Rr. 20 Lrstes Blatt 189. Jahrgang Dienstag, 24. Januar jyzy Erlcheml täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» Monatr-Vezugrpreir: MU 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt iiernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße» Postschecktonto: Kranifurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilStrdruckerei ».Lange In Sieben. Schristleltung und Seschäslrftelle: Schulftrab« 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Te^t« anzeigen von 70mm Breits 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/„ mehr. Grmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Zukunstsbild der (Eigener Äericht des O. Str. Wien, im Januar 1939. Dor wenigen Fahren noch lang man das Lied von „Wien, oer ilerbenden Malcyenftaot, für die man nur noch ein kücheln hat". Die (Sturme des ibiuioe*» itiuo ijuucii uic|e utuaüeiue luuiuuie Hili chrern weichlichen Rhythmus hinweggefegt wie jo vieles anioere, was m Wien mor|cy uno kraftlos tDui. zins uer |ieio«:iiOen jj(.ULiyeii|iuui gui üuS neue Reich eine andere lebendige Märchenstadt gemacht, denn die Perspettioen, die ,uy jetzt für G.rotz-Wien eröffnen, ericheinen fast unbe= ^grenzt. Ltiuergainübagn bei. (&t. Stefan, Schnellbahnen in die zu bluyenden Siediungsfladten oer- roanbelten Wienerwaiooörichen, Ozeaiurampser Hinterm Prater ankernd, eine Auiopratze vom Ste- faiispiu«! vis m jenes ewige '^uruuies, wo einjt der Frühlingswind dem Walzerkönig Strauß ine „G'lchlch^en aus dem Wienerwald" erzählte — das ist das Zukunftsbild der wach «enden Weltstadt an der Donau! Wie ist das alles gekommen und wie soll das nun weiter werden? — ürft ein Vierteljahr ist es her, seit der Bürgermeister des neuen Wien, Dr.-Fng. Reubacher , am 15. Oktober 1938, ge- schmuar mit der ehrwürdigen goldenen Kette, die schon die Verteidiger der Ostmark gegen die Türken trugen, die Rundfahrt durch Die an Wien grenzenoen 97 Ortfchaften machte, die mit Liefern Tag mit der alten Hauptstadt zu Groh-Wien oer- schnwizen wurden. In einer Weiheftunde am Haupiplatz der alten Babenberger- und Beechooen- Staot Mödling im Schern der Fackeln sagte Dr. Reubacher auf dem Altan des Rathauses: „So wollen mir denn dieses Wien so gestatten, daß es seiner Ausgabe, das deutsche Tor noch dem Süd- osten zu sein, gerecht roerüen kann, und ein Wien schaffen, Das das wird, als was es der Führer bezeichnete — ,öie Perle an der Son au!1" Gcotz-Wien hat sich heute nach Angliederung der umiiegenDen 9/ Gemeinden (darunter neben Mödling Die alte Herzogstadt Klosterneuburg, bu., au» Der XtueaOcii jiammenDe Schwechat und die industriereichen Orte um die Stadt Liesing) von 27 800 Hektar auf 121800 fyettar vergrößert. Es ist somit heute der Fläche nach di«, gtotzte t u o t Deutschlands und Die sechstgrößte Stadt der Welt. Wien erhielt etwa 215000 Einwohner mehr und hat nun seit dem 15. Oktober 2 087 000 Menschen. Besonders groß ist der Raumgewinn Wiens im Südosten, wo Himberg, Fijchamend, Schwadorf und jenseits der Donau felvst Groß-Enzersdorf und Süßenbrunn zum neuen Wien gehören. Somit reicht das Gemeinde- geoiei hurt uh GrogdeutjchlanDs suDostiichste Donaustadt Hainburg heran, die mit Theben an die Gebiete von Engerau und an den Preßburger Brückenkopf grenzt. Die weite Ausdehnung längs der Donau nach Südosten gibt Wien die Möglichkeit, der größte Binnenhafen und Hauptumschlagplatz des mitteleuropäischen Wasseroerkehrs zu werden. Im Frühjahr beginnt der Bau der großen Wiener Hafenanlagen, die sich vom jetzigen Donauhandcls- tai in Der Höhe des Praters über 20 Kilometer stromabwärts erstrecken werden. Zwei eigene Schnellvaynen unD Drei Zuvringerstrccken werben für diesen Hafen angelegt. Silos für 150.000 Tonnen sowie ein eigenes Viertel für Veredelungsanlagen für Industriegüter sind vorgesehen. Wenn man bedenkt, daß erst vor kurzem bei der plötzlichen Vereisung der Donau über 500 Schiffe im viel zu kleinen Wiener Winterhafen Schutz suchen mutzten, läßt sich die Bedeutung des künftigen Großhafens für den internationalen Handels- und Schisfahrtsverkehr auf der wichtigsten Wasserstraße Europas nach dem Südosten unseres Erdteils ermessen. Bei der Marchmündung bei Theben, also unmittelbar vor den Toren Groß-Wiens, wird der geplante Donau-Oder-Kanal, der einen Teil des Marchflusses als Kanalstrecke benützt, in die Donau münden und jo den Binnengroßhafen Wien direkt mit den deutschen Ostseehäfen verbinden. 'Rach den Planungen werden selbst kleinere Ozeandampfer in Wien vor Anker gehen können. Die weite Ausbuchtung des Gemeindegebietes im Nord osten der Stadt dient den gewaltigen Militäranlagen rund um den Bisamberg. Wien wird- eine Der größten G a r n i s o n ft ä d t e des Reiches werden. Schon jetzt lassen das die Kasernen- und Lagerneubauten, die Geländepla- merungen und die Anlage eines engmaschigen Straßennetzes zwischen den Donaubrückenköpfen und dem künftigen Garnisonviertel erkennen. Selbstredend wird diese Garnisonstadt ebenso wie die anderen angegliederten Gebiete dem Wiener Leitungsnetz für Wasser, Gas und Elektrizität an- geschlossen. Die Hauptstadt der Ostmark kann sich rühmen, das b e ft e Trinkwasser zu haben, liegen doch die Wiener Quellen an den Alpenaus- läufern und im Gebiet des Hochschwab, sodaß es frisches Gebirgsquellwasser heute schon in jedem Wiener Haushalt gibt. Groß-Wien wird jetzt neue Quellen im Hochschwabgebiet und auf der Wild- alpe erschließen, und damit eine der größten Was- ferleitungsbauten in Angriff nehmen. Eine unumgängliche Voraussetzung für die Verwirklichung aller dieser Pläne ist die Verbesserung der Dehrkehrsverhältnisse. Dabei ist der Bau einer Untergrundbahn viel- "leicht dds kühnste Projekt. Die besondere Boden- Ibeschaffenheit Wiens, die gewaltige Unterkellerung Der alten Stadtteile — (die Katakomben von St. Stefan reichen etwa drei Stock tief unter die Erde tunb dehnen sich weit unter die innere Stadt, ebenso wie unterirdische Kasematten und halbverschüttete Wettstadt Wien. G'eßener Anzeigers Keller bis unter die Hofburg) — stellt da riesige Anforderungen. Zur Entlastung des Stadtverkehrs wird auch die Ringstraße von der Straßenbahn befreit und zu einer prächtigen Autopromenade ausgeftaltet. Bei der Ortschaft Gaaden unweit Mödling erreicht künftig die Reichsautobahn das Wiener Gemeindegebiet. Zubringerstraßen fuhren zu den einzelnen Stadtzentren, während vom Norden her die quer durch die Tschecho-Slowakei geführte Reichsautobahn Breslau — Wien ins Stadtgebiet mündet. Wenn man dazu noch die Pläne zur Ueberwol- , bung des heute noch offen durch die Stadt strömenden Wienflusses und die Skizzen der großen Autostraße von dem Volkserholungspark im Wienerwald bis in das Zentrum des alten Stadtkerns sieht, dann weiß man, wie sehr der neue Ausbau und Aufschwung Wiens dem Bauherrn Groß- deutfchlands am Herzen liegen. Die Aufgabe des Handwerks in der Wirtschaft. Berlin, 23. Ian. (DNB.) Aus der Reichs- arbeitstagung des deutschen Handwerks in der DAF. erörterte Reichshandwerksmeister Schramm dos Verhältnis von Wirtschaft und Staatsführung. Wenn auch heute der Staat und die Partei die Wirtschaft zu den Zielen lenken, die für die Volksgemeinschaft zu erreichen sind, so wenden sie sich damit selbstverständlich nicht gegen hie Initiative des einzelnen, sie haben die Führung der Wirtschaft ausdrücklich bei den Wirtschaftsführern gelassen. Aber es gibt kein Wirtschaftsleben, das, Mrd Chamberlain n Japan wünscht persö Tokio, 24.3an. (DR.-Aunkfpruch, Offaflenbienff.) Die Zeitung „kokumin Schimbun" spricht heule von der Möglichkeit einer Einladung Chamberlains oder eines anderen britischen Staatsmannes nach Tokio. Das Blatt schreibt: England werde bald gezwungen sein, feine veralteten Vor - slellungen über die Lage in Oslasien zu überprüfen, nachdem alle seine vereint mit Amerika und Frankreich unternommenen Einmischungs- verfuche fehlgcschlagen seien. Außerdem hätten der japanische Ministerpräsident, der Außenminister und der kriegsminlster im Reichstag unmißverständlich erklärt, daß Japans Politik in Ost- asien auch gegen dritte Mächte entschieden durchgeführt würde, falls diese Mächte versuchen sollten, die Entwicklung in Ostasien auf pi- halten. Die gegenwärtige militärische Lage beweise ja deutlich, daß Japan in kurzer Zelt das gesamte Gebiet von China beherrschen werde, kreise des Außenamtes seien deshalb der Ansicht, daß nichts wirksamer zur Verbesserung der englisch-japanischen Beziehungen beitragen können als eir? persönliche Fühlungnahme zwischen den führenden Staatsmännern, wie es in Der alle G« Magere Ausbeute der 1 Eigener Bericht des E. P. Genf, 23. Januar. Wenn man die Bedeutung der 104. Tagung des Rates der Genfer Liga an ihren Ergebnissen mißt, so bedarf es eigentlich gar keiner Bilanzziehung: Denn in keiner der anstehenden Fragen, etwa der des spanischen Bürgerkrieges oder im chinesisch-japanischen Streitfall, ist etwas Positives geschehen. Auch über die zweitägigen Besprechungen des englischen Außenministers Lord Halifax und des französischen Außenministers Bonnet ist nichts Nennenswertes bekannt geworden. Trotzdem Hst das alte Spiel vom 16. bis zum 20. Januar in Genf gespielt worden. Und es ist dabei zunächst einmal bedeutsam, daß die Liga trotz der schweren Nackenschläge des Jahres 1938 überhaupt noch lebt, daß es immerhin noch insgesamt fünf Außenminister nebst einem Troß von fast hundert Journalisten gegeben hat, die sich zu einer Reife nach Genf verleiten ließen, und daß die Genfer Organisation als solche zwar gewisse Sparmaßnahmen, die schon nicht mehr als Säuberungsaktion gedacht find, durchführen muß, aber in etwas kleinerem Rahmen und mit bescheidenen Aufgaben erhalten bleibt. Wenn aber die Genfer Liga bestehen bleiben kann, so ist der Grund davon ganz einfach der, daß die in Genf führenden Mächte, also in der Hauptsache England und Frankreich, zwar an einer eigenmächtigen Hetzpolitik der Liga kein Interesse haben, daß sie aber umgekehrt ihr gänzliches Verschwinden jedenfalls noch nicht wünschen. Vielmehr wollen sie das Genier Instrument behalten, um es für ihre Zwecke b e» nützen zu können, falls es eines Tages doch einmal zu einem großen Konflikt kommen sollte. Deshalb wurde im Laufe der 104. Tagung der „alte von den Idee des Nationalsozialismus losgelöst, feinen Weg geht. Auch in den handwerklichen Betrieben mutz es darauf ankommen, die Einsatzbereitschaft zu steigern. Wie umfanareich diese Aufgabe ist, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es in Deutschland allein 1 604 000 Handwerksbetriebe gibt, die insgesamt 671000 Lehrlinge ausbilden. Es ist die Aufgabe der Wirtschaftsführung, den deutschen Handwerksmeister in wirtschaftlicher Beziehung so zu schulen, daß er in der Lage ist, die wirtschaftlichen Aufgaben, die ihm heute gestellt find, reibungslos zu erfüllen. Bei der Losung dieser Aufgaben werden die Deutsche Arbeitsfront und die wirtschaftliche Führung des Handwerks eng Zusammenarbeiten müssen. Der Leiter des Amtes Handwerk der NSDAP, und des Deutschen Handwerks in der DAF. Seh - nert eröffnete am Montagvormittag in Berlin die erste großdeutsche Arbeitstagung der Gauhand- w e r k s w a l t e r in der DAF. Die Aemter, das deutsche Handwerk und der deutsche Handel im Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront, übten im Auftrage des Hauptamtsleiters für Handwerk und Handel die politische Führung des Handwerkes und des Handels aus. Im Einvernehmen mit dem Hauptschulungsamt der NSDAP, werde die weltanschauliche Schulung durchgeführt. Um die Leiftungsfähiakeit aller Handwerker zu erhöhen, fei ein umfassender Organisa- t i o n s p I a n aufgestellt worden. Zur Errichtung vorbildlicher Kleinbetriebe sei ein Kredit von 3 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden. Es fei also nunmehr möglich, die Handwerker, die sich am L e i st u n g s k a m p f beteiligen, bei der Verbesserung ihrer Werkstätten, der Einrichtung von Musterbetrieben oder der Gründung eines Unternehmens zu fordern. Nur in wenigen Handwerksbetrieben gebe es einen Betriebsobmann. Die Handwerker müßten daher der Führung eines Ortshandwerksmeisters unterstellt werden, der praktisch die Stelle des Betriebsobmannes einnehme. nliche Fühlungnahme. sEuropa schon bei den Besprechungen in München und Rom geschehen sei. Man erwarte da- her, daß Außenminister Arita die Frage einer E i n- ladung des britischen Premierministers Chamberlain oder eines anderen britischen Staatsmannes erwägen werde und daß er vielleicht dem britischen Botschafter in Tokio direkt einen solchen Vorschlag machen werde. Vor neuen Kampfhandlungen in Südchina? Tschun king, 23. Ian. (Europapreß. Funkspr.) Nach hier am Sonntag eingetroffenen Meldungen über die Lage an den Fronten wird von chinesischer Seite berichtet, daß in Kanton 5000 Mann japanischer Truppen eingetroffen feien. In Kürze würden noch weitere Truppen erwartet. In militärischen Kreisen schließt man daraus, daß die Kampfhandlungen in Südchina sehr bald wieder auf genommen werden. Heber die Kampfhandlungen inMittelchina wird in chinesischen Kreisen behauptet, der japanische Vorstoß auf Jtschang, Kingschan und Tschiahsiang sei 120 Kilometer nordwestlich von Hankau aufgehalten worden. ist lehi noch. l)4. Genfer Ratstagung. Gießener Anzeigers. Kurs" fortgesetzt und sogar verschärft, wie die Entschließungen des Rates zeigen. Sowjetfpanien wurde dafür „gelobt", daß es ein paar Tausend „Freiwillige" aus dem Land entfernt und daß es angeblich alle „nichtspanischen Kriegsteilnehmer" bereits aus der Frontlinie herausgezogen habe. Umgekehrt wurde Nationalspanien ^verurteilt", weil die Genfer Ratsherren feiner Flugwaffe „absichtlich ober fahrlässige Angriffe gegen die Zivilbevölkerung" unterstellten. Ferner wurden die dafür in Frage kommenden Mitgliedsstaaten der Liga aufgefordert, miteinander in Fühlung zu treten, um eine „wirksamere Hilfeleistung" für China zu gewährleisten, d. h. um die japanischen Ein- und Ausfuhren zu unterbinden! Anderseits diente der Rat dem englischen Vertreter als Tribüne für seine Drohung, daß London die P a l ä st i n a f r a g e nach Gutdünken „regeln" werde, falls die bevorstehende Konferenz mit den Arabern und den Juden zu keiner Einigung führen sollte! Das waren, wenn man so sagen will, die greifbaren Ergebnisse dieser 104. Ratstagung. Man sieht also, daß wenn in Europa und der Welt seit einigen Monaten eine neue Lage entstanden ist und in verschiedenen Hauptstädten ein neuer G e i st aufzukommen beginnt, in Genf von einer Wandlung noch keine Rede sein kann. Vielmehr bleibt Genf nach wie vor eine kollektivistische Angelegenheit, und der einzige Unterschied im Vergleich zu früher besteht eben darin, daß die Führung von der Sowjetunion auf die Westmächte übergegangen ist und daß demgemäß der einstmals scharfe Kurs durch einen abwartenden abgelöft worden ist. Wirischaftlicher Vormarsch Von Or. Earl Wellthor. Nacktem die Sensation, die ein Teil des Auslan« des im Personenwechsel an der Spitze der Reichsbank erblicken wollte, verraucht ist, gewinnt das Verständnis dafür an Boden, daß es sich hierbei nur um einen allerbings bedeutungsvollen Einzelakt zur Vereinheitlichung der Wirtschaftsführung handelt. Die Hälfte der für den „Vierjahresplan" festgesetzten Zett ist vergangen. Führende Männer tm Vierjahresplan verwahren sich dagegen, daß die Durchführung dieses Planes etwa der Errichtung eines Gebäudes gleichzusetzen sei, das nach einer bestimmten Zeit fertig dasteht und keiner wesentlichen Abänderung mehr bedarf. Sie sehen im Vierjahresplan vielmehr die Möglichkeit, beftimmte grundlegende Notwendigkeiten der deutschen Wirtschaft sicherzustellen, wie Roh- stoffausstattung, Kapitalaufwand, Heranbildung von Arbeitskräften und Erzielung eines echten und dauerhaften Gleichgewichts in der deutschen Devisenbilanz. Es wäre also falsch zu fragen, warum man Überhaupt einen Vierjahresplan aufgestellt habe, wo man von vornherein wußte, daß die in Angriff genommenen Arbeiten innerhalb von vier Jahren nicht erledigt sein werden. Bei der Schnelligkeit und der Tatkraft, mit der an die Losung verschiedenartiger, häufig eng ineinandergreifender Aufgaben- herangegangen worden ist, konnte es nicht ausbleiben, daß die Oekonomie etwas in Rückstand geriet, d. h. daß der Erfolg nicht immer ganz dem Aufwand entsprach. Die Zusammenfassung der großen Wirtschaftsgaben im Vierjahresplan gab die Möglichkeit, in der Person des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschalls Gorina eine einheitliche Oberleitung zu schaffen. Nachdem auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten der Vormarsch angetreten worden ist, erwies es sich als notwendig, in großen einheitlichen Bereichen klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten herzustellen. Das ist die Bedeutung des Mandats, das Generalfeldmarschall Goring kurz vor Weihnachten dem Reichswirtschaftsminister Funk erteilte, und das sich nach der Abberufung Dr. Schachts auch auf die Tätigkeit des Reichsministers Funk an der Spitze der Reichsbank erstrecken wird. Die Bestellung von Sonder bevollmächtigten für das Bauwesen (Dr. Todt), die Kraftfahrwirtschaft (Oberst von Schell), den Maschinenbau (Direktor Lange) und die Energiewirtschaft (Oberbürgermeister Dill- gardt) zeichnen einen klaren Weg von den obersten Dispositionen bei der Leitung des Vierjahresplans über den Reichswirtschaftsminister bis zu den außerordentlichen Bevollmächtigten auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten. Der Einzelne neigt dazu, die Bedeutung des von ihm geleiteten Werkes und auch seine eigene Arbeitsleistung hoher einzuschätzen als das Werk und die Leistung anderer. In einer Wirtschaft, die mit den wichtigsten Dingen so haushalten muß wie die deutsche, darf es kein irgendwie geartetes Faustrecht geben, das einem außerhalb der besonders Berufenen und Verantwortlichen das Recht gibt, auf Rohstoffe, Waren, Arbeitskräfte usw. zurückzugreifen, die ein anderer für seinen Zuständigkeitsbereich beschafft hatte. Dabei kann eine Reihenfolge der Dringlichkeit durchaus gewahrt bleiben. Heber allem steht die Sicherheit von Staat, Volk und Wirtschaft. Aber nicht alles erweist sich bei näherer Prüfung in dieser Hinsicht als so vordringlich, wie es von seinen Befürwortern hingestellt worden war. In dem Schreiben, das der Führer an den Reichswirtschaftsminister Funk anläßlich der Berufung zum Reichsbankpräsidenten richtete, wird von einer Lockerung der bisherigen strengen Bestimmungen auf einem Sondergebiet gesprochen, nämlich auf dem der Zulassung der Privatwirtschaft zum Kapitalmarkt. Eine Reihe von wirtschaftlichen Hnternehmungen war trotz redlicher Bemühung nicht in der Lage, aus laufenden (Erträgen so viel zu erübrigen, daß der lausende Kavitalbedarf gedeckt werden konnte. Auch die Reichsbahn hat in ihrem vorläufigen Bericht über das Jahr 1938 keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie ohne Inanspruchnahme des Kavitalmarktes nicht auskommen werde. Die einzige öffentliche Anleihe der Reichsbahn im nationalsozialistischen Deutschland ist vor vier Jahren, im Januar 1935, begeben worden. Natürlich bedeutet die Lockerung der Bestimmungen über die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch die Privatwirtschaft keine völlige Emissionsfreiheit. Vielmehr wird auch in Zukunft eine oberste Lenkung in der Kapitalverteilung auf- cechterhalten bleiben müffen. Wie auf diesem <5onb er gebiet, so wird auch auf anderen Teilgebieten dafür gesorgt werden müssen, daß der wirtschaftliche Gesamteffekt erhöht wird. Wenn auch bei voller Marktfreihett manche Fehlleitung von Roh- und Hilfsstoffen eintritt, so ist doch im allgemeinen gewährleistet, daß die zur Erreichung eines bestimmten wirtschaftlichen Zwecks erforderlichen Materiallen, Verkehrs- und Arbeitsleistungen beschafft werden können. In einer behördlich geleiteten Wirtschaft besteht die Gefahr, daß einem Unternehmen, das zu 95 v. H. alles Erforderliche beschafft hat, die Beibringung der letzten 5 v. H. nur mit großer Mühe und mit beträchtlichem Zeitverlust gelingt, und daß während dieser Zeit die 95 v. H. nutzlos daliegen. Ohnehin leidet Deutschland auf feinem wirtschaftlichen Vormarsch unter der Knappheit wichtiger personeller und materieller Produkttonsbedingungen. Es muß alles geschehen, um den wirtschaftlichen Ablauf nicht noch zähflüssiger zu machen, als er es infolge dieser Knappheit ohnehin ist. Es besteht kein Grund zur Annahme, daß die Leitung des Wirtschaftsministeriums und der Reichsbank in den fänden des Reichsministers Funk weniger sorgfältig die bürokratischen Klippen zu meiden sucht, als es im Wirtschaftsministerium und in der Reichsbank unter der Leitung Dr. Schachts geschehen ist. Ein alter militärischer Grundsatz lautet, daß jeder militärische Verband das Tempo seines Vormar- sches nach der Geschwindigkeit und der Marschleistung seiner auf diesem Gebiet s ch w ä ch st e n Formation richten muß. Eilmärsche eines Teiles reißen die Marschkolonnen auseinander, verhindern gemeinsame Operationen und stellen den Erfolg in Frage. Auf verschiedenen Gebieten haben wir das Gleichgewicht der Funktionen noch nicht erreicht. Einer ausreichenden Inlandserzeugung an einem bestimmten Stoff stehen nicht selten unzureichende Produttionsmöglichkeiten in bezug auf einen anderen gleichwichtigen Stoff geaenüber. Die Lage gestattet es uns nicht, alles Fehlende und Notwendige auf Einfuhrkonto zu nehmen. Auch in der Verteilung unlerer Arbeitskräfte haben wir noch keine gesunde Bilanz schaffen können. Besonders mißlich ist die Lageinder Landwirt s ch a f t, wo der Mangel an Hilfskräften ernste produktionspolitische Folgen zeitigen könnte. Wenn der Beruf des Landarbeiters bei den jungen Leuten noch nicht seiner nationalwirtschaftlichen Bedeutung und seiner völkischen Ethik entsprechend gewürdigt wird, so ist es Dache derer, die unser Volk im Geist der Einsatzbereitschaft erziehen, auf weite Sicht Vorkehrungen für eijie Anreicherung solcher Mangelberufe zu schaffen. Hier kann auch vor einer Verringerung des Anreizes, ländliche Beschäftigung mit städtischer Arbeit zu vertauschen, nicht zurück- geschreckt werden. Es ist richtig, daß ein zunehmender Maschineneinsatz im Landbau die Arbeitsbilanz auf dem Lande entlasten wird. Aber der Zwang zur intensivsten Bodenausnutzung wird uns immer wieder zu zusätzlicher Verwendung menschlicher Kräfte zwingen, für die Zur Zeit ein ausreichendes Reservoir nicht zur Verfügung steht. Der wirtschaftliche Vormarsch Deutschlands, der in den nächsten Tagen in sein siebentes Jahr eintritt, wird in immer stärkerem Maße zu einem O r • ganisationsproblem. In den Erlassen, mit denen Generalfeldmarschall Göring den Reichswirtschaftsminister Funk und dieser nneder andere Sonderbevollmächtigte einsetzte, ist nirgendwo von der Schaffung eines neuen Apparates die Rede. Organisation bedeutet nicht/die Einrichtung neuer vielköpfiger Behörden, jöndern im Gegenteil eine Einschränkung und Ausschaltung von Stellen, die ihren Wert überwiegend nach der hohen Zahl der in einem Labre erzielten Journal- nummern bemessen. Damit soll nicht gesagt sein, daß jede kleine Störung oder Unebenheit Keime der Katastrophe in sich trage. Menschen und Einrichtungen können mehr aushalten, als manche wahr haben wollen. Das Entscheidende ist, daß für aufbauende Arbeit der Weg bereitet und derLeerlaufeingeschränkt wird. Neuregelung des großdeutschen Geschäftes des Triester Derstcherungskonzerns. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Retchsmirtschafts- Minister Reichsbankprästdent Funk empfing den italienischen Wirtschaftsführer Exzeltenz Gros Volvi di Misurata, Präsidenten der Assi- curazwnä Generali Trieft, die von allen italienischen Versicherungsunternehmungen die größten Auslandsinteressen hat und bereits seit 1831 e t n deutsches Geschäft betreibt. Die Pläne, die Graf Volvi zur Neuregelung der Interessen des Triester Derstcherungskonzem in Großdeutschland oortrufl, sanden die grundsätzliche Billigung des Reichswirtschaftsministers. Zur HerbeiftHrung einer engeren Interessengemeinschaft unter den Tochter- und befreundeten Gesellschaften der Ge- neraligruppe werden weitere Schritte in die Wege geleitet werden. Der Berkaus des Neuen Deutschen Theaters noch nicht endgültig. Prag, 23. Jan. (Europapreh.) Die amtlich bekanntgegebene Annahme des Angebots des Prager Deutschen Theateroereins auf Verkauf des Neuen Deutschen Theaters durch die Regierung bedeutet noch nicht, wie in deutschen Kreisen verlautet, einen Abschluß des Verkaufes an sich. Der wies in feiner Antwortrede auf bevorstehende Be- ■ abgewiesen und im Gegenstoß feindliches Gelände sprechungen zwischen Vertretern der Relchsgruppe gewonnen und 150 Gefangene gemacht. Armee zu erwarten. Ein Nachtrag zum nationalen Heeresbericht erwähnt die Besetzung zahl- Ist das Nichteinmischung? Aus Bilbao wirdOeffnung der französischen Grenze gerncldet. Deutsch-britische Handelsbeziehungen Keine unfairen Methoden des deutschen Außenhandels. ftem der Währungskontrolle des bllateralen Clearings und der Zahlungsabkommen fei Deutschland durch die Politik der Gläubigerländer a u f g e - London, 23.Ian. (DNB.) Die deutsche Handelskammer in London gab ihr Übliches Iahresesfen, bei dem Botschafter y. D i r k s e n die Aussichten der englisch-deutschen Handelsbeziehungen als günstig bezeichnete. „Wie jede Nations so sagte er, „ihr eigenes Schicksal zu bestimmen wünscht, werden auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Grundsätze jeder Nation dazu beitragen, Unterschiede untereinander auszugleichen. Es sollte aber möglich sein — wie es in der Vergangenheit auch möglich gewesen ist — einen praktischen W e g zu finden, ohne sich dabei in theoretische Diskussionen über „Vor- oder Nachteile dieses ober jenes Wirtschaftssystems zu verlieren." Botschafter v. Dirksen schloß mit dem Hinweis, daß Deutschland und England gegenseitig viele Jahrzehnte hindurch die b e ■ sten Kunden gewesen seien. Diese alten Beziehungen müßten ein wertvolles Plus für neue Bemühungen ergeben. Ministerialdirektor Wiehl wandte sich gegen den Vorwurf, daß sich Deutschland unfairer Außenhandelsmethoden bediene. Das Sy- nötigen D e d i = \ r«>fa jomie östlich von Jgualada und im Abschnitt Lebensmittel- Villafranca de Panades^So wurden Pau de Or- Industrie und der Federation of British Industry hin, die zwischen den einzelnen Industrien Abkommen über die Konkurrenz auf eigenen und dritten Märkten bezweckten. Der Erfolg der Zahlungsabkommen gebe Anlaß zu der Hoffnung, daß auch diese weiteren Erörterungen erfolgreich fein würden. sidenten des Senats und der Kammer, das Diplo- matifche Korps, darunter der deutsche Botschafter von Mackensen, sowie zahlreiche Vertreter ausländischer Herrscherhäuser bei. Trauzeugen der Braut waren der italienische Kronprinz und der Graf von Turin, Trauzeugen des Bräutigams feine Brüder, die Prinzen Taver und Gaetan von Bourbon- Parma. Um 13 Uhr wurden Prinz Ludwig und Prinzessin Maria von Bourbon-Parma o o n P a p st Pius XI. in feierlicher Audienz empfangen. D e r Führer hat Seiner Majestät dem König von Italien, Kaiser von Aechiopien, ebenso der Prinzes- sin Maria von Savoyen zu ihrer Vermählung telegraphisch seine Glückwünsche übermittelt. Außerdem ließ der Führer der Prinzessin durch Botschafter von Mackensen eine Blumengabe überreichen. Deutsche Theaterverein wird diese Frage vielmehr ausschließlich im Sinne der Führung der deutschen Volksgruppe in der Tschecho- Slowakei entscheiden. Diese Entscheidung selbst bildet aber einen Teil eines noch in der Schwebe befindlichen Fragenkomplexes. Hochzeit im italienischen Königshaus. Rom, 23. Ian. (DNB.) Die Trauung der Prin- zefsin Maria von Savoyen mit Prinz Ludwig von Bourbon-Parma hat in der mit prachtvollen weißen Blumengebinden geschmückten Kapelle des Quirinalfchloffes stattgefunden. Der Feier wohnten das italienische Herrscherpaar, die Mitglieder der Familien Savoyen und Bourbon- Parma, König Boris von Bulgarien, Mussolini und die Mitglieder der italienischen Regierung, die Prä- zwungen worden. Die Exportförderungsmetho- ___________v_ , den rührten von der Tatsache her, daß Deutschland reicher -weiterer Ortschaften südwestlich von Man- nur durch Exporte d i e nötigen D e d i = । refa jr—:- - 9fkr*„w<- (en für seine unerläßliche Lebensmittel- Villafranca de Panades."So wurden Pau de Or- und Rohstoffeinfuhr erwerben könne. !kst, 28 Kilometer vor Barcelona, und Ielida, 24 Deutschlands Ziel sei lediglich, dieselbe Unab- Kilometer van der Hauptstadt entfernt, erobert, hängigkeit aus wirtschaftlichem Gebiet zu er- Im Küstenab schnitt ist der inmitten der zerklüfle- ringen, deren andere Länder sich erfreuten. t€n Steilküste gelegene Ort Garras eingenom- Ein Handelskrieg wurde keinem Lande nutzen, bei- ! men worben, der bereits in unmittelbarer Nähe den Ländern aber Schaden bringen. । der Vororte Barcelonas liegt. An der Estrc - Der britische Ueberseehandelsminister Hudsonmadura-Front wurde ein Angriff der Roten PonS\ LERII Martorell, Panik in Barcelona. Oie Hauptstadt Kataloniens ohne Strom. — Seit drei Tagen kein Brot mehr. E. F. Paris, 23 Januar. Der katalanischen Hauptstadt bemächtigt sich immer mehr eine offene Panikstimmung und auf der anderen Seite eine heimliche Freude auch derjenigen^ die den Einzug der Truppen Francos sehniichst herbeiwünschen, gegenwärtig aber sich verbergen müssen, um nicht mit den drakonischen Bestimmungen des Kriegszustandes, der über ganz Sowjetspamen verhängt ist, in Konflikt zu geraten. Me das „Journal" berichtet, beginnt sich bereite jetzt, wo die Bolschewisten noch Herren Barcelonas sind, in der Stadt die bekannte „ 5. Kolonne" Der Parteigänger Francos zu rühren, die von den roten Machthabern so gefürchtet wird. Durch die 5. Kolonne wurden in der Nacht zum Montag in einer Reihe wichtiger Straßen der Stadt Handzettel ongeklebt, In denen die Bevölkerung aufgefordert wird, den Befehlen der raten Machthaber nicht nachzukommen, da jeder weitere Widerstand sinnlos sei und nur unnötiges Blutvergießen zur Folge haben würde. Der Sonderberichterstatter der Agentur H a v a s schreibt mit außerordentlicher Nervosität über bte Beunruhigung, die über Barcelona lagere. Seit gestern abend habe bte Stadt ein anderes Aussehen genommen. Die großen Straßen nach dem Norden seien besät mit langen Reihen von Flüchtlingswagen. In den Räumen der sowjetspamschen Zensur säßen die Journalisten und verfaßten ihre Berichte bei Kerzenlicht. Man atme auf, wenn man die ruhige Stimme „hier ist Panis" am Telephon vernehme. Auch die Aussagen der an der französischen Grenze eintreffenden Flüchtlinge lassen erkennen, daß die Lage in Barcelona katastrophal zu werden beginnt. Seit drei Tagen ist kein Brot mehr verteilt worden. Die unaufhörlichen nationalen Bombenangriffe haben den Flughafen Prat zerstört, so daß die Landung von Flugzeugen unmöglich ist. Da durch die Luftangriffe auch die Elektrizitätswerke zerstört worden sind, ist die Stahl Barcelona ohne Lich t- u n d K r a f t st r o m. Die Auhenviertel sollen geräumt und die Bevölkerung in die Innenstadt geflutet sein. Die Flüchtlinge behaupten, daß die extremen Elemente ote Oberhand gewonnen hätten. Die Akten der roten „Ministerien" sollen aus Barcelona bereits nach Valencia und Alicante abbefördert worden sein, desAleichen auch die zahlreichen Wertgegenstände, die rm Palast des sogenannten „PrSst- denken" Azana ausaestapelt lagen und durchweg aus von den Bolschewisten geräumten Städten und Provinzen weggeschleppt worben waren. Die evglischs Kolonie Vareelsnas hat die Stadt Montag zum größten Teil auf dem Seewege v erlassen. Man schätzt die Zahl der englischen Staatsangehörigen auf über 200, wovon zwanzig Mitglieder der Gesandtschaft bzw. des Generalkonsulats sind. Um ihre Sicherheit zu ge- wLchrleiften, hatte das Außenamt den englischen Gesandten Stevenson angewiesen, sich mir dem Oberbefehlshaber Im Mittelmeer in Verbindung zu setzen. Der Kreuzer „Devonshire" und der Zerstörer „Greyhound", Ine sich in der Nähe aufhielten, haben entsprechend« Weisungen erhalten. Die Einkreisung Mnresas. Saragossa, 24. Januar. (DNB Funkspruch.) Wie der Frontberichterstatter des DNB. meldet, drangen nach der Einkreisung Manre- fas am Montag gegen 23 Uhr nationale Tanks in die Stadt ein, wo der völlig umzingette Feind wetterhin heftigen Widerstand leistet. Für die nächsten Stunden ist ein konzentrischer Angriff aller Kolonnen der Maestrazgo- Bilbao, 24. Jan. (DNB. Funkspruch.) Wie die nattonalspamschen Zeitungen melden, sollen die frranzösischen Grenzposten in den Pyrenäen, unter ihnen auch die von Le Perthus, Port VeNdres und (Eerbere vom französischen Innenministerium die strikte Anweisung erhalten haben, alles aus Frankreich nach Sowjetfpanien gehende Kriegsmaterial ungehindert passieren zu lassen. Es fallen bereits größere Transporte rotes Gebiet erreicht haben. Bei Le Perthus überquerten 20 fr anzösi sche Tanks die Grenze in Richtung Barcelona, bei Eerbere sind eine Anzahl Eisenbahnwagen mit Kriegsmaterial über die Grenze gerollt und bei Bourg Madame fuhren elf Üastwagenzüge mit zerlegten Flugzeugen zu den Roten. Mas wird mit den Flüchtlingen? E. F. Paris, 23. Januar. Der sowjetspanische Außenkommifsar Aloorez d e V Bayo, der aus Genf i n Paris eingetroffen ist, hatte eine längere Unterredung mit dem französischen Außenminister Bonnet, bte dem Vernehmen nad) in erster Linie der Frage des demnächst zu erwartenden Massen Zustroms von spanischen Flüchtlingen aus Katalonien an der südfranzäfischen Grenze galt. Soviel bis setzt bekannt ist, wind sich Frankreich grundsätzlich nicht weigern, eine gewisse Anzahl von spanischen Flüchtlingen en seiner Grenze aufzusLhmen. Indessen richten sich starte Strömungen gegen einen dauernden Aufenthalt solcher Flüchtlinge in größerer Anzahl in Frankreich. Es wird also noch einer Lösung gesucht, wonach Frankreich den spaMchen Flüchtlingen lediglich die Durchreise über südfranzösisches Gebiet gestatten und versuchen würde, die Flüchtlinge nach anderen Ländern abzuschieben. Man hat in dieser Beziehung bereits von Me xi k o gesprochen. Die radikalsoziale ,,Ere Nouvelle" halt es für selbstverständlich, daß Frankreich es als seine Pflicht betrachte, die nfltleibenbe Bevölkerung in Rotspanien mit Lebensmitteln Zu versorgen. Eine andere Frage sei aber die Versorgung mit Waffen und Munition, die das Massen- Gießener Konzertverein. II. Orchester-Konzert. Das diesmalig« Konzert bestätigte und verstärkte aufs neue die Einbrücke, bie man bei dem vorjährigen Auftreten von Claudio Ar rau Haden tonnte; eine Pianisten Persönlichkeit, die instrumentaltech- nifches und musikalisches Können höchster Potenz in gleichwertiger Ausgeglichenheit verbindet. Für ihn tritt das rein Klameriftische in seiner Alleingeltung zurück; ausschlaggebend ist für ihn die musikalische Ausgabe. Man wind bei ihm nie den Eindruck des Einstudierten haben. Seiner Gestaltungsgabe ist es möglich, das Werk so darzubieten, als entstehe es im Augenblick vor den Ohren des Hörers. Sein Gefühlsablauf vollzieht sich in engster Verbindung mit dem inneren Geschehen des Werkes, dessen gei- stige Welt ganz zu der seinen wird und feine Per- soniichkeit bis zur letzten Faser erschließt. Seiner Vortragsart wohnt etwas ungemein Ursprüngliches inne. Nirgendwo könnte man bei Claudio Arrau ein einseitiges Heroortreten des Intellekts feststellen. Er will nicht musikalisch darbieten, sondern im Brechungswinkel seiner Persönlichkeit fängt er die Musil ein und läßt fie mit ihren inneren Lebenskräften erstehen. Der Klavieranteil von d e Fallas „Nächten in spanischen Gärten" mochte ihm besonders naheliegen. Hier ließ er den Klavierton zur Farbe und im Nacherleben der Nachtstimmung bas land- schaftliche Kolorit plastisch gegenständlich werden. Die rhythmischen Akzente wurden gebättrenhaft lebensnah, und unter seiner Hand wurden bie Impressionismen zu wahrhaften Impressionen. Aber ebenso vermochte er mit profilierter Klarheit und Herausstellung der thematischen Gebundenheit Cösar Francks „Symphonische Dana- Honen" Gestatt gewinnen zu lassen. In straffer, musikalischer Konzentration wurde chm das Thema mit seinen solistischen Ausbreitungen ebenso zum Angelpunkt des Werkes, wi« er im Verein mit dem Begleitkörper stets auf plastische Eigenwerte hin- zielte. Immer wieder aufs neue mußte man die restlos gelöste, zur höchsten Leistung gesteigerte Technik bewundern, bie aber stets dem musikalischen Ziel diente. Nach den Symphonischen Variationen brauste die Anerkennung zu einem wahren Beifallssturm auf und rief den Künstler vielmals an die Rampe. Das Orchester unter Kapellmeister Paul Walter einte sich mit dem Soloinstrument zu einer homogenen Ausdruckssphäre. Die Vielfältigkeit der Partitur aewann fo Leben als ein Gesamtwefen bei äußerst fein differenzierten Abstufungen der klanglichen Farbigkeit und mit einem inneren Impuls, der aus der Grundsphäre des Werkes Mit seinen mannigfachen Bildern bie Kräfte schöpfte. Der selbständige Orchestern nteil bei Cchar Franck mischte sich mit dem Solopart zu einheitticher Ausdruckswelt. Für einen Musiker wie Paul Walter, dessen Haupttätigkeit der sinnenfälligen Bühnenkunst eng verhaftet ist, muhte die visionelle Gegenständlichkeit b e Fallas ebenso großen Anreiz bieten wie die aus dem Bild-Erleben geborene Moussorgskij- sche Folge „Bilder einer A u s st e l l u n g ", zumal einem solchen Musiker ein besonderes Maß an Eindringungskraft für derartige Werke gegeben ist. Was Mousiorgskij der immerhin eingeschränkten Äusdrucksfähigkeit des Klaviers ano er traut hat, wird durch die Instrumentationsckunst Maurice Ravels im einzelnen individualisiert. So ließ denn Paul Walter den verbindenden „Prome- naden"-Gedanken, der jeweiligen Situationsentwick- hing entsprechet, in dem ihm zukommenden Eigenlicht erstehen — besonders verinnerlicht als Nach- klang der ,^atakomben"-Szene. Die einzelnen Bilder hellte er schlaglichtartig auf und ftimmte dabei alle musikalischen Faktoren aufs engste mit dem jeweilig Gegenständlichen ab, so daß sich stets ein plastischer, in sich fest fundierter und gerundeter Gesamteindruck heraushob, dabei der einzelnen Situation mit temperamenigebunbenem Durchleuchten nachgehend. Die gegenständliche Ausdrucksweise Moussorgskijs wuchs gedärbenhaft, bildhaft heraus, eng in der angeschlagenen Situation wurzelnd. Es war ein förmliches Sich-Ueberbieten der an allen Pulten bis zum letzten Einsatz bereiten Orchesterkräfte. Ja, man könnte fast behaupten, daß ein solch gerundeter, organisch geformter Klang nne diesmal bisher nur selten festgestellt werden konnte. Jeder verdient seine Anerkennung; da hieße es ungerecht fein, wenn man die geradezu präch- ngen EinzeNeistungen noch besonders hervorheben wollte. So wurde dieses Konzert nicht nur durch die fdner Werke, sondern auch durch den hohen Stand der Darbietungen zu einem nachhallenden Erlebnis für die beifallsbereiten Hörer Dr Hermann Hering. Ein Mann, eine Krau, ein Regenschirm. Don Peter Mottheus. Es fing an zu tröpfeln. Ganz plötzlich. Sozusagen aus heiterem Himmel. Kurt sah sich suchend nach einem Auto um, aber Lotte winkte ab. „Nicht nötig", sagte sie großspurig, „ich habe einen Schirm mit" Sie holte ein kurzes, rundes Ding aus der Tasche, das ungefähr wie eine Rakete aussah. Da hinten ein Griff dran war, konnte man es auch für eine Handgranate halten. Lotte machte ein nachdenkliches Gesicht, drehte das Ding in den Händen hin und her und bewegte stumm die Lippen. Dann packte sie entschlossen zu. Sie zog an dem Griff, und eine dünne, polierte Stahlstange kam zum Vorschein. „Siehst du!" jagte Kurt hastig, „ich wußte es jat Schmeiß schnell weg, ehe es los geht. Mach schnell und komm!" Er holte tief Luft und wollte davonstürmen. Aber bevor er dazu kam, streifte Lotte eine Seidenhülle von dem Ding herunter und schüttelte es. Jetzt ähnelte es einer kranken Fledermaus. Eine Weile arbeitete sie schweigend daran herum. Dann knackte es, und bann hielt sie einen richtigen, aufgespannten Redenschirm in der Hand. Verblüffend. Kurt war einigermaßen platt. „Na?" sagte Lotte ttiumphierend. „Da staunst du, wie? So — und jetzt brauchen wir kein Auto, jetzt gehen wir hübsch bis zur Haltestelle und fahren mit der Elektrischen." So weit war alles in Ordnung. Als jedoch die erste Bahn in Sicht kam, begann Lotte nervös an dem Schirm herumzufingern. Er blieb offen. Do war nichts zu machen. „Ich weiß nicht", murmelte sie verstört, „bie Der- fäuferin hat mir doch ganz genau Bescheid gesagt! Fch muß auf einen Knopf drucken. Siehst du einen Knopf? Wie — auch nicht? Merkwürdig?" Die erste Bahn fuhr vorüber und bie zweite kam. Der Schirm streikte immer noch. Bei der dritten versuchte sie es fo. Aber der Schaffner zeigte sich unzugänglich. „Offene Regenschirme", erklärte er kichl von der Hohe der Plattform herab, „stehen im Widerspruch zu den Beförberungsvorschrtsten." Dann klingelte er, und bann fuhr auch diese Bahn davon. Kurt und Lotte nahmen nun doch ein Auto. Der Chauffeur berief sich auf keinerlei Beförderungsvorschriften, er grinste nur. Und er grinste wieder, als Lotte sich vor ihrer Tür von Kurt verabschiedete und mit offenem Schirm im Hausflur verschwand. An diesem Abend ging Kurt früh zu Bett. Gegen Mitternacht läutete das Telephon. Schlaftrunken fuhr er in die Höhe und nahm den Hörer ab. Es war Lotte. ,Lch hab's geschafft!" erklärte sie fröhlich. „(Er- lebigt, mein Junge! Er ist zusammengeklappt." „Wer!?" fragte Kurt benommen. „Ist jemanb bei dir? Von wem sprichst du denn?!" „Dom Schirm natürlich", sagte Lotte. ,^sch habe den Knopf endlich gesunden, und nun ist er zu!" Kurt warf einen Blick auf die Uhr. „Wann — wann hast du den Knopf gefunden?" fragte er fassungslos. „Na jetzt, diesen Augenblick", antwortete Lotte. ,Lch weiß ja, daß es schon ein bißchen spät ist, aber ich habe eben so lange suchen müssen. Der Schirm 1 tonnte doch nicht in alle Ewigkeit offen bleiben, nicht wahr?" Dann sagte sie „Gute Nacht" und hängte ab. Kurt stand auf, ging bedächtig auf den Vorplatz hinaus und nahm seinen eigenen Schirm zur Hand. Einen richtigen Männerschirm. Dreimal hintei?m- ander machte er ihn auf und zu und stellte ihn mit einem Gefühl tiefinnerster Befriedung zurück in den Ständer. Er rieb sich den Kopf, gähnte herzhaft und sagte: „Teufelteufelteufel.. Und dann verfügte er sich schleunigst wieder ins Bett * Damit keine Mißverständnisse entstehen — diese Geschichte wurde nicht wegen der Schirme und ihrer verschiedenen Techniken erzählt. Sondern wegen der Menschen und ihrer verschiedenen Psychologie... Hochschulnachrichten- Professor Dr. Theodor Seif, der ausgezeichnete Orientalist der Wiener Universität, ist im Alter von 44 Jahren g e ft o r b e n. Er hatte als genauer Kenner des Korans internationale Bedeutung. Hervorragendes hat er auch im Entziffern von Papyri geleistet. Der Dozent Dr. Werner Frauendienst wurde zum o. Professor an der Universität Halle sowie zum Direktor des Historischen Seminars ernannt. Die Heimbeschaffung -er Hitler-Jugend Die Hermann-Göring-Werke be- für die Abrädor Wä IchtHände rillenfauber dieser Arbeitsgemeinschaft vereinigte Kreis seine Tätigkeit nicht nur in der Befriedigung des Hei m- bedürfnifses unsererJugend gesucht hat, sondern auch zugleich in der E r r i ch t u n g s o l - cher baulicher Vorbilder, die das Wollen der Speer und Giesler, um zwei Namen der großen Baukunst unserer Zeit zu nennen, tausendfach ins Kleine übersetzt und in der heimatlichen Sprache der jeweiligen Landschaft ausdrückt. Mit besonderem Nachdruck behandelte der Reichsjugendführer die Frage der Inneneinrichtung. Es gelte, den gipsernen Trompeter von Sackingen zu zertrümmern und gewisse, scheinbar unentbehrliche Nippsachen zu beseitigen. Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß wir auch hier ganz allgemein oorangekommen sind und gewisse Furchtbarkeiten der vergangenen Zeit, in Gestalt von Bertikow? und Riesenanrichten, die eher den Eingang zu einer Gruft anzudeuten scheinen, als ihren freundlichen Inhalt, überwunden haben. — Aber es ist noch nicht so, wie es sein müßte. Wir besinnen uns mehr und mehr auf edle, zweckmäßige Formen, stellen aber dennoch in manchen Fabriken am laufenden Bande die greulichsten Zimmerserien her. Da nach meiner Ueberzeugung die nationalsozialistische Erziehung der Jugend ein Ganzes darstestt, das alle Mittel umfaßt, die für die Bildung eines edlen Charakters, tapferen Herzens und einem deutschen Bürgermeister gestellt sein, als gerade an der Verwirklichung dieser Ziele mitzu- helfen! Der Bürgermeister darf aber auch gewiß sein, daß die ständige Fühlung, die er dadurch mit der HI. gewinnt, besser als jedes andere Mittel in unserer Jugend Aufgeschlossenheit für die Bedeutung und für das Wirken unserer Gemeinden weckt; der deutschen Gemeinde ist in der Gemeindeordnung ein ganz umfassender Bereich öffentlicher Aufgaben zugewiesen. Sie ist es, die auf einer Vielzahl von Gebieten all die Einrichtungen erhalten muß, ohne die wir uns unser soziales und kulturelles Leben nicht vorstellen können. All diese Aufgaben müssen im Rahmen der örtlichen Leistungsfähigkeit und nach Maßgabe des örtlichen Bedürfnisses erfüllt werden. Denn darin liegt ja gerade das Wesen der gemeindlichen Selbstverwaltung, daß sie die Leistungen der örtlichen Gemeinschaft in den Dienst der örtlichen Ausgaben stellt. Es ist nötig, Leistungskraft und Aufgabenerfüllung stets zu dem der örtlichen Lage entsprechenden Ausgleich zu bringen. Gewiß kann der Staat die Unterschiede, die sich hieraus zwangsläufig ergeben, in etwas ausgleichen, wie Sie dies z. B. aus der Förderung der Grenzlandheime der HI. in den letzten Jahren ersehen; er kann und darf aber die im Wesen der Selbstverwaltung liegenden Verschiedenheiten nicht nivellieren. Wenn es also in einer Gemeinde mit der Förderung der Aufgaben der HI., mit der Schaffung neuer Heime einmal nicht so schnell vorangehen sollte, so ist das keineswegs der böse Wille eines Bürgermeisters, sondern die Leistungskraft und die Rangordnung sonstiger vordringlicher Aufgaben können auch dem besten Willen des Bürgermeisters Grenzen stellen. In vielen Fällen stehen auch sonstige Schwierigkeiten, die sich aus unserer gegen- madigen Gesamtlage ergeben, der Verwirklichung mancher Planung im Wege und hieran trifft unter keinen Umständen etwa den Bürgermeister die Schuld. Eine bessere Aufgabenerfüllung namentlich in den kleinen Gemeinden soll vor allem aber auch das Gesetz zur Förderung der HI. sicherstellen. Wenn dieses Gesetz bisher noch nicht verkündet worden ist, so liegt der Grund vor allem darin, daß die großen Aufgaben, die im letzten Jahre die Rückkehr der Ostmark und der sudetendeutschen Gebiete stellten, vordringlicher Erledigung bedurften. Der Gesetzentwurf ist nunmehr der Reichsregierung zur Beschlußfassung zugeleitet. Ich bin überzeugt, daß damit der Schaffung einfacher und würdiger Heime auf dem flachen Lande, wie sie unserer Jugend geziemen, ein neuer Auftrieb gegeben wird. Unsere deutschen Bürgermeister werden es nicht an sich fehlen lässen; denn sie wissen, daß die deutsche Jugend, die in der HI. zusammengeschlossen ist, Deutschlands Zukunft ist. senden Industrie erheblich erweitert wird, die Auswirkungen der Errichtung der neuen Hüttenwerke ändern vielmehr die Struktur der ganzen deutschen Wirtschaft. Die Standortbesttmmung für die Werke im Gebiet zwischen Salzgitter und Braunschweig rückt den Rohstoff Eisen näher a n die mitteldeutsche Wirtschaft heran. Die Versorgung der verarbeitenden Industrie wird auf eine neue Fracht-Grundlage gestellt. Die Thomasmehlerzeugung als Neben- liches und unwesentliches, Echtes und Unechtes erforderlich sind, hat die Hitlerjugend auch der Inneneinrichtung ihre besondere Aufmerksamkeit zuoe- wendet. Der Hausrat der HI. hat seine eigene Bedeutung, die wir nicht unterschätzen dürfen. Auch dieser einfache Hausrat erzieht im Sinne des Führers und damit im Sinne der großen klassischen Zeit der Menschheit zur Anschauung und durch die Anschauung. Der Reichsjugendführer konnte feststellen, daß der vor einem Jahr sie Jahr um Jahr in klageloser Entsagung mit sich; unter den fremden Sternen. Nur wenige Menschen j sind den Deutschen in der Welt begegnet, die ihnen ' den Fleiß ihrer arbeitsamen Hände und Hirne gönnten. Haß, Verfolgung, Terror, alles nahmen sie auf sich, immer von dem Gedanken beseelt, daß man der deutschen Flagge doch noch Achtung zollen würde, oder — daß die Stunde käme, da die Heimat sie wieder zllrückrufen würde. Die Stunde hat geschlagen, nun sind sie heim, die Deutschen aus der Welt! Die letzten Spargelder wurden buchstäblich zusammengekratzt, die letzte Habe wurde auf die Schulter geladen, und dann ging es an Bord! — „N a ch Hause, nach Hause!" — Rund 26 OOO Volksgenossen kehrten allein im letzten Jahr in den Rückwandererheimen der Auslandsorganisation der NSDAP, ein. Mittellos, ohne Arbeit, am Rande der Verzweiflung. In Berlin, in Stuttgart, in Düsseldorf oder in Prien am Chiemsee, in allen zehn Zweigstellen der AO. bietet sich den Heimleitern das gleiche, trostlose Bild bei der Ankunft ihrer Gäste. Herrgott, was haben diese Menschen nicht alles erlebt? Lassen wir einen von ihnen erzählen, der vor Monatsfrist aus einer Kleinstadt in der Nähe Moskaus zurückkehrte. Er saß bei unserem Besuch mit seiner Frau und seinem kranken, elf Jahre alten Töchterchen in der blitzsauberen Stube des Rückwandererheimes und erzählte uns mit tiefbewegter Stimme folgendes von seinem Schicksal: „Dor vielen Jahrzehnten bin ich als Spinnereifachmann nach Rußland gegangen. Bei der Oktoberrevolution im Jahre 1916 haben sich auch die neuen Machthaber meine Kenntnisse zunutze gemacht. Ja, man ließ mich sogar bis zum Direktor einer Spinnereifabrik aufsteigen. Konnte ich da ahnen, daß dieser Posten nur eine Falle der Sowjets war? Eines Abends, es war zu Anfang des Sommers 1938, klopfte es an der Tür meiner Wohnung. G P U.! Wortlos durchstöberten die Blutschergen Stalins mein Heim und führten mich dann ohne jede Begründung ab. Meine Frau, die sich weinend an mich klammerte, wurde von den Burschen rücksichtslos beifeite gestoßen, kein Wort der Erklärung fiel. Ich wurde als Staatsfeind verhaftet, und die Haussuchung, bei der man einige belanglose Briefe von meinen deutschen Verwandten fand, genügte, um mich nach Moskau in das Lubjanka-Ge- fängnis zu führen. Verhöre, Verhöre, Verhöre! Ich wußte immer noch nicht, weshalb ich verhaftet worden war. Mittlerweile wurde es Hochsommer, und im Zimmer des Kommissars sah ich, daß das Thermometer auf 42 Grad stand. Diese Hitze wurde bald unerträglich. Dennoch führte man mich, um mich zum „Gedächtnis" zu bringen, in einen Raum, in dem sich schon 20 Mann stöhnend unter der Hitze wanden. Einer von uns maß den Raum der Zelle aus — der Flächeninhalt betrug 6V2 Quadratmeter. Auf meine Beschwerde hin sagte man mir höhnisch grinsend: ,Sie sollen mehr Platz habend Und nun führte man mich — Aeynliches wird Ihnen aus Literaturschilderungen bekannt sein — in einen Raum, der 15 Quadratmeter groß war und in dem 72 Mann Tag und Nacht im Lubjanka-Gefäng- nts standen. Wieder wurde ich von einem etwa 25 Jahre alten Burschen verhört. Er ließ mich 4V2 Stunden in einer Ecke stehen. Ich sollte ,kirre werdens dabei wußte ich immer noch nicht, was ich verbrochen hatte. Ich wußte auch nicht, wie es meiner Frau und meinem Kinde ging. Körperlich war ich ganz herunter, denn wir bekamen jeden Tag 600 Gramm Brot, 2 Stück Zucker und einen Löffel Wasser zur Ernährung! Und dann kam das Tollste! Als ich mich umdrehte, da hatte man an der Wand Bilder auf« gehängt, die ich aus der Heimat in ihrer Ausfüh« rung nur von den Moritatensängern her in Erinnerung hatte. ,Der blutige Hitler^ war der Titel dieser Schmierereien, die mir die Zornesröte in das Gesicht trieben, weil sie die haarsträubendsten »Bilder aus dem Dritten Reichs zeigen sollten. Weiß Gott, das konnten sich nur Wahnsinnige ausgedacht haben! So begann mein Derhör, ich mußte mich abwechselnd hinlegen und aufstehen, mußte wie ein dummer Junge in der Ecke stehen — trotz meiner 54 Jahre. Dann fa$te man mir: »Unterschreibe!* Mir war alles egal, ich konnte kaum noch meinen Arm heben, denn ich war am ganzen Körper zerschlagen. Dann ließ man mich frei. Ich weiß, ich bin einer der wenigen, der aus dieser Hölle des Lubjanka entkam. Denn ich habe noch meine Frau und mein Kind, und — mein Deutschland!" Lange, lange haben wir uns mit diesem Volksgenossen, der nun wieder in die Heimat zurück- gekehrt ist, unterhalten. Bewundernd schauen wir lhn an, der nach allen erlittenen Drangsalierungen wieder mit klaren Augen in die Welt blickt. Wetterbericht Don der Rückseite des inzwischen bis zur Ostsee vorgestoßenen Sturmwirbels ist kältere Meeresluft auf das Festland eingedrungen. Sie brachte auch uns merkliche Abkühlung und vor allem in den höheren Gebirgen Deutschlands stärkeren Schneefall. Das über Westeuropa aufgebaute Zwischenhoch bringt voraussichtlich Beruhigung, aber noch keinen endgültigen Abschluß der unbeständigen Witterungsperiode. Dorhersage für Mittwoch: Häufig aufheiternd, doch noch unbeständig und einzelne meist schauerartige Niederschläge, nachts leichter Frost, Tagestemperaturen etwa bis ju + 6 Grad ansteigend. Auf den Bergen leichter Dauerfrost, abflauende Winde aus West bis Nord. Lufttemperaturen am 23. Januar: mittags 6,4 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 24. Januar: morgens 5,1 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum heute nacht 5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Januar: abends 6,6 Grad; am 24. Januar: morgens 6,2 Grad. — Niederschläge 3,5 mm. Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, —3 Grad, Gesamtschneehöhe 60 cm, Neuschnee 20 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Alpen, Schnefernerhaus: Schneefall, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 155 cm, Neuschnee 5 cm, Pulverschnee, Schi sehr gut. In den höheren Gebirgen Deutschlands kann mit stärkeren Frösten gerechnet werden. Bei abflauenden Winden aus West bis Nord leichter Dauerfrost. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag- Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- strierten-15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 aultlg Reftaurant Stadt Mainz Mittwoch, den 25. Januar 1939 Vwi tkwi Bunter Abend mUTanz L* „ Frankfurter Str. 52 Ruf 2847 Suche für sofort 1. März. 0384 | Empfehlungen | sind meine A C. 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Der stand hoch und gesammelt vor ihr. ,Lammen Sie nach der Sendung zu mir", sagte er heiser. Der Blick seiner Augen war fest und klar geblieben trotz aller heftigen Anschuldigungen. Seine Stimme wurde weicher, bat: „Sie werden kommen?" Evelyn wollte den Kopf schütteln, neigte ihn dann ober doch ganz leicht. Dann schloß sie rasch die Tür... 3m Flur vor dem kleinen Sendesaal stand Stein, er war blaß und erregt und sah Evelyn gespannt entgegen. Eväyn trat zu chm. „Verzeihen Sie bitte, Herr Dr. Stein, ich--* Stein unterbrach sie jäh. Er neigte sich zu ihr, seine blauen, klugen Augen faßten fest zu. „Fraulein Kay", sagte er leise. „Ich weiß, was Sie sagen wollen: Sie werden nicht singen, Sie sind nervös oder sonst was..." Er fuhr fort. „Das lasse ich nicht gelten. Sie werden jetzt singen. 3ch kann mir den- ten, daß die Unterredung, die Sie hatten, Sie erregt hat." Aber ich kann daraus keine Rücksicht nehmen. Ein Künstler muß lernen, sich zu beherrschen. Sie sind jung. Sie kannten das noch nicht, Sie werden es heute abend beweisen!" Evelyn hatte den Kops gesenkt. Er sprach weiter. „Zur Sängerin gehört nicht nur Stimme, Verstand, Gefühl--- es gehört auch viel Disziplin dazu. Sie werden noch häufig singen müssen, wenn Ihnen nicht darnach ums Herz ist." Evelyn hob den Kopf, ihr Gesicht war sehr bleich, blau lohten die Adern auf der weißen Stirn, der Mund bebte. Aber sie beherrschte sich, nickte und sagte: „Ich danke, Herr Dr. Stein--Es ist gut. Ich will mir alle Mühe geben...!" Sie biß die Lippen schmal zusammen und betrat den kleinen Sendesaal. Die Musiker saßen bereits da, ihre weißen Hemdärmel leuchteten grell aus dem leichten blauen Dunkel des Raumes, in das nur die Glühbirnen über den Notenständern schmale, zitternde begrenzte Lichtkegel warfen. Die Geiger hatten schon die Bogen angelegt, leise betrat der Dirigent sein Pult, nickte Evelyn zu, näher zu kommen, sie stand jetzt neben dem Flügel, man schob ein Mikrophon vor sie hin, bann kam die klangvolle Stimme des Ansagers: „In unserer Stunde: .Zeitgenössische Meister deutscher Ion fünft* hören Sie jetzt von Evelyn Kay (Mezzoalt) mit Liedern von Richard Strauß. Als erstes: ,Und morgen wird die Sonne wieder scheinen*---" ♦ Der Tonmixer in der Abhörkabine bewegte laut- los die Lippen, sah seinen Gehilfen an, nickte anerkennend. Das sollte heißen: „Gut, der Ton da draußen. Ganz prima. Die verstehts!" Dann drehte er sich etwas erschreckt um. Ein großer dunkler Schatten fiel in die Kabine. Draußen stand der musikalische Sendeleiter, der Generalmusikdirektor Dr. Bortefeld, öffnete leise die Kabine, erwiderte den Gruß des Technikers, sah durch die Glaskabine des Abhorraumes in den oenbcfaaL Die Sängerin wandte ihm halb den Rucken zu, es war ein geschmeidiger, schlanker Rucken, sehr gerade. Die Stimme, ein ans Herz greifender weicher Alt, schön und beruhigend wie dunkelblauer Samt, begann gerade ein überströ- menb seliges Lied, Richard Strauß: „Goldene §ulle -- „Wir schreiten in goldener Fülle — durch seliges Sommerland. Fest liegen unsere Hän. de — wie ineinander gebannt —" Der Mann stand da und starrte das Mädchen an Klemer tapferer Mensch, dem man heute noch bitter wehe tun muß. Wie ist es nur möglich, daß du, gerade du, Doras Tochter bist? Das ist doch unmöglich! — Bei dir ist doch nichts von ihrer flirrenden Unrast, ihrem wilden Lebenshunger, der alles an sich reißen mochte, als gelte es morgen schon zu sterben und zu vergehen, bei dir ist doch nichts von ihrer fahrigen Nervosität, ihrer Hysterie — Nein, du hast nichts von ihr, Evelyn, du bist die Tochter deines Vaters, du hast nur ein wenig Aeßerliches von ihr geerbt, weiter nichts! — „Und bleicht deine sinkende Stirne--— und läßt deine Seele ihr Haus--" fang die dunkle sanft streichelnde Stimme jetzt innig. „Wir schreiten in goldener Fülle — auch in das Jenseits hinaus —" Die Tochter deines Vaters — Plötzlich, wie ein Schlag fiel den Mann eine atemraubende Unruhe an. — Hilf mir, hat die abgelebte, nervöse Frau damals gesagt. — Meine Stimme ist am Ende, aber ich kann nicht leben, wenn ich nicht weiterhin die große Dora Tuerck bin, hilf mir--laß mich in den Augen meines Kindes die berühmte Frau bleiben, sie glaubt so an mich die Kleine, sie ist so rührend anhänglich, zerstöre dies Ideal nicht — Ich habe zwei Kinder, Wilhelm, Thomas ist der Sohn meines zweiten Mannes, aber meine Tochter ist auch dein Kind — es wurde geboren, kurz nachdem du mich verließest — — ich sagte dir niemals etwas davon, ich fürchte, du würdest es mir nehmen — hilf mir--um deines Kindes willen — — —? Und wieder sieht der einsame Mann das eigene ablehnende Gesicht vor sich: Ich glaube dir nicht, Dora —--ich kann dir nicht glauben —-- Und wenn die Frau doch die Wahrheit gesprochen hatte? Sie sprach sie selten, das wußte er. Immer war ein krauses Gewirr von Lügen und Unwahrheiten um sie herum--aber diesmal konnte sie dock die Wahrheit gesagt haben — — — es mar doch möglich, daß sie ihm die Geburt dieses Kindes verschwieg, damit er keine Ansprüche stellte---sie war ja damals wie von der Welt verschluckt gewesen und trat nach Monaten etft wieder in Rio auf, Beginn ihres ganz großen Ruhmes ... Der Mann atmete schwer — — — der letzte Dries an ihr Kind--eine Anklage gegen ihn ---sie hielt hartnäckig an ihrem Haß fest — sogar über das Grab hinaus ... „3ft Ihnen nicht gut, Herr Dr. Bortefeld?" fragte eine teilnehmende Stimme neben ihm. Er sah m das besorgte Gesicht Dr. Steins, die klugen blauen Augen seines Assistenten ruhten in tiefem Ernst auf ihm. Er zwang sich zu einem Lächeln. Kämmerer und Dr. phil. Kurt Becker in Büdingen, Dr., Mchelm Menger und Wilhelm Wemel in Orünberg, Heinrich Rösch und Adolf Weiß in Schotten, die Reallehrer Otto Müller-Ahchelm in Orünberg und Georg Decker in Lauterbach, der Musiklehrer Heinrich Blaß in Gießen, die Turnlehrer Jakob Klippel und Rudolf Paul in Gießen der Hausmeister Johannes Klober in Gießen und der Amtsgehilfe Konrad Mifar in Grünberg die gleiche Auszeichnung. Militärische Beförderung. Der Kommodore des Kampfgeschwaders in Sie- feen, Oberst Süßmann, wurde, wie uns vom Standortoffizier der 9. Division mitgeteüt wird am 18. Januar vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. Januar 1939 zum Generalmajor befördert. Hitler-Jugend Bann 116. Am Sonntag, 5. Februar, finDet in Oiefeen für die Führerschaft des Bannes 116 eine Tagung mit dem Gebietsführer statt. Es haben hieran teilzunehmen: der Stab des Bannes 116, die Führer der Stämme, die Führer der Gefolgschaften und Sonderem- beiten. die Nachfolger derjenigen Führer, die am 1.4. ausscheiden. Die Führerschaft tritt um 11 Uhr vor dem Gymnasium, Gießen, Bismarckstraße, an. Führer vom Dienst: Stammführer Dr. Schneider. Tag der Wehrmacht in Vorbereitung. Am 25. und 26. Februar wird, wie auck in anderen Städten, von den Truppen des Standorts Gie- feen wiederum ein „Tag der Wehrmacht" im Dienste des Winterhilfswerks durchgeführt werden. Unsere Gießener Soldaten wollen dabei an verschiedenen Stellen der Stadt (Oswaldsaarten usw.) eine ganze Reihe von interessanten Ausschnitten aus ihrem militärischen Betrieb der Bevölkerung vorführen. Marsch durch die Stadt, Platzkonzerte, ein großes Stuhlkonzert, Besichtigung der Kasernen mit allerlei Unterhaltungsmöglichkeiten (Reiten, Fahren, Schic- feen usw.), Umschau in den Militärflugzeugen, Em- topfessen aus der Feldküche und noch vielerlei mehr sollen dazu beitragen, daß für das WHW. ein schönes Ergebnis der Sammlung erziell wird. Am gestrigen Montagnachmittag fand bei dem Standort- offijier der 9. Division eine erste vorbereitende Besprechung statt, in der die Durchführung dieser Veranstaltung in allen Einzelheiten festgelegt wurde. Näheres darüber wird zur gegebenen Zeit berichtet werden. Meldungen für die 6>anitäisoffizierslaufbahn. Schülern, die Ostern 1940 die Reifeprüfung oblegen und Neigung für die Sanitätsoffizierslaufbahn im Heere haben, ist die Möglichkeit gegeben, als Fahnenjunker (im Sanitätskorps) eingestellt zu werden. Bewerbungsgesuche sind spätestens bis zum 30 4. 39 an den örtlich zuständigen Wehrkreisarzt (Wehrkreisarzt IX, Kassel) zu richten. Merkblätter für die Samtätsoffizierlaufbahn im Heere können bei dem Wehrkreisarzt IX, sowie bet den Wehrersatzdienststellen angefordert werden. Schulungsabend der Jugendgruppen gfs. Im Monat Januar fand ein Schulungsabend für die Jugend gruppen der vier Gießener Ortsgruppen statt. Der Abend wurde von der Jugendgruppen- führerin des Kreises Wetterau, Fräulein Rosen- schon, eröffnet; sie sprach Worte des Dankes für das entgegengebrachte Vertrauen und die bisher geleistete Arbeit. Dann sprach Pg. H e fe über Reli- gions- und Weltanschauungsfragen. Frl. Rosen- schon ermahnte darauf oie Mädchen zu mehr Idealismus und schlug vor, die nächsten Arbeitsabende der Jugendgruppen zu einer nochmaligen Aussprache über das Thema zu verwenden, da es unerschöpflich sei. Außerdem müsse man sich immer an das Wort von Dr. Goebbels halten: „Niemand kann von der kommenden Generation erwarten, was die lebende versäumt." Freund und Helfer aller Volksgenossen. Ewiges aus dem Aufgabenkreis der Berwaltungspolizei. Wenn man von der Polizei spricht, denkt man tn erster Linie an die Sicherheitsorgane des Staates, die zum Schutze der Ordnung und zur Aufklärung von Straftaten eingesetzt werden. Viele, ja die meisten Dolksgenosien aber können sich fein Bild von der Verwaltungspoltzei und von den ihr zugewiesenen Aufgaben machen. Der „Tag der Polizei" am 29. Januar gibt Veranlassung, den der Derwaltungspolizei aufgetragenen Pflichtenkreis allen Volksgenossen wenigstens in großen Zügen näherzubringen und ihnen zu sagen, daß nicht unwichtige Gebiete gerade von der Verwaltungspolizei im Interesse und nicht zuletzt zum Wohle großer Volkskreise bearbeitet, aufgeklärt und bereinigt werden. Zu der Verwaltungspolizei und von dieser laufen alle Fäden ein und aus, die notwendig sind, um die überaus vielseitigen Aufgabengebiete einer Polizeidirektion in die richtige Bahn zu lenken und sie insbesondere auch zweckentsprechend zu verwerten. Wenn ich nachstehend von den einzelnen Abteilungen der Verwaltungspolizei und ihrem Pflichtenkreis etwas erzähle, so auch deshalb, um manchen Volksgenossen den Weg zur Polizei, insbesondere zur Verwaltungspolizei zu erleichtern, chnen weiterhin zu zeigen, wohin sie sich z. B. bei An-, Ab- und Ummeldungen, bei Ausstellung von Pässen, Hausiererlaubnisscheinen, Wandergewerbescheinen, Reiselegitimationskarten usw. zu wenden haben, und endlich sollen sie immer wieder wissen, daß der Polizeibeamte auf der Straße und der in den Polizei- bienfträumen Diensttuende Freund und Helfer aller Volksgenossen sind. Alle Hilfe und Rat suchende Volksgenosien sollen nicht ängstlich und bangend zur Polizei kommen, sondern zuversichtlich und hoffend, daß der Pvlizeibeamte, und insbesondere auch der Polizeiverwaltungsbeamte im Dritten Reich, heute seinen Stolz und seine Freude darin findet, allen Volksgenossen, und besonders der Jugend, mit Rat und Tat beizustehen. Einwohnermeldeamt. Nun laßt uns einen Mick tun in den Betrieb des Einwohnermeldeamts im Hause Neuen Baue 22 (Stadtpost). Ebenfalls sind hier untergebracht bas Ausländeramt und das sog. Wehrdezernat. Jeder zu-, um- oder wegziehende Volksgenosse wird karteimäßig erfaßt und reaiftriert. Das Einwohnermeldeamt wird mit Recht die Seele der Polizei genannt; restloses Erfassen aller hier Zuziehenden — und sei es auch nur vorübergehend — liegt nicht nur im polizeieigenen, sondern insbesondere auch im Interesse der in die Stadt zuziehenden Personen. Die Praxis hat oft gelehrt, wie mancher Volksgenosse es schon oft bitter hat erfahren und bereuen müssen, daß er es unterlassen hatte, sich ordnungsgemäß an-, um- und abzumelden. Die Ausstellung von amtlichen Ausweisen, wie z. B. von Reisepässen, Führungszeugnissen und sonstigen gewerbepolizeilichen Bescheinigungen usw. hängt einzig und allein ab von der ordnungsmäßigen An-, Um- und Abmeldung. Ist sie unterblieben, so kann dem Betroffenen das für ihn meist wichtige Dokument nicht ausgestellt werden, was naturgemäß Verdruß, unnötige Zeitverschwendung und nicht zuletzt auch unangenehme Folgerungen nach sich zieht. Darum: Meldepflicht ist dringende Staatsbürgerpflicht ! Die Führung der Impfliste, in der alle Impflinge zu erfassen sind, die sog. Schulliste, die sämtliche schulpflichtigen Kinder zu enthalten hat, wie auch alle hier wohnenden Aerzte, Apotheken, Krankenpfleger, Schwestern und sonstiges Pflegepersonal erfaßt werden müssen, läßt jeden einsichtigen Volksgenossen erkennen, wie überaus wichtig die amtliche Meldepflicht ist. Die restlose Erfassung aller Arbeitsdienstpflichtigen und Wehrdienstpflichtigen ist auch eine der Pokizeiverwaltung übertragene Arbeit des bei der Posizeidirektion bestehenden sog. Wehrdezernats, die nur bei genauester Führung der Meldekartei so bearbeitet und durchgeführt werden kann, daß die Von Polizeloberinspettor Beate, Gießen. jährlich stattftndenden Musterungen und Aushebungen reibungslos vonstatten gehen können. ' Von dieser Stelle — das soll jeder Volksgenosse und jede Volksgenossin wissen — werden bearbeitet und ausgestellt die Freiwilligenscheine (das sind die zum freiwilligen Eintritt zur Wehrmacht nötigen Scheine), ferner die Meldebescheinigungen für die in den Reichsarbeitsdienst eintretende weibliche Jugend. Arbeits- oder Wehrdienstpflichtige, die aus beruflichen ober sonstigen wichtigen Gründen glauben, ihre Arbeits- oder Dienstpflicht zu der befohlenen Zeit nicht ableisten zu können, wenden sich mit einem gehörig begründeten schriftlichen Gesuch unter Beifügung der für die Begründung wichtigen Unterlagen an die Polizeidirektion, die die Aufgabe hat, die jeweilig einlaufenben Rückstellungsgesuche zu bearbeiten. Ausländeramt und Paßamt. Hier soll weniger von dem Ausländeramt und seinen Arbeiten, die mehr interner Natur sind, gesprochen werden, als von den eigentlichen Paß- bestimmungen und insbesondere davon, wer einen Paß benötigt und unter welchen Voraussetzungen ein solcher ausgestellt und abgegeben wird. Paß- pflicht besteht für alle über 15 Jahre alte Personen, die die Grenze des Deutschen Reiches zur Ein-, Aus- und Durchreise überschreiten wollen, d. h. jede dieser Personen muß im Besitz eines gültigen Passes sein. Der Antrag auf Ausstellung eines Reise- paffes ist bei der Ortspolizeibehörde, in Gießen bei den Polizeirevieren, in dem die jeweiligen Paß- beroerber wohnen, zu stellen. Hierbei sind erforöer- lich: das persönliche Erscheinen des Antragstellers, das Mitbringen zweier Ächtbilder aus neuerer Zeit, der Nachweis, daß der Antragsteller die Reichs- angchörigkeit besitzt und eine Unterlage über seine Personalien. Der Nachweis der Reichsangehörigkeit kann geführt werden durch Vorlage eines Heimat- fd)eines, Geburtsscheines, Staatsangehöriakeitsaus- weises, Anstellungsurkunde oder durch Vorlage eines dem Antragsteller früher ausgestellten Passes. Minderjährige Personen bedürfen der Einwilligung des Vaters bzw. gesetzlichen Vertreters, ausgenommen Ehefrauen unter 21 Jahren. Die Geltungsdauer eines Passes beträgt im allgemeinen 5 Jahre. Reisepässe werden als Einzel- und als Familienpässe ausgestellt. In einem Familienpaß können Eltern ober Elternteile mit ihren Kindern bis 15 Jahren eingetragen werden. Fundbüro. Die Unmenge der Fundgegenstände, angefangen von Fahrrädern, Teilen von Kraftwagen bis zu den kleinen, zum Teil wertvollen Schmuck- und sonstigen Gegenständen, beweist die wohl unausrottbare Schwäche des Verlierens und Stehenlassens all dieser netten, manchmal auch nicht hübschen Sächelchen. Damit sowohl der Verlierer als auch der Finder weiß, wie sie sich bei Feuerfällen zu verhalten haben, lasse ich kurz das hierzu Wissenswerte folgen: Jeder Finder einer verlorenen Sache hat nach § 915 BGB. der Polizeibehörde, sofern der Empfangsberechtigte unbekannt ist, unverzüglich von dem Fund Anzeige zu machen. Er ist verpflichtet, den gefundenen Gegenstand mindestens 1 Jahr aufzubewahren, oder der Polizeibehörde zwecks Aufbewahrung abzuliefern. Dies gilt jedoch nur von den über 3,— RM. Wert betragenden Gegenständen. Ist der Verlierer nach einem Jahr noch nicht bekannt, oder ermittelt worden, so geht der Fundgegenftand in den Besitz des Finders über. Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen. Der Finderlohn beträgt von Dem Werte der Sache bis zu dreihundert Mark 5 v. H., von dem Mehrwert 1 v. H.; bei Tieren 1 v. H. 5)at die Sache, was oft vorkommt, nur für Den .Empfangsberechtigten, also dem Verlierer einen Wert, so wird der Finderlohn nach billigem Ermeßen bestimmt. Wenn vorstehend schon einiges aus Dem Aufgabenkreis der Derwaltungspolizei mitgeteilt worben ist, so Darf nicht vergessen werden. Das wichtige Aufgabengebiet Der Gewerbeabteilung zu umreifeen, ein Gebiet, Das überaus vielseitig und für einen großen Teil Der Bevölkerung wichtig ist. Wie schon das Wort „Gewerbe" sagt, handelt es sich hier in erster Linie um gewerbepolizeiliche lieber- wachung aller Betriebe. Es gilt, Die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes, Die Gesetze und Verordnungen zum Schutze Der Arbeiter in Betrieben, sog. Ar- oeiterfchutzbestimmungen, in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeaufsichtsamt zweckentsprechend zur Durchführung zu bringen. Aber von diesen sowohl für die Werksleituna, als auch für Den Arbeiter gleich wichtigen Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen soll hier nicht gesprochen werden, sondern es soll nur das mitgeteilt werden, was Die einzelnen Volksgenossen am ehesten interessieren dürfte, und hier nur der ambulante Gewerbebetrieb. Was versteht man unter ambulantem Gewerbebetrieb? Folgendes: Der ambulante Gewerbebetrieb setzt Die Befugnis zum felbftänDigen Betrieb eines stehenden Gewerbes voraus und berechtigt Darüber hinaus zur Ausübung dieses Gewerbes innerhalb und, unbeschadet Der Bestimmungen über Das Wandergewerbe, auch außerhalb des Gemeindebezirks Der gewerblichen Niederlassung. Also ambulante Gewerbetreibende sind Personen, Die in ihrem Wohnort oder am Orte ihrer gewerblichen Niederlassung, losgelöst von Dem Geschäftslokal, ein Gewerbe betreiben. Die Ausübung des ambulanten Gewerbebetriebs muß erfolgen: a) entweder auf öffentlichen Hegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten (Parks, Festplätzen, Rennplätzen); b) oder ohne vorgängige Bestellung von Haus zu Haus und besteht in c) Feilbieten von Waren; d) Ankauf von Waren oder Aufsuchen von Warenbestellungen oder e) Anbieten gewerblicher Leistungen. Zu den öffentlichen Orten gehören auch Schank- wirtschaften, Kinos, Zirkusse, solange Dort jedermann Zutritt hat. Im Gegensatz hierzu steht die „offene Verkaufsstelle". Eine offene Verkaufsstelle ist vorhanden, wenn jemastd sein Gewerbe an einer f e ft e n Stelle betreibt, auf die er unter Ausschluß anderer ein Reckt und zu Der jedermann Zutritt hat. So gehören zu Den offenen Verkaufsstellen ßäDen, Derkaufsstände, Duden, Derkaufstische der Händler mit Postkarten, Kurzwaren, Obst usw. Sämtliche Anträge auf Ausstellung von Reiselegitimationskarten, Wandergewer- bescheinen, Hausiererlaubnisscheinen sind bei Den für Die Antragsteller zuständigen Polizeirevieren zu stellen. Nach entsprechender Prüfung und Bearbeitung werden Die Reiselegitimationskarten, Wandergewerbescheine und Hausiererlaubnisscheine von den Verwaltungsbeamten Der Polizeidirektion ausgestellt und Den Antragstellern nach Entrichtung Der hierfür vorgesehenen Gebühren ausge- händigt. Nur ein kleiner Ausschnitt. Diese Ausführungen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus Dem überaus großen Aufgabengebiet der Verwaltungspolizei, Deren Beamte, wie überhaupt alle Beamten der Polizei, nur den Wunsck und das Bestreben haben, allen Volksgenossen und Dolksgenossinnen mit Rat und Tat jederzeit bei* zustehen, damit das Vertrauen des die Gesetze respektierenden Volkes zur Polizei immer noch fester und vertrauensvoller wird. Die Polizei im nationalsozialistischen Staat hat auf ihr Schild geschrieben: Freund und Helfer aller anständlgen Volksgenossen fein und bleiben zu wollen! Gießener Wochenmarktpreise. * © i e fe e n, 24. Jan. Aus Dem heutigen Wochen* markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 9, Wirsing, Vt kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 18, „Die Luft ist wieder mal abscheulich hier, Stein", sagte er so leicht er konnte. „Gut, Der Ton Da Drinnen, was?" GeraDe hatte Evelyn ihr letztes Lied begonnen. Die Männer schwiegen und horchten, Die warme Stimme klang zart in tastender Frage auf: „Worum so spät erst, Georgine? Das Rosenmärchen ist erzählt--und honigsatt hat sich die Diene ihr Bett zum Schlummer auserwählt ..." Die Sängerin hatte leicht Den Kops gehoben und wandte ihn ein wenig, während die Begleitung einige Takte allein spielte ... sie sah hinüber und gerade in Bortefelds Gesicht, ihr Gesicht wurde noch blasser, und Die schmale Linie um Den Mund verstärkte sich, aber ruhig sang sie weiter: „SinD nicht zu kalt Dir diese Nächte? Wie lebst Du diese Tage hin? Wenn ich Dir nun Den Frühling brächte---! Du feuergelbe Träumerin! Wenn ich mit Maitau Dich benetzte, begösse dich mit Iulilicht — — — doch, ach! Dann wärst Du ja Die letzte, Die stolze Einzige auch nicht ..." Sehr zart unD erfühlt fuhr Der weiche schwin- genDe Alt fort: „Wie Träumerin? Lock ich dich vergebens?" Und bann sehr tief und innig: „So reich mir schwesterlich Die Hand. Ich hab Den Maitag dieses Lebens, wie Du Den Frühling nicht gekannt ... UnD spät wie Dir, Du Feuergelbe, stahl sich Die Liebe in mein Herz ...Ob spat, ob früh, es ist Dasselbe Entzücken — — — und Derselbe Schmerz ... Und Derselbe Schmerz .. „Ausgezeichnet", sagte Stein nachDenklich. „Ganz erstaunlich, wo sie bas hernimmt ..." Er sah Den Generalmusikdirektor an ,Lch hätte gern noch auf einen Augenblick etwas mit Ihnen besprochen, Herr Dr. Bortefeld. Wegen des Tede- ums." „Ich hab nicht viel Zeit", jagte Der Mann neben ihm karg.. „Erwarte gleich noch Besuch---- Aber, wenn wir eben zu Ihnen hineingehen wollen --Kommen Sie ..." Er warf noch einen Blick in den SenDesaal, Evelyn hatte sich nieDergesetzt. Das Orchester be- Dann ein kleines Kammermusikwerk, bas Mädchen horchte intensiv, es wollte die Sendung wohl hören ---ober wollte es nur Ruhe finden? Evelyn — — — Wie sie basaß, ernst, tapfer, lieb und gescheit---Und wenn sie wirklich sein Kinb — — — Und wenn sie wirklich sein Kind---Nein, es konnte boch nicht sein! Mit schmerzlicher Gewalt überfielen ihn plötzlich die Verse Des Liebes--„Ob spät, ob früh, es ist dasselbe Entzücken und derselbe Schmerz--N (Fortsetzung folgtl) SJ.-fpor< Am Aus aller Welt ;en. Oueckborn Da Flensungen ihre Mannschaften und über 10 000 Kilometer zurück gelegt Wirtschaft 59, Growag 83 bis 85. Tagesgeld unv. An der aus Der» Der Irland braust, Abendbörse weiter freundlich. Abendbörse erhielt sich die feste Grunde Auto stürzt in die Moldau. in der Nähe von Prag stürzte ein Schwere Stürme über England. schwere N o r d w e st st u r m, der über und der Südwestküste Englands hinweg- hat eine Reihe von beträchtlichen Schäden sonders in Spiel, das kannte. Da die schäft nicht 57,50 bis 2,25 v. H. 4. Aachtsuchfahrt der Sioforgruppe Hessen. 28. und 29. Januar findet die traditionelle werte zogen leicht an. IG-Farben befestigten sich bei regeren Umsätzen auf 151 (149,75), Don Elek- ' trowerten notierten vorläufig nur AEG. mit Zum Glück wurden ihre Hilferufe gehört, so daß die Besatzung des „ESSO" auf die Verunglückten aufmerksam wurde. Die Vermißten sind ein Ste« ward und zwei Amerikaner, deren Frauen gerettet wurden: diese mußten zusehen, wie ihre Männer vor Erschöpfung untergingen. (128 90), im Freiverkehr Kommunal-Umscb'ildung 93,05 (92,95). Am Pßandbriefmarkt gaben Meininger und Pfälzische Liquid, je 0,25 v. H. auf 101 nach, im übrigen lagen die Kurse bei ruhigem Geschäft unverändert, ebenso für Stadtanleihen und die meisten Industrie-Obligationen. 6 v. H. IG- Farben 0,65 v. H. höher mit 119,75. Kommun al- Umschuldung stiegen aus 93,10 nach 93,05. Auch im Freiverkehr war die Haltung fest. Dinaler 104 bis 106, Katz 6- Klumpp 91 bis 93, Elsaß. Bad. Wolle 94 bis 95, Rastatter Waggon Notiz. Der festverzinsliche Markt war eben- falls fester gestimmt, wenn auch die Kurse größtenteils unverändert Hieben. Reichsaltbesitz 129 fen. Der Tanker hat von Küstenwachbooten mehrere Aerzte und Krankenschwestern übernommen, die angerichtet und auch Todesopfer gefordert. In Devdnport wurde ein von zwei Familien bewohntes Haus zum Einsturz gebracht Die Einwohner wurden unter den Trümmern begraben. Die Verschütteten waren zum Teil ernstlich verletzt: zwei Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren konnten nur als Leichen geborgen werden, — Das Rettungsboot von St. Ives, das zur Hilfeleistung für ein in Seenot befindliches Schiff ausgefahren war, kenterte und sank. Don den acht Mann der Besatzung konnte bisher nur einer geborgen werden. Es ist anzunehmen, daß die übrigen sieben ertrunken sind. — Ein Fischerboot von Cardiff wird gleichfalls vermißt. Man befürchtet, daß es im Sturm gesunken ist. Die schweren Regenfälle während der letzten Tage haben zu Ueberschwemmungen im Themsetal oberhalb Londons geführt. Zahlreiche Häuser sind durch die Fluten obgeschnitten und können den Verkehr mit der Außenwelt nur mit Booten aufrecht erhalten. Die Schreckensnacht der Geretteten des „Eavalier". Infolge der Stürme ist der amerikanische Tankdampfer „ESSO" mit den zehn Ueberlebenben des notgewasserten englischen Flugbootes „C a v a l i e r" mit Verspätung im Hafen von Neuyork eingetrof- ber ersten Halbzeit ein wunderbares manchem Aktiven als Vorbild dienen Mannschaft der SA.-Kampfspielgemein- vollzählig zur Stelle war, vervollstän* Schneestürme und Kälteeinbruch in USA. fordern 27 Todesopfer. Schwere Schneestürme, die eine Stundengeschwindigkeit von etwa 130 Kilometer erreichten und von Temperaturstürzen bis zu 20 Grad Celsius unter Null begleitet waren, fegten über die Staaten Neu-England, Neuyork und Pennsylvania. Sie richteten großen Schaden an. Es sind bereits 27 Todesfälle festgestellt worden. Auch zahlreiche Unglücksfälle wurden gemeldet. Im nördlichen Teil des Staates Neuyork ist der Kraftwagen- und der Eisenbahnverkehr zum Teil lahmgelegt, da stellenweise haushohe Schneewehen die Verkehrsadern verbarrikadieren. Personenkraftwagen in die zugefrorene Moldau. Das Auto durchschlug die Eisdecke und verschwand im Strombett. Es gelang bisher noch nicht, den Kraftwagen zu bergen. Die Insassen, deren Zahl nicht bekannt ist, sind ertrunken. zurückgezogen haben, sind diese Spiele nicht gewertet. Ebenfalls wurden die Spiele mit Harbach und Göbelnrod nicht gewertet, da diese Mannschaften ohne Punktwertung mitspielen. Tabelle der TL krelsklasie Gießen B. Wegen Beleidigung hatte sich der W. P. Lechgestern gestern vor dem Einzelrichter zu antworten. Im Sommer v. I. war der Angeklagte streckenstuges werden. Ein Bei Dräne „Arado 79“ flog 2000 Kilometer über anstralifchen Busch. Die „Arado 79* startete nach mehrtägigem Aufenthalt in Sydney zum Weiterflug über den australischen Kontinent und landete noch am gleichen Tage in Cloncurry. Sie hat damit abermals eine Etappe von 2000 Kilometer zurückgelegt, die diesmal hauptsächlich über den weiten und einsamen australischen Busch führten. Oberleutnant Pulkowski und Leutnant Iennet werden nunmehr in einigen Orten kurzen Aufenthalt einlegen, da eine Reihe von Vorführungen geplant sind. Der Weiterflug wird über die zahlreichen Inseln des malayischen Archipels und Niederländisch- Indiens, dann voraussichtlich nach Norden zu den Philippinen bis nach Manila und von hier über Borneo und Sumatra wieder nach Bangkok führen. Im ganzen sollen auf diesem Tell des Lang- Handball imSlännerfurnoereiti Gießen Die beiden, am vergangenen Sonntag auf dem Platze des Männerturnvereins angesetzten Der- bandsspiele konnten infolge des anhaltenden Regens leider nicht restlos zu Ende geführt werden. Die zweite Jugendmannschaft des MTV. schlug nach schönem und abwechslungsreichen Kampfe ihren Gegner aus Großen-Buseck mit 7:5 Toren, nachdem die Platzmannschaft bereits bis zur Halbzeit schon mit 4:1 in Führung gegangen war. In bezug auf Kombinationen lieferten sich beide Mannschaften be- digte man die Elf aus Spielern des Männerturn" Vereins und einigte sich auf ein Freundschaftsspiel. Die Ueberlegenheit der Männerturner II war derart stark, daß die Platzmannschaft bereits schon in der ersten Viertelstunde mit 5:1 in Führung gehen konnte. Das Spiel wurde wegen Regen abgebrochen. Lütgehetmonn Billarv-Meister. Nach mehrtägiger Dauer wurde am Sonntagabend in Magdeburg die deutsche Billard-Meister- schaft im Fünfkampf abgeschlossen. Der Frankfurter Lütgehetmann sicherte sich überlegen mit 41 Punkten den Titel vor Rudolph (Essen) mit 30 Punkten. Auf den dritten Platz kam Sorge (Berlin) mit 21 Punkten auf Grund des besseren Durchschnitts vor Unshelm (Magdeburg) mit ebenfalls 21 Punkten, Dekner (Wien) mit 20 und Thielens (Gelsenkirchen) mit 15 Punkten. tendenz. Nach dem lebhaften Geschäft des Mittagsverkehrs war die Umsatztätigkeit kleiner, da nur kleine Kundschaftsaufträge Vorlagen, die aber weitere Nachfrage bekundeten. Die meisten der zahlreich notierten Papiere lagen wohl unverändert, doch erzielte eine Anzahl von Werten weitere Erhöhungen. Führend waren BMW. mit 147 (145,5o); je 1 o. H. zogen Daimler auf 138, Deutsche Linoleum auf 156,50, Licht & Kraft auf Rundsunkprogramm Dienstag, 24. Januar. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Musica! 15: Kleines Konzert für Bratsche und Klavier. 15.30: Frauen der Vergangenheit: Sophie Dorothee, die Mutter Friedrichs des Großen. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Don Kassel: „Der alte Knecht". Kurzerzählung aus dem Jahre 1931. Von Fred A. Angermayer, 18: Volk und Wirtschaft: „Cyemie wandelt die Welt". 18.15: Neues für den Bücherfreund. 18.30: Volk singt, spielt und plaudert. „Spinnstubenzauber." Ein Stück alten alemannischen Brauchtums. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Zum Geburtstag Friedrichs des Großen: Musikalische Tafelrunde in Sanssouci 20: Nachrichten. 20.15: E. T. A. Hoffmann, der Romantiker. 21: Haydn-Zyklus. 22: Nachrichten. 22 20: Internationale Wintersportwoche, Garmisch - Partenkirchen 1939: Nachtspringen im Olympia-Schistadion. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3.15: Nachtkonzert. Tannhäuser und der Sängerkrieg aus der Wartburg. Von Richard Wagner. Ib-Iugend der Blauweißen aus dem Rennen zu werfen und von der Tabellenspitze zu verdrängen. Nach zehn Minuten Spielzeit führten schon die Blauweißen mit 1:0 Toren. Da sich der Platz jedoch in einer unmöglichen Verfassung befand, war der Schiedsrichter gezwungen, dieses Spiel abzupfeifen. I. Haltensportfest des VfB -Reichsbahn Die Dereinsleitung des VfB.-R. hat beschlossen, am kommenden Samstag ein gauoffenes Hallen- svortfest in seiner Hatte am Aulweg durchzuführen. Zum Austraa kommen ein 30-Meter-Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und ein Dreikampf (30-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen) jeweils für Männer, Frauen und Jugend. Namhafte Teilnehmer haben gemeldet. Den Höhepunkt und Abschluß der Veranstaltung bildet ein Basketballsviel zwischen dem Männer- tunwerein Gießen und dem VfB.-R. Sum ersten Male stehen sich die beiden Vereine im offenen Wettkampf gegenüber. Die Reichsbahner bringen mit Leutheuser, Dr. Luh, Dr. Jakob, Möll, Schäfer und Cäwein eine starke Mannschaft auf den Plan, die alles daransetzen wird, den von der Dereinsleitung gestifteten Wanderpreis zu erringen. Die Mannschaft des Mto. wurde noch nicht genannt, doch ist nach den gezeigten Trainingsleistungen die Aufstellung von Berkenoff, Rau, Möckel, Krausch und Pfeifer wahrscheinlich. Rosenkohl 35 bis 45, Feldsalat, Mm 10 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 dis 3,65 Mark, Aepfel, V» kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 dis 15, rote Rüden, % kg 10 bis 12 Pf. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 23. Jan. Auch zu Beginn der neuen Woche erhielt sich die feste Haltung. Das Geschäft konnte sich infolge regerer Kundschaftsbeteiligung vielfach stärker beleben, und am Aktienmarkt zeigten die Kurse allgemein weiter um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. nach oben. Offenbar auf Tauschverkäufe schwach lagen jedoch Reichsbankanteile mit 184,65 (188,13). Etwas niedriger setzten außerdem Conti Gummi mit 210,50 (212), Metallgesellschaft Mit 120,50 (121) und Holzmann mit 151,50 (152) ein. Don Mon- tanmerten waren Vereiniate Stahl lebhafter mit 109,90, 109,50, 109,75 (109,40), Hoesch und Deut- sche Erdöl gewannen je 1 v. H. Maschinenaktien lagen fest, Demag 150,75 (149,50), Rheinmetall 135 (133,25), MAN. ca. 141 (139,50), auch Auto- Um die Bannmeisterschast im Fußball. Ia-3gb. 1900 — Tv. Heuchelheim L 3gb. 3:1. Die IL-HI.-Mannschaft der Spielvereinigung 1900 hat am Sonntag ihre spielerische Stärke unter Beweis gestellt. Zwei Punkte fehlten noch der Ia-Ju- genb zur Meisterschaft. Mit nicht weniger als vier Mann Ersatz aus der Ib-Iugend mußten die Jungen vom Trieb das letzte entscheidende Spiel bestreiten. Doch einen ungeheuren Kampfgeist und Sieges- willen hatten die Blauweißen mitgebraucht und ließen sich das Spiel nicht aus der Hand nehmen. Kraft II konnte seine Mannschaft durch ein schönes Kopftor in Führung bringen. Wenige Minuten später war es Kraft I, der einen Elfmeter verwandeln konnte. Doch die Gaste gaben den Kamps nicht verloren. Tatsächlich gelang es ihnen auch, auf 2:1 zu verkürzen. Heuchelheim hatte noch eine große Chance, die sie nicht verwerten konnten. In der zweiten Halbzeit waren die Blauweißen weiterhin tonangebend. Kraft I konnte noch einen Strafstoß verwandeln und brachte seine Mannschaft zum 3:1-Sieg. Die Ib-Iugend der Spieloereinigung 1900 trat zu dem fälligen Derbandsspiel in Großen-Linden an. Der Titeftrerteidiger wäre allein noch fähig, die 4. Nachtsuchfahrt der NSKK.-Motorgruppe Hessen tatt. Der Wert dieser kraftfahrsportlichen Deranstal- tung geht schon allein daraus hervor, daß die Beteiligung alljährlich höhere Ziffern erreicht. Bisher liegen rund 385 Nennungen für die 4. Nachtsuch- ahrt vor. Das NSKK. ist zahlenmäßig am stärksten vertreten. Bemerkenswert ist in diesem Jahre die überaus starke Beteiligung der Wehrmacht. Auch die Motor-HI. ist stark vertreten, dann die ff und der DDAC. Bisher liegen unter anderem auch vier Sport- wagenmeldunaen vor und etwa 40 Mannschaftsmeldungen. Das 97SKK., die Wehrmacht und ff werden unter anderem mit etwa 40 bis 50 Kübelwagen Zur Stelle fein. Die Teilnehmer starten in Frankfurt a. M. und Kassel. Die Ergebnisse der Kreisklaffen. l. K r e i s k l a s s e. Rodheim — Großen-Buseck 1:2; Lollar — VfB.-R. II (Ges.-Sp.) 1:0; Leihgestern — Lollar II (Lollar nicht angetreten); SA.-Kampfspielgemeinschaft — Steinbach 1:6; Lich — Hungen 4:0; Großen-Linden — Garbenteich 4:1. II. Kreisklasse. Göbelnrod — Nieder-Ohmen 0:0; SA. II — Grüningen (Orüningen nicht ange- trten); VfB.-R. III — Staufenberg 2:1; Treis — Londorf 1:3; Großen-Linden II — Krofdorf 1:3. Durch den während der Spielzeit niedergehenden Regen wurden die Spielplätze sehr in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem wurden (bis auf zwei) alle Spiele durchgeführt. In Rodheim mußte Großen-Buseck alles aufbieten, um zum Schluß knapper Sieger werden zu können. Vergeblich wartete Leihgestern auf Lollars Reserve. Wider Erwarten lieferte die SA. ein schwaches Spiel, der Sturm fand sich nie zurecht, so daß die Steinbacher einen hohen Sieg landen konnten, der aber auf Grund der guten Mannschaftsleistung verdient war. Nieder-Ohmen erschien nicht vollzählig und mußte froh sein, wenigstens ein Unentschieden gerettet zu haben. Durch das Nichtantreten Grüningens hat sich die Mannschaft selbst um ihre weitere Mitwirkung in der Runde gebracht. Als glücklich kann man den Sieg Londorfs gegen den Lokalgegner Treis bezeichnen. Krofdorf setzte seinen Siegeszug fort und verbesserte somit die führende Position. Tabelle der II. Kreisklasse Gießen A. den Geretteten die erste Hilfe leisteten. Nach der furchtbaren Nacht, die die Ueberlebenden, allein auf dem Ozean treibend, hinter sich haben, sind sie noch nicht vernehmungsfähig. Man weiß bisher nur, daß sie ihre Rettungsgürtel aneinanderbanden und so ^usammenblieben. jßroei amerikanische Studenten, die sich unter den Geretteten befinden, schwammen, als sie die Lichter des Tankers sahen, unter Auf« bietung ihrer letzten Kraft dem Dampfer entgegt Zum Glück wurden ihre Hilferufe gehört, so b * * Herbert Böhme liest in Gießen. Der Dichter Herbert Böhme, der zum Kulturkreis der SA. gehört, wird in einer Veranstaltung der SA.- Standarte 116 in Gießen am morgigen Mittwochabend in der Neuen Aula aus eigenen Werken lesen. Die Vorlesung wird von musikalischen und gesanglichen Darbietungen aus dem Kreise der SA. umrahmt sein. * * Seinen 84. Geburtstag kann am heutigen Dienstag der Bürodirektor i. R., Rechnungs- rat Eduard Schiffnie, Kaiser-Allee 3, begehen. Rechnungsrat Schiffnie erfreut sich in weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land großer Wertschätzung. Dem alten Herrn auch unseren herzlichen Glückwunsch. * * Dienstjubiläum. Dieser Tage konnte der Außenbeamte Gustav R a d d a tz , Gießen, Am Riegelpfad 68, auf eine 40jährige Tätigkeit bei der Har- pener Bergbau AG., Einkaufsabteilung, Dortmund, zurückblicken. Der Jubilar trat 1899 in die Dienste der Firma Lösten & Piepmeyer G. m. b. H., Rechtsvorgängerin der Einkaufsabteilung der Harpener Bergbau AG., ein. Dank seiner Tüchtigkeit und Energie wurde er bald zum Vorarbeiter ernannt, bann zum Regimenter und schließlich zum Außenvertreter. Als solcher hat er ganz Deutschland ken- nengelemt. Seit 1931 ist Herr Raddatz in Gießen ansässig. Besondere Verdienste erwarb er sich während des Weltkrieges. In Kürze wird er in den wohlverdienten Ruhestand treten, aber auch bann noch feinen jüngeren Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dem Jubilar auch unseren herzlichen Glückwunsch. Amtsgericht Gießen. an einem Samstagnachmittag mit feinem Fahrrad in Lang-Göns. In einiger Entfernung von der Lang-Gönser Turnhalle sprach er die 17jahrige Zeugin E. an. Jrn Laufe der Unterhaltung berührte er sie in unsittlicher Weise. Don diesem Tatbestand ging das Gericht aus. Es sprach aber den Angeklagten aus subjektiven Gründen frei. Der Vorsitzende betonte jedoch, daß bas Verhalten des Angeklagten trotz des Freispruches nicht ehrenhaft gewesen sei. Der 68jährige H. C. aus Bellersdorf war bei der dortigen Genossenschaft tätig. Eines Tages erhielt der Angeklagte von einem Angestellten 100 Mark, die er für die Genossenschaft bei dem Finanzamt einzahlen sollte. Dies tat er jedoch nicht, sondern er behielt das Geld für sich und setzte es größtenteils in Alkohol um. Er wurde deshalb wegen Unterschlagung mit 3 Monaten Gefängnis bestraft. 3 Wochen Untersuchungshaft wurde chm angerechnet. Kürzlich stand der W. E. aus Grüningen schon einmal vor den Schranken des Gerichts. Diesmal hatte der Angeklagte wegen Bedrohung einen Strafbefehl über 20 Mark erhalten. W. E, her zur Zeit eine Gefängnisstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verbüßt, hatte feine Ehefrau und seine Nachbarin bedroht. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein, mit dem er aber keinen Erfolg hatte. Im Einblick auf seine frühere Verurteilung erhöhte das Gericht vielmehr den Strafbefehl auf 50 Mark. Hefter i. U. Ludwig Erb f. H Lich, 22.Ian. Am vergangenen Freitag verstarb unerwartet an einem Herzschlag Rektor i. R. L. Erb im 69. Lebensjahr. Der Verstorbene war geborener Licher; er wurde am 9. August 1870 als Sohn des fürstlichen Oberoerwalters L. Erb geboren. Er besuchte die Präparandenanstalt in Lich und das ßehrerfeminar in Friedberg. Nach vorübergehender Lehrtätigkeit In Ilbeshausen und Ober- Bessingen kam er 1905 an die Volksschule in Lich. Hier wurde ihm im Jahre 1924 das Rektoramt übertragen, das er bis zu feiner im Jahre 1935 erfolgten Pensionierung innehatte. Groß sind die Verdienste, die sich der Verstorbene auf dem Gebiete des Schulwesens, der Gemeindepolitik, des Kirchen», Verkehrs- und Dereinswesens erwarb. Lange Jahre war er auch Vertrauensmann des Frankfurter Waisenhauses, das mit Vorliebe Waisenkinder nach Lich sandte. Im Jahre 1919 kam der Verstorbene in den Air- chenvorstand, sowie in den Gemeinderat und wurde 1933 auf Grund der neuen Gemeindeordnung als Stadtrat neu verpflichtet. Bis zu seinem Tode gehörte er lange Jahre dem Verkehrs« und Verfchö- nerungsoerein als Vorstandsmitglied an. Für das Wandern zeigte er große Liebe, und er trat schon lange vor dem Krieg dem hiesigen VHC. bei. Nach dem Krieg übernahm er das Amt des 2. Vorsitzenden. bis er 1927 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Schwere Schicksalsschläge trafen den Verstorbenen, dessen ganzes Streben nur dem Wohl feiner Vaterstadt galt. Frühzeitig schon verlor er seine erste Lebensgefährtin. und der aus dieser Ehe bervor- gegangene Sohn mußte am 29. August 1915 auf dem Felde der Ehre fein Leben lassen. Bis zum letzten Atemzug hat sich der Verstorbene, der erst im Dezember 1938 mit seiner zweiten Frau das Fest der Silberhochzeit feiern konnte, mit ganzer Kraft in den Dienst der ihm übertragenen Aufgaben gestellt. 132,75 und Feinmech. Hetter auf 92 an. Kunstseide Bemderg gewannen 0,65 v. H. auf 138,65, von Montanwerten Buderus 0,50 v. H. auf 109, Deutsche Erdöl 0,25 v. H. auf 127,75. IG.-Farben gingen dagegen um 0,50 v. H. zurück auf 151,50, lagen aber 0,13 v. H. über Berlin. Von sonstigen führenden Werten blieben Verein. Stahl mit 110,25, Mannesmann mit 112,50, Hoesch mit 109,50 und AEG. mit 119 gut behauptet. Reichs- bank wieder leicht abbröckelnd auf 184,25 (184,50). Der Rentenmarkt lag ruhig und unverändert; 6 o. H. JG.-Farben 119,75, 4,50 v. H. Kasseler Bezirksverband 96,25; im Fre'iverkehr Kommunal- Umschuldung 93,10. Frankfurter Getreidebörse. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 206, WH 208, W 12 209, W 13 210, W 16 213, W 18 215, W19 217, W20 219, Roggen R11 191, R12 192, R14 194, R 15 195, R16 197, R 17 198, R 18 199, R 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20 (Kreis Worms) 29,90 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Meizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfutter- mehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen» station. Treber, getrocknet —. Wiesenheu, Handels» üblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wiesenheu. gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bindfaden- gepreßt ober gebündelt 2,80, Roggenstroh, bind» fadengepreßt oder gebündelt 3,00, Hafer- und Gerstestroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Derladestation. Frankfurter Schlachtmehmorkt. Frankfurt a. M., 24. Jan. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Markttage: Vorauftrieb: 798 Kälber, 90 Hümmel, 118 Schafe, 2817 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hümmel 35 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafs und Hümmel mittelmäßig. Spiele mit dieser Mannschaft nicht gewertet. Großen-Linden I. — Garbenteich I. 4:1 (2:0). Mit geringen Hoffnungen sah man in Großen- Linden dem Spiel entgegen, denn der Platzverein mußte zwei Stürmer ersetzen, während die Gäste chre beste Garnitur stellen konnten. Garbenteich war im Vorspiel die erste Mannschaft, die dem bis jetzt ungeschlagenen Tabellenführer einen Punkt abjagen konnte. Wenn nun zwar der einaestellte Ersatz im Großen-Lindener Sturm technisch nicht alle Wünsche erfüllen konnte, so gingen die beiden doch so frisch in das Spiel, daß man mit ihnen zufrieden sein konnte. Beide Mannschaften kämpften von Anfang an verbissen um die Führung. Die Gäste waren es auch, die zuerst einen Bombenschuß auf bas Tor des Gastgebers jagten, so daß jedermann an den Führungstreffer für GarHenteich glaubte. Der Tor. mann hatte aber einen guten Tag und hielt ausgezeichnet. Die Großen-Lindener erkannten nun die Gefährlichkeit des Gegners und gingen nun mächtig ins Zeug. Dem Ersatzmittelstürmer war es vergönnt, feine Mannschaft in Führung zu bringen. Nun lief das Spiel wie am Schnürchen. Bald hieß es 2:0 für Großen-Linden. Dann war Pause! Nach dem Wechsel sah es zunächst für den Platzverein schlecht aus. Die Gaste slcherten sich eine Ueberlegenheit, und für Großen-Linden gab es bange Minuten, nachdem Garbenteich durch ein Mißverständnis zwischen Tormann und Verteidiger , örrjr ein Tor ausholen konnte und- gar auf den Ausgleich i 117,25 (116,75). Sonst kamen zunächst noch Aschaf- brängte. Wer die einheimische Hintermannschaft! fenburger Zellstoff mit 111,75 (111), Gement Hei- war auf der Hut. Durch einen feinen Durchbruch delberg mit 155 (154) und Südd. Zucker bet konnte Großen-Linden dann auf 3:1 erhöhen. Das | kleinern Umsatz stark erhöht mit 217 (213) zur ermunterte die Mannschaft, die nun das gegnerische Tor bombardierte. Eii^ Treffer mar die weitere Ausbeute. Schiedsrichter war Gerhard (Annerod). Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Geilshausen 4 4 0 0 8:0 Nieder-Ohmen 5 4 0 1 8:2 Saasen 4 1 1 2 3:5 Grünberg 5 1 0 4 2:8 Ettingshausen 4 0 1 3 1:7 Karbach 5 3 1 1 0:0 Göbelnrod 4 1 1 2 0:0 Krofdorf Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 6 6 0 0 12:0 Londorf 5 t 0 1 8:2 VfB.-R. III 6 4 0 2 8:4 Treis 6 3 0 3 6:6 Großen-Linden II 5 1 0 4 2:8 SA. II 5 1 0 4 2:8 Staufenberg 5 0 0 5 0:10 Durch das Ausscheiden von Grüningen sind die Reue zu spät! Streichholz. geworden. Rauchen. | Verkäufe | Nachruf. Lang-Göns, den 23. Januar 1939. 491D Gießen, den 23. Januar 1939. 488D Daubringen, Lollar, den 23. Januar 1939. 60ßD Die Beerdigung findet Mittwoch, 25. Jan., nehm. 3 Uhr, statt 0378 Marktstr. 23 Tel. 2417 Hein! Künstliche; müssen dann unverzüglich beseitigt werden. Es kann aber vorkommen, daß ein Schornstein plötzlich einen durchgehenden Riß aufweist. In diesem Falle Obwohl das Rauchen in Stallungen, in Scheunen, auf Heuböden und in der Nähe leicht brennbarer Die Mängel an meinen durch die Schornsteine. Schornsteinen werden im allge- Schornsteinfeger festgestellt und Anna Frey Wwe, geb. Dietz Familie Karl Gaß. Verlobungs-Anzeigen liefert BrUhl'sche Druckerei Fische sind billig! Filet von Seelachs, x/2 kg 4) Filet von Barsch, */2kg 52 -Z Bratschellfisch, Grüne Heringe, Kabeljau, Seehecht, Schellfisch, Heilbutt, Karbonade Das Gebiß wird durch Kukidcnl vollloinincn sauber, viel sauberer als mit der bisherigen Methode, außerdem desinfiziert. Kein übler ®e- ruch und Geschmack mehr. Aufklärungsschrift foycnlot L^lirül-F-bril. Eine Gewissensfrage an die Eltern: Werden die Streichhölzer so aufbewahrt, daß sie für Kinder nicht erreichbar sind? Gebt euch die Antwort selbst und beachtet folgendes: Ein Streichholz in Kinderhand ist eine gefährliche Brandfackel. Auf dem Lande ist diese Gefahr aber besonders groß. Erfahrungsgemäß spielen Kinder gern mit Feuer. Der kaum zweijährige Knirps trachtet schon nach der Streichholzschachtel oder versucht mit seinen kleinen Händchen die Ofentür zu öffnen, um in das hellbrennende Feuer zu schauen. Eltern und Erzieher, hämmert den Kindern ein, daß Spielen mit Feuer oder Feuerwerkskörpern gefährlich ist, macht sie nicht nur auf das Verbot, sondern auch auf die Gefahren aufmerksam, spart nicht mit harter Strafe, wenn das Kind in diesem Falle unfolgsam ist; denn die meisten im Feuer verbrannten Kinder sind Opfer einer Spielerei mit Feuer Die Geschichte eines Eisvogels von Kurt Knaak 157 Seiten mit 12 künstlerischen Text- Zeichnungen von Erich Schröder, Berlm. Leinenband mit rnehrfarb. qjqr} q Schuhumschlag.......Jl JJl. Of—• Nur wenigen Naturfreunden ist es vergönnt, den Eisvogel - diesen prächtigen, gefiederten Fischer - in der Natur au beobachten. Der Verfasser hat ihn in seinem Daseinskampf, bei der Fischiagd, >m Spiel triebhaften Lebens und bei der Auszucht der Jungen belauscht und läßt uns tn umerhaltsamer und anschaulicher Sprache dieses ganzen bunten Vogel- lebens teilhastig werden. Iu beziehen durch jede Buchhandlung. Hugo Bermühler Verlag *BerIin«ßid>terfeIbe Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzeile veröffentlicht Nicht mehr müde, blaß, nervös und abgespannt Jung und alt nehmen Lebens-EHxir „Dr. Schieffer" den blutbildenden, nervennährenden Kräftigungstrank. Der verleiht Blut, Kraft, starke Nerven, gesunden Appetit und frisches Aussehen. Gr. Fl. RM 2.75, Kurfl. RM 4.90 Universitäts-Apotheke zum goldenen Engel, A. Habrich, Markt. 7990V Prächtig sieht er aus! - Kennen Sie ihn? Der Eisvogel ist Mittelpunkt des neuen Tier-Romans: Mittwoch, den 25. Januar 1939, mittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg (Perkaufsraum von Hartmei;) bzw. an Ort und Steile - Bekanntgabe im Berstei- gerungölokal- zwangsw.geg.bar: Haus-, Laden- uub Büromöbel, Näh - und Schreibmaschinen, Radios, Klaviere, einen Posten Mäntel, Kleider und Kostüme, Bücher, Schreibutensilien, Füll- federbalter,Nechen-u.Adressier- mascbin.,Bürsten, Pinsel, Körbe, Besen, 1 Wnrensckrank, 1 Uhr, Kassenschrank, 1 Warmmasser- sveicher, 1 Grammovbon, 1 Gasherd, 1Fnstr umentens chra n k und verschiedenes andere. 49sD Werner: Samstag, 28. Januar 1939, 10 Uhr: Jagdgewehre. 33ifforf/ Gerichtsvollzieher. Am 19. Januar verstarb das langjährige Mitglied des Stadttheaters Luise Schubertjüngling. Wir verlieren mit ihr eine besonders wertvolle Mitarbeiterin und die Stadt Gießen eine große Künstlerin. Ihr Name wird uns unvergeßlich sein. Auf Wunsch der Verstorbenen fand die Beisetzung in aller Stille statt. x Der Intendant und die Gefolgschaft des Stadttheaters Fachschaft Bühne in der Reichstheaterkammer Ortsverband Gleben Das Städtische Orchester. Für die Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir herzlichst Richard Bennert und Frau Gießen (Bismarckstraße 9), den 24. Fanuar 1939 [ISI] ^Betten Matratzen Nur gute Qualität Tausende freiw. Anerkennungen. Verkauf an äUexK3tal.frEisenmibeKabrikSuliLTh. Stehen Oefen, Herde usw. auf Fußböden, so müssen außerdem vor den Feuerungsöffnungen Vorlagen von Eisenblech oder sonstigem feuersicherem Material so angebracht werden, daß der Fußboden hinreichend gegen Feuersgefahr geschützt-ist. Alle Feuer- und Schüröffnungen müssen mit dicht schließenden Türen aus Metall versehen sein. Ist dieser feuersichere Abschluß durch Beschädigung oder natürliche Abnutzung unbrauchbar oder schadhaft geworden, so ist er zu erneuern oder zu reparieren. Ein Herausfallen glühender Asche oder Funkenflug muß unmöglich sein. Feuerungsanlagen im Freien. Die Errichtung und Ausstellung transportabler Siedekessel, Herde, Futter- und Waschkessel, Obstdarren und dergleichen im Freien ist nur nach eingeholter polizeilicher Erlaubnis zulässig. Die unmittelbare Aufstellung an Gebäuden ist nur zulässig, wenn diese massive Umfassungswände haben. Von leicht brennbaren Gegenständen, Holzschuppen, Stroh- und Misthaufen muß ein genügender Abstand eingehalten werden. Rauchrohre. Die Rauchrohre (Ofenrohre) müssen dicht anschließend durch die Wange (Futterrohr) in den Schornstein geführt werden. Das Futterrohr durch die Mauer zum Kamine muß vorhanden sein. Schadhafte, oder verrostete Ofenrohre müssen erneuert werden. Diesen Uebelstand findet man sehr oft vor. Falsche Sparsamkeit, den nötigen Ersatz zu schaffen, hat schon manchen Brand verursacht. Rauchrohre, die unmittelbar ins Freie münden, z. B. an transportablen Feuerungsanlagen, Siedekesseln u. dgl. müssen mit einem 'Funkenfänger ausgerüstet sein. Klappen in Rauchrohren von bewohnten Gebäuden müssen so eingerichtet sein, daß der Zug nicht vollständig abgeschlossen werden kann. Es können sich leicht Kohlenoxydgase bilden; diese bedeuten den Erstickungstod. Werden Ofenrohre zusammengesetzt, so muß dies so erfolgen, daß das Rohr mit dem geringeren Durchmesser in das größere Rohr in Richtung des Rauchabzuges mindestens 10 cm tief eingeschoben wird Ofenlöcher. Unbenutzte Rauchrohröffnungen in Schornsteinkammern müssen mit unverbrennbaren Kapseln dicht verschlossen, oder zugemauert werden. Das Zustopfen dieser Oeffnungen mit Lumpen, Papier oder dergleichen ist sträflicher Leichtsinn und strafbar. Um Rohrbränden vorzubeugen, ist öftere Reinigung erforderlich. Rostfreie Bestecke OWU/ull Denn Putzen ist überflüssig. Sie sehen immer schön und immer blank aus. Deshalb ist jede Hausfrau von rostfreien Bestecken so begeistert. Sehen Sie sich diese arbeitsparenden und schönen Tischbestecke an bei J.B.Häuser Gießen, Oswaldsgarten «Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Fräulein Berta Marie Frey danken wir herzlichst. Pelzwaren Pelz - Reparaturen billig. 16ß09D ML Liebler Kreuzplatz 2. Landbevölkerung hilft mit bei der Brandverhütung! Gendarmerie und Feuerlöschpolizei als Berater. Todes-Anzeige. Heute morgen verschied nach kurzer Krankheit unsre liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Anna Braun Wwe., geb. Hilberg im 85. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Walter IV. Wwe. Familie Wilhelm Braun 111. Familie Heinrich Braun III. Familie Ludwig Schäfer. Das neue Deutschland hat die G e f a h r der Brandseuche erkannt, und kein Mittel bleibt unversucht, die planmäßige Bekämpfung der Brandgefahren mit ganzer Kraft in die Wege zu leiten. Die Brandstatistik zeigt, daß fast 90 v. H. aller Brände auf Fahrlässigkeit durch unvorsichtigen Umgang mit Feuer und Licht zurückzusühren sind. , Der Landkreis Gießen ist im vergangenen >jayre besonders von der Brandseuche betroffen worden. In den meisten Fällen war „Fahrlässigkeit als Brandursache festzustellen. Wie der Arzt bei der Bekämpfung einer Krankheit zuerst nach der Krankheitsursache forscht, so ist es auch bei der Brandverhütung und -bekampfung Voraussetzung, daß man die Entstehungsursachen kennt. Zur allgemeinen Aufklärung sollen hier einige Hinweise dienen. Ihre gewissenhafte Beachtung von jedermann sei ihr Zweck. Aeußerer baulicher Zustand von Gebäuden. Umfassungswände, Brandmauern, Bedachungen, ' Tür- und Fensteröffnungen, Luken sind in gutem baulichen Zustand zu halten. Zerbrochene Fensterscheiben, namentlich an Dachfenstern und Luken, müssen erneuert, schadhafte Dächer repariert werden. Alle vorhandenen Oeffnungen müssen mit dicht schließenden Verschlüssen versehen sein. Das Eindringen von Funken durch Funkenflug in das Innere des Dachraumes oder in das Gebäude muß auf diese Weise verhindert werden. Leicht brennbare Stoffe, wie Heu, Stroh und dergleichen, dürfen aus Fenstern, Zuglöchern und Luken nicht herausragen, auch dürfen Oeffnungen mit diesen leicht brennbaren Gegenständen nicht zugestopft werden. Daß diese Vorschriften unbedingt notwendig sind, zeigt folgender Vorfall: Mehrere schulpflichtige Kinder spielten am 31. Dezember 1938 auf der Straße in Hattenrod nut Feuerwerkskörpern. Ein zwölfjähriger Junge warf dabei in jugendlichem Uebermut brennende Wunderkerzen wie wir sie am Weihnachtsbäumchen abbrennen, in die Luft. Eine der sonst harmlosen Wunderkerzen fiel auf die offenstehende Lukentur einer Scheune und von dort auf heraushängendes Stroh, das sich sofort entzündete. Die gefüllte Scheune brannte nieder. Feuerungseinrichlungen. Grundsatz. Wer eine Feuerstätte errichten will (Aufstellung von Oefen, Herden, Rauchkammern und dergleichen), muß vorher die baupolizeiliche Genehmigung einholen. Alle Oefen, Herde, Siede- und Waschkessel müssen, wenn sie nicht unmittelbar auf dem Erdboden stehen, auf eine feuersichere Unterlage aufgestellt werden. Die Ofensteine müssen mindestens 6 cm dick sein. Steht die untere Sette des Ofens wenigstens 12 cm frei vom Fußboden ab, so genügt eine Eisenplatte als Unterlage. Baue gut.... I mit Ab ermann Gegenstände grundsätzlich verboten ist, wikd dieses Verbot nicht immer befolgt. Ein achtlos fortgeroor« jenes Streichholz welches nod) glüht, ein Zigaretten« oder Zigarrenstummel, etwas Glut aus der Tabaks« pfeife, kann die Ursache eines Großbrandes werden und hat schon manchen zum Brandstifter gestempelt. Offenes Licht. Damit ist solches gemeint, das gegen eine Be* rührung mit leicht brennbarem Material nicht ge« nügend gesichert ist, namentlich aber Kerzen und einfache Petroleumlampen dürfen in Stallungen, Scheunen, Heuböden und an allen Orten, wo leicht brennbare Gegenstände lagern, nicht benutzt werden. Elektrische Anlagen. Haltet Eure elektrischen Anlagen in Ordnung. Laßt sie von Zeit zu Zeit vom Fachmann überprüfen, denn die Elektrizität ist die betriebe», feuer- und unfallsicherste Energiequelle, wenn die Anlage fehlerlos ist. Beschädigte Schalter und Steckdosen, lose Rohrleitungen sind Fehler, die vom Fachmann beseitigt werden müssen. Wackelkontakte in Abzweigdosen, Schaltern oder Steckdosen sind in Scheunen, Stallungen und 2)ad)« höben besonders feuergefährlich. Die elektrischen Sicherungen sind eingebaut, um die Leitung bei zu starkem Stromverbrauch zu schützen. Entsteht in der Leitung irgendein Fehler, sei es Kurz-, Erd- oder Körperschluß, so wird die Sicherung angesprochen und schlägt durch. Dadurch wird die Leitung stromlos, die Gefahr ist behoben. Ist die Sicherung aber verbotenerweise mit Stanniol, Draht oder sogar durch Nägel geflickt, so ist sie stärker als die Fase (elektr..Draht), der Draht wird glühend, schmilzt durch und entzündet leicht brennbare Gegenstände, wenn sie in der Nähe lagern. Reservesicherungen müssen immer vorhanden sein. Brennt die Sicherung mehreremals durch, so ist die- ses ein Zeichen, daß die elektr. Anlage nicht in Ordnung ist. Nun nicht selbst an der Leitung herumpfuschen, sondern den Fachmann geholt, der die Fehlerquelle beseitigt. Elektrische Bügeleisen werden oft aus Vergeßlichkeit nicht aiisgeschaltet und bilden Dann eine Brandgefahr. Stehen diese Eisen aber, wie vorgeschrieben, auf feuersicherer Unterlage, dann ist ein Brand verhütet. Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Scheunen, Stallungen, Holzschuppen unterzustel« len, ist eine bedauerliche Unsitte, die sehr gefährlich ist. Für so entstandene Brandschäden wird wohl keine Versicherung haften, der Staatsanwalt wird aber ein Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung einleiten. Zur Beherzigung. Wir haben nur einen Teil der Brandgefahren kennengelernt und zugleich festgestellt, daß überall der Brandteufel lauert. Wenn jeder an Hand dieser Hinweise sein Hab und Gut auf Feuer- sicherheit überprüft, dann soll er nicht nur die Fehler feststellen, sondern diese auch mit eisernem Willen beseitigen. „Lanümann verhütest du Brand, dann dienst du deinem Vaterland!" - P. Sch. grauen ZUCker0/^ können Sie mit dem „Ergo" in 3 Minuten leicht selbst feststellen. Auskunft kostenlos. J. Pleifler, Amorbach 278 /Bay. Spez.-Llmounne 39000kmgefauf., gegen bar zu verkaufen. 0379 Garbenteich Dorf-Güller Straße 30. | Kaufgesuche Gute soeD Milch- und Fahrkuh zu kauf, gesucht. April, Mai kalb. Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeiger. Gebrauchte lleteel* zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote unt. 0376 an den Gießener Anzeiger erbet. ist sofort ein Handwerker (Maurer oder Ofensetzer) hinzuzuziehen, der den Schaden handwerksmäßig beseitigt. Aufbewahren von Asche und Feuerungsmaterial. Asche darf grundsätzlich nur in feuersicheren Behältern (Eimer aus Eisenblech, eisernen Fässern) oder in gemauerten Gruben mit Eisendeckeln aufbewahrt werden. Die Aufstellung darf nur an massiven Mauern und auf unoerbrennbaren Unterlagen erfolgen. Die Nähe leicht brennbarer Gegenstände muß vermieden werden. Unter Treppen, in Holzoerschlägen, Dachräumen, Scheunen, Schuppen und Stallungen dürfen auch feuersichere Behälter nicht aufgestellt werden. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift war die Brandursache eines Schadenfeuers, dem vor einigen Tagen eine Scheune zum Opfer fiel. Die Gewohnheit, leicht brennbare Gegenstände in der Nähe von Feuerstätten aufzubewahren, nasse Wäsche und Kleider unmittelbar am Ofen oder am Herd aufzuhängen, Holz im Herdbackofen zu trocknen bedeutet eine ständige Feuersgefahr und hat schon manchen Brand verursacht, wenn die nötige Vorsicht außer acht gelassen wurde. Auf dem Lande sieht man häufig größere Mengen Holz unmittelbar hinter dem Ofen aufgestapelt. Schon oft ist es vorgekommen, daß dieses Holz Feuer fing und das ganze Anwesen eingeäschert wurde. Die Hausfrau muß immer wieder davor gewarnt werden, Petroleum oder Spiritus zum Feueranmachen zu verwenden oder auch brennende Petroleumlampen nachzufüllen. Nach der Explosion, die nicht nur Brände, sondern auch Verbrennungen hervorruft, kommt die l|r JT* M M Samstag, den 4. Februar 1939, 20.11 Uhr im Club ‘ B< M ö3 Kapellen / Tanz / Kabarett-Vorträge lüin**’1“ WM» Einzug des Prinzen Karneval ___________________________________________504 D ohne Bürste schnell sauber! hl Man löst etwa« Kukident- Pulver in Wasser auf /ss.WWWfM und legt das Gebiß übet Nacht hinein. Morgens 1$' .||U,m»uuMj1 spült man daS Gebiß um! M |l' ter der Wasserleitung ab. j v i . , Da- ist alle-. Tausende 1 benutzen bereit- _ |H1!^, .HM, ft 500A