ft. 249 Erstes Blatt Dienstag, 24. Moder 1959 189. Jahrgang Wnen Vorposten auf hoher See tief hängende Wolken die Sicht, der am um lVK -Sonderbericht.) Es ist Nacht geworden. Die lekten Feuerschiffe, die uns die Gruße der Heimat sandten liegen hinter uns. Nun leuchten über uns nur mehr die Sterne, um uns fingen tue Wellen n,ur rc-mp frische Brise ist aufgekommen und schick^uns Tie* erften über Zeck. Dor und Mnter uns marschieren Einheiten unserer Flottille. !L Maschinen laufen mit äußerster Kraft. Wir wollet so bald als möglich die befohlenen Posttio- deö Zieichsauhenministers. Berlin, 23. Oft (DNB.) Die Rede, die Reichsauhenminister von Ribbentrop Dienstag, 24. Oktober, in Danzig hält, wird und ruhig ihre Lorbereitungen zur Abreise trifft, ondern, daß sie darüber hinaus — und dieses trifft ganz besonders für die Jugend zu — erfüllt ist von einem tiefen Glücksgefühl, daß sie nun die Gelegenheit hat, dem an sie ergangenen Rufe des Führers zu folgen, der ihnen schon seit langem der Führer war. Anstelle eines Postens, der räumlich abgeschnitten vom Dolksganzen war, wird ihnen nunmehr eine Heimat gegeben, zu der sie aus innerstem Herzen „Vaterland" sagen können. Sie kehren heim unter die siegreichen Fahnen einer großen und freien deutschen Zukunft. Oie Durchführung des sowjetrussischlettischen Beistandspaktes. Riga, 24. DEL (DRB. Funkfpruch.) Die f 0 w - etruffischen und lettischen Militär- achver st än Ligen, die die Durchführung des am 5. Oktober in Moskau abgeschlossenen Beistands- Riga , 22. Oktober 1939. „Gleiches Blut gehört in ein gemeinsames Reich" . unerschütterlich wie dieser Satz auf der ersten ieite im Buch des Führers niedergeschrieben steht, i hat ihn auch der Führer als das große Pro- jamm seines Lebens Zug um Zug in die Tat um- jsetzen begonnen. Die Heimkehr der Ostmark, des udeten- und Memellandes und endlich des deuten Danzig sowie der ostoberschlesischen und west- ^ußischen Provinzen waren nur die ersten Etap- Hit auf diesem Wege. Und immer häufiger stellte h das Deutschtum in Lettland die rage: Was wird Adolf Hitler über uns beließen? Hatten doch alle den heißen Wunsch, auch kirst zu diesem starken und schönen Reich der Deut- Isen zu gehören und die Hingabe an den Führer rdlich durch die Tat beweisen zu können. jDa fiel das Wort „Umsiedlung". Als der ti^rer es in seiner denkwürdigen Rede vor dem jcoßdeutschen Reichstag am 6. Oktober aussprach, k ahnte wohl niemand in der deutschen Volks- tuppe in Lettland, daß diese Volksgruppe als 11 ne der ersten im Osten Europas nach dem killen des Führers geschlossen den Rückmarsch an= Uten sollte, um in den wiedergewonnenen »e st preußischen Provinzen für Volk und jiterland Aufbauarbeit zu leisten. Nicht volle 48 Kunden später vernahm die Volksgruppe den ersten p sie direkt gerichteten Ruf des Führers. Gloich- rtig trafen die ersten Vertreter des Reiches zu Der- «ndlungen mit der lettischen Regierung in Riga in. Gleichzeitig machten an den Kais in Riga, »bau und Windau die ersten Schiffe der großen Iransportflotte fest, die das Reich seinen Heim- Rumänien fordert neutralen Balkanblock unter italienischer Führung. : Morgens \t 6.30: W 1 8.05: iche und ulfunk. 6fii >tto Lilienh e-Schallplb 12: Stadt r askonzert. I: i-ZosS ftriü Mg. 12,30 b üftungshetnü : NS.-CiM hrichten. Illi mtttaaston’fl lers haBir: Ruf ins N L 18.15: «!' Zeitoesche« ).15: 1W nschem 22 20.15 Uhr von allen deutschen Sendern, außer dem Deutschlandsender, übertragen. Der Deutschlandsender bringt die Rede um 23 Uhr. Die Rede wird ferner vom deutschen Rundfunk in zahlreichen Fremdsprachen ge- bracht werden. Reue Verletzung der belgischen Neutralität durch ein britisches Flugzeug. Der Wehrmachtsbericht vom Montag. Berlin, 23. Oktober. (DUB.-Funkspruch.) Do- Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der w e st f r 0 n t außer Artillerie- und Späh- trupp-Tätigkeit keine Kampfhandlungen. Am 21. Oktober um 12.45 Uhr flog ein dreimotoriges britisches Flugzeug, von Osten kommend, über den Bahnhof Konzen (25 Kilometer südöstlich Aachen) und über die in unmittelbarer Rahe be- findliche belgische Grenze nach Westen zurück. Lrschetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblatter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreir: giit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 2uch bei Nichterscheinen »an einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe mter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- lichten: Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: fcrantfurt am Main 11688 kchrern entgegengeschickt hatte. An die Dolks-ge-nossen ist der Marschbefehl er« i»Ingen. Sie sind die letzten Nachfahren jener deut- l|en Männer, die vor nahezu einem Dreiviertel- , Iichrtausend Raum für ihr Volk suchend, in das ' Mtenland kamen, die dort das meiste geschaffen ' iben, was heute diesem Lande sein Gesicht gibt. - tie großen Bauten in den Städten, die Kirchen 1 jitb Schlösser sind das Werk deutscher Baumekster, Bestellung der Felder und Aecker geschieht in [itr vom deutschen Bauern gelernten Art des deut- [icien Ackerbaues, die Pläne zu den Hafenanlagen, Kn Eisenbahnen, die Brücken- und Straßenbauten ftid in den Hirnen deutscher Ingenieure entstan- Htn, die Schriftsprache der Letten ist von deutschen kMehrten in die Grundlagen ihrer heutigen Form »«bracht und der Buchdruck von deutschen Buch- f'Drudem im Lande eingeführt worden. Dieser Gesamtbau einer deutschen Kultur ist un Mtuufe der Jahrhunderte in zunehmendem Maße in Erbe des lettischen Volkes gewor- hn. lieber die zur Zeit im Lande lebenden Deut- Iteen ist es wesentlich zu wissen, daß etwa zwei jirtttel von ihnen in Riga leben, während die kHörigen sich auf die Städte der Provinz, insbeson- ifcre Kurlands, verteilen. G 0 ldingen ist unter «mm die Stadt mit dem prozentual größten deut- Ischen Bevölkerungsanteil. Daneben siedeln einige krausend Deutsche in den wenigen geschlossenen deut- Iföen Bauernsiedlungen, unter denen Hirst shenhof, Winterfeld, Oxeln, Pelztken, Krussath, IDrogen und Kimalen zu den bekanntesten gehören. I Die zentrale Deutschtumsorganisation des Landes W! die „Deutsche Volksgemeinschaft. RZimerhalb dieser hat die n a 11 0 n a l s 0 Z 1 a t 1- Iltische E r n e u e r u n g 5 b e w e gung die wert- I »ollsten und aktivsten Kräfte der lettlanddeutschen Ulblksgruppe mobilisiert und erfaßt. 2>te 3ugeno Istcht heute zu rund 90 v. H. in den Reihen de Gliederungen dieser Bewegung, die im ubr^en |ir Mannschaft, Frauenschaft, Jungmannschaft Ma- üilschaft, Jungvolk und Jungmadel sowie Läter eingeteilt ist, die wiederum den Gliederungen dir nationalsozialistischen Bewegung im Reich gl ei I chsn. Als Deutschtumsausweis güt die Mitglieds- I forte der Deutschen Volksgemeinschaft, da in den I lkttläMschen behördlichen Personalausweisen (mit st Ausnahme der Militärpapiere) keinerlei Dolkstums- i ^ei^nunrnT^^ber einer Woche ist der Apparat Zir Organisation der Umsiedlung angelaufem An dir Ausarbeitung des den ganzen Fragenkomplex I ^fassenden Vertrages arbeitet seit nunmehr über ener Woche der deutsche Verhandlunqsausschuh mtt i lim Sonderausschuß der lettischen Regierung. I Niederschrift dieser Zeilen war bereits erreich. oatz I di- in der lettischen Armee dienenden Deutschen | tun größten Teil ausscheiden konnten. Der .1 I fdgt in diesen Tagen. Der Frage der L1 qut- I d erung des deutschen Besitzes in Lett lmd, insbesondere des Grundbesitzes .^usbchtzes, I sowie der Unternehmungen und Betriebe s d 3 ■en, M kl ein ausgO inert sich H >i Jahren-, rote Wl Es Wl zu der H en J M. "’td en mir w*j >r Pierrot-1 j kann ihn^ ückhclheN' 1 daß er ”1 gibt- 1 n der wl >8 t* jj lichkeit W1 nde nö hro*! !*J iert ’k falt on va •JM t Sn Amsterdam, 23. Oktober. (DNB.) „Daily Mail" meldet aus Ankara, daß die Vorbereitungen ^r eine englisch-französische Anleihe in unserer Nähe fest. Deutsche Flieger, dra immer wieder über uns Hinwegbrausen, halten sie von uns ab. So oft wir auch mit unseren Gläsern den Horizont absuchen, nie können wir etwas entdecken, was uns Arbeit brächte. Trotzdem wissen! wir, daß wir in unserem Dienst nicht müde werden dürfen, und daß es ständig heißt, zu jeder Sekunde bereit zu sein. — Diese Aufgabe verlangt nicht nur Mut, sie erfordert vor allem gute Nerven, Lange, lange Zeit werden mir draußen auf See Vorposten stehen und dafür sorgen, daß der Brite unseren Küsten ungemeldet nicht nahekommt. Die Leistung, die von der Besatzung solcher Vorposteneinheiten vollbracht wird, recht sich daher würdig jenen Taten unserer U-Boot-Waffe an, die dem Feind entgegenstrebt, um ihn dort zu treffen, wo sie ihn nur selten stellen kann. Sttll und unverdrossen ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun, ohne Aussicht auf großen Ruhm, das ist die Aufgabe jener Männer, die Vorposten stchen aus hoh^r See. Adolf Ried. Heute überträgt der Rundfunk die Hebe Annahme DO« Anzeige« für die Mittagsnummer vis8»/.Uhr des Vormittag« Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach D0ri).Bereinbg.25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rp^ Mengenabfchlüsfe Staffel B ergebenden Fragen zu leisten. b , Es ist gewiß klar, daß namentlich Teile oer älteren volksdeutschen Generation fo ff .. Umgebung wurzeln, daß bte Loslosung ' sonders wenn die Vorfahren vielleicht durcy Jahrhunderte auf ein und ^^1 eiben Weift bereits geklärt. hör Im ganzen Lande hat inzwischen die Arbeit de ribwicklungsstellsn der Bolfsgruppenle tung be^ gönnen. Vor besonderen Schwierlg!kelten s h gkwäß der Abtransport der Bevölkerung auf dem Hachen Lande und in den Klemstadten.in- «ird von den freiwilligen Helfern der Boi kg !6aft in aufopferndem Einsatz bewältigt, I »eben bie Abwicklungsstell-N tn den &tati , °>r allem natürlich in Riga selbst, -'n t '»» Arbeit mit der Beantwortung der melen 1«Y Bukarest, 23. Okt. (Europapreß.) Die rumänische Presse beschäftibt sich mit den Bemühungen, die auf eine Erweiterung des Balkan- Blockes abzielen. Der „Universul" weist darauf hin, daß die Neutralitätspolitik die stärkste Stütze ür die Sicherung des Friedens in dem vom Kriege richt betroffenen Teil Europas fei. Rumänien habe eit dem Ausbruch der europäischen Feindseligkeiten ein streng neutrales Verhalten an den Tag gelegt und alle sich aus der Neutralitätspolittk ergebenden Verpflichtungen erfüllt. Seinerzeit fei auch der Balkan-Bund auf der Grundlage des Neutralitätsprinzips gebildet worden, und auch dieser Bund sei gegen niemand gerichtet gewesen. Daraus ergebe sich die Möglichkeit, diesen Bund zu erweitern und die in ihm liegenden Kräfte zu vergrößern, um so der Sache des Friedens noch erfolgreicher dienen zu können. Auch die „Romani a", das Organ der Front der nationalen Wiedergeburt, befaßt sich mit dem Plan der Bildung eines neutralen Blockes und schreibt, die Teilnahme Rumäniens an einem südosteuropäischen Block der Neutralen müsse als eine Bestätigung seines Willens angesehen werd-en, auf eine praktische Weise den Frieden auf dem Balkan , u sichern. Dieser Block dürfe nicht als ein Instrument betrachtet werden, das einem der beiden kriegführenden Lager diene, sondern nur als ein Instrument d e s Friedens. Das Blatt halt es für angebracht, daß sich dieser Block um Italien gruppiere, das bewiesen habe, daß es zu einer Entspannung und zur Zusammenarbeit zwischen den südvsteuropäischen Staaten beitrage. Curentul" schreibt, gerade der Gedanke eines Blocks der neutralen Staaten Südosteuropas gewinne m allen Hauptstädten dieses Teiles Europas immer mehr an Boden, wo man gewillt sei, sich vom Kriege und allen seinen tragischen Folgen fernzuhalten. Die Tatsache, daß dieser Block gegen niemand gerichtet sei, sondern nur em Instrument des Friedens fein wolle, berechtige zu den optimistischsten Erwartungen. Diese Erwartungen wurden auch durch die Haltuna 31 a 11 e n 5 gerechtfertigt das durch seine realistijche Politik verstanden habe das Mittelmeerbecken von jedem Konflikt fernzuhalten. Der Preis des Tiirkenpattes. abkommens zu regeln hatten, beendigtenam Montagabend ihre Arbeit mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung. Am Sonntag trafen in ßibau drei sowjetrusfifche Kriegsschiffe ein. Es handelt sich um den Panzerkreuzer „Kirow" und zwei Zerstörer. Beim Einlaufen in den ßi'bairer Hafen schossen die sowjetrussischen Krieasschifte Salut, der vom letttschen Kriegsschiff „Dirsaitis', das sich zur Zeit im Li- bauer Hafen befindet, beantwortet wurde. Bekanntlich ist ßibau auf Grund des sowjetrussisch-lettischen Beistandspaktes als Flottenstützpunkt für die sowjetrussische Flotte auserseyen worden. Ziussische Militärmission in Kowno. Somno, 23. Okt. (DNB.) Die russische Militärmission, die am Sonntagabend in Kowno ein getroffen ist, beginnt nach Austausch der protokollarischen Besuche die Beratungen mit der litauischen Militärkommission wegen der Ueberführung russischer Militärstreitkräfte nach Litauen. Die russische Militärkommission ist, abgesehen von den Aufgaben, die sich aus dem gegenseitigen Beistandspakt ergeben, ermächtigt, das Gebiet von Wilna zu übergeben. aber wir hören das Brummen von Motoren. Plötzlich stoßen durch die Wolkendecke drei Flugzeuge. Alle Gläser und Blicke wenden sich ihnen zu. Sie geben Zeichen. Es sind deutsche Flieger. Als der Befehl kommt „Alarm beendet!", klagen die Männer an den Geschützen: „Schade, daß es nicht der Tommy war!" Gegen Mittag herrscht W i n d st ä r k e 7 — 8. Unser kleiner Kasten wird von der See hoch empor- qeschleudert, in Wellentäler hinabgestoßen und zur Seite gewälzt. Er ächzt und stöhnt in allen Fugen. Wenige Kameraden nur haben Freiwache, sie können die Rede des Führers am Lautsprecher verfolgen. Später berichten sie den anderen, sie werden mit Fragen bestürmt. Am Abend und während der Nacht nimmt der Wind an. Stärke noch zu. Der Dienst für alle Mann an Bord verläuft jetzt im Vierstundentörn. Das heißt für jeden Mann Di e r Stunden Freizeit, die ausgesullt wird mit Anzugwechsel, Essen und Schlafen. Dann folgen wieder vierStunden Wachdien st, die abermals von vier Stunden Ruhe abgelostt werden So geht es Tag und Nacht, ununterbrochen. Die Regelmäßigkeit dieses Dienstes wird nur durch Alarmmeldung gestört. In solchen Augenblicken muh jeder Mann der Besatzung auf seinem Posten fein. Es gelingt uns aber nicht, englische Flugzeuge in Reichweite zu sichten. Sobald sie uns erkennen, drehen sie ab. Sie verspüren wenig Neigung, uns anzugreifem Nur selten stellen wir feindliche Schiffe an die Türkei in Höhe von 60 Millionen Pfund jetzt abgeschlossen seien. 25 v. H. dieser Summe mühten für Waffenlieferungen au 5 gegeben werden. Das Pariser „Journal" läßt sich aus Istanbul melden, daß die Türkei als Gegenleistung von England 500 Bomben- und Aufklärungs- 1 u g 3 e u g e, ein Sechstel der Petroleumerzeugung des Mossulgebietes sowie Lieferung und Aufftellung des gesamten Maschinenparks für das große Metall indu st riezentrum von Para- buk erhalten habe. Frankreich habe der Türkei nicht nur den unbefristeten Besitz des A l e a n d r e 11 e - Gebietes zugesichert, sondern darüber hinaus wurde durch einen militärischen Bündnisvertrag die Hilfe bet französischen Truppen an der 900 Kilometer langen syrisch-türkischen Grenze garantiert. AufdemValkanliichtsohneMien Die italienische Presse zum englisch - französischen - türkischen Vertrag. Rom, 23. Okt. (DNB.) Englands und Frank- reichs verzweifelte Versuche, das Abkommen mit der Türkei als ein gegen niemand gerichtetes und ausschließlich dem Frieden dienendes Instrument darzustellen, werden von der italienischen Presse als grobe Entstellung der Wahrheit entlarvt. Der Bologneser „Resto del Earlino" betont, daß es zwecklos sei, daß man diesen Pakt Italien gewissermaßen als einen Höflichkeitspakt präsentieren will, da es klar ist, daß er jenen status quo im östlichen Mittelmeer verändert, den die Engländer (als eifrige Verteidiger der Verträge!) sich mit uns verpflichtet hatten zu refpeftieren." „Giornale d'Jtalia" schreibt, man könne nur sagen, dah Italien auch diese neue Episode, die sich in die verwirrten Ereignisse des europäischen Krieges einreihe, aufmerksam betrachte. Die „Times" habe erklärt, dah die Türkei nicht nur ihre Positionen als unabhängige Hüterin der Meerengen beibehalten, sondern auch im Balkan weiterhin eine vermittelnde und stabilisierende Funktion ausüben werde. „Man kann dazu", wie das halbamtliche Blatt betont, „festellen, dah im Balkan nichts ohne Italien versucht oder unternommen werden kann, dessen lebenswichtige und offenbar nicht nur wirtschaftliche Interessen in jenem Gebiet heute klarer denn je zutage treten." Lettlands deutsche Volksgruppe im Ausbruch Don unserem B. O.>Korrespondenten. Kriegssozialismus. Don unserer berliner Schristleiiung. Der nationaffozial'isttfche Staat sieht in der Besorgung der Angehörigen aller Volksgenossen, die von der Wehrmacht zur Dienstleistung auf gerufen worden sind, einen lebenswichtigen Grundsatz. Danach ist sofort gehandelt worden, als sich das Reich zum Krieg gezwungen sah. Die Richtlinien, die für die Familienversorgung zunächst herausgegeben wurden, konnten nicht sofort und überall einen Ausgleich schaffen, denn es ist ohne weiteres klar, daß gewisse Erfahrungen gesammelt werden müssen. Auf Grund dieser Erfahrungen, die sich über das ganze Reichsgebiet hinweg erstrecken, find nun neue Richtlinien und Staffelfätze ausaearbeitet worden, deren Aufgabe es ist, die Versorgung nicht zu schematisieren, sondern, soweit das nur möglich ist, auch dem Einzeffall anzupassen. Der nationalsozialiftische Staat geht davon aus, daß die Mitglieder der Wehrmacht, ganz einerlei, wo sie eingesetzt sind, ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, unbedingt gewiß sein können, daß die Angehörigen in der Heimat an keiner Stelle und zu keiner Zeit Not leiden. Wenn der Ernährer einer Familie oder von Angehörigen zur Fahne einberufen ist, dann wird die nationatsozialistischs Gemeinschaft zur Tat. Diese Tat kann nur von einem Staat wirksam geleitet werden, der tatsächlich auf dem Gemeinschaftsprinzip aufgebaut ist, tn dem der Grundsatz gilt: Alle für einen und einer für alle. Soweit das überhaupt zu erreichen ift, soll jede Familie, deren waffenfähige Mitglieder eirtbe* rufen sind, sollen alle Menschen, die auf einen Ernährer angewiesen sind, den Lebensstandard aufrecht erhalten können, der an sich gegeben ist. Das hat allerdings auch Grenzen, denn es versteht sich von selbst, daß fein Ausgleich für hohe und höchste Ein» kommen geschaffen werden kann, zumal in Kriegs» Zeiten jeder unvermeidlich Entbehrungen und Einschränkungen auf sich nehmen mutz. Aber die Kämpfer draußen sollen von jeder Sorge für ihre Angehörigen entlastet fein. Davon hat sich Generalfeldmarschall Göring bestimmen lassen, als et die neue Verordnung über die Unterstützung der Angehörigen der Kämpfenden befahl. Denn es ift schließlich der Frontsoldat, der aus eigener Erfahrung weiß, was unbedingt notwendig ist. Nur in einem nationuffoziaWifchen Staat kann in diesem Sinne sofort gehandelt werden, im Gegensatz zu den westlichen Demokratien, wo der fogiale Geist ebenso im Argen liegt wie die soziale Hilfe für die Männer, die eingezogen worden finth Denn ungefähr zu derselben Zeit, da in Deutschland die neuen Bestimmungen über den Fami« lienunter fialt der Soldaten erschienen sind, wurden im englischen Unterhaus und in der englischen Presse erbitterte Beschwerden geführt, daß die Unterstützungen nach dem fatalen Grundsatz fest- gesetzt feien: „Zum Sterben zu viel und zum fieben zu wenig." Ein arbeiterparteilicher Abgeordneter stellte fest, daß eine Frau mit vier Kind» dem in der Woche 35 Schillinge gesetzliche Unter« 10=2 (dl '5' Don dMo über £9 der sGZ Eine ^I ”orNi ^e her ? S°rP|oi-j| f5 unter 3 unb fllQpp J le NmJ ' nicht, y Rauhen 3 man <3 \ > M Dichter« 'latznioniM " große (3 leB jedoch J 3Us- inbtm J nnschast W -1.10:0 Jlett an. U 1 DfB. i-A NN Duttfl leichte U m der ftfl en Schuß (J ten GeqeM unverdrfl wchmalz M uf 6:0. M 1. Der W • 1900 M b mit faubtiM iren noM u spielen,» ll vollkomÄ n. Dieser 5g e Aktiven m te sehr M 1 bewies bi ichkeit. MM Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vnrck und Verlag: vrühlsche Uulversttätröruckerei R. Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 ^^Wir^stehen auf der Kommandobrücke, um mit FSFäi™«, tz Ähuna «Steat Srten müssen, wachsen werden Besatzung gesi . Herausstellen, wer „See- Wm-nOant «°m Fe:nd° ( fL.fi. ;ft norerft noch nichts bekannt. ' ffh Jtl rm reifet uns am früDen Margen aus , ^tn Wir stürmen zur Kommandobrücke. lefem ^ D-ck rollen schwere Brecher. Ein kurzer beehrt und daß sich unser Verband m- Rundblick belehrt " '-.^es Fahrzeug hat die ihm «-Mi ÄgtiSäss «....... >18 die Volksgruppe als Ganzes mcht nur gelauen hi ist nahezu rührend, nie»'M ?m die Liebste ermahnt i iimet bis von iMilli !M Fre in ' Hl Jtr( 8ir „... Annemarie! Es braucht ja nicht — grad einer sein — von meiner Kompanie Oie Minenkuh. üu S"" sie den Vers singen, in dem . wird, nicht zu meinen und zu klagen, wenn lhM< Soldat nicht wieder kehrt. M Hjeiti M 8 :rtti j Ätt lÜOHfl Hin 6 8). ctaj #!®f Senator Ihm B»; Auf Gefechtsvorposten im Westen. Männer aus Biedenkopf und Dillenburg im Bunker 00 an -er Westfront tz!lS jr.6 „Araonnerwald, Argonnerwald, ein stiller Friedhof wirst du bald. In deiner stillen Erde ruht So manches tapfere Soldatenblut „Dein Sohn und der muß sterben, im weit und breiten Feld. Ärn weiten und breiten allvorwärts vor dem Feind, dieweil ein schwarzbraun Mädel so bitter um ihn weint." ,Ha, Kamerad" — so meint der Halbzugführer, ein Gymnasiallehrer aus Biedenkopf — „das ist unsere Stimmung hier in der vordersten, kämpfenden Front. Alles zu seiner Zeit. Die fröh- deutsche Flugabwehr dafür sorgt, daß den Aus» Hörern der Spaß gründlich verdorben wird. Sit A drehen daher schnell ab und suchen ihr Heil in bet JJW1 Flucht. Hermann Leitz. ff t ' Das war das nächste Lied. Wie doch alle bit Worte gut kennen, so, als wären es lauter ölte Kriegsteilnehmer, die dieses Lied schon vor $?r« K dun gesungen haben. Dann folgt „Im Feldquartier At5n auf hartem Stein", und es i" fern. Die Menschen schreiten durch die Natur, wie durch einen Park, in dem uns alles verttaut ist, die Landschaft entzieht sich allmählich der nctturwissen- schaftlicken Kontrolle und wird angebaut in dem Reiche des Traums, in dem ein Novalis sie sah. Wie aber in der Kulturlandschaft sich ablesen lassen die Taten und Werke der Ahnen, wie die ganze Vergangenheit — betrachten wir sie recht — auf uns zuschreiten kann, das hat wohl keiner prächtiger geschildert als Stefan George, wenn er auf einem Spaziergange (in „Taten und Tage") durch die ländliche Welt meint, in den Fußstapfen der Sippe zu schreiten, und aus ihnen schließt die Schicksale der Gewesenen und der Kommenden. Das hebt die Kulturlandschaft freilich heraus aus dem Raume jeder Natur, so wird zerschlagen die mystisch-mythische Angst der Kreaturen, und der Mensch wird zum Gott über alles Lebendige. Es bleiben in der Tat dann inmitten der Welt nur jene vier Straßen, von denen der Dichter sagt: „Vier sonntägliche Straßen gibt es auf einem Lande: die Straße der blauen Erinnerung, die Straße der wiederaufgenommenen Tat, die Straße der unabwendbaren Verzweiflung und die Straße des möglichen Glückes". Mo, ^nbei r ö 0 e: »d- ist »P *Heru SW B'lli *8 Ion B*nite Än Moon !*= < Mr Sm SV S'.'Ue »D Nur er konnte mit feinen Schritten bezwingen, nur er konnte es ergreifen und verstehen und feiner Herrlichkeit ganz inne werden." Ernst Wiechert steht der Naturlandschaft in magischer Erkenntnis gegenüber. Sein größtes Erlebnis ist der Wald, der Wald feiner ostpreußischen Heimat. Aus seinem mystischen Dunkel treten fast alle seine Helden in die Welt. Für Wiechert ist die Natur aanz und gar personifiziert, sie ist selber Gestalt, selbst Wesen. „Nun lagen", so heißt es einmal bei ihm, „Tal und Hügel im Gebet, mit goldenen Händen strich die Sonne lautlos über des Waldes sinkende Augen". Voller urweltlicher Geheimnisse ist bei Wiechert der Wald. Eisgraue Frauen brechen aus ihm hervor, und in ihm treffen sich gespenstische Tiere. Der Jürgen Doskozil ist der Mensch völlig ungebrochener Urinstinkte, solch ein Mensch ist in der Landschaft Stehrs oder Mechows unmöglich: er ist der Ahnherr, der in Eis und Frost und Wasser steht, ein Geschöpf der Vorzeit, wenn er auch alle Versuchungen kennt, die aus dem Schatten treten. Dieser Art verwandt, wenn auch im Empfinden nordischer als Wiechert, ist Friedrich Griese. Seine Bilder sind vielfach angesiedelt im Zwischenreich der Zeiten, da noch Natur unverbildet auf den Menschen einwirkte, die selbst mit allen Poren bereit sind, sie aus erster Hand zu nehmen. Wie entsetzlich ist doch der Hauch des Eises in „Winter", da alle Kreatur unter der grausamen Hand von Eis und Frost erstarren muß ober der Regen pausenlos rinnt; wie hat alles, Mensch und Tier, zu leiden unter diesem Gesetz! Wild und entfesselt wie ein Oger wirkt sich das Grausame der Natur aus, so daß wir in der Tat nicht mehr wissen, in welcher Landschaft und unter welchen Menschen wir uns befinden: die Natur redet ihre Ursprache. Diese Menschen sind nur lebendig in dem vom Dichter erschauten Natur-Raume, anderswo könnten sie nicht leben, nicht einmal atmen. Haust Griese in der schauervollen Nähe des Mythischen, in dem die Horizonte der Natur sich verschieben, auch sie freilich nur Symbole des Göttlichen, wie des Satanischen, so kehren Dichter wie K. H. Waggerl in die wärmende Nähe des tätigen Lebens, also unauffällig bewußt in die Kulturlandschaft unseres Daseins zurück. Hier durchwirkt sich die Natur mit dem tätigen Fleiße geruhsamer Bauern, sie wird der schöne Hintergrund für den geschäftigen Tag. Romantische Umschreibungen liebt der nachdenkliche und besinnliche Friedrich Schnack, ein echter Nachfahr der Eichendorff und Mörike. Er hat ein recht kameradschaftliches Verhältnis zu der Natur, feine Helden sind auf Du und Du mit ihr, sie haben zwar dann und wann fabelhafte Erlebnisse, aber das urweltliche Grauen Grieses oder Wiecherts ist ihnen feld fremder Länder führe. Die Stimme der American Legion müsse auch ins Parlament gelangen, um zu betonen, daß der Weltkrieg für die Vereinigten Staaten vor 20 Jahren in Frankreich ab* geschlossen worden sei. Der Waffenstillstandsgedenktag müsse in diesem Jahre Gelegenheit bieten, um die amerikanischen Bürger vor der Hysterie der Kriegspropaganda zu warnen. Bon A bis 3 erfunden und erlogen. „News Chronicle" fälschte Führer-Besprechung mit Sven Hedin. Berlin, 23. Ott. (DNB.) Die Londoner Zeitung „News Chronicle" bringt eine Darstellung der kürzlich stattgefundenen privaten Unterredung zwischen dem Führer und Sven Hedin, die von A bis Z erfunden und erlogen ist. Der Zweck dieser- neuen Fälschung ist leicht ersichtlich. Es soll abermals mit allen Mitteln versucht werden, zwischen Deutschland und Rußland wenn irgend möglich Mißtrauen zu säen. Sven Hedin gibt folgende Erklärung bekannt: „Die englische Zeitung ,News Chronicle' veröffentlicht eine Unterredung, die ,ich mit ihrem Stockholmer Korrespondenten über meinen Besuch beim deutschen Reichskanzler gehabt habe. Ich muß feststellen, daß die ,News Chronicle' meine Ausführungen völlig falsch wiedergegeben hat, und meine persönlichen Auffassungen und Ansichten fälschlicherweise als Erklärungen des deutschen Reichskanzlers dargestellt hat. Besonders diejenigen Stellen, die sich auf Sowjetrußlund beziehen, sind keine Aeußerungen des Reichskanzlers, sondern meine private Meinung. (gez.) Sven Hedin." Palästinas Kampf um feine Freiheit. Der Grotzrrrufti von Jerusalem in Bagdad. Nie seit dem Weltkrieg habe ich Soldaten wieder so innig fingen hören, als-hier in diesem Erdloch, hundert Meter vor dem Feind. Es ist wie damals im großen Krieg, er st die vor der st e Front, die ständige Ge,ahr, das gemeinsame, große, auch sckwere Erleben, Entbehrungen und Strapazen schweißen einen zu jener unverbrüchlichen Kameradschaft zusammen, die als eine einmalige, wundervolle Offenbarung in vorderster Kampffront erblüht und auch gerade hier ihre höchste und schönste Bewährung findet. . Jetzt sitzen die Landser — wenige Schritte davon die Posten am Gewehr, den Blick unverwandt zum Gegner gerichtet, in ihrem Loch zwischen Schanzen, Wachen und Kämpfen beisammen. Ihre aus der Tiefe des deutschen Gemüts entsprossenen Volkslieder füllen den Raum. Eine Mundharmonika klingt auf, und die Männerstimmen fallen ein. Der Chor der Männer singt das wehmütige Soldatenlied Straßburg, der wunderschönen Stadt ... Das Dorf wird beschossen. Wett hinter der französischen Stellung dröhnen Abschüsse feindlicher Artillerie auf, Kaliber 10,5! Heulend ziehen die Geschosse ihn Dahnen über uns, um sich dann jaulend und gire gelnd hinabzustürzen in das Tal, wo die Häusir eines traulichen, deutschen Dorfes stehen. Die ersten Schüsse liegen zu weit am jenseitigem Hang. Jetzt aber! Volltre ffer mitten auf die Straße, ein anderer in ein Haus, und nun kommen sie an gewirbelt, stürzen sich wie ein RM heulender Wölfe über die Häuser einer ganzen Straßenzeile. Dachsparren wirbeln empor, und dos Krachen der berstenden Granaten bricht sich an beit Hängen des Tales. Dicke Staub- und Rauchwolken hängen über dem Dorf. Wo noch vor meniaeit Wochen deutsche Familien im Frieden ihrer doch lichen Gemeinschaft wohnten, haust jetzt das ©raun Was aber suchen sie nun eigentlich dort oben \n Wald? Jetzt schlagen die Granaten des Feindes etwa 1000 Meter weiter rückwärts an einem Wald« Bücheriifch. — Otto Weber-Krohse: Sieben Preußen als Bahnbrecher des deutschen Gedankens. Preis Seinen 8 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Preußentum ist jene innere Hal- tung, die ihre besten Kräfte aus dem Boden der Landschaft zieht. Sie bestimmt das Ewige der Politik und die gelassene Harmonie des alten Preußen, um nach zwei Jahrhunderten in ruhigem Rhythmus ins Deutschtum zu münden. Preußische Menschen in diesem staatspolitischen, völkischen und landschaft- lichen Sinne zeichnet Weber-Krohse. Im Sande der Mark exerzieren Grenadiere in blauen Monturen. Inmitten, einer kargen Landschaft entfaltet sich der metallische Glanz einer Armee ohnegleichen. In der Festung Küstrin rollt das Haupt eines irregeleiteten jungen Offiziers in den Sand. Schuld und Leid formen den künftigen Souverän. Ein deutscher Korpsführer Napoleons kämpft einsamen Kampf, ehe er sich vom verbündeten Erbfeinde lossagt und gegen den König für den König rebelliert. Ein märkischer Landjunker wächst an seiner preußischen Aufgabe und schmiedet mit Blut und Eisen die deutsche Einheit. So erstehen vor uns die Linien eines neuen Geschichtsbildes im politischen Geiste unserer eigenen Zeit. — Adalbert Norden: „Flügel am Horizont". Vorn Leben und Kämpfen der ersten Rom, 24. Oft. (Europapreß.) Aus Bagdad wird gemeldet, daß der Großmufti von Jerusalem von der irakischen Regierung empfangen wurde. Die Presse des Irak weist darauf hin, daß seine Anwesenheit in Bagdad mit den Besprechungen über die endgültige Lösung des Palästinaproblems in Zusammenhang zu bringen sei. Der Mufti werde auch noch von dem Regenten des Irak empfangen werden, dem er die Loyalität Palästinas gegenüber der Familie der Haschemiten zum Ausdruck bringen werde. Aus Jerusalem meldet der „Tevere", in arabischen Kreisen verfolge man mit größter Aufmerksamkeit die Besprechungen des Großmuftis. Man betone, jetzt fei der Augenblick gekommen, um ein für allemal eine Lage zu regeln, die nicht nur vom politischen, sondern auch vom wirtschaftlichen und sozialen Standpunkt aus unhaltbar geworden fei. Gleichzeitig stelle man ein merkliches Auf- leben des jüdischen Terrors im Innern des Landes, besonders in den südlichen Gebieten, fest. Zwei Araber seien wegen nationaler Propaganda und Aufreizung der Bevölkerung eines Araberdvrfes im Bezirk Samaria zum Aufstand zu lebenslänglichen Zuchthausstrafen verurteilt worden. Französische Marinekreise zum deuffchen U-Boot-Krieg. Rom, 24. Oft. (Europapreß.) In französischen Marinekreisen weist man darauf hin, daß die deutschen U-Boot-Erfolge sich nur durch eine genaue Kenntnis der Schis fsgeleitzüge durch die deutsche Admiralität, also durch einen äußerst vollkommenen Nachrichtendien st er- klären ließen. In der Tat sei festzustellen, daß die englischen und französischen Verluste in erster Linie in Petroleumtankschiffen neuester Bauart, Passagierdampfern von beträchtlicher Tonnage und schnellen, erst kürzlich erbauten Handelsschiffen bestünden. Flieger. Mit 32 Bilderseiten. Ganzleinen 5,80 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (278) — Der Anfang der deutschen Fliegerei war für die Pioniere der Flugsportgedankens, ob sie nun Konstrukteure oder Piloten waren, schwer, hart und mühsam. Von div sen Zeiten, da Fliegen noch eine Sensation mac, erzählt Norden. In Johannisthal bei Berlin erstehen die ersten Ansätze einer deuffchen Flugzeugindustrie, in einer anderen Ecke des Flugplätze»- hausen Erfinder und Konstrukteure, die auf eigen* Rechnung ihre Pionierarbeit wagten. Und ihr Leben wagten! Norden erzählt von diesen Anfängm in lebendiger Sprache, mit genauer Sachkenntnis Im Mittelpunkt der Darstellung steht die erste Siegerin Deutschlands: Melli Beese, deren bewegtes und tragisches Schicksal packend geschildert wird. — Roland Buschmann: Hinter de» Maginotlinie. Mit vielen Abbildungen, kartoniert 1,— RM. Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW. 68. — (275) — Im Augenblick, wo Englanv den Krieg unter dem Vorwand der Hilfe für Polen entfesselt, erscheint diese Schrift, die in den Sommermonaten 1939 während einer Fahrt durch Frankreich entstand. Die systematische Kriegshetze, die seit Jahren gegen Deutschland betrieben wird», war bestimmt, eine kriegerische Auseinandersetzung nach dem Wunsche der internationalen jüdischen unD plutokratischen Kreise heraufzubeschwören, um dos Deutschland Adolf Hitlers zu vernichten. Zweck des Hetze war, die Weltöffentlichkeit glauben machen, daß Deutschland im Bewußtsein der Völker das Land des Hungers, der Greuel und Dee sozialen Rückschritts wurde. Dazu gehörte, daß lebe positive Nachricht aus dem Nazi-Deuffckland durch eine negative ersetzt wurde. Wie man oabei vorging, nach welcher fein ausgeklügelten Methode man arbeitete, zeigt sich sehr deutlich gerade im Frankreich. Dies alles erklärt die kleine Schrift am eklatanten Beispielen. Außerdem behandelt ein wichtiger Abschnitt den Westwall und seine Überlegenheit über die Maginot-Linie. — Neue LohnsteuertabeUen miß Kriegszuschlag und kurzen Auszügen aus den wichtigsten Bestimmungen. Verlag Wilh. Stoll- fuß in Bonn. 0,60 bis 1 RM. — Die Ausgabe enthält bereits die neuen Kriegszuschläge in übersichtlicher und zuverlässiger Form Die beträgt können einfach abgelefen werden und eine Errech» nung fällt weg. Es sind wieder Einzeltabellen erschienen: für monatliche, für 14-tägliche, tägliche und 4-stündliche Entlohnung, für wöchentliche Entlohnung und eine Gesamtausgabe aller Vorkommen« den Lohnzeiträume, sodann auch die Tabelle zum Ablesen der Einkommensteuer. (PK. Sonderbericht.) Es ist gewiß nicht so, daß der deutsche Soldat in den Bunkern an der Westfront ein beneidenswertes Dasein führe, so ein frischfröhliches Soldatenleben, das nur angenehme Seiten kennt. Wer das glaubt, der irrt gewaltig. Acht Tage Bunker könnten ihn schnell eines Besseren belehren. Daß der Landser es versteht, auch dem Bunkerleben angenehme Seiten abzugewinnen, das ist nur selbstverständlich und richtig. Die Heimat gönnt ihm das auch von Herzen und freut sich darüber. Aber weit vor den Bunkern liegen in behelfsmäßigen Löchern die deutschen Gefechts- p osten, die wahren Helden dieser Tage. Was weiß die Heimat schon, was es heißt, Tage und Nächte — und Wochen da vorn zu liegen, fast ohne Schlaf und Ruhe, nahezu schutzlos den Unbilden der Witterung ausgesetzt, im Angesicht des Feindes. In einer Stellung womöglich, in der jede Bewegung gegnerisches Artilleriefeuer heraufbeschwört. In ständiger Bereitschaft zum Kampf mit dem Feind, die Handgranate am Koppel, die Pistole in der Rocktasche, das Gewehr griffbereit! — Da liegt man sich gegenüber, der Poilu auf der anbeten Seite ebenso im Lehm und Dreck, und weiß, daß im nächsten 21ugenblicf das gegenüberliegende feindliche MG. loshämmern kann. Vielleicht yat es hie für dich bestimmte Kugel schon im Lauf? SBielL v,t wird auch die nächste Salve einer feuernden feindlichen Batterie nicht auf das rückwärtige Dorf im Tal, sondern hierher auf deine Stellung gerichtet sein? Vielleicht, daß der nächste Granatemschlag dir gilt, deinem Kampf ein Ende setzt. Vielleicht..? Wer weiß es!" Entschlossen und doch fröhlich. Hier in dieser vordersten, kämpfenden Front ist daher die Stimmung nicht weniger zuversichtlich und entschlossen, aber naturgemäß nicht so voll lauter Fröhlichkeit, als dies weiter rückwärts gelegentlich der Fall sein mag. „Bunker 00", so nennen sie scherzhaft das Vorpostenloch, das sich die hier liegenden Männer aus dem Gau Hessen-Nassau, den Kreisen Biedenkopfund Dillenburg^, in einer weit vorgeschobenen Stellung der Westfront leidlich eingerichtet haben. Ein paar Balken darüber und etwas Erde, ein Loch zum Hineinkriechen, und der „Bunker" ist fertig! stützung erhält. Da ein Pfund heute knapp 10 RM. wert ist und 20 Schillinge zählt, so beträgt der Wert eines Schillings 50 Pfennige oder die erwähnte gesetzliche Wochenunt^rstützung für eine Frau mit vier Kindern ganze 17,50 DNR. Der Abgeordnete gab nun eine Aufstellung über die zwangläufigen Ausgaben. Danach gehen 14 Schillinge als Mietzahlung ab, 10 Schillinge für Heizung, Licht und Versicherung und zum eigentlichen Leden bleiben diesen Soldatenfrauen mit ihren vier Kindern ganze 5,5 Schilling oder 2,75 RM. nach unserem Gelde. Dabei sind die Preise im englischen Handel in ständigem Steigen. Sogar aus den Reihen der konservativen Regierungspartei wurde — allerdings von einer der wenigen Frauen, die dem Unterhaus angeboren — rund heraus erklärt, es sei ganz unmöglich, auch nur ein einziges Kind mit solchen Unterstützungssätzen zu ernähren. Telegraphisch wurde schon gemeldet, daß das englische Schatzamt sogar mit den Zahlungen von Gehältern und Besoldungen so sehr im Rückstand fft, daß viele Offiziere seit Kriegsausbruch kein Gehalt mehr erhalten und ihre Familien überhaupt noch keine Unterstützungen erhalten haben. Ebenso klagen die Lieferanten, daß der Staat mit der Bezahlung der Rechnungen überaus säumig ist, sodaß zahlreiche Firmen ihren Betrieb nur unter starker Inanspruchnahme von Bankkredit in Gang halten und Entlassungen vermeiden können. Auf der anderen Seite wird in der englischen Presse und auch im englischen Unterhaus jeder Betriebs- führer, der unter diesen Umständen feine Belegschaft vermindert oder auf Kurzarbeit setzt, als sozialer Störenfried an geprangert. London schlug die Friedenshand des Führers zurück. Deutschland hat kerne Ursache, erneut die Friedensinitiative zu ergreifen. Berlin, 23. Oft. (DNB.) Trotz wiederholter und nachdrücklicher Richtigstellungen von deutscher Seite bringen gewisse ausländische Blätter immer wieder völlig abwegige Kombinationen mit der Behauptung, daß von Deutschland aus irgendwelche Friedensbemühungen unternommen oder Friedensoorschläge präsentiert würden. So heißt es in Meldungen ausländischer Blätter im Zusammenhang mit einer Reise des belgischen Politikers van Zeeland nach Amerika, Zeeland kenne die Bedingungen, „unter denen Deutschland und die Alliierten bereit wären, eine Friedensinitiative Roosevelts ernstlich zu erwägen." Hierzu können wir nur folgendes feststellen: Ob Herr van Zeeland die Bedingungen der Alliierten kennt, wissen wir nicht. Was aber die deutschen B edingungen betrifft, so kann es sich dabei nur um die in der R e i ch's t a g s r e d e des Führers niedergelegten Grundsätze handeln, in denen der Führer der Welt einen Weg zum Frieden gewiesen hat. Diese ausgestreckte Friedenshand des Führers hat man in London brutal zurückgeschlagen. Chamberlain hat den Frieden n i«f) t gewollt, sondern sich für den Krieg entschieden! Damit ist für uns die Situation ein für allemal geklärt, und wir haben nicht die geringste Ursache, von uns aus irgendwelche neuen Bedingungen für eine Friedens- initiative aufzustellen. Bei den deutschen Bedingungen, die Herr van Zeeland kennen will, kann es sich also nur um die Reichstagsrede des Führers handeln, denn eine andere kennen wir selbst nicht. Oer amerikanische Zrontkämpfer- verband gegen jede Intervention. W a f b f n g t o n, 24. Ott. (Eyropapreß.) Der Kommandant der American Legion, Raimond Kelly, hielt erneut eine Rundfunkansprache gegen die Intervention. Er sagte, der amerikanische Frontkämpfer- Verband sei entschlossen, jede Bewegung zu bekämp- i sen, die die neue Generation auf das Schlacht- । Landschaft in deutscher Dichtung. Von Hans Franke. Der Dichter sieht die Landschaft — ob sie Kulturlandschaft oder Naturlandschaft ist — als Natur schlechthin. Er will den Menschen einschließen in jenen ewigen Ablauf des Göttlichen, er will den Atem Pans an unser Ohr bringen lassen, will uns zu spüren geben die Hand des bildenden Meisters, der auch unser Leben in wägender Schwebe hält, er will widerspiegeln die Harmonie, die aus dem unruhvollen Dasein der Städte verschwunden ist. Nach dem Empfinden des Dichters wird diese Begegnung sich geben als eine romantische Befeuerung, als magische Beschwörung ober als realistische Beschreibung dessen, was um uns sich rounberbar aufbaut. Aber sie alle haben eine Quelle: bie ber Anbacht vor den Erscheinungen ber Natur! Wie rounberbar und unvergeßlich beginnt Hermann Stehr sein schönes Buch vom „Heiligenhof"! Er vergleicht bas Münsterland mit einer im Lauf erstarrten Herbe urroeltlicher Rinber, bie zur Tränke am Fluß roanberte; aber unterwegs, so nahe am Ziel .... würbe bie unabsehbare Schar von ber Welt- allsmübigfeit befallen. Sie legten sich nieber, um ein wenig zu rasten. Allein ihr Schlaf ging unmerklich in bie große Erbenruhe ein, bie nur einmal im Jahre ein- unb ausatmet, im Frühjahr unb Herbst. Die Köpfe ber Urweltskühe sanken in ben Boben, ihre weitauslabenben Hörner vermorschten, unb nur ihre unförmigen Leiber ragen noch als Hügel aus dem ebenen Lande. Ihr Fleisch ist Erbe geworben, ihre Gerippe oerfteinten ..." Hier wird ber Mensch gleich- , sam Zeuge einer mystischen Verwanblung. Aehnlich vergleicht Stehr im „Begrabenen Gott" einmal ben Nebel mit Tieren, bie sich an ben steilen Hängen stoßen, versuchen über bie Gebirge zu kommen unb ihre plumpen Leiber zurück ins Tal rollen. Das Bilb ber Riesen, bie bie Landschaft schufen (übrigens eine typisch arisch-germanische Anschauung), finben wir auch bei K. B. v o n M e ch o w. Im „Vorsommer", jenem Buche, in bem menschliche Schicksale ganz eng unb in fast romantischer Beziehung mit ber Lanbschaft verknüpft werben, seufzt Ursula, bie Heibin, angesichts ber norbbeutschen Tiefebene einmal: „Was ist bas auf ber Höhe? Das muß ein Riese sein ... Es waren aber nicht Riesen sichtbar geworben", so fährt ber Dichter fort, „wenn auch bie Landschaft ringsum weit sich nun ausbreitete, weiter unb immer größer würbe, je höher sie auf ber anfteigenben Straße kamen ... unb wenn man Denn wollte, war es boch eines Riesen Reich. ranb ein. Salve um Salve liegt dort, aber es fielt beileibe nicht so aus, als ob sich in ber Gegend auih nur ein deutscher Soldat oder gar irgendeine Stellung befände. „Fliegerdeckuna!" hallt ein Ruf! Natürlich, biG- feindlichen Aufklärer sind auch schon ta 1 Unsere Flak setzt ihnen kräftig zu. Rechts uni FW1 links, über unb unter ihnen zerspringen mit schar- fern Knall die Granaten, und das Rattern einiger Maschinengewehre beweist ebenfalls, daß schon Die Jynt Der Kopf des Postens vor Gewehr erscheint bem Loch: „Eine Kuh vor bem Drahtver hau!" Schnell hinaus! Wahrhaftig, da trollt [k über die Wiese am Wald entlang. Der Frau, zvse hat sie vorgetrieben; von ungefähr kommt das Tier nicht hierher, wo sich sonst kein Vieh mehr befindet. Der Franzmann will sich« feststellen, ob oi-e Wiese vermint ist, eine Frage, bie ihn natürlich sehr bewegen muß, auch wenn er nur beabsichtigen sollte, einen kleinen Spähtrupp vorzutreiben. Da heißt es also, heute ganz besai,,»-'^ ders gut aufgepaßt. Es sind Beispiele bekannt, m der Franzmann ganze Herden von Kühen durch Wälder unb über verminte Wiesen getr«, $P5rr ben hat. Unsere Kuh tut nun aüerbings bem Franz, - - mann nicht den Gefallen, sie trottet seitwärts in eine Senke und bleibt verschwunden. licken Ulk-Lieder imponieren hier nicht mehr, |ie r «eben unseren Männern auch nicht das, was if)nen )$■ so ein rechtes deutsches Soldatenlied bedeuten mto] M Sie werden hier in der vordersten, fämpfenien ? Front wohl kaum andere Lieder hören!" ; Wahrlich, er hat Recht! Wenn ich es nicht ou, ' alter Fronterfahrung selbst gewußt hätte, die MI satzung" des Bunkers Null Null hätte es mir be, ■ wiesen. ; 1 ,j!r * einrückten, tr in Danzig fai mhzeitig völkische «ch Begründung Pirtei stieß. Bere! .viellvertrttender iciwillig meldete er sich dann zur irbe bald darauf zu den Seeflugs ügge und Ostende beordert. Seine T iedecholt Anerkennung. Seine Name oisionsbefehlen des Murinekorps o wähnt. 1917 wurde er zum Offiz ccbdem er bereits vorher das E. Vei einem Znfanterie-GeWßzug im Westen obenen Graben Weltkrieg ig ausgemefsen Große Wir sehen uns schönsten 1 fjr weiteres Stillschweigen wäre das klarste Ein- mersein ihre »öbL, Hau-." und «Küch-nsAte Run^nkappa- Ministern, dem blwutzt war. Schon in 6« Bvrkri«g-z-it satt er nannt worden. Wiedereröffnung der INadrider Universität. Keine Deutschen auf der „Aihenia" o^r. Sie behauptete nämlich im Auftrage Chur- * Ms, es habe entgegen unseren Feststellungen kein Wkiseverbot für Deutsche auf der „Athe- r m"'Fahrt Vorgelegen, und führt zur Bekräftigung i.e Namen von vier Passagieren an, tzii bei der Katastrophe ertrunken sind. Diese Namen der NSDAP, in Danzig zur im November 1930 wurde er Gauleiter von Danzig. Als bie im gleichen Jahr in den Dolks- war Greiser ihr Fraktionsführer. als die NSDAP, die Regierung wurde Greiser zum Stellverdes Senats und zum Jnnen- am 28. November 1934 zumPra - e s Senats. Am Montag wurde die Universität Madrid wieder eröffnet, die seit Kriegsbeginn im Jahre 1936 geschlossen war. Der festliche Akt erhielt sein besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des Studentenbundes der Falange. Der Erziehungsminister wies darauf hin, daß das Spanien Francos an die große geistige Ueberlieferung der Vergangenheit anknüpfe. Die einstige liberale Universität werde jetzt abgelost von einer Hochschule, die einzig dem Staatswohl dient, und die hervorgegangen ist aus den Blutopsern zehntausender spanischer Studenten. 150 Jahre Gerhard StaUing, Oldenburg. Am 23. Oktober feiert die Verlagsbuchhandlung Greifer Zauleiier -es Warthe-Gaues. Berlin, 23.Okt. (DNB.) Der Führer hat m bisherigen Senatspräsidenten von Danzig, Ilthur Greifer, zum Gauleiter des Warthe- bes ernannt. Greiser wurde 1897 in Schroda hfen) geboren. Bei Ausbruch des Krieges mel-- xe er sich als Freiwilliger zur Marine. Er kämpfte i den Matrosenregimentern des Marinekorps Indern und wurde hier Obermatrose und Maat. durch die Herausgabe der „Deutschen Wehr" und der „Deutschen Rangliste" sowie durch zahlreiche andere Werke der militärischen Fachliteratur als einer der führenden militärischen Verlage. Im '■* ' brachte er durch die Sammlung „Der .trieg in Einzeldarstellungen" eines der schönsten literarischen Denkmäler für die deutschen fämtlid) in Oiefeen. Monatsbezugspreis 2 U ..... emfchliehlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illw eine W 1- auch J in SpähtZ ! ,s°nz n bekannt, „ Biefen s dem Frr. seitwärts \ ffen. lung brösJJ Merit I Geschosse jf end und p ' die mi hen. im jenseitig litten et aus, und e Die ein M einer M ipor, und d: ht sich an k Nauchvl!!!!! vor wechi n ihrer täl t das @röiK| dort oben J des WL einem aber es [in Gebend cJl .endeine Natürlich, ii] uch schon W Rechts ji| jen mit fiel ottern einiifl daß schon« aß den &'■ en wird. ir heil inM iann Leitz. Die Iuden-Vermögensa-gabe auf 25 v. H. erhöht. gilt Erreichung der den Juden auferlegten Milliarde. mehr. Aur M i t Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1LL7 MiL Pioniere " trutteure jam. W t» Wsation vL ei Leck hen 5 W )ie auf Und i s- sen Wx Sachtes die eck 5 ton W* deck wiri- int«,*? mpertS ilb, alb, nblut... M all,' 8 laute, : °n vor i 1 Feld,,^ ft wenn Im 20. in tretenden Senator sidente n wird sie dem Verkäufer nahelegen, die Ratenzahlung entweder zu stunden oder die Raten herabzusetzen. Wie der „Deutsche Handel mit- teilt, haben die großen Unternehmen des Kundenkredits deshalb den Einzelhändlern nahegelegt, die Raten zu halbieren und damit die Abzahlungsdauer zu verdoppeln. Ehrenfriedhöfe für unsere Gefallenen. können. , .. Bon der Werkstatt auf die Buhne. Der 22 Jahre alte Werner O st h o l t, der bis jetzt als Schlosser auf der Grube Eschweller-Reseroe tätig war, hat sich neben seiner beruflichen Arbeit einer mehrjährigen G e s a n g s a u s b 11 bi u n g unterzogen. Nachdem er am Opernhaus Köln mit großem Erfolg die Solistenprüfung für Oper ab- legte, wurde er nunmehr als Tenor an das Stadttheater Trier verpflichtet. , Kßrtfl ä4 41 sl i«sij (ti<’’jl Ml es*;! Hauptfchriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: vr. Fr. W. Lange; für Sta^ Gießen, Pro- Dins, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. An- zeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Der. von der Familie Stalling ae- " ' Mefcri M ^hr7 Ein"zttvVrkaus-pr-i- 1° Pf. uu ... Tradition dieses Unter, menen i ' it ber Illustrierten 5 Pf. jeher Zeit sich der großen und und Samstags ach Marburg berufen und auch zum Direktor !>es Instituts für mittelalterliche Geschichte, geschichtliche Wissenschaften und geschichtliche Landeskunde er- Berlin, 23.Okt. (DNB.) Der Reichsmini, iter ber Finanzen teilt mit: Den Juden war lii Zahlung einer Kontribution von e in er Milliarde Reichsmark auferlegt worden. Dem «sprechend ist von den Juden beutfchttStaats «»gehörigkeit und von den tm Deustchen Reich lebenden staatenlosen Juden eine 3 u 6 e n -JB er mögensabgabe erhoben worden. Diese Abriebe ist zunächst auf 20 v. S). des Vermögen I ,-setzt worden. Eine Beschränkung oder eine Er toiterung der Zahlung-Pflicht war für den Fa e-rgesehen, daß das Aufkommen ”°n einer Milliarde überfchriiten oder nicht Im sollte. Die bisherigen Zahlungseingänge lasse erkennen, daß der Betrag von °'"er Milliarde siichsmark nicht erreicht werben wirb^ Zur tzeroollständigung des Aufkommens ist *> krhebuno eines weiteren Teilbetra- Je s erforderlich. Durch ^e Verordnung des Mchsministers der Finanzen ist die 21 8 26 o.fi. auf 25 v. H. des Vermögens ersitzt worden. Der Unterschiedsbetrag von S v » l.s Vermögens ist am 15. November lgSU iillig und an diesem Tage VVN allen abgabe^ I p'lichtigen Juden zu entrichten. All«- br Vorschriften Subenvermögensabgabe ergangenen . ' gür Üiben auch auf biese Zahlung besonderer Annahme von Wertpapieren wird em.besondrer Kurszettel aufgestellt werden. Der »ablen betrag ist ohne besondere Aufforderung zu zahlen. Kleine liaten ,ür Abzahlungskäufe. -DNB. ....... Oktober. (PK.) „Sie kommen gerade recht.Wir wollen heute dem Franzmann, der drüben schon seit drei Tagen vor unserer Nase schanzt, ein paar Brocken hinüberschicken." Mit diesen Worten begrüßt uns der Führer einer Jn- fanterie-Geschütz-Kompanie im Vorfeld, weit vor der unüberwindlichen Bunkerlinie. Der Regimentskommandeur hat den Feuerüberfall auf 16 Uhr befohlen. Es ist 10 Uhr. Wir haben also noch reichlich Zeit, Feuerstellung und B-Stelle des eingesetzten Jnfanterie-Geschütz-Zuges anfzusuchen, die noch fünf bis sechs Kilometer vor dem Schleier der Gefechtsvorposten liegen. Hinter einer bewaldeten Höhe inmitten eines Obstbaumfeldes finden wir die Feuer ft ellung. Die Geschütze sind so gut getarnt, daß wir sie kaum ge unden hätten, wenn wir nicht vom Kompaniechef geführt worden wären. Die Schlünde der Geschützrohre sind nach Westen gerichtet, bereit, jeden Augenblick ihre verderbenbringenden Grüße über den Bergrücken hinüber zu jagen. Aber vorläufig heißt die Parole noch: warten! Der Kompaniechef überzeugt sich persönlich noch einmal davon, daß ausreichende Schwenkmöglichkeiten und eine freie Schußbahn gegeben sind. Dann pilgern wir weiter über aufgeweichte Feldwege und Kartoffeläcker hinauf zu dem großen Waldstück, das den Bergrücken bedeckt. Französische Spähtrupps haben sich in dieser Gegend verschiedentlich herumgetrieben und sind von unseren vorgeschobenen Posten verscheucht worden. Große Dorchcht ist daher am Platze. Die geladene Pistole am Koppel und das Gewehr unterm Arm schleichen wir durch den Wall, genau so, wie wir es hundertmal beim Geländedienst in der Garnison gelernt haben. Am vorderen Rand des Waldes arbeiten wir uns nach altbewährter Methode kriechend und roppend vor. Wir stoßen zunächst auf eine 6 - S t e l l e der Artillerie. Ein blutjunger Leutnant leitet hier mit größter Kaltblütigkeit das Feuer der weit zurückliegenden Batterie. Wir spüren förmlich die Granaten über uns, wenn das helle raketenartige „Tfchi-i-i" die beklemmende Stille unmittelbar nach dem Abschuß durchschneidet. Nun können wir, in einer Mulde unmittelbar hinter den Bäumen liegend, durch das Prismenglas drüben die E i n - chläge beobachten. Wir sehen die Franzmänner einzeln und in kleineren Gruppen zurückweichen und sind der festen Ueberzeugung, daß unsere Gra- naten in chren Stellungen allerlei Unheil anrichten. Die unangenehmen, stählernen Grüße fallen ihnen anscheinend sehr auf die Nerven, denn nun ant- Worten sie plötzlich mit wütendem Maschinengewehr- euer. Blitzschnell kleben wir am Boden und bohren unsere Stahlhelme in die lehmige Walderde. Die Garben schlagen vor und neben uns ein. Gluck« licherweise läuft in dem Wald neben uns kein ein- ziger deutscher Soldat mehr herum. Mögen sie also drüben ruhig ihre Munition nutzlos verschießen. Wir schleichen uns weiter zu der V-Stelle unseres Jnfanterie-Geschütz-Zuges, Der Zugführer kennt hier ebenso wie sein Kompaniechef xeden einzelnen Punkt in der vorgelagerten Talmulde, sowie den Men. Wirkliche Entlastungsbeweise freilich verachte Churchill auch jetzt nicht vorzubringen. Mhrend die „Daily Mail" verlauten ließ, daß die giebbels-Red« zu stark propagandistisch und zu pstnbastisch gewesen sei, um einer Antwort zu be- jilsen, und sich damit um eine Diskussion auch Mterhin drückt, machte die Preß-Association we- i Mens den kümmerlichen Versuch einer Gegenden: Henry Braunschweiger, Hildegard Ehrlich, Lite Künstlicher, Edith Lustig. Wer lacht da? Daß Clurchill so dummdreist sein würde, uns typisch- jidische Emigranten als deutsche Volks- Stoffen aufschwatzen zu wollen, hätten wir selbst ht mehr für möglich gehalten. H. Ev. «•»hir troll 'ch fonit [I n will fJ Die Wehrmacht sieht in der Fürsorge für , gefallenen Kameraden eine ihrer vornehmsten Aus- . gaben. Infolge des schnellen Vormarsches der Trup- , pen fehlt es aber oft an genauen Beschreibungen ober Skizzen der Grablage, außerdem wiederholen . sich die Ortsnamen. Wollte man jetzt schon Emreisen Aum Besuch der Gräber oder zur Ueberfuhrung ge- statten wären Irrfahrten unb Enttäuschungen unausbleiblich. Das Oberkommanbo ber Wehrmacht hat bie Abteilung „Allgemeine W-hrm°chtangeleg-n- heiten" mit ber &irforge Gräberoffizi - re m bas besetzte Gebiet -nl tonbt bie an Ort unb Stelle bie notroen- biaen Maßnahmen zur Sicherstellung fchan bekannter Grabstätten unb zur Erkundung unbekannter Gräber treffen Alsdann beginnt bie E ■ funbuna geeigneter Platze für g r o y e Ehrenfriedhöfe, auf denen die m der Kamps- awÄ* * m -°n Oäber0n ist nicht beabsichttgt. Diejenigen Angehörigen, die aus zwingenden Grüßen auf de? U e b e r f ü h r u n g bestehen zu müssen glauben, können daran erst denken, wenn -tr- Vorbereitungen der Gräberoffiziere für Um- ettukgen d G-fallen-n erledigt sind Anderfett- muk immer roieber gebeten werden, baß sich d- Anttagsteller nochmals genau überlegen, °b sie rech daran tun ben Toten feiner Kamptgememfchaft zu r&t Tpffri«Ttfe ä ^utschen chewentum/ ausgebaut Sie werben f° er- ri»et daß sie verkehr-technisch gut zu er- n finb Für bie nächsten Angehörigen wer- LJ fRrab au besuchen und mit eigener Hand zu ^riÄ d^-s Heimatortes zu errirfjten, wie bas Snb des Weltkrieges häufig geschehen ist. Kleine politische Rachnchten. 3m 1 ,ä>en ^?C,fnfrSrr ®SupramanZXr über bie : Unterrichtung ^er• P. wurden über deren : Kr^^rungsw tschaft. Sw « unb l "Ö'^nTÄungen unterrichtet. genauen Verlauf der frisch ausgehobenen Gräben und Postenlöcher. Sie sind forgfältif und im Feuerplan schon festgelegt. ? . , noch eine Weile die Einschläge unserer Artillerie Weltkriegssoldaten hervor. Auch nach 1918 setzte er an und gehen dann beruhigt zurück. trotz aller Hemmungen diese Tradition fort. Kriegs- Am Nachmittag wird der gleiche Weg noch ein- ^schichte und militärisches Fachschrifttum bildeten mal angetreten. Doch bevor wir noch an den Wald weiterhin die Grundlage seiner Arbeit. Vor allem herangekommen sind, peitschen rechts oben im Wald erhielten seine Schriftenreihen „Schlachten des vereinzelte Gewehrschüsse auf. Anscheinend ent-1 Weltkrieges" und „Erinnerungsblätter deutscher wickelt sich hier ein kleines Feuergefecht Regimenter" bleibende Bedeutung. Durch seine zwischen zwei Spähtrupps. Und nun Sammlung „Schriften an die Nation" stellte sich feuert unten im Tal auch unser erstes Geschütz. Dem her Verlag frühzeitig auch in ben Dienst des ersten Schuß folgen unmittelbar zwei weitere, ein Kampfes um unser neues Deutschland. Zeichen dafür, daß er genau ins Ziel ging und eine Gasmasken schützen nicht gegen Gargase. Korrettur nicht erforderlich wurde. Für uns wird ~ einer veröffentlichten Nachricht über es nun höchste Zeit. Keuchend rennen wir den I Unglücksfall in einem Gärkeller war gesagt Berg hinaus, um möglichst schnell zu unserer mor^en haß hie Leichen der Verunglückten von der ö-Stelle zu kommen. Fast..atemlos kommen wir I G^masten ausgerüsteten Feuerwehr geborgen schließlich an. Unsere Geschütze haben inzwischen ^irbe. Die Gärgase bestehen aus Kohlenrund 20 Schüsse abaegeben Sie lagen alle ohne yb, im täglichen Leben gewöhnlich Kohlen- Ausnahme da, wo sie hinsollten unb Haden den ^ure genannt. GegenKohlendioxydschützt Franzmann mächtig geärgert, benn nun feuert er @ a g m a 5 f e nicht. Wenn bie Feuerwehr mit seiner Artillerie auf unseren Walb. Wl^er I ^rt mit Gasschutzgerät ausgerüstet Rettungsdrücken wir unsere Nasen m den Dreck arbeiten burchgeführt hat, hat sie bestimmt keine unsere Körper fest an den feuchten Walbboden. „Gasmaske" im üblichen Sinne, sonderü ein Lange bange Minuten vergehen, fiat ber Franz- Sauerstoff- ober Frischluftgerät verrann uns erkannt? Gibt er nur Streufeue». ober roenh,zum Direkwr,be- 1 Rvhstvffe ^W'^N-LLUf^-chWetl. nen 5,80 $ . Der Acki 3ie Anklagerede, die Reichsminister Dr. Goeb Lis gegen Den britischen Lügenlord Winston Chural hielt, hat nicht nur in den neutralen Ländern vor allem in den USA. größte Aufmerk- 1 tiihDt/: lein f e i t gefunden, sondern auch die Engländer en!" "Nlpantoht, aus ihrer bisherigen Zurückhaltung es ni|i. Las herauszugehen. Das war zu erwarten, denn itte, bi]1 fir weiteres Stillschweigen wäre das klarste ? es tJi'MflÄÖnis der Blutschuld Winston Churchills 1 Lien. Wirkliche Entlastungsbeweise freilich meldete er sich dann zur Fliegerei und darauf zu den Seeflugstationen Zee- beordert. Seine Tapferkeit fand Name wurde in den lobend befördert, K. I erhalten Bis zum Schluß des Weltkrieges war er an der Westfront. Dann kämpfte er m und im Grenzschutz Ost. Später war । kaufmännisch tätig. Er schloß sich stschen Verbänden an, aus denen er w,«Ä3S rÄM» ESSäSÄtt SÄK., Möbel-, Haus- und HuajengKtu^, -- winÄÄb-f^te"-'^!- b-ustch-'! Familie arbeiteten an ber Trai bie Behörde aber eine solche Aus -er engeren Heimat um Tiafskerren-Gihung in Lich. des Steinbach, den 23. Oktober 1939. 6503D im 46. Lebensjahre. Frau Elsa Ludwig, geb. Mönnfg, und Kinder Alexander Ludwig, Vermessungsrat i. R. Heinrich Ludwig, Leutnant d. R 9 97jmmPP [Stellenangebote] j| Verkäufe U UulUiUlUl KUH, seaguiM Gebrauchter fnfnv* AhtHrAt in Urschrift Friedrich Mönnig, Rektor i. R sirsm Ui Urschrift sofort gesucht. Ingelheim a.Rh., Gießen, Berlin und Lollar, den 23. 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(u. a. acldum phenylallylbarbltal 0,1) Im Namen aller Angehörigen; Frau Anna Reuschling Wwe. und Kinder. nun in Zusammenhang miteinander mußte es als ausgemachte Sache er- ein 26j äh Ni ger junge r Mann, der um mit geringem Erfolg geworben hatte, ermordet hatte, da er gleichfalls nicht 20-22.45 Uhr 4. Dienstag- Miete Wirt MMohij. m. 2 Betten,evtl, mit Küche oder Kochstelle für sofort mögl.Stadt- mitte gesucht. Schr. Ang. unt. 04768 a.d.G.A. und die Ausgaben 542 062.96 RM. betragen, so daß sich ein Saldo von 31 732,37 RM. ergibt, der sich aus Außenständen und einem kleinen Barbetrag zusammensetzt. Bei der Vermögensabteilung betragen die Einnahmen 94 045,19 RM., die Aus- Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir herzlichen Dank. Ludwig Schmidt 23. und Angehörige. | Empfehlungen] W- üepatohireD billig Ist,,» M. Liebler Kreuzplatz 2. steck aufgefunden. Im Verhör gab er zu« einen großen Stein unterhalb der Niddabrücke ins Wasser geworfen zu haben. Durch den lauten Plumps, den er mit Hilferufen begleitete, wollte er einen Selbstmordversuch vortäuschen. Deshalb versteckte er sich. Er wollte damit das Mädchen seiner bisher erfolglosen Wer- mng gefügig machen. Die Polizei konnte weiter eststellen, daß sich das vermißte Mädchen wohlbehalten in einem Nachbarort aufhielt und dort beim Kartoffelausmachen half. Die Sache wird nun mit einer Anzeige wegen groben Unfugs enden. Landkreis Gießen § Lich, 22. Oktober. Auch in unserer Stadt hat die Ortsgruppe der NSDAP, für Mittwoch und Freitag jeder Woche N S.-B eratungs- t u n d e n eingerichtet, in denen alle Volksgenossen sich Rat und Unterstützung holen können. — Die 6m Kraftwagen auf den Bahnschienen Die Schranke durchbrochen und vom Gülerzug überfahren. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem so plötzlichen Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen und die ehrenden Nachrufe am Grabe danken wir auf diesem Wege herzlichst. gaben 93 148,43 RM. Auch hier setzt sich die Differenz aus einem kleinen Barbetrag, sowie Außenständen zusammen. Die Wasserwerksrechnung zeigt auf der Einnahmeseite 51 984,55 RM., auf der Ausgabenseite 51145,91 RM. Während auf der Einnahmenseite ein größerer Zuschuß der Stadt zu verzeichnen ist, stehen auf der Ausgabenseite größere Beträge für Rücklagen und Tilgungen. Alles in allem, so betonte Bürgermeister Geil, zeigt die sinanzielle Lage der Stadt ein durchaus befriedigendes Bild. Den Waldwirtschaftsplan für 19 4 0 erläuterte Forstrat Zimmer vom hiesigen Forstamt. Vorgesehen ist die Fällung von rund 7000 Festmetern. Wahrscheinlich wird die Fällung größer werden, ohne aber die Fällungen der vergangenen Jahre zu erreichen. Der in diesem Winter besonders große Arbeitermangel wird durch drei von der Stadt angeschaffte Diotorsägen behoben werden. Für Verbesserungen von Waldwegen sind auch wieder größere Mittel vorgesehen. Der bisherige Satz von 500 v. H. der Steuermeßbeträge wird auch für das kommende Jahr bei der Bürgersteuer beibehalten. Schließlich gab Bürgermeister Geil noch bekannt, daß der Verbindungsweg vom Ledermannschen Anwesen in der Garbenteicher Straße zum Anwesen Walz in der Butzbacher Straße den Namen „Am Gründchen" erhalten habe. Mit dem Gruß an den Führer schloß der Bürgermeister dann die Sitzung. Sänger-Ehrung in Lich. A Lich, 23. Oktober. Die Sängervereinigung „C ä c i l i a" konnte am gestrigen Sonntag eine besondere Ehrung vornehmen, waren es doch 6 0 I a h r e, daß ihr ältester aktiver Sänger, Weißbinder - melster Karl Schäfer, der Sängervereinigung als Sänger angehörte. Der Jubilar, her im 79. Lebensjahr steht, erfreut sich noch guter Gefuüdhott. Es vergeht wohl te'rne Singstunde, an der der derzeitig älteste aktive Sänger des Vereins nicht teilnimmt. Bei allen Sängerfahrten, Wertungssingen und Festlichkeiten des letzten Jahres war der Jubilar zu sehen. Zahlreiche Ehrungen wurden dem alten Herrn im Laufe seiner sechzigjährigen Sängertätigkeit zuteA; so' ist Karl Schäfer Ehrenmitglied der „Cäoilia", und mit ganz besonderem Stolz zeigt er seinen Freunden den Ehrenbries des Deutschen Sängerbundes, sowie die gollienen Ehrennadeln des früheren Hessischen Sängerbundes und des Lahntal- i sängerbundes. Möge es dem Jubilar, der in seinem langen Leben alle Licht- und Schattenseiten des Lebens kennen lernte, vergönnt sein, den Beginn = Butzbach, 23. DEL Auf dem Bahnübergang der Main-Weser-Bahn im Zuge der Landstraße Gießen—Butzbach in dem Land- straßen-Abschnitt von Pohl-Göns her, unmittelbar an der Stadtgrenze von Butzbach, ereignete sich am Sonntagabend ein schwerer Verkehrsun- fall, der zum Glück für die beteiligten Personen ohne Schaden an Leib und Leben verlief. Ein Personenauto aus Frankfurt a. M., das mit vier Erwachsenen und einem Kind besetzt war, befand sich auf der Rückfahrt nach Frankfurt und kam aus Richtung Gießen gefahren. Da ein Güter- Zug erwartet wurde, war die Schranke des Bahnübergangs geschlossen. Aus bisher noch ungeklärter Ursache kam der Kraftwagen nicht vor der Schranke zum Halten, sondern fuhr durch die geschlossene Schranke hindurch und blieb dann mitten auf dem Bahngleis st ehe n. Der Schrankenwärter und ein zufällig anwesender Bahnschutzbeamter sprangen rasch hinzu und halsen den Autoinsassen, den Kraftwagen schnellstens zu verlassen, da in jedem Augenblick der von Gießen her erwartete Güterzug die Unfallstelle passieren mußte. Kaum waren die Insassen des Kraftwagens ausgestiegen und hatten sich einige Schritte von dem Wagen entfernt, als auch schon der Güterzug heranbrau sie, den Kraftwagen erfaßte und mehrere hundert Meter weit mitschleifte. Dabei wurde der Wagen völlig zertrümmert. Infolge des Unfalles mußten die beiden Bahnübergänge am Nordausgang unseres Bahnhofes längere Zeit gesperrt werden, da erst die Lokomotive des Güterzuges ausgewechselt werden mußte, die Weiterfahrt des Zuges zu ermöglichen. Gesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mirangew. einzig sichere Meth. unt. Garant für immer mit d.Wurzel entfernt Frau B.Gulden, seit 35 Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen, Am Riegelpfad 32, 9-18l/o Uhr. M6D Vilbel ging am Montag das Gerücht von Mund zu Mund, ein 26jähriger junger Mann sollte ein Mädchen ermordet haben. Am Sonntagabend nach Einbruch der Dunkelheit hatten Passanten in der Nähe der Niddabrücke Hilferufe gehört und zugleich ein Geräusch vernommen, wie wenn ein schwerer Körper ins Wasser stürzte. Am Montag früh wurde ein Mädchen aus Bad Vilbel vermißt. Das Fehlen des Mädchens und die Hilferufe wurden Operette v. K. Millöcker. Preise: RM. 0.90-3.60. Mkige WsgeWli gesucht, eventl. für halbe Tage. Frau Gertrud Will, Gießen, Hitlerwall 43. (Stellengesuche) Charaktervolles, selbständ. fleißig. Mädchen 27 I., von auswärts, das schon längere Zeit in gutem Hause war, sucht zum 15.ll.Dberl.12. Stelle in gutem Hause. Schriftliche Angebote u.6511V an den Gießener Anzeiger. gebracht. So scheinen, daß das Mädchen das Mädchen aufzufinden war. Die Ermittlungen der Polizei- station Bad Vilbel brachten indessen bald Licht in die Angelegenheit. Der junge Mann wurde in einem Ver- Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls die Beitreibung eingeleitet werden muß: 6499C 3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 1939. Beitrag zur Handwerkskammer 1939. ' 2. Rate Hundesteuer 1939. Gießen, den 24. Oktober 1939. Der Oberbürgermeister. (Stadtkasse.) J) Lich, 22. Oktober. Im Sitzungssaale ... Stadthauses fand eine Sitzung der Ratsherren statt, die sich mit Angelegenheiten des städtischen Haushaltes zu beschäftigen hatte. Den Darlegungen des Bürgermeisters Geil über den Haushalt 1 9 3 8 war zu entnehmen, daß die Einnahme in der Abteilung Betrieb 573 795,33 RM. einer neuen, auf Gerechtigkeit aufgebauten Friedenszeit mitzuerleben. Dies ist vor allem der Wunsch aller „Cäcili'aner" ihrem Jubilar gegenüber. Schauspiel von Hebbel. Preise: 6so7D RM. 0.60-3.10. Unfälle auf dem Lande. Der 40jährige Hilfsrangierer Erich I o ft aus Allendorf (Lahn) verunglückte im Rangierdienst und zog sich erhebliche Brust- und Rippenquetschungen zu. — Der 30jährige Steinbrucharbeiter Otto P e p l e r, aus Ober-Widders- heim, der im Rangierdienst verwandt wurde, verunglückte und erlitt einen Bruch des linken Armes. — Die Ehefrau Johanna des Formers Frey aus Wißmar zog sich eine Schnittoerletzung mit der Sichel zu. Nach einigen Tagen trat Blutvergiftung ein. Sämtliche Verunglückte mußten in die Gießener Chirurgische Klinik ausgenommen werden. Em „Mord"/ der grober llnfug war Lpd. Bad Vilbel, 23. Oktober. In Bad Die Deutsche Arbeitsfront Berufs= erziehungswerk Übungrstätte Sieben Esbeginnen folgende neueLehrgemeinschaften: A) Kaufmännische Berufe: Kurzschrift (alle Geschwindigkeiten) Maschineschreiben (Anfänger u.Fortgeschr.) Buchführung (Anfänger u. Fortgeschrittene) Gutes Deutsch Englisch I (Anfänger) Russisch I (Anfänger) B) Eisen und Metall: Elementare Mathematik Fachzeichnen — Fachrechnen I Dauer ieder Lehrgemeinschaft: 20 Dovv.-Std Anmeldung und Beratung bis spätestens 28. Oki. 1939 bei der Kreiswaltung der DAF., Abt. f. Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 11. 6502d irmdern nur Zeugnisabschriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- ’tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift bä Bewerbers tränen! Junges Mädchen als SprechslDDdeD- hille von Arzt gesucht. Vorläufig nur für halbe Tage. Schriftliche Angebote u. 6506D a.den Gieß.Anz. - Gemeindegruppe Lich des Reichs! uftschut ' b u n d e s hatte wieder einmal ihre Amtsträger \ ■■ einer Schulung zusammen gerufen, die im afe Rathaus statt fand. Nach Beratung verschieden! aktuellen Themen schloß sich, wie üblich, eine allg meine Aussprache an, bei der verschiedene Zweifel! fragen geklärt werden konnten. Die Schulung faj unter der Leitung von Kreisgruppenführer Clo, (Gießen) statt. EU Lich, 23. Oft Im hiesigen Bahnhof er, eignete sich heute mittag ein Unfall. Der am Stellwerk mit Anstreicharbeiten beschäftigte Weitz, binber Hermann Stein aus Hungen befand sich auf einer Leiter, um einige Meter hoch die ihm zugewiesene Arbeit an der Außenwand des Hauses zu verrichten. Allem Anschein nach muß die Leiter sehr dicht an den Schienen gestanden haben, deni ein rangierender Güterzug streifte dir Leiter. Der Mann stürzte dadurch zu Boden uch blieb bewußtlos liegen. Der sofort herbeigerufenz Arzt ordnete feine Ueberführung (durch die Berei!- schaft des Deutschen Roten Kreuzes in Gießen) fr die Chirurgische Klinik nach Gießen an. Der bc, dauernswerte Mann erlitt bei dem Unfall eine Gehirnerschütterung, sowie einen Schul» t e r b ru ch. * Reiskirchen, 23. Okt. Auf der Landstraß? Reiskirchen—Gießen fuhr heute ein Lastzug einen anderen Lastzug an, wobei es an den Fahrzeugen allerlei Sachschaden gab. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Der Unfall ist auf unvor sichtiges Fahren des einen Lastzugführers zurückzu- führen. RunOfunfprogramm Mittwoch, 25. Oktober: 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. Anschließend: Programmansage. 6.30: Früh, konzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05 Gymnastik Anschließend Programmansage. 8.20: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.35: Musik am Vormittag. 10: Frohe Weisen. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11: Bunte Melodien. Die Unterhaltungskapelle des Reichssenders Hamburg 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Großes Orchester und Chor. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Zauber her Melodie. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18 Uhr: Konzert. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.15: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschland send er. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Briefkasten der Redaktion. O. V. in lUeder-Gemünden. Die Wäsche muß noch» mals ausgekocht und gut nachgespült werden. Hochzuchl-Saatgetreide Deutscher Ringroggen Weizen Carstens Dickkopf Nr. 5 empfiehlt 6510A WWdviMMq Bahnhofstraße Telefon 3403 Hie, Hie abgeschl. Vorpl. usw. sofort oder später zu verm. Näheres 04?58 Ludwigstr. 57 v. Ein besseres, grobes,sonniges, mit allen Be- auemlichkeit.ein- gerichtetes Zimmer an 1 ob. 2 Personen, evtl, mit Küchenbenutzg., abzugeben 04761 I Minikstr.22Ilr. | Mietgesuche"j l-2-3imnier- WoDnnng sucht zum 1. 12. junges Ehepaar. Angebote unter 04769 a.d.G.A. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. 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Oktober 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) schieR Dieder. Dichterworte nehmen sie in den Schlaf als Träume hinein, die ihnen Friedensstunden mitten im Kriege Vögel im Kriege. Von Franz Schauwecker. zuverlässige ier läßt ruhig mschlolen >d pünktMi twache« arktstr.22 Keine Konservendosen in den Müll Alle alten Dosen jetzt sammeln. — Für neue Deckel wird gesorgt. „ 3™ liefen Tagen sammeln in den Dörfern un" Städten des Gaues Hessen-Nassau die Block- und Zellenleiter der Partei in allen Familien Bücher L L Wehrmacht, die zu Büchereien zusammen- gefaßt den Truppenteilen des Heerse, der Luftwaffe und der Kriegsmarine und vor allem den Lazaretten zugeteilt werden. Der schwere Dienst unserer Soldaten fordert in den Ruhestunden Entspannung. Für die Zeit der Erholung und Kräftesammlung den Männern im feldgrauen Rock unterhaltenden und erbauenden Lesestoff zur Verfügung zu stellen, ist unsere Aufgabe. Wir wissen, daß dem Kämpfer das gute deutsche Buch ein unentbehrlicher Freund sein kann. Jeder Volksgenosse des Rhein-Main- Gebietes trägt deshalb durch eine Buchspende dazu bei, reichhaltige Büchereien den Soldaten zur Ver- lUgrrng zu stellen. Hochzeitmachen ist wunderschön. Daß es auch im Lande Oberdonau der Fall ist, beweist die Wiener Schriftstellerin Ann Tizla Leitich durch einen hübsch bebilderten Aufsatz den Lesern des Oktoberheftes von Velhagen & Klafings Monatsheften. Sie schreib: Die Braut trägt das alte deutsche sinnige Rosmarinkränzel statt der lieblichen, doch fremden Myrthenblüte. Die Frauen prangen in jenen kostbaren alten Goldhauben, deren Umrahmung einen Schimmer von Reiz und Jugend auf das älteste Antlitz zaubern. Die Brokate der weiten Festgewänder rauschen, die perlenbesetzten Schließen der silbernen Halsbänder blitzen. Breite Uhrketten spannen sich über Bauernbäuche, und sonngebräunte Männergesichter blicken unter schönen altmodischen Zylindern oder großen schwarzen Hüten mit wippenden Krempen. Geschäft» rucksacheß tdleVerbloM j Ihren W i.Man stellt id jschaffs"1'11 Waren w lan BriefW* imichM1* , Rechnet* äftekarWW* .5 beurteilt!* le deshalb^ »pflegte D^' inl Wlry men -scheOnfl Daß die alten Konservendosen über die Müll- verwertung bisher erfaßt wurden, ist jedermann bekannt. Sie wurden der Schmelze zugeführt und auf diese Weise das wertvolle Zinn zurückgewonnen. Wir müssen jetzt im Kriege auf diesen für die einzelnen / Haushalte sehr einfachen Weg, die Konservendose einfach in den Mülleimer zu werfen, verzichten und allgemein darum bitten, daß die alten Dosen nicht mehr in den Mülleimer wandern, sondern sauber gereinigt und solange aufgehoben werden, bis sie aus den Haushalten zufam- mengefanimelt werden. Wir kennen alle Einwände hiergegen, Platzmangel und die Tatsache, daß die klappernden Ungeheuer immer der Hausfrau vor den Füßen herumstehen usw. usw. Wenn die Hausfrauen aber Wert darauf legen, auch im nächsten Jahre wieder Konserven zur Verfügung zu haben, dann müssen sie mithelfen, daß die Konservenfabriken die nötigen Einmachbehälter haben. Rach Lage der Zinnvorräte wird für die kommende Saison nur für die notwendigen Deckel gesorgt werden können, so daß die Verwendung der alten Dosen unbedingt erforderlich ist. Die Familien, die schon selbst in Konservendosen eingemacht haben, wissen ja, daß dies eine selbstverständliche Sache ist. Es wird einfach der Aufbruchrand weggeschnitten, etwa 1—IV2 mm, wobei die Dose sofort neu gebördelt wird, so daß sie zusammen mit einem neuen Deckel wieder verwendungsfähig ist wie eine neue Dose. Für die bäuerlichen Haushalte wird nach Mitteilung des Reichsnährstandes aus dem vorhandenen Bestand von Konservendosendeckeln ein erheblicher Teil zur Verfügung gestellt werden für die bald beginnende Schlachteperiode, damit die Bauern und Landwirte in der Lage sind, die Vorräte eindosen zu können, was sich bisher immer noch als die beste Konservierungsmethode erwiesen hat. Für die städtischen Haushalte wird das Einmachglas im nächsten Sommer und Herbst wieder zu größerer Bedeutung gelangen. Rohstoff für Glas ist in jedem Umfange in Deutschland vorhanden, und die Glasfabriken werden bis zur nächsten Saison wieder mit Gläsern in genügender Anzahl am Markte sein. Die Haussrau muß sich also mit ihren Einmachmethoden den vorhandenen Einmachgefäßen anpassen. Auch viele Kleingartenbesitzer, für die das Einmachen in Konservendosen schon zu einer ständigen — und sehr lobenswerten — Gewohnheit geworden ist, werden sich kaum darauf verlassen können, im nächsten Jahr über das notwendige Dosenmaterial zu verfügen. 1 es Ihnen gern über den Tisch reichen." „Rein! Ich möchte es in mein Kontor geschickt ' haben." Bullox nannte seine Adresse in der Kon- Zession. Es war ungefähr vier Kilometer bis dahin. „Es wird dem unermüdlichen Schüler Ihrer Lehre ein Vergnügen sein, es zu besorgen." „Wa—a—s? Sie wollen doch wegen der Handvoll Reis nicht einer Ihrer verehrten Herren Kommis den gottverdammten Weg machen lassen?" „Rein", entgegnete Li Tschang lächelnd. ,Zch alter Narr bringe es selber." Bullox spürte in seinem bis dahin fpleenHen Gedankenablauf — er hatte sich mit dem „ChinL ja einen Spaß machen wollen — einen kleinen Knacks. „Wie ist das möglich?" rief er. Die Spaßmacher- Maske glitt von seinen Zügen, die plötzlich ernst und wißbegierig dreinschauten. „Ich bin", sagte der Chinese — und kein Muskel seines wie in Knetmasse gearbeiteten, feststehenden Kleider-Sammlung in Gießen. Die kreisnmtsleiiung IBefterau der 3t$D. feilt mit: 3n der Zeil vom 25. bis 31.10. 1939 findet in der Stabt Gießen die diesjährige Kleidersammlung für das Kriegswinterhilfswerk statt. An die Volksgenossen ergeht die Bitte, schon jetzt ihre Bestände nachzuprüfen und die entbehrlichen Kleidungsstücke zur Abgabe für die Sammler des Dhw. bereitzulegen. Es ist eingehende Vorsorge getroffen, daß big reparaturbedürftigen Kleidungsstücke in den Nähstuben der NS.-Frauenschaft zur Ausbesserung gelangen und dann Ausgabe an die hilfsbedürftigen erfolgen kann. hierbei darf nicht vergessen werden, daß gerade in diesem DHW. der Ausgabe der Kleidungsstücke an die hilfsbedürftigen durch die Einführung der Bezugscheinpflicht eine erhöhte und gesteigerte Bedeutung zukommt. Auch diese Sammlung soll und muß im Zeichen der Volksverbundenheit stehen. Darum bringe hier jeder ein Opfer und unterstütze nach besten Kräften auch diese Sammlung! Für die Volksgenossen muß es eine Selbstverständlichkeit sein, daß die besten Bücher zur Spende gerade gut genug find. Die Sammlung darf nicht etwa dazu dienen, den Bücherschrank von überflüssigem Zeug zu befreien. Wenn das Abschiednehmen von liebgewordenen Büchern auch oft schmerzlich erscheinen mag, für unsere Soldaten ist nichts zu wertvoll. Sie setzen für uns das Höchste, ihr Leben, ein. Jeder beweise auch bei dieser Sammlung feinen Willen, der Front am Feind zu helfen, wo immer ein Ruf zu dieser Hilfe ergeht. Warte auch niemand mit der Auswahl der Bücher, bis der Blockleiter vorspricht, sondern suche jeder umgehend geeignete Bücher aus, damit sie der Sammler sofort in Empfang nehmen kann. Mit jedem Buch vermitteln die Volksgenossen unseres Gaues einem Frontsoldaten ein stärkendes Erlebnis als Kraftquell für feinen Einsatz. Gesichts verzog sich — „ein ganz klein wenig wohlhabend geworden, indem ich mich selbst um alles bemühte. Dabei bleibe ich. Denn ich will nicht wieder ganz arm werden." Bullox schwieg und schien angestrengt nachzudenken. „Hören Sie, Herr Li Tschang", sagte er schließlich, „Gott scheint Ihnen einen gesegneten Verstand verliehen zu haben. Schicken Sie mir mit dem Reis noch 1000 Sack Sojabohnen und 50 Tons Bohnenkuchen, die ich gerade für Singapore brauche. Haben Sie?" „56,3 Jen per Ton. Erstklassige Loko-Bohnen« tuchen zum niedrigsten Tagespreis." „Ganz recht, Herr Li Tschang, zum — Preis des Tages. Ich schätze, Sie haben mir da soeben die beste kaufmännische Lehre gegeben, die ich je empfangen habe. Der Chinese verbeugte sich tief und notierte gleichmütig den Auftrag. „Ich hoffe meinen glorreichen Freund Bullox bald wieder in meinem armseligen Lädchen begrüßen zu können", äußerte er beim Abschied — und selbst der menschenkundig- fte Beobachter hätte nicht sagen können, ob in seinem heiteren Angesicht ein Schimmer abgründiger Ironie mitglänzte oder nicht. Kaufmännischer Llrtterrichi Von Heinrich Riedel Zeitschriften. — W i r bauen einen Luftschutzraum. So heißt ein neuer bilderreicher Lehr-Artikel in der neuesten „S i r e n e", der eingehend schildert, was man alles bei der Herrichtung von Luftschutzräumen beachten muß. Die wichtigen Einzelheiten wie z. B. Zugang, Gasschleuse, Notauslaß, Splitterschutzvorrichtung, Kampfstoff- und Einsturzsicherung, Inneneinrichtung und vieles andere werden erklärt. „Mit einem .Hellseher' auf Derdunkelungskontrolle" heißt ein weiterer Bericht, der mancherlei Verdunks- lungsjünder aufs Korn nimmt rb"9e«,.; die K Qieff m. Den- Unfall en 9-22.30^ WO: 9* öpntnoftit Kleine 'M l’f am $([l -challplM ilodien. Jii ' Hornby and. 12,iö Chor. 12,y 14.15: Wt 17 & N* 5: Veritze am DeM Nachricht Ott e mutz noch, irden. elefon^ ä* aus UHDöT: rs zurüh, im Tageskalenber für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Agnes Bernauer". — Gloria-Palast (Seltersweg): Zentrale Rio". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Renate im Quartett". Sladttheater Gießen. Heute abend wird das Schauspiel „Agnes Bernauer", von Friedrich Hebbel, zum zweiten Male geben. Wie das Lied, wie der Gemeinschaftsgesang die Herzen der Kameraden näher zusammenführt, so wird auch — als bewährter Freund des geistigen deutschen Menschen — das Feldbüchlein neue Bande unter den Waffengefährten knüpfen, wird ihnen manche frohe Stunde, manche Stunde ernster Einkehr oder lebendiger Diskussion bescheren. Wie ein frischer Trunk, ein guter Bissen den Leib frisch hält, wird, will und kann das Geistesbrot unserer Dichter und Denker den ganzen Menschen frisch und unverzagt erhalten, wird also mithelfen, durchzuhalten Die Partei sammelt Vücher für unsere Soldaten Jede Buchspende ein Kraftquell für die Feldgrauen. wiederholt. Spielleitung Dr. Hannes Razum. Jnge- borg Riehl und Hans Caninenberg spielen die jugendlichen Hauptrollen. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 4. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Mittwoch, 25. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Gasparone", Operette von Millöcker. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Spielleitung: Harry Grüneke. Mittwoch-Miete, 4. Vorstellung. Donnerstag, 20. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 21.30 Uhr: Erstes Orchesterkonzert in Verbindung mit dem Gießener Konzertverein. (1. Platzmietekonzert.) W. A. Mozart: Jupiter-Symphonie, L. van Beethoven: Klavierkonzert in Es-dur. Freitag, 27. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr: Erstaufführung „Für die Katz", Komödie von August Hinrichs. — Spielleitung: Karl Volck. Freitag-Miete, 5. Vorstellung. Samstag, 28. Oktober, „Zigeunerbaron", geschlossene Vorstellung für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Kein freier Kartenverkauf. Sonntag, 29. Oktober, Anfang 14.45 Uhr: „Die roggen kkopf>f-a «510* Aus der Stadt Gießen. Sas Büchlein. Der deutsche Mensch braucht neben seiner leib- l'he" E5"ahrung „geistiges Brot", verlangt nach gedanklicher Anregung und sucht seelische Vertiefung bei allem feinen Tun. Diese Verinnerlichung ist es gewiß, die dem deutschen Schaffen und Kämpfen jenen Schwung gibt, der auch die größten Widerstände überwindet, jener ideale, aber doch real- wirkende Auftrieb, von dem Fichte in seinen Reden an die deutsche Nation" vor der Volkserhebung 1813 sagte, daß es „die Kraft des Gemütes fei die Siege erfechte". Der Krieg von 1914/18 hat dem großen Seelen- entzunder recht gegeben; der jetzige Abwehrkampf Deutschlands wird es wiederum tun. Vor 25 Jahren soll es die Engländer und ihre Verbündeten immer wieder von neuem in Erstaunen versetzt haben bei gefallenen oder verwundeten deutschen Soldaten in Tasche ober Tornister Bücher gefunden zu haben- Goethes „Faust", Nietzsches „Zarathustra", Arndts „Katechismus für den deutschen Wehrmann", ja griechische Textausgaben der „Ilias" und „Odysi fee"" trugen deutsche Jünglinge ins Feld, um sich in nächtlicher Wachtstube oder am seltenen Ruhetage geistig über die Schwere des Fronttaglebens, über manch geschautes Grauen des Kriegstreibens zu erheben. „Sursum corda! Die Herzen hoch!" war die innere Parole der Helden von Lange- marck und Ypern, und es ist wohl gewiß, daß heute zahlreiche Söhne jener Helden, die vor 25 Jahren bluteten, es machten wie ihre Väter, daß sie sich nämlich einen stummen Freund und beredten Lehrer in Gestalt eines oder des anderen Büchleins mit ins Feld hinaus nahmen. Dieses urdeutsche Bedürfnis nach dem geistigen Brot der Nation weist nun den Angehörigen und Freunden daheim einen Weg bei der Gestaltung von Liebesgabensendungen. In Betracht kommt ja letzten Endes immer nur das „Büchlein", das Buch im Taschenformat; aber unsere deutschen Verlags- anftalten haben es sich seit Jahrhunderten an'ge- keqen sein lassen, gerade diese Kleinvolumina zu pflegen; und seit Jahrzehnten gibt es zahlreiche Ausgaben deutscher Dichter und Denker, die das Allerbeste unseres Schrifttums zu einem billigen Preise im Kleinformat vereinigen. Es ist somit für jedes verständnisvolles Elternpaar, für Gattin, Braut oder Freund möglich, das herauszusuchen, was dem Feldgrauen dort draußen Freude, Erhebung zu bieten vermag. Dennoch mag ein Rat erteilt werden, der auf dem ersten Blick verwunderlich, beim zweiten Nachdenken aber verständlich ! erscheinen dürfte. Schickt nicht nur Bücher ins Feld, die nach eurem Wissen dem zu Beschenkenden Ineu sind, sondern wählt ab und zu ein Buch, von dem ihr wißt, daß es der Empfänger schon 0 f t las! Denn solch ein Buch war ihm ein guter Freund, ein immer wieder ausgesuchter Kamerad, und wenn er plötzlich das geliebte Werk — in feldmäßiger Kleinausgabe — wieder in die Hand - nimmt, so wird es ihm zumute fein, als käme ein Stück Heimat zu ihm! Dennoch wird ja das Büchlein, das als neuer Freund sich nähert, stets willkommen sein, wird es um so mehr fein, als nach gutem deutschen Soldatenbrauch auch der Kameradenkreis Anteil eg= schnappte. Blieb man dann stehen und verhielt sich lautlos und unbeweglich, so flog ein Tier auf den Kopf die Schultern, ja auf den ausgestreckten Ringer wo es ruhig sitzen blieb und einem mit schiefem Köpfchen und blanken Augen forschend ms Gesicht sah, ob dort nicht eine Mücke zu schnappen sei. Ich habe stundenlang mir so die Zeit mit diesen Tieren vertrieben und mich so verloren in dieses unkriegerische Spiel, daß ich mich am Ende, wenn der Vogel plötzlich einem Kameraden zuflog erst besinnen muhte, roo ich Überhaupt seu Der Krieg ! mar dann eine ganz seltsame Wirklichkeit. 'M ' ein? oiill ne Vielleicht ragte ein Heim über den. Grabenmall, vielleicht hatte dort drüben jemand etwas Vervach- tiges gehört, — plötzlich knallte hart und (d^rf e n Schuß, und die Kugel fuhr sausend und dumpf m den Wall, drei Handbreit neben dem Vogel. Der Sand stäubte hoch auf und überspruhte mit einer Wolke die Lerche. Allesamt zuckten wir mit ben Köpfen unter den Rand, und die Lerche stieg schw rend und singend steil in die Luft. Dieses winzige Erlebnis ist uns noch lange durch d-ie Seele gegangen und hat in all feiner unbewußten Gegensätzlichkeit für uns einen tiefen Sinn g Können, der uns noch später ganz unvernnttelt g packt hat. Mir hat sich dies unbedeutende Geschehen im gewaltigen Ereignis der Zeit förmlich emge pfehlungeo w MW geboren wurde und den niederdeutschen Menschen in all seiner Bindung an Haus, Hof und Tradition der Familie erkennen ließ. Und anschließend brachte August Hinrichs eine sehr feine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg, aus der der große innere Reichtum sprach, aus dem der Dichter schöpft. Er führte seinen Zuhörern einen rauhen Krieger vor Augen, der ein wildes Fähnlein an seinem Heimatdorf vorbeiführt, weil ihn dort ein tie,es Erlebnis anrührt, weil er dort einer Mutter und ihrem Kind (die von den in den Wald fliehenden Bauern zurückgelassen wurden), seinen schönen Mantel gegeben hat, der ihn, den Krieaer, dann im verschonten Dorf als „St. Michael" in die Legende eingehen läßt. Ein Beispiel seiner dramatischen Gestaltungskraft gab der Vorlesende dann mit einer Schilderung einer heldenmütigen Tat aus dem Weltkrieg und forderte damit seine Zuhörer zu gespanntester Aufmerksamkeit heraus. Mit einer heiteren Skizze schilderte er zum Schluß sehr unterhaltsam die Anbahnung eines höchst unproblematischen Liebesver- hältnisses zwischen zwei jungen Menschen und löste damit vorbehaltlose Freude und starken Beifall aus. — Der Dichter las aus der engen Verbundenheit mit seinem Werk sehr rasch und pausenlos und forderte damit von seinen Zuhörern ungeteilte geistige Gefolgschaft. Heinrich Ludwig Neuner. Gastspiel Äellani. Der Zauberkünstler und Illusionist Bellani, der schon öfter in Gießen Gastspiele gab, unterhielt am vergangenen Sonntagabend wiederum eine stattliche Anzahl von Besuchern im Saalbau Liebig- straße. In seiner von Humor gewürzten Art zeigte er zunächst eine erstaunliche Fülle von Kartenkunststücken, so daß aller Anlaß bestand, ihn ob seiner Fingerfertigkeit zu bewundern. Da sich ihm zahlreiche junge Männer zur Verfügung stellten, hatte er dann Gelegenheit, in vielerlei Form.Willens- Übertragungen zu zeigen, die sich sehr lustig gestalteten und viel Gelegenheit zu herzlichem Lachen boten. Die Obsekte seines Willens fühlten sich in den verschiedensten Zuständen, streichelten Vögel, die gar nicht vorhanden waren, dirigierten Orchester mit großer Geste und mit ebensoviel Schwung, und zeigten sonst noch allerlei Künste, die ihnen im Alltag wohl kaum zu eigen waren. Mit großem Beifall wurden dann die Darbietungen verfolgt, bei denen der Künstler Geld auf alle mögliche und unmögliche Art hervorzauberte und damit einen Hut füllte. Im zweiten Teil der Dortragsfolge sah man noch verschiedene Illusionen mit Seidentüchern, Blumensträußen usw., die auch diesmal wieder ihre überraschenden Wirkungen auslösten. Viel Beifall dankte dem Künstler, der sein Programm ganz allein bestritt, für seine Mühe. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Lebensmittel-Bestellscheine auch auf Wochenmärkten. Anläßlich der jetzt erfolgten Verteilung der neuen Lebensmittelkarten ist in der Presse und in gleichzeitig an die Verbraucher aus-gegebenen Merkblättern gesagt worden, daß die Bestellscheine der in Frage kommenden Karten Montag, 23., bzw. Dienstag, 24. Oktober beim Kleinhändler abgegeben werden sollen. Ergänzend hierzu wird darauf hingewiesen, daß selbstverständlich die Bevölkerung, die. auch schon bisher regelmäßig Fleisch, Fettwaren, Käse, Butter und Marmelade auf den Wochen- Märkten gekauft hat, dies auch in Zukunst tun kann und dementsprechend die Bestellscheine für diese Waren auch an den übrigen Tagen der Woche bei ihren Händlern auf den Märkten abliefern kann. Gießener Dochenmarktprette. * Gießen, 24. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, Vi kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 6 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat, Vio 10 bis 12, Tomaten, H kg 10 bis 25, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, Vt kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis 3,45 RM., Aepfel, % kg 10 bis 25 Rpf., Birnen 10 bis 25, Zwetschen 13, Blumenkohl das Stück 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Endivien bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf., Weißkraut, 50 kg 4 RM., Wirsing, 50 kg 6 RM., Rotkraut, 50 kg 7 RM. DOM -Untergau 116 Gießen. BD7N.-Werkgruppe 4a/116, Werkschar. Am Sonntag, 29. Oktober, findet die erste Vor- tellung des HJ.-Theaterringes statt. Die Karten ind Dienstag bei Hedwig Dippel, Bahnhof» traße 12, abzuholen. Die Vorstellung beginnt um 14.45 Uhr. ** Ernennung bei der Kreiskasse. Der Landrat des Landkreises Gießen hat den Kreis- kasfe-Sekretär Wilhelm Weber in Gießen zum Kreiskasse-Obersekretär ernannt ** Eine öffentliche Mahnung richtet die Stadtkasse heute an die säumigen Zahler von Gebühren und Steuern. Die Zahlung muß umgehend erfolgen, andernfalls die Beitreibung durchgeführt wird. ** Lehr gemein schäften der Deutsch en Arbeitsfront. Das Berufserziehungsamt in der DAF. beginnt demnächst mit neuen Lehrge- meinschaften sowohl für die kaufmännischen Berufe, als auch für die Fachgruppe „Eisen und Metall". Anmeldung und Beratung kann bis 28. Oktober erfolgen. Jede Lehrgemeinschaft erstreckt sich über den Zeitraum von 20 Doppelstunden. Preisverteilung im Blumenschmuck-Wettbewerb. Am gestrigen Montagnachmittag fanden sich zahlreiche Preisträgerinnen des Blumenschmuckwettbewerbs im Stadthaus Gartenstraße ein, um für ihre Bemühungen um Blumenschmuck an Fenstern, Balkonen, Vorgärten usw. im Wettbewerb Die Preise in Empfang zu nehmen. Der Saal, in dem die Preisverteilung stattfand, bot sich in festlichem Schmuck dar; da die meisten Preise in schönen Blumenstöcken und Zierpflanzen bestanden, war der Feier auch der richtige Rahmen gegeben. Beigeordneter Nicolaus als stellv. Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Gießen hielt eine kurze Ansprache, dankte zunächst im Namen des Fremdenverkehrsvereins den Herren R e h n e l t und Schwarz, die sich beim diesjährigen Blumenschmuckwettbewerb wieder mit ihrem fachmännischen Wissen um die gerechte Beurteilung der Leistungen bemüht hatten, er dankte aber auch den zahlreichen Frauen für ihre Arbeit im Dienste der Verschönerung von Haus und Garten und damit des Stadtbildes. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich am Wettbewerb, und damit an der Schaffung von Blumenschmuck in unserer Stadt immer mehr Frauen beteiligen möchten. Mit einfachen Mitteln und mit viel Liebe lasse sich, so betonte Beigeordneter Nicolaus, gerade auf dem Gebiete des Blumenschmucks viel tun. Ein schöner Vorgarten, mit Verständnis bearbeitet, lasse sich zu einem Schmuckstück und selbst ein unscheinbares Haus durch Blumen zu einer wahren Augenweide ausgestalten. Wenn Blumen aus allen Fenstern lugten, so schaue damit die Seele der waltenden Frau aus dem Hause. Der Blumenschmuck in den Straßen und an den Häusern sei über die Freude hinaus, die jeder einzelne an seinem Hause erlebe, auch ein Dienst an der Stadt Gießen. Universitäts-Garteninspektor i. R. R e h n e l t sprach davon, daß ihm durch die Wettbewerberinnen die Arbeit leicht gemacht worden sei. Sodann gab er die Namen der Wettbewerber bekannt, die mit Sonderauszeichnungen bedacht werden konnten, und schilderte, was der besondere Anlaß zu dieser Auszeichnung gewesen ist. Schließlich gab er noch in kurzen Zügen Pflegemaßnahmen für diejenigen Blumen und Ziersträucher bekannt, die anschließend zur Verteilung kamen. Mtt großer Freude nahmen dann die Frauen die schönen, gutentwickelten Blumen und Zierpflanzen in Empfang und gleichzeitig auch ein kleines Bäckchen mit Senkern und Trieben von Ziersträuchern, die von einem Spender, der nicht genannt sein wollte, zur Verfügung gestellt worden waren. Die Namen der Preisträger haben wir in unserer gestrigen Ausgabe bereits mitgeteilt. Hellas-Magdeburg schwamm deutschen Rekord. Einen schönen Erfolg für seine unermüdliche Traininasarbeit erntete wieder einmal der SV. Hellas Magdeburg, der sich besonders auf dem Gebiet des Brustschwimmens hervorragend betätigt hat und nun selbst in der Zeit des Krieges mit einer Rekordleistung aufwarten konnte. Während eines Trainingsabends stellten die Schwimmer Schubert, Kähne, Köninger und Ohrdorf über 4 X 100-Meter- Brust mit 4:56,8 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf und verbesserten damit ihre eigene bisherige Höchstleistung um 2 Sekunden. Die Einzelzeiten waren: Schubert 1:18,8; Kähne und Köninger je 1:12,8; Ohrdorf 1:12,4. Das ergab eine Durchschnittszeit von 1:14,2 Mim Italien schließt Länderkämpfe ab. Italiens Turner und Sportler haben in den nächsten Wochen zahlreiche internationale Kraftproben zu bestehen. Dem Turnländerkämpf zwischen Deutschland und Italien am 5. November in Dresden folgt am 12. November in Zürich ein Fußballspiel zwischen der Schweiz und Italien. Am 10. Dezember werden Italiens Amateurboxer in Deutschland erwartet und im Januar treten in Stockholm Schwedens Boxer als Gastgeber auf. Am 25. und 26. Dezember tragen Italiens Wasserballer, die sich zuletzt bei dem Europa-Turnier in Doettnchen auszeichneten, zwei Länderkämpfe in Budapest gegen Ungarn aus. Torreiche Handballkänipfe im Kreis Gießen. Wenn auch diesmal das Wetter erträglich war, so machte sich trotzdem abermals ein Mangel bemerkbar, der nicht Übersechen werden darf: Die Schiedsrichterfrage. Eine Anzahl Spiele ging ohne die eingesetzten Pfeisenmänner in Szene, eines mußte sogar ausfallen. Die Schiele selbst zeitigten folgende Ergebnisse: Dv. Hörnsheim — Tv. Lützellinden 12:6 (2:3) Tv. Holzheim — TV. Höckelheim 12:10 (7:6) Tv. Dornholzhausen — Tv. Münchholzhausen 9:6 (7:6) Tv. Garbenheim — Tv. Katzenfurt 6:5 (4:2) Tv. Londorf — Mto. Gießen 6:8 (4:2) Spvg. 1900 Gießen — VfB.-R. Gießen 10:0 (6:0). Der Lokalkampf Hörnsheim gegen Lützellinden hat von seiner Zugkraft nichts einaebüßt. Auch heute noch bringt man chrn das größte Interesse entgegen, auch heute noch wird auf beiden Setten mit Erbitterung gekämpft. Schade nur, daß nicht beiderseits die Kräfte von einstmals zur Verfügung stehen. Holzheim hatte auch diesmal wieder Glück. Denn die Gäste setzten ihm schr schwer zu. Das zeigt deutlich der Halbzeitstand, der nur eine knappe Führung der Platzbesitzer sah. An diesem Ergebnis wurde auch in der Folgezeit nichts geändert, sodaß man froh sein konnte, mit zwei Toren in Führung zu gehen. ____ Wie stark Dornholzhausen ist, beweist der bemerkenswerte Sieg seiner Mannschaft gegen die favorisierten Vertreter aus Münchholzhausen. Spannend war das Treffen und abwechselnd gingen beide Mannschaften in Führung. Wenn zum Schluß die Jungens der Einheimischen dann doch zum Siege kamen, zeigt dies mehr als deutlich, mie stark sie in Wirklichkeit sind. Garbenheim hat Katzenfurt knapp schlagen und damit die Spitze der Tabelle übernehmen können. Ob das aber das Endergebnis fein wird, steht noch nicht fest, zumal die Entscheidung wahrscheinlich doch in Katzenfurt fallen, wird. Der Mtv. Gießen traf, wie vorauszusehen war, auf einen starken und sichessicheren Gegner, der der Mannschaft bis zum Schluß außerordentlich zu schaffen machte. Bis zur Halbzeit lagen die Ein- heimischen in Führung, mußten sich dann aber doch geschlagen bekennen, weil die Gäste mehr und mehr aufkamen. Grohen-Vuseck 1. 3gb. — Mtv. Gießen 1. 3gb. 7:2 (1:1). Am Sonntag trafen sich beide Mannschaften zu einem Freundschaftskampf in Großen-Vuseck. Der Witterung entsprechend war der Platz nicht in bester Verfassung. In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen. Mit 1:1 ging es in die Pause. Nach der Pause sanden sich endlich die Gastgeber und konnten den Sieg sicherstellen. WirMafi. Nhein-Mainische Börse. I Etwas fester. Frankfurt a. M., 23. Oktober. Zum Wochen, anfang kam das Geschäft nur langsam in Gang. Am Aktienmarkt war die Haltung weiter etwas fester, da sich kleine Anlagekäufe fortsetzten. Zumeist ergaben sich daher durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Andererseits fehlte es auch nicht an leichten Einbußen zufolge mäßiger Abgaben. Rheinstahl 127,50 (128), Scheidean- st alt 205,50 (206), etwas stärker gedrückt Betula auf 149 (151) und Westdeutsche Kaufhof auf 75,50 (77). Eine Sonderbewegung hatten VDM. mit 147,50 (143,50). Fest. waren ferner Daimler mit 111,13 (109,50), Buderus mit 95,25 (94,40), ebenso zogen IG.-Farben auf 158 (157,75), Deutsche Erd. öl auf 130,90 (130,40), MAN. auf 147 (146,50), Der. Stahl auf 91 (90,50) und Rheinmetall auf 111 (110,75) an. Arn Rentenmarkt bestand weiterhin Nach, frage. Von Auslosungswerten Reichsaltbesitz unv. 134,75, dagegen Dekosama I 139,50 (139), do. II 157,50 (157,25). Gesucht wurden erneut Gold- und Liquidationspfandbriefe, außerdem Reichsschatzan- Weisungen und andere. Industrie-Obligationen waren vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. befestigt. Stadt« anleihen ruhig und unverändert. Von unnotierten Renten blieben Steuergutscheine I in frühen Fällig, ketten gefragt. Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tages« geld unv. 2 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Oktober. Die Nachfragtz nach Roggen hat sich durch die Erhöhung der Der- mahlungsquote verstärkt. Weizen ist nach wie vor stark angeboten; die beschränkte Aufnahmefahigkert einiger Mühlen wird durch Kaufaufträge der RfG. ausgeglichen. Anlieferungen an Brau-, Industtte« und Futtergerste werden laufend aufgenommen. Die erhöhten Haferangebote gchen vornehmlich an btt Wehrmacht. Mehl hat laufendes Bedarfsgeschäft. Die Nachfrage nach Mühlenprodukten kann beftie- tjipgt werden. Schnitzellieferungen aus der neuen Kampagne stehen bevor. Geflügelfutter wird in den nächsten Tagen zur VerteAung gelangen. An Trebern und Malzkeimen besteht Mangel. Rauhfutter wenig verändert. Alle Notierungen blieben unver« ändert. .... Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 24. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: etwa 500 Kälber, 60 Schafe und Hämmel, etwa 10(XJ Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Schafs 25 bis 42, Hämmel 40 bis 50, Schweine 52 bis 56 RM. — Marktverlauf: Alles zugeteilt. (Nachdruck verboten.) 23. Fortsetzung. Dr. Severin schneidet in der öffentlichen Mei' sterl" ist seinerzeit ordnungsgemäß verkauft mor- oen. Daß unter dem alten Gerümpel ein kostbare» Bild steckte, konnte niemand riechen, und die de« sagten Stadträte können sich an das Bild und alles Drum und Dran der Jnventarübernahme auch niche VlkWMöerfremöe Roman non fflaltljtr filoepfer topytfoN ön Carl Bunter Verlag > Berlin«62 Das Bild, diese Frau mit der Bohnenblut-, du ein Heller und smarter Geschäftsmann. einem ahnungslosen Doktor entführt hat, erzeugt eine Art! Aufstand in der kleinen Stadt, sofern man Wirts« Hausdebatten, familiäre Diskussionen und erregt«: Stadtratssitzungen unter diesem Begriff zusammen« fassen will. Es hagelt Vorwürfe, es wird farmm. gestritten, und selbst Abc-Schützen wissen aümaW über einen Mann Bescheid, der Lukas Cranach- heißt und teure Bilder gemalt hat. Parsunke, tu!«- kisch und gerissen, hat eine kleine Notiz in DCffl Arnfelder Kurier lanziert, die den ganzen Bezlrc wachrüttelt und Parsunkes Glaubwürdigkeit ftageit. Die Eschelbrunner sind sich nur in einem Punw restlos einig: das Bild muß wieder her. Das qc eine Prestigefrage, eine Ehrensache sozusagen, ganz zu schweigen von dem materiellen Nutzen, den man sich von der Gegenwart des Lukas Cranach verspricht. Der Wirt Schühlein zum Beispiel, um mic einen Fall herauszugreifen, erhofft sich.geradeziL Wunder des Fremdenverkehrs von der Heimreyc des Bildes. „Grog ist besser." „Dann mache ich dir Grog." Er ist voll Aufmerksamkeit, hüllt sie in die zweite Wagendecke und sieht von Zeit zu Zeit auf die Uhr, als ob er die Strecke abzukürzen vermöchte. Vor Rieles Wohnung entlohnt er den Chauffeur, der 45 Mark forderte, die Severin seufzend bezahlt. Dann bringt er Riele hinauf, die sogleich in ihr Schlafzimmer verschwindet und ihm einen von ihren Schlaf- anzügen herausreicht, damit er sich umziehen und die feuchten Kleider zum Trocknen hängen kann. Severin geht sodann in die Küche, macht Feuer, spannt eine Leine über den Herd und sucht die Zutaten für den Grog zusammen, was gar nicht so einfach ist. Denn Riele ist ein Ausbund von mehr erinnern. Was tut man in solchen Fällen? Man setzt eine« Ausschuß ein, der das weitere zu veranlassen har. Diesem Ausschuß gehören Bürgermeister Heller, der Stadtsekretär und Stadtrat Weinzierl an, bei bene« die Bildersache in guten Händen ist. Um nun all« Einzelheiten der Weiterentwicklung aus der Nay« folgen zu können, bleibt unser Freund Parfum« In Eschelbrunn, tut sich ungern, aber notgebrungM nach Arbeit um und findet solche auch bei Vitus Friedrich, der schon lange eine Schreibkraft suchl- Jn dieser Stellung, nämlich hinter einer Schreis maschine, treffen mir Parsunke heute an. Eben tnti sein Brotgeber ins Büro. (Fortsetzung folgt) herrscht sie Severin an. „Bis München? Aber Maria ..." soll wohl Lungenentzündung bekommen, weil dir das Auto zu viel ist?" weil dir das Auto zu viel ist?" Er wagt keinen Widerspruch mehr. Sie verbringen eine sehr ungemütliche Dreiviertelstunde in einem unpersönlichen, kalten Mietwagen, dessen Wetterverdeck sehr viel au wünschen übrig läßt. Erst vor Weilheim sagt Riele trotzig, aber schon versön« lich: „Du, mir kratzt es im Hals. Jedesmal, wenn ich eine Erkältung bekomme, geht es so an." „Ich stecke dich ins Bett und koche dir Tee. Wir haben es ja bald. Sei nur zufrieden, Riele", tröstet er. das viel zu enge Pyjama, was Severin einen Fluch von tropischer Länge entlockt. Schließlich hat er ein arogähnliches Getränk bei- sommen, bewaffnet sich damit und will zu Riele. Im Korridor gibt es ein bißchen Aufenthalt und Gestolper über Herumliegende Hüte, die von der Toilette gefallen sind, und im Wohnzimmer lauern hinterhältige Stühle und Hocker wie Fußanaeln. Aber er schlägt sich durch und landet lobheischend vor Rieles Bett. „Danke schön, Franz. Lieber Himmel, wie du aussiehst! Wie ein Bajazzo, der beim Maskenver- leiher ein fünf Nummern zu kleines Maskenkostüm erwischt hat! Guck mal in den Spiegel", lacht sie. „Erst den Grog, er verbrennt mir die Finger." „Riele hat kalte Zehen", sagt sie kläglich und nimmt ihm das Glas ab. „So. Zeig mal her. Da werden wir gleich abhelfen", geht er auf ihren kindischen Ton ein. Er setzt sich auf den Dettrand und stellt ihren kleinen Fuß auf seine Knie. „Was für eine ist denn am kältesten? Das Peterle ober der Maxi ober ber Winzewimel?" In Starnberg hat er sich die Zeit damit vertrieben, diesen winzigen Dingern ulkige Namen aufzuhängen, und das macht sich jetzt be- zahlt. „Das Peterle friert am meisten", sagt sie ernft- haft. Er nimmt ihre Füße, die untadelig und weiß aus seidenen Pyjamahofen hervorkommen, in die warmen Muscheln feiner großen Hände, haucht sie an und frottiert sie zärtlich, erst den einen, dann den andern. Diese Stunde des Sichwiederhabens entschädigt ihn für den verpfuschten Tag und bannt ihn aufs neue in ihre Verzauberung. „Na, ist es jetzt gut?" „Diel besser; du kannst so nett sein, Franz, wenn du willst. Noch nicht aufhören, du, ich hab' das gerne", sagt sie verspielt, und ihre Augen erinnern ihn an die Augen von Rivieraveilchen. „Und jetzt kommt das Aspirin daran! Um das drückst du dich nicht herum, meine Liebe", meint er drohend und entläßt den zweiten Fuß mit einem Klaps aus ber Behandlung. 13. Kapitel. terwegs, kurz vor Grainau, legt der Regen los. Erst nieselt es, dann schüttelt sich eine pechschwarze Wolke aus, und es gießt wie aus Kübeln. Es ist ein großer, anhaltender und gegen Damen flegelhafter Regen, in den sie mit diesem Schlawinerquatsch hineingeschtittert sind. Rieles Knirps, das putzige Schirmchen, ist ohnmächtig gegen diese Sintflut. Sie Haven sich unter eine Tanne gerettet, aber das nützt nicht viel. Severin hat Riele feine Jacke umgeh ängt, aber das bleibt eine kavalierhafte Geste. Zu alledem hat Riele auch noch diese neuen, zu engen Schuhe an, die irrfinnig drücken. Sie manövriert sich schweigend in eine ungerechte Wut hinein und schiebt Severins blöder Eifersucht alle Schuld zu. Endlich beruhigt sich die tobsüchtig gewordene Wolke, und feucht, ausgefroren und übelgelaunt eilen die beiden auf Garmisch zu. Dort hat Riele den verständlichen Wunsch, sofort meg- zusahren, aber der nächste Zug geht erst in einer Stunde. „So lange warte ich nicht. Besorg ein Taxi!" Nachmittags fahren sie im Autobus zum Eibsee. Schabe, daß Frau Zugspitze noch immer ihr Antlitz verbirgt. Die Wolken hängen jetzt tief herunter und sehen nach Regen aus. Severin und Riele sitzen auf der Hotelterrasse, trinken Kaffee und verfolgen ein einsames Fischersegel. Sie haben sich wieder zusammengeredet, plaudern von der Zukunft und sind ein Herz und eine Seele. Da naht das Unheil in Gestalt von Herrn Farkas, ber sich nach einer lässigen Verbeugung an den übernächsten leeren Disch setzt. Er hat diesmal kein Malgerät bei sich, bestellt schäkernd bei ber Kellnerin ein Glas Mer und wirft ungenierte Blicke herüber. Er hat die Gewohnheit, nut einer kurzen, schnellen Kopfbewegung sein langes, schwarzes Haar aus der Stirn zu schleudern, und seine verwahrlosten Zigeuneraugen liegen unverändert lange auf Riele. „Da ist ja der Kerl wieder", flüstert Severin ungehalten. „Wie der sich aufführt, ist skandalös. Ich habe Lust, ihm mal die Leviten zu lesen. „Ditte nicht, Franz. Wenn du Krach schlägst, stehe ich auf." „Es liegt dir wohl sehr viel an diesem Schlawiner?" raunt Severin höhnisch. So fest hat er sich's vorgenommen, und nun ist alles für die Katz gewesen. „Auf dich muß man ja schrecklich aufpassen." „Auf mich muß man gar nicht aufpassen", erwidert sie schroff. „Das tue ich schon von selbst. Aber dir möchte ich ein bißchen mehr Selbstbeherrschung anempfehlen. Diese ^Bevormundung wirst du dir abgewöhnen müssen." Sie sehen beide zornig aneinander vorbei. Ein Verwürfnis ist da, nicht schlimm, nicht groß, aber immerhin ihr erstes und em Anfang. Sie sagt hoch- mütig, sie wolle zurückfahren; aber es ist zufällig fein Bus da, auch fein anderes Auto. „Gehen mir doch zu Fuß", schlägt er vor. Auf einem Spaziergang, hofft er, wird sich alles mie- der einrenken. „Das Wetter hält schon noch aus bis Garmisch. Es soll .ein rnunderschöner Weg sein. Komm!" Sie sagt nicht ja und sagt nicht nein, aber sie geht mit. Er entwickelt eine mühsame Beredsamkeit, aber sie bleibt in sich gefperrt und schweigsam. Un- Als Parsunke die letzte Leinfelder-Mark versoffen hat, wäre eigentlich die Abreise fällig. Aber seinen sonstigen Gepflogenheiten zum Trotz bleibt er, der uu .... ________ .... Vagant, in Eschelbrunn Heben. Denn sonderbare Schlampigkeit. Seit sie ihr Mädchen entlassen hat, Dinge begeben sich da, die man aus allernächster liegt und steht alles kunterbunt durcheinander, der Nähe anschauen und verfolgen muß, nachdem das Zucker neben dem Soda und der Rum neben einer Geschick einen nun mal zum Urheber dieser Dinge Flasche Wasjerglas. Zu allem Pech platzt auch noch ausersehen hat. nung verhältnismäßig noch am besten ab, well elbft ein Leidtragender und Geprellter ist; wemgec ;ut die früheren Stadtoäter, die man mit un« chönen Namen belegt, und am schlechtesten das damalige Stadtoberhaupt, der Hauptverantworlllche, der sich im Anschluß an eine Grippe rechtzeML nämlich vor zwei Jahren, ins Jenseits gefluchtel hat. In Wahrheit aber trifft gar niemand oi« Schuld, und die Eschelbrunner benehmen sichi I« ungerecht, wie Menschen nur vermögen. „Das Klo»