QtH 5 DOh H le no, -hau; »US.ij ebras uf ik N Nr. 275 (Erftes Blatt 189. Fahrgang Donnerstag, 23. November 1939 Lrlchemi rügltch. außer öonmaqs und feiertags Betlagen: Die Illustrierte Giessener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne HOuftnerte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernjprechanlchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Giehea poftfd)edtonto: granlfurt am Blain 11688 Mehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruÄ und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei «.Lange in Siehen. Schristleitung und SeschSstrftelle: Schulsttahe 7 Annahme von Anzeige» toi oie Mittagsnummer bis 8* /,Uhr des Vormittag» (Brnnöpreife für l mm Höhe für Anzeigen oon 22 mm Brette 7 Rpf.. für le^t» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.Plahoorschrift nach vorh Vereinbg 2b"/. mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--. Vereins., gemein» nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Npf., Familienanzei» gen, Bäder.. Unterrichts- a. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Entlarvt Organisator des Münchener Verbrechens. Sein Lebensweg ergibt ein klares Bild des an Charakter- osiakeit selten konsequenten Emigranten. Am 19.9.1897 in Deggendorf (Bayern) geboren, ist er Der Brief eines Verräters Nr. 6. Nr. 7. Nr. 8. Berlin, 22.Nov. (DNB.) Der „Völkische Bedachter" schreibt: Otto Strasser ist der sachliche Depute Grumbach. Ministerialdirektor Spieker. Willi Münzenberg, „Rote Hilfe". Wer ist poyne Best? nlQttyi lg au;, möglij ftto Sttasser einen m Zahori bei Prag mit Unter» stüßung des tschechischen Nachrichtendienstes gebauten ('•genannten „F r e i h e i t s s e n d e r" an. der neben ter propagandistischen Arbeit schon damals die den 1 ttentatsabsichten Otto Strassers und seiner Helfers- telfer entsprechenden Parolen gab. So schlossen z. B. s,st alle Aufrufe dieses im Jahre 1934/35 arbeiten» ten Senders wörtlich mit der immer wiederkehren- ten Aufforderung, daß „Adolf Eitler sterben müsse". Die deutsche Regierung hat damals offiziell oon ter tschechischen Regierung d i e Beseitigung dieses zum Mord an deutschen Regierungsmitglie- tern auffordernden Senders gefordert Nachdem die tlchechische Regierung behauptete, von der Existenz Leies Senders keine Kenntnis zu haben, wurde ihr ter Standort des Senders genauestens angegeben. 2a Herr Benesch naturgemäß auch dann nicht 1 ereil war, Len von tschechischem Gelde aufge» neuerlichen Sprengstoffanschlag, der auf einer Großveranstaltung der NSDAP, zur Ausführung gelangen sollte. Er bediente sich dieses Mal seiner engsten Mitarbeiter, des ehemaligen Hoteldieners Karl D ö p k i n g und des Kaufmannes Helmut Kremln. Auch dieser neuerliche Anschlag mißglückte. Die Höllenmaschinen, die nach Deutschland gebracht und auf den Bahnhöfen in Dresden und Leipzig aufbewahrt worden waren, konnten sicher- gestellt werden. Döpking und Kremin wurden am 25.5.1938 festgenommen und durch Urteil des Volksgerichts vom 22.9 1939 zum Tode verurteilt. Schon im Herbst 1938 versuchte Strasser von Prag aus ein neues Attentat zu orga- nifieren. Nach dem Sturz von Benesch verließ Strasser Prag und trat nunmehr in engste Beziehung zum britischen Geheimdienst. Auf Weisung dieser seiner neuen Londoner Auftrag- und Geldgeber gelang es ihm nunmehr, den dritten verbrecherischen Versuch auf das Leben des Führers ausführen zu lassen. Dieses Mal hat nun wirklich nur die Vorsehung das volle Gelingen des verbrecherischen Anschlages in seiner ganzen grauenhaften Lndzielsehung verhindert. 3n der Nacht vom 8. zum 9. November 1939 versuchte der Verbrecher Elfer in der Nahe von Konstanz in die Schweiz zu gelangen. Dabei wurde er verhaftet. Otto Strasser, der auf die Ankunft feines Werkzeuges gewartet hatte, und nunmehr nach 24 Stunden erfuhr, daß der Anschlag auf den Führer doch wieder mißglückt der Tater selbst anscheinend beim Uebetfdjreiten der Grenze aefancen morden war, verlieb daraufhin am 10. November sofort überstürzt die Schweiz, nm nach London zu feinen Auftraggebern zurückzufahren. Amsterdam, 23. Nov. (Europapreß.) Die Tatsache, daß sich die Zentrale des Intelligence Service für Westeuropa bisher in dem Haag befand, hat in der holländischen Öffentlichkeit wie eine Bombe eingeschlagen. Der „Telegraaf" schreibt, von den beiden bei dem versuchten Grenzübertritt nach Deutschland verhafteten Beamten des Intelligence Service sei Stevens nicht bekannt. Sehr wohl bekannt sei aber Kapitäy Payne B e st. Dieser sei im Jahre 1916 als englischer Offizier in Holland bei einem Grenzübertritt interniert worden. Nach dem Kriege habe sich Best im Haag niedergelassen und dort als Vertreter ausländischer Firmen gelebt. In der holländischen Gesellschaft seien seine guten Beziehungen zu englischen Regierungskreisen bekannt gemeßen. Nicht bekannt sei jedoch die Tatsache gewesen, daß es sich bei ihm um ein Mitglied des Intelligence Service gehandelt habe Trotzdem sei vielfach die Frage aufgetaucht, wovon Best eigentlich lebe, da seine Vertretungen ihm unmöglich das Geld hätten einbringen können, das er für feine kostspielige Lebenshaltung gebraucht habe. Erst noch vor kurzer Zeit habe er sich ein neues großes Automobil angeschafft, mit dem er dann nach Venlo gefahren fei. rtg Hb ne mch w Deren besuch, -Floh, FiM - fr t M t unfein Ernäfi Schm- Deine y Sozialdemokraten, der nach kurzem Stu- dium der Volkswirtschaft die Leitung eines sozialdemokratischen Korrespondenzbüros übernimmt, während des Kapp-Putsches ist er Führer einer partakistischen Hundertschaft. Im Rahnen seiner Entwicklung zum Nationalrevolutionär stößt er im Jahre 1925 zur NSDAP. In der Mitte der 36 Jahre alte G e o r g E l s e r, der jetzt als Täter des ruchlosen Anschlags auf den Führer in München verhaftet wurde. Rechts und links die Bilder der beiden verhafteten britischen Agenten, Kapitän Stevens (links) und Mr. B e ft (rechts), die Leiter des britischen Intelligence Service für Westeuropa, die bei dem Versuch, die holländische Grenze nach Deutschland zu überschreiten, überwältigt werden konnten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) [pmnaftö Drd):iii! id)rid)ti ssendM chsseud-i! ite mssü iberfM). je Weis-!. Hand" Jas gch 12.30 li 1.15: List gesck Soldat 3anb: $ 15: > jefter ht- hescheh" Die Hintergründe des Münchener Verbrechens Zahlreiche Anschläge auf das Leben des Führers von Otto Straffer organisiert, jedoch rechtzeitig vereitelt. .9.9.1897 in Deggendorf (Bayern) geboren, ist er Bruder Gregor Strassers und Paul Strassers, ter wegen homosexueller Verbrechen in das Ausland emigrierte. Der Beginn seiner politischen Tätigleit sieht ihn im Jahre 1919 als überzeugten Die Kunde, daß der Münchener Akten» ater gefunden, daß Otto Strasser der Or- ;anijator dieses furchtbaren Verbrechens, bereng- , iscye Geheimdien st der Urheber sei, hat überall, nicht nur in Deutschland, wie eine Bombe eingeschlagen. In Strömen von Blut sollte der deutsche Abwehrkrieg gegen England erstickt und unser Volk seines Führers und seiner besten Män- 3. weil es der Meinung ist, daß bei Erzielung einer hohen Minderheit die Genfer Entscheidung ohnehin gegen Hikler ausfallen dürfte. Um so mehr Wert aber legte man gerade au Erzielung einer solchen hohen Minderheit durch Propaganda. Neben der Propaganda unter den Katholiken, die schon im Gange ist, sucht man nach Möglichkeiten, unter Öen Hitlerleuten felbft Propaganda machen zu können. Hier hofft man ganz besonders a u mich, da sowohl Marxisten wie Juden (und Katholiken) für diesen Personenkreis nicht in Frage kommen. Ich habe in der gleichen Angelegenheit umgehend mit zwei verschiedenen Leuten wie 5 und 6 gesprochen, wobei Nr. 5 begeistert meinem Saarplan zustimmte, während Nr. 6 (in Uebereinftimmung mit den. Herren 2—4) sich ausschließlich für Propaganda aussprach, wobei er ganz klar zu erkennen gab, daß Frankreich das letzte Wort noch nichi gesprochen habe. — Ich bin heute abend noch mit dem Führer der deutschen Katholiken und Saarkämpfer Nr. 7 zusammen, der d i e Gelder für die „Neue S a a r p o ft" beschafft hat, und werde mich über seine Meinung unterrichten. Zusammenfassend glaube ich, daß nach dem Gesamteindruck mein Plan einer „Aktion" nicht öie notwendige Vorausetzung findet, so daß er aufzugeben ist. Dagegen ist die Propaganda ebenso notwendig wie erwünscht, wobei mir vor allem die Propaganda unter den Nazis selbst zufiele, die teils durch meine Zeitung, teils durch Flugschriften und Broschüren zu erfolgen hätte (wofür ich Ihnen ia einen Plan ausgearbeitet habe). Aus den zahlreichen interessanten Details meiner Gespräche mit den Vorgenannten sowie mit zahl- ner beraubt werden. Aber die unerbittliche Neme- is hat das Verbrechergefindel am Kragen gepackt, die minutiöse, im Stillen arbeitende Organisation unserer Geheimen Staatspolizei hat zum erstenmal in der Geschichte den unumstößlichen Nachweis erbracht, daß dieser ungeheuerliche Mordanschlag — englisch war. Der Attentäter Georg Elser hatte die Untat orgfältig vorbereitet. Gr hatte die Höllenmaschine mit einem Uhrwerk versehen, das die Ladung gerade zu der Zett zur Explosion bringen sollte, da der Höhepunkt der Führer-Kundgebung erreicht worden wäre. Der Umstand, der den Führer veranlaßte, seine Rede kürzer zu fassen, weil staatspolitisch wichtige Geschäfte ihn riefen, verhinderte den Anschlag der britischen. Mordgesellen. Die ungeheure Erregung über das feige Attentat, der Dank für die Bewahrung des Führers durch eine all- roaltenöe Vorsehung, wurde oon der brittschen und französischen Pressekanaille mit den gemeinsten Anwürfen erwidert. Noch am Tage des Attentats, wenige Stunden vorher, hatte der englische Sender Daventry geheimnisvoll von einer „neuen Waffe Englands" gesprochen, die Hitler erzittern lassen würde. Ehe das Deutsche Nachrichtenbüro überhaupt eine Meldung vom Attentat gebracht hatte, konnte eine große Londoner Zeitung, die im Auftrage des Secret Service herausgegeben wird, der „Daily Expreß", als einziges Organ ttiumphie- rend die Mitteilung von dem Münchener Anschlag verbreiten, obgleich das Blatt keine Korrespondenten in Deutschland hat. Die aus Juden bestehende Redaktion dieses Blattes hatte also das Münchener Attentat — ferngeahnt. Vergeblich versuchte Öle englische Propaganda, die Schuld abzuleugnen. Umsonst war das Mühen, andere Faktoren für die Münchener Greueltat verzogenen Sendedienst einzustellen, mußte von deutscher Sette selbst eingegriffen werden, um diese fortgesetzte Mordpropaganda zu unterbinden. Zwei -^-Führer des Sicherheitsdienstes haben befehlsgemäß am 26. Januar 1935 diesen Sender zerstört. In Vollzug der ihm von seinen damaligen Prager Geldgebern erteilten Aufträge versuchte nun Otto Strasser, die nach Deutschland auf dem Funkweg gesendeten Parolen auch praktisch zu verwirklichen. 1936 fanden Vorbereitungen für den ersten Spreng st offanschlag statt. Er sollte ursprünglich im Olympia-Stadion in Vertin während der Olympiade, später anläßlich des Parteitages 19 3 6 in Nürnberg und ichließlich anläßlich des Befuchesdes Duce 1937 zur Ausführung kommen. Otto Straffer bediente sich dabei durch Vermittlung feines engsten Mitarbeiters Friß Beer (Deckname Heinrich G^unowl eines ehemaligen Studenten der Baukunst namens Helmut Hirsch. Dieser Prager Jude erklärte' sich bereit, den Sprengstoftanschlag auszuführen. In zahlreichen eingehenden Besprechungen war der Plan des Anschlages genauestens fettgelegt worden. Als Kirsch mit zwei Höllenmaschinen, die durch ein Uhrwerk zur Explosion gebracht werden sollten und zehn Kilogramm Sprengstoff enthielten, d i e deutsche Grenze überschritt und sich nach Stuttgart begab, konnte er von Beamten der Gestapo noch rechtzeitig fe-ft genommen werden. Hirsch wurde der Staatsanwaltschaft übergeben und am 8. März 1937 zum Tode verurteilt. Das Urteil ist vollstreckt und damals in der deutschen Presse neröffentiuht worden. Nach diesem mißlungenen Anschlag versuchte Otto Strasser — noch immer Im Dienste der damaligen tschechischen Regierung — einen irina -,r* 2aß die Gründe hierfür nicht weltanschauliche, Realistische und selbstlose waren, beweist sein spä- erer Lebensweg. Als Hauptschriftleiter einiger im ‘tampfoerlag erscheinender Zeitungen, an der Spitze er „Nationalsozialist", bemüht sich sein Geltungsrang und sein zügelloser Ehrgeiz darum, politisch im Rahmen der NSDAP, eine besondere politische iiolle zu spielen. Als der „r e v o l u t io n ä r e Sozialist", dem das Wort vom „Gemeinnutz zeht vor Eigennutz" stets ein Fremdwort geblieben □ar und der sich nicht einfügen konnte, seine egoisti- chen Ziele nicht erfüllt sah, verließ er, um dem rohenden Ausschluß aus der Partei zu mtgehen, mit der bekannten theatralischen Erklä- iing „die Sozialisten verlassendie NSDAP." ie Partei und gründete die sogenannte Kampfgemeinschaft revolutionärer Natio- r a l s o z i a l i st e n. Später führte ihn der Verräterweg mit dem Meu- lerer Stennes zusammen. Der erhoffte Einbruch in die NSDAP, gelang nicht, so daß er lediglich lin Gerippe von persönlichen Einzelgängern im Heich zurücklieh, als er im Jahre 1933 zunächst r a d) Wien emigrierte. Sein bisher im Reick irsckeinendes Organ die „Schwarze F r o n t§ irschien nun mit nur geringer Auflage als .Schwarzer Sender" im damaligen Oester- icich. Zur gleichen Zeit wurde im Reich der größte teil seiner Organisation aufgelöst und die Promirenten seiner Mitarbeiter, soweit sie nicht emigriert □aren, hinter Schloß und Riegel gefetzt. Als ihm auch in Wien der Boden zu heiß wurde, flüchtete Otto Straffer nach Prag, wo er sich unter Abstreifung des Scheines des Idealisten eindeutig als hoch- und Landesverräter zum kauf anbot. ein für Geld gedungenes Subjekt fremder Nachrichtendienste und Organ der mit ihm täglich verkehrenden jüdifchen Emigration. Sein engster Mitarbeiter war der unter dem Namen Heinrich Grünow aufiretende Emigrant Friedrich Beer. Seine Zeitung hieß bezeichnenderweife „Die deutsche Revolution", der Geldgeber war die damalige tschechische Regierung Benesch. Sttassers Haupttätigkeit in Prag war neben der Verbreitung von Hetzartikeln in Flug- und Zeitschriften der Versuch, eine einheitliche Ausrichtung eiter Schattierungen der Emigration herzustellen. Sb er dabei die Zahl ferner Anhänger im Reich nit Wissen oder ohne Kenntnis überschätzte, ist belanglos. Es steht jedenfalls nicht fest, ob zu dieser Seit Otto Strasser selbst auch nur im geringsten ioch an die Möglichkeit einer Revolution in Deutschland glaubte. Strasser lebte jedenfalls seit Jahren Ichon ausschließlich von den Geld zu Wendungen ausländischer Nachrichten- ! i e n ft e, denen er versprach, in Deutschland eine Revolution zuwege zu bringen, zumindest aber den Führer zu beseitigen. So machte er im Umi 1934 eine Reise nach Paris, um die französische Regierung zur Unterstützung eines Put- fches im Saargebiet zu bewegen, durch den die Saarrückgliederung unmöglich gemacht werden follte. Nach seinen eigenen Angaben, die in dem rieichzeitig veröffentlichten handschriftlichen Brief lvkumentarisch festgehalten sind, hat damals die französische Regierung diesen Plan a b g e l e h n t, 1« sie den durchzuführenden Umsturz im Reich ohne außenpolitische Belastung 1934 billiger zu erreichen löffle. Im übrigen kamen schon damals die gleichen Bedanken zum Ausdruck, die später den Derhand- Lmgen mit den Leitern des englischen Secret Ser» lüce in den Jahren 1938/39 zugrunde lagen. Jrn Rahmen seiner verräterischen Arbeit setzte Nachstehend geben wir den Wortlaut des im vorstehender Artikel erwähnten handschriftlichen Briefes wieder, in dem Otto Straf» s e r auf feine Pläne, die Saarrückgliederung unmöglich zu machen, eingeht. Eine Na» m e n 5 I i ft e der in dem Brief durch Nummern bezeichneten Personen ist beigefügt. Paris, den 22. 6.1934. Lieber Freund! Ich freue mich, endlich Gelegenheit zu haben, Ihnen einen kurzen Bericht über die bisherigen Ergebnisse meiner Reise zusenden zu können. Nach meiner Ankunft am 18. abends begab ich mich anderntags gleich ZU G. (Nr. 1), mit dem ich kurz meine Pariser Mission besprach, und der bte Verbindung zu Nr. 2 herstellte. Leider war M. C. persönlich abwesend, doch empfing mich fein Pn- vatsekretär, mit dem ich eine stundenlange Aussprache hatte, die abends mit einem gemeinsamen Souper schloß, an das sich am 21. nochmals eine Aussprache bei einer Tasse Tee in meinem Hotel anschloß. Im Zusammenhang damit wurde ich an Nr 3 und Nr 4 verwiesen, mit denen ich ebenfalls Aussprachen von dreiviertel bis eineinhalb Stunden hatte Besonders die Unterhaltung mit 4, der einer der katholischen Führer ist, war oon höchstem Interesse, zumal er besonderer Vertrauensmann von Nr. 2 ist. Das Ergebnis dieser Aussprachen war ungefähr folgendes: Frankreich hält sich strickt an den Vertrag und hat für Experimente an der Saar deswegen kein Interesse weil es 1. fürchtet, daß man ihm die Verant Wartung dafür zuschieben würde; 2 weil es hofft, daß bis zur Abstimmung wesentliche Aenderungen im Reich eintreten; W )er A» em hi» i) Dw ntel tti goibctj estG Desaitz yeklch fchch!; 9 n is« ich brr eldstch ' fonnit letkgkt reichen deutschen und französischen Bekannten (darunter ein langes Gesträuch mit Nr. 8) sind u. a. folgende Einzelheiten interessant: 1. Nach neuesten Nachrichten soll Amerika bereit sein, einer „aenrilberten" deutschen Regierung erhebliche Rohstoftkredite einzuräumen; desgleichen will Frankreich in diesem Fall das 300 000 Mann-Heer gewähren, wenn aleichzeittg Deutschland nach Genf zurückkehrt. Welcke personellen und sachlichen Sicherungen für diese „Milderung" verlangt werden sollen, war eindeutig nicht zu erfahren. Allem Anschein nach versteht man darunter eine Kabinettsumbildung im Reich, an die ich persönlich nicht recht glaube. Sollte sie aber kommen, so würde es sich nur um einen Schachzug Hitlers handeln, um obige Geschenke des Auslandes zu erbctlten. 2. An unsere Herren als „Nationalbolschewisten" glaubt man sehr. Für das große Interesse, das man an uns nimmt, $euat u. a. der Artikel, den ich Ihnen gab, sowie die Zusicherung, wöchentlich im Straßburger Sender Auszüge aus meiner Zeitung zu bringen. Alles in allem bin ich mit dem Erfolg sehr zufrieden und hoffe Ihnen durch eine große Propaganda an der Saar und im Reich entsprechend nutzbar machen zu können, wobei ich nach wie vor um Ihre feste Mitarbeit bitte. In diesem Sinne grüßt und Handschlag! Ihr (gez.) Otto Strasser. Liste: Nr. 1. Minister des Innern a. D Grzesinski, Rue de l'Abbö Rousselet Nr. 7. Nr. 2. Ms. Cornmere, Quai d'Orsay. Nr. 3 M. Recouly, Cditions de France, Avenue Rapp 20. Nr.4. Mr. Robert d'H arcourt, Rue de Gre* nelle 113. Nr. 5. Graf Michael Karolyi. lch- W .tut-f to‘ * tote* de» «* _ »iell»i leitfel» - uf »-- > omffl«r ahm **][ Man k m dusf verhau lis?" bei Ile, f>;; ■s intsA# A Jtf§ >x am ’fte'» 3*j. t t A-W- »•®p elf Größtes Aufsehen in aller eniges, schrieb mit krei- und Zeitschriften. Front", bereit, zeigt, unerschütterlich die .^Innere Die Strafmilderung Don Karl Robert Popp. — Jugoslawiens junger König und sein Land" betitelt sich die neueste Ausgabe der Jllustrir- t e n Zeitung, die interessante Bild- und Textberichte über dieses Land und die deutsch-jugoslawischen Beziehungen enthält. Der übrige Inhalt des Heftes bringt interessante Berichte von der die Urheber und Geldgeber des Attentats seien Mitglieder des britischen Geheimdilenstes". lano aroR uno nuri niuiym ivuuu, ivut uuu; vu ------- , Schwaz geflüchtet und stand mit dem britischen schlags waren, und wir werden die Kriegs-und Morddienst in inniger und klingender Verbindung. Mordhetzer in London schon zu packen wissen. Als das Attentat erfolgt war, sagte — nach neu- Dieses Gesindel muß ausgerottet werden, damit tot traten Blätterstimmen — dieser Halunke, er freue! Völker der Erde endlich wieder frei atmen können. Der Funkverkehr mit dem britischen Geheimdienst Der Gandner war kein unrechter Mann seine Vurgl sonst ein braves Weib. Ihr Ehehimmel hätte in ungetrübter Heiterkeit über ihnen leuchten können, wenn der Gandner nicht ein Freund des Tiroler Roten gewesen wäre und die Burgl durchaus kein Verständnis für eine solche Freundschaft gehabt hätte. Da sie zudem ein hitziges Blut besaß und die Anlage zum Keifen in sich trug, entwickelte sich die Burgl im Laufe der Jahre zu einer weltberühmten Kratzbürste, und wenn der Gandner nach ihrer Meinung einmal zu spät aus dem Wirtshaus heimfand, dann hörte man ihre Stimme noch in den benachbarten Dörfern. Lustaufklärung über England. Geringe Feindtatigleit im Westen. Berlin, 22.Nov. (DNV.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An einzelnen Stellen der Westfront geringe Artillerietätigkeit. Die Luftwaffe klärte am 21. November wiederum über englischem Gebiet bis Scapa Flow auf. Die Aufklärung über französischem Gebiet wurde auf Südfrankreich ausgedehnt. Zum Schuhe der deutschen Westgrenze wurden am 21. November, ebenso wie an den Vortagen, zahlreiche Jagdflieger eingesetzt. Diese blieben ohne Berührung mit dem Feind. Auch die in der Luftverteidigungszone West eingesetzte Flak- ar litt er ie fand keine Veranlassung in Tätigkeit zu treten. Abermals deutsche Flieger über London. Amsterdam, 22.Nov. (DNB.) Nachdem erst gestern London durch deutsche Flieger aufgeschreckt wurde, hat sich der Besuch deutscher Luft- streitkräfte über der englischen Hauptstadt heute wiederholt. Abermals wurde, da die Flugzeuge ganz überraschend erschienen, kein Alarm gegeben. Die deutschen Flugzeuge flogen, wie auch am Vortage, sehr niedrig über London dahin, so daß das völlig überraschte Publikum aus den Straßen und Plätzen die Eisernen Kreuze auf den Maschinen deutlich erkennen konnte. Die deutschen Maschinen setzten, nachdem sie längere Zeit über London gekreuzt hatten, ihren Flug t n s richter den Zerknirschten genügend zurechtgestaucht hatte, zeigte es sich, daß auch ein gestrenger Richter ein Herz haben kann, denn er entließ den Gandner am Ende mit einer bloßen Verwarnung. Hochbeglückt beschloß der Erlöste, diesen Tag ge- bührenid zu feiern, und als ihm im „Roten Ochsen" ein schlauer Einfall kam, nahm er den Abend und die Nacht Dam. Die Burgl tat inzwischen kein Auge zu und horchte immer wieder nach der Haustür, während sie hart mit sich ins Gericht ging. Der Gandner kam aber nicht nach Hause. Erst am nächsten Mittag traf er im Dorfe ein und hatte das Aussehen eines völlig gebrochenen Menschen. Unter der Haustür sank er fast zusammen, und die Burgl, der es einen Stich durch das Herz gab, rannte herbei und führte ihn weinend in die Kammer. Der Gandner aber erzählte lallend, daß sie ihn in ein stockfinsteres Kellerloch gesperrt hätten, in dem es von Ratten nur so wimmelte. Vierundzwanzig Stunden sollte er da drinnen aushalten! Da sie ihn aber am Morgen halbtot aus dem Kerker gezogen hätten, sei er entlassen worden, um sich erst einmal zu erholen. Am kommenden Sonntag aber müsse er die restlichen zwölf Stunden absitzen, da gebe es kein Erbarmen. Damit fiel er auf fein Lager, und die Burgl konnte sehen, wie ihn die Kerkerhaft mitgenommen hatte, denn er schnarchte bis in den frühen Morgen hinein. erzähle, riß der Amtmann die Augen auf und ließ sich von der Burgl eingehend Bericht erstatten. Dann schmunzelte er ein Weniges, schrieb mit kreischender Feder eine Anweisung auf einen Bogen Papier, drückte den Amtsstefnpel darunter und versiegelte sorgfältig das Schreiben. „Ist recht, Burgl", sagte er dann freundlich zu der Strahlenden, „gib den Brief da morgen früh dem Ortsrichter. Der Gandner braucht nicht in die Stadt zu kommen. Sag' ihm aber nichts davon, weißt, es soll eine freudige Ueberraschung für ihn — Dolkstod in Frankreich, bedrohlicher Abfall der Geburten in England und demgegenüber ein stetist sich steigender Lebenswille in Deutschland, das fmu die augenfälligen Ergebnisse einer bevölkerungspolt- tischen Bettachtung, die im soeben erschienenen. Novemberheft der Zeitschrift „Neues D o l fr Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP-- zum Krieg zwischen den Demottatien und dem- „Hitlerjsmus" angestellt wird. Eindrucksvolle Bild- beitrage behandeln die „Deutsche SLndung inr Osten" sowohl, als die Hilfe, die deutsche Organisation den Flüchtlingen und den Opfern des polnischen Terrors sofort und wirksam gebracht hat. der Heimat aber steht, wie ein letzter BildartikeL Als der Gandner acht Tage später seine Vor- ladung in die Stadt erhielt, ging die Burgl recht scheu und gedrückt um ihn herum, denn sie hatte ihre Voreiligkeit schon arg bereut Es war ein wei- ter Weg bis zum Amt hinunter, und der Gandner stärkte sich unterwegs in etlichen Wirtshäusern, teils um sich Mut anzutrinken, teils, um die Untat der Burgl zu vergessen. So trat er ein wenig schwankend in das Verhandlungszimmer und fand, daß die Begrüßungsworte des Amtmanns hätten herzlicher fein können. „Schnapsbruder! Verkommenes Subjekt! Das waren noch die milderen Ausdrücke, mit denen er ihn empfing. Der Gandner klammerte sich an eine Stuhllehne und ließ eine Ansprache über sich ergehen, die an Derbheit und Deutlichkeit ober auch garnichts zu wünschen übrig ließ. Als der Amts- cf) e n gesendet werden. Die Einzelteile wie Kondensatoren, Transformatoren, Schalter usw. sind rein englischen Ursprungs mit Ausnahme der verwendeten Metallröhren. Die Röhren, die oben schon näher bezeichnet sind, find amerikanischer Herkunft. Der Ausbau verrät, daß das vorliegende Gerät keine Einzelanfertigung, also kein Bastelgerät ist, sondern in mehrfacher Ausfertigung existieren muß. Bei diesen Geräten ist bewußt auf jedes Instrument verzichtet worden. Man behalf sich mit leicht auswechselbaren Resonanzlämpchen. Die Bedienung des Gerätes ist für einen mit der Materie wenig Vertrauten leicht möglich. Bemerkenswert ist, daß auch dieses Gerät f o schlecht war, daß der erwünschte Funkverkehr nur mit Hilfe guter deutscher Ver« ft örter verbessert durchgeführt werden konnte. Verdrehungsversuche des Londoner Rundfunks. Die kommenden Tage waren eine harte Strafe für die Burgl. Sie ging herum wie das böse Gewissen selber und konnte den Gandner schier nimmer anschauen, denn wenn der Mann schon einmal den Mund auf tat, dann sprach er vom Kerker und ließ den Kopf immer trübseliger hängen. Inwendig war der Hallodri freilich voller Freude und beglückwünschte sich häufig zu seinem schlauen Einfall, der ihm einen zweiten Freudentag bescheren sollte. Als die Burgl das Elend nimmer mit anschauen konnte, sagte sie zum Gandner, ihre Schwester im Nachbardorf fei erkrankt und verließ ihn am Samstag früh. Das war ihm sehr recht, denn die trübselige Miene wollte gerade an diesem letzten Tage nicht recht gelingen. Immer, wenn er von Kerkern und Ratten sprach, tauchten vor seinem geistigen Augen gebratene Kastanien und Tiroler Roter auf, so daß häufig genug aus dem schmerzlichen ein verklärtes Lächeln wurde. Die Burgl aber ging nicht zu der Kranken, sondern geradwegs in die Stadt hinein. Sie wollte vor dem Amtmann einen Kniefall tun, wenn es sein müßte, um ihren Gatten freizubitten. Als sie ihm von dem finsteren Kerker und den bösen Ratten Innere Englands fort. Dos englische Abwehrfeuer blieb völlig unwirksam. Die englische Presse muß zugeben, daß die Be- vAkerung durchdas eigene Flakfeuer auf bas schwerste gefährdet wurde. Der Luft, schütz klappte in keiner Weise. So durchschlugen die Splitter der englischen Geschosse das Dach der Turnhalle einer Schule, während die Schüler gerade auf dem Schulhof versammelt waren. Irgend ein Fliegeralarm war nicht gegeben mor« den, sodaß die Kinder von den herabfallenden Split- tern der Geschosse der eigenen Artillerie völlig überrascht wurden. Deutsche Flugzeuae konnten auch die Orkney-Inseln ungehindert überfliegen. Die deutschen Maschinen überflogen in, ganz geringer Höhe auch die Stadt Kirkwall. In der Gegend des Firth of Forth in Nordostengland und an der schottischen Ostküste konnten die Bewohner die deutschen Kennzeichen an den Maschinen nfit bloßen Augen erkennen. Nordwestfrankreich hatte zweimal Fliegeralarm. Brüssel, 23. Nov. (DNB.) Wie Havos meldet, muhte in Nordwestfrankreich am Mittwoch wieder Fliegeralarm gegeben werden, der anderthalb Stunden dauerte. Auch am Dienstagabend waren in der gleichen Gegend deutsche Flugzeuge erschienen. Französischer Fischdampfer von einem U-Boot versenkt. San S e b a st l a n, 23. November. (DNB.) Am Dienslagmittag versenkte ein deutsche U-Boot im Atlantischen Ozean den französischen Dampfer „Balyes 2“, welcher eine Mischladung im Werte von 100000 Franken mitführte. Das Schiff wurde durch fünf Schuß versenkt, nachdem der Kapitän und die Ibköpfige Besatzung in die Rettungsboote übergestiegen waren. Das ll- sich darüber Snd nehme an, daß es das Werk seiner Freunde gewesen sei. Dann fuhr Strasser zur Zentrale der Mörderorganisation nach London, wo er wohl die Belohnung für seine Schandtaten empfangen haben dürfte. Auch dieser Lump und Hochverräter ist nur ein Werkzeug des Secret Service, jener Mörderorgam- fation, die seit den Zeiten der Königin Elisabeth und Cromwells im amtlichen englischen Auftrag überall in der Welt Revolten entfesselte und Mor- derhände bewaffnet. Am 9. November, einen Tag nach dem feigen Attentat, versuchten vom Haag, der Zentrale dieses Morddienstes für Westeuropa, deren Leiter Kapitän Stevens und Mister Best die deutsche Grenze bei Venlo zu überschreiten und wurden von der sofort nach dem Münchener Anschlag alarmierten deutschen Staatsgewalt festgenommen. Die englische Negierung wird diese Tat- suche, daß Nfie der deutschen Ueberwachung „auf« gesessen" ist, als Sturz aus allen Regionen empfinden. Der Londoner Rundfunk mußte die Verhaftung der beiden Hauvtagenten des Secret Ser- oice bereits zugeben. Wir aber haben Die Mörder, mir wissen, wer d i e U r h e b e r des An- Einmal ist es ganz schlimm mit ihr gewesen, und sie hat einen förmlichen Tobsuchtsanfall bekommen. Da langte der Gandner um feiner Ruhe willen unter das Bett und warf feinen Schuh nach der besseren Hälfte. Er ist sonst ein schlechter Schütze gewesen und schoß beim Fest gewöhnlich neben die Scheibe, aber heute traf er die Burgl mitten auf die Nase. Die Burgl war ein resolutes Weib und hatte eine stammhafte Nase. Für einen genagelten Bauern schuh war sie indessen doch nicht geschaffen und lief zum Entsetzen des Ehemannes alsbald zur ansehnlichen Größe einer mittleren Männerfaust auf. Mit diesem sichtbaren Beweis im Antlitz eilte die Burgl schreiend zur Polizei und gab den Tot- schläger an. Sie bat himmelhoch, den Mörder gleich in Ketten zu legen, aber der Gendarm winkte ab und begnügte sich damit, einen sinnvollen Bericht über den blutigen Vorfall zu verfassen. Berlin, 22.Nov. (DNB.) Die Aufdeckung des Münchener Attentats, die näheren Umstände sowie die Hintergründe dieses Verbrechens haben in aller Welt sensationelles Aufsehen erregt. Die N e u - yorker Abendpresse bringt die Mitteilung über die Verhaftung Elsers sowie die Derlautbarrmg über die Gefangennahme der beiden britischen Geheimagenten in größter Ausmachung. Die verzeichnen auch die deutschen Hinweise aus Die britische Terroristentätigkeit im Haag und Die erfolgreiche Fühlungnahme des deutschen Sicherheitsdienstes mU dem Intelligence Service, eine Fühlungnahme, die, wie Der deutsche Bericht ironischer- weste betone, bis zuletzt bestanden hat. Die USA.=23Iätter veröffentlichen die in ihren Archiven liegenden kürzlichen Pariser Aeußerungen 011 o Strassers, aber auch die Meldung Des Londoner „Daily Sketch" vom 17. November, Die besagt, daß Strasser in London erwartet werde, wo er nach Ansicht der britischen Behörden London „gute D i e n st e" leisten könne. Auch die „23 r e m e" in Belgrad laßt sich ausführlich melden, daß in Schweizer Kre i s e n Der Erklärung Otto Strassers gegenüber einem Vertreter des Paris Soir jetzt besondere Bedeutung beigemessen werde. In diesem Interview erklärte Strasser, er habe sogleich bei Den ersten Nachrichten von diesem Anschlag Die Meinung vertreten, daß ste das Werk seiner Freunde fei. Das Ausland wertet diese Verlautbarungen als eine ganz eindeutige Bestätigung der Ergebnisse der Untersuchungskommissionen Der deutschen Sicherheitspolizei-, es stempelt sie zu einer schweren Anklage gegen die geistigen Urheber dieses einzig dastehenden niederträchtigen Verbrechens, die i n England sitzen und nun die Gelegenheit haben, für ein beispielloses Verbrechen ihrer Subjekte moraltriefenDe Beschönigungen zu suchen. In Rom hat man mit lebhafter Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß es Der deutschen Polizei in kürzester Zeit gelungen ist, Des erbärmlichen Attentäters habhaft zu werden und den unwiderleglichen Beweis dafür zu erbringen, daß das Intelligence Service hinter Dem ruchlosen Anschlag auf Das Leben Des Führers steht. Gerade- zu ein Meisterstück Der Geheimen Staatspolizei sei auch die Verhaftung des Leiters Des englischen Ge. Heimdienstes für Westeuropa und eines feiner eng. ften Mitarbeiter an der deutsch-holländischen Grenze. Größte Beachtung in Der dänischen presse. Kopenhagen, 22. Nov. (Europapreß.) In der Berichterstattung über die Aufdeckung des englischen Bombenattentates von München läßt die dänische Presse in ihren sensationellen Schlagzeilen-Berichten bei Den Lesern auch nicht Den geringsten Zweifel Darüber bestehen, daß Die Deutschen Anklagen über Den englischen Mordanschlag auf den Führer voll und ganz Den Tatsachen entsprechen. Rücksichtslos stellt man sich hier hinter Die Erklärung Des Chefs Der deutschen Polizei und versieht die Berliner Meldungen mit Überschriften wie: „Die englische Secret Service — Zentrale in Holland bezahlte Die Unkosten Des Verbrechens", ,L)er Ort Der Verschwörung: Die englische Zentrale im Haag", „Das Münchener Attentat voll aufgeklärt" (National Tidende") ober „Das Secret Service als Finanzier" („Berlingske Tidende"). „Sozialdemokraten" versieht die Beweismeldung über Die englische Anstiftung mit Den Worten: „Zwei Leiter Des englischen Geheimdienstes in die deutsche Falle gegangen". Wenngleich auch Die Blätter noch keine eigenen Kommentare veröffentlichen, so läßt doch die sensationelle Aufmachung der seitenlangen Berichte erkennen, wie man sich zu Dem Mordversuch von München stellt. B e r l i n, 23. Nov. (DNB.) Der Londoner Rundfunk hat sich nun doch nach mehr als halbtägiger Anstrengung zu der amtlichen deutschen Mitteilung über Die Urheber des Münchener Attentats etwas abgerungen. So berichtete er Mittwochnachmittag, Die deutsche Presse werde völlig beherrscht von Der Aufklärung Des Münchener Attentats, Die Der Londoner Rundfunk, Der ganz vom Lügenministerium abhängig ist, natürlich nicht zu- geben Darf und deshalb als „Geschichte, Die die Gestapo üoer Die Verhaftung des Urhebers des Münchener Attentats erzählt" bezeichnet und mit Verdächtigungen gegen Die deutsche Geheime Staatspolizei Die alten Märchen Der deutschfeindlichen Agitation im Zusammenhang mit Dem Reichstagsbrand aufzuwärmen versucht. Scheinheilig leugnet der Londoner Rundfunk jegliches Wissen um irgendwelche Zusammenhänge Londons mit dem Attentat, indem er weismachen will, daß der Attentäter weder Der Londoner Regierung noch den Agenten Des Geheimdienstes bekannt fei. Er vergißt dabei aber ganz, daß er, Der Londoner Rundfunk selbst, es erst noch vor kurzem für nötig gehalten hat, Die Meldung zu verbreiten, daß Otto Strasser, der feinen ständigen Wohnsitz in der Schweiz habe, in Paris eingetroffen sei. Trotz dieses doch sehr eindeutigen Beweises, daß man in London schon damals ganz genau über die Zusammenhänge mit Dem Attentat von München Bescheid wußte, findet es der Londoner Rundfunk „phantastisch, daß von Deutschland Die Behauptung aufgestellt werde, Berlin, 22.Nov. (DNB.) Mit Dem von Den Vertretern Des britischen Intelligence Service den ^-Führern als den vermeintlichen Abgesandten einer innerdeutschen Opposition übergebenen Gerät gelang es, unter Benutzung Des von dem Vertreter des Intelligence Service Kapitän Stevens im Haag den Beamten der Sicherheitspolizei ausgelieferten Geheimkode Die Verbindung mit Der englischen Regierung bzw. Dem britischen Intelli- gence Service aufzunehmen unD volle 21 Tage aufrechtzuerhalten. Der Inhalt Der Dabei gewechselten Funksprüche mit Der vermeintlichen Revolutionsgruppe in Deutschland ist ebenso Aufschlußreich wie Dumm. Sie werden bei ihrer Veröffentlichung einen Einblick in Die trostlose Geistesverfassung Der regierenden Schicht des heutigen Englands geben. Dieser Verkehr Der deutschen Sicherheitspolizei mit Der britischen Reaierung bzw. Dem englischen Secret Service in London roürDe om 22. November, 10.10 Uhr von unserer Seite mit folgendem Abschickdsfunkspruch beendet: „Auf Die Dauer ist Die Unterhaltung mit eingebilDeten und törichten Menschen langweilig. Sie werden verstehen, daß wir abbrechen. Es grüßt herzlichst Die Euch wohlgeneigte deutsche Opposition. Die deutsche Gestapo." Da Die Aufdeckung Der englischen Spionageaktion trotz Der deutschen Veröffentlichung um diese Zeit anscheinend Der Funkstelle Des englischen Geheimdienstes noch nicht bewußt geworden war, haben die beiden englischen Funker I n m a n und Walsh auf diesen letzten Funkspruch noch ebenso bieder wie stupide quittiert. < Das Empfangsgerät des britischen Geheimdienstes. Berlin, 22. Nov. (DBN.) Der Sender ist in einem schwarzen Holzgehäuse verschließbar unter» gebracht. Das Gerät wird einerseits wie ein Rundfunkempfänger an eine Steckdo f e angeschlos» fen, andererseits an eine gute Rundf un k- an t en ne. Wegen seiner kleinen Ausmaße von 20 mal 20 mal 25 Zentimeter und seines geringen Gewichtes von zirka 12 Kilogramm kann er unauffällig untergebracht werden. Es ist somit Das geeignete Gerät D^s Schwarz- senders. Der Sender ist quarzgesteuert, zweistufig und hat eine Leistung von zirka 20 Watt. Die Röhrenbestückung ist eine Röhre 6V6 und zwei Röhren 6L6E. Mit ihm können nur Mors ezei» tmtworMch zu machen. Der ßonDontr Rundfunk verflieg sich zu Der Behauptung, aus Den Kreisen Der alten Kämpfer Der NSDAP, sei dieser Anschlag erfolgt, und noch vor wenigen Tagen wurde die giftige Lüge verbreitet, Der ehemalige deutsche Kaiser sei an Dem Anschlag beteiligt, Da er sich für Die angebliche Erschießung des Kronprinzen und anderer Mitglieder seines Hauses habe rächen wollen. Die Dummheit und Verlogenheit feierte schmutziae Orgien, aber Der Blutfleck sah an Englands Hand, und vergeblich versuchte die britische Propaganda diesen Blutfleck auszulöschen. Die Beziehungen des Täters zu Otto Strasser und von Dort aus zum Londoner Secret Service sind klar. Das Werkzeug, Der Mordbube Georg Elser, war von Otto Strasser gedungen. Dieser Literat, der, als Verräter von der nationalsozialistischen Bewegung ausgestoßen, nach Dem Prag des Freimaurers Benesch gegangen war und Dort im Auftrag geheimer Mächte ein Blatt „Die schwarze Fahne" herausgab. Die schon Durch ihren Titel sich zum Anarchismus bekannte und Die verlogensten Angriffe gegen alles brachte, was Deutschland groß und stark machen wollte, war nach der — Im Novemberheft der Zeitschrift „Das inne r e R e i ch". (Verlag Alb. Langen/Georg Müller, München), beginnt Der Herausgeber Paul Alverdes ein „Tagebuch in dieser Zeit" zu veröffentlichen, dessen erster Teil sich mit unserem Verhältnis zu England beschäftigt. Von nicht geringer Aktualität ist Der kenntnisreiche Aufsatz von Heinrich Zillich über „Deutsche Kultur und Sprache im Osten". Von Den übrigen Beiträgen seien — außer Ge» dichten von Brockmeier, Claudius, Rainer Schlösser, Graf Podewils und Walter Sachs genannt der Aufsatz über Den künstlerischen deutschen Film (von Gunter Groll), Der mit guten Holzschnitten ge« schmückte Beitrag von Paul Dietrich, Raschkes De« trachtungen (Kassandra), und Die überraschend zeit- gerecht klingenden Wyrte von Clausewitz über Krieg und Politik. — „Beherrscht Großbritannien die Meere?" ist die Frage, Die in einer lesenswerten Untersuchung Das Novemberheft von Westermanns Monatsheften beantwortet. Unmittelbar aus Den Zeitereignissen heraus sprechen auch Die Beiträge über „Deutsche Dichtung aus Polen" von Universitäts-Professor Heinz Kindermann und über die „Front der Frauen". Der halb vergessene Maler- Romantiker Kersting erweist in farbigen Wiedergaben seiner Hauptwerke eine echte deutsche Ge- mütstiefe. lieber Leistung und Erfolg Der deutschen Werkbüchereien gibt Der Organisationsleiter Der zuständigen Reichsarbeitsgemeinschaft einen erfreulichen Ausweis. Außerdem sind hervorzuheben Erzählungen, Gedichte und andere Beiträge von Loh. Linke, Rud. Paulsen, Kurt Eggers. werden." Der Sonntag Dämmert herauf, und Die Morgensonne lächelte über Das trübselig-scheinheilige Gesicht des Gandnerbauem, Der sich seinen besten Janker herausholte und heimlich über das glückliche Gesicht der Burgl nachdachte. Als er reisefertig war, kam Der Gemeindediener und führte ihn,, obwohl er sehr ungehalten über diese Störung war, zum Richter. „Bist schon ein Glückspilz, Gandner", meinte Der und schob ihm Das Schreiben Des Amtsrichters hin. „Da schau her! Du darfst die übrigen zwölf Stunden hier bei uns im Spritzenhaus ab sitzen. Zieh Dir also Dein Werktagsgewvnd an und bring Dir einen Stuhl mit, damit wir Dich einsperren können. Zu trinken gibt's Den ganzen Tag nix, Das steht hier und Du hast's gelesen!" Dem Gandner versank während solcher Worte eine ganze Welt voll Fröhlichkeit. Er wehrte sich mit Händen und Füßen gegen Die gnädige Strafe und schrie, er lasse sich Nichts schenken. Absitzen wolle er seinen Arrest, aber richtig und Drinnen in der (Stabt! Schließlich erbosten sich Richter und Ge- meinDebiener über Den undankbaren Menschen und steckten ihn ohne weitere Vergünstigung in Das Spritzenhaus. Da saß er Den ganzen schönen Sonn» tag lang neben der Feuerspritze und zerbrach sich Den Kopf Darüber, wie er zu Der Strafe gekommen sein mochte. Westfront und dem Krieg zur See -in- farbige Einstak der Frau und'in d-r Ms- fetoft W Wiedergabe de- Eema de- Walzwerk van Prost I tz ollen Forderungen gerecht zu wertz-n. di« Arthur Kampf anläßlich seines 75. Geburtstages (j an {ie stellt, und einen mit aufschlußreichen Zeichnungen ver- un,ere an 1ieuL jehenen Artikel Treffer auf britischen Schiffen", i m-iuj-uuii ■ L'> ■ ; x ','? ??4 " -< nu vx.< <-■>< Z, .«IM^ z^l? - - v <• ->- J V V?" MM UW TI I ■ .v'j/ » x WW A> -<• A ■"- li t)W 10 \ Pfg.J So sieht eine Seemine aus Seba- !oof begleitete die französischen Seeleute bis zu vnem spanischen Fischerboot, welches von den deut. Yen U-Bootleuten mit „Arriba Lspana" begrüßt, IN. 15 meld« ittwoi ’rben, d« Diensch eutsch! logen-Expedition habe an das Kohlenkommisiariat In Moskau einen Bericht geliefert, aus dem hervorgehe, daß von polnischer Seite diese Schätze nicht ausgewertet und aller Wahrscheinlichkeit nach überhaupt nie entdeckt worden wären. Es handle sich um mindestens 100 Millionen Tonnen leicht zugänglicher Anthrazit- sowie weicher Kohle. An vielen Stellen reichten die Vorkommen bis an die Oberfläche. Die Kohlenvor- kommen seien für Rußland von entscheidender wirt- schaftlicher Bedeutung, da man hierdurch einen großen Exportüberschuß erreiche. bald es die militärischen Rücksichten gestatten. Deutschland hat in diesem Sinne auch Minenwarngebiete bekanntgegeben. Ob die militärischen Rücksichten dies gestatten, ist selbstverständ- lich einzig und allein Gegenstand der deutschen Entscheidung. Die Engländer können sich auch nicht darauf berufen, daß unter dem Haager Abkommen das Auslegen von Minen vor den Küsten und den Häfen des Gegners verboten sei. Dies ist nämlich nur dann untersagt, wenn es zu dem alleinigen Zweck geschieht, um die Handelsschiffahrt zu unterbinden. Die Engländer selbst sind schuld daran, daß auf den Handelswegen und im Küstenvorfeld mit der dauernden A n - Wesenheit britischer Kriegsschiffe zu rechnen ist, gegen die eine Minenverwendung zulässig ist, wobei die Bekanntgabe eines Warngebietes ebenfalls nach dem Haager Abkommen nicht eher in Frage kommt, als bis der militärische Zweck erreicht ist. Natürlich haben die Engländer das Recht, ihre Hoheitsgewässer gegen das Eindringen des Feindes zu schützen. Dieses Recht ist ihnen ebenfalls durch das Haager Abkommen verbürgt. Wenn die englische Oeffentlichkeit bekümmert fragt, warum die britische Admiralität von diesem Recht keinen Gebrauch macht, so liegt die Antwort auf der Hand. Die britische Admiralität ist eben nicht in der Lage, die britischen Gewässer und Zufahrtsstraßen zu sichern. Statt dessen versucht sie nun, diesen Versager auf dem Gebiet der Propaganda auszugleichen und setzt falsche Behauptun-. gen über die Paragraphen des Völkerrechtes in Umlauf. Chamberlain kündigt neuen britischen Piratenstreich an. die k ter qu »er U Wnd» er Xim, f M wam >en Mi, en Sch ilig iitml ten out erfklep nz gerb 3n ta orbofh ) stliist, nnzech nnen. e Schiffbrüchigen übernahm und in San Ilan an Land fehle. Riesiges Kohlenvorkommen in der Westukraine. ,Das ii>? >rg 5D® 11 Weck öffentliche! Minis \ AltuK irich im W außer fr -r SchG mannt fr Nm (* hnitten I* Wsk über jW oWeik n üb,, 'er ok •;N tlarUr. eht b» 5 .ä Hollar Haag- " (4 als g, ernokis w» alle I ch teil >ßt boj gen l Nrfiii Stockholm, 22. Nov. (Europapreß.) Heber rie- ize Kohlenvorkommen in der Westukraine berichtet „Stockholms Tidningen" aus Moskau. Eine Geo- Durch Englands Schuld gibt es keine reinen Handelswege mehr Eine deutsche Feststellung zum Minenkrieg. Neuer Schlag Englands gegen die Neutralen. Die angekündigte Verschärfung der Blockade nach holländischer Meinung ein glatter Rechtsbruch. Auf Anweisung der britischen Admiralität ins Verderben gefahren. Oer Kapitän der „Cerukuni Maru" berichtet über die Katastrophe seines Schiffes. setze, um dann jedoch die Katze aus dem Sack zu lassen und großtönend zu verkünden, daß die britische Regierung nicht gewillt sei, diese Art der Kriegführung ohne Repressalien hinzunehmen. Der englische Premierminister macht sich zwar nicht die Mühe, auch nur mit einem Wort den Beweis für seine Anschuldigungen anzutreten. Wichtig ist für ihn ja auch lediglich die Konse- q u e n z, die er aus der angeblich deutschen Völker- rechtsverletzung zu ziehen gedenkt. Ohne weitere Umschweife erklärt er, daß demnächst ein königlicher Erlaß verkündet werde, der dieKaperung der Ausfuhr deutscher Herkunft auf hoher See anordnen werde. Das ist Englands Methode: einen Krieg entfesseln und sich über den Krieg entrüsten. Die neutralen Länder erkennen in immer stärkerem Maße die englische Kriegspolitik. Wir hoffen nur, daß Herr Chamberlain, dem das Urteil der Neutralen offenbar völlig gleichgültig ist, sich darüber im klaren ist, daß das nationalsozialistische Deutschland, wie es das bereits in den letzten Monaten bewiesen hat, gewillt und in der Lage ist, keine britischen Provokationen ohne G e g e n s ch l a g hinzunehmen. Berlin, 23. Nov. (DNB.) Der britische Mi- sterpräsident Chamberlain hat Dienstag im Un- irhaus wieder wie so oft „Erklärungen" abgegeben, sich im Rahmen der bekannten britischen Heuche- ic bewegen. Die Ausführungen Chamberlains stan- rn unter der peinlichen Festellung der englischen resse der letzten Tage, daß trotz der schon bisher eit über das völkerrechtlich Zulässige hinausgehen- . n britischen Handelskriegsmaßnahmen der Erfolg er englischen Blockade keineswegs gewährleistet i. Es sei vielmehr erforderlich, auch die putsche Ausfuhr auf neutralen Schis- kn vollkommen zu unterbinden. Für icfen neuen Piratenakt gegen die neutralen Staa- m glaubt Herr Chamberlain nunmehr eine ,/lechtsgrundlage" in dem Begriff der „R e p r e s - silie" gefunden zu tyabyx. Er scheut sich hierbei nicht, noch einmal mit dreier Stirn alten Lügen neue hinzuzufügen. Diesmal Rauptet Herr Chamberlain einfach, der Untergang )t s holländischen Passagierdampfers „S i m o n B o- v a r" im Kanal sei durch geheime, entgegen den Bestimmungen des Haager Abkommens gelegte deutsche Minen verursacht, spricht phari- scerhaft von der Verletzung der Menschlichkeitsge- Unser Bild läßt In einem Durchschnittsmodell den Mechams- mus einer Seemine erkennen. Man erkennt deutlich rechts und links der Modellmine von natürlicher Größe die B l e i k a p p e n, in denen sich eine Glasröhre befindet. Stößt ein Fahrzeug gegen eine der Bleikappen, so wird die Glasröhre zerstört und die darin enthaltene Flüssigkeit (Chromsäure) wird durch dünne Röhren weitergeleitet, um ein elektrisches Element in Tätigkeit zu setzen. Der elektrische Strom bringt die im unteren Teil der Mine befindliche Zündkapsel zur Explosion, und die darüber gelagerte zentnerschwere Pulverladung gelangt zur Sprengung. Der obere Teil der Mine, der teils ausgeschnitten ist, ist der Schwimmkörper. Die Mine steht hier auf einem Minenstuhl. Durch einen Salz- block, den man hier nicht sieht, »st die Mine mit dem Minenstuhl verbunden. Wird die Mine ins Wasser gelassen, so löst sich das Salz auf, die Mine wird frei und strebt an di e Wasseroberfläche. Das Tau, das die Mine mit dem Minenstuhl verbindet, wird vor dem Legen der Mine auf eine bestimmte Tiefe eingeklemmt. Die Mine ist, wie die letzten Kriegsereignisse beweisen, ein recht gefährliches Kampfmittel. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Tokio, 23. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Der in- -vischen in London eingetroffene Kapitän des an Er britischen Ostküste gesunkenen japanischen Damp- li9 „Cerukuni M a r u" erklärte: Sein Schiff ji am 19. 11. um 10 Uhr bei Bowes im Kanal engetroffen und habe sich entsprechend den Anweisungen der britischen Regierung dort aufgehalten. 20.11. um 15 Uhr habe die britische Regierung ijm eine Route angewiesen, der das kchiff folgen könne. Gleichzeitig habe die britische Regierung der „Cerukuni Maru" besondere (ignalvorrichtungen übermittelt, jedoch rcht die Erlaubnis erteilt, die Downs, die Reede v»r der Themsemündung, zu verlassen. Am 20.11. im 8 Uhr hat dann ein Sonderflugzeug der britishen Admiralität die amtliche Erlaubnis zum Zerlassen der Downs und für Weiter- fahrt nach London überbracht. Das Schiff habe sich sofort nach London in Fahrt v setzt und während der ganzen Fahrt vorsichtig jbacht gegeben. Unterwegs sei man dem Wrack Amsterdam, 22. Nov. (Europapreß.) Die von Chamberlain angekündigte Ausdehnung der englischen Blockade auf die deutsche Ausfuhr mit neutralen Schiffen hat in Lnlland tiefe Niedergeschlagenheit hervorgerufen. Üe Presse weist darauf hin, daß der englische Ent- stpluß einen nicht zu rechtfertigenden 3 e d) t s b r u d) darstelle, der für die ohnehin durch b; n Krieg schwer geschädigten Neutralen weitere gärten und e r n ft e Verluste mit sich bnn- n müsse. Zu einem kräftigen Protest schwingen ch bis jetzt die holländischen Blätter allerdings auf, sondern geben im allgemeinen nur der Öffnung Ausdruck, daß die englische Regierung b$ großen Schwierigkeiten berücksichtigen möge, gliche die neue Blockade für die Neutralen mit sich b-inge. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant lisist auf die dürftige Rechtsgrundlage des engli- qoen Schrittes hin, indem er feftfteUt, daß noch -iineswegs feststehe, welchen Ursprungs die IS i n e n waren, die den Untergang zahlreicher neutraler Schiffe verursachten „Auf eine Unterstellung bi züglich einer Verletzung des internationalen Rechtis durch die Deutschen wird jetzt", so erklärt das Matt wörtlich, „eine Repressalien-Maßregel begrünet, womit England selber sich wiederum noch weiter vom internationalen 5 ec^t entfernt. Die Neutralen müssen wieder erfahren, daß die britischen Kriegshandlungen den ou«n dieser Seite abgegebenen Versicherungen, wo- Berlin, 22. Nov. (DNB) Zu den britischen Behauptungen über eine angeblich völkerrechtswidrige deutsche Seekriegführung erfährt das DNB. von zu st ändiger Stelle: Der englische Rundfunk und die englische Presse wißen mit den Schiffsverlusten an der englischen Küste nichts anderes anzufangen, als heftige Vorwürfe gegen die Methoden der deutschen Kriegführung zu erheben. Die Engländer, die seit Beginn des Krieges eine V ö l k e r r e ch t s r e g e l nach der anderen schon überBord geworfen haben, versuchen, das Völkerrecht gleichzeitig propagandistisch für sich umzubiegen. Sie wollen in )er Welt den Eindruck erwecken, als ob der beut- che Krieg gegen England ungesetzlich ist. Sie elbst sind dafür verantwortlich, daß heute auch im Handelskrieg militärische Gesichtspunkte von großer Bedeutung sind. Die Engländer haben nicht nur ihre eigenen und neutrale Schiffe zu Geleitzügen zusammengestellt, die unter dem Schutz britischer Kriegsschiffe fahren, sondern sie * haben auch die Schiffahrtsrouten unter militärischen Schutz genommen. Hieraus geht hervor, daß heute bei der Schiffahrt auf England reine Handelswege überhaupt nicht mehr existieren. Sein Gegner muß daher feine Maßnahmen selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt der unmittelbaren Bekämpfung von Kriegsschiffen ergreifen. Hieraus ergeben sich für die völkerrechtliche Beurteilung des Minenkrieges klare Konsequenzen. Im Haager Minenabkommen von 1907 ist vereinbart worden, daß beim Auslegen von Minensperren eine Bekanntmachung erfolgt, sonach die Rechte M Neutralen respektiert werden würden, widersprechen." Der in Amsterdam erscheinende „Telegraaf" gibt, ohne vorläufig zu der politischen Seite der Angelegenheit Stellung zu nehmen, einen Heber- blick über die Schäden, welche die Durchführung der englischen Maßnahme für den holländischen Handel nach sich ziehen müsse. Der „Telegraaf" wirst die Frage auf, welche Auslegungen von beut- scher Seite dem Begriff „Waren deutschen Ursprungs" gegeben werden wird. Die beiden Kardinalpunkte sind dabei die Frage der Weiterverarbeitung deutscher Erzeugnisse auf neu- tralem Boden und die Frage, ob ausschließlich der Ursprung ohne Rücksichtnahme auf das Eigentum s v e rh ä l t n i s für die Beschlagnahme maßgebend sein soll. Nach dem „Telegraaf" ist es all- gemeine Auffassung, daß nach Weiterverarbeitung in einem neutralen Land aus Deutschland stammende Waren nichtmehralsWarendeut- schen Ursprungs zu betrachten seien. Hinsichtlich der Frage des Eigentums meint das Blatt, ob bann etwa beispielsweise deutsche Maschinen, die von holländischen Exporteuren zur Verwendung in den niederländischen überseeischen Besitzungen an« gekauft seien, der englischen Beschlagnahme unter- zogen werden könnten. Der „Telegraaf" erklärt, daß man in Rotterdam die durch den enghbtym Beschluß geschaffene Lage mit größter B e- sorgnis ansehe. des holländischen Dampfers „Simon Bolivar begegnet, dessen zwei Masten über Wasser ragten. Um 12.30 Uhr, als die Fahrgäste gerade beim Essen saßen, habe sich eine schreckliche Detona- t i o n ereignet. Er habe sofort gedacht, daß der Dampfer getroffen fei und unverzüglich das Ä l ar- machen der Boote befohlen. Obwohl die Katastrophe sich um die Mittagszeit ereignete und alle Fahrgäste das Deck verlassen und in den Sveise- sälen Platz genommen hätten, sei kein Menschenleben zu beklagen, da das Wetter sehr gut und die See sehr ruhig gewesen fei. Japanische Schiffahrtskreise in Kode erklären, daß der japanische Dampfer „Cerukuni Tlaru" ein Opfer der M i n e n kr i e g f ühr u n g geworden sei. Die japanischen Handelsschiffe müßten auf Anweisung der britischen Marinebehörden eine ihnen unbekannte Route einschlagen und von der Themse aus einen Umweg von sechzig Meilen machen. er ft. IJIB.) «i -Boot li leit M uvg is mW enkt, naö -sahung s , Das l „Klare Verletzung des Rechts der neutralen/' Das Urteil eines amerikanischen Bölkerrechtsprosessors. Neuyork, 22.Nov. (DNB.) Zu der Ankündigung Chamberlains, daß England nunmehr als Vergeltungsmaßnahme auch die deutsche Ausfuhr blockieren werde, schreibt Associated Preß, seit jeher habe sich die Blockade nurgegendieEin- fuhren des Feindlandes gerichtet. Das Blatt ist also der Auffassung, daß die in Aussicht genommenen britischen Maßnahmen rechtswidrig sind. Im übrigen habe London schon von Exportblockaden gesprochen, bevor die britische Admiralität deutsche Minen für die massenweise Versenkung britischer und neutraler Schiffe verantwortlich machen konnte. „Associated Preß" ist der Auffassung, daß England bei Durchführung dieser ange- kündigten Repressalien e r n ft e Kontroversen mit denjenigen neutralen Staaten haben werde, die zur Zeit deutsche Erzeugnisse für ihren Eigenbedarf einkauften. Offenbar, so meint die Agentur ironisch, wollten London und Paris lieber Gefahr laufen, es mit den Neutralen zu verderben als durch Luftangriffe gegen Deutschland Vergeltung zu üben und dadurch eine gefürchtete Luftschlacht heraufzubeschwören. 3m übrigen fei noch längst nicht der Beweis dafür erbracht, daß die Ursache für die Schiffsuntergänge deutsche Minen seien. „Herald Tribüne" bringt eine Erklärung des angesehenen amerikanischen Professors der Rechte Corvin, von der Princetown-Universität, der die britische Exportblockade als unnereinbar mit dem internationalen R e Ht bezeichnet. Wörtlich führte der Rechtsgelehrte aus: „Die nnge- kündigten Maßnahmen stellen eine klare Verletzung b e r Rechte b e r neutralen Län- b e r bar, ba die deutschen Exporte von Neutralen gekauft, von neutralen Schiffen befördert und für neutrale Länder bestimmt sind." Corvin fügt hinzu, daß die britische Absicht als „Vergeltungsmaßnahme" für eine angebliche deutsche Minenverseuchung englischer Gewässer nicht entschuldigt werden könne. Die Verletzung des Rechts der Neutralen schädige diese schwer und lasse energische Proteste erwarten, obwohl die neutralen Staaten bisher ziemlich ruhig geblieben seien, um auch nur den Anschein von „Provozierungen" zu vermeiden. Ein Oetker-Pudding bietet auchjetyt eine wertvolle Bereicherung der täglichen Kost, besonders mit fruchten Quböinqko dien mit entrahmter Tri [di milch fmagerrnildi] Puöömgpuloer unö Zucker mit LDqf[er oder milch It Oorfchrifl anrühren, die milch unter Rühren mit einer Prise 5al) zum kacken bringen, von der Kochstelle nehmen^ öas ungerührte Puddingpulver hineingeben und einige male aufhocken lassen. Puddingpulver gibt es auf öle Abfdinilte H11. M2. n 11 und n 28 dec 0 äh cm Melk arte. Meere? J Inter* nns ar aus fr lie DeilrH on Ui< ) über ene N* -M-° 111 eiter W ; ine« «ft, iJeW3" erE »er mi. y S& er 25Jahre Veterinärmedizinische Fakultät in Gießen. In'diesen Tagen jährte sich zum 25. Male der Tag, an dem das bis dahin an der Universität Gießen bestehende Veterinärmedizinische Kollegium in eine Veterinärmedizinische Fakultät mn- aewandelt wurde. Dieses Gedenken gab uns Anlaß, anhand der einschlägigen Literatur rückschauend dieses Stück Entwicklungsgeschichte unserer Universität zu betrachten *. Nach der Schilderung von Schmaltz gehört die Entwicklung der heutigen Veterinärmedizinischen FakuUät dem laufenden Jahrhundert an, denn sie begann mit der Ausgestaltung der im Jahre 1900 an der Universität Gießen vorhandenen Veterinäranstalt. Die Geschichte des ursprünglichen Instituts ist dadurch gekennzeichnet, daß es von vornherein in fester Verbindung mit der Medizinischen Fakultät gestanden hat und von dieser stets gefördert und geschützt worden ist. Nachdem Ende 1899 der damalige Grenz- und Kreistierarzt Dr. Wilhelm Pfeiffer in Or- telsburg (Ostpreußen) als ord. Professor und Direktor der Tierklinik nach Gießen berufen worden war, erfolgte unter dessen führender Mitwirkung im August 1900 eine völlige Reorganisation. Schauder sckMert in seiner Arbeit dieses Wirken Pfeiffers um die Jahrhundertwende und während der folgenden Jahrzehnte bis zu Pfeiffers Uebertritt in den Ruhestand im Jahre 1935 außerordentlich aufschlußreich und gibt damit zugleich einen fesselnden Einblick in die Geschichte unserer Veterinärmedizinischen Fakultät. Bei der Neuordnung um die Jahrhundertwende hatte die damalige Regierung drei Ordinariate und ein Extraordinariat vorgesehen für Veterinärchirurgie, innere Krankheiten, Anatomie, pathologische Anatomie mit Hygiene und Fleischbeschau. Die Vertreter dieser Fächer bildeten das der medizinischen Fakultät angegliederte Veterinärmedizinische Kollegium mit eigenem tierärztlichem Vorsitzenden. Bei Promotionen traten die drei Ordinarien mit den bis dahin Leiter des Staatlichen V"t"- rinär-Unterfuchungsamtss in Potsdam war. 1935 war auch Professor Küst Ordinarius geworden. Damit stieg die Zahl der eigenen Ordinariate der Veterinärmedizinischen Fakultät auf sieben: Anatomie, chirurgische, medizinische und geburtshilflichambulatorische Klinik, tierhygienisches, pathologisches und Nahrungsmittelinstitut. Außerdem unterrichten in der veterinärmedizinischen Fakultät drei Professoren der medizinischen Fakultät (Physiologie, physiologische Chemie und Pharmakologie) und die vier zur philosophischen Fakultät gehörigen Vertreter der Botanik, Chemie, Physik und Zoologie. Am 1. Oktober 1935 stellte Geheimrat Pfeiffer seine Lehrtätigkeit ein, sein Nachfolger wurde Professor Bolz (bisher Privatdozent in Berlin). Mit Pfeiffer schied der verdienstvolle Organisator der heutigen Veterinärmedizinischen Fakultät nach 36- jähriger Tätigkeit von seinem Werke. Seit 1. April 1920 besteht auch eine eigene Verwaltung der Veterinärkliniken, die sich unter der umsichtigen Leitung des Kassenoberinspektors Müller bestens bewährt hat. Zu den zahlreichen Bauten, die im Verlaufe der Jahre im Bereich der Veterinärkliniken errichtet wurden, ist seit dem Sommer dieses Jahres noch ein Erweiterungsbau für die Chirurgische Veterinärklinik hinzugekommen. Die Entwicklung der Veterinärmedizin an unserer Universität wird auch durch die Kurve der Frequenz interessant beleuchtet. Vor 1880 waren meist nur 10 bis 30 Studierende der Tierheilkunde in Meßen. In den achtziger Jahren stteg die Zahl und erreichte im Jahre 1890 den Stand von 40, sank aber 1895 wieder auf 27, hob sich 1899 nach der Berufung von Pfeiffer auf 82. In den Jahren 1902 und 1903 waren bereits 176 Studierende der Veterinärmedizin eingeschrieben. Nach einer Senkung im Jahre 1909 auf 107 stieg die Frequenz 1911 wieder auf 160 und erreichte 1913 sogar 213. Während des Weltkrieges waren fast alle Studenten unter den Waffen. Im Wintersemester 1919/20 waren in Meßen 278 Veterinärin ediziner, infolge der Jn- ftation und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen sank die Zahl der Studierenden 1925 auf 86. Dann stieg sie 1928 wieder auf 133 und 1931 auf 200, im Jahre 1933 auf 242 und im Wintersemester 1935/36 auf 258. Im letzten Semester vor dem jetzigen Kriege, dem Sommersemester 1939, zählte die Veterinärmedizinische Fakultät 158 Studierende. * Literatur: Professor Schauder: „Wilhelm Pfeiffer, der Reorganisator der Veterinärmedizin an der Universität Gießen" (Sonderabdruck aus der „Berliner tterärzllichen Wochenschrift", Jg. 1936 Nr. 14. — Professor Schmaltz: „Entwicklungsgeschichte des tierärztlichen Berufes und Standes in Deutschland" (Verlagsbuchhandlung Ri^—'h Schoetz, Berlin). Aus der Stadt Gießen. Oeffentliche Luflsckutzräume. sind nicht für die benachbarte Wohnbevölkerung da. Gegenüber in der Praxis aufgetauchten Unklar- \ heilen wird vom Reichsluftschutzbund ausdrücklich betont, daß öffentliche Luftschutzräume nicht für die benachbarte Wohnbevölkerung bestimmt sind. Diese Räume sollen im Ernstfall dazu dienen, diejenigen Volksgenossen aufzunehmen, die sich bei Fliegeralarm auf der Straße befinden und nicht mehr Zeit haben, Heimzueilen. Jede Luftschutzgemeinschaft dagegen hat die Pflicht, sich selbst einen Luftschutzraum zu schaffen und bei Fliegeralarm diesen und keinen anderen zu benutzen. pflichten für Hundebesiher bei der Verdunkelung. Wie der Reichsluftschutzbund mitteilt, haben die Hundebesitzer die Pflicht, während der Verdunkelung auf öffentlichen Straßen und Plätzen die Hunde an einer kurzen Leine zu führen. Die polizeilichen Dienststellen seien angewiesen, gegen Zuwiderhan- delnde mit ftrennen Maßnahmen vorzugehen. Es müsse von der Bevölkerung verlangt werden, daß sie die Hundebesitzer zur Anzeige bringt, die hiergegen verstoßen, oder daß sie eine Polizeistreife oder das Posizeirevier auf die umherstreunenden Hunde aufmerksam machen. wichtige Aufbewahrung von Mehl. Diele Hausftauen haben sich jetzt einen kleinen Vorrat Mehl zusammengespart, um damit Weihnachten Kuchen backen zu können. Nun darf man aber das Mehl nicht einfach in der Tüte womöglich in einem dumpfigen, muffigen Schrank stehen lassen; man würde dann nach einigen Wochen eine unliebsame Ueberraschung erleben können. Feine Gespinste ziehen sich unter Umständen durch das Mehl, „ekligen" Gemütern ein wahrer Graus. Mehl muß trocken und gut abgeschlossen aufbewahrt werden, im Haushalt am besten in den bekannten Tönnchen. Und dann versäume man nicht, es von Zeit zu Zeit tüchtig umzurühren. Wenn wir zu Hause keine geeignete Vorratstonne haben, schütten wir es von Zeit zu Zett von einer Tüte in die andere. Sollte einer Hausfrau doch das Mißgeschick passieren, daß sich Gespinste gebildet haben, so muß das Mehl durchsiebt werden; wertlos ist es deswegen noch keinesfalls. Durch zu feuchten Standort nimmt das Mehl den gefürchteten dumpfen Geschmack an. „Gutes Mehl riecht ftisch, schmeckt süßlich, ballt sich auf Druck leicht zusammen, fällt ebenso leicht wieder auseinander" ist in jedem Kochbuch zu lesen. Aieöen-Wieseck. * Die goldene Hochzeit können am morgigen Freitag, 24. November, unsere Mitbürger Landwirt und Kirchenvorsteher Ludwig Ihm I. und Ehefrau Marie Luise, geb. Bellof, bei guter Gesundheit feiern. Der Jubilar steht im 76., seine Gattin im 72. Lebensjahr. Herzlichen Glückwunsch! Tödlicher lluglücksfall beim Nangiereu * H euch elheim, 23. Nov. Im nahen Bahnhof A b e n b ft e r n ereignete sich gestern . gegen 19 Uhr ein schwerer Unfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer siel. Der 26jährige Hilfs- Oienstschluß für Pimpfe und Zungmädel 18 tlhr. Berlin, 22. Nov. (DNB.) Wegen des srühen Einbruchs der Dunkelheit in den Winter» monaten und der teilweisen Verlegung des Schulunterrichts auf die Nachmittage hat die Reichsjugendführung folgende Anordnung erlassen: 1. In den Monaten Dezember 1939, Januar und Februar 1940 ist der Dienst im Deutschen Jungvolk und im Jungmädelbund spä. testens um 18 Uhr zu beenden. 2. Die Angehörigen des Deutschen Jungvolks und des Jungmädelbundes haben sich nach Dienstschluß ohneVerzögerungnachHausezu begeben. 3. Die genaue Uhrzeit des Dienstschlusses ist bei Dienstbeendigung sofort in die Dienstbücher ein zu. tragen. 4. Diese Anordnung gilt nicht für die Fü h« r € r des Deutschen Jungvolkes und die Führerinnen des Jungmädelbundes, soweit sie durch ihren Dienst länger in Anspruch genommen sind. Auch der Einsatz der Rundfunkspielscharen, die der Reichsjugendführung direkt unterstehen, wird nicht davon berührt, da der Sendebetrieb eine an. dere Zeiteinteilung hat als der allgemeine HI.« Dienst. Ebenso findet die Anordnung keine Anwen« düng auf die Sonderdienste des Spielscharen« e i n s a tz e s, z. B. bei Elternabenden und ihrer Vorbereitung, wenn die Genehmigung des Führers des zuständigen Bannes bzw. Untergaues einge« holt worden ist. schaffner Ernst Schmidt aus Dutenhofen, der einen Güterzug begleitete, geriet beim Ran« gieren des Zuges im Bahnhof Abendstsrn u n« ter di e Räder. Dem bedauernswerten jungen Mann wurde dabei der Kopf abgefahren, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Wie der Unfall zustande kam, konnte bisher nicht ermittelt wer« den, da niemand Zeuge des Vorganges war. Eigenartige Ursache eines (Scheunenbrands. Taube flog gegen Lellungsdraht. LPD. W e tz l a r, 22. Nov. In der Kreis gemeinde! A l l e n d o r f entstand am Montagnachmittag ein Schadenfeuer, das eine nicht alltägliche Ursache hatte. Auf dem Anwesen eines Landwirts flog eine Taube gegen den Draht einer elektrischen Lichtleitung, der über die Scheune hinweglief. Der Draht wurde aus feiner Befestigung am Mast gerissen und fiel auf das Scheunendach. Es entftanb Kurzschluß und- binnen kurzer Zett stand die Scheune in gellen Flammen. Es gelang, das Vieh aus der Scheune zu retten, dagegen war es nicht mehr möglich, die reichen Erntevorräte, Geräte und Maschinen zu bergen. 50 Lahre Wormser Iestsvielhaus. LPD. Worms, 22. Nov. Ende November kann das Spiel- und F e st h a u s in Worms auf ein 5 0 jähriges Bestehen zurückblicken. Mit dem Theaterbau war 1887 begonnen worden, die Eröffnung erfolgte Ende November 1889. Obwohl das Fest- und Spielhaus zunächst in erster Linie für größere Laien- und Volksspiele (Lutherspiele) gedacht war, fanden schon frühzeitig regelmäßig Gastspiele auswärtiger Bühnen statt, so vor allem von Mainz und Darmstadt, die auch heute noch Worms befptel-en. Auch das Nationaltheater Mannheim gab im Laufe der Zeit mehrere Gastspiele. ----- Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter:' Hans Beck. Verantwortlich für den Inh LU der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G.» sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. ff 7W-7 V Robert Thieme Jo - wer die „Äsfro” raucht, tonn wirklich schmunzelnlMon sdimedct es gar nicht, wie leicht die »Astra*' Ist — so voll ist ihr Aroma. Kein Wunder, daß Immer mehr genleßerisdte und Oberlegende Raucher zur „Astro" greifen. Do beißt es dann > Versucht — geschmeckt - und treu geblieben I Denn auch die «Astra** selbst bleibt sich In Ihren Vorzügen stets gleidu Besonderes Wissen um den Tabak und seine edelsten Provenienzen, dazu besondere Tabok- Mischkunst - beides im House Kyriazi schon le der dritten Generation verwurzelt - sorgen dafür. Kaufen Sie noch heute eine Sdiaditel wAstro" und bedenken Siei Eine Ggorette, die so viel verlangt wird, kommt auch stets frisch In die Hände des Rauchers. So werden alle Ihre Wünsche von der „Astro" erfOöl. WlH DEUTSCHLAND HERGESTsLLT M. - Das ist das Es hat drei gute Gründe: • Die „Astra" ist aromatisch! • Die „Astra" ist leicht! • Die „Astra" ist frisch! Mit und > ohne Mdstck. Rauchen Sie „Astra"-dann sch m u nzel n Sie auch! llr. 275 Zweites Blatt Siebener Anzeiger «General-Anzeiger für Mberheffen) Donnerstag. 25. November 19a9 Großzügige Neuordnung am Geiterstor. Seit einiger Zeit find weitreichende Umbauarbei- ten am Selterstor im Gange. Das Ziel der Neu- qeftalhmg ist. an diesem bedeutsamen Verkehrsknotenpunkt unserer Stadt ausreichende Stra- ßenoerhält nisse und Parkplätze für Kraftfahrzeuge zu schaffen, die den wesent- lich angewachsenen VerkehrseFlordernissen entsprechen. Wer sich die Entwicklung der Verkehrsver- 0 öl treffe in unserer Stadt und besonders an biefem Kreuzungspunkt im Verlaufe der letzten Jahre vergegenwärtigt, kann nicht im Zweifel darüber sein, daß die von der Stadtverwaltung nunmehr mit Tatkraft durchgeführte Umgestaltung eine bringende Notwendigkeit ist. Das Selterstor in seiner bisherigen Gestalt war in einer Zeit geschaffen worden, in der man von der modernen 'Verkehrsentfaltung und namentlich von der starken Motorisierung noch keine Ahnung haben konnte. Für die Zeit der Pferdekutsche und des Pferdeomnibusses, auch für die Zeit der allein den Fahrdamm beherrschenden schienengebundenen Straßenbahn konnten die Straßenverhältnisse lange Jahre genügen. Je mehr aber die Motorisierung des Verkehrswesens und insbesondere auch des Gütertransportes um sich griff, dabei Fahrzeuge geschaffen wurden, die heute als riesige Lastzüge durch die Straßen rollen, und derartige Lastfahrzeuge mit Anhängern immer zahlreicher wurden, umso mehr mußten zwangsläufig jene Straßen- Verhältnisse unzulänglich werden. Das kommt u. a. auch darin darin zum Ausdruck, daß auf der Frankfurter Straße und über den Hindenburgwall, bis zur alten Bürgermeisterei an der Gartenstraße, zwei Reichsverkehrsstraßen gemeinsam laufen, nämlich die Straßen 3 und 49, von denen die erstere über den Hitler wall zur Marburger Straße nach Norden weiterzieht, die letztere über die Kaiser-Allee und Grünberger Straße nach Osten führt. Von großer Bedeutung ist auch, daß der starke Nord-Süd-Verkehr auf der Reichsstraße 3 von der Marburger Straße her zur Entlastung des Hitlerwalles und Hindendurgwalles über die Stein- ftraße und den Horft-Wesiel-Wall umgeleitet wird, am Selterstor aber, gerade an der verkehrsreichsten Selle, wieder in die alte Fahrstrecke einmündet. Bei dieser gewaltigen Verkehrsbelastung ist die Frankfurter fetra&e mit einer Breite von 9 Meter, einschließlich Straßenbahn, zweifellos stark überlastet, das gleiche ist vorn Hindenburgwall und dem Horst-WesseU-Wall mit je 7,50 Meter Fahrbahn- breite zu sagen. Praktisch allerdings hat die Frankfurter Straße auch nur 7,50 Meter Breite, weil der starre Straßenbahnkörper für andere Verkehrsfahr- zeuge nicht oder nur gelegentlich zum Ausweichen benützt werden kann. Schließlich ist noch die ungünstige Lage der Kurven in Betracht zu ziehen, nwdurch die aus der abfallenden Frankfurter Straße kommenden Fahrzeuge eine nicht überhöhte, sondern gerade umgekehrt He/»—. Kurve und mit kleinem Radius befahren müssen, sodaß die Bereifung der Wagen die Asphaltschicht der Fahrbahn bisher immer wieder fortschob und infolgedessen die Straße in der Kurve stets in schlechtem Zustand war. Eine zweckmäßige, den Verkehrserfordernissen entsprechende Lösung konnte nur in der Schaffung ausreichend breiter Fahrbahnen und einwandfreier llebergangsmöglichkeiten für den starken Fußgängerverkehr an dieser Stelle geschaffen werden. Die vor einigen Jahren am Selterstor eingerichteten kleinen Inselchen in den. Fahrbahnen waren nur ein Notbehelf, tatsächlich waren sie nicht imstande, bei plötzlich auftretendem stärkerem Verkehr eine größere Zahl von Fußgängern aufzunehmen. Weiterhin war es immer dringlicher geworden, an dieser Stelle ausreichende Parkplatzmöglichkeiten zu fchaf- fen und damit den oft geäußerten berechtigten Wün- scheu der Krastfahrzeiigbesitzer Genüge zu leisten. Die bisherigen unzulänglichen Verhältnisse sollen nun durch die Neugestaltung am Selterstor mit Sicht auf lange Zeit beseitigt werden. Zu diesem Zwecke wurde im Verlaufe des Sommers zunächst die Fasiung des Schorgrabens in große Rohre durchgeführt und alsdann mit der Zuschüttung des tiefen Grabens selbst begonnen, die mittlerweile fast zu Ende gebracht ist. Ein anliegendes großes Garlengelände wurde von der Stadt erworben. Die beiden Torhäuser mußten nach ernster und gewissenhafter Prüfung der Neuordnung geopfert werden. Wenn bet diesen Maßnahmen auch ein den Gießenern lieb gewordenes Stadtbild verschwinden mußte, so wird die Neuordnung doch eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsverhältnisse bringen, mit der sich jedermann einverstanden erklären wird Dann wird auch sicherlich anerkannt werden, daß die Neugestaltung zugleich eine Verbesserung des Stadtbildes geworden ist. Im Hinblick daraus kann man wohl auch der Erwartung Ausdruck geben daß die Anlieger des Horst-Wessel-Walls in der Nachbarschaft des Selterstores die im Zuge der Neugestaltung notwendige Abtretung ihrer Vorgärten verschmerzen werden, da dieser Verzicht im Interesse der Gesamtheit eine unbedingte Notwendigkeit geworden ist. lieber die Einzelheiten der N e u g e ft a l • tu ng am Selterstor wird uns auf unsere Anfrage von der Stadtverwaltung folgendes mit geteilt: Die wichtigste Aenderung gegen früher ist die Anlage einer großen Insel von 26 Meter Durchmesser. Diese Insel trennt den Verkehr und schafft dadurch die größere Uebersicht. Aus den Zweibahn- straßen werden jetzt Einbahnstraßen mit der gleichen Breite, und zwar von 7 Meter, so daß neben einer Parkspur eine lleberholungsspur^von 3.75 Mieter Breite zur Verfügung steht. An Stelle der bis- hengen, nur etwa 6 Quadratmeter großen Inselchen für die Fußgänger treten jetzt Inseln von rund 200 zeigt wieder natürliche Frische. Dosen und Tuben: 22 — 90 Pf. -Aurer > j h a ltlg^777----xXf IVEA IEME, Immer frisch aussehen! ? Wenn Sie müde aussehen, dann massieren Sie ein wenig Nivea in die Haut. Sie wird dadurch kräftig durchblutet und .4 Der vorliegende Plan des Stadtbauamtes zeigt, in welcher Form sich der Platz am Selterstor n a ch seiner Umgestaltung darbicten wird. Das Rondell in der Mitte wird Grünfläche. Die breierfförpilgen Flächen werden Gehflächen für Fußgänger. Die kräftiger gezeichneten schmalen Streifen an den Gehflächen (nach dem Rondell zu), wie auch die schmalen Streifen an den Bürgersteigen werden Fahrwege für Radfahrer. Links und rechts oben, durch das Park- platz-,,?" bezeichnet, werden große Parkplätze geschaffen. Die beiden bisherigen Straßenlnseln, im Plan noch eingezeichnet, werden entfernt. Im vor- liegenden Plan sind auch noch sämtliche bisher vor- haTibent* Bauten und Straßenführungen mit dünnen Linien eingezeichnet. Aus her Stadl Gießen. Hausmusik und Volksgemeinschaft. 33on Crrtx> n Kroll. Es waren, so lehrt uns die Vergangenheit, gute Zeiten für die Musik, als sie unumschränkte Heim- rechte im Hause hatte. Der Name „Dilettant" galt einst als Ehrenname. Ein Haus ohne Musik war ein Haus ohne Freude. Das wußten Luther und Lach genau fo jnie Herder und Goethe, als sie inmitten ihrer Familien Gesang und Saitenfpiel .zeirnisch machten. Dann aber zog die Musik in die \t0n3ertftubc, eine „große", sinfonische Kunst ent- tand, Hausmusik wurde ein Mauerblümchen. Der ,Salon" kam auf, und mit ihm die Salonmusik. Das „Gebet einer Jungfrau" flieg aus tausend geduldigen Klavieren gen Himmel ... Vergangene Zeiten! Wir haben keinen Salon nehr. Dafür ist im neuen Deutschland die Familie ils Urzelle aller nationalen Kultur zu neuen Ehren gekommen. Man hat wieder erkannt, daß die Musik au den Müttern" zurückkehren müsse, um in ihrem wesen und ihrer Hebung wirklich lebendig und »olksnah zu bleiben. Wie reich ist doch der Segen, )er aus der Andacht des Zusammenmusizierens ntsprießt. Denn die Musikliebhaber, die in der »äuslichen Gemeinschaft heranwachsen, bilden auch ben Kern unseres Konzertpublikums, und wie die Nusikwirtschaft mit den Verlegern, Händlern, In- trumentenbauern und nicht zuletzt den Lehrern )urd) die Hausmusik-Hebung unendlich gefördert vird, so hävgt schließlich der Weiterbestand der gesamten Tonkunst und ihre schöpferische Erneuerung ?on dem Vorhandensein einer aufnahmefähigen ijörcrgcmeinbe ab. Fast alle unsere großen Meister lammen aus Häusern, in denen viel musiziert tmrhc. Erscheint heute die Hausmusik ihrer wahren Be- timmung wieder gegeben, so hat sich azzch der "Kreis, ii dem sie Freude spendend und Kmeinschaftsbil- tenb wirkt erweitert. N«cich b"m Vorbild b"s Elternhauses beginnt ein tätiges Gemeinschaftsmusizieren auch in unseren Schulen, in den Heimstätten ber Hitler-Iuaend und den NS-G^meinIcha^-'n hf*r Erwachsenen Wurzel zu fassen. Welche Möglichleiten ergeben sich ferner durch Zusammenarbeit von Musikerziehern mit ihren Schülern, mit den Sing- :tnb Spielscharen der HI., von „Kraft birrd) Freude", der NS-Frauenfchaft! Es fehlt N'cht an musikalischer Hausmannskost. Mich eine Fülle von Musikschätzen erschließt uns i ttein das Klavier! Ob Sinfonie, ob Oper, ob Ora- lorium, es gibt nichts, was dieses vielseftiaste alter 'zausinftrumente uns nicht vermitteln könnte, und ner einmal die Meisterwerke der Tonkunst be'm fterhändiaen Sviel kennenlernte, der hat den Grund iriiter musikalischer Bildung aelegt. Dann aber nmft der köstliche Schatz der Kammermusik aus der Barockzeit, der Sonaten. Trios und Quartette her Nalsiker, der intimen Klovierschöpftmaen und Cie- ter der romantischen Meister und endlich das re'che I.'iausmusikqut der Gegenwart. Gerade in den letz- l?n Jahren ist z. T. unter Anknünfung an die Begebungen der einstiai'n „Iuaendbewoung". aber u« einem neuen, volksverbundenen Geiste heraus ton namhaften Komvonisten eine Fülle von Sing- nb Smelmusiten geschaffen worben, bie allen Wün- j-h"n rini'r musizierend'n G»m"inschaft entfnrechen. Möglichkeiten. ein Instrument tu erlernen, gibt (5 heute »ahlreicheee denn je Deutschland hat mehr (unb bessere) Mustklebrer aufzumhlen als irgend dn and"ies Cond Unsere Sckmlen vermitteln illigen Nri"nhniterr'cht. und in betr neu gegründeten NS.-Musikernehunasstätten wird für Jugend ind Volk vortrefslicli gesorgt. Dabei ist man be- 1 r»bt, neben dem Klavier auch Geige. E>llo und ^föte als Heim'nstrumente w'-der tu Ehren xu e ringen Die N"iaung mm Selbstmusiüeren steckt tef in unserem Volke. Das hoben uns eben w'eder vifere Frontsoldaten gezeigt, die sich nicht mit dem rnbören von Wunschkonzerten" begnügen, sondern ft'thuf. auf Bittruf in die Heimat senden, man möchte ihnen Instrumente schicken_________________ Roman von Meta Brix CARL DUNCKER VERLAG■BERLIN 9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sonntagmorgen. Luise öffnete weit die breiten (Masfenfter in ihrer Mansardenwohnung in der Lubapester Straße. Dieses kleine Heim in luftiger Hohe hatte ihr Doktor Mainz vermittelt. Eine ihm b. fannte Bildhauerin war nach München verzogen inb hatte Luise ihre Wohnung überlassen. Sie fanb, bis Wohnen hier oben mit bem Blick auf das tief unten braufenbe Leben gab eine Abgeschlossenheit, b*e ihr nur lieb war. Luise trat an bps breite Glasfenster. Drüben lag dr Zoo. Sie faltete bie Haube um bas Fensterkreuz unb dickte hinaus — über die Kronen der Bäume hin- Heg' und über die bunten Dächer.. Die Straße unten war sonntäglich still. Ab und zi nur glitt ein schneller Wagen vorbei. Am Ein- ging des Zoo kamen unb gingen Menschen. Es Haren bie Brunnengäste — Leute, bie auch hier ir Berlin ihre Trinkkur burchsührten. Luise fürchtete sich plötzlich vor bem Alleinsein. Sie ging in bas Zimmer zurück und sank in ben i fl-inen Sessel. Plötzlich sehnte sie sich schmerzhaft in bas laute ö ben jener Zeit zurück, ba sie im Licht ber Schein- nt’rfer gestanden — sich hineingelebt hatte in bie Gestalten ihrer Rollen — ein fröhliches ober auch eh leichtfertiges Lieb trällern mußte ober in leib- i) Ile Gefühle versinken — .Konm Brehm, bu lieber Kerl mit beiner Herr- : Illhen Grobheit — bu leichtsinnige Obilö — über- ir’itiqe Sylvia — ach, ihr liebe, fröhliche Banbe — "Unb Moravitzky? Auch er gehörte boch wohl in ! biefen Kreis — ? 5) ja, auch biefe Erinnerung- war ba Gerabe b«ite. Luise wußte, baß ber Schauspieler Franz )rn Moravitzky nicht mehr filmte. Wegen Disziplin- o igkeit hatte man ihn aus ber Fachichaft gewiesen. 8’ppo Brehm hafte es Luise erzählt Aber sie hatte boch alles Vergangene aus ihrem Lden gestrichen! Alles dis auf Iohann-Ehristian, ü)ren Jungen Hm ben wollte sie ben Kampf noch thmal aufnehmen. Sie war nicht ohne Nachricht über ihn. Da war in Magbeburg bie Kinberpflegerin, bie man bei ber Geburt bes Kinbes in das Haus genommen hatte. Ein liebes, freundliches Mädchen, das Luise sehr zugetan und ergeben war. Die Pflegerin war längst nicht mehr im Hause Rückstein, war in Magdeburg verheiratet. Sie stand mit Luise in Verbindung Sie hatte in Magdeburg ihre Beziehungen und gab an Frau Dornkat regelmäßig Berichte über Johann- Ehristian. Ein großer Junge war er nun schon unb war wohl boch nicht ganz ein Rückstem geworden. Luise stand auf. Es war gut, an bas Kinb zu denken. Nun war auch wieder ber Mut zum Kampf ba. Die Arbeit, die helfen foUtc, ben Kampf zu gewinnen, war längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck. Sie war ber frohe unb befebenbe Inhalt aller Tage geworben. Luise straffte sich. Der Sonntagmorgen mürbe roieber Heller. Ein schöner Tag — zu schön, um ihn hier oben zu verleben — Doktor Mainz hatte sie gestern ein- gehoben, mit ihm in seinem Wagen irgendwo hinaus zu fahren. Es mar nicht das erste Mal, daß er sie darum bat. Sie hatte eine solche Einladung einmal angenommen. Der Mann' war niemals von bem freunblid) höflichen Ton ohgeroidien — unb trotzbem — nein, Luise wollte keine Wieberholung eines solchen Zusammenseins. Sie hatte babel ein unbehagliches Gefühl. Es war besser, man sah von jeder privaten ober persönlichen Beziehung ab. Sie fuhr an biefem Sonntag von Waimsee mit bem Dampfer nach Potsbam ging zur Terrasse des Palast-Hotels hinüber unb nahm dort bas Mittag essen ein Mancher Blick folgte ber schönen Frau im geschmackvollen Sommerkleib, mit bem schim- mernben Haar unter bem weißen, breitranbigen Hut. Sie zünbete sich nach bem Essen eine Zigarette an unb lehnte sich behaglich in ben bequemen Stuhl mrück. Ihre Gebauten gingen schon roieber zu ben Aufgaben des kommenden Tages. Du* Vorberei- hingen zur Ausstellung, bei ber bie Parfümerie Heitfelb mit einem eigenen großen Pavillon vertreten fein mürbe, waren im Gange. Ein mittelgroßer, schlanker Mann betrat bie son- nige Terrasse Die gutgewachsene Gestalt im eleganten Sommeranzug, ben hellen Hut in ber Hanb, stieg langsam bie breiten Stufen abwärts, bie zu ben Tischen unmittelbar am Wasser Hihrten. Der Aufdruck in bem schöngeschnittenen Gesicht oeränberte sich plötzlich unb mürbe zur gespannten Aufmerksamkeit Franz von Morav.tzky hatte Luise erkannt Sie wanbte ihm ben Rücken zu unb batt- ben Hut abgenommen, ber leichte, warme Wind spielte mit bem tupferbraunen Haar. In den graublauen Augen des Mannes erglomm — verschleiert noch — eine Leidenschaft — ein wildes Verlangen nach dieser Frau, die er so lange vergeblich gebucht hatte und nun hier so unerwartet traf. Er zwang ein ruhig-verbindliches Lächeln i auf sein Gesicht und trat neben Luise: „Servus, Muschi! Das ist wirklich ein Ueberraschung —" Luise fuhr bei dem Klang dieser Stimme zusammen. Sie fühlte, wie eine nebelhafte Benommenheit ihr Deuten lähmte. Mechanisch murmelte sie ein Wort der Begrüßung. Mit ber Selbsiverstänblichkeit eines guten Bekannten nahm Moravitzky Luise gegenüber Platz. Er legte ben Hut, bie hellen Handschuhe auf ben Stuhl neben sich unb sagte: „Enblich sehe ich bich roieber! Du schaust blenbenb aus! Es geht bir also gut, Muschi —!" Sein Blick glitt über ihr Gesicht, über ihre Gestalt im buntblumigen Kleib. Luise hatte sofort nach ihrem Hut gegriffen. Sie setzte ihn auf und sagte hastig: „Danke — es geht mir gut. Ich hoffe, bir auch ... aber entschulbige... ich muß jetzt gleich weg ..." Sie winkte dem Kellner, der aber rief entschulbige ud herüber: „Moment bitte, gnä* Frau .. ich oin gleich ba ... „Unb ich hoffe, bu wirst nicht eher fortgehen, bis wir miteinanber gesprochen haben!" sagte ber Mann. Luise zwang sich zu einer ruhigen Antwort. „Wir haben nichts miteinanber zu sprechen, Moravitzky! Ich will nur In Ruhe gelassen werben." Er schüttelte ben Kopf, heiter unb verbindlich. Wer zu ben beiben hinschaute, konnte bie srieblichste Unterhaltung vermuten. Der Mann sagte: „Weshalb um alles in ber Welt tust bu mir so geheimnisvoll, Mpschi? Daß bu Brehms Südsee-Film nicht mitmachst, weiß ich ohnedies. Wo filmst du denn jetzt r „Ich filme überhaupt nicht!" „Sieh an! Das ist allerdings interessant ... Du hast dich vielleicht inzwischen wieder verheiratet ...? Oder gar mit Herrn Rückstein ausgeföhnt ... wie?" „Nein Ich arbeite, ich habe umgesattelt, wie man bas wohl nennt. Ich arbeite in einem ganz qnberen Wirkungskreis. Einem Kreis, ber bich kaum interessieren bürste." „Was man nie wissen kann, meine Liebe ..." Der Kellner war an ben Tisch getreten unb legte vor Moravitzky bie Karte hin. Luise wollte zahlen. Moravitzky schob bie Karte zurück ... „Nein, banke, ich möchte jetzt nicht essen . " Er legte seine Hand mit leichtem Druck auf Luises Arm unb sagte: „Wir gehen gleich ... was macht die Rechnung ber gnäbigen Frau ...?" Es blieb Luise im Augenblick nichts übrig, als ihn gewähren zu lassen. Und als fio ihm nachher einen Geldschein aus ihrer Börse reichte, nahm er einfach ihr Handtäschchen unb legte bas Gelb zurück. Er lachte: „Mach dich boch nicht lächerlich, Muschi ..." Er blieb auch an ihrer Seite, als sie sich schnell erhob und dem Ausgang des Hotels zuschrftt, unb sagte neben ihr leise, aber nachdrücklich: „Du barfft bich barauf verlassen, bah bu mich nicht sofort roieber los wirst!" Und dann: „Wohin befiehlst bu jetzt? Sanssouci.. ober mit bem Auto nach Berlin zurück ... dort kommt eine Taxe ..." Luise bebte vor Zorn. Sie war bereits über bie Brücke zur anderen Seite gegangen. Unten am Restaurant Havelhof lagen Die Dampfer. Sie sah zu Moravitzky auf, streng unb ernst, unb sagte: „Ich möchte allein fahren. Ich sage bir bas klipp und klar." Sie standen jetzt oben an ber breiten Treppe, bte zum Landungsplatz hinunterführte. Um sie war bas sonntägliche Treiben ber Potsdamer unb ber Auster, bie ankamen ober abiahren wollten. ie junge Frau sprach weiter. Schnell und leise: Unsere Wege haben sich getrennt. Schon lange und für immer!" Moravitzky hielt ben Kopf geneigt. Mit liebens- roürbigem Gesicht hörte er zu. Ja, er nickte sogar zu ihren Worten. Und wieder sah es aus, als wären die beiden Menschen im schönsten Einverständnis. „Wie du willst, Muschi. Ich bebaure cs. Unb ich bitte bich ... mach boch nicht ein so trotziges Gesicht, Liebe! ... Ich bitte bich, laß uns lieber bem Zufall bankbar sein, ber uns heute zusammensührte. Ich lasse bich auch nachher beines Weges gehen aber tu mir bie Liebe, laß uns noch eine Stundo plaubern. Wie cs bir geht und mir ..." „Ich sehe keine Notwendigkeit dazu", sagte Luise. Sie neigte leicht den Kopf. „Laß es dir gut gehen." Unten tutete ein Dampfer. Schrill unb mahnend. Luise hatte die Rückfahrkarte nach Wannsee in ber Tasche. Sie lief eilig die breite Steintreppe hinunter. Der Jung-Matrose wollte eßen ben Laufsteg ein- ziehen. Er winkte unb lachte: „Dalli, dalli, Fräulein chen! Wir sind immer pünktlich auf die Minute!" Luise sah sich gar nicht mehr um. Sie ging über den Laufsteg und gleich weiter bis vorn zum Schiff. Da war noch eine ganze Bank frei. Um diese frühe Nachmiftagsstunbe mar der Betrieb zurück nach Wannsee noch nicht so stark. lFortjetzung folgt.) Tas -er deutschen Hausmusik in Ziehen r (a «t« Utfh A** «ilel 2 bis 3 Zimmer istellenangebotel I Verkäu M ^Jm^qanzen sieht die Stadtverwaltung ihre Aust aabe allerdings nicht damit als erledigt an, daß sie hier eine 'neue einwandfreie und ästhetisch de- Freibankverkauf am T4. November 1939: von 8- 9 Uhr Nr. 551-620 von 9-10 Uhr Nr. 621-690 von 10-11 Uhr Nr. 691-760 von 11-12 Ubr Nr. 761-840 am 25. November 1939: mb»a von 8-9.30Uhr Nr. 841-940 von 9.30-10Ubr Nr. 1- 40 von 10-11 Uhr Nr. 41-110 Stftdt. Schlachthof. Gießen. WEINE preiswert und gut! Am 17. November verstarb nach langem, mit großer Geduld er* tragenem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Hermann Hoffmann Wir suchen für die Stadt Gießen und nähere Umgebung einen Herrn als LMtavbettev für den Außendienst. — Geboten werden: Feste Bezüge, oder fester Zuschuß, Tagessvesen und Provisionen. 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Die große Insel m der Mitte, die zur Zeit noch von der Straßenbahn durchquert' wird, solange diese nicht in eine Omnibus- linie verwandett ist, wird Grünanlage werden, damit kein Fußgänger in die Versuchung kommt über sie hinweg die Straßen zu kreuzen. Es besteht dann ür ihn die größere Gefahr, weil er bei jeder Fahrbahn zwei Fahrtrichtungen zu kreuzen hat. Die wenig glücklichen Erfahrungen, die bAer mit dem Anstreichen von Bordsteinen für die Dunkelheit gemacht worden sind, haben Veranlassung gegeben, hier von vornherein helle und dunkle Borbsteme wechseln zu lassen. Wenn also im nächsten Jahre durch den Fortfall der Straßenbahnlinie nach der Dolkshalle über den Horst-Wessel-Wall und den Hindenburgwall der Omnibusverkehr geht, so werden die neuen Straßenbreiten in der Lage sein, einwandfrei die Mehrbelastung aufzunehmen und der durch die Beseitigung der Torhäuser geschaffene freie Raum wird jedem fahrenden und gehenden Benutzer eine klare Verkehrsübersicht geben. Die bisher in den Torhäuschen untergebrachten Räumlichkeiten werden wieder neu erstellt, allerdings nicht auf dem Platz selbst, sondern an der Seite neben dem Darröschen Geschäftshaus, wo die Stadt das große Gartenaelände gegenüber der Em- mündung der Bleichstraße erworben hat. In dem langgestreckten Bau sollen neben dem Reisebüro, das vorne im Rundbau seinen Hauptgeschaftsraum haben wird, noch untergebracht werden: eine Lesehalle und gleichzeitig damit die ofsentliche Bücherei, die bisher im Torhäuschen in der Neuen Baue untergebracht war; ferner eine Bedürfnisanlage und an- schließend eine Trafo- und eine Gleichrichterstatton. Etwas tiefer liegt davor der östliche Parkplatz, dem auf der Westseite eine Parkstraße entspricht, die vom Dolksbad her in den Horst-Wessel-Wall etn- wuchs zu sorgen und den so zu bildern, daß einst das musikalische Erbe in würdige Hande kommt. Trotz dieser hohen Aufgabe ist o,6er gerade der Stand der Berufsmusiker nicht entfernt m dem Maße geachtet und geehrt, wie er. es verdiente. Die Kriegszeit gestattete leider nicht, den Avend so zu gestalten, wie vorgesehen war. Zwei Forderungen seien in der Musikerziehung zu erfüllen: 1. Sie muß ouf das Große gerichtet fein, denn die Großmeister unserer Kunst haben ihr den Ruf in aller Welt verschafft, auf den wir so stolz sind. Namen wie Bach und Beethoven bedeuten zugleich deutsche Musik. 2 Die Eltern dürfen aus falsch angebrachter Sparsamkeit sich nicht ihrer Erzieherpflicht entziehen, wenn es sich um die Musik handelt. Versäumte mufi- kali ehe Ausbildung eines begabten Kindes ist Sunde an der Nation. Bei der Wahl eines Instrumentes muß die Entscheidung ebenfalls durch den Gedanken an das Große ausschlaggebend sein. Violine, Klavier, Cello usw. stehen im Vordergrund, die sogenannten Dolksinstrumente sind für weniger Begabte am Platze. Mittelmäßigkeit ist zu bekämpfen nach des Führers Wort: „Was an mir liegt, um Verlogenheit und Mittelmäßigkeit ausmrotten. soll geschehen." Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Dortrag begann ein feines Musizieren der großen und kleinen Leute. Die saubere technische Ausführung fand vollste Anerkennung und stellt^ zugleich den Gießener Musiklehrern das beste Zeugnis über ihre geleistete Arbeit aus. Solchen Lehrern und Lehrerinnen können die Eltern ihre Kinder ruhig anvertrauen. Die Folge enthielt Werke großer und kleiner Meister, je dem Ausbildungsstand der Schüler angepaßt. Doch sollte in Zukunft davon Abstand genommen werden, Werke zu großen Umfangs, als nicht ganz in den Rahmen eines solchen Abends paffend, in die Folge aufzunehmen. Die Buntheit läßt die für solche Stücke nötige Konzentration des Hörers nicht zu. Es war aber Bedacht genommen, daß alle Arten des häuslichen Musizierens fast ohne Ausnahme zu Worte kamen. Die sehr stattliche Zuhörerschaft, unter der man erfreulich viel Jugend bemerken konnte, spendete den Darbietungen wohlberechtigten und ehrlichen Beifall, so daß zu erhoffen ist, daß der Zweck des Abends, der Musik neue Jünger zuzufuhren, erreicht worden ist. Heinrich Blaß. Bekanntmachung. Eine Maßnahme zur Sicherung der Frischsleiick- verforgung. — Dauerwurst, Schinken und Fleischkonserven werden nicht mehr hergestellL Mit sofortiger Wirkung ist allen Fleischereien, Fleischwarenfabriken usw. innerhalb des gesamten Reichsgebiets die Herstellung von Rohwurst — mit Ausnahme frischer Streichmettwurst nach Braunschweiger Art — einschließlich gekochtem Schinken, jedoch mit Ausnahme von geräucherten Fetten und magerem Speck (Bauch- oder Rippenspeck), von Fleisch- und Fleischwaren in luftdicht abgeschloffenen Behältnissen und von Aufschnittwaren aus gekochtem und gebratenem Fleisch verboten > Ausgenommen von diesem Verbot sind lediglich Aufträge der Wehrmacht. Außerdem kann der Viehwirtschaftsverband Hessen-Nassau in ganz besonderen Fällen (z. B. für Heilbehandlung an Kranken) Ausnahmen zulassen. Ebenso ist der verkauf dieser Waren an Wieder- Verkäufer, Ladenfleischereien, Gastwirtschaften usw. mit sofortiger Wirkung verboten. Die Herstellerbetriebe, die diese Waren bisher an r.werbliche Betriebe abgegeben haben, haben ihren noch vorhandenen Bestand unverzüglich dem Viehwirtschaftsoerband Hessen-Nassau unter Angabe der Art und Menge (Gewicht) schriftlich zu melden. Der Verkauf der genannten Waren durch gewerbliche Betriebe an die Verbraucher ist nur bis zum 31.12.1939 gestattet; vom 1.1.1940 ab ist er oer- boten. Die gewerblichen Betriebe haben die am 1.1. 1940 noch vorhandenen Bestände an diesen Waren bis zum 5.1.1940 dem Diehwirtschaftsverband Hessen-Nassau, gleichfalls unter Angabe der Art und Menge, schriftlich zu melden. Die Verwertung der nicht verkauften Bestände erfolgt dann durch den Diehwirtschaftsverband. Verstöße gegen das Verbot der Herstellung dieser Waren werden nach den geltenden Bestimmungen bestraft. Die Herstellung und Abgabe von Koch-und Brühwurst, d. h. der meisten zur Zeit noch angebotenen Wurstsorten, wird durch! dieses Verbot nicht berührt. 20-22.15 Uhr. 0. Freitag-Miete Die Muster Schauspiel von Walter Staniett Preise: RM. O.ßO-8.1O. eett11 Unser Vaterland steht in einem ihm aufgezwun- : genen Krieg. Schon bald nach dessen Beginn er- . ließen das Reichspropagandaministerium und m Verbindung damit die Reichsmusikkammer Anord- ; nungen, daß das musikalische Geschehen in Deutschland nicht etwa aufzuhören habe, sondern doppelt eifrig weiterbetrieben werden müsse. Diese Anoro- nung hat ihren tiefen und wichtigen Sinn und Grund: In den Tagen großer Prüfungen und morgen ist es doppelt wichtig, der Seele das innere Gleichgewicht zu erhalten oder wiederzugeben. Nichts dürfte geeigneter sein, diesen Zweck zu erfüllen, als die große Trösterin Musik, die in grauen Tagen und Stunden vielen, vielen Menschen Balsam und Linderung gab, ihre Seelen wieder sich hoffend aufrichten und das Kostbarste finden ließ, was einem Menschen nur werden kann, den inneren Frieden. Tausend Beispiele beweisen das. Man denke nur an Luther, der in den großen Noten seines Lebens einen nie versagenden Trostquell m der Musik fand und der von ihr sagte: "Ich mochte meine geringe Mustca nicht um was Großes oa- hingeben." Das sehen wir bei dem großen Preu- benkönig Friedrich, der in den schweren Kampsjahren um die Größe und den Bestand seines Volkes stets seine geliebte Flöte mit sich führte, um in schweren Stunden durch sie Trost und neue Hoffnung zu gewinnen. , , . .. r So ist es wohl am Platze, daß auch in diesem Jahre der Tag der Hausmusik wie üblich begangen wurde. Er hatte einen doppelten Zweck, erstens werbend für unsere schönste Kunst aufzutreten und dann auch auf diesem Gebiet der inneren Front zu zeigen, daß wir gesonnen find, unter allen Umstanden durchzuhalten, was auch kommen möge. Es war erfreulich, daß er mit einem Streichquartett von Mozart, gespielt von dem Schättlerquartett, eröffnet wurde. Bedeutet doch die Kammermustt und in Sonderheit das Streichquartett die Krone des häuslichen Musizierens. Dann sprach Prof. Dr. Ternesvary über den Tag der Hausmusik. Er führte ungefähr folgendes aus: Der Tag ist ein Werbeabend, ja ein Notruf für eine Sache, die in Gefahr ist. Damit die Anteilnahme an der Musik nicht verloren geht und ihr immer wieder neue Anhänger zugefuhrt werden, deshalb wird in dieser Form geworben. Die Ausgestaltung und Ausführung ist in die würdigsten Hände, nämlich in die der Fachschaft der Musikerzieher gelegt. Dieser Vereinigung fällt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, für den nötigen Nach- Preisangebote unter 05144 an den Gieß. Anz. Leeres Mansardenzimmer in gutem Hause (Stadtmitte) sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05136 an d. Gieß.Anz. erbet. Trockener Wir« für Möbel per sofort gesucht. 696oD Avis Am 22. November ist unser zweiter Iunge angekommen 3n dankbarer Freude Freude macht. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr: „Die Mutter".— Gloria-Palast (Seltersweg): „Premiere der Butter- fty". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Reise nach Tilsit". Stadtthealer Gießen. Am heutigen Donnerstag kommt als Vorverlegung her Fr-itug-Dorstellung bas schlesische Schauspiel Die Mutter" von Walter Stanietz zur Aufführung. Spielleitung: Hans Geißler. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. K Stell «et® Stetiöt Samstag, den 25. November. 20 Uhr, im Stadttheater „Gafparone , Operette von Millöcker. Aür diese Veranstaltung werden noch Karten im freien Verkauf abgefeht, und zwar zu 1,75, 1,25, 1,05, 0,85 RIN. in der Schanzenstrahe 18 p, Zimmer 2, und bei Friseur S ch m i d t, An der Kaserne 4, und am Samstagabend an der Abendkasse. Die Abendkasse ist ab 19.15 Uhr geöffnet. 6962D Gießener Ivochenmarktprette. ♦ Gießen, 23. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, 24 kg 7 bis 8 Rpf., 50 kg 6 RM., Weißkraut, % kg 5 bis 6 Rpf., 50 kg 4 RM., Rotkraut, % kg 7 bis 8 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Ruben % kg 7 bis 8 Rpf., rote Rüben 9 bis 10, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 45, Feldsalat, l/io 10 bis 15, Zwiebeln, kg 10, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kürbis 6 bis 8, Aepfel 15 bis 25, Birnen 15 bis 20, Blumenkohl, das Stück 30 bis 55, Endivien 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 Rpf., Kartoffeln, 50 kg 3,15 bis 3,45 RM. 2rädrig. eiserner Dröckkarren zu verkauf. 05143 Zuerfr.ind. Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. Einige Mtet- MMIK roh, zu verkauf. Schr. Anfragen unter 05145 an den Gieß. Anz. lerne zenqmsee in Urschrift itmoern nur Zeugnis- abfcftdften Dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Llchtbilvei unoBewerdungSunter- '«gen müssen ,ur Ber- ■dbunfl von Verlusten auf der Rücktet le *Ro men und ülnschrist ort «ewert»-rs trauen I Suche zum baldig. Eintritt für einen neuzeitlich Haushalt sauberes, zuverlässiges Mädchen in allen Hausarbeiten bewandert, Kochkenntnisse erwünscht, bei gut. Bezahl. Bewerbung mit Zeugniss. erb. an MllMiSM Zwingenberg (Bergstraße) AdolstHitler- Straße Umd Tüchtiges 6964D Gut erhaltener Damen- Winter-Mantel preiswert z. ver- kaufen. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle deS> Gieß. Anz. lo»«n Geburtsanzeigen! bei Brühl. Gießen um 8»- iKÄÄTÄMS".?.™'! großen Platzes Verhandlungen dahingehend zu führen, daß diese nun auch zu ihrem Teil dazu beitragen, die Platzwände so zu gestalten, baß das Ganze ein Städtebild erhält, daß nicht nur dem Gießener, sondern auch dem besuchenden Gast mit Küche möglichst sofort von klein.ruhiger Familie gesucht. Schriftl. 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