Nr.M Erstes Blatt Mittwoch, 24. Mai M9 189. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen DruÄ und Verlag: vrühlfche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Lchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8V,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rps „Platzvorschrist nach oorh.Bereinbg.25°/, mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Wer zuerst dem Volk und Vaterland dient und bei aller Arbeit an der eigenen Persönlichkeit doch sein eigenes Ich zurückstellt hinter die höheren Werte der Gemeinschaft, dem erschließen sich leichter als dem Ichsüchtigen aus dieser Höchstüberwindung auch die Tore der Wissenschaft und des Könnens und das Reich des Schönen, Guten und Wahren. de r dänischen S t a a t s v e r f a s s u n g ist in Ruhe und Ordnung vor sich gegangen. Die Beteiligung war wesentlich geringer als in den Kreisen der Regierung und der hinter ihrem Revisionsvor- schlag stehenden Parteien erwartet wurde. Das sensationelle Ergebnis der Volksabstimmung ist, daß der Vorschlag der Staatsregierung von der dänischen Wählerschaft a b g e l e h n t worden ist. Statt der 45 v. H., die die Voraussetzung seiner Annahme waren, Haden sich nach dem um 1 Uhr früh ermittelten vorläufigen Gesamtergebnis nur 44,4 vom Hundert der Wähler für ihn ausgespro- Sie Schlinge des Aü. 16. Der Art. 16 der Liga-Satzung ist der Sanktions-Paragraph; er ist in der Zeit des italienisch-abessinischen Konfliktes, als die Sanktionen gegen Mussolini ins Feld geführt wurden nach allen Seiten hin beredet worden. Mit dem Zusammenbruch der Sanktionspolitik wurde er inaktuell, ja England und Belgien erklärten, daß sie ihn künf-' tig nicht als eine „Muß"-, sondern nur als „Kann"- Dorschrift gelten lassen. Eine ähnliche Stellung nahmen die skandinavischen Staaten ein. Und nun schläat die „Times^ einen Salto mortale und wünscht die englisch -- sowjetrussische V e r st ä n d i g u n g auf der Basis dieses Art. 16 der „Völkerbunds"-Satzung herbeizuführen. Was enthält nun der Art. 16? Der Art. 16 belegt den Staat, der — wohl gemerkt: nach Ansicht des „Völkerbundes"! — zum Kriege schreitet, mit dem großen „Völkerbunds"-Bann: Er soll so angesehen werden, als hätte er eine Kriegshandlung gegen alle Bundesmitglieder begangen. Und die „Völkerbunds"-Staaten 'verpflichten sich in ihm, „unverzüglich alle Handels- und Finanzbeziehungen zu ihm abzubrechen, ihren Staatsangehörigen jeden Verkehr mit den Staatsangehörigen des Vertragsbrüchigen Staates zu untersagen und alle finanziellen, Handels- und persönlichen Verbindungen zwischen den Staatsangehörigen dieses Staates und jedes anderen Staates, gleichviel ob Bundesmitglied oder nicht, abzuschneiden." Man sieht sofort den Sinn dieses Artikels: Er ist nichts anderes als eine wesentlich verschärfte Zwangsauflage der Handelsbeschränkungen, die die Alliierten den neutralen Staaten schon i m K r i e g e auferlegten! Man kann sich denken, daß die „Neutralen" über die Reaktivierung dieses Artikels 16 sehr wenig erbaut sind, besonders da er jetzt nicht mehr den Schein eines selbständigen „Völkerbundes" wahren soll, sondern ganz offen als wesentlicher Teil des englisch - franz ösisch-sowiet- russischen Kriegsbündnisses erscheint. Solange der „Völkerbund" noch ein eigenes Leben zu führen schien, konnten sich die Neutralen wenigstens einbilden, daß sie mit zu raten und mit zu taten hätten. Jetzt bleibt ihnen nur das Kuschen oder der Austritt übrig. In den skandinavischen Ländern ist _untcr dem Druck dieser Tatsache wiederum die Frage aufgetaucht, ob nun nicht wirklich ein Austritt aus dem „Völkerbund" rötlich erscheine, der lediglich ein Anhängsel des dreiteiligen Kriegsbündnifses der Westmächte mit Sowjetrußland ist. Schon erlaubt sich der „Temps" zu bemerken, daß ein Abschluß von Nichtangriffsverträgen dieser Staaten mit Deutschland „ihre volle politische Entschlußfreiheit" einschränke. Dabei ist unter dieser „vollen politischen Entschlußfreiheit" nichts anderes als ihre simple Gehorsämsoerpflichtung gegenüber dem Kriegsbunde Vor ihrer Rückkehr nach Deutschland traten die aus ganz Spanien in Leon zusammengekommenen deutschen Freiwilligen zu einer letzten Parade vor General Franco an und marschierten dann durch die von einer großen Menschenmenge angefüllten Straßen von Leon. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 11 n g. Nationalsozsalistische Weltanschauung, die Weltanschauung des deutschen Studenten bietet die beste Gewähr für ein gediegenes Wissen. Ein bloßes Fachwissen birgt für sich allein die Gefahr in sich, daß Blick und Sinn für die Dinge der Welt sich verengen. Das Wissen muß nutzbar gemacht werden für das Volk, dann bedeutet es Können, und Lei st un g. Hierfür ist der Reichsberufswettkampf ein vorzügliches Erziehungsmittel, lieber allem aber muß der deutsche Student seine Sendung im neuen Reich darin erblicken, ein ganzer Mann zu werden. Zu einem ganzen Mann Oer erste Studententag Großdeutschlands. Reichsleiier Alfred Rosenberg spricht auf der ersten Kundgebung in Würzburg Innere und äußere Probleme Dänemarks Von unserem O.-Korrespondenten. Studententum. Die nationalsozialistische Revolution hat uns wie ein reinigendes Feuer zu Stahl geformt und uns innerlich hart gemacht. Aus einer großen deutschen Vergangenheit führt heute unser Weg in eine noch größere Zukunft. Wir müssen für diese Zukunft so leben, daß von uns nur das eine Wort gilt: Mehr konnte kein Gott von uns verlangen! — Nach der Kundgebung fand der erste Arbeitstag des Großdeutschen Studententages mit einem Fackelzug der Studenten und der Gliederungen der Bewegung und einem Vorbeimarsch vor Reichsleiter Rosenberg seinen Aus-klang. Oer japanische Botschafter im Mein Main-Gebiet. NSG. Auf Einladung von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger traf am Dienstagvormittag der Kaiserlich-Japanische Botschafter, Generalleutnant O s h i ma , in Frankfurt a. M. zu einem zweitägigen Besuch im Rhein-Main-Gebiet ein. Am Mittag fand in der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni- verfität eine akademische Kundgebung zum deutsch- japanischen Kulturabkommen statt. Am Abend sprach Exzellenz Oshima auf der Gründungsfeier der deutsch-japanischen Gesellschaft, Zweiggesellschaft Süd-West- Deutschland, über die Gauleiter Sprenger die Schirmherrschaft übernommen hat. Auf einer wirt- schaftskundlichen Fahrt am Mittwoch wird der Gast des Gauleiters die Struktur des Rhein-Main-Ge- bietes kenenlernen, um dann am Abend an einer erweiterten Beiratssitzung der Wirtschaftskammer Hessen in Wiesbaden teilzunehmen. Den 1. Arbeitstag beschloß eine Kundgebung auf dem Residenzplatz, bei der Reichsstudentenführer Dr. Scheel erklärte: Dieser Tag gibt uns die Gewißheit, daß der deutsche Student seine Bewährungsprobe bestanden hat. Mehr als 1300 Kameradschaften stehen heute im ganzen Reich. 90 v. H. der jungen Semester werden von unserer Erziehung erfaßt. Wo früher ein uneiniges und geistig zerrissenes Studententum sich absonderte, da marschiert heute ein neues und entschlossenes Geschlecht, das nur eine Aufgabe und Verpflichtung kennt: den Dienst für den Führer und die Treue zur nationalsozialistischen Idee und Bewegung. Relchsleiler Alfred Rosenberg umriß dann die heutige äußere Lage und beleuchtete die Gefahren, die dem deutschen Volke von außen her drohen und seinen inneren Bestand gefährden. Zum Schluß seiner Rede wandte sich Rosenberg im besonderen an die Studenten. Heute, nachdem eine neue Zeit angebrochen sei, müsse eine neue Erforschung des Lebens, der Natur und der Geschichte einsetzen. Dis Zeit ist heute reis für Denker und Forscher wie nie zuvor. Dies sei ein Erlebnis, das nur unserer lebenden Generation zufällt. Wir müssen die Erfahrungen unseres Lebens gestalten und feste Ueberiieferungen für die Zukunft schaffen. Der weltanschauliche Ausdruck unserer Tage ist besonders geeignet für eine neue historische Willensbildung. Wenn die alte Kämpfergeneration ins Grab steigt, muß die junge Generation mit treuen Händen die Fahne tragen. Die NSDAP, baut auch weiterhin auf das deutsche chen. Von den insgesamt 2173 420 Stimmberechtigten wurden 966 037 Ja-Stimmen und 85 409 Nein- Stimmen abgegeben; än den 978 039 Ja-Stimmen, die für die Durchführung der Verfaffungsrevision erforderlich gewesen wären, fehlten 12 002. Hinter dem Reoisionsvorschlag der Regierung standen die beiden Regierungsparteien, die Sozialdemokraten und die Radikalen und die Mehrheit der Konservativen. Die Schleswigsche Partei als Vertretung der deutschen Volksgruppe in Dänemark hatte erklärt, daß sich Nordschleswig an dieser Abstimmung über eine innerdänische Angelegenheit nicht beteiligen werde. Von den dänischen Nationalsozialisten wurde die Revision abgelehnt, und die Venstre (die bürgerliche Linke) hatte die Parole der Stimmenthaltung ausgegeben. lvracb nun über die Sendung der deutschen Stu- dentm im neuen Reich. Der besondere Inhalt dieser Sendung lasse sich in dreifacher Steigerung durch bie Worbte zum Ausdruck bringen: Em umsofendes Wissen ein gediegenes Können, ein 9jPW-r. ^ann- S ’ f'e n heißt die Welt in all ihren Erscheinungen mrst-h-n hierfür mutz man ein geiftiges Sluge tetoen unb 6i fes Auge heißt Weltanschau- Würzburg, 23. Mai (DNB.) Dem Gedenken der Gefallenen galt der Auftakt des Großdeutschen Studententages. Die Totenehrung vereinte vor dem Gedenkstein der deutschen Studentenschaft zu Füßen der Feste Marienberg die Studenten und Studentinnen des Großdeutschen Reiches, die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates und der Wehrmacht. Die volksdeutschen und sudetendeutschen Studentenbundgruppen und die Lange- marck-Studenten gruppierten sich vor den Fahnen, die vor dem Langemarck-Stein Aufstellung genommen hatten. In dichten unübersehbaren Reihen folgten die Studenten aus allen Gauen des deutschen Sprachgebietes sowie die ausländischen Studentenabordnungen. Das gemeinsam gesungene Lied „Ein junges Volk steht auf" eröffnete die Feier, worauf der Musikreferent der Reichsstudentenfuh- runq Schrot in flammenden Versen das Bekenntnis zu den Toten des großen Krieges und der Bewegung der Toten des Sudetenlandes und der Ostmark erneuerte. Reichsstudentenführer Dr. Scheel legte mit einer Ansprache einen Lorbeerkranz am Langemarck-Stein nieder und nahm dann die Namensoerleihung von 82 Kameradschaften des NSDStB. vor. Nach der Totenehrung versammelten sich in ben Huttensälen die Studenten und Ehrengäste. Reichsstudenten führer Dr. Scheel erinnerte daran, daß vor einem Jahr in Heidelberg bi- Befreiung der Ostmark gefeiert werden konnte. Heute sei es wiederum eine stolze Freude, die Rückgliederung weiterer uralter deutscher Gebiete m das Reich fest- stellen zu können. P r a g, die älteste deutsche Uni- oerfität, ist wieder deuftch und wird es immer bleiben' Die freundschaftlichen und kameradschaftlichen Beziehungen des deutschen Studententums zu der studentischen Jugend der mit Deuftchland befreundeten Nationen seien durch zahlreiche Arbeit--- abkommen gefestigt worden. Ganz besonbers eng und freundlich sei die Zusammenarbeit mit den studentischen Kameraden Italiens. Kopenhagen, Mai 1939. Selbst wenn die dänische Bevölkerung hoftt, daß der unbedingte Wunsch des ganzen Landes nach absoluter Neutralität von den Großmächten im Falle eines Konfliktes berücksichtigt werden wird, bedeutet dies dennoch nicht, daß die internationalen Ereignisse — besonders in den letzten Jahren — ihren Eindruck auf die breiten dänischen Massen verfehlt hätten. Noch bis vor wenigen Jahren kümmerten sich eigentlich nur die berufsmäßigen Politiker um die äußere Politik. Die Bevölkerung war in einem Grade uninteressiert, den man sich in den Ländern, die am Weltkriege teilgenommen haben, kaum vorstellen kann. Das ist anders geworden. Man beginnt einzusehen, daß man nicht mehr im fo genannten „goldenen Zeitalter" lebt, daß eine eiserne Zeit hereingebrochen ist, und man richtet sich dementsprechend ein. Auch die sehr pazifistisch eingestellte Regierung hat sich entschließen müssen, den Tatsachen Rechnung zu tragen, und beschloß, die zuletzt ausgebildeten Jahrgänge, etwa neuntausend Mann, zu den Fahnen zu rufen. Man beschloß auch ein Gesetz zur Unterstützung der Familien der Einberufenen. Außerdem wurde die Versicherung der dänischen Schiffe und Waren gegen Kriegsgefahr gesetzlich geregelt. Der deutsche Vorschlag wegen Abschluß eines Nichtangriffspaktes hat deshalb bei der dänischen Bevölkerung großes Interesse hervorge- rufen. Mit ungewöhnlicher Spannung verfolgte man diese Angelegenheit in allen Phasen von der Außenministerkonferenz .in Stockholm bis zu der Erklärung Dänemarks und der übrigen nordischen Staaten. Die dänische Presse wie auch die Oeffentlichkeit begrüßen durchweg die dänische Antwort. Auch brachten die Blätter in großer Aufmachung die deutschen Pressestimmen zu der Paktfrage und zeigten sich befriedigt darüber, daß sich der große Nachbar im Süden so viele Mühe mit den kleinen nordischen Staaten gibt. Im April fanden die Wahlen zum Folketing (Zweite Kammer) und Landsting (Erste Kammer) statt. Die Wahlen brachte der Sozialdemokratie Verluste, eine neue Partei hielt Einzug im Reichstag. Die dänischen Nationalsozialisten erhielten dreißigtausend Stimmen und somit drei Mandate im Folketing. Der neue Reichstag, der am 25. April einberufen und bereits am 12. Mai nach Hause geschickt wurde, nahm den Gesetzentwurf der Regierungsparteien für ein neues Grundge- f e tz an. Das Grundgesetz kann jedoch nur durch Volks abstimmung Gesetzeskraft erlangen. Diese Volksabstimmung wird nun am 23. Mai abgehalten werden. 45 Prozent der Wähler müssen mit „ja" stimmen, wenn der Gesetzentwurf endgültig als angenommen gelten soll. Und im Herbst wird erneut gewählt werden. Das neue Grundgesetz schafft nämlich das Landsting (Erste Kammer) ab. Es wird ersetzt durch das Rigsting, das indessen nicht in Gegensatz zu dem Folketing geraten kann, da beide Kammern von den gleichen Wählern gewählt werden. Außerdem hat man das W a h l r e ch t s a l t e r, das bisher für das Folketing mit 25 Jahren und für das Landsting mit 35 Jahren festgesetzt war, auf 23 Jahre herabgesetzt. Die wichtigste Neuerung ist je= doch, daß die Mehrheit in beiden Hausern Die gleiche sein wird. Gesetzesvorschlage, über bie man sich jm Folketing oder in dem neuen Rigsdag nicht einig werden kann, werden darauf in dem „Verein i g t e n Reichstag" behandelt, der 210 Mitglieder zählt. (Das Folketing hnt 140 und das neue Rigsting 70 Mitglieder.) Der Vereinigte Reichstag behandelt alle großen Dinge, wie Staatshaushalt, Aufnahme von Staatsanleihen, Anfragen an die N Dus neue Grundgesetz bedeutet in Wirklichkeit, daß Dänemark zum Einkammersystem uber- gegangen ist, wenn auch die Regierung aus Ruck- sicht auf die Konservativen tn die Errichtung des Rigsting eingewilligt hat. Es ist eine typische Kompromißlösung, die mit der emen Hand weg- nimmt, was sie mit der anderen gegeben hat. Immerhin schont die neue Lösung gewisse Empiind- lichkeiten der Konservativen. Das neue Grundgesetz kichrt außerdem die V o l k s a b st i m m u n g ein. Umei Fünftel der Mitglieder des Reichstages können in^gewisfen Fällen eine Volksabstimmung ver- IanSid) eiüDält das neue Grundgesetz -'N« B«M- SB“ ä»ss SÄ.«-»« Einwirkung aus Ander-denkende erreichen oder d e y ÄUi.'Ä ÄÄ« *■ die besonders in den letzten Wen 9«8«n den No, f»"int°es°w^wie°ouch Me R°eichstagw°hl gezeigt lch ”7' mit die er Art von Gummiparo- grophen^das^Rod der geschichtlichen Entwicklung zu- rückzudrehen vermag. Oie Volksabstimmung in Dänemark. Der Revisionsvorschlag der Regierung abgelehnt. Kopenhagen. 24. M abstimmung am Dienstag über die gemeint. Deutschland seinerseits kann nicht mit gefalteten Händen dieser „Völkerbunds"- Politik zusehen, die von vornherein auf Vergewaltigung angelegt ist. Daß im übrigen gerade der Artikel 16 nur den Großen in ihren Nöten Helsen soll, daß er aber niemals Anwendung findet, wenn es sich um machtlose Staaten handelt, hat gerade Lord Halifax mit der ganzen Ungeniertheit, die die englische Politik nun einmal aufwendet, bewiesen. Der Vertreter des Marschalls Tschiangkaischek, Wellington Ko,- hatte soeben in Genf eine lange Rede gegen Japan gehalten und den Verein aufgefordert, doch endlich Sanktionen gegen den „21 n g r e i f e r" zu verhängen. Darauf erhob sich der englische Außenminister, sprach über die Nützlichkeit des Friedens und über Englands festen Willen, ihn allerwege zu bewahren, aber — was der Delegierte der chinesischen Regierung vom Genfer Verein verlange, das ginge doch nicht, da England zur Zeit wichtigere außenpolitische Dinge zu regeln habe und leider nicht eingreifen könne. Woraus zu ersehen: 1. daß der Genser Verein nur die Fassade ist, hinter der England und Frankreich falschspielen, und 2. daß die kleinen Staaten zwar im Notfall den großen helfen sollen, aber bei jeder Gelegenheit von diesen im Stich gelassen werden. Llm den Ruffenpakt. Das englische Kabinett soll sich entscheiden. P a ri s , 24. Mai. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet und der englische Außenminister Lord Halifax reisten am Dienstagabend acmeinfam von Genf nach Paris zurück. Die Entscheidung über den Russenpakt, so wird in Pariser amtlichen Kreisen erklärt, liege jetzt bei England. Die britische Regierung werde durch ihren Botschafter in Moskau neue Vorschläge unterbreiten lassen. Wenn Stalin und Molotow ihre Zustimmung zu diesen Vorschlägen gäben, sei eine gemeinsame englisch-französijch-sowjetrussische Erklärung noch vor Ende der Woche zu erwarten/ In Paris heißt es, es sei wünschenswert, daß die britische Regierung der Sowjetunion gegenüber die gleichen Verpflichtungen übernehme wie Frankreich. Auch die Londoner Morgenpresse steht im Zeichen der Rückkehr des Außenministers Lord Halifax aus Genf und sieht der heutigen Kabinettssitzung, die sich ausschließlich mit der Frage der Ein- kreisungsverhandlungen beschäftigen wird, mit größter Spannung entgegen. Mit deutlicher Nervosität versuchen es die Blätter klarzumachen, daß nunmehr alles von der Stellungnahme des britischen Kabinetts abhängen werde. Lord Halifax, so schreibt die Times aus Genf, werde die jüngsten Vorschläge für die Einreihung Sowjetrußlands in die „Friedensfront" dem Kabinett im einzelnen unterbreiten. Die drei Mächte sollten erklären, daß ein Angriff auf eine von ihnen als ein Angriff auf alle drei gelten solle, der sofortige Zusammenarbeit notwendig machen würde. Weiter sollten die drei Mächte die Lage gewisser kleinerer Staaten prüfen und beschließen, was sie im Falle eines Angriffes auf einen von diesen tun wollten. Es scheine, daß in den jüngsten Vorschlägen, die in der Hauptsache von französischer Seite stammen, außer Polen, Rumänien und Griechenland, auch andere Staaten „als die Interessen Englands, Frankreichs oder Sowjetrußlands berührend" enthalten seien. i I I . t W DK Ä ? ,v‘> ■ . M Vwl • -K - M -K - Unser Bild zeigt den Führer mit Reichsaußenminister v. Ribbentrop und Graf Ciano während des festtichen Abends im Hause des Reichsaußenminifters. — (Presse-Jllustrat.-Hoffmann-M.) Graf Ciano auf der Heimreise. B e r l i n, 23. Mai. Nach Beendigung seines zweitägigen Staatsbesuches verließ der kgl. italienische Minister des Aeußeren, Graf Ciano, mit Staatssekretär General Pgriani im L-onderzug wieder die Reichshauptstadt, von dem Reschsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zum Bahnhof geleitet. Die Berliner Bevölkerung bereitete ihm einen triumphalen Abschied. Aus dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, die Abschieds- grüße des Führers. Auf der Rückfahrt nach Rom traf Graf Ciano um 20.32 Uhr in München ein. Die Hauptstadt der Bewegung bereitete ihm während des kurzen Aufenthaltes einen begeisterten Empfang. Der Reichsstatthalter in Bayern, General Ritter von Epp. hieß den Grafen willkommen. Hierauf schritt Graf Ciano die Front der Ehrenkompanie und des Fascio sowie der italienischen Kolonie ah. Im Fürstensalon stellte der Reichsstatthalter dem Außenminister die zu seinem Empfang erschienenen Ehrengäste vor. Dann verließ um 20.47 Uhr der Sonder, zug wieder die Münchener Bahnhofshalle. Das Staatsbegräbnis für General Graf von der Schutenburg. Der Führer bei der Trauerfeier im Potsdamer Lustgarten. — Oie Gedenkrede des Oberbefehlshabers der Wehrmacht. Potsdam, 23. Mai. (DNB.) Der große Staatsakt für- den verewigten General der Kavallerie a. D. ^-Obergruppenführer Friedrich Graf non der Schulenburg im Lustgarten der Soldatenstadt Potsdam gestaltete sich in Anwesenheit des Führers und Obersten Be- sehlshbbers der Wehrmacht zu einer eindrucksvollen militärischen Trauerfeier. Aon der Kaserne des Regiments Garde du Korps, an dessen Äpitze der Verstorbene als letzter Dorkriegskommandeur gestanden hatte, bewegte sich die Trauerparade unter gedämpften Marschklängen und feierlichem Glockengeläut durch die Straßen von Potsdam, voran ein Mpsik- korps und eine Ehrenkompanie des Infanterie- Regiments Nr. 9. Zwei Stabsoffiziere trugen das Ordenskissen, flankiert von zwölf Stabsoffizieren folgte die Lafette mit dem Sarg, den die Renhs- kriegsflagge deckte. Den Abschluß bildete wieder eine Ehrenkompanie des Regiments. Im Lustgarten wurde der Sarg vor dem Denkmal des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. aufgebahrt. Sechs Stabsoffiziere übernahmen die Ehrenwache. Ein Bataillon des Infanterie-Regiments 9, drei Bataillone des Infanterie-Regiments 23, eine Kgvallerie- fchwadron und eine Kompanie der -Verfügungstruppe in Paradeuniform hatten im Lustgarten Aufstellung genommen. Um 12.30 Uhr "trifft der Führer ein und ehrt mit dem Deutschen Gruß feinen toten Mitkärnvfer. Nunmehr nimmt der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, das Wort zu seiner Gedächtnisrede. In Schmerz und Iraner, so sagte er, stehen mir an der Bahre eines Soldaten, wie die Geschichte des preußisch-deutschen Heeres nur wenige auszuweisen hat. Nach kurzem Studium in Heidelberg als junger Offizier ins volle Licht des Lebens gestellt, führten nahe Begabung und eiserner Fleiß ihn in schnellem Aufstieg 'm den Generalstab und in verantwortungsvolle Stellen im In- und Auslande. Das schicksalsschwere Jahr 1914 sieht ihn als Kommandeur an der Spitze des Regiments der Karde du Korps, in dem er seine militärische Laufbahn begann. Das Regiment im Kriege zu führen, ist ihm nicht vergönnt, der Mobll- inachungsbefehl ruft ihn zu schwererer Verantwortung, er wird zum Chef des General st ab es des Gardekorps ernannt. Nun leuchtet fein Stern — geführt und beseelt von seinem Geist, stürmt die preußische Garde von Sieg zu Sieg und windet neuen Lorbeer um ihre alten Fahnen. Zahllos die Schlachten und Gefechte, die sie in unvergänglichen Ehren besteht. Im Frühjahr 1916 wird Graf Schulenburg zum Oberkommando der in schwer hin- und herwogenden Kämpfen vorVerdun ringenden Armee versetzt. In wenigen Tagen formt sich ihm das Bild: klar und gegen alle Widerstände tritt er mit seinem Oberbefehlshaber zur Einstellung des nutzlos gewordenen Angriffes ein. Nach kurzer Verwendung als Armeechef wird er im Herbst 1916 zum Chef des General stades der neugebildeten Heeresgruppe Deutscher Kronprinz ernannt. Dort — an der Aisne und in der Champagne — bereitet der Feind den Angriff vor, der die deutsche Westfront endlich zerbrechen soll. Im Frühjahr bricht der Sturm los, auf den Frankreich seine Hoffnung setzt. Er zerschellt am Opfermut der Truppe, nicht minder aber am wachen Geist des Mannes, der ihn kommen sah, so wie er kam. Neue Arbeit steht und neue Sorge. Das deutsche Heer rüstet, die Entscheidung im Westen zu erzwingen. Wie ein Uhrwerk läuft die Arbeit an der Vorbereitung des großen Angriffs unter der gewohnten ruhigen und festen Hand, wie em Uhrwerk, rollt der gewaltige Stoß des deutschen Heeres im Frühjahr 1918 ab. Weit über die ersten Ziele hinaus führt er die Sturmdlvifionen der Heeresgruppe. Dann steht er vor der unerschöpflichen Masse der feindlichen Reserven still. Und noch einmal ringt die Heeresgruppe um den Sieg. Noch einmal wird der Franzose übemfnnt. Der Chemin des Dames wird im Sturm genommen, die Aisne durchschritten und die Marne erreicht, dann ist es zu Ende. Der Rückmarsch hinter die Aisne, die furchtbaren Novembertage und der Marsch in die von Gott und der Welt verlassene Heimat stellen die letzte und die schwer sie Ausgabe. Als vor den Drohungen der Verführer eines ausgehungerten, verhetzten Volkes, als vor der Verzagtheit zu kleinmütiger Vorsicht mahnender Ratgeber der Thron der preußischen Könige ins Wanken gerät, da tritt in ragender, tragischer Größe Graf Schulenburg noch einmal vor seinen Kriegsherrn und vor feinen Eid. Mit aller Kraft beugt sich der eine Mann, der vier Jahre lang diese Kraft „unausgesetzt am Schwersten erproben mußte", noch einmal gegen das Schicksal, das der einzelne doch nicht mehr zu meistern vermag! Er handelt furchtlos, wie Ehre und Treue gebieten — aber das giltjetztnichts. Er weist die Mittel und Wege, die Heimat zur Ordnung zu bringen — man l e h n t i h n a b. In tiefstem Herzen ist er getroffen, aber den Kamps gibt er nicht auf. Und als fein Glaube und sein Hoffen Wahrheit wird, „als das Unglück des Vaterlandes endlich den Mann gebiert", der berufen ist, es hinaus zu führen zu neuem Licht, da tritt er entschlossen an feine Seite. Zum Soldaten geboren und als Soldat in tausend Feuern gehärtet und bewährt sieht er im Nationalsozialismus und in feinem Schöpfer und Führer den einzigen Weg 3uv Rettung feines Volkes. Wortlos und selbstverständlich tritt der fast 70jährige als einfacher Kämpfer in die Reihen der politischen Front. Wenn heute sich die alten Fahnen senken auf seinem Sarge, Graf Friedrich von der Schulenburg, dann streift der Lorbeer auch deine Stirn, die unermüdlich für ihren Ruhm gedacht — im Gruße dieser Fahne grüßen alle dich, die Lebenden und die Toten , die du so oft.zum Siege geführt — und Im Rauschen ihrer sturmzerfetzten Seide klingt dein Name mit, her nicht vergessen werden soll, so lange es deutsche Männer gibt! — Als Generaloberst von Brauchittch geendet hat, legt der Führer den von zwölf Unteroffizieren getragenen Kranz am Sarge nieder. Die Fahnen senken sich, das Lied vom guten Kameraden erklingt. Gleichzeitig rollt bumpf der Trauersalut der Batterie über den weiten Platz. Nacheinander legen dann die Oberbefehlshaber der Luftwaffe, des Heeres und der Marine sowie die anderen Vertreter der Wehrmacht, des Staates, der Partei ihre Kränze nieder. Dann schreitet der Führer, während das Trompeterkorvs den Parademarsch des Regiments Garde du Korps gedämpft erklingen läßt, zu den Angehörigen des Verstorbenen, um ihnen fein Beileid auszudrücken. Noch einmal grüßt der Führer den toten Mitkämpfer und verläßt dann den Lustgarten. Anschließend erfolgte die Ueberführung der sterblichen Hülle Graf von der Schulenburgs durch die Straßen von Potsdam am Bornstedter Feld vorüber in feine mecklenburgische Heimat. Ausbilbungsverkürzunq für dichter und Staatsanwälte. Ndz. Durch eine Verordnung des Reichsjustiz- und des Reichsinnenministers wird die Laufbahn des höheren Iustizdienstes mit dem Ziele einer Verkürzung der Ausbildung neugeftaltet und zugleich einheitlich für das ganze Reichsgebiet geregelt? Besonders wichtig ist die Beseitigung des bisherigen Probedienstes der Gerichtsaffef- soren. Bisher mußte der Assessor nach der großen Staatsprüfung zunächst in den Probedienst übernommen werden, und erst nach entsprechender BeT w le^en Gruß an den Toten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) I Währung wurde er Anwärter für den Richter- oder Staatsanwaltsberuf. Jetzt kann der Assessor s o - fort nach Bestehen des großen Staatsexamens Anwärter für das Amt des Richters und SMats- anwalts werden. Er wird sofort planmäßig a n g e st e l l t und unmittelbarer Reichsbeamter. Diese frühere Sicherstellung ermöglicht ihm auch die frühere Eheschließung. Die Verordnung beläßt es dabei, daß der Gerichtsassessor Beamter auf Widerruf ist. Neu ist aber, daß nunmehr die Möglichkeiten seiner Entlassung beschränkt werden. Der Widerruf darf nur noch ausgesprochen werden, wenn der Dienst nicht unverzüglich angetreten wird, wenn Umstände vorliegen, welche die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis rechtfertigen, schließlich zum Ablauf des ersten und zweiten Jahres nach der Uebernahme. DerMersaufbau des Handwerks Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat mit dem Stichtag vom 1. Januar 1939 eine Erhebung über das Alter der Betriebsinhaber des Handwerks vorgenommen, die auch für die weitere Durchführung der Altersversorgung von großer Bedeutung ist. Seit 1933 ist die Zahl der auf die jüngeren Altersklassen entfallenden Handwerker ganz bedeutend zurückgegangen. Durch den Aufschwung der Wirtschaft bot sich für viele jüngere selbständige Handwerker die Möglichkeit, bei mangelnder Existenzmöglichkeit in eine Stelle als Geselle, Facharbeiter oder Werkmeister zurückzukehren. Außerdem wurde dem Zustrom von sehr jungen Menschen zum Handwerk durch das Erfordernis der Meisterprüfung ein Riegel vorgeschoben. Die Zahl der un ter 3 0 Iahre alten selbständigen Handwerker ist von 267 000 oder 20,1 v. H. der Gesamtzahl der Betriebsinhaber auf 140 000 oder 9,2 v. H. z u r ü rf g c g a n g e n. Andererseits ist die Zahl der Handwerker in den höheren Altersklassen beträchtlich gestiegen. Während 1933 rund 187 000 oder 14,1 v. H. der selbständigen Handwerker über 60 Jahre alt waren, sind es jetzt 283 000 oder 18,7 v. H. Die Zunahme ist vor allem auch auf die starke Ausdehnung der Handwerksbetriebe überhaupt zurück- zuführen, von 1,4 Millionen auf 1,65 Millionen feit 1933. An dem Rückgang, der inzwischen feit 1936 wieder eingesetzt hat, waren die höheren Allersttassen wesentlich geringer beteiligt, als die jüngeren. Rund 60 000 selbständige Handwerker stehen i m Alter von über 70 Jahren. Keine andere Feststellung kann deutlicher die Notwendigkeit einer Altersversorgung der selbständigen Handwerker begründen. Aus einigen charakteristischen Handwerkszweigen wird noch vermerkt, daß es jetzt beispielsweise nur noch 1700 selbständige Friseure unter 25 Jahren gibt, während es vor "sechs Jahren nahezu 12 500 waren, davon fast 2 400 unter 20 Jahren. Damals gab" es auch 134 selbständige Damen- schneiderinnen im Alter von 16 bis 18 Jahren und mehr als 5000 unter 20 Jahren. Jetzt gibt es insgesamt 9000 unter 25 Jahren. Die Gesundheitspflicht derMend. Braunschweig, 22. Mai. In dem Führerlager der HI. sprach der Reichsgesundheitsführer, Hauptdienstleiter Dr. Conti, über die Maßnahmen gegen den Rückgang der Bevölkerungszahl und betonte nachdrücklich die Pflicht, besonders auch der geistig führenden Schicht, Kinder großzuziehen. Der Kraftaufwand, der heute vom jedem Deutschen, auch von der Jugend, gefordert werde, sei ungeheuer. Daher müsse alles Erdenkliche getan werden, die Gesundheit zu erhalten und nicht leichtfertig gegen sie zu verstoßen. Insgesamt dürfe man mit dem Gesundheitszustand des deutschen Volkes noch nicht zufrieden fein. Der Reichsgefund- heitsführer kam auch auf die Umstellungen in der Ernährung zu sprechen, die durch den vorübergehenden Mangel an Obst und durch die Fettlücke notwendig geworden seien. Wichtig sei auch die Erkenntnis, daß fast der gesamte Erfolg beim Rückgang der Säuglingssterblichkeit auf richtige Ernährung zurückzuführen sei, nicht aber auf einen Rückgang der Infektionen. Ebenso anhaltend werde die Tuberkulose bekämpft. Den schlechten Zu st and der Zähne nannte Dr. Conti ein ganz düsteres Kapitel. Zum großen Teil fei die Vernachlässigung der persönlichen Zahnpflege daran schuld, doch sei hierbei auch eine richtige Methode des Brotbackens wichtig. Der Reichsgesundheitsführer richtete an die HI.-Führer bann den Appell, stets daran zu denken, daß sowohl langes Stehen wie auch langes Sitzen ober eine langandauernde Kraftanstrengung schädlich für den jungen Menschen seien. Dauerleistungen seien erst ein Vermögen größeren Alters. Schließlich wandte er sich gegen Nikotin und Alkohol. Die Iugenddienstpflichi. Ausführliche Erläuterungen zum Gesetz über die Hitler-Jugend veröffentlicht die Reichsjugendführung in ihrem amtlichen Organ. In der Allgemeinen HI. werden alle Jugendlichen erfaßt, die im Sinne der Nürnberger Gesetze Reichsbürger sein können und auch zum Arbeits- und Wehrdienst eingezogen werden. Für die Stamm-HI. gelten die rassischen Voraussetzungen, die die NSDAP, an ihre Mitglieder stellt. Die Dienstleistung in der Stamm-HI. wird nach Beendigung des 18. Lebensjahres Voraussetzung fein für die Zugehörigkeit zur NSDAP, und zu deren Gliederungen, während die Dienstleistung in der Allgemeinen HI. die Voraussetzung für die spätere Einordnung in die Volksgemeinschaft und die Stellung im Staat, Wehrmacht und Wirtschaft fein wird. Die Angehörigen der Allgemeinen HI. haben nach einjähriger Dienstzeit die Möglichkeit, auf Grund freimütigen Entschlusses in die Auslesegemeinschaft her Stamm-HI. aufgenommen zu werden. Damit wird das Prinzip der Freiwilligkeit in der HI. auch fernerhin gewahrt. Vom Jahrgang 1938/39 find rund 972 000 Jungen und Mädel, das sind 90,7 v. H. auf Grund freiwilliger Meldung aufgenommen worden. Die Stamm-HI. erhält als besonderes Kennzeichen auf der rechten Brusttasche den gewebten Bannadler. Die Allgemeine HI. erhält nicht die HI.-Armbinde. Das HI.-Abzeichen wird am Dienstanzug der Hitlerjungen wegfallen, kann als Zivilabzeichen jedoch weiter getragen werden. Von den Difziplinarmitteln der geltenden Disziplinarordnung entfalt künftig die Streichung aus den Listen her HI. wegen Interesselosigkeit am Dienst, da diese der Jugenddienstpflicht widersprechen würde. Verwarnung, Verweis, Fahrten- messer- und Schulterriemenverbot, Strafbeursau- bung, Beförderungssperre, Degradierung und Ausschluß werden voraussichtlich auch künftig al$ M ■ 3. t EU •r M As M F. 60-343 Rumänisch-jugoslawische bis jetzt nichts bekannt. Holländischer Staatsbesuch in Brüssel. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Bei der Einweihung der Reichsluftschutzschule in Wannsee, die OVlikfa—.»der Gründer des Reichslustschutzbundes, Reichs- (jUQlUtigtlOpttl^* I Minister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der ... . I Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, vor- PlttN eines neuen Bundes | nahm, wurden 200 Fahnen geweiht. Im Verlaufe der südosteuropäischen Staaten. y-r u-brrgab- wurde bekmntgegeben daß G-n-r-l. ’ ’ I feld marsch all Goring den Generalleutnant v. R o - Bukarest, 23. Mai. (DNB.) Außenminister qucs vom Amt als Präsident des Reichsluftschutz- Gafencu ist von einer Donaufahrt, auf der er Kundes entbunden habe, daß feine wertvolle eine Unterredung mit dem jugoslawischen Außen- Erfahrung dem Reichslustschutzbund jedoch dadurch Minister Dr. Cincar- Markowitsch hatte, bewahrt bleibe, daß Generalleutnant v. Roques nach Bukarest zurückgekehrt. In unterrichteten Krei- a l s Ehrenpräsident enge Fühlung mit der fen verlautet, daß Jugoslawien an Gafencu als der- Lustschutzarbeit behalten wird. Zum neuen Präsi- zeitigen Vorsitzenden des Balkanbundesl denken ernannte der Führer den bisherigen Vize- eine Note gerichtet hat, in der auf die Unverein- Präsidenten General der Flakartillerie v. S ch r ö - barkeit des türkisch-englischen Abkom- der. m ö g l i ch t wird. Wie verlautet, wurde dieser Plan von der Belgrader Regierung sehr begrüßt. Gafencu wird am 8.Ium nach Ankara und Athen reisen. Sein amtlicher Besuch in Ankara war schon seit einiger Zeit geplant, doch kommt ihm jetzt um so größere Bedeutung zu, als der Minister bei dieser Gelegenheit den neuen Plan vorbringen und über dos Ergebnis seiner Aussprache mit Cincar-Marko- witsch berichten wird. Dem gleichen Zweck gilt auch sein Besuch in Athen, lieber die Stellungnahme der Türkei und Griechenlands zu dem neuen Plan ist itentrels des Luftschutzes eintreten, getroffen fein. Deshalb sei es notwendig, das Amtsträgerkorps des RLB. in der Ausbildung kommandant von Kiel und Swinemünde fünf Jahre im Luftschutz der Ostseeküste. Einer großen Oeffent- lichkeit bekannt wurde er im Mai 1932. Damals lud er als Kommandant des Kreuzers „Köln" Adolf Hitler und feine Getreuen zu einer Besichtigung des Kriegsschiffes ein. 1933 wurde er ^-Brigadeführer. Getragen von dem Vertrauen des Führers und des Generalfeldmarschalls Göring wird General der Flak-Artillerie von Schröder das Werk seines Vorgängers fortsetzen. mann. Hat die Erblasserin die Möbel nicht bereits bei Lebzeiten ihrer Schwester vermacht, so hat diese hierauf keinen Anspruch, es sei denn, daß sie als Miterbin zu einem Bruchteil in Frage käme. Wetterbericht Der sich quer durch Europa erstreckende Hochdruck» rücken hat seinen Schwerpunkt nach Skandinavien und Finnland verlegt. Von hier erstreckt sich ein starker Ausläufer südwestwärts auf das Festland, der auch unser Wetter bestimmt, lieber Polen liegt ein kräftiger Tiefdruckwirbel, der seinen Einfluß über die ostdeutschen Gebiete geltend macht und auch für das übrige Deutschland eine lebhafte und nicht allzu warme Nordostströmung aufrechterhält. VorhersagefürDonnerstag: Meist heiter und trocken, Mittags-Temperaturen um etwa 20 Grad, lebhafte nordöstliche Winde. Vorhersage für Freitag: Fortdauer des meist heiteren Wetters. Lufttemperaturen am 23. Mai: mittags 19,9 Grad Celsius, abends 15,4 Grad; am 24. Mai: morgens 11,5 Grad. Maximum 21,0 Grad, Minimum 7,0 Grad. — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Mai: abends 15,6 Grad; am 24. Mai: morgens 12,5 Grad. — Sonnenscheindauer 9,5 Stunden. maß an Schutz zu gewähren. ,Nehmt diese Auf- i gaben nie zu leicht und glaube keiner im deutschen i Volk, daß Luftschutz eine Spielerei sei und nicht i notwendig wäre!" „Wir hoffen, daß der Ernstfall für den £uff- schuh nicht einjreten wird. Denn wir wollen und wünschen dast Frieden, aber nicht als Phrase, wie heute das Wort „Frieden" so häufig im Wunde geführt wird. Um Deutschland herum ist man am Werk, Deutschland und seinen Bundesgenossen Italien einzukrei- s e n. Wan versucht, Volk auf Volk, Nation auf Nation, Wacht auf Wacht zusammenzuschließen, um dann mit der gesamten Welt gegen das verhaßte nationalsozialistisch-faschistische Bündnis vorgehen zu können. Wan gönnt uns nichts in der Welt. Wan hat es zu gut gehabt, als ein ohnmächtiges Deutschland alles hinnehmen muhte und man dieses ohnmächtige Deutschland als Vasall behandeln konnte. Jetzt steht wieder eine starkeNation inmitten Europas, und in unlösbarer enger Verbundenheit mit ihr sieht eine zweite starke Nation. Beide Völker jung, beide Völker gewillt, ihre Lebensrechte unter allen Umständen zu vertreten und aufrecht zu erhalten. Das, was gestern abge- schlossen wurde, ist nicht ein Bündnis im Stil vergangener Pakte und vergangener Allianzen. Was gestern gezeichnet wurde, ist e i n e S ch i ck- salsgemeinschast für alle Zeiten. Wöge dieses große Ereignis von gestern mit dazu beitragen, den Frieden zu bewahren!" Zum Schluß seiner Rede sprach der General- feldmarschatl allen versammelten Gauwaltern und Amtsträgern des RLB. und damit allen freiwilligen Helfern und Helferinnen aus dem ganzen Groß- deutschen Reich seinen Dank für die geleistete Arbeit aus und weihte die 200 Fahnen des RLB., indem er das Tuch der Blutfahne des SA.-Sturmes „Horst Wessel" mit den Fahnen des Sudetenlandes und des Memellandes vereinigte. Der neue Präsident, General der Flakartillerie v o n Schröder, übernahm sein Amt und brachte ein dreifaches Siegheil auf den Führer und Generalfeldmarschall Göring aus. Eine Besichtigung der schönen und zweckmäßigen neuen Schule schloß die Feier. Der neue Präsident des 0R£2J. Der neue Präsident des RLB., General der Flak- Artillerie von Schröder, kommt von der Marine. Als Artillerieoffizier nahm er auf dem Linienschiff „Großer Kurfürst" an der Seeschlacht am Skagerrak teil. Später ging er nach Flandern, Unser Bild zeigt links den Generalfeldmarschall während seiner Weiherede vor der neuen Reichsluftschutzschule. Rechts bei der Weihe von 200 aus allen Teilen Großdeutschlands nach Berlin gekommenen neuen Fahnen des Reichsluftschutzbundes. — (Scherl-Bilderdienst-M.) D in n° °N°I- S-h°imk°rt^ 19.45: Der Iröh- nX 2aiiterfnred)er (3n5uftne-6d)aUptoten unb etenSmeM Nachrichten. 20.15; Unfer Göring weiht die neue Neichslustschuhschule General von Schröder, der neue Präsident des RLV. singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien: Eingeborenenfürsorge. 22.30 bis 24 Uhr: Volks- und Unterhaltungsmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) „Grundsätze." Die in dem Gesetz über die Feiertage anerkannten Feiertage und Sonntage sind, soweit über die Zeitdauer des Schutzes nichts anderes bestimmt ist, von Mitternacht zu Mitternacht nach Maßgabe der Verordnung über den Schutz der Sonn- und Feiertage geschützt. So sind alle östent- lich bemerkbaren Arbeiten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu beeinträchtigen, verboten, sofern ihre Ausführung nicht nach Reichsrecht besonders zugelassen ist. Von diesem Verbot werden u. a. nicht betroffen unaufschiebbare Arbeiten, die zur Befriedigung häuslicher oder landwirtschaftlicher Bedürfnisse, zuk Abwendung eines erheblichen Schadens an Gesundheit oder Eigentum, im Interesse öffentlicher Einrichtungen oder Anstalten, zur Verhütung eines Notstandes ober zur Vorbereitung der am folgenden Tage stattfindenden Märkte erforderlich sind. Das Verbot erstreckt sich nicht auf leichtere Arbeiten in Hausgärten oder diesen gleichzuachtenden ©arten, die von den Besitzern selbst oder ihren Angehörigen vorgenommen werden. W. W. Beim gesetzlichen Güterstand verbleiben die von der Ehefrau in die Ehe einaebrachten Sachen, insbesondere die Möhel, ihr aUeintaes Eigentum. Die Gegenstände, die wahrend der Ehe mit Mitteln des Vorbehaltes gutes, z. B. mit dem durch eigene Arbeit erzielten Geld, angeschafft worden sind, gehören gleichfalls der Ehefrau. Da aus der Anfrage entnommen werden muß, daß die Ehefrau zwischenzeitlich gestorben ist, ohne die Scheidungsklage erhoben zu haben, tritt, falls nicht eine letztwillige Verfügung vorliegt, gesetzliche Erbfolge ein. Nach dieser sind die Kinder insgesamt zu 3/i, der Ehemann zu V« erbberechtigt; sind Kinder nicht vorhanden, jo. erbt die Hälfte des Nachlasses,der Ehe- mens mit der Neutralitätspolitik, die die Mit- /?< k*** a**CÄ*aÜ /ä Jive ha qlieder des Balkanbundes den Großmächten gegen- ©Vllllfl über zu bewahren haben, hingewiesen wurde. ' v v w Gafencu brachte einen neuen Plan zur Sprache, wies in feiner Rede an die Amtstrager des Reichs- der die Bildung eines neuen Bundes der luftschutzbundes darauf hin, daß das hervorragendste süo st europäischen Staaten vorsieht, dessen Kennzeichen des RLB. die S e l b st h i l f e sei. „Im Satzungen dergestalt abgefaßt sein sollen, daß B u l« Luftschutz zu dienen, ist Pflicht an Führer und qarien und Albanien, die dem jetzigen Volk." Dann sprach der Generalfeldmarschall über Balkanbund nicht angehören, der Beitritt e r - die viele Kleinarbeit, Opferbereits ch a f t m ö q l i ch t wird. Wie verlautet, wurde dieser Plan u n d H i n g a b e, die zur Erfüllung der dem RLB. ~ ' gestellten Aufgabe nötig ist. Viel sei erreicht worden, aber es solle dabei nicht stehengeblieben werden. Die Maßnahmen zur Entrümpelung der Böden sind lebenswichtig, daher ist eine ständige Ueberprüfimg der Böden notwendig. Die Papptafeln oder Stoffe zur Verdunkelung der F e n st e r werden oft achtlos beiseite gelegt. Deshalb muß immer dafür gesorgt werden, daß diese Dinge jederzeit instand und brauchbar sind. Das gilt auch von den Volksgasmasken. Der Luftschutzwart muß darüber wachen, daß die Gasmasken vorhanden und richtig gelagert sind. Wenn eine Veränderung im Hause durch Umzug eintritt, ist es Aufgabe des Luftschutzwartes, sofort sich zu überzeugen, ob auch von den neuen Mietern die Voraussetzungen für den Luft- I schütz geschaffen worden sind. Dann appellierte der Generalfeldmarschall an die deutsche Frau, mit tätig zu sein im Dienste des Luftschutzes. Wenn |bie Männer einmal an die Front gerufen werden (Sljambertain und ander« M W gey Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitats- , brutferei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis» liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. könnten. - Dor der Rückkehr des Kon z seiner Amerikareise erwartet: „Daily B dings keine entscheidenden Acndcr g Disziplinarmittel Verwendung finden. Hinzu kommt! die Zurücksetzung aus der Stamm-Hit» ler-Jugend. Als neuer Begriff tritt der Ausschluß wegen Unwürdigkeit hinzu. Die HJ.-Unwürdiakeit entspricht etwa dem für die Wehrmacht geschaffenen Begriff der Wehrunwürdigkeit. Die Bestimmungen über die Unwürdigkeit werden nur für schwerste Verfehlungen Anwendung finden Die Tauglichkeitsanforderungen an die allgemeine HI dürften etwa den bisherigen Richtlinien der HI. entsprechen. Als tauglich wären danach alle körperlich und geistig voll leistungsfähigen und gesunden Jugendlichen zu bezeichnen, die allen Anforderungen des Dienstes in der allgemeinen HI. gewachsen sind. Bedingt Taugliche müssen körperlich so weit in Ordnung sein, daß sie Dienstkleidung tragen und am Heimabend und Innendienst teilnehmen können. U n =' tauglich sind Schwachsinnige, charakterlich Minderwertige und solche mit schweren Mißbildungen und ernsten Nerven-, inneren und chirurgischen Erkrankungen, auch mit ekelerregenden und ansteckenden Krankheiten. Bedingt tauglich sind Jugendliche mit bestimmten körperlichen Fehlern, mit allgemeiner Schwäche, Krankheitsanfälligkeit, Herzfehlern, erheblichen Sehstörungen Zurückstellung an sich ist auch möglich, wenn der Jugendliche nach dem Urteil des Schulleiters sonst die schulischen Anforderungen nicht erfüllen kann. Wenn jedoch z. B. von einem geistig nicht überdurchschnittlich Befähigten ein humanistisches Gymnasium besucht wird, obschon er seinen Anlagen nach ein ausgezeichneter Schlosser werden könnte, so wäre einer Befreiung von der Jugenddienstpflicht nicht stattzugeben. Die, abgesehen von der zurückgebliebenen körperlichen Entwicklung, noch bestehende Möglichkeit der Zurückstellung in Einzelfällen a u f Antrag ist eine Kannbestimmung, bei der dafür gesorgt werden könne, daß sie von trägen Elementen oder Drückebergern nicht ausgenutzt wird. wo sein Vater — „Der Löwe von Flandern" — den „Pour le m£rite" erworben hatte Bei Ostende war Schröder Führer der schweren Küstenbatterien „Tirpitz" und „Deutschland" und zuletzt Führer der „Kampftruppe schweres Flachfeuer" der 4. Armee. Nach dem Kriege kämpfte Schröder im Freikorps gegen Spartakus. Dann stand er als Festungs- 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Sauer merf auf. 6.05: ..... „ , Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10. in England? IÄ ^K'L-e Ra-isMS- kür Ki^e uni> London, 24. Mai (Europapretz) Son ^“lanjtapeUe öes ReichsjendersKönigsberg.^.30: neues Blut" und „f a ch rn a n n l s ch e s D l Mittagskon^ert I. 13: Nachrichten. 13.15^Mtttags- -ENW--WGHM- trS sich" Kassel rüstet zum Grabdeutschen verooppeii ,1 - n Taaes nteflcl. 19.25: Brüssel, 23. Mai. (DNB.) Königin Wilhelmine von Holland traf zu einem Staatsbesuch tn der belgischen Hauptstadt ein. Sie wurde von König Leopold am Bahnhof empfangen. In Begleitung der Königin befand sich Außenminister Patijn. Auf dem Bahnhofsplatz hatte man einen Triumvh- bogen errichtet, die Häuser waren wlt den belgischen i sEem"somüßten 'm der Heimat bk Vorder ei tun- und den holländischen Farben Ae schmückt. Die ' Selbstschutz und die Auswahl der 9Jlen= Menge begrüßte die beiden Monarchen mit freund- ^n , > i v ... lichen Zurufen. Nach der Fahrt durch die Sttaßen NAen, w K^oen 4^1 Brüssels empfing Königin Wilhelmine nn ®d)o6 Amtsträgerkorps des jvv«. m uci *iu=uiiuu.ia das Diplomatische Korps. In der belglschenKam-1 Höchste zu steigern rnnd die Selbstschutz- mer wurde eine Adresse verlesen, tn der die^ sreund- fräftß au?5 Beste zu schulen. Aus diesen Gründen schaftlichen Geiuhle des belgtsche" Volkes 9^nüber b}e e i ch slu f l s ch u tz sch u l e entstanden. Holland zum Ausdruck gebracht werden. Die Bot- e5 einma( 3Um Aeußersten kommen, so muß schäft schließt mit dem Wunsch» öer Kämpfer draußen wissen, daß seine Sieben zu Staatsbesuches dauerhafte ?^w^ sI Wohl-1 $ . |n guter Obhut sind. Er muß wissen, daß da» ergehen, die Große und die Sicherheit der beiden QHe5 zum Letzten getan ist, um em Hochst- Nationen bringen mochten. Hu Ehren der Königin Wilhelmine fand am Abend im Schloß zu Brussel ein Festessen statt zu N 3ÄnDlpunh Kunst und Wchenschast. Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Industrie er- VI. Reichslhealerfeslwoche in Wien, schienen waren. König Leopold erinnerte an ~ VI Reichstheaterfestwoche wird ben Aufruf, den Königin Wilhelmine oor einigen 4 hjs 11. Juni auch in die em Jahre in Wien Monaten an ihr Volk gerichtet habe. Es sei nicht werden. Die Schirmherrschaft hat einzusehen, worum nicht die kleinen Staaten B^chzminister Dr. Goebbels. Außer fünf von Europas, die zusammen mehr a l sh un de rt Staatsoper und dem Burgtheater be- Millionen Einwohner zahlten, sich, wie dl« rtrtttenen Beranstaltungen sind Feftauffuhrungen Königin damals ausgeführt Hobe, auf wirtschaft- R Hamburgischen Staatsoper der Staatlichen Uchem und geistigem Gebiete zUs.ammenf n- Schauspiele Berlin und des DeutschenTheaters Verden sollten zu einem festen und ^Wxi. Im Mittelpunkt ^r Kundgebung nis im Kampfe gegen die große geistige und mate- Reichstheaterkammer wird eine Ansprache von rielle Not unserer "Zeit. Käniain Wilhelm in Zoebbels stehen. In der Festwoche findet eine dankte für den herzlichen Empfang m Brussel und |ür Richard Strauß statt der am Vorabend sä FÖwsS Ä"® SS Äunhfunfpregromm »s »s** I »—*■ -- ..... Lor einer Kabinett-erweiterung Prospekte kostenlos und ohne Kaufzwang bei Ihrem Kaufmann oder durch SUNLICHT Berlin C 2, Postschließfach 78 MWM un- Frankfurt a. M., 23. Mai. Die Börse Abendbörse still. > GIESSEN, NEUSTADT10 ist im Bilde er kennt alles und führt alles! Vertrauen Sie sich mir in allen Fragen Ihrer Kleidung an 3781A Herr Eugen Dürr im 67. Lebensjahr. 37860 | Empfehlungen | Gießen, den 21. Mai 1939. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt. 3805D Am 21. Mai starb nach kurzer Krankheit der Senior-Chef unserer Firma Herr Eugen Dürr Gießen, den 23. Mai 1939. o 3801D ■ Stadttheater WK FMIÄAW ras mit 132, Rheinstahl mit 132,25, Je 0,25 v. H. niedriger gefragt wurden Holzmann mit 156,50 und Svezial-Reva- raturwerkstätte junger wv Wieseck, Gien. Str. 73. .954D Tel. 3975. der er- Die Leitung und Gefolgschaft der Firma Eugen Dürr L Co. Holzgroßhandlung, Gießen, Liebigstraße 61, Leichtbauplatten »Heraklith« Isoiierplatten Isoliermittel Isolier* Beizunpsniasse H. Glatlhaar Hohn 1 FrankforterStr.19 Mühlsiraße 18 Tel. 3144/3145 zugsaktien 122 (121,90). Industrie-Obligationen bei einigem Geschäft uneinheitlich, niedriger 5 v. H. Gelsenberg mit 99,40 (99,75), ebenso 5 v. $). Gelsen- benzin mit 99,40 (99,75). Stadtanleihen und Pfandbriefe blieben gehalten. 3m Verlaufe kamen kaum noch Abschlüsse zustande. Holzmann nochmals etwas höher mit 156,75 6 v. H. IG. Farben mit 123,75 (123,65) und 4Vz v. H. Voigt & Haeffner mit unverändert 95,50 umgesetzt. Im Freiverkehr waren NF.-Steuergutscheine zu den Mittagskursen eher gefragt. mann mit 156,25 (154,50). Im übrigen kamen während der ersten Börsenstunde u. o. IG. Farben mit 149,50 (149,75), Vereinigte Stahl mit 101,75 (102), Daimler mit 132 (131,75), Lechwerke Augsburg mit 102,50 (101,50), RWE. mit 114 (113,90), Licht und Kraft mit 128,75 (129), Zellstoff Waldhof mit 119,50 (120), Adlerwerke mit unverändert 101,50, Hoesch mit unverändert 109 und Reichsbank mit unverändert 178,50 zur Notiz. Renten wurden ebenfalls vernachlässigt, ledia- lich im Freiverkehr hatten NF.-Steuergutscheine II boten mit 104,30 (104,35). Von amtlichen Werten Reichsaltbesitz unverändert 132,13, Reichsbahn-Vor- Franksurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a. M., 23. Mai. Auftrieb: Kälber 1178 (gegen 1053 am 16. Mai), Hämmel und Schafe 118 (53), Schweine 5836 (6117). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 33 bis 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 48 (44), c) 34 (42). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 33 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 32 (31 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Bekanntmachung: In der nächsten Woche finden die Märkte am Mittwoch, 31. Mai, und am Donnerstag, 1. Juni, statt. Zugunfall im Bahnhof Sprendlingen 26 Leichtverletzte. Lpd. Frankfurt a. M., 23. Mai. In den frühen Nachmittagsstunden des Dienstag fuhr im Bahnhof Sprendlingen im Kreis Offenbach ein Zug bei der Einfahrt auf eine Rangierabteiluna auf. Dabei wurden 25 Arbeiter und ein Schaffner durch Prellungen leicht verletzt. 59, bl) 57 bis 58, b2) 56 bis 57, c) 52 bis 53, d bis f) bis 50, gl) bis 58, g2 und h) bis 52 und i) bis 57 RM. Auf den kurhessischen Märkten (Kassel, Marburg, Fulda) liegen die Preise in der' gleichen Zeitspanne 1,— RM. niedriger, also a) 57 bis 58, bl) 56 bis 57, b2) 55 bis 56, c) 51 bis 52, d bis f) bis 49, gl) bis 57, g2 und h) bis 51 und i) bis 56 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht. — Die obere Preisgrenze darf bei allen Schlachtwertklassen nicht überschritten und soweit eine untere Preisgrenze festgesetzt, diese nicht unterschritten werden. Preise für Rinder, Kälber und Schafe bleiben unverändert. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse weiter sehr ruhig. Kinderwagen in großer Auswahl. [3594A Fr. Groß Neuenweg 32. Junger tau zuverlässig und fleißig fürBoten- gängeundLager- arbeiten gesucht. Emil Roth, Marb. Str. 20. 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Metallgesellschaft mit 114, Schlickert mit 180, Daimler nach 156,25, dagegen schwächer Rheinstahl mit 132,65 bis 132,25 (133,50). Im übrigen jagen die später zur Notiz gekommenen Papiere zwar uneinheitlich, meist aber ein wenig höher. Der Freiverkehr war nahezu geschäftslos, Man nannte die letzten Bewertungen. Tagesgeid verändert 2,25 v. H. Astes Unternehmen sucht für den Verkauf Angeführt. auf Teilzahlung Vertreter 6ei hoher Provision. Branchekenntnisse nicht erforderlich, da Einarbeitung erfolgt. Lchrlftllche Angebote mit Angabe der seitherigen Tätigkeit und des Alters unt. 3788 O an den Gießener Anzeiger erbeten. Wirtschaft. Gießener Schlachtviehmarkt. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 8 Ochsen, 6 Bullen, 36 Kühe, 30 Färsen, 129 Kälber, 309 Schweine aufgetrieben. Preise: Ochsen 33 bis 45,5, Bullen 37 bis 43,5, Kühe 24 bis 43,5, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 28 bis 65 Pf. je Vr kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) 1,01 und h (Eber) 1,01 Mark. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber ausoerkauft. Aenderung der Schweinepreise ab 29. Mai. Fwd. Nachdem seit Beginn des Jahres auf die in der Anordnung Nr. 1 vom 22. Dezember 1938 zur Schlachtviehmarktordnung für 1939 festgelegten Grundpreise für Schweine vom 2. Januar bis 28. Mai 1939 ein Abschlag von 0,50 RM. eingetreten war, gelten nunmehr mit Wirkung vom 29. Mai 1939 bis zum 16. Juli 1939 auf den Schlachtoiehmärkten die Grundpreise. Danach kosten auf den Schlachtviehmärkten im Rhein- Main-Gebiet (Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Worms) je 50 Kilogramm Lebendgewicht in der Schlachtwerklasse a) 58 bis Ehrliches,fleißig. Mädchen mit etwas Nähkenntnissen für bald gesucht^»? Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G. A. Achteres Fräulein oder unabhängige Frau zur Führung eines kleinen Haushaltes gesucht. Schriftliche Angebote unter 02596 an den Gießen. Anzeig. im 67. Lebensjahre. — Es ist ein schwerer Verlust, der uns traf. 47 Jahre wirkte der Verstorbene unter unermüdlichem Einsatz seiner ganzen Person und widmete seine ganze Kraft dem Unternehmen. Als besterfahrener Fachmann war der Verstorbene uns allen ein großes Vorbild und betrauern wir in dem Dahingeschiedenen einen stets hilfsbereiten Freund und Berater. Sein Name wird unauslöschbar mit der Entwickelung der Firma verbunden und sein Andenken bei uns allen unvergeßlich bleiben. Stellengesuche Erfahrene, selb^ ständige AusWW (knapp 40 Jahre) sucht Stellung, mögl. in frauenlosem Haushalt. Schrift!. 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Die Beteiligung der Kundschaft war nach beiden Seiten wiederum bedeutungslos, so daß die Kurse am A k - tienmarkt im allgemeinen weiterhin nahezu unverändert lagen und mehr oder minder dem Zufall unterworfen waren. Weiter fest tendierten Ph. Holz- IHfldMe Herr oder Dame gesucht. Schrift!. Angeb. mit Ansprüchen pro Nacht unter 3806Da.d.Gieß. Anzeiger erbet. Nettes Seiüietfröulein ebenso tüchtiges öMniiMen bei gut. Behandlung u. Verdienst sofort oder später gesucht. 02694 Caiä-Restanrant ,.Posthäuschen“ Schotten, Tel. 170. ttta für Küche und Haus gesucht. 02579 Walltorstr. 5. Mädcben gesucht. 3793D Prof. Gmelin, Arn Nahrungs- berg 51. Lehr; madchen sucht 02606 Bayerisches Schoholadeuhaas Gießen Selterssveg 37. Mündlich können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige lagen Sie es »Uen | Mietgesuche | Freundliches Zimmer ab 1. Juli von Dauermieter (Techn. Angest.) mögl. mit voller Pension, zu mieten gesucht. Unterstellmöglichkeit für ein Motorrad erwünscht Schr. Ang. unter 3800O a.d.G.A. {Stellenangebote) Keine Zeugnisse in Urschrift 'onoem nux Zeugnisabschriften oem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgen müssen zur Ber- meibung von Verlusten aus oet Rückseite Ro men und Anschrift bä Bewerbers krauen I Jüngerer Folo- latanl(in) gesucht. Schr Ang. unt. 3747O a.d.G.A. Tüchtiger Metzgergeselle gesucht. 3789k) W Meister Seltersweg 43 MA für Haushaltung gesucht, wo es Gelegenheit hat, gut kochen zu lernen. Wilhelm- stratze 38. 0252g Haus- u. Küchenmädchen bei gutem Lohn per sofort oder 1. Juni gesucht. porf: 3812k) Sanatorium Bad-Nauheim. Gewandtes, junges, unbed. solides Madel als Anfangsverkäuferin und zur Mithilfe am Büfett z. 1. 6. gesucht. 3792k) H. Hettler, Cafe und Konditorei. Solides, ehrlich. Mädchen z. 1. 6. od. später gesucht. 02588 Ludwlgstr. 40 I. MM (Zweisitzer) zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preis und näher.Beschreib. unter 3807 D an d. Gieß. Anzeig. driesordner gebr., Leitz usw. gesucht. Schr. Ang. unt. 02591 a. d. Gieß. An;. Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender /ater, Schwiegervater, Großvater und Onkel In tiefer Trauer: Käthe Dürr, geb. Wasrrmth Liesel roerstner, geb. Dürr Dr. Agnes Dürr Bruno Foerstner Otto Dürr und drei Enkelkinder Statt Karten. Mein herzensguter Mann, mein geliebter Sohn und unser unvergeßlicher Vater Herr Dr. Karl Emil Ruckeishausen wurde gestern nacht 10 Uhr plötzlich und unerwartet im Alter von 49 Jahren durch einen Herzschlag aus unserer Mitte gerissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Ruckeishausen. Gießen, den 23. Mai 1939. Die Trauerfeier findet Freitag, den 26. Mai, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Von Beileidsbesuchen bitte Abstand zu nehmen. m. 119 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Genrral-Anzetger für Oberheflen) Vergangenheit Sippenpflege. Eine Aufgabe der Frau. »er „Entrümpelung" besonders wichtig. Unsere Gegenwart wird einmal Ve ein. Dorum sollte die Frau stets daran denken, in Familienbuch zu führen, in dem sie alle er- nnernswe.rten Ereignisse in der Familie und Verwandtschaft aufzeichnet; vielleicht auch das, was sie slbst von Eltern oder Großeltern weiß oder von llteren Angehörigen kennt. Dies ist ein guter Zrauch, der in unserer schnellebigen Zeit wieder zu Ehren kommen sollte. Wir können außerdem »och Lichtbilder sammeln, ordnen oder beschreiben. Die Frau, die durch ihre Che aus der Familie hrer Eltern in die Familie ihres Mannes einge- reten ist, ist das natürliche Bindeglied zwischen ien Geschlechtern, deren Blut sich durch ihre Mutter- chast in ihren Kindern vereinigt hat. Darum ist ts auch ihre naturgegebene Aufgabe, das Wissen von den Vorfahren an ihre Kinder weiterzugeben. Mutter behüten, die Gesundheit. An sich braucht noch keiner blutarm zu sein, toenn er eine bleiche Gesichtsfarbe hat. Die Zahl ier Blutveränderungen und Blutkrankheiten ist so mannigfaltig, daß nur ein Arzt entscheiden kann, °b etwas vorliegt. Die Aerzte lassen sich auch nie von dem Aussehen leiten; sie untersuchen den ganzen Menschen. Und die moderne ärztliche Wissenschaft hat sehr genaue Verfahren ausgearbeitet, um Gus dem sogenannten Blutbild ziemlich einwandfreie Schlüsse ziehen zu können. Uebrigens wird in der letzten Zeit die sogenannte Bleichsucht der jungen Mädchen immer seltener. Cie beginnt gewöhlich in den Entwicklungsjahren ; md hängt mit dem Zustand der Keimdrüsen zu- ifcmmen. Die Gesichtshaut zeigt eine hochgradige Aässe mit einem Stich ins grünliche. Der bleich- sicchtiqe Mensch ist schnell ermüdet und zu korper- lichen Anstrengungen unfähig. Ohnmächten, Ohren- foufen und Flimmern vor den Augen gehören zum Krankheitsbild. Vielfach sind die Mädchen von kräftigem Körperbau und reichlich ernährt. Die Aerzte verschreiben an erster Stelle bestimmte Elsenprapa- rate, die nach den strengen Vorschriften des deutschen Arzneibuches in den Apotheken zu bekommen litt). Oft wird dem Körper auch Arsen zugesuhrt. lor allem aber achten die Aerzte auf eine zweck- iräßige Krankenkost, die leicht verdaulich sein und viel Eiweiß enthalten muß. Viel bekannter als der Wacholüerbaum oder der Wacholderstrauch sind tue Frucht dieses Bau- 1125 oder die aus ihm hergestellten Produkte^ Man kmnt Wacholderbeeren, Wacholderextrakt, Wach - dcrmus, Wacholdersast, Wacholderspiritus Aus Wacholderbeeren gewinnt man harntreibende L.ees^ !>i; nach bestimmten Vorschriften des 2lrznelbuchs hcraeftellt werden. Deshalb ist es gut, die verschieden Produkte aus Wacholderbeeren oder anderen Produkten der Pflanze auch da zu kaufen, wo sie ned) den Vorschriften des ^neibuches hergestellt 'lid. Es sind nämlich auch im H°u^rhandel Wachol- )erbßeren zu bekommen. Man sollte M) ßubinö- gewöhnen, Dinge, die für die menschllche Gesundheit gut sein sollen, nicht bei herumreisenden Hau lurern zu kaufen. * Die Zeiten sind vorbei, in denen man eirum fcimpf um den Heilwert de s W a s se r s f h rei mußte. Für unsere Aerzte rst das Wasser m irinen verschiedenen Derwendungsformen ern NSG. Oft hört man die irrige Ansicht, Sippen- forsthung ser nichts anderes als eine Anhäufung trockener statistischer Zahlen, vor allem erheben Frauen den Einwand ihnen liege das nicht. Leider or? maü Dle,!a$ bie falsche Vorstellung vom „Ahnennachweis , den viele nur für den vorschriftsmäßig durchgefuhrten Nachweis der arischen Abstammung ansehen. Aber das Geheimnis der Ver- gangenheit zu ergründen und daraus Lehren für tue Gegenwart und Zukunft zu ziehen, das ist der eigentliche Sinn der Sippenkunde. Die Frau, der das klar geworden ist, weiß genau, welche Aufgaben ihr hier zufallen. Sache des Mannes ist, „zu wirken und zu stre- den So mag auch die aktive Sippenforschung ihm überlassen bleiben oder sogar den Kindern, die in der Schule an diese Frage herangeführt werden. Der Frau aber fällt die große, verantwortungsvolle Aufgabe zu, was die Kunde von' der Sippe bringt, in der Familie in bewußte Tat umzusetzen. Eine Mutter, die es versteht, chren Kindern in vielen kleinen Erzählungen und Hinweisen einen Schatz lebendiger und beispielgebender Erinnerungen an ihre Ahnen mitzugeben, hat damit für den Sippegedanken mehr getan als hundert Forscher aus Urkunden herauslesen können. Die Mutter soll ihre Kinder nicht nur „lehren", sondern ihnen aud) „wehren". Diejenige Frau, der die Sippenkunde mehr ist als einige Jahreszahlen, kennt die Vorfahren ihrer Kinder, weiß um die Vorzüge und Fehler der Verstorbenen, sieht aus Ahnen- und Sippschaftstafel, welche guten und schlechten Anlagen vielleicht noch im Verborgenen in ihren Kindern wirksam sind. Sie kann bewußt und rechtzeitig durch chre Erziehung manchen Charakterfehler, manche Veranlagung zügeln und zum Guten lenken. Wenn wir auch wissen, daß wir unser ganzes Wesen aus dem Blute unserer Vorfahren erhalten haben, so sind wir doch von jedem „Fatalismus des Blutes" weit entfernt und können abschätzen, was eine richtige Erziehung auszu- richten vermag. Noä) beglückender ist es für eine Mutter, wenn sie in ihren Kindern die Vorzüge und Fähigkeiten wiedererkennt und diese guten Anlagen nun durch ihre zielbewußte Führung fördern kann. Auch ihren „ordnenden Sinn" kann die Frau in den Dienst der Sache stellen. Wer weiß besser als sie darum Bescheid, was das Haus alles in sich birgt und wo? Sie wird zu allererst berufen fein, die Aufzeichnungen, Urkunden und Briefe hereinzu- holen, mit deren Sichtung aud) oft unscheinbare Erbstücke aus dem Besitz der Vorfahren aufbewahren, Bilder und Andenken sammeln, in alten Briesen das Wichtige vom Unwichtigen trennen und iberhaupt darauf achten, daß nichts verlorengeht, was verdient, den kommenden Geschlechtern er- )alten zu bleiben. Das ist gerade heute in der Zeit Aus dem Reiche der Frau. Zolles Heilmittel. Wasserkuren und feuchte Umschläge werden tagtäglich von unseren Aerzten verordnet, obwohl der Pfarrer Kneipp und der Bauer Vinzenz Prießnitz schließlich keine Aerzte waren. Um einen Prießnitzumschlag zu machen, verfahrt man folgendermaßen: Ein Handtuch ober cm möglichst grobes Leinentuch wird einige Minu- ten in kühles bis kaltes Wasser getaucht. Dann druckt man es gut aus und wickelt es schnell um den Körperteil, auf den es ankommt. Um das feuchte Xud) tut man ein Woll- oben Flanelltuch und steckt es mit Sicherheitsnadeln fest. Den Wickel läßt man liegen, bis er trocken ist. Gewöhnlid) dauert es Mei Stunden. Auf keinen Fall aber darf der Pa- tlent ins Frieren kommen. Nimmt man den Um- Ichkag ab, dann wird die Haut, wenn sie heiß geworden ist, feucht abgerieben. Sonst genügt es,'sie völlig trocken zu reiben. Bei Kopfschmerzen, Halsentzündung, bei nervöser Schlaflosigkeit und bei den verschiedensten fieberhaften Erkrankungen wendet man den Prießnitzumschlag an. Es gibt Hand-, Unterarm-, Oberarm-, Schulter-, Fuß-, Unterschenkel-, Bein-, Hüft-, Hals-, Brust-, Bauch-, Kreuz-, Rumpf- und Ganzwickel. Man bekommt die verschiedensten Arten in den Apotheken. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE Eine alte Dolksweisheit sagt, daß Dicke nicht alt werden. Darin steckt Erfahrung, und es entspricht dem Sprichwort, daß ein jegliches Uebermaß ungesund sei. Auch bei der Ernährung. Denn dick sein ist meist soviel wie überreichlich ernährt sein. Durch überreichliche Ernährung wird das Herz Überbelastet. Namentlid) kann im mittleren und späteren Lebensalter jedes Pfund Uebergewicht verkürzend auf das Leben wirken. Es gibt darüber eine Statistik, die sich auf 70 000 Menschen bezieht und 24 Jahre lang durchgeführt wurde. Von besonderem Wert ist die Erkenntms des Verhältnisses von Gewicht und Gesundheit für die werdende Mutter. In der letzten Hälfte der Schwangerschaft ist jedes Uebermaß und auch das an Ernährung zu vermeiden. Ueberbelaftung der Verdauungsorgane, Verdauungsstörungen können für das Kind schädlich sein. Auch ist es töricht, anzunehmen, daß Kinder, die so dick wie Posaunenengel zur Welt kommen und bei der Geburt 9 bis 10 Pfund wiegen, besonders lebensstark sind. Ueber- mäßige Nahrungszufuhr, insbesondere übermäßig viel Flüssigkeit, z. B. auch Suppen, mit denen man nur den Magen betrügt, führen zu einer unerwünschten Gewichtszunahme des Kindes und damit zu einer schweren Geburt. H. S. wir tragen ? INS ERES MODEZEICHNERS FÜR. q UMU Für Öen Sommersport zeigen wir heute zwei praktische Hosenrockkleider aus weißem Pikee. Das ärmellose Kleid links mit dem viereckigen Ausschnitt und den großen Perlmutter» knopfen am Blusenteil ist aus Waffelpikee. Für den Weg zum Sportplatz wird zu ihm ein Bolerojäckchen aus dem gleichen Material getragen. Das Jäckchen hat senkrecht gestellte Taschen, wie sie auch den beiden Falten des Rockes eingearbeitet sind. Gürtel: rotes Lackleder. Aus diagonalgeripptem Pikee ist das Kleid redjts mit dem übergeknöpftem Rockteil. Das rückenfreie Blusenteil wird durch einen hinten geknöpften, schmalen Rollkragen gehalten; die schrägen Taschen sind eingeschlitzt, die Kniffe im Rockteil als Biesen abgesteppt. Die Knöpfe sind wie die am Jäckchen (mit dem Raglanärmeln) aus Stoff. Ausputz: ein großes Monogramm und ein Taschentuch in gleicher Farbe. H. praktische Winke. Für die Kleidung: Zum Waschen werden Spitzen in nicht zu langen Stücken um eine Flasche gewickelt, wobei man breite Muster doppelt legt. Sie werden mit Nähgarn der gleichen Farbe umwickelt; dann wird die Flasche, die man am Halse hält, so lange in handwarmer, nicht scharfer Seifenlauge geschwenkt, bis Staub und Schmutz sich gelöst haben? Wünscht man Appretur, zieht man die gespülte und ausgedrückte Spitze durch leichtes Gelatinewasser. Mit sauberem Tuch wird vorgetrocknet und bann die Spitze von der Flasche auf ein Bügelbrett leicht gespannt aufgeheftet. Zuerst wird sie unter einem Tuch gebügelt und zuletzt ohne Tuch damit man die Musterung und die Kante richtig herausbringt, vollkommen trocken geplättet. — Helle Filzhüte werden mit einem Brei aus Magnesia und Benzin gereinigt, den man mit einem Pinsel aufträgt, Wenn das Pulver trocken ist wird es abgeklopft und der Hut abgebürstet. — Die Griffigkeit der ©eiben ft rümpfe bleibt erhalten, wenn man sie zum Waschen zunächst in Borarlösung einweicht (50 Gramm Borax auf einen Eimer Wasser). Man läßt sie etwa zwei Stunben weichen unb wäscht sie bann in leichter Seifenlösung ahne starkes Reiben durch. Nicht _aus- mrinnen sondern nur ausdrücken und an der i'sUß- Atze au'fhangen. — Schweißflecke aus Blusen beseitigt man durch Abreiben mit einer MlAung von Salmiakgeist, Spiritus und Aether. Auch ein Watiien in Mer Abkochung von Panamaspanen Ä nickt ZU schlimmen Fällen. ür den - Untere K°rb- ’Ä „ r reinigen mir mit einer Bürste, Seifen. Mnh „nb bei6pm Wasser, Mit klarem, kalten Wasser nodmefov»- Diese Behandlung ziemt aber nur "ellen ungetarbt-n Möbeln. Farbiges ober lackier- tes Rohrgeflecht darf nur mit weicher, in Kalt- wasser getauchter Bürste behandelt unb sollte mit Tüchern leicht getrocknet werben, während die Möbel aus Rohrgeflecht an der Luft trocknen. — Sehr gute Putztücher kann man durch Uebereinanöerfteppen mehrerer Beinlängen sonst nicht mehr verwendbarer Strümpfe Herstellen. — Dielenritzen, in denen sich Staub und Bakterien festsetzen können, dichtet man mit einer Mischung aus gebranntem Gips und Leim, dem man etwas Farbstoff in der Dielenfarbe zugesetzt hat. — Fettflecke auf Teppichen, Ledermöbeln, Fußböden kann man dadurch beseitigen, daß man den Kaffeesatz dick auf den Fleck streut und bis zum Trockenwerden liegen läßt. Für die Küche : Beefsteaks einige Stunden vor dem Braten auf beiden Seiten mit etwas Oel bepinselt und zwei bis drei Stunden zwischen zwei Tellern gelegt ins Dunkle gestellt, werden viel besser und weicher. — Spargel soll stets vorn Kopf zum Ende geschält werden, nicht umgekehrt. — Gemüse läßt sich ein bis zwei Tage frisch halten, wenn man es fest in leicht angefeuchtetes Papier wickelt und an einem dunklen Platz verwahrt. — Butter kann man — besonders eine Annehmlichkeit für kinderreiche Mütter — auf folgende Weise strecken: 250 Gramm deutsches Kartoffelmehl wird mit dreiviertel Liter Milch (Magermilch) glatt gerührt und mit 250 Gramm Butter bis zum Aufwallen auf Feuer gegeben. Nach ein wenig Abkühlung fügt man ein ganzes Ei unb 25 Gramm Salz hinzu und hat so einen reinen, wohlschmeckenden Brotaufstrich. — Gehackte Kräuter dürfen nicht mit den Speisen gekocht, sondern erst im Augenblick des Anrichtens beigefügt werden; sie verlieren sonst völlig ihr Aroma. — Milch wird, selbst an heißen Tagen, nicht sauer, wenn man sie frühzeitig kocht und ihr dabei fe einen Eßlöffel Zucker auf den Liter beifügt. D. S. Mittwoch, 24. Mai 1939 Für unfern Küchenzettel. Bon Zrida Aisch. Auf der Bank in der Anlage sitzt ein kleiner Junge, die Häiidchen im Schoß gefaltet, die Beinchen baumeln. Auf dem Köpfchen hat er einen dicken goldenen Kranz von Löwenzahnblüten. Er feiert Frühling. — „Ach", sagt die Frau, die danebensitzt, „jetzt ist es aus mit dem Löwenzahn- salat". Ja, aber dafür hat uns dies kühle Frühjahr wundervollen Kopfsalat beschert. Wir bringen ihn in immer neuen Formen auf den Tisch. Diesmal geben wir ihn z u kaltem Seefisch mit grüner Butter. Am besten sind Fischfilets. Sie werden, wenig gesalzen, mit einigen Löffeln Weißwein und Wasser, mit Lorbeerblatt, Piment und weißem Pfeffer gedämpft. Dabei verdampft die Brühe. Der gare Fisch darf nicht zerfallen. Er wird kalt auf eine Platte gelegt unb mit grüner Butter glasiert. Dazu nimmt Margarine, wer Butter sparen will. 125 Gramm Margarine werben weich gerührt, dann kommt ein hart gekochtes Eigelb und ein rohes unter Rühren hinzu. Allerlei Kräuter, wie Petersilie, Esdragon, Kerbel, Pimpernell, Basilikum, wenig Liebstöckel, zusammen zwei Hände voll, werden in ganz wenig Wasser weichgedämpft, nachdem sie von allen Stengeln befreit sind. Mit einigen Kapern werden sie durch ein Sieb gegeben und zu der Butter gerührt. Etwa vorhandenes Kochwasser bleibt zurück. Einige Tropfen Essig oder Zitrone würzen. Die Tunke wird durch langsames Hinzurühren von Oel zu der rid)tigcn Steife gc» bracht. Sie muß ganz grün aussehen unb sich über ben Fisch streichen lassen, ohne abzutropfen. Sülzring mit Kopfsalat. Wir bereiten uns eine einfache Sülze aus Fleisch- ober WürfelSP1TZENLE1STUNG brühe. Sie wirb mit Aspikpulver ober eingeweichter Gelatine gesteift. Eine mit Olivenöl ausgestrichene runbe Form (Küchenwunder) wirb mit etwas flüssiger Sülze ausgegossen, unb wenn sie zu erstarren anfängt, gibt man Stücke von harten Eiern, Tomaten unb Gurken hinein. Reste von gekochtem, nicht zu weichem Gemüse können auch untergebracht werben. Dann füllt man die übrige Sülze darüber, läßt kalt unb steif werben und stürzt. In das Loch in ber Mitte gibt man Kartoffelsalat ober mit Pfeffer, Salz unb Essig abgeschmeckten Kopfsalat. Zwiebeln als Gemüse. Auf jede Person nimmt man zwei große Zwiebeln und ein Ei. Die Zwiebeln werden fein geringelt und in Fett hellgelb gedämpft. Dann bestreut man sie mit deutschem Paprika und säubert mit Zitrone oder Essig. Sie dienen als Unterlage für die pflaumen meid) gekochten Eier. Das Bratfett ber Zwiebel erhält eine dünne Mehlschwitze und wird abgeschmeckt mit To- matenkatchup, bas wir uns im vorigen Jahr bereiteten. Ein kleiner Schuß Wein erhöht ben Geschmack. Wer hat, kann Hagebuttenwein nehmen. Hochwillkommen als Geschenk des FrühlinHs- walbes sind frische Morcheln. Auch eine einzelne ist schon Würze für Rührei ober Brühsuppen unb Tunken, liebel ist der Sand, der in den Schläuchen sitzt. Er muß restlos entfernt werden, sonst sind die würzigen Frühlingspilze ein sehr zweifelhafter Genuß. Im Geschmack find beide Morchelarten, die graue Spitzmorchel, wie ihre Vase, die breitere, goldbraune Lorchel, erstklassig. Sie müssen erst wässern, immer wieder in neuem, kalten Wasser, bis der Sand fort ist. Große Morcheln müssen klein geschnitten werden. Wer sie nur als Würze nimmt, braucht sie nicht abzubrühen, wer aber große Mengen als Gemüse zu verzehren gedenkt, muß sie erst brühen. ’ Dadurch geht aber ein Teil des Duftes verloren. Wir reichen sie mit einer Sahnentunke ober gebraten mit Zwiebeln und grüner Petersilie. Auch als Zutat zu jungem Gemüse ober in .Spargeltunke allein find sie beliebt. Beim Spargel achte man barauf, daß er nicht zu schneeweiß aussieht, denn ost ist er gebleicht auf Kosten der Güte und hat auch manchmal lange im Wasser gelegen, wodurch er schwerer wird und auslaugt. Die ersten Brechspargel sind zu bevorzugen. Nur die zartesten brechen wie Glas. Wir können schon einige Köpfe als rohen Salat als Zukost zum Brot geben. Mit wenig Essig unb Oel angemacht. Auch kleine Bündelchen auf geröstetem Brot warm gereicht, finden Liebhaber. In Brühsuppen ober Mehlsuppen koche man erst die gewaschenen Schalen, unb nach ihrer Entfernung gebe man die Spargelenden hinein zum Garen. So geht nichts von der köstlichen Würze verloren. Junge Kohlrabi dünsten wir in dünnen Scheiben in wenig Wasser mit Butter und würzen mit etwas weißem Süßmost. Dies ist auch Abwechslung für salzlose Küche. — Kohlrabi auf an» bere Art: Die in Scheiben geschnittenen jungen Knollen werden mit wenig Salzwasser weich gedämpft. Aus einem Eßlöffel Butter macht man mit zwei Eßlöffeln Mehl eine gelbe Mehlschwitze, die man mit soviel Buttermilch auffüllt, bis die Tunke die gewünschte Dicke hat. Die feingewiegten Blätter ziehn in dieser Tunke mit den garen, aber noch festen Kohlrabischeiben durch. Als Gewürz paßt Muskat, Paprika ober wenig Schnittlauch. — Waldmeisterbowlen: In den Bowlentopf gibt man zuerst wenig Weißwein. Hierhinein hängt man ein sauber gewaschenes Sträußchen Maikräuter Sie dürfen noch nicht blühen, sonst wird das Getränk bitter. Nach etwa zehn Minuten nimmt man bas Sträußchen wieder heraus. Auf eine Vi-Liter- flasche Wein rechnet man 40 bis 70 Gramm Zucker. Dieser muß erst einige Stunden vor Gebrauch mit wenig kaltem Wasser aufgestellt werden, unb- bann wird nur der oberste geklärte Zucker genommen. Man kann Rhein- oder Moselwein, aud) alle beide nehmen. Man hüte sich, die Bowle zu süß abzuschmecken. In das Bowlengefäß gibt man zu dem ausgezogenen Waldmeister etroas" Zucker und auf jede Flasche Wein eine gut abgezogene, entfernte, in Stücke geschnittene Orange. Blutorangen verderben den „Teint" des Getränkes. Darauf kommt der gut gekühlte Wein. Die Bowle darf nicht zu kalt und nicht zu warm sein. Alles ist natürlid) eigener Geschmack. England und LlGA. Von Dr. Paul Rohrbach. Zum ersten Male in der Geschichte der Dereirüg- ten Staaten und Englands schütteln sich ein englischer König und ein amerikanischer Präsident im Weißen Hause in Washington die Hand. Fast alles, was die Presse der Heiden Länder seit Wochen zu diesem Ereignis schreibt, berührt irgendwie die Tatsache, daß die gewaltsame Lostrennung der nord- amerikanischen Kolonien vom eigentlichen Mutter- lande vor anderthalb Jahrhunderten heute auf keine Weise mehr ihre Beziehungen beeinflußt. Umso stärker wird, namentlich von der englischen Seite, hervorgehoben, daß zwei Nationen aus derselben angelsächsischen Wurzel sich in der Person ihrer Oberhäupter begegnen. Das gilt wohl für die Sprache, aber keineswegs für das Blut. Nur ein fchwach-es Drittel vom Blut des amerikanischen Volks stammt aus England; ein gutes Viertel ist deutscher, ein Fünftel irischer, d. h. keltischer, und der Rest ist skandinavischer, romanischer^ slawischer, jüdischer und sonstiger nicht- englischer Herkunft. Es ist auch keineswegs an dem, daß England mit dem Frieden von Versailles vom Jahre 1783, der die 13 Provinzen zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mississippi aus der britischen Untertanenherrschaft entließ, den nunmehrigen Vereinigten Staaten von Amerika lauter Freundschaft erwiesen hätte. 1812 führte es Krieg gegen sie. Englische Truppen verbrannten die Hauptstadt Washington, und wenn auch die Engländer bei New Orleans ein Schlappe erlitten und der Friede von Gens zwei Jahre später die Grenzen unverändert ließ, so war doch eine Hauptabsicht der englischen Kriegführung gelungen: die junge und kräftige amerikanische Seeschiffahrt war so aut wie vom Meere verschwunden, und das hing der Union noch ein halbes Jahrhundert später im Kriege mit den abgefallenen Südstaaten nach. England hätte nichts lieber gesehen, als daß sich die Südstaaten als „Confederated“ gegenüber den „United“ States behauptet hätten und die große Tochternation jenseits des Wassers so in zwei gegeneinander auszuspielende Gebilde zerfallen wäre. Man braucht nur an die Alabama-Frage zu erinnern. Die „Alabama" war das berühmteste der Kaperschiffe, die von den Konföderierten ausgeschickt wurden, um den Handel der Union zu schädigen. Sie wurde unter den Augen der englischen Behörden in Liverpool ausgerüstet und war mehrere Jahre lang der Schrecken aller Handelsschiffe der Union. Erst im Juni 1864 wurde sie von einem Kriegsschiff der Nordstaaten im Aermel-Kanal vor der Einfahrt in de^i Hafen von Cherbourg gestellt und vernichtet, bevor sie einlaufen konnte. Nach der Niederlage der Südstaaten forderte die Regierung in Washington in drohendem Ton von England Entschädigung für die Handelsverluste, die von der „Alabama" und den übrigen mit englischer Hilfe ausgerüsteten, in englischen Häfen schützend aufgenommenen Kaperschiffen verursacht waren. Der Streit zog sich bis 1871 hin. London rmd Washington einigten sich auf ein internationales Schiedsgericht, und dieses sprach den Vereinigten Staaten eine Entschädigung von 15 Millionen Dollars zu. Die südlichen „Rebellen" hätten den Krieg auch nicht vier Jahre (1861 bis 1865) durchhalten können, wenn sie nicht unter der Hand von England aus mit Waffen und Kriegsmaterial versorgt worden wären. Als die Vereinigten Staaten durch den siegreichen Krieg mit Mexiko (1846 bis 1848) m breiter Front den Zugang zum stillen Ozean erlangt hatten, tauchte schon die Frage eines Kanals durch die Landenge von Panama aus. 1850 schloß England, als der damals noch stärkere Teil, mit der Union den nach den beiden Unterhändlern Clayton und Lord Bulwer genannten Vertrag, durch den ihm auf jeden Fall ein Milbe st immungs- reckt für den Fall eines Kanalbaus zugesichert wurde. Dieser Vertrag bestand bis 1901, als Theodore Roosevelt Präsident der Vereinigten Staaten und Wortführer eines kräfttgen, durch den Sieg über Spanien angefeuerten amerikanischen Imperialismus, England aber durch seine lange An- strengung im Burenkrieg ermüdet war. Roosevelt forderte und erhielt von der englischen Regierung den Verzicht auf den Vertrag von 1850, und durch ein neues Abkommen, über das ein Jahr lang verhandelt wurde, den Hay-Pauncefote-Dertrag, wurde den Vereinigten Staaten der alleinige Ausbau und die alleinige militärische Beherrschung des Panamakanals überlassen. 1890 hatte der Präsident Mac Kinley die Wendung Amerikas zu einer verschärften Schutzzoll- P o lit i k vollzogen, die niemanden weniger Freude machte als den Engländern, die bis dahin beinahe konkurrenzlosen Versorger des amerikanischen Marktes mit europäischen Jnduftviewaren sein durften. Mit dem älteren Roosevelt setzte die sogenannte Dollar-Diplomatie ein, die darauf ausging, mit Hilfe des wachsenden amerikanischen Kapitalreichtums die süd- und mittelamerikanischen Staaten in wirtschaftliche und damit auch in politische Abhängigkeit von der Union zu bringen. Das bedeutet ein noch bis heute zu immer größeren Erfolgen gesteigertes Eindringen nord amerikanischen Kapitals in Gebiete, die bisher eine Domäne des enMschen gewesen war. Im Weltkrieg wurde es den Engländern sehr rasch klar, wieviel für sie darauf an kam, die amerikanische Hilfe, zuerst mit Geld und Kriegsmaterial, dann auch mit Truppen, zu gewinnen. Als der englische Propagandist Nevinson nach dem Kriege Amerika verließ, faßte er sein Urteil in die Worte zusammen: „Nothing impressed me more in the United Staates than the docility of the people!“ — Nichts habe auf ihn in den Vereinigten Staaten einen größeren Eindruck gemacht, als die „Gelehrigkeit" des Volkes! Ein Amerikaner, der Senator Johnson von Kalifornien, hat ihm etwas später mit den Worten sekundiert, die Amerikaner seien das „most gullible people“, das leichtgläubigste Volk der Welt, d. h. ein gegebenes Gefäß für englische und sonstige Propaganda. Ist das nicht dasselbe, was wir fetzt erleben? Und sollte es in der Umgebung König Georgs nicht wiederum erfahrene Leute geben, die mit dem amerikanischen „docility“ rechnen möchten? Aus aller Well. Oer Titel „Ganitätsrat-. Gemäß der Verordnung des Führers über die Verleihung von Titeln kann für besondere Verdienste und nach mindestens zehnjähriger Bewährung im Beruf Geraten der Titel „Sanitätsrat" und Tierärzten der Titel „V e te r i n ä r r a t" verliehen werden. Wie der Reichsinnenminister durch Erlaß bestimmt, ist bei der Auswahl der durch die Titelverleihung zu ehrenden Aerzte und Tierärzte ein strenger Maßstab anzulegen. Richtunggebend muß dabei fein, daß einwandfreie Berufsausübung von längerer Dauer allein lein' Anlaß für die Titelverleihung sein kann. Die Titel Sanitätsrat und Veterinärrat sollen vielmehr eine Auszeichnung für besondere 23 er bi enfte fein, die durch allzu häufige Verleihung nicht entwertet werden darf. Bei der Vorbereitung der dem Reichsinnenmimster vorzulegen- ■ den Anträge auf Verleihung der Titel ist eine Mitwirkung der zuständigen Aerztekammer bzw. Tierärztekammer vorgesehen. Weiter muß die politische Würdigkeit durch eine bei dem zuständigen Gauleiter der NSDAP, einzuholende Auskunft festgeftellt werden. Ore Wiesbadener Tagung der Homöopathen. Die 100. Hauptvers am ml u n g desDeut- schen Zentralvereins Homöopathischer Arzte ist in Wiesbaden beendet worden. Aus den zahlreichen interessanten Referaten, die dabei noch erstattet wurden, seien zunächst die Ausführungen von Dr. Fritz Hartwich - Berlin über die Bedeutung der Homöopathie für die ärztliche Entwicklung erwähnt. Danach ist die Homöopathie kein ausgesprochenes arzneitherapeutisches Prinzip, sondern sie erweitert und vertieft die Auffassung vom Krankheitsgeschehen, fördert die Erkennung und Feststellung eines organischen Krankheitsge- schehens schon in den allerersten Anfängen und zeigt damit den Weg zu einer erfolgreichen Beein- slussung. Es sollte deshalb unter Förderung der allgemeinen Ausbildung des praktischen Arztes beson-- ders auf feine Weiterbildung auch zum homöopathischen Arzt hingewirkt werden. — Professor Dr. W. H e u v k e (Frankfurt a. M.) betonte die zunehmende Bedeutung der diätetischen Vorschriften. Die Wirkung von Obst-, Milch- und Obstsafttagen, also „halben Fasten- tagen", bestehe in der Entlastung von Leber, Niere und Herz durch Arbeitseinsparung für die Eiweiß- verdauung, wobei weiterhin die Zufuhr von Harn- säure bildenden Stoffen vermieden werde. Auch die Fettverdauung werde bei diesen „Schontagen" nicht belastet, den wichtigsten Faktor bilde aber der veränderte Mineralbestandteil. Die Herabsetzung der Salzzufuhr auf den 20. bis 30. Teil der normalen Kost führe zu einer Entwässeruna des Organismus, wobei das wafseraustteibende Kalium mit feiner herzwirksamen Funktion gegenüber dem Nattium im ttebergewicht bleibe. Die Apfeldiät bei Durchfällen vermindere die Fäulnisbakterien und reinige gleichzeitig den Darm mechanisch in einer Weise, wie es kein künstlich eingebrachtes Desinfektionsmittel erreichen könne. Bei „Schontagen" unter gleichzeitigem Einsatz von Herzmitteln könnten Wasser und Salze reichlich ausgeschieden werden, was für die Behandlung von Nieren- und Leberschäden, Infektionskrankheiten, Asthma, Blutdruck-Kranken und Ueberempfindlichen von entscheidender Bedeutung sein könne. Dr. Thiene! (Fürstenfeldbruck) wies auf die bedeutenden Erfolge der Homöopathie in der Tierheilkunde hin. So hat sich das Schlangengift Lachesis in solchen Fällen oft de- währt, wo andere Mittel versagten. Hochfteoernde Tiere (Geburtsrauschbrand, Blutvergiftungen, Entzündungen) konnten in 24 Stunden geheilt und damit vor Notschlachtungen bewahrt werden. Von 2000 behandelten Rindern konnten 1500 gerettet werden. Eine bisher als unheilbar geltende seuchen- hafte Euterentzündung an Schafen wurde evenfalls homöopathisch behandelt. Von 153 erkrankten Tieren wurden 139 geheilt, 11 Tiere verloren die Euter, wurden aber sonst gesund, und nur drei Tiere gingen ein. Bei einer fieberhaften Erkrankung nach dem Kalben wurden unter Anwendung von Lachesis von 894 Kühen und Stuten 733 gerettet. — Die nächste Tagung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Aerzte findet 1940 in Köln statt. Oer Braunschweiger Frauenarzt Or. Nolte erneut freigesprochen. Der leidenschaftliche Streit der Meinungen, der schon seit Jahren um den Fall des Braunschweiger Frauenarztes Dr. Nolte schwebt, hat jetzt einen für den Angeklagten ehrenvollen Abschluß gefunden, nachdem ihn das Landgericht Magdeburg wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung in fünfzehn Fällen zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt und ihm die Berufsausübung auf fünf Jahre unter» sagt bat, sprach ihn jetzt die auf Revisionsantrag des Angeklagten vom Reichsgericht mit der erneuten Verhandlung betraute Zweite Potsdamer Strafkammer frei, wie es seinerzeit auch schon das Heimatgericht in Braunschweig getan hat. Nach der Anklage sollte Dr. Nolte in 18 Fällen ohne zwingende ärztliche Notwendigkeit an Frauen Operationen vorgenommen haben, die sie für alle Zukunft zur Erfüllung ihrer Mutterschaftspflichten untauglich machten. Der Angeklagte bestritt die Berechtigung dieses schwerwiegenden Vorwurfs von Anfang an und blieb bis zum Schluß im jetzigen Verfahren dabei, daß er keine unerlaubten Eingriffe, sondern nur solche Operationen vorgenommen habe, die nach den Vorschriften des Gesetzes erlaubt und nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich erschienen, um schwerste Gefahren für bas Leben der behandelten Frauen abzuwenden. Niemals habe er aber gesunde Organe entfernt, sondern immer nur solche, bei denen entzündliche Erkrankungen, Verwachsungen ober sogar völlige Funktionsunfähigkeiten Vorlagen. Nach achttägiger Verhandlung unter Hinzu- Ziehung von sechs hervorragenden Spezialärzten als Sachverständige hielt die Potsdamer Strafkammer diese Angaben des Angeklagten nicht für widerlegt und gelangte daher zu einem Freispruch. Die Entscheidung wurde u. a. darauf gestützt, daß der Angeklagte seine Operationen nie allein ausgeführt hatte, sondern stets in Gegenwart anderer Aerzte und Schwestern, die ihm assistierten. Alle diese Augenzeugen seiner Operationen bekundeten aber übereinstimmend, daß sie nie irgendwelche verdächtigen Beobachtungen gemacht hätten. Dr. Nolte gehört auch nicht zu den Aerzten, die sich bei den Operationen in Schweigen hüllten Er habe vielmehr sehr häufig die Notwendigkeit der Eingriffe an Hand der erkrankten Organe eingehend demonstriert. Selbst als ein anderer Arzt ihm eine Frau überwies zur Vornahme einer Operation, die zwangsläufig zur Unfruchtbarmachung führen mußte, habe der Angeklagte einen so weitgehenden Eingriff abgelehnt. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme komme auch nicht eine falsch verstandene Mildherzigkeit oder gar eine Bereicherungsabsicht in Frage, zumal es sich durchweg um minderbemittelte Frauen und Kassenpatienten ge- Aus den Anfängen der deuffchen LuMffahri. Ein Rückblick auf das Jahr 1909. Was bedeuten 30 Jahre im Leben eines Volkes? Wir veraessen so schnell, wie es vor 30 Jahren bei uns aussah, und wenn uns heute eine Zeitung aus dieser Zeit vor Augen kommt, bann können wir kaum glauben, daß die darin geschilderten Zustände nur ein Menschenalter hinter uns liegen. Damals brausten noch keine Luftgeschwader über uns weg, kein Rundfunk übermittelte uns im Bruchteil von Minuten Nachrichten aus fernen Weltteilen, wir hatten noch nicht 8000 Tote durch Autounfälle zu verzeichnen, der Fernsprecher war noch nicht so verbreitet wie heute, kurz das Leben verlief geruhsamer und weniger aufregend. Die Zeppeline hatten ihre ersten Fahrten hinter sich, als 1908 das Unglück von Echterdingen alle Hoffnungen, die man auf des Grafen Idee fetzte, zunichte zu machen schien. Damals aber erfaßte eine Begeisterung alle Kreise unseres Volkes, wie wir sie.kaum für möglich gehalten hatten. In wenigen Tagen wurden sechs Millionen Mark gesammelt, um bas Werk des nicht zu erschütternden Grafen weiterzuführen. Unsere Stadtverwaltung hatte damals mit an erster Stelle einen namhaften Betrag gezeichnet. Die Luftschiffbau-Zeppelin-G.m.b.H. wurde gegründet in der Hoffnung, baß bas Reich größere Aufträge zum Bau von Luftschiffen erteilen würde. Diese letztere Hoffnung hat sich aber nicht erfüllt, und so mußte hier die Selbsthilfe eintreten. Vor 30 Jahren (am 16. November 1909) wurde ferner in Frankfurt a. M im Hause des Herrn Oberbürgermeisters Adickes, der krank zu Bett lag, die Deutsche-Luftfahrt-Akt. - Ges. (Delag) gegründet. Eine größere Anzahl von Städten schloß sich zusammen, um Aufträge zum Bau von Luftschiffen zu erteilen und von der Luftschiffbau-Zep- pelin-G- m. b. H. den alleinigen Vertrieb und Betrieb solcher Luftschiffe für Personenverkehrszwecke in Deutschland zu übernehmen. Den Luftschiffen aller Systeme sollte die Einrichtung der neuen Gesellschaft zur Verfügung gestellt werben. Man hoffte, ausgedehnte Luftfahrten über das Reich und „dar- überhinaus" ausführen zu können. Der neuzugründende Luftschiffhafen sollte so gewählt werden, daß er von Friedrichshafen leicht in einem Tag zu erreichen sei, und man war schon damals überzeugt, daß Frankfurt diesen Voraussetzungen am besten entsprechen würde, weshalb man dort den Standort und Mittelpunkt für die Luftschiffe zu errichten gedachte. Man war vor 30 Jahren, noch recht bescheiden. Man wollte, wie es in dem Prospekt lautete: Luftfahrten rhein auf- und »abwärts, um den Taunus und Odenwald, in die Täler des Hunsrück, über die zahlreichen Kurorte unternehmen und hoffte dabei, daß diese Fahrten auf.die sportliebende Menschheit und ein internationales Reisepublikum außerordentlichen Reiz ausüben würde. Man sah auch Zielfahrten nach anderen Städten, bei denen man Ankerplätze errichten wollte, vor, z. B. Köln, Düsseldorf, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Stuttgart und Nürnberg, und wollte von diesen Plätzen aus rojeber Rundfahrten unternehmen. Von den «ritten der Technik erwartete man, daß man azu übergehen könnte, auch in anderen Städten Hallen zu erbauen, so daß man z. B. von München aus Fahrten nach den bayerischen Seen und Gebirgen unternehmen könnte. Später wollte man bann die Fahrten über Leipzig nach Berlin und die Ost- und Nordseebäder ausoehnen. Die Stadt Frankfurt stellte im Westen der Stadt ein größeres Gelände zur Verfügung, auf dem eine größere Luftschi ffhalle errichtet wurde. Der Zepvelin-Lustschiff- bau sollte bis Mitte 1910 zwei Luftschiffe liefern, die bei einer Geschwindigkeit von 13 bis 14 Meter in der Sekunde, das sind 80 bis 90 Stundenkilometer, mindestens 20 Fahrgäste aufnehmen sollten. Am 27. Oktober 1912 hatten wir hier in Gie - feen die Freude, das Luftschiff „Viktoria ßuifea auf dem Trieb begrüßen zu können, und viele werden sich noch mit Begeisterung an diesen Tag erinnern. Da kam der Krieg und bas Versailler Diktat und hat alle Hoffnungen vernichtet. Die noch vorhandenen Luftschiffe mußten an die Feindstaaten ausge« liefert und alles, was mit Luftfahrt zu tun hatte, zertrümmert werden. In den Jahren nach dem Kriege haben die Flugzeuge den innerdeutschen Verkehr übernommen, die Zeppelin-Luftschiffe sind über diesen Verkehr hinausgewachsen, sie sind aus einem Kriegswerkzeug zu einem völkerverbindenden Friedenswerkzeug geworden, das ungeahnte Verbindungen zwischen den Völkern und Kontinenten schaffen könnte, wenn —ja wenn die Völker statt sich an Kriegsrüstungen zu überbieten, sich dem friedlichen Weltverkehr widmen wollten. Als im April 1913 ein Zeppelinlustschiff sich verflogen hatte und auf französischem Boden bei Luneville eine Notlandung vornehmen mußte, da geriet der französische Chauvinismus in Weißglut. Das Luftschiff wurde zurückgehalten, weil man ihm Spionageabsichten vorwaks, militärische und technische Kommissionen kamen von Paris, um bas Luftschiff zu untersuchen, Materialproben zu nehmen, alle Einzelheiten zu photographieren. Schließlich mußte es freigegeben werden, da man sich überzeugt hatte, daß es nicht französischen Boden überflogen hatte, um militärische Objekte zu photographieren. In einer Unterredung, die der Schreiber dieser Zeilen damals mit Dr. Eckener hatte, wobei er diesem erklärte, daß es doch außerordentlich peinlich wäre, daß die Franzosen das Luftschiff so eingehend untersuchen konnten, erwiderte Dr, Eckener in der ihm eigenen überlegenen Ruhe: „Die Franzosen können Materialproben nehmen, photographieren und zeichnen soviel sie wollen, sie körn nen wohl auch ein solches Schiff bauen, aber führen werden sie es nicht können, auch anderctt Völkern wird es so ergehen." Diese Auffassung er» schien damals etwas hochtrabend, Dr. Eckener Hai aber doch Recht behalten. Die Zeppelin-Luftschiffe, die auf Grund des Versailler Vertrages an unsere Feinde ausgeliefert werden mußten, haben alle nur eine sehr kurze Lebensdauer gehabt, ja von einigen weiß man gar nicht, auf welche Weife und wo sie verunglückt sind Eine Reihe von Staaten hat Luftschiffe nach dem starren System erbaut, kein Staat ist aber in der Lage gewesen, auch nur eine Verkehrslinie zu eröffnen. Als die Engländer eine Linie London—Indien einrichten wollten, ist der erste Versuch schon ein Fehlschlag gewesen; „R 101" ist auf belgischem Boden bei seiner ersten Fahrt verunglückt. Gewiß, auch wir haben Unfälle zu verzeichnen gehabt, aber nie den Mut aufgegeben, sondern aus diesen Unfällen gelernt. Wenn die Zeppelinluftschiffe für den Kriegsfall auch nicht mehr zur Verwendung kommen, da sie den Flugzeugen und der Abwehr von der Erde aus nicht mehr gewachsen sind, so könnten sie dem friedlichen Weltverkehr und der Wisscnschatt unendliche Dienste leisten. Es gibt kaum ein Land — mit Ausnahme Australiens — das nicht einmal von einem Zeppelinluftschiff überflogen worden wäre, es fei nur an die vielen Flüge nack Nott- und Südamerika, an den Weltfluq nach Asien und Amerika und an die wissenschaftliche Arktisfahtt vom Jahre 1931 erinnert. Vielleicht kommt doch noch einmal die Zeit, in der die Vernunft siegt und die Zeppeline das verwirklichen, was man vor 30 Jahren so bescheiden erhoffte — eine Verbindung zwischen den Völkern der Erde zu schaffen und der Wissenschaft in der Erforschung noch unbekannter Teile des Erdballs zu dienen. L. O. handelt habe. Endlich konnte auch die Erklärung nicht widerlegt werden, die der Angeklagte für feine auf den ersten Blick belastenden Eintragungen in den Krankenbüchern gegeben hat. Gchiffsunglück in Spanien fordert 59 Todesopfer. Burgos, 24. ffiai. (DKB.) Bor Sanlandcr ereignete sich ein furchtbares Schlffsunglück, bei dem insgesamt 59 Seeleute umfamen. — 3n der Nahe der Hafeneinfahrt wurde ein Fischerboot mit 49 Alaun Besatzung von einem heftigen Sturm überrascht und kenterte. Der Vorgang war von der Hafenwache gesehen worden, und sofort lief ein Rettungsboot mit 10 Alaun Besatzung aus. In dem hohen Seegang konnte sich dieses jedoch nicht behaupten und ging ebenfalls unter. Die Besatzungen beider Schiffe sind ertrunken. Autounfall der Königin-Alutter von England. Die Königin-Mutter Mary wurde in London das Opfer eines Autounfalles. Ihr Wagen überschlug sich nach dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen an einer Straßenkreuzung in einem Londoner Vorort. Mit Hilfe von Passanten konnte die Königin-Mutter aus dem Wagen befreit werden und nach einer kurzen Erholung im Hause des nächsten Arztes die Rückfahrt nach London antreten. Die Königin-Mutter hat, einem ärztlichen Corn- muniquö zufolge, erhebliche Quetschungen davongetragen, so daß man ihr einige Tage völlige Ruhe verordnet hat. Der allgemeine Zustand ist jedoch zufriedenstellend. Fünf Todesopfer eines Schiffsunglücks. In hem gefährlichen Fahrwasser um die Färöer Inseln ereignete sich ein Schiffsunglück, bei dem von den 6 Mann der Besatzung eines dänischen Sandbaggers fünf ums Leben kamen. Amerikanisches U-Boot gesunken. Nach einer Tauchübung ist das amerikanische Unterseeboot ,,Squalus" in der Nähe von Portsmouth vor der Küste von New Hampshire g e - fünfen und liegt in über 70 Me er Tiefe hilflos auf dem Meeresgrund. 62 Mann Besatzung befinden sich an Bord. Nachdem das gesunkene U-Boot durch ein rotes Rauchbombensignal angezeigt hatte, daß es sich in Schwierigkeiten befände, eilten mehrere Hilfsschiffe, darunter das U-Boot-5,ebeschiff „Fal- con", zur Unfallstelle. Auch acht Taucher sind unterwegs. Endlich gelang es dem Unterfeeboot „Scul- pin", eine Telephonoerbindung mit dem verunglückten „Squalus" herzustellen. Die Besatzung des gesunkenen Schiffes teilte mit, daß während der Tauchübung ein Ventil nicht geschlossen mar und so Wasser in die Mannschaftsräume und den Maschinenraum eingedrungen fei. Das U-Boo: „Squalus" ist erst im vergangenen September vom Stapel gelaufen. Außer der Besatzung befinden sich vier Werftbeamte und ein Schiffsbauvertreter an Bord. Inzwischen hat auch der Kreuzer „Brooklyn" Befehl erhalten, sich zur Unfallstelle zu begeben. Die „Squalus" ist mit den neuesten Sicheryeitsvorriih- tungen ausgerüstet und soll nach Ansicht der Sachverständigen mindestens 24 Stunden unter Wasser sich aufhalten können. Unter den Offizieren des gesunkenen U-Bootes befindet sich auch der bekannte Leichtathlet Josef Petterson, der bei der Berliner Olympiade Vierter im 400-Meter-Hürdenlaufen wurde. — Bel den beiden letzten amerikanischen U-Boot-Katgstrophen, die sich 1925 und 1927 abspielten, kamen insgesamt 73 Menschen ums Leben. Vier Tote beim Absturz eines englischen Bombers. Die englische Luftwaffe erlitt einen schweren Un- gl ü ck s f a l l. Ein Bomber des Standortes Manion stürzte in der Nähe von Newark ab. Don den vier Insassen wurden drei auf der Stelle getötet, während der vierte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde. Der Apparat ist zerstört. Der Schwerverletzte ist bald darauf ebenfalls verstorben. Wissenschaft um den blauen Dunst. In Bremen starb Dr. Richard Kißling im Alter von 88 Jahren. Er hat als Begründer der modernen Tabakchemie Weltruf erlangt. 1881 gelang es ihm, eine quantitative Bestimmungsmethode für das Nikotin im Tabak, 1882 für das Nikotin im Tabakrauch auszuarbeiten. Später baute er ein 93er« fahren auf, durch das der Nikotingehalt im Tabak herabgesetzt werden kann. Seinen Namen machte vor allem fein Handbuch der Tabakkunde, des Tabakbaues und der Taoakfabrlkatlon bekannt. Kißling gehörte auch zu den Gründern der 1938 ins Leben gerufenen Tabakwissenfchaftlichen Gesellschaft. Ein Rehbock durchschwimmt zweimal den Rhein. In der Höhe von Kaub bot sich am Rheinufer ein seltenes Schauspiel. Ein stattlicher Sechserbock sprang, wahrscheinlich von wildernden Hunden gehetzt, in die hochgehenden Fluten und durchquerte den Rhein bis nach Kaub. Als er bann auf dem Wege in das Städtchen war, wurde er von Straßen- Passanten erschreckt, wendete zurück zum Rheinufer und stürzte sich erneut in die Fluten, um zum zweiten Male den an dieser Stelle sehr breiten Strom zu überqueren und dann drüben in den Waldungen zu verschwinden Heuschreckenplage in Bulgarien. Südbulgarien wird seit mehreren Tagen von stak' ken Heuschreckenschwärmen henngesucht, die bereits große Flächen fruchtbaren Garten- un& Ackerlandes verwüstet haben. Zur Leitung der kämpfunq der Plagegeister, die in großen dunklen Molken das Land überfallen, hat sich Landwirtschaftsminister Bagrlanow selbst in das Koto- strophengebiet begeben. Den Bauern ist Militär zur Hilfe geeilt. Die Bauern erhielten eine so unvermutete wie wirksame Hilfe durch die Störche, die em willkommenes Fressen fanden. Es sind bereits über 3000 dieser klugen Vögel im Kataftrophengebiet, die von weither angelockt wurden. nr.U9 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 24. Mai 1959 Raststätte und Tankstelle bei Reinhardshain. Haupt umriß und ferner davon sprach, wie es 1 die Ansprache heute schon möglich sei, durch den ganzen Gau Hes-1 Straßenmeist UMm SM ÄÄK verweigerte; ©in be anderer Feinschmecker aber ist Moina, der 135 ^schwere Gorilla, der zu den beliebtesten In- lassen des Londoner Zoo gehört. Seine Speisekarte ist sehr sorgfältig ausgearbeitet, denn er ist ein gro- ßer Esser. Um acht Uhx morgens bekommt er eine mächtige Schale kleingemahlenen Hafers mit Milch und einen halben Liter Milch mit Tee, worin Eier eingeschlagen sind. Das Frühstück wird um 14 Uhr feroiert und besteht aus einem Kilogramm Weintrauben, zehn Bananen, einem Viertel Kilogramm Aepfeln, drei Apfelsinen, ein Viertel Kilogramm Tomaten, Salat, Zwiebeln, Mohrrüben und Zuckerrohr. Um 18 Uhr erhält der Gorilla einen Tops Tee und Butterbrot. Dreimal in der Woche be- kommt er Hühnerbrühe, etwas über ein Achtel Kilo- gramm Steak, und zu dieser sorgfältig zusammengestellten Diät werden noch einige Vitaminpräparate hmzugefugt. Gießener Stadttheater. Fritz Koselka: „Seltsamer Fünfuhr-Tee." Dieses Stück, das gegenwärtig auch die Berliner serienweise unterhält, beginnt mit einem kleinen Hokuspokus vor dem Vorhang und beunruhigenden Hinweisen auf die erstaunlichen Spiele des Zufalls. Dann wird es ernst oder vielmehr ganz amüsant, denn der Fünfuhr-Tee, dem wir nun beiwohnen, und dessen Teilnehmer sich in einer bekömmlichen Mischung aus Hochfinanz und Theater zusammensetzen, nimmt in der Tat einen ziemlich ungewöhnlichen und bühnenmäßig ergiebigen Verlauf. Einer der Gäste improvisiert ein Gesellschaftsspiel mit verteilten Rollen. Jeder bekommt eine Rolle zugeteilt, und da der junge Herr offenbar gut Bescheid weiß und außerdem über eine blühende Phantasie verfügt, ergeben sich alsbald die merkwürdigsten Situationen: nicht allein, daß der au dem Programmzettel namenlos eingeführte Gast sich glaubwürdig für jemanden ausgibt, der er gar nicht ist: auch das „Spiel", das hier gespielt wird, hat eine teils amüsante, teils beklemmende Aehn- lichkeit mit dem wirklichen Leben, und das Unterhaltsame dabei ist, daß bald nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer in ernstliche Zweifel über die hier vorhandenen Grenzen von Schein und Sein gestürzt werden. * Der Autor geht von der an sich nicht Üblen Idee aus, die meisten Stücke litten daran, daß sie zuerst geschrieben und dann gespielt werden: er probiert cs einmal umgekehrt, und man darf sagen, daß es ein recht munteres Stegreifspiel geworden ist, bei dem sich niemand über Mangel an Handlung und Ueberraschung beklagen kann. In diesen drei Akten verstecken sich unter der Zauberformel Abrakadabra ein Ehe-Drama, ein Liebesstück und ein Kriminal- sall, und das Ganze ist nicht schlecht, jedenfalls mit Instinkt für Theaterwirkungen gemixt. Z. B. erweist sich die Perlenschnur als Lustspielrequisit noch immer brauchbar, wenn man erlebt, wie hier ein Generaldirektor genötigt wird, den aparten Schmuck, den er seiner Geliebten zugedacht hatte, feiner Ge- wahlin auf den Geburtstagstisch zu legen, ... und wenn zum Schluß abermals die Beschwörungsformel ertönt, scheint der Fünfuhr-Tee, der so ungewöhnlich begann, einigermaßen normal beendet zu fein, obwohl die Lösung nicht ganz so lustspiel- haft ist, wie sie im ersten Augenblick anmutet. Jedenfalls war dies ein unterhaltsamer Ausklang- der Spielzeit; unter der Führung von Herrn Dr. ' Razum wurde angeregt Theater gespielt, und den < Mit dem Dank an den Vortragenden für seinen ausgezeichneten Vortrag, der in anschaulicher Weise m Wort und Bild mit dem Reichtum deutscher Gartenkultur vertraut gemacht hatte, und nach einigen Mitteilungen über das Programm der dritten Vortragsreihe schloß Dr. Heidt den Vortragsabend. Wie bei den früheren Linne-Feiern des Instituts wurden auch diesmal die Hörer mit herrlichen Sträußen aus dem Garten bedacht. Das sehr gut besetzte Haus unterhielt sich aufs oeste. Hans Thyriot. Riesenschlangen können beides sein, Vielfraße und Feinschmecker. Gewöhnlich werden sie mit Ziegen gefüttert, aber eine Schlange war da, die sechs Mo- fAMA MA* in den Zoologischen Garten lichen , dem sog. englischen Stil (Wörlitz, Weimar, Aschaffenburg, München — Englischer Garten — Pucklers Garten in Muskau). Mit der Würdigung der deutschen Gartenkunst unserer Zeit schloß Prof K u ft e r seine Ausführungen. Reicher Beifall wunde dem Redner zuteil. Bom Speisezettel des Londoner Zoos. Es ist keine Kleinigkeit, die Insassen eines Zoologischen Gartens ausreichend und bekömmlich zu ernähren, und es ist auch nicht billig. 180 000 Mark sind erforderlich, um die Tiere des Londoner Zoo ein Jahr lang zu füttern; dabei gibt es auch allerhand Merkwürdigkeiten, über die der Direktor des Aquariums und Pfleger der Reptilien, E. G. B o u- langer, kürzlich in einem Vortrage unterhaltend berichtete. Er unterschied dabei Vielfraß und Feinschmecker. Ein Seelöwe frißt zum Beispiel 18 kg Mche täglich und verursacht damit einen Kostenaufwand von 2400 bis '3600 Mark im Jahr. Eine Zeitlang waren die Seelöwen mit den Pinguinen zusammen, aber dann kam ein Tag, an dem ein Seelowe und ein Pinguin dasselbe Stück Fisch erwischt hatten — keiner wollte feine Beute fahren laffen, und so verschlang der Seelöwe den Pinguin einfach mit. Dadurch hatten die Seelöwen Geschmack an den Pinguinen gefunden, und es wurde nötig die beiden zu trennen. Der Strauß ist bekannt dafür, daß fein Magen alies mögliche aufnimmt. Einen Beweis dafür daß diese Meinung richtig ist, fand man bei einem Strauß der am Tage nach einem Feiertag gestorben w?r. Reben anderen Kleinigkeiten wurden aus seinem Magen zwei Taschentücher, zwei Handschuhe, eine Anzahl Nagel, eine Halskette in Doublegold, Zwei Kragenknöpfe, zwei Pennys, ein halber Penny unb ein belgisches Frankstück gefunden. In diesem Falle scheint er die allzu derbe Kost doch nicht ver- tragen zu haben. Linne-Feier. Professor Küster über deutsche Gärten. Mik dem Vortrag des Herrn Professor Dr. KÜ - ft e r über „Deutsche Gärten" (Linne-Feier des Botanischen Instituts) begann im vollbesetzten Hörs'aal des Botanischen Instituts die dritte Vortragsreihe, die gemeinsam von der Volksbildungsstätte Gießen und dem Nr>D.-Dozentenbund im Laufe des Som- veranstaltet wird. Der Organisationsleiter des R>sD.-Dozentenbundes und Leiter der Volksbildungsstätte Dr. H e i d t begrüßte die Hörer und erteilte dem Redner das ÄZort. Nie Richtfest-Feiern. Zum Richtfest sanden sich neben den Arbeitern und Handwerkern auch zahlreiche Gäste ein. Für die Oberste Bauleitung nahmen Oberreichsbahnrat E^tel und.Regierungsbaurat Bilger, für die NSKK.-Standarte Standartenführer Nagel, ferner Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, der Forst- behörden und der unmittelbar beteiligten Gemeinden teil. Darstellern schien das Improvisatorische dieses Lustspielstiles selber Spaß zu machen. Herr Weiland, „ein Gast", entpuppte sich mit liebenswürdiger Überlegenheit als der Anreger des Unternehmens und hielt phantasievoll die locker geschlungenen Fäden des Abenteuers in Händen. Herr Schlick als Generaldirektor, aus Peinlichkeit in Peinlichkeit gestürzt, blieb am schärfsten an der Grenze jäh entlarvter Realität. Giesela Vollert, die Dame des Houses, hielt sich am leichtesten auf der schmalen Mitte von Spiel und Ernst. Fräulein Garbe war eine kleine, intrigante Theaterschlange, Herr Haars mit pathetischem Zungenschlag der Komödiantendirektor, Frl. Kneip ein verführerisches Mitglied seines Ensembles. — Herr Löffler hotte den gediegen ausgestatteten Schauplatz für alle drei Akte geliefert. * Ferner schilderte er in kurzen Zügen die Anlage des gesamten Bauwerks. Auch hier widmete er der Arbeiterschaft herzliche Worte des Dankes. Nachdem der Nichtfestkranz aufgerichtet war, Maurer und Zimmermann ihre Werksprüche vorgetragen hatten und des Führers mit dreifachem Sieg-Heil gedacht worden war, fand die Feier mit den Liedern der Nation ihren Abschluß. Im Saal Gundrum zu Reiskirchen fand man sich dann zur kameradschaftlichen Feier ein, die bet manchem gemeinsam gelungenen Lied und bei luftigen Vorträgen einen harmonischen Verlauf nahm. Die NSKK.-Standortenkapelle (Brünberg trug vor-, trefflich zur Verschönerung der Feier bei. Besichtigung. Für die Gäste fanden im Anschluß an die Feier an den Bauplätzen Besichtigungen statt. Regierungsbaurat Bilger zeigte die Anlagen in allen Einzelheiten und gab die notwendigen Erläuterungen. Die Raststätte und Tankstelle bei Neinhardshain besteht aus den Anlagen für öie Tankstelle, mit der alle notwendigen Räume (Dienstraum, Nachtraum für den Tankwart) verbunden sind. Die Raststätte besteht aus einem Wirt- schaftsraum zu ebener Erde, dem eine Terrasse vorgelagert ist, so daß bei schönem Wetter ein angenehmer Aufenthalt im Freien möglich ist. Auch nach der Waldseite zu wird Raum für Tische und Stuhle geschaffen. Im Rahmen des Gesamtbauwerkes sind auch die Wohnungen für den Wirt und für den Tankwart vorgesehen. Der Entwurf stammt von Architekt Professor Dr. Lieser (Darmstadt). Die Straßenmeisterei Reiskirchen besteht aus mehreren großen Gebäudeteilen, die untereinander verbunden sind und ein geschlossenes Ganzes bilden. Im Dienstgebäude sind'der Dienst- raum des Straßenmeisters, ferner Büroräume für Angestellte und ein großer Gefolgschaftsraum für 25 Mann untergebracht. Im ersten Obergeschoß werden Wohnungen für den Straßenmeister und für einen kinderreichen Angehörigen der Gefolgschait er» teilt. Im ausgebauten Dachgeschoß werden Unter« fünfte geschaffen für diejenigen Gefolgschaftsmit- glieber, die insbesondere während der Wintermonate stets zur Verfügung stehen müssen. Im rechten Winkel zum Dienstgebäude sind Materialaufbewahrungsräume geschaffen, ferner sind Werk- tätten vorhanden, schließlich bilden die großen Fahrzeughallen den dritten großen Bauteil des Komplexes. Ein Sandbunker, der zum wesentlichen Teil in die Erde verlegt wurde, schließt sich, ohne äußerlich ausfällig zu fein, an die Fahrzeughalle an. Ein weiterer Bauteil, der zur Aufnahme'sperrigen Materials dient, ist im Entstehen begriffen. Die gesamte Anlage der Straßenmeisterei — der Plan stammt von Architekt Hans Peter (Offenbach) — macht schon jetzt, obwohl erst der Rohbau erstellt ist, einen sehr guten Eindruck. Wenn man von Steinbach her in nördlicher Richtung fährt, sieht man schon von weitem das Gehöft in herrlicher Lage vor sich. An bas Gehöft sollen sich demnächst mehrere Einfamilienhäuser anschließen, die für die Gefolgschaftsmitglieder geschaffen werden. Treudienstehrenzeichen bei der Reichsbahn. Für 25jährige Dienstzeit wurde den Reichsbahn- bediensteten der Bahnmeisterei 1 Gießen Betriebs» arbeiter Karl Schneider, Hilfsblockwärter Heinrich Walther,. Brückenschlosser Wilhem Mülle r, Daniel Schwarz und Karl Ruckelshaus das Treudienstehrenzeichen nebst Urkunde durch den Dienstvorsteher der Bahnmeisterei 1 in feierlicher Weise ausgehändigt. sen-Nassau zu fahren, ohne die Reichsautobahn verlassen zu müssen, er sprach aber auch davon, daß es mit dem Bau allein nicht getan sein konnte, vielmehr eine Reihe von weiteren Einrichtungen ge- chaffen werden muß. Die Raststätte und die Tankstelle Reinhardshain habe die Aufgabe, dem Rei- enden die Anregung zu geben, in dieser schönen Landschaft auszuruhen, um gestärkt weiterfahren zu können. Die Tankstelle sei dazu da, den Wagen mit allem Notwendigen zu versorgen. Abschließend dankte Oberreichsbahnrat Eitel allen denen, die am Bau beteiligt waren, für ihre Arbeit und würdigte ihre Leistung. Sodann wurde der Nichtfestkranz aufgerichtet. Nachdem ein Maurer und ein Zimmermann ihre Werksprüche gesagt hatten, fand die Feier mit einem kurzen Schlußwort von Oberreichsbahnrat Eitel ihren Abschluß. In eifriger Arbeit sind in den vergangenen Monaten an der Reichsautobahn bei Reiskirchen unb Neinhardshain stattliche Bauwerke im Rohbau erstanden, die nach ihrer Fertigstellung der Vervollständigung der Reichsautobahn dienen. Bei diesen Bauten handelt es sich um ein Straßenmeisterei- Gehöft und um eine Rast stä11e, mit der eine Tankstelle verbunden ist. Die Straßenmeisterei dient unmittel- Zunächst fand die Feier an der fahnengeschmückten R a st st ä 11 e und Tankstelle bei Reinhardshain statt. Oberreichsbahnrat Eitel hielt eine kurze Ansprache, in der er zunächst Vergleiche zwischen den Verkehrsverhältnissen der Vergangenheit und der Gegenwart zog, kurz die große Bedeutung der Reichsautobahnen für den Verkehr überbar der Pflege der Reichsautobahn, die Raststätte und die Tankstelle dienen den Wünschen derer, die die Reichsautobahn bei ihren Reisen benützen. An beiden Bauwerken konnte gestern Richtfest gefeiert werden. Sowohl das Straßenmeisterei-Gehöft, als auch Raststätte und Tankstelle stellen in der Landschaft an der Reichsautobahn Schmuckstücke dar, denn vom planenden Architekten, wie auch von der Bauleitung ist alles getan worden, um die Bauwerke harmonisch in die Landschaft einzufügen. Aus der Stadt Gießen. Or. jur. Karl Emil Ruckelshausen f. Kurz vor Vollendung seines 50. Lebensjahres ist Dr. jur. Karl Emil Ruckel 5 hausen Vr Ver- susser des mit gutem Erfolg im hiesigen Stadttheat-r urauf geführten oberhesfischen Volks,'chauspiels Der Alte geht um einem Herzschlag erlegen. Mit ihm ist cm bescheidener, selbstloser Mensch dahinqeqan- gen, der über ausgezeichnetes fachliches Wissen und gönnen üerfugte und der mit seiner schriststelle- nfdjen Begabung der oberhessischen Heimat, der er entstammte, tief verbunden war Vater war Lehrer in Ehringshausen (Kreis © i r Jc,ll]er Heimatgemeinde aus besuchte Karl Emil Nuckelshausen die höhere Schule in (Bie® pGn und begann dann an der Universität Gießen seine juristischen Studien, die er an den Universitäten Berlin und München fortsetzte. Als der Krieg ausbrach war er Gerichtsreferendar in Gießen. Als Burschenschafter, er gehörte der „Frankonia" in Gießen und Berlin an, eilte er kriegsfreiwillig zu Den -Waffen. Mit den Hann.-Mündener Pionieren Nr. 9 kämpfte er im Osten und Westen unb war später als Offizier auch auf dem Balkan. Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde er mit dem E. K. 1. unb 2. Klasse, der Hessischen Tapferkeitsmedaille unb Dem Bulgarischen Offiziers-Kreuz ausgezeichnet. Nach dem Kriege promovierte er an der Universität Greifswald zum Dr. jur. und trat in ein größeres Jnbustrieunternehmen in Oberheffen ein. Durch dieses Unternehmen kam er mit den ober- hessischen Bauern in nähere Berührung, wodurch ihm manche Anregung für seine schriftstellerische Arbeit gegeben wurde. Später machte er sich als Wirtschaftsberater selbständig und wurde beeidigter Bücherrevisor der Industrie- unb Hanbelskammer. Als solcher hat er nicht nur vor dem Einzelhandel, sondern auch in den Fortbildungskursen der DAF. über die neuen Buchführungspläne gesprochen Dabei war er allen, die sich um Auskunft an ihn wandten, ein treuer Berater und tatkräftiger Helfer. Durch seine berufliche Tätigkeit wurde er eine im rhein-rnainischen Wirtschaftsgebiet geschätzte und gern gesehene Erscheinung. Aus feiner Liebe zur angestammten Heimat ent- • standen zahlreiche Skizzen und Schilderungen des oberhessischen Menschen und ausgezeichnete, von : scharfer Beobachtungsgabe und köstlichem Humor ' getragene Charakterschilderungen, die in Tageszeitungen und in verschiedenen Zeitschriften ver'äffent- 1 licht wurden. Ferner war er u. a. auch Mitarbeiter . des Rundfunks. Dr. Ruckelshausen gehörte vor der Machtübernahme dem Kampfbund für deutsche \ Kultur an. Er war Mitbegründer der NS.-Kultur- gemeinde in Gießen und mehrere Jahre deren Lei- ter. Als solcher hat er sich durch Vorträge in der 1 Kampfzeit und nach der Machtübernahme in Gießen und in Oberheffen für die Bereinigung der Kunst und Literatur eingesetzt. Die ihn kannten, werden ihn nicht vergessen. Dornoiizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Der Alte geht um". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Spiel im Sommerwind". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ich bin gleich wieder da". HZ., Bann und Zungbann 116. Betr. Tätigkeitsberichte der Sozialwarte. Ich erinnere an die Einreichung der Tätigkeitsberichte an die Sozialreferenten der Stämme und Jungstämme. Betr. erholungsbedürftige Jg. für Waldkaserne. Ich erinnere die Sozialwarte an die Meldungen. Besonderen Wert lege ich auf Meldungen der Stadteinheiten. Betr. Berufsberatung. Sämtliche Einheiten der HI., DJ., BDM. und Jungmädel melden bis zum 15. Juni die. Zahl der Jg. und Jgn., die Ostern aus der Schule entlassen werden. Zeitschriften. — „Westermanns Monatshefte" erfreuen in der Mai-Folge durch farbige Wiedergaben non Werken Leonardo da Vincis. Jedes Bild ist von glichen Schönheit, und die betrachtenden Worte Edz. Schumanns bringen uns dem Wesen ßeonaröo da Vincis näher. — Ein aufschlußreicher Beitrag „Deutsche Meister in. Prag" ist reich illu- TiM*’ Erstveröffentlichung erscheinen unter dem Ittel „Meine Erlebnisse im Ruhrkampf" die Aus- zeichnungen bes 1934 verstorbenen Rechtsanwalts -v" Igam.' den Schlageter seinerzeit zu seinem ^Es^'L^ahlte Erich von Hartz schreibt über „Weltgelchichtliche Antithesen", unb Erich Langen- buch er erzählt von bem roartenben Land, dem Moor das soviel Unglück über die Menschen gebracht hat' und das nun die Männer des Arbeitsdienstes zurück- ”°6ern zum Nutzen de; Volkes. - Sie Abhandlunq 2 £l,e Tochter wünscht eine Ausstattung" dürfte leb» Paste" Widerhall finden. Einen Hinweis verdient Aufsatzreihe „Volk und Nation" von Hans ^Elstem sowie die Novelle von Edith Mikelcitis „Das schönste Lächeln der Diva"« HtiuiuHicii ujui, me|e ycaprung verweigerte' versuchte es bann mit einer Gans, unb es zeigte sich, baß sie barauf ganz wild war, so baß sie nur noch mit Gänsen gefüttert roerben konnte. Es kommt vor, daß zwei Schlangen ihre Beute an entgegengesetzten Enden ergreifen, unb da der Prozeß bes Verschlin- gens mehr ober weniger mechanisch ist, so ver- Ichlmgt die Schlange mit dem größten Maul die andere. Anderseits können Schlangen bekanntlich W lange fasten: der Rekord wurde von einer Sdnange gehalten, die vier Jahre und einen Tag ohne Nahrung auskam. Richtfest für Straßenmeisterei und Raststätte. Großzügige Bauwerke an der Reichsautobahn bei Reiskirchen und Reinhardshain In ähnlicher Weife vollzog sich die Feier im Straßenmeister ei-Gehöft Reiskirchen. Die breite Einfahrtstraße war mit Fahnen geschmückt. Vor dem Dienstgebäude, einem stattlichen Bauwerk, fand die Feier statt, an der nun auch die Kameraden von der Baustelle Reinhardshain teilnahmen. Auch hier hielt Oberreichsbahnrat Eitel i„ öer er die großen Aufgaben einer Hef-1 Straßenmeisterei an der Reichsautobahn umriß. Das Straßenmeisterei-Gehöft bei Reiskirchen. — (Aufn. j2j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Nach einigen kurzen Bemerkungen über die go- toeben und Renaissance-Gärten, die uns nur aus alten bildlichen Darstellungen, aus alten Neise- beichi-eibungen usw. bekannt sind, wendete sich der Vortragende zu den Barock- und Rokoko-Gärten der alten deutschen Fürstenhöfe, von welchem auch heute noch so viele in altem Glanz erhalten sind. Nach Herrenhausen (Hannover), dem Schulbeispiel ur französische Gartenkunst, kamen Kassel unb bie italienischen Gestaltungsprinzipien seiner Gartenunlagen (Wilhelmshöhe, Herkules) zur Sprache. Aus ber großen Bauperiobe Münchens am Beginn des 18. Jahrhunderts interessieren vornehmlich die Garten von Schleißheim und namentlich von Nym- phenburg. Dann sprach der Vortragende von den rheinischen (Bärten (Brühl, Bonn, Mainz), von Wurzburg und Veitshöchheim, von den großen agev (Velvedere, Schönbrunn), von gefüttert, aber eine Sch Schwetzingen unb von Potsdam. Die architektonische I nate lang nach dem sie 4 m rlS'GenieioWsk E W önröi Milk Frühlingsfahrl nach Wiesbaden. Am ersten Pfin-gstfeieriag findet eine Omnibus* fahrt über Ufingen, Salburg und Bad Homburg nach Wiesbaden statt. Fahrpreis 5 Mark! Auskunft und Anmeldung in unserer Fahrkartenoer- kaufsstelle Seltersweg 60. 3802V Mit dem Gaudiplom ausgezeichnet. Der Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken in Gießen,, wurde am oeraangenen Sonntag durch den Gauleiter von Kurhessen, Staatsrat W e i n - r i ch, für ihren Betrieb in A l t e n v e r s das Gaudiplom für hervorragende Leistungen im Leistungskampf der deutschen Betriebe verliehen. Vorsicht bei abgeworfenen Flugzeugantennen! Warnt eure Sinder vor dem Berühren herabgefallener Drähte! DNB. Im heutigen starken Flugbetrieb kommt es zuweilen vor, daß von einem Flugzeug ein Antennen- oder Schleppdraht herabfällt. Diese Drähte sind meist so leicht, daß durch das Herabfallen allein kein Schaden angerichtet werden kann. Fällt dagegen solch ein Draht auf eine Hoch- spannungs- oder Starkstromleitung, so ist äußerste Vorsicht geboten. Durch Berühren des herabhängenden Endes solcher über eine Freileitung gefallener Drähte sind in letzter Zeit in mehreren Fällen Kinder und Halberwachsene schwer verletzt ober gar getötet worden. Es ist daher dringend notwendig, daß insbesondere in Gegenden mit starkem Flugbetrieb Eltern und Erzieher ihre Kinder auf die großen Gefahren aufmerksam machen, die das Berühren derartiger Drähte mit'sich bringt, auch wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe einer Freileitung liegen. Wer Herabfallen eines solchen Drahtes bemerkt oder einen Draht findet, hat die Pflicht, dies sofort der nächsten Polizeistelle oder dem nächstgelegenen Fliegerhorst zu melden und dafür zu sorgen, daß kein Unbefugter den Draht berührt, ferner, daß auch Tiere mit dem Draht nicht in Berührung kommen. Mai-Wanderung des DHC. ^weigverein Gießen. Man berichtet uns: Ein herrlicher, für den Naturfreund besonders geeigneter Frühlingstag hatte am vergangenen Sonntag über 70 Wanderer des Hweigvereins Gießen vom DHC. zur gemeinsamen Wanderfahrt vereinigt. Die Bahn brachte uns zunächst nach Wetzlar. Im Gang durch die Stadt konnten wir deren Schönheiten bewundern, vor allem aber den herrlichen Dom, bei dem sich romanische, früh- und spätgotische Baustile vermischen, und die alte Ruine Karlsmunt. Ueber saftige Fluren und durch int frischen Maien- grün prangende Wälder führte die Wanderung am Stoppelberg vorbei zum Kühlen Grund. In der in einer Talschlucht liegenden kleinen Schenke, wo fleißige Hände ein wahres Märchenparadies für die Kleinen geschaffen haben, war für das leibliche Wohl vorgesorgt. Auch die Gesichter der großen Wanderer zeigten, daß sie noch Freude an dieser Märchenwelt, dem klipp-klapp der Wassermühlen, den emsig schaffenden Wichtelmännern und dem Rotkäppchen mit dem böfen Wolf hatten. Nach der Frühstückspause ging es fast ständig auf schönen Waldwegen nach dem Magdalcnen- häüserhof. Immer wieder wechselten die Ausblicke in die Landschaft. Bald war es wieder das alte Aus den Gießener Gerichtssälen. Sezirksschöffengericht Gießen. Wegen Vergehen gegen die Anordnungen des Reichstreuhänders der Arbeit hatte sich der E. L. 2. aus Heuchelheim zu verantworten. Der Angeklagte war beschuldigt, Gefolgschaftsmitglieder eines anderen Pflasterergeschäfts durch Anbieten von Locklöhnen und sonstigen besseren Arbeitsbedingungen verleitet zu haben, die Arbeit vor ordnungsmäßiger Lösung des Arbeitsverhältnisses (Kündigung) zu verlassen, und ein Gefolgschaftsmitglied, von dem er wußte, daß es anderweit noch verpflichtet war, eingestellt zu haben. Er hatte Arbeiter, die bei dem anderen Pflastererunternehmer in Heuchelheim beschäftigt waren, aufgefordert, bei ihm zu arbeiten, ihnen einen Stundenlohn von 70 Pf. versprochen, das sind 2 Pf. mehr als ihr seitheriger Lohn, und gab ihnen 2 Mark, um einen Schoppen zu trinken. Einen Arbeiter soll er auf gefordert haben? passive Resistenz zu üben, um leichter von feinem seitherigen Arbeitgeber Ivszukvmmen. Kurz vor Weihnachten soll der Angeklagte wiederum an die Arbeiter herangetreten sein, bei ihm zu arbeiten. Er soll ihnen Weihnachtsgeschenke versprochen haben, wenn sie bei ihm arbeiten würden. Der Angeklagte, der den Betrieb seines erkrankten Vaters leitet, bestritt, höheren Lohn angeboten zu haben. Trinkgelder habe er den Leuten auch schon früher gegeben. Nur ein Zeuae behauptet, der Angeklagte habe an Stelle des üblichen Stunden- lohnes von 68 Pf. 70 Pf. versprochen. Bezüglich der versprochenen' Weihnachtsgeschenke konnte nichts festgestellt werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt den Angeklagten für überführt und beantragte Geldstrafen von 80 und 30 Mark, insgesamt 110 Mark. Die in der Verordnung gegen Unternehmer an gedrohten Strafen müßten analog auch für den Vertreter gelten. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß eine Bestrafung nicht eintreten könne, da die Verordnung nur gegen den Unternehmer Strafe androhe. Der Angeklagte sei aber nicht Unternehmer. In einer späteren Verordnung, die nach Begehung der zur Verhandlung stehenden Tat erlassen wurde, fei die Strafandrohung auf alle, die es unternehmen, Arbeiter abzuwerben, ausgedehnt worden. Dem Angeklagten habe das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt, da die Werbung von Arbeitern früher üblich gewesen sei. Der Angeklagte wurde vom Gericht eines Vergehens gegen §2 der Verordnung über die Lohn- gestaltung vom 25. Juni 1938 schuldig gesprochen und unter Freisprechung im übrigen zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Tat nicht gerade als verwerflich anzusehen sei, daß sie Wetzlar, das den Blick auf sich zog, bald waren es schöne Wiesen oder die im Blütenschmuck stehenden Obstbäume, prachtvolle Fluren und nicht zuletzt unser herrlicher deutscher Wald. Auf dem Magdalenen- häuserhof wurde Mittagsrast gehalten. Nach aus- giebiger Atzung wurde dieses schöne Fleckchen verlassen, um erneut auf heimlichen Pfaden und durch herrlichen Buchenwald über Oberndorf dem Endziel Braunfels zuzuwandern. Schon aus der Feme erblickten wir die burggekrönte und landschaftlich herrlich gelegene Stadt, deren Wahrzeichen, die Burg, majestätisch auf seine Umgebung herabblickt. Nach all den Eindrücken des Tages brachte der Gang durch den gepflegten Schloßpark mit seinen uralten, teils seltenen Baumbeständen, einen wür- sich aber für die Allgemeinheit schädlich auswirken könne und deshalb eine empfindliche Geldstrafe am Platze fei. ♦ Der H. Sch. in Eiferfeld war im Jahre 1938 während einiger Tage wegen eines Rentenverfahrens in einer Klinik in Gießen zur Beobachtung. Dort will er von einem Patienten und der Stationsschwester gehört haben, ein Patient sei daran gestorben, daß der Röntgenbrei bei ihm nicht rechtzeitig abgeführt worden sei. Nach längerer Zeit machte der Angeklagte eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft Gießen gegen den Direktor der Klinik. Das Verfahren gegen den Direktor wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft eingestellt und der Angeklagte hiervon benachrichtigt. Trägem schrieb er an den Professor Briefe, in denen von „Gutachtenkonstruktion" und bergt die Rede war. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte nicht aus edlen Motiven, sondern nur aus Rache handelte, weil der Professor ein für den Angeklagten ungünstiges Gutachten abgegeben hatte. Die Personen, die dem Angeklagten die fraglichen Mitteilungen gemacht haben sollten, bestritten dies. Trotzdem hielt der Angeklagte hartnäckig seine Behauptungen aufrecht. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen und Publikationsbefugnis. Das Gericht erkannte den Angeklagten schuldig der vorsätzlichen falschen Anschuldigung nach § 164 Abs. 2 StGB, in Tateinheit mit übler Nachrede nach § 186 StGB, und verurteilte ihn zu einer Gefängnis st rafe von 5 Wochen. Amtsgericht Gießen B. W. in Gladenbach erhielt einen Strafbefehl über zwei Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Körperverletzung und Führerflucht. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. Der Angeklagte fuhr am 28. August 1938 mit einem mit Alteisen beloben en Lastkraftwagen mit Anhänger die Straße von Langsdorf in Richtung Lich, überholte ein scharf rechtsgehendes Mädchen fo nahe, daß dieses erfaßt wurde und Verletzungen erielt. Er fuhr 300 bis 400 Meter weiter, hielt dann erst an und schickte seinen Beifahrer zurück, da ihm die Sache nicht ganz sicher war. Wie durch Sachverständige feftge- stellt wurde, war der Angeklagte in einem gewissen alkoholischen Rauschzustand. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde er der Körperverletzung überführt, und es blieb bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe von 2 Monaten Gefängnis, wenn auch die Führerflucht entfiel. Das Mädchen leidet heute noch an den Folgen der Verletzungen. bi gen Abschluß der Wanderung. In der Brauerei Wahl fand man sich bei Sang und Klang und einem guten Tropfen zur gemütlichen Schlußrast. Ueber^eugt, wieder einmal einen herrlichen Wandertag verlebt zu haben, brachte die Bahn die muntere Schar gegen 20 Uhr nach Gießen zurück. Frischauf zur nächsten Wanderfahrt in die lieblichen Taunusberge. Schinnerhannes fpuff em £oni>.* Hoch einmal Aufführung an den beiden Pfingst- lagen an den Eschbacher Klippen. Noch einmal wird auf der großartigen Naturbühne der Eschbacher Klippen im 11 finger Land an den beiden Pfingsttagen der „Schinnerhannes" lebendig werben. Noch einmal hat sich das halbe Bauerndorf in den Dienst der Eschbacher Bauernspiele gestellt, um bas Spiel vom „rheinische Räu- werschelm", nach dem großen Erfolg des Vorjahres, auf vielfache Wünsche noch einmal zu gestalten. Schon fingen die Eschbacher Kinder bas bekannte Liedchen von „Johannes durch den Wald" wieder in den Gassen des großen Bauerndorfs, wieder sitzen die Spieler zusammen und lernen noch einmal ihre Rollen. Kurzum: an Pfingsten spukt der „Schinnerhannes" wieder in Eschbach im Ujinger Land. Tod durch einen wütenden Bullen. In der hiesigen Chirurgischen Klinik verstarb am gestrigen Dienstag der Bullenhalter und Landwirt Wilhelm F e i l i n g aus Atzbach (Kreis Wetzlar). Der Mann war am Montag damit beschäftigt, den von ihm betreuten Gemeindebullen der Gemeinde Atzbach aus dem Stalle zu führen. Dabei löste sich der Ring in der Nase des Bullen, wodurch geiltng die Herrschaft über das unruhige Tier verlor. Durch irgendeinen Umstand geriet der Bulle in Wut und stürzte sich auf den Mann, den er mit starken Huf. triften und mit wuchtigen Hörnerstößen so schwer verletzte, daß er in lebensgefährlichem Zustand nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte. Hier ist der Bedauernswerte, trotz sofortiger Ope- ratton, im Laufe des gestrigen Dienstagnachmittag an den schweren Verletzungen gestorben. ** Maienblasen. Am heutigen Mittwoch, 24. Mai, bei dem Maienblasen vom Turm der Stadtkirche werden gespielt: 1. „Nun danket alle Gott"; 2. „Gott grüße dich"; 3. „Von des Rheines Strand". ** Wirtschaftsgruppe Druck im Wirt- fchaftsbezirk Hessen. Auf Grund einer Anordnung des Reichswirtschaftsministers war für bas gesamte Druckgewerbe eine eigene Wirtschaftsgruppe Druck zu errichten, zu der auch alle Zeitungs- bruckereien gehören. Als Untergliederung der Wirtschaftsgruppe Druck wurde die Bezirksgruppe Hessen gebildet, zu deren Leiter der Buchdruckereibesitzer und Derleaer W. Breidenstein in Frankfurt am Main berufen wurde. Zum Obermeister der Innung Gießen (umfassend die Provinz Ober- Hessen und die Kreise Wetzlar, Marburg und Kirch- Hain) wurde Earl Scharfe, Wetzlar, zum Stellvertreter des Obermeisters Arthur Leip scher, Wetzlar, berufen. Fortgang der Lahnregulierung. Lpd. Marburg, 23. Mai. Die Arbeiten an dem restlichen Teilabschnitt der Lahnregulierung Cölbe — Marburg, die während des Winters geruht hatten, sind jetzt wieder ausgenommen worden. Gegenwärtig wird rings um die rechts der Lahn gelegene Häusergruppe des Dorfes Wehrda in der Nähe des Weißensteins ein Damm gebaut, wobei man das benötigte Erdreich dem an der Straße Wehrda—Goßfelden gelegenen Hang entnimmt Weiter sind innerhalb der Ortslage Wehrda Betonschutzmauern zur Verhinderung von Uederschwemmungen bei Hochwasser errichtet worden. D6C Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 34 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Auf der Paßstelle reichte Holk mit kurzem Nicken Dinas Paß hinüber. Der Beamte nahm ihn und kam sofort wieder aus dem kleinen Verschlag zurück: „Bitte schön!" Dina hatte ihren kleinen Kotter hin- gesetzt, „Haben Sie zollpflichtioe Gegenstände?" fragte ein anderer, um dann, ehe sie antworten konnte, sein Zeichen darauf zu machen. „Für den großen Koffer kommt die Dame nachher wieder, wenn er herangebracht ist", erklärte Holk, weitergehend. Inzwischen füllten die übrigen Passagiere den kleinen Raum; es waren immerhin acht Personen. „Bitte schön!" sagte der Beamte entgegenkommend, und Holk ging mit Dina seinem Büro zu. „So eine liebenswürdige Zollbehörde habe ich noch nicht erlebt", sagte Dina halb lachend, halb erstaunt. Holk lächelte etwas eigentümlich, erwiderte aber nichts. '.Sind Sie denn gar nicht überrascht?" fragte sie weiter. Da waren sie schon vor seinem Zimmer. Bei ihrem Eintritt erhoben sich zwei Herren, ein älterer Mann mit dichtem weißen Haar und ein jüngerer von untersetzter kräftiger Gestalt. „Herr Juwelier Stiller!" stellte Holk vor. „Kommissar Böninger kennen Sie ja bereits", fügte er hinzu. „Gewiß, ich entsinne mich", sagte Dina etwas unsicher. Die Anwesenheit der beiden Männer über» gaschte sie. Sie kam aber nicht zum Nachdenken, denn Holk nahm ihr mit einem kurzen „Darf ich?" den kleinen Schirm weg, den sie unter dem Arm trug, und reichte ihm dem weißhaarigen Herrn. Dieser ging eilig damit in das helle Licht der Schreibtischlampe, klemmte eine Lupe ins Auge und begann, das Kristall am Griff eingehend zu be- trachten. „Darf ich vielleicht erfahren .. ", sagte Dina, vorläufig mehr verblüfft als aufgebracht über dieses merkwürdige Verhalten. Holk ergriff ihre Hand und zog sie an die Lippen. „Haben Sie Vertrauen zu mir, Dina?" Sie sah beunruhigt die Erregung auf seinem Gesicht. „Doch! Natürlich!" „Dann setzen Sie sich, bitte." Er führte sie zu einem Sessel. „Gedulden Sie sich ein paar Augenblicke. Sie sollen alles erfahren." Dina setzte sich gehorsam. Die beiden Männer blieben stehen, die Blicke auf den Juwelier geheftet, der inzwischen einige kleine Instrumente ergriffen hatte und damit das Kristall bearbeitete. Endlich, nachdem die Spannung im Raum fast körperlich fühlbar geworden mar, nahm er das Glas aus den Augen und drehte sich nach den Männern um; sein Gesicht drückte maßloses Erstaunen aus. ,Kein Zweifel, es ist ein Diamant!" sagte er aufgeregt Einen Augenblick Stille, dann ein tiefer, fast keuchender Atemzug. Böninger war es, der feinem Empfinden gleich hinterher Worte gab. „Großartig!" sagte er begeistert. „Ich habe Blut geschwitzt, daß es doch Bluff wäre. Man konnte Sie ja getäuscht haben", wandte er sich an Holk. „Nun stimmt alles andere natürlich auch. Mensch, Holk, wenn uns das gelingt..." Er padte ihn am Arm und schüttelte ihn vor lauter Aufregung. "Au!" sagte Holk und rieb die mißhandelte Stelle, denn der Kommissar war ein kräftiger Mann. „Ihre Begeisterung in allen Ehren, aber wollen wir nun nicht der gnädigen Frau ..." „Natürlich!" Böninger wandte sich an Dina, die völlig verständnislos von einem zum andern sah. „Liebe gnädige Frau, man hat Sie zum zweiten Male zum Mithelfer eines Verbrechens gemacht, aber diesmal" — und jetzt klang die Leidenschaft des Jägers in feiner Stimme mit — „diesmal hat der Schuft sich verrechnet." Dina warf einen Blick völliger Ratlosigkeit zu Holk hinüber. „Ich verstehe kein Wort!" sagte sie hilflos. Holk wollte etwas sagen, aber Böninger ließ ihn nicht zu Worte kommen. „Haben Sie von dem Diamanten „Blauer Strahl" gehört?" fragte er. „Doch!" nickte Dina. „Erst gestern sprach mein Luzerner Notar davon." „Und was sagte er?" „Daß der Stein sehr wertvoll sei. Und man fürchtete, daß er verloren ist — oder so ähnlich", grub sie in ihrem Gedächtnis nach. „Das war auch zu fürchten — bis jetzt. Nun nicht mehr, beim Sie haben ihn uns gebracht. Hier ist er!" Er hob ihren Schirm auf und streichelte fast zärtlich den Griff. „Dies ist der vielgesuchte .Blaue Strahl'." Dina sah erst ihn, bann Holk an. Böninger ver» ftanb ben Blick unb lachte. „Ich bin nicht verrückt, liebe gnäbige Frau, ober höchstens ein bißchen vor Freude, weil wir ihn haben. Unb baß die Banbe bei bem Versuch, Sie auszunutzen, schon roieber reingefallen ist, bas läßt einen hartgesottenen alten Kommissar wie mich an bie höhere Gerechtigkeit glauben." Nun.begriff Dina erst, was los war; sie würbe totenblaß vor Bestürzung. „Aber warum benn — immer ich?" stammelte sie verstört. Holk ergriff ihre Hanb unb streichelte deruhigenb bie kalten Finger. „Damals war es Zufall, unb heute — bin ich fchulb baran. Das Chamäleon rechnete barnit, baß man Sie wegen unserer Bekanntschaft nicht verbächtigen mürbe, unb so kamen Sie zu ber Ehre, ben .Blauen Strahl' über bie Grenze zu bringen." „Das Chamäleon?" fragte Dina entsetzt. „Aber woher weiß er benn, baß wir uns kennen?" «Weil er uns zusammen gesehen hat", antwortete Holk. „Mr. Griffin ist das Chamäleon", setzte er kurz hinzu. "Mr. Griffin?! Dieser Spießer! — Unmöglich!" „Und wer gab Ihnen den Schirm?" „Wahrhaftig! Mr. Griffin! Der ein Verbrecher? Ich mochte ihn nicht, aber darauf wäre ich nie gekommen." Sie hatte sichtlich Mühe, den biederen John W. Griffin mit dem berüchtigten Chamäleon in Einklang zu bringen. „Der Kerl wäre bestimmt einer der größten Cha- rakterschauspieler geworden, wenn er den Beruf eines Verbrecherhäuptlings nicht vorgezogen hätte", erklärte Böninger. „Er kann so völlig in ber Rolle aufgehen, bie er gerade spielt, baß er sich niemals Blößen gibt. Dabei ist er einer ber gefährlichsten Gauner; es fragt sich nur, welches ßanb ben Vorrang hat, ihn aufzuhängen", setzte er grimmig hinzu. Dina schnappte regelrecht nach Luft. „Mr. Griffin — nein, so etwas!" murmelte sie fassungslos vor sich hin. Böninger nahm einen Stuhl unb rückte nahe an sie heran. „Wollen Sie mir bitte nun genau erzählen, wie Sie zu bem Schirm gekommen finb?" „3n knapp zehn Minuten muß bas Flugzeug starten", warf Holk ein. „Verflucht ja! Dann lassen wir bas bis nachher. Jetzt müssen wir vor allem ben — wie hieß ber Kerl?" "Springer! Es wirb fein richtiger Name sein!" sagte Holk. „Dann heißt er jetzt natürlich anbers", mutmaßte Böninger, „aber gleichviel: wir müssen ihn fassen, schon bamit er bas Chamäleon nicht warnen kann. Ist Ihnen unterwegs jemanb aufgefallen, ber Interesse für Sie zeigte. Dina bachte nach, nun auch vom Jagbeifer unb außerbem von einer regelrechten Wut gepackt, baß man es schon roieber wagte, sie zu einer schmutzigen Sache zu benutzen. „Nein! Nur eine Dame erinnerte mich an ben Schirm. Ich hätte ihn beinahe vergessen", berichtete sie. „Eine Dame in braunem Pelzmantel." „Das war Dr. Scheffler mit Frau. Kommt nicht in Betracht", erklärte Böninger, ber bie Ausstei- genben genau gemustert hatte. „Die Pässe finb in Orbnung, unb jeber Mißgriff warnt ben Richtigen. Dumme Sache! Wenn man nur etwas mehr Zeit hätte!" „Ich habe eine Jbee", sagte Holk plötzlich. „Wenn Frau Wegner jetzt nicht weiterfliegt unb man ihr Zurückbleiben glaubhaft erklärt, wirb biefer Mann wohl auch Zurückbleiben müssen, um ben Stein nicht aus ben Augen zu verlieren!" „Ober er riskiert ben Weiterflug, um nicht auf» zufallen, unb erwartet sie am nächsten Flugzeug in Berlin", gab Böninger zu bebenfen. „Das nächste Flugzeug geht jef^ im Winter erst morgen um biefelbe Zeit; er müßte also vierunb- zwanzig Stunben lang ben Stein außer Sicht lassen. Außerbem — wenn wir auch keine Schauspieler finb —, zu einer kleinen Szene wirb es hoffentlich langen. Ich benfe es mir so ..." Kurz darauf betraten Dina und Holk die Zott- ab fertigung, einen nicht allzu großen Raum. Die Mitte mar durch breite, blechbeschlagene Barrieren die gleichzeittg zum Abstellen der Koffer dienten! nach allen Seiten abgegrenzt. Hatten die schweize- nfchen Passagiere — von rechts kommend — die Kontrolle passierst, fo gingen sie durch eine Halle auf die linke Seite des Raumes zurück, um sich auf Öen Flugsteig zu begeben. Die Fluggäste von Deutschland nach der Schweiz nahmen ben umgekehrten Weg. In der Mitte standen bie kontrollierenden Beamten. Als Holk mit Dina erschien, harrte auf der schweizerischen Seite ein einsamer Koffer, Dinas Koffer, und der Beamte ging eilig darauf Zu, denn es waren kaum noch fünf Minuten bis 3um Start. Wie Holk richttg gerechnet hatte, waren 'die Flugaäste bereits auf der gegenüberliegenden Seite versammelt und warteten auf das Oeffnen ber Sperre. Daß dies erst auf ein Zeichen von ihm geschehen würde, hatte er vorher angeordnet. "Es eilt nicht", sagte er zu dem Beamten, und zwar so laut, daß die Leute gegenüber ihn ebenfalls mühelos verstehen konnten, „die Dame fliegt erst morgen weiter." „Die Dame fliegt nicht morgen weiter, sondern fährt heute abend Schlafwagen", sagte Dina etwas Ieifer, aber ebenfalls gut verständlich. „Sie haben mir versprochen, meinen Flugschein zu verlängern." „Wenn Sie darauf bestehen, natürlich! Aber sehen Sie ..." Nun verlor sich seine Sttmme im Gemurmel, denn er neigte sich sehr nahe zu ihr. Sie lächelte etwas, schüttelte dann aber ablehnend ben Kopf. ..Nein, nein, ich fahre heute abend", konnte man drüben deutlich hören. „Das wird sich finden", erklärte er lachend. Der Koffer war inzwischen nachgesehen, und bie beiben verließen ben Raum, ohne dem übrigen Publikum, bas sich um bie ©uttftabter Fluggäste vermehrt hatte, auch nur einen Blick zu schenken. Holks Rechnung stimmte: fünf Minuten nach 21b» flug erschien ein aufgeregter Herr am Schalter unb beklagte sich bitter, baß er ben Anschluß verpaßt habe, ba er sich wegen eines plötzlichen Unwohl- fems auf einen Augenblick habe zurückziehen muffen; er bäte um Umbuchung auf das nächste Flugzeug. Der von Holk instruierte Beamte erklärte dar- auf, daß er bei Versäumnis aus eigenem Verschulden nicht umbuchen könne, und nun beging Springer einer großen Fehler: er gab sich sofort zufrieden und verlangte einen Schein für ben nächsten Tag. Em harmloser Passagier hätte bei einem Betrag Don siebzig Mark doch versucht, etwas herauszubekommen, und wäre oor- allem, zumal ihm schlecht geworden war, lieber mit der Bahn gefahren, statt einen ganzen Tag zu warten. Auch Springer rechnete damit, die Bahn nehmen zu müffen, glaubte aber besonders flug zu sein, wenn er sich gleichzeitig ben Flug sicherte, benn ab Buttstädt waren bie Maschinen immer stark besetzt. Er wußte von Griffin von Holks Interesse für Dina — auf bem biefes ganze Unternehmen mehr ober weniger basierte — unb hielt es darum für wahrscheinlicher, daß Holk sie überreden würde, bis zum nächsten Tage zu bleiben. Diese Vorsicht wurde sein Verderb. Als er die Brieftasche zog, um ben neuen Schein zu bezahlen, legte sich eine Hand auf feine Schulter. „Sparen Sie Ihr Gelb, Springer", sagte Böninger freundlich, „wir werden Sie auf Staatskosten viel billiger befördern." (Schluß folgt.) Aus der engeren Heimat. Nachtsuchfahrt des NEKK.-Sturmes S/M. 147. t Lich, 23. Mai. Der Sturm 5/M 14 7 Lich-Hungen des NSKK. veranstaltete am Samstagabend eine Nachtfuchfahrt, an der sich fast alle Motorräder und Wagen des Sturmes beteiligten. Nachdem die Teilnehmer am Sturmlokal in Lich aus den Händen des Führers des Sturmes, Obertruppführer Rinker (Nonnenroth), in einem verschlossenen Umschlag die Bedingungen der Fahrt entgegengenommen hatten, wurden sie in Abständen auf die Fahrt geschickt. An der Licher Turnhalle nfcrr Brieföffnung. Eifrig wurden die Bedingungen studiert, und dann gings mit Karte, Gradmesser und Kompech weiter, um die angegebenen Kontrollpunkte bei Langsdorf, Nieder-Bessingen, Mühlsachsen, Lauter usw. anzufahren. In kameradschaftlicher Weise beteiligten sich bei der Besetzung von Kontrollpunkten auch einige Kameraden des Grünberger Sturmes. Ziel der Fahrt war Nonnenroth, das innerhalb von zwei Stunden angefahren werden mutzte und auch von allen angefahren wurde. Die Bedingungen dieser Fahrt waren zwar nicht allzu schwierig, galt es doch vor allem, die Angehörigen des Sturmes mit einer solchen Nachtsuchfahrt einmal vertraut zu machen. Kameradschaftliches Beisammensein beendete die sportliche, in allen Teilen wohlgelungene Fahrt. Rege Arbeit im Lustschutz in Lollar. Q Lollar, 22. Mai. Der hiesige Reichsluftschutzbund entfaltete aus Anlaß der Reichsluftschutzwoche eine rege Tätigkeit. In der ,Linde" fand ein Mitgliederappell der Untergruppe statt, zu dem sich auch die NS.-Frauenschaft und die Selbstschutzkräfte eingefunden hatten. Untergruppensührer Fenchel eröffnete den Appell mit einer Ansprache, in der er auf die Notwendigkeit des Luftschutzes hinwies und ein Bild des Standes der Luftschutzarbeit in unserer Gemeinde gab. Gemeindegruppenführer, LS.-Führer Eberle, gab hierauf einen Rückblick auf die Entwicklung des Luftschutzes und des Reichsluftschutzbundes in den sechs Jahren feines Bestehens. Er dankte allen Amtsträgern, die sich in selbstloser Weise für die Lustschutzarbeit eingesetzt haben, besonders dem Untergruppenführer Fenchel und den Blockwarten, die fast alle schon seit Gründung der Untergruppe in dieser tätig sind. An zwei derselben, die Blockwarte Moos und Philippi, überreichte er als Anerkennung ihrer Tätigkeit das Werk „Fünf Jahre Neichsluftschutzbund". Hierauf verpflichtete er die neuernannten Blockhelferinnen und evtznahnte sie, ihre Pflichten treu zu erfüllen. Der örtliche Luftschutzleiter, Bürgermeister Böhm, dankte der Einwohnerschaft für das Verständnis, das sie der Lustschutzarbeit entgegenbringt. Die Sachbearbeiterin der Gemeindegruppe, Frau Eberle, sprach über das Thema „Die Frau im Luftschutz". Sie zeigte besonders, wie gerade die deutsche Frau im Luftschutz hohe Aufgaben zu erfüllen hat. Zwischen die einzelnen Vorträge waren ferner Gedichte und Worte von führenden Männern in Partei und Staat eingeflochten. Selbst schütz kr äste und Schüler zeigten die Handhabung der Volksgasmaske und der Luftschutzgeräte. In seinem Schlußwort gedachte der Untergruppenführer des Führers, worauf mit dem Gesang der Nationalhymnen der anregende Abend geschlossen wurde. Leistungsschießen der Knegerkameradschast Leihgestern. '<£ Leihgestern, 23. Mai. Das von der hiesigen Kriegerkameradschaft durchgeführte Leistungsschießen mit Bewertung fand am letzten Sonntag seinen Abschluß. Die Beteiligung aus dem Kameradenkreise und auch seitens der Jugend war recht rege. Der älteste am Schießen sich beteiligende Kamerad steht im 74. Lebensjahre. Die Ergebnisse sind, obwohl das Wetter nicht so günstig war, recht gut zu nennen. Erster Sieger wurde Kamerad Wilhelm Jakobi mit 36 Ringen, zweier Otto Arnold 111. mit ebenfalls 36 Ringen. 3. bis 8. wurden Helmut Kothe, Wilhelm Schmitt, Walter Weydelin, Eugen Velten, Otto Schäfer I. und Georg Dern XI. mit je 35 Ringen, 9. bis 15 Albert Schmandt, Reinhold Textor, Ludwig Krombach, Daniel Spehrer, Alfred Hanf, Richard Dem II. und Otto Schäfer II. mit je 34 Ringen, 16. bis 20. Walter Schröder, Richard Laux, Walter Gg. Jung, Wilhelm Diehl und Karl Schröder mit je 33 Ringen. Eine weitere Anzahl Schützen erreichte ebenfalls 33 Ringe. Bei dem Schießen, bei dem auch Kreisschießwart Hanf anwesend war, erschoß der Kamerad Walter Weydelin die bronzene Kyffhäuser-Chrennadel mit 137 Ringen. Landkreis Gießen. <£ Leihgestern, 24. Mai. Seinen 77. G e - burtstag kann am morgigen Donnerstag, 25. Mai, der Zimmermeister i. R. Johannes Weller, Rathausstraße 30 dahier wohnhaft, in guter Gesundheit begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch. )—( Ruppertsburg, 21. Mai. Bei Gastwirt O. Wagner am Bahnhof fand die Frühjahrshauptversammlung des Ob st- und Gartenbauvereins statt. Zu Beginn gedachte der Vorsitzende der im letzten Jahre verstorbenen vier Mitglieder I. Geiß, W. Meuer, O. Müller und Hch. Becker. Dem Rechenschaftsbericht entnehmen wir, daß der Verein, der 76 Mitglieder zählt, auch im vergangenen Geschäftsjahr alles tat, um die Aufgaben, die dem Obstbau im Rahmen der Erzeugunasschlacht gestellt sind, in seinem Bereich zu lösen. Auch die Rechnungsablage zeigte die mannigfaltige Tätigkeit des Vereins. Der folgende Vortrag behandelte das Thema: „Praktische Schädlingsbekämpfung". Eine Aussprache schloß sich an, in der das Mitglied Bernhard H ö g y Winke gab zur Bekämpfung der Wühlmaus, die in unseren Gärten und Obstanlagen großen Schaden anrichtet. Kreis Friedberg. # Münzen berg, 22. Mai. Der hiesige Bauer Heinrich Walter, der in der vergangenen Woche beim Holzabladen in Butzbach durch sein eigenes scheuendes Pferd verunglückte und in bedenklichem Zustand in das Johanniter-Krankenhaus zu Nieder-Weisel eingeliefert werden mußte, e r - lag am vergangenen Freitag den Folgen der Verletzungen. Unter großer Anteilnahme der Einwoh- nerfchast und der Vereine unseres Ortes wurde er am Sonntag zu Grabe getragen. Für den Gesangverein „Eintracht" würdigte Dereinsführer Metzger die Perdienste des Verstorbenen, der 25 Jahre aktiver Sänger und Ehrenmitglied des Vereins war. Turnverein und Freiwillige Feuerwehr ehrten ihr verstorbenes Ehrenmitglied durch Kranzniederlegungen. <£ Münzenberg, 23. Mai. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand eine Versammlung der U n t e r- gruppe Münzenberg des Reichsluft- fchutzbundes statt. Untergruppenführer Schlecht leitete die Versammlung. Der Redner des Abends, Dern (Butzbach), hielt, dann einen Vortrag über aktuelle Fragen des Luftschutzes, über die. Frau im Luftschutz, Über erste Hilfe usw. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. Anschließend forderte Bürgermeister Metzger auf, der Sache des RLB. die Treue zu halten. Am Sonntag fand dann in der Wirtschaft von Georg Metzger eine Tagung aller Am tsträger des Rei ch s l u f t fchu tz b u n d e s der Untergruppe Münzenberg statt. Stellv. Untergruppenführer Schlecht eröffnete die Tagung. Orts - Kreisgruppenführer Aschendorff (Bad- Nauheim) würdigte die Verdienste des seitherigen Untergruppenführers Leist (der nach Kaichen versetzt wurde) um den Aufbau des Luftschutzes in Münzenberg und Umgebung. Lehrer Leist gab sodann einen kurzen Rückblick auf die Luftschutzarbeit in der Untergruppe Münzenberg. Dankbar gedachte er der Hilfsbereitschaft aller Amtsträger. Orts-Kreisgruppensührer A f ch e n d o r f f ernannte den seitherigen stellvertretenden Untergruppenführer Schlecht zum Untergruppenführer. Er forderte ihn. auf, ipi Geiste seines Vorgängers zu wirken. Untergruppenführer Schlecht gedachte abschließend in herzlichen Worten der guten Zusammenarbeit mit dem Kameraden Leist. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 23. Mai. Der hiesige Sattler- meister Friedrich Firnhaber konnte im Kreise seiner Familie seinen 7 0. Geburtstag begehen. Der Gesangverein „Silcherchor" brachte seinem langjährigen Mitglied einen Fackelzug und ein Ständchen dar. Kreis Wetzlar. # Wißmar, 23. Mai. Die Gruppe Wißmar des VDA. hatte zu einer Kundgebung in die Gastwirtschaft Leib eingeladen. Bundesredner Franz Schleicher sprach über die Aufgaben des DDA. Eine stattliche Anzahl neuer Mitglieder konnte aufgenommen werden. — Die hiesige Kriegerkameradschaft kann in diesem Jahre auf ihr 60jähriges Bestehen zurückblicken. Die Feier soll am 13. August begangen werden. Im Rahmen eines Generalavpells am vergangenen Samstag gedachte Kameradschaftsführer Wagner der verstorbenen Kameraden Feldmann und K l i n k e l. Die angeschlossene Schützengruppe hatte gute Erfolge zu verzeichnen. Kamerad Antvnivli errang die goldene Ehrennadel. Im Mannschaftskampf der Klasse B konnte die Schützengruppe Wißmar Kreis- meister werden. — Am heuttgen Dienstag konnten Georg Eckhardt und Frau Lina, geb. Frey, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Herzlichen Glückwunsch. WeNungssmgen im Sängertreis 3 Gießen. Die Gesangvereine des Sängerkreises 3, Gießen, die sich zum Wertungssingen angemeldet hatten, trafen sich am Sonntag in Rödgen, um ihre Leistungen durch den Wertungsrichter prüfen zu lassen. Fast die ganze Gemeinde feierte das Sängertreffen mit und hatte Straßen und Häuser zum Empfang der Sänger festlich geschmückt. Im Saalbau Wagner eröffnete Sängerkreisfuhrer Müller (Gießen) das Sängertreffen. Er hieß den Vertreter der Partei, Zellenleiter Klos, den Gesangsrichter, Studienrat Hubert Samper (Darmstadt), ferner die vielen Sänger und Sangesfreunde herzlich willkommen und wünschte der Veranstaltung besten Verlauf. Sodann traten 20 Gesangvereine, 18 Männerchöre und 2 Gemischte Chöre, zum Wertungssingen an. Es nahmen am Wertungssingen teil: „Sänger- Vereinigung" Alten-Buseck (Chorleiter L. Schreiner); „Sängerkranz" Bersrod (K. Volk); „Einheit" Allen- dorf a. d. Lahn (K. Degen); „Liederkranz" Gießen (21. Kasten); „Adam Isheimsche Stiftung" Gru- ningen (O. Bender); Gesangverein Hausen (O. Bender); Lokomotivführer-Gesangverein Gießen (K. Nicolai); der Gemischte Chor des Gesangvereins „Har- monie" Klein-Linden (W. Sport)); „Germama- Liederkranz" Kirch-Göns (R. Nern); „Eintracht Grüningen (R. Häuser); der Gemischte Chor des Gesangvereins Launsbach (E. Drescher); Gesangverein Mainzlar (L. Schreiner); „Harmonie Rodgen (R. Nicolai); „Sängerlust" Oppenrod (E. Nicolai); „Harmonie" Reiskirchen (Chr. Möbus); Mannergesangverein Salzboden (E. Schön); „Liederkranz" Climbach (H. Schomder); „Eintracht" Wieseck (F. Leib); „Konkordia" Rödgen (K. Nicolai) und „Germania" Lindenstruch (Chr. Möbus). Die Leistungen waren im allgemeinen gut. Besonders erfreulich ist die Tatsache, daß die kleineren Landvereine mit recht guten Leistungen auf- marteten. Die Liedauswahl ließ erkennen, daß die Chorleiter allenthalben bemüht sind, nur bestes deutsches Liedgut zu verwenden. Daß im Silcher- Jahr der Volksliederkomponist Silcher bei der Liederauswahl mehr zu Wort kam als sonst, liegt auf der Hand. Nach dem nahezu fünfstündigen Singen der Vereine wurde eine Mittagspause eingelegt, bei der die Einwohnerschaft von Rödgen ihre schon lange bekannte Gastfreundschaft erneut unter Beweis stellte. Der Nachmittag begann mit einer Kundgebung, bei der der Sängerkreisführer Müller und Bürgermeister Klos Ansprachen hielten. Die Sänger trugen Massenchöre vor. In der anschließenden Besprechung der Liedvorträge vom Vormittag bewertete Gesangsrichter Samper (Darmstadt) die einzelnen Chöre nach Aussprache, Tonreinheit, Dynamik, Rhythmik und Klangfarbe. Chorleiter und Sänger wohnten der interessanten Bewertung bei. Eine schriftliche Kritik wird jedem Verein später noch zugesandt. Den Bemühungen des Sängerkreisführers war es zu verdanken, daß auf Wunsch der Vereine jeder Chor auf einer Grammophonplatte festgehalten werden konnte, so daß jeder Verein sich noch nachträglich von der Richtigkeit der Bewertung seiner Leistung überzeugen kann. Mit dem Gelöbnis der Treue zu Führer und Volk ließ Sängertreisführer Müller nach herzlichen Dankesworten an alle Mitarbeiter das anregend und ftuchtbringend verlaufene Wertungssingen auskkingen. S.Jlxfport Sieg in Warschau! Davispokal Deutschland—Polen 3 :2. Der Davispokalkampf zwischen Deutschland und Polen in Warschau konnte am Dienstag zu Ende geführt werden. Deutschland gewann mit 3 : 2 Punkten und erreichte damit die dritte Runde. Am Dienstag beendeten Heinrich Henkel und Graf Adam Baworowski ihren am Vorabend abgebrochenen Kampf. Henkel mußte seinen Gegner zunächst auf 3:1 ziehen lassen, aber dann spielte „Henner" ein begeisterndes Tennis, buchte fünf Spiele hintereinander und holte damit Satz, Sieg und den entscheidenden dritten Punkt für Deutschland. Tv. 1846 siegt im Emser Faustball-Turnier. Der von der Turn- und Spielvereinigung Bad Ems ausgeschriebene Wettbewerb um den Wanderpreis der Stadt Bad Ems hatte mit 13 Mannschaften eine sehr gute Besetzung gefunden. Darunter befanden sich auch Mannschaften aus den Nachbargauen Mittelrhein und Südwest. In der Klasse der Aktiven war in dem Gießener Turnverein ein Anwärter auf den Sieg gegeben. Die Mannschaft enttäuschte in dieser Erwartung auch keineswegs und entschied die Spiele der Vorrunde gegen Scheidt / Limburg und den Turnverein Koblenz mit haushohem Punktunterschied für sich. In der anderen Gruppe hatte sich als sehr schlag- sichere und bewegliche Mannschaft der Turnverein Koblenz-Güls durchgesetzt. Das Schlußspiel sah bann die beiden einwandfrei be'ften Mannschaften, Kodlenz-Güls und Gießen, im Wettkampf. Die erste Hälfte ergab eine klare Führung unserer heimischen Vertreter, die ihre Uederlegenheit im Angriffsschlag zu vielen Pluspunkten ausmünzte und bei der Pause mit 12 :22 stark in Front lag. Wer jedoch geglaubt hatte, daß die Mannschaft ungefährdet einem hohen Sieg zusteuere, sah sich in der zweiten Halbzeit gründlich getäuscht. Die Mittelrheiner rafften sich zu einem heftigen Widerstand auf, brachten eine Reihe überraschender Schmetterschläge an, und im Nu hatten sie den Rückstand bis auf einen Punkt aufgeholt. Die nun von den zahlreichen Zuschauern brennend erwartete Ueberraschung, daß die Koblenzer den Turnverein 1846 noch im Ziel abfangen würden, blieb jedoch aus. Mit 32 :35 wurde Gießen knapp, aber verdient, Sieger und damit der erste Gewinner des Wanderpreises. Die Aufftellung mit Dr. König, Riexinger, Dr. Pfeffer, Trapp, Michels bewährte sich. In der Altersklasse sicherte sich die Mannschaft des Turn- und Spielvereins Frankfurt in einem ebenfalls sehr ausgeglichenen Spiel gegen den Polizei- fportoerein Hanau den Sieg. Fußball der heimischen Mannschaften. Spogg. 26 Leihgestern I — $Spo. Nieder-Florsiadl Liga 4:0 (2:0). Am vorigen Sonntag gastierte mit dem Fußball- Sportverein Nieder-Florstadt ein weiterer Friedberger Bezirksligist in Leihgestern. Was niemand erwartet hatte, ist eingetroffen: Die Spielvereinigung schlug ihren Gast mit 4:0! Glänzend war die Hintermannschaft, die Läufer waren wie immer gut, und der Sturm ließ keine Wünsche offen. Nach verteiltem Feldspiel kamen die Blauweißen vor das Gästetor und Schäfer konnte eine Flanke von Martini mit dem Absatz ins Tor abfälschen. Nachdem Funk auf 2:0 erhöht hatte, wurden die Seiten gewechselt. Auch nach der Pause sah man verteiltes Feldspiel, jedoch konnten die Gäste gegen die überaus sichere Hintermannschaft der Platzherren nicht aufkommen. Schäfer schaffte eine Viertelstunde nach der Pause das 3:0 und wenig später ergab sich durch ein Eigentor das 4:0, nachdem Schäfer hart vom Ball gedrängt wurde und der Verteidiger den Ball am Tormann vorbei ins leere Tor schob. Die Spielvereinigung, die das Spiel verdient gewann spielten mit folgender Elf: Krick; Brückel, Velten; Faber, Brunotte, Textor; Martini, Väth, Schäfer, Funk, Laux. Garbenkelch I. — Lich I. 1:2. In der angekündigten Aufstellung, also mit Gilbert, Albach, Lotz, Häpsl, Merle, Rau, Stark, Fey, Beier, Kaiser und Werner, bestritten die Rasenspieler das Gesellschaftsspiel in Garbenteich. Obwohl sie mit der wohl zur Zeit stärksten Elf anrückten, konnte man mit den gezeigten ßetftungen keineswegs zufrieden fein. Was z. B. der Sturm in der ersten Spielhälfte an Torgelegenheiten verpaßte, ist schwer zu beschreiben. Erst in der zweiten Hälfte, als die Licher ausgerechnet gegen den Wind spielten, gelangen ihnen durch Fey und Kaiser zwei Tore. Kurz vor Schluß errangen die Gastgeber das Ehrentor. Vor diesem Kampf trafen die Jugendmannschaften beider Vereine auseinander. Auch in diesem Spiel konnten die Licher ihren iri den letzten Kämpfen errungenen Erfolgen einen weiteren (1:3=) Sieg an» reihen. Leider endete das Spiel mit einem Abbruch. Rodheim I. — Heuchelheim I. 4:1 (1:0). Die beiden alten Lokalrivalen lieferten sich einen harten Kampf. Bis zur Pause legte Rodheim, von Wind und Sonne begünstigt, ein Tor vor. Die Gäste, die sich auch nach der Pause auf ein unzweckmäßiges Defensivspiel versteiften, konnten es nicht verhindern, daß Rodheim noch' zweimal kurz hintereinander erfolgreich war. Die Blauen warfen nun alles nach vorn. Endlich glückte ihnen der längst verdiente Ehrentreffer. Obwohl die Gäste in der zweiten Halbzeit meist tonangebend waren, vermochten sie nicht, ihre Ueberlegenheit im Torverhältnis zum Ausdruck zu bringen. Im Gegenteil; die Einheimischen schraubten durch einen plötzlichen Durchbruch das Torverhältnis auf 4:1. Dorf-Glll 1. 3gb. — Gr.-Bufeck 1.3gb. 4:14 (2:9). Schon vom Anstoß ab waren die Gäste in der Spieltechnik besser, denn es stand bereits, nach zehn Minuten 5:0 für Großen-Buseck. Kurz vor Schluß der 1. Halbzeit war Großen-Buseck noch fünfmal erfolgreich. Mit 2:9 ging es in die Pause. Nach der Halbzeit war das Spiel nicht ganz so ausgeglichen. Dors-Gill war noch zweimal erfolgreich. Großen- Buseck konnte aber noch einmal fünf Treffer buchen. Tv. Hochelheim Sieger im Handball-Turnier in Holzheim. Das Jubiläums-Handball-Turnier des To. Holzheim nahm bei starker Manschaftsbeteiligung einen sehr schonen Verlauf. Wenn schon die sportliche Haltung der Spieler durch anständige und faire Begegnungen der Gestaltung des Turniers einen ausgezeichneten Charakter gaben, fo trug auch die günstige Witterung einen großen Teil mit zum Gelingen bei. Eine stattliche Zuschauermenge verfolgte die blitzschnellen Kämpfe. Gemeldet hatten 10 Vereine; die Mannschaft des Tuspo. Butzbach trat infolge Spielermangel nicht an, so daß die Veranstaltung mit 9 Mannschaften in einer Klasse durchgeführt wurde. Die - Leitung des Turniers hatte Kreis- Schiedsrichter-Obmann Becker (Gießen). Die Spiele wurden am Vor- und Nachmittag in je einer Gruppe nach Punktsystem ausgetragen. Die Kämpfe des Sonntag-Dormittags 14. Komp. J.-R. 116 — Hochelheim 3:4 (3:3) Lich — Nieder-Weisel 4:3 (3:2) Hochelheim — Lich 6:1 (2:1) Nieder-Weisel — 14. K. I.-R. 116 4:6 (2:2) Lich — 14. K. J.-R. 116 2:8 (2:1) Hochelheim — Nieder-Weisel 7:3 (5:0) Hochelheim geht in Führung und sofort gleichen die Soldaten mit einem Freiwurf aus; je zwei weitere Erfolge bringen den Halbzeitgleichstand. Der einzige Treffer in der zweiten Spielhälfte gibt Hochelheim knapp die Punkte. — Lich tritt nur mit 10 Mann an, kann aber trotzdem mit einem Torunter- schied Sieger bleiben. — Bis zur Halbzeit leistete Lich noch guten Widerstand, muß sich aber schließlich der reiferen Spielweise der Hochelheimer eindeutig beugen. — Auch gegen die 14. Komp, konnte Nieder- Weisel nichts ausrichten. — Einen haushohen Sieg landeten dann die Soldaten gegen Lich; obwohl Lich inzwischen die Mannschaft mit Holzheimer Spielern vervollständigt hatte und somit auf die Punkte verzichtete, mußte sie dennoch ein so hohes Ergebnis hinnehmen. — Wie nicht anders zu erwarten, holte sich Hochelheim im letzten Spiel gegen Nieder-Weisel die noch fehlenden Punkte zum Gruppensieger. Zahlreiche Kämpfe am Nachmittag. Am Mittag lagen 5 Mannschaften in der Gruppe 2 im Rennen: Münchholzhausen — Grüningen 4:0 (1:0) Gambach — Wohnbach 3:3 (2:1) Mtv. Gießen kornd. — Grüningen 4:0 (1:0) Münchholzhausen — Gambach 0:2 (0:0) Wohnbach —Mtv. Gießen komb. 4:3 (1:1) Grüningen — Gambach 0:0 (0:0) Münchholzhsn. — Mtv. Gießen komb. 2:2 (1:1) Wohnbach — Grüningen 2:3 (0:3) Gambach — Mtv. Gießen komb. 1:1 (0:0) Münchholzhausen — Wohnbach 5:6 (2:3) Wenn eine Mannschaft angenehm enttäuscht hatte, dann war es Grüningen. Münchholzhausen hatte alle Hände voll zu tun, und oft mußte der ausgezeichnete Altmann im Tor rettend einspringen. — Gambach und Wohnbach lieferten sich einen hartnäckigen Kampf und trennten sich auch unentschieden. — Die Männerturner hatten den Nachteil, das ganze Turnier nur mit zehn Mann bestreiten zu müssen, zeigten aber dennoch gute Leistungen. — Ueberraschend gewann Gambach über Münchholzhausen. — Wohnbach siegte knapp über Gießen; Strack im Tor war sehr gut. — Das einzige Spiel des Tages, das torlos beendet wurde, lieferten sich Gambach und Grüningen. — Auch Münchholzhausen und Mtv. trennten sich anschließend unentschieden. — Grüningen sorgte für eine Ueberraschung und schlug Wohnbach vollkommen verdient; eine ausgezeichnete Leistung der Grüninger! — Die Männerturner holten sich im Spiel gegen Gambach wiederum nur einen Punkt und wurden somit für einen Gruppensieger ausgeschaltet. Trotzdem alle Anerkennung für den Einsatz der unvollständigen Mannschaft. — Knapp verlor Münchholzhausen gegen Wohnbach, das sich somit mit ersten Platz schrauben konnte. Die Spiele des Mittags Tabellen st and: Gambach 4 1 Wohnbach 4 2 Mtv. Gießen 4 1 Münchholzhausen 4 1 ' Grüningen 4 1 Somit standen Wohnbach und Gambach punktgleich. Das Entscheidungsspiel gewann Wohnbach nach spannendem Kampfe 2:1 und wurde Gruppensieger. Ein eingelegtes, verkürztes Freundschaftsspiel zwischen Holzheim und dem Gruppensieger des Vormittags, To. Hochelheim, gewann Holzheim überraschend 6:4 nach einem Halbzeitstand von 3:1. Dann stieg das Entscheidungsspiel der beiden Gruppensieger: Hochelheim — Wohnbach 6:2 (3:2). Hochelheim geht sofort in Führung, Wohnbach gleicht aus, und Stumpf erhöht mit einem schonen Freiwurf auf 2:1. Ader die Hochelheimer find schneller am Ball und nützen die Torgelegenheiten viel durchdachter aus. In der zweiten Halbzeit haben die Wohnbacher nicht mehr viel zu bestellen, und Hochelheim kann einen schonen Sieg feiern. Anschließend fand die Siegerehrung statt. Beide Endspielteilnehmer erhielten wertvolle Preise. B. Neue Termine in der Handball-Pokalrunde. 1. Zwischenrunde. 29. Mai: TV. Garbenheim — TV. Dillenburg? TV. Heuchelheim — MSV. „Barbara" Gießen. 2. Zwischenrunde: 4. Juni: TV. Hausen — TV. Hörnsheim; Der Sieger aus dem Spiel Heuchelheim — Sar* bara gegen Lützellinden; Der Sieger aus dem Spiel Garbenheim — Dillen, bürg gegen W.-Niedergirmes in Niedergirmes. Die Vorschlußrunde, bet der nur noch zwei Mannschaften antreten (die dritte Mannschaft kommt kampflos in die Endrunde) , wird am 18. Juni ausgespielt. Das Endspiel steigt zum Kretofest in Grünberg. Luh, Kreisfachwart. Gambach auf den zeigten folgenden 3 0 5:3 1 1 5:3 2 1 4:4 1 2 3:5 1 2 3:5 ^Pfingstspaziergang JUR. K4V Gießen lÄruchstraße 15), den 24. Mai 1939 Natürlich von 02574 MO WAV CJK denn wir haben eine Seltersweg 47 732D Ihnen gestattet, alle Pfingsten zu erfüllen. Voranmeldung erbeten! 3784 A 3796 A Verschiedenes alles andere! 3804A RM. 3. in Leinen gebunden Creme-Schokolade 2 Tafeln ä 100 g 35 3794A von Verkäufe durch meine preiswerten Angebote in *4 Fl. 2.35 3797 A CORNELIA-Puddingpulver 1.50 1.95 1.95 5.90 500 g 22 2.90 2.95 500 1.40 3779 A 5.50 6.90 Also keine Reise ohne den vorteilhaften Reise- Kundendienst von Sultaninen Korinthen . *4 Fl. 1.45 Fl. 1.30 Paket Paket Paket Paket Fr. Linker & Sohn Gießen, Ludwigstraße 16. Kreoz- platz9 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Weizenmehl, Type 812 hergestellt unter Beimischung von Ausl.-Weizen Gemahlener Zucker Feiner raffinierter Zucker Sahne-Geschmack Makronen Krokant Königin nach Holländer Art 36er Wintricher Geierskopf, Mosel. 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