Samstag, 22./$onntag, 23. April 1939 189. Jahrgang Nr. 94 Erstes Man Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mtt 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und SeschSstrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Grmätzigle Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein» nützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rpf., Familienanzei» gen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B DasbMscheKabmeüprWerneutdieWehrpfllchi abs. London, 22. April. Das englische Kabinett wird am Montag die Zweckmäßigkeit der Einführung der Wehrpflicht besprechen. Wie „Daily Telegraph" berichtet, habe die französische Regierung in den letzten Tagen durch dringende Telegramme an das englische Außenministerium um die Einführung irgendeiner Form der Wehrpflicht ersucht. Man glaube in London auch, die baldige Einführung der Wehrpflicht sei bas- beste Gegenmittel gegen die immer wieder vorgebrachten Behauptungen, nach denen England bereit sei, alles einzusetzen, nur nicht seine Menschen. Der zweite Grund sei militärisch-technischer Natur. Gegenwärtig sind die Einheiten der Territorial- Armee für die Ausbildung der Rekruten verantwortlich. Da diese Ausbildung nur in der Freizeit der Rekruten erfolgen kann, ist eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Ausbildern erforderlich. Militärische Kreise meinen, die Aushebung der Jahrgänge der Achtzehn - bis Zwanzigjährigen würde die sofortige Ausbildung einer Armee von etwa 500 000 Mann ermöglichen Diese Lösung sei besonders wichtig hinsichtlich der Luftabwehr-Formationen. Es sei immer mehr in Frage gestellt worden, ob die Luftabwehr durch die Territorialarmee allein fichergestellt werden könnte. Die Gewerkschaften, die bisher am stärksten gegen die Wehrpflicht opponiert hätten, hielten die Lage für so ernst, daß sie einen -"weiteren Widerstand nicht mehr für angemessen erachteten. Neue steuerliche und E. F. Paris, 22. April. Der französische M i n i st e r r a t trat am Freitag- nachmittag verhältnismäßig spät im Elysee-Palast unter Vorsitz des Staatspräsidenten zusammen.. Zuvor war Ministerpräsident Daladier noch durch zwei längere Unterredungen mit dem griechischen Gesandten P o l i t i s und dem rumänischen Botschafter T a t a r e s c u in Anspruch genommen. Im Ministerrat wies Daladier darauf hin, es sei nötig, die bereits getroffenen unmittelbaren militärischen Maßnahmen von der wirtschaftlichen und finanziellen Seite her zu ergänzen, dam:t Frankreich zur vollen Entfaltung seiner Wehrkraft gelange. Finanzminister Paul R e y - na ud legte dann die technischen Einzelheiten der in den letzten Tagen zwischen ihm, dem Mimster- präsidenten, dem Arbeitsminister und dem Minister für öffentliche Arbeiten ausgearbeiteten Erlasse eingehend dar. Schließlich verabschiedete der Minister- Der Widerstand gegen die Wahl B u r g i n s zum Beschaffungsminister ist im Wachsen. Auch unter den Regierungsanhängern gibt es eine große Zahl, die mit dieser Entscheidung Chamberlains unzufrieden sind. Die Mißstimmung bei den Konservativen wie bei der Opposition beruht einmal auf dem Zweifel, daß Bürgin der richtige Mann für den Posten sei; zum andern hätten aber viele Parlamentarier gewünscht, daß bei dieser Gelegenheit C h u r ch i l l ins Kabinett ausgenommen werde. „Daily Mail" berichtet allerdings, in Regierungskreisen bestehe der Eindruck, daß Chamberlain in naher Zukunft eine umfassendere Umbildung der Regie- r u n g beabsichtige und dann die Aussichten für Churchill besser sein würden. Oer Derleidioungszustand Gibraltars London, 22. April. (Europapreß.) Die militärischen Vorbereitungen in Gibraltar sind nahezu abgeschlossen. In einem Bericht des „News Chro- nicle" heißt es. insbesondere die F l a k b a t t e r i e n seien so verstärkt worden, daß jeder Angriff, auch bei längerer Dauer eines Krieges, erfolgreich abgeschlagen werden könnte. — Die Verteidigung Gibraltars erregt in der englischen Oeffentlichkeit besonderes Interesse im Hinblick auf die sich immer wiederholenden Meldungen über angebliche spanische Truppenzusammenziehungen in der Nähe von Gibraltar. Außerdem ist in England nicht vergessen worden, daß Gibraltar während der Septemberkrise nach Mitteilung seines Gouverneurs nur durch zwei Flakgeschütze hätte verteidigt werden können. soziale Notverordnungen. rat 2 8 Erlasse,- die das Ziel haben, 15 bis 17 MilliardenFranksfürRüstungszwecke zu gewinnen. Im Mittelpunkt der Erlasse steht eine Rüstungssteuer auf das Einkommen, von der sich das französische Schatzamt mehrere Milliarden verspricht. Zugleich wurde eine Reihe Einsparung s m a ß n a h m e n beschlossen, die sich zum Teil auf die öffentliche Verwaltung erstrecken, zum Teil die langsamere Durchführung einer Reihe von Baumaßnahmen der öffentlichen Hand bezwecken. Ebenso wurde ein Erlaß über die Verpflegung der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten erlassen und weitere Kredite für Luftwaffe, Kriegsmarine und Landheer bereitgestellt. Von 'einschneidender Bedeutung in sozialpolitischer Hinsicht- ist ferner eine Verordnung, nach der die 45-Stunden-Woche in allen privaten und staatlichen Betrieben eingeführt wird. Für die Durchführung von U e b e r - stunden von der 45. Stunde ab können sowohl die Privatindustrie als auch die staatlichen Betriebe ohne weiteres die Erlaubnis erhalten. Praktisch bedeutet dies, daß Ueberftunden-Tarife von nun an von der 46. anstatt bisher von der 41. Stunde bezahlt werden. Auch diese neuen Ueberstunden-Ta- rife werden ermäßigt. * Die von Finanzministcr Reynaud in seiner Rundfunkansprache erläuterten Finanzvorlagen und sozialen Notverordnungen haben in der Presse mit Ausnahme der Linken entschiedene Billigung gefunden. Die meisten Blätter geben zu, daß die neuen Maßnahmen notwendig seien und daher von der Oeffentlichkeit getragen werden müßten, da sie noch verhältnismäßig gemäßigt seien. Der „Matin" versichert, der Appell Reynauds werde nicht ungehört verhallen. Auch die in der Außenpolitik oft regierungsfeindliche „Epoque" billigt die neuen Maßnahmen. Der nationalistische „Figaro" schreibt, die Franzosen würden ohne Schwäche den erhebenden Appell Reynauds beantworten. Sie hätten den Ern st dieses Appells ver- st a n d e n. Von den Linksblättern kritisiert Blum im „Populaire" die Rede des Finanzministers, denn Reynaud habe einen wissentlichen Mißbrauch mit der Schilderung der äußeren Gefahren getrieben, um dadurch den Widerstand der Arbeiterklasse gegen die Sozialverordnungen zu brechen, den diese Verordnungen in normalen Zeiten auslösen würde. — Die kommunistische „Humanite" schreibt, die neuen Maßnahmen würden eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl und der Preise zur Folge haben und fordert eine Mehrbesteuerung der großen Ver- niögen. Oie Goldflucht ous England und Frankreich bäli an. London, 22. April. (Europapreß.) Die Goldverschiffungen nach den Vereinigten Staaten gehen unausgesetzt fort und werden insbesondere während des Wochenendes ungewohnte Formen annehmen. Der amerikanische Dampfer „Manhattan" verließ am Freitag Southampton mit einer Goldladung im Werte von 11 Millionen Pfund an Bord. Am gleichen Tag war bereits der französische Dampfer ^,Champlain" mit einer Goldladung im Werte von 3,7 Millionen Pfund nach Amerika abgefahren. Hierbei handelt es sich um das Gold, das aus dem ausgebrannten französischen Dampfer „Paris" gerettet worden war. Am Samstag verläßt der englische Dampfer „A q u i t a ni a" Southampton mit einer Goldladung von vier Millionen Pfund und Anfang der nächsten Woche wird das englische Schiff „Antoni a" weitere zwei Millionen Pfund Gold nach Amerika bringen. Damit verlassen innerhalb einer Woche mehr als zwanzig Millionen Pfund Gold Europa, um in Amerika untergebracht zu werden. Oie Wehrmacht des Dritten Reiches. Oie Truppenschau erregt weiterhin die höchste Bewunderung des Auslandes. Die Finanzierung der französischen Ausrüstung Amsterdam, 21. April. (DNB.) Der „Tele- qraaf" bringt eine eingehende Schilderung der Parade am Geburtstage des Führers. Diese mächtige Truppenschau habe zweifellos auf die zahlreichen ausländischen Gäste des Führers einen unauslöschlichen Eindruck gemacht. Die Parade habe ein imposantes Bild von der Vielseitigkeit, der Diszipliniertheit und der hohen technischen Vollkommenheit des- deutschen Heeres vermittelt. In kaum sechs Jahren habe das Dritte Reich eine Wehrmacht geschaffen, die nicht nur jeden Vergleich mit dem Auslands aushalte, sondern darüber hinaus in vielen Beziehungen völlig -unvergleichlich dastehe. Deutschland verfüge heute über ein sorgfältig und hochmodern ausgerüstetes Milli onenh e er. Erstaunlich sei der Grad der Motorisierung des deutschen Heeres. Nicht nur Artillerie und Flak seien motorisiert, sondern z. T. auch die Infanterie. Dadurch werde das deutsche Heer von den Eisenbahnen in ho hem Maße unabhängig. Die Flak, mit Recht der Stolz der deutschen Wehrmacht, sei durch die geheimnisvollen Geräte, über die sie verfüge, auch für die ausländischen Beobachter des Militär zweifellos die interessanteste aller Waffengattungen der deutschen Wehrmacht. Eine eingehende Schilderung widmet der „Telegraaf" dann den Fallschirmjägern, die ebenso wie die Flak besonders freudig begrüßt worden seien. Voller Stolz habe Göring die durch ihn geschaffene Truppe beim Vorbeimarsch durch Heben seines Marschall- stabes gegrüßt. Besonders bemerkenswert findet das Blatt ferner, daß trotz der starken Motorisierung auch zahlreiche berittene Truppen an der Parade teilgenommen haben. Kopenhagen, 21. April. (DNB.) „ J jj * i.0 fl naltidende" schreibt, mit der Parade habe das Großdeutsche Reich gegenüber der ganzen Welt sich als Europas dominierende Kontinentalmacht erwiesen, als ein Reich, das sich berufen und berechtigt fühle, eine europai s ch e Führer st ellung einzunehmen. Präzision und das starke Tempo hätten die Parade zu einem besonderen Erlebnis für die Militar-nachverstandlgen gemacht, in deren Kreisen vor allem der Geist hervorgehoben werde, der die defilierende Xruppe ausgezeichnet habe. Einstimmig werde so die Parade als sinzig dastehender Ausdruck deutscher Freude am Soldatendienst und an militärischer Macht bezeichnet. „Politiken" schreibt, die Geburtstagsparade habe gewiß nicht ihre Wirkung auf die fremden Militärs verfehlt, die ihr mit atemlosen Interesse beiwohnten. Alle möglichen Länder hätten ihre vornehmsten militärischen Spezialisten gesandt. Unter den neuen Dingen, die man zu sehen bekommen habe, seien die neuen riesenhaften Geschütze, mit den beinahe zehn Meter langen Kanonenrohren, die wie „Schorn st eine auf Räder gelegt" aussehen, der enorme technische Apparat der Infanterie, die Fallschirmjäger, die Transportwagen für die Tanks und für die Boote der Pioniere usw. Die Parade überrasche und verblüffe mehr die militärischen Spezialisten als die Laien. Die schweren Flaks waren die große Ueberraschung des Auslandes. In der gesamten ausländischen Presse hat die große Parade vor dem Führer einen tiefen Eindruck hervorgerufen. Gerühmt werden insbesondere die schweren und schwersten Flaks, die hier zum erstenmal der Oeffentlichkeit gezeigt wurden. Unsere Aufnahme zeigt die gewaltigen Rohre einiger der schweren Flaks wahrend der Parade. — (Scherl-M.) Einheit, Kraft und Friede. Merkwürdige Leute, diese Deutschen, so mögen die Berliner Korrespondenten der Auslandspresse in diesen Tagen gedacht haben, wenn sie sehen mußten, wie das deutsche Volk, unbekümmert um das aufgeregte diplomatische Getriebe ringsherum, unbeeindruckt von Flottenzusammenziehungen, Rüstungsdebatten und hysterischer Panikmache in Parlament und Presse der westlichen Demokratien, unberührt von den aufdringlichen Phrasen eines Roosevelt, in gelassener Ruhe, die nur dem eigenen guten Gewissen und dem Bewußtsein der eigenen Kraft entspringen kann, ja in einzigartiger festlicher Beschwingtheit den Geburtstag seines Führers als ein echtes großes Volksfest feierte. Das soll nicht etwa heißen, daß wir nicht weiterhin ein wachsames Auge gehabt hätten auf die Dinge um uns herum oder mir uns in sorgloser Sicherheit wiegten. Aber wir fühlen uns im Schutz der größer und gewaltiger denn je wieder erstandenen deutschen Wehrmacht, in der neugewonnenen Einheit der Nation, geleitet von der genialen Staatsfüh- rung eines Adolf Hitler innerlich so stark und geborgen, daß nichts uns die Festesfreude zu trüben vermochte an einem Tage, der wie keiner vorher in seinem so ganz persönlichen Charakter uns Gelegenheit gab, all unsere Liebe und Verehrung und all unsren Dank und unser Vertrauen dem Manne entgegenzubringen, der allein uns den Durchbruch in eine neue Zeit erkämpft und diese nach seinen eigenen Ideen gestaltet hat. Das ganze deutsche Volk hat diese Gelegenheit mit heißem Herzen ergriffen und seinen überströmenden Gefühlen freien Lauf gelassen. Indem es den Geburtstag des Führers zu feinem eigenen Freudentag, zu einem großen Gemein- schaftsfest der ganzen Nation machte, bekundete das deutsche Volk wiederum vor aller Welt die tief innere, unlösliche Verbundenheit, die es mit diesem Manne empfindet, und machte diesen Tag wiederum zu einer denkwürdigen, in einer Zeit, die mit Spannungen schier bis zum Bersten erfüllt ist, wie'der unsrigen, doppelt bedeutsamen Demonstration der ewig unabänderlichen und durch nichts zu erschütternden Einheit zwischen dem deutschen Volk und seinem Führer. Das ist es, was als kostbares Vermächtnis und stete Verpflichtung für uns alle bleibt aus dem vergänglichen Rausch dieser Stunden eines beispiellosen Jubels unendlich beglückter Volksmassen, die nicht nur in der Reichshauptstadt, sondern durch Presse und Rundfunk bis in das letzte Dorf unseres großdeutschen Vaterlandes und jenseits der Grenzen überall dort, wo überhaupt Deutsche wohnen, teilnahmen an den glanzvoll-prächtigen Bildern der Gratulationsfeiern, die mit Stolz die Achtung empfanden, die das Aus» land durch Entsendung so zahlreicher Ehrendelegationen unserem Führer zollte, und die nicht zuletzt im Wehen der Fahnen und Standarten, im Dröhnen des Paradeschritts, im Rattern der Motors der Luftgeschwader, der Kanonen und Panzerwagen freudig das Gefühl imponierender Machtentfaltung des Großdeutschen Reiches spürten, die allein den Frieden sichert, den Führer und Volk aus' ganzem Herzen aufrichtig wünschen, wenn es ein Friede in Ehren ist, der uns Arbeit und Lebensraum gewährt. Es hat nicht ausbleiben können, daß trotz aller hinterhältigen Geschäftigkeit, mit der von London aus als dem Zentrum der neuen gegen die autoritären Mächte gesponnenen Einkreisungspolitik versucht wird, im Osten und Südosten des Erdteils die>Fäden zu einem Kriegsbündnis zu knüpfen, in diesen Tagen auch die Aufmerksamkeit des Auslandes ungeteilt auf die Ereignisse in der Reichshauptstadt gerichtet war und die Geburtstagsfeier, die das deutsche Volk seinem Führer bereitet hat, nun in der ganzen Welt lebhaften Widerhall gefunden hat. Wenn dieses in den uns befreundeten Ländern, besonders in Italien und Japan, Spanien und Ungarn, von herzlicher Anteilnahme zeugt, in anderen zumindest wohlwollend sachlich die größte Hochachtung vor der geschichtlichen Tat des Führers und den Leistungen des deutschen Volkes bekundet und in wieder anderen Aerger und Neid, Mißtrauen und Beklemmung nur schlecht verbirgt, so werden doch in allen Bettachtungen des Auslandes, von welcher Einstellung zu dem deutschen Festtah sie auch immer ausgehen mögen, zwei Tatsachen als eindrucksvollste und unumstößliche Wahrheiten anerkannt und herausgestellt: einmal die innere Einheit von Führer und Volk im unerschütterlichen Willen zur Selbstbehauptung der deutschen Lebensinteressen und zum andern die überragende militärische Macht des Großdeutschen Reiches, die es ihm ermöglicht, die so erfolgreich begonnene Politik der Neuorganisierung eines Friedens der Gerechtigkeit unbeirrt von den Störungsmanövern der westlichen Demokratien und ihres bolschewistischen Bundesgenossen fortzusetzen. Es ist kein Wunder, daß die imvosante Truvpen- parade vor dem Führer und Obersten Befehlsbaber der Wehrmacht und seinen in- und ausländischen Gästen auf der soeben ihrer Bestimmung übergebenen Ost-West-Achse der Reichshauptstadt, die ipößte, die seit Jahrzehnten überhaupt irgendwo in der Welt ftattgefunben hat, mit ihrer aus bester Tradition hervorgegangenen Exaktheit, aber auch mit der hier zum erstenmal gezeigten, zur höchsten Entwicklung gebrachten Vielfalt moderner Waffentechnik nicht nur beim deutschen Volke, defs-m aanze Liebe feiner Wehrmacht gehört, höchste Bewunderung und Anerkennung gefunden hat, sondern auch das lebhafteste Interesse der ausländischen Zuschauer erregt hat. Da sich unter ihnen zahlreiche militärische Fachleute ersten Ranges befanden, wird mancher von ihnen beim Anblick dieser wie eherne Blocks daherziehenden Infanterie-Regimenter, der Panzerwagen, Geschütze und Flaks von den kleinsten bis lzu den größten Kalibern und der zahlreichen Son« Reichsgaue in der Ostmark und im Gudeienland. Reichsgaues ist. Für die bisherigen Sonderverwaltungen, die an die Dienststelle des Reichsstatthalters angegliedert sind, liegt die Vertretung des Reichsstatthalters beim bisherigen Letter der betreffenden Dienststelle. Denn bei dem weitgespannten und vielseitigen Aufgabenbereich des Reichsstatthalters wird sich dieser gegenüber den ihm angeglteder- ten Verwaltungen praktisch auf die allgemeine Steuerung beschränken, so daß das Schwergewicht der laufenden Verwaltungsführung beim bisherigen Behördenchef verbleiben wird. Reichsernährungsminister Darre eröffnet die 3. Reichsgartenschau in Stuttgart. Aus den Vielheiten die Einheit. In den demokratischen Staaten schwankt man zwischen der Anhäufung aller Regierungsgewalt in der Hauptstadt und einer weitgehenden Dezentralisation. Letzteres hat in den USA. zum Ueber- wiegen der Interessen jedes einzelnen Bundesstaates geführt, so daß man in dem einen Staat sich leicht scheiden oder schwer betrinken oder ungestraft sonstige Ausschreitungen begehen darf, während man in anderen Staaten verfolgt wird. Hier hat England im größeren amerikanischen Roum seine Vorbilder gegeben, die sich jedoch zu wahren Monstren aus» wirkten.' Umgekehrt kann in der französischen Provinz kein Beamter eine Schreibfeder mehr verbrauchen, ohne daß es nicht von Paris aus kontrolliert und beanstandet würde. Der französische Zentralismus ist nach der französischen Revolution eingeführt worden und hat jedes provinzielle Eigenleben erstickt, dafür aber den Wasserkopf Paris ungeheuerlich anschwellen lassen. Die weitgehende angelsächsische Dezentralisierung mar auch das deutsche Erbübel und führte nicht nur in der Vorkriegszeit zu geradezu grotesken Zuständen, sondern in .der Nachkriegszeit geradezu zu separatistischen Regungen. Ihnen setzte Adolf Hitler seine Reichs- i d e e entgegen. Die Schäden dieser beiden Systeme hat das einige Dritte Reich beseitigt, indem es alles das, was nickt die besonderen stämmischen Belange betrifft, also Justiz, Finanzen, Bahn, Post und ähnliche Dinge als besondere Reichsverwaltung bestehen läßt, im übrigen aber die zufälligen Grenzen innerhalb Deutschlands durch die natürlichen Wirtschafts- und Stammesgrenzen ersetzt und die Reichsgaue schafft, in denen die wirtschaftlichen und kulturellen, kurzum die völkischen Grundlagen je nach ihrer Artung einer besonderen Pflege teilhaftig werden. Damit ist der goldene Mittelweg zwischen Zentrali- Die Aussicht über den Reichsgau führt d e r Reichsmini st er des Innern. Für Wien, das ebenfalls einen Reichsgau, aber gle-ichzeitig eine Einheitsgemeinde bildet, sind die dieser Doppelstellung entsprechenden Folgerungen im Gesetz gezogen. Das Sudetengau-Gesetz folgt in feinen Grundsätzen der für die Ostmark geschilderten Neuordnung, insbesondere hinsichtlich der Stellung des Reichsstatthalters. Die Durchführungsvorschviften des Reichsministers des Innern zu beiden Gesetzen finb in Kürze zu erwarten. sation und Dezentralisation beschritten worden, wobei in allen entscheidenden Fragen selbstverständlich dem Reich als dem Gesamtinbegriff aller Einzelteile die Entscheidung obliegt. Die über den Verwaltungsaufbau der Ostmark und des Sudetengaus jetzt erlassenen zwei Gesetze bestimmen nach einer Zwischenzeit vom 1. Mai bis 30. September 1939 für die ostmärkischen Landesteile Re-ichsstatthalterschaften und sehen für den Sudetengau, der sich ja über eine geographisch und kulturell sehr weitgespannte und dennoch verhältnismäßig schmale Fläche ausdehnt, außerdem die bisherige Dreiteilung in die Regierungsbezirke Aussig, Eger und Troppau vor. In den neuen Reichsstatthaltergebieten wird die Einheitlichkeit aus der Vielheit der Verwaltungszweige klar erwachsen. Die Reichsstatthalter werden die oberste Behörde sein mit einem ausgedehnten Weisungsrecht innerhalb der Reichsgesetze, und nicht, wie bisher in den preußischen Provinzen, die Oberpräsidenten. Die Befugnisse jedes Reichsstatthalters zerfallen in die staatliche Verwaltung, wo er sich durch einen Reichsbeamten, der den Titel Regierungspräsident führt, vertreten lassen kann, und in die Gauselbstverwaltung, die vom Gauhauptmann, der auch Beamter des Reichsgaues ist, in Vertretung des jeweiligen Reichsstatthalters ausgeübt wird. So bleibt z. B. die kommunale Selbstverwaltung Sektor des Gaues. Mit dieser Gliederung ist ein wesentlicher Schritt getan, um den Einheitsstaat auch in den neuen Gebieten durchzuführen, gleichzeitig aber diesen Einheitsstaat derartig elastisch zu gestalten, daß er auf die Eigenart des betreffenden Gebietes weitgehendste Rücksicht nimmt, sofern sie die Einheit nicht gefährdet. Dadurch ist der alte Grundsatz erfüllt worden: Aus den Vielheiten die Einheit! derwaffen vielleicht recht nachdenklich geworden fein und nun erst einen wahren Begriff von dem imponierenden Machtinstrument mit nach Hause genommen haben, das Deutschland zum Schutz des Friedens einzusetzen in der Lage ist. Wenn in der gesamten Auslandpresse, vor allem auch in Paris und London, diese gewaltige Heerschau des Großdeutschen Reiches ein so ungeheures Erstaunen her- vorgerusen hat, so möchten wir nur wünschen, daß der Eindruck nachhaltig genug sein wird, um alle Feinde des Friedens rechtzeitig zur Besinnung zu bringen. Denn wer könnte von so wahnwitziger Selbstüberschätzung verblendet sein, daß er das Wagnis auf sich nehmen würde, die Entfaltung der hier vor Augen geführten militärischen Schlagkraft eines Achtzig-Millionen-Volkes gegen sich leichtfertig herauszufordern? Aber die ausländischen Ehrengäste und Korrespondenten haben nicht nur ein höchst eindrucksvolles Bild der militärischen Bereitschaft des Grohdeutschen Reiches bekommen, sie hatten auch Gelegenheit, zu sehen, wie das deutsche Volk und sein Führer ihre ganze Tatkraft auf den sozialen und kulturellen Ausbau des Reiches gerichtet hat, wie es Werke des Friedens von gigantischem Ausmaße find, die der Führer in genialem Wurf geplant und das deutsche Volk mit beispiellosem Elan in Angriff genommen hat. So stellt sich für viele unserer Gäste das Bild des neuen deutschen Lebens im nationalsozialistischen Reich, wie sie es an diesem denkwürdigen 20. April aus eigener Anschauung gewinnen konnten, sicher sehr viel anders dar, als die gehässigen Karikaturen, mit denen übelwollende Leitartikler und Parlamentsredner die öffentliche Meinung ihres Landes vergiften, um für ihre Kriegshetze die richtige Atmosphäre zu schaffen. Am gleichen Tage, an dem Deutschland das Geburtsfest seines Führers als eine wahre Friedens- feier beging, legte auch die andere Macht der Achse ein eindrucksvolles Bekenntnis zum Frieden ab. Italien rüstet zur Weltausstellung, die im Jahre 1942 in Rom alle Nationen zu einer „Olympiade der Kultur" vereinigen soll. „Wenn mir wirklich die Absicht hätten, die Lunte in Brand zu setzen", so sagte der Duce in feierlicher Sitzung des Organisationskomitees der Weltausstellung, „wenn wir wirklich jene versteckten aggressiven Absichten hätten, die man uns andichtet, würden mir nicht ein so groß angelegtes Werk wie die Organisation der Weltausstellung beginnen." „Wenn mir uns trotz der Gewitterwolken am Horizont an diese Arbeit gewagt l)aben", so-sagte er weiter, „und sie tatkräftig fortsetzen, muß das als ein verheißungsvolles Zeichen dafür gewertet werden, daß mir niemand angreifen rnollen und im Gegenteil die Absicht haben, unsere Arbeit in Ruhe fortzusetzen." Auch der Duce bekräftigte noch einmal die vielfachen Aeußerungen des Führers, daß die Politik der Achse eine Politik des Friedens und der Zusammenarbeit ist. So bietet heute die Welt das höchst merkwürdige Bild, daß die von einer dem jüdischen Finanzkapital und der Rüstungsindustrie hörigen Presse als „Angreifernationen" verschrienen autoritären Staaten ihre ganze Energie an große Werke der Kultur setzen, zu deren Vollendung es eines langen Friedens bedarf, während die westlichen Demokratien im Bunde mit den hochkapitalistischen Vereinigten Staaten und dem bolschewistischen Rußland unter der falschen Flagge einer „Friedens- und Antiaggressionsfront" anscheinend nur noch ein einziges Ziel kennen: maßlose Aufrüstung, Kriegsoorbereitung ihrer eigenen Völker und Bündnisse mit aller Welt. Um das Ziel zu kaschieren und dem Kriege, auf den man hinarbeitet, schon heute nach bewährtem Muster ein moralisches Mäntelchen umzuhängen, hat Roosevelt seine berüchtigte Botschaft ausgeheckt, deren ebenso anmaßende wie hinterhältige Vorschläge Mussolini in seiner letzten Rede bereits ebenso kurz wie treffend demaskiert hat. Deutschland und Italien werden in ruhiger Gelassenheit ihren Weg fortsetzen „im Glauben an die Kraft" — um noch einmal mit den Worten Musso- linis zu sprechen —, „den Frieden auf dauerhafter und unerschütterlicher Grundlage der Gerechtigkeit aufzubauen, die ihre ewigen Gesetze mit denen des Lebens zu vereinigen weiß." Wir sind sicher, auch vielen andern Völkern, die im trügerischen Nebel öer heuchlerischen Phrasen von Einkreisungspolitikern und Kriegshetzern nach einem Weg suchen, merbcn sich noch zur rechten Zeit die Augen öffnen für die Gefahren eines Bundes mit dem Bolschewismus, den man ihnen in Washington, Paris und London so warm ans Herz legen möchte und ste werden die wahren Freunde eines europäischen Friedens erkennen, der allen Völkern die ihrer nationalen Eigenart gemäße Entwicklung sichert. Der 20. April, für das deutsche Volk ein Tag der Freude eine Demonstration seiner Kraft und seines Frie- denswillens, möge den andern Anlaß zu ernster toelbftprüfung und Besinnung auf ihre Verantwor- dem völkischen und kulturellen Gesamt- fchrcksal Europas werden. Dann werden auch sie in dem 20. April den Baustein eines wahren Friedens erkennen. Fr. W. Lange. Uniformen für Beamte. •Berlin, 19. April. (DNB.) Im Reichsgesetz- ^att wird ein Erlaß des Führers vom 30. März über die Einführung einer B e - a m t e n u n i f o r m veröffentlicht. Danach sind Beamte der obersten Reichs - und Landesbehörden, Behördenvorstände und ifjre ständigen Vertreter verpflichtet, die Beamtenuniform zu tragen, wenn sie als Vertreter ihrer Behörde oder Verwaltung an öffentlichen Beran st altungen teilnehmen, oder wenn dies besonders angeordnet wird. A u s - genommen von dieser Verpflichtung bleiben die Beamten, die a l s P o l i t i s ch e L e i t e r oder Angehörige von Gliederungen der NSDAP, das Recht haben, eine Parteiuniform zu tragen. Auch bei außerordentlichen Gelegenheiten darf die Beamtenuniform getragen werden, wenn Zweck und Art der Veranstaltung dies rechtfertigen. Der Reichsminister des Innern wird im Benehmen mit dem Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei eine Uniformvorschrift erlassen, die über die Beamtenuniform und die Dienstgradabzeichen das Nähere bestimmt. Die zum Tragen der Uniform verpflichteten Beamten erhalten zu den nachgewiesenen Anschaffungskosten eine einmalige Beihilfe und zur Instandhaltung ein jährliches Kleidergeld. Der neue Erlaß gilt nicht für Beamte, die zum Tragen einer Dienstkleidung verpflichtet sind. Bestehende Vorschriften, nacy denen Beamte berechtigt sind, die Uniform ihrer Verwaltung zu tragen, gelten weiter, ebenso die besonderen Vorschriften für die Beamten des Auswärtigen Amtes. Berlin, 21. April. (DNB.) Die Reichsregierung hat soeben zwei Gesetze beschlossen, die die Grundlagen für den Ausbau der Verwaltung in der Ostmark sowie im Sudetenland enthalten. Hatte bereits das Gesetz vom 1. Oktober 1938 durch Auslösung des Burgenlandes die Gesamtzahl der ehemals österreichischen Länder einschließlich Wien a u f a ch t beschränkt, so werden nunmehr diese Gebietskörperschaften mit Ausnahme von Vorarlberg, das als eigener Verwaltungsbezirk und als Selbft- verwaltungskürperfchaft bis auf weiteres erhalten bleibt und vom Reichsstatthalter in Tirol geleitet wird — Reichsgaue, d. h. Verwaltungsbezirke des Reiches und zugleich Selbstverwaltungskörperschaften. Die Reichsgaue decken sich mit den bereits festgelegten Parteigauen, so daß auch in gebietlicher Hinsicht die Einheit von Partei und Staat in den heimgekehrten Gebieten hergestellt ist. An die Spitze eines jeden neuen Reichsgaues tritt ein Reichs statthafter, der in der Stufe des Reichsgaues die staatliche Verwaltung als Reichsverwaltung unter d i e Dien st aufsicht des Reichsmini st ers des Innern nach den fachlichen Weisungen der Reichsminister innerhalb ihres Geschäftsbereiches führt. Mit dieser Regelung ist der Grundsatz der Einheit der Verwaltung in weitem Umfange der Verwirklichung zugeführt worden: Zunächst werden eine Reihe von Sonderoerwattungen des Reiches an die Dienststelle des Reichsstatthalters angegliedert, so daß der Reichsstatthaler diese verschiedenen Verwaltungszweige im Reichsgau in der Spitze zusammenfaßt. Das Neben- und Gegeneinander einer Vielzahl von Verwaltungsdienststellen in der Neichsmittelinstanz ist überwunden. Führung und Verantwortung für die gesamte öffentliche Verwaltung im Reichsgau liegen beim Reichsstatthalter, der als Gauleiter zugleich auch die Befehlsgewalt über sämtliche Parteidienststellen des Reichsgaues hat. Don der Angliederung an die Dienststelle des Reichsstatthalters sind ausgenommen lediglich die Reichsjustiz - D e r w al t u n g. Aber auch gegenüber diesen Reichssonderoerwattungen sowie gegenüber sämtlichen öffentlichen Dienststellen der gebietlichen und berufsständischen Selbstverwaltung innerhalb seines Bezirkes hat der Reichsstattholter ein umfassendes Weisungsrecht. Die Dienststelle des Reichsstatthalters gliedert sich in die st a a t l i ch e Verwaltung, die Reichsverwaltung ist, und in die Gausei b st verwal- tung. In der ersteren wird der Reichsstatthalter durch den Regierungspräsidenten — einen Reichsbeamten! — in der letzteren durch den Gauhauptmann vertreten, der Beamter des Ein Gartenparadies im schwäbischen Land. Stuttgart, 22. April. (DNB.) Stuttgart, die Stadt der Ausländsdeutschen, zwischen den Weinberghängen des Neckars und prächtigen Wäldern harmonisch mit der Landschaft verbunden, ist für den Sommer dieses Jahres der Schauplatz der 3. Reichsgartenschau. Am Fuße des Killes- berges, einem der schönsten Höhenzüge, die Stuttgart umgeben, mit einem herrlichen Blick auf die Stadt und die Täler und Höhen ringsum, ist aus alten Steinbrüchen und Geröllhalden in mehrjähriger Arbeit eine Leistungsschau der deutschen Gartenbaukunst erstanden. Das Ausstellungsgebiet, das Höhenunterschiede von 60 Meter aufweist, mußte von Grund auf um- gestaltet werden, um den grünen Gürtel der Stadt bis zu den Vorstädten Feuerbach und Bad Cannstatt hin zu einem dieser herrlichen Stadt würdigen Gelände zu gestalten. Da auf dem Steinschuttboden außer einem schönen Akazienwald kein nennenswerter Pflanzenbestand vorhanden war, wurden große Wälder, zum Teil mit 20 Meter hohen und alten Bäumen — Linden, Ahorne, Buchen, Birken und Eichen — neben den immergrünen Zierhölzern, Stauden und Blumen neugepflanzt. Es ist außerordentlich schwer, die Schönheit dieser Schau in ihrem ganzen Umfange zu beschreiben; Man blickt vom Haupteingang aus in eine geräumige Ausstellungshalle, die' den Ehrenhof flankiert und in der als E r ö f f n u n g s s ch a u erlesene Azaleen, Eriken und Alpenveilchen aus weltberühmten deutschen Züchtereien aufgebaut sind. Anschließend gelangt man in die H a l l e d e s R e i ch s- nährftandes, einen prachtvollen Buntsandsteinbau, dessen Stirnseite ein schwerer schmiedeeiserner Hoheitsadler krönt. Dann wandelt man auf stillen versonnenen Wegen, durch schattige Wäldchen, an bunten Beeten blühender Primeln und Sammlungen aller nur denkbaren Pflanzenfamilien, an Bei der Eröffnung der Reichsgartenschau hielt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Reichsbauernführer Darre, am Samstagvormittag eine bemerkenswerte Rede, in der er erklärte: Es mag als Wagnis erscheinen, daß nun .schon die dritte Reichsgartenschau ihre Tore öffnen soll, nachdem vor wenigen Monaten erst die zweite Reichsgartenschau in Essen geschlossen wurde. Denn Aufbau und Durchführung einer so großen und über fünf Monate laufenden Schau stellen an die Stadt und an den gärtnerischen Berufsstand außergewöhnliche Anforderungen. Abgesehen von den Daueranlagen erscheinen diese Anforderungen nur dann gerechtfertigt, wenn man mit einem ausrei» ch e nden Besuch der Ausstellung rechnen darf. Die bei früheren Gartenausstellungen gesammelten Erfahrungen sprechen aber durchaus für diese Annahme. stellen doch bei den Gartenbauausstellungen nicht die im Erwerbsgartenbau Tätigen das Hauptbesucherkontingent, sondern die breite Masse des Volkes, die zum sehr großen Teil selbst irgendwie gartenbaulich tätig ist, denn allein die Tatsache, daß z. B. im Altreich von 17,5 Millionen Haushaltungen über 5,5 Millionen einen Garten besitzen den sie nach den gleichen Grundsätzen hegen und pflegen wie ste auch beim Gärtner und Landwirt für den schimmernden See- und Teichterrassen mit luftigen Wasserspielen vorüber. Musterobstanlagen und Mustergärtnereien wechseln mit zweckmäßigen Klein- und Siedlungshäusern, Heilpflanzengärten und blumigen Wiesen. Neben diesen Stätten des Lebens auch eine Stätte der ewigen Ruhe: Ein Musterfriedhof als Beispiel dafür, wie harmonisch sich eine solche Anlage in die natürliche Umgebung einfügen läßt. Auf bequemen Wegen steigt man den Killesberg empor, von dessen fahnengeschmückfem Aussichtsgerüst aus man die ganze Reichsgartenschau zu Füßen sieht, darunter das Tal der Rosen und dieRosenvergleichs- schau, die im Juni, im Rosenmonat, den Hauptanziehungspunkt der Reichsgartenschau bilden wird, wie überhaupt in jedem Monat die gerade blühende Pflanze mit einer Sonderschau im Vordergrund tehen wird. Eine Reichsautobahnschau, Ausstellungen der einschlägigen Industrie, Plan- und Modell- chauen und immer wieder Sammlungen von Blumen runden das Bild. Selbst ein Freilichttheater für Tausende von Zuschauern iff vorhanden, ferner ein modernes Freibad mit Liegewiesen und Kinderspielplätzen, Gaststätten, Cafes, einer Ladenstraße usw. Und zwischen allem schlängelt sich die Ausstellungskleinbahn auf 3,5 Kilometer langem Schienenwege dahin. Nicht zu vergessen ist, daß in sinnvoller Weise auch dasTier in den Rahmen der 3. Reichsgartenschau einbezogen worden ist. Farbenprächtige Kronenkraniche, Flamingos und die verschiedensten Entenarten werden die Wasserflächen beleben. Eine Anzahl Waschbären und die Insassen eines „Tierkindergartens" werden sich durch ihr niedliches Benehmen sehr rasch die Herzen der Ausstellungsbesucher erobern. Die 3. Reichsgartenschau 1939 in Stuttgart bietet so mit ihren Fachausstellungen, den zahlreichen Sonder- und Lehrschauen nicht nur einen überzeugenden Querschnitt durch die deutsche Gartenbaukunst, sondern sie ist zugleich auch ein vorbildliches Beispiel dafür, wie bisher unbenutzbares Gelände der Landschaft eingefügt und neuem Nutzen zugeführt werden kann. Anbau von Gartenerzeuanissen gelten, muß zwangsläufig ein aktives Interesse auch an dem belehrenden Teil der Gartenbauausstellungen auslösen. Es kommt noch hinzu, daß überall i m Volk der Wunsch besteht, sich immer wieder in der gedrängten Zusammenballung der Darbietungen derartiger Reichsgartenschauen über d i e Fortschritte des Gärtnerwerkes und über neue Verwendungsmöglichkeiten des Reichtums an Blumen und Zierpflanzen zu unterrichten und so neue Anregungen f ü r das eigene Heim und den eigenen Garten zu erhalten. \ Der Bedarf an Gemüse und Obst steigt ständig und nachhaltig. Der Verbrauch an Ob st und Südfrüchten ist von 38 Kilogramm je Kopf und Jahr im Jahrfünft 1909 bis 1913 auf 42 Kilogramm im Jahrfünft 1933/37 g e ft i e g e n. Der Gemüseverbrauch je Kopf erhöhte sich in der gleichen Zeit sogar von 37 Kilogramm auf 51 Kilogramm im Jahr. Dabei ist es besonders erfreulich festzustellen, daß wir im Durchschnitt der Jahre 1933 bis 1937 bei einigermaßen ausreichenden Ernten bereits 86 v. H. des deutschen Ob st Verbrauches aus eigener Erzeugung decken konnten gegen nur 79 v. H. Selbstversorgung in den Jahren 1929 bis 1933. Bei Gemüse stieg der Anteil der deutschen Erzeugung trotz steigenden Verbrauches in der gleichen Zeit von 89 v. H. auf 93 v. H. Obst und Gemüse ist heule nicht mehr eine Zukost, die man sich je nach dem Umfang feines Geldbeutels leistek. Obst und Gemüse muß heule in Deutschland in jeder Beziehung als Volksnahrungsmittel betrachtet werden. Alle verantwortlichen TUänncr der Gefund- heilssührung und Ernährungspolitik sind sich aber darin einig, daß das deutsche Volk noch mehr Ob st und Gemüse an Stelle von Fleisch und Fett verbrauchen muß, wenn es gesund und leistungsfähig erhalten bzw. in feiner Leistungsfähigkeit gesteigert werden foll. Angesichts dieser damit für den deutschen Gartenbau gegebenen Aufgaben können wir uns nicht damit abfinden, daß es in Deutschland Jahre gibt, in denen wie im Jahre 1938 der Obstverbrauch entweder stark eingeschränkt werden muß oder zeitweise womöglich sogar ganz ausfällt. Wir können es auch nicht als einen Dauerzustand hinnehmen, daß alljährlich in Deutschland in einigen Monaten des Jahres Obst und Gemüse deutscher Erzeugung gar nicht mehr oder nur noch in der Konservendose zur Verfügung steht. Ich weiß, daß der deutsche Gartenbau so wie vielleicht kein anderer Zweig der pflanzlichen Erzeugung witterungsbedingt ist. Ich bin aber der Ueberzeugung, daß der menschliche Wille die Möglichkeit finden wird, die Mängel in der Obst- und Gemüseversorgung des deutschen Volkes zu überwinden. Es ist notwendig, daß wir beim Gartenbau nicht nur nach hohen Erträgen streben. Wir müssen gleichzeitig auch danach trachten, die hohen Erträge m ö g l'i ch st sicher zu gestalten. Wir werden also beispielsweise im Obstbau immer auch darauf sehen müssen, daß unsere Sorten nicht nur ertragsreich, sondern auch gleichzeitig möglichst wider standsfähig gegen Frost und Schädlinge sind. Soweit diese Widerstandsfähigkeit gegen Frost durch Züchtung nicht erreicht werden kann, erscheint es mir notwendig, zu einer größeren Risikoverteilung im Obstbau zukommen. Zu dieser Forderung veranlaßt mich vor allem die mehrfach gemachte Beobachtung, daß diejenigen Gebiete des Reiches, die, wie z. B. die norddeutschen Küstengebiete, von Natur aus einen stärkeren Früh» jahrsbesuch haben, verhältnismäßig befriedigende Obsternten hatten, während die eigentlichen Obstbaugebiete West- und Südwestdeutschlands fast restlos ausfielen. Der Grund hierfür war einfach darin zu finden, daß die Bäume in solchen Gebieten verhältnismäßig spät, also nach der Zeit der üblichen Frühiahrsfröste, tur Blüte kommen. Neben diesen Maßnahmen zur Sicherung gleichmäßiger Ernten brauchen wir aber noch weitere Maßnahmen zur Lagerung von frischem Obst und Gemüse. Ich denke hierbei ebenso sehr an die Einrichtung von Lagerräumen beim Erzeuger wie auch an die Einküh 1 ung von Obst und Gemüse. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten für das Einkühlen, die vom Reichsinstitut für Lebensmittelfrischhaltung unter Leitung von Prof. P1 an ck in Karlsruhe durchgeführt wurden, find soweit gediehen, daß nun an die llebertragung in die Praxis herangegangen werden kann. Das Einlagern und Einkühlen frischer Früchte setzt aber pfleglich behandelte Rohware voraus. Damit berühre ich auch hier ein überaus ernstes Gebiet; denn auch im Obst- und Gemüsebau wie überhaupt im Gartenbau, der ein H ö ch st m a ß von Handarbeit fordert, beginnt sich jetzt ebenfalls die Landflucht nachteilig auszuwirken. Mit ernster Sorae stelle ich beim landwirt» schafllichen Massengemüsebau einen Rückgang Der Obst- und Gemüsebau braucht Nachwuchs, tkin Appell des Reichsbauernführers an die städtische Jugend. Das Modell eines Volkspfluges Kleine politische Nachrichten insgesamt nur 45 Fälle von Berufskrankheiten ge- n a ch vier - ober achtjähriger Grenz- versprochen hatten, Die nationale unijairung uno u e Dienstzeit verliehen je nachdem der betreffende Sprache des tschechischen Volkes in keiner Weise Beamte vor Eintritt in den Zollgrenzschutzdienst einzuschranken. Die Achtung der^nationalen Ehre seine zwölfjährige Militärdienstzeit erfüllt hat oder! und der nationalen Idee seien hei den führenden (erblichene eingeführl. Ein Zollgrenzschutz-Ehrenzeichen. Kaum Berufskrankheiten auf dem Lande. Fälle. Zu erklären ist dies durch die besonders im Weinbau angewandten Spritzverfahren bei der Schädlingsbekämpfung. Bei 13,5 Millionen Kranken- en Beltz. auf : eine g fei- muß als niet' iinb- sich noch • von es ge- seiner Die kinderlandverfchickung braucht Pflegestellen für unsere Jugend! i«n, 1 eine elstel. °gcn. «inen Nru- 9 des n bes 1 sind Der rumänische Außenminister Gafencu traf in Brüssel ein. Er wurde am Bahnhof von dem Generaldirektor der Politischen Abteilung empfangen. Ferner hatten sich die rumänischen Gesandten in Belgien und Holland und die Brüsseler Gesandten Griechenlands, Polens, Jugoslawiens und der Türkei sowie die rumänische Kolonie eingefunden. Gafencu wurde von König Leopold empfangen und legte Blumen am Grabmal des Unbekannten Soldaten nieder. * Das nationale Seefahrtsamt gab bekannt, da es den Bemühungen der spanischen Vertreter im Auslände gelungen ist, 5 9 Hochseeschiffe, die von den Bolschewisten in ausländischen Häfen verschleppt worden waren, für Spanien zurück- z u g e w i n n e n. Die Schiffe befanden sich in Häfen Großbritanniens, Belgiens, Hollands und Norwegens und haben eine Gesamttonnage.von 312 000 Tonnen. Eine ganze Anzahl der Schiffe hat bereits die Rückreise nach Spanien angetreten. * Der amerikanische Botschafter in London, Kennedy, wurde von der Universität Edinburgh zum Ehrendoktor der Rechte promoviert. Anschließend erfolgte die Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes der Stadt in der Festhalle des Rathauses. Prag, 21. April. (Europapreß.) Am Freitagmittag fand in Prag eine Kundgebung der tschechischen nationalen Volksgemeinschaft statt. Staatspräsident Hocha, der wenige Stunden 1 vorher aus Berlin eingetroffen war,' verlas eine Proklamation an das tschechische Volk, die einen neuerlichen Appell zur Einigung enthielt. Hacha bezeichnete es als seine Aufgabe, das bisher in Richtungen und Parteien zerfallene Volk in eine Gemeinschaft z u - s a m m e n z u f a s s e n , die das Fortbestehen des tschechischen Volkes gewährleisten solle. Der Präsident wies dabei besonders auf das deutsche Volk hin, das von Adolf Hitler aus der Zerrissenheit zur Einheit geführt worden sei, und fagte, daß sich die Tschechen daran ein Beispiel nehmen sollten. Er erklärte weiter, daß jeder ehrenhafte Tscheche geeignet sei,am Aufbau der nationalen Einheit teilzunehmen. Man könne nicht von jenen, die bisher an vorderster Stelle des öffentlichen Lebens gestanden hätten, fordern, daß sie sich plötzlich in die neuen Verhältnisse fänden. Damit sei jedoch nicht gesagt, daß das Volk in der Zukunft ihre Erfahrung und Arbeit mißachten werde. Denn auch sie seien Mitglieder des tschechischen Volkes. Die nationale Volksgemeinschaft habe den Parteien entsagt und rufe das Volk in eine geschlossene Reihe, in der brüderlich alle Zwistigkeiten überwunden werden sollen. Anschließend gab der Vorsitzende des Führungsausschusses, Hruby, eine programmatische Erklärung ab. Er erwähnte vor allem, daß der Führer und der Reichsprotektor o. Neurath den Tschechen versprochen hätten, die nationale Entfaltung und die i, ÖO: Mich ielteile fhiatt Sejefce oi bis andes- r den h und "hält- n die Bezirke neuen iit aus nchsen. ehörde inner« in den Die in die einen äsident ujelbst« ich Be« jewei- bleibt or des itiidjer n ben ’.t hielt, daß i weit- Sintjeit satz etil! E.S. Die Reichspressestelle der NSDAP, berief die Gaupresseamtsleiter der NSDAP., die aus Anlaß des Führer-Geburtstages in der Reichs- Hauptstadt weilten, zu einer Arbeitstagung, auf der Reichspressechef Dr. Dietrich seinen Gauamtsleitern aktuelle politische Hinweise und Richtlinien für ihre Arbeit gab. In Darmstadt begeht Admiral a. D. Hermann Jacobsen, ein in Krieg und Frieden hochverdienter Marineoffizier, seinen 80. Geburtstag. ! Jacobsen trat 1875 in den Marinedienst, als Inspek- I teur der Schiffsartillerie trieb er von 1909 bis 1913 die Schießausbildung erfolgreich voran. Im Weltkrieg kommandierte er bis 1917 die 1. Marinedivision des Marinekorps in Flandern. Unvergessen bleibt seine Beschießung von Dünkirchen auf eine Entfernung von 42 Kilometer. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley (links) schenkte dem Führer zum Geburtstag außer einem Volkswagen auch das Modell des von Dr. P o r s ch e (rechts) konstruierten Volkspfluges. (Preffe-Bild-Zentrale-M.) nicht. — Der Führer hat, mit der Stiftung dieses Zollgrenzschutz-Ehrenzeichens seinemDank und seiner Anerkennung für die Dienste, Welche die Zollgrenzschutzbeamten in schicksalsschwerer Zeit dem deutschen Volke geleistet haben, Ausdruck gegeben. Die nationale Volksgemeinschaft der Tschechen. Bor neuen Aufgaben. -Eine Betrachtung der Statistik über Berufskrank- hnten zeigt, daß das Land nur einen ganz g e ° r n a t n Prozentsatz an ernsthaften B e - rufskrankheiten aufweist, wahrend für die Städte geradezu erschreckend hohe Krankenziffern genannt werden. Die Berufsgenossenschaften haben bei- stielsweise Erkrankungen durch B l e i in 1136 trauen •j: einem Jahre in der Stadt gemeldet, während das Liand nur einen aufweist. Es gab 241 Benzol- ei-franfungcn in der Stadt, auf dem Land fr ine. Die gefährliche Kohlenoxyder kranken q hat 723 Menschen in der Stadt erfaßt, aus bim Lande keine. Erkrankungen am Krebs bzw. i!,r Kr-bsbildung neigende Hauw-ränüerungen durch infe Teer usw. gab es in der Stadt 272, auf dem Einnbe keine. Die Zahl der schweren b e tu fl.i* en fiauterfranfungen, die zum Wechsel des r«rufs oder zur Aufgabe jeder Erwerbsarbeit zwm- gm, verzeichnen die Städte mit 5104, wahrend es auf dem Lande nur sechs solcher Erkrankungen gab. 2ud) die 409 Erkrankungen der M u s k ein, K n o - öen und Gelenke durch Arbeiten mit Preßluft- nserkzeugen gibt es nur in der Stadt, und von den 6'112 «Staublungenertranfungen entfallen nur zwei omf das Land. Die Erkrankungen an Skorbut nxaen Mangels an vitaminreicher Kost gibt es allem i der Stadt. Die einzige Krankheit, die bei der Landbevölkerung einen höheren Prozentsatz aufwem, li' die Erkrankung durch Arsen und ferne Verbindungen. Hier meldet das Land 36, die Stadt 26 @arten= ns nicht htt gibt, lerbraud) den M s f a 111 etzustand n einigen deuM j r noch jng steht, wie viel- n bin aber bieW Obst' und zu üben kartenbau streben, chten, die gestalten, au immek Uten nicht gleich^ Frost und dssählg^ hf «erden mmen- 3“ nig-n Sft S*! lugten Ä A Berlin, 21. April. (DNB.) Der Führer hat ein Zollgrenzschutz-Ehrenzeichen, das der Polizeidienstauszeichnung angepaßt ist, für den deutschen Zollgrenzschutz gestiftet Das Zollgrenzschutz-Ehrenzeichen ist ein Ordenskreuz aus Bronze, das m ber Mitte das Hoheitszeichen zeigt. Die Rückseite trägt die Inschrift „Für treue Dienste im Zollgrenzschutz". Das Ehrenzeichen wird am gleichen kornblumenblauen Bande wie die anderen Treudienst- Ehrenzeichen auf der linken Brustseite getragen; die Auszeichnung wirb an Beamte des Zollgrenzschutzes nach vier- ober achtjähriger Grenz- Männern Deutschlands größer, als dies bei einigere Faktoren ber Tschechen in den letzten zwanzig Jay- ren ber Fall gewesen sei. Hruby gab dann jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß sich auch das nationale Leben der Tschechen rasch konsolidieren werde. Schwieriger sei die Lösung der in den letzten Wochen entstandenen wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Zur Erfüllung dieser Aufgaben seien sowohl die Methoden des Liberalismus als auch die des Kommunismus völlig ungeeignet. Hruby unterstrich die Dringlichkeit ber poli- tischen Konzentratton und forderte zur Zusammenarbeit mit dem deutschen Volke im Rahmen des Großdeutschen Reiches auf. Die Führung der nationalen Volksgemeinschaft habe das Vertrauen des Volkes zu erringen. Der Glaube an eine bessere Zukunft müsse im Volk verbreitet werden, das werde die Stärke ber Führung barftellen. Holland weist ein amenkanischesAnsinnenzurück Cura^ao und Guyana Und unverkäuflich. dir Gemüseanbaufläche fest, weil die Ar -1 bitsk rüste nicht mehr ausreichen, um bie Hmbardeit zu bewältigen. Auch beim Obstbau ist es kaum noch möglich, die Arbeitskräfte aufzu- brngen, bie die Pflege der Bäume und Früchte üb-langt. , Zs wird dringend notwendig sein, das deutsche | Blk rechtzeitig über Ursache und Wirkung aufzu-> klcren, damit Marktverknappungen ben Kon-sumen- tci nicht veranlassen, seinen begreiflichen Unmut in bie falsche Richtung zu lenken und Unschuldige ntt seinen Vorwürfen zu überschütten. Auf die Gehren, die hier herandrängen, muß ich Hinweisen, mmn auch erfreulicherweise die gärtnerischen Betriebe infolge ihrer meist engen Verbindung ml der städtischen Bevölkerung vorläufig noch einen ftir f e r e n Nachwuchs aufweisen als bie lcdwirtschaftlichen Teile des Gartenbaues. Der Bedürf ist aber trotzdem größer als der Zustrom von Krtnerlehrlingen. Ich richte daher von dieser Stelle aus den llppellanunferestädtischeZugend. iich auch dem Gartenbau mehr zur Verfügung zu stellen. Ich kann das um io mehr tun, als der Gartenbau dem Tüchtigen, 3er auch mit dem Herzen Gärtner wird, durchaus die Möglichkeit bietet, sich später als Gärtnermeister s e l b st ä n d i g zu machen. Das beweist ein sehr großer Teil unserer durchaus gesunden Gartenbaubetriebe, die aus kleinsten Anfängen und mit bescheidensten Mitteln ent- 'landen find, aus Mitteln, die sich die heutigen Inhaber oft genug in ihren Gehilfenjahren selbst erspart haben. Das Landfluchtproblem mit seinen Folgerungen si- die Erzeugung barf aber nicht nur von der zahlt müßigen Seite angepackt werden. Ebenso not- Binbiq 'ist es, daß die Betriebsführer bes gerade dich so viele Handarbeit erforbernben Gartenbaues nich mehr dahin streben, sich einzeln oder in Ge- ittin schäft bie Fortschritte der T e ch n i k nutzbar zu machen. Und zwar so, daß das Gerat w b bie Maschine einen erheblichen Teil jener Mett übernimmt, die mit ihr schneller, leichter und oiveitskraftsparender durchgeführt werden kann. H-rführ gibt auch diese Reichsgartenschau mancher- le Anregung. Aus dem gleichen Grunde habe ich adi die aus ihrem eigenen Beruf heraus entstände Studiengesellschaft für T e ch n »k i Gartenbau beim Aufbau ihres Versuchs- iiö Lehrinstituts in Quedlinburg gefördert, soweit e< mir möglich war. So kommt es also darauf an, nchallen Richtungen die Anregungen aus- audwpfen, die diese Reichsgartenschau sowohl dem (ta)erbsgartenbauer als auch dem Gartenfreud und Aubraucher bietet. Geschieht bas, bann erfüllt sie ach ihre tiefere Aufgabe als Förderin des deutschen Gartenbaues und deutscher Gartenkultur im Dienste dis großdeutschen Volkes. Die Ernienoihilfe der Wehrmacht. verlängern, soll Gebrauch gemacht werden, um die Einberufung älterer Jahrgänge, wenn irgend angängig, zu vermeiden. Die erste Ausbildungszeit der Marineküstenwacht soll in Zukunft höchstens 21 (bisher 11) Monate betragen. Für die Wiederholungs- Übungen ber Reservisten sind höchstens 85 Tags statt bisher 40 Tage vorgesehen, die sich auf vier bis fünf Hebungen verteilen. In der Begründung wirb darauf hingewiesen, daß die Regierung nur unter gewissen Umftänben beabsichtige, von dieser Vollmacht in vollem Umfange Gebrauch zu machen, um die Friedensstärke der holländischen Wehrmacht in solchem Umfange zu vergrößern, daß in Zukunft außerordentliche Maßnahmen zur Verstärkung der Grenzoerteidigung in Zeiten -internationaler Spannungen vermieden werden können. Japanische Erfolge in Südchina. Hongkong, 21. April (Europapreß). Es bestätigt sich, daß die Japaner mit der Wiedereinnahme von Tsensching dem chinesischen Vordringen gegen Kanton Einhalt geboten haben. Man hält es für ausgeschlossen, baß die Chinesen angesichts der großen von der Insel Hainan ein- getroffenen japanischen Verstärkungen Kanton ein- nehmen können. In die chinesischen Linien soll bereits ein tiefer Keil getrieben worden sein, jedoch sollen auch auf chinesischer Seite neue Truppen angekommen sein. In der Provinz H o n a n ist es ebenfalls zu einem Stillstand ber chinesischen Offensive gekommmen, in Hupeh wurde ein chinesischer Angriff zurückgeschlagen. An der Küste von Fu- kien scheint eine japanische Truppenlandung be- vorzustehen, denn in der Mündung des Min-Flusses ist eine große Reihe von Kriegsschiffen und Transportdampfern zusammengezogen worden. Wetterbericht Mit dem raschen Vorstoß eines kräftigen Atlantikwirbels in dem Nordseegebiet hat die Umgestaltung der Großwetterlage eine wesentliche Beschleunigung erfahren. Damit'tritt der Samstagfrüh noch über- wiegend wetterbestimmende Einfluß des südwestwärts abgedrängten und stark verflachten Hochdruckgebietes völlig zurück. Die Witterung nimmt wieder den Charakter ausgesprochenen unbeftänbigen Aprilwetters an. _ ,, , v Vorhersage für Sonntag: Wechselnde Bewölkung mit Schauertätigkeit. Bei lebhaften bis kräftigen westlichen bis nordwestlichen Winden ausgeglichenere Temperaturen und kühl. Vorhersage für Montag: Wechselhaftes und unbeständiges Aprilwetter. Lufttemperaturen am 21. April: mittags 18,3 Grab Celsius, abends 10,4 Grad; am 22. April: morgens 4,6 Grad. Maximum 18,7 Grad, Minimum heute nacht 2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. April: abends 13,6 Grad; am 22. April: morgens 10,2 Grad. — Sonnenscheindauer 11,3 Stunden. _______________________________ Hauptschriftletter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III.39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatshezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Das Oberkommando der Wehrmacht hat Richt- . _ * w b ® Iv ien für die Erntenothilfe 1939 erlassen. Da sich! Die Reichs send er Hamburg und Köln br Landarbeitermangel weiter verschärft hat, muß bringen vom 21. April ab emen zweiten Abend- d?- Wehrmacht auch in diesem Jahre bei der Früh- Nachrichtendienst in eng 11 s ch e r S p r ach e. E korsbefteUung und ben Pflegearbeiten forme zur werden also wie bisher von 20.15 Uhr bis 20.30 »es äs; ' mch'en A n^g e h'/r i g e d er Land w i r t?ch oft aus Welke 31,38 oder 9560 Kilohertz. feilen zur kurzfristigen Ausbildung möglichst nur in * b n Monaten November bis März ein- Die für den 27. und 28.April angesetzte Jahres- b rufen werden. Im allgemeinen werden nur des Deutschen Gemeindetages I b a t e n im zweiten Dienstjahr zur mu^e verschoben werden. Der neue Termin Smtenothilfe eingesetz. In dringenden Fällen kann l^^d noch bekunntgegeben. hi -rvon abgewichen werden. Die Emtenothilse wird * 913)0^1 öurd) © i n3c lb eu r laub u n g mit doI= Führer empfing den slowakischen Ge- lku Gebührnlssen m ^^ eltedichen Bettl n sandten Matus Cernak als ersten Vertreter des hin eigenen Betrieb, durch K ° ° g ^owakischen Volkes und Staates in Deutschland zur einzelner Soldaten ober auch geschloßen upps, Entegeqennahme seines Beglaubigungsschreibens, buch Gestellung von Pfesden mit Psi e ^anbte hob bie enge Verbindung hervor, die 9 rnm erster L.me zur ^uhiahrsbestellun^ und neu geschaffenen slowakischen Staate durch Gestellung von r a f t ro a g e.n 3 n unx Deutschland durch den deutsch-slowakischen Ver- jmt Mannfchast°n. 3m °llg°m°m-n °ll-n Ur- und Lem,qiano^ ^sieht und unterstrich das leub ober Kommandierungen n i ch t " ° I - «11 > ch 8 zwischen dem deutschen und dem slowaki- ‘t5n M 5s7a7sch°7er^oLn°7or^- fch-n'^olke' behende FreuKchastsoerhaltnis. Der Führer sagte dem jungen slowakischen Staatswesen jederzeit bereitwillig seine Unterstützung zu. Der französische Staatspräsident Lebrun gab zu Ehren des Königs von Schweden, in dessen Begleitung sich Prinz Bertil und verschiedene Persönlichkeiten aus der ständigen Umgebung bes schwedischen Königs befanden, im Elysee-Palast ein Frühstück. Der litauische Ministerpräsident General C e r - n i u s empfing eine Abordnung bes deutschen Kulturverbandes unter Führung des Präsidenten von Reichard t. In einer längeren Unterredung wurden dabei lebenswichtige Fragen ber deutschen Volksgruppe in Litauen erörtert. Washington, 21. April. (DNB.) Senator Lundeen beantragte Verhandlungen über den „A n - kauf" einer holländischen Insel und remder Kolonialbesitzungen auf dem Festland an der atlantischen Küste Südamerikas. Lundeen erklärte, daß die Vereinigten Staaten von Amerika an den Besitz der holländischen Insel Cura^ao und von Niederländisch- Guyano ein besonderes Interesse haben, einmal ür die Verteidigung des Panama-Kanals, bann aber, weil diese Gebiete Erzeugnisse ausführten, an denen es. in den Vereinigten Staaten mangele. .. Mit ironischen Worten weist die holländische Presse ben Vorschlag des Senators Lundeen zurück. Solche Vorschläge würden, so heißt es in den Blättern, in den Vereinigten Staaten periodisch laut. Man müßte jedoch in Amerika langsam wissen, daß Holland nicht daran denke, die Antillen zu verkaufen oder Surinam abzutreten. Der amerikanische Gesandte im Haag würde vielleicht gut daran tun, so meint „Telegraaf", feine Regierung nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß Holland über feine überseeischen Besitzungen verfüge, sondern nur ein unteilbares Königreich kenne. Dieses Königreich habe sein Grund- gebiet auch in Surinam und Cura^ao. Zweijährige Dienstpflicht für Holland. Den Haag, 19. April (Europapreß.) Dem Parlament ist von der Regierung ein Abänderungsvorschlag zum Dienstpflichtgesetz zugeleitet worden. Der Entwurf sieht eine Verlängerung der Höchstdauer der Ausbildung bei allen Waffengattungen ber Land- und Seemacht auf zwei Jahre (bisher ein Jahr) vor. Von ber Möglichkeit, die Dienstpflicht zu '“"Dk antrag ft eltenben Sauern,' Landwirte irib Gemeinden müssen die R e i s e k o st e n ber kom- irnnbierten Soldaten, aber nur einmal erstatten, Mähren* und "für ^jeden Soldaten eine' t ä g^l i ch e I versicherten auf dem Lande sind im letzten Jahre «7?dentf chadigung zahlen, die dem Tarifsatz insgesamt nur 45 F°lle °°!> Beru skrankhe.ten ge- einen eöigen landwirtschaftlichen Freiarbeiter meldet worden, em verschwindend kleiner Bruchteil, nn über 20 Jahren zuzüglich 15 Rpf. für die ub- der die Gesundheit tn der Landarbeit beweist. IGroßzügige Maßnahmen zu Gunsten N"mmandota°g^für'erfp'ar^e''Ve7pflegung"eüi"n^Son- ÖCf Und Kriegsopfer, dm-zuschuß von 90 Rpf. in bar. Die Anträge der Berlin, 21.April (D71v.) Aus Anlaß des kttuern und Landwirte auf Erntenothufe nluyen für I Geburtstages des Führers hat bie Reichsregie- jtioen Betrieb gesondert gestellt werden. Die Wehr- eine Reihe von Maßnahmen zu Gunsten der frsiskommandos regeln den aesarnten Einsatz inner unb Kriegsopfer ergriffen. Aus dem Ge- hllb ihrer Bereiche für alle Wehrmachtste.le, | E w -s-n# g ein Gesetz tiinderzuschüsse und Waisenrenten uneingeschränkt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verlängert. Ferner ist eine Milderung der Ruhensvorschriflen und eine Erleichterung der Anwartschaft für Kriegsteilnehmer in der Rentenversicherung eingetreten. Daneben sind für eine einmalige !Reichssonderhilfe für hilfsbedürftige Sozialrentner und Kleinrentner beträchtliche Mittel bereitgestellt worden. Die soziale Fürsorge für Kriegsopfer hat eine erhebliche Verbesserung erfahren. Endlich wurde eine Krankenversicherung für Kriegshin- i < ?■ Zm Hause Heuen Säue 22 ist ein Laden einige Stunden norm. [02040 gesucht. Dammstr. 35 I 3/1511 Friiho muss OerEckladen Stellengesuche Tüchtiges w W«kl Ab 1. Mai Beleilipg 2977D horst. Vermietungen"] Verkäufe | Vereine Installateure gesucht. (Dauerstellung) 298oD ( 1 Wetzlar. 2916Ö Selters weg 20. 2939D Stellenangebote sucht. 28520 Dunges, nettes in | Mietgesuche Sonntag KG. Watzcnbvrn-Stcinbcrg. Auch oh Dri-tobletlen und Dri»-Extra (Präg«») in Apothek'-eri und Drogfeynn Stadttheater Bootsbaus Paddler- Gietzen 2021D ( AaAläffevonzdn 20 v. 6. erhallen Sie bei wiederhollen Aul» nahmen einer Anzets» fenncnsulcrnen. Zuschr. u. 02022 a. b. Gietz. Anz. smn Naben von Kindergarberobe im Haus gesucht. Sehr Ang unt. 2958 D a.d. G.A. Alle Kanufabrer des NSRL. sind zur Teilnahme eingelaben. Senner, Kreisfachwart für Kanusport XII/8. 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Gegenüber dem Zusammenspiel von britischer See-'und Landmacht, britischer Pfund-Diplomatie und jüdisch-zionistischer Weltbewegung müßte das Trachten des Arabertums nach Freiheit, unabhängiger Entwicklung und neuer Weltgeltung als hoffnungslos erscheinen, wenn es nicht mit der Entfaltung moderner Verkehrstechnik auf den alten nach dem mittleren und Fernen Osten führenden Handelsstraßen im Bunde wäre. Wie der Zerfall des einstigen arabischen Weltreiches .eine Folge des Weltverkehrsmonopols ozeanischer Schiffahrt war, die nach den napoleonischen Kriegen unter die fast ausschließliche Kontrolle britischer Seeherrschaft geriet, so muß eine Wiedergeburt arabischen „Rasse- und Kulturbewußtseins al_ Zusammengehörigkeitsgefühls der gesamten Welt Nation. Reichsaußenminister von Ribbentrop gab am Nachmittag den ausländischen Ehrengästey des Führers einen Tee-Empfang im Neuen Palais in Potsdam. Als die lange Wagenkolonne in Potsdam einfuhr, stand am Rande der Straßen eine nach Tausenden zählende Menge, die die Vertreter der fremden Nationen in ihren leuchtenden Uniformen herzlich begrüßte. Die Fahrt der ausländischen Ehrengäste führte dann über die Glienicker Brücke, am Obelisk und dem Brandenburger Tor vorbei zum Stadtschloß und gab den Ehrengästen einen Gesamteindruck von der Stadt Friedrichs des Großen. In ehrfurchtsvollem Schweigen passierte man die Potsdamer Garnison- k i r ch e. Ein bezauberndes Bild bot die Fahrt durch den Park von Sanssouci, der im Hellen Sonnenlicht feine ganze Frühlingspracht zeigte. Während sich das Lieblingsschloß Friedrichs des Großen im Glanz der Nachmittagssonne darbot und die Wasserspiele glitzernd in die Höhe schossen, entzückte der weite Park durch die paradiesische Buntheit der Frühlingsblüten. Aus dem jungen Grün der Rasenflächen leuchteten Krokusse, Forsythien, Goldsterne, Leberblümchen, Narzissen und viele andere Blumen. Bei den nicht abreißenden Unruhen und Regierungskrisen, die das öffentliche Leben des Iraks im Laufe der letzten Monate erschütterten, spielte britische Einmischung die Hauptrolle. Es handelt sich vor allem um die Ausschaltung offener Freunde der arabischen Freiheitskämpfer in Palästina. Am 9. März wurde eine Verschwörung aufgedeckt, die sich gegen den König und das damalige Ministerium richtete. Der frühere Ministerpräsident Hik - mat Soliman und fünfzig Offiziere der irakischen Armee wurden verhaftet. Am 16. März mußte das irakische Gesamtkabinett Djamil Medfai unter englischem Druck zurücktreten, aber auch Nuri Said, der ein neues Kabinett bildete, kam Der Führers ausländische Gäste besichtigten das Schwimmbad des Reichssportfeioes u , (Scherl-Bilderdienst-M.) Freundschaft Anteil, welche die beiden Staatsauffassungen, die beiden Revolutionen und die beiden Länder miteinander verbindet. Diese Freundschaft, welche viele Proben bestanden hat, kann nicht gestört werden durch vorkommende lächerliche Versuche unserer Gegner. Diese werden sich eines Tages davon überzeugen müssen, daß sie einen falschen Weg einschlagen, während der Faschismus und der Nationalsozialismus der Weg der Gerechtigkeit und des Friedens ist." Der Führer hat geantwortet: „Ich, danke Ihnen. Duce, für Ihr so freundliches Gedenken zu meinem heutigen 50. Geburtstag und Ihre herzlichen Worte. Mit diesem Dank verbinde ich erneut die Versicherung meiner unerschütterlichen Verbundenheit mit Ihnen und dem von ihnen geschaffenen faschistischen Italien sowie meine besten Grüße." Don Otto Eorbach. Die englandfeindlichen Ausschreitungen, die in i Irak am Tage des plötzlichen Todes des jungen j Königs Ghazi ausbrachen und in Mossul zur Steinigung des britischen Konsuls Mank-Mason führten, offenbaren von neuem, welchen Grad die Erregung der Arabermassen in der britischen Einflußzone des nahen und mittleren Ostens, 'auch außerhalb Palästinas, erreicht hat. Man mag an der Mitteilung, daß König Ghazi einem selbstverschuldeten Autounfall zum Opfer fiel, nicht rütteln können, und man mag die Menschen, die nach dem amtlichen englischen Bericht über die Mossuler Mordtat dennoch das Gerücht ausstreuten, der König sei auf Veranlassung der Engländer ermordet worden, für Aufwiegler halten, trotzdem muß es zu denken geben, daß ein solches Gerücht die Menge, in der es verbreitet wurde, so leidenschaftlich erregen konnte, daß sie den britischen Beamten zu Tode steinigte. Auch wenn Monk-Mason das schuldlose Opfer einer blinden Mordhetze ist, liegt die moralische Verantwortung dennoch bei den Engländern selbst. Der junge König war ein leidenschaftlicher Sportsmann, der sich in der geringen Muße, die ihm die Regierungsgeschäfte ließen, mit nichts lieber befchas- tigte, als mit seinen Kraftwagen, die er selbst m Ordnung hielt und mit Meisterschaft steuerte. Die Art seiner Negierungsgeschäfte war aber tn den letzten Wochen und Monaten'vor dem Unfall so, daß sie die Nerven des Trägers einer Krone von Gnaden der Weltmacht Oel zum Zerreißen spannen mußte und die Sicherheit seiner Hand beim Steuern des eigenen Kraftwagens selbst bann verhängnisvoll beeinträchtigen konnte, wenn man in ihm den besten Führer der Welt hätte sehen dürfen. Die Unruhen selbst, die König Ghazis Tod auslösen, stellen es außer Zweifel, daß die arabischen Massen von seinem guten Willen überzeugt waren, trotz einer in England erhaltenen Erziehung und trotz aller schicksalhaften Abhängigkeit von angelsächsischen Macht- und Oelinteressen das arabische Freiheitsstreben nach Möglichkeit zu begünstigen. Das war ihm aber seit Monaten fast bis zur Unmöglichkeit dadurch erschwert worden, daß England die Kontrolle über seine Regierungshandlungen durch Drohungen, Bestechungen und Ränke immer mehr verschärfte. Bei der Einfahrt in das Neue Palais war 1 eine Ehrenkompanie in f r ide ri zia n i - schon Uniformen angetreten, deren Front Die Vertreter der fremden Nationen unter den Klängen des Präsentiermarsches abschritten. Durch ein Ehrenspalier friderizianischer Trachten, das von Jungen des Großen Militärwaisenhauses gebildet wurde, betraten die Gäste den herrlichen Rokokobau des Neuen Palais, in dessen Saal sie dann der Chef des des Protokolls, Gesandter von Dörnberg, herzlich willkommen hieß. Bei einem Rundgang lernten die Gäste vor allem die Wohnräume des Alten Fritz kennen und waren bei dem folgenden Tee-Empfang in der Langen Galerie dankbare Zuhörer für die von ihren deutschen Begleitern gegebenen Berichte von den großen Tagen Potsdams. Auf ihrer Heimfahrt in die Reichshauptstadt berührte die Wagenkolonne bei Werder die Reichs- autobahn. — Reichsaußenminister von Ribbentrop gab am Freitagabend den ausländischen Ehrengästen zum Abschluß des Berliner Aufenthaltes ein Essen im Hotel Kaiserhof, bei dem sich sämtliche ausländische Delegationen mit Vertretern der Partei, Staat und Wehrmacht 3ujammen- fanden. Don deutscher Seite waren die Reichsminister und Reichsleiter, die Spitzen der Wehrmacht sowie Vertreter der einzelnen Ministerien und der deutschen Presse erschienen. Glückwünsche des Auslands. Berlin, 21.April (DNB.) Dem Führer sind zu seinem gestrigen 50. Geburtstage von einer großen Anzahl ausländischer Staatsoberhäupter und Regierungschefs herzliche Glückwunschtelegramme zugegangen. Aus Italien sandten König und Kaiser Viktor Emanuel IIL, der Duce Benito Mussolini, die Marschälle Balbo und Graziani, Außenminister Graf Ciano und Propagandaminister Alfieri sowie Präsident Federzoni herzliche Glückwunschtelegramme. Ferner sandten telegraphische Glückwünsche: der ; Kaiser von Japan, die Könige von Großbritannien, , Bulgarien, Rumänien, Schweden, Norwegen, Bel- witsch. Oie Glückwünsche aus Rom Berlin, 21.April. (DNB.) Das Glückwunschtelegramm des Königs und Kaisers Viktor Emanuel lautet: „Ich freue mich, Eurer Exzellenz gelegentlich Ihres Geburtstages meine lebhafteste Gratulation und meine allerbesten Glückwünsche auszusprechen." Der Führer hat geantwortet: „Eure Majestät bitte ich, meinen allerherzlichsten Dank für die liebenswürdigen Glückwünsche zu meinem Geburtstage, die mich aufrichtig erfreut haben, entgegenzunehmen." Das Telegramm b e s .Duce hat folgenden Wortlaut: „Am Tage, an dem das deutsche Volk Ihren 50. Geburtstag feiert, wünsche ich, daß Sie auch der Gruß der Regierung und des Volkes von Italien wie auch mein persönlicher Glückwunsch erreicht. Das italienische Volk nimmt im Geist art den deutschen Kundgebungen mit aufrichtigem Mitgefühl und einer ehrlichen Begeisterung für d i e feste und bewährte OPEL Oie ausländischen Ehrengäste auf dem Reichösporifeld und in Potsdam englische Verhalten gegenüber der arabischen Freiheitsbewegung wurde von Fall Zu Fall bestimmt durch jeweilige Verlegenheitsausyleiche zwischen mehreren Richtungen britisch-imperialer Bestrebungen im Orient. Vor allem rangen eine anglo-agyp- » ch° und eine anglo-indische Richtung um den V°r- rang. Die von dem 1930 gestorbenen Piel umf nt. tenen Oberst Lawrence inspirierte anglo-ägyptische Richtung strebte unter dem Dreigestirn Lloyd George-Churchill-Lord Birkenhead ursprünglich em „Middle Castern Empire" an, das von Ägypten bis Indien reichen, Arabien und Persien emschließen konnte. Auch die jüngsten Vorgänge in Irak können nur von übler Vorbedeutung für England fein. Die alte Kalifenstadt Bagdad wird nicht als bewegender Mittelpunkt eines „Mittelasiatischen Reiches" britisch-imperialistischer Prägung, sondern als I eine der Hauptkraftquellen großarabifcher Macht in die Lage kommen, seine einstige Weltgeltung zu- I rückzugewinnen. bald in Verdacht, sich auf enge Bindungen an gewisse englandfeindliche Kreise eingelassen zu haben. Die Verwirrung wurde vermehrt durch Nachrichten über einen drohenden Aufstand der Kurden. Man erinnert sich an die Zeit, wo England die Kurden gegen Kemal Pascha aufhetzte, um ihn für den Verzicht auf das Dilajet Mossul mürbe zu machen. Der damalige Aufstand wurde von Kemal Pascha niedergeschlagen, aber auf Mossul mußte er doch schließlich zugunsten Iraks und damit Englands verzichten. Nach alledem kann man begreifen, daß bei dem plötzlichen Ende des jungen Königs in der arabischen Bevölkerung Iraks -der Verdacht aufkommen konnte, England habe feine Hand dabei im Spiele gehabt. Der Zufall des Unfalls ändert auch nichts daran, daß die Volksseele den ursächlichen Zusammenhang des Schicksals Ghazis mit britischen Machenschaften instinktiv richtig erfaßte. Man muß sich einmal klar machen, mit was für einer „Macht hinter dem Throne" König Ghazi zu rechnen hatte, um die Tragik seines Schicksals zu begreifen. Das Staatsgebiet Iraks erreicht mit 371 000 Quadratkilometer fast den Umfang Polens. Neben 2 300 000 Arabern fitzen auf ihm rund 500 000 Kurden, 100 000 Iranier (Perser) und Türken, 100 000 Juden und viele religiös-völkische Splittergruppen. Die Künstlichkeit der Konstruktion geht beiefid) aus diesen Zahlenverhältnissen hervor. Maßgebend für die Zusammenfügung so ungleichartiger Gruppen war lediglich das Interesse Englands, die Kontrolle über das mesopothamische Herzstück der Landbrücke nach Indien, deren Bedeutung die Entwicklung des Auto- und Flugverkehrs gewaltig steigerte, mit der Kontrolle über das wertvolle Delgebiet von Mossul zu verbinden. Den Löwenanteil an den Dorkriegsrechten der Türkischen Petroleumgesellschaft hatte nach Ausschaltung deutscher Interessen die Anglo Persian Oil Company geerbt. Standard Oil und eine französische Gruppe waren mit einbezogen worden. Nach dem Zustandekommen des britisch-amerikanischen ,Oelfriedens" konnte das vereinigte angestachfüche Oelkapital die französische Gruppe zu einer Statistenrolle herabwürdigen. Der Staat Irak wurde geschaffen als Kulisse für die britische Mandatsgewalt mit ihren Flugzeugen und Panzerwagen und einer vorzüglichen Kamel-Kavallerie. Die in Aus- sich gestellte und 1932 mit dem Eintritt m den Völkerbund verwirklichte „Unabhängigkeit des „Königreiches Irak" bedeutete nur eine Figur aus dem Schachbrett britischer Orient-Diplomatie, auf dem sie Den Genfer Völkerbund schachmatt fetzte, um unangenehmer moralischer Verbindlichkeiten ledig zu werden. Der britische Machtemsatz aus der Landbrücke nach Indien war auf diese Weise mit einer Milliarde Pfund Sterling Oelkapital verkoppelt worden. Dem König Ghazi blieb aus diese Weise nur ein geringer Spielraum für seinen persönlichen Einfluß: er konnte sein Glück nur verbessern, indem er insgeheim mit dem Winde Der großarabischen Bewegung segelte; Grund genug für England ihm das Leben so schwer wie möglich zu und von Norden her durch den Besitz Konstantinopels und durch Einflußnahme im Kaukasus sowie in Transkaspien geschützt werden sollte. In diesem Rahmen sollte großarabischen Bestrebungen weitgehend Rechnung getragen werden. Die angld- indische Richtung, die sich vor allem in dem langjährigen anglo-indischen Residenten auf der Insel Bahrein, Sir Percy Cox, dem späteren Ober-Kommissar des Irak, verkörperte, sah in der Landbrücke vom Mittelmeer zum Persischen Golf nur eine Erweiterung der von jeher dem anglo-indischen Zivil- dienst unterstellten britischen Einflußzone in und an diesem Meerbusen. Die anglo-indische Richtung übertrug auf die Landbrücke eine im Grunde überlebte feudale Herrschaftskunst, hie sie in Indien zu höchster Verfeinerung emporgetrieben worden war. Welt- klüger als die Vertreter der anglo-ägyptischen Richtung, wußten sich Sir Percy Cox und feine Schuler in der Praxis am besten durchzusetzen, wodurch sich aber die anfangs im Fahrwasser der angloindischen Richtung segelnde Londoner Regierung immer tiefer in Widersprüche verwickelte und immer häufiger gegenüber Türken und Arabern, vor allem aber gegenüber den Arabern, wortbrüchig werden qien, Dänemark, Griechenland, Saudi-Arabien, Aegypten und Afghanistan, der Kaiser von Man- dschukuo, die Königin der Niederlande, die. Großherzogin von Luxemburg, der Prinzregent von Jugoslawien, der Regent des Irak und der Regentschaftsrat von Siam, ferner der Reichsverweser Ungarns von Horthy und der königlich ungarische Ministerpräsident Teleki, der Staatschef Spaniens, die Präfidentey von Polen, Finnland, Litauen, Lettland, Portugal, der Türkei, Chinas und Boliviens sowie der Fürst von Liechtenstein, ferner der frühere König Ferdinand von Bulgarien sowie der rühere jugoslawische Ministerpräsident Stojadino- ßen für.den modernen Weltverkehr ergeben, wie sie das Zusammenspiel von Auto- ustd Flugverkehr mit sich bringt. Nur so erklären sich die Wunder einer erneuten lebenskräftigen Türkei, das Aufsteigen des iranischen Phönix aus der Asche Vor-Kriegs-Per- siens, der Auftrieb der nationalen Unabhängigkeitsbewegung in Aegypten, vor allem aber der Weg, auf dem Ibn Saud nicht nur zum Gebieter über den größten Teil Arabiens, sondern auch zum gefährlichsten Gegenspieler des britischen Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten werden Berlin 21. April. (DNB.) Die als Gäste des Führers in'der Reichshauptstadt weilenden Abordnungen von 24 Nationen hatten Gelegenheit, das Reichssportfeld zu besichtigen. Im Haus des Deutschen Sports wurden Die Ausländer von Tschammer und Osten herzlich begrüßt. Unter fachkundiger Führung besichtigten die Gäste mit größtem Interesse den Kuppelsaal und seine technischen Einrichtungen, die Schwimm- und Turnhallen, die einzelnen Sportplätze, das Maifeld und schließlich das Stadion selbst. Die ausländischen Delegationen hatten dabei Gelegenheit, den Sportbetrieb kennenzulernen. Der Reichssportführer betonte, daß das soeben Gesehene das ureigen st e Werkdes Führers fei, der diese Bauten bis tn alle Einzelheiten geprüft und betreut hat. Der Reichssportführer erinnerte an die hier abgehaltenen Olympischen Spiele 1 9 3 6, das größte Friedensfest, das die Welt- bisher gesehen habe und das ganz nach dem Herzen und dem Wunsch unseres Führers ausgerichtet, em Beweis dafür fei, wie der Führer den großen Zielen Der Menschheit durch eine friedliche Tat dient. Dieser Boden sei dem deutschen Volke heilig, weil er der Kraft feiner Jugend geweiht ist und zugleich einen Festplatz biete, auf dem sich das deutsche Volk mit allen anderen befreundeten Völkern in brüderlichem Wettkampf trifft. Der Chef des Generalstabes der faschistischen Miliz, General Russo, sprach seinen und der Delegationen herzlichen Dank aus und grüßte die deutsche Jugend, die auf diesen Kampfstätten ihre Kraft für die Zukunft holt und den Führer der Italien befreundeten Beförderungen im Auswärtigen Amt. Berlin, 20. April (DNB.) Der Führer hat dem Ministerialdirektor Gaus die Amtsbezeichnung Unter ft aatsfekretär verliehen; der Ministerialdirektor Prüfer wurde zum Botschafter zur besonderen Verwendung des Auswärtigen Amtes ernannt; der Generalkonsul Erster Klasse Gesandter K r i e b e l wurde zum Ministerialdirektor, der Gesandte Erster Klasse Freiherr von Richtho- f en zum Gesandten Erster Klasse in Sofia, der Generalkonsul Freiherr von Killinger. der Gesandte Freiherrvon Dörnberg sowie die Vortragenden Legationsräte Altenburg, Rohde und Schroeder wurden zu Gesandten Erster Klasse ernannt. Neben den zum Tage der Parade nach Berlin eingelabenen ausländischen Ehrengästen wohnten auch die in Berlin beglaubigten Militärattches dem gewaltigen militärischen Schau, spiel bei. — (Scherl-Bilderdienst-M.) muc,tc Zusammengeyorigrensgesuyis uer geiainmi uxu Eine weitere Verwicklung entstand durch den Ehr-Ides Islams sich naturnotwendig aus der Ruckerobe- qeiz der Franzosen, ihren herkömmlichen Ruf rung der alten über die Landbrucke zwischen Mittel- als Beschirmer sowohl christlich-religiöser wie weit- \ meer und Indischen Ozean führenden Handelsstra- ■1 i ■,:T —- Chemie der Schotte. 23on Otto Corbach Ergebnisse jahrelanger emsiger Forschungsarbeit im Rahmen der Staatlichen Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Dresden wurden kürzlich über engere Fachkreise hinaus bekannt und erregten allgemeines berechtigtes Aufsehen. Prm'e^or Neu- bauer, der für seine Verdienste mit dem Adlerschild ausgezeichnet wurde, vermochte ein Verfahren zu entwickeln, das den Ausblick eröffnet, binnen kurzem im Dienste der deutschen. Landwirtschaft jährlich bis zu einer Million Bodenproben wissenschaftlich zu untersuchen, um danach die Düngergaben zu bestimmen, die zur Erreichung größtmöglicher Ertragssteigerung notwendig wären. Damit würde man sich bei uns einem Ziele nähern, das Justus von Liebig der Agri- kulturchemie vor 100 Jahren steckte. „Es wird eine Zeit kommen", schrieb er in seinem 1840 erschienenen epochemachenden Werke über die „Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie", „wo man den Acker, wo man jede Pflanze, die man darauf erzielen will, mit dem ihr zukommenden Dünger versieht, den man in chemischen Fabriken bereitet, wo man nur dasjenige gibt, was der Pflanze zur Ernährung dient, ganz so, wie man jetzt mit einigen Granen Chinin das Fieber heilt, wo man sonst den Kranken eine Unze Holz nebenbei verschlucken ließ". Wohl hatte der Mensch seit Jahrtausenden nach empirischen Erkenntnissen dem Boden wiederzugeben gesucht, was er ihm durch seine Ernten entnahm, bevor er die Laboratoriums-Geheimnisse der Natur entschleiern lernte. Die Kunst des Düngens war eine der Hauptvoraussetzungen der Entwicklung menschlicher Kultur, wo nicht Ströme wie der Nil, der Euphrat und Tigris, der Hoangho durch regelmäßige oder wenigstens häufige Ueberschwemmun- gen mit Schlammablagerungen für eine rechtzeitige Auffrischung des Ackerbodens sorgten. Sonst mußte mit den Böden immerzu gewechselt werden, kostnten Ansätze höherer Entwicklung mangels seßhafter Beharrlichkeit sich nur wenig entfalten. So viel, wenn auch nicht mehr, ist an der Begriffsbestimmung eines französischen Wissenschaftlers richtig: die Kultur sei „im wahrsten Sinne eine im Mist gewachsene Pflanze". Lagerfeuer, erst recht Waldbrände, führten schon primitive Menschen zur Entdeckung des Düngerwertes der Asch e. 800 Jahre o. Chr. 'kamen die alten Römer darauf, gewachsene Pflanzensubstanz unterzupflügen, „Gründüngung" zu treiben. Wenig später kam die Verwendung des „Stalldüngers" auf. Nach Ablauf voimmehr als 1000 Jahren wird zum ersten Male von einem Chronisten die Verwendung von Meeresalgen, Tang und andern Seegewächsen als Dünger berichtet, eine Gewohnheit, die sich bei Küstenbewohnern Frankreichs und Italiens erhalten hat. Die Indianer Neuenglands zeigten den Vätern der künftigen Pan- kees, wie sie ihre Maisfelder mit Muscheln und kleinen Fischen düngen sollten. Indianischen Ursprungs, .nicht eine eigene Entdeckung des weißen Mannes, war auch das Wissen um den Düngerwert des Guano. Garcilaso de la Vega, der 1604 in seiner Schrift „Comentarios reales" zum ersten Male den Guano erwähnt, berichtete gleichzeitig, daß er im Jnkareich von altersher als Düngemittel verwandt wurde. Noch vor 100 Jahren wußte man jedoch bitter wenig über die Vorgänge, die sich bei der Ernährung der Pflanzen abspielen. Kaum, daß man an= gefangen hatte, den Zusammenhängen und Entsprechungen zwischen organischen und anorganischen Verbindungen auf die Spur zu kommen. Noch 1838 konnte von einer illustren Akademie, derjenigen in Göttingen, die Preisfrage gestellt werden, „ob die sogenannten unorganischen Elemente, welche in der Asche der Pflanze gefunden werden, auch dann in den Pflanzen sich finden, wenn sie denselben von außen nicht geboten werden". Es war das letzte Aufflackern des Wunderglaubens, daß die Pflanzen die in ihnen enthaltenen Aschenbestandteile durch ihren Lebensprozeß erzeugen, wie ja auch erst seit Lavoisier langsam der Wahn im Schwinden war. der das Verbrennen eines Körpers als Entweichen eines geheimnisvollen besonderen Wärmestoffes, „Phlogiston", auffaßte. v . . ,f Es waren die. Wirkungen der „industriellen Revolution", die den Zwang mit sich brachten, wenigstens in den fortgeschritteneren Ländern Europas mit dem empirischen Schlendrian in der Kunst des Düngens aufzuräumen. Die Industrie schuf unbegrenzte Möglichkeiten einer Steigerung der Produktivkräfte, massenhafter Personen- oder Güterbewegung, fast ungehemmter Bevölkerungsvermehrung und -Verschiebung. Für die Landwirtschaft ergab sich aus dem Wettbewerb der Böden diesseits und jenseits des Atlantik ein Wettlauf zwischen europäischer Ertragssteigerung je Hektar und überseeischer je Arbeitskraft. Die weiträumigen Verhältnisse über See gestatteten es, vorhandene Fruchtbarkeit ohne Rücksicht auf örtliche Erschöpfung raubbaumäßig auszunützen. In küstennahen Gegenden Europas, mit dem Ausbau der Eisenbahnnetze auch weiter landeinwärts, konnten sich immer dichtere Menschenmassen in Städten zusammenballen, die großenteils durch Austausch von Fabrikaten gegen Lebensmittel aus Kolonialländern ernährt wurden. Aber nur England konnte es sich leisten, den eigenen Bauernstand dieser Entwicklung großenteils zu opfern. Auf dem Festlande blieben die Daseinsbedingungen der Volksgemeinschaften trotz aller Anstrengungen, mit England um überseeische Absatzmärkte für Jndustrie- erzeugnisse oder Rohstoff- und Nahrungsmittelquellen zu wetteifern, davon abhängig, auch die Möglichkeiten der inländischen Nahrungsbeschaffung zu steigern. Außer Schutzzöllen konnten da nur die Fortschritte auf dem Gebiete der Chemie nachhaltig helfen, zumal die Städte mit den Menschen, die sie an sich zogen, dem heimischen Acker, der sie mit ernähren half, zugleich deren Abfall raubten. lieber See sparte man mit menschlichen und tierischen Arbeitskräften vermöge immer wirksamerer technischer Hilfsmittel, beutete dafür rücksichtslos die Fruchtbarkeit der Böden aus, als ob es sich um Bergbau handele. Der europäische Landwirt mußte in erster Linie mit Boden sparen, auf Brache verzichten, die früher durch Verwitterung erschöpften Boden wieder sich anreichern ließ: der Chemiker wurde fein Hauptbundesgenosse im Kampf ums Dasein, wie der überseeische Farmer vor allem vom Physiker und Mechaniker wissenschaftliche Hilfe erwartete. In Europa konnte die eigentliche Technik in der Landwirtschaft überseeischen Fortschritten nur in langem Abstande nachhinken, weil sie erst mühsam den kleinräumigen Verhältnissen angepaßt werden mußte, an die man gebunden blieb. Dafür suchte die chemische Wissenschaft von Anfang an in ihrer Anwendung auf die Landwirtschaft ihre Meisterschaft in der räumlichen Beschränkung. Die Bedeutung des Ueberganges von empirischen zu wissenschaftlichen Verfahrungsweisen bei dem Kampfe um die Erhaltung und mögliche Steigerung der Fruchtbarkeit der Ackererde kann man noch heute nicht besser als mit Worten Liebigs kennzeichnen. „Wenn der Landwirt", heißt es in seinem oben erwähnten Hauptwerk, „ohne durch ein richtiges wissenschaftliches Prinzip geleitet zu sein, sich Versuchen hingibt, um einen Acker für eine Pflanze fruchtbar zu machen, die er sonst nicht trägt, so ist die Aussicht auf Erfolg nur gering. Tausende von Landwirten stellen ähnliche Versuche nach mannigfaltigen Richtungen an, deren Resultate zuletzt eine Anzahl von praktischen Erfahrungen umfaßt, die zusammen eine Methode der Kultur bilden, wodurch der gesuchte Zweck für eine gewisse Gegend erreicht wird. Allein die nämliche Methode schlägt für den nächsten Nachbarn schon fehl, sie hört aus, für eine zweite und dritte Gegend vorteilhaft zu sein. Welche Masse von Kraft und Kapital geht Über diese Experimente verloren! Wie ganz anders, wieviel sicherer ist der Weg, den d i e Wissenschaft befolgt! Er setzt uns, wenn wir ihn betreten, nicht der Gefahr des Mißlingens aus und gewährt uns alle Bürgschaften des Gewinns." Liebig sah feiner Zeit weit voraus und wurde dadurch manchmal dazu verführt, die Schwierigkeiten zu unterschätzen, die sich ergaben, wenn es galt, die Ergebnisse seiner Forschungen oder diejenigen seiner zahlreichen unmittelbaren Schüler praktisch zu verwerten. Wenn er deswegen viel unter dem Hohn kleingläubiger Praktiker und mancher gelehrter Neidhammel zu leiden hatte, so gab die Entwicklung ihm doch auf weite Sicht meist recht. Zwar mußten Forscher auf benachbarten wissenschaftlichen Gebieten oft helfend einspringen, um der Agrikulturchemie über Hindernisse hinweg-, gelegentlich auch aus einer Sackgasse herauszuhelfen. Die' Erforschung der Kleinlebewesen im Humus gehörte streng genommen in das Gebiet der Zoologie und der Botanik, aber sie löste erst das Rätsel, das Chemikern viel Kopfzerbrechen machte, wie in manchen Ackerböden eine meßbare Anreicherung von gebundenem Stickstoff vor sich gehen konnte, der auf unerklärbare Weise der im Boden verteilten Luft entnommen sein mußte.f Bakterien und Pilze entpuppten sich als die Zauberer, die dem menschlichen Erfindungsgeist auf solche Weise beispielgebend oorgearbeitet hatten: wie sich bald herausstellte, nicht umsonst. Längst hatte Chilesalpeter einspringen müssen, dem Stickstoffhunger wachsender Getreideanbauflächen zu genügen. 1898 wies der englische Chemiker Sir William C r o o f e s warnend darauf hin, daß die Kulturwelt einer Hungerkatastrophe entgegenginge, wenn es nicht gelinge, Stickstoff aus der Luft zu gewinnen, bevor die Salpeterfelder von Chile aufhören würden, den wachsenden Weltbedarf zu decken. In Deutschland trat dieser Fall praktisch bei Ausbruch dös großen Krieges ein, der die Salpeterzufuhr aus Chile drosselte. Die Synthese des Stickstoffes der Lust mit dem Wasserstoff des Wassers zu Ammoniak war aberderdeutschen Wissenschaft schon gelungen, und die praktische Durchführung des Haber - Basch - Verfahre n s unmittelbar nach Kriegsausbruch wurde allen Anforderungen sowohl der Munitionsbeschaffung wie der Stickstoffdüngung gerecht. Wenn sich die Erträge deutscher Aecker zwischen 1880/1884 und 1930/1934 bei Weizen um 70 v. H., bei Roggen um 82 v. H., bei Kartoffeln um volle 100 v. H- ft e i ge r n konnten, so darf man dabei gewiß auch den Anteil der Pflanzenzüchter nicht übersehen. Die chemische Wissenschaft bleibt aber die Königin landwirtschaftlichen Fortschritts; denn schließlich sind Pflanze und Ackerkrume selbst chemische Laboratorien, und der Ehrgeiz der modernen Chemie führt nichts Geringeres im Schilde, als die Zauberei der Natur in ihren Laboratorien nicht Zer Dpkiker amVahnhofl Lieferant auch Ihrer Krankenkasse nur nachzuahmen, sondern noch zu übertrumpfen. Schon gibt es synthetische Nährpräparate und Zusatzfuttermittel, die die Wege aufzeigen, auf binen die landwirtschaftliche Erzeugung wesentlich entlastet werden kann. Gewiß wird sich niemand leicht überreden lassen, chemische Pillen in seinen täglichen Speisezettel aufzunehmen, und ein gesundes Mißtrauen mag nach wie vor gegenüber unmittelbarer Einmischung chemischer Wissenschaftler in menschliche Ernährungsgewohnheiten am Platze sein. Um so dankbarer wird jeder anerkennen, wieviel Ackerboden durch die synthetische Farbengewin-- n u n g für die Zwecke menschlicher Ernährung frei- gesetzt wurde und wieviel sich in dieser Hinsicht von den Fortschritten synthetischer F e 11 g e w i n - nung für industrielle Zwecke erwarten läßt. Am „Weißen Tisch" wird Frankreichs Politik gemacht. Interpress Copyrighb23erid}f von Armand Galateau. Paris, im April. Die Vollmachts-Gesetze sündie Regierung Daladier haben die Tätigkeit des französischen Parlament erheblich eingeschränkt. Doch hieße es Frankr^h schlecht kennen, wollte man deswegen annehmen, daß damit das Spiel der Parteiführer-Cliquen um Einfluß auf die Regierungsgeschäfte aufgehört hätte. Es hat sich nur ein anderes Terrain ausgesucht. Die Parlamentarier und Politiker, die seit Jahren die eigentlichen Manager sind, treffen sich doch fast täglich. Nicht in Partei- und Fraktionsversammlungen, hitzigen Plenar- und schläfrigen Kommissions-Sitzungen, sondern einfach — imRestaurant. Es entspricht der Freude des Franzosen an Tafelgenüssen, daß die ausgedehnten, opulenten Mahlzeiten im Leben des Parlamentariers eine bedeutende Rolle ein nehmen. Das gemeinsame Verständnis für die Qualitäten eines zarten Lammsteaks oder einer raffiniert au&getüfftelten Sauce Berrichone bringt auch politische Gegner einander menschlich näher. Diese Erfahrung haben sich die großen Künstler der schwierigen Partei-Kompromisse oder gewagtester politischer Manöver stets zu Nutze gemacht. Und so kommt es, daß die Auserwählten des Volkes, namentlich die, deren Stimme bei wichtigen Entscheidungen nicht nur zählt, sondern auch wiegt, neben den zahlreichen offiziellen Diners und Banketten oft genug zu vertraulichen, lang ausgedehnten Dejeuners zusammenkreffen, wo zwischen Fisch und Braten, weißem Bordeaux und rotem Burgunder oft die schicksalsschwersten Entscheidungen getroffen werden. Vor allem dann, wenn außerparlamentarische Kräfte, Diplomatie und Finanz, Interessengruppen und ähnliche ein Wort mitzu- reden habep. Und so rönnen wir dann von Zeit zu Zeit in irgendeinem Pariser Oppositionsblatt die sensationell aufgemachte Enthüllung lesen, diese und jene Politiker hätten sich wieder einmal in einem „Restaurant a m P l a c e Gaillon" getroffen und dabei allerlei „ausgeheckt". Das ist meistens sogar wahr — nur sensationell ist es nicht. Der Platz Gaillon, ein kleiner, stiller, nur zu den Zeiten der Dejeuners und Diners van einer Ueberfülle eleganter Autos gefährlich belebter Platz innerhalb der engen Gassen des alten Paris zwischen den Grands Boulevards und dem Palais Royal gelegen, weist eine kleine Kutscherkneipe und zwei elegante 'Restaurants auf. Das eine, geheimnisvoll pompös und vornehm düster, sehr „pariserisch" wirkend, wird oft von Fremden ausgesucht, die Haffen, dort bekannte Persönlichkeiten aus der Nähe beobachten zu können — statt dessen aber nur eine übertrieben hohe Rechnung zu Gesicht bekommen. Die „großen Männer" tafeln inzwischen stillvergnügt in dem anderen, und das ist einfach „Drouant", das weltberühmte Restaurant Drouant. Ein geräumiges, Helles Restaurant, dessen Interieur auf goldgelb und blau gestimmt ist, gelber Plüschteppich, Gardinen in Altgold, das Gefunkel von Silber und Kristall vermitteln gleich beim Eintreten die festliche Atmosphäre des Hauses. Eine kleine Eß-Bar für Fischspezialitäten, Muscheln und Austern, kalten Hummer ">id gebratene See-Igel ist dem großen Saal zwanglos vorgelagert. Das Haus hat natürlich seine eigene Wein-Kellerei und serviert — von ein paar bekannten Champagnermarken abgesehen — nur seine eigenen Weine. Seine Küche ist selbst für Paris be- rühmt, und wenn auch die Hors d'Oeuvre-Spezia- listen die 137 verschiedenen Vorspeisen des „Casö de Paris" vorziehen, und die Austernkenner lieber zu „Prunier" hinter der „Place de la Concorde" pilgern — die berühmten Enten-Küken in Drangen- Sauce, die „Danetons Nantais a f orange" ißt man nirgends so gut wie bei Drouant. Die Politiker bekömmt man allerdings nur im Vorbeigehen zu sehen, sie tafeln in den reservierten Salons des ersten Stocks. Laval ist oft dort zu sehen und der frühere Kammerpräsident Bouis - s o n , F l a n d i n und der Ex-Senator Regnier. Auch die Verschwörer der „Cagoulards" hatten dort eine Zeitlang ihr Hauptquartier, der General Düsse i g n e u r, der Herzog Pozzo di Borgo und ihre Helfer und Hintermänner. Als erwähnenswerte Der Tod Heinrichs I. Eine geschichtliche Miniatur von Wilhelm von Scholz. Die Glocken des Benediktinerklosters Memleben an der Unstrut »hallen in die helle Sonne eines heißen Julivormittags. Außer diesem auf- und ab-- schwingenden Ton ist kein Lebenszeichen in der über die Baumwipfel sich erhebenden Dächer- und Gebäudegruppe zu bemerken: kein Rauch steigt auf, niemand zeigt sich an den Fenstern, das Tor über dem Auffahrtsweg bleibt geschlossen. Weder in den eigentlichen Klostergebäuden, noch im Wirtschaftshof, noch in dem Fachwerkhaus, das als eine Art kleiner königlicher Sommerpfalz an den Konvent angebaut ist, läßt sich wie sonst der Arbeitstag vernehmen. Alles ist still, nur die Glocke schwingt. Da und dort hebt ein Bauer, der im Felde schafft, den Kops und verwundert sich des frühen Läutens, vermeint, daß er sich mit der Zeit geirrt haben 'Nüsse, weil es nun schon Mittag sei — gewahrt aber bald, daß der Turm des Klosters heute nicht endet mit seinem Schall und dies Geläut wohl anderes bedeuten müsse als die Mahnung zu Rast und Gebet oder Speise und Trank. Von den Bauern, die so — weit in den sonnigen Fluren verstreut und einander nicht sehend — auf: horchen, weiß auch mancher, daß der König Heinrich, geleitet von seinem Sohn Otto, von Erfurt über Eckartsberg herkommend, erst vor wenigen Tagen im Kloster eingekehrt ist, und daß es geheißen habe, er sei krank und könne die Fahrt nach Quedlinburg in seine Pfalz nicht fortsetzen. Die diese Nachricht vernommen, erschrecken über das schwingende Geläut, nehmen die schmutzige Kappe ab und sprechen ein Vaterunser. Aber sie wagen es noch nicht zu denken, was der Turm am weißwolkigen Himmelsrand drüben dem Lande ringsum vielleicht zuruft, weil sie davor zittern. Denn wenn es märe, dann möchte dem Klang der Glocke bald das Lärmen der Trommeln und Trompeten folgen, Kriegsnot und Elend für den Bauern hereinbrechen, die des mächtigen Heinrichs Hand gebändigt. Auf solchen gewaltigen Mannes Tod lauern die medergezwungenen Unholde lange schon, um wieder hervorzubrechcn: denn sie wissen, daß auch er sterblich ist. Immer noch hallt die Glocke über das Land. Im Innern der Mauern bebt sie dunkel, tief und voll in ein verhangenes Gemach, in dem ein König von achtzehn schweren Herrschaftsjahren zum ersten'Male ausruht. Priester sind im Gemach und beten, Weihrauch steigt auf, Diener knien. Zu Füßen des Bettes, aber nicht nahe, so daß er alles überblickt, steht der künf- tige König: Otto, der, als sein.Vater ihn in Erfurt den Fürsten oorsteltte und für ihn um die Krone warb, als die Mächtigen des Reichs ihn zum Nachfolger Heinrichs bestimmten, mit seinen vierundzwanzig Jahren noch ein bescheiden errötender, höflich lächelnder Jüngling war, der sich über die ihm gewordene Ehre kindlich freute. Otto war wie von unsichtbarer Hand an derSchul- ter gepackt, wie von einem Blitzschlag im Geiste angerührt dagestanden, als der Leibarzt des Königs Fahrt hier in Memleben hast geboten hatte und den fragenden Königsfahn wortlos auf das Aussehen Heinrichs hinwies, der, nachdem man ihn in das stets für ihn bereitgehaltene Gemach geführt, geschlossenen Auges auf sein Lager gesunken war. Es donnerte um Otto, und der Boden bebte unter ihm, als der Arzt zur Seite trat und den dem König befreundeten Abt mit dem heiligen Salböl an das Bett des Sterbenden ließ. Für Otto war alles zu rasch gekommen. Er hatte die Bedeutung der Erfurter Wahltagung noch kaum erfaßt. Er lebte gemäß seiner Jugend im Augenblick und dachte vor allem an das Nächste: Heimritt, Edgitha, die Kinder, und wie er seines Bruders Heinz über die Wahl sicher gekränktes Herz wieder versöhnen wollte. Jetzt war das alles wesenslos vor dem, was er vielleicht in der anbrechenden Stunde schon beschließen, befehlen, anordnen, tun mußte. Jetzt, während er dem Gebetsmurmeln der Priester lauschte, suchte er in seinem Gedächtnis zusammen, was alles ihm fein Vater, schwer und langsam sprechend, auf der Fahrt über den Königsberuf und über die bei jedem Thronwechsel drohenden Gefahren gesagt. „oie haben früher", hatte der königliche Vater vorgebracht, „geteilt und geteilt. Die Arbeit meines gebens war Zusammenbringen. Das sollst du fort- >e»em Du wirst jnie ich zugleich deutscher König und Herzog von Sachsen fein. Das Herzogtum wird , .Grundmacht dienen, auf die du dich auch als König stützen kannst. Aber mach dein Herzogtum nie groß auf Kosten des Reichs! Schafie, wenn • tre5 oermagft, die Königsmacht so stark, daß sie vielleicht einmal kein Herzogtum mehr braucht, und übergib he, menn du dich alt und krank fühlst wie ich, dem Würdigsten. Besten? Deinem Sobne nur wenn du wie ich weißt; daß er der Tüchtigste, Beste Als der Vater das sagte, hatte er einen feuchten Manz in feinen ernsten Augen gehabt und hatte seinem ^vohne die Hand aus dem Wagen hinaus gereicht: denn Heinrich wußte, welches Schwere und Große damit auf die jugendlichen Schultern qcleq« ward. Otto wußte es. nityt. Heinrich hatte noch manche kluge Lehre, wie sie ihm so aus seinen Erfahrungen einfiel, dem Sohne gegeben, hatte ihm alle die Mächte ge’nannt, die er, Heinrich,, niedergezwungen: die alle nun erproben würden, ob nicht die Hand weniger fest märe, die sie hielt, das Schwert weniger rasch und scharf, dessen sie sich zu versehen hatten. Die Slawen, die alten Feinde jenseits der Elbe, hatte er genannt; die Ungarn, und an denen wie an den Slawen gepriesen, daß sie offenbare Feinde seien, gefährlich, aber zu erkennen. Schließlich hatte er den Sohn vor den Ränken machtlüsterner Herzöge und Fürsten im Reiche selbst gewarnt, vor denen er sich noch viel mehr hüten müsse. Mit fühlbarem Schmerz hatte der König von seinem jüngeren Sohne Heinrich gesprochen und sich von Otto geloben lassen, daß er über dieses Sohnes Haupt und Leben, was auch kommen möge, eine schützende Hand halten werde. Dann hatte er wehmütig gelächelt: „Du bist ein Träumer, Otto! Warst es schon als kleiner Bub. Wie oft hast du deiner Mutter und mir seltsame Mären erzählt, die du erlebt haben walltest, Kämpfe mit Drachen und Riesen, daß deine Augen leuchteten und deine Wangen rot wurden! Aber wenn du König bist, darfst du kein Träumer mehr fein!" Otto überdachte das alles wieder, während der Abt salbte, der Weihrauch wölkte, die Priester beteten, und suchte in diesen Gesprächen nach einem Wort des Vaters, das ihm von der Pflicht in der nächsten Stunde gesprochen hätte: was gleich zu hin fei, wenn der König verschieden. Aber darüber fand er kein Wort des Kranken, der nur von einer Zeit nach seinem Tode sprach, zu der Otto schon weithin herrschen und das Szepter halten würde. Otto fühlte mit heißem Schmerz, daß er seinen Vater mehr liebte, als er zu dessen gesunden Zeiten je gewußt hatte, daß er plötzlich mit dem Vater verbunden war wie mit niemandem auf der Erde — Edgitha nicht, seinen Kindern nicht, seiner Mutter nicht und keinem Freunde! Er erschien sich selbst wie der Schatten seines Vaters und trug die Gewißheit in sich, daß der Vater immer wie lebend neben ihm, dem Sohne, sein werde, daß er des Vaters Wollen und Werk fortzusetzen habe, als ob Heinrich in ihn, Otto, eingegangen fei. Otto sucht» 'n sich den Ton von seines Vaters Stimme und fand ihn endlich wie einen Trost. Dabei sah er sich schon groß ausschreiten über Deutschland und die bewohnte Erde und träumte, wie er nach Jahrzehnten, die ihm Nebel verbarg, mit (einen eroberten Kronen in dieses entlegene Dorf und Kloster zu- ruckkchrte, als fände er hier noch immer den ge« lebten Vater und als locke er nun ein Lächeln der Tn rfenmmg, dxr Zustimmung auf die verehrten Zuge. Die Delung," die der Abt an dem Bewußtlosen begonnen, ward eben an dem Toten beendet, dessen Hinweggehen von Thron und Reich heimlich geschehen mar und in einer Stille, die schon jenseits der Erinnerung an das Leben lag. Das Werk, das jeder Herrscher — ja jeder Mensch — unvollendet verlassen muß, mar nicht mehr vor dem überdunkelten Auge des Sterbenden gewesen, auch in seinem Herzen nicht die Hoffnung und Gewißheit, die er all seine männlichen Jahre hindurch gehegt: in seiner Todesstunde einzugehen in ein himmlisches Königreich; auch die Furcht nicht, um unwissentlicher Sünder oder unausweichbarer Härten seines Amtes gegen Feinde von dem höchsten König gerichtet zst werden; auch die Liebe nicht mehr zu seinem Nächsten. Nur Frieden. Zeitschriften. — Das Aprilheft der „Deutschen Rundschau" erhält seine besondere Note durch seine Erinnerung an die Uebernahme der Schriftleitung durch Rudolf Pechel vor nunmehr 20 Jahren. Man darf rückblickend dem Herausgeber gerne dankbar bestätigen, daß seine Zeitschrift, die zwei Jahrzehnte hindurch mutig und unbefangen für deutsche Art gekämpft hat. Bei aller Vielseitigkeit des Inhalts, der Politik und Wirtschaft, Kunst, Geisteswissenschaften und Literatur in hochstehenden Beiträgen gleichmäßig berücksichtigt, ist immer die einheitliche Linie bewunderungswürdig, die der „Deutschen Rundschau" ihre Geschlossenheit und ihr besonderes Gesicht geben. In dem neuen Heft spricht der ehemalige Preiskommissar und Oberbürgermeister Goerdeler in seinem Aussatz über englische Währungssorgen, über fundamentale Grundsätze jeder Währungspolitik. Einen interessanten Rückblick bietet der Aufiatz „25 Jahre deutsches Kohle-Benzin". Don Napoleons Kontinentalsperre als Anregung zum Entstehen einer deutschen Nationalwirtschaft spricht der Breslauer Professor Günther Schmölders. Einen der ersten modernen politischen Propagandisten, Friedrich Gentz, schildert H. M. Petersen. In bebilderten Aufsätzen gibt Bettina Seipp Eindrücke aus dem unbekannten Sizilien und Professor F. A. Kauffmann eine reizvolle Impression der kleinen Eva des Michelangelo. Paul Fechters philosophische Betrachtungen über die Praxis der Geschichte sind ebenso anregend wie die vielseitige „Rundschau" des Herausgebers. Der eben zu Ende geführte Roman von Willi Kramp „Fischer von Lissau" erhält durch die Rückkehr des Memellandes ungewollt aktuelle Bedeutung. Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig, Preis je Hest Ausnahme brachten sie zu ihren Verschwörer-Mahlzeiten immer ihre hübschen jungen Frauen mit, so daß die Polizei dann bald im Bilde war Da sind die Herren Parlamentarier schon klüger und bleiben unter sich. Wenn an ihren Tafelfreuden Außenstehende teilnehmcn, dann sind es führende Bankiers wie T a n nt r e n von der „Union Parisienne", der Bank der französischen Rüstungs-Industrie, der Oberst Mercier, Bei!rauensrnann der Dreyfus und oft auch der Rothschild, der Zeitungsmagnat G u i m i e r , Beherrscher des vielgelesenen „Journal", und andere — an Diskretion gewöhnte Männer. ' Natürlich ist das Bedienungs-Personal zu gleicher unverbrüchlicher Diskretion angehalten, jeder Versuch, ihnen ein Wort ober einen Tip zu entlocken, ist vergeblich. Wenn manchmal doch etwas über die hochpolitischen Dejeuners durchfickert, bann kommt die Indiskretion immer aus den Reihen der Politiker selbst. So weiß man heute, daß der etappenweise Sturz der Volksfront-Regierung in diesen Räumen beschlossen wurde, ebenso wie manche Phase der Frank-Abwertung und der französischen Wirtschaftspolitik. 1935 wurde hier der Sturz Flan- dins gemanaget und 1938 der Blums. Eine richtige „Derfchwörerhöhle" also — aber sicher die komfortabelste, die man sich oorstellen kann. Aber das Restaurant Drouant ist keineswegs das einzige der „politischen" Restaurants von Paris. Laval pilgert auch gerne nach dem Montpamasse, in die „Soupole", der Außenminister B o n n e t aber gibt seine vertraulichen politischen Frühstücks i n dem Restaurant „Fouque t", an der Ecke der Avenue Georges V. und der Shamps Elyfees. Das Publikum „lchex Fouquet" ist kosmopolitischer als das von Drouant, vielleicht ist es gerade das, was Bonnet dorthin zieht, der bekanntlich ausgezeichnete Beziehungen zur englischen und amerikanischen Hochfinanz besitzt. Die Pariser Korrespondenten der großen englischen und amerikanischen Presse treffen sich vorzugsweise bei „Brummel" o b e r „L u c e", nur wenn sie ganz ungestört beim Essen wichtige Verhandlungen pflegen wollen, verlegen sie ihre Zusammenkunft in em kleines Restaurant im Osten von Paris, das außerdem den Vorzug auf- weist, die besten Lyoner Fischklößchen und den ausgezeichneten „coq au vin“ von Paris zu fermeren. Daladier endlich, Frankreichs Ministerpräsident, trifft seine engeren politischen Freude „ch e z Marius". Ein kleines, äußerlich unscheinbares Restaurant im Pariser Hallen-Diertel, an dessen Ausschank oft grotesk schmutzige Markthelfer stehen, und das ein billiges Menu serviert. Kaum einer der zufälligen Besucher weiß um das Geheimnis dieses Lokales. Nur die herrlichen Luxus-Früchte, die überall in den unansehnlichen Räumen herumstehen, verraten, daß hier „etwas los" ist. Der Kenner ersieht das Weitere aus ber lakonischen Ankündigung auf ber Speisekarte: „Fisch-Spezialitäten auf Bestellung". Und in der Tat: der Marseiller Meisterkoch Marius ist für seine Bouillabaisse, diese Marseiller Fischsuppe mit ihren tausendundeine Ingredienzen, berühmt. Daladier, selbst ein Sohn des Südens, Hebt sie, und oft, während im Hauptlokal Markthelfer und Taxi-Chauffeure ihr billiges Mahl einnehmen, sitzt er oben im ersten Stock, m einem kleinen Nebenzimmer, bei Bouillabaisse und Pastis. Und entscheidet dabei im leichten Tischgespräch über Frankreichs Schicksal ... Leistungssteigerung durch Schönheit der Arbeit. In Freiburg i. Br. sprach auf ber Reichstagung bes Amtes „Schönheit ber Arbeit" Hauptamtsleiter Selzner. Die Ziele, die bas Amt „Schönheit Der Arbeit" vertritt, so sagte er, bedeuten eine ungeheure ß e i ft u n g s ft e i g e • run-g des deutsches Volkes und sind ein Ausdruck des nationalsozialistischen Wollens. Wer für ein Arbeitsethos eintritt, wird das Schlagwort von der „dreckigen Fabrik" zerschlagen müssen. Denn nur dann wird er die Diffamierung des Fabrikarbeiters, wie sie aus der libe- ralistischen Zeit überkommen ist, beseitigen können. Wenn wir die Volksgemeinschaft wollen, dann muß zunächst einmal ber freie, selbst- und ehrbe- wußte und gleichberechtigte deutsche Mensch geschaffen werden. Selzner wies auf das Wort Dr. Leys hin, wonach die ideelle Auffassung der Arbeit auch zugleich die rentabelfte ist. Die DAF. spricht den Menschen immer wieder von Der ideellen Seite an. So werden Kräfte frei, die bisher unvorstellbar waren. Don einer endgültigen Erreichung bes Zieles „Schönheit der Arbeit kann erst gesprochen werden, wenn die Zweckform m den Industriebauten und in der Gestaltung des Arbeitsplatzes mit ber künstlerischen Form harmoniert. Wenn sich ber Mensch an klare, schöne und zweckmäßige Formen gewöhnt, dann wird er sich auch unweigerlich mit seinen Gedanken dem Großen und Schönen zuwenden. Tatkraft und Initiative werden geweckt und nach dem Wollen bes ersten Arbeiters und Gestalters, Adolf Hitler, gelenkt. Das ist die Zielsetzung von „Schönheit der Arbeit" im wahrsten Sinne unseres rassischen Denkens, der größte Baftor in dem Bestreben nach einer Steigerung der eiftung. Ehrung namhafter Künstler und Wissenschaftler. Berlin,, 20. April. Der Führer hat aus Anlaß seines 50. Geburtstages eine Reihe von Ehrungen an namhafte Vertreter von Kunst und Wissenschaft ausgesprochen. Es wurden u. a. verliehen ber Titel Professor: bem Maler Fritz Bayerlein in München, dem Maler Erich Matt schaß in Berlin-Zehlendorf, dem .Kunstmaler Franz S t a ß e n in Berlin, bem Probuk- tionsleiter Karl Ritter in Berlin-Schmargendorf, bem Bühnenbildner Lubwig Sievert in München. Der Titel Generalintendant: dexn Leiter der Städtischen Bühnen Hans Meißner in Frankfurt a M., der Titel Generalmusikdirek- t o r dem Oberleiter bes Hessischen Landestheaters Fritz Mechlenburg in Darmstadt. Der Titel Staatsfchauspieldirektor dem Direktor der Münchener Kammerspiele Otto Falckenberg in München; ber Titel Staats- kapellmeister dem Kapellmeister Herbert von Karajan in Aachen. Außerdem wurden verliehen: der Titel Staats» schauspieler den Schauspielern Ren6 Delt- g e n, Karl Ludwig Diehl, Johannes Riemann, Heinz Rühmann, Josef Sieber, Robert Taube in Frankfurt a. M., Hermann T h i m i g in Wien, Paul Wagner in München. Der Titel Staatsschauspielerin: Pta Benkhoff, Lina Carstens, Elisabeth Flik- k e n s ch i l b t, Brigitte H o r n e y , Gefion Helmke in München, Else Knott in Frankfurt am Main, Angela Salloker, Paula Wessely in Wien; der Titel Kammersänger: dem Opernsänger John Gläser in Frankfurt am Main; ber Titel Kammersängerin: ber Staatsopernsängerin Rut Berglunb, ber Opernsängerin Maria Reininger in München. Ferner hat ber Führer einer Reihe von -Architekten ben Titel Baurat, einer Anzahl von Aerz- ten und Tierärzten den Titel Sanitätsrat und D e t e r i n ä r r a t und einer größeren Anzahl von Rechtsanwälten und Notaren den Titel Juftiz- r a t verliehen. Ernennungen in der Polizei. Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat folgenden Generalmajoren ber Ordnungs- polizei den Charakter eines Generalleutnants ber Orbnungspolizei verliehen: von Kamptz, Kommandeur ber Schutzpolizei, Berlin, Pfeffer- Wildenbruch, Generalinspekteur ber Polizeischulen, von Bomhard, Chef bes Kommandoamtes im Hauptamt Ordnungspolizei, Mülverstedt, General- infpetteur ber Schutzpolizei. Zu Generalmajoren ber Orbnungspolizei wurden ernannt: die Obersten der Schutzpolizei Jedicke, Inspekteur der Orbnungspolizei in Koblenz, Meyszner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Wien. Folgenden Obersten ber Schutzpolizei wurde der Charakter eines G e • neralm.ajors verliehen: Riege, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Breslau, Querner, Inspekteur ber Orbnungspolizei in Hamburg, Becker (Herbert), Kommandeur ber Schutzpolizei in Wien. Ernennungen im Reichswirtschastsniinisteriuni. Berlin, 19. April. (DNB.) Der Führer hat die Hauptabteilungsleiter im Reichswirtschaftsministe- rium Generalmajor von Hanneken und Ministerialdirektor von Jagwitz zu Unterstaatssekretären ernannt. Ferner hat ber Führer den Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Günther zum Ministerialdirigenten und ben Leiter bes Ministerbüros, Oberregierungsrat Walter, zum Ministerialrat ernannt. Ministerialrat G. W. Müller. Oberregierungsrat G. W. M Ü l l e r im Reichs- minifterium für Volksaufklärung unb Propaganba ist zum Ministerialrat-beförbert worben. Ministerialrat Müller ist im Gau H e f f e n -N a f - f a u wohlbekannt, ba er von 1935 bis Enbe 1936 als Leiter bes ©aupreffeamts in Frankfurt tätig war. Er hatte schon seit 1924 ber Hitler- Jugenb unb später bem NS.-Stubentenbunb angehört; er ist auch Träger bes Golbenen Ehrenzeichens ber Partei. 1933 legte er bie Erste juristische Staatsprüfung ab unb war bann Referent in ber bamali- gen ßanbesfteUe Hessen-Nassau bes Reichspropa- ganbaminifteriums. Enbe 1936 würbe er als Abju- tant bes Reichsministers Dr. Goebbels nach Berlin berufen. Er würbe bann Oberregierungsrat unb Ministerialrat. Generalarbeitsführer Neuerburg. NSG. Anläßlich feines 50. Geburtstages hat ber Führer ben Führer bes Arbeitsgaues XXII, Hessen - Norb, Oberstarbeitsführer Willy H Neuerburg, zum Generalarbeitsführer beförbert. Neuerburg steht im 49. Lebensjahr. Er ist gebürtiger Düfselborfer, ftubterte in München unb an ber Berg- afabemie Berlin unb würbe 1913 Bergreferendar. 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger ein und wurde am 10. Mai 1915 bei Ypern schwer , verwundet. 1933 war er Sonderreferent für ben Freiwilligen Arbeitsdienst beim Präsidenten des ßanbesarbeitsamtes Hessen in Frankfurt a. M. Anschließend. Bezirks- kommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Am 5. Oktober 1933 berief ihn ber bamalige Reichskommissar für den Arbeitsdienst, Oberst Hierl, zum Arbeitsgauführer XXII. Generalarbeitsführer Faatz. NSG. Der Führer hat anläßlich feines 50. Geburtstages den Führer des Arbeitsgaues 25 H e f f e n - S Ü d , Oberstarbeitsführer Wilhelm Faatz zum Generalarbeitsführer befördert. Faatz wurde 1891 in Afsenheim (Oberhessen) geboren. Er besuchte die Realschule i n Friedberg und bie Oberrealschule in Gießen 1920 legte er bie forstliche Sta atsprüfung für ben höheren Verwaltungsbienst in Hessen ab. Nach über zehnjähriger praktischer Tätigkeit schied er 1931 aus ber Forstverwallung aus. Den Weltkrieg machte Gene- ralarbeitssührer Faatz als Offizier an ber West- unb Ostfront mit und wurde mit bem E. K. I ausgezeichnet. In bie NSDAP, trat Faatz am 1. April 1930 ein. Im Ium 1930 wurde er in Öen Wirtschaftsrat des Gaues Hessen berufen und übernahm bie forstliche Gaufachberaterstelle im Agrarpolitischen Amt für ben Gau Hessen. Am l.Juli 1932 würbe er Gaufachbearbeiter für ben Arbeitsbienst. Dom 19. Oktober 1932 bis 5. April 1933 führte er bie Gaugruppe Hessen, anschließend wurde er Bezirksführer für ben Freiwilligen Arbeitsdienst in Hessen. Am 16. Oktober 1933 übernahm Faatz ben Arbeits- gau XXV Hessen-Süd. Aus aller Welt. Folgenschwere Verwechslung von Arzneimitteln. Im Distriktskrankenhaus der finnlänbischen Stadt Wiborg ereignete sich eine folgenschwere Verwechslung von Arzneimitteln. Eine junge ßern- schwester war mit der Bereitung von Betäubungsmitteln beauftragt unb verwechselte dabei Kokain mit Sublimat, so daß neunzehn Patienten Einspritzungen mit einer Sublimatlösung erhielten. Sechs Patienten bes Krankenhauses sinb sofort geworben. Dreizehn schweben in größter Lebensgefahr. Die Regierung hat eine Untersuchung angeordnet. Furchtbares Familiendrama in einem französischen Dorfe. Ein furchtbares Familiendrarna wird aus einem Dorfe in ber Nähe von Toulouse gemeldet. Ein 35jähriger Bauer namens Ballargino hat aus bisher noch unbekannten Gründen seinen Schwager, dessen Bruder, seine Schwester unb deren Sohn getötet, seine Großmutter schwer verletzt und darauf Selbstmord begangen. Folgenschwere Vallonexplosion in England. Bei bem Versuch, einen abgetriebenen Ballon in ber Nähe von Devon aus ber See zu bergen, explodierte dieser und ging in Flammen auf. Dreißig Kinder, die sich angesammelt hatten, erlitten Branbverletzungen. Vier wurden lebensgefährlich verletzt. Schwere Anwetter an ber Adria. Seit zwei Tagen herrschen an ber Abria schwere Unwetter, bie bereits größte Verwüstungen m ben Weinbergen und Obstgärten angerichtet Haden. Beinahe wären auch sechs deutsche Reisende, darunter zwei Frauen unb ein Kind, die sich gegenwärtig in Dubrovnik aufhalten, umgekommen. Die Reisenden waren mit einem kleinen Segelboot unter» wegS, wurden von bem plötzlich auffommenben schweren Nordoststurm überrascht und auf bas offene Meer hinausgetrieben. Zwei Suchboote mußten wegen bes hohen Wellenganges umkehren. Erst em starker Segler ber Dubrovniker Hafenoerwaltung konnte bie Vermißen nach langem Suchen völlig er» schöpft bergen. Gegen unerwünschte und schädliche TNusik. Auf Anordnung bes Präsibenten ber Reichsmusik, fammer werben, wie DKK. meldet, alle musikalischen Werke, die bem nationalsozialistischen Kulturwillen wibersprechen, künftig von ber Reichsmusikkammer in einer Liste über unerwünschte unb s ch ä b- liehe Musik geführt. Die Entscheibung über bie Aufnahme in bie Liste trifft bie Reichsmusikpruf» stelle nach Anhörung des Präsidenten der Reichs- musikkammer. Die Jnverlagnahme, der Vertrieb unb die Aufführung ber in biefe Liste aufgenommenen Werke, bie auch Bearbeitungen, Zusammenstellungen, Schulen usw. erfaßt, ist im deutschen-Reichs- gebiet verboten. OVERSTOLZ SM Äroma unö Bekömmlichkeit! Das sind öle köft= liehen Gaben der Sonne, öle fle Öen Tabaken aus Mazeöonien ebenso beschert wie öen Reben unterer Heimat. Währenö aber bei uns öle Sonne häufig durch Wolken verhüllt bleibt, strahlt fie auf Öle mazeöonlkhen Felöer oft Wochen hmöurch mit unoermlnöerter Kraft. Infolgeöeffen unterliegen die Ernten vieles von Sonnenlicht geraöezu öurchglühten Tabahtanöes auch viel geringeren Schwankungen als öle Jahrgänge öes Weine. Unb das ift zugleich öle Erklärung öafflr, wes- haib eine echte Mazeöonen $ Zigarette, wie öle OVERSTOLZ, ihren Raucher Immer roleöer erfreut unö ihm Jahr für Jahr öen gleichen Genuß bereitet. ■ - • G- 11 MW ■ D 83 - ~oooyz'z-' - MWH WM -V' W ;>z-- • v AM , .v , W i »*■* Wenn das Wa sser nicht schäumen will: ■dlllllllllllllillllllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllll^ BROSSE FRIEDBERGER STRASSE Sie sehen in unseren Scha ufe nste rn wohnfertig gezeigt als Beispiel unserer bekannten Lieferungsleistung die Aussteuer für wenig Geld Küche: elfenbein Wohnzimmer: Birnbaum matt Schlafzimmer: Mahagoni poliert zusammen netto RM 1815.- H.177C/19 Henko-HenkelsWasch-und Bleich-Soda 99 A Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstälte Kurt Kling vorm.Heßef Nach'. Bandafiistenmeist. Marktstr. 16 Lieferant der Ixrankenkassen Damen - Bedienung Betrifft: Grundstücken im und Wieseck) wie folgt: I. Gießen (Asterweg 54), Roetgen b. Aachen, den 21. April 1939. II. III. 29170 29650 Der Oberbürgermeister. 3.93.: Nicolaus. Reinhold Eiser im Alter von 33 Jahren, heute nacht y22 Uhr, zu sich zu nehmen. Muschenheim, Oberhörgern, den 22. April 1939. Die Beerdigung findet Montag, den 24. April, mittags 2% Uhr statt. 29880 Weiter wird auf die Begleichung der restlichen 29230 und 5 Enkelkinder. 29290 Karl Egner - Frankf. Str. 9 Sanitätsgeschäft 1909A | Herzkraft] die trauernden Angehörigen. Grünberg, den 19. April 1939. 02088 29130 Gießen betr., vom 1. April 1904. Gießen, den 21. April 1939. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Mann, den Vater seines Kindes, unseren lieben, einzigen Sohn und Enkel sowie für die schönen Kranzspenden sprechen herz- . liehen Dank aus Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen und die Unterlassung der Reinigung der Sinkkasten unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Pol.-Ver» ordnung, die Entwässerung von Gründstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Frau Dorette v. Specht geb Freiin v. Ricou Richter Dr. Emmo v Specht, Hamburg Major Hans v. Specht, Mülhausen Oberschwester Luise v Specht, Berlin Ludolf v. Specht, Berlin Heinz v Specht, Gießen Marita v. Specht, geb. v. Behrenberg-Goßler Hedwig v. Specht, geb. Günther Ada v. Specht, geb Wolff Meine liebe, gute Frau, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Familiendrucksachei* Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? sowie sämtl. Artikel für die Krankenpflege Zu allen Krankenkassen zugelassen Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 24. April, nachmittags 2& Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen. Die Einlösung der 8. Rate muß unbedingt vor der 29. Mietvorstellung erfolgt sein. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Einlösung der einzelnen Raten nur an der Tageskasse zu erfolgen hat. Eine Einlösung an der Abendkasse ist nur in Ausnahmefällen möglich. .. Herr-ringst? Atemnot. Schwindelgefühl. Herzklopfen. Krampfzustände und Erschöpftem? - Das Herz durch „Herzkraft" schonend stärken! — Flasche RM. 2.70, nut in Apotheken. Frau Marie Euler, geb. Wehrmann ist heute nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren für immer von uns gegangen. Bießen, Bahnhofstr. 49. Bnf 3941 . 6528 12,— RM. 11,60 „ 4,40 „ 3,40 „ 2,20 „ 2,20 „ 1,60 „ Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 27380 J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Gießen (Liebigstraße 68 II), den 20 April 1939. Die Einäscherung findet am Montag, dem 24. April, um 13% Uhr statt Von Beileidsbesuchen bitte höflichst Abstand zu nehmen Raten der Wahlmiete hingewiesen. Gießen, den 19. April 1939. Der Oberbürgermeister. In tiefer Trauer: Martha Eiser, geb. Görlach, und Kind Wilhelm Eiser und Frau. » Polizeioerordnung die Entwässerung von Anschluß an die städtische In tiefer Trauer: Wilhelm Euler Willy Stock und Frau Luise, geb. Euler Wilh. Euler und Frau Elisabeth, geb. Trechsler Ernst Marx und Frau Anni, geb. Euler . und 6 Enkelkinder. Herrn Oberforstmeister i. R. Karl Schneider Klein-Torpedo 18 schnell, leise, unverwüstlich und schriftschön. Verlangen Sie Prospekt oder unverbindl. Vorführung dieses eleganten Modells durch dufcfi e/ne gute dritte von Optikermeister Carl Leisler Gießen u13a Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkaffen Bekanntmachung betreffend Dehrversammlungen. Die für den 28. April 1939 angesehle Führerrede macht folgende Aenderungen im Versammlungsplan erforderlich. 2912D Es haben sich nunmehr einzufinden: I. alle Angehörigen der Reserve I und II aus den Gemeinden Laubach, jungen" Langd, Münster, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Rabertshausen, Rodheim, Röthges, Steinheim, Bilfingen, Freienseen, Ruppertsburg, Wetterfeld, Lardenbach, Gonterskirchen und Klein-Eichen am 4. 2Uai 1939, 13 Uhr, in Laubach, Oberschule; II. die Angehörigen der Reserve I und II aus der Stadt Gießen (ohne die Stadtteile Klein-Linden Die zu zahlende achte Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen . Familienlogen mit 4 Plätzen . I. Ring........ II. Ring III. Ring IV. Ring V. Ring ........ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Anteilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Hwnwoft- Gartenerde frei Verwendungsstelle abzugeben Gebr. Kahl, Telephon 2287. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hin scheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir au diesem Wege unseren innigsten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Weisel für die • rostreichen Worte sowie der Musikkapelle nebst Werk schar der Firma Hensoldt. Wetzlar, und den Gesang vereinen .Germania", Großen-Linden. und .Teutonia*. Heuchelheim, für die eindrucksvolle Umrahmung de. Trauerteier Für die Kranzniederlegungen der Firma Hensoldt. seinen Arbeits- und Schulkameraden sowie für die anderen zahlreichen Kranzspenden danken wir ebenfalls herzlich. Ferner sei allen denen Dank, die ihm das letzte Geleit gaben. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen Mathilde Euler, geb. Kreiling. Heuchelheim, Großen-Linden. den 22. April 1939. ------- ----------2935 D Jahrgang 1914 am Jahrgänge 1915 bis 1918 am 11. 2Hai 1939. Sommersprossen verschwinden durch „Merzweib“ Tube 1.60t Dose 2.50 Germania-Drogerie Carl Seibel Frankf. Straße 39 Telefon 3593. Jahrgänge 1904 bis 1907 am 5. 2llai 1939, Jahrgänge 1908 bis 1910 am 6. !llai 1939, Jahrgänge 1911 bis 1913 am 9. Illai 1939, ---- 10. Illai 1939, Heute verschied mein innigstgeliebter Mann, unser teurer Vater, Großvater, Schwiegervater und Schwager Victor v. Specht Generalmajor a. D., Frontkämpfer von 1870/71 iip 87. Lebensjahre. Dankmagn ng. Für die bei dem plötzlichen Tpde und Heimgang unserer lieben, kleinen, unvergeßlichen Inge erwiesene Teilnahme und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Traum sowie für die vielen Kranz- und Blumen- spenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer: Farn.'Wilh. Magold. Gießen, den 22. Aprü 1939. Ruhholz-Verkauf an örtliche Kleinhandwerker und Selbstverbrauches (Landwirte ufro.) aus den Staatswaldförstereien Baumgarten und Großen-Linden (Franzenwald) am Freitag, 28. April, 8 bis 9% Uhr auf dem Schiffenberg: Derbstangen, Stück: Eiche Kl. 3 = 12; Esche Kl. 3 = 1; Lärche Kl. 3c = 1; Fichte Kl. la = 134, Kl. 1b = 147, Kl. 2a -- 159, Kl. 3b = 67, Kl. 3c = 11. Reisstangen, Stück: Fichte Kl. la = HO, Kl. 1b = 200N Kl. 2 = 280, Kl. 4 = 6. Ruhrollen, rm: Eiche 22 (1,25 m lg), 45 (2,5 m lg). Ruhscheit, rm: (1,25 m lg.) 0,5 Buche, 4 Hainbuche, 1 Esche (1 m lg.). Ruhknüppel, rm: (2,5 m lg.) 5 Eiche. 2941D Forstamt Schiffenberg in Gießen. Gegen Graue Haare /f Das seit Jahren bewährte kombinierte Haarwasser faENTRUPAL ral gibt selbst ganz weissem Haar die |fil Jugendliche Farbe wieder, befreit II llvon Kopfschuppen und verhindert || II Haarausfall In der Anwendung II II so einfach wie Jedes Kopfwasser ■WHB ENTRUPAL sofort benutzt KStfÄÄ das erste graue Haar&flMUB sich zeigt oderSchuppen auftreten. In Fachgeschäften. Flasche RM. 4.32. Droger e Winierhoff, Kreuzplatz 10. Gemeinnülziger Eisenbahner- Gießen. EINLADUNG zur ordentlich. Generalversammlung am Sonntag, dem 7. Mai 1939, 8.30 Uhr, im Saale des ,,Hotels Hopfeld“ in Gießen, Friedrichstr. 4 Tagesordnung: 1. Vorlage des Geschäftsberichtes und des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 1938 nebst den Bemerkungen des Aufsichtsrates 2. Bericht über die gesetzliche Prüfung am 31. 8. und 1. 9. 38 3. Genehmigung des Jahresabschlusses 1938 4. Verteilung des Reingewinnes aus 1938 5. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates 6. Satzungs- Aenderungen (§ 3 [![,. § 16 [4] und § 39 [2]) 7. Wahlen zum Aufsichtsrat 8. Bericht über das 20jährige Be-* stehen der Genossenschaft und Beratung über eine kleine Feier am Gründungstage. Abstimmungsberechtigt sind nur die Mitglieder der Genossenschaft. Der Jahres-Abschluß kann vom 24. April bis 2. Mai 1939 bei dem Rechner der Genossenschaft, Herrn Münster, Gießen, Iheringstr. 10, von den Mitgliedern der Genossenschaft eingesehen werden. 2020° Gießen, den 17. April 1939. Der Aufsicht*irat. Keule r, Vorsitzender. Kanalisation vom 1. August 1904. Bekanntmachung. Jede Neuherstellung oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen ist nur nach vorheriger Einholung der baupolizeilichen Genehmigung zulässig. Das Ausführen jeglicher Arbeiten an Entwässerungsanlagen ist nur durch Installateure oder Unternehmer gestattet, welche den erforderlichen Zulassungsschein besitzen. Das Ausgießen oder Einleiten von Schmutzwasser in die.Straßenrinnen ist verboten. Von Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig abfließen, auch nicht, wenn die Hof- und Regenrohrsinkkasten verftopft sind. Die Sinkkasten sind regelmäßig zu reinigen. Der gute Onkel Theodor kommt side JBQct wie 25 vor# £w seit er seine Hühneraugen / / \ I losgeworden durch »Lebewohl« Blechdose (8 Pflaster) 65 Pf. in Apotheken u.Drogerien. Sichere, haben: ffledlz.-Drogerie Hans Hindenburg H. Elges, Seltersweg 68a.— Löwen- Drog Wc KUbinger Nllg,, Selters w. 69 Die Versammlungen beginnen an den genannten Tagen jeweils um 13 Uhr und finden im Saalbau Liebigstraße (ehem. Kathol. Vereinshaus) statt. Wehrmeldeamt Gießen. _______________Dingeldein, Major.______________ Bekanntmachung. Die Wochenmärkte beginnen von Dienstag, den 25. April 1939, ab vormittags um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. 2924C Gießen, den 22. April 1939. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Nicolaus, Beigeordneter._____ Gtadttheater-Miete. Die Einlösung der achten (letzten) Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Fohannesstraße Nr. 3, zu erfolgen, und zwar: Montag, den 24. April 1939, für die Dienstag- Mieter, Dienstag, den 25. April 1939, für die Ulittwoch- Ulieler, Mittwoch, den 26. April 1939, für die Freitag- Mieter in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung einer besonderen Quittung. FRANKFURT A.M. MÖBELFABRIK-EINRICHTUNGSHAUS Giessen Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen wd&hciUAM, & Gr. bei bringt die leichte Kr. 94 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 22./23.April 1959 Am Montag. 24. April, beginnen wir in den Familienblättern mit dem Abdruck einer neuen Erzählung, der großen historischen Novelle „Der Heilige" von Conrad Ferdinand Meyer. Das Werk, ein Meisterstück künstlerischer Geschichtsschreibung und eindringender Seelenmalerei, behandelt den tragischen Konflikt zwischen König Heinrich II. von England und seinem Günstling, dem Kanzler Thomas Beckett. Die in wahrhaft klassischem Stil geschriebene Erzählung gehört zu den reifsten Leistungen des großen schweizerischen Dichters und darf wohl als Musterbeispiel deutscher Rovellistik im 19.)ahrhundert gelten. Schaufenster-Wettbewerb — ein schöner Erfolg! Gute Leistungen in allen Mafien. - Starke Beteiligung. Zu unseren Bildern: Neben st ehend: Das Schaufenster des Sonder- Wettbewerbs „Führerfenster", das mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet werden konnte. Unten links und rechts: Schaufenster der Branchen der Haushaltwaren und Textil, die im allgemeinen Wett- bewerb mit Ehrenurkunden bedacht wurden. Neben diesen wurden noch 14 andere Schaufenster mit Ehrenurkunden bewertet. (Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) ■ WMD Dos Ergebnis des großen Schaufenster-Wettbewerbs, der in diesen Tagen im Rahmen des Reichsberufswettkampfes auch in Gießen ausgetragen wurde, liegt nunmehr vor. Es darf hier vorausgeschickt werden, daß das Ergebnis als -sehr erfreulich bezeichnet werden kann. Am Mittwoch, am Tage vor Führers Geburtstag, hatten die Wettbewerbsteilnehmer die Schaufenster ausgestattet und dabei alle Mühe und alles Können aufgeboten, um im edlen Wettstreit bestehen zu können. Die verschiedensten Altersklassen im Einzelhandel beteiligten sich diesmal und erfreulicherweise nahmen auch die älteren Berufsangehörigen zahlreicher teil als es noch im Borjahre der Fall war. So sah man Schaufenster von Lehrlingen im ersten Lehrjahr, denen noch keine oder nur wenig Möglichkeit gegeben war. nach eigenen Gedanken Schaufenster auszustatten — man sah aber auch Schaufenster im Wettbewerb, die von geübten Gebrauchswerbern ausgestattet worden waren, von Gebrauchswerbern, die alle Möglichkeiten und Mittel, alle psychologischen Wirkungen der Flächen und Raumgestaltung, der Farbenharmonien und Farben- kontra'ste, die Wirkungen des auszustellenden Materials in der Unterstützung durch die Dekorationshilfsmittel kennen und einzusetzen wissen. Allerdings wurde gerade an die Arbeiten der Gebrauchswerber ein besonders strenger Maßstab gelegt. Alle Beteiligten waren bemüht, die Leistung des Einzelhandels auf dem Gebiete der Schausenfterausftattung unter Beweis zu stellen. Mit besonderer Freude wurde festgestellt, daß gerade eine Reihe von Fenstern, die von Lehrlingen der Leistungsklasse I (1. Lehrjahr) gestaltet worden waren, so vorzüglich ausfielen, dgß sich die Bewertungsausschüsse mit gutem Gewissen zu besten Bewertungen entschließen konnten. Die Bewertung geschah nach Punkten und in verschiedenen Leistungsklassen. Außerdem wurde auch entsprechend den Branchen unterschieden. Die Art der Bewertung, die sich in den vergangenen Jahren stets bewährt hatte, sicherte eine gerechte Würdigung der Leistungen. Für die Bewertung selbst hatten sich aus dem Kreise des Einzelhandels, der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend, viele sachverständige Männer ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Sie nahmen ihre Arbeit außerordentlich ernst und urteilten nach fachmännischem Gewissen und nach den gegebenen Bewertungsrichtlinien. Die Arbeit der Teilnehmer des Wettbewerbs fand damit die Würdigung, die der aufgewandten Arbeit und den aufgewandten Kosten entsprach. Die Bewertung, die den ganzen gestrigen Freitag in Anspruch nahm, sah insgesamt 12 Ausschüsse unterwegs, die sich aus je einem Betriebsführer, einem Gefolgschaftsmitglied und einem Gebrauchswerber zusammensetzten. Außerdem nahm ein nichtwertender neutraler Beobachter teil. Nach angestrengter Arbeit konnte gestern zu abendlicher Stunde das Ergebnis des Wettbewerbs errechnet werden. Das Gesamtergebnis darf als sehr gut und im Verhältnis zum Vorjahre als besser bezeichnet werden. Auch die Zahl der Wettbewerbsteilnehmer war erheblich höher als im Vorjahr. Sie lag mit 127 Teilnehmern um über 30 v. H. über der Beteiligung des Vorjahres. Die 'besten Arbeiten — die mit Ehrenurkunden bedacht werden konnten — zeichneten sich durch eine dezente und in vielen Fällen durchaus künstlerische Wirkung aus. Die betreffenden Wettbewerbsteilnehmer waren um eine eigene Idee bemüht und fahen davon ab, etwas Alltägliches zu zeigen. Der eigenen Idee entsprach dann auch deren praktische Verwirklichung. So war vor allem eine sorgfältige und sparsame Verwendung der Dekorationshilfsmittel festzustellen. Die Dekorationsmittel wurden in sinnvolle Beziehung zu den Waren gebracht. Sauber geschriebene Schriften unterstützten und „erläuterten, wo es notwendig war. Selbstverständlich war auch die Verwendung der Farbe bestimmt von den Gesetzen der Harmonie. Mit allem Bewußtsein wurde in den besten Arbeiten jegliche Ueberladung der Schaufenster vermieden. Es äußerte sich durchweg ein sicherer Geschmack, der allen Teilnehmern des Wettbewerbs erstrebenswert erscheinen muß. Die am besten bewerteten Arbeiten dürfen als Vorbild gelten, und alle jene Wettbewerbsteilnehmer, die nicht mit Ehrenurkunden ausgezeichnet werden konnten, werden es sicherlich nicht versäumen, die besten Schaufenster in aller Ruhe zu betrachten und aus der Anschauung wertvolle Anregungen für die eigene schöpferische Arbeit zu gewinnen. Sonderwettbewerb. Im Rahmen eines Sonderwettbewerbs wurden auch diejenigen Schaufenster bewertet, die aus Anlaß des 50. Geburtstages des Führers eine besondere Ausgestaltung erfahren hatten. Hier wurde besonders streng darauf gesehen, daß nur jene Schaufenster eine Ehrenurkunde bzw. eine Anerkennung erfuhren, in denen sich eine gute Idee, sorgfältigste handwerkliche Ausführung und geläuterter Geschmack begegneten. In diesem Sonderwettbewerb wurde nur eine Ehrenurkunde vergeben. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das Ergebnis des Wettbewerbs den Aufwand an Arbeit, Zeit, Mühe und Kosten vollauf rechtfertigte. Der Einzelhandel in unserer Stadt bewies, daß er es in bezug auf die Schaufenstergestaltung mit der Erziehung des Nachwuchses ernst nimmt. Die Teilnehmer ihrerseits zeigten sich strebsam und darum bemüht, Gestaltungskraft zu beweisen und sorgfältige Arbeit zu zeigen. Nachstehend die Ergebnisse des Wettbewerbs: Ehrenurkunden erhielten: Leistungsklasse I: Otto Reitschmidt (Franz Bette, Mäusburg); Walter Harnisch (Farbenhaus Obermann, Neuen Bäue), Erich Thome (Karzentta, Seltersweg); Hans Völpel (Hett- lage, Neustadt). Leistungsklasse II: Fritz Meier (Kil- binger, Seltersweg); Erwin Horrmann (Hoch- ftätter, Blockstraße). Leistungsklasse III: Curt Hausrath (Farbenhaus Obermann, Neuen Bäue); Marianne Reitz (Brüder Schmidt, Seltersweg); Wilhelm Becker (Otto Säubert, Selterstor). Leistungsklasse V: Adolf Steinmüller Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! (Franz Schneberger, Schulstraße); Herbert Becker, (Winterhoff, Kreuzplatz); Theo Bayer (Textilhaus Graf, Marktstraße); Friedrich Günther (Karl Beck, Seltersweg); Waltraud H u 11 e b (Karzentta, Seltersweg); Paul Neid er t (Gebr. Seelbach, Seltersweg). Leistungsklasse VI: Magnus Wehr (Schade & Füllgrabc, Frankfurter Straße). Leistungsklasse VII: Ottokar Eidmann (Winterhoss, Kreuzplatz); Walter Kohschmieder (I. B. Häuser, Neustadt); Helmuth Wittmann (Gustav Geisse, Seltersweg); Robert Muth (Otto Säubert, Seltersweg). Leistungsklasse VIII: Bruno Richter (Fischhaus Nordsee, Seltersweg); Hans Betz (Anton Betz, Schulstraße). Gruppe Sonberfenffer (Führersensler): Leistungsklasse VII: Theo Keuper (Franz Bette, Mäusburg), Ehrenurkunde. Anerkennungen. Folgende Fenster wurden mit der Note „Gut" ausgezeichnet: Leistungsklasse I: Leck, Aenne (Carl Schmidt, Bahnhofstraße); Weller, Heinz (Schneberger, Schulstraße). Leistungsklasse II: Schmidt, Wilhelm (I. B. Häuser, Neustadt); Doigtländer, Artur (I. B. Häuser); Schäfer, Helmuth (Modehaus Carl Nowack, Seltersweg); Stroh, Margot (Chr. Arnold, Bahnhofstraße). L e i st u n g s k l a s s e III: Funk, Wilhelm (Kar- Gießener Stadttheater. Ralph Benatzky: „MeineSchwefter und ich" Wir haben dieses Stück — musikalisches Lustspiel in vier Bildern von B e r r und Verneuil, Musik von Benatzky — 1930 zuerst unter Prasch und mit Schauspiel-Besetzung gehört, und es spricht für feine Qualitäten, daß es heute, nach fast zehn Jahren, noch immer sehr frisch und revolutionierend wirkt: was damals als ein erfreulicher Vorstoß ins Neuland und als ein Versuch begrüßt wurde, das alte, ausgeleierte Operettenklischee zu durchbrechen, gilt heute noch unvermindert. Während auf dem Felde der zeitgenössischen Oper in den letzten Jahren von den verschiedensten Seiten her interessante und erfolgversprechende Ansätze zur Gewinnung neuer Inhalte und Formen erkennbar wurden, erwies sich die Operette immer noch weithin an eine Tradition gebunden, die starrer und noch weniger angreifbar zu sein scheint als im Opernrepertoire, und „Meine Schwester und ich" blieb, soweit wir sehen können, als stilistische Sonderart vereinzelt und ohne Nachfolge. Das ist schade, denn hier ist ein Text, den man anhören kann und sogar versteht, auch wenn er gesungen wird. Benatzkys Musik ist nicht groß, aber sie sitzt, hat Schmiß und Schwung und rhythmische Präzision. Er ist für diese Gattung begabt wie wenige; ihm ist etwas eingefallen, und er schrieb nicht mehr, als ihm einfiel, wozu er in einem Lustspiel mit Musik auch nicht verpflichtet war. Außerdem bestteitet er das ganze Orchester mit einem Flügel und (im ersten Teil) mit einer respondieren- ben Solo-Geige hinter der Szene. Man sieht und hört, daß keineswegs ein opernhaft aufgefchwellter instrumentaler Apparat erforderlich ist. * Die Handlung ist einfach, übersichtlich, ohne das übliche Füllsel und Verlegenheitsbeiwerk des landläufigen Operettenschemas, außerdem originell sowohl' in der Zweiteilung wie in der — einer Rahmenerzählung entsprechenden — Rundung durch Vor- und Nachspiel: die Geschichte einer Liebe auf den ersten Blick, die aussichtslos scheint, durch List zum Ziele gelangt, eine Enttäuschung erlebt und vor dem Scheidungsrichter neu erwacht. Da es sich ausdrücklich nicht um das handelt, was wir fei undenklichen Zeiten Operette zu nennen genjognt sind, fällt es gar nicht auf, daß verhältnismäßig wenig gesungen wird und das Wenige überdies eher halblaut, parlando, im Sprechgesang und manchmal ein wenig im Kabarett-Ton. Herr Popelka am Flügel traf den improvisatorischen Kammerspiel^Stil der heiteren Lustspiel- Melodie ausgezeichnet, stets im festen Kontakt mit dem Bühnenoorgang, Herr B u ch h e i m als Spielleiter am besten im ersten, zweiten und vierten Bild, während bas dritte unter Verzicht auf einige Realitäten älterer Art etwas gedämpfter Hätte gegeben werden können. Die Schauplätze, vor allem die Bibliothek und hernach der Schuhladen, waren von Herrn Löffler geschmackvoll hergerichtet. Thea Maaß hatte die Tanze einstudiert, die großen Anklang fanden und verschiedentlich wiederholt werden mußten. Eva Eckert als Dolly, erst Prinzessin, dann Verkäuferin („in einem Schuhgeschäft, für achtzig Francs Salär in der Woche") gab eine Lustspiel- figur mit gesanglichen Qualitäten, leicht, heiter, verliebt. Herr E r I e r spielte den Dr. Fleuriot, den seinerzeit Herr Hub hatte, mit Humor und einer ausgesprochenen Eignung für den Singstil, der hier verlangt wird. Anneliese Garbe war die sehr muntere, tänzerisch bewegliche Verkäuferin Irma, die mit Wonne und nicht ohne Talent ins Revue- Fach hinüberwechfelt. Ihr Terzett mit den Herren Haars, der den aufgeregten Herrn Filosel spielte, und Bley, als elegantem Grafen Lacy, kam besonders hübsch heraus. Das Publikum war gleich in Stimmung und ging sehr angeregt mit. Großer Beifall. Hans Thyriot. Lebendige Natur. Don Paul Eipper. Es geht Ihnen wahrscheinlich nicht anders als mir: da und dort begegnen Sie bisweilen einem Menschen mit verknittertem Gesicht — oder schauen Sie vielleicht selber heute grimmig drein? Gründe gibts ja im Alltag mancherlei: es ist Ihnen kalt, Sie sind überlastet und gehetzt, Sie müssen sich über ihren Nachbarn ärgern, kriegen einen Schnupfen, haben zu wenig Geld, Ihr Magen ist empfindlich; an Ursachen, sich von feiner Laune beeinflussen zu lassen, fehlt es wirklich nicht. Aber die Abschaffung einer Einzelursache ist nach meiner Erfahrung gänzlich zwecklos; im Eilschritt käme dafür ein neuer Vorwand herbei, um mißgelaunt zu sein. Sie müssen das liebel bei der Wurzel packen, müssen nachforschen, warum Sie so schnell durch kleine Dinge aus dem Gleichgewicht kommen. Vielleicht kann ich es Ihnen sagen! Wir Menschen drehen uns zu viel um uns selber; wir haben offenbar vergessen, daß wir nicht allein die Erde bevölkern, daß um uns auch noch andere Geschöpfe atmen, Bäume, Blumen und Tiere, und daß diese genau so daseinsberechtigt sind auf unserem Planeten wie wir, daß erst die Dreiheit „Mensch, Tier und Pflanze" den Begriff des Lebendigen ganz erfüllt, die Welt und unsere Heimat. Der Führer hat einmal gesagt: „Schön und reich an Pflanzen und Tieren muß unser Land sein, wenn wir ihm die Liebe unseres Volkes auf ewig erhalten wollen." Schauen wir uns doch die beiden Lebenspartner besser und öfters an, nicht von einer dünkelhaft überhöhten Plattform herunter, sondern kameradschaftlich gleichgestellt, nicht allein den Nutzwert berechnen (das kommt ganz von selber). Jene gesunde Lebensneugier soll uns führen, die das Herz weit macht und zugleich auch den Verstand. Ein Wunder geschieht dann, eine innere Verwandlung: wir lernen wieder staunen, staunen über die Gesetzmäßigkeit und die Schönheit der lebendigen Natur; wir ahnen Zusammenhänge mit uns da und dort und finden Nutzen, wo wir ihn gar nicht suchten. Wir lächeln über unsere oft übertriebe Hast, wenn wir erst einmal wieder gelernt haben, den Liebreiz einer Blumenwiese in uns aufzunehmen, wenn wir den Esel nicht nur als Schimpfwort betrachten und den Wald nicht nur als ein unebenes Gelände, das möglichst schnell und geräuschvoll zu durchwandern ist. Langweilig sei alles, gar nicht interessant für Sie? Lieber Freund, es gibt ungefähr 250 000 Arten Insekten auf der Welt, gut 12 000 verschiedene Vögel und 7000 Säugetiere. (Eibenbäume können bis zu 2000 Jahren alt werden, Zypressen noch älter, und vielleicht steht da und dort in unserem Vaterland noch eine Eiche, die schon dem Sachsenkönig Heinrich ihre grünen Maientriebe zeigte. Dafür schwirren im Sommer wunderschöne kleine Flügeltiere durch die Luft, deren Leben sich in einem Tag erfüllt und endet. Was lebt, vergeht zu seiner Zeit: Menschen sterben, Pflanzen und Tiere. Die eine Generation muß der kommenden Platz machen; unausdenkbar wäre die Katastrophe, würde plötzlich die Unsterblichkeit wirksam werden: eine Stubenfliege, die im April zum Leben erwacht, hätte im September des gleichen Jahres wohl 330 Trillionen Nachkommen, wenn alle ihre Eier, die sie und ihre Kinder legen, zur Entwicklung kämen. Schon an diesem einen Beispiel zeigt sich übrigens, welch große Gefahr das Jnsektenvolk für unsere Welt bedeutet; da wird der grimme Tiger zu einer recht bescheidenen Figur. Wissen Sie, daß beim Seepferdchen der Vater eine Brufttasche vor dem Bauch trägt, in die das Weibchen seine (Eier legt, damit dort die Jungen aus- reifen und schlüpfen? Wissen Sie, daß die Smaragd-Ameisen ihre eigenen Larven als Spinnmaschinen benützen? Wenn das Blattnest gerissen ist, schleppt eine solche tropische Ameise zwischen ihren Kiefern eine Larve herbei und führt das Kind wie ein Weberschifflein kreuz und quer am klaffenden Nestspalt entlang. Aus dem Mundteil der Larve quillt klebriger Saft, durch viele dünne und zähe Fäden wird der Riß geheilt und zugesponnen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wieso der langbeinige Storch, der Kranich und der Flamingo nicht nur stundenlang auf einem Bein stehen können, sondern in dieser akrobatischen Stellung auch schlafen, ohne umzukippen? Diese Vogel haben nämlich eine Sperrvorrichtung im Gelenk, die einschnappt wie die Klinge eines guten Taschenmessers, und so lange selbständig die Versteifung hält, bis der Vogel erwacht und durch einen Fußruck die Sicherung wieder auslöst. Oh, ich könnte noch mit tausend Beispielen locken! Es wäre falsch, denn der rechte Appetit kommt erst beim selbständigen Essen, die wahre Lust zu schauen erst bei dem, der gelernt hat, für sich allein zu beobachten. Fangen Sie in Ihrer nächsten Freizeit damit an; Sie werden dann ohne Mühe Ihre kalten Füße vergessen und ihren Groll auf den Pultnachbar im Büro. Sie werden sogar die Asphaltstraßen der Stadt vergessen und dafür erneut das Glück kennenlernen, gleich Ihren Ahnen wieder auf dem gewachsenen Boden zu gehen. Aber machen Sie kein böses Gesicht, wenn es draußen regnet oder wenn Nebeldunst die Sonne verhängt. Auch solche Tage braucht das Jahr, damit die Blumen blühen, die Bäume wachsen und die Früchte reif werden. Wenn man mit der rechten Kleidung angetan ist, ist jedes Wetter gut zum Wandern und zum Erleben. Jedesmal, wenn Sie von einer solchen Ferienstunde zurückkommen in Ihre Wohnung, zu Ihrer Arbeit, werden Sie reicher geworden sein an inneren Werten, sehnsüchtiger dazu auf neues Schauen. Sie werden die anderen Gesichter ausbügeln, weil Sie Harmonie um sich verbreiten, werden Ihren Mitmenschen Auf-- trieb geben durch Ihr seelisches Gleichgewicht; denn Sie selbst sind gütiger geworden durch die brüderliche Beziehung zur lebendigen Natur. Denken Sie aber auch hier an die Zukunft unseres Volkes, nehmen Sie beizeiten Ihre Kinder mit auf diesen schönen, träftespendenden Weg! Alle Men und Mdel in die Kindergruppen m Gloria-Palast (Seltersweg): aus Dingsda". Geschichten aus aller Welt E P ü o 1 nc G K ho Jti Kl oe ne Sl A Cf ch> lac ZU 0 Arbeiter, den er vererben kann und durch dessen Besitz er gefeit sein wird gegen die jegliches Eigentum bekämpfenden bolschewistischen Umgarnungcn. Wenn es auch nicht gelingen wird, jedem Arbeiter einen Hof zu vermitteln, weil der Raum nicht aus- reicht, so muß doch Licht und Luft in die Arbeiterwohnungen gebracht und eine neue Form des Mietwohnhauses geschaffen werden. Dabei wird auch der Baumarkt sich umstellen müssen. In großen Linien zeigte der Redner, wie durch die Altstadtsanierung, die Berücksichtigung oerkehrspolitischer Verhältnisse u. a. eine segensreiche Aufgabe zur Beschaffung gesunder Wohnungen gegeben ist. Der Redner schilderte dann in überzeugender Weise die Verhältnisse, wie sie heute vielfach noch vorherrschen und kennzeichnete sie als Raubbau on der Dolkskraft; er zeigte, wie namentlich bei größeren Unternehmen der Arbeiter aus Hellen lichten Räumen in dumpfige, schlechte und menschenunwürdige Behausungen zurückkehren muß, wo er sich für seine Arbeit bis zum nächsten Tage erholen soll, und gab sehr deutlich zu verstehen, daß die FordeDen fünften Vortrag in der Reihe „Gegenwarts- unü Zukunftsfragen der deutschen Wirtschaft" der DAF. im „Burghof" hielt am gestrigen Freitagabend Oberregierungsrat Nickles aus Mannheim über das Thema „Raumordnung und Arbeitskraft". Der Vortragende machte verständlich, wie durch die außenpolitische Konstellation das deutsche Volk gezwungen ist, die Frage der Raumordnung von der Seite der Arbeitskraft her einer Untersuchung zu unterziehen. Er schilderte die wirtschaftlichen Verhältnisse, wie sie sich in der ganzen Welt absvielen, und zeigte die Bewegung der Kräfte auf, die zu einem Absinken lebensunfähiger Staaten führen und junge, lebensbejahende Völker im Aufstieg erkennen läßt. So steht Deutschland an der Spitze eines Aufbruches. An dieser Entwicklung sollen auch die Männer der Arbeit politisch teilnehmen; denn alles ist, wie der Redner ausführte, Mittel zur Erhaltung und Stärkung der Volkskraft. Als eine der vordringlichsten Erscheinungen in diesem Prozeß bezeichnete der Vortragende die Raumordnung, die in den nächsten Jahrzehnten durchzuführen ist und die zu einer Strukturwandlung des gesamten völkischen Lebens führen wird. Dabei kommt es darauf an, eine neue Zuordnung vom Menschen im Raum zu finden, ihn aus einer seit tausend Jahren bestehenden Raumordnung in einen Zukunftsraum umzusiedeln, in dem er wieder natürlichere, den Lebensgesetzen angepaßte Lebensmöglichkeiten findet. Ausschlaggebend hierfür sind der Boden und die Fähigkeit des Menschen, der daraus lebt, aus dem Boden das herauszuholen, was ihm eine vermögende Grundlage bietet, so daß der Mensch seinen Lebensstandard von sich aus bestimmen kann. Oberregierungsrat Nickles schilderte dann, wie bei dem vor der Machtübernahme nur auf Rente einKührennnentagung des BDM -Obergaues 13 Hessen-Nassau RSG. Die RS.-Frauenschafl und das Deutsche Irauenwerk werben in diesen Wochen für die Kindergruppen. Anläßlich dieser Aktion wendet sich Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger mit nachstehendem Aufruf an alle Ellern im Gau Hessen- Rassau, ihre Jungen und Wädel in die Kindergruppen einzureihen. „Unsere Jugend ist unsere Zukunft. Es ist daher die Pflicht aller Eltern, dafür zu sorgen, daß ihre Kinder frühzeitig lernen, sich in die Volksgemeinschaft einzufügen. Die Kindergruppen der RS.- Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes suchen rungen der DAF. nicht mechanisch durchzuführcn seien, sondern als Anregung für eine rechte Menschenführung aufzufassen sind; denn es könnte sich sehr rasch aus den ständig wechselnden außenpolitischen Konstellationen ergeben, daß solchen Betrieben die Kräfte in andere Berufe abwandern. Abschließend machte der Redner verständlich, daß die Auszeichnung, Zeitgenosse eines Adolf Hitler, der eine die Völker bewegende Neuordnung herbe-i- geführt hat, zu sein, bedeutet, die Verpflichtung gegenüber den Nachkommen zu erfüllen und sich als Deutscher zu bewähren. schon bei den Sechs- bis Zehnjährigen den Grundstein zu legen für den späteren Lebensweg der Kinder im nationalsozialistischen Sinne. Von der Klndergruppe führt der Weg der Zehnjährigen in Jungvolk und Jungmädelschaft. Die Kinder- gruppenarbei 1 bedarf der gleichen Unter st ü hu ng wie unsere gesamte Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend. Im Gau Hessen-Rassau sollte es der Stolz aller Eltern sein, ihre Buben und Wädel in die Kindergruppen zu geben, damit sie schon im jüngsten Alter zum Rationalsozialismus geführt werden." Raumordnung und Arbeiiskrast. Ein Vortrag in der Deutschen Arbeitsfront. (JHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen «m,, dem unschuldigen Hindu ausließ, der sich im Augenblick des Wutausbruchs in ihrer Gewalt befand. Der lebensgefährliche „Mondschein-Schnaps". Ndz. Oslo. Durch Dergiftungserscheinungen, die bei zehn Teilnehmern an einem heimlichen Schnapsgelage auftraten, ist die Osloer Polizei auf eine schwere Gefahr für die Bewohner der norwegischen haupt- stadt aufmerksam geworden. Die zehn Mann hatten den gefährlichen „Likör" von einem Schwarzhändler auf der Straße erworben. Zunächst wurde angenommen, daß der Likör mit Holzsprit hergestellt worden sei. Die weitere Untersuchung hat aber ergeben, daß es sich tim. ein viel gefährlicheres Gift handelt. Aus einer pharmazeutischen Fabrik ist nämlich kurz vorher bei einem Einbruch eine Kanne gestohlen worden, die 17 Kilogramm einer Tinktur enthält, die in ganz kleinen Dosen als Heilmittel verordnet wird. Die Tinktur besteht aus 70 o. h. Alkohol, enthält aber u. a. auch V* v. h. Strychnin. Genießt man sie in größeren Mengen, so können lebensgefährliche Vergiftungen eintreten. Die zehn Mann, die auf der Straße die offenbar aus der Diebesbeute stammende Flasche „Likör" gekauft hatten, sind wohl nur darum dem Tode entgangen, weil sie den Schnaps in einem Bierglas mit Wasser gemischt hatten und weil sie schon nach den ersten Schlucken eine merkwürdige Steifheit in den Beinen verspürten Der Inhalt der gestohlenen Kanne würde nach dem Urteil der Sachverständigen ausreichen, die halbe Einwohnerschaft von Oslo zu vergiften, zumal in Oslo ähnlich wie in Nordamerika der Prohibitionszelt in großem Umfang Schwarzhandel mit „Mondschein-Schnäpsen" getrieben wird. gestellten wirtschaftlichen Denken dem Mensch:' an sich kein Wert mehr zugemessen war. Die wirtschaftliche Entwicklung ging auf Kosten der Volkskraft, und es war leicht auszurechnen, wann die biologischen Volkskräfte erschöpft gewesen wären. Im Zuge der Strukturwandlung vom Industrie- zum Agrarstaat wurde im Osten die Kornkammer Deutschlands entvölkert, während im Westen M'enschen- ballungen entstanden, die die unglaublichsten Zersetzungserscheinungen in sich trugen. Sehr anschaulich ließ der Redner den Verfall des Volkes, der nicht nur eine Folge dieser Strukturwandlung war, sondern auch durch den Einfluß fremder Ideologien gefördert wurde, erkennen. An der Tatsache, daß das deutsche Vvlk einen Führer wie Adolf Hitler, der nicht in jedem Jahrhundert in die Erscheinung tritt, erst 15 Jahre lang kämpfen ließ, anstatt ihn an die Stelle zu bringen, an die er gehört, machte er die dadurch entstandenen verhängnisvollen Auswirkungen verständlich. Für das deutsche Volk ist es klar, daß die Kräfte, die ihm den Ausgleich schaffen müssen, die Arbeitskräfte sind. Sie sind der stärkste Garant für die Erhaltung und Sicherung der Lebenskräfte des Volkes. Die Konsequenz daraus ist die Umsiedelung, die nicht nur in der Errichtung eines Siedlungsheimes, sondern in der Jndustrieverlagerung, in der Umsiedlung der Städte, deren zerstörendes Milieu die Ursache für den Geburtenschwund bedeutet, und in der Ansiedelung der Arbeiter in die Nähe der Jn- dustriewerke besteht. Der Mensch muß durch die Siedlung in die Lage gebracht werden, seinen Standard leichter zu bestimmen, und er muß den Anschluß an die Landschaft gewinnen; denn die so- genannen Wohnortsarbeiteroiertel bedeuten einen Raubbau an der Volkskraft. Das weitere Ziel dieser Rückführung des Arbeiters in seine eigentliche Heimat ist die Schaffung eines Erbhofes für den Generalmajor a. D. von Sveckt -fr. Der in Gießen im Ruhestand lebende Generalmajor a. D. Victor von Specht, Frontkämpfer von 1870/71, ist am Donnerstag im 87. Lebensjahre verstorben. In Eschwege geboren, trat Victor von Specht im August 1870 in das Jns.-Rgt. 88 in Mainz ein, mit dem er den Krieg 1870/71 und vor allem die Belagerung von Paris mitmachte. Im März 1872 wurde er zum Leutnant befördert, im März 1881 zum Oberleutnant. Ein Jahr später wurde er Adjutant bei der 20. Infanterie-Brigade in Posen. Im Jahre 1885 wurde er zürn Leibgrenadier-Regiment Nr. 8 versetzt und zur Dienstleistung beim Großen Eeneralstab kommandiert. Von März 1887 an war er Adjutant bei der 11. Infanterie-Brigade in Brandenburg. Im Mai 1887 wurde er zum Hauptmann befördert, im September des gleichen Jahres kam er als Kompaniechef zum Leibgarde-Regiment Nr. 115 in Darmstadt, von wo er im Mai 1894 unter Beförderung zum Major in das Jnf.-Rgt. 66 und zum Adjutanten des Generalkommandos des IV. Armeekorps in Magdeburg versetzt wurde. Im Jahre 1896 wurde er Bataillons-Kommandeur im Jnf.-Rgt. 93 in Dessau, Anfang 1897 wurde er zum Deutschordens-Regiment Nr. 152 in Zerbst, später in Deutsch-Eylau versetzt. Im September 1900 kam er als Oberleutnant zum Stabe des Jnf.-Regts. Graf Bülow von Dennewitz (5. Westfälisches) Nr. 55 in Detmold. Im März 1903 wurde er Oberst und Kommandeur des 2. Badischen Infanterie-Regiments in Mannheim. Vom April 1905 war er Kommandeur des Landwehrbezirks Kiel, bis er im Jahre 1917 im Range eines Generalmajors in den Ruhestand versetzt wurde. Seit 1920 verlebte der verdiente Offizier seine Ruhezeit in Gießen. Den alten Soldaten gehörte allezeit sein ganzes Interesse, das ihn auch zum Mitglied der NS.- Kriegsopferversorgung werden ließ. Bei allen, die ihn kannten, genoß der alte Offizier hohe Wertschätzung. Er wird im Gedenken seines Bekanntenkreises in guter Erinnerung fortleben. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Menschen vom Da- rietö". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):. „Drei Unteroffiziere". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr: Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. x Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19 bis nach 21.30 Uhr „Der Vetter Brauchtums- und Volkstumsarbeit gab: „Wir entdecken Hessen-Nassau". Auch hie anderen Arbeitsgebiete: Sport, die Sommerlager der Jungmädel, Einsatz im Landdienst, Grenz- und Auslandsarbeit und die kulturellen Aufgaben fanden ihre eingehende Würdigung. Den Abschluß des ersten Tages der Führerinnenbesprechung bildete ein Heimabend mit der Obergauführerin des Obergaues Schlesien, Zakrozowski. Die Rundfunkspielschar Frankfurt a. M. gestaltet im Rahmen der vom 21. bis 23. April in Frankfurt am Main stattfindenden Führerinnentagung des BDM.-Obergaues am Sonntagmorgen im Schu- manntheater eine Morgenfeier unter dem Leitmotiv eines Goethewortes: „Der Geist aus dem wir handeln, ist das höchste". Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger wird in dieser Feierstunde zu den BDM.-Führerinnen sprechen und die besten Mädel- und Jungmädelgrupven des Leistungswettbewerbes 1938/39 mit der Verleihung einer Urkunde auszeichnen. Der Reichssender Frankfurt und die benachbarten Sender übertragen die Feier als Veranstaltung der Hiller- Jugend. Die Rache der Riesenschlange. Ndz. Belgrad. Ein grausiger Zwischenfall in einem Belgrader Variete hat Die von einigen Zoologen aufgestellte Behauptung bestätigt, daß Schlangen ein gutes Personengedächtnis Haden. In dem Theater trat schon seit einigen Wochen ein indischer Schlangenbeschwörer auf. Seine Glanznummer war die Wanderung mit der Riesenschlange „durch das Publikum". Mit seinen kräftigen Armen hob er eine 5/a Meter lange Königspytonschlange über sein Haupt und ging mit dieser Last durch die Reihen des Publikums, während der Hinterleib der Schlange auf dem Parkett nachschleifte. Das riesige Tier hatte sich bei dieser Vorfüyrung bisher immer ganz apathisch verhalten, aber eines Abends kam es anders. Nach der Meldung der bestohlenen Firma befindet sich unter der Dieoesbeute auch eine Kanne mit 20 Litern Belladonna-Sprit, der auch nicht zu den empfehlenswerten Getränken gehört. Die Polizei warnt also alle Schnapslüsternen vor lebensgefährlichen Likören. Opferreiche Schatzsuche. Ndz. R i 0 de Janeiro. Brasilien hat noch keine lange Geschichte, aber auch dort gibt es schon Sagen von vergrabenen Schätzen, und die Schatzgräberei steht in Blüte. Aus der Zeit der Bandeirantes sollen nodj in Mato Prosta und Goyaz Schätze vergraben sein. Einen besonderen Fall stellt der Jesuitenschatz von Aracari- guama dar, der jetzt wieder einmal auf der Tagesordnung steht. In Aracariguama bestand im 17. und 18. Jahrhundert ein bekanntes Jesuiten-Kolleg, das geschlossen wurde, als die Gesellschaft Jesu durch den portugiesischen Minister Pombal aus.Portugal und allen seinen Kolonialgebieten verjagt wurde. Damals, im Jahre 1759, sollen die Jesuiten große Gold- und Silberschätze vergraben haben. Die Bevölkerung glaubt um so mehr an die Wahrheit dieser Sage, als nachgewiesenermaßen in Aracariguama von 1656 bis 1713 ein Pater Dr. Guil- herme Pompeu einen Landsitz hatte, der wegen seiner Pracht auch in Europa bekannt war. In einer alten Chronik wurden Wunderdinge vom Reichtum dieses Paters erzählt. Den größten Teil feiner Schätze vermachte er dann dem Jesuiten- Kolleg. Die Jesuiten sind verschwunden, und von den Kostbarkeiten hat man keine Kenntnis mehr. Schon mehrfach wurde mit hacke und Spaten in der Landschaft gesucht, die einst dem Kolleg gehörte. Jetzt hat sich nun wieder eine Gruppe gebildet, die kurz vor Weihnachten einen Konzessionsoertrag mit dcm Besitzer des Landes abschloß. Die Schatzsucher wollten sich jeder mit einem Sechstel begnügen und den Rest für den Bau einer Kathedrale in Sao Paulo und Wohlfahrtszwecken zur Verfügung stellen. Die Arbeiten waren bereits an verschiedenen Stellen einige zehn Meter tief in die Erde gedrungen, als ein Erdsturz zwei Arbeiter vergrub. Eine Hilfsexpedition konnte nicht einmal mehr die verschütteten Leichen bergen. Die Schatzsuche wurde eingestellt, der Aufwand hat wieder einmal nichts ein« Zentra, Seltersweg); Burkhardt, Edith (Carl Schwand, Seltersweg). Leistungsklasse V: Otto, Theo (W. G. Schuchhard, Seltersweg); Tornoff, Karl (Baums & Treibig, Bahnhofstraße); Kolmer, Ernst (h. Kaeß Nachfolger, Kreuzplatz), Hahn, Ludwig (C. O. Reuter, Seltersweg); Babel, Hans (Modehaus Becker, Marktplatz); Dieck, Theo (Schade & Fullgrabe, Frankfurter Straße); Schanze, Hans (Hett- laqe, Neustadt); Fink, Erna (Reinig, Seltersweg). Leistungsklasse VI: Nickel, Heinz (Modehaus Carl Nowack, Seltersweg); Urbach, Alois (Magnus, Seltersweg); Lehmann, Ilse (Brüder Schmidt, Seltersweg). L e i st u n g s k l a j s e VII: Nawrath, Hans (Adolf Möhl, Marktplatz). . Leistungsklasse VIII: Ludwig, Karl (Gustav Geisse, Seltersweg); Vogler, Wilhelm (Verbrauchergenossenschaft, Hungen); Müller, Wilhelm (Verbrauchergenossenschaft, Kugelberg); Port, Heinrich (Verbrauchergenossenschaft, Steinbach). Gruppe Sonberfenffer. Leistungsklasse V: Beyer, Theodor (Textll- haus, Graf, Marktstraße). L e i st u n g s k l a s s e VI: Reitz, Irene (Blumenhaus Weber, Seltersweg); Lochhas, Franz (Buchhandlung holderer, Seltersweg). Leistungsklasse VII: Richter (Kerber, Schulstraße); Becker, Emil (Otto Winterhoff, Kreuzplatz). Leistungsklasse VIII: Priola (Karstadt, Seltersweg); Ludwig, Karl (Gustav Geisse, Seltersweg). Aus der Stadl Gießen. 3m frischen, grünen Wald. Der Frühling hat überall neues Leben erweckt. Die ersten Schmetterlinge kommen zögernd geflattert, die Mücken summen im Sonnenlicht, die Tulpen folgen den Schneeglöckchen und unter den Zäunen und Hecken duften die Veilchen. Die Bächlein rieseln munterer, und die Blumen rauschen lustiger. Die Obstbäume zeigen ihre Blütenpracht, und in den Lüsten jubeln die Lerchen. Wie erquicken uns diese Tage voll Sonnenschein und Frühlingszallber! Und wie wirkt die warme Sonne erst im Walde! Da fühlt man überall bas erwachende Leben, das Pulsen und Wachsen des jungen Grüns. Die kleinen Meisen Hüpfen und zirpen, von den Spitzen der Bäume locken die Amseln, und Drosseln und Finken schmettern ihre Lieder. Der Wald wird wieder grün, er schmückt sich wie eine Braut. Von der Sonne wachgeküßt entfalten sich die jungen Blätter. Die Anemonen leuchten schon seit Tagen aus dem Laube hervor, und die Maiglöckchen schicken ihre spitzen Blätter in den warmen Sonnenschein. UeberaU laden uns schwellende Moospolster zur Rast ein. Auch der Kuckuck fehlt nicht. Er ist wieder zuruck- gekehrt und läßt seinen Ruf ertönen. Wie gern hören wir ihm zu. Wenn wir ihm aber nachstellen und ihn sehen wollen, wird er still und hält sich verborgen. Die Spechte hämmern vor Freude an den hohen Tannen, und in den Zweigen gurren die wilden Tauben. hinter dem Hellen, maigrünen, wie Seide glanzenden Laub der Buchen erheben sich trotzig Tannep und Kiefern mit ihrem dunklen Kleid. Aber auch aus ihren Spitzen treibt neues Leben hervor. Wie kleine Kerzen haben sie hellgrüne Zweiglein aufgesteckt. Die Lärchen, die einzigen Nadelbäume, die ihre Nadeln auch im Winter abwerfen, waren die ersten im zarten Grün, dann folgten die Buchen und Birken. Nur die Eichen und Eschen strecken noch die kahlen Zweige in die Frühlingsluft. Aber auch ihre Stunde wird bald kommen. Schon schwellen die Knospen und drängen zum Aufbruch. Die Sonnenstrahlen durchdringen bas junge, seidenzarte Laub der Bäume und malen Helle Kreise auf den Waldweg. Wunder über Wunder, wohin das Auge schaut! Und erst die schönen Waldwiesen! Noch vor wenigen Wochen war sie eine graubraune Fläche. Jetzt aber prangen sie wie ein großer Teppich, durchstickt mit den goldenen Blüten des Löwenzahnes und des blaßblauen Wiesenschaumkrautes. Auch am Bache leuchten goldne Blüten. Es sind die Sumpfdotterblumen mit den dicken saftig-grünen Blättern, dazwifchen ängstlich hervorschauend die ersten blauen Blütchen des Vergißmeinnichts. Schwertlilien strecken ihre scharfen Blätter wie Spieße in die Luft. Bald werden auch ihre zarten Blüten erscheinen. Unerschöpflich ist die Natur. Tag für Tag wirkt sie, und immer neue Wunder lassen uns stille stehen und staunen. H. Als der Hindu sich an diesem Abend einem Tisch näherte, krümmte sich die Schlange plötzlich zwischen den Armen ihres Trägers, entwand sich feinem Griff, ringelte sich um seinen Körper und erhob drohend das Haupt. Die meisten Zuschauer glaubten zunächst, das gehöre zur Schaustellung; aber ein großgewachsener Mann erhob sich leichenblaß am Tisch mit.einem gezückten Dolch und forderte auch die übrigen Gäste auf zum Angriff gegen die rasende Schlange, die im Begriff fei, ihren Herrn zu zerdrücken. Der Angriff kam zu spät. Als der Mann mit dem Dolch die Schlange getötet hatte, war der Hindu schon eine Leiche. Ihm waren in der furchtbaren Umschlingung alle Rippen gebrochen worden. Der Schlangentöter entpuppte sich als der französische Schlangenjäger Raymond Dulcieux, der sich zufällig auf einer Geschäftsreise in Belgrad befand. Er hatte in der Riesenschlange das Prachtexemplar wiedererkannt, das er vor mehreren Jahren im Sudan gefangen und an den indischen Artisten verkauft hatte. Damals hatte sich der Fang nicht so einfach wie sonst gestaltet. Als der mit angebundenen Ziegen angelockten Schlange die Schlinge umgeworfen werden sollte, war sie zum Angriff gegen Dulcieux oorgegangen. Dieser betäubte in. einem Kampf auf Leben und Tod das Tier mit wuchtigen Knüppelhieben auf den Kopf. Bei der NSG. Mit einer Arbeitsbesprechung eröffnete die Führerin des Obergaues 13 Hessen-Nassau, Else Riese, am Freitagnachmittag die Tagung der 700 BDM.- und Jungmädelführerinnen in Frankfurt a. M. Die Obergauführerin gab zunächst einen Rückblick auf die Erfolge der BDM.-Arbeit in den letzten vier Jahren, indem sie die besonders gut gelösten Aufgaben ebenso herausstellte, wie die Notwendigkeit weiteren und stärkeren Einsatzes. Im einzelnen berichtete sie über die Arbeit im Winter 1938/39 und sprach in diesem Zusammenhang über die Erfahrungen im Leistungswettbewerb der Mädel- und Jungmädelgruppen in der diesjährigen WHW.-Arbeit, im Federwettstreit und in der Arbeit des Reichsderufswettkampfes. In ihrer weiteren Rede behandelte die Obergauführerin die Ausführungsbestimmungen des Jugendgesetzes. Mit Verantwortungsfreudigkeit stellte sie sich zu den Aufgaben, die der Führerinnenschaft aus diesen neuen Möglichkeiten erwachsen: „Was wir als Voraussetzung unserer Arbeit erst erkämpfen mußten, werden unsere Kinder als selbstverständliches Gesetz erleben." Anschließend umriß die Obergauführerin die Richtlinien für die Sommerabeit. Im Vordergrund des Interesses stand hier der Leitspruch, den sie für die Fahrten und das Beschäftigen mit gebracht, die Suche hat im Gegenteil schwere Opfer gefordert. Der Tüubenkrieg. NdZ. Rouen. Die Bevölkerung der Stadt Rouen kämpft augenblicklich eine Meinungsverschiedenheit aus, die man als den Taubenkrieg bezeichnet. Es geht um Sein oder Nichtsein der historischen gotischen Kathedrale von Rouen. Don der Entscheidung der Frage hängt wiederum Sein oder Nichtsein der Tauben von Rouen ab. Die Stadt ist in zwei Lager gespalten, von denen das eine die Ausrottung aller Tauben fordert, während das andere glaubt, ohne diesen Massenmord zum Ziele kommen zu können. Während dieser Streit noch hin und her geht, sind die Tauben von Rouen, unbewußt des finsteren Geschicks, das ihnen droht, fleißig weiterhin an der Arbeit, die von ihnen vom Dachfirst bis zu den Portalfiguren in großen Scharen bewohnte und bevölkerte Kathedrale für alle die Zwecke zu verwenden, die im Taubenleben wichtig sind. Und ihr Brutgeschäft an einem in die Hunderte gehenden Nachwuchs macht es für die Bürger von Ronen gewiß, daß die Taubenfrage nicht ausstirbt, so lange die Tauben nicht sterben müssen. Die Taubengegner haben handfeste Beweise für ihre Ansicht, daß die Vogel die Kathedrale zu zerstören drohen. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben zahlreiche steinerne Heilige ihre Nase oder ein Ohr ober sonst ein Stück von sich verloren, weil eine große Tauben- familie sie bewohnt mit allem, was nun einmal dabei unerläßlich ist. Auch stetes Krallen höhlt den Stein. Ganze Gruppen von Statuen sind von dem Zerstörungswerk betroffen. Die Taubengegner haben weiter eine gewichtige Stimme für sich in Öerft Dekan der Londoner St. Pauls - Kirche, der nach Rom schrieb, daß ein systematisches Taubenmassaker der einzige Weg wäre, die Kathedrale zu retten. Aber die Stadt Rouen zählt auch hunderte begeisterte Taubenfreunde zu ihren Einwohnern, denen es, ebenso wie den Besuchern der Stadt, Spaß macht, die Tauben zu füttern. Und so ist denn das Massaker vertagt worden, bis sich etwa eine Lösung findet, bei der die Tauben und die Kathedrale gerettet werden können. Die Stadt hofft dabei auf fleißige Mitarbeit der Oeffentlichkeit und ist für praktische Vorschläge dankbar. । Dovführungim Theater soll die Riesenschlange nach Dulcieux' Meinung ihn wiedererkannt haben und in Erinnerung an die Knüppelschläge, bei seinem Anblick in Wut geraten fein. Es fei tief bebauerlid), aber verständlich, daß die Schlange ihre Wut nicht an ihrem Feind, dem Schlangenläger, sondern an 24. April, kann Frau Mar- kommenden Montag roe., in körperlicher und gei- Appell des Slandortes Gießen der Schutzstaffel ; Opfer dem Sozialamt der Stadt Gießen, das die Vorbild- W warta MS M.' i, die Wert- unten« Detter stneg): )ren len» sich liti- ben daß tler, bei» iuntz i als Der Redner gedachte hierauf der bisherigen verdienstvollen Arbeit des Eisenbahn-Vereins Gießen, wobei er mit Worten des Dankes und der Anerkennung auch an die Tätigkeit des verstorbenen Vereinsleiters, Reichsbahnobersekretär Althaus, erinnerte. Sodann sprach er mit wärmster Anerl.n- nung von dem Wirken des jetzigen Dereinsleiters Reu jch, der allezeit in vorbildlicher Weise seine ganze Kraft für dieses Werk der Kameradschaft eingesetzt habe. Seinem selbstlosen, edlen und erfolgreichen Wirken gebühre die Dankbarkeit der Eisenbahner, aber auch ihre freudige Mitarbeit. Weiter sprach der Bezirksvereinsleiter von der Förderung der Reichsbahn-Sportvereine, der Reichsbahn-Gesangvereine, der Reichsbahn-Kleinlandwirte, der Reichsbahn-Sparkasse und der Reichsbahn-Brennstoffversorgung, die allesamt durch die Eisenbahnvereine in tatkräftiger Weise unterstützt und angeregt werden. Mit eindringlichen Worten sprach er dann noch von der engen Verbundenheit der Eisenbahner nr.t dem Führer und seinem* großen Aufbauwerk, für das die Männer vom Flügelrad stets gerne ihre ganze Kraft einsetzen werden. Äerwaiiunasamtmann Keitzer Wehrversammlungen bekannt, die durch die Rede des Führers am 28. April notwendig gewvrden sind. Die Reservisten seien auf die wichtige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die Gießener Wochen Märkte beginnen vom kommenden Dienstag ab morgens um 7 Uhr. ** Stadttheater-Stammiete. Die Einlösung der achten Rate der Stammiete wird Montag, 24., Dienstag, 25., und Donnerstag, 26. April, er- wärter Walther und Ochs zu Derwaltungs- sekretären. ** Beförderung b ei der Polizei. Mit Wirkung vom 20. April wurde der hiesige Polizeihauptwachtmeister Richter, der Führer der Kraftfahrtstaffel der Polizei, zum Polizeimeister befördert. ** Eine Vierundsiebzigjllhrige. Am en !n. sn. । ter 15. et« iet. bet ien n9. sse gebet on lße» Iten lür« für Ion, rbe= Im Anschluß an die Kundgebung aus dem Landgraf-Philipp-Platz marschierte die Vi zum Standartengebäude, um in einem Standortappell ihres Führers zu gedenken. Der große Schulungssaal des Dienstgebäudes war in sinnvoller Weise mit den Fahnen der Bewegung und der Schutzstaffel ausgeschmückt, die von frischem Grün umrahmt waren. Vor diesem Hintergrund hatte die Büste des Führers, von Lorbeer umrahmt, Aufstellung gesunden. Rach der Meldung des Führers des I. Sturmbannes, ^-Obersturmführer Sta st ny-Hain, an den Führer der -83. ---Standarte Gießen, ---Obersturmbannführer Frosch, und dem Einmarsch der Sturmbannfahne gab Staffel-Sturmmann P f a n n- k u ch der Liebe und Verbundenheit des Führers zu feinen Gefolgsmännern durch folgenden Spruch Ausdruck: „Ihr seid viel tausend hinter mir, und ihr seid ich, und ich bin ihr. Ich habe keinen Gedanken gelebt, der nicht in euren Herzen gebebt. Und forme ich Worte, so weiß ich keins, das nicht mit eurem Wollen eins. Denn ich bin ihr, und ihr seid ich, und wir alle glauben, Deutschland, an dich!" Das Lied: „Ein junges Volk steht auf, zum Kampf bereit ..." leitete über zu der Verlesung einiger h eral» ipfer >ahre •t im mit Be- 1872 1881 bju» Arn ment oßen war Jran= nann kam ment 1894 jt. 66 i des !. 5m ir im ’ zum später ) kam Graf 55 in Kom- its in mdeur 1917 ’ftanb ünte m Da- in: H Turmbeten. ** D i e Entwässerung von Grund- st ü ck e n im Anschluß an die städtische Kanalisation betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung. ** I n Omnibussen zum Schiffenberg. Der Omnibusverkehr zum Schiffenberg ist wieder ausgenommen worden. Der Omnibus verkehrt täglich regelmäßig zu bestimmten Zeiten. Frohes Fest der Gießener Eisenbahner. 40 Jahre Eisenbahn-Verein Gießen. - Eisenbahner-Bezirks-Hürsorge-Tagung. war. Die Kapelle Krengel leitete die Veranstaltung mit festlicher Musik von Richard Wagner und Rossini ein, im Verlauf des Abends erfreute sie dann noch durch zahlreiche weitere vortreffliche Darbietungen ihrer Jnstrumentalkunst. Immer wieder wurde den ausgezeichneten Musikern von der dankbaren Zuhörerschaft starker Beifall zuteil. Rach der feierlichen musikalischen Einleitung brachte der G e - sangverein der Lokomotivführer durch zwei stimmungsvolle, fein gesungene Chöre ebenfalls eine wertvolle Bereicherung des Auftaktes. Hierauf sprach Dereinsleiter Keusch zunächst herzliche Worte des Grußes, Dankes und Treugelöbnisses für den Führer, den Emer aller Deutschen, den Mehrer des Reichs und Führer Großdeutschlands. Das Sieg-Heil auf den Führer wurde von der großen Festgemeinschaft freudig ausgenommen. Anschließend entbot der Vereinsleiter den Gästen und den Berufskameraden herzlichen Willkommensgruß. Weiter lenkte er die Gedanken der Zuhörer auf die Größe unserer Zeit und auf das gewaltige Aufbauwerk unseres Führers hin, in dessen Hand das deutsche Schicksal sicher geborgen ist. Er dankte sodann dem Bezirksverbandsleiter dafür, daß er die Bezirks-Fürsorgetagung nach Gießen berufen hat, um dadurch dem seit 40 Jahren wirkenden Eisenbahn-Verein Gießen eine Auszeichnung zu geben. Rach einem kurzen Hinweis auf den schweren Dienst der Eisenbahner und auf die gewaltigen Ausgaben, die von der Reichsbahn im Dienste unseres Volkes zu bewältigen sind, konnte der Redner die Feststellung machen, daß unsere Eisenbahner sich stets in treuester Pflichterfüllung als wahre Diener unseres Volkes fühlen und es auch unverändert bleiben wollen, wobei sie bestrebt sind, stets dem leuchtenden Vorbild unseres Führers Adolf Hitler nachzueifern. Bezirksverbandsleiter Tieicksbahnoberrat Krug, Frankfurt * Wetzlar, 22. April. Am kommenden Montag, 24. April, feiern Professor Glöel und Frau Gertraud, geb. Bartels, das Fest der Goldenen Hochzeit. Professor Glöel, der auch zu den ge- schätzten Mitarbeitern des Gießener Anzeigers gehört, ist Ehrenbürger der Stadt Wetzlar, Inhaber der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft und Ehrenmitglied des Goethe-Bundes in Gießen. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. uen. äugen« >ie man rnSe'N thedrale e hängt en von galten, Tauben t diesen ! Wh' sind die rcn ®e’ an &cr zu den und be' iu ver- ünd ihr gehenden i Wuen so lange -nEj d°b d» i E 'd-r H Taube", ä's 'S- -S 's frl* Zeilen aus dem „Schwarzen Korps", die durchdrungen waren von der Liebe und Treue der -- zu ierhm Führer, zu dem Manne, dem Deutschland so unendlich viel zu verdanken hat. Diese Worte schlossen mit dem Gelöbnis: „Wir wollen, Führer — alle die Soldaten, die du durch dich zum Kampf geweiht — in guten wie in bösen Tagen'die bleiben, die wir immer waren!" Anschließend gab der Sturmbannführer den Tagesbefehl des Reichsführers --, Heinrich Himmler, bekannt und ermahnte seine Kameraden, auch in der Zukunft mit, derselben Treue wie bisher, die die Schutzstaffel zu dem gemacht hat, was sie heute ist, zu Adolf Hitler und seinem Werk, zu Großdeutschland, zu stehen. ---Unterscharführer Müller sprach Worte des Dichters Heinrich Anacker, die wiederum die Liebe des deutschen Volkes zu seinem Führer kundtaten. Der Führer der 83. ---Standarte, ---Obersturmbannführer F r o s ch , gab einige Beförderungen und Ernennungen innerhalb des Standortes Gießen bekannt, die aus Anlaß des Geburtstages des Führers ausgesprochen worden waren. Außerdem kamen einige Bestleistungspreise zur Verteilung. Mit dem Treuelied der -- und dem Gruß an den Führer wurde der Standortappell geschlossen. Der Abend sah die Schutzstaffel mit ihren Angehörigen in kameradschaftlicher Welse im Hotel „Hindenburg" zusammen, um gemeinsam den Geburtstag ihres Führers zu feiern. sto., 1/83. überbrachte sodann im Auftrage des Oberbürgermeisters die herzlichen Grüße und besten Wunsche der Stadt Gießen für die Tagung und für das Eisenbahner-Fürsorgewerk überhaupt. Er würdigte dabei mit voller Anerkennung die bisherige soziale Arbeit des Eisenbahn-Vereins Gießen, dessen Wirken er in enge Beziehung stellte zu den Arbeiten der gesetzlichen öffentlichen Fürsorge und zu der vor- bildlichen Tätigkeit der NSV. und des WHW. Der Redner machte dabei erkennbar, welche große Bedeutung der berufsständischen Fürsorgearbeit zu- kommt, wie sie von den Eisenbahnern ausgeübt ebenso auch zu der Stadt Gießen immer ein gutes gewesen ist. Daß die Eisenbahner für die Stadt Gießen von großer wirtschaftlicher Bedeutung seien, gehe schon daraus hervor, daß die Zahl der m Gießen wohnenden aktiven Eisenbahner sich auf etwa 2000 beläuft, und unter Hinzurechnung der Ruheständler und der Familienangehörigen sich sogar eine Zahl von etwa 10 000 Eisenbahnern und Angehörigen in Gießen ergibt. garethe Döring Wwe., in körperlicher und geistiger Frische ihren 74. Geburtstag im Kreise ihrer Angehörigen feiern. Sie wohnt seit 30 Jahren ununterbrochen im Hause Wiesecker Weg 13 p. Auch gehört sie seit 40 Jahren zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. (Wir gratulieren zum Ge- Frohe Geselligkeit. Nach den Ansprachen beherrschte frohe Geselligkeit den weiteren Verlauf des Abends. Dabei erfreuten junge Mädchen, insbesondere Mädel vom VfB.« Reichsbahn, durch nette Tanzdarbietungen und Bodengymnastik, die Musiker K e h r m a n n und S ch w a r z l o s e bereiteten große Freude mit ihren prächtigen Flöten- bzw. Trompetensoli, der Gesangverein der Lokomotivführer brachte den Strauß- schen Donauwalzer im Zusammenwirken mit dem Orchester fein zum Vortrag, ein flottes Singspiel und mehrere heitere Terzettdarbietungen, sowie die Kapelle K r e n g e l wußten den Zuhörern die Stunden in angenehmster Weise zu gestalten. Alle Darbietungen fanden die wohlverdiente Anerkennung der Besucher. Amtsgericht Gießen. H. S. in' Gießen erhielt einen Strafbefehl über drei Wochen Haft, weil er seiner Familie (Frau und Kind) den gesetzlichen Unterhalt nicht gewährte, so daß ftemde Hilfe (Sozialamt) in Anspruch genommen werden mußte. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. Die Hauptverhan'dlung wurde abgesetzt, da zur weiteren Aufklärung noch Zeugen vernommen werden sollen. * G i e ß e n, 22. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg Matte 25 bis 50 Pf-, Käse, das Stuck 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10/-, B 10 C 9%, D 8%, Weißkraut, / kg 15, Rotkraut 18 bis 20, Karotten 10 bis 16, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, ‘/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 25 bis 35, Kartoffeln, Z kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45, 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Suppenhühner, / kg 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 40 Pf., Salat 25 bis 40, Salatgurken 80 Pf. bis 1,20 Mark, Lauch 5 bis 12 Pf., Rettich 10 bis 15, Sellerie 25 bis 60, % kg 50 bis 55, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. * ♦* Ernennungen bei ber Stadtverwaltung. Am Geburtstag des Führers wurden von Oberbürgermeister Ritter ernannt: Derwal- tungsoberinfpefteur Gilbert zum Verwaltungs- amtmann, die Derwaltungsinspektoren Graef R a h n und S ch w a r z zu Verwaltungsobennfpek- toren, die Oberassistenten Wenderoth, Stroh und von Obstfelder, sowie die Beamtenan- „Menschen vom Darietö". — Lichtspielhaus (Bahn- i hofftraße): „Drei Unteroffiziere". — Oberhessischer j Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. — Eisenbahn- 1 verein Gießen: 15 Uhr im Gesellschaftsverein, Son- 1 nenstraße 19, Feier des 40jährigen Bestehens. Spielplan des Stadttheaters vom 23. bis 30. April. Am Sonntag, 23. April, findet im Stadttheater noch einmal eine Aufführung der Operette „Der Vetter aus Dingsda" von Eduard Künneke statt. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt und beginnt um 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Dienstag, 25. April, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: Erstaufführung „Die Königin Isabella", Schauspiel von Hans Rehberg. Spielleitung: Hannes Razum. Dienstag-Miete, 2st. Vorstellung. Mittwoch, 26. April, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: „Der Vetter aus Dingsda", Operette von Eduard Künneke. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Mittwoch- Miete, 28. Vorstellung. Freitag, 28. April, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Zum letzten Mal „Der Detter aus Dingsda", Operette von Künneke. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Freitag-Miete, 29. Vorstellung. Samstag, 29. April, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: Noch einmal „Minna von Bamhelm", Lustspiel von G. E. Lessing. Spielleitung: Hannes Razum. Außer Miete! Sonntag, 30. April, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: 14. Morgenveranstaltung „Kammer- Orchester-Konzert". Leitung: Joachim Popelka. Aus- führende: das Städtische Orchester. — Anfang 19 Uhr, Ende nach 21.30 Uhr: „Meine Schwester und ich , musikalisches Lustspiel von Ralph Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim. Am Flügel: Joachim Popelka. Außer Miete. AS'GenieillsAft K kraft Mlv Steuöe Internationales Eifelrennen. Omnibusfahrt zum Nürburgring am 21. Mai zum Internationalen Eifelrennen. Fahrpreis einschließlich Eintritt 8,50 R7N. Abfahrt morgens 4 Uhr, Schanzenstraße. 2934V Anmeldungen werden schon heute in unserer Kartenverkaufsstelle, Seltersweg, entgegengenommen. NSD., Ortsgruppe Gießen-Ost. Bdr.: LebensmiltelOpferring. In der Zeit vom 24. bis 26. d. M. wird im Bereiche unserer Ortsgruppe die Sammlung zum Lebensmittel-Opferring durch die NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, dem Führer den Dank durch die Tat zu beweisen, indem sie während der Sommermonate gerne ihre Geldspenden der NSV. zum Zwecke der Volks- gefunbung zur Verfügung stellen. 71SD., Ortsgruppe Mitte. Vetr.: Lebensmittel-Opferring. Den Männern vom Flügelrad, unseren Eisenbahnern, ist es nicht sft vergönnt, gemeinsam ein frohes Fest zu erleben. Daran hindert sie ihr anstrengender Dienst, der namentlich an Sonn- und Festtagen besonders jchwer ist. Wenn sie es aber doch einmal möglich machen können, in festlicher Gemeinschaft beisammen zu sein, so verstehen sie es, eine Veranstaltung herzurichten, die für alle Teilnehmer zu einem schönen Erlebnis wird. Diese Feststellung konnte man auch am gestrigen Freitagabend wieder machen. Anläßlich des 40jährigen Bestehens des Eisenbahn- Vereins Gießen, das mit einer Hauptfeier am morgigen Sonntag begangen werden soll, und anläßlich der Bezirks-Fürsorge-Tagung des Bezirksverbandes der Eisenbahn-Vereine im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M., die am heutigen Samstag in Gießen stattfindet, hatten unsere Gießener Eisenbahner gestern abend im Saale des Cafe Leib eine Begrüßungsfeier veranstaltet, die sich zu einer prächtigen Kundgebung der berufskameradschaftlichen Verbundenheit der Männer vom Flügelräd und ihrer Angehörigen gestaltete. Vertreter der Partei, der Stadt Gießen und ber Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. waren dazu als Gäste erschienen. Die Eisenbahner und ihre Angehörigen waren in so großer Zahl gekommen, baß der Saal vollbesetzt Sodann gab der Redner einen kurzen Ueberblick über das Wesen und den Zweck der Eisenbahn-Vereine und der Eisenbahn-Fürsorge. In diesem Zusammenhang teilte er mit, daß nach einem Erlaß des Reichsoerkehrsministers die Bezeichnung „Verein" in Zukunft fortfällt und dafür die Bezeichnung „Reichsbahnkameradschaftswerk" zur Anwendung kommt. Als dessen beide Hauptaufgaben bezeichnete der Redner die Pflege der Kameradschaft und die Ausübung der berufsständifchen Fürsorge für Eisenbahner. Letztere erfolge im engsten Einvernehmen mit der NSV., den städtischen Sozialämtern und den staatlichen Gesundheitsämtern, selbstverständlich auch in engstem Zusammenwirken mit ber Gauamtsleitung der NSV. Als Beispiel für die Bedeutung des Eisenbahner-Fürsorgewerks erwähnte der Redner, daß die Jahresrechnuna für 1938 in Einnahme und Ausgabe mit 480 000 Mark abschließt, im verflossenen Jahre in 760 Fallen Kinderkuren bewilligt wurden, 130 Reichsbahnbedienstete und 18 Kinder in Tuberkuloseheilstätten untergebracht waren, 421 Arbeitererholungskuren, in 141 Fällen Mütterkuren und außerdem vielfältige Mitarbeit in der Krankenfürsorge für Reichsbahnbedienstete zu verzeichnen war. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen * Beuern, 22. April. Am morgigen Sonntag, 23. April, können die Eheleute Karl Ranft und Frau Marie, geb. Funk, in bester körperlicher und geistiger Frische bas Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar steht im 78. Lebensjahre, seine Frau ist 77 Jahre alt. Herr Ranft war viele Jahre Vorsitzender des Kriegervereins, lange Jahre Rechner des Diehversicherungs-Dereins, heute noch gehört er dem Kirchenvorstand an. Das Jubelpaar erfreut sich im Dorfe allgemeiner Wertschätzung. Den Jubilaren, die zur treuen Beziehergemeinde des Gießener Anzeigers gehören, unseren herzlichen Glückwunsch. Kreis Iriedberg. < Münzenberg, 21.April. Unsere Schule ist ab Ostern zweiklassig geworden. Aus diesem Grunde gab es in der Lehrerschaft eine Derände- rung. Lehrer Becker, der feit zwei Jahren in Münzenberg ist, wurde nach Beiernheim versetzt und Lehrer Leist, der bereits acht Jahre feinen Schuldienst hier versieht, erhielt eine Stelle in Kaichen. Als Nachfolger wurde Lehrer Zimmer, mann nach hier versetzt, der längere Zeit m Bra- silien und vorübergehend in Beiernheim Unterricht gehalten hat. Kreis Alsfeld. * Ermenrod, 22. April. Am morgigen Sonn, tag, 23. April, feiern die Eheleute Schreinermeister Ludwig Baum und Frau Maria, geb. Hammel, ihre Goldene Hochzeit. Aus ihrer Ehe entsprossen 3 Söhne, 3 Töchter und 15 Enkelkinder. Die Söhne standen im Weltkrieg sämtlich vor dem Feinde. Der jüngste von ihnen ist in Frankreich gefallen. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. Kreis Büömgen. § Schotten, 20. April. Der hiesige Bade. und Schlittschuhklub, der schon vor dreißig Jahren für die Stadt ein schönes, modernes Schwimmbad^schuf, hielt gestern unter Leitung seines Vorsitzenden Straub seine Jahresmitglieder. Versammlung ab. Der Jahresbericht zeigte, daß das i Bad im letzten Jahr sehr gut besucht wurde und dem Klub erfreuliche Einnahmen brachte. Die verschiedenen KdF.-Fahrten hierher wirkten sich auch günstig aus. Ein Lehrgang für Rettungsschwimmen wurde abgehalten, lieber 150 Mitglieder gehören dem Klub an. In Verbindung mit der Stadt soll das Bad schmuckvoll hergerichtet werden, auch das Schwimmbecken einen wirkungsvollen Anstrich be« kommen. Im Beisein des Bürgermeisters wurde über die Frage der Errichtung eines neuen großen Schwimmbades mit großen Sport- . anlagen gesprochen. Die Pläne hierfür sind bei den , maßgebenden Stellen in Ausarbeitung. Das Projekt kann bei den großen Unkosten nicht von heute ; auf morgen verwirklicht werden, aber es wird stetig t vorwärts getrieben. Kreis Wetzlar. Sparen, eine volkswirtschast iche Losung. In den letzten Monaten hat eine große Reihe von Unternehmen und Organisationen Rechenschaft über ihre Entwicklung im Jahre 1938 erstattet. Aus den Berichten geht immer wieder hervor, welche stolzen Erfolge die deutsche Wirtschaft dank der sicheren politilchen Führung erzielen konnte. Die stetige Zunahme des Volkseinkommens, insbesondere des Arbeitseinkommens aus Lohn und Gehalt, war einer Stärkung der Sparkraft breitester Volksschichten zuträglich. Es wird immer wieder offenbar, daß der Sparer, der auf den unmittelbaren Verbrauch von Einkommensteilen in der Gegenwart verzichtet, dadurch auch von der güterwirtsckaftlichen Seite her die dsrzeitia noch notwendige Ausd.hnung der Jn- vestitionssphäre der nationalen Wirtschaft erleichtert. So gesehen ist das Sparen im besten Sinne des Wortes eine volkswirtschaftliche Losung geworden. Diese Gedankengänge haben insbesondere Bedeutung für die Spannstitute, namentlich für die öffentlichen Sparkassen, in der Vergangenheit und in der Zukunft. Der Sparer hat heute eine doppelte Funktion, nämlich die finanzielle und die güterwirtschaftliche. Sie kann bei der heutigen Anspannung aller Produktionskräfte nicht hoch genug bewertet wer- den. Der Sparer steht heute mit in vorderster Linie im Kampf um die wirtschaftliche Selbstbehauptung. Jeder, der Ersparnisse bildet und sie einer zweckvollen Verwendung den Sparinstituten zuführt, leistet damit einen Anteil an der Aufbauarbeit. Mag er dem einzelnen Volksgenossen auch noch so klein vorkommen, so ergeben doch die kleinen Ersparnisse zusammengenommen wertvolle Bausteine für das nationalsozialistische Aufbauwerk. burtstag!) ** Terminänderung für Wehrversammlungen. Das Wehrmeldeamt Gießen gibt heute Änderungen im Derfammlungsplan der | Wie alljährlich, wird auch in diesem Sommer wieder die Lebensmittel-Opferring-Sammlung durchgeführt. Diese wird für diesen Monat am 24. und 25. April durch die NSV.-Frauenschaft in unsrer Ortsgruppe durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Lebensmittelspende nach Möglichkeit durch eine Geldspende zu ersetzen. BOM.-!lntergau 116 Gießen. VDlN.-werk la/116. Betr. Uebernahme der Mädel ins BDM.-Werk. Alle Mädel der Gruppe treten am Montag, dem 24., in tadelloser Kluft um 20.15 Uhr am Ludwigs- platz an. Hamburger Kinder in Stadt und Kreis Gießen. Heute morgen herrschte zu sehr früher Stunde auf unserem Bahnhof großer Betrieb. Don Hamburg her lief ein Sonderzug ein, in dem 700 Kinder von der Wasserkante saßen und nach langer Nachtfahrt in unserer oberhessischen Heimat eintrafen. Es sind die ersten Kinder der diesjährigen Kinder- landverschickung, die die NSV. wiederum in großzügiger Weise im Jahre 1939 durchführen wird. Em großer Teil der Kinder wurde im Wartesaal mit warmen Getränken etwas aufgemuntert, um bann die Reise in andere Teile Oberhessens fortzusetzen. Ein Teil der Kinder bleibt innerhalb des Landkreises Gießen, andere fahren weiter nach Büdingen, nach Wetzlar usw. Die Knaben und Mädchen, im Alter von 8 bis 14 Jahren, machten, wenn auch manche von ihnen etwas blaß und schmal waren, äußerlich einen sehr guten und sauberen Eindruck. Fast alle waren mit guten Koffern ausgestattet, m denen sie ihre notwendigen Habseligkeiten untergebracht hatten. , _ Sicherlich werden sie sich in unserer schonen oberhessischen Heimat bald heimisch fühlen und nach Wochen des gesunden Landaufenthaltes wieder gekräftigt und 'schwerer an Körpergewicht zu ihren Eltern in die norddeutsche Großstadt zurückkehren. Die Kinder, die in der Stadt Gießen Erholungs» aufenthalt nehmen sollen, wurden sofort von den Pflegeeltern in Empfang genommen. Gießener lvochenmorktpreife. betonte nach Dantesmorten an den Vorredner, daß kommt, rote sie von den Eisenbahnern ausgeubt er die Bezirkstagung gerne nach Gießen einberufen roirb, und gedachte gerne ber harmonifa;en und habe. Seinen bestndern Gruß entbot er bann ben faltbarenf 3uf«nmßnarbeit aDu±^ Vertretern ber Partei und ber Stadt Gießen, wo- dem Sozialamt der Stadt Gießen, das die Vorbild- bei er feststellte, daß das Verhältnis der Eisen- liche Mitarbeit der Eisenbahnerfursorge sehr zu dahnerschaft zu der Partei und ihren Dienststellen, schätzen wisse.__ abends ab 8 Uhr Kursus V: nachmittags Kursus III: Mo Di Mi Do 24. April 25. April 26. April 27. April 24. April 25. April 2t. April 27. April ist auch Ihnen Gelegenheit gegeben, Ihre Kenntnisse im Backen zu erweitern. Die Backkurse finden nachmittags und abends in Greilich’s Gaststätte Neuenweg 28 statt und umfassen 2x3 Stunden Einschreibegebühr beträgt nur 0.50 RM. je Kursus Anmeldungen im Gaswerk, Gartenstr.3,1. 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April 1939 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hr 94 viertes Blatt Die Lergschuk Dillenburg (im Vordergrund). Vergmänner im Bergkittel aus den Schulbänken der Vergichule. (Line umfangreiche Lehrmittelsammlung steht zur Verfügung. eine ,Du hast immer eine Schwäche für sie gehabt" (Fortsetzung folgt.) gefaucht „Mein liebes Kind", hatte Friedrich erwidert neu auizubauen. Als sie ihren Vater beerdigt und den kleinen Haushalt ausgelöst hatte, blieben ihr noch ein paar Mark. Zu wenig, um davon zu eben, genug, um sich auf einen Erwerb oorzubereiten. Sie hatte verschiedene märe etwas anderes gewesen als die bescheidenen! Pensionen an billigen Orten, für die sie außerdem das ganze Jahr sparen mußte. Aber da hatte man sie nicht eingeladen; jetzt aber tat man es, als wollte man sie verhöhnen, jetzt, da sie es nicht, mehr nötig hatte, da sie reifen formte, wohin sie \ Sie wurde angenehm enttäuscht. Margit schien : dieses Ereignis ebenso vergessen zu haben rote die Tatsache, daß sie sich fünf volle Jahre nicht um Dina, gekümmert hatte; sie knüpfte einfach wieder an, wo sie damals stehen geblieben waren Diese Zurückhaltung war von Friedrich von Roeder veranlaßt, der sich endlich einmal zu einem ernsten Wort aufgerafft hatte. „Soll vielleicht diese langweilige Pute (bas roar Dina) das ganze Vermögen einfach herunterschlucken wo ich doch ebenso gut mit der Alten verwandt bin?" hatte sie ihn wütend- am er hatte einen v , Kunst sich vorteilhaft anzuziehen Zwei Tage, darauf hatte Dina sich nachmittags frei gemacht, um ihrer Kusine bei Weihnachtsbesorgungen zu helfen. Margit hatte dringend darum gebeten, und wenn sie sich auch über dieses wiedergab es immer ein neues Kleid für sie ob sie es brauchte ober nicht und da mu^tp man ihm lassen, An der Tafel gilt es manchmal zu beweisen, was man gelernt hat. Nähe von Dillenburg. Die Schüler werden dabei der einen oder anderen Grube z u g e t e i 11. Diese Vorschriften bilden eine Sicherheit dafür, daß die Verbindung mit der Praxis nicht unterbrochen wird. Auch für die Bergschule, in der der Schüler zwei Jahre verbringt, ist praktische Betätigung Vorschrift. Ein halbes Jahr muß überhaupt praktisch gearbeitet werden, und zwar in einem auswärtigen Berg- wollte. Leise löste der Schlaf die Erinnerung ab; den bitteren Zug auf dem jungen Gesicht konnte er nicht verwischen. haltig zu gestalten. Selbstverständlich ist die Arbeit nachdrücklich auf die Forderungen des Vierjahresplanes abgestellt. Die ßeh'i ungsjteigerung der Betriebe soll nicht zuletzt durch die Heranbildung tüchtiger Aufsichtspersonen erreicht werden, wie es außerdem notwendig ist, den vollkommenen Abbau der vorhandenen Bodenschätze zu gewährleisten. ■ Die starke fortschrittliche Entwicklung des Bergbaues im Lahn- und im Dillgebiet, wie auch in Oberhessen, hat es schon vor langer Zeit notwendig werden lassen, tüchtige Seiger heranzubilden, denn Grubenbetriebe können sich nur unter der Leitung tüchtiger Fachmänner so entwickeln, wie es gerade die Gegenwart erfordert. Die Notwendigkeit des tüchtigen Fachmannes ist im Bergbau früh erkannt worden. Schon vor 80 Jahren wurde in Dillenburg eine Bergschule gegründet. Die Gruben- und Hüttenbesitzer des ehemaligen Herzogtums Nassau faßten im Jahre 1858 — nachdem in anderen Grubenbe- zirken bereits Bergschulen bestanden — den Entschluß, ebenfalls eine solche Bergfchule ins Leben zu rufen und zu unterhalten. Als Ort der Bergschule wurde mit vorbedachter Absicht Dillenburg gewählt, weil, wie es bei der Gründung'ausgesprochen wurde, „in der Umgebung von Dillenburg die größte Mannigfaltigkeit mineralogischer Vorkommnisse und bie- send entsprechend Gruben und Hüttenwerke sich vorsind en". 1 Die Schule entwickelte sich verständlicherweise aus kleinen Anfängen. Der erste Unterricht wurde in einem Raume zu ebener Erde des Dillenburger „Pädagogiums" abgehalten. Bei der behelfsmäßigen Unterbringung konnte es allerdings auf die Dauer nicht bleiben Immerhin konnte erst etwa 40 Jahre nach der Gründung ein eigenes Schulgebäude bezogen werden Es wurde in der jetzigen Wilhelm- straße erstellt und dient heute noch feinen Zwecken. Gegenwärtig, sind einige Ausbauarbeiten im Gange die neben der Herstellung der äußeren Front, besonders der Lehrmittel- abteilung gelten. Nach dem Einzug in das neue Haus im Jahre 1898 schlossen sich die Grubenbesitzer zu dem Bergbau-Verein Dillenburg zusammen, der seit der Gründung der Träger der Schule ist. Der Kreis derer, die die Schule förderten und ihren Fortbestand von der wirtschaftlichen Seite her sicherten, wurde aber bald erweitert, denn neben ben Besitzern der Gruben, neben dem Bergbauverein, halfen auch die Betriebe der Steine und Erden mit und bewiesen ihr Inter- Wenn man der Schule einen Besuch abstattet — so wie wir es in dieser Woche taten — dann fällt zunächst schon rein äußerlich etwas ganz Charakte- ristisches auf: die Schüler sitzen im Ehrenkleid des Bergmannes, im Bergkittel (schwarz mit goldenen Knöpfen) auf ihren Schulbänken. Die Bergschüler bieten damit ein Bild, das für den Fernerstehenden nicht alltäglich erscheint. An den Besuch der Bergschule sind selbstverständlich einige Voraussetzungen geknüpft. Der Schüler, der die Bergschule besuchen will, muß mindestens schon 2Vz Jahre praktisch i n Grubenbetrieben tätig gewesen sein. So ist es also erklärlich, daß die Bergschule von solchen Männern besucht ist, die längst über ein schulpflichtiges Alter hinaus sind. Die Schule selbst gliedert sich in zwei Teile, in die Berg vor schule und in die Bergschule. In der Bergvorschule findet der Unterricht nur an einigen Vormittagen statt. Die Schüler müssen daneben im Laufe der Woche sechs tarifmäßig entlohnte Schichten verfahren, und zwar auf einer Grube in der „Jawohl, weil ich sie für einen durchaus vornehmen Menschen halte!" Darauf hatte seine Frau ihn einfach stehengelassen und das Zimmer verlassen. Sie richtete sich zwar nach seinen Worten, aber von dieser Stunde an wandelte sich die Gleichgültigkeit, die sie innerlich bisher für die Kusine gehabt hatte, in Abneigung, die sie allerdings sehr gut zu verbergen verstand. Margit und Dina gingen durch zahlreiche Läden, plagten sich, alles, was auf einer endlosen Liste stand, zu finden, und gingen dann in ein großes Musik-Cafe, um sich auszuruhen. Margits Blick glitt zu dem Podium — die Kapelle spielte gerade den neuesten Tonfilmschlager — und da es nicht ihre Art war, auf die Gefühle anderer sonderlich Rücksicht zu nehmen, fragte sie mitten in ein Gespräch mit Strumpffarben hinein: „Sag, hast du eigentliche deinen Verflossenen mal wiedergesehen?" „Nein!" sagte Dina kurz und fuhr dann fort: „Im Winter finde ich eine dunkle Tönung immer richtiger." „Ich auch. — Gehört hast du aber sicher von ihm?" „Auch bas nicht." Die Knappheit ber Antwort hätte wahrscheinlich jeden anderen abgeschreckt. „Aber ich", sagte Margit strahlend. „Ich weiß sogar eine ganze Menge über ihn. Daß er eine eigene Kapelle hat und in Amerika große Mode ist. Jawohl!" „So?" sagte Dina gelassen. „Fräulein, Zigaretten, bitte!" Das junge Mädchen kam heran und Dina wählte lange und sorgfältig. Dann bot sie ihrer Kusine an: „Mochtest du?" Der letzte Anlaß war die schöne Tänzerin Marion Bertolly, eine berühmte Tänzerin, die im Geben noch gewagtere Sprünge machte als auf der Bühne. Als Mikeny seine Leidenschaft für diese Frau zu- geben mußte — weil er diesmal mit den Lugen nicht durchkam — und auf Dinas Forderung, die Beziehung sofort abzubrechen, Ausfluchte machte, reichte sie die Scheidung ein. Eine Bitterkeit ersparte ihr das Schicksal; ihr Vater brauchte von dem Zusammenbruch nichts zu erfahren. Der Oberjt- kutnant hatte seine Tochter nie fühlen lassen, daß sie ihm die Zustimmung zu dieser Heirat abgezwun- gen hatte, und sie hielt ihm gegenüber bis zuletzt krampfhaft den Schein einer glüctlidjen Slje aup recht Auch dann noch, als sie wußte, daß Mckeny, sowie er getrunken hatte, ein hemmungsloser Spieler war, und daß die dreißigtausenb Mark, die der Vater ihr zur Ausstattung mitgegeben hatte, zum größten Teile verspielt waren. Ihr Vater glaubte sie in gesicherten Verhältnissen, denn Mikeny verdiente anständig und legte Wert darauf daß seine Frau Die Schule ist aus! Die Bergmänner vor dem Schulhaus. (Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.) bau gebiet. Für die restlichen IV2 Jahre ist bann bic praktische Arbeit zu Gunsten ber wissensmäßigen Ausbildung, etwas eingeschränkt — allerdings auch nicht ganz aufgegeben. Darüber hinaus halten Besichtigungsfahrten die Verbindung mit ber praktischen Arbeit aufrecht unb dienen ber lehrhaften Anschau- ung. Für die 'Schüler ist ein Minbestalter von 19 Jahren vorgeschrieben. Es ist wohl verständlich, baß bas ungemein vielfältige Gebiet bes Bergbaues auch einen vielfältigen Lehrplan für die Bergschule zur Folge hat. So gilt der Unterricht ber Bergbau künde überhaupt, ber 2Iufbereitungsfunbe und ber Steinbruchkunde. Von den Schülern wird in ihren späteren Stellungen verlangt werden, daß sie mit ben notwendigsten einschlägigen Gesetzen vertraut sind. Also dient manche Stunde dem Studium ber Berggesetze. Ein wichtiges Kapitel ist ferner die Unfallverhütung; in Verbindung damit steht die Ausbildung im Rettungswesen. Durch den starken Einsatz der Elektrotechnik im modernen Grubenbetrieb muß auch diesem Wissensgebiet manche Stunde gewidmet werden. Die Maschinenkunde, die Vermessung unter Tage und die Betriebswirtschaftslehre sind weitere wichtige Teile des Lehrplanes. Ferner werden Kenntnisse ber Mathematik, ber Mechanik, ber Chemie und der Metallurgie vermittelt. Lagerstättenkunde und Geologie gehören selbstverständlich auch zum Lehrplan. Man sieht also, daß die Bergschule viel Wissen zu vermitteln hat und bie brei Jahre, die bafür zur Verfügung stehen, sinb notwendig, um dem Schüler bie Grundlage für seine spätere verantwortliche Arbeit zu geben. Wer die Bergschule verläßt und wer in den Jahren der Ausbildung cs an Aufmerksamkeit unb an Energie nicht hat fehlen lassen, bem steht ber Aufstieg vom Steiger zum Fahrsteiger, zum Betriebsführer (Betriebsleiter), zum Obersteiger und zum Bergverwalter offen. ■ Der körperlichen Ertüchtigung wird befonbers ba- durch Genüge getan, daß bie jeweiligen Klaffen geschloffen bas SA.-Wehr ab Zeichen erwerben müssen. Darüber hinaus macht es sich bie Bergschule zur Aufgabe, bie Grundlagen unseres völkischen Gemeinschaftslebens und unsere nationalsozia- listische Weltanfchauung zu pflegen. Die Dillenburger Bergschule, die seit ihrem Bestehen etwa 850 Steiger ausgebildet hat, kann mit Befriedigung auf ihre langjährige Arbeit zurückblicken. Die Feier des 80jährigen Bestehens kann mit berechtigtem Stolz und mit Freude begangen werden. In ben ersten Tagen bes Mai biefes Jahres werden sich bie Bergschüler, bie in ben vergangenen Jahren unb Jahrzehnten bie Schule besucht haben, wiebersehen unb babei sicherlich nicht ungern sich ber Zeiten erinnern, da sie selbst in bem schmucken Haus an ber Wilhelmstraße aus- und eingingen. gleichmäßigen Ablauf zu Ende gehen. Und nun war sine Weiche umgestellt Wohin mochte das neue Gleis rühren? In eine bessere Zukunft? Nun hatte sie Gelb, mehr Gelb, als sie sich jemals träumen lieh — unb (Selb erleichtert so viel Nur das Glück, das wirkliche Glück das kann man nicht kaufen bas kann man vom Schicksal nur geschenkt bekom- amie uucl unu men Die Verwanbten hatten sie nochmals einge- QrmitPl Über ben Ausgang laben, nach Bärwalde zu kommen Was hätte in ~ er6 fänb es gan3 ntiürüdj. imfc sein Kind bei ihm. den Jahren ihrer Armut eine solche Einladung für I Widern: einzige Aktivposten, den Dina Wegner aus ihrer kurzen Ehe in ihr Dasein als Mieterin möblierter Zimmer nehmen konnte' Mikenys häufige Abwesenheit wegen seiner Gastspielreisen erleichterte die Täuschung ihrem -Water gegenüber, und als sie zu ihm kam, um zu bleiben, war er gerade wieder an feinem alten Nierenleiden erkrankt. Sie verschob darum die Mitteilung bis zu feiner Genesung aber es kam nicht dazu Die Krankheit ging in Urämie über, und bie Aerzte Bergmannes ans Der Schulbank 80 Zähre Bergschule Dillenburg. Eine Mrau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 9 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) esse an der Schule. Demgemäß wurde auch ber Lehrplan erweitert. Heute gilt bie Lehrtätigkeit nicht nur bem Wissen um bie Arbeit ber Gruben, sondern auch bem Wissen um bie Technik ber Arbeit in ben Steinbrüchen. Manches oberhessische Industrie-Unternehmen hat sich deshalb an der Förderung der Schule beteiligt, und mancher tüchtige Steiger, der in ber Bergschule sein Wissen unb Können auf eine breite Basis bringen konnte, steht heute in leiten- ber Stellung in diesen Betrieben. Neben Schülern aus bem engeren Heimatgebiet hat bie Schule gerabe im gegenwärtigen Schuljahr Besucher aus ganz Hessen, aus Thüringen, aus Württemberg und auch aus der Ostmark. Die Schule wurde vor neue und größere Aufgaben gestellt, als im vorigen Jahrzehnt die Erzgruben modern mechanisiert wurden. Der Lehrplan wurde den neuen Anforderungen angepaßt und bie Schuleinrichtungen verbessert. Die Lehrarbeit soll babei unmittelbar ber Praxis dienen. Der gegenwärtig im Gang befindliche Ausbau der Schule dient bem Ziel, den Unterricht wirklichkeitsnahe unb nach- „Gern! Danke!" Dina rauchte unb ließ ihre Blicke , über bas Publikum gehen. Margit beobachtete sie heimlich unb dachte baß es erstaunlich sei, was biefe fünf Jahre aus Dina gemacht hatten. Sie roar so sicher, so selbstverständlich geworben. Ob bas ber neue Reichtum roar? — Das wäre ja rasch gegangen. I Dieser Reichtum, von bem sie minbeftens bie Du halt immer eine Scyroacye rur iie genaor > Hälfte Freb konnte reden tDcro lÄ?ase «U-ä mihern: l deine Großtante hat bas Gelb ausbrücklich bemer angen sievenunozroanzig war sie jegi. unu vermacht. Du hast nur die Wahl, dich damit chmal hatte |ie das Getuhl gehabt. j J abzufinden ober einen so aussichtslosen Prozeß zu uralte Frau, als wurde ihr Leben n diesem ^ginnen, daß sich vermutlich kein Anwalt rinden wurde, ihn zu rühren. Du brauchst den Verkehr mit Dipa nicht wieder au'zunehmen — von sich aus wird sie es kaum versuchen — wenn du es aber dennoch tust, hat es keinen Zweck, sie durch solche Bemerkungen zu reizen " °" 7n z°g°n war. Hatte -r im 'gewannen. Stellungen - ak Sekretärin °,s SmpfQngsbnme immer em neues Meid mr sie. ob sie es - IN der einen wurde ibr em Vorgesetzter zudring- unu U" niuqir ....... . .... ... ... sich in ber anbern em Kunbe Dann kam sie in bie ausgezeichneten Geschmack Die Langenborffsche Buchhandlung, und hier blieb sie. jvuhii |iui .....1 — auch nachher 1 Fünf Jahre waren seit dem Tode ihres Vaters 1 mit Geringeren Mitteln — roar so ziemlich der 1 vergangen siebenundzwanzig roar sie setzt, und ** . fi . - '(Mm a QUönnor ihrPt . Q H k n 4-t a (iä Sag fUoM’i'lif Aöhrtht nfft blieb, wenn er krank war, und fragte kaum nach I sie bedeutet! Erholung in bem g^ßen Park, bas ihrem Manne. Drei Wochen, nachdem die Scheidung ganze sorglos behagliche Leben im Schloß! Das ausgesprochen roar - genau anderthalb Jahre, --------- nachdem sie Mikeny zum erstenmal gesehen hatte — machte der Vater die Augen zu. Die Wegners hatten, wenn auch nicht luxuriös, doch immer in einer gewissen Behaglichkeit gelebt. Nach dem Tode des Vaters mußte Dina feststellen, daß die dreißigtausend Mark, die er ihr so großzügig mitgegeben hatte, fast das ganze aus ber Inflation "gerettete Kapital barstellten. Er glaubte sie versorgt; für Ihn hatte seine Pension genügt Ihr Anwalt machte sie psichtgemäß barauf aufmerksam, baß Mikeny als schulbiger Teil ihr unterhaltungspflichtig sei, aber sie lehnte ab. Nicht als große Geste, fonbern einfach, weil sie erkannte, baß ieil, unu tutllH |lc |lVi, —, __ -------- sie jeben Pfennig nur unter Kampf aus ihm heraus- erroa$te verwandtschaftiche Gefühl keinen Illusionen ziehen müßte Seine Passionen sorgten zur Genüge b (-0 mar bod) Margit immerhin die einzige dafür, daß er niemals Geld hatte, und die _®e.tra9^ nähere Verwandte, die sie besaß Außerdem in- die er für sie aufgeroanbt hatte, waren schueßsich tereffierte es sie, ob ihre Kusine noch einmal auf aus ihrem eigenen Vermögen gewesen. i bie Erbschaftsangelegenheü anspielen würde Dazu kam, daß sie nicht gezwungen sein wollte, ' - - • sich immer wieder eines Mannes zu erinnern ben si- so rasch unb grünblich wie nur möglich vergessen mußte, wenn sie versuchen wollte, ihr Leben MU SJlxfport W. Wirtschaft Handball im ASRL. - Kreis Gießen lief). Pokalspiele. eiierer Anstieg der Veschästigtenzahl Rundfunkprogramm Blumen Zum Ausklang noch einmal Lvkalkamps 1900 - M A dadurch werden die Beschäftigungssteigerung nur durch den Wiedereinsatz bisher erkrankter Gefolgschastsmitglieder erreicht werden. Die in den Wintermonaten sehr hohe Zahl der Erkrankungen (Grippe) ging im März stark zurück. Die Eingliederung des neuen schulentlassenen Jahrganges in die Betriebe von Wirtschaft und Verwaltung wirkte sich dagegen erst seit Be- TV. Katzenfurt — MSV. Barbara Gießen TV. Dillenburg — DS. Niederscheld Die Barbara nutzt den spielfreien Tag, um das ausgefallene Pokalspiel nachzuholen. Es ist schon einmal gesagt worben, daß das Treffen in Katzenfurt für die Artilleristen mehr als ein Spaziergang bedeutet. Bei der Spielstarke der Einheimischen VfB.-R.: Gottschalk; Leutheuser I., Kramer; Krämer, Lukaschewsky, Godglück; Berlebach, Fischer, Gorissen, Heß, Frey. 1900 II — Vfv.-R. II. Das „kleine Derby" hat ebenfalls feinen Reiz. Die Reserve der Blauweißen ist neben der Reservemannschaft der Teutonen Anwärter auf die Meisterschaft. Die Leute vom Waldsportplatz haben in den letzten Spielen eine beachtliche Form gezeigt und hohe Torresultate erzielt. Eine Niederlage würde bei oen Blauweißen die Meisterschaft gefährden und bei den Grünweißen eine unliebsame Unterbrechung der Erfolgserie bedeuten. Spvg. 1926 Leihgestern I — TSV. Garbenheim I. Die Spieloereinigung empfängt morgen die erste Mannschaft des TSV. Garbenheim zum letzten Verbandsspiel. Die Blau-Weißen, die mit dem zweiten Tabellenplatz vorlieb nehmen mußten, werden'alles daransetzen, ihren Platz in der Tabelle nicht nur ZU sichern, sondern auch den Abstand vom Tabellen- dntten zu vergrößern. Dies sollte ihnen der Papierform nach und vor allem auch gemessen an dem Können, das sie in den letzten Spielen zeigten, gelingen. Trotz alledem darf der Gegner nicht unterschätzt werden. Man verspricht sich also sehr viel von dem letzten Punktespiel der alten Rivalen, der nach Kampf von den Platzbesitzern gewonnen werden sollte. Die Spog. wird voraussichtlich mit folgender Mannschaft antreten: Dutenhöser; Brücke!, Selten; Im Handball ist am nächsten Sonntag wieder einmal viel los. Nicht nur, daß verschiedene Pokalspiele nachgeholt werden und die Aufstiegspiele zur Gau- klasse mit dem Treffen Tgde. Hanau — TD. Hörnsheim ihren Fortgang nehmen, die Kreisauswahlmannschaft tritt feit langem wieder einmal in einem Großkampf vor die Oeffentlichkeit. In Holzheim stehen sich die Kreise VIII (Gießen) und XI (Friedberg) in einem Vergleichskampf, der allerdings nur privaten Charakter trägt, gegenüber. Es waren schon verschiedentlich derartige Kämpfe geplant, eine Durchführung ließ sich aber bis jetzt nicht ermoglicken. Vor einigen Jahren allerdings hat der Kreis Gießen ein Freundschaftsspiel knapp aber verdient gewinnen können. Man hat in beiden Lagern eine Reihe talentierter Spieler ersetzen müssen, die entweder zum Arbeitsdienst oder zum Militär eingezogen worden sind. Immerhin stehen noch genügend Spieler' zur Verfügung, um zwei spielstarke Einheiten zusammenzubringen. Vorausgesetzt, daß sich in letzter Minute nicht noch Aenderungen ergeben, werden die Kreise wie folgt vertreten sein: Kreis VIII: Altmann (TV. Dutenhofen); Weiler (Barbara Gießen), Brenner (MTV. Gießen); Schmidt und Huffmann (beide 1900 Gießen), Koth (TV. Wetzlar); Mehler und Strack (MTV. Gießen), Zeiß (TV. Holzheim), Theurer (Luftwaffe Gießen), Will (TD. Lützellinden). Kreis XI: Koppler (Dilbel); Schweitzer (Wohnbach), Neder (Dilbel); Seeberg, Nern und Wirth (alle Kirch-Göns); Berg und Lippert (Tuspo Butzbach), Paukner (Kirch-Göns), Jäger Ansbach), Nern (Kirch-Göns). Der Kreis Gießen hat auf eine ganze Reihe von Vereinen zurückgegriffen. Dadurch scheint das Mann- Faber, Väth, Textor; Martini, Schäfer, Krick, Funk und Laux II. . Die Jugendmannschaft, die in ihrem ersten Spiel einen überzeugenden 8:2 Sieg errang, tritt in Gießen d:r 1. Jugend des DfB.-R. gegenüber. Wie das Spiel ausgehen wird, ist nicht vorauszusagen. Steinbad) I — Saasen I. Kombinationen auf. Die Soldaten nehmen jede Schußmöglichkeit wahr und stellen den Torwart der SA. auf eine harte Probe. Die SA. kommt nochmals auf 3:2 heran, muß aber dann die Soldaten auf 5:3 daoonziehen lassen. Kurz vor der Pause verkürzen die SA.--Männer auf 5 :4. Nach der Pause hat sich die Hintermannschaft der SA. gefunden. Aber der Gegner läßt keine Erfolge zu. Im Gegenteil, der Sturm wird wieder aggressiver und wirft kurz hintereinander zwei schöne Tore. Die SA.-Männer holen ebenfalls ein Tor auf, müssen sich dann aber wieder das letzte und achte Tor gefallen lassen. Die 2. Kompanie hatte eine gute und schnelle Manschaft zur Stelle, die auf allen. Posten gut besetzt mar. Ihre Erfolge hat sie durch das gute Deckungsspiel und blitzschnellen Einsatz vor dem Tor des Gegners zu verdanken. Die SA.-Mannschaft wies viele bekannte Gießener Handballspieler auf, bot aber nicht das einheitliche Bild wie die Soldaten. Am kommenden Mittwoch findet das Rückspiel statt. April, weiß, was er will. Vom Leben der und Tiere in diesem Monat. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert I. Es spielt das Niedersachsen- Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Don früher und heute! 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Besuch in Badenweiler. 18: Neues Leben im Bauernhof. 18.30: Fast unmittelbar vor Beendigung der Derbands- ' serie, die sich in diesem Jahre ausnahmslos in die Länge gezogen hat, kommt am Sonntag das Lokal- spiel zum Austrag. Und obwohl inzwischen die Meisterschaftsfrage entschieden ist, beansprucht das Zusammentreffen der beiden Mannschaften, nochmals das Interesse der Fußballanhänger. Denn, neben der Einstellung, den Kampf für sich zu entscheiden, geht es um den zweiten Tabellenplatz, den die Leute vom Waldspo>tplatz zur Zeit innehaben, der aber auch von den Blauweißen noch erreicht werden kann. Nach den Leistungen der letzten Spiele zu urteilen, darf man den Grünweißen ein gewisses Plus ein« räumen. Was das bedeutet, weiß jeder Fußballan- hänger. Es gibt kein geschriebenes Gesetz in bezug auf den Ablauf eines Fußballspieles. Das haben die zur Zeit im Gang befindlichen Spiele der Gruppenmeister um die Deutsche Meisterschaft am vergangenen Sonntag schlagend bewiesen, wo die großen Favoriten nicht allein hart um den Sieg Kämpfen, sondern sogar Niederlagen einstecken mußten. Aus diesem Grunde enthalten wir uns auch einer Doraussage und überlassen das Geschehen den unmittelbar Beteiligten. Die Mannschaften werden voraussichtlich in folgender Ausstellung antreten: 19 00: Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Rensing, Schäfer, Lobsack, Schell- Haas (2/116), Quick (AR. 45), Hormcl (2/116), Heuser. Letzte Wball-pimktekäinpfe Und Aufstiegsspiele ... freilich konnte — angesichts des Fehlens von zusätzlichen Arb:itskraftreserven und der Abgabe einer größeren Anzahl von Kräften für die Westbauten — • kann. nannt, für Scheideanstalt zeigte sich auf 1 o. H. erhöhter Basis mit 201 Nachfrage. Auch Metallgescll- schaft 0,25 o.H. gebessert, dagegen BMW. nicht ganz gehalten. In Eßlinger Maschinen kam es zu etwas Geschäft zu einem um 0,50 v. H. höheren Kurs. Schöfferhof wurden zum Mittagskurs von 148,50 bezahlt. In Mannesmann kam nur ein Einheitskurs von 110,25, d. f. 0,25 v. H. höher als Mittagsschlußkurs zustande. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz mit 131,50 unverändert. Kommunalumschuldung etwa 93,50. JG.-Farbenbonds etwas ermäßigt Geld. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. April. Auftrieb: 1314 (1323) Stück Großvieh, darunter 251 (252) Ochsen, 214 (204) Bullen, 605 (631) Kühe, 244 (236) Färsen, 378 (359) Kälber, 25 (29) Hämmel und Schafe, 349 (655) Schweine. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel mittel. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44,5 bis 46,5 (44 bis 46,5), b) 40 bis 42,5 (42 bis 42,5), c) 37,5 (37,5), Bullen a) 43 bis 44,5 (41 bis 44,5), b) 39 bis 40,5 (37,5 bis 40,5), Kühe a) 41,5 bis 44,5 (41,5 bis 44,5), b) 38 bis 40,5 (37,5 bis 40,5), c) 27 bis 34,5 (28 bis 34,5), d) 19 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 44,5 bis 45,5 (44 bis 45,5), b) 40 bis 41,5 (40 bis 41,5), c) 34,5 bis 36,5 (36,5), Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 43 bis 59 (55 bis 59). c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40), Hämmel bl) 48 bis 50 (49 bis 50), b2) 43 bis 45 (42 bis 50), c) 42 (27 bis 40), Schafe nicht notiert, Schweine a) 58,5 (58,5), bl) 57,5 (57,5), b2) 56,5 (56,5), c) 52,5 (52,5), d) 49,5 (49,5), gl) Sauen 57,5 (57,5). Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 21. April. Zum Schweine markt waren 104 Ferkel aufgetrieben. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel 34 bis 36 RM., 6 bis 8 Wochen alte 37 bis 40 RM., 8 bis 13 Wochen alte 42 bis 49 RM. Handel flott, der Markt war nach kurzer Zeit ausverkauft. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 21.April. Der heutige Schweinern arkt war mit 315 Ferkeln beschickt. Nach regem Handel verblieb Ueberstand. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis 30 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 36 Mark, über 8 Wochen alte Tiere bis 40 Mark pro Stück. Mutige Frauen. Erzähltes und Erlebtes von sportlichen Leistungen. 19.15: Tagesspiegel. 1930: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 24: Nacht- und Tanzmusik. Dienstag, 25. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk' auf! 6:. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Rat- Äfür Küche und Haus. 8.40: Froher Klang erkpaufe. Es fpielen die Münchener Rund- funkschrammeln. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Theophrast von Hohenheim. Bilder aus dem Leben des großen Arztes Paracelsus. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Ausführung: Das Rhein-Mai- nische Landesorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei Kurzweil. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Orchester des Reichssenders Königsberg. Einlage 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft: Wann sind die alten Hypotheken fällig? (II). 18.15: Kleines Kapitel vom Leben. 18.30: Italienische Meister des Chorgesangs. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Ach, noch einen Walzer, einen Walzer zu guter Letzt. Frohe Tanzweisen von der Jugend für alle, die noch jung fein können. 20: Nachrichten. 20.15: Orchester-Konzert. 21: Von Kassel (aus Fulda): O heiliges Kanonenrohr. Aus Leben und Kameradschaft der Artillerie. 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 24: Unterhaltung und Tanz. ginn des Monats April aus. Der Kräftemangel hielt in allen Berufen und Wirtschaftszweigen an. Doll einsatzfähige, unbeschäftigte Arbeitskräfte standen nirgends mehr zur Verfügung. Die aus dem Reichsarbeitsdienst entlassenen Arbeitsmännor wurden fast ausnahmslos sofort wieder in Arbeit vermittelt. In verschiedenen Gewerbezweigen, so vor allem im Baugewerbe, mußten, weniger vordringliche Arbeiten eingeschränkt oder vorerst zurückgestellt werden. Erheblich war auch der Kräftebedarf in der Landwirtschaft, die in diesen Wochen durch den Einsatz von ausländischen Landarbeitern und von Pflichtjahrmädcben eine gewisse Entlassung erfahren wird, ohne daß die Landarbeiternot im ganzen behoben Saasens verjüngte Mannschaft trägt am morgigen Sonntag gegen Steinbach ein Freundschaftsspiel aus. Die Platzbesitzer haben sich in den Der- bandsspielen in der Tabelle einen guten Mittelplatz erobert. Dop Steinbach erwartet man ein technisch reifes Spiel. Saasen bestreitet das Spiel mit folgenden Spielern: A. Schmitt, E. Schmitt, W. Schmitt, K. Lenz, K. Jakob, E. Jakob, K. Dächer, Albach, H. Wagner, H. Leib. Heuchelheim 1 — Cid) I Am morgigen Sonntag empfängt Heuchelheim die 1. Elf von Lich. Die Einheimischen, die am Karfreitag in Lich mit einer geschwächten Mannschaft • mit 5.3 unterlagen, werden diesmal alles daran setzen, um diese Niederlage wieder wettzumachen, ßidj verfügt seinerseits über eine schnelle, kampffreudige Mannschaft, so daß zu einem spannenden Spiel alle Voraussetzungen gegeben sind. Jugendfuhball im VfB.-R. Die 1. Jugend hat sich die gleiche von Leihgestern auf den Waldsportplatz verpflichtet. ' Die 2. Jugend erwartet die Jugendmannschaft von Steinbach. Hier werden sich beide Mannschaften gleich sein. Die bessere Elf soll dieses Spiel gewinnen. len sehen konnte, und wenn der Aufstieg seine Berechtigung finden soll. Wie die Aufstellung der Mannschaft aussieht, steht bis jetzt noch nicht feft. Aber mit Spielern wie: Ziegler K., Naumann, Geißler, Hörstel, Ziegler A., Sommer, Ziegler Hch., Walter, Ziegler W., Rudolf, Haas, Gabriel und Wißner müßte man dem Gegner alles abverlangen. Zwischenrundenspiele um die Bannmeisterschast. Spvgg. 1900 la-Iugend — 1900 Id-Jugend. Am kommenden Sonntag nehmen die Zwischen- rundenspiele um die Bannmeisterschaft ihren Fortgang. Sollten die beiden Favoriten, 1900 la-Iugend und SD. Garbenteich, zu Siegen gelangen, so kann man bestimmt annehmen, daß beide Mannschaften ein Ausscheidungsspiel um die Zwischenrundenmeisterschaft austragen müssen, denn bei diesen Spielen entscheidet das Torverhältnis nicht. Aber Garbenteich hat noch ein sehr schweres Spiel gegen 1900 Ib-Jugend nachzuholen. Die la-Iugend der Blau-Weißen wird wohl ihre Dereinskameraden eindeutig schlagen. Collar Jugend — Garbenleich Jugend. Vormittags spielt die Jugendelf. Die jugendlichen Gäste sind einer der stärksten Gegner im Gießener Bezirk. Die Lollarer Elf wird also Kampfgeist an den Tag legen müssen, wenn nicht schon nach der ersten Halbzeit eindeutig der Sieger feststehen soll. Aufstiegspiele zur Bezirkskiaffe. Dillenburg—Sportfreunde Wetzlar, Burgsolms—Collar. Das Vorspiel in Wetzlar konnte Dillenburg knapp für sich entscheiden. Auch dieses Spiel dürften die Dillenburger gewinnen, zumal das Spiel auf eigenem Platze stattfindet. Die Burgsolmser führen die Tabelle und sind als spielstark bekannt. Die Lollarer werden sich anstrengen müssen, wenn sie dieses Spiel gewinnen wollen. Das Spiel Aßlar—Burg fällt aus. Burgsolms I — Collar I. Einen schweren Gang tritt Lollar morgen nach Burgsolms an. Die Elf ist gezwungen, aus der zweiten Mannschaft Ersatz einzureihen. Deshalb dürften die Aussichten der Lollarer für den morgigen Kampf ungünstig fein; zumal die Gastgeber auf ihrem eigenen Platz einen fpielftarten Gegner abgeben. Schon im Vorspiel bewiesen die Burgsolmser ihre Stärke und gaben sich nicht ohne weiteres geschlagen. Es gelang ihnen damals, nach einer 3:1-Führung der Lollarer, noch ein Unentschieden herauszuholen. Wenn Lollar aber auch ersatzgeschwächt antreten muß, so kann die Scharte doch noch durch Eifer und restlosen Einsatz eines jeden Spielers aus gewetzt werden. Denn für Lollar hängt von diesem Spiel die letzte Hoffnung ab, ob ein Aufrücken in die höhere Klasse wohl noch in Fraae kommt. Die Elf muß sich aber auch zu einer besseren Mannschaftsleistung aufraffen, als man dies in den letzten Spie- Handball Wehrmacht - SA. 8:4. Am vergangenen Mittwoch spielte eine aus Spielern der SA. - Standarte 116 zusammeng'estellte Handdallmannschäft gegen den Bataillonsmeister, die 2. Kompanie. Es war ein Spiel, wie man es gerne immer sehen möchte. Trotz restlosem Einsatz, Schnelligkeit und Kampf um den Ball blieb es ein Spiel der »Kameradschaft. Die Zuschauer, Soldaten und SA.-Männer, feuerten ihre Mannschaften lebhaft an. Beide Mannschaften, in körperlich guter Verfassung, standen das scharfe Tempo, das gleich zu Beginn des Spieles angeschlagen wurde, ttotz des großen Platzes bis zum Ende durch. Die Mannschaft der Standarte 116 nutzt eine Schwäche der sonst guten Hintermannschaft der 2. Kompanie aus und kann für kurze Zeit in Führung gehen. Bald aber hat sich die Mannschaft der Zweiten gefunden, und durch raumgreifendes Spiel auf den freien Raum heißt es bald 3:1 für die Soldaten. Der Sturm der SA. fällt durch Heber« ist ein Kenner und wirb sich deshalb umso eher einfinden und die notwendige Einheit gestalten helfen. Wie es auf der anderen Seite aussieht, können wir nicht sagen. Fest steht, daß Kirch-Göns das Gerippe der Elf stellt und daß damit die Gewähr für eine starke Einheit gegeben ist. Es wird ein Kampf werden, in dem zwei gleichwertige Gegner um den Sieg und die Vorherrschaft im Handball ringen. Um den Aufstieg. Wie schon einganas erwähnt wurde, stehen sich diesmal um den Aufstieg zur Gauklasse nur Tgde. Hanau und TV. Hörnsheim gegenüber. Es wird für die Hörnsheimer einen schweren Gang werden, zumal die Gastgeber erst am Sonntag ihre wirkliche Form unter Beweis gestellt haben. Wer die Barbara so einwandfrei schlagen kann, der verfügt über eine anständige Portion Spielerfahrung und über den erforderlichen Kampfgeist. Immerhin sollte sich der heimische Meister nicht einschüchtern lassen. Er hat am Sonntag recht gefällig gespielt und braucht sich nur im Sturm etwas zu bessern, um zu einem annehmbaren Ergebnis zu kommen. Ein Spielgewinn ist wohl kaum mög- FWD. Der Monat März 1939 brachte, wie das Landesarbeitsamt Hessen mitteitte, trotz der z. T. noch wenig günstigen Witterung einen kräftigen Anstieg ber Beschäftigtenzahl (plus 15 000). Ende des Monats waren im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen insgesamt rd. 1 024 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, wovon rd. 600 000 auf die Arbeitsamtsbezirke des engeren Rhein-Maingebietes, etwas über 300 000 auf die Bezirke von Kurhessen und Oberhessen und etwas über 100 000 auf die des Lahn- und Dillgebietes entfallen. Die Beschäftigung liegt nunmehr, nach Heberwindung des winterlichen Saisonrückganges, um rd. 19 000 über dem Tiefstand vom Dezember. 1938 und um gut 58 000 Über der Höhe des Vorjahres (März 1938). Hierin kommt deutlich die fort- chreitende Ausweitung der wirt» chaftlichen Tätigkeit im hessischen Wirtschaftsgebiet zum Ausdruck. Im März Rhein-Mainische Börse. Freundlich, aber sehr ruhig. Frankfurt a. M., 21. April. Die Börse eröffnete nach der Unterbrechung freundlich. Die Ge- chäftstätigkeit mar aber sehr gering, da die Kund- chaftsaufträge fehlen. Immerhin ergaben sich am Aktienmarkt infolge der Marktenge vereinzelt nennenswertere Kursbesserungen. Süddeutsche Zucker konnten so, nachdem man in den letzten Tagen nur nominelle Kurse genannt hatte, um 1,50 v. H. auf 216,50 anziehen. Stärker erholt waren auch Demag mit plus 1,25 v. H. Autowerte aut gehalten, Daimler um 0,50 v. H. auf 137,50 gebessert, Adlerwerke eine Kleinigkeit fester. Don den schwereren Papieren etzten Farben unverändert mit 148 ein. Am Rentenmarkt hielten sich die Umsätze in engstem Rahmen. Reichsbcchnoorzüge wurden zu letztem Kurs von 124 genannt. Späte Schuld- mchforderungen und Kommunalumschuldung unverändert gesprochen, in letzteren wurden im Verlaufe zu 93,55 (93,40) etwas umgesetzt. Farbenbonds und Gelsenbenzin zu bisherigem Kurs gehandelt. Don Stabtanleihen würben 4,50 v. H. Mainz von 1928 mit 97,25 um 0,40 o.H. höher bezahlt bei einem nennenswert größerem Umsatz. Pfandbriefe hatten auf letzter Basis unverändertes Geschäft, Rhein. Hyp. Ägu. auf 101,20 erhöht. Im Verlaufe konnte sich die freundliche Stimmung im allgemeinen halten, doch waren die Kurse meist nur nominell. So wurden AEG. mit 114,50 um 1,25 v. H. höher bezahlt, auch Licht und Kraft um 1.50 v. H. gebessert gesucht, in Bemberg kam etwas Umsatz zu 136,25 nach 135 zustande, dagegen Conti Gummi mit 211,50 noch um 1 o. H. schwächer. Am Montanmarkt wurden Harpener 2 o. H. unter letztem Kurs gesucht, Klöckner dagegen mit 117,50 nach 116 gefragt. Hanfwerke Füssen wurden ausschließlich 5,4 v. H. Dividendenabschlag mit 129,50 nach 134,75 gut behauptet notiert. Für Der. Gothan'a lautete am Einheitsmarkt die Taxe etwa 142,65. IG. Farben waren zum Einheitskurs etwa 148,25, Farbenbonds unverändert 122,25. Tagesgeld 2,25 v. H. Mbenbbörfe geschäftslos. Die Abendbörse verlief fast geschäftslos, doch war die Grundhaltung freundlich. Bei den wenigen Kursen, die man hörte, ergaben sich meist nur geringfügige Veränderungen. Am Aktienmarkt wurden IG.-Farben mit 148,50 um 0,25 v. H. höher ge- Sonntag, 23. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Besinnliche Feierstunde mit Werken deutscher Meister. Musik für zwei Klaviere. Einlage: „Spruch der Ahnen". Gedichte von Willy Arndt. 9: Bekenntnisse zur Zeit: Karl Hans Strobl: „Prag". Schicksal, Gestalt und Seele einer Stadt. 9.15: Froh und heiter! (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 10: Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste! 10.30: Chor- gesang. 11: Memelland. Hörfolge mit Texten zeitgenössischer Dichter Und Musik. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Blasmusik. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Aus unserer Spielzeugschachtel. 14.30: Uns gehört der Sonntag. Ein Reigen sorgloser Melodien. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15.15: Volkstum und Heimat. Wenn der Frühling auf die Berge steigt. Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Sportereignisse des Sonntags. Schwimmfest: Stadt Frankfurt — Kriegsmarine Kiel. 18: Aus Allmendfeld (Ried): Froher Dorfsonntag. Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König. 19: Musik für Harfe und Klavier. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.10: Ouvertüre zu „Egmont". Don Ludwig van Beethoven. 20.20: Einführung in die IX. Sinfonie. Manuskript: Prof. Müller-Blattau. 20.30: Neunte Sinfonie mit Schlußchor über Schillers Ode „An die Freude" für großes Orchester, 4 Solostimmen und gemischten Chor von Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 24: Unterhaltung und Tanz. IHontag, 24. April. 5.50 Uhr: Bauer merk' auf! 6: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Trompeterkorps des Art.-Rgts. Nr. 51, Fulda. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. April, könnte es sogar nicht überraschend kommen, wenn schaftsgefüge auf den ersten Blick etwas verzerrt zu die Gießener aus dem weiteren Wettbewerb aus- fein. Dem ist aber nicht so! Jeder einzelne Spieler s geschaltet würden.