M.M (trftes Blaff Samstag, 2Z./§onntag,24. Dezember 1939 189. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen und Verlag: vrühlsche Univerfitatsörucferei ».Lange in Gießen. Schristlettung und Geschaflsftelle: Zchulftraße 7 Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/0 mehr. Erschemi iäg lid), außer Sonntags und feiertags vetiogen: Die Illustrierte Gie> euer Familienblatter Heimat >m Bild Dieöcholle Monatr-Vezugspretr: Mi 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt /sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Kranffun am Main 11688 aus -setzt. * um unser Recht mit starken Fäusten zu übernehmen Nationalsozialisten! Männer urid Frauen in Hesien-Nassmi! und leine Sriolge zu wahren. Deutsche Das deutsche Volk weiß, warum und w o - NSG. Ihr an der Front und Ihr in der Heimat. Zum ersten Maie begehen mii m dem °°n Adolf für --kämpft. E- kennt meder Unruhe noch v“J 1 ,, __x 3mpifpf sondern einrio die Notwendiokeit.'Nur mit so wie es bis- Finnischer Gegenangriff an der Pelsamo-Flvnt. Englische Machenschaften im Nahen Osten Bahn-, Straßen- und Befestigungsbauten unter Leitung englischer Ingenieure Zweifel, sondern einzig die Notwendigkeit. Nur mit Mitleid und Bebauern aber steht es den Angehörigen jener Völker gegenüber, deren nichtswürdige Führung sie auf Befehl des liberalistisch-kapitalisti- schen Weltjudentums gegen uns hetzt. Wir wissen sehr genau, daß dort der Friede der Herzen keine Heimstätte haben kann. Dort triumphieren Unruhe und Zweifel und lassen die Frage nach dem Sinn ihrer Not und ihres Opfers unbeantwortet. Ein Kriegs-Weihnachtsfest werden sie begehen, das unter dem Druck des belasteten Gewissens steht, des Unrechts, für das sie eintreten müssen und dessen Wiederherstellung ihr trauriges sogenanntes Ziel ist. Wir aber wollen leben, ohne von Geldsack-Dynastien beherrscht und unterjocht zu werden. Wir wollen, daß deutsche Volksgenossen für alle Zukunft nicht mehr als vogelfrei erklärt und von vertierten Untermenschen ob ihres Deutschtums zu Tode gequält werden. Weniger wird eine gerechte Ordnung in dieser Welt einem starken Volk nicht zu- gestehen können. So wird sich diese Ordnung Geltung verschaffen und sich dazu unserer Kraft, unseres Mutes und unseres Opfers bedienen. Wir aber dürfen dazu versichern, daß unser Wille diese Ordnung aufrichten wird. Damit vermittelt uns die erste Sonnwende dieses Krieges mehr noch als zuvor ihren sinnvollen Inhalt. Mit unserem eigenen Tun sind wir ihr heute auf das engste verbunden. Im Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über die Gewalt des Bösen sehen wir in dem von uns gefeierten Naturgeschehen die Bestättgung unseres Glaubens, daß der Allmächtige dem Starken hilft und feine Sache zum Siege fuhren wird. Wir glau« Für Recht und Freiheit unseres Volkes. Gauleiter und Reichssiattbalter Sprenger zum Kriegsweihnachtsfest Er gebnislofe Wirtschaftsverhandlungen Englands mit den Neutralen. noch einige Worte über die Uebereinftimmung mit Großbritannien, besonders bei diplomatischen Aktionen, über die man allerdings noch keine Einzelheiten mitteilen könne. Oer Wehrmachtsbericht vom Freitag. Keine besonderen Kampfhandlungen an der Westfront. Berlin, 22. Dez. (DRV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Westfront keine besonderen Kampfhandlungen. Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über Rordfrankreich und Südengland durch. Bei der Grenzüberwachung im Westen fand ein L u f t k a m p f zwischen deutschen Messerschmitt- Jagdflugzeugen und französischen Jagdflugzeugen statt. Lin feindliches Flugzeug wurde nach hartnäckiger Gegenwehr zur Rotlandung gezwungen; die eigenen Flugzeuge kehrten ohne Verluste zurück. Oslo, 23. Dez. (DNB.) Nach Nachrichten Kirkenes wurden die Kämpfe an der finnisch-norwegischen Grenze im Laufe der vergangenen Nacht wieder ausgenommen. Es scheine, daß die Finnen ben daran um so mehr, als wir im Fehlschlag dss Münchener Attentats die waltende Hand des Allmächtigen erfuhren. Sie er« hielt uns den Führer uni) bestätigte damit nochmals sichtbar das Recht unseres Volkes zum Leben und damit zum Sieg über seine Widersacher. Wir wissen nicht, wie oft wir vor unser Weihnackstsfest noch das Wort Krieg setzen müssen. Wir wissen aber, daß dann, wenn dies nicht mehr der Fall sein wird, auch im Schicksal unseres Volkes das Licht über die Dunkelheit gesiegt hat. Durch die Tapferkeit unserer Herzen, durch die Unbeugsamkeit unseres Mutes, durch die Unerschütterlichkeit unserer Treue! Mit diesen Gedanken begehen wir diesmal unser Weihnachtsfest und lassen es damit zum Kraftquell unseres weiteren Tuns werden. Fern ist damit jede weiche fentimentale Stimmung, die sonst dieses Fest umfangen mag. Nah aber ist uns der Weg, den wir augenblicklich beschreiten. Nah sind uns b i e Toten, die bisher an seinem Rande verblieben. Am nächsten aber ist uns die Verpflichtung, die uns aus ihren Gräbern überkommt. Beim lodernden Schein der Sonnwendfeier, dem trauten Schimmer der Weihnachtskerzen wird es ein stilles Zwiegespräch sein mit jenen, die wind-- und schneeumweht in kühler Erde oder sturm«' umpeitscht in den Tiefen des Meeres ruhen. Zum ehrenden Gruß wird dieses Gedenken und zum festen Versprechen, das Ziel zu erreichen, wofür sie gestritten und gefallen: für die Freiheit unseres Volkes, über ihre Gräber marschiert und kämpft ein Volk, das ihrer Opfer würdig fein will, unsere Volksgemeinschaft, die zur Wintersonnenwende des ersten Kriegsjahres als Feuerspruch nur eine Losung kennt: Deutschland ist Adolf Hitler und Adolf Hitler ist Deutschland! Sprenger. Duettgebiete - zum Schwarzen Meer, bis nahe an Erzerum, heranreichten. Nach dem Plan General Weygands, des Oberbefehlshabers der Landstreitkräfte der Westmächte im Nahen Osten, bilde diese Linie den Hauptstützpunkt aller eventuellen defensiven und offensiven Maßnahmen gegen Sow- jetrußland. Gott mit uns. Eisern ist die Zeit, und am ersten Kriegsweihnachten geziemt es uns, nach dem alten deutschen Worte „Schau in dich und hau um dich" darüber nachzudenken, wie uns die Vorsehung geschaffen, welche Mission sie uns übertragen, in welche Zett sie uns gestellt hat. Denn nur aus der klaren Erkenntnis dieser drei Dinge wird die Kraft gewonnen, die eiserne Zett zu meistern. Wenn wir also in diesem Jahr unter den lichter- schimmernden Weihnachtsbaum treten und dieses deutscheste aller Feste in uns aufnehmen, in seinem ganzen Glanz, seiner Hoffnungsfreudigkeit zur Zett der herben Wintersonnenwende und seiner Milde, dann lautet die erste Frage, die Robert Hamer- l i n g aus dem österreichischen Walde an das Schicksal stellte: Groß ist die Zeit und gewalttg, doch wehe Wenn unsere Herzen rein nicht sind wie sollen Im gewaltigen Kampf wir bestehen? Sind wir als Volk träftiger, gerechter, besser geworden? Es liegt am einzelnen Deutschen. Der Führer hat in uns alle ein Ideal gesetzt, das auf tausend Wegen der Verwirklichung zustrebt. Er hat unsere Seele gereinigt von allem Artfremden, er hat den Deutschen zu einem neuen Menschen unt= geformt, der in seiner persönlichen Tüchtigkeit und Reinheit, in seinem Eintreten für die höchsten Dinge, die ein Mann hinieden besitzen kann, für Ehre und Würde und Vaterland, den Sinn des Lebens erblickt und immer neue Kraft aus der gesamtdeutschen Verfassung zieht, in der das Familienhafte und Zukunftsträchtige gefördert und alle höllischen Gewalten ausgemerzt werden. Eine erneuerte Nation ist undenkbar ohne die Erneuerung des Einzelnen und die bewußte Hinführung der Jugend zu den Duellen deutscher Kraft und Sitte, sie ist undenkbar ohne die Abkehr vom liberalistischen Eigennutz und von der Unterjochung des Menschen durch Geld und Maschine. Was der Deutsche als Individualist, als Mitglied einer der ältesten Kulturnationen Europas, nur für sich pflegte, wovon er träumte, das ist durch die nationalsozialische Führung jetzt zum Allgemeingut beftimmt worden. Wie der Weihnachtsbaum ein Symbol des ganzen Deutschtums geworden, so ist auch die tatkräftige Liebe zu jedem einzelnen Volksgenossen heute ein Allgemeinbegriff, und diese Liebe ist die zündende Kraft, welche die Front am Feinde und in der Heimat zusammengeschmolzen hat zu einem stahl- harten Gürtel. Die Vorsehung, die uns aus der tiefsten Schmach von Versailles so erhob und an uns selbst arbeiten ließ, hat den Deutschen als Kern- und Kulturvolk Europas die Aufgabe zuerteilt, sich aus der politischen Einmütigkeit auch eine staatliche Einheit zu schäften. Versailles war das Höllenwerk, welches das Reich zerteilen sollte, und die Sicherungen dieses Höllenwerkes waren so gewalttg, daß auch die Guten irre wurden in dem Glauben, Deutschland könne gerettet werden. Durch die Taten des Füh- 1 rers ist das Diktat des Hasses vernichtet worden. Unsere Brüder in Oesterreich und Böhmen und Mähren, in Danzig und in Polen, in Memel und aus dem Baltikum, sind zu uns gekommen. Ein einiges Deutsches Reich, in einem erneuerten Geiste, ein wahres Großdeutschland, ist entstanden. Der Zweck aller sittlichen Erziehung ist nach Goethe die Ehrfurcht: die Ehrfurcht vor Gott, die Ehrfurcht vor dem Vaterlande, dem das Wahnbild einer gelu» zählenden Gesellschaft, die noch Treiftchke beun» Hitler geschaffenen Großdeutschland ein Kriegs- Weihnachtsfest. Es steht im Ausklang jenes Jahres, in welchem der Führer die vom Vaterland getrennt lebenden und unter fremder Herrschaft geknechteten Brüder heimsührte. Es hätte ein Weihnachtsfest nicht nur des endlichen Friedens deutscher Menschen, sondern des Friedens der Wett fein können. Und doch hat es nicht so sein sollen und dürfen, weil die Regierungen der Briten und Franzosen eine dauernde Knechtung des deutschen Volkes wollen Allein deshalb müssen wir vor dieses Weih- nachtssest das Wort Krieg setzen. Und wir haben es getan mit ganzem Mut und festem Ml- len die diese Wendung erforderte. Mr haben es getan in der Gewißheit, daß jene, die uns dazu gezwungen haben, ihrem Schicksal nicht entgehen werden weil eben dieses Schicksal bisher gezeigt hat daß es sich für die Aushebung eines begangenen Unrechts einsetzt und damtt, so wie es bisher mit uns war, auch in der Zukunft mit uns sein wird Dieses Wissen ist es auch, das uns dieses Krieas-Weihnachtssest dennoch in Frieden erleben läßt, im Frieden unserer Herzen der im Recht unseres Volkes verankert ist, m seinem Lebensrecht, für dessen Verteidigung wir heute zum Kampfe angetreten sind. In diesem Frieden ihrer Herzen halten Millionen deutscher Männer ihre Waften gegen den Feind gerichtet. In diesem Frieden chrer Herzen stehen Millionen deuftcher Frauen durch ihre Disziplin und Einsatzbereiftchaft im Abwehrkampf gegen die vom Feind geplante Aushungerung unseres Volkes. Und in diesen Frieden ihrer Herzen wachst unsere deutsche Jugend heran, bereit, das Erbe des Kampfes Oaladier Über die militärischen B edürsniffe Frankreichs. ü f Le t' 231 (Europapreß.) In der französischen Kammer wurden die Militärkredite angenommen. Ministerpräsident Daladier verwies auf bie Bedeutung des Materials für die Luftfahrt, auf welchem Gebiet noch weitere Fortschritte gemacht werden müßten. Der Ministerpräsident forderte auch einen Vorrang für Tankabwehrgeschütze, Luftab- wchrgeschütze und gewisse neue Erfindungen, deren Notwendigkeit auf oem Schlachtfeld bewiesen werde. Daladier erklärte auch, daß die Fertigstellung der Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen beschleunigt werden müsse. Die französischen Verluste bis zum 30. November gab der Ministerpräsident wie folgt an: Französische Landarmee 1136 Tote, Flotte 60 Tote, Luftwaffe 42 Tote. Daladier sprach schließlich In Berlin haben Verhandlungen zwischen einer Kitschen Delegation unter Führung des Mi niste- ncldirektors Dr. Walter und einer schwedischen Megation unter Führung des Gesandten R i ■ i)? r t über die Verlängerung des Privaftchulden- rä’ommens und über die Gestaltung des deutsch- stwedischen Warenverkehrs im Jahre 1940 statt- je'unben. Die Verhandlungen haben zu einer Re« lelung dieser Fragen geführt. 3n Berlin hat am 22. Dezember 1939 die Unter- iechnung des Abkommens über den deutsch« Maischen Warenverkehr im Jahre 1940 ktgefunben, das im November in Kopenhagen |lvischen einer deutschen Delegation unter Führung h Ministerialdirektors Dr Walter und einer iölttschen Delegation unter Führung des Kontor- hrs W a f f a r t vereinbart worden war. Deutsch-rumän stie Wirt- schaffsvereinbarunaen. Wesentliche Verbesserungen erzielt. 8 e r I i n , 22. Dez. (DNB.) Der deutsche und der vnänische Regierungsausschuß für die kdung der deutsch-rumänischen Wstt'chafts- Mungen haben in Bukarest in freundschaftlichem ^vernehmen laufende Fragen besprochen, die den Ücren- und Zahlungsverkehr betreffen. Insbeson- ‘■r? wurde festgestellt, daß es zweckmäßig ist, bas Hnrechnungsverhältnis zwischen Reichs- Wt und Lei vom 1.1.1940 ab im Derrechnungs- Nehr mit 49 Lei für eine Reichsmark beim Ver- W und 50 Lei für eine Reichsmark beim Einkauf A ulegen. Um Nachteile für die an dem rumam- fcen Handel Beteiligten nach Moglichkett zu ver Ueiben, wurden Uebergangsbeftimmungen De«m- ö-r. Die Regelung bedeutet eine wesentliche Ver ^Irrung unserer Bezugsmöglichkeiten aus Ruma- Darüber hinaus ist es gelungen, die übrigen t:n>iegenb aus Preis- und Lieferungsgrunden ich Abenden Schwierigkeiten auf dem Gebiete des Warenbezuges durch Sonderabreden auszuraumen Hofe nunmehr eine den beiderseitigen Wünschen sprechende Abwicklung des gesamten ®arenoer- öhls zwischen Deutschland und Rumänien mit Sicherheit erwartet werden kann. Rom, 22. Dez. (Europapreß.) „Popolo di Roma" berichtet aus Damaskus, daß Ende des vorigen Monats in Beirut 34 Engländer eingetroffen und sofort nach Bagdad weitergereist sind. Die Engländer Hätten sich als Ingenieure ausgegeben. Die französischen Behörden hätten jede Auskunft über Ziel und Zweck der Reise dieser geheimnisvollen Engländer verweigert. Um Nachforschungen nach neuen Erdöllagern könne es sicy nicht handeln, denn diese Nachforschungen beschränkten sich auf die Umgebung des Persischen Golfs. Von Ibn Saud sei aber die Konzession für Nachforschungen an eine amerikanische Gesellschaft vergeben worden. Außerdem würden Erdölsachverständige niemals die arabische Wüste, sondern Persien aufsuchen. Man vermute deshalb in Beirut, es habe sich um Straßen- und Eisenbahningenieure Erhandelt, die in den Norden des Irak abgereist eien, um den Bahnbau zu beendigen, der demnächst äe direkte Verbindung des Persischen Golfs mit Syrien und der Türkei Herstellen solle. Diesem Bahnbau komme h ö ch st e strategische Bedeutung zu bei einer Bedrohung des englisch-französisch-türkischen Systems durch Sowjetrußland vom Kaukasus her. Ein Teil der englischen Jngenieurgruppe werde weiter den Bau der tausend Kilometer langen asphaltierten Autostraße Bagdad — Haifa leiten, die Mesopotamien, Transjordanien und die Hügelzone von Palästina durchqueren werde. Diese Bauten würden mit höchster Intensität fortgeführt. Es fehle aber auch nicht an St'mmen, die vom Bau einer Befestigungslinie Südpersien— Irak—Gezireh—Nordsyrien wissen wollten, deren Bauleitung ebenfalls von Ingenieuren der genannten Gruppe geführt werden werde. Diese Verteidigungslinie werde sich in der Hauptsache auf den Tigris und den Euphrat stützen, deren Verstärkungen erhalten und die Gegenoffensive eröffnet haben. Am Morgen hätten erbitterte Kämpfe stattgefunden. Die russischen Flieger seien sehr aktiv gewesen. Russische Patrouillen seien jetzt in Boris-Gleb eingetroffen und hätten wie in Salmijärvi Baracken gebaut. Von Hoyenjärvi sotten sich die Russen aus strategischen Gründen in Richtung Petsamo zurückziehen Auch nach Meldungen aus Reval sind die finnischen Truppen an der Petsamo-Front zum Gegenangriff übergegangen. Sie haben von Naufti, der südlichen norwegischen Grenzecke, wo der Vormarsch der Russen aufgehalten wurde, die Russen wieder nach Norden abdrängen können. Die Russen sotten über die Höhenzüge von Hoyenjärvi nach Jordan, das zwischen Höyen- järvi und Pitkäjärvi liegt, zurückgedrängt word-n sein. Auch in den Kampfabschnitten Salla und Lieksa werden von den Finnen Erfolge gemeldet. Auf der karelischen Landzunge ist die Laae unverändert. Es roerben keine größeren Kampfhandlungen gemeldet. Berlin 22 Dez. (DNB.) Trotz aller Lüqen- metoungen der letzten Wochen in der Presse und m Rundfunk der Westmächte hat Deutschland in Den letzten Tagen eine ganze Reihe von Wirtschafts Verhandlungen mit den neutralen Ländern erfolgreich und zur Zu- ttiedenheit aller Beteiligten abgeschlossen. Dieser er- olgreichen deutschen Handelspolitik gegenüber sind >ie sich häufenden Meldungen über erfolglose Dirtschaf tsverhandlungen Englands mit den Neutralen besonders interessant und die Zage kennzeichnend Nach wochenlangen Derhand- limaen in London ftt dieser Tage eine große dänische Delegation ergebnislos nach Kopenhagen zurückgekehrt, und die dänische Oeftentlichkett zeigt offen ihre Enttäuschung über den bisherigen Verlauf der dänisch-englischen Dirtschaftsverhandlungen. Bereits seit Monaten ierhandett England mit den Niederlanden, Zelgien und der Schweiz, ohne bis jetzt i-uch nur mit einem Lande zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen zu fein. Es ist deshalb nicht lerwunderlich, daß sich in der hottändftchen, belgi- chen und schweizerischen Presse täglich lebhafte Kla- icn über die hoffnungslose britische Verzögerung iiefer Wirtschaftsverhandlungen finden. Die Schwierigkeiten auf englischer Seite sind ein- leutig durch die Tatsache gekennzeichnet, daß Eng- dnd seiner schwachen Devisenlage pegen nur noch lebensnotwendigste Einfuhren usnehmen und gleichzeitig auch seine Ausfuhren lium noch zur Hälfte aufrechterhatten kann. Es ftt licht mehr in der Lage, den Neutralen alle ftüher iezogenen Erzeugnisse abzunehmen und kann mn- -»kehrt auch nicht mehr all deren Bedürfnisse durch fine Ausfuhr decken. Wettere und in manchen Fäl- in fast unüberwindbare Hemnisse für zufrieden- ttllende britische Handelsabmachungen mit den Neu- Mlen sind auch durch die gewaltige Abwertung ier englischen Währung und die dadurch ii Handelsverkehr entstandenen Preisschwierigkeiten p. riirsacht. Auch mit den S üd oft st a a t e n, vor dem mit Jugoslawien, ist es aus diesen Gründen England ttotz andauernder Verhandlungen in den litzten Monaten und Wochen nicht gelungen, zu eher für die Neutralen annehmbaren Regelung zu kmmen. Die brittsche Handelspolitik ist also seit Kriegsausbruch durch eine Erfolglosigkeit auf der anzen Linie gekennzeichnet und spiegelt die wirt- staftlichen Schwierigkeiten ihres Landes wider. Deutsche Wirlschastsabkommen mit den Aeuttolen. In Berlin haben Wirtschaftsverhandlungen znn- sien einer deutschen Delegation unter Führung •in Ministerialdirektor Dr. Walter und einer lüederländischen Delegation unter Führung Ministerialdirektors Dr. Hirschfeld statt- runden. Das Derrechnungsabtommen ist verlängert worden; im Warenverkehr wurden die ^hlungswertgrenzen für das erste Vierteljahr 1940 nchigte und viele nach ihm, gewichen ist. In Ehrfurcht gedenken wir an diesem Tage aller, die zu diesem Großbeuffchlanb beitrugen die in den Wettern des polnischen Blitzkrieges iyr Leben verloren oder als unbekannte Kämpfer für die Idee Deutschlands in den Tod gingen. Sie leben in uns fort, sie machen das deutsche Reimgungswerk, das dem Osten Europas den Fneden gegeben hat, zu einer allumspannenden Mission. Nicht, als vb wir „bie Welt erobern" wollten, wie die Leute mit dem Versailler Dünkel schmähen. Aber der Sieg eines neuen Geistes, des Geistes des wahren Friedens und der Gerechtigkeit, des fruchtbaren Zusammenlebens aller Nationen, ist das Ziel, für das wir kämpfen. Starke Einzelmenschen und Völker wachsen mit ihren Aufgaben, wenn die Sturmglocke sie auf die Schanzen ruft, und die ruchlose Art, in der die englische Niedertracht uns auf die Schanzen zwang, fand ein stärkeres Geschlecht der Wehr und Opferbereitschaft. Die Ideologie Londons ist die Vernichtung, die Zerteilung, die Versklavung Deutschlands- ihre Mittel dazu sind Lüae, Gewalt, Brutalität und die Aushungerung wehrloser Frauen, Kinder und Greis« genau wie im letzten uns aufgezwungenen Weltkrieg. Mt gl ei ßne rischen Worten und bösen Untaten wollte man ein gespaltenes Deutschland von 1914 treffen, und tras auf ein Hitler-Deutschland, in dem alle Glieder zusammengeschweißt sind durch den Zorn über solche perverse Vernichtungswut und vorbereitet gegen den Augenblick des Derrn chtungsversuches. Das ist der grundstürzend« Unterschied. Die Illusionswelt der räuberischen Pluto- tratien stößt auf den Willen des deutschen Kriegers, aus seine Selbstverleugnung und Härt«, auf den unerschütterlichen Willen und die Ausdauer zum Siege über das böse Dersaillesprinzip. Was unsere Soldaten geleistet haben und leisten werden, wir all« wissen es: es geschieht für unser Volk und für jeden Einzelnen von uns. Wenn der Feldgraue yinausschreitet vom Lichterbaum, um dem Feind« zu wehren, dann weiß er: er kämpft für das Höchste auf Erden, für die Sicherheit seiner Nation und für Frieden der deutschen Häuslichkeit, für alles Schöne, das unter dem Lichterbaum sich entfaltet und dessen Leuchten durch die Dunkelheiten der Zeiten siegreich dringt. Kämpfer des Lichtes und der Wahrheit, der Ehre und der Freiheit, das sind wir alle in dieser ehernen Zeit. Das alte Wort des. Eisernen Kreuzes, das auf so vielen ruhmreichen Fahnen unserer schirmenden Wehr steht: „Gott mit uns T, tebt gerade am Tage der Weihnacht in unseren Herzen. Wir neiaen uns in Ehrfurcht vor der Vorsehung. Mr wissen, sie hat uns den Führer gesandt, als alles verzweifelte, und sie wird mit uns sein, da wir den Sieg erkämpfen wollen, den Sieg, der ein besseres Europa an die Stelle des versunkenen, haßerffill- ten, krämerhörigen Festlandes setzen wird. E. S. Weihnachten im Rundfunk. Generaloberst von Brauchitsch und Rudolf Heß sprechen am Heiligabend. Berlin, 22. Dez. (DNB.) Der Rundfunk beschert seinen Hörern ein buntes Weihnachtsprogramm. Sendungen für die Familie und die Heimat wechseln ab mit solchen für die Front und für die rückgeführten deutschen Volksgruppen. Am Heiligen Abend, Sonntag, 24. Dez., spricht um 14.15 Uhr der ehemalige Senator der deutschen Volksgruppen in Polen und Führer der Iungdeutschen Partei, Parteigenosse Wiesner, von 15.30 Uhr bis 16 Uhr wird aus Weimar die Weihnachtsfeier der evakuierten Familien des West wallgebietes übertragen, der sich die Uebertragung der Reichssendung „S o l - daten-Weihnacht — Dolksweihnacht" anschließt. Am Schluß dieser Sendung spricht gegen 18 Uhr der Führer der deutschen Volksgruppe in Lettland, ^-Standartenführer Dr. Kröger, einen Weihnachtsgruß an die umgesiedelten Balten- deutschen. Don 18.30 bis 19.30 Uhr bringt der Deutschlandsender „Großdeutschlands Weihnachtsglocken", deutsche Dome läuten die Heilige Nacht ein. Um 19.30 Uhr hält der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B r a u • chitsch, eine Weihnachtsansprache an die deutschen Soldaten. Die Ansprache des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wird um 21 Uhr aus Wilhelmshaven über alle deutschen Sender und den deutschen Kurzwellensender übertragen. Am ersten Weihnachtsfeiertag spielt um 8.30 Uhr Professor Günther Ramin, der neue mannte Kantor der Thomaskirche in Leipzig, Orgelwerke von Dach, Reger und Brahms. Um 15 Uhr bringt der Deutschlandsender sein« Sendung „Die l u st i a e n Siebe n", Iunamädel singen und erzählen für die Soldaten. Abends um 19 Uhr beginnt die Sendereihe „Feldzug in Pole n", ein Rückblick auf den Heldenkampf des Heeres mit einer Auswahl der besten Kampfberichte. Das Manuskript schrieb Dr. Rolf Bathe. Am Abend sendet der Deutschlandsender von 21 bis 23.15 Uhr ein „Deutsch-italienisches Austausch- konze rt", in dem Margarethe Teschemacher, Helge Roswaeng«, Hans Hermann Nissen und Toti dal Monte singen. Der zweite Weihnachsfeiertag bringt nachmittags das „Weihnachtswunschkonzert für die Wehrmacht" und abends die Sendung .Luftkrieg in Polen". „Wir gewinnen den Krieg." Eine Weihnachisansprache von Neichsminister Nr. Goebbels an Deutsche aus dem Baltikum und Rückgeführte von der Gaar. E>A an allen Fronten. Vorbildliche Einsatzbereitschaft in der Wehrmacht anerkannt. Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Der nationalsozialistische Staat duldet kein Schiebertum. heute ihre letzte Hoffnung darauf, das national- sozialistische deutsche Volk vom Führer zu trennen oder es doch zu zerspalten. Es wird chnen diesmal so wenig gelingen, wie es chnen damals gelungen ist. Wir kennen sie, und das deutsche Volk kennt sie auch. Ihr Lügengestammel prallt wirkungslos an der Geschlossenheit der deutschen Nation ab. Sie werden nicht noch einmal wie 1918 einen Sieg der Täuschung erleben. 3n dieser inneren Verfassung begehen wir das Weihnachtsfest 1939. Wir feiern es in einer Entschlossenheit. Der Sieg wird unser sein. Das hoffen wir nicht nur, das wissen wir auch. Dieses Weihnachten begehen wir mit jener tiefen inneren Gläubigkeit, die immer noch die Voraussetzung des Sieges war. Wir lassen es trotz allem erst recht nicht an jenem Optimismus fehlen, der nötig ist zum Leben und zum Kämpfen. Nicht Schmerz und Iraner bewegen uns in diesen Tagen, sondern Stolz und Zuversicht. Wir fühlen uns als Volk wie eine große brüderliche Familie und werden entschlossen die notwendigen Lasten und Opfer des Kampfes und der Arbeit auf uns nehmen. Mit jedem Soldaten sind wir in diesen Tagen auf das Innigste verbunden. Wir versprechen der kämpfenden Front, gewissenhaft darüber zu wachen, daß die Heimat genau so ihre Pflicht erfüllt wie sie. Wo Lasten und Opfer gemildert werden können, haben wir bas getan und werden es auch in Zukunft tun; wo sie unvermeidlich sind, werden wir sie gemeinsam tragen, damit sie leichter werden und jeder im Nebenmann ein Beispiel und ein Vorbild erkenne. Dom Frieden aber, der immer noch der Inhalt des Weihnächte- festes war, wollen wir er st nach dem Siege reden. Stellen wir uns bei dieser Kriegsweihnacht fest und geschlossen alle hinter den Führer'und zeugen wir mit ihm in Deutschlands größter und schwerster Zeit für unseres Reiches Zukunft und unseres Volkes Ewigkeit! ihr getriebene Ertüchtigungsarbeit sich draußen bewährt. Ein SA.-Obertruppführer, jetzt Feldwebel bei einer Infanteri eko m p anre, stellt z. B. fest, daß der SA.-Mann bemjenigen gegenüber hoch überlegen sei, der nicht die vielen Sonntags- und Abendstunden mit Hebungen für das SA.-Wehr- abzeichen im Gelände Angebracht habe. „In meinem Zuge", schreibt er, „vollzieht sich geradezu ein Wunder. Ich brauche kaum noch zu befehlen, die Männer kennen mich, sie leben mit meinen Gedanken mit, ein Wink genügt und es geschieht so, rote ich es mir denke." Die Frag« der vormilitärischen Wehrerziehung beantwortete Obergruppenführer Suttner dahingehend, daß die Anzahl der Freiwilligen sich täglich steigere. Die Freiwilligen wer- den jahrgangsweise — jeweils an verschiedenen Sonntagen oder Abenden in der Woche — zum Dienst eingeteilt, so baß der einzelne in seiner beruflichen Tätigkeit nicht behindert wird. Verbindungsoffiziere der Wehrmacht besuchen häufig die Ue'bungsftunben. Berlin, 22. Dez. (DNB.) In diesem Jahre hatte Reichsminister Dr. Goebbels Männer, Frauen und Kinder von Rückgeführten aus dem Saargebiet und Deutsche aus dem Baltikum und Wolhynien im Theatersaal des Reichsmimsteriums für Dolksaufklärung und Propaganda zu einer Weihnachtsstunde eingeladen. Unter dem Schein« des Lichterbaumes leuchteten bald die Augen der Gäste. Insbesondere dort, wo die Kinder Platz genommen hatten, herrschte nach kurzer Zeit fröhliche, unbekümmerte und kirchliche Welhnachtsfteude. Auch die Erwachsenen, deren Heimat ost viel« Hunderte von Kilometer voneinander entfernt liegt, hatten bald kameradschaftliche Fühlung miteinander genommen. Dr. Goebbels mit seiner Frau und seinen Kirchern wurde bei feinem Eintreten freudig begrüßt. Ein Pastoral« aus dem Weihnachte -O rato rium von Johann Se- bcvsttan Bach leitete die Stunde ein. Dann sang ein Kinberchor weihnachtliche Lieder, und di« Hohen- fteiner Puppenspieler führten ein lustiges Kasperle- Theater auf. Dann erschien der Weihnachtsmann in höchsteigener Person und lud die Kinder und Erwachsenen zur Bescherung in den Kurfürstensaal des Ministerrums. Wohl selten hat hier solch ein Jubel und so fröhliche Begeisterung geherrscht, wie jetzt, als di« Kinder aus der Hand von Dr. Goebbels ihre Weihnachtsgeschenke erhielten. Im Mittelpunkt der Weihnachtsfeier stand die Ansprache von Dr. Goebbels, in der er u. a. folgendes ausführte: In diesem Jahre feiern wir ein ernsteres Weihnachten als in den vorangegangenen Jahren des nationalsozialistischen Regimes. Es ist ein Kriegsroeihnachten, ein Weihnachten der geschlossenen und entschlossenen Bereitschaft eines ganzen Volkes. Keiner kann sich der Last, die ein Krieg nun einmal -mit sich zu bringen pflegt, entziehen, und man darf wohl auch sagen: keiner will das mehr. Das deutsche Volk ist erst recht in diesen wenigen Kriegsmonaten eine Gemeinschaft der Brüderlichkeit und der Zusammengehörigkeit geworden. Vielfach wird bas im Auslande gar nicht richttg erkannt und eingeschätzt. Denn wie sollte man es sich sonst erklären, daß in den feindlichen Ländern immer wieder Versuche gemacht werden, das deutsche Volk vom Führer zu trennen? Demgegenüber rönnen wir zu unserer Freude und zu unserem Stolz feststellen, daß die nationale Solidarität bei uns noch niemals so stark und so für jedermann verpflichtend gewesen ist wie gerade in dieser Zeit, in der alles darauf ankommt, daß die deutsche Nation in Einig- keit und Entschlossenheit den kommenden Ereignissen gegenübertritt. Daß diese Ereignisse von uns den Einsatz der ganzen Nation erfordern werden, ist für jeden klar, der offenen Auges die Lage überprüft. Vielfach allerdings wird das bei den Anbelehr- baren noch gar nicht richtig erkannt. Sie wollen nicht einsehen, daß Krieg Krieg ist, wo und mit welchen Mitteln er auch immer geführt wird. Es wäre für unser ganzes Volk verhängnisvoll, wenn wir uns darüber irgend einer Täuschung hingeben wollten. Deutschland führt heute einen totalen Krieg, der Front und Heimat, wenn nicht mit denselben Opfern, so doch mit denselben nationalen Verpflichtungen umfaßt. Es geht in diesem Krieg um unsere nackte Existenz. Immer klarer wird das aus den Zeugnissen, die aus London und Paris zu uns herüberdringen, sichtbar. Wenn in den ersten Wochen dieses Krieges die maß- gebenden englischen Politiker noch versucht haben, oem deutschen Volke einzureden, sie führten nur Krieg gegen den Hitlerisrnus, ohne dem deutschen Volk Schaden zufügen zu wollen, so machen sie heute fein Hehl mehr daraus, daß es ihr Ziel ist, Deutschland niederzuschlagen, es als Nation zu zerstückeln und aufzuteilen und damit in politische und wirtschaftliche Ohnmacht zurückzuwerfen. Es handelt sich also nicht etwa um eine Art Kartoffelkrieg, den Deutschland heute führt, und es geht auch nicht um präzise Fragen von mehr oder minder großer Bedeutung. Im Gegenteil, in diesem Krieg wirb bie geschichtliche Entschei- düng über unser zukünftiges nationales Schicksal gefällt Wir müssen entweder als Großmacht abdanken und als Volk zugrunde gehen, ober wir gewinnen diesen Krieg. Es ist dabei auch für unsere nationale Zukunft ziemlich unerheblich, wer im einzelnen auf her Gegenseite diesen Krieg gewollt hat und ob bas englische oder bas französische Ddlk ihn gern und mit Freuden führen ober nicht. Sie führen ihn, bas P ausschlaggebend. Es ist auch ein Irrtum anzunehmen, bie Kriegshetze rcligue etwa in Paris wolle uns mehr schonen als bie in London. Die eine ist in ihren offen verlautbarten Zielen genau so brutal und zynisch wie die andere. Das heißt also, die plutokratische Welt hat sich in ihrer Gesamtheit gegen das deutsche Volk in feiner sozialen Gemeinschaft erhoben uni) will es niederschlagen und vernichten. Dir aber sehen uns dagegen zur Wehr und zwar als geeintes Volk; denn wir wissen dleses- mal, worum es geht. Bei uns hat der Krieg nichts mit einer kapitalistischen Führungsschicht zu tun. Lr ist ein Volkskrieg in des Wortes wahrster Bedeutung. Das deutsche Volk seht sich deshalb auch in seiner Gesamtheit gegen diese internationale Bedrohung zur Wehr und zwar verteidigt es nicht nur seine Ehre, seine geistige Welt, seine sozialen Vorstellungen und Errungenschaften oder seine soziale Gemeinschaft: nein, es verteidigt sein Leben! Die Mächte und Kräfte, bie uns heut« gegenüber- treten, haben uns seit jeher in unserem Kampf gegenübergeftanben. Es sind bie des Rückschrittes, der plutokratischon Ausplünderung des arbeitenden Volkes, der Anhäufung riesiger Vermögen, gepreßt aus dem Elend der unterdrückten Nationen. Mr unterschätzen di« Träger dieses Kampfes auf der Gegenseite nicht. Mr kennen auf das Genaueste ihre Hilfsmittel und ihre Methoden. Sie kommen zu uns mit verlogenen Phrasen, aber sie sind reisende Wölfe. Weil wir sie kennen, deshalb über- ch ä tz e n wir sie jedoch auch nicht. Sie werden allen, wenn wir chnen mit der geballten Kraft unseres Neunzigmillionenoolkes gegenübertreten. Mr haben sie vor sieben Jahren zusammengeschlagen, als sie uns in unserem innerpoMscheu Kampf von der Macht zurückstoßen wollten. Und wie sie damals ihre letzt« Hoffnung darauf setzten, die nationalsoziMstische Bewegung vom Führer zu trennen ober sie doch zu zerspalten, so setzten sie Berlin, 22. Dezember. (DNB.) Der tEfyef des Hauptamtes Führung der Obersten SA.-Führung Obergruppenführer I ü 11 n e r berichtete im Rundfunk Über Einsatz und Arbeit der SA. an den Fronten des Ärieges. Er konnte dabei u. a. daraus Hinweisen, daß bei der Obersten SA.-Führung nach wie vor zahlreiche Gesuche einlaufen, in denen die noch in den Heimattruppenteilen oder an der Heimatfront diensttuenden SA.-Männer dringend bitten, ihren Einsatz im Feldheer zu veranlassen. Größte Teile der SA. stehen bereits dort, wo bie Waffen sprechen. Mit den Männern haben die Führer der Gruppen, Hauptamtschefs und Amtschefs der Obersten SA.-Führung f a st alle ihre Frvntverwendung. Der Führer selbst hat sich über Einsatz und Haltung seiner SA. eingehend unterrichtet und sich über ihren kämpferischen Geist und ihre vorbildlichen Stiftungen i n anerkennenden Worten geäußert. Obergruppenführer Iüttner legte an Hand einiger Feldpostbriefe dar, wie sehr die der SA. anerzogene Einsatzbereitschaft und die von Königsberg L P., 23. Dez. (DNB. Funk- a.) Als Kriegsverbrecher nach § 4 der Volks- ngsoerortmung wurde der 44 Jahre alte Friedrich Rein aus Königsberg vom Sondergericht zum Tode und lebenslänglichen Ehrverlust verurteilt. Rem, ein dreizehnmal vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher war nach zweijähriger Abwe- fenbeit von Ostpreußen zu Beginn des Krieges nach Königsberg zurückgekommen. Gelegentlich einer Reife nach Lyck bemerkte er die durch die vielen Truppentransporte in den Grenzbezirken der Pro- vinz eingetretene Derknappuna der Tabakwaren. Er witterte hier ein gutes Geschäft. Durch allerlei Der- binbungen beschaffte er sich von einer Zigarettenfabrik 2,5-Pfenmg-Higaretten, die er durch Fälschung der Banderole zu 4-Pfenmg-Zigaretten machte, ober er kaufte teure Zigaretten, nahm sie aus den Packungen unb füllte 2,5-Pfennig-Zigaret- ten hinein. Auf diese Weis« verdiente er außer der ordnungsmäßigen Verkaufsprovision an jeder Zigarette 1,5 Pfennig. Er hat in der Zeit von Ende September bis in den November hinein nach eigenem Geständnis 25 000 Zigaretten auf diese Weise umgesetzt, die fast ausnahmslos von Wehrmachtangehörigen gekauft und bezahlt wurden. Er hat affo Soldaten, die an der Front ihr Leben eingesetzt haben, aus selbstsüchtigen Gründen betrogt Der Verbrecher hat sich schon fett 14 Jahren ft oolksschädigender Weise betätigt. Seine erste Strass erhielt er wegen eines ungewöhnlich niederträchtig«, Notzuchtverbrechens, bann würbe er ein rührige Werber für zwei als Ärebitoermittlungsinftituie aufgezogene Schwinbelunternehmen, durch bie „ den Jahren 1928 bis 1930 zahllose Volksgenosse, um ihre letzten aus der Inflation geretteten Spar, groschen gebracht worden sind. Schwere Strafen konnten ihn nicht hindern, 1936 in Insterburg ein „Auskunft-, Inkasso- und Derrechnungsbüro Landwirtschaft, Handwerk, Handel unb Inbustrie" aufzumachen. Unter dieser glanzvollen Firma such« unb fanb er geschäfteunaewanbte kleine Gewerbe, treibenbe in Bayern unb Sachsen, denen er vor- schwindelte, er könne ihnen durch Wechselumschan Kapitalien beschaffen. Feist von Gestalt, niederttächtig und feige ist Rein der Typ jener Art von Schiebern, die während b« Weltkriegs überall Mißstimmung hervorriefen unb durch ihre gewissenlosen Handlungen nicht zum wenigen dazu beigetragen haben, daß damals die Inne« Front zerbrach und der Krieg für Deutschland verloren ging. Man hat es früher leider verabsäum!, dieses Gesindel unschädlich zu machen. Der heutig Staat hat auf der ganzen Auswirkung ihres Un- wesens die Lehre gezogen und wird unbarmherzig dieses Verbrechertum ausrotten. Vorpostenboot „Niver End" von deutschen Flugzeugen versenkt Amsterdam, 23. Dez. (DNB. Funkspruchs Nach einer Reutermeldung wurde bas englische Dorpostenboot „River End" durch b e uh s ch e Flugzeuge versenkt. Das Boot hab, bereite bie Besatzung des bämschen Schiffe, „Bogoe" an Bord gehabt, das auf ein« Mine g* laufen war. Der norwegisch« Dampfer „Rogalam' hab« bie Besatzungen beider Schiffe in Norwege i an Land gesetzt. Nach einer Meldung des „Tel- graaf" hat ein britisches Flugzeug auf offener Se, ein Floß mit Schiffbrüchigen gesichtet. Di« Schiffbrüchigen wurden später gerettet. Sie sollen voi, dem schwedischen Dampfer „Lister" stammen, be? gesunken ist. Das Schiff hatte 1362 Tonnen. Du vrttische Tankschiff „Dosinia" (8053 Tonnen) ist n der englischen Ostküste auf eine Mine gelaufen. 40 Besatzung smitglieder wurden nach der Ex. plosion gerettet. Der dänisch« 1254 Tonnen groß, Frachtdampfer „I a e g e r b o r g" ist feit beru 14. Dezember überfällig. Das Schiff halb Kopenhagen mit einer Ladung landwirtschaftlich« Erzeugnisse verlassen, ist jedoch bis jetzt noch nidjt in seinem schottischen Bestimmungshafen eingeteof. fen. Nach in Reval eingegangenen Nachrichten M an der norwegischen Küste 13 estnische Seeleute von dem Dampfer „U k o" eingettoffen, d« in der Nordsee gesunken ist, ob von der Besatzung der „Uko" jemand ums Leben kam, ist nicht begannt Das etwa 1300 Tonnen große Schiff hat kürAliL mit voller Ladung die Reise von Schweie Staatshymne. * In Gegenwart des Kaisers von Japan,, des Chefs des Generalstabes, des Kriegsministertt und aller Kriegsräte wurde beschlossen, die Auf" rüstung ber japanischen Armee auf ein«! neue Basis zu stellen, um der gegenwärtigen Lag«! in Europa und Ostasien mit dem Ziel ber Durch«' führung bes Chinakonflikts und der Neuordnung in* Ostasien gewachsen zu sein. • Oberst Birger Ljungderg ist zum nok" wegischen Verteidigungsminister ev- nannt worden. Ljungberg ist 1884 geboren uni1 war von 1930 bis 1932 Chef der norwegischen. Kriegsschule. Er Hai Stubienreisen in -Belgien,. Schweben unb England unternommen und war an wissenschaftlichen Expeditionen in Südamerika bey teiligt. Don 1924 bis 1927 war er Adjutant des Königs. r End« e«gen itöh Ä: '»iVh . Krf A * w le ß.J'i Ä ls dj, i7k *4t y< lnbör% ? sollen«, tvWm,!. Wl >J Mh "tflthi. noch btt fc -omen oj NÜ ht noch 3 len eingtnr lchnchtentz ilche 6tti yt*k )er Äfd^ nicht bthm IMS« chwebeti ®j dar (r) lrch ItJ 5 Söul )* ,ne 'S > L tritt Die Nacht im Vorfeld S°,ütc9 eivne” feiMjchen Spähtrupp entdeckt »»♦nl? ®ar ?er ^gner schon so nahe heran? Wir entsichern unsere Gewehre und schleichen UNS zu ym heran. Nur Richtung halten in dem diesigen ^.?E"AErnebel, damit er nicht uns für den Feind ^lt. Duld sind mir herangekommen. -Oie Sicht wird klarer, als wir zuruckgehen. Die dunklen Schloßmauern, von hohen Fichtenstämmen umgeben, liegen wie tot im Talgrund, leicht finden S*r den Weg zurück Da schieß, der Fraazmann in öie Fesche hinein. MG.-Stöße knattern in kurzer ro Cli lr beobachten, doch nichts ist zu bemerken. Rechts der Fesche steigt eine feuchte Wiese einen kleinen Hügel hinan, aus dessen Höhe zwei Kugel» bäume wie unwirkliche Schemen nur schwach zu erkennen sind. Dahinter liegt das Dorf, ver» <■ kn ?0Tn ®e9ner' ^och oft besucht von unseren und feindlichen Spähtrupps. Jede Nacht sind wir unter» weg-, gehen aneinander vorbei, lauschen und beab» achten. Wenn sie auseinanderstoßen, zerpeitschen die Schuss- die nächtliche Stille; MG.s, dadurch alarmiert, hämmern in das Dunkel hinein, bis eine Handgranate mit plötzlichem Krachen diesen Kamp zu entscheiden sucht. v Aoppel und Mantel bleiben in der Dorpostenstellung. Munition wird in den Hosentaschen ver» fenkt, die Feldmütze aufgesetzt, alle Gewehre sind geladen, und die Handgranaten scharf gemacht. So steigen wir rechts von der Fesche auf die Wiese dre Hohe hinan, informieren unsere Posten von unserem Vorhaben und pirschen vor ins Nie* mandsland. Unser kleines Unternehmen soll nur zur Aufklärung dienen, ob ein feindlicher Spähtrupp ausgezogen ist, eine gewaltsame Auseinandersetzung muß unterbleiben. Als wir den Wald zur Linken haben, hören wir die ersten Geräusche. Auf den Boden gekauert, lauschen wir gegen den dunklen Wald. Länast hat sich das Ohr an die nächtlichen Laute des Waldes ^wöhnt, scharf achten wir auf das Knacken in den Buschen und das Geräusch vorsichtiger Schritte. Wer hier den Gegner zuerst sieht, hat den Vorteil. — Doch die eigenen Sinne können täuschen, wir wollen noch weiter vor. Starr bleiben wir plötzlich stehen Das könnten Schritte gewesen sein zur Rechten, der tapsende Fuß eines Mannes, der hinter der Höhe in Deckung gesprungen ist. Einer von uns schleicht noch weiter vor bis an di« Bäume auf der Höhe. Einzeln folgen die anderen. Dort unt-n liegt das tote Dorf. Minuten vergehen, dann bestärken uns neue ver- dächtige Geräusche aus dem Wald links in der Annahme, daß Posten des Feindes bis dorthin vorgedrungen sein müssen. Es knackt in den Aesten und über die herabgefallenen, nassen Blätter schleichen vorsichtige Schritte. Wenn der Gegner uns be- kgmpsen wollte, hätte er längst schießen können, denn er muß uns bemerkt haben. Anscheinend will er aber einen Zusammenstoß vermeiden. Als wir den Feind sicher erkannt haben, ziehen wir uns vorsichtia zurück. Der Morgen graut, als' wir in der Dorposten- stellunq ankommen. Ein schmaler Lichtstreifen zieht sich im Osten über den Horizont. Noch eine halbe Stunde, und der neue Tag beginnt und nimmt der Nacht im Vorfeld ihr Geheimnis. Kurt Günther. P- K. Denn der Abendnebel van ho« , ten Wiesen aufsteigt und die Wälder^und Wiesen aufsteigt und die Wälder und riSS? deutschen Grenzlandes im Westen in feine &,b-65 hüllt, schwinden bi« am laae toarf Formen des Geländes in immer dunkle/ £3* bi5 ^" dicht-n WEnwäL der lL Schimmer versinkt. Eine tiefe Nacht riirf+ etnfame BorposteMellung in unae-M« ia° daß man meint, bi« Landschaft sei «ine andere « worden. v & Des Nachts sehen die Bäume fremd aus, Nebel- ttwaden tauschen einen Hügel vor, und d r tÄh e Hauch des Windes bringt von weit her vieldeutig Laute mit herüber. Dies in das Land hinein hh4 l.° feinfühliges Ohr das Rauschen esties Baches, der über Steine hinab in starkem Ge äll- sein wild-sprudelndes Wasser zu ll^le führt Ein kleines Waldstück, das wir unterwegs so oft dmch" schritten, ist jetzt voller Geheimnisse Der Wind rauscht durch die blätterlosen Aeste.Es 7racht und ächzt in der Fesche, so nennen die Soldaten dieses kleine Waldstück, das bis über die Reichsgrenze hinausreicht. Dahinter sitzt der Feind Wir konnten ihn am Tage sehen. Eine Wiese trennt die Fesche von dem anderen Wald in Feindesland, an dessen Rand seine Unterstände wie große Maulwurfshügel aus der mit Laub bedeckten Erde schauten. Dort blieb er tagsüber, das wußten die unseren Aber des Nachts sandte er Spähttupps durch die Fesche, um unsere Postenstellungen zu erkunden, viel- leicht um einen Angriff anzufetzen und durchzubrechen. Damit müssen unsere Posten rechnen. Recht- zeitig müssen sie den Gegner erkennen, damit die Kameraden nicht überrumpelt werden können Wir gingen mit dem Pendelposten die einzelnen Posten- stellungen ab, die die Verbindung hielten zu den Kameraden im Nachbarabschnitt. Der Nebel ist etwas dichter geworden. Wir stolpern in das Dunkel hinein. In dem lehmigen Feld steht Wasser in kleinen Lachen zwischen den Rüben. Der Fuß rutscht, will man eine Höhe hinanklettern. Bleiern schwer find die Stiefeln durch dicke Lehmklumpen, die den Fuß umfangen. Die Aeste eines Baumes greifen nach der Mütze wenn wir uns nicht genügend bücken. Buschwerk klammert sich an die Kleiderhaken der Feldblusen, als sollten wir fest- gehalten werden. Doch unentwegt geht der Marsch weiter. Da rollt es leicht in der Ferne. Dumpf wie ein aufzieh endes Gewitter. Das ist sehr weit, wo diese Batterie ihr Störungsfeuer hinleitet. Unsere tapsenden Schritte nähern sich einem einzelstehen» den Baum. „Parole!" Der Ruf dringt urplötzlich drohend uns entgegen. Wir haben den nächsten Posten erreicht. Da können wir auch die beiden Männer erkennen, in dicke Mäntel gehüllt blicken sie uns entgegen. Magisch hatte ein mondlichtähnlicher Schein für wenige Sekunden die Landschaft erhellt. Es war eine Leuchtrakete, die im Nachbarabschnitt bvch- - gestiegen war. Schüsse krachten, französische MG.s antworteten, dann Stille. Die Front ist nur scheinbar tot. Zur Rechten rollte es wieder dumpf herüber. Plötzlich ein Gewehrschuß dicht in unserer Nähe — das muß unser Nachbarposten gewesen sein. «riefe, ; Tätigt Arm!: Aus aller Welt. an Wt ner Santo f hem,: Ä tflt ckenaM rornpton |m m Eorniir l, DtrtBU'' fünf See- ir W r lobierlu st brau'!!' von berti »zu bei v1 rchpM^ i üJlagntfo tan J gefundrii^ csivstaft"! nxM en eWi- her M «* »«r * stz n M Gemeiner Volksschädling erschossen. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei gibt bekannt: Der vom Sondergericht Breslau 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Fritz Brehmer wurde am 21. Dezember 1939 bei Wider- ftanb gegen die Staatsgewalt erfchof» I«n. Brehmer hatte sich an Angehörige gefallener Zitaten herangemacht und unter der Angabe, sicheres über das Schicksal der Gefallenen zu wrs- kn, auf gemeinste Weise Geld zu erschwindeln ver- iuht. Drei Memeler Fischer ertrunken. . Tine Fischertragödie hat sich in der letzten Nacht if her Memeler Hafeneinfahr t ereignet. M dem schweren West-Nord-West-Sturm ist der den Grübern Kurschus in Memel-Bommelsvitte gehörige Fischkutter „Wotan" bei der Rückkehr von «hier Fangfahrt gesunken. Hierbei sind Die Drei Stüber Kurschus ertrunken. Der eine der Fischer, Airtin Kurschus, hinterläßt eine Frau und sechs «nmünbige Kinder, sein Bruder Fritz eine Frau unD Verräter hingerrchtet. Die Iustizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof am 20. Dezember 1939 wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust ver- urteilte Erich Scheer und der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrates zum Tode und zu lauerndem Ehrverlust verurteilte 40 Jahre alte Bruno Stanik aus Beuthen (Oberschlesien) sind Eingerichtet worden. Scheer hatte in Witten an der Ruijr bis in die jüngste Zeit als Postfacharbeiter zahlreiche Postsendungen, deren Zustellung hm oblag, ausgeplündert. Daneben hat er )urch hochverräterische Tätigkeit das deutsche Volk gegen die nationalsozialistische Regierung aufzuwiegeln versucht. Stanik hat aus Ge- vinnsucht mehrere Jahre lang dem polnischen Nachrichtendienst Mitteilungen ge» nacht, die im Interesse Der Sicherheit des Reiches geheimzuhalten waren. Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt. Das Sondergericht verurteilte den 31jährigen bdigen Adolf Emminger aus Stuttgart als ge- jährlichen Gewohnheitsverbrecher wegen fortgesetz» ien schweren und einfachen Rückfalldieb- s> a h l s unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Maßnahmen und unter Mißbrauch des Parteiabzeichens sowie wegen fort- ersetzten Betruges unter Ausnutzung der Kriegsverhältnisse zum Tod«. Der Angeklagte mar im September d. I. in Die Keller von 21 Häusern in Stuttgart eingedrungen, wobei er sich die wegen Fliegergefahr polizeilich angeordnete Offenhaltung tiefer Keller zunutze machte. Aus 34 Kellerabteilen, be er zum Teil mit Diebeswerkzeugen öffnete, stahl ti Dann Sekt, Spirituosen, Fette unD Lebensrnittel, birunter 580 Eier. Diese verkaufte er an insgesamt & Personen. Dabei besaß er Die Frechheit, Die Eier }um Teil den do n i h m bestohlenen Hausbewohnern zum Kauf anzubieten. Sowohl bei seinen Einbrüchen als auch bei Der Verwertung des tiebesgutes pflegte der Angeklagte ein Parteiabzei- jsn zu tragen, das er in einem kurz zuvor in einer Wirtschaft von ihm gestohlenen Mantel gefunden ^tte. . flir t V !| -ü-' Drei kleine Kinder. Der Dritte DruDer August wollte zu Weihnachten heiraten. Teile des Schiffes wurden angeschwemmt, wodurch man überhaupt erst Kenntnis von dem Unglück erhielt. Die Leichen Der Fischer sind bisher noch nicht geborgen worden. Die Goethe-TNedallle für Professor Schwarz, Darmstadt. Der Führer hat Dem ordentlichen Professor, Geh. Regierungsrat Dr. Hermann Schwarz in Darm» tabt aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebens- ahres Die Goethe-MeDaille für Kunst unD Wissen- chaft verliehen. Todesfahrl auf dem Schlitten. In Mals im Wintschgau stieß ein Lastkraftwagen mit einem Schlitten zusammen, auf Dem vier Jungen zu Toi fuhren. Drei Knaben wurden getötet, während Der vierte mit leichteren Verletzungen davonkam. Brücke in Paris eingestürzt. Am Fvettagn-achmittag stürzte Die aus Dem Jahre 1877 stammende Pariser Seinebrücke, Die Die Insel St. Louis unterhalb Der Notre-Dame- Kirche mit dem Quai de Fleurs verbindet, ein, nachdem ein Frächtkahn gegen einen Der eisernen Träger Der Brücke gefahren war. Man befürchtet, daß etwa 20 Personen in die Seine geschleudert wurden und ertrunken sind. Acht Leichen sind aeborgen. Zur Zeit des Einsturzes Der Brücke befanden sich auf ihr ein Wagen und mehrere Dutzend Personen. Bereits seit einiaen Wochen hatte man Sicherheitsvorkehrungen auf Der Brücke getroffen, Die für Wagen über Drei Tonnen Gewicht gesperrt war. Die erjemen Träger Der Brücke gerieten besonders bei Hochwasser häufig in Kollision mit Frachtkähnen, Die die Brücke passierten. Schwere Stürme über der Adria. In ganz Dalmatien und Bosnien herrschen orkanartige Stürme, die Den Schiffsverkehr auf Der Adria weitgehend beschränken. Die Telephonleitungen in Dalmatien und Dem Hinterlande sind größtenteils zerstört, in den Gebirgsgegenden versperren Schneemassen die Straßen; auch der Eisenbahnverkehr erlitt große Verspätungen, Da Die Strecken immer wieder von herabstürzenden Felsblöcken und Schneeverwehungen freigemacht werden müssen. Auf der Schmalgen freigemacht werden müssen. louler Rathaus ab gebrannt. Das Rathaus von Toul (Ostfrankreich), ein Ge» baude von großem historischen Wert, in Dem sich zahlreiche Kunstschätze und Gemälde befanden, ist ein Raub der Flammen geworden. Die Feuerweh. ren von Toul und Nancy und weiterer Nachbarorte waren zur Bekämpfung Des Brandherdes herbeigeeilt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Longe; für Stadt Gießen. Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für Den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist 21l.£ Mül UD&MÜL1839 flulhfl. Taten ans deutschem Geist Jahrhundertelang hat Deutschland dlc Menschhett mit einem unvergleichlichen Reichtum an Geist und Schönheit beschenkt: mit seiner Philosophie, mit seiner Dichtung und seinerMusik. Als das Zeitalter naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und industrieller Entwicklungen anbrach, da zeigte sich, daß das »Volk der Dichter und Denker" auch imstande war, Forscher von Genialität und Ausdauer, Techniker von kühner Phantasie und Organisatoren von großer Tatkraft hervorzubringen. Biele Einsichten in die geheimnisvolle Gesetzlichkeit der Natur und zahllose technische Erfindungen, die die Welt verwandelt und den Fortschritt begründet haben, die das Antlitz der heutigen Kultur bestimmen, find Werke des deutschen Geistes. Mit besonders eindrucksvosterDentNchkeit zeichnet sich diese Tatsache aus dem Gebiete der ärztlichen Wissenschaft ab, die eine so tiefe Bedeutung für jedes einzelne Menschenleben besitzt. Die Welt» öffcntlichkeit hat bis in die jüngste Zeit hinein wiederholt fcstgcstellt, daß die Entdeckung und Her» stellung der wettvollcn Arzneimittel nahezu aus, schließlich ein Monopol der deutschen chemischen Wissenschaft und Industrie sei. Die geistige Geltung, die Deutschland von jeher besaß, mehrte sich in den letzten hundert Jahren um den Ruf seiner Wissenschaft. Heute sind die Deutschen auch ein politisches Volk geworden, das in den entscheidenden Kampf um seine Geltung in der Welt cingetreten ist. Mit jenem faustischen Willen, der Kohle zum Treibstoff verflüssigt und der dunklen Masse des Teers ein Wunder an leuch» tenden Farben entlockt, der den Stickstoff aus der Lust zaubert und Holz in Kleiderstoffe verwandelt, hat sich die deutsche Forschung in diesen Kampf, der mit Hatter und krastvoflec Entschlossenheit ge» führt wird, eingereiht. Von ihm empfängt sic ihre Ausrichtung und ihre Ziele. Die deutsche Forschung, die in schwerer Zeit so häufig Zeugnis ablegte von dem unzerstörbaren deutschen Lebenswillen, erfüllt uns heute mit der ruhigen Zuversicht, daß jede Blockade an den Taten aus deutschem Geist zerschellen wird. Die Geschäfte sind morgen Sonntag geschlossen! Ausgenommen sind die Friseur- und Blumengeschäfte 9er$?iöpofloetlanö öts WenerWIgets hält die ersehnte Verbindung unserer Soldaten und unserer Arbeitsmänner mit ihrer oderhessischen Henna täglich aufrecht! - Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienanaehöriaen oder Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt. An den Betlag öes Siebener Anzeigers. Sieben Versenden Sie den GießenerAnzeiger zum Bezugspreis von RM. 2.05 für den Monat unter folgender Anschrift: «Zcldposlanschrist genau angeben) Oie Äezugsrechnung zahlt: ((Senaue Ansibrlst des Bestellers) .....Winterkur für - Nervös - Erschöpfte Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) Del Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulze-Kehleyee, Nervenarzt Heinrich Lieh jun. Sonnenstraße 31 Bauklempnerei Installation Sanitäre Einrichtungen 7469D Kirchliche Anzeigen. (G. = Gottesdienst, KG. = Kindergottesdienst, HG. = Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauvt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gieffen. Samstag, 23. Dezember. Johanneskirche. 15 Weihnachtsfeier KG., Luk.- u. Johannes- Gem., Ausfeld und Bastian. 4. Advent. Sonntag, 24. Dezember. Stadtkirche. 9.30, Becker: IlWeih- nachtsfeier KG., Mark.-Gem., Becker) 15 Weihnachtsfeier KG., Matth.-Gem., Schmidt) 16.30 Chrislfeier, Ausfeld. Johanneskirchc. 9.30, Bastian. Kavelle Alter Friedhof. 9.30, Walther: 14.30 Weihnachtsfeier KG., Walther. Kavelle Wetzlarer Weg. 10 Weih- nachtsfeier KG., Jost. Gieffen-Klein-Linden. 9.30 G.) 14 Weihnachtsfeier Kleinkinderschule. Gieffen-Wieseck. 10, Drommershausen. Weihnachten. 1. Feiertag, 25. Dezember. Stadtkirche. 9.30, Becker, Abendmahl, Matth.- u. Mark.-Gem.) 16, Schmidt: 18 Krivvenspiel Johanncskircke. 9.30, Jung, Abendm., Luk.- u. Joh.-Gem.) 15, Ausfeld. Kapelle Alter Friedhof. 9.30, Walther. Kapelle Wetzlarer Weg. 9.30, Jost. Gieffen-Klein-Linden. 10, Bastian Gieffen-Wieseck. 10 G.) 15 Christfeier. 2. Feiertag, 26. Dezember. Stadtkirche. 9.30, Propst Knodt ) 17, Jost) 20 Krippensviel. Johanneskircbe. 9.30, Ausfeld 15, Bastian. Kapelle Alter Friedhof. 9.30, Walther. Kapelle Wetzlarer Weg. 9.30, Grietzmer. Gieffen-Klein-Linden. 10 G.) 14 KG.-Weihnachtsfeier. Gieffen-Wieseck. 10 G. 24. Dezember (4. Advent). Lich. 15.30 Weihnachtsfeier. Kolk. Nieder-Beningen. 9.45 Beichte 10 G. m. Abendm. Kollekte. 25. Dezember (l.Wcihnachtstag) Lich. 9.30 Beichte) 9.45 G. m. Abendm. Chorschule, Kirchenchor. Kollekte. Nieder-Bcssingen. 14 G. Kollekte. 26. Dezember (2. Weihnachtstag) Lich. 14 G. Kollekte. 9!ieder-Bessingcn. 10 G. Kollekte. Evang.Stadtmission, Löberstr. 14. Sonnt., 24. 12., 8.30 Andacht. - 13.30 S.-Sch. Mont., 25. 12., 15.30 Wechnachts- feier. - Dienst., 26. 12., 15 Feier d. S.-Sch. Die Christengemeinschaft, Franks. Str. 13. Sonnt., 24. 12., 10. - 2. Weibnachtstag, 10: Die Men- schemveibehandluntz. Nenavoitol. Gemeinden Gießen, Handelst!. 1, Ederstr. 13. Sonnt., 24. 12., G. vorm. 9.30. - Mont., 25. 12., G. vorm. 9.30, nur Kirche Handelst!.; nachrn. 15 Uhr in beiden Kirchen. Geräumige 6'3innner- Woimuüfl zuml Febr. 1940 oder später zu vermieten. 05535 Kaiserallee 3. 3 Zimmer Bad, Etagenheizung, Neubau, gute Lage, zum 1. Febr. 1940 zu vermieten, osses Zu erfragen bei Lotz, Ludwigsvl.l5H Mietgesuche I Pensionär, sucht 2-3-3immer- Mntilig mit Bad, evtl. Heiz. (1. Etage bevorz.), in ruh. Wohnl. Gießens od. nächst. Nähe zum 1. 3. 1940 oder später. Schrift!. Angeb. unter 05589 an den Gieß. Anz. Simmet und Küche zu mieten gesucht. Eil-Angeb. unt. 05585 a.d.G.A. Aclt. Ehevaar sucht gut möbl. Mn- unö Sfljlafiimmer mit oder ohne Pension. Angebote an Fischer, 05586 Wetzlar, Waldschmidt- straffe 10. Möbl. Zimmer mit Zentralheiz. und Kaffee, per sofort 0 1. Jan. von Dauermiet. gesucht. Preis- angev. u. 05572 an d. Gieß. Anz. 'Stellenangebote Tüchtiges, sauberes MW zum l.Jan.1940 gesucht. f 05467 SesslscherHos. Gießen, Wagenqasse Mädchen (Stellengesuche und Verschiedenes | an | Verkäufe | $l£köTVi£n5ugen,was Bjpolhekeo Klein., fast neuer Togal ist hervorragend bewährt bei tatak Pockung M. 0.: ^uto-Wasdier Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeigei gegen Nerven-. Schmerzen aufs Land, ossss Anschriften an Gasthaus Hüttenberg in Gr.-Linden, Bahnhofstr. 119. Gold und Silber Carl Schmidt Bahnhofstraße 10 Gen. B. Nr. C 25947 darf nicht als verlorenes Gut in Kästen schlummern. Die nützlich ver- wendet sich das Geld, das Sie dafür bekommen. Ihre Geschäfts- Drucksachen »teilen dleVerblnduno her zu Ihren Erzeug niesen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so »O>. wie man Briefbogen, BrlHumschläge.Poet- karten, Rechnungen. Besch&ftekarten Ihree Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Werl auf gepflegte Drucksachen l Wir bieten sie Ihnen preiswert l Brührsche Druckerei Scbulstr. 7. Ruf 2251 Werbe-Drucksachen liefert Brührsche Druckerei Nerven- und Kopfschmerz Auto- Garage z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 05571 an den Gieß. Ans. Suche zum 1. Januar 1940 für einen alten, bettläg. Herrn eine einfache Untervertreter beiter für Feuer- u. Sachversicherung mit günstigen Tarifen für die Landwirtschaft, sowie für Mittelstands - Krankenkasse im Landkreis Gießen gesucht. Gest. schriftl. Angebote unt. 05551 an den Gießener Anzeiger erb. Kostenlos erhalten Sie das interessante, farbig illustr. Buch „Der Kampf gegen den Schmerz*, ein Wegweiser für Gesunde und Kranke, vom Togal werk München 27 Z. Rheuma Ischias Hausnrundsliiek mit 5-Zimmer- wohn., Laden u. Garten zu verkaufen. Schriftl. Ang. u. 7665V an o. Gieß. Anz. LMMiM tl. Grundstück mit Scheune, Stallung, Mietwohnhaus und Garten, zirka 2500 qm, am Rande d. Stadt, zu verkauf. Näh. A. Becker, Kevlerftraffe 9. 7669P Tel.3804. M 1.24 In allen Apofheken UHBMACHER u JUWEUER GIESSEN-NEUENWEG fr Gen.-Besch. C. 25970 Aelt. Ehepaar sucht zuverlässig., nicht zu junges llleiomtteo das selbst, kocht. Nähkenntn. erwünscht. Eintritt Mögl. svf. 7667Ü Zu melden bei Frau Heimer, Alicenstr. 101. Gebrauchte, gut erhaltene Waschmaschine z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 05576 a.d.G.A. Hexenschuff Erkältungen Unzähligen haben Togal-Tabletten rasche Hilfe gebracht. Die hervorragende Wirkung des Togal istvonÄrzten u.Kliniken seit25Jahren bestätigt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen. Haben auch 8ie Vertrauen un^ machen Sie noch heute einen Versuch — aber nehmen Sie nur Togal! wissenhaft.Herrn gesucht. Schriftl. Ang. unt. 05567 o. Gieß. Anz. leine »eaanieee in ürschrüt । an Dem nm .Heuqnt** abithdften Dem Be- werdung-ichreiden bet- tegen - StditbilDei anoiöeroecbun.iäunter- egen müllen ■* N 1 ~ F XW ■ j-r u ■ • Die Liebesgabe. Von Walter Sperr ng. Ein kalter erbarmungsloser Winter hatte 1917 das Land zwischen Wilna und Minsk in Fesseln gelegt. Doch das Leben ging weiter in der weißen Einöde; auch in der kleinen Sägemühle am Rande des Waldes, in der Nähe des Naroczfees. Die feldgraue Belegschaft hatte ttotz allem den Anschluß an die Zeit nicht verloren. Weihnachten stand vor der Tür; das sollte fern der Heimat festlich begannen werden. Karl Neuber hatte den Auftrag, von Der eine Stunde entfernten Abteilung die Post zu holen. Er machte sich am stützen Nachmittag aus den beschwerlichen Weg, dachte heute oft an feine Jugend, die er elternlos bei Fremden auf dem Dorf verbrachte, wo's mir Arbeit über Arbeit gab. Ihm war auch jetzt gar nicht weihnachtlich zumute. Er nahm sich vor, das Fest wie üblich zu verschlafen. Die Post war reichlich etngegangen an diesem Tage. Briefe und Päckchen für seine Kameraden. Nur ihm hatte hierher keiner geschrieben. Er erwartete auch nichts. Um so erstaunter war er, als ihm zuletzt noch ein Päckchen gereicht wurde, auf dem ganz deutlich sein Name stand. „Für mich ...?" murmelte er und drehte das Päckchen mit dem Stempel seines Heimatdorfes verlegen und unschlüssig herum. Absender war der alte Schulmeister, der sich einst große Mühe mit ihm gegeben hatte; und Drin lag nun — außer einer Tabakspfeife und einem Kartengruß — ein ganz kleiner künstlicher Weihnachtsbaum mit einigen dünnen Kerzen. „Was soll ich damit?" Er blickte sich ratlos um, das Bäumchen in seiner Hand haltend. Enttäuschung spiegelte sich auf seinem Gesicht wider. Die Pfeife —; KrümeniJÄ! die war richtig. Aber ein Tannenbaum? ... Hier, wo er täglich Tannenbäume zersägen mußte, und außerdem ... „Das können sie doch zu Hause nicht wissen", begütigte einer. „Nimm ihn mit, als Andenken!" Neuber wickelte alles zusammen und hing das Päckchen ans Koppel. Die Pfeife benutzte er gleich und trat rauchend den Rückweg an. Er fühlte das Zunehmen des Frostes und beschleunigte seine Schritte. Dunkelheit senkte sich herab. Schon blitzten einige Sterne am Himmel. Als er den Wald erreichte, war das Tageslicht längst enteilt. Die Aeste knisterten unter der Gewalt des Frostes. Ab und zu fiel geräuschlos ein Schneeklumpen aus dem Geäst. Er hatte keine Furcht, — aber eigentümlich war ihm doch zu Mute. Er begann zu pfeifen, hörte aber gleich wieder damit auf, denn es war ihm, als höre er einen Hund bellen. Nun blieb er stehen. Er hatte sich nicht getäuscht. Ganz deutlich kamen die Laute aus dem Dunkel des Waldes. Hunde? ... Er faßte seinen Stock fester irni) schritt weiter. Wieder hörte er das Dellen und Heulen. Diesmal viel näher und hinter sich. Abwartend blieb er abermals stehen und schaute angespannt horchend zurück. Es war ihm, als huschten dunkle Gestalten zwischen den Stämmen. Da wieder! Schwarze Schatten! In hastigen Sprüngen kamen sie näher und waren auf dem hellen Sch nee - gründ schon deutlich erkennbar. Neuber beugte sich vor in jähem Erschrecken. „Wölfe!" entfuhr es ihm. Seine Hand griff nach der Schußwaffe. Im letzten Augenblick. Der erste Schuß krachte. Der (Betroffene machte einen wilden Satz und verschwand heulend. Zwei andere setzten zum Sprung an. Neuber schoß wiG besessen. Die Wölfe zogen sich zurück, strichen aber in weiten Kreisen noch um ihn herum, und er hatte keine Kugel mehr. Er schlua mit dem Stock gegen einen Baum. Da legten sich zwei der Blut- aierigen unweit von ihm in den Schnee und ließen kein Auge von ihm. Er dachte an sein Ende, seine Hände fuhren hilflos suchend in die Taschen. Er griff das Feuerzeug, und jetzt erinnerte er sich, daß Feuer Wölfe in Schach halten könnte. Feuer ... Sein Fuß stand zwischen den im Schnee liegenden Päckchen. Ob Kerzen genügten? Hasttg riß er seine Papierhülle auf. Wieder hielt er das kleine Däumchen in seinen Händen und die Kerzen — er steckte sie mit fieberhafter Eile im Halbkreis um sich in den Schnee. Gerade als wieder Bewegung in die Wölfe kam, flammten die Lichter auf. Er sah ein Paar Wolfs- augen leuchten, aber alles blieb still. Jetzt werden sie in der Heimat um den Weihnachtsbaum stehen, kam ihm in den Sinn, während er traumverloren in die kleinen Flammen starrte. Weihnacht? — Ein «schmerzliches Lächeln legte sich auf fein Gesicht, als die erste Kerze zischend im Schnee verlöschte. Er hatte das früher auch oft gesehen, wie Kerzen am Tannenbaum erloschen. Den anderen war das immer ein wenig schmerzlich gewesen, wie er wußte. Ihn hatte es nie berührt. Aber heute ... Wieder verging eine Flamme. Noch zehn waren übrig. Neuber gab alles Denken und alle Hoffnung auf. Zusammengekauert saß er hinter der von Lücken unterbrochenen Lichterreihe. Alle seine Sinne versagten ihren Dienst. Er hörte auch nicht das Rusen aus der Ferne. Erst als seine Kameraden — die besorgt um ihn, auf die Suche gegangen waren — vor ihm standen, kam er zu sich. Sprechen konnte er nicht. Nur seine Hände umklammerten fest die Liebesgabe aus der Heimat — das Bäumchen — und redeten eine eigene stumme Sprache, und in feinem Herzen regte sich ein bisher unbekanntes Gefühl; ein Gefühl dankbarer Freude, das alle Menschen an diesem Tage näherbringt. Bescherabend. Von Ernst Kreutzer Zu Mittag gab es Gänseklein mit Reis und es wurde in der Küche gegessen, da das Wohnzimmer verschlossen mar. Derbes geschah nur einmal im Jahre. Kurz darauf verschwand der Ehristbaum vom Balkon. Tagelang hatte er draußen am Balkongeländer gelehnt, nun war er plötzlich verschwunden. Mr mußten noch sehr klein gewesen sein, aber welche Rolle spielt es, ob wir fünf, sieben oder acht Jahre alt waren, auch später waren wir an diesem Nachmittag noch immer klein. Mein Bruder holte die Wäscheleine aus der Speisekammer. Ich schleppte einige Stühle herbei, stieg darauf und spannte die Lerne vom Schrank zum Fenster. Draußen im Gang hörten wir die Schritte der Eltern. Türen gingen auf und zu. Papierrascheln und geflüsterte Worte drangen zu uns, dann machte es einmal leise „Ping" und das Herz schlug uns schneller. Da ich der Äeltere war, obwohl nur um Iahreslänge, nahm mein Bruder unwillkürlich jede Stimmung von mir an. Er ließ den Blick nicht von meinem Gesicht. Sprach ich zu ihm, bewegte er genau so die Lippen und machte dasselbe, mein Gesicht dazu Ich sehe an diesem Gänseklein- und Küchennach- spielte die große Spieldose in dem Mahagonischrank neben der Tür langsam und klimpernd das Weihnachtslied. Während die Mutter unsere Hände losließ, trat mein Vater auf sie zu und zog sie an sich, und nun standen mir feierlich verwirrt unter der Tür und fangen verlegen und heiser das Weihnachtslied mit. Aber nur unsere Münder fangen, denn der Schrecken der Freude saß uns im Herz und mit wett geöffneten, starren Auaen folgten wir dem lackglänzenden, langen fährenoen Gsenbahnzug, der schnurrend auf den Hellen Weißblechgleisen über den ausgezogenen Tisch eilte, durch bemooste Tunnels hindurch und an erleuchteten Bahnhöfen vorbei. Das Weihnachtslied ging zu Ende, die Ehriftbaum- kerzen zwischen dem Engelshaar und dem Silberschnee und den großen blauen, roten und grünen Glaskugeln leuchteten still und strahlend, der Eisen- bahnzug fuhr langfamer, die Eltern wischten sich lächelnd die Tränen aus den Augen, das Fenster wurde zugemacht, und dann schlossen sich unsere Ettern jener unvergeßlichen Entdeckungs- und Be- wunderungsreise an, die nun für uns begann. Und erst jetzt waren wir erlöst. Wie es möglich war, nach diesem Freudenrausch eine Nacht lang zu schlafen, ist mir unbegreiflich. Aber der Augenblick des Erwachens am Weihnachtsmorgen entschädigte für alles. Mit bloßen Füßen, in den zu langen Nachthemden, gingen wir leise ins noch morgendunkle Weihnachtszimmer. Dort duftete es nach Tannennadeln, nach Marzipan und dem Lack des neuen Spielzeugs. Dieser erste, große Weihnachtstag lag nun wie ein ganzes Jahr vor uns. Damals wußte ich noch nicht, was ein Fest war, aber ich hatte es so tief erlebt, daß alle anderen, späteren Feste damit nicht mehr zu vergleichen waren. mittag mit seiner undurchsichtigen, bedrückenden und zehrenden Spannung den Himmel vor den Fenstern immer nur von einem bleiernen, fahlen Grau. Dann wurde es dunkler in der Küche, wir hatten spät gegessen, und nun kam der Augenblick, wo wir unrettbar wieder in die alte Kindereinsamkeit gestoßen wurden. Draußen wurde der Küchenschlüssel plötzlich herumgedreht, wir waren eingeschlossen, es war fünf Uhr, um sieben sollte beschert werden. Ich rückte die Stühle auf den Fliesen entsprechend aneinander, mit den Lehnen gegeneinander, ergriff die herabhängende Leine, läutete ab, mein Bruder stieg rasch noch ein, und dann fuhr unsere Straßenbahn, die Linie 16, durch die Stadt. Es war ein eintöniges und großartiges Spiel. Manchmal vergaßen mir, was uns erwartete. „Jemand zugestiegen?" fragte ich. „Für zehn geradeaus!" sagte mein Bruder, „fiat alles Fahrkarten?" fragte ich. „Jawohl", sagten die unsichtbaren Fahrgäste. „Karlstraße, umsteigen nach Bürgel", rief ich aus und zupfte zweimal an der Leine. . Nach langer, langer Zett wurde draußen der Schlüssel plötzlich wieder herumgedreht. Die Mutter kam herein, mit heißen, roten Wangen, und wir mußten uns noch einmal waschen und kämmen und umziehen, ununterbrochen fragten mir sie, ob wir auch viel bekämen, und immer mar die quälende Antwort, der Weihnachtsmann wäre bis jetzt noch nicht gekommen, wahrscheinlich, weil er erfahren hätte, daß wir manchmal ungezogen gewesen wären. Bestand keine Hoffnung, daß er doch noch zu uns kam? Grenzenlos war di« Macht der Ettern über das ahnungslose Kinderherz in dieser Stunde, wir reichten damals gerade bis zum Küchen tisch und waren wehrlos wie ein gefangener Vogel. Zuletzt standen wir verstört, gewaschen und mit den Sonntagskleidern in der Küche, die Mutter neben uns, und warteten auf das erregendste aller Zeichen Endlich kam es, schauernd und frierend horten wir es, das silberne, klingelnd« Läuten der drei alten Schlittenglöckchen, mit denen der Vater unsichtbar drüben den Besuch des Weihnachtsmannes anmelbete. Ach, immer wollten wir ihn noch rasch sehen, und immer, unbarmherzig, wehte nur noch hie lange, weiße Gardine im Luftzug des geöffneten Fensters, durch das der Weihnachtsmann gerade hinaus geftiegen war. Aber der Eintritt ins Weihnachtszimmer, in dem der geheimnisvolle Besucher eben noch geweilt hatte, war für uns beiden kleinen Leute fast unerträglich dramatisch. Denn nun loste sich auch noch die Spannung der Eltern. Uns beide rechts und llnks an der Hand, ging di« Mutter mit uns aus der Küche langsam über den dunklen Flur zu Der Tür des geheimnisvollen Zimmers, die von meinem Vater drinnen geöffnet wurde, sobald das Klingeln auf- gehört hatte. Und in dem Augenblick, da wir ein» traten in das lichterstrahlende Weihnachtszimmer, Zeitschriften. Geleitworte und Glückwünsche in großer Zahl, u. a. von den Ministern Frick, Goebbels und Darrs, begrüßen die Dezemberausgabe von „Westerman n s Monatsheften", die als das 1000. Heft dieser ältesten deutschen Monatsschrift ihren festlichen Inhalt dem Ausland widmet. Farbige Aufiätze stellen das Werk des spanischen Meisters Delazquez und bulgarische Volkskunst dar. 3m Tiefdruck erscheinen malerische Aufnahmen von 3s- land. Ein japanisches Märchen bringt javanische Originalzeichnungen. Marie und Knut Hamsun sind mit einer Erzählung und einem Gedicht vertreten. In der Schweiz spielt der Roman des in Norwegen lebenden Karl Friedrich Kurz. Die Finnländenn Matta Talvio erzählt ihre erste Begegnung mit Deutschland. Ein Aufsatz „Die Groß« Roms^ verknüpft Geschichte mit der Gegenwart des italienischen Reiches. lad)te Vater auf einmal und Eda sagte zufrieden mit ihrer rauhen Stimme: „Der sorgt dafür, daß er nicht verhungert, der Bengel!" .Ich habe Angst, daß die da draußen frieren", sagte Mutter schließlich. Da wurde die Tür aufgemacht; sie tarnen vorsichtig herein, blinzelten gegen das Licht und gingen in großem Bogen an Eda vorbei zu Mutters Bett. Richtig, da laa der neue Bruder, gerade so wie beim letztenmal, als Eda hier war. Das ganze kleine Gesicht war an Mutters Brust gedrückt. Sie standen verwundert mit offenem Mund. Sie vergaßen, daß die Ziege und die Henne natürlich auch mit hereingekommen waren und verloren die Scheu, obgleich Eda mitten in der Stube stand, dick und rund wie ein Heuschober in ihrem grauen Unterrock, und schrie, daß nun auch das Viehzeug in die Stube hereinaekvmmen sei. Da fiel der ältesten Schwester etwas ein. Sie wagte sich zwar zuerst nicht recht mit Der Sprache heraus, aber Dann flüsterte sie halblaut: „Das ist ja beinahe wie damals, als Jesus geboren wurde. Da waren auch Tiere dabei und das war auch gerade am Weihnachtsabend." „5)ört mir nur das Mädchen", rief Eda. „fiat sie nicht ganz recht? Laßt die Ziege und die Henne nur ruhig da! Ihr werdet sehen, daß sie Glück bringen." fährst ches, Mystisches, Fremdes darin. Sie fuhr mit dem Wagen vor und hatte einen großen braunen Korb mit. In dem — so viel verstanden die Kinder — brachte sie das Jüngste. Und wenn Eda alle ihre Tücher, Mäntel und Röcke abgelegt hatte und nur in Dem grauen Unterrock mit Den roten Borten dastand, dann mußten sie hinaus. Ob sie etwas zu tun hatten oder nicht, hinaus mußten sie. Einmal kam Eda, daraus konnten sie sich noch ganz gut besinnen, mitten in der Nacht, hatte das Kind abgegeben, Kaffee getrunken und stand schon reifefertig, als die Kinder erwachten. Das war gut eingerichtet. In diesem Jahr kam sie aber gar am Heiligenabend. Was war da zu machen? Auf den Nachbarhöfen schmückten sie wohl auch ihre Weihnachtsbäume und hatten mit sich selbst genug zu tun. Es war nicht zu erwarten, daß irgend jemand die Kinderschar von Anders gerade an diesem Abend zu sich nehmen wollte. Da kam es gut zustatten, daß sie den Verschlag für di« Ziege und das Huhn hatten. Da drin war es zwar dunkel und ein bißchen katt. Die älteste Schwester nahm das Kleinste auf Den Arm, einer von den Jungens hob die Henne hoch und setzte sie auf seine Schulter, so daß keiner auf sie treten konnte. So standen sie alle draußen zusammengepfercht, als der klein« Bruder am Heiligenabend zur Welt kam. Das war fürchterlich spannend; nie zuvor hatten sie so etwas Spannendes erlebt. Sie konnten Edas rauhe Stimme hören und Mutters schwache Stimme Daneben. Die Kinder geboten der Ziege Ruhe, di« schmähend wiederkaute und sich gar nicht für das Gespräch in der Stube zu interessieren schien, und brachten da? Jüngste zum Schweigen, das weinte und zu dem Weiynachtsbaum hineinwollte. Sie lauschten angefoannt — es wäre ja eine so gute Gelegenheit gewesen, das eine oder andere über die geheimnisvolle Eda herauszukriegen. Aber nein, Eda erzählte nur von den Läufern, die sie sich gewebt hatte und wie teuer sie geworden wären. Das Kind erwähnte sie nicht einmal. Es schien lange zu Dauern, ehe sie es auspackte. Nach einer Weile antwortete Mutter fast nichts mehr, wenn Eda erzählte. Dann und wann antwortete der Vater für sie und plötzlich horten sie draußen etwas ganz Merkwürdiges. Eda rief: „Na, willst du keinen Ton von dir geben?" Und gleich Darauf horten sie einen wohl- «kannten Laut: ein Klatschen, gerade wie wenn ein unartiges Kind etwas hintendrauf bekommt. Und gleich fing ein heftiges Kindergeschrei an. Die draußen fuhren zusammen — schlug sie nicht das Kind, diese Hexe? Aber die wagten nicht Die Tür aufzumachen, obgleich das Weinen nicht aufhören wollte. Sie hofften, daß Vater mit der Hexe fertig werden würde Auf einmal wurde es ganz still. Sie zitterten vor Spannung — was war jetzt los? Da locfen durch 1 Auf dem Chi >or der Oberndorfer Kirche saß schon Herren -um „Was denn, Am Himmel hoch im tiefen Blau öer Stern... Aus Morgenlanö vor fast zweitaufenü Jahren Drei Könige kamen öurch üte Nacht gefahren/ Der Golöglanz wies öen reich belaöenen Herrn Den armen Stall: öa war öas Kinü geboren. Dee Älem so golüen, öas Wunöer so wett... Statt öer Hirten unö öer erschrockenen Herüe Liegen im Kelü, an öer Grenze, unter öer ikröe Die ungezählten Äolöaten schweixenü bereit... Aber auch heute werüen uns Kinöer geboren, 9UI «erteil. Unö noch immer weröen öie Kerzen entzünöet, Glänzt aus öen Zl mmen tröstlich öer Gnaöenschein Der ewigen Weihnacht tief in öie Seelen hinein, Wirö uns örausten unö euch in öer Heimat verkünöet: Zrieöe auf Lröen, öen Meuchen ein Wohlgefallen. In Jetten, als wir sorglos glücklich waren, Haben wir lange öaS liebliche Wunöer ergessen, Dachten zur Weihnacht an Gelö unö ein gutes Essen, Auch an öen Daum mit Lichtern unö Engelshaaren - Aber Verkünöung unö Sinnbilö gingen verloren. n Wh. während 1 starrte, legte sich chend im h oft gehen. Den' 'M gr- berührt. ände W- jeimat - e ftuinnli in bisher r Freude, -bringt. noch Mittel und Wege geben, um einen Düngen für die Eisenbahn anzuschaffen. Es sei ja noch nicht aller Tage Abend beziehungsweise aller Nächte etrosfeiR heulend. Stranfl!* Der eine der beiden männlichen Gäste, derselbe, der eben die entsetzliche Zuakatastrophe verschuldet hat, hebt plötzlich den Kops und ruft völlig un- motiviert zu der Dame des Hauses hinüber: „Dei euch ist es doch wirklich immer zu reizend unö gemütlich!* Klein-Ursel, die sich noch dem Kaff« wieder zu ihrer Puppenstube zurückgezogen hat, lormnt von Zeit zu Zeit zum Dati und zu den beiden Onkeln, legt die Hände auf den Rücken, schüttelt das Köpfchen und saot: „Die Männer sind völlig verrückt!* Ja, die Männer sind glücklich! Am glücklichsten ein Lied schreiben, bamit es bei der Christmette gesungen würde. Dann würde dieses Lied verwehen, m Vergessenheit versinken, wie so viele andere. b°ran’ — wenn nur die Symphonie gut , 8ranz Gruber trat neuerdings den Blase- balg des Harmoniums, griff in die Tasten. Seine Lugen hingen an den krausen Schriftzügen des •Pfarrers, die er vor sich auf dem Pulte hatte, und er begann zu melodieren, wie es ihm der Tert des Weihnachtsliedes eingab. . unö er m Stack er Blut. ü> ließen Kaff«. Der Dati, wie aus weiter Ferne: Iren hilf, erzeug, Dolfe in 4 stand N- Ob lpierhiille in seinen it fieber- Ne. ölfe kam, r Wolfs- stellen.* Die vier Damen — einschließlich Ursel — trinfen also für sich. Gesprächsthema: „Die Männer sind völlig verrückt!" Die drei Männer arbeiten mit ihren Zügen. Manchmal dringen erregte Rufe zu den Dirnen in« Nebenzimmer: „Mensch, du sollst doch die Lokomotive nicht anfassen! Hier wird alles fernbedient. Nur die Wagen Dürfen berührt werden, aber auch nur beim Ran- Ewiges Wunöer öer Weihnacht Don Hans Thgriot. 1 S'L dar 5 oanL s dern sich nicht etwa über dieses Geschenk für ein ...... * ' " ' nicht danach. aber ist der Dati. So glücklich ist der Dati über das Geschenk, das er seinem Urs eichen gemacht hat. So unsagbar glücklich ist der Vati über das Ge- 1 schenk, das er dem Dati gemacht Hal. zweijähriges Mädchen, sie fragen gar sie sind sofort selber bei der Sache. Die Mutti kommt und bittet die sicher und bte Mesner Rost singt al» rote etn Glöckerl." „Nachher is recht." Der Pfarrer wollte wieder hinab, in die Sakristei. Aber der Lehrer hielt chn zurück. „Du, Pfarrer, denk dir nur, jetzt hab ich mit offenen Augen im wachem Zustand geträumt. Was ganz Närrisches hab id> geträumt. Plötzlich hab ich eine große Kirche gesehen und hab gewußt, die ist weit übemt Meer im Land Amerika. 9n der Kirche sind viele feine Leute gesessen, so nobel war dir alles, so schön unö glänzend, wie ich's noch nie gesehen hab. Und die haben alle unser Lied gerungen." „Du bist ein Spinnl-uber, mein lieber Lehrer*, lachte öer Pfarrer. „Was fällt öir nur ein — unser armseliges Lied.* Er sah in öie träumerischen, Hellen Musikantenaugen unö da — ganz plötzlich verging ihm das Lachen. Etwas Ahnungsvolle», Großes war da, etwas, dagegen sich der Pfarrer nicht wehren konnte. Er strich beruhigend dem Lehrer über die schmale Hand. „Stellen wir's dem lieben Gott anheim, Gruber. Wer weiß, ob er unserem Liebel bestimmt hat, zu sterben und zu vergehen, wie es den andern Liedern geschchsn ist,! die wir schon zusammen gemacht haben. Und jetzt leb wohl, Gruber. Macht eure Sache rechts" Oben auf der Empore begann die Orgel zu spie- len, ein sinniges Thema blühte auf, wuchs zu einem weihevollen Vorspiel, Stimmen der Sänger fielen ein, der Sopran jubelte darüber hinaus, ©in seliges Klingen und jauchzen braufte durch den Raum, ein neues Lied, das von dieser Stunde an auf den Schwingen der allgewaltigen Zeit hinausflog über Land und Meer, überall dorthin, wo Menschen beim Lichterbaum die heilige Nacht feierten ... gieren!" „Mensch, die Leerlok soll doch auf Gleis 3, nicht auf Gleis 2!" , „Mensch, jetzt hast du schon wieder dreißig Tote und hundert Schwerverletzte auf dem Gewesen. Nun stell doch die Weiche endlich auf den geraden mlchlon! as M länöe los- og sie an irrt M »asM denn der unö irrt wir htm iiMdtt über den n vorbei n W j> grüne» öer M schien W das > sich * und jtentJj S d 5*4 ein r 'S# lieber T eisten etäM >kel V Hier 'ch. Ad, iute Qn, ^schien Da wie. pAgen Ochste«. u9te sich Mm. n letzten <4 "9 b85 SK $ Hf) Sw Jt längs» •w, öer Lehrer Franz Gruber an der Orgel, hatte die Partitur des Liedes vor sich, des Liedes „Stille Nacht, heilige Nacht", das der Pfarrer Joseph Mohr gedichtete hatte. Es war ein liebes, heimeliges Lied geworden, fang sich leicht und ging ins Gehör. Jp irgend einer gerne ruhten die Augen des Lehrers, ein Blick schien hinaus^udringen, durch die Mauern Der kleinen, festlich geschmückten Kirche, hinaus über Berge und Grate, in die weite, große, lärmende Welt. Die hölzerne Treppe f narrte; rasch, bevor er seinen Ornat anzog, kam der Pfarrer noch einmal auf den ©hör. Er beugte sich über den Lehrer. „Na. geht das Liebel? Können sie's alle?" „Wohl, da fehtt sich nix, Pfarrer. Der Chor ist tzineEstenbahnfürKlein-Llriel Don Losch m Lange. Der Vati ist noch so jung, so jungenhaft. Acht Tage vor Weihnachten schleppt er ein ne- figes Paket ins Haus. „Noch für Ursel!" flüstert er her Mutti auf dem Flur zu. „Ich zeige es öir nach dem Abendbrot." Die Mutti starrt das riesige Paket an. ..Aber dir haben doch schon die Puppenstube! „Puppenstube!" Der Dati lacht geringschätzig aus. »Keinen Blick wird sie fürste Puppenstube haben, denn sie das gesehen hat!" .. . , Am Abend packt er aus. Seine Augen lin° J?ri?p unö glänzend vor Freude. Die Augen der Muttt sind auch groß, und sie werden immer großer. Sie sicht eine Lokomotive mit einem langen D’^ug, alles herrlich und naturgetreu nachgebildet, eine »veile, etwas kleinere Lokomotive, gut ein Dutzend Eüterwagen, einen Schnellttiebwagen, einen Vayn- M, Weichen, Signale, Schienen — einen ganzen terg von Schienen. Die Muttt schüttelt den Kopf urä fragt: „Sag mal, hast du eigentlich einen Sohn »!xr eine Tochter?" Eine Tochter, öer Vati muß es gestehen. „Aber mar um soll ein Mädel nicht eine Eisenbahn haben? Unö er erzählt Wunderdinge von dem Töchterchen eines Bekannten, das mit Bleisoldaten spiele wie ^,Nim,'^ie Meme ist immerhin schon fünf Jahre alt", stellt die Muttt fest. -Außerdem ist 'hr Vater lebst Soldat." Und sie setzt ihre peinhd>e Fragerei fort: „Und wie alt ist deine Tochter? Zwei Jahre, der Vati kann nicht umhin er mutz zugeben? „Aber sie ist schon so si-u>-ckt,M« eme Lier- oder Fünfjährige, ja, als ob sie sch *t WMye*& SÄ dmckt es anders aus. Sie sagt: „Du bist vol g ver nickt!" Und von den Kosten will sie erst gar licht reden. Natürlich redet sie doch davon Aber bo ist der Vati Sofort mit Zahlen und hegendem len zur Stelle. „Sie mal" erklärt er unö umW mit weiter Hanöbewegung die vor Neuheit gl 3 ten Herrlichkeiten, „das ist sa vorerst^ einmal der Grundstock, das Atternotwendigste - „Das Allernotwendigste", echot die Muttt. Christmette war, Mitternacht In den Bergen. Don nah unö fern zuckten Lichtlein einher — Berg- bauern, die ins Tal stiegen, um zu mitternächtlicher otunöe die Geburt Christi zu feiern. Steigeisen true-gn sie an den Füßen, denn die Wege waren hart und glatt gefroren, Laternen hatten sie in den Händen, und tiefvermummt waren chre Gesichter. Denn der scharfe Frost klang wie tausend feine Glocken durch das Land. „Auf diesem Grundstock baue ich ... ich meine: bauen wir nun auf: jedes Jahr zwanzig Meter neue Schienen . .* „Zwanzig Meter Schienen." „Oder auch nur zehn, jedes Jahr zwei neue Züge, ober meinet®egen nur einen, dazu das Beiwerk, und besonders das Beiwerk kostet ja so gut wie gar nichts, wenn du mal bitte hier im Katalog sehen willst, ich schlage ganz zufällig auf: ein Paar rote Schlußscheiben für öen letzten Wagen zwanzig Pfennig!" Er wiederholt mit erhobener Stimme. Nur zwanzig Pfennig! Und außerdem", fährt er rasch fort, denn er merkt, die Mutti will ihn unter- brechen, wahrscheinlich mit dem nicht aanz unberedp tiflien Einwand, daß das Paar Schlußscheiben wohl aanz zufällig der billigste Gegenstand aus dem Ka- talog fein durfte, „und außerdem wollte ich eigen - lieh zehnmal soviel kaufen, wie ich tatsächlich gekauft habe, ich habe also neunzig Prozent emgefpart. Gegen diese Logik ist die Mutti machtlos. Aber warum es denn eine elektrische Eisenbahn Jem müsse? Eine Uhrwerkeisenbahn ober eine Holzeisenbahn hätte doch auch genügt? Auf die Holzeisenbahn geht der Datt überhaupt nickt ein, derartig läppische Gedanken können auch nur Frauen haben. Und was die Uhrwerkelsenbahn betrifft, so erklärt er, gerade weil er selbst als Junge nur eine solche besessen habe, solle sein Junge . . fein Kind einmal eine elektrische Dahn bekommen. Was habe er sich immer geärgert wenn er die Lokomotive habe aufziehen müssen! Ob etwa der Lokomottoführer seine Maschine aus den Schie- nen hebe und sie mit einem lächerlichen Schlüssel oufdrehe? Na also! „Und nun sieh drer , faflt er und zeigt auf ein verwirrend technstch anstehendes Schaltbrett, „mit diesen Hebeln stelle ich sämtliche Si anale und Weichen, alles wird fernbedient, mit diesen Hebeln lasse ich den Zug anfahren und halten mit diesen Hebeln regele ,ch seine Geschwindlg' kett' auf freier Strecke. Der Zug rotro überhaupt nicht mit den Händen angefaßt!" Aber die Mutti versteht das nicht, vielleicht ist sie zu weiblich für solche G-dankenaanae. Sie kommt noch einmal darauf zurück, daß eine Eisenbahn für ein zweijähriges Mädchen zu hoch und zu männlich sei Wenn es sich um einen acht- ober ^niahngen Jungen handelte, wollte sie nichts gesagt haben 3 meint der Datt, schließlich werden es doch Das Fest des Lichtes. Don August Wtnnig Kein Derstand kann Feste schaffen. Feste werden aus der Seele geboren. Vergeblich mühen sich Menschen, gesetzten Zwecken festlichen Ausdruck zu geben. Nur aus der Tiefe eines allgemeinen und großen Gefühls kann ein Fest erstehen. Wo Absicht ein Fest schaffen will, wird sie immer scheitern. Unsere Feste reichen in Zetten zurück, von denen uns Jahrtausende trennen. Sie sind Ausdruck eines Seelenzustandes, über den der Alltagsoerstand lächelt, und der doch selbst über uns noch mächtig wird, wenn der kosmische Lauf uns unter die Bedingungen stellt, unter denen dieser Seelenzustand einst seine großen Feste schuf. Denn aus dem einfachsten und größten Gefühl sind diese Feste geboren, aus einem Gefühl, für das die Kraft Der zerdachten Menschen der Gegenwart meist nickt mehr ausreicht und das dock selbst in feinem aus Jahrtausenden herüberstrahlenoen Abglanz noch mächtig genug ist, um sich Achtuna zu erzwingen. Wer wollte es roagen, dieses Gefühl zu zergliedern? Jede tiefere Lebensschau gelangt zuletzt zu der Erkenntnis, daß in allem Sein eine Gegensätzlichkeit liege und in allem Geschehen ein Ringen der Gegensätze stattfinde: ein Ringen um die Erlösung auf einer höheren Ebene. Das geringste und alltäglichste Ding ist dieser Gegensätzlichkeit nicht minder voll als die größten kosmischen Beziehungen, zu denen unsere Sinne noch reichen. Den Ur-Geaensatz aber bilden das vom Menschen als Einheit gesehene All und der Mensch selber in feiner Einsamkeit. Dort bas All, von uns als Ganzheit empfunben, als die Summe besten, was nicht wir selbst finb, unb hier das körperlich gebundene Bewußtsein des einzelnen Menschen. Das Gefühl einer ungeheuren Einsamkeit ergreift den Menschen der sich dieser Zweiheit bewußt wird. Dort das Ganze uno hier der einzelne. Im Grunde jeder Menschenseele lebt bas (Brauen vor bieser Einsamkeit. Aus biesem (Brauen lebt ber menschliche Drang, bie Ur-Sehnsucht aller Menschlichkeit nach ber Befreiung aus ber körverlichen Haft, nach ber Vereinigung mit bem All, nach ber Erlösung aus biesem Gegensatz, nach ber Heimkehr. Diese Sehn, sucht unb ihre Erfüllung meint Goethe, wenn er sagt: Unb alles Drängen, alles Ringen Ist ewige Ruh in Gott bem Herrn. Doch auch hier ber Gegensatz: bie Sehnsucht nach bem Einssein mit bem All, und ber Lebenswille ber Kreatur, ber sich auflehnt gegen ben Tod. Aus dem Ringen dieses Gegensatzes ist das einfache und große Gefühl geboren, das diese Feste schuf, die schon durch ihre Dauer bezeugen, aus welcher Tiefe sie flammen. Sie stammen aus ber Menschensehnsucht nach Vereinigung unb Gleichsetzung mit bem All, und stammen ebenso aus ber Freube am Leben und aus dem Willen zum Leben. Der'Ur-Gegensatz sucht in ihnen feine Auflösung. Unsere Weihnacht wurde als ein Fest des Lichts bedangen. Sie begrüßte ben Sieg bes lebenfpenbenben Lichtes im kosmischen Lauf unb feierte bie Verbunbenheit bes Menschen mit ber Allnatur. Sie besiegelte feierlich bas Einssein mit bem All unb bejuoelte bas wieberkehrenbe Licht. Das Christentum hat bem alten Feste ein neues Symbol gegeben. Aber ist es nicht munberbar be- beutungsvoll, baß biese Weihnacht als Fest ber Geburt des Gotteskinbes nur bei ben jungen Völkern zu einem großen Feste werben konnte? Nur bie jungen nordischen unb östlichen Volkstümer hatten bie Kraft, bem christlichen Symbol ben Hiniergrunb eines echten Mythos zu geben. Nur bei den nordischen und östlichen Völkern berührt das Weihnachtsfest bie letzten Grünbe ber Menschenseele. Für uns ist bie christliche unb bie alte Weihnacht eins geworben. Uns leuchtet ber Tannenbaum, unter welchem bie Krippe bes Gotteskinbes steht. Das Licht, bas Kinb unb ber Tannenbaum finb bie Symbole unserer Weihnacht. Was wäre für uns dieses Fest, wenn nicht ber Tannenbaum leuchtete! Unb was wäre Weihnacht, wenn ihm die beglückten Kinder fehlten! Das Licht am grünen Baum unb bas Kinb, dem es erstrahlt, finb bie Weihnachtssymbole, bie unser Fühlen in bieser Zeit mit ber Seele unseres Volkstum» in ber Frühzeit oerbinben. In ihnen huldigen wir dem erhabenen Unerkannten, besten Sinn wir mit Bekenntnissen zu erfassen trachten, ohne hoffen zu bürfen, baß jemals Menfchensinn unb Menschenwort seiner Unenblichkeit gerecht werben könnten. Ihre Dreiheit in ber Weihnacht, an biesem deutschesten aller Feste, kann auch in ben Menschen von heute jene Stimmen wecken, bie sonst zu scyeuem Schweigen verurteilt sind unb bie, wenn sie nach Wortgestalt suchen, bas Wort des Evangeliums finden: Ehre fei Gott in der Höhe! jetzt Kaffee?" Die beiden anderen Herren sind nicht etwa beledigt durch dieses ungastliche Verhalten ihres Gaste aebers, hn Gegenteil, Jie finden es durchaus in ber Ordnung. Außerdem feien sie noch so satt vom Pfefferkuchen gestern abenb. Schließlich meint der Vati: „Wenn es unbebingt sein muh, kannst bu uns ja ben Kaffee und Kuchen hier auf ben Fußboden Morgen. Der Weihnachtsabend. Muttt hat die Puppenstube unter die Tanne gestellt, Vati hat den Schie- nenberg auf den Fußboden in zwei Ovale, ein größeres unb ein kleines, verwandelt. Zuerst wird ein Lieb gesungen, unb Ursel blickt nur auf ben brennenden Baum. Dann knipst Muttt die kleine Lampe an, die das Puppenzimmer erhellt, gleichzeitig spielt Vati auf seiner Schalthebelklaviatur, und die beiden Züge beginnen, aneinander vorbeizurasen, ein begeisternder Anblick. Der Sehnelltriebwagen steht vorerst auf einem Abstellgleis, vorschriftsmäßig durch ein Haltesignal gesichert. Ursel trippelt näher. Natürlich können die un- ablässig surrenden Züge ihrer Aufmerksamkeit nicht entgehen, sie hält einen Augenblick an, stellt sachlich lest: „Ach, ein Puffbahn!", bann entdeckt sie bie Puppenstube und stürzt mit Jubelgeheul darauf zu. Mutti hebt ben Kopf, o, nur ein wenig, und lächelt, o, nur ganz leise. Datt steht auf und nimmt Ursel bei ber Hand: „Ei, ei, was ber liebe Weih- nachtsmann uns öa für eine liebe Puffbahn gebracht hat!" Ursel sieht flüchtig auf bas technische Wunber zu ihren Füßen und zieht ihr Händchen langsam, aber nachdrücklich aus Datts Fingern: „Ja, aber Ursel hat ein Puppenstube!" Ist der Datt enttäuscht über diesen Mangel an Teilnahme? Es scheint nicht so. Zerstreut nimmt er Kenntnis von den ihm bescherten Gaben, zer- streut führt er bie Mutti an ihren Tisch, zerstreut haucht er einen Kuß auf ihre Nase. Dann spielt er. Sonst hat er Weihnachten immer im Sestel gelegen, hat bie Weihnachtsbücher angelesen, hat die Weihnachtszigarren angeraucht und das Weihnachtsgebäck probiert, das heißt: aufgegefsen. Heute liegt er den ganzen Abend auf dem Boden und spielt mit Klein-Ursels Eisenbahn. Der Datt spielt auch am Vormittag des ersten Weihnachtstages Eisenbahn. „Man muß sich doch genau unterrichten, damit man das Kind anleiten kann", erklärt er ber Muttt. Das Kind füie(t mit ber Puppenstube. Nachmittags kommen Bekannte, zwei junge Ehepaare. Fünf Minuten nach ihrem Criwfreffen liegen statt einem brei Männer auf bem Fußboden. Und bie beiden männlichen Gäste wun-I schenk, Ein Weihnachistieb. Don Gustav Benter D« Pf-rrh-rr Joseph Mohr trat in t>aä SsiU>. ch-n des Lehrer- Franz ®ru6er, d-r an feinem S°rm°mwn fafe unt, über eanem Thema von S>an™ phantasierte. Schneeubersiaumt. ei-bereist war bi^ Heine, stämmige Gestatt de- Seiftfidjen. auf b r hohen Mutze aus Marderfell faß ein netfiltW Zuckerhut von Neuschnee, der sich jetzt, da Äohs Me Kappe abnehmen wollte, neigte, barst unb aut dem Fußboden zerstiebte. auf „Bringst mir den Winter in die Stuben Pfarrer" mrinte der Lehrer, tteß das Thema noch einmal' von ber vox angehca fingen unb ausklingen "3a, den Winter. Urck noch was. Kannst gerob am Harmonium sitzen bleiben, Lehrer, bu sollst mir ein Liedei komponieren. Ein Weihnachtslied" „Freilich wohl Weihnachtslied. In fünf Tagen ist das Fest und wir müffen in der Kirche von Oberndorf auf dem Ehor doch was singen lasten Also gib her dein Liedel. Heute abend hab ick Zeit, Da werd ich's komponieren!" Der Pfarrer zog einen Zettel aus der Tasche unö reichte ihn dem Üchrer. Der saß über bas Harmonium gebeugt, öas Papier nahe an bie kurz Ä Augen herangeschoben. Er las öas Gedicht Pfarrer vor einer halben Stunde nieöcrg^ schrieben hatte: roie's ihm so eingefallen war, hatte ies Joseph Mohr aufgekritzelt. Er hatte die Gabe fleine artige Verse zu schmieden, und war ein großes Kirchen fest, bann tat er sich mit bem Franz : hruber zusammen, der diese Verse komponierte. Sie erklangen auf dem Kirckenchor, bie Mesner Roll fang öas Solo wunderschön, der Gruber begleitete mif ber Orgel und ber Gesangverein Oberndorf wirkte mit. Wie Falter waren biefe kleinen Lieber, ; pogen daher, erfüllten eine andachtsvolle Stunde mit ihrem Klang unb verflatterten wieder. „Ist auch nicht ber Mühe wert, daß so was erhallen : bleibt", dachte öer Pfarrer. „Unsereiner ist nicht zur Unsterblichkeit geboren." Stille war in ber Stube, nur von draußen dröhnte dumpf ber Salzach hohles Brausen herüber. In Eis unb Kri- stall war ber wilde Fluß gebannt, Schnee deckte weithin öas Salzburgerland. Ein harter Winter war, gerade so wie vor etlichen Jahren, damals, als die Franzosen in Rußland fast erfroren wären. Waren böse Zeiten gewesen — heute war es still and friedlich, Der Napoleon faß auf Helena gefangen, und öie Wett kam langsam wieder ins Gleis. „Das ist ein schönes Liedel, Pfarrer", drehte sich fendlich Franz Gruber um. „So ein schönes hast i>u wahrhaftig noch nie gemacht." „Geh, was du nicht sagst. Das hab ich hinge- chrieben wie alle anderen. Jetzt mach nur eine •eine Musik dazu, dann ist alles recht!" „Ich glaub, ich hab schon bas Thema." Der Lehrer fingerte in ben Tasten, trat ben Blasebalg des Harmoniums. „Die ersten Worte fingen sich so: Stille Nacht, heilige Nackt, alles schläft, einsam wacht ...* $r spielt die Melodie. Der Pfarrer erhob sich. „Ist recht, Gruber. Mach iS nur schön sangbar, sonst kann die Mesner Nosl . tws Solo nicht singen. Mach keine Symphonie ■ braus." Der harmlose Spott hatte seinen Grund. Franz iBnrber nämlich hatte, als er feine Lehrerstelle in : Dbrrrtborf an trat, ben Kopf voll großer Pläne ge- babt. Musiker hatte er werden wollen, berühmter * Komponist, so etwas wie der Herr van Beethoven In Wien, den Gruber einmal bei einem Besuch der Landeshauptstadt geschen hatte. Ganz klein und trmfelig wurden feine Musikantenplane, als er : Seethoven sah. Und doch füllte der Lehrer bie frillen Mußestunden des Winters mit dem Kompo- i deren aus: artige Mmuette, kleine Sonaten und । Quartette entstanden, füllten als totes, nutzlos ver- schrieb en es Papier bie Schublade. Die Lieder, bie Öruöer gemeinsam mit Mohr für bie Kirchen feste ‘ (nfertigte, derer achtete er nicht. Sein Sinn stand ‘ wch Höherem. Er träumte sich in die Dämmerung hinein, bie Minählich leise ins Gemack schleierte. Draußen ttömten bie Flocken feierlich und still nieder, das Traufen ber Salzach aber klang wie fernes Orgel- diel. Unb aus biesem Brausen löste sich jetzt eine Nelodie, ein zartes Klingen unb Jubilieren — vielleicht fang ber Wind, vielleicht war's ein Winter- neislein, bas vor bem Fenster zwitscherte. Dem Nusikanten in ber bämmerverhangenen »Stube vurde es zur Melödie, er lauschte auf. Das war bte Tonfolge, welche ihm vorhin auf bie ersten Sorte des Liedes eingefallen war. Die Forderung ter Gegenwart stand nüchtern vor ihm — er mußte in wann Hoffnung )n Mn inne Deras Rufen n - die waren - w raju. Der Führer stellte fest, daß er Polen ein groß c»rie ftchbr d rie: Kxkad 'M§i Zuljtitb Aste MN. । ZiMh Me sten a ■rtngen riorgi °ch f ur f e und 80 ■ iü nie' Ir M un m2 en E. 5 3Jtte. ] lkiihs. änoaft X I :ipme — Insel-Alma nach auf das Jahr 1940. Insel-Verlag, Leipzig. — (363) — Die besonders sorgfältige und fein aufeinander ab gestimmte Zusammenstellung des Insel-Almanach spricht am besten für den Verlag, für dessen Werk er Zeugnis ablegen soll. Aus einer Reihe wesentlicher Neuerscheinungen sind Proben veröffentlicht, erfreulicherweise auch aus älteren Werken. Daneben begrüßen wir kleinere Arbeiten von Autoren des Verlages aus werdenden Büchern, so Carossa, Timmermans, Gertrud von le Fort, Schaper und Waggerl. — Der Silberne Kalender auf das Jahr 1 9 4 0. Mit 24 farbigen Postkarten. Preis 2,50 RM. Verlag Woldemar Klein, Berlin. — (345) Als Postkarten, die sich heraustrennen lassen, enthält dieser Kalender 24 farbige Abbildungen, welche Ausschnitte und Verkleinerungen der schönsten Bilder aus den Silbernen Büchern bringen. Fast alle großen Epochen der Malerei sind vertreten: vom pompejanischen Wandbild bis zur modernen Zeit. Da die Bilder sich als Postkarten heraustrennen lassen, kann man sie verschicken oder als Wandschmuck verwenden. Die reiche Bildwirkung wird ergänzt durch kurze Erläuterungen und durch schöne Aphorismen über Kunst von deutschen Malern und Dichtern. Dem neuen deutschen Weißbuch entnehmen wir — mit einigen Kürzungen — das Dokument Nr. 455, das di e Aussprache zwischen dem Führer und dem englischen Botschafter Henderson vom 23. 8. 39 auf dem Obersalzberg nach den Aufzeichnungen des Dolmetschers o. L o e s ch enthält: Der britische Botschafter bemerkte einleitend, daß er im Auftrage der britischen Regierung einen Brief überbringe. Der Führer stellte fest, daß ihm bereits eine Uebersetzung des Briefes vorliege. Er fei im Begriffe, eine schriftliche Antwort auszuarbeiten, doch wolle er einstweilen dem Botschafter im gleichen Sinne einige mündliche Ausführungen machen Henderson erwiderte, daß sich hoffentlich für die schwierige Lage eine Lösung finden lassen werde: es sei in England verstanden worden, daß für das Wohl Europas die deutsch-englische Zusammenarbeit erforderlich sei. Hierauf antwortete der Führer, daß man das früher habe erkennen müffen. Auf den Einwand des Botschafters, daß die britische Regierung ihre Garantien gegeben habe und ihnen nun auch Nachkommen müsse, antwortete der Führer, er habe in der Antwort klargestellt, daß Deutschland nicht die Verantwortung für die von England gegebenen Garantien trage, wohl aber England für die aus diesen Verpflichtungen entstehenden Folgen. Es sei Englands Sache, sich darüber klarzuwerden. Er habe der polnischen Regierung mitgeteilt, daß jede weitere Verfolgung der Deutschen in Polen s o • fort ein Handeln seitens des Reiches Kalender und Almanache auf das Lahr 1940. slks die endlich M i «plante 5orjo 'm M lchnL. men Henderson wandte ein, man habe sich nur gegen den Grundsatz der Gewalt gestellt, worauf ihm btt Führer entgegenhielt, ob etwa England für irgend« eine der Versailler Idiotien jemals eine Lösung auf dem Verhandlungswege gefunden habe. Der Botschafter hatte hierauf nichts zu enhi gegnen, und der Führer stellte fest, daß nxh einem deutschen Sprichwort zum Lieben immer zwei gehören. \ Aus dem deutschen Weißbuch. Oes Führers Unterredung mit dem britischen Botschafter auf dem Obersalzberg am 23. August 1939. sagten Das ! Mrl Älschei nrhm Ui -ichs t k Aus ■wben h kchhr yD9mä k-chts. [Mer D°tt ®e 9 e n Jining &nb, j Bomber Mpur punt Mn !?te ne E* ■ V® •Mufjr Fte tr äj1 I55®8 8 maßen bcurteitt: „Niemals hat sich Ludwig Xl\ durch einen Vertrag gebunden erachtet. Er hat j, seinen Memoiren seinem Sohn die Meinung au«, gesprochen, daß die Worte der Verträge den Soul plimenten gleichen, die man in der großen AeD macht und nur eine im Verhältnis zu ihrem Klonal ganz untergeordnete Bedeutung besitzen. Er M beinahe jedes Wort gebrochen, das er gegeben Er hat beim Tode des Königs non Spanien Abvvj katenkniffe (chicanes de procureur) als ÄriegJ gründe aufgefunden und ähnliche Kriegsgründe na 4 dem Frieden von Nymwegen gefunden, um d„I Reunionen zu unternehmen. Niemand konnte siä! auf ihn verlassen." Seit Ludwig XIV. ist die Raubpolitik aegeJ Deutschland die Meinung der herrschenden ÄrtM in Frankreich, und der cri du Rhin, der Schrei noJ der Rheingrenze, ist gerade von den Iakobinenil ausgestoßen-worden. Der Sozialist Louis B lonrl schrieb im Jahre 1843: „Deutschland soll sich nihl darüber täuschen: die Frage der Rheingrenze itzl für Frankreich nicht eine Frage der Gebietserwi<| terung, sondern der nationalen Verteidigung. Eroberergeist kommt hier in Frage, sondern t« Notwendigkeit der französischen Sicherheit." Und diese Raubpolitik unter dem Vorwande bei französischen Sicherheit ist heute wieder durch Da, lädier in Frankreich zu popularisieren versucht worden. Das verbindet ihn mit den Grundtendeigrnl Ludwigs XIV., nicht mit Richelieu. Das ist M Wahnwitz der Kreise, die Frankreich oerregieren. I tyü Kathreiner Richtig durchko eben, 3 Minuten lang, und dann ebenfolange ziehen lassen ! Henderson betonte sodann, daß er persönlich de an einen englisch-französisch-russischen Pakt geglaubt habe. Es sei seine Ansicht, daß Rußland durch die Verzögerung nur Chamberlain loswerden und dani durch einen Krieg profitieren wollte. Ihm persönlich sei es lieber, daß Deutschland mit Rußland ein?n Vertrag habe, als daß es England tue. Der Führer antwortete: „Irren Sie sich nicht. Cs wird ein langer Vertrag werden." Mit der Feststellung des Führers, daß dem Botschafter am Nachmittag die schriftliche Antwort übergeben werden würde, schloß die Unterredung. nach sich ziehen werde. Wie er anderseits erfahren habe, hätte Chamberlain verstärkte militärische Vorbereitungen in England vorgesehen. Deutsche Vorbereitungen seien auf reine Defensivmaß- nahmen beschränkt. „Sollte ich", so sagte der Führer, „von weiteren Maßnahmen dieser Art hören, die englischerseits heute ober morgen durchgeführt werden, so werde ich die sofortige Generalmobilmachung in Deutschland anordnen?" Er führte dann aus, daß man in England immer non der „vergifteten Atmosphäre" spreche. Tatsächlich fei, daß die „Atmosphäre" von England „vergiftet" worden fei. Wäre England nicht gewesen, so hätte er im vergangenen Jahr eine friedliche Einigung m i t der Tschecho- Slowakei erreicht, und es wäre mit Sicherheit auch dieses Jahr mit Polen in der Danzig-Frage dahin gekommen. England allein fei verantwortlich, und ganz Deutschland sei dieser festen Ueberzeugung. Hunderttausende von Volksdeutschen würden heute in Polen mißhandelt, in Konzentrationslager verschleppt und vertrieben. Hierüber liege ihm ein umfangreiches Material vor, auf dessen Veröffentlichung er bisher verzichtet habe. Für all dieses habe England einen Blankoscheck gegeben, jetzt müsse es dafür zahlen. Er könne es nicht zulassen, daß wegen einer Laune Englands Zehntausende deutscher Volks- genosien hingeschlachtet würden. Der Führer fuhr fort, indem er sagte, daß Chamberlain keinen besseren Plan gesunden haben könnte, um alle Deutschen geschlossen hinter den Führer zu stellen, als daß er für Polen und eine polenfreundliche Regelung der Danziger Frage eingetreten sei. Sr sehe keine Möglichkeit auf dem Verhandlungswege, weil er überzeugt fei, daß der britischen Regierung gar nichts an einer solchen Regelung liege. England habe sich den Mann, der sein größter Freund werden wollte, zum Feinde gemacht. Jetzt werde man in England ein anderes Deutschland kennenlernen, als man es sich so viele Jahre vorgestellt habe. Henderson erwiderte, daß man in England wisse, daß Deutschland stark sei. es habe es in letzter Zeit oft bewiesen. und den niederen Mel in Flor gebracht, das 'Bürgertum, wenigstens soweit es besitzend war und Ansprüche stellte, lebhaft bekämpft. Dieser Kampf ist der Grundzug seines Testamentes. Richelieu war ein erbitterter Feind des Beamtenadels, der noblesse de robe. In feinem Testament gibt er aber nicht einen Plan der Zertrümmerung Deutschlands. Nicht einmal das Elsaß wollte er haben, sondern nur Lothringen. Richelieu war, wie der deutsche Histori- riker Wilhelm Mommsen richtig bemerkt, „nicht der Vertreter einer Vormachtspolitik, sondern einer Gleichgewichtspolitik" und kämpfte gegen die habsburgisch-spanische Hegemonie. Es ist nun eigentümlich, daß die Franzosen dieses Testament Richelieus überhaupt nicht kennen, daß ihre Historiker nicht einmal eine einwandfreie Ausgabe herausbrachten. Wenn der deutsche Meister der Geschichtsschreibung, Leopold von Ranke, dieses Testament Richelieus mit dem sog. Lateinischen Testaments des Kardinals verwechselt und dieses Lateinische Testament für echt hält, obgleich sein Verfasser ein Jesuit Pierre Labs war, der nachweislich in keiner Verbindung zu Richelieu stand, so ist dieser Irrtum längst berichtigt worden. Das wirkliche Testament Richelieus enthält nichts von den ihm zugeschriebenen Aeußerungen. Es ist eine innerpolitische Gebrauchsanweisung für den König, in den Jahren um 1638 geschrieben, und außenpolitisch hat Richelieu den Triumph der Bezwingung der habsburgisch-spanischen Macht gar nicht erlebt. Sie erfolgte erst 17 Jay re nach seinem Tode durch male geschichtlicher Erinnerung und Weihestattai deutscher Kunst und Musik. — Deutscher Trachtenkalender. Her« ausgegeben von Hanne Fischer, Verse von 21. j)oEt Preis 1,50 RM. Verlag Dürer-Haus in Marbur; — (359) — Dieser Abreiß-Kalender, dessen einzeln Blätter als Postkarten Verwendung finden könnei, Zeigt luftige Trachtenbilder in lebhaften Farbn, feine Fantasiekostüme, sondern volkskundlich eir- wandfrei. Fröhliche Derslein erklären die Trachten im einzelnen. — Blodigs Alpenkalender 1940« 96 Blätter, darunter drei Vierfarbenkunstblätter, Verlag von Blodigs Alpenkalender Paul Müller, München n. Preis 2,90 RM. — (309) — Die Blcu- ter dieses seit 15 Jahren bei allen Freunden der Alpen gut eingeführten Kalenders bringen in buntem Wechsel Berg und Tal, Wald und Flur, See-i ünd Gletscher, sommers wie winters und zeige«; die ungeheure Vielfalt der deutschen Alpenwelt öl besonders schönen Aufnahmen. Häufig werden bil Bilder auch durch kurze Texte erläutert. — Rheinischer Volks kalender 194R 63. Jahrgang. Ein rheinisches Jahrbuch. Druck umS Verlag: Joh. Falk III. Söhne, G. m. b. H., Mainz. — (246) — Der Mainzer Maler und Graphik-t Karl L. Rogge hat für den neuen Jahrgang bei Umschlag neu gestaltet. Er läßt schon äußerlich ernennen, daß der aus der ©utenbergftabt fommenbot Heimatkalender im Zeichen der 500-Iahrseier bet Erfindung der Buchdruckerkunst steht, welche biit Stadt Mainz zu Ehren ihres größten Sohnes füir das Jahr 1940 vorbereitet. Diesem bedeutsamen Ereignis sind außer dem Titel zwei Kunstdruck-Beilagen sowie ein Aufsatz ,Hans Gensfleisch der Om- tenberger" gewidmet. Reichhaltig ist wieder bar Textteil des Kalenders, der wie der gut ausgewahlt« Bilder teil das deutsche Leben und Geschehen der engeren Heimat und des weiteren Vaterlandes im die große Linie des nationalen Aufbaues hinein - stellt. I M I oN l«tlb ■ un Mein' H ® her ki i her b W V« dc W |0 W e, st'" fjW jeaier 1 filtere MN (ringen ft zügiges Angebot gemacht habe, doch habe sich England eingemischt. Der Führer beschrieb dann, wie er an der gleichen Stelle vor mehreren Monaten mit dem Oberst Beck über die gleiche Regelung gesprochen habe, der sie damals als zu plötzlich bezeichnete, aber darin doch eine Möglichkeit erblickte. Im März habe er feine Vorschläge wiederholt. Damals, so betonte der Führer, würde sich Polen sicherlich bereit erklärt haben, wenn nicht England sich dazwischengestellt hätte. Der Führer führte dann aus, daß er bei dem geringsten polnischen Versuch, noch weiterhin gegen Deutsche oder gegen Danzig vorzugehen, sofort eingreifen werde, ferner, daß eine Mobilmachung im Westen. mit einer deutschen Mobilmachung beantwortet werden würde. Der Botschafter Henderson: „Ist das eine Drohung?" — Der Führer: „Nein, eine Schutzmaßnahme!" — Henderson mies daraus hin, daß der Umschwung in der englischen Auffassung seit dem 15. März eingetreten sei, worauf der Führer entgegnete, daß Bolen sich aus eigenem Interesse über die Karpatbo- Ufraine erregt habe. Ferner seien die inneren Zustände in der Tschecho-Slowakei für Deutschland untragbar geworden. Schließlich seien Böhmen und Mähren von Deutschen und nicht von Eng- ländern kultiviert worden. Er sei überzeugt, daß die tschechische Lösung die beste sei. Präsident Hacha fei Deutschland. Er verwies nochmals auf die Frag« Danzig und Polen, bei der England den Stack punkt einnahm, „lieber den Krieg, als etwas xM Vorteil Deutschlcnü)s". glücklich gewesen, einen Ausweg aus der Krise sehen, den Engländern natürlich sei es gleichgültig ob im Herzen Mitteleuropas geschossen 'würde. Der Botschafter wies auf die große Tragödie hft, die sich nun abspielen werde, worauf der Führer feftftellte, daß, falls es zum Kriege komme, es ei, Krieg auf Leben und Tod fein würde, aus« ;;i ? gehend von englischen Absichten in dieser Richtung England, habe dabei mehr zu verlieren. Deul'ch^ land habe niemals etwas zum Schaden Englands jclunge unternommen, trotzdem stelle sich England ge§eu wehrten, mag den Franzosen unbequem sein. Grundsätzlich fyat niemand etwas dagegen einzuwenden, es sei denn die französische Presse und die kleine Schar jener Unentw egtheitspolittker, die sich künstlich in eine Rolle hineinversetzten, die geradezu als historische Komödie anmutet. Aber diese winzige Schicht ist mächttg. Sie beherrscht den Franzosen durch die gewohnten Phrasen, sie hat ihn als Kanonenfutter für England auf die Schlachtbank getrieben, sie ist fteimauerisch, jüdisch, kapitalistisch, zum Herrn geworden und versucht nun, Frankreich als Vorkämpfer der Demokratie emporzuschwindeln. Das ist ihre Schuld, ihr Verbrechen, und die Begründungen für den Kampf gegen Deutschland sind so lächerlich, daß sie selbst aus der französischen Psyche heraus geradezu grotesk anmuten und der vielberufenen „raison” der Franzosen, ein Wort, das sich schwer in seiner ganzen Bedeutung ins Deutsche übertragen läßt, direkt widersprechen. Dieses Frankreich der herrschenden plutokrattschen Oberschicht kämpft für eine Illusion, und der Vater dieses Wahnsinns ist Eduard H e r r i o t, fein Schüler der Ministerpräsident Da lädier. Herriot bezeichnet sich selbst als d e n l e tz t e n Jako b i n e r. Er will damit wohl zum Ausdruck bringen, daß die jacobins durch ihren Terror die französische Mehrheit unterdrückten, bis diese Jakobiner unter den Knütteln der von der Front Heim- kehrenden verendeten. Das war der eigentliche Sinn der Direktoirezeit nach dem Flackern des Höllenbrandes der französischen Revolution. Freimaurer hohen Grades, ist Herriot der Phrasen geschwellte Nachfahre einer ausgestorbenen Rasse. Nun ist eigentlich D a l a d i e r über Herriot hinausgewachsen. Er spielt den demokratischen Diktator, Der die kläglichen Reste der französischen Freiheit gänzlich verschüttete, und zwar aus innerpolittschen Gründen. Die Einigung des zerfahrenen, in Parteigruppierungen, Interessentenhaufen und Koterien zerfallenen Frankreich der Gegenwart war ihm nur denkbar durch eine außenpolitische Zielsetzung. Diese Zielsetzung war der Kampf gegen Deutschland. Deutschland wollte von den Franzosen gar nichts. Der Kampf um die Rheingrenze, feit tausend Iah- ren im Gange, war für Frankreich verloren. Dieses Frankreich mußte sich damit abfinden und hat sich in feinen breiten Schichten damit abgefunden. Aber Daladier und seine Radikalsozialisten haben Frankreich als bedroht hingestellt, um über die inneren Schwierigkeiten hinwegzukvmmen. Sie haben fünft- Uch Deutschland als den Angreifer bezeichnet, als den Feind, der mir darauf lauere, Frankreich zu überfallen. Damit spielten sie eigentlich Englands Spiel, und zur Begründung dieses Wahnsinns holten sie aus der Rumpelkammer der französischen Geschichte die Requisiten, die im grellen Licht der Oeffentlichkeit reichlich schäbig erscheinen. Dieser Krieg gegen Deutschland ist also, um es kurz zu sagen, ein Krieg der Literaten, die, wie Giraudoux selbst, nicht an den Erfolg und an die Wirklichkeit ihrer Requisiten glauben, aber verstrickt in ihren Ideen, zwangsläufig Frankreichs Volk auf die Schlachtbank führen. Dieser Propagandachef predigt die Vernichttmg Deutschlands genau wie Daladier, aber er weiß, daß es ein Traum ist. Daher der Skeptizismus, der vergeblich durch hohle : Phrasen verdeckt werden soll. Ist aber dieser ftanzösische Imperialismus, mit . feiner Berufung auf Richelieus Testament, überhaupt eine wirklich lebensfähige Kraft? Die deutschen iBerständigungsversuche sind von der herrschenden Clique in Frankreich abgelehnt worden, während der Durchschnittsfranzose auf dem Stand- . punft rein gefühlsmäßig blieb, daß eine solche Der- ■ . ftänbigung eigentlich der „raison” entspräche. Zur Begründung ihres ablehbenden Stundpunktes haben die französischen Freimaurer nun das Bild eines ' Deutschland gemalt, das unter der französischen Vor- | Herrschaft wie zu Richelieus Zeiten zerteilt, ohn- 1 mächttg und den Franzosen untertan sein müßte. । Aber hier liegt bereits die Verfälschung des i Geschichtsbildes. Nicht um Richelieus Testament Han- i beit es sich, sondern um die Wiederholung < der Raubpolitik des „roi solei 1”, Lud- I roigs XIV. Richelieu hat in seinem Testament An- : Weisungen gegeben, wie Frankreich sich der Habs- : burgisch-spanischen Vorherrschaft widersetzen könnte, s Er hat als der erste große Staatsmann der neueren Geschichte dem Absoluttsmus eines Ludwig XIV. 1 innerpolitisch vorgearbeitet und die Macht der ftan- t zösischen Großen gebrochen, dafür die Geistlichkeit — Seit langem erfreuen sich die schönen Abreißkalender des Verlages Carl Gerber in München großer Beliebheit. Der Deutsche Kalender (Preis 2,50 RM.) bringt charakteristische Bilder nach den besten Photos aus dem schönen Deutschland, prächtige Landschaften, alte Gassen, Tore, Türme und Kirchen. Die Bilder, die drucktechnisch einwandfrei wiedergegeben sind, lassen in der Auswahl der Mottve den sicheren Blick für das künstlerisch Wesentliche erkennen. — Der Bayern- Kalender (Preis 2,50 RM.) zeigt die unerschöpfliche Schönheit des durch Geschichte, Kunst und Kultur ausgezeichneten Bayernlandes. — Der O st • mar k-Kalender (Preis 2,50 RM.) führt die einzelnen Gaue in ihrer mannigfaltigen Vielgestalt I vor Augen: Berge: glitzernde Seen, Städte, Mahn- den Frieden von 1659, der Spanien aus den Reihen der Großmächte löschte. Innenpolittsch trat der konservative Revolutionär Richelieu in seinem Testament für die Verfassung ein — Adel, Geistlichkeit als privilegierte Stände —, die zur französischen Revolution führte, wie selbst der französische Gesd/ichtsschreiber Hanotaux zugeben muß. Richelieu schreibt z. B. vom französischen Volke im 5. Abschnitt seines Testamentes: „Alle Polittker stimmen darin überein, daß das Volk, wenn es ihm Zu gut ging, unmöglich in den Schranken seiner Pflicht zu halten wäre. Die Räson gestattet nicht, es von allen Lasten zu befreien, da es in einem solchen Fall zugleich mit dem Verlust des Kennzeichens feiner Unterordnung die Erinnerung an feine rechtliche Stellung verlieren würde und bei Freiheit von Abgaben auch frei von Gehorsam zu fein glaubte. Es ist Mauleseln vergleichbar, die, an Last gewöhnt, sich durch lange Ruhe mehr als durch Arbett schaden." Dieser Vergleich der ftarizösischen Masse durch Richelieu mit Eseln wird natürlich dem französischen Volk verschwiegen. Auf Richelieus Einschätzung der Massen aber beruht feine ganze innerpolittsche Konstruktton, die in der französischen Revolution zerbrach. Nein, dieses Testament Richelieus ist unbrauchbar selbst für die französischen Kriegshetzer. In Wirklichkeit schieben sie Richelieu vor und meinen d i e Raubpolitik Ludwigs XIV. gegen Deutschland, die Ernest L a v i s s e , der Ge- Ichichtsschreiber, dem kein Franzose ein empfindliches Natt o n al ge fühl bestreiten wird, folgenderFmiizöffche Haubfräume. Eugen Sievert. Was hatderfranzöftsche Bauer, der in Althergebrachter Weise seinen Weizen und feinen Wein der fruchtbaren Erde Frankreichs abgewinnt, was hat der Kleinbürger der vielen Flecken und St-rdtchen Frankreichs von diesem Krieg? Weshalb ist er gegen Deutschland gezogen? Diese Fragen sind typisch französische Fragen, und die Antwort ist jenes Achselzucken, das der Durchschnittsfranzose gegenüber der Regierung und seinen Erwählten anzuwenden pflegt. Nur, daß dieses Achselzucken eine Tragödie verbirgt, daß Frankreich, volksschwach, nur durch Fremde vor dem Verschwinden gerettet und dadurch rassisch vermanscht, in diesem Kriege den Rest seiner durch den Wettkrteg bereits völlig erschöpften Kraft verlieren wind. Wofür der Franzose kämpft, ist ihm selbst unklar. Der Durchschnittsfranzose will Ruhe und Frieden. Er lebt zwar, soweit er „gebildet" ist — und das ist nur eine kleine Schicht — in historischen Träumereien, aber die Massen selbst sind durchaus nicht jene Annexionisten, als die sie ihre Presse in ihren Wunschträumen hinstellt. Daß Deutschland sich fern Recht nahm, da die (Ententepohrrter es ihm uV Regieren* Aber der belagerte Raum blieb nicht untätig. persönlich Pakt m and durch den und dc Ihm pcrfö Rußland t US. ! sich nich! Xn.w daß dem iche Sinh? Interredui^ der 191 enkuns Paul i-2)k Freunden ingen in id Flur, 's und AI penas ig werd« rt nder 191 id). und 0wp; JahrMl i äußert, ladt (on«1; -JahM; u roclw: 'n'*5; deutsE runstdA Md« it wieder rt ausge^ Seschebk/l SaterlE fdaues r der !s gl Ä li der 'Mine, es n würde !efer Rich !ren. ven Eng ngland । lus die ' ? den e ls etwas nch nur ilj„, ® für irg lle Lösung e. >ts 3ut«|,! est, d" Heben aber denkt drüben heute noch an diese äußeren An- lasse! chitlerismus hieß es, deutsches Streben nach Weltherrschaft muß niedergeschlagen werden Auch das schon langst vergessen: Dem deutschen Volke ailt es, seiner Macht und Einheit und Wirtschaftskraft seinem neuordnenden Geist, der Unwiderstehlichkeit feiner Lebensform, die in eine öde, materialistische Kulturepoche einbricht, um goldene Götzen zu entthronen und die soziale Lösung uralter Probleme zu bringen. Tausend Kräfte stehen dagegen auf versippt miteinander durch materielle Interessen Selbsterhaltungstrieb und die Macht der Gewohnheit. Nur junge Völker können den Sinn dieses Kampfes ganz verstehen, die vergreisten zieht es zurück zu Lösungen ihrer eigenen Prägung, zu Wiederholungen von Versailles, von Münster und Osnabrück. Kriegsweihnacht. Don Konteradmiral z D Gadow. Wir Seiferen haben viermal den lannenhm,™ - ober (einen Ersatz - lm Krieqe nur ton™ Stunde geschmückt, an Bord auf See, tm Unterstand oder w° cs mar. Für die Jungen von Heu" bas erste Mal, und ber Feinb, ber untere st,;», stunde kennt, roirb bas Seinige dazu tun sie stören, rote 1914, als er mit Fliegern Curbanennnt! die Nordsee-Inseln angriff, übrigens ebenso erfolgt los n>'e fteute. Un ere Weihnachtsgedanken werden daher mch, welch sein dürfen: eine harte Vorsicht rnirt bie an der Front wachsam halten, wird UNS daheim nicht vergessen lassen, worum es aebt und wo wir stehen. B v ’S'j den Milif • h”1 1 .^bietsL. Weihest enber. von A.h in Marti dessen ei inden kä esten Fr skuM ; die )ie vom Führer geschmiedeten Waffen gingen zürn Gegenangriff über. Am Tage der Kriegser- lärung standen deutsche U-Boote auf Station und rwiderten den Handelskrieg, und im Atlantik kreuzen starke Handäszerstörer. Deutsche Luftaufklärung >berblickte ruhelos die Nordsee und das feindliche land, seine Häfen und Rüstungsstätten, deutsche Bomber und U-Boote machten seine nördlichen Stützpunkte unsicher und trafen seine Seestreitkräfte ort und bis zu den Shetlands und zur Breite von Sergen hinaus. U-Boote b rangen in gesicherte >äfen ein und vernichteten oder trafen wertvolle xhiffe, zwischen Island und den Färöern wurde ie Bewachung gesprengt. Die nordischen Zufuhren ach England wurden knapp, die Häfen der Ost- iiste verschlangen Opfer an Opfer durch panen, Wracks und Zusammenstöße. Wo blieb öie Llockad e ? Wer blockiert wen? Bis Mitte Dezember fuhren über eine Million Tonnen Schiffsraum englischer Bestimmung in den Grund, 30 Knegs- Mfe wurden bis Mitte Dezember versenkt oder beschädigt, nicht gerechnet zahlreiche DUnenlucher tmb Hilfsfahrzeuge, und vom Atlantik her nagte an der Versorgung Englands der kalte verlust durch Verzögerung, Umleltung und Langsamkeit der Geleitzüge. Alle Luftangrifte des G g° ners wider die deutsche Küste wurden bwtig abge. schlagen, zuletzt in der großen Luftschlacht am 18. Dezember. Krieg foröert Opfer. Mit Stolz begleitete, bas de-utsche Volk bie Taten feiner U-Boote U.H Flieger unb ben tapferen Kampf bes ^“"lirf^unb eine Eübameritas Käste. Em hartes ungastliche Regierung bei vielfach drohender Ueber nacht zwang ben Sommartbanten, (ein Sch'N zu I'Mren bie Flaggen senken sich für ->n-n Augew MW bes Sebentens, um gleich wieder hoch m Wnbe zu flattern! Das beustche b^rL?'e1n Weihnacht in tiefem Ernst und l"DofcJIL auf (eine Führung urtb den Steg der gerechten Cache! Wo aber stehen wir in diesem Kampf nach faft vier Monaten? Es stand fest seit der Verwirklichung des Führerentschlusses, dem feindlichen Ost- wall und seinen Ausfallspforten einen eigenen Westwall entgegenzustellen, daß der Krieg dort ein Problem sein würde. Nur unerhörte Materialschlachten und riesige Verluste schienen dort einen feindlichen Durchbruch zu ermöglichen, und führende militärische |Äöpfe Englands und Frankreichs sagten das voraus und rieten zu anderen Wegen: zur Einkreisung, zur Blockade, zum Flankenangriff. Die strategische Führung ging über an England, in dessen Geschichte ein Dutzend solcher Kriegspläne gegen die jeweils stärkste Macht Europas immer zum Ziele geführt haben. England rüstete seit 1935 für diesen Zweck: Vermehrung der Flotte, des Heeres und der Luft- waffe. Vorratswirtschaft. Organisation der Handels- ilotte. Politische Fäden zu allen Nachbarstaaten des Reichs. Südosthilfe. Garantien für die Tschechoslowakei, später für Polen, Rumänien, Griechenland, Mittelmeervertrag und schonende Fühlungnahme mit Italien, Bearbeitung der Vereinigten vtagten, Anknüpfung mit Rußland. Das Netz war meisterhaft gespannt, ober die altbewährte Kunst versagte vor der Kühnheit der deutschen Führer-Politik, vor der rapiden Macht- üldung des Reiches. Die sieghafte Stärke des deut- chen Ziels: Rückführung der deutschen Volksgruppen in den Schoß der Nation, zer- ciß die Maschen und räumte auf mit den beiden leindlichen Bastionen im Osten, stärkte die Achse, iührte zur Verständigung mit Rußland. Aus der Optanten kreisförmigen Umschnürung wurde e i n torfo, ein knapper Halbkreis vom Katteaatt bis ]um Mittelmeer, auch dort noch problematisch verlaufend. Von neuem wird versucht, dort einen neuen strategischen Schwerpunkt zu er- nchten, von Aegypten über Syrien zur Türkei und len Meerengen, um von dort vielleicht mit den Waffen oorzubrechen, den Flankenangriff orzutragen, oder auch nur den Balkan abzu- prengen, auszukaufen, Deutschland als Markt und Zersorgungsraum zu entziehen. Aber Rußland prach sein Machtwort zur Meerengenfrage, _ die Türkei geriet bereits in wirtschaftliche Bedräng- is und fühlt das Dilemma, und der Balkan ist urch feste und gesunde Verträge mit seinen Dauer- lbnehmem verbunden. Der Flankenstoß droht rümpf zu werden, der weite Versorgungsraum des ieichs bleibt unerschüttert, die Blockade unwirksam, 'ie Aushungerung eine Chimäre. Ruhig geht das £eben feinen Gang, gesteigerte Produktion sorgt für lussuhr, wo der Feind sie nicht fassen kann. Wo sie einem Zugriff offenstem, droht der Protest von Großmächten gegen diese Verletzung des Dölker- cchts. Indern ßonS Der Feind hat uns mehr und mehr zu verstehen erS*1 gegeben, weshalb er diesen Krieg buchstäblich ier^M vom Zaune brach, über eine rein deutsche Fraae JS ^'1 über das deutsche Danzig und über das Schicksal 3$**% deutscher Volksgenossen unter fremder Willkür Wer isl | aber denkt drüben heute noch an diese äußeren An- Wellpoliiik an der Jahreswende. Unsere Ausländskorrespondenten berichten. Frankreich zwischen Gestern und Borgen. 33on unserem F.-Korrespondenten. Paris, Dezember 1939. Das französische Volk geht voller Ungewißheit in das neue Jahr. Diese Ungewißheit ist nicht so s^hr bedingt durch den Krieg als dadurch, daß Einrichtungen, Begriffe und Vorstellungen, die bisher als unveränderlich das Leben der Franzosen bestimmten, sich allmählich aufzulösen beginnen, vhne daß in diesem Einjchmelzungsprozeß schon die Umwandlung des Alten in das Neue zu erkennen wäre. Das bürgerliche Frankreich der Dritten Republik galt bisher als das Land des Konservatismus, des zähen Festhaltens am Bestehenden und Erworbenen. Im Bereich des Persönlichen drückte sich dies in dem Rentnertum als Lebensziel aus, in der Sphäre des Politischen in dem Streben nach Sicherheiten zur Verewigung der in Versailles geschaffenen politischen Verhältnisse. Ist das Frankreich, das heute in ein neues Jahr geht, noch annähernd das gleiche, das es über ein Jahrhundert lang gewesen ist? Die Tatsachen reden eine deutliche Sprache. Wie bei allen Kriegsührenden und dem größten Teil der Neutralen bedeutete der Krieg auch hier einen tiefen Einschnitt auf allen Lebensgebieten, aber er verstärkte und beschleunigte doch nur bereits vorhandene Entwicklungen, die zunächst im Bereich der politischen Praxis aus nichts anderes hinaus- lairfen, als auf die Ablösung des bürgerlichen Frank, reichs der Menschenrechte durch ein neues politisches System und Weltbild. 2) al ab i er, der an der Seite Englands in den Krieg eintrat, um den „Unruheherd" eines jungen an die französische Grenze brandenden Nationalismus und Sozialismus auszulöschen und dem kapitalistischen französischen Rentner den allnächtlichen Alpdruck eines Deutschland der sozialen Gerechtigkeit und nationalen Einheit zu nehmen, derselbe Daladier war genötigt, zur Verteidigung der Interessen und Ideale dieses kleinbürgerlichen Frankreichs Maßnahmen zu ergreifen, die diesen Idealen völlig zuwiderlaufen und die Grundlagen der heutigen staatlichen Einrichtungen verändern. Bei dem von französischer Seite aus unternommenen Versuch, die parlamentarische Demokratie dem autoritären Staats gebauten entgegenzusetzen, hat diese parlamentarische Demokratie wesentliche Züge ihres bisherigen Ausdrucks verloren. Als im ab gelaufenen Jahre mit dem Pomp zahlreicher Reden der 150. Jahrestag der Republik gefeiert wurde, sind sich wohl nur wenige der Festredner darüber klar geworden, daß das von ihnen gepriesene politische System in der Praxis zum großen Teil nicht mehr bestand. Die monatelangen Tagungspausen des französischen Parlaments verdeutlichen dies. Wie weit diese Entfremdung zwischen Volk und Führung geht, zeigt die starke Interesselosigkeit der französischen Oeffentlichkeit gegenüber der von einer straffen Zensur geleiteten Presse: zeigt ferner der Umstand, daß von den beiden neben den RMkalsozialiften Daladiers stärksten Parteien, den Sozialisten und Kommunisten, die einen durch die Ausschaltung des Parlaments mundtot gemacht find, die anderen durch die Staatsanwaltschaft verfolgt werden. Der von der Regierung Daladier zunächst wider eigenen Willen unter dem Zwang der Notwendig- feit vorgenommene Einbruch des Staates in den bisher als heilig und unantastbar angesehenen Bereich des Privaten vollzog sich im stärksten Maße im Zeichen des Kampfes gegen den sogenannten Defaitismus. Ein jeder kann heute ohne Angabe von Gründen verhaftet werden, der amtlichen Stel- len verdächtig erscheint. Diese einmal geschlagene Bresche erweitert sich jedoch täglich mehr und mehr, und der Staat greift immer weiter in Gebiete ein, die nach den bisher gültigen Lehren lediglich dem Einzelnen vorbehalten waren. Die übernommenen Ideen und Rezepte Frankreichs, die .Ideale von 1789" befinden sich also i n einem Zustand der Ablösung, ohne daß bereits gesagt werden kann, wohin im einzelnen der Weg Frankreichs gehen wird. Unberührt von dieser innenpolitischen Entwicklung sind aber die Auffassungen und Pläne der französischen Außenpolitik die gleichen geblieben. Das kann auch nicht wunder nehmen, denn die hohe Bürokratie des Quai d'Orsay, in deren Händen die eigentliche Führung der Außenpolitik Frankreichs liegt, ist einerseits vollkommen in den überlieferten Nacht- und Herrschaftsansprüchen der „Grande Nation", zum andern in den Gedankengängen der Entente Cordickle befangen. Sie hat bisher stets jeden Versuch, diese unfruchtbare, antieuropäische Stellung aufzugeben und neue, in die Zukunft weisende Wege zu beschreiten, mit greisenhafter Starrsinnigkeit abgelehnt. Sie macht auch jetzt den Versuch, das Testament Richelieus zum gegenwärtigen und künftigen Leitfaden der französischen Außenpolitik werden zu lassen. Diese Einflüsse einer allmächtigen Bürokratie, in ebenso geschickter wie rücksichtsloser Weise von englischen Abgesandten und Mittelsmännern in Paris unterstützt, hat sich in den offiziellen Kreisen vollkommen durchgesetzt und prägt das Gesicht Frankreichs nach dem ersten Drittel des Kriegsjahres. Es kann daher nicht wunder nehmen, wenn alle alten, seit Jahrhunderten vorhandenen französischen Wunschträume und Schlagworte nun wieder aus der Mottenkiste geholt wer- den. Man spricht von der Vernichtung des Reiches, von feiner Zerstückelung in die hundert und aberhundert Kleinstaaten der Zeit nach dem Westfälischen Frieden 1846, man begehrt die Rhein grenze, man will die oft» und südosteuropäischen politischen Verhältnisse „organisieren", d. h. die Vorherrschaft Frankreichs in diesem ihm doch lebensfremden Raum mit Gewalt wieder errichten und nennt dies alles nach altbewährtem Muster: Organisation der französischen Sicherheit. Mag auch hie und da ein Gefühl für die Hoffnungslosigkeit eines solchen Unterfanges im Zeitalter bes Großdeutschen Reichs und der gesamteuropäischen Neuordnung aufdämmern, mögen manche Kreise von einer Ahnung dessen gepackt werden, daß Frankreich sich mit diesen sterilen Zielsetzungen den Weg in eine eigene Zukunft verbaut und sein Schicksal auf Gedeih und Verderb mit dem des wankenden britischen Weltreichs verknüpft, so werden solche Erkenntnisse von der Regierung und dem kleinen Kreis um sie herum rücksichtslos beiseite ge- schoben. Das ist in den letzten Reden französischer Minister deutlich in Erscheinung getreten. „Aeujahrögedanken an englischen Kaminen." Von unserem £ -Korrespondenten. London, am Jahresende. London wird in diesem Jahr in der Silvesternacht einen ganz anderen Anblick bieten, als man ihn früher gewohnt war. Auf den verdunkelten Straßen werden kaum Menschen zu sehen sein, die Eros-Statue am Piccadilly-Eircus, zu deren ^üßen sonst eine lärmende Volksmenge das neue Jahr willkommen hieß, ist mit vielen Londonern evakuiert, ihr Sockel ist von Sandsäcken und einem hohen Bretterzaun umgeben. Die Engländer werden in ihren verdunkelten Häusern vor den Kaminen sitzen, wobei manchen von ihnen allerlei trübe Gedanken auffteigen mögen, soweit sie nicht vollkommen von der hetzerischen Propaganda der Kriegsclique ihrer Urteilskraft beraubt sind. Der Krieg, den England leichtfertig und verblendet angezettelt hat, ist bisher nicht s o verlaufen, wie' man sich das in den regierenden Kreisen an der Themse gedacht hat. Auch wenn Presse und Rundfunk in Großbritannien alles tun, um das wahre Ausmaß der englischen Rückschläge zu verschleiern, so wird doch mindestens die stille Silvesternacht den Engländern Muße und Gelegenheit geben, über die Erfolglosigkeit der englischen Kriegführung nachzudenken. Deutschland hat den ihm von der englischen Regierung aufgezwungenen Krieg an die Küsten des Jnselreiches herangetragen. Sie sind von einem Kranz von Wracks umgurtet. Die Last der Kriegskosten wächst von Tag zu Tag. Die schon ausgeführten bzw. in den nächsten Tagen in Kraft tretenden Lebensmittelrationierungen zeigen auch dem letzten Engländer, daß die Versorgung seines Landes nicht so gesichert ist wie es Me Re- aierunq oft behauptet hat. Die Handelsflotte des einst meerbeherrschenden Albion schmilzt Woche um Woche, ja, Tag um Tag um Tausende von Tonnen zusammen. Versuche, die neutrale Schiffahrt unter das britische Joch zu zwingen und sie zur Versorgung Britanniens heranzuziehen, sind bisher m den meisten Fällen gescheitert. Die Neutralen haben es satt, die Todesfahrt nach englischen Hafen anzutreten, um dort für ihre Lebensrnittel schlechte Vreise zu erhalten, wenn wirklich sie dorthin gelangen sollten. Das Elend der Arbeitslosigkeit in den englischen Notstandsbezirken ist mcht behoben, und zu ihm gesellt sich Hunger und Not der Hun- derttausende von Evakuierten, deren fahle Zuge und müde Augen vor manchem Engländer in dieser Neujahrsnacht als Anklage gegen eine unfähige und ruchlose Regierung tn seinem Innern aus- tauchen mögen. Der Abschied vom Jahr 1939, in dem die britische Regierung chr Volk in den Krieg hetzte, wird so dem Engländer vergällt. Aber in dem Augenblick, da Big Ben die Mitternachtsstunde verkündet, erscheint es ihm auch nicht leicht, ins neue Jahr 1940 hineinzugehen. Grau und verhangen ist der Blick in die Zukunft des Weltreiches, und manch einen, der in dieser Nacht zweifelnde Blicke in dies Dunkel zu richten versucht, mag eine Ahnung dessen überkommen, was seine Politiker — denn von Staatsmännern wird er in dieser stillen Stunde. wohl selbst nicht zu sprechen wagen — ihm und seinem Land mit diesem Krieg beschert haben. Er wird sich sagen, daß mit jedem Monat die Entschlossenheit des deutschen Gegners härter, die Schläge der deutschen Wehrmacht wuchtiger, die Erfolge der deutschen Polittk sichtbarer werden. Demgegenüber hört er von den Männern seiner Regierung zwar große Worte, aber er sieht keine Taten, und wo er diese wahrnimmt, vermögen sie ihn nicht mehr zu befriedigen, geschweige denn zu begeistern. Don den ihm viel gepriesenen demokratischen Idealen, derentwillen er 1939 so in den Kampf ziehen sollte wie 1914, ist wenig übrig geblieben. Das kommende f’ahr birgt für ihn mehr als eine Chance, auch den Rest von ihnen zu verlieren. Wenn das Kaminfeuer herabgebrannt ist, wenn die letzten Holzscheite verglommen find, wird sich nach Stunden des Nachdenkens der Engländer ftöstelnd und sorgenschwer erheben. An den Kaminen ihrer prunkvollen Landsitze werden zur gleichen Stunde die Angehörigen der Society, die Großgrundbesitzer, die Erben riesiger aus Indien und anderen Kolonien erpreßter Vermögen, die jüdischen Plutokraten und ihre Handlanger aus dem Regierungsviertel versammelt sein. Hier werden die wahnwißigen Pläne einer Zerstückelung des Großdeutschen Reiches weiter erörtert werden: hier werden finstere Anschläge auf Frieden und Sicherheit der Neutralen wie in den vergangenen Kriegsmonaten ausgebrütet; hier werden neue Methoden ausgeklügelt, den letzten Poilu zum höhe- ren Ruhm Britanniens sterben zu lassen. Sekt und Whisky werden in Strömen fließen, und die Ausgelassenheit, die vor diesen Kaminen herrscht, wird der Frivolität entsprechen, mit der man diesen Krieg betreibt, dessen Lasten man ja — denn man ist Gentleman — nicht selbst trägt, sondern samt und sonders auf die gebeugten Schultern des Volkes ab wälzt. Italien Gewehr bei Fuß. Don unfeiem R. G.-Koirejpondenten. Rom, im Dezember 1939. Italien hatte mit der vollständigen Eroberung Aethiopiens, mit der Schaffung des neuen römischen Imperiums, eine aufjeroröentlid) wichtige, wenn vielleicht auch noch nicht die abschließende Etappe seines vom Faschismus planmäßig angeftreb- ten und mit gedudig-zäher Energie verwirklichten Ausstiegs zur Weltmacht vollendet. Man kann das jetzt zu Ende gegangene Jahr am besten wohl als einen an Erfolgen reichen Zeitabschnitt des Aufbaues und der Konsolidierung dieser Großmachtstek- lung bewerten. • Der Sieg Francos im spanisiben K r i e g , der von Mussolini mit eiserner Entschlossenheit und unter Einsatz bedeutender Machtmittel gewollt gefordert worden ist, hat einer Ausdehnung des von Natur aus antifaschistischen und damit italienfeindlichen Einflusses der sogenannten „Demo- plutokratten" im westlichen Mittelmeerbecken voraussichtlich für alle Zeiten einen Riegel vorgeschoben. Ein starkes nationales Spanien, dessen politische Aspirationen sich ausschließlich gegen Großbritannien und Frankreich richten, wird in Zukunst bei der seit Ohne gesunde Zähne gibt es keine Gesundheit. Grund genug, um die Zähne täglich zu pflegen! CHLO ROD 0 NT langem im Gange befindlichen Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im Mittelmeer, das nach dem berühmt gewordenen Aussvruch des Duce für Italien nicht nur eine Straße (via), fobern das Leben (vita) bedeutet, an der Seite des befreundeten Italiens stehen. Im östlichen Mittelmeer hat sich die strategisch- politische Position Italiens durch die A na liebe- rungAlbaniens ebenfalls ganz beträchtlich verstärkt. Italien hat baburch nicht nur bie Straße von Otranto vollständig in die Hand bekommen, so daß das Adriatische Meer sozusagen zu einem italienischen Binnensee geworben ist, es hat sich barüber hinaus eine breitere Plattform für bie geistig-politische Durchbringung bes Balkans geschaffen. Es ist zur größten Balkanmacht geworben, bie im osteuropäischen Raum eine ausschlaggebenbe Rolle zu spielen berufen ist. Diese machtpoltischen Tenbenzen Italiens haben selbstverstänblich burch ben europäischen Krieg, ber bie Kräfte ber übrigen europäischen Großmächte auf beschränktem Raum binbet, einen ganz natürlichen Austrieb erhalten. Die auf bie Aufrechterhaltung ihrer Neutralität bebachten ßänber bes Sübostens blicken heute mehr benn je nach Rom, auf bie einzige Großmacht Europas, bie außerhalb bes Krieges geblieben ist, unb beren freunbschaftliche Beziehungen zu biefen Staaten eine Gewähr bafür bieten, baß sie ihren Einfluß im Interesse eines frieblichen und gerechten Ausgleichs ber im Balkanraum noch be- stehenben Gegensätze geltenb machen kann und wird. Ist Italien an der Aufrechterhaltung des Friedens im Südosten nicht aus eigensüchtigen, sondern aus höheren europäischen Gesichtspunkten heraus, interessiert, so bedeutet dies keineswegs, daß es der Abwicklung der europäischen Ereignisse als unbeteiligter Zuschauer gegenübersteht. Der Duce hat nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß die Neuordnung Eurovas, mag sie nun weiterhin auf dem Wege kriegerischer Auseinandersetzung oder, falls die Vernunft bei ben westlichen Demokratien eines Tages bic Oderhanb gewinnen sollte, in frieblidjer Zusammenarbeit erfolgen, nicht ohne ober gar gegen Italien burchgeführt werben kann. In welcher Richtung sich aber bie italienischen Forberunaen, bie bei einer Neuorbnung Europas auf ber Grunblage ber Gerechtigkeit zu berücksichtigen wären, bewegen, ist hinlänglich bekannt. Darum arbeitet Italien mit allen Kräften und Mttteln daran, sich auf alle Möglichkeiten vorzubereiten. Der Ausbau und bie Ertüchti- auna ber italienischen Wehrmacht wirb mit Hochbruck lortgesetzt. um jeberzeit, falls sich bies als unverm"iblich erweisen sollte, ein schlagfertiges Heer in bie Waagschale ber europäischen Politik werfen zu können. Die Bemühungen, Italien auch wirtschaftlich unabhängig unb unbesiegbar zu machen, gehen unter ber wachsamen unb unermüblichen Leitung Mussolinis in verschärftem Temvo weiter. Durch bie eifrige Aufbau- unb Sieblungstätigkeit in Jtalienisch-Ost- afrifa unb Libyen soll auch für biefe überseeischen Besih'mgen, bie im Erickttalle auf sich selbst aeftellt sein könnten, eine möglichst roeitgehenbe wirtschaftliche unb militärische Autarkie erreicht werben. Im Innern widmet bie Faschistische Partei all- ihre Kräfte ber Erziehung bes Volkes zu jenem Ovf-r- willen unb zu jenem Bewußtsein imperialer Grüße, bie bie Voraussetzung bafür finb, baß Italien ben einmal erkämvtten „Platz an ber Sonne" auch ben fommenben Geschlechtern zu erhalten vermag. 3eiffcbriflen. — Das neue Heft der „Siren e" bringt neben vielen praktischen Luftschutzttps unb ben Mitteilun-- gen bes Präsidiums unb ber ßanbesgruppen bes Reichsluftschutzbunbes interessante Bilbberichte über bas Wesen ber Panik, über Sanitätsgerät für die ßaienhilfe, über eine Kindertagesstätte unb vieles andere. Außerdem beginnt ein spannender Roman, der m Finnlands Erzgruben spielt! Erlebnisse unserer oberhessischen Soldaten Rundsunkprogramm Ansporn zur Bescherabend. auf ihn ge- $ C> :-S6 i:o ? ■^c ao uy t Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! -k- sh. „Vorseldkämpse zwischen Rhein und Mosel." Bericht für den „Gießener Anzeiger" ** Geschäftsjubiläum. Der Friseurmeister Karl Muhl, Bahnhofstraße 56, kann heute auf das 40jährige Bestehen seines Damen» und Herren-Fri- seurgeschäftes zurückblicken. Strafkammer Gießen. Der F. D. aus H. hatte vor Erfüllung seiner militärischen Dienstpflicht ohne Erlaubnis das deut- ---AL *ss*» •"-X Preise erst dann auf die Speisekarte zu setzen sind, wenn die Hauptgerichte von den Gaststatten nicht mehr angeboten werden können. Giehen-Klein-Linden. Reichsbahnangestellter i. R. Ludwig F e i s e l begeht am ersten Weihnachtsfeiertag im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel seinen 81. Geburtstag. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr auf der Höhe und nimmt an den Geschehnissen der Gegenwart großen Anteil. Er betätigt sich noch rege bei den landwirtschaftlichen Arbeiten. Wir gratulieren herzlich. Am 27. Dezember begeht Frau Marie Langsdorf, geb. Weigel, Wetzlarer Straße 79, die Feier ihres 8 9. Geburtstages. Sie ist die älteste Einwohnerin tm Stadtteil Gießen- Klein-Linden und erlebte im verflossenen Jahre die große Freude, Ururgroßmutter zu werden. 5 Kinder, 13 Enkel, 22 Urenkel und ein Ururenkel können der betagten Frau, die für ihr hohes Alter noch verhältnismäßig rüstig ist, ihre Glückwünsche übermitteln. Auch wir wünschen der Aeltesten des Stadtteils an ihrem Geburtstag alles Gute. (Siebener wochenmarktpreije. * Gießen, 23. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche Kühlhauseier, Klaffe B 10%, Klasse C 10%, Wirsing, % kg 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 9 bis 12, Spinat 20, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 45 bis 60, Schwarzwurzeln 40, Feldsalat, Mio 10 bis 12, Aepfel, % kg 15 bis 25, Birnen 12 bis 20, Nüsse 40 bis 60, Endivien, das Stück 5 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Rpf. H3i jifc. Mi sche Reichsgebiet verlassen mit dem Vorsatz, sich, dem deutschen Wehrdienst zu entziehen. V. hatte sich im Sommer 1936 für den Militärdienst einer auslärMschen Macht anwerben lassen, in dem er sich seit dieser Zeit befindet. Unter der Anklage der Entziehung von der Wehrpflicht verhandelte am gestrigen Freitag die Strafkammer Gießen ni Abwesenheit gegen den Angeklagten. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde der Angeklagte, der aus einer achtbaren Familie stammt und eine sorgsame Erziehung, wie auch eine gute Berufsausbildung genossen hat, zu einer G e f ä n g« strafe von vier Jahren und 500 RM. Geld- strafe verurteilt. Dem Angeklagten wurde ferner die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Sprechstunden der eoattron. 11.30 bte 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach mittags geschloffen. den dann eine Ferme, von der wir einige Tage vorher noch Maschinengewehrfeuer erhalten hatten, unbesetzt, die verdrahteten Feldstellungen verlassen und französische Ausrüstungsgegenstände vor. Ich habe böse Gesichter gesehen, als ich den gleichen Männern, die gerade mit dem Maschinengewehr von der Hüfte aus das Schießen und mit scharfen Handgranaten das Werfen übten, einen Befehl überbringen mußte, der ihrem weiteren Drang nach vorne einen Riegel vorschob. Aber später bot sich dann doch noch einmal die Gelegenheit zu einem weiteren Ausflug in unbekanntes Land. Weit über die Ferme und das französische Dorf hinaus, aus dem wir in früheren Nächten ständig Fahrzeugrollen und wohl auch die Abschüsse von Infanterie? Geschützen bemerkt hatten, war die Gegend vom Gegner geräumt. Auch auf dem Wege zum nächsten Dorf, auf dem sich der Spähtrupp — immer gesichert durch zurückbleibende Schützen und durch ein Maschinengewehr — vorwärts bewegte, waren vom Geaner nur verlassene Feldstellunaen und Spuren seines vorherigen Daseins festzustellen. Aber am Eingang des nächsten Dorfes war eine große Sperre vorhanden, der breite und tiefe Bach in einem Durchstich quer durch die Straße geleitet, und als der Spähtruppführer Oblt. D. und sein Feldwebel das Wasser doch durchwateten, um drüben vor einer neuen Sperre hochzuklettern, da schlua ihnen auf 50 Meter Entfernung plötzlich Maschinengewehrfeuer von der Sperre her und Gewehrfeuer aus den Fenstern eines Hauses entgeaen. Hier war also die vordere Linie der Franzosen! — Blitzschnell zurück in den Wassergraben und seitlich durch Gärten wieder um die Häuser und aus dem Dorf heraus, so kam der Spähtruppführer mit -2 5 Kg« Sonntag, 24. Dezember. 6 Uhr.^Hafenkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Weihnachtslieder. 8.45: Weihnachtsbriefe deutscher Dichter. 9: Märchenmusik. 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. „Deutschland zünde Lichter an". 11: Festliches Konzert. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Kleines Weihnachtskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 14.45: Für unsere Kinder: Fröhliche Weihnachten! Wir verraten euch die Auflösung unseres Weihnachtspreisrätsels. 15.15: Nachrichten in französischer Sprache. 15.30: Weihnachten fern der Heimat. Weihnachtsfeier der evakuierten Familien des Westwallgebietes. 16: Soldaten- und Dolksweih- nacht. Soldatische Weihnachtsfeiern vom Westwall, von der Nordseeküste, aus Polen und volkstümliche Weihnachtsteller. 18.25: Der Blindenchor singt. 18.45: Im Glockenklana deutscher Dome grüßt die Heimat die Front. 20: Nachrichten. Montag, 25. Dezember (1. Deihnachlsfeiertag). 6 Uhr: Frühkonzert. 8: Weihnachtslieder. 8.40: Wie schön ist so ein Feiertag! 9: Das Weihnachtsmärchen des 50. Regiments. 9.30: Musik am Morgen. Es spielt das Rhein-Mainische Landesorchester. 10.30: Verschneite Welt. Hörfolge mit Texten zeitgenössischer Dichter und Musik. 11: Festliches Konzert. Werke von Joseph Haydn. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Operettenkonzert. 14.45: Für unsere Kinder: Frau Holle. Ein Märchenspiel. 15.25: „Mir ist das Herz so froh erschrocken". Szenenfolge über die Entstehung unserer schönsten Weihnachtslieder. 16: Klingende Liebesgaben (27). Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. In Verbindung mit der NSG. „Kraft durch Freude". 17.30: Die Tageszeiten. Kantate von Georg Philipp Telemann. 18: Frohe Weihnacht. 19: Der Feldzug in Polen (I). Ein Rückblick auf den Heldenkampf des Heeres mit einer Auswahl der besten Kampfbe- richte. 20: Nachrichten. 20.15: Dazwischen 22 bis Dienstag, 26. Dezember (2. Deihnachlsfeiertag). 6 Uhr: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Weihnachtslieder. 8.40: Als ich Christtagsfreude langsam, viel zu langsam für ein kindliches Herz. Das Zimmer, in dem die Weihnachtsbescherung vor sich geht, ist noch verschlossen, doch es geht in ihm geheimnisvoll zu. Da — horch! Klingt nicht — erst leise, dann lauter — das Weihnachtsglocklein? Jubelnd stürmen die Kinder zur Tür und stehen ergriffen und mit seligen Augen vor dem Wunder des lichtergeschmückten Tannenbaumes. Mit Heller Freude bestaunen sie die unter dem Weihnachtsbaum liegen- den Gaben. Weihnachten ist da! Aus Kindermund klingt's wieder — das Lied der Weihenacht. Erleben wir den Zauber dieser Stunde aufs neue dankbar und Mütter! Segen 2 mit einem X bezeichnete Nährmittel, abschnitte öee Neichsbrotkarte für Kinder bis m 6 Zähren erhalten Sie S wöchentlich ein Paket = 250g Maizena, das feit über 70 Zähren bewahrte Säuglings- und Kindernährmittel. MAIZENA merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssender- Frankfurt. 10: Frohe Weisen. 11: Unteryaltunas- konzert. Es spielt das große Orchester des Reicys- senders Frankfurt. 11.50: Das Mikrophon unter-' wegs. 12: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Musik am Mittag. Das Orchester des Reichssenders Hamburg. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Was bringen die Theater in unserem Sendegebiet? 18.25: Bilder und Klänge aus Mofelfranten (V). „Bauern und bäuerliches Brauchtum in Moselfranken". Hörfolge. 19: Nach des Tages Arbeit. Dazwischen: Berichte. 20: Nach' richten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten. Vornotizen Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 14.30 bis 17.15 Uhr „Der gestiefelte Kater". — Gloria-Palost (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wald- Aus der Stadt Gießen. Knegswechnachten. Ehemalige Soldaten des Weltkrieges sitzen in Gießen beieinander und tauschen Erinnerungen an ihre Kriegsweihnachten aus. Die Brücke von heute zu jener Zeit ist die Kriegsweihnacht 1939. Wieder werden deutsche Soldaten an diesem schönen Feste fern von ihren Lieben sein. Sie werden dabei die gleichen seelischen Regungen verspüren, die'sie vielleicht schon einmal als blutjunge Menschen im Weltkrieg empfanden, oder die sie ahnend aus Erzählungen ihrer Väter kennen. In dem trauten Kreise der alten Gießener Soldaten wandern die Gedanken zurück in eine Zeit, von der sie einst wünschten, daß ihre Kinder eine gleiche nicht auch erleben möchten. Wünsche gehen aber nicht immer in Erfüllung. „Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", so heißt's auch hier wieder. In den Erinnerungen der Alten werden Graben-- oder Unterstands-Weihnachten lebendig. Mancher hat solche Weihnacht schon 1914 erlebt, manchem wurde sie später zuteil. Sie denken heute wieder daran, daß sie Äs Familienväter damals am Heiligabend ihre Frau und Kinder besonders schmerzlich vermißten. Die Gemeinschaft der Kameraden half zwar über die weichen Regungen des Herzens hinweg, aber die Gedanken waren doch weit hinten in der Heimat. Entschlossener Wille und jederzeitige Bereitschaft zum Kampf für Familie und Volk wurden dadurch keinen Augenblick gehemmt. Doch das kleine Bäumchen im Unterstand oder in einer gegen feindliche Sicht verdeckten Nische tm Graben, das vielleicht auch nur durch einen Stock mü angeheftetem Draht mit Lichtern angedeutet war, bildete an jenem Abend in der vordersten Linie vor dem Feind den mit besonderer Liebe empfundenen Mittelpunkt der Kampfgemein- schafl. An jenem Abend, wenn der Feind wirklich Ruhe hielt, waren die Gedanken aller Männer ganz frieolich. Gemeinsamer Gesang und gegenseitiges Betrachten des Inhalts der Feldpostpäckchen, aber auch williges Schenken an solche Kameraden, denen die Feldpost nichts mitgebracht hatte, gaben jenen Stunden noch eine besonders herzliche Note. Auf dem Spirituskocher oder auf dem Kanonenöfchen brodelte das heiße Wasser für den Weihnachtsgrog. Und nicht selten war es, daß ein Kamerad mit einem Trinkbecher voll des heißen Getränks hinauf- stieg zu dem Posten im Graben oder auf dem Beobachtungsstand, um ihn mit dem willkommenen Trunk in der kalten Winternacht zu erfreuen. Der „blaue Hecht" von den Pfeifen, Zigarren oder Zigaretten stand wie eine undurchdringliche Wand an der Decke des Unterstandes und bildete zusa»7t- men mit dem Geruch der brennenden Kerzen und des dampfenden Grogs jenes Werhnachts°„Par» sinn", das den Nasen der Männer trotz allem aut tat ... Die jungen Frontkämpfer von 1939, aber auch die alten aus dem Weltkriege, die jetzt wieder in Waffen vor dem Feinde stehen, werden ihre Kriegs- laz, Ilse Winhold, Gustav Bley, Heinrich Durst, Christoph Reuland, Eduard Durchard. Außer Miete. Am zweiten Weihnachtssei-ertag nachmittags kommt wiederum das lustige Märchenspiel „Der gestiefelte Kater" zur Aufführung. Das Spiel ist nach Grimms Märchen von Artur Wagner bearbeitet. Die Musik stammt von Josef Dorsmann. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Doeck. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete. — Am zweiten Feiertagabend wird die Operette von Joh. Strauß „Der Zigeu- nerbaron" wiederholt. Die musikalische Leitung hat Richard Boeck, die Spielleitung Harry Grüneke. Die Partie der Saffi singt in dieser Vorstellung AnNi Afsion. Bühnenbild: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß. Außer Miete. Die Kasse des Stadttheaters bleibt am Sonntag, 24. Dezember, geschlossen. Es wird gebeten, die vorbestellten Karten möglichst am Samstag bis 13 Uhr, oder am ersten Weihnachtsfeiertag zwischen 11 und 12.30 Uhr abzuholen. DDM. llntergau 116 Gießen. Velr.: Formattonsferien. Die Formationsferien beginnen mit dem 22. 12. 1939 und enden am 3. Januar 1940. Ausgenommen von diesen Ferien sind besonders eingesetzte Sing- charen. Die Führerin des Untergaues 116 Wetterau. gez. Käthe Töpelmann, Untergauführerin. Oas Treudienstshren,eichen verliehen Dem Laboranten am Hessischen Chemischen Untersuchungsamt in Gießen, Herrn Otto Stein, wurde vom Führer das silberne Treudienstehrenzeichen für 25jährige Tätigkeit verliehen. Es wurde hm in Gegenwart aller Gefolgschaftsmitglieder in eierlicher Weise von dem Direktor des Unter- uchungsamtes, Herrn W r e d e, überreicht, der Herrn Stein mit anerkennenden Worten für feine langjährige und erfolgreiche Mitarbeit dankte. Etädt. Sozialamt bis 30. Dezember geschlossen. Die Geschäftslage bei der städttschen Verwaltung, Abteilung Familienunterhalt, macht es erforderlich, daß das städtische Sozialamt vom 27. bis 30. Dezember für den allgemeinen Publikumsoerkehr ge» chlossen bleibt. Diese Maßnahme liegt im Interesse der FU.-Berechtigten. Es werden daher alle Betel- kigten ersucht, hierauf Rücksicht zu nehmen und der Anordnung das erforderliche Verständnis entgegen» zubringen. Aufnahme von Ersahaerichten in die Speisekarten der Gaststätten. Im Interesse der Vereinfachung der Speisekarte und um Störungen der Bedarfslenkung in Gast- tätten zu vermeiden, hält es der Reichskommissar üt die Preisbildung, wie aus einem Erlaß hervorgeht, für richtiger, daß Ersatzgerichte und ihre seinen Begleitern wieder zu den zurückgelasseneH Sicherungen und alle wohlbehalten zurück zur Truppe. Das wütende Artilleriefeuer, das der Franzose eine halbe Stunde später und sogar noch an dem darauffolgenden Tage auf sein eigenes Gebiet und sein eigenes Dorf legte, hat uns gezeigt, wie erschrocken Oie Franzmänner doch bei beut plötzlichen Auftauchen deutscher Soldaten gerne (ei sein müssen. Die beiden Hauptbeteiligten an dem Spähtruppunternehmen haben sich aber das Eiserne Kreuz 2. Klasse, das ihnen kurze Zeit später der Dioi« fionsgeneral an die Brust heftete, tapfer verdient, * Das waren einige Bilder aus den Dorfeldkämpfen zwischen Rhein und Mosel, wie sie unsere hei. fischen Soldaten erlebt haben. Hinzu kommen noch viele heitere Seiten, die von der Zähmung wider« spenstiger Hühner und Schweine, von manchmal guten und von manchmal schlechten Tagen da vornr erzählen. Eine letzte trübe Seite brachten die dauernden Regengüsse im Oktober in die Angelegenheit. Al; unangenehm und trübe pflegen ja auch im zivilen Leben nasse Strümpfe empfunden zu werden. In unserem Vorfeld gehörten sie nachher zur Dauev erscheinung. Der dauernde Regen drückte manchem Dorfeldführer den Spazierstock als zusätzliche Waffe in die Hand, weil sonst die weiten Wege von Stellung zu Stellung nur rutschenderweise zurückzu- legen waren. Wenn aber bann vorne oder in der Ruhestellung wieder die Sonne schien, dann gai es nur den einen bleibenden Eindruck: es stand uni steht jeder von unseren Kameraden gern und stolz zu jedem Einsatz bereit, zu dem er gerufen! Weihnacht 1939 in dem gleichen Erleben wie die Kämpfer von 1914/18 begehen. Auch für die Männer der heutigen Front wird an diesem Abend die weiche Regung bes Herzens nicht aus- bleiben. Aber sie wirb, ebenso wie einst, bei aller Festftimmung ihre eherne Meisterin finden in der ju jeder Minuten totbereiten Kraft bes Einsatzes «um Schutze der Heimat. Lichtergl anz imb massen- starke Kampfbereitschaft wohnen im Graben ober im Unterstand jetzt wie einst dicht beieinander und stehen unter dem alles beherrschenden Gesetz des Krieges. Die Kameraden der heutigen Front wissen ja auch, daß mit chnen im gleichen Schritt eine Heimat marschiert, die in unzerstörbarer Treue zu ihnen hält. Das Wort „Innere Front" hat diesmal einen ganz anderen Gehalt und Klang als zu jener Zeit der letzten Kriegsweihnacht im Fekde tm Jahre 1917. Ihre Treue zur Front vor dem Feinde hat die Heimat seit Kriegsbeginn täglich in vielfacher Weise bekundet. Und auch zur Krieaszveih- nacht hat sie wieder in unzähligen Beweisen des herzlichen Gedenkens unseren Soldaten gezeigt, welch starken Rückhalt die Front im Westen, in der Lust und zur See an der unverbrüchlichen Einheit unserer Volksgemeinschaft besitzt. Aus der Stadt Gießen und dem Kreis Wetterau hat die Partei durch ihre Gliederungen große Mengen von Weihnachtsgaben aller Art ins Feld geschickt. Die KaMe- rcckrfchaften der alt'en Soldaten in Stadt und Land haben in Erinnerung an die eigenen Kriegsweih- nachten gleiche schöne Leistungen vollbracht. Und die Familienarr-gehörigen unserer Soldaten erst recht sind natürlich nicht minder gebefreudig für den Vater, Sohn ober Bruder im Soldatenrock gewesen. rausch". — Oberhesfischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Sonntag (Heiligabend) keine Veranstaltungen. Tageskalender für Montag (1. Feiertag). Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „Cavalleria ru- sticana“ und „Der Bajazzo". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Waldrausch". — VfB. - Reichsbahn: 10 Uhr Treffen im Schipkapaß. Tageskalender für Montag (2. Feiertag). Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „Der Zigeunerbaron". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Maria Ilona". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Waldrausch". — Marine-Kameradschaft Gießen 1892: 10 Uhr Tressen im Marinebootshaus. — Alterskameradschaft 1883—1933: Treffpunkt bei Carl Faber, Neuenweg. Die Weihnachtsdarbietungen des Stadttheaters. Am heutigen Samstognachmittag wird das Weihnachtsmärchen „Der gestiefelte Kater" wiederholt. Spielleitung: Karl Volck. Musikalische Leitung: Richard Boeck. BühnenbiDer: Karl Löffler. Tänze: Thea Maaß. Außer Miete. Am ersten Wei hnatchs sei erlag gelangen im Stadt- theater zwei Opern zur Aufführung, die sich vom Tage chres Erscheinens an besonderer Beliebtheit beim Publikum erfreut haben. „Cavalleria rusti- cana“ und „Der Pajazzo" fesseln nicht nur durch ihre bewegte Musik, sondern auch durch eine Text- gestottung von außerordentlicher dramatischer Farbigkeit. Die musttallsche Leitung der beiden Opern von Pietro Masoagni und Ruggiero Leoncavallo hat Paul Walter, die Spielleitung Bernhard Schmitz. Bühnenbilder: Karl Löffler. Chöre: Richard Boeck. Es wirken mit: Anni Afsion, Friedel Fornal- holen ging. Von Peter Rosegger. 9: Der Reichs« arbeitsdienst musiziert. 10: Wanderer in die Well. Hörfolge um den Dichter Kurt Faber. 11: Balladen und Romanzen von Robert Schumann. 12: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Liebliche Weih« nacht — Wunder des Leuchtens. 14.45: Volkstum und Heimat: „Dorfweihnacht. 15.25: Unterhaltunas« konzert. 16: Weihnachts-Wunschkonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 19: Luftkrieg in Polen (II). Ein Rückblick auf den Heldenkampf der Luftwaffe mit einer Auswahl der besten Kampfberichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsen« der: Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. Mittwoch, 27. Dezember. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Der Gaumusikzug Sachsen der NSDAP. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, V. (Schluß.) Die deutsche Rücksichtnahme auf den französischen Gegner ging ja in den ruhigen Abschnitten über die anfänglich wehrlose Duldung des gegnerischen Feuers auch insoweit hinaus, daß kein deutscher Soldat irgendwo und irgendwie französisches Gebiet betrat. Nun ist es nicht Soldatenart, geduldig gegnerische Feuerüberfälle, hier und da auch Zerschie- ßung und Zerstörung deutscher Ortschaften, mitan- zusehen. In jedem Soldaten und in den hessischen nicht zuletzt, steckt der Drang nach vorn, und der ließ sich bann auch bei uns eines Tages nicht mehr ganz zurückhalten. Da gab es Pioniere, die mußten doch unbedingt einmal nachsehen, ob da drüben in dem französischen Nest wirklich noch das Maschinengewehr im Kirchturm stand, das vorher einwandfrei dort beobachtet worden war. Sie fanden aber nur auf einem verlassenen Gehöft den ganzen Viehbestand an Schweinen und Enten in den Wohnzimmern und eine Spindordnung, die auf afrikanischen Besuch hinzudeuten schien, und sie nahmen in dem Kirchturm nur die Gelegenheit wahr, einmal französische Glocken zu läuten und eine Trikolore mit nach Hause zu bringen. Franzmänner waren keine mehr drinnen. Die Pioniere hatten die Vorderhand, weil sie ja die Minen gelegt hatten und allein auch mit den Gassen Bescheid wußten, die noch offen geblieben waren. Später ließen sich dann aber auch junge Offiziere und alte Männer unseres Regiments nicht mehr zurückhalten. Sie ließen sich von ihren Pio- nierkamefaden durch die Minen schleusen und san- Mit diesen Gaben der Liebe will die innere Front den Brüdern vor dem Feinde nicht nur eine Festfreude bereiten, sondern zugleich ein sichtbares Zei- chen dafür geben, daß wir alle, draußen und daheim, uns als eine unlöslich verbundene Kampf- und Schicksalsgemeinschast fühlen, die alle Kräfte bis zum Letzten ein setzt, um nicht nur das vom Feinde für unser Volk und Reich geplante „Schlimmere Versailles" zu vereiteln, sondern tm Gegenteil einen vollen deusschen Sieg zu erkämpfen. In dieser unerschütterlichen Zielsetzung finden wir uns als die große deutsche Familie auch bei dieser Kriegsweihnacht zusammen, deren festliche Stimmung für uns alle ein neuer starker Ansporn zur höchsten Kräftentfaltung im Dienste für Führer, Volk und Vaterland sein wird. B. Seit Wochen hat stille Vorfreude auf D- wartet. Die kindliche Sehnsucht nach dem Bescherabend wurde von Tag zu Tag stärker. Feierlich läuten die Glocken den Heiligen Abend ein. Leer sind die Sttaßen und Gassen geworden. Stiller und erwartungsvoller wird es in der Häuslichkeit. In den Stuben verrinnen die Stunden