!tr. 21 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 25.Zanuar 1939 Remple H. B. Paris, im Januar. b n Franzose!" trug. Es folgten längere An- fllben über feine Abstammung. Seine Vorfahren väterlicherseits stammten aus rein jüdischer ihre« ch. nationale Truppen haben Barcelonas Vorstädte erreicht > ke el. 2417 lp‘ begrenzte Anzahl handeln, habe aber oorgeschlagen, mit den Hörden wegen Einrichtung einer Die Regierung nationalen Vene u tr a l e n fein, die. vrd- rum» die rben ilden aber, bann Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereinig. 25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B r an euer» Feh- mm 9e« unb len, Wo ufte(» Irlich wohl wird dstif- ts, »eit eit. er rten 2148 ssig. und »halb rost- stert rbeit- isch- um zu hier, die urch ben. niol, t sie wird enn» iuje- den Aerzten der Pariser Gegend 2,5 d. 5). Slii'en, im Jahre 1931 schon 10 v. im Jahre 1938 '. Der Prozentsatz der Juden im größere Provinzstädte unter vorwiegend jüdischem Einfluß, wie es früher in Deutschland Frankfurt und Breslau waren, gibt es in Frankreich nicht. Paris hat ein ausgesprochenes Judenviertel, uten leicW anlos. . 'V v 11, Illi C UMEilenche 30 v. H. |i ‘"9. ber» bs-, die und die ckel- letf, ach» Frankreich schützt hie Grenze. Die Bevölkerung Barcelonas erwartet ihre Befreier. IliK! iglO' geringe, •llfiscD, le die Befestigungen bis zu einer Tiefe von 12 Kilometer angelegt waren. Durch Täuschungsmanöver konnte der Feind jedoch umgangen und geschlagen werden. Eine Zwischenbilanz ergibt folgendes Bild: Franco beherrscht jetzt 15,5 Millionen Spanier» während sich die Herrschaft der Roten nur noch auf 6,5' Millionen erstreckt. Während Nationalspanien über 39 Provinzen sowie die Kolonien und Marokko verfügt, kontrolliert Sowjetspanien' nur noch 11 Provinzen. Die Fläche des nationalen Gebietes beträgt auf dem Festland 377 363 Quadratkilometer gegen 128 844 Quadratkilometer bei den Roten. Die Roten besitzen lediglich noch die Häfen Valencia, Cartagena sowie Alicante. Franco hat jetzt die reichsten Gebiete Spaniens in der Hand. Mit der Eroberung Kataloniens ist eine ausgedehnte Textilindustrie zu Franco gekommen, die im letzten Jahre fast ausschließlich für Sowjetrußland gearbeitet hat. In militärischen Kreisen wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß mit dem Fall von Barcelona der Spanienkrieg in die letzte Phase eintritt. Es ist zu erwarten, daß der restliche Teil Kataloniens kaum noch Widerstand leisten wird, so daß die ganze Provinz in kurzer Zeit befreit ist. Die militärische Schlagkraft General Francos hat erneut ungeheuer zugenommen, da in den neuen Gebieten zwei neue Divisionen aufgestellt werden können. durch die Juden zum Bewußtsein gebracht. In Frankreich hat man bisher die heuchlerische anglo-amerika- nische Protestbewegung nicht mitgemacht; die französische Presse hat dies ihren Lesern nicht vorzusctzen gewagt. Dagegen nimmt die antijüdische Propaganda starken Auftrieb. In Paris wurden in den letzten Tagen eine Reihe Flugblätter verteilt, in denen auf die jüdische Gefahr für das Land hingewiesen wird. Einige große Blätter, wie die royalistische „Action Franycuse" und die Wochenzeitschrift „Gringoire" und besonders „Je suis Partout" fordern in scharfen Worten die energische Zu- rückdrängung des jüdischen Einflusses im Lande und den „Numerus clausus“ für die Juden. Der Pariser Stadtverordnete Darquier de Pellepoix hat eine „antijüdische Sammelbewegung Frankreichs" gegründet, die bereits ein Flugblatt hat verteilen lassen, mit der Ueberschrift: „Das Judenkomplott gegen den Frieden". Darin wird die Befreiung Frankreichs von dem jüdischen Joch als Vorbedingung der Einigkeit aller Franzosen gefordert. Paris, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach den in den frühen Morgenstunden in Paris vorliegenden Meldungen liegt Barcelona seit Dienstag unter dem Feuer der nationalen Artillerie und Infanterie. Von den vorgeschobenen Stellungen aus beobachtet man Rauchsäulen in den verschiedenen Vierteln der Stadt, über deren Ursprung man noch keine Festellungen machen konnte. Die ausländischen Journalisten haben, begleitet von der Zensurverwaltung, Barcelona verlassen, um sich in Gerona oder Figueras niederzulassen. Bei Perthus an der französisch-katalanischen Grenze hat das Personal der schwedischen Gesandtschaft die Grenze überschritten, ebenso auch zahlreiche ausländische Journalisten und Beamte. Alle versichern, daß der größte Teil der Bevölkerung Barcelona nicht verlassen, sondern den Einmarsch der Truppen General Francos abwarten werde. An der französischen Grenze sind alle Maßnahmen getroffen worden, um einen Massen- übertritt von roten Flüchtlingen zu verhindern. Für Frauen und Kinder und Greise sind mehrere S a m m e l l a g e r eingerichtet worden. Die französische Regierung hat die Sowjetspanier wissen lassen, daß es ihr unmöglich sei, eine größere Zahl von Flüchtlingen in Frankreich aufzunehmen. An der Grenze seien daher Maßnahmen getroffen worden, um ein Eindringen der bolschewistischen Söldner auf französisches Gebiet zu verhindern. Die französische Regierung habe lediglich gestattet, Kindern, Frauen und Greisen, falls sie sich an der Grenze einfinden sollten, den Uebertritt zu ermöglichen. Aber auch bei ihnen könnte es sich nur um eine Bilbao, 24. Jan. (DNB.) In den Abendstunden des Dienstag erreichten die nationalen Truppen die unmittelbare Umgebung der katalanischen Hauptstadt. Sie stützen nur noch einen Kilometer von der Süd grenze der Stadt entfernt und haben bereits die ersten Häuser des Stadtteiles Sans erreicht. Das Fort Montjuich liegt unmittelbar vor den nationalen Truppen, ihr Infante- Spaniens Kuliurkampf. Das deutsch-spanische Kulturabkommen hat seine' Vorgänger in den Kulturabkommen, die das Deutsche Reich mit Japan und Ungarn abgeschlossen hat. Es erinnert ferner an die enge Zusammenarbeit, die zwischen Deutschland und Italien auf allen kulturellen Gebieten besteht und ebenfalls vertragsmäßig festgelegt wurde. Es ist von tiefer Bedeutung, daß zur gleichen Stunde, in der dis nattonalspanifchen Truppen sich auf dem stürmischen Vormarsch nach Barcelona befinden, die Regierung Franco mit dem befreundeten großdeutschen Reiche einen Vertrag unterzeichnet, der als ein Element des Friedens und des Aufbaues zu betrachen ist und das zwischen beiden Nationen bestehende Einvernehmen verstärkt und besiegelt. Das nationale Spanien hat einen langen und opfervollen Kampf gegen die zerstörenden Kräfte des Bolschewismus führen müssen. Dieser Kampf ist noch nicht beendet, aber an seinem Ausgang besteht kein Zweifel. Die Geschichte wird es dem Generalissimus Franco als ein besonderes Verdienst anrechnen, daß er nicht nur seine militärischen Pläne klug berechnet und sorgsam vorbereitet hat, sondern auch mitten in den Kämpfen gegen einen gefährlichen Feind das Werk einer geistigen und gesellschaftlichen U m g e • ft a I t u n g Spaniens zielbewußt einleitete. Franco ist von der Erkenntnis durchdrungen, daß es nicht genügt, den roten Schrecken zu überwinden und nach vollendetem Kampfe den wirtschaftlichen Aufbau zerstörter Landschaften nach alten Methoden zu betreiben, er ist vielmehr von der Ueberzeugung durchdrungen, daß ein neues Spanien erstehen muß, das sich frei macht von den Sünden der Vergangenheit, das an seine alte und große Kultur anknüpfen soll, um die geistigen Kräfte zur Ueberminbung des Bolschewismus zu gewinnen. Neben den Waffen hatte die Politik das Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monats-Bejugsprete: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe intet Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Vor einiger Zeit setzte sich der ehemalige franzö- iche Ministerpräsident Leon Blum, Haupttriftleiter des sozialistischen Parteiblattes „Le Po- !.laire", an den Schreibtisch und diktierte einen ü itarüEel für sein Blatt, der die Ueberschrift „Ich riefeuer erreicht bereits die Pferderennbahn sowie den Stadtteil Las Corts.. Verschiedene Straßenzüge des Vorortes Hospitalet sind schon im Besitz der Nationalen. Eine Division des Armeekorps General Nagues nimmt unmittelbar vor Barcelona eine Linksschwenkung vor und umgeht dieStadt imWesten. Der 23orori oarria liegt bereits im MG.-Feuer dieser Abteilung. Das Marokko-Korps General Sagues besetzte im Sturm Prctt de Llobregat und den dort befindlichen Flughafen, bann kreuzte es auf ben erhalten gebliebenen Brücken ben Llobregat. Die Geschwindigkeit des Vormarsches war so groß, baß ber Nachschub außerstanbe war, Schritt zu halten. Daher ließ die nationale Heeresleitung Material, Munition und Verpflegung durch Großbomber nachbefördern. Die vierte Navarra-Brigade unter General Alonso Vega eroberte die Stadt M a r 10 r e I r, ein wichtiger Knotenpunkt an der Hauptstraße Jgua- lada—Barcelona, mit 5000 Einwohnern. Die Bevölkerung war noch fast vollzählig zurückgeblieben, da das Erscheinen der Nationalen keineswegs so schnell erwartet wurde. Als die Soldaten Francos in die Stadt einrückten, stürzte die Bevölkerung in dichten Mengen auf die Straßen und umarmte ihre Befreier mit unbeschreiblicher Begeisterung. Nach ber Eroberung Martorells rückten die Truppen gleich weiter und kreuzten widerstandslos ben Llobregat-Fluß, genau in östlicher Richtung vor- stoßenb. Da diese Kolonne versucht, Barcelona nördlich zu umgehen, wird die Einkreisung der Stadt in kürzester Zeit vollzogen fein. Das Armeekorps M a e st r a z g 0 , das unter Führung des Generals Garcia Dalino gemeinsam mit ben Navarra-Brigaben über Jgualaba hinaus vorrückte, eroberte zunächst Esparraguera unb marschierte bann in Eilmärschen auf Tarrasa zu, besten Uebergabe stündlich erwartet wirb. Nationale Truppenteile haben inzwischen ben Vormarsch über Die Juden in Frankreich Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers. Tarrasa hinaus fortgesetzt und stehen vor ber zehn Kilometer weiter östlich liegenden Stadt S a - bab eil. Nördlich oon Tarrasa wurden das Ubach- gebirge und im Nordosten der Gipfel San Lorent del Munt (1100 Meter) besetzt. Das Ergebnis der großen Schlacht in Katalonien. Saragossa, 25. Jan. (DNB. Funkspruch.) In einem Rückblick sagt bas Hauptquartier der nationalspanischen Armee über ben bisherigen Verlauf ber Operationen: Der glänzenbe Verlauf ber Schlacht in Katalonien ist bie Folge unb bas Ergebnis ber vorhergegangenen Schlacht am Ebro. Das Ziel ber nationalen Heeresleitung war, Rotfpanien in zwei Teile zu spalten, was mit einer großen Offensive in Richtung auf die Mittelrnerküste gelang. Die Teruel-Schlacht hat bie Zerstörung bes roten Heeres ermöglicht. In biefer Lage versuchte ber Gegner einen verzweifelten Rettungsversuch am Ebro. Die nationalen Truppen haben jeboch systematisch 14 rote Divisionen am Ebro-Bogen aufzure iben vermocht. Diese Vernichtungsschlacht hat bann bie Siege in Katalonien vorbereitet unb ermöglicht. Die feinblichen Verteidigungslinien waren am stärksten in ben Tälern bei ßeriba ausgebaut, wo Aerzteberuf in ganz Frankreich beträgt mehr als 15 0. H. Dieser verhältnismäßig niedrige Prozentsatz erklärt sich daraus, daß es die Juden vor allem nach der „Lichtstadt" Paris zieht, wo sie hoffen, in leichter und angenehmer Weise verdienen zu können. Das oft mühsame Leben in ber Provinz lockt die Juden nicht. Die ungeheure Erhöhung bes Prozentsatzes jübischer Aerzte in Groß-Paris ergibt sich vor allem aus ber Zuwanderung aus dem Auslande. In Groß-Paris gibt es gegenwärtig nach einwandfreien Angaben aus Aerztekreifen rund 1500 naturalisierte jüdische Aerzte. Dazu kommt, daß gewisse französische Gesetze bie naturalisierten Aerzte — sie sind zu 99 0. H. Juden — noch besonders begünstigen. Ein naturalisierter Arzt, der zwei Kinder hat, ist vom 27. Lebensjahr ab automatisch vom Militärdienst befreit; im Falle er noch während des Militärdienstes das 27. Lebensjahr erreicht, wird er sofort entlassen. Ein französischer Arzt im gleichen Alter muß seiner Militärdienstpflicht bis zum letzten Tag nackkommen. Die jüdischen Aerzte können sich währenddessen in die Kundschaft des französischen Arztes einführen! Das Uebel liegt zum großen Teil an der Wurzel: In ber Pariser medizini- schen Universität waren im Jahre 1935 von 3282 eingeschriebenen Stubenten 1530 Auslänber, fast sämtlich Juben. In ben großen Pariser Krankenhäusern finb eine Reihe leitender Stellungen mit Juden besetzt. Auch im Rechtsanwaltberuf nimmt das jüdische Element seit dem Weltkrieg immer mehr überhand. Wo wohnen die Juden? Wir haben schon oben darauf hingewiesen, baß es bie Juben vor allem nach Paris zieht, wo sie bie besten Vorbedingun- gen für bie Ausübung ihrer „Tätigkeit" erhoffen. In ber Provinz gibt es wenige Juden, und ein ausgesprochenes Judenviertel, genannt „Temple" ist die französische Bezeichnung für Synagoge. Das Viertel liegt im vierten Arrondissement zwischen dem Rathaus und dem Republikhaus. Schmutzige, niedrige Häuser mit vielen Hinterhöfen, enge, dreckige Straßen, kleine, unsaubere Läden und die entsprechenden Bewohner, das sind die Merkmale dieses Pariser Ghettos. Die „Rue des Rosiers" — Straße ber Rosenstöcke — ist bie ebenso enge wie schmutzige „Hauptstraße" bieses Viertels. Daneben gibt es andere Viertel, in denen ganze Straßenzüge mit Juden bevölkert sind. Schätzungsweise bewohnt mindestens ein Drittel ber jüdischen Bevölkerung Frankreichs Groß-Paris. Die Aufwerfung ber Jubenfrage burch Deutschland und die Notwendigkeit einer raschen internationalen Regelung dieses Problems hat auch vielen Franzosen die Gefahr ber Beherrschung bes Laubes Zufluchtszone in Verbindung zu treten. Da der Zugverkehr in Barcelona fast ganz eingestellt ist, verlassen zahlreiche rote Bonzen mit ihren Familien bie Stadt in Autos, Gespannen und sonstigen Vehikeln in Richtung Ge- rona und Figueras. Das gesamte restliche Vermögen ber Barcelonaer Banken, Sparkassen und Kreditinstitute sowie Berge oon Aktenmaterial werden mitgeschleppt. In Barcelona stehen rote Posten mit Gummiknüppeln und Maschinenpistolen vor den öffentlichen Gebäuden, weil man mit einem Aufstand der gequälten Bevölkerung zu rechnen scheint. Die Straßen liegen völlig verlassen, da sich die Bevölkerung in Befürchtung eines Artilleriebombardements in bie Schutzkeller zurückgezogen hat. Inzwischen haben auch sämtliche ausländische Vertretungen die katalanische Hauptstabt verlassen unb sich nach Calbetas begeben. Nur ber französische Botschafter ist mit seinem Personal noch dort geblieben. In ben nördlichen Vororten Barcelonas haben sich zahlreiche Gruppen wehrfähiger Männer gebildet, die aus der inneren Stadt geflüchtet sind. Sie sollen entschlossen sein, sich ben Roten mit Waffengewalt zu widersetzen. Von den Sowjetbonzen wurden Schergen mit Maschinengewehren aus» gesandt, um die „Aufständischen" zu bekämpfen. Weiter erfährt man aus Barcelona, daß die Anarcho- Syndikalisten ben gegenwärtigen Augenblick für günstig halten, um bie von ihnen gehaßte Herrschaft ber Negrinschen „Zentralregierung" abzuschütteln. Es solle heftige Kämpfe entbrannt sein. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche llniverfitSirdruckerei N. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 tjca m i I i e aus bem Elsaß, seien also „ge= birene Franzosen"!?) und er selbst sei in Paris, in eiern Haus mit „schmaler und ärmlicher Dorder- fiMe" in der Rue St. Denis geboren. Diese Selbstverteidigung des französischen Sozialistenführers ist bgeichnender für den gegenwärtig im französischen T'lk herrschenden Geisteszustand als hundert Leit- aiikel oder antisemitische Flugschriften. Die letztere gibt es auch in Frankreich; die antisemitische Be- n gung tritt seit einigen Monaten stärker hervor als inals seit der antijüdischen Welle beim Dreyfus- Aozeß. Die Gefühle des französischen Volkes gegen« itsr den Juden lassen sich wohl am treffendsten so «.»drücken: Es liebt den Juden nicht; aber für die A^hrzahl der Franzosen gibt es noch kein Juden- pDb(em. Es schimpft über ihn; aber damit sind auch fr ben Durchschnittsfranzosen bie Grenzen seiner L: Neigung gegen bie Juden erreicht. Daß Leon Blum sich zum Schreiben des oben er« tr. hnten Artikels durchrcmg, beweist, baß er sich ber Zmahme ber jubenfeindlichen Stimmung in Frank- fed), ja selbst unter seinen eigenen Anhängern bete. ßt ist. Es ist übrigens fein Geheimnis, daß ber CSmeralfetretär ber Partei, Paul Faure, um eben vorsichtigen Ausbruck zu gebrauchen, einer von iiiijenigen ist, bie die Juben nicht lieben. Der fran« zöische Arbeiter, ber ber Sozialistischen Partei an« Wärt, hat nie richtig verstauben, warum ausgerech- Ai ber Jube Leon Blum zur Führung ber Partei laufen fein sollte. Auch bie „proletarische" Abstammung Blums hat ber Arbeiter immer angezweifelt. 2mm hat Leon Blum in seinem Verteidigungs- criifel hinzugefügt, daß er „in einem Hause mit Quäler und ärmlicher Vorderseite" geboren sei. Ob ja zieht, kann bezweifelt werden; denn selbst wenn Lim Blum sich herbeiläßt, bei öffentlichen Kund- pelmngen im Zuge mit den „Proletariern" zu mar« Mr en und einert für diese Anlässe besonders bereit» gehaltenen schäbigen Anzug anzieht, kann er ben ».Lnlonmarxisten" nicht verleugnen. i Der Notschrei „Ich bin Franzose" des Juben Leon Nlm klingt übrigens wenig überzeugend, wenn bnm sich einer Rede erinnern, bie Blum vor einiger fötti in Lille gehalten hat. „Ist es möglich", er« Krte er, „einen Juden gegenwärtig an bie M>cht zu bringen? Es handelt sich nicht um mich; obr wenn man sich an diesen Juden wendete, dann tunbe er vielleicht selbst das Gefühl haben, daß er es gegenwärtig nicht als feine Pflicht betrachten toime, bie bestehenden Schwierigkeiten zu vermehre: " — Natürlich meint Blum sich selbst, unb er Bit zu, baß bas französische Volk, als Ganzes behextet, ihn gegenwärtig n i ch t an ber Macht sehen m,, nicht, weil er Sozialist unb ber Vater eines f(^gegangenen Regierungsexperiments ist — biefen Zuschlag würde Blum niemals zugeben —, son- d.m weil er Jude ist. Dieviele Juden gibt es in Frankreich? Amtliche Wckistiken bestehen nicht; schätzungsweise sind in jriintreid) 350 000 Juden, bie burch Geburt bie sta.zösische Staatsangehörigkeit besitzen, ansässig, im kommen etwa 100 000 Juben, die seit bem Ski ge zugewanbert finb; bavon hat ein starker Htt-zentsatz sich naturalisieren lassen. Im ganzen lll>m also gegenwärtig runb 450 000 Juben in Jrnifreid); d. i. etwas mehr als 1 v. H. der Bevöl- tirimg. Die Juden haben sich in Frankreich, genau Mi in ben anberen ßänbern, in ben ihnen befonbers llhnfiD erscheinenben Posten und Berufen einge« Mit. Die höheren Verwaltungsstellen ■fcj mit Juden angefüllt, unb hier wie überall ver- ijjg ber Jube ben Grunbsatz: möglichst viele Rasse- I j isri i o.h 3ui? ib dü ien 5 ergib n eilt 0,51 wei6 alber' >n vi' nH pfl«1 ft"8; 2 M i fl 6* ft. * w •rn Sir!«' *ie Aufgabe ist dadurch, daß sich die Bauten auf zMose Bauherren und sehr verstreut liegende Bestellen verteilen, besonders schwierig. Es roirb M er notwendig, daß alle Bauern und Landwirte, ble für ihre Gefolgschaft neue Wohnungen errichten odr vorhandene unzureichende durch Umbau ver- be" ern wollen, möglichst beschleunigt ihre Anträge bei den staatlichen Kieisbehörden stellen. Auch die ländlichen Aweiter — soweit sie als selbständige Landarbeiter, Waldarbeiter, ländliche Handwerker, Deich-, Torf, ur* Wegearbeiter tätig sind — müssen ihre An- trige beschleunigt bei den Kreisbehörden einreichen, ®nn sie sich ein Eigenheim mit einer Landzulage schffen wollen. Verschärfte Blockade der südchinesischen Küfle. Schanghai, 24. Jan. (Europapreß. Funkspr.) Di japanische Luftwaffe hat am Dienstag die Trdt Loyang an der Lunghai-Bahn bornbar- birt. Dabei wurden nach japanischen Angaben das Di>isionshauptquartier, Militärbaracken und die N-nbahnstation schwer beschädigt. Auch Non- i)i n g, eine große Stadt in der Honan-Provinz, aj.rbe von der japanischen Luftwaffe angegriffen, »r Flugplatz, Lagerhäuser und auch hier das Divi- sicashauptquartier wurden mit Bomben belegt. In de letzten Tagen haben japanische Flugzeuge syste- rnHisch die ganze südchinesische Küste bis zur Grenze Indochinas angegriffen. 2i Landstraßen, Eisenbahnlinien und Truppen- sllmmelplätze waren das Ziel ihrer Angriffe, deren Zr>eck die Verschärfung der Blockade Südchinas ist. QBiter wird berichtet, daß japanische Kriegsschiffe schärfer noch als bisher die Kontrolle über die Küste ausüben, da chinesische Waffen und Munition aus Tschungking und anderen Städten in kleinen Küstenhäfen gelandet worden sind. Nach Mesischen Berichten vom Kriegsschauplatz längs bti Kanton—Hankau-Eisenbahn sind japanische jlrippen in Faschien eingedrungen. Faschien (irit etwa 25 Meilen nördlich von Kanton. Weiter Hi'ilb berichtet, daß das japanische Landungskorps aui der Waitschau-Insel südlich von Pakhoi um 2000 Mann verstärkt worden ist. * 5 er älteste Sohn des Marschalls Tschiangkaischek, Scneralmajor Tschiangtschingkuo, bildet gegen« bö: tig in der Provinz Kiansi eine neue Hee ° re>a b te i l u n g aus. Sein Titel ist „Kornrnan- der Selbstverteidigungsstreitkräfte des Volkes jor Kiangsi". Die Rekruten sind zwischen 18 und 16 Jahren alt; ihre Ausbildung erfolgt nach mo= tonen Gesichtspunkten. Zehntausend Mann dieser freien Truppe sollen bereits den Marsch an die Frimt angetreten haben. Tschiangschingkuo ist dreißig Jahre alt. Er hat die Moskauer Universität be» iE und ist vor einem Jahr nach China zurückge- Wt. ______ Volksdeutsche Kulturpolitik in der Tschecho-Glowakei. rag, 24. Ian. (Europapreß.) Auf einem deut- ’daa Kammermusikabend in Prag erklärte der Fühle der deutschen Volksgruppe in der Tschecho-Slo- Abgeordneter Ernst Kundt, zur Frage itokDeutscherhaltung des Neuen Deut- h: n Theaters in Prag: „Im Neuen Deut- I'M Theater wird bald gespielt werden. Das Deutsche Theater in Prag hat noch nie- inawd zum Kauf angeboten. Wer dies tun mürDe, den würde die Verachtung der Nation tref- tn Ich kann mitteilen, daß auch die deutschen Reiter in Brünn und Mährisch-Ost rau ttM ts spielen, da die finanziellen Grundlagen hier- L ßichergestellt sind. Wir wollen auch in Prag Uensche Schauspieltruppen im deutschen Theater I eie». Wir werden unter Umständen auch tschechische NDsiührungen im deutschen Theater ermöglichen. !Äil hoffen, daß auch die andere Sette so groß, ist, daß auch im tschechischen Theater deutsche i Muspieltruppen spielen können." Meine politische Nachrichten. ^neralfeldrnarschall Göring sprach im Rah- rnm einer nationalsozialistischen Vortragsreihe für l$ire Offiziere der drei Wehrmachtsteile vor den ^kommandierenden Generalen, Divi- jiouskornmandeuren und Truppende» f'ehll s h a b e r n über das Thema „Wehrmacht und Mlianschauung". b(T Reichsminister des Auswärtigen von 5Hb- lientro p sprach am Dienstagnachmittag auf Ein- licknig des Oberkommandos der Wehrmacht vor Uln deutschen Generälen über Fragen der ! npolitir. Sw brasilianische Finanzminister hat Anordnun- m Betroffen, durch die die Hemmungen, tue bis» rsei noch für die Ausfuhr brasilianischer Uizeugnisse nach Deutschland auf dem w Jes Verrechnungsverkehrs bestanden höben, tte|;rigt worden find. Diese Maßnahme ist von be- Fahnenweihe der Hitler-Jugend , an der (druff Friedrichs des Großen. W Ml > | 1 N / I ' vA -j 'Ä- Vv ' A '' ? 8l (Scherl-Bilderdienst-M.) Potsdam, 24.Ian. (DNB.) Am Geburtstage Friedrichs des Großen und Todestag des Hitler- jungen Herbert Norkus weihte Reichsjugendführer von Schirach in der Garnisonkirche zu Potsdam 140 Bannfahnen der Banne der Ostmark und des Sudetenlandes an der Gruft Friedrichs des Großen. In der mit Blumen und Lorbeerbäumen geschmückten Garnisonkirche waren die Obergebietsführer und Gebietsführer und die Obergauführerinnen des BDM. sowie die Führerschaft des Gebietes Berlin und des Gebietes Kurmark versammelt. Fanfaren vom Turm der Garnisonkirche kündeten die Ankunft des Reichsjugend-. führers. Zu gleicher Zeit erklang das Glockenspiel. Während leises Orgelspiel verhallte und Geigen durch den Raum klangen, wandte sich der Reichs- jugendführer der Gruft Friedrichs des Großen zu. Hitlerjungen trugen einen großen Kranz hinab. Feierlich klang dann durch die Kirche die Hymne Wolfgang Möllers „Deutschland, heiliges Wort, du voll Unendlichkeit ..." Der Reichsjugendführer sprach Worte der Ehr- furcht vor dem großen Toten, der hier feinen letzten Schlaf schläft, und betonte das Bekenntnis zu jenem Geist, der am Geburtstage Friedrichs des Großen den Hitlerjungen Herbert Norkus in den Tod gehen ließ. Er sprach von dem Blut und dem Opfer der nationalsozialistischen Jugendbewegung und sagte: „Woher hätten wir das Recht, in diesem Raum uns zu versammeln, wenn wir nicht vor diesen Fahnen und Feldzeichen der alten preußischen Armee die unfrigen ehrenvoll behaupten könnten." Baldur von Schirach setzte sich dann, indem er der Gegenspielerin des großen Königs, der Kaiserin Maria Theresia gedachte, angesichts der Bannfahnen aus der Ostmark und dem Sudetenland dafür ein, daß die junge Generation sich bemühe, e i n gesamtdeutsches Geschichtsbewußtfein zu erhalten und ausnahmslos alle großen Deutschen in ihre Herzen aufzunehmen und niemanden zu vergessen, der zu unserem Volke gehörte und ritterlich den Degen zog. Schließlich ging der Redner auf die Arbeitsgebiete der Hitler-Jugend ein. Nach Ausführungen über die Notwendigkeit des „Jahres der Gesund- h e its pflicht" und die Bekämpfung der Genuß- gifte wies er auf die drei gleichberechtigten Erziehungsfaktoren: Elternhaus, Hitler-Jugend und Schule hin, die in harmonischer Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen ihren Dienst an der Zukunft verrichten müßten. Er wies weiter daraus hin, wie in der Zeit des Kampfes das Prinzip der Selb st Verantwortung der Jugend entwickelt sei und daß dieses Erziehungs. aesetz heute unantastbar wäre. Außerschuli» sche Erziehung ist aus dem Leben unseres Volkes nicht mehr Hinwegzudenken. Lager und Fahrt, weltanschauliche und körperliche Ertüchtigung der Hitler-Jugend sind ebenso notwendig wie ein geregelter Unterricht. Baldur von Schirach wies dann auf die Zuge- Hörigkeit des Jugendführers als eines neuen Be- rufsftanbes zum deutschen Erzieherkorps hin und sagte bann: „Wir wollen nicht nur den Nachwuchs unseres Führerkorps sicherstellen, sondern auch dafür sorgen, daß kein Nachwuchsmangel in anderen Berufen entsteht. Insbesondere sind wir lebhaft daran interessiert, daß sich möglichst viele Angehörige der Hitler-Jugend zum Lehrer- beruf melden. Sie sollen mit idealistischem Schwung in die Schulstuben einziehen und sollen als Lehrer die Verbindung mit der Hitler-Jugend aufrechterhalten. „Ich wünsche, daß Zehntausende meiner jungen Kameraden, die vor der Berufswahl stehen, meinem Appell Folge leisten, und ich beauftrage die Führer der Gebiete, auch ihrerseits die McU/b MÄMUW!?. SPARTA den 4711-Creme gqfM/RÄIJHEiu I-.Z3 -.45 SPHÖDCffiuit Jugend auf die besondere Sendung hinzuweisen, die sie in diesem Beruf zu erfüllen hat." Zur Frage der Landflucht erklärte der Reichsjugendführer, daß eine wirksame Bekämpfung dieser Erscheinung für die Dauer nur von der Jugend her erfolgen könnte. Von 74 Landdienst- gruppenführern hatten sich im Januar 1939 bereits 67 entschlossen, auf dem Lande zu bleiben, nur sieben werden in die Stadt zurückkehren. Unter der Parole „Heim aufs Land" sollten sich junge Menschen zurückbesinnen auf die Herkunft unseres Volkes und eine neue Entwicklung unseres deutschen Lebens einleiten. Der Reichsjugendführer tritt unter die dunkle Blutfahne der HI. vor dem Altar und nun defilieren langsam die neuen Fahnen vorbei. Der Reichsjugendführer berührt mit der Traditionsfahne das neue Tuch und nimmt mit Händedruck den jungen Fahnenträger in Verpflichtung. Nach der, Fahnenweihe begab sich der Reichs- jugendführer mit den Ehrengästen auf die Tribüne vor der Garnisonkirche, wo nun im Scheinwerfer- licht unter den Klängen eines Gebietsmusikzuges die junge Nation mit fliegenden Fahnen vorbeimarschierte, Hitler-Jugend mit den Sonderformationen der Marine-HI., Flieger-HI. und das Deutsche Jungvolk. Die Teilnehmer an der Fahnenweihe fuhren bann nach Sanssouci Oben vom Schloß dröhnten die Rhythmen des „Fridericus Rex" über ben Park hinweg. Silbern sprühte der Regen in die geisterhaften Lichtfluten der Scheinwerfer, durch die das Schloß in gelbes Licht getaucht wurde. Rot flutet das Licht auf die langsam die Terrassen hoch- getragenen Fahnen. Nach dem festlichen Marsch von Händel meldet Stabsführer Hartmann Lauterbacher die Wache der Fahnen des jungen Großdeutschlands vor dem Schloß Friedrichs des Großen. Aus tausend jungen Kehlen springt bas „Siegheil". Es gilt dem Mann, der würdig die Erbschaft des Großen von Potsdam übernommen hat. Feierlich getragen ziehen die Lieder des Dritten Reiches über die Baumwipfel hinweg. fonberer Wichtigkeit für ben Absatz von brasilianischem Kaffee und brafilianifcher Baumwolle in Deutschland. An der Spitze der Liste der Ukrainischen Nationalen Volkspartei, die bisher die einzige zugelassene Liste für bie Wahlen in den karpatho-ukrainischen Landtag am 21. Februar ist, wird Ministerpräsident Woloschin stehen. An zweiter Stelle steht der Wirtschafts- und Derkehrs- minister der Karpatho-Ukraine, R e v a y, und an dritter Stelle der Ministerialfekretär Klocurak. Auf dieser Liste befindet sich auch ein deutscher Kandidat. Kunfl und Wissenschafl. Agnes Straub spielt wieder. Frau Agnes Straub ist von ihrem schweren Autounfall in Thüringen wieder hergestellt und wird dieser Tage in der Titelrolle des engllschen Lustspiels „Die erste Frau Selby" im Kleinen Theater in Berlin die Bühne wieder betreten. Auf den Proben trug sie den mehrfach gebrochenen Arm noch in der Binde. Die deutsche Theatergemeinde wird die Genesung der Künstlerin herzlich begrüßen. Literaturpreis der Reichshauptstadl für Pleyer, Vittek und Menzel. Die Reichshauptstadt hat 1935 einen Litera- t u r p r e i 5 in Höhe von 10 000 Mark gestiftet, der alljährlich in Beträgen von 5000, 3000 und 2000 Mark zur Verteilung gelangt. Oberbürgermeister und Stadtpräfident Dr. Lippert hat im Einvernehmen mit dem Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels, als Preisträger für 1939 die Dichter Wilhelm P l e y e r, Erhard W i 11 e k und Herybert Menzel bestimmt. — Pleyer erhielt ben Preis von 5000 Mark für fein Werk „Die Brüder Tom- mahans", Wittek ben Preis von 3000 Mark für fein Werk „Bewährung der Herzen" und Menzel den Preis von 2000 Mark für fein Werk „Gedichte der Kameradschaft". Aus aller Wett. 7V1 Jahre Zuchthaus für jüdischen Rassenschander. Einer der schwersten Fälle von Rassen- s ch a n d e, die seit Erlaß der Nürnberger Blutschutzgesetze zur Anklage gekommen sind, beschäftigte die 8. Berliner Strafkammer in dem Verfahren gegen ben 41jährigen Dolljuden Helmuth Meyer aus Berlin. Dom Sommer 1936 ab hat dieser 3ube mit nachweislich vier deutschblütigen Frauen Rassen- schande getrieben. Sein Vorgehen wurde ihm dadurch wesentlich erleichtert, daß er äußerlich nicht ohne weiteres als Jude erkennbar war. Selbstverständlich hat er seine Opfer auch im Glauben gelassen, daß sie es mit einem Arier zu tun hatten. Er lud die Mädchen zum Mitfahren ein, nahm sie zuweilen auf Motorbootspartien mit ober knüpfte Die Bekanntschaft mit ihnen auch im Lokal an. Anschließend übernachtete er mit ihnen in der Wohnung seiner Mutter ober in seinem möblierten Zimmer. Die Strafkammer erkannte auf 7V2 Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverlust. Eltern und Sohn beim Legen einer Antenne ums Leben gekommen. In einem Bauerngehöft in Bisamberg in der Nähe von Wien ereignete sich ein Starkstrom- Unfall, der drei Todesopfer forderte. Gendarmeriebeamte fanden im Hof des Hauses den Landwirt Johann Schmidt, dessen Gattin und ihren 18jährigen Sohn leblos aus. Die Erhebungen ergaben, daß der junge Mann beim Legen einer Freiantenne mit dem Zuleitungsdraht in den Stromkreis der Freileitung geraten und zusammengebrochen war. Als die Eltern herbeieilten und ihn befreien wollten, gerieten sie glssichfalls in den Stromkreis und fanden den Tod. Vier Tote beim Absturz zweier Militärflugzeuge über Rio de Janeiro. lieber Rio be Janeiro stießen zwei Militärflugzeuge bei einem Gefchwaberflug zusammen unb stürzten ab. Aus ben völlig zerstörten Apparaten würben die vier Insassen, zwei Offiziere und zwei Sergeanten, t o t geborgen. Drei Tote beim Absturz eines USA.-Bombers. Ein von ben Douglas-Werken für die USA.» Bundesarmee gebautes Bombenflugzeug stürzte während eines Probefluges über dem städtischen Flugfeld von Los Angeles brennend ob. Die drei Insassen wurden getötet. Schachwettkampf Eliskases — Vogoljubow. In München wurde die 10. Partie des Schachwett- kampfes zwischen Bogoljubow (Triberg) und dem Deutschlandmeister Eliskases begonnen. Bogoljubow eröffnete mit der klassischen Fortsetzung des Zwei-Springer-Spieles im Nachzug. Im 18. Zug verpaßte Eliskases eine starke Fortsetzung und Do- qoljubow kam zu einem aussichtsreichen Gegenspiel. Aber auch er setzte nicht am besten fort, so daß beim Abbruch nach dem 31. Zug seine Endspielausfichten nur wenig günstiger waren. Der Wettkampf steht nach der zehnten Begegnung: Eliskases 6 Punkte, Bogoljubow 3 Punkte und eine unbeendete Partie. — Die 11. Partie wird ebenfalls in München gespielt. Sechs Tonnen Porzellan gingen in Scherben. Ein mit sechs Tonnen Porzellan beladener Lieferwagen rannte unweit von Kleinheubach am Main in einen Straßengraben. Der Lastzug konnte erst nach anstrengender Arbeit wieder auf die Fahrbahn gebracht werden. Das Porzellan ist in Scherben gegangen. ®effer6eri<6f Mit der Zufuhr immer kälterer Meeresluft hat sich bei uns ein Zwischenhoch aufgebaut, das vor- übergehend Wetterbefserung bedingt, eie wird sich im wesentlichen am Mittwoch auswirken, während schon am Donnerstag mit dem Eingreifen eines neuen Atlantikwirbels verstärkte Unbeständigkeit und Niederschlagstätigkeit zu erwarten ist. Vorhersage für Donnerstag: Wieder verstärkte Unbeständigkeit und verbreitete Niederschläge, im Gebirge zum Teil als Schnee, kräftig auffrischende Winde aus südlichen Richtungen, Temperaturen wieder ansteigend. Vorhersage für Freitag: Fortdauer der unruhigen, zu Niederschlägen neigenden Witterung, wieder kälter. Lufttemperaturen am 24. Januar: mittags 5,7 Grad Celsius, abends 4,5 Grad; am 25. Januar: morgens 3 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum heute nacht 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Januar: abends 6 Grad; am 25.Januar: morgens 5,5 Grad. — Niederschläge 0,4 mm. Wintersport-wetterbericht. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, minus 2 Grad, Gesamtschneehöhe 17 cm, 15 cm Neuschnee, Firnschnee, Schi und Rodel gut. Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnftBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig, ÖJl.-'fpOTt Keine Krastfahrzeug-Winterprüfung! Die Oberste Nationale Sportbehörde gibt folgende Anordnung des Führers des deutschen Kraftfahrsports, Reichsleiter Hühnlein, bekannt: „Da nach den für die nächste Zeit vorliegenden Wettervoraussagen mit Eis und Schnee, die nun einmal für die Durchführung einer Winterfahrt erste Voraussetzung sind, kaum mehr gerechnet werden kann, habe ich mich schweren Herzens entschlossen, die diesjährige Kraftfahrzeug-Winterprüfung abzusagen. Ich habe diesen Entschluß schon jetzt gefaßt, um unnötigen Auflauf von Kosten zu vermeiden. Ich denke hierbei vor allem an die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten der Kraftfahrzeugindustrie, an die mit der Bereitung von Quartieren notwendig werdende zeitweise Offenhaltung von Hotelbetrieben sowie an die mit der organisatorischen Vorbereitung verbundene mühevolle Kleinarbeit der NSKK.-Führer und -Männer. Meine Absicht, das herrliche Sudetenland dem deutschen Kraftfahrsport zu erschließen, bleibt b e st e h e n. Sie wird durch eine für das Frühjahr vorgesehene Veranstaltung des NSKK. in die Tat umgesetzt." Macher bester Deutscher. Zum Ergebnis der INonle-Carlo-Slernfahrt. Jetzt steht auch das Abschneiden der fünf deutschen Fahrer fest, die bei der Monte-Carlo-Sternfahrt das Ziel erreichten. Don ihnen placierte sich der Berliner Gerd Macher auf Ford am besten. Er belegte mit 807,15 Punkten den 19. Platz. Mit 793,5 Punkten folgt an 29. Stelle Baugarten auf Stoewer. Die drei DKW.-Fahrer Müller, Decker und Klinke kamen auf den 72., 88. und 94. Rang unter 100 gewerteten Teilnehmern. Menzel und Henkel siegen. Die beiden deutschen Teilnehmer an den Internationalen Hallen-Tennismeisterschaften von Frankreich in Paris, der Deutsche Meister Roderich M e n - z e I und Henner Henkel, griffen am Dienstag m die Kämpfe ein. Henner Henkel fand gegen den Franzosen Weiß nur im ersten Satz Widerstand, siegte dann aber leicht mit 9:7, 6:3, 6:2. Ungleich schwerer hatte es überraschenderweise Roderich Menzel gegen den Franzosen Catteau. Er siegte erst nach fünf hart umkämpften Sätzen mit 6:3, 3:6, 6:1, 3:6, 6:2. Mathias Sindelar gestorben! Einer der größten Fußballspieler, den die Ostmark je hervorgebracht, Matthias Sindelar, ist das Opfer einer Liebestragödie geworden. In der Nacht zum Montag wurde er in der Wohnung seiner Braut mit Leuchtgas vergiftet aufgefunden. Der „Papierne", wie ihn seine Freunde nannten, hatte ein Alter von 36 Jahren erreicht. Er war nicht weniger als 56 mal repräsentativ tätig und aalt wegen seiner akrobatenhaften Balltechnik und Körperbeherrschung, gepaart mit unnachahmlichen Einfällen, als ein Fußballspieler von unerreichter Klasse. Der lange „Sindi" war ein Modellspieler, an dem eine ganze Generation der Wiener Fußballschule sich geformt und gebildet hat. Mit seinem Verein, Austria, trauert die ganze deutsche Fußballgemeinde um einen vorbildlichen Sportsmann. AuSder!?ußbalI-AezirkSstoffrlMarburg Botlenhorn — Breidenbach 1:4. Die Sportanhänger von Bottenhorn erlebten wieder einmal eine große Enttäuschung, indem ihre Mannschaft von Breidenbach eindeutig geschlagen wurde. Zwar war der Sieg der Breidenbacher, obwohl sie bereits mit 3:0 zur ersten Halbzeit führten, nicht sicher, denn die Bottenhorner drehten in der zweiten Halbzeit mächtig auf — aber der Sturm, das Schmerzenskind der Mannschaft, konnte kein Tor schießen. Das eine Tor, das für Bottenhorn fiel, wurde auch nicht geschossen, sondern eingedrückt. Leider fehlte in der Mannschaft von Bot- tenhorn einer der besten Spieler, Scheid, dessen Ersatzmann ein Versager war. Handball um die Vannmeisterschast. Die Spiele um die Bannmeisterschaft im Handball nahmen ihren Fortgang; leider sind durch schlechte Platz- und Witterungsoerhältnisse eine Reihe Spiele nicht zum Austrag gekommen, die nunmehr am 12. März nachgeholt werden. Von folgenden Paarungen liegen die Ergebnisse vor: 1 9 0 0 Gießen a — VfB. -Reichsbahn Gießen 9:4 (4:2). Wie vorauszusehen war, so konnte auch diesmal die erste Jugendelf der Spielvereinigung 1900 das Rückspiel auf eigenem Platze sicher entscheiden. Die Platzmannschaft ging mit 4:0 in Führung, die die VfBer bis zur Halbzeit auf 4:2 verkürzten. Eine Drangperiode der Gäste erbringt sogar zu Beginn der zweiten Halbzeit den Gleichstand und gestaltet das Spiel ausgeglichener. Reifere Spielerfahrung und besseres Stehvermögen der 1900er ist dennoch für das weitere Spielgeschehen ausschlagebend. Regelmäßige Erfolge beenden diesen kleinen Lokalkampf mit fünf weiteren Toren für die 1900er siegreich. Heuchelheim — MTV. Gießen a. Auf begründeten Antrag des Männerturnvereins wurde dieses Jugendtreffen auf den 12. März verlegt. Klein-Linden — 1900 Gießen b 6:0 (2:0). Etwas ganz grundsätzliches ist gerade aus diesem Spiel für die amtiarenben Schiedsrichter zu bemerken: gerade auf die Gesundheit eines Jugendspielers ist mehr Wert zu legen, als auf die Abwicklung eines Jugendspieles bei derartigen Witterungsverhältnissen! Das Spiel selbst betonte eine stets leichte Ueberlegenheit der Platzmannschaft, die dann auch mit dem Endergebnis klar zum Ausdruck kam. MTV. Gießend — Großen-Bufeck7:5 (4:1). Zwei durchaus gleichwertige Mannschaften. Schöne Kombinationen der Stürmerreihe bringen den Männerturnern einen 4:0-Vorsprung; die Gäste lassen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. In eifrigem Spiel erkämpfen sie sich bis kurz vor Schluß einen Gleichstand von 5:5. Die MTDer sind aber die Glücklicheren und können noch zweimal erfolgreich einsenden. Lang-Göns — Hausen 6:5. Eigenes Verschulden der Platzmannschaft brachte Vereinbarung zum Freundschaftsspiel, das nur mit verkürzter Spielzeit zum Austrag kam. Obwohl Lang-Göns dieses Treffen leicht überlegen und auch knapp siegreich gestalten konnte, kam Hausen zu zwei billigen Punkten. Holzheim — Grüningen. ©rüningen erlaubte sich den Scherz, zu diesem Spiel nur mit 6 Mann anzutreten. Nieder-Weisel — K i r ch - G ö n s 8:3 (4:2). Nieder-Weisel hatte das Heft jederzeit in der Hand, zudem verlor Kirch-Göns noch zwei Spieler durch Platzverweis. Es war somit für die Gäste schon rein zahlenmäßig unmöglich, den Vorsprung Nieder- Weisels noch in der zweiten Halbzeit aufzuholen. Södel — Münzenberg 7:10 (4:2). Wer mit einem Sieg der Platzbesitzer gerechnet hatte, der mußte sich eines anderen belehren lassen. Wohl zeigte Södel anfangs em schönes Spiel, fiel aber gegen Schluß immer mehr ab. 8. ZngeSörensenschwammwieder Rekord :<>>>' ■ :■ . f W Inge Sörensen. — (Schirner-M) Einige ganz hervorragende Zeiten gab es bei einem internationalen Schwimmsest in Odense. Die 14jährige Dänin Inge Sörensen traf über 200-Me- ter-Brust auf die Welttekordlerin Jopie Waalberg und besiegte diese in der neuen Landesrekordzeit von 2:59,4 Minuten. Die Holländerin benötigte 3:02,1. Internationale Wintersportwoche in Garmisch. Das Werdenfelser Land im Winterkleid Sofort nach seinem Eintreffen in Garmisch-Partenkirchen ließ sich der Reichssportführer von Tschammer und Osten von Dr. Hafter über die Schnee- und Eisverhältnisse am Ort der Internationalen Wintersportwoche Bericht erstatten. Dr. Hafters Ansicht, daß noch Schneefall zu erwarten sei, bewahrheitete sich auch. In der Nacht zum Dienstag schneite es, und am Dienstagmorgen lag eine 10 cm hohe Schneedecke über dem Werdenfelser Land. Im Tal wurde der Schnee allerdings recht schnell wieder naß, da die Temperatur immer noch etwas über dem Nullpunkte lag. Wiener Siege in der Eislauf-Meisterschast. Aus dem Rießersee war eifrig gearbeitet worden, um die Bahn für die deutsche Eisschnellauf-Meisterschaft startfähig zu machen. Nach 10 Uhr konnten dann die Titelkämpfe der Männer mit dem 5 00- Meter- Lauf begonnen werden. Die Wiener Läufer feierten einen großen Triumph, belegten sie doch die drei ersten Plätze. Wazulek siegte in 45,9 Sekunden vor seinen Landsleuten Slanek und Löwin- ger. Die Zeiten «mären nicht sehr gut, doch ist zu berücksichtigen, daß die Bahn bei dem Tauwetter der letzten Tage immer noch recht weich war. Der Berliner Sames fehlte übrigens am Start. Am Mittwoch folgen die beiden Läuse über 1500 Meter und 5000 Meter, während die dann noch verbleibenden 10 000 Meter am Donnerstag gestartet werden sollen. Lassen dies die Eisverhältnisse nicht zu, dann wird der Titel aus den Ergebnisien der 500, 1500 und 5000 Meter errechnet. Im Anschluß an den 500-Meter-MeisterschaftS' Wettbewerb liefen die Junioren 1500 Meter. Hier gab es durch Spardel einen überraschenden Hamburger Erfolg. — Im Reichssiegerwettbewerb der Frauen siegte in Abwesenheit der Berlinerin Ruth Hiller, die erkrankt ist, Frl. Grube (Berlin). Helmnkh Lanlschner gestürzt. Der bekannte Innsbrucker Slalomläufer Helmuth L a n t s ch n e r ist am Dienstagvormittag beim Training auf der Kreuzeck-Abfahrt schwer zu Fall gekommen. Auf der Mitte der Strecke war am Montag ein Tor umgesteckt worden, und diese Stelle wurde dem Innsbrucker zum Verhängnis. Er stürzte und zog sich anscheinend Knie- und Knöchelverletzungen zu, so daß mit seinem Start leider nicht gerettet werden kann. Im übrigen wickelte sich auf der Abfahrtsstrecke, die unten leicht vereist war, ein reger Trainingsbetrieb ab, an dem sich Mannschaften aller Nationen beteiligten. 2-Ziin-Wng. für sofort von alleinstehender Frau gesucht. Schr.Angeb.unt. 0399 a. b. G.A. Kaufmann: Angestellter sucht zum 1. ob. 15. Februar 2-3-Zimm.-Wohn. Schr. Ang. unter 0392 and. G.A. 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Adreßbuch der Stadt und des Kreises (Sieben 1939 Die Hauslisten werden jetzt bei den Hausbesitzern abgegeben, gur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, datz jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Geschäftswelt zur Benachrichtigung, daß neben der Hausliste eine Firmenliste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adrehbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz sie diese Sonderliste sofort und vollständig ousfüllen; fie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Vereins- und Kassen - Vorstände sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste. 525D Ä Oberhessischer Adretzbuch-Berlaa • Gießen •IKMSVIfclANDOn < tfttu U AN II tCUfr •sät Schulstratze 7 Fernsprecher 2251 Kaufgesuche WesMles kauft [359V Piroth, Frank- fort am Main Westenbstraße 3 Ruf 78395. Auf Wunsch komme persönlich' Melsungen Junghennen Küken (weiße amerikan. Leghorn Leistungszucht) Emden. Riesengössel unb Riesen-Bronce« vuten [514D nimmt entgegen Geflügelhof E. Krause Vrefs (Hessen) Lieferung frei Hof bzw. HauS. rSkh Gebiet erstklassig und billig » Gratis Prospekte durch Sporthotel al Lago RESIA Provinz Bozen Italien MSN 1. Hypothek auf wertvolles Haus zuleihen gesucht. Schr.Angeb.unt. 522D a.b.G.A. VornehmI Geschmackvoll! 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Der eine Weg geht aus der Familie über den Kindergarten durch die Grundschule und die Formen der h ö h e r e n S ch u l e mit dem lehrplan- mätzrgen Musikunterricht und der freiwilligen zusätzlichen Beteiligung an Schulchor und Schulorchester. Ein zweiter Weg ist der, daß auch die musikalische Betreuung und Anregung durch die Familie, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr nachgelassen hat, durch die Anleitung zur Musikübung in den Jugendorganisationen erneutes Leben bekommt und daß die starken Eindrücke in Zukunft auch von der Familie her für die musikalische Lenkung des Jungen oder des Mädels angedeutet werden. Der dritte und heute fast entscheidende Weg musikalischer Anregung führt durch die Jugendorganisationen vom 10. bis 18. Lebensjahr in der HI., vom 10. bis zum 21. Lebensjahr im BDM. Neben die Berührung mit der Musik, in die die kleinste Erziehungseinheit der Kameradschaft und Schar durch das Singen und Spielen auf Heimabend, auf Fahrten und im Lager gebracht wird, treten hier zusätzlich musikalische Erziehun-gsformen: die Spielschar, Musik-, Spielmanns- und Fanfarenzüge, es tritt weiter dazu die ständige Betreuung in den „Musikschulen für Jugend und Volk" und der in Verbindung mit diesen Schulen eingerichtete Jn- strumentalunterricht. Es mag dahingestellt sein, in welcher Form sich der eine ober der andere daran beteiligt, ob er später Hausmusik treibt, ob er sich einem Orchesterverein oder einer Volksmusikgruppe anschließt, ob er einem Ehor oder einer Singgemeinschaft beitritt ober seine Freude am Mannschaftsgesang hat, ob er sich zum Konzertbesucher entwickelt ober ob ihn sein Weg auf eine musikalische Berufsausbildung geführt hat; irgendwie muß und soll er am musikalischen Leben des Volkes seinen Anteil haben. Es gilt nun, auf Grund dieser Darstellung die drei Erziehungswege in Schule, Familie und Haus so aufeinander abzustimmen, daß überflüssige Reibungen vermieden und höchstmögliche Leistungen in Gemeinschaftsarbeit erreicht werden. In diesem Zusammenhang wird die gemeinsame Regelung grundlegender musikerzieherischer Fragen zwischen Hitler-Jugend und Schule eine Rolle spielen. Unterrichtsmethoden sind in Uebereinstimmung zu bringen; die musikalischen Richtlinien für den Lehrplan der Grundschule und die Musikarbeit in der Hitler-Jugend haben ihre Eigenarten und besonderen Aufgaben herauszustellen. Die Hitler-Jugend ist ebenso interessiert daran, daß in allen Schulgattungen der Musik im Lehrplan ein wesentlicher und wichtiger Platz eingeräumt wird, daß die Musik aus ihrem Winkelbasein erlöst wirb. Da erfahrungsgemäß bie musikalischen und handwerklichen Leistungen innerhalb ber Grundschule zum größten Teil bas gesteckte Ziel nicht erreichen, tritt bei ber zusätzlichen Musikerziehung burch die Jugendorganisation die gleiche Aufgabe erneut in den Gesichtspunkt ber erzieherischen Maßnahmen. Schule und Hitler-Jugend haben sich gemeinsam um die Gesetze der Kunstübermittlung zu bemühen, und es steht die Forderung: gegen jede überflüssige, zeitraubende Methoderei bie gemeinsam zu erftreitenbe lebenbige Lehrweise zu finden. Die Musikerzieher der Hitler-Jugend haben die Aufgabe gestellt bekommen, kraft ihrer eigenen Persönlichkeit Lebendige Erdkunde. Don Or.W.Iantzen. Mancher Sekundaner kam früher aus dem Gähnen nicht heraus, wenn es hieß, für die nächste Erdlundestunde die Grundgesetze der Klimakunde dem Gedächtnis einzurammen. Heute ist ein Ausgangspunkt für das Interesse an solchen Dingen da. 'Die jungen Segelflieger in der Klasse, die in ihrer Wiegergefolgschaft praktisch und theoretisch an die mächtigsten Fragen der Fliegerei herangeführt wer- Sden, wissen tolle Dinge zu erzählen, etwa von Auf- Winden über der Front von Gewitterwolken, die die bisherigen Großleistungen im Segelflug ermöglicht haben. Sie haben längst erfahren, daß die Thermik über den Sand- und Steinböden, sogar auch über den menschlichen Steinwüsten, den Großstädten, eine andere ist als über Wald- und Wasser- oebieten. Sie haben davon gehört, daß in den Tropen ein Segelflieger fast vis zu 5000 Meter Höhe auff teigen konnte, daß deutsche Segelflieger sich tagelang in der Lust hielten und so den ewigen Traum von der Eroberung der Luft längst in die Wirklichkeit umsetzten. Die Erd kund estund e ist bei solchen Anknüpfungs- punkten aus der Feme der Wissenslasten mitten in das lebendige Leben der Jungen gerückt. Der Erdraum bekommt neue Bedeutung, wenn der Junge vor dem Globus sich nicht mehr als ab gefragter Schüler vorkommen muß, sondern im Geiste aus dem Flugzeug hinabschaut auf jenes merkwürdige Relief, das durch seine Gebirge und Ebenen, durch seine verschieden stark erwärmten Landflächen den darüber liegenden Lustraum so stark beeinstußt, daß das Wohl und Wehe des Fliegers von der Beherrschung ber meteorologischen Gesetze, vom zuverlässigen Wetterdienst »nb von ber Tüchtigkeit bes Orters abhängt! Für (eben Erdteil, für jebe Zone bringen heute Fliegerschicksale Wissen unb Erfahrungen, die keiner mchr i»ergißt. Die Nebelwände an der Golfstromzone des Nordatlantik umfingen Hühnefeld und Köhl bei chrer Landung nach der Ozeanüberquerung. Im Zackeis der Arktis zerbrachen Nobiles Hoffnungen, Zyrb bezwang den Südpol mit seiner Maschine, icachbem Scott mit seiner Begleitung geblieben war. Heber Südamerika endete das reiche Fliegerleben Mschows. Die Tundren Nordrußlands wurden irstmals von den Augen der Zeppelinfahrgäste überschaut. Ueber der afrikanischen Wüste flog ein Jugend und Hochschule. ohne Anlehnung an bisherige Methoden eine ihnen entsprechende Lehrweise zu entwickeln. Fest steht in der Musikarbeit der Hitler-Jugend, daß das Volkstum und Brauchtum Grundlage, Wurzel und Ziel auch für die Musikarbeit ist. Wir wenden uns scharf dagegen, daß man den Begriff „HJ.-Musik" irgendwo prägt, wie es auch genau so wenig von der Schule aus erwünscht sein wird, eine Gattung „Schulmusik" zu pflegen. Wir bemühen uns um einen neuen Musik- und Musizier- willen, aber nie um die Prägung einer neuen Gattung, denn es gibt nur eine deutsche Musik und deren vielfälttgen Ausdruck. Die Einrichtung der „Musikschulen für Jugend und Volk" wird weiter dazu beitragen, bie musik- interessierten Jungen unb Mäbel ber HI. in besonderen Sing- und Chorgruppen zusammenzufassen, um im Anschluß daran auch den Einzel- und Gruppenunterricht auf allen Instrumenten erteilen zu lassen. Der Schulmusiker kann zu einem großen Teil durch eigeneh Einsatz an diesen neu zu errichtenden Musikschulen und durch Werbung innerhalb ber Schülerschaft den großen Gedanken der zusätzlichen Musikerziehung vorwärtstreiben. In Ausbildungskursen für Leiter von Musikschulen für Jugend und Volk werden aus ber gesamten interessierten Erzieherschaft (Schulmusiker, Privatmusiklehrer, Musikwissenschaftler u. a.) bie Leiter der neuen Musikschulen herangebildet. In diesen Schulen wird die Frage der Stimmbildung einen großen Raum einnehmen, allerdings wird man sie in einer seelenvollen Durchdringung anwenden, als das vielerorts in der Singschule geschieht. Ebenso soll erreicht werden, daß durch bie zusätzliche Musikerziehung durch die Hitler-Jugend ber vielfach mißbrauchte Inhalt des Wortes „Volksmusik" seinen schönen unb ibealen Klang wieber bekommt. So ist es bringend notwendig, daß Schule unb Hitler-Jugend auf allen Gebieten der Musikerziehung gemeinsam an einem großen Plan schaffen, und daß bie Aufgabengebiete sinngemäß in den Bereich der Hitler-Jugend fallen. Die Zusammenarbeit ist gegeben. Wir wollen nunmehr Herangehen, um auf dem Gebiet der Jugendmusikerziehung jene sinnvolle Einheitlichkeit zu erstreben, die allein der Musik und der Kunsterziehung überhaupt nützt, um. Me Hochschulgemeinschaft Deutscher Frauen. Offen für alle Frauen im Gau. — Aufgaben und Ziele. Don A. Benner-Müller, Gau-ANSt.-Refereniin Hessen-Nassau. NSG. Im Juni letzten Jahres entschloß sich das Amt Studentinnen der Reichsstudentenführung einen Zusammenschluß aller sich für Hochschule, Wissenschaft und Frauenftudium interessierenden Frauen zu schaffen. Hieraus entstand analog zum NS.-Alt- herrenbund der deutschen Studenten die „Hochschulgemeinschaft Deutscher Frauen". „Ausschlaggebend für die Mitgliedschaft ist nicht der Abschluß eines Studiums, sondern das Interesse für die studentische Arbeit." ((Inge Wolff, Reichs-ANSt.- Referentin). Das ist also unser Ziel in ber HGDF.: bie Kräfte aller Frauen nutzbar zu machen unb zu steigern für die Lösung studenttscher Aufgaben. Daß wir die Altakademikerin in unsere Arbeit einzuschalten versuchen, ist eine selbstverständliche Forderung. Gerade von den Frauen, die selbst einmal die Hochschule besucht haben, an ihr ebenso wie wir gelernt und gearbeitet haben, gerade von ihnen können wir eine besonders fruchtbringende Mitarbeit erwarten. Alle die Probleme, die auch sie früher beschäftigten, sind bie unseren. All die Fragen, bie ihnen dann im Beruf entgegengetreten sind, werden einmal die unseren sein! Unb warum sollten wir uns im gegenseitigen Gebankenaustausch bie von ben Altakademikern schon gesammelten Erfahrungen nicht zunutze machen? Nicht nur für unsere persönliche Entwicklung wird das gut sein, sondern in erster Linie auch für unsere gesamte Arbeit. Wir werden bie notroenbige stärkere Derbin- bung mit der Praxis erhalten und von hier aus viele Anregungen für die Einrichtung unseres Studiums und für unsere wissenschaftliche Arbeit. Für die Altakademikerin selbst wird es aber von eben solchem Nutzen sein, wenn sie aus ihrer oft vorhandenen Vereinsamung heraustritt unb sich einer wahrhaften Gemeinschaft anschließt, in ber sie notwendig gebraucht wirb. Das gleiche gilt auch für alle anderen im Berufsleben stehenden Frauen. Auch für sie wird die Verbindung mit der jungen Generation segensreich sein. Daß wir uns an bie Hausfrauen unb Mütter roenben, wird wohl vielen bei nur oberflächlicher Betrachtungsweise zunächst nicht verständlich sein. Diese Ansicht ändert sich aber sofort, wenn wir bedenken, daß die Aufgaben unseres völkischen Lebens heute einen weitgehenden Einsatz aller Frauen verlangen. Dies gilt in unserem Falle nicht nur für die im Berufsleben stehende, wissenschaftlich vorgebildete Frau, sondern darüber hinaus für bie Gesamtheit unserer Frauen. Alle müssen sich ihrer Verpflichtung gegenüber dem Volk und ber einzelnen Frau bewußt sein. Das Verständnis aber gerade für bie Fragen bes Frauenstubiums muß Sei allen Frauen vorhanden sein, wenn diese Fragen einer guten Lösung entgegengeführt werden sollen. Die N a ch w u ch s f r a g e n auf der Hochschule sind so brennend, daß sie ohne tätige Mithilfe der Mütter gar nicht gelöft werden können. Wenn die Mutter sich wieder für Frauenstudium, akademische Berufsfragen usw. interessiert, dann wird sie es — und bas wird von der Haltung unserer Studen- tinnen abhängig fein — für erstrebenswert erachten, ihrem Mädel auch einmal eine wissenschaftliche Vorbildung zukommen zu lassen. Darüber hinaus — und dies ist ein nicht zu unterschätzender Faktor — hat die Frau, die schon einen eigenen Hausstand hat, die Möglichkeit, eine ganz neue Art der Geselligkeit mit diesen jungen Studentinnen zu pflegen. Indem sie unsere Mädel in ihr Haus einlädt — bitte hier nicht an große und kostspielige Festlichkeiten denken zu wollen — gibt sie ihnen die Möglichkeit, ihre Freizeit, die ihnen neben Studium und Dienst bleibt, in einem Familienkreis zu verbringen. Dies mag genügen. Ich hoffe, an diesem kleinen Ausschnitt gezeigt zu haben, welche Möglichkeiten in der Schaffung der Hochschulgemeinschaft deutscher Frauen liegen. Die Erfassung der Frauen vollzieht sich dann ähnlich der der Alten Herren. Bierabende und dergleichen fallen selbstverständlich weg. Das bedeutet aber nicht, daß der Frohsinn aus unserer Arbeit innerhalb ber Hochschulgemeinschaft gestrichen sei. Einlabungen zu ben Veranstaltungen des Amtes Studentinnen und der einzelnen Gruppen, Teilnahme an fröhlichen und ernsten Gemeinschaftsabenden der gesamten ANSt. einer Hochschulgruppe, Heranziehung besonders der wissenschaftlich vorgebildeten Frauen zu unseren Arbeitsgemeinschaften u. a. mehr werben eine gute Zusammenarbeit gewährleisten. Die burch die Beitragsleistungen zufließenden Mittel werden restlos zur Errichtung neuer Stu- dentinnenwohnheime unb zum Ausbau bereits vorhandener Heime verwendet werden. Des weiteren beabsichtigen wir, hiervon Auslandsfahrten und Lager zu finanzieren unb besonders begabte Studentinnen zu unterstützen. Die Aufgaben sind vorhanden. Mögen alle Frauen und unsere jungen Kameradinnen erkennen, daß nur aus ihrer Gemeinschaft Ersprießliches für unser Volk und für jede einzelne von ihnen kommen kann. deutsches Mädel spazieren. So brauchen also Topographie und Klimakunde in der Schule nun nicht mehr um ihrer selbst willen gelernt zu werden, sondern Jungen und Mädel sehen den tieferen Sinn und haben Lust, alles in sich aufzunehmen. Von den natürlichen Gegebenheiten ist nur ein kleiner Schritt zu der Ordnung, die ber Mensch festlegt. Man fliegt nicht auf gut Glück seines Weges irgenbwohin. Feste Flugstrecken haben sich heraus- gebilbet. Sie mürben bedingt durch die Lager ber Flughäfen, burch bie Entfernungen, burch bas Landschaftsrelief unb nicht zuletzt durch bie Abhängigkeit von ber Machtbefugnis ber überflogenen ßänber. Unb trotzbem ist bas Ergebnis oerblüffenb. Ein findiger Kauz hat sich einmal ben Spaß gemacht, die Karte der Hauptflugstrecken neben eine solche der Vogelflugstrecken zu legen. In ben wesentlichsten Grunbzügen becften sich beibe. Die hohe Technik bes Menschen führt zu denselben Ergebnissen wie der sichere Instinkt ber Tiere! Wie rätselhaft und wundervoll ist der Erdball, der heute durch unsere Geographiestunde rollt, an Stelle grauer Namen unb Zahlen von ehebem. Wer hat in Europa bie größte Streckenleistung in Flugkilometer? — Deutschland! Wer die höchste Flugkilometerziffer? — Deutschland! Politische Geographie wird es, wenn mir fragen, welche Linien in der Welt draußen regelmäßig von deutschen Maschinen beflogen werden. Wer weiß es schließlich heute in Deutschland, daß die „Deruluft" in Rußland, bie „Conbor" in Südamerika, bie „Eurasia" in China unb bie „Skabta" in Kolumbien hier neben ben allbekannten Zeppelinlinien aufzuzählen sind? Auf alle Fälle wird sich heute ein praktischer Erd- kundelehrer in ben unteren Klassen nicht mehr damit abmühen, die Schüler nach alten, methodisch- didaktischen Vorschriften in bas Verständnis der Kartenkunde einzuführen. Er baut im Sandkasten ober mit Knetmasse bas Heimatborf, bie Wiesen unb Wälber, bie Flüsse unb Straßen. Im einfachsten Reliefbilbe wird lebenbig, was auf ber Karte bann zwar sauber unb exakt, aber nicht so plastisch schön unb einleuchtend» zu sehen ist. Auch bie Wirtschaftsgeographen werben burch ihre flugbegeisterten Schüler aus bem Bau ihrer Statistiken herausgelockt werben müssen. Die Zahlen ber Weltwirtschaft stimmen ohnehin alle nicht mehr. Aber bie Standorte ber Rohstoffe unb Industriezentren sind feit dem Kriege von größter Wichtigkeit geworden. Die Frage der Luftgefahr hat die große Politik schon tiefer beeinflußt, als mancher wahrhaben will. Das deutsche Volk packte mit Eifer seine Luftschutzpflichten an, die bis mitten in bas Leben ber Schule eingreifen. Rußlanb verlegte stillschweigend seine Großproduktionsgebiete ins Innere Nordasiens, wo sie für Zugriffe aus ber Luft schwer erreichbar geworben sind ... und Italien lehrte, wie heute eine Erdkundestunde ein gut Stück Wehrgeographie zu fein hat, die alles bas zusammenfaßt, was mir in knapper Form geftreift haben. Perugia. Italiens Universität für Ausländer. Perugia turrita — bie „turmreiche Stadt" — mit ihren Jahrtausende alten Mauern aus der Zeit der Etrusker und dem ewig jungen, aller Kunst und Schönheit offenen Herzen Italiens, mit ihrer alten geschichtlichen Tradition unb ihrem fungen Streben nach Kraft unb Größe, mar wie feine anbere italienische Stadt berufen, zum Ausgangspunkt ber Faschistischen Revolution zu werden. Ein nicht niederzuringenber Wille zum Kampf, zu Herrschaft unb Helbentum, hat bas Gesicht dieser hochgebauten Stadt mit ihren weiten Horizonten, dem Blick auf das grüne umbrische Land und bie im Hintergrund blauen Bergketten bes Apennin, geprägt. Doch nicht nur bas kriegerische Element schuf die Bedeutung Perugias; es mar und ist seit bem frühen Mittelalter bis hinein in bie heutige Zett bas geiftige Zentrum Umbriens, in dem neben ben schönen Künsten auch die Wissenschaften gepflegt werden. Der Ruf seiner Universität, deren Anfänge bis in bas 13. Jahrhundert zurückreichen, hat sich seit einigen Jahren über bie ganze zivilisierte Welt erstreckt; denn Perugia wurde im Jahre 1926 zum Sitz der Königlich-Italienischen Universität für Ausländer bestimmt. Daß unter ben Auslandsstudenten Deutschland zahlenmäßig an erster Stelle steht, nimmt bei ber Sympathie, bie ber beutsche Mensch seinem Sehnsuchtslanb Italien seit alters her entgegenbringt, bei ber engen Freundschaft, bie bie beiden faschistischen Nationen und ihre Führer ver- bindet, nicht wunder. Deutsche Studenten und Stu- bentinnen finden überall ein Entgegenkommen, bas weit über ben Rahmen der angeborenen Liebenswürdigkeit des Italieners hinausgeht. Es verlohnt sich, die Universität für Ausländer im Sinne der Achse Berlin —Rom einer etwas Akademische Berufslenkung. Lwn Dr. Karl Jiau Der Verfasser gehört der Führung der Studentenschaft an. Es ist allgemein bekannt, daß die derzeitigen Besucherzahlen der Hoch- und Fachschulen bei weitem nicht ausreichen, den zukünftigen arbeitsmäßigen Bedarf von Partei, Staat unb Wirtschaft zu decken. Es sei nur an die vor kurzem von Generalinspektor Dr. Todt getroffene Feststellung erinnert, daß bereits im Jahre 1940 in Deutschland 7000 Ingenieure fehlen werden. Damit rückt bas Problem ber akademischen Berufslenkung unter den zahlreichen anderen Fragen der deutschen Hoch- unb Fachschulen entschieden in den Vordergrund. Bei allen Erörterungen über die Lage der geistigen Berufe hat sich sehr deutlich der' Mangel an einer Statistik der akademischen Berufe, welche die eigentliche Grundlage zu einer notwendigen akade- mischen Berufsplanung sein könnte, bemerkbar gemacht. Während wir für fast alle anderen Berufszweige im Besitze fester Zählungen sind, kann für bie akademischen Berufe lediglich auf geschätzte Angaben der örtlichen Erhebungen jurücfgegriffen werden. Bei kaum einer anderen Stelle ist die Frage der Auslese und Förderung und damtt ber bewußten Berufslenkung von solch ausschlaggebender Bedeutung wie an ben beutschen Hoch- unb Fachschulen. Deutschlanb ist heute eine Gemeinschaft ber Schaffenden ; Können unb Leistung tragen diese Gemeinschaft. Wir sind deshalb weit davon entfernt, an die Frage des Hochschulbesuches und des geistigen Berufes mtt irgendwelchen sozialen oder gar „gesellschaftlichen" Wertrnaßstäben heranzugehen. Entscheidend ist einzig und allein die Tatsache, ob ber richtige Mann entsprechend feinen Fähigkeiten an den richtigen Platz im Daseinskampf des deutschen Volkes gestellt wird. In der Partei und ihren Gliederungen, im Arbeitsdienst, besonders aber bei den letzten Reichs- berufswettkämpfen, wurde immer wieder festgestellt, daß es zahlreiche junge Bauern- unb Arbeitersöhne gibt, welche in vollem Maße bie Fähigkeiten besitzen, bie zur Ausübung eines geistigen Berufes notwendig sind. Es waren entweder junge Menschen, die einem verkehrten Ausleseprinzip zum Opfer gefallen waren oder deren Eltern aus finanziellen Gründen ein Hoch- oder Fachstudium unerschwinglich war. Diese Erkenntnis hat gerade bei der jungen Generation ben festen Willen geschaffen, an die geistigen Berufe diejenigen Volksgenossen heranzuführen, bie sich dafür eignen. Maßstab für die Eignung ist die Fähigkeit, bas Kulturgut bes beutschen Volkes von der nationalsozialistischen Weltanschauung aus her zu betrachten und den Stoff der wissenschaftlichen Forschung mit der politischen Wirklichkeit bes Volkes in einer Einheit sehen zu können. Es ist unantastbare Grundvoraussetzung, daß die Auslese ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage ber jungen Menschen bzw. ihrer Eltern stattzufinden hat. Die Nachwuchslenkung an ben deutschen Hoch- und Fachschulen wird nur dann von Erfolg begleitet sein, wenn, wie oben schon angedeutet, das Problem ber Ordnung des Berufseinsatzes umfassend, rasch und zentral in Angriff genommen mirb« Es ist gerade von studentischer Seite mehrmals betont worden, daß die Inangriffnahme einer Auslese ber Leistungsbesten sowie bie Durchführung einer planmäßigen Berufslenkung nicht länger an finanziellen Mitteln scheitern darf. Von grundlegender Wichtigkeit ist bie Erkenntnis, daß der Zugang zu einer deutschen Hoch- und Fachschule nicht mehr irgendwelchen Zufälligkeiten überlassen bleiben darf, sondern ausgerichtet nach den Lebensbedürfnissen der Nation einer planvollen Lenkung — selbstverständlich ohne Zwang — bedarf. In ber Durchführung dieser For- näheren Beleuchtung zu unterziehen. Es gibt einen Einführungs-, einen Mittel- imb einen Oberkursus. Wer ben Einführungskursus in bie italienische Sprache belegt fyat, wirb begeistert sein von ber Lehrkunst, von bem Temperament ber Darstellung, von ben bie Worte begleitenden, ausbrucksvollen Gesten des Professors G., ber — wie ein Zauberer in einem modernen Märchen — mit seiner Konzen» trationsmethode auch ben verstocktesten Sprachlehrling innerhalb von vier Wochen zum Sprechen bringt. Und bas bei einer Klasse, die ein buntes Gemisch von Nationalitäten umfaßt! — Der Mittel- kursus vermittelt eine grünblichere Kenntnis ber Grammatik, gibt interessante Einführungen in Geschichte und Literatur, in all das, was bann ber Oberkursus in ausgeprägtester Form fortführt. Die großen italienischen Dichtungen werben gelesen und ausgelegt. Der „Sonnengesang" des Heiligen Franz von Assisi, ber erstmalig bie Liebe zu allen Kreaturen predigt, erklingt, und unvergeßliche Dante- Stunden lassen die Sprache des Landes zu Musik werden. Den passenden Rahmen für diese Vorlesungen, die alle von Professoren von Ruf abgehalten werden, bildet der Palazzo Gallenga, ein Barock- gebäube reinsten Stils aus bem 18. Jahrhundert, das nicht umsonst gegenüber dem alten Etrusker- bogen errichtet wurde. Geschmackvolle Salons dienen zur Ausspannung zwischen den Stunden, geben den Studierenden Gelegenheit, untereinander ju diskutieren oder in kameradschaftlich netter Form mit den Professoren zu plaudern. Das Verhältnis zwischen Lehrkörper und Studentenschaft ist schlechterdings ideal, was sich vor allem immer wieder auf den zahlreichen Ausflügen, die von ber Universität unter Leitung eines Kunsthistorikers in das an Schätzen so reiche Land veranstaltet werden, ergibt. In großzügiger Weise sucht die italienische Regierung ben Teilnehmern an den Hochschulkursen die Voraussetzungen zu einem Aufenthalt in Italien zu schaffen. Abgesehen von einer 50prozentigen Reiseermäßigung für die Fahrt nach Italien unb eine Anzahl von Fahrten auf ben Staatsbahnen während des Studienaufenchaltes ist der Eintritt in Bildergalerien und Museen, zu ben Denkmälern und Ausgrabungen Italiens für den Studierenden frei. Pensionen und Hotels in Perugia sind gehalten in ihren Forderungen gegenüber ben Studenten mäßig zu sein. Anne - Marie Meyex, derungen wurde vor kurzem m Zusammenarbeit zwischen der Reichsstudentenführung und dem Reichserziehungsministerium beim Reichsstudenten' werk eine großzügige B e r ufs b e r a tu n g s a o- t e i l u n g errichtet, welche in Zukunft die akade- mifche Berufslenkung entscheidend beeinflussen wird. Es ist selbstverständlich arbeitsmäßig bedingt, daß eine enge Zusammenarbeit mit der Reichsanstalt als dem gesetzlichen Träger erfolgt. In gleichem Maße wird es immer mehr notwendig, die allgemeinen Bedingungen und sozialen Voraussetzungen des Hoch- und Fachschulstudiums bis ins letzte nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszurichten. Durch das jüngste von der Reichs- regierung erlassene Gesetz über das Studentenwerk sind die Vorbedingungen dazu weitgehend geschaffen. Gerade eine verantwortungsbewußt durchgeführte Berufsberatung wird die unbedingt notwendige Erweiterung der Auslesebasis des akademischen Nachwuchses mit sich bringen. Es wurde vor kurzem noch die Zahl derjenigen Abiturienten, welche aus rein finanziellen Gründen vom Studium absehen, auf 40 bis 50 Prozent geschätzt. Wer will bezweifeln, daß durch diesen Zustand dem deut- schen Volke Jahr für Jahr eine große Zahl seiner besten Begabungen verlorengehen, d. h. daß diese betroffenen jungen Menschen einst, nach ihren Fähigkeiten gemessen, den von ihnen auszufüllenden Arbeitsplatz nicht erreichen können. Die planmäßige Zusammenfassung aller Stipendienmittel öffentlicher und privater Art wird ebenfalls eine der nächsten zu lösenden Aufgaben sein. Wenn mit dem Gesetz über das Reichsstudentenwerk das gesamte Fürderungswesen immer mehr in die Hände der Partei und des Staates gelegt wird, so wird damit auch weitgehend mit der Auffassung gebrochen, daß es nicht bedeutsam ist, wer die Ausbildung bezahlt, sondern wem sie bezahlt wird. Es wird dann auch jenes unwürdige Bettelstipendiantentum ein Ende haben, das schon so manchem jungen Menschen die innere Freiheit und Unabhängigkeit genommen hat. Nach der erfolgten Vereinheitlichung der sozialen Forderung sind auch jene Förderungsbestrebungen von privaten Industrie- und Wirtschaftsgruppen überflüssig, welche ja doch nur der einheitlichen Berufslenkung und nicht zuletzt der Freiheit des akademischen Studiums hindernd im Wege stehen. Ein ganz entscheidender Grund des allgemeinen Studentenrückganges ist die Dauer der Ausbildung und die dadurch notwendigen hohen Ge- famtstudienkoften. Hier sind es gerade wieder die minderbemittelten Abiturienten, welche gezwungen sind, so rasch wie möglich zu eigenem Verdienst zu kommen. Entweder wird in diesen Fällen ein sog. Ausreichstudium mit möglichst kurzer Dauer oder aber ein Beruf ohne akademische Ausbildung (Os- fizierslaufbahn, mittlere Beamtenlaufbahn usw.) ergriffen. Bei dem diesjährigen deutschen Studententag wurde erneut das gebührenfreie Studium als die nächstliegendste und in ihren Folgerungen umfassendste Voraussetzung zur Erreichung eines von finanziellen Erwägungen unabhängigen Hoch- und Fachschulstudiums gefordert. Es wurde dabei' auf die große Zahl der Nationen verwiesen, welche für das Studium gar keine oder nur unbedeutend geringe Gebühren verlangen. Wohl an keiner Stelle ist die Frage der Auslese, der Förderung und Berufslenkung von solch ausschlaggebender Bedeutung wie gerade bei den deutschen Hoch- und Fachschulen: Der Weg zum Hörsaal und zum Laboratorium ist entscheidend für den einzelnen und für die Gesamtheit des Volkes. Es gilt hier lediglichen Irrweg zu vermeiden und deshalb wird es notwendig fein, die nun begonnenen zahlreichen Maßnahmen zur Behebung der akademischen Berufsnot einheitlich, rasch und umfassend durchzuführen. Der Gerichlsreserendar. Der Ausbildungsgang des Richters, Staatsanwalts, Rechtsanwalts und Notars beginnt nach der bisherigen Ausbildungsordnung im Altreich mit einem Univerfitätsstudium von mindestens sechs Semestern, an das sich die erste juristische Staatsprüfung anschließt. Der Gerichtsreferendar tritt dann in den praktischen Vorbereitungsdienst em, der mindestens drei Jahre dauert. Während dieser Zeit wird der Referendar bei den Gerichten, der Staatsanwaltschaft und einem Rechtsanwalt ausgebildet. Die Einzelausbildung wird hierbei durch eine gemeinschaftliche Schulung ergänzt, die in der Hand besonders dazu geeigneter Richter und Staatsanwälte liegt und die in der Form von Arbeitsgemeinschaften durchgeführt wird. Neben der Vertiefung der fachwissenschaftlichen Kenntnisse und der Erweiterung des Gesichtskreises besteht der Zweck dieser Schulung darin, den Referendar im Geiste nationalsozialistischer Staatsauffassung zu erziehen. Auf Grund der Juftizausbildungsordnung vom 22. Juli 1934 bient ein besonderer Ausbildungsabschnitt der Unterweisung des Referendars in der staatlichen ober kommunalen Verwaltung. Mit befonberer Genehmigung kann ber Referenbar diese Verwaltungsstation bei ber Reichsleitung, den Gau- und Kreisleitungen der NSDAP., bei sonstigen Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts ober in großen Wirtschaftsbetrieben ober Wirtschaftsverbänden ableisten. An den Vor- bereitungsdienst schließt sich bie große Staatsprüfung an, die ber Feststellung bient, ob dem Referendar — sowohl nach seinen fachlichen und allgemeinen Kenntnissen, seinem praktischen Geschick in ber Erledigung ber Geschäfte wie nach feinen charakterlichen Eigenschaften — die Fähigkeit zum Richteramt unb bannt auch bie Fähigkeit zu dem Amt eines Staatsanwalts, Rechtsanwalts unb Notars zuzusprechen ist. In ber Ostmark und in den sudetendeutschen Gebieten muß ber angehende Rechtswahrer nach den bis jetzt geltenden Bestimmungen drei theoretische Staatsprüfungen, unb zwar eine rechtshistorische, eine jubizielle unb eine staatswissenschaftliche Prüfung, ablegen, ehe er in ben Vorbereitungsdienst aufgenommen werben kann, woburch bas Stubium in der Ostmark minbestens neun Semester unb in ben fubetendeutfchen Gebieten minbestens acht Semester bauert. Die praktische Ausbilbung richtet sich danach, ob ber angehende Rechtswahrer Richter, Rechtsanwalt ober Notar werben will. Der zukünftige Rechtsanwalt ist währenb feiner Ausbildungszeit nur ein Jahr bei den Gerichten und im übrigen nur bei Rechtsanwälten tätig. Der Notarsanwärter wird allein bei Notaren und Rechtsanwälten ausgebildet. Die neue, am 1. April 1939 in Kraft tretende Jufttzausbildungsordnung enthält die Vereinheitlichung des Ausbildungsgangs. Sie beseitigt die Mängel, die sich infolge einer zu kurzen Ausbildung ber Referenbare bei ben Gerichten gezeigt haben in der Weise, daß sie auf die Ausbildung in der Verwaltung im allgemeinen ver- zichtet unb die einzelnen Ausbilbungsabschnitte bei den Gerichten entsprechend verlängert. Der Referendar wirb in Zukunft ausgebildet: Sechs Monate bei einem kleinen Amtsgericht, sechs Monate bei einem Landgericht in Zivilsachen, vier Monate bei einer Staatsanwaltschaft, zwei Monate bei einem Schöffengericht oder einer Strafkammer, fünf Monate bei einem Rechtsanwalt, fünf Monate bei einem größeren Amtsgericht, zwei Monate im Ge- meinschaftslager Hanns - Kerrl, sechs Monate bei einem Oberlandesgericht. * Der Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Freister behandelt in der Deutschen Justiz bie neue Justizausbildungsordnung. Der Staatssekretär weist barauf hin, baß bie Justizausbilbungsorbnung nichts grundsätzlich Neues bringt, da sich bie bisherige Regelung im ganzen bewährt habe. Die neue Prüfungsordnung habe bas Recht zum Schutz von Raffe unb Volksgefunbheit unter bie Prüfungsfächer aufnehmen können, ba es sich inzwischen zu einem ber wichtigsten in sich geschlossenen Rechtsgebiete entwickelt habe. Der Staatssekretär befaßt sich dann mit den Wünschen aus Referendarkreisen, Wege zu finden, die dem Referendar wirtschaftlich bie Familien- grünbung erlauben. Gegenüber ben Zu- ftänben bis 1933 seien schon wesentliche Fortschritte erreicht. Die zur Verfügung stehenden Unter- Vor zwanzig Jahren. Fremdherrschaft über Deutschland zu n. (Schluß.) In Paris knattern in diesem Januar 1919 Dutzende von Schreibmaschinen bei der Vervielfältigung des Entwurfes für jenes Schanddoku- ment, das selbst im offiziellen Text „Tratte de Paix" — Friedensvertrag genannt wird. Es enthält die ungeheure Liste alles dessen, was man Deutschland sofort oder etappenweise rauben wird: es enthält ferner alle jene Bestimmungen, mit deren willkürlicher, ja sehr oft sogar vertragsbrechender Auslegung man die radikale Ausplünderung Deutschlands auf mindestens ein Menschenalter festzulegen und es für immer zum Sklavenstaat der Entente zu machen gedenkt. In dieser Zeit, in der man in Paris, in London, in Washington von Schlemmerfest zu Schlem- merfeft eilt, um ben Sieg unb bie bevorstehende Beuteverteilung zu feiern, wirb in Deutschland bie wöchentliche Kartoffelration auf 5 — in Buchstaben: fünf! — Pfunb herabgesetzt, stürzt die Kohlenförderung auf die Hälfte der Förderung von 1913, gehen verhärmte, abgerissene Mütter in ber ländlichen Umgebung ihres Wohnortes vergeblich um etwas Nahrung für die verelendeten Kinder betteln, fallen Verhungerte vor Schwäche auf der Straße um. In Paris schreibt widerwärtiger Haß, schreibt der Siegerwahnsipn die 228 Druckseiten des Diktates zusammen. Wilson, der schon seit dem 13. Dezember in Paris ist, hat keine Zeit, sich mit so nebensächlichen Dingen wie mit den verhungernden Frauen, Kindern und alten Leuten in Deutschland zu befassen. Er konferiert mit Clsmenceau, mit Lloyd George, er wirst gelegentlich einen Blick in alle möglichen Entschließungen und Entwürfe unb entdeckt unter diskreter sachkundiger Führung als Privatmann das Pariser Nachtleben. Der englische Diplomat Nicolson, der als Mitglied der 200 Köpfe starken englischen Delegatton die Pariser Verhandlungen mitmacht, notiert über diese Zeit in sein Tagebuch „Sterbenselend vor Ekel". In Paris tüfteln sie die verlogenen Einleitungs- phrasen zu dem Diktat zusammen, wobei sie schriftlich niederlegen, daß bie Mächte wünschen, den Krieg ,Hurch einen festen, gerechten und dauerhaften Frieden beendet zu sehen". Aber was steht tatsächlich wörtlich über ben Geheimberichten dieser sauberen Friedenskonferenz? „Bericht über die Zusammenkünfte des Obersten Kriegsrates". In Deutschland beschimpft ber sozialdemokratische Reichskanzler Scheidemann in öffentlicher Sitzung ber Weimarer Nationalversammlung Ludendorff, Beginn der „pariser Friedenskonferenz^. den Feldherrn, als den „Hasardeur des Weltkrieges" unb schwatzt von einer „Weltverfassung, die allen Völkern gleiche Rechte verleiht". In Paris läßt man sich zu einer Verlängerung des Waffenstillstandes erst dann herbei, als bie gegenwärtige Vertretung Deutschlands verspricht und anordnet, daß die Bewegungen des deutschen Selbstschutzes an ber polnischen Grenze eingestellt werden, obwohl die polnischen Aufständischen weiter vorgehen. Es gibt eigentlich nichts, was man von diesen neuen Novernberdeutschen da in Berlin nicht verlangen kann. Also sieht man auch gar keine Veranlassung, die Berliner Bitte um Freigabe der deutschen Kriegsgefangenen zu bewilligen; sie schmachten noch monatelang in den vielfach erbärmlichen Verhältnissen der Gefangenenlager, und als bie deutsche Friedensdelegation in zwei Sonderzügen am 29. April durch Frankreich nach Paris fährt, sehen sie längs ber Bahnstrecke gelegentlich das sehnsuchtsvolle und verzweifelte Winken der gefangenen Feldgrauen, die man zu allen möglichen Arbeiten zwingt. In Paris arbeitet ein riesiger politischer, militärischer und technischer Apparat an der Fertigstellung des Dokumentes über die völlige Unterwerfung, Entwaffnung und Entrechtung Deutschlands. Der Apparat ist derarttg angeschwollen, daß beispielsweise die amerikanische Delegation einschließlich aller zugehörigen Offiziere, Sachver- ständigen und Hilfskräfte auf 1300 Menschen an- gestiegen ist, daß ber Stab des Obersten House allein 150 Menschen zählt, daß Hunderte von Offizieren verschiedenster Länder ein ganzes Gewimmel von Kurierdienst betätigen, daß die „Friedenskonferenz" sich schließlich nicht nur ein eigenes Telefonnetz, sondern auch einen eigenen Postdienst und eine eigene Druckerei zulegt usw. In Berlin aber setzt der Herr Reichsminister Mathias Erzberger von einem Tag zum andern bie Abberufung des Großindustriellen Hugo Stin- nes als Sachverständigen aus Spa durch. Des einzigen Mannes, ber dort den Feinbbundmächten den äußersten Widerstanb gegen bie Ausplünderung Deutschlands auf wirtschaftlichem Gebiet entgegenzusetzen entschlossen war. Herr Erzberger, in ein paar Wochen vom Abgeordneten zum Staatssekretär und schließlich zum Reichsminister emporgeschnellt, ist in seiner stark ausgebildeten persönlichen Eitelkeit gekränkt, weil man ihn nicht direkt mit der Entsendung Stinnes' nach Spa befaßt hat. — Der Totentanz der deutschen Frecheit beginnt nun, bis zu seinem Höhepunkt am 28. Juni 1919. haltszuschußmittel sanken von 1,65 Millionen im Jahre 1929 bis auf 480 000 Mark im Jahre 1933 in Preußen. Heute betrügen für bas Reich diese Zuschußmittel bereits über 3,7 Millionen im Jahr. Während 1933 nur 47,69 Mark auf den einzelnen Referendar entfielen, feien es jetzt 386,16 Mark. Zwar fei weiter das unbesoldete Assessoriat bei ber preußischen Justiz überwunden, es bestehe Aussicht, die Verleihung der ersten Planstelle vorzuverlegen, und es werde zu prüfen fein, wie eine entsprechende Kürzung der Zeitdauer bis zur Zulassung als Rechtsanwalt erreicht werden könne. Zwar erhalte der verheiratete Referendar jetzt monatlich 200 Mark. Damit fei die Frage aber noch nicht gelöst. Jeder Referendar müsse in bie Lage versetzt werben, am geistigen Leben des Volkes teilzunehmen, und ber Zeitpunkt ber wirtschaftlichen Heiratsfähigkeit bes jungen Rechtswahrers müsse um brei Jahre herabgesetzt werben. Daran werbe weiter gearbeitet. Büchertisch. — Das Kredit- und Versieh erungs- wesen der preußischen Provinzen. Don Wilhelm Traupel, Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau. Erste Sonderschriftenreihe des Kommunalwissenschaftlichen Jnstttuts an der Universität Berlin, Herausgeber Dr. Kurt Jeserich „Aus der Arbeit der preußischen Provinzen" Heft 3, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart unb Berlin NW. 7, Preis: RM. 3,60, Vorzugspreis für Provinzen 2,— RM. — (268.) — In bem vorliegenden Werk wird in geschlossenem Zusammenhang die umfangreiche Mitarbeit der preußischen provinziellen Selbstverwaltung im Geld- unb Kapitaloerkehr, sowie im Versicherungswesen behandelt. Die Arbeit der preußischen Provinzen wirb dabei im Rahmen ber größeren gesamtvölkischen Zusammenhänge gesehen unb dargesteltt. Die Schrift gibt tiefe Einblicke in bas Gefüge ber preußischen provinziellen Selbstverwaltung, die wegen des seitherigen Fehlens einer eingehenden Beschäftigung mit diesem Gegenstand eine langempfunbene Lücke ausfüllen werben. Die Darstellung der preußischen provinziellen Bank- und Kreditinstitute, sowie der Versicherungseinrichtungen stellt den gelungenen Versuch dar, diese Organisa- tionsform und ihr Wachstum in einem organischen Zusammenhang mit ber Bildung einer landschaftsgebundenen Selbstverwaltung zu sehen unb die Wechselbeziehungen zur Umwelt aufzuzeigen. — Artur Langend erg: Das letzte Jahr. Ein Fronterlebnis. 240 Seiten. RM. 2,85. Henry Burmester Verlag, Bremen. — (508) — Der Kriegsroman eines Artilleristen an der Westfront, ein Erlebnisbuch, das der männlichen Ka- Imeradschaft ein Denkmal setzt. Deutsche Farbenphotographie. Von Dr. Erich Keilpflug. Nach einer Entwicklung von zwei, man kann sagen fast drei Jahrzehnten, ist die Photographie in natürlichen Farben heute an einem Punkte angelangt, an dem man die weitere Entwicklung übersehen und den vollen Er- folg als in nicht zu ferner Zukunft erreichbar voraussagen kann. Ein voller Erfolg: würde das nur bedeuten, daß man in wirklich naturgetreuen Farben photographieren kann, ohne störendes Vorherrschen irgendwelcher Farbtöne, roter oder grüner, die unser Auge nicht als „natürlich" anerkennt, so standen wir heute schon am Ziel. Ein voller Erfolg begreift aber auch die wirtschaftliche Seite in sich, und zwar sowohl für den Fachmann wie für den Amateur auf der einen Seite für das unbewegte wie für das bewegte Bild, Photo und Film, auf ber anderen Seite. Er bedeutet, daß man farbige Bilder aufnehmen kann, ohne dazu teure Ergänzungen des Aufnahmegerätes ober gar ein neues Gerät anschaffen zu müssen. Ferner ist erforderlich, wenn anders die Farbenphotographie sich gegen die Schwarz-Weiß-Photographie halten soll, daß der Film billig und einfach zu entwickeln und beliebig oft kopierbar ist, unb baß sich, beim Photo, nicht nur Durchsichtsbilder, sondern auch farbige Abzüge auf Papier leicht Herstellen lassen. Wenn auch ungeachtet dieser vielen Bedingungen heute schon — und zwar ohne billigen Optimismus — behauptet werden fann, daß nur noch ein paar Schritte bis zum Ziel zu tun feien, erscheint die Lage auf dem Gebiet der Farbenphotographie verwickelter als je. Von den Verfahren des Auslandes abgesehen, die hier überhaupt außer acht bleiben sollen, scheinen allein in Deutschland nicht weniger als drei Verfahren im Rennen zu liegen, von denen bas jüngst angekündigte bereits beliebig oft kopierfähige Filme liefert. Die Dinge liegen so, daß dieses sehr geistvoll ausgedachte „Pantackrom"- Verfahren nur ein augenblick- sicher Behelf sein soll, der auf den Markt gebracht wird, bis das Hauptverfahren, bei dem allein die Zukunft liegt, das „ A g f a c o l o r Verfahren, völlig durchentwickelt ist unb man auch mit ihm beliebig viele Kopien und Papierabzüge in der gewünschten Qualität erhalten kann, — so ist wenigstens die Absicht, die Dinge zu lenken. Zur Diskussion stehen also augenblicklich nur diese beiden Verfahren, da das dritte, seinem Ursprung nach nicht rein deutsche, aber von Deutschen in ehren- vD.Ußx Mi vLLluMiüüeLdLL MM völlig ßntisit*. kette fo genannte Siemens » Berthon • Verfahren die zu stellenden Bedingungen leider nicht erfüllt und starke zusätzliche Anschaffungen sowohl für die Aufnahme wie für die Reproduktion verlangt. Die großen Schwierigkeiten, die die Farbenphotographie mit sich bringt und die diese lange Ent- roitftungsarbeit verursachten, liegen sowohl auf technischem wie auf chemischem Gebiete. Man kennt heute keinen Stoff, und es gibt ihn auch wahrscheinlich nicht, ber chamäleonarttg die Farben jebes Bildes, das auf ihn fällt, nicht nur annimmt, sondern auch dauernd festhält, — nicht einmal unsere Netzhaut im Auge leistet das. Aber es märe das direkteste unb einfachste Verfahren, in natürlichen Farben zu photographieren. Infolgedessen lag es nahe, sich zu fragen, wie denn eigentlich bie Druckerkunst ihre farbigen Bilder herstellt, unb man ist sich heute weitgehend barüber einig, daß farbige Photos am besten unb einfachsten erzielt werden, wenn man sich an das feit langem bekannte Dreifarben - Druckverfahren hält. Bei diesem Druckverfahren wird ber abzubildende Gegenstand zunächst dreimal auf gewöhnlichen Schwarz-Weiß-Platten photographiert, unb zwar jeweils hinter einem Blau-, einem Grün- und einem Rotfilter. Diese photographischen „Farbaus- züge" wandelt man in drei positive Druckformen um, die man nun einfach übereinanderdruckt, aber nicht mit den genannten Farben, sondern mit deren Komplementär-Farben, nämlich Gelb, Purpur und Blau grün. Bei der Farbenphotographie sollen aber nun bie brei Farben mit einer einzigen Belichtung auf ben Film gebannt werden, andernfalls die Aufnahmeoperation viel zu umständlich und teuer mürbe. Also muß ein Film oermenbet merben, der brei, statt roie bisher eine, lichtempfindliche Schich- ten hat, von denen jede die Rolle eines der ermähnten Farbauszüge übernimmt: also eine ausschließlich blau - empfindliche für Gelb, eine aus- schließlich grün-empfindsiche für Purpur und eine rot-empfindliche für Blau grün. Und es war sicher feine Kleinigkeit, Maschinen zu konstruieren, die derartig dünne Schichten von 0,005 Millimeter Dicke auf das Filmband gießen können und die zugleich dafür sorgen, daß die Schichten streng voneinander getrennt bleiben und nicht ineinanderlaufen. Der nach ber Belichtung notwendige Schritt vom Negativ zum bunten Positiv aber bringt weitere Schwierigkeiten. Zunächst einmal muß der Film der in feinen brei Schichten jetzt die drei Farb- auszüge enthält, entwickelt werden, und das gibt ein Schwarzweiß-Aegattü ußb nicht mehr. Wie erhält man aus diesem nun die Farben des aufgenommenen Bildes wieder bzw. wie entwickelt man sie in ben drei Schichten, in denen die Farbauszüge stecken? Es ist der Vorteil des deutschen Verfahrens,' daß man bei diesem nicht gezwungen ist, bie brei photographischen Schichten bes Films nun einzeln zu behandeln und einzeln einzufärben, und zwar fo, daß die andern Schichten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, — ein Prozeß, der, wie man sieht, äußerst umständlich wäre. Beim Agfacolor-Verfah- ren geschieht dieses Herausholen oer Farben in einem einzigen Arbeitsgang. Das Schwarzweiß- Negattv wird nämlich jetzt einem Umkehrprozeß, der ähnlich schon lange in ber Photographie bekannt ist, unterworfen, unb bei dieser Behandlung entstehen die komplementären brei Farben Gelb, Purpur unb Blaugrün in ber zugehörigen Schicht und am erforderlichen Orte des Bildes. Da z. B. wo der photographierte Gegenstand schwarz war, entstehen alle drei Farben übereinander, so daß die Stelle kein Licht mehr durchläßt unb beim Durchsehen schwarz erscheint; da wo die Vorlage weiß war, entsteht gar keine Farbe, so daß die Stelle bei der Durchsicht weiß bleibt; rote Farbflecke setzen sich zusammen aus gelben und purpurnen Stellen in ber ersten unb zweiten Schicht, grüne aus Gelb unb Blaugrün in der ersten unb dritten Schicht, blaue aus Purpur unb Blaugrün in ber zweiten unb britten Schicht usw. Und das kommt auf folgende Weife. Man muß wiffen, daß es Farben gibt, die dadurch entstehen, baß zwei chemische, an sich farblose Verbindungen, zwei sogenannte Komponenten, zusammenkommen. Die Entwicklerflüssigkeit nun, die zu diesem zweiten (Umkehr-) Prozeß genommen wird, enthält brei solche farblose Komponenten währenb die brei anderen, ebenfalls farblosen Komponenten schon seit ber Fabrikatton neben dem Bromsilber und was sonst zu einer lichtempfindlichen Schicht gehört, in der „Emulsion" der drei Schichten des Films enthalten waren, ohne bisher die geringste Rolle zu spielen. Jetzt aber, beim Zusammentreffen mit den Komponenten ber Entwicklerflüssigkeit, ergeben sie Gelb, Purpur und Blaugrün, wie beim Dreifarbendruck. Es braucht nun nur noch das Silber aus den Schichten ganz entfernt zu werden, und bas farbige Bild ist da. Diese drei aus zwei Komponenten entstehenden Farbstoffe sind der große Triumph der Chemie bei der Sache. Die Schwierigkeiten, sie zu finden, sind kaum vorstellbar. Sie müssen bie richtigen Tönungen Haden, damit die Naturtreue des Bildes nicht die ftomfioneaten dürfen sich gegenseitig nicht chemisch beeinflussen, dürfen bie Empfindlichkeit der lichtempfindlichen Substanzen in der Schicht nicht mindern, dürfen nicht die Schicht verlassen, zu der sie gehören, und nicht in andern herum- zigeunern, die Farben müssen hervorragend lichtecht sein, wasserunlöslich unb unangreifbar für sämtliche beim Entwicklungsprozeß verwendbaren Chemikalien. Aber diese Farben wurden gefunden, und man ist heute schon so weit, daß der Farbsilm, trotz der komplizierten Zusammensetzung seiner Schichten, eine Empfindlichkeit entsprechend 15/io Din bei schwarz-weißem Negattvmaterial besitzt. Zugleich aber ergibt sich deutlich aus dem Gesagten, daß man zunächst nur farbige Durchsichtsbilder erhält. Die Schwierigkeiten, diese nun beliebig oft kopieren bzw. auf Papier abziehen zu können, sind im Prinzip überwunden, es kommt nur noch darauf an, mit welcher Qualität ber Kopie man sich zufrieden bzw. nicht zuftieden gibt. Das künstliche Licht beim Kopieren, das die Farben verändert, unb auch die beim Positiv anders mi nehmende Lichtempfindlichkeit find hier die Hinoernisse. Immerhin kann man mit diesem Verfahren heute schon Aufnahmen mit jeder gewöhnlichen Kamera machen, und zwar ohne Filter. Da sämtliches Silber aus dem Film gelöst ist, hat der Film auch fein Korn, so daß die Vergrößerung bedeutend höher getrieben werden kann. An ber Stelle, an der das Agfacolor-Verfahren heute hält, nämfid) beim Kopieren, setzt nun das kürzlich herausgebrachte Pantachromverfahren ein, das mit farbigem Filter arbeitet unb als Negativ zwei mit den Schichten aufeinander liegende Alme verwendet, deren vorderer einen sogenannten „Linsenraster" besitzt. Kopiert wird, indem man zwischen die beiden Negattv-Filme einen Positiv- Film legt, der auf der "Vorderseite zwei, auf der Rückseite eine Schicht trägt. Das Zustandekommen der Farbbilder nach diesem Verfahren zu beschreiben, würde hier aber zu weit führen. pdri Heil! Der Ire liebt feine Heimat von ganzem Herzen, unb erduldet keine Vergleiche mit ihr. Ein Pankee erzählte einem Iren: „Bei uns in Ontario gibt es einen Fluß, der fo fischreich ist, daß man mit einem Eimer ins Wasser waten kann und sich f° viele Fische hott, wie man benötigt," „Nicht der Rede wert!" sagte der Ire. ,,J« Irland hat ein Fluß so viele Fische, daß man sie erst zur Seite schieben muß, wenn man Wasser flößten Wö" Nr. 21 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Mittwoch. 25.Zanuar 1939 Aus der Stadt Gießen. Geheimnisvolle Einbahnstraße ... Es ist noch nicht lange her. da zeigten uns die Zeitungen und Zeitschriften Bilde?, auf denen zu sehen war. wie die Arbeitslosen der Londoner City einen „Hungersarg" durch die Straßen trugen, woran sie durch die Londoner Polizei unter starkem Aufgebot gehindert wurden. Auch aus manch anderen ausländischen Hauptstädten sahen wir Bilder. die immer wieder zeigten, wie sich die Polizei dem Andrang demonstrierender Volksmassen ent- gegeystellen mußte. Wenn nickst alles täuscht, werden wir auch in Deutschland in allernächster Zeit erleben, wie sich die Polizei des stürmischen Andranges auf den Straßen und Plätzen des Reiches zu erwehren haben wird. Wenn aber das Ausland glaubt, daß wir in Deutschland darüber sehr bestürzt sein werden, so ist darauf zu erwidern: solche Szenen stürmischen Andrangs sind wir von jedem „Tag der Polizei" gewohnt. Und so werden wir uns auch am nächsten Sonntag, 29. Januar, dem diesjährigen „Tag der Polizei", nur von Herzen über das Gedränge auf den Straßen freuen. Daß es lebhaft zugehen wird, wenn die deutsche Polizei, angefangen vom höchsten General bis zum jüngsten Polizeianwärter, für das Winterhilfswerk sammelt, kann heute schon um so mehr vorausge- fagt werden, weil die von der Polizei an diesem Tage zum Kauf angebotenen WHW.-Abzeichen rundheraus als „Schlager" gekennzeichnet werden müssen. Findig, wie die deutsche Polizei nun einmal ist, hat sie nämlich Abzeichen ausfindig gemacht, um Vie sich viele reißen werden. Was stellen diese Abzeichen dar? Es sind buntfarbige Miniaturausgaben der allen von der Straße her bekannten Verkehrsabzeichen. Aus der großen Anzahl dieser polizeilichen Verkehrszeichen hat man zehn Zeichen ausgewählt. So zum Beispiel das Sperrzeichen für Kraftwagen, das Zeichen „Parkverbot", das „Vorsichtszeichen" und unter den übrigen sieben auch das an vielen Straßenecken angebrachte pfeilförmige Zeichen „Einbahnstraße". Für den, der diese buntfarbigen Verkehrszeichen im Kleinformat bereits sehen durfte, ist es gewiß, daß jeder Volksgenosse den Ehrgeiz haben wird, sich eins dieser Zeichen (oder gar mehrere) in das Knopfloch zu stecken. Da überdies auf jedem Zeichen vermerkt ist, was es bedeutet, liegt n dem Kauf dieser kleinen Verkehrszeichen bereits ?ine willkommene Vorübung für den künftigen KdF.- Wagen-Besitzer! Die Polizei schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe: sie belehrt und sie hilft dem deutschen Winterhilfswerk und seinen Betreuten zugleich. Das Ausland aber wird von neuem den Kopf darüber schütteln, wie es nur möglich ist, daß die deutsche Polizei sich einer so großen Beliebtheit im Volke erfreut, daß sie auch für das Wiyterhilfs- werk „eingesetzt" werden kann. Und man wird dem Gebeimnis nachspüren wollen, das eine solche Verbundenheit von Polizei und Volk herbeiführt. Wir wollen das Geheimnis ein wenig lüften, zumal es mittelbar mit dem Verkehrszeichen „Einbahnstraße" zufammenhänat. Dieses Zeichen ist nämlich nicht nur für den Straßenverkehr gültig. Es ist auch im übrigen Leben für das ganze deutsche Volk gültig, seitdem es unter seinem Führer Adolf Hitler ae- eint auf der — Einbahnstraße des völkischen Willens marschiert, in der es nur eine Richtuna und nur e i n Ziel gibt: die deutsche Volksgemeinschaft, die es auch unnötig macht, in Deutschland „Särge" b°rumzutragen mit der Aufschrift: „Er bekam keine Winterhilfe!" Eitlen 3tiA<>nb Standort Gieken. Zur Jugend-Filmstunde am 29. 1. treten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen um 10.30 Uhr in der Schanzenstraße an. Antreten in folgender Reihenfolge: Jungmädel, BDM., Jungvolk, Hitler- Jugend. Spitze: Bahnhofstraße. Um 10.35 Uhr erfolgt Meldung an den Jungbannführer. Es wird nur auf Befehl des Jungbannführers eingerückt. Gendarmerie im Dienst - Feuerwehr in Bereitschaft. Zum „Tag der deutschen Polizei". — Eindrücke von einer Rundfahrt. Sim kommenden Samstag und Sonntag werden sich Polizei, Gendarmerie, 77 und Feuerwehren in öen Dienst des Winterhilfswerkes stellen. Am gestrigen Dienstag wurde den Vertretern der heimischen Presse bei einer Rundfahrt Gelegenheit gegeben, das Wirken der Gendarmerie in' den ländlichen Bezirken und außerdem jene Arbeit der Feuerwehr näher kennenzulernen, die in der Stille geschieht. Die Fahrt gestaltete sich ungemein anregend und ließ erkennen, welche große und vielseitige Aufgaben insbesondere die Gendarmerie zu bewältigen hat. Die Fahrt war für die Gendarmeriebeamten (Leitung: Gendarmerie-Obermeister Schuhmacher) und den Verkehrs- und Gewerbedezernenten des Landrats (Regierungsrat Dr. Fuhr) gleichzeitig eine Kontrollfahrt. Lollar war die erste Station! Schon auf dem Wege dorthin gab es zu tun! Einige Fahrzeuge mußten wegen nicht ausreichender Kennzeichnung angehalten werden. Im Interesse der Ordnung blieb nichts anderes übrig, als „gebührenpflichtige Verwarnung". Das kostete jedesmal eine Mark! In der Hauptstraße von Lollar traf man gleich einen der Beamten der Gendarmerie. Er erstattete stramme Meldung über die Vorkommnisse der letzten Stunde. Er hatte sich gerade mit einem jungen Mann zu beschäftigen, der sichtlich kein Zuhause hatte, sehr schlecht gekleidet war, keine Papiere bei sich trug und in Gewahrsam genommen werden mußte. Diese Fälle sind glücklicherweise sehr selten geworden! Der Beamte warf einen Blick in das Fahndungs- buch: wird der junge Mann vielleicht gesucht?! Dann wurden in einigen Lebensmittelgeschäften die Preisbeschilderungen kontrolliert. Dabei konnte fest- gestellt werden, daß es die Geschäftsinhaber damit ernst nehmen. In regem Frage- und Antwortspiel erkannte der kontrollierende Beamte schnell, ob der Geschäftsmann „im Bilde" über die mannigfachen Bestimmungen ist, die für die Lebensmittelgeschäfte geschaffen werden mußten. Nur eines schien noch nicht ganz durchgedrungen zu sein: es soll nicht mehr Vv, % Liter heißen, sondern die amtlichen Maßeinheiten sind für Flüssigkeiten Liter und Zentiliter. Dann führte die Fahrt weiter über Mainzlar und Daubringen nach A l t e n - B u s e ck. Immer wieder wurden Aufenthalte notwendig. Hier fuhr ein Vauer auf dem Fahrrad und hätte seine Mistgabel ohne jeglichen Schurz mit den Zinken nach vorne an das Rad gebunden, sich und anderen zur Gefahr! Und dann mußte das Fuhrwerk eines Müllers genauer angesehen werden. Er hatte die Pferde nicht sachgemäß ausgesträngt, das Besitzerschild fehlte am Wagen, die Lampen waren zerbrochen ... Unterwegs wurde auch einmal mit einem Schäfer gesprochen, der am Straßenrand seine Schafe weidete. Aber die Gendarmerie erlebte keine besondere Freude an ihm. Er hatte seine Papiere nicht bei sich. Vor allein nicht den Ausweis, in dem die viehseuchenpolizeilichen Untersuchungen seiner Herde einW l » ¥ ' " - Bau pX. | Im I MN I * ■ “M *'s * A - ' Oben links: Bei der Feuerwehr Grünberg: Einordnung der gereinigten Schläuche in Regale. — Oben rechts: Aus der Tätigkeit der Gendarmerie: Ein Landstreicher wird festgehalten. — Unten links: Gendarmerie und Förster gemeinsam auf Wildererstreife. — Unten rechts: Preisbeschilderungskontrolle! — (Aufnahmen |4|: Neuner, Gieß. Anz.) getragen find! Er machte sich damit strafbar! Gerade jetzt, da die Maul- und Klauenseuche die Viehbestände so in Mitleidenschaft zieht! Im weiteren Verlaufe der Fahrt begegnete marl einer Wilderer-Streife. Hier arbeitet die Gendarmerie eng mit der Försterei zusammen. Nach ganz bestimmten und klar verabredetem System streiften Gendarmeriebeamte und Förster durch den Wald. Karabiner und Gewehre scharf geladen! In Grünberg wurde Besuch bei der beritte» nen Gendarmerie gemacht. Zwei prächtige Pferde stehen im Stall. Sie werden sorgfältig gepflegt und dienen den Beamten besonders Sann, wenn die Wege durch anhaltenden Regen schlecht geworden, wenn große Entfernungen zu überwinden sind. Schon diese kurze Uebersicht, die sich um viele Beispiele au5 der Tätigkeit der Gendarmerie erweitern ließe, läßt wissen, daß der Gendarmerie-Beamte ein umfangreiches' Arbeitsgebiet hat. Er muß Univer- salift sein! Er muß die Gesetze über den Verkauf non Lebensmitteln ebenso gut kennen, wie die Verkehrsvorschriften, er muß über viehseuchenpolizeiliche Vorschriften genau so gut im Bilde sein, wie über die Maßnahmen, die im Falle eines Verbrechens, eines Diebstahls usw. zu treffen sind. Er ist nicht nur ein Hüter der Ordnung, sondern auch der Kriminalist des flachen Landes. Jedes Jahr muß sich der Beamte Leistungsprüfungen unterziehen, muß in Schulungskursen, Schulungsabenden. Dienstversammlungen sein Wissen immer neu ergänzen, immer wieder auch an Schießübungen teilnehmen usw. Die 87 Gemeinden des Kreises Gießen werden von neun Gendarmeriestationen und drei Gendarmerieposten mit insgesamt 28 Beamten betreut, denen in zwei Abteilungen zwei Obermeister vorstehen. Aus aller Arbeit der Gendarmerie ist zu erkennen, daß sie nicht ihren Zweck darin sieht, möglichst viele Leute zur Anzeige zu bringen, sondern darin, Ordnung zu halten. Bei der Feuerwehr zu Besuch. Die gestrige Rundfahrt wurde auch dazu benutzt, einmal einer Freiwilligen Feuerwehr einen Besuch abzustatten, um Einblick in die stille Arbeit zu gewinnen, die von der Feuerwehr geleistet wird. Der Besuch galt diesmal den vorbildlichen Einrichtungen der Grünberger Wehr. In reger Aussprache hörte man davon, welch vielseitige Verpflichtungen der Feuerwehr aufgegeben sind im Interesse der Erhaltung der steten Bereitschaft. Da gibt es unmittelbar nach einem Brande viel Arbeit. Da müssen die Schläuche gereinigt, auf Schäden untersucht, die Kupplungen überprüft, die Schläuche getrocknet, dann aufgerollt und nach bestimmten Nummern in Regalen untergebracht werden! Nach jedem Brande müssen auf die Schlauchhaspeln andere Schläuche aufgezogen werden. Da gilt es ferner, den Motor für den Dorspannwagen und die Motorspritze mit neuem Betriebsstoff zu versorgen, alles sauber zu putzen und in jene peinliche Ordnung zu bringen, die allein einen tatkräftigen Einsatz der Feuerwehr und ihrer Geräte gestattet. Man hörte ferner von der schwierigen Behandlung der gummierten Schläuche, von den in reaelmätzi- gen Abständen stattfindenden Hydrantenprüfungen, von der Kennzeichnung der Lage der Hydranten für den Fall, daß sie unter Schnee und Eis lieaen, und hörte von einer Fülle weiterer technischer Einzelheiten, die hier wiederzugeben kaum möglich ist. Klar ließ sich aber auch hier der Eindruck gewinnen, daß die zuständigen Männer und die Kameraden dafür sorgen, daß sie jederzeit eingesetzt werden können, um deutsches Volksgut zu schützen. Auch die Feuerwehr wird am Tag der deutschen Polizei aktiv im Dienst des Winterhilfswerkes stehen. Verhexte Nacht. Von Werner p. Töfflinger. Mitten auf dem wippenden Laufsteg machte Jimmy Ward halt und schnupperte mißbilligend m die Dunkelheit. Genau so hatte er sich das Wiedersehen vorgestellt. Die Luft, die nach faulen Bananen und schlechtem Del roch, und die eingeschlagenen Kailaternen — das war Freetown, das elende kleine Hafenloch Freetown, zwei Tagesreisen von den Luxusbädern Floridas entfernt. Jimmy Ward seufzte, steckte seine Pfeife in Brand und schlingerte verdrossen an Land,, als er von irgend woher angerufen wurde. Die Stimme war so leise, so himmelsfern und sanft, daß er verdutzt den Hals reckte und in alle vier Winde starrte. Aber dann lenkte bas Schicksal feinen Blick dorthin, wo die Dunkelheit zwischen zwei Kailaternen am schwärzesten war. Und don schimmerte etwas, hell wie weißer Mohn — ein Kleid. Und als er darauf zu peilte, erkannte er ein Mädchen. Seine Lippen verengten sich. Wenn das Mädel dort drüben auf ihn wartete, auf den rechtschaffenen und soliden Steuermann Jimmy Ward von der „Adelaide": Mißtrauisch linste er herüber. Allein sein Verdacht zerschmolz schnell, denn beim Nähertreten entpuppte sich die einsame Hafenbummlerin als eine recht sittsam aussehende junge Dame. Sichtlich verlegen, trat sie an den Laufsteg und fragte nach dem Namen des Schiffes. „Diese Schrottkiste hier? Wie die heißt?" murmelte Jimmy Ward, um einiges wohlwollender gestimmt, „Adelaide", menn’s Ihnen recht ist, Fräulein." „Und wann sind Sie hier angekommen?" „Am Spätnachmittag mit der Flut." „Schon — am Nachmittag?" Die Frage kam gedehnt, und die Stimme der jungen Dame zitterte ganz merkwürdig, als kämpfe sie gegen Tränen an. „Dann ist wohl niemand mehr an Bord?" erkundigte sie sich leise. „Ich wollte mich nämlich hier mit zemandem treffen — mit Eharly Brown ..." „Mit Charly Brown?" echote Jimmy Ward, und fein Gesicht verzog sich, als habe er auf ein Pfefferkorn gebissen. „Das ist allerdings eine dumme Geschichte. Ausgerechnet mit Charly Brown .. " Er schabte sich das Kinn und stierte fassungslos zu Boden. „Dann sind Sie die Tänzerin aus dem ,Tro- cabero‘ drüben?" „Tänzerin?" bekam Jimmy Ward mit einem strafenden Blick zurück. „Ich heiße Polly Garvins und bin Kontoristin beim Hafenamt hier in Freetownl" „Ader Sie kennen jedenfalls Charly Brown näher?" Das kleine Fräulein Garvins errötete. „Damals, vor der Ausreise der „Adelaide", versprach er mir, hier am Kai bei feiner Rückkehr auf mich zu warten." „Und diesen Schwindel haben Sie ihm aeglaubt?" lachte d'er Steuermann grimmig. „Da läßt er Sie hier Anker werfen, während er sich drüben in Trv- cadero längst großartig amüsiert?" Sekundenlang blieb alles still. Nur das Wasser gluckerte trübsinnig, und das Laufbrett scheuerte sich leise auf der Kaimauer. Es war, als habe ihr der Schreck alle Kraft genommen. Verzagt knüllte sie ihr Taschentuch. Drüben lag die „Adelaide", ein schmieriger alter Tramp- bampfer, viel kleiner, als Cbarly ihn bamals beschrieben hatte. Sicher hatte er sie belogen. In allem beloaen! Und plötzlich warf sie den Kopf zornig n den Nacken. „Ich werde Charly suchen!" erklärte rie. „Ich gehe ins Trocadero. Und wenn ich ihn dort finde .." „Dann bauen wir dem Windhund die Jacke voll", schnaufte Jimmy Ward kampflustig. „So eine hübsche junge Dame einfach sitzen zu lallen. ." Er verschluckte den Rest seiner Rede und stampfte entschlossen uff er den Platz. Im Trocadero herrschte Hochbetrieb. Der winklige Kellerraum dampfte wie eine Waschküche. An der Bar lümmelten sich Neger und Mexikaner. Wie ein unter Volldampf gesetzter Eisbrecher bahnte sich Jimmy Ward seinen Weg. Und überall, wo sich ein blonder Haarschopf zeigte, schlingerte er mit gespreizten Ellbogen darauf zu. Doch nach einer Weile legte er eine Verschnaufpause ein. Plötzlich reckte sich sein Hals aus der Friesjoppe. „Dort achtern — der Galgenvogel mit dem kleinen rothaarigen Satan im Arm — das ist Charly Brown!" keuchte er. Polly Garvins starrte hinüber, und ihr Atem stockte. „Aber das ist doch nicht..." Sie riß Jimmy Ward zurück. Drüben saß ein völlig Fremder, ein riesenhafter blonder Kerl. „Das muß ein Irrtum sein!" rief er. Doch Jimmy Ward hatte schon Kurs genommen. Wie ein rächender Gott schob er sich durch die Tanzenden. Und gleich darauf passierte das Malbeur. Eine Donnerstimme brüllte den Namen Charly Brown. Der riesenhafte Kerl rekelte sich vom Sitz hoch, blickte sich giftig um. Worte flogen hin und | her. Fäuste reckten sich. Und noch während Polly , dieses Mißverständnis verzweifelt aufzuklären versuchte, fühlte sie sich zur Seite gedrängt und gleich ; danach zur Tür, und als sie die Tür offen fand, flüchtete sie entsetzt ins Freie. Sie horte noch hinter sich erdbebenartigen Krach. Dann stand sie allein in ’ber dunklen Gasse. Eine Katze sprang maunzend hinter einem Kellergitter vor Fremd und unheim- 1 Uch schimmerten die Sterne, und verzweifelt schleppte i sie sich zum Hafenplatz zurück, als ihr auf der Ufer- nromenabe ein Trupp Matrosen entgegenkam, ■ stramme, kräftige Burschen. Auf ihren blauen blitzsauberen Sweatern leuchtete der Name „Adelaibe" Polly Garvins verschluckte ihre Tränen und starrte zornig hinüber. So ähnlich wie bie jungen Seeleute brühen sah Charly Brown aus, ber wirkliche echte Charly Brown, ber sie in biefer Nacht so schmählich verraten hatte. Unb trotzig wollte sie vorbei Aber ba geschah bas zweite M'inber in die- ser verhexten Nacht: Einer von den Matrosen kam auf sie zu, rief ihren»Namen und breitete lachend seine Arme aus. Wie elektrisiert fuhr Polly herum. Und vlotzlich vergäll sie ihren Zorn. Alle trotzigen Vorsätze schwanden dahin. „Charly", flüsterte sie, und diesmal füllte bie : Freube ihre Augen mit Tränen. Unb noch ehe -Charly Brown eine Frage stellen konnte, flüchtete sie an feine Brust und erzählte hastig von ihrem schrecklichen Erlebnis. Eine Ewigkeit lang sagte ber blonbe Charly Brown kein Sterbenswörtchen. Aber bann konnte er sich nicht mehr halten und schickte ein Lachen m die Nacht hinaus, so herzhaft und befreiend, daß Polly ungewollt mitlachen mußte. „Der dreckige kleine Steamer brühen heißt auch .Adelaide'", rief er vergnügt „Auch?" fragte Polly begriffsstutzig. „Na, wir sinb doch eben erst hier eingelaufen", bekam sie fröhlich zurück. „Außerdem schreibt sich ! unsere Adeleide mit ,ei‘! Und an Bord haben wir ■ bei uns drei Mann, die Brown heißen. Es gibt nun einmal auf dieser Welt vieles doppelt, Polly! Alles : war nur eine merkwürdige Verwechslung." Polly Garvins schloß die Augen, so gewaltig war diese Botschaft. „Und dann hättest du doch nur nach dem Aus- ' gangshafen zu fragen brauchen", fügte er lachend 1 hinzu. „Wir kommen aus Liver'wol. Die alte Blechkiste drüben schafft es doch höchstens bis zum nächsten Leuchtturm!", und er faßte sie sanft unter. Ein schlechtes Jahr fürnnsereBoaelwelt Im Jahre 1938 sind die Bruten vieler unserer Vogelarten sehr wenig günstig verlaufen. Der Grund lag daran, daß auf die sommerlich warmen Tage des März während des ganzen April sehr kaltes Wetter mit manchen Nachtfrösten herrschte, das bis in den Mai anhielt. In der Vogelschutzwarte in Seebach im Kreise Langensalza sind nähere Beobachtungen darüber gemacht worden, über die Dr. K. M a n s f e I b Mitteilungen veröffentlicht. Einzelne frühbrütenbe Vögel hatten, wie bie Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" seinem Bericht entnimmt, burch bie günstige Märzwitterung schon mit 1 bem Legen begonnen. Amseln flogen in Seebach schon am 1. Mai aus. Die Jungenaufzucht fiel baher in die Kaltwetterperiode, unb in biefer gingen fast in jebem Nest einige Junge ein. Im Durchschnitt flogen nur brei Jungamseln aus gegen sonst fünf. Besonbers schlecht m^ren bie Brutergebnisse büm Star; bie Zahl ber Brutstare war schon burch ben Winter 1937/38 stark dezimiert worden, so baß im Seebacher Gebiet ebenso wie an anberen Orten nur bie Hälfte zur Brut schritt Auch die Zahl der Jungen blieb weit unter dem Durchschnitt ber letzten nähre zurück. Ebenso würben bei ben Kohl- und ! Blaumeisen in ber zweiten Maibälfte eine Reihe i abgestorbener Bruten gefunben. Nur die Strauck)- ; brüter konnten ihre Bruten besser burrhbringen. ba sie ihre Nester gut decken und so vor Nässe schützen konnten. Sochschulnachnchten. Professor Dr. Karl Kleist, Ordinarius für Psychiatrie unb Neurologie an ber Universität Frankfurt, vollenbet am 31 b M fein 60. Lebensjahr. Nach mehrjähriger Assistenten- tätigkeit in Halle arbeitete Kleist von 1909 bis 1916 als Oberarzt an ber Psychiatrischen Klinik in Erlangen; 1909 habilitierte er sich an ber dortigen Universität. 1916 folgte er einem Ruse als 0. Professor an die Universität Rostock. Vier Jahre später wurde Kleist nach Frankfurt berufen wo er die Leitung der Klinik für Gemüts- und Nervenkrankheiten übernahm. Professor Dr. Friedrich Andrae an ber Universität Breslau ist im 60 Lebensjahre g e - st 0 rben. Er vertrat das Fach der Mittleren unb Neueren Geschichte. Professor Anbrae mar einer ber besten Kenner ber Geschichte Schlesiens und auch der Universität Breslau; viel Beachtung faru ben z. B. feine „Schlesischen Lebensbilder". Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. SA.-Standorte 116: Neue Aula, Herbert Böhme lieft aus eigenen Werken. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Hampelmann". — Lichtspielhaus, Bahn- hofstraße: „War es der im dritten Stock?" — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. BDM.-ilntergau 116 Gießen. BDM.-werkgruppe 4/116, Werkschar 1 und 2. Alle Mädel treten am Freitag um 20.15 Uhr an der neuen Dienststelle, Seltersweg 52, an. Bezirksve» waltungsgericht Gießen. Am nächsten Samstagvormittag findet im Sit- zunassaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Land- araf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Johann Friedrich Höffner in Klein- Karben gegen den Bescheid des Kreisamtes Fried- berg vom 10.12.1938 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1939. Klage des Bezirksfürsorgeverbanbes Kreis Offenbach a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Alsfeld wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Günther Schorsch. Klage des Karl Junker in Stammheim, Kreis Friedberg, gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg vom 29.8.1938 wegen Versaguna der Er- laubnis zur Erweiterung der Gastwirtschaft im Anwesen Untergasse Nr. 58. Sie Plaketten für den Sammeltag der Polizei. ! I AM Die nebenstehenden Abzeichen bedeuten: 1. Parkplatz, 2. Fahrverbot für Kraftwagen, 3. Vorsicht, 4. Parkverbot, 5. Hauptverkehrsstraße, 6. Gesperrt, 7. Für sämtliche Fahrzeuge gesperrt, 8. Achtung! Vorfahrt beachten, 9. Halten verboten!, 10. Nur in Pfeilrichtung befahren. — (Scherl- Bilderdienst-M.) Kinder-Bewirtung am »Tag der Polizei-'. Anläßlich des „Tages der deutschen Polizei" findet am 29. Januar im „Burghof" (Cafe Ebel) eine Bewirtung und Veranstaltung von Kinderspielen für 50 bedürftige Kinder statt. Die Kinder werden um 12.30 llfor am Oswaldsgarten a»treten und von dort unter Führung eines Polizeireiters, sowie in Begleitung von Fanfarenbläsern der HI. durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Horst-Wes- sel-Wall, Hindenburgwall, Reuen Bäue zum Burghof marschieren. Gießener Gänger helfen dem WHW Der Zweigverein Gießen des Westerwald-Vereins Ehr. Kipper, K. Hofmann, Otto Stöhr, Karl Lesch- horn und Hans Seitz. Für 75 Wanderungen wurden Anna Heidelbach und Heinrich Henkelmann mit dem Ehrenzeichen bedacht Für 100 Wanderungen wurden Otto Kipper, Karl Hölzel und Heinrich Ger- lach geehrt und für 125 Wanderungen erhielten Vereinsführer Mader erstattete den Jahresbericht. Es wurden 33 Wanderungen unternommen und dabei 776 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Es beteiligten sich insgesamt 664 weibliche und 619 männliche Mitglieder. Der Verein nahm an der Hauptversammlung in Selters teil. Zwei Autobusfahrten konnten durchgeführt werden. Auf vielen Kreuz- und Querwanderungen lernte man die engere und weitere Heimat immer inniger kennen. In der Volkstanzgruppe, in der Zupfmusikabteilung und im neugebildeten Chor wurde ersprießliche Volkstumsarbeit geleistet. Für eine ftattlidje Anzahl von Wanderungen konnten viele Mitglieder mit den Ehrennadeln ausgezeichnet werden. Die Ehrennadel für 25 Wanderungen erhielten Adolphine Kipper, Hedwig Meilinger, Herta Bachmann, Lino Hölzel, Karl Junker, Heinrich Mais, Emma Ger- lach, Louise Benner, Fr Kohl, Riga Trechsler, so- Am Sonntag, 29. Januar, stellen sich die Gie- ßener Vereine des Deutschen Sängerbundes in den Dienst des Winterhilfswerkes. Am Sonntagabend werden sie im Saale des CafL Leib bzw im Katholischen Vereinshaus durch Konzertdarbietungen nicht nur die Besucher erfreuen, sondern durch den Gelderlös auch eine neue wertvolle Beihilfe für die Arbeit des Winterhilfswerks zusammenbringen. Wie der Kreisbeauftragte Gießen-Wetterau des WHW. uns mitteilt, sind für die Veranstaltungen nachstehende Vortragsfolgen vorgesehen. Sonntag, 29 Januar, 20 ühr, im ßafö Leib: Gesellschaftsverein Liederkranz. Chöre: a) Es ist hin Brünnlein gefloßen, M. Pluddemann; b) Der Wald. K. Häser. Reigen, getanzt von acht Damen des Bauerfchen Gesangvereins: a) Alt und jung; b) Radetzky-Marsch. Frohsinn-Quartett-Verein. Chöre: a) Schützenlied, O. Siegl; b) Lustig ist's Matrosenleben, H. Lang. Bauerscher Gesangverein. Chöre: a) Don Haus muß ich fort, I. Scheffler; b) Fröhlich Pfalz, F. Fischer. Operette in einem Akt, gespielt von Mitgliedern des Bauerschen Gesangverein.: „In einem kühlen Grunde". Massenchor, gesungen von drei Vereinen. Die Darbietungen werden von musikalischen Vorführungen umrahmt. (Sonntag, 29. Januar, 20 Uhr, im Katholischen Vereinshaus: Gesangverein Heiterkeit. Chöre: a) Ein deutsches Kredo, K. Lißmann; b) Halt, C. Zöllner. — Musikalischer Wettstreit „Guter Mond, du gehst so stille". Großscher Männerchor. Chöre: a) Das fülle Tal, F. Silcher; b) Zu Straßburg auf der Schanz, Böhm. — a) Violin- Solo: Polonaise, I. Lauterbach; b) Baß - Solo: Auch ich war ein Jüngling, A Lortzing (aus- gefichrt von Mitgliedern der Heiterkeit). Großscher Männerchor. Hanna Mannel, Willi Gerlach und R. Gelzenleuchter die entsprechende Auszeichnung. Für 275 Wanderungen wurde der Dereinsführer geehrt. Kameradschaftsabende, Dietvorträge, Sonnwendfeier, Kinderbescherung und Wintertreffen dienten der geselligen Unterhaltung. Die Zahl der Mitglieder hat zugenommen. Die Kassenverhältnisse sind gut und geordnet. Die Ergänzung des Führerrats und des Beirates wurde entsprechend den Satzungen des NSRL. vorgenommen. Die für 1939 vorgesehenen Wanderungen wurden gutgeheißen. Eine zweitägige Autobusfahrt soll nach Heidelberg und in den Odenwald führen. Zum Schluß der Versammlung dankte der Vereinsführer allen Mitarbeitern und forderte dazu auf, die schöne deutsche Wandersache auch weiterhin zu fördern. Versammlung der Gießener Bienen:üchter. Am vergangenen Sonntag fanden sich die Bienenzüchter von Gießen und der näheren Umgebung im Hotel Hopseld ein, um für die Arbeit Chöre: a) Jetzt gang i ans Brünnele, F. Silcher; b) Zum Wandertor hinaus, Bein. — Komisches Duett: Auf dem Steueramt (Mitglieder der Heiterkeit). Gesangverein Heiterkeit. Chöre: a) Morgen marschieren wir, Ph. Sttlz; b) Schwarzbraun ist die Haselnuß, B. Stürmer. Die Darbietungen werden von musikalischen Vorführungen umrahmt. Froher Abend bei KdF. Lache mit uns! Diese Parole hatte die NSG. ,^rast durch Freude" für das Groß-Dariets am gestrigen Dienstagabend im Gloria-Palast ausgegeben. Diele zeigten sich bereit, dieser Parole mit ganzer Hingabe zu folgen; es waren sogar so viele gekommen, daß der große Saal bis zum letzten Plätzchen, und sogar noch etwas darüber hinaus mit zusätzlichen Stühlen, vollkommen besetzt war. Alle konnten von ganzem Herzen mitlachen, allen wurde dieser Abend zu einem schönen Erlebnis, das man hochbefriedigt mit sich trägt in den Alltag. Und damit ist der angestrebte Erfolg der Veranstalter und der Mitwirkenoen in vollem Ausmaß erreicht. Es war ein reichlich buntes und stets ansprechendes Unterhaltungsprogramm, das man bei diesem Abend genießen konnte. Der Ansager war hervorragend, zeitgemäß ausgedrückt „ganz groß"; seine feine und humorvolle Art der Ansage und der Unterhaltung fand mit recht immer wieder stärksten Anklang. Köstlich waren die grotesken Darbietungen eines „Gladiatoren"-Aktes, sehr nett auch die „Zauberei", bei der mit guter Technik und Geschwindigkeit alles zu erreichen ist, um die Zuschauer ins Staunen zu versetzen. Ausgezeichnete Clown-Szenen aus dem Zirkusleben gaben den Darbietungen, die an sich schon reichlich Anlaß zur Heiterkeit waren, einen weiteren Auftrieb der luftigen Stimmung, die von dem Künstler-Trio durch gediegene Leistungen in bester Weise ausgelöst wurde. Eine Darbietung von besonderer Klasse stellte das Turnen dreier Männer am Doppelreck dar, bei dem man auf der ganzen Linie geradezu virtuose Technik des Turnens und staunenswerte Zeugnisse der körperlichen Kraft bemerken konnte. Graziöse Tanzdarbietungen, bei denen auch die Akrobatik des Tanzes in reizvoller Kombination mit dem Grundthema in Erscheinung trat, sowie anschließende Springakrobatik mit glänzenden Leistungen brachten auch von diesem Gebiet der guten Dariete-Kunst einen schönen Ausschnitt. Lustige Clown-Szenen, bei denen musikalische Momentbilder mit eingespannt wurden, bildeten den schönen Abschluß des Abends. Sämtliche Darbietungen wurden verdientermaßen mit starkem Beifall belohnt. Damit wurde den vortrefflichen Künstlern und der Deranstalterin (KdF.) gebührender Dank abgestattet. Zahreshauptve» sammlung des Westerwald-Vereins. Der Zweigverein Gießen des Westerwald-Vereins wie Ilse und Alfred Haibach. Für 50 Wanderungen hielt dieser Tage unter starker Beteiligung seiner wurden ausgezeichnet: Lisbeth Brunnengräber, Jo- Mitglieder die Hauptversammlung ab, um damit, Hanna Kohlermann, Marie Römer, Willi Deibel, Rechenschaft für die im vergangenen Jahre geleistete' Arbeit abzulegen. der nächsten Zeit einige Anregungen zu erhalten. Die Versammlung war außerordentlich stark besucht und bewies das rege Interesse, das die Imker an ihrer Sache erfüllt. Der Ortsfachgruppenleiter Bodenbender hieß die Imker willkommen und sprach zunächst in längeren Ausführungen über die starken Eindrücke, die er bei der Reichs-Kleintierfcbau In Leipzig gewinnen konnte. Er berichtete besonders über die Wachsschau im Rahmen der Reichs-Kleintierschau und erläuterte verschiedene neue Geräte, die in dieser großen Schau gezeigt worden waren. Insbesondere widmete er seine Ausführungen einer neuartigen Wachsschmelze, die er empfehlen konnte. Er gab ferner davon Kenntnis, daß die Arbeit der deutschen Imker bei dieser Ausstellung in Leipzig insofern Anerkenung vor größerem Kreise fand, indem bewährte Imker mit Ehrungen bedacht wurden Seine weiteren Darlegungen waren der Frühjahrsbehandlung der Völker, insbesondere der Behandlung im Monat Februar gewidmet. Die Behandlung bestehe darin, die Tiere vorläufig noch in Ruhe zu lassen und sie bei Reinigungsausflügen, die bei schönem Wetter unternommen werden, lediglich zu beobachten. Anhand von Beispielen in der Gegenüberstellung von „gut" und „schlecht" gab der Ortssachgruppenleiter manche weitere praktische Anregung für die Bienenhaltung. Der Redner erinnerte vor allem an die neuen Möglichkeiten der Tresterverwendung (der Rückstände bei der Wachsschmelze) und wies darauf hin, daß für Gießen bereits eine Sammelstelle errichtet sei. Es wurde nachdrücklich empfohlen, daß die gegebenen Anregungen nicht nur gehört, sondern in der Praxis auch verwirklicht werden sollten. und nicht nur zum eigenen Vort-il des Imkers, sondern um der notwendigen Mitarbeit im Rahmen des Dierjahresplanes und großen Aufbauwerks im Dritten Reich willen, zu dem auch der Imker einen wichtigen Beitrag geben könne. Im Anschluß an das Referat wurde noch manche unmittelbar aus der Praris heraus sich ergebende Frage gestellt und erschöpfend beantwortet. Zum Schluß der Versammlung fand noch eine Freiverlosung statt. Die Ortsfachgruppe batte zum Zweck der Belebung der imkeriichen Arbeit eine Reihe von wertvollen praktischen Hilfsmitteln (Doppel-Honigsiebe, Imker-Handschuhe, Jmker- schleier usw.) angeschafft, die nun auf dem Wege einer Verlosung unter die Mitglieder gebracht wurden. Km. Jahresversammlung des Obst- und Gartenbauvereins. Der Obst- und Gartenbauverein hiell am vorigen Sonntagnachmittag im „Burghof" feine Jahreshauptversammlung ab. Nach den Begrußungsworten des Dereinsführers Ehr. Junker erstattete der Rechner Dem den Kassenbericht, der über geordnete Verhältnisse Aufschluß gab. Wie der Dereinsführer feststellte, ist sorgsam' gewirtschaftet worden, so daß dem Rechner besonderer Dank für feine Mühewaltung ausgesprochen wurde. Aus dem vom Vereinsführer oorgetraaenen Geschäftsbericht war u. a. zu entnehmen, daß der Verein durch die Beschaffung einer fahrbaren Baum- spritze einen großen Schritt in seiner Arbeit ooran- gekommen rft Der Mitgliederbestand ist durch stär- feren Zugang um etwa 40 Mitglieder auf etwa 250 angeftiegen. Durch Vorträge und Besichtigungen konnten wertvolle Anregungen vermittelt werden. Die monatlichen Rundgänge sollen nach Möglichkeit beibehalten werden, weil jeden Monat im Garten veränderte Verhältnisse sind. Durch Sammelbestellungen konnten den Mitgliedern wertvolle Zuchtpflanzen beschafft werden. Dem verstorbenen langjährigen Mitglied Gastwirt Rahnefeld wurde ein ehrendes Gedenken gewidmet. Im neuen Jahre soll versucht werden, die Frauen der Kleingärtner besonders für die Mitarbeit zu interessieren. Im August werden die Obstbäume, die die beste Pflege aufweisen, prämiiert. Bei den Obstbaumspritzungen im Frühjahr wurden 3000 Obstbäume erfaßt. Dr,. Hanf vom Pflanzenschutzamt Gießen hiell einen interessanten Vortrag über die Schädlingsbekämpfung, in dem er wertvolle Winke für eine richtige und erfolgreiche Arbeit gab. Seine Ausführungen gingen von der sog. mechanischen Schädlingsbekämpfung, der Säuberung der Obstbäume und Sttäucher, und der zweckmäßigen Anlage der Pflanzung aus und bezeichneten diese als die Grundlage erfolgreicher Obstbaumpflege. Schließlich ging er auf die Spritzung und die Anlage der Klebgürtel ein und machte mit den Merkmalen Der- Täglich zweiundzwanzig Himmelsahrten Wetterflieger über der In den Briefkästen von elf deutschen Flughäfen rumoren mit einer gewissen Regelmäßigkeit empörte Schreiben folgenden Inhalts: „Sehr geehrte Herren, jeden Morgen um fünf startet bei Ihnen ein Flug- Zeug mit dreimal soviel Lärm als die anderen. Nerven ... Schlaf ... Zumutung ..." Wahrscheinlich muß, so steht zu lesen, der Propeller einmal geölt werden: Oder: Setzen Sie gefälligst ein neues Auspuffrohr hintendran. Die Briefe stammen von Leuten, die dicht an den Flughäfen wohnen. Der bedeutungsvollste davon ist Berlin-Tempelhof, weil hier neben den üblichen Aufgaben des Tages auch die einschlägigen Testslüge mit neuen Maschinen durchgeführt werden. Um fünf ist es noch Nacht. Der Wind treibt in kalten, schleierdünnen Schwaden den Regen über das Rollfeld. Seeger, der Chefpilot, klettert in die Maschine. Der Doktor, ein Meteorologe mit Funker- patent, ist schon in seinem Sitz. Er hat die Hörer um den Kopf. Der Monteur dreht die Schraube an. und Seeger gibt gleich Vollgas. Der Motor knattert wie eine Serie von Salven. Es dauert zehn Minuten, bis er warmläuft. Eine Viertelstunde später ist die Maschine in der Luft. Einsam schraubt sie sich in leeren, nächtlichen Nebelschächten nach oben. Seeger tastet mit den Fingern ab, ob die Fallschirmgurte richtig oerschnallt sind. Es ist eine etwas verrückte Tatsache, früh um fünf zu starten. Der Höhenmesser zeigt 800 — 1000 — 1500 — 2300 — 4000 — 4300. Der Doktor wird gleich anfangen, die „Temps" zu funken. W i e wird das Wetter? Windstärke? Feuchtigkeit? Vereisungsgefahr? Dafür fliegen wir über d i e 5000-Meter- Grenze: Flugsicherheit für Tausende von Maschinen. Heizdrähte aeaen 40 Kältegrade. Die Leute, die in der Nähe dieser elf Flughäfen in Deutschland schlafen, müssen es leider zur Kenntnis 5000-Meter-Grenze. nehmen, daß der 5-Uhr-Lärm nicht abzustellen ist. Es geht hier um die tägliche Sicherheit der deutschen und eines Teils der internationalen Fliegerei. Der Lärm rührt daher, daß eine steil in Die Höhe ziehende Maschine chre Kapazität hundertprozentig ausnutzt und daß ihre Schraube die höchstmöglichen Drehzahlen läuft. Der Aufstieg des Wetterflugzeuges bis zur erforderlichen Höhe d o n rund fünfeinhalb Kilometer dauert an sich lange genug: eine halbe Stunde bei einigermaßen gutem Flugwetter. Die beiden Männer im Wetterflugzeug haben in dieser halben Stunde einen Temperatur st urz von dreißig bis vierzig Grad auszuhal- ten. Da nutzen auch die zarten Heizdrähte im Overall mit ihrer 24-Dolt-Batterie nicht viel und auch nicht das Wolltuch, das man sich um den Leib zu wickeln pflegt. Andererseits, erzählt Seeger, ist es schon viel besser als vor drei oder vier Jahren, als man noch mü ben offenen Flugzeugen aufsteigen mußte. Die dickiten Salbenschichten und die raffinierteste Anordnung der Schals verhinderten es damals nicht, daß man mit schmerzenden Frostbeulen wieder herunterkam. Ueber der 5000-Meter-Grenze muß man selbst im Sommer immer mit —15 bis —20 Grad rech- nen; im Winter kann man sich gelegentlich auf — 50 Grad gefaßt machen Immerhin haben die Himmelfahrten vom Früh- iahr an bis in den Herbst den Vorzug, daß sie we- mgstens eine a n st ä n b i g e Aussicht bieten, fünfeinhalb Kilometer über Berlin kann man den gars, bas Riesengebirge unb an klaren Tagen bie Hohe Tatra sehen. Fünfeinhalb Kilometer über Köln bat man einen Blick auf bie Alpen. Jetzt wirb auch halb — im Frühjahr — roieber bie Zeit kommen wo man da oben in strahlenben Sonnenschein hin- emfliegt, wahrenb unten auf der Erde noch alles bunkel ift Risiko für die anderen' Unter dem Rumpf des Flugzeugs hängt der Meteorograph. Irgendwo sind weitere komplizierte Apparate eingebaut. Als Laie versteht man zu wenig davon, und es wäre auch umständlich zu erklären. Die Apparate registrieren selbsttätig Luftdruck, Temperatur unb Feuchtigkeit. Der Meteoro- löge lieft die Werte ab und fünft sie an die Bodenfunkstelle. So laufen, noch während die Flugzeuge in der Luft sind, von den elf deutschen W e 11 e r f lugst e 11 e n beim Reichswetterbienst bie Temps zusammen, aus benen sich bie Zustanbskurve bes Flugwetters an bem jeweiligen Morgen ergibt. Wenn auf den Flughäfen unb in ben Fliegerhorsten des Reiches bie ersten Maschinen starten, wissen bie Flugzeugführer, wie sie zu fliegen haben und welche Witterungsverhältnisse zu erwarten sind. Der zweite Wetterflug des Tages oeginnt 13.15 Uhr. Während der Meteorologe im Sommer hauptfäch- lich auf Gewitterbilbungen zu achten hat, interessiert er sich in der gegenwärtigen Jahreszeit in erster Linie für Nebel- unb Dereisungs- gefahr. Die Führer der Verkehrsflugzeuge wissen durch die genaue Wetterberichterstattung und durch ihren eigenen Instinkt bie günstigsten Fluglagen und halten so bie sicherste Höhe. Um so größer ist für bie Wettermaschinen (von benen die Berichte ja er kommen) die Gefahr, schwerer unb schwerer zu werben — und auf einmal spürt man dann, baß die Schraube nicht mehr zieht, weil sie bick vereist ist. Wetterflieger starten Tag für Tag zu genau bestimmten Zeiten in übernormale Flughöhen (ber Rekorb war bisher, von einer Spezialmaschine er» reicht, 8500 Meter). Sie Haden das Risiko für die anderen. Sie müssen durch. Je schlechter bas Wetter ist, um so wichtiger werben ihre Flüge. Für die Vereisungsgefahr, deren Stand sich aus gut zwanzig Faktoren ergibt, bestehen keine festen wissenschaftlichen Regeln. Der Meteorologe bestimmt sie nach Wahrscheinlichkeitsgraben, bie er feiner langen Wettererfahrung entnehmen muß. fliegerische Schwerarbeiter. Es ist fliegerische Schwerarbeit. Bei 4000 Meter muß man sich die Sauer« ft o f f m a s t e vors Gesicht klemmen, und ber Sauerstoffatem ist ungefähr zwanzig Grab kalt. Das erforbert stabile Lunge». Einen Schnupfen dürfen Wetterflieger überhaupt nicht haben. Denn bei starken Erkältungen bringt bie heftige Veränderung des Luftdrucks Schmerzen, die nicht auszuhalten find. Leichte Erkältungen wird man beim Höhenflug dafür um fo leichter los. Das Flugzeug, bas bie fünf Kilometer nach oben in etwa einer halben Stunde schafft, legt abwärts die gleiche Strecke in etwa acht bis zehn Minuten zurück. Es ist vorgekommen, daß gelegentliche Passagiere nach diesem Flug drei Tage lang taub waren. Entsprechend dieser großen körperlichen Wi- berftanbsleiftung erhöht sich ber fiebensftanbarb eines Höhenfliegers. Man braucht im Monat für achtzig Mark mehr Essen als anbere Sterbliche unb schläft boppe 11 soviel als sie. Man kann es sich nicht leisten, abends zum Tanz ober in die Kneipe zu gehen. Wenn man Frühflug hat, steigt man artig um acht ins Bett. Dafür hat man auf der anderen Seite feine besonderen Vergnügen der übrigen Menschheit voraus. Einmal die erwähnte Aussicht, gewissermaßen jeden Tag eine kleine Ferienreise für die Augen. Oder man freut sich über die erstaunten Gesichter ahnungsloser Mitmenschen, die sich nicht genug darüber wundern können, daß man bei strömendem Regen mit der Sonnenbrille auf der Nase in die Kiste klettert. Denn über ben Wolken scheint bie Sonne; so unvorstellbar bas von unten her auch fein mag. Oder man muß einen Nachtflug burch Wolken machen, unb auf einmal zerfließt irgenbwo vorn ein milcksige und etwas romantische Helliakeit im Nebelgebräu: Abglanz bes Lichtmeeres von Berlin, Cs ist ein sehr tröstliches Licht, wenn man stundenlang nichts als Nebel und Regen und Nacht um sich gesehen hat. Das ist alles eine ganz andere Wett, eine Welt im Irgenbwo. Wer sie erlebt hat, kommt nicht mehr von ihr los, benn jeden Tag entbedt er neue Züge in ihrem fremben Gesicht. Es ist eine (viel mehr freunbliche als tückische ober gefährliche) Wunder- wett. Gerhart Weise. schiedener Obftbountf&äiblin^e vertraut. Weiterhin gab er bekannt, daß die Winterspritzung allgemein durchgeführt wird, und zwar für die Vereinsmit. glieder durch den Verein, für alle anderen Obst- oaumbesitzer durch die Stadtverwaltung, wenn sie nicht m der Zwischenzeit dem Verein beigetreten sind. Anschließend gab der Dereinssührer bekannt, daß die Finanzierung der Einfriediguna der Gärten im Leimenkauterweg durch Gemeinschaftsleistung des Vereins vorgenommen roirb und gesichert ist. ♦ ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 13. bis 19. Januar ein: gegen Kraft- fahrzeugführer mit 9 Anzeigen, 104 gebührenpflichtigen Verwarnungen, 21 gebührenfreien Verwarnungen und Belehrungen; gegen sonstige Fahrzeugfüh- rer mit 1 Anzeige, 5 gebührenpflichtigen Verwarnungen: gegen Radfahrer mit 79 gebührenpflichtigen Verwarnungen, 8 gebührenfreien Verwarnungen und Belehrungen. ** Die Erlaubnis zur Brieftauben- Haltung betrifft eine Bekanntmachung der Po- lizeidirektion Gießen, die heute zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird. Die Brieftaubeninteressenten mögen dieser wichtigen Veröffentlichung ihre Aufmerksamkeit schenken. ** Zusammen st oh zwischen Straßenbahn und Personenauto. Gestern gegen 19.15 Uhr ereignete sich an der Ecke Gartenstraße- Hindenburgwall ein Verkehrsunfall. Ein Personenauto stieß mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Die beiden Insassen des Kraftwagens erlitten dabei durch Glasscherben einige Verletzungen, die glücklicherweise nicht lebensgefährlicher Natur waren. Die Verunglückten erhielten sofort erste ärztliche Hilfe. Eine Aufnahme in die Chirurgische Klinik war nicht notwendig. ** DerReichskolonialbund,Ortsver- band Gießen, rüstet für den nächsten Samstag eine gesellige Veranstaltung, deren Zweck darin besteht, auf dem Wege über die frohgestimmte Geselligkeit Geldmittel mobil zu machen, die in den Dienst der großen Aufgabe des Reichskolonialbundes gestellt werden sollen. Große Gtraftammer Gießen. Ein allerer Mann hatte sich gestern wegen Vergehens gegen § 175 StGB, zu verantwonen. Das Gericht verurteilte den 72jährigen Angeklagten, dessen Vergehen als eine Erscheinung des Greisen- allers anzusprechen ist, zu sechs Wochen Gefängnis. , .... Wegen Diebstahls im Rückfall hatte sich der Heinrich Beintmann aus Lafttoz zu verant- i warten. Der Angeklagte, ein gefährlicher Gewöhn- heitsverbrecher, hat einen unwiderstehlichen Hang .zur Begehung strafbarer Handlungen Bereits im -Aller von 14 Jahren machte er sich zum ersten Male strafbar. In den folgenden Jahren beging er 'Straftaten am laufenden Band. Bei einer „Fahr- rroddiebstahls-G. m. b.H." in Königsberg war er führend beteiligt. Dann trieb er fein Unwesen im ! Ruhrgebiet und stahl auch dort Fahrräder in großen Mengen. So kam es, daß der Anaeklagte einen .großen Teil seines Lebens hinter Kerkermauern i verbrachte. Seine letzte ©träfe verbüßte er von ;1928 bis zum Mai 1938. Nach feiner Strafentlaf- jfung kam er zu einem Bauern in Nieder-Weifel, iwo er sich zunächst gut anlieb. Im September v. I. iverließ der Angeklagte plötzlich feinen Arbeitsplatz, »angeblich weil er zu feiner Braut in Westfalen iwollte. Er wandte sich aber zunächst nach Griedel. Dort lernte er drei Mädchen aus einer Kor b flick er-- ßamilie kennen, mit denen er den größten Teil feines Geldes durchbrachte. In Griedel stahl er dann cvuch ein Fahrrad, mit dem er nun nicht zu feiner Braut, sondern nach Frankfurt fuhr. In der gestri- ggen Sitzung hatte der nun 33jährige Angeklagte, sein haltloser Psychopath, sich wegen dieses Fcchr- iraddiebstahls im Rückfall zu verantworten. Die Kammer verurteilte ihn zu einer Zuchthaus- Ütraje von einem Jahre. Drei Monate und 24 Tage Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten auf feine Strafe angerechnet. Weiterhin wrdnete das Gericht gegen den Angeklagten als Zefährlichen Gewohnheitsverbrecher (§§ 20a, 42 StGB.) die Sicherungsverwahrung an. Der H. K. aus Frankfurt hatte wegen versuchter schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung in Schuß im Funkhaus. (Ein Roman von Maria Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Als Evelyn langsam durch den Flur des zweiten Stockes ging, hatte sie deutlich das blaffe Gesicht Bortefelds vor sich, wie es durch die Vorhänge des Sendesaales gespannt zu ihr herübersah. Einen Augenblick lang lehnte sie schwindelnd an der Wand, i Die Ereignisse dieses Nachmittags verschwommen zu I li inem einzigen Satz: „Kay war Thomas Vater-- Aber nicht der deine---Du wirst mich Der- l lohen.« Was konnte das anders bedeuten, als daß der . iirfte Gatte der Mutter ihr Vater war. Man hatte I $r das verschwiegen, weiß Gott, weshalb ? Da- I ärl Man kann sich doch darunter niemanden ande- I !»es vorstellen, als den leidenden, etwas melancho- chchen Großkaufmann Kay, der einem freundlich ! ibers Haar strich: „Na, Mädchen, wie wars denn k m der Schule? Mama? Nein, Kind — ---sie tommt nicht--sie ist wieder lange Zeit unter- wcgs--Frag nicht soviel, du verstehst das noch licht---Sie ist eben eine große berühmte grau — — —" Das war der Vater, ein gütiger, einsamer Mensch! Iber doch nicht dieser Mann, Bortefeld! Und doch nuß sie zu ihm gehen, fragen, warum er die Mut- isr in den Tod getrieben hat. Ihr Brief ist so un- Car Fräulein Hutstein, eine von den Mitarbeiterinnen iss Sendeleiters stand im Vorzimmer und puderte sch gerade mit Hingabe die Nase. „Dr. Bortefeld? Lber der ist doch schon weg, Fräulein Kay!" Evelyn greift nach einem Halt, es wird ihr plötz- lch übel. Die wasserstoffblonde Stenotypistin zieht iiie Pelzjacke fest über die Hüften,_ sagt noch: „Kom- nen Sie doch morgen zwischen zwölf und eins — „Herr Doktor Bortefeld hatte mich bestellt... „Ja, mag fein, aber er ist nicht mehr da...' Die Wasserstoffblonde greift nach der Handtasche mb Handschuhen, sieht Evelyn mit leiser Ungeduld in. „Ich schließe hier ab, Sie kommen wohl mit? Evelyn nickt. Ja, sie kommt mit--- Auf der Treppe begegnet Fraulein Hutstein Fräu- [(in Mertens. Sie ist die zweite Sekretärin des Liendeleiters. Tateinheit mit Betrug eine Gesamtgefäng- nisftrafe von sieben Monaten bekommen. Gegen dieses Urteil ließ er durch seinen Offizialverteidiger Berufung einlegen. Die Kammer kam zu der gleichen rechtlichen Würdigung der Straftaten wie die erste Instanz. Lediglich in einem Falle lehnte sie neben dem Betrug die Unterschlagung ab, da diese als straflose Nachtat anzusprechen war. Die Große Strafkammer hob bas Urteil des Bezirksschöffengerichtes auf und verurteilte den Angeklagten zu gleichfalls sieben Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde K. im vollen Umfange angerechnet. Da die Voraussetzungen des § 42, 1 StGB, gegeben waren, oer» hängte das Gericht gegen den Angeklagten außerdem noch ein Berufsverbot als .Rersever- treter für die Dauer von drei Jahren. an dem drei Klein-Lindener teilnahmen. Die Einquartierungen im Napoleonischen Zeitaller stiegen in unserer Gemeinde ins Ungeheure, die Schuldenlast der Gemeinde stieg von Jahr zu Jahr. Die Ausführungen des Redners über das Schicksal des Dorfes während der Feldzüge 1866 und 1870/71 stammen alle aus mündlicken Ueberlieferungen, da Aufzeichnungen über diese Zeit in unseren Ge- meindeurkunven vorerst noch nicht aufzufinden sind. Am deutschen Bruderkrieg 1866 nahmen 14 Gemeindeglieder teil. Im Feldzug 1870/71 zogen 26 Krieger aus unserm Dorf ins Feld, währem) fünf zur Bewachung von Gefangenen in den Heimatgar- nisonen verblieben. An dem Feldzug in China (Boreraufstand) nahm ein Klein-Linoener als Freiwilliger teil. Mit der Ermahnung, zum Wohl von Volk und Vaterland allezeit in Einigkeit zusammen» zustehen, schloß der Redner. Kameradschaftsführer Schimmel dankte dem Vortragenden für feine Mitteilungen und schloß nach dem Gesang von Vaterlandsliedern mit dem Gelöbnis der Treue zu Volk und Führer den Jahresappell. Kulturbauamt-Oienststelle in Schotten. LPD. Schotten, 24. Jan. Nach der Einrichtung eines Straßenbauamtes und eines Feldbereinigungsamtes hat unsere Stadt nunmehr auch eine D i e n ft ft e II e des Kulturbauamtes Oberhessen erhallen, die mit mehreren Beamten besetzt ist, jedoch im Laufe der Zeit noch vergrößert werden wird. Das Amt wird' zahlreiche Bachregulierungen, Entwässerungsarbeiten usw. im Vogelsberg auszuführen haben. 100 Jahre ,,Liederkranz-Harrnonie" in Alsfeld. § Alsfeld, 24. Jan. Am Sonntagnachmittag beging der Männergesanaverein „Liederkranz - Harmonie" die Feier seines 100jährigen Bestehens im großen Saale des „Deutschen Hauses" mit einem-Festkonzert. Der am 24. Januar 1839 gegründete Verein „Liederkranz", der seit dem Jahre 1934 mit dem Männergesangverein .Harmonie" vereinigt ist, hat im öffentlichen Leben der Stadt Alsfeld stets eine bedeutsame Rolle gespielt. Die Achtung, die er sich in allen Kreisen der Bevölkerung erworben hat, kam in dem starken Besuch des Jubiläumskonzertes zum Ausdruck. Der Vereinsführer, Obersteuerinspektor Bender, gab in einer Ansprache eine „Darstellung aus dem Wirken des Vereins während feines lOOjährigen Bestehens. Der unter Leitung von Hans He l b i g (Alsfeld) stehende Chor des Jubiläumsvereins gab in einer gut gewählten, abwechslungsreichen Vortragsfolge von Männerchören eindrucksvolle Proben seiner auf hoher Stufe stehenden Gesangskunst. Neben den gesanglichen Darbietungen bereicherten Jnstrumentalvorträge eines von Alsfelder Musikfreunden gebildeten Kammerquartetts das für den Verein erfolgreiche und mit großem Beifall aufgenommene Festkonzert. Am Abend fand Tanzvergnügen statt, das durch musikalische und turnerische Darbietungen eine besondere Note erhielt. Der Reinertrag der Veranstaltung wird dem Winterhilfswerk zugeführt. Im Juni d. I. wird das lOOjährige Bestehen des Vereins im Rahmen eines zweitägigen Sängerbundsfestes noch besonders festlich begangen werden. Jahreshauptversammlung der Grünberger Stenographen. + Grünberg, 24. Jan. Arn Samstagabend fand im Gasthaus „Zum Bahnhof" die Jahreshauptversammlung der Deutschen Stenographenschaft, Drtsoerein Grün- berg, statt. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Ortsvereinsführer Otto Krumm erstattete dieser den Jahresbericht, aus dem folgendes zu entnehmen ist: Das Jahr 1938 zeigte den Ortsverein Gründern in reger Tätigkeit. Im Vordergrund stand, die Leistungen der Mitglieder weiter zu steigern und möglichst vielen jungen Volksgenossen den Nutzen der Kurzschrift zugänglich zu machen. Die Mitglieder wurden in Uebungsgemeinjchaften zusammengefaßt, sowie je ein Anfänger- und Fortbildungslehrgang bist so nervös, so abwesend.--Du solltest dich freuen!" „Ach, ich hab da so allerlei mit mir herumzutragen!" sagt Evelyn nach kurzem Blick in das ehrliche Gesicht der Freundin. „Du kommst doch so oft hier ins Haus, Ellen, kennst alle Welt, sprichst häufig hier — sag, was weißt du eigentlich von Bortefeld?" Die Journalistin sieht nachdenklich vor sich hin, sie hat eine Zigarette angezündet und blickt in die zartblauen flatternden Rauchwindungen. „Wie kommst du darauf?" meint sie schließlich vorsichtig. w „Ich habe schon meine Gründe, wenn ich frage! sagt Evelyn sehr still. Ellen drückt die Zigarette aus. „Nun, nach allem, was ist so gehört habe, ist es für eine Frau das beste, wenn sie diesem Mann ausweicht!" meint sie ruhig. „Er scheint so eine eigenartige Mischung zu sein: Sehr sicher, kühl, distanziert, einsam, überlegen --das wäre die eine Seite. Und auf der anderen ist er so ein leidenschaftlicher, zart fühlender Bach-Interpret und gefühlvoller Musiker, schließlich kommt noch dazu viel Geist, viel Verstand. — — Eine ganz gefährliche Mischung! Wahrscheinlich ein bißchen wenig Herz--Der Mann ist gefährlich für Frauen. Gar nicht so im billigen Don-Juan- Sinne. Ich glaube sogar, daß ihm die Frauen gleichgültig sind.---" „Ich war heute Nachmittag bei Henny Coordt!" sagt Evelyn mit starrem Blick. „Bortefeld ist ein paarmal im Hause ihres Onkels zusammen mit ihr gewesen, hat ihre Plasttken und Verse bewundert und ihr allerlei Hübsches gesagt. Nun ist die kleine Henny wie besessen von ihm, krank, erledigt, weil er ihre Einladungen ausschlägt, auch die mufibtü- schen Tees ihres Onkels auf einmal meidet." „Armes Ding!" „Glaubst du denn nicht, daß sie die Frau ist, ihn irgendwie zu halten?" fragt Evelyn gespannt. Ellen schüttelt entschieden den Kopf. „Nein!" sagt sie sicher. „Der Mann brauckt nicht so ein Mondscheingeschöpf, wie die Henny, sondern einen ernsten, tapferen, verantwortungsbewußten Menschen, wenn er überhaupt ..." Sie bricht ab und sieht in Evelyns erregtes Ge- sicht. u c L „Ich hatte mämlich große Angst um Henny! sagt Evelyn leise. „Sie hatte da ein hübsches Spielzeug einen kleinen Revolver, aber scharf geloben, benf bir! Ich habe ihn ihr einfach fortgenommen, sie war mir zu verzweifelt!" (Fortsetzung folgt!) Aus der engeren Heimat. 1939 baut Hessen-Nassau 80 HI.-Heime. LPD. Frankfurt a. M., 24. Jan. Auf Grund der durch den Beauftragten für die HJ.-Heirnbe- schafsung im Gebiet Hessen-Nassau, Oberstammführer Lünenschloß, mit den Bürgermeistern geführten Verhandlungen wurde in 80 Städten und Gemeinden des Gaues Hessen-Nassau der Bau je eines HI.-Heimes in diesem Jahr festgelegt. Weitere 85 Gemeinden haben bis zum darauf folgenden Jahr die Mittel zum Bau eines Heims für ihre Jugend bereitgestellt. Wandlungen der Gemeinde Lollar. Aus der Chronik des Attbürgermeisters Schmidt. cf S o 11 a r, 24. Jan. Altbürgermeister Schmidt benützt seinen wohlverdienten Ruhestand, die Geschichte der Gemeinde Lollar, deren Geschicke er über fünfundzwanzig Jahre leitete, schriftlich niederzulegen. Diese Chronik, ein Zeugnis bester Sachkenntnis und der Verbundenheit des Verfassers mit der Gemeinde, bietet dem Leser eine anschauliche Unterrichtung über den früheren Zustand unseres Gemeinwesens und seine Entwicklung bis zur heutigen Zeit. Ganz besonders interessant ist der Werdegang Lollars von einer ausgesprochen landwirtschaftlich eingestellten Bevölkerung zur fast vollständigen Jndustriegemeinde. Die Erbauung der Main—Weser-Bahn 1846 ist dabei als Wendepunkt zu nennen. Dieser folgte im Jahre 1859 die Errichtung der Kilianshütte (heute: Buderussche Eisenwerke), und hiermit war die Grundlage zur Umwandlung gegeben. Bei der Volkszählung von 1840 zähltS man in Lollar an Einwohnern 812 Personen mit 133 Wohnhäusern und 106 Scheunen. In einem Zeitraum von 70 Jahren veränderte sich bas Bild ganz wesentlich, denn die Volkszählung im Jahre 1910 zeigte diese Zahlen: 2122 Einwohner mit 280 Wohnhäusern und 127 Scheunen. Don diesen 127 Scheunen stehen heute 44 Leer oder werden zu anderen Zwecken benutzt, 19 wurden inzwischen abgebrochen, 6 zu Wohn- oder sonstigen Zwecken umgebaut, und nur 58 bienen noch landwirtschaftlichen Zwecken. Aber von biefen 58 Scheunen werden nur noch 22 von Landwirten im Hauptberuf benutzt, die anderen 36 dienen ihren Besitzern nur im lanb- wirtschastlichen Nebenberuf. Bei der Durchsicht alter Grundbuchblätter finden sich recht viele interessante Eintragungen. Darunter eine sehr bemerkenswerte, die den größten Grundbesitzer der Gemeinde und wohl auch der Geschichte Lollar nennt Es ist ein H e r r v o n S ch w a l ba ch, dessen Grundvermögen aus insgesamt 97Grundstücken besteht. Diele der dort eingetragenen Flurnamen bestehen auch heute noch. So erinnert heute d!e Einshäuser Straße und die Flur Hintereinshausen an eine vor sehr langer Zett bestandene Siedlung Einshausen in allernächster Nähe der heutigen „Holzmühle" des Mühlenbesitzers Heinrich Christ. Die rein ackerbäuerlich eingestellte Bevölkerung änderte in den nun folgenden Jahren nach Erbauung der Main—Weser-Bahn und Errichtung der Kikianshütte ganz auffallend^ihre Struktur. Bei der Katasteroermessung im Jahre 1910 betrug die Größe der Gemarkung Lollar 533 Hektar, 3157 Quadratmeter. Diese setzen sich zusammen aus 217 Hektar 5711 Quadratmeter Ackerland, 104 Hektar 3548 Quadratmeter Wiesen, 23 Hektar 9167 Quadratmeter Hofreiten, 16 Hektar 1156 Quadratmeter Gärten, 16 Hektar 1548 Quadratmeter Eisenbahn, 102 Hektar 8094 Quadratmeter Wald, 51 Hektar 6631 Quadratmeter Straßen, Wege und Plätze und 7302 Quadratmeter sonstiges Kulturland. Im Gemeindebesitz befanden sich 30 Hektar Acker, 13 Hektar Wiesen und 102 Hektar Wald. Eine Volkszählung im Jahre 1925 zeiate wiederum ein verhältnismäßig starkes Anwachsen der Bevölkerungsziffer, und zwar 2305 Einwohner mit 290 Wohnhäusern, um schießlich bei der Volkszählung 1933 auf 2508 Einwohnern und 332 Wohnhäusern zu steinen. Die Einwohnerzahl hat sich seit dieser Feststellung nicht geändert, hingegen haben sich die Wohnhäuser in den letzten sechs Jahren um ein beträchtliches vermehrt Ein Neubau von Scheunen ist feit 1910 nicht festzustellen. Diese sprechenden Zahlen geben ein eindrucksvolle Bild davon, wie sich ein Gemeinwesen innerhalb hundert Jahren ganz grundlegend ändern kann. Die Ortschronik unseres Altbürgermeisters Schmidt, welcher alle vorstehenden Zahlen entnommen wurden, stellt eine Fundgrube des Wissens dar. Iahresappell der Kriegerkameradschast Klein-Linven. A Klein-Linden, 23. Jän. In der Wirtschaft „Zur Burg" hielt die Kriegerkameradschaft Klein-Linden ihren diesjährigen Jahresappell ab. Nach einigen flotten Märschen der Musikkapelle begrüßte Kameradschaftsführer Friedrich Schimmel den Ortsgruppenleiter, die Kameraden und den Kreisschießwart Kamerad Hanf (Gießen). Er gedachte sodann der im letzten Jahre verstorbenen vier Kameraden, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Kassenwart Philipp Weigel XXVL erstattete den Rechnungsbericht, der ein günstiges Bild auf- wies. Die Rechnung war von den Kameraden Heinrich M a g o l d und Friedrich Lenz II., für richtig befunden worden und fand die Genehmigung der Versammlung. Dem Kassenwart wurde für seine mustergültige Arbeit der Dank der Versammlung ausgesprochen. Dem Jahresbericht des Kameradschaftsfuhrers Schimmel ist entnommen, daß die Kameradschaft Klein-Linden gegenwärtig 91 Mitglieder zählt. Für langjährige Verdienste um die Bestrebungen des Kyffhäuserbundes wurden die Kameraden Johannes Germer L, Heinrich Bernhardt und Philipp Jung XVII. zu Ehrenmitgliedern ernannt; ferner konnte dem Kameraden Kaspar Panzer die goldene Ehrennadel für 50jährige Mitgliedschaft verliehen werden. Kamerad Ludwig B e p p (e r erhielt aus Anlaß seiner 40iährigen Mitgliedschaft ein Bild des verstorbenen Generalfeldmarschalls von Hindenburg mit einer Widmung. Kreisschießwart Kamerad Hanf (Gießen) überbrachte die Grüße des Kreisführerstabes und nahm die Ehrung der besten Schützen des verflossenen Jahres vor. Er überreichte dem Kameraden Walter Müller die goldene Ehrennadel, den Kameraden Gottfried Benderoth, Heinrich Weber, Heinrich K e u d e l und Reinhard W a g n e r bie silberne uito den Kameraden Wilhelm Stein, Ludwig Euler und Otto Müller die bronzene Ehrennadel. Im Mtttelpunkt der Versammlung stand ein Vortrag von Lehrer Rau, dem Ortsringleiter des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat", über das Thema „Kriegszeiten unseres Dorfes im 19. Jahrhundert". Der Redner hat an Hand von Einträgen und Urkunden aus dem Gemeindearchiv die Schicksale unseres Dorfes im Zeitalter Napoleons I. zusammengestellt und so weit noch Erinnerungen und Erzählungen bei unseren Dorfältesten vorhanden sind, diese in seinem Vortrag verwertet. Er erwähnte u. a. die Teilnahme von Einwohnern aus Klein-Lirckien und einigen Nachbarorten an dem Napoleonischen Krieg in Spanien, ferner erinnerte er an den Feldzug Napoleons nach Rußland 1812, „Schrecklich, dieser Tag", schimpft die Wasserstoffblondine. „Den ganzen Tag ein einziges Gerenne und Geklingel--und ewig Privatbesuche, die den Chef so aufgehalten haben." „Wer war denn da?" fragte die Mertens lässig. Sie knöpft an ihren grauen Handschuhen. „Ach, erst die Daalen, dieses aufgeregte Frauenzimmer, sie verfolgt den Mann ja geradezu. Dann irgendein auf den Fuß getretener Geiger, der ihm Krach gemacht hat, dann der junge Kay mit seiner mißlungenen Suite--und zuletzt noch Fräulein Kay!" „3ft sie jetzt bei ihm?" fragt die Mertens mit gespanntem Seitenblick. „Ach wo, er ist ja gar nicht mehr da!" sagt die Wasserstoffblondine und öffnet die schwere Eingangstür des Funkhauses. „Nicht da? Das stimmt aber nicht, Hutstein!" sagt xbie Mertens sachlich. „Ich bin vorhin noch in seinem Zimmer gewesen, da hing ja auch noch sein Mantel..." Die Kollegin blickt überrascht auf. , „So, na, bann hab ich dem Fräulein Kay ja ne falsche Auskunft gegeben! Macht ^nichts! Dann wird sie eben morgen wiederkommen!" * Evelyn geht langsam die Treppe herunter, erfüllt von schweren Gedanken. Bortefeld ist also fortgegangen? Weicht er ihr aus? Aber warum hat er sie bann so sehr gebeten, zu kommen? Einen Augenblick benft sie baran, heimzugehen. Dann fällt ihr Thomas ein. Er sitzt unten im Funkrestaurant und wartet auf sie. Sie kann ihn nicht so einfach versetzen, das verträgt er nicht... Wie eine weiche betäubende Flut bringt ihr Wärme, leiser Speisedunst und Zigarettenrauch aus der kleinen Schenke bes Funkhauses entgegen. Sie sicht Thomas bräunlichen Haarschopf nahe am Fenster, er sitzt neben einer Dame im schwarzen Georgettekleid mit blitzend weißer Pikeeweste-- Acho so ... Ellen ... Langsam geht sie auf den Tisch zu. Ein paar Blicke folgen ihr. „Hübschen Gang hat das Mädchen!" sagt der Dramaturg der Sendeabteilung, ein alter Schauspieler mit eisgrauem Kopf und scharf gekerbtem Gesicht, er beugt sich erst langsam wieder auf sein Billardqueue. „Sehr hübsch!" Noch einmal sicht er ihr nach. „Wer ist denn bas Mädchen mit dem hübschen Gang?" fragt sein Gegenspieler und beobachtet prüfend den langsam ansetzenden Stoß seines Gegenübers. Es ist der Schlagersänger, ein junger Mensch mit weichem Kindergesicht, „Eine Neuentdeckung vom Stein--grat) fertig --Schülerin von Professor Klippstein-- Alt--" Evelyn läßt das leichte Geplauder über sie hinter sich. Als sie an Thomas' Tisch tritt, begrüßt Ellen, die große schlanke Fräu, sie mit einem Lob. „Hast's wunderbar gemacht, Evelyn! Ich hab eben zugehört--Ganz prächtig ... nicht wahr, Tho- !mas ...?!" „3a, ausgezeichnet!" sagt der Bruder. „Das war ein glücklicher Start---glücklicher als meiner!^ sagt er bitter. „Du bist ein Kindskopf, Thomas!" sagt Ellen Reinermann sachlich. Sie ist fünf Jahre älter als er, seit Jahren mit den Kays befreundet und darf sich solch eine Sprache erlauben. „Nun stutze bir nur den Jüngling mal wieder zurecht, Evelyn!" sagt sie lachend. „Er ist außer sich über den vielgeliebten und vielgelästerten Bortefeld?" „Nennt bloß den Namen nicht!" sagt der junge Mensch heftig. Er hebt fein Glas mit einem rotbraun funkelnden Cinzano und trinkt hastig aus. „Gehst du heim, Evelyn? Dann bringe ich dich eben bis zur Bahn. Ich habe mich noch mit ein paar Leuten aus dem Konservatorium verabredet..." Evelyn zögert einen Moment. Dann sagt sie müde: „Geh nur, Thomas, Ellen und ich bleiben noch etwas hier und gehen dann zusammen heim--—" Ellen Reimann nickt. „Einverstanden, mein Mädchen ... Ich werbe mir jetzt noch ein ganz plebejisches Bier bestellen, hab einen Mordsdurst.. Evelyn sieht die Freundin an. Alles an ihr ist sehr bestimmt, heiter, kraftvoll, bewußt. „Hast du hier gesprochen, Ellen?" „Jawohl!" sagt die Journalistin und reicht Evelyn aus ihrer Handtasche ein Manuskript: „Die Entwicklung der Holzschnittkunst". Sie lacht etwas. „Trocken, was? Aber in der Stunde „Wissen und Unterhaltung für alle" — ganz brauchbar. Ich hab den Vortrag selbst gehalten. Zwanzig Minuten nur. Aber ich bin stockheiser jetzt. Es ist so scheußliches Wetter draußen..." Man schweigt eine Weile, man trinkt. Evelyn sagt, daß sie gern den Vortrag gehört hätte, aber sie habe nicht gewußt--Die Journalistin winkt und lächelt--„Ist ja nichts Besonderes Evelyn, Hauptsache, daß ich deinen Start gehört habe. Das lohnte sich schon ..." , Magst du nichts effen, Evelyn?" Evelyn schrickt zusammen. „Nein, um Gottes willen nicht" ... Die Freundin legt energisch die Hände zusammen, fragt ruhig: „Was ist eigentlich los, Evelyn? Du durchgeführt. In 80 Uebungsaben-en, die von Otto Krumm und Dina Michel geleitet wurden, fanden sich die Stenographen zu ernstem Streben und fröhlichem Schaffen zusammen. Erstmals konnte auch der Schreibmaschinenunterricht ausgenommen werden Am Leistungsschreiben des Ortsoereins (27. 3.) und am Kreisverbandsleistungsschreiben in Büdingen (22. 5.) beteiligten sich die Mitglieder recht zahlreich und erzielten außerordentlich gute Leistungen. 10 Arbeiten wurden mit „hervorragend und Ehrenpreis", 15 mit „hervorragend", 31 mit „sehr gut" und 19 mit „gut" ausgezeichnet. Geschrieben wurde in den Geschwindigkeitsstufen 60 bis 200 Silben. Daneben beteiligten sich 3 Mitglieder erfolgreich an den monatlichen Wettbewerben in der Reichszeitung der Deutschen Stenographen. Hierfür wurden den Mitgliedern Waltraud H a n d st e i n , Hanny Jäckel, Heinr. Lepper, Berta K r u m m und Otto Krumm von der Reichsbundesführung in Bayreuth als besondere Anerkennung Buchpreise zugesandt. Die Mitgliederbewegung zeigte 15 Zugänge und 10 Abgänge. Der Kassenbericht des Rechners Karl A l b a ch zeigte, daß mit den wenigen Mitteln sparsam gewirtschaftet worden ist. Anschließend gab der Ortsoereinsführer einen kurzen Ausblick auf die Arbeit im neuen Jahre. Reben den Uebungsabenden für die Mitglieder wird anfangs Februar auch wieder ein Anfängerlehrgang eröffnet. Das Ortsvereinsleistungsschreiben wird Ende März durchgeführt. Am Kreisverbandsleistungsschreiben in Schotten beteiligt sich der Orts- oerein wieder recht zahlreich. Landkreis Gießen. K A l b a ch, 25. Ian. Am morgigen 26. feiert Landwirt Heinrich Ludwig Langsdorf seinen 7 0. G e- burtstag. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts heiratete der erste Langsdorf nach Albach, seine Frau gehörte dem jetzt im Mannesstamm in Albach erloschenen Geschlecht der Menget an. Die Langsdorf stammen von Klein-Linden. wg. Großen-Buseck, 23. Ian. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Gasthaus „3um Schwemm" eine Mitgliederversammlung ab. Hauptbrandmeister Wilh. Harbach IIL gab die Richtlinien für den „Tag der deutschen Polizei" bekannt. Alle Löschzüge (mit Ausnahme des motorisierten Löschzugs, der anderweitig eingesetzt wird», treten auf dem Anger am Rathause an und wohnen am Kriegerdenkmal einer Heldengedenkfeier bei. Rach einem Platzkonzert der Musikkapelle und des Spielmannszuges findet ein Propaganda-Umzug durch die Ortsstraßen statt. Auch die Nachbarorte Beuern und Bersrod werden besucht. Oberbrandmeister Karl Größer wies auf Grund des Feuerwehrlehrgangs in Laubach auf die Gefahren bei Zimmer- und Kaminbränden hin und schilderte deren Bekämpfung und das Verhalten der Feuerwehr- fnänner elektrischen Hochspannungen gegenüber. Hauptbrandmeister Harbach ernannte sodann von der Steigermannschaft Heinrich Merz zum Brandmeister, Karl Kimmel zum Löschmeister, Wilhelm Pfeiffer, Karl Müller und Karl Pfeiffer V. zu Oberfeuerwehrmännern; von der Spritzenmannschaft wurden Karl Wagner IV. zum Löschmeister, ferner Ludwig Klingelhöfer, Heinrich Größer IV., Wilhelm Bonarius, Karl Engel und Anton Volk zu Oberfeuerwehrmännern ernannt; von der Hydrantenmannschaft wurden Ludw. Wagner VIII., Ludwig Scheid V. Löschmeister, Heinrich Dort, Heinrich Münch, Wilhelm Merz und August Pfeiffer Oberfeuerwehrmänner; vom motorisierten Löschzug wurden Otto Stephan Brandmeister, Heinr. Zecher Löschmeister, Wilhelm Wagner XI. und Heinrich Henkel Oberfeuerwehrmänner; vom Sp'elmannszug.' Richard Rühl Löschmeister, Heinrich Döring Ober- feuerwehrmann und vom Musikzug Karl Schmidt Löschmeister. Alterskamerad Heinrich Döring und der Führer der Pflichtfeuermehr Karl Huber wurden zu Brandmeister, Sanitäter Wilhelm Mattern und Signalist Lud. Gans zu Oberfeuerwehrmänner ernannt. Zum Schlüsse wurden noch die Kameraden Wichelm Melior Hahn, Karl Pfeiffer V. und Georg Zimmer zum Besuch der Feuerwehrfachschule in Mainz bestimmt. * Lollar, 23. Ian. Am Samstagabend veranstaltete die Kriegerkameradschaft Lollar ihren diesjährigen Kameradschastsabend mit Angehörigen im Saalbau „Zur Linde", der bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach dem Einmarsch mit der Bundesfahne und der annähernd 200 Jahre alten Bürgergardenfahne begrüßte der Komeradschafts- führer Martin Säubert die Kameraden und Gäste, insbesondere die Gäste vom Kreiskriegerverband usw. Unter Hinweis auf die großen Verdienste unseres Führers wurden nach dem Gruß an den Führer das Deutschlandlied und das Horst-Wessel- Lied gesungen. Dann folgten die Gefallenenehrung und der Fahnenausmarsch. Unter guter Marsch- und Unterhaltungsmusik der Kapelle May wickelte sich hierauf dos weitere Programm mit zwei gut gespielten Theaterstücken ab. Eine freudig begrüßte Bereicherung des Programms war unserem Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) gutzuschreiben, der durch Dialektvortrag und Mimik die Lachmuskeln in den DHC., Lehrer Hild für den Verkehrs- und Derschönerungsverein, Schreinermeister Schmidt für die Schulkameraden und Felix Vogt für die letzte Schulklasse, der der Verstorbene Vorstand. Rundfunkprogramm Mittwoch, 25. Januar. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Tutti-Frutti! Buntes auf Schall- platten. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Alte Rekorde — alte Meister. 15.30: Frauenschaften der Gegenwart. Mütterarbeit — Mütterdienst. 16: Musik am Nachmittag. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Ein Wort an alle. 18.10: Das deutsche Ledermuseum. Besuch bei Professor Dr. Eberhardt. 18.30: Professor Walter Niemann spielt aus eigenen Klaoierwerken. 19: Fliegendes Deutschland. Es find erst 35 Jahre her, der erste Motorslug der Welt. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Internationale Wintersportwoche Garmisch-Partenkirchen 1939. Vom Riessersee zum Gudiberg. 20: Nachrichten. 20.15: Meisterwerke der Chormusik. 21: „Strandgut". Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus Wien. 24: Nacht» konzert. Donnerstag, 26. Januar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach, richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Kück>e und Haus. 10: Schulfunk. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nchrichten. 14.15: Musikalischer Globus II. 15: Für unsere Kinder: „Vom gestrengen Herrn Januar und seinen Freunden Nordwind und Frost." 15.30: Ernstes und Heiteres um Marietta. Diel Musik und drei kleine Plaudereien. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Das Mkro- fon unterwegs. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Mehr Humor! Von E. C. Christophs. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. Was weißt du von der Arbeit eitler Rundfunkspielschar der Hitler-Jugend? 20: Nachrichten. 20.15: „Singendes, klingendes Frankfurt." 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: „Bouernsiedlung in Neu-Guinea". 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Bewegung zu setzen wußte. Die WHW.-Sammlung erbrachte mehr als 27 RM. Beim Aufbruch der letzten Uenentwegten ging es „der Sonne entgegen". gfs. Daubringen, 24. Januar. Am ersten Pflichtabend der N S. - F r a u e n s ch a f t im Januar begrüßte die Leiterin die Frauen mit guten Wünschen für 1939 und bat auch für dieses Jahr um weitere treue Pflichterfüllung. Sie hielt sich in ihren Ausführungen an das Wort des Gauleiters Sprenger: „Der Kampf geht weiter." Da der Pflichtabend am Vorabend des Geburtstages Hermann Görings war, gedachte sie des großen Staatsmannes und gab eine Schilderung feines Lebens, der die Frauen mit großer Spannung folgten. T Haufen, 24. Ian. Am Sonntag hielt der Gesangverein „Eintracht" im Vereinslokal von Fink feine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister Göbel, eröffnete die Versammlung mit der Verlesung des Jahresberichts, aus dem hervorging, daß reges Vereinsleben herrschte. Dem Rechner des Vereins, Karl Münch, konnte nach Vorlage und Prüfung der Rechnung Entlastung erteilt werden Am 5. Febr. wird der Verein ein öffentliches Singen in den Straßen des Dorfes veranstalten und den Ertrag der dabei vorgesehenen Sammlung dem Winter- hilfswerk tufüljren. Ana 11. Februar wird das alljährliche Wintervergnüqen veranstaltet werden. Der Verein wird sich 1939 am Wertungssingen und 1940 am Leistungssinqen beteiligen. Eingehend wurde über innere Vereinsfragen gesprochen, so über Mitgliederwerbung und Propaganda. Es wurde beschlossen, den Sängern, die regelmäßig die Gesangstunde besuchen, als Anerkennung eine Ehrennadel zu überreichen. Dann wurde im einzelnen über die Ausgestaltung des 55. Jubiläums des Vereins gesprochen, das an Pfingsten gefeiert werden soll. Die Ausschüsse zur Vorbereitung und Durchführung des Festes wurden bereits gebildet. Mit dem üblichen Gruß an den Führer wurde die gut besuchte Generalversammlung geschlossen, der sich dann noch ein gemütliches Beisammensein mit dem Singen einiger Chorlieder anfrhfoh. D Lich, 23. Ian. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung fand am Montagnachmittag die feier-. l'che Beisetzung des an einem Herzschlag verstorbenen Rektors i. R. Ludwig Erb statt. Stifts- viarrer N a u m a n n hielt die Grabrede und würdigte die großen Verdienste des Heimgegangeia-n für seine Heimatstadt. Als letztes Zeichen der'Verehrung legten nach der feierlichen Einsegnung Kränze nieder: Bürgermeister Geil für die Stadt. Beigeordneter Wahl für den Stadtrat, Dechant Kahn für den Kirchenvorstand. Rektor S a m e s für den Lebrkörver der Volksschule, Lehrer Meckel für den NS.-Lehrerbund, VHC.-Bruder Kuhn für Wirtschaft. Gießener Gchlachiviehmarki. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehoersteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 24 Ochsen, 8 Bullen, 36 Kühe, 21 Färsen, 120 Kälber, 81 Schweine, 7 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 40 bis 45,5, Bullen 36 bis 43, Kühe 21 bis 43,5, Färsen 36 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe 40 bis 42 Pf. je V2 kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 Mark. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausoerfauft. Mein-Mainische Börse. TNittagsdörse leicht schwankend. Frankfurt a. M., 24. Ian. Die Börse blieb im Grundton fest, jedoch unterlagen die Aktienkurse bei weiterhin verhältnismäßig lebhaftem Geschäft einigen Schwankungen, wobei eher kleine Rückgänge überwogen. Von der Kundschaft lagen noch vorwiegend Kaufaufträge vor, während der Berufshandel kleine Gewinnmitnahmen tätigte. Infolgedessen war die Entwicklung uneinheitlich, die Abweichungen hielten sich im allgemeinen unter 1 v. H. Erneut angeboten wurden Reichsbank, die auf 182,40 (184,25) zurückfielen. Schwächer waren außerdem Daimler mit 137 (138), Demag mit 149,75 bis 149 (150,50), Holzmann mit 150,40 (151,50), AEG. mit 118,25 (119) und Westdeutsche Kaufhof mit 105,25 (106), Chemische Werte lagen voll behauptet, IG. Farben 151,75 (151,50), Scheideanstalt 203 (202,50), Metallgcsellschaft 121 bis 120,50 (120,50). Am Montanmarkt bröckelten Verein. Stahl auf 109,75 (110,25), Mannesmann auf 111,75 (112,50) und Deutsche Erdöl auf 127,25 (127,75) ab. Leichte Erhöhungen wiesen noch VDM. mit 181 (180,50), Conti Gummi mit 212,50 (211,50), Eßlinger Maschinen mit 108,50 (108,13), Adlerwerke mit 107 (106,75) und RWE. mit 118,50 nach unverändert 118,25 auf. Der Rentenmarkt lag weiterhin äußerst still bei wenig veränderten Kursen. Reichsbahn VA. unverändert 123,50. Im Freiverkehr blieben Kommimal-Umschuldung beachtet bei 93,15 (93,10). Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen ruhig und unverändert. Industrie-Obligationen zogen überwiegend leicht an. Von Auslosungsanleihen Reichs- oltbesitz 0,40 v. H. auf 128,65 und Defofama I 0,25 v. H. auf 134,75 ermäßigt. Kommunal-Umschuldung befestigten sich auf 93,20 nach 93,15. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft sehr zusammen, da weitere Aufträge ausblieben. Die Haltung blieb uneinheitlich, meist ergaben sich je, doch Rückgänge von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. Verein. Stahl 109 nach 109,75, AEG 118 nach 118,50, IG. Farben unter lebhaften Schwankungen gut gehalten mit 151,50 nach 151,75. Abendbörse knapp behauptet. Bei kleinem Geschäft war die Kursentwicklung auch an der Abendbörse uneinheitlich, es überwogen aber erneut leichte Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes, da sich kleine Abgaben fortsetzten. Stärker ermäßigt waren MAN. auf 139 (140.50). Demag gingen auf 148,25 (149) zurück. Von Montanwerken bröckelten Mannesmann auf 111 (111,25), Verein. Stahl auf 109 (109,25), Hoefch auf 109 (109,50) und Rhssin stahl auf 136,65 (137) ab, dagegen Buderus 107,50 (107). IG. Farben ermäßigten sich um 0,40 v. H. auf 151,40, AEG. um 0,25 v. H. auf 118,25, ferner Adlerwerke um 0,50 v. H. auf 106,50, Metallgesellschaft um 0,25 v. H. auf 120,25, dagegen lagen Reichsbank 0,50 v. H. höher mit 184, und Honti Gummi gewannen 0,75 v. H. auf 213,25. Renten lagen sehr ruhig. 6 v. H. IG. Farben gingen 0,13 0. H. höher mit 120, 4,50 v. H. Stadt Wiesbaden mit unverändert 98,50 und im Freioerkehr Kommunal-Umschuldung 5 Pfennig leichter mit 93,15 um. Frankfurter Sd)lad)ftnchmarft Frankfurt a. M., 24. Ian. Auftrieb: Kälber 815 (gegen 844 am 17. Januar), Hämmel und Schafe 207 (315), Schweine 2852 (2230). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 38 bis 40 (36 bis 40). Hämmel bl) 46 bis 50, b2) 44 bis 49, c) 38 bis 41. Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 39 (35 bis 39), c) 18 bis-32 (16 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49/0). Sauen gl) 57,50 (57,50). Die in Klammer zu fetzenden Preise für Hämmel lauten bl) (47 bis 50), b2) (44 bis 46), c) 28 bis 42). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. STADTTHEATER GIESSEN aus 537D Mr MM D oer lifllnt MMrMler-Mer! Am 28. Januar 1939, 20.11 Uhr. im Gesellschaftsbaus NORDSEE- »1611 533D B c w b ch in hißabslreidiep II / I / / / in Blockstraße 12 Kbinarumnnn 6rundPrels von e Pf- für dle Fernruf 2196. luGUKUUCiyCn Millimeterzelle veröffentlicht! Seelachs, ohne Kopf. Kabliau, ohne Kopf. Rotbarsch, ohne Kopf Schellfisch, ohne Kopf, geschuppt.. 500 g -.42 Filet vom Seelachs, ohne Gräten, 500 g -.40 Filet vom Kablian, ohne Gräten, 500 g -.45 Filet vom Rotbarsch, ohne Grät., 500 g -.52 . 500 g -.30 . 500 g -.32 . 500 g -.40 Infolge Erkrankung fällt die heutige Mittwoch-Vorstellung 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aus. «ahmen einer Aweigs s ch b R u 1 I o n s ch I OiÄ StZntih wvitr- ins eigene Fleisch, sagt der Chirurg, wenn ich sie meiner Tochter früh ins Büro mitgebe. Denn dann muß ich bis abends warten, ehe ich mich auf die lustigen Humor-Seiten, der ,Koralle1 stürzen kann. Eintrittspreise: Mitglieder RM. 3.00, Gäste RM. 4.00. Vorverkauf: Musikhaus Challier, Neuenweg. (528d Reichskolonialbund, Orts verband (Ziehen Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwtgftrane 33, Telephon 3239 gefallt den meisten Kindern in Siebold's Buch ) am besten, und sie wünschen sich - wie auf Grund vieler Inschriften bekannt wurde - noch mehr derartig« Bücher, ™ ,n Trend- an allem Lebendigen Wald und Flur vermittelt wird. W Wton W durch billige Geefischgerichte Wir empfehlen: Frisch wie aus dem Neh! UriiÄTMhHjlereim“ SurJ Swedtdie 'wdihgen preiswert Edgar BORRMANN£ Gießen, Neustadt 5-7, Buf 4165 Kante bebautes ob. unbebautes Grundstück evtl, auch Fabrikbetneb Brauche große Fabrikationsund Lagerräume, Hof, Garage usw. Schriftl. Angebote erbeten unter 0390 an d. Gieß. Anzeig. Bekanntmachung. Betr.: Durchführung des Brieftaubengesetzes; hier: Anträge auf Erlanbniserteilung. Nach § 1 des Bricstaubengesetzes vom 1.10. 1938 bedürfen Personen, die Brieftauben halten oder Han« del mit Brieftauben betreiben wollen (Briestauben- halter) der Erlaubnis. Sie loird nur solchen Personen erteilt, die Mitglied des Reichsverbandes für das Briest taubenwesen e. B. in Berlin sind. Nach der 1. Durchst- BO. zu dem Gesetz vom 29. 11. 1938 gilt die Erlaubnis der Kreispolizeibehörde für solche Personen als erteilt, die bet Inkrafttreten des Gesetzes (10. 10. 1938) in der Fachorganisation zusammengeschlossen waren und ihr noch angehören. Alle übrigen Brieftaubenhalter im Stadtkreis Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 1. März 1939 (letzter Termin) bei mir aus einem vom Reichsverband für das Brieftaubenwesen herausgegebenen Formular Antrag auf Erlaubniserteilung und gleichzeitig Antrag auf Aufnahme in den Reichsverband zu stellen. Personen, die künstia Brieftauben halten wollen, können fcrft nach Erlaubniserteilung Brieftauben erwerben. 5300 Gießen, den 21. Januar 1939. Der Polizeidircttor. I. V.: Heinacker, st Einspaltige | werden zum ermäßigten Gießen, (Seltersweg 18 JRuf 2461 516 A V-ttertrre-fetr „Jeder kommt, wie es ihm gefällt“ Für STIMMUNG — LAUNE — HUMOR sorgt EMIL SCHÄFER, PRINZ KARNEVAL GUMMY, der urkomische Exzentriker — Original- Schanghai-Truppe u.a. — Üeberraschung, Tanz, Bars *) Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimai. (Eine naturkundliche Jugend rzählung für Jungen und Mädel von etwa 9-15 Jahren. ®ht 135 S. Tert und 8 Tafeln mit Naturaufnahmen. In Leinen geb mit mehrfarb. cy-tcerx Schuhumschlag RM. 2,85 Ein schönes Geschenkdnch für Jungen und Mädchen! 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