Dienstag, 25. April Nr. 96 Erstes Matt 189. Jahrgang Jugoslawien als Wirtschastsmacht Lim die Einführung -er Wehrpflicht in England Zrankreich setzt London unter Druck England in gleicher Weife wie Frankreich waigen militärischen Unternehmungen sich gen müsse, immer nachdrücklicher erhoben. an eh beteilt« „Petit L. E. Paris, 25. April. Der Beginn dieser Woche, die am kommenden Freitag mit der Führer-Rede ihren Höhepunkt erreichen wird, wurde in Paris durch starke diplomatische Geschäftigkeit cingeleitet. Außenminister Bonnet, der den Sonntag über in seiner Privatwohnung gearbeitet hatte, besprach am Montagoor- mittag mit dem ppolnifchen Botschafter Luka- siewicz den Gang der Garantieverhandlungen zwischen England, Frankreich und Sowjetrußland. Frankreich läßt nichts unversucht, um Polen in das geplante franzöfisch-englifch-fowjetrussische Bündnis einzubeziehen. Deshalb mißt man auch den Be- spechungen des französischen Ministers für öffentliche Arbeiten, de M o n z i e, große Bedeutung bei. Er soll ein Freund des polnischen Außenministers, Oberst Beck, sein. Ministerpräsident D o l a d i e r hat am Montag den französischen Botschafter in London, E o r b i n, empfangen. Die Besprechung galt besonders der Einführung der Dienstpflicht in England und der englisch-französischen Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet. Außenminister Bonnet hatte in den späten Abendstunden noch eine Unterredung mit dem englischen Botschafter Sir Eric P h i p p s. In Paris wird behauptet, der englische Botschafter habe im Quai d'Orsay die formelle Zusiche- r u n g seiner Regierung abgegeben, daß die Militärdienstpflicht in England bereits in allernächster Zeit eingeführt werden würde. In der französischen Oeftentlichkeit wird die Forderung, daß Lord L o t h i a n ist als Nachfolger von Sir Ronald Lind soy zum britischen Botschafter in Washington ernannt worden. Lord Lothian ist 57 Jahre alt. Er gehört als Politiker der liberalen Schule an. Als Großgrundbesitzer nennt er in verschiedenen Teilen Englands 45 000 Morgen Land sein eigen. Von 1916 bis 1921 war er Privatsekretär Lloyd Georges und 1931 bis 1936 Unter» ftaatsfekretär im Indien-Amt. Geld hervorragend beteiligt, das dadurch wieder die jugoslawischen Großbrauereien, Dampfmühlen und Zuckerfabriken kontrolliert. Die Verteilung des fremden Kapitals ist bezeichnend genug. Im Bergbau sind 47 o. 5)., im Versicherungswesen 38, am Handel 34,5, an den Transportunternehmen 26,6 und an den Banken- und Kreditinstituten 14 v. H. Auslandskapital beteiligt Demgegenüber hat die jugoslawische Regierung mit Erfolg versucht, den Einfluß vornehmlich des wesllichen Kapitals z u r ü ck z u d r ä n g e n. Im Vorjahre wurden eine Jugoslawische Stahl AG. und eine Silo AG. gegründet. Die staatliche Hypothekenbank wird immer mehr zu einem Hauptinstrument in der Führung der staatlichen Wirtschaftsunternehmungen. Eine staatliche Seidenfabrik besteht in Novisad, ein Staatsgut bei Bolje, eine staatliche Zuckerfabrik bei Cukarina, und der Ausbau der Wasserkräfte erfolgt durchweg ohne englisches oder sonstiges Fremdkapital. Das Einströmen ftemder Gelder war durch die Entwicklung des Staates bestimmt, der sich erst in den letzten Jahren darauf besonnen hat, die I n - dustrialisierung des Landes schon im Interesse der vorwiegend kleinbäuerlichen Bevölkery.ng nicht zu stark vorwärts zu treiben. Der Hauptwirtschaftsfaktor wird immer in erster Linie die nicht einmal jetzt Vorbereitungen treffe, um mehr als 26 Divisionen auszurüsten. Wenn aber Großbritannien zum Kriege schreite, müßte es d t c zehnfache Zahl an Mannschaften aus« rüsten. Jugendliche beiderlei Geschlechts zwischen 15 und 18 Jahren müßten in einer Prt Bürgerdienst, alljährlich vier Monate in militärischen Lagern ausgebildet werden. Beachtlich ist, daß die Oppositionsblätter gegen den Gedanken der Wehrpflicht keinen Protest erheben, und auch in der Labourparei und in den Gewerk« schäften, die sich stets energisch gegen die Einführung der Wehrpflicht in „Friedenszeiten" ausgesprochen haben. Die „Times" schreibt, daß das britische Kabinett sich am Montag mit der Frage der Wehrpflicht befaßt habe. Die Anhänger der Regierung schienen jetzt sehr für die Einführung der Wehrpflicht zu fein. Die Führer der Labourpartei feien dem Gedanken noch immer abgeneigt, es fei aber nicht irn geringsten sicher, daß alle ihre Anhänger die gleiche Ansicht vertreten, insbesondere könne „unter dem Zwang der Ereignisse sich die Meinung oft sehr schnell ändern". Journal", das Blatt des Obersten de la Rocque, erklärt, daß ein Verhältnis von gleich zu gleich die Voraussetzung der Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich sei. Es gehe nicht an, daß die französischen Arbeiter und Bauern sagen könnten: „Wir sollen uns zwar die Schädel einschlagen lassen, die Engländer brauchen aber nur Material und Geld zu liefern!" Mit besonderem Interesse wird von den Pariser Blättern am Dienstag die Rückreise Hendersons auf seinen Posten nach Berlin registriert. Man behauptet, daß Henderson in Berlin mitteilen werde, die englische Regierung gewähre dem Roose- veltschen Aufruf vollste Unterstützung. Ferner werde er damit „drohen", daß die britische Regierung in irgendeiner Form die Herstellung der allgemeinen Dienstpflicht ins Auge gefaßt habe. Genugtuung in Llnoarn. Budapest, 24.April. (Europapreß.) „Ungarn ist über die Ergebnisse der Beratungen von Venedig von der größten Genugtuung erfüllt unb trägt der Tatsache Rechnung, daß die heutige Lage in jeder Hinsicht zur Begründung und zum Ausbau des vollen Vertrauens zu Jugoslawien die Möglichkeit bietet", schreibt das Sprachrohr des un- narischen Außenministeriums, der „Pester ^wyd . Ungarn rechne damit, daß die die beiden Staaten miteinander verbindenden Faktoren bei zunehmendem gegenseitigen Vertrauen weiter er st a r k en mürben. Ungarn werde bestrebt sein, seinerseits die Möglichkeiten auszunutzen, die durch die sich erfreu« lich entwickelnden Verbindungen Belgrads mit der gegeben, d i e nötigen Streitkräfte, um diese Garantien einzulösen, aber noch immer nicht auf die Beine gestellt habe. Diese Tatsache müßte auf die gegenwärtigen und zukünftigen Ver- öündeten Englands einen „schlechten Eindruck" machen. Churchill schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Dienstpflicht in England in her nächsten Zeit eingeführt werden würde. Auch der frühere konservative Minister A m e r y erklärte, daß das Vertrauen Frankreichs schwer auf die Probe gestellt sei. Die Ausbildung der jungen Leute, die sich für die Territorialarmee gemeldet hätten, reiche für einen modernen Krieg nicht aus. Wenn Großbritannien morgen zum Kriege schreite, so könne es nicht einmal davon träumen, die Territorialarmee ins Feuer zu schicken, bevor diese nicht weitere 3 bis 4 Monate ausgebildet sei. Alles andere würde glatten Mord bedeuten. Die Schaffung des Munitionsministeriums bedeute, daß- die Regierung bis zur letzten Woche die Ausrüstung der 250 000 Mann nicht einmal ins Auge gefaßt habe. Es bedeute aber auch, daß die Regierung noch Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8ft,Uhr des Vormittags Grundpreise für | mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text, anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrif1 nach vorh.Dereinbg.25ft, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei» gen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel B den könne. Hierzu würden die Unterhaltungen mit der gegenwärtig in England weilenden finnischen und der demnächst erwarteten schwedischen Wirtschaftsabordnung beitragen. In den Wirtschaftsbeziehungen zu Polen seien die Schwierigkeiten beseitigt und weitere Verhandlungen daher nicht notwendig. Hebungen der englischen Flotte im östlichen Mittelmeer. London, 25. April. (Europapreß.) Die englische Nordseeflotte wird am 28. und 29.April im Kriegshafen Portland zusammengezogen. Mit Ausnahme der Schiffe, die das Königspaar nach Amerika begleiten, wird die Flotte anschließend ihre Üblichen Schießübungen abhalten. Die Mit- telmeerflotte wird, wie bereits gemeldet, am Mittwoch eine Besuchsfahrt in s östliche M i t t e l m e e r antreten und dabei Häfen in Griechenland, Palästina, Aegypten und auf Cypern anlaufen. Nach Abschluß dieser Be- suchsfahrt wird die Mittelmeerflotte wahrscheinlich im östlichen Mittelmeer Hebungen abhalten. fordert. Andererseits gibt man sich in Belgrad keinen falschen Großmachtträumen wie früher in Prag und > jetzt in Warschau hin, sondern möchte sich von allen , Streitigkeiten der Großmächte fern halten. Während ( aber London und Paris von Jugoslawien verlangen, daß es sich aktiv an ihrer achfenfeindlichen Ein kreisungspolikik beteilige, haben Berlin und Rom nur den einen Wunsch, daß sich Belgrad nicht an einer gegen sie gerichteten Aktion beteilige. Im übrigen suchen sie aber ihren Handel und die Freundschaft ihrer Völker zu fördern, wodurch zu- gleich den jugoslawischen Interessen am besten gedient ist. Dazu kommt noch, daß die beiden „demokratischen" Mächte in der jugoslawischen Innenpolitik mitzureden versuchen, um auf diese Weise einen Druck auf die Regierung auszuüben. Sie gehen "dabei mit den gleichen Methoden wie einst Herr Benesch vor und scheuen sich sogar nicht, wie es dreimal wöchentlich der Lyoner Sender tut, in s -serbo-kroatischer Sprache Hetz- und Greuelmeldun- gen des Moskauer Rundfunks über Vorgänge in Jugoslawien und seinen Nachbarländern zu verbreiten. Demgegenüber besteht auf deutscher Seite Der ehrliche Wunsch, daß Jugoslawien seine innenpolitischen Angelegenheiten in einer dem Staatsganzen und dem Wohl seiner Völker dienenden Weife selbst nach feinen Bedürfnissen regle. Schließlich ist es auch eine besondere Unterstreichung der Freundschaft und des Vertrauens, daß der jugoslawische Außenminister nach den jüngsten •Vorgängen im mitteleuropäischen Raum und auf Der 'Balkanhalbinsel gerade jene Minister trifft, die von den demokratischen Kriegshetzern wegen ihrer entschlossenen Abwehr aller gegen ihre Lander gezüchteten Bemühungen besonders gehaßt werden. Der in dem Communiquä von Venedig enthaltene Satz, daß man übereingekommen sei, ’ Die zwischen Jugoslawien und Italien und zwischen Jugoslawien und Deutschland bestehende vertrauens- - wolle Zusammenarbeit auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet zu vertiefen, um die Aufrechterhaltung des Friedens zu fördern und die Bedingungen der Stabilität im Donauraum zu Der« Lesfern, — dieser Satz zeigt ja deutlich genug den Wea, den die Belgrader Regierung künftig zu gehen gewillt ist. Dieser Weg wird über eine Verstän - fcigung zwischen Jugoslawien und lUngam, die gleichfalls in Venedig beschlossen .wurde, wahrscheinlich auch — so wird in Rom emterstrichen — zum Eintritt Jugoslawiens in die Front der Antikomintern-Mächte führen. Damit wnäre in der Tat ein Friedensblock in Südosteuropa geschaffen, dessen politische Wirkung kaum zu unterschätzen ist und dessen Einfluß Diesem Raum endlich eine günstige Entwicklung aller feiner wirtschaftlichen und kulturellen Aufbaukräfte garantieren könnte. Kurze Zeit nach dem Besuch Dr. Cincar-Morko- »vitfchs in der Reichshauptstadt werden in Köln reue W i r t s ch a f t s b e s p r e ch u n g e n zwischen Jugoslawien und Deutschland beginnen. Au ihnen wird der Einbau des böbmisch-mährischen Raumes in den Rahmen der deutsch-jugoslawischen Wirtschaftsbeziehunaen voraenommen werden, die freute bereits fast die Hälfte des gesamten juao- flawischen Außenhandels erfassen. Das deutsche Volk aber begrüßt in Dr. Alexander Cincar-Marko- «vitsch einen alten und treuen Freund, der in Ber- ' Hin unermüdlich arbeitete, daß die Bande zwischen feinem Vaterlande und dem Dritten Reich immer oenger werden und sich zum Seaen beider Länder rnd Völker auswirken. Sein erster amtlicher Berliner Besuch als jugoslawischer Außenminister wird demselben Ziel bienen. Dr. Gr. Achse eröffnet wurden. Es scheine auch, daß das jugoslawische Volk immer mehr den Wunsch begreife, den jugoslawischen Staat im Rahmen seiner heutigen diplomatischen Beziehungen nach innen und außen erstarken zu sehen. Wahrend dieses Erstarkungsprozesses sei Ungarn bereit, den führenden Persönlichkeiten Jugoslawiens gegenüber jenen Takt an den Tag zu legen, den heute bereits Ungarns Lage erlaube und der Jugoslawien den Anlaß bieten könne, daß nach der geistigen Annäherung auf allen Gebieten ein aufrichtiges Verständnis zwischen beiden Staaten zustande komme. Englands Wirtschaftsbeziehungen zum Nordosten. London, 24. April. (Europapreß.) Die eng- lisch-sowjetrufsischen Wirtschaftsbesprechungen werden voraussichtlich in Kürze in London wieder aufgenommen werden. Unterstaatssekretär für Außenhandel, Hudson, erklärte im Unterhaus, er fei überzeugt, daß als Erfolg feiner kürzlichen Reife ih verschiedene ost- und nordeuropäische Länder die englische Ausfuhr dorthin gesteigert wer- Gasencus Vesuch in London. abs. London, 25. April. Die Besprechungen, die der rumänische Außenminister Gafencu mit Lord Halifax und Minister Präsident Chamberlain hatte, sollen sehr freimütig und befriedigend verlaufen fein. Times piel- bet, „die Besprechungen'hätten am Montag gute Fortschritte gemacht", die gesamte osteuropäische Lage sei erörtert worden, vor allem Rumäniens Beziehungen zu seinen Nachbarn, der Sowjetunion und Deutschland. Gafencus Ansichten über die Lage seien von besonderem Werte nach seiner Unerrebung mit dem Führer. „Es scheine, daß Hitler in allen seinen Bezugnahmen auf Rumänien zuvorkommend gewesen fei." Finanzielle und wirtschaftliche Angelegenheiten, so meint das Blatt, seien bisher überhaupt noch nicht erörtert worden. Es wird weiter betont, daß das Schwergewicht der wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen England und Rumänien bei der zur Zeit in Bukarest weilenden englischen Delegation unter Führung von Sir Frederick Leith-Roß liege. Hinsichtlich der Verhandlungen mit ber Sowjetunion ist man an zuständiger englischer Stelle immer noch sehr zurückhaltend. Der Stand der Verhandlungen mit der Türkei und der Sowjetunion war wieder Gegenstand verschiedener Anfragen im Unterhaus. Ministerpräsident Chamberlain betonte wieder, er sei noch nicht in der La g e, eine Erklärung hierzu abzugeben. Der Ministerpräsident ging auch nicht auf die Frage ein, ob mit einer Erklärung vor der Führerrede im Reichstag zu rechnen sei. Er sagte lediglich, er hielte es nicht für wünschenswert, voreilige Erklärungen über noch in der Schwebe befindliche Verhandlungen abzugeben. Der umfangreiche Sicherheitsplan, den d i e Sowjetregierung in London und Paris unterbreitet hat, wird nicht nur von Polen und Rumänien, sondern auch von englischen politischen Kreisen mit starkem Mißtrauen betrachtet. Man will in London daher offenbar die Mitarbeit der Sowjetunion zum mindesten für die nächste Zukunft in einem weniger umfangreichen und komplizierten Rahmen sicherstellen. Zwei Punkte sind vor allem für die englische Politik hierbei maßgebend. Der eine ist der Zeitiaktor; man ist in London her Auffassung, daß der sowjetrussische Plan, abgesehen von allen anderen Schwierigkeiten, zu seiner Verwirklichung zu lange Zeit in Anspruch nehmen würde. Daneben will man auf die Abneigung P o - lens und Rumäniens gegen eine allzu enge Bindung an die Sowjetunion Rücksicht nehmen. In Verfolg des Werbefeldzuges für die Territorialarmee sprach auf einem Platz in der Nähe des Londoner Rathauses Winston Churchill. Er machte dabei die bemerkenswerte Feststellung, daß England zwar an verschiedene Staaten Garantien Agrarwirtschaft und dann der Bergbau fein. Im Jahre 1937 hat die Erzförderung des Landes 264 590 Waggons betragen und die Metallerzeugung 8890 Waggons. Im Vergleich zu diesen Zahlen wurde im Vorjahre eine erhebliche Steigerung erzielt. Die Blei-Zink-Erze ergaben 870 000 gegen 812 000 Tonnen 1937, die Kupfererze 740 000 gegen 650 000, die Eisenerze 610 000 gegen 618 000, die Antimonerze 15 000 gegen 8600, die Förderung von Bauxit, dieses wertvollsten Rohstoffes für Alu- minimum, betrug 410 000 Tonnen gegen 358 000 int Jahre 1937. Die jugoslawische Goldproduktion belief sich im Jahre 1938 auf rund 3000 Kilogramm, die in den Bergwerken von Bor, Blagojew, Kamen, aus dem Sande der Drau und der Rasina sowie anderer Flüßchen gewonnen wurden. Diese Industrialisierung hat den letzten Rest Balkan aus dem Lande vertrieben. In Mittelbosnien, im Jndustrieraum von Senitza, ist eine Schwerindustrie im Entstehen, die den Eisen- und Stahlbedarf des Landes schon in kurzer Zeit zu decken vermag, in den Kupferbergwerken von Bor wurde eine elektrolytische Wäsche eingerichtet, in Troptschy sind Zink- und Bleischmelzen, in Dalmatien ist ein Aluminiumwerk entstanden, dessen Produktionsan- gaben für 1938 zwar noch fehlen, das aber nicht nur Jugoslawien mit diesem wertvollen Leichtmetall versorgen wird. Dazu kommt eine planmäßige Erschließung des Landes durch Autobuslinien und durch Eisenbahnen, von denen rund 400 Kilometer sich im Bau befinden, während bereits 1000 fertig- gestellt wurden. Die Agrarpolitik erfreut sich der besonderen Förderung der Regierung. Im Bereich der Landwirtschaft ist das Genossenschaftswesen immer stärker zur Blüte gelangt. Im Zusammenschluß mit der Prizad, der staatlich prineligierten Getreideexport-Gesellschaft, sammeln sich die Genossenschaften, um durch Qualitätspflege und die Verteilung von Anbauflächen sowie durch Einfluß auf die Preisgestaltung die Lage des jugoslawischen Bauern zu heben. Die klimatischen Bedingungen für Jndustrie- pstanzen wie Baumwolle, Hanf, Oelfaaten, Sojabohnen find ebenso günstig wie die Bodenverhältnisse. Die Erzeugung weist denn auch darin eine sehr erhebliche Steigerung auf, ebenso die von Flachs, Zuckerrüben und Hopfen. Die Waldwirtschaft wird jetzt gepflegt. Jugoslawien ist zu 31 v. H. bewaldet, als Holzausfuhrland liefert es hauptsächlich nach Italien und Deutschland. Die Viehzucht und Diehausfuhr ist bedeutend. Ein Agrar- land wie Jugoslawien hat in Großdeutschland geradezu einen „Zentralmarkt" gefunden, der im Vorjahre nicht weniger als 42 v. H. der jugoslawischen Ausfuhr aufnahm. E. S. Im August 1938 veröffentlichte die Belgrader Regierung eine Schätzung der in Jugoslawien arbeitenden fremden Kapitalien. Die Kapitalien sind in Jugoslawien hauptsächlich in Bergwerken und in der Industrie angelegt, wobei sich zeigt, daß England ebenso wie Frankreich sein Kapital hauptsächlich in Form von langfristigen Krediten oder fluktuierenden Beteiligungen investiert, während Deutschland einen sehr intensiven Handel mit jenem Lande durch die Förderung der jugoslawischen Wirtschaft ausbaut und nicht ausbeuterisch ist wie das englische und französische Geld. Insgesamt wird die Summe des Auslandskapitals auf 6,5 Milliarden Dinare angegeben. Davon entfallen auf Deutschland 10 v. H., auf die ehemalige Tschecho- Slowakei 12, also zusammen 22 v. H., auf England 18, auf Frankreich 15, auf die Schweiz 11, auf Italien 8 und auf die USA. 7 v. H. Bezeichnend ist, daß die H a u p t m i n e n , so die Blei-, Zink-, Chrom-, Pyrit- und Goldgruben, durchweg englisch verwaltet werden und daß die Engländer im Vorjahre begannen, sich für die Eisenerz gruben bei Dares zu interessieren. Ebenso spielt England in der H o l z g e w i n n u n g und in der Bankwelt eine bedeutende Rolle. An der jugoslawischen Vereinsbank ist englisches Jugoslawien unb die Achse. Am 26.4.1939 kommt der jugoslawische Außenminister Dr. Alexander C i n c a r - M a r k o w i t s ch auf Einladung des Reichsaußenministers von Ribbentrop zu einem Besuch nach Berlin. Er ist in der Reichshauptstadt kein Unbekannter mehr, hat er doch mehrere Jahre den Posten des jugoslawischen Gesandten beim Deutschen Reich innegehabt, bis ihn am 5. Februar 1,939 das besondere Vertrauen des Prinzregenten Paul auf seine jetzige verantwortliche Stelle berief. In mehreren Erklärungen hat Dr. Cincar-Markowitsch offen und deutlich ausgesprochen, daß er die erfolgreiche Linie der seitherigen jugoslawischen Außenpolitik fort setzen wolle. Mit großem Geschick ist es ihm gelungen, in den letzten Wochen alle heimlichen und offenen Drohungen, Lockungen und Verdrehungen der briti« schen Diplomatie abzuwehren, die Jugoslawien in ihr Einkreisungsnetz verstricken wollte. Gegenüber den „demokratischen" Wortführern im eigenen Lande, deren Beziehungen zu Frankreich und England manchmal das Tageslicht zu scheuen haben, vertrat er unbeirrt die Politik des gefunden Menschenverstandes, die von den natürlichen Gegebenheiten ausgeht und die Freundschaft Jugoflawiens zu allen Nachbarn, vor allem aber zu Deutschland und Italien Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffnrt apt Main 11686 — Paris fürchtet die Brandfackel Moskaus. Don unserem E $ Paris, 22. April 1939. Die französische Oeffentlichkeit ist in den letzten Wochen den Maßnahmen der Regierung, die diese infolge der außenpolitischen Ereignisse für angebracht hielt, größtenteils schweigend gefolgt. Im allgemeinen hat man die Dinge mit einem erheblichen Fatalismus hingenommen. Im übrigen hat die Presse seit etwa vierzehn Tagen alles getan, um durch eine Anhäusung tendenziöser, teilweise direkt falscher Nachrichten das Bild der drohenden Kriegsgefahr oorzuspiegeln und die Achse Rom—Berlin von vornherein ins Unrecht zu setzen. Natürlich gab es Ausnahmen hierbei, aber sie zählen kaum. Ueber den Kern der von der französischen Regierung in engem Einvernehmen mit London betriebenen außenpolitischen Verhandlungen indessen gab es bis vor wenigen Tagen überhaupt keine öffentliche Aussprache. Diese Verhandlungen sind gefährlich genug für die Sache des Friedens und für die Sache Frankreichs selbst, denn sie bezwecken nicht mehr und nicht weniger als die Einbeziehung Sowjetruß- land's in ein chimäres Bündnissystem im Osten Europas, dem man schamhaft den Namen „Ver- te-idigungo-System" gibt, das aber in Wirklichkeit gar nichts anderes sein soll als ein S y st e m zur Einkreisung Deutschlands. Die schwere Verantwortung, die die Leiter der französischen Außenpolitik auf sich zu nehmen im Begriff stehen, ist jetzt plötzlich vor den Augen einer ganzen Anzahl von Politikern d^r französischen Rechten erschienen, und dieses Gefühl hat seinen Niederschlag auch in der Presse gefunden. Man muß sich in dieser Beziehung die innenpolitische Lage vergegenwärtigen, wie sie in Frankreich gegenüber dem Kommunismus besteht: Die französischen Kommunisten, von jeher die Todfeinde von Staat und Gesellschaft, waren im Jahre 1935 nach dem Abschluß des Beistandspaktes zwischen Frankreich und Sowjetrußland sozusagen „hoffähig", beinahe regierungsfähig, geworden. Sie hatten mit einem Schlage auf eine Anweisung von Moskau hin ihre antimilitaristische Propaganda ausgegeben, sangen die Marseillaise und schwenkten die Trikolore. Bei den Volksfrontwahlen im Jahre 1936 schwoll die Zahl der kommunistischen Deputierten in der Kammer von 10 auf 73 an. Die zwei trüben Jahre der Volksfrontherrschaft von 1936 bis in die Mitte des Jahres 1938 brachten Frankreich d i e Quittung für dieses Experiment in Gestalt einer 50prozentigen Verminderung des Wertes seiner Währung, zahlloser Streiks und Fabrikbesetzungen und sonstigen wirtschaftlichen Verfalles. Als es nicht mehr anders ging, hat sich d i e neue Mehrheit für D a l a d i e r bis ganz nach rechts hin gebildet, und die Kommunisten waren endgültig i n d ie Opposition gedrängt, als die marxistische General- streik-Parole vom 30. November 1938 mit einem offenen Mißerfolg endete. Die außenpolitischen Manöver, die jetzt nach Moskau hin angesponnen werden, müssen die logische Folge haben, daß die Sowjets Frankreich eines Tages die Rechnung präsentieren, um sich mit der Wiederherstellung der Volksfront von 1936 für ihre jetzige diplomatische Unterstützung bezahlen zu lassen. Die Kommunisten würden dann durch die Hintertür wieder hereinkommen, nachdem man sie zur Haustür hinausgeworfen hat. Die Haltuna der marxistischen Blätter, vor allem der kommunistischen „Humanitä",.läßt in dieser Hinsicht keinen Zweifel zu. Die Kommunisten, wie auch die Sozialisten, bekämpfen seit September den Außenminister Bonnet als ihren Todfeind. Wenn sie auch jetzt nach der Einleitung der Verhandlungen mit Moskay mit ihren Angriffen gegen Bonnet fort- sahren, dann deswegen, weil sie Bonnet nicht für sicher genug halten und von ihm auch eine gewisse Nachgiebigkeit gegenüber Spanien be- befürchten. Denn natürlich bleibt General Franco auch jetzt noch der Feind der französischen Marxisten. Mit der Zeit konnte es trotz aller nationalen Disziplin nicht ausbleiben, daß die Gegensätze innerhalb der Parteien und vor allem auch innerhalb des Kabinetts selbst in der Presse ihren Ausdruck fanden. In einem Blatte der Rechten, dem „Jour", hat dessen Leitartikler Leon Bailby aus die Tatsache aufmerksam gemacht, daß dem Kabinett wie zur Zeit der Septemberereignisse immer noch fünf Minister angehören, die als „bellizistisch", d- h. als Kriegsanhänger, zu betrachten sind. Diese Zahl ist vielleicht noch gering gegriffen. Es Hot keinen Zweck, allzu viele Namen zu nennen: nur die Tatsache möge genügen, daß dem Kabinett immer noch der jüdische Kolonialminister Mandel und der halbjüdische Unterrichtsminister Jean Zay angehören. Den Namen „Bellizisten" haben sie erhalten, als im September bei den Erörterungen über die Tschecho-Slowakei Frankreich sich schon einmal bedenklich nahe vor die Frage Krieg oder Frieden gestellt hat. Im „Jour" hat man sich nicht gescheut, auszusprechen, was andere verschwiegen hoben, nämlich daß Ministerpräsident D a l a - vier und Außenminister B o n n e t sich einem Druck der deutschfeindlichen und interventionslustigen Kabinettsmitglieder ausgesetzt sehen, der sie hindert, die Friedens-Chancen wahrzunehmen, die sich ihnen bieten. Wenn das Spiel dieser Friedensfeinde aus- gedeckt würde, so droht Bailby, so würde sich das ganze französische Volk gegen sie erheben. Dabei ist Bailby nicht einmal deutschfreundlich, er denkt mehr an Zugeständnisse an Italien und Spanien. Aber das genügt bereits, um ihm die Verdächtigungen der französischen Marxisten zuzuziehen, die darin bereits einen Vasallendienst für Hitler sehen. Die Gefahren einer neuen außenpolitischen Verbindung mit Moskau und einer Festerknüpfung des bereits in Vergessenheit geratenen Pakts mit Sowjetrußland waren in den Blättern der Rechten bisher nur gelegentlich zaghaft angedeutet. Dem Führer der früheren Feuerkreuz-Derbände, dem Obersten de la Rocque, blieb es vorbehalten, in seinem Blatt, dem „Petit Journal", einen Alarmruf zu erheben. De la Rocque stellt vor allem die Frage, ob Frankreich auf Gedeih und Verderb im Schlepptau Englands fein müsse. Die Soli- barität der beiden Länder könne soweit nicht gehen. Auch Frankreich habe ein Wort zu sagen, und die Entente Cordiale von 1939 dürfe nicht in einem Protektorat Englands über die französische Außenpolitik bestehen. Und dann protestierte de la Rocque vor allem gegen das sowjetrussische Bündnis, das zur Verstärkung der unterirdischen kommunistischen Propaganda in Frankreich führen müsse. De la Rocque hat sicherlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Frankreich soll nicht nur der festländische Soldat Englands sein, es soll auch wieder den An- sturm der ‘ kommunistischen Wühlarbeit aushalten, vor dem sich Engländ besser schützen kann. -Korrespondenten. Auch der „Matin" wendet sich sehr scharf gegen die Einbeziehung Sowjetrußlands in das französisch- englische Bündnis. Das letzte Ziel der Bolschewisten sei es, nach einem Krieg die Ausbreitung der Revolution in verstärktem Maße zu betreiben. Hohe kommun rstische Funktionäre hätten selbst erklärt, Sowjetrußland wolle das Maß seiner Hilfe möglichst gering halten, um seine Partner nach dem Kriege desto sicherer ab tum m können. Weiter kommt im „Matin" noch einmal der starke Zweifel am Wert der Roten Armee zum Ausdruck. Von fünf Marschällen seien drei erschossen worden bzw. in Ungnade gefallen, von 19 Kommandierenden Generälen seien dreizehn und von 195 Divisionsgenerälen 110 erschossen worden oder aus der Armee ausgeschieden. Außerdem seien 30 000 Offiziere verschwunden. Das Blatt schließt: „Wenn man eine Versicherung nimmt, dann nimmt man nicht die erste beste Versicherungsgesellschaft, vor allem nicht eine Gesellschaft, d i e schon bankerott gemacht hat oder für ihre Gewissenlosigkeit bekannt ist. Und wenn es sich darum handelt, seine Existenz zu verteidigen, dann holt man keine Giftmischer. Der Selbstmord ist feine Verteidigung." Es fragt sich nur, wann die Einsicht in diese Dinge im französischen Volk dämmert, wann innerhalb der Regierung die „bellizistischen" Minister dies gestatten werden, und man sich vor allem bewußt werden wird, welchen Gefahren man sich in dem Spiel mit eingebildeten Kriegsgefahren aussetzt. SriiischeSruiaMteninpalWlia Mit Reitpeitsche und Gewehrkolben gegen arabische Frauen. Jerusalem, 24.April. (DNB.) Die Araber haben in der Altstadt von Jerusalem ihre Geschäfte geschlossen, um damit gegen die NSG. Den Abschluß der BDM.-Führerinnen- tagung des Obergaues 13 Hessen-Nassau, die in Frankfurt a. M. durchgeführt wurde, bildete eine Morgenfeier im Schumannkheater. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand eine Ansprache des Gau- letiers und Reichsstatthalters Sprenger. Die geistige Vorbereitung unserer Jugend, so sagte er, beginnt im zartesten Alter, aber nicht wie ehedem, daß etwa unsere Jugend wissensmäßig hochgezüchtet wird, sondern die Stählung des Körpers geht voran, da nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnen kann. Am Anfang all des großen Geschehens steht der Führer, der uns allen die nationalsozialistische Weltanschauung, die nationalsozialistische Idee und ihre Verkörperung, die nationalsozialistische Bewegung schuf, in die ihr allmählich hineinwachst. Das Höchste, was uns der Führer lehrte, war, daß nur die Einigkeit aller die Bildung der Volksgemeinschaft ermöglichte und uns so die Kraft verlieh, uns von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien und unter seiner Führung den Weg anzutreten in eine neue bessere Zukunft. Das ist der Geist, der den Führer beseelte, das ist der Geist, der übersttömte auf seine Gefolgschaft, das ist der Geist, der die Opfer ermöglichte, die der Mitkämpfer Adolf Hitlers willig, gerne und selbstlos aüf sich nahm, um die große Aufgabe, die der Führer zuerst sich und dann seinem Volke gestellt hat, zu erfüllen. Es war ein Kamppf um die Seele eines jeden einzelnen Deutschen, ein Kampf aber auch, von höchstem Idealismus getragen, wie er nie zuvor im deutschen Volke Tat geworden ist. Berlin, 24. April. (DNB.) Der erste Lehrgang der Akademie für Jugendführung, die in wenigen Wochen das neue Gebäude i n Braunschweig beziehen wird, hat auf dem Gelände der Reichsakademie für Leibesübungen begonnen. Die geistige Ausbildung wurde durch einen Vortrag des Reichsleiters Alfred Rosenberg eröffnet. Alle Fragen, so sagte er, die heute die Welt erschüttern, wie Judentum, Marxismus, Demokratie, Freimaurerei, Bolschewismus, seien durch das Geschehen des Weltkrieges ausgelöst und bereits in das Bewußtsein aller Menschen gestiegen. Die bolschewistische Revolution sei kein neuer Anfang, sondern ein letzter Der zweif lungs aus druck) der Menschen, die gegenüber ihrem Lebensschicksal schon eine negative Antwort gefunden gehabt hätten. Die nationalsozialistische Revolution habe auf die Fragen nach der Lebensführung eine Antwort gegeben, die dem deutschen Wesen entspreche. Was sie gelöst habe, die Frage des Marxismus, und was sie wieder habe lebendig werden lassen, das Volkstum, seien heut schon Weltprobleme geworden, um die sich kein Volk mehr herumdrücken könne, eo habe unser Leben einen neuen Sinn bekommen, während das Lebensbild, das uns die Demokraten ausgemalt hätten und das für unser Volk schon maßgeblich geworden zu sein schien, bereits in der Welt zusammenzubrechen beginne. Die Sendung des Nationalsozialismus liege darin, so wie es schon in früheren Jahrhunderten die Mission starker deutscher Bewegungen gewesen sei, die aus dem Osten kommenden Kräfte abzuwehren und in ihre Schranken zu verweisen. Die europäische Mission schien durch einige Jahrhunderte von den Randvölkern im Westen Europas getragen zu werden. Sie kehre heute wieder in das Zentrum unseres Erdteiles zurück. Das sei das Beglückende für die junge Generation unseres Volkes, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht zum Siege geführt worden sei durch in Rentabilitätsprinzip und durch eine vernunftmäßige politische Beweisführung, sondenr durch den tiefen Glauben unsere s Volkes an eine hohe mit- reißende Idee. Die Aufgabe der NSDAP, könne nur darin bestehen, diesen Glauben für die Gegenwart und für die Zukunft lebendig zu erhalten. Die ftontinuitdt unserer Charakterhaltung sei auch die Mißhandlungen der Bevölkerung durch englisches Militär zu protestieren. Der britische Militärbefehlshaber erließ daraufhin eine Warnung, daß bei Fortdauer des Streiks eine zwangsweise Ladenschließung für immer angeordnet werde. Neben zahlreichen Verhaftungen haben besonders die täglichen Schikanen durch die Engländer die Erbitterung be£ arabischen Bevölkerung ungeheuer vergrößert. So werden jetzt n. a. arabische Passanten, Frauen machen dabei keine Ausnahme, aufgefordert, die Polizei oder das^vttli- tär militärisch zu grüßen. Erfolgt diese „Ehrenbezeigung" nicht, dann gehen die Engländer selbst gegen die Frauen brutal mit Reitpeitschenhieben ober Gewehrkolbenschlägen vor, so daß täglich zahlreiche Verletzte zu beklagen sind. Das dreitägige durchgehende Ausgehveroot in der Altstadt'von Jerusalem hat dazu beigetragen, die Notlage der Bevölkerung, die nicht ihrer Beschäftigung nachgehen kann, ungeheuer zu vergrößern. Fast alle Lebensmittel, besonders Gemüse und Fleisch, verdarben. Hinzu kommt noch ein großer Trinkwassermangel, da auch der Tempelplatz mit den Zisternen geschlossen worden ist und arabische Wasserträger nicht arbeiten können. In Jerusalem ist die Empörung gegen diese britischen Methoden so gewachsen, daß sich — ungeachtet aller damit verbundenen Gefahren — Frauen und Kinder zu Demonstrationen versammelten, bei denen sie England anklagten und den Muftt und die arabische Nationalbewegung hochleben ließen. Auch hier wurde wieder Militär gegen die Frauen und Kinder eingesetzt. Eine Abordnung der arabischen Frauen Jerusalems wandte sich an die diplomatischen Vertretungen und bat die fremden Staaten um Lebensmittel zur Bekämpfung der größten Not. Der arabischen Handelskammer in Jerusalem ging eine von 54 Mitgliedern unterzeichnete Aufforderung zu, beim britischen Distriktskommissar gegen das Vorgehen der britischen Polizei zu protestieren und auch darauf hinzuweisen, daß diese „Derwaltungs- methoden" den Handel vollkommen still- gelegt hätten. „Ihr seid berufen und werdet dazu erzogen, das fortzusetzen, was heute begonnen worden ist. Die Hitler-Jugend und der Bund Deutscher Mädel sind Garant dafür, daß die deutsche Jugend von nationalsozialistischem Geist erfüllt in die nationalsozialistische Weltanschauung hineinwächst und immer aufs neue in die Tat umsetzt. Der Führer hat den Weg vorgezeichnet. Ihr, die Jugend, seid dazu berufen, eines Tages die Fahne zu übernehmen und sie von Geschlecht zu Geschlecht weiterzureichen. Ihr seid heute Symbol des ewigen Deutschlands und morgen das ewige Deutschland selbst. — Darum seid alle Zeit erfüllt vom Geiste unseres Führers Führers Adolf Hitler." Im Anschluß an die Feierstunde zeichnete Obergauführerin Else Riese die besten Mädel- und Jungmädelgruppen des Leistungswettbewerbs 1938/39 mit einer Urkunde aus und gab die Beförderungen zum 20. April bekannt. Nach der Veranstaltung besuchte der Gauleiter die Ausstellung des B D M.- Werkes „Glaube und Schönheit" im Frankfurter Kunstverein, die einen Einblick in die Leistungen der einzelnen Arbeitsgemeinschaften gibt. Die ausgezeichneten Arbeiten, die in Sttl und Geschmack von dem neuen Kulturwillen des BDM. im täglichen Leben lebhaftes Zeugnis ablegen, fanden beim Gauleiter großes Interesse. Die besondere Aufmerksamkeit des Gauleiters zogen vor allem die aus- gestellten Arbeiten der B D M. - W e r k s ch u l e Urberach auf sich, die zeigten, welche Fortschritte das BDM.-Werk gemacht hat. Kontinuität der deutschen Geschichte. Der Nationalsozialismus fei seinem Wesen nach eine bestimmte Haltung, die man schlechthin mit Kameradschaft bezeichne. Die Idee unserer Volkskameradschaft sei die unmittelbare Folge des Wettkrieaes, das Ergebnis einer soldatischen Gesinnung und Bewährung. Alles hänge davon ab, daß dieser Begriff fest zum Charakterzug aller deutschen Menschen werde und dieser Gedanke als selbstverständliche Haltung das Vorzeichen der deutschen Zukunft sei. Das Zeitalter einer Erziehung, die sich auf Furcht gründete, sei abgelöst worden durch eine Erziehung, die den mutigen und tapferen Charakter erziehen soll. Eine Stiftung der Aerzteschaft zur Förderung des Nachwuchses. (§) Ndz. Die Deutsche Aerzteschaft hat zum 50. Geburtstag des Führers eine Stiftung errichtet, die der verstorbene Neichsärzteführer, Dr. Gerhard Wagner, noch kurz vor feinem Ableben als Geschenk zum Geburtstage des Führers bestimmt hatte. In der Adresse, die noch die Unterschrift Dr. Wagners' trägt, heißt es: „Am 50. Geburtstag des Führers und Reichskanzlers errichtet die Deutsche Aerzteschaft in tiefer Dankbarkeit und unwandelbarer Gefolgschaftstreue eine Stiftung von einer Million R M. Aus den Zinsen derselben, die jährlich nach Bedarf aus Mitteln der Aerzteschaft auf 50 000 RM. aufgefüllt werden, sollen befähigte junge Deutsche Beihilfen zum Me- dizinstudium erhalten, und zwar besonders solche, die abseits von der vorgeschriebenen Schulausbildung sich aus eigener Kraft und Fähigkeit den Weg zum Studium erkämpft haben." Hochschullehrer und Praxis. Ndz. Durch eine gemeinsame Verordnung über die Nebentätigkeit der Hochschullehrer, die alle ent« gegenftehende Regelungen aufhebt, ordnen der Reichswissenschafts-, Reichsinnen- und Reichsfinanzminister auch die Gutachtertätigkeit und die ärztliche Nebentätigkeit in diesem Bereich neu. Uebernehmen Hochschullehrer die Erstattung von Gutachten über Fragen ihres Fachgebiets einschließlich der hierfür erforderlichen Untersuchungen, ohne hierzu durch Gesetz, Rechtsverordnung oder Symbol des ewigen Deutschland. Gauleiter Sprenger sprach auf der Führerinnentagung des BDM. Kameradschaft, der Grundzug des Nationalsozialismus. Nofenberg vor der Akademie für Zugendführung. Derwaltungsanordnung verpstichtet zu sein, so steht diese Tätigkeit, wie die Neufassung sagt, im Zu- sammenhang mit der Lehr- und Forschungstätigkeit und bedarf keiner Genehmigung. Die Erstattung von Gutachten für Ausländer ist dagegen an die Genehmigung des Reichswisfen- schaftsministers gebunden, ebenso die Gutochtertätig- keit außerhalb des Fachgebiets. Den Direktoren der Universitätskliniken ist es gestattet. Kranke der I. und II. Verpflegungsklasse privat zu behandeln und dafür ein besonderes Honorar zu fordern, sofern die Kranken die persönliche Behandlung besonders wünschen. Auch dürfen die Direktoren grundsätzlich die freie Sprechstundenpraxis ausüben. Entsprechendes gilt für die Direktoren der Tierkliniken. Ein Aeichsfischereischein. Im Reichsgesetzblatt wird ein Gesetz über den Fischereischein und eine erste Durchführungsverordnung hierzu veröffentlicht. Mit diesen Vorschriften soll die Rechtszersplitte-runa beseitigt werden, die bisher nach den Landesgesetzen hinsichtlich der Zulassung zum Fischfang bestand. Die neuen Vorschriften sollen den Staatsbehörden die Möglichkeit geben, alle Personen vom Fischfang auszuschließen, von denen eine Gefährdung der Fischerei — etwa auf Grund ihrer Vorstrafen — zu erwarten ist. Der Fischereischein gilt grundsätzlich im ganzen Reichsgebiet und ist für jede Art des Fischfangs von allen Berufs- und Sport- fischern zu läsen. Ausnahmen sind nur für die große Hochsee- und Heringsfischerei der Fischdamp- ser und Motorlogger, für den Fischfang in Gewässern unter 1000 Quadratmetern sowie für Gehilfen vorgesehen, die zusammen mit einem Inhaber eines Fischereischeins fischen. Die Durchführungsverordnung sieht die Erteilung von Jahresfischereischeinen — zu 3 Mark — und von Monatsfischereischeinen — zu 1 Mark — vor, die von der Kreispolizeibe» Horde (Landrat) ausgegebn werden. Die Mögliche feit zur Versagung besteht bei Vorbestraften oder Personen, die sich sischereipolizellicher Uebertretun- gen schuldig gemacht haben, ferner dann, wenn nicht glaubhaft gemacht wird, daß der Antragsteller — etwa durch Eigentum, Pachtung oder als Inhaber eines Erlaubnisscheins — materiell zur Ausübung des Fischfangs auf einem bestimmten Gewässer befugt ist. Auch kann der Schein versagt werden, wenn die Fischereibehörde oder der Kreisbauernführer es beantragt. Die Mitgliedschaft zu einem Verband von Berufs- ober Sportfischern ist keine Voraussetzung für den Fischereischein. Fischerei- scheine, die bis zum 30. April erteilt wurden, stehen dem neuen Reichsfischereischein gleich. Eine Neichswirtschastsgruppe Fremdenverkehr. Der Reichswirtschaftsmimster hat eine Verordnung erlassen, durch die neben den bisher vorhandenen Reichsgruppen der deutschen Wirtschaft, Industrie, Handwerk, Handel, Banken, Versicherungen und Energiewirtschaft, eine Reichsgruppe Fremdenverkehr neu errichtet wird. Die behördlichen Bemühungen zur Förderung des Fremdenverkehrs finden ihre Zusammenfassung in der zuständigen Abteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Die Aufgaben der Werbung für den Reiseverkehr in weitestem Sinne werden für das Deutsche Reich durch den Reichsfremdenverkehrsver- band, für das-Ausland durch die Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr zusammengefaßt. Die Reichsgruppe Fremdenverkehr bildet das organisatorische Gegenstück auf dem Gebiete der Wirtschaft; durch sie werden die einzelnen Unternehmungen des Fremdenverkehrs unmittelbar an die großen Aufgaben her- angeführt, die der Fremdenverkehrsförderung im nationalsozialistischen Deutschland gestellt sind. — Staatssekretär Esser im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist Präsident der neuen Reichsgruppe; da er zugleich Präsident des Reichsfremdenoerkehrsverbandes ist, find bei ihm als Leiter des deutschen Fremdenverkehrs alle wichtigen Funktionen vereinigt. Die Auszeichnung der Nationalsozialistischen Musterbetriebe. B e r l i n, 24. April. (DNB.) Der zweite Leistungskampf der Betriebe, an dem sich 160 000 deutsche Betriebsgemeinschaften beteiligen, findet mit der Auszeichnung der nationalsozialistischen Musterbetriebe und der Ueberreichung der goldenen Fahnen der Deutschen Arbeitsfront auf einer Tagung der Reichsarbeitskammer als Auftakt zu den Feierlichkeiten des 1. Mai am 30. April 1939, mittags 12 Uhr, im Mofaikfaal der Neuen Reichskanz- t e t seinen Abschluß. Lehrkräfte machen ihre Militärübungen in den Ferien. Im Interesse des Schulunterrichtes und der Ersparung von Vertretungskosten muß, wie der Reichserziehungsminister mitteilt, besonderer Wert darauf gelegt werden, daß Lehrkräfte militärische Hebungen möglich st nur in den Ferien ableisten. Das Oberkommando des Heeres habe deshalb angeorb- nct, daß Angehörige der Lehrberufe und Studierende im allgemeinen nur in den Ferien zu Hebungen einberufen werden sollen. Der Reichserziehungsminister ordnet an, daß Lehrkräfte, sobald sie einen Einberufungsbefehl zu einer militärischen Hebung erhalten, den Urlaubsantrag hierzu unverzüglich auf dem vorgeschriebenen Dienstweg ihrer vorgesetzten Dienstbehörde einzureichen haben, damit gegebenenfalls von dieser bei der einberufen’ den Stelle rechtzeitig das Erforderliche veranlaßt werden kann. Neue Berechnung der Schulgeldfreistellen. Der Reichserziehungsminister hat sich damit ein»' verstanden erklärt, daß die Schulgeldfreistellen künftig in Zehnteln, statt in Vierteln des ungekürzten Schulgeldes bewilligt werden. Die Freistellen können in Höhe von einembiszuzehnZehn- t e I n des Schulgeldbetrages gewährt werden. Im Falle der Geschwisterermäßigung treten sie Oie Meldepflichten 'm * der Wehrpflichtigen im Beurlaubtenstand der Er- ippe irmcn werden. Die Aus- 3Pas Ov&tfioh. |ö NMch machhöas Hk bie,5onne aufNIazeöonien- eisbaueni- zu einem ist keine Fischerei, den, stehen Wirtschast Krsichenin- sgruppe e t n>irb, [(ie neutn I chn Lagern des RAD. bekanntgegeben werden. Möglich, ooiellauten: iszMj,. 1. Zweierlei ist uns allen gemeinsam: Die Mut- [djerei\ t r «nd der Tod! Wir wollen Ehrfurcht haben vor erwarten lisil n und zwischen Mutter und Tod ein sauberes m ganitn Md tapferes Leben führen. ; Fisch, 2 Du sollst nicht nur am Muttertag deiner Spor Witter gedenken, sondern deine Mutter und alle r für d' Lieui'chen Mütter achten und ehren, denn sie traue! Deutschland in die Zukunft. " 3, Du sollst deiner Mutter zu diesem Ehrentag ui r»e besondere Freude machen. Das hat riete zu tun mit der Aufdringlichkeit der Laden, Lüe:m5 dem Muttertag ein Geschäft machen wollen 4 Schreibe deiner Mutter einen Bries, üan t sie spürt, wie all die Liebe, die sie dir gab, ü.erlin, 22. April. (DNB.) Die Reichsregie- 11m hat ein Gesetz über die Vermittlung der >runfl bes sknnäh me an Kindesstatt erlassen. Die Ver- aWü w ipitiing der Kind es an nähme ist danach künftig Mttiums jjt Landesjugendämtern und den Ju- gendämtern sowie der Reichsadoptions- stelle im Hauptamt für Dolkswohlfahrt und ihren Dienststellen vorbehalten. Diese Stellen verfügen über die erforderliche Sachkenntnis und Erfahrung und bieten Gewähr dafür, daß bei der in bevöl- kerungs- und sozialpolitischer Hinsicht so wichtigen Einrichtungen der Kindesannahme die Interessen der Volksgemeinschaft stets gewahrt bleiben. Allen anderen Stellen sowie Privatpersonen, die sich bisher der Adoptionsoermittlung häufig gefchäfts- oder gewersmäßig gewidmet haben und sich dabei oft von Sonderinteressen leiten ließen, ist diese Tätigkeit künftig unter Strafandrohung verboten. Sie haben ihre Vermitt- lungstätigkeit sofort e i n z u st e l l e n. Wer 1939 ArbeiiS- und Wehrdienst leisten muß. Zwölf Overstolz ein 5opf" r \>enn Sie jemals einen TannenroalÖ öurch= fchritten, auf dem die volle Glut eines Hochlommer= tage« ruhte, dann werden Sie geroiß empfunden haben, welch ein herrlicher Duft nach Harz und Ozon Sie umgab. Solch einer Sonnenbestrahlung find auch die schattenlosen Berghänge Mazedoniens ausgelefit, und zwar während der Dauer eines ganzen Sommers. Die mazedonische Tabahpflanze aber verwahrt dabei Ihr Aroma und speichert sozusagen die Kraft der Sonne zunächst in ihren Blättern. Erft in der glimmenden Zigarette werden alle diele Duftstoffe frei, die den Genuß einer OVERSTOLZ immer wieder zu einem kleinen Erlebnis machen. iverkehr in itsche Reich >hrsver- chsbahn- ! Reise- leichsMPP' sche GE' ; durch |i( es Fremden- ifgaben h^' rberung in' llt sind- 7 isterium > räsiden . er zügle.') ■ rbandes '5 : n Fremden- nnigt- r fbeiliebi iteßeiW ,000 ieulW bet nut du Tagung W W stags 12 u; "chsk°n- verbot der privaten Adoptions- Vermittlung. ieser hinzu. Die Neuregelung der Geschwister- ,mößigung hat dazu geführt, daß kinderreiche Er- ekingsberechtigte, deren ältere Kinder eine höhere -ch le nicht mehr besuchen, für die jüngeren Kinder iir< geringere Geschwisterermäßigung erhalten als i ad der bisherigen Regelung. Zur Vermeidung von Wren ordnet der Minister an, m solchen Fallen , Wm Rahmen der B e g a b t e n s ö r d e r u n g rire 5 r e i ft e 11 e zu gewahren, wenn dte h. jog Heil ungen und das GefnmtnerhnUen der Kinder dies Montin, mWertigs. „Ehre Deine Mutier!" M; 1- . geführt werden. Wesentlich ist, daß nach Vereinbarung mit der Reichsjugendführung der Unterricht an der Jugendmusikschule in den Dienstplan der 5) 3- ausgenommen wird. Um in beiden Musikerziehungsstätten eine einheitliche Ausrichtung zu gewährleisten, erläßt der Roichserzie- hungsminister Richtlinien für den Aufbau und den Lehrplan der Musikschulen, die in Kürze erscheinen werden. Die bisher in einzelnen Städten bestehenden S i n g s ch u l e n sollen organisch in die Musikschulen für Jugend und Volk eingebaut werden, so daß in absehbarer Zeit die Einheitlichkeit der musikalischen Laienbildung erreicht sein wird. Der Erlaß wird sich aber erst dann voll verwirklichen lassen, wenn die notwendigen Erzieherpersönlichkeiten in ausreichender Zahl vorhanden sein werden. Bei einer Planung auf weite Sicht wird die Schaffung eines Ausbildungsgong es notwendig, der in einem längeren Zeitraum die unumgängliche V o r b e r e i tu n g für den Beruf des Musikschullehrers durchzuführen vermag. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels stattete der Ufa einen Besuch ab und nahm eine Besichtigung der im Bau befindlichen neuen Ateliers vor. Er war auch Zuschauer bei den Aufnahmen zu dem neuen Film „Kadetten", derunter der Regie von Professor Karl Ritter gedreht wird. Im Rahmen der deutschen Hilfsaktion für die spanische Bevölkerung wurden weitere 500 000 Kilogramm Weizenmehl in Hamburg verladen und mit dem Dampfer „Tanger" der Sloman-Linie nach Bilbao ner« schifft- * In Kiel traf in Begleitung des spanischen Marineattaches der Unterstaatssekretär der spanischen Marine, Konteradmiral Estrada ein. Rach einer Besichtigung des Schlachtschiffes „Scharnhorst" waren die Offiziere Gäste des Kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee und werden am Dienstag die Marineschule Flensburg-Mürwik besuchen. Eine spanische Regierungsverordnung bestimmt, daß dem K ö n i g A l f o n s XIII. sein ganzes Vermögen einschließlich aller Güter zurück erstattet wird, das unter dem republikanischen Regime beschlagnahmt worden war. Der stellvertretende Außenkommissar der Sowjetunion, P o t e m k i n , ist na ch Ankara gefahren. Ueber den Zweck der Reise wird in Sowjetkreisen absolute Zurückhaltung beobachtet. Drei elsässische Verbände: die Jungmannschaft, der Bund Erwin von Steinbach und der Elsässische Volksbildung sver- ei n, find mit der Begründung aus gelb st worden, daß diese Vereinigungen eine antinationale Tätigkeit ausüben würden. König Georg hat den bisherigen Lordbischof von Chester, Reverend Geoffrey Fisher, zum Bischof von London bestellt. Fisher tritt an die Stelle des 81jährigen Bischoss Winnington - I n - gram. Der neue Führer der Vereinigten Australischen Partei, R. G. Menzie, hat sein neues Kabinett gebildet, ausschließlich aus Mitgliedern seiner Partei. Die Partei des bisherigen kommissarischen Ministerpräsidenten, Sir Earl Page, ist in dem Kabinett nicht vertreten. Das Außenministerium hat Sir Henry Gullet übernommen, der bisherige Außenminister Hughes ist zum Generalstaatsanwalt und Jndustrieminister ernannt worden. Verteidigungsminister wurde General 21. G. Street. * Der soeben aus China zurückgekehrte britische Botschafter in Tokio Sir Robert Craigie hatte eine Unterredung mit dem japanischen Außenminister Arita. Der Botschafter soll darauf hingewiesen haben, daß sich noch keinerlei Besserung hinsichtlich der Behandlung englischer Interessen in China bemerkbar mache. Arita habe ausweichend erklärt, man müsse die Behandlung solcher Fragen den japanischen Behörden an Ort und Stelle überlassen. Der Präsident von Bolivien, Oberstleutnant German Busch, hat Kammer und Senat aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt. An die Stelle des bisherigen parlamentarischen Regimes soll eine autoritäre Staatsführung mit entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Vollmachten treten. Der Presse erklärte Busch, daß dieser Entschluß der Notwendigkeit der selbständigen Entwicklung Boliviens entsprungen sei. Rundfunkprogramm Mittwoch, 26. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unterhaltungsorchester unter Emil Gielnik. 9.30: Gau: nachrichten. 10: Schulfunk. Geschlagen und doch Sieger. Hörfolge um Ludwig van Beethoven. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchast ,Kraft durch Freude . 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Suiten und Potpourris. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Heine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Hinter den Kulissen des Senders: Hörer kiebitzen und fragen uns aus. 18.30: Frauen der Vergangenheit: Bettina von Arnim. 19: „Fliegendes Deutschland". Deutschland stellt das Olympia-Segelflugzeug für 1940. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten. 20.15: Ländlicher Reigen (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks). 20.45: Der Meier Helmbrecht. Der Helmbrechtsmär von Wern- her dem ©artenaere nachgedichtet. 22: Nachrichten. 22.30 bis 24: Musik aus Wien. Kunst und Wissenschaft. Reichsmusiktage 1939 in Düffeldorf. Wie im Vorjahr finden vom 14. bis 21. Mai unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels die Reichsmusiktage 19 3 9 m Düsseldorf statt. Ihr wichtiges Ereignis wird eine kulturpolitische Kundgebung fein, bei der Reichsminister Dr. Goebbels grundlegende Ausführungen machen wird. Das künstlerische Gewicht der Veranstaltung liegt in der Aufführung von'Werken zeitgenössischer deutschen Komponisten auf allen Gebieten des Musikschaffens. Von ihrem Schaffen gibt die Tatsache einen Begriff, daß dem Werkprüfungsausschuß über 1300 Kompositionen, darunter 36 Opern und 431 Sinfonien, Chorwerke und Jnstru- mentalkonzerte oorgelegt worden sind. Die Tage wenden sich nicht an einen engen Kreis von Fachleuten, sondern an die breiteste musikalische Oeffent- lichkeit, um der Gesamtheit des Volkes Aufschluß zu geben über das, was auf musikalischem Gebiet geleistet wurde. Die Veranstaltungen umfassen drei Sinfoniekonzerte, ein Chor-Orchesterkonzert, zwei Opernaufführungen, ein Männerchorkonzert, zwei Kammermusiken, fünf Werkkonzerte, drei Werkfeierstunden, zwei Volksmusikveranstaltungen, eine Veranstaltung „Musik im Rundfunk" sowie zahlreiche Platzkonzerte. Musikalische Aufführungen erfolgen auch durch die Hitler-Jugend, die NSG. „Kraft durch Freude", den Reichsverband für Volksmusik, die Deutsche Gesellschaft für Musikwissenschaft,. die Fachschaft Musikerzieher der Reichsmusikkammer, die Fachschaft der Komponisten der Reichsmusikkammer und das Amt für Konzertwesen. Ferner findet eine Tagung „Singen und Sprechen" statt. Ihre Krönung finden die Reichsmusiktage wie im Vorjahr in einer repräsentativen Aufführung von Beethovens Neunter Sinfonie. Gaukulturwoche Heffen-Aaffau 1939. NSG. Neben den großen künstlerischen Veranstaltungen im Rahmen der Gaukulturwoche stehen die kulturpolitischen Kundgebungen, die dem schaffenden Künstler die Möglichkeit geben, sich über das kulturpolitische Wollen des Nationalsozialismus zu unterrichten. Eine derartige Veranstaltung ist die Festtagung und Kundgebung am 11. Mai in Wiesbaden, auf der der Präsident der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Dr. Raabe sowie der Kreisleiter sprechen werden. Präsident Raabe wird die ihm besonders am Herzen liegenden Fragen der Musikerziehung und der Begabtenförderung sowie die Aufgaben der Reichsmusikkammer behandeln. Die Rhein-Mainische Landesbühne wird als ihren Beitrag zur Gaukulturwoche die Uraufführung sowie mehrere Wiederholungen des Schauspiels „Erbe im Blut" von F. H. Schwank-Tel- f a n bringen. Es geht in dem neuen Schauspiel darum, dem Zuschauer Wesen und Gefahren der Erbkrankheiten deutlich zu machen, ihre verheerenden Folgen für die Allgemeinheit aufzuzeigen und eindringlich auf die Pflichten hinzuweisen, die daraus dem einzelnen erwachsen. Darüber hinaus soll das Verantwortunasbewußtsein im Volk geschärft und wachgehalten, sein Verständnis für die Gesetze, die zum Schutz gegen Erbkrankheiten erlassen wurden, vertieft werden. * In Wiesbaden wird im Rahmen der Gaukul- t urwoche am 7. Mai eine interessante Ausstellung eröffnet werden, die den Titel „Lebendiges Theater im Gau Hessen-Nassau" trägt. Der Sinn der Ausstellung ist, den Volksgenossen mit dem Theaterschaffen der Gegenwart unseres rhein-mainischen Raumes bekanntzumachen. Es ist die Anregung ap alle Bühnenleiter des Gau- gebietes ergangen, aus ihrer Arbeit zu der Aus- ftellung beizusteuern. Es sollen auch solche Meister in den Rahmen der Ausstellung einbezogen werden, deren Werke auf rhein-mainischen Bühnen ihre Ur= und Erstaufführung erlebten. Es ist auch geplant, das Werk eines Dichters vom fertigen Manuskript bis zur Aufführung mit Anschauungsmaterial zu Zeigen. Internationales Musikfest in Frankfurt a. M. Im Programm des diesjährigen Internationalen Musikfestes, das der „Ständige Rat für Internationale Zusammenarbeit der Komponisten" vom 15. bis 24. Juni in Frankfurt abhält, sind drei große Orchesterkonzerte, drei Kammermusiken, ein Chorkonzert und zwei Opernaufführun- gen vorgesehen. In 38 Werken von 38 Komponisten aus 19 Nationen wird das Musikfest einen lebendigen Heb erblick über das internationale Musikschaffen der Gegenwart geben. Don den 38 Kompositionen werden zahlreiche ihre Uraufführung im Rahmen dieses Musikfestes erleben und von den Komponisten selbst gespielt aber dirigiert werden. Erfolgreiche Bekämpfung der Gehirngrippe. Auf dem 3. internationalen Kongreß der Sanatorien und Privatkranken- anstalten in Baden-Baden wurde die Bekämpfung der chronischen und epidemischen Gehirn- grippe behandelt. Professor Guiseppe Pane- grosse (Rom), der mit Unterstützung der Königin und Kaiserin Elena die von dem bulgarischen Kräutersammler Iwan Rae ff gefundene Behandlung mit der Tollkirschenwurzel weiterentwickelt hat, berichtete, daß in 1615 von ihm behandelten Fällen ein großer Teil der Krönten wesentliche Hilfe erhielt. In den meisten Fällen wurde die Gesundung, in schweren Fällen erhebliche Besserung erreicht. Eine wertvolle Ergänzung fanden diese Darlegungen durch einen Vortrag des Direktors „Königin-Elena- Klinik" in Kassel, Dr. Doeller, der über die an über 500 Patienten beobachteten Erfolge der italienisch-bulgarischen Kur berichtete. Briefe von Christian Morgenstern. Für eine in Vorbereitung befindliche Ausgabe der Briefe Christian Morgensterns, die im Insel-Verlag erscheinen soll, werden die Besitzer von Briefen des Dichters gebeten, diese im Original oder in Abschrift an Frau Margareta Morgenstern, Breitbrunn am Ammersee über Fürstenfeldbruck, zu senden. Sorgfältige Behandlung und baldige unversehrte Rückgabe werden zugesichert. Erweiterungsbauten für das Dresdener Opernhaus. Der ständig wachsenden künstlerischen Bedeutung des Dresdener Opernhauses entsprechend werden mit Ende der Winterspielzeit an dieser Pflegestätte der Opernkunst umfassende Umbauten vorgenommen. Zur Ergänzung der technischen ©in« richtungen wurde ein großer Anbau begonnen, der sich an das alte Bühnenhaus anschließt. Hier werden u. a. Dekorations- und Garderobemagazine, Gemeinschaftsräume sowie zwei Seitenbühnen Platz finden. Besonders bemerkenswert ist der Einbau einer Klimaanlage, durch die es jederzeit möglich sein wird, eine angenehme Temperaturregelung herbeizuführen. Schließlich werden auch die Gaststättenräume neu gestaltet. Bei b m Umbau, dessen Dauer auf drei Jahre angesetzt t", wird streng be« Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. V.: H. L. Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An« zeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs' preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste !RrJ vom 1. September 1937 gültig. achtet, daß die Einheitlichkeit des berühmten Baues, der zu den schönsten Baudenkmälern der Stadt ge. hört, gewahrt bleibt. Der Entwurf zu dem Erwei. terungsbau stammt von Professor Dr.-Jng. h. c. Wilhelm Kreis in Zusammenarbeit mit dem tech. Nischen Direktor des Opernhauses, Brandt. Aus aller Wett. „Robert Ley" in Madeira. Das KdF.-Flottenflaggschiff „Robert Ley" ging Montag, morgens gegen 6 Uhr, auf der Reede von Funchal (Madeira) vor Anker. Trotz der frühen Stunde waren zahlreiche Mitglieder der deutschen ■ Kolonie auf Barkassen und Booten entgegengefahren. Heilrufe erschollen immer wieder von den Booten hinauf auf die Decks des „Robert Ley" und fanden dort ein tausendstimmiges Echo. Die Deutschen Funchals warteten geduldig, bis der Besuch des Schiffes freigegeben wurde. Für die Besucher war ein Essen im Wintergarten des Schiffes vorgesehen. Windstärke 10 über Hamburg. Ein mit Windstärke 10 über Hamburg und bas gesamte Küstengebiet hinwegfegender Sturm Hot überall erheblichen Schaben angerichtet. Bäume würben entwurzelt und die Schiftahrt wurde stark behindert. Bei Pagensand geriet der englische Dampfer „Dunelrnia", durch den Sturm aus dem Fahr, wasser gedrückt, auf Grund. Der Motorsegler „Erich Kurt" ist in der Pinnau-Mündung gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden. Infolge des durch den Sturm gestauten Wassers der Elbe geriet der Sommerdeich *bei Neuengammer in größte Gefahr. Hier mußte sofort der Arbeitsdienst eingesetzt wer. den, dem es in harter Arbeit gelang, den Deich zu retten. Drei Tote bei einem Autounglück. Ein schwerer Derkehrsunfall, der drei Todesopfer forderte, ereignete sich unweit von Hamburg auf der Straße zwischen Jesteburg und Bendestorf. Ein Hamburger Kraftfahrer, der sich nui seiner Familie' auf dem Heimweg befand, gerät beim Ausweichen auf den lehmigen Sommerweg. Der Wagen kam ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Die 34 Jahre alte Ehefrau und die sechs- und neunjährigen Töchter wurden auf der Stelle getötet. Der Ehemann erlitt eine schwere Kopfverletzung, während die einjährige Tochter des Ehepaares unverletzt blieb. 6 Todesopfer eines Vootsunglücks in Bessarabien. In der Nähe von Ismail (Bessarabien) kenterte ein Boot, in dem sechzehn junge Leute Über die Donau setzen wollten. Sechs von ihnen ertranken. Wetterbericht Noch immer liegt Deutschland im Einflußbereich der über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätig' feit und hat dabei verhältnismäßig kühles und reckt unbeständiges Westwetter. Stärkerer Luftdruckanstieg über England deutet zwar auf eine Umgestaltung der Wetterlage, die uns weitere Abkühlung, aber zunächst noch kein Ende der Unbeständigkeit bringt Vorhersage für Mittwoch: Veränderlich mit Aufheiterung, aber noch einzelne, meist schauerartige Niederschläge. Bei lebhaften nach Nord' west drehenden Winden weitere Abkühlung. Vorhersage für, Donnerstag: Der- hältnismäßig weiter abnehmende Niederschlags- Neigung, zeitweise heiter, nachts sehr frisch. Lufttemperaturen am 24. April: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 9,5 Grad; am 25. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 11,5 Grad, Minimum heute nacht 5,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 10,2 Grad; am 25. April.' morgens 9,2 Grad. — Niederschläge 1,6 mm. - Sonnenscheindauer 0,5 Stunden. Statt Karten. Eiitata-tai Laden i I über. 3oiaD Posener Ttr. 17. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! in allererster Lage mit mehreren Schaufenstern, mit und ohne Wohnung zu vermieten. Schriftl. Angebote unt 3023 D an den Gießener Anzeiger. Stan MMW gesucht für halbe Tage ober tags- Medizinttudent sucht freundlich. Zimmer möfll. mit stieß. Wasser. Eilange- bote unt. 02109 an bett Gießener Anzeiger erbet. Aeltere Dame sucht mit Zimmer evtl.m.Vervfleg. Schriftl. Preis- angeb. u. 02112 an b. Gieß. Anz. 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Beim Empfang muß sofort geprüft werden, ob die Papiere lückenlos und fehlerfrei ausgefüllt find. Diese umfangreiche Arbeit kann von den Gemeindebehörden, denen die unmittelbare Durchführung der Erhebung übertragen ist, selbstverständlich nicht mit den ständigen Arbeitskräften bewältigt werden. Hierzu ist die ehrenamtliche Mitarbeit von über ak Mill. Volksgenossen als sogenannte Zähler notwendig. Jeder ehrenamtliche Zähler erhält einen bestimmt abgegrenzten Zählbezirk von etwa 30 Haushaltungen zugeteilt. Er hat für die vollständige Erfassung aller Haushaltungen und Arbeitsstätten in diesem Bezirk zu sorgen, die Ausfüllungspflichtigcn zu beraten und nach Wiedereinsammlung der ausgefüllten Zählpapiere die erste Prüfung vorzunehmen, lieber die Angaben, die dabei zu seiner Kenntnis kommen, muß er gegen jedermann verschwiegen sein. In den mittleren und größeren Gemeinden sind je 5 bis 8 Zähler zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßt, zu deren Leiter ein Oberzähler bestellt wird. Die ausgefüllten Zählpapiere liefert der Zähler über den Oberzähler oder unmittelbar an die Gemeindebehörde ab, die für die abschließende örtliche Prüfung und für die Weiterleitung an das Statistische'Landesamt (in Preußen an das Statistische Reichsamt) sargt. Im Statistischen Reichsamt und in den Statistischen Landesämtern erfolgt dann die Auswertung dieser ungeheuren Menge von Erhe- . bungspapieren mit Hilfe der neuesten technischen Einrichtungen. Die ehrenamtlichen Zähler bilden also die vorderste Linie bei dieser umfangreichen Zählung. Von ihrer Sorgfalt, ihrem Fleiß und ihrer Zuverlässigkeit hängt das Gelingen der gesamten Arbeit weitgehend ab. So verantwortungsvoll und zunächst auch ungewohnt das Ehrenamt des Zählers für die meisten ist: das Maß an Arbeit, das dem einzelnen dabei erwächst, darf auch nicht überschätzt werden. Es wird natürlich einige Wege und einige Stunden Zeit kosten; aber das Bewußtsein, an einer großen, staatspolitisch wichtigen Sache verantwortlich mitzuwirken, hilft diese Mühe leicht zu tragen. Der größte Teil der Zähler wird — wie immer bisher — von den Beamten, den Lehrern und den Behördenangestellten gestellt. Die deutsche Statistik ist stolz daraus, daß sie die allgemeinen Volks-, Berufs- und Betriebszählungen bisher immer durch die Einsatzbereitschaft des deutschen Volkes mit gutem Erfolg durchführen konnte. Sie ist überzeugt, daß diese Einsatzbereitschaft bei sprochen, wie eine jede Zeit in ihren Bauwerken sich die sichtbarsten und unvergänglichsten Denkmäler setze: das gibt allem Bauen in Deutschland heute den Zug ins Große und Weite, seine Bestimmung für die Ewigkeit; das prägt auch jegliche Architektur, die über einen privaten Auftrag und Umkreis hinausreicht, bewußt als 1 einen Ausdruck unserer Gegenwart, ihrer inneren Haltung und ihrer äußeren Organisation. Wahrscheinlich werden spätere Generationen dies noch viel deutlicher und klarer empfinden als wir selbst. Aus solchen Grundlinien, solchen Leitgedanken beginnt sich der neue Baustil in Deutschland zu formen' und Gesicht zu gewinnen. Das große Bauprogramm unserer Zeit, das sich auf das ganze Reich erstreckt, wird zunächst in Berlin, in München, in Nürnberg und in Hamburg verwirklicht: vier Städten, deren jede in einem ganz bestimmten Sinne für das Reichsganze wichtig und charakteristisch erscheint. In Angriff genommen und vorbereitet werden, wie man in letzter Zeit gibt. Die Zählerwerbung innerhalb der Stadt Gießen ist b e r e i t s a b g e s ch l o s s e n. Insgesamt wurden 551 Zähler bzw. Oberzähler genannt, die nun in den nächsten Tagen das notwendige Material erhalten, an Hand dessen sie sich über ihre bevorstehenden Aufgaben unterrichten können. Nachdem sich die Zähler mit der Form der Fragebogen vertraut gemacht haben, werden demnächst mehrere Versammlungen stattfinden, die jeweils einen Teil der Zähler bzw. Oberzähler beieinander sehen werden. In diesen Versammlungen, die gewissermaßen der Schulung für die bevrstehende große Arbeit dienen, werden alle Fragen beantwortet werden, die der eine oder andere der Zähler nach der Durchsicht der Fragebogen zu stellen hat. Für die Zählerarbeit haben sich zahlreiche Beamte der verschiedenen Aemter in unserer Stadt, der Schulen, der Universität usw. zur Verfügung gestellt. Mit besonderer Freude wurde fest- gestellt, 'daß sich die Universität mit nicht weniger als 241 Angehörigen für die Zählerarbeit bereiterklärt hat. Die Fragebogen, deren es mehrere Arten gibt, werden etwa in den Tagen um den 10. Mai von den Zählern bei sämtlichen Grundstücksbesitzern bzw. Mietern abgegeben. Für die Ausfüllung der Fragebogen wird einige Tage Zeit gegeben fein. Der Stichtag ist der 17. Mai. Nach der Ausfüllung werden die Zähler die Fragebogen wieder abholen und — das ist sehr wichtig — sie an Ort und Stelle und möglichst in Anwesenheit dessen, der die Bogen ausgefüllt hat, überprüfen, ob alle Angaben auch in der richtigen Weise gemacht worden sind. Wenn dann in der Ausfüllung vielleicht eine Unklarheit entstanden ist, so kann der Zähler sofort die notwendigen Ergänzungen oder Berichtigungen veranlassen. Durch diese Art der Abholung und sofortigen Ueberprüfung wird es möglich sein, segliche Rückfrage zu vermeiden. Wie wir vom Zählungsleiter, Verwaltungsinspektor Rothermel, erfahren, wurden für die Stadt Gießen 5150 Grundstückslisten und 13110 Haushaltungslisten angefordert. kanzlet u. a. 26 Millionen Ziegelsteine benötigt wurden, sich zum Vergleich vor Augen halten müsse, daß das neue Wohnungsbauprogramm der Hauptstadt dieKleinigkeit von 5Milliarden Ziegelsteinen erforderlich mache. Schon in aller Kürze wird in Charlotten- burg der Grundstein für eine neue Wohnstadt gelegt, die 12 000 Wohnungen schaffen wird, woraus man u. a. erkennen mag, daß in Berlin (wie anderswo) keineswegs nur im Hinblick auf äußere Repräsentation gebaut wird, wie sie im Falle der neuen Reichskanzlei geboten schien. In einem hohen Grade charakteristisch für den Baustil unserer Zeit sind ferner, was die Reichs- Hauptstadt angeht, der in Aussicht genommene Neubau für das Oberkommando Heer und für das bereits vollendete Reichsluftfahrtministerium, ohne Zweifel eines der imposantestes Bauwerke im gegenwärtigen Stadtbilde von Berlin. Der Gebäude-Komplex des Reichsluftfahrtministeriums, von der Leipziger, Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße begrenzt, ist eine architektonische Sehenswürdigkeit ungewöhnlichen Ranges, die man freilich wiederum nur von einer Musterung des Grundrisses her als organisches Gefüge zu begreifen und aus der Vogelperspektive, im Luftbild, in seinen riesenhaften Ausmaßen zu überschauen vermag. Hier kann man wirklich von einer monumentalen Architektur sprechen, in welcher enorme Baumassen innerlich gegliedert, in der Fassadenführung zueinander in Beziehung gefetzt find und durch die Gewinnung ausladender Binnenhöfe eine gewaltige dimensionale Ausweitung erfahren. Diese Abmessungen erscheinen sehr sinnvoll, sie entsprechen der gewaltigen Entwicklung des Wehrmachtsteiles, dessen zentraler Verwaltung die Gebäudegruppe dient. Wenn man sie abschreitet und zu überschauen sich bemüht, empfindet man die Richtigkeit einer Auffassung, die vor kurzem in anderem Zusammenhänge an dieser Stelle entwickelt wurde und manchem vielleicht auf den ersten Blick überraschend erschienen sein mag: wie sich nämlich in der äußeren Aufgliederung langer und hoher Fassadenfronten durch die Gruppierung und Zusammenfassung der Fensterfluchten, Portale usw. eine ähnliche Ordnung straff zusammengerückter und ausgerichteter Massen erkennen lasse wie etwa in den großen Marschkolonnen der Formationen von Pariei und Wehrmacht; der Vergleich ist in der Tat neu und überraschend, läßt sich aber kaum von der Hand weisen bei eingehender Betrachtung dieser Architektur, welche wiederum den praktischen Bedürfnissen und den Ansprüchen würdiger Repräsentation in gleichem Maße gerecht wird und überdies die Tradition der alten preußischen Armee, deren Geist in der neuen Luftwaffe lebendig erhalten und gepflegt wird, in den Reliefs der Außenfront nach der Leipziger Straße betont: hier wechseln mit den Ehrenzeichen alter und neuer Zeit die steinernen Bildnisse der großen Heerführer, welche mit der Glorie ihrer Taten und Namen in die Geschichte Preußens und Deutschlands cingcgangen und im Gedächtnis des Volkes lebendig find. in naher Zukunft die beiden großen Zentralbahnhöfe Berlins verbinden wird, ist bereits in Angriff genommen) vom inneren Stadtkern bis an die äußeren Ränder des Weichbildes reichen/ so wird man einsehen, wie hier von Grund auf gebaut, erweitert und erneuert wird und daß der Generalbauplan grundsätzlich- das Ganze des Stadtgefüges ins Auge faßt und in feine Gestaltung einbezieht. Von den zahlreichen, bereits fertiggestellten Bauten der Reichshauptstadt wird vermutlich die neue Reichskanzlei den Blick des von auswärts kommenden Besuchers zunächst auf sich lenken. Zwar wird man einen vollkommenen Eindruck nur dann gewinnen, wenn es sich ermöglichen läßt, einen Gang durch die Räume zu tun und einen langen Blick ins Innere zu werfen. Das ist an dieser Stelle vor nicht langer Zeit nach der Fertigstellung des Neubaues der Reichskanzlei (der übrigens in einer erstaunlich kurzen Bauzeit bewältigt wurde) ausführlich beschrieben worden. Der Besucher, der nur das Außenbild erfaßt, wie es sich vom Wilhelm- platz und von der Voßstraße her darbietet, wird erkennen, wie hier in glücklicher und großzügiger Weise Altes und Neues zum Ganzen und zu einer organischen Einheit verschmolzen wurde, wie hier der Klassizismus und der Stil unseres Jahrhunderts harmonisch ineinander übergehen und ineinandergreifen zu einem der repräsentativsten Bauwerke des Reiches. Von den Ausmaßen dieser Architektur gewinnt man erst einen imponierenden Eindruck, wenn man die lange, in der Mitte zurück- springende Front in der Voßstraße abschreitet und erkennt, daß die gesamte lange Straßenfront an der rechten Seite (vom Wilhelmplatz aus) allein von diesem Flügel gebildet und naturgemäß beherrscht wird. Die äußeren Abmessungen dieser Flügelfront wie des gesamten Bauwerkes find (woraus ebenfalls in dem erwähnten Referat hingewiesen wurde) zwar einesteils durch die praktischen Notwendigkeiten eines bedeutend angewachsenen Aufgaben- kreises erwachsen; sie zielen aber auch, ganz bewußt, auf repräsentativen Ausdruck, und man begreift im Anblick des Neubaues sehr wohl, was der Führer gemeint hat, als er im Hinblick auf den Erweiterungsbau davon sprach, daß man dem deutschen Volke gewisse Minderwertigkeitsgefühle austreiben müsse, zu denen uns heute mehr denn je zuvor der Anlaß fehlt. Wer den Bericht über die innere Austeilung und Ausgestaltung der neuen Reichskanzlei seinerzeit aufmerksam gelesen hat und im Geiste an Hand der beigegebenen Biloer den Gang durch die Räume mitgemacht hat, wird da- । von überzeugt jein, daß der Neubau auch in dieser . psychologischen Wirkung den Absichten des Führers . vollauf entspricht. Es wurde übrigens während der : Tagung auch davon gesprochen, daß der finanzielle i Aufwand für diesen Neubau immerhin einigermaßen : überschätzt zu werden pflege; und daß, wer etwa in > sasjungslofes und ängstliches Staunen versinke an- > gefichts des Umstandes, daß zum Neubau der Reichs- dentenhaus durch. Der Arbeitsplan der Tagung sieht vor: „ Freitag , 28. April: 14 Uhr Grundlegende Referate. Es spricht der Sachbearbeiter für Dorfbetreuung bei KdF., Pg. H i r s ch s e l d , Berlin, u. a Samstag, 29. April: 9 bis 12 Uhr Praktische Tanz- und Singearbeit; 13 bis 16 Uhr Fortsetzung der Arbeit; 20 Ühr Kameradschaftliches Beisammen- cin der Tagungsteilnehmer bei Hopfeld. Sonntag, 30. April: 11 Uhr Oeffentliche Morgenfeier. Es 'spricht Pg. Hirschfeld, Berlin. 15 Uhr: Oeffentliche Volkstumsoeranstaltung mit Lied, Spiel und Tanz. , . Bei der Bedeutung, die der Dolkstumsarbeit int Rahmen des kulturellen Neuaufbaus unseres Volkes zufällt, ist die Zusammenarbeit aller Volksgenossen, die die hier austretenden Ausgaben erkennen, erforderlich. Ludwig Jtunf, Nidda, 20 Zähre alt. * Nidda, 25. April. In aller Lebensfrisck)e feiert am morgigen Mittwoch, 26. April, der überall in Oberhessen' und weit darüber hinaus bekannte Lehrer i. N. Ludwig Runk seinen 7 0. G e b u r t s - tag Er ist eine markante Persönlichkeit unserer oberhessischen Heimat. In Nidda wurde er geboren, dort ging er zur Schule, er war Präparand in n l> Arbeitstagung „praktische Dolkstumsarbeit in Gießen". iinslußbei! WrbM les und n iftbrudanii UmgestM ühlung, g! »igkeit brr. : DeM nzelne, i» en nachB' hing, tag: b NiederM risch. igs 10,5$ ml: mm NIMM h« 10 cm T n 25.2i 1,6 mm. Neue deutsche Baugesinnung Von Hans Thyriot. Wenn man 1929 zuletzt in Berlin war und heute wieder hinkornmt, wird man manches noch genau wie damals, vieles auch auf den ersten Blick völlig verändert finden. An nichts aber wird man den ungeheuren Wandel, der sich in diesen zehn Jahren m Deutschland vollzogen hat, unmittelbarer und sinnfälliger empfinden als an den neuen Bauten des Dritten Reiches: sie haben das Gesicht der Hauptstadt bedeutsam verwandelt. Daß das Neue, was man an Architektur im Berliner Stadtbilde vorfindet, nur ein Beispiel und einen Anfang bedeutet: daran wird man, wenn es einem nicht sogleich gegenwärtig sein sollte, erinnert, sobald-man auf einem Spaziergange durch die Stadt einer Baustelle begegnet, die durch ein großes Schild „Neugestaltung von Berlin" gekennzeichnet wird. Mit diesen Worten ist das Grundsätzliche ausgesprochen: es handelt sich gar nicht darum, etwa ein überaltertes oder zu' klein gewordenes Bauwerk durch ein neues zu ersetzen, einen Straßenzug auszubauen oder ein Stadtviertel zu erweitern — sondern darum, das Gesicht der Stadt im ganzen neu zu formen nach einem einheitlichen Plan und einem Lauwillen, der heuje wie in der Hauptstadt des Reiches in ganz Deutschland am Werke ist- Doch wird Berlin als geistiger und politischer Mittelpunkt auch hierin immer Beispiel und Vorbild elm ßangt Dr. h- nb die W HansThp rischaft: ßj . Neuner;/ llnzeigeiM nhall der l ■ II. 39: Ml csitätsdrck - MonatsbG Zustellgeb- TinzelverlL ; mit der? (Aufnahme: Aisch, Frankfurt a. M.) Lich und besuchte das Lehrerseminar in Friedberg. Anschließend war er Lehrer in Assenheim, Calbach (bei Büdingen), Rieder-Florstadt und in Maibach. In Okarben.war er über 30 Jahre lang Erzieher, und schließlich erlebte er noch die Freude, zwei Jahre lang in feiner Vaterstadt als Lehrer wirken zu können. Insgesamt waren 44 Jahre seines Lebens der Jugend gewidmet, die in ihm einen Kameraden hatte, wie sie sich ihn nicht besser wün-. jchen konnte. Er ist Freund und Berater für alle, die ihn kennen. Alle Menschen seiner Umgebung haben Anteil an seinem Humor und seiner natürlichen Heiterkeit, deren Einfluß sich niemand entziehen kann. Wenn man mit Vater Runk beisammen ist und plaudert, dann gibt es immer auch etwas zu lachen. Obwohl er schon seit einiger Zeit im Ruhestand lebt, hat er sich nun wieder m den 8 unbfr türm'. ’t- »urbe j ifchedv -9ler fünfen. ’ le des br geriet s ßte @eft gesetzt» en Deich llütf. . der i unweit i Murg i >,der sich send, gei Sommers fuhr g(t rau unbi len auf b nne |djm Tochter ti r « , °on >, t v Di. fc d« N Mes k ___ Vorbereitungen für die Bestandsaufnahme von Volk und Wirtschaft in Gieße n sind bereits eit einiger Zeit im Gange. Zum Zählungskommissar ür die Stadt Gießen mit den Vororten Wiefeck und Klein-Linden ist Beigeordneter Nicolaus und zum Zählungsleiter Verwaltungsinspektor Rothermel bestellt worden. Die Durchführung der Zählungsarbeiten sind dem Wirtschafts- und Schulamt der Stadt Gießen übertragen worden. Die Stadt Gießen ist in 431 Zählbezirke eingeteilt worden. Dazu kommen die Vororte Wiefeck mit 41 Zähl- bezirken und Klein-Linden mit 19 Zählbezirken, so daß sich eine Gesamtzahl von 491 Zählbezirken er- auf dem Hof. In dieser Jahreszeit aber lockt der Ausblick insbesondere. „Eben ging ein hübsches Mädchen im Sommerkleid vorbei", sagt plötzlich der Buchhalter und freut sich, wenn Fräulein Gertrud argwöhnisch aufschaut. Der Bürovorsteher hat jedoch einen prachtvollen Kraftwagen mit offenem Verdeck gesehen, der ihn an die Tatsache erinnert, daß die Reisezeit bald beginnt. Der, Lehrling Hans beobachtet indessen heimlich die Motorräder, die seine stille Leidenschaft sind. Alle aber sind froh, daß ihnen der gelegentliche Ausblick aus dem Fenster etwas von dem quirlenden Leben zeigt, für dessen Aufgaben auch sie tagtäglich im stillen Büro ihre Pflicht erfüllen. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Die Königin Isabella". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Urlaub auf Ehrenwort". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein Walzer für dich". Stadttheater Gießen. Unmittelbar nach der Uraufführung am Staats- iheater Berlin bringt das Stadttheater Gießen heute abend die Erstaufführung von „Die Königin Isabella", Schauspiel in drei Akten von Hans Rehberg. — Es ist das erste Werk des jungen deutschen Dramatikers, das mir auf unserer Bühne sehen. — Die Spielleitung hat Hannes Razum, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 29. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Am 17. Mai d. I. findet die erste umfassende Bestandsaufnahme von Volk und Wirtschaft im Großdeutschen Reich statt. Dieses Zählungswcrk ist das größte, das bisher im Deutschen Reich veran- taltet wurde. Zu feinem Gelingen ist die tätige Mithilfe des gesamten Volkes erforderlich, denn die deutschen Volks-, Berufs- und Betriebszählungen ind — abweichend von der Handhabung in ver- chiedenen anderen Staaten — feit jeher S e l b ft = zählungen der Bevölkerung gewesen. Jeder Haushaltungsvorstand und jeder Leiter eines Betriebes oder einer Arbeitsstätte ist zur Ausfüllung der Tagung der Kulturschriftleiter Groß- deutschlands, welche in diesen Tagen auf Einladung des Pressechefs der Reichsregierung, Staatssekretärs Dr. Dietrich, im Propaganda-Ministerium stattfand und worüber hier bereits berichtet wurde, yielt u. a. Oberbaurat Stefan in Vertretung des Generalbauinspektors für die Neugestaltung der Reichshauptstadt, des Architekten Professor Albert Speer, einen Vortrag über neue deutsche öau- qefinnung, worin die Grundsätze bargelegt wurden, nach welchen heute bei uns geplant und gebaut wird In allen diesen Planungen und allen diesen Bauten ist jede Zufälligkeit und jede individuelle Willkür dadurch ausgeschaltet, daß auch die Architektur bewußt aus der Weltanschauung hergeleitet und gelenkt wird, die seit 1933 ün Deutschland ,eg- liche Lebensäußerung regiert Die neuen Bauauf- qaben, die sich mit dem Fortschreiten der Zeit, mit sicherer inneren Entwicklung und ihren Forderungen stellen, formen von sich aus sehr deutlich und kaum verwechselbar das Gesicht einer neuen deutschen Baukultur. Wie auf allen anderen Gebieten so stehen auch in der Architektur für den Baumeister Volk und Nation im Mittelpunkt, im Blickpunkt gleichsam jedes künstlerischen Entwurfes, den er m Angriff nimmt. Der Führer selbst, dem wie wir wissen, von allen schönen Künsten gerade die Architektur aus persönlicher Neigung und Begabung weitaus, am nächsten steht, hat mehrfach davon ge- tem Maße vorhanden fein wird; handelt es sich doch um nichts geringeres, als dem Führer und seinen Mitarbeitern zuverlässiges Zahlenmaterial Grundlage für die weitere Aufbauarbeit der menden Jahre zu beschaffen. Vestandsausnchme von Volk und Wirtschaft Oie Vorbereitungen in Gießen. Aus der Stadt Gießen. Oer Ausblick. Die Fenster des Büros gehen auf den Platz, auf dem mancherlei Baugeräte lagern. Gerüftbretter und Leitern liegen an der Seite, und neben einem Haufen Sand find Mauersteine hochgestapelt. Zuweilen steht auch ein Betonmischer da, der auf den Transport nach einer neuen Baustelle wartet. Dieser Ausblick aus den Fenstern des Büros würde eintönig fein, wenn nicht das Hoftor da wäre. Aber das Hoftor ist zweiflügelig, und da es den ganzen Tag offen steht, gewinnt der Ausblick einige Reize. Ja, es läßt sich nicht bestreiten, daß es manchmal geradezu verlockend ist, aus den Fenstern des Büros eine Weile Ausfchau zu halten. Denn das Hoftor liegt an einer verkehrsreichen Straße. Und wenn es auch nur einen Ausschnitt aus dem Straßenbild zeigt, so ist es vielleicht gerade dieser Umstand, der den Ausblick reizvoll macht. Eine Straße im ganzen gesehen, ist jedenfalls weniger interessant als ein kleines, Teilstück, das immerfort neuen Veränderungen unterliegt und kaleido- fkophaft bunte Bilder in wechselnder Folge zeigt. Vielleicht sind deshalb auch die Schlußfolgerunaen, die sich aus der Beobachtung der bewegten Vorgänge im Ausschnitt des Hoftors ziehen lassen, zuverlässiger und treffender, als sie bei der Betrachtung des ganzen Straßenbildes möglich wären. Möglicherweise veranlaßt diese Erkenntnis den Lehrling Hans, öfter aus dem Fenster zu schauen, als dem Bürovorsteher passend erscheint. Deshalb setzt es dann gelegentliche Verweise oder gelinde Rippenstöße. Aber auch der Herr Bürovorsteher kann es sich nicht versagen, dann und wann Ausschau zu halten, um Studien zu treiben, wie er gern sagt. Selbstverständlich ist Fräulein Gertrud an der Schreibmaschine nicht abgeneigt, ihrerseits ebenfalls solche Studien zu treiben, so daß der Buchhalter Meier keinen Grund sieht, sich von dem allgemeinen Bestreben auszuschließen. Weshalb der Ausblick aus den Fenstern immer wieder für einige Augenblicke eine gern genützte Sache ist. Wogegen auch der Che nichts einzuwenden hat, denn schließlich dient der Ausblick ja auch zur Beobachtung der Vorgänge I^avabel. ein Gewebe, um das sich’s dreht, in vielen eleganten Modedrucks, für schöne Frühjahrs- u. Sommer- ft OC Kleider, ca. 95 cm dr., m 3*10» 2*90, W Stoffspezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 3025A gehört hat, ähnliche grundlegende städtebauliche Neugestaltungen u. a. für Weimar, Augsburg, Bayreuth, Münster? Dresden, Salzburg und Stettin. Was Berlin betrifft, so wird man Sinn und Umfang der Neugestaltung vielleicht am deutlichsten begreifen, wenn man sich die vorausgegangene Entwicklung klarmacht und das Bild der Stadt und ihr allmähliches, dann immer schnelleres und gewaltigeres Achsen auf Grund einer Vergleichung älterer studiert. Wie die Architektur des Einzelbauwerkes erst aus der Erkenntnis des Grundrisses wirklich faßbar wird, so die organische Gestalt einer Stadt aus einer Gesamtansicht ihres Weichbildes, in welchem sich' der älteste Kern abzeichnet und darum herum gelagert dessen Ausstrahlungen und Erweiterungen, die gleichsam die Jahresringe im Wachstum des Ganzen erkennen lassen. Da sich dieses Wachstum nicht nur über Jahre und Jahrzehnte, sondern allermeist über Jahrhunderte erstreckt, werden die Entwickungslinien allmählich unscharf ober verwischen sich vollkommen. Das wird der unbefangene Beobachter jedenfalls vermutlich zunächst finden, wenn er den Gesamtstadtplan der Neichshaupt- stadt als eine unübersehbare, scheinbar ungegliederte, formt oje und unorganijche Masse von Stadtvierteln, Vorstädten, Straßenzügen und Häuserblöcken vor sich erblickt; er wird sich nur mühsam zurechtfinden und nur schwer die Ordnung im Chaos begreifen. Doch wird sich das Ganze klären, wenn er einen Plan der Neuordnung zu Gesicht bekommt, welche zunächst einmal eine neue Grundaufteilung schasst, indem sie ein Achsenkreuz von Norden nach Süden und von Osten nach Westen legt und damit gleichsam ein Rückgrat schasst und die Blickpunkte für die Neugestaltung festlegt. Die Ost-West-Achse, der eine Hauptbalken der neuen städtebaulichen Raumordnung, ist, worüber ausführlich berichtet wurde, in diesen Tagen fertiggestellt und dem Verkehr übergeben worden. Wenn man sich klarmacht, daß die beiden Achsen (die von Norden nach Süden, die ig. Haare wert itd.Wurzele Mittwoch. Bl” yjlbr^ Ä MmK! Ät SA Büro Ä • 1209oöj2> SS? ^IOh,n ..al* Wie bereits mitgeteilt wurde, führt der NSD.- toie m uverzeum, vuö u,, w S tu b e n t e n b u n ö in Verbindung mit der der Zählung am 17. Mai 1939, der Eröffnungs- N G. „K raft d u r ch r e u d e eine Arbeits- bilant unseres Großdeutschen Reichs, in verstärk-1 tagung über praktische Volkstumsarbeit im Stu- Dienst der Sache unserer Heimat gestellt. Er unterrichtet gegenwärtig an der Landwirtschaftsschule zu Nidda. Ueber sein Wirken als Lehrer hinaus war er einer der eifrigsten Förderer der Bienenzucht in Oberhessen. Für die Imker ist er der „Bienenvater Runk". Schon als Zehnjähriger begann er sich für die Imkerei zu interessieren, und er ist ihr treu geblieben bis auf den heutigen Tag. Bei keiner größeren Fmkertagung der Landesfachgruppe der Imker, bei keiner Reichstagung fehlt er, und so ist er in Kreisen der Imker bekannt geworden im ganzen Reich. Auf sein Urteil wird große Stücke gehalten, sein Rat wird gerne gehört. Seit dem Jahre 1931 ist er Schriftleiter der Zeitschrift „Die Hessische Biene". Er hat damit viel Gelegenheit, zu seinen Imkern zu sprechen. , Und schließlich darf nicht vergessen werden, daß Vater Runk ein Oberhesse ist von echtem Schrot und Korn. Mit seinen eigenen Gedichten in ober- "'hessifcher Mundart hat er schon vielen Menschen große Freude bereitet. Die Menschen unserer Heimat sind ihm vertraut wie keinem anderen. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages werden ihm viele Glückwünsche in das Haus flattern und ihm erneut die Verehrung und Wertschätzung beweisen, die er überall genießt. Auch wir beglückwünschen ihn zu seinem 70. Geburtstag auf das herzlichste. Sauleiter Sprenger zeichnet Betriebe aus. RSG. Im Bürgersaal des Rathauses zu Frankfurt a. M. findet cm Mittwoch, 26. April, 15 Uhr, unter Leitung des Gauobmanns der Deutschen Arbeitsfront, Willy Becker, eine feierliche Sitzung der Arbeitskammer Hessen-Nassau statt. Im Mittelpunkt dieser Tagung steht eine Rede des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, der anschließend eine große Zahl von Gaudiplomen für hervorragende Leistungen an Betriebe des Rhein- Main-Gebietes überreicht. An der Tagung nehmen die Mitglieder der Arbeitskammer Hessen-Nassau, zahlreiche Ehrengäste aus den Reihen der Partei, der Wehrmacht und der Behörden sowie die Betriebsführer und Betriebsobmänner der Musterbetriebe, der Gaudiplombetriebe und der auszuzeichnenden Betriebe Hessen-Nassaus teil. In Anbetracht ihrer Bedeutung wird die Tagung festlich ausgestaltet. Mit der Veranstcltung findet der Leistungskampf der deutschen Betriebe 1938/39 für das Rhein-Main- Gebiet seinen Abschluß, auf den am Vorabend des 1 Mai die Auszeichnung der Musterbetriebe in der Reichsarbeitskammersitzung in Berlin folgt. Auszeichnungen durch die verschiedenen Leistungsabzeichen werden allerdings laufend weiter oorgenom- men. Feier der Einweihung deö Standortlazaretts ließen. Am morgigen Mittwoch um 15 Uhr findet die feierliche Einweihung und Uebergabe des Standortlazaretts statt. Zu der Feier, die in größerem Rahmen stattfinden wird, werden der Kommandierende General des IX. Armeekorps, General der Artillerie Dollmann, der Gruppenarzt VI, Generalarzt Dr. Meyer (Hannover), Generalarzt Dr. Re- mus (Kassel), der Korpsarzt des IX. Armeekorps, ferner der Amtschef des Heeresverwaltungsamtes, Ministerialrat Z i e s e n i ß (Berlin) erscheinen. Selbstverständlich nehmen auch die Partei und ihre Gliederungen an der Feier der Einweihung teil. Die Feier wird durch das Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 eingeleitet. Sodann folgt die Begrüßungsansprache durch Oberfeldarzt Dr. Strenger. Regierungsbaurat Eisen Hardt wird dann das Lazarett im Auftrag des Heeres- bauamtes übergeben und Oberfeldarzt Dr. Strenger wird es mit kurzer Ansprache übernehmen. Die Festrede hält der Divisionsarzt der £ Division, Oberstarzt Dr. Wolkewitz. Dann findet eine Führung durch das Lazarett statt. Am Abend wird ein Kameradschaftsabend alle Teilnehmer vereinigen. (Am frühen Morgen geht der Feier ein Appell der Sanitätsstaffel mit Flaggenhifsung voraus.) Heimatabend in Gießen - Klein - Linden. Die Ortsfachgruppe Klein-Linden der „H e i m a t- vereinigung Schiffenberg" hielt im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" einen gutbefuch- ten Heimatabend ab. Nach einem Eröffnungsmarsch begrüßte der Leiter der Ort fachgruppe Klein-Linden, Lehrer Rau, die Teilnehmer, insbesondere die zahlreichen Ehrengäste und betonte, daß die Veranstaltung dazu dienen solle, dne Heimatgedanken zu vertiefen und mitzuhelfen, daß unser Volk seine Heimat immer mehr lieben lerne. Der Gesangverein „Harmonie", der sich für den Abend zur Verfügung gestellt hatte, erfreute zunächst als Männerchor durch einen vaterländischen Liedoortrag. Anschließend hielt Oberforstmeister i. R. und Beigeordneter der Stadt Gießen, Nicolaus, eine Ansprache. Er übermittelte als Vertreter der Stadt Gießen die Grüße des Oberbürgermeisters und gab feiner'Freude darüber Ausdruck, daß et Gelegenheit habe, mit den Bewohnern des jetzt zu Gießen gehörigen Ortes ein paar frohe Stunden zu verleben. Hoffentlich würden sich die neuen Mitbürger von Gießen bald von den Vorteilen der Eingemeindung überzeugen. Der Redner sprach dann als Vereinsführer der Heimatvereinigung Schiffenberg gleichzeitig auch im Namen des anwesenden Bezirksleiters des Land- schaftsbundes „Volkstum und Heimat". Er dankte der Ortsgruppe Klein-Linden und ihrem rührigen Leiter, Lehrer Rau, für die vorbildliche Arbeit im Sinne des Heimatgedankens, insbesondere aber für die schöne Ausoestaltung dieses zweiten Heimatabends. Die Pflege der Heimatliebe sei eine der schönsten Aufgaben im Dienste unseres Vaterlandes. Nach einem Mundartvortrag „Mei Owerhesse" und einem von Mitglied W. Pfaff verfaßten und eindrucksvoll vorgetragenen Gedicht „Mein Schiffenberg", hielt Lehrer Rau (Kleid-Linden) einen interessanten Vortrag über die Gemarkungsverhält- nisse Klein-Lindens. Der Redner schilderte zunächst die Entstehung des Ortes „Linnes", das jüngste Dorf rundum. Bei der Gründung sei die Gemarkung größer gewesen. 1812 habe Klein-Linden nach einem ungünstig ausgegangenen Rechtsstreit Land an die Stadt Gießen abgeben müssen. 1925 sei beinahe ein ähnlicher Fall eingetreten. Durch die Feldbereiniaung sei Allen- darf a. d. Lahn beinahe an Klein-Linden herangekommen. Die Gemeinde Klein-Linden verfüge über 1176 Morgen Land, aber es sei nur ein Erbhof vorhanden und mir sechs Landwirte hätten über 20 Morgen Land. Der überwiegende Teil der Einwohner verdiene sein Brot bei der Reichsbahn. Der Redner unternahm dann an Hand einer Zeichnung einen Gang durch die Fluren, erläuterte die einzelnen Gewannbezeichnungen nach ihrem Ursprung. Diele ursprüngliche Bezeichnungen seien verlorengegangen. Aus dem Namen ließen sich oft Schlüsse auf Beschaffenheit und Kultur des Landes ziehen. Zum Schluß regte der Redner wieder die früher üblichen Gemarkungsgänge, an und wies auf die Schönheiten der Umgebung von Klein-Linden hin. Nach weiteren musikalischen Darbietungen, Gesangs- vorträgen des gemischten Chors der „Harmonia", Gedichtvorträgen und gemeinsamen Liedern, alles auf Volkstum und Heimat abgestimmt, sprach Oberforstmeister Nicolaus in einem kurzen Schlußwort allen Mitwirkenden Dank aus mit dem Wunsch, daß sich an allen Orten unseres Vaterlandes Menschen finden möchten, die den Heimatgedanken in so vorbildlicher Weise pflegen würden, wie dies in Klein-Linden der Fall sei. Prüfung zum Erwerb des SA-Tlachrichtenscheines in Gießen. Für den vergangenen Sonntag war von der Grppe Hessen im Morsesaal der SA.-Brigade 147 in Gießen eine Prüfung zur Ergänzung des SA.- Nachrichtenscheines angesetzt, an der insgesamt 14 Prüflinge aus dem Gruppenbereiche teilnahmen. Der Referent für das Nachrichtenwesen der SA.- Gruppe Hessen, Sturmhauptführer D o p p e r t, sprach über den Zweck des SA.-Nachrichtenscheines und betonte, daß die Erlangung dieses Scheines den Inhaber berechtige, bei den Nachrichtentruppenteilen der Wehrmacht bevorzugt eingestellt zu werden, denn mit der Erlangung des Nachrichtenscheines sei ja die Beherrschung der Grundlagen für das gesamte Nachrichtenwesen erbracht. Er wies weiter darauf hin, daß die Verleihung dieses Scheines nicht eine einmalige sei, sondern jeder Nachrichtenscheininhaber müsse sich, genau wie beim SA.-Wehrab- zeichen, in gewissen Abständen immer wieder einer Wiederholungsprüfung unterziehen. Dadurch sei die Gewähr gegeben, daß jeder an sich selbst weiterarbeiten und ständig in der Uebung bleiben müsse. Die Prüfung selbst stellte an die Teilnehmer große Aufgaben. Die Kameraden mußten die fehlerlose Aufnahme und Abgabe je eines chiffrierten Textes in der Geschwindigkeit von mindestens 60 Buchstaben in der Minute in je drei Minutendauer beherrschen. Als Zusatzübuna wurde dann noch in derselben Geschwindigkeit und Zeitdauer eine Klartextübertragung gegeben. Die im ganzen gesehen gut abgelegte Prüfung hat gezeigt, daß die Ausbildung in dem Sturm Na/116 sehr gut und gewissenhaft geschah. Um nun möglichst früh die Männer vom Nachrichtensturm auf diese Prüfungen vorzubereiten, hat der Sturm drei Unterführer zur Ausbildung im Nachrichtenwesen der HI. zur Verfüguna gestellt. Mit dieser Ausbildung wird erreicht, daß der Wehrmacht möglichst viele junge Menschen mit schon durchgeführter Vorausbildung im Nachrichtenwesen zur Verfügung gestellt werden können. Die innerhalb der SA.-Standarte 116 schon früher durchgeführten Einsatz- und Katastrophenübungen haben ebenfalls schon gezeigt, daß das Nachrichtenwesen innerhalb!ber SA. über einen guten und gewissenhaften Ausbildungsstand verfügt. Leistungsschießen der Kriegerkameradschast 1874. Die Kriegerkameradschast 1874 hielt ein Leistungsschießen innerhalb der Kameradschaft ab und konnte nun die wohlverdienten Preise den Besten ihrer Kameradschaft im Saal des Schützenhauses überreichen. Zuvor hielt der Kameradschaftsführer Stroh eine Ansprache, in der er den großen Wert des Schießens im NS.-Reichskriegerbund herausstellte. Ganz besonders hob er die Verdienste der beiden Schießleiter Merlau und Lutz hervor. Im diesjährigen Wettkampf wird erwartet, daß sich die noch wehrfähigen Kameraden stärker an diesem Wettkampf beteiligen, damit die Kameradschaft den Platz einnimmt, der ihr zusteht. Als Sieger im Leistungskampf gingen 38 Kameraden hervor, die ersten 20 waren: 1. Hanf, 2. Schilling sen., 3. Lehrmund, 4. Raddetz jr., 5. Fleck, 6. Raddetz sen., 7. Lutz, 8. Georg, 9. Henneken, 10. Saum, 11. Bender, 12. Marth, 13. Schilling jr., 14. Merlau, 15. Mohr, 16. Wagner, 17. Stroh, 18. Schauder, 19. Reiber und 20. Dähn. Bezirksführertagung des Verbandes ehern. 4. Gardisten. Im Hotel „Hindenburg" tagten unter dem Vorsitz .des Bezirksführers Fulda-Werra I des Tradttions- verbandes ehemaliger Angehöriger des 4. Garde- Regiments zu Fuß, Oberst z. D. R. K o ck, des früheren Kommandeurs des Füsilier-Bataillons dieses Regiments, die Führer der Kameradschaften und Untergruppen des Bezirks, der Hessen-Nassau und Kurhessen umfaßt. Nach seinen Begrüßungsworten überreichte er den Kameraden E. Lehmbecker (Kassel) und Hauptlehrer Karl Rupp (Aßlar) die goldene Bundesnadel. In einem Rückblick auf die Entwicklung des dem NS.-Reichskriegerbund angeschlossenen Traditionsverbandes erinnerte er daran, daß der jetzt umorganisierte Bezirksverband, zu dem früher noch das Siegener Land gehörte, auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. Nachdem durch die Initiative von Oberst Kock in Wetzlar eine Gardekameradschaft ins Leben gerufen worden war, entstand 1929 der Bezirksverband, durch den trotz der Wirren von damals ein festes Band der Kameradschaft um alle Angehörigen des ehemals „blauen Regiments" und derjenigen des Ref.-Jnf.-Regts. 93, das aus den Reihen des 4. Garde-Regts. zu Fuß hervorgegangen ist, das bis auf den heutigen Tag erhalten blieb. Der Bezirksführer gedachte sodann der großen politischen Ereignisse seit 1933 und sprach davon, wie die alten Soldaten ihre Pflicht erfüllten, es in Zukunft ebenfalls tun werden und .mit Stolz auf die junge Wehrmacht sehen. Oberst Kock sprach über die Aufgaben der Pflege der Tradition und der Betreuung des Regimentsdenkmals für die Gefallenen und gab einige Richtlinien für die weitere Arbeit. Anschließend erstatteten die Kameradschaftsführer Bericht. Daraus ging u. a. hervor, daß die 4er-Gar- disten trotz der weiten Entfernungen die Kameradschaft aufrechterhakten. Wo genügend Kameraden am Platze wohnen, wie in Frankfurt a. M. und Kassel, sind die Kameradschaften selbständig geblieben, an anderen Orten, wie z. B. in Gießen und Wetzlar haben sie sich mit den Kameraden anderer Garde- Regimenter zu Gardekameradschasten zusammengeschlossen. Die Ueberführung in den NS.-Reichskriegerbund ist durchgeführt. Hierauf wurden die Vorarbeiten für die Feier des 80jährigen Bestehens des 4. Garde-Regts. am 5. und 6. Mai '1940 in Berlin besprochen. Kameradschaftsführer Rindsfuß (Frankfurt am Main), der über ausgezeichnete Schießleistungen und Erträge der Fechtsammlungen berichten konnte, svrach Oberst Kock anläßlich seines goldenen Militärjubiläums die herzlichsten Glückwünsche aller Kameraden aus und sagte ihm Dank für alles, was er für die Pflege der Trdaition des 4. Garde-Regts. und darüber hinaus für die ganze Garde geleistet hat. Gießener Wochenmorktpreise. * G i e ß e n , 25. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Weißkraut, Yi kg 13 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Karotten 10 bis 16, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, Via 12 bis 15, Tomaten, kg 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln, kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 20 bis. 30 Pf., Salatgurken 1,20 Mark, Lauch 5 bis 12 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60, % kg 50, bis 55, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. ♦ ** Von der Landesuniversität. Der ordentliche Professor am Forstinstitut der Universität Gießen, Dr. Eduard Zentgraf wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Freiburg i. Br. berufen. ** Beförderungen bei der Iustiz. Anläßlich des 50. Geburtstages des Führers wurde der Kanzlist Adolf Fischer zum Verwaltungsassistenten beim Gerichtsaefängnis in Gießen ernannt und der Justizassistent Otto Wahl zum Justizsekretär beim Amtsgericht befördert. ** Dienstjubiläum. Am morgigen Mittwoch, 26. April, begeht der Laborant im Veterinär- hygienischen und Tierseuchen-Jnstitut der Ludwigs- Unversität, Karl Strauch, das Jubiläum einer 25jährigen Dienstzeit. Am 26. April 1914 trat er als Laboratoriumsgehilfe in die Universitäts- Frauenklinik ein. Seit seinem llebertritt als Jn- stitutsgehilfe in das Veterinärhygienische und Tierseuchen-Jnstitut am 1. April 1922 hat er an dem Auf- und Ausbau dieses Instituts tätigen Anteil genommen. Diese Tatsache wurde von dem Rektor der Ludwigs-Universität, sowie dem Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät gewürdigt und von dem Jnstitutsvorstand dankbar anerkannt. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 2. bis 14. April verstarben in unserer Stadt: 1. April Joh. Kaspar Lapp, Schuhmacher, Abrader wäfcht Hände rillenfauber Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin U Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das schon, aber sie konnten es sich inzwischen ja anders überlegt haben. Man hätte Sie schließlich gehen lassen, wenn Sie gewollt hätten." „Gewiß, aber ich wollte gar nicht." „Das nenne ich tüchtig. Nicht jede brächte die Energie auf, so zu arbeiten, wenn sie es nicht nötig hat." „So schlimm ist die Arbeit hier nun wieder nicht", wehrte Dina die Anerkennung ab, „und außerdem — Sie glauben nicht, wieviel leichter manches wird, wenn man weiß, daß man es nicht nötig hat", setzte sie weise hinzu. „Da haben Sie recht. Ader dennoch: neunzig Prozent ihrer Mitschwestern hätten die drei Monate nicht durchgehalten. Wie werden Sie Weihnachten verbringen?" fragte er dann etwas zögernd. „Ganz sttll zu Hause. Ich bin froh, daß ich mich heute abend ausruhen kann." ,Lu Hause? In einem möblierten Zimmer?" fragte er zweifelnd. „Kein möbliertes Zimmer, wie man es als Schrecken der Heimlosen kennt", sagte Dina lebhaft. „Ich wohne bei einer alten Geheimratswitwe, schon fast drei Jahre. Sie hat mich auf Empfehlung ihrer verheirateten Tochter, die viel bei uns lieft, ausgenommen, und ich habe ein geräumiges und durchaus bewohnbares Zimmer ohne Vertiko, Plüschdecke und gerahmten Seligen." „Wenn die alte Dame Kinder hat, wird sie dorthin gehen und sie werden ganz allein fein", stellte er fest. „Das bin ich seit vielen Jahren gewohnt", gab sie ohne jede Sentimentalität zurück. „Und Sie? Haben Sie längeren Urlaub?" lenkte sie von sich ab. „Ich muß am Siebenundzwanzigsten wieder in Biringen sein." „Doch immerhin zwei Tage. Ihre Mutter wird sich freuen. Also ein recht frohes Fest!" sagte sie verabschiedend, denn der letzte Ansturm der Käufer setzte ein. Er verstand zwar, zauderte aber. „Würden Sie mir noch verraten, wo Sie wohnen?" „Gewiß", sagte Dina, denn die Leute warteten. „Bei Frau Geheimrat Köhler, Gerberstraße 21, Telefon 22 36 48", setzte sie gewohnheitsmäßig hinzu. „Telefon haben Sie auch?" „Sie meinen, zu der alten Dame paßt es nicht. Die Kinder haben es anschließen lassen, um die Mutter jederzeit erreichen zu können. Aber jetzt müssen Sie mich wirklich entschuldigen!" Es was ziemlich spät, als Dina abgespannt nach Hause kam. Sie hatte sich freiwillig erboten, als letzte zu bleiben und den Laden aufzuräumen, was die anderen dankbar annahmen. Und sie war froh, Beschäftigung zu haben, denn sie hatte heute die Unwahrheit gesagt, als sie Holk erzählte, das Alleinsein zu Weihnachten mache ihr nichts aus. Im Gegenteil, ihr graute vor diesen Tagen, die nicht nur eine Erinnerung wachriefen, sondern vor allem Zeit gaben, diesen Erinnerungen nachzuhängen. Ostern und Pfingsten konnte man sich auf Ausflügen müde laufen, aber Weihnachten lieferte sie wehrlos der Vergangenheit aus, und diesmal mehr denn je, denn an diesem Weihnachten spielte Mikeny zum ersten Male wieder in Berlin. Als sie die Wohnung aufschloß, war alles still. Frau Kohler weilte längst bei ihren Kindern. Auf dem kleinen Tischchen in der Diele stand ein Teller mit Pfeffernüssen und Aepfeln. Dina lächelte wehmütig. Die gute Frau Köhler vergaß niemals diesen Teller für ihre Mieterin. Sie stellte ihn immer hier draußen auf, damit die kleinen Kuchen im warmen Zimmer nicht zu trocken wurden. Und Dina dankte durch eine Konfektpackung, die diesmal ziemlich groß ausgefallen war und beftimmt, genau wie die früheren, an die Enkelkinder weitergegeben wurde. Sie ging gleich in die Küche, um Teewafser aufzusetzen und die mitgebrachten Delikatessen auf einer kleinen Platte zu ordnen. Ein wenig festlich wollte sie den Abend hoch machen. Erst als der Kessel über öcr Flamme stand, ging sie in ihr Zimmer, um Mantel und Hut abzulegen. Als sie die Tür öffnete, stutzte sie: Blumenduft drang ihr entgegen. Rasch schaltete sie das Licht ein und lief auf das unförmige Etwas zu, das auf dem Tisch stand. Die Papierhülle fiel — und dann schrie sie unwillkürlich leise auf vor Entzücken:. Ehriststerne, Maiglöckchen, Tulpen und Hyazinchen prangten in einer mit Moos und Erde gefüllten großen Schale. Sie stand eine Weile ganz still vor Ueberraschung, ehe sie nach dem Umschlag griff, der zwischen dem Blattgrün steckte und den Firmenaufdruck eines bekannten Blumengeschäfts zeigte. Eine Karte war darin. „Die Blumen sollen Ihnen Gesellschaft leisten, bamit Sie heute nicht so allein sind. Peter Holk", stand daraus. Sie beugte sich tief über die Mumen, fühlte die Kühle der Blätter an ihrem Gesicht. Plötzlich tarnen ihr die Tränen. Unaufhaltsam rollten sie über ihr Gesicht. Sie wußte nicht, weinte sie, weil sie übermüdet war, oder weinte sie, weil jemand da war, der ihre große innere Einsamkeit erkannt hatte. Daß jemand da war, der sich darum kümmerte, wie sie den Heiligen Abend verbrachte — es war wie ein Wunder. Ein Pfeifton schreckte sie auf: der Wasserkessel in der Küche! Daran hatte sie natürlich nicht mehr gedacht. Hastig warf sie den Mantel ab und lief hinaus. Dann kam sie wieder und deckte sorgfälttg den Tisch: in die Mitte kamen die Blumen und rundherum gruppierte sie die Sachen, die sie gekauft hatte — eigentlich mehr aus Trotz und um sich selbst zu beweisen, daß Weihnachten war. Vorhin beim Auspacken hatte sie geglaubt, nichts davon essen zu können, und jetzt schmeckte es herrlich. Dann räumte sie wieder ab und setzte sich zu ihrem bunten Kissen in die Sofaecke. Sie dachte nicht einmal so sehr an Holk; es war ein friedvolles Vorsichhin- träumen, denn all die trüben Gedanken, die ^e sonst diesen Tag so fürchten ließen, blieben diesnM fern, besiegt von der Freude über das blühende Wunder. Und als sie etwas später die Blumen behutsam in einen kühlen Raum brachte und sich ins Bett legte, schlief sie wie beruhigt sofort ein. Am nächsten Morgen erwachte sie frisch und aus- geruht wie lange nicht mehr. Ihr erster Gedanke galt den Blumen. Sie hatte einen Augenblick lang das Gefühl, geträumt zu haben. Darum warf sie rasch ihren Bademantel über und lief in den kleinen Abstellraum. Nein, es war kein Traum gewesen! Da standen sie frisch und schön wie am Abend vorher. Sie trug sie sorgfältig in ihr Zimmer und legte sich noch einmal ins Bett. Jetzt erst begann sie sich mit dem Spender zu beschäftigen. Sie lächelte ein wenig, als sie daran dachte, wie Fräulein Jürgen trotz dem Hochbetrieb ihre Neugier nicht hatte bezwingen können, und auch Fräulein Wolfram hatte ihn sehr sympathisch gefunden. Sympathisch — das war das richtige Wort, um diesen Mann zu kennzeichnen. Sympathisch feine Art, sich zu geben, sympathisch auch das kanttge Gesicht, das immer noch die Farbe des langen Tropenaufenthalts hatte, sympathisch war es — aber nicht schön. Schönheit ist etwas Seltenes — ein schöner Mann läuft Gefahr, weibisch zu wirken. Sie hatte einen Mann gekannt, der war schön, ohne... Sie zuckte wie unter einem Schmerz zusammen: das war es ja doch, woran sie nicht denken wollte! Heute war der erste Weihnachtstag, und heute spielte Joe Mikeny zum ersten Male wieder in Berlin! Anfangs hatte sie noch gehofft, Margit hätte sich mit ihr einen nicht sehr geschmackvollen Scherz erlaubt, aber dann brachten die Tageszeitungen die Ankündigung seines Gastspiels. In den letzten Tagen allerdings hatte sie nichts mehr darüber gelesen; vielleicht war etwas dazwischengekommen, und das Gastspiel fiel aus. Sie sprang wieder aus dem Bett und lief eilig auf den Flur. Sie hatte doch vorhin auf dem Tischen — richtig, da liegt sie ja, die Morgenzeitung. Auf ihrem Bettrand sitzend, blätterte sie hastig um. Sie brauchte nicht «lange zu suchen. Mikeny war dem Palasthotel fast eine halbe Seite wert. Dina blickte auf die dicken schwarzen Balken, die den Namen Mikeny formten; so hat sie auch einmal geheißen, ein ganzes Jahr lang. Der Name hatte nie zu ihr gepaßt, sie hatte ihn immer wie ein Kleid, das nicht ordentlich sitzt, empfunden; es war selbstverständlich gewesen, daß sie ihren Mädchennamen zurückgenommen hatte, sobald die Scheidung ausgesprochen war. Sie ließ die Zeitung zu Boden gleiten und legte sich in die Kissen zurück. Er war also wieder in Berlin! Ob er sich sehr verändert hat in diesen fünf Jahren? Wohl kaum! Sie könnte sich nicht DorfteUen, daß ein Mensch wie Joe sich jemals ändern würde. Er bezauberte alle Leute, die in feinen Kreis traten — oder fast alle. Männer wie ihr Vater lehnten ihn natürlich ab. Und Holk würde ihn wohl auch ablehnen. Es gibt kaum größere Gegensätze, dachte sie weiter, Holk ist die Zuverlässig- kett selbst. Man hat ein warmes Gefühl der Sicherheit, wenn man sich feine Stimme, seine Erscheinung vergegenwärtigt. Wenn man an Mikeny denkt, hat man kein Gefühl der Sicherheit, wahrhaftig nicht — aber ein ganz wunderliches Herzklopfen, wie man es als Kind hatte, wenn man etwas Verbotenes tun wollte und doch nicht recht den Mut dazu fand. Es ist besser, nicht an Mikeny zu denken; auch Narben können schmerzen, selbst wenn sie lange verheilt sind. Sie sprang mit energischem Entschluß endgültig aus dem Bett und kleidete sich an. Es gab. allerhand zu kramen und zu nähen, und als sie endlich aus dem Hause ging, war die Mittagszeit fast vorüber. Sie wählte darum ein Restaurant, das in der Nähe lag; sie wollte etwas essen und dann einen großen Spaziergang machen. Es war ein klarer, kalter Tag. Ordentlich durchfrieren wollte sie, das brachte am besten über lästige Gedanken hinweg. (Fortsetzung folgt.) Aus der engeren Heimat dies- 700 000 Betriebssportler. Henri von und 67 Jahre, Sicher Straße 106; Karl Buch, 7 Monate, Sicher Straße 74; Johanna Katharine Friederike Haas, Geschäftsinhaberin, 28 Jahre, Asterweg 64; 2. April Marlies Göbel, 9 Monate, Wolkengasse 16; Otto Martin, 12 Jahre, Sicher Straße 106; 3. April Karl Müller, Sattler und Polsterer, 19 Jahre, Steinstraße 28; Karl Ludwig Braun, Kaufmann, 58 Jahre, Sicher Straße 106; 5. April Betty Daeth, geb. Sony, 87 Jahre, Plockstraße 10; 6. April Luise Schäfer, geb. Arnold, ohne Beruf, 76 Jahre, Sicher Straße 21; Paul Theodor Grobe, Invalide, 68 Jahre, Marburger Straße 10; 7. April Emilie Buß, geb. Sames, ohne Beruf, 43 Jahre, Bleich- straß'e 34; Karl Schmidt, ohne Beruf, 58 Jahre, Sicher Straße 74; 8. April Konrad Eller, Arbeiter, 64 Jahre, Seltersweg 74; Heinrich Listmann, Oberpostschaffner i. R., 72 Jahre, Wernerwall 34; 9. April Auguste Vigelius, ohne Beruf, 75 Jahre, Moltke- straße 10; Gustav Walter, Privatier, 76 Jahre, Schillerstraße 17; Georg Bellas, üackiermeister,' 44 Jahre, In Löbers Hof 6; Adolf Noll, Zigarren- fabrikant, Kommerzienrat, 76 Jahre, Moltkestr. 14; 10. April Elisabeth Hendrich, geb. Hubeler, ohne Beruf, 87 Jahre, Kaiserallee 2; 12. April Heinz Will, kaufm. Angestellter, 29 Jahre, Ebelstraße 28; 13. April Julie Wilhelmine Heyd, geb. Kröll, ohne Beruf, 64 Jahre, Seltersweg 12; Emilie Didoni, geb. Küstner, ohne Beruf, 71 Jahre, Wiesenstraße 1; Hildegard Erika Charlotte Günther, geb. Wietschel, Verkäuferin, 26 Jahre, Kirchenplatz 11; Christine Elisabeth Geißel, ohne Beruf, 70 Jahre, Auf der Bach 4; 14. April Juli Petri, ohne Beruf, 58 Jahre, Neuen Büue 29; Inge Magold, 2 Jahre, Kaiserallee 43. Für gute Schießleistungen wurde dem Kameraden Wilhelm Bruder die silberne Ehrennadel verliehen. Der Kameradschaftsführer gab noch bekannt, daß aus Anlaß des 65jährigen Bestehens der Kriegerkameradschaft Großen-Linden das diesjährige Kreiskriegerfest nach Großen-Linden verlegt worden ei. Das Fest findet am 25. Juni statt. s. Lang-Göns, 24. April. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins unternahmen am Sonntag einen Ausflug nach Ober- Rosbach v. d. H., um dort das Kirfchenblüten- e st zu erleben. Die Gemarkung Rosbach, in der rund 25 000 Kirschbäume in voller Blüte standen, bot einen bezaubernden Anblick. Bis dicht an den Wald ziehen sich die großen Anlagen hin. Die Räume im „Waldschlößchen" waren überfüllt von den Besuchern. — Einige größere Gärten und Anlagen wurden besichtigt. Voll befriedigt von dem Erlebten verließen die Mitglieder vom Obstbauverein das schöne Rosbach und hoffen, daß sie im Hochsommer, Zur Zeit des Kirschenpflückens, wiederkehren können, um Zeuge einer reichen Kirschen- Staüt und Kirche. . _ Kapelle des Fliegerhorstes Gießen die einem schneidigen Marsch und schloß daran noch ein kurzes Standkonzert. In zwei Gasthäusern verlebten sie dann bei Musik und Tanz mit den Licher DHCern einige frohe Stunden. Erst um 20 Uhr fuhren die Gäste in fünf Omnibussen wieder ihrer Ireundschastskämpfe in denFußbail-Kreisklassen. Klein-Linden 1. Jugend — Grohen-Vuseck 1. Jugend 5:4 (4: 2). Nachdem Klein-Linden das Vorspiel in Großen- Buseck mit 5:0 verloren hatte, hätte niemand mit einem so eindeutigen Siege der Klein-Lindener Turner gerechnet. Klein-Linden trat diesmal, wie auch die'Gäste, in starker Aufstellung an. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel, bei dem Großen- Buseck bald mit einem Tor in Führung gehen konnte. Die Gastgeber ließen sich aber nicht irre machen, kämpften unentwegt weiter und konnten bald durch ihren Linksaußen den Ausgleich erzwingen. Kurze Zeit später wurden durch den Halblinken zwei weitere Tore und durch den Rechtsaußen das vierte Tor erzielt. Die Gäste konnten vor Halbzeit noch ein zweites Tor für sich verbuchen. Nach der Pause stellte Klein-Linden durch einen verwandelten 13-Meter-Ball das Ergebnis auf 5:2. Im weiteren Verlauf konnten die sich tapfer wehrenden Gäste durch einett Strafwurf und durch einen 13-Meter-Wurf das Ergebnis auf 5:4 festlegen. Das Spiel nahm^ einen harmonischen Verlauf. Heuchelheim I. — Lich L 5:2 (2:1). Die Einheimischen, die mit einigen Nachwuchsspielern aufwarteten, zeigten ansprechende Leistun- HandbaUkämpfe des Sonntags. Tgde. Hanau — To. Hörnsheim 8:10 (6:5). Den besten Beweis dafür, daß eine Mannschaft Formschwankungen unterworfen ist, lieferte Hörnsheim im Spiel gegen Hanau. Die Mannschaft war gegenüber dem Treffen in Kirch^Göns nicht wiederzuerkennen. Ausschlaggebend dafür war aber nicht zuletzt eine zweckmäßige Umstellung, die sich außerordentlich vorteilhaft bewährte. Dadurch war es möglich, dem Sturm die notwendige Durchschlagskraft zu verleihen und die Hintermannschaft anderseits nicht unwesentlich zu verstärken. Hanau, das auch diesmal wieder auf Scheibe war und alles auf eine Karte setzte, um Sieger zu bleiben, mußte sich dem besseren Gegner beugen Die Pokalspiele konnten nicht weiter gefördert werden. „Barbara" sagte in letzter Minute ab, und die SA. Niederscheld verzichtete freiwillig auf eine weitere Teilnahme. Damit ist Dillenburg kampflos in die erste Zwischenrunde gekommen. Freundschaftsspiele: To. Hausen — To. Lich...........6:3 (3:2) To. Krofdorf — Tv. Atzbach........9:7 (5:0) To. Heuchelheim Jgd.— Tv. Krofdorf Jgd. 8:3 (5:2) Die Mannschaft des Tv. Lich, die bis in die jüngste Zeit hinein recht gut gefallen konnte, fiel diesmal unangenehm auf. Sie spielte reichlich hart und hat so nicht zuletzt dazu beigetragen, daß das Spiel bei obigem Stand abgebrochen werden mußte. — Wie gut Krofdorf im Augenblick ist, beweist auch das neuerliche Ergebnis gegen Atzbach. Es mag sein, daß die Gäste nicht komplett antreten konnten. Sie hätten wahrscheinlich auch anders nicht viel ausrichten können. — Die Krofdorfer Äugend war Heuchelheim nicht nur technisch, sondern auch körperlich unterlegen und hat das Spiel verdient verloren. — Das gleiche gilt auch für Dornholzhausen. Die Mannschaft ist allerdings technisch auf der Höhe, kann sich aber nicht so durchsetzen, wie das Garbenheim tat. Mit dem Sieg der Gastgeber, der übrigens guch in dieser Höhe verdient war, steht Garbenheim als Bannsieger des Bannes 88 (Wetzlar) fest. Dor fünf Jahren führte das Sportamt der NS.- (Steora toeipp, W„y. „tu u.™ , Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der verantwart- ich Erhielten das Kyfshäuserabzeichen 2. Kl.!lich- Träger der Leibeserziehung ,n der Deutschen ernte zu sein. rl. Lich, 23. April. Lich und Umgegend waren heute das Ziel einer Frühlingsfahrt der vereinigten Offenbacher Wanderbünde (VHC., TCW., OC. und Speffartbund), an der 160 Personen teilnahmen. Sie waren am Vormittag von Steinfurt nach Münzenberg gewandert und trafen ich mit dem Zweigverein Lich des VHC. im Kloster Arnsburg. Nach der Besichtigung der Ruine und einer gemeinsamen Kaffeestunde in der Klostermühke wanderten 200 frohe Menschen durch das liebliche Gottesackertal zum Hardtberg vor Lich. Hier erfreute man sich eines schönen Ausblickes über die frühlingsgrünen Baumkronen umrahmte Stadt ihre waldige Umgebung hin zu den blauen Rostock) und H o ck. Mit der Teilnahme dieser Fahrer wird das Bahnrennen eine Besetzung erhalten, wie kaum eines der bisher veranstalteten Rennen in -Gießen. — Auch eine Anzahl von Jugendfahrern wird am Start sein. Insgesamt werden fünf verschiedene Rennen durchgeführt, und zwar Fliegerrennen, Jugendpunktefahren, Omnium, Vorgaberennen und 50- Kilometer-Mannschaftsrennen. Besonders gespannt sein dürfte man auf den Z w e i f a m p f zwischen Schorn und Kneller. Nach Ablauf der Meldefrist für das erste jährige Bahnradrennen, das am Sonntag zur Durchführung gelangt, hat die Gießener Radfahrer- Vereinigung nun folgende Fahrer verpflichtet: Den Deutschen Meister Jean Schorn (Köln), Deutschlands erfolgreichsten Mannschaftsfahrer Matthias Kneller (Bonn), Weiler (Köln), Schwiers (Dülken), Mathies, Schröder (Solingen), Homann, Römer (Ludwigshafen), Schneider, Kleinsora, Pa duschet, Hup- gen. In der ersten Spielhälfte hatte Heuchelheini Wind und Sonne gegen sich, konnten aber doch bald durch ihren Mittelstürmer in Führung gehen. Die Gästt versuchten auszugleichen. Es gelang ihnen auch bald durch einen prachtvollen Schuß.-Die Platz- befitzer drängten weiter. Der mit äußerstem Einsatz kämpfende Mittelstürmer schoß auch den zweiten Treffer. Arnold (Mittelläufer) leitete schöne Angriffe ein, wurde jedoch oft von den Neulingen im Sturm nicht verstanden. Die Licher Verteidigung konnte jedesmal in letzter Minute klären. N*ch der Pause drehten die Gäste zunächst noch einmal mächtig auf, und wiederum gelang ihnen der Ausgleich. Danach beherrschten jedoch die Blauen eindeutig das Feld. Schmidt schickte zum dritten Mole das Leder in die Maschen des verdutzten Licker Torhüters. Der Halbrechte verwandelte Nr. 4, und Arnold schlug aus 20 Meter Entfernung in den rechten Torwinkel. Das Spiel wurde äußerst faut ausgetragen. 1900 la. Lugend auch Zwischenrunkenmeister. 1900 Is-Jgd. — 1900 Ib-Jgd. 9:0. Feldbergfest am 2. Juli. Das älteste deutsche Bergfest, das Feldberg- fest, wird in diesem Jahre zum 86. Male durchgeführt. Als Termin wurde vom Feldbergfest-Ausschuß jetzt endgültig der 2. Juli bestimmt. Die Wettkämpfe sind reichsoffen für alle NSRL.- Gemeinschaften. Weitere Verpflichtungen für das Bahnradrennen. Arbeitsfront, seinen ersten Sportkursus durch. Heute ist, wie der Reichssportführer feststellt, die Deutsche Arbeitsfront zum größten Verbündeten des deutschen Sports geworden. Die neue Statistik des Sportamtes bekräftigt die Feststellung. Nach dem siegreichen Vordringen der Leibesübungen in die deutschen Betriebe bestehen heute nicht weniger als 10 786 Betriebssportgemeinschaften. Zahlenmäßig führt hier der Gau Sachsen mit 1372 Gemeinschaften not Berlin mit 937. Die nächstbesten Gaue sind Hamburg (502), Halle-Mersebura (457), Düsseldorf (456), Schlesien (440), Baden (433), Mark Brandenburg (409) und Westfalen-Süd (400). Insgesamt werden in den Gemeinschaften über 700 000 Ge।olgschastsmitglieher erfaßt. Schneider,Kleinsora,Pa duschek. Huppe rtz (alle Köln), Gassenmeyer, Speck- hardt (Offenbach), Ruhland, Deckel (Frankfurt a. M.), Fr anosch, Dünnebeil, Schweitzer, Mandelartz (alle Köln). 7 Don den. Gießener Fahrern werden am Start erscheinen: Kraft-, E.L. Preiß, Scholz (früher Durch diesen eindeutigen Sieg über ihre Vereinskameraden und durch die Niederlage von Garben, tcich in Lollar ist die la-Jugend von 1900 auch ungeschlagen Zwischenrundenmeister um die Bann- m elfter schäft geworden und somit der aussichtsreichste Bewerber des Bannmeistertitels. Diese Mannschaft beendete ungeschlagen die Vorrunde und ebenfalls die am Sonntag für sie beendete Zwischenrunde mit einem Torveryältnis von 17:2. Noch zwei Spiele sind zu bestreiten und dann wird sich ergeben, wer von den an den Bannmeisterschaften beteiligten 54 Mannschaften der befere ist. „ . . Die la-Jugend der Blauweißen besiegte m dem gestrigen Spiel gegen die Id-Jugend ihres Vereins diese Mannschaft eindeutig mit 9:0 Toren. Als nach der ersten Halbzeit die Is-Jugend mit dem Wind als Bundesgenossen nur ein Tor erzielte, war es bedenklich, ob nicht doch die Id-Jugend die bessere Mannschaft sei. Wider Erwarten legte die la-Jugend der Blauweißen dann ein unheimliches Tempo vor, und stellte bis zum Schluß des Spieles das obige Ergebnis her. Die Ila-Jugend von 1900 bestritt ein Freundschaftsspiel in Rodheim, das von den Gastgebern mit 4:3 knapp gewonnen wurde. Handball um die Bonnmeisterfchast. Münzenberg — (Bef. 34 Friedberg 10:3. Das fällige Handballspiel der Staffelsieger Mün- zenberg — Gef. 34/116 wurde in Münzenberg aus- getragen. Man rechnete mit einem Siege der Mannschaft der Aufbauschule Friedberg. Es sah auch in der ersten Halbzeit danach aus. Münzenberg konnte zwar das erste Tor schießen, aber Friedberg drängte auf Ausgleich. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes, besonders Münzenberg. Beim Wechsel stand das Spiel 3:2 für Münzenberg. Nach dem Wechsel hatte Münzenberg den Wind zum Bundesgenossen. Der Sturm nutzte diese Gelegenheit aus. Noch siebenmal wurde der Friedberger Schlußmann geschlagen. = Heuchelheim, 24. April. Am Samstag hielt der hiesige Turnverein seine Jahreshauptversammlung in der Turnhalle ab. Aus dem Bericht des Dereinsführers Otto Rinn ergab sich, daß auch im abgelaufenen Vereinsjahr reges turnerisches Leben in den Reihen des Vereines herrschte. Nicht weniger als drei Gauveranstaltungen wurden in der Turnhalle des Vereins durchgeführt. Es ist dies ein Beweis der Wertschätzung des Turnvereins Heuchelheim im Gau. Für den 29. und 30. Juli ist dem Turnverein die Durchführung des Gau alters - treffens übertragen worden, das einige hundert Gäste bringen wird. Der Bericht wies auch noch einmal auf die vielen Siege hin, die Turner und Turnerinnen erringen konnten. Die Rechnungsablage mit 3984 RM. Einnahme und 3664 RM. Ausgabe wurde gutgeheißen. Dem Rechner E. Reufchling wurde herzlicher Dank für feine jetzt 15jährige treue Rechnungsführung ausgesprochen. Auch dem langjährigen, jetzt von seinem Amt zurücktretenden Dbe'rturnmart Fritz Holtmann dankte ein Kamerad im Namen der Turner. An seine Stelle tritt Theodor Rinn. Mit der Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten fand die reichhaltige Tagesordnung ihre Erledigung. Die Frühjahrswanderung des Vereins findet am Him- melfahrtstage nach Kloster Arnsburg bei Lich statt. X Steinbach, 25. April. Am morgigen Mittwoch, 26. April, kann Landwirt Karl Krämer I. seinen 7 3 Geburtstag feiern. Der Gesundheitszustand des alten Herrn ist befriedigend. (Unfern Glückwunsch.) o v. r + Großen-Linden, 24. April. In diesen Tagen hielt die Kriegerkameradschaft Großen-Linden unter starker Beteiligung ihren Jahresappell ab. Kameradschaftsführer Poft begrüßte die Kameraden und erstattete den Jahresbericht. Hieraus ging hervor, daß sich durch den Eintritt junger vom Heeresdienst entlassener Kameraden der Mitgliederstand erhöht hat. Folgende Kameraden wurden durch Ueberreichung von Ehrenzeichen des NS.-Reichskriegerbundes ausgezeichnet: Johannes Leun (Altbürgermeister) erhielt das Jubiläumsabzeichen für 50jährige treue Mitglied- schäft, Georg Seipp, Wilh. Heil und Christian Gememscha, Anschluß der Stadt Alsfeld an den Schnellverkehr Frankfurt a. M. - Kassel »---Alsfeld, 24. April. Mit dem 15. Mai dieses Jahres, an dem der neue Sommerfahrplan der Reichsbahnverwaltung in Kraft tritt, wird die Stadt Alsfeld an den Schnellverkehr der Kraftomnibusse der Deutschen Reichsbahn auf der Reichsautobahnstr.ecke Kasiol—Frankfurt a. M. angeschloßen. Durch diese neue Verkehrslinie wird eine wesenttiche Verbesserung der Derkehrsvechältnisse der Stadt Alsfeld hinsichtlich der Verbindung mit den Städten Frankfurt a. M. und Kassel erzielt. Während gegenwärtig eine Reise von Alsfeld nach Frankfurt a. M. selbst bei Benutzung des seit einigen Jahren auf der Strecke Fulda—Gießen—Frankfurt verkehrenden Eilzugspaares immerhin noch einen Zeitaufwand von über zwei Stunden erfordert, beträgt die Fahrzeit zwischen Alsfeld und Frankfurt mit dem neuen Schnellomnibus nur noch IVe Stunden. Auch die seither besonders ungünstige Verbindung von Alsfeld nach Kassel wird durch die neue Schnellomnibuslinie ganz wesentlich verbessert, denn auf dieser Strecke beträgt die Fahrzeit jetzt nur noch IVt Stunden. Die neue Schnellverbindung stellt für Alsfeld eine sehr begrüßenswerte und schnelle Verbindung unserer Stadt mit den Großstädten Frankfurt a.M. und Kassel am Domrittag her, während aus beiden Städten die Rückreise nach Alsfeld am späten Nachmittag erfolgt. Bemerkenswert an der neuen Derkehrsverbesserung ist auch die Tatsache, daß die Stadt Alsfeld der einzige Haltepunkt der Schnellomnibuslinie Kassel — Frankfurt a. M. ist, wobei die günstige Lage des Alsfelder Zubringers zur Reichsautobahn eine Rolle spielt. Der neue Fahrplan der Reichsbahn bringt außerdem für die , Reichsautobahnstrecke Frankfurt a. M.—Kassel noch eine Omnibusnahverkehrslinie zwischen Frankfurt a M.—Bad Homburg—Bad Nauheim—G ießen— Alsfeld und Hersfeld. Landkreis Gießen. Vogelsberghöhen. VHC.-Bruder Hild, der Führer des Verkehrsvereins Lich, übernahm nun die Führung eines Besichtiaungsganges durch Schloßpark, Stadt und Kirche. Auf dem Adlerplatz begrüßte die “■ *’ Gäste mit Heimat zu. Kreis Lauterbach. LPD. Laut erb ach, 24. April. Daß es im Vogelsberg viel hochbetagte Leute gibt, ist überall bekannt. Einen Rekord darin stellen aber bestimmt die Gebrüder Karl in Ober-Moos auf, die zusammen über 248 Jahre zählen. Der älteste der drei Brüder wird 87 Jahre alt, ein anderer 83 Jahre und der .Längste" ist allerdings erst 80 Jahre alt. Wenn die alten Leute das neue Jahr erleben, dann haben sie chre 250 Jährchen voll. Kreis Bübingen. LPD. Büdingen, 24. April. Im Bahnhof Ranstadt ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Eine Frau geriet vor die Maschine des Personenzuges aus Richtung Gießen und wurde auf der Stelle g e t ö t et. k. Schotten, 23. April. Der Zwei gv er- ein Schotten des VHC. hielt im „Hessischen Haus" seine Jahresversammlung ab. Die Rechnungsablage wies einen guten finanziellen Stand aus. Aus dem vom Dereinsführer S c r i b a erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß ein reges Wanderleben im abgelaufenen Jahr geherrscht hatte. Nach dem geschäftlichen Teil fand eine Abschiedsfeier für den nach Gießen versetzten Landgerichtsrat Dr. Lücken und den Nach Alsfeld versetzten Medizinalrat Dr. Jockel statt, die beide eifrige Mitglieder des VHC. waren und bleiben. Dr. Lücken dankte dem Vereinsführer für die ehrenden Worte. j. Schotten, 23. April. Heute fand hier das Wertungssingen des Sängerkreises Niddatal im Deutschen Sängerbund statt- an dem sich eine Reihe von Gesangvereinen wie Ober-Widdersheim, Feld- krücken, Nidda, Geiß-Nidda, (Schotten, Echzell, Mal- lernhausen, Rudingshain. Eichelsdorf, Eichelfachsen, Ober-Schmitten, Borsdorf u. a. vollzählig beteiligten. Die Vereine wurden mit Musik abgeholt und begrüßt. In der Turnhalle fand das Wertungs- firgen unter der Kritik des Gesangsrichters H. Samper (Darmstadt) statt. Auch der Vorsitzende des Provinzialoerbandes Oberhessen, Wendler (Bad-Nauheim), war anwesend. Jeder Verein trug zwei Chöre vor. Die Lieder fanden starken Beifall. Eine Kritik mit den Dirigenten und Dereinsführern schloß sich an. Reichslotterie. kaufsstellen der Deutschen Reichslotterie durch ein rundes, grün-weiß-rotes Schild besonders kenntlich gemacht. Die Ziehung der ersten Klasse beginnt am 16.Mail939! SichernSie sich rechtzeitig einLosl GRÖSSTE GEWINNE