Nr. 145 Erster Matt 189. Zahrgang Samstag, 24./5onntag, 25. Zum 1939 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Zramkfurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttatsdruckerei R. Lange in Gießen. 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Mai hat der gleiche Hiranuma mit Zylinder und Cutaway, umgeben von bebrillten Kimono- träaern, zwei Pilgerfahrten unternommen, nach Omiyaa und Katori, zu den Reliquien !der Kriegsgötter Futsunustri-no-Mikoto und Susanoo-no-Mikoto. Das sind Japans älteste und berühmteste Kriegsgötter, mit denen der moderne Ministerpräsident Zwiesprache gehalten hat, und der Besuch bei ihnen ist für die Versteifung der japanischen Haltung ebenso wichtig wie die zwischen beiden Pilgerfahrten liegende Konferenz des enge- rren Kabinettes, das die Grundzüge eines scharfen Kurses festlegte. Zwischen Pilgerfahrt zu den alten 'Kriegsgöttern" und realistischem, modernstem Jm- sperialismus liegt das ganze Japan von lheute beschlossen. Wohin wir sehen, die gleiche Vermengung von uralter Tradition und explosiv- sstarkem Lebenswillen. Es wird also nicht nur zu den Göttern gepilgert. Auf allen Gebieten wird fieberhaft für den Krieg gearbeitet, den Japan heute in China ßührt und für neue eventuelle Konflikte von morgen. Wenn eine Schießpulverproduktion des Landes vor 22 Jahren überhaupt noch nicht vorhanden war, iso errreicht sie heute pro Tag 143 Tonnen und soll bald auf 238 Tonnen gebracht werden. Japans Werften bauen neiden zahlreichen Kriegsschiffen eine iteue Handelsflotte, die den erweiterten Verkehr mit den Häfen Koreas, Mandschukuos, Nprdch'inas nufnehmen soll. 173 Schiffe mit 934 000 Tonnen Raumverdrängung liegen auf Kiel. In Siam setzt iich das japanische Kapital immer mehr fest; Engländer, Franzosen und Amerikaner mußten ihm »ort kürzlich bei der Vergebung des Auftrages auf •ine neue 480 Kilometer lange Eisenbahnlinie weichen. Wirtschaftlich, nur wirtschaftlich betrachtet, ist Japan auch heute noch in gewissem Umfange auf Zusammenarbeit mit den Westmächten und den JSA. angewiesen. Der Außenminister Arita, ein ülter Samurai, der den Kimono europäischer Kleidung vorzieht, weiß das, und wenn er es nicht Nissen will, wird es ihm der Finanzminister, der stischen Ideen zuneigende und totalitäres Regime fordernde ,Fdkumin" nehmen an der Kampagne gegen die „fremden Einflüsse" leidenschaftlich teil. Die „Liga zur Vollendung des Heiligen Krieges", eine sehr einflußreiche Propaganda-Organisation, treibt in der gleichen Richtung. Während der letzten Jahre paßt sich die japanische Wirtschaft immer mehr den Bedürfnissen des Krieges an. Der oben erwähnten Pro- duktionsfteigerung auf kriegswichtigen Gebieten entspricht ein Produkttons r ü ck - gang auf vielen nicht ausschlaggebenden Nebengebieten. Die zahlenmäßigen Tatsachen, mit denen wir dieses Urteil belegen, entnehmen wir dem Dr. Li. London, 24. Juni. Nach Meldungeck aus Singapur soll England im Fernen Osten im Falle eines Krieges den gemeinsamen Oberbefehl über die französisch- englischen Streitkräfte übernehmen, und Singapur soll der Hauptstützpunkt für alle militärischen Operationen sein. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Generalstabsbesprechungen, die zwischen den englischen und französischen Oberbefehlshabern in Fernost in Singapur stattsanden. Sir Percy Noble, der Chef der britischen Chinastation, wird also im Kriegsfälle die gesamten brittschen und französischen Streitkräfte in Ostasien befehligen. Die Vertreter der Kriegsmarinen sollen nach dem „Evening News" ein Patrouillensystem zum Schutze der Handelsschiffahrt in den fernöstlichen Gewässern im Falle eines Krieges ausgearbeitet haben. Für dieses Patrouillensystem soll ein Geschwader ausersehen sein, das sich aus englischen und französischen Kreuzern der Ostindien- und China-Stationen zusammensetzen wird. Die Vertreter der Luftwaffe beider Länder führten, wie ferner bekannt wird, Beratungen über die Verstärkung Singapurs durch Mi-' litär- und Marineflugzeuge aus Indien, während sich die Vertreter der Armee mit der Aufspeicherung von Lebensmitteln für den Ernstfall beschäftigten. Am 3. Juli wird in Singapur eine große in Tokio herausgegebenen „Trans-Pacific", einer in Europa wohl wenig, in den USA. und den englischen Dominions viel gelesenen japanischen Propaganda-Zeitschrift in englischer Sprache, einer Quelle also, die bestimmt nicht zu schwarz malt. Danach ist von Februar bis März dieses Jahres die Wollproduktion um 10 v. H., die Stapelfaser- Erzeugung um 20 v. H., die an Baumwollgarnen um 2 v. H. gefallen. Die Reis-Erzeugung Formosas ging um 16 v. H. zurück. Im April erfolgte dann ein nochmaliger 2prozenttger Rückgang der Baumwollgarnproduktion. Die japanischen Experten sehen eine Verminderung der gesamten Agrarproduktion voraus, weil die Industrie die Arbeitskräfte vom Land abzieht. Die Seidenpreise ziehen an, auch hier sinken die Produktionsziffern. Die Regierung dehnt die bestehenden kriegswirtschaftlichen Maßnahmen immer weiter aus und verlangt eine weitere An- passuna des Lebensstandards der breiten Massen, deren Anspruchslosigkeit ja bekannt ist. Luftschutzübung stattfinden, an der sich sämtliche zur Verfügung stehenden Hilsorganisationen beteiligen werden. Es wird immer offensichtlicher, daß die Frage der Verteidigung Hongkongs die englischen und französischen Militär- sachverständigen in hervorragendem Maße beschäftigt. Angeblich ist man zu der Ueberzeugung gekommen, daß diese englische Schlüsselstellung im Pazifik einer langen Belagerung standhalten könne, besonders da man mit einer Deckung dieser Stellung durch die amerikanische Pazifikflotte rechnet. Die kürzlich in Washington abgegebene Erklärung, wonach starke amerikanische Flotteneinheiten zumindestens noch weitere zwölf Monate im Pazifik bleiben würden, soll bei den Gesprächen in Singapur eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. In diesem Zusammenhang interessiert eine aus Toronto eingetroffene Meldung, in der es heißt, daß zur Zeit zwischen England und Kanada Verhandlungen geführt würden, die die Anlegung einer O e l l i n i e von den Oelfeldern der west-kanadischen Provinz Alberta nach Vancouver zum Gegenstand hätten. Vancouver ist auf Grund seiner günstigen und geschützten strategischen Lage an der St. Juan-de-Füca-Straße dazu ausersehen, in dem pazifischen Verteidigungssystem des englischen Weltteiches eine besondere Rolle zu spielen. Britische Nöte. Englands Einkreisungsbemühungen stellen nichts anderes dar als eine Ergänzung der englischen Aufrüstung, die seltsamerweise grckde nach den Tagen von München, als ganz England in einem wahren Friedensrausch zu sein schien, auf höchste Touren gebracht wurde. Die Politik von München und ihre Ergebnisse hatten in England die heftigsten Gegner auf dem äußersten rechten Flügel der konservativen Regierungspartei und in den Reihen der offiziellen Opposition, der Arbeiterpartei und ihren wenigen liberalen Mitläufern. Wenn diese auch während des ersten Freudentaumels der englischen öffentlichen Meinung über den „geretteten Frieden" die Ohren an den Kopf drückten, so benützten sie doch äußerst geschickt und wendig die Erinnerungen, die jeder Engländer mehr oder weniger an die kritischen Tage der Verhandlungen in Berchtesgaden, Godesberg und München hatte. Eine wahre Panik, von deren Ausmaßen sich man bei uns keinen Begriff machen kann, hatte in dieser Zeit, als man in London geglaubt hatte, die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden stehe auf des Messers Schneide, das ganze Land erfaßt. Erst nach und nach hat man erfahren, wie das britische Volk sich kopfüber in die Vorbereitungen für den Ernstfall stürzte und wie es nun mit Schrecken feststellen mußte, daß für diesen Ernstfall trotz vieler Reden, Denkschriften und Kommissionen so gut wie nichts vorgesorgt war. Hier hat die Propaganda der Opposition geschickt eingesetzt. Sie hat dem braven brittschen Bürger, der von Natur aus nicht geneigt ist, sich Sorgen um die Zukunft zu machen, nicht erlaubt, wieder in die alte Bequemlichkeit zurückzufallen, nachdem einmal durch die Münchener Formeln der Alpdruck von ihm gewichen war und der politische Himmel wieder heiter und hoffnungsvoll zu sein schien. Die Opposition hat ‘im Parlament schwerstes Geschütz gegen die Regierung aufgefahren, der sie vorwarf, die Aufrüstung nicht energisch genug vorangetrieben und für die zivile Verteidigung der britischen Inseln weder organisatorisch noch materiell vorgesorgt zu haben, wobei die Kritiker, soweit sie zur Linken gehörten, wohlweislich daran zu erinnern vergaßen, daß es die Labourregierungen gewesen waren, die einst in ihrer pazifistischen Schwärmerei für Völkerbund und Sicherheitspakte Englands Rüstung sträflich vernachlässigt hatten. Nun wurden aus rein ideologischer Feindschaft gegen die autoritären Mächte, wie ja schon im Abessinienkonflikt und während des spanischen Bür- Der türkisch-französische Handel um den Sandschak Alexandrette perfekt. Englisch-französische Zusammenarbeit im Pazifik. Neltkluge Bankier I s h i w a t a klar machen. Japan iat noch nicht die totalitäre Wirtschaftsführung wie Mafien und Deutschland, und seine Währung ist seit iiahren empfindlich. Die gegen Japan von Frankreich verhängte Exportsperre, eine Repressalie für 'sie Besetzung von Inseln an den Küsten Jndochinas, :oat den Japanern den französischen Emisfionsmarkt igersperrt. Japan hat zwar auch heute noch in Paris .mb London einflußreiche Freunde, der mit dem N i t s u i - T r u st liierte Credit Lyonnais ist im Frankreich ebenso sehr ein Machtfaktor wie die iriit beiden eng verbundene Barclays Bank Tn London. Aber andere stärkere Interessenten haben foe, wenigstens im Augenblick, überspielt. Ob das frir die Zukunft so bleibt, ist eine andere Frage. (:5 gibt keine einseitigen wirtschaftlichen Ab- tüngigkeiten, und die Verbindungen Japans mit t-.er Hochfinanz des Westens, die heute ein Schwäche- rioment für das Land der aufgehenden Sonne dar- firllt und soviel zur Doppelköpsigkeit der japa- rjschen Politik beitragen, können sich morgen als riirffame Bremsen eines allzu scharfen anttjapa- rjschen Kurses in England erweisen. In den USA. r: das schon längst der Fall, weil dort der Mitsui- S-Tirft in der Chase National Bank feine IHtte, und wohl größte internattonale Finanz- mrbindung besitzt. Widersprüche der japanischen ^vlittk werden also noch eine Reihe bestehen blei- bm, internattonales Finanzkapital und die alten Kriegsgötter werden weiter neben-, mit- und gegen- enander regieren. Wer hier auf eindeutige klare Entscheidung hofft, übersieht, daß der Ferne Osten firne eigene Logik hat, die mit den Maßstäben euro- Mscher Politik nicht zu messen ift Auf allen Gebieten ist der Kampf gegen den demokratischen Westen im Gange, die einige, wohl berechnete Ausnahme ist die Zurück- dLltu n g gegenüber den Vereinigten Elt a a t e n. Ihnen wird die Anerkennung ihrer rrrtschastlichen Interessen in China förmlich zu- piiagt, immer wieder ergeht eine Einladung nach ser anderen zur Zusammenarbeit, bald wird der ame- livnische Botschafter Grew hofiert, als ob er selbst ein il3er Kriegsgott fei, bald gibt der japanische Justiz- nittster Shioho den Amerikanern liebenswürdige hteroieros und läßt sich mit feinen sieben Kindern mt Exclusivrecht für amerikanische Magazine foto- infieren. Aber sonst gibt es keine Schonung, die ß'.obleme des Kampfes gegen den "Westen schieben ft» immer mehr in den Vordergrund. Der Oberst r:a s h i m o t o , der Führer der Partei der japa- 'i^en Jugend, prophezeit offen den nahen Krieg tit England und fordert deshalb die militärische liianze Japans mit Deutschland und Italien. Die stgend- und Studentenerziehung wird immer mehr il: die Auseinandersetzung mit dem alten über= elfen Westen abgestellt. Alle Zeitungen des Lan- &., die liberale „Nishi-Nishi" so gut wie die faschi- E. F. Paris, 24. Juni. Die französisch-türkische Beistandserklärung ist am Freitag, 18.30 Uhr, wie vorgesehen, im französischen Außenministerium durch den französischen Außenminister Bonnet und den türkischen Botschafter Suad Davaz unterzeichnet worden. Es handelt sich, wie ausdrücklich betont werden muß, um eine vorläufige Erklärung in Erwartung des Abschlusses eines endgültigen Beistands-Vertrages zwischen den beiden Ländern. Die Erklärung besteht aus sieben Punkten, die folgenden Wortlaut haben: 1. Die französische und die türkische Regierung sind in enge Fühlung miteinander eingetreten. Die Beratungen, die noch andauern, haben die Uebereinftimmung ihrer Gesichtspunkte ergeben. 2. Man ist übereingekommen, daß die beiden Staaten einen endgültigen Vertrag von langer Dauer, der gegenseitige Verpflichtungen enthält, im Interesse ihrer nationalen Sicherheit abschließen. 3. In Erwartung dieses endgültigen Abkommens erklären die französische und die türkische Regierung, daß im Falle eines Angriffes, der im Mittelmeergebiet zu einem Kriege führen sollte, sie bereit seien, in wirksamer Weise zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig jede Hilfe und jeden Beistand zu gewähren, soweit es in ihrer Macht steht. 4. Diese Erklärung sowie das ins Auge gefaßte Abkommen find gegen keine Macht g e - richtet, aber haben zum Ziel, Frankreich und der Türkei die gegenseitige Hilfe zu sichern und sich den gegenseitigen Beistand zu verschaffen für den Fall, daß diese Hilfe notwendig werden würde. 5. Die beiden Regierungen sind sich einig darüber, daß gewisse Fragen einschließlich der Frage der genauen Definierung der verschiedenen Bedingungen, unter denen das Ziel der gegenseitigen Verpflichtungen ausgelöst würde, eine tiefgreifende Prüfung erfordern, bevor das endgültige Abkommen abgeschlossen werden kann. Diese Prüfung ist gegenwärtig im Gange. 6. Die beiden Regierungen erkennen an, daß es notwendig ist, die Sichprheit in den Balkanländern zu gewährleisten und in Konsultationen einzutreten, um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen. 7. Es ist selbstverständlich, daß die oben angekündigten Bestimmungen weder die eine noch die andere Regierung verhindern, im allgemeinen Interesse der Konsolidierung des Friedens Abkommen mit anderen Mächten abzuschließen. Gleichzeittg npt dieser gegenseitigen Erklärung hat die französische Regierung in bezug auf die A d - tretung des Sandschaks Alexandrette an die Türkei folgende einfettige Erklärung abgegeben: „Die französische Regierung erklärt, daß es keineswegs in der Absicht Frankreichs liege, zugunsten einer dritten Macht a u f die Mission zu verzichten, die sie in Syrien und im Libanon erfüllt." Der französisch-türkische Vertrag über die Abtretung des Sandschaks Alexandrette an die Türkei ist am Freitagabend zur gleichen Stunde in An - Lara unterzeichnet worden. Dadurch fällt das Sandschakgebiet Alexandrette unter türkische Oberhoheit. Eine Vertragsklausel bestimmt, daß die türkische Regierung für die französischen Besitzungen und Güter eine Abfindungssumme bezahlt, die jedoch noch nicht genau festgesetzt ift. Für die Minderheiten in dem abgetretenen Gebiet ift festgesetzt worden, daß die nichttürkischen Bewohner eine Frist von sechs Monaten erhalten, um, wenn sie es wünschen, die türkische Staatsangehörigkeit zu erwerben. Die Türken verzichten ihrerseits auf weitere territoriale Ansprüche in Syrien. Die Abkommen werden in Kraft treten, sobald die Ratt- fikattonsurkunden ausgetauscht sind, spätestens am 23. Juli. Die Zurückziehung der französischen Truppen und die Uebergabe der Behörden soll bis zum 22. Juli durchgeführt sein. Bei der Unterzeichnung waren anwesend der türkische Außenminister Sara coglu, der türkische Kommissar im Sandschak Cevat Acikalin, der französische Delegierte im Sandschak Oberst C o l l e t und der französische Botschafter M a s s i g l i. Nach der Unterzeichnung erinnerte Saracoglu an einen Satz, der von Mas- figli einst oft gebraucht wurde: „Der Sandschak ist eine Frage der Vergangenheit, die die Gegenwart und die Zukunft vergiftet!" Massigli knüpfte bei seiner Erwiderung an die Rede I 5 - met Inönüs vor dem Kongreß der Türkischen Volkspartei an, wo der Präsident der Türkei erklärt hatte: „Nach der Regelung dieser Frage trennt uns nichts mehr von Frankreich!" lieber die Unterzeichnung des türkisch-französischen Vertrages zeigt man sich in Paris sichtlich befriedigt. Umso mehr, als die Verhandlungen sich wochenlang hingeschleppt hatten und oft aussichtslos schienen. Um die Türken endgülttg für sich zu gewinnen, hat sich die französische Regierung entschlossen, den geforderten Preis zu bezahlen. Nur wegen der Höhe dieses Preises zeigt die Pariser Presse eine gewisse Melancholie. Das rechtsstehende „Jvurnal" erklärt beispielsweise, daß nach Faschoda, wo Frankreich vor England in Aegypten zurückwich, die Entente Cordiale entstanden fei. Es fei zu hoffen, daß die Aufgabe des Sandschaks Alexandrette durch Frankreich die politischen Beziehungen zwischen Frankreich und der Türkei ebenfalls auf eine solide Basis stellen würde. Wenn auf der Passivseite der Verlust des Sandschaks Alexandrette zu verzeichnen sei, so müsse man auf der Aktivseite buchen, daß man im Konfliktfalle 8 0 0 0 0 0 für« kische Soldaten zur Verfügung habee. Die französischen Zeitungen vergessen, daraus hin- * zu weisen, daß noch ein zweiter Faktor auf der Passivseite verbucht werden muß: eine erneute Verschlechterung der Beziehungen zwischen Frankreich und Syrien. Die syrischen Nationalisten werfen Frankreich mit Recht vor, es habe durch die Abtretung des Sandschaks Alexandrette aufs schwerste gegen seine übernommenen Verpflichtungen als Mandatsmacht verstoßen, über die Einheit und das Wohl Syriens zu wachen. In Pariser Kreisen herrscht deshalb eine gewisse Besorgnis, die Verwandlung des syrischen Alexandrette in ein türkische Jskanderoul könne für Frankreich sehr abträgliche Rückwirkungen bei den syrischen Nationalisten und darüber hinaus in der ganzen ara» bischen Welt auslösen. Das Echo in Nom. Frankreich verrät die Rechte der Araber. Rom, 23. Juni. (Europapreß.) Die Abtretung des Sandschaks Alexandrette an die Türkei wird in Rom als ein offenes Verbrechen am Mandat zur Kenntnis genommen. Das halbamtliche „G i o r« n a I e d ' Itali a" schreibt, die Abtretung des Sandschaks fei eine neue Kundgebung der jüngsten französischen Politik, sich über dis Verpflichtungen einer Mandatsmacht hinwegzusetzen und Syrien und den Libanon als ein der französischen Souveränität unterstehendes Gebiet zu betrachten, über das Frankreich frei verfügen könne. Die Genfer Liga, die eigentlich über die Erfüllung der Mandatsverpflichtungen hätte wachen müssen, habe gegen die Verstümmelung Syriens und die aufeinander folgenden französisch-türkischen Abkommen über das Sandschakgebiet niemals irgendwelche Einwendungen erhoben. Sie habe vielmehr sogar an der Verwirklichung dieses Abkommens m i t gearbeitet. Gegen diese neue französische Politik in den Mandatsgebieten habe nicht nur die syrische Bevölkerung, sondern auch die ganze arabische Welt als gegen einen von der Genfer Liga begünstigten Verrat Protest erhoben. „Popolo di Roma" sagt, für die arabische Welt zeichne sich aber heute ein Problem von großer Tragweite am Horizont ab, das Problem der W i e» deraufnahme des türkischen Vorrnar« s ch e s gegen jene Gebiete, die einst zum Ottomani- schen Reich gehörten. In der Türkei sei die Phase der Konzentration und Gegenorganisation beendet. Jetzt beginne ein neues Kapitel und England, das die Forderungen von Ankara gegen Paris unterstützt habe, werde sich früher oder später mit der Türkei über Angelegenheiten, die es direkt angehe, auseinandersetzen. Auch Siam soll „garantiert" werden London warlet aus einen Schritt Moskaus Dr. Li. London, 24. Juni. Baumwolle gegen (Summt Kriegswirtschastsabkomrnen zwischen England und USA. Einflußnahme Englands seinen ursprünglichen Charakter als Bollwerk der Unabhängigkeit der vorderasiatischen Völker von irgend welchen Gruppierungen der Großmächte verlieren würde. Es ist kein Zweifel, daß diese intrigante Politik Englands in der ganzen arabischen Welt große Erregung hervorgerufen hat. Die ägyptischen Nationalisten haben kaum Sehnsucht, die englische Vormundschaft mit der türkischen zu vertauschen, die sie vor hundert Jahren schon beseitigt hatten, und auch die im arabischen Freiheitskampf gegen die Türken noch dem Weltkrieg entstandenen arabischen Reiche werden mit höchstem Mißtrauen Englands Bemühungen verfolgen, der Türkei wieder an der Levanteküste Raum zu verschaffen. Bezeichnend ist, daß gerade m diesen Tagen zwischen SaubM^otien, dem 3rat der Lebensinteressen und nationalen Wünsche der Nächstbeteiligten verfügt, als ob es belanglose Schachfiguren wären, zeigt sich in der von England eifrig betriebenen türkisch - ägyptischen Annäherung. Obwohl man in Kairo keinerlei Anlaß hat, eine Bedrohung seiner Westgrenze zu fürchten und ein kürzlicher Besuch des Marschalls B a l b o , des Generalgouverneurs von Libyen, bei den ägyptischen Militärs in den freundschaftlichsten Formen verlief fühlt man sich, selbstverständlich unter nachdrücklichen Vorstellungen Englands, „schutzbedürftig" und außerstande, gegebenenfalls nach zwei Fronten hin die Grenzen zu verteidigen. Aber auch hierfür weiß man in London Rat, die Türken werden oufgefordert, wieder die Wache am Suezkanal zu beziehen, wohl verstanden die gleichen Türken, die vom Suezkanal fernzuhalten England im Weltkrieg eine ganze Armee aufgeboten hat. Der ägyptische Außenminister ist eben in Ankara, um entsprechende Verhandlungen zu führen, wobei England auch noch seinen ägyptischen Bundesgenossen in den Bund der vier vorderasiatischen Mächte einschmuggeln mochte, den am 8. Juli 1937 die Türkei, Iran, Afghanistan und der Irak im Schloß Saadabad nahe der persischen Hauptstadt Teheran geschlossen Hades uni> der oMrgemäß dM eyie indiretttz Es verdient festgehalten zu werden und muß gegenüber den Verfälschungsversuchen der englischen und französischen Presse immer wieder ausdrücklich betont werden, daß dieser radikale Kurswechsel in der Außenpolitik der westlichen Demokratien, der trotz wortreicher gegenteiliger Versicherungen eindeutig von dem Beziehen einer festen Position gegen die autoritären Mächte Zeugnis ablegt, lange 'vor dem Zerfall der Tschecho-Slowakei und der Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren einqeleitet worden war. Nunmehr ging man in Paris und London lediglich im Bewußtsein der Unzulänglichkeit der eigenen Rüstungen gegenüber der zusammengeballten Macht der Achse darauf aus, Bundesgenossen zu suchen und durch die politische Einkreisung der Achsenmächte die eigenen Kriegsoorbereitungen zu ergänzen. Daß in diesem Einkreisungssystem, für das die britische Regierung federführend wurde, die Sowjetunion den Kern bilden müsse, wird vermutlich den englischen Imperialisten wie ihren seltsamen „pazifistischen" Freunden sehr bald klar geworden fein. Die Regie- rung und die gemäßigten Kreise der Konservativen, die sich mit Neville Chamberlain und Halifax voran seit München Schritt für Schritt von der großzügigen politischen Linie haben abdrängen lassen, auf der sie angetreten waren und auf der das deutsch-britische Flottenabkommen und der Öfter» vertrag mit Italien lagen, hatten sich unter dem Druck der von der Agitation der Kriegshetzer mobil gemachten öffentlichen Meinung den Argumenten der Opposition gefügt und. wie sie nach München in der Verstärkung des Tempos der Aufrüstung und in der Organisation der zivilen Verteidigung den Forderungen der Opposition weitgehend entsprochen hatten, so hoben sie sich nach den Marz-Ereig- nissen mit einem Eifer, der den anfeuernden Beifall der Opposition gefunden und sogar dem höchst kritischen Herrn Churchill Worte der Anerkennung entlockt hat, dem politischen Einkreisungsgeschast ausgeschlossen. Dieser Besuch würde einem „inofflMl- len Meinungsaustausch mit den englischen und französischen Vertretern' dienen. Gott sei Dank, daß es in Asien noch einen unabhängigen Staat gibt, der garantiert werden kann. Dieser Staat ist Siam, ein Land ^wa so groß wie Deutschland, dber nur von rund 12 Millionen Menschen bewohnt. Es liegt in Hinterindien und grenzt im Westen an das englische Burma, im Osten an das französische Jndochina. Jetzt eben ist in dem vielgenannten Kriegshasen Singapur eine Konferenz englischer und französischer Fetten-, Luft- und Armeeoffiziere zusommengetreten, die sich mit der Dexierfrage beschäftigen, wie sie mit den lächerlich schwachen englischen und französischen Machtmitteln im Fernen Osten gegen Japan austrumpfen können. Jeder Mensch weiß, daß von einem Auftrumpfen gar nicht die Rede sein kann, sofern nicht die Vereinigter> Staaten mit- machen, und auch dann ist dieses Auftrumpfen durch die weiten Entfernungen des Stillen Ozeans erschwert. Nun sind „Erwägungen" aufgetaucht, ob man denn nicht S i a m „garantieren , d. h^ in die antijapanische Front einreihen tonne. Prompt wird von den französischen Zeitungen die Vermutung verbreitet, daß Siam durch einen Geheirnver- trag an Japan gebunden fei. Die Behauptung ist das Feigenblatt, die siamesische Regierung zum Gegenbeweis aufzufordern oder einen Vorwand für eine Intervention zu haben, die eine „Garantie einleiten könnte. Siam ist in diesem Spiel etwa dieselbe Rolle zugedacht wie den baltischen Staaten in Nordosteuropa. hingegeben. Freilich nach dem ersten schnellen Erfolg in Polen mußte man sich mit einseitigen Garantien für Griechenland und Rumänien zufrieden geben. Die Türkei verlangte für ihre Bundesgenossenschaft einen hohen Preis, den zu bezahlen man in London allerdings Frankreich überließ. Und auch dieses bezahlt mit Werten, die ihm nicht gehören, denn der Sandschak Alexandrette. dessen Abtretung die Türkei als Morgengabe für das Bündnis verlangt und erhalten hat, ist syrischer Mandatsbesitz, und die Syrer, die nach immer auf die Ratifizierung ihres vor Jahr und Tag in Pans geschlossenen Unabhängigkeitsvertrages warten müssen, sind wenig erbaut über diesen Verrat, den ihr bisheriger Vormund noch schnell vor Toresschluß an ihnen begeht. Aber über solche Zwirnsfäden ist die .britische Politik noch niemals gestolpert. Sie scheut nicht einmal davor zurück, den Türken, um sie fester an sich zu binden, auch noch den Aleran- brette benachbarten Sandschak von Aleppo und Oel- Schürfrechte in der nordostsyrischen Provinz El Dschesire zu versprechen. Damit macht sich England zum Schrittmacher der Türken in Gebieten des alten osmanischen Reiches, deren arabische Bewohner einst die britische Propaganda zum Aufstand und Abfall von Konstantinopel ermutigt hat. Das gleiche Phänomen krasser Konjunkturpolitik, die über Räume und Völker mit souveräner Verachtung „Außenminister Lord H a l i f a x hat die Verhandlungen mit Sowjetrußland wieder in seine Hand genommen." Dieser Satz ist das Leitmotiv der Samstagpresse. In einer Unterredung, die der Außenminister noch in den späten Abendstunden des Freitags mit dem Londoner sowjetrussischen Botschafter Maiski gehabt hat, soll Lord Halifax versucht haben, die Frage der Garantien für die baltischen Staaten zu einer Klärung zu bringen. Auch habe ihm, so heißt es, daran gelegen, ein gewisses Mißtrauen des sowjetrussischen Der- Handlungspartners zu zerstreuen. Schließlich habe der Außenminister erneut den englischen Wunsch nach einem schnellen positiven Abschluß der Verhandlungen zum Ausdruck gebracht. Der „Daily Telegraph" glaubt zu wissen, daß dieser Wunsch wahrscheinlich bald in Erfüllung gehen werde, ver- sucht aber gleichzeitig, dem sowjetrussischen Verhandlungspartner jeden Schuld für die bisherige Verzögerung zuzuschreiben. Das Blatt schreibt: „Es scheint Tatsache zu sein, daß während der letzten Phase der .Verhandlungen es schwierig gewesen i|t, von den sowjetrussischen Vertretern eine^tlare Erklärung darüber zu bekommen, was Sowjet- rußland eigentlich will." Der „Times erscheint im Gegensatz zum „Daily Telegraph' der augenblickliche Stand der Verhandlungen „ausgesprochen enttäuschend". Für die nächste Unterredung zwischen Molotow und den beiden Botschaftern der Weltmächte ist in Moskau noch kein Z e i t p unkt f e ft g e s e tz t worden. London erwartet offensichtlich nunmehr ein Entgegenkommen von sowjetrussischer Seite, nachdem es, wie es behauptet, in feinem letzten Vorschlag den Moskauer Wünschen entsprochen habe. Es wäre nicht ausgeschlossen, daß Lord Halifax diese englische Ansicht am Freitagabend erneut Maiski zu verstehen gegeben hat. Der diplomatische Korrespondent der „ T i m e s ", der gewöhnlich den Standpunkt des englischen London, 23. Juni. (Europapreß.) Ein enalisch- nordamerikanisches Abkommen über den A u s - taufchkriegs wichtiger Rohstoffe wurde in London durch Handelsminister Stanley und den nordarneri konischen Botschafter Kennedy unterzeichnet. 2Iirf Grund dieses Abkommens verpflichtet sich die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika zu Lieferung von 60 000 Tonnen Baumwolle. Das wird etwa die Hälfte der Jahresausfuhr von nordameri« kanifcher Baumwolle nach England sein. Der ae« nauc Preis wird erst später festgesetzt werden. Es wird sich um einen Betrag von etwa 6 Millionen Zfund (rund 72 Millionen Mark) handeln. Als Ge- enleistung wird die englische Regierung den Vereinigten Staaten Gummi im gleichen Werte, voraussichtlich etwa 80 000 Tonnen, liefern. Diese Menge entspricht etwa dem fünften Teil des normalen Jahresverbrauches an Gummi in den Der- einigten Staaten. Das Abkommen enthält ferner Bestimmungen zur Vermeidung von Störungen auf dem Weltmarkt und sieht vor, daß die obengenannten Vorräte ledigli ch i m Falle eines größeren Krieges verbraucht werden sollen. Sollte ein Kriegsfall in den nächsten sieben Jahren nicht eintreten, so soll der Verbrauch der Vorräte nach gemeinsamen Beratungen beider Länder geregelt werden. „Evening Standard" schreibt, es handele sich um einen sehr unglücklichen Abschluß. Die autoritären Staaten seien zu den Methoden des Tauschhandels zurückgekehrt, weil ihnen die nötigen finanziellen Mittel für den normalen Handel fehlten. England und USA. aber verfügten über ausreichende Mittel, um an den Methoden des normp- und dem Jemen ein gegenseitiger Hilfeleistungspakt zustande kam, der feine antibritische Spitze nicht verleugnen kann. Vielleicht wird von dieser Seite aus auch England eine Gegenwirkung bei feinem Versuch spüren, den Bund der vorderasiatischen Mächte aus seiner Unabhängigkeit zu locken. Das gleiche Schicksal droht ja schon dem Bal- k a n b u n d durch die einseitige Bündnispolitik der Türkei. Das empfindet man besonders in Belgrad, da Jugoslawien sich wohl politisch wie wirtschaftlich der Achse genähert hat, freilich ohne bestimmte Bindungen einzugehen und die alten Freundschaften mit Frankreich und den Staaten des Balkqnbundes über Bord zu werfen. Aber die einseitige Stellungnahme der Türkei zwingt auch die andern Mitglieder des BalkanbMdes zur Prüfung der Lage. Der rumä« gerkriegs, die Pazifisten von einft die lautesten Rufer im Streit, die sich mit den Imperialisten reinsten Wassers vom Schlage der Churchill, Amery und Duft Cooper zu heftigen Anklagen gegen die Schwerfälligkeit und Ideenlosigkeit der Regierung vereinigten, die ihrer Meinung nach durch eine schwächliche Außenpolitik England in eine Situation gebracht hatte, in der es für Englands Regierung fein Entweder-Oder mehr gab. Aus dieser Geistesverfassung heraus, die aus ideologischer Abneigung, wie bei der Linken, oder aus dem alten macht- polittfchen Argwohn der Vorkriegszeit, wie bei den konservativen Diehards, jedes Paktieren mit den autoritären Mächten ablehnt, wurde in den Reden der Opposition das Abkommen von München, von dem sich feine Urheber und die große Masse ihrer Völker den Beginn einer neuen Fnedensara der Zusammenarbeit zur organischen Neuordnung Europas versprachen, zu einer „Niederlage Chamberlains" und einer „Demütigung Englands gestempelt, und auf einen Wink der jüdischen Finanzge- maltigen der City, die sowohl in den Parlamentskulissen wie im Londoner Zeitungsviertei ein ge- wichtiges Wort mitzusprechen haben, war die Mehrzahl der großen politischen englischen Blatter vom konseroattven „Daily Telegraph" angefangen dis zum marxistischen „Dailn Herold" willfährig genug, diese bösartige und verhängnisvolle Lesart dem englischen Volke in den Kopf zu Hammern, was auch erstaunlich rasch und vollkommen gelang. In Frankreich ist die Entwicklung nicht sehr me anders verlausen, nur daß hier die Vorzeichen fast ausschließlich antiitalienisch waren und das Kadi- net Daladier selbst mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze die keineswegs im einzelnen formulierten Wünsche des faschisttschen Imperiums auf Berücksichtigung feiner Lebensnotwendigkeiten tm Mittelmeer und in Nordafrika mit höchst kategorischer Geste und in Bausch und Bogen abgelehnt hat, um trotz der zwar von entschlossener Bereitschaft, aber auch von größter Friedfe^lgkelt zeugenden Reden des Duce das französische Volk m eine wahre Kriegspsychose zu stürzen und Frankreichs wirtschaftliche und militärische Aufrüstung aus volle Touren zu bringen. Auch hier das gleiche Bild wie in England: die niederträchtigsten Kriegshetzer und lautesten Schreier stellte die Volksfront, deren kurzes Regime am meisten dazu getan hat, Frankreichs Kriegswirtschaft zu desorganisieren. nische Außenminister Gofencu war zu diesem Zwecke soeben in Ankara und Athen. Die Türkei wünscht, offensichtlich um ihre Stellung mnerha b des Balkanbundes zu starken, den Beitritt Bul. qariens, mit dem sie gute Beziehungen unterhält, und das sie auf diesem Umwege auch dem britischen Einkreisungssystem eingliedern mochte aber in Bulgarien fordern Regierung und Volk mit großer Einmütigkeit die Revision des Fnedensdik. tats von Neuilly auch in territorialer Umsicht wenig, stens so weit, daß R u m ä n i e n btc Suddobrudscha zurückgibt und Griechenland den Bulgaren durch einen Korridor den Zugang zum Aegaischen Meer gewährt. Aber es scheint, daß weder Rumänien noch Griechenland der türkischen Fürsprache ein williges Ohr geliehen haben. Dagegen sollen Zwischen Rumänien und der Türkei Verhandlungen gehen die im Sinne der britischen Unterstutzungs- politik für Polen diesem die Zufuhr von Kriegsmaterial durch die Dardanellen erleichtern sollen. Polen, dessen Großmannssucht nach Erhalt der britischen Blankovollmacht täglich unerträglichere For- men annimmt ist mit Rumänien durch einen Mitt- tärpaft verbunden, der einstmals zum Schutz gegen einen sowjetrussischen Ueberfall gedacht war. Denn in Warscha hatte man nicht vergessen, daß -öu- diennys Reiterscharen 1920 vor den Mauern der Hauptstadt standen, und in Bukarest fühlte man sich bedrückt, daß die Sowjetunion die Einverleibung Bessarabiens durch Rumänien niemals anerkannt hatte. Es entsteht also jetzt das Kuriosum, daß gerade die Macht neben England und Frankreich zum Schu« Polens und Rumäniens aufgeboten werden soll, deren Absichten beide seit Jahrzehnten auf das stärkste mißtrauen. Trotz all dieser Widerspruche bleibt das ganze Einkreisungssystem Englands ohne den Beitritt der Sowjetunion Stückwerk. Das weitz man in Moskau und erlaubt sich daher eine Brüskierung der britischen Unterhändler, wie sie m ber Geschichte der Diplomatie beispiellos ist. Kem Vorschlag der britischen Regierung findet Gnade vor den Augen der Beherrscher des Kreml, aber Woche für Woche bemüht sich Halifax, neue entgegenkommen, bere Formulierungen auszuarbeiten, und Chamber- Iain muß inzwischen die über die ständigen Stockungen schon höchst ungeduldigen Parlamentsabgeordneten beschwichtigen und mit nichtssagenden Redens, arten auf die nächste Unterredung mit Molotow vertrösten. Beide, Chamberlain wie Halifax, haben längst alle ideologischen Hemmungen fallen gelassen, aber es nützt ihnen nichts, Moskau ist entschlossen, fein Hilfsversprechen nur zum höchsten Preis zu ver» kaufen. In London ist man bemüht, zu vertuschen, daß die Hauptschwierigkeit in den Verhandlungen mit Moskau immer wieder in der Forderung des Kreml nach Uebernahme ganz bestimmter Derpflich- tungen auch für den Fernen O sie n liegt, die England wenn irgend möglich vermeiden mochte, um sich nicht in seinem Verhältnis zu Japan vor eine klare, den Engländern aber keineswegs angenehme Entscheidung gestellt zu sehen. So werden Vorschläge und Gegenvorschläge, Verlautbarungen und Dementis wohl noch einige Zeit hin und her- gehen. Die wachsende Nervosität der englischen Oeffentlichkeit zeigt das Britische Reich in seiner ganzen Schwäche als Bittsteller am Kremltor, em wahrhaft kläglicher Anblick für alle, die einst zu dem meerbeherrschenden Albion aufsahen, jetzt aber er» fahren müssen, daß Englands Staatsmänner ihre Stunde nicht erkannt haben und vor ihrer wahrhaft europäischen Aufgabe in die veraltete und unfrucht- bare Dorstellungswelt politischer Intriganten geflüchtet sind. Fr. W. L. Englische Besitzerweiterung in Arabien. ß onb o n, 24. Juni. (Europapreß.) Die in Deutsch- lanb und Italien veröffentlichten und in England wiederholt dementierten Meldungen über die B e - setzung Shabwas im südarabischen Staate fernen sind in einem Telegramm Mohammed Raghibs, des Außenministers des fernen, an den „Daily Expreß" bestätigt worden. Die eng- lischen Behörden in Aden behaupten, daß Shabwa ein Teil des Protektorats von Hadramaut ist, wie das in dem zwischen England und der Türkei vor Ausbruch des Weltkrieges im Jahre 1914 abgeschlossenen Vertrag festgelegt worden war. Nach dem türkischen Rückzug von Arabien besetzte ö e r Imam d e s fernen diese Gebiete und forderte sie für sich. „Dieser Anspruch", so heißt es in einer Darstellung des Kolonialministeriums, „ist nicht gerechter als ein englischer Anspruch auf Galais. England ist entschlossen, seinen Vertragsrechten Achtung zu verschaffen, und in der Verfolgung dieser Politir besetzte kürzlich eine kleine Truppe des Protektorats Shabwa." Belgiens Lnabhängigkeitspolitil Brüssel, 23. Juni. (Europapreß.) Der belgische Kabinettsrat befaßte sich mit einer Entschließung des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegen- Heiken, in der es hieß, die Unabhangigkeitspolim gestatte es Belgien aufs neue, General st a o s - besprechungen mit anderen Mächten zu führen. Ministerpräsident und Außenminister Pierlot hatte erst vor kurzem in einer Kammerrede den Begriff der Unabhängigkeitspolitik dahin ausgelegt, Belgien müsse sich aller Bi n b u n« gen enthalten, die das Land in einen Konstin führen könnten, der feine unmittelbaren gebens* interessen nicht berühre. Weiter hatte sich Pierioi hinsichtlich der Frage, ob eine rnilitäri s H Fühlungnahme mit anderen Ländern ratsam fei, auf seinen Vorgänger Spaak berufen, D*r vor längerer Zeit die Aeußerung gemacht hatte, die Aera der Generalstabsbesprechungen sei M endgültig vorbei. Der Ministerrat hat die durch die Enftchließung des Senats entstandenen Zweifel nunmehr durch eine Verlautbarung beseitigt, in der es heißt: „Die Regierung ist einmütig und fest entschlossen, bei der Außenpolitik zu beharren, die seit 1936 verfolgt wird um) die seitdem ständig die Billigung des Parlaments gefunden hat." Vor Unterzeichnung des englisch-polnischen Bündnisses. London, 24. Juni. (Europapreh.) Die Unter- Zeichnung des englisch-polnischen Bündnisverträge steht nach Auffassung unterrichteter Streife in ton don nahe bevor. Seit dem Abschluß des vorläufig , Abkommens im März dieses Jahres ist in forttau i senden diplomatischen Verhandlungen zwischen -w > schau und London der endgültige Wortlaut t eigentlichen Bündnispaktes festgelegt worden. D : Verhandlungen sind jetzt abgeschlossen und die eng ? lische Regierung hat Paris von dem Wortlaut & > Paktes in Kenntnis gesetzt. Warschauer Meldung- > über einen für die Nächste Zeit geplanten Besuch Dr. Li. London, 24. Juni. Trotz anders lautenden Meldungen aus Singapur behauptete „Daily Expreß", die siamesische Regierung habe England und Frankreich „offiziell gebeten, diesen fernöstlichen Staat gegen leben Angriff zu garantieren. Die Bitte werde m London und Paris erwogen. Arn Freitagabend hatte es noch in allen aus Singapur eingetroffenen Meldungen geheißen, daß die siamesische Regierung wahrend der englisch-französischen Militärgesprache in Singapur eindeutig zu erkennen gegeben habe, fic wolle Daß ihr Land unter allen Umständen neutral bleibe. Die Meldung des „Daily Expreß" muß aus diesem Grunde um so mehr überraschen, als sie durch Den Zusatz ergänzt wird, daß der in Singapur anme- enbe Beobachter der Regierung von Bangkok tm Auftrage der Regierung England und Frankreich sämtliche Flugzeugstützpunkte des Landes zurDerfügung gestellt habe. Der Wunsch Englands, Siam in das strategilche Netz des Femen Ostens einzubeziehen, wird in erster Linie diktiert von der Ansicht, daß Singapur und die Malayenstaaten im Falle fernöstlicher Verwicklungen auf die Dauer unhaltbar sein mußten, wenn nicht Siam als Hinter la n d dieser englischen Schlüsselstellung im Fernen Osten m das Derieidigungssystem eingebaut werden könne. Was der „Daily Expreß" für Siam offen ausspricht, das deutet der „Daily Telegraph für Niederländifch-Jndien an. Er fd>reibt, die Vorgänge der Konferenz von Singapur wurden von den holländischen fernöstlichen Behörden aufi merksam verfolgt. Man spreche davon, em Besuch hoher holländischer Offiziere in Singapur sei nicht len Handels fest zuhalten. Warum wende jetzt England freiwillig eine Handelsmethode an, die man verurteilt, und zu der sich andere mehr aus Not gewandt hätten? Hüll macht Ausflüchte. Washington, 23. Juni. (DND.) Außenmini- ster Hüll war auf der Pressekonferenz sehr betreten, als er gefragt wurde, ob dieses Tauschabkommen von Baumwolle gegen Kautschuk nicht feiner „traditionellen" Handelsvertrags- Politik klar widerspreche. Hüll erklärte, bei dem Abkommen handele es sich n i cf) t um ein Tauschgeschäft („harter“) sondern um eine Auswechselung („exchange“). Hüll versuchte dies näher damit zu begründen, daß die Warenmengen nicht in den Handel gelangen, sondern ausschließlich für den Kriegsfall gestapelt würden. Der Tauschhandel soll sich übrigens neben Kautschuk auch noch auf britisches Zinn beziehen. Im Zeichen der Kriegshetze ist also erlaubt, was sonst eine höchst „verabscheuungswürdige Handels- Methode" sein soll. Wenn der notleidende Farmer Fleisch und Baumwolle Deutschland gegen deutsche Waren liefern will, die ihrerseits dem amerikanischen Menschen zugute kommen würden, erhebt sich in Washington ein gewaltiges Geschrei. Auch bei jeder anderen Gelegenheit wettert das Ministerium gegen behördliche Einmischung in private Handelsgeschäfte, aber jetzt nimmt es mit dem Geld des Steuerzahlers gewaltige, geschäftliche Transaktionen vor. Außenamtes wiederzugeben pflegt, schreibt, daß zum Abschluß eines Uebereinkommens zwei notwendig seien. In London sei man der Ansicht, daß der nächste Schritt vorwärts von Moskau kommen muß, wenn Sowjetrußland ernstlich beabsichtige, an der Bildung der „Friedensfront" teilzunehmen, für die die englische Regierung arbeite. pariser Entrüstung. Paris, 23. Juni (Europapreß). Der offiziöse „Temps" veröffentlicht einen äußerst scharfen Leitartikel gegen die Haltung Moskaus. Man könne zwar nicht bestreiten, daß vorn allgemeinen Stand» punkt aus betrachtet die fowjetrussifche Zusammen» arbeit für die Errichtung einer „Friäensfront" nützlich sei. Aber es würde ein Irrtum sein, wenn man den Eindruck aufkommen lassen würde, daß die sowjetrussische Zusammenarbeit durchaus unerläßlich sei und daß ohne Moskau jeder wirkliche Widerstand gegen eine gewaltsame Aenderung unmöglich sei. Es sei zwar möglich, daß die Sowjets die Lage zugunsten des Prestiges ihres revolutionären Regimes ausnutzen wollten und daß sie den demokratischen Mächten Bedingungen aufzuzwingen suchten, die nur noch eine sehr vage Beziehung zu den europäischen Interessen hätten, da diese Bedingungen ausschließlich den sowjetrussischen Interessen zugute kommen würden. Dies entspreche nicht den Forderungen der polittschen Wirklichkeit. Die Abneigung der baltischen Staaten gegen jede (Garantie ziehe für die Konzessionen, die man Moskau machen könne, eine Grenze. In London und in Paris fei man überzeugt, daß die Vernunft in Moskau den Sieg über die gegenwärtige Prestige-Politik davontraaen werde, und daß noch Möglichkeiten für den Abschluß eines Paktes bestünden, der nötigenfalls von anderer Art sein könne als derjenige, über den gegenwärtig verhandelt werde. !.?$* Bi ^obrubjZ ®«i>er $., ’Hrad, N-n |0fn ^banblung, lletltu6ung5 °°n «4, *«n |oll, 9ncf)ere ^or, 1 emen fc, ,^ufe gegen ^«•Denr. L ba& Bit ^auem bet JuNfe mar. piwerleibung 15 anertanm - ba6 gerabe * ?um Schuh werben joi, A auf do; Wiberfprüch; nglands oho« ;rt. Das weifj ;r eine Brii^ °ie sie in bet ;ft Kein Aon 9nabe vor ben >er Woche süt : gegentommen- Jnb Chambeo ) zu vertuschen Üerhandlunm Zorberung bts niet Derpflch fe n liegt, die neiden mochte, zu Japan doi neswegs anx«- n. So wertes erlautbarunge- t hin und Heeder englisch«' ieich in seinn Kremltor, ei- < iie einst zu den , jetzt aber r itsmönner ihn ihrer wahrt" e und unfruch intriganten S M.L ritssM f> *JÄ*% Die in Deck nb in Enzlart über die!«■ darabischk' Telegramm iers des 'Ntt )orben.%^ m,.daß * iramaut 'M und der N Jahres rden «°r. W ien besetz e iete und scheißt es in ist n>ch^ r.',S ,,6) Der 'M S? ller/' «0If. 1 in ßeb^ tteE J ** polnischen Kriegsministers, General Kaprzyn - s k i, in London, werden in der englischen Hauptstadt zurückhaltend ausgenommen. Zwar wird ein derartiger Besuch nach der Unterzeichnung des Bündnisvertrages als durchaus möglich bezeichnet, doch hält man die Warschauer Meldung mindestens für verfrüht. Paris stellt Warschau richtig. Die Danziger Bevölkerung hat sich in überwältigenden Kundgebungen für die Heimkehr ins Reich ausgesprochen. Das ist für diejenigen Politiker des Auslandes, die für das Selbst- bestimmungsrecht oder für das Recht der Mehrheiten eintreten, eine unangenehme Sache. Deshalb erklärt sich die offiziöse „Gazeta Polska" gegen den Gedanken einer Volksabstimmung in Danzig, fügt aber dreist hinzu, daß bei einer solchen Abstimmung 80 v. H. der Danziger Wähler f ü r den Anschluß an Polen stimmen würden. Das polnische Blatt benutzt den alten Trick, es so hinstellen zu wollen, als seien die Versammlungen der NSDAP, immer nur von deren Anhängern besetzt, die dann dem jeweiligen Redner mit lautem Zuruf ihren Beifall bekundeten. Anders ein französisches Blatt, „Paris S 0 i r". Diese Zeitung bringt einen Sonderbericht aus Danzig, in dem gesagt wird, daß solche Kundgebungen, wie sie bei der Anwesenheit von D r. Goebbels in Danzig erfolgt seien, nur noch mit denen verglichen werden könnten, die in Berlin am Tage der nationalsozialistischen Machtergreifung stattgefunden haben. Der Berichterstatter schildert sichtlich beeindruckt den Jubel und Begeisterung der Danziger Bevölkerung, die sich vor dem Staatstheater zu Zehntausenden drängte, und spricht von einem Triumph für das Dritte Reich. Als besonders bemerkenswert stellt der Berichterstatter auch die Stürme der Entrüstung heraus, die in der Menge bei der bloßen -Erwähnung Polens erhoben wurden. 40000 Stimmen hätten leidenschaftlich gerufen: „Zum Teufel mit den Juden und den Pole n". „Sie sollen nur kommen, diese Schweine!" usw. Das Pariser Blatt straft damit die freche Warschauer Behauptung recht eindeutig Lügen. Der Wille Danzigs zum Reich ist so einheitlich und stark, daß er keiner Propaganda bedarf. Aufhebung der Blockade von Swatau. Führer und Volk sind eins. Das schaffende Deutschland steht zu den Zielen der nationalsozialistischen Außenpolitik. Dr. Goebbels spricht aus einem Setriedsappell derSVG. Berlin, 23. Juni (DNB.) Im Omnibus-Betriebsbahnhof Helmholtz-Straße der Berliner Verkestrsgesellschaft fand am Freitagnachmittag ein Betriebsappell statt, der für die 15 000 Teilnehmer dadurch zu einem tiefen und nachhaltigen Erlebnis wurde,, daß der Gauleiter und Reichsminister Dr. Goebbels zu einer bedeut- amen politischen Rede das Wort nahm. „Ich habe mir zu dieser Gelegenheit mit Absicht", so stellte Dr. Goebels fest, „keine Kreise von Besitz und Bildung ausgesucht, weil das Volk nach den Grundlagen seiner Außenpolitik zu leben hat, auch die Außenpolitik muß der breiten Masse des Volkes erklärt und von ihr verstanden werden können." Dr. Goebbels setzte sich dann zunächst mit der Be- hauptung ausländischer Blätter auseinander, das deutsche Volk lehne die „imperialistische Politik" des Führers ab, und gab Dazu eine eindeutige Definition dessen, was man unter „imperialistischer Politik" verstehen könne. „Wenn man", so rief er, „unter imperialistischer Politik versteht, daß ein Land die Welt unterjochen will, dann allerdings hat das deutsche Volt nicht die Absicht, eine solche Politik zu betreiben. Wenn man aber darunter eine Politik versteht, die zum Ziele hat, einem Volk seine elementaren Lebensansprüche zu sichern und ihm den Platz an der. Sonne zu erkämpfen, der diesem Volk aufgrund seiner Tüchtigkeit, seines Fleißes und seiner Tapferkeit gebührt: dann freilich sind wir Imperialisten! Denn wir Deutsche vertreten allerdings die Meinung, daß die Stellung, die wir heute in Der Welt einnehmen, nicht dem Range entspricht, den unser Volk zu beanspruchen hat, und daß diese Stellung deshalb geändert werden muß. Das deutsche Volk hat keine Lust, in aller Zukunst weiter in einem Zustande zu leben, der uns in Versailles in unserer schwersten Stunde aufgezwungen wurde Die Politik, die mir führen, ist — darüber sollen sich die politischen Kreise in London klar sein — di e Politik des deutfchen Volkes, und nicht etwa die Angelegenheit einer kleinen Oberschicht. Wir wollen nicht Kolonien besitzen oder Reichtümer oder Rohstoffe erwerben, damit die Reichen besser leben, sondern damitdie Armen überhaupt leben können. Und zu einer solchen Politik fühlen wir uns dem deutschen Volke gegenüber verpflichtet." „Dr. Goebbels erinnerte daran, wie es der englischen Propaganda einmal gelungen fei, Volk und Führung in Deutschland voneinander zu trennen, wie aber damals nicht etwa die Besitzenden in Deutschland die hauptsächlichen Leidtragenden des Zusammenbruches gewesen seien, sondern die breiten Massen der Arbeiterschaft und des Vauertums. heute nun feien wir ein V 0 l k s r e i ch im besten Sinne des Mortes, und in Zeiten härtester Arbeit sei es gelungen, die deutsche Ration wieder in die Dellpolitik zurückzuführen. „Line Nation, die ehedem nur ein hunderttausend- mannheer besah, verfügt heute über die impo- nierendste Wehrmacht der Welt. Man kann uns nicht mehr überfallen. Deutsche Arbeiter und deutsche Ingenieure haben im Westen eine Mauer aus Beton und Stahl auf- gerichtet, und sie sollen auch einmal d i e N u h- nieher dieser Politik und all ihrer großen Opfer im letzten Jahre sein. Wenn wir heute beispielsweise immer wieder den Ruf nach Kolonien erheben, so geschieht das doch nicht um irgendwelcher Millionäre willen, sondern es geschieht für euch, damit ihr zu leben habt und damit eure Kinder einmal die Basis zu einer nationalen Existenz vorfinden, die eines großen und mächtigen Kulturvolkes würdig ist. Das mag sich das Ausland merken: ein Volk, das so zusammengepreßt auf einem engen Raum '.lebt, das keine natürlichen Hilfsquellen besitzt, keine Rohstoffe, keine Devisen, keine Goldoorräte hat, muß einen andern Weg gehen als ein Volk, das alle Güter dieser Welt sein eigen nennt. Wenn wir nicht so vernünftig wären, dann wäre der überhitzte deutsche Kessel schon längst explodiert. Und noch eins mag die Welt zur Kenntnis nehmen: Wenn man in London, Paris, in Neuyork oder Warschau auch nur einen Schimmer von Hoffnung hegt, daß das deutsche Volk oder daß der deutsche Arbeiter sich einmal vom Führer trennen könnte, so ist das eine illusorische Hoffnung! Ich stehe hier mitten unter euch, und so stehen wir alle fast jeden Tag mitten unter dem Volk. Wir haben nichts zu verheimlichen. Das ist unsere Demokratie. Die Welt muß sich endgültig darüber klar werden, daß das Deutschland von heute nüchtern und unerbittlich für seine Forderungen eintritt. Dieser Betriebsappell erbringt als kleiner Ausschnitt aus der Masse des deutschen Volkes den Beweis für die Richtigkeit dieser Feststellung. Wenn heute der englische Propagandadienst behauptet: »Euer Volk hinter euch tut nicht mehr mit', dann können wir getrost zur Antwort geben: »Wir brauchen uns nicht einmal umzuschauen. Wir wissen, daß.das nicht wahr ist!' Bei euch hier wird ja wohl auch das Ausland zugeben müssen, daß ihr Arbeiter unseres Volkes seid, und es kann wähl niemand behaupten, daß ihr als Straßenbahner verkleidete Millionäre gewesen seid, oder meinen Ausführungen vollkommen teilnahmslos zugehört hättet. Möge man im Aus- land auch die Hoffnung hegen, uns auseinanderzureden. Es mag fein, daß auch einmal wieder Wochen oder Monate kommen, in denen wir nicht mehr so oft reden können wie jetzt. Wenn sich dann die Schmutzfluten einer feindlichen Propaganda über die Welt ergießen, dann wünsche ich, daß ihr aus dieser Stunde Kraft schöpft, auch wenn ihr einmal eine Situation im Augenblick nicht ganz versteht und nicht ganz durchschaut. Dann müßt ihr euch nach dem Grundsatz behelfen, der uns Nationalsozialisten noch stets als Richtschnur 1 ge« Idient hat: Der Führer hat immer Recht, und er behält auch immer Recht!" Hongkong, 24.Juni (Europapreß). Die japanischen Militärbehörden von Swatau haben am Samstag die vor zwei Tagen verhängte S e e - blockaoe um Swatau aufgehoben. Eine dementsprechende Mitteilung wurde den zuständigen ausländischen Flottenbehörden am Samstagmorgen übermittelt. England und die Vereinigten Staaten hatten der Aufforderung der japanischen Behörden, die Kriegsschiffe zurückzuziehen, nur zum Teil entsprochen. Lediglich zwei Frachtdampfer mit englischen Frauen und Kindern haben Swatau verlassen. In Swatau befinden sich fünf ausländische Zerstörer, nämlich drei amerikanische und zwei englische. Die Kriegsschiffe werden aufgrund japanischer Zusicherungen vorläufig in Swatau verbleiben. Die Lebensmittelversorgung der britischen und der französischen Niederlassung in Tientsin hat am Freitag eine Besserung erfahren. Am zehnten Tage der „Belagerung" war auf den Märkten der Konzessionen frisches Fleisch und frisches Gemüse in ausreichenden Mengen vorhanden. Nach englischen Darstellungen waren die japanischen Behörden dadurch verärgert worden, daß der englische Generalkonsul in Tientsm eine seit langem für japanische Transporte benutzte Straße g e s ch l 0 f - s e n hatte, welche durch die englische Konzession führt und die beste Verbindung zur japanischen Konzession darstellt. Die Engländer behaupten nun, daß die Japaner dieses Recht mißbraucht hätten und daß ein Engländer im Zusammenhang mit । einer Auseinandersetzung über dieses Recht von den : Japanern mit der Peitsche ins Gesicht geschlagen worden sei. Todesstrafe für Oevifen- verbrechen in Italien. R 0 m, 23. Juni. (Europapreß.) Ein Gesetzentwurf, iber die Verurteilung aller Vergehen gegen die Unversehrtheit der italienischen Währung an den 'Sondergerichtshof zur Verteidigung des 'Staates verweist, ist angekündigt worden. Für die ! schwersten Fälle solcher Valuta-Vergehen soll die -Todesstrafe angedroht werden. Die neuen ; Strafmaßnahmen sollen sich vor allem gegen Iben Schleichhandel mit Devisen richten, Iba sich in jüngster Zeit die Fälle von Dalutenver- jschiebungen bedenklich gehäuft haben. Die „Tribuna" schreibt, es sei verständlich, daß Ibie italienische Öffentlichkeit die Anwendung der z gleichen Strafen gegen diese Schädlinge verlange, imie sie gegenüber Polksverrätern und Deserteuren oan der Front schonungslos durchgeführt werden. ! Das „Giornale d'Jtalia" erklärt, es fei mit dem I Gerechtigkeitsgefühl des Volkes nicht mehr länger »zu vereinbaren gewesen, Milde gegenüber solchen Verbrechern zu üben und sie nach Verbüßung einer : geringen Strafe im Genuß der Früchte ihres Der- ibrechens zu lassen. Die italienischen Gommerübungen. Rom, 23. Juni. (Europapreß.) Die großen Jllebungen des italienischen Heeres werden i m iAugust in der Po-Ebene abgehalten wer- 3>en. Drei Kampfeinheiten der Po-Armee werden 7mit Kriegsformationen von Venetien nad) Weften gegen Piemont vorrücken. Der Dor- nnarsch dieser Einheiten wird durch das Eingreifen Über Luftwaffe, die Unterbrechung von Brücken und -/Straßen erschwert. Auf diese Weise werden zur Ausbildung der Truppen für den Bewegungskrieg zahlreiche Probleme zu lösen fein. Die Kräfte der Gegenpartei werden von dem Armeekorps Piemonts gestellt. Die faschistische Miliz wird auch in »diesem Sommer in erheblichem Maße an den Hebungen des Heeres teilnehmen. Die gründliche Ausbildung der Truppen in Feldübungen wird im Nanzen Lande während der Sommermonate -fort- Msetzt. Durch 7l»caragua ein Kleinkanal geplant. Washington, 23. Juni. (DNB.) Die Regierung der USA. veröffentlicht neue Einzelheiten zu Bauplänen des Nicaragua-Kanals, für dessen Vermessung Roosevelt kürzlich 200 000 Dollar ansor- »berte. Danach ist an Stelle des ursprünglichen gGroßkanals für Ozeandampfer und Kriegsschiffe ein Kleinkanal für Schleppkähne nut Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preise liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. einem Höchsttiefgang bis zu 4 Meter und parallel dazu eine Auto st raße geplant. Der Kanal soll 140 Meilen lang werden. Während der große Kanal 1,5 Milliarden Dollar kosten sollte, schätzt Roosevelt die Kosten des Kleinkanals auf 25 bis 40 Millionen Dollar. Der Kanal so bei Sperrung des Panamakanals im Kriegsfälle die Verschiffung wichtiger Waren zwischen beiden Ozeanen ermöglichen und außerdem das Innere Nicaraguas erschließen und den Vereinigten Staaten von Nordamerika die dort gewonnenen kriegswichtigen Rohstoffe, wie Mangan, zugänglich machen. Dem Kanal kommt also eine rein strategische Bedeutung zu. Roosevelt selbst nannte das Projekt sehr wichtig für die Verteidigung der westlichen Halbkugel. General Valle kommt nach Berlin. ’ MM ■ MF MlIÄI Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt trifft am 24. Juni der Staatssekretär der italienischen Luftwaffe, Geschwadergeneral Valle, zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein. Unser Bild zeigt links Generalseldmarschall Göring, in der Mitte Geschwadergeneral Valle und rechts Staatssekretär Generaloberst Milch. — (Rosemarie Clausen. Scherl-M.) Sommerübung aller Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Vom 27. Juni bis zum 11. Juli findet die diesjährige gemeinsame Sommerübung aller Nationalpolitischen Erziehungsanstalten in Kärnten statt. Das ganze Leben und die gesamte Erziehung an den Nationalpolittschen Erziehungsanstalten sind in ihrem Gepräge und ihrem Ablauf mitbestimmt durch die großen Kräfte des Jahresablaufes und des Dolksgefchehens. Der Sommer firckret die Jungmannen draußen bei einer ^tägigen Geländeübung. In jedem Jahr besuchen sie da- Muskelrheuma ist Togal ein spezifisch wirkendes Heilmittel, beseitigt rasch die Schmerzen u. stellt dadurch die Arbeitsfähigkeit bald wieder her. Keine unangenehmen Nebenwirkungen! Machen Sie noch heute einen Der- such — aber nehmen Sie nur Togal. In allen Apoth. M 1.24. frei eine andere deutsche Landschaft und einen anderen Stamm unseres deutschen Volkes. 1934 fanden die gemeinsamen Sommerübungen im Weser-Berg- land, 1936 in der Lüneburger Heide und 1938 in Mecklenburg und auf dem Darß an der Ostsee statt. In diesem Jahre marschieren alle Anstalten in drei großen Marschsäulen in Form eines Sternmarsches durch Kärnten in der Richtung zum Faaker See (unweit Villach am Fuße der Karawanken). Während des Stemmarsches, der den Jungmannen einen nachhaltigen Eindruck von Land und Leuten vermitteln soll, werden auf öffentlichen Plätzen der Quartierorte Sing- und Spielabende veranstaltet. Nach dem Zusammentreffen aller Marschsäulen am Faaker See findet vom 2. bis 4. Juli ein Geländespiel statt. Uebungsgelände ist die Umgegend des Faaker Sees zwischen Drau und dem Fuß der Karawanken. Es nehmen ^Anstalten in einer Gesamtstärke von rund 3000 Erziehern und Jungmannen teil. Auch die Reichsminister Dr. Rust und Seyß-Jnquart werden den Hebungen beiwohnen. Luftschlacht am Buir-See. Außenmongolische und mandschurisch-japanische Streitkräfte haben wiederum einen scharfen Zusammenstoß gehabt. Bereits vor einigen Wochen kam es zu einer regelrechten Luftschlacht zwischen den Kampfgeschwadern beider Seiten, während motorisierte außenmongolische Einheiten nach Ueber- schreiten der Grenzen von den japanisch-mandschurischen Truppen aufgefangen und mit ernsten Verlusten zurückgeschlagen wurden. Bei dieser Schlacht zwischen den Fliegeroerbänden holten die Japaner 42 Flugzeuge herunter. Jetzt haben sie, nachdem vor einigen Tagen außenmongolische Flieger mandschurische Ortschaften bombardiert hatten, woraufhin sofort die japanischen Lutstreitkräfte ver- stärtt wurden, 4 9 Maschinen aus den in stattlicher Anzahl erschienen gegnerischen Formationen herausgeholt und vernichtet. Die Kämpfe haben sich wiederum am Buir-See abgespielt, der seit Jahren eine Stätte ewiger Zusammenstöße, Reibe- reien uni) ernster Gefechte ist. Maa sein, daß hier die Grenzen ungenau gezogen sind, wichtiger erscheint aber wohl das Bestreben der von den Sowjetrussen kommandierten außenmongolischen Streitkräfte zu sein, nach der von Japan beherrschten Mandschurei hin an Boden zu gewinnen. Das Merkwürdige an diesen Zusammenstößen, die in früheren Zeiten unweigerlich einen Krieg ausgelöst hätten, besteht aber darin, daß sich beide Parteien nach allen Regeln der Kunst zusammenzuhacken suchen, im übrigen aber die gegenseitigen diplomatischen Beziehungen in aller Ruhe aufrechterhalten. Es scheint zur stillen Vereinbarung gewor- den zu sein, derartige Zwischenfälle, selbst wenn man wie kürzlich am Tschangkufeng ganze Divisionen antreten läßt oder wie auf dem Amur sich nut Kanonenbooten Gefechte liefert, zu harmlosen Grenzplänkeleien zu zählen. In Wirklichkeit sind sie mehr: auf der roten Seite das ewige Suchen nach der Einbruchsstelle in die japanische Front, auf der japanischen Seite das Zeichen höchster Aufmerksamkeit den Roten gegenüber, die sich durchaus nicht scheuen, mit gewaltigen Geschwadern „irrtümlicherweise" die Grenze zu überschreiten und gleichzeitig „irrtümlicherweise" motorisierte Regimenter auf bestimmte Ziele losmarschieren zu lassen. Eins steht aber fest: die Grenzzwischenfälle nehmen einen immer ernsteren Charakter an, weil von der anderen Seite her immer größere Formationen und immer schwerere Mafien zum Einsatz gelangen. Kleine politische Nachrichten. Am Freitagnachmittag verließ die Abordnung der spanischen Generale und Offiziere, die unter Führung des Generals Aranda die heimkehrende LegionCondor nach Deutschland begleitet hatte, von Hamburg aus Deutschland, um auf dem Seewege in ihre Heimat zurückzukehren. Die Abordnung, die aus ungefähr 80 Offizieren besteht, hatte während ihres Aufenthaltes in Deutschland Gelegenheit, die Einrichtungen unserer Wehrmacht und einen großen Teil Deutschlands kennenzulernen. ♦ Am 16. Juni wurde in London von der deufichen und der britischen Regierung ein Abkommen überbie Ausdehnung des deutsch-eng- lischenTransfer-Abkommens vom 1. Juli 1938 und des Zusatzabkommens vom 13.8.1938 auf die mittel- und langfristigen Verpflichtungen fu« detenländifcher Schuldner gegenüber bri- tischen Gläubigern unterzeichnet. Stichtag für die Feststellung dieser Verpflichtungen ist der 29. September 1938. • * Anläßlich der Reise des Caudillo durch die nord- spanische Provinz C 0 r u n a fand im Rathaus der Stadt Coruna ein Empfang statt, bei dem der Zivilgouverneur die Ernennung des Generalissimus zum Ehrenbürger aller Orte der Provinz bekanntgab. Wetterbericht Während sich am Freitag in Deutschland östlich der Weser schon merkliche Abkühlung einstellte, blieb der Westen und Süden noch im Bereiche feucht- warmer Luftmassen, innerhalb deren es vielerorts zu Gewittertätigkeit kam. Inzwischen waren jedoch infolge der Luftdruckverteilung kalte Luftmassen über England südwärts vorgestoßen, deren Einbruch in der Nacht zum Samstag zum Morgen erfolgten. Wobei es auch bei uns zum Durchbruch einer Gewitterfront mit vielfach ergiebigen Niederschlägen kam. Das Wetter bleibt zunächst unbeständig und kühl. Vorhersage fürSonntag: Wolkig bis bedeckt und zeitweise Regen, späterhin wieder wechselnd bewölkt mit Schauerneigung, bei lebhaften Winden aus West bis Nord kühl. Vorhersage fürMontag: Wechselhaft und zu einzelnen Niederschlägen neigendes Wetter. Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 19,5 Grad; am 24. Juni: morgens 15,8 Grad. Maximum 27 Grad, Minimum heute nacht 14 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Juni: abends 24,8 Grad; am 24. Juni: morgens 19 Grad. — Niederschläge 10,9 mm. — Sonnenscheindauer 7,1 Stunden. Gutes 05157 Metall Lager wendungszwecke für alle Ver- Paul Läufer Gießen Wagengasse RoWeck- WWNl kuh 4498V 99 A sucht. 03150 NoN 03134 Reich stellt ein 03129 kaufen. 03094 Wetzlar. 2916Ü 9.30, 10.45, Witwer fort 03166 [ Herzkrafi bei .1 Beamt.a.D.sucht schöne, sonnige „(Erp" macht auch Ihnen Freude! Lesen Sie den neuen Tier-Raman: Mündlich können Sieesnurvvulgso sagen, schrifllich mehreren, durch 8.30, KG. .. hewleiOenö? Schwindel gefühl, Herz-Angst. Herzasthma. Nicderge- brücftfctn, Schwäche? Das Herz durch„Herzhaft" schonend stärken! Flasche RM. 2.70. nur in Apotheken. raum für Fahrräder, trocken, geraum, u. zentral gelegen, mietet für dauernd per so- G. 9 Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kiing vorm. Heger Nach!. 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Das alles äst wie ein Traum bei wachen Augen, ich schau mmher und spüre etwas Unbehagliches im Halse, Line seltsame Beklemmung — auch die Bäume istehen regungslos in der toten Luft, als hielten ifie den Atem an. Und nun schiebt es sich aus dem Westen heran, hohe Türme zuerst, weiße Säulen von Dampf, und Worunter mißfarbiges Gewölk, ein Knäuel von -iefigen Schlangen die sich winden und wälzen und Ihre' grauen Leiber blähen. Anfangs liegt die Wetterwolke niedrig und breit auf den Bergen, aber im Näherkommen zeigt sie den trächtigen Wauch, sie bäumt sich hoch auf und schleift ihr Langes Regenhaar hinter sich her durch das Tal. Tin gewaltiges Untier ist sie, das mit tragen Glle- ioern'durch die Weite des Himmels stampft Blitze ßuefen aus ihrer Flanke, flackern und züngeln über löie bläuliche Haut der Wolke, andere fahren leuchtend nieder und pflanzen sich wie feurige Baume mitten hinein in den rauchenden Wald. Jetzt höre ich auch den dröhnenden Schritt des Dieres und seine Stimme, ein tiefes Murren, das Seit«« Sie m.ijtentenli HisJ» L« menauÜA Lande. E uZM ■—Ö allein'^ würde Witwe, * KZ- Adiir ‘•konti ÄS aJsBe. ‘dealen rnungs. dem d. Stuttgart, im Juni 1939. Die.Reichsgartenschau in Stuttgart, über die mir schon bei ihrer Eröffnung eingehend berichtet haben, hat anderen großen Ausstellungen eine Eigentümlichkeit voraus: sie erneuert sich ständig und zeigt daher Monat für Monat ein völlig anderes Gesicht. Tulpen und Primeln wurden abgelöst von Pfingstrosen und Schwertlilien, die herrlichen lachsroten und violetten Rhododendren, die wie große farbige Flecke aus dem dunklen Grunde kleiner schattiger Haine leuchteten, sind verblaßt und unsere schönste, edelste und dankbarste Blume, die Rose beherrscht weithin das Feld. In allen Spielarten und allen Farben von samtenem Dunkelrot bis zum klaren Weiß, leuchtendem Goldgelb und Rosa in allen nur denkbaren Tönungen und Nuancen überziehen 60 000 Rosen die Hänge des Killesberges, des höchsten Punktes der Ausstellung, von dem man einen herrlichen Blick hat weit hinein ins schwäbische Land nach Südosten zu zur Alb und nach der anderen Seite über die Heilbronner Berge bis zum Odenwald und dem Königsstuhl bei Heidelberg. Hier am Killesberg, zwischen den steilen Felswänden alter Steinbrüche und Geröllhalden, aus deren seit Jahrzehnten ungenützter Wildnis der Gartengestalter Hermann Mattern, Potsdam-Bornim, und der Architekt Gerhard Graubner aus Düsseldorf in großzügiger Planung ein Landschaftsbild von eigenartiger Schönheit geschaffen haben, zieht sich das „Tal der Rose n", das jetzt im Juni, dem Blütenmonat der Rose, sich in feiner ganzen Pracht dem Beschauer zeigt. Aber es ist ja eine weitere Eigentümlichkeit der Reichsgartenschau, daß sie nicht nur was Natur und Menschenhand in gemeinsamem Werk schufen in ästhetisch vollendeten Kompositionen unserem entzückten Auge darbietet, sondern auch gleichzeitig anregend, beratend und lehrend Laien und Fachleuten einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Gartenbaukunst in allen ihren Verzweigungen geben, sie mit den neuesten Züchtungen bekannt machen und ihnen die modernsten erprobten Hilfsmittel für ihre Arbeit zeigen will. So sehen mir im „Tal der Rosen" die verschiedensten Sorten nach den wichtigsten Anbaugebikten geordnet, wobei auch unser Hessen zu respektabler Geltung kommt. Ein beson- Ais Laie auf der Reichsgartenschau Eigener Bericht des Gießener Anzeigers WH*61 mit-LW fenneÄ Ltw.-A Ä W U Francos neue Ausgabe Geschichten aus aller Welt 1 Es mir dos der mit aus um ab- die unseres reichen Könnens geschenkt, sondern wenn wir mehr genommen und gefordert hätten. Wir haben es nicht verstanden, aus uns etwas zu machen in der Fremde, uns in Positur zu setzen, uns bewundern zu lassen, obwohl wir dazu ein gutes Recht kraft unserer Leistung haben. Dies soll und muß anders werden! Wir haben mit unseren Auswanderern der Welt unendlich viel gegeben. Wohin immer wir blicken, besteht die deutsche Kulturleistung, ja, sie wird nur zu gerne um ihres hohen Wertes willen von den Morisons diese Arbeit fortsetzen und möglichst schließen. Im ersten Teil der Seereise wird „Capitana" den Weg verfolgen, den Columbus auf seiner ersten Rückreise nahm. Auch die Azoren, wo Columbus nach einem schweren Sturm Zuflucht suchte, werden dabei angelaufen. Die Expedition will dann nach Lissabon segeln, dem Heimathafen der ersten Seereise Columbus', um weiterhin die war. Wenn aber deutsche Menschen im Ausland sich zusammenschließen, um deutsche Schulen für ihre Kinder aus ihrem schwerverdienten Gelde zu errichten oder in ihren Vereinen die deutsche Gesinnung zu pflegen, dann schreit diese gleiche Presse Zeter und Mordio, und jeder harmlose Deutsche wird, nur weil er ,Heil" sagt und die S)anb zum Gruß erhebt, weil er auch Geld dazu beiträgt, die deutsche Schule zu erhalten, gleich zu einem Staats- feind erklärt und mit Teer und Federn bedroht. ~ wird eben mit zweierlei Maß gemessen, und Deutschen hören stets das Wort: „Ja, Bauer, ist etwas anderes". Vielleicht ständen wir in Welt besser da, wenn wir nicht nur immer vollen Händen aus dem unerschöpflichen Born Gtaatsdeutsch oder volksdeutsch? Don Mona Kahle. anderen Völkern für sich beansprucht. Vom Manen- altar in Krakau, den der Deutsche Deith Stoß ge- chaffen hat und den die Polen für sich reklamleren, oder der gewaltigen Brooklyn-Brücke, die der Thüringer Johann August Röbling erbaute den man aber zum Yankee machte, ließen sich Tauende von Beispielen auf dem Gebiete der Kunst und Technik nennen. Dort, wo niemand sonst den Mut hatte zu siedeln, im Sumpfland oder der öden Steppe, dort haben fleißige deutsche Bauern zu roden begonnen, und ihre Enkel waren erst so weit, aus hunderttausendfältigem Ducken und blutenden Schwielen zu ernten. Ungezahlte Quadratmeilen unbewohnten Oedlandes haben deutsche Siedler in fruchtbringende Aecker verwandelt. Tauende und Abertausende von Städten. Hunderttausende von Handwerks- und Industrieunternehmungen wurden von deutschen Auswanderern begründet zum ideellen und materiellen Segen ihres Gastlandes. Sie haben ihren Gaststaaten auch mit ihrem Blut, nicht nur mit ihrer hochqualifizierten Arbeit gedient. Ohne die deutschen Freiwilligen hatte Washington die Freiheit nicht erkämpfen können, ohne die deutschen Regimenter waren die Nord- taaten im amerikanischen Bürgerkrieg besiegt wor- )en, um nur zwei Beispiel aus der nordamert- kamschen Geschichte zu nehmen. So konnte man allen Staaten Beispiele aufzahlen. Millionen Millionen tüchtiger deutscher Menschen haben Es muß aber auch ein Ende haben mit der Auffassung, als handele es sich bei der Arbeit des Volksbundes um Mildtätigkeit und Wohltun! Es ist nicht so, daß wir dem „Bruder in Rot" ein Almosen geben, Fürsorge an ihm üben; Pflicht, heilige, zwingende, das Gewissen nickt m Ruhe lassende Pflicht ist uns der Einsatz für die volksdeutschen Kämpfer. Wenn mir sie und uns, wenn wir ihren Kampf und unsere Aufgaben erst erkannt haben, daß es überall, wo volksdeutsches Ringen sich abspielt, mit um unsere Zukunft, um die Geltung, den Bestand unseres gemeinsamen Dolkserbes geht, dann überwältigt uns die Beschämung, wie gering unser Beistand, wie lau unsere Anteilnahme, wie gehemmt unser Einsatz bisher gewesen ist! Ich weiß von Deutschen tm Auslande, die persönlich materielle Rot, die bis zum Hunger geht, apf sich genommen hoben, um ihren Kindern Den Besuch der deutschen Schule zu ermöglichen und ihnen kulturelles Darben ersparen. Aus manchen Außenposten des Deutschtums wissen sie es wohl, Männer und Frauen, daß jeder einzelne in dem völkischen Kulturkampf, Verfolgung, Aechtung, Beraubung, ja vielleicht Vertreibung erleiden muß, aber sie halten aus, und die tiefste Kraft gibt ihnen die Erkenntnis: es geht nicht allein um ihre Gruppe, um ihren Stamm, um ihr Gebiet, es geht um den kulturellen Lebensboden des gesamten deutschen Volkes, es geht um die Ganzheit, in die sie sich eingebunden fühlen. Und diese volksdeutsche Erkenntnis will der Dolks- bund für das Deutschtum im Ausland zum innersten und in Daten sich auswirkenden Besitz aller Heimatdeutschen machen! Wo immer in der Wett ein Deutscher für sein Volkstum streitet, streitet er für dieses große deutscheDolk; wo immer in der Welt ein Deutscher Schimps und Aechtung tragen muß, soll es Schimpf und Aechtung sein, dem ganzen Volke angetan; wo immer in der Welt ein Deutscher glühend um Freiheit betet, soll dies Freiheits- rufen widerhallen im ganzen Volk; Grenzen, Länder und Ozeane können unsere Seelen nicht trennen, können nicht trennen die Liebe, die hüben-und drüben das ganze Volk umfaßt! verschiedenen Plätze aufzusuchen, mit denen der Name des Entdeckers verbunden ist. Insbesondere soll auch das Schrifttum in den Dibttotheken und Archiven eingesehen werden. Nachtwandler rasiert sich im Schlafe. Ndz. London. In Sneyd Green (England) ist ein ganz eigenartiger Fall des Nachtwandelns beobachtet worden. Als Frau Kitson mitten in der Nacht erwachte, sah sie, wie ihr Mann sich schlafend in das Badezimmer begab und dort, ohne Licht einzuschalten, sich einseifte. Dann nahm er das Rasiermesser und rasierte sich — immer im Dunkeln — mit aller Gründlichkeit. Die erschreckte Frau wogte nicht, den Mann zu wecken, weil sie fürchtete, daß er sich bann mit dem scharfen Messer verwunden könnte. Der Nachtwandler ging noch vollzogener Verschönerung mit geschlossenen Augen in sein Bett zurück, und nun zeigte sich, daß er sich bei der Rasur im Schlafe auch nicht die kleinste Schramme zugefügt hatte. Bilanz des Raufens. Ndz. Sao Paulo. -Der polizeiärztliche Dienst der brasilianischen Stadt Sao Paulo hat eine Statistik über die Raufereien im Jahre 1938 veröffentlicht, die deutlich die Freude an der Statistik widerspiegelt. Als Ergebnis wird festgestellt, daß Sao Paulo eine friedliche Stadt sei. Man darf das natürlich nur an den brasilianischen Temperamenten messen. Don 1000 Bewohnern prügeln sich nur zwei, und täglich gibt es nur acht Raufereien. Es wurde nämlich amtlich festgestellt, daß im letzten Jahr „nur" 2889 Angriffe vorgekommen seien. Ohrfeigen sind da natürlich nicht mitae- zählt, denn in allen Fällen handelt es sich um Angriffe mit Verletzungen. Nach Geschlechtern getrennt, entfielen auf Männer 2184 und auf Frauen 703 Angriffe. Nach dem Zivilstanb waren 1526 Ehegat- ten und 1085 Ledige in Raufereien verwickelt. Die Witwer sind nur mit 122 beteiligt. 2000 der gemeldeten Beteiligten waren Brasilianer, die übrigen Ausländer. Merkwürdig erscheint, daß unter den Raufbolden auch 25 Sicherungsinspektoren aufgezählt werden. Unter den Waffen ist der Prügel am beliebtesten, mit dem 2345 Angriffe burchgeführt wurden. Dann kommen Feuerwallen. Stichwaffen, in 19 Fällen heißes Wasser, Del ober brennende Gegenstände, unb in einem Fall sogar eine Bombe. Das sind die Gegenstände, welche immerhin 2889 Menschen in Sao Paulo im letzten Jahr über die Polizei in ärztliche Behandlung gebracht haben. Nicht die richtige Kur! Ndz. Kopenhagen. Zum „Feuerfresser" wider Willen wurde ein Schlächterlehrling in Apenrade. Ein hohler Zahn bereitete ihm furchtbare Schmerzen, die er auf den Rat eines Kollegen durch Austräufeln von Benzin lindern wollte. Rach dieser Prozedur ließen zwar die Schmerzen ein wenig nach, aber dafür litt der Bursche unter dem häßlichen Benzingeschmack, der durch Mundspülen mit Wasser nicht beseitigt wurde. Eine Zigarette sollte diesen Geschmack vertreiben; als der Lehrling sie aber anzündete, schoß ihm eine lange Stichflamme aus dem Mund. Er hat schwere Verbrennungen in der Mundhöhle und an den Lippen davongetragen. Ein kostbarer Liebesbrief. B. Paris. Schon ost im Leben haben junge Damen einen Liebesbrief, von dessen Absender sie nichts wissen wollten, in kleine Fetzen zerrissen, aber kaum je wird dies eine so bitter bereut haben, wie die, von der Pariser Blätter folgendes erzählen: Sie erhielt vor einigen Tagen, als sie in einem Kaffeehaus faß, ein paar Heilen, die in Eile auf ein zu- fammengefaltetes Stuck Papier geschrieben waren. Das Briefchen kam von einem hartnäckigen Bewerber, einem jungen Rechtsanwalt, dem es bis dahin nicht gelungen war, ihr vorgestellt zu werden, unb der nun ein Zusammentreffen um nächsten Tage vorschlug. Am Abenb besselben Tages horte der Rechtsanwalt die Nachrichten im Rundfunk mit an, und als dabei auch mitgeteilt wurde, auf welches Los ein großer Gewinn gefallen war. erinnerte er sich, daß er das Glückslos gekauft hatte, auf das eine Prämie von einer Million gefallen war. Zu seinem größten Schrecken fiel ihm aber zugleich ein, daß er seine feurige Einladung an die junge Dame im Casö, da er gerade nichts anderes zur Hund hatte, auf die Rückseite des Glücksloses gekritzelt unb dieses der Angebetenen geschickt hatte. Er konnte kaum den nächsten Tag erwarten, bis er die Dame wiedertraf, und als er sich jetzt an sie wandte unb nach dem Billett fragte, mußte er erfahren, daß diese es zerrissen und achtlos fortgeworfen hatte, da sie seine Gefühle nicht im geringsten erwidere. Die Schöne erklärte, daß ein Mann, der so wenig gewandt wäre, daß er den Weg zu der erwählten Dame nicht leichter finden könnte, ihr besser ferm bleiben würde, aber vielleicht hat auch sie, als sie erfuhr, worum es sich handelte, eine bittere Enttäuschung empfunden, daß sie mit den Papierstücken auch fein Vermögen verloren hatte. Don Dr. JRifter von Goß Es war im Juni 1936, wenige Wochen vor der auf Befehl der „republikanischen" Regierung von der Polizei durchgeführten Ermordung Calvo S o t e l o s , die das Signal darstellte für die nationale Erhebung des Generals Franco. Wir hatten draußen auf dem Flughafen von Madrid Freunde aus Deutschland abgeholt, die zu kurzem Besuch gekommen waren. Wir wollten ihnen diese ehemals wirklich königliche Stadt natürlich in bestem Lichte zeigen, denn sie war uns als Repräsentantin ihres Landes und ihrer stolzen Nation seit vielen Jahren ans Herz gewachsen — wir fühlten uns Der- antwortlich dafür, daß die Gäste aus Deutschland den denkbar besten Eindruck mit nach Hause nah. men obwohl feit dem Sturz der Monarchie die Verfallserscheinungen im öffentlichen Leben Spaniens sich in erschreckendem Umfang mehrten. Wir hatten freilich wenig Glück. Denn schon die Unterbringung der deutschen Reisenden begegnete großen Schwierigkeiten — wenige Tage vorher war wieder einer jener politischen Streiks der Hotel- und Gastwirtangestellten ausgebrochen, die das Leben der Stadt in regelmäßigen Abständen fast ftillegten, und nur mit Mühe konnten wir schließlich ein Hotel finden, dessen Betrieb vom Besitzer und seiner Familie notdürftig aufrechterhalten wurde Auf Bäder unb warmes Wasser mußten die Gaste freilich verzichten,.. Am nächsten Tage erging es uns nicht besser: Der vorgesehene Besuch eines Stierkampfes mußte unterbleiben, da die Gewerkschaft der Toreros aus den gleichen durchsichtigen politischen Gründen, die Herr Trotzki schon Jahre vorher kannte, in den Streik getreten mar. Am Abend saßen wir bann im kleinen Kreis zu- fammen, und ein spaniendeutscher Kaufmann, der soeben von einer Autoreise aus Andalusien zurückgekehrt war, berichtete von seinen Eindrücken. „In wenigen Wochen haben wir dort die Revolution", äußerte er und schilderte bann, sich draußen im Dienste anderer Staaten bewahrt, weil sie das Unglück hatten, nicht auf deutschen Kolonialboden auswandern zu können. Immer und überall haben sie in loyalster Welse dem Staate gegeben, was ihm gebührt, waren die pünktlichsten Steuerzahler unb diszipliniertesten Untertanen - man könnte oft sagen, leider — weil ihre Hochachtung vor dem Begriffe —Staat— so groß ist. Die Hetze gegen sie ist nicht nur verlogen und dumm, sie schädigt auch ihre Gaststaaten in empfindlicher Weise, was allerdings denen, die hetzen gleichgültig ist, weil es überall die Juden und Freimaurer sind, die an *ber Hetze verdienen unb denen das Wohl des Staates Hekuba ist. Das deutsche Volk ist aber heute nicht mehr bereit, dieser Hetze stumm zuzuschauen. Es wird unb kann in einer Weise protestieren, über die die Welt noch staunen wird. Wenn wir am „Tag des deutschen Volkstums" diese Mahnung aus- prechen, so noch mehr die Forderung an alle Deut- chen, die große Schicksalsgemeinschaft aller Deut- chen zu erkennen. Als unser Führer als Knabe im volksdeutschen Grenzlandkampf stehend zum bewußten Nationa- listen wurde, kämpfte die Ostmarkjugend im Zeichen her Kornblume. Dies Sinnbild volkdeutscher Treue wird heute auf allen Straßen zu sehen fein, und es fordert den gleichen Einsatz, für den der junge Hitler kämpfte, von der großdeutfchen Jugend und vom ganzen Volk. Fritz Heinz Reimesch. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Die kostbaren Enten. Ndz. Schanghai. Im Westen der jetzt zum fernöstlichen Kriegs- gebiet gehörenden chinesischen Provinz Hunan sind die Bauern gegenwärtig um das Gold besorgt, bas ihre Enten im Magen haben. Hier existiert nämlich seit uralten Zeiten eine ganz eigenartige Art bcr Goldgewinnung. Die Flüsse und Bäche führen Gold, aber die Goldwäscherei ist wenig lohnend. Dafür hat hier aber die Entenzucht „goldenen Boden". Die Bauern lassen die Enten so alt wie möglich werden, denn sie legen weniger Wert auf den Braten als aus den Tragen und die Eingeweide der Tiere. In ihnen sammeln sich im Laufe der Jahre die winzigen, aber schweren Goldkörnchen an, die die Ente mit der Nahrung aus dem Wasser aufgeschluckt hat. hat. Wenn eine alte Ente geschlachtet wird, so bewahrt der Bauer sorgfältig Magen und Därme auf. Sind Cnten-Eingoweide in genügender Menge an- gesammelt, so werden sie auf einer glühenden Platte in Asche verwandelt. Aus dieser Asche läßt sich meist eine verhältnismäßig beträchtliche Menge Gold aus- waschen. Auf den Spuren des Kolumbus. Ndz. Neuyork. Wie aus Cambridge in Massachusetts mitgeteilt wird, soll im August unter Leitung von Professor Morison eine Expedition Neu-England verlassen, mit dem Ziel, den Weg zurück zu verfolgen, den Christoph Columbus einst genommen hat, als er Amerika entdeckte. Die Kreuzfahrt wirb auf dem Segelschiff „Capitana" durchgeführt, bas Freunde der Havard-Universität für dieses Unternehmen gekauft haben. Die Expeditionsreife beruht auf der Erwägung, daß es nur dann möglich ist, die Perfönlich- keit von Columbus und feine Eigenschaften als Seemann und Entdecker voll zu schätzen, wenn man möglichst genau seiner Route folgt unb alle bie Plätze besucht, an denen Columbus gewesen ist. Professor Morison meint, daß bas meiste von dem, was an Literatur über Columbus vorhanden ist, in Bibliotheken von Schülern niebergelegt wurde, die keine Ahnung von der Schiffahrt hatten unb sich mehr ober weniger mit Spekulationen unb Vermutungen zufrieden gaben. Professor Morison beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit Columbus. Im Winter 1937/38 segelte er mit einer Jolle burch die Kleinen Antillen, um die Route zu prüfen, die der Entdecker auf seiner zweiten Seereise benutzte. Im letzten Winter wies er die Lage der ersten europäischen Niederlassung in der Neuen Welt nach. Die beoorft^enbe Expedition soll nach den Erwartungen Herkules war nichts dagegen. B. Stockholm. Als ein neuer Herkules versetzt der Schwede Nils Nilsson seit einigen Wochen Tausende von Besuchern des Lunaparkes in Stockholm in große Begeisterung. Dieser stärkste Mann der Wett, wie er genannt wird, ist 26 Jahre alt, 1,86 Meter groß und wiegt 87 Kilogramm. Allgemein bestaunt wird seine neueste Leistung, bie er infolge einer Wette vollbrachte. Er begab sich Mir Feuerwehrwache der Stadt, nahm aus ftine breiten Schultern einen großen unb kräftigen Tisch und lud die Feuerwchr- leute ein, auf diesen zu steigen, so viele darauf Platz fanden. Mit Erlaubnis ihrer Vorgesetzten kletterten auch 12 Mann, alles große unb kräftig gebaute Leute, auf den Tisch und wurden über den ganzen Hos der Feuerwehrkaserne im Triumph getragen. Nilsson war damit jedoch noch nicht zuftieben. Er erklärte, er könne ein noch größeres Gewicht tragen, und so nahmen sogar fünfzehn Feuerwehrleute, diesmal in voller Ausrüstung mit Helm, Axt unb Säge, auf dem großen Tisch Platz, den der Kraftmensch wieder auf feine Schulter genommen hatte. Auch diese gewaltige Last vermochte den starken Schweoen nicht niederzudrücken. Die muskelbepackten Schultern krümmten sich kaum, wäh« rent) die großen Füße sich fast in den Boden ein3 gruben. 2 Minuten unb 20 Sekunden trug Nilsson die 15 Feuerwehrleute, und man sah mfr, daß die Adern am Hals und an der Stirn anschwollen. Zum Schluß brachten alle Anwesenden dem starken Mann eine große Ovation dar. Erstaunliche Luftreise eines Katers. AS. 9=1 i g a. Dom traurigen Ende der „Luftreise" eines Katers wissen Bewohner eines Hofes in Südlettland ZU berichten. Stolzierte da eines Tages graviättfch em Storck über die Wiese unb beschaffte sich sein Mo» gensruhstück. Nicht weit davon lag ein grauer Kater unb blinzelte in bie Sonne. Glaubte der Kater, der Storch sei ein geeignetes Wildbret, oder hatte er Gelüste nach einem Abenteuer — jedenfalls sprang er mit einem Satz dem hochbeinigen Vogel auf den Rücken. Nur eine Schrecksekunde lang stand Adebar erstarrt da, bann regte er bte Schwingen unb erhob sich in fein Element. Was tut man nicht alles, wenn zwanzig scharfe Krallen eines unbekannten Wegelaaerers schmerzhaft durch das Gefieder bringen! Ao ebar versuchte es mit Rollen, Kehren und Rückenflug. Nichts zu machen, also höher hinauf, vielleicht wird ihm übel. Tief unten sahen bie Leute mit Staunen diesem Vorgang zu. Plötzlich löste sich ein dunkler Punkt vom weißen Körper des Storchs unb stürzte fast an derselben Stelle nieder, wo kurz vorher ein grauer Kater blinzelnd in der Sonne gelegen hatte. Dann zog Adebar, der Sieger, noch eine Ehrenrunde uns eLtjAsWÄ des Bücken, . Tag des deutschen DvlkMms Am 24. unb 25. Juni wird die deutsche Jugend überall in Großdeutschland unter dem Zeichen der Kornblume und mit entzückenden, aus Glas gefertigten Dolkstrachtenabzeichen, die ron sudetendeutschen Heimarbeitern hergestellt wurden, für den „Volksbund für das Deutsch- tum Im Ausland" (VDA.) und feine bie Welt umfpannenbe Arbeit sammeln. Der Führer hat per- sönllch zu biefer Haus- unb Straßensammlung seine Einwilligung gegeben, und sein Stellvertreter hat die Schirmherrschaft über den gleichzeitig statt- finbenben ,Zag des Deutschen Volkstums" übernommen und wird ihn mit einer Rede eröffnen. Allein diese beiden Tatsachen beweisen, welche Bedeutung diesen beiden Tagen zugemessen ist, die der Gesamtheit deutschen Volkstums wieder einmal die Bedeutung der deutschen Kulturleistung in der Welt klar vor Augen rücken soll. Zwanzig Millionen deutscher Volksgenossen leben jenseits der Reichsgrenzen über Land und über See, und sie sind zum allergrößten Teil Bürger fremder Staaten, die zum Tell in der Front unserer Gegner stehen. Die semitisch-freimaurerische Weltlügenyetze benützt diese Volksgenossen tagtäglich zur Zielscheibe ihrer vergifteten Pfeile, die Kampfparole Clemenceaus „von den zwanzig Millionen Deutschen, die zuviel seien", klingt wieder auf. Es wird kaum ein Mittel des geistigen oder blutigen Terrors verschmäht, um diesen Deutschen im Ausland auf den Leib zu rük- ken, sie zu schänden, zu verdächtigen, ihnen ihr Leben durch Sperrung ihrer Schulen und Kultureinrichtungen, Enteignung ihrer Heimatscholle, Schwächung ihres Kredits, ja durch Verbot, bte Muttersprache zu benütze», zu verleiben. Keinem anderen Volke in der Welt wird es verwehrt, sich seiner Volksgenossen anzunehmen, ihre kulturellen Einrichtungen zu unterstützen, ihnen mit Rat und Tat zu Hilfe zu kommen — ja, man gestattete es ihnen sogar früher und heute ebenfalls, sich politisch aufs beste zu organisieren unb ihren Gaststaat zur Grunblage politischer Angriffe auf andere Staaten zu mißbrauchen. Es gibt Völker, die von ihren in fremden Staaten lebenden Volksgenossen ganz offiziell und öffentlich fordern, Spionage und Sabotage gegen ihre Gaststaaten zu treiben zugunsten ihres Mutterlandes unb ihrer politischen Freunde. Die jüdisch-amerikanische Hetz- presse hat nichts dagegen einzuwenden gehabt, daß sich z. B. Tschechen unb Polen, kurz vor und wah- renb des Weltkrieges, gegen bie Staaten, denen sie zugehörten und aus denen sie ausgewandert waren, organisierten, obwohl USA. damals noch neutral Der Staat ist etwas Geschaffenes, Wandelbares, Vergängliches, er ist nur Folgeerscheinung bes Ersten, Ursprünglichen, Organischen, des Volkstums. Volkstum ist grenzenlos, Volkstum lebt auch losgerissen vom Heimatboden weiter, er- hält sich auch ohne den staatlichen Schutz des Hei- matvolkes, Volkstum verkündet sich, wird Gestalt in Sprache unb Sitte und Kunst und durch diese seine Ausdrucksformen wieder gestärkt und bildhaft hervorgehoben. Aber selbst wenn solche äußeren Formen abgelegt werden oder verkümmern, bleibt das innerste Wesen des Volkstums doch in der geistigen Haltung der von ihm (oft nur noch im Unterbewußtsein) erfüllten Menschen wirkend. Gemeinsames Volkstum ist der wesentlichste Besitz, den Menschen miteinander teilen, er verbindet sie zu innigster Nähe, zum Sichwieder- finden im anderen, im Art- und Bluts genossen, so- bald dieser Besitz als Wert erkannt und geliebt wird. Das große Erlebnis von Millionen unseres Volkes nach dem Kriege ist das Zueinanderfinden von Staatsdeutschen und Volksdeutschen des über die Erde hin verstreuten deutschen Volkstums in der geistig-seelischen Heimat ihrer Deutschheit. Es ist eineBlut-undSeelengemeinschaftvon 100 Millionen Deutschen in der Welt im Werden! lieber die Staats- und Reichsgrenzen hinweg schaut unser Derbundenheitsgefühl aus nach den Volksdeutschen, die außerhalb dieser Grenzen leben und mit uns das deutsche Schicksal tragen. Wir sind uns bewußt geworden des Wertes eines jeden deutschen Menschen, der draußen als Dertteter unseres Volkes lebt. Wir wollen unseren Volksgenossen jenseits der Grenzen helfen in ihrem Bemühen, deutsch zu bleiben und ihre Kinder in der deutschen Geisteswelt zu erziehen. Dafür fam^ melt der Volksbund für das Deutschtum im Ausland Mittel, ihre Schulen zu unterstützen, ihre Kultureinrichtungen zu erhalten oder dort, wo das nicht möglich ist, eine Auslese begabter Schüler, zum Studium nach Deutschland zu holen; darum schickt er zu Zehntausenden seine Büchersendungen, Liederbücher, Märchenbücher, wis- senschaftliche Werke. Es muß ein Ende haben mit dem unsichtbaren Trennungsstrich zwischen Heimat und Außendeutschen. FOTO-Arbeiten preiswert ,87D Foto-Ruhl, Seltersweg 67 wie er selbst in kleinen Dörfern auf offener Straße mit der geballten Faust, als dem Gruß der Kommune, begrüßt worden war. Man hatte ihm fogar bei einem unfreiwilligen Aufenthalt, der durch eine Panne entstanden war, in einer kleinen südspanischen Kneipe einen roten Schlips mit Hammer und Sichel als Erinnerungspräfent gegeben, und der Besitz bes „Gastgeschenks" habe sich, wie er erzählte, in den nächsten tagen für die reibungslose Fortsetzung und Durchführung seiner Reise als sehr nützlich erwiesen. Noch eine dritte kleine Erinnerung: Wir besuchten mit unseren Freunden nach dem neuen Universt t ä t s v i e r t e l, das noch heute von der Kampffront durchschnitten wird, das königliche Schloß, von dessen Terrassen aus sich der allen Besuchern unvergeßliche Blick über die grünen Ufer des tiefgebetteten Manzanares hinweg in das wüte, mit schütterem Steineichenwald bestellte frühere Jagdgebiet der spanischen Könige in der kastilischen Hochebene bietet. War die Universitätsstadt mit ihren zahlreichen modernen Bauten und ihrer großzügigen Planung noch ein Zeichen des starken Lebenswillens der spanischen Nation, so wirkte der Besuch des Schlosses in jeder Hinsicht deprimierend. Die Ruinen eines feit 1931 unterbrochenen Kathedralenbaus empfingen uns seitwärts des Palastes — man hatte sich angesichts der repräsentativsten Stätte Madrids nicht einmal die Mühe gemacht, den häßlichen Anblick einer feit Jahren stilliegenden Bau- ftätte irgendwie zu verbergen. Dor dem Einganstor zur Schloßfreiheit standen militärische Doppelposten als Hüter des zum Hause des Staatspräsidenten gewordenen Monumentalbaues, den Alfons XIII. im April 1931 verlassen hat. Auf unsere Freunde aus Chemie im Kampf gegen die Krankheit *9lun, weil es erhalten bleiben. be» Aus aller Welt 108,6 Mill. RM. 111,0 Mill. RM. 139,8 Mill. RM. 60,2 Mill. RM. von ä n • Zeugnissen stieg in wie folgt an: 1935 1936 1937 1. Halbjahr 1938 Zeder kann helfen! Durch einen Ferienplatz für ein erholungsbedürftiges ftlnb! die en, «einmal d i e Die deutsche Ausfuhr an pharmazeutischen Erden letzten drei Jahren allein Wt. f ob >od)8n Bo. < > ; U n Q (T n i n ’ D. D: iba'tau : io üteunh M LH «ch 7°"«chi! tJi Lehrten. U. °n die u£ Re 9:06,5 ,tDQr miebe und U 3q.5 ^ben be jft stillegt« eN ein j)ott r Unti srinii wurde. Ar « Taste frt» ."r»g e« un h eines Stier 'iLw-rW Wägen poft ^°n 9al)re oot mar. «nen Kreis zu, Kaufmann, d« ldolusien zurück ^drücken. „3, ? tr bort bi! schilderte bann durch die Wucht der Explosion beschädigt. Die amtliche Untersuchung hat folgendes ergeben: Das Kleinluftschiff befand sich auf einem Flug über dem Züricher See, als plötzlkh das Höhensteuer nicht mehr funktiomerte. Der Kommandant gab Befehl zur Landung, die bei Oerlikon vorgenommen werden sollte. Die Gondel schlug bei der Landung heftig auf ifren Boden auf, und Sie vier Insassen fielen aus der Gondel. Beim Niedergehen verfing sich die Hülle des Klemluftschrffes in Bäumen und zerriß. Zum „Tag der deutschen Kunst". kranken Kriegsgefangenen in neutra dern. Die Angehörigen wurden beraten, Aus- tauschgesuche wurden vermittelt. Als dann der Zu- ammenbruch des deutschen Volkes die kriegsgefangenen Deutschen ganz der Willkür der feindlichen Regierungen preisgab, machte die völkerrechtswidrige einseitige Zurückbehaltung der Kriegsgefangenen in den Ententestaaten neue Hilfs- aktionen erforderlich, und als schließlich die Be- reiungsstunde schlug, erforderte die Heimschaffung, >er Empfang und die erste Betreuung der rund 800 000 Heimkehrer noch einmal den höchsten Ein- deshand während des Weltkrieges hatte, und die gewaltige Arbeit, die das Deutsche Rote Kreuz dabei geleistet hat. Insgesamt waren 993 775 deutsche Soldaten in Gefangenschaft der Feindstaaten; davon sind 153 284 gestorben oder Der» chollen, während von den mehr als zweiein- ;alb Millionen Soldaten der Feindstaaten in deut- cher Gefangenschaft nur 135 365 gestorben und nicht ein einziger verschollen sind. Kam ein Feldpostbrief mit dem schicksalsschweren Vermerk „Vermißt" zurück, so wandten sich die Angehörigen an die Auskunft- und Beratungsstellen vom Roten Kreuz. Diese wiederum richteten Anragen an die Auskunstzentralen im Heimatland oder in den neutralen Ländern, die vom Internationalen Komitee oder von den Landesverbänden ins Leben gerufen waren. War die Kriegsgefangenschaft festgestellt, so war die nächste Sorge der Angehörigen die Aufnahme des Briefwechsels. Besondere Bedeutung gewann die Ein- chaltung gewisser Mittel stellen t n d e n neutralen Ländern, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes die Versendung von Einzel- Paketen auch dann ermöglichten, als die Derknap- jung der Lebensmittel in der Heimat Liebesgabenendungen aus eigenen Vorräten nicht mehr zuließ. Noch wichtiger waren die Sammelsendun- gen von Liebesgaben, bei deren Aufbringung und Versendung das Rote Kreuz entweder Mittlerdienste leistete oder unmittelbarer Träger war. Diese Sendungen besonders an Kleidungstücken, Wäsche und dergleichen erhielten entscheidende Bedeutung für die Lage der Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien. Je länger der >agegen. , Stockholm M der W m hxftolm 8”- nn d-r M* 1,86 Hei« £ teilt folge »utniebrn* ud di- #** I so viele ihrer W& grofee “" .„K «im Ä od) «4 > en l°9t -- ,lenM 8«6‘”r in » n !°d 6Hrn A, AS. 5 atz aller Kräfte. Reichsminister Dr. Frank Ehrendaklar der Universität Sofia. Dem Präsidenten der Akademie für deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, wurde der Ehrendoktor der juristischen Fakultät der Universität Sofia verliehen. Der Rektor, Professor S t a n i e f f, würdigte die Verdienste Dr. Franks um die Neuschöpfung des deutschen Rechts und die herzlichen Beziehungen zwischen bulgarischen und deutschen Juristen und überreichte darauf dem Minister die Urkunde. Dr. Frank dankte für die Verleihung der Doktorwürde, die er als Beweis ür das Verständnis entgegenahm, das Bulgarien >er nationalsozialistischen Rechtsarbeit entgegen- bringt. Die freundlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien hätten ihr festes Fuda- ment in der Waffenbrüderschaft der beiden Völker aus der Zeit des Weltkrieges. Dr. Frank ging dann auf die große geistige Wandlung ein, die heute die Völker ergriffen habe, und schilderte die Ausgaben der Akademie für deutsches Recht, die der gegen» festigen Durchdringung von Wissenschaft und Praxis menen sollen. „Wilhelm Teil“ auf der Loreley. NSG. Auf der Festspiel- und Feierstätte des Gaues Hessen-Nassau, die am Mittwoch mit der Sonnwendfeier eingeweiht wurde, beginnen heute (Samstag) die F e st s p i e l e. Die Städtischen Büh» nen Frankfurt bringen „W ilhelm Teil" von Schiller. Am Sonntag, 25., wird die Ausführung zum ersten Mal wiederholt, weitere Aufführungen sind für Anfang Juli vorgesehen. Die Mainzer Gulenberg Feslwoche. Die Mainzer Gutenberg-Festwoche erreichte in den bisherigen künstlerischen Darbietungen eine beachtliche Höhe. Der mit der wohlgelungenen Erstaufführung von Wolf-Ferraris „La dama boba“ eröffnete musikalische Reigen wurde mit dem ersten der drei Schumann-Abende fortgesetzt. Der zweite Abend brachte einen Ausschnitt aus Schumanns symphonischem Schaffen. Der Zyklus schloß mit einem Chorkonzert in der „Lieder- täfel". Die Reihe der Schumann-Abende wurden unterbrochen von einem Lustspiel-Abend im Mainzer Stadttheater. Molidres Komödie „Der eingebildete Kranke" und Kleists „Zerbrochener Krug", fanden vor einem vollen Haus eine Aufführung, die sich den musikalischen Veranstaltungen würdig anreihte. hans-Thoma-Aussiellung in Bernau. Am 1. Juli eröffnet die Hans-Thorna-Gesellschaft e. D. als erste in der Reihe der Veranstaltungen, die zu Ehren des 100. Geburtstages von Hans Thoma ftattfinben werden, eine Ausstellung seiner Werke im Geburtsort des Meisters, in Bernau (Schwarzwald). Sie wird hauptsächlich Bilder aus der großen Thomasammlung Küchler-Eiser bringen, welche im Oktober das Städelsche Institut (Frank- furt) übernimmt. Erstmalig werden früheste Ju- genibarbeiten aus dem Besitz von Professor Ruska gezeigt, dessen Vater der erste Zeichenlehrer Thomas in der Dernauer Schule gewesen ist. Die Ausstellung dauert bis Mitte August. Fernsehübertragung der Olympischen Spiele. Das Organisationskomitee der XII. Olympischen Spiele teilt mit, daß von den Veranstaltungen, zu denen alle Eintrittskarten ausoer- kauft sind, Fernsehsendungen zu großen Zelten übermittelt werden, in denen etwa 10 000 Besucher auf diese Art und Weise den Kämpfen folgen können. Die Zelte werden in unmittelbarer Nähe des Finnland-Stadions erstellt. Die Bilder werden eine Größe von 2 auf 2,5 Meter haben. Dieslerwegs Gebeine sollen nach Siegen übergeführt werden. In Anbetracht der Tatsache, daß die Grabstätte des großen deutschen Schulmannes Diesterweg in Berlin der städtebaulichen Entwicklung zum Opfer fallen wird, hat sich die Siegener Stadtverwaltung an die zuständigen Stellen der Reichshauptstadt mit dem Vorschlag gewandt, die Gebeine Diesterwegs, der einer der größten Söhne der Stadt Stegen ist, nach Siegen überzuführen, wo ihm auf dem alten Friedhof der Stadt eine würdige Ruhestätte bet reitet werden soll. Deutschland ein wirsames Mittel in dem Augenblick herausbrachte, als es seine eigenen afrikanischen Besitzungen räumen mußte, im Jahre 1916. Chemisch interessant ist es, daß bei den Versuchen, ein solches Mittel zu sinden, Anilinfarbstoffe, die Azofarbstoffe, Pate gestanden haben. Nun, da das Mittel gegen die Schlafkrankheit gefunden, wurden weite Strecken des tropischen Afrika wieder be» siedlungsfähig und ein englischer Forscher, der Bio» löge Huyley von der Universität Oxford, schrieb zu dieser deutschen Leistung: „Die Entdeckung des Germanin ist für die Alliierten wahrscheinlich viel wertvoller als sämtliche von ihnen ursprünglich geforderten Reparationen." Ein Drittel der Menschheit, 700 Millionen erkranken jährlich an Malaria. Diese ‘Ärantyeit hat weltbewegende Ereignisse mifcbeftimmt. Man sagt ihr nach, sie habe zum Untergang der Helle- Nischen Kultur bei getragen, sie habe Die Völkerwanderung beeinflußt u. a. Die Menschheit hat ihr einen gigantischen Kampf angesagt, der mit den modernsten Mitteln der Technik geführt wurde und sich vor allem gegen den Ueberträger dieser Krankheit, eine Moskitofliege, richtet. Einziges Mittel gegen die Krankheit selbst war für mehrere Jahr- Hunderte das aus der Chinarinde gewonnene Chinin, das aber schwere Nachteile hat und nicht vermochte, der Seuche Einhalt zu gebieten. Zwei Mitteln, von deutschen Forschern erfunden, haben es dann vermocht, hier einen Wandel zu schaffen. Eines von beiden tötet die geschlechtlichen Entwicklungsformen der Malariaerreger, die Gameten, ab. Es wurde 1926 geschaffen. Das andere richtet sich aber gegen die Scyizonten, die ungeschlechtlichen Formen der Malariaerreger, sein Geburtstag fällt in das Jahr 1932. Hebung der Generale Franco und f Mola führten. Für den, der das Nachdenken nicht < vergessen hat, werden die kleinen Gedächtnisskizzen j von dem Madrid vom Sommer 1936 mancherlei t enthalten, was ihn mit peinlich anmutenber Aehn- . üchkeit an die Lage in Deutschland in den Jahren , 1931 und 1932 erinnert. Intellektuelles Gesindel, , Gewerkschaftsbonzen und kommunistische Unterwelt । hatten sich mit Hilfe der korrupten Cortes mehr und , mehr der staatlichen Gewalt bemächtigt. Das Heer . wurde bewußt vernachlässigt und zersetzt, die Polizei ; Politisch mißbraucht, um unerwünschte Gegner zu « -erledigen, und die Moskauer Drahtzieher sahen mit , sadistischem Vergnügen, wie dies bei aller Einfach- « igelt und materiellen Beengtheit dennoch herrenhafte j spanische Volk sich zunehmend proleta- risierte, wie Klassenkamps und Klassenhaß die ; Oberhand gewannen und der Stolz des national» | bewußten Spaniers, der bis dahin auch dem ärm- . i'ten Bettler noch im Blute saß, einer Knechtsgesin- , mung und -Haltung wich, die nur noch Unterwürfig- , ’eit gegenüber dem Moskauer Verbrechertum war. Unser deutscher Kaufmann hat dann bekanntlich ; ,'chneller recht bekommen als uns lieb war — ; wenige Wochen nach den geschilderten Erlebnissen konnte General Franco dem Ausbruch der offenen ommunistifchen Revolution durch seine Erhebung gerade noch zuvorkommen. Man wird tragen, warum die nationale Erhebung ihren An» iang von Marokko aus, also auf kolonialem Boden, nehmen mußte. Auch hier ist die Erklärung sehr einfach: Die bewußte Politik der Zersetzung :o e s Heeres hatte in Spanien selbst bereits so jgroße Fortschritte gemacht, daß, wie die Erfahrun- ;gen später zeigten, nur wenige, zahlenmäßig schwache Verbände im nationalen Sinne zuver- jassig waren. Franco aber, der aus seiner lang» aähngen Dienstzeit in Marokko dort besonders beliebte General, verfügte über i h m völlig ergebene Truppen, die in der Lage waren, m wenigen Wochen dem Lebenswillen einer selbst- »ewußten Nation den nötigen Rückhalt zu geben. Es gelang allerdings nicht, sich der Hauptstadt im ersten :imb zweiten Ansturm zu bemächtigen. Zwar standen -erelts im Herbst 1936 die Vorhuten des Generals Franco an der Puerto bei Sol, im Herzen Madrids, ine wurden aber mit Rücksicht auf die zahlenmäßige Unterlegenheit der nationalen Truppen wieder zu- rückgezogen. Schließlich sind aber auch die Gesetze :>ie6 Bürgerkriegs andere als die einer Auseinandersetzung zwischen zwei Nationen. Damals, als es anfing, haben wir uns alle gefragt, wie es geschehen konnte, daß dies Unglück Jiber Spanien hereinbrach. (Die Opfer an Gut und Slut, die der fürchterliche Bürgerkrieg gefordert i at, werden sich wohl erst später einigermaßen über. Lhen lassen.) Man darf dabei nicht vergessen, daß Spanien eigentlich seit dem ausgehenden 18. Jahr- lunbert bas klassische Land b er Bürger- riege war, wobei die Impulse häufig aus nahe- degenben Gründen von Frankreich und dem fron- höfischen Liberalismus ausgingen. Die verkommene ■jmb verluderte Staatsführung durch Habsburger und Bourbonen, die schon vorher die Jahrhunderte : es Niedergangs bestimmte, schuf den geeigneten Nährboden. Spanien war im Ablauf seiner Ge ichichte stets das, was seine Herrscher aus ihm machten — wie andere Länder und Nationen auch. Die andalusischen Bauern, die unseren deutschen Kaufmann zwar mit der geballten Faust, zugleich jber mit der freundlichsten Miene empfingen, hatten rn Grunde keinen anderen politischen Wunsch als 'jen, mit fester Hand und gerecht regiert zu werben, eine Regierung über sich zu wissen, bie sich gegenüber den Generalpächtern und den sonstigen zerren des Landes ihrer Interessen annahm und sie I -or Ausbeutung schützte. Das hatten sie bisher ent» «ehrt und sich nach dem politischen Bergrutsch von 2931 dem Anarchismus und Kommunismus zu, -eroanbt, ohne damit konkrete Vorstellungen zu ver- inden. Es ist eines der entscheidendsten Verdienste Francos, daß er diesen tüchtigen Menschen die ,-aaischen Enttäuschungen erspart hat, denen der russische Bauer in den Jahren 1917/18 buchstäblich mm Opfer gefallen ist. Wenn er den Generalsekretär ter Falange, Fernandez Cuesta, gerade zum .:'anbwirtscyaftsminister bestellt hat, so durfte das blnen Grund nicht zuletzt darin haben, daß er die wirtschaftliche und soziale Lage des Landvolks zu verbessern und in Ueberelnftimmung mit den moder- ••en politischen Auffassungen echter Dolksoerbunben» beit des Staatsregimentes zu bringen wünscht. Franco stehtmach zweidreiviertel Jahren am Ende ! times langen Weges, der zugleich e in 21 nf an g ll üft. Er hat den Bürgerkrieg gegen die stärksten ! Einflüsse und Einwirkungen der sogenannten öemo. Gotischen Mächte militärisch wie auch ideologisch .»roonnen. Paris und London haben seine Regie» rung anerkennen müssen, und bie etwa noch ausstehenden Länber bürsten bem General Franco iaum noch Kopfschmerzen machen, selbst wenn ste -ich, wie zum Beispiel Mexiko, anschicken sollten, Alzu bereitwillig bie Exils für bie geschlagenen rot» manischen Machthaber von gestern zu werden. H politisches Emigrantentum ist, wie bie italienischen :| imb deutschen Erfahrungen gezeigt haben, keine -^acht, wenn die Staatsführung fest und unbeirrt auf bem einmal eingeschlagenen Wege vorwärts schreitet. Franco hat jetzt die Aufgabe, sein Land lieber aufzubauen unb feiner Nation wie. hr ihre wahre Bedeutung im Konzert der Machte M geben. Der Weg ist steil und dornenvoll Wer dber die Schwierigkeiten der vergangenen 32 Mo- -rate mit der Unerbittlichkeit des politisch geschulten toDlbaten durchgestanden hat, her wird auch vor inen schöneren und größeren Zukunftsaufgaben nicht .urückschrecken. Der Unterstützung feiner Freunde m Deutschland und Italien darf Franco dabei sicher lüln. Heiswert lersweg 67 offener Stich Zruß der Kvii, * ihm foto , der durch ein ien südspanische nmer und S!-i ib der Besitz d« erzählte, in dv tzortsetzuna uni nützlich emich. g: Wir besuch!-' wen Uni Bet' von der Äamr königlich- 15 sich der alle die grünen llfc »g in bas M bestellte W n der kastilisch« lersitätsstadt r ; und ihrer M )en des ftail; m, so wirkte d cht deprimieren brochenen W' s des W- ■ntat** macht, degenben w dem MnKM sche Doppdp^- StaotsprMi n Alfons XIII. r sere Freunds Krieg dauerte, um so stärker wurden die Bemühungen, den in ihrer Gesundheit gefährdeten Kriegsgefangenen durch Austausch bie Heimkehr in ihr Vaterland zu ermöglichen. Neben bem Aus. tausch des in Gefangenschaft geratenen Sanitäts- Personals trat der Austausch der Invaliden und Schwerverletzten sowie bie Jnternierun Meister, Lucius und Brüning sich ein Laboratorium zur Herstellung von Arzneien an- gegliedert, da man erkannt hatte, baß die Kohle auch der Ausgangsstoff für viele Heilmittel sein mußte. Eines Der ersten Produkte, die sie heraus- brachten, war das Antipyrin, bas ein Dr. 'S. Knorr aus Erlangen gefunden hatte. Es leistete bei langen Fieberzuständen und zur Linderung von Schmerzen außerordentliche Dienste. Auf dem Antipyrin bauten sich in Zukunft eine Anzahl unserer bekanntesten Fieber- und Schmerzmittel auf, bie von den verschiedensten Werken herausgebracht wurden und Millionen Menschen bas Leben erleichtert und Schmerzen gemildert haben, die dem Körper Widerstandskraft zum Kampf gegen Krankheiten gaben. Wir wollen hier ihre Namen nicht nennen, denn mir möchten keines dieser Mittel besonders Herausstellen, sondern nur etwas von der Leistung der deutschen chemischen Industrie für bie Menschheit erzählen. Es ist dies vor allem beshalb eine Leistung, weil an ihrem Anfang nicht bie Aussicht auf einen großen Gewinn ftanb, sondern die Aufgabe, etwas zu schaffen. Die Arbeiten Emil Behrings und Robert Kochs,, aber die Erfindungen von Chemikern wie Carl D u t s b e r g zeugen von einer Gemeinschaftsleistung von Wissenschaft und Praxis, von Aerzteschaft unb Industrie, und es wird eines der großen Ruhmesblätter der deutschen chemischen Industrie fein, bei diesen Arbeiten der Wissenschaft die Hand gereicht zu haben. Schauen wir auf wenige hervorstechende Fälle des Erfolges der deutschen Medizin unb der indu» [triellen Pharmazie, um einen Begriff von der Bedeutung auch dieses Wirtschaftszweiges für bie Menschheit zu bekommen. Da ist zum Beispiel die auf rein tropische Gebiete Afrikas beschränkte Schlafkrankheit zu nennen. Diese Krankheit ist die Ursache dafür, daß heute weite Strecken Afrikas verödet lieaen, weil bie Krankheit sie entvölkerte. Wer der Krankheit nicht selbst zum Opfer fiel, den packte das Grauen unb er floh vor Dem Unheil. Man nennt oft die erschreckenden Ziffern, daß allein in Uganda in den Jahren 1905 bis 1907 von 40 000 Menschen 20 000 dieser Seuche zum Opfer fielen und baß weiterhin in Kamerun Der Stamm der Njemes vom Jahre 1914 bis zum Jahre 1920 von 12 000 auf 600 Köpfe zusammengeschrumpft ist. Viele Jahrzehnte hindurch war bie Menschheit im Kampf gegen diese Seuche machtlos, weil sie keine Waffe, kein wirksames Heilmittel besaß, unb es liegt eine gewisse Tragik in der Tatsache, baß Warum bas alles In biefer Breite berichtet wirb? immerhin wesentlich ist, sich noch ....... äußeren Erscheinungs. (formen ber politischen unb sozialen Span, mungen zu vergegenwärtigen, bie nach ber un» lbeschreibllchen Verlotterung ber voraufgegangenen ^Jahre im Juli 1936 zu ber nationalen Er- Vom 14. bis 16. Juli finden in diesem Jahre bie Tage ber Deutschen Kunst inMünchen statt. Pro» fessor Hermann Kaspar hat dieses Plakat in den Farben Rot, Weiß unb Golb geschaffen. Die beiden griechischen Masken, die Musik und bas Schauspiel barftellenb, versinnbildlichen im Zusam- menwirken mit dem Hauptemblem die bie Ereignisse ber bildenden Kunst umrahmenden Veranstaltungen der Musik unb des Schauspiels. — (Scherl-Bilder- blenst-M.) Das Hofe Kreuz und die Kriegsgefangenen. Durch jahrelange mühevolle Sammelarbeit der Reichsverelnigung ber ehema li gen Kriegsgefangenen ist in Berlin bas Archiv und bas Museum ber Kriegsgefangenschaft als eine einzigartige Sammlung all der Dinge entstanden, die über bie Kriegsgefangenfchaft bes Weltkrieges unb bas Schicksal der Weltkrieasgefangenen Auf. schluh geben. Ein Bericht des Leiters dieser Em- richtung, Dr. Joachim Givens, in der Zeitschri t „Das Deutsche Rote Kreuz" erweist die völkische Bedeutung, bie bie fürsorgerische Betreuung von fast einer Million deutscher Soldaten In Fein- , rt1’ Der Engländer Perkins, ber das Violett aus dem Steinkohlenteer herstellte und damit eine ber ersten Anilinfarben gefunden hatte, wollte gar keine Farben erfinden. Dieser Mann kannte die große Heilwirkung bes Chinins und suchte nach einer Möglichkeit, es künstlich zu erzeugen. Dabei glaubte er, im Steinkohlenteer hierfür den geeigneten Stoff gefunden zu haben. Am Ende seiner Versuche hatte er aber nun kein künstliches Chinin, sondern den Weg zu einer der Anilinfarben ge» funben. Wir erzählen diese Geschichte hier, um Die ckemische Verwandtschaft ber Anilinfarben zu man» cyen Heilmitteln barzulegen. Bereits im Jahre 1883 hatten die Farbwerke Von vielen Mtteln gegen andere Krankheiten ließe sich hier erzählen; auch von heldenmütigem Kampf ber ärztlichen Qorjcher, von denen mancher aten persönlichen Schaden davontrug. Dom gegen die Geschlechtskrankheiten, Tuberkulose ließe sich reden, von dem , , Hormone und Vitamine darzustellen, doch wir wol» len diese Dinge mit dem rechnenden Sinn bes Wirt- schaftlers einmal betrachten, obgleich wir uns dessen bewußt sind, wie unzulänglich eine derartige Betrachtung' bleiben muß vor den anderen Werten, die ber Menschheit durch bie deutsche Pharmazeutik Erntehilfe der deutschen Frauen. Berlin, 23. Juni. (DNB.) Die Reichs- frauenführerln hat zur Erntehilfe folgenden Aufruf erlassen: „Wir alle wissen, daß die Bäuerin und Landfrau wieder vor ihrer Sommerarbeit steht unb daß es ihr in den nächsten Wochen und Monaten oft nicht möglich sein wird, allen ihren Pflichten in ber Familie zu genügen, da dringlichste Arbeit in Hof und Feld ihrer wartet. Sie darf darüber nicht mutlos werden! Sie soll wissen, daß ihre Kameradinnen aus ber Stadt bereit sind, ihr nach Kräften 3U helfen. Aus dem Wunsch heraus, unseren Frauen auf bem Lande jede nur erdenkliche Unterstützung wäh- renb ber Bergung der Ernte zuteil werden zu lassen, rufe ich hiermit alle Mitglieder der NS.- Frauenschaft unb des Deutschen Frauenwerkes, rufe ich aber auch alle übrigen Frauen und Mädchen in Stadt unb Land zur freiwilligen Erntehilfe auf. Wir wollen ber Landfrau helfen bei leichter Feldarbeit, bei leichter Gartenarbeit, bei dem Ernten unb Ginmadien ber Gartenfrüchte, bei ber Hausarbeit unb ber Betreuung ber Kinder. Ich erwarte, daß sich jedes gesunde deutsche Mädel, jede gesunde deutsche Frau überlegt, wie sie sich für einige Nachmittage, für ein Wochenende ober gar für zwei bis sechs Wochen freimachen kann, um sich in irgendeiner Weise bei ber Einbringung ber biesjährigen Ernte zur Verfügung zu stellen. Ich erwarte dies ganz befonbers von jenen, Die keinen Beruf haben, bie nur einen kleinen Haushalt versorgen und stundenweise abkömmlich sind. Angesichts des Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften unb der Ueberbeanfpruchung ber Landfrau muß jebe deutsche Frau ihren Stolz bareinsetzen, nach ihren Kräften zur Einbringung der Ernte unb damit zur Sicherung ber Ernährung ihres Volkes beizutragen. Alle Kräfte werben gebraucht! Es geht um bie Ernährung unseres Volkes! Meldet euch zum Einsatz in der Erntehilfe! Meldungen von Nichtmitgliedern nimmt jede Frauenschaftsleiterin entgegen." Ein schweizerisches Kleinlustschiff explodiert. Am Freitagmittag ist in Zürich ein Klein l u f t- schiff explodiert und brennend abgestürzt. Das Luftschiff gehörte ber Sektion Zürich des Aeroklubs der Schweiz, war mit Wasserstoffgas gefüllt und hatte vier Mann an Bord. Der Pilot wurde erheblich verletzt, während bie drei anderen Insassen nur leichtere Verletzungen erlitten. Dieser glimpfliche Ablauf ist dem Umstand zu verbanken, baß ber Sturz aus nur 15 Meter Höhe erfolgte unb noch durch Gebüsch gemildert wurde. Das Lust- schiff verbrannte vollständig. Der durch die Explosion angerichtete Sachschaden ist erheblich. Am chwersten betroffen wurde bas im Bau befindliche Hallenstadion. Ein Teil der Decke des Stadions stürzte ein, wobei eine Anzahl Personen ver- letzt wurde. Ferner wurde eine Anzahl Hausbücher Bei einer Bettachtung dieser Ziffern will achtet sein, baß heute alle chemischen Erzeugnisse ein Vielfaches billiger sind als noch vor einigen Jahrzehnten; auch bas ist eine wirtschaftliche Leistung der chemischen Industrie, die über bas rein wirtschaftliche Moment hinaus von großer Bedeutung ist, weil dadurch überhaupt erst der Gebrauch ber vielen wunberbaren Mittel ermöglicht wurde. H. Sehr. bem Reich wirkte freilich ihr Anblick mehr als eigenartig. Sie waren mit Vorstellungen nach Mabrid gekommen, bie in Disziplin unb Haltung bie wichtigsten Kennzeichen ber Tugenden des Soldaten sehen. Nun, Die beiden Posten vor bem ehemaligen Königsschloß in Mabrid boten genau bas Gegenteil dieser Vorstellung. Die Hand auf ber Münbung ihrer Gewehre, un- : chlüsflg an den Schilderhäusern lehnend, lieferten ie em markantes Beispiel für den „Erfolg" ber 1 tänbigen Minierarbeit, die von Moskaus Agenten unter Dulbung ber Regierung in den Kasernen geleistet wurde... Der Blick in das heute blut* ,getränkte Casa be Campo hat bann boch für biefe inieberziehenden Eindrücke etwas entschädigt. Wirtschaft 1 Rundsunkprogramm ■ : Nachrichten. .. (Industrie- e, zwei 3 r b u störte ein Großfeuer zwei Mietkasernen. Sämtliche Feuerwehren des unteren Stadtteils von Neu- york waren mehrere Stunden angestrengt an der Arbeit, ein Weitergreifen des Brarches in den engen und winkligen Gassen zu verhindern. Bisher zählt man als Opfer des Brandes acht Tot Schwer- und zahlreiche Leichtverletzte, jedoch befürchtet man, daß noch mehrere Menschen unter den Trümmern begraben liegen. __________ erwartet nach der erfolgten Aenderung der Erzeugerpreise eine verstärkte Anlieferung an die Kennzeichnungsstellen. Infolge des Fremdenverkehrs kamen aus den bisherigen Ueberschußgebieten keine Anlieferungen mehr. Als Ausgleich erfolgten jedoch größere Einfuhren ausländischer Frischeier, die überwiegend dem Konsum zugewiesen wurden und nur teilweise in die Kühlhäuser gingen. Die Molkereien Hessen-Nassaus wie auch Kurhessens hatten wieder eine kleine Erhöhung der Milchanlieferung zu verzeichnen, aber auch der Trinkmilchverbrauch ist sehr hoch, da jetzt bei der warmen Witterung Sauermilchspeisen usw. vermehrt auf den Tisch kommen. Um diesen Anforderungen nachkommen zu können, wurde die Werkmilchverarbeitung eingeschränkt. Da außerdem ein Teil der Butte r- eingänge der Vergrößerung der Kühlhausvorräte dient, blieb die Verteilung an die Verbraucher nur konzert. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: 14.10: Das Stündchen nach Tisch .. Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Mit Heinrich Hansjakob durch den Unweiler in Rumänien fordern vier Todesopfer. Wieder suchte ein schwerer W o l k e n b r u ch die rumänische Hauptstadt heim, der in den tiefer gelegenen Stadtteilen großen Schaden anrichtete. Auch über Bessarabien gingen wieder schwere Gewitter nieder, die besonders in Kischinew großen Schaden anrichteten. Der Eisenbahnverkehr zwischen Galatz und Basarabeatca wurde unterbrochen. In Galatz wurde in dek Nähe der städtischen Wasserwerke ein Graben durch die anhaltenden Regengüsse zum Einsturz gebracht. Fünf Zeitungsjungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, die in diesem Graben übernachteten, sind dabei von den Erdmassen verschüttet worden. Vier der Jungen fanden den Tod; der fünfte wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Erdbebenunglück an der Goldküsle fordert 66 Todesopfer. An der Goldküste (Westafrika) ereignete sich ein schweres Erdbebenunglück, das nach den letzten Meldungen aus Akra bisher bereits 6 6 T o d e s - opfer forderte. Unter den Todesopfern sollen sich keine Europäer befinden. Zahlreiche öffentliche Gebäude, Banken und Eingeborenenhäuser wurden durch das Erdbeben zerstört bzw. schwer beschädigt. Die Stadt Akra selbst ist seit dem Ausbruch des Erdbebens in völlige Dunkelheit gehüllt. 24 Todesopfer eines Grubenunglücks in Südafrika. In Johannesburg (Südafrika) kamen beim A b - stürz eines Grubenförderkorbes 24 Arbeiter ums Leben. Der Korb fiel 150 Meter tief in den Schacht und riß das Förderseil mit in die Tiefe, so d-aß die Bergungsarbeiten sehr schwierig sind. 30 000 Brieftauben fliegen um die Wette. Zwischen Dover und einigen Orten in den englischen Grafschaften Northumberland und Durham findet in diesen Tagen ein W e t t f l u g von 30 000 Brieftauben statt. Die Tauben wurden in einem Sonderzug zu dem vom englischen Brieftaubenzüchterverband veranstalteten Wettflug nach Dover gebracht. Es sind fünf Massenstarts von je 6000 Tauben vorgesehen. Darmstädter Rlusikwoche 1939. Darmstadt veranstaltet auch 1939 wieder eine „Musikwoche zur Förderung des zeitgenössischen Schaffens". Diese Musikwoche wird im Winterhalbjahr 1939/40 durchgeführt. Vorgesehen sind ein Orchesterkonzert, ein Konzert mit Werken für gemischte Chöre mit Orchester, ein Konzert mit Werken für Kammerorchester, ein Konzert mit Kammermusik- und Liedwerken und ein Konzert in Verbindung mit der Wehrmacht mit Werken aus dem Geist der Jugendbewegung mit neuer Blasmusik und Feiermusiken. Zur Einsendung von entsprechenden, nicht abendfüllenden Werken werden olle deutschen Komponisten aufgerufen; letzter Einsendungstermin 15. Juli 1939. Die Bedingungen sind bei dem Städtischen Musikbeauftragten in Darmstadt, Direktor Bernd Zeh, anzufordern. Acht Todesopfer eines Brandes im Reuyorker Ehinefenvierlel. Im übervölkerten Neuyorker Chinesenviertel zer- im bisherigen Rahmen. Es standen außerdem kleine Mengen von Margarine zur Verfügung. $ranffutter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 23. Juni. Das Angebot am Obstmarkt erfährt nunmehr täglich eine Steige- rung und Erweiterung der Auswahl. Neben guten Zufuhren an Erdbeeren und Kirschen, , kamen Stachelbeeren und Johannisbeeren in vorläufig noch geringen Mengen an den Markt, außerdem einige Mengen an ausländischen Pfirsichen. Aepfel und die reichlich angebotenen Apfelsinen fanden nur wenig Beachtung, wahrend Bananen und Zitronen bei kleinen Zufuhren gefragt blieben. Am Gemüsemarkt kommen die atzten Mengen an Spargeln heran, wobei die letzten Preise erlöst wurden. Starkes Angebot herrschte in Gurken, Blumenkohl, Karotten, Rettich, Kopfsalat, Wirsing und Weißkraut. Bei wenig befriedigendem Geschäft verblieben z. T. große Ueberstände. Erbsen waren genügend angeboten, deutsche Frühkartoffeln waren erstmals in kleinen Mengen am Markt. Die Preise gingen im allgemeinen leicht zurück. Nhein -Mainische Börse. Willagsbörse Aktien uneinheitlich, Steuergutscheine schwächer. Frankfurt a. M., 23. Juni. Das Hauptinteresse an der Börse verblieb am Markt der Steuergutscheine. Weiterhin lebhafte Umsätze hatten Serie I. Vormittags noch mit 104,05 nach 103,90 gestern abend gehandelt, lag mit Beginn des amtlichen Der- lehrs größeres Angebot vor, das den Kurs im Verkehr von Bank zu Bank bis auf 103,40 drückte. Auch in der Serie II erfolgten Verkäufe, wobei man Kurse von 98,20 und darunter hörte (98,30). An den Aktienmärkten war weiterhin nur sehr wenig Geschäft. Die Kursentwicklung blieb uneinheitlich, doch überwogen bei den zunächst notierten Papieren leichte Rückgänge. Dem kleinen herauskom- menden Angebot stellte sich nur schwache Aufnahme gegenüber. IG.-Farben gaben auf 149,75 (150,25), Verein. Stahl auf 98,75 (99), AEG. auf 112,50 (113), ferner Aschaffenburger Zellstoff auf 89,13 (89,75) und etwas stärker Rheinmetall auf 121 (122,25) sowie Conti Gummi auf 208 (210,50) nach. Leicht erhöht waren Holzmann auf 148 (147,25), Adlerwerke auf 99 (98,50) und BMW. auf 132 (131,75). U. a. gut behauptet blieben Mannesmann mit 104,75, Rheinstahl mit 131,75, Scheideanstalt mit 203,50 und Reichsbank mit 185. In der zweiten Börsenstunde hörte fast jede Geschäftstätigkeit mangels Aufträgen auf. Kursveränderungen traten kaum mehr ein. Angeboten blieben aber Aschaffenburger Zellstoff, die auf 88,50 Brief nachgaben nach 89,13. Feldmühle Papier nach Pause 1,75 v. H. niedriger mit 99, dagegen Waldhof unv. 109,50. Im übrigen wiesen die später notierten Papiere nur kleine Veränderungen auf. Am Rentenmarkt konnten sich bei sehr stillem Geschäft die Mehrzahl der Kurse behaupten. Reichsaltbesitz eine Kleinigkeit höher mit 131,90 (131,80), Reichsbahn-VA. unv. 121,90. Industrie- Anleihen zogen vielfach 0,13 bis 0,25 v. H. an. Von Liquidationspfandbriefen Rheinische 101,20 (101), anderseits Meininger 100,75 (100,90). Von Stadtanleihen 1928er Darmstadt 96,40 (96). Steueraut- scheine II galten per Juni 98,30 bis 98, per Juli 98,25 bis 97,95, Serie I schwankten bei stark verringertem Geschäft zwischen 103,30 bis 103,40. Der Freiverkehr war ohne Geschäft. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Abendbörfe. Bei sehr stillem Geschäft blieben die Aktienkurse überwiegend unverändert. Vereinzelte Abweichungen betrugen nur Bruchteile eines Prozentes. Auf die Darlegungen in der HD. fanden IG.-Farben weiter Nachfrage zu 150,25 (150). Montanwerte wurden sehr vernachlässigt, es kamen nur Buderus mit 88,50 (88), Mannesmann mit 104,50 (104,75) und Dt. Erdöl mit unv. 120 zur Notiz. Adlerwerke Kleyer gaben 0,50 ab auf 98,50, ebenso Bekula auf 160 und Metallgesellschaft 0,25 v. H. auf 112,50. Anderseits Rheinmetall auf 121,50 (121,50) und Hapag auf 48,50 (48) gebessert. Renten waren ruhig, 6proz. IG.-Farben 123,25, Reichsbahn-VA. 121,75 (121,90), Steuergutscheine I etwas erholt auf 103,60 (130,.50). Jranffutfet Eier- und Vutter-Großrnarkt. Frankfurt a. M., 23. Juni. Die Versorgung mit Eiern entspricht zwar vorerst noch nicht allen Wünschen, immerhin konnten die Ansprüche im allgemeinen angemessen berücksichtigt werden. Man Sonntag, 25. Juni. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Wir fingen den Sonntag ein! 8.45: Dichter im Dritten Reich: Werner Beumelburg, Träger des Kunstpreises für den Westmarkgau, lieft aus eignen Werken. 9: Unser die Sonne, unser die Erde, unser der Weg in das blühende Land. 9.30: Deutsche Meister: Romantische Ouvertüren. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. 10.45: „Deutsche Fliegermusik". Ausführung: Musikkorps und Soldatenchor der Fliegerhorstkommandantur Kassel. Leitung Stabsmusikmeister Fischer. 12: Mittagskonzert. 13: Die politische Führung einer Großstadt. 13.15: Musik am Mittag. Es spielt Hans Bund mit seinem Orchester und das Musikkorps eines Fliegerhorstes. 14: Für unsere Kinder: Der verborgene Schatz der Elster. Em Märchenspiel. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Em Reigen sorgloser Melodien. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15.15: Volkstum und Heimat: Speicher, das Dorf der Töpfer und fahrenden Leute. Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Internationale Ruderregatta in Frankfurt a. M. 18: Aus Jugenheim a. d. Bergstraße: Froher Dorfsonntag der Jugend. Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König! 18.45: Rheinisches Dichtertreffen in Neuenahr. 19: Kammermusik. 19.30: Sportspiegel des Sonntags: Westdeutscher Rundflüg. Internationale Ruderregatta, Frankfurt a. M. Fußball Deutschland — Dänemark, Kopenhagen. Das Derby in Hamburg. Der große Autoprris von Belgien in Spa. Straßen-Radrennen in Gießen und Frankfurt a. M. 20: Nachrichten. 20.15: Konzert am Sonntagabend. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Berlin. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Unterhaltung und Tanz. IHonfag, 26. Juni 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug Reichsarbeitsdienst Gau XI. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführende: Musikzug der SA.- Gruppe Westmark. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Gaporchester Schlesien. 10: Schulfunk: Der Mann am Zopf. Ein Münchhausenspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloß- Schwarzwald. Leitung: Manfred Marlo. 18.30: Wir reiten frisch durchs Morgenrot. SA. zu Pferd. Erlebtes bei den Reitern der SA.-Gruppe Hessen. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: „Geschwindigkeit ist keine Hexerei!" (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 21: Der Musikfeind. Komische Operette in einem Akt von Richard Genee. Ende gut —alles gut! 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.30 bis 24: Unterhaltungsmusik. Dienstag, 27. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausführung: die Münchner Rundfunkschrammeln. 10: Schulfunk: Bauern und Berge. Eine Hörfolge aus dem Leben der Bergbauern. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung: Rhein-Mainisches Landesorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bunt gewürfelt! (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Königsberg. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft: Auch du kannst Schäden verhüten! 18.15: Altes Landgut in der Eifel. 18.30: ,Hn einem kühlen Grunde ..." Hörfolge um den Komponisten Friedrich Silcher zu feinem 150. Geburtstage. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Wenn alle Brünnlein fließen ... Frohe Volkslieder und lustige Musik. 20: Von Stuttgart: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Wenn Tiere schlafen. Ein nächtlicher Güng durch den Frankfurter Tiergarten. Dazu: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35 bis 24: Unterhaltung und Tanz. 4 Gießen, Straubing, den 24. Juni 1939. Die Beisetzung findet in der Stille statt. 4504D Elwine Neuenhagen, geb. Carl Kurt Neuenhagen, Staatsanwalt Gestern nachmittag verschied nach schwerer Krankheit mein lieber Mann, mein treuer Vater Ludwig Neuenhagen Landgerichtspräsident i. R. Gestern abend entschlief nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Karoline Schlag, geb. Müller im Alter von 37 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Schlag und Kinder. Hausen, Annerod, den 24. Juni 1939. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 25. Juni, nachmittags um 3 Uhr statt. ______________________________________________________________4502D lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Berlin- Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler dso ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur find Freunde guter Bücher" Q/rUl/lrt/M. L^LxC/VOt, Dai geht Jeden" an,- Menn und Freu, Jung'und'Alt.*») War heule mitten Im leben lieht., braucht und verbreuchb Her- venkraft. 'Darum*» rechtzeitig < oon dem lästigen Unkraut gesäubert. Rundfahrt durch d,° Stadt -r.olgt die Besichtigung y allgemeinen weisen di- Anlagen für Kartossel. eui*r w. iQiÄhrLA» saatgut einen prächtigen Stand auf. 'Der Obstansatz Unfälle. Die 19iahr»He Hausangestellte^^ wünschen übrig. Pfirsich, Aprikosen und n ’ ®eWa“r t7' 308 Kirschen bringen -ine gute Ernte: ebenso auch di- sssäi »«. »» -tejsnfiÄÄUÄ 0^^' j aufweisen. Mirabellen und Reineklauden werden Ersatz für die weniger gute Zwetschenernte schaffen. = Butzbach, 23. Juni. Gegenwärtig läßt die Stadtverwaltung die große Umgehungsstraße mit einer Asphaltdecke versehen. Diese Straße wird be- , sonders bei Verkehrsumleitungen recht viel besah* Von dem neuen Ortsgruppenleiter erwarte er ren. Damit ist vor allem den Anliegern ein lang* verantwortungsbewußte Arbeit. Durch enge Zusam- gehegter Wunsch erfüllt und die Staubentwicklung menarbeit mit dem Bürgermeister könne manches beseitigt worden. Nach Fertigstellung der Oberfläche Neuordnung sollen nun die Parteigenossen oon Weickartshain, Stockhausen, Lardenbach und Klein- Eichen zu einer Ortsgruppe zusammengefaßt werden mit dem Sitz in Weickartshain. Der seitherige Zellenleiter Hans Melchior war dem Kreisleiter als Leiter der neuen Ortsgruppe vorgeschlagen. Alle Parteigenossen forderte er zu seiner Unterstützung auf. Nur durch engste Zusammenarbeit sei eine vorbildliche Ortsgruppe aufzubauen. Der Kreisleiter sprach dann noch über die gegenwärtige politische Lage und forderte nochmals auf, sich stets der großen Aufgaben des Führers bewußt zu fein. wird neben ber gnmüie einen gz„-in-g?Ündungen, Schon 1827 finden wir in Süd- Freunden und Bekannten mit b-f-r beutW)to0nb i>ie ersten Ansatz-, in d-n 60 er Jahren ? s -* g- äs ää ‘x Hagen ist em Sohn unserer engsten Heimat. E 1 breiterer Grundlage gepflegt und vor ^°“efU™?e 'das Gietze^ -in-^^n ÄfXjft -u Wir- Oberforste . <00= Reifevrüfung, kung gebracht werden. Des andern verfolgte man ^^u&iertcI an'un|erer n®ie6cner Un^oerntät ab™ au$ bcroufjl d-7 Zweck, das Li-d dem deutschen Emin Göttingen, und bestand bereits nach einem Studium oon nur sechs Semestern die Fakultats- Aus den beiden G-fangoerein-n, die im Jahr- LngerbL- 1810 fast gleichzeitig im Norden und Süden deut- emdeutig F s s^yen I Reichardts uctllclcll ...... o -- *•. sch-n Lond-s (Berlin und Zürichs gegründet wurden L Deutschen Vaterland" mit dem bi- Gliederungen der Partes die Kn-gerkamerad. snorrm.f m^nrnpr ftahmbnte der Deutsche 2eit besonders bedeutungsvollen schäften und die Ortsvereine In der Bahnhosttraße Scklutz L7s ganze Deutschland soll -S sein". Aufstellung nehmen, um dem Kreisle.t-r gemeldet muhten jene begeisterten Vaterlandssänger zn werden. Für den Nachmittag ist -IN Festzug vor- b«0 “nen BeÄilfe. solchen entschiede-stg-s-hen. Durch die Teilnahme oon Kam-raden m n-n Einheitswillens alles ertragen. Es regnete Der- olt-n Uniformen wird der Festzug besonderes Ge- bnik» und neben den gleiche Ziele verfolgenden Turn- präge erhalten. An den Festzug schließt sich eme vereinen waren die ^Gesangvereine die bestgehaßten Kundgebung an. Kreisleiter Backhaus und Krels- crpinhp damaligen reaktionären Regierungen, kriegerführer Dr. Monnard werden Ansprachen hal- Und dock schwieg tms deutsche Lied nicht. Unent- ten. Darbietungen der Gesangvereine, Vorführungen weg. klang es weiter in all d-n m-,-n Männer- d-r Gr°tz°n-Lind-ner Radfahr-r, sowt- iunter der aeiangvereinen in Zeiten des Glanzes und in Zeiten Leitung von Sturmfuhrer S ch 0 m b s, ^l^n) eine der Not Es klang weiter in der Lystemzeit, in der Quadrille der Kameradschaft ehemaliger Hessischer anerkanntermaßen unsere Männerchore treueste Leibdragoner werden unterhalten. e”ng£ 60 Jahre Kriegerkameradschast bundesfest gefeiert wurde, da brauste aus Hundert- ßbcr^Oätt^. tausenden von Kehlen deutscher Sanger aus dem I TJ Reich dem Sudetenland, der Ostmark und dem * Ebersgöns, 23. Juni. Am 2. und 3. Juli Ausland der begeisterte Ruf zum erstenmal zum b g. feiert die Kriegerkameradschaft Ebersgons ihr geliebten Führer empor: Ein Volk, ein Reich, ein 60iäl)riges Bestehen. Als Festtag wurde der Tag Führer' Das deutsche' Lied ist stets ein Sinnbild I Don Königgrätz gewählt. Bei dem diesjährigen deutschen Einheitswillens gewesen. Wer wollte das Soldatentreffen am 2. Juli spielt die Kapelle des vergessen? II. Bataillons / Jnf.-Regt. 36 aus Butzbach. Die fest. -------- lichen Vorbereitungen sind in vollem Gange. Auch die Bewohner zeigen wieder reges Interesse für • 1*. ä »f» N» e diesen frohen Tag. Dem Fremden fällt es auf Meisen-Sammlung hilft Devisen sparen! h MKÄS-KWZ Neue Schrottsammelaktion im Gau Heffen-Tlaffau. ^"bZ-iUg-n!"^arüb-^NnE'foll°7ll-?°Lch^ Keller oder auf der Mansarde herumliegen, sollen dem um den Kameraden, Freunden und Gästen einige Reichsluftschutzbund als dem Träger dieser Samm- frohe Stunden zu bereiten. lung kostenlos überlassen werden. Falls Volksgenos- ffttflfürfdfätl sen nicht in der Lage sind, schwere eiserne Gegen- 4,P0lia)er UHgiUUSjait stände selbst zu ttansportieren, ist dem Luftschutz- cjnc^ Friedberger Studenten, wart hiervon Kenntnis zu geben, der das Weitere 0 bei den die Schrottmengen abfahrenden Händlern ßpb. Friedberg, 23. Juni. Spät abends er» veranlaßt. eignete sich auf der Reichsautobahn zwischen Darm- Deutschlands Eisenbedarf für die Wehrmacht, stadt und Frankfurt ein schwerer Motorradunfall, Vierjahresplan, Autobahnen, Jndusttieanlagen, | dem der in Friedberg studierende 23;ahrige Peruaner Volkswagen us'w. ist derart groß, daß wir schon im Jahre 1938 an der Spitze aller Eisenerzeuger in der Welt standen. Der Schrottbedarf zur Bewerkstelligung unserer großen Aufgaben konnte jedoch ttotz gründlicher Erfassung des Jnlandanfalls nur durch Einfuhr vollständig gedeckt werden. ^^Beiin Amtsgericht Alsfeld begann sein juristischer Vorbereitungsdienft, den er beim . Amtsgericht und beim Landgericht in Gießen fortsetzte Den Schluß am Kre?sa^m/ Gi'eßen^ Nach^gut^bestandeuer Staats» NSG. Der Gaubeauftragte für Altmaterialerfas- vrüfung wurde Ludwig Neuenhagen 3um Gerichts- fung, Gauwirtfchaftsberster Eckardt, wendet sich alleffor^ ernannt, er befchäftigte sich dann bet der mit folgendem Auftuf an die Bevölkerung des S aatsanwalttchaft Gießen, war als Amtmann in Gaues Hessen-Nassau: Alsfeld ttttiq später als stellvertretender Amtsrichter Der Reichskommissar für Altmaterialverwertung üi Herbstein schließlich so wie es damals üblich hat die Gaue im westlichen Schrott-Elnfallgeblet war als Hilfsgirichtsschr^iber am Landgericht Gie- aufgefordert, mit Rücksicht auf die Der orgungslage ^en'Nack seiner Verwendung als Amtsanwalt in der westdeutschen Schrottverbraucher sofort eine FrUdberg in Gießen, in Bingen und in Offenbach neue Alteisensammlung Durchfuhren versah er dann das Richteramt bei den Amtsgerich- zu lassen. Im Gau Hessen-Nassau findet diese ttn in Beerfelden und in Darmstadt. Dom Frühjahr Sammlung in Der Seit vom 1. Juli bis Mitte 1895 ab war er erstmals Richter beim Amtsgericht August einschließlich statt. Die Tage der Absamm- m;pfcen lung in den Kreisen merben Der Bevölkerung noch Nack seiner weiteren Verwendung am Oberlcm- durch die Kreisbeauftragten für Altmaterialerfas- desaerickt Darmstadt wurde der Gerichtsassesfor sung mitgeteilt. Der Reichsluftschutzbund, Landes- Neuenhagen mit Wirkung vom 12. Juli 1895 zum gruppe Hesien-Rheinland-Sud, ist m Verbindung Amtsrichter beim Amtsgericht Gießen ernannt. An mit dem ortsansässigen Schrottmittel- und Grotz- dieser Stelle wirkte er, bis er im Jahre 1904 seine handel für diese Aktion eingesetzt. Ernennung zum Landrichter erhielt. Im NovEber sehnlich wie bei den seitherigen Altstoffsamm- 1907 trat Landgerichtsrat Neuenhagen in Den Kreis- tunqen C5 au(h dieses Mal wieder, sämtliche ausschuß des Kreises Gießen em und im Jahre Haushaltungen und im freien (Be- lande unnütz Herumliegenden Schrottmengen. «ÄelÄ mürber Im N-w-mb-r 1920 mie Werkzeug-, Gerüle unb Jonffigc SegensiSnbe iiim Landgerichtsdirektor befördert, und am 12. Marz aus Blech, Eisen und Stahl (auch eiserne Vor- 1924 wurde er Nachfolger des Damals in Den Ruhe- gartenzaune) so schnell als möglich der Wieder- stanD tretenden Geheirnevats Dr. G ü n g e r i ch zum Verwertung zuzuführen. Prästd-Nt-N des Landgerichts der Over- mand)er aüe Dfm, fo manch-- ult- eisern- Bett- M^r^L^L Gegenstände, di- stär-nb im 1932 in Den wohlverdienten Ruhestand, obwohl er sich noch aller körperlicher und geistiger Frische 8 bi 12 ^auch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radies- ft-ut- und nur dem Gesetz- folgend von s-rnem rhrn » > li-bg-worden-n hohen richterlichen Amte zurucktrat. ch°n, Das Vuno-i » W Run wurde er nach längerem und mit großer Geduld ertragenen Leiden in die Ewigkeit adbe- ** Jubiläum Der hessischen Garde- rufen. Dragoner. Im Rahmen eines großen Kamerad- schaftstreffens feiert Der Regiments!)und ehemaliger -•Dentin hessischer Garde-Dragoner Nr. 23 im kommenden iff -in aesäbrlickes iieiniaunasmittel. Jahre in engster Verbindung mit der Traditions- IH ein geiaizriiuyvv j « schwadron in Der alten Garnisonstadt Darmstadt In dem Jahresbericht einer Berufsgenossenschaft tz^s Jubiläum Des 150jährigen Bestehens des Regi- beißt es- Eine Arbeiterin hatte im Badezimmer ments. Die Garde-Dragoner sind nämlich aus Dem in einer 'Waschschüssel ein Kleid gewaschen. In ber 1790 errichteten Cheveauxlegers-Regirnent hervor- Ecküssel befanden sich 1,5 Liter Benzin. Nach bem gegangen. Nach dem 70er Krieg erhielten sie den Waschen schwenkte sie das Kleid aus. Die Benzm- Ramen Garde-Dragoner-Regirnent 23. Die Vorgase wurden durch die Zündflarnrne des Gasbade- bereitungen zu Dem Jubiläum sind bereits auf« ofens zur Explosion gebracht, so daß die Arbeiterin genommen. Der RegimentSbund besitzt außer in Verbrennungen erlitt." Solche und ähnliche Unsalle Darmstadt in Frankfurt, Mainz und Offenbach ereignen sich immer wieder, weil viele Menschen selbständige Kameradschaften. Aus Gießen und die Gefahren des Benzins nicht kennen oder Obecheffen haben zahlreiche Kameraden bei diesem leichtsinnig damit umgehen. Regiment gedient. Die Abteilung Unfallverhütung der Bekleidungs- *. Erfolgreicher Gießener Architekt. induftrie-Berufsgenossenschaft schreibt zum -M)ema Architekt Georg Wellhausen, ein gebürtiger „Benzinwäsche": Gießener, Der in Hamburg ansässig ist, hat wie- Zur Vermeidung von Unglucksfalleri sind zwei einen großen Erfolg zu verbuchen. Beim Gesichtspunkte zu beachten: 1. Es dürfen sichkeine Wettbewerb um einen Entwurf für Den Bau eines gefahrbringenden Mengen .D0” HJ.-Heimes für Hamburg ging er als Preisträger Raum bilden, 2 alle .Aundmoglichkeiten muffen I)erDor, murde Der 1. Preis zugesprochen und ausgeschaltet werden - Bekde Forderungen lassen Ausführung des Baues, bei dem es sich um ein vor allem im Haushalt nicht zuoerlässig erfuUen- größeres Projekt handelt, übertragen. Georg Well- Deshalb ist hier unter allen Ums anden ^ ^K hausen hat auch bei dem Wettbewerb um Den Bau von Kleidungsstücken in Benz n zu unterlasse . Gießener HJ.-Heimes einen 3. Preis echalten. Uebrigens bejtebt auef) no^Die bem‘ 2aien nur Beteiligung an Diesem Wettbewerb war Der selten bekannte Gefahr, Daß sich Benzin beim Spu- ö len und Reiben durch elektrische Auf-' ladung selbst entzündet. Diese Arbeiten gehören daher ausschließlich in die chemischen Reinigungsanstalten. . „ Im Haushalt können nur kleinste Mengen Ben- zin zum Entfernen von einzelnen Flecken an Klei- GkÜNdUNg OCt Ortsgruppe SÄ Ä derV-nKnung Weickartshain der NSDAP, sorg- jeder für gute Entlüftung (Durchzug! Noch Weickartshain, 22, Juni, Di- Parteimit- besjer tft -s, d>°I- ^^°itimFrei-n oder auf d-m g[ieber Don W^artshai» und Stockhaujen, die Balkon oorzunehmen. Es muß p-inkch^i seither zur Ortsgruppe Srünberg gehörten, und bie M'tgli-d-r oon Lardenbach und Kl-in-Eichen, di- Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen andersahrien I, nach dem Taunus und nach dem Hohen Vogelsberg, in die Gegend von Gießen. ließen. Auf fester Straße wan- Kanu- unb 10°/o Bedienungsgeld. 330gD Floß- unter dunkle unter Staubfreie, sonnige Lage — Laubund Nadelwälder — Höhenluft — Zentralheizung — Liegehalle. Tagespreis RM. 3.00 bis RM. 3.50 Flensungerhof Chcistlich.Trholurrgsheim Post und Station Mücke in Oberhessen. — Werbeschrift auf Verlang. rauschende Mühlenwehre und brandende gaffen, an verträumten Dörfern vorüber, seltsam verschnörkelten Brücken dahin, durch Moore und köstlich duftende Heide oder schweigendem Waldesdom. Kanadier, Kajak und Faltboot, die für den öeschäftsdrucksacheb Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Sohulstr.7 dem wir jetzt weiter nach Eichelsachsen (gute Einkehr), um von hier, weißen Kreuzen folgend, zum Haselberg oder Schöner Stein genannt, emporzusteigen, wo sich uns eine wundervolle Fernsicht auftut. Die Zeichen leiten uns hierauf über das Launsbachtal nach dem Alteburgskopf mit wildromantischen Felspartien, gegenüber das Kurhaus Vogelsberg und alsbald nach unserem Endziel Schotten. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden. Was das Wasserwandern in diesen drei Bootsarten so anregend und erlebenswert macht, ist ihre besondere Ruderart. Die drei Fahrzeuge werden mit Blick voraus gefahren und geben dem Fahrer daher nicht nur volle Sicherheit bei irgend welchen Hindernissen, sondern gestatten auch die völlig freie Uebersicht über das Gelände und erheben somit das Wasserwandern zum eigenllichen Genuß der Natur und zur Versenkung in die Landschaft und ihren geologischen Bau. Heute werden selbst die größten deutschen Ströme von diesen drei Bootsarten befahren. Daß der eigentliche Reiz des Flußwanderns aber in den ein» samen Gewässern abseits der großen Verkehrswege und in den tollkühnen Fahrten der Wildwasser besteht,' ist keine Frage. Wer das Flußwandern betreibt, hat sich dem schönsten sommerlichen Sport ergeben, wird beglückt die Stunde seiner Freiheit genießen und sie nie wieder vergessen. Mervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. 3chulxa-Kahl»yx» NerwMwrt Kanufahtten. Don Dr. Karl Neurath. Klar spiegelt sich der Himmel in den Wasserzügen, und in den Bootshallen sind eifrige Hände am Werk, den prunkvollen Kanadier, den schlanken Kajak für fröhliche Fahrt zu rüsten, und auch der Faltbootmann überprüft fein schönes und zuverlässiges Fahrzeug, um hinauszuziehen in die Einsamkeit der Wasserwildnis, die sein ewig lockender Traum ist, deren Schönheit ihn immer wieder beglückt. Ledig aller Fesseln des städtischen Lebens zieht er auf seiner blanken Straße dahin über Land der Sprudel und Heilquellen. Fülle der Schönheiten und Genüsse im Gau Koblenz-Trier. Don unserem Sonderberichterstatter. IffIII!!IIIIIIIIIIIII!IIII!!III!»IIl!I!IIIIll»II!IIIIII!lIll MNIWAM von Margarete Dole Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Sarges 62 Seiten, kartoniert RM. —.90 Lin frohes Ferienbüchlein für alle, di« auf der wunderreichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. (Es erzählt von den Schön, heilen dieser Insel mit ihren Dünen, ihrem Wattenmeer und ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt. — Für die Jugend, di« ihre Ferien am Nordseestrande verlebt, ist dieses Büchlein ein reizendes Geschenk, ein Führer für alle, die die Naturschutzbeftrebungen auf den Nordseeinseln kennenlernen wollen. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo Berinühler Verlag Berlin-Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Gedern — Großer See — Hof Zwiefalten — Lichelsachfen — hafelberg — Schotten. Diese lohnende Vogelsberawanderung beginnen wir in dem freundlichen Bergstädtchen Gedern (Sonntagskarte Gedern—Schotten zurück). Nach Besichtigung des Schloßbergs und des durch feine schönen Saumgruppen bekannten Schloßparks mit hübscher Fernsicht folgen wir weißen Dreiecken, die uns über den Galgenberg nach dem waldumsäumten, reizvoll gelegenen Großen See bringen, dessen klares Wasser zum Baden einladet. Die Zeichen führen uns weiter, meist durch Wald, das Hillersbachtal überschreitend, hinauf zum Hofgut Zwiefalten, wo sie endigen. Leider ist die früher viel besuchte Wirtschaft geschlossen. Doch bietet sich eine prächtige Aussicht wirb sich lieber ein Holzboot, einen Kanadier oder einen Kajak leisten, denn das Lagergeld ist meist recht mäßig; aber wer seltener fährt, weit vom Wasser wegsitzt und gern große Fahrten unternimmt, der wird sich wohl für das Faltboot entscheiden müssen. Dieses um 1905 von dem Münchner Architekten H e u r i ch erfundene Boot kann bequem verpackt und als Handgepäck mitgenommen werden. Es fällt auch bei längerer Fußwanderung nicht allzu beschwerlich, ist jederzeit leicht aufzubauen und abzurüsten. Für Wildwasserfahrten ist es wegen der Geschmeidigkeit von Gerüst und Haut das einzig brauchbare Fahrzeug, das durch feine tiefe Sitzlage, die der des Kajaks entspricht, erstaunlich sicher im Wasser liegt und selbst bei schweren Wellen sein Gleichgewicht gut bewahrt. Seine Zuverlässigkeit, sofern es von einer gediegenen Werft stammt, ist heute über jeden Zweifä erhaben. Wie der Kajak wird es mit der Doppelpaddel gerudert und meist auch gesteuert, während der Kajak häufig mit einem Fußsteuer gelenkt wird. einen solchen Strahl, so hat man die schönste Massage, die man sich wünschen kann. Ein Schwimmbad in dieser Quelle vermittelt den Eindruck, als sei man innerhalb einer Viertelstunde um mindestens zehn Jahre jünger geworden, solch eine Erfrischung verleiht dieser heilkräftige Sprudel. Also ist dieser gesegnete Gau ein Gebiet für Kranke? Weit gefehlt! Natürlich kommen auch Kranke hierher aus aller Herren Länder, dazu sind schließlich alle diese Orte seit Menschenaltern, ja seit Jahrhunderten weltberühmt. Aber die Vereinigung von fünften Waldhügeln, von steilen Felswänden, schier unergründlichen Urwäldern mit sorglich gepflegten Wegen, die Möglichkeit, stunden- und tageweite Ausflüge zu Fuß und zu Schiff zu machen und überall immer wieder noch einen süffigeren Wein vorgesetzt zu bekommen, all dies und viele Vorzüge mehr machen dies Land der Burgen und der Lieder zu einem geradezu idealen Urlaubsgebiet. Und der Autofahrer, der vielleicht fckon manche alte Straße, manchen Paß mit ober ohne kochendem Kühler bezwungen hat, der wird wohl genau so wie der seit langen Jahren kraft- fahrende Verfasser dieser Zeilen platt vor Erstaunen sein, wenn ihm hier auf den alpenmäßigen Straßen der Eifel mit ihren endlosen Kehren usw. alle Aufmerksamkeit und alle Gewandheit alwer- langt wird. Eins aber wird der wandernde Tourist gerade hier, vor allem im Tal der Mosel und der Ahr, lernen, soweit er aus einer Gegend stammt, die keinen Weinbau kennt: daß nämlich die Arbeit des Winzers auf diesen unvorstellbar steilen Hängen — anders als meistens im Rheingau ober der Rheinpfalz — so bitterschwer unb strapazenreich ist wie nur noch die Arbeit der Hochgebirgsbauern beispielsweise im oberen Oetztal. Alles muß der Winzer auf dem eigenen Rücken mühsam bergan schleppen, die schweren Kanister mit den Spritzflüssigkeiten, den Dung und immer wieder, immer wieder die karge, mit Geröll durchsetzte Erbe, die jeder Regen herunterwäscht. Wenn man Winzer und Winzerinnen mühsam mit ihren Lasten diese steilen Hänge der Weinberge erklimmen sieht und weiß, baß ein einziger verspäteter Nachtfrost genügt, die Arbeit eines ganzen Jahres zu vernichten, dann sieht man erst recht ein, wie billig die herrlichen Weine allet dieser Täler sind. Wie herzlich wird jeder Gast hier empfangen — aber in den offenen Gesichtern dieser Weinbauern ist auch jener Emst, der um lebenslängliches, schwerstes Mühen weiß. Um so fröhlicher feiern sie dann ihre Feste, bei denen jeder Fremdling empfangen wird, als wäre er einer der Ihren. Ter. fport allein in Frage kommen, sind drei Bootsarten von vollendetem Bau und untadelhafter Schönheit. Jedes ist in feiner Art ein Meisterwerk an Zweckmäßigeit und Sicherheit. Der Kanadier, den man gern in bunte, leuchtende Farben kleidet, geht auf das Birkenkanu der nordamerikanifchen Indianer zurück. Es hat trotz feiner Länge eine ungemeine Wendigkeit, die dem leisesten Pagaischlag fast ohne Widerstand folgt, selbst wenn es mit fünf ober sechs Personen voll besetzt ist. Der Kanadier ist gewöhnlich mit einem dichtgewebten Stoffüberzug versehen, der überspachtelt und dann in satt leuchtende Farben gestrichen wird. Seine Geräumigkeit gestattet, auch größere Lasten an Bord zu nehmen, und so hat er sich in den Niederungsgewässern als Familienboot heute schon völlig durch- gesetzt. An Geschwindigkeit wesentlich übertroffen wird es von dem schmalen und niedrigeren Kajak, der auf das Fellboot der Eskimos zurückgeht. Im Gegensatz zu dem offenen Kanadier ist er zu einem guten Teil wasserdicht gedeckt und behält somit beim Kentern eine wesentlich größere Auftriebskraft. Auch der Wellenschlag, gegen den sich der Kanadier mit feinem höheren Bord und den hochgezogenen Steven schützt, kann ihm dadurch wenig anhaben. Es ist bekannt, daß die Eskimos in der Beherrschung ihrer Fellboote geradezu Unglaubliches leisten, .daß sie imstande sind, sich, beim Kentern um die Längsachse des Bootes schwingend, wieder aufzurichten. Als Einer oder Zweier ist der Kajak das eigentliche Wanderboot für große Fahrt, wenn man nicht das in mancher Hinsicht bequemere und jedenfalls leichter zu befördernde Faltboot oorzieht. Dieses hat nach dem Krieg außerordentlich starke Verbreitung gewonnen, und durchaus mit Reckst, denn es ist für viele Großstädter das bequemste und billigste aller Boote. Wer unmittelbar am Wasser wohnt und Gelegenheit zu häufigeren Fahrten hat, der Aronhausen — hassenhausev — Hachborn — Frauenberg — Marburg. Vom Bahnhof Fronhausen (Sonntagskarte Marburg) gehen wir über das Bahngeleise, später über die Lahn nach Bellnhausen und erblicken unterwegs Schloß Friedelhausen, den Altenberg, das Marburger Schloß, Spiegelslust und den Rimberg. Von Bellnhausen wandern wir über Hassenhausen mit hübschen Fachwerkhäusern dem Tal der Zwester Ohm aufwärts nach Hachborn, wo wir auf blaue Punkte stoßen, denen wir nachgehen. Zunächst durch freie Gegend, hierauf am Waldrand aufwärts gehend genießen wir unterwegs prächtige Blicke nach dem Ebsdorfer Grund mit mehreren Dörfern, nach der Wittelsberger Warte und Amöneburg. Nachdem wir noch ein kurzes Stück Wald durchschritten haben, stehen wir am Fuße des Frauenberges, den wir nach mäßigem Anstieg bei der unteren Gastwirtschaft erreichen. Nach einer Erholungspause besteigen wir noch die Burgruine, um uns an dem herrlichen Rundblick zu erfreuen, und wandern dann blauen Strichen nach auf schönen Waldpfaden nach unserem Endziel Marburg-Süd. Dauer der Wanderung 4V» Stunden. Schwehinger Schloßgatten. Don Peter Bauer. Brett steht das Schloß da. Es strebt nicht in die Höhe, sondern spannt selbstbewußt und herrschaftlich mit seinen an den Mittelbau angrenzenden Seitengebäuden die Arme aus, um ein möglichst großes Stück Erde als seinen Besitz zu umfangen. Der Mittelbau ist Tor zu einem Garten, der mit seinen verschwenderischen Ausmaßen die Geste des Besitzstolzes Noch stärker wiederholt. Eine Allee mächtiger Kastanienbäume führt in das Geheimnisvolle ein, das im Hintergrund rauschende Wasser- spiele und verschwiegene Wandelgänge ahnen lassen. Glitzernde Weiher, von marmornen Flußgöttern bewacht, und mit jenseitigen Schilf- und Weidenufern, als locke dort eine verschwiegene Insel, wechseln mit verschatteten Kanälen, auf denen zwischen ruhig aleitenden Schwänen zitronen- und rostfarbene Blätter treiben, lieber die Wasserarme wölben sich kleine Brücken, die zu schmalen, labyrinthisch sich schlängelnden Seitenwegen gängeln, denen man so' lange folgt, bis man sich wie in einem Irrgarten an der Seichen Stelle wieder findet. Es gibt Laubengänge, dämmerig wie die Seitenschiffe eines romanischen Doms, und Waldeinsamkeiten, in denen Eichhörnchen sich Zeit nehmen zu flüchten, so geborgen fühlen sie sich. Und die Göttinnen, Helden und Philosophen der Antike lächeln, wenn man plötzlich überrascht vor ihnen steht. Selbst die beiden Sphinxpaare, die eine kleine Wiese bewachen, haben trotz ihrer Krallen, die sie aus geduckten Löwenleibem zücken, die liebenswürdigen Gesichter von Hofdamen, die sogar mit einem kleinen Schleier kokettieren. Alle Gestalten sind nur zur anmutigen Belebung der Dege und Waldungen aufgestellt. Man soll keine andere Absicht und keinen anderen Sinn hinter ihrem Dasein suchen. Der kleine Tempel des Apollo, unter dem ein Wasserfall hervorstürzt, hat grottenartige Durchgänge, die an das Dunkel von Burgverließen erinnern, ohne daß man an deren Schauer denken darf. Sie wollten nicht unheimlich sein, sondern eher ein heimliches Versteck, das Bewunderung erregen sollte. Wie es an einer anderen Stelle der reiche Baumgarten mit seinen fremdartigen Düften ist, in dem die Palmen des Südens mit ihrem herrlichen Wuchs am meisten auffallen. Es durfte nichts in diesem Lustgarten fehlen, was der Sinn seines Besitzers begehren konnte. Und jedem noch jo absonderlichen Einfall scheint die Verwirklichung auf dem Wege gefolgt zu sein wie außer einem versteckt liegenden Badehaus mit chinesischem Zimmer der entzückende Bau einer kleinen türkischen Moschee mit zwei ragenden Minaretts und ausgedehnten Derwischgängen beweist. Sogar die Sprüche morgenländischer Weisheit an den Wänden sind nicht vergessen: „Wegen der Rosen begießt man die Dornen", „Einsamkeit ist besser als böse Gesellschaft", „Ein Laster des Weisen gilt für Tausend" und anderes mehr wissen die verblaßten, gerade noch zu entziffernden Zeilen. Hier wie überall fällt leise das Laub aus schon gelichteten Wipfeln. Es fallen Blätter auf die Kielbogen der Moschee, auf die Marmorleiber der Göttinnen und auf die Wege, deren wie mit dem Lineal 1 gezogenen Säume sich mehr und mehr verwischen. Es ist wieder Frühling, und der Frühling erweckt den Schloßgarten zu neuem Leden, und immer mehr wird von der Vergangenheit des Barock übergrünt werden von dem unbändigen Willen der Natur, immer mehr wird aus dem Zierwerk französischer Gartenkunst ein deutscher Park werden, immer mehr werden die allein übrigbleibenden Tempel und Gestalten ein steinernes Märchen sein: es war einmal. Vad-Aauheim. Don Helene Rostih. Bad-Nauheim ist so verschieden im Ausdruck wie ein bewegtes Menschenantlitz. Wie viele suchen und finden hier Heilung. Neben dem modernen Leben mit feinen bunten Riefenautomobilen, die viele Menschen aus allen Ländern hierher bringen, träumen noch immer alte Dorff troffen um ihren Marktplatz von der Zeit, als das kleine Nauheim „Nu- heim", „Neues Heim" hieff, bis die Entdeckung des großen Sprudels Weihnachten 1846 Nauheim zum Weltbad machte. Der Johannisberg aber galt bis zum 17. Jahrhundert noch als Hexentanzplatz! In der Nähe stand früher die Burg, die den Münzen- berger Grafen und später den Grasen von Hanau gehörte. Auch Kriege zogen über das Land. Ferdinand von Braunschweigs Heere, des Bundesgenossen Friedrichs des Großen, und 1792 die französische Revolutionsarmee brachten den friedlichen Nauheimer Bauern und Bürgern Angst und Unruhe. Nirgends ist im Frühling die Baumblüte fo üppig und zauberhaft, die zwischen blauen Hügelketten um den Johannisberg und unter Friedbergs Türmen ihre weiße Pracht entfaltet. Im Hochsommer aber liegen um Nauheim die Rosenfelder wie ein buntes Mosaik vor dem entzückten Auge. So mancher Kranke im Rollstuhl verweilt andächtig vor diesem Wunder. Im Herbst schmücken sich die herrlichen Bäume des Parks, die wie Monumente auf den weiten Rasenflächen stehen, mit glühenden Farben. Purpur und Gold leuchten wie altvenezianischer Brokat. Bis in den November hinein erglühen auf den Terrassen die rosa und roten Geranien, denn eine milde, fast südliche Luft weht in Nauheim. Die unterirdischen heißen Quellen fördern und steigern auch den Pflanzenwuchs. Der ernstlich Erkrankte vertieft sich in das immer wechselnde Schauspiel der Natur. Am Morgen erfreut ihn die Blumenpracht der Trinkkuranlage. Hoher blauer Rittersporn steht im Sommer vor einer hellen Wasserfläche. Oder er blickt auf den Teich unterhalb des Kurhauses, wo die weißen Schwäne ziehen und steigt dann langsam durch den Frauenwald, den die Hexen verlassen haben. Kräftigere Pattenten dürfen ein ruhiges Golfspiel auf dem nahegelegenen Platz wagen. Die weiten flachen Wiesen, auf denen oft Schafherden weiden, erfordern keine besondere Anstrengung. Auf der anderen Seite sitzt man unter den Salinen, wo die starke Salzluft die Atemorgane kräftigt und heilt. Die Gewinnung des Salzes war schon in Urzeiten in Nauheim berühmt. Ein späterer Finanzminister Friedrichs des Großen, Jakob Siegmund Waitz von Eschen, der sogenannte „Salzgraf, ist der Reorganisator der Nauheimer Salinen. Von dort aus blickt man auf das liebliche Friedberg. Am liebsten fährt man im Sommer gegen Sonnenuntergang in einem ruhigen Einspänner dorthin. Man fühlt sich dann ganz in die Zeit der Romantik versetzt, als der Postillon lustig sein Horn auf der Landstraße bließ. Tapfer ersteigt das Pferdchen die Höhe, und wir stehen bald vor dem Schloß der hessischen Fürsten, im Garten über den Wällen, und überblicken die Landschaft, in der Nauheim mit seinen bunten Häusern wie ein riesenhaftes Blumenbeet liegt. Die Stadt ist stetig im Wachsen. Dankbare Aus» länder, die hier ihre Gesundheit wiederfanden, machten mildtätige Stiftungen. So ist in den letzten Jahren das schöne „Kerckhoff-Jnstttut" entstanden. Dort können Aerzte ihr Wissen, besonders auf dem Gebiet der Herzkrankheiten, erweitern und vertiefen. Frau Kerckhoff, geb. Eschman, aus Los Angeles, hat außerdem zur wissenschaftlichen Fortbildung ein Kapital zur Verfügung gestellt. Die Besitzer der Läden in der Adolf-Hitler-Straffe sind die langjährigen Freunde der Badegäste. Aus dem Wege pflegt man immer hier und dort seine kleinen Gespräche über die Zeitläufte, das Wohlbefinden der Familie. Man kauft von dem schönen Obst, das zwischen den herrlichen Rosen leuchtet. Dort winkt auch schon der bekannte Kutscher, der uns immer fährt. „Ja heute wird wohl nichts daraus werden", — er grüfft freundlich und trottet gemächlich weiter. Man sitzt dann vielleicht an den prächtig angelegten Tennisplätzen mit den Rosenwänden. Am schönsten aber ist es, in einer Mondnacht in Nauheim unter den hohen Bäumen der Parkallee zu wandeln. Dahinter träumt der weite Park, in dem man schließlich wie in ein tiefes Geheimnis einbringt. Bald führen uns die Wege nach dem Sprudel. Unter dem weißen Mondlicht erinnern die weiten Säulenhallen an griechische Tempel. In der Mitte des Platzes steigt der weißschäumende Sprudel aus der schöngeschwungenen Brunnenschale empor. Eine geheimnisvolle Kraft spricht aus diesen Gewässern, die aus der Dunkelheit hervorbrachen, um die Menschheit von ihren Leiden zu heilen. Reisewinke. Reisen nach dem Protektorat Böhmen—Mähren. Bei den verschiedensten Prager Amtsstellen häufen sich in letzter Zeit schriftliche Anfragen über Reisen nach dem Protektorat Böhmen-Mähren, deren Erledigung sich verzögert, da sie erst an die zuständige Stelle weitergeleitet werden müssen. Die Prager Polizeidirektion weist daraus hin, daß für derartige Anfragen der Fremdenverkehrsverband, Prag I.Beim Pulverturm, zuständig ist, der auch weitere Auskünfte bezüglich des Protektorats erteilt. fommerbad färmmfels Schwimmbad mit erwärmtem Quellwasser Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntag» geöffnet. In nächster Nähe der Obermtthle, Schloßbranerei. 4471D Bad Hönningen am Rhein, im Juni. Schon am zweiten Tag einer längeren Bereisung des Gaues Koblenz-Trier hatten wir es beschlossen: der Urlaubs freudige und vor allem der urlaub sbebürftige Mensch muff hierher, je eher, desto lieber. Wenn das Wort Rheinland fällt, dann hat der Deutsche im allgemeinen sofort selige Vorstellungen von Weingläsern, Lampions auf abendlichen Terrassen und von einer verruchten Lorelei, die von Booten aus angefungen wird. Aber wie die Lorelei in Wirklichkeit kein steinernes Weibsbild ist, das „den Schiffer im kleinsten Schiffe" tückischerweise in die Felsenriffe lockt, so sind Gläserklang und Liedersang doch nur eine — und noch nicht einmal die wichtigste — der vielen Seiten dieses begnadeten Landes, das jetzt im Schutz des unüderwiMichen Westwalles liegt. Auf diesem Gebiet von Rhein, Mosel, Nahe, Ahr usw. ist eine solche Fülle von landschaftlichen Verlockungen nicht nur, sondern von geradezu konzentrierten Erholungs - und Gesund ungsmöglichkeiten vereint, daß man sofort die Qual der Wahl hat. Es ist das Land der Eifel, des Hunsrücks und des Westerwaldes mit den anschließenden Bergwaldgebieten, das Land der Berge, der endlosen Wälder, der unübersehbaren weitverzweigten Flußreviere, der stillen abseits gelegenen Bergseen wie die berühmten Maare, Kraterseen in der Eifel beispielsweise, bei dem in die tiefsten Eifelwälder sorglich eingebetteten Bad Bertrich, das Land der Weinberge und vor allem das Land der Sprudel und Heilquellen. Die Erde hier, die die köstlichsten Gaben des deutschen Weinbaues oben auf den steilen, sonnigen Hängen trägt, ist innen gleichsam ein ungeheures poröses Labyrinth von Heilquellen aller Art, die Radium, Sole, Salze, Kohlensäure und noch mancherlei andere heilsame Dinge enthal- ten. Was soll man dazu sagen, wenn beispielsweise ein Bezirk von der Größe einer Kreisstadt sich rühmen kann, rund 300 solcher nützlicher Quellen zu besitzen! Daher ist denn auch das Charakteristikum der weitaus meisten Bäder hier die Trinkhalle, die den unaufhörlich emporschießenden, heilenden Sprudel umgibt. Zu diesen Bädern gehören die aemäch- lich Brunnen trinkenden Gäste, die langgestreckten Hallen der medizinischen Bäder, die mächtigen Gradierwerke, die durch staubfreie Verteilung der Sole die Lust geradezu mit „Medizin" schwängern. Man kann in schattigen Parkanlagen auf bequemen Bänken ober behaglichen Liegestühlen sich ausstrecken und hat weiter nichts zu tun, als in äußerster Ferienfaulheit sich die so freigebig gespendete Gesundheit mit tiefen Atemzügen in sich hineinzupumpen, wozu ausgezeichnete Kapellen noch eine schlemmerhaste Musik machen. Unmöglich, alle diese Orte aufzuzählen, die teilweise Weltruf haben wie etwa Kreuznach oder das wunderschöne Munster am Stein, dies ganze Land von Saarburg bis nach Bad Neue nähr und alles was dazu gehört. Soviel Orte, soviel heilende Bäder und Quellen, kann man ohne Uebertreibung sagen. Aber vielleicht darf man aus dem weiten Perlenkranz aller dieser Schönheiten wenigstens noch Hönningen am Rhein wegen einer Besonderheit heroorheben. Dort schießt Tag unb Nacht ununterbrochen ein Heilsprudel von der Mächttgkeit eines mittleren Baumes hundert Meter hoch aus der Erde. Die Stadt kam auf den gescheiten Einfall, diesen kostbaren Ueberfluß noch dadurch besonders nützlich zu machen, daß sie unmittelbar an der Rheinpromenade ein modernes großes Schwimmbad errichtete, das von diesem mächttgen Sprudel gespeist wird. Aus der Marmorwand eines Settenbassins schießen zwei dicke Strahlen des Sprudels mit einer Eigenwärme von 28 Grad Celsius heraus Stellt man sich unter Eschwege ’oj 03111 24. 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Es ist sicherlich für jedermann ein schönes Erleb- nis, auf einem Ausflug im Krofdorfer Forst, in der Morgensonne, im lichten, stillen Wald unversehens dem stolzesten Tier in unserer Landschaft, dem edlen Hirsch, zu begegnen: es ist ein feines Bild, an einem Waldsaum am Hangclstein, oben am Daub- ringer Paß vielleicht, ein Rudel Rehe friedlich äsen zu sehen: es ist ein Anblick von erregendem Reiz, einmal unter seltenen und glücklichen (zufälligen) Umständen eine Anzahl Wildschweine zu sehen, wie sie durch das Gebüsch brechen, über kurze Strecken freien Landes brausen, nm rasch wieder zu verschwinden. Schön auch, vom Gebüsch aus, unweit der Badcnburg, die Fasane über die Wiesen da- hinstrcichen, einmal zu seltener Gelegenheit den graublauen Fischreiher an einem stillen Ufer der Lahn stehen zu sehen, oder zu beobachten, wie sich draußen am Rande des Hardtwaldes Feldhühner in der frühen Morgenstunde tummeln und rasch im Dickicht verschwinden, wenn sich ein Mensch nähert. Es gibt aber kaum etwas Lieblicheres, als eine Schafherde weiden zu sehen, sei es auf den Wiesen am Fuße des Schiffenbergs, im Busecker Mit Hebung und Geschick kann ein Schaf in zehn Minuten geschoren sein. Tal, da oder dort, oder vielleicht gar an umgrün« ten Säumen der Reichs- autobahn. Immer sind sie ein Bild des Friedens, der Beschaulichkeit, eine romantische Idylle, und die Landsck)nft, in der sie sich bewegen, erscheint liebenswerter. Der Sck-äfer, der sich auf seine Schaufel stützt, der Hund, der neben il)m sitzt, der Schäfcrkar- ren, dunkel und silhouet- tcnhaft vor dem Abendhimmel — das alles ist tief verwurzelt im Gemüt eines Menschen, der sich gebunden fühlt an die Heimat und ihr eigenständiges Leben. Bei dieser Art der Betrachtung vergißt man gerne und leicht, daß das Schaf nicht um einer romantischen Betrachtung willen da ist. Der Bauer könnte sich kaum den Luxus leisten, Schafe zu halten, nur um die Landschaft reizvoll zu beleben. Für ihn muß das Schaf wertvoller und nützender Teil seiner Wirtschaft sein. Das Schaf ist „Produzent", ist Woll- Lieferant, ist ungemein wichtiger „Faktor" im Rahmen des Bierjahresplanes, es wird bewußt und systematisch auf Woll- und Fleischleistung gezüchtet, wird bewertet nach der Menge und Qualität der Wolle, nach dem Ergebnis bei der Schur. Bei aller realen und sachlichen Betrachtung bleibt das Schaf doch ein liebenswertes Tier mit einem charaktervollen Gesicht, das bei genauer Betrachtung keineswegs „dumm" genannt werden kann. Denn Betrachtungen solcher Art werden dem Wesen des Tieres nie gerecht. Wer maßte sich an zu behaupten, daß der Kopf des Hammels, den eines unserer Bilder zeigt, ohne Charakter oder Ausdruck sei?! Dieser Hammel gehört z. B. der Rasse des weißköpfigen Württemberger Schafes an, das eine gute Wollleistung verbürgt. Wir fanden Schafe dieser Rasse bei einem Ausflug nach Hausen und Watzenborn- Steinberg. Der größte Teil der Herde befand sich auf der Weide, auf den ausgedehnten Wiesen bei der Häuser-Mühle. Ein kleiner Teil — 60 Schafe — wurde gerade in Hof und Scheune der „Wilhelms- höhe" in Steinberg geschoren. Interessant, einmal eine Stunde lang dabei zu sein! * Es ist 'keine leichte Arbeit, die Schafe mit der Handschere ihres Wollkleides zu entledigen. Es gibt wohl Maschinen dafür, der einzelne Schäfer kann sie sich aber der Kosten wegen kaum anschaffen. Meist sind diese Schurmaschincn von Ort zu Ort genossenschaftlich im Betrieb oder aber ein Unternehmer bietet sie für Herde um Herde den Schäfern gegen entsprechendes Entgelt an. In Watzenborn-Steinberg wurde dieser Tage mit der Hand- schere gearbeitet! Der Schäfer hatte dabei einige Helfer (auch eine Helferin), denn wenn er feine Schafe — ein Tier nach dem anderen — selber scheren wollte, müßte er der Herde zu lange fernbleiben. Ein Tier mit der Hand zu scheren, nimmt bei einiger Hebung zehn Minuten in Anspruch. Bei der Schur wird mit vielgeübter Praxis vorgegangen. Das Tier wird aus dem Stall geholt, mit festen Griffen hochgehoben und auf einen ganz bestimmten Körperteil gesetzt. So kann es sich kaum mehr wehren. Der Bauch kommt zuerst daran! Unb wenn der Bauch geschoren ist, dann erst werden (übers Kreuz) die Beine zusammengebunden und das Tier auf eine Bohlenbank gelegt. Sicherlich würde es sich gerne dagegen wehren, aber — es kann nicht. Scheinbar geduldig liegt es da, und die Schere beginnt auf den breiten Flachen des Rückens und der "Bauchseiten ihre Arbeit. Es muß ganz knapp geschoren werden, denn es soll eine möglichst lange Faser erreicht werden. Dicht über der Haut gleitet die scharfe Schere entlang, und in weichen Kaskaden, fast in zusammenhängender Bahn, fällt das Wollkleid ab, häuft sich zu einem Wollberg, der ein Gewicht bis zu zehn Pfund haben kann, wenn es sich um ein stattliches, ausgewachsenes Tier einer guten Rasse handelt. Der Wollberg wird mit beiden Armen gepackt und in einen weiten Sack gestopft, der 2,5 bis 3 Zentner Wolle faßt. Die vollen Säcke, die in unserer oberhessischen Landschaft anfallen, werden nach der Erfassungsstelle W ü r z b u r g , der Wollverwertungszentrale H l in (Rcichswollverwcr- tun-g) verladen. Die Wolle wird dort einer lieber» Prüfung unterzogen, genau nach feststehenden Richtlinien bewertet, und wenig später erhält der Schäfer den entsprechenden und wohlverdienten Betrag überwiesen. Die Preise, die für die Wolle bezahlt werden, sind reichseinheitlich geregelt. Die Wolle selbst muß an den Verarbeitungsstellen noch mancher Behandlung unterzogen werden. Bor allem bedarf sie der gründlichen Wäsche, denn die Schäfer sind schon seit einiger Zeit davon abgekommen, die SH v r J > " WS Ein stattlicher Hammel! Zehn Minuten später sah er ganz anders aus. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Zustand nicht böse sein. Sie sind nun munterer, fressen mit größerem Appetit — nur in kühler Nacht müssen sie im Pferch enger zusammenrücken, um sich gegenseitig zu wärmen, llebrigens fühlen sich geschorene Schafe ganz eigentümlich an! Die Tiere haben einen fast geruchlosen Schweiß abgesondert, der sich merkwürdig fettig, rauh, fast harzig anfühlt. Der Schweiß, der natürlich auch in der geschorenen Wolle enthalten ist, wird durch besondere Verfahren aus der Wolle herausgezogen und stellt als Neben- Produkt, als „Wollfett", die Grundlage für edle Salben dar. Es mag Vorkommen, daß ein unruhiges Tier beim Sck)eren auch einmal mit der Schere unliebsam Bekanntschaft macht. Wenn dabei ein Tropfen Blut fließt, dann ist der Schäfer gleid) mit Jodtinktur bei der Hand. Der Schaden verheilt rasch. So viel Wolle gibt ein einziges Schaf. Es können bis zu zehn Pfund fein. Schafe vor der Schur zu waschen. Nur da, wo fließendes Wasser in ausreichender Menge da ist, wo seichte Ufer es ermöglichen, wird noch gewaschen! Gutes marines Wetter ist außerdem Boraussetzung, wenn die Gefahr der Erkältung für die Tiere vermieden werden soll. Durch die nachträgliche Wäsche Die geschorenen Tiere stehen bald wieder in der Herde, bald sind sie alle geschoren und bieten für einige Wochen einen ungewohnten Anblick. Doch dos'Wollkleid wächst rasch nach, und wenn kühle Herbsttage kommen, dann hat ihnen die Natur wieder den Schutz gegeben, der ihrer Art zu eigen ist und sie auch den strengsten Winter überstehen läßt. N. der Wolle kutschiert zwar viel Schmutz zu den Erfassungsstellen, aber es hat sich doch als praktisch erwiesen, die Wolle mit geeigneten Einrichtungen in großer Menge zu waschen. Kehren wir nun im Geiste zu unseren Schafen zurück, so finden wir sie gründlich verändert vor. Sie sind schlank geworden! Sie stehen im Hofe und wissen nicht recht, wie ihnen geschah, denn die meisten werden sich der vorjährigen Schur kaum mehr erinnern. lind die jungen Tiere erleben es ja zum ersten Male! Sicherlich kommen sie sich reichlich leicht gekleidet vor, aber angesichts der Temperaturen dieser Sommertage werden sie über den veränderten Nach der Schur. Es ist nicht unangenehm, bei heißem Wetter leicht gekleidet zu sein. tin 9iann wie taufent) anDerc Roman von Konraö Trani Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das behauptet unsere Polizei. Ich weiß nur, daß ein junger Mann, den ich nie vorher bei einer .Kunstauktion gesehen habe, mein Nachbar war." „Wie hat er ausgefchen?" „Na ja, wie viele andere junge Leute, nicht weiter ausfallend", meinte Rutby gelassen. Er wunderte sich, daß das hübsche blonde Mädchen, das neben der Hausfrau saß, ihn so bös ansah. „Gottfried von Silben merkt man sich!" sagte sie streng. „Er ist auffallend hübsch." Unb dann wurde Irmgard doch rot. Der Sohn des Hauses unterbrüefte mühsam einige unliebenswürdige Bemerkungen und stand auf. „Komm, Hilde, spielen wir Tennis! Kommst du mit, Irmgard? Vielleicht können wir Madelaine herunterlotsen." „Danke nein, mir ist es zu heiß für körperliche Hebungen", lehnte Irmgard ab. Denn erstens war sie eine taktvolle Schwester, unb zweitens war ihr jebes Wort wichtig, bas hier gesprochen wurde.. / „Wenn der arme Junge irgendwie belastet erscheint so ist sicher dieser Heinrich Nase schuld", sagte Frau Voigt. Auch sie huldigte der weiblichen Ueberzeugung, daß ein netter, blonder, junger Mensch, der Freund des Sohnes, unmöglich etwas anderes als eben ein netter junger Mensch sein konnte. _ _ ir, „Nase verstand eine ganze Menge von Deutschen und Italienern", erklärte Rutby unb hielt das für eine umfassende Ehrenerklärung. Der Hausherr schmunzelte. „Stimmt, hinter meinem Holbein dem Jüngeren war er her wie der Teufel hinter einen armen Seele." Die Herren waren im Begriff, sich sofort wieder in ein ausgiebiges Kunstgespräch zu vertiefen, und die Damen schwiegen eingeschuchtert. Sie sahen Irmgard erstaunt an, als die immer heftiger an dem Rockärmel des Hausherrn zupfte. „Onkel Voigt... wie haft du das gemeint? Daß Nase hinter deinem Holbein her mar?" fragte sie. „Das ist eine Zeichnung, die ich von meinem Vater geerbt habe. Der Grundstock meiner Sammlung sozufagen. — Nase bemühte sich seit Jahren, sie mir abzuluchsen. Er hatte aber kein Glück dabei!" Dann wandte er sich wieder dem Sammlerfreund zu. Sie hatten keine vier Sätze gesprochen, als Irmgard sich wieder einmischte: „Wie hat er das gemacht, Onkel Voigt, wenn er sie dir adluchsen wollte?" „Wen?" Herr Voigt, der schon längst bei einem anderen Thema angelangt war, sah die aufgeregte Irmgard verwundert an. „Deinen Holbein!" „Er schrieb mir die erschütterndsten Briefe und bot mir eine Menge Geld dafür. Den letzten bekam ich im November. — Hnd als ich in Berlin war, um Hans abzuholen, da suchte ich Nase auf, und er steigerte fein Angebot sehr beträchtlich." „Unb du hast 'abgelehnt?" „Natürlich." Irmgard versank in tiefes Nachdenken. Im November war der seltsame Anschlag gegen Onkel Voigt verübt worden, — der zweite nach dem Berliner Aufenthalt... Die Herren sollten nicht in Ruhe über die nächste große Versteigerung sprechen dürfen! Irmgard gab nicht nach. „Hat Nase gewußt, daß du an diesem Abend mit dem Auto nach Neukirchen fahren wirst?" erkundigte sie sich mitten in einen Satz hinein. Herr Voigt dachte nach. „Ja, er wollte mich am nächsten Tag zu einem anderen Händler schicken, und ich sagte, daß ich keine Zeit hätte. Da werde ich ihm wohl erzählt haben, daß ich beabsichtigte, mit Hans am gleichen Tage zurückzufahren." „Dann hat Nase beide Anschläge auf dich auf dem Gewissen", sagte Irmgard bestimmt. „Er wollte dich aus dem Weg räumen, um die alberne Zeichnung ans deinem Nachlaß aufzukaufen!" „Du bist übergeschnappt", antwortete der alte Voigt mild. Irmgard und Madeleine waren zwar mit aufregenden Berichten aus Berlin heimgekoin- men — aber ein Mensch, der soviel von deutschen und italienischen Meistern verstand, konnte doch kein Bösewicht fein. Rutby war nachdenklich geworden. Schließlich war fein Del Sarto bei Nase gefunden worden. Er hatte volles Verständnis für einen Sammler, aber darum mußte er nicht einen jungen Menschen auf Raub ausschicken. Mr. Rutby rückte unbehaglich auf dem harten Stuhl herum, den ihm Kommissar Ruhle höflich angeboten hatte. Jetzt kam der Augenblick, da er den Attentäter sehen sollte. Ob sein Gedächtnis ihn nicht im Stich lassen würde? Im Auto war cs dunkel gewesen, der Mann hatte eine Maske getragen — und ein besonders ruhiger Beobachter war er auch nicht gewesen, als er zuallererst einen Revolverlauf erblickte... Ein junger Mensch trat ein, gefolgt von einem Schutzmann. Rutby war aufgesprungen. Ja, das war sein Nachbar zweifellos... Die Hellen Augen des Sammler bohrten sich in die blauen Gottfrieds. Wie war cs nur gewesen? Wenn er sich nun eine Maske über das Gesicht dachte? Ja, er könnte cs gewesen sein. Die beiden standen sich stumm gegenüber. Nur einmal hob Gottfried die Hand und strich sich mit einer müden Bewegung die Haare aus der Stirne. „Nein!" sagte Rutby plötzlich. „Er war cs nicht!" Gottfried lächelte und streckte dem anderen die Hand entgegen. Rutby ergriff sie und drückte sie sest. „Woher wissen Sie das plötzlich?" erkundigte sich Ruhle. „Ich weiß genau, wie die Hand aussieht, die nach meiner Mappe griff... Ich würde diese Hand unter Tausenden erkennen. Die Hand habe ich mir gemerkt", sagte Rutby. Mr. Rutby wunderte sich ein wenig darüber, daß Irmgard Turach ihn bei seiner Rückkehr gar so liebenswürdig empfing. Vorher hatte sie ihn so schlecht behandelt, als cs ihre guten Manieren nur einigermaßen gestatteten. Unb jic hatte ihren Manieren viel nachgesehen ... Wenn er das Gespräch der Schwestern hätte mit anhören können, er hätte sich nicht gewundert. Hilde und Irmgard saßen in ihrem Lieblingswinkel im Garten, unter der Rotbuche beim Tennisplatz. „Er muß bald da sein!" sagte Irmgard. „Was fällt dir ein? Vor allem muß er zu Voigts ... schließlich ist er ihr Gast", meinte Hilde. „Er wird sich die Hände waschen und sich umziehen wollen. — Vielleicht muß er entlauft werden..." Hilde Turach hatte sehr übertriebene Vorstellungen von den „Kerkerzellen" in Neukirchen. „Du bist verrückt! Und er muß bei unserem Haus vorbei. Hans holt ihn ab ..." „Dann werden sie schon ein bißchen zu uns kommen", sagte Hilde, die plötzlich weder die Pflichten der Höflichkeit noch der Hygiene so besonders wichtig fand. „Siehst du!" triumphierte Irmgard. „Und übrigens Ist auch sonst alles herrlich. Gottfried erbt von seinem Onkel eine ganze Menge Geld. Dabei hast du mir immer prophezeit, daß ich werde waschen gehen müssen, wenn ich Gottfried heirate." Irmgard lachte. „Du hast mir doch sogar großmütig die Portierswohnung im Haus des ganz jungen Ehepaares Voigt angeboten ..." „Was werden die Eltern sagen?" fragte Hilde besorgt. „Daß mir zu jung sind", antwortete Irmgard prompt. „Aber wenn wir sehr berückend sind, werden sie nachgeben." Die Schwestern saßen dicht aneinandergeschmiegt. Hilde spielte mit einem Tennisball. Irmgard zeichnete mit dem Griff ihres Rackets ein großes Herz in den Kies und bemühte sich, zwei Buchstaben hincinzn- kratzen. Hat er eigentlich schon um dich angehatten?" fragte Hilde. „Nein, er geniert sich wahrscheinlich. Und von der Polizeihaft aus hätten es die Eltern vermutlich nicht gern gesehen. — Unb Hans?" Hübe war vcslegen geworben. Er auch nicht. Er brückst herum ... Wie macht man das bloß?" Da schlangen sich zwei Arme um Hüde und bogen sie zurück. „So!" flüsterte Hans und küßte sie. Eine Hand, die Hand eines blonden jungen Mannes hatte die Irmgards gepackt, sie hoch gezogen. Und nun liefen Gottfried und Irmgard schnell den Kiesweg entlang, schnell, damit Hilde und Hans sie nicht zurückriefen ... Sie hätten sich nicht beeilen müssen. Hans und Hilde waren sehr einverstanden mit dem schleunigen Rückzug. An diesem Abend wurde im Hanse Voigt ein großes, ein richtiges Fest gefeiert. Natürlich nur zur Ehre von Gottfried — aber Mutter Voigt, die manchmal verstohlene Blicke auf die Heiden jungen Paare warf, konnte das Gefühl nicht unterdrücken, daß die Jungen dieses Fest als eine Vorfeier anderer Art betrachteten. „Die ganze scheußliche Geschichte scheint sich zu entwirren", sagte Peter Ilke und traut zufrieden den guten Mosel. „Ick) möchte gern wissen, was die Po- lizei weiß ..." „Warum glauben Sie bas?" fragte Herr Voigt. „Weil ich feit brei Tagen ohne polizeiliche Assistenz spazieren gehen bars", erwiderte Peter. „Offenbar hat die Behörde an mir jegliches Interesse verloren." /Schluß folgt!) SJixfport Mntersportwoche auch 1940. Vor den Olympischen Winterspielen, und zwar vom Bec SptikeramZahlchof HeimischeLeichiachletenbeidenGaumeisterschafien I Bei den Frauen hat lediglich die 4X100-Meter- Staffel Siegesaussichten. Mit L. Weber, E. Ludwig. L Dicht, E. Schmidt ist die beste Besetzung gefunden. VfB.-Relchsbahn. Fußball der heimischen Mnnschafien Deuischlands Fußballer schlaaen Avrwegen 4:0 Der Sturtn setzt sich aus nicht weniger als vier Vereinen zusammen (Jakobi, Wolfskeil, Haas, Blatt und Rothstein). Man könnte so vielleicht den Eindruck haben, als ob es an dem nötigen Zusammenspiel mangeln würde. Daran ist aber nicht zu denken. Die fünf Stürmer sind ohne Ausnahme Könner, die sich auch in der Mannschaft verstehen werden. Was ihnen eigen ist, ist der hervorragende Schuß, das unbedingt erforderliche Stellungsspiel telpunkt der Gruppenwettkämpfe werden die Wehrwettkämpfe, der große Staffellauf durch Kassel und die sportlichen Wettkämpfe auf der Hessenkampsbahn in Kassel stehen. Zum Auftakt der Nordlandreise unserer Fußballer gab es — wir berichteten bereits kurz darüber — am Donnerstag in Oslo einen verheißungsvollen 4:0 (1.0)-Sieg über Norwegen. Im Ulleval-Stadion hatten sich rund 16 000 Zuschauer ein gefunden. Beide Mannschaften stellten sich wie folgt zu ihrem elften Länderkampf: ßen zwei recht schöne Kämpfe, die mit die schönsten in der vergangenen Saison waren. Die Blau-Weißen können nach den auf dem Bannsportfest gezeigten Leistungen mit den größten Aussichten nach Wetzlar fahren, denn auch die Vorspiele konnte 1900 in Gießen eindeutig gewinnen. Man rechnet mit zwei Siegen von 1900. . Die 3. Jugendmannschaft bestreitet em Ruckspiel, und zwar gegen die 1. Jugend der Sportgemeinde Steinbach. Das Vorspiel verloren die Blau-Weißen knapp. Ein Ausgang des Spieles ist sehr schwer zu sagen. Ein Sieg der Blau-Weißen sollte möglich sein. Die Jüngsten von 1900s Jugendfußballmannschaften treten das dritte Mal auf den Plan. Sie bestreiten ein Freundschaftsspiel gegen den Turnverein Staufenberg. Die Blau-Weißen dürften gegen diesen Gegner einen sehr schweren Stand haben. Man erwartet Staufenberg als Sieger. ständnis. , . . . Wie wird nun das Spiel enden? Das ist die tagvormittag. große Frage, die man auch nicht annähernd betrat-- * Die Deutschen starten gut. Unsere Elf hat Anstoß. Don der ersten Minute an entwickelte sich ein zügiges Spiel. Nach Torschüssen von Schön und Urban kommt es in der 5. Minute zur ersten Ecke gegen Norwegen. Aber Urbans Ball kann im Jnnensturm nicht verwertet werden. Durch ihr steiles Flügelspiel werden die Norweger immer wieder gefährlich-, die Deutschen decken ausgezeich- net In der neunten Minute gibt es die zweite Ecke für Deutschland. Dann hat sich Norwegen die erste Ecke erkämpft, da heißt es 1:0 für Deutschland! Schön erwischt 40 Meter vor dem norwegischen Tor an der Außenlinie den Ball, paßt zu Schaletzki: der verlängert zu Lehner. Der Kopfstoß des Augs- burqers gelangt in den Torroum, Urban springt herbei und verwandelt in der 14. Minute mit dem Kopf zum 1:0. . _ . ^n der 19. Minute wäre um em Haar der Ausgleich gefallen. Das ist der Auftakt zu einer zunehmenden norwegischen Ueberlegenheit. Koammen, den man ein paarmal wegen seiner Alleingänge Lieferant- auch Ihrer Krankenkasse Turnverein Heuchelheim. Bei den an diesem Wochenende auf der schönen Hessenkampfbahn in Kassel stattfindenden Gaumeisterschaften in der Leichtathletik ist auch der Tv. Heuchelheim durch seine beiden Spitzenkönner Reidel (2./JR. 116) und Stahlhut vertreten. Neidel bestreitet den 5000^Meter-Lauf, den er bei seiner augenblicklichen guten Form sicher gewinnen sollte. Seinen im Vorjahr errungenen Gaumeistertitel über 10 000 Meter verteidigt er nicht, um sich ganz auf die 5000-Meter-Strecke, die ihm offenbar besser liegt, zu konzentrieren. St a hl- li u t wird versuchen, im Hochsprung zu Gaumeister- ehren zu kommen, doch werden es ihm Schleenbecker (Ruttershausen) sowie Jakobs (Kassel) bestimmt nicht leicht machen. Außerdem bestreitet Stahlhut noch den Weitsprung, wo er seinen Titel zu verteidigen hat. Weiter geht er mit Platzaus- sichten über 110 Meter Hürden und im Dreikampf an den Start. Kampf den Motten. Es würde keinem vernünftigen Menschen einfallen, in seine Anzüge oder Mäntel Löcher zu schneiden, aber leider gibt es noch genug Unvernünftige, die es nicht verhindern wenn andere es tun. Heimlich schleichen sich kleine unscheinbare Wesen in unsere Kleiderschränke und beginnen dort ihr Zerstörungswerk, das für den Einzelnen sehr unangenehm und ärgerlich ist, das aber in der Gesamtheit für das Dolksvermögen einen ungeheuren Schaden bedeutet. Ist es nicht unglaublich, daß der durch die Motten alljährlich angerichtete Schaden etwa 100 Millionen RM. beträgt? In keiner Jahreszeit ist die Hausfrau vor Motten sicher, im Winter ebenso wie im Sommer. Aber gerade im Sommer ist besondere Vorsicht geboten, denn die Pelze, die wollenen Kleider und Anzüge hängen unbenutzt im Schrank, oft noch nicht einmal gesäubert. Das lieben die Motten! Sie legen ihre Eier darin ab, und daraus entwickeln sich die Raupen, die den Schaden verursachen. Sie find ein licht- und luftscheues Gesindel und wollen ihre Ruhe haben, damit sie sich schön dick und rund fressen können. Wenn wir diese Schädlinge bekämpfen wollen, dann müssen wir vor allem dafür sorgen, daß sie in ihrer Ruhe und Behaglichkeit gestört werden. Das erreichen wir z. B., wenn wir die Wollsachen so oft als möglich an Luft und Sonns bringen und mit Klopfer und Bürste den Eindringlingen zu Leibe rücken. Es ist zwar ein etwas umständliches Verfahren und kostet viel Zeit und Arbeitskraft, aber es ist doch notwendig. Nun haben aber die Chemiker schon seit langem nachgedacht, wie sie der Hausfrau das Leben erleichtern können und haben die verschiedenartigsten Mittel ersonnen, die geeignet sind, die Mottenbrut in ihrer . Ruhe zu stören und sie zu töten. Diese Mittel sind so ausgezeichnet, daß es jeder Hausfrau bei einigem guten Willen möglich sein muß, Mottenschäden ganz zu verhindern. Worten kann. Selbstverständlich ist die Hessenmann- chaft dabei, die im Vorspiel erlittene Niederlage auszugleichen. Ob und inwieweit das allerdings gelingt, ist eine Fruge. Daß bei einem derartigen Spiel auch das Rahmenprogramm entsprechend ausgestaltet werden muß, ist selbstverständlich. Die Zuschauer aus Stadt und Land werden auf ihre Kosten kommen, und zwar in einem Maße, wie das nur selten vorkommt. So wird allein das Zusammentreffen der beiden Mannschaften von Tv. Lützellinden und Tv. Garbenheim ein Ereignis werden. Lützellinden hat das letzte Pflichtspiel gegen Garbenheim verloren. Der seiner-1 zeitige Punktverlust kostete gleichzeitig die Meisterschaft. Daß man unter diesen Umstanden au „Rache" sinnt, ist nicht weiter verwunderlich, zumal dann wenigstens in der. Pokalrunde eine Rolle gespielt werden soll. Wie nun Garbenheim darüber denkt, ist nicht bekannt. Auf alle Fälle wird sich die Mannschaft vorsehen und den ihr vorausgehenden guten Ruf wahren. Denn es steht außer jedem Zweifel, daß Garbenheim heute dank einer systerna- ttschen Schulung mit zu den besten Vereinsmeisterschaften unseres Kreises zählt und daß vor allen Dingen sein Sturm unerreicht ist. Der Altmeister muß sich also schon strecken, wenn er hier die Oberhand behalten will. sicher abwehrt. Zwei Tore in zwei Minuten. Die Ueberlegenheit der Norweger ist nach dem Wechsel nicht mehr so stark wie zuvor. Immerhin haben sie in der ersten Viertelstunde noch etwas mehr vom Kampf. Um so überraschender fällt dann die Entscheidung. Eriksen hat Schön zu hart vom Ball gedrängt, und Eklind verhängt einen Freistoß. Janes legt sich den Ball 25 Meter vor dem Tor ruhig und gelassen zurecht. Die Norweger scheinen Janes Zielsicherheit zu unterschätzen und unterlassen es, eine starke Abwehrmauer oufzubauen. Janes zieht an. und schon schlägt sein scharfer Schuß an dem verdutzten Nordby vorbei zum 2:0 ein. Diese Situation nutzen unsere Spieler aus. Schön jagt einer Steilvorlage nach, umspielt Eriksen und Holmsen und schießt bann den norwegischen Torsteher Nordby an. Der Dresdner läßt nicht locker und drückt, am Boden liegend, den Ball mit letzter Kraft über die Linie. 3:0 in der 60. Minute! Das Spiel wird nun ruhiger. Die Deutschen bauen klare, zielbewußte Angriffe auf, ohne sich dabei zu übereilen. In der 70. Minute fällt ihr viertes Tor. Helmut Schön nimmt eine feine Flanke von Urban an, und im Hechtsprung köpft er scharf zum vierten Treffer ein. Eine sehr schöne Leistung des Dresdeners! Deutsche Leistung befriedigte. ; 1 Oslo ist von jeher für unsere Länhettls ein heißer auszusagen ist. Klein-Linden Jugend — Lollar Jugend. Lollar, das am kommenden Sonntag in Klein- Linden antritt, gilt als gute Mannschaft. Klein- Linden tritt mit Ersatz an, der sich aber in den letzten Spielen gut bewährt hat. Der Spielausgang ist offen. 1900: letzte Jugendspiele vor der Sommerfperrc. Die Jugendabteiluna der Blau-Weißen hat nichts unterlassen, sämtliche Jugendmannschaften noch einmal alle in den Kampf zu schicken. Die Spiele dienen insbesondere dem Zweck, die Spieler zu ermitteln, die nach der Sperre in eine höhere Mannschaft einrücken. Von der 1. Jugendmannschaft werden nach der Sperre folgende Spieler aktiv, für die aber bei der großen Auswahl der Spieler Ersatz vorhanden ist, Kraft T, Bonarius, Fiedler, Stork. Die 1 Jugendmannschaft, wie ebenfalls die 2. Jugendelf bestreiten das Rückspiel gegen die Rothosen lin Wetzlar. Die Wetzlare? lieferten damals in Gie- Leistunqssport, der eine Einzelleistung hoch in! den Himmel hebt und den Träger dieser Leistung weit über die Gemeinschaft stellt, aus der er kam, d. h. ihn zu der Gemeinschaft beziehungslos werden läßt, ist für uns sinnlos und Unverstand ich geworden Wer sporttiche Bestleistungen vollbringt, trägt eine große Verantwortung, denn er übernimmt damit ein Führeramt. Er ist Führer auf dem Gebiete der sportlichen Leistung und m dieser Eigenschaft hat er im Sport und darüber hmau., auf allen Gebieten des Lebens Vorbild zu fein. Gleichzeitig muß er aber auch Ansporn für bte Gemeinschaft sein, aus der er hervorgegangen ist. . So ist jeder Leistungssportler ein Führer und nur der sollte sich zu ihnen fühlen der sich über die ihm daraus erwachsenden Aufgaben bewußt geworden ist. Dann wird das Wort, das der Gebietsführer und die Obergauführerln von Hessen- Nassau den Gebiets- und Obergausportwettkampfen 1939 mit auf den Weg gegeben haben, keine Forderung mehr darstellen. Es wird zu den Selbstverständlichkeiten unserer Lebenshaltung geworden sein. SA.-Gruppe Hessen rüstet für Gruppenwettkämpfe in Kassel. NSG Am 1. und 2. Juli führt die SA.-Gruppe Hessen in Kassel ihre diesjährigen 5. Gruppenwett- kämpfe durch. Die Wettkämpfe, die die Siegermannschaften und besten Einzelkampfer der Standartensporttage an den Start bringen werden, sollen wiederum die Besten aus dem ©ruppengebiet Herausstellen die den ehrenvollen Auftrag zu übernehmen haben, die SA.-Gruppe Hessen bei den Reichswett- kämpfen der SA. in Berlin zu vertreten. Im Mit- £. Gerhard-Gießen Lei den deutschen Iechtnieisterschasten. Auch eine Gießener Fechterin im Wettbewerb. Die 20. Deutschen Meisterschaften im Einzelfechten werden an den Tagen vom 28. Juni bis 2. Juli in Wuppertal entschieden. Verhältnismäßig spät treten diesmal unsere Fechter und Fechterinnen zum Titelkampf an, aber der Termin paßt sich fast genau dem Olympischen Turnier an, das im nächsten Jahr, zeitlich noch weitere vier Wochen später, in Helsinki durchgeführt wird. Gerade im Hinblick auf Olympia sind die fünftägigen Meisterschaftskämpfe in der Wuppertaler ^adthalle diesmal ausnehmend stark beschickt. 250 M Schier und Frauen, die zusammen 340 Nennungen fut das blitzende Spiel der Klingen auf Florett, Degen und Säbel abgaben, bewerben sich um die vier Meisterschaften. Der Gaufachwart für Hand- uni) Basketball hat im Einvernehmen mit der Gauführung das große Handballgauspiel Hessin — Mittelrhein am morgigen Sonntag nach Gießen angesetzt. Diese Ansetzung bedeutet eine Auszeichnung für die geleistete Arbeit, durch die Hand- und Basketball gerade im Kreis Gießen Pflegestätten gefunden haben, die als Stützpunkte im Gau bezeichnet werden müssen. Es ist klar, daß die große Handballgemeinde des Kreises alles daransetzen wird, um sich dieser Auszeichnung würdig zu erweisen. Das beweist übrigens schon die Nachfrage nach Karten und das außerordentliche Interesse, dem man überall begegnet. Man braucht sich darüber nicht zu wundern, zumal das Programm Handball in allen Schattierungen vorsieht und von der Spitzenklasse bis zum hoffnungsvollen Nachwuchs alles vertreten ist. Die beiden Mannschaften für das Gauspiel sind bereits veröffentlicht worden. An ihrer Zusammenstellung hat sich bis jetzt noch nichts geändert. Der Gau Mittelrhein gehört mit zu den stärksten im NSRL. und hat schon oft bewiesen, zu welchen Leistungen er fähig ist. Seine Vertretung, die sich fast ausschließlich auf die beiden besten Mannschaften VfB. Aachen und SV. Koln-Mülheirn beschränkt, wird auch der starken Hessenmannschaft so leicht keine Gewinnchance lassen. Alle Mannschaften weisen ein ausgeglichenes Können auf, und ihre Zusammensetzung deutet daraus hin, daß auch die Einheitlichkeit der Elf gewahrt ist. Bei den Hessen kann man auf die Hintermann- fchaft mit Merget, Siebje und Brohm Vertrauen haben. Die beiden Verteidiger haben schon international gespielt, und Merget ist neben Altmann (Münchholzhausen) zweifellos der beste Torhüter des Gaues. Auch über die Läuferreihe find keine Worte zu verlieren. Sie wird sich zu wehren wissen, zumal alle (Lange, Hufmann und Köth) über die nötige Spielerfahrung verfügen und im Verein mit der Hintermannschaft auch die bestgemeintesten geg= nerischen Angriffe zunichte machen können. Darüber hinaus ist besonders Hufmann als Aufbauspieler bekannt, der durch fein sicheres und durchdachtes Spiel beruhigend auf feine Nebenspieler einwirken wird. nover durch den Harz nach Leipzig über 275 Kilometer. Diese Etappe wäre mit ihren Bergen dazu angetan gewesen, den Gesamtstand noch einmal zu verändern. Es blieb aber bei der Führung von Um- benhauer, der gegen seine Rivalen teure Zett verlor und sich so an der Spitze behauptete Den Tagessieg errang der Belgier Grijsolle, der J*amitl feine in Bielefeld begonnene Siegessirie fortsetzle und während dieser Rundfahrt bereits zum werten Male als Erster über das Zielband fuhr. Hinter ihm belegten Nieoergelt (Schweiz) und Wiermck (Belgien) die nächsten Plätzen. 14 Sekunken spater führten Amberg und Scheller die aus 30 Fa^^^ bestehende Hauptgruppe durch das mustergültig abgesperrte Ziel in Leipzig. Die Zuschauer waren hier 1 - • - Geduldsprobe gestellt worden, denn Der gesamte Äugendsport liegt heute m den Händen der Jugend. Auch der Leistungssport, der ftüher fast ausschließlich ein Vorrecht der Sportvereine war, ist heute in die Hände der Jugend überqeqangen. Als die Hitler-Jugend diese Ausgabe übernahm, war sie sich der Verantwortung, der sie sich damit unterzog, voll bewußt. Es galt nicht nur, weiterhin erstklassige Spitzenkönner heran- Zubilden, sondern getreu ihrem Grundsatz „Sport ist Charakterschule , Begriffe wie „Star" oder „Crack" mit Stumpf und Stiel auszurotten. Norwegen: Tor: Nordby: Verteidigung: Johannessen, Holmsen; Läuferreihe: Henriksen, Eriksen, Gundersen; Sturm: Arnesen, Krammen, Martinsen, Franzen, Brustad. Deutschland: Tor: Klodt; Verteidigung: Janes, Schmaus; Läuferreihe: Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger; Sturm: Lehner, Gel- lesch, Schön, Schaletzki, Urban. Hoben gewesen. Nach bem Unentf^ieben ber beiben fehlen Kämpfe in Norwegens Hauptstadt muß der zahlenmäßig klare 4.0-Sieg 3U verstärkter Fre Anlaß geben. Immerhin zeigte sich aber doch deut lich, daß unsere Spieler kurz vor der Sommerpause nicht mehr den nötigen Elan und die Fische haben, um besondere Leistungen vollbringen zu können. Di- Norweger waren viel besser, als es bas Er- 27^bis"M. Januar1940, finben'in K°^'sch-P?rten- > reichten'°je^och°"in spielerischer Reiskirchen internationale Schiwettkampse statb D,e se t I B Deutschen heran. 1935 mit großem Erfolg veranstaltete Wmterspor - naq ">-Y- g ö woche wirb ben Teilnehmern bet 'm Februar sol- un{> ObergausportwettkäMpse gcnben Olympischen Winterspiele willkommene G°- leaenheit geben, sich an Ort unb Stelle für ben Olym- ftfOtlffurf 0. M. pifdjen Kamps varzubereiten. Gebiets- unb Obergausportwett- Deutschlandfahrer vor dem Stell kämpfen 1939 am 1. unb 2. Juli in Frankfurt vierter Etappensieg von Grijsal,- ^di^Fi-h^ i^Ob-rgaue- Hessen- Zu einer wahren Bummelfahrt gestaltete sich dl folgende Geleitworte gegeben: vorletzte Etappe der Deutschlandrundiahrt von H m | Überdurchschnittliches Einzelkönnen ohne Beziehung zur Gemeinschaft ist für uns wertlos. Eine sporttiche Höchstleistung, bet ber Leistung und Träger der Leistung mcht der gesamten Manyschaft Vorbild zu sein in der Lage sind, hat für uns ihren Wert verloren. Leistungssport muß aus der Gemeinschaft wachsen, seine Ergebnisse haben der Gemeinschaft zu dienen. Dieser Grundsatz steht über den Gebiets- und Obergausportwettkämpfen 1939. Don neuem soll das Können unter Beweis gestellt werden, neue Vorbilder sollen wachsen, um unsere sportliche Erziehung auf die Höhe zu fuhren mrf der sie stehen muß, um Volk und Reich bauen zu helfen." * In den Wettkämpfen um die Deutschen Fecht- meisterschaften ist auch unsere Stadt wieder würdig vertreten. Oberscharführer Ludwig Gerhard von der SA.-Kampfspielgemeinschast hat sich als Gaumeister in den Waffen Florett und Säbel die Anwartschaft auf die Teilnahme an den Deutschen Fecht- meisterschasten erkämpft. Er wird auch in beiden Waffen an den Kämpfen in Wuppertal teilnehmen. Außerdem liegt auch eine Gießener Fechterin, und zwar Fräulein Else Wirth (Turnverein 1846 Gie- ßen) im Wettbewerb, nachdem sie sich als Gaumeister auf eine lange Gediu^^— -. . «« « im Florettfechten für diese Schlußkämpfe qualifi- mit IV-stundtger Verspätung erst wurde die Messe- zierte. 1 stabt erreicht. Am morgigen Sonntag finden in Kassel die Gau- | Meisterschaften statt. Der VfB.-R. beteiligt sich mit feinen besten Leichtathleten und Leichtathletinnen. Helmut M ö l l, der auch in diesem Jahr noch der Juniorenklasse angehört, startet diesmal in der Männerklasse, da er bei den Junioren keine Gegner findet. Auf fein Abschneiden im 100- und 200-Meter- Lauf darf man gespannt fein. Walter Dor ft, der in den letzten Wochen eine fabelhafte Leistungssteigerung erzielte, wird im 400- Meter-Lauf ein ernstes Wort mitsprechen. Z e r n d t nimmt im 110-Meter-Hürdenlauf den Kampf mit । der Jugend auf. Zörnsch, der im vorigen Jahr den Gaumeistertitel im 5000-Me ter-Lauf der Junioren errang, ist auch wieder mit von der Partie. Dr. Luh muß den Titel im Kugelstoßen und Diskuswerfen verteidigen. Die 4X100-Mesir-Staftel, die im letzten Jahr überraschend Gaumeister wurde, ist durch Versetzung und Abwanderung der besten Läufer stark geschwächt. Immerhin wird sie in der Be- Gießen-Sladkjugend — Giehen-Landjugend. setzung Dorst, Dr. Luh, Zemdt, Möll mit in die Im Rahmenprogramm bes Sauspieles Heffen sintfcheilmng emgrÄfen können. gegen Mittelrhein soll auch die Jugend zur Geltung kommen! Man hatte zu diesem Zweck einen Vergleichskampf gegen eine Bannauswahl des Bannes 88 abgeschlossen, der aber leider durch das Bannsportfest der Gäste nicht zum Austrag kommen kann. So werden nun am Sonntag zwei Jugendmann- Grohkarben I. — VfV.-Reichsbahn 1. schäften des Kreises Gießen, eine Stadt- und eine ^lm Sonntag bestreitet die Mannschaft des DfB.- Landmannschaft, den Auftakt zum großen ©aufpiel ^^^^Q^, bie in Frohnhausen Turniersieger geben. Zweifellos sind der Landmannschaft größere rourbe, in Großkaxben das fällige Rückspiel. Im Aussichten einzuräumen; in ihr stehen Spieler, die Vorspiel trennten sich beide Mannschaften unent- ohne weiteres in einer aktiven Mannschaft Aer- schaden, und morgen werden die Grün-Weißen wendunq finben könnten. Gießen - Land : ejnen sehr schweren Stand haben, denn die Gast- Laut, Buß (Holzheim), Reinhard (Gambach), Reitz, ber sind auf eigenem Platze sehr gefährlich. Sie Schneider, Mehl, Grieb, Amend, Reitz II. (Holz- stMen dies am letzten Sonntag durch einen 2:0- heim), Ratz (Gambach), Freitag (Hausen). Sieg gegen Kewa Wachenbuchen unter Beweis. Die Stadtvertretung setzt sich aus Jugend- Man erwartet von den Grün-Weißen, die sich m spielern dreier Gießener Vereine zusammen: 1900, ausgezeichneter Form befinden, trotz vielfachen Er- VfB.-Reichsbahn, Mtv. Es sind für die Aufstellung fatzes ein gutes Spiel, dessen Ausgang völlig offen vorgesehen: 1900: Äox. Döll, Michel, Daibel, Engel, ist. Korell; Mtv.: Knaus, Müller, Hambach, Jughard, VsB.-Reichsbahn II. — Tv. Krofdorf I. __________ _________________o_,, Mueller-Leutert, Wagner; VfB.-R.: Seim, Gemmer, 2>a am Sonntag für den Kreis Gießen Fußball- unb das notwendige technische und taktische Der- iBüdenbenber, Friebrich. Die Aufstellung ^dleser - b^^^ h^'bie Reserve bes VfB.-Reichsbahn ...... Mannschaft erfolgt in einem Lehrgang am