Montag, 24.ApriI19Z9 189. Jahrgang M. 95 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25^ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie ein« fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen, B aber-, Unterrichts- n. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterschemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernspreäfknschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei R. Lange In Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Uaanzdiklalm in Kankreich Brüssel, Ende April. Her mitteleuropaiK erbitterten Kampf stand, einen rungen Italiens v o Im Mittelpunkt der Besprechungen zwischen dem italienischen und dem jugoslawischen Außenminister haben, wie in italienischen Kreisen verlautet, die durch die Personalunion Italien-Albanien geschaffene Lage in der Adria und das Verhältnis Jugoslawiens zu Ungarn gestanden. Der italienisch-jugoslawische 'Freundschaftspakt habe bei der Besetzung Albaniens die Feuerprobe bestanden. Von der itageben: „3m Laufe der Besprechungen sind die verschiedenen Fragen eingehend geprüft worden, die bei der gegenwärtigen Lage die beiden befreundeten Nachbarstaaten auch unter Berücksichtigung der jüngsten Ereig- Der jugoslawische Außenminister besucht Berlin. gierung einen Besuch abstatten. Er Vertreter eines Nachbarstaates, der mit Festessen. Am Sonntagvormittag fand im Grand-Hotel eine weitere Besprechung statt, die über eine -stunde dauerte. Die beiden Minister nahmen dann an dem von der Stadt Venedig gegebenen Frühstück teil und besichtigten die vor der Einweihung stehende Ausstellung der Meisterwerke des venezianischen Malers Veronese. Zu dieser Ausstellung sind verschiedene Gemälde aus Deutschland, Englanb, Frankreich und Amerika leihweise zur Verfügung gestellt worden. Außenminister Markowitsch hat am Sonntag um 16 Uhr mit dem Orienterpreß Venedig verlassen. Er war vom italienischen Außenminister über den Canale Grande zum Bahnhof begleitet worden, wo ihm die vor dem Bahnhof versammelte Volksmenge von neuem eine herzliche Sympathiekundgebung bereitete. Bei der Verabschiedung dankte Markowitsch dem italienischen Außenminister für die überaus herzliche Aufnahme und gab der Hoffnung Ausdruck, ihn bald wieder in Belgrad begrüßen zu dürfen. Prinzregent Paul von Jugoslawien ist vom italienischen Königshaus zu einem Staatsbesuch in Rom eingeladen worden. Der Prinzregent wird sich in der,nächsten Zeit zur Bekräftigung der italienisch - jugoslawischen Freundschaft dorthin begeben. nisse in Albanien interessieren. Diese Prüfung hat von neuem die besondere Herzlichkeit der Beziehungen be- stätigt, die zwischen Italien und Jugoslawien bestehen. Diese Herzlichkeit, die seit dem Abschluß des P a k t e s von Belgrad, der den Frieden in der Adria und die Achtung der gegenseitigen Inter- essen gesichert hat, besteht, hat sich auf jedem Gebiet und in jeder Hinsicht beständig gefestigt und verstärkt. Man ist überein- gekommen, die zwischen den beiden Staaten und zwischen Jugoslawien und Deutschland bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl aus politischen als auf wirtschaftlichem Gebiet zu vertiefen, um die Erhaltung des Friedens zu begünstigen und die Bedingungen der Stabilität im Donauraum zu verbessern. hinsichtlich der Beziehungen mit Ungarn haben die beiden Außenminister die sich aus den jüngsten Vorgängen ergebende Lage geprüft und mit Befriedigung festgestevt, wie sie den W e g geebnet haben für eine nützliche Verständigung zwischen den be-den Regierungen von Belgrad und Budapest." Die iiatienisch-jugoslawifche Freundschaft auf der Zusammenkunft von Venedig bestätigt einzigen Kanonen, die Luxemburg besitzt, abgegeben wurden. Anläßlich der Kammersitzung war die luxemburgische Freiwilligenarmee, die aus 300 Mann besteht, als Ehrengarde aufmarschiert. Griechenland wird von niemand bedroht. General Metaxas zur europäischen Lage. Paris, 23. April. (Europapretz.) Der griechische Ministerpräsident Metaxas hat dem Vertreter des „Petit Parisien" erklärt, Griechenland sei fest entschlossen, seine politische Unabhängigkeit und seine territoriale In t e g r i t a t zu verteidigen, aber es habe auch die heilige und elementare Pflicht, keine Bedrohung a u f s i ch zu ziehen, wenn man es selbst nicht bedrohe. Griechenland werde nicht nur von niemanden bedroht, sondern es feien im Gegenteil for- melle Z u s i ch e r u n g e n von dieser und lener Seite gegeben worden, wodurch ihm sein notwendiger und gegenwärtiger Status quo garantiert werde. Griechenland danke Frankreich und Großbritannien für ihr spontanes Versprechen, Griechenland zu Hilfe zu kommen, um seine Rechte zu verteidigen. Aber gerade wegen ihres .freigebigen Versprechens müßten die beiden Staaten wünschen, daß dieser Fall niemals e i n- trete. Griechenland müsse Italien für seine formellen Zusicherungen ebenso dankbar sein! Niemand könne das Wort Roms in Zweifel fetzen. Darum könne man die Gewißheit haben, daß Griechenland zu einem Konflikt weder Gelegenheit noch den Vorwand geben werde. Anderseits unterhalte Griechenland auch mit Deutschland ausge- zeichnte freundschaftliche Beziehungen, es suhle nicht weniger Dankbarkeit gegenüber diesem großen Land für die wirtschaftlichen Beziehungen, die Deutschland hergestellt und aufrechterhalten habe. Spanien weist ausländische presfelüqen zurück. Burgos, 23. April (Europapprcß). Das spanische Äußenministerium hat energisch die Gerüchte dementiert, wonach Spanien Absichten auf Tanger und Gibraltar habe. Man kenne nur zu gut, so heißt es in der Erklärung, diese ausländische Lügenkampagne; Spanien protestiere mit aller Energie dagegen und erkläre, daß es über derartigen Niedrigkeiten stehe. Spanien sei aufrichtig entschlossen, .sich vollkommen der großen Aufgabe der nationalen Wiederaufrichtung zu widmen. Luxemb urg, 22. April. (DNB.) Im Rahmen , der Feierlichkeiten anläßlich der 100-Iahrfeier der . luxemburgischen Unabhängigkeit fand in der Kammer eine Festsitzung statt auf der die Großherzogin Charlotte das Wort zu einer längeren Ansprache ergriff. Sie erklärte, daß der luxemburgische Staat den B e w e i s st i n e r Lebenskraft und feines Rechtes auf Fortsetzung seiner unabhängige nE £ ift e n z erbracht habe. Das kleine luxemburgische Volk fei ein Symbol jener friedlichen Organisation Europas, die alle Nationen so eifrig anstrebten. Es fei $u hoffen, daß diese europäische Friedensorganisation eines Tages zur greifbaren Wirklichkeit werde. Luxemburg sehe in die Zukunft mit dem Vertrauen, bas es aus seinem unbestreitbaren Recht und aus fernen freundschaftlichen Beziehungen mit allen Nachbarstaaten schöpfe. Luxemburg erinnere sich mit Dankbarkeit an den Schutz, den es in manchen kritischen Augenblicken von stiten der Garantenmachte der luxemburgischen Unabhängigkeit genossen habe. Auf einem Bankett der Regierung für die Bürgermeister und Abgeordneten erklärte der luxemburgische Abgeordnete B e ch u. a., daß das luxemburgische Volk von einer starken Vaterlandsliebe beseelt fei, die aber gegen kein anderes Land gerichtet fei. In internationaler Hinsicht erfülle Lu- rembura aufs gewissenhafteste seine Pflicht als neutraler Staat? Es sei eine große Befriedigung für die luxemburgische Regierung, daß im Laufe der Besprechungen der letzten Jahre> und. besonders der letzten Monaten- mit den Nachbarstaaten die zuständigsten und verantwortlichsten Stellen dieser Staaten versichert hätten, daß die luxemburgische Unabhängigkeit ein unveräußerliches und unangreifbaresRecht darstelle. * Die Hundertjahrfeier der luxemburgischen Unabhängigkeit war am Samstagmorgen durch hundert Kanonenschüsse eingelötet worden, die von den drei kommt als Vertreter eines Nachbarstaates, oer mu uns in denkbar beste m Verhältnis lebt. Wenn sich Jugoslawien allen Versuchen, es von einem Kurs abzudrängen, widersetzte, so hat das zwei Gründe: einmal sieht es die Gesamtlage durchaus nicht so beunruhigend an, wie das England, Frankreich und die USA. wünschen, zum anderen hält Jugoslawien es für nützlicher, ein guter Nachbar der Achsenmächte zu bleiben, anstatt sich m Abenteuer stürzen zu lassen, bei denen schließlich die Regierungen, die fremden Einflüsterungen folgen, die Zeche bezahlen müssen. Jugoslawien hat erst feiten abgehalten. Während die politische Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte für das kleine Land einen häufigen Wechsel brachte, wandelte sich die wirtschaftliche Lage des Landes besonders um die Jahrhundertwende in günstiger Weise. Aus einem armen, sich von Ackerbau und Viehzucht kümmerlich ernährenden Ländchen entstand ein Gebiet, das im Welthandel eine für seine Größenverhältnisse sehr bedeutende Rolle spielt. Begründet lag diese günstige wirtschaftliche Entwicklung vor allem in dem raschen Aufschwung der M e t a l l i n d u st r i e. Neben dem Weinbau und einer in den letzten Jahren sich mehrenden F r e m d e n i n d u st r ie nimmt die Metallindustrie die größte Bedeutung im Wirtschaftsleben des Großherzogtums ein. Das Aufblühen seiner Industrie und seine verkehrspolitische, Lage sichern den Bewohnern des kleinen Landes in der Dreiländerecke zwischen Deutschland, Frankreich, und Belgien Wohlstand und Unabhängigkeit m jeder Beziehung. Dieses Gefühl der Sicherheit und wirtschaftlichen Unabhängigkeit gi.bt der Bevölkerung selbst der kleinsten Orte des Ländchens Anlaß, miteinander um die schönsten Festprogramme zum hundertjährigen Jubiläum zu wetteifern. Luxemburgs Aliabhäugigkettsseier. R.G. Venedig, 24. April. Der italienische Außenminister Graf Ciano traf am Samstagvormittag im Flugzeug aus Rom in Venedig ein, um nachmittags den jugoslawischen Außenminister Markowitsch zu empfangen. Die Paläste am Canale Grande sind mit italienischen und jugoslawischen Flaggen geschmückt, ebenso tragen der Markusplatz und die Schifte im Markusbecken Flaggenschmuck. Den jugoslawischen Gästen wurde ein sehr herzlicher Empfang bereitet. Die erste Unterredung hat noch am Samstag im Ehrensaal des Grand Hotel stattgefunden. Es ist der gleiche Saal, in dem die historische erste Begegnung zwischen dem Führer und dem Duce erfolgte. Im Anschluß an die Besprechung zeigten sich die beiden Minister auf dem großen Balkon, wo sie von der auf dem Canale Grande in Gondeln und auf der Freitreppe der gegenüber vom Hotel liegenden Kirche Santa Maria della Salute wartenden Volksmenge stürmisch begrüßt wurden. Alsdann unternahmen die Minister mit einem Schnellboot der italienischen Marine eine Rundfahrt durch die Lagune, um den Lido und verschiedene Inseln der Umgebung. Anschließend gab der italienische Außenminister im Prunksaal des Palazzo Rezzonico zu Ehren der jugoslawischen Gäste cm nben. Von der ita- durchblicken, daß Jugoslawien ouraj jvu.v ... Üenftchen Regierung sei es sehr hoch eingeschätzt big gezeigte Haltung die Sicherh^t gewonnen habe, worden daß Belgrad in die beruhigenden Versiche- daß Italien sich nicht zum Verfechter g^msfer türmen Kulten? volles Vertrauen gesetzt und vifcher Wiedergutmachungswunsche (Gebiet ooit nichts unternommen habe, um der italienischen Ak- Kossovo) machen werde. Zum Abschluß der Besprechung italienischen und dem jugoslawische wurde folgende amtliche Mitteilung ausge- Derfassungsmäßig müßte Frankreich eine hoch, kapitalistisch aufgezogene Demokratie sein, in Wirklichkeit ift es eine Diktatur zur Rettung des Kapitalismus, der dabei alle Mittel recht sind. So lafsen sich die 30 Gesetze und Verordnungen deuten, die die Regierung Daladier auf Verlangen des Finanzministers Paul Reynaud veröffentlicht hat. Don außen gesehen werden diese Dekrete erlassen, um ein Defizit von 15 Milliarden im Staatshaushalt ab,zudecken, nachdem der Staatshaushalt für 1939/40 mit Mühe und Not unter Dach und Fach gebracht worden war. D« Staatshaushalt für 1939/40 war mit rund 66 Milliarden Franken voroeranfchlagt unter der Voraussetzung, daß es gelingen würde, den sehr hohen Fehlbetrag aus den Vorjahren endlich abzudecken. Bisher hatte sich jede französische Regierung so ge. Holsen, daß sie den Anleihemarkt 'n Anspruch nahm mit dem Ergebnis, daß schon Mitte 1938 eine öffentliche Schuld in Höhe von über 400 \ Milliarden Franken vorlanden war. Finanzminister Paul Reynaud unterscheidet sich von seinen Vor- gängern dadurch, daß er wenigstens den Versuch machen will, durch ein kräftiges Anziehen öer Steuerschraube das Gleichgewicht im Staatshaushalt herzustellen. Ohne dieses Gleichgewicht glaubt die Regierung Dal-adier-Reynaud die Sicherheit der Währung nicht garantieren zu können. Die wiederholte Abwertung des Franken hat diese Sicherheit nicht gebracht, hat auch nicht dazu bei- qetragen, die Kapitalflucht zu hemmen. Der G o lobe st a n d der Bank von Frankreich betrug in Papi er franken im April 1938 rund 56 Milliarden, inzwischen hat die Regierung Daladier eine Abwertung vorgenommen, die an und für sich dazu bei« getragen .hat, den Nennwert des Goldbestandes der Notenbank zu erhöhen. Mit Stolz weist die Regie- rung darauf hin, daß es ihrer autoritären Führung der Innenpolitik gelungen sei, das Vertrauen der Kapitalisten zurückzugewinnen. Tatsächlich wird der Goldbestand der Bank von Frankreich zur Zeit mit 87 Milliarden Franken angegeben, wobei aber 51t beachten ift, daß cs sich nicht um Rückfluß von ms Ausland geflüchteten Goldbarren usw. handelt, vielmehr dürfte das, was der Bank von Frankreich neu zugeflossen ift, aus der inländischen Goldhortung stammen. Auf der anderen Seite hat der Notenumlauf beträchtlich zugenommen, nämlich aus über 120 Milliarden Franken, so daß die Notendeckung durch Gold rund 62,7 v. H. ausmachen soll. 15 Milliarden Franken muß der Finanzminlster sofort beschaffen, um Staat' und Wirtschaft im Gang zu halten. Die Regierung Daladier zertrümmert deshalb zunächst einmal die „Errungenschaft der Volksfrontregierung, die sog. 40-Stunden- Woche. Bisher schon ist diese starre Grenze durch- kürzlich, als England seinen großen wirtschaftlichen Sanktionsfeldzug gegen Italien inszeniert hatte, schmerzliche Verluste verbuchen müssen, ohne daß ihm dafür irgendein Dank der großen Drahtzieher zuteil wurde. Im übrigen ist es bekannt, daß Deutschland und Italien ein kraftvolles Jugoslawien wünschen und gar nicht daran denken, der Aufwärtsentwicklung dieses tapferen Volkes hindernd in den Weg zu treten. Im Gegenteil, durch die ständige Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen tragt Deutschland dazu bei, daß Jugoslawien auf der Ebene von Friede und Wohlstand vorwartsschreiten kann. In Belgrad weiß man zu gut den Wert des deutsch-jugoslawischen Verhältnisses zu schätzen, um sich zu einem Kurswechsel versucht zu fühlen. Zum Hüter dieses Verhältniftes ift der Außenminister Markowitsch berufen, dem das Verdienst zufällt, allen Pressionen der Engländer und ihrer Helfer einen klaren und erfolgreichen Widerstand entgegengesetzt zu haben. Hundert Jahre Großherzogtum Luxemburg Don unserem pls.-Korrespondenten. Berlin. 22. April. (DNB.) Der jugoslawische Außenminister Linear IN ar ko witsch wird am 26.April zu einem kurzen informativen Besuch in der Reichshauplsladt eintresfen. Jugoslawiens Außenminister Linear Markowitsch, der soeben in Venedig mit dem Grafen C i an 0 wichtige Gespräche geführt hat^wird nunmehr d er Reichsre Einer der kleinsten Staaten Europas, das Groß- Herzogtum Luxemburg, hat jetzt die Dorberestungen , für die großen Feiern und Festlichkeiten beendet tue am 23. April ihren Anfang nehmen. Am 23. April find cs 100 Jahre, daß das Großherzogtum Luxemburg feine staatliche Selbständigkeit wiedererlangte. Das kleine Ländchen mit feinen zwer- tinl)albtaufenb Quadratkilometern Bodenflache und 300 000 Einwohnern, vier Ministern und einer 35ft Mann starken Armee hat eine bewegte Geschichte. Es war Spielball und Zankapfel während mehr als acht Jahrhunderten. Beinahe tausend Jahre sind es her, seitdem im Jahre 963 Graf Siegfried von Ardennen fein Besitztum Feulcn gegen das Castell Lucilinburhuc eintauschte und damit sich Zum Gründer des schicksalsreichen Ländchens machte. Wechsel- voll war das Schicksal des Landes während der nächsten fünfhundert Jahre. Seine Selbständigkeit verlor es unter Philipp von Burgund im Jahre 1443. Während der nächsten vierhundert Jahre führte das kleine Land, das abwechselnd unter der staatlichen Oberhoheit aller mitteleuropäischen Mächtegruppen stond einen erbitterten Kämpf um seine Unabhängigkeit. Das Jahr 1839, das Jahr der Begründung des Königsreichs Belgien, brachte mit dem Vertrag von London für das Großherzogtum Luxemburg den Beginn einer neuen staatlichen Selbständigkeit. 27 Jahre fpäter, im Hahre 1866, war die luxemburgische Staatlichkeit aufs neue ernsthaft gefährdet. Napoleon IIL, der 1866 leer ausgegangen war, ließ auf der Suche nach Entschädigungen, seine Augen bei der Betrachtung der Landkarte auf Luxemburg haften. Unter dem Einfluß Bismarcks kam man in einer Konferenz der Großmächte, an der auch Italien teilnahm, in London zu dem Ergebnis, daß Luxemburg erhalten blieb. Seine Neutralität wurde von den Großmächten gemeinsam garantiert. Nach der Abdankung der Großherzogin Marie Adelheid im Jahre 1919 übernahm die Großherzogin Charlotte die Leitung der Staatsgeschafte, und ihr zu Ehren werden jetzt in dem kleinen Lande in allen Städten und Orten Feiern und Festlich- nnr Abschluß der Besprechungen zwischen demstion in Albanien Schwierigkeiten ZU bereiten. Gras ,um Abschluß oer ? w. G g £iQn0 habe dem jugoslawischen Außenminister gegenüber nachdrücklich betont, daß die enge Verbindung Albaniens mit Italien nid) t die geringste Feindseligkeit gegen Jugoslawien bedeute, und daß keinerlei heimtückische Zwecke damit verbunden seien. Im Gegenteil wollte Italien alles tun, was bei der Ausdehnung der gegenseitigen Grenzen die Freundschaft und den Handelsverkehr noch fördern könne. Italien fei daher z u weite- ren Beweisen der.Solidarität und der Zusammenarbeit bereit. In dieser Be- Ziehung sei auch eine vollkommene Klärung der gegenseitigen freundschaftlichen Absichten und des Freundschaftsverhältnisses erreicht worden, was im Interesse des Friedens eine historische und geographische Notwendigkeit sei. Jugoslawien werde sich seinerseits nicht an der Einkreisungspolitik gegen d i e Achsenmächte beteiligen. — Hinsichtlich der Beziehungen Jugoslawiens zu Ungarn habe Graf Ciano un- mittelbar nach dem ungarischen Mlnisterbesuch in Nom eine Ve r m i 11 l e r r 0 l l e übernommen und eine Verständigung eingeleitet, auf Grund der demnächst zwischen Belgrad und Budapest direkte Verhandlungen ausgenommen werden wurden. Ihr Zweck sei, eine dauerhafte Annäherung zu erreichen, die in einem Minder h e i t e n a b f 0 m« men oder in einem Nichtangriffspakt ihren Ausdruck finden könnte. Diese ungarisch-jugoslawische Versöhnung würde auch im Interesse der Achsenpoll- tik begrüßt'werden können. Die Kommentare der römischen Sonntagspresse decken sich fast vollständig mit den Voraussagen vor Beginn der Konferenz. Das albanische Ereignis, so wird feftgefteUt, bildet kein Hindernis für die po- litifdje und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen Nom und Belgrad. Ucber das Verhältnis Belgrads zur Achse Berlin — Rom sagt Gayda: „Jugoslawien hat gute Grunde, sich der Politik der Achse Berlin—Rom verbunden zu halten und seine Politik im Sinne einer weiteren Annäherung an d i e Achse weiter zu entwickeln. Die Gespräche von Venedig sind eine neue Bestätigung dafür, daß die Haltung Belgrads mit den Zielen der Politik der Achse sich in Einklang befindet." Der „Telegrafo laßt durchblicken, daß Jugoslawien durch seine in Vene« abs. London, 23. April. Das Blatt mißt den Sir Kinder dienen. Der Reichswalter kennzeichnete leb- befehlshabers der Mittelmeerflotte, Admiral Dudley P o u n d. blochen worden, aber nunmehr soll die Arbeitswoche eine Hinaufsetzung aus 45 Stunden erfahren. ReynauD begründet das damit, daß sonst eine Steigerung der Produktion und damit eine Erhöhung der Steuereinnahmen unmöglich sei. Wenn die Produktion für 1928 gleich 100 gesetzt wird, so ist es zur Zeit nur in einigen Jndustriegruppen Frankreichs möglich gewesen, diese Grenze zu überschreiten. Allgemein liegt ter Produktionsstand noch bei 89, so daß noch viel zu tun bleibt, die Einbuße auszugleichen.. Das Kernstück von Reynauds Finanzpolitik ift nun eine Verkaufs st euer von 1 v. H-, die sogenannte Rüstungstaxe oder „Centime des Soldaten", auf Handels- und Industrie verkaufe mi wenigen Ausnahmen wie Brot und Milch. Sie fou allein 9 Milliarden Franken beschaffen. Eine allgemeine Erhöhung der Einkommensteuer wirt) also von der Finanzdiktatur Daladier-Reynaud Nicht gewagt obschon die Derkaufssteuer viel eher zu einer allgemeinen Preissteigerung führen muß als etwa eine allgemeine Erhöhung der Einkommensteuer. Die Verkaufssteuer muß vom Verkäufer getraaen werden der sich nach Reynauds Vorschlag in der Weise damit abfinden soll, daß er sich sagt, ich trage durch diese Steuer dazu bei, daß die Regierung Munition und Kanonen beschaffen kann. So ganz sicher ist sich die Regierung Daladier-Reynaud aber nicht, daß die Bürger und Bauern, die Arbeiter und Angestellten die Verkaufssteuer ruhig und zufrieden aufnehmen: deshalb soll auch das Kapital herangezogen werden, aber es ist ein magerer Trost für die Arbeiter und Angestellten, die ihre Papier- franken dahinschwinden sehen, daß nun die Gewinne der Rüstungsindustrie kräftig angefaßt werden sotten. Sofern die Gewinne über 6 v. H. liegen, werden 50 v. H. des Gewinnes an den Staat' abgeführt. Bei Gewinnen zwischen 10 und 20 v. H. fallen dem Staat 80 v. H. zu. lieber« steigt der Gewinn 20 v. H., erhält der Staat 100 d. H. des Gewinnes. Die Gewinne der Rüstungsindustrie und ähnlicher Unternehmungen können also 10 v. H. nicht überschreiten. Mit der Derkaufssteuer allein läßt sich das Defizit von 15 Milliarden Franken nicht decken, weshalb geplant ist, sich eine neue Einnahmequelle durch Ausgabe von Rüstungsbons zu öffnen. Damit wird das ganze Land darauf hingewiesen, daß es die Aufrüstung sowie die Halbmobilmachung ist, die so große Ansprüche an die Steuerkraft des Landes stellen. Für die Aufrüstung werden 12,770 Milliarden Franks neue Kredite eröffnet, und zwar 4,200 Milliarden Franks für das Landheer 4,140 Milliarden Franks für die Kriegsmarine, 3,850 Milliarden Franks für die Luftwaffe und 580 Millionen Franks für die Kolonialtruppen. Unter die Maßnahmen für die Kriegsmarine fällt ein zusätzliches Bauprogramm von 18 Schnellbooten (Gesamttonnage 12 140 t), ferner 12 Räumboote und Bau eines Schwimmdocks. Diese Ein- heite sotten noch vor dem 1. April 1940 auf Stapel gelegt oder angekauft werden. Ein Dekret bestimmt den Aufbau des Hafens Mers-el-Kabir (Algerien) zu einem Kriegsmarinehafen erster Ordnung. Das Parlament wird in der Musterdemokratie Frankreich nicht gefragt, wenn auch mitgeteilt wird, daß es später einberufen werden soll. Inzwischen wird in der Demokratie Frankreich mit diktatorischen Mitteln und Gesten regiert, was gleichwohl nicht hindert, sich gegenüber den totalitären Staaten in die Brust zu werfen. düng mit Adolf Hitler half ungeheuer viele Dinge zu klären. Eine Anzahl von Mißverständnissen ist aufgeklärt worden, und ich bin der Ueberzeugung, daß es möglich sein müßte, z u einem für jedermann befriedigenden Abkommen zu gelangen." Der britische Botschafter in Berlin Sir Neville Henderson hat London am Sonntagnachmittag verlassen, um sich nach B e r l i n z u r ü ck z u begeb e n. Seine Abreise hat große lleberraschung bei den Londoner Blättern hervorgerufen. „Times" betont, amtlicl-erseits habe man erklärt, daß die Rückkehr des Botschafters nach Berlin „in völliger llebereinftimmung mit der Außenpolitik der Regierung" in den letzten Monaten stehe. „Daily Telegraph" erklärt, daß seine Rückkehr keine A e n - derung in den Vorbereitungen der britischen Regierung zur Errichtung einer Antikriegsfront dar- telle. Auf der airberen Seite habe die Regierung jedoch den Eindruck, daß „persönliche Füh - l u n g n a h m e n mit den führenden Männern des Nationalsozialismus" nicht vernachlässigt werden dürften, da doch ein Mangel an Derständ- n i 5 für die Absichten der beiden Länder gegebenenfalls die fürchterlich st en Folgen haben könnte. „Daily Expieß" erklärt, in London glaube man, daß jetzt „sehr wichtige Entwicklungen" in den deutsch-englischen Beziehungen kommen könnten, wenn auch irgendwelche neuen „Befriedungsschritte" in Abrede gestellt würden. Der sowjetrussische Botschafter M a i s k i, der sich zur Zeit zur Berichterstattung in Moskau aufhält, Die nationalsozialistische Schule Zehn Jahre Tltd.-Lehrerbund. Der NS.-Lehrerbund beging den Zehnjahrestag der am 21. April 1929 in Hof erfolgten Gründung dieser heute mit 360 000 Erziehern größten Lehrerorganisation der Welt. Aus einem Arbeitsbericht ergeben sich auch die Wünsche der deutschen Erzieher für die weitere Ausgestaltung des nationalsozialistischen Schulwesens. An der Spitze steht, daß die deutsche Schule eine Schule der Gemeinschaft werden müsse, ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Jugend zu konfessionellen Gruppen und Grüppchen. Die deutsche Schule müsse ferner eine Schule des Volkes werden. Nicht das Einkommen der Eltern, sondern allein die Begebung müsse für die Wahl der Schule entscheidend sein Deshalb sei unter allen Umständen d i e Schul- geldsreiheit anzustreben. Endlich müsse die deutsche Schule eine Schule des Staates werden. Sie dürfe niemals den Interessen privater Unternehmungen oder- kommunaler Verbände aus- geliefert sein. Mit der Schulreform müsse die Berechtigungsfrage gelöst werden. Die Lehr- politisches Wochenende in England. Oer rumänische Außenminister in London. - Botschafter Henderson kehrt nach Berlin zurück. - Oie Debatte mit Moskau. - Rätselraten um die Wehrpflicht Der rumänische Außenminister Gase neu traf am Sonntagnachmittag in London ein. Die Sonn- taqspresse beschäftigt sich ausführlich mit den be- vovstessenden englisch-rumänischen Verhandlungen. „Sunday Times^ stellt fest, man habe in London keineswegs die Absicht, die an Rumänien gegebene englische Garantie in ein zweiseitiges Verleidigungs- abkommen umzuwandeln. Das Blatt mißt den gleichzeitig in London und Bukarest beginnenden Wirtschaftsbesprechungen der beiden Länder eine große Bedeutung bei. Der rumänische Außenminister wird am Montag mit dem englischen Handelsmmi- ter Oliver Stanley über die Gewährung eines zweieinhalb Millionen-Pfund-Kredites verhandeln. Gliechzeitig stellt die „Sunday Times" aber fest, daß, obgleich England bemüht ist, seinen Handel mit Rumänien auszubauen, kein Zweifel darüber herrsche, daß der Hauptanteil des rumänischen Getreidehandels Deutschland zufallen werde. Daily Telegraph meint, Halifax werde die Frage erörtern, wie weit es möglich sei, den britischen Wunsch auf Hinzuziehung der Sowjetunion in die neue europäische „Friedensfront" mit der Abneigung gewisser Länder wie Rumänien und Polen zu vereinbaren, damit diese dann in ein „allgemeines System zusammen mit der Moskauer Regierung" gebracht werden könnten. Der Außen- pol'itiker des Massenblattes Daily Sketsch hatte eine Unterredung mit G a f e n c u , der zurückhaltend erklärte, seine Aufgabe in London sei relativ einfach. Er werde mit Chamberlain und Halifax die Zusammenarbeit der zwischen den beiden Ländern bestehenden Abkommen in freimütiger Weise erörtern. Dann erklärte er: „Meine Unterre« haft den Kampf der nationalsozialistischen Erzieher um die Jugend. Der Erzieher-solle niemals bloßer Wissensvermittler fein, sondern lebendiges Vorbild der Jungen und Mädel. Die deutsche Erzieherschaft danke dem Führer für das neue Erziehungsideal durch die Schaffung des „Platzes der Jugend" an der Gründungsstätte des NSLB. Hier soll ein Kinderhort und ein Kindergarten entstehen, hier sollen die Kinder deutscher Schaffender Erholung finden. Zugleich sollen die Mütter dieser Kinder einen Ruheplatz haben, um sich zu freuen an ihren Kindern. Die Jubiläumsfeier fand ihren Abschluß in einer Kundgebung, auf der Reichsminister Rust erklärte, die Nation brauche eine breite Schicht voy leistungsfähigen Menschen zum Bestehen des Existenzkampfes der Nation. Diese könne nur auf dem Wege der Charakter- und Begabungsauslese aus allen Menschen des Volkes gewonnen werden. Als Voraussetzungen dafür seien Schulgeldfreiheit und eine gesicherte Arbeit des Er zieher st andes notwendig. Die deutschen Erzieher seien in der Lage, auf 'Grund ihrer bisherigen Leistungen diese Aufgabe zu lösen. — Reichswalter Gauleiter W ä ch t I e r unterstrich noch einmal die drei Parolen der Arbeitstagung: Glaube, Gehorsam und Treue. Oer Reichsentscheid im Reichsberusswettkampf. Köln, 23. April. (DNB.) In der Westhalle der Kölner Messe fand die Eröffnungskundgebung des Reichsentscheids im diesjährigen Reichsberufswettkampf statt. Aus der großen Zahl von 3 600 000 schaffenden Menschen, die an den Ortswettkämpfen des Reichsberufswettkampfes teilgenommen hatten — so sagte der Leiter des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Axmann —, seien nun viele Tausende nach Köln gekommen, um hier um d'e höchste Palme des Sieges, den Titel eines Reichssiegers zu kämpfen. Der Führer habe einmal gesagt, daß es heute in Deutschland darauf ankomme, auf allen Lebensgebieten eine Führungsauslese zu schaffen, und so, wie dies innerhalb der politischen Führerschaft geschehen sei, solle auch der Reichsberufswettkampf dazu beitragen, die B e st e N der Arbeiter, Handwerker, Studenten ujw. zu ermitteln, deren Pflicht es wiederum sei, durch Haltung, Bescheidenheit und Leistungsfähigkeit das Vertrauen zu rechtfertigen, das in sie gesetzt morden sei. Das Endziel des Reichsberufswettkampfes bestehe darin, allen Reichssiegern den Weg nach oben zu öffnen, es sei ein erfreuliches Zeichen, daß allein 63 Prozent der letztjährigen Reichssieger einer beruflichen Förderung hätten zugeführt werden können. Jeder Teilnehmer an diesem Reichsentscheid müsse bedenken, daß alle Arbeit ihre eigentliche Weihe und ihren Wert erst dadurch erhalte, daß sie für die Gemeinschaft eingesetzt werde. Die wahre Persönlichkeit drücke sich am ursprünglichsten aus in der gehabt habe. Schließlich wird hier Wert auf die Feststellung gelegt, daß es sich bei dem bevorstehenden Abkommen nicht um ein englisch-französisch-sow- jetrussisches Abkommen handeln könne, sondern daß England und Frankreich — obwohl im gegenseitigen Einvernehmen — getrennt Abmachungen mit soll sich nach den hier vorliegenden Meldungen bereits am Sonntagabend nach London zurückbegeben. Man erwartet seine Ankunft am Dienstag oder Mittwoch. Es verlautet, daß Chamberlain bereits am Dienstag kurz zu dem Stand der englisch-sowjetrussischen Verhandlungen Stellung nehmen werde. Wie es heißt, sollen England und Frankreich beabsichtigen, nur d i e sowjetrussische Westgrenze zu garantieren, keineswegs aber gewillt Moskau treffen würden. In politischen Kreisen vermerkt man mit Interesse, daß König Georg am Samstagabend dem Ersten diplomatischen Berater der Regierung, S i r Robert Van sittart, eine längere Audienz gewährte und ihn später mit seiner Gattin auf Schloß Windsor behielt. Vansittart war erst am Freitag von einer Informationsreise aus Frankreich zurückgekehrt, wo er die Stellungnahme der französischen Regierung zu der Frage der Einführung der M i l i t ä r d i e n st p f l i ch t in England einholte. Die Londoner Blätter melden fast durchweg, dgß die britische Regierung auf der nächsten Kabinettssitzung sich mit der Einführung der Wehrpflicht bzw. einer Zwangsregistrierung befassen werde. Sämtliche Blätter weisen auf den Druck hin, der von französischer Seite dahingehend ausgeüht wird. „Daily Mail" will bereits ankün- digen können, daß es binnen kurzem zu einem Beschluß über die Einführung einer „gewissen" Art von Wehrpflicht für Männer unter 25 Jahre kommen werde. Das Oppositionslatt „Daily Herold" schreibt, die Militärbehörden hätten betont, daß die Einführung der Wehrpflicht für junge Leute zwischen 18 und 21 Jahren absolut wesentlich sei. Auf der anderen Seite ist jedoch mit größtem Widerstand der Opposition und der Gewerkschaften zu rechnen. Englische Flottenübungen im östlichen Mittelmeer. L o n b o n , 24. April. (Europapreß.) In Malta ist eine Geschwaderfahrt der englischen Mittelmeerflotte bekanntgegeben worden. An der Hebung, die im östlichen Mittelmeer stattfindet, sind beteiligt: das erste S ch l a ch t s ch i f f g e s ch'w a d e r ohne das das Schlachtschiff „Ramillies" (29 000 Tonnen), das erste Kreuzeraeschwader ohne den Kreuzer „Sussex", das Flugzeugmutterschiff „G l o- r i o u s" mit einem Begleitzerstörer und dem kleinen Kreuzer „Galathea", drei Zerstörerflottillen, das Lazarettschiff „Maine" und ein Zerstörer. Insgesamt handelt es sich um 32 Kriegsfahrzeuge, von denen die drei Schlachtschiffe „Warspite" 30 000 Tonnen, „Barham" und „Malaya" je 31 000 Tonnen zählen. Das Geschwader zeigt die Flagge des Ober- reichen Auswirkungen dieser Einrichtung, die erstmalig den Familienlastenausgleich praktisch verwirklicht hat. In diesen fünf Jahren wurden a n Kassenärzte mit drei und mehr Kindern im Rahmen des Familienlastenausgleiches rund 27 Millionen Reichsmark gezahlt. 6421 von insgesamt 29 000 Kassenärzten wurden dabei berücksichtigt. Jeder erhielt im Durchschnitt jährlich 841 Reichsmark. Tatsächlich erhalten aber zahlreiche Kassenärzte erheblich mehr als den Durch- chnittsbetrag. Ho bekommen 145 Aerzte monatlich je 200 Reichsmark. Darüber hinaus erhalten 240 Kassenarztwitwen W a i s e n z u l a g e n. Die Aufbringung der Mittel für das Ausgleichshonorar er- olgt durch die Gemeinschaft der 29 000 Kassenärzte, von deren Kassenhonorar 2 Prozent an b i e Ausgleichskasse abgefüfjrt werden. Der Bericht vermerkt, daß die Geburten- reudigkeit in der deutschen Aerzteschaft gewachsen ist. Allein bei den Kassenärzten stieg von 1934 bis 1938 die Zahl der Geburtsmeldungen der dritten und weiteren Kinder im Monatsdurchschnitt um 33 Prozent. Bei den vierten und weiteren Kindern macht die Steigerung sogar 85 Prozent aus. Neben her Familienausgleichskasse besteht eine Ausgleichskasse für d i e Notstandsgeb i e t e , aus der 112 Kassenärzte Zulagen erhalten. Diese Zulagen werden in der Regel für Arztsitze ausgeworfen, an denen nur ein Kassenarzt tätig ift, um Die ärztliche Versorgung der flachen Landes zu sichern. Wenn dieser Arzt aus seiner Praxis keine ausreichenden Einnahmen hat, wird fein Kassenhonorar auf 6000 Reichsmark jährlich ausgefüllt. pläne für d i e Grundschule könnten nicht ganz befriedigen. Vorschläge für einen organischen Ausbau des Bildungsweges aller Volksschulklassen bearbeite die zuständige Fachschaft des NSLB. Dabei müsse auch ein stärkerer Einbau der Kunsterziehung und des Werkunterrichts an den Volksschulen kommen. Die reichseinheitliche Regelung der Schulverwaltung und Schulaufsicht harre noch ihrer Lösung. In Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand werde die Neuordnung einer bodenständigen, berufs- und lebensnahen Landschule betrieben. Der NSLB. fordere die musische Erziehung in der nationalsozialistischen Schulreform. Was darunter zu verstehen ist, wird in drei Punkten entwickelt: 1. die im täglichen Gemeinschaftsleben eingebaute Pflege völkischen Liedgutes, die fortdauernde Hebermittlung von Führerworten und völkischem Sprachgut, das Jndesitznehmen hochwertigen Kulturguts: 2. die fortdauernde Auflockerung der musischen Kräfte des einzelnen: ein Hinführen vom „Ich zum „Du", ein Eingliedern in die Gemeinschaft und damit die Pflege bestimmter Gemeinschaftsformen, wie Morgenfeier und Flaggenhissung oder Gemeinschaftstanz: 3. Erziehung zur musischen Haltung, b. h. zur Feiergesinnung und Feierbereitschaft. Mit einem Weiheakt am Wittelsbacher Park in H o f fand bie Zehnjahresfeier des Nationalsozialistischen Lehrerbundes am Sonntag einen eindrucksvollen Höhepunkt. Vor 2000 Erziehern aus dem Reich, den Vertretern der gesamten großdeutschen Erzieherschaft, sowie in Anwesenheit eine großen Zahl von Ehrengästen und der italienischen Gäste der Reichswaltung, Prof. Dr. Bonucci und Prof. Dr. Belloni, gab Reichswalter Gauleiter Wächt - l e r den Befehl zum Spatenstich für den „P l a tz d e r I u g e n d". Der dazu auszugestaltenbe Wittelsbacher Park,Gefchenk an den Führer zu seinem 50. Geburtstag und Denkmal zehnjährigen Kampfes im NSLB. soll dem Wohlbefinden der Japan meldet Mißerfolge der chinesischen Offensive. Schanghai, 22. April. (DNB.) Die chinesische Apriloffensive mit ihren Brennpunkten in der Nähe von Kanton im Süden, Nantschang in Mittelchina und Kaifeng sowie Süd-Schansi im Norden ist nach japanischen Meldungen mit schweren Verlusten für die Angreifer zusammengebro- ch e n. Gegen Kanton hatten die Chinesen sechs Divisionen angesetzt, die in viertägiger Schlacht in dem durch ständigen Regen aufgeweichten Gelände, das keinen Einsatz motorisierter Einheiten gestattete, auf ihre Ausgangsstellungen zurückgeworfen wurden. In Mitteichina find Die Japaner der chinesischen Offensive mit einem Vorstoß a u f N a n t s ch a n g zuvorgekommen. Im Norden ist es den chinesischen Truppen mehrmals gelungen, i n Kaifeng einzudringen, sie mußten aber im Nahkampf jedesmal das Feld räumen, während die in Süd-Schansi kämpfenden chinesischen Provinzial- divisionen, die den Jangtse überquerten, kleinere Erfolge buchen konnten. Die chinesische Armeeführung behauptet, daß die bisherigen Kampfhandlungen nur der Auftakt zu der großen Offensive gewesen seien, für die gute Divisionen noch zurückgehalten mürben. Roosevelts »Botschaft- von den fran,ösischenFreimourerlogen inspiriert Rom, 23. April. (DNB.) „Messaggero" veröffentlicht die photographische Wiedergabe einer Botschaft der beiden französischen Freimaurerlogen a p Präsident Roosevelt. Das Dokument ist vom 1. Februar 1939 datiert und fordert Roosevelt, „weil er allein die entsprechende Autorität besitzt", zur Einberufung einer internationalen Konferenz auf, auf der alle Fragen, die trennend zwischen den Nationen stehen, erörtert und bereinigt werben können. „Messaggero" betont, daß die Botschaft Roosevelts an den Führer und an den Duce, wie damit unwiderleglich bewiesen worden sei, von den französischen Freimaurerlogen inspiriert worben sei. Sie sei bamit ein für alle Mal gekennzeichnet. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber weilte am Samstagnachmittag zu einem Besuch der Jnfanterieschule und des Fliegerhorstes E l s g r u n b auf dem Doberitzer Hebungsgelände. Am Samstagnachmsttag statteten hohe spanische Persönlichkeiten dem in Bilbao liegenden deutschen Panzerschiff „Admiral Scheer" in Erwi- Yankee-Griff nach Südamerika. In aller Form hat der Senat der Vereinigten Staaten die Entschließung seines Mitgliedes Lundeen über den „K a u f" der niederländischen Kolonialbkfitzungen in Südamerika seinem Außenpolitischen Ausschuß überwiesen. Kurz nach dem Kriege haben die Vereinigten Staaten bereits von Dänemark drei Antilleninseln in der Nähe von Puertorico gekauft. Die Anregung des Senators Lundeen unterscheidet sich aber ganz wesentlich von dieser Transaktion; denn die drei dänischen Inseln lagen immerhin noch fast 1000 Kilometer vom südamerikanifchen Festland entfernt, während Cura^ao nur knappe 70 Kilometer von der Küste Venezualas entfernt ist und der Besitz Niederländisch-Guayanas unmittelbar auf den südamerikanischen Kontinent und sogar auf bas gewaltige Stromnetz des Amazonenstromes übergreift, der die Schlagader des ganzen nördlichen Brasiliens ist. Dorgeschützt wird bie Notwendiakeit einer Sicherung des Panamakanals, aber die amerikanische Flotte besitzt schon starke Stützpunkte in der Insel Puertorico, in deren Umgebung in diesem Frühjahr auch die amerikanischen Flottenmanöver stattgefunden haben, auf den schon erwähnten ehemaligen dänischen Antilleninseln, in Kuba und auf der Insel Haiti. Außerdem denkt niemand daran, den Panamakanal anzugreifen, der vielmehr selbst nur eine Erinnerung an bas ungehemmte finanz-imperiali- stische Ausdehnungsstreben der Vereinigten Staaten und die seinerzeit in Kolumbien angezettelte Revolution ist. der der Staat Panama feine von Washington gewünschte Existenz verdankt. Einige Einzelheiten verdienen noch hervorgehoben zu werden. Niederländisch-G u a y a n a liegt zwi- schen Britisch- und Französisch-Guayana. Es sind das die einzigen Restbesitzungen europäischer Mächte aus dem südamerikanischen Kontinent. Das Gesamtgebiet von Guyana wurde in letzter Zeit wiederholt als Siedlungslgnd für jüdische Emigranten genannt. Die holländische Insel Curaxao ist bekannt durch — ihren Likör, zu dessen Herstellung die Schalen der hier wachsenden bitteren Apfelsinen verwendet werden. Die Holländer, die in letzter Zeit teilmeifc allzu deutlich Kriegspanik gegenüber Deutschland markierten, erhalten mit der dreisten amerikanischen „Ankaufs"-Anregung eine nicht ganz unverdiente Lektion. Die Neutralität des Nordens. Eine Erklärung btb schwedischen Ministerpräsidenten. Stockholm, 23. April. (DNB.) Ministerpräsident Hansson unterstrich in einer Rede, daß sich das ganze schwedische Volk über die Notwendigkeit, die Neutralität Sch webens zu bewahren, im klaren sei. Nur so könne das Land aus einem inten nationalen Konflikt herausgehalten und seine Freiheit und Hnabhängigkeit gegen alle Angriffe, ganz gleich, von welcher Seite sie kämen, verteidigt werden. Dieser Wunsch nach Neutralität werde von allen nordischen Völkern geteilt, die gemeinsam von Fall zu Fall die Lage besprächen und sich gemeinsam Darauf vorbereiteten, einander bei der Aufrechterhaltung ihrer Neutralität zu unterstützen und alle Schwierigkeiten im Falle einer neuen internationalen Krise zu überwinden. Arbeit, und jede wahre Persönlichkeit müsse wachsen auf dem Boden der Volksgemeinschaft. Mit diesem Bewußtsein sollten die Hauptsieger an Die Arbeit gehen; dann werde auch nach außen hin eindrucksvoll unter Beweis gestellt, daß Deutschland nicht nur die besten Soldaten, sondern auch Die besten Arbeiter habe. . Oes Führers Dank. Berlin, 22.April. (DRB.) Der Führer gibt bekannt: Zu meinem 50. Geburtstag find mir ans alten Kreisen des deutschen Boltes und des deutschen * Volkstums im Auslande unzählige Glück- u L t du ...................—r,-----o— rv Ü n f ch e und andere Zeichen des gedenkens ZU- fein, der Sowjetunion zu Hilfe zu kommen, falls sie 'gegangen. Da es mir bei der Fülle der Glückwünsche beispielsweise im Osten von Japan bedroht werden Geschenke unmöglich ist, jedem einzelnen dafür sollte. Man erinnert an das russisch-französische Ab- danken, bitte ich alle Bolksgenossen, die meiner °in° ahnbch- Em chrankung I haben, auf diesem w.g meinen tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. Der Führer dankt für das Geschenk des Gaues Heften. RSG. Arn Samstag sandte der Führer dem Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger ein Telegramm, in dem er seinen Dank für das Geschenk des Gaues hesfen-Rassau zum Ausdruck brachte. Das Telegramm hak folgenden Wortlaut: „Rehmen Sie für die Freude, die Sie mir im Barnen Ihres Gaues mit Ihrer Aufmerksamkeit anläßlich meines Geburlstages bereitet haben, meinen herzlichsten Dank entgegen. Adolf Hitler." Fünf Zahre praktischer Familien- lastenausgletch der Aerzteschaft. Aus Anlaß 'des fünfjährigen Bestehens der vom Reichsärztesühfer errichteten Ausgleichskasse der Kassenärztlichen Vereinigung berichtet das „Deutsche Aerzteblatt" über Die fegens- derung des Besuches seines Kommanda'kten einen Gegenbesuch ab. ♦ Dem jugoslawischen Kriegsminister Armeegeneral Neditsch wurde in Auftrage des Führers das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler überreicht. Das spanische Propagandaministerium teilt mit, daß die Siegesparade mit dem Einzug General Francos i n M a drid endgültig auf den 15. Mai festgesetzt worden ist. * v Der bisherige Gesandte in Tirana, Jacomini diSanSavino.ist zum General st atthal- ter in Albanien ernannt worden, Jacomini hatte sich während der Vorgänge, die zum Anschluß Albaniens an Italien führten, große Verdienste erworben. * Wie Aaenzia Stefani berichtet, wurde vom italienischen Botschafter in Albanien, Jacomoni, und dem albanischen Finanzminister, A li z o ti, ein italienisch-albanisches Wirtschafts-, Handels- und Währungsabkommen unterzeichnet. Danach bilden Italien und Albanien ein einziges Zollgebiet, das für das italienische Zoll- regime gilt. Die bisherige Parität von 6,25 Lire für einen albanischen Goldsranken wird bestätigt. Am italienischen Tag der nationalen Arbeit hat Marschall Balbo bei einer Rundfahrt durch die vier Küstenprovinzen die ersten Urkunden über die vom Großrat des Faschismus beschlossene Gewährung des italienischen Bürgerrechts an die muselmanische Bevölkerung überreicht. * * Brasilien bemüht sich, wie Londoner City, kreise wissen wollen, um einen Kredit in Höhe von mehreren Millionen Pfund. Erst kürzlich hat Brasilien von den Vereinigten Staaten einen beträchtlichen Kredit erhalten. Die ausländischen Geburtstagsgäfie in Potsdam 6 w i M WM ’ f Die Gäste der ausländischen Staaten, die zum Geburtstag des Führers nach der Reichshaup^ stadt gekommen waren, begaben sich — wie wir schon berichtet haben -- am Freitag nach den historischen Stätten Potsdams. Arbeitsdienstmänner in f ri b e r tj t an t en Uniform e n stellten, wie unser Bild zeigt, vor dem Neuen Palais die Wachen und tue Ehrenkompanie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Dr. donfi zum Äeichsgesundheitssiihrer ernannt Berlin, 22.April. (DNB.) Der Führer hat den Parteigenossen Dr. Leonardo Conti zum Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit (Reichsgesundheitsführer) und zum Hauptdienstleiter der NSDAP, ernannt Damit ist Dr. Conti Leiter des NSD. -Aerztebundes. Des weiteren hat der Führer auf Vorschlag des Reichsmini- Staatsrat Dr. Conti. — (Scherl-Bilderdienst-M.) sters des Innern den Pg. Dr. Conti gleichzeitig zum Reichsärzteführer berufen. Ferner hat der Führer den Parteigenossen Dr. Kurt B l o m e zum Hauptamtsleiter ernannt. Pg. Dr. Blome ist stellvertretender Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP. Die Amtseinführung nahm der Stellvertreter des Führers selbst vor. Er wies darauf hin, daß Dr. Conti besonders deswegen mit dem Vertrauen ausgezeichnet fei, das bedeutende und umfangreiche Erbe des unvergetz- lichen Dr. Wagner anzutreten, weil er, ein alter Kämpfer der NWAP., als einer der ersten die Probleme der Volksgesundheit angepackt habe, die heute die nationalsozialistische Gesundheitspflege zum Grundsatz erhoben habe. Mit der Bezeichnung „Reichsärzteführer" sei das Arbeitsfeld des verstorbenen Dr. Wagner viel zu eng umrissen ae- wesen. Der Begriff R e i ch s g e s u n d h e i t s f ü h - r u n g könne eher das Arbeitsfeld feines Nachfolgers kennzeichnen. Was Dr. Wagner in der kurzen Zeit seines Wirkens erreicht habe, sei bewundernswert: dennoch stehe die nationalsozialistischeArbeit auf dem Gebiet der Volksgesundheit ebenso wie auf allen anderen Gebieten er st am Anfang. * Leonardo Conti wurde 1900 als Sohn deutscher Eltern in Lugano geboren. Er besuchte das Gymnasium in Berlin und kam im Sommer 1918 nach bestandenem Notabitur als Freiwilliger zum Mili- tärdienst wurde aber nicht mehr an der Front ein- gesetzt In den Kämpfen der Revolutionszeit stand Dr. Conti als nationaler Student stets in vorderster Front. Er schloß sein Medizinstudium 1924 durch die Promotion ab. 1925 ließ er sich m München nieder, um bann 1927 erneut nach Berlin überzusiedeln. Dr. Conti, der bereits 1923 in Erlangen SA -Mann war, trat 1927 in Berlin in die NSDAK. ein und wurde dort der Organisator des SA.-Sanitätswesens. Später trat Dr. Conti zur U über, wo er heute den Dienstgrad eines Brigadeführers innehat. Er ist dann Gründer der Gau- prganisation Berlin des NSD.-Aerztebundes geworden und seitdem deren Leiter. Zu Dr. Contis wertvollsten Erlebnissen der Kampfzeit gehört die ärztliche Betreuung des schwer verwundeten Horst Wessel. Im Februar 1933 wurde Dr. Conti ins Preußische Ministerium des Innern berufen, im April 1933 wurde er Ministerialrat. 1936 Stadtmedizinalrat von Berlin. Dr. Conti ist in Sportkreisen bekannt geworden durch die Leitung des Ge- undheitsdienstes bei den Olympischen Spielen 1936. Dr. Conti ist Gauamtsleiter für Volksgesundheit im Gau Berlin und Mitglied des Preußischen Staatsrates. Er ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Partei und des Goldenen Gauehrenzeichens von Berlin. Dr. Kurt Blome wurde 1894 in Bielefeld geboren. Er studierte in Göttingen, Gießen und Münster Medizin und rückte im August 1914 ins Feld. Bis zu feiner letzten Verwundung im Oktober 1918 stand Dr. Blome als Offizier — fünfmal verwundet und mit dem EK. 1. Klaffe und dem Goldenen Verwundetenabzeichen ausgezeichnet — ohne Unterbrechung an der Front. 1920 legte Dr. Blome das medizinische Staatsexamen ab. Er nahm am Kapp-Putsch teil und wurde dabei erneut schwer verwundet. Als er 1923 als Mitglied der NSDAP, nach dem 9. November auf Veranlassung der roten Regierung seine Stellung als Assistentarzt der Rostocker Universitäts-Hautklinik verlassen mußte, ließ er sich als Facharzt in Rostock nieder. Im Februar 1924 zog Dr. Blome als völkischer Abgeordneter in den Mecklenburg-Schwerinschen Landtag ein. Nach seinem Wiedereintritt in die NSDAP, wurde Dr. Blome Gauobmann des NSD.-Aerztebundes, später Leiter der Gesamtschulung des NSD.-Aerztebundes. Seit 1934 ist Dr. Blome Gauamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit im Gau Mecklenburg sowie Beauftragter des Stellvertreters des Führers für die Ausnahmebestimmungen der Nürnberger Gesetze. 1936 wurde er Reichsamtsleiter im Hauptamt für Volksgesundheit. Wetterbericht Die am Samstag durch stürmische, auffrischende Winde eingeleitete Unbeständigkeit und Abkühlung hat inzwischen weitere Fortschritte gemacht, wobei es am Sonntag im Gebirge vielfach zu Schneeschauern kam. Mit der vom Atlantik ausgehenden lebhaften Wirbeltätigkeit setzt sich auch bei uns das sehr unbeständige und zu Niederschlägen neigende Wetter fort. Vorhersage für Dienstag: Veränderlich, sehr unbeständig und weitere Niederschläge. Bei lebhaften kräftigen westlichen Winden Tagestemperaturen etwa um 10 Grad. Vorhersage für Mittwoch: Fortdauer des unruhigen und zu Niederschlägen neigenden Westwetters. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (in Urlaub), i. 23.: H. L. Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Güte Fünftens: Die obigen Blatter zeigen die natürliche Größe der wert vollsten Provenienzen Mazedoniens. Man ersieht daraus, daß lange Tabakfäden keine guten Kennzeichen sein können, ebensowenig wie eine längs gerichtete Füllung. Hochwertige Tabakfäden sind ziemlich kurz, aber sehr schmiegsam und in der Füllung elastisch gekrüllt. - vöUjQ , i O;e •avr Da 4*^2 Wann fühlen wir uns behaglich? Oie Wissenschaft erforscht das Klima unserer Wohnung. Von Dr. W. Sievert. Die deutsche Wissenschaft unserer Tage be« faßt sich keineswegs nur mit theoretischen Problemen, sondern hat ganz bewußt ihr besonderes Augenmerk auch der Lösung praktisch wichtiger Fragen zugewandt. Ein besonders wichtiges Gebiet ist die Erforschung des „Wohnungs-Klima s", dessen gute oder schlechte Eigenschaften für jeden von uns von recht erheblicher Bedeutung sind. Die Wissenschaft ist bei diesen Untersuchungen zu einigen neuen und teilweise ganz überraschenden Ergebnissen gelangt, über die unser Artikel berichtet. Einen sehr großen Teil unseres ganzen Lebens bringen wir in der Wohnung zu, und es ist daher naturgemäß für die Wissenschaft wie für die Allgemeinheit wichtig, die besonderen Bedingungen des „Wohnungsklimas" genau zu erforschen. In der Tat hat man in letzter Zeit eine ganze Reihe von besonderen Eigenschaften des „Wohnungsklimas" feststellen und damit praktisch bereits sehr viel erreichen können. Es ist ja klar, daß jede derartige Feststellung für den Architekten, Bauhandwerker, Heizungsfachmann von großer Bedeutung sein muß. Betrachten wir uns einige dieser neuen Ergebnisse etwas näher. Da hat man, um gleich ein überraschendes Beispiel aus der Praxis anzuführen, mit Hilfe sehr genauer Apparate und wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden den Staubgehalt der Luft in zahlreichen Wohnungen geprüft. Es zeigte sich, daß außer dem durchs Fenster eindringenden Straßenstaub auch in der Wohnung selbst fortwährend Staub erzeugt wird. Dieser sehr feine Staub entsteht durch Ablösen winziger Teilchen von der Kleidung, den Teppichen usw., auch die Wände treten in geringem Maße als Staublieferanten in Erscheinung. Unsere Zimmer sind also tatsächlich dauernd etwas staubig, und die eifrigen Hausfrauen bemühen sich ja auch mit Fleiß, dagegen anzukämpfen. Allerdings hat gerade hier die Wissenschaft ein ebenso betrübliches wie unbestreitbares Ergebnis bei ihren Untersuchungen erzielt: das übliche häusliche „Abstauben" ist nahezu zwecklos. Es zeigte sich, daß hierdurch lediglich eine „Ortsveränderung" des Staubes innerhalb der Wohnung, nicht aber eine Staubverminderung, erreicht wird! Wirklich entfernt wird der Staub nur durch Absaugevorrichtungen (wie Staubsauger). Recht wichtig ist ferner die Feststellung der Wissenschaft, daß' für unser Wohlbefinden die Temperatur des Fußbodens von ganz besonderer Bedeutung ist. Denn die Füße kühlen leichter aus als der übrige Körper, während anderseits gerade der Fußboden — die warme Luft steigt ja nach oben! — besonders ungünstig- Wärmeverhältnisse aufweist. Die praktische Nutzanwendung dieser Feststellung besteht darin, den Bodenbelag in unserer Wohnung zweckentsprechend zu wählen. Günstig ist der übliche Holzfußboden — noch günstiger mit dem wärme- lechnisch sehr vorteilhaften Kokosläufer: ausgesprochen ungünstig ist dagegen Stein. Steinböden in der Küche sollten,'so rät uns die Wissenschaft, unbedingt vermieden^ werden. Wann fühlen wir uns am wohlsten? Die Forschung hat sich nun mit der Frage beschäftigt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit wir uns im „künstlichen Klima" unserer Wohnung auch wirklich wohlfühlen. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang ganz offiziell von „Behaglichkeitsklima". Zunächst ist es natürlich wichtig, daß in unserer Wohnung stets gute, nicht verbrauchte Luft vorhanden ist — praktisch ist das eine Frage der zweckmäßigen Lüftung. Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit hatte die Wissenschaft angenommen, daß in einem Zimmer auch im Winter bei geschlossenen Fenstern dauernd ein .Luftaustausch" durch die Mauern stattfände. Zn der Tat zeigt ein berühmter Versuch des großen Hygienikers Pettenkofer, daß man eine Kerze mit Hilfe eines kleinen Blasebalgs durch eine Ziegelmauer hindurch „auspusten" kann. Und doch kommt praktisch überhaupt keine Luft durch die Mauern in unsere Wohnung — der Druckunterschied zwischen innen und außen ist dafür, im Gegensatz zu den Dersuchsbedinaungen mit dem Blasebalg, selbst bei starkem Wind und größtem Temperaturunterschied zu geringfügig. Dagegen findet durch die Fugen der Fenster und Türen ein gewisser Luftaustausch statt, aber er ist längst nicht ausreichend. Auch von der Wissenschaft wird also eine regelmäßige Lüftung gefordert. Als wirksamste Methode einer völligen Lusterneuerung in der Wohnung hat sich die „Querlüftung" erwiesen, die allerdings nur dann möglich ist, wenn die Fenster einer Wohnung nach zwei verschiedenen Seiten gehen und alle Zimmer durch Türen miteinander verbunden sind. Bei einer solchen Querlüstung nach zwei Himmelsrichtungen bilden sich sehr starke Druckunterschiede aus, die für eine rasche Lufterneuerung sorgen. Diese Form der Lüftung braucht also wesentlich 'kürzere Zeit als die sonst üblichen Lüstungsver- fähren. Versuche in der Klima-Kammer. Während des Winters schaffen uns schon die Kachelöfen ober die Zentralheizung ein „künstliches Klima" in der Wohnung, wenn dazu auch noch einige weitere Voraussetzungen gehören. Zn den sogenannten Klima-Kammern, in denen sich jedes gewünschte Klima künstlich Herstellen und in seiner Wirkung auf den Menschen erproben läßt, hat man in letzter Zeit alle für ein künstliches „Betz a g li ch k e i t s k l i m a" in Betracht kommenden Faktoren sehr genau untersucht. Es zeigte sich, daß man nicht einfach etwa eine bestimmte Temperatur als „behaglich" für den Menschen bezeichnen kann: maßgebend ist neben der Temperatur der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, auf den unser Körper geradezu mimosenhaft empfindlich reagiert. Wie stark unser „Behaglichkeitsgefühl" von diesen beiden Faktoren abhängt, zeigt ein interessanter Versuch in der Klima-Kammer: die Versuchspersonen hatten genau die gleiche „Behaglichkeitsempfindung" bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius und in einem anderen Raum bei 28 Grad — nur betrug im ersten Falle der Feuchtigkeitsgehalt der Zimmerluft 100 v. H., im zweiten aber nur 10 v. H. Ze feuchter also die Luft bei gleicher Temperatur ist — desto wärmer empfinden wir sie. Wir wissen jo olle, wie unangenehm „schwül" die feuchtigkeitsgeladene Luft an einem Sommertag kurz vor Ausbruch eines Gewitters auf uns wirkt! Man hat nun auch die Grenzen festgestellt, innerhalb deren sich bei uns das „Behoglichkeitsgefühl" einstellt: sie liegen um 16,5 Grad bei absolut feuchter oder 22,9 Grad bei absolut trockener Luft nach unten, während die obere Grenze des Behagens von den Werten 20,3 Grad bei absolut feuchter oder 29,8 Grad (dieser Wert ist erstaunlich hoch!) bei absolut trockener Luft begrenzt wird. Zm übrigen empfehlen die Wissenschaftler für gewöhnlich einen Feuchtigkeitsgehalt der Zimmerluft von 60 bis 70 vom Hundert, für geistige Arbeit möglichst 55 v. H. Nun kann man allerdings in unseren Wohnungen nur die Temperatur, nicht aber den Feuchtigkeitsgehalt der Lust künstlich regeln — und für Wohnungszwecke genügt das ja auch meistens vollkommen. Wir greifen in dieser Beziehung nur dann ein, wenn etwa bei Dampfheizung die Luft zu sehr aus- getrocknet wird. Zn diesem Fall versuchen wir ihren Feuchtigkeitsgehalt durch das Aufstellen von wasser- gefüllten Schalen künstlich zu erhöhen. Dieser ein« fache Weg genügt aber nicht mehr, wenn Räume vollkommen Klimatisiert" werden sollen. Zu diesem Zweck wird die Luft mit Hilfe großer Ventilatoren von außen angesaugt, sodann gereinigt und aus den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt gebracht, erwärmt oder abgekühlt usw. Die so „vorbereitete" Luft strömt dann in die zu klimatisierenden Räume, in denen dann also jedes gewünschte Klima sich sofort „Herstellen" läßt. Aus aller Wett. 75 Jahre deutsche Shakespeare-Gesellschaft. Am Geburtstag Shakespeares konnte die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft in Weimar ihr 75jähriges Bestehen feiern. Der Präsident der Gesellschaft, Professor Dr. D e e t j e n (Weimar), gab einen Ueberblick über die Aufbauarbeit der Gesellschaft. In Festvorträgen und Jahrbüchern hat die Gesellschaft wichtige Forschungsarbeit geleistet. Sie hat sich auch stets für eine Verlebendigung der Kunst Shakespeares auf der deutschen Bühne eingesetzt. Der bedeutende englische Shakespeare-Forscher Professor Dover Wilson (Edinburgh) und der um die deutsch-italienischen Kulturbeziel)ungen hochverdiente Professor Dr. F a r i n o l l i (Turin), der amerikanische Forscher Professor Stoll sowie Professor Dr. e. h. Hans Psitzner und der langjährige Herausgeber des Jahrbuches Professor Kel- l e r (Münster), wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Walfangflottille „Südmeer" aus der Antarktis zurückgekehrt. . Nach erfolgreicher Jagd ur der Antarktis ist die Walfangflottille „Südmeer" mit ihren fünf Booten nach halbjähriger Abwesenheit in ihren heimatlichen Hafen Rendsburg zurückgekehrt. Kapitän Kirche iß hieß die Heimkehrenden namens des Hamburger Walfangkontors herzlich willkommen und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß alle wieder gesund zurückgekehrt seien.» Die Stadt Rendsburg ließ den Kapitänen der Boote ein Werk über den Walfang in Grönland überreichen, und von der Werft Nobiskrug erhielten die Mitglieder der Besatzung ein Andenken. Feuerwehrmann vom Dampfer „Paris" der Brandstiftung beschuldigt. Zm Verlaufe der Untersuchung zu dem Schiffsbrand im Hafen ^von Le Havre, wobei der französische Ozeandampfer „Paris" zerstört wurde, wurde nach mehrstündigem Verhör ein Mitglied der Besatzung, Cäsar Franck, der als Hilfsfeuerwehr- mann an Bord des im Hafen liegenden Dampfers „Paris" Dienst tat, wegen fahrlässiger Brand- ftiftung unter Anklage gestellt und ins Gefängnis gebracht. Zm Verhör des Franck ergaben sich schwere Widersprüche. Unter anderem hat Franck nicht die vorschriftsmäßigen Wachrunden am Abend des Unglücks zwischen 20 und 22 Uhr durchgeführt. Franck hat erst gegen 22.30 Uhr den Brand in der Bordbäckerei durch Alarm bekanntgegeben. Der Untersuchungsrichter hat in der Wohnung des Franck in Le Havre eine Haussuchung angeordnet. Inzwischen ist vom Untersuchungsrichter die Beschuldigung der bewußten Brandstiftung erhoben worden. Ein schwarzer Tag für die französifche Luftwaffe. In der Nacht zum Samstag stürzte bei Beauvais ein Bombenflugzeug, das in Le Bourget stationiert war, aus 600 Meter Höhe ab. Die fünf Znsasfen, darunter zwei Offiziere, kamen ums Leben. Zn der Nähe von Tours kam es gleich darauf zu einem zweiten noch schwereren Flugzeugunglück. Zwei Bombenflugzeuge, die an Uebungsflügen teil» genommen hatten und sich anschickten, auf den Flughafen von Saint Symphorien niederzugehen, fließen in geringer Höhe zusammen und st ü r z t e n 1 in Flammen ab. Sämtliche neun Insassen, darunter ein Oberstleutnant und ein Leutnant, fanden den Tod. Hilfsmannschaften versuchten sich zu nä. Hern, um die Insassen zu retten, die Flammen schlugen jedoch so hoch und entfalteten ein derartige Hitze, daß die Hilfsmannschaften erst nach einiger Zeit an die Trümmer herankommen konnten, wo schon sämtliche neun Znsassen verbrannt waren. Ein weiteres schweres Flugzeugunglück wird aus Marokko gemeldet. Aus bisher noch unbekannter Ursache ist dort ein Militärflugzeug abgestürzt und zerschellt. Die sechsköpfige Besatzung hat dabei den Tod gefunden. An einem einzigen Tage sind also vier Flugzeuge abgestürzt und 20 Flieger sanden den Tod. Ju 52 fliegt von Berlin nach Tokio. Das Flugzeug Ju 52 .Hans Loeb" — DAHN startete vom Flughafen Tempelhof zum Fluge nach Tokio. Die Besatzung besteht aus dem Direktor der Deutschen Lufthansa, Freiherr v. G a b l e n z, Flug- ' kapitän Helm, Oberflugzeugfunker Kober und Oberflugmaschinist W e l s ch k e. Der Flugweg führt von Berlin über Belgrad, Athen, Beirut, Bagdad, Djask, Karachi, Kalkutta, Alahabad , Rangoon. Bangkok, Hanoi nach Tokio. Nach 13stündigem Fluge ist das Flugzeug in Beirut gelandet, Slurrnverheerungen in Dänemark. An der Ostküste Zütlands und auf den Znseln Fünen und Seeland tobte ein furchtbares 11 n - m etter. Ein. orkanartiger Sturm richtete große Verheerungen an. Häuser wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Das Unwetter war von einer gewaltigen Wasserhose begleitet. Zwischen Gjedser und Nyköping sind die Telegraphenmasten vom Sturm umgerissen worden, so daß jede telephonische Verbindung unmöglich wurde. Außerdem traten im Zugverkehr große Verspätungen ein. Der Schaden ist bedeutend. Personen sind nach den bisherigen Feststellungen nicht zu Schaden gekommen. Fünf Anwefen in einem Eifeldorf eingeäfcherl. Von einem folgenschweren Brandunglück wurde das Eifeldorf Harperscheid heimgesucht. Dort brach in einem Anwesen ein Brand aus, der sich durch den heftigen Sturm rasch ausbreitete und sich auf weitere vier Anwesen ausdehnte. Sämtliche fünf Anwesen, darunter drei größere Bauernhöfe, wurden vollkommen eingeäschert, wodurch fünf Familien, insgesamt 28 Personen, obdachlos wurden. Verluste an Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. Dagegen sind, soweit bisher feststeht, zwölf Stück Vieh in den Flammen umgekommen. Partei und NSV. haben sofort eine Unterstützungsaktion für die Brandgeschädigten eingeleitet und für deren Unterbringung gesorgt. Die Brandursache ist noch unbekannt. Ein polnisches Dorf eingeäschert. lieber den ostpolnischen Kreis Luck ging ein schweres Gewitter nieber, das große Verheerungen anrichtete. 65 Häuser eines Dorfes würben eingeäschert. Menschenleben sind nach ben bisherigen Feststellungen nicht zu Schaden gekommen. Nach langer, schwerer Krankheit entschlief sanft meine liebe Frau und gute Mutter, unsere Schwester, Schwägerin und Tante Frau Liesel Kühr im Alter von 39 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Paul Kühr Karl-Heinz Kühr Familie J. Minnig Gießen, Braugasse (Forstinstitut), Familie H. Geiß Essen, Kiel, den 24. April 1939. Werner Geiß, z. Z. Kreuzer „Köln". Die Trauerfeier findet Dienstag, den 25. April, nachmittags 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt ____02092 Es ist ja so billig, das altbewährte Erdal hZimmerr Wohnung gesucht. Eventl. Tausch einer 2- Zimmer- Wohn. geg.eine3-Zim.- Wohnung. Schr. ?(rmeb. u. 02094 an oen Gießener Anzeiger erbet. [Stellenangebote] Mädchen oderFrau ür Büro und kabrikationsbe- trieb wird zu baldigem Eintritt gesucht, Schreibmaschin.- Kenntnisse erwünscht. Schr. Angeb. u. 3001D an d. Gieß. Anz. Junger Metyger: geselle (im 1. oder 2. Berufsjahr) bei gutem Lohn zu wf. gesucht. soosD EduardSackNachl. Walltorstraße, w mflöB zu einzeln. Dame n . . , £uornt,“S Papierhaos Jung Goethestr,63lll- Seltersrveg 29. 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Forstamt Gießen.______________ Forstamt Krofdorf. I. Am Mittwoch, den 3. Mai, findet in der Gastwirtschaft Moos zu Krofdorf die öffentliche Zuteilung von Derbbrennholz an die noch nicht versorgten Brenn- Holzkäufer des hiesigen Forstamts statt. Es beginnt um 9 Uhr die Gernciirde Launsbach und folgt etwa 9.30 Uhr die Gemeinde Kinzenbach 10.00 Uhr „ „ Heuchelheim 10.30 Uhr „ „ Fellingshausen 11.30 Uhr „ „ Vetzberg 12.00 Uhr „ „ Krofdorf und zum Schluß die Käufer aus den nichtgenannten Gemeinden. Käufer die am Erscheinen verhindert sind, können sich vertreten lassen. Die Forstkasse nimmt im Termin Zahlungen entgegen. II. Am Freitag, den 5. Mai, von 9 Uhr ab, werden in obig genannter Gastwirtschaft aus Revierförsterei Krofdorf, Distr. 6, 7, 8, 9, 16, 20, 22, 25, Revierförsterei Waldhaus, Distr. 47, 51, 55, zusammen 1600 rm Eichen- und 2000 rm Buchen-Reis nach festgesetzten Höchstpreisen öffentlich verkauft. (Der Brennholzverkauf aus der Revierförsterei Salzböden findet Mitte Mai in Odenhausen statt; eine besondere Veröffentlichung erfolgt noch.) 3005D lieber 100 Jahre Photographie berichtet ein Confllnpüortrag am 27. April 1939, 20.15 Uhr, im großen Hörfaal der Universität Eintritt frei. Hierzu ladet Sie freundlichst ein Photo - Kreuzplatz Nr. 9 3007 A LetirmailciieD aus achtbarer Familie gesucht, sowie 1 jüngere branchekundige Verkäuferin in Dauerstellung für sofort oder später. Persönliche Vorstellung ab 3 Uhr nachm. erwünscht. Julius Schulze Strümpfe, Unterzeuge, Wäsche Kreuzplatz, Ecke Seltersweg 2997D wirdeniener geputzt mü dem guten vornehm t Geschmackvoll Persönlich I Diese drei weeent* Hohen ElgenechefteW der gediegenen Familien- Verkäufe Eine 2-Liter- BMW.- Limousine in la Zustand, verkauft im Auftrage 02086 (fugen Pietsch Kraftsahrzeug- Nevaratur Aulweg Nr. 18. Empfehlungen Anzugstoffe an Private Pfeffer und Salz graugestreift u. blau, Mir. 8.80, 10.80, 13.80. 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Iwo? ttr.95 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. 24.Apri!MY Gutes soziales Hilfswerk der Eisenbahner Milämsseier des Liseobchnverrins Gießen Ende 22.30 Uhr. frei’ heute beginnet?, mit in den Familienblättern mit dem Abdruck der großen historischen Er- Zahlung „Der Heilige", der Geschichte König Heinrichs II. von England und seines Kanzlers und Günstlings Thomas Deckelt, den man Conrad Ferdinand Meyers tiefste Gestalt, sein größtes Wagnis und seinen größten Ruhmestitel als Menschenbildner genannt hat. setzen." Am anderen Tag brachte die Stadt dem mittigen Bäckermeister einen Fackelzug. Bezirksfürsorgetagung der Reichsbahnkameradschastewerke im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt am Main. Lademeister i. R., Eberhard Schmidt, Sekretär i. R., Georg Schmidt, Inspektor, Ludwig Schmidt, Zugführer i. R., Adam Zinn, Zugführer i. R., Mathäus Althaus, Zugführer t. R., Karl Alt, Lokomotivführer i. R. und Karl Märzhäuser, Oberinspektor i. R. Reichsbahn-Oberrat Wilke beglückwünschte die Jubilare und stellte sie der Äugend als Vorbilder der Treue vor Augen. Berufskamerad Luh dankte im Namen der Äubilare dem Vereinsvorstand für die Ehrung und gelobte, daß die Mitbegründer des Eisenbahnvereins auch dem Reichsbahn-Kameradschafts-Werk die Treue und stete opferbereite Mit- cu'beit nicht versagen werden. Än kurzen Worten würdigte er auch die Arbeit des Dereinsführers. Schließlich sprach er noch aus persönlichen Erinnerungen über Erlebnisse aus der Gründungszeit des Vereins. Anschließend wurde ein Glückwunschtelegramm des Nachbarvereins Grünberg verlesen. Reichsbahn-Oberrat Krug (Frankfurt a. M.) Walzer für Dich". Sladtthealer Gießen. allen Regeln der Bärenpsychologie hätte er bei ! meinem Anblick die Flucht ergreifen müssen. Aber i er tat es nicht. Er stand still und betrachtete rpid) : neugierig. Plötzlich hell wach tauchte ich in das । Zelt zurück nach meiner Büchse. Aber der Bär kam hinter mir her. Er war so nah, daß ich keine Zeit hatte, das Gewehr an die Backe zu nehmen. Äch schoß' von der Hüfte und in meiner Aufregung völlig daneben. Hätte er feine Chance wahrgenommen, hätte er mich mit einem Hieb seiner Tatze zu Boden strecken können. Aber glücklicherweise hatte der Knall der Büchse ihn erschreckt, und er nahm Reißaus. Ich zielte rasch, feuerte, und er brach tot zusammen. Eine Woche später fand Shorty, einer unserer Kameraden abends bei der Heimkehr sein Zelt in Fetzen gerissen, Tee und Mehl überall verstreut, Konservenbüchsen aufgeschlitzt, äls wären sie mit der Axt gespalten. Shorty hatte kein Gewehr bei sich und sein Zelt war von den unseren durch einen dichten Busch getrennt, der bei Dunkelheit nicht geheuer zu durchqueren war. So mochte er. sich em großes Feuer an und verbrachte die Nacht in einem Schlafsack. Morgens wachte er vom Krachen eines Zweiges auf. Etwa 100 Schritt von ihm entfernt stand ein riesiger Grizzlybär. Shorty ergriff die Art und schlug aus allen Kräften damit auf die Bratpfanne, um einen fürchterlichen Lärm zu machen. Der Bär betrachtete ihn eine Weile ruhig, dann trollte er sich langsam davon. Tom Keating, ein alter, fast tauber Goldgräber, arbeitete ein paar Kilometer von uns entfernt. Eines Tages wollte er Korporal Allen von der Distriktspolizei einen Quarzfund zeigen. Keating ging mit seinem Gewehr voran, Allen mit einer Doppelaxt, aber ohne Gewehr, hinterher. Plötzlich tarn aus einem Tannendickicht unmittelbar hinter Keating ein riesiger Grizzlybär. „Achtung, Tom!" schrie der Korporal. Aber der Alte war zu taub, um ihn zu hören. Der Bär stürzte sich auf Keating und riß ihm mit einem Hieb seiner Tatze den halben Skalp herunter. Als der Alte stürzte, kauerte der Bär sich über den Körper. Allen rannte herbei und versetzte dem Tier mit der Axt einen furchtbaren Hieb auf den Kopf. Halb betäubt, drehte der Bär sich um und tief fort. Allen beugte sich ZU dem Alten nieder, aber der war noch bet Be- , wußtsein und murmelte: „Kümmere dich nicht um . mich. Nimm mein Gewehr. Gib acht. Er wird : wiederkommen." Tatsächlich hatte der Bär schon : wieder Kehrtgemacht und ging zum Angriff über, i Allen ergriff das Gewehr, schoß rasch und zer- i trümmerte dem Bär eine der Vordertatzen. Der > Bär zauderte, und Allen konnte ihm drei weitere Kugeln in den Leib jagen, die ihn erledigten. Keating hatte 52 Wunden in der Kopfhaut, ein Bein war an zwei Stellen gebrochen und drei Rippen eingedrückt. Aber es gelang, ihn rechtzeitig genug ins Hospital zu bringen, um sein Leben zu retten. Als wir im Herbst Squaw Creek verließen, legten wir das letzte Stück im Auto zurück. Ein Mischling steuerte, und ein aufgeregter kleiner Kerl, den wir Cookie nannten, saß neben ihm. Plötzlich stoppte der Mischling kurz. Mitten auf der Straße stand ein großer schwarzer Bär. Der Fahrer tutete, aber der Bär rührte sich nicht. Da schoß Cookie. Der Bär brach zusammen, scheinbar tot. Cookie rannte hin, der Hund des Mischlings mit ihm. Plötzlich sprang der Bär auf, lebendig wie je, stürzte sich auf den Hund. Der Hund flüchtete zu Cookie, Cookie ließ sein Gewehr fallen und rannte davon, indem er schrie: „Schießt ihn!" Aber der Bär war so dicht hinter ihm, daß keiner von uns es wagte. Schon griff der Bär nach ihm, warf feinen Hut herunter und riß ihm das Sitzteil aus feinen Hofen heraus. Aber da fing*Cookie erst richtig an zu rennen. Als er eine Lichtung überquerte, gewann er genug Zwischenraum, um uns zu Schuß kommen zu lassen. Zwei von uns schossen gleichzeitig, und der Bär fiel, mausetot. Aber Cookie hatte nicht einmal die Schüsse gehört. Er rannte immer weiter, bis er an einen Baum kam, an dem er hochkletterte. Er war schon halb oben, als er zum erstenmal wagte, zurückzublicken, und da sah er, daß sein Verfolger erledigt war." B. Die Einnahmen im Geschäftsjahr 1938 beliefen sich auf 394 772,38 Mark, dazu kommt der Kaiien- bestand vom Vorjahr mit 84 583,95 Mark, so daß zusammen 479 356,33 Mark auf der Einnahmeseite zu verzeichnen waren. Die Ausgaben erforderten 417 290,42 Mark, es verbleibt also arh Schluß des Geschäftsjahres ein Kassenbestand von 62 065,91 Mark. Reichsbahnrat Weber als Gaustellenleiter 1 des Amtes für Beamte sprach für die gute soziale Arbeit des Bezirksverbandes herzlichen Dank und volle 2IncHennung aus und forderte alle Kameraden der Reichsbahn auf, an diesem segensreichen Werk weiter tatfroh mitzuardeiten und mitzuhelfen zum Besten der fürsorgebedürftigen Berufskameraden. Oberreichsbahnrat Krug sprach noch dem Bezirksfürsorgeleiter Knaupp Dank und volle Anerkennung für sein Wirken aus und schloß dann die Tagung in üblicher Weise. Stadtrundfahrt - Ausflug zum Schiffenberg. Am Samstagnachmittag hatten die Tagungsteilnehmer Gelegenheit, die Stadt Gießen bei einer ausgezeichnet organisierten Rundfahrt und unter sachverständiger Führung kennenzulernen. Die Fahrtteilnehmer, die in fünf Omnibussen unterwegs waren, erhielten in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit einen umfassenden Ueberblick und Eindruck von unserer Stadt. Nach der Rundfahrt wurde noch dem Schiffenberg ein. Besuch abgestattet, der am Samstag von stürmischen Winden umbraust war. Trotzdem wurde von den Gästen der schönen landschaftlichen Umgebung von Gießen alle Aufmerksamkeit gewidmet. Frostrat Nicolaus hieß , die Gäste im Namen der Heimatvereinigung Schif- ; fenberg willkommen und Stadtbaurat G r a v e r t gab einen interessanten geschichtlichen Rückblick. Aus der Stadt Gießen.! Erlebnisse mit Kindern. Die Kinderfürsorge erforderte eine Aufgabe von rund 82 300 Mark. Für 760 Kinder wurden Kinderkuren in Heilstätten und Erholungsheimen gewährt. Für sonstige Heilfürsorge wurden 124191 Mark abgegeben. Jeder Berufskamerad, der eine Kur braucht, kann sie durchführen, die Kosten übernimmt die Bezirksfürsorge. Die Mütterfürsorge brachte im Berichtsjahr eine Ausgabe von rund 9500 Mark. In jedem Jahre wird eine Anzahl von kinderreichen und von gesundheitlich geschwächten Müttern in das eigene Erholungsheim in Ems-Lindenbach geschickt. Im Berichtsjahr wurden 141 Mütterkuren durchgefuhrt. Jede Kur dauert durchschnittlich 21 Tage. 3n Ibietcm Zusammenhgng wies der Vertreter der NS-V., Pg. I o h , auf die von der NS.-Frauenschaft und dem Deutschen Frauenwerk geschaffene Nachbarschaftshilfe hin, die es erholungsbedürftigen Müttern ermöglicht, sich einmal für eine Kur von zu Haufe freizumachen. .. Kuren für Erwachsene in Heilstätten und in Erholungsheimen wurden in 370 Fällen gewährt, Ernährungsbeihilfen für Tuberkulosekranke usw. in 753 Fällen, Arbeitererholungskuren von je 7 Tage in 421 Fällen, Hauspflegen und Betten in 80 Fallen. Krankenhausfürsorge wurde vorschußweise in 632 Fällen geleistet, Ausgesteuerten-Fursorge in 74 Fällen. r c . Wirtschaftliche Fürsorge erforderte einen Kostenaufwand von rund 25 000 Mark, die Fürsorge für ausgesteuerte Arbeiter kostete rund 15 500 Mark, für sonstige Fur - sorge maßnahmen wurden rund 54 400 Mark ausgegeben. Zu Weihnachten würden 165 Familien beschert, Säuglingspakete, die sehr begehrt sind, wurden 191 verausgabt, Bettwäsche in elf Fallen, meist für Tuberkulöse, die Karenztage wurden in 1525 Fällen vergütet. Der gestrige Sonntagnachmittag brachte in den Räumen des Gesellschaftsvereins die Feier des 40jährigen Befteheris des Eisenbahnoereins Gießen, an der die Mitglieder und deren Angehörige sehr zahlreich teilnahmen und die ganz im Zeichen der Kameradschaft und der geschichtlichen Rückschau stand. Die festliche Veranstaltung fand ihren Auftakt mit ausgezeichneter Musik der Kapelle K r e n g e l, die auch den weiteren Verlauf des Festes verschönte. Der Lokomotivführer- Gesangverein fang unter der Leitung von Chormeister Nicolai ein Lied und leitete damit zur Ansprache des Vereinsführes Reu sch über, der einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte des Vereins gab und dabei die Leistungen des Vereins im Dienste der Kameradschaft und der Fürsorge für die Eisenbahner und deren Familien würdigte. Abschließend sprach er von den großen politischen Taten unseres genialen Führers und von den hohen Verpflichtungen, die auch von den Eisenbahnern als Dank an den Führer zu erfüllen seien Reichbahn-Oberrat Wilke nahm sodann die Ehrung der 15 Mitgründer vor, deren Verdienste er in nachhaltigen und ernsten Worten würdigte. Die Jubilare wurden mit einer schönen Plakette lReliesbild des Führers) bedacht. Folgende Berufskameraden wurden damit ausgezeichnet: Karl Andreas, Oberinspektor, Heinrich Berg, Schrankenwärter, Ludwig Jung, Ladeschaffner, Georg Kühn, Obersekretär, Karl Luh, Oberinspektor Georg Meininger, Zugführer, Georg Neurath, Dreher i. R., Ludwig Pfeiffer, Zeitschriften. — Die ersten Schwierigkeiten beim Füttern des kleinen Kindes tauchen auf, wenn mit der Breikost begonnen wird. Die Brust oder die Flasche sind dem Säugling ja vom ersten Tage an bekannt, an den Löffel dagegen muß er sich erst langsam gewöhnen, und so manche junge Mutter muß hier ein großes Maß an Geduld aufbringen. Wie füttert man also das Kind am besten, und wie gewöhnt man es an Breikost bzw. überhaupt an feste Kost? Hierüber lesen wir einen lehrreichen Beitrag in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Mutter und Kind (Verlag Elwin Staude, KG., Berlin W 30 und Osterwieck). Ebenso interessant sind für alle jungen Mütter auch die weiteren Beiträge des Aprilheftes, wie z. B.: „Hygiene des Schulkindes", „Oh Peterle , „Den Müttern der Schulneulinge", „Warum Lasten- ausgleich für Kinderreiche?" usw. usw. Praktische Winke für die Mutter und Hausfrau, eine Bucher- schau und Hinweise auf praktische Kinderkleidung beschließen das Heft. Oer freimütige Bäckermeister. Von Karl Neurath. In einer schönen und tätigen Stadt in der Nähe des Rheins lebte ein gelehrter und tüchtiger Bürgermeister, aber seitdem ihm der Fürst gestattet hatte, seine Gänse mit denen des Hofes auf derselben Weide gehen zu lassen, weil das Gras in dem Platanenhain nicht so hoch in den Halm schießen sollte war er eitel und hochmütig geworden und ceRet sich darin, die kleinen Leute bös anzula sen, wenn es einer an der gehörigen Ehrfurcht fehlen ließ. Aber auch den reichen Bürgern machte er das Leben sauer und ließ sie seine Macht und Herrlichkeit fühlen. Nun war da auch ein Bäckermeister in der Stadt, ein ehrlicher und rechtlicher Mann, den alle wegen seines Freimutes und feines Witzes liebten. Dem war der Bürgermeister besonders qram, denn obwohl sie nicht miteinander verwandt waren, trugen sie doch denselben Namen und der Fürst liebte es zuweilen, den Bürgermeister damit aufzuziehen, daß er sich nach seinem Zwillingsstuck Gloria-Palast (Seltersweg): „Urlaub auf Ehrenwort". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Em Für die Vorstellung am Donnerstag, 27. April, „Minna von Barnhelch" sind noch Karten im freien Verkauf abzugeben. Anfang der Vorstellung 20 Uhr, Männer und Bären. Goldgräber-Abenteuer in Kanada. Wenn auch die „großen" Zeiten des Goldgräber- tums, wo viele Tausende von Abenteurern in das gelobte Land des Reichtums zogen und hier Städte aus dem Boden schossen, vorüber sind, so gibt das Schürfen nach Gold in gewissen Teilen Alaskas und Kanadas immer noch einer stattlichen Anzahl von Männern ihr Brot, und kürzlich erhielt es durch frische Funde sogar einen neuen starken Auftrieb. Es müssen Männer von Eisen sein, die mit dem Gewehr ebensogut umzugehen wissen wie mit Schaufel und Hacke, die sich diesen Beruf erwählen. Das beweisen die Abenteuer, die A. R. W i ll i s aus der Zeit seines Goldgräbertums in der Zeitschrift „Answers" erzählt: „Kürzlich verlebte ich einen Sommer als Goldgräber in dem wilden kanadischen Hinterland von Yukon. Die Indianer hatten uns vor Bären gewarnt, und tatsächlich sahen wir Dutzende von frischen Bärenspuren längs des Tatschenschml-Flus- ses. Aber wir erreichten Squaw Creek, ohne em Fell zu Gesicht zu bekommen. Es heißt, daß im allgemeinen der schwarze Bär nicht ohne Not Menschen angreift, ebenso wenig der Braunbär. Manche Kenner behaupten sogar, daß selbst der Grizzlybär nach Möglichkeit den Menschen meidet. Ich persönlich möchte keine bestimmten Behauptungen über die Temperamente der einzelnen Bären auf|tellen; sie sind zu unberechenbar. Unsere erste Begegnung geschah ein paar Tage, nachdem wir das Lager aufgeschlagen hatten. Kurz nach Sonnenaufgang erwachte ich von einem Kratzen dicht an meinem Kops. .Durch mein Moskitonetz sah ich einen großen Schatten auf dem Zeltdach gerade über mir. Noch halb im Schlaf stand ich auf und blickte hinaus. Der Kopf eines großen Braunbären tauchte über dell Zeltstangen aus. Nach ^Das^ war keine Freude für des Bürgermeisters Herz, aber noch verdrießlicher war es daß der Bäckermeister feinen Laden dicht neben dem Rat haus hatte und zu jeglicher.Zeit.'wenn erjum Dienst ging, breit und mit aufgeregter Gelassenheit in feinem Fenster lehnte. Als heiteres Gegenstück zu dem frostigen Bürgermeister dehnte er sich m dem Rahmen, rührte sich nicht um einen Zoll, sondern legte nur einen Finger an die Stirn uno sagte mit gelassener Miene seinen Gruß. Der lautete edesmal: Seiner Herrlichkeit einen Gruß von seinem geringen Namensvetter. Dann dankte der Bürgermeister mit mühsam verhaltenem Zorn. 9 Eines Tages aber, da er nach einer erregten Siyunq das Rathaus verließ und der Bäckermeister wie immer breit und mit aufreizender Gelassenheit inU feinem Fenster lehnte, sprang ihm der Zorn iäh ins Herz und während sich der andere mit einem gewöhnlichen Gruß empfahl, blieb ber Bürgermeister zur Verwunderung seiner Begleiter plotz. lich stehen? noch hitzig von der heftigen Auseinandersetzung mit dem Rat der Stadt, und schrie mit -zitternder Stimme: „Es geziemte euch bester' eure gemeine Kehrseite aus dem Fenster zu strecken als eure vermaledeite Fratze!" friTA(,r Seinen Freunden stockte der Atem ob solcher Unüberlegtheit, die doch zugleich eine bösliche Le schimpfung des Bäckermeisters war Der aber bl eb in seiner Gelassenheit, verneigte sich ein wenig und sagte mit mildem Lächeln: „Das habe ich gesten bahnfürsorge zu wenden. auf den Tag getan. Da sagten alle Leute: Guten Tag, Herr Bürgermeister!" Der begriff nicht gleich, aber dann stürzte er davon, tobend vor Wut, um sich bei dem Fürsten zu beklagen. . Ohne ein Lid zu rühren hörte der ihn an, dann schlug er dem Bürgermeister auf die Schulter und sagte leichthin: „Merkwürdig, was manche Leute für ein scharfes Auge haben. Wir wollen den Bäckermeister zum Obersten über unsere Rechnungskammer Wir sind im „Heidi"-Film. Um uns herum sitzen viele Kinder, die bald fröhlich, bald traurig den Ereignissen auf der Leinwand mit Spannung folgen Als das kleine Heidi einmal ganz allein ist und feinen Großvater sucht, ruft eine kleine Zu-, fthauerin tröstend zu ihm hinaus: „Heidi"! Dem frohen Abend der Eisenbahner am Freitag, Wir sind beim Einkäufen. Ein kleiner, niedlicher über den wir am Samstag bereits berichteten, folgte c Iunae hält sein Geldtäschchen der Verkäuferin ent- um Samstagvormittag im Speisesaal der Lahnhofs- i gegen und verlangt stürmisch ein Pfund Erbsen. Gaststätten zu Gießen die B e z i r k s f u r s o r g e- Am Ende sollen es Linsen fein?" meint diese, was tagung des Bezirksverbandes Der aber nur ein Hohngelächter bei ihm auslöst. „Wem Reichsbahn kameradschaftswerke i m gehörst du denn?" ist die nächste Frage. „Ei, meiner Reichsbahndirektionsbezirk Frank - । Mamma!" sagt der kleine Mann stolz. f u r t a. M. Zu der Tagung waren die Vertreter . Auf der Straße begegnen uns viele kleine Mäd- aller Reichsbahnkameradschaftswerke des Bezirks er- chen und Buben mit ihren neuen Schulranzen. Sie schienen, ferner von der Kreisamtsleitung der N^V. kommen sich sehr wichtig vor, man sieht es ihrem in Gießen Pg. Joh und vom Sozialamt der otaöt Gang ordentlich an. Die kleineren, sonst sehr be- Gießen Verwaltungsamtmann Pg. Keitzer. liebten Spielgefährten, die sich bemerkbar machen Der Leiter des Bezirksverbandes, Oberreichsbayn- wollen, werden heute nicht beachtet; das ist unter rat Krug (Frankfurt a. M.), leitete die Arbelts- ihrer Würde. Plötzlich lautes Geheul: em kleines tagung der Fürsorgeleiter mit einer kurzen richtung- Mädchen hat ihre Mutti verloren und sucht sie nun weisenden Ansprache ein. Danach stand Der unter Anteilnahme Der gesamten Straßenbevölke- runq. Alle Tröstversuche scheitern bei diesem Kum- ^aiigrcuevei uwi mer, bis die Gesuchte endlich aus einem Laden aus- Ü6er btt RunOWflrbClt tauch, mid da- Küken unter di- schützenden Mg--i Mittelpunkt der Beratungen. Hierzu sprach find schon grab und st-indig. kEN b t chren UL'°nUÄnd in berichtenden Darlegungen. schon Kaffee- und TeezahneI und zusätzliche WohlfahrtSeln- KavitäN (Schmehl 70 Jahre alt. richtung für alle Bediensteten der Reichsbahn. . .. , _r . I sie foll als freiwillige Fürsorge alle Reichsbahn' Am 27. y wirb her ue^nD7boe^X behienftrien und deren Angehörige irn Rahmen der rungsrat a. D. Karl S chm e h l m Berlin 70 Jahre Mittel betreuen und insbesondere da alt. Kapitän Schmehl, ein geborener Gießener, ist I wo die Fürsorge der Versicherungstrager rin alter Seemann von echtem Schrot und Korn, der öffentliche Fürsorge Lücken lassen. Die Be- sich vielfach bewährt hat, sich auch in unserer Stadt ^fürsorge ist auch eine W o h 1 s a h r t s e i n - in weiten Kreisen hoher Wertschätzung erfreut und Achtung Des Gefolgfchaftsführers, hier einen großen Freundeskreis^ besitzt In Ane^ Reichsbahnoerwaltung einen großen Teil der kennung seiner Verdienste nn Verlaufe feines See- ^sten zur Durchführung der Futsorgemaßnahmen mannslebens, über die im Gießener Anzeiger wie- Mrforqe ist aufgebaut auf kamerad- d erholt eingehend berichtet wurde, und in dankbarer . • • ^.xer Grundlage und im Gemein- Würdigung der von ihm allezeit bekundeten treuen s^gftsgedanken der gegenseitigen Anhänglichkeit an seine Vaterstadt Greßen verlieh s- mirb erhalten durch Spenden und Bei- ihm Oberbürgermeister Ritter im Jahre 1936, an- . mi(I iI)re Arbeit nicht neben den übrigen läßlich der 50. Wiederkehr des Tages Des Eintritts Fjjrsöraetinrichtunqen ausüben, sondern m i t ihnen Schmehls in den Seedienst, als äußeres Welchen der o 19 Gemeinschaft, also mit der NSV. und den Hochschätzung die Ehrenplakette der Stckdt Gießen, „ Mchen Fürsorgeeinrichtungen. Ihre Aufgabe als die nur für befondere Leistungen Dienste der All- herufsstandische freiwillige Fürsorge besteht auch gemeinheit gegeben wird. Im Jahre 1337 wurde an tiefer Einrichtung Beteiligten mit dem verdienten Seeoffizier m Anerkennung ferner Gedanken zu erfüllen, bei diesen Fürsorgemaß- hervorragenden Beteiligung an den Kämpfen gegen [eid) ,bcm Volksganzen zu Helsen, die Spartakisten im Jahre 1910 ln Berlin von dem Sod^n berichtete her Redner an Hand des Bundesführer des Damaligen Deutschen Reichskne. Hgjiresberichts ; ü r das Geschäftsjahr gerbundes „Kyffhäüser", dem fetzigen Reichskriegs- 1938 über bie praktische Arbeit im verflossenen sichrer des NS.-Reichskriegerbundes, General R ein- ^s dem Bericht und den Ausführungen Hard, ritte entsprechende Ehrenurkui^v überreicht, Redners ist folgendes mitzutellen: während der Berliner Gaufuhrer des NS.-Deutschen Tuberkulosefürsorge wurden im Marinebundes, Admiral von ^^vtha, Kapitan ^^richtsjahr 83398 Mark ausgegeben. 70000 Mark Schmehl Die Ehrennadel mit Der Zahl „40 üben omecf qab bie Reichsbahnverwaltung, aus reichen ließ und ihn gleichzeitig zum Ehrenmitglied ' 'emftteln ^urben runb 13 000 Mark gegeben, der Berliner Marlne-Kameradschaft ernannte Kapi- jn Tuberkuloseheilstätten für Erwachsene fän Schmehl ist auch schon fett melen Wen rourben 130 Bedienstete, ehemalige Bedienstete Ehrenmitglied her Gießener Marine-Kameradschaft beren Angehörige, ferner für 18 Kinder durch- unb noch sechs anderer Marine-Kameradschaften. ;übrt $ic Erfassung der Tuberkulosekranken des Zu feinem 70. Geburtstage bringen auch wir dem ^riorqeroer£5 „folgt in engster Zusammenarbeit alten Seemann unse-en herzlichen Glückwunsch Dar. «Ärzteschaft des Bezirks. Es wird bei Bornotizen. diesem Kamps gegen die Tuberkulose großzügig ge- » e , v £ . w handelt. Der Vertreter der Kreisamtsleitung der Tageskalender für INontag. NSB in Gießen, Pg. Joh, hob in diesem Zu- " ' ' ' """ scunmenhang die gute Zusammenarbeit der N^V. mit der Reichsbahnfürsorge hervor. Bezirksfürsorgeleiter Knaupp stellte auch die gute Zusammenarbeit mit der Gauamtsleitung der NSV. fest. Der Kameradschaftswalter für den Gießener Bezirk, Pg. Reusch, empfahl Den Berufskameraden, sich in allen Fürsorge fachen immer zuerst an die Reichs sprach von-dem tieferen Sinn der Umbenennung der „Eisenbahner-Vereine" in das „Reichsbahn- Kameradschafts-Werk" und betonte dessen Aufgaben auf dem Gebiete der Kameradschaftspflege, des berufsständischen Zusammenschlusses und der sozialen Fürsorge für die Kameraden und deren Angehörige. In herzlichen Worten sprach er von den starken Eindrücken, die er im Verlaufe der vergangenen Tage in Gießen empfangen konnte und dankte allen Mitwirkenden der Tagung, des Kameradschaftsabends und der Jubiläumsfeier. In ernsten Worten sprach er von der selbstverständlichen Anerkenntnis der wertvollen Arbeitskraft eines jeden Eisenbahners im Betrieb der Reichsbahn. Der Abend war dann der geselligen Unterhaltung, der Musik, dem Gesang und dem Humor gewidmet. Herr F e u s e r erfreute mit der vorzüglichen Wiedergabe einiger Lieder, die Herren Wehn, Sondermann und S t e u e r w a l d trugen mit Ter- zettvorträgen zur Unterhaltung und zur Heiterkeit bei, Frau B r u s i u s sang und brachte in der Gemeinschaft mit Herrn F e u s e r und Herrn U d e auch Duett und Terzettvorträge zu Gehör, die herzlichen Beifall auslösten. Frl. Margot Wagner (früher Gießen, zur Zeit Ballettschule Münchens bewies mit einigen Solotänzen ihr Können. Dankbar folgten die Zuhörer und ließen es an Aufgeschlossenheit für die verschiedenen Darbietungen nicht fehlen. Tanz beschloß die harmonisch verlaufene Jubiläumsfeier. Oie Aufgaben der Kindergruppen des Deutschen Frauenwerkes. Wir alle wissen, daß unsere Kinder mit zehn Jahren zum Jungvolk oder BDM. kommen. In weiser Voraussicht, um unseren Kleinen den Uebergang dieser ersten ernsteren Pflicht im Leben etwas zu erleichtern, hat das Deutsche Frauenwerk die Kindergruppen errichtet. Hier ist zunächst alles noch Spiel! Ganz unmerklich für das Kind aber tritt die Käme- radschaft hinzu, das Gemeinschaftsgefühl, das Eintreten des einen für den anderen. Spielend erlernen sie diese erste Menschenpflicht, die ihnen später das Leben so erleichtern wird. Dor allem aber ist auch der Freude Roum gegeben. Vergnügte Spiele, lustiges Turnen, Singen, Basteln lassen diese Nachmittage nur allzu schnell für die Kleinen vergehen. Und nun kommt der Sommer, und die Leiterinnen wer- den nicht versäumen, recht oft mit den Kleinen ins Freie zu gehen. Was für herrliche Entdeckungen kann man da machen: Wolken, blauet Himmel, Blumen, Käfer, Bäume, alles wird ein unerschöpfliches Frage-Gesprächsthema sein. — Und die Spiele im Freien machen ordentlich Hunger und rote Backen. So wird Mutti ganz zufrieden fein, wenn die Kleinen nach Hause kommen. Keine Mutter versäume also, ihre Kinder in die Kindergruppen des Deutschen Frauenwerkes zu geben. Ruudgana »um Schaufenster-Wettbewerb. Einen schönen und sinnvollen Abschluß fand der Schaufenster-Wettbewerb 1939 in unserer Stadt mit einem Rundgang, bei dem die Arbeit, die im Rahmen des Wettbewerbs geleistet worden war, einer besonderen Würdigung unterzogen wurde. Zu dem Rundgang hatten sich Kreisleiter Backhaus, Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, der Hitler- Jugend, der Industrie- und Handelskammer, der Organisationen des Handels und des Gewerbes, der Gewerbeschule usw. eingefunden und ließen damit erkennen, daß die im Wettbewerb geleistete Arbeit über die Preisbewertung hinaus Anerkennung in weiterem Kreise fand. Erfreulich war es — und cs verdient in diesem Zusammenhänge besonders bemerkt zu werden —, daß auch die Bevölkerung unserer Stadt an dem Wettbewerb stärksten Anteil nahm und mit viel Interesse die Schaufenster betrachtete, die mit dem Kennzeichen des Wettbewerbs versehen waren. Don berufener Seite wurde den Rundgangsteil- nehmern ein Ueberblick und eine Charakteristik der Arbeit vermittelt. Darüber hinaus bildete sich jedermann aus eigener Anschauung ein Urteil. Der Kreisleiter gab seiner Freude und Anerkennung über die gezeigten Leistungen Ausdruck. Einige der Wettbewerbsteilnehmer beglückwünschte er persönlich. Bei dem Rundgang wurde der größte Teil der im Wettbewerb befindlichen Schaufenster betrachtet. Feierliche Immatrikulation an der Ludwigs-Universität Arn vergangenen Samstagvormittag fand in der festlich geschmückten Aula der Universität die feierliche Immatrikulation der Studenten und Studentinnen (etwa 120 an der Zahl), die sich zum Studium an unserer Universität eingeschrieben hatten, statt. Se. Magnifizenz, der Nektar Prof. Dr. Seifer hieß die Studenten und Studentinnen im Namen der Universität herzlich willkommen. In seiner Ansprache erinnerte er zunächst an die großen geschichtlichen Ereignisse der vergangenen Monate, würdigte des Führers geniale politische Initiative und ließ die hohe Bedeutung der politischen Großtaten für die Gegenwart und Zukunft unseres Volkes erkennen. In seinen weiteren Darlegungen wandte er sich den Aufgaben der deutschen Universitäten und des deutschen Studenten im besonderen zu und führte u. a. aus: Die nationalsozialistische Staatsführung hat die Hochschule verpflichtend in den Bannkreis chrer Dynamik gezogen. Eingegliedert in die Volksgemeinschaft als das tragende Fundament der Leistungsgemeinschaft, erfüllt sie mit den Aufgaben der Forschung und des wissenschaftlichen Lehrbetriebs eine besonders wichtige Mission im Rahmen des Aufbauwerks. Das Riesenmaß der Arbeit wächst mit den politischen Erfolgen. Da das Erziehungswerk der Hochschule sich nicht auf die Vermittlung von Fachwissen beschränkt, sondern allen Bedürfnissen der Persönlichkeitsgestaltung Rechnung zu tragen hat, setzt die zielbewußte Nutzung der Hochschuljahre heute jene Härtung des Charakters und disziplinierte Einordnung in die Gemeinschaft voraus, die hie Haltung des politischen Studenten bestimmen. So legen Sie heute das feierliche Gelöbnis ab zu Gehorsam gegenüber Ihren Gesetzen und zur Achtung Ihrer Lehrer und zugleich das Versprechen eines ehrenhaften Lebenswandels und einer_ eifrigen Pflege Ihrer Studien. Mit diesem Gelöbnis rücken Sie in eine Gemeinschaft ein, die Sie in ihren Reihen herzlich willkommen heißt und Ihnen in kameradschaftlicher Verbundenheit stets bereitwillig helfend zur Seite steht. Möge der Ernst des Strebens, mit dem Frohsinn der Jugend gepaart, Ihnen Erfolg und Freude bescheren und das Ge- den'kblatt der Gießener Burschenjahre zur schönsten (Erinnerung Ihres studentischen Lebens werden! Im weiteren Verlauf der Feier sprach bann Studentenführer Frank zu den Studierenden. Er hieß besonders die Kameraden willkommen, die Gießen zu ihrer Stammuniversität gewählt haben. Er begrüßte ferner die alten Bekannten und Kameraden, die nach kurzem Studium an anderen Hochschulen zu ihrer Stamm- unioersität, die ihnen sicherlich ein Stück Heimat geworden sei, zurückkehrten. Er schilderte die Vorzüge der Universität in der Mittelstadt und sprach dann davon, welch ernsten Schritt jene unternehmen, die sich an einer deutschen Hochschule einschreiben. Jeder Studierende bekgnde damit, daß er in vorderster Front arbeiten wolle und an erster Stelle zu stehen gewillt sei im Einsatz für Führer und Volk. Die Universität gebe mit all ihren Einrichtungen dafür das nötige Rüstzeug. Sodann sprach der Studentenführer von Gesetzen, die vor allem die Grundlagen der im Werden begriffenen nationalsozialistischen Hochschulen bilden, die mit zu verwirklichen eine Aufgabe des NS.-Studentenbundes sei. Abschließend machte der Studentenführer auf die hohen Forderungen aufmerksam, die in wissenschaftlicher und politischer Hinsicht an den Studenten gestellt werden. Er forderte dazu auf, sich der stolzen und verpflichtenden Tradition des deutschen Studen- tentums bewußt zu sein. Die Geschichte werde einmal darüber urteilen, ob das Studententum und dis Hochschule zur Zeit Adolf Hitlers die Zeichen der Zeit erkannten. Im Anschluß daran folgte die feierliche Verpflichtung der neuen Studenten an unserer Universität. Universitäts-Dürodirektor Kinkel verlas die 93er- pflichtungsformel und rief jeden einzelnen Studenten auf. Se. Magnifizenz verpflichtete sodann die Studenten und Studentinnen durch Handschlag und nahm sie damit in die große Arbeitsgemeinschaft unserer Universität auf. Jahreshauptversammlung der Spar- und Oarlehnskaffe Wieseck. Die Spar- und Darlehnskasse (e. G. m.b. H.) Wieseck hielt am Samstagabend bei Gastwirt Schepers ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Auffichtsrates Schreinermeister Gustav Seibert eröffnete die Generalversammlung und gedachte zunächst der verstorbenen Mitglieder, die die Versammlung in üblicher Weise ehrte. Hierbei gedachte er besonders des Mitbegründers und langjährigem Aufsichtsratmitgliedes Johannes Deibel. Danach verlas er die Revisionsberichte von 1937 und 1938. Den Geschäftsbericht erstattete der Vorsitzende der Kasse, Adolf Weller. Dem Bericht, der eine sehr günstige Entwicklung der Kasse nachweist, entnehmen wir folgendes: Der Gesamtumsatz betrug im Berichtsjahr 4 950 000 Mk. und ist um 910 000 Mk. höher wie im Vorjahr. Der Bargeldumsatz betrug 1 440 670 Mk., das sind 310 000 Mk. mehr als 1937. An Spareinlagen wurden 105 000 Mk. neu eingezahlt und der Zuwachs betrug nach Abzug der Rückzahlungen rund 17 600 Mark. Die Schulsparkasse erbrachte 4325 Mark, das sind 1000 Mark mehr als im Vorjahr. Die Gesamtspareinlagen betragen am Ende 1938 228 900 Mk. zuzüglich 46 000 Mk. Guthaben in laufender Rechnung. Diese Aufwärtsentwicklung hat sich im ersten Vierteljahr 1939 wesentlich gesteigert. An Geldern wurden der heimischen Wirtschaft im Berichtsjahr rund 113 000 Mk. zu- geführt. Die Jahresrechnung und Bilanz weist auf beiden Seiten 347 888,70 Mk. nach. Der Reingewinn betrug in 1938 = 1456,70 Mark. Hiervon werden den Mitgliedern 3*/- v. H. Dividende vergütet, und der Rest wird den Reserven überwiesen. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Infolge der günstigen Entwicklung ist es möglich, die Zinsen für Hypotheken und Althypotheken um ilt v. H. zu senken. Ebenso wird die Aktivkreditgrenze erhöht. In der sehr regen geschäftlichen Aussprache wurden noch verschiedene wertvolle Anregungen gemacht und gestellte Fragen von dem Vorsitzenden der Kasse beantwortet. Der Vorsitzende des Auffichtsrates schloß die Versammlung mit dem Dank an die Mitglieder und besonders an die Mitarbeiter, die es ermöglicht hatten, daß die Kasse das wieder geworden ist, was sie früher unterem Ort war. Amt für Dolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd. Von Montag, 24. April, bis Mittwoch, 26. April, findet die Lebensmittel-Opferringsammlung für Monat April im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenfchaft statt. Die Einwohnerschaft der Ortsgruppe wird gebeten, für Lebensrnittel einen entsprechenden Geldbetrag zur Verfügung zu stellen. Ortsgruppe Gießen-77ord. In der Zeit von Dienstag, 25., bis Freitag, 28. April, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord von der NS.-Frauenfchaft die Pfundfgmmlung (Lebensmittelopferring) für den Monat April 1939 durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, an Stelle von Pfundpäckchen Geldspenden zu geben. Ortsgruppe Gietzen-Ost. Betr.: Lebensmittel-Opferring. In der Zeit vom 24. bis 26. d. M. wird im Bereiche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Lebensmittel-Opferring durch die NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, dem Führer den Dank durch die Tat zu beweisen, indem sie während der Sommermonate gerne ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Dolksge- sundung zur Verfügung stellen. Oer 1. Mai in Gießen. Der 1. Mai soll auch in diesem Jahre wieder ein Tag der Volksgemeinschaft sein, der alle Schaffenden festlich vereint. Für den großen Tag liegt das Programm im einzelnen und in seinen wesentlichen Punkten bereits fest. Im Stadtwald wurde eine Fichte geschlagen, die die statttiche Höhe von 30 Meter hat und für den Festplatz der Mittelpunkt sein wird, wenn vom hohen Stamme die Bänder am grünen Kranz flattern werden. Am Samstag, 29. April, 19 Uhr, wird der M a i« bäum in feierlicher Form eingebracht werden. Er wird durch den Schiffenberger Weg über Bismarckstraße, Ludwigsstraße, Ludwigsplatz und Kaiserallee zum Trieb gebracht, von der Handwerkerschaft mit den Zeichen der Zünfte geschmückt und die Jugend wird die Bänder anknüpfen. Nach der Ausstellung des Maibaumes, die um 19 Uhr erfolgt, wird das Volksfest auf dem Trieb eröffnet. Ein Festzelt wird aufgeschlagen, zum Tanze und zur Belustigung an Schaubuden, Fahrgeschäften usw. wird Gelegenheit gegeben sein. Der Sonntag, 30. April, bringt von 15 Uhr ab ein Kinderfest auf dem hinteren Trieb, um dessen Ausgestaltung der Iungmädeluntergau 116 bemüht fein wird. Der Festtag selbst wird mit einem großen Wecken eingeleitet, die Gießener Gesangvereine roerben, wie zu Führers Geburtstag, auf Straßen und Plätzen fingen und nach einer Jugendkundgebung wird die große Zahl der Schaffenden unferer Stadt zur Kundgebung aufrnarfchieren. Aufmarschplatz ist der Trieb. Der Aufmarschplan wird noch rechtzeitig bekanntgegeben. Nach Fanfarenrufen des Jungvolks, nach den Einzelvorträgen der Sprecher, nach Chören der Hitler-Jugend und der Werkscharen wird der Kreisleiter eine Ansprache hatten, der dann die Uebertragung des Staatsaktes von Berlin folgt. „Gießener Studententag 1939/ Der NS D. -Studentenbund teilt mit: Studentenführer Frank hatte dieser Tage sämtliche Amtsleiter und Kameradschaftsführer der Gruppe zur Entgegennahme der Arbeitsanweisungen für das Sommer-Semester 1939 befohlen. Neben der Arbeit in den einzelnen Kameradschaften und Fachschaften stellte der Studentenführer die Vorbereitungen für den Gießener Studententag vom 6. bis 9. Juli allen Mitarbeitern als dringende Aufgabe vor Augen. Dieser Studententag gliedert sich, wie im Vorjahre, wieder in den „Tag des Sports", den „Tag der Wissenschaft" und den „Tag der Kameradschaften". Am „Tag des Sports" werden Kämpfe in den verschiedensten Sportarten gegen mehrere Hochschulen ausgetragen werden. Voraussichtlich wird sich die Universität Marburg und HL. Weilburg beteiligen. Der „Tag der Wissenschaft" wird jedem Volksgenossen die Möglichkeit geben, sich ein Bild zu machen über die wissenschaftliche Arbeit, die von den Studenten ganz besonders auch im Reichsbe- rufswettkampf geleistet wird. Ferner werden noch bekannte Persönlichkeiten sprechen. Der letzte Tag wird eine Morgenfeier bringen, und nachmittags werden sich die alten Stuben« tenbunbsmänner und Amtsleiter treffen. Beim Empfang, den der Stubentenführer geben wird, tritt auch der NS.-Altherrenbund an die Oeffentlichkeit. Den Abschluß des Studententags wirb roieber ein großes Volksfest bilden, das diesmal in sämtlichen Räumen des Studentenhauses am Leihgester-- ner Weg ftattfinben wird. 10 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) uns eigentiid) noch? Wir reifen über« kaum. In diesen Tagen ist sehr viel zu rufe ich auf alle Fälle noch mal an." wie ge- Sie Bc- 0e. das gehen wir morgen." „Wohl tun." „Dann Aber viele gab es auch, die wirklich Freude machen wollten mit einem Buch und sich gründlich und Gennrichs und Baron Wiebesheim verabredet. Kommst du mit?" „Ein reichhaltiges Programm für einen erschöpften Menschen", gab Dina zu, „aber ich muß bauten, ich bin tatsächlich zu mübe. Außerdem habe ich noch allerlei Schre'rberei zu erledigen." „Ein Kateridee, so zu schuften, wo du es nicht mehr nötig hast. Ader des Menschen Wille — Se» froh ich bin, daß Sie dieses Vierteljahr noch blieben sind. Ich wüßte nicht, was ich ohne machen sollte." So endete die letzte Zeit ihrer rufstätigfeit harmonischer, als Dina anfangs glaubt hatte. Heiligabend gegen drei Uhr betrat ein Herr Geschäft, der nicht zur gewohnten Kundschaft zu treffen." „Ich hatte Ihnen doch erzählt, daß ich bis zum ersten Januar bleibe." Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin sam als Sinnbild: dieses sollte für sie nichts anderes mehr fein als Asche. Bisher hatte sie geglaubt, daß Enttäuschung und (Erbitterung alles in ihr ausgelöscht hatten, aber in diesem Augenblick begriff sie, daß sie die (Erinnerung gescheut hatte, weil sie mit dem Manne einfach noch nicht fertig war. Während sie ihren Weg durch die Menschenmenge des Kurfürstendammes suchte, schüttelte sie ratlos den Kopf. Gab es das, daß man sich aus eigenem freien Entschluß von einem Manne scheiden ließ, weil man seinen Unwert erkannt hatte — und daß man dennoch von diesem Manne nicht loskam?! Ihr Verstand lehnte ihn ab, heute fast schärfer als vor fünf Jahren, und dennoch konnte sie nicht an sein Lächeln denken, ohne Herzklopfen zu bekommen. Und dabei hieß es immer, sie hätte überhaupt kein Herz. „Du hast kein Herz", hatten die Kinder gesagt, wenn eins von ihnen hingefallen war und sie stumm und blaß dabeigestanden, statt sich an dem allgemeinen Geschrei zu beteiligen. „Du hast kein Herz", hatten die jungen Mädchen, mit denen sie in der Kochschule gewesen, behauptet, wenn sie es nicht tragisch genommen, daß der vielbewunderte Filmstar immer noch kein Autogramm geschickt hatte. „Du hast kein Herz", hatte auch Joe gemeint, wenn sie das Bezahlen der Hotelrechnung für wichtiger gehalten als die Flasche Sekt, die das Wiedersehen mit irgendeinem Kollegen hatte feiern sollen. Kein Herz! Hat man wirklich fein Herz, wenn einem keine gefühlvollen Worte zu Gebote stehen, wenn es einem nicht liegt, sich heute da und morgen dort zu verlieben, heute mit dem und morgen mit jenem ewige Frei', dschaft zu schließen? War Herz überhaupt eine Angelegenheit, die man erörtern konnte? — Wer wenn sie wirklich kein Herz hatte, warum erschreckte es sie denn so, ihren früheren Mann in Berlin zu wissen, in dieser Stadt, die uns, wie alle Großstädte, mit Vorliebe die Menschen in den Weg schickt, denen wir nicht begegnen wollen? Die nächsten Tage brachten soviel Arbeit, daß der Gedanke an Mikenys Wiederauftauchen in den Hintergrund gedrängt wurde. Wie immer, wollten im letzten Augenblick noch recht viele Leute beraten werden, was für ein Buch sie der Tante, der Großmutter oder dem Bruder schenken sollten. Viele betrachteten Bücher lediglich als Verlegenheitsgeschenk, und Dina mußte manchmal ihre ganze Kunst auf» bieten, um beispielsweise eine uralte Dame vor Aber so weit hatte Fred recht: es hatte keinen ' Zweck, Empörung zu zeigen, wenn man doch nichts ändern konnte. Quittieren würde sie schon mal dafür. — Und wie diese Person sich in der Gewalt hatte! Wenn sie beim Lunch nicht genau gesehen hätte, daß Dina noch vier Zigaretten im Etui hatte, wäre sie nie auf den Gedanken gekommen, daß dieser Zigarettenkauf nur ein Manöver war, um das Thema Mikeny abzubiegen. Da schien also doch noch eine Stelle zu fein, wo sie verwundbar war. Interessant! Dennoch verfolgte Margit das Thema nicht weiter, weil ihr im Augenblick nichts an einer Verstimmung lag. Im Gegenteil, sie erwog sogar ernsthaft, ob sie nicht mit Dina nach Arosa gehen sollte. Aus Zweckmäßigkeitsgründen. Frau Margit hatte die Erfahrung gemacht, daß es sehr angenehm sein konnte, mit einer anderen Frau zu reifen, vorausgesetzt, daß diese Frau nicht als Konkurrenz in Bettacht kam. Man hatte erheblich mehr Bewegungsfreiheit als allein, weil eine gediegene Begleitung auf alle Klatschbasen beruhigend wirkt. Das muhte sie sich unbedingt noch genau überlegen. „Ich bin völlig erledigt. Diese Weihnachtsbesorgungen bringen mich immer halb um. Aber glaubst du, daß Fred mir jeweils dabei hilft? (Er ift ein gräßlicher Egoist." „Wer? Fred?" fragte Dina ehrlich verblüfft. „Natürlich? Wer denn sonst? Er sitzt jetzt bestimmt mit irgendwelchen Freunden behaglich in einer Ecke und fachsimpelt: womöglich spielt er sogar Skat, eine schreckliche Angewohnheit von ihm. Und ich muß mich hier kaputtmachen mit all den Besorgungen — und dazu noch die Anproben." „Die kann Fred ja wohl kaum für dich erledigen, du armes Opfer!" spottete Dina gutmütig. Margit lächelte einen Augenblick in Gedanken an die neuen Kleider. „Ich bin tatsächlich völlig erschöpft", versicherte sie dann. „Ich nehme eine Taxe und fahre direkt ins Hotel. Wenn ich gegen sechs da bin, kann ich vor dem Umziehen noch eine Stunde ruhen. Wir wollen in die „Scala" und hinterher in einer Bar tanzen. Wir haben uns mit sorgfältig vorher unterrichteten. Dina las die halben Nächte hindurch, um über die Neuerscheinungen wenigstens ein^rmaßen Bescheid zu wissen, eine Gewissenhaftigkeit, die sogar Fräulein Jürgen imponierte. Und Fräulein Wolfram ließ den selbst- gewählten Abstand wieder schwinden und wiederholte oft genug: „Sie glauben gar nicht, ™:* Als Margit im Begriff war, die Tür des Taxis hinter sich zu schließen, drehte sie sich nochmals nach Dina um, die an der Bordschwelle stand. „Uebrigens, fast hätte ich es vergessen: Mikeny spielt Weihnachten hier in Berlin im Palasthotel. Auf Wiedersehen und frohes Fest!" Die Droschke war längst um die Ecke gefahren, da stand Dina immer noch auf derselben Stelle. Erst als Vorübergehende sie in dem Weihnachts- trubel heftig anstießen, schreckte sie auf und setzte sich langsam in Bewegung. Sie ging mühsam — das ist die Abspannung, sagte sie sich, obgleich sie genau wußte, daß diese Schwäche in den Kniegelenken nichts mit körperlicher Abspannung zu tun hatte. Margit konnte zufrieden sein, ihr Pfeil hatte gut getroffen. Dina hatte die Unwahrheit gesagt, als sie verneinte, von Mikeny gehört zu haben. Sie wußte — und dieses Wissen war ihr eine riesengroße Erleichterung — daß er nach der Scheidung Deutschland verlassen hatte. Sie wußte auch von seiner Kapelle, denn ein Grammophongeschäft hatte an= gezeigt „Die neuesten Tanzplatten der Kapelle Joe Mikeny" und darunter: „Der berühmten Tanzkapelle des Waldorf-Astoria, New ^ort". Joe war mit der Geige im Arm abgebilbet, und sie hatte nicht verhindern können, daß ihr Herzschlag für eine Sekunde aussetzte, um dann wie rasend loszuhämmern: obwohl es ein sehr schlechtes Bild von ihm war, das nichts von dem Zauber zeigte, der von ihm ausgehen konnte. horte, wie Fräulein Wolfram auf den ersten Blick fesffteltte. Es war ein großer, gut aussehender Mann: das fcharfgefchnittene Gesicht war gebräunt und ließ dadurch die braunen Augen besonders hell erscheinen. Die Haare waren mittelbraun und. glatt zurückgesttichen. Der Herr hatte beim (Eintreten höflich den Hut gezogen und sah sich suchend um. Fräulein Wolfram war beschäftigt und wollte Dina gerade zur Unterstützung holen, als diese mit einem Pack Bücher auf dem Arm aus dem rückwärtigen Raum auftauchte. Sein suchender Blick begegnete ihr. „Oh!", sagte sie mit einem Lächeln des Erkennens, „das ist aber nett, daß Sie Wort gehalten haben!" „Mein erster Weg von Tempelhof war hierher. Ich mochte meiner alten Dame doch gern ein paar Bücher rnitnehrnen, ehe ich nach Potsdam weiterfahre." „Da wollen wir aber etwas ganz besonders Gutes heraussuchen", meinte Dina. Sie hatte die zwei Stunden in Biringen in den langen Wochen, die seitdem vergangen waren, fast vergessen: aber nun stand alles wieder vor ihr: die Sonne, das Leben und Treiben des Flugplatzes: und sie dachte auch daran, welch guten und verständnisvollen Zuhörer sie an diesem Manne gehabt hatte. Daß er den Umweg nicht scheute, um sie aufzusuchen, freute sie wirklich, und ein klein wenig geschmeichelte Eitelkeit war auch in dieser Freude, wie es rootyl bei keiner Frau anders gewesen wäre. Drei Bücher wurden nach reiflichem Ueberlegen ausgewählt, und dann, als das Geschäftliche erledigt war, ging er rasch noch auf persönliches Gebiet über: „Ich fürchtete schon, Sie hier nicht mehr Sie hatte sich selbst befohlen, nicht wieder an diesem Geschäft vorbeizugehen, und ganze acht Tage diesem Befehl gehorcht. Dann erfand sie vor ihrem Gewissen eine Begründung, doch vorbeigehen zu müssen. Das Bild hatte nicht mehr im Fenster gestanden, und sie wußte nicht, mar sie damals erleichtert oder enttäuscht darüber gewesen. Sie selbst hatte nach ihrer Scheidung Bilder, Briefe, alles, I einem Zukunftsroman zu bewahren, für den sie beim £ lwgtz sie an ihn erinnern konnte, verbrannt; gleich-t besten WMü ItiÄ Berstäpdnis tPWtfiA SJixfport [en )er ** Arbeitsjubiläum. Der bei der hiesigen Firma Benner, Krumm & Sauer beschäftigte Otto Seibert (Gießen-Wieseck) konnte auf ernt 25jäh- rige Tätigkeit bei dieser Firma zurückblicken. Der Jubilar wurde aus diesem Anlaß im Rahmen eines Betriebsappelles durch Betriebsführung und Gefolgschaft mit Geschenken bedacht. ** Mit Ehrenurkunde ausgezeichnet. Unserem Bericht über den Schaufenster-Wettbewerb (vom Samstag-Sonntag) ist nachzutragen, daß auch Frl. ©ertrug Volk (Ferbersche Universitäts-Buchhandlung) mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet wurde. Die Nennung des Namens ist in der Ergebnisliste versehentlich unterblieben. Turnerinnen im Kamps nm die deutsche Mnnschgstsmeiflerschast wenn auch gerade hier die Spannung des Kampfes die Leistungen am stärksten beeinträchtigte. Am besten waren die Hamburgerinnen, die aber auch nur sieben von zwanzig erreichbaren Treffern erzielten. Die zweite gymnastische Leistungsprüfung, eine Sprungschulung, sah wiederum die Hamburger Turnerinnen klar als beste Mannschaft. Nach der dritten Uebung hatte sich der Tv. St. Pauli bereits eine knappe Führung gesichert, die dann durch glänzende Barrenübungen weiter aus- gebaut wurde. Hamburg führte hier mit 58 Punkten vor Düsseldorf und Hannover, während Nürnberg durch einen Versager am Barren, der die Geschlossenheit der Mannschaftsleistung entwertete, um jegliche Aussichten auf den Sieg gekommen war. Die Hebung am Schwebebalken war ausgeglichen. wenn auch Hannover sich hier auf den zweiten Platz vorschieben konnte. Den Pferdsprung führten alle Mannschaften geschlossen bis zur vorletzten Höhe durch, wo Düsseldorf ausschied, während die übrigen drei die Höchstleistung von je 20 Punkten erreichten. Damit hatten die tüchtigen Turnerinnen des Hamburg - St. Pauli-Tv, die Meisterschaft im Dereinsmannschaftskampf er» rungen. Reichsfacharntsleiter Carl Steding über» reichte der siegreichen Mannschaft den wundervollen Wanderpreis des Reichssportführers. Aufstiegskampf: Burgsolms I — Lollar 1 2:1 (2:0). Lollar konnte es in Burgsolms nicht schaffen! Obwohl die Elf durch Ersatz geschwächt war, zeigte sie diesmal ein schöneres Spiel. In den Reihen klappte es soweit ganz gut und jeder Spieler gab sich auch die größte Mühe. Lediglich mit der Stürmerreihe war man nicht ganz zufrieden. Noch den viel herausgearbeiteten Chancen vor dem gegnerischen Tor zu urteilen, hätte das Spiel glatt gewonnen werden können. Die Lollarer Elf stellte sich dem Schiedsrichter Müller (Frohnhausen) in folgender Aufstellung: K. Ziegler; Hörstel, Geißler; S)d). Ziegler, Ad. Ziegler, Sommer; Gabriel, W. Ziegler, Haas, Rudolf, Fey. Lollar mußte zunächst gegen den Wind spielen, der scharf über das hochgelegene Spielfeld fegte. Für die Gäste war dies gleich ein Verhängnis und schon nach drei Minuten Spielzeit konnten die Gastgeber zum Führungstreffer einsenden. Aber trotzdem kam Lollar auf und bereitete manche gefährliche Augenblicke vor dem Tor der Gastgeber. Auch zahlreiche Ecken kamen zustande; aber selbst die schönsten Eckbälle konnten nicht verwertet werden. Die Gastgeber kamen dagegen zum zweiten Treffer. Nach dem Wechsel hoffte nun Lollar auf den Wind als Bundesgenossen. Aber wie abgeschnitten hörte der Windsturm auf. Lollar spielte nun weiter leicht überlegen. In einem Gegenangriff kam Burgsolms wieder in den Lollarer Strafraum. Nach angeblichem Handspiel des linken Verteidigers wurde ein Elfmeter verhängt, fiaas tauschte mit Ziegler im Tor seinen Platz und hielt den scharf geschossenen Ball in schöner Manier. Diese Leistung brachte den Lollarern wieder frischen Mut. Und wenig später konnte schon Gabriel, der den Platz des Mittelstürmers eingenommen hatte, durch einen schönen Kopfball dem gegnerischen Tormann das Nachsehen geben. Lollar beherrschte jetzt völlig das Spielfeld und drängte den Gegner in seine Spielhälfte zurück. Jedoch war es schon zu spät. Burgsolms hatte seine Streitkräfte in die Verteidigung zurückgezogen und das Tor abgericgelt. Am Ergebnis konnte dann bis zum Schlußpfiff nichts mehr geändert werden. Lollar Jugend — Garbenleich 3gb. 2:1 (1:0). Besser als es das Ergebnis ausdrückt, konnte die Lollarer Jugendelf ihren Gegner bezwingen. Bei noch etwas mehr Aufmerksamkeit in der Fünferreihe hätte das Resultat sehr leicht um einige Tore höher lauten können. Handballgroßkamps in Holzheim. Kreis VIII Gießen - Kreis XI Friedberg 11:7 (6:3). Etwa 5000 Riegen haben im Winterhalbjahr in allen Gauen des Reiches einen Mannschaftswettkampf bestritten, in dem die Turnerinnen sowohl eine Leistungs- als auch eine Haltungsschulung nachzuweisen hatten. Aus der Breite mehrerer Leistungsklassen schälte sich die Spitze von vier Mannschaften heraus die am Sonntag in Bremen zur Deutschen Meisterschaft antraten: Düsseldorfer Tv. 1847, Tv. St. Pauli Hamburg, Turnklub zu Hannover und To. 1846 Nürnberg. Welche Bedeutung die Führung der deutschen Leibesübungen diesem Wettkampf beimaß, der keine Einzelleistungen wertete, sondern die Gemeinschaftsarbeit der fünf Turnerinnen jedes Vereins, bewies die Anwesenheit der Reichsfrauenwartin des NSRL., Henni Warninghoff, sowie des Leiters des Amtes für Leibesübungen der Reichsjugendführung. Obergebietsführer Dr. Schlünder, mit mehreren Referentinnen. ^-Oberführer Senator von Haff als Leiter des bremischen Bildungswesens hieß die Wettkämpferinnen willkommen und verwies dabei auf den starken Anteil Bremens an der Entwicklung des deutschen Frauenturnens. Unter der Leitung des Reichsfrauenturnwarts Carl Soges begann der Kampf mit gym- nastifcher Gruppenarbeit in haltungsmäßiger Ausrichtung. Alle vier Leistungen waren fast gleichwertig. Auch bei der folgenden Leistungsprüfung, dem Korbball-Zielwurf, gab es keine nennenswerten Unterschiede in der Bewertung. Halbzeitergebnis als Endergebnis. Der Erfolg, durch die Platzwahl den auf das Spielgeschehen nicht wenig einflußreichen starken Wind zu erhalten, verschaffte den Blau-Weißen von Anbeginn ein kleines Uebergewicht. Die Einstellung zu der Windbeeinflussung gelang jedoch nicht gleich, wodurch manche Kombination mißlang oder vom Gegner zerstört wurde. Mit dem ersten Erfolg, der in der 18. Minute durch gute Vorarbeit von Kraft und Harnet vollendet wurde, trat hierin eine Besserung ein. Zahlenmäßig fand sie jedoch keinen Ausdruck. Ja, was wohl wenige erwartet hatten, traf ein. , v „ In einer Zeit, wo die Gäste trotz des starken Gegenwindes eine deutliche Ueberlegenheit an den Tag legten, gelang ihnen der Ausgleich. Zwar geschah dies unter Mithilfe von Lippert bzw. des Windes, denn als Lippert einen Ball aus weiter Entfernung an Herbst zurückgeben wollte, drehte der Wind das Leder so ab, daß es eine wunderbare Vorlage für Berlebach wurde, der die Chance prompt ausnutzte. Seine scharf hereingegebene Flanke kam so maßgerecht, daß sie der aus dem Tor eilende Herbst nicht erreichen, der Linksaußen Frey aber ungehindert aufnehmen und den Ausgleich Herstellen konnte. Jetzt kam die Reche wieder an die Blau-Weißen. Nach einiger Zeit des Drängens wurde die Partie auf 2:1 gestellt. Eine Flanke von Heuser leitete Kraft zu Rensing, der überlegt einschoß. Wenig später die gleiche Lage! Einen scharfen Schuß von Harmel konnte Gottschalk nicht fassen, schon war Rensing zur Stelle. Sein Schuß prallte jedoch von dem Torwächter ab, und der Nachschuß von Löbsack ging hoch darüber. Kurz danach war Pause. Torlose zweite Halbzeit. Die weitere Entwicklung des Spieles wurde leb' haft diskutiert. In beiden Lagern war man sich klar darüber, daß der Vorteil des Windes den Grün-Weißen jetzt ein klares Plus und damit auch die erforderlichen Torerfolge einbringe. Zur Verwunderung der Zuschauer war es aber gerade umgekehrt. Die Blau-Weißen spielten gegen den Wind einige Vorteil heraus. In genauen Spielzugen fetzten sie der Hintermannschaft der Grün-Weißen stark zu, wodurch diese sehr aus dem Konzept gebracht wurde. Es wollte nicht gelingen. Selbst UrnfteIllingen erbrachten keine Vorteile, als die mit dem Wind bedingte Feldüberlegenheit und sich gewisse Ermu- dungserscheiirungen mit dem Ende bemerkbar mach- 1 ten. Selbst die von Kramer sonst gefürchteten Stras- Qm Olympia- Blauweiß Man hatte ja von vornherein nicht erwartet, daß bei den Endrundenspielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft alles ganz programmäßig ablaufen würde, aber im großen und ganzen sieht man doch jetzt, nach drei kompletten Spieltagen, die „gemeinten" Mannschaften in Front. Mit einer einzigen Ausnahme: Admi r a Wien, der Ostmarkmeister und einer der am höchsten eingeschätzten Anwärter auf die deutsche Meisterschaft, liegt nach zwei Niederlagen sehr schlecht im Rennen, und es ist mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Wiener nicht unter den „letzten Vier" zu finden sein werden. Mit allen anderen Favoriten — Hamburger SV., Fortuna Düsseldorf, Schweinfurt 05, Dresdner SC. und Schalke 04 — ist dagegen nach wie vor zu rechnen, aber einen Platz in der Vorschlußrunde scheint bis jetzt lediglich der HSV. sicher zu haben. In der G r u p p e 1 hat der Hamburger SV. erwartungsgemäß auch den Ostpreußenmeister klar bezwingen können. In dem neutralen Königsberg mußten sich die Allen st einer Soldaten glatt mit 1:4 (0:2) geschlagen bekennen. ™ stadion bezog zu gleicher Stunde „ Berlin vor 40000 Besuchern seine erste Niederlage, die ihm der bisher sieglose VfL. Osnabrück mit 3:1 (1:0) beibrachte. Der Niedersachsen- meister leistete also dem H.SV., der nun allein die Spitze hat, wertvolle Schrittmacherdienste! In der G r u p p e 2 a konnte der Pommernmeister Viktoria Stolp erwartungsgemäß gegc- Sulz 07 nicht bestehen. Mit 5:0 (3:0) schlug d Mittelrheinmeister seine Gäste, und nun hofft man in Köln, auch im Rückspiel der Fortuna einen großen Kampf liefern zu können. Warten wir es ab! In der Gruppe 2b ließ sich der W a r n s d o r - f e r F K. ziemlich widerstandslos vom Dresdner SC. mit 5:1 schlagen, so daß also nun das Rückspiel zwischen DSC. und Schweinfurt endgültig über den Gruppensieg entscheiden wird. Die bedeutendsten Kämpfe des Tages wurden in der Gruppe 3 abgewickelt. Der VfR. Mann- nen Endsieg, der, das soll festgestellt werden, auch in dieser Höhe verdient war, sicher. Die Mannschaft der Platzbesitzer wies keinen schwachen Punkt auf. Sie spielte wie eine Vereins- mannschaft und, was das schöne war, ein gesunder Drang nach dem Tor schaffte laufend Abwechslung. — Es wäre verfehlt, einen Mann herauszugreifen; fest steht aber, daß Altmann durch feine hervorragenden Leistungen der Mannschaft den moralischen Rückhalt gab. Handball um die Bannmeisterschast. Altv. Gießen Gruppensieger. Mtv. — 1900 10:7. Auf dem Sportplatz des Männerturnvereins standen sich am Sonntagoormittag Mtv. und 1900 im Spiel um den Gruppensieger und Vorentscheidung um den Bannmeister gegenüber. Auf beiden Seiten war man bemüht, die jeweils spielstärkste Elf zusammenzuschweißen, und so ließ auch dieser, kleine Lokalkampf nichts an Interesse und oft schonen Spiel- szenen fehlen. Einwandfreie Spielweise bestimmte dieses kleine Derby, das die Mtv. Jungen verdient gewannen. 1900 hat Anwurf, hat aber das Pech, gegen den Wind zu spielen; die Mtver kommen sofort gut ins Spiel, und Jughardt kann schon in den ersten M- nuten den Anfangstreffer erzielen. Müller-Leutert erhöht auf 2:0. Ein schönes Durchspiel der Gaste verkürzt, und wieder ist es Müller-Leutert, der freistehend einsendet und die alte Tordifferenz herstellt. Schnell wandert der Ball von Spielhälfte zu Spiel- Hälfte; gut vorgetragene Angriffe bleiben in der sicheren Abwehrarbeit der Hintermannschaften hängen. Während die 1900er ihre Stürmerreihe uneigennützig aufbauen, verfallen die Mtver dem Fehler und schneiden das Spiel zu sehr auf den Mann- schastsführer Jughardt zu; somit können die Gäste abermals erfolgreich sein, und Judhardt stellt mit brei Freiwürfen den Halbzeitsstand von 6:3 her. Nach dem Wechsel wird der Kampf ausgeglichener; Jughardt kann mit weiteren schön placierten Würfen auf 9:5 erhöhen. Beide Mannschaften lassen an ihrer Durchschlagskraft wesentlich nach, und so gewinnt die letzte Spielhälfte einen etwas müden Charakter. Bittendorf kann dos Ergebnis noch zweistellig gestalten, und zwei abschließende Tore der Gäste beenden das Spiel um die Gruppenmeisterschaft. Mit diesem Spiel wurden die Mtv.-Jungens Sieger der Gruppe Gießen und haben an einem der nächsten Sonntage gegen den Sieger der Gruppt Friedberg im Spiel um die Bannmeisterschast anzu- treten. tlm die deutsche Fußballmeisterschaft Oer Ostmarkmeister ausgeschaltet. Am gestrigen Sonntag standen sich auf dem Platz des Tv. Holzheim die beiden Auswahlmannschaften dcr Kreise Gießen und Friedberg gegenüber. Genau wie in dem schon im Jahre 1934 ausgetragenen Vorspiel, so konnten auch diesmal wieder die Vertreter des Kreises Gießen einen überzeugenden Sieg eiern, der auch in dieser Höhe vollkommen verdient war. Wenn auch eine Vergleichsmöglichkeit nicht gegeben war — der Kreis VIII mußte noch in letzter Minute nid)t weniger als fünf Spieler ersetzen — o ist immerhin die Gewähr gegeben, daß wir über eine ganze Reihe erstklassiger „Ersatz"spieler. verfügen, die sich jederzeit neben ihre großen Kameraden stellen können. Fest steht nämlich, daß alle Spieler ihr Bestes hergaben und sich restlos für ein gutes Gelingen einsetzten. Das aber war nicht zuletzt auch der Grund, weshalb der Tag als gut betrachtet werden muß. Denn die zahlreichen Freunde des Hadballspieles, die aus der näheren und weiteren Umgebung erschienen waren, hatten ihre helle Freude an dem schönen Spiel. „ Das aber ist nicht zuletzt bestimmend für die Haltung der Kreisspielleitung gewesen, die ihre Hauptaufgabe darin sieht, das an sich schon reichhaltige Programm durch derartige Treffen zu erweitern. Nicht zuletzt soll aber auch der Spitzenspieler-Nachwuchs geschult werden. Denn es steht außer jedem Zweifel, daß gerade der Bezirk II und vornehmlich der Kreis VIII und der Kreis XI schon seit langem über ausgezeichnetes Material verfügen. Der Kreis XI trat mit einer Ausnahme in der Uederrafchend und doch nicht ganz unerwartet endete der gestrige Lokalkampf mit einem Siege der Blau-Weißen. Die verschiedentlich verlegte Veranstaltung hatte nichts an ihrer Zugkraft verloren. Denn, obwohl es sich nur noch um die Vergebung des zweiten Tabellenplatzes handelte, waren etwa 1000 bis 1200 Zuschauer anwesend, die Zeuge eines von Anfang bis Ende rassigen Kampfes wurden. Der Sieg, den sich die Blau-Weißen hierbei erspielten, war verdient, und zwar nach einer durchweg besseren Leistung. Die Gefährlichkeit, die man von den Grün-Weißen erwartet hatte, trat nämlich nur in verschiedenen Phasen des Kampfes auf, die natürlich nicht ausreichte, um die sich redlich Mühe gebenden Platzbesitzer zu überraschen bzw. auszu- fpielcn. Ja, man kann sogar behaupten, daß der knappe Ausgang für die Leute vom Waldsportplatz noch günstig ist, denn gemessen an den wirklich zwingenden Torchancen hätte das Ergebnis leicht höher lauten können. Unter Leitung von Ketterer (Hanau) nahmen folgende Mannschaften den Kampf auf: 1 9 00: Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Quick (AR. 45), Schäfer, Löbsack, Rensing, Kraft, Hormel (2/116), Heuser. VfB.-R.: Gottschalk (Luftwaffe), Leutheuser (E./116), Kramer, Krämer (II./116), Lukaschewsky (Luftwaffe), Godglück, Berlebach, Fischer (1/116), Gorrissen (Luftwaffe), Heß, Frey. , Fahnenübergabe an die Altersvereinigung 1889-1939 Nach einem alten Gießener Brauch trat in den ersten Frühlingstagen eine neue Altersoereinigung, diejenige des Jahrgangs 1889—1939 in Erscheinung, ber bei einem Kommeis am Samstag im Cafe Leib, an dem alle Gießener Altersvereinigungen leilnah- men, die Fahne weitergereicht wurde. Der als früherer Führer der Gießener Soldatenkameradschaften bekannte Alterskamerad I. Müller hiell bei dieser festlichen Zusammenkunft die Begrüßungsansprache. Dabei führte er u. a. aus, daß man im Zweifel über die Notwendigkeit der Bildung einer Altersoereinigung fein könne, aber feit dem Bestehen hätte in diesen Gießener Altersvereinigungen, in denen ohne Rücksicht auf Bildung, Rang und Stand einer neben dem anderen stehe, jener Geist geherrscht, der jetzt die Volksgemeinschaft erfülle. In einem besinnlichen Rückblick auf die Jahre, in denen die nun Fünfzigjährigen eine Straße, so groß und so schwer, gezogen sind, wie sie selten eine Generation zu gehen hatte, gedachte er jener Alterskameraden, die im feldgrauen Kleid im Dienste für Volk und Vaterland mit ihnen in Schritt und Tritt marschiert und nicht mehr in die Heimat zurückge- kehrt sind. Ihnen wurde ein stilles Gedenken gewidmet. In erhebenden Worten gedachte Kamerad Müller bann des Mannes, der sich aus der Masse der feldgrauen Kämpfer hervorhob und zum Führer Deutschlands und eines jeden deutschen Menschen wurde. Der Vorsitzende aller Altersvereinigungen, Atters- kamerod Fritz Hirsch, machte die interessante Mtt- vorgesehenen Aufstellung an, während Gießen folgende Mannschaften zur Stelle hatte: Altmann (Dutenhofen); Brenner (Mtv. Gießen), Klee (Holzheim); Köth (Wetzlar), Hoffmann (1900 Gießen), Frohme (Wetzlar); Will (Lützellinden), Döpfer (Mtv. Gießen), Sann (Holzheim), Mehler (Mtv.). Recht unangenehm machte sich der starke Wind bemerkbar, den zunächst ber Kreis VIII als Bundesgenossen hatte. Trotzdem tarnen die Gäste zum ersten Tor. Döpfer glich aber bald aus. Einer weiteren Führung folgte der Ausgleich ebenfalls durch Döpfer; derselbe Spieler erhöhte im Anschluß daran auf 3:2. Mehler schraubte das Ergebnis auf 4:2 und zwei Tore von Sann stellten den Halbzeitstand dar. Wer gedacht hatte, daß sich nach der Halbzeit das Blatt wenden würde, sah sich eines besseren belehrt. Der Kreis VIII kam immer besser ins Spiel und oftmals beteiligten sich sogar die Verteidiger (Brenner) am Torschuß. Tore von Will (2), Sann, Döpfer und Mehler stellten den beifällig aufgenomme« seinen Meistertitel (Säbel) verteidigen und außerdem noch den Wettbewerb im Florettfechten ebenfalls für sich entscheiden. So entführte er also beide Meisterschaften, die er mit 7 bzw. 8 Siegen in den Endrunden an sich brachte. Er gewann in den beiden Endrunden gegen 8 bzw. 9 Fechter aus Kassel, Fulda, Wetzlar und Hanau sämtliche Gefechte. Walter Gerhard nahm diesmal infolge einer Verletzung nicht aktiv an den Kämpfen t-e'il, stellte sich aber als Kampfrichter zur Verfügung. Die beiden anderen Teilnehmer ber SA.-Kamps- spielgemeinschaft, Scharführer Christian Ziegler (Säbel) und Rottenführer Noll (Florett) kamen über die Vorrunden nicht hinaus. 1900 gewinnt den Lokalkamps 1900 - SfSXR. 2:1 (2:1). heim schlug in heimischer Umgebung die Wiener Ad mira eindeutig mit 3:0 (1:0), und nach diesem Erfolg muß man den badischen Meister auf den Schild erheben, während für die Wiener alles verloren zu sein scheint. Gut im Rennen liegen auch noch die Stuttgarter Kickers, die durch Drei Tore Conens mit Glück den Mitternelster Dessau 0 5 3:2 bezwangen, aber noch in Dessau und Mannheim zu spielen haben, während der VfR. nur noch einmal (nach Wien) zu reifen braucht und neben Stuttgart auch noch Dessau im eigenen Gau empfängt. _ ,, r. In ber Gruppe 4 hält ber Schlesienmeister Vorwärts/Rasensport Gleiwitz mit dem großen Favoriten Schalke 04 wacker Schritt. Die Schlesier bezwangen nämlich den Südwestmeister Wo rmatia Worms auch im Rückspiel (2:1) und die „Knappen" holten sich in Kassel (mit einem allerdings mageren 3:1) zwei weitere Punkte. Nun müssen die beiden Spiele zwischen Schalke und Gleiwitz die Entscheidung bringen. Freundschaft«- und Punktekämpfe der Gauiiga-Mannschasten. Gau Hessen. Freundschaftsspiele: VfB. Groß-Auheim gegen Germania Bieber 2:2; TSV. 1860 Hanau Reichsbahn Frankfurt 0:1. Gau Südwesl. Freundschaftsspiele: Eintracht Frankfurt gegen 1. FC. 05 Schweinfurt 2:1; Kickers Offenbach gegen Austria Wien 5:2; 1. FL. Kaiserslautern— Rapid Wien 0:6; TSG. 61 Ludwigshafen — 1. FC. Nürnberg 1:0; SV. Wiesbaden — Rapid Wien 0:3; Borussia Neunkirchen — 1. FC. Nürnberg 2:1. Gau Bayern. Meisterschaftsspiele: Schwaben Augs- burg—Spogg. Fürth 0:1; VfB. Koburg—Bayern München 3:0. stoße blieben wirkungslos. Als der Schlußpfiff ertönt, hatte sich an dem Halbzeitergebnis nichts geändert, so daß der Sieg ber Blau-Weißen mit 2:1 feststand, womit erneut erwiesen wurde, daß sich der Ausgang eines Fußballkampfes nicht voraussehen läßt, selbst wenn die klarste Lage hierfür vorhanden zu fein scheint. 1900 lieferte diesmal ein untadeliges Spiel. Die Hintermannschaft war jederzeit Herr des Strafraumes. Die Läuferreihe übertraf sich diesmal selbst. Mit Quick und Krämer hatte dieser Mannschaftsteil seine besten Spieler des Feldes. Der Sturm zeigte ebenfalls eine gute Entwicklung, und bei etwas mehr Schußfichörheit hätten sich auch noch Erfolge eingestellt. Die Grün-Weißen blieben diesmal manches schuldig. Die Hintermannschaft war nicht frei von Schwächen, auch die Läuferreihe fand nicht immer die richtige Einstellung. Der Sturm, sonst das Glanz - stück der Mannschaft, war diesmal eine stumpfe Waffe. 1900 II — VfB. R. II 2:1. Das „kleine Lokalderby" endete ebenfalls mit einem Siege der Blau-Weißen. Dadurch ist man der Meisterschaft ein gut Stück nähergekommen. Für die Grün-Weißen war es eine herbe Enttäuschung, nach der seitherigen Erfolgsserie durch Den Lokalgegner einmal eine Niederlage einstecken zu müssen. Ludwig Gerhard, Gießen, erringt zwei Gaumeisterschasten im Fechten. Am gestrigen Samstag und Sonntag wurden in Kassel wiederum die Gaumeisterschaftcn im Fechten für die Waffen Florett und Säbel ausgetragen. Die Gausonderklasse der Fechter war dazu angetreten und es trafen sich in den Kämpfen die alten Rivccken, die sich schon seit Jähren kennen und sich immer wieder in harten Begegnungen gegenüber« stehen. Auch Gießen war bei diesem Wettbewerb Der besten Fechter des Gaues wieder sehr gut vertreten. Oberscharführer Ludwig Gerhard (SA.- Kampfspielgemeinschaft ber SA.-Stand arte 116) nahm an den Kämpfen teil und konnte mit Erfolg teilung, daß man auch die 1929 allen Attersvereinigungen gestiftete Fahne auf ein 50jähriges Bestehen dieses Brauches Hinweise, es doch Beweise Dafür gebe, daß bereits 1840 in Gießen eine Altersverein,gung bestanden habe und daß somit dieser Brauch schon 99 Jahre zurückreiche. Er reichte dem Vorsitzenden Der Alttrsvereinigung 1899—1939. Gustav Braun, die Fahne weiter mit dem Wunsche, daß sie, wie dem vorhergehenden Jahrgang, nur zu freudigen Anlässen vorangetragen werden möge. Der Vorsitzende, Alterskarnecad Gustav Braun übernahm die Fahne in Die Obhut des neuen Jahrgangs mit dem Versprechen, sie in (Ehren weiterzuführen. Bei frohen Weiseü der Kapelle Krenael, beim Gesang gemeinsamer Lieder und dem Austausch von Erinnerungen blieben die Alterskameraden fröhlich beisammen. Bolton Wanderers im 0:0- Spiel einen Punkt ein- büßten, kann Everton mit 57 Punkten nicht mehr eingeholt werden. Schottlands Fußball-Pokal siel in diesem Jahre zum ersten Male an die Mannschaft von Clyde, die im Endspiel zu Glasgow vor 100 000 Zuschauern unerwartet hoch mit 4:0 (1:0) über Motherwell erfolgreich war. Das Endspiel um die deutsche Ruaby-Mei st erschaft werden am 7. Mai in Hannover der deutsche Meister VfB. Hannover und der SC. Neuenheim bestreiten. Die Hannoveraner gewannen beim Berliner SD. 15:0(5: 0), und der SC. Neuenheim schaltete in des Vorschlußrunde Eintracht Frankfurt 8 : 6 (5 :*3) aus. Zum Reichstrainer für Eishokey wurde der in Düsseldorf ansässige Kanadier Bobby Bell ernannt: er wird auch die aus achtzehn Spielern bestehende Olympiakernmannschaft betreuen, die zu Beginn des Winters aufgestellt wird. Olympia-Briefmarken will auch die finnische Postverwaltung vor den Weltspielen 1940 in Helsinki herausbringen. Finnlands Künstler wurden aufgefordert, für eine Serie von sechs Werten bis zum 15. Juni Entwürfe einzureichen. * Der neue Auto-Union-Sportwaqen von 1500 ccm Zylinderinhalt wird zum ersten Male bei der Ostpreußenfahrt vom 10. bis 12. Mai eingesetzt. Die Einzelfahrer Graf S a n d i z e l l und Seide sowie die Mannschaften Trägner - Fritzing-Menz und Krämer - Meier- Weid auer werden die acht neuen Modelle steuern. * D i e Kieler Kriegsmarine gewann den Schwimmerkampf gegen eine Frankfurter Stadt- mannschaft im Frankfurter Stadtbad Mitte überlegen mit 30 :18 Punkten. Die Blaujacken gewannen alle fünf Staffeln und die zwei Einzelwettbewerbe. Nur im Wasserball siegte Frankfurt 10 :5. * Beim römischen Tennisturnier schieden am Samstag alle Deutschen aus. Nur die Karlsbaderin Hein-Müller brachte sich im Gemischten Doppel zusammen mit der Italienerin T a r o n i ins Endspiel. Aus der engeren Heimat. Ein Kind in kochendes Wasser gefallen LPD. Biedenkopf, 23. April. Im Kreisort Oberdieten fiel das zweijährige Söhnchen der Familie Grebe in einem unbewachten Augenblick in einen auf dem Boden stehenden Topf mit kochendem Wasser. Das Kind erlitt starke Verbrühungen und starb zwei Tage spätes im Krankenhaus. Landkreis Gießen. Allcndorf (Lumda), 24. April. Dieser Tage lief am Ortsausgange nach Treis (Lumda) ein Kind vor einen Lastzug und erlitt eine Beinverletzung, so daß es auf Anraten des Arztes zur Röntgenaufnahme in die Klinik Gießen gebracht werden mußte. — Ein anderes Kind lief am Ortsausgange nach Londorf vor einen Personenwagen und wurde zur Seite geschleudert. Die Verletzungen waren Lahresmitgliederversammlung der oberhessischen Ziegenzüchter. glücklicherweise nur leichter Natur, da der Autofahrer stark abgebremst hatte. Kreis Friedberg. +' Münzenberg, 21. April. Zur großen Freude der hiesigen Bevölkerung ist das Storchnest auf dem alten Turm der Stadtmauer wieder bewohnt. Seit einigen Tagen nistet ein Storchenpaar in dem Nest, das schon seit Jahren nicht mehr bewohnt war. Kreis Biedenkopf. * Frankenbach, 21. April. Am heutigen Freitag konnte bei verhältnismäßig guter Gesundheit der über die Grenzen unseres Dorfes hinaus bekannte und beliebte frühere Kalk- und Holzfuhrmann Karl Geller sen. seinen 80. Geburts - t a g feiern. Fünf Kinder, elf Enkel und ein Urenkelkind feierten mit ihm. (Unseren Glückwunsch!) Ergebnisse benachbarker Bezirksklaffeu Gruppe Marburg: FD. Eckelshausen — VfL. 1860 Marburg 2:1; SpD. Bottenhorn — FD. Sarnau 4:5. Gruppe Friedberg: TSD. Massenheim — 1. FC. 04 Oberursel 1:0; Bitt. Oberrosbach — VfB. Oberschmitten 3:1; SA. Nidda — VfR. Butzbach 0:6. Gruppenkämpfe um die Handballmeisterschast. Ergebnisse des Sonntags: Gruppe 1: MSV. JR. 49 Carlowitz — Polizei Stettin 15:4 (7:2); MTSA. Leipzig — SD. Elektra Berlin 7:2 (3:1). Gruppe 2: Oberalster Hamburg — MSV. Weißenfels 5:10 (4:5); Hindenburg Minden — MSV. Lüneburg 13:8 (5:3). Gruppe 3: *i*l Arolsen — Lmsorter SpDg. 4:10 (2:3); DfB. 08 Aachen — TSG. 61 Ludwigs- $ Grup /e 4 ; Post SV. München — SV. Waldhof kampflos für München; Wiener AC. — TV. Altenstadt 12:8 (9:3). Zwischenrunde zur deutschen Hockeymeisterschaft. In der Zwischenrunde zur Deutschen Hockey- tneisterschaft gab es äußerst zähe Kämpfe, durchweg auch knappe Entscheidungen. Sehr schwer hatte es der TD. 57 Sachsenhausen beim Mittemeister VfB. Jena. Die Frankfurter waren zwar spielerisch überlegen, siegten aber erst in der Verlängerung mit 4:2 (2:2, 0:1). Wacker München, der bayerische Vertreter, wartete beim Mittelrheinmeister mit einer geschlossenen Leistung auf, die ihm einen feinen 2:0- (2:0) Sieg einbrachten. Ueberraschend verlor Etuf Essen auf eigenem Platz gegen den DSV. 78 Hannover mit 1:0 (0:0). In einem rückständigen Spiel der Vorrunde gewann der Berliner HC. sicher beim Harvestehuder THC. mit 2:0 (1:0) — Die Berliner treffen jetzt im Zwischenrundenspicl auf den HC. Heidelberg. Enge sportliche Beziehungen zu Spanien. General Moscardo, der heldenhafte Verteidiger des Alcazar, war am Sonntag Gast des Reichssportführers vonTschammerundOften und wohnte auch dem Fußballmeisterschastsspiel Blau-Weiß Berlin gegen VfL. Osnabrück bei. Mit General Moscardo, dem Präsidenten des spanischen Olympischen Komitees, der auch von General Franco mit der Führung der spanischen Jugend beauftragt ist, hat der Reichssportführer sich bei dieser Gelegenheit über die deutsch-spanischen Sportb^ziehungen unterhalten. Beide stimmten darin überein, sie nach dem Muster der deutsch-italienischen Sportfreund- schast so eng wie möglich zu gestalten. Neuer Weltrekord von Ragnhild Hveger. Bei einer Veranstaltung der Kopenhagener Schwimm-Union stellte die dänische Schwimmerin Ragnhild H v e g e r (Helsingör) über 220 Hards mit 2:22,6 Minuten einen neuen Weltrekord im Kraulschwimmen auf, dem die Anerkennung wohl nicht versagt werden dürfte. Im Oktober vergangenen Jahres hatte man in Düsseldorf den Startblock etwas zurückversetzt, um dem dänischen Schwimmwunder die Möglichkeit zur Rekordjagd auf die 220 Hards zu schaffen. Mit 2:25,9 unterbot sie auch die Holländerin Willie den Ouden (2:27,6), doch wurde der Startsprung von dem zurückgesetzttn Block nicht als rekordfähiq anerkannt. Jetzt gelang Ragnhild Hveger gleich eine Verbesserung um 5 Sekunden, und alle Voraussetzungen waren dabei erfüllt. Kurze Sporknotizen. Englischer Fußballmeister wurde der FC. Everton Liverpool. Die Liverpooler verloren am Samstag zwar ihr Spiel bei Charlton Athletic 1:2; da aber auch die Wolverton Wanderers gegen Als letzte der Jahrermitgliederversammlungen der oberhessischen Züchteroereinigungen fand am Sonntagnachmittag im „Saalbau" Liebigstraße die der Kreisfachgruppe Ziegenzüchter Oberhessen unter der Leitung von Tierzuchtobersekretär K. Philipp IV. (Watzenborn-Steinberg) statt. Während die zahlreich Versammelten sich von ihren Plätzen erhoben, widmete er zwei Männern, die sich um die Ziegenzucht Oberhessens große Verdienste erworben haben, dem früheren Geschäftsführer der Kreisfachgruppe Oberlandwirtschaftsrat Dr. Otto Wagner (Gießen) und Wilhelm Fenchel (Ober-Hörgern) einen ehrenden Nachruf. Im Geschäftsbericht versprach der neue Geschäftsführer Tierzuchtdirettor Landwirtschaftsrat Dr. E. Wagner (Gießen) das wertvolle Erde seines verstorbenen Onkels in seinem Sinne weiterzuführen. Er gab einen Ueberblick über den jetzigen Stand der auf höher Leistungsstufe sichenden oberhessischen Ziegenzucht und hob hervor, daß die Umstellung auf die Leistungszucht in steigendem Maße durchgeführt werden muß. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, daß alle Züchter und Ziegenhalter sich der Fachgrupppe anschließen und daß besonders die jungen Züchter an die Organisation herangeführt weiten müssen. Weiterhin erinnerte er an die wertvolle Unterstützung der fördernden Mitglieder, der Gemeinden und Kreise, durch deren Hilfe die Zuchtbestrebungen eine tatkräftige Unterstützung erfahren. Die Mitgliederbewegung hat keinen Aufstieg. gebracht, so daß die Kreisfachgruppe wie im Vorjahr 1233 Mitglieder umfaßt. Lediglich die Zahl der ins Herdbuch eingetragenen Böcke ist um 26 auf 199 'und die der Ziegen um 127 auf 1865 angestiegen. Die Leistungen stehen auf einer beachtlichen Höhe, so daß eine namentliche Aufführung nicht möglich ist. Als die beste Zuchtziege Oberhessens nannte Dr. Wagner die 8jährige Ziege „Lisa" des Züchters Ehr. Scheid (Großen-Buseck), die bei 7 Lammungen 14 Lämmer erzeugte und die hinsichtlich der Milch- und Milch-Fett-Leistungen ausgezeichnete Erfolge aufzuweisen hat. Dem Kassenbericht waren u. a. erhebliche Aufwendungen für die Förderuüg der Zucht zu entnehmen. Weiterhin wurde berichtet, daß die Milchleistungsprüfungen wegen der Maul- und Klauenseuche nicht durchgeführt werden konnten, so daß sie ab 1. April 1939 durch die Kontrollstelle in Gießen vorgenom- I men werden. In diesem Jahr werden wieder zwei Bock-Versteigerungen abgehalten werden. Zur Förderung der Zucht werden die besten Vatertiere in einzelnen Gemeinden, in Großen-Buseck, Dorheim, Nieder-Florstadt, Watzenborn-Steinberg, Höchst an der Nidder, Maar und Echzell untergestellt, die nur den organisierten Züchtern zur Verfügung stehen. Um die besten Zuchttiere zunächst der Kreissachgruppe zu erhalten, werden keine aus ihrem Bereich ausgeführt. Zu der Reichsnährstandsschau in Leipzig, an der Hessen-Nassau wit etwa 50 Tieren vertreten sein wird, werden diesmal aus Oberhessen nur zwei Ziegen und ein Bock gestellt. Abschließend appellierte Dr. Wagner an alle Züchter, sich in vollem Maße für die Leistungszucht einzusetzen. Der Direktor der ambulatorischen und geburtshilflichen Veterinärklinik der Universität, Professor Dr. Küst, sprach über die „Unfruchtbarkeitsforschung bei Ziegen". Er hob hervor, daß bei dem hohen Stande der Ziegenzucht in Oberhessen der Fruchtbarkeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muß. Vor allem müsse darauf ge. sehen werden, daß die Ziege regelmäßig lamme, damit sie auch gute Milchleistungen erzielen könne. Ganz besonders wies er darauf hin, daß nur die besten, kräftig entwickelten und fehlerlosen Tiere zur Aufzucht verwendet werden müssen, damit die Ziegenhaltung auch einen wirtschaftlichen Nutzen abwerfe. Er kennzeichnete die verschiedenen Merkmale die der auch in Oberhessen häufig auftretenden Inzucht und erläuterte mit Unterstützung durch Lichtbilder die Beschaffenheit von gesunden und zur Zucht geeigneten Tieren. Wirtschaft. Fwd. Aus der rhein-mainischen und kurhessischen Zigarrenindustrie. Im Gegensatz zu dem jahreszeitlichen Abflauen in früheren Jahren verzeichnet die Zigarrenindustrie des hessischen Wirtschaftsraumes in den ersten Monaten des neuen Jahres unverändert starke Beschäftigung. Da die Aufträge gesteigert sind, ergeben sich erhebliche Lieferungsrückstände. Rhein-Mainische Börse. THittagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 22. April. Auch zum Wochenschluß war die Stimmung im Grunde freundlich. Das Geschäft hielt sich aber weiterhin in engten Grenzen. Am Aktienmarkt überwogen weiterhin Kursbesserungen, wenn auch vereinzelt wieder leichte Abschwächungen nicht ausblieben. IG. Farben setzten mit 148,25 etwas niedriger ein, auch Metallgesellschaft nicht ganz gehalten und 0,65 v. H. schwächer. Gesfürel wurden 1 v. H. niedriger mit 134,50 variabel genannt. Am Montanmarkt lagen Vereinigte Stahl um 0,25 v. H. auf 102,75, Buderus um 0,50 v. H. auf 105 erhöht, während Hoesch unverändert 108 lagen. Arn Markt der Maschinenwerte waren Autowerte fest, Demag zogen um 0,50 v. H. auf 148,25, Deutscher Eisenhandel um 1,25 v. H. auf 143,75 an, letztere allerdings ohne Geschäft bei Nachfrage. Rheinmetall blieben auf letzter Basis gesucht. Für Hartmann 6- Braun zeigte sich zu 129 nach einem letzten Kurs Ende März von 119 Nachfrage, ohne daß Angebot herauskam. Für Westdeutsche Kaufhof wurden um 0,50 v. H. höhere Kurse gesprochen. Am Bankenmarkt lagen Reichsbank auf 180 nach 178,50 erholt. Renten hatten wieder einiges Geschäft in Pfandbriefen zu letzten Kursen. Don Jndustrie- obligationen waren 5 v. H. Gelsenberg mit 100,25 und Kasse 100,40 leicht gebessert. Don Anleihen hörte man Dt. Kommunal Sammelabl. I mit 135,50 knapp behauptet. Mittelstahlobl. zu 100,13 gesucht, 5 v. H. Gelsenbenzin wurden mit 100,25 (100) bezahlt, auch 472 v. H. Voigt Häffner etwas fester. Stadtanleihen ohne Geschäft. Liquidationspfandbriefe teilweise etwas befestigt, so Meininger 101,25, Franks. Pfandbrbk. 100,90. Im Freiverkehr lagen Kommunalumschuldung unverändret 93,50. Im Verlaufe erhielt sich die freundliche Stimmung. Thüringer Lieferung wurden 114 nach 113 genannt, AEG. unverändert 114,50. Von Banken konnten Reichsbank nochmals 0,50 v. H. anziehen. Vereinigte Laurahütte mit 12,75 nach 12,50 gefragt, Mannesmann etwa 0,25 v. H. ab geschwächt. Scheideanstalt konnten weiterhin um 0,50 v. H. auf 201,50 anziehen und blieben gesucht, Dt. Erdöl dagegen nur knapp gehalten mit 122,50. Demag konnten im Verläufe nochmals 0,25 v. H. gewinnen, Südd. Zucker mit 217 wieder 0,50 v. H. höher gesucht. Am Einheitsmarkt waren Mainzer Aktienbrauerei wieder minus, ebenso diesmal Mez. Im Freiverkehr waren Dingler auf letzter Basis gefragt, Elsäß. Bad. Wolle auf die Dividendenaufnahme auf 99 (96) erhöht, Growog etwas schwächer, Rastatt Waggon etwas gebessert. Tagesgeld 2,25 v. H. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Fr. Lina R. in G. Die Antwort auf Ihre Anfrage liegt zur Einsichtnahme in unserer Schriftleitung bereit. 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Alles frisch wie aus dem Netz Große Sondervorstellungen! Nur 3 Tage! SÄ I 6 und 8.30 Uhr ~äbends~~| fidiispielfiaus Gießen auf Ehrenwort Einer der gröfeten Erfolgsfilme der Ufa Ein Meisterwerk Karl Ritters Hauptrollen: Roll Moehins, Inäetiorp Theck, Fr. Kämpers Ein Film der erschüttert und beglückt zugleich, und der jedem, der diesen Film sah, als schönes Erlebnis in Übelkeit, Verdaeongs« Beschwerden, Darm« kotarrb und Darmkolik -^OLBÄS Reformhaus am KreozDlatz 5 Ein so blendender Tenor wie Louis Graveure, dazu zwei reizende Frauen, Camilla Horn und Maria Sazarina, das Komiker-Trio Rühmann, Lingen, Odemar —- das ist die Bombenbesetzung einer entzückenden Filmoperette von Liebe, Humor und Walzer -klängen! Ein Film, der seinen Erfolg bereits bewiesen hat und nun aufs neue fröhlichste Stimmung verbreitet! Die einfallsreiche Regie Georg Zochs und die beschwingte Musik von Will . Meiscl sorgen ferner {Üf* einen heiteren Filmabend, den niemand bereuen dürfte. Lachen und Begeisterung werden auch bei uns diesen Film begleiten! Die Namen seiner Darsteller und sein Titel „Ein Walzer für PQLflST____G i essen Neu eingctroffcn! Zunge ostpreußische Butten schwarzbunt, 17 Stück. Außerdem zirka ZOZungrinder Ostvreußen-Küho und -Rinder, frischmelkend und flott zumKalben, stehen zum Verkauf diese Woche in den Stallungen R. Heckmann, Gießen. Hamm straffe 5 Telefon 3275 Außerdem treffen ein diese Woche junge edle ostpreußische Blut- vferde, Doppelgespann, 3- und 6-jährig, zugfest gefahren, Größe 1,55, außerdem stehen noch junge beste Arbeitspferde zum Verkauf (Kattblut) 4—6-jährig. 3OioD Weifestückkalk Graustückkalk Marmorkalkhydrat Zementkalk Löschkalk prompt und in jeder Menge lieferbar CRübsamenK.G, Telephon 3659 26?2D Zwangs-Versteigerung. Dienstag, den 25. d. 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