Nr. 143 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag. 22.)uni 1959 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzea Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitSKdruckerel R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/t» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder». Unterrichts- tu behördlicheAnzeigen6Rpst Mengenctt)schlüsse Staffel ö Portugal feiert seine Spanienkämpfer. Don unserem d. i.-Korrespondenien. Lissabon, Juni 1939. Am Tag des Heiligen Antonius von Padua bildete eine Festvorstellung im Theater „Sao Luiz" den Abschluß der Veranstaltungen zu Ehren der aus Spanien zurückgekehrten portugiesischen Freiwilligen. Das Fest dieses Heiligen (13. Ium), der sich in ganz Portugal einer besonderen Beliebtheit erfreut, weil er (was nicht überall bekannt ist) in Lissabon geboren wurde, bedeutet hierzulande den Beginn des Sommers und bildet den Anfang für jene harmlosen Volksbelustigungen, bei denen abends auf den mit Girlanden, Papierlaternen und Blumen geschmückten Straßen und Plätzen, zumal auf den verschiedenen Märkten, getanzt, gesungen und musiziert wird. Sankt Antonius ist ein Typus, wie er dem Portugiesen gefällt; er hat ein abenteuerliches Leben geführt, ist über Nordafrika und Sizilien nach Italien gekommen, dort in persönliche Beziehungen zum Heiligen Franz von Assist getreten und wird vor allen Dingen in der Kunst als schöner Jüngling dar- gestellt und nicht als ein abgemagerter, lebensfremder Asket. Seine Spezialität ist es, den Mädchen einen Bräutigam, den Frauen Kinder zu bringen. Er ist ein Heiliger, zu dem das Volk Vertrauen hat, der ihm menschlich nahesteht; es ist daher mit Bestimmtheit anzunehmen, daß der größte Teil der jetzt aus dem Krieg hsimkehrenden Portugiesen eine Medaille mit seinem Bild auf der Brust trägt. Die für die portugiesischen Freiwilligen im spanischen Krieg gewählte Bezeichnung „Os Viriatos" erinnert an den lufitanischen Freiheitshelden B i r i - athus, der seine Heimat von der römischen Knechtschaft retten wollte und schließlich im Jahre 140 v. Ehr. durch Verrat ermordet worden ist. Die Unterstützung, die der nationalspanischen Bewegung von portugiesischer Seite zuteil geworden ist, hat sich in anderer Weise als bei den übrigen Freunden Nationalspaniens vollzogen. Während es außer der deutschen „Legion Condor" und den ita- l enischen „Flechas" zeitweise auch eine irische Brigade sowie ein Bataillon (bandera), das den Namen „Jeanne d'Arc" führte und nur aus Franzosen bestand, gegeben hat, haben die Portugiesen keine eigenen militärischen Verbände gebildet. Es handelte sich hier vielmehr um eine im wahren Sinne des Wortes volkstümliche Bewegung, um das spontane Erwachen eines iberischen Zusammen gehörig keits gefühls angesichts einer der beiden stammverwandten Nachbarländern gemeinsam drohenden Gefahr. Deshalb sind im ersten Anfangsstadium des Krieges, als die Lage sich noch in keiner Weise geklärt hatte, Tausende aus Portugal, wenn auch nicht gegen den Willen der Regierung, so doch auf eigene Faust über die Grenze gegangen und haben sich bei nationalspanischen Truppenteilen anwerben lassen. Ein großer Teil von ihnen ist bei der Fremdenlegion, dem „Tercio", eingetreten. Doch auch in anderen damals sich neu formierenden Korps sind Portu- gie en ausgenommen worden, zumal in den Bataillonen der „Falange" und bei den „requetes", den ruhmreichen Brigaden von Navarra. Besonders wertvoll war die sofortige Unterstützung durch portugiesische Flieger. Nicht zu vergessen auch die Verdienste des „Radio Club" in Lissabon, der als erster den Kampf gegen die über die Vorgänge in Spanien verbreiteten Lügenmeldungen auf nahm: sein Direktor, Hauptmann Botelho M o n i z, ist jetzt ebenfalls mit den „Viriatos" aus Spanien zurückgekehrt. Schon als vor nunmehr annähernd zwanzig Jahren (1920) während der Kämpfe im Rifgebiet die spanische Fremdenlegion gebildet wurde, haben sich Tausende von Portugiesen gemeldet und sind seitdem das ausländische Element geblieben, das am liebsten genommen wird, weil sie sich begreiflicherweise verhältnismäßig leicht den Spaniern anschließen und meist ausgezeichnete Soldaten sind. Gerade deshalb ist auch der Gründer der Fremdenlegion, General Millan A str a y, der Ehren-Oberst (Colonel-Fundador = Oberst-Gründer) des „Tercio" geblieben ist, zu dieser Begrüßung der portugiesischen Freiwilligen nach Lissabon gekommen, weil er sich gewissermaßen als den Vater aller betrachtet, die bei der von ihm geschaffenen und im Krieg aufs neue glänzend bewährten Elitetruppe gedient haben. Millan Astray hat in den Feldzügen in Nordafrika einen Arm und ein Auge verloren; er gilt als das lebende Symbol militärischer Pflichttreue und Selbstverleugnung und ist auch dementsprechend in Lissabon gefeiert worden. (Bekanntlich war Franco einer der Nachfolger Millan Astrays als Kommandeur der Fremdenlegion.) Wie groß die Zahl der „Viriatos" ist, die fetzt in Spanien gekämpst haben, 'läßt sich noch nicht bestimmt feststellen. Der zuvor erwähnte Hauptmann Botelho Moniz hat kürzlich einmal angegeben, daß sie ungefähr zwölftausend Mann betragen dürfte. Wenn diese von dem jedenfalls vorzüglich unterrichteten Offizier vertretene Ansicht zutrifft, daß von diesen rund fünftausend gefallen sind, so würde dies ein sehr hoher Prozentsatz sein. Hiermit wären die Verluste Portugals im spanischen Krieg ungleich stärker als im'Weltkrieg, an dem es mit einer Division (also etwa zehntausend Mann) beteiligt war. Während aber von den damals gebrachten Opfern stets mit einer gewissen Erbitterung gesprochen wird, weil das Land damals gegen seinen Willen durch das Bündnis mit England zur Kriegserklärung an die Mittelmächte gezwungen worden war, wird jetzt mit aller Selbstverständlichkeit darauf hingewiesen, daß zur Rettung der Iberischen Halbinsel vor der ihr drohenden marxistischen Gefahr auch portugiesisches Blut hätte vergossen werden müssen; und man ist stolz darauf, daß Söhne des Landes ihr Leben für eine große gemeinsame Idee hingegeben haben. Dor allen Dingen ist bezeichnend, daß in diesem Zusammenhang in der Presse mitunter ganz unbedenklich von einem Einheitsbegrisf „Iberia" gesprochen wird, was noch vor wenigen Jahren kein Portugiese getan haben würde. Spanischerseits ist gerade in diesen Tagen vorbehaltlos anerkannt worden, daß ohne die vom ersten Augeblick an loyale und zuverlässige Haltung Portugals die unter Anlehnung an die gemeinsame Landesgrenze in Bajadoz vollzogene Vereint- gung der Nord- und Südarmee, die schließlich über den weitern Verlauf des Krieges entschied, ernstlich in Frage gestellt gewesen wäre. Nicht minder freimütig wird darauf hingewiesen, was die Folge hätte sein können, wenn Portugal, was doch bei seiner engen Verbundenheit mit Großbritannien naheliegnd gewesen wäre, sich mit der politischen Einstellung der westeuropäischen Demokratien identifiziert hatte. Jerusalem, 21. Juni. (DNB.) Wie die arabische Zeitung „Falastin" meldet, haben die arabischen Frauenorganisationen von Akko und anderen Städten Palästinas im Zusammenhang mit dem feigen jüdischen Bombenattentat in Haifa, bei dem 18 Araber getötet und 24 verletzt wurden, Protefttelegramme an den britischen Oberkommissar gesandt, in denen die sofortige Auflösung aller jüdischen Parteien, eine Durchsuchung der judischenn Klubs und Organisationen und die Verhaftung der an den unerhörten Terrorakten chuldigen Judenhäuptlinge gefordert wird. Aus dem gleichen Anlaß hat der arabische 21 c r jt eir c r> band in Haifa an den britischen Ministerpräsidenten Chamberlain gedrahtet: „Zum vierten Male müssen wir arabischen Aerzte in Haifa mit ansehen, wie unsere Brüder durch Bomben des verbrecherischen Zionismus getötet wurden. Wir protestieren dagegen, daß diese Verbrecher immer noch nicht verhaftet worden sind, obwohl die jüdische Presse zugibt, daß die Täter Juden waren. Nicht ein einziger jüdischer Verbrecher befindet sich im Konzentrationslager, während die Gefängnisse und Lager von Arabern überfüllt sind." * Seit Wochen und Monaten vergeht kein Tag, an dem nicht neue britische Gewaltakte und jüdische Terroranschläge gegen die Araber gemeldet werden. Erinnert fei an die Drangsalierung der Einwohner des arabischen Dorfes Lydda, die in einem Hilferuf an verschiedene diplomatische Vertretungen am 12. April seststellten: „Unschuldige Frauen, Kinder und Greise wurden durch Soldaten der Mandatsregierung gefoltert. Vorräte wurden vernichtet, Einrichtungen zerstört. Verhaftete gepeinigt, Gebäude verbrannt ... Wir können diefe Folter nicht mehr ertragen ..." — oder an die Hilferufe der arabischen Frauen aus Beit-Rima vom 9. Mai, wo es hieß, bei einer Durchsuchung des Dorfes seien Frauen in Geburtswehen gezwungen worden, ihr Haus zu Die offizielle Bestätigung dieser mit Blut besiegelten Waffenbrüderschaft war der im März dieses Jahres geschlossene F.r e u n d s ch a f t s p a k t zwischen Portugal und Spanien. Da anfangs mit einer nicht zu verkennenden Absichtlichkeit betont wurde, daß man sich in Lissabon bei der im spanischen Krieg eingenommenen Stellungnahme nicht von London habe beeinflussen lassen, konnte man leicht auf die Vermutung kommen, hinter dieser beiderseitigen iberischen Annäherung könnte sich eine gegen England gerichtete Spitze verbergen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß man sich in Downing Street bemüht, eine solche etwa vorhandene Spitze abzubiegen. Dies ist die Erklärung dafür, wenn neuerdings von englischer Seite „ganz harmlos" plausibel gemacht werden soll, der portugiesisch-spanische Pakt könne doch sehr wohl als Brücke dienen für eine Freundschaft zwischen England und Spanien. Das würde aber ausgerechnet das fein, was England gern haben möchte: nicht nur Portugal, sondern die ganze', den Ozean mit dem Mittelmeer verbindende Iberische Halbinsel; deshalb hätte es gewünscht, daß Spanien aus dem Kriege geschwächt, womöglich in zwei Teilstaaten gespalten, hervorgegangen märe; deshalb möchte es in der Frage einer möglichen Restauration der Monarchie eine vermittelnde Rolle spielen und einen ihm zu Dank verpflichteten Schattenkönig auf den notdürftig reparierten spanischen Thron setzen. verlassen und im Freien zu gebären. Die Manner seien gefoltert und getötet worden, das ganze Dorf tagelang von der Welt abgeschnitten, ohne Essen und Trinken, ja den zusammengepferchten Dorfbewohnern habe man sogar zugemutet, ihren Durst mit dem Waschwasser der britischen Soldaten zu löschen. Das ist Englands furchtbare Blutschuld in Palästina. So verfahren die Briten mit einem freiheitliebenden Volk, dessen Land ihnen nicht einmal gehört, sondern das ihnen nur zu treuen Händen übergeben worden ist. Zur gleichen Stunde aber, ba den britischen Politikern in London das Wehklagen der arabischen Witwen und Waisen, der empörte Aufschrei eines ganzen Volkes in den Ohren gellen müßte, da doziert der britische Premierminister im Unterhaus über „Mißhandlungen und unwürdige Behandlung" von britischen Staatsangehörigen in Tientsin. Wenn die Japaner in Verfolg ihrer berechtigten Maßnahmen in Tientsin harmlose Leibesvisitationen an englischen Staatsangehörigen vornehmen, macht die englische Presse ein Geschrei, als ob es sich um die schlimmste Verletzung der heiligen Güter der Menschheit handelt, aber in Palästina rottet dasselbe England mit seinen jüdischen Helfershelfern ein ganzes Volk in feinem eigenen Lande aus, das es ihm zuvor gestohlen hat! So verfährt Albion mit Nationen, die in seine Macht gefallen sind und sich Nicht wehren können. Fürwahr, ein furchtbares Beispiel für alle Völker der Erde! Deutschland selbst hat bereits einmal, als es ohnmächtig und wehrlos am Boden lag, in dem Reparationswahnsinn in der noch nach dem Waffenstillstand fortgesetzten Hungerblockade und in dem ruchlosen Raub seiner Kolonien und Auslandskapitalien den eiskalten Vernichtungswillen der britischen Politik zu spüren bekommen. Ein zweites Mal wird es gegen diese brutale und profitgierige Politik besser gewappnet sein. gefährdet und dieses breitäaige Moratorium notwendig gemacht. Das Blatt behauptet, die chine- ischen Bankkunden hätten ihr Vertrauen in die Finanzinstitute ihres Landes verloren, da Englund in der Tientsiner Frage keine entschlossene Haltung gezeigt habe. Diese Haltung gefährde u. a. die fünf» z i g Millionen Silber-Dollar, die Eng» land zur Zeit im Auftrage der Regierung Tschiang- kaischeks m Nordchina festhalte. Beeinträchtigend wirke weiter die ständig zunehmende Kontrolle, die Japan auf die chinesische Ausfuhr auszuüben vermöge. Kein Fortschritt in Moskau. London, 22. Juni. (Europapreß) Die Londoner Blätter müssen in den letzten Morgenausgaben zu» geben: „Sowjetrußland sagt: Kein Fortschritt!" Die Schlagzeile beruht auf einer Erklärung, die in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in Mo s- k a u über die Konferenz des Vortages veröffentlicht worden war. In dieser heißt es: „In Kreisen, dis dem Kommissariat für auswärtige Angelegenheiten nahestehen, wird erklärt, daß die „neuen" englisch- französischen Vorschläge im Vergleich zu den früheren Formeln feinen Fortschritt zeigen." Der bisherige Mitarbeiter des zur Zeit in Moskau weilenden Leiters der mitteleuropäischen Abteilung im englischen Außenamt, William Strang, Harry Roberts, wird Donnerstag die sowjetrussische Hauptstadt verlassen, um sich nach London zurück zu begeben. Die Blätter behaupten, diese Reise stünde in keinem Zusammenhang mit der jüngsten Entwicklung der Moskauer Verhandlungen. Halifax in Verlegenheit. London, 22. Juni. (Europapreß.) Außenminister Lord Halifax hielt am Mittwochabend auf einem Festessen des „Klubs von 1900", auf der auch Winston Churchill zugegen war, eine außenpolitische Rede, in der er feststellte, es sei unmöglich, von einer Besserung der europäischen Lage sprechen zu können. Der Minister vergaß dabei allerdings, zu sagen, daß zu diesem Zustand England in entscheidendem Maße beigetragen hat. Nun sei im Fernen Osten „ein Zwischenfall aufgetaucht", der die Sorgen und Aengste noch vermehrt hätte. Dieser „Zwischenfall" .sei nur einem Mißverständnis entsprungen, der zweifellos „zum Teil auf einer Verschiedenheit der Auffassungen beruhe". .Unter den vorliegenden Umständen hätte England jedoch den japanischen Forderungen nicht nachgeben können. Auf die Grundsätze der britischen Außenpolitik eingehend, sagte Lord Halifax, man müsse erkennen, daß die Welt nicht stehen bleibe. Englands Ziel sei, der Notwendigkeit gerecht zu werden, widersprechende Ansprüche in einer sich wandelnden Welt aufeinander abzustimmen. Allerdings fühlte sich der Minister verpflichtet, gleichzeitig seinen Widerstand gegen „Methoden der Gewalt" zu erklären, lieber» leitend auf das englische Bestreben, zurzeit in aller Welt neue Bundesgenossen gegen die autoritären Staaten zu suchen, bemühte sich Lord Halifax, diese Methode mit der harmlosen Erklärung abzutun, England versuche nur, alle Gleichdenkenden um sich zu vereinigen. Dies geschehe Nicht aus Feindschaft gegen irgendeine Nation. Die von England gegebenen Garantien an bestimmte europäische Staaten verfolgten daher auch nur das Ziel, die Unabhängigkeit dieser Staaten (über die sich England allein zu wachen berufen fühlt) gewahrt zu wissen. Die Verhandlungen mit der Sowjetunion würden unter dem gleichen Gesichtspunkt geführt. Die eingetretene Stockung glaubte Lord Halifax damit begründen zu können, daß die Suche nach einer richtigen Formel eben Schwierigkeiten bereite. Wie sehr England daran gelegen ist, Sowjetrußland in seine Einkreisungsfront einzubeziehen, erhellt aus folgender Bemerkung des Ministers: „Um ein Abkommen zu erreichen, sind wir weitergegangen, als manche für richtig hielten. Wenn wir bisher keinen Erfolg hatten, fo können wir mit Recht sagen, daß es nicht unser Fehler war. Wir haben wiederholt Versuche gemacht, um andere zu überreden.. England sucht Hilfe um jeden Preis: Italienische Pressestimmen stellen Englands kritische Lage klar. Rom, 21.Juni. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Heuchelei und Ohnmacht" glossiert der „Tevere" die verzweifelte Suche Englands nach Bundesgenossen im Fernen Osten angesichts seiner völlig hoffnungslosen Lage in Tientsin, wo es auf die Gnade oder Ungnade Japans angewiesen sei, das ihm jetzt dis Quittung für jahrelange kleinliche Schikanen, Genfer Quer» treibereien und offene Parteinahme gegen Japans lebenswichtigste Interessen präsentiere. England bemühe sich vor allem um Amerika und S o w j e t r u ß l a n d , die es — in typisch britischer Art — gern gegen die Bedrohung seines Ansehens und feiner Profite durch Japan einspannen möchte, wofür es sogar bereit sei, jeden Preis zu zahlen. Englands Taktik gehe darauf aus, Japan durch eine kombinierte sowjetrussisch - amerikanische Aktion in die Zange zu nehmen. Da aber die Vereinigten Staaten hierzu keinerlei Lust verspürten, setze London seine ganzen Hoffnungen auf Moskau. Niemand könne sich jedoch vorstellen, daß sich Sowjetrußland zur Verteidigung der imperialen Interessen Großbritanniens auf Japan stürzen würde. So werde das englische Imperium in China geöemütigt und erniedrige sich vor Sowjetrußland. Die Demokratie offenbare sich wieder in ihrer Ohn- Japan fordert Räumung Swataus von fremden Schiffen. Dr.Li. ßonbon, 22.Juni 1939. Wie in den Morgenstunden des Donnerstag in London bekannt geworden ist, haben die japanischen Militärbehörden in S w a t a u den englischen und amerikanischen Flottenkommandanten ein Ultimatum zugestellt, in dem es heißt, daß Hafen und Hoheiks- gewäsfer in und um Swatau bis Donnerstag nachmittag 1 Uhr (Ortszeit) von sämtlichen ausländischen Kriegsschiffen geräumt sein müssen. Das Ultimatum hat auch Gültigkeit für die Handelschiffahrt. Soweit in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in London festgestellt werden konnte, befinden sich in Swatau zur Zeit d i e englischen Zerstörer „Scout" und „T h a- n e t" sowie der amerikanische Zerstörer „P i l l s b u r y"; der amerikanische Zerstörer „D. Pope" soll sich in den chinesischen Hoheitsgewässern vor Swatau aufhalten. In London hält man es noch für unwahrscheinlich, daß die Kommandanten der englischen und amerikanischen Kriegsschiffe dem japanischen Ultimatum Folge leisten werden. In Meldungen aus Hongkong heißt es, die Einheiten hätten noch keine Anstalten zum Verlassen Swataus getroffen. Man beruft sich auf den im Jahre 1858 zwischen China und England abgeschlossenen Vertrag von Tientsm, wonach Swatau Vertragshafen wurde. Auch wird die Konvention von Peking genannt, wonach es allen Ausländern erlaubt ist, in Swatau zu leben und. Handel zu treiben. Es wird allerdings zugegeben, daß diese chinesische Hafenstadt weder eine ausländische Niederlassung noch Besitzungen unter fremder Verwaltung habe und infolgedessen es dort auch keine exterritorialen Rechte gebe. Die englische Presse läßt unverblümt ihr Bedauern darüber durchblicken, daß Swatau in japanische Hände gefallen ist. Sie geht dabei von der Erwägung aus, diese Stadt sei bisher die einzige Hafenstadt gewesen, die sich noch in Händen desMarschallsTschiangkaischek befunden habe. Mit dem Fall Swataus werde der Nachschub an Kriegsmaterial weiter erschwert. Der fast widerstandslose Fall der Stadt gibt den Blättern im übrigen einiges Rätselraten auf. Es wird behauptet, 30 000 Mann chinesischer Truppen hätten Stadt und Hafen sechs Stunden vor der Besetzung durch die Japaner geräumt. Der Befehl, Swatau im Falle eines japanischen Angriffs in Brand zu stecken und in die Luft zu sprengen, sei merkwürdigerweise nicht durchgeführt worden. Im Oktober vergangenen Jahres sei auch K a n - t o n ohne den geringsten chinesischen Widerstand in japanische Hände gefallen. Der japanischen Truppenlandung in Swatau ging ein schweres Bombardement der chinesischen Stellungen, des Hafens und der Küste durch japanische Kriegsschiffe und Flugzeuge voraus. Ein schwerer japanischer Kreuzer durchbrach die chinesischen Minensperren in der Mündung des Han^Flusses und dampfte direkt in den Hafen hinein. Danach erfolgte die Besetzung Swataus unter dem Kommando des Oberbefehlshabers der japanischen Marine in Südchina, Vizeadmiral Kondon. Nach einer Meldung des „News Chronicle" aus Hongkong werden alle chinesischenBanken am Donnerstag, Freitag und Samstag dieser Woche g e - schlossen bleiben. Die überaus starke Abhebung von Guthaben hat die chinesische Währung Das Bombenattentat von Haifa. England deckt den jüdischen Terror in Palästina. Deutschland fordert -ie Befriedigung feiner natürlichen Lebensansprüche. Dr. Goebbels in seiner Feuerrede auf der Berliner Sonnwendfeier. Berlin, 21.Juni. (DNB.) Mehr als 120 000 Berliner erlebten im Olympia-Stadwn auf dem Reichssportfeld die Sonnwendfeier. 1800 Standarten und Fahnen formierten sich im gleißenden Schein- werferlicht auf der breiten, zum Marathontor ein- )orführenden Strecke. Dann hielten Hitler-Jugend, 8DM und Jungvolk ihren Einzug. Mehrere Reihen tief gestaffelt bildeten die Wimpelträgerinnen aus dem grünen Mittelrasen rund um den Holzstoß herum einen großen Kreis. „Rur der Freiheit gehört unser Leben", singt die Hitler-Jugend... Als der dritte Vers verklungen ist, wenden sich alle Augen zum Tunnel am Marathontor, wo die ersten Fackelträger sichtbar werden. Ein schier endloser Strom hell lodernder Fackeln zieht langsam und feierlich ins Stadion ein, mit einem breiten, zehn- gliedrigen Band die Aschenbahn umsäumend. Stur- Mischer Bestall begleitet diesen imposanten Einzug der 6000 Fackelträger der Berliner SA. Rach Chor- gefangen und Fanfarenklängen gibt der Führer der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg, Obergruppenführer von Jagow, den Befehl, das Feuer zu entzünden. Dann nimmt, mit stürmischem Beifall empfangen, der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels das Wort. „Es ist heute", so führte Dr. Goebbels aus, „nicht so sehr eine Zeit, in der man Weltgeschichte mir fingiert; augenblicklich wird in Deutschland Geschichte gemacht!" Mit schneidender Schärfe wandte sich Dr. Goebbels gegen die Versuche der Siegermächte von Versailles, unser 80- Millionen-Volk auch weiterhin von den Reichtümern der Welt auszuschließen. Solange man das versucht, ist jedes Friedensprogramm ein leeres Gerede! Denn wir wollen nicht einen Frieden der Phrasen, sonder» einen Frieden der Taten. Auch unser Volk soll in Zukunft an den Schätzen dieser Welt beteiligt sein! Eingehend setzte sich Dr. Goebbels dann mit der englischen Propaganda auseinander, die die Behauptung ausstreut, wir Deutschen wollten die ganze Welt unterjochen. Davon könne natürlich keine Rede sein. Rur unseren eigenen Besitz hätten wir uns zurückgeholt, und wo wir noch Forderungen erheben, handele es sich ebenso um wohlbegrünbete deutsche Rechte. Wenn die Engländer uns die Methoden zum Vorwurf machten, mit denen wir diese Rechte durchzusetzen suchten und wenn fie uns entgegenhielten, daß wir auch auf gütlichem Verhandlungswege hätten zum Ziele kommen können, so sollten sie doch den Beweis für ihre Behauptuna beispielsweise in der Kolonial frage endlich einmal antreten. Soweit es sich allerdings um M i t- teleuropa handele, verbitte sich das deutsche Volk die dauernden Einmischungsoer- suche Englands auf das entschiedenste. Mitteleuropa sei keinesfalls englisches Inter- essenaebiet. England wisse sehr wohl, daß es nicht mehr das schwache Deutschland von e i n st, sondern das nationalsozialistische Reich Adolf Hitlers vor sich habe: „Die Engländer tun nur so, als wüßten sie das nicht. Die streuen ihrem eigenen Volk Sand in die Augen in der heimlichen Hoffnung, doch noch irgendwo in Europa einen Festlanddeaen zu finden, einen Dummen, der für England die Kastanien aus dem heißen deutschen Feuer herausholen soll. Wenn wir die europäischen Völker über diese Hinterhältigkeit aufzuklären suchen, dann werden sie ungehalten. Sie machen dann in Moral; sie haben es leicht, moralisch zu sein, beim sie besitzen ja alles, was sie zum Leben brauchen. Auch im Falle von Danzig, so führte Dr. Goebbels weiter aus, hätten die Engländer ihre mehr als sonderbare Moral bewiesen, denn sie erst hätten die Polen zu ihrer törichten .Halsstarrigkeit ermuntert in der Hoffnung, daß so in Europa ein Brandherd entstehen werde. Im übrigen sei die Frage Danzig für jeden Vernünftigen kein Problem mehr. Niemand könne bezweifeln, daß Danzig eine rein deutsche Stadt sei. Wenn die Polen heute noch erklären, es erübrige sich, auf unsere Argumente einzugehen, und wenn polnische Scharfmacher ihrem Lande mit törichten Gegenforderungen zu dienen glauben, so sehen wir demgegenüber der weiteren Entwicklung in sicherer Ruhe und Gelassenheit entgegen. Allerdings glauben wir, daß es im Interesse der anderen Seite läge, die Danzigfrage und die Frage des Korridors einer möglichst raschen Lösung zuzufiihrem Im übrigen soll man doch nicht glauben, daß der Führer sich durch Drohungen irgendwie beirren ließe! (Stürmischer Beifall.) Dor Erpressungen haben wir Nationalsozialisten noch niemals kapitu- tiert! Wir haben unsere internattonalen Forderungen erhoben. Sie lauten: Befriedigung unserer natürlichen Lebensanspruche. Darüber kann man nicht hinweggehen; diese Forderungen kann man nicht bagatellisieren. Wenn man das in London, Paris und Warschau dennoch versucht, so geschieht es zum Schaden dieser Staaten und Völker. Die Engländer und Franzosen lugen jetzt von Truppenverschiebungen m der Slowakei, von Aufständen im Protektoratsgebiet usw. An allen Ecken und Enden sollen große deutsche Truppenkontingente gesichtet worden sein. Es ist dies ein Beweis dafür, ein wie schlechtes Gewissen die Engländer haben. Denn Truppen setzt man doch nur ein, um einen Zustand zu ändern, und die Engländer selbst haben wohl den Eindruck, daß einige Zustände in Europa geändert wer- d e n müßten. Unsere Grenzen im Westen sind geschützt. Der Westwall steht. Wir haben in Europa Italien als guten Freund, der mit uns durch Dick und Dünn geht. Wir besitzen die stärkste Wehrmacht der Welt. Wenn man heute noch versucht, uns bange zu machen, so bleiben wir demgegenüber ganz hart, ganz gelassen, aber auch ganz e n t s ch 1 o s s en. Der Appell an die Furcht hat noch niemals im deutschen Herzen einen Widerhall gefunden. Wir wissen, was wir wollen, aber wir wollen auch, was wir wissen! Und zu allem haben wir einen Führer, der die Nation in sechs Jahren von Sieg zu Sieg geführt hat, und in dessen Wortschatz das Wort „Kapitulation" nicht vor- kommt. Wir und das Volk, wir sind unüberwindlich. So wie heute hier über 120 000 Menschen sich zusammengefunden haben, um einem alten Brauch neuen Inhalt zu geben und ein Bekenntnis zum Staat und zu seinem Führer abzulegen, so steht heute das ganze Volk wie ein Block zusammen. So stehen wir alle zu unserem Reich, zu unserem Volk und zu unserem Führer! macht als imperiales Instrument und in ihrer Heuchelei als Fviedenswaffe. Die „Gazetta del Popolo" schreibt, England fei nicht imstande, in Ostasien etwas mit Gewalt durch- ,zusetzen ohne die Gefahr ernster Verwicklungen im Westen. Die britische Einkreisungs- und Gewalt- polittk sei zum kläglichen Mißerfolg verurteilt, weil es klar sei, daß Europa und Ostasien zwei voneinander abhängige Sektoren sind. Wenn England sich mit Japan in einen Krieg einließe, würde es in Europa rasch in Schwierigkeiten geraten, und wenn es durch die polnischen Lockmittel den Krieg in Europa verursache, erwüchsen ihm ebenso rasch in Ostasien die größten Schwierigkeiten. Man stehe daher vor einer Lage, die für England außerordentlich ernst und kritisch sei. SozialpolllischeAusammemrbett zwischen Deutschland und Ztalien. Berlin, 26. Juni (DNB.) In Anwesenheit des Reichsarbeitsminifters S e 1 d t e und des Königlich- Italienischen Botschafters Attolico wurde am 20.Juni 1939 ein deutsch-italienischer Vertrag über Sozialversicherung unterzeichnet. Damit fanden die Anfang Juni begonnenen . Sozial- versicherungsverhandlungen chren Abschluß. Der Staatsvertrag begründet die volle Gleichbehandlung der deutschen und italienischen Staats- angehörigen in ihren Rechten und Pflichten aus den beiderseitigen Sozialversicherungen. Die Versiehe- rungsleistungen werden gegenseitig den Berechtigten, auch wenn diese in dem anderen Staate wohnen, in vollem Umfang gewährt. Die Rechtsansprüche aus der Kranken-, Unfall», Invaliden-, Angestellten- und knappschaftlichen Pensionsversicherungen werden eingehend geregelt. Die Zu» sammenrechnung der deutschen und der ita» lienischen V e r si che ru n g s ze i te n schafft eine Freizügigkeit zwischen der deutschen und der italienischen Sozialversicherung und schützt die beiderseitigen Versicherten, die in dem anderen Staat arbeiten, vor Nachteilen in ihren Dersiche- rungsansprüchen. Der Vertrag wird ergänzt durch ein Zusatzabkommen über Arbeitslosenhilfe, das auch auf diesem Gebiete die Angehörigen beider Staaten einander gleichstellt. Durch eine weitere Vereinbarung gilt diese gegenseitige Gleich st ellung auch für Familien- beihilsen. Der Vertrag ist ein neuer Ausdruck der engen freundschaftlichen Zusammenarbeit der Achsenmächte auf sozialem Gebiet. ♦ Da in den letzten Monaten zahlreiche Italiener in die deutsche Landwirtschaft, die Bauwirtschast und auch in den Bergbau eingetreten sind, besitzt der Vertrag für sie eine hohe Bedeutung. Es handelt sich um ein Gegenseitigkeitsabkommen, das durch Zusatzverttäge über die Arbeitslosenhilfe und über die Familienbeihilfe ergänzt wurde. Die vorbildliches Leistungen der deutschen Sozialpolitik werden also tünftg auch den italienischen Arbeitskräften zugute kommen, die sich unserer Wirtschaft zur Verfügung gestellt haben. Dolle llebereinstimnmng der deutschen und italienischen Marine. Berlin, 21.3unl. (DNB.) Die Besprechungen in Friedrichshafen zwischen Großadmiral Dr. h. c. Raeder und dem Unterslaalssekretär im Ualle- nifchen rNarineminislerlum Admiral Eavagnari haben die volle Ueberelnslimmung der Aufsasfungen zwischen der deutschen und der italienischen Marine ergeben und sind Mitlwoch- mitlag mit einem beide Teile voll befriedigenden Ergebnis beendet worden. Die italienifchen Offiziere, die Mittwochvormittag noch Gelegenheit halten, mit ihren deutschen Kameraden die Schönheiten der Bodenseelandschaft zu genießen, werden sich am Donnerstagfrüh wieder nach Italien zurückbegeben. Oeutsch-spanisch-italienische Kameradschaft. Berlin, 21. Juni. (DNB.) Der Reichsminister -er Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hatte die spanischen und italienischen Offiziere, die augenblicklich in Deutschland zu Gast sind, sowie die Offiziere der Legion Condor zu einem Festessen im Haus der Flieger ein- gelaben, um damit hoch einmal der kameradschaftlichen Verbundenheit Ausdruck zu geben. Der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Milch, hob dabei hervor, wie glücklich sich Deutschland schätze, die spanischen und italienischen Mitkämpfer des Freiheitskrieges als Kameraden bei sich zu sehen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäste das Empfinden mit sich nehmen möchten, daß sich das deutsche Volk in enger Freundschaft mit dem spanischen und dem italienischen Volk verbunden fühlt. In einem Trinkspruch dankte der spanische General Aranda und betonte, daß alle italienischen und spanischen Gäste von dem Gefühl des Derbundenseins und der Zuneigung überzeugt seien. Er werde in seiner Heimat von der gastlichen Aufnahme in Deutschland berichten und dafür sorgen, daß jeder Deutsche bei einem Besuch in Spanien ebenso empfangen werde. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit trage bei zur Ueber- windung aller etwa noch in der Zukunft sich zeigenden Gefahren. Englische Kreuzerstapelläufe. L o n d o n , 20. Juni. (Europapreß.) Die Dergröße- rung der englischen Kreuzerflotte findet ihren Ausdruck darin, daß zum erstenmal in der Geschichte der englischen Marine zwei Kreuzer an einem Tage vom Stapel gelassen werden. Es handelt sich um den 10 000-Tonnen-Kreuzer „Nigeri a" und den leichten Kreuzer „D i d o" mit einer Wasserverdrängung von 5450 Tonnen, die beide am 18. Juli ihrem Element übergeben werden sollen. Die zahlreichen Kreuzerneubauten dieses Jahres hängen damit zusammen, daß nach Aufkündigung des Washingtoner Abkommens von 1920 und des L ond on er Flottenabkommens von 1930 die Sollstärke der englischen Flotte an Kreuzern von 50 auf 70 erhöht worden ist. 1939 werden voraussichtlich insgesamt 15 Kreuzer vom Stapel gelassen werden (6 Stapelläufe dieser Klasse haben bereits stattgefunden.) Polens Enteignungsfeldzug. Deutsche Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten weggenommen. Warschau, 21. Juni. (DNB.) Der Raub deutschen Besitzes in Polen nimmt Ausmaße an, die nur zu sehr an die „Traditionen" von Versailles seligen Angedenkens erinnern. So hat der Woiwode von Posen der dortigen deutschen Genossenschaft des St. Johanniterordens mitgeteilt, daß er ihre „Existenz" nicht anerkenne. Gleichzeitig wurde ein polnischer Liquidator eingesetzt, der die drei deutschen Krankenhäuser dieses Ordens in Kalmar, Pinne und Pakofch in Besitz nahm. Eine ähnliche Verfügung erließ der Woiwode von Pommerellen gegen die deutsche Johanniter - Genossenschaft. Damit sind auch die beiden deutschen Krankenhäuser des Ordens in Dirfchau und BrieseninpolnischenBesitz übergegangen. In Myslowitz wurde das Gebäude des deutschen Schuloereines beschlagnahmt. In dem Gebäude befanden sich die einzige deutsche Haushaltungsschule Ostoberschlesiens, ein Kindergarten und verschiedene 23erfammlungsräume. Sämtliche deutschen kulturellen Organisationen von Mys- lowitz sind nunmehr ohne jede Möglichkeit, ihre Arbeit, die durch die polnische Staatsverfassung verbürgt ist, fortzusetzen. Nachdem bereits über 100 deutsche Kinder durch die Zwangsweise Räumung der Kindergärten in Kattowitz und Za- w o d z i e ihrer Spielschulen beraubt worden sind, haben die polnischen Behörden nunmehr auch den deutschen Kindergarten in der großen Jndustrie- gemeinde Jalow im Landkreis Kattowitz geschlossen. Seit einiger Zeit sind namentlich in Ostoberschlesien sogenannte „Nationalkomitees", die sich aus Mitgliedern des berüchtigten Mestmarkenverbandes und anderer polnischer Hetzorganisatione'n zusarnrnen- setzen, an der Arbeit, um auch die letzten deutschen Ange st eilten und Arbeiter um das tägliche Brot zu bringen. Sie stellen schwarze Listen auf, auf denen alle vorhandenen Beamten, Angestellten und Arbeiter verzeichnet sind, die deutschen Organisationen angehören oder ihre Kinder in die deutschen Schulen schicken. Kleine politische Nachrichten. Die Reichsregierung hat sich veranlaßt gesehen, die britische Regierung um die 21 b b e r u f u n g des britischen Generalkonsuls in Wien zu ersuchen. Anläßlich eines Strafverfahrens hat sich ergeben, daß das britische Generalkonsulat in Wien in eine Angelegenheit verbotenen Nachrichtendien st es verwickelt gewesen ist. Der Führer empfang auf dem Obersalzberg den zur Zeit in Deutschland weilenden bekannten italienischen Straßenbauer Senator Puricelli im Beisein des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt. Auf Einladung des Stabschefs der SA. trifft eine größere Abordnung ttalieni scher Offiziere der Fafchistischen Miliz zu einem längeren Besuch in Deutschland ein. Die Abordnung wird von dem Vertreter des Stabschefs der Faschistischen Miliz, Unterstabschef General G u t t i e r i, geführt. * Eine vom SA.-Obergruppenführer K n i ck m a n n geführte SA.-Abordnung ist am Sitz des Generalkommandos der Faschistischen Miliz von Generalstabschef Russo empfangen worden und hat anschließend nm Ehrenmal der Gefallenen der faschistischen Miliz einen Lorbeerkranz niedergelegt. Am Mittwochvormittag hat sich eine Abordnung der faschistischen Miliz zu einem mehrtägigen Besuch nach Deutschland begeben. Aus Einladung des Präsidenten der Vereinigung deutscher Frontkämpferverbände treffen 500 ita« lienische Frontkämpfer zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland ein. Die Abordnung sieht unter Führung des kriegsblinden Ehrenpräsidenten der italienischen Frontsoldaten Delcroix, des Präsidenten der italienischen Frontkämpfer Rossi und des Präsidenten der italienischen Kriegsinvaliden General ^Baccarini. Im Bereiche der Kriegsmarine wurde der 20jährigen Wiederkehr des Tages, an dem die beut- che Hochseeflotte in Scapa Flow versenkt vurde, in feierlicher Weise gedacht. Alle Kriegschiffe hatten die alte kaiserliche Kriegsflagge im Großtopp gesetzt. Die Kommandanten der Schifte und Boote und die Kommandeure der Landtruppenteile wiesen bei der Musterung auf die Bedeutung des Tages hin. * Den würdigen Abschluß der 6. Reichstagung der Nordischen Gesellschaft bildete am Mittwochabend die von der SA. gestaltete Feier der Sommersonnwende am Holstentor in Lübeck, bei der Stabschef der SA., Lutze, die Feuerrede hielt. Reichsführer Ml Himmler nahm an der Sonnwendfeier des 9. Sturmes der 39. ^-Standarte in Sorenbohm an der Ostsee teil und sprach zu den Männern der Schutzstaffeln, den Jungen der Nationalsozialistischen Erziehungsanstalt, sowie zur HI. und dem BDM. des Ortes. Paris, 21.Juni. (Europapreß.) In diplomatischen Kreisen wird erklärt, daß das türkisch» französische Abkommen am Freitag in Paris und Ankara unterzeichnet werden wird. Der türkisch-französische Beistandspakt wird in Paris von Außenminister Bonnet und dem türkischen Botschafter Suad Davas unterzeichnet werden, während das Abkommen über die Angliederung des Sandschaks Alexandrette an die Türkei in Ankara vom türkischen Außenminister Sarazoglu und dem französischen Botschafter Massigst ratifiziert werden wird. Der französisch - türkische Beistandspakt soll das gegenseitige Versprechen enthalten, „sich für die Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung im Balkan-Gebiet sowie im östlichen Mittelmeer einzusetzen". Bei der Unterzeichnung werde der französische Außenminister eine einseitige Erklärung abgeben, in der fest- gestellt werde, daß sich Frankreich verpflichte, die Rechte über Syrien an keinen anderen Staat abzutreten, so lange das Regime eines Mandats für Syrien bestehen bleibe. In dem Abkommen über den Anschluß des Sandschaks Alexandrette an die Türkei werde erklärt, daß Frankreich den Sandschak einschließlich Antiochia an die türkische Souveränität abgebe. Als Gegenleistung verpflichte sich die Türkei, Berlin, 21. Juni. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht einen Erlaß des Führers über die Gewährung von Straffreiheit in den fudeten» deutschen Gebieten und im Protektorat Böhmen und Mähren. Durch den Erlaß werden alle Strafen aufgehoben, die nach den Vorschriften des früheren tschecho-slowakischen Rechts wegen der Zugehörigkeit zur NSDAP., der Deutschen Nationalpartei, der Sudetendeutschen Heimatfront, der Sudetendeutschen Partei, ihren Gliederungen, Unterorganisationen oder angeschlossenen Verbänden bzw. wegen der Förderung oder Unterstützung der erwähnten Parteien und Organisationen verhängt worden waren. König Carol empfing den anläßlich der (Eröffnung der Internationalen Ausstellung „Freude und Arbeit" in der rumänischen Hauptstadt weilenden Reichsleiter Dr. Robert Ley. Der Könia nahm Gelegenheit, sich mit Dr. Ley fast eine Stunde zu unterhalten. Anschließend besuchte Dr. Ley nochmals die Ausstellung, wobei er besonders im Pavillon des „Internationalen Zentralbüros Freude und Arbeit" von den zahlreichen Besuchern der Ausstellung lebhaft begrüßt wurde. Das lettische Ministerkabinett ratifizierte einstimmig unter dem Vorsitz des lettischen Staats- und Ministerpräsidenten Dr. Ulmanis den deutsch-lettischen Nichtangriffspakt. Der Austausch der Ratifikationsurkunden findet in allernächster Zeit in Berlin statt. ♦ Das Außerordentliche Staatsschutzgericht hat, wie die „Stampa" meldet, vierzehn Personen aus Verona wegen staatsfeindlicher Umtriebe zu zwei bis vierzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Rädelsführer, Professor Giovanni Venture 11 i, erhielt sechzehn Jahre Kerker. eine Entschädigung für die französischen Besitzungen in diesem Gebiet zu zahlen, lieber die Grenzziehung verlautet, daß die Gebirge von Djebel Akra bei Syrien bleiben sollten, während Antiochia, wie ausdrücklich festgestellt werde, a n d i e Türkei falle. Weiter soll sich die Türkei verpflichten, die Rechte der Minderheiten zu achten und auf jede Provaganda in Syrien zu verzichten. „Petit Parisien' schreibt, man brauche nur die Landkarte anzusehen, um sich von der Bedeutung des französisch-türkischen Abkommens zu überzeugen. Dank ihrer strategischen Lage garantiere die Türkei im Kriegsfälle die Verbindung Frankreichs und Englands mit Rumänien und der Sowjetunion. Die englisch-französisch-türkische Zusammenarbeit werde von entscheidendem Wert für die Aufrechterhaltung des Status quo im östlichen Mittelmeer und für den Schutz der Anliegerstaaten Syrien, Palästina, Aegypten und Griechenland sowie für den Suezkanal fein. Die Unterzeichnung des französisch-türkischen Vertrages werde in Frankreich mit Genugtuung ausgenommen werden. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die man weit in die Geschichte zurückverfolgen könne, würden auf diese Weise eine glückliche Wiederbelebung erfahren. Das Blatt muß allerdings zugeben, daß der Verlust des Sandschak ein beträchtliches Opfer fei. Darüber hinaus wird Sttaftreiheit für Straftaten und Verwaltungsübertretungen gewährt, die in den sudetendeutschen Gebieten vor dem 1. Dezember 1938 und auf dem Gebiete des Protektorats vor dem 16. März 1939 im Kampf für biß Erhaltung des Deutschtums ober für die Heimkehr ins Reich begangen wurden. Ebenso wird Sttaffreiheit gewährt für Straftaten und Verwaltungsübertretungen, die in den fudetenbeutfchen Gebieten vor dem 1. Dezember 1938 und auf dem Gebiet des Protektorats vor dem 16. März 1939 von deutschen Staatsangehörigen oder Volksdeutschen aus politischen Beweggründen begangen wurden, sofern nicht .mehr als MI Ke-ihestsstrajs dis. zu zwei ScchkM Vor Unterzeichnung -es französisch-türkischen Beistandspaktes Amnestie für politische Vergehen im fudetendeutschen Freiheitskampf. » M. a-WRW 'L -6 «Ä ’as 5WÄS sä Wi'rL'L *hflsfea&* «r ia aws Ä5SFÄSS8SS SÄÄ üfessr ®Ä SMS» trtz Ä a Oie Berufserziehung arbeitsrechtlich gesehen brachen wurden. Das aber beweist, daß der Bann gebrochen ist und man Henle nicht mehr ausschließlich nach Paris blickt, um zn erfahren, wie der „dernier cri" beschaffen ist und aussieht. Deutschland vermag also dem modischen Bedürfnis der verschiedenartigsten Länder und Völker gerecht zu werden. Uebrigens ein Anlaß mehr für die deutschen Verbraucher, auch ihrerseits ihr altes Vorurteil auszugeben, daß alles Gute nur aus der oder eine Geldstrafe bzw. eine Frecheitsstrafe und' eine Geldstrafe zusammen verhängt worden waren. Landesverrat zum Nachteil des Deutschen Reiches ist von diesen Bestimmungen ausgenommen. Ferner verfügt der Erlaß ohne Rücksicht auf die Art und Höhe der Strafe Straffreiheit f ü r T s ch e- ch e n bzw. für die n i ch t d e u t s ch e n Volks- angehörigen der ehemaligen Tschecho-Slowa- tischen Republik für Straftaten oder Vergehen aus politischen Beweggründen wenn sie in den sudetendeutschen Gebieten vor dem 1. Dezember 1938, auf dem Gebiet des Protektorats Böhmen und Mähren vor dem 16. März 1939 beaanaen worden sind. Ausgenommen von der Straffreiheit sind Verbrechen gegen das Leben, Raub, Sprengstoffverbrechen, wenn durch die Tat ein Mensch getötet oder verletzt worden ist, sowie Handlungen, bei denen die Art der Ausführung eine gemeine Gesinnung des Täters erkennen läßt. Alle Spuren der Küchen-1 u. Gartenarbeit verschwinden mit ABRADOR im Nu, [ gleichzeitig wird die Haut soschön frisch u.samtwejchj Fanfarentlänge leiteten dann die Sonnwendfeier ein. Hitlerjungen mit brennenden Fackeln umsäumten das weite Rund. Während die Tausende das Lied „Flamme empor!" fangen, lohte das mächtige Feuer des Holzstoßes empor zum nächtlichen Himmel. Auch auf den umliegenden Höhen flammten die Sonnwendfeuer auf, während der stellvertretende Gauleiter Linder auf die Bedeutung der Stunde hinwies, die allen Kraft für ihre weitere Arbeit geben solle. Nicht als weltentrückte Romantiker kämen die Volksgenossen in solcher Stunde zusam- men, sie brauchten auch keinen geheimnisvollen Mythos, denn sie seien Menschen, die in der Gegenwart stünden, dabei aber das Gestern nicht vergäßen und aus dieser Einstellung in das Morgen, in die Zukunft schauten. Hitlerjungen warfen dann sechsKränze in den flammenden Holzstoß, den ersten zum Gedenken der Kämpfer um des Rheines und des Reiches Freiheit, den zweiten für die Gefallenen aller Kriege um Deutschlands Ehre und Recht, den dritten für die Toten der deutschen Erhebung, den vierten Kranz für die deutsche Einheit, den fünften für die deutsche Ehre und den sechsten Kranz für die deutsche Treue zu Führer, Volk und Reich. Der Gruß an den Führer und die Lieder der Nation beschlossen die erste Weihe- ftunde auf der Loreley. Abradvr j walcht Hände Oie Sonnwendfeier auf der Loreley Hessen-Nassaus zentrale Festspiel- und Feierstätte. Deutsche Mode als Exportartikel Von Or. Friedrich Bubendey. Berlin, Juni 1939. Botschafterpaläste haben stets etwas Aiedich^ an sich. Mit Recht. Sie repräsentieren die Wurde ihres Landes und haben von der turbulenten Welt des Alltags Abstand zu nehmen. Daß aber die es feierliche Abstandnehmen nicht immer mit kühler Abgeschlossenheit gleichzusetzen ist, bewies fungst em Abend in der Japanischen Botschaft in Berlin. Der Kaiserliche Japanische Botschafter, Generalleutnant Hiroshi Oshima, hatte zu einem Go-Abend Spiel in der Botschaft Von unserer Äerliner Schristleiiung. an dessen Spitze der Bannführer Walter Bloch e t t a von der Reichsjugendführung steht. So besteht nunmehr zwischen den Mitgliedern der Japa- nischen Kolonie in Berlin und dem deutschen Volke eine Verbindung, deren Auswirkungen mcht auf das Go-Spiel beschränkt bleiben. Denn es versteht sich von selbst, daß die Teilnehmer an den Spielen sich auch persönlich näherkommen, miteinander Gedanken austauschen und sich auf diese Weise besser und nachhaltiger kennen lernen, als durch Bücher, Vortrage und rein gesellschaftliche Veranstaltungen. Diesen Eindruck empfing man auch an dem zwanglosen Bierabend, der dem Spiel mit den schwarzen und weißen Steinen folgte. Inmitten seiner Gäste saß Exzellenz Hiroshi Oshima, erzählte und plauderte, gab Erklärungen und fesselte die Gäste durch viele kluge Worte. Unwillkürlich wanderten die Gedanken der Teilnehmer dieses Abends in eine Zeit zurück, in der es wohl unmöglich gewesen wäre, daß sich die Angehörigen zweier Volker so nahe kommen konnten. Hier aber tat sich der Blick dafür auf, daß ein solches Slch-finüen zweier Nationen nur jungen, lebendigen, aktiven Volkern beschieden ist, die sich bewußt sind, in einer gemeinsamen Front gegen eine alte Welt zu stehen, die nicht begreifen kann, daß eine Zeitwende angebrochen ist. Seltsam vielleicht der Umweg über ein jahrtausendaltes Spiel des Fernen Ostens, dennoch bedeutungsvoll für die Zukunft, weil der letzte und tiefe Sinn des Go-Spiels ein Ringen um den Raum ist. Die Kulturarbeit der HI. Weimar, 21. Juni. (DNB.) Im Schloß Belvedere wurde eine Arbeitstagung des Kulturamtes der Reichsjugendführung eröffnet. Der Chef des Kulturamtes, Obergebietsführer Dr Rainer Schlösser betonte, daß die Kulturarbeit der HI. nicht der Repräsentation gelte, sie sei nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet. Er hob dann besonders die Einrichtung des Ve ran ft al« 10. Deutschen Exportmodeschau gezeigt wurden, weil es hier nicht um ihre modische, sondern um ihre wirtschaftliche Wirkung geht. Das ^eine jiber Ms Vollendung des Jugendarbeitsrechts wird eine jumfafsende Neugestaltung Berufs^ziehungsoer- Ihältnisses anaestrebt und vorbereitet. Mani ge£t ba- ivon aus, daß das Berufserziehungsverhaltms der !Jugendlichen ein Rechtsverhältnis eigener 21 n itft, da es sich nach den Grundsätzen des Jugend - «rechts ausrichten mutz. Der Jugendliche ist fern | kleiner Erwachsener", und deshalb kann auch feine «rechtliche Stellung im Verhältnis zu der des Er- «wachsenen kein „keines Arbeitsverhaltms fein. Als Stotale Forderung wirk die B e r u f s e r z i e h u n g caller Jugendlichen erhoben. Jedem Jugeldlichen soll -eine feinen Anlagen entsprechende B-russerziehung .mit einem Mindestmaß non fad)hd)er Ausbildung .gesichert werden. Nach den Aussuhrungen die Pro. iteffor Dr. Siebert, Leiter des Instituts für 2lr- L-eitsrecht an der Universität Berlin, in der Sozial- ipolitiscAn Zeitschrift der Hitler-Jugend Das funge ^Deutschland" veröffentlicht, soll sich das^künftige, Be° srufserziehunasverhältnis in die eigentliche Berufs, oausbildung und das I u g e n d a r b e i t s v e r- chältnis gliedern. Bei der Ausbildung foHen brei ' .... ° aXah morn sri i'.enr* Fremde stamme. Wie konnte es nun zu diesem Erfolg der 10 Deutschen Exportmodeschau kommen? Dreifach sind frie Gründe. Erstens versteht es der Deutsche gut, sich den Wünschen und Eigenarten fremder Volker a n z u p a s s e n. Eine kaufmännische Fähigkeit der Deutschen, die auf dem Weltmarkt bereits vor dem Kriege nicht unbekannt war. Deutschland will seine ausländischen Abnehmer zufriedenstellen und mcht etwa ihnen eine bestimmte Moderichtung als die allein seligmachende diktieren. Zweitens verdankt Deutschland seiner hohen künstlerischen und kunstgewerblichen Kultur schöpferische Leistungen, die sich zwangsläufig auch auf dem Gebiet der Mode auswirken müssen. Eine Tatsache, die von den bisherigen Beherrschern der deutschen Bekleidungsindustrie, den Juden, entweder nicht gewürdigt oder absichtlich vrleugnet wurde, da es dem jüdischen Geist näher liegt, zu handeln mit dem, was auf dem Markt ist, als eine schöpferische Produktion anzuregen. Der dritte Grund für den Erfolg der diesjährigen Exportmodeschau liegt aber vor allem in dem kämpferischen Einsatz der Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie, die der Losung des Führers folgte, indem sie durch einen mutigen Angriff auf den internationalen Mode- markt das Gesetz des Handelns an sich riß. Hatte sich die deutsche Mode früher Mit einer Aschenbrödel- Rolle begnügt, so übernahm sie jetzt aus dem Gebiet der Feldherrnkunst den Satz, daß der Angrif nicht nur die beste Parade sei, sondern daß auch dem Angreifer der Sieg am ehesten winkt. So gab die deutsche Bekleidungsindustrie ein lehrhaftes Beispiel dafür ab, daß man auch au einem anscheinend verlorenen Posten — und einen solchen stellte die deutsche Mode in den Augen vieler bar — Erfolge erzielen kann. Ein vorbildliches Verhalten, das auch andere Wirffchaftszweige anspornen mag, den friedlichen Wettbewerb auf dem Weltmarkt aufzunehmen. herzlichsten Grüße des Bundesführers, Reichsstatt« Halter Ritter von Epp. Gauleiter und Reichsstatthal« ter Mutschmann erklärte, der Programmpunkt 3 der NSDAP,- der Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung des deutschen Volkes und zur An« siedlung des Bevölkerungsüberschusses fordert, fei eine unabdingbare Forderungder Partei und gleichzeitig ein unabdingbares Recht des deutschen Volkes. Nachdem der Gauleiter die Methdden der Einkreisungsmächte, die die Urheber der Kriegsschuldlüge sind, gegeißelt hatte, betonte er, daß jeder Volksgenosse mit dem Kolonialgedanken vertraut und von der Notwendigkeit des Kolo- nialbesitzes überzeugt sein müsse. Aus aller Wett. Ausstellung „Entartete Kunst" in Frankfurt. NSG. Die Reichsausstellung „Entartete Kunst", die 1937 zusammen mit dem Haus der Deutschen Kunst in München durch den Führer eröffnet wurde, kommt jetzt auf Einladung der Gauleitung vom 30. Juni bis 30. Juli nach Frankfurt am Main. Die Ausstellung ist im Kunstausstellungshaus, Bockenheimer Landstraße 8, täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Heber 700 Bildwerke der Verfallszeit geben Einblick in den kulturellen Zerfall nach dem Weltkrieg. Die Ausstellung umfaßt auch eine eigene Abteilung „Entartete Tlufi £", wo Beispiele atonaler Musik vorgeführt werden. Die Ausstellung wurde bereits in verschiedenen Großstädten von über drei Millionen Volksgenossen besucht. Das Omnibusunglück auf der Großglocknerstraße. Abschließende Feststellungen haben ergeben, daß die Zahl der Toten bei dem Autobus« Unglück auf der Großglocknerstraße 11 betragt. Eine Mitteilung, wonach die Anzahl der Todesopfer auf 17 gestiegen sei, trifft glücklicherweise nicht zu. Die Erhebungen ergaben, daß das Unglück auf Versagen d e r Bremsvorrichtung zurückzuführen ist, die schon bei der Abfahrt von Wien nicht mehr ganz in Ordnung gewesen fein soll. Der Fahrer des Wagens hatte wegen der schadhaften Kupplung auf dem Wege zur Glockner- straße bei einem Mechaniker in Zell am See Haltgemacht. Dieser hatte erklärt, daß er für die Behebung des Schadens 24 Stunden Zeit benötige. Trotzdem hat der Fahrer die Fahrt sogleich fortgesetzt. Der Leiter der Omnibusfirma, Franz Z u ck l i n, der sich nach Heiligenblut begeben hatte, ist dort in Gewahrsam genommen worden. U-Boot „Phönix" in 105 Meter Tiefe aufgefunben? Nach einer Meldung aus Saigon ist es gelungen, das gesunkene U-Boot „P h € n i x" etwa 6 Meilen von der Cam-Ranh-Bai in etwa 105 Meter Tiefe aufzufinden. Die Schleppdampfer, die dis Unglücksstelle mit Grundketten absuchten, glauben, das U-Boot ausgemacht zu haben, da eine der Ketten sich am Grunde festgehakt hat und gerissen ist. Wolkenbruch über München. Am Mittwochabend gingen über ganz Süddeutschland heftige Gewitter nieder, die zum Teil von wolkenbruchartigen Niederschlägen begleitet waren. Don besonderer Stärke waren die Regengüsse in München, wo während einer Stunde eine Nie* derschlagsmenge von 16 Millimeter gemeldet wurde. Dies ist eine Regenmenge, die einem Siebentel bcs gesamten Monatsdurchschnittes entspricht. Die Münchener Feuerwehren mußten in etwa 50 Fallen zu Hilfe eilen, in der Hauptsache zur Beseitigung der vielfach in die Keller eingedrungenen Wassermasfen. Lpd. Am Mittwochabend fand auf der von den Männern des Reichsarbeitsdienstes geschaffenen großen Festspiel- und Feierstätte auf der Loreley die zentrale Sonnwendfeier des Gaues Hessen- Nassau statt. Während sich die Dämmerung über das Rheintal senkte, zogen Tausende von Volks- genossen aus dem ganzen Gau nach der neuen Feierstätte. Es war ein prächtiges Bild, als die Scheinwerfer ihre Strahlen auf die Männer des Arbeits- tungsringes der HI. hervor, die im kommenden Winter wieder weiter ausgebaut werden wird. Daneben steht die Erschließung der eigenen künstlerischen Fähigkeiten, wie sie vor allem auf dem Gebiete der Musik und der Werbearbeit der HJ. Tatsache geworden t. Die diesjährige Reichstagung der HI. nde im November in Dresden statt. Tag der deutschen Kunst. München, die Haupfftadt der Bewegung, rüstet sich mit vollem Eifer, um den Tag der deutschen Kunst zum dritten Male zu begehen. Am 14. Juli wird diese Kundgebung durch die Reichstagung der Kammer der bildenden Künste eröffnet. Am Abend des 15. Juli finden wieder auf allen öffentlichen Plätzen große Konzerte statt, bei denen die besten Orchester und bekanntesten deutschen Dirigenten mitwirken. Am Sonntag, dem 16. Juli, wird die Große Deutsche Kun st- ausfteHung im Haus der deutschen Kunst eröffnet. Die Feier wird der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung sein. Malerei und Plastik werden in den besten Werken zur Geltung kommen. Wie im Vorjahr, so wird auch jetzt wieder ein großer Festzug (2000 Jahre deutsche Kultur) stattfinden, an dessen Gestaltung erste künstlerische Kräfte tätig sind. Der Festzug wird sich durch herrlich geschmückte Straßen der Stadt bewegen und eine große Demonstration kulturellen Schaffens bilden. Die Darstellung des deutschen Heldenliedes auf großen gemalten Gobelins, ferner Darstellungen aus dem zum Reich heimgekehrten Gebieten versprechen eine wertvolle Bereicherung der Motive des Festzuges. Den Schluß des Tages der deutschen Kunst werden wiederum große K ü n ft I e r f e ft e bilden. München wird, wie in den vergangenen Jahren, das Ziel unge- zähler Volksgenossen fein, die eine Veranstaltung miterleben wollen, die wie keine andere die Verbundenheit von Volk und Kunst beweist. Deutsche Kolonialausstellung in Dresden. ® r e 5 b e n, 21. Juni. (DNB.) Di« deutsche Kolo, nialausstellung 1939, die in eindringlichster Werse die Forderung der Rückgabe der geraubten deutschen Kolonien vor Augen führt, wurde durch Gauleiter und Reichsstatthalter M u t f ch m a n n eröffnet. Der Geschäftsführer des Reichskoloniakbundes, ^-Standartenführer Oberst a. D. Peter, überbrachte die $ • dienstes und Arbeitsmaiden in weißen Blusen warfen; Hunderte von ihnen waren auf der riesigen Bühne aufmarschiert. Musik und Lied leiteten die Feierstunde ein. Arbeitsmänner kündeten, wie sie die Feierstätte, ein Denkmal der Arbeit und der Gemeinschaft, geschaffen haben. Ein Führer des Ar- _ , E ,, _ r ।beitsbienftes sagte: Dieser Platz, von gläubiger Ju- tteuerlime gend erbaut, solle ein Sammelpunkt sein für gleich- ’ * , gesinnte Menschen. In Spiel, Wort und Ton solle der Gieuerguischeme. I Im Hinblick auf noch bestehende Zweifel gibt Re- der dankte allen, die an dem Zustandekommen die- gierunasrat Dr. Meuschel vom Reichsfinanz- ses großen Gemeinschaftswarkes mithalfen, befon- ■minifterium in der Deutschen Steuerzeitung einen ders aber den Männern des Reichsarbeitsdrenstes. Ueb erb lick über die einkommen steuerliche Nun sei auf dem sagenumwobenen Felsen der Lore- ISehandlungder Steuergutscheine. Die ley eine Feierstatte entstanden, die nicht nur die •Steuer gut fd) eine I werden sich nur selten in technisch vollendetste, sondern auch die schönste in Der Hand von Privatpersonen besinden, weil sie un- deutschen Landen sei. ' Verzinslich sind und der Vortest der Bewertungs« Freiheit von Privaten nicht ausgenutzt werden kann. ;Lediglich aus Spekulationsgründen werden sie gelegentlich von Privatpersonen erworben werden. So« weit sich bei der Veräußerung Gewinne aus Spekulationsgeschäften ergeben, sind sie nach dem Ern- Stil-äs '£5 in2Ikm3n.St »JbriftaSb 'ÄH ÄÄt« ■ Uartt -u sonb-rn - M« fHiicre Herren und Damen der mnd Auswahl s-r Z-'L^ng den S.nn «rn«r I Gesellschcht^zu tteften ^slegen.^ Aber gerade in der -führt werden. Nach beendeter B->mfs. Aufkiärnngssdi rift en kostenfrei. Kckirn! -Fabrik. Berten - Lidrtedeldt. Ein älteres, tüchtiges 4440D MM bei hohem Lohn sofort gesucht. Senkler, Franks. Str. 30. | Verkäufe | 2 gebrauchte lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo $ermüt;ler Berlages, Berlin- Lichterfelde. 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Eine Blech- schachtel mit 6 Pflasterbinden ist für 50 Pf. in Apotheken, Drogerien und Sanitätsgeschäften erhältlich. laßt nicht locker, bis dos MOhnerayge locker ftfl ELASTOCORN Nr. 143 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 22. Juni 1939 sind Blumen und Mädchenlachen und der rote, glühende Wein? Hier steht der Mensch, der Menschenzwerg ganz in der Gewalt Hephästos'. Hier ist die Schmiede der Welt, die Wett am Anfang: Ur. Wir sitzen am Rande des Kraters und sehen der Rauchfahne nach, die über die dunkle Bucht von Neapel zieht. Derselbe warme Wind, der sie treibt, streicht leise auch über uns hin. Rings um den Golf steigen Städte lichtschimmernd und ruhevoll in die Nacht empor. Da holtest du, Giuseppe, die Mundharmonika aus der Rocktasche und spieltest ein kleines, inniges Lied, damit wir fühlten, daß wir von dieser Erde sind. Lichtspielhaus: „Katja, die ungekrönte Kaiserin." Eine Vorbemerkung zu diesem französischen Film, der hier nachsynchronisiert in deutscher Sprache erscheint, besagt, daß nicht eine historisch getreue Reportage beabsichtigt war: dem Drehbuch liegt vielmehr em Roman der Prinzessin Marthe B i b e s c o zugrunde. Zwar entsprechen die Vorgänge, die hier gezeigt werden, im wesentlichen dem geschichtlich überlieferten Bilde: vorsichtiger könnte man vielleicht sagen, daß sie diesem Bilde nicht geradezu widersprechen. Indessen tritt in der Gestalt des Zaren Alexander II. von Rußland (1818 bis 1881) die politische Persönlichkeit zugunsten des kaiserlichen Liebhabers sehr zurück: die romanhaft-romantischen Elemente des Films können geradezu darin erblickt werden, wie hier das eine durch das andere bedingt ist, wie nämlich die innerpolitisch sehr einschneidenden Reformen Alexanders (Aufhebung der Leibeigenschaft, konstitutionelle Bestrebungen) ausschließlich auf weiblichen Einfluß zurückgeführt werden: nicht seiner Gemahlin, der hessischen Prinzessin Maria Alexandrowna, sondern der Fürstin Dolgo- ruki, mit der er sich nach dem Tode der Zarin (1880) vermählte. Glück und Ende dieser Liebe machen den eigentlichen Inhalt des Films aus: die Geschichte beginnt mit einem heiteren Vorspiel, steigert sich zum romantischen Idyll und endet, zwei Tage vor der Krönung der Prinzessin Katja Dolgo- ruki und der Verkündung der Verfassung, mit dem nihilistischen Attentat im März 1881 und der Ermordung Alexanders. Das alles ist, breit ausgesponnen, keineswegs von Natur filmisch, aber auf eine menschlich liebenswürdige, manchmal heitere, manchmal rührende Weise dargestellt. Die Schauspielerin Danielle D a r r i e u x kennen zu lernen, ist entschieden ein Gewinn. Sie entwickelt diese kleine Katja vom unfertigen Backfisch und enfant terrible zu einer sehr anmutigen Geliebten, die mit großer Naivität, aber mit seinem weiblichen Instinkt einen auch politisch segensreichen Einfluß auf den Zaren ausübt, ihn freilich nur einmal vor einem Attentat zu bewahren vermag. Alexander wird von John Loder gegeben, sehr nobel und sichtlich gewandelt durch das Erlebnis seiner Liebe, nicht nur ein „schöner Mann", sondern auch, mit Katjas Worten, ein guter Mensch. Unter der mit bedeutenden Mitteln arbeitenden Regie von Maurice Tourneur entfaltet sich ein großes, freilich überwiegend repräsentativ wirkendes Ensemble. Immer seien Marie-Helene d ' A st e als Zarin, Georges Flateau (Napoleon III.) und 21 i mos (ein Pariser Arbeiter) genannt. — (Metropa-Film; deutsche Fassung: Lüdtke und Dr. R o h n st e i n.) * Aus dem Beiprogramm: ein Kulturfilm „Geschwindigkeit und Sicherheit" (Flugzeugbau) und ein großer Sonderbericht der Tobis von der Parade der Legion Condor vor dem Führer. Hans Thyriot Hochschulnachrichten. Professor Dr. Heinrich Lüders, lange Jahre Vertreter der Indischen Philologie an der Universität Berlin, begeht seinen 70. Geburtstag. Lüders habilitierte sich in Göttingen, folgte 1903 einem Rufe als Extraordinarius nach Rostock, wo er zwei Jahre später zum Ordinarius befördert wurde. Seine größte wissenschaftliche Leistung ist die Bearbeitung und Herausgabe der in Ostturkestan aufgefundenen Sanskrithandschriften. Seit L. F.Kielhorns Tode, des ausgezeichneten Kenners der grammatischen Literatur der Inder, dessen Schüler er war, gibt Lüders, zusammen mit I. Wackernagel, den „Grundriß der indo-arischen Philologie und Altertumskunde" heraus. Lüders ist Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, korrespondierendes Mit« §lied der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen, nhaber der Friedensklasse des Ordens Pour le mä- rite. Geh. Rot Professor- Dr. B o r st, Ordinarius für Pathologische Anatomie an der Universität M ü n - dien, wurde von der Medizinischen Akademie in Neuyork zum korr. Mitglied gewählt. Geh. Rat Borst begann seine akademische Laufbahn 1897 in, Würzburg, wurde 1904 dort zum Extraordinarius ernannt und ging im gleichen Jahre als Ordinarius nach Köln. 1905 übernahm er den Lehrstuhl in Göttingen, 1907 siedelte er nach Würzburg über und kam 1910 nach München. Gommergewitter zwischen 14uni>12 Uhr. Suni und Zuli sind die Gewittermonate. — Neue Forschungen über den Blitz. Keine Gefahr mehr für die Fliegerei. andere van der Wolke nach oben. Die Letzteren, die sich nach oben entladen, haben keinen Donner im Gefolge. Der Donner ist wesentlich einfacher zu erklären: er ist nichts anderes als der Knall, der bei der Entladung hoher elektrischer Spannungen zustandekommt. Da der Donner die ganze Blitzbahn entlang rollt und der Schall sich mit nur 300 Meter Nach den neuesten statistischen Feststellungen ist für alle deutschen Landschaften eine mittlere Gewitterzahl von 2 5 bis 30 im Jahr errechnet worden. Die weitaus meisten Gewitter entladen sich in den Monaten Mai bis August, die größte Gewitterhäufigkeit tritt in den Monaten Juni und Juli auf. In der Zeit vom Oktober bis März sind Gewitter so selten, daß jährlich nicht einmal eines auf den Monat fällt. In den Monaten Dezember und Januar enttädt sich nur alle 5 bis 10 Jahre ein Gewitter in Deutschland. Wir haben Professor Dr. Linke, den Leiter des meteorologischen Instituts der Universität Frankfurt, den bekannten Gewitterforscher, der vor 30 Jähren den deutschen Gewittermeldedienst begründete, nach seinen neuesten Forschungen befragt. Wie entsteht ein Gommergewitter? Die Wissenschaft unterscheidet zweierlei Arten von Gewittern: das Front- oder Wintergewitter und das Wärme- oder Sommergewitter. Wenn kalte Luftmassen in wärmere eindringen, wenn also das Gleichgewicht der Luftmassen gestört ist, entstehen Front- oder Wintergewitter, die meist nachts auftreten und nicht auf einen Ort beschränkt bleiben, sondern über weite Strecken wandern. Sommergewitter entstehen dadurch, daß die Luft auf der Erde zu stark erhitzt wird, infolgedessen nach oben steigt, in kältere Luftschichten gelangt und hier das Gleichgewicht stört. Dadurch kommt es dann zu Wolken- und Gewitterbildungen. Diese sommerlichen Gewitter treten fast stets in der Mittagszeit zwischen 14 und 17 Uhr auf, wenn die Luft über der Erde die stärkste Erhitzung erreicht hat. Erforderlich für das Zustandekommen eines solchen Gewitters ist eine Temperaturabnahme von einem Grad auf hundert Meter. Die Luft in tausend Meter Höhe muß also um 10 Grad- kälter sein als die Luft auf der Erde. Diese Sommergewitter dehnen sich nach oben in eine Höhe bis zu 10 000 Meter aus. Es ist also einem Flieger unmöglich, diese Gewitter zu überfliegen. Da die Sommergewitter aber nicht ziehen, sondern selten einen Radius von zehn Kilometer überschreiten und am Ort selbst auch wieder absterben, kann der Flieger sie leicht umfliegen. Will der Flieger aber das Gewitter durchfliegen, so gilt für ihn die mittlere Höhe von 2000 bis 3000 Meter, weil unter dieser Höhe meist starke Böen anzutreffen sind. Im Gegensatz zu den Sommergewittern sind die Wintergewitter wesentlich flacher und können überflogen werden. Allerdings sind die Wintergewitter nicht auf einen Ort beschränkt, sondern wandern mit einer Stundengeschwindigkeit von 30 bis 40 Kilometer, so daß der Flieger mühelos dem Gewitter wegfliegen kann. Gewittermeldedienst seit 4909. Als 1909 auf der Internationalen Luftfahrtausstellung in Frankfurt (Jla) Professor Dr. Linke zum erstennmal den Gewittermeldedienst praktisch vorführte und ihn damit begründete, ahnte niemand, welche Bedeutung diese Einrichtung bei der ungeheuer schnellen Entwicklung der Fliegerei einmal haben würde. Heute wird je-des Gewitter von den Gefehrenmeldestellen (Postanstalten, Förstereien usw.) der zuständigen Wetterwarte sofort gemeldet, die es dann auf einer besonderen Karte einträgt und aus den ersten wenigen Meldungen bereits ersehen kann, welchen Umfang das Gewitter hat und in welcher Richtung es sich bewegt. Diese Ergebnisse der Gewittermeldungen werden an alle Flieger weitergegeben, so daß heute jeder Flieger von jedem Gewitter Kenntnis erhält und die Möglichkeit hat, ihm auszuweichen oder es zu überfliegen. Damit hat das Gewitter für die Fliegerei jede Gefahr verloren. Blitze nicht im Zickzack und oftmals ohne Donner. Wohl weiß die Wissenschaft heute, wie der Blitz entsteht, aber wie die elektrische Spannung zustande- kommt, ist bis heute noch ungeklärt. Viele Theorien gibt es, die den Versuch gemacht haben, diese Vorgänge zu erklären. Viele wurden zurückgezogen, korrigiert oder verworfen. Alle sind falsch. Bei dem Zustandekommen der elektrischen Spannung handelt es sich um Vorgänge, die eintreten, wenn aus dem Wasserdampf ein Tropfen wird, also bei der Kondensation. Es kann nur so sein, daß bei der Kondensation Elektrizität frei wird, die vorher schon in dem Tropfen war. So wird also ein Wolke mit Elektrizität geladen. Es ist nun durchaus nicht so, daß alle Blitze von der Wolke in die Erde gehen. Die meisten Blitze entladen sich von Wolke zu Wolke, andere von der Wolke zur Erde und wieder pro Sekunde fortbewegt, also wesentlich langsamer als das Licht des Blitzes, vergeht nach dem Blitz stets eine kleine Spanne Zeit, bis der Donner hörbar wird. Weit verbreitet ist auch der Irrtum, daß Blitze Zickzack-Form haben. Die elektrische Spannung, die sich von Wolke zu Wolke, zur Erde oder nach oben entlädt, bohrt sich stets einen geraden Kanal, den Blitzkanal, durch die Luft. Nur wenn der Blitz eine außergewöhnliche Länge hat — es wurden Blitze bis zu zehn Kilometer Länge errechnet —nimmt der Blitzkanal die Form eines Bogens an. Die eigentliche Entladung dauert nicht länger als Vsoo bis Vooo Sekunde. Wenn wir einen Blitz sehen, werden wir meist den Eindruck haben, daß der Blitz wesentlich länger dauert. Diese durchaus richtige Beobachtung ist so zu erklären, daß in dem gleichen Blitzkanal mehrere, oft viele Blitze hintereinander zur Entladung kommen. So gesehen, verliert der Blitz seinen Schrecken und das Gewitter wird zu einem notwendigen "Naturvorganq, der in der sommerlichen Ueberhitze für Ausgleich sorgt und uns nach dem Aufruhr der Elemente Ruhe und Abkühlung bringt. Mr. SOS-Rufe im Eismeer. Forscherschicksaie im ewigen Eis. — Opfer der Polarnacht. — Was wurde aus der Echröder-Gtranz-Expedition? Weit oben hinter dem Polarkreis, in einer welt- verlassenen Bucht Spitzbergens, sitzt ein pflichtgetreuer Funker Tag für Tag in feiner kleinen Bretterbude und schreibt die Schreckensmeldungen nieder, die ihm der Hörer in die Ohren singt. Da funkte ein Robbenfänger SOS. Aber es kann ihm niemand helfen, denn er treibt irgendwo im Packeis herum. Ein Eisbrecher ist an der sibirischen Küste gesunken: die Mannschaft fordert ein Flugzeug an. Ganz leise wimmern ein paar Morsezeichen aus Grönland. Da fitzen zwei Fangleute an ihrem Kurzwellensender und flehen um Proviant. So geht es immerfort, nur Schlimmes weiß der Draht zu melden. Wie unbarmherzig doch die Arktis ist! Ein rätselhafter Fall. Vor gar nicht langer Zeit ankerte wieder ein norwegisches Fangschiff vor der kleinen Funkstation. Der Kapitän begab sich in das Bretter- Haus, um eine neue Meldung zu geben. Oeftlich von Spitzbergen hatte er eine ebenso unheimliche, wie geheimnisvolle Entdeckung gemacht. In einer Bucht des sagenhaften Nord-Oft-Landes — der Wahlen- berg-Bai — wurden zwei Pelzjäger tot in ihrer verbrannten Hütte aufgefunden. Es handelt sich um zwei bekannte Norweger, die vor einem Jahr nach dem Nord-Ost-Land gebracht wurden, um dort den Winter über Fuchs fang zu betreiben. Jeder Unfall scheint so gut wie ausgeschlossen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß sich im Dunkel der Polarnacht ein ebenso furchtbares wie geheimnisvolles Drama abgespielt hat. Wahrscheinlich sind selbst diese rauhen Nordmänner Opfer ihrer nervenzermürbenden, einsamen Umgebung geworden. Die lange Finsternis und Abgeschlossenheit, der Mangel an Gesellschaft zehrten an ihren seelischen Kräften. Es ist leicht verständlich, daß die Männer einander überdrüssig wurden. Aus der ehemaligen Freundschaft entwickelte sich im Laufe der trostlosen Winternacht bittere Feindschaft. Im jäh aufflammenden Rausch der Polarkrankheit fand die Tragödie ihren blutigen Abschluß. Aber da tauchen neue Rätsel auf. Fast die gesamte Fangausbeute ist verschwunden. Demnach müßten fremde Leute an diesen Ort gekommen fein; aber das ist fast unmöglich, denn im Winter kann kein Schiff sich der Küste nähern. Das aufgefundene Tagebuch enthält keine ungewöhnlichen Mitteilungen. Es wurde bis zum 27. Januar d. I. geführt. Kurz danach muß sich also die rätselhafte Tragödie ereignet Haden, die wohl niemals geklärt werden wird. Die Besatzung des Fangschiffes tat das einzig Mögliche: Sie schaufelte den beiden Pelzjägern ein Grab... Jetzt mahnen nur zwei schlichte Holzkreuze an den geheimnisvollen Vorfall hier oben im ewigen Eis. Das Drama von Quade Huk. Noch schrecklicher verlief ein Unglücksfall auf West- Spitzbergen. Ein Deutscher — Dr. Stoll — war damals Leiter der geophysikalischen Station von Quade Huk. Im Winter 1921/22 wurde hier in der Nähe ein Fangmann vermißt. Dr. Stoll rüstete sofort eine Rettungsexpedition aus. Zwei Leute der Station, erfahrene norwegische Polarfahrer, waren bereit, die Suche aufzunehmen. In einem offenen Ruderboot verließen sie Quade Huk — und wurden von Stund an nicht mehr gesehen. Erst ein Jahr später fand man ihre Leichen. Norwegische Marineflieger entdeckten zufällig auf Nordwest-Spitzbergen die Ueberrefte der verschollenen Hilfsexpedition. Neben den Toten lag das Tagebuch. Aus' den Aufzeichnungen geht hervor, daß die Fangleute in ihrem Boot vom Packeis fortgetrieben wurden. Erst weit im Norden formten sie wieder Land erreichen, ohne jedoch zu wissen, wo sie waren. Der Polarwinter mit allen seinen Schrecken füllt über die hilflosen Menschen her. Um etwas Schutz vor den furchtbaren Schneestürmen zu haben, kriechen die Norweger in eine Höhle. Und während sie drinnen hungern und frieren, fährt an der Küste ein Schiff vorbei. In der Ausgucktonne steht Dr. Stoll und späht voller Sorge nach den Vermißten. Jeder Winkel wird abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Schon hat das Schiff gewendet, da treten die Fangleute aus der Höhle heraus. Sie schreien und winken, schießen ihre ganze Munition in die Luft... Umsonst! Niemand bemerkt sie — es ist zu spät! Der Robbenfänger biegt in eine Bucht und ist verschwunden. Dumpfe Verzweiflung überkommt da die Menschen. Sie wissen, daß es keine Rettung mehr für sie gibt. Ihr Proviant ist aufgezehrt, ditz Kälte hat ihnen die Glieder zerstört. Müde kriechett sie auf ihr Lager, und während Dr. Stoll noch immer die Küste absucht, ereilt sie der Tod. Als man darauf die beiden Leichen fand und Dr. Stoll das Tagebuch bekam, brach er zusammen. Obgleich ihm niemand einen Vorwurf machen konnte, glaubte er doch die Schuld zu tragen. Das düstere Polarland hatte seinen Lebensmut geschwächt. Es wurde ihm zur letzten Ruhestätte. Spurlos verschwunden. Zu den unbekanntesten und rätselhaftesten Gebieten der Arktis gehörte von jeher das wilde, eisgepanzerte Nord-Oft-Land. Pelzjäger, Forscher und Eismeerfahrer sind hier spurlos verschwunden oder auf feit« |ame Weise ums Leben gekommen. Völlig ungeklärt ist noch heute das Schicksal der deutschen S ch r ö d e r - S t r a n z - E x pe d i « tion, die im Jahre 1912 zu einer Schlittenreiss über das Inlandeis aufbrach. Leutnant Schröder- Stranz hatte sich die Aufgabe gestellt, das Innere des fast unbekannten Nord-Ost-Landes zu erforschen, und ließ sich mit drei deutschen Begleitern dicht an der Küste auf dem Packeis absetzen. Man hat nie wieder von den tapferen Männern gehört. Von dem Augenblick an, wo sie das Schiff verließen, blieben sie verschollen. Erst im Sommer 1937 — nach 25 Jahren! — konnte ein verlassenes Lager der Expedition gefunden werden. Doch über das Schicksal der deutschen Forscher ist auch heute nichts Genaues bekannt. Wahrscheinlich wird es nie gelingen, in das Geheimnis dieser düsteren (EisinjeIn einzudringen. Die einsamen Kreuze und verfallenen Hütten an der Küste gemahnen an die vielen nutzlosen Bemühungen und Forschertragödien, die sich still und unbemerkt in den Eiswüsten der Arktis abgespielt haben. Rudolf Jacobs. Fußbodenheizung: Oie Heizung der Zukunst. Die Deutsche Akademie für Bauforschung hielt soeben in Bad Salzschlirf eine Arbeitstagung ab. Die bautechnischen Aufgaben, die der Führer gestellt hat, sind so gewaltig, daß sich dies auch auf den Baustoffoerbrauch auswirken muß und dazu zwingt, nicht nur haushälterisch mit den Vorräten umzugehen, sondern auch völlig neue Wege zu gehen. Hier sieht die Akademie, wie b^ren Präsident Professor Steg.emann erklärte, ihre große Aufgabe. Von besonderem Interesse war deshalb ein Vortrag von Regierungsbaumeister a. D. Brause über die neuzeitliche Fußbodenhei- z u n g. In Anlehnung an Beheizungssysteme der römischen Kaiserzeit wurde unter völliger Abkehr von komplizierten Raumluftheizsystemen eine Um- laufheitzung geschaffen, deren Wärmeträger die Luft ist. Die Wärmeabgabe erfolgt durch die Fußboden-- släche, während als Wärmequelle ein Eisernes Heizregister dient. Der Transport der Wärme geschieht durch Kanäle, die einzeln den Zimmern zugeführt werden und in die Hohlräume der Decken münden. Der Wert der Konstruktion liegt darin, daß Eisen und Holz vollständig gespart werden können, letzteres vor allem dadurch, daß man unter Berücksichtigung der Fußbodenerwärmung statt der Dielen Massivfußboden verwenden kann. Die Heizung selbst hat noch den Vorzug, daß auch eine erhebliche Ersparnis im Koksoerbrauch eintritt. — Weitere Vorträge befaßten sich mit den Verwendungsmöglichkeiten von Leichtbaumetallen im Hochbau und von Kunststoffen im Bauwesen. So werden neue Fußbodenbeläge, Holzfaserplatten und Hartpapierplatten, in der Installation Porzellan und andere Stoffe größere Bedeutung erhalten. Weitere Holzersparnisse im Hochbau wären durch die stärkere Verwendung des Stahlfensters möglich. Notturno im Vesuv-Kraier. Don Werner Schumann. An einem milden Abend brachen wir nach Pug- fiano auf. Wir waren froh, dem Staub und Lärm Neapels entronnen zu sein. Für den Neapolttaner ist es nichts Ungewöhnliches, zum Vesuv hinaufzufahren. Er hat ihn ja jeden Tag, jede Stunde vor Augen, er kennt seine Wandlungen: die steil aufsteigende und sich langsam über Meer und Insel ausbreitende Rauchfahne, die freundlich qualmende Behäbigkeit in ruhigen Zeiten, den rosa glühenden Kamm der Nacht. Und endlich die donnerlosen Gewitter hier oben. Für uns aber war alles neu und erregend schon von Pugliano an, wo wir die Zahnradbahn bestiegen. Die Fahrt fuhrt durch die paradiesisch fruchtbare Campagna felix. Glückliches Gesild! Welch eine Gelassenheit liegt in jenem Wort, das der Vesuv- dewohner für seinen Berghang fand, der Tod und Tränen sah wie kaum ein anderer Landstrich der Erde. Vierzehnmal verbrannte und erstickte Torre bei Greco, das heiter strahlende: vierzehnmal richtete es sich wieder auf aus der Asche der Zerstörung. Aber nun, da kein löblicher Strom zur Tiefe quillt, blüht alles herrlich wie je. Blühender Ginster versperrt uns den Weg, Kakteen und Feigenbäume säumen ihn. Aus den heißen Rebhängen tauchen die schwarzen Köpfe junger Burschen auf; und aus den Olivenhainen treten wiegenden Ganges dunkeläugige Mädchen, schwer beladen mit der violetten Frucht. Hier schwellen die edlen Trauben des rasch berauschenden Lacrimae Christi, hier wachsen die saftigsten Artischocken, die man in jedem italienischen Reiseftuhstucksbeutel findet. So fruchtbar ist uralter Aschenboden. Durch einen Bergspalt leuchtet plötzlich tias Meer mit zierlichen Segeln darauf. Und wie ein Amphitheater erhebt sich in der Tiefe Neapel. Kleine, würfelartige Häuser in Weiß, Tavernen vielleicht oder Alberghi, werden schier erdrückt unter der Last blühender Magnolien. Der Duft ist stark. Langsam versinkt die Sonne im Meer und flammt durch die dunklen Häupter der Pinien. Als der Schaffner kleine, versiegelte Glasröhrchen mit der Aufschrift „Vesuvasche und Lapilli vom großen Ausbruch 1906" von Hand zu Hand wandern läßt, wird die Landschaft von erschreckend toten Intervallen unterbrochen: erstarrte, grau=b'Ieierne Lava, zu Hügeln getürmt oder sich wie Wüsten des Mondes weit ausbreitend, erinnert uns daran, daß wir dem Vesuv langsam näherrücken, Unwiderstehlich hat hier der Tod aus feurigen Zungen den Bergrücken überwuchert, Aus verlassenen Schluchten grinst er uns entgegen. Keine noch so dürftige Pflanze erhebt sich mehr aus den Lava-Panzern. Eine atemlose Stille ist in der Luft. Dort steht das Observatorium, seht, niemals hat es der glühende Schlamm auch nur gestreift. Wenn die Sphären widerdonnerten von der Gewalt der Eruption, die Erde sich hemmungslos erbrach und am Saume des Berges Dörfer und Menschen verkohlten, saß hier noch ein Gelehrter über dem Seismogramm. Noch einmal müssen wir umsteigen, in die Drahtseilbahn. Und während tiefunten auf der blauen Fläche des Wassers winzige Segelschiffe sich schneckenlangsam bewegen und wir von oben schon dumpfes Grollen zu hören meinen, trillert hier ein einbeiniger Riese auf zwei Fingern fein einziges Lied: Santa Lucia... Es find die letzten beklemmenden Minuten. Niemand spricht mehr. Wie wir der Bahn entklettern, trennen uns noch sieben Minuten schmalen, ansteigenden Pfades vom Kraterrand. Das unterirdische Rumoren ist nun ganz nah, anschwellende und abklingende Wirbel der Erderschütterung. Der Himmel hat die tiefe, angedunkelte Bläue vor der Nacht. „Der Vesuv!" sagt eine ehrfürchtige, gedämpfte Stimme neben mir, nichts weiter. Was gäbe es auch hier zu schwatzen? Dann erbietet sich ein Führer, ein guida, mich sicher angefeilt hinabzuführen in den Kraterschlund. Mit jedem Schritt, den es abwärts geht in den 200 Meter jäh abstürzenden Krater, wahrhaft höllentalwärts, wächst die Schwüle, wird zur Hitze, zum flimmernden Luftbad; wachsen die donnernden rhythmischen Entladungen aus der Tiefe des Eruptionskegels im Kraterschlund, die Gestein im Innern lossplittern, das durch den ungeheuren Druck zersprengt in feinen Körnchen auf uns niederregnet. Mit dem entschwindenden Tageslicht wird auch das Feuer des unablässig brodelnden Rauchs sichtbar, einer Feuersbrunst ähnlich, die den Nachthimmel mit flammenden Schwaden füllt. In wahrer Backofenhitze springen wir vorsichtig von Lavaplatte zu Lavaplatte, dih wie große Schildkrötenpanzer den Kraterboden bedecken. Wir gleiten über Schwefelballen, die noch unter dünner Schale glühen und aus vielen Spalten dampfen. In der Nähe des Auswurfshügels quillt ein breiter Lava- ftrom aus den harten Schollen und versickert in unzähligen Spalten und Riffen. Der Donner ist ohrenbetäubend. Schwefeldampf kitzelt die Nafe. Und wenn wir uns gegenseitig ins Gesicht schauen, zieht der Höllenschein flackernd drüber hin. Wo ist der Himmel, der blaue, fternüberfäte Himmel des Südens? Wo find die Menschen? Wo Aus der Stadt Gießen. Ser Mumm. Der Mumm ist eine von den Gaben, die alle forschen Jungen Haben, und staunend sieht's das Publikum und sagt: Derfl... — der Kerl hat Mumm! Der Mumm ist was, das muß man zeigen. Das Haar muß dir zu Berge steigen, braust du hinein in den Verkehr so ähnlich wie die Feuerwehr. Als Autler mußt du überholen, den Schutzmann mußt du schwer verkohlen, mußt Haltezeichen übersehen, mußt überhaupt aufs Ganze gehen. Vor allen Dingen aber hat man diese Pflicht per Motorrad. Da mußt du hin und wieder knallen, daß alle auf den Rücken fallen. Du mußt mit deiner Hupe bellen, besonders an den Haltestellen, und dann mit achtzig drum herum, krach — bauz und Vollgas. — Das ist Mumnß. Als Radler ist das nicht zu machen, da gibt es aber andere Sachen. Wenn Autos um die Trambahn schlängeln, mußt du dich schnell dazwischendrängeln. Du kannst auch mal zu vieren fahren, um deinen Mumm zu offenbaren, kannst Kurven schneiden und dergleichen. Wer Mumm hat, gibt kein Richtungszeichen. Hat jemand weder Rad noch Wagen, braucht er trotzdem nicht zu verzagen; denn auch zu Fuß in allen Zeiten gibt es zum Mumm die Möglichkeiten. Man läuft den Autos ins Gehege, benutzt zu Fuß die Radfahrwege. Die Straßenbahn kommt mit Gebrumm, hopp — hopp — hinauf! Das nennt man Mumm! Will man nun noch mehr Mumm besitzen, dann muß man kräftia einen blitzen, und dann im Zickzack schief und krumm rin ins Vergnügen. — Das ist Mumm! Ein Friedhof wird dann eingerichtet für Helden, die der Mumm vernichtet, und staunend liest das Publikum am Leichenstein: Er starb mit Mumm! Oculus. Zeppelin-Landung in Gießen. Voraussichtlich am 30. Juli. Der Bevölkerung unserer Stadt steht für den Sonntag, 30. Juli, ein besonderes Erlebnis bevor. In den vergangenen Tagen wurden zwischen dem Städtischen Verkehrsamt, der Fliegerhorstkomman- dantur und der ZeppelinMeederei in Frankfurt a.M. Verhandlungen geführt, mit dem Ziel, in Gießen eine Landung des Luftschiffes LZ 130 „Graf Zeppelin" zu ermöglichen. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht völlig abgeschlossen, es besteht jedoch die Aussicht, daß sie zu einem erfolgreichen Ende geführt werden. Die Zeppelin- Landung soll nach einigen Manöoern, die unmittelbar über den Zuschauern ausgeführt werden sollen, gegen 17 Uhr erfolgen. Feier der Sommersonnenwende auf dem Trieb. Eine erhebende Stunde. - Bekenntnis zu Volk und Vaterland. Gestern abend leuchteten auch über unserer enge- ren Heimat die Sonnwendfeuer. Die Partei mw ihre Gliederungen veranstalteten auf dem Trieb die diesjährige Sommer-Sonnwendfeier, die sich zu einer erhebenden und eindrucksvollen Stunde gestaltete. Der warme Sommerabend begünstigte die Feierstunde, zu der sich neben den Angehörigen der Partei und ihrer Gliederungen auch viele Volksgenossen eingefunden hatten. Schon als die Jugend anmarschierte, als die Studenten mit ihrer Fahne Aufstellung nahmen, herrschte reges Leben. Sehr zahlreich war auch die Schutzpolizei, soweit sie dienstfrei war, angetreten. Manch schönes Bild bot sich dar, als aus dem Dunkel der Bäume in der Kaiserallee die Hakenkreuzbanner sich abhoben, die die Politischen Leiter mit sich führten. Nach einer Weile klang dann auch der Marschrhythmus der SA.-Kolonnen die Straße herauf. Dor der Dolkshalle, zu beiden Seiten des Rednerpultes nahmen sie Aufstellung. Die Fahnen bildeten eine breite Front. Im weiten Viereck aufmarschiert standen Hitler-Jugend und der BDM. Als zur festgesetzten Stunde der Hoheitsträger der Partei, Kreisleiter Backhaus, erschien, konnte ihm der Führer der SA. mit der Aufstellung der Formationen der Bewegung eine große Anzahl Volksgenossen zur Feier der Sommersonnwende melden. An der Feier nahm auch der Kreisstab der NSDAP., Oberbürgermeister Ritter und zahlreiche Offiziere der Wehrmacht teil. In den stillen Abend hinein klang der Sonn- wendruf des Musikzuges der HI. Ein Führer der SA. gab einen Dorspruch wieder, der mit den Worten ausklang: „Du heilig Deutschland sollst ewig sein!" Fanfarenstöße gaben das Zeichen für die aus den vier Himmelsrichtungen anmarschierenden Fackel- ttägern der HI., die sich um den Holzstoß scharten und mit wechselnden Feuersprüchen dem Sinn dieser Weihestunde Ausdruck gaben. Ein Sprecher der SA. erinnerte an die Grenzwacht in Ost und West und gab dumit das Feuerzeichen. Während der Holzstoß entzündet wurde, erklang, vom Musikzug der SA. angestimmt, das Lied „Flamme empor". Sodann hielt Kreisleiter Backhaus folgende Feuerrede: „Wiederum sind in unserem großdeutschen Vater- Land überall auf den Bergen und Höhen Feuer entzündet worden, und wiederum haben sich überall deutsche Menschen unter dem schweigenden Heimathimmel um diese Feuer versammelt, wie das unsere Vorfahren in der Vergangenheit ebenfalls getan haben. Diese Sonnwendfeuer sollen uns immer wieder daran erinnern, daß ein ewiges Werden und Vergehen als unumstößliches Gesetze des ewigen Schöpfers besteht. Es soll uns aber auch ermahnen, eine große und herrliche Pflicht zu erfüllen, nämlich, das Leben zu bejahen und zum Einsatz für die Unvergänglichkeit unseres Volkes zu bringen. Und wenn vor unseren Augen die Glut auflodert, dann soll dieses Licht in unsere Herzen eindringen und soll den unverlöschiichen Glauben an Deutschland hineinbrennen. Wie wir hier unter dem nächtlichen Himmel uns um das lodernde Feuer versammelt haben, so haben es auch unsere Ahnen gleichermaßen getan. Sie haben von dem Feuer aufgeblickt in die Unendlichkeit des Sternenhimmels und haben die Gottheit verehrt, die ihnen die Gnade des Lebens geschenkt hatte. Sie wußten um die Erhabenheit der Schöpfung und sie verehrten die Gottheit im Werden und Wachsen der Natur, im Wehen der Winde, im Wandel der Wetter und in allen sonstigen Erscheinungen des Lebens. Das war zu einer Zeit, als unsere alten Vorfcchren noch nicht angekränkelt waren Don dem Mischen Glauben, als sie noch nichts wußten von Moses und Abraham und all dem artfrenü>en, was in das deutsche Volk hineingetragen wurde. Ihr Gotteshaus war das Himmelszelt mit seiner Unendlichkett und in allen Vorgängen der Natur sahen sie die große Gottheit des AusrufzumGießenerC>tudententag1939 „Die örllichen Studententage haben Mark- und Meilensteine, Augenblick der Sammlung und Aktivierung der Kräfte zu sein in unserem Ringen um eine politische, nattonal- sozialistische Hochschule, in der die studentische Jungmannschaft mitverantwortlich für die gesamte Erziehung und als nationalsozialistischer Stoßttupp organisch verankert ist." Dr. Gustav Adolf Scheel. In diesen knappen Worten hat der Reichsstudentenführer den örtlichen Studententagen ihr Ziel gegeben. Sie werden Tage der Sammlung und Tage der Rechenschaft des Studententums barstellen. Darüber hinaus werden sie Marksteine sein auf dem Weg zur politischen, nationalsozialistischen Hochschule. Sie sind damit eindeutig politisch ausgerichtet, und diese Ausrichtung zeigt auch klar den Unterschied zwischen den Studententagen und den vom Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung festgesetzten Hochschulwochen oder Hochschultagen. Während letztere die Aufgabe haben, an diesen Tagen allen Volksgenossen zu zeigen, wie und was die Hochschule arbeitet und somit hauptsächlich die Anerkennung für die Arbeit der Hoch- schule in den breiten Schichten gewonnen werden soll, ist es Aufgabe der örtlichen Studententage, immer klarer und eindeutiger Form und Gestalt der politischen Hochschule zu entwickeln. Jeder Altakademiker erinnert sich noch lebhaft an viele der großen Studentenfeste der einzelnen Universitätsstädte. Sie waren Festtage der Hochschule und der Studentenschaften, vor allem aber Ehrentage und Stiftungsseste der einzelnen studentischen Verbindungen, und stellten Höhepunkte im studentischen Leben der älteren Generation dar. Wie auf dem gesamtstudentischen Gebiet hat die nationalsozialistische Revolution auch auf dem Gebiet der kulturellen Erziehung auch einen neuen Tatbestand geschaffen, neue Richtlinien aufgestellt und damit auch die Gestalt der örtlichen deutschen Studententage gewandelt. Im Jahre 1938 wurde der Gießener Studententag zum ersten Male in diesem Sinne durchgeführt. Der Gießener Studententag 1 9 3 9 wird in den Tagen vom 6. bis 9. Juli die neue Zielsetzung und das nationalsozialistische studentische Wollen noch auf breiterer Basis durch machtvolle Kundgebungen zum Ausdruck bringen. germanischen Menschen und sie waren genau so mie mir erfüllt von einer großen Sehnsucht und von einem unendlichen Glauben. Denn in ihren Adern floß das gleiche Blut wie in unseren. Sie fühlten im Werden und Wachsen draußen in der Natur genau wie wir das Geheimnis der Ewigkeit. Ist unser Sein nicht eine wunderbare Bestätigung für den unendlichen Glauben jener längst vergangenen Geschlechter? Und wenn wir vom Gipfel eines Berges oiefes wundervolle Land überschauen, und wenn mir überall auf den höchsten und schönsten Punkten unserer Berge die alten Burgen emporragen sehen, dann wissen wir, daß dies der Ausdruck chres Glaubens und ihres Schaffens und ihrer Liebe zu ihrer Heimat gewesen ist. Solanas sie diesen Glauben besaßen und der Stimme ihres Blutes folgten und nicht fremde Einflüsse diesen Glauben zerstörten, standen sie zusammen und waren unüberwindlich gegen alles, was über sie hereinbrach. Als dann aber dieser Glaube durch fremde Einflüsse erschüttert und zerbrochen wurde, da kam die Zeit des Niedergangs und der gegenseitigen Mißachtung, und da verlöschten auch die Feuer der Sonnwende auf den Bergen. Und die ewigen Gesetze der Gottheit, die sich draußen in der Natur dem deutschen Menschen offenbart hatten, waren nicht mehr Richtschnur und Lebensgesetz unserer germanischen Vorfahren. Wir wissen aber auch, daß der alte germanische Glaube und die Stimme unseres Blutes nimals vollständig verlöscht werden konnten, sondern daß sie im Kern unseres deutschen Volkes erhalten geblieben sind, und daß große deutsche Männer, ob bewußt oder unbewußt, diese Gesetze immer wieder als Richtschnur ihres Handelns herausgestellt haben. Unendliches Leid und viele Widerstände galten zu überwinden, bis das deutsche Volk in seiner Gesamtheit sich zum Echten, zum Wahren und zum Ewigen zurückgefunden hatte. Und wenn mir nun wiederum um die lodernde Flamme uns versammelt haben, dann wollen wir alle die deutschen Menschen grüßen, die in den stillen Gräbern ruhen in Flandern und in den Karpathen; wir wollen grüßen alle die, die der Glaubt an die Ewigkeit ihres Volkes niemals verlassen hat. Und so werden an dieser Stätte und zu dieser Stunde unter diesem Himmel auch dereinst unsere Söhne und Enkel vor den sprühenden Flammen stehen und dankbar und stolz bekennen, welch' große Gnade das Leben ist. Wir wissen nicht, welches Schicksal ihnen einst zuteil merden wird, und dennoch brennt in unseren Herzen jede Faser von dem Wunsch und dem Willen, daß sie sein mögen wie wir, daß sie denken und fühlen mögen wie wir, daß sie sprechen und schaffen und stolz und tapfer sein mögen wie wir es in den Jahren unseres Lebens und unseres Kampfes gewesen sind. Und unser heiliger Wunsch und unser stolzer Glaube kann nur der sein, daß auf diesem großdeutschen Raume, auf dem wir leben, für alle Zeiten nur Menschen unseres Blutes leben werden; daß niemals dieses unser Volk zugrundegeht und vernichtet wird, und daß andere Menschen, die nicht von unserer Art sind, dieses Land bewohnen. Ja, das ist die heißeste und tieffte Sehnsucht, die wir alle haben. Und deshalb soll dieses Feuer und die Flamme, die uns in dieser Stunde entgegenschlägt, geweiht sein von dem trutzigen Geist, der deutsche Menschen stets erfüllt hat. Er soll uns seine Glut ins Blut hineinbrennen, daß er das Unterpfand für das ewige Leben unseres Volkes bildet. Fackelträger dieses f in ülann wie tauend ändert Roman von Konraö £rani Copyright by Carl Ouncker Verlag, Berlin ^35 22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Da richtete sich Irmgard auf, zog mit unendlicher Vorsicht den Briefbeschwerer aus dem Spalt, klemmte rasch den Fuß dazwischen und schob den Geheimschrank auf. Die Angeln waren gut geölt. Es war still wie im Grab. Nicht so entsetzliche Dinge denken, Mädchen! befahl sich Irmgard. Nicht an Tod und Gräber — nur an das Leben und die Flucht. Jetzt rauschte Wasser in ein Tongefäß — und Irmgard zwängte sich durch die Geheimtür, zog sie hinter sich zu. Sie horte genau das Einschnappen des Schlosses ...Ob Nase es auch gehört hatte? Mit zitternden Händen tastete sie nach dem Lichtschalter. Um Gottes willen! Würde sie ihn nie finden? Da rechts war er, sie wußte es ganz genau! Sie mußte Licht haben. In der stockfinsteren Kammer fand sie sonst die Tür nicht und würde über den Tisch fallen. Ein Schrank konnte auf sie stürzen — und dann war der Zwerg schon hinter ihr, der Zwerg, der feiner war ... Licht! Licht! Endlich hatten die Finger den Schalter ertastet, es war eine furchtbare Qual, ihn anzudrehen ... Vielleicht war die Geheimtür schon offen, und Nase stand dicht hinter ihr. Grinste und hatte einen Revolver in der Hand. Schritte im Laden, sie Hangen dumpf, aber waren kicht zu verkennen. Mit drei Sprüngen war Irmgard bei der Tür, sprang wieder zurück. Sie mußte die Tür verbarrikadieren. Sie hatte ja Zeit. Bis Nase den Mechanismus ausgelöst hatte, mußte sie ein Hindernis vorgeschoben haben. Sie zerrte mit Riesenkräften an einem Schrank. Langsam gelang es ihr, ihn vor die Tür zu schieben. Da erst fiel ihr ein — die Tür schwang ja nach dem Laden zu auf. Sie konnte sie nicht verbarrikadieren. Nun schluchzte sie laut auf. Wozu still schweigen, wenn er schon hinter ihr her war. Kühl legte sich die Klinke in die heiße Hand. Sie zerrte. Die Tür rührte sich nicht. Ruhig Blut! Du darfst schreien, schreien dar ft du, soviel du willst — vielleicht hört dich jemand — aber du mußt gefaßt und gesammelt die Klinke untersuchen. Sie wagte nicht, sich umzudrehen. Wenn sie ihn sah, den Bösen, den Feind — dann konnte sie nicht mehr denken, dann mußte sie wieder versteinert warten, was er ihr antat. Sie drehte an dem Knaus, sie drückte daran. Und die Tür gab nach ... Hinter ihr eine scharfe Stimme. „Halt! Bleiben ©ie stehen!" Aber die Tür war offen, und auf schluchzend sprang das Mädchen hinaus. Die Tür fiel zu — aber in wenigen Sekunden hatte er sie geöffnet. Ihn kostete es keine Mühe ... und sie stand in einem finsteren Flur. Wohin laufen? Rechts? Links? Ihre Hand berührte eine kalte, staubige Mauer. Sie horchte. Ihre Augen bohrten sich in die Dunkelheit. Nach links zu! Dort schimmert schwach Helligkeit auf. Draußen dämmerte es ja noch, nur hier war es dunkel wie im Grab. Das Mädchen flog schluchzend durch einen ftn» ' teren Flur, Schritte hinter ihr, rasche Schritte. Ja, ie hatte recht gehabt, sie kam der Helligkeit näher. Ein Hof mußte es fein. Und in einem Hof waren Menschen, Fenster gingen auf einen Hof — und in den Fenstern lagen Menschen. Krach! Sie flog der Länge nach hin, raffte sich auf... Worüber bin ich nur gefallen? Was war bas? Ein Sarg! Irmgard stand der falte Angst- chweiß auf der Stirne. Die Schritte kamen immer näher. Ich darf nicht meinen, ich darf nicht mucksen, lamit er mich nicht hort... befahl sie sich. Ich bin schon im Nachbarhaus. Im Haus der Sargtischlerei. Aber sie konnte ihr mildes Schluchzen nicht unterdrücken. Sie sprang in den Hof... Bretterstöße... Hobelspäne... Unter einem Schutzdach halbfertige Särge. Das war kein richtiger Hof, das war ein vergessener Winkel, in dem für den Tod gearbeitet wurde. Wie ein Drachenmaul öffnete sich ein anderer Flur. Irmgard hastete darauf zu. Ihre Knie zitterten. Lange hielt sie es nicht mehr aus — und die Schritte waren so nahe. Er sprach kein Wort, er verfolgte sie still wie der Tod. Wenn er sie nun anrufen würde — sie würde stehenbleiben und sich nicht rühren können. Aber weil er schwieg, lief sie weiter. Licht! Der Flur war plötzlich hell. Der Feind wollte aus dem Hof in den hellen Flur springen. Sie spürte es. Bis drei zählen... eins, zwei drei... Dann hat er mich an der Gurgel. Legten sich die harten Hände schon um sie? Irmgard lehnte geschlossenen Auges an der kalten Mauer. Sah nichts, wollte nichts sehen. Aber sie horte die Stimme, die Stimme Madeleines: „Wenn Sie einen einzigen Schritt tun, schieße ich!" Irmgard riß die Augen auf. Da stand Madeleine und hielt einen Revolver in der Hand, dicht hinter Madeleine stand Hilde — und ein Schatten wich in den Hof zurück. Verschwand... Da sank Irmgard lautlos zusammen. Sie war zum erstenmal in ihrem Leben ohnmächtig geworden... XVI. Eineinhalb Stunden später strahlte die Wohnung und der Antiquitätenladen des Heinrich Nase im hellsten Licht. So lange hatte es gedauert, bis Madeleine die schluchzende Irmgard ins Hotel geschafft und die Behörde informiert hatte. Und bis letztere mit viel Energie sich für den seltsamen Zwerg interessierte. Irmgard war bald zu sich gekommen. Und als sie im Hotel auf einer bequemen Couch lag, war ihr erstes Wort: „Ich habe furchtbaren Hunger!" Da wußte Madeleine, daß dem Mädchen an Leib und Seele kein Schaden zugefügt morden war. Es dauerte nicht lange, und Irmgard fing an, sich sehr groß und wichtig vorzukommen. Ihr Selbstgefühl stieg, als ein Kriminalbeamter mit klugen, grauen Augen erschien und sich für ihr Abenteuer ungemein interessierte. „Wenn ich einen Revolver gehabt hätte", renommierte sie, „bann wäre ich gar nicht baoongelaufen. Ich hätte »Hände hoch!' geschrien und chn gefesselt," „Seien Sie sehr froh, Fräulein Turach, daß Sie keinen Revolver gehabt haben!" schmunzelte der Kriminalist. „Er hätte binnen dreißig Sekunden Ihren Revolver gehabt... und wahrscheinlich wäre es Ihnen nicht gut bekommen." Irmgard machte verwunderte Augen. „Er hätte nicht daran gedacht, die Hände hochzuheben, da er sich völlig darauf verlassen hätte, Sie würden doch nicht schießen", erklärte der Kriminalist. „Es ist nicht jedermanns Sache, einen Menschen abzuknallen." „Warum ist er sofort verschwunden, als Madeleine ihn bedrohte?" warf Hilde ein. Sie war für die Schwester gekränkt. Ein nachdenklicher Blick streifte Frau Jlkes schöne, klare Züge, ihre dunklen Augen und ihre feste Hand. „Ihr hat er geglaubt? daß sie schießen — und wahrscheinlich auch treffen wird", meinte der Beamte. Irmgard kam sich zwar erniedrigt und beleidigt vor, aber da sie mit Genuß in ihr Schinkenbrot biß, mar der Kummer über die Geringschätzung offenbar noch erträglich Nachdem der Beamte alle Aussagen getreulich zu Protokoll genommen hatte, stand er auf. „Jetzt werde ich mich schleunigst auf den Schauplatz Ihrer Abenteuer begeben", sagte er. „Ein paar von unseren Leuten sind schon unterwegs ober bereits an Ort und Stelle. Hoffentlich haben sie ihn noch erwischt." Zwei Wachleute und der Kommissar hatten an der Wohnungstür geklingelt, sie hatten gegen die Tür, die vom Nachbarhaus in die Kammer führte, gepoltert. Die Wohnung blieb still und dunkel. Dann brachen sie die Tür auf, die offizielle Tür sozusagen; denn die zweite war mit Stahlplatten verstärkt und wäre eine recht harte Nuß gewesen. Die Wohnung war leer. Eine Kanne mit Tee, sie fühlte sich noch lauwarm an, stand auf dem Tisch. Daneben ein Teller mit Butter, Wurst und Käse. „Ein sehr bescheidenes Essen für einen Mann, der Stoße von Banknoten im Schrank liegen hat", brummte der Kommissar und machte sich daran, den Geheimschrank zu untersuchen. Es fand sich kein Geld, das unbeschriebene Briefpapier war verschwunden und die Briefschaften desgleichen. Drei Mappen mit Zeichnungen lagen im selben Fach, das Irmgard genannt hatte. „Was machen mir mit dem Zeug?" fragte der Polizist. „Im Zimmer findet sich nur der übliche Kram. Nichts Auffälliges ... Jetzt gehen mir an die Kammer." „Ich habe unseren Kunstsachverständigen heraustrommeln lassen", grinste der Kommissar. „Der soll auch einmal schmecken, wie es lut, wenn man die halbe Nacht auf den Beinen ist. — Außerdem übernehme ich ungern die Verantwortung für Dinge, von denen ich überhaupt nichts verstehe. Vielleicht fällt dem etwas auf." Die staubigen Schränke der Kammer enthielten — sauber geordnet — alte Stoffe, Schnitzereien, Bie- dermeiergläfer. „Das ist offenbar ein Warenlager", meinte der Wachmann, und seine globigen Fäuste drehten achtsam ein Meißner Porzellanfigürchen in der Hand» „Nur feine Müdigkeit vorschützen!" sagte fein Kamerad und stöberte mit ungebeugter Energie eine Kommode durch. Ganz obenauf lag ein in Zeitungspapier gehüllter Gegenstand. Der Schutzmann wickelte ihn aus. „Ob das auch zu seinem Warenlager gehört?" Seine Augenbrauen drückten Mißbilligung und Erstaunen aus. Er schwenkte einen ab gebundenen Gummischlauch, der mit Bleischrot gefüllt war, in der Hand. „Ein gut funktionierender Totschläger ..." „Wickeln Sie ihn gleich wieder in das Papier ein", befahl der Kommissar, „wir werden chn in aller Ruhe und Gründlichkeit untersuchen." Gleichzeitig mit dem Inspektor, der Irmgard vernommen hatte, tauchte ein sehr übelgelaunter älterer Herr auf. „Wozu Bilbheim mich von einer Bridgepartie losgerissen hat, mit roher Gewalt! das weiß auch kein Mensch außer ihm selber", schimpfte er. „Es hätte sich wahrscheinlich bis morgen früh gehalten." „Arbeit macht das Leben süß, Herr Doktor", lächelte Bilbheim unb schob ihm die Mappen mit ben Zeichnungen zu. „Ich wäre Ihnen für eine genaue Bestandsaufnahme verbunden. Alles, was in dem Geheimschrank des merkwürdigen Herrn Nase liegt, ist für mich von größtem Interesse." Doktor Werner setzte sich knurrend an das Pull und betrachtete das Blatt, das obenauf lag. Es war eine herrliche, ausgezeichnet erhaltene Dürer-Zeichnung. Da glänzten die Augen des Kunstsachoerständigen hellauf. Und er versank in staunende Betrachtung all der Schönheit. Doktor Werner war im Herzen ein Sammler, wenn ihm auch sein Einkommen starke Beschränkung auferlegte. Nicht einmal bas Hämmern unb Rumoren in der Kammer störte ihn. Nach der Entdeckung des Totschlägers hatte Bildheim alle übrigen Aufgaben zur Seite gestellt. Diese fensterlose Kammer verdiente seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Er wippte nachdenklich auf den Zehen. Stutzte. Wippte nicht bas Brett im Fußboden mit? Er kniete nieder und tastete die schmierigen Bretter ab. „Geben Sie mir rasch eine Zange!" befahl er. Dann zog und zerrte er an den Nägeln. Die Bretter wurden losgemacht, unb vier Männer knieten neben einem Loch, nein — neben einer Schicht, die aus einer weißen Masse bestand. Sie hob sich deutlich von dem andern Erdboden ab. „Das ist Kalk, gelöschter Kalk", murmelte Bilbheim. „Unb diefer Teil des Hauses ist nicht unterkellert.." Sein Kollege Hauser hatte die Zange gepackt unb hämmerte sacht auf die bröckelnde Masse. Er hatte eine Stelle entdeckt, die ihm nicht gefiel ... Dann packte die Zange einen Tuchfetzen ... Die Kriminalisten betrachteten ihn lange, „Das ist ein Teil von einem Herrenrock", sagten sie plötzlich wie mit einer Stimme. Unb singen fieberhaft zu arbeiten an. „Vorsicht! Achtung!" wiederholten immer wieder die Beamten. Ein Bettlaken war auf bem Boden ausgebreitet, darauf würbe jeder Tuch- lappen, jeder Knopf — unb alles, was sie sonst noch fanden, gelegt ... Sie hatten ein Grab entdeckt. Ein Grab mit einer Leiche. Spargel, 1. Sorte 54, 3. Sorte 33, Erbsen 28 bis 33, Arbeit und mauern Warnung vor Kopplungsverkäufen. Reue Tarifordnung für Groß- und Einzelhandel Bedarf deckt. Die Hausfrau muß wissen, daß sie es nicht nötig hat, zuerst oder zugleich andere Waren zu kaufen, um bei ihrem Kaufmann den Anteil an einer knappen Ware zu erhalten. Sie soll aber nicht mehr verlangen, als der Kaufmann ihr geben kann, ferner mckß jeder Versuch unterbleiben, den Kaufmann zu verleiten, ihr von einer knappen Ware mehr als ihren Anteil zu verabfolgen. Eine solche Bevorzugung ist ungerecht, weil sie immer nur auf Kosten eines anderen Volksgenossen möglich ist. bäumen traten hier und dort zerfallene und von Lauberüe überdeckte Mauerreste mit Mörtelstacken zutage. Niemand hatte sich aber bis jetzt darüber Gedanken gemacht, welche Bewandtnis es wohl mu diesen Trümmern haben könnte. Auch zahllose Wanderer haben, nicht geahnt, daß sie kurz nach dem Durchschreiten des lieblichen Salzbodetales bei der Schmelzmühle einen Weg nahmen, der zum Teil einmal vor tausend Jahren als Aufgangsweg zur Karollngerburg gedient hatte. An den Ringmauerresten und ehemaligen Wallgräben, die der jetzige Weg durchschneidet, gingen sie achtlos vor- Gemeinschastsabend Zrauenschast/Frauenwerk Gießen-Süd itäg, 22. Juni, in allen Ruhe und Sicherheit für unsere Arbeit geschenkt geistiger Frische hat. Zu später Abendstunde wurde die Rückfahrt Der hochbetagte | nach Gießen angetreten. Geistes zu sein, das sei unserem Leben die höchste | Erfüllung, Flamme zu sein für das ewige Feuer für unser Volk, das sei unsere höchste Pflicht. Und diese Plut, die in dieser Stunde unsere Herzen erfüllt, die einst der Beste der Nation entfacht hat zu neuem fielen, wollen wir nähren und mehren, damit sie zu einer lodernden Flamme in unserem ganzen Volk wird und den unerschütterlichen Glauben an Deutschland hineinbrennt in jedes deutsche Herz. Das sei die stolzeste Aufgabe unseres Lebens. Und wenn wir dann einst nicht mehr wandeln auf dieser Erde, wenn Generation auf Generation nach uns kommt, und wenn sie sich dann in gleicher Weise um diese Feuer versammeln, um dem Schicksal zu danken, dann können sie stolz auf uns sein, daß wir der großen Zeit der größten Schicksalsentscheidung unseres Volkes und des größten Deutschen, Adolf Hitler, würdig gewesen sind. Dann soll in ihren Herzen unser Geist unsterblich mahnen und in ihnen ein ewiges Feuer sein und sie entflammen zu der urewigen Pflicht und dem heiligen Glauben, daß Deutschland, unser Volk und sein tapferes, be- über. _ . r, . Dr. (Zürich, der sich um die Erforschung des geschichtlichen Wegenetzes sowie der dazu gehörigen Straßenkastelle in Hessen sehr verdient gemacht hat, blieb es vorbehalten, durch seine Grabungen Licht in das Dunkel der Vergangenheit des Gronauer Schloßberges (nach dem dicht neben der «chrnelz- mühle liegenden Gronauer Hof benannt, auch die Bauern der umliegenden Dörfer benennen diesen Teil des Salzbödetales die Gronau) zu bringen. Er stellte fest, daß hier unmittelbar an der durch zahlreiche Wegerinncn kenntlichen frühgeschichtlichen aro- Ken Oberhefsischen Süd-Nord-Straße, die von Butzbach " — . . ____ V ... nfhnrror Im festlich geschmückten Raum fand am Dienstag ein Gemeinschaftabend der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks der Ortsgruppe Gießen- Süd statt, der der feierlichen Verabschiedung der langjährigen Ortsgruppenleiterin Frau Schön und der Einführung der neuen Ortsgruppenletterln Frau Kranz gewidmet war. Der Spiel- kreis der NS.-Frauenschaft und des Frauenwerks machte den Abend zu einer Feierstunde. In Ver- M ÜK falt jünMriL-, mühMlle Weit und b«-'Mldes heMuWd, L-mMn dem Gronauer qo, und der Schmelzmühle in einer Furt die Salzböde überschreitend und dann auf den Höhen über Niederwalgern sowie westlich Marburg (hier Wein-, d. h. Wagenstraße benannt) nach Wetter und Frankenberg weiterlaufend, ein geräumiges Straßen- kastell' bestanden hat. Keine Urkunde überlieferte uns etwas über das ehemalige Bestehen derartiger Bauten, so daß alles Wissen darüber aus der Spatenarbeit geschöpft werden muß. Man hat es, wie der Ausgrabungsleiter auf Grund von Dergleichen mit ähnlichen Anlagen sowie durch die Art der bei den Grabungen vorgefundenen Topfscheroen festgestellt hat, zweifellos mit einer Burganlage aus dem achten Jahrhundert n. Ehr. (Karolingerzeit) zu tun. Waren durch die vor drei Jahren oorgenommenen Grabungen hauptsächlich der Verlauf und die Art der Umfassungsmauern sowie der Wallgräben festgestellt worden, so haben die gegenwärtia im Gange befindlichen Grabungen weitere interessante Aufschlüsse über die früheren Bauten innerhalb der Ringmauer ergeben. Dr. Görich ging an einer Stelle, wo aus dem Waldboden zum Vorschein kommende Mauertrümmer einen ehemaligen Stein» Tarifordnungen außer Kraft setzen. Die neue Tarifordnung stelle den sichtbaren Ausdruck unserer im nationalsozialistischen Dritten Reich von sozialem Geiste erfüllten Wirtschaftsform dar. Die Bestimmungen der neuen Tarifordnung seien so auszulegen, daß das Interesse der Allgemeinheit gewahrt bleibe. Entscheidend für die neue Tarifordnung, die eine Fülle klarer Bestimmungen enthalte, sei der Geist, in dem die Auslegung geschehe. In seinen weiteren Darlegungen gab der Redner eine auführliche und systematische Erläuterung der einzelnen Bestimmungen. Die Tarifordnung gelte für das ganze Wirtschaftsgebiet Hessen, für alle Betriebe des Groß- und Einzelhandels, für alle Gefolgschaftsmitglieder, soweit sie invaliden- und angestelltenversicherungspflichtig sind. Die regelmäßige werktägige Arbeitszeit dürfe, ausschließlich der Pausen, 8 Stunden nicht überschreiten. In Großhandelsbetrieben müsse an Samstagen um 14 Uhr Arbeitsschluß sein. Eine eingehende Betrachtung erfuhr die Regelung der Freizeit, wie sie sich aus der Tarifordnung ergibt. | In weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner ** Besichtigung des neuen Versuchsgutes Rauisch-Holzhaufen. Die Gefolgschaft des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzen- ziichtung unserer Universität unternahm einen Ausflug, und zwar zunächst nach Marburg. Auf herrlichen, schattigen Waldwegen begann der Marsch. Nach froher Rast am Waldesrand strebte man der Amöneburg zu. Während der Mittagspause widmete man sich der herrlichen Landschaft, welche sich ringsum im schönsten Sonnenschein den Blicken darbot. Das eigentliche Ziel des Tages war Holzhausen, das mit seinem neuen Versuchsgut nunmehr mit unserer Universität verbunden ist. Der Hof mit seinen schmucken Gebäuden, die schönen Felder und der große, gepflegte Schloßpark erregten allgemeine Bewunderung. Nach einem Rundgang durch das Dorf, das mit seinen sauberen Fachwerkhäusern und der schmuck/n Tracht seiner Bewohner Einblick in unverfälschte bäuerliche Kultur gewährte, versammelte sich die Gefolgschaft zum Abendessen. In einer kurzen Ansprache gedachte hier Professor Dr. S e s s o u s der Kameradschaft und harmonischen Zusammenarbeit, die von jeher im Institut geherrscht haben. Gern stimmten alle dem Dank zu, welcher immer wieder dem Manne gezollt werden muß, der uns grüßte die neue Leiterin her Ortsgruppe und wünscht ihr eine erfolgreiche Arbeit. Danach sprach Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e herzlich und ernst über die gesamte Frauenarbeit, in der wir alle wie Geschwister nebeneinander zu stehen hätten, jedes dem anderen hilsteich zur Seite. Auch sie dankte der bisherigen Ortsgruppenleiterin für ihre geleistete, erfolgreiche Arbeit und führte Frau Kranz in ihr zukünftiges Arbeitsgebiet ein. Nach dem Gedicht: „Dem Werk verschworen" von Anacker spielte der Spielkreis noch Weisen von Telemann und Pachelbel für Streichinstrumente und Blockflöten. Zum Schluß erfreute ein Singkreis mit einem .^Jubilate". Gietzener wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 22. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing 18 bis 20, Weißkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 20, Spinat, % kg 18 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grün, 30, Iwndfunkprogramm Areilag, 23. 3uni: 5 Uhr: Frühmusik. Ausführende: Musikzug der SA.-Gruppe Westmark. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied — Morgenspruch — Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Stabsmusikkorps des Lustgaukommandos 1. In der Pause: 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Dornröschen war ein schönes Kind ... 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Hermann-Hagestedt-Orchester. 9.30: Nur ^reiburg: Nachrichten. 10: Schulfunk. Mundorgel und Schifferklavier. Eine kleine schwäbische Stadt versorgt die Welt damit. Hörfolge. 10.30: Falsches und richtiges Training. Gedanken um Sport und Sportarbeit. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt das Städtische Orchester Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Lehäriana. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: Aus dem Frankfurter Anekdoten-Büchlein. Von Karl Friedrich Baberadt. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: „Das Lied der Heimat". Historisches Volkslieder. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel, u. a. Großdeutschland - Rundfahrt: Hannover — Leipzig. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schall, platten und Eigenaufnahmen). 20: Nachrichten. 20.15: Internationale Orchesterkonzerte Wiesbaden. Skandinavisches Konzert. 22: Nachrichten. 22.30 bis 24: Tanz- und Unterhaltungsmusik« nahmen. Bei Antritt der Wanderung gab Dr. Görich einen kurzen Rückblick auf die reiche geschichtliche Vergangenheit des bereits 1108 urkundlich erwähnten Dorfes Fronhausen mit seinen ehemaligen Wasserburgen adliger Herren, schönen alten Fachwerkhäusern und vor allem der den Ort überragenden alten Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert, einer der schöpften Oberhesjens» Mann ist langjähriger treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. (Unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!) **PolizeiimKampfgegenVerkehrs° s ü n d e r. Die Polizei hatte in der Zeit vom 9. bis 15. Juni wiederum gegen eine Anzahl Verkehrssünder einzuschreiten. 26 Kraftfahrzeugführer wurden zur Anzeiae gebracht. In zwei Fällen erfolgte eine gebührenpflichtige Verwarnung. Radfahrer wurden in neun Fällen gebührenpflichtig verwarnt; ein Radfahrer mußte zur Anzeige gebracht werden. ** Militärkonzert. Am gestrigen Mittwochnachmittag erfreute das Musikkorps des Fliegerhorstes Gießen die Patienten und Angestellten der Chirurgischen Universitätsklinik durch ein Militärkonzert. Die Zuhörer wußten den Soldaten herzlichen Dank. Wer knappe Ware zu Hamstern versucht, ist ein Volksschädling'. Als ständiger Kunde eines Kauf- l±rJeial" «r°"°1rfuck/di- !mitUn B°dfligun^m unter denen Mehrarbeit ge- gHSB " in dn“ ” "" »Ä Dtt P?eiÄrberwachungsstellen sind von mir er- die Form der Entlohnung nach der Ortsklasseneintei- mächtigt und angewiesen worden, aegen Kopplung s v e r k ä u f e von Lebensmitteln mit besonderer Schärfe einzugreifen und die Schuldigen empfindlich, eventuell mit I dauernder Schließung ihres Geschäftes zu bestrafen. werden mußte. Die Burganlage des GronauerSchloß- b e r g e s hat — der Lage der Bergnase angepaßt — die Form eines germanischen Schildes, bei etwa 200 Meter Länge und 80 Meter Breite an der Stelle, wo der Schloßberg nach Südwesten zu in ein noch ansteigendes Ackerfeld (BattingsfeÜ)) übergeht. Nach dieser Seite der Buraanlage, die bei etwaigen Anaristen am meisten gefährdet war, ist im Verlaufe ihres Bestehens einmal eine Erweiterung vorgenommen worden. Wie die Nachgrabungen ergaben, erbaute man zunächst außerhalb des ursprünglichen Wallgrabens und der dahinter befindlichen Umfassungsmauer eine neuere Mörtel- mauer und legte vor dieser einen neuen Wallgraben (Spitzgraben) an. Nach Fertigstellung der neuen Be- estigungslinie ist dann die dahinterliegende alle be- eitigt worden. Der Wallgraben hat sich im Laufe der Jahrhunderte größtenteils mit Laub erde ange- sülll. Sein früherer Verlauf ist aber noch sehr gut zu erkennen. Er erübrigte sich vor dem f turmfreien Teil der Dura an läge, d. h. wo die Bergnase des Schloßberges steil ins Salzbödetal abfällt und die Umfassungsmauer auf dem oberen Rande des Steilhanges aufgesetzt ist. Das Eingangstor der Burg- anlage ist leider beim Bau der nach dem Waldhaus führenden Straße — man benutzte dabei den Verlauf der früheren Auffahrt zur Burganlage — etwa 1730 bis 1740 zerstört worden. Auch viele Stellen der die Burganlage umgebenden Umfassungsmauer, die durchschnittlich 1,20 bis 1,80 Meter, manchmal aber bis zu 2,30 Meter dick war, Haden in vergangenen Jahrhunderten, als man für die Erhaltung der Zeugen unserer geschichtlichen Vergangenheit kein genügendes Verständnis aufbrachte, als bequemer Steinbruch gedient. Sämtliches Mauerwerk besteht aus unbehauener Grauwacke und ist in Mörtel gefetzt auf dem Lehmunter gründ aufgebaut worden. Die frühere Höhe der Umfassungsmauern läßt sich nicht mehr feststellen. Der größte Teil der innerhalb der Burganlage vorhanden gewesenen Bauten scheint aus Holz bestanden zu haben, von denen außer einigen vorgefundenen Pfostenlöchern, heute natürlich nichts mehr nachweisbar ist. Soweit bis, jetzt festgestellt, sind drei Stein baut en vorhanden gewesen, von denen Dr. Görich jetzt die Grundmauern eines 9 Meter langen und 5 Meter breiten Gebäudes mit 4X4 Meter breitem Turm und einer an dem Längsdau anhängenden Apsis freilegte. An mehreren Stellen des Mauerwerks ist eine grätenartige Mauerung zu erkennen. Anhaltspunkte dafür, welchen Zwecken dieses Gebäude gedient haben mag, haben sich noch nicht ergeben. Vermuten könnte man bei dem Vorhandensein einer nach dem Osten liegenden Apsis, daß es zu Gottesdiensten benutzt wurde, wenn diese Apsis nicht an die Südwestecke des Gebäudes anschlösse und bis zur Mitte der äst- lichen Längsseite reichte, statt überhaupt an deren Mitte anzuschließen. Den vorgefundenen Scherben nach zu urteilen, scheint die ganze Burganlage bis zur Ottonenzeit (etwa 10. Jahrhundert) bestanden zu Haden. Niemand weiß, ob sie in einem Kriege zerstört wurde ober ob sie — nachdem sie verlassen war — allallmählich zerfiel. Dichter Wald wuchert jetzt bort; wo ehedem einmal reges Leben herrschte. Die ehemalige über die Höhenrücken hinziehende frühgeschichtliche Süd-Noid-Sttaße verlor ihre Bedeutung und geriet in Vergessenheit, als in den ehemals versumpften Tälern Straßen angelegt wurden und diese einen bequemeren Verkehr ermöglichten. Es ist zu hoffen, daß bei weiteren Ausgrabungen doch einmal Gegenstände zum Vorschein kommen, welche das Dunkel der Vergangenheit des Gronaiker Schloßberges weiter erhellen. — Mit Dankesworten an den Entdecker der Burganlage und Leiter der Ausgrabungen, Dr. Görich, für seine ausgezeichnets Führung und Erläuterung traten die Ausflugsteilnehmer den Rückmarsch an. hing, die Entlohnung nach der Einreihung in die Beschäftigungsgruppe, über die aushilfsweise Tätigkeit und die daraus sich ergebenden Rechte und Dflichten. Mit Interesse wurden die Darlegungen verfolgt, die die Behandlung und Entlohnung der Angestellten ohne Berufsausbildung berührten; an vielen Bei- pielen erläuterte der Redner aber auch die Ein- tufung der Angestellten entsprechend ihrer verschie- lenartigen Berufsausbildung und ihrer jeweiligen Tätigkeit. Mit aller Klarheit umriß der Redner die Regelung der sozialen Zulagen, wie sie sich aus der neuen Tarifordnung ergeben. Immer wieder wurde dabei betont, daß bestehende günstigere Bedingungen durch die neue Tarifordnung nicht aufgehoben werden, sondern bestehen bleiben müssen. Des weiteren gab der Redner davon Kenntnis, daß die Lohnzahlungen für den gewerblichen Angestellten und Arbeiter nach Möglichkeit auf den Donnerstag vorverlegt werden sollen, damit der Samstag als bisheriger hauptsächlicher Ein- kaufstag immer mehr Entlastung erfahre. Es solle eines Tages erreicht werden, daß auch der Einzelhändler die Möglichkeit Hobe, zum Wochenend-Frühschluß überzugehen. In seinen weiteren Ausführungen behandelte der Redner die vielen Möglichkeiten der Anbahnung eines immer herzlicheren Treueverhältnisses zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft und wies auch die Wege, die zu diesem Ziele fuhren können. So gab er an Hand der Tarifordnung Anregungen dafür, wie die Fragen der Urlaubsgebung, der Behandlung in Fällen von Krankheit, der Zeugnis-Ausstellung, der Kündigung usw. behandelt werden sollen. Er faßte die Gedanken zusammen, in dem er sagte, daß die neue Tarifordnung ganz darauf abaest'ellt sei, dem einzelnen Betrieb, wie auch der Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu einer kraftvollen Gmeinsamkeit zu verhelfen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Kreisfachgruppenletter Büttner dankte dem Redner und schloß die Versammlung — nachdem eine Reihe von Fragen aus der Versammlung heraus gestellt und vom Redner der Tagung beantwortet worden war — mit dem Treuegelöbnis zum Führer. Oie Karolingerburg am Salzbödetal . Neue Ausgrabungserfolge. — Ausflug des Hessischen Geschichtsvereins Mneralogenkongreß in Gießen. ” f h;<5 Vor drei Jahren wurden im Rahmen der vom Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft, die iw für geschichtliche Landeskunde von Hessen- Vorjahre ihren Kongreß in Graz abgehalten hat, (Marburg) oorgenommenen Grabungen, hat für das Jahr 1939 als Kongreßort die Univer-b\r Stellung karolingischer Burgplätze sitätsstadt Gießen gewahtt. Zu diesem Kongreß unb Ar aufschlußreiche Erfolge zeitigten, werden etwa 75 Wissenschaftler aus bem ganzen 0 öem @rOnaUer Schloßberg unweit ber Schmelz- Reichsgebiet erwartet Man erhofftauch die Teil- salzbödetal von Dr. W. Görich die nähme einiger ausländischer Wi senschaftler aus den « 2 eines riesigen karolingischen Straßenkastells nordischen Ländern. Die örtlichen Vorbereitungen cr ! Ißqt roar die dicht bewaldete etwa 50 für die Tagung liegen m Händen ^s Direktors des 0-^ Bergnase, die sich vom Krofdorfer Mineralogischen und Petrographischen Instituts un- her ins Salzbödetal oorschiebt, auf den ferer Unioerfität, JPr°f?nor 2)r. ß e f) ™ a ” Flurkarten mit dem Namen „ Schloßberg " Der Tagung, die sich über den Zeitraum von v unb im Dolksmund der umliegenden Ort- .brei Tagen (7. bis 9. September) .erstrecken wirb, 4 erzählte man sich, baß hier ber Raubritter gehen mineralogische Exkursionen m das Lahntal '^bberich gehaust habe. Zwischen den Walbund in das Siegerland voraus, anschließend an oie | _____ r—u;», ,.»,>> nnh nnn Arbeitstagung werben der Vogelsberg und das Hessische Hinterland besucht. Zum Abschluß^ des . Kongresses werden die Teilnehmer Gäste ber ötabt Gießen sein und einen Ausflug nach Münzenberg unternehmen, um ihnen Gelegenheit zu geben, neben : den Schönheiten unserer Stadt auch die Wetterau kennenzulernen. In Münzenberg soll dann auch ein Heimatabend stattfinden, der die Wissenschaftler mit dem oberhessischen Volkstum in engste Berührung bringt Für diesen Heimatabend hat schon jetzt Georg Heß (Leihgestern) seine Mitwirkung zug-sagt. Als die Fahrtteilnehmer auf dem Höhenzug zwi- chen Lahn- und Salzbödetal die Wegerinnen der rühgeschichtlichen Süd-Nordstraße erreichten und dann ins Salzbödetal hinabstiegen, gab ein einsetzen- der Gewitterregen Anlaß zu vorzeitiger Einkehr in die Wirtschaft der Schmelzmühle. Dr. Görich benutzte diese Gelegenheit, um an Hcntd von Karten- 1 kizzen die bisherigen Ergebnisse seiner Forschungen über die geschichtliche Vergangenheit des Gronauer Schloßberges — wie er den von ihm entdeckten karolingischen Burgplatz am Salzbödetal benannt hat — in anschaulicher Weise darzulegen. Danach hat man von dem Burgensystem, welches die vom Rhein und Main aus gegen die Grenze des Sachsenlandes vorstoßenden Reichsstraßen beschützte, bis vor wenigen Jahren nur etwas geahnt. Auf Grund der vorgenommenen Forschungen lassen sich jetzt im Verlaufe der großen zur Diemel ziehenden Süd- Nord-Straße mindestens acht Burgplätze nachweisen, die immer etwa eine Tagereise (zu damaliger Zeit 21 bis 25 Kilometer) voneinander entfernt liegen. So seien hier die Burgplätze Wetzlar, Gronauer Schloßberg, Wetter und Frankenberg, Korbach und Goddelsheim sowie schließlich die Eres bürg (Ober- marsberg) genannt. Die Besatzungen dieser Burgplätze sicherten die Reichsstraße, gewährten den durchziehenden Kriegern Unterkunft und bildeten wohl auch Stapelplätze für ihre Verpflegung, die hierher von den umliegenden Ansiedlungen geliefert bau vermuten ließen, mit dem Spaten an die legte nunmehr d i e Grund- _________ eines geräumigen Apsis- gebäudes mit Turm frei. Der Besichtigung dieses neuen Ausgrabungserfolges galt ein Ausflug, den die Ortsgruppen Marburg und Gießen des Hessischen Geschichts- Vereins von Fronhausen aus unter ber sachkundigen Führung des Ausgrabungsleiters unter» Msi.j mm hürfo« Spargel, 1. Dorre 04, ö. öone so, uro en vis oo, gnabetes Blut me untergeljen burfen. Tomaten, 35 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, das Bündel Zhes wollen mir anffefttfjts der Unendlichkeit als 15 bis zg, Kartoffeln, neue, % kg 12 bis 15 Pf., un(er oberstes Gesetz bekennen. Wir wollen uns ver. a(tc, kg 5 P- 5 kg 45 Pf„ 50 kg 3,40 bis 4 Mark, »ch"". wie dieses Feuer, m ber Liebe und Pflicht- Ai^n, kg 30 bis 50 Pf., Stachelbeeren 25, erfullung für das Größte, das uns der Schöpfer Erdbeeren 50 bis 65, Blumenkohl, das Stück 10 bis gab, für unser unsterbliches Volk Und möge dann: 60 Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 50, Ober- kommen,"was da will, w,r werden ledes Schicksal k^hlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, . ...... - . , . r Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Die Jugend griff diese Gedanken an eine große * Zukunft auf unb fang gleichsam als Bestätigung ** ; d M ri: n &; r s „ ™ höihorffirthtraio- SÄrasaEssfi it. s Führer zusammen in dem Treueruf. Mit dem Horst- „75 l ll“ „ SSefiel-SieS klang die Feierstunde aus. wurde b^rJubilar Dann wurden die Fahnen ausgenommen und mit |m K^ise seiner Arbeitskameraben geehrt unb erhielt klingendem Spiel und wehenden Dannern marschier- gleichzeitig ein Glückwunschschreiben des Oberbürger- ten die SA., die Politischen Leiter und die Jugend Leisters sowie einen Treuegelbbetrag. in die Stadt zuruck. Ein Fünfundsiebzigjähriger. Der Sörnöftlßn I städtische Arbeiter i. R. Karl Schäfer, Wiesecker ® I Weg 44, kann am heutigen Donnerstag, ~ Tageskalender für Donnerstag. I außerordentlicher körperlicher unb t ' „ v , Gloria-Palast, Seltersweg: „Anna Favetti". — seinen 75. Geburtstag begehen. Der hochbetagte j nach Gießen angetreten. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Katja, die ungekrönte b Ubun8'teilt mit?^EinigVVorfälle'^ben‘ mir Versammlung der Betriebsführer und Betriebsobmänner in Gießen. Veranlassung, mit allem Nachdruck darauf hinzu- weisen, daß Kopplungsverkäufe von Lebensrnitteln Die Deutsche Arbeitsfront, Fachgruppe „Groß- und durch die Vorschriften der Verordnung zur Derbil- Einzelhanbel" hatte für den gestrigen Mittwochnach- ligung des Warenverkehrs vorn 29. Oktober 1937 in mittag bie Betriebsführer unb Betriebsobrnanner allen Wirtschaftsstufen, vorn Erzeuger bis zum bes Groß- ynb Einzelhanbels zu einer Versammlung Groß- unb Einzelhändler verboten sind. Zu° in ben „Burghof" eingelaben, in ber aus berufenem Widerhandlungen werden schwer be- Munbe bie neue Tariforbnung zur Sprache gebracht st r a f t. Auch Waren, bie zeitweilig knapp sinb, würbe, bie am 1. Juni für ben Groß- unb Einzelmüssen ungekyppelt verkauft werben. Wer einen hanbel in Kraft trat. Käufer nötig hat, zugleich anbere Ware zu kaufen Kreisfachgruppenletter Büttner hieß bie Verum eine bestimmte Ware zu erhalten, verteuere treter bet Gauwaltung 9er DAF. unb bie Berufs- damit bie Kosten der Lebenshaltung. Kopplungs- kameraben willkommen unb sprach in wenigen Sätzen Verkäufe von Lebensrnitteln sind deshalb Verrat an über bie hohe Bebeutung ber neuen Tariforbnung. ber Volksgemeinschaft! Der Referent ber Versammlung, Gaufachgruppen- Der Kaufmann hat bie Pflicht, seine Waren ge- walter S t e i n e r (Frankfurt a. M.) gab zunächst zur recht zu verteilen. Wenn er baher bei der Abgabe Kenntnis, baß burch bie neue Tariforbnung, bie in knapper Ware seine Stammkunben in erster Linie jahrelanaer Arbeit für bas ganze Wirtschaftsgebiet beliefert, so beugt er bamit Hamsterkäufen vor und Hessen (Gaue Hessen-Nassau unb Kurhessen) gesichert der arbeitenben ober im Haushalt stark be- schaffen worben sei, insgesamt 5 6 bisherige schäftigten Hausfrau ihren Anteil. Gerecht handelt der Kaufmann, der bei der Verteilung knapper Ware die Haushaltungskopfzahl des Stammkunden berücksichtigt. Ungerecht handelt derjenige, der die knappe Ware in erster Linie auf Kosten der wirtschaftlich schwächeren Kunden solchen zukommen läßt, die Diel kaufen. Stammkunde ist nicht der viel kauft, sondern ber ständig in bemgleichen Geschäft seinen Aus -er engeren Heimat 65 Jahre Kriegerkameradschast Homberg F Wirtschaft in der Gaumannschast. Kreises VIII (Gießen) bewertet, beweist die Aus- Das Gausachamt Turnen tagte -I sportschule in Marburg erstmals zu r zusammengefaßt werden. In der Form von Lehrgängen führte das Gau- einem Lehrgang Büchertisch ls- Um 957 167 fachamt Turnen im NSRL.-Gau Hessen an der Gausportschule im Marburg eine wichtige Arbeits- D a m m im Auftrage der Partei und der Stadt die Glückwünsche. Kreiskriegerführer R e u s ch e r ging in seiner Ansprache von dem wunderbaren Verlauf des Reichskriegertages in Kassel aus. Dort sei auch der Führer gewesen, habe den alten Soldaten ins Auge geschaut und herzliche Worte an sie gerichtet. Im Weltkriege, im Schützengraben sei die wahre Kameradschaft geboren worden. Diese Tatsache müsse festgehalten und öfters in Erinnerung gebracht werden. Anschließend folgten noch besondere Ehrungen von Kameraden. Es erhielten das Iubiläums- abzeichen für 2 5 j ä h r i g e M i t g l i e d s ch a f t die Kameraden Heinrich Gaub I., Karl Kraus, Johannes Hohl und Gottfried Hartmann. Für 4 0jährige Mitgliedschaft erhielten je ein Führerbild die Kameraden: Karl Christ, Georg Heinrich Kuhl und. Heinrich Paul. Im Laufe des Nachmittags konnten die Anwesenden auf der Festwiese ihrem Vergnügen nachgehen. Da auch das schönste Festwetter herrschte, dürften alle auf ihre Rechnung gekommen sein. Der zweite Festtag begann mit einem Morgenkonzert auf dem Festplatze. Der Nachmittag gehörte in erster Linie der Jugend, die ihre Kräfte in Spiel und Sport, maß. Da sich auch jetzt wieder viele Besucher einfanden, bot der Festplatz ein buntbewegtes Bild. Auch der zweite Festabend vereinigte eine stärkere Besucherzahl, hauptsächlich Einheimische, die bei fröhlicher Stimmung lange aushielt. ^>rei^andball-^)vielerde6KreiseSVHl! Kreis 3.3. verfügen. Jakobi ist gerade in bezug -jrei£>aiWDail v 1111 Quf $aIIbe^anbIung unerreicht und verfügt dazu über einen Schuß, der sich sehen lassen kann. Da Gerstestroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab zcuger-Derladestation. Tendenz: ruhig. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22.Juni. (Vorbericht.) 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: Rinder (139 Ochsen, 206 Bullen, 445 Kühe, Gaufachwart Schäfer schloß die anregend verlaufene Tagung, die der Lehrgangsarbeit des Sonntags die Ausrichtung gegeben hatte, mit dem Führergedenken. Äm Sonntag fanden an der Gausportschule getrennt eingehende Besprechungen der Kreisfach- warte, der Kreisobleute für Männerturnen und der Kreisfrauenturnwarte(innen) statt. Behandelt wurden u. a. die neuen Wettkampfbestimmungen owie die im Entwurf vorliegenden Richtlinien der olgenden Arbeitsgebiete: Turnordnung der HI. für Gerätturnen und Sommerspiele: das Turnen des grundschulpflichtigen Knaben (6. bis 10. Lebensjahr): das Gerätturnen als ergänzender Teil der Leibeserziehung der Turnerin: wie auch die Frage „Warum Kleinkinderturnen?" Mein-Mainische Börse. Mttagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Juni. Das Gesamtbild der Börse zeigte auch heute ein nur wenig verändertes Aussehen, doch war an den> Aktien- Märkten stellenweise etwas mehr Geschäft zu beobachten. Auf dem nunmehr stark ermäßigten Kursstand wurden einige Limite erreicht, auch setzten bei Renditeüberlegungen mäßige Rückkäufe ein, obgleich die Unternehmungslust im ganzen gesehen noch schwach blieb. Daneben setzten sich noch kleine Verkäufe fort, so daß die Kursgestoltung uneinheitlich blieb. Von den Hauptwerten gaben IG.-Farben 0,40 n. H., Reichsbank 0,50 v. H., AEG. 0,25 v. H., Verein. Stahl 0,50 v. H. und Mannesmann 0,25 v. H. nach. Maschinen- und Motorenwerte zogen überwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. an, ebenso fanden verschiedene Elektropapiere, voran Gesfürel mit 131 (130), etwas Nachfrage. Weiter leicht ermäßigt waren Hapag auf 48 (48,50). Kali Sahzdetfurth erhöhten sich gegen den Einheitskurs von gestern um 1,25 v. H. auf 138, ebenso Harpener um 0,75 v. H. auf 130,25 Am Renten markt blieb dos Hauptinteresse bei Steuergutscheinen. Serie I weiter fest mit 103,30 bis 103,40 (102,90), Serie II per Juni unv. 98,35. Reichsanleihe-Altbesitz knapp gehalten mit 131,90 (131,95). Industrie-Obligationen und Liquidationspfandbriefe wiesen die üblichen leichten Schwankungen auf, im übrigen lagen Renten sehr ruhig und kaum verändert. Nur 4,5proz. Darmstadt von 26 96,25 (95,75). Steuergutscheinc I im Verlaufe 103,45 nach 103,35. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft klein und zufällig und die Kursentwicklung unregelmäßig. Rheinstahl 130,75 nach 131,50, Rheinmetall 122,50 nach 123,25, dagegen IG.-Farben 150 nach M.49,75 uni) Conti Gummi rveitex erhöht auf 210,75 Wer trägt die Wertzuwachssteuer. Beim Verkauf eines Grundstücks wird die Wert- zuwachssteue? regelmäßig vom Verkäufer übernommen. In einem jetzt vom Reichsgericht behandelten Falle hatten die Käufer jedoch vor dem Notar den vom Verkäufer entworfenen Kaufvertrag unterschrieben, wonach sie die Wertzuwachssteuer zu übernehmen hätten. Sie mußten deshalb über 4000 Mark zahlen. Ihre Schadensersatzklage gegen den Notar wurde vom Reichsgericht a b g e w i e - s e n. Das Gericht erklärt, daß das Maß der an die Belehrungspflicht des Notars zu stellenden Anforderungen nicht überspannt werden dürfe. Die Kläger hätten durch das mehrmalige Dorlesen des Vertrages Kenntnis von ihrer Verpflichtung zur Zahlung auch der Wertzuwachssteuer genommen, und es wäre ihre Pflicht gewesen, entsprechende Fragen zu stellen. Der Notar brauche regelmäßig nicht damit zu rechnen, daß ein im Geschäftsleben stehender Grundstückskäufer über den Begriff der Wertzuwachssteuer im unklaren sei. Dor Beginn der Frühkartoffelernte. Der Speisekartoffelmarkt steht im Zeichen des Beginns der F r ü h k a r t o f f e l e r n t e, die in den westlichen Bezirken des Reiches vorläufig in bescheidenem Maße eingesetzt hat. Die letzttägigen Niederschläge haben den inländischen Kulturen gut getan, und bald werden weitere Landesteile mit der Ernte beginnen und den deutschen Markt von den ausländischen Einfuhren entlasten. Die Zufuhren an italienischen und holländischen Kartoffeln haben wesentlich zugenommen. Die Vorräte an alten Kartoffeln haben sich erheblich verringert und alle für Speisezwecke geeigneten Sorten können glatt untergebracht werden. Die Umsätze der Futter- kartoffeln haben infolge des nachlassenden Bedarfs und wegen der kleinen Anlieferungen an Bedeutung verloren. Hessen-Nassau beschränkte sich auf die Belieferung des Eigengebietes. Die reichlichen Zufuhren ausländischer Frühkartoffeln fanden keine einheitliche Aufnahme. Auch Kurhessen nahm kaum noch Versendungen vor, die Versorgung mit ausländischer Ware stelle zufrieden. Die Saar- Pfalz erhielt Zuschüsse aus dem rheinischen Grenzgebiet und aus Rheinhessen. Die neue Ernte beginnt langsam einzusetzen. stellung von drei Spisslern zu dem Gaukampf am kommenden Sonntag. In der vorläufigen Bekanntgabe, die sich lediglich im Falle von Absagen noch ändern kann, sind H u f m a n n (1900 Gießen), Köth (Tv. Wetzlar) und Jakobi (Tv. Hörnsheim) aufgeführt, und zwar als Mittelläufer, linker Läufer und Linksaußen. Ferner sind als Ersatz eingeladen: Altmann (Tv. Münchholzhausen), Brenner (Mtv. Gießen) und Michel (Hörnsheim). Hufmann trat erstmalig (abgesehen natürlich von seiner Vereinsmannschaft) in dem Spiel gegen den Kreis Friedberg in Holzheim hervor. Seinerzeit beherrschte er als Mittelläufer souverän das Feld und war ob feiner Schnelligkeit überall tätig. Ueber- ragend war auch Köth, dem die vorjährigen Endspiele ausgezeichnet zustatten kamen. Er stand stets richtig, war außerordentlich wendig und stets dort zu finden, wo Gefahr im Verzüge mar, Im Sturm hat man auf Jakobi zurückgegriffen, weil er mit Abstand der beste Linksaußen ist, über den wir im im Hessensturm werden. lieber Altmann als Ersatzspieler ist nichts zu sagen. Man hätte ihn gern im Hessentor gesehen. Michel ist als Läufer auf allen Posten zu verwenden und in bezug auf Ausdauer so leicht nicht zu erreichen. Heerschau der deutschen Leichtathleten. Die großdeutsche Streitmacht in der Leichtathletik tritt am kommenden Samstag und Sonntag geschlossen zum Kampf an. In allen Gauen werden die Meisterschaften entschieden. Diesen Kämpfen kommt erhebliche Bedeutung zu, führt der Weg zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften, die am 8. und 9. Juli im Berliner Olympia-Stadion entschieden werden, allein über die Gautitelkämpfe. Die Beteiligung an den Gaumeisterschaften ist überall außerordentlich groß. Schätzungsweise dürften rund 6000 deutsche Leichtathleten und Leichtathletinnen an diesem Wochenende im Kampf stehen. Jranffurfer Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Juni. Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W9 213, WH 215, W 12 216, W 13 217, M 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, R 12 200, R 14 202, R 15 203, R 16 205, R 17 206, R 18 207, R19 209 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter- gerfte —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 30,05, W 16 30,05, W 18 30,05, W 19 30,05, W20 (Kreis Alzey) 30,05, W 20 (Kreis Worms) 30,40 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggen- futtermehl R 19 12,50, Roggenoollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, alt 5,40, neu 4,80, Wiesenheu, gut, gesund, trocken, alt 6,40, neu 5,50, Kleeheu, do. alt 7,40 bis 7,80, neu —Homberg, 20. Juni. Am 18. und 19. Juni Tonnte die Kriegerkameradschast Homberg ihr 65- jähriges Bestehen festlich begehen. Mit diesem Jubeltag war gleichzeitig ein Kriegerverbands-