Ar. 70 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 25. März 1959 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche UniversitStsdruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschästLftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für öte Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.250^ mehr. Ermäßigte Grundpreise:^ Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Die in freundschaftlichem Geiste geirrten Verhandlungen haben z u einer Lösung Geführt, die die W iedervereinigung »•es Memellandes mit dem Deutschen Reich regelt und die Voraussetzungen für ein 3 u - ünftiges gutnachbarliches Verhältnis zwischen den beiden Ländern schafft. Der Vertrag. Der deutsch-litauische Staatsvertrag Iber die Wiedervereinigung des Memelgebietes mit ! ^em Deutschen Reich hat folgenden Wortlaut: „Der deutsche Reichskanzler und der Präsident der Republik Litauen xibcif sich entschlossen, durch einen Staatsvertrag I i e Wiedervereinigung des Memelge- ietes m i t dem Deutschen Reich zu regeln, iermit die zwischen Deutschland und Litauen schwe- Änden Fragen zu bereinigen und so den Weg Imr eine freundschaftliche Gestaltung •er Beziehungen zwischen den beiden Ländern i jLi eröffnen. Zu diesem Zweck haben zu Bevollmächtig- I« n ernannt der deutsche Reichskanzler den Reichsminister des Auswärtigen, Herrn Joachim von Ribbentrop, ibcr Präsident der Republik Litauen den Außenminister, Herrn Juozas U r b s n s und den Gesandten in Berlin, Herrn KazyS S k i r p a , I W sich nach Austausch ihrer in guter und gehöriger ! furm befundenen Vollmachten über folgende 3 e ft t m m u n g e n geeinigt haben: Artikel 1. !Das durch den Vertrag von Versailles von ! ?utschland abgetrennte M e m e l g e b i e t wird tit Wirkung vorn heutigen Tage wieder mit 6:: m Deutschen Reich vereinigt. Artikel 2. Das Memelgebiet wird sofort von den Ilttauischen Militär - und Polizeikräf- t n geräumt werden. Die litauische Regierung trarb dafür Sorge tragen, daß das Gebiet bei der Jhumung in ordnungsmäßigem Zustand bä assen wird. Beide Teile werden, soweit erforder- lioi, Kommissare ernennen, die die Uebergabe ir nicht in den Händen der autonomen Behörden kü Memelgebietes befindlichen Verwaltungen durch- zri ähren haben. Die Regelung der übrigen sich aus dem Wechsel te Staatshoheit ergebenden Fragen, insbesondere te wirtschaftlich en und finanziellen jingen, der Beamtenfragen sowie der s aatsangehörigkeitsfragen bleibt b e - jomderer Vereinbarung vorbehalten. Artikel 3. Um den Wirtschaftsbedürfnissen Litauens Rechnung pntragen, wird in Memel für Litauen eine ^eihafenzone eingerichtet werden. Die ki izelheiten werden nach den Richtlinien der diesem Strtrage beigefügten Anlage besonders geregelt LI llä'den. Slrtikcl 4. ,'uir Bekräftigung dieses Entschlusses, eine freund- Ihlfftliche Entwicklung der Beziehungen zwischen LeUschland und Litauen sicherzustellen, ü b e r n e-h - nun beide Teile d i e Verpflichtung, er zur Anwendung von Gewalt eneinanber zu schreiten noch eine gegen Eii-n der beiden Teile von dritter Seite gs- | rtfrete Gewaltanwendung zu unterstützen. Artikel 5. ' tiefer Vertrag tritt mit der Unterzeichnung in -: etc st. £iur Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevoll- Ti-otigten diesen Vertrag unterzeichnet Ausgefertigt i doppelter Urschrift in deutscher und litauischer Ep nche. | ^srün, den 22. März 1939. (Gez.): Joachim von Ribbentrop. (Gez.): U r b s y s. (Gez.): Skirpa. K Einrichtung einer litauischen Freihasenzone in Memel. .•tue Anlage zu Artikel 3 des deutsch-litauischen !vr rages vom 22. März 1939 hat folgenden Wort- 1. ■ ? deutsche Hafenverwaltung in Me- 1»! n, die die Verwaltung des infolge der Wiedervereinigung des Memelgebietes mit dem Deutschen Reich in das Eigentum des Reiches übergehenden bisherigen litauischen Staatseigentums im Memel er Hafen übernimmt, wird mit einer im Einvernehmen zwischen der deutschen und der litauischen Regierung in Memel mit vorwiegend litauischem Kapital zu errichtenden Gesellschaft (Memeler Hafengesellschaft) einen privatrechtlichen Vertrag über die Ueber- laffung und bevorzugte Benutzung der nachstehend erwähnten Hafenanlagen in Memel schließen. In diesem Vertrag wird folgendes vereinbart werden: Die Hafenverwaltung überläßt der Memeler Hafengesellschaft pachtweise auf99Jahre die Benutzung von Anlagen, Grund- und Wasserflächen des Memeler Hafens in ausreichendem, noch näher zu vereinbarendem Umfang. Die Hafengefell- fchaft ist verpflichtet, die Hafenanlagen für alle Bedürfnisse des allgemeinen Verkehrs zur Verfügung zu stellen. Die Pacht gilt mit Rücksicht auf die von der litauischen Regierung im Hafengebiet gemachten Investitionen als abgegolten. Die Memeler Hafengesellschaft übernimmt die Unterhaltung, den Betrieb und den etwaigen weiteren Ausbau der ihr pachtweise überlassenen Flächen und Anlagen. Die Hafengebühren werden von der Gesellschaft eingezogen. Die Höhe dieser Gebühren wird von der Hafenverwaltung aufgrund der Vorschläge der Gesellschaft festgesetzt. II. Der Memeler Hafengesellschaft werden weitgehende Steuererleichterungen gewährt. Es werden Freibezirke eingerichtet, deren Lage und Abgrenzung zu vereinbaren sind. Die Zollkontrolle findet an der Grenze der Freibezirke statt. Im übrigen bleiben alle deutschen Hoheitsrechte auf dem verpachteten Gelände und in den Freibezirken unberührt. Der Verkehr mit den Freibezirken wird durch die Bahnverbindung mit Krot- tingen in der Weise erleichtert werden, daß ein zollfreier Güterdurchgangsverkehr zu angemessenen Tarifsätzen in geschlossenen Zügen nach näherer Vereinbarung zwischen den beteiligten deutschen und litauischen Verwaltungen eingerichtet wird. Auch der sonstige Verkehr (Wasserwege und Landstraßen) zwischen Litauen und den Freibezirken wird im Rahmen der deutschen Bestimmungen nach Möglichkeit erleichtert werden. Die aus der Stationierung litauischer Schiffe in den Gewässern des Memelgebietes sich ergebenden Fragen, insbesondere steuerlicher Natur, werden zwischen den zuständigen deutschen und litauischen Stellen in entgegenkommender Weise geregelt werden. Die ersten deutschen Truppen mit Jubel begrüßt. Memel, 23. März. (DRV. Funkspruch.) Die deutschen Truppen find heute früh kurz nach 8 Uhr bei strahlendem Wetter in der Stadt Memel eingetroffen. Unter unbeschreiblichem Jubel der Memelländer rückten als erste Einheit der deutschen Wehrmacht eine Aufklärungsabteilung in die Stadt ein, wo sie von begeisterten Jubelrufen der Bevölkerung geradezu überschüttet wurde. Bereits am Abend des gestrigen Tages waren motorisierte Formationen der Polizei sowie Einheiten der o st p r e u ß i s ch e n Schuh st affeln in Memel eingelroffen. Immer wieder löste der Vorbeimarsch der deutschen Soldaten einen Sturm der Begeisterung aus. Das endlich aus ahrelanger Knechtschaft befreite Memelland bereitete den Truppen des Führers einen Empfang, der an Herzlichkeit nicht mehr zu überbieten war. Be- onders zu erwähnen find die hervorragenden Marschleistungen der deutschen Soldaten, die unter zeitweise außerordentlich schwierigen Wegeverhältnissen die etwa 100 Kilometer lange Strecke von Tilsit nach Memel in vorbildlicher Haltung zurückgelegt haben. Roch aber ist der Höhepunkt dieses Freudentages nicht erreicht. Immer wieder hört man die Frage ,,W ann kommt der Führer? Schon hat sich eine unabsehbare Menge am Memeler Hafen eingefunden. In atemloser Spannung erwarten die Menschen den Augenblick, da der Führer elbst feinen Einzug in das befreite Land halten wird. Reichsführer ff Himmler in Memel. Memel, 23. März. (DNB.) Der Reichsführer -- und Chef der deutschen Polizei Himmler ist am Mittwoch gegen Mitternacht in Memel eingetroffen. Der Führer vor Memel eingelroffen. Ein Teil der Flotte gibt dem Panzerschiff „Deutschland" das Geleit. - / - <• - '/ - - ' • Unser Bild zeigt den Führer kurz vor Abfahrt des Sonderzuges nach Swinernünde auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin. Rechts von ihm der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, links der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel. — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst.) Swinemünde,22. März. (DRV.) Der F ü h - r e r traf am Mittwoch um 18.30 Uhr in Begleitung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, im Sonderzug in Swinde- münde ein. Die Bevölkerung der Seestadt säumte die gesamte Anfahrtstrecke vom Hauptbahnhof bis zum Hafenkai in dichten Reihen und bereitete dem Führer, der langsam im Sonderzug die Strecke entlangfuhr, begeisterte Kundgebungen. Am Hafenkai lagen das Panzerschiff „Deutschland" und der Kreuzer „L e i p ; i g" zur Abfahrt nach Memel bereit. Unmittelbar nach der Ankunft begab" sich der Führer an Bord der „Deutschland". Als der Führer das Panzerschiff betrat, ging am Vortopp die Führerstandarte hoch. Der Führer schritt in Begleitung von Generaladmiral Raeder und des Kommandanten, Kapitän zur See Wenneker, die Front der am Oberdeck angetretenen Besatzung ab. Gleich darauf, wenige Minuten nach 19 Uhr, ging das Panzerschiff „Deutschland" in See. In Kiellinie folgten der Kreuzer „Leipzig", die Panzerschiffe „Admiral Graf Spee" und „Admiral Scheer", die Kreuzer „Nürnberg" und „Köln", zwei Zerstörerdivisionen und drei Torpedobootsflottillen sowie eine Geleitflottille. In Begleitung des Führers und Obersten Befehlshabers befinden sich an Bord der „Deutschland" Generaladmiral Raeder, Generaloberst Keitel, Generalmajor Bodenschah, Reichsminister Dr. Lammers, Reichspresiechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bormann, Staatssekretär S t u ck a r t, Obergruppenführer Lorenz, die Adjutanten des Führers Obergruppenführer Brückner, Gruppenführer Schaub, Oberstleutnant S ch m u n d t und Korvettenkapitän Albrecht, ferner die Kapitäne zur See h e n n i n g und h e g e. Der Führer auf der Reede von Memel eingelroffen. Memel, 23. März. (DRV. Funkspruch.) Der F ü h r e r ist heute vormittag gegen lOUHrvor Memel eingetroffen. Das panzerfchiff „Deutschland" liegt mit dem eingesetzten Verband der deutschen Kriegsschiffe auf der Reede von Memel. ; ’ -< WWWWH ' ; ___________________________________ Panz-rschifs „Deutschland", — (Scherl-Lilderdienst-M.) Gefährliche Partnerschaft. Die Rückwirkungen der Inschutznahme Böhmens und Mährens durch das Reich auf die englische Oeffenklichkeit haben blitzlichtartig zu einer D e - Maskierung der wahren englischen Mentalität geführt. Während noch in den Parlamenten die verantwortlichen Staatsmänner ihrer angeblichen Enttäuschung über das Nicht- funktionieren der Münchener Abmachungen Ausdruck geben und gern Deutschland die Schuld dafür zuschieben möchten, hat die englische Diplomatie in beschleunigtem Tempo einen neuen Plan gestartet, der auf nicht mehr und nicht weniger als auf eine neue Einkreisung Deutschlands hinausläuft. Gerade daraus ergibt sich, ebenso wie aus den ooranaegangenen Ermunterungen an Prag durch die englische und auch französische Presse, wie wenig die politische Führung Englands selbst den Geist von München zu ihrem eigenen gemacht haben konnte. Die Vermutung, für die es in den vergangenen WocherfEschon mancherlei Symptome gab, daß für England und Frankreich das Münchener Abkommen nur eine Atempause und ein Zeitgewinn sein sollte, bis das Kräfteverhältnis sich zu Gunsten der Westftaaten gebessert haben würde, wird durch die jetzige Haltung Englands geradezu zur Gewißheit. Das Foreign Office hat an eine Reihe kleinerer europäischer Staaten ebenso wie an die Sowjetunion Einladungen gerichtet, sich für einen neue Einkreisungspolitik gegen Deutschland zur Verfügung zu stellen. Gerade unter dem Einfluß der unwahren und verleumderischen Kampagne der französischen und angelsächsischen Presse im Hinblick auf die Lösung des tschechischen Problems hoffte man, die angegangenen Staaten psychologisch soweit mürhe gemacht zu haben, daß man jetzt mit einem Ueberraschungscoup Erfolg haben würde. Die Airtworten, die aus der Mehrzahl der umworbenen Länder in London eingelaufen sind, werden die englische Regierung inzwischen darüber belehrt hoben, daß die Nerven der kleineren Völker und ihr Urteilsvermögen wesentlich stabiler sind als die der englischen öffentlichen Meinung oder zum mindesten, als man es sich in London eingebildet hat. War die für Böhmen und Mähren jetzt von Deutschland gefundene Lösung die Frucht der Fehler und verwerflichen Absichten des Versailler Systems, so ist auch die Haltung der neutralen und selbständigen Staaten Europas zu den englischen Einkreisungsversuchen das Ergebnis zwanzigjähriger Erfahrungen, die sie mit der Genfer Liga, der kollektiven Sicherheit, mit Sanktionen und anderen feuergefährlichen Blockbildungen gemacht haben. Es ist schon ein freventliches Spiel mit dem Schicksal der kleinen Nationen, wenn man ihnen auf der einen Seite eine „deutsche Gefahr" vorgaukelt, um ihnen auf der anderen Seite Kombinationen und Bündnisse daneben anzubieten, deren Erfolg bei kühler Ueberlegung nur ein politischer Selbstmord sein kann. Die Skrupellosigkeit dieser ganzen so plötzlich ins Werk gesetzten Angst, und Schreckenspolitik enthüllt sich am deutlichsten in der Einbeziehung Moskaus. Die Sowjetregierung und ihre Zwillingsschwester, die Komintern, sehen bereits wieder ihren Weizen blühen. Wenn jetzt aus dem Kreml Vorschläge zu einer europäischen Konferenz mit dem Ziel der Bekämpfung und Zerschlagung der autoritären Mächte zu hören sind, wird man das für die sowjetrussische Seite ganz gut verstehen können. Die katastrophale Niederlage der Sowjets in Spanien und die diplomatische Mattsetzung Moskaus durch die Münchener Politik waren so schwere Niederschläge für das bolschewistische System, daß es begreiflicherweise alle Anstrengungen machen muß, um sich wieder eine Pforte nach Europa hin zu öffnen. Eine andere Frage ist schon die, welche Vorteile sich die ost- und südosteuropäischen Staaten von einer Bundesgenossenschaft mit den bolschewistischen Machthabern versprechen könnten. Jugoslawien und Ungarn, die beide mit den Achsenmächten befreundet sind und ihre Außenpolitik an die Politik der Achse anzugleichen wünschen, haben überhaupt keine diplomatischen Beziehungen zu Moskau. Jugoslawien hat sie niemals gewünscht und niemals hergestellt, und der brutale Abbruch des diplomatischen Verhältnisses zu Ungarn durch die Sowjetunion anläßlich des Beitritts Ungarns zum Antikominternpakt wird auch andere Staaten darüber belehrt haben, daß ein gutes Verhältnis zu Moskau dann nicht mehr möglich ist, wenn die betreffenden Staaten Anstrengungen machen, den Bolschewismus von ihren Ländern und Völkern fernzuhalten. Aber noch unangenehmer würde sich die Situation für die unmittelbaren Grenznachbarn der Sowjetunion darstellen, wenn sie sich den englischen Plänen gefügig gezeigt hätten. In dem Augenblick, in dem das neue Bündnis gegen Deutschland zu spielen anfangen würde, müßten Polen und Rumänien daraus gefaßt sein, daß rote Armeen durch ihr Gebiet marschierten, wenn die „Einkreisung" überhaupt einen Sinn haben sollte. Alle Welt aber weiß, daß neben dem Soldaten der Sowjetarmee der bolschewistische Agitator der Komintern marschiert und daß jede Besetzung fremden Landes durch Sowjettruppen gleichzeitig eine Bol- ichewisierung bedeuten würde. Der Fall des spanischen Bürgerkrieges, in dem es immerhin nur bol- sckstvestifche „Freiwillige" gab, ist denn in der Tat noch zu frisch in der Erinnerung aller Völker. Jeder Ausbruch von Feindseligkeiten gegen Deutschland im Rahmen des erträumten englischen Systems würde also die Sowjetisierung der ost- und südosteuropä- ischen Staaten Europas bedeuten. Und wieder würde, diesmal im größeren Rahmen, das spanische Spiel deMnen, in welchem England ebenfalls mit seinen Sympathien mehr als zwei Jahre lang auf der Seite der Zerstörer europäischer Kultur und Zivilisation sich befand. Aber die Staaten Osteuropas haben an ihren Enttäuschungen und schlimmen Erfahrungen gelernt. Erst kürzlich hat der polnische Staatspräsident in einer feierlichen Rede erklärt, daß das politische Vermächtnis Pilfudskis die völlige Unabhängigkeit und Selbständigkeit der polnischen Politik fei. Auch Rumänien hat es schnell verstanden, die englische Intrige mit dem angeblichen deutschen Ultimatum an Rumänien zu durchkreuzen, und führt feine Wirt- schaftsverhandlungen mit Deutschland weiter. Hat doch selbst Lord Halifax kürzlich im englischen Oberhaus anerkannt, daß Südosteuropa das natürliche Feld deutscher Wirtschaftsausbreitung ist. Auch die kleinen Staaten Südosteuropas sehen hierin einen natürlichen und erwünschten Vorgang. Kr. Kabinettssitzunq in London. London, 22. März. (DNB.) Aus seiner Mittwochs-Sitzung beschäftigte sich das britische Kabinett mit der neuen Lage in Mitteleuropa. Dem Kabinett lagen die Antworten der Dominien und gewisser europäischer Mächte vor, über den britischen Vorschlag für eine gemeinsame Erklärung, in der „eine gemeinsame Haltung gegen Angriffsaktionen" zum Ausdruck gebracht werden solle. Preß Association bestätigt, daß die britische Regierung die französische, s o w j e t r u s s i s ch e und polnische Regierung ausgesordert habe, diesen Vorschlag zu prüfen. Welter habe sie angeregt, daß die Mächte nicht nur ihrem Wunsch Ausdruck geben sollten, die gegenwärtigen Beratungen fortzusetzen, sondern daß je auch sofort zu Konsultationen zusammentreten sollen im „Interesse der gemeinsamen Verteidigung", falls man glaube, daß irgendwelche weiteren An- griffsakte beoorstünden. Als der Labourabgeord- ncte Wedgwood im Unterhaus am Mittwoch die Anfrage stellte, ob die Regierung beabsichtige, „wirtschaftliche und militärische" General- stabsbesprechungen mit den Vereinigten Staaten aufzunehmen, um sicherzustellen, daß amerikanische Lieferungen im Falle eines Krieges an England und seine Verbündeten durch- gefüyrt würden, antwortete ein Vertreter der Regierung mit einem Nein. Englische Verdächtigungen. Tendenziöser Bericht des britischen Innenministers über die Rückgliederung des Memellandes. London, 23. März. (DNB ) Im Namen Chamberlains gab Innenminister Sir Samuel Hoare eine kurze Erklärung im Unterhaus zur Memel- frage ab: Mie verlaute, fei dem litauischen Außenmini st er während feiner Anwesenheit in Berlin von der Reichsregierung die Forde- runtvauf sofortige Abtretung des Memellandes an das Reich übermittelt worden, und zwar zusammen mit einer Androhung, daß im Falle irgendwelchen Widerstandes oder irgendeines Ersuchens um Unter- tützung von anderer Seite die Angelegenheit nicht mehr länger in diplomatischer, sondern in militärischer Weise erledigt werden würde. Diese Forderung laufe auf ein Ultimatum hinaus, und die litauische Regierung sei gebeten worden, eine Entschtz'idung binnen an« nähernd vier Tagen zu treffen. Gleichzeitig fei ihr die Zusicherung gegeben worden, daß im Falle einer Annahme keine weiteren Forderungen mehr g e ft eilt werden würden. Wie verlaute, sei die Forderung a n g e n o m - m e n worden. Seitdem die deutsche Forderung ge- teUt worden sei, habe die litauische Regierung sich mit der britischen Regierung nicht in Verbindung gesetzt, Ministerpräsident Chamberlain werde eine ausführliche Erklärung abgeben, sobald ihm das möglich fein werde. Hierzu schreibt der „Deutsche Dien ft": Durch eine freie Vereinbarung der Vernunft hat Litauen das Memelland der deutschen Heimat zurückgegeben. Damit wurde e t n U n = recht wieder gutgemadjt, unter dem 140 000 Deutsche seit nunmehr 20 Jahren bitter zu leiden hatten. Der britische Innenminister, Sir Samuel Hoare, hat den Sieg des Glaubens dieser Deutschen an ihr Volkstum zum Anlaß genommen, um im Namen des britischen Premierministers Verdächtigungen und Lügen in die Welt zu streuen, die den alleinigen Schluß zulassen, daß es sich hierbei erneut um den unverblümten Versuch handelt, die Aufrichtung einer neuen Ordnung in Europa zu hintertreiben. Mit den Mitteln der nackten Gewalt haben die Versailler Mächte unter der Regie Englands wider den Grundsatz des Selbstbestimmungs- rechtesderVölker 140 000 Deutsche vom Mutterland getrennt und sich dabei nicht gescheut, sich mit der Berufung auf das Recht des Stärkeren zu begnügen. Englands Sprecher, Lloyd George, war es auch, der die ideologische Gebundenheit des ame- rikanifchen Präsidenten erkannte und mit Nonchalance Länder verteilte, von deren geographischer Lage der amerikanische Friedensprophet nicht immer zuverlässig unterrichtet war. Herr Hoare! Sie haben auf der Bühne des britischen Unterhauses und als Sprecher des englischen Volkes eine unverantwortliche Hetze entfacht. Sie haben versucht, getreu dem Vorbild der britischen Lügenpresse, die Ang st Psychose als politisches Kampfmittel einzufetzen. Es dürfte Ihnen nicht unbekannt gewesen sein, daß nicht von deutscher Seite zuerst jene von Ihnen aufgestellte verleumderische Behauptung zurückge- wiesen wurde, die deutsche Reichsregierung habe unter Drohungen den litauischen Außenminister davon abzuhalten versucht, die Unterstützung anderer Mächte anzurufen. Sie täten besser daran, sich mit jenen Grausamkeiten zu beschäftigen, die den geschichtlichen Weg des britischen Empire immer noch kennzeichneten. Wenn in Zukunft ähnliche Worte wie die Ihren den allgemeinen Umgangston abgeben sollen, mit denen die berufenen Vertreter der britischen Regierung im Unterhaus mit Deutschland glauben verkehren zu können, bann wirb in Zukunft auch das Wort eines britischen Ministers für Deutschland nicht mehr wert sein als das Phrafen- aedresch einer gewissenlosen und völkeroergiftenden Asphaltpresse! Jeder Engländer, der noch ein Gefühl für Anstand und Sauberkeit im Verkehr von Menschen und Völkern untereinander besitzt, wird sich von jenen Verzerrungen des Sprechers der englischen Regierung ebenso abwenden, wie Herr Hoare gewiß fein kann, daß Deutschland in Zukunft derartige Methoden nicht unwidersprochen hinnehmen wird. Mißvergnügen in Paris. Paris, 22. März. (DNB.) Die Wiedereingliederung des Memelgebietes wird von der Pariser Presse in großen Schlagzeilen verkündet. Obwohl man dieses'Ereignis schon seit acht Tagen voraussagte, geben die Blätter der nunmehr vollzogenen Tatsache einen sensationellen Anstrich und sparen dabei nicht an gehässigen Bemerkungen und frechen Verdrehungen. Der „I n t r a n s i g e a n t" spricht von einem „neuen Gewaltstreich", und auch die anderen Blätter stellen in dreister Weise die Behauptung auf, daß die litauische Regierung sich „einem deutschen Ultimatum gebeugt" habe. Der kommunistische „C e S o i r" spricht mit sichtlichem Mißvergnügen von der „außerordentlichen Brutalität", mit der der Große F a s ch i st l s ch e Rat wieder einmal die Festigkeit der Achse Berlin- Rom proklamiert habe. Man müsse endlich verstehen, daß das geringste Zugeständnis an Mussolini diese Achse nur noch verstärken würde. — Der „Temp s" jammert, „das Völkerrecht fei wieder einmal verletzt worden", und vergießt heuchlerische Tränen über dcks Abkommen, das „einem kleinen Staat aufgezwungen" worden sei. — Das rechtsstehende „Journal des Debats" besitzt die Frechheit, Deutschland vorzuwerfen, „wieder einmal sein Wort nicht gehalten zu haben".(!) Deutschland habe erklärt, daß es nicht die Absicht habe, Memel anzutasten, vorausgesetzt, daß die litauische Regierung das Memelstatut achte. Ohne jede Rücksicht auf die klare Tatsache, daß Litauen seine Verpflichtungen in der gröblichsten Weise mißachtet hat, bringt es das Pariser Blatt dann fertig zu behaupten, dieses Statut sei von Litauen einaehalten worden, aber das Reich habe die letzten Monate dazu benutzt, um in Memel die Vormachtstellung der nationalsozialistischen Elemente zu festigen. Memel feiert den Tag der Befreiung. Letzte Sitzung des Memellandtoges. — Freiheitsmarfch der SA. Memel, 23. März. (DNB.) lieber das befreite Memelland ist nach einem herrlichen Vorfrühlingstag eine klare Nacht hereinaebrochen. Noch immer dröhnt der Marschtritt der SA. und der schmetternde Klang der preußisch-deutschen Märsche durch die nächtlichen Straßen Memels. Noch immer wollen die ergreifenden Freudenkundgebungen der Menschen im Nordosten Großdeutschlands kein Ende finden. Auf dem hell angestrahlten H e u m a r k t begann um 20 Dhr der große Aufmarsch der SA., die gegen 21 Uhr ihren Freiheitsmarsch durch die von dichten Spalieren jubelnder Menschen umsäumten Straßen der Stadt antrat. Inzwischen war der Memelländische Landtag zu feiner ersten und zugleich letzten Sitzung zusammengetreten. Die 25 deutschen Abgeordneten trugen das Braunhemd oder den schwarzen Rock des Memeldeutschen Ordnungsdienstes. Von den vier litauischen Abgeordneten war nur einer erschienen. Als Dr. Neumann den von einer dichten Zuhörermenge bis auf den letzten Platz gefüllten Saal betrat, klangen ihm jubelnde Hei'lrufe entgegen. Dann trat Dr. Neumann unter feierlicher Stille an das Podium und gab in sichtlicher Ergriffenheit den Gefühlen Ausdruck, die alle Memeldeutschen in dieser geschichtlichen Stunde erfüllen. Die Geschichte der letzten 20 Jahre, so führte er aus, habe bewiesen, daß dieses Land nur deutfch fei. Man habe versucht, das Memelland mit einem Land zu verkoppeln, das aus größter Anspruchslosigkeit hergekommen sei. Trotzdem wäre die Entwicklung vielleicht eine andere gewesen, wenn es den Memeldeutschen vergönnt gewesen wäre, ihre Kräfte wirken zu lassen. Stattdessen habe man versucht, jede selbständige Entwicklung des Memellandes zu unterdrücken. Um so stärker fei das Bekenntnis zum Deutschtum geworden. Dr. Neumann schilderte weiter, wie die litauischen Machthaber zu wirtschaftlichen Druckmitteln übergegangen feien, nachdem sie eingefehen hätten, daß Gewalt allein die Memeldeutschen nicht zerbrechen könne. Auch das sei vergeblich gewesen, und nach den letzten Wahlen sei die kleine litauische Fraktion zu völliger Bedeutungslosigkeit herab- gesunken. Dr. Neumann ging bann auf die jüngste Entwicklung ein. „Mir ist", so sagte er, „durch die memeldeutsche Fraktion das Vertrauen und die Vollmacht gegeben worden, im Namen der 25 memel- deutschen Abgeordneten zu handeln. Ich habe getan, was ich tun mußte. Der Weg war richtig. Der Schicksalsweg von 20 Jahren ist zu Ende. Wir sind wieder was wir waren: „Angehörige des deutschen Volkes und Reiches", Dr. N e u m a n n verlas abschließend folgende Proklamation: Memeldeutsche! Der Tag der Erfüllung i st da! Die litauische Regierung hat unser deutsches Memelland an das Grohdeutsche Reich zurückgegeben! Wiir kehren heim ins Reich, in unser deutsches Vaterland, dem unsere heiße Liebe in den Zeiten der Rot gehörte und in alle Ewigkeit gehören wird. Unzählige Male haben wir noch unter dem litauischen kriegsgeseh, und -erst recht seit wir unseren Marsch in die Freiheit antraten, feierlich erklärt: Wir wollen heim ins Reich! Was wir mit tiefer Sehnsucht erhofft und mit unbeugsamem Dillen erkämpft haben, das e r - fülltsichindieser Stunde.- Wir kehren heim ins Reich! Unermeßlich und unaussprechlich ist unser Dank anden Führer aller Deutschen, an unseren Führer Adolf Hiller! Dr. Neumann gab ferner bekannt, daß er im Namen des Memellandes anden Führer folgendes Telegramm gerichtet hat: „Mein Führer! Das deutsche Memelland kehrt mit dem heutigen Tage zum Deutschen Reich zurück. Der unerschütterliche Glaube an das deutsche Volk und an Sie, mein Führer, haben uns die Jahre des Kampfes bestehen lassen. Ihnen allein gebührt unser Dank, und Ihnen gehört die grenzenlose Liebe aller Memeldeutschen." Zum ersten Male erklang dann in einer Sitzung des Memelländischen Landtages, die zugleich die letzte' Sitzung ist, das Sieg-Heil auf den Führer, und die Abgeordneten stimmten spontan das Deutschland- und das Horft-Wessel-Lied an. Inzwischen waren auch die Kolonnen der SA. auf ihrem Marsch durch die Stadt zum Landtagsgebäude gekommen, wo Dr. Neumann den Vorbeimarsch ab- nahm. Auch die Parteigenossen der Auslandsorganisation beteiligten sich mit einer starken Gruppe an diesem denkwürdigen Freiheitsmarsch, der diesem stolzen Tage des befreiten Memellandes einen erhebenden Ausklang gab In freudiger Erwartung rüsten sich die Memeldeutschen nun zu ihrem größten Ehrentag, zum Empfang des Führers. Hufoige Aufnahme in Warschau. Warschau, 22. März. (Europapreß.) Die Nachricht von der Rückgabe des Memellandes an das Reich ist in Warschau ruhig ausgenommen worden. Die Blätter beschränken sich darauf, die neue Lage vorläufig in den Ueberschristen zu charakterisieren, Vie etwa lauten: „Blitzartige Entwicklung der Ereignisse" oder „Die Karte Europas ändert sich wieder". In polnischen Kreisen erklärt man, daß Polen keine Signatar macht der Memel-Konvention 'sei, und daß selbst die litauische Regie- rung in keiner Weise die Vorstellung zu erwecken versucht habe, als ob die Memelfrage eine Anae- legenheit der Sicherheit und Integrität Litauens fei. Die Lebernahme der Exekutive im Memelland beendet. Memel, 22. März (DNB.) Die Besetzung sämtlicher bisher unter litauischer Verwaltung stehender Stellen durch die „Memelländische Landespolizei" sowie durch d-ie SA. und den Ordnungsdienst hat sich nut bewundernswerter Präzission und ohne den geringsten Zwischenfall vollzogen. Die notwendigen Aktionen waren bereits in den Mittagsstunden beendet. Die Landespolizei beschlagnahmte die Waffen der litauischen Wehrorganisatio- nen. Der Memeldcutsche Ordnungsdienst besetzte u. a. das Postamt, und die SA. u.a. das gesamte Hafengebiet, den Rundfunksender sowie die Boote der Hafenpolizei. Die SA. hat ferner sämtliche Aem- ter und Dienststellen auf der Kurischen Nehrung besetzt. Ueberatl vollzog sich die Aktion unter dem grenzenlosen Jubel der Bevölkerung. Vor allem bei der armen Fischerbevölkerung auf der Nehrung kam die Freude über die Heimkehr ins Reich in rührender Weise zum Ausdruck. Am frühen Morgen waren bereits zwei Züge aus Memel ausgelaufen, die von Juden überfüllt waren; gestern abend verließ ebenfalls ein Zug Memel, der so von Juden überfüllt war, daß die Fahrgäste zum Teil auf den Trittbrettern standen. Tausende von Menschen hatten sich auf die Kunde von der Flucht der Juden am Bahnhof eingefunden und die zahlreichen Taxis, die ankamen, bepackt mit Hausgeräten, Bettzeug ufm. wurden mit allerlei luftigen Zurufen begrüßt. Während der ganzen Nacht konnte man beobachten, wie Leiterwagen und andere Fahrzeuge bepackt mit jüdischem Eigentum, aus den Straßen der Stadt verschwanden. Wie der bisherige litauische Gouverneur dem Memeldirektorium mitteilte, werden sämtliche im litauischen Heer dienenden Memeldeutschen auf schnellstem Wege in b i e Hei - m a t entlassen werden. Die Memeler Post wird noch heute die bisherigen litauischen Briefmarken mit dem Ucberbrurf „M emelland i ft frei!" versehen. Freihettsseier in Tilsit. DNB. Tilsit, 23. März. Am Donnerstagfrüh um 5 Uhr überschritten deutsche Truppen in Tilsit die Kön.gin-Lui^e- Brücke und rückten in das befreite deutsche Memelland ein. Die in der Nähe der Brücke liegenden Straßen sind eine einzige dicke Menschenmauer. ein Sturm der Begeisterung! Die Tore der Brücke öffnen sich, und unter den Klängen des Deutschlandliedes marschieren deutsche Soldaten über den Memelstrom. Die mächtige Brücke ist mit den Fahnen Großdeutschlands und Tannengirlanden festlich geschmückt. Wo gestern noch der Vytis, das litauische Staatswappen, hing, grüßt heute ein großes Hakenkreuz die einmarschierenden Soldaten. Heller Sonnenschein liegt über Tilsit, als in den frühen Vormittagsstunden die Gliederungen der Ac- roegung und de* Reichsarbeitsdienst aus dem Fletscher-Platz ausmarschieren. Hoch von den Masten herab wehen die Fahnen des Großdeutfchen Reiches und die grünweißrote Memelfahne. Um 7 Uhr erschallt brausender Jubel, als D r. Neumann im Kraftwagen über die Memel nach Tilsit kommt. Kurz daraus treffen ebenfalls, begeistert begrüßt, Reichsinnenminister D r. Frick und Ostpreußengauleiter Erich Koch ein. Die Freude der Bevölkerung kennt keine Grenzen, und die Polizei kann nur noch mit Mühe dem Kraftwagen einen Weg bahnen. Reichsminister Dr. Frick schreitet die Front der im offenen Viereck angetretenen Formationen ab. In feiner Begleitung befinden sich Dr. Neumann, Gauleiter Koch und der Kommandierende General und Befehlshaber im Wehrkreis I, General der Artillerie von Küchler. Dann ist der Augenblick gekommen, aus den alle Memeldeutschen feit 19 Jahren gewartet haben: Die Grenze zwischen Deutschen und Deutschen, die durch das Versailler Schanddiktat gewaltsam aufgerichtet worden war, ist gefallen, und die erste Wagenkolonne fährt ohne Zoll- und Paßkontrolle in das Memelland, voran im ersten Wagen Reichsminister Dr. Frick, Dr. Neumann und Gauleiter K o ch. In diesem Augenblick erreichen die Freudenkundgebungen ihren Höhepunkt, und der Begeisterungssturm will nicht enden. Die Sirenen beginnen zu heulen und die Schiffe im Hafen lassen weithin hörbar ihre Stimme erschallen. Jetzt marschieren auch die Formationen mit ihren Fahnen und Standarten über die Brücke. 700 Jahre deutsch. Seit den Tagen der Besiedelung der baltischen Ostseeprovinzen (vom Jahre 1201 .ab) ist der Boden, auf dem sich heute die Stadt Memel erhebt, deutsches Land. Deutsche Kolonisten im Gefolge der Schwertritter haben hier, wo das Pruzzenland und Kurland an einer schmalen Stelle an der Ku- rischen Nehrung zusammenstießen, auf kurländischem Boden die deutsche Stadt Memel gegründet. Später zu Beginn des 14. Jahrhunderts — erhielt der preußische Zweig der vereinigten Ritterorden der Deutsch- und Schwertritterherren die Stadt m>t dem zugehörigen Land als Eigentum. Von da an erhob sich d i e Ordensburg in Memel als äußerste Grenzfeste des preußischen Landes und als trutzig redendes Wahrzeichen gegen Litauen, dessen Grenze östlich des Memellandes vom Beginn des 15. Jahrhunderts an festliegt. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts hat so zuerst die weiße Fahne mit dem schwarzen Kreuz der Ordensritter und später (seit 1525) der rote Brandenburger Aar sich siegreich auf deutschem Blwen behauptet. Das Memeler Land hat nie zu Li6 tauen gehört. Freilich, der Deutsche Orden hatte schon frühzeitig neben deutschen Kolonisten auch Litauer, aber in geringer Zahl, im Memelgebiet angefiedelt. (SO1 im 16. und 17. Jahrhundert entstanden größer zu- särnmenhängende Siedlunaen mit litauischen Ortsnamen und litauifierten Personennamen. Die Litauer sind aber, obwohl sie ihre Muttersprache erhalten haben, gut preußisch und gut deutsch 6*' worden und gut deutsch geblieben bis zum heutige» Tage. Memel gehört wieder zum Reich. Blick auf einen Teil der Stadt Memel mit dem Hafen im Hintergrund. — (Scherl-M.) o L 1 IDWMWWW OlM M h- . Kurische Nehrung. Die Kurische Nehrung vo» Cranz bis Memel ist wieder unser! Jeden, der sie kennt, wird das Verlangen überkommen, sie als deutsches Land wiederzusehen. Wilhelm von Humboldt pries diesen Landstrich als eine der wundersamsten und eigenartigsten Landschaften der Erde. Man must mit den flinken Schiffen des Seedienstes Ostpreußen zur Kurischen Nehrung fahren. Wer dann bei Nid- d e n, dem anmutigsten Nehrungsdorf inmitten der hohen Wanderdünen, an Land geht, der wird sofort spüren: hier geschieht das Letzte, hier schlägt die Erde wahrhaft den großartigsten Dreiklang in majestätischer Einfachheit an: Sand, Himmel, Meer. Meer, Himmel, Sand. Himmel, Sand, Meer. Immer dies. Und der Mensch ist ein Körnlein darinnen. Kurische Nehrung... Die goldenen Gründe des Meeres sind heraufgewandert mit mächtigen steilen Dünen, um noch einmal nach schmalem güldenem Aufflammen in dem breiten Gewässer des Haffs zu versinken. Die Dünen wandern seit Jahrhunderten. Ewig sich langsam wandelnd. Bis zu einem halben Hundert Meer steigen die Billionenheere der Sandkörnchen mit zähem Willen im Seewind die lichten Berge der preußischen Sahara hinan und hinab. Dörfer wurden und vergingen; andere fand die Königin Luise- auf der Flucht als der Große Kurfürst, da er den Schweden auf den Fersen saß — anderen als wir werden einst unsere Nachfahren auf der uneinsamen Nehrungswanderung begegnen. Heute sind die Zugvögel in R o s s i t t e n, der berühmten Vogelwarte, die Segelflieger bei den schwarz bekappten Dünen von Pillkoppen und die Einsamkeitssucher, meist Maler und Dichter, in dem bunt in die goldenen Düneschluchten geschmiegten Nidden zu Haus. Aber diese Siedlungen sind auch nur sandkorn-. haft eingestreut in diese Welt aus Himmel, Sand und Meer. Dort, wo bei dem nun wieder deutschen Nidden von allen Seiten nichts als Einsamkeit auf die hohen Dünen zuströmt, die sich wie riesige Urweltwesen, fast fleischfarben, zwischen Meer und Haff lagern und im leuchtenden Sommerwind einen im Sonnenglast siebenfarbig erglänzenden Sandhauch ausatmen — da kann der Mensch nach stundenlangem Einfühlen und Hineinspüren in diese grandiose Stille von Zeit und Raum die Geschenke dieser seltsamen Landschaft entgegennehmen, die Geschenke des Meeres, das uns hier gütig auf seinen cmporgehobenen, dahingewobenen Grund führt. Wenn sich die Augen dann endlich erlöst schließen und der Takt des Herzens mit dem Takt der Wogen im Einklang wiegt, dann verwandert auch alles an Sinnen und Trachten in der eigenen Brust wie Sand, wie goldener Sand, der aus dem Meer der Ewigkeit steigt und wieder versinkt. Herrlich ist es, hier eine Nacht unter freiem Himmel zu schlafen. Allein in die Wüste zu gehen... Oben auf der höchsten Düne. Nacht. Das Anklatschen der Wellen ist nicht mehr zu hören, so hoch ist die Düne. Ein Blick zurück: das weite Becken des Haffs, dahinter ist ein grünender Hauch: die entsunkene Dr. Ernst Neumann, der Führer der Memeldeutschen, der die Deutschen dieses Landes in den schweren Kampfzeiten gesammelt hatte. (Scherl-M.) Ostpreußenküste. Die Welt jenseits von Raum und Zeit ist dieser Sandstreif im Meer. Ich studiere stundenlang den wandernden Sand. Jedes Sandkorn bekommt ein Menschenangesicht. Völkerwanderung. Dann gehe ich weiter und finde eine mit Blumen und Gras oasenhaft bewachsene Düne inmitten der kahlen. Ich lege mich in sie hinein und schlafe plötzlich ganz leicht ein. Wenn ich aber die Augen öffnete in dieser Nacht auf der Düne, dann standen die Sterne kugelhaft sichtbar in dem bis zum Horizont aller Richtungen der Windrose unverstellten, vom Nordlichchauch erhellten Himmel. Der Goldstreif der Nehrung zitterte über den Wassern, die stille logen: Haff und Meer spiegelglatt. Zwei riesige ins Ewige gerichtete Augen. Dann die Rückfahrt über das Haff. Das bunte Nidden entschwindet hinter den zusammengeschrumpften Dünen mit seinem letzten roten Doch, mit seiner stolzen Kiefer am Uferhang. Seltsame Führende Männer Fischerkähne, eine kleine Flotte, kommen Herons gefahren, mit wunderlich viereckigen Segeln und heidnischen Wahrzeichen am Bug und am Most. Die Wimpel stehen starr, denn sie sind aus Holz geschnitzt und tragen des Fischers Namen von alt- kurischem Klang. Im Sonnanglast scheinen die am Horizont zerrinnenden Dünen zwischen Himmel und Erde zu schweben. Alfred Hein. ■ ./ A Ji U Memeldeutschtums. 23on links: Willy Bertuleit, der Präsident des Memeldirektoriums und stellvertretende Vorsitzende des Memeldeutschen Kulturverbandes; Dr. Wilhelm B r i n d l i n g e r, der Oberbürgermeister der Stadt Memel; Paul Kw a u k a , der Führer der memeldeutschen Sicherheits- • Abteilungen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Memelland ist frei. Eine Karte des Memelgebiets. — (Scherl-Pilderdienst-M.) 0 0O 40 60 00 -10Q Li bau km MEMEL KOWNO toui inzig veurschtt Elbing '•Marienwerder •Ailenstem Thom Gumbinnen Keich OstpreHsie*. KÖNIGSBERG Der Reichsprotektor dem Führer unmittelbar unterstellt. Berlin, 22. März. (DNB.) In einer Verordnung zum Erlaß des Führers über das Protektorat Böhmen und Mähren vom 22. März 1939 wird bestimmt: Der Reichsprotektor in Böhmen und Mähren ist der alleinige Repräsentant des Führers und Reichskanzlers und der Reichs re gierung im Protektorat. Er untersteht dem Führer und Reichskanzler unmittelbar und erhält Weisungen nur von ihm. Zen- tralstelle zur Durchführung des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über das Protektorat Böhmen und Mähren ist der Reichsmini st er des Innern. Die obersten Reichsbehörden hoben bei allen Maßnahmen, die das Protektorat betreffen, im besonderen bei dem Erlaß von Rechtsvorschriften und bei Organisationsmaßnahmen das Einverneh- men mit der Zentralstelle herbeizuführen. Auf Vorschlag des Reichsministers des Innern hat der Führer den Staatssekretär Dr. Stuckart zum Leiter der Zentral st elle zur Durchführung des Erlasses über das Protektorat Böhmen und Mähren im Reichsministerium des Innern bestellt. Tagung des Landesausfchuffes für Böhmen. Prag, 22. März. (Europapreß.) Der Landesaus- schuß für Böhmen hielt unter dem Vorsitz des Landespräsidenten Dr. S o b o t k a eine Tagung ab. Dieser gedachte des Führers, der das tschechische Volk in den Schutz des Deutschen Reiches genommen habe und auch des Präsidenten Dr. H a ch a, dem der Landesausschuß im Namen des Landes Böhmen der steten Dankbarkeit des tschechischen Volkes für all das versicherte, was er in den vergangenen Schicksalstagen für die Nation geleistet habe und für fein unermüdliches opferwilliges Bestreben, aus den bisherigen Parteien eine einheitliche, starke, na- klonale Organisation zu schaffen. Dem Präsidenten Dr. Hacha wurde ein Danktelegramm übermittelt. Die Führertagung in Sonthofen. ES sprachen der Reichswirtschaftsminister und der Reichssportsnhrer. Sonthofen, 22. März. (DNB.) Reichswirt- schaftsminister Funk stellte am dritten Tage der Kreis- und Gauamtsleitertagung in Sonthofen nach interessanten Einblicken'in alle mit den letzten Ereignissen zusammenhängenden wirtschaftlichen Fragen fest, daß Deutschlands industrielle Stärke sich weiter aufwärts entwickele. Wenn nun einzelne Kreise des Auslandes etwa glauben sollten, uns mit wirtschaftlichen Druckmaßnahmen treffen zu können, so stehe fest, daß man die gesamte wirtschaftliche und politische Kraft eines 90-Millionen-Volkes im Herzen Europas niemals auf die Dauer werde ausschalten können, ohne im eigenen Lande selbst Rückschläge zu erhalten. Mit derselben Zähigkeit und Ausdauer, mit der wir auf politischem Gebiet die gewaltigen Erfolge erzielt Hütten, werde auch die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands weitergetrieben. Reichssportführer von Tschammer und Ost e n wies darauf hin, daß die Sicherung der Existenz des Volkes und der notwendigen Fuhreraus- lefe eine immer stärkere Durchdringung des ganzen Volkes mit dem Gedanken des' Sportes und der Leibeserziehung erfordere. Der Träger einer so großen Aufgabe aber könne nur die Partei sein. Die ganze deutsche Jugend werde heute in der HI. Air sportlichen Ertüchtigung herangezogen, wobei darauf geachtet werde, daß es zu keiner ungesund enUeberbeanspruchungderJu- g e n d komme, da ja auch in der Schule noch Sport getrieben werde. Der RS.-Reichsbund für Leibesübungen umfasse 48 000 Vereine mit über vier Millionen Mitgliedern, während weitere 600 000 Volksgenossen den Betriebssportgemeinschaften angehören und vom Sportamt der DAF. betreut werden. Der Reichssportführer kündigte eine neue Durchgliederung des RSRL. und die Angleichung an die Organisation der P a r te i an. Im vergangenen Jahr habe Deutschland wieder große Erfolge erringen können, von 188 großen Länderkämpfen habe es allein 121 gewonnen und sich somit weitaus an die Spitze oller sporttreibenden Nationen der Welt gestellt. Deutscher Rundfunknachrichtendienst in fremden Sprachen. Berlin, 23. März. (DRV.) Es Hal sich als notwendig erwiesen, daß der Deutsche Rundfunk entsprechend ferner weitreichenden Bedeutung nun auch Nachrichtendienste in fremden Sprachen im mittleren Wellenbereich durchgibt. Demzufolge wurden vorläufig folgende Sendungen eingerichtet: Seit dem 22. März geben d i e Reichssender Hamburg und Köln täglich, auch sonntags, von 20.15 Uhr bis 20.30 Uhr Nachrichten in englischer Sprache. Weitere fremdsprachige Nachrichtendienste werden nach Bedarf eingerichtet. Umfangreiche Baupläne der roten Kriegsflotte. Helsinki, 22. März. (Europapreß.) Wie aus Leningrad mitgeteilt wird, soll nach den letzten Projekten eine große Anzahl von neuen Flotteneinheiten bis zum Ende des Jahres 1940 gebaut werden. Es find vor allem v i e r Schlachtschifse von je 22 000, sechs größere Kreuzer von je 18 000 Tonnen, sechs kleine Kreuzer von je 10 000 Tonnen, fünfzig U- Boote, acht Minenleger, vier Minensucher, vier Flugzeug-Mutterschiffe und zwei Hilfsfahrzeuge im ersten Teil des Flottenbauprogrammes vorgesehen. Im zweiten Teil des Bauprogrammes, der bis 1942 ausgeführt fein soll, sind weitere vier Schlachtschiffe von je 32 000 Tonnen und sieben Linienschiffe geplant. Die Verwirklichung des ersten Bauabschnittes hat bereits begonnen. Im Herbst des vergangenen Jahres sollen die Arbeiten an drei kleinen Kreuzern von je 10 000 Tonnen auf der Ordsjonikidse-Werst in Leningrad ausgenommen worden sein. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß der Chef der politischen Leitung der roten Flotte, Safi o s ch k o w , verhaftet worden ist. lieber die Gründe ist nichts bekannt. Oer amerikanische Kongreß bewilligt 500 Millionen Dollar für die Aufrüstung. Washington, 23. März. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund eines Konferenzberichtes, der alle Differenzen ausglich, hießen beide Häuser des Kongresses endgültig die 358 Millionen Dollar anfordernde Aufrüstungsvorlage gut. Die Vorlage sieht 300 Millionen Dollar für den Ausbau der Armeeluftwehr und eine Erhöhung der Zahl der Flugzeuge auf 6 0 0 0 vor. Gleichzeitig nahm das Unterhaus eine 185 Millionen Dollar anfordernde Nachtragshaushaltsvorlage an, die 116,5 Millionen Dollar für Ankäufe von Tanks, Geschützen, Gewehren usw. für die Bundesarmee und für die Verstärkung der Küstenverteidigung bewilligt. Aufstand in Damaskus. Kairo, 22. März. (Europapreß. Funkspruch.) Am Mittwochvormittag ist in Damaskus eine o f - fene Revolution gegen die französische Herrschaft ausgebrochen. Wie hier ein- getrosfene Nachrichten besagen, begann um 11 Uhr eine riesige Demonstration fast der gesamten Bevölkerung gegen Frankreich. Das französische Militär versuchte die Kundgebung durch Einsatz oller vorhandenen Kräfte mit der Schußwaffe zu unterdrücken. Infolge des Widerstandes der Demonstranten kam es zu außerordentlich blutigen Zusammenstößen fast in der ganzen Stadt. Einzelheiten über die Lage liegen infolge der Unterbrechung der Fernsprechverbindungen noch nicht in Kairo vor. Kleine politische Nachrichten. Im Auftrage des Führers begibt sich Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nach Rom, um dort an der Feier des 20jährigen Bestehens des Faschismus teilzunehmen. Den Reichsorganisationsleiter begleitet eine Abordnung der Partei, den Gauleitern Große und Koch, ^-Obergruppenführer Krüger, SA.-Obergruppenführer Kasche und Reichshauptamtsleiter Marrenbach. Aus aller Welt. 3wei Landesverräter hingerichtet. Berlin, 22. märj. (DBB.) Die Jufiijpreffe- stelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der Volksgerichtshof hat am 30. November 1938 den ^jährigen Kaufmann Johann Vlikolajewfki und dessen 22jährigen Sohn Fritz Alikolajewski, beide aus Küstrin, wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilt. Beide Verurteilten sind heute h i n g e r i ch t e t worden. Johann Mkolajewski wurde durch feinen im 2lustand lebenden Bruder dem Nachrichtendienst dieses Staates zugeführt. Auf das Anfinnen der ausländischen Spionagewerber, geheimzuhaltende Nachrichten über Anlagen der deutschen Landesverteidigung unter Mißbrauch der Dienststellung feines Sohnes gegen Entgelt zu verschaffen, ging Johann Mikolajewfki bereitwilligst ein. Fritz Mikolajewfki, der die landesverräterifche Tätigkeit feines Vaters kannte, hat dienstlich erlangte Kenntniffe von deutschen Verteidigungsanlagen an seinen Vater und durch ihn dem ausländischen Nachrichtendienst preisgegeben. Vater und Sohn haben dafür den ehrlosen Tod des Landesverräters erlitten. Düsseldorfer Gattenmörder hingerichtet. Düsseldorf, 22. März. (DNB.) Die Justizpressestelle in Düsseldorf teilt mit: Am 22. März 1939 ist der am 12. März 1905 geborene Ernst Jacobs aus Düsseldorf-Gerresheim h i n g e r i ch - t e t worden, der vom Schwurgericht in Düsseldorf wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. — Jacobs hat am 31. März 1938 in Ratingen feine Ehefrau, die er ohne Grund ständig mißhandelt und gequält hatte, und die sich deshalb von ihm scheiden lassen wollte, ermordet. Hinrichtung eines Frauenmörders. Köln, 22. März. (DNB.) Die Justizpressesselle in Köln teilt mit: Arn 22. März 1939 ist der am 6. April 1918 geborene Bernhard Leitges aus Meerfeld hingerichtet worden, der vorn Schwurgericht in Trier wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Leitges hat am 2. September 1938 feine schwangere Geliebte ermordet. Seltsames Ende eines Greifes. Auf seltsame Weise ist in Eckmannshausen bei Siegen der 71 Jahre alte Invalide Johannes Wage ne r ums Leben gekommen. Der alte Mann, der allein ein Haus bewohnte, hatte sich auf einen Stuhl gesetzt und war eingeschlafen. Dabei ist ihm die brennende Tabakpfeife auf den Schoß gefallen und hat seine Kleider in Brand gesetzt. Als sein Nachbar zwei Stunden später die Tür öffnete, war der Tod durch Ersticken bereits eingetreten. Ein Kind im Bade tödlich verbrüht. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich in einer Familie in Birkenfeld. Ein zehn Monate altes Kind, das hier in Pflege war, wurde von den Kindern der Pflegemutter in zu heißem Wasser gebadet. Das Kind erlitt starke Verbrühungen, denen es bald darauf erlag. Das deutsche historische Institut in Rom in neuen Räumen. Der deutsche Botschafter in Rom, von Mak- kensen, hat die neuen Räume des deutschen historischen Institutes ihrer Besttmmung übergeben. Der feierlichen Einweihung wohnten neben Vertretern der italienischen Behörden und der königlich-italienischen Akademie auch Mitglieder der deutschen und zahlreicher ausländischer wissenschaftlicher Institute bei. Professor Stengel, der Präsident des Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde und Direktor des historischen Instituts in Rom, wies auf die 50järrige Geschichte des aus dem preußisch-historischen Institut hervorgegangenen Institutes hin. Erfolgreiches Backhaus-Konzert in Wien. Der gefeierte Pianist Wilhelm Backhaus errang einen großen Erfolg mit einem Beethoven- Konzert in Wien. Der Künstler veranstaltet am 2. April einen Klavierabend in Gießen. Werbung von Arbeitskräften in Böhmen und Mähren. Berlin, 22. März. (DNB.) Zur Werbung von Arbeitskräften für einen Arbeitseinsatz im bisherigen Reichsgebiet sind im Protektorat Böhmen und Mähren allein die von den Heeresgruppe nkommandos hierzu beauftragten Personen befugt. Es liegt Anlaß vor, darauf hinzuweisen, daß anderweitig geworbene Arbeitskräfte keine Ausreisegenehmigung aus Böhmen und Mähren erhalten. Wetterbericht In rascher Folge Zogen zwei vom Nordseettef ausgehende Niederschlagsfronten über unser Gebiet hinweg und brachten verbreitete Regen- und Schneefälle. Auf der Rückseite der Störungen setzt stärkerer Druckanstieg ein, so daß vorübergehend eine leichte Beruhigung der Wetterlage eintreten dürfte. Im ganzen bleibt der Witterungscharakter jedoch auch weiterhin unbeständig. Die Temperaturen liegen für die Jahreszeit zu tief. , Vorhersage für Freitag: Wechselnde Bewölkung, noch einzelne Regen- und Schneeschauer, für die Jahreszeit zu kalt; nachts leichter Frost, nordwestliche Winde. Lufttemperaturen am 22. März: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 2,2 Grad; am 23. März: morgens 0,4 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum heute nacht 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. März: abends 3,2 Grad; am 23. März: morgens 2,8 Grad. — Niederschläge 3,5 mm. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Beiifedern ud Daunen sollen füll kräftig und keimfrei sein. Nach Jahren noch sind die Betten gUt VOn 2085A C. Röhr & Co. Leibbinden Bruchbänder Senkfußeinlagen Anfertigung in eigen. 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Formwertholz-Verlaus der Stadt Gießen. Freitag, den 31. Wär; 1939, 10 Vhr beginnend. Gastwirtschaft „Zum Schühenhaus". Grünbergec Straße 2: 2076A 13 St. Kiefernwertholzstämme 2d-Kl. 12,30 im 74 „ „ 3a- „ 136,38 „ 59 „ „ 3d- „ 55,43 „ 20 „ „ 4. „ 21,27 „ 3 „ Fichtenwertholzstämme 4. „ 3,64 „ 5 „ „ 5. „ 7,99 „ 2 „ Buchenformwertholzstämme 5. „ 1,93 „ 77 „ Kiefernformwertholzstämme 3a- „ 89,53 „ 16 „ „ 3b- „ 19,96 „ 2 „ „ 4. „ 3,15 „ Nummernoerzeichnisse können auf Zimmer 8 des Stadthauses, Bergstraße, empfangen werden. Gebote dürfen nur von Mitgliedern der Marktver- einigung abgegeben werden. Für den Ankauf von über 15 fm Nadelnutzholz ist Einkaufsschein notwendig. Gießen, den 21. März 1939. Der Oberbürgermeister. I. V.: Kl eine Anzeiger, 'M Gießener Anzeiger werden von Tauienoen beamtet und aeleien Verschiedenes 3 um Ausbessern von Herrengarderoben empfiehlt sich Hofmann Neuen Bäue 11 2, Stock» 0142V Horefa von '/uTo.-Opel- Lieferwagen auf d.Wege v. Wetzlar nach Gießen verloren. Finder erhält Belohnung. 2001D Hrch. Grün Aßlar. IheW der OsIdeutsclißD Donnerstag, den 23. März 1939 20.15 Uhr. iw Pfälzer Hof» Bund der Schlesier Ostbund Gießen. der Auftauchen des Goethes innere Das stark besetzte Haus dankte zuletzt mit großem, Hans Thyriot. anhaltendem Neisall. lwordenen klassischen Versform, und fällt vor Um die entscheidende Wandlung in Goethes Be- ihungen zu Frau von Stein, der endgültige Beriet auf eine früher erhoffte Verbindung... Szene der letzten Begegnung Tassos mit Prinzessin (V,4): „Unwiderstehlich ziehst du mich zu dir, und unaufhaltsam dringt mein Herz dir zu. Du hast mich ganz auf ewig dir gewonnen, so nimm denn auch mein ganzes Wesen hin!" Aber die Prinzessin stößt ihn von sich: „Hinweg!" — und hier wie dort sieht Tasso, der Verzweiflung anheimgegeben, die unüberbrückbare Kluft sich auftun. die zwei Welten voneinander scheidet: Traum und Wirklichkeit, Phantasie und Leben. Die Welt des Dichters, die Welt des Hofes, des Staatsmannes, der Frauen, sie bewegen sich in getrennten Kreisen, die einander flüchtig berühren und überschneiden, aber nie die fraglose Harmonie einer gemeinsamen Mitte finden können. Goethe selbst ist einer der begnadeten Künstlermenschen gewesen^ die ihr inneres und äußeres Leben kraft eines wahrhaft universalen Geistes in den harmonisch beruhigten Einklang zwangen und die Lösung eines Konfliktes fanden, an dem der jugendlichere Tasso scheitern mußte. — „Ich ging mit offnen Armen auf ihn los und fühlte Schloß und Riegel, keine Brust..." Diese wiederum mit den Versen aus der großen i Die Zeit ^anes und michlossenen Entwicklung Die Aufführung, am Todestage Goethes und inmitten der festlicher: Woche, war vom Intendanten Schultze-Griesheim in Szene gesetzt, und es darf wohl gesagt werden, daß sie erfreulich Zeugnis davon ablegtc, was unser Schauspiel herzugeben vermag; es konnte sich kaum deutlicher erweisen als eben an diesem Schausviel, das sich nicht mit äußeren, üblichen theatralischen Mitteln erschließen läßt: hier war, wie jeder Empfindende gespürt haben wird, eine Dichtung von zeitloser Größe aufs neue zu erwecksn — nicht ein Drama im vielfach geläufig gewordenen Sinne: nur einmal, im zweiten Akt, entlädt es sich in eine sinnlich-heftig bewegte und gesteigerte Szene, sonst sind alle Bewegung und Entwicklung, Dramatik und Konflikt ins Innere verlegt und nach innen getrieben. Es spricht für die Qualität der Aufführung, daß an einem bühnenmäßig so spröden Gegenstände eine Spannung sich entzündete, die man meist als unmittelbarsten Wirkungsreiz dramatischer Handlung begreift. Der szenische Rahmen, den Herr Löffler, begabt und feinfühlig, um den Schauplatz gezogen hatte, bot, zumal im ersten und letzten Akt, in der durchbrochenen Gartenfassade von Belriguardo, ein gutes und stilvoll angemessenes Bild. Doch ging, wie nicht anders zu erwarten war, der bestimmende Eindruck von der klanglichen Wiedergabe aus; trotz Heinen Unebenheiten und dialektischen Schwankungen wurde im ganzen das schöne und edle Ebenmaß reiner Klassizität bewahrt. Es wurde zugleich mit dieser sprachlichen Durchdringung der Szenenarchitektur etwas von der geistigen Atmosphäre vermittelt, in welcher das Tasso- Drama sich abspielt, von Kultur und Lebenshaltung am kleinen Hose eines mücenatischen Fürsten dec „Ich habe gleich, am ,Tasso< schreibend, dich angebetet. Meine ganze Seele ist bei dir..So hieß cs noch in einem Brief an Charlotte aus dem Frühjahr 1781. Wenn man die Entwicklung in diesen Jahren überschaut, begreift man, was es mit der Feststellung auf sich hat, die Geschichte von Goethes Liebe zu Frau von Stein sei von der Entstehungsgeschichte des „Tasso" nicht zu trennen- versteht man auch die Bemerkung: „Der ,Tasso' ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch", und die an Eckermann gerichteten Worte Goethes, der „Tasso" sei ein „gesteigerter Werther", den er geschrieben habe, „um sich zu befreien". Der Tasso, dessen Bild sich im Schauspiel zwiefach entwickelt, aus ihm selber nämlich tote aus der Spiegelung in den vier andern Gestalten, wurde von Herrn Weiland gegeben. Er bot das Bild eines noch sehr jugendlichen, sehr edeln und sehr leidenschaftlichen Menschen, der völlig in seine Welt versponnen und toic durch gläserne Wände von der andern, der Uni-Welt getrennt lebt — so ausschließlich auf sein Gefühl angewiesen, daß er auf jede Gleichgewichts-- störung, jeijcn (auch vermeintlichen) Einbruch in seine Sphäre auf das Empfindlichste reagiert und in Maßlosigkeit verfällt — während rings um ihn her int schönen goctheschcn Sinne ruhiges Gleichmaß toaltct. Die Leidenschaft seiner Ausbrüche, die Heftigkeit seines Hasses, seiner Liebe, seines Mißtrauens und seiner Verzweiflung führte bis an die Grenze krankhafter Ucbersteigcrung (an der das geschichtliche Urbild zugrunde ging) und gab der Gestalt, besonders iin vierten Akt, Züge, die an den Hamlet denken ließen. Die von Goethe selbst gewiesene Parallele zum Wetzlarer Jugendroman bestätigt seinen schmerzlichsten und allerpersönlichsten Anteil an diesem Schauspiel und nimmt es auf in die lange Reihe seiner dichterischen Konfessionen. Erst von hier aus wird man die Brücke zum überpersönlichen Inhalt und zur Allgemeingültigkeit des Themas schlagen: zu Karoline Herder, die sich unter den Zuhörern bei jener ersten Vorlesung (im Mai des Revolutionsjahres 1789) befand, sagte Goethe, der eigentliche Sinn seines Schauspiels sei die „Disproportion des Talentes mit dem Leben". Das heißt also, daß der „Tasso" nicht nur ein auf das eigenste, innerste Erlebnis seines Schöpfers bezogenes Bekenntnis ist, sondern, darüber hinaus und grundsätzlich betrachtet, ein Künstler-Drama, das den Dichter im Konflikt mit der Welt darstellt. Das Motiv ist immer wieder aufgegriffen worden und kehrt in unzähligen Fassungen und Abwandlungen wieder — bei Hebbel, bei Hauptmann, bei Scholz und Molo, um nur einige der bekanntesten Namen aus älterer und neuer Zeit zu nennen. Wir können, so reizvoll es wäre, der Entwicklung hier nicht folgen, sondern nur eben darauf Hinweisen. * So gewiß der einsichtige Leser oder Hörer im Theater — mit gebotener Zurückhaltung und allen notwendigen Einschränkungen — die Verhältnisse am Weimarer Hofe auf die Entwicklung der Dinge in Ferrara und Belriguardo übertragen und in der Gegenüberstellung Tassos und der Prinzessin Beziehungen Goethes zu Charlotte gespiegelt ssshen darf, — so gewiß ist Tasso auch, unabhängig von allen persönlichen Anspielungen, der Prototyp des empfindsamen und reizbaren Künstlers schlechthin. Seine „Disproportion" mit dem Leben erweist sich beispielhaft auf zwei verschiedenen Ebenen seines Gefühls: in feiner Feindschaft gegen Antonio wie in feiner Liebe zur Prinzessin. Jene wird gekennzeichnet mit den Worten der Leonore von San- vitale (111,2): „Zwei Männer sinds, ich hab' es lang' gefühlt, die darum Feinde find, weil die Natur nicht einen Mann aus ihnen beiden formte.." Und mit Tassos eigenen Worten im Monolog (IV, 1): Giescla Vollert gab die Leonore von Este: schon in der äußeren Erscheinung das schöne, harmonisch und sparsam bewegte Bild einer jungen Nenaissance-- Fürstin, als eine Dame von Welt, von Geist und repräsentativer Haltung so anmutig wie beherrscht in jeder Geste; inan spürte bei allem Abstande, den sie, nicht nur zuletzt, zu wahren weiß, ein zartes, von leiser Schwermut beschattetes Gefühl; ihre Verse des Abschieds (III, 2), melodisch und beseelt gesprochen, waren wohl die schönsten, die man an diesem Abend zu hören bekam. Für den erkrankten Herrn Geißler war Intendant Schultze-Griesheim als Antonio eingesprungen, und er bewältigte die große, schwierige und nicht immer dankbare Rolle ausgezeichnet, mit geistiger wie dialektischer Uebersicht und Entwicklung; er gab die Gestalt, in Sprachklang und Haltung äußerstes Gegen- bild des Tasso, nicht ohne Schroffheit, aber auch nicht ganz ohne Wärme — im inneren Gleichmaß ihres Charakters, ihres Alters, ihrer amusischen Welt. Herr von Gsch meid ler war ein sehr milder, überlegener Herzog, ausgeglichen in jedem Wort, in Güte, Urteilskraft und Menschenkenntnis gereift. Frau S tirl spielte die Leonore Sanvitale leicht und beweglich, sprachlich klar und abgemessen, als gelassen heitere Freundin und fast mütterlich Liebende. — italienischen Renaissance. Das äußere Bild — auch dies darf noch bemerkt werden — war fast bewegter, als man es nach dem Lesen und angesichts der Fünf-- zahl handelnder Personen erwartet. (Die Lektüre zuvor wird übrigens jedem, dem das Werk nicht mehr geläufig ist, den Genuß und die innere Teilnahme an der Aufführung sehr erhöhen.) zwischen dem ersten w» der ersten Vorlesung des nahezu ab- Gießener Goethe-Festwoche. „Torquato Tasso" im Stadttheater. Die Gießener Goethe-Festwoche, zum 25jährigen Westehen des Goethe-Bundes veranstaltet, gibt auch Dem Stadttheater willkommene Gelegenheit, den Dramatiker Goethe, der in den Spielplänen der setzten Jahre ein wenig zu kurz gekommen ist, Mieder nach Gebühr zu uns sprechen zu lassen: meben den beiden heiteren und lockeren Einaktern, !»ie in den Morgenfeiern zu Beginn und zum Abschluß der Festwoche erscheinen, leistet das Gießener Schauspiel mit dem „Torquato Tasso" einen ge- Wichtigen Beitrag zu den Darbietungen der Jubi- iäumstage, der um so bedeutsamer erscheint, als dieses Werk, soweit wir sehen können, seit langen wahren in Gießen nicht mehr gehört worden ist: nies der reinstem Zeugnisse unseres großen klas- jischen Jahrhunderts, an äußerer dramatischer Belegung zwar gering, reich aber an innerer Entwicklung, gültig auch als „Bruchstück einer großen Lonfeffion", im strömenden Wohlklang seiner Verse mit einer Fülle edeln Gedankengutes befrachtet, wovon vieles dem Hörer sogleich mit der Sprachen ft der geprägten Sentenz, des geflügelt gewor- tenen Wortes ins Ohr bringt. * Schon unterm 30. März 1780 lesen wir in Goe- ities Tagebücl>ern: „Halt' ich den erfindenden Tag. Anfangs trüblich, ich lenkte mich zu Geschäften, bald ward's lebendiger... Zu Mittag nach Tiefurt gu Fuß. Gute Erfindung Tasso." Am 14. Oktober dseses Jahres heißt es dann: „Tasso angefangen zu fogreiben", und ein paar Wochen danach ist die erste Erzene „so ziemlich fertig" zu Papier gebracht Was awer so freundlich und hoffnungsvoll, im Schwung euer großen Schöpferfreude, begonnen wurde, ge- net später sehr ins Stocken, blieb lange liegen, mürbe zögernb roieber ausgenommen, unb erst nahe- ii ein volles Jahrzehnt später ist das Werk ''vsll- t'ubet: Juli 1789; 1790 folgte die Veröffentlichung, 1007 endlich die Uraufführung des „Tasso" in Weimar. Manuskriptes ist für von höchst einschneidender Bedeutung prvesen: in diese Jahre fällt die italienische Reise K'A dem reinigenden und zeitlebens nachhallenden slfenthalte in Rom, fallt auch der' llebergang von !<:: ursprünglichen Fassung des „Tasso" in „poe- ü'cher Prosa" zu der uns heute längst geläufig ene Inbe 2,7 m bet cm Ti- irz: mc ie lei 'fte. och c egen ln9 DO! 'n Protek °n bei n. 61 ti)Oöei let (r eßen. ochniah ,Bundes eiligN rten W 5en rei. M imer. ! unter zeiget. t 12A" " 21,27- " A " $- Range. t Bim Bilden Thywl; t: M Neuner, für den 21.11.39: jerfitö.ts» ©ieftit 25 T f. mehr. 15 % f Preir- 5 an- icen, § - i* " 10' Nr. 7V Zweites Blatt । Aus der Stadt Gießen. Abschied von der Schule. Nun wirS's Frühling werden. Wenn auch noch Schnee bic Fluren bedeckt und verspäteter Frost an den Wmter erinnert. Die kleinen Schneeglöckchen blühen, und Amseln und Lerchen singen ihre Früh- Imgslleder. ' u Die Arbeit des Landmanncs beginnt. Er geht hin- aus auf seine Felder und vertrant beul dunklen Schoß ber Erde die neue Saat an. Sie iuinb sprossen und treiben, Blatt um Blatt wird hervorschießen, und bald werden die Achren ans den Halmen schauen. Die heiße Sommersonne reift sic, und schließlich sinken die goldenen Halme unter den Händen der Schnitter zu Boden. Kommen uns die Gedanken von Saat und Ernte nicht unwillkürlich, toemt wir an einem wichtigen Lebensabschnitt stehen, wenn wir für kurze Augenblicke zurückschaucn, um dann weitcrzuwandern? Ist doch auch unser kleines Menschenleben eingcspannt in das große Naturgcschehcu vom Werden und Vergehen. In der Hut der Eltern wuchsen die Kinder heran, dann nahm die Schule sic auf. Acht Jahre lang gingen sie dort ein und aus. War das nicht Säarbeit von Eltern und Lehrer'? Die Kinder glichen dem Acker, dem der Saknen anvertraut wurde. Und nun soll es keimen und sprossen bei ihnen, und wir alle hoffen, I daß dereinst auch die Früchte heranreifcn. Die Kinder in ihrer Freude sind der Meinung, daß nun die Säarbcit. aufhört, daß sie nichts mehr aufzunehmen brauchen. Die Zeit, in der siö Ackerfeld waren, ist vorbei. Rein äußerlich gesehen, stimmt das s chon bis zu einem gewissen Grade. Ein rechter Mensch aber hört nie auf, Ackerfeld zu sein. Er sehnt sich immer nach neuer Saat, um dann endlich einmal selber Sämann zu werden. Auch unsere Jungen und Mädchen sollen das ein- i mal werden, sei es als Handwerker oder Bauer, als Arbeiter ober Beamter, als Soldat oder Kaufmann. Sie sollen später — am Ende ihres Lebens — sagen können: „Ich habe richtig gesät. Das Feld hat gute Frucht getragen." Wohl ihnen, wenn sie es sagen können. Jetzt aber sitzen sie zum letztenmal in dem Saal, der ihnen jahrelang eine zweite Heimat war. Sie fühlten wohl nicht ganz, was eigentlich Schulentlassung bedeutet. Der Schritt ins Leben erscheint ihnen leicht und voll Sonnenschein. Und das ist gut so. Manchem Lehrer lvird bei diesem Abschied das Herz schwer, wenn er daran denkt, wie oft die harte Wirklichkeit die Träume und Hoffnungen der jungen Menschenkinder zerstören wird. Roch merken die Kinder ja nicht, daß eigentlich die schönste Zeit ihres Lebens vorüber ist. Erst in viel späteren Jahren kommt ihnen zum Bewußtsein, daß die Schulzeit die sorgloseste und auch die freieste für sie war. Nun sind sie zum letztenmal mit allen ihren Kameraden vereint. Nie im Leben kommen sie wieder so froh und glücklich zusammen... Wenn aber zu der Säarbeit der Lehrer ein hoffnungsfrohes Wollen und ein guter Wille treten, dann ist uns nicht bange um die Kinder, die jetzt ins Leben treten. Nach der Lernzeit beginnt nun die Lehrzeit. Sie stehen auch jetzt nicht allein. Die Kameradschaft wird auch über die Schule hinaus gepflegt werden. -In der HI., bei der SA. und in der Wehrmacht finden idie jungen Männer immer wieder Kameraden und ! ^Freunde, und auch die Mädchen sind nicht einsam. !Jm BDM., in der Frauenschast finden sie frohe Ge- I Helligkeit, Freundinnen und Kameradinnen. Und wenn alle in ihrem Leben und Wirken nach | äbem Spruche handeln: , Arbeitstage voll rostiger Plage sind die besten von allen Festen, lööerbcii sie auch im Leben Freude und Glück finden. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhefsen) Donnerstag, 25. März 1959 Handelsschule, Höhere Handelsschule, Wirtschastsoberschule Von Handels-Studiendirektor Or. Kruse. Wirksam herrlich erfrischend, verhindert den' Ansatz des gefürchteten Zahnsteins. Srofie Tube 40 Ti., kleine Tube 15 Ti, Einrichtungen ber Neuzeit versehen ist. Im Fahrplan bieser Verkehrsverbinbung wirb gegenüber dem jetzigen Plan nichts geänbert. Günstigere Fahrplane auf ber Lumbalalbahn. Auf ber Strecke Lollar — Lonborf — Grünberg bringt ber Sommerfahrplan für sonn- unb feiertags einen neuen Personenzug, ber um 8 U h r in Gießen abfährt, auf allen Stationen hält und um 9.01 Uhr in Grünberg ankommt. Da bis jetzt an Sonn- und Feiertagen bie erste Zugverbindung nach dem Lnmbatal erst um 10.31 Uhr besteht, bebautet bie künftige Frühverbindung eine sehr wesentliche Verbesserung, bie namentlich für ben Ausslug- unb Wanbererverkehr von Gießen nach dem Lnmba- tal bankbar begrüßt werben wirb. Der Gegenzug, als neue Verbindung an Sonn- und Feiertagen, fährt ab Grünberg 11.35 Uhr und kommt in Gießen um 12.3 6 Uhr an; auch dieser Zug hält auf allen Stationen. Bisher war an Sonntagnachmittagen von 15.17 Uhr bis.21.22 Uhr keine Zugverbinbung von Gießen nach bem Lnmbatal vorhanben. Künftig wirb, vom Sommerfahrplan ab, als neuer Zug a b Gießen um 18.55 Uhr an Sonn- unb Feiertagen ein Zug auf ber Lumbatalstrecke gefahren werben, ber auf allen Stationen hält unb um 20.01 Uhr in Grünberg ankommt. Der jetzt ab Gießen 21.22 Uhr an Sonntagen fahrende Zug wird im Sommerfahrplan ausfallen. „Die Reichsbahndirektion hat jetzt ihre Entwürfe für ben Sommerfahrplan, der am 15. M a i in Kraft tritt und bis zum 7. Oktober gilt, heraus- gegeben. Der neue Fahrplan bringt auch für unsere engere Heimat eine Reihe beachtenswerter Verbesserungen im Zugverkehr, besonders auf ben oberhessischen Strecken. Neue O-Züge nach unb von Berlin. Das vor einigen Wochen abgesetzte V-Zugpaar, bas am frühen Vormittag eine gute Verbinbung nach Berlin und am späten Abend die Ankunft von Berlin bzw. die Fahrt in Richtung Frankfurt ermöglichte, wird im Sommerfahrplan wieder eingeführt. Dieser v-Zug kommt von Frankfurt her um 8.18 Uhr in Gießen an unb fährt um 8.20 Uhr nach Berlin (Potsdamer Bahnhof) weiter. Der Zug trifft um 15.17 Uhr in Berlin ein. (Dieser Zug kam früher um 7.51 Uhr auf bem hiesigen Bahnhof an unb fuhr um 7.54 Uhr weiter.) Der Gegenzug von Berlin (Potsbamer Bahnhof) trifft um 2 2.24 Uhr in Gießen ein unb ährt um 22.26 Uhr nach Frankfurt weiter, wo er um 23.29 ankommt. Mittags-Eilzug nach Frankfurt eine Stunde früher. Der Eilzug Hannover—Kassel—Gießen—Frank- ürt a. M., ber jetzt um 13.13 Uhr aus Richtung Kassel in Gießen ankommt unb um 13.16 Uhr nach Frankfurt a. M. weiterfährt, wirb im Sommerfahrplan bereits um 12.05 Uhr in Gießen eintreffen unb um 12.12 Uhr weiterfahren, um in Frankfurt a. M. um 13.15 Uhr anzukommen. Durch diese Früherlegung des Zuges haben die Reisenden aus Gießen die Möglichkeit, eine ganze Stunde früher als bisher in Frankfurt a. M. an kommen zu können, ferner find sie nicht mehr auf %en Mittags- O-Zug als schnelle Fahrtmöglichkeit nach Frankfurt angewiesen. Der Gegenzug dieses Eilzuges bleibt im Fahrplan auch für ben Sommer unverändert. Verbesserungen im Personenzugverkehr Gießen—Marburg—Kassel. Der Personenzug Marburg—Gießen ab Marburg 7.00 Uhr, an Gießen 7.41 Uhr, der bisher nur werktags verkehrte, wird im Sommerfahrplan täglich gefahren. Dadurch ist auch an den Sonn- unö Feiertagen eine gute Frühverbinbung mit Personenzug von Marburg gegeben. Als Gegenzug wird sonntags ein Personenzug ab Gießen 10.40 Uhr fahren, ber um 11.20 Uhr in Marburg eintrifft. Auf ber Strecke Kassel — Gießen wirb ber Personenzug ab Kassel 20.39 Uhr, an Gießen 0.24 Uhr, ber jetzt nur in ber Nacht vom Samstag zum Sonntag bzw. Sonntag zum Montag verkehrt, vom 15. Mai ab ebenfalls täglich zwischen Kassel unb Gießen gefahren werben. Der Gegenzug ab Gießen 1.40 Uhr fährt nur bis Marburg unb kommt dort um 2.17 Uhr an; auch dieser Zug wird künftighin täglich verkehren. Neue Personenzüge auf der Strecke Gießen—Gelnhausen. Im Sommerfahrplan sind für den Werktagsverkehr neue Personenzüge ab Gießen 7.08 Uhr, an Gelnhausen 8.47 Uhr, ab Gelnhausen 6.32 Uhr, an Gießen 8.12 Uhr, vorgesehen. An Sonn- und Feiertagen wird auf ber Strecke Nidda—Gießen ein neuer Zug gefahren werden, ab Nidda 22.20 Uhr, an Gießen 23.07 Uhr. Dieser Zug nimmt ist Nidda den Anschluß von dem ebenfalls neu eingestellten Personenzug ab Schotten 21.38 Uhr, an Nidda 22.17 Uhr, auf; auch dieser Zug verkehrt nur sonn- unb feiertags. Triebwagen-Eilzug auf der Strecke Gießen—Fulda. Im Plane des jetzt schon verkehrenden Eilzug- paares auf der Strecke Frankfurt—Gießen—Alsfeld—Fulda wird vom Sommerfahrplan ab der jetzige Dampfzug durch einen modernen Trieb- wagen-Eilzug ersetzt werden, ber mit allen Sport ergänzen bie Ausbilbung wie in ben übrigen Abteilungen. Die Wirtschaftsoberschule soll auch für bie Praxis ausbilden, beruht aber auf einer breite» ren Grundlage. Zu den obengenannten Fächern der Höheren Handelsschule treten zwei Fremdsprachen mit sechs Wochenstunden. Ferner wird das kaufmännische Rechnen durch Finanzmathematik unterbaut, und die Warenkunde erfährt eine chemisch-physikalische Grundlegung. Auch die Absolventen der Wirtschaftsoberschule sollen in die Praxis gehen. Anderseits sollen sie aber auch die Möglichkeit haben, ein vollgültiges Abitur zu erwerben, das ihnen den Weg zu einem Studium der Wirtschaftswissenschaften und verschiedene Laufbahnen offen hält. Selbstverständlich wird in allen Mädchenk 1 as- s e n dieser Abteilung ber Hauswirtschaftsunterriclst, das Hanbarbeiten, bas Kochen unb die Säuglingspflege betrieben. Die Zeiten find vorbei, in denen man glaubte, eine ziellose Allgemeinbildung — das heißt eine Zufällig bestimmte Anhäufung von Wissensteilen — solle Zweck der Schulbildung sein. Wir verstehen heute unter Bildung neben ber charakterlichen Haltung bie zweckhaste Ausrichtung unb verständnisvolle Beherrschung jener Wissensgebiete, die ber einzelne notwendig hat, um ein nützliches Glied im Rahmen ber Volksgemeinschaft zu sein. Viele Mädchen, die früher jahrelang tatenlos in ihrer Jugend ZU Hause saßen, sind heute zur Arbeit aufgerufen. Die Aneignung von etwas Kurzschrift in Abendkursen und die Fertigkeit zu tippen sind keine geeigneten Unterlagen für eine gute und befriedigende Arbeit. Wenn auch solche Kräfte in Zeiten großen- Mangels an Arbeitskräften mit herangezogen werden, [o scheiden sie doch auf die Dauer aus. Stümperhafte und nur bruchftücksweise ausgebildete weibliche Arbeitskräfte bilden in ber Regel schon nach wenigen Jahren eine Last für jeberi Bürobetrieb, von ber sich jeber zu befreien sucht. Unbedingt notwendig ist eine harmonisch abgestimmte Berufsausbildung, die ben Blick in ber notwendigen Weise weitet und die Sinnzusammenhänge des beruflichen und des betrieblichen Lebens umfaßt. Nur vollwertig ausgebildete Arbeitskräfte können auf die Dauer gute Leistungen erzielen, sich im Berufsleben behaupten und in ihrer Tätigkeit Befriedigung finden. Aahrplanverbesierungen aus den oberhessischen Bahnstrecken Neue Personenzüge im Nahverkehr. - Neue V-Züge im Fernverkehrsdienst. (fs ist jetzt eine allgemein anerkannte Erfahrungstatsache, daß der beste und der kürzeste Weg der Ausbildung für weibliche Bürokräfte aller Art über die Handels- und Höheren Handelsschulen geht. Handels- unb Höhere Hanbelsschulen gibt es reichseinheitlich in allen größeren unb mittleren Städten des Reiches, so auch in Gießen die Oeffentliche Handelslehranstalt mit ihren ■ verschiedenen Abteilungen. Während die Handelsschule grundsätzlich auf dem erfolgreichen achtjährigen Besuch der Volksschule aufbaut, liegt der Unterbau für die Höhere Handelsschule und die Wirtschaftsoberschule in den Oberschulen. Für den Besuch der Höheren Handelsschule und Wirtschaftsoberschule ist die Versetzung nach ber 6. bzw. 7. Klasse einer Ober- uhule Voraussetzung. Die einjährige Höhere Handels- schule soll in erster Linie unter starker Betonung ber schreibtechnischen Fächer berufsfertig machen. Fremdsprachen treten in ihrer Ausbildung zurück. Dagegen erstreckt sich der Lehrstoff sehr eingehend auf Betriebswirtschaft, Buchführung, Kaufmännisches Rechnen und Warenkunde. Geschichte, Deutsch Undl 3m Zeichen der letzten Reichsstraßensammlung. jedoch wird er im Werktagsfahrplan beibehalten. Als neuer Sonntags-Spätabendzug wird ein Per- fonenzug ab Gießen 23.20 Uhr verkehren, der bis Londorf fährt und dort um 23.55 Uhr ankommt. Durch diesen Spätzug wird die Möglichkeit gegeben fein, Sonntagabends in Gießen das Theater, Kinos ufw. zu besuchen und doch noch mit der Bahn heimkehren zu können. Heuer Perfonenzug bis Siegel). Der bisher von Gießen täglich bis Dillenbeurg verkehrende Personenzug ab Gießen 19.12 U h r, an Dillenburg 20.12 Uhr, wird vom Sommerfahrplan ab täglich bis nach Siegen durchgeführt und dort um 21.15 Uhr ankommen. Der Gegenzug fahrt um 22.02 Uhr in Siegen ob und trifft um 23.57 U h r in Gießen ein. Diese Erweiterung des Zugverkehrs verdient alle Anerkennung Äornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr Fest-Konzert zur Gießener Goethe-Festwoche. — Gloria-Palast (Sel- tersweg): „Prinzessin Sisiy". — Lichtspielhaus (Bahnhöfstraße): „Der grüne Kaiser". — Fruhjahrs- markt (Schaumesse) auf Oswaldsgarten. — Memelfeier der Ostdeutschen: 20.15 Uhr „Pfälzer S)of". Festkonzert zur Gießener Goethe-Festwoche. Heute, um 20 Uhr, findet im Stadttheater ein Festkonzert zur Gießener Goethe-Festwoche statt. Ausführende sind: das Städtische Orchester unter Leitung von Professor Stefan Temesvary. Als. Solist wurde Erich Meyer-Stephan verpflichtet. Das Programm steht vor: Haydn, Symphonie in V-Dur (mit dem Hornsigncll), Goethe-Lieder mit Orchester, Beethoven, Achte Symphonie in F--Dur, Werk 93. Das Festkonzert findet gleichzeitig als 7. Platzmiete- Konzert des Gießener Konzertvereins statt. Ende 22 Uhr. Gießener Goethe-Festwoche. Aus Anlaß der 25-Jahrfeier des Goethe-Bundes Gießen findet am Freitag, 24. März, 20 Uhr, in der Neuen Aula eine Feierstunde statt. Nach einer Ansprache von Negierungsrat Schlecht, dem stellvertretenden Leiter der Reichsschrifttumsabteilung des Reichspropagandaministeriums, über „Bekenntnis zur deutschen Dichtung" wird der Dichter Hans C a r o s f a den Festvortrag „Wirkungen Goethes in der Gegenwart" halten. Zu dem festlichen Abend am 25. März im Klub, der öffentlich ist, wurden 'die Tanzkünstlerin Ilse Meudtner, 1. Solotänzerin der Staatsoper Berlin, sowie die Mitglieder des Stadttheaters Gießen. Frau Assi o n und Friedrich G r ö n d a h l verpflichtet. Die musikalische Umrahmung zu den beiden Deranstal- tungen hat das Städtische Orchester übernommen. Die 8 Entfesselten im Stadttheater Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat die parodistische Zeitbühne „Die 8 Entfesselten" für ein einmaliges Gastspiel am Samstag, 25. März, verpflichtet. Die 8 Entfesselten bringen in diesem Jahr „Mensch, paß auf", eine neue Szenenfolge in 20 Bildern, die in Berlin über vierhundert Aufführungen erlebte. — Das Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Hiiler-Jugend Bann 116. Theaterring der Hitler-Jugend. Der für heute abend angesetzte Einsührungsabend zu „Der fliegende Holländer" (unter Mitwirkung von Anni Ässion, Gustav Bley, Heinrich Durst, Kapellmeister Popelka und Dramaturg Winkel) findet um 20 Uhr im Singsaal des Lyzeums statt. Eintritt nur gegen Dorzeigen des Theaterausweises. AOM.-Untergau 116 Gießen. An alle Mitglieder des hI.-Thealerringes. Am Donnerstag, 23. März, findet um 20 Uhr im Singsaal des Lyzeums durch Mitglieder des Stadttheaters ein Einführungsabend zu der Oper „Der fliegende Holländer" statt. Srou Kerckhoff 80 Jahre ali. Die Gattin des verstorbenen Stifters des Kerck- Hoff-Instituts in Bad-Nauheim, Frau Louise E. Kerckhoff in Los Angeles, kann am kommenden Montag, 27. März, ihren 80. Geburtstag begehen. Frau K e r ck h o f f Hot es auch nach dem Tode ihres Gatten in dankenswerter Weise stets als eine ihrer besonderen Aufgaben angesehen, dem Kerckhoff- Jnstitut nach wie vor ihr volles Interesse und ihre tatkräftige Förderung zuteil werden zu lassen. Mit der letzten Reichsstraßenfammlung für das WHD., die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, wollen wir ebenfalls dem Führer den Dank für feine großen Taten abstatten. Als Leitspruch sollen uns dabei die Worte des Führers dienen, die er des öfteren schon aussprach: „Wer fein Volk liebt, beweist es einzig und allein durch die Opfer, die er bereit ist für dieses Volk zu bringen." heil Hitler! Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswaltung Wetterau. Oflpreußifche Handarbeit im WSW. Wenige Tage noch — dann tritt die Deutsche Arbeitsfront an, um in der letzten Reichsstraßensammlung des WHW. 1938/39 goldschimmernde Abzeichen „an den Mann" (und an die Frau) zu bringen. Blumen und Blätter aus warm glänzendem Bernstein! 36 Millionen Stück webden Öen Weg in alle deutschen Gaue nehmen — die größte bisher bereitgehaltene Anzahl an WHW.-Abzeichen! Sie werden ihre Abnehmer finden. Mehr als 30 Millionen sind zwar eine gewaltige Menge, nicht wahr? Aber Großdeutschland hat ja 80 Millionen Einwohner oder anders herum: es hak weit über 20 Millionen Menschen, die in Arbeit und Brot stehen. Wenn also jeder nur zwei dieser Blumen ansteckt--aber schließlich gibt es genug Volksgenossen, die, ohne ein großes Opfer zu bringen, auch 5 ober 10 dieser leuchtenden Frühlingsboten erwerben können. Kopfrechnen: sehr gut! Ueder- hcmpt: das Kopfrechnen macht bei dieser Gelegenheit Spaß. Wollen wir einmal ein paar Versuche machen? Also: die Bernsteinblumen sind durchweg Handarbeit. An jedem Arbeitstage haben viele fleißige Hände in der Staatlichen Manufaktur in Königsberg (zum kleinen Teil auch in Danzig) 120 000 Stück hergestellt. 120 000 Stück! Eine ganz hübsche Portion, was? Wenn man diese Anzahl einen gan- 3m Mai die 2.Hessen-Nassau-Fahrt des BdM.-Obergaues. NSG. Zehn glückliche Tage voller Sonnenschein und Fröhlichkeit erlebten im Vorjahr nahezu 5000 Mädel auf der Hessen-Nassau-Fahrt im Vogelsberg und im Odenwald, im Taunus, Lahntal und Westerwald. Auch in diesem Jahr fahren die Sonderzüge des BDM.-Obergaues Hessen-Nassau wieder hinaus in das maiengrüne Land: vom 12. bis 22. und vom 22. bis 31. Mai werden die Fahrtengruppen unterwegs sein. In drei bis vier Wochen beginnt der Obergau bereits mit dem Ausrichten der Quartiere. Alles wird so gut organisiert und vorbereitet wie im vorigen Jahr. Darum sind schon jetzt Anmeldungen (Teilnehmergebühr 12,— RM.) aufzugeben. Die Gruppenführerinnen sowie alle Dienststellen des BDM. und der Jungmädel geben die Meldescheine aus. Gau-Dariete „Lache mit uns" wieder in Gießen. Lin vollständig neues Programm. Das Gaunariete „Lache mit uns" wird am kommenden Montag, 27. März, in einer Veranstaltung der NSG. „Kraft durch Freude" im Gloria-Palast wieder einmal bemüht fein, möglichst vielen Volksgenossen einige kurzweilige Stunden zu bereiten. Das Gauvariete hat für diesen Abend eine Reihe von Künstlern verpflichtet, die gegenüber dem vorher gegangenen Gastspiel ein völlig neues Programm bieten werden. Es ist also damit zu rechnen, daß auch dieser Abend nicht nur beste Artistik bringen wird, wielmehr wird auch, wie ja schon das Leitwort des Abends, „Lache mit uns", sagt, der Humor ausgiebig zu seinem Recht kommen. Schon der Ansager, 21.21. Rommel, der rheinischen Humor mitbringen wird, wird dafür sorgen, daß es an der nötigen Stimmung von vornherein nicht gebricht. zen Monat lang, also an 25 Arbeitstagen, fabriziert, sind... 3 Millionen Stück fertig. Donnerwetter noch einmal: dann hat man an dem Gesamt- refultat ein ganzes Jahr lang gearbeitet! Ein ganzes Jahr Arbeit und Brot für viele fleißige Familien. Nachdenklich sieht man die Blumen in dem Karton des Verkäufers an. Wieviel Stück mag er wohl drinnen haben? Rund 100 bis 120 Stück! Hm. Also mußten 318 000 solcher Derkaufskartons fabriziert werden, bevor man die Helfer des WHW. auf die Straße schicken konnte! Erstaunlich, wieviel Arbeit doch an solch einem kleinen unscheinbaren Blümchen hängt! Kopfschüttelnd nestelt man den Seidenfaden der Blume an den Knopf. Aber nun ist man einmal im Rechnen mittendrin und schon bleibt man sozusagen „an dem Seidenfaden hängen". Wie lang mag wohl dieser kurze Faden da fein? Na, sagen wir einmal: so 17 oder 18 Zentimeter. Da hat man also 6200 Kilometer Seidenfaden verbraucht? Also zehnmal die Strecke Berlin—Königsberg! Wirklich allerhand! Und nun kann auch gleich noch verraten werden, daß zum Transport der Abzeichen in die verschiedenen Ga u. a. gebraucht wurden: 7500 kg Zellstoff, 263 große Rollen Wellpappe, 60 Kilometer Kleberollen, fast 1300 kg Packpapier und 4000 große Kisten. Arbeit, Arbeit und immer wieder Arbeit! Das Deutsche Winterhilfswerk ist also im guten Sinne ein „zweischneidiges Schwert": die Rechte soll zwar nie wissen, was die Linke tut. Aber die Rechte teilt Arbeit und Brot aus, und die Linke lindert Not, „wo ihr sie trefft"! Und diesmal dürfen Rechte und Linke, voneinander wissen: um so klingender und beschwingter ist der Rhythmus des Opferns! Der Gauleiter von Ostpreußen, Pg. Koch, hat in seinem Gau beides genau kennengelernt, und zwar in eindringlichster Weise: den Segen der Arbeit, der Ostpreußen als ersten deutschen Gau frei von Arbeitslosen machte — und die Not /hier bedrängten und vom Reich getrennten Provinz. Seiner Initiative ist es zuzuschreiben, daß das letzte WHW.-Abzeichen 1938/39 in Ostpreußen hergestellt wurde. In breitem Strom fließt nun das leuchtende deutsche Gold von Sämlands Küste nach allen deutschen Straßen und Plätzen. Sein warmer Ton und seine an den Frühling erinnernde Formgebung wird alle Herzen mobilisieren, um die letzte „Straßenschlacht" des Winters 1938/39 siegreich zu gestalten. Die drei Veronas werden sich mit ihrer tollkühnen Kunst auf Rollschuhen zeigen und so tun, als ob das gar nichts wäre. Eine ganz besondere Type ist der Humorist Hermann Held, der sich auf „doof und verlegen" geben wird, obwohl er es wahrhaftig nicht ist. Er selbst behauptet, daß es schwerer ist, sich doof zu stellen, wenn man intelligent ist. Umgekehrt sei es viel leichter! Unter dem Stichwort „Wer schmeißt da mit Lehm?" hat Hans Hart- muth vor, seine Zuschauer mit humoristischen plastischen Porträts zu überraschen. Eine elegante Erscheinung werden die Zuschauer und Zuhörer in Ottilie Z i k a fenn en lernen. Sie kommt aus Wien und dürfte es verstehen, ihre Zuhörer zu gewinnen. Mit schöner Altstimme wird sie Chansons fingen und damit auch der Gesangskunst in diesem Programm eine Lanze brechen. Ferner wird es auch einen Meister der scharfen Klinge zu bewundern geben. „Gladios" wird in einer atemberaubenden Darbietung eines Fechtgangs mit scharfen Klingen und ohne Schutz sein Können beweisen. Vom Jo- Tello-Ballett stehen Tänze auf dem Programm, die in schwieriger Artistik und Gymnastik ihre Besonderheit haben und weit über dem Durchschnitt artverwandter Kunst stehen. Mit „Rei und Schelt" wird man -inen geschickten Tolpatsch und einen Meister der Springkunst kennenlernen. Soweit sich aus dieser Programmübersicht ein Eindruck gewinnen läßt, wird auch der bevorstehende Abend viel Freude auslösen. Werkskonzert bei Abermann. Das Gießener Hoch-, Tief- und Betonbau-Unternehmen Abermann hatte für den gestrigen Mittwochmittag die gesamte, etwa 400 Mann starke Gefolgschaft zu einer Veranstaltung besonderer Art in das Cafe Leib eingeladen. Durch ein Werkskonzert, das in der Zusammenarbeit mit der NSG. „Straft durch Freude" stattfand, sollte allen eine unterhaltsame Stunde bereitet werden. Dank des Zusammenwirkens aller berufenen Kräfte gelang dies auch. Gleichzeitig wurde das Konzert auf den Neichsfender Frankfurt übertragen, so daß viele Volksgenossen teilhaben konnten. Die Musik wurde ausgeführt vom Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 unter der Leitung von Stabsmusikmeister Krieg. Das Konzert wurde mit dem Schubertfchen Militärmarsch in Es-dur eingeleitet. Im weiteren Verlauf des Konzertes hörte man dann noch das Vorspiel zur Oper „La Ira» Diata" (Verdi), den Holzschuhtanz aus „Zar und Zimmermann" (Lortzing), Melodien aus der Operette „Die Puppenfee" (Beyer) und den Walzer „Künstlerleben" von Strauß. Die Darbietungen des Musikkorps, das sich mit besonderer Liebe feiner Aufgabe widmete, bereiteten den Arbeitern große Freude, die sie durch stürmischen Beifall zum Ausdruck brachten^, Das Mufikkorps wartete als Zugabe mit einem Marsch des Gießener Komponisten Adolf K r e u t e r auf. Die Reihe der Darbietungen fand eine Bereicherung durch Gesangsvorträge des Werk« chores, der unter der Leitung des Werksangehörigen Dirigent Friedrich Textor (Garbenteich) ein erstaunliches Können bewies. Auch die Darbietungen des Werkchores wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Der Sprecher des Rundfunks verstand es, durch launige Bemerkungen die Stimmung zu erhöhen. Das kurze Zwiegespräch mit dem ältesten Maurerpolier Dern löste ebenfalls heiteres Schmunzeln aus. Im Anschluß an das Konzert lud die Betriebs- führung die Gefolgschaft zu einem Eintopfeffen ein, bei dem eine sehr schmackhafte Erbsensuppe nut Schweinefleisch gereicht wurde. Dem Essen wurde kräftig zugesprochen. Betriebsführer Pfeiffer hielt eine kurze Ansprache, in der er von den gemeinschaftsbildenden Kräften im Baubetrieb, von der Liebe der Bauarbeiter zum Gesang, von manchem schönen Richtfest, das durch Gesang verschönt wurde, sprach, und die Leistungen des Werkchores rühmte. In weiteren Darlegungen beschäftigte er sich nut den Bemühungen um die Verschönerung der Arbeitsstätten, für die ein Wettbewerb unter den einzelnen Baustellen im Gange fei, durch den schon manche wertvolle Anregung aus dem Kreise der Gefolgschaft gegeben worden fei. Gleiches Bemühen gelte der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Mit ernsten Worten wandte sich der Betriebsführer dann der Notwendigkeit der Nachwuchserziehung und Nachwuchsförderung zu und gab feiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß ein junger Gehilfe des Betriebs, und zwar Wilhelm Dem (Lang- Göns), Kreissieger im Reichsberufswettkampf werden konnte. Ihm wurden vor versammelter Gefolgschaft die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Schließlich teilte der Betriebsführer mit, daß der Werkchor demnächst eine Fahrt an den Rhein machen werde. Die Fahrt soll an einem Werktag stattfinden, damit bei dieser Gelegenheit die Großbaustelle der Reichsautobahnbrücke Limburg besichtigt werden kann. Den Abschluß der zwei unterhaltsamen Stunden stellte eine Sammlung für das WHW. dar, die einen erfreulichen Ertrag brachte. Keine Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrte« in D» und Eilzügen über Ostern. "DNB. Der zu erwartende starke Osterverkehr läßt gemeinsame 2lbfertigung und geschlossene Unterbringung von Reisegesellschaften in v- und Eilzügen nicht allgemein zu. Die Reichsbahn sieht sich daher veranlaßt, in der Zeit vom Montag, 3. April 0.00 Uhr, bis Freitag, 14. April 24.00 Uhr, die Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten in D* und M zügen zu versagen. Die gleiche Beschränkung tnit auch bei der Fahrpreisermäßigung für gemeinsame Fahrten zu sportlichen Wett- und Trainingskämpsen ein. Für Schul- und Jugendfahrten sind keine Beschränkungen vorgesehen. Die Fahrten müssen jedoch rechtzeitig, und zwar mindestens zwei Tage vorher, beim Abgangsbahnhof angemeldet werden. Gießener Dochenmarkkpreise. * Gießen, 23. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12%, B 12, C 11%, D 10%, Weißkraut, % kg 12% bis 14, Rotkraut 14 bis 15, Karotten 10 bis 51, rote Rüben 10 bis 16, Spinat 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 1/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 45, Zwiebeln 12 bis 16, Meerrettich 40 dis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pst 50 kg 3,95 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Nüsse 45, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Salat 25 Pst Wiegsalat, % kg 1,80 Mark, Endivien, das Stück Haydn und Beethoven als Symphoniker. Zum Festkonzert des Gießener Konzertvereins. Folgten die beiden ersten Symphonien Joseph Haydns aus den Jahren 1759 und 1760 noch dem Brauche der Vorgeneration, unter besonderer Abhängigkeit von der italienischen Opernsinfonie, fo beginnt er sich schon mit feinem dritten Werk davon zu lösen, neue Ansätze für die Durchbildung des Stiles zu gewinnen. Begünstigt wurde fein Bemühen um die Symphonie durch den Uebertritt in den Dienst des Fürsten E st e r h ä z y (1761), denn nun stand ihm ein brauchbarer Klangkörper zur Verfügung. „Ich konnte", so berichtet Haydn in späteren Jahren darüber, „als Ches eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen." Eine Zeit des Probierens und Experimentierens beginnt; mit frikbem Wagemut versucht er die verschiedentlichsten Möglichkeiten der Klanggruppierung und der schematischen Durchdringung des Satzes. Was von der Suite, vom Divertimento und vom Konzert her brauchbar erscheint, wird als aufbauendes Element übernom- men. Immer gelöster, freier lernt er das Orchester behandeln, die einzelnen Klangfarben ausnützen und in der ansprechendsten Weise verbinden. In diese Zeit der sechziger Jahre fällt Haydns Symphonie Nr. 31 (D-dur). Diese erste „Jagd"-Sympho- nie ist inhaltlich noch besonders bestimmt durch die Kennworte „M i t d e m H o r n s i g n a l", „Auf dem Anstand". Vier Waldhörner, statt der üblichen zwei, geben dem Ganzen nicht nur die Grundfarbe, sondern sie werden aktive Träger des themattschen Ablaufes. Hornfanfaren beginnen das erste Allegro; das Hauptthema wird vom Solohorn eingeführt; ein frisches Wechselspiel zwischen der tooloflöte und dem Orchesterkörper gibt dem Satze ebenso das Gepräge wie die in jener Zeit bei Haydn besonders beliebte mollbeschwerte Str e icherüberl ei tun g von der Durchführung zur Reprise, in deren Schluß die Hornfanfaren wieder aufleuchten. Das Adagio (°/s-Takt) verbindet in reizvollem Musizieren Solovioline und Solocello; zum andern werden die Hörner in Duo- gruppen, entsprechend der Sttmmung der damals gebräuchlichen Naturhörner (im Gegensatz zu den heutigen Ventilhörnern), zu Trägern eines anmuti- gen, figurierten thematischen Spiels. Im Trio des Menuetts übernehmen die Bläser (Oboen, Hörner) den Hauptanteil der melodischen Führung. Das Finale folgt dem Brauche des Divertimentos: in einer Folge von Variationen treten Solovioline, Cello, Oboen, Flöte und die vier Hörner konzertierend foli- stifch hervor; ein kurzes Schlußpresto läßt das aus Musizierfreude geborene Werk in die Hornfanfaren der letzten Takte münden. Diesem Frühwerk aus der Zeit des Werdens der symphonischen Form tritt im Programm, des kommenden Konzerts Beethovens 8. Symphonie (F-aur), ein Werk letzter Reife, höchster innerster Ausgeglichenheit gegenüber. Bei Haydn ein Musizieren, das in feiner Klangwerdung zugleich feine Erfüllung findet, bei Beethoven ein persönliches Bekennen, das im Rahmen des Klangbildes mitschwingt als treibenbe Gestaltungskraft. Gleich der in derselben Schaffensperioden entstandenen Siebenten (A-dur), ist die Achte bewegt von Freude und Heiterkeit; dort in dionysischem Aufschwünge, hier als ein verklärender Blick von erreichter Höhe, ein Erhabensein über die Nichtigkeiten des Lebens durch die Tatsache des Ueberwundenhabens. Es ist jene innere, befriedende, ja beglückende Heiterkeit, die sich vom Schmerz gelöst hat und mtt überlegenem Lächeln der Reise zu überschauen vermag. Das Ringen und Kämpfen der früheren symphonischen Werke mußte dem dynamischen Geschehen in weitausholendem großem Zuge Ausdruck geben. In der Achten greift die Besinnlichkeit Platz; eine Kunst konzentrierter abgeklärter Kleinarbeit löst sich von der entwicklungstreibenden Vorherrschaft des Grund- motios (wie etwa in der Fünften) und wendet sich wieder mehr der geschloffenen melodischen Periode zu, dabei aber doch unendlich in die Tiefe führend. , Die kühle Aufnahme, die die F-dur-Syrnphonie bei der Uraufführung fand (von der gleichzeitig zu Gehör gebrachten „Siebenten" wurde beispielsweise das „Allegretto" da capo verlangt), verletzte den Meister, so daß er äußerte, eben weil diese Symphonie „besser" sei, habe sie nicht gefallen. Andererseits hat er diese Symphonie auch als die „Kleine" bezeichnet, um damit wohl auf ihren intimeren Charakter, auf die Geschlossenheit der Form und die Eindeutigkeit des Ausdrucks hinzuweisen. Wenn auch Beethoven an diesem Werke die kürzeste Zeit von allen Symphonien gearbeitet hat, so hat er dennoch mancherlei Veränderungen an ihr vorgenommen. Die ursprünglich vorgesehene Einleitung des ersten Satzes fiel fort; die Coda des gleichen Satzes erfuhr nach der Erstaufführung eine gehörige Erweiterung. Robert Schumann rühmt von der „Achten" die humoristische Tiefe, schätzt die großen Steigerungen, besonders gegen den Schluß hin, und kann nach dem Allegretto nur „still und glücklich" sein. Im ersten Satz (Allegro vivace e con brio) setzt das Hauptthema mit vollem Orchester ein, mit kraftvollen Rhythmen. Nach einer Generalpause erwächst das erste Seitenthema zunächst in den Streichern, dann in den Holzbläsern; ein zweiter Seitengedanke wird von den Achteln des Kopfthemas umrankt. Klopfende Oktaven am Schluß der Themenaufstellung werden zum Wegweiser für die Durchführung, die besonders das erste Thema in beherrschter Stärke ausdeutet und imitatorisch verarbeitet. Die Wiederkehr zeigt die Themen in abgewandelter instrumentaler Einkleidung; ihr fügt sich eine Coda an, die dem Hauptgedanken in der zarten Des-dur=(Epi= so de eine neue Seite abgewinnt, um sich dann um so stärker zu steigern. Zum Schluß verhallen die rhythmischen Schläge; der letzte Takt läßt das Hauptthema noch einmal kurz anklingen. Aehnlich wie die „Siebente" weist auch die „Achte" keinen langsamen Satz auf; er hätte sich der Tendenz fces Werkes nur schwer einfügen können. Dafür steht ein Allegretto ßcherzando, zu dessen Beginn die Violine mit ein4m graziösen Thema zu den federnd stakkatierten Sechze'hntel-Bläferakkorden tritt; eine sonnige Heiterkeit liegt über diesem Satz, dem das zweite Thema eine gewisse Beschaulichkeit verleiht. Der dritte Satz ist ein echtes Menuett im behaglichen Altväterstile, vielleicht das erste eigentliche Menuett in den Symphonien Beethovens. Denn die Menuette der Ersten und Vierten nähern sich mehr dem Scherzo-Charakter. Auf das eigentliche Wesen dieses Tempo di Menuetto hat übrigens Richard Wagner ausführlich verwiesen, als' er. unter Reissiger diesen Satz in zu übereiltem Zeitmaß hörte. Im Trio mit seinen folistisch behandelten Hörnern und Klarinetten und den durchgehenden Trio- lenfiguren des Cello möchte man ein kleines Concertino im alten Stile erkennen. Im Finale bricht der Humor stärkstens hervor. In das treibend schäumende Hauptthema setzt Beethoven unvermittelt ohne jede harmonische oder melodische Bezogenheit ein „Cis“, das plötzlich die End Wicklung zu hemmen scheint und das verschiedentlich bei engherziger Kritik, die für Scherze kein Verständnis aufbringen konnte, Anstoß erregte. So meint Ludwig Spohr „es fei, als erhebe sich inmitten eines ruhigen heiteren Gespräches mit Freunden plötzlich einer von ihnen, stieße einen Schrei aus, strecke die Zunge heraus und setze sich wieder hin, um die Unterhaltung da, wo sie unterbrochen wurde, weiterzuführen". Ein zweiter Gedanke voll Anmut und Gesanglichkeit stellt sich dem Hauptthema gegenüber. Die weitere Entwicklung ist vornehmlich vom Triolenrhythmus betont; die Eim fälle überstürzen sich: die Ausgelassenheit äußert sich in unvermittelter Gegenüberstellung dynamischer unö instrumentaler Gegensätze. Don eigenartiger Kornn sind die Oktavschläge der Pauke zusammen mit dem Fagott. Ein neuer Gedanke in der Coda findet feine besondere Verarbeitung; kurz vor dem Schluß siel' gen gehaltene Terzen durch alle Lagen der Blaser zu dem gleichzeitigen Orgelpunkt der Bässe; dann aber führen elementare Rhythmen dem Ausgang des Werken zu. Dr. Hermann Hering. Sochschulnachnchten. Dem nb. ao. Professor Dr. Richard 9t ö 61r wurde unter (Ernennung zum o. Professor an ae Universität Wien der Lehrstuhl für Pharmakowss> übertragen. Professor Rößler hatte sich 1931 m habilitiert. . r-i-At Dozent Dr. Willi Kuhl von der Universum Frankfurt wurde zum nbao. Prof, ernon - 1928 wurde er zum Dozenten für Zoologie und » gleichende Anatomie ernannt. Am Zoologischen a ftitut hat Prof. Kuhl aus eigenen Mitteln em rst . Forschungslaboratorium eingerichtet. Sein Hnup arbeitsgebiet ist der Forschungsfilm, Aus -er engeren Heimat und Ab nahm die ganze Versuchsreihe gründlich in Augen- 27 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Heri'f J .Wir werden es schon schassen zu Zweit; meinst 111^; neue ausdenken"' Bub, armer, gibt größere ÖO hin, ge- „Doch!" „Was heißt doch? Drei oder vier Stunden .„Ich liebe dich", flüsterte er mit geschlossenen higen und dehnte die Worte. „Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber der ideste Name rechtfertigt nicht, daß du seinetwegen «ine neue Dummheit begehst", erwiderte sie fest. Er schwieg und sah zur Decke. ,^Ja, Bub, ja." „Ich will durch dich ein neuer Mensch werden." „Ja, Desi." Seit drei Jahren ist es still geworden um die Ub us im Vogelsberg, denn 1936, als ihre Einbürgerung gerade fünf Jahre im Gange war, wurde an dieser Stelle zum letzten Male über den Stand der Dinge berichtet. Zwar erschien inzwischen noch eine Arbeit vom Verfasser im „Kosmos" (1937) und von Professor Dr. D i n g l e r im „Forstwissenschaftlichen Zentralblatt" (1938), aber, da diese Arbeiten der oberhessischen Oeffentlichkeit nicht zugänglich waren, schien es so, als sei die Uhu^Einbürge- rung, die mit soviel Erfolgsaussicht begonnen wurde, inzwischen eingeschlafen. Dem ist keineswegs so! Vielmehr waren es eine Reihe äußerer Gründe, welche Veranlassung gaben, sich den Dingen gegenüber einmal abwartend zu verhalten. Zunächst ist zu berichten, daß seit Jahresfrist das Protektorat über die Versuche vom Zoologischen Institut der Forstlichen Hochschule in Hann.-Münden (Leiter: Prof. Dr. Eidmann) übernommen wurde und daß auch in der Zwischenzeit Freilassungen neuer Tiere stattgefunden haben. Von den früher ausgesetzten Uhus ist von Zeit zu Zeit immer wieder einmal Meldung gekommen. Selbstverständlich aus den vepichiedensten Revieren des Vogelsberges und feiner Nachbarwaldungen. Es ist darauf hingewiesen, daß der Uhu nur zur Brutzeit ortstreu ist und im übrigen Jahr, genau wie das Wildschwein, große Gebietsräume nimmt und nirgends seßhaft bleibt. Deshalb sind aber die Uhus immer noch „da", denn die Weitstreifigkeit ist eben arteigen und war von vornherein in unseren Plänen miteinberechnet. Ich sprach früher schon von den Solmfer Revieren als den „Urzellen für den Wiedereinbürgerungsversuch"! Nur in der „heimlichen" Zeit, der Brutzeit, die unmittelbar auf die Balzzeit, das ist die VerlLbungszeit der Pärchen, folgt, wird der Uhu revierständig, d. h. er hält sich immer in der Nähe . des Hortes auf, obwohl er in dessen Umgebung niemals jagt und es schon vorkam, daß feine sonstigen Beutetiere in unmittelbarer Nähe eines Uhu- horstes am geborgensten waren, weil er sie nicht angriff. Beim Uhu ist eben, wie der Ornithologe sagt, der Brutbiotop woanders gelegen als der Nahrungsbiotop. Die Uhus sind also noch da, wenngleich, wie das auch anderwärts _bei Einbürgerungsoersuchen vorgekommen ist (schwäbische Alb), einzelne Uhutragödien nicht ausbleiben. So wurde vor zwei Jahren ein Uhu an der Ohm ausgefunden, der merk- . würdige Verletzungen davongetragen hatte und trotz bester Pflege in Laubach verendete. Nach einer Auskunft des Veterinärpathologischen Instituts der Uni- I versität Gießen ist das Tier angeschossen worden! . Also das gibt es auch noch, selbst wenn die Tiere ' den Staatsschatz des Dritten Reiches genießen! Von den Uhus, die 1938 in der Voliere einge- J wöhnt werden sollten und die aus zuverlässiger ( ! Quelle als Pärchen geliefert worden waren, hat „Das läßt sich nicht ändern, Desi, Das muß ausgehalten werden. Es Schlechtigkeiten auf der Welt, als ein „Du bist so tapfer, Paula", murmelte er bewundernd. „Versprich mir, Desi, daß du diesen Menschen sirtschicken wirst, wenn er wieder mit feiner Zumutung kommt!" Tinser dachte: Warum ist jetzt alles gleich viel lichter, feit ich Paula habe? Bei der ist ein Mann eint aufgehoben. Die hat einen viel härteren Willen c-s ich. Wenn sie mir tragen hilft, gut, ich will ei. versuchen. Er setzte sich mit einem Ruck auf und sitzgte: „Ich verspreche es, Paula." Sie sah ihn mit einem schmerzlichen Lächeln an U'jrb küßte ihn ganz zart aus den Mund und verspürte plötzlich einen ziehenden Schmerz in der Magengrube. schliß 1 te ch dch .öo m uxthf tung meir Bä?, feine! \W ge wk „Aber du darfst mich nie verlassen, du mußt ii mer bei mir fein. Allein kann ich es nicht. Man dnrf mich nicht allein lassen", murmelte er wie ein SchwererDerkehrsunfall bei Grünberg + ® r ü n b e r g, 23. März. Am Mittwochnachwittag zwischen 5 und 6 Uhr ereignete sich hier an der Alsfelder Straße — etwa 1 km in Richtung Mücke — ein Verkehrsunfall. Der Wachtmeister Emil Müller von Gießen befand sich mit seiner Frau auf der Rückfahrt von Gersfeld nach Gießen. An der stark abschiissigen Kurve oberhalb der Kreuzung der Hauptstraße mit der alten Weickaxts- hainer Straße geriet sein Auto, wohl infolge der Glätte durch die glitschigen Schneemassen, ins Schleudern und drehte sich beim Bremsen um sich selbst, um dann gegen einen am Straßenrand stehenden Apfelbaum zu schlagen. Dies geschah mit solcher Wucht, daß der Baum förmlich in das Auto zu stehen kam. Dabei erlitt die neben ihrem Mann sitzende Frau schwere innere Verletzungen, die ihre Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen nötig machten. Der Mann blieb unverletzt. Lehfertagung des Bezirks Hungen. <> Obbornhofen, 22. März. Die Lehrer des Bezirks Hungen hielten unter Leitung von Kreisschulrat N e b e I i n g (Gießen) ihre B e - zirkstagung ab, mit der Lehrproben und Vorträge verbunden waren, die den Themen „Familie, Volk, Raffe" und „Volk in Gefahr" gewidmet waren. Die Tagung nahm einen anregenden Verlauf. Während der Mittagspause wurde eine Kolonialschau besichtigt, die aus der Schularbeit heraus mit Unterstützung des Reichskolonialbundes entstanden war. Kreisschulrat N e b e [ in g sprach in grund- atzlichen Ausführungen über die jüngsten politischen Ereignisse und über Grundzüge der Erziehung des Kindes im Dritten Reich. ' Candfreis Gießen d\. A l weil du in ihrem guten Essen nur herumstocherst. : Mach nur so weiter?' polterte Dr. Kistenmacher. ’ "Ihr habt leicht reden. Wenn man über so einem ■ Versuch ist, wenn es einen so gepackt hat und nicht mehr losläßt... Gott, was brauche ich dir viel zu erzählen! Du hast das sicher auch schon erlebt", verteidigte sich Holl. „In dem Maße nicht, wie du. Ich bin gewiß auch für Arbeiten, aber nicht so toll wie du." „Himmel, ich bin doch nicht aus Watte. Ein Kerl mit meiner Statur hält schon eine Portion aus. Hobt ihr ein Getue. Aber meinethalben, ich werde von jetzt ab langsamer machen. Bist du nun zufrieden?" „Das ist ein Wort. Sieh, ich meine es ja gut mit dir. Nebenbei, was treibt denn dein „Bobs"? Es wird ja gar nicht mehr telephoniert. Ich vermisse bas geradezu." Holl drehte mit abweisem Gesicht an einem Knopf seines Mantels. „Immer noch verkracht? Du, das dauert für einen Gewitterregen zu lange. Schau zu, daß du das einrenkst. Geht mich ja nichts an, aber — ein Mädchen wie die Hegemann muß man sich warmhalten." „Du haft blühende Vergleiche", lächelte Holl gelungen, „und im übrigen bin ich kein Mitgi'fl- jäger", fügte er schroff hinzu. "Habe ich von Mitgiftjägerei geredet? Also schön, du liebst das Mädchen nur um ihrer selbst willen. Du liebst sie doch noch?" „Natürlich! Bei mir geht nicht alles so von heut auf morgen." „Unb daß bas geliebte Wesen nebenbei bie einzige Tochter vom Chef ist, das schadet doch nicht weiter?" „Selbstverständlich schabet bas nichts", gab Holl qU. „Prachtvoll, baß du das zugibst", sagte Dr. Kistenmacher spöttisch. „Mach, was du willst, mein Lieber. Du bist ein schwieriger Fall. Aber an deiner Stelle, teurer Freund, würde ich jetzt allmählich nach Kanossa gehen. Du hast einen Dickkopf. Diese Eigenschaft ist zuweilen ganz gut, aber hier stiftet sie Unheil. Ich weiß nicht, was zwischen euch alles oorgefaßen ist, ich will mich da nicht hineindrängen, aber ich gebe dir zu bedenken, baß Mädchen wie deine Maxie mehr Anbeter haben, als du dir träumen läßt. Richtig verlobt, so mit Tusch unb Tanten, seid ihr ja noch nicht. Paß auf, baß dir keiner ins Gehege kommt. Junge Damen mit so einem Popa im Hintergrunb finb manchmal unberechenbar." (Fortsetzung folgt!) Ach so, ich habe ja Hunger! dachte er und zog eine altbackene Semmel aus der Tasche seines flek- tigen Labormantels, um hineinzubeißen. Die Semmel schmeckte ein bißchen nach Chemie, aber Holl werkte das gar nicht. Er war seit Tagen und Nächten, seit jenem erfolglosen Motorradausflug nach ^eesharn, rettungslos an hundertlei Experimenten verloren. Sie sollten ihm über Maxie Hegemann hinweghelfen. Im Krankenhaus selbst gab es seit Scheuerls Tod nichts mehr für Holl zu tun, da sein Urlaub noch immer lief. Scheuer! war sanft, fast schmerzlos in die wohltätigen Bereiche der Auflösung hinübergeglitten, während Holl an feinem Bette gesessen und die erkaltende Hand gehalten hatte. Das war medizinisch nichts, menschlich aber sehr viel gewesen; denn es hing ein persönliches Opfer an diesem letzten Beistand, ein Opfer, über das Holl eine bittersüße Genugtuung empfand. Denn Scheuert hatte bis zuletzt an Holl geglaubt. Holl spitzte die Ohren. Es näherten sich Schritte, die Tür ging auf, und Dr. Kistenmacher trat ein. „Servus, Holl! Schon wieder fleißig? Oder soll man sagen, noch immer? Was braust du denn da eigentlich zusammen?" „Ach, ich murkse an irgenbfoner Llutgeschichte herum. Ich rede nicht gern darüber, solange das Kind nicht Hand und Fuß hat", brummte Holl zu- geschlossen. „Na, wie du meinst. Empfindlich darf einer bei dir nicht sein, hör mal. Aber etwas anderes. Ein guter Rat von Kollege zu Kollege: achte ein bißchen mehr aüf deine Gesundheit; der Mensch hat bloß eine. Du bist keine Maschine, und eine wissenschaftliche Arbeit ist kein Sechstagerennen. Wie siehst du denn aus? Unrasiert, Ringe um die Augen! geht das nicht weiter! Du machst dich ja Mensch! Heute nacht natürlich wieder nicht schlafen, wie?" „Du mußt in Gottes Namen die Folgen auf dich -nehmen. Es gibt nichts anderes", redete sie auf sihn ein. . _ „Und mein Vater? Mein Chef? Meine Stellung? Herrgott, man darf das gar nicht “ * " stöhnte er. nW ,60 HK! 4 bis L /. D US iid 10 bis!' ilat V jein 12 ,eln3Ö kg 45i itat 25/ dos 6> F e i ch t e n b e i n e r und Emil F u l d a t; 45 Otto Heußinger. Nach Besprechung von Vereinsangelegenheiten rief der Vereinsführer zu weiterem regen Besuch der Singstunden auf, A Watzenborn-Steinberg, 231 März. Nachdem uns die NS.-Gemeinschaft „K r a s t b u r ch Freude" im vorigen Jahr durch das Großstadt, Programm mit Willi Reichert einen genußreichen Abend bereitet hatte, gastierten am Mittwoch in der gut besetzten Volkshalle die Kuban-Kosaken. Der Abend wurde mit demselben Programm wie im Gloria-Palast in Gießen aungefüllt. Rund 500 Besucher dankten mit stürmischem Beifall und erzwangen noch einige Zugaben. ‘ibtt dich 9 Doti ?vrbt uS*diir ' Hch 1 5m. r N Nr seiner □ugobf 1 Äii Manb Derk, Migen em er. 'lungen aus 'erstand Ung 8b ultch-n heitere- 'ftriebs, len ein, 'Pe mit würbe eiffet öen ge, Don 'n man: 'erschön! rkchorer sch mit der Arden ein. m schor eise k. iemüher M. M rerbanr ng ml sondern Gehih (Lanc ipf wer ' Gesoli ermittel; daß k n M Werkte: ie Gros, •g besch mlechA für bi! nachte. , , „ .. paar Mäuse inrben. Das gerät mit der Zeit in Vergessenheit, komm, ich helfe dir alles fragen. Wenn du nicht Schort eine neue Stellung findest, arbeite ich eben Qr drei. Oh, ich hab jetzt einen Riesenmut, seitdem ch weiß, daß du mich gern hast. Ich gehe mit dir hurcf) dick unb dünn; eine Frau, die liebt, kann ülks." .. , - - , ---- ---- — ------... sind auf die Dauer zu wenig. Erst dieser Scheuerl. Tag und Nacht warst du um den Mann herum, und jetzt das Labor. Das hält der stärkste Mann nicht aus. Die Küchenschwester ist schon ganz verzweifelt, SW tfliM bie c, w: ■WrJ m3* beiten inben^ seiner ins U je ><» »st t kein" rrefltej ,ebe F; «öcher' ließe 1 mb m wg. Großen-Buseck, 22. März. Die hiesige Feuerschutz polizei hielt im Gasthaus „Zum Schwanen" ihren Jahresappell ab. Hauptbrand- weister Wilhelm Harbach III. begrüßte die Gäste und die Kameraden. Rechner Wilhelm H e n ß erstattete bann den Kassenbericht, der von den Revisoren in bester Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Der Jahresbericht mußte zurückgestellt werden, da Kamerad Wilhelm Melchior Hahn, der die Feuerwehrfachschule besucht hatte, einen längeren Vortrag über die Einrichtungen der Fachschule und den dort geübten täglichen Dienst hielt. Ferner sprach er über Feuerverhütung und Feuerbekämpfung. Gendarmerie- Oberwachtmeister Fritz sprach anschließend über die neuen Verkehrsregeln, die auch von der landwirtschaftlichen Bevölkerung genau beachtet werden müssen. Eine rege Aussprache schloß sich an. + (Brün berg, 22. März. Dieser Tage hielt der Männerchor seine Hauptversammlung in seinem -Vereinslokal, in der Gastwirtschaft Schmitz ab. Ver- elnssuhrer Karl Repp jun. erstattete den Jahresbericht. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Rudolf F u I b a t unb Philipp Schmabel (Ehrenmitglied) wurde in der üblichen Weise geehrt. Durch den Beitritt von 13 jungen Leuten erfuhr der Chor einen starken Zuwachs. Der Verein wirkte bei einer Anzahl öffentlicher Veranstaltungen mit, er nahm am Wertungssingen in Flensungen teil. Das alljährlich übliche Konzert in der Turnhalle, bas unter dem Leitgedanken „Heimat und Vaterland" stand, kann als Erfolg gebucht werdeck. Ein Familienabenb sowie zwei Ausflüge, darunter eine Rheinfahrt, dienten der Pflege der Geselligkeit. Erwähnenswert ist auch, daß auf der anläßlich des Gausängerfestes in Gießen veranstalteten Ausstellung „Singendes Oberhessen" der Verein, der als der funfälteste Ge- angverein (gegründet 1834) im Sängergau Hessen besteht, sich mit handgeschriebenen Noten und alten Fahnen beteiligte. Die Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Sangesbruder Christian Bück wurde für 30jährige aktive Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt eine Ehrenurkunde. Der Besuch der Singstunden war gut, er betrug im Durchschnitt 86 v. H. Alle 48 Singstunden besuchte Hermann Gerhardt; 47 Georg Schombert und Willi Port; 46 Heinrich Werner II., Georg Die Ahus balzen im Vogelsberg. Gin ileberblick über den Fortgang der Wiedereinbürgerungsbestrebungen des Grafen Eolms-Laubach seit 1936. Don Or. Karl Rudolf Fischer, Hann.- Münden. - Stückzahl von „6" in „5" und die Worteintragung von „120" in „100 RM." und ferner die Endsumme von „399,55 RM." in „379,55 RM." geändert. Den abgeanberten Kassenbericht hat sie dann zusammen mit weiteren Unterlagen der Geschäftsführung vor- 268 ^StG^Zehn un(ö Verbrechen nach §§ 242, 267, Die Angeklagte war geständig, den 20-Markschein entwendet zu haben, sie bestritt jedoch den ihr zur Last gelegten Diebstahl der 2 Mark; sie wurde aber durch Zeugenaussagen überführt. ' Der Vertreter der Anklage beantragte wegen der Diebstähle an Stelle einer Gefängnisstrafe von zehn Tagen und 30 Tagen auf eine Geldstrafe von 30 und 60 Mark unb wegen der Urkundenfälschung aus eine Woche Gefängnis zu erkennen. Die Angeklagte mürbe wegen Diebstahls in zwei Zollen und der schweren Urkundenfälschung unter Annahme mildernder Umstände an Stelle einer Gefängnisstrafe von 10 und 30 Tagen zu Geld- stvafen von 3 0 unb 6 0 Mark unb zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. ■ ^ver ben anderen totgebissen. Der Leibjäger des ' ^vafen glaubte daraus schließen zu können, daß es ' 3®c.1 Männchen waren. Vielleicht aber auch zwei 1 Weibchen/ weil das Weibchen beim Uhu der aktivere 1 vvd aggressivere Teil zu fein pflegt. Hs könnte aber 1 auch fein, daß außer den Spannungen, die sich zu : gewißen Zeiten aus der Gleichgeschlechtlichkeit er- : geven, ein weiteres Moment hinzugekommen ist, nämlich, daß eines der in Freiheit befindlichen Tiere sich dem Großkäsig im Walde genähert hat und den beiden „Nebenbuhlern" auf diese Weise Grund zur ^elbstbefehbung gab. Im großen ganzen finb näm- Iid> Käfigkämpfe unter Uhus sehr selten, wie jeher Zoologische Garten bestätigen wird. Ein dritter Grunb aber könnte in ber Ernährung liegen. Es i|t nicht bas erste Mal, baß gerabe beim Uhu von ausgesprochenem Kannibalismus berichtet wirb. So hat Schnurre z. B. beobachtet, baß ein Uhu-Elternpaar in Zeiten plötzlichen Wettersturzes und ein- setzender Futterknappheit seine eigenen Jungen auffraß, und Einseitigkeit in der Nahrung kann unter Umständen zu gleichen Folgen führen. Demnächst wird eine neue Freilassung erfolgen. Wichtiger aber, als darüber zu reden, ist wohl die Angabe, wann unb wo bie letzten Beobachtungen von in Freiheit befindlichen Uhus gemacht worden sind. Hierbei ist vorauszuschicken, daß man es mit in Kauf nehmen muß, wenn man unter Umständen jahrelang nichts von Uhus hört unb sieht, obwohl sie deshalb boch nicht abgeroanbert zu fein brauchen. Das liegt eben in ber heimlichen Lebensweise bes lH)us begründet. Unb — er ist ein ausgesprochener Nachttaubvogel — wer begegnet ihm benn schon in ftunbenmeiten Wälbern, in bereu Innern kein Mensch kbt, um diese Zeit? Die beste Zeit, den Uhu auszumachen, ist die Balz. In diesen Wochen, wie sie jetzt vorüberziehen, da es nicht mehr Winter unb noch nicht Frühling ist, ba sich bie ersten, wetterharten Süblanbvögel zeigen und bie Schnepfe ihren Strich beginnt ■— da „balzt" der Uhu, und da wird er „laut". Der Uhu ruft! Unb hieran, wenn er Stimme gibt sein sammetweiches „Uhmi" burch bie Walbnacht' ruft, kann man ihn am sichersten erkennen. Der Wald- kauz schreit, bie Eule prahlt, ber Uhu „ruft", und bas Derhaltensein ber Stimme ist nicht zu verwechseln: es klingt meist ferne her, ist weich im Klang, nicht aufdringlich erschreckenb, ist fein Schrei aus grellen, schieren Tönen, ist sanft und rund wie Kehlkopfalt und abgeklungen, ein Klangbild, wie es auch ber Täuber hat. So kann ich denn berichten, daß in freier Wild- bahn jetzt die Uhus rufen. Am 28. Februar 1939 gab mir Graf Solms aus Laubach bie erste i Melbung. Der Uhu mürbe längere Zeit verhört, „ein Irrtum ist ausgeschlossen". Am 16. März 1939 kam eine weitere Beobachtung aus Wächtersbach ! (Försterei „Weiherhof") dazu. Der Uhu ruft! "Ich will mal nachsehen, ob Mutter schon beim Milchholen ist." „Unb meinen Anzug muß du auch besorgen. Er steckt in Schuppen IV, im hintersten Faß. Geht bas?" — Als Tinser eine halbe Stunbe später mit einem braunen Paket burch bas Fabriktor schritt, um nach feinem Wagen zu sehen, warf er eine Streichholzschachtel auf bie Straße unb zertrat sie nachdenklich mit bem Absatz. * Dr. Holl wanderte im Labor auf und ab. Mit langen Schritten unb gerunzelter Stirn, roie es feine Art war, wenn ihn eine Sache außergewöhnlich beschäftigte; von der Tür zum Fenster, von Ausguß zum Brutschrank. _ Er war jenem Agens, jenem geheimnisvollen Stoff, ber bie Selbstzersetzung bes Blutes verhinderte, bich auf ben Fersen; vielleicht hatte er ihn sogar schon aufgestöbert. Die nächsten Tage würben das ja zeigen. Holl hatte ihn Antikörper X getauft, weil ihm kein besserer Name einliel. Die ganze Chemie unb Physiologie, Spektralanalyse, Mikroskop unb Kulturen, kurz, bas gesamte wissenschaftliche Rüstzeug, hatten herhalten müssen, nm Holl w weit Zu bringen. Nun war es geschafft. War es wirklich geschafft? Triumph unb Zweifel stritten in ihm. Hall ging zum Brutschrank und las die Temperatur ab. 37,3 Grad Celsius. In Ordnung. Er öffnete bie metallene Tür unb hob ein Holzgestell mit vielen Glasröhrchen heraus, bie alle mit je 20 Kubikzentimeter Schweineblut gefüllt waren. Jedes Röhrchen trug am oberen Rand ein weißes Schildchen, jedes war keimfrei zugeschmolzen, und an jedem hing eine Hoffnung des Mannes Holl. Wenn alles nach Berechnung ging, mußte sich in ben einen ber Inhalt zersetzen, in den anderen biologisch unverändert erhalten. Jene enthielten gewöhnliches 10 bis 25 Pf., Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40, X> kg 35 bis 40, Radieschen das Bündel 20 bis 25 Pf. * **EineMemel-Feier veranstaltet am heutigen Donnerstag der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) im „Pfälzer Hof". Vezirksschöffengericht Gießen. Die E.Z. in Gießen, die nur einige Tage in einem hiesigen Geschäft beschäftigt war, hat ge- legentttch der Nachzählung eines Kassenbeutels der bie Einnahme dieser Kasse vom Vortage enthielt zwei einzelne Markstücke sich angeeignS, in bem Kassenbericht hat sie vermerkt, daß anstatt „26 RM " P.ur "24 RM." vorhanden gewesen wären. Weiterhin hat sie einem Kassen'beutel einen 20-Marksch"in enhto.mmen und diesen wie die 2 RM. für sich ver- menbet In dem Kassenbericht über den Inhalt des Kassenbeutels der fraglichen Kasse hat sie hinter den Dorgebrurften Worten „20-Markscheine" die Q|l , ( 1 I 111 1 । < । 'tziges Kind. D Li ch, 22. März. Im „Frankfurter Hof" hielt die hiesige Bäuerliche Bezugs- unb A b - s a tz - G e n o s s e n s ch a s t ihre Generalversammlung ab. Nach-der Begrüßung durch ben Dorsitzen- ben Karl Luowig erstattete ber Rechner Ludwig Wolf II. ben Bericht über das abgelaufene. Jahr. Der Genossenschaft gehören bei etwa 75 vorhandenen Gehöften zur Zeit 88 Mitglieder an. Der Ge schäftsverkehr zeigte ein erfreuliches Bild, belief llch doch der Warenbezug auf 16 721,39 Mark, während bie von ben Mitgliedern über bie Genossenschaft abgesetzten Produkte den Betrag von 28 361,86 (im Vorjahr 22 916,22 Mark) erreichten. Die Bilanz schließt auf beiden Seiten mit 5117,89 Mark ab. Der Reingewinn wird bem Reservefonds und ber Betri ebsrücklage überwiesen. Dem Rechner sowie bem Vorstanb unb Aufsichtsrat konnten für ihre mustergültige Arbeit Dank ausgesprochen werden. Laut Satzung mußten das Vorstandsmitglied Jak. L i ß - mann unb bie Aussichtsratsmitglieder Karl Zimmer unb Karl Ludwig ausscheiben. Durch Zuruf wurden sie erneut in ihrem Amt bestätigt. — Der Verkehrsverein hatte zu einem Licht- bildervorttag ins „Park-Hotel" eingeladen. Lehrer Hild sprach kurz über die Bedeutung des Fremdenverkehrs. Sodann sprach der Gebietsreferent für Oberhessen im Fremdenoerkehrsoerband, Schriftleiter Schuster (Gießen), über „Verkehrswerbung". Der Redner schilderte bie Werbung vor ber Machtübernahme unb entwarf bann ein Bild von Organisation und Ausbau des vom Führer geschaffenen Reichs- fremdenverkehrsverbandes. In seinen weiteren Ausführungen erläuterte ber Vortragende Sinn und Zweck ber Frembenverkehrswerbung, vor allem auch die falsche unb meist teure Werbung, ber er bie Erfolg versprechende Werbung gegenüberstellte. Ein Film, sowie verschiedene Lichtvildaufnahmen ergänzten bie Ausführungen. * Gonterskirchen, 22.März. Die in den letzten Wochen durchgeführte Ausbildung der Laienhelferinnen, bie burch ben Sanitäts- <3ug Laubach geschah (Leitung: PH. R e p p), konnte nunmehr mit einer Prüfung abgeschlossen werben. Die Prüfung erfolgte in Anwesenheit des Zug- arztes Dr. Mas fing unb des Gerne indegruppen- führers D ö l l (Laubach) unb zeigte in praktischer unb theoretischer Hinsicht ausgezeichnete Ergebnisse. Kreis Wetzlar. * Launsbach, 23. März. Der älte ft e Einwohner unseres Ortes, der Landwirt Georg Pfaff, kann am heutigen Donnerstag in aller geistigen unb körperlichen Frische seinen 8 3. (Geburtstag feiern. Dor brei Wochen, am 2. März, beging seine Lebensgefährtin ben 81. Geburtstag. Vor brei Jahren hatte er mit ihr bas Fest ber golbenen Hochzeit feiern können. Beibe sind noch sehr rüstig, helfen noch eifrig in ber Laubwirtschast unb verfolgen bie Ereignisse unserer Zeit mit aller Aufmerksamkeit. Seit vielen Jahrzehnten gehören sie zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. (Wir beglückwünschen zum Geburtstag!) Homan von Walther Kloepffer. dopyright by Carl Nuncker Verlag, BerlinVVZ5 - . _ X Das Brot soll frisch bleiben und angenehm im Geschmack-bis zuletzt Aus ähnlichen Gründen gibt es das beliebte Bohnerwachs Seifix nur in Dosen/AuchSeifix soll frisch bleiben und angenehm im Gebrauch - bis zuletzt/Die Dose bewahrt die flüchtigen Lösungsmittel, die das hauchdünne Aufträgen und mühelose Bohnern ermöglichen. Seifix gibt Hochglanz bis zum letzten Rest, denn seine Dose hält die Lösungsmittel fest! Warum benutzt die Hausfrau einen Brotkasten?