Nr. 19 Erstes Matt 189. Jahrgang Montag, 25. Januar 1959 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck uni» Verlag: SrLHIsche Uiliverfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstratze? Annahme von Anzeigen für dis Mittagsnummer bis 8ft,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. 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Dieser geräumige Bau, der ein Denkmal sächsischer Architektur aus der Zeit des letzten Polenkönias Stanislaus August ist, wird zürn erstenmal seit seiner Wiederherstellung durch das neue Polen den Reichsaußenminister von Ribbentrop als Gast be- herbergen. Das Palais, daß nach dem „Kassierer des Königs", Pierre Blanc, einem 1777 aus Berlin nach Warschau gewanderten Hugenotten, benannt ist, hat noch den stolzen Glanz der polnischen Königszeit gesehen. Im 16. Jahrhundert vom Posener Woywoden Ostorog erbaut, wurde es 1762 von dem sächsischen Architekten Zug, dem Baumeister des letzten Polenkönigs Stanislaus August Pott r a t o w s k i, vollständig umgebaut und von Franz Kamsetzer eingerichtet. 1777 erwarb es ein gewisser Pierre Blanc, dessen Name es noch heute trägt. Pierre Blanc war Bankier und neben dem Deutschen Tepper der führende Finanzmann in den letzten Jahrzehnten der polnischen Republik. Er hatte wie Tepper den Titel „Kassierer des Königs". Blanc richtete auch ein Tabakmonopol ein und war Pächter der Landeslotterie. Er unterstützte den König in seinen Reformplänen. Der Reiz schöner Frauen und der Lärm üppiger Feste drang auch in die Gärten des Palais Blanc. Mit der Teilung Polens und dem Tode Blancs im Jahre 1797 wurde es in feinen Mauern still. Das Palais, des auch eine große Gemäldegalerie mit Bildern von Rembrandt und van Dyck enthielt, Wenn die nationalsozialistische Erziehung erfolgreich sein soll, müssen wir genügend Erzieher besitzen, die ihrer Aufgabe gewachsen sind. Die beste Erziehung ist in jedem Fall das Vorbild jedes einzelnen Führers. Deshalb hat jeder die Pflicht, in straffer Selbsterziehung a n s i ch zu arbeiten und so schon im äußeren Auftreten würdiger Vertreter der NSDAP, zu sein. Oberster Grundsatz unserer Erziehung ist dabei, sich durch nichts und niemand in her nationalsozialistischen Weltanschauung beeinflussen zu lassen. Unter Wahrung der in Deutschland herrschenden vollen Glaubens- und Gewissensfreiheit muß der totale Erziehungsanspruch der Partei sicher- gestellt und durchgeseht werden, liebet allen Paragraphen und Anweisungen steht als oberstes Gesetz das Programm der NSDAP.» das in jedem einzelnen Fall erfüllt werden muß. welche Schwierigkeiten machen, „denn, was vermag ein Betrieb mit Männern, die nicht Nationalsozialisten sind? Sie behindern nur den Aufbau, während die nationalsozialistische Erziehung der Gesamtheit zugute kommt. Der Besuch der Schulungslehr- gänge ist Pflicht und damit D i e n ft. Jeder Parteigenosse und Führer hat über diese Schulungsmaßnahmen der Partei hinaus noch die Pflicht, selbst an seiner wissensmäßigen Weiterbildung zu arbeiten. Durch das Lesen der nationalsozialistischen Presse und der Schulungsbriefe sind ihm genug Möglichkeiten dazu gegeben, die unter allen Umständen genützt werden müssen, um die wissens, mäßige Grundlage immer mehr zu vertiefen." Der Gauleiter wandte sich bann der großen Aufgabe der P r o p a g a n b a zu, die bem Volk Herz unb Ohr für ben Nationalsozialismus zu öffnen hat. 3n vorberfter Front stehen babei bie Rebner, bereu großes Korps in unserem Gau selbstlos unb vorbildlich nun schon Jahre hindurch seinen Dienst tut. 3m letzten Jahr wurden große Versammlungswellen, die in diesem Jahre noch mehr verstärkt werden, in allen Kreisen des Rhein-Wain-Gebietes durchgeführt. Sie fallen immer wieder allen Volksgenossen einhämmern, wie richtig bie Politik des Führers ist, wie wir es täglich an ben Erfolgen sehen. Besonders ging der Gauleiter babei auf bie Sicherung eines genügenben Nachwuchses jüngerer Propaganbisien ein, bie in freier Rebe Künber bes Nationalsozialismus von Herz zu Herzen sein sollen. Der Gauleiter kam bann auf die Personal- führung innerhalb der Partei zu sprechen und stellte heraus, daß eine gute Personalführung auf allen Gebieten den Erfolg sichert. Aufgabe aller Hoheitsträger ist es, nicht nur für gute Mitarbeiter zu sorgen, sondern auch dem Nachwuchs die besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Bei Abstellung von Jungen für die Schulen des Führers ist bem Urteil nicht nur bas Wissen zugrunde zu legen. Im großen Maße ausschlaggebend sind der Mut unb bie Charakterfestigkeit. Auf diesem Gebiet ist eine enge Zusammenarbeit mit der Hitler- Jugend erforderlich. Das gleiche gilt für bie Anwärter für die Ordensburgen, wo nicht Männer für einen gewissen Berufsstand, wie Studienräte ober . z , . aussen übergaben es 1896 der Stadt Warschau zur Einrichtung von Büros. Von 1919 bis 1936 war es Sitz der polnischen Polizeidirektion, bis sich die polnische Regierung entschloß, es wieder in seinem alten Glanze erstehen zu lassen. Nachdem ein Wohnflügel angebaut worden ist, und auch die übrigen 9tMime teils nach bem historischen Vorbild, teils modern ein- jingc. Ihre Grundlinien hingegen wären kein Geheimnis, denn sie seien ein geistiges Eigentum der Nation. NSG. Am Sonntag wurde das neue Arbeitsjahr der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau durch den großen Führerappel.l eingeleitet, auf dem Gauleiter oprenger die Richtlinien und die besonderen Einsatzpunkte bekanntgab. Die Rede des Gauleiters wurde aus dem Hippodrom in Frankfurt a. M. durch Drahtfunk in alle Kreise der NSDAP, übertragen, wo über 25 000 Politische Leiter, Führer und Führerinnen der Gliederungen und angefd)[offenen Verbände, sowie bes RAD. versammelt waren. Wenn wir heute, so sagte Gauleiter Sprenger, auf die gewaltigen Erfolge der letzten Jahre zurückblicken, dann wollen wir ehrlich fein und bekennen, nicht wir haben es geschafft, sondern alles, was in Deutschland Großes geschehen ist, danken wir einzig und allein dem Führer. In der großartigen Entwicklung der hinter uns liegenden Aufbaujahre hat es sich gezeigt, daß der Führer von Anfang an die richtigen Methoden an- auch auf die Kreise Zur Durchsetzung unseres Erziehungsanspruchs haben wir eine umfassende Schulung in unserem Gäu eingerichtet, damit die Parteigenossen für ihre Erziehungsaufgabe vorbereitet wer- oen: 1. erhalten in der monatlichen Führer- schulung in den Ortsgruppen die Politischen Leiter, die Führer der Gliederungen und die Walter und Warte der angeschlossenen Verbände durch vom Gauschulungsamt ausgearbeitete Monatsthemen Unterrichtung über wettatifchauttche und politische Fragen. Die Hoheitsträger müssen die geschlossene Teilnahme der gesamten Führerschaft an diesen Schulungen sicherstellen. 2. werden die Block- und Zellenleiter an vier Sonntagen im Wirtschaftsjahr in praktisch- politischer Tätigkeit unterrichtet unb weltanschaulich geschult, damit sie ihre Aufgaben als Aktivisten der Bewegung erfüllen können. 3. sind auf Anregung des Reichsleiters Rosenberg in allen Gauen Arbeitsgemeinschaf- t e n für die weltanschauliche Schulung der gesamten Bewegung errichtet worden. Sie vereinigen die S ch u l u n g s l e i t e r der Partei und die Oie slowakisch-ungarischen Grenzzwischenfälle beigelegt. Prag, 22. Jan. (DNB.) Der tschecho-slowakische Gesandte in Budapest, Kobr, besuchte den königlich-ungarischen Außenminister Graf C s a k y , mit dem er ein längeres herzliches Gespräch hatte. Dabei wurde festgestellt, daß die Grenzzwischenfälle in freundschaftlichem Geist beigelegt worden seien. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Wiener Beschlüsse im Rahmen der gemischten Kommissionen beschleunigt durchgeführt werden. Die ungarische Gesandtschaft in Prag hat dem tschecho-slowakischen Außenministerium bereits mitgeteilt, die ungarische Regierung nehme die tschecho-slowakischen Anträge in dieser Richtung an. Die tschecho-slowakifch-ungarische gemischte Kommission, die die Wiener Beschlüsse durchführen soll, tritt dieser Tage zusammen. Belgrad, 22. Jan. (Europapreß). Der italienische Außenminister Graf Ciano, der den Sonntagvormittag auf bem Iagdgut bes Prinzregenten Paul verbracht hatte, traf am Nachmittag in Begleitung des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Belgrad ein. Er begab sich sofort in ben Kunst- Pavillon zur Eröffnung der italienischen Buchausstellung. Graf Ciano wurde von den Mitgliedern der jugoslawischen Regierung und des Diplomatischen Korps begrüßt. Dann erschien auch Prinzregent Paul, und der jugoslawische Unterrichtsminister Kujundschitsch eröffnete die Ausstellung mit ^iner Begrüßungsrede in italienischer Sprache. Nach der Besichtigung der Ausstellung begab sich Graf Ciano in bie Räume der Jugoslawischen Radikalen Vereinigung, ber Regierungspartei, wo ihm ein herzlicher Empfang bereitet wurde. Dann nahm Graf Ciano an der Kundgebungen der mit Jugoslawien benachbarten Länder, die in Belgrad einen günstigen Widerhall gefunden haben, fortzufahren und sie zu vertiefen. Italien bringt in diesem Werk der Zusammenarbeit den aufbauenden Geist mit, der die Achse Berlin — Rom kennzeichnet. Bei gleicher Gelegenheit waren die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien Gegenstand einer eingehenden Prüfung. Es wurde festgestellt, daß auch auf diesem Gebiete große Möglichkeiten für eine Entwicklung bestehen, da die beiden Volkswirtschaften einander ergänzen. Für die Verwirklichung dieser Möglich- leiten haben die Regierungen eine Intensivierung ihrer Fühlungnahme beschlossen. „Giornale d'Jtalia", dessen Herausgeber Gayda in Jugoslawien weilt, unternimmt es, eine vorläufige Bilanz des italienischen Staatsbesuchs zu ziehen unb einige der hervorstechendsten Punkte zu unterstreichen. In politischer Hinsicht handle es sich nicht so sehr um die Festlegung einzelner Fragen der direkten italienisch-jugoslawischen Beziehungen, als vielmehr darum, das Beispiel der italienisch- jugoslawischen Freundschaft auf die Beziehungen zu ben übrigen Donau- und Balkanländern ausstrahlen zu lassen. Man könne nun ben Abschluß eines Nichtangriffs- und Freundschaftspaktes zwischen Jugoslawien und Ungarn als sicher und nahe bevorstehend erachten. Inzwischen werde demnächst eine Wirtschafts- ko n f e r e n z dieser beiden Länder für den Ausbau ihrer Handelsbeziehungen zusammentteten. — Weitere Schritte würden in der Richtung auf eine Versöhnung zwischen Ungarn und Rumänien unternommen werden, welchem Werk Italien und Jugoslawien ihre Unterstützung und freundschaftliche Anteilnahme widmen würden. In allgemeiner Hinsicht werde das System des Kleinen Verbandes und des Balkanbundes in strenger Anlehnung an die Achse Berlin—Rom noch mehr und noch freimütiger angenähert werden. In diesem Zusammenhang sei auch die Haltung der Türkei zu unterstreichen, die bisher von Italien durch ein altes und unverständliches Mißtrauen getrennt gewesen sei. Die Angliederung der jugoslawischen Politik an die Richtlinien ber Achse deute auf eine Entwicklung zur Klänmg und Konzentration in Donau- und Balkan-Europa hin, die in glücklichem Gegensatz zu der Unordnung in Westeuropa stehe. In wirtschaftlicher Hinsicht kündigt das Blatt die Errichtung einer italienischen Handels, tammcr in Belgrad und einer jugoslawischen Handelskammer in Italien sowie die Gründung einer italienischen Automobil - fabrif mit jugoslawischer Jnteressenbeteiligung in 23 el grab und endlich die Eröffnung eines Kredits für militärische Lieferungen an Jugoslawien in Höhe von einer halben Milliarde Lire an. — In kultureller Beziehung sei der Abschluß eines italienisch-jugoslawischen Kulturabkommens als bevo^tchend zu betrachten. Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der tschecho-slowakische Minister des Aeußern, Chvalkovsky, in Begleitung seines Kabinettchefs, des Ge- Klärung im Oonauraum. Das Ergebnis des italienischen Ministerbesuchs in Belgrad. Setgrab. Cm amtliches Kommunique über die Jugoslawien-Reise bes italienischen Außenministers besagt, Graf Ciano und Stojadinowitsch konnten noch einmal mit Befriedigung das r e i b u n g 5 - lofe Funktionieren und bie glücklichen Ergebnisse des italienisch - jugoslawischen Abkommens vom 25. März 1937 feststellen, bas eines der grundlegenden Elemente der Politik der beiden Länder darstellt. Gleichzeitig sind sie zur Prüfung der verschiedenen europäischen Situationen geschritten, die in gleicher Weise Italien und Jugoslawien interessieren. Sie haben neuerlich den gemeinsamen Willen bestätigt, in der Zusammenarbeit für die Festigung des Friedens unb der Ordnung in diesem Teil Europas in Ile herein ft immung mit all en interessierten Ländern und unter Bedachtnahme auf die letzten Der deutsche Staatsbesuch in Warschau Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers. alle Zweifler darüber hätte belehren können, daß an eine Aenderung des Verhältnisses zwischen Polen und seinem großen westlichen Nachbarn nicht zu denken war. Im Gegenteil, die wirtschaftliche Untermauerung ließ erkennen, daß derartige Verträge keine papierne Formel bleiben, wie sie das Genfer System am laufenden Bande erzeugte. Das Bündnis mit Frankreich wird davon nicht betroffen. Nach dem Grundsatz des Obersten Beck, mit allen Staaten gute Beziehungen zu unterhalten, sieht man in Warschau keinen Grund zu einer Aenderung. Aber selbst bisher sranzosen- freundliche Kreise verhehlen nicht, daß die geographische Lage die schicksalhaften Beziehungen Polens zu den Nachbarn im Osten und im Westen tiefergehend beeinflußt als jenes Bündnis aus der Nachkriegszeit. Polen ist in ber glücklichen Lage, die Entwicklung in Europa schon 1934 vorausgeahnt unb eine Position geschaffen zu haben, die keiner Revision, sondern nur des Ausbaues bedarf. In diesem Bemühen ist der Besuch des Reichsaußenministers eine wichtige Etappe. Tatsächlich hat das Jahr 1938 dem ganzen polnischen Volke eindringlich die Richtigkeit der außenpolitischen Linie des Obersten Beck vor Augen geführt. In jenen Septembertagen, da gefährliche Spannungen die Möglichkeit eines europäischen Krieges in bie Nähe rückten, als der sowjetrussische Botschafter in Warschau drohende Erklärungen abgab und einen letzten Versuch zur Unterstützung des Benesch-Systems machte, konnte Polen seine West- grenze entblößen und seine Sicherungsmaßnahmen auf den Süden und Osten konzentrieren. Der Trumpf, den Moskau im Warschauer Brühlpalast auszuspielen gedachte, hat sich als eine Niete erwiesen. Es kam dann zur Aussprache zwischen dem polnischen Botschafter in Moskau und Litwinow-Finkel- ftein, in deren Verlauf bie Gültigkeit des beiderseitigen Nichtangriffspaktes vom Jahre 1932 festgestellt .morben ist. Obwohl von polnischer Seite betont wurde, idaß diese Erklärung lediglich den früheren Zustand war der tschechischen Krise Hersteille, versuchten bie [sattsam bekannten Gerüchtemacher, den Eindruck von «einem JBerfagen des deutsch-polnischen Vertrages und •einer Schwenkung Polens nach Moskau zu ermecfefi. Trotzdem schon der kurz vorher vereinbarte neue deutsch-polnische Wirtschaftsvertrag, ausgedehnt. In ihnen werden alle politischen unb weltanschaulichen Fragen, bie in ber Führerschaft klar unb einheitlich aufgefaßt werben müssen, behanbelt, ehe sie an bie Oeffentlichk"it gelangen. 4. stehen uns im Gau Hessen-Nassau mehrere Führerschulen zur Verfügung, die die beste Stütze der Schulungsarbeit sind: Die Gau- schulungsburg Kronberg unb fünf Gauschulen, zu denen noch in diesem Jahre zwei weitere treten werden. In der Gauschulungsburg werben in dreiwöchigen Kursen bie Kreisamtsleiter unb Ortsgruppenleiter geschult, währenb bie Gauschulen den Block- unb Zellenleitern offenstehen. Alle Einberufungen sinb seit diesem Jahr zum ersten Mal zentral bei bem Gauschulungsamt zusammengefaßt. Dadurch werden Ueberschneidungen bei Einberufungen vermieden, so daß in Zukunft kein Betrieb unb keine Behörbe mehr Schwierigkeiten machen kann. Mit besonderer Betonung führte der Gauleiter dabei mis, baß er sich mit jedem Betrieb und jeder Behörde persönlich befassen wird, die bei der Schulung der Männer der Partei irgend- Gauleiter Sprenger gibt die Parole für das neue Jahr Führerappell der Partei im ganzen Gau Hessen-Nassau. gerichtet wurden, steht es Gästen des Staates zur Verfügung. Reichsaußenminister v. Ribbentrop wird der erste sein, dem das wiedererstandene Polen die Räume zum Aufenthalt zur Verfügung stellt. Dor fünf Jahren hat das Deutschland Adolf Hitlers mit bem Polen Josef Pilsudskis einen Vertrag abgeschlossen, der einen neuen Abschnitt in den Beziehungen zwischen beiden GtaS.cn einleitete. Der Marschall Polens hatte schon 1927 in Genf bem da- maligen französischen Außenminister Briand vor- ausgefagt, in einigen Jahren werbe in Deutschland ein großer Staatsmann zur Macht kommen, der für eine gute Nachbarschaft mit Polen sorgen werbe. Am 26. Januar 1934 konnte Pilsudski der Außenpolitik seines Vaterlandes eine neue, bedeutsame Wendung geben, als er seinen Mitarbeiter Oberst Beck mit dem Abschluß des Vertrages mit dem Deutschen Reich beauftragte, Europa war damit vor eine Tatsache gestellt, bie das politische Schwergewicht von Paris nach dem Osten verschob. Die Diplomaten des Westens haben bem Pakt, der die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau vorerst einmal für zehn Jahre regelte, keine lange Lebensdauer vorausgesagt. Immer wieder glaubte man Bruchstellen in dem Vertragswert feststellen zu können, die einer Bewährungsprobe kaum standhalten würden. Wenn der deutsche Außenminister seinen Besuch in Warschau auf den fünften Jahrestag der Unterzeichnung des historischen Abkommens verlegt hat, bann wird damit vor aller Wett die Brauchbarkeit unb die Dauerhaftigkeit dieses diplomatischen Jnsttumentes besonders herausgestellt. Gerade in den letzten Tagen haben sich Stimmen der Opposition in Polen hören lassen, bie dem polnischen Außenminister vorwarsen, er betreibe eine Geheimpolitik, die im Volke auf kein Verständnis stoße. Die „Gazeta Polska" erinnert deshalb daran, daß Joses Pilsudski selb st nach dem Staats» streich von 1926 von der Außenpolitik verlangt hat, sie müsse dem ,Lärm der Gerüchtemacher und Kaffeehausschwätzer" entrückt werden. Die Außen- wurde an einen Kammerherrn verkauft, der die Wohnungen vermietete, in einer soll auch der junge Chopin gewohnt haben. Das Gebäude litt im Polenaufs.and 1863, weil sich hier ein Zl Aufständischen befunden hatte. Die Ri gewandt hat. Die Grundlage allen Geschehens ist bie Volksgemeinschaft. Der Führer hat die Aufgabe des Jahres 1939 in drei Punkten Umrissen: in der Erziehung des deutschen Volkes zur na- . tionalsozialistischen Volksgemeinschaft, dem Schulungsbeauftragten der Gliederungen unb Der- weiteren Ausbau ber Wehrmacht und der > bände. Im Gau Hessen-Nassau wurden diese Ar- Durchführung des Vierjahresplanes. sandten M a s a r y k, am Samstagmorgen i n Berlin eintraf, hatte am Vormittag eine Aussprache mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, in der alle das Verhältnis zwischen bem Deutschen Reich und ber Tschecho- ber eine Auswertung des Handelsvolumens brachte, Slowakei betreffenden Fragen besprochen wurden. °—-£f- v ..... - ' ' — - - Außenminister Chvalkovsky war anschließend Gast des Reichsaußenministers bei einem Frühstück im kleinen Kreise im Hotel Kaiserhof. Der Führer empfing am Samstag nachmittag in Gegenwart bes Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop ben Minister Chvalkovsky in der neuen Reichskanzlei zu einer Besprechung. Minister Chvalkovsky hat sich mit dem Nachtzug wieder nach Prag begeben. Düsseldorf, 22. Jan. (DNB.) Die SA.- eine Führertagung. Der Chef des Erziehungsam- durch Eindämmung der Papierflut können wir den Vierjahresplan weiter unterstützen. fÄnff hi. niAf. nn* nuE. ° 9r- T-Wl Schätze und Kräfte vorhanden, die noch "icht voll W' L- mchts nach außen dringen laßt, laß sich merhe' Kartei und Wissenschaft müssen in ter ausüben. Das Deutsche Theater in Prag geht in tschechischen Besitz über. Prag, 21. Jan. (Europapreß). Der Ministerrat rigen Jahres bei dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain. Am 30. Januar 1938 wurde er vom Führer mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Partei ausgezeichnet. Oie neue Aufgabe -er GA. Eine Brücke von der Partei zur Wehrmacht. an die Versammelten einen Appell zur Pflichterfüllung richteten. Der Reichspostminister wies vor allem ans die neugegründete Organisation zur Förderung der Gemeinschaft hin. Die Zahl von rund 180 000 Postsportlern und rund 40 000 Gefolgschaftsmännern des P 0 st - schütze s legten davon ein beredtes Zeugnis ab. Zu dem Gemeinschaftsleben gehöre die Gemein- seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Reichspost zu einem wahrhaften Stoßtrupp des Nationalsozialismus geworden fei. Jeder Mann am rechten platz Dr. Ley weiht das Schulungsheim Berms- grün der Fachabteilung Eisen und Metall. Kundgebung der Berliner poffgefelgscbast. San Franzisko, Freiherr von Killinger, ist zu besonderer Verwendung in das Auswärtige Amt einberufen worden. Der Führer und Reichskanzler hat an seiner Stelle den Hauptmann schrieben ist, und wir wollen zum Richtsatz machen, daß wir dem Führer immer das geben, was er braucht. Dabei müssen wir mit einer weisen Menschenökonomie zuwege gehen und überall überprüfen, daß keine Doppelarbeit geleistet wird, sondern daß sich die verschiedenen Stellen sinngemäß ergänzen. Deshalb habe ich einen Ausschuß zur Durchprüfung alter Stellen der Partei geschaffen, um, wenn es irgendwo möglich ist, Menschen zur Verfügung zu stellen, obwohl die Partei heute in manchen Aemtern noch nicht voll ausgebaut ist, und manchmal die größte Arbeit von der Partei vollbracht wird, die von keiner anderen Stelle geleistet werden kann. Auch der Staat und die freie Wirtschaft müssen ihren Menscheneinsatz überprüfen. Der Führer hat durch die Einsetzung von Generalbevollmächtigten den Weg gezeigt, da nicht alle Wirtschaftskreise einen Forderungen Nachkommen konnten. Zum Bei- piel wird im Kraftfahrwesen durch die Arbeit des Generalbevollmächtigten eine großzügige Vereinfachung erzielt. Im B a u ro e f e n wird die Entwicklung ähnliche Wege gehen, Generalinspektor Todt ist hier als Generalbevollmächtigter eingesetzt. I Leipziger Architekten Kurt' M ä'n ick e erbauten Ueber all diesen Maßnahmen stehen aber der Em- Festsaal des Heimes nahm satz und die Opferbereltschast des einzelnen Volks- $r Ley' das Wort. Er ging aus von der Hetze genossen, die die Starke der Nation ausmachen. Auch gegen Deutschland, die zur Zeit die Juden in der ganzen Welt entfacht hatten. Es gehe m dreiem tes der Obersten SA.-Führung, SA.-Obergruppenführer Luyken, sprach über „Die SA. als Ausübungsinstrument der Partei zum politischen Soldaten". Aus die Verfügung des Führers eingehend betonte der Redner, daß die SA., die Träger des politischen Kampfes um die Freiheit war, nun auch der Träger der Derant- wortungfürdieZukunft sei. Die sittlichen ww. <°M>>!£•£ JX'SttÄ -s »»-■ i« “■ - ----- -- - • — - - ' ZAUI^uUl Ucl x-ZCl. Stabschef Lutze betonte: „Nach dem vollzogenen Ausleseprozeß stehen wir nun vor einem neuen Abschnitt in der SA." Die Verfügung des Führers bedeute eine große und wichtige Aufgabe für die SA., für die Partei und für das ganze deutsche Volk. Als wichtigstes Moment sehe er hier d i e immer engere Verknüpfung von Partei und Wehrmacht an. Hierbei wolle die SA. eine Brücke sein. Genau mit demselben Vertrauen, mit dem der Führer sich an seine Wehrmacht wandte, wolle auch die SA. an die Arbeit gehen, um gemeinsam mit Partei und Wehrmacht das fertig zu bringen, was für Deutschlands Zukunst notwendig fei: den Willen zur Wehrfähigkeit und die Wehrkraft stets wachzuhalten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe habe jeder seine letzte Kraft einzusehen, und zwar mit der gleichen Verantwortung und dem gleichen Pflichtbewußtsein wie die SÄ. es von jeher getan habe. Die Ansprache des Stabschefs klang aus in einen Appell an die SA.- Führer, nie im Ringen um den deutschen Menschen müde zu werden. Mit einem Bekenntnis zmn Führer schloß der Stabschef seine immer wieder vom Beifall unterbrochenen Ausführungen. * Zu den am Samstag veröffentlichten Auslassungen der Nationalsozialistischen Pärteikorrespondenz zu dem Erlaß des Führers gibt das Deutsche Nachrichtenbüro folgende Einfügung: Durch die Tatsache, daß der oberste Befehlshaber des Heeres, Generaloberst v. Brau« ch t s ch, diese Entwicklung durch persönliche Initiative gefördert und damit zum Abschluß gebracht hat, ist die beste Gewähr gegeben, daß die Zusammenarbeit auch in der Praxis erfolgreich verlaufen wird. s ch a f t s l e i st u n g, denn das nationalsozialistische Deutschland brauche höchste Leistungen und ganze - . . . - . - . - .... _ Sönner. MdjsorganilationsMter' ®r. Lcy gab ; Sruppe JUieberrljetn Deranftaltrfe in Düsseldorf Naschaschibi-Familie verknüpften Vertei- digungspartei als gleichberechtigte Gesprächspartner anzuerkennen. Es wird gesagt, es sei unmöglich, die Macht in Palästina an den Groß-Mufti abzutreten. Der Artikel ist andererseits des Lobes voll für die unabhängigen arabischen Staaten, die nicht nur bedeutende Persönlichkeiten nach London schickten, sondern auch alles in ihrer Macht stehende zum Erfolg der Konferenz beitragen wollten. Die britische Regierung hat in Kairo zum Ausdruck gebracht, daß London die jetzige Zusammensetzung der palästina-arabischen Delegation für London nicht als die Vertretung ganz Palästinas ansehen könne. Auf Grund dieser Feststellung flogen am Sonntag Nuri Pascha, Fuad Harnsa und Djemal Hussein zum Mufti nach Beirut, um ihn für die Hereinnahme auch mehrerer Mitglieder der Naschaschibi-Partei in die London-Abordnung zu gewinnen. Für diese Erweiterung waren außer England und sämtlichen arabischen Nachbarstaaten auch der Führer der Jstiklal-Partei und London- Delegierte Auni Bey Abdulhadi von vornherein eingetreten. Der Prinz von Yemen ist am Sonntag zu seinem Vater Imam Jehia nach Sanaa geflogen und wird für das Wochenende zum Weiterflug nach London in Kairo zurückerwartet. Sein überraschender Flug nach Sanaa wird hauptsächlich mit der von König Faruk von Aegypten aufgegriffenen Kalifatsfrage in Zusammenhang gebracht. König Faruk, Oie Beunruhigung in England hält an. Verschärfte Bewachung des Königspaares und des Ministerpräsidenten aus Furcht vor irischen Terroristen. Reichsbank und Wirtschaft. Don unserer ÄeNiner Schrifileitung. Wenn im nationalsozialistischen Staate in hohen Aemlern eine Umstellung erfolgt, so liegen keine taktischen oder parteipolitischen Gründe vor, sondern sachliche Erwägungen. Diese Erkenntnis ist uns in Fleisch und Blut übergegangen und deshalb ist auch die Uebernahme des Amtes des Reichsbankprasiden- ten durch den Reichswirtschaftsminister Funk als das verstanden worden, was sie sein soll: als ein neuer Schritt zur Konzentration der ökonomischen Kräfte. Man muß sich vor Augen halten, daß Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik eine Einheit darstellen, wenigstens im totalen Staate. Aus diesem Grunde war Dr. Schacht bis vor einem Jahre zugleich Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister. Aus dem gleichen Anlaß vereinigt von nun an Walther Funk beide Aemter in seiner Hand. Der Führer hat in seinem Handschreiben an Dr. Schacht seiner großen Verdienste anerkennend gedacht. Sie liegen vor allem in der Zeit, als Dr. Schacht im Kampf gegen das Versailler System und gegen die Tributpolitik stand. Klarer als anbe.re Wirtschaftler erkannte er, daß nur der Nationalsozialismus eine entscheidende Wendung herbeiführen könne. Der Führer berief ihn nach der Machtergreifung wieder an die Spitze der Reichsbank, an der Schacht schon von 1923 bis 1930 gestanden hatte. Er hat sich in diesen sechs Jahren als ein treuer Hüter der Währung gezeigt und sein internationales Ansehen oftmals in die Waagschale geworfen, wenn es galt, die neue Wirtschaftspolitik zu verteidigen. Walter Funk ist aus der Wirtschaftspresse hervorgegangen; er war schon vor der Machtergreifung wirtschaftspolitischer Berater im Stabe des Führers. 1933 übernahm er das wichtige Amt des Pressechefs der Reichsregierung, um 1938 den Rus als Reichs- wirtfchaftsminister zu erhalten. Funk hat sich zu allen Zeiten als ein Mann erwiesen, der Theorie wie Praxis der Wirtschafts- und Währungspolitik beherrscht. Er hat in engem Einvernehmen mit dem Generalfeldmarschall Göring die Aufaaben des Dier- jahresplanes vertreten und der deutschen Wirtschaft «n Südosteuropa neuen Raum gewonnen. Getragen vom Vertrauen des Führers wird Walther Funk auch feinen neuen großen Aufgaben mit wirtschaftlicher Erfahrung und nationalsozialistischer Tatkraft durchführen. Es ist selbstverständlich, daß das Reich auf eine Persönlichkeit van der Bedeutung Schachts nicht verzichten kann. Der Führer hat in seinem Schreiben heroorgehoben, daß Schacht dem Kabinett als Reichsminister weiterhin angehört und zur Lösung neuer Aufgaben eingesetzt werden soll. Veränderungen im Reichsbankdirektorium. Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Führer hat die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums Vizepräsident D r e y s e und Reichsbankdirektor Hülse von ihren Aerntern entbunden. Gleich- zeitia hat der Führer den Staatssekretär im Reichs- wirtschastsministerium Rudolf Brinkmann zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums unter Belassung in seinem Amt als Staatssekretär berufen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbantpräsident Funk hat Staatssekretär Brinkmann zum Vizepräsidenten des Reichsbankdirektoriums ernannt. * Brinkmann wurde 1893 in Green in Braunschweig geboren. Er war Student der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie, als der Krieg aus« orauch, den er bann als Feldartillerist bis zu einer schweren Verwundung 1916 mitmachte. 1919 trat er in Göttingen in die Reichsbank ein, wurde 1923 in die Leitung des Reoisionsbüros der Reichsbank nach Berlin berufen, später war er Vorstandsmitglied der Hamburger Reichsbankfiliale und Direktor der Reichsbanknebenstelle Aschaffenburg. Im Frühjahr 1933 trat er in das Direktorium der Deutschen Gold- diskontbank ein, 1934 wurde er Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium, 1937 Mitglied des Direktoriums der Reichsbank. Bei der Ernennung Funks zum Reichswirtfchaftsminister trat Brinkmann als Staatssekretär wieder zum Reichswirt- r"^nftsminifterium über. Mussolini belohnt bäuerlichen Fleiß. Rom, 22. Jan. (DNB.) Die Prämienverteilung, die Mussolini alljährlich für die besten Leistungen auf landwirtschaftlichem Gebiet, insbesondere für die Verbesserung der Bodenbewirtschastung, Steigerung des Ernteertrages und Hebung der Viehzucht vornimmt, gestaltete sich zu einer imposanten Autarkie-Kundgebung des faschistischen Italiens. Aus allen Teilen des Landes einschließlich der unlängst Italien eingegelieberten vier tripolitanischen Provinzen waren 150 Preisträger mit ihren Abordnungen in Rom zusammengekommen, um in dem Teatro Argentina aus den Händen des Duce die bis zu 10 000 Lire betragenden Prämien zu erhalten. Mit beißendem Spott ironifterte der Duce die „unheilbare, aber bewundernswerte Ignoranz" des Antifaschismus gegenüber den italienischen Dingen. Wollte er die kindischen Prahlereien und Beschimpfungen des Antifaschismus gegen Italien und gegen sich selbst aufzählen, so würde in Italien ein so heftiges und anhaltendes Gelächter erschallen, daß „trotz der Alpen in einigen Hauptstädten Europas viele Fenster in Trümmer gingen". Gerade jetzt sei ihm ein neues Beispiel jenes blühenden Unsinns, wie er von den Antifaschisten geboten werde, zugeflogen. Der Vatikan solle, wie ein französischer Prälat erklärt habe, Frankreich den Rat gegeben haben, hart zu bleiben. „Wie aber, wenn morgen", fügte Mussolini unter stürmischem Beifall hinzu, „in Italien einer auf« stehen würde, wie das sicher der Fall wäre, um den Italienern zu sagen, daß sie noch viel härter sein müssen! Der Faschismus wird", schloß der Duce, „seine Agrarpolitik unbeugsam fort- setzen, um einen starken Bauernstand zu erhalten, der bereit ist, auf der Scholle zu bleiben und in Italien und Afrika den Boden zu bearbeiten und zu verteidigen, der geschichtlich, moralisch und phy- sisch bereits unter den Begriff Vaterland fällt." abs. London, 22. Januar. Die Berichterstattung der Sensationspresse vom Sonntag hat dazu beigetragen, die Unruhe in der englischen Bevölkerung wieder stärker werden zu lassen. Anlaß hierzu sind Enthüllungen über das Ausmaß der polizeilichen Aktionen zum Schutze führender Männer des öffentlichen Lebens. Ministerpräsident C h a m b e r I a i n , der sich zur Zeit in Chequers aufhält und erst am Montagabend wieder in London zurückerwartet wird, wird Tag und Nacht von neun bewaffneten Kriminalbeamten bewacht. Dazu kommen noch die Polizeiwachen, die ständig in Chequers untergebracht sind. In der Nacht zum Sonntag waren sämtliche Straßen der Umgebung von Chequers vollständig abgesperrt. Kraftfahrer durften nur passieren, wenn sie sich ausweifen konnten. Weiter sind die persönlichen Wachen zahlreicher Kabinettsmitglieder verstärkt worden. Man befürchtet offensichtlich in erster Linie Anschläge auf den Innenminister Sir Samuel Hoare und den Kolonialminister Macdonald, da diese beiden Minister für irische Fragen zuständig sind. Beträcht- liches Aufsehen hat auch die Mitteilung erregt, daß in Schloß Windsor vier Spezialpolizisten eingetroffen sind. Das Königspaar hält sich zur Zeit in Windsor auf. Bei seinen Jagdausflügen wird König Georg ständig von Kriminalbeamten begleitet. Die Aufdeckung eines Sprengstofflagers in Manchester hat am Sonntag zur Verhaftung von zwei irischen Frauen geführt. Es handelt sich um die Mieterinnen des leeren Geschäftshauses, in dem der Sprengstoff und die Hvl- Saragossa, 23. Jan. (DNB.) Am Sonntagnachmittag gelang es dem Marokko-Korps unter General Pague San Pedro Ribas sowie das wichtige Industriezentrum Vallcarca fünf Kilometer östlich von Sitges zu erobern. Der Vormarsch in Richtung Castell de Fels dauert an. Die weiter nördlich vorgehenden Navarra- Brigaden besetzten den Ort San Ja im an der Bahnlinie Jgualada— Barcelona und überschritten den Noyafluß, wo der Feind starke Befestigungen errichtet hatte. Die Ortschaft Dallbona an der Straße Jgualada—Martorell wurde im Sturm genommen. Die auf Manresa vorstoßende Maestrazgo-Armee konnte weitere neun Kilometer Gelände gewinnen. In Nordabschnitt besetzte die Urgel-Armee S a n a h u j a an der Straße van Pons nach Jgualada. Auch hier dauert der Vormarsch an. Unter den gestern eroberten Stellungen befindet sich auch die Höhe C h a p a 1, von wo aus das aus der Gralssage bekannte Monserrat-Gebirge vor Barcelona deutlich sichtbar ist. Die aus dem napoleonischen Kriege her bekannten Orte Bruch Alto und Bruch B ajo, wo damals das französische Heer eine entscheidende Niederlage erlitten hatte, befinden sich bereits im Feuerbereich der nationalen Artillerie. Die Gesamtzahl der bisher an der Katalonien- Front Gefangenen beträgt 39 500, wobei die Gefangenen der letzten drei Tage nicht eingerechnet sind. In den letzten drei Tagen der neuen Offensive wurden an der Katalonien-Front vier bedeutende Kreisstädte erobert, nämlich Jgualada, Vittasranca de Panades, Dillanueva y Geltru und Vendrell sowie etwa 100 Ortschaften. Die Tie^e des Vormarsches betrug stellenweise bis zu 35 Kilometer. Die Gebirgskette, der natürliche Schutz der Provinz Barcelona, wo die rote Heeresleitung angeblich ihren Widerstand hatte konzentrieren wollen, ist überwunden. Die roten Widerstandsnester wurden in wenigen Stunden umgangen, eingetreift und genommen, wodurch sich auch die große Zahl der Gefangenen und die reiche Beute erklärt. Der Badeort Sitges, ein Städtchen von 5000 Einwohnern, besitzt insofern eine besondere Bedeutung, als hier die Zementfabriken für katalanische Befestigungsindustrie liegen. Wie bekannt geworden ist, beabsichtigen die Sowjets in ihrer Verzweiflung, am Llobregat eine Verteidigung einzurichten, wie am Manzanares bei Madrid. Die Roten haben vor, den Krieg in einen Straßenkrieg zu verwandeln und die Riesenstadt Barcelona lieber einzuäschern, als sie den Nationaltruppen zu übergeben. Die Sowiethäuptlinge würden dadurch ein weiteres furchtbares Verbrechen auf ihr Schuldkonto laden, wenn sie die Großstadt zum Kriegsschauplatz verwandeln würden. lenmaschinen aufgefunden worden waren. Die Verhafteten sollen am Montag einem Untersuchungsgericht vorgeführt werden. Es ist das erstemal, daß Frauen im Zusammenhang mit den Sprengstoffattentaten in England verhaftet worden sind. Der Ministerpräsident von Nordirland (Ulster), Lord Craigavon, der zur Zeit in Ceylon weilt, hat englischen Pressevertretern erklärt, „alle Bomben der Welt können Ulster nicht mit Südirland vereinigen. Ulster ist eher bereit z u kämpfen, als nachzugeben. Ein Kompromiß gibt es nicht! Die letzte Terrorkampagne stärkt nur unsere Entschlossenheit, uns nicht mit Südirland zu vereinigen". Im Zusammenhang mit diesen' Erklärungen Lord Craigavons will „Sunday Expreß" erfahren haben, dieJrifcheRepublikanische Armee habe in den ersten Tagen der vergangenen Woche an den Ministerpräsidenten Chamberlain ein „Ultimatum" gerichtet. Sie habe Chamberlain aufgefordert, die sofortige Z u « rückz iehung aller englischen Truppen aus Nord- und Südirland zu veranlassen. Das Ultimatum soll unterzeichnet gewesen sein von dem „Sekretär der Regierung der Republik". Der Innenminister Nordirlands Sir Dawson B a t e s traf in London ein, um mit der englischen Regierung die Attentate zu besprechen. Bates brachte eine schwarze ßifte mit, die man bei Terroristen in Belfast gefunden hat. Danach wollten die Terroristen eine Reihe führender Persönlichkeiten ermorden. Daß die Behörden in Nordirland die Lage weiter für ernst halten, geht daraus hervor, daß die Polizei um weitere 1000 Mann verstärkt wurde. Die roten Machthaber flüchten aus darcelona. L o n d o n, 23. Jan. (DNB. Funkspruch.) Langsam bereiten die Londoner Blätter ihre Leser darauf vor, daß Barcelona sich in einer verzweifelten Lage befindet, und daß die Aussichten der Spanienbolschewisten immer dürftiger werden. Selbst die Linksblätter bringen heute Meldungen, in denen die hoffnungslose Lage der Rotspanier zugegeben wird. „Daily Herold" berichtet, daß die rotspanischen Machthaber bereits gestern Barcelona verlassen haben und sich in Serona, 70 Meilen nördlich von Barcelona niederlassen. — „News Chronicle" schreibt, in London sei man der Ueberzeugung, daß bei den großen Leiden der katalanischen Bevölkerung die Einigkeit innerhalb der rotspanischen Leitung schwer bedroht sei. Zwischen den gemäßigten und den extremistischen Elementen entwickele sich eine Spannung, die schlimmste Auswirkungen haben könne. * Auch diePariserPresse rechnet mit dem Fall von Barcelona schon für die allernächsten Tage. So schreibt die „Epoque", der „Präsident der sowjet- spanischen Regierung" habe Barcelona mit unbekanntem Ziel verlassen. Die roten Machthaber van Barcelona haben am Sonntag einen Erlaß veröffentlicht, wonach Handel und In« d u st r i e der Stadt vom heutigen Montag ab v o l l. kommen stillgelegt werden, damit alle wehr- pslichttgen Männer und Frauen bis zum 55. Lebensjahr sich zur Verfügung der Militärbehörden für die Durchführung der Befestigungsarbeiten halten können. Sämtliche Geschäfte der Stadt bleiben in Zukunft geschlossen. Nach Gerüchte aus Perpignan erwartet man n a - tionalspanische Truppenlandungen an der katalanischen Küste, in der Nähe von Barcelona. Bestimmte Küstenorte sollen bereits von sowjet- spanischer Seite geräumt und Verteidigungsarbeiten in Angriff genommen worden fein. Die französischen Behörden haben erneut mehrere hundert Mann Mobilgarde zur Verstärkung des Grenzschutzes nach den Grenzorten Prades und Ceret gelegt. Außerdem sind für Jnfanterietruppen der 16. Militärregion in der Nähe der Grenze Kasernen bereitgestellt worden. Die Truppen sollen, sobald es die Ereignisse notwendig machen würden. dort ihre Quartiere beziehen. Don den französischen Grenzbehörden wird der Uebertritt artigerer Abteilungen von sowjetspanischen Milizen auf französisches Gebiet in der nächsten Zett erwartet. Wendung in derpaläftinafrage? London, 23. Jan. (Europapreß.) Andeutungen, wonach England die Palästinafrage durch Schaffung je eines arabischen und eines jüdischen Staates lösen wolle, enthält ein Leitartikel der „Times" vom Montagmorgen. Das Matt hebt hervor, daß man in England den kürzlich aufgegebenen Dreiteilungsplan nur mit Wehmut habe fallen lassen. Die „Times" sieht als Ausweg aus dem gegenwärtigen Engpaß, in den die Palästinafrage geraten fei, folgende Möglichkeit: „Die Teilung Palästinas in zwei autonome Provinzen, und zwar in eine jüdische und eine arabische, von denen jede ihre örtliche Regierung haben soll, neben dem Recht, in ihrem eigenen Staat die Einwanderung nach Belieben zu beschränken oder zu fördern." Das Ganze soll zeitweilig unter englischem Mandat stehen, bis eine umfassendere Regelung getroffen werden könne. Dies wird als ein fyrisch-palci- stinenfifcher Bundes st aat dargestellt, worin der jüdische Teil Palästinas und der christliche Teil Libanons als autonome Mitglieder erscheinen würden. Für ein solches Staatsgefüge hält das Blatt eine englisch-französische Gebietsgarantie für möglich. Der Artikel geht auf die Schwierigkeiten ein, die der Palästina-Konferenz durch die Weigerung des Arabertums Palästinas erwachsen sind, Delegierte der mit der englandfreundlichen Konzentrischer Vormarsch auf Barcelona der jeden Freitag in einer anderen Moschee sein Gebet zu verrichten pflegt, betete diesmal in der K u s s u n - Moschee. König Faruk sprach diesmal selbst die Gebete vor, während dies sonst dem Geistlichen Vorbehalten bleibt. Man will aus dieser Neuerung und aus der Anwesenheit des Kronprinzen von Saudi-Arabien und des Kronprinzen des fernen bei dem Gottesdienst auf ein bevorstehendes Kalifat des Königs schließen. Die Kalifatsfrage ist jedoch ein heikles Kapitel, da auch die Kandidaturen mehrerer arabischer Fürsten und bedeutender Persönlichkeiten im Hintergründe warten, weshalb die Aufrollung dieser Frage durch den ägyptischen König gerade in diesem Augenblick besonders sensationell ist. Diese Tatsache beweist, daß England auf der Palästina-Konfsrenz nicht nur die Palästinafrage sondern auch generell alle, die ganze arabische Welt angehenden Probleme erörtern will. Kampf gegen den Geburtenrückgang in England London, 22.Jan. (Europapreß.) Die englische Regierung plant angesichts des beängstigenden Geburtenrückganges eine Reihe von Maßnahmen zur Hebung der Zahl der Eheschließungen und der Geburtenziffer. Es sind folgende Maßnahmen vorgesehen: 1. F a rn i 1 i e n b e i h i 1 f e n. Bedürftige Familien sollen fünf Schilling je Woche für das erste Kind und drei Schilling für jedes weitere Kind erhalten. 2. Kinderreiche Familien sollen Steuererleich- terungen genießen. 3. Für die Kinder von Arbeitslosen sollen höhere Zuschüsse gewährt werden. In großer Aufmachung kündigt der „Sunday Expreß" an, daß ein Werbefeldzug unter dem Schlagwort „Mehr Familien und mehr Kinder!" von verschiedenen bevölkerungspolitisch interessierten Organisationen geplant sei. Die Regierung soll zu Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit veranlaßt worden sein, nachdem Sachverständige ihre schweren Bedenken über den augenblicklichen Zustand der Volksgesundheit und den Geburtenrückgang geäußert hätten. Wenn der augenblickliche Geburtenrückgang weiter anhatten sollte, würde die Zahl der Engländer Ende dieses Jahrhunderts auf die Hälfte des heutigen Standes gesunken sein. Damit würden nicht nur England, sondern auch den überseeischen Besitzungen schwere Gefahren erwachsen. Zwei Volksabstimmungen in der Schweiz. Genf, 23. Jan. (DNB.) In der Schweiz wurde am Sonntag bei schwacher Beteiligung über zwei verfassungsrechtliche Vorlagen abgestimmt. Mit großer Mehrheit wurde in allen Kantonen ein aus der B und e s versa mmlung hervorgegangener Vorschlag angenommen, wonach die sog. dringlichen Bundesbeschlüsse künftig nicht mit einfacher, sondern mit qualifiziert e-r Mehrheit angenommen werden müssen. Die Art von Notverordnungsrecht des Parlaments, die sich in den letzten Jahren herausgebildet hatte, soll auf diese Weise eingeschränkt 'werden. Wenn künftig ein Bundesbeschluß als dringlich bezeichnet und dadurch dem sonst üblichen Volksabstimmungsverfahren entzogen werden soll, so ist dazu die Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl (und nicht wie bisher nur die Mehrheit der gerade anwesenden Parlamentarier) erforderlich. A b g e l e h n t wurde dagegen mit großer Mehrheit ein Volksbegehren auf Einführung der Ver - fassungsgerichtsbarkeit im Bund. Danach sollte das Bundesgericht mit der Nachprüfung der materiellen Verfassungsmäßigkeit von Bundesgesetzen beauftragt werden. Diese Verfassungsgerichtsbarkeit besteht gegenüber der kantonalen Gesetzgebung. Ihre Ausdehnung auf ben Bund hätte jedoch nach Meinung namhafter Juristen den Gedanken des Rechtsstaates überspannt und im Endergebnis zu einer unerwünschten Politisierung des Bundesgerichts geführt. Eröffnung der ersten flämischen Akademien. Brüssel, 21.3an. (DNB.) In dem Akade. rnie-Palast von Brüssel wurden die neuen flämischen Akademien — die Akademie für Wissen« schäft, Literatur und Schöne Künste und die Akademie für Heilkunde — eröffnet. König Leopold wohnte der Feier bei. Der Eröffnung der ersten selbständigen flämischen Akademien wird in ganz Flandern eine große kulturelle und politische Bedeutung für die Entwicklung des Flamentums be'- gemeffen. Auf der Feier wäre es beinahe zu Kundgebungen gekommen. Wallonische Frontkämpfer wollten gegen die Ernennung des flämischen Aktivisten Professor Dr. Martens, der im Weltkriege dem „Rat von Flandern" angehört hatte und zum Tode verurteilt, später aber begnadigt worden war, zum Mitglied der Akademie für Heilkunde protestieren. In letzter Stunde gelang es jedoch dem Ministerpräsidenten Spaak, die Kundgebung zu verhindern. Vorsichtshalber waren die Bezirke in der Nähe des königlichen Palastes und des Parlaments durch Polizei abgeriegelt worden. Aus aller Wett. Gemäldediebstahl in Marburg. LPD. Marburg, 21. Jan. Im Museum der Universität Marburg stellte man den Diebstahl eines Oelgemäldes fest, der in der Zeit zwischen dem 24. November v. I. bis 16. Januar erfolgt fein muß. Es handelt sich um ein 50 X 60 cm großes Oelgemälde mit Goldrahmen, eine Schw ä Im e r Bäuerin mit Kind darstellend. In der unteren rechten Ecke des Bildes, das einen Wert von 500 Mark hat, befindet sich der Name des Malers: Walter Wändig 1937. Vom Lastzug lolgequeffchl. LPD. Gelnhausen, 21. Jan. In der Gegend des „Felsenkellers" bei Gelnhausen ereignete sich ein tödlicher Verkehrsunfall. Der Beifahrer eines in Richtung Fulda fahrenden Lastzuges verließ während der sehr langsamen Fahrt des kräftigt das Jatjnfleifdj! flucti bas ift mistig O < . . ... . . V : . Wagens in der Steigung seinen Sitz, um einmal nach dem Rechten zu sehen. Das ist gerade bei steigenden Straßen möglich, da sich ja z. B. der Anhänger loskuppeln könnte. Dabei geriet er mit einem Fuß unter ein Vorderrad, wurde nach vorn umgeworsen, und das Rad ging über ihn hinweg, so daß der Kops gequetscht wurde. Der bedauernswerte Mann war sofort tot. 3m Rausch überfahren und getötet. In Magdeburg ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Zwei ältere Männer wollten die Straße überqueren, als ein Personenkraftwagen gerade die Straße entlang fuhr. Die beiden Fußgänger liefen in den Wagen hinein und wurden überfahren. Der eine war sofort tot, der andere wurde in schwer verletztem Zustand ins Krankenhaus gebracht, doch st a r b er bereits auf dem Wege dorthin. Die beiden Verunglückten befanden sich in stark angetrunkenem Zustande, so daß sie nach Aussagen von Augenzeugen in den Kraftwagen hineintorkelten. Beide hatten neben anderen Verletzungen schwere Schädelbrüche erlitten. Den Spielkameraden erschossen. Mit einem Kleinkalibergewehr wurde der neun Jähre alte Sohn der Familie Reiner durch einen seiner Spielkameraden angeschossen. Dabei wurde er so unglücklich getroffen, daß er wenige Stunden später starb. Zahlreiche Opfer einer Schlagwellerexplosion in einer japanischen Kohlengrube. In einem Kohlenbergbau bei Ohnoura in der japanischen Provinz Fukuoka entstand eine schwere Schlagwetterexplosion, die verheerende Folgen hatte. Bisher wurden 65 Tote und Verletzte festgestellt. Das Schicksal von 70 Bergarbeitern ist noch ungewiß, da die Rettungsarbeiten außerordentlich schwierig sind. Grubenunglück in 3lalien fordert acht Todesopfer. In einer kleinen Braunkohlengrube in Morgnano bei Spoloto in Umbrien hat sich ein Grubenunglück ereignet. Durch das Ausströmen von Methangas sind acht Bergleute ums Leben gekom- m e n. Nur ein junger Bergarbeiter konnte sich retten. Die Behörden haben sofort eine Bergungsaktion eingeleitet. Nolwasserung eines englischen Passagierflugzeuges. Nach einer Reutermeldung aus Neuyork ist das Passagierflugzeug „Cavalier" der englischen Imperial Airways auf der Strecke Neuyork—Bermuda auf offener See etwa 300 Meilen östlich von Norfolk (Virginia) niedergegangen. Don verschiedenen Funkstationen wurden 808-Rufe des Flugzeuges aufgefangen. Der Tankdampfer „Esso Bay Town", der auf die 808-Rufe des „Cavalier" herbeigeeilt war, entdeckte das auf dem Wasser treibende Flugboot. Zehn Fluggäste konnten gerettet werden. Die übrigen drei Insassen waren verschwunden. Sie sind offenbar vom Rumpf des Flugbootes, wohin sie sich gerettet hatten, infolge Müdigkeit ins Meer gefallen. Es herrschte hoher Seegang und große Kälte. Die Geretteten befanden sich in einem derart erschöpften Zustande, daß sie noch keine Angaben über den Unglücksfall machen konnten. (Eigenartiger Unfall auf dem Gardasee. Ein eigenartiger Unfall ereignete sich auf dem Gardasee, wo seit einigen Wochen mehrere Taucher damit beschäftigt sind, auf dem Seegrund liegendes Material aus dem Weltkriege zu bergen. Als die Taucher dieser Tage wieder etwa zwei Doppelzentner Geschosse an Bord der beiden Kähne, von denen sie in die Tiefe hinabgelassen wurden, gebracht hatten, schoß auf einem Kahn plötzlich eine gewaltige Stichflamme hervor. Von den sieben auf den Booten befindlichen Arbeitern sprangen fünf in die eisigen Fluten des Sees und konnten sich schwimmend retten. Zwei Taucher aber, die soeben aus dem Wasser gekommen waren und sich in ihren schweren Anzügen nicht bewegen und in Sicherheit bringen konnten, erlitten schwere Brandverletzungen. Aufstand in einem chilenischen Gefängnis. In Santiago de Chile brach in einem Gefängnis ein Aufstand aus, an dem sich 400 Gefangene beteiligten. Nach Zerstörung der Zellentüren stürzten die Gefängnisinsassen auf die Flure und schlugen auf die Wärter ein. Außerdem wurde versucht, durch Jnbrandstecken des Mobiliars im allgemeinen Aufruhr ein Entkommen zu erleichtern. Obwohl die Polizei mit Tränengas gegen die meuternden Insassen des Gefängnisses vorging, konnte der Widerstand nicht gebrochen werden. Erst einem dreistündigem Zusammenwirken von Polizei und Feuerwehr gelang es, die Ruhe wiederherzustellen. Frau Meisterin.» Der er st en deutschen Müllermeiste- r i n wurde kürzlich in Bütow in Pommern vor der versammelten Müllerinnung der Meisterbrief verliehen. Wetterbericht Der Vorstoß eines Atlantiksturmwirbels zur Nordsee wirkt sich zur Zeit auch bei uns in verstärkter Unruhe und Niederschlagstätigkeit aus. Von der Rückseite des Wirbels her kann mit dem Vorstoß melder Meeresluft gerechnet werden, so daß in höheren Gebirgslagen die Niederschläge zum Teil wieder als Schnee fallen werden. Ein Ende der unbeständigen Witterungsperiode ist noch nicht abzusehen. Vorhersage für Dienstag: Rasch wechselnde Bewölkung, weiter meist schauerartige Nieder- schläge, in Hochlagen zum Teil als Schnee. Bei kräftigen Winden aus West bis Nordwest frischer. Vorhersage für Mittwoch: Noch immer unbeständig und zu Niederschlägen geneigt. Lufttemperaturen am 22. Januar: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 23. Januar: morgens 5,3 Grad. Maximum 9,7 Grad, Minimum heute nacht 5,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Januar: abends 7,7 Grad; am 23. Januar: morgens 6,8 Grad. — Niederschläge 6,4 mm. In Hochlagen kann mit Schneefällen gerechnet werden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38:10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- strierten.15 Pf. mehr. Einzelverkausspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig ist jedermann herzlich eingeladen. 480D 482D Kaufmännischer LEHRLING von Großhandlung per 1. April gesucht. Selbstgeschriebene .Angebote mit Zeugnis- Schaufenster 8, 9 und 10 abschriften unter 470D an den Gieß. Anz. gesucht 481D Litlitspielhaus GLORlfl 472 A bei Brühl. 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Bewerber, die Kaution stellen können, wenden sich an Ein Ufa-Kriminalfilm mit 473a’ Henny Porten - Mady Rahl - Lucle Höflich - Else Elster - Iwa Wanja Dahlke - Dumcke - Stepanek Spielleitung: Carl Boese Dieser Film zeigt die Tragik und Kriminalität eines „Falles", wie er uns oft schon so oder ähnlich in den Spalten der Zeitungen begegnet ist. Und gerade diese lebensvolle Wahrheit macht ihn so außerordentlich interessant Beiprogramm - Tobis-Ton-Woche MiiWl mit Kastenmatr. und 1 Holzbank zu verkauf. I0371 Mllkorskmbelklli L PQLRST Giessen WesmMen kauft [359V Piroth, Frank- fort am Main Westendstraße 3 Ruf 78395. Auf Wunsch komme persönlich I Stadttheater Gießen Heute 2V bis 22 Uhr; Zweites OrdiestersKonzert des großen städtischen Orchesters (4. Platzmiete - Konzert des Konzertvereins) Solist. 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In Holland hingegen, wo man sich vom Uederkomme- 'ien weniger leichtherzig trennt, da steht er noch mmer als Wirklichkeit in den Stuben, jetzt im j Winter der anheimelnde Mittelpunkt für die Wohnungsinhaber, im Sommer ausgelöscht aber doch ine Art Möbelstück, das aus der Wand vorspringend, den Raum belebt und gliedert. Der Kamin in den holländischen Wohnungen be- I tteht aus jener, mit einem Rauchfang versehenen -rische, in die ein Ofen aus Eisen eingebaut ist. In | manchen Häusern, namentlich der kleinen Städte, ! unterhält man noch heute ein offenes Feuer: dieses j üirb nicht durch Holzkloben, sondern durch Torf- f: ücfe genährt. Es gibt weichen und harten Torf; ter letztere setzt dem Feuer stärkeren Widerstand «mtgegen, so daß er eine Brandhitze und Brand- 1 niuer beinahe wie Holz erzeugt. Im Schlosse der iiolländischen Königin im Haag werden noch heute iiie großen Empfangsräumlichkeiten wie eine Menge - l^inzelkabinett durch Torffeuer in offenen Kaminen -«heizt. Die eisernen Herde, die man in die Kamine ein- laout, gehören merkwürdigerweise nicht zum festen Zubehör des Hauses. Während der Kachelofen in isn deutschen Wohnungen, ein Heizinstrument, das non in Holland überhaupt nicht kennt, bei allen k mzügen der Wohnungsmieter an Ort und Stelle rerbleibt, da er ja eben festes Zubehör des Hauses uinb ein Besitztum des Hauswirts ist, muß in Hol- lond der Mieter seinen Ofen mitbringen, ihn selber iuftteUen und ihn, wenn er auszieht, wieder mit st rtnehmen. So kommt es, daß man in Holland für dese beweglichen Kaminöfen zahllose Größen und Systeme hat. Meistens werden sie aus^England oder Belgien eingeführt: erst in den letzten Jahren veracht die holländische Industrie, die energisch be= flrabt ist, sich auf eigne Füße zu stellen, auch auf desern Gebiete Holland von der Einfuhr aus dem Ausland unabhängig -zu machen. Der Kaminofen brennt den ganzen Winter über. Gr wird also Anfang November angezündet und Anfang April ausgelöscht. In der Zwischenzeit brennt er, wenn er guter Laune ist, ununterbrochen: jif er schlechter Laune, funktioniert etwas nicht in ihr Luftzuführung oder in der Kohlenqualität, so Was gibt es Neues in der Medizin? gebe- Aus der Giadt Gießen M. (RAS) bannt werden! Spät- Bord- Ein hartes, ungerechtes Schicksal, dos werktätige Volksgenossen durch mangelnde Vernunft und Einsicht anderer trifft. Zugleich eine Disckvlinlosig- keit und Unverantwortlichkeit vor der Allgemeinheit. Warnend, belehrend greift die Po'nei ein, strafend das Gericht. Denn es ist hohe Zeit. Das Verantwo^tungsbewuktsein am Autosteuer muß gehoben. Gespenst Alkohol vom Straßendamm ver- besteht; so ließ sich z. B. bei Mäusen die Wirkung von Stoffen, welche die Schilddrüsentätkgkeit an= fachen, aufheben, wenn gleichzeitig Fluor verabreicht wurde. Und im Kaulquappenversuch konnte ebenfalls der Schilddrüsen-Wirkstoff durch Zufuhr von Fluor ausgeschaltet werden. Für die Behandlung der Schilddrüsen-Ueberfunk- tion beim Menschen haben sich am günstigsten organische Fluor-LZerbindungen erwiesen, deren Ausscheidung aus dem Organismus langsam vor sich geht, so daß eine nachhaltige Wirkung erzielt wird. Nach den bisherigen Erfahrungen wird durch die mehrere Wochen fortzusehende Darreichung solcher Verbiü- dungen, die natürlich mit entsprechender Allgemeinbehandlung verbunden werden muß, die beschleunigte Herztätigkeit und Herzerregung vermindert, das Körpergewicht gehoben, der Stoffumsatz gesenkt und so die Wiederherstellung der körperlichen Lei- stungs- und Arbeitsfähigkeit gefördert. ttnqerechtes Schicksal. Folge von Disziplinlosigkeit. Straße an einem Markt. Dämmernder Auto im Zickzack heran, rasendes Tempo! Der Wagen schwenkt von der Straßenmitte zum Rand. Im Augenblick hat er die Straßenreiniger erfaßt. Die Mäner fliegen an den Gehsteig, bleiben liegen. Das Auto jagt weiter. Ein Krachen, Bersten, der Kraftwagen ist gegen das Fuhrwerk geprallt. Polizeibeamte eilen herbei, sie helfen den verletzten Straßenreinigern. Mit rotem, gedunsenem Gesicht steigt der Fahrer aus dem Unglückswagen — betrunken! * Eine andere Straße der Großstadt. Laternen werfen ihr weißes Licht auf den regennassen Asphalt. Auf dem fast menschenleeren Gehsteig strebt eine junge Fernsprechbeamtin ihrem elterlichen Hause zu: ihr Arbeitstag ist -vorüber. In der gleichen Richtung saust ein Auto daher, prallt gegen ein Kraftrad mit Beiwagen an der Bordschwelle. Das Fahrzeug fliegt auf den Gehsteig, ersaßt das Mädchen, das mit einem Aufschrei zusammenbricht. Beamte leisten der Verunolückten erste Hilfe, ein Rettungswagen bringt sie ins Krankenhaus. Der Autofahrer macht verworrene Angaben. Er ist betrunken. Wer sich als Arzt im besonderen mit der Behandlung hormonaler Störungen befaßt, wird den Eindruck nicht los, daß die Zustände von übermäßiger Schilddrüsentätigkeit und Basedow-Krankheit zahlenmäßig zunehmen. Besonders die leichteren Erscheinungen der Schilddrüsen-Ueberfunktion, die unter dem Bilde einer allgemein gesteigerten Nervosität und Stoffwechselbeschleunigung verlaufen, sieht man häufiger als früher: mancherlei Umstände mögen dabei mitwirken. Das Tempo des Lebens ist rascher geworden, als in vergangenen Tagen; Daseinskampf und Wettbewerb sind strenger: an das Nervensystem werden — zumal in der Großstadt — durch die ständig drohenden Verkehrsgefahren höhere Ansprüche gestellt. Angestrengter als früher ist der Mensch des Heute in Beruf und mannigfaltige sonstige Pflichten hineingestellt^ und auch Freizeit, Feierabend und Sonntag sind vielfach mit Tätigkeiten ausgefüllt, die Pünktlichkeit verlangen und so ein Eingespanntsein auch in der berufsfrei^n Zeit bedeuten. Nun ist es eine alte Erfahrungstatsache, daß Überarbeitung, Erschöpfung, Sorgen, Angst, Schreck usw. dort, wo sie auf eine entsprechende Disposition stoßen, eine Schilddrüsen-Storung auslösen können. Bei den engen Beziehungen zwischen Schilddrüse, Hirnanhang und Gehirn liegt also vielleicht hier der Schlüssel xu einer Erklärung für die Zunahme der Schilddrüsen-Ueberfunktion. Die leichteren Fälle sind gekennzeichnet durch allgemeine Nervosität im Sinne einer ^gesteigerten Ansprechbarkeit des gesamten Nervensystems, leichte Erregbarkeit, feinschlägiges Zittern der Hände, glänzende Augen, Angstempfindungen,' vermehrte Herztätigkeit, Herzklopfen, „Sausen" im Kopf, Neigung zum Schwitzen, zumal der Hände, Steigerung der Darmtätigkeit, Neigung zu Gewichtsabnahme, häufige Mattigkeit, Unlust und Niedergedrücktheit; bei Frauen auch vielfach (Störungen und Unregelmäßigkeiten der monatlichen Vorgänge. Die Vergrößerung der Schilddrüse, der „Kropf" kann sich in bescheidensten Grenzen halten oder gar dadurch, daß das vermehrte Gewebe hinter dem Brustbein liegt, völlig unsichtbar bleiben. Wenn alle die erwähnten Zeichen an Stärke zu- nehmen, so entsteht das Bild der regelrechten Basedowschen Krankheit, deren allbekannte Symptome ja unverkennbar sind, während die leichteren Formen der Schilddrüsen-Ueberfunktion gar nicht selten mit Herzleiden, ateriosklerotischen Zuständen, Körperverfall bei bösartigen Neubildungen usw. verwechselt werden. Freilich vermag der Geschulte'die krankhaft gesteigerte Tätigkeit der Schilddrüse zumeist schon aus dem Gesichtsausdruck zu erkennen. Es gibt nicht viele Krankheiten, gegen die so viele verschiedene Mittel empfohlen worden sind, wie gegen die Schilddrüsen-Ueberfunktion; aber aus dieser 'Tatsache allein folgert auch schon, daß sie alle nicht 'sicher wirken. Operation und Röntgenbestrahlung, Mirna- und Diätbehandlung, Eigenblut- und Tier- Llut-Einspritzungen. Vitamin- und Hormontherapie, Zufuhr von Scbilddrüsen-Gegenstoff und Thymus- i'rüsen-Extrakt, Darreichung von Jod itnb Mutterkorn: sie alle nützen in dem einen Fall, in dem andern versagen sie. Bisweilen auch läßt sich mit dem «einen oder anderen der angeführten Mittel zunächst •ein ausgezeichneter Erfolg erzielen; nach einiger Zeit aber beginnt die Schilddrüse von neuem, über »Gebühr zu arbeiten, und die Tourenzahl des Le- Lensmotors klettert wieder zu unerträglicher Höhe «empor. In wieder anderen Fällen gewinnt der Arzt »überhaupt den Eindruck, daß die Krankheit in merkwürdigen Rhythmen verläuft, in dem Sinne-, daß nuf eine schlechte Phase eine gute folgt, und umgekehrt. Die Besserung wird dann natürlich' gern der geübten Therapie gutgeschrieben: aber vielleicht tmäre auch ohne jede ärztliche Behandlung auf das nachmittag. Ein Pferdefuhrwerk steht an der ____ schwelle. Eine kleine Strecke entfernt beseitigen zwei Straßenreiniger vom Asphaltdamm die letzten Reste der Marktabfälle. Friedliches Bild ungestörten menschlichen Schaffens Da kommt ein Dornotizen. Tageskalender für Montag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr zweites Orchester- konzert des Städtischen Orchesters mit dem Solisten Elaudio Arran. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Hampelmann". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „War es der im dritten Stack?" — Goethe-Bund und Kaufmännisch"!- Verein: 20 Uhr Neu? Aula, Vortragsabend Wilhelm Schäker unter Mitwirkuna der Pianistin Hilde Sander (Berlin). — Oberhelllscher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Claudio Arrau im Sladllhealer. Heute findet im Stadttbeater das zweite Orchesterkonzert des großen städtischen Orchesters in Verbindung mit dem Konzertverein (Viertes schlechte Stadium wieder ein erträglicheres folgt... Kein Wunder, daß bei einer derart schwer zu _. kämpfenden Krankheit der Arzt mit Freuden nach jeden neuen Behandlungsmöglichkeit greift; und eine solche ist gegeben, seit in den letzten Jahren erkannt wurde, daß das Element Fluor eine günstige Wirkung auf die krankhaften Stoffwechselvorgänge, zumal bei leichteren Formen der Schilddrusen-Ueber- funktion ausübt. Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, daß eine gewisse Gegenwirkung (Antagonismus) zwischen Fluor und Schilddrüsenhormon Sie Schilddrüse arbeitet zu viel. — Ein Leiden der Zeit. Von £>r. med. et phil. Gerhard Venzmer. Platz-Miete-Konzert) statt. Als Solist wurde der bekannte Pianist Claudio Arrau verpflichtet Das Programm sieht vor: Recznicek: Ouvertüre zu „Donna Diana", M. de Falla: „Nächte in spanischen Gärten" für Klavier und Orchester, Cesar Franck: Sinfonische Variationen für Klavier und Orchester, M. Moussorgsky-Ravel: „Bilder einer Ausstellung". Die Leitung hat Paul Walter. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. „Wissenschaft im Dienst am Volk." Der Vortrag von Professor Dr. Elzs „Aus der Werkstatt des Anatomen" findet nicht am Dienstag, sondern am Donnerstag, 26. Januar, um 20.30 Uhr im Hörsaal des Anatomischen Instituts, Bahnhofstraße 84, statt. Don der Universität Gießen. > Der bisherige ao. Professor für Chirurgie Dr. Bernhard von der Chirurgischen Klinik in Gießen, der seit einer Reihe von Jahren als Oberarzt in der Chirurgischen Klinik tätig war und seit mehreren Monaten, nach dem Weggang des bisherigen Direktors Professor Dr. Fischer nach Kiel, die Leitung der Klinik innehatte, ist nunmehr zum ordentlichen Professor der Chirurgie und zum Direktor der Chirurgischen Klinik der Universität Gießen ernannt worden. Seiet- des 30. Januar in der Univsi sität Am Montag, 30. Januar, begeht die Ludwigs-Universität wiederum die Feier des Tages der nationalen Erhebung und des Reichsgründungstages. Nach dem Einzug des Lehrkörpers und dem Fahnen- einmarfch sowie einem Chorgesong des Akademischen Gesangvereins spricht der Rektor. Den Festvortrag hält Professor Dr. T e l l e n b a ch über bas Thema: „Deutsche Geltung im Osten während der Staufer- zeit". Nach einem Vortrag des CoHeo-ium musicum folgt die Ansprache des Studentenführers. Dann wird die Feier in der üblichen Weife geschloffen. Kaufmannsgehilfen beweisen ihr Können. In einer Anzahl Gießener Geschäfte herrschte gestern vormittag nicht die gewohnte Sonntagsstille. Vielmehr gab es in Läden, in Büro- und Lagerräumen ein intensives geistiges Leben. Etwa 200 Kaufmannsgehilfen und Gehilfinnen aus den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach waren darum bemüht, vor den strengen Prüfungskommissionen ihr Können zu beweisen. Der gestrige Sonntag mar der mündlichen Prüfung gewidmet, nachdem die schriftliche Prüfung bereits am vergangenen Donnerstag vorausgegangen war. Auf einem Rundgang mit einer Kommission, die sich aus Vertretern der Industrie- und Handelskammer, des Arbeitsamtes, wie auch der Wirtschaft zu- sammensetzte, mar auch der Presse Gelegenheit gestreikt er von Zeit zu Zeit, was wie jeder Streik viel Aerger und Unzuträglichkeiten mit sich bringt. Zur Feuerung wird Anthrazit verwendet, ein Feue- rungsstoff, den Holland mit dem Feuerungsinstrument gleichfalls aus dem Ausland (England) bezog. Heute hat sich Holland der Ausbeute feiner eigenen, im Süden des Landes gelegenen Kohlenschächte mit derartigem Erfolge zugewandt, daß der gesamte Anthrazitbedarf für Hausbrand aus holländischen Gruben gedeckt wird, und daß die Anthrazitförderung heute das Dreifache der Menge von vor dem Kriege beträgt. Das schwierige und auch deutschen Hausfrauen gut bekannte Problem der Kohlenaufbewahrung löst man in Holland dadurch, daß der. Kohlenhändler feine Ware gewichtweise (7 kg) in Papiersäcken liefert. Diese Papiersäcke haben ein so sauberes Aussehen, daß man sie ins Wohnzimmer nehmen und neben den Kamin stellen kann, so daß man einerseits keines besonderen Aufbewahrungsplatzes in der Wohnung bedarf, anderseits die Kohlen gleich zur Hand hat. Denn die holländische Wohnung ist ja verglichen mit den Wohnungsverhält- nissen in anderen Kulturländern, im allgemeinen klein und aller verfügbare Raum ist aufs genaueste ausgespart. Und da die Wohnungen klein sind und die Häuser — mit Ausnahme von Amsterdam und Rotterdam — nur aus ein, zwei Stockwerken bestehen, so hat man hier wohl den hauptsächlichen Grund dafür zu suchen, daß einerseits der schwere, viel Raum beanspruchende Kachelofen in Holland nicht Fuß fassen konnte und daß hier anderseits die Zentralheizung' nur langsam an Boden gewinnt; diese ist ja nur dort von Vorteil, wo es sich um die Beheizung großer Wohnungsanlagen bzw. um die Wärmeversorgung vieler Mieterparteien handelt. Nein, die Zentralheizung hat in Holland vorläufig noch nicht viele Anhänger. Die Zentralheizung besitzt ja eben lediglich technische, keinerlei gemut- haste Vorteile, insofern die Wohnungsinhaber sich um den knackenden, nach Firnis riechenden Heizkörper aus Eisenröhren nicht versammeln können. In Holland, ich sagte es schon, ist während der Wintermonate der Platz am Kaminofen der Mittelpunkt des Hauses und des häuslichen Lebens. Hier versammelt sich die Familie des Abends, um zu plaudern, zu lesen, Tee zu schlürfen, weshalb man sagen kann, daß das feste Band, welches noch heute die Familie in Holland umschlingt, zum guten Teil vom Kamin und von den, vor ihm verbrachten Ge- meinschastsstunden gewoben wird. Es geht ja eben von der feurigen Glut, die durch die Eisenzähne des Rosts hindurchschimmert und die man mit dem Feuergerät so ergötzlich schüren kann, ein lebendiger Einfluß aus, der Einfluß eines Geborgenheitsgefühls, der alle näher zueinander führt, die sinnend, träumend, nichtstuend vor der Glut fitzen. Man trinkt nirgendwo in Holland fo herrlich Tee, man lieft nirgendwo andächtiger Romane oder Reife- beschreibungen, man spricht sich nirgendwo gründlicher ober freundschaftlicher aus als vor dem knisternden, raschelnden, flackernden Kaminofen. Zeitschriften. — Im vorigen Jahre veranstaltete das britische Luftsahrtministerium über London zum ersten Male große Manöver mit Sperrballons. Es kam dabei zu Zwischenfällen, und ein großer Teil des Publikums zweifelte am Wert dieser Sperren. In Fachkreisen aber ist man anderer Meinung. Davon erzählt ein bebilderter Artikel im neuen Heft der „S i r e n e". Er berichtet über die ersten behelfsmäßigen Ballon- und Drachensperren der Deutschen und ihrer Gegner, über die praktische und moralische Wirkung dieser Abwehr und über die Entwicklung bis zur Flugzeughalle, die man heute in den Himmel stellt. „So wird's gemacht" heißt eine praktische Anleitung mit zahlreichen Bildern über die vielseitige Verwendung des „Dreiecktuches", des einfachsten Mittels zur Befestigung von Verbänden. — Die deutsch-französische Erklärung vorn 6. Dezember 1938 bildet das Hauptmotiv für die neueste Nummer der „I 1 l u ft r i r t e n Zeitung Leipzi g". Rechtsanwalt Professor Dr. Friedrich Grimm behandelt unter dem Titel „Gibt es ewige Thesen?" die Tatsache, daß die politische Entwicklung der Gegenwart über eine alteingebür= gerte These wie die der deutsch-französischen Erbfeindschaft hinwegschreitet. Die nächste Bilderfolge führt uns noch Arles, dessen Frauen wegen ihrer Schönheit weltberühmt sind, lieber die Verständi- gungsfrage äußern sich Bannführer Lauterbacher und Reichskriegsopferführer Hanns Dberlinbober. Den Zielen und der Arbeit der Deutsch-Französischen Gesellschaft wird eine eingehende Würdigung zuteil. Hochschulnachrichten. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren D. Dr. Johannes Witte (Missionswissenschaft) an der Universität Berlin, Dr. Arnold Rademacher ^Apologetik) an der Universität Bonn und Dr.-Jng. Emil K a m- m e r (Hochbaustatik und Eisenbetonhochbau) an der Technischen Hochschule Darmstadt. Montag, 23. Januar 1939 geben, einen Einblick in die Formen der Ablegung der Gehilfenprüfung zu gewinnen. Die Eindrücke waren ungemein vielseitig und ließen in universeller Schau die mannigfaltige Struktur unseres heimischen Wirtschaftslebens erkennen. Dabei war der Eindruck zu gewinnen, daß in der Gegenwart das Bestreben darauf hinausgeht, dem jungen Kauf-» Mannsgehilfen nicht nur grundlegende Kenntnisse zu vermitteln, sondern diese Kenntnisse durch warenkundliches Wissen zu vertiefen, so daß sich eine recht geschlossene kaufmännische Bildung ergeben soll. In vielen Fragen wurden die angehenden Gehilfen über ihr Fachwissen ausgeholt und aus der Ouerfumme der Antworten ergab sich das Gesamturteil. Die Prüfungen erstreckten sich im Einzelnen auf Weltanschauung, kaufmännisches Allgemeinwissen, Wirtschaftskunde und Sozialfragen, Warenkunde, Verkaufskunde und Werbung, Buchhaltung und Rechnen. In allen den Fragen, die trotz der Verkürzung der Lehrzeit nicht erleichtert und streng gehandhabt werden mußten, wurde doch Rücksicht genommen auf die Form des Betriebes, aus dem der Lehrling kam und die Möglichkeiten, die ihm gegeben fein konnten. Erfreulicherweise konnte seftgestellt werden, daß in den vergangenen zwei Jahren eine stetige Leistungssteigerung bei fast allen Lehrlingen festgestellt werden konnte, die sich der Gehilfenprüfung unterzogen. Für die Abnahme der Prüfungen haben sich aus dem Kreise der Wirtschaft zahlreiche Betriebsführer, wie auef) ältere Gefolgschaftsmitglieder zur Verfügung gestellt. Sie stellten die Fragen aus den unmittelbaren Notwendigkeiten der Praxis heraus. Berufsschullehrer, wie auch zahlreiche Lehrkräfte der Oeffentlichen Handelslehranstalt stellten sich ebenfalls zur Verfügung. Die mündlichen Prüfuvaen konnten um die Mittagsstunde abgeschlossen werden. Heimatabend des Landschaffsbundes. Der Ortsring Gießen des Landschaftsbundes „Volkstum und Heimat" hatte für den vergangenen Samstag seine Mitglieder zu einem Heimatabend in das Cafe Leib eingeladen. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend bracht eine Fülle der sinnvollsten und schönsten Unterhaltung, die deshalb besondere Freude auslöste, weil sie ganz dem Geiste und den Kräften der Heimat entsprang. Der Handharmonika-Klub Gießen leitete mit guter Marsch- und Konzertmufik den Abend ein und ließ mit seinen Darbietungen (auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung) erkennen, daß die Arbeit von Musiklehrer N u r t s ch die besten Fruchte zeitigte. Ortsringleiter Dr. M i cd e l hieß die Gäste, die Mitglieder und ihre Angehörigen willkommen, betonte, daß der Abend ganz der Heiterkeit, dem Gesang, der Musik und dem Spiel gewidmet sein solle; er sprach davon, daß alles Volksgut mit offenem Herzen aufgenommen sein wolle, er sprach aber auch davon, daß in allem wahrhaft völkischen Brauch und in allen kultischen Erscheinungen ein tiefer Sinn liege, der uns in klarer Linie mit unseren Vorfahren verbinde. Der Landschaftsbund wolle völkisches Kulturgut verlebendigen helfen und so dem Volke dienen, dem gegenwärtigen Menschen die Quellen erkennen lassen, aus denen der Reichtum deutscher Art floß. Mit dem Gedenken des Führers schloß Ortsringleiter Dr. Michel feine Ansprache. Im weiteren Verlauf des Abends wurden bann non den vielen Besuchern mit besonderer Freude die bunte Reihe der Volkstänze verfolgt, die nach ebenso schlichten, wie originellen Melodien figurenreich und von den Beteiligten mit aller Hingabe an die edle Sache getanzt wurden. Da sah man die „Sonberburaer Doppel-Quadrille", einen Tanz von edler Gemessenheit, die lebhaftere „Dolziger Mühle" und die „Geestländer Quadrille". Cs folgten dann weiter der „Bruder Lustig", der flotte „Iägermarsch", die „Lange Reihe", aus altem germanischen Kulturgut der feine Tanz „Sonnenrose" und der fast pantomimische Tanz „Hahn im Korbe". In her Reihe der Tanzspiele gefiel besonders auch der „Schneidertanz", dem das „Schneiderlied" vorausging und der Schneiderjahrstag" in schönem Wechselgesang folgte. Die Besucher des Abends Oaö kleine Kamel. ^Ach, du bist es, kleines Kamel, dessen schrecklicher Schrei so weit zu hören ist! Armes kleines Kamel, ich verstehe dich. Du bist von der Mutter getrennt. Zwar steht sie im Nachbarzwinger, und noch kannst du sie sehen und kosen, kannst zu ihr hintrotten, den Kopf an ihren Hals zu legen. Aber ihr seid nicht mehr zusammen. Oie Ureinheit ist hin, die jedes Kind erhalten möchte, nachdem es lange im Dunkel lebte und in der Mutter geborgen wuchs. Geschehen um deinen Frieden, kleines Kamel, war es bereits, als du das Licht der Welt erblicktest. Denn kein Geborenes entgeht feinem Schicksal. Die Gesetze des Lebens sind unerbittlich, und die Illusion eines ewigen Friedens wird eines Tages jedem zerstört. Ergib dich, gewöhne dich, hab' ein Einsehen, kleines Kamel! Der Wärter weiß, was nötig ist. Er kennt das Leben. Unaufhörlich durchmißt das kleine Kamel feinen Zwinger — hin zur Mutter — — her zu mir. Jedesmal, wenn es zu mir kommt, wirft es dieses durchdringende Gebrüll in die Luft, das erschütternder ist als das des Löwen. Es erschüttert mich zu sehr, als daß ich auf meiner überlegenen Weisheit diesseits des Gitters bestehen könnte. Auch in mir regt sich ein Verlangen nach mütterlichem Frieden. — Allein, bin ich ein kleines Kamel? — Habe ich die Erlaubnis zu Wünschen, die unverständlich sind vor Gesetzen? Wiegend, im Kinderschritt stapft das kleine Kamel zur Mutter, in deren Nähe seine Stimme ein wenig behaglicher klingt, als wolle es seine Zufriedenheit über das Wiedersehn zum Ausdruck bringen. Aber bann, nachdem es mit seiner Schnauze den geduldigen Kopf der Mutter berührt hat, macht es kehrt und bricht wieder in diesen schrecklichen, weitschallenden, zornigen Klageruf aus, der wie „höö— aaa—ööör" klingt und den es in die Länge zieht, bis es am Gitter bei meiner Weisheit angefnmmen ist — um sich zornig von mir abzuwenden und zur Mutter zurückzukehren. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis ein Kamel begrifffen hat, was es begreifen muß, weil es unvermeidlich ist. Immer an der selben Stelle gehend, wird es gleichwohl einen Weg von vielen Kilometern zurücklegen, — zornig und getröstet — schreiend und vor Behagen knurrend — pendelnd zwischen der Illusion von Frieden und meiner Weisheit vor dem Gitter, von der es eines Tages soviel besitzen wird, wie nötig ist, um als Kamel durchs Leben zu gehen. Philipp Gottfried Maler. Führer-Appell des Kreises Wetterau in Gießen. Die Politischen Leiter und die Führer der Gliederungen und der angeschlossenen Verbände der Partei im Kreise Wetterau versammelten sich am gestrigen Sonntagmittag in G i e ß e n im Saale des „Cafä Leib" zum alljährlichen Führer-Appell, um gemeinsam die von Frankfurt übertragene Rede des Gauleiters, in der die Richtlinien für die Arbeit der Partei im Jahre 1939 gegeben wurden, zu hören. Vor Beginn dieser Übertragung sprach Äreisleiter Backhaus ZU den Politischen Leitern und den Führern der Gliederungen. Er erinnerte u. a. an die großen, weltpolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres, in dem der Führer durch die Heimholung der Ostmark und des Sudetenlandes Großdeutsch- l o n d geschaffen hat. Zugleich rühmte er die bei beiden historisch überragenden Ereignissen erneut zutage getretene feste Geschlossenheit unserer Volksgemeinschaft und den davon ausstrahlenden Willen, alles einzusetzen für den Dienst und die Sicherheit für Volk und Vaterland. Die Gedanken der ftörer wurden von dem Kreisleiter weiter auf das große Befestigungswerk an der deutschen Westgrenze hingelenkt, das dort einen undurchdringlichen Wall für die Sicherheit und die ruhige Arbeit der deutschen Heimat darstellt. Mit Dank und freudigem Stolz wurde ferner die Aufbauarbeit unserer Wehrmacht in den Vordergrund des Blickfeldes der Politischen Leiter gerückt. Sodann erinnerte der Kreisleiter an die Fortsetzung des Reichsautobahnbaues, von dem wir den Schlußabschnitt auf der Strecke Frankfurt—Kassel im Kreise Wetterau erst vor wenigen Wochen erleben konnten. Er lenkte auch das Augenmerk auf die großen Monumentalbauten des Führers in einer Reihe von großen Städten hin. Weiter galt die Aufmerksamkeit u. a. einigen besonders vordringlichen großen innerpolitischen Aufgaben, z. B. dem tatkräftigen Einsatz der Landwirtschaft und deren dringend notwendige weitere Förderung, der endgültigen Lösung der Judenfrage und deren konsequente, unbeirrbare Durchführung bis zur Erreichung des letzten Zieles, nämlich Deutschlands Befreiung auch von dem letzten Juden. Am Schluffe feiner Ansprache hob der Kreisleiter dankend und anerkennend das unbegrenzte Vertrauen aller Volksgenossen zu dem Führer und seinem Werk hervor als einer starken Grundlage, aus der unser Führer immer wieder neue Kraft für seine schwere, verantwortungsvolle Arbeit zum Wohle des Volkes ziehe. Mit Dankssworten an die Politischen Leiter des Kreises Wetterau und zugleich mit Worten der Anspornung für die weitere tatfreudige Mitarbeit im neuen Jahre schloß Kreisleiter Backhaus seine Ansprache. Hierauf hörte die Versammlung mit starkem Interesse die Uebertragung der Rede des Gauleiters aus Frankfurt. Kolonialproblem und Raffengedanke. Der NS.-Dozentenbund und der Kreisverband Wetterau des Reichskolonialbundes veranstalteten am Samstag in der Universitätsaula gemeinsam einen Vortragsabend, der von Kreisverbandsführer, Prof. Dr. Hummel, mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Kolonialfrage eröffnet wurde. Der Referent im Raffepolitischen Amt der Reichsleitung der NSDAP., Dr. Günther Hecht, sprach dann über das Thema: „Kolonial- Problem und Rassengedank e". Einleitend befaßte er sich mit den Vorwürfen gegen die deutsche Kolonialpolitik, wie sie von unseren Gegnern seit Beginn der Kolonialfrage erhoben wurden, und ging dann auf den neuen Einwand des Rassenhasses ein, der besonders in amerikanischen und südafrikanischen Kreisen auftaucht. In bestimmter Weise kennzeichnete er die in bestimmter Absicht vorgebrachten Einwande, die nationalsozialistische Kolonialpolitik werde den Eingeborenen alle Erzeugnisse der europäischen Technik, selbst Radio, Zeitung und sogar die Hosenträger vorenthalten, ihnen jede menschliche und ärztliche Hilfe versagen. Angesichts der Tatsache, daß das de"t^che Volk selbstlos und hilfsbereit wie fein anderes, feine ärztliche Hilfe allen anderen Völkern 3iir Ver'ügung stellt, wies er die völlige Haltlosigkeit solcher Behauptungen nach. Zur Aufklärung stellte er fest, daß Deutschland seine Schutzgebiete zurückfordert, um sie als Roh- stosfgebiete zu erschließen, um durch sie den Lebensraum unseres Volkes zu vergrößern und um sie zu einer hohen Schule der nordischen Charakterbildung und nationalsozialistischer Gesinnung werden zu lassen. Das nationalsozialistische Deutschland lehne es ab, seine Rechtsansprüche mit Humanitären Phrasen zu begründen. Wir haben als Europäer gegenüber den Eingeborenen selbstverständlich die naturgegebenen Unterschiede klar und deutlich zu erkennen und haben nachdrücklich zu betonen, daß Kultur und Technik Werk des schöpferischen nordischen Genius, seines Geistes und seiner Fähiakeiten sind. So ergibt sich von selbst, daß der'Eingeborene in seiner Heimat und seinem Lebensraum zu blerben, zu leben und sich nach eigenen inneren Gesetzen zu entfalten hat. Das Ziel muß fein, unsere Lebensgrundlagen als Schutzherren zu verbreitern und zu sichern und dabei das Eigenleben der Eingeborenen zu hüten und zu bewahren helfen. Bei klarer Einsicht wer- 'be es möglich fein, Regelungen zu schaffen, daß der Eingeborene, ohne seiner Heimat oder seinem Stamme entfremdet zu werden, als Arbeiter tätig sein kann. In den Schutzgebieten müsse ein Arbeitsrecht herrschen, das dem Eingeborenen nach Maßgabe seiner eigenen Emsicht vollen Lebensund Arbeitsschutz gewähre. In eingehenden Darlegungen schilderte der Vortragende dann die Entwicklung der Kolonialpolitik, zu deren Beginn die Unterschiede der Völker und Kulturen vorherrschend waren, bis im 18. Jahrhundert mit dem Eindringen liberalistisch-jüdischer Ideologien ein Wandel im kolonialen Denken eintrat. Der Vortragende kennzeichnete in diesem Zusammenhang die verhängnisvollen Folgen der yu- manifären Ideen und den auf Dividenden abgestellten jüdischen Einfluß, der zu dem heutigen Chaos führte. Der Weiße sei selbst schuldig geworden, weil er sich selbst und die Ehre der weißen Frau entwürdigte, den Schwarzen zum Waffenträger machte und sein heiligstes Gut, die Ehe, preisgab, indem er die Mischehe duldete. Die Herrschaft der Deutschen in den Schutzgebieten werde sich nicht auf Macht- ober Geldmittel stützen, sondern auf der Kraft der Persönlichkeit begründet fein. Grundsätzlich habe nicht das Bedürfnis der Industrie oder Plantage den Vorrang, sondern allein das Gesamtinteresse des Schutzgebietes. Niemals dürfe das, was für uns selbst Schund und Schmutz und entartet ist, um eines Geschäfts willen in die Schutzgebiete kommen, sondern nur das Beste unserer eigenen Leistung. Die Schutzgebiete dürfen auch nicht Schuttablageplätze für unbrauchbare Menschen werden. Es verstehe sich von selbst, daß nur die Anständigsten und Besten unseres Volkes als Kolonialpioniere hinausgehen dürften. Wenn mir, so stellte der Vortragende abschließend fest, in diesem Geiste die Länder in Uebersee in nordischen Herrenpflichtbewußtsein erschließen unter Achtung der Lebensrechte der Eingeborenen, dann werden diese bei den Deutschen etwas finden, was bisher in den meisten anderen Kolonien gefehlt hat: Klare, anständige und folgerichtig durchgeführte Gerechtigkeit. Die Ehrfurcht und Achtung vor der Wirklichkeit der Verschiedenheiten und Eigenarten der Menschenrassen werden allein echten und wahren Frieden allen Völkern der Erde bringen können. ■ Die Versammlung dankte dem Vortragenden für seine interessanten Darlegungen mit lebhaftem Beifall. konnten sich an den prächtigen Volkstänzen kaum sattsehen und ließen es am Beifall nicht fehlen. Die Tänze wurden zum Teil von der Volkstanzgruppe des Ortsringees des Landschaftsbundes (Leitung: Frl. Hübner- Gießen), zum anderen Teil von der Sing- und Spielschar Wißmar (Leitung: Lehrer Wagner-Wißmar), aber auch von beiden Gruppen gemeinsam, bestritten. Die bunte Dortragsfolge brachte ferner einige Gedichte in Wetterauer Mundart (von einem Mitglied der Wißmarer Gruppe oorgetragen) und lustige gesangliche Darbietungen. Mit großer Aufmerksamkeit folgte man auch dem kleinen Spiel von dem Rechtsstreit um eine totgebissene Gans, einem übermütigen Spiel von Steguweit, das die Wißmarer ausgezeichnet Wiedergaben. Den Höhepunkt des Abends bildete aber die Aufführung des Lustspiels „Die Br aut schau" des bayerischen Dichters Ludwig Thoma. Das Stück war mit großer Geschicklichkeit in oberhessische Mundart übersetzt worden und wurde von der Wißmarer Gruppe mit einer erstaunlichen Gestaltungskraft, mit soviel natürlichem Humor aufgeführt, daß die Zuschauer kein Wort zu verlieren bemüht waren, in immer wieder neue Lachstürme ausbrachen, und einmütig waren in Bewunderung und Beifall. Die Aufführung ließ erkennen, daß die Wißmarer Gruppe unter der verständnisvollen Leitung von Lehrer Wagner in ihrem Können weit über den Rahmen der Formen des Laienspiels hin- ausgewachsen ist und ernsthafte Würdigung verdient. Tanz beschloß den Abend, der für den Landschaftsbund, für seinen Tanzkreis, insbesondere aber für die Sing- und Spielschar Wißmar zu einem großen Erfolg wurde. Bord in Vad Soden. Der Täter hat sich der Polizei gestellt. Lpd. Frankfurt a. M., 22. Jan. In B a d Soden im Taunus wurde am Samstag der 45jährige Gärtner August Müller ermordet, oufgefunden. Als Täter kommt der 28jährige Emil Roßbach aus Bad Soden in Frage. Die Mordwaffe, ein Messer, wurde am Tatort gefunden. Roßbach hat sich am heutigen Sonntagmorgen auf der Straße einem Schutzpolizeibeam- t e n g e st e l l t. Der Täter wurde im Polizeipräsidium durch Beamte der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei vernommen. Für Montag ist eine richterliche Vernehmung vorgesehen, lieber das Ergebnis der (Ermittelungen kann aus verständlichen Gründen noch nichts gesagt werden. Die Oesfent- lichkeit wird zu gegebener Zeit durch die Justizpressestelle unterrichtet werden. Roßbach, der mit Müller seit Jahren eng befreundet war, hatte diesen in seiner Wohnung in Bad Soden, Parkltraße 42, aufgesucht. Nach der Tat hatte er sich In der Nacht zum Samstag mit einer Autodroschke nach Frankfurt-Höchst fahren lassen. Dort nahm er sich gegen 1 Uhr nachts eine Taxe, mit der er nach Frankfurt zu einem Vergnügungslokal in der Kaiserstraße fuhr. Im Laufe der Nacht hat Roßbach mehreren Personen in Frankfurt Andeutungen darüber gemacht, daß er ein „tolles Ding" gedreht hätte. Roßbach neigt zum Trünke und war seit Tagen von seiner Arbeitsstelle weggeblieben. Bei dem ermordeten Müller, der wirtschaftlich gut gestellt war, wurden keinerlei Barmittel gefunden, so daß der Verdacht besteht, daß sich Roßbach das vorhandene Bargeld angeeignet und in Frankfurt verjubelt hat. 160000 Mark Geldstrafe für jüdische Gieuerbetrüqerin. LPD. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Jüdin Regina Schwab, geb. Goldberger, Lebensmittelgroßhändlerin in s ankfurt a. M., wurde wegen Hinterziehung der Umsatz-, Einkommen-, Gewerbeertrags- und Vermögenssteuer mit insgesamt 1 6 0000 Mark Geldstrnfe belegt. Mit dem Motorrad verunglückt. LPD. Mainz, 21. Jan. Zwei junge Männer stürzten in Mainz-Kaste! in der Bölcke-Straße mit dem Motorrad. Der Fahrer war auf der Stelle t o t. Der Beifahrer wurde mit schweren Verletzungen ins Städtische Krankenhaus eingeliefert, wo er alsbald feinen Verletzungen erlag. Schuß im Zunkhaus. Ein Roman von Maria Ober Hn. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Die Stimme des Mädchens ist sehr leise geworden. Aber unentwegt klingt sie weiter: „Nun, werden Sie denken, daß das alles sehr gefühlvoll und sentimental ist, was ich Ihnen hier erzähle. Das Leden ist schnell über meine arme Tote hinwegge- gangen. Zwei Jahre ist das jetzt her. Aber schließlich war sie doch meine Mutter. Ich hab sie lieb gehabt. Sie war selten bei uns, aber wenn einmal, mar5 immer ein Fest. Sie war so schön und berühmt." Evelyn richtet sich langsam höher auf, sieht den Mann zwingend an, ihre Augen haben den durchsichtigen Bernsteinglanz verloren, sind hart und braun und fest. "2hr letztes Wort in dem Brief an mich, den ich heute erhielt, war eine Anklage gegen Sie, Herr Dr. Bortefeld. Sie ist Ihretwegen in den Tod gegangen. Wenn auch ihr Bries nicht ganz klar ist — das geht doch ganz sicher hervor. 'Warum ist sie Ihretwegen in den Tod gegangen? Was haben Sie ihr getan? Ich muß Sie das fragen, ich habe keine Ruhe, ehe ich nicht weiß, warum sie so früh von uns gegangen ist! Zweiundvierzig war sie erst alt. . H. höher. Von Auslosungsanleihen Dekosama I nach Pause 1*34,65 (134,13). Im Verlause erhielt sich eine feste Tendenz, das Geschäft nahm aber keine lebhafteren Formen an. Größtenteils bliebey die Kurse auf dem Anfangs- stand behauptet. Noch etwas höher lagen" Vereinigte Stahl mit 109,25 nach 109. JG.-Farben mit 149,75 nach 149,50, Scheideanstalt mit 201 nach 200, AG. für Verkehr mit 122 nach 121 und RWE. erhalten sich auf 118,75 nach 118,13, dagegen Reichsbank weiter nachgebend auf 188,13 nach 188,50. Die später notierten Papiere lagen Zumeist durchschnittlich 1 v. H. höher. Darüber hinaus stiegen Holzmann auf 152 (147,50, Rhein. Braunkohlen auf 212,75 (210), Akkumulatoren auf 212 (210) und Goldschmidt auf 134,75 (133). Im Freiverkehr gingen Elsäß. Bad. Wolle etwas höher und lebhafter mit 93,75 bis 95,75 (92 bis 94) um, im übrigen nannte man die letzten Kurse. Tagesgeld wieder leichter mit 2,25 (2,50) v. H. Rundfunkyrogramm IHonfag, 23. 3anuar. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch... 15: Für unsere Kinder: Ein Worterlegespiel selbst gebastelt. 15.30: Politischer Scheinwerfer. 15.45: Wenn's draußen schneit... 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: -Mein Weg zur Bühne": Hans Albers. 18: Hier spricht der Jurist: „Was ist Erpressung?" 18.10: Mit dem Heringslogger unterwegs. 18.20: „Sparen leicht gemacht". 18.30: Nordisches Olympia. Eine Sendung zu den Spielen von Helsinki. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf Heitere Feierabendmusik. 22: Nachrichten. 22.20: Marschmusik. 22.30: Kamerad, wo bist du? 22.45: musik und Tanz. 24 bis 2; Nachtkonzert. Die Internationalen Hallen-Tennismeisterschaften von Deutschland wurden am Sonntag in der überfüllten Bremer Tennishalle zu Ende geführt. Das Hauptereignis war der Kampf in der Männermeisterschaft, der von den beiden Berliner Rot- Weißen Roderich Menzel und Heinrich Henkel bestritten wurde. Menzel, der in Bremen von Runde zu Runde verbessertes Können gezeigt hatte, kam mit 6:4, 7:5, 6:4 zu einem überraschend klaren Sieg, der ihm -den Meistertitel einbrachte. Die großen Erwartungen, die man an diesen Kampf unserer beiden Spitzenspieler geknüpst hatte, gingen nicht ganz in Erfüllung, denn Henkel spielte sehr zaghaft und überließ seinem Gegner vom ersten Ballwechsel an die Kampfessührung. Menzel spielte ganz famos. Er war in allen Sätteln gerecht, war an der Grundlinie ebenso stark wie am Netz und buchte seine Punkte mit größter Sicherheit. Henkel, der auf Vorhand sehr schwach war, versuchte durch hohes Spiel den Gegner aus dem Konzept zu bringen, aber Menzel war einfach unwiderstehlich und "bequemte sich nicht einmal zur Abgabe eines Satzes. Vorher hatte die Ainerikanerin ©race Wheeler durch einen 6:4-, 6:4-Sieg über die Ungarin Klara Sornogyi erwartungsgemäß die Frauen-Meister schäft gewonnen. Zwar spielte Frl. Wheeler nicht fehlerlos, aber sie placierte doch besser als die Ungarin, die mit den harten Vorhandschüssen der Amerikanerin nicht fertig wurde. Zu einem zweiten Erfolg kam Frl. Wheeler an der Seite der Berlinerin Thilde Hamel im Frauendoppel. Das deutsch-amerikanische Paar war mit 6:4, 6:3 über Frl. Somagyi - Frl. Kovac (Ungarn - Jugostawien) erfolgreich. In den Trostspielen setzten sich Karl Gie? (Mül- Heim-Ruhr) und Frl. Rosenow (Berlin) siegreich durch. 3-.5(unbenfampf im Männer-Doppel lieber Drei Stunden zog sich dann der Endkampf im Männerdoppel zwischen Roderich Menzel- Georg von Metaxa-und den Titelverteidigern Rolf ©opfert- Werner B e u t h n e r hin. Erst nach 76 Spielen war der Kampf entschieden. Menzel- v. Metaxa siegten mit dem ungewöhnlichen Ergebnis von 8:6, 6:4, 6:8, 13:15, 6:4. Auf beiden Seiten wollte es nicht immer nach Wunsch klappen. Das war in erster Linie der Grund für die lange Dauer Menzel - Deutscher Hallentennis-Meister! Tag der Entscheidungen in der Bremer Halle. lichen Minuten versuchten die Teutonen alles, um wenigstens das Ehrentor zu erzielen, aber es war nichts mehr zu holen. Ergebnisse benachbarter Bezirksstaffeln. Gruppe Marburg: SpV. Bottenhorn — FV. Breidenbach 1:4; FV. Hartenrod — Eckelshausen 4:2; TV. Wetter — TSpC. Ockershausen 1;6. Gruppe Friedberg: SA. Nidda — RTSV. 05 Bad ftomburq 3:7; SV. 06 Bad Nauheim — SD. 1920 Großkarben 5:0; FSV. Nie- derflorstadt — 1. FC. 04 Oberursel 5:1; VfB. Oberschmitten — TSG. Butzbach 3:2; Viktoria Oberrosbach — SV. 1920 DbermÖrlen 6:1. Kreisklaffenersebniffe des Sonntags. Lollar I. — Vfv.-Reichsbahn II. 1:0 (1:0). Das Spiel war nicht vom Wetter begünstigt. Es regnete anhaltend. Der Platz war sehr schlupfrig. Unter diesen Umständen sah sich der Schiedsrichter veranlaßt, eine Viertelstunde nach Halbzeit das Spiel abzubrechen. Bis dahin war die Torausbeute der Platzbesitzer recht mager, obwohl die VfB.er nur mit zehn Mann spielten. Die Gäste zeigten zeitweise ein umsichtigeres Zusammenspiel. Nur durch den vollen Einsatz des Lollarer Schlußdreiecks konnten sie zu keinem Erfolg gelangen. Läufer- und Stürmerreihe der Platzelf zeigten ein schwerfälligeres Spiel. Lollar trat in der Besetzung: Haas; Ä. Klinket, Geißler; Hörstel, Schilling, Hr. Ziegler; Ad. Ziegler, Gerlach, K. Ziegler, Rudolf, W. Ziegler an. • Anfänglich konnte Lollar eine leichte Feldüberlegenheit herausarbeiten. Jedoch die Gästeverteidigung ließ Erfolge nicht zu. Gegenangriffe folgten, die aber gleichfalls nichts einbrachten. Wiederum war Lollar leicht im Vorteil, aber es ging mancher Ball am Tor vorbei. Erft in einem der nächsten Angriffe gelang es dem talentierten Stürmer Rudolf, den gegnerischen Torhüter zu schlagen. Nun versuchten auch die Gäste, den Ausgleich herbeizuführen. In weiträumigem flotten Zuspiel setzten sie den Lollarern zu, ohne aber zu einem Erfolg zu kommen. großen Eishockeykampfes zwischen Kanada und einer deutschen Auswahl. Kanadas Vertreter erwiesen sich auch der zweiten deutschen Auswahl klar überlegen. Bei 7:2 (1:1, 2:1, 4:0) Toren leisteten die Deutschen zu Anfang erfolgreichen Widerstand, waren auch in ihren Angriffen recht gefährlich, um dann aber im Schlußdrittel gegen diese öigen, einfallsreichen und wendigen Kanadier doch noch zu ersiegen. In den Pausen zeigte sich zunächst der Nachwuchs im Kunstlaufen. Marianne Bräge (Hamburg) wurde sogar vom Reichssportführer beglückwünscht. Nicht geringer war aber der Beisall für Gaby Koch (München). Jaroslav S a d i 1 e k (Prag) und Edi R a da (Wien). Drei Zugaben waren nach dem Jubel über die Darbietungen der Wiener © e - schwister Pausin eine Notwendigkeit. Steigeimann zweimal über Weltrekord. Mit großartigen Leistungen warteten unsere Schützen bei den Prüfungen für die Nationalmannschaft in Berlin-Schönholz auf. Der Nürnberger Kleinkaliberschütze Karl S t e i g e ( m a n n übertraf dabei zweimal den Weltrekord. Er beendete den auf 120 Schuß in drei Anschlagsarten aus 50 Meter Entfernung angesetzten Kampf als Sieger mit 1166 von 1200 möglichen Ringen und erreichte damit erneut seine kürzlich in Leipzig erzielte Leistung, die um einen Ring höher liegt als der Weltrekord von Mazoyer (Frankreich). Auch sein Liegend-Ergebnis von 399 Ringen war dabei um einen Ring besser als die Welthöchstleistung des Franzosen Durand. — Nach den Bestimmungen werden Weltrekorde jedoch nur bei Weltmeisterschaften anerkannt. — Auf den Ständen in Wannsee erwies sich Olympiasieger van Oy en als zuverlässigster Schütze. Er hatte alle 198 Sattenrisse getroffen und siegte damit vor B u ch e r e r (Zella-Mehlis) und Dr. Jasper (Totenwerth). Monte-Carlo-Fahrer am Ziel. Die Teilnehmer an der bedeutendsten automobil- sportlichen Zuverlässigkeitsfahrt der Welt, der 18. Monte-Carlo-Sternfahrt, haben am Samstag ihr Ziel an der Riviera erreicht. Don Lyon aus mußte pünktlich auf Zeit gefahren und ein vorgeschriebenes Stundenmittel eingehalten werden, wollte man nicht noch kurz vor dem Ziel Strafpunkte riskieren. Monte Carlo selbst hatte Festschmuck angelegt und schon bei der Einfahrt hieß ein großes Transparent die Fahrer im kleinsten Fürstentum der Welt willkommen. Zuerst erschienen fünf Wagen, die in Stavanger die Reise angetreten hatten. Dann folgten die Ersten der Revaler Gruppe, angeführt von dem holländischen Vorjahrssieger Bakker-Schut. Der in Amsterdam gestartete Westermann schob sich zwischen die Spitzenreiter aus Umea und weiteren aus Reval kommenden Fahrzeugen. Darunter befand sich auch der Ford des Berliners G. Macher, der damit als erster Deutscher in Monte eintraf. Auf deutschen Wagen haben gleichzeitig Greta M o l a n b e r (DKW.) und der Pole Marek (Opel) die Fahrt beendet. Die Reihenfolge der eingetroffenen Fahrer ist natürlich ohne jeden Einfluß auf das Ergebnis, das erst nach den Sonderprüfungen in Monte genau errechnet werden kann. 100 Wagen beendeten die Fahrt. Ein schönes Ereignis hat die Sternfahrt hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Automobils in der Touristik gebracht. Von 119 gestarteten Wagen haben genau 100, viele davon nach fast 3500 km langer Reise bei nicht gerade niedrigen Durchschnitten und teilweise ungünstigen Wetterverhältnissen das Ziel in Monte Carlo erreicht. Die meisten Ausfälle gab es in der von Athen gestarteten Gruppe, in der von 35 Teilnehmern 8 auf der Strecke blieben. Es handelt sich hierbei auch um die schwerste Route, die zugleich mit der höchsten Punktzahl bewertet wurde. Aus Umea, Bukarest und Amsterdam dagegen haben sämtliche Gestarteten ihre Aufgabe gelöst. Von John O'Groats fielen 4, aus Stavanger 3 und aus Palermo und Reval je zwei Wagen aus. — Der bereits 'bei der Ankunft erledigten Bremsprüfung folgte am Sonntag eine Zustandsprüfung, und den Abschluß bildet ein Bergrennen am Montag. Die Ergebnisse werden erst am Dienstag veröffentlicht. Gieher-Länderkampf Deutschland - Frankreich. Ein deutscher Sieg. Mit über 5000 Zuschauern war die Stuttgarter Stadthalle am Samstagabend bei der Radrenn-Ver- anftaltung wieder ausgezeichnet besucht. Das stärkste Interesse beanspruchte der Steher-Länderkampf zwk» scheu Deutschland ünd Frankreich, vertreten durch Weltmeister Metze (Dortmund) und Stach (Berlin) bzw. durch Ä. W a m b st und Lemoine. Die beiden Deutschen erwiesen sich ihren Gegnern klar überlegen. Mit 18:12 Punkten fiel der deutsche Sieg klar genug aus. Frankreich gewann durch A. Wambst nur einen Lauf des auf zwei Verfolgungsrennen über je 10 km und vier Rennen zu je 15 km bestehenden Länderkampfes. Metze und Stach waren ziemlich gleichwertig, doch belegte der Berliner bei gleicher Punktzahl in der Einzelwertung den ersten Platz vor dem Weltmeister. Großen Beifall erhielt A. Wambst, als er im zweiten 15-km-Lauf die ständigen Angriffe von Metze Und Stach abwehren konnte. Im Berufsfahrer-Omnium errang der junge Profi Weimer zwei neue Siege. Umben- Hauer brachte nur das Rennen hinter Moto r e n mit 3 m Vorsprung an sich. Im Fliegerrennen war Weimer schneller, und auch im Verfolgungsrennen über 20 Runden wurde Um® benhauer in der letzten Runde von dem Stuttgarter eingeholt. 4:3 für Deutschland. Estlands Ringer knapp geschlagen. Nach dem überraschenden Siege gegen Deutschland mit 5:2 Punkten, den Estlands Ringer im vergangenen Herbst in Reval erkämpft hatten, war man auf die zweite Begegnung Deutschland — Estland im griechisch-römischen Stil besonders gespannt. Am Freitagabend erlebten rund 2000 Zuschauer im Saalbau Friedrichshain in Berlin zwar einen knappen Sieg unserer Vertreter mit 4:3 Punkten, aber unsere Gegner bewiesen erneut ihre große Klasse. Den deutschen Sieg erkämpften die drei Kölner Ringer in den leichten Klassen und der Berliner Mittelgewichtler Schweickert. Ueberraschend kam die Niederlage des Doppel-Europameisters Schäfer (Ludwigshafen). Deutschlands Amateurboxer schlugen Finnland. Zum drittenmal war die Königsberger KdF.- Halle Schauplatz eines Boxkampfabends. Und zum drittenmal war die weite Halle auch nahezu ausverkauft. Deutschlands Amateurboxer bestritten ihren ersten Länderkampf im neuen Jahre und siegten gegen die Vertreter Finnlands klar mit 10:6 Punkten. Nach dem 8:8 auf finnischem Boden drückt das Königsberger Ergebnis das Kräfteverhältnis erheblich besser aus. Ueberraschend kamen bei den Deutschen die Niederlagen im Mittel- und Halbschwergewicht von Meister Baumgarten und Schmidt. Dagegen war man von vornherein darauf gefaßt, daß unser Fliegengewichtsmeister Obermauer gegen Olli Lehtinen einen schweren Stand haben wurde. Lazek bleibt Europameister? Dieser Tage verteidigte der Wiener Europameister im Schwergewichtsboxen, Heinz Lazek, erneut seinen Titel. Rund 16 000 Zuschauer hatten sich in der Berliner Deutschlandhalle eingefunden, die das neue Jahr mit diesem Kampfabend vielversprechend begann. Gegen den belgischen Herausforderer Karel Sy.s zeigte sich Lazek erneut stark verbessert und, kam über 15 Runden zu einem überraschend klaren Punktsieg, der die Würde eines Europameisters erneut in seinem Besitz ließ. Der Belgier rettete sich zuletzt nur klammernd über die Runden und wurde von den Tausenden, die Lazeks Sieg stark feierten, wenig freundlich verabschiedet. Krastfahrzeug-Winterprüfung mit 327 Nennungen weit überzeichnet. Für die Krastfahrzeug-Winterprüfung, die vom 7. bis 11. Februar zum ersten Maie im Sudetenland durchgeführt wird, besteht in diesem Jahre sowohl bei der Industrie als ayd) bei den Formationen und Einzelfahrern ein großes Interesse. Mit 327 Nennungen wurde die ursprünglich vorgesehene Zahl der Zulassungen weit übertroffen. Die ONS. mußte Streichungen vornehmen, hat aber, um allzu große Härten zu vermeiden, die Teilnehmerzahl höher belassen als ursprünglich vorgesehen. Das Mehr in den Nennungen ist zweifellos auch auf die Schaffung des vom Führer gestifteten „Deutschen Motorsportabzeichens" zurückzuführen, das für die Fahrer einen besonderen Anreiz bietet. Das erste kraftfahrsportliche Ereignis des Jahres 1939 vereint' bei 327 Teilnehmern 69 Mannschaften und 120 Einzelfahrer. Gattungen auf Dienstags und Donnerstags gesetzt. Rhein-Mainische Börse. Fest. Frankfurt a. M., 21. Jan. Die Börse Das Werdenfelser Land bietet einen für diese Jahreszeit ungewohnten Anblick. Mit Ausnahme der Berge liegt nur wenig Schnee, doch ist die Durchführung der Schiweltbewcrbe, nicht zuletzt oank des Einsatzes des Reichsarbeitsdienstes, be= reits gesichert, und eine am Samstag einbrechende ttaltemcUe spricht auch dafür, daß mit neuen Schneefällen zu rechnen ist. Dem eigentlichen Auftakt der III. Internationalen ymterjporttno^e ging am Samstagvormittag der i' chtlauf zum internationalen I u - ’ 0 r enwettbewerb voraus. Die Entscheidung .......................... Den Höhepunkt des Abends bildete aber Zweifel- (1S^5^unb •K9Be- mit 118,13 (118,65). - S ........- * - um <.v vi.u, u.u, i:U) Boren > <>- -......... .,***“-^ ^enteu.r nn ein bia.naMes <£nbe