Nr. 7 2 Erstes Matt 189. Jahrgang §amstag, 25./$onntog,26. März 1939 Erichemi tSgllch, sicher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezngrpreir: Mil 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr - -.25 TIuch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krantfurl am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitätrdruckerei R. Lange in Sieben. 8christleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25"/<, mehr. Ermäßigte Grunvpreife: Strtten-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Frankreich schreit nach Flugzeugen Don unserem E. J.-Korrespondenien. Burgos dementiert ttebergabeverhandlungen London über den Mßerfolg der Einkreisnngshetze enttäuscht Polen und delsmission sollte der rumänischen Regierung so günstige Bedingungen anbieten, daß diese den deutsch-rumänischen Vertrag, durch den Rumänien zum wirtschaftlichen „Vasall Hitlers" werde, nicht ratifiziere. zögerung der Besprechungen offen aus. So meint der „Daily Telegraph", jeder verlorene Tag werde von Deutschland dazu ausgenutzt, den „nächsten Schlag" vorzubereiten. Es würde in der Tat beklagenswert sein, wenn in diesen Tagen sogar in der britischen Regierung Uneinigkeit herrsche. Heute lägen die Grenzen der englischen Sicherheit weit jenseits des Rheins. „News Chro- nicle" erklärt, nur ein Versprechen sofortigen Beistandes könne jetzt noch nützen. Die Erklärung Chamberlains, daß England keinen oppositionellen Block in Europa errichten wolle, müsse bei Hitler den Eindruck Hervorrufen, daß Chamberlain schwach werde und wieder einmal in seine „Befriedung" zurückfalle. Dieser Eindruck sollte sofort richtig gestellt werden. „Daily Herold" schreibt, der Schaden, der dem britischen Prestige zugefügt worden sei, spiegele sich in dem Mangel an Vertrauen wider, das die kleinen Mächte zu irgendeinem britischen Schritt zur Zusammenarbeit gegen weitere Aggressionen hätte. Dieser Mangel an Vertrauen sei deutlich in dem Beschluß ^Rumäniens, mit Deutschland ein Handelsabkommen zu schließen, zum Ausdruck gekommen. Die Londoner Morgenblätter bemühen sich, den Wert des deutsch-rumänischen Handelsvertrages für Deutschland herabzumindern, sie sagen, daß Deutschland gar nicht so viel bekommen habe, wie es zunächst geschienen hätte. Sie sind gleichzeitig bestrebt, die britische Handelsmission nach Bukarest vorzubereiten. „News Chronicle" meint, die britische Hon- Burgos, 25. März. (DNB.) Der amtliche Pressedienst sah sich am Freitagmittag genötigt, die vielen, aus ausländischer Quelle stammenden Gerüchte zu widerlegen, nach denen angeblich sowjet- spanische Unterhändler nach Burgos gekomm7n seien, um über die Uebergabe Madrids zu verhandeln. Ebenso seien alle anderen Gerüchte, die von neuen Abkommen sprächen, reine Phantasie. Der Madrider sogenannte „Verteidigungsrat" sei ohnehin nicht in der Lage, für das ganze Restspanien zu sprechen. Selbst bei einer Bereitschaft dieses „Verteidigungsrates" zur Uebergabe Madrids dürften andere Gruppen und Grüppchen Widerstand leisten. Schon aus diesem Grunde könne nur eine militärische Besetzung in Frage kommen. Schließlich ließen zuverlässige Berichte aus dem noch von den Roten terrorisierten Gebiet deutlich den Wunsch der Bevölkerung erkennen, daß endlich die natto-- nalen Truppen einmarschierten. Diese Stimmung habe gerade durch die Gerüchte über Uebergabeverhandlungen einen neuen Auftrieb erfahren. In zahlreichen Kundgebungen, die immer wieder von den Roten brutal auseinandergetrieben worden seien, sei die Hoffnung auf eine baldige Befriedung und auf die endliche Rückkehr' normaler Verhältnisse geäußert worden. Nach einem Bericht des Sonderberichterstatters des Depeschenbüros Europapreß aus Burgos sind dem- Madrider Verteidigungsausschuß in den Uebergabeverhandlungen, die bereits am Donnerstagabend in Burgos geführt wurden, von nationalspanischer Seite folgende Bedingungen zur Wasfenstreckung gestellt worden: Das gesamte Flugmaterial, Waffen und Munition sind frontabschnittsweise den Nationalspaniern auszuliefern. Die sowjetspanischen Truppen kommen zunächst alle in ein Konzentrationslager. Die Besetzung des sowjet- spanischen Gebietes durch die nationalspanischen Truppen erfolgt abschnittsweise, und zwar in Anlehnung an den für die geplante Offensive festgelegten Operationsplan. In den Verhandlungen mit den Parlamentären des Madrider Verteidigungsausschusses wurden diesen die Bedingungen ziersnachwuchs in Salon-de,Provence, Versailles und Avord ist eine vierte Schule in Romilly-sur- Seine gekommen. Die Unteroffizierspiloten werden auf fünf zivilen Pilotenschulen, über die die Militärbehörde ein gewisses Aufsichtsrecht ausübt, ausgebildet. Sie erhalten nach dem Verlassen dieser Schulen ihren letzten Schliff aus der Militärschule der bekannten großen Lustfahrtbasis in Süd frankreich, Jstres. Besonders empfindlich machte sich bisher der Mangel an Mechanikern und Spezialisten innerhalb der französischen Luftwaffe bemerkbar. Die Zahl der für die Mechaniker und Spezialisten bestimmten Schulen ist im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt worden und soll in Kürze bereits verdreifacht sein. Da die bisher bestehenden Schulen gleichzeitig einen Ausbau erfuhren, hat sich die Zahl der jährlich ausgebildeten Mechaniker verdreifacht, die der Spezialisten sogar verfünffacht. Alle diese Maßnahmen zielen nicht nur darauf ab, eine leistungsfähige französische Luftwaffe zu schaffen, sondern man sucht auch die notwendigen Reserven auszubilden, auf denen nicht unwesentlich die Kampfkraft einer jeden Luftwaffe im Ernstfälle beruht. Mit der Schulung der Reserveoffiziere scheint es aber noch sehr im argen zu liegen. Jedenfalls wird über unzureichende Ausbildung der Re- serveofsiziere in den Fachblättern gegenwärtig noch lebhafte Klage geführt. Oie englische presse stellt fest, daß keinerlei Fortschritte erzielt worden sind Gowjei-Rußland weigern sich, zu unterschreiben. Holland Winkt ab. A m st e r d a m, 25. März. (Europapreß.) Die englisch-französischen Allianzpläne gegen Deutschland und das angebliche Uebereinkommen dieser beiden Länder, die Grenze der Niederlande zu verteidigen, werden in holländischen Re- gierungskreisen als einseitige englischfranzösische Interessen abgetan. Der „Te- legraaf" schreibt, welche Beschlüsse England und Frankreich in bezug auf Holland auch fassen würden, Holland werde sich nie daran beteiligen. Die Regierung werde auf die Garantie- Absprachen zwischen England und Frankreich nicht antworten und wünsche auch in keinerlei Verpflichtungen einbezogen zu werden. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt, daß Deutschland die erste Runde glänzend gewonnen habe. Gegenüber dem, was Deutschland geglückt sei, könnten die Engländer kaum Erfolge aufweisen. Die Engländer hätten in ihrer Wut Pläne bekanntgegeben, die noch gar nicht die Zustimmung der Mächte gehabt hätten, aus der angekündigten Erklärung sei bis h e ji t c noch nichts geworden und es werde auch nichts daraus, solange die Interessen der Par- feien nicht in Einklang gebracht werden könnten. London, 25. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse muß zugeben, daß sich die britische Regierung mit ihren Bemühungen um die Errichtung einer „Anti-Aggression-Front" völlig fe st gefahren hat. Es scheint, daß vorläufig mit einer Regierungserklärung nicht zu rechnen ist und daß man zunächst die Rückkehr des britischen Ministers für Außenhandel, Hudson, der offenbar neben seiner Handelsmission auch die Aufgabe hatte, in Moskau politische Fühler auszustrecken, sowie den Besuch des polnischen Außenministers B e ck in der ersten Aprilwoche in London abwarten will. Die Times stellt fest, daß in den englisch-französischen Besprechungen keinneuesAbko m- m e n getroffen worden sei, daß aber in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich zur gegenseitigen Verteidigung verpflichtet hätten, verschiedene wichtige Punkte neu präzisiert worden seien. Eine gewisse Enttäuschung sei entstanden, weil in der Frage der beabsichtigten Viermächtebesprechung zwischen England, Frankreich, Rußland und Polen nicht mehr Fortschritte erzielt worden seien. Daily Herald erklärt, daß P o l.e n sich weiterhin bis zum äußer st en weigere, sich einer Anti-- Aggressions-Erklärung anzuschließen und Rußland scheine sich zu weigern, ohne Polen zu unterschreiben. Der Plan hänge also noch immer in der Luit. Mehrere Morgenblätter, die die britischen Ein- für die Waffenstreckung durch Oberst Gonzalo vom Großen Generalstab und dem Leiter des Sicherheitsdienstes, Oberst U n g r i a , vorgelegt. Den Sowjetspaniern war nur gestattet, Fragen technischer Natur zu stellen. Als letzter Zeitpunkt für die Antwort des Madrider Verteidigungsausschusses auf die nationalspanischen Uebergabebedin- gungen wurde der Freitagabend bestimmt. Petain überreicht sein Beglaubigungsschreiben. Burgos, 24. März. (Europapreß.) Nach achttägigem Warten konnte der neue französische Botschafter in Burgos, Marschall Petain, am Freitagvormittag dem nationalspanischen Staatsches, Generalissimus Franco, sein Beglaubigungsschreiben überreichen. Das bei der Ueberreichung streng gewahrte übliche Zeremoniell stand im Gegensatz zu der völligen Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung. Der Wagen des Botschafters, der mit den Herren feiner Botschaft und zahlreichen Begleitern feierlich eingeholt wurde, fuhr durch menschenleere Straßen an geschossenen und verhängten Fenstern vorbei. Niemand zeigte sich auf den Balkonen. Strenge Ab- sperrmaßnahmen der Polizei hatten die Anfahrtstraßen des Botschafters von jedem Verkehr isoliert. In seiner Ansprache bei der Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens drückte Botschafter Petain seine Genugtuung darüber aus, mit dem alten Waffenkameraden wieder Fühlung nehmen zu können. Staatschef Franco begrüßte in feiner Antwort in Marschall Petaill als neuen Botschafter Frankreichs vor allem den tapferen Soldaten, der am besten die Gefühle des neuen Spanien verstehen müsse. In den Kommentaren der nationalspanischen Presse spiegelt sich unverkennbar die Enttäuschung über das französische Verhalten hinsichtlich der Zurückhaltung der ehemals rotspanischen Kriegsschiffe in Biserta, der Behandlung der spanischen Flüchtlinge und der Stimmungsmache eines Telles der französischen Presse wider. bekannt gewordenen Verlautbarungen scheint es den französischen Ingenieuren noch nicht gelungen zu sein, einen eigenen französischen Motor herauszubringen, den man in die Weltspitzenklasse einreihen könnte. In der Anfangszeit der Ministertätigteit Guy la Chambres hat man zunächst sehr stark das Augenmerk auf die reine Materialfrage gerichtet. Nach den ersten Erfolgen in der Herstellung neuen Materials wendet man sich nunmehr stärker der Menschenfrage zu. In Frankreich, wo es nicht wie in Deutschland und anderen Ländern eine von breiten Schichten der Bevölkerung getragene Volksfliegerei gibt, die den Nachwuchs liefert, fehlen heute Piloten. Zu diesem Mangel trügt nicht unwesentlich der Umstand bei, daß 200 Flugstunden, d. h. ein Ausbildungsjahr, nicht mehr genügen, um einen Militärpiloten zu erhalten. Die ausreichende Ausbildung der Kriegspiloten erfordere, fo versichert man in Frankreich, eine Verdoppelung oder sogar Verdreifachung der Ausbildungszeit. Die französischen Luftfahrtschulen sind Deshalb im vergangenen Jahre wesentlich erweitert bzw. neue Schulen eingerichtet worden. Zu den Schulen für den Offi- GwßdeuWand lind die Wirtschaft des Ostens Ebenso wie die Rückführung des böhmisch-mährischen Raumes in den Schutz des Reiches ist die Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Reich eine Wiedergutmachung des seit den Tagen von Versailles an dem deutschen Volk begangenen Unrechts, die der genialen Staatskunst des Führers auf dem Weae friedlicher und freiwilliger Vereinbarungen zwischen den direkt betroffenen Völkern ohne einen Schwertstreich gelungen ist, weil er sich auf ein dank der Erziehungsarbeit des Nationalsozialismus wieder seiner inneren Kraft bewußtes Volk und eine vom Willen dieses Volkes getragene und erfüllte deutsche Wehrmacht stützen konnte. Daß mit diesen weiteren Schritten zu einer auf den natürlichen Gegebenheiten sich gründenden Neuordnung des europäischen Festlandes auch wirtschaftspolitisch ein Zustand wiederhergestellt wird, der nach der kurzsichtigen und willkürlichen Zerreißung organischer Zusammenhänge nun endlich wieder nicht nur den dem Reich ein gegliederten Gebieten, sondern auch seinen Anrainern die Vorteile eines großen geschlossenen Wirtschaftsraums, wie ihn Großdeutschland darstellt, zuteil werden läßt, das wird schon die nächste Zukunft überzeugend lehren. Am schnellsten wird dies zweifellos das Memelland spüren. Mit ihm wird ein vorwiegend landwirtschaftlich orientiertes Gebiet dem Reich zurück- gegeben. Wie sehr die Landwirtschaft die tragende Grundlage des Memellandes ist, zeigt, daß von den annähernd 150 000 Einwohnern etwa 3roci Drittel direkt oder indirekt in der Landwirtschaft beschäftigt sind und von den 2657 Quadratkilometern des Gebietes fast die Hälfte Acker- und ©artenlanb sind. Der bäuerliche Betrieb wiegt vor, denn 39 v. H. aller Betriebe waren 5 bis 20 Hektar groß und 41 v. H. umfaßten 20 bis 100 Hektar. Die Landwirtschaft des Memellandes war der Litauens an Intensität und Leistung weit überlegen. So z. B. wurden im Jahre 1935 im Memelland je Quadratkilometer 1540 Doppelzentner Hafer geerntet, in Litauen nur 1170, und der Milchertrag betrug im Memelland 3406 Kilogramm je Kuh, in Litauen aber 1000 Kilogramm weniger, schließlich verbrauchte der Bauer des Memellandes 76,7 Doppelzentner Kunstdünger auf dem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, der litauische Bauer indessen nur 29,6 Doppelzentner. Diese wenigen Zahlen zeigen zur Genüge Die kulturelle Ueberlegenheit des memettändischen Bauern, aber auch die wirtschaftlichen Gefahren, die für ihn die Verkoppelung mit dem ebenso rückständigen wie anspruchslosen litauischen Bauerntum bedeuteten. Für die hochwertigen Erzeugnisse der memelländi- schen Landwirtschaft fand sich bei den billigen Preisen der litauischen Bauern und der Bedürfnislosigkeit der vorwiegend agrarischen Bevölkerung Litauens kein Absatz. Litauen ist ja selbst landwirtschaftliches Ueberschußgebiet und Exportland. So kam der Memelbauer um den Lohn seiner Arbeit und spürte bald die Unmöglichkeit, seinen Betrieb gesund zu erhalten. Die bitterste Not linderte freilich der deutsch-litauische Handelsvertrag, der vorwiegend landwirtschaftlichen Erzeugnissen des Me- mellanües den Weg ins Reich freigab, aber immer wieder wandte sich der Blick des Memelbauern über die künstliche Grenze, nach deren Beseitigung nun auch er an den Segnungen der Neuordnung deutschen Bauerntums teilhaben wird. Neben der hochentwickelten Landwirtschaft spielt die I n d u st r i e des Memellandes eine geringere Rotte. Der waldreichen Natur des Hinterlandes entsprechend steht die Holz- und Papierindustrie mit einer großen, einem deutschen Konzern angeschlosse- — u-,______kreisungsbernühungen besonders lebhaft begrüßt 5 rllen die M o t o r e n f r a g e. Nach allen bisher i hatten, sprechen heute ihre Besorgnis über die Der: Paris, März 1939. „Flugzeuge, Flugzeuge" ist die Forderung, die seit 'der September-Krise täglich erneut in den Kreisen der Abgeordneten und Senatoren, ebenso wie von iöen Vertretern der französischen Wirtschaft und 'Presse erhoben wird. In der letzten Zeit haben im iKriegsminifterium unter dem Vorsitz des Minister- I Präsidenten Daladier mehrere Besprechungen | stattgefunden, an denen auch der Luftfahrtminister 'Paul Reynaud und der Arbeitsminister P o - «märet teilgenommen haben. In ihnen wurde eine sorgfältige Bilanz des ersten Jahres der Daladier- sichen Luftaufrüstung gezogen und im einzelnen die ^Pläne zur weiteren Steigerung der französischen tßuftaufrüftung ausgearbeitet. Seit der September- Mrise sind die Produktionszahlen der französischen Mugzeugfabriken zwar gestiegen, aber die Produk- ittionsziffern, die bei der Aufstellung des neuen auf fzwei Jahre bemessenen Luftrüstungsplanes im April Les vergangenen Jahres festgesetzt wurden, sind Luch heute noch nicht erreicht. Zwar sollen Lie in den Vereinigten Staaten vor wenigen Wochen bestellten 615 Jagd- und Bombenmaschinen einen gewissen Ausgleich schaffen, doch vermögen ssie nicht das entstandene Loch zu stopfen. Aber nicht nur mengenmäßig, sondern auch ' qualitätsmäßig bemüht man sich in Frankreich gegenwärtig, den Rückstand, in dem sich die eigenen Luftrüstungen seit der Amtstätigkeit des Wolksfront-Luftfahrtministers Pierre Cot befin- Dcn, rasch aufzuholen. Pierre Cot gilt heute nach Ansicht der französischen Sachverständigen als derjenige, der schuld daran ist, daß die französische Rriegsluftfahrt heute der Luftfahrt Deutschlands, Italiens, Japans, Englands, der Vereinigten Staaten und Sowjetrußlands bei weitem nachhinkt. Als Mierre Cot als Luftfahrtminister in das erste Ka- minett Blum einzog, übernahm er ein Produktionsprogramm, das von feinem Amtsoorgänger, dem General Denain, ausgestellt worden war. Dieses Produktionsprogramm sah im wesentlichen die Herstellung eines Mehrzweckflugzeuges vor, Volkes durchgeführt werben könne, ausfuhr. Jetzt könne suh Rumänien an andere Län- der wenden, um ihnen unter ähnlichen Bedingungen ben Rest feiner Ausfuhr anzubieten. Das Handels* abkommen habe aber auch eine politische B e - beutung, inbem es ber Aufrechterhal* tung d-es Friedens diene. Die lange Lauf* Z.ett des Abkommens gewährleiste, daß die Investitionen sich bezahlt machen würben. Die günstige Auswirkung bes Abkommens machte sich auch an ber Bukarester Börse bemerk* Papiere Kursgewinne zu oer- yumi«, mu> -umuei u^utm un jejajnen hatten m weiteres anregendes Moment an ein kurzes Dorbereitungslager im Aprll für ein m .umfang,eiche Weizenbestellungen aus Jta* halbes Jahr bzw. ein ganzes Jahr im Auslande uen, Belgien. Holland und Griechenland. arbeiten. Wurde in den vergangenen Jahren der Aus- hm Oas slowakische Grenzgebiet. DEUTSCHES 'ODERBERG 'ESCHEN lu REICH IBN ni Nach jahrelanger Forschungsarbeit gelang es, zwei Lösungsmittel zu finden, durch die eine restlose Befreiung des Oeles von allen schmierungsfeindlichen Bestand teilen ermöglicht wurde. Ihre Entdeckung bedeutete eine Umwälzung auf dem Gebiete der Oelraffination! dieses Doppel-Lösungsverfahrens ist Das Ergebnis Reiner Mobiloel Schmierstoff"! HAMBURG DrUTSCHf OIL thofen. Difani siittkk rberun; nb eint gJS^XlifOrnilr Gekirop yveiüe Karpaten Art ÄHREN BRUNN %G°Y^ 0^ Unsere Karte veranschaulicht die Lage der Zone, in der nach der Vereinbarung mit der Slowakei die deutsche Wehrmacht das Recht hat, militärische Anlagen zu errichten und sie in der von ihr für notwendig gehaltenen Stärke zu besetzen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) talti' krnit ft zui ngvv ne J m fr isei k ist D F Irf ' .SLOWAKEI ^^Karpoten PfäSBURG Mpf di! "tet.il ' Mdnipi gestalii- 1« groß f. h ebeuteti e jeberr len 2lui. lbewuß ren ' höhen nfam ci rhaltun: öon dk! gelL'ftii irtunger om seit l>er Er), ilten. 3i ?n (h heit bringen zu können, nahm er einen Bankbeamten als lebenden Schild mit. Der Ueberfall hatte sich jedoch bereits herumgesprochen, und als Durand die Bank verließ, eröffneten bewaffnete Ortseinwohner das Feuer auf ihn. Während der Bankbeamte getötet wurde, erhielt Durand nur eine leichte Schußverletzung. Um seinen Verfolgern nicht in die Hände zu fallen, kroch er in die Bank zurück und erschoß sich. 3n Philadelphia brachten Versicherungsschwindler 70 Personen ums Leben. Bei der Untersuchung gegen eine Giftmörderbande in Philadelphia stellte sich heraus, daß die-Verbrecher in den letzten 10 Jahren wenigstens 70 Personen umgebracht haben, um die Lebensversicherungssummen zu ergaunern. Da die Giftmörder durchweg Arsenik benutzten, werden jetzt die Leichen der Opfer auf den verschiedenen Friedhöfen ausgegraben. Bisher ist ein Hauptmitglied der Giftmörderbande zum Tode verurteilt worden. Lawinenunglück in den Pyrenäen. Im Pyrenäengebiet des französischen Departements Aridge hat sich bei dem Jsour-See ein Lawinenunglück ereignet. Zwanzig Arbeiter, die mit der Errichtung einer Hütte beschäftigt waren, wurden von einer Lawine verschüttet. Hundert Personen, unter ihnen Gendarmen und Mobikgarde, arbeiten fieberhaft, um die Verschütteten zu retten. Auch aus anderen Pyrenäenorten werden große Schäden, Ueberschwemmungen usw. gemeldet, die durch die dort herrschenden Stürme verursacht worden sind. Der plötzlich hereingebrochene Föhnsturm hat zahlreiche Verheerungen angerichtet. Die kleine Gemeinde Artigues ist durch eine Lawine völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Eine 60 Meter breite und vier Meter hohe Barriere aus Lawinenfchnee hat die einzige Zufahrtsstraße vollkommen abgeriegelt. Hauseinsturz fordert drei Todesopfer. In Kottbus ereignete sich in einem Hause eine schwere Explosion, die das einstöckige Gebäude zum Einsturz brachte. Bisher konnten nur eine in tr M-' amfr hatm Betrag von 250 000 Mark als Sonderspende zur Verfügung gestellt. * Das ungarische Abgeordnetenhaus nahm das Zweite Judengesetz an. Berücksichtigung fanden nur die von der Regierung vorgeschlagenen Abänderungsanträge. Aus aller Welt. Wilde Verbrecherjagd in USA. fordert fünf Todesopfer. Die gesamte amerikanische Oeffentlichkeit verfolgt mit Spannung'eine Jagd auf einen flüchtigen Wilderer, die in ihrer Art lebhaft an die alten Wildwesttage erinnert und die bei Cody im Staate Wyoming gelegenen Hochgebirgstäler in einen förmlichen Kriegsschauplatz verwandelt hat. Die Jagd gilt einem vor mehreren Tagen aus dem Gefängnis von Cody ausgebrochenen hünenhaften, wegen seiner Stärke und Verschlagenheit berüchtigten Wilderer namens Durand. Dieser hatte zwei Gefängnisbeamte getötet, sich durch einen Ueberfall auf eine abgelegene Ranch Waffen und Proviant verschafft und sich dann unter einer 1000 Meter steil aufragenden Felswand hinter Felsblöcken verschanzt. Eine zu seiner Verfolgung ausgesandte 100 Mann starke Postenkette hielt er von dort zunächst drei Tage lang in Schach. Durand erschoß zwei seiner Verfolger und verletzte mehrere. Schließlich rückte eine Kompanie Nationalgarde an und beschoß Durands Versteck mit einer Feldhaubitze und Minenwerfern. Als die Soldaten endlich die Schanze des Mörders erklommen, mußten sie entdecken, daß er bereits während der Nacht über die Felswand entkommen war. Die Jagd auf Durand hat nach den letzten Meldungen ein ebenso jähes wie sensationelles Ende gefunden. Während sich Polizei und Nationalgarde bemühten, den Verbrecher aufzuspüren, hatte Durand einen Kraftwagenfahrer gezwungen, ihn nach Powell (Wyoming) zu fahren. Dort überfiel er am helllichten Tage die Bank. Um seine Beute in Sicheres Anlaß der Uebernahme des Protektorrates iibi die Länder Böhmen und Mähren und der Kemkehr des Memellandes hat'der Stahlwerk s- B£f b a nb dem Winterhilfswerk des deutschen Vol- 1,£ den Betrag von 500 000 Mark, das Rhei - ' ch-Westfälische Ko h le nsy ndi k a t den ,en9er k hj hemW den ein: )ie Auf chen in> * [en $ n: £ echt M r ririf BoK' leiiP fl flU’1 Ä t F t&t i-'f unl1' > Das neue Zollgesetz. Grohdeutschland wird ein einheitliches Zollgebiet. ltz-M n M komm den j« im fand Ü grouif i e M mtsl^ 3* Ulf oj (er 0» ngsstt- auf t- imt W W tationc [ion * ■sm Na n- er.I J land e b's in N NA Wörben I unsere 'N beri 9?n fcJ e,ns lei, .en- Für ^QtiO; ;n: 5IUS [uj9Qben 'N ber 'ein und ein er. »erben. ,er ng im •n Berlin tagte der gemischte d e u t s ch - b e l - . Bernard Gietzen, Plockstr. 16, 1. Etage. Wegen Aufgabe der Landwirtschaft versteigere ich Montag, den 27. März 1939 nachiu. 2 Uhr WWe lanWfH. marinen nah Geräte Ehrliches, nicht zu junges 2169D Mädchen zum 1. oder 15. April gesucht. Bäckerei Fleckenstein, Walltorstratze31. Junger Mann Führersch. Kl. I und III, sucht Dauerstellung als Fahrer, am liebst. Personenwagen od. klein. Lieferwagen bis 2 Tonnen. Schr. Ang. mit Lohnangabe u. 2179va.d.G.A. Auberordentlich leistungsfähiges Unternehmen der Branche bietet rührigem Vertreter überdurchschnittlichesEinkommen bei regelmäßigem Besuch v. Grossverbrauchern. 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Don Tilsit aus spannt sich der hohe Bogen der Königin-Luise-Brücke über den Strom in das Memelland hinüber. Einst wichtiger Grenzübergang, die heimliche Sehnsucht so vieler Memel- deutschen, denen selbst eine Fahrt ins Reich nicht gegönnt wurde. Heute wieder Brücke im wahrsten Sinne des Wortes, Brücke zwischen deutschem Bolkstum, das keine Grenze und kein Hindernis für immer trennen konnte. Oben in der Nordostecke des Gebiets die alte deutsche Ordensstadt Memel. Diese bedeutende Hafenstadt ist immer deutsch gewesen. Memel ist überhaupt die erste deutsche Städtegründung auf o st preußischem Boden. Und der Deutsche Ritterorden war es, der das Land an der Oslsee erschloß und besiedelte und der die vom livländischen Schwertbrüderorden im Jahre 1252 errichtete Burg zur Stadt ausbaute. Memel hat heute über 50 000 Einwohner, viele moderne Großbauten, und ganze Wohnviertel sind neu erstanden: trotzdem aber hat die Stadt ihr deutsches Gesicht behalten. Die Denkmäler der Borussia und Kaiser Wilhelms I. sind Zeugen der preußisch-deutschen Vergangenheit dieser Stadt. In dem alten historischen Rathaus wohnt? einst in den Jahren 1807 und 1808 die preußische Königsfamilie, die Memel als letzten Zufluchtsort vor dem andrängenden Korsen benutzen mußte. Von hier aus wurden auch die ersten Schritte zur Befreiung Preußens' eingeleitet. Der Simon-Dach-Brunnen vor dem Memeler Stadttheater mit dem Aennchen von Dharau erinnert an den ostpreußischen Dichter, der uns so viele schöne Volkslieder geschenkt hat. Auch He r m a n n Sudermann, der große deutsche Erzähler und Dramatiker, ist ein Sohn des Memeler Landes. Zwischen dem Memelstrom und der Stadt Memel dehnt sich die weite memelländische Ebene. Grüne Wiesen und Aecker, dunkle Kiefernwälder geben der Landschaft das Gepräge. Westlich zieht sichdasHaffmitderKurischenNehrung entlang. Alexander von Humboldt hat einmal gesagt, daß die Kurische Nehrung so merkwürdig sei, daß man sie eigentlich so gut wie Spanien und Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll. In der Tat, wer einmal in diese Landschaft eingedrungen ist, in die weite Dünenwelt an der Ostsee, in bie urwaldähnlichen Wälder, wo noch der Elch König in seinem Reich ist, wer den verträumten Reiz der memelländi scheu Nehrungsbäder (Nidden und -schwarzort) kennengelernt hat, dem wird dieses Erlebnis für immer im Gedächtnis haften bleiben. Da liegen am Haff die kleinen, buntbemalten Fischerhäuser, eigenwillig hingebaut, wie es der Mensch gexade für zweckmäßig hielt, dazwischen die Villen und Hotels, in denen in den Sommermonaten Hochbetrieb herrscht. Auf dem Wasser im Haff schaukeln die Fischerkähne mit den breiten Segeln und den großen, an die Wikinger erinnernden Schiffszeichen auf den Masten. Diese Holzwimpel sind kunstvollstes Schnitzwerk, von derben Fischerhänden selbst hergestellt, die sich in diesem Kunsthandwerk gegenseitig zu überbieten fachen. An stillen Abenden erzählt man sich alte Dünengeschichten, von den Wanderdünen, die in früheren Zeiten ganze Dörfer verschütteten, von Begegnungen mit Elchen, die sonst nur schwer zugänglich sind, sehr oft aber auch ganz in die Nähe menschlicher Behausungen kommen. Schwer und gefahrvoll ist der Beruf, den der Neh- rungsftscher ausübt. Aber er hält fest daran, wenn es auch manchmal zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel war. Hier wird noch viel Not zu lindern sein. Die memeldeutschen Bauern sind es ebenso wie die Nehrungssischer gewohnt, um das tägliche Brot schwer zu ringen. Da sind -die Moorbauern und Kolonisten, die sich den Boden erst Schritt für Schritt haben erkämpfen und urbar machen müssen. Sie müssen noch heute hart um ihre Existenz ringen, und sie werden doch um keinen Preis der Welt ihre Scholle aufgeben. In den Niederungen am Strom und im Memeldelta ist das Land fruchtbar und ertragreich. Das Vieh findet auf den fetten Wiesen reiche Nahrung. Aber wenn im Frühjahr die Ueberschwemmungen einsetzen, wenn der Strom mit Urgewalt hereinbricht und ganze Häuser wegzureißen droht, wenn der Schacktarp jeden Verkehr unterbindet, dann heißt es sehr oft das Leben ein- setzen, um Haus und Hof vor dem reißenden Element zu schützen. Daß die memelländischen Bauern unter litauischer Herrschaft in immer größere wirtschaftliche Not geraten sind, ist nicht ihre Schuld. Sie haben getan, was sie konnten. Aber der Ueberschuß an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ließ sich hei der eigenartigen litauischen Wirtschaftspolitik nur schwer ab- setzen. Weil Kowno glaubte, das Memeldeutschtum unterdrücken zu können, blieb die Grenze nach Deutschland jahrelang geschlossen. So gab es Zeiten, wo Butter und Eier zu so lächerlichen Preisen verkauft werden mußten, daß sich kaum die Fahrt zum Wochenmarkt lohnte. Schweine — eines der Hauptprodukte des Memellandes — fanden mitunter überhaupt keinen Absatz. Es ist oorgekommen, daß Hunderte von Zentnern Käse vergraben werden mußten, nur um die Lagerräume freizubekommen. Auf dem großen Memeler Wochenmarkt, wo schmutzige Juden aus Großlitauen ihre Schachergeschäfte machten, sahen sich die Fischer gezwungen, ihre Fische auf die Straße zu werfen, weil sie keine Käufer dafür fanden. Aber die Litauer wollten diese Not, und sie machten sie sich zunutze. Rücksichtslos wurden die Höfe, die bei litauischen Geldinstituten verschuldet waren, zur Versteigerung getrieben. Systematisch holte man litauische Siedler ins Land, und in der Stadt Memel und in den größeren Ortschaften ging es auch der Arbeiterschaft nicht anders. Zu Hunderten wurden alteingesessene Memeldeutsche aus ihren Arbeitsstellen hinausgeworfen. An ihre Stelle traten zugewanderte Litauer. Die Stadt Memel mußte Millionen für Lsrbeitslosenunterstützung aufwenden und durfte sich doch gegen die litauische Zuwandererplage nicht zur Wehr setzen. Große deutsche Jndustriewerke trieb man zur Stillegung ober zum Verkauf an Litauer, indem diesen Werken — wie beispielsweise der Memeler Sägewerksindustrie — die notwendigen Rohstoffe vorenthalten wurden. Im Memeler Hasen wurden überhaupt nur Litauer beschäftigt, ebenso wie bei der unter litauischer Verwaltung stehenden Eisenbahn, der Post und dem Zoll das deutsche Element verdrängt wurde. Hier wird erst von Grund auf ein neuer Beamtenkörper aufgebaut und herangezogen werden müssen. Aber die memelbeutschen. Bauern und Arbeiter haben sich allen litauischen Unterdrückungen und Schikanen zum Trotz behauptet. Sie sind ihrer deutschen Art treugeblieben bis zum heutigen Tag. Welch ein ausgezeichneter Menschenschlag hier wohnt, hat man gerade jetzt immer wieder bei den Aufmärschen der nationalsozialistischen Organisationen des Memellandes feststellen können. 5)cr Ordnungsdienst und die memeldeutsche SA. ist in wenigen Wochen sozusagen aus dem Boden gestampft worden. Obwohl der litauische Kriegskommandant die sportliche Betätigung stark eingeschränkt und den Wehrsport Überhaupt unmöglich gemacht hatte, ist die Haltung und das Auftreten dieser Kämpfer in der braunen ober schwarzen Uniform bewundernswert, ist es eine Freude, die memeldeutschen Reiterstürme auf dem Lande beobachten zu können. Diese Menschen sind niemals litauisch gewesen. Sie sind deutsch wie ihre Vorfahreu, die schon vor dem Kriege ihren höchsten Stolz darin sahen, in der alten preußischen Armee ihren Dienst ableisten zu können. Diese Menschen haben sich immer als Deutsche gefühlt, und nichts hat sie härter getroffen, als in den Ianuartagen des Jahres 1919 wie ein Lauffeuer die Kunde das Land durcheilte, daß das Memelland vom Reich abgetrennt werden solle. Als im Februar 1920 die letzten deutschen Truppen die Stadt verließen, da trauerte die ganze Bevölkerung. Es war ein tränenreicher Abschied, und als die Franzosen einzogen, die als Besatzungstruppen von den alliierten Mächten ins Land geschickt worden waren, da empfingen sie fck)warze Trauerfahnen und schwarz verhängte Fenster. Um so größer ist jetzt der Jubel, da nach fast 20 Jahren nun wieder deutsche Truppen im Memelland marschieren und der Führer das Land heimgeholt hat ins Großdeutsche Reich. Wie das britische Weltreich entstand. Seeräuberei und Sklavenhandel die Quellen britischen Reichtums. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert lebte auf den britischen Inseln ein Volk von Bauern, Viehzüchtern und Fischern, dessen Herrscher — wie wir in den Shakespeareschen Königsdramen lesen — untereinander blutige Fehden ausfochten oder Kriege um Erbbesitz mit Frankreich führten; hundert Iahte später hat sich England weitgehend aus den europäischen Verwicklungen zurückgezogen und den Versuch unternommen, mit allen Mitteln d i e Herr- schaftüber die See gegen Holländer und Spanier zu gewinnen. Heute 'beherrscht England ein Biertel der bewohnten Erdoberfläche und ein Drittel der Menschheit. Sein Weltreich ist mehr als hundertmal so groß wie das Mutterland und dreimal so groß als ganz Europa. Allein in den Jahren 1880 bis 1890 nahm das englische Weltreich um das Zwanzigfache des Mutterlandes zu, nach dem Weltkrieg noch einmal um das Achtfache! Seeräuberei und Sklavenhandel standen am Anfang dieser Entwicklung. Der erste englische Seeheld, Sir John Hawkins, war zugleich Sklavenhändler, Freibeuter und ... Vizeadmiral der Königlich Britischen Flotte. Diese enge Verbindung zwischen Staatsgewalt und Seeräuberei hatte ihren guten Grund. England war ein armes Land und feine Barone und Kaufleute Überdies herzlich steuerunwillig. So verlieh denn die königliche Staatsgewalt unternehmungslustigen Seefahrern Kaperbriefe, die sogenannten Commission s, wörtlich: Aufträge: diese Freibeuter rüsteten vielfach entweder ganz ober zu einem erheblichen Teil die Schiffe auf eigene Kosten gus und bedingten sich dafür einen anständigen Anteil von der Beute aus, wobei sie außerdem den natürlichen Vorteil hatten, daß sie als Beutemacher den tatsächlichen Umfang der Beute viel genauer kannten als die lieben englischen Staatsbehörden in London. Und nun begann eine Jagd der kleinen wendigen englischen Schnellsegler auf die spanischen Silber- und Goldgaleeren. Die „richtigen" Seeräuber unterschieden sich von den Kaperkapitänen lediglich dadurch, daß sie ganz auf eigene Rechnung raubten und stahlen und den englischen Staatssäckel nicht zum Teilhaber nahmen. Bis in unsere Tage geistert die Erinnerung an diese Ursprünge des englischen Reichtums und der englischen Seemacht in all den Erzählungen von Schatzgräberinseln oder gesunkenen Gold- oder Silberschiffen, die nur gehoben zu werden brauchen, um noch heute den wagelustigen Unternehmer zum reichen Mann zu machen. Lehrling des John Hawkins war Sir Francis Drake, der sich aber bald als Seeräuber und Kaperkapitän selbständig machte. Die politisch und militärisch bedeutendste Erscheinung unter diesen Seeräuber-Kapitänen und Seeräuber-Admiralen war Sir W a l t e r R a l e i g h , der in einer Denkschrift an die Regierung vom Jahre 1614 aus den Erfolgen seiner Kaperei den Anspruch auf die absolute Seegeltung Englands herleitete; dort steht der gewichtige Satz: „Wer die See beherrscht, beherrscht die Welt." Der Mann, der den zwischen 1550 und 1650 durch Seeräuberei und Sklavenhandel 'erworbenen Konjunkturreichtum stabilisierte und „System" in die weitere frühkapitalistische Entwicklung Englands brachte, war der Lordprokektor Oliver Cromwell. Sein Mittel zu diesem Zweck waren die Navigationsakte, die praktisch ein Mono pol der englischen Schiffahrt und damit den englischen Handel stabilisierten' und den Zwischenhandel der Holländer zerschlug. Die Navigationsakte sind ein gesetzlicher Akt und moralisch mit Seeräuberei und Sklavenhandel nicht auf eine Stufe zu stellen. Wir führen sie aber in diesem Zusammenhang deshalb an, weil England nur in brutaler Vertretung seiner wirtschaftlichen Interessen ein Monopol seiner Schiffahrt schuf, um seine Konkurrenz niederzuringen. Während sich Deutschland heute Beschränkungen, unter dem Druck seines begrenzten Lebensraumes auserlegt, waren die Navigattonsakte eine rein willkürliche Maßnahme und halfen jenen überragenden SPITZENLEISTUNG OpEL E Reichtum mitzuschaffen, der die Grundlage des englischen Freihandels wurde, der die inzwischen errungene industrielle Vormachtstellung dadurch verewigen wollte, daß er allen anderen Ländern den väterlichen Rat gab, sich auf die Erzeugung von Lebensmitteln und Rohstoffen zu beschränken. Vom Sklavenhandel sprachen wir schon. Dieser Sklavenhandel versorgte erst die westindischen Inseln, dann Nord- und Südamerika mit „lebendigem Ebenholz", das von der afrikanischen Westküste' in den berüchtigten Sklavenschiffen herangebracht wurde. Dieser Handel wurde zunächst ebenso wie die Freibeuterei „wild", d. h. je nach -Gelegenheit betrieben, und im allgemeinen verfuhren die frommen Londoner Bürger so, daß sie Schiffe mit Baumwollgeweben, Perlen, Alkohdl oder schlechten Waffen nach der westafrikanischen Küste schickten; dort wurden Sklaven eingehandelt, die in Massentransporten skandalösester Art nach den amerikanischen Plantagen gebracht wurden. Dort wurden wieder amerikanische Waren an Bord genommen, für die bann Absatz in Europa gesucht wurde. Im Utrechter Frieden von 1713, der den spanischen Erbfolgekrieg für England beendete, bedingte sich aber die ßonbo.r r Regierung von Spanien, das damals noch ganz Süd- und Mittelamerika beherrschte, das Monopol dieses Slavenhandels in aller Form aus. Allein in den Jahren 1680 bis 17H6 haben die Engländer etwa 2 130 000 Sklaven nach Amerika gebracht. Als im 19. Jahrhundert die Sklaverei in den englischen Kolonien endlich aufgehoben wurde, haben doch die Engländer im amerikanischen Bürgerkrieg die Südstaaten, die die Sklaverei verteidigten, anerkannt und gefördert. Der amerikanische Bürgerkrieg fällt in die Jahre von 1861 bis 1865! Englische Kaufleute beteiligten sich weiterhin an dem Sklavenhandel nach Kuba und nach Brasilien, welche beide Länder die Sklaverei erst 1881 bzw. 1888 aufhoben. Die Zahl der noch im 19. Jahrhundert nach Brasilien gebrachten Sklaven wird auf eine Million geschätzt! Für den systematischen Betrieb des Sklavenhandels ist die Gründung der „Königlich Afrikanischen Kompanie Englands" zur Versorgung Westindiens mit Sklaven im Jahre 1672 bezeichnend. Ein Grashalm. I Von Karl Heinrich Waagerl. Der alte Christian bringt einen Nelkenstock in die Stu^e, und was will er damit? Ja, versteht | ihn recht, dieser Stock stand den ganzen Winter hindurch oben im Gang, und jetzt treibt er trotz | . Kälte und Dunkelheit schon aus und öffnet einen | iwinzigen blutroten Knospenmund. Daran ist gewiß I vetroas Wunderbares und Tröstliches. Christian stellt | Sden Topf auf den Tisch und betrachtet ihn zärtlich, ls sssogleich geht ihm allerlei durch den Kopf. Er denkt *[■ uan einen Gefangenen, der viele, viele Jahre irgend- smo in einem Verlies lebte und der wohl schon gar nicht mehr wußte, wie farbig die Welt fein kann, Mie hell und prächtig in ihrem Schmuck. Und da fände er nun eines Tages etwas Grünes zwischen Iben Fliesen, nichts Großes und Blühendes natürlich, mur fo ein grünes Blättchen, einen Grashalm an ' öer Mauer. Da, das wäre gewiß ein großer Trost für den .'infamen Mann, das wollen wir ihm werden lassen, so ein Graspftänzchen! Er hegt es von Resern Tage an mit unendlicher Geduld und Liebe. Der Mann sammelt sogar den Staub auf dem Ävden, jedes Krümchen Erde für fernen armseligen Grashalm, und dann fällt ihm plötzlich ein, daß es »rauhen wahrscheinlich Frühling ist. Er zählt die Jahre schon lange nicht mehr. Sommer und Winter inb ihm gleich, aber jetzt spürt er den Frühling. Er «enkt an einen Kirschbaum, der einmal zweierlei- Blüten trug, rote und weiße, und das geschah zu | iiner Zeit, als er noch ein Kind war — ach, fo »ieles fällt ihm ein! Vielleicht war er schon krank, dieser Mann im ierfer. Es fehlen nur noch drei Monate an seiner 11 ifleit oder drei Wochen, ganz wenig jedenfalls. Aber 11 s lag ihm ja gar nichts mehr daran, die vielen ein- [ nmen Jahre haben feinen Mut aufgezehrt... Für j yn ist die Welt inzwischen ausgeftorben, die Frei- ‘h 5eit bedeutet ihm nichts mehr. Und nun hat er dieses Pflänzchen entdeckt. Er || ^trachtet es täglich viele Stunden lang, er steht j >uch nicht mehr wie früher zur gewissen Zeit an |i ber Mauer, wenn das Sonnenlicht durch fein kleines jP. renfter fällt, der Grashalm fall die Sonne haben. || linb abends gibt er ihm von seinem Wasser. Ja, es wächst. Der Mann will zuletzt gar nicht j| ■ nehr Rache nehmen und alle Welt erwürgen. Er | sitzt sich einfach ein Herz und wird gesund, und | wenn die drei Monate um sind .. Es wäre auch möglich, sagt Christian glücklich. I cd'- tonnte fein, daß einmal eine Hummel.. durch das Gitter käme, Lurch ein ganz kleines Loch im Fenster. Der Mann hat dieses Loch gegraben, es war in feinen ersten Jahren, und nun ist feine ganze Sorge, der Hummel wieder ihren Weg zu zeigen. Es ist ja nichts Blühendes und Duftendes für sie da, nur ein blaßgrüner Grashalm an der Mauer. Aber das Tierchen findet seinen Weg ganz von selbst wieder, es ist eine ausgesucht kluge Hummel, und später ist es lange nicht mehr so still und trostlos in der Zelle feit sie da zu Besuch war mit ihrem freundlichen Gebrumm. Der Mann ist ja ein arger Sünder gewesen, dafür mußte er büßen nach Recht und Gerechtigkeit. Allein jetzt ist seine Zeit um, die Tür springt auf. „Was hast du da?" sagt der Wärter. „Warum steckst du die Hand in dein Hemd, du Räuber?" Aber es ist ja gar kein Messer, keine tödliche Waffe, die er so verbirgt, ach nein! Nur ein wenig Erde in der hohlen Hand, ein Grashalm — laßt ihm feinen Halm!" Die kühnen Kähne der Memechscher. 23on Walter Engelhardt. Mag ich im Sommer mit dem Boot ober im Winter im Schlitten auf bem Eis des zugefrorenen Stromes ins Dorf kommen, immer umfängt mein Blick die kühne Form ber schwarzen Keitelkähne. (Keitelkahn von Keitelnetz, Netz mit nachschleppeii- bem Netzsack, in bem sich bie Fische sammeln.) Ich kann nicht mübe werben, bie Form biefer nach ungeschriebenen Naturgesetzen gebauten Kähne zu bewundern. Manchesmal habe ich den Bootsbauern bei ihrem schwierigen Handwerk zugefehen, wie sie mit einigen wenigen Werkzeugen ohne Maschinen in wachen- und monatelanger sauberer Arbeit Planke auf Planke fügen. Wenn es der Platz erlaubt, wird der Kahn auf dem Anwesen des Fischers gebaut, ber ben Auftrag gegeben hat. Er nimmt auch den Meister und feine Gehilfen währenb der Bauzeit in Verpflegung. Auf dem Bauplatz liegen Stapel von dicken Eichenbohlen und krumm gewachsene Aeste, die dann behauen als Spanten im Boot eingebaut werden, damit sie die Bordwände halten. Filz und Teer liegen zum Abdichten bereit. Wenn man da auf dem Bauplatz herumsteht und Maul- af.fen feilhält, kann man-auf eine Frage gar keine ober nur eine einsilbige Antwort bekommen. Wenn man aber einmal ein Werkzeug zureicht unb eine Bohle beim Einpassen hält und Hand mitanlegt und dabei keine Angst hat, vom Teer schwarze Finger zu bekommen, dann kann ber Meister nach einer Schnupftabakspause innehalten unb etwas von seiner Arbeit erzählen. Wieviel Boote er gebaut hat, wie lange es gedauert hat, bis sie fertig waren, unb wie sie alle zusammen gefeiert, auf ostpreußisch: ordentlich einen genommen haben, wenn eines glücklich vorn Stapel gelaufen war und frisch geteert im Wasser lag. Vielleicht weist er mit dem Beil, das er gerade zur Hand hat, hinüber zu den Kähnen am anderen Ufer unb zeigt bir ein paar von „feinen" Kähnen. Er kennt sie alle, auch schon von weitem, an ber Form, bie ihnen seine Hand unter seinem prüfenden Auge gegeben hat. W'r sehen keinen Unterschied zwischen „seinen" unb anderen Kähnen. Unsere Augen, die fast nur gewohnt sind, nüchterne Maschinenarbeit zu sehen, vermögen solche Formenunterschiede kaum noch zu erkennen. Wenn man von dem Bau eines Kurenkahnes erzählt, dann darf man die Vorrichtung, mit der die Bootsplanken in bie richtige Form gebogen werden, nicht vergessen. Vor einer Feuerstelle sind zwei kurze Eisenschienen durch Pflöcke parallel nebeneinander über dem Boden befestigt. Zwischen beide werden bie dicken Eichenbohlen gesteckt, daß sie schräg über das Feuer in die Luft ragen. Unter ihrem eigenen Gewicht biegen sie sich dort, wo die Hitze gegen das Holz schlägt. Durch Vorjchieben über dem Feuer und durch Abstützen biegt sie der Meister so, wie es die Form des Bootes verlangt Als Kontrolle bient ihm nur eine aus einem Brett zugeschnittene Schablone. Die Planken passen bann genau aufein- anber unb bie auf Steuerbord sind genau so weit ausgebogen wie die auf Backbord. Die Form, ber ber Meister zustrebt, wurde vom Haff mit feiner geringen Tiefe, feinen kurzen, hohen Wellen und ber Eigenart des Fischfangs bestimmt. Kähne, die nur zum Transport von Gemüse verwendet werden, weichen in Form und Größe von de.n Fischerkähnen ab. Durch bie Lanbschaft bestimmt, sind die Kähne zum Sinnbild dieser Landschaft geworden. Wenn am Abend die Fischerflotte mit gespannten Segeln im letzten Sonnenlicht hinaus aufs Haff Zieht, bann läßt mich das Bild immer an die Wikinger denken, die mit ihren Booten auch über das Haff gefahren waren, die am Rande ber Niebe- rung in ber Nähe ber Memel unb am Südwestranbe bes Haffs bei Wiskiauten ihre Sieblungen hatten. Die Fischer wissen nichts von ben Wikingern: aber aus- bem Text ihres Liedes, das sie fingen, klingt etwas von der Sehnsucht nach fernen Ufern und von wilder Seefahrt über fremde Meere. Zwölf auf einen Ruck! Mein Freund, be.r verwitwete Arzt, ist reichlich mit Enkelkindern gesegnet. Zwölf Enkelkinder sind eine ganze Anzahl. Zwölf Enkelkinder zusammen- genommen, wenn sie fingen, schwatzen und sich balgen, oh, das' ist ein Anblick für die Götter! Nur nervös dürfen die Götter nicht fein. Unb bann find die Enkelkinder wie die Orgelpfeifen. Don dreizehn Jahren herunter bis zu vier Jahren. Wahrhaftig, eine Orgel, woraus man das Lied des Lebens spielen kann. Komme ich da in einen Blumenladen. Aus dem Ladentisch hingelegt, hübsch in Reih und Glied, lauter kleine, winzige Sträußlein: Veilchen, Schneeglöckchen und Primeln. Ein Frühlingslächeln im Winter.^Jch zähle die Sträußchen mit dem Zeigefinger ab. Richtig, es sind tatsächlich ein volles Dutzend. Ich bitte um einen Strauß, denn erstens sehen sie reizend aus und zweitens sind sie billig. Die Gärtnerfrau wehrt ab: „Nein, von diesen hier kann ich Ihnen keinen Strauß verkaufen." Ich bin verdutzt: „Aber weshalb denn nicht?" — „Die werden gleich abgeholt. Die Enkelkinder von Dr. Seifert holen sie ab. Der Doktor hat nämlich Geburtstag." Ich muß lächeln, denn ich sehe sie im Geiste marschieren, die zwölf Enkelkinder. Eine bunte, kichernde Rotte, in den kleinen Händen, festgedrückt, die zierlichen Sträuße. Ich sehe sie die Treppe hinauseilen, vierundzwanzig Seine. Wie ein Verein klettern sie hoch, die ganze Treppe ist besetzt. Da, die Klinael wird stürmisch gezogen! Nun stürzen sie in Nie Stube, eine stürmische, freudige Welle. Nun umarmen sie ihn. Immer ein Enkelkind nach dem anderen. Nun schlingen sie einen Kreis um ihn, einen bunten Kranz. Ich sehe ihn in der Mitte stehen. Wie ein festlicher Sämann steht er da. Ich fühle, wie er vor Freude zittert. Soviel Unsterblichkeit auf einmal greift an. Nun schüttele ich lächftnd den Kops und spreche in Gedanken mit: „Soviel Freude auf einen Ruck!" Hoffentlich hält fein Herz den Sturm der zwölf kleinen Blumensträuße aus. Max Jungnickel. vochschulnachrichten. Der Assistent an der Universität München Dr. Friedrich H o l st e wurde beauftragt, im Som- merfemefter 1939 an der Universität Mord u r g die Vorgeschichte in Vorlesungen und Hebungen zu ver treten und das Vorgeschichtliche Seminar oerlrcr tungsweise zu leiten. Durch Italien nach Tripolis. Eindrücke einer ZHei|e von Or. Paul Rohrbach III. Oasenfahrt um Tripolis. Tripolis, März 1939. Wenn man die italienische Kolonisationsarbeit in Nordafrika auf eine kurze Formel bringen will, so kann man sagen: sie geht darauf aus, den jetzt vorhandenen Wohnplätzen im Küstengebiet mit ihrer Umgebung den Oasencharakter zu nehmen, indem auch das Dazwischenliegende Oedland der Kultur wiedergegeben wird. Es muß heißen: „Wiederqegeben", denn im Altertum war Libyen Kulturland. Die Italiener wenden die antike Bezeichnung in modernisierter Schreibweise (Libia) auf ihr ganzes nordafrikanisches Kolomal- gebiet an, das sich von der ägyptischen bis zur tunesischen Grenze mit einer Küstenlänge von nahezu 2000 Kilometer ausdehnt. Südwärts gehört noch ein weiligen Machthaber; die Steppe war Niemandes Land, dort weideten die Kamele, Rinder, Schafe und Esel der Nomaden. Jetzt kann man von Tripolis nach Westen, Süden und Osten ins Land fahren und sehen, wie die Oasen durch neue bäuerliche Siedlungsgebiete mit einander verbunden werden. Wenn man eine Oase besucht mit ihren Palmen und Oelbäumen, ihren urtümlichen Schöpfbrunnen, aus denen Rinder und Esel, von Kindern geführt, das Wasser in Ledersäcken, über ein hochgebautes Windgestell emporziehen, mit ihren Lehmhäusern, ihren winzigen Stückchen von Weizen- und Gartenland und ihren malerischen Eingeborenengestalten, so hat man noch den romantischen Orient aus Tausend und einer Nacht, so wie ihn der Europäer sich immer vorstellt. Die Oasen aber hören auf, die Perlen im menschenarmen Oedland zu sein. Wertvoller und menschenreicher von Jahr zu Jahr wird das Land zwischen chnen, das jetzt Hunderte und Tausende von italienischen Bauernfamilien bearbeiten. Wir fuhren von Tripolis durch die große und blühende Oase Za via nach den Ruinen von S a b r a t h a. Wir fuhren über E l - A z i z i a auf das Gebirge nach G a r i a n , wo noch viele Tausende von uralten Oelbäumen stehen, und wir sahen, wie die Siedlerhäuser, die Weizenfelder und die Baumwollpflanzungen sich immer weiter über die Oasengrenzen hinaus in die Steppe oorschieben. Wir sahen aber auch etwas, was das Altertum nicht kannte: die vielen Windmotoren, die aus tiefen Bohrlöchern Wasser emporpumpen, um Fruchtbäume, Gemüse und Luzerne zu bewässern. Neben dem Pflug ist es die Bohrmaschine, die das Land verwandelt. Die Alten haben Staudämme gebaut, schwierige und kostspielige Werke, ufa die Gewässer der Regenzeit hier und da an einem Wadi aufzuspeichern. Jetzt trifft in jedem Bohrturm der Fallmeißel, wo er nur angesetzt wird, in 30 bis 70 Meter Tiefe Wasser genug, um ein paar Gehöfte zu versorgen. Hier wächst eine neue Generation Italiener auf, alles Hinderreiche Familien, künftige Mütter und künftige Soldaten für das Imperium. großer Teil der Sahara dazu, in dem aber nur einige Oasengebiete — Gadames, Fez^an, Kufra — bewohnbar sind. Die Provinz Tripolis bildet den westlichsten gegen Tunis zu gelegenen Teil der Kolonie. Man braucht nicht lange hier zu sein, um durch einige Autofahrten in die nähere und weitere Umgebung offry Tripolis ein Bild davon zu bekommen, wie schnell die Neugewinnung des Landes für Besiedlung und Bebauung fortschreitet. Wirtschaffsgeographisch stehen sich hier die Oase und die Steppe gegenüber. Eine Oase ist stets charakterisiert durch einen Bestand von Dattelpalmen, den nährenden Baum Nordafrikas. Ueberall, wo das Grundwasser den Wurzeln der Dattelpalme erreichbar ist, wird sie sicher schon seit vielen Jahrtausenden gepflanzt. Die Stellen, an denen die Grundwasserverhältnisse von Natur sich so günstig zeigen, sind aber weder häufig noch ausgedehnt. An ber- libyscheu Mittelmeerküste gibt es eine Reihe von Oasen, und wo das Gestade eine natürliche Hafen- gelegenheit bieteh wie vor Tripolis, konnten auch sttürttsche Siedlungen entstehen. Wo sich von Süden her aus den durch die Wüste fahrenden Karawanenwegen und von Norden, d. h. von der Seeseile, durch die Schiffe der Verkehr sammelte. Die Oase, in der die Stadt Tripolis liegt, ist nicht groß, sie zählt nur 10 000 Palmen, aber sie ist wasserreich, und sie hat auf weite Entfernungen hin den brauchbarsten Hafen. Die Italiener haben ihn durch einen mächtigen Molenbau vergrößert und für Schiffe jeder Größe brauchbar gemacht. Um die Kulturarbeit zu verstehen, die jetzt darauf abzielt, Oasengebiete durch angebautes Land zu verbinden, muß man einen Blick rückwärts in die Geschichte und einen aus die natürlichen klimatischen und Bodenverhältnisse werfen. Die meeresnahen Landstriche erhalten in den Wintermonaten, von November bis März, genug Regen, um daraufhin Getreide, hauptsächlich Weizen und Gerste, anzubauen. Der Weizen braucht nur fünf Monate bis zur Reise; im April schon wird er geschnitten. Auch die Bodengualität ist für Körnerbau meist geeignet. Im Altertum, unter der geordneten Verwaltung des Römischen Reichs und auch schon früher, war Libyen tatsächlich ein Getreide- und Fruchtland. Dann machte die arabische Invasion der antiken Kultur ein Ende. Die meisten Städte wurden zerstört und verödeten; ihre Ruinen, wie Leptis Magna, Sabratha und andere, werden fetzt von den Italienern ausgegraben. Das flache Land wurde schutzlos, und an die Stelle des Ackerbaus trat der Nomade. Aus Kulturland wurde Weideland. Man kann denselben Prozeß auch im Orient, an vielen Stellen verfolgen. Wer Syrien und Mesopotamien kennt, wird gesehen haben, wie dort die Ruinen der Griechen- und Römerstädte und die Teile aus noch älterer Zeit als Zeugen einer früheren blühenden Städte- und Ackerbaukultur aus der „Wüste" au fragen, die ebenso weni g eine Wüste ist, wie die libysche Steppe es ist, sondern nur der Sicherheit für Leben und Eigentum harrt und des Pfluges, um wieder Bauerndörfer und Aehrentelder zu tragen. Wo die Lanze und das „härene Haus" des Nomaden, d. h. feine Zelte aus schwarzem Ziegenhaar, das Feld beherrschen, muß die Kultur sterben. Die Herrschaft der Türken über Trivolitanien, die der italienischen voranging, ließ die Dinge, wie sie waren. In den Palmenoasen hielt sich eine ansässige Bevölkerung und zahlte Steuern an die jeOie Westfront nach 20 Jahren. Bon unterem H. E -Sonderberichterstatter. IV. Totenwachen für Deutschland. Vom Westen aus dem Maastal kommend, fuhren wir /tu den Hauptkampfgebieten von Verdun hinauf. Alle Ehrenstätten — mochten es die würdigen Gefallenenmale der Engländer, mochten es die kostbaren, parkartigen Friedhofsanlagen der Amerikaner, mochten es die französischen Gräberfelder mit den endlosen Reihen hellschimmernder Vetonkreuze sein — sprachen in der charakteristischen Ausdrucksweise ihres Volkes ein echtes und starkes Gefühl aus, das auch uns Deutsche ergriff. Denn mag die Art der Totenehrung bei den einzelnen Weltkriegsnationen noch so verschieden sein, so ist sie doch in jedem Falle zutiefst berechtigt und fordert schon deshalb die höchste Achtung des ehemaligen Gegners oder Bundesgenossen. Unser Hauptinteresse galt natürlich den deutschen Kriegergräber st ätten, die sich von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze längs der ganzen Weltkriegsfront wie ein breiter Gürtel von Totenwachen hinziehen. Ihretwegen hatten wir unsere Reise angetreten, und es muß schon hier gesagt werden, daß das Werk der Deutschen Kriegs- gräberfür sorge hervorragende Leistungen vollbracht hat, daß es aber noch lange nicht vollendet ist. Einige Zahlen möaen den Umfang der Aufgabe verdeutlichen. Die Gesamtzahl der deutschen Toten im Weltkrieg beträgt 3,5 Millionen. In Frankreich allein fielen 947 000 deutsche Soldaten. Davon sind 225 000 verschollen, während 476 000 in Einzel ar ä- bern und 246 000 in Kameradengräbern ruhen. Diese Gräber sind in 204 Ehrenstätten zusammengefaßt, von denen erst der kleinere Teil ausgebaut wurde, während die Mehrzahl noch auf eine endgültige Ausgestaltung wartet. Wir besuchten etwa zwei Dutzend solcher deutschen Gefallenplätze. Die Organisation, die für die deutschen Kriegergräberstätten sorgt, ist der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge". Sie benötigt dazu recht erhebliche Geldmittel, die jedoch nicht — was sehr bequem wäre — aus der Staatskasse, sondern allein aus Mitgliedsbeiträgen und freiwilligen Spenden gewonnen werden, weil eben das Opfer der Toten auch ein Opfer der Nachlebenden verlangt. Wer von uns möchte sich wissend solcher Verpflichtung entziehen, da doch die Fundamente unserer glückhaften Gegenwart und unseres stolzen Dritten Reiches nicht zuletzt in den Gräbern da draußen ruhen? lieber Entstehung und Ziel des Volksbundes hat sich fein Leiter, Dr. Eulen, einmal folgendermaßen geäußert: „Im Jahre 1919 gegründet, hatte' der Volksbund zunächst die vordringliche Aufgabe eines Treuhänders aller Angehörigen unserer Gefallenen, die in den schwierigen Nachkriegszeiten entweder ohne Wissen um die letzten Ruhestätten der Gefallenen waren oder aber von sich aus nichts unternehmen konnten, um ihnen eine würdige Ausgestaltung zu geben. Diese Tätigkeit des DDK. äußert sich in Zehn tau senden von Briesen über die Lage und den Zustand unserer Kriegergräber im Ausland, zu denen ebenso zahlreiche mündliche Auskünfte traten. Aber uhfere Arbeit war von vornherein eine umfassendere: neben jenem Auftrag der Betreuung unserer Kriegeraräberstätten erwuchs chr auf weltanschaulicher Grundlage die größere Pflicht. Im Bewußtsein, daß der Geist unserer Frontkämpfer wachgehalten werden müßte, sollte Deutschland nicht seine Opfer verraten, kämpften wir, wo uns die Möglichkeit dazu geboten war, um die bleibende Ehrfurcht vor dem wahrhaft heldischen Einsatz und Opfer, vor dem Glauben an ein kommendes Reich, in dem jene Millionen gefallen sind. Es war und ist unsere Ueberzeugung, daß die Ehrfurcht nicht Sache der Angehörigen allein, sondern h ö ch st e Pflicht des ganzen Volkes ist. Hunderttausende von Einzelgräbem würden notwendig eines Tages dem Verfall anheimgegeben sein. Das Ehrenmal aber, die im ganzen ausgestaltete Kriegergräberstätte, wird die Jahrzehnte und Jahrhunderte überdauern. Es konnte keinen Zweifel für uns geben, daß dem großen Auftrag der Gefallenen an das Volk nur die höchstwertige künstlerische Ausgestaltung entsprechen konnte. Darüber hinaus wird der Ring unserer Ehrenmale rund um Deutschland ein bleibendes Dokument für die Tatsache sein, daß Deuffchland im Weltkrieg gegen eine Welt von Feinden bestanden hat." Wie sehen nun diese Dokumente, unsere Weihestätten in Frankreichs unsterblicher Erde, aus? Einige Erinnerungsbilder sind besonders hell, weil der Besuch der deutschen Kriegergräber und Ehrenmale zu einem persönlichen Erlebnis von außergewöhnlicher Stärke wurde, weil wir in diesen Gräberfeldern auf fremder Erde unversehens unsere eigene Heimat, unseren deutschen Wald, unseren deutschen Stil, unsere deutsche Art wieder entdeckten. Von diesen Eindrücken soll in einem folgenden Aufsatz die Rede sein. Frühjahrsneuerscheinunqen des Verlages Alberl Langen / Georg Muller. Der Verlag Langen / Müller, München, kündigt folgende Frühjahrsneuerscheinungen an: Paul A l- verdes, „Dank und Dienst", Reden und Aufsätze. — Hermann Claudius, „Wann wir schreiten", Gedichte. — Paul Ernst, „Grün aus Trümmern", Roman. — Knut Hamsun, „Mysterien", Roman. — Harald Hornborg, „Mächte der Oedmark", Roman. — Moritz Jahn, „Die Gleichen", Erzählung um Gottfried August Bürger. — E. G. K o l - benheyer, Gesammelte Werke. Band 3: „Meister Joachim Pausewang" / „Amor Dei"; Band 4: „Montsaloasch" / „Das Lächeln der Penaten". — Wilhelm Schäfer, „Theoderich. König des Abendlandes". — Ludwig Thoma, „Der Jagerloifl". — Franz Tumler, „Der Soldateneid", Erzählung. — In der .Kleinen Bücherei": Hans Grimm, „Die drei lachenden Geschichten". — Lena Christ, „Aus meiner Kindheit". — Friedrich Griese, „Die Flucht". — C. O. Äatho. „Stromeinsamkeit und Menschenherz", em Donaubuch. — Franz Tumler, „Im Jahre 38". — Heinz D i e ro e r g e, ,Lügengeschichten". — Hermann Roth, „Germanen im Kampf", Frühe Berichte der Römer. Verteilung der Arbeitskräfte. Bon unserer berliner Schristleituncr Der Anordnung des Beauftragten für ben Lier, jahresplan, Generalfeldmarschalls Göring, vom 13. Februar d.J. ist eine neue Anordnung gefolgt, die soeben im Reichsgesetzblatt veröffentlicht Jft. War es der Zweck der ersten Anordnung, die Bestimmungen über die Dienstpflicht auf Grund der neugewonnenen Erfahrungen abzuändern, so ift es der Zweck der zweiten Anordnung, Anweisungen über die Frage des Arbeitsplatzwechsels zu geben. Die zentrale Behörde hat es vermieden, im einzelnen anzugeben, wie verfahren werden soll, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. D t e Arbeitsämter können also ihre Genehmigung zu einer Kündigung und damit zu einem Arbeitsplatzwechsel a u f Grund der gewonnenen Erkenntnisse geben. Dabei wird der Grundsatz herrschen, die Eingriffe soweit wie möglich einzuschränken. Wie in einer Presseunterrichtung hervorgehoben wurde, hat nicht die Freude am Reglementieren bei Öer neuen Anordnung Pate gestanden sondern der Zwang, bestimmten unerfreulichen Zuständen ein Ende zu bereiten. Wie jetzt feststehl, sind es folgende Wirtschaftszweige, in denen die Arbeitsämter ge- gegen Kündigung des Arbeitsverhältnisses, sei es nun durch den Betriebsführer, fei es durch den Arbeiter ober Angestellten Einspruch erheben können: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bergbau. Chemische Industrie, Baustoffherstellung sowie Eisen- und Metallgewerbe. Beim eigentlichen Bau g e - werbe hat man von "ine'- Einschränkung d-r K'in- bigung abgesehen, ba sich Bauvorhaben häufig nur Ruhl Seliersweg Nr. 6/ M jO Telephon Nr. 317( eparaturen | auf eine begrenzte Zeit erstrecken, weil höhere Rücksichten eine Zusammenfassung der vorhandenen Kräfte auf besonders wichtige Bauvorhaben erforderlich machen können, und weil das Baugewerbe als Saisongewerbe in besonderem Maße von der Witterung abhängig ist. Im Baugewerbe bleibt es also bei einer Genehmigungspflicht für öie Einstellung von Arbeitskräften, die übrigens auch für die genannten Gewerbe weiterhin gültig sein wird. Die neue Anordnung besagt, daß eine Kündigung erst ausgesprochen werden darf, wenn sich der Kündigende vorher beim Arbeitsamt vergewissert hat, baß die Kündigung genehmigt werden wird. Damit soll vermieden werden, daß sich Betriebsführer und Arbeitnehmer einseitig festlegen, ohne zu wissen, ob das Arbeitsamt ihrer Entscheidung zustimmen wird. Man erwartet von dieser Bestimmung, daß die mit dem Gedanken der Kündigung umgehende Partei, also der Betriebsführer oder der Arbeitnehmer, ihren Entschluß reiflich überlegen und sich auch die Folgen klarmachen wird, die ein Einspruch des Arbeitsamts gegen die Kündigung für ihre Beziehungen zu den Arbeitskameraden haben mürbe. Kündigung in beiberfeitigem Einverständnis als Folge unerträglich gewordener persönlicher Beziehungen unterliegt der Zustimmung des Arbeitsamtes nicht; um ein A b - wandern der freiwerdenben Arbeitskraft aus einem Mangelberuf zu verhindern, genügt es stets, daß das Arbeitsamt gegen die Einstellung des betreffenden Arbeiters oder Angestellten Einspruch erheben kann. Scheibet ein Arbeitnehmer aus einem Betriebe aus, um in einen anberen Bc trieb der gleichen Branche einzutreten, so werben vom Arbeitsamt keine Einwendungen erhoben. Ausgenommen von der Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels sind auch die Veränderungen, die ein junger Berufsausübender für die Verbesserung seiner Fachkenntnisse und seiner Erfahrungen für notwendig hält. Die neue Anordnung soll sich also nicht in der Richtung auf eine Verringerung der Slrbeitsqualität auswirken. Die Anordnung zieht eine Gruppe von wirtschaftlich Tätigen in die Zuständigkeit der Arbeitsämter ein, die außerhalb der eigentlichen Angestellten und Arbeiter steht, nämlich die mithelsenden Familienangehörigen. Diese Gruppe spielt besonders in der Landwirtschaft eine hervorragende Rolle. Sie ist zahlenmäßig größer als die Bauern und auch die eigentlichen Landarbeiter. Aber auch hier wird die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels keine Nagelung an den Arbeitsplatz bedeuten, da solche mithelfenden Familienangehörigen sich Geschichten ans aller Welt. Liebe im Film — ohne Interesse. Ndz. Tokio. Die japanische Filmzensur prüfte im Jahre 1937 nicht weniger als 25 686 356 Meter Bildstreifen, das sind fast 30 o. H. mehr als im Jahre zuvor. Dieses Anwachsen der Filmproduktion ist^ zurückzuführen auf die vielen Filmbildberichte vom chinesischen Kriegsschauplatz. Dabei hat sich herausgestellt, daß die Filme mit Liebesszenen sich ganz bedeutend vermindert haben, und zwar auf Kosten der Kriegsfilme. Obwohl die Einfuhr ausländischer Bild- ftreifen am 28. August des Berichtsjahres gedrosselt wurde, hatte die Zensur dennoch 1067 ausländische Filme mehr zu bearbeiten als im Jahre vorher. Die Prüfstellen schnitten 388 Szenen heraus, und zwar 192 aus japanischen und 196 aus amerikanischen und europäischen Filmen. Das ist sehr wenig, denn im Jahre 1936 wurden sogar 502 Szenen beanstandet. Ter Schatz im Krokodilmagen. B. Kapstadt. Aus Salisbury in Südrhodesien wird das außerordentliche Abenteuer eines Farmers berichtet, der mit einem einzigen Schuß seines Gewehres ein großes Vermögen erworben hat. Er fuhr im Kraftwagen von Messina in Transvaal nach Bulawoyo, als er von einer Schar von Eingeborenen an- gehalten wurde, die ihn anflehten, er möchte ihr Dorf von einem riesigen Krokodil befreien, das in jener Gegend längs des Gwanda-Flusses Schrecken verbreitet. Der Farmer hätte den Aufenthalt gern vermieden, weil er es sehr eilig hatte, aber er konnte die Bitte der Schwarzen doch nicht abschlagen, nahm sein Gewehr und begab sich an den Fluß Das Krokodil lag auf dem Kies am Strand, und es genügte ein Schuß, um ihm den Garaus zu machen. Rachsüchtig stürzten sich die Eingeborenen auf das Ungeheuer und bedeckten es mit Schlägen, als sie es aber öffneten, kamen zu ihrer großen Ueberrafchung sechs mächtige rohe Diamanten, eine Handvoll Goldmünzen und andere wertvolle Gegenstände zum Vorschein. Es ist Brauch, daß die Beute von einem im Urwald getöteten Tier dem gehört, der es erlegt hat, und so konnte der Farmer seine Fahrt nach Bulawoyo fortsetzen, indem er den großen Schatz in feinem Wagen mit sich nahm. Der Stier in der Hotelhallen Ndz. Melbourne. Als kürzlich in Wanaanui auf Neuseeland eine Rinderherde an einem Hotel oorbeigetrieben wurde, rannte plötzlich ein Stier durch die Eingangstür in die belebte Hotelhalle. Frauen kreischten und flüchteten voller Entsetzen, als der wilde Bulle Tische und Stühle umrannte und viel Geschirr in Scherben ging. Das Tier versuchte die große Treppe heraufzustürmen, stürzte aber auf halbem Wege und rutschte wieder in die Halle zurück. 20 starke Männer hatten zwei Stunden lang angestrengt zu tun, um den Stier wieder auf die Straße zu bringen. Kino mit alten Schikanen. Ndz. Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt ist um em neues Lichtspieltheater bereichert worden, das an Komfort vieles in den Schatten stellt, was man bisher auf diesem Gebiet kannte. Nicht nur die Ausstattung des Theaters und des teils mit dick gepolsterten Sesseln und teils sogar mit Sofas für zwei Personen ausgestatteten Zuschauerraums erregte die Bewunderung der Oeffentlichkeit, sondern auch die großen und kleinen technischen Neuerungen, die den neuzeitlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. So kauft man am Kartenschalter nach Wahl neben der gewöhnlichen Eintrittskarte eine solche mit Schwerhörigenanlage, eine Karte für Außenplätze, von denen man telephonieren kann, oder eine Karte mit Parkplatz, denn das ganze Theater ist unterkellert und mit einer großzügigen Garagenanlage versehen, deren Parkplätze während der Vorstellung vermietet werden. Eine weitere Neuerung ift ein kleines Hundehotel unter t)em Theater. Man braucht sein Schoßhündchen nicht mehr in der Garderobe abzugeben, ivo es dann ängstlich um Frauchen jammert oder mit anderen Rassegenossen in Streit gerät; es gibt vielmehr dafür eine besondere Anlage, in der jeweils fünf Pfleglinge ausgenommen werden können. Schließlich ist für das weibliche Theaterpublikum nach Hollywood - Vorbildern ein Make-up^alon eingerichtet worden, der an die Damen mit der liebenswürdigen Aufforderung appelliert: „Wenn Sie gemeint oder sich gar zu sehr aufgeregt haben, wenn Sie müde oder sonst in Ihrem Aeußeren auffrischungsbedürftig sind, besuchen Sie unseren Kosmetik-Salon " Wer kann da widerstehen! Die Hinterlassenschaft der alten Waschfrau. Ndz. Kopenhagen. Die ärmliche, kleine Wohnung einer kürzlich verstorbenen alten Waschfrau wurde jetzt vom Erb- gericht „ausgestaubt". So nennt man in Dänemark die Untersuchung des Nachlasses von Verstorbenen, die keine Angehörigen hinterlassen. Die alte Frau lebte schon seit mehreren Jahren ausschließlich von ihrer kleinen Altersrente in höchst bescheidenen Verhältnissen. Vor einigen Wochen stürzte sie auf der Straße und wurde ins Krankenhaus gebracht, in dem sie nach mehreren Tagen starb. Bei dem Unfall trug sie eine kleine Tasche in der Hand, in der sich zur Ueberraschung des Krankenhauspersonals nicht weniger uls 11 Fünfzigkronenscheine befanden. In der Wohnung wurden nun weitere Banknoten und Bankbücher gefunden. Es stellte sich heraus, daß die alte Waschfrau dank ihrer spartanischen Lebensweise ein Kapital von 30 000 Kronen hinterlassen hat. Es wird dem Staat anheimfallen, da die sparsame Greisin keine Erben hinterläßt. Raum ist in dem kleinsten Telephonhäuschen... * Ndz. Paris. „Der Apparat ist außer Betrieb." Ein Pappschild mit dieser Inschrift schreckte die Pariser zurück, die im Telephon-Kiosk Nr 40 Rue Dignon ihr gewohntes Schwätzerchen erledigen wollten. Solche Störungen sind gewöhnlich nach wenigen Stunden behoben, in diesem fta'le hing aber das Pappschild noch am nächsten Morgen an der geschlossenen Tür. Es gab Anfragen und Beschwerden bei der Fernsprechverwaltung. Die wußte von nicht» und schickte schließlich einige Telephonarbeiter aus. Die Tür war versperrt, sie wurde nach Hinzu» ziehung eines Schutzmannes gewaltsam gesprengt. Die Aufbrecher wichen diskret zurück als sie das Innere des Kiosks überschauten. Dort lag, trotz des Lärms noch immer friedlich schlummernd, das „glücklich liebende Paar", das nach Schillers Rezess in der kleinsten Hütte Raum finden soll. Die junge Frau erwachte zuerst und sagte schlaftrunken: „In diesem Paris kann man doch nirgends richtig aus» schlafen." Dann folgte die Erttärung. Es war technische Nothilfe gegen die Pariser Wohnungs» not. Das aus der Provinz zugereiste junge Paar hatte noch immer keine Wohnung finden können und verfügte auch nicht mehr über die nötigen Mittel zum Hotel-Aufenthalt. Da wollte man mit Hilfe des Pappschildes den Telephon-Kiosk zur Notwohnung machen... Das Gasrohr und die Liebe. Ndz. Paris. Rätselhafte Sabotageakte an der Gasleitung eines Hauses in Rennes haben jetzt eine ergötzliche Aufklärung gefunden- Der Rohrlegergeselle hatte am Gasrohr eine kleine Reparatur vorgenommen, aber schon nach zwei Tagen meldete Suzon, das Hausmädchen, daß es schon wieder nach Gas rieche, und daß sie den Rohrleger bestellt habe. Als Suzon im gleichen Monat zum zehntenmal eine Reparatur des Gasrohres für notwendig erklärte, wurde es dem Hausbesitzer zu bunt. Er ließ den alten Meister kommen, und der stellte fest, daß es sich offensichtlich um Sabotageakte handle. Mit Hammer und Stemmeisen sei das Rohr beschädigt worden. Bei dieser Feststellung brach die anwesende Suzon in Tranen aus. Sie umklammerte gnadeflehend die Knie ihres „Patrons" und legte ein reumütiges Geständnis ab. Sie selbst sei die Saboteurin, aber schuld sei Die Liebe. Sie habe sich in den hübschen Rohrleger- gehilfen verliebt, aber der sei leider so schüchtern und habe offensichtlich gar nicht bemerkt, welche Avancen sie ihm machte. Darum habe sie immer neue Reparaturfälle schaffen müssen, um endlich dem blöden Burschen die Augen zu öffnen. — Ihr wurde verziehen. - 113C Cr. Die 11:6 d,ie Vorteile der Gruppe I nicht genießen und gedeckt werden können. er hi Die Inzahlungnahme Erhebliche steuerliche Vorteile. oom siebenundreißigsten Monat zum Nennwert von 112 in Zahlung genommen werden können. Die Vorteile bei Steuergutschein I bestehen in der Bewertungsfreiheit für alle abnutzbaren W i rtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens, und zwar für die Steuern vom Einkommen und Ertrag. Wenn man berechnet, daß der Gesamtbetrag der abnutzbaren Wirtschaftsgüter auf 30 Milliarden Mark und der jährliche Zuwachs auf 6 Milliarden Mark geschätzt werden kann, so ist die Erleichterung, wonach pro Milliarde Mark bereits im ersten Jahr eine Bewertungsfreiheit in Höhe von 100 Millionen Mark steuerlich nicht erfaßt werden, recht bedeutend. Diese Erleichterung wächst bis zum vierten Jahre, und dadurch wird die Finanzierung der großen nationalpolitischen Aufgaben der Gegenwart in Wirklichkeit a u f Jahrzehnte verteilt. Ein zweiter wichtiger Punkt des Neuen Finanz- planes ist die Vorschrift, wonach sich die gesamte öffentliche Verwaltung nicht verteuern darf, sondern sich lediglich auf die Ausgaben zu beschränken hat, die gegenwärtig zur Förderung des Gemeinwohls unerläßlich sind, wobei eine Verminderung dieser Ausgaben zwingend vorgeschrieben wird. Durch die Steuergutscheine werden natürlich die Aufkommen an Einkommensteuer usw. sich verringern, und um diese Verringerung auszugleichen, ist die Besteuerung der Mehre'in- kommen in einem Umfange von 30 v. S). vorgeschrieben. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß diese Mehreinkommensteuer nicht für die Lanü- und Forstwirtschaft gilt, ferner nicht für Mehreinkommen, die nach einer Tarif- oder Besoldungsordnung Beamten, Angestellten und Arbeitern zufließen, weil sie ein höheres Dienstalter oder infolge Beförderung eine höherbewertete Stellung erreicht haben. Auch der gewerbliche Unternehmer, der Bewertungsfreiheit auf Grund von Steuergutscheinen in Anspruch nimmt, ist natürlich mehreinkommensteuerfrei. Dadurch werden also die Mehreinkommen unberührt gelassen, die auf normalem Wege erzielt werden, dagegen werden selbstverständlich die Mehreinkommen, die auf Grund einer Ausnutzung der Konjunktur erzielt werden, mit 30 v. H. weggesteuert. men st euer erfaßt werde. Die tatsächliche Mehrbelastung sei jedoch wesentlich niedriger, weil die Mehreinkommensteuer bei der Ermittlung des Einkommens, das der Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer unterliege, und bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Gewerbeertrags insoweit, als sie aus bem, Gewinn aus Gewerbebetrieb entfalle, abzugsfähig fei. Die Mehreinkommensteuer, die auf der Grundlage des Mehreinkommens von 1938 festgesetzt werden würde, sei in vier Teilbeträgen am 10. September und 10. Dezember 1939 und am 10. März und 10. Juni 1940 fällig. Das Schwergewicht des Neuen Finanzplanes, sagte Staatssekretär Reinhardt abschließend, liege auf den S t e u e r g u t s ch e i n e n I. Diese ermöglichten dem Reich, seine großen nationalpolitischen Aufgaben zu finanzieren, ohne daß dadurch eine Zinsenlast des Reiches verursacht werde. Der Neue Finanzplan stelle demgemäß auch eine Entla- tungdesReichshaushaltesund eine B e - Währung der Bevölkerung vor Steuern dar, die andernfalls zur Aufbringung der Zinsen noch erhoben werden müßten. Es liege im Interesse aller Volksgenossen, den Neuen Finanzplan tatkräftig zu fördern. So weit die Erfüllung großer nationalpolitischer Aufgaben r o h st o f f m a ß i g und menschenmäßig möglich sei, sei auch ihre Finanzierung möglich und vertretbar. Voraussetzung dafür sei, daß in der gesamten öffentlichen Verwaltung strengste Sparsamkeit geübt werde und alle Volksgenossen ehrlich und pünktlich in der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten seien. 7em. Unverzinsliche Lieferschatzanweisungen wür- 9n:ctb Mai 1939 nicht mehr ausgegeben. Der außer- Nwhnliche Finanzbedarf des Reiches werde, fo- ff auf künftiges Steueraufkommen Während die Reichsanleihen durch das Reich Steuermitteln laufend verzinst und getilgt wür- seien die Steuergutscheine unverzinslich würden bei der Entrichtung von Der neue Kmanzpum der Relchsreglerung. Die Finanzierung der nationalpolitischen Aufgaben des Reiches im erweiterten Lebensraum -es deutschen Bottes. -- Steuergutscheine I verbrieften für den Fall, daß der gewerbliche Unternehmer sie eine Zeitlang behält, einen erheblichen st e u e r l i ch e n Vorteil, der in der Bewertungsfreiheit für alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens bestehe, und zwar für die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Der gewerbliche Unternehmer könne in Höhe von 20 v. H. des Gesamtbetrages der Steuergutscheine I, die ihm indenletztenzehn Monaten des Wirtschaftsjahres ununterbrochen gehört hätten, die Wertungsfreiheit für d i e ab nutzbaren Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens in Anspruch nehmen. Der Hundertsatz, der für die Bewertungsfreiheit maßgebend sei, erhöhe sich au 2 5 v. H., wenn die Steuergutscheine I dem gewerblichen Unternehmer weitere zwölf Monate ununterbrochen gehört haben: auf 30 v. H., wenn sie ihm abermals zwölf Monate gehört haben und auf 35 v. H., wenn sie ihm noch weitere zwölf Monate gehört haben. Zwecks Ausfuhrförderung erhöhe sich der Hundertsatz bei gewerblichen Unternehmern der Ausfuhrindustrie durchweg um 10 v. H., wenn der Ausfuhrumsatz mindestens 25 v. H. des Gesamtumsatzes ausmache. Die Verwendung von Steuergutscheinen I bei der Entrichtung von Reichssteuern werde sich a u Jahrzehnte verteilen. Das bedeute, daß die Finanzierung der großen nationalpolitischen Aufgaben, die in der Gegenwart erfüllt werden müßten, auf Jahrzehnte verteilt werde, ohne daß dadurch eine Zinsenlast des Reiches verursacht werde. Das Steuergutscheinverfahren kann einige Jahre hindurch fortgesetzt werden. Der größte Teil der Beträge, die so beschafft würden, werde erst innerhalb von Jahrzehnten bei der Entrichtung von Reichssteuern verwendet werden, wenn die großen nationalpolitischen Aufgaben zur Sicherung der Zukunft des deutschen Volkes erfüllt sein würden und die Reichshaushaltslage die Inzahlungnahme von Steuergutscheinen ohne weiteres erlauben werde. Bis dahin solle der Ausfall an Steuern, der durch die Verwendung von Steuergutscheinen bei der Entrichtung von Reichssteuern für das Reich entstehe, im wesentlichen durch die Erhebung einer Mehreinkommen st euer und durch Einsparungen bei den Ausgaben der öffentlichen Verwaltung ausgeglichen werden. den vorhandenen menschlichen und sachlichen Kräften geleistet werden kann. Sleuergittscheme statt Reichsanleihen (?r(äuferun e n R M. betragen und in den Rechnungsjahren 1939 und 1940 weiter ansteigen. Das Steuer- (u'ffommen sei gegenwärtig noch nicht groß ; n u g , um den außergewöhnlichen Finanzbedarf Üeö Reiches restlos zu decken. Die Größe des Fi- NNizbebarfes, ergebe sich nicht nur aus den großen liltionalpo'liti scheu Aufgaben, sondern «chh aus der Erhöhung des Zinse ndien- !t s und des sonstigen Schuldendien st es le- Reiches. Mach einem Hinweis auf die bisherige Kre - ^it Marktsperre für die private Wirt- iciaft und auf die Tatsache, daß die Summe der jetzt aufgenommenen Reichsanleihen, ge- mjifen an der Leistungskraft und Steuerkraft der ätschen Volkswirtschaft, als klein zu bezeichnen ist, feonte Reinhardt, daß bie finanz- unb kreditpoliti- jihun Grundsätze des Nationalsozialismus gebieten, te: außergewöhnlichen Finanzbebarf des Reiches Uinmehr anders als durch fortgesetzte Siirgröfeerung der Zinsenlast des Reite; zu decken und den anderen öffentlich-rechtlichen jcpperschaften und der privaten Wirtschaft den An- ihemartt nicht mehr wie bisher durch das Reich xi versperren. Diesem Gesichtspunkt werde durch । h- neue Gesetz entsprochen. jier Neue Finanzplan sehe vor, den außergewöhn- schim Finanz bedarf des Reiches grundsätzlich nicht neiir durch Aufnahme verzinslicher Anleihen, fon- hrn durch Ausgabe unverzinslicher It«uergutfcheine zu decken. Die ©teuergut’ Jene stellten wie bie Reichsanleihen einen Vor- Reichsmacht uni) Finanzen. Von unserer Berliner Schristleiiung. L. 8. B e r l i n, 24. März. Der Auf- und Ausbau des Großdeutschen Reiches, i bie innerhalb weniger Jahre aufgebaute Wehr biefes 1 Reiches zu Master unb zu Lanbe, bie militärischen : Sicherungen unb bie großen nationalpolitischen Aufgaben, die das Reich auf allen Gebieten zu erfüllen Ihat, konnten durch die Steueraufkommen nicht voll «gedeckt werden, wenn auch infolge des Wirtfchafts- muffchwungs sich die Steueraufkommen erheblich vergrößerten, von 6,8 Milliarden Mark im Jahre 1933 oauf rund 17,5 Milliarden Mark in dem Finanzjahr, Ibas Ende biefes Monats von einem neuen abgelöst Wird. Die außerorbentlichen Ausgaben mürben bischer geberft b u r cf) Anleihen, aber einmal hat Das Reich biefe Anleihen zu verzinsen, unb bann würbe burch sie der Kapitalmarkt derartig beansprucht, daß für die dringend notwendigen Kapital- ,Aufnahmen unserer erweiterten Industrie kein Raum Mehr blieb. Deshalb hat Staatssekretär im Reichs- -nnanzministerium Reinhardt einen Neuen Finanz- vlan ausgearbeitet, der im Laufe dieses Jahres in Kraft tritt. Dieser neue Finanzplan geht, wie auch der bisherige bereits, von der Tatsache aus, daß wir für >0ie dringend notwendigen Ausgaben auf die Steuer» nnkommen künftiger Jahre vorgreifen müssen, inber wir können unmöglich für diesen Vorgriff oahraus jahrein Zinsen und Tilgungsraten aus dem Steuereinkommen entrichten, da wir sonst leicht in toie Sage kämen, daß die Zinsendienste, auf Jahre hinaus berechnet, größer sind als die ursprünglich geliehenen Beträge. Das sprechendste Beispiel dafür Snd wohl die Kriegsschulden der Entente an Amerika, bie selbst von Englanb nicht mehr entrichtet werben. Der Neue Finanzplan geht nun bavon aus, Mß bie Steuerkraft der Bevölkerung nicht über- tchritten werden darf. Der Finanzbedarf des Reiches wird also von jetzt ab durch d i e Ausgabe o n unverzinslichen Stcuergutschei- e n gedeckt, die bei der Entrichtung von Reichs- leuern und Zöllen in Zahlung genommen .'»erden. Ab Mai 1939 werben bie Träger ber öffentlichen Hanb verpflichtet, die Rechnungen der Unternehmer mit 60 o. H. in bar und mit 40 v. H. in -'-teuergutscheinen zu begleichen, wobei diese 40 v. H. steuergutscheine wieder zerfallen in die Steuergutcheine I, die vorn siebenten Monat ab bei der Entrichtung von Reichssteuern usw. in Zahlung gekommen werden können, und in Steuergutscheine II, des Lichtpausanstalt am Platze. 2116Ä Frau Christine Faber, geb. Stoll im 80. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit Oeffentliche Bekanntmachung. Lang-Göns, Kirch-Göns, Gießen, den 24. März 1939. Fichtenwertholzstämme Gießen, den 25. März 1939. 99 A Wernerwall 15 Fels Gießen. Bahnhofstr. 49, Bnf 3941 W FDRC DRUCKSACHEN ¥¥ CHDC Brühl, Gießen 1919V Seine Garlenpfosten: Eiche 200. 1919V bei n DORF EL HE R Z Buchenformwertholzstämme Kiefernformwertholzstämme Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 I. Ring II. Ring III. Ring IV. Ring V. Ring Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden, sowie den Vereinen und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, sagen wir herzlichen Dank. 74 „ 59 „ 20 „ 3 „ 5 „ 2 „ 77 „ 16 „ 2 „ Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 26. März, um 14 Uhr, vom Trauerhause, Obergasse 59, aus statt Straße 2: 13 St. Kiefernwertholzstämme Nach kurzem schweren Leiden rief Gott der Herr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwester, Schwägerin und Tante i VON HAMBUfa l Nach Vancouver 2156 A 12,30 fm 50,85 „ 49,52 „ 21,27 „ 3,64 „ 7,99 „ 1,93 „ 89,53 „ 19,96 „ 3,15 „ öeschättsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten ßeschäftskarten bei Brühl. Schulstr.7 jBelfer beim ßauspufy! 2b-Kl. 3a- „ 3b- „ 4. „ 4. „ 5. „ 5. „ 3a- „ 3b- „ 4. „ Ernft Baller, Mäusburg II Abhol- und Zubringerdienst: Anruf 2315 In tiefer Trauer: Familie Heinrich Faber Familie Wilhelm Faber Familie Karl Faber Familie Otto Faber Familie August Faber. Giesser? Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen Nummernoerzeichnisse können auf Zimmer 8 des Stadthauses, Bergstraße, empfangen werden. Gebote dürfen nur von Mitgliedern der Marktvereinigung abgegeben werden. Für den Ankauf von über 15 fm Nadelnutzholz ist Einkaufsschein notwendig. Gießen, den 21. März 1939. Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. Doppelherz Verkaufssteil.:Drog.H. Elges, Seltersw.66. C.Seibel, Frankf. Str. 0. Winterhof!, Kreuzplatz 9/10. Brog. Bornemann, Bahnhofstr. 17. Grünberg: Kari Schott u. sämtliche Filialen, ljaiibach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 272V Montag, 3. April, 10 Uhr, wird im Saale von August hisgen in Lich das Werlholz und Nutzholz für örtliche Selbstverbraucher und Selbstverarbeiter öffentlich verkauft. Zum Ausgebot kommen: fm Schnittholz: Eiche 50,64, Buche 28,79, Kiefer 38,33, Lärche 5,36, Weymouthskiefer 0,69, Fichte 29,38; Stamm- und Dagnerholz: Eiche 38,45, Esche 1,54, Elsbeere 0,17, Maßholder 0,26, Linde 0,70; Stück Derbstangen: Fichte 3. 500, 2. 600, 1. 1000; Reisslängen: Fichte 4. 800, 3. 50, Bohnenstangen 1500; Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstälte Kurt Kling vonn. Keßer Nach. Bandaßisteomeist. JIarktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen Bedienung Eine Nummerliste über das Schnittholz übersenden wir auf Anforderung; im übrigen geben die Revierförster Auskunft. Das Holz liegt in allen Distrikten und ist rot gekreuzt Die Derb- und Reisstangen sind nicht geschält und liegen im Höhler, 'Hard, Schmerhütte und Münchwald. strafen von je 3500 R2N. bestraft worden. Gießen, den 22. 3.1939. Das Finanzamt.______ u. a. m. wird hingewiesen. Oberförsterei Lich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Volz Wwe. . Familie Otto Alt. 6,40 5,40 3,20 3,20 2,— Doppclherz — eine Wohltat und herrlich mundende Köstlichkeit, die dem Wohlergehen dient, die uns lo ftählt und fehaffenofreubig macht! Gesund-Fasten nach bewährter Kur unter ärztlicher Leitung Rhönkurheim Bronnzell b. Fulda Prospekt u. Abhdl. „Ueber des Fasten“ gratis Gtadiiheater-Miete. Die Einlösung der siebten Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu erfolgen, und zwar: 2112C Montag, den 27. TNärz 1939, für die Dienstag- Meter, Dienstag, den 28. TNärz 1939, für die Mttwoch- Meter, Mittwoch, den 29. März 1939, für die Freitag- Mieter . in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. Nach Einsendung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Ueberfendung einer besonderen Quittung. Die zu zahlende siebte Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen 22,— RM. Familienlogen mit 4 Plätzen 21,60 „ Gründliche Vorbereitung für die Reifeprüfung und die Aufnahme in die höheren Schulen. — Tägliche, gewissenhaft beaufsichtigte Arbeitsstunden Aufnahme von Schülern und Schülerinnen jederzeit. — Sprechstunde des Schul leiters, Studienassessor Walther, täglich von lll/2 bis 13 Uhr, Fernruf Nr. 2129. 1755D Sch merzen1 am Fuss dann zum 6*Kirchenpl.5| gemäß § 399 RAbgO. Die früheren jüdischen Viehhändler Moses ham- merschlag, früher in Treis a. d. Lda., jetzt in Gießen, und Ludwig Israel Hammerschlag, früher in Treis a. d. Lda., jetzt in Neuyork (USA.), sind gemäß § 396 der Reichsabgabenordnung wegen gemeinschaftlicher fortgesetzter Hinterziehung der Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer für 1931 bis 1937 mit Geld- " ' *----------- 1 2144D Schreibtische an denen zu arbeiten , Freude macht. Kräftig, elegant und praktisch, preiswert bei 6528A ^Dringt die leichte Maßei^ Werl- u. Formwertyolz-Verkaus der Stadt Gießen. Freitag, den 31. März 1939, 10 Uhr beginnend, Gastwirtschaft „Zum Schühenhaus", Grünberger Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief heute früh unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Fett Wwe., geb. Weiß im 52. Lebens]ahrc. In tiefer Trauer: Anna Degen, geb. Fett . Ida Fett Karl Degen Großcn-Linden, den 24. März 1939. Die Beerdigung findet Sonntag, 26. März, um 15 Uhr statt 01490 (Eine einzigartige Ferienfahrt um den halben Erdball läßt uns Gerd Düesberg in seinem Buch*) miterleben. Frisch und lebendig berichtet er, wie er auf Grund einer sonderbaren Einladung aus dem Urwald - mit schmalem Beutel, aber erlebnisfrohem Herzen — ins Land der unendlichen Wälder und der zauberhaften Seen kommt. Fesselnd und eingehend schildert er seine Eindrücke von dem ihm bisher fremden Lande, seinen Städten und seinen Menschen, von unfern Landsleuten in Übersee und schließlich eine erlebnisreiche Jagd in unberührten Wäldern, wo er Elchen und Bären in freier Wildbahn begegnet. — Wer den Reiz ferner Länder, die Schönheit un» berührter Natur und die Freiheit abenteuerlichen Fagdl^bens liebt, lieft: )gur Wildnis ferner Wälder Eine Ferienfahrt nach Kanada von Gerd Düesberg. '80 Seiten mit 59 Abbildungen in Leinen RM. 4,-. Iu beziehen durch jede Buchhandlung. Werbeblatt kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Liehlpaulen fertigt sauber und iede Anzahl pünktlich die älteste elektr. und jetzt maschinelle Betr.: Wiegegebühren für die städtischen Lastwaagen. Bekanntmachung. Die Gebühren für Verwiegungen auf den städtischen Lastwaagen werden mit Wirkung vom 1. April 1939 auf . .........— ,05 RM. für je 100 kg Nettogewicht festgesetzt. Die Mindestgebühr für eine Verwiegung beträgt........—,40 RM. Für Verwiegungen außerhalb der festgesetzten Dienststunden ist die doppelte Wiegegebühr zu bezahlen. Die bisher bestandenen Großverwiegerrabatte fallen mit Wirkung vom 1. April 1939 weg. Gießen, den 20. März 1939. 2113C ________Der Oberbürgermeister: Ritter.________ Bekanntmachung I. Das Gesetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom 17. Februar 1939 und damit in Verbindung die neuen Lohnsteucrdurchführungsbestim- mungen vom 10. März 1939 haben für das Lohnsteuerabzugsverfahren verschiedene Aenderungen gebracht. Die Aenderungen bestehen insbesondere in der Einführung neuer Tarifvorschriften und in der Beseitigung der steuerlichen Vergünstigung für bie Beschäftigung von Hausgehilfinnen und der Beseitigung der Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer. Diese Aenderungen konnten aber bei der Ausschreibung der Steuerkarten 1939 durch die Gemeindebehörden sowie bei der Bearbeitung der Anträge auf Eintragung steuerfreier Beträge für 1939 durch die Finanzämter noch nicht beachtet werden. Daraus ergeben sich nunmehr sowohl für die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber verschiedene Verpflichtungen, auf die in den nachfolgenden Abschnitten II und III besonders hingewiesen wird. II. (1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, spätestens bis zum 31. März 1939 ohne besondere Aufforderung die Berichtigung seiner Steuerkarte 1939 bei dem zuständigen Finanzamt bzw. der zuständigen Gemeindebehörde zu beantragen: a) wenn auf der Steuerkarte 1939 ein steuerfreier Betrag wegen Beschäftigung einer Hausgehilfin eingetragen ist, b) wenn auf, der Steuerkarte 1939 ein steuerfreier Betrag wegen erhöhter Werbungskosten und Sonderausgaben eingetragen ist und bei Ermittlung dieses Betrags Kirchensteuer von mehr als 6,50 RM. monatlich (1,50 RM. wöchentlich 0,25 RM. täglich) berücksichtigt worden ist, c) wenn auf der Steuerkarte 1939 der Vermerk „verheiratet" eingetragen ist und die Ehe schon am 31. Dezember 1932 bestanden hat, ohne daß aus der Ehe ein Kind hervorgegangen ist, ds'wenn auf der Steuerkarte 1939 eines Juden andere Kinder als nichtjüdische eheliche Abkömmlinge oder nichtjüdische Stiefkinder vermerkt sind, k) wenn auf der Steuerkarte 1939 eines Juden keine Kinder eingetragen sind, aber der Vermerk „verheiratet" oder der Vermerk „Gilt für die Lohnsteuer als verheiratet" enthalten ist. (2) Im Fall Abs. 1 c) entfällt die Verpflichtung zur Herbeiführung der Berichtigung der Steuerkarte: a) wenn die Ehegatten früher wegen eines nichi- jüdischen Stiefkindes Kinderermäßigung gehiibi haben, oder b) wenn ein Ehegatte das 65. Lebensjahr vollendet hat, oder c) wenn aus einer früheren Ehe eines Ehegatten ein nichtjüdisches Kind hervorgegangen ist, ober d) wenn die Ehefrau ein nichtjüdisches Kind geboren hat, oder e) wenn das Einkommen der Ehegatten im Kalenderjahr 1939 voraussichtlich den Betrag von 1800,— RM. nicht übersteigen wird, oder f) wenn einer der Ehegatten vor dem 2.1.1884 geboren ist und die Ehegatten im Kalenderjahr 1937 nicht mehr als 12000,— RM. Einkommen gehabt haben. (3) Der Antrag auf Berichtigung der Steuerkarte ist in den Fällen des Absatzes 1 a) und b) bei dem für den Wohnsitz zuständigen Finanzamt, in den Fällen des Absatzes 1 c)—e) bei der für den Wohnsitz zuständigen Gemeindebehörde zu stellen. (4) Kommt ein Arbeitnehmer der hiernach für D bestehenden Verpflichtung, seine Steuerkarte 1939 berichtigen zu lassen, nicht nach, so wird die Setidy- tigung von Amts wegen vorgenommen. Für bic zu wenig einbehaltene Lohnsteuer wird nur der Arbeitnehmer in Anspruch genommen. (5) Verwitwete oder geschiedene männliche Arbeitnehmer über 50, aber unter 65 Jahren, auf bereit Steuerkarte 1939 der Vermerk „Gilt für die Lohnsteuer als verheiratet" nicht enthalten ist und auch keine Kinder vermerkt sind, erhalten auf Antrag von der Gemeindebehörde ihres Wohnsitzes die Steuei- gruppe III bescheinigt, wenn sie nachweisen, daß aus ihrer Ehe ein nichtjüdisches Kind hervorgegangen ist oder wenn sie früher wegen eines nichtjüdischen Stiefkindes Kinderermäßigung gehabt haben. Ebenja können Juden, bei denen Kinderermäßigung für nicht« jüdische eheliche Abkömmlinge oder nichtjüdische Stielkinder früher in Betracht kam, bei denen aber die Voraussetzungen hierfür weggefallen sind (-. »• durch Tod des Kindes) bei der Gemeindebehörde ihres Wohnsitzes die Eintragung der Steuergruppe l>> beantragen. III. Die Arbeitgeber haben infolge Acndenmi der Tarifvorschriften des Einkommensteuergesetzes ab 1. April 1939 folgendes zu beachten: a) Arbeitnehmer, auf deren Steuerkarte 1^0 Kinder vermerkt sind, fallen in die Steuergruppe IV. b) Arbeitnehmer, auf deren Steuerkarte 1939 dec Vermerk „verheiratet" enthalten ist und keine Kinder vermerkt sind, sind grundsätzlich nach Steuergruppe III zu behandeln, sofern mchl nach einem besonderen Vermerk der Gemeindebehörde die Lohnsteuer nach Steuergruppe zu berechnen ist. c) Arbeitnehmer, auf deren Steuerkarte vermerkt ist „Gilt für die Lohnsteuer alo verheiratet", fallen in die Steuergruppe III. d) Arbeitnehmer, auf deren Stcuerkarte 19-, vermerkt ist „ledig", „verwitwet" oder schieden", ohne daß gleichzeitig bescheinigt u „Gilt für die Lohnsteuer als verheiratet u. ohne daß Kinder auf der Steuerkarte vernier sind,' fallen grundsätzlich in die Steuergruppe *• Dies gilt aber nicht aa) bei nichtjüdischen weiblichen Arbeitnehmern? die das 50., aber nicht das 65. Lebensjon vollendet haben; diese Arbeitnehmer fallen die Steuergruppe II, . bb) bei nichtjüdischen männlichen und weibliche Arbeitnehmern, die das 65. Lebensjahr v endet haben; diese Arbeitnehmer fallen tn Steuergruppe III. IV. Die Finanzämter und die Gemeindebehörden werden in den Vermerken über die Berichtig der Steuerkarten 1939 zum Ausdruck bringen, welchem Zeitpunkt ab die Berichtigung 91“-^ Arbeitgeber werden ersucht, in den Fällen, lw o hiernach die Berichtigung auf eine Zeit vor 2 - der geänderten Steuerkarte zurückwirkt, bei berno^i Lohnsteuer so viel mehr bzw. weniger an einzubehalten, als bei den vorhergegangenen . Zahlungen seit dem Tag der Rückwirkung zu ^iD bzw. zu viel einbehalten worden ist. Finanzamt Gießen, Grüuberg i. H., Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Büdingen, Hungen und Friedberg ♦ Die Einlösung der 7. Rate muß unbedingt vor der 25. Mietvorstellung erfolgt fein. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Einlösung der einzelnen Raten nur an der Tageskasse zu erfolgen hat. Eine Einlösung an der Abendkasse ist nur in Ausnahmefällen möglich. Gießen, den 22. März 1939. _____________Der Oberbürgermeister.______________ Nutzholz-Verkauf der Fürstlichen Aorstverwaltung Lich. Oberförsterei Hohensolms. Dienstag, den 28. TNärz, 10 Uhr, wird im Führer- fchen Saat zu Hohensolms Werl- und Nutzholz aus den Distrikten: Windelbach, Helfholz, Jffelfcheid, Eberstein, Eichelsberg, Scheuernwald, Pfaffenmark, Buchenberg und Junkernwald öffentlich verkauft, und zwar, fm Schnittholz: Eiche 0,42, Kiefer 1,87, Lärche 1,55, Fichte (Abschnitte) 13,70; Wagnerholz: Eiche 9,28, Esche 1,68; Stück Derbstangen: Fichte 3.: 700, 2.: 600, 1.: 1000; Reisslängen: Fichte 4.: 340, 3.: 250; Bohnenstangen: Fichte 1600. Rot gekreuzte Stämme kommen zum Ausgebot, ebenso alle nicht geschälten Stangen. Nummerlisten über das Schnittholz werden auf Wunsch versandt; im übrigen geben die Förster Auskunft. Besonders auf die schönen Stangen, die für Selbstverbraucher und Selbstverarbeiter verkauft werden an der Staatsstraße Gießen—Gladenbach in der Jsselscheid Kameras von 5.- an Taschen Fotoalben Stative cLieht- -mW jjlmesser sind immer beliebte Geschenkei Kommen Sie zu mir, ich zeige Ihnen gerne und unverbindlich meine große Auswahl Hans NTTiT Ludwigsplatz-Drogerie / Fotohaus 214QA 01520 01508 Nr. 72 Drittes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen) 25./26.mör5195Q Aus Der Stadt Gießen Alte Briefe... Eines Tages liegen sie plötzlich vor dir als du vor Aufroumungswut besessen, in alten Truhen und Kommodenschubladen stöbertest und schwurst den ganzen alten ..Plunder", der sich sonst noch da her- umtrieb zu verbrennen. Ein stattliches Bündel alter Briefe ist s beileibe keine Liebesbriefe denn wo du die vor neugierigen Augen und Händen bewahrt hast, das weißt du ganz genau. Nein, diese sind zum Teil noch viel älter, wie du bemi ersten, flüchtigen Durchblättern feststellst, und daran mag s liegen, daß aus dem flüchtigen Hinschauen ein gründliches Hineinoertiefen wird. Zettel sind noch dazwischen aus der Schulzeit, von Kameraden von einst, womöglich während der Schulstunden hingekritzelt an Tagen, wo du einmal nicht in der Schule warst und doch von allem genau unterrichtet sein mußtest! Da bist du noch angeredet mit dem alten Spitznamen, den du längst vergessen hattest, niemand hat dich mehr so genannt im späten Leben. Schmunzelnd liest du von Streichen, bei denen du begeistert in fröhlicher Ausgelassenheit mitgewirkt hast, und die nun schalkhaft blinzelnd aus diesen Zeilen dich ansehn: Weißt du noch? Da — Briefe aus der Tanzstundenzeit — mit (damals!) fabelhaft wichtigen Erlebnissen angefüllt; Namen klingen auf, die, längst deinem Gedächtnis entschwunden, neu geweckt werden; manche der Jungen, die da genannt werden, sind in Flandern oder in den Karpathen geblieben. — Hier ein Bildchen des Nachbarhauses von einst, wo du viel frohe Stunden deiner Kindheit verlebtest, demzuliebe Vu manche elterlichen Prügel bezogst, weil du mehr dort als idaheim warst. Und du liest — Zeit und Raum sind versunken, und wie mit leisen Glockenstimmen Iklingt's herauf: Aus der Jugendzeit, aus der Ju- igendzeit ... Mitternacht ist längst vorüber, als du aufschreckst won einem fernen Ton. Was ist? War's nicht eine »Kinderstimme? Eins deiner Kinder ist wach gewor- Den und rief nach dir. Und der Ton, der wie von fernher an dein Ohr schlug, drang doch nur aus Dem Zimmer nebenan. Die Kinderstimme — nicht iim Raum war sie fern, sie war fern in der Zeit, zwanzig — fünfundzwanzig Jahre lagen ja zwischen Diesen Briefen und denr< Heute, trennten dich von Deinen Kindern, du warst ja mitten drin im goldnen Zuäendland, an dem sie noch kein Teil hatten. Langsam, sehr langsam öffnest du die Ofentür, anqsam nacheinander gleiten sie hinein, die alten Briefe. Und mit der aufschießenden reinen hohen Flamme scheint dich noch einmal deine Jugend zu grüßen. G. Sch. Neuer Kommandeur der Schutzpolizei in Giehen. Mit Wirkung vom 1. April 1939 wurde der Major .«er Schutzpolizei, H e l l w e g.e - E m d e n, von Cux- lafen, als Kommandeur.der Schutzpolizei in Gießen lierher versetzt. In dieser Eigenschaft übernimmt Lolizeimajor Hellwege-Emden auch die Füh- pjng der Geschäfte des Direktors der Polizeidirektion Stießen. Als ehemaliger Angehöriger der Besatzung des mhmreichen Kreuzers „Emden" unserer alten Kriegsmarine hat Polizeimojor Hellwege das '. .echt, seinem Familiennamen das Zusatzwort „Em- ten" anzufügen. platrkomerie. Anläßlich der Reichsstraßensammlung der DAF. siielen folgende Musikzüge: Am Samstag von 15.30 bis 16.30 Fliegerhorst- pelle auf dem Ludwigsplatz; von 16 bis 17 Uhr das Musikkorps J R. 116 cm Kreuzplatz; von 16 bis 17 Uhr die Werkscharkipelle der DAF., Abt Luftfahrt, Bahnhofsplatz; loon 17 bis 18 Uhr die Kreiskapelle der ll'SDAP am Selterstor. Kinderlandverschickung. — Hitler-Freiplatzspende. ©te Aufwendungen der RGB. Gau Hessen-Nassau für die Gesunderhaltung des Volkes. Während die Maßnahmen für das Winterhilfs- merf 1938/39 in diesem Monat ihren Abschluß fin- den sind bereits neben den das ganze Jahr hindurch laufenden Arbeiten der NS.-Volkswohlfahrt alle Vorbereitungen getroffen, um die Sommer- arbeit im Gau Hessen-Nassau wiederum zu einem vollen Erfolg zu führen. Im Rahmen dieser Arbeit gilt es auch in diesem Jahre wieder, für einige tausend Kinder die notwendigen P flegelt e l len und für verdiente Partei- und Volksgenossen ausreichende und geeignete Gastplätze für f 1G r r e' P n Ö f P e n ö e zu beschaffen. ln diesen Tagen bereits die Blockwalter der NvV. überall vorsprechen, um die Meldung von Freiplätzen entgegenzunehmen, ist es interessant, einmal zu erfahren, welche Ausmaße diese Erholungseinrichtung der NSV. in unserem Gau im vergangenen Sommer angenommen hat. Im Gau Hessen-Nassau wurden im Sommer 1938 insgesamt 16 017 Kinder-Pflege st eilen jur Verfügung gestellt. Darunter waren 3185 Pslegestellen für Kinder aus der Ostmark. Die Aufnahme von Kindern aus dem Sudetenland mußte unterbleiben, da die an verschiedenen Stellen des Gaues aufgetretene spinale Kinderlähmung es nicht ratsam erscheinen ließ, während dieser Zeit Kinder mit gesundheitlicher Schwächung bei uns unterzubringen. Immerhin sind die zur Verfügung gestellten rund 16 000 Kinderpflegestellen, von denen ausnahmslos Gebrauch gemacht wurde, ein Beweis dafür, daß die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau sich voll und ganz bewußt ist, welche hohe BedeuDec Optiker am -Bahnhof! Mit Hans Carossa im Goethe-Bund wurde ein Bettag von 65 811,34 RM. für Hitler- Freiplatzspende ausgegeben. Ein Betrag, der in positiver Weise für die Kräftigung und Gesunderhaltung verdienter Volksgenossen bestens angewandt wurde. In diesen Tagen gehen die ehrenamtlichen Helfer und Walter der NSV. zu allen denjenigen, von denen sie erwarten können, daß sie in der Lage sind, in diesem Jahre einen Freiplatz für ein Kind, oder einen Erwachsenen der NSV. zur Verfügung zu stellen. Denke jeder daran, daß auch diese im Dienste der Volksgemeinschaft geleistete ehrenamtliche Arbeit, diese von der Freizeit geopferten Stunden Werte darstellen, die mit zu den Gesamtleistungen der NSV. gezählt werden müssen. Dies sind Leistungen, die der NS.-Volkswohlfahrt das Recht geben, alle diejenigen zur Mitarbeit aufzufordern, die in der Lage find, einen Gastplatz zur Verfügung zu stellen. Dadurch beweisen sie, daß sie dem Geleisteten ihre Anerkennung zollen. Die Hitler-Fr eiplatzspende wurde nn Jahre 1938 in ähnlicher Weise durchgeführt, wie die Kinderlandverschickung. Erholungspflege und Gastrecht sind die auch ihr unterliegenden tragenden Tendenzen. Aus allen Beoölkerungskreisen wurden Gastplätze zur Verfügung gestellt. Die ansehnliche Anzahl von 63 21 Freiplätzen enthält auch diejenigen für Volksgenossen aus der Ostmark. Insgesamt 22 Urlauberkameradschaften wurden in den landschaftlich schönsten Teilen unseres Gaues untergebracht und konnten dort einige sorgenlose Wochen in kameradschaftlichem Beisammensein verleben. In andere Gaue wurden 2 4 62 Partei- und Volksgenossen verschickt. Durch die NSV. Unser Bild gibt einen Ausschnitt aus der zwanglosen Tischrunde, die sich gestern, nach der Feierstunde in der Aula, um den Goethepreisträger Hans Carossa versammelt hatte. Man sieht den Dichter (Bildmitte) eben ein Autogramm schreiben. An seiner Linken: Professor Kippenberg; rechts von Carossa Oberbürgermeister R'itter, Dr. Henning, Regie- " rungsrat Schlecht im Gespräch mit Bürgermeister Professor Dr. Hamm (vorn rechts). An der hinteren Tischecke sieht man den Dichter Felix Timmermans schreiben. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Dornoiizen. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis nach 22 Uhr Gastspiel Die 8 Entfesselten „Mensch, paß auf". — Gießener Goethe-Festwoche: 19.30 Uhr im Club Festlicher Abend. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Prinzessin Sissy". —- Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der grüne Kaiser". — Männerbadeoerein Gießen: 20.30 Uhr „Zum Andres" Generalversammlung. — Deutsche Stenographenschaft, Ortsverein Gießen: 20.30 Uhr „Zum Rebstock" in Großen-Linden Tanz- und Unterhaltungsabend. — Frühjahrsmarkt (Schaumesse) auf Oswaldsgarten. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Abschluß der Gießener Goethe-Festwoche „Der Bürgergeneral". 19 bis gegen 22 Uhr „Die lustige Witwe". — Glo- ria-Palast (Seltersweg): „Prinzessin Sissy"; 11 Uhr Breslau-Film. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): "Der grüne Kaiser". — Schluß des Frühjahrsmarktes (Schaumesse) auf Oswaldsgarten. Gießener Goethe-Festwoche. Der Goethe-Bund bittet uns mitzuteilen: Infolge Spielplanänderung der Staatsoper Berlin wird am Festabend an Stelle von Ilse Meudtner die 1. Solotänzerin der Staatsoper Berlin, Manon Ehr fuhr, tanzen. Die 8 Entfesselten im Stadllhealer. Heute abend findet im Stadttheater ein einmaliges Gastspiel der parodistischen Zeitbühne „Die 8 Entfesselten" statt. „Die 8 Entfesselten" sind in Gießen nicht mehr unbekannt. Das heutige Gastspiel tung der Kinderlandverschickung als Erholungsein- richtung, wie auch als gemeinschaftsbildender Faktor beizumessen ist. Im gleichen Sommer wurden aus unserem Gau 8395 Kinder zur Erholung in Andere G a u e , z. B. Kurmark, Westfalen-Nord, Schleswig-Holstein und Baden, verschickt. Die jeweils festgestellten Körpergewichte, die durchschnittlich eine erhebliche Zunahme aufwiesen, mögen ein Beweis dafür sein, wie wohltuend sich die Kinderlandoerschickung auf unsere Jugend auswirkt, ganz abgesehen davon, daß der Gesichtskreis jedes einzelnen Kindes sich weitet und die Eindrücke und Erlebnisse sein zukünftiges Leben beeinflussen und es zu seinem Nutzen formen. Abgesehen von der Mühewaltung, die der NS.- Volkswohlfahrt durch die Beschaffung von Pflegestellen entsteht, und dem unberechenbaren Wert der in dem ehrenamtlichen Einsatz der Helfer und Walter der NSV. begründet liegt, wurden an Bar- ausgaben für Transportkosten der Kinder und Begleiter 159 242 RM. aufgewandt. Dazu kommen die Kosten für Einkleidung und Anschaffungen für die Kinder aus der Ostmark in Höhe von 134 000 Mark, so daß die NS.-Volkswohlfahrt also weit über eine Viertelmillion Re ichsmark allein für die Kinderlandverschickung im Gau Hessen-Nassau verausgabt hat. Eine Summe, die für höchste ideelle Werte, nämlich die Gesunderhaltung unserer Jugend und die Verwirklichung der Volksgemeinschaft, ausgegeben wurde. dyrer Krankenkasse Gießener Goethe-Festwoche. Feierstunde mit Hans Carossa. Die Peranstaltungen der Gießener Goethe-Fest- irsche fanden einen so würdigen wie repräsentativen hl-hepunkt in der Feierstunde mit Hans Carossa. Die 8:i ue Aula, mit Fahnen und dunklem Grün geschmückt, wir von Mitgliedern, Freunden und Gästen des jubilierenden Goethe-Bundes dicht besetzt, als bie Klänge Brandenburgischen Konzerts Nr. J von Johann kibastian Bach, durch das Städtische Orchester unter Leitung von Kapellmeister Paul Walter klangschön iim Vortrage gebracht, den Abend intonierten. Tar- ii entbot der Vereinsleiter Dr. Otto Henning im V'itrage und im Namen des Bundes herzlichen Gruß cijalle, die sich zu gemeinsamem Erlebnis zusammen- ziintben hatten; er erkannte den Sinn der^Kultur- xneinschaft des Bundes in der Verpflichtung, Werk Ltti Erbe Goethes zu bewahren — inmitten der cornttumspslege des heutigen Staates, der wie iif: anderer Kunst und Kultur in seine Obhut ge- ronmen habe. Die Feierstunde solle bekunden, daß eroollständigten das wohlgelungene Programm. Vannführer Rohrbach sprach zum Schluß noch kurz über Sinn und Zweck der Erziehung innerhalb ter Jugendorganisationen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Zusammenarbeit zwischen (Eltern« thaft und Hitler-Jugend sich noch weiter vertiefen nöge. — Beim diesjährigen Reichsberufswettkampf Onnten erfreulicherweise auch drei Licher Kreissieger werben, und zwar Maria M a i b h o f, Margot ißmann unb Friß Wolf. — Im „Holländischen Hof" hielt am Sonntagabend die Ortsgruppe $r NSDAP, eine Parteiversammlung ab, in der ar fudetendeutsche VDA. - Bundesredner Willi talik über „Kampf und Not des Auslands- «utfchtums" sprach. cv> Eberstadt, 24. März. Unsere Mitbürgerin, trau Juliane G ö r l a ch Wwe., geb. Alles, konnte iiejer Tage in geistiger und körperlicher Frisch.' iren 8 0. Geburtstag feiern. Trotz ihres hohen Aters hilft sie noch eifrig im Hause. Zwei Kinder, xhs Enkel und vier Urenkel konnten die hochbe- ■i.gte Frau beglückwünschen. Meine Strafkammer Gießen. Der E. H. in Laubach war durch Urteil des Amtsgerichts Laubach vom 9. Februar 1939 wegen ILrperoerletzung (Vergehen nach § 223 StGB.) mit euer Geldstrafe von 20 Mark, Hilfsweise vier Tage lxfängnis, bestraft worben. Er hatte einem anberen. h r ihm eine gewisse Einladung aus dem „Götz" rief, dafür einen Faustschlag auf den Kopf ge- dben. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. jie Berufungsoerhandlung ergab nichts neues. Der Verteidiger beantragte Freisprechung. Er war der Ansicht, daß es eine Feigheit sei, wenn man aus (ne derartige „Einladung" nicht mit Worten oder mer Ohrfeige erwidere. Der Vertreter der Anklage lxmtragte, die Berufung zu verwerfen. Urteil: Auf Berufung des Angeklagten wird das Urteil des Amtsgerichts Laubach insoweit aufgehoben, als der Äigeklagte verurteilt ist, und statt dessen erkannt: E;r Angeklagte ist schuldig des Vergehens der Be- ! Verfahrens werden der Reichskasse auserlegt. Amtsgericht Gießen. HB. W. in Gießen erhielt einen Strafbefehl über 2 RM., Hilfsweise 5 Tage Haft, wegen Uebertretung d,s Gaststättengesetzes. Er hatte am 28. Oktober 1938 ü Zäpser und Stellvertreter eines Wirtes in einer ßsefcener Gaststätte an einen betrunkenen @a,i alko- häische Getränke verabfolgt. Gegen den Strafbefehl leite er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptver- h-ndlung wurde er überführt und die Strafe auf 5 RM., Hilfsweise 10 Tage Haft, erhöht, weil er f.it mit Unwahrheiten umging. Wirtschaft. 52,50 Geld (52 bis 54). Tagesgeld war gefragt und wurde weiter erhöht auf 2,75 (2,50) v. H. Abendbörse still. Süntaoenzustrom hält an Die „sonstigen Gläubiger" der Kreditinstitute, also die Einlagen der breiten Bankenkundschaft, j stiegen im Februar nach den jetzt vorliegenden Monatsausweisen um 313 Mill. RM. Außerdem erhöhten sich die Spareinlagen bei den Banken um 71 Mill. RM. Von dieser Zunahme um zusammen 384 Mill. RM. entfallen 84 Mill. RM. auf die Dresdner Bank und erklären sich hier weitgehend durch die Uebernahme des fudetendeutschen Geschäfts der Böhmischen Escomptebank unb Credit- anstalt (Bebca). Im übrigen aber hanbelt es sich I um echten Zuwachs der Einlagen, der deutlich die weitere Kräftigung der deutschen Wirtschaft widerspiegelt. Da zugleich auch den Girozentralen aus ihrem Sparkassenunterbau rund 290 Mill. RM. zu- flossen, standen den Banken insgesamt fast 700 Mill. NM. an neuen Mitteln zur Anlage zur Verfügung. Der größte Teil dieser Gelder konnte dem Reich Zugänglich gemacht werden, denn der Schatzanweisungsbestand der Kreditinstitute stieg um 288 Mill. RM., und auch der Eigenbesitz der Banken an Reichsanleihen, der sich im Januar mit der Unterbringung der letzten Anleihe bei der Kundschaft scharf vermindert hatte, nahm jetzt wieder um 55 Mill. RM. zu. Im übrigen konnte die Liquidität des Banksystems auch im Februar weiter gefördert werden; es wurden allein rund 232 Mill. RM. bei anderen Kreditinstituten angelegt und der Wechselbestand um 91 Mill. NM. vermehrt. Daneben erhöhten sich auch die Ausleihungen der Groß- und Regionalbanken an die Wirtschaft um 138 Mill. RM.' Wenn hierbei auch die Uebernahme der fudetendeutschen Filialen eine' beträchtliche Rolle spielt, so liegt daneben doch in dieser erneuten Zunahme bet Debitorenkonten auch ein Beleg dafür, daß die Kreditansprüche der Wirtschaft mit dem anhaltenden Ausbau der Produktion in deutlichem Wachsen sind. ■ Die Banken sind heute dank des nicht abreißenden Zustroms an neuen Mitteln so gekräftigt unb liquide, daß sie auch jedes weitere Anwachsen dieses Kreditbedarfs reibungslos befriedigen können. Frankfurter Wertpapierbörse in den Tstcr tagen. Fwb. Am Samstag vor Ostern, 8. April, bleiben die Räume der Frankfurter Wertpapierbörse für jeden Verkehr geschloffen. An diesem Tage findet eine Lieferung nicht statt. Die Abendbörfe fällt am Donnerstag vor Ostern (Gründonnerstag), 6. April, aus. zeichnen. Im Freiverkehr blieben Kommunal-Um- schuldung mit 93,40 gesucht. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen still und behauptet. Von Industrie- Obligationen befestigten sich 6 v. H. IG. Farben auf 121,50 (121,25), und 5 v. H. Hoefch waren 0,50 v. H. erholt auf 100,50. Von den öffentlichen Papieren lagen Reichsattbesitz mit 129,60 und Reichsbahn- VA. mit 122,90 unverändert. In der zweiten Börsenftunde griff wieder stärkere Zurückhaltung und demzufolge Geschäftsstille Platz, zumal weitere Publikumskäufe ausblieben. Auf kleine Gewinnmitnahmen hin ließen die Kurse, insbesondere der führenden Werte, um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach. 23er. Stahl wieder auf dem Dor- tagsstand von 104 nach 104,75, ebenso Hoesch auf 106 nach 106,50, ferner bröckelten IG. Farben nach 149,90 auf 149,25, Geffürel nach 136 auf 135 und Mannesmann auf 109,65 nach HCL ab. Anderseits stiegen Aschaffenburger Zellstoff auf 101,75 nach 100 (99,50) und von später notierten Papieren, die Zumeist 1 o. H. höher lagen, gewannen Th. Goldschmidt 2 v. H. auf 133,50. Der Freioerkehr lag sehr ruhig, Dirigier 0,50 v. H. höher mit 107 bis 109, Rastatter Waggon vie NiensWchlvem Im Hinblick auf die Neufassung der Dienstpflichtverordnung werden von zuständiger Stelle in der „NS.-Sozialpolitik" Ausführungen über die bisherige Bewährung der im letzten Sommer verfügten Dienstpflicht veröffentlicht. Es wird fest- gestellt, daß sich die Derpflichtungsverordnung insgesamt gesehen für die staatspolitisch dringlichsten Maßnahmen ihren Zweck voll erfüllt hat. Sie rft außerhalb der Bau- und Metall- wirtschaft u. a. mit Erfolg auch bei dringendem Bedarf an Kräften in Einzelfällen in der Land- und Forstwirtschaft angewandt worden. Besondere Bedeutung erlangte sie für den Einsatz bei den 2Be ft arbeiten. Insgesamt sind auf Grund der alten Verordnung rund 400 700 Arbeitskräfte verpflichtet worden. Sie wurden i n er ft er Linie aus Baubetrieben mit weniger dringlichen Bauvorhaben, zum Teil aber auch aus Betrieben der verschiedensten Branchen herausgezogen. Bemerkenswert rft, daß sich nach kurzer Zett bei den Arbeitsämtern auch Kräfte in größerer Anzahl freiwillig zur Verpflichtung meldeten. Einsprüd)e gegen die Verpflichtungen wurden nur in geringem Umfange vor- Die Abendbörfe nahm einen sehr stillen Verlauf. Es machte sich allenthalben stärkere Zurückhaltung bemerkbar, zumal weitere Publikumsaufträge fehlten. Die Umsätze hielten sich in den entsprechenden Grenzen; vielfach war die Feststellung nominell. Die Entwicklung am Aktienmarkt war uneinheitlich bei im allgemeinen nur kleinen Abweichungen. Mannesmann blieben, da erwartet, von den Dividenden- erhöhungen unberührt und bröckelten sogar um 0,40 v. H. ab auf 109,25, auch Rheinstahl 0,25 v. H. ermäßigt auf 135 und Deutsche Erdöl um 0,50 v. H. auf 125,25, dagegen Vereinigte Stahl voll behauptet mit 104,40. JG.-Farben gingen mit unverändert 149,25 um, unverändert lagen außerdem Scheide- anftalt mit 206,25, Metallgesellschaft mit 115 und von anderen heimischen Papieren Adlerwerke mit 109 und Moenus mit 123,50. Licht & Kraft gaben 1.25 v. H. nach auf 130,25, dagegen Geffürel auf 135,75 (135) erholt. Renten waren geschäftslos, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. niedriger mit 122,90 gefragt, ferner 6 v. H. JG.-Farben zu unverändert 121,50 und im Freiverkehr Kommunal-Um- fchuldung mit unverändert 93,40. rimuM in der Praxis. Neufassung der Dienstpflichtoerordnung bietet weitere Handhaben zur Regelung des Arbeitseinsatzes. Aber auch in Zukunft sollen die Grenzen der Anwendung der Dienstpflichtoerordnung so eng w i e möglich gezogen werden, da jede Ausweitung bei der Knappheit der Arbeitsreserven den Erfolg bei den staatspolitisch wichtigsten Aufgaben beeinträchtigt. Amtsbezeichnungen für Huhestandsbeamte. lieber die Amtsbezeichnungen, die Ruhestandsbeamte führen dürfen, besteht noch weitgehende Unklarheit. So lieft man häufig die frühere Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „i. R." oder, bei Wartestandsbeamten, mit dem Zusatz „i. W." oder „i. e. R.". Diese Bezeichnungen sind, wie der Reichsbund der Deutschen Beamten mitteilt, falsch. § 37 des Deutschen Beamtengesetzes enthält eine klare Regelung, die besagt, daß Beamte im Ruhestände Mein-Mainische Börse. ZUiffagsbörfc: Aktien fest. Frankfurt a. M., 24. März. Unter dem Eindruck der gestern abgeschlossenen bedeutenden Verträge, insbesondere des deutsch-rumänischen Handelsabkommens, lag die Börse am Aktienmarkt fest. Die allgemeine Stimmung erfährt außerdem durch die fortluiifenö bekanntwerdenden günstigen Abschlüsse aus der Industrie eine zusätzliche Zuversicht. Das Geschäft hat sich ein wenig belebt, das Kaufinteresse der Kundschaft schien etwas größer. Im Durchschnitt eröffneten die ersten Kurse 0,50 bis 1 v. H. höher, doch zeigten eine ganze Anzahl von Werten danach eine wettere Erhöhung. Besonders fest lagen Bemberg mit 133 bis 133,65 (131,50), ferner Berger Tiefbau mit 144 (142). Von Montan- werten stellten sich u. a. 23er. Stahl auf 104,25 bis 104,75 (104), Mannesmann auf 109,25 bis 110 (109,13), Buderus auf 102,75 bis 103,25 (103). IG. Farben gewannen 0,90 v. H. auf 149,75, Metall- gefellfchaft 1 v. H. auf 114,50 bis 115. Am Elektromarkt find AEG mit 114,50 bis 114,75 (113,50), Geffürel mit 135.25 bis 136 bis 135.50 <(134,75) und Schuckert mit 176 (174,75) zu erwähnen. Mafchinen- roerte zogen fast durchweg 0,50 bis 1 v. H. an, etwas mehr Rheinmetall auf 130,50 (129). Im übrigen fetzten u. a. Westdeutsche Kaufhof mit 104,25 bis 104,75 (103,50), Gebr. Junghans mit 93.50 (91,75), Zement Heidelberg mit 153,25 (152,25) ein, während Deutscher Eisenhandel 1,25 v. H. schwächer lagen mit 141. An den fe st verzinslichen Märkten hielt sich das Geschäft in den bisher ruhigen Grenzen, und größere Abweichungen waren kaum zu oergebracht. Auch die weit überwiegende Mehrzahl der Abgabebetriebe hat bereitwillig die Opfer auf sich genommen. Für das Handwerk entstanden gewisse Gefahren dadurch, daß es an den großen vordringlichen Ausgaben wegen mangelnder Gerätevorhaltung und Kapitattraft nicht beteiligt wurde, während ihm anderseits Arbeitskräfte entzogen wurden. Deshalb wurde in geeigneten Fällen die ausreichende Einschaltung des Handwerks geradezu zur Bedingung für die Verpflichtung von Arbeitskräften gemacht. Sorgfältig mußte beachtet werden, haß die Verpflichtungsordnung nicht unberechtigterweise in Anspruch genommen wurde. Die vielen Anträge von Betrieben auf Anerkennung mußten scharf gesiebt werden. Trotz stärkster Drosselung der Anerkennung wurden in den letzten Monaten, besonders im Bau- und Metall- sektor, die Ansprüche an die Verpflichtung von Arbeitskräften so groß, daß der Bedarf nur unter erheblichen Schwierigkeiten zu decken war. Die Zahl der Betriebe mit weniger wichtigen Aufgaben, die für eine Abgabe von Kräften in Frage kamen, schrumpfte bedenklich zusammen. In Zukunft werden auch wichtige Zubringerbetriebe mehr als bisher in Anerkennungen einbezogen werden müssen. Um den dadurch noch steigenden Bedarf an Kräften decken zu können, müssen in gründlichen Auskämmungsaktionen laufend weitere Reserven gebildet werden, wobei auch über den üblichen Kreis der Arbeitnehmer hinausgegangen werden muß. Die Weiterführung der Westarbeiten wurde in den Wintermonaten weitgehend von der Verpflichtungsbasis gelöst, da sich in größerem Umfange Dienstverpflichtete freiwillig zur Weiterarbeit zur Verfügung stellten. Die ^5chwar; weiß, das r selbsttätige Wasch-J r mittel machf sie üO wieder schneeweiß! I S/ß/)fman7ktoW^P wie o/tsie ist...? die ihnen bei der Versetzung in den Ruhestand zu- stehertde Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „außer Dienst" (a. D.) und die im Zusammenhang mit dem Amt verliehenen Titel weiterführen dürfen, sofern sie nicht die Befugnis zum Führen der Amtsbezeichnung verloren haben. Im Warte stand befindliche Beamte haben ihre letzte Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „zur Dienstverwendung" (z. D.) zu führen. Ehemalige Wehrmachtsbeamte im Offiziersrang der alten und der neuen Wehrmacht, die den Bestimmungen für eine Verwendung im Mobilmachungsfall entsprechen, werden zur Verfügung ihres früheren Wehrmachtsteiles bestellt. Sie führen ihre letzte Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „z. 23.". Wehr- machtHbeantte des Beurlaubtenstandes führen die ihnen verliehene Amtsbezeichnung mit dem Zusatz „der Reserve" (d. R.) ober „der Landwehr" (d. L.). Aendert sich die Bezeichnung des früheren Amtes, so darf die geänderte Amtsbezeichnung geführt werden. Rodench, das Leckermaul, unb Gemahlin Garnichtfaul. Herr Roderich, dec sanft verfressen. Liebt Suppen, Tunken, Flammert. Er ist auf Kuchen auch versessen Frau Garnichtfaul wird zum Genie: Sie „zaubert" ihm die schönsten Sachen Mit D. P. M.*) — da ist Sie groß! Mit Sago kann sie auch viel machen. (Versuchen Sie's! Es schmeckt famos!) Leckermaul jedoch spricht froh: Teures Weib — nur weiter so!" ) Eine Reihe von guten Rezepten für die Verwendung von D.P.M., Kartosfelstärkemehl und Sago finden Sie im Testteil dieses Blattes. X O FOTO Sie bekommt für treue Dienste eine, Erholungskur“! Geben auch Sie mir Ihre Kamera auf einigeTage. EineGeneral- re vision und Ueberholung wird ihr gut tun! — Ich reinige Ihre Kamera und schaue nach dem Rechten. 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Englisch I (Anfg.) Englisch II (Fortg.) Englische Arbeitsgemeinschaft (f. Teilnehmer in. guten Vorkenntniss. । Französische Arbeitsgemeinschaft (f. Teilnehmer mit guten Vorkenntnissen) Gebr. Imheuser am Markt Das Fachgeschäft für Damen- u. Mädchenkleidung • Hüte 2137 A • „Bruchleidende hört zu Die Danzeijens Bruchherlpatenie erhielten 1930 eine lobena Anerkennung und 1931 die goldene Medaille |üt herum ragend. Verdienste du) Lern Gebiet der operattonslojcn Bruchheilung Heuqntß. — Lob - Tanl und Anertenuuag, 3bnen, leb' aeebrler Herr Backbau- füt die \o schnelle und billige Hilfe bei der Heilung meines idjro-rcn Brüllst etdenc- Scfi bube es nicht für möglich gepalten. haft mir das arof;e ®htd yitetl ivitrde^ in meinem 'Aller von 73 Jahren nach aut io einlache Weile, in knapp drei Monaten mit dem Tonzctscns latent mein Bri'chleiden los ^'werden Sm Snterefie der Poiksacmcinfchast bitte ich das Dankschreiben zu veröffentlichen WteSeck b. (Sieken/Helfen ((«iefecnet Straße 149). ben 1R ^zember 1938. Hei, Hilierl Friedrich Anerswald. Pensionär. »euqnts: Herzlichen Tank für Xlbre Hilfe. Herr Backbaus Da ich mein Bruch leiden au* io einfache Weise mit dem Tanzeisens Patent beilte bitte td) auch metneo @obn Benno einen Apparat bestellen -.u wollen Wir werden Sie Ihr Paten immer empfehlen. Rodenbach b. Kaiserslautern. 15 12. >938. Frau Anna R-irfuiebr, Hlndenburastr 3 Bructileldende! Verlangen Sie gratis ärztliche Gutachten und Dankschreibei Gebellter, vom Kind bis zum Oreis! Jede Beratnna ist kostenlos. 8u sprechen bin ich: Frankfurt a. Main. 27. 3 Hotel Hansa-Royal 9—18 Ubr 7 Friedberg, 28 3 Holet Teuifches Haus 9 11 30 Ubr / Giessen, 28 3 Hotel Hindcn^g kl 18 Ubr / Meblar. 29 3 Hotel Nassauer Hoi R 30 -11 Ubr Dillenburg. 29 3 Hotel Hirsch 14 ix Ubr / Weilburg, 30 3 Hotel Deutsches Haus 10—16 Ubr ' Limburg, 31. 3. Hotel Nassauer Hof 9—12 Uhr. Wilhelm Backhaus Neustadt Weinftrahe. Hetrelplatr .3 Im Sommerhalbjahr 1939 werden folgende Lehrgemein- schäften durchgeführt: Art der Maßnahme Elementare Mathematik Werkstoff- und Arbeitskunde, Fachzeichnen— Fachrechnen I (für Angelernte, Nichtausgelernte und Hilfskräfte) Fach- und Werkstoffkunde, Fachzeichnen-Fachrechnen I (für Facharbeiter der Metallindustrie) frühere und wehere Ernien bei gleichzeitiger Hwetenii agte: dieser Stunde nicht. Hier geht es um "Können und wäre gern eher gekommen, aber ich war, Herzenswärme, und die hat Dr. Klotz. m,e gesagt, auf einer Versteigerung. Ich war auf eine ner- Herzenswärme, und die hat Dr. Klotz. ‘ ie setzte sich dann an Frau Tukans Bett und scpstieiiihr den Rücken. Sie hatte keine Erfahrung in drMili iDingen und stellte mit Verwunderung fest, dashsi! sich dennoch ganz vernünftig benahm. Nur Als Dr. Klotz endlich erschien, abgehetzt, schweiß- uberströmt und außer Atem, entschuldigte er sich: „Ich habe mich beeilt, so sehr es ging. Aber ich war auf einer Versteigerung, und man hat erst nach mir schicken müssen. Na, liebe Frau Tukan, was machen wir denn für Geschichten?" Er fuhr sich mit einem Taschentuch übers Gesicht. Der ganze Mann war voll Güte und Freundlichkeit. Er desinfizierte seine Hände und machte sich ans Werk. „Muß ich sterben? Ist es sehr schlimm?" fragte die Frau mit verzerrtem Gesicht. „Wer wird denn gleich so etwas denken! Albernheiten! Sie bekommen etwas zu riechen, Sie kennen das ja vom letzten Mal, und wenn Sie aufwachen, ist alles vorbei. Der gute Doktor Klotz macht das schon, wie es sich gehört, nicht?" einen Rollstuhl scharf, denn die neuen sind so teuer. Als das Mädchen mich abrief, wurde er gerade aus- geboten. Schade! Sie müssen wissen, ich habe eine kranke Frau zu Hause. Lähmung, schon viele Jahre. Wenn man Rollstühle gebraucht nur leichter bekäme." Er nahm seine Tasche auf, und sie schritten weiter. Auf der Straße meinte er: Hände und geriet in fröhliche Geschwätzigkeit. Er geizte nicht mit Lob, und alle Anweseliden bekamen ihr Teil davon ab, auch die Wöchnerin, auch der blaurote Säugling. Als der Arzt nach seiner Jnstrumententasche griff, schloß sich Maxie ihm an, nachdem sie sich von ihrem Schützling verabschiedet hatte. Während sie tue Treppe hinabgingen, blieb Maxie plötzlich stehen. Es trieb sie, zu sagen: „Ich habe etwas abzubitten." „Ja?" „Ihnen und den Aerzten der ganzen Welt. Ich habe Ihren Beruf bisher ganz falsch eingeschätzt. Verzeihen Sie." bleibt denn dieser Doktor?" fragte sie vÖLir.„Braucht der immer so lange?" kommt, sobald er kann", erwiderte die „Hier werden sich unsere Wege wohl trennen. Es hat mich sehr gefreut, Fräulein Hegemann." Maxie schluckte und reichte'ihm stumm die Hand. Dann ging sie mit gesenktem Kopf davon Seit sie da oben war, rührte etwas Heißes an ihr Herz. Sie dachte an Dr. Klotz, an Georg, an die Aerzte der ganzen Welt Nie waren sie sicher, immer befanden sie sich auf dem Sprung. Keinen Sonntag, keinen Feiertag, keine Nachtruhe. Sie mußten von der kranken Frau, von einem Vergnügen, von irgend etwas anderem weg. das ihnen wichtig war, wenn der Ruf eines fremden Menschen an sie erging. Sie mußten ihre Sinne zusammenraffen und ein freundliches Gesicht machen, auch wenn ihnen nicht nach Lächeln und Anspannung zumute war. Der Mann Scheuert, der ihr Georg damals entführt hatte, fiel ihr ein. Wie sagte diese Frau Tu- Maxie fragte verschüchtert, ob sie entbehrlich wäre. Der Doktor betrachtete sie mit schräggelegtem Kopf durch seine Funkelbrille. „Das dürfen Sie mir nicht antun, Fräulein. Sie wachen einen zuverlässigen Eindruck. Hier wird jede Hand gebraucht." „Schön, dann bleibe ich." "Das ist nett von Ihnen. Sie sind wohl nur zufällig hier, Fräulein ..." „Hegemann." „Von F. I. Hegemann?" „Ja, das ist mein Vater." „Ausgezeichnet! Dann sind Sie ja wie geschaffen für das Kommende!" lächelte er. Maxie sand das gerade nicht. Sie hatte sich nie um den Betrieb der väterlichen Fabrik gekümmert. Sie empfand diesen Mangel in solcher Stunde mit leiser Beschämung. Aber sie mußte sich nützlich machen: sie wollte ausharren. Ein wenig Schweiß sammelte sich auf ihrer (Stirn; es wollte ihr übel werden, und sie kämpfte einen wahren Heldenkampf mit ihren Nerven. Es war eine schwere Sache, die sich Frau Tukan da ausgesucht hatte, aber sie ging glücklich vorüber. Dr. Klotz wusch sich abermals die, M MMm Mäkle. Itomon von Walther kloepffer. ÄliMighl by «tter Kupfer und Kitzinger werden, wie man erfährt, zur Herstellung von Emulsionen (Lebertran-Emul- sion). . 3m freien Gelände, zu zwei Drittel in die Erde eingebaut, liegt die Lagerstelle für feuergefährliche Flüssigkeiten. Große Mengen von steuerbegünstigtem Spiritus, welcher unter Zollaufs'.cht hier vergällt wird, lagert in großen eisernen Fässern, aus denen er mit explosionssicheren Pumpen in die gleichfalls explosionssicheren Gefäße der einzelnen Kliniken gepumpt wird. Er wird zu Waschungs- und Desinfektionszwecken gebraucht. In einem zweiten Raum stehen Kannen für Aether und Benzin, aus denen mittels Druck von Stickstoffgas abgefüllt wird. Die Abfüllvorrichtung wurde hier erstmalig konstruiert. Alle Gefäße sind geerdet, das heißt mit Drahtleitungen an das Grundwasfer angefchlossen, um keine Reibungselektrizität entstehen zu lassen, die zu Explosionen führen könnte Boden- und Deckenentlüftungen sowie eine Alarmvorrichtung sorgen für weitere Sicherheit. Die ganze Anlage wurde 1932 neu erstellt. ~ Unser Rundgang durch die Klinikapotheke hat uns gezeigt, daß auch für die Arzneioersorgung der Kranken in unseren Universitätskliniken gute Einrichtungen getroffen sind. Immer elegant Damen-Maß-Kostüm im Schneiderstil Krevert & Sohn iehü?' [ie 2' len r folgt. Der beste Sturm erhält ein vom Herrn Landrat in Gießen als Ehrenpreis gestiftetes Kleinkalibergewehr. Die zwei Besten eines jeden Sturmes erhalten ebenfalls einen Preis. Um die Gaugruppenmeisterschast im Basketball. Nachdem nun die Gaumeister der 17 Gaue des NSRL. ermittelt find, finden am 1. und 2. April die Gaugruppenmeisterschaften statt. In Gießen und in Hessen interessiert vor allen Dingen die Gruppe 3, der der Meister des Gaues Hessen, Mtv. Gießen zugeteilt ist, und die die Gaue IX Westfalen, X Niederrhein, XI Mittelrhein, XII Hessen und XIII Südwest umfaßt. Folgende Mannschaften sind vertreten: Gau IX Hüttenverein Dortmund, Gau X Elberfelder Turngemeinde, Gau XI Tv. 48 Kreuznach, Gau XII Mtv. Gießen, Gau XIII Reichsbahn TSV. Mainz. Die Paarungen um die Gaugruppenmeisterschaft am 1. und 2. April lauten: Vorrunde: Spiel 1 Tv. 48 Kreuznach — Elberfelder Turngern. oder Hüttenverein Dortmund, Spiel 2 Mtv. Gießen — Reichsbahn TSV. Mainz. Endrunde: Sieger aus Spiel 1 gegen Sieger aus Spiel 2. — Verlierer aus Spiel 1 gegen Verlierer aus Spiel 2. Unser Gaumeister Mtv. Gießen müßte ohne weiteres in der Lage sein ins Endspiel zu kommen, da er rein spielerisch den Mainzern überlegen ist. Er trifft dann auf Tv. 48 Kreuznach, der unter der Leitung von Niebuhr steht und der älteste deutsche Basketballpionier ist, allerdings und das zeigt sein knapper Gausieg gegen Techn. Hochschule Aachen von 23:22, nicht mehr die überragende Stellung inne hat. Wilhelm-Woöaege-Sedächtnislauf fällt aus! Der Schiklub Gießen teilt mit, daß der für den morgigen Sonntag vorgesehene Wilhelm-Wodaege- Gedächtnislauf auf dem Hoherodskopf ausfällt, da die Mitglieder des Vereins geschloffen an der Vorführung des Breslau-Filmes teilnehmen. Fom Genta Biavati Meazza Rava Locatelli Piola Colaussi -ineies 5 Want, Milkt. JO Ni SS, Nx M x y Bl ui (j.1. feen. Wiederaufnahme der deutschholländischen Sportbeziehungen Die zuständigen offiziellen Stellen Deutschlands und Hollands find in einen Gedankenaustausch über die sportlichen Beziehungen beider Länder cinge- treten. Die Besprechungen, die im Zeichen gegenseitiger Wertschätzung standen, führten zu der erfreulichen Feststellung, daß der Fortführung des internationalen Sportverkehrs zwischen Deutschland und Holland keine Hindernisse im Wege flehen. * Wohl noch jedermann wird sich der Vorgänge erinnern,' die dazu führten, daß die deutschen sportlichen Beziehungen zu Holland abgebrochen werden mußten. Der Bürgermeister von Rotterdam glaubte damals — es war kurz nach.dem verbrecherischen Anschlag auf den Gesandschaftsrat von Rath — daß die Austragung des Fußball-Länderkampfes zu Ausschreitungen Anlaß sein könnte, eine Auffassung, die von jüdischer Seite inspiriert worden war. Es schien damals, als habe in Holland der, Geist jüdischer Machenschaften über den Geist der internationalen Sportkameradschaft den Sieg davongetragen. — Jedem aufrechten Sportsmann in Holland, wie auch in Deutschland war aber von vornherein klar, daß dieser Sieg jüdischen Geistes kein Sieg auf die Dauer sein konnte. Das Ergebnis der Besprechungen beweist, daß der großen ethischen Idee der Sportkameradschaft der Völker untereinander über großen Zeitraum nichts im Wege stehen kann. (Hepäckmarschmeisterschast der ff. Am morgigen Sonntag wird die ^Gepäckmarsch- Meisterschaft im Sturmbann 1/83. ^-Standarte ausgetragen. Um 8 Uhr treten die Einheiten an den örtlichen Schießständen an, um sich, nach Ablegung einer Schießprüfung, mit 12,5 kg Gepäck auf den Weg nach Gießen zu machen. Jedem Sturm ist eine Strecke von 25 Kilometer vorgeschrieben. Am Ziel, auf dem unteren Trieb, ist eine Hindernisbahn zu überwinden, auf die noch ein Handgranatenzielwurf vollkommen heil dabei fein, so daß also folgende Spieler die deutschen Farben vertreten werden: Platzer Janes Schmaus Kupfer Golddrunner Kitzinger Lehner Hahnemann Gauchel Schön Peffer Eine eingehende Würdigung dieser Mannschaft erübrigt sich. Sie ist eine „Elf des Vertrauens". Wir halten sie für stark genug, dem Weltmeister im eigenen Land eine große Partie zu liefern und ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. • Die Italiener... haben bis zur Stunde ihre genaue Mannschaftsaufstellung noch nicht bekanntgegeben. Verbandskapitän Pozzo sah sich bei der Auswahl großen Schwierigkeiten gegenüber, die er aber inzwischen gemeistert haben dürste. Wenn nicht alles trügt, wird folgende Elf den Kampf aufnehmen: Olivieri Die Hauptversammlung des Turnvereins Homberg (Ohm) fand im Hessischen Hof statt. Der '2kr- einsführer, Stadtrechner Gottfried Repp, stieisie zunächst die großen politischen Ereignisse des Jahres 1938 bis zur Jetztzeit.Er erinnerte aber auch an I die Turnerführer Friedrich Ludwig Jahr und seinen Mitstreiter Friedrich Friesen. Beide kämpften damals schon für die Einheit Deutschlands. Sodom erstattete der Vereinsführer Bericht über die Vef einstätigfeit im verflossenen Jahre. Der Verein nahm an zwei Turnfesten, am Hoherodskopf-Verg- fest und am Turnfest in Holzheim, mit bestem Erfolg teil. Die Jugendfußballabteiluna machte gm Fortschritte. Den Gruppenmeistertitel der Gruppe» errang sie sich schon, und gegenwärtig spielt sie um die Bannmeisterschaft des Bannes 116 Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Der Vereinsführer wurde wiedergewählt: er ernannte sein«" Beirat, und zwar Ph. Lautenbach als Schcht führer, Peter Schlosser als Rechner, Heinrich Philippi und H. Seibert als Turnwane und Frau M. B e n s e l als Leiterin der Turne- rinnenabteilung. Neu wurden R. D e e g als 3«u9’ wart und Heinrich Klemm als Dietwart bestimmt 1 Anschließend fand eine Gedenkstunde an den vor il 125 Jahren für die Freiheit gefallenen Friedrich . : Friesen statt. | inoch n H w r M btt Ofjilun Milden 'pim li kaum t lorjai '. elfer ii 3ungci i:!®aue We La Üöettci (Junge : für d rim E u gegun Für v enq n k gesch i- entlass I 3 ungb tmtnfür ’tiljrlagt rot, V« Tätigte dijnst Bilngei treten. M Hur •p en 2? "ch" N l'en r'ch $ie Nie ' W Q hergehende Zusammentreffen der Artilleristen und Männerturner entschieden wurde. Der Ausgang des bevorstehenden Kampfes beider etwa gleichstarken Mannschaften hängt von der Tagesform ab. Holzheim 3gb. — Mtv. a-3ugenb Das erste Spiel der Staffelsieger der Gruppe Oie. ßen um die Bannmeisterschaft im Handball führt die Männerturner nach Holzheim. Beide Mannschaften kennten ihre Runde ohne Spieloerlust beenden. Da diese Endspiele in einem Einrundensystem durch, geführt werden, kann evtl, schon 1 Punktverlust eine Mannschaft um den Gruppensieg bringen. Es gilt daher für beide Mannschaften am Sonntag um [o mehr, alles herzugeben. Fünf Schi-Weltmeisterschaften am Keldberg. Eine Schi-Veranstaltung, wie man sie selbst in dieser, an großen Ereignissen sicherlich nicht armen Kampfzeit selten gesehen hat, gibt es am kommenden Wochenende am Feldberg im Schwarzwald. Tie internationalen Feldberg-Schiwettkämpfe können eigentlich von der deutschen Spitzenklasse nicht stärker beschickt werden, als es diesmal geschehen ist. Fünf Weltmeister bürgen für hervorragende Leistungen. Die Weltmeister H. Lantschner und Joses Jennewein, der vorjährige Abfahrtssieger Roman Wörndle (Partcnkirchen), der Norweger R. Sörensen, Clausing (Partcnkirchen) und die Schwarzwälder Dr. Vetter und Dr. Stober — das sind die Bekanntesten im Abfahrtslauf, der die Kämpfe am Samstagnachmittag einleitet. Torlauf und Springen bilden am Sonntag Höhepunkt und Abschluß im schönen Schwarzwald-Schistadion.. Toni Eisgruber, ber mit 83 Meter den Schanzenrekord hält, trifft im SW" auf unseren famosen Weltmeister Josef Bradl, ®clt« meister Gustl Berauer, Schneidenbach (Aschbeig), Lahr (Harrachsdorf) und Sörensen. Bei den Frauen steht Christel Cranz vor einem neuen Sieg. Turnverein Homberg. s Enge' ' Taub Sur li bei o Sonntag, 26. März. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Besinnliche Feierstunde. Einlage: „Glauben und Bekennen". 9: Aus alten Operetten. 9.40: Dichter unserer Zeit: Ernst Wiechert: „In der Heimat." 10: Chorgesang. 10.30: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schallplatten. 11.15: O Böhmerwald. Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag (Fortsetzung). 14: Für unsere Kinder: Aus unserer Spielzeugschachtel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. (Jn- dustrie-Schallplatten und Eigenanfnahmen.) 15: Unterhaltungskonzert. Dazwischen Berichte vom Fußball-Länderkampf Deutschland — Italien in Florenz. Sprecher: Dr. Paul Laven. 18: Im hessischen Malerwinkel. Ein Besuch in der Schwälmer Maler- kolonie Willingshausen. 18.45: Fröhlicher Feierabend. Fauler Zauber III. 45 heitere Minuten. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.40: Von der großen Feldbergschanze im Schwarzwald: Internationaler Schiwettkampf. Abfahrts- und Torlauf, großer Sprunglauf. 20: Nachrichten. 20.10: Einführung in die Oper: „ßarmina Burana". 20.15: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.: „(Sarmina Burana" Szenische Kantate von Karl Orff. 21.15; Gute Un- j gefolc >urd) sie jedoch auch diesmal in Bissenberg nicht antreten, wird der Ausschluß wegen dreimaligen Nichtantretens unvermeidbar sein. Teutonia I — VfB.-Reichsbahn I. Kaum ist eine Woche vergangen und schon wieder treffen d-ie beiden großen Rivalen aufeinander. Am vergangenen Sonmag gelang den Gießenern ein eindeutiger Sieg, indem sie die Schwächen der Teutonen-Abwehr geschickt ausnützten. Nun gilt es, erneut unter Beweis zu stellen, wer wirklich die bessere Mannschaft besitzt, Steinberg oder Gießen. Der nsue Meister wird wohl alles daransetzen, um die Schlappe des Vorsonntags wieder gut zu machen. Die Aussichten hierzu sind allerdings nicht gerade die besten: denn Schmidt und Lang leiden noch unter Verletzungen vom letzten Sonntag her, die ihre Mitwirkung für morgen unmöglich machen. Das bedeutet einen großen Ausfall für die Teutonen. Auf alle Fälle wird aber noch eine Mannschaft Zustandekommen, die den Gästen alles abverlangt. Vielleicht ist die Teutonen-Abwehr diesmal besser auf der Hut. Eine Vorhersage über den Ausgang des Spiels ist unter diesen Umständen nicht möglich. 1900 — VfB. Friedberg. Durch die Verlegung der Pokalspiele, wodurch das ür morgen vorgesehene Lokalspiel ebenfalls verlegt werden mußte, waren die Blau-Weißen gezwungen, ich in letzter Minute nach einem anderen Gegner umzusehen, um nicht wieder tatenlos zusehen zu müssen. Mit der Verpflichtung des VfB. Friedberg ist die Wahl sehr gut ausgefallen. Sind die Friedberger doch der einzige oberhessische Gauligavertreter. Diese Stellung wird schon jahrelang behauptet, und auch in diesem Jahre hat man sich Die Zugehörigkeit wiederum gewahrt. Für die Blau-Weißen bleibt daher die einzige Möglichkeit, in Gesellschaftspielen mit den Leuten vom Burgfeld zusammenzukommen. Die letzte Begegnung fand kurz vor der Sperre 1937 statt und brachte einen klaren 4:1-Sleg der Blau-Weißen. Dieses Resultat umreißt den Rahmen des morgigen Spieles. Denn die Gäste werden versuchen, diesmal den Spieß umzudrehen, während die Platzbesitzer durch einen neuen Erfolg ihre Spiel- kärke beweisen wollen. Die Blau-Weißen werden vertreten durch: Herbst (3/116), Pankak (2/116), Lippert (2/116), Rensing, Quick, Schäfer, Rost (2/116), Schmiegelt, Lobsack, Hormel (2/116), Heuser. tim den Aufstieg in die Dezirsklafse. Großen-Linden I. — Burgsolms I. Nach der hohen 5:0-Niederlage gegen Dillenburg spielt der Meister der Gruppe B diesmal auf eigenem Platz gegen die Ueberrafchungsmannfchaft Burgsolms. Die Platzelf, die mit dem verlorenen Spiel gegen Lollar von allen guten Geistern verlassen ist, teht hier wiederum vor einer schweren Aufgabe, die nur bei Anspannung aller Kräfte gelöst werden kann, denn eine Mannschaft die in Lollar ein Unentschieden herausholt muß schon über spielerisches Können verfügen. Die Platzbesitzer haben deshalb in ihrer Mannschaft eine grundlegende Aenderung vollzogen. An Stelle des verletzten Mittelstürmers Kölwes wird diesmal Pag den Sturm führen, auf Halbrechts wird statt des überspielten E. Velten der aus der Jugend aufgerückte H. Velten eingesetzt. Linksaußen wird der Jugendliche K. Spengler sein und als linker Läufer der vom Arbeitsdienst kommende E. Weiß, so daß am Sonntag mit folgender Mannschaft gerechnet werden kann: Schmelz, Größer, Feller, Nürnberger E., Nürnberger £)., Weiß E.,Fischer, Velten H., Pag, Heil und Spengler. Es ist zu hoffen, daß sich diese Mannschaft achtbar schlägt. Leiter des Spiels ist Gerhardt, Annerod. Lollar I. — Dillenburg I. Lollar empfängt Dillenburg im dritten Aufstiegsspiel. Die Gäste führen mit einem Punkt Vorsprung die Tabelle an und konnten bis jetzt ihre Spiele sicher gewinnen. Ihre Hauptwaffe dürften sie in einem schußfreudigen Sturm besitzen. Dillenburg wie auch Lollar gehörten schon einmal der Bezirksklasse an. Beide Mannschaften verfügen also über die nötige Routine. Die Platzbesitzer sind sich der Schwere des Kampfes bewußt und dürften den Gästen aus dem Dillkreis mehr Widerstand entgegensetzen als es bisher vielleicht der Fall war. Diesmal sollten sich, die Lollarer den Vorteil des eigenen Platzes nicht entgehen lassen. Da Geißler in der Verteidigung wieder dabei ist, sollte dies auch um so eher möglich sein. Ebenfalls dürften sich einige noch vorgesehene Umstellungen in der Stürmerreihe zum Besseren auswirken. Die Spiele der Kreisklaffen. Dienstag. 28. Mär;. ft • 6 Uhr: Mprgenlied, Morgenspruch, Gynwo! .; 6.30: Frühkönzert. 7: Nachrichten. 8.30: ür : Klang zur Werkpause. Es spielt das Muhkkorp-- des 1. Luftgau-Nachrichten-Regiments 7. 9.40. K Ratschläge für Küche und Haus. 10: SchulfUM- .; hohes Kleinod ist der gute Name. Eine HO i . . um Herkunft und Geschichte unserer Namen- 1 ... Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Kurhessisches Landesorchester. 13: Nachrichten- ■ ■. Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: W Q. Oper. Szenen aus „Rienzi" von Richard 2» L,„ 16: Nachmittagskonzert. Einlage (Ffm.): Das ,q phon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: -- -^ neues Lotterielos". 18.15: Die goldene s) n. 18.30: Regen — Sturm und Sonnenschein. ' , Plauderei vom Wetterwartler. 19.15: ip ö , 19.30: Weimar, Bekenntnis und Tat der . e>- j< gend. Nach einem Manuskript von Wolfgangk • mann. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: ©a । rffl„ । an Deutschlands Grenzen. Eine ^emeinjch I bung der Wehrmacht mit dem Deutschlandse Volkswirtschaftliche Zeüfragen •rein, h affen !ie \$. t !) Schützt den Wald vor Vrandgesahr! Was in 4 Stunden verbrennt, braucht 40 Jahre, um wieder zu wachsen. fr. 2e: und fit sich etwa 20 zur weiteren Tätigkeit bei n de-' Schönheit der Arbeit auch für das Handwerk Für litt Mädellanddienst stehen von den 40 Lagern Zug um Zug. 6rlit in ihre Heimat zurück. Am 15. April werden I’ Inger mit neuen Landdienstlern wieder belegt, intin, die jetzt noch die Schulbank drückten, wer- \x »ach der Tagesarbeit beim Bauer in ihren hin en eine zweite Heimat finden. Während im tor die Jungen für den Landdienst im Gau miß wie: : bet' ieg. bei ein. Vie obe Sch run [ti kämpferischen Nationalsozialisten, geformt. :«jiungen und Mädel unseres Gaues finden I end) durch den Landdienst den Weg zur t!i> So blieben durchschnittlich von 180 Jungen bl3!0 auf dem Land und von 85 Mädel ent- Der Wald bedeutet uns heute mehr als unseren Vorvätern vor hundert Jahren. Er ist uns heute mehr als ein Ort, wo man in würziger Luft unter Wipfelrauschen Erholung sucht und findet. Er ist uns auch mehr als nur Fundstelle für Beeren und Pilze. Unser Wald ist uns zu einer Rohstoffquelle allerersten Ranges geworden. Gewiß, auch unsere Väter schlugen Holz im Walde zum Bauen und zum Brennen, ebenso wie mir es tun. Darüber hinaus aber ist uns das Holz unserer Bäume Rohstoff für ganze Industrien. Denken wir nur an die Papierherstellung, oder an die Zellwolleproduktion. Von diesem Standpunkt aus gesehen leuchtet es ohne weiteres ein, daß uns der Schutz des Waldes mehr am Herzen liegen muß, als das früher der Fall war. Die Gefahren, die unseren Wald bedrohen, sind zwar groß und weittragend in ihren Auswirkungen, es liegt aber bei uns, sie abzuwenden und fcrnzuhalten. Ganz recht, wir sprechen jetzt vom Waldbrand. Es ist ungeheuerlich, wie leichtfertig da immer noch gesündigt wird. Gesündigt im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Vergehen gegen ein Rohstoffgebiet vom Range des Waldes ist schwerste Sünde gegen das Wohlergehen des Volksganzen. Es unterliegt zwar keinem Zweifel, daß Waldbrände auch entstehen können durch natürliche Ursachen, wie etwa Blitzschlag, die weitaus größte Anzahl aller Waldbrände aber hat ihren Ursprung in der Leichtfertigkeit des Menschen. Dazu ein paar Beispiele: Da geht ein Munn im Wald spazieren, und weil ihm gerade danach zumute ist, greift er in die Tasche und zündet sich eine Zigarette an, gerade, als ob er zu Hause in seinem Zimmer säße. Er weih wohl, daß das Rauchen im Walde verboten und strafbar ist; das stört ihn aber nicht im geringsten. Wenn er überhaupt daran denkt, bann nur „mich werden sie schon nicht erwischen; diese ewigen Verboten und Strafandrohungen sind sicher auch nicht so schlimm gemeint". Darin Jungen und verhindert eine übermäßige Arbeitsbeanspruchung der Jugendlichen, die gesundheitliche Schäden nach sich ziehen würde. Mit dem weiteren Aufbau ist auch eine neue Organisation im hessen-nassauischen Landdienst durchgeführt worden. Das Gebiet wurde in fünf Landesgefolgschaften eingeteilt, die je sechs bis acht Gruppen umfassen. Geführt werden die Landesgefolgschaften von einem Landesgefolgschaftsführer, zu dem bewährte Gruppenführer ernannt werden. Die Landesgefolgschaftsführer regeln die finanziellen Angelegenheiten und übernehmen die weltanschauliche Schulung der Gruppen. Auf diese Weise werden die Gruppenführer entlastet, die sich mehr der sonstigen Ausbildung widmen können. Zwei Landesgefolgschaften wurden bereits vor längerer Zeit in Groß-Umstadt und in Arnshain (Oberhessen) ein- geführt. Der Versuch hat sich gut bewährt, so daß sie jetzt auf das gesamte Gaugebiet ausgedehnt werden. mchtc: lOlUK Wck! ettldr; enHaiiii zeschek igcniü I i unb 's gerk R. Aic die A n Soc igenl im ii :t, b ix\£' Dn Ordnung und Sauberkeit sind die selbstverständlichsten Forderungen für den Handwerksbetrieb. Jeder Handwerker muß deshalb fein besonderes Augenmerk darauf richten, daß das Handwerkszeug schnell erreichbar und übersichtlich angeordnet ist. Der Schneider beispielsweise, der nur zu oft dunkle Stoffe verarbeitet, muß fein Augenlicht besonders stark einsetzen. Es ist deshalb seine Pflicht, dafür zu sorgen, daß sein Arbeitsplatz vorbildlich beleuchtet ist. Das ist für die Erhaltung'der Gesundheit des Arbeitenden unbedingt notwendig. Es muß daher geprüft werden, ob an allen Arbeitsplätzen das Tageslicht stark genug einfällt. Ist das nicht der Fall und das künstliche Licht wird zusätzlich eingeschaltet, bann darf nicht Zwielichtwirkung entstehen, unb zur Schonung bes Augenlichtes des Schaffenden muß eine Tageslichtbirne benutzt werden. / Die Schneiderarbcit löst auch starke Staubentwicklung aus. Es wird daher eine dankbare Aufgabe für die Lüftungstechniker fein, für den Klein- *| usgani, lleidiite i ab. ad iruppil W füljn annst( eenb Item h üerluf en. & ntag it So f)at die Bäuerin wahrlich ein ungeheuer großes Aufgabengebiet, das sie auf die Dauer auch bei Anwendung aller technischen Hilfsmittel nicht ohne Einsatz von fremden Hilfskräften bewältigen kann. Trotz dieser Erkenntnis ist das Bauerntum immer weiter bemüht, alle die praktischen Einrichtungen, die die Erzeugung steigern und die Arbeit erleichtern können, kennenzulernen und in feinen Betrieben anzuwenden. So finden sich trotz aller Arbeitslast immer wieder Bäuerinnen, die bereit sind, nach Vorschlägen der Beratungskräfte der Landesbauernschaft Verbesserungen in ihrem Betrieb zu treffen, durch die eine Entlastung geschaffen wird; sei es eine praktische Einrichtung im Kälberstall, durch die der Tränkeimer gehalten wird ober seien es Umänderungen von Wirtschaftsmöbeln, z. B. das Ein- bauen von Vorratsschütten im Küchenschrank, die Beschaffung von neuzeitlichen Geräten und anderes mehr. Große Umbauten in Haus, Hof und Stall, durch die kürzere Arbeitswege für die Bäuerin erreicht werden könnten, die Beschaffung von zentralen Hei- Gungsstellen, sowie von Maschinen im Außenbetrieb — soweit sie nicht gemeinschaftlich beschafft und benutzt werden — müssen jedoch häufig und gerade in klein- und mittelbäuerlichen Betrieben aus Geldmangel zurückgestellt werden, da immer wieder die wichtigsten Anschaffungen im Außenbetrieb, wie Saatgut, Düngemittel usw., und damit die Ernährungssicherheit des Volkes vorgehen. Das Bauerntum fetzt feine ganze Kraft für das Volk ein, insbesondere die Bäuerin durch ihre ungeheueren Leistungen in den letzten Jahren. Der Reichsbauernsührer erklärte in seiner Rede auf dem 6. Reichsbauerntag in Koslar: „Was unsere Bauersfrauen in den vergangenen Jahren an Arbeit und seelischer Belastung, an Mühe und Not baden durchhalten müssen, ist "wahrhaftig das hohe Lied eines wahren Heldentums." Schleussher Film ,mi j Garantie.schein uegen. Fehlbelichfung ere®; ittfr eppr je beiher si hr wii fämpmi nbs. £ iber ii!: W' it bellt int$ her im spiel! 3i VN der ki nntaq ■ Ni lNi $11 y m5( 5 Derb Willst 1 : iner,» s =96118) W N ll auf. len ] 'Nen h } die; Ni Vis ZI. März Steuertarten berichtigen In welchen Fällen muß berichtigt werden? betrieb eine Be- und Entlüftungsanlage zu konstruieren, die der Kleinbetrieb sich auch finanziell leisten kann unb bie wirksam für gefunbe Luft im Arbeitsraum sorgt. Der Handwerker, der seine Hauptarbeit sitzend verrichtet, soll auch nicht auf kantigen, unbequemen Hockern am Arbeitsplatz sitzen, sondern einen Arbeitsstuhl besitzen, der ihn vor Ermüdung und gesundheitlichen Schäden schützt. Aber es ist außer den bis jetzt angeführten For- rungen noch etwas, das für den Handwerker eben-1 täuscht sich dieser Mann aber erheblich. Sie sind durchaus ernst gemeint, und wie berechtigt sie sind, mürbe er erkennen, menn er müßte, daß der eben von ihm weggeworfene.Zigaretten-stummel eine ganze Anzahl Hektar besten Waldbestandes vernichten kann. Ein Zigarettenstummel, ein brennendes Streichholz, achtlos im Walde meggemorfen, diese kleine Hand dem eg-ung, die dazu nötig ist, bedeutet einen schweren Sabotageakt. Wertvoller, unersetzbarer Rohstoff geht in Flammen auf und ist unwiderbringlich verloren! Ein anderes Beispiel: Ein paar Jungen sind unterwegs. Der Marsch hat sie hungrig gemacht. Tüchtig, wie sie sind ober sich vorkommen, kochen sie natürlich Mittag. Wo? Am Waldrand selbstverständlich, weil da das Holz zum Feuermachen nicht so weit weg ist. Bald ist ein Haufen Reisig zusammengeschleppt, trockene Aeste liegen auch griffbereit, ein lustiges Feuer prasselt, das Mittagsmahl wird fertig und schmeckt prachtvoll, und hochbefrie- bigt zieht bie ganze Schar weiter. Mag sein, daß mancher nichts daran auszusetzen hat. Wie aber, wenn das Feuer, am Waldrand entzündet und nicht bis auf den letzten Funken gelöscht, nach dem Abzug der Jungen wieder auflebt, um sich greift unb erheblichen Schaden anrichtet, ehe es entdeckt und gelöscht werden kann? Wir sind nicht übermäßig gesegnet mit Rohstoffen und haben nicht die geringste Ursache, mit dem, was wir haben, leichtfertig umzugehen. Mit der steigenden Sonne und dem erwachenden Frühling schwillt die Zahl derer, die im deutschen Wald Erholung suchen, gewaltig an. Alle diese Volksgenossen sollten sich darüber klarwerden,- daß sie die Möglichkeit, Freude und Entspannung zu finden, nicht veraelten dürfen mjt verbrecherischem Undank, indem sie leichtfertig unb gewissenlos den Bestand des deutschen Waldes gefährden. fg (RAS) *» hi;'. Dis! Lcmuß von den Eltern erkannt werden. Blaß . etwas schüchtern kommen die Jungen aus der StqiDl meift in das Landjahr. Frisch, gesund' und diroichtszunabmen'kehren sie nach einem Jahr itriiin ihre Heimat zurück. Die soldatische Zucht isclb der Lagergemeinschaft, die weltanschauliche Wpg, die sportliche Ausbildung unb die Arbeit teil Bauer haben den jungen Menschen zu f ül1. sprecht. Füiiir km Einsatz der Landdienstlager im Gau A.' , Hesse, Essou werden jetzt alle Vorbereitungen ge- troffenn lag für Tag ist in diesen Wochen der jji/; Referat fifür den Landdienst im Gebiet 13 unter- > wegs., nn mit den Bauern die Verträge abzu- schließ. Diese Arbeit erfolgt sehr gewissenhaft. > Erst iridibem die Bauern über alle Fragen, wie ' ArbeitUM, Entlohnung, Verpflegung. Maßnahmen './< bei Eiricnkungen usw., aufgeklärt sind und ihr Ein- ’JJ f- Deritäims gegeben haben, wird der Arbeitsveftrag . ge schien. An die Richtlinien müssen sich die Bau- ern ft'Hc- halten. Jede Verfehlung wirb mit Entzug bes Iteoienftlers geahnbet. Damit garantiert bie Hitlerst--1i!,enb eine einroanbfreie Behandlung der landwirtschaftlichen Haushaltskünde, der Imkerin, der ©ärntnerin, Geflügelzüchterin, der landwirt- schaftlichen Rechnungsführerin und andere mehr. Selbstverständlich werden auch weiterhin, wie schon in vergangenen Jahren, alle Maßnahmen der Selbsthilfe durch das Bauerntum durchgeführt. Ich erinnere an bie Einrichtung der Dorfwaschküche, durch die die schwere Arbeit der Bäuerin am Waschtag auf ein Mindestmaß herabgedrückt wird. Sie elektrisch betriebenen Waschmaschinen, Wäscheschleudern und Heißmangeln werden von einer Frau bedient, so daß es der Bäuerin ermöglicht ist, die vierzehntägige Wäsche ihrer sechsköpsigen Familie nach IV2 Stunden gewaschen, gekocht, ausgewaschen und 90 ü. j). trocken geschleudert wieder abzuholen bzw. mitzunehmen. Ebenso arbeitserleichternd wirkt sich die Beschaffung von Kartoffeldämpfkolonncn und Kartofselgärfutterbehältern aus. Während die Bäuerin bisher täglich noch IV2 bis 2 Stunden Arbeitszeit zum Holen, Waschen, Kochen und Stampsen der Kartoffeln für die Schweinefütterung benötigte, wird mit der Dämpfkolonne der Vorrat für mehrere Monate auf einmal gedämpft, in Gärbehälter gefüllt und steht damit für die tägliche Schweine- und Geflügelfütterung zur Verfügung. Die Beschaffung der Vielfachgeräte, Bindemäber und weiterer landwirtschaftlicher Maschinen im Außenbetrieb, erleichtert die Arbeit bes Hackens, der Getreide-, Kartoffel- und Rübenernte ebenfalls recht beträchtlich. Die Verwendung dieser Maschinen für den einzelnen Betrieb ist meist zu teuer, eine gemeinschaftliche Beschaffung und Benutzung ist jedoch leichter durchführbar und läßt die Bäuerin etwas mehr Zeit gewinnen für ihre eigentlichen Aufgaben als Mutter und Erzieherin ihrer Kinder und in der Hauswirtschaft. Bisher hat die beliebte Ausrede: „Für meinen kleinen Betrieb lohnt es sich nicht", schließlich doch alles beim alten belassen. „Schönheit der Arbeit" ist nicht eine Frage der Mittel, der Geldkalkulation, sondern in erster Linie eine Frage des guten Willens. Der gute Wille wird immer einen Weg zu finden wissen, der dem Handwerker hilft, seine Arbeit leichter und froher unb in gefunber und freundlicher Umgebung zu verrichten Es ist doch so, daß der schaffende Mensch bie meiste Zeit seines Lebens am Arbeitsplatz verbringt, unb es ist ein Unrecht und eine Mißachtung feiner Arbeitsleistung, diese Arbeitsstätte zu oer- Hilfe für die Säuem! 2on Ilse Kammer. Es ist eine der wichtigsten Fragen unserer läge, auf welche Weise der überlasteten Landfrau eine Arbeitserleichterung gewährt werden kann. Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit der Bäuerin von 14 bis 16 Stunden am Tag — durchschnittlich d. h. ■sonm und Wintertage mit eingerechnet — ist die Erfüllung der beiden wichtigsten Aufgaben des Bauerntums, Ernährer und Blutsquell der Nation zu fein, in Frage gestellt. So ist es auch eine Aufgabe des gesamten deutschen Volkes, hier Abhilfe zu schaffen. Es muß Ehrensache für jedes deutsche Mädel fern, bas geforderte Pflichtjahr im bäuerlichen Betrieb abzuleisten und damit an den großen Aufgaben des deutschen Landvolks mitzuhelfen. Manches Stadtmädel wird hoffentlich in diesem Jahr — den guten Willen zur Arbeit und die richtige Einstellung zum Bauerntum vorausgesetzt — trotz aller Schwere der Arbeit auch die Schönheiten des Landlebens erkennen lernen und sich im Anschluß an das Pflichtjahr entschließen, mit der Ausbildung eines ländlichen Berufes zu beginnen. Manche wertvolle Ar beitsEröft könnte damit für das Land gewonnen werden. Die Landwirtschaft bietet Berufsmöglich- keiten, in denen die deutsche Jugend Freude an der Arbeit und gesundes Auskommen erhalten kann. Ich erinnere an die Berufe der ländlichen Wirtschaftsgehilfin, der Haushaltspflegerin, der Lehrerin der ■ap< "iiift, die Einsicht und Vernunft erfordert, etzipl Endes ist der Landdienst aber auch von qrow erzieherischen und gesundheitlichen Wert. 15 M iVerfügung, während früher nur acht be- tftanMa. Die Lager sind wohnlich und in der der '^LctlWßlhlsft angepaßten Bauweise vorbildlich. Sie :Ws Vorhänge, Lampenschirme, Bilder, Bücher- cinbärii usw. an. Jedes Lager besitzt auch einen en. K Run dir,k. Für die neuen Lager wurden meist ,\^V Gerait c is der Dr.-Goebbels-Spende zur Verfügung j)(r qssteUl: Daß die Lager vor der Belegung sich immer MS in vivt>'dlichem Zustand befinden, darüber wacht die M stehr streng. Die Zuweisung von Jungen k HC in di ieLager erfolgt von der Reichsjugendführung I erst l'lai, wenn die Räume in wohnlicher und bau- . licher!' ? iflimerf als tatkräftige Helfer zur Seite. Viele F111 mbe fanden durch den Landdienst den Weg I it Landarbeit, die sie während ihrer Tätigkeit ) t ”m Bauer lieben gelernt hatten und die ihnen li o| Berufsaussichten bietet. Auch die Jugend des v ats Hessen-Nassau hat ihre Verpflichtung aus der l?»t!Lndigkeit des Dienstes an der deutschen Erde 'iiiftrint und aus ihr im Landdienst die verant- vivringsbewußte Folgerung gezogen. Sit Mitte März sind die Landdienstlager der ) |$. m Gau Hessen-Nassau verwaist. Die Jungen, ।ü uriges Jahr in den Landdienst eingetreten sind, in die neue Steuergruppe II unb sind verpflichtet, ohne besondere Aufforderung ihre Steuerkarte bis spätestens 31. März durch die zuständige Gemeindebehörde berichtigen zu lassen. Die Steuerkarte erhält den Vermerk „Steuergruppe II ab 1. April 1939". Der Berichtigungszwang gilt natürlich nicht für diejenigen, die bas Gesetz ausgenommen hat, wenn also bas Einkommen 1800 Mark nicht übersteigt oder wenn einer der Ehegatten vor bem 2. Januar 1884 geboren ist unb bie Ehegatten 1937 nicht mehr als 12 000 Mark Einkommen hatten ober wenn ein Ehegatte bas 65. Lebensjahr vollendet hat usw. Eine besondere steuerliche Vergünstigung für geschiedene ober verwitwete Männer über 50, aber unter 65 Jahren, ist nicht mehr vorgesehen. Sie fallen grundsätzlich in die Steuergruppe I. Dagegen müssen diejenigen verwitweten ober geschiebenen Arbeitnehmer ihre Steuerkarte bei ber Gemeindebehörde berichtigen lassen, auf beren Steuerkarte der Vermerk „gilt für die Lohnsteuer als verheiratet" nicht enthalten ist und auch keine Kinder vermerkt sind, wenn aus ihrer Ehe ein nichtjüdisches Kind hervorgegangen ist oder wenn sie früher wegen eines nichtjüdischen Stiefkindes Kinderermäßigung gehabt haben. Sie kommen bann in die Steuergruppe III. Ebenso müssen Juden, die künftig nach der Steuergruppe I besteuert werden, ihre Steuerkarte bis zum 31. März bei der Gemeindebehörde entsprechend berichtigen lassen. Entsprechend den neuen Haftunasbestimmungen stellt der Erlaß ausdrücklich fest, daß für die Lohnsteuer, die deshalb zu wenig einbehalten wird, weil der Arbeitnehmer seiner Verpflichtung zur Berichtigung nicht nachgekomwen ist, ausschließlich der Arbeitnehmer, nicht auch' der Arbeitgeber in Anspruch genommen wird. ®lliui verschickt wurden, werden in diesem Jahre biii tiger in den Haupteinsatzgebieten (Oberhessen, Welt "au, Odenwald und Rheinhessen) nur mit JiNm aus unserem Gau belegt. Die Anmeldungen füir Ln Landdienst sind in den letzten Wachen irm (mu Hessen-Nassau in erfreulicher Zahl ein- gSM-flen. Jü die Werbung hat sich die Hitler-Jugend, die cnrjriiit den Arbeitsämtern arbeitet, tatkräftig ein- gs Die Jungen, die Ostern aus der Schule enMm werden und im Jungvolk stehen, wurden Juiznnnweise zusammengefaßt. Bei den Zusam- menfmften erzählten bie Gruppenführet ber Lanb- jahrlaser vom Landdienst. Sie führten auch Filme D011, he den Jungen ein lebendiges Bild von der TGiMt unb ber frohen Gemeinschaft im Land- bie ih gaben. Wie gern würden noch viel mehr Ju'izii aus unserem Gau in den Landdienst ein- tre ten Ihr Wunsch scheitert aber meist an ihren EltÄi die ihren Jungen den Eintritt in den Land- dieijtiverweigern. Dieses Verhalten hat feinen Grim! im materialistischen Denken ober in einer fall d)t Wertung der landwirtschaftlichen Arbeit. s2In; dise Eltern muß deshalb die Mahnung ge- rich'itetMerden, daß die Sicherung unserer Ernäh- rumgs 'undlage im wesentlichen eine Nachwuchs- Die Neuordnung ber Lohnsteuer konnte bei der Ausschreibung der diesjährigen Steuerkarten noch nicht berücksichtiat werden, ebenso die Beseitigung des steuerfreien Betrags für bie Beschäftigung einer Hausgehilfin und die Nichtabzugsfähigkeit der Kirchensteuer. Ser Reichsfinanzminister hat jetzt umfangreiche Bestimmungen darüber erlassen, inwieweit infolgedessen eine Berichtigung der Steuer- farten erfolgen muh. Für die Loynzahlungszeit- raume bis zum 31. März bleibt es bei den Eintragungen auf der Steuerkarte. Ab 1. April gilt dagegen das neue Recht. Ist ein steuerfreier Betrag wegen Befchäfttgung einer Hausgehilfin auf ber Steuerkarte 1939 eingetragen, so ist der Arbeitnehmer verpflichtet, spätestens bis zum 31. März ohne besondere Aufforderung bei seinem zuständigen Finanzamt die Berichtigung der Steuerkarte zu beantragen. Die gleiche Verpflichtung hat der Arbeitnehmer, auf dessen Steuerkarte ein steuerfreier Betrag besonders einge- tragen ist, wenn bei Ermittlung dieses Betrages Kirchensteuer von mehr als 6,50 Mark, monatlich berücksickttgt worben ist. Für bie kleinen Kirchensteuerzahler bleibt es also in diesem Jahre bei der Lohnsteuer noch beim alten. Arbeitnehmer, auf deren Steuerkarte' Kinder vermerkt sind, fallen künftig in die Steuergruppe IV. Eine Aenberung ber Steuerkarte ist hierfür nicht notwendig. Das gleiche gilt für Arbeitnehmer, auf deren Steuerkarte ber Vermerk „verheiratet" enthalten ist, aber keine Kinder vermerkt sind. Hier wird die Steuer künftig nach der Steuergruppe III berechnet. Eine Aenderung ist dagegen für diejenigen Verheirateten notwendig, deren Ehe schon am 31. Dezember 1932 bestanden hat, ohne daß ein Kind aus der Che hervorgegangen ist. Sie fallen künftig _)ielist in Gau Hessen-Nassau verstärkt Wie ist es aber um die Arbeitsstätten vieler Handwerker bestellt? Sind sie so gestaltet, daß sie den gesundheitlichen Ansprüchen gerecht werben? Ist es auch in ihnen schöner, heller unb freunb- . — , kicher geworben? Die Frage beantwortet eindeutig B'iftaltung restlos den Anforderungen ent- der jetzt vorn Amt „Schönheit der Arbeit" begonnene Äusklärungsfeldzug „Schönheit der Arbeit im Handwerk". Achtung! 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Bei Sekunda oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schulgeld RM, 19.—, keine Nebengebühren. Frühzeitige Anmeldung erbeten. Schul beginn 13. April 1939. Anmeldungen lür das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, 2er öeschästsbericht für das Zahr 1938 Verfasser als eine , . . sudetendeutschen Gegenwartsschrifttums. — Harald von Königswald: L e u t h e n. Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau — Das amtliche Ausbildungshandbuch Deutschen Jungvolks „Pimpf im D ienst'.f v, . m.: ; ivt Qnhmio 'Uno. Architekten Ingenieure Baumeister Techn. Zeichenbüros werden zu jeder Stunde gut bedient und fachmännisch beraten durch die erste maschinelle elektrische Lichtpauseanstalt am Platze Heinrich Noll Ruf 4073 Gießen Mäusburg 7 Alleinvertretung für das führende Trockenhchtpauspapier O Z A 1,1 D 1818D .. hevileiöenö? Schwindclgefühl, Hcrz-Angst, Herzasthma, Nicderge- drücktsein, Schwäche? Das Herz durch „Herzkraft" schonend stärken! 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In diesem Buch verfolgen wir nun den dornenreichen Weg des armen Weder- jungen und todgeweihten Studenten zum größten Gesundheitslehrer und seinen Kampf um die Verwirklichung seiner Lehre von der Heilkraft des Wassers. Zahlreiche Anekdoten und persönliche Erinnerungen noch lebender Zeitgenossen vervollkommnen das Bild des gütigen und humorvollen Men- Skiklub Giehen Sonntag, 26. März 1939, 11 Uhr norm, im Gloria-Palast: 2183O Vreslau-Film M it g li ed er ersch eint in M ass en. Ein- trittskartenin denSwortgeschäften. egen Graue Jiaw Das seit Jahren bewährfe kombinierte Haaiw ENTRUPAL gibt selbst ganz weissem Haar die Jugendliche Farbe wieder,befreit von Kopfschuppen und verhindert Haarausfall.In der Anwendung so einfach wie jedes Kopfwasser wird ENIRUPAL sofort benutzt, £=2Zdwenn das erste graue Haar m—ini sich zeigt oderSchupoen auftreten.in Fachgeschäft? Flasche HM. 4.32. ihogere Winierhoit, Kreuzplaiz 10. 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Gerh Venzmer über Zwerchfellatmung r, ■ ■ der dichterischen Kräfte des besondere Gymnastik für das kranke und gesi», -- Herz, über Vorbeugung von Herz- und Gefäß« krankung. Mit 70 Bildern auf Kunstdruck!^! 277 Seiten. Geh. RM. 3,20, Leinen RM. 4,50. > Übungen, die Grundschule des Luftgewehrschich-; Bernhard Sporn Verlag, Zeulenroda. — (10) — j die Grundschule des Geländesvorts sowie bie b Nichts kann eindeutiger die im Sudetendeutschtum! Weisungen für Marsch und Fahrt und -für i« lebendige Kraft echten deutschen Volkstums und den! Lager. In einfacher aber umfassender Darsiell^ Zusammenhang Sudetendeutschlands mit dem deut- > wird der gesamte Stoff der Leibeserziehung -.s schen Mutterlande darlegen als die große Zahl der , für jeden Bimpsen verständlich darqchj- schöpferischen Kräfte, die in den letzten Jahren zur „Pimpf im Dienst" ist ein unentbehrlicher Entwicklung der gesamtdeutschen Kultur und Dich- geber für jeden Führer und Jungen. (320 hing Beiträge geleistet haben. Mit Hans Georg 200 Bilder und Skizzen. Ganzleinen RM. IH... Seiler tritt ein neuer Name an die Öffentlichkeit. 341 —) Der vorliegende Roman, der eine entscheidende Epoch- des sudetendeutschen Schicksals, den Abwehrkampf deutscher Bauern gegen die Zerstörung und Unterwerfung ihrer Heimat durch die Hussiten im dann können Sie bequem bei uns einkaufen. Unsere Damen am Sfofflager legen lAmen auf Wunsch modische Garnituren, Gürtel und Knöpfe mit vor. Sie sehen dann gleich, ob alles Zusammen pafjt und ob es Ihnen steht Neueste Modezeitung u. fachkundige Beratung bürgen Ihnen stets für guten und zufriedenen Einkauf im MODEHAUS Gießen SchulstraBe S.;™ & was w w. *, w*. «».I®"s" -£ feVIftÄ.“** * — —1 ^pitrnn non Vrof Brandt über Europa als Erdteil, gewidmet „Meinen Eltern, die mich Niemals l)un- st»"- är&jFtd: S s* DberfläWeitung in g”wii4er Entwicklung baren AnNage ü-s uolks.,°rst°rend-n tommumfti. leiqt Professor Wilhelm Volz. Das Leben des deut- j |chen Systems । WGLWMMDMKWW Daritelluna des fapanischen Hauses und der Land- in der Lebensgemeinschaft heimatlicher Landschaft X80l brÄX Uaun».. Bild des kennen ^lernen, ihn ^schützen^und Bielarttstkett