Ur. 69 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 22. März 1939 ErlchetM rüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle MonatL-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckionto: Zranlsuri am Main 11686 Metzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vröhlsche Univerfitätrdruckerei U. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Lchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenhettsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Litauen gibt das Memelgebiet an Deutschland zurück. Beschluß des litauischen Ministerrats auf Grund der Besprechungen des litauischen Außenministers mit Reichsaußen- minifier von Ribbentrop. — Eine litauische Delegation fahrt heute zur Festlegung der Llebergabe nach Berlin. K o w n o, 22. März. (DAV. Junkfpruch.) Die litauische Regierung Hai in der Rächt vom Dienstag zum Mittwoch folgende Erklärung veröffentlicht: Rach seiner gestern, am 21. März, erfolgten Rückkehr nach Kowno hat Außenminister Hrbsys dem Ministerrat, der von 14 bis 19 Uhr tagte, über die Ergebnisse seiner Besprechungen mit Reichsaußenmini st er von Ribbentrop Bericht erstattet. Aus dem Bericht ging hervor, daß der Reichs- auhenminister im Ramen der Reichsregierung der litauischen Regierung den Vorschlag der Rückgabe des Memelgebietes an Deutschland gemacht und dies als die für die Befriedung einzig zweckmäßige Lösung bezeichnet hat. Lr fügte hinzu, daß, wenn diese Rückgabe auf dem Dege einer freien Vereinbarung erfolge, Deutschland die wirtschaftlichen Interessen Litauens im Memeler Hafen weitgehend berücksichtigen werde. Der Reichsaußenminisler betonte, daß diese Regelung auch dem klar ausgedrückten Wunsch der memeldeutschen Bevölkerung entspreche und erklärte weiter, daß dies den künftigen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern dienlich sein würde. Er verwies dabei aus die bekannte Forderung der gesamten memeldeutfchen Bevölkerung nach Rückkehr ins Reich. Die Stimmung im Memelgebiet fei derart, daß die Regelung der Frage auf der vom Reich vorgeschlagenen Basis zur Vermeidung von Zusammenstößen seht dringend notwendig sei. Der Ministerrat beriet lange die entstandene Lage und hat angesichts der Stel- ' lungnahme des Deutschen Reiches seine Zustimmung zur Hebergabe des Memelgebietes an Deutschland gegeben. Diese Zustimmung wurde am selben Tage zur Kenntnis des Seim gebracht. Eine litauische Delegation wird sich zur Regelung der daraus sich ergebenden Fragen im Laufe des Mittwoch nach Berlin begeben. Heim ins Reich. Das Memelland kehrt zum Deutschen Reich zurück! Damit ist der tapfere unermüdliche Kamps einer kleinen deutschen Volksgruppe im äußersten Nordosten des Reiches zu einem glücklichen Ende geführt. Seit das Memelgebiet am 15. Januar 1920 auf Grund des Artikels 99 des Versailler Diktats vom Deutschen Reich losgerissen und zunächst einer französischen Besatzungsbehörde unterstellt wurde, haben die 140 000 Deutschen dieses Gebiets ihren Willen, an Volkstum, Heimat und Lebensrecht festzuhalten, mit nie ermüdender Treue unter Beweis gestellt. Nachdem am 10. Januar 1923 die Litauer dieses Gebiet besetzt hatten und nach Jahresfrist zwischen den damaligen alliierten Hauptmächten .unb Litauer! am 8. Mai 1924 die Memelkonvention .abgeschlossen und das Memelstatut in Kraft gefetzt wurde, begann der Kampf der deutschen Memel- lländer um die Wahrung der ihnen feierlich zuge- >sicherten Autonomie, die hier ja nicht lediglich, wie ,3um Beispiel in Estland, sich auf ihre kulturellen 'Belange erstreckte, sondern eindeutig als eine Terri- ttorialautonomie vorgesehen war, da das Memelland «deutsches Land ist, in dem die kleine litauische Minderheit keinerlei Rolle spielen konnte. Der unzerstörbare Wille des Memellandes, an Wolkstum und Heimat fcstzuhalten, manifestierte sich stets am eindeutigsten bei den Wahlen zu dem autonomen Landtag des Memelgebietes. JmmU Wieder versuchten die Litauer durch Propaganoa aind Terror und schließlich durch Hereinziehen großlitauischer Elemente aus dem Innern des Landes Das Wahlergebnis zu verfälschen. Aber niemals ist hnen das gelungen. Schon bei den Wahlen zun! ersten memelländischen Landtag im Oktober 1925 wurden 27 Deutsche und nur zwei Litauer gewählt, lnter besonderem Terror fanden die Wahlen zum fünften memelländischen Landtag am 29. Septem- "er 1935 statt. 72 führende Memeldeutsche waren "urch das berüchtigte Kownoer Bluturteil wegen an- eblicher Geheimbündelei zum Tode, zu lebenslänglichem Zuchthaus oder vieljähriger Gefängnishaft -erurteilt worden. Ein großer Teil der Memellän- ■ er war seines Stimmrechtes beraubt. Ein unge- nein komplizierter Wahlvorgang sollte die Bevölke- lung daran hindern, ihrem Willen offen und eindeutig Ausdruck zu geben. Und doch zeitigen die Wahlen, wie alle vorhergehenden, eineu glänzenden Sieg des deutschen Gedankens: 24 Deutschen standen m neuen memelländischen Landtag nur 5 Litauer gegenüber. Zwölf Jahre lang stand das Memelland unter riegsrecht, das man in Kvwnv 1926 im Zu- vmmenhang mit Staatsstreichverfuchen der litau- ichen Gruppe Woldemaras verhängt und gegen alle Bestimmungen der Memelkonventio.i auch auf das lutonome Memelland ausgedehnt hatte Nicht einen ringer haben in dieser Zeit die westlichen Demv- hatien als Garanten des Memelstatuts gerührt, iitn gegen diese widerrechtliche Herrschaft litauischer Ni>1irbefehlshaber im Memelland einzuschreiten. ?ie Litauer wüteten unter dem Kriegsrecht mit Versagung, Einkerkerung und Brotlosmachung der "Uemeldeutschen, ohne daß die Genfer Liga oder die li aranttemächte sich auch nur einen Deut um den ferner der litauischen Soldateska im Memellcmd o?fi"immert hätten. Erst der Durchbruch des Jahres MA, die Befreiung der Oesterreicher und Sudeten- Putschen, das Werden Großdeutschlands, Mang die litauische Regierung am 1. November vorigen Jahres, den Kriegszustand aufzuheben. In i.oerwältigsnden Kundgebungen hat damals das Memeldeutschtum die Befreiung von einem jahrelangen fast unerträglichen Druck gefeiert. !Nachdem nun die Presse-Rede und Versammlungsfreiheit wiederhergestellt worden war, hatten 'b:e Führer des Memeldeutschtums endlich die Mög- lichkeit, vor aller Welt den Willen und das ein- bijutige Ziel der Deutschen des Memellandes zum Ausdruck zu bringen. Ein memeldeutscher ftju 11 irr d e r b a n b wurde gegründet als Zusam- irmschluß sämtlicher auf memeldeutschem Boden Dahne-nden Bürger, die sich zum deutschen Geist und Jirtn deutschen Kui^urkreis bekennen. Der memel - i* utsche Ordnungsdienst trat bei den gro- fim völkischen Kundgebungen des Memeldeutschtums in Erscheinung. Eine memeldeutsche Liste, ü deren Spitze der Führer der Memeldeutschen, d.. Ernst Neumann, stand, trat bei den W a h- I Unsere deutschen Brüder in Böhmen und Mähren und das ganze tschechische Volk haben die imponierende Stärke unserer stolzen Luftwaffe in den letzten Tage gesehen. Sie sollen durch die Kraft unserer Waffe beschirmt sein. In steter Einsatzbereitschaft werden wir wie bisher zum Schutz von Volk und Vaterland unsere Pflicht erfüllen. Unser Führer und Oberster Befehlshaber Adolf Hitler Sieg-Heil! Gez. Hermann Göring. Semesterschlußkundgebung der Prager Deutschen Studentenschaft Prag, 21. März. (DNB.) Zum ersten Male auf dem Boden des Deutschen Reiches und zum ersten Male unter offizieller Anwesenheit der Vertreter des Staates, der Armee und der Partei veranstaltete die Deutsche Studentenschaft in Prag am Montag eine Kundgebung, mit der sie die Arbeiten in diesem ereignisreichen Semester beendete. Standortführer Zuber legte die politischen Aufgaben der deutschen Studenten in Prag dar Jetzt beginne ein neues Zeitalter für die Prager Studenten. Sie ständen auf dem Boden des Reiches wfe zur Zeit der Gründer der deutschen Universität in Prag. Gaustudentenführer ^-Sturmbannführer Dr. M e k - kel führte aus, er habe das große Glück gehabt, den Dank des Führers für die Leistung und den Einsatz der Prager Studenten zu empfangen. Oie große Volkskundgebung in Memel. W W Unter gewaltiger Teilnahme der memeldeutschen Bevölkerung fand in Memel die Einweihung des wiederaufgerichteten Denkmals Kaiser Wilhelms I. statt, das vor 16 Jahren von litauischen Frevlerhänden gestürzt wurde. Im Anschluß an die Feier nahm der Führer der Memeldeutschen, Dr. Neumann, den Vorbeimarsch der Kriegerkameradschaft und der übrigen Verbände ab. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Prager Parlament aufgelöst. Bildung einer tschechischen Einheitsfront. Prag, 21. März. (Europapreß.) Das Abgeordnetenhaus und der Senat der Nationalversammlung wurden am Dienstag a u f g e l ö st. Präsident Hacha hat diesen Beschluß in einem Schreiben dem Vorsitzenden der Regierung zur Kenntnis gebracht. Die Auflösung war schon seit Tagen erwartet worden. Das Parlament war im Jahre 19 35 gewählt worden und zählte zuletzt nur noch einen Teil der verfassungsmäßigen 300 Abgeordneten und 150 Senatoren. Die Beratungen zur Bildung einer neuen tschechischen Einheitspartei wurden am Dienstag insofern beendet, als Dr. Hacha einen „Ausschuß der nationalen Volksgemeinschaft" ins Leben gerufen hat, dem u. a. Dr. Lobkowitz, Dr. Matschet und der tschechische Volkswirtschaftler Dr. Schwarzenberg angehören. Der Präsident hat diesem Ausschuß den Auftrag erteilt, in kurzer Zeit alle tschechischen politischen Schichten sowie alle Einzelpersönlichkeiten in einer Einheitsbewegung zusammenzufassen. Zur Auflösung des Prager Parlaments schreibt der Pressechef der Nationalen Einheitspartei, Rudolf Halik, u. a.: „Wir hatten ein zweifaches Erbe übernommen: ein staatliches und ein nationales. Dos erste haben wir verloren, das zweite bleibt uns unversehrt. In vielem müssen wir uns ändern und umerziehen." Im Hinblick auf die wüste Pressehetze der einstigen Beyesch-Freunde im Westen erklärt Halik mit besonderem Nachdruck: „Wir haben in folgender Weise zu entscheiden: volles Vertrauen in uns selbst und Mißtrauen gegen alle anderen, die im vergangenen Herbst ihr wahres Antlitz gezeigt haben. Diesen Ausländern waren wir nur dazu gut, uns zu opfern. Sie sprachen von unserer Souveränität und Freiheit, diktierten uns aber das, was ihnen gerade in den Kram paßte. Sie führten uns zu der unsinnigen Auffassung, daß wir f ü r den Kampf mit'dem Nachbarn voraus- be stimmt seien. Sie waren bereit, uns'zu opfern, damit ihr Opfer kleiner und ihr Gewinn größer werde. Nach ihrem Diktat haben wir Milliarden, die von den Händen der Arbeiter und Bauern schwer verdient wurden, zur Unter- stützung ihrer Großmachtgelüste geopfert. Für uns hatten sie nur Versprechen, die sie in einer Weise brachen, die ihre wahren Pläne enthüllte. Wirtschaftlich haben sie uns vernichtet, kulturell auf Abwege geführt und politisch zu Träumereien verleitet, die das Leben korrigiert hat. Vergessen wir doch nicht die Tage nach München und unsere Ansichten über jene, die uns auf Irrwege geführt haben. Weist darum unaufrichtiges Mitleid zurück, das absichtlich zu uns eingeschmuggelt werden könnte. Die alte politische Orientierung ist to t." In dem gleichen Augenblick, wo französische und englische Blätter über' die Lage und die Zukunft Böhmens und Mährens das Blaue vom Himmel herunterlügen, stellt die tschechische Presse sachlich fest, daß dem tschechischen Volke aus der Eingliede- rung nur wirtschaftliche Vorteile erwachsen können. So schreibt , A-Zet", die industrielle und landwirtschaftliche Produktion erweitere ihr inneres Absatzgebiet um das 15 fache. Dies bedeute praktisch, daß viele Zweige der Industrie und auch der Landwirtschaft wieder voll arbeiten werden. Das Blatt spricht weiter die Hoffnung aus, daß durch die Angliederung an das Reich neue Grundlagen für d i e Sozialpolitik in Böhmen und Mähren geschaffen werden. Zusammenbruch einer Hetze. Bukarest, 21. März. (DNB.) Das Blatt des Außenministers Gafencu „Timpul" befaßt sich mit den bekannten von England aus verbreiteten Gerüchten über ein angebliches deutsches Ultimatum an Rumänien. Die Zeitung schreibt u. a.: „Wir müssen mit striktester Entschlossenheit die fortwährend in Umlauf gesetzten Gerüchte z u - rückweisen, die keinerlei Grundlage haben und die ein alarmierendes Element darstellen. Die Lage rechtfertige solche Alarmnachrichten keineswegs. Das Blatt erinnert dann an die offiziellen Dementis, die von deutscher und rumänischer Seite sofort den Gerüchten über ein Ultimatum folgten. „Beide Regierungen zeigen in ihren Erläuterungen, daß es sich in Wirklichkeit nur um normale Verhandlungen zur Organisierung der Handelsbeziehungen handelt und daß diese Verhandlungen, die seit längerer Zeit dauern, weder ihrem Inhalt noch ihrer Form nach die gewohnten Verhandlungen zwischen Staaten überschreiten. Rumänien würde unter keinen Umständen eine Beeinträchtigung seiner Unabhängigkeit, sei es auf politischem, sei es auf wirtschaftlichem Gebiete dulden, nm so mehr ist aber unsere Regierung entschlossen, in Ruhe ihre Verständigungspolitik ortzusetzen bei Beachtung der Lebensnotwen- ügteiten aller Staaten." Die rumänische Regierung, o schreibt das Blatt, stehe der außenpolitischen Lage mit voller Ruhe und der festen Absicht zur Wahrung aller Rechte und Interessen des Landes entschlossen gegenüber. Sie halte sich die realen Elemente der internationalen Lage dabei vor Augen. Um so schärfer müßten aber die widersprechenden falschen Gerüchte abgelehnt werden, die in der letzten Zeit immer wieder umgelaufen seien und nur dazu geeignet wären, die ohnehin kritische Lage noch mehr auf die Spitze zu treiben. Wie das Ungarische Telegraphen-Korrespondenz- büro meldet, wendet sich die zuständige ungarische Stelle scharf gegen eine Reutermeldung aus' Bukarest, die das Märchen von der „baldigen Rückkehr sieb en bürg sicher Städte" und der „baldigen Wiedervereiniaung der abgetrennten ungarischen Minderheit mit dem Mutterlande" aufgetischt hatte. Es wird energisch festgestellt, daß diese englische Meldung eine jener frei erfundenen und verwirrenden Nachrichten ist, die von gewissen Nachrichtenaaenturen und Blättern besonders in den letzten Tagen zu durchsichtigen Zwecken in großer Zahl ausgestreut werden. Jeder Hörer habe im übrigen, so wird weiter von zustän- dlger ungarischer Seite erklärt, ohne Mühe aus den Sendungen des ungarischen Rundfunks die völlige Haltlosigkeit der englischen Behauptungen feftstellen können. Auch Gafencu selbst Dementiert. Istanbul, 22. März. (DNB. Funkspruch.) Die Istanbuler Zeitung „Cüenhuryet" veröffentlicht eine Unterredung mit dem rumänischen Außenminister Gafencu, der sein Erstaunen über die Meldung von dem angeblichen Ultimatum an Rumänien äußerte und erklärte, daß es gar kein solches Ultimatum gegeben habe und daß der Londoner rumänische Gesandte deswegen zur Berichterstattung nach Bukarest gerufen worden sei. Gafencu schilderte den völlig normalen Verlauf der deutsch-rumänischen Wirtschaftsverhandlungen, die keinen Anlaß zu den bekannten Darstellungen in einem Teil der Weltpresse geben könnten. Eine außerordentliche Tagung des Rates der Balkan- Entente sei keine eilige Angelegenheit, weil keinerlei Befürchtungen vorlägen, die sie rechtfertigen würden. Keine VeistanDsverpslchlung Moskaus. Ein Houserenzvorschlag von England abgelehnt. Moskau, 21. März. (DNB.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion teilt mit: „Die Auslandspresse verbreitet das Gerücht, daß die Regierung der Sowjetrepubliken kürzlich Polen und Rumä- ’nien das Angebot seines Beistandes gemacht habe für den Fall, daß diese Länder das Opfer einer Aggression werden würden. „TASS" ist zu der Erklärung autorisiert, daß diese Nachrichten nicht der Wahrheit entsprechen. Weder Polen noch Rumänien haben um die Hilfe der Sowjetregierung nachgesucht, und haben diese Regierung auch von keiner Gefahr unterrichtet, die sie bedroht. Wahr ist, daß die britische Regierung am 18. März der Sowjetregierung mitteilte, es bestände ernstlicher Anlaß, einen Gewaltakt gegen Rumänien b e f ürch ten zu müssen, und anfragte, welchen Standpunkt die Sowjetregie- rung in diesem Falle einnehmen werde. In Erwiderung auf diese Frage schlug die Sowjetregierung die Einberufung einer Konferenz der am meisten interessierten Staaten vor, besonders Großbritannien, Frankreich, Polen, Rumänien, der Türkei und Sowjetrußland. Eine solche Konferenz würde nach Ansicht der Sowjetregierung die beste Möglich, feit zur Aufklärung der Lage ergeben und den Standpunkt aller Teilnehmer feststellen. Jedoch fand die britische Regierung, daß dieser Vorschlag verfrüht sei." Keine Neigung zu einer Kriegsallianz. Amsterdam, 22. März. (Europapreß.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" beschäftigt sich mit der englischen Suche nach Bundesgenossen und schreibt u. a., zweifellos handele es sich bei den englischen Bemühungen um nichts anderes als eine mögliche Kriegsallianz, wobei in allen Ecken Europas nach Bundesgenossen g es u ch t werde. Das Blatt kennzeichnet dann die Aussichtslosigkeit der englischen Bemühungen bei den kleinen Staaten, die sich in Genf vom Artikel 16 losgesagt und für die Neutralität entschieden hätten. Anscheinend fei man in London auch schon davon überzeugt, daß man sich in dieser Richtung bei den kleinen Staaten keine Miche zu geben brauche, denn ihre Weigerung zur Teilnahme an einer solchen Allianz dürfte von vornherein festftehen. Auch das „Algemeen Handelsblad" lehnt die englischen Bestrebungen ab und schreibt, die politische Aktion, die England jetzt einleite, sei bestimmt nicht die eleganteste. Kein einziger westeuropäischer Demokrat verhehle sich, daß aus einem Bündnis mit Sowjetrußland Folgerungen entstehen könnten, die noch nicht abzusehen seien. Zurückhaltung in Washington. Washington, 21. März. (DNB.) In der Erwartung, neuen „Stofs" für die Hetze gegen Deutschland zu erhalten, versammelten sich Dienstag mittag Pressephotographen, Wochenschau-Fllmleute, Rundfunkansager und etwa 50 Journalisten im Sitzungssaal des Staate Departements, um eine Erklärung der amerikanischen Regierung über die tschechische Frage zu hören. Zu ihrer Enttäuschung tarnen sie jedoch nicht auf ihre Kosten. Unterstaatssekretär Welles erklärte erneut mit größter Bestimmtheit, daß sich Amerika weder an einer Konferenz über tschechische Fragen beteiligen werde, noch mit irgendeiner anderen Regierung Meinungsaustausch darüber gepflogen habe. Wenn der englische Botschafter bei ihm vorgesprochen habe, so lediglich, um Erkundigungen einzuziehen, nicht aber um Ansichten auszutauschen oder Beratungen zu führen. Bekräftigung der Achse. Eine Entschließung des Großen Rats des Faschismus. Rom, 22. März. (DNB.) Der Große Rat des Faschismus hat nach einem eingehenden Bericht Mussolinis über die internationale Lage und einer Aussprache, an der sich Außenminister (Siano, Balbo, de Bono, de Vecchi, Grandi, Farinacci, Bottai und Starace beteiligten, folgende Entschließung amienommen: Der Große Rat des Faschismus erklärt angesichts der Drohung mit der Bildung einer dem Bolschewismus verbündeten Einheitsfront der Demokratie gegen bie autoritären Staaten — einer Einheitsfront, die nicht Friedens-, sondern K r i e g s b r i n g e r ist —, daß die Vorgänge in Mitteleuropa ihren Ursprung im Versailler Vertrag haben, und bekräftigt gerade in diesem Augenblick feine volle 3u ft immun/ zur Politik der Achse Ro m—B e r I i n." Zu Beginn der Sitzung wurde eine Entschließung angenommen, in der der für die Bewegung gelob lenen Mitglieder der alten Garde gedacht und im Hinblick auf die bevorstehende 20. Jahrestagung der Gründung der Faschistischen Kampfbünde der Leitsatz des Faschismus „Glauben, Gehorchen, Kämpfen!" bekräftigt wird. Oer französische Staatsbesuch in London. London, 21. März. (Europapreß.) Der französische Staatspräsident und Frau Lebrun trafen am Dienstag um 15 Uhr im Sonderzug, von Dover kommend, auf dem Victoria-Bahnhof in London ein. Zur Begrüßung der Gäste waren auf dem Bahnsteig das englische Königspaar, die königliche Familie, die Herzogin von Gloucester, das Herzogspaar von Kent und das gesamte eng* lijche Kabinett unter Führung Chamberlains erschienen. König Georg schüttelte dem Präsidenten- paar die Hände und hieß es auf englischem Boden willkommen. Nach der Begrüßung schritt das Königspaar mit seinen Gästen durch die Bahnhofshalle zum Ausgang. Hier intonierte die Musikkapelle eines Garderegiments die Marseillaise. In den goldenen Staatskarossen fuhren dann die Gäste durch die festlich geschmückte Straße zum Buckingham-Palast, stürmisch von der Menge umjubelt. In der Begleitung des Präsidenten Lebrun befindet sich der französische Außenminister Bonnet. Der erste Empfang des Präsidentenpaares auf englischem Boden hatte in Dover stattgefunden, wohin der H e r z o g von G l o u c e ft e r als Vertreter seines königlichen Bruders den hohen Gästen entgegengefahren war. Präsident Lebrun und Frau wurden am Nachmittag von der Königin- Mutter Mary empfangen. Anschließend weihte Staatspräsident Lebrun das neue französische 3 n ft i t u t in London ein. Abends gab der König im weiß-goldenen Prachtsaal des Buckingham-Palastes zu Ehren der französischen Gäste ein Bankett. 195 Gäste waren geladen worden. Außer der königlichen Familie sah man zahlreiche Mit- glieder der englischen Regierung und viele Angehörige des Diplomatischen Korps mit ihren Damen. Außenminister Lord Halifax hatte am Dienstag eine längere Unterredung mit dem französischen Außenminister Bonnet, in deren Verlauf die politische Lage eingehend erörtert wurde. Japanische Offensive in der Provinz Tschekiang. Schanghai, 22. März. (Europapreß.) Die soeben hierher gemeldete japanische große Offensive in der Provinz Tschekiang südlich des Jangtse wird als das größte japanische Unterneh- men seit dem Vormarsch zur Einnahme von Han - kau angesehen. Die Gesamtstärke der eingesetzten japanischen Truppen wird geheimgehalten, doch will man wissen, daß Verbände aus Nordchin« und eine beträchtliche Flottenmacht zusam - mengezogen worden seien. Am Dienstag per- ließen japanische Truppen in nicht weniger als •60 Transportschiffen Schanghai, um an einem Punkt iber südchinesischen Küste gelandet zu werden. Ein Attentat auf Wang Tschingweih? Schanghai, 22. März. (Europapreß.) Einer mach unbestätigten Meldung aus Hanoi in Fran- Misch-Jndochina zufolge soll am Dienstag auf den ehemaligen chinesischen Ministerpräsidenten Wang Tschingweih, der vor mehreren Monaten aus der Kuomintang-Partei wegen seiner Friedens-Fühlungnahme mit Japan ausgeschlossen wurde, in Hongkong ein Attentat versucht worden sein. Drei Chinesen, die in seine Wohnung eindrangen, verwundeten mehrere Anwesende. Wang Tschingweih sei unverletzt geblieben. — In der internationalen Siedlung von Schanghai wurde ein Beamter der Nankinger Erneuerungs-Regierung von chinesischen Terroristen am Dienstag in seinem Hotel e r- mordet. Zusammenfassung aller Kräfte. Dr. Ley spricht zum Führerkorps der Partei. Sonthofen, 21. März. (DNB.) Reichsleiter Sr. Ley, der auf der Ordensburg Sonthofen vor »en Hoheitsträaern der Partei sprach, nahm Ge- .egenheit, im Beisein des Reichsleiters Buch dem politischen Führerkorps anhand ausgestellter Modelle die neue Uniform und die Rangordnung mr die Politischen Leiter der NSDAP, zu erklären. Die _neuc schlichte, aber zweckmäßige und dennoch epräsentativ wirkende braune Uniform sowie die reue Rangordnung werden zu einem späteren Terrain eingesü'hrt werden. Ausgehend von den Fragen der aktuellen Politik, on den letzten Ereignissen am politischen Horizont «er Welt stellte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ■Kinn in den Mittelpunkt seiner Rede Ausführungen der den Einfluß und die Bedeutung unserer Welt- mschauung, die schon heute, nach wenigen Jahren yrer staat spott tischen Verkörperung, die Stellungnahme jedes einzelnen erfordere. Klar zeigte Dr. 'ey die Hintergründe des augenblicklichen Verhaltens der Großmächte auf, Äe ihr seltsames Spiel solange zu tarnen versucht xitten. Wir sollten nicht vergessen, daß die deutsche Seschichte älter und die deutschen kulturellen Lei- nmgen nachhaltiger für die Entwicklung der Weltgeschichte gewesen seien als z. B. die englischen. Erst -Hs Deutschland sich wegen innerer Auseinander- tzungen stritt und zerfleischte, habe England mit !$r ihm eigenen Methode sich an den Ausbau seines Imperiums gemacht. Das deutsche Volk und seine ührung von heute hätten aber aus ihrer gro- > en Geschichte gelernt und seien bereit, diese Erkenntnisse bei den künftigen Entscheidungen in Rechnung zu stellen. Nachdem der Reichsorganisationsleiter die Fron- t e n st e l l u n g in den von den Juden beeinflußten Mächten klar aufgezeigt hatte, ging er auf die Kirch e n f r a ge ein, wobei er sich scharf gegen den von interessierter Seite erhobenen Vorwurf der Gottlosigkeit des Nationalsozialismus wandte. „Unsere Feinde in der Welt", so betonte Reichsleiter Dr. Ley, „hassen uns nicht, weil wir gottlos sind, sondern deshalb, weil sie wissen, daß jeder Nationalsozialist im tiefsten Grunde seines Herzens die ewigen Gesetze der göttlichen Schöpfungskraft bejaht und danach handelt, ohne sich von politischem Konfessionalismus beirren zu lassen. Dr. Ley zeigte weiterhin auf, wie das schaffende Deutschland seinem Führer mit seiner Arbeitskraft fernen Dank abstatte. Das Volk liebe Adolf Hitler, weil es sich bei ihm geborgen fühle. Dieses Gefühl der Geborgenheit für alle Zeiten zu erhalten, sei die Hauptaufgabe der Partei. Deshalb müsse sie alles tun, um den deutschen Menschen in seinem alltäglichen Leben umfassend zu betreuen. Abschließend nahm der Reichsvrganisattonsleiter zu der organisatorischen, propagandistischen und schulungs- mäßigen Vorbereitung und Durchführung des großen Zieles der deutschen Zukunft Stellung. Die Einheit und Zusammenfassung aller Kräfte der Bewegung, vor allen Dingen i n d e n Ortsgruppen, müsse unter der einheitlichen Leitung des Hoheitsträgers sichergestellt werden. Dr. Ley, der sich mit dieser Rede kurz vor Antritt seiner geplanten Reise nach Italien von den führenden Politischen Leitern der Partei! verabschiedete, konnte den Dank des Führerkorps aus den Gauen und Kreisen in stürmischen Beifallskundgebungen entgegennehmen. Das neue KdF.-Gchiff „Robert Ley". Das neue KdF.-Schiff „Robert Ley", von den .wwaldtwerken in Hamburg erbaut, sicht vor seiner s'sten Ausfahrt. Bei einer Besichtigung des stolzen Schiffes, das der Führer selbst als die „Bremen V=. deutschen Arbeiters" bezeichnete, zeigte es sich, tiß der Urlauber alle Vorzüge, die der „Wilhelm lmstloff" hat, auch aus dem neuen KdF.-Schiff fin= tüt. Darüber hinaus hat das neue KdF.-Schiff e in -durchlaufendes Deck mehr, und der Zih e a t e r f a a l ist durch das darüberliegende ZLotsdeck hindurchgebaut und hat eine schöne breite (nlerie erhalten, die diesem Raum ein ausgesucht s itliches Gepräge gibt. Auch im großen F e st f a a l st findet sich ein Durchbruch nach dem darüberliegen- bn Deck. Das neue KdF.-Schiff kann insgesamt fast 1 1'000 Urlauber aufnehmen. Mit seinen 25000 Brutto- rgiftertonnen, einer Länge von 204 Meter, einer Breite von 24 Meter und einer,Seitenhöhe von fast 2: Meter wird eine gesamte Decksfläche von rund 500 Quadratmeter erreicht. Die zwei- und vierbetti- p Kabinen gehen sämtlich nach außen. I «ge haben eine bequeme Wohnecke mit Tisch, Sofa ull» Sesseln; fließendes warmes und kaltes Wasser i sicht zur Verfügung. Ein besonderer Raum ist für I bi HI. und BDM. vorgesehen. Lln Gesellschastsräumen sind vorhanden: zwei rp eise s ä l e mit dazwischenliegenden Küchen- und Lirtschaftsräumen, ein Wintergarten, zwei kkinere und eine große Laube, ein Theatersaal ndt Durchbau nach dem darüberliegenden Cafe, irl) ferner eine mit zahlreichen Geräten eingerichtete Cvorthalle. Ein Personenfahrstuhl führt vom ! Sinnendeck zum Schwimmbad, das in Hellem jnundttchen Mosaik gehalten ist. Im Innern sind väschiedene Derkaufsläden für Gebrauchsgegen- l'tmibe, Frifeursalons usw. vorgesehen. Ferner stehen b \% Suche ab 16. April für 4-6 Wochen 2 gut möbl. Zimmer (Wohn- und Schlafzimmer) mit Badbenutzung, in gut. Gegend. Schr. Ang. mit Preisangabe unt. 2051D an den Gießener Anzeiger. Donnerstag, 23. März 1939, nachmittags 2 Uhr,versteigere ich an Ort u. 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Im offenen Frauendoppel waren die Sudetendeutschen Hein-Müller/Oechsner erfolg- reid). Acht Meistertitel im Motorsport. Im deutschen Motorsport werden in diesem Jähre acht Meistertitel vergeben, je drei für Motorräder und Sportwagen in den entsprechenden Klassen (Bis 250, 350 und 500 ccm bzw. bis 1100, 1500 und 2000 ccm) sowie in der Straßen- und Bergmeisterfchaft für Rennwagen ohne besondere Unterteilung des Zylinderinhalts. Für Motorräder und Sportwagen werden Zum Zwecke der Belebung des Spielverkehrs im Handball hat sich die Kreisspielleitung entschlossen, eine Pokalrunde auszuschreiben, an der alle Mannschaften (mit Ausnahme der Jugend) beteiligt sind. Die Paarungen der Borrunde, die nachstehend veröffentlicht werden, sind auf dem Grundsatz der Zweckmäßigkeit aufgebaut und berücksichtigen die Tatsache einer notwendigen Werbung. Spielstarke Mannschaften der oberen Klassen kommen überall dort zum Einsatz, wo das Interesse etwas nachgelassen hat. liebet die Durchführung ist kurz zu sagen, daß jeweils die unterlegene Mannschaft ausscheidet, während der Sieget eine Runde weiterkommt. Die Paarungen der 1. und 2. Zwischenrunde sowie der Vorschlußrunde werden ausgelost, das Endspiel um den Wanderpreis des NSRL.-Kreisführers kommt auf dem Kreissest zum Austrag. Damit besteht also auch Gelegenheit, das Fachamt Handball in entsprechender Weise in die Vorführungsfolge einzuspannen. Das Interesse, das dieser neuen Sache im ganzen Kreisgebiet entgegengebracht wird, ist außerordentlich groß. Damit steht fest, daß auch der Erfolg nicht ausbleiben kann. Die Vorrunde wird am 16. 4., die erste Zwischenrunde am 30.4., die zweite Zwischenrunde am 14. 5. und die Vorschlußrunde am 28. 5.1939 ausgetragen. &taM zu kaufen gesucht fünf Rennen als Meisterschaftsläufe gewertet, für die Straßenmeisterschaft der Rennwagen find drei und für die Bergmeisterschaft zwei Rennen vorgesehen, wobei in der Rennwagenklasse die Teilnahme an allen Läusen zur Vorbedingung für die Wertung eines Fahrers gemacht.wird. Für die drei ersten Plätze werden jeweils 5, 3 und 1 Punkt vergeben. — Die Meisterschaftsläufe sind: Motorräder (bis 250,350 und 500 ccm): lü.April: Eilenriederrennen; 7. Mai: Hamburger Stadtparkrennen; 21. Mai: Eifelrennen; 13. August: Großer Preis von Deutschland; 15. Oktober: Kurpfalzrennen bei Hockenheim. Sportwagen (bis 1100, 1500 und 2000 ccm): 7. Mai: Hamburger Stadtparkrennen; 21. Mai: Eifelrennen; 9. Juli: Rund um Schotten; 6. August: Großer Bergpreis von Deutschland: 15. Oktober: Kurpfalzrennen bei Hockenheim. Rennwagen (Straßenmeisterschaft): 21. Mai: Eifelrennen; 23. Juli: Großer Preis von Deutschland; 17. September: Rundstreckenrennen bei Wien. Rennwagen (Bergmeisterschaft): 14. Mai: Höhenstraßenrennen bei Wien; 6. August: Großer Bergpreis von Deutschland. Lagerarbeiter mit Führerschein Kl. 3 u. Kenntnissen i.Wagenpflege sofort gesucht. Möbl. Zimmer von berufstätig, jüngerem Mann sofort zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. mitPreis unter 2063D an ch Gieß. Anzeig. [Stellenangebote Seelachs-Filet ohne Gräten, 500 g 40 pf Kahliau-Filel ohne Gräten, 500g 45 pf. fi0ll!barSCh-FiletohneGrät5(K)S52Pf. Bitte verlangen Sie unsere kostenlosen Rezepte! __ 2064 A Neue Auslandsstarts der Schiläufer. Am kommenden Wochenende wollen mehrere deutsche Schiläufer noch einmal im Ausland ihr Können zeigen. Falls die jugoslawische Schanze in Ratege Planica genug Schnee aufweist, wird eine Reihe von Springern dorthin entsandt. Es würde sich hierbei um Weltmeister Josef Bradl, Gregor Höll, Sepp Klingler (Kitzbühel), Rieger (Leoben) und einige Kärntener handeln. Walter Clausing jGarmisch), Albert Pfeifer und Josef Pertsch beteiligen sich am Samstag an einem internationalen Abfahrtsrennen in Auron in den französischen Alpen und treffen dabei auf die besten Franzosen und Schweizer. Schließlich wird am Samstag und Sonntag in Abetone (Italien) ein Riesentorlauf veranstaltet, an dem Eberhard Kneißl (Sölden), Karl Feix und Schwabl (Kitzbühel) teilnehmen werden. St. Moritz wünscht olympischen Schilauf. Die 5. Olympischen Winterspiele in St. Moritz werden — wie nunmehr endgültig feststeht — vom 3. bis 11. Februar 1940 ausgetragen. Wie wir weiter dazu erfahren, haben die Schweizer die Hoffnung aufgegeben. Sie sind trotz der Ansetzung der Schiweltmeisterschaften nach Oslo entschlossen, die Veranstaltung olympischer Schiwettbewerbe in St. Moritz doch noch zu ermöglichen. Sie werden in Kürze entsprechende Schritte unternehmen. Schmeling wieder kampfbereit! Max Schmeling stellte sich in Berlin noch einmal zu einer Nachuntersuchung seiner im Kampf mit Joe Louis verletzten Niere bei Professor Gohrbrand vor, der ihn nach seiner Rückkehr aus USA. in Berlin behandelte. Professor Gohrbrand faßte das Urteil über den Gesundheitszustand des Exweltmeisters dahingehend zusammen, daß einer Betätigung Schmelings im Ring nichts mehr im Wege steht. Dreimal Henkel in Bordighera. Nach dem mäßigen Abschneiden unseres Spitzenspielers Henner Henkel bei den ersten Tennisturnieren an der Riviera hat der Berliner in Bordighera seine wahre Form gefunden. Im Männereinzel schlug er im Endspiel den Jugoslawen Puncec sehr sicher. Jetzt r ! 3 2 tüchtige Zeichner für Tiefbau-Abrechnnngszeich- nungen sofort in Dauerstellung gesucht. Offerten mit Angabe der bisherigen Tätigkeit nebst Zeugnisabschriften und frühest. Die Paarungen: Tv. Dornholzhausen — Tv. Hörnsheim Tv. Atzbach — Tv. Heuchelheim Tv. Grüniugen — Mtv. Gießen Tv. Dillenburg — SA. Niederscheld Tv. Krofdorf — W.-Niedergirmes Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim Tv. Hochelheim — Tv. Lützellinden Tv. Katzenfurt — MSV. Barbara Gießen Tv. Londorf — Luftwaffe Gießen Tv. Holzheim — SA. I. 33 Wetzlar Tv. Hausen — VfB.-R. Gießen Tv. Lich — Sp.-V. 1900 Gießen Tv. Nauborn — Tv. Wetzlar Tv. Ewersbach — Tv. Mandeln. ©er Tabellenstand der Basletballrunde 1938/39. Die Pflichtrundenspiele der Gruppe Gießen sind beendet. Sieger wurde Mtv. Gießen, der auch durch den Endsieg über den Sieger der Gruppe Kassel MSV. Hofgeismar Gaumeister des Gaues Hessen wurde. In folgendem Tabellenstand sind die Spiele II. Nachtragshaushattssahung der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1938. Auf Grund des § 88 Absatz 1 in Verbindung mit § 86 Absatz 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (RGBl. I S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren für das Rj. 1938 folgende II. Nachtragshaushaltssatzung bekanntgemacht: §1. Der Nachtragshaushaltsplan wird im ordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 6815721,77 RM. gegenüber 6729521,77 RM. Einnahmen im ordentlichen Haushaltsplan, in den Ausgaben auf 6815721,77 RM. gegenüber 6729521,77 RM. Ausgaben im ordentlichen Haushaltsplan und im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Einnahmen auf 2508429,— RM. gegenüber 2304529,— RM. Einnahmen im außerordentlichen Haushaltsplan, in den Ausgaben auf 2508429,— RM. gegenüber 2304529,— RM. Ausgaben im außerordentlichen Haushaltsplan festgesetzt. totter für Lastwagen f. gleich oder später oderAnsbilsefür sofort gesucht. Führerschein 2 bevorz. Schriftliche Angebote unt.0!423 an den Gießener Anzeiger. Erste Referenzen Herren-Bekleidungshaus ADOLF MÖHL KG., Gießen, Marktplatz Vertrags-Schneiderei des Standortes Gießen Maß-Kleidung Ansprüche Zivil und Uniformen für Kurz- uni» Langhaar-Frisieren zwecks Meisterprüfung gesucht. 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Der Nachtragshaushaltsplan liegt gemäß § 88 Absatz 1 in Verbindung mit § 86 Absatz 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 23. bis 30. März 1939 im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 10, öffentlich aus. Gießen, den 21. März 1939. 2045D Der Oberbürgermeister. Ritter. gegen das NSKK. nicht berücksichtigt, da die Mannschaft außer Konkurrenz teilnahm. stnentsch. Edgar BORRMANN5: Gießen, Neustadt 5-7. Ruf 4165 u. 4156 Keine Zenqnisse in Urschrift icnDern nur Zeugnis- obidiriften Dem Be- werbungsichreiben beilegen - Lichtbilder undBewerbunnsunter. Alflen mühen ,ur Wernt eibung von Verlusten auf Der iRücffeite flamen und -Anschrift des BewerverS tränen l Jünger Blragehille für Auto-Reparatur - Werkstatt gesucht. Schriftliche Angebote unter 01405 an den Gießen. An- zeiger erbeten. Wetterbericht lieber Südostengland liegt eine neue Teilstörung, die sich in östlicher Richtung verlagert und unserem Gebiet neue Niederschläge bringen wird. Da die einströmenden Luftmassen jetzt wärmer sind, werden die Niederschläge auch m höheren Lagen allmählich in Regen übergehen. Der unbeständige Wettercharakter bleibt im ganzen zunächst erhalten. Vorhersage für Donnerstag: Meist stärker bewölkt, weitere Niederschläge, meist in Form von Regen, ansteigende Temperaturen, westliche bis nodwestliche Winde. Vorhersage für Freitag: Weiterhin unbeständig. ___________________J Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitäts. druckerei N. Lange, K -G, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur £eü ift Preis. liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Nachlässe von z dt» 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Ameig» | VermietungeiT] 3n Wieseü schöne 3-Mg. (Neubau) sofort zu vermieten. Angebote unter 2047V a.d.G.A. Neuzeitliche 3-Zim Wohnfl mit Manfardeir- zirnrner, Gas, Bad und Zubehör zum 1. April zu vermieten. Angebote inner 2053V q.d.G.A. , Sofort oder- später eine 3-Zimm.-Wohnung mit 2 Mansard. zu vermieten. Näheres 01420 Klein-Linden, Frankfurter Straße 166. In einem groß. Orte bei Gießen (Bahnstation) 2-ü schöne Zimmer und Küche an einen ruhigen Mieter zu nenn. Schr. Ang. unt. 2056D a.d.G.A. | Mietgesuctie~| 3-4-3immer- lvohNilg sofort ob. später zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote u. 01394 an den Gießener Anzeiger erbet. Beamten-eöeDaor sucht für sofort ober später eine Schriftliche Angebote u. 01404 an den Gießener Anzeiger erbet. Amtsgericht Gießen W. M. in Wiesbaden erhielt einen Strafbefehl über drei Wochen Haft wegen Verweigerung der Unterhaltspflicht. Er hat feit dem 8. August 1938 nicht für sein uneheliches Kind gesorgt, so daß fremde Hilfe (Jugendamt) eingreifen mußte. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde ihm nachgewiesen, daß er zahlen konnte und doch seiner Verpflichtung nicht nachkam. Der Angeklagte ist geständig und überführt. Es blieb bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe. WsWA nicht unter 18 Jahr., möglichst vom Lande, zum , baldigen Eintritt gesucht. 01402 Schmidt Grünberg. Str.! Tüchtig., zuverl., ehrliches, älteres Mädchen das kochen und alle Hausarbeit, übernimmt, in frauenlosctr Ge- schäftshaushalt baldigst gesucht. Schr. Ang. unter 01412 a.d.G.A. Suche zum 1.4. sauberes, ehrl. 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Nun ist sie auf einmal wieder Ida. freudig und mächtig überwältigt mich das alte Gefühl von ihrem Anblick, ich stehe auf der Moldau- lürücke und sehe hinab in die strömenden Wasser, nvinke hinauf zu der stolzen Burg und streichle dem satten Nepomuk die steinerne Zehe rote einst. Prag, du stolze, ich liebe dich! Jetzt darf ich es wieder sagen, hunderttürmige, darf wieder unbeschwerten Fußes über die alten Treppen hinauf ßum Hradschin steigen, ungeduldiger Erwartung voll, 2ich wieder mit den Augen zu umfassen von dort ivben, mir die oft geträumten Konturen deiner Türme und Dächer wieder einzuprägen, wie du !Did) hinschmiegst an den Strom. Weithin dehnst 3u dich bis zum Horizont, dessen weiche Hügelwellen dich umfassen, während dich zärtlich der weit gezogene Arm der Moldau umfaßt, deren schimmerndes Band, zweimal gebrochen durch blitzende Stauwehre, erglänzt. Langsam schlendere ich von der Karlsbrücke, dem Meisterwerk Peter Parkers, deren Vorgängerin im frühen Mittelalter nach der thüringischen Prinzessin Iudithbrücke hieß, zur „ K l e t n s e i t e " hinüber. Am Palais des Wallen st einers, nn den schweigsamen Barockfassaüen alter Adels- valäste, deren von Schwarzenberg und Pappen- neim, die das Gewirr der Gassen und Gäßchen wuchtig unterbrechen, an mittelalterlichen Bürger- üäufern und an Renaissancehöfen, den „Durch- läusern" Prags, vorbei zieht es mich zum Fuße :ie r Treppe, deren 219 Stufen bis an den tz r a d s ch i n hinaufführen. Sorgsam zähle ich Stufe ijür Stufe, wie ich es damals tat, wiederum spüre ch das ehrwürdige Alter dieses Aufganges an den illsgewetzten Steinen, über die die Menschen durch ISahrhunderte emporstrebten, ich wende mich nicht im, weil ich die Größe und Schönheit des Augen- Ilickes nicht vorweg nehmen will. Endlich stehe ich auf dem weiten, feierlichen Platz wr dem Eingangstor zur Prager Burg mt) bin erstaunt und froh über das Leben das .nablässig unter dem prächtigen schmiedeeisernen Logen zwischen den mächtigen Barockpfeilern hin- rrömt Wie bewegt, wie anders ist dies Bild als Gamals, wo ich durch stille weiträumig^ Höfe chritt! Deutsche Posten prüfen heute eines jeden Begehr, ich werde durchgelassen und durchquere den innenhof vor dem Veitsdom, diesem Mei- serstück Peter Parlers aus Schwäbisch-Gmünd, der |! lie Schönheit der Burg wie ein kostbares Diadem Derragt und krönt. Wieder stehe ich in dem mäch- j io gen merkwürdig kahlen Kirchenschiff des Domes, Isr — ursprünglich unvollendet — erst im dritten | ioahrzehnt dieses Jahrhunderts in hochgotischem Stil ,u Ende gebaut wird. Dann sehe ich aus dem Fenster im Erker der ilten Reichskanzlei, die Kaiser Karl IV., Prags fwßter Bauherr, von Mainz nach Prag holte, hinab auf die im Abendschein schimmernde Stadt Ich i -rsche im Gewirr der Gassen wie in einem Antlitz nach bekannten Zügen: dort ragt die T e y n - । k rche, Hauptkirche der Deutschen, da liegt das ^igustiner-Chorherrnstift Karlsburg, hier muß der ÜiilDerturm sein und drüben, nicht weit von der । i!2ynkirche. finde ich den hohen Turm des Altstadt e r Rathauses wieder. 'Während ein Fremdenführer uns vom Fenster- siurz erzählt, gedenke ich des Deutschen Johan- tses von Neumarkt, den Karl IV. nach Prag 1t rief und der hier in dieser Burg, m dieser Reichs- llnzlei den Ansatz zur deutschen Schriftsprache schuf. H denke an die vielen schöpferischen Deutschen, te das Bau- und Kulturleben Prags von hier aus ^fruchteten, an den deutschen Münzmeister Eber- ho r d beispielsweise, dem im 13. Jahrhundert die Ünuplanung der Stadt übertragen wurde und der ii~ die Gründungsanlage einer ostdeutschen Stadt gib. Auf dieser Gründungsanlage ist alleweil und ö:m allen deutschen Nachfolgern weitergebaut wor- bn. Ihr verdankt Altstadt und Kleinseite das Ge- flLge. Ich denke auch daran, daß auf dem Boden j:-ags Die e r ft e deutsche Universität in 1384 errichtet wurde und daß zu der Pracht brr Bauten, dem geistigen Ruf dann auch noch biT Reichtum an Kunstschätzen aus ganz Europa hmzukam. als Rudolf II., dieser seltsame, verronnene Träumer unter den Kaisern, hier seine Hsidenz aufschlug. Das Gedächtnis dieses seltsamen Mannas lebt I hiMte noch in Prag fort in der winzigen, buckeligen Lw ck g a s s e hinter dem Schloß, deren Häuser sich tiiumni und scheu an die mächtige Burgmauer über 6am Hirschgraben drücken. Die Legende erzählt, dies je d i e A l ch i m i st e n g a s s e . die Rudolf II. als lttiterschlupf für seine Goldsucher und Sterndeuter stt bauen lassen. Seni, der Berater Wallensteins, |cl hier zeitweilig gehaust haben. Ein gebücktes Leiblein, den Hundert nahe, nötigt mich durch ein schmales Gewölbe in das Innere einer solchen ehemaligen „Teufelsküche". Winzig die Maße des Stübchens, krumm die Wände, von Gebälk und Rissen durchzogen. An die Schmalseite greift eine verrußte Kaminecke, wo aus offener Feuerstelle die Tiegel und Retorten einst gedampft und gezischt haben mögen. Im Lehmboden gähnt ein bretterverschlagenes Loch. „Tief hinab — tief hinab" bedeutet mir die alte Tschechin in gebrochenem Deutsch Zum 12. Male kommen in diesem Jahre am 25. und 26. März die Forscher und Fachgelehrten aus vielen Ländern in Bad-Nauheim zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufsorschung zusammen. Bei der noch immer ansteigenden Zahl d'er Kreislauserkrankungen werden die Forschungen des Kerckhoffinstituts in Bad-Nauheim von der medizinischen Wissenschaft der ganzen Wett mit immer stärkerem Interesse beachtet. Die diesjährige Tagung wird nach den bis jetzt vorliegenden Anmeldungen einen Rekordbesuch aufzuweisen haben. Kein menschliches Organ wird so sehr als Zentrum des Lebens empfunden wie das Herz. Ist es das Wunder und Geheimnis, das diesen kleinsten Motor mit der größten Leistung umgibt, oder ist es die Angst, die uns überfällt, wenn dieser Motor seinen Dienst nicht mehr mit peinlichster Genauigkeit erfüllt — was es auch sein mag, das schlagende Herz ist und bleibt für uns der Inbegriff des Lebens. Kein Organ ist so unermüdlich für den menschlichen Körper tätig wie das Herz. 75mal in der Minute schlägt es, im Verlaufe eines Tages klopft es 1OOOOO, in einem Jahr 40000000mal, in einem 70jährigen Leben 2% Milliarden mal. 4000000 Liter pumpt unser Herz in einem Jahr durch den Körper bei einer Tagesleistung bon 10000 Liter. Diese riesenhafte Leistung wird von einem Organ vollbracht, das und meint, mich überkröche flugs eine Gänsehaut. Ich drücke ihr lächelnd meinen Obolus in die Hand, trete hinaus, und das zwanzigste Jahrhundert hat mich wieder. Wenig später gehe ich wieder über die Karlsbrücke unh frage mich durch zum Wenzelsplatz. Krasser kann der Gegensatz zwischen einst und jetzt sich kaum barbieten. Hier braust das Leben von heute, Omnibusse, Autos, Fahrräder strömen ab und zu, Lichtreklamen ertöten den letzten Widerschein des Abendrotes, das die Moldau wie mit Blut färbte, just als ich darüber ging. Prag ist eine alte, Prag ist eine junge, eine ewig lebendige Stadt. Dr. Buresch. ein Gewicht von 300 Gramm hat und eine Kraft von 1/375 Pferdestärke aufweist. Eine Gorge der Menschheit. Es ist nur verständlich, daß dieser unwahrscheinlich komplizierte organische Apparat Schädigungen leicht ausgesetzt ist und daß auch die kleinsten Schäden sich verhängnisvoll auswirken können. Die erschreckende Zunahme der Herz- und Kreislauf- erkrankungen in den letzten Jahren hat die Menschheit und vor allem die medizinische Wissenschaft mit banger Sorge erfüllt und ließ den Wunsch nach einer zentralen Forschungsstelle immer lauter werden. Es war daher eine Erfüllung für viele und ein Segen für die Menschheit, als vor nunmehr zehn Jahren Frau Louise E. Kerckhoff aus Los Angeles zum Gedächtnis ihres Mannes William G. Kerckhoff das Herzforschungsinftitut in Bad-Nauheim stiftete. Die Leistung des Instituts in diesem ersten Jahrzehnt verdient nicht allein die stärkste Beachtung, sondern erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit für die Stifterin und die Forscher. Ist doch das Kerckhosf- Jnstitut heute als die Zentralstelle zur Erforschung und Bekämpfung der Herz- und Kreislaufstörungen in der ganzen Wett anerkannt. Kein anderes Land hat ein derartiges Institut aufzuweisen. Die Bad-Nauheimer Forschung hat der Bekämpfung dieser gefährlichen Erkrankung völlig neue Wege gewiesen und vor allem erstmals mit Die Teynkirche, die Hauptkirche der Deutschen. •Mi i ■ &>.»-./• ' '• ■ v •*' 'v,s a,'4 *'■' , '-4z,?' JI' M * M -,,'y Herzschläge werden gefilmt. Die Kreislauf-Forscher der Welt treffen sich in Bad-Nauheim. allem Nachdruck auf die wachsende Gefahr der Kreis- laufschäden hingewiesen. William Ä. Kerckhoff. William G. Kerckhoff entstammt einer kerndeutschen Familie aus der Gegend von Hannover. Der Vater Georgs war 1848 nach Amerika ausgewandert, im Herzen aber ist er stets ein guter Deutscher geblieben. Deshalb schickte er seinen 1856 geborenen Sohn William auch auf ein deutsches Gymnasium (nach Lingen bei Hannover), wo der junge Kerckhoff eine gründliche Ausbildung erhielt. Nach Amerika zurückgekehrt, siedelte er mit seinem Vater nach Kalifornien über, wo seine von einem märchenhaften äußeren Erfolg gekrönte Lebensarbeit begann. Er fing mit einem Holzgroßhandel an, baute dann Eisenbahnen und Dampfer, wobei zum erstenmal auf den Schiffen Kerckhosfs Oel- feuerung benutzt wurde. Als weitblickender Organisator sah er die Möglichkeiten, die in den ungenutzten Wasserkräften Kaliforniens lagen. Es folgten' die Gründungen großer Elektrizitätswerke. Damals baute SPITZENLEISTUNG OPEL er die erste große Ueberland-Kraftleitung, die die größte Kabellänge der Welt hatte und Los Angeles mit Licht und Kraft versorgte. Damit gingen Hand in Hand große Unternehmungen zur Kultivierung des Landes, Gründung gewaltiger Arbeitersiedlungen, ja ganzer Städte. Trotz dieser außergewöhn- lichen äußeren Erfolge ist William G. Kerckhoff stets ein einfacher und bescheidener Mensch geblieben. Was er an wohltätigen Stiftungen gründete, ist nur zu einem geringen Teil bekannt geworden. Das Deutsche Reich belohnte ihn nach dem Kriege mit der Rote-Kreuz-Medaille. Das schönste Denkmal aber, hat seine Witwe, deren Familie ebenfalls aus Deutschland stammt, ihm im Land seiner Väter mit der William G. Kerckhoff-Stiftung errichtet. Der Kern dieser Stiftung ist das Kerckhofs- Herzforschungs-Jnstitut in Bad-Nauheim. Das menschliche Herz, wissenschaftlich erforscht. Das Bad-Nauheimer Institut hat auf einer breiten Grundlage das menschliche Herz und seine Schädigungen erforscht und neue Wege zur Bekämpfung ermittelt. Die statistische Abteilung steht in einer regen Verbindung mit allen statistischen Aemtern der Welt und betrachtet gleichsam aus der Vogelschau das Vorkommen der Kreislauferkrankungen in der ganzen Welt. Auf diese Weise wurden wesentliche-Erkenntnisse gewonnen über den Einfluß der äußeren Lebensbedingungen, der Vererbung, Rasse usw. In Deutschland arbeitet das Institut auf das engste mit dem Reichsgesundheitsamt zusammen. Die Auswertung dieses statistischen Materials ergab das erschreckende Bild, daß ein Viertel aller Todesfälle auf Kreislaufschäden zurückzusühren ist. Nunmehr kannte man die Größe und Gefährlichkeit dieses schleichenden Feindes der Menschheit und konnte den Kampf gegen ihn beginnen. Im Dienste einer erfolgreichen Bekämpfung der Kreislaufkrankheiten stehen die Untersuchungsabteilung, die Laboratorien und die Versuchs ab teilungen.-' Die modernsten Methoden wurden entwickelt und eingesetzt. Es wurden Apparate konstruiert, die es ermöglichen, Herzschläge aufzuschreiben und als graphische Kurve auf einen Film zu bannen. Jede Abweichung der Kurve zeigt eine Unregelmäßigkeit des Herzens an. Während man so aufber einen Seite absolut sichere und zweifelsfreie Untersuchungsmethoden entwickelt hat, werden in den Laboratorien und Versuchsabteilungen am Tierversuch die wirkungsvollsten Bekämpfungsmaßnahmen ermittelt. Seit einiger Zeit hat das Institut auch flugmedizinische Forschungen in sein Aufgabengebiet ausgenommen. In besonderen Unterdrück- oder Klimakammern, in denen Verhältnisse künstlich hergestellt werden können, wie der Flieger sie in einer Hohe von 8000 oder 10000 Meter antrifft, wird das menschliche Herz beobachtet, wie es unter diesen Bedingungen arbeitet. Regelmäßig stattfindende Kurse und Lehrgänge, sowie die alljährlich in Bad- Nauheim stattfindende Tagung der Gesellschaft für 'Kreislaufforschung machen die Ergebnisse der Bad- Nauheimer Forschung der medizinischen Welt zugänglich. Forscher und Gelehrte aus allen Ländern der Wett kommen heute nach Bad-Nauheim, um im Kerckhofs-Jnstitut neue Erkenntnisse zu gewinnen für ihre Arbeit zum Segen der Menschheit. So ist in zehn Jahren seines Bestehens unermeßlich großer Nutzen und Segen für die Volksgesundheit von Bad-Nauheim ausgegangen. r. Die JIS2L braucht Gaslplähe und kinderpflege- slellen! 1 4' ** L ' W Blick von der Karlsbrücke auf den Hradschin mit dem St.-Veits-Dom. Das Palais Wallensteins. — (Sämtliche Aufnahmen: Archiv.) Kür -en Büchertisch. Ewiges Deutschland. — Ewiges Deutschland. Ein deutsches Hausbuch. Herausgegeben vom Winterhilfswerk, des deutschen Volkes. 352 Seiten. Mit vielen Holzfchntt- ten. In Leinen RM. 3,—. Verlag Georg Westermann, Braunschweig, Berlin, Leipzig, Hamburg, 1939. — (17.) — Dieses Hausbuch, -gu dem Dr. Goebbels das Vorwort schrieb, ist ein schöner und eindringlicher Beweis dafür, daß das neue Reich nicht nur leiblich für die Seinen zu sorgen gewillt ist, sondern auch geistig: das Winterhilfswerk hat mit diesem Buche dem deutschen Volke neben Nahrung und Kleidung ein Geschenk auf den Gabentisch gelegt, das sich an Herz und Gemüt wendet. Es schöpft aus dem ewigen Vorrat der deutschen Dichtung; hier ist — von Walter von der Vogel- wcide bis zu den namenlosen, mit dem Nationalpreise ausgezeichneten Sängern der „Lieder der Getreuen" — eine Menge wertvollen, bleibenden Lesegutes in Erzählungen, Gedichten und Sprüchen gesammelt; August Friedrich Velmede hat den Stoff, der sich über Jahrhunderte verteilt, gesichtet und geordnet, die einzelnen Stücke zueinander in Beziehung gesetzt und sinnvoll in den Jahresablauf eingeordnet. Es ist in der Kürze nicht möglich, die Fülle des Inhaltes mit einer Aufzählung in etwa erschöpfen zu wollen, doch sei immerhin, um einen Begriff von Anlage und Aufbau des Werkes zu geben, einiges herausgegriffen als Beispiel: neben den kurzen, höchst einprägsamen Abschnitten aus Adolf Hitlers „Mein Kampf", die wie eherne Leitsätze über das ganze Buch verteilt sind, liest man Briefe Friedrichs des Großen, Grillparzers Rede dm Grabe Beethovens, Anekdoten von Hebel und Kleist, Erzählungen von Keller und Storm, Gedichte von Goethe und Mörike, Fontane und Lilieneron. Auch die gegenwärtige deutsche Dichtung kommt in einer guten Auswahl zu Worte; man findet da neben manchen andern, in Vers und Prosa, Miegel und Münchhausen, Seidel und Schäfer, Binding und Carossa, Waggerl und Blunck, Stehr und Kolben- heyer. Das Werk ist mit Holzschnitten und Zeichnungen (u. a. von Dombrowski, Krain, Mahr, Sluy- terman von Langeweyde) gut und volkstümlich bebildert, rote überhaupt bei der Auswahl des gesamten Stoffes darauf Bedacht genommen worden ist, ein wirkliches Volksbuch zu schaffen, das heißt ein Lesebuch, das sich in Form und Inhalt an jedermann im Volke wendet, von jedermann verstanden, empfunden und ausgenommen werden kann. Der in Anbetracht der gediegenen Ausstattung sehr wohlfeile Preis sollte zu einer weiten Verbreitung des Werkes beitragen. Hans Thyriot. Eine neue Herder-Ausgabe. — Der Verlag von Rütten und Loening in Potsdam läßt eine auf sieben Bände berechnete neue Ausgabe der Gesammelten Werke Johann Gottfried Herders erscheinen, die der Frankfurter Literarhistoriker Professor Dr. Franz Schultz besorgt, und von der bis jetzt Band 1 und 3 Vorlagen. — (11.) — Verlag und Herausgeber begründen das Unternehmen einer neuen Herder-Ausgabe (die ältere kritische von Bernhard Suphan und Reinhold Steig, 33 Bände, dient in erster Linie rein wissenschaftlichen Zwecken) mit dem Hinweis auf den Umstand, daß Geist und Wort dieses Klassikers noch immer nicht die ihnen gebührende Aufnahme und Wirkung im deutschen Volke gefunden haben; daß Herder, wenn auch meist nur befn Namen nach, allenfalls als Bearbeiter des spanischen Nationalepos „Der Cid", als Uebersetzer fremder Lyrik und als Verkünder der „Stimmen der Völker in Liedern" bekannt fei; in etwa und sehr allgemein auch noch, wie man vielleicht hinzufügen darf, als Anreger des jungen Goethe und als Geschichtsphilosoph. Die neue Ausgabe beabsichtigt, in sechs Bänden, deren jeder einer Seite seines Wesens und Wirkens gewidmet ist, das vorzulegen, wgs von Herder heute noch, aus aller Zeitgebundenheit gelöst, lebendig ist, vielleicht sogar eine gewisse Aktualität beanspruchen darf, während im siebenten und letzten Bande der Herausgeber — dem u. a. Arbeiten über Görres, über den Verfasser der „Nachtwachen", über Klopstock, und kritische Ausgaben von Murner, Görres, Goethe und Eichendorff zu verdanken sind — die Einheit von Herders Persönlichkeit und Werk darzustellen unternimmt. — Der erste Band ist überschrieben „Gott, Seele, Jenseits" und enthält die Gespräche über Gott und über die Seelenwanderung, die beiden Versuche „Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen .Seele",, endlich die große, zweiteilige Abhandlung über den Ursprung der Sprache. Der dritte Band, „Deutsches Wesen, deutsche Sprache, deutsche Männer", läßt am deutlichsten erkennen, was von den Wirkungsmöglichkeiten des Herderschen Denkens auf die Gegenwart zu erwarten ist. Hier findet man Auszüge aus den „Fragmenten über die neuere deutsche Literatur", aus den „Kritischen Wäldern", die Abhandlungen über Luther, Hutten, Lessing und Winckelmann, die als Kernstück des Bandes gelten dürfen, und endlich, unter dem Titel „Reden an Jünglinge", die lebendigsten und grundsätzlich lesenswerten der Königsberger, Rigaer und Weimarer Schulreden. Der Herausgeber hat jedem der beiden Bände eine sorgsam abwägende, alles zum Verständnis Wesentliche zusammenfassende Einführung und zum Schluß eine Reihe von Anmerkungen mitgegeben, die dem heutigen Leser unentbehrlich sein werden. — Der erste Band umfaßt 383, der zweite 455 Seiten. Die verlegerische Ausstattung (Professor Walter Tiemann) entspricht der des „Gesammelten Werkes" von Binding und wirkt ebenso gediegen wie geschmackvoll. Der Preis für alle sieben Bände in Leinen beträgt RM. 42,—, in der Sub kription RM. 35,- hth. Zwei französische Romane. — Jean d e la Varende: Unter Her Maske. Roman eines normannischen Edelmanns. Deutsche Uebersetzung: Paul Fohr. 363 Seiten. Leinen NM. 7,50. Erschienen im Karl-Rauch-Derlag, Leipzig-Markkleeberg, 1939. — (51) — Jean de la Varende; selbst einem alten normannischen Adelsgeschlecht entstammend, erhielt für dieses Buch 1938 den Großen Romanpreis der Französischen Akademie. Für uns in Deutschland ist es schon wegen der sich ergebenden Vergleichsmöglichkeiten von hohem Interesse, ein so nachdrücklich ausgezeichnetes Werk der gegenwärtigen französischen 'Romanliteratur kennen zu lernen. De la Varende erzählt hier die in vieler Hinsicht merkwürdige Geschichte eines aristokratischen Landsmannes aus napoleonischer Zeit, des jungen normannischen Grafen Roger de Tainchebraye, der in einem Gefecht in Bonapartes Armee so schwer verwundet wird, daß man ihn zunächst verloren gibt; wider Erwarten erwacht er zum Leben, aber seine Verwundungen sind so furchtbar, daß er fortan nur noch im Schutze einer Maste, die fein entstelltes Gesicht verbirgt, sich unter Menschen zeigen kann. Das Merkwürdige und im romanhaften Sinne Besondere ist dies, daß Roger trotzdem (ja, vielleicht eben deswegen) ein Held der Frauen wird, der die galantesten Abenteuer besteht, bis ihn die Begegnung mit einem zarten und vornehmen Mädchen innerlich verwandelt. Den ganzen, auch stimmungsmäßigen und landschaftlichen Reiz des Romans wird vielleicht nur ein Franzose ausschöpfen können; das starke Lebensgefühl des Helden als innerster Antrieb einer farbig bewegten Handlung wird sich auch dem deutschen Leser mitteilen, der in dem geschickt übersetzten Roman mit Staunen etwas von Geist und Stimmung der alten, feudalen, romantischen Troubadour-Geschichten wiederfinden wird. — Die äußere Ausstattung des Buches ist untadelig. Hans Thyriot — Roger Vercel: Capitaine Conan. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Walter Hörstel. 300 Seiten. Gustav Weise, Verlag, Berlin. — (60)— Dieser Roman wurde 1934 mit dem prix Goncourt, einem der vornehmsten französischen Literaturpreise, ausgezeichnet. Das ist bemerkenswert, denn es wird hier zwar ein Problem behandelt, das der Darstellung wert ist und übrigens nicht nur ein französisches, sondern ein internationales Problem genannt werden darf; außerdem ist das Buch gut geschrieben und auch anständig und angemessen übertragen, — aber die französische Armee, das muß man schon sagen, kommt dabei nicht sehr gut weg. Es mag ja allerdings sein, daß gerade die herbe Kritik, die hier geübt wird, und die schonungslose Offenheit, mit der das Problem behandelt wird, dem Roman eine so weithin sichtbare Anerkennung eingetragen haben. Das Problem: das Schicksal des ewigen Frontsoldaten, das heißt eines Mannes, den der Krieg für die Rückkehr ins bürgerliche Leben unbrauchbar gemacht hat. Vereel schreibt hier die Geschichte eines Kameraden, des Capitaine Conan, der als Stoßtruppführer »in der französischen Saloniki-Armee auf dem Balkan gekämpft Hai; als der Krieg zu Ende ist und die Fronttruppe sich in eine Besatzungsarmee verwandelt hat, stellt sich heraus, daß Conan diesem Uebergang innerlich nicht gewachsen ist: er bleibt der hervorragende Soldat, zu dem der Krieg ihn gebildet hat, aber der Krieg hat ihn sozusagen bei lebendigem Leibe mit Haut und Haaren verschlungen und ihn, mit anderen Worten, untauglich gemacht, ein neues Leben zu beginnen oder fein altes wieder aufzunehmen. Die mancherlei Konflikte, die sich in dem merkwürdigen, lange anhaltenden Uebergangszustande zwischen Krieg und Frieden für die Armee des Siegers im fremden Lande ergeben, sind mit großer Anschaulichkeit und ganz unoerschleiert geschildert. Conan, der am Ende seelisch und körperlich in einer Kleinstadt der französischen Provinz verkommt, bleibt immer als Zentralfigur im Blickpunkt des Lesers, aber um ihn herum gruppieren sich Gestalten und Szenen, die das Bild verschärfen und vertiefen. Für den deutschen Leser wird es nicht durchaus anziehend, aber sicher interessant und lehrreich fein, den Krieg und das Kriegsende einmal auf so ungewohnte Weise von der Gegenseite aus zu erleben. Hans Thyriot. Die Chronik des Kapitäns Kane. — Frederick Wight: Die Chronik des Kapitäns Kane, Roman aus dem Englischen übersetzt von Ruth Gerull, Preis in Leinen geb. RM. 8,50. Verlag Rütten und Loening in Potsdam. — (567.) — Es ist überraschend, daß von den vielen amerikanischen Romanen, die uns in den letzten Jahren in Uebersetzungen zugänglich gemacht wurden, die meisten geschichtliche Stoffe des 19. Jahrhunderts behandeln oder wenigstens als Hintergrund zeigen. Der amerikanische Bürgerkrieg, den unsere Großeltern noch mit großer persönlicher Anteilnahme erlebt haben, wird unserer ©enerotion in seiner Problematik und Tragik erst durch den modernen amerikanischen Roman ganz deutlich. So trägt eine vielleicht zufällige literarische Mode-1 erscheinung sicherlich dazu bei, die Kenntnis des geschichtlichen Werdens des amerikanischen Volkes und seiner dadurch bedingten Eigenart zu fördern, die wie has moralische. Ueberlegenheitzgefühl oder der Gegensatz zwischen Nord und Süd oder die Zusammenhänge zwischen Religion und Politik heute wie je die Haltung der Vereinigten Staaten zu den Problemen der Welt beeinflussen. Der Roman von Frederick Wight, der uns in einer für die Schwierigkeit des Stoffes überraschend guten Uebersetzung vorliegt, erzählt die Entwicklungsjahre eines jungen Seemannes aus den nördlichen Neu-England-Staa- ten, den fast mehr der Ehrgeiz seiner Mutter als das eigene Wollen aus der Enge seiner ländlichen Heimat auf das Westmeer hinaustreibt. Die beschränkten und vielfach unerquicklichen Verhältnisse der Familie Kane, die neben der Landwirtschaft auch den Bootsbau betreibt in der althergebrachten Form, die kein wirtschaftliches Vorwärtsstreben, keine Sehnsucht nach persönlicher oder gesellschaftlicher Weiterentwicklung kennt, machen dem jungen Aaron, der von seiner unruhigen, temperamentvollen Mutter zu etwas anderem erzogen wurde, die Trennung von Familie und Vaterhaus leicht. Nach kurzer Lehrzeit in Boston wird er Schiffsjunge. Das Meer wird sein Schicksal. Er zwingt es mit der ungeheuren Disziplin seines Willens. Es ist noch die Zeit der Segelschiffahrt. Aber ihre Romantik, die allzu ausschließlich unsere Jugendbücher verklärt, zeigt auf ihrer Kehrseite eine kaum faßbare Härte, die sich nur erklären läßt aus den damaligen See- mannsbräuchen der Mannschaftswerbung und dem Zwang, unter einer aus allen Nationen und Raffen sich rekrutierenden Besatzung während der vielen Monate der Fahrt zwischen zwei Häfen mit drakonischsten Mitteln Disziplin zu halten. Trotzdem ist das Seemannsleben dieser Zeit der großen Segler bunt BUCHER bei HOEDERER 8320D Seltersweg 75 • Ruf 2265 und anziehend und wie eine düstere Ankündigung seines Vergehens ist das Zusammentreffen mit dem ersten Dampfschiff, dem berühmten Kaperkreuzer der Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg, der „Alabama", die ihre Erfolge zum guten Teil ihrer Unabhängigkeit von Wind und Wetter verdankt. Kapitän Kanes „Silver Racer" auf der Flucht vor der „Alabama", die in dieser Zeit vor der Erbauung der großen meeroerbindenden Kanäle um den halben Erdball führt, ist unzweifelhaft der Höhepunkt des ungemein spannungsreichen Romans. Jedoch wäre es falsch, sein Hauptgewicht in der glänzenden Schilderung dieses Seefahrerlebens auf bem vielfarbigen Hintergrund einer Fülle großartig gesehener landschaftlicher Impressionen erblicken zu wollen. Aaron Kanes inneres Werden, sein Heranreifen zu einer starken Persönlichkeit, die nicht der in Notwehr an dem verlumpten Bruder verübte Totschlag, nicht der Tod des geliebten Sohnes im Fieber von Jamaica, nicht die Trennung seither Ehe zu zerbrechen vermag, das ist vom Dichter mit feinem psychologischen und künstlerischen Gefühl fesselnd gestaltet worden. Fr. W. Lange. Hans von Seelkt: Ans meinem Leben. — Hans von Seeckt: Aus meinem Le - ben 1866 — 191 7. Unter Verwendung des schriftlichen Nachlasses im Auftrage von Dorothee von Seeckt herausgegeben von Generalleutnant Dr. 'n. c. Friedrich o. Reichenau, Chef der Heeresarchioe, Mit 24 Bildern, 9 Karten und 5 Faksimiles. Preis in Seinen gebunden 12,50 Mark. Verlag v. Hase & Koehler in Leipzig. — (553). Seeckt hat wie wenig andere Gestalten des deutschen Offizierkorps der letzten Jahrzehnte im Brennpunkt des allgemeinen Interesses gestanden. Aber seine wortkarge, unnahbar kühle Beherrschtheit hatte dafür gesorgt, daß nur wenige mit ihkn Fühlung bekamen und er für die große Masse die geheimnisvolle Sphinx blieb, der man zwar alles zutraute, von der man aber nichts wußte. Seine größte Tat ist der Aufbau der Reichswehr, mit der er die Brücke schlug von der großen Tradition der alten preußisch- deutschen Armee über die Jahre des Niederbruchs hinweg zum neuen Volksheer des iwttonalsozialistü schen Reiches. Davon ist in diesem Buch nicht mehr die Rede. Es schließt mitten im Weltkrieg mit der Ernennung Seeckts zum Chef des Generalstabs der türkischen Armee, und wir können nur hoffen, daß spätere Bände uns in gleich vorbildlich würdiger und erschöpfender Weise Einblick tun lassen in seine Friedensarbeit, wie es hier für die erfte Epoche seines Lebens geschieht. Der Herausgeber stellt uns immer wieder den Menschen Seeckt vor Augen, der sich nur in den Briefen an seine Frau, seinen besten Lebenskameraden, ganz so gibt, wie er wirklich ist, und da treten neben die beherrschte Kraft des großen Soldaten, neben das Herbe und Spröde seiner einsamen Herrennatur ein großes, gütiges Herz, eine tiefe Religiosität, Liebe zur Kunst, Liebe zum Schönen, Liebe zur Natur, alles vereint zu einer wundervoll harmonischen Lebenshaltung und einer Abgeklärtheit, die ihm half, später häufige Spannungen zur Umwelt und zu andern Menschen, an denen er vielleicht schwer trug, ohne es immer zu zeigen, durchzukämpfen. Seeckt hat sich, wie sein Biograph sagt, immer als ein Werdender betrachtet, blieb dabei aber immer er selbst und sich selbst treu bis zur Starrheit, die man oft an ihm unbequem empfunden hat. General von Reichenau deutet als charakteristisch an, daß bis in die ersten Kriegsmonate hinein nichts Ungewöhnliches in feiner Laufbahn Seeckt besonders heraushebt aus der Zahl der begabten und strebsamen jüngeren Generalstäbler. Persönliche Bescheidenheit und Anpassungsfähigkeit zeichnen den hingen Abiturienten aus, der 1885 in das stolze Alexander-Garde-Grenadier-Regiment eintritt, in dem schon fein Vater, der spätere Kommandierende General in Posen, den 70er Krieg mitgemacht hat. Er hat neben dem strammen Dienst bei der Garde auch das gesellige Leben der Reichshauptstadt mitgenommen, aber bald, besonders nach seiner Ehe mit seiner Base Dorothee Fabian, jede Gelegenheit zur Vertiefung seiner Bildung ergriffen, vor allem auf vielen Auslandsreisen, die ihn und seine Frau bis nach Indien führten, lieber Düsseldorf, Bromberg, Stettin und Karlsruhe geht seine Laufbahn 1913 nach Berlin zurück, von wo er als Chef des Stabes des III. A.-K. ins Feld rückte. Das Gefecht bei Soissons im Januar 1915 lenkt zum ersten mal den Blick auf seine hervorragenden Fähigkeiten. Bald danach wird er Chef des Stabes der 11. Armee, kommt jedoch damit nach dem Osten, der ihn nun für die ganze Kriegsdauer nicht wieder loslassen soll. Als Stabschef Mackensens wird Gor- lice Höhepunkt feiner äußeren Erfolge. Nach dem Feldzug in Serbien lernt er dann als Stabschef Erzherzog Karls, des späteren Kaisers, und des Erzherzogs Joseph die Schwierigkeiten eines Koalitionskrieges an heikelster Stelle kennen. Ein großer Teil des Buches schildert an Hand der fast täglichen Briefe Seeckts an seine Frau in klarer zusammenfassender Darstellung die außerordentlichen Schwierigkeiten des militärischen Zusammenwirkens der Bundesgenossen an der Bukowina-Front und in Rumänien. Sie waren vorwiegend psychologischer Art, und Seeckt war daher der rechte Mann auf diesem dornenvollen Posten. Daß sein feines Taktgefühl, sein nobler Charakter, fein politisches Verständnis und feine diplomatischen Fähigkeiten wesentlich dazu beigetragen haben, dies im ganzen gesehen höchst unerquickliche, wenn auch militärisch notwendige Zusammenwirken erträglich zu gestalten, geht aus den zahlreichen Aeußerungen seiner beiden Oberbefehlshaber Dritten gegenüber hervor. Hier fand Seeckt Interesse für die Politik, immer mehr drängen sich nun politische Gedanken in seine Briefe, das Polen-Problem, die Beendigung des Feldzuges mit Rußland, die künftige innerpolitische Gestaltung. Mackensen, das Verhältnis zu Falken- hayn in seinen verschiedenen Phasen, schließlich Ludendorff nehmen in dem Gestaltenreichtum dieses Lebensabschnitts eine besondere Rolle ein. Die operativen Gedanken Seeckts werden vor allem in den häufigen Auseinandersetzungen mit Falkenhayn bei aller Ausführlichkeit prägnant dargestellt, wie überhaupt bemerkt werden muß, daß General von Reichenau über die bescheidene Rolle des Herausgebers weit hinausgewachsen ist zum feinsinnigen Interpreten Hans von Seeckts, des ebenso bedeutenden Menschen wie großen Soldaten. Dr. Fr. W, Lange. Machiavelli. — D. Erskine Muir: Machiavelli, ein Mann und seine Zeit. Mit 16 Bildtafeln. Preis in Seinen gebunden RM. 5,80. Verlag Streckel und Schröder in Stuttgart. —(418)— Machiavelli gehört zu den Männern, deren Name zwar in aller Munde ist, deren Leben und Wirken jedoch jenseits des kleinen Kreises zünftiger Wissenschaftler so gut wie unbekannt ist. Deshalb verdient dieses Buch unseren besonderen Dank, weil es ganz voraus- setzungslos ein Bild des Florentiner Staatsmannes der Renaissance gibt und sein Wirken im Dienst seiner Vaterstadt und seine literarischen Werke, die ihm zu so ungeahntem Nachruhm verhalfen haben, aus seiner Zeit erwachsen und verstehen lehrt. Es ist die Zeit, da die Republik Florenz ihren letzten Kampf um ihre Freiheit führt gegen das aus ihrer Mitte heraus übermächtig gewordene Haus der Medici, gegen Cesare Borgia, den päpstlichen Nepo- ten, gegen die Franzosen, die die Medici zu Hilfe gerufen hatten und schließlich gegen den Papst und die Spanier, die die Herrschaft der Medici neu begründeten. Machiavellis staatsmännisches Wirken steht in seinen Anfängen im Schatten Savonarolas, des wortgewaltigen Dominicaners, der nach der Vertreibung der Medici die weltliche Macht in der Republik Florenz an sich zog, aber bald der vereinten Gegnerschaft des Papstes, der Franzosen und der inneren Feinde feiner Staatsreform erlag. Machiavelli hat in der bann folgenden Zeit, in der 1 Florenz sich in dem großen politischen Spiel der Mächte zu behaupten versuchte, als Diplomat seiner Vaterstadt große Dienste geleistet. Aber er hat auch versucht, Florenz von innen heraus widerstandsfähiger zu machen, die Gründung der Nationalmiliz war sein Werk, die Einnahme von Pisa der größte Tkiumph seines Lebens Den kommenden Stürmen im Kamps zwischen Papsttum und Frankreich war Florenz nicht mehr gewachsen. Mit der Rückkehr der Medici war es auch mit Machiavellis Laufbahn zu Ende. Den Rest seines Lebens widmete I er den literarischen Arbeiten, die ihn berühmter machen sollten als sein praktisches Wirken als Staatsmann. So folgt in dem Buch des englischen Historikers der vielfarbigen, spannungsreichen Schilderung des ersten Lebensabschnitts eine klare Darstellung der Schriften Machiavellis. die wir erst dann vollauf begreifen lernen, wenn uns die Erfahrungen bekannt sind, die ihr Verfasser in der politischen Praxis hat machen müssen, und wenn uns die vielen in ihrer Art bedeutenden Menschen nahe- gebracht worden sind, die dieser Zeit eines hemmungslosen politischen Ehrgeizes den Stempel ihrer Persönlichkeit aufgedrückt haben. Machiavelli und sein Werk aus seiner Epoche verstehen zu lernen ist das Verdienst biefes übrigens mit vielen zeitgenössischen Porträts geschmückten Buches. i i Fr. W. Lange. Das Such des Lachens — Das Buch des Lachens. Schnurren, Schwänke und Anekdoten. Gesammelt und herausgegeben von W i l h e l m v o n Scholz. 341 Seiten. Mit 18 Textzeichnungen von O. S ch m a l h a u - s e n. Brosch. 3,60 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark. Im Deutschen Verlag, Berlin. — (577) — Unsere Leser werden sich gewiß mit Vergnügen der Schau spielerund' Musiker-Anekdoten erinnern, die Wilhelm von Scholz vor einiger Zeit in der Unterhattungsbe.^c erzählt hat: man findet sie in diesem reizend aus- gestatteten Buche wieder, und viele andere kurze Geschichten, Anekdoten, Schwänke, Schnurren und richtige Witze. Hier ist gesammelt, „was ohne erkennbaren Ursprung in der Unterhaltung umläuft", uni) zwar „in der besten bekanntgewordenen Fassung". Das Buch ist nicht so sehr auf das historisch Charak- teristerende der Kunst-Anekdote gerichtet als auf den volkstümlichen Zweck heiterer Unterhaltung und Wiedererzählung. Man findet viele gute alte Bekannte, viele auch, die man in anderer Form, etwa in mundartlicher Einkleidung, kennt. Der sehr reichhaltige Stoff ist nach Ständen gegliedert: Herrscher und Gelehrte, Aerzte und Juristen, Schauspieler und Musiker passieren Revue; an der Spitze des bunten Reigens steht „der klassische Wiedererzähler", der mit tödlicher Sicherheit die Pointe verkorkst. Außerdem hat Wilhelm von Scholz der heiteren Sammlung eine Vorrede mit auf den Weg gegeben, die eine Menge grundsätzlicher und kluger Bemerkungen über Wesen und Wirkung der Anekdote er* hält. Hans Thyriot Geschützte Tiere. — Univ.-Prof. Dr. .Walter Schoenichen: Taschenbuch der in Deutschland geschützten Tiere. Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz. 244 Seiten mit 80 Textabbildungen, 36 farbigen Tafeln nach Zeichnungen von Kunstmaler Erich Schröder und 49 Abbildungen nach Naturaufnahmen auf Kunstdrucktafeln. Seinen« band 7,50 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — (22) — Die in unserer Heimat wildlebenden Tierarten genießen fast alle einen gewissen Schutz. Abgesehen von dem Reichstierschutzgesetz, das schlechthin jedes Tier vor Quälerei und ähnlichen Gefahren schützt, bieten vor allem das Reichsjagj>- gefetz und die Naturschutzoerordnung vorn 18. März 1936 die rechtlichen Grundlagen. Es genügt ober nicht, wenn man die Gesetzesbestimmungen kennt und richtig auseinander zu halten weiß, man muß auch von den Besonderheiten der Tiere, ihren Le- bensgewohnheiten und Lebensäußerungen etwas wissen. Zumal bei den kleineren Tierarten, die leicht verwechselt werden, ist eine genaue Kenntnis der Unterscheidungsmerkmale unentbehrlich. Damit diese Kenntnis in weitere Volkskreise bringen kann, wurde dieses in Bild und Wort vielseitig' und reichhaltig ausgestattete „Taschenbuch der in Deutschland geschützten Tiere" von der Reichsstelle für Naturschutz herausgegeben. Es gibt im ersten Teil eine ausführliche Darstellung der jagdbaren Tiere, der Scham zetten und des Schutzes, den das Reichsjagdgcsetz ihnen bietet. Der zweite Teil behandelt ebenso cm- gehend die nach der Naturschutzoerordnung geschah' ten Tiere. Da das Taschenbuch mit Ausnahme der Vögel alle in Deutschland freilebenden Tierarten, soweit sie einen bestimmten Schutz genießen, berua* sichtigt, ist dieses Buch praktisch ein anschauliche Handbuch der heimatlichen Tierwelt und wird, mentlich durch die Fülle von naturgetreuen Aou.i- düngen, jedem Tierfreund, Naturschützer, Polize beamten und Lehrer ein zuverlässiges und wertvolle Hilfsmittel fein. Die Abbildungen der nach der 1t - turschutzoerordnung geschützten, nichtjagdbaren Tie sind auch in Form von zwei Wandtafeln erhältlich* I I i e f V 9 o n d h l( rr C 3 n P |( n f l Nr. 69 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Mittwoch, 22. März 1939 Aus der Stadl Gießen. Der Schnurrbart. In der Straßenbahn hatte ein Mann mir gegenüber Platz genommen, der einen ansehnlichen Schnurrbart trug. Es war ein Prachtexemplar von einem Schnurrbart. In der Mitte buschig und nach den Seiten in stattlicher Länge spitz auslaufend. Man sieht heutzutage selten einen solchen Schnurrbart, und deshalb wurde mein Interesse wach. Der Schnurrbart verlieh dem Gesicht etwas Würdiges und zugleich unendlich Kraftvolles. Offensichtlich war der Mann auch von seinem Wert überzeugt. Er strich dann und wann wohlgefällig die Barthaare und sah dabei sehr selbstzufrieden in die Welt. Ich tastete dagegen verstohlen nach meiner glattrasierten Oberlippe und überlegte, was wohl besser fei: sich alle Morgen rasieren zu müssen, oder mit einem imponierenden Schnurrbart einherzugehen. Das Rasieren ist keineswegs ein Vergnügen, es kostet Zeit und außerdem kann man empfindlich daneben schneiden. Schließlich aber beraubt man sich dadurch auch um ein sichtbares Merkmal, mit der die Natur alle erwachsenen Männer deutlich gekennzeichnet hat. Mit welcher Begründung eigentlich? Es gibt eine Geschichte des Bartes. Und in dieser Geschichte wird man lesen können, daß in früheren^ Zeiten der Bart der Männer eine hochgeschätzte Zierde war. Die Griechen ließen ihn bis zur Zeit Alexander des Großen in natürlicher Fülle sprießen, worin es ihnen die Römer zunächst gleichtaten, bis sie plötzlich die-bartlose Mode reizvoller fanden. Und daraus ergibt sich bereits, weshalb auch wir heute im allgemeinen weder den Schnurrbart noch den Backenbart pflegen. Es geschieht der Mode wegen. Aber nur deshalb? Noch unsere Großväter ließen ja den Voll- bart üppig gedeihen, und unsere Väter maßen einem tadellos gebürsteten Schnurrbart größten Wert bei. Gab es nicht in der Vorkriegszeit die herrliche Schnurrbartbinde? Gewiß, auch heute ist der Schnurrbart noch nicht ausgestorben, tote der Mann in der Straßenbahn zeigte. Und zwischen der bartlosen Mode und jenem martialischen Schmuck existieren noch unendlich viele Abstufungen, von der rauhen Zahnbürstenform bis zu dem mit nachlässiger Eleganz gepflegten Bärtchen. Aber sie deuten gewöhnlich nur noch diskret an, was einst dort in buschiger Fülle gedieh, und sicher werden sie sich auch nicht mehr zu jenem großartig aufgezwirbelten Schnurrbart auswachsen. Denn offenbar hat unsere Zeit dafür kein rechtes Verständnis mehr. Sie legt mehr Wert auf echten Ausdruck, auf wirkliche Leistung, als auf hinderliche Dekoration und vorgetäuschte Fähigkeiten, was man wirklich nicht mehr als eine Modeerscheinung werten kann. Und hat unsere Zeit darin nicht recht, selbst wenn dabei die Pietät.für den früher so hochgeschätzten Bart flöten geht? Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadtthe-ater: 19.30 bis gegen 22 Uhr Festaufführung zur Gießener Goethe-Festwoche "Torquato '.Tasso". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Prinzessin 'Sissy". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der ! grüne Kaiser". — Frühjahrsmesse (Schaumesse) aus ! Oswaldsgarten. Jestaufführung zur Gießener Goethe-Festwoche: Zum ersten Male „Torquato Tasso". Das Stadttheater bringt im Rahmen der Gieße- mer Goethe-Festwoche als Festaufführung „Tor- aquato Tasso", Schauspiel in fünf Akten von Goethe. Dieses Werk ist bis jetzt in Gießen noch nicht auf- ggeführt worden. Die Spielleitung hat Hermann Schultze-Griesheim. Es wirken mit: Gisela ?Vollert, Rose Stirl, Hans Geißler, Victor von Wschmeidler, Erich Weiland. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 24. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Schaffende sammeln Letzte Neichsstraßeniammlung der DD Mit der letzten Reichsstraßensammlung für das WhW.» die von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführt wird, wollen wir ebenfalls dem Führer den Dank für feine großen Taten abstatten. Als Leitspruch sollen uns dabei die Worte des Führers dienen, die er des öfteren schon aussprach: „Wer sein Volk liebt, beweist es einzig und allein durch die Opfer, die er bereit ist für dieses Volk zu bringen." heil Hitler! Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswaltung Wetterau. Sonderanweisung für die Giehener Betriebe. In den allgemeinen Richtlinien für die Sammelaktion der DAF. wurde bereits bekanntgegeben, daß in allen Betrieben ein Sonderbetriebsappell anzusetzen ist, bei dem die Betriebssammlung durchgeführt wird. - Schaffende geben! -. für das WHW. am 25. und 26. März Die B ü ch s e n a u s g a b e für die Gießener Betriebe erfolgt am Freitag, 24. 3., von 15 bis 16 Uhr, bei der Kreisamtsleitung der NSV., Gießen, Goetheftraße 34. Die Abrechnung muß am Samstagvormittag bei der Bezirkssparkasse Gießen, Fohannesstraße, erfolgen. Die Straßensammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 25.3., 15 Uhr, und am 26. 3.; 9 Uhr. Alle Betriebsführer, Betriebsobmänner, KdF.-Warte sowie Vertrauensmänner bitten wir, eine Stunde vor Beginn der Sammlung bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anwesend zu sein. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls in diesen Lokalen. Gießen-Mitte: Württemberger Hof, Bahnhofstraße, Inh. Pg. Ruhl. G i e ß e n - O st: Ortsdienststelle der NSV., Kaiserallee 34. Gießen-Süd: Ortsdienststelle der NSV., Crednerstraße 24. Gießen-Nord: Ortsdienststelle der NSV., Cafe Leib, Vorderhaus, Walltorstraße. DAF.: Kreiswaltung Wetterau. Blüten und Blätter aus Bernstein. Auf der sechsten und letzten Reichs-Straßensammlung des WHW. 1938/39 am 26. März wird uns die DAF. fünf hübsche kleine Bernsteinabzeichen zum Kauf anbieten. Es find mehr als 30 Millionen dieser Abzeichen angefordert worden, ihre Hersteller waren die Staatliche Bernstein-Manufaktur in Kö- 8 V; M A ■s- Bernsteinabzeichen für die ß.Reichsstrahenfammlung. (Scherl-Bilderdienst-M.) nigsberg und die Bernsteinmanufaktur Danzig, auf die rund 4 Millionen entfielen. Das „germanische Gold", wie der Bernstein schon ehedem genannt wurde, war bereits zur Zeit des ägyptischen, griechischen und römischen Kulturreiches bekannt und hatte schon immer seinen besonderen Wert. Die vielen Schmucksachen und Kunstgegenstände, die im Laufe der Jahrhunderte aus dem edlen Rohstoff gefertigt wurden, zeugen davon. Was aus diesem „germanischen Gold" an Halsketten und Armbändern, an Anstecknadeln, Broschen und Anhängern, an Figuren, Schalen und anderen Schmuckgegenständen geschaffen wird, sind Kunstwerke besonderer Prägung und besonderer Schönheit. Wie jedes Kunsthandwerk, so hatte auch die einstmals blühende Bernstein-Industrie in der Nachkriegszeit einen ständigen Niedergang zu erleiden. Die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Manufakturen verloren wegen der immer seltener werdenden Aufträge ihren Arbeitsplatz, und auch die Bernsteinfischer und die Arbeiter, die den Bernstein bei Palmnicken im Tagebau aus der „blauen Erde" holten, wurden brotlos. Diesem ständigen Niedergang gebot der Nationalsozialismus bereits im Jahre 1934 Einhalt. Die Bernstein-Industrie im Osten Deutschlands erhielt damals vom Winterhilfswerk einen ersten Auftrag zur Herstellung von 17,5 Millionen Abzeichen, wodurch 1000 Familien Arbeit und Brot fanden. Wie wird nun der Bernstein gewonnen? Noch heute stampfen die Fischer der Samlandküste in ihrem schweren Oelzeug und in den hohen Schaftstiefeln nach jedem ablaufenden Sturm in die heranrollende Brandung hinein, um den schäumenden Wellen den Tang zu entreißen. Und was sie ihren Frauen und Kindern in den Keschern bringen, birgt den Bernstein, der nur noch herausgelesen zu werden braucht. Es ist jedoch kein Spiel, dieses Bernstein-Fischen, es ist im Gegenteil ein ewiger Kampf mit den Naturgewalten. Der Ertrag dieser schwierigen und gefährlichen Arbeit ist nicht gering. Er beläuft sich alljährlich auf 30000 bis 50000 Kilogramm. Eine weit größere Menge Bernstein wird jedoch auf andere Art gewonnen, denn auch die Erde birgt an einigen Stellen Ostpreußens diesen kostbaren Rohstoff. So findet sich das versteinerte Harz, das Jahrmillionen aus den Wunden riesiger Nadelbäume tropfte, auch in der sogenannten „blauen Erde" der Dftfeefüfte. Bei Palmnicken wird der Bernstein im Tagebau gefördert. Riesige Bagger tragen die mitunter bis zu 40 Meter starke deckende Sandschicht fort und arbeiten sich bann in die Muttererde des Bernsteins hinein. Kippwagen bringen die blaue Erde zur Wäsche. Die Erde wird aufge- schwernrnt und zum erstenmal gesiebt. Zurück bleiben die größten und daher wertvollsten Stücke Bernstein. Weitere Siebungen trennen auch die weniger großen und kleinen Bernsteinstücke. So werden im Verlaufe eines Jahres nicht weniger als drei Mil-- lionen Kubikmeter Erde bewegt und dadurch 700 000 Kilogramm Rohbernstein gewonnen. Der Bernstein wird ausgewählt und sortiert. Die größten und reinen Stücke werden der Schmuckherstellung zugeführt, es sind dies nur etwa 20 Prozent der Gesamtmenge, also im Jahresdurchschnitt 140000 Kilogramm. Die restlichen 80 Prozent und der Abfall bei der Herstellung des Bernsteinschmuckes gehen jedoch nicht verloren; Preßbernstein, Bernsteinlack, Bernsteinöl und Bernsteinsäure sind die Erzeugnisse, die daraus gewonnen werden. Rund 1000 ostpreußische Familien sind von dek Bernsteinindustrie abhängig. Sonderaufträge sind nötig. Das Winterhilfswerk schaltete sich auch in diesem Jahr wieder ein. Und so galt es, Millionen und aber Millionen Baggereimer „blaue Erde" mehr auszuheben, um den für die 31 Millionen Abzeichen nötigen Rohbernstein herbeizuschaffen. In der Staat- .... und wenn es etwas besonders Schönes, aber trotzdem preiswürdig sein soll, dann geht man ins U26A . Stoffspezialhaus BERNARD&SOHNÄ.,,.,« lichen Bernsteinmanufaktur, in den Werkstätten her Kriegsbeschädigten in Königsberg und in der Manufaktur Danzig konnte die'Arbeit nur mit Mühe bewältigt werden. Die Blüten und Blätter wurden aus dem Naturbernstein herausgeschnitten, die rohen Formen geschliffen, durchbohrt und poliert, und da die der Große der Abzeichen entsprechenden Rohbernsteinstücke bei weitem nicht ausreichten, mußten zahlreiche, sogar faustgroße Stücke zersägt werden. Wenn uns am 26. März die Männer der DAF. die ersten „Fühlingsboten", die Blätter und Blüten aus Bernstein, anbieten, wollen wir dazu beitragen, daß auch die sechste und letzte Reichsstraßensammlung des WHW. 1938/39 ein voller Erfolg wird! Gauleiter Sprenger eröffnet den Gauentscbeid in Heffen-Tloffau. NSG. Vom 24. bis 28. März wird in Frankfurt a. M. der Gauentscheid im Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen durchgeführt, bei dem die Kreissieger aus dem Rhein-Main-Gebiet ihr berufliches Können messen. Der Gauentscheid wird am Freitag, um 18 Uhr, durch Gauleiter Sprenger in einer großen Kundgebung im Schumanntheater feierlich eröffnet. Durch die Anwesenheit des Leiters des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer A x m a n n , erhält die Veranstaltung eine besondere Bedeutung. Neuer Führer unserer83 ^-Standarte Von dem Prefsereferenten der 83. ^-Standarte in Gießen wird uns mitgeteilt: An Stelle des vor einigen Wochen in einen anderen Wirkungskreis berufenen ^-Sturmbannführers Pg. Georg M ü l - l e r wurde der seitherige Führer des Sturmbannes 11/47. ^-Standarte (Weimar) ^-Obersturmbannführer Pg. Edmund Frosch mit der Führung bet 83. -Standarte beauftragt. Hitler-Iugend Dann 116. Sozialstelle. Am Sonntag, 2. April, 10 Uhr, findet eine Schulung aller Sozialwarte und Sozialreferenten des Bannes, Jungbannes und Unter-Gaues 116 in Bad- Nauheim, Turnhalle, Hauptstraße 102, statt. Da die Schulung nur einmalig ist, hat jeder So- zialwart und jeder Sozialreferent teilzunehmen. Eine Entschuldigung ist zwecklos. Ich bitte um umgehende Rückgabe der übersandten Empfangsbestätigung, da ich diese zur Bestellung des Mittagessens und als Nachweis der übersandten Fahrpreisermäßigungsscheine unbedingt benötige. Be,irksverwaltunqsaericht Gießen. Am Samstag, 25. März, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes ztt Stunde habe ich sie doch noch gehabt? Wenn ich bloß wüßte.. Himmelherrgott, jetzt haben sie die Zangen da sind. Ja, ich wäre nicht einmal überrascht, wenn ich der einzige wäre, der weiß, was eine Zange ist. „Frag Emma!" Zu einer höheren Hirntätigkeit über diesen Punkt können sie sich nicht aufschwingen. Wenn ich zu einer bestimmten Sorte von Menschen gehören würbe, hätte ich einen rounberbaren Grunb zu einem Skanbal. Ich würde einen Skandal wegen der Zange machen. Es ist Zeit, baß in biefem Hause mal irgenb jemanb über irgend etwas Skandal macht. Es dürfte,nur wenig Zweck haben. Leute, die anständigen Hausvätern Zangen wegnehmen, haben eine derart dicke Haut, daß auch eine ansehnliche Ladung Dynamit kaum einen Erfolg zeitigen würde. Wenn nur Ugenb jemanb ein gewisses Interesse an ben Tag legen würbe, bann konnte ich mich ja unter Umftänben herbeilassen, bie ganze Angelegenheit nicht so tragisch zu nehmen. Aber niemanb tut bas. Alles, was sie tun können, ist, ihre eignen, selbstischen Angelegenheiten zu hätscheln. Soweit es sie betrifft, brauchte ich niemals eine Zange gehabt zu haben. Aber ich bin entschlossen, sie aufzustöbern. Nichts soll mich davon abhalten, bie Zange zu finben. Ich weiß ganz genau, baß sie irgendwo sein muß; unb wo werbe ich schon noch entdecken. Aber, was wichtiger ist, ich werde auch den entlarven, der sie an sich genommen hat Ein Exempel! Das ist es, was in diesem Hause, statuiert werden muß. Etwas, bas bie fahrlässige Gesellschaft für bie Zukunft sorgsamer macht. „Herrgott, hat benn nicht jemand bie Zange gesehen?" „Nein!" Da haben Sie es roieber! „Nein!" Keine Vorstellung, kein Nachbenken. Gerabe nur „Nein!" Na schon! Wenn bas Rabio nachher nicht funktioniert, bann funktioniert es eben nicht. Kein Mensch kann von mir verlangen, daß ich es ohne Zange wieder in Ordnung bringe. Wenn es ihnen Spaß macht, mir meine Zange fortzunehmen, bann wirb es ihnen ja auch Spaß machen, bas Radio allein wieder in Gang zu bringen. Ich habe keine Lust, zu hören. Ich setze mich einfach hin, zünde mir meine Pfeife an. Das ist das beste. Werden die sich ärgern, wenn sie merken, daß das Radio nicht geht! Und alles bloß, weil sie meine Zange fortgenommen haben! Grün sollen sie werden! Mich geht's nichts an. Wo ist nur meine Pfeife? Vor einer halben Nie Zange. Von Clemens Laar. „Hat jemand bie Zange gesehen?" „Nein!" Das alte Lieb. Nein! Niemanb hat jemals die Zange gesehen. Soweit bie Mitbewohner meiner Häuslichkeit in Frage kommen, gibt es überhaupt /eine Zangen, hat es niemals welche gegeben! Unb bas geht nicht nur mit ber Zange so! Da nehme ich nur zum Beispiel, weil ich tatsächlich im Augenblick eine diesbezügliche, schlichte, männlich sachliche Frage gestellt hatte. Am Morgen hatte ich sie noch. Ich benutzte sie. Ich hatte ein Stück Draht um einen Pfosten zu wickeln, um das Drahtgitter über dem Loch im Ickrtenzaun — durch bas eine Katze in ben Garten ichlüpfen könnte — recht straff zu halten. Es war äine von jenen kleinen, nützlichen Arbeiten, bie ich immer verrichte, ohne auch nur ben geringsten Dank ha für zu ernten. Aber bas berührt mich nicht. Ich erwarte keinen Dank. Alles, was ich verlange, ist. baß berjenige, !zer mir die Zange fortnahm, als ich fertig war, fce mir zurückgibt. Unter uns, ich kann mir nicht vorstellen, warum Armand eine Zange stehlen sollte. Denn darauf läuft (» hinaus. Schließlich kann sie nicht aufstehen unb haderen gehen. Irgenb jemand hat sie einfach bei- |i*ite gebracht, das ist alles. Eine ganz niedrige Anliegenheit, eine Zange zu stehlen; Angelegenheit chne jedes Format. Nicht als ob solche Gegenstände wertvoll wären; riitnichten. Eine Zange beispielsweise kann man tech sehr billig kaufen Und doch kommen da Leute ter und begehen ein Verbrechen, um sie zu be- bmmen. „Frag Emma, ob sie bie Zange gesehen hat! Das 'ist's, was man zu hören bekommt. Als nenn es irgenbeinen. Zweck hätte, Emma zu fragen; (hmma weiß niemals, wo irgenb etwas ist. „Emma, sollten Sie zufällig wissen, wo bie 5aange ist?" Rein!" Run. was habe ich gesagt? „Nein" — gerabe nur „Nein". Keine freundlichen Fragen; keine Sympathie. Gerabe nur „Nein". । Sie meinen, eines anständigen Menschen Zangen f(Ilten boch in seinem eigenen Hause sicher sein, nicht wahr? Ich verstehe Zangen hier als Symbol f-jr alle Dinge Aber bu lieber Himmel Aller Twhrscheinlichkeit nach bin ich in biefem Hause _.;M „ ... h2r überhaupt ber einzige Mensch, ber weiß, wozu mir auch noch fortgenommen... Selbstverstanblich. Aber nein! Hier ist sie ja, in ber Tasche. Nein, sie ist es nicht! Es ist... Bei allen Göttern, es ist tatsächlich bie Zange! Jetzt möchte ich aber wissen, wer sie ba hineingesteckt hat? Ich glaube, bas ist ihre Vorstellung von einem Scherz. Eine sehr armselige Vorstellung, wenn sie mich fragen! Na egal! Das Rabio kann ich ja trotzdem in Ordnung bringen. Sobald ich bie Pfeife in Branb habe. Die Pfeife ... Wo zum Donnerwetter... „Sagt mal, hat nicht jemanb meine Pfeife gesehen ... ?" Hochschulnachrichten. Professor Dr. Felgentraeger, Drbinarius für Römisches unb Deutsches Bürgerliches Recht, Rechtsvergleichung unb Internationales Privatrecht an der Universität Marburg, hat einen Ruf an bie Universität Köln abgelehnt. Es würbe übertragen: bem außerorbentlichen Professor an ber Hochschule für Welthandel in Wien Dr. Heinrich D e m e l i u s unter Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Universität Wien ber Lehrstuhl für Hanbels- und Wechfelrecht sowie Bürgerliches Recht; bem beamteten außerorbentlichen Professor Dr. med. Herbert Fuß in Graz unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an der Universität Wien der Lehrstuhl für Syphi- lidologie und Dermatologie; bem Dozenten unb außerorbentlichen Professor Dr. Leopolb Mayer unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Hochschule für Welthanbel in Wien ber Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre; bem nichtbeamteten außerorbentlichen Professor Dr. Josef Quint unter (Ernennung zum orbentlichen Professor an ber Universität Breslau ber Lehrstuhl für Deutsche Philologie; bem nichtbeamteten außerorbentlichen Professor Dr. Richard Rößler unter (Ernennung zum ordentlichen Professor an ber Universität Wien ber Lehrstuhl für Pharmakologie. Dem Dozenten Dr. Wolfgang Metzger an der Universität Frankfurt wurde bie Dienstbezeichnung nbao. Prof, verliehen. Er war als Assistent am Psychologischen Universitätsinstitut in Berlin tätig und siedelte von dort 1931 in gleicher Eigenschaft an das Psychologische Institut der Universität Frankfurt über, dessen stellvertretender Direktor er von 1935 bis 1937 war. Im Sommer 1937 wurde er mit ber Vertretung bes freien Lehrstuhls für Psychologie an ber Universität Halle beauftragt. Prof. Metzgers Arbeiten betreffen hauptsächlich bie allget meine theoretische unb experimentelle Psychologie. Lichtspielhaus: „Der arüne Kaiser". Wahrscheinlich liegen die Dinge in dem Roman „Der grüne Kaiser" von Hans Medin, nach dem Geza von Czifsra und Frank Thieß das Drehbuch schrieben, etwas übersichtlicher, aber der Film liebte von jeher, wie man weiß, ein gewisses Halbdunkels auch jene geheimnisschweren Jndustriemagnaten, bie über märchenhafte wirtschaftliche Machtmittel verfügen und mit Vorliebe im Flugzeug oder auf einer weißen Luxusjacht reisen, wie dieser Herr Mylius^ den das Programmheft mit Recht „eine etwas umstrittene Persönlichkeit nennt, der eine Doppelexistenz führt und den romantischen Beinamen „der grüne Kaiser" führt. Als er nach einem stürmischen Fluge über den Kanal aus dem Flugzeug verschwunden ist, fühlt man sich an zwei Fälle erinnert, die seinerzeit beträchtliches Aufsehen und Rätselraten verursachten. Doch sind offenbar keine Anspielungen solcher Art beabsichtigt; im leeren Flugzeug findet sich ein Revolver, aus dem zwei Patronen fehlen, und der einzige Mitreisende ist der Pilot, der alsbald verhaftet und auf Indizien wegen Totschlages verurteilt wird. Hier mündet das Abenteuer um den „grünen Kaiser" in einen handfesten Kriminalfall, und dieser Fall ist interessanter als die damit zusammenhängende Liebesgeschichte. (Mylius liebt dis Braut seines Piloten und hatte mit ihm überdies kurz vor dem Abflug einen heftigen Zusammenstoß.) Es taucht später die juristisch bemerkenswerte und wahrscheinlich nicht häufig gestellte Frage auf, ob jemand wegen einer Tat verurteilt werden kann^ wenn er zuvor wegen der gleichen Tat unschuldig verurteilt worden ist und seine Strafe verbüßt hat. Das Gericht im Film kommt zu einer Freisprechung; allerdings wird die Parallele insofern etwas verschleiert, als beim zweiten Male offenbar nicht Totschlag, sondern eine Notwehrhandlung vorlag. Unter der Regie von Paul Mundorf flehen sich in Gustav Diessl und Renö Deltgen zwei lebhaft charakterisierte Gegenspieler gegenüber; zwischen beiden Carola Höhn als die junge Braut im heftigen Widerstreit der Gefühle. Vom Ensemble wären ferner Paul Westermeier, Ellen Bang und Hans Leibeltzu neunen.— (Ufa.) * Das Bechrogramm bringt Bilder von einer Rheinreife und eine ganz aktuelle Wochenschau der Tobis mit Aufnahmen vom Einmarsch in Böhmen und Mähren. Hans Thyriot. Gießen, Landgraf-PH ilipp -Platz 3, eine öffentliche Sitzuna des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Gewerbebetrieb des Max Kreiling in Heuchelheim; hier: Antrag auf Untersagung des Viehhandels. 2. Klage der Katharina Gerhard in Ober- Mörlen wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1939. 3. Klage des Otto Schmidt in Bad-Nauheim wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft im Privat-Hotel „Villa Grünewald". 11000 RM. vom »Tag der Wehrmacht" für das WHW. Die vielseitigen Veranstaltungen unserer Gießener Garnison und das starke Interesse aller Volksgenossen von Stadt und Land am „Tag der Wehrmacht" herben für das Winterhilfswerk ein sehr erfreuliches Ergebnis gebracht. Rund 11000 Mark konnten von den Truppen unseres Standorts als Erlös aus den Veranstaltungen und Sammlungen an diesem Tag dem Winterhilfswerk zugeführt werden. Auf diesen großartigen Erfolg können die Veranstalter, die Sammler und die Spender in gleicher Weise stolz fein. Oie Hausfrau geht es besonders an. Es ist eine Tatsache, die man sich nicht oft genug in das Gedächtnis zurückrufen kann, daß etwa zwei Drittel des deutschen Volkseinkommens durch die Hand der Hausfrau geht. Es ist daher verständlich, wenn immer wieder an die Einsatzbereitschaft und den . guten Willen der Frauen appöliert wird, auch zu ihrem Teil an der Lösung der großen nationalpolitischen Aufgaben mitzuarbeiten. In erfreulichem Umfang hat die deutsche Hausfrau Verständnis dafür gezeigt, daß wir mit allen Dingen sparsam umgehen müssen. Die richtige Auswahl der Nahrungsmittel, die Befolgung des Rufes „Kampf dem Verderb" haben nicht nur eine große volkswirtschaftliche Bedeutuna, sondern bieten darüber hinaus auch für den einzelnen Haushalt nicht unerhebliche Vortelle. Durch die Beachtung der immer wieder in der Presse bekanntgegebenen Anregungen hat es manche deutsche Hausfrau dazu oebracyt, in der Woche mehrere Groschen — oder sogar Markbeträge — von ihrem Wirtschaftsgeld zu ersparen. Um das Sammeln dieser kleinen Rücklagen zu erleichtern, gibt Angeklagte in vollem Umfang geständig war. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von vier Monaten. Strafmildernd komme in Betracht, daß sich beide (Beleidigter und Angeklagter) inzwischen versöhnt hätten und der Angeklagte seine Tat bereue, straferschwerend da» gegen, daß er einschlägig vorbestraft sei und aus Rache wegen einer gegen ihn erstatteten Strafanzeige gehandelt habe. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Dem Beleidigten wurde das Recht zur Publikation zu» gesprochen. * K. Pf. II. in Watzenborn-Steinberg wurde be< schuldigt, am 1. Mai 1938 wider besseres Wissen in einer Wirtschaft in Watzenborn-Steinberg die unwahre Behauptung aufgestellt und verbreitet zu haben, ein SA.-Sturmführer in Watzenborn-Steinberg habe bei der Abschiedsfeier des Juden Israel Süßkind in Heuchelheim in dessen Wohnung teil» genommen. Der Angeklagte suchte sich auf alle Arten heraus» zureden, wurde aber durch die Beweisaufnahme überführt, die vollkommen unwahren Schwätzereien aufgebracht und verbreitet zu haben. Er behauptete, der Jude Sally Süßkind in Heuchelheim habe ihm das, was er weitererzählt habe, wörtlich mitgeteilt. Der als Zeuge vernommene Jude bestritt dies unter feinem Eid. Dem Angeklagten wurde der Vorwurf der Judenfreundlichkeit gemacht, dafür wollte er dem SA.-Führer eins auswischen. Es ist festgestellt worden, daß der Angeklagte noch in der jüngsten Zeit mit Juden Geschäfte gemacht hat. Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rück« sicht auf die schwere Beleidigung und da der Angeklagte als ein übler Schwätzer erscheine auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten zu erkennen. Mit einer Geldstrafe könne die Tat nicht gesühnt werden. Der Angeklagte würbe zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. Dem Beleidigten wurde das Recht zur Veröffentlichung des.Urteils zugesprochen. Der Aug. L. in Klein-Seelheim wurde beschuldigt, im Sommer 1938 in Kestrich und Groß^Felda ihm zu treuen Händen anvertraute Sparschatzgelder von Arbeitskameraden in Höhe von etwa 350 Mark nicht an die zuständige Stelle abgesührt und Gelder, die ihm zur Begleichung von Rechnungen oder zur Aufbewahrung übergeben waren, nicht abgeliefert, sondern für sich verbraucht, ferner Einkäufe in Höhe von etwa 50 Mark unter dem Versprechen baldiger Zahlung gemacht und sich Darlehen im Betrage von 25 Mark besorgt zu haben, die er bald zu räch zahlen wollte. Die Waren hat er nicht bezahlt uni die Darlehen nicht zurückgezahlt. (Vergehen gegen §§ 246, 263, 266 StGB.) Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig und überführt. Der Vertreter der Anklage möchte den Angeklagten noch einmal vor dem Zuchthaus bewahrt wissen und beantragte deshalb eine Gesamtgefängnisstrase von einem Jahr und vier Monaten und eine Geldstrafe von 300 Mark, Hilfsweife 60 Tage Gefängnis. Der Angeklagte- wurde wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung und Betrug zu einer Gesamtgefängnis st rafe von einem Jahr und vier Monaten und zu einer So zog Tinser Paula heftig an sich und küßte sie verdurstet auf den Mund. „Es ist so hell hier", sagte Paula verlegen und drehte das Licht aus. — Die grauen Streifen, die zu beiden Seiten des Vorhangs in die Kammer fielen, wurden allmählich blasser. Und jetzt gab die fröhliche Bimmeluhr im Dachreiter auf dem Pförtnerhäuschen sieben geschasi tige Schläge von sich. „Was hast dK denn plötzlich, Defi? Du bist fo still", fragte Paula den Geliebten. „Ein wenig Sorgen, mein gutes Mädchen." — Nun der Rausch verflogen war, stellten sich wieder die Gedanken ein. An fein verpfuschtes Dasein, an Gaidls Drohungen, an den eigentlichen Zweck seines Hierseins. Tinser starrte verzweifelt nach der Kammerdecke, über die eine emsige kleine Spinne lief. „Sehr schlimm?" forschte sie und spielte mit einer Strähne seines dunklen Haares. „Ziemlich." „Möchtest tiu cs mir nicht sagen? Vielleicht kann ich dir tragen helfen." Tinser seufzte. Dann nahm er entschlossen einen Anlauf. Sie gehörten ja jetzt zusammen. .Lch habe als Student in Wien irgendsone Dummheit gemacht, und das hängt mir jetzt nach ' Er erzählte zögernd, was zu erzählen war. Er verschwieg zwar Gaidls Namen und die Art des geplanten Verbrechens, aber alles andere, was Paula wissen durfte, stellte er sehr anschaulich vor sie und beschönigte nichts. Er sprach von der Juaend- eselei, von falschem Ehrgeiz und von Erpressung durch einen früheren Laboratoriumsdiener, der ihn nun 3UX einer Gesetzwidrigkeit zwingen wolle. Er tat, als sei das letzte noch in der Schwebe. Denn die volle Wahrheit überstieg feine Kräfte. Es war ihm etwas leichter zumute, als er endlich seine Sorgen abgeladen hatte. Paula hörte ihm mit steigendem Entsetzen ZU. Wenn er Pausen einschob, ermunterte sie ihn- weiterzusprechen. Dabei glitten ihre Finger ohne Unterbrechung an seinem'Arm entlang. Schließ"») flüsterte sie voll Mitleid: „Armer Defi, ganz armer Defi. Also so steht e- mit dir. Hör mal, das ist eine schlimme Geschichte, du Aber nicht wahr, du bleibst fest und läßt oia) nicht verleiten?" „Dann bin ich ja verloren", stöhnte er. „Dan> kommt mein Name in die Zeitung. Dann sind u* für immer besudelt. Du hast wohl keine rechte -oor‘ stellung, was das bedeutet?" (Fortsetzung folgt!) Kamps und Aot des Auslandsdeutschlums. Vannsiihrerschule im Dienst der Jugenderziehung 'Ute er fr- estellt tt: ngsten z : Aus der engeren Heimat und Wirtschast ) uni) »erlegen t Du mit K >a der S ie auf b i erkenne cht * ängniji rteilt fr fsenüP-: beschufti: i-Felda ik . Mer K' Mart nü Gelder,! oder -n abgelieic fe in ft n baldir 'frage i lb juxi W? Qte b Die M. S. in Ermenrod war wegen vorsätzlicher Brandstiftung angeklagt. Sie hat am 9. Oktober 1938 •ie eigene Scheune in Brand gesteckt. Die Angeklagte wurde aus der Heil- und Bflege- inftalt oorgeführt. Sie war geständig und erklärte, :-5 sei auf einmal so über sie gekommen, sie habe wie unter einem Zwang gehandelt und da habe sie •ie Scheune in Brand gesteckt. Es ist festgestellt, "aß die Angeklagte früher (bis zum Jahre 1936) fleißig und arbeitssam war. Zu dieser Zeit fiel sie n einen 11 Meter tiefen Brunnen und erlitt dabei itne schwere Gehirnerschütterung. Seitdem leidet sie m geistigen Störungen, und sie ging von da ab mit Selbstmordgedanken um. Man hat Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit. X)er Sachverständige erklärt, es handle sich bei der Angeklagten um geistige Störungen, die ihr ganzes Wesen derartig beeinflussen würden, daß sie nicht wr zu sinnlosen, sondern auch zu strafbaren Handungen neige. Der Schutz des §51 StGB, sei ihr nzubilligen. Sie müsse in einer geschlossenen Anstalt iileiben. ©er deutsche Außenhandel im Februar. Fwd. Im Außenhandel Großdeutschlands betrug im Februar die Einfuhr 471,5 Mill. RM., die Ausfuhr 411,0 Mill. RM. Während die Einfuhr sich gegenüber dem Vormonat (472,2 Mill. RM.) kaum verändert hat, war die Ausfuhr um 30,2 Mill. RM. (d. h. 6,8 v. H.) geringer als im Januar. Der Einfuhrüberschuß hat sich nach einem Rückgang in den beiden Vormonaten im Februar um 29,4 Mill. RM. auf 60,5 Mill. RM. erhöht. Die Einfuhr des Altreichs einschl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete ist von Januar zu Februar abweichend von der saisonüblichen Tendenz gestiegen. Mit 425,7 Mill. RM. lag sie um rd. 16 Mill. RM., d. h. 3,9 v. H., über der Einfuhr des Vormonats. Dem Volumen nach war die Erhöhung noch etwas stärker, da die Preise im Durchschnitt gesunken sind. Im Bereich der Ernährungswirtschaft hat die Einfuhr von 155,5 auf 162,6 Mill. RM. zugenommen. Höher war besonders die Einfuhr von lebenden Tieren und pflanzlichen Nahrungsmitteln. In der Hauptgruppe Gewerbliche Wirtschaft wurde das Vormonatsergebnis um rd. 9 Mill. RM. überschritten, und zwar waren an dieser Zunahme Rohstoffe, Halb- und Fertigwaren beteiligt. In der Ausfuhr war im Februar nach der jahreszeitlichen Tendenz und vor allem im Hinblick auf die Kürze des Monats ein Rückgang zu erwarten. Insgesamt war die Ausfuhr des alten Reichsgebiets (einschl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete) mit 388,3 Mill. RM. um 30,1 Mill. RM. geringer als im Vormonat. Wertmäßig (—7,2 v. H.) war die Abnahme stärker als in den Vorjahren. Dem Volumen nach entsprach die Verminderung (— 4,5 o. H.) — infolge einer verhältnismäßig starken Senkung des Ausfuhrdurchschnittswerts — etwa der Veränderung im Februar der letzten beiden Jahre. Das Februarergebnis 1938 wurde wertmäßig um 9,1 v. H., dem Volumen nach jedoch nur geringfügig unterschritten. Don dem Rückgang gegenüber dem Vormonat wurde in erster Linie der Fertigwarenabsatz betroffen, und zwar ist hier lediglich die Ausfuhr von Enderzeugnissen (—26,6 v. H.) gesunken. Auch bei Rohstoffen wurde das Vormonatsergebnis unterschritten. Dagegen war die Ausfuhr von Halbwaren und Vorerzeugnissen nicht bzw. wenig verändert. Die Handelsbilanz des alten Reichsgebiets einschl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete, die im ^nuac einen Ausfuhrüberschuß von L.6 Mll. RW. Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.), Ortsleitung Gießen, vereinigte am gestrigen Dienstagabend in der Aula des Gymnasiums viele Mitgliedes, Gäste und vor allem viele Kameradinnen aus dem BDM. zu einem Vortragsabend. Der Ortsleiter, Landrat Dr. Lotz, hieß die Besucher willkommen, insbesondere die zahlreich vertretene Jugend, und dankte dem Redner dafür, daß er aus dem Sudetenland herbeigeeilt sei, um auch in Gießen zu sprechen. Der Sudetendeutsche Willy B a l i k gab dann in umfassender Ueberschau ein Bild von der Not und dem Kampf des Auslandsdeutschtums, wie er sich nach den Verträgen von Versailles und St. Germain aus der haßerfüllten Berechnung der Feindbundstaaten ergeben mußte. Der Redner rief die geschichtlichen Ereignisse in die Erinnerung zurück, die zur Abtrennung des Sudetenlandes, zum Verlust von Oberschlesien, des Memellandes usw. und zur Schaffung der Tsecho-Slowakei führten, wodurch Millionen von deutschen Volksgenossen in Not, Elend und Drangsal gestürzt wurden. Kreditnehmer mit 5000 bis 10 000 Mark. Auch der Kleinsparbetrieb zeigte eine weitere Aufwärtsentwicklung. Die Einlagen der Schulsparkasse stiegen um weitere 171 Mk. auf 6719,90 Mark. An Kartengeldern wurden 9000 (8275) Mk. mehr vereinnahmt als im Vorjahr. Die Zinssätze für Hypotheken wurden ab 1. Januar 1939 von 43A auf 4*72 v. H. gesenkt, für Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist werden z. Zt. 3V< v. H. vergütet. Die Unkosten einschl. Steuern betragen 0,85 v. H. (0,9 v. H.) der Bilanzsumme. An Dividende sind für 1938 wieder 5 v. H. ausgeschüttet werden. Mitgliederbewegung: Anfang des Jahres 479 Mitglieder, Zugang 25, Abgang 10, somit am Ende des Jahres 494 Mitglieder mit 495 Geschäftsanteilen und einer Haftsumme von 247 500 Mark. Rechner Schmitt erläuterte die Jahresrechnung, Vermögensbilanz sowie die Gewinn- und Verlust- rechnung. Der Reingewinn beläuft sich auf 2363,89 Mark: der je zur Betriebsrücklage und Reservefonds gutgeschrieben wird. Die Entwicklung der Kasse war folgende: Umsatz 2 982 642 Mk. (1937: 2 683 086 Mk.), Bilanzsumme 635 728 (579 308) Mk., Ein- rndiw; 5 W* ch her» ©pinnt: lte Die Feier der Einweihung fand im „Solmser Hof" statt, der aus diesem Anlaß festlich geschmückt war. Die Bevölkerung nahm regen Anteil. Bannführer Rohrbach umriß in seiner Ansprache die Aufgabe und den tieferen Sinn, dem die Bannführer- schule zu dienen Hof und dankte der Stadtverwaltung und der Bevölkerung für das der Sache entgegengebrachte Verständnis. Kreispropagandaleiter Rahner (Gießen) übermittelte Grüße des Kreisleiters Backhaus und des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen, Ritter, und sprach von den Zielen, denen unsere deutsche Jugend im Interesse der Zukunft unjec^s ganzen Volkes dienen müsse. Die Schule fte^t im Dienst dieser Zukunftsarbeit. Bürgermeister H ö g y (Laubach) sprach von der Bannführerschule als einer idealen Schule, in der nationalsozialistischer Geist gepflegt und von der Jugend höchste Leistung bewiesen werden könne. Die Stadt sei stolz, so führte er u a. aus, diese Schule in ihren Mauern zu bergen. Nach kurzen Darlegungen über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Hitler-Jugend, Schule und Elternhaus, überreichte Bürgermeister H ö g y den Schlüssel zur Schule an den Bannführer. Der weitere Verlauf des Abends brachte eine Fülle unterhaltsamer Darbietungen, die von Hitler-Jugend und BDM. bestritten wurden und bei den Besuchern reichen Beifall fanden. In feinen weiteren Darlegungen gab der Vortragende einen Ueberblick über das Auslandsdeusch- tum überhaupt, sprach vom Leben der Deutschen in Südosteuropa und von ihrem unermüdlichen Kampf um die Erhaltung ihrer deutschen Wesensart. Er ließ an Hand von Zahlen erkennen, daß h^ute noch ein Fünftel aller Volksdeutschen im Ausland lebt, und vermittelte damit einen Eindruck von dem Gesamtumfang des Problems. In feinen abschließenden Darlegungen sprach der Redner besonders von dem Kampf der Sudetendeutschen um ihre völkische Behauptung, er zeichnete in vielen Einzelheiten ein Bild von den Verfolgungen und dem Terror, dem die sudetendeutschen Volksgenossen im ehemaligen Staatsverband der Tschecho-Slowakei ausgesetzt waren, schilderte, wie viele in Gefängnissen litten und gab hier auch einige feiner eigensten Erlebnisse zur Kenntnis. Der Redner schloß mit dem Bekenntnis der unablösbaren Treue zu Führer und Reich. Landrat Dr. Lotz dankte dem Medncr für feine aufrüttelnden Darlegungen und schloß den Abend mit dem Gedenken des Führers. en heiW saufnch ^wätzeieii behaupt i habe ft- witzele, dies um; t iBorwi- Seilen! >n M mmeluii,1 eben M aufwies, schließt im Februar mit einem Einfuhr- Überschuß von 37,3 Mill. RM. ab. Beseitigung der Uebersetzung im Einzelhandel. Fwd. Die im Einzelhandel noch immer bestehende Uebersetzung mit Verkaufsstellen, Versandgeschäften und Bestellkontoren sowie die ans dem Vierjahresplan erwachsene Notwendigkeit, Kräfte für den Arbeitseinsatz freizumachen, erfordert eine Auskäm- mung des Einzelhandels. Der Reichswirtschaftsminister hat deshalb eine Verordnung zur Beseitigung der Uebersetzung im . Einzelhandel erlassen, die soeben zusammen mit einer Ersten Durchführungsordnung im Reichsgefetz- biatt verkündet wird. In der Verordnung wird bestimmt, daß Verkaufsstellen, Verfandgeschäfte und Bestellkontore des Einzelhandels geschlossen werden können, wenn ihr Inhaber oder die mit ihrer Leitung beauftragte Person nicht die persönlichen oder sachlichen Voraussetzungen erfüllt, die zur Führung eines Einzelhandelsgeschäftes erforderlich find. Nach der Durchführungsanordnung ist die Schließung dann zu verfügen, wenn der Inhaber des Betriebes in den letzten zwei Jahren während bestimmter Zeiträume Wohlfahrts- ober, Arbeitslosenunterstützung bezogen hat oder wenn er nicht in der Lage ist, ohne Gefährdung des Unternehmens den steuerlichen Verpflichtungen aus dem Gewerbebetrieb und den laufenden Verpflichtungen der Gefolgschaft gegenüber regelmäßig nachmkommen oder von der Steuer freigestellt ist. Die Schließung darf erst vollzogen werden, wenn dem Betroffenen vom Arbeitsamt ein anderer Arbeitsplatz nachgewiesen ist. Für die Abwicklung der betroffenen Betriebe ist ein besonderes Verfahren vorgesehen. Gutes Gparergebnis im Februar. FWD. Wie aus den Monatsausweifen der deutschen Sparkassen, Girokassen und Kommunalbanken für Ende ö'Cbruar ersichtlich ist, sind im Altreich die Spareinlagen im Berichtsmonat um 236,0 Mill. RM. gestiegen. Der Hauptteil dieser Erhöhung entfällt auf den Einzahlungsüberschuß, der mit 175,2 Mill. RM. abermals über dem des Vergleichsmonats des Vorjahres (155,8 Mill. NM.) lag. Das gute Sparergebnis war wiederum auf die günstige Entwickliing der Ein- Zahlungen zurückzuführen, die mit 573,7 Mill. RM. 51,9 Mill. RM. mehr erbrachten als im Februar 1938 (521,8 Mill. RM.). Die Rückzahlungen sind bagegeu weniger stach uiü> zwar von 366,0 Mill, RM. ßitf Urteil: Auf Grund des § 42b StGB, wird die Verbringung der Angeklagten in eine Heil- Kflegeanftolt angeordnet. Giehener Feuerschutzpolizei Hilst in Lich. H Lich, 21. März. Die schon seit langem geplante Reinigung der Licher^Wasser- leitung wurde anfangs dieser Woche von der Feuerschutzpolizei Gießen unter Leitung von Brandinspektor Lenz durchgeführt. Die Durchspülung der etwa 5 Kilometer langen Strecke vom Wasserreservoir am Höhler bis zur Quelle bei Aili ach war mit etlichen Schwierigkeiten verbunden, da verschiedene Windungen und Höhenunterschiede berücksichtigt werden mußten. Am Montagmittag legte die aus 10 Feuerschutzpolizisten bestehende Bedienungsmannschaft entlang der Wasserleitung vom Reservoir bis zum QueUg'ebiet ein Fernsprechkabel mit entsprechenden Fernsprechstationen an den einzelnen Wasserschiebern, um so mit der Pumpe in Verbindung zu bleiben. Am Dienstagmorgen wurde mit der etappenweisen Durchspülung begonnen, d. h. man reinigte zuerst die Strecke vom Reservoir bis zum Schieber I und setzte dann die Durchspülung bis zum nächsten Schieber fort, bis man nachmittags an der Quelle angelangt war. Die Durchspülung, die gegen den Strom und mit einem Anfangsdruck von etwa drei und einem Enddruck von acht Atmosphären erfolgte, wurde mit einer zweistufigen, durch einen 100-?8-Dieselmotor angetriebenen Pumpe bewerkstelligt, deren Höchstleistung 3000 Liter in der Minute beträgt bei 80 Meter Förderhöhe. Diese der Gießener Feuerschutzpolizei gehörende Pumpe dürfte zu den modernsten auf diesem Gebiete zu rechnen sein. Todessturz mit dem Fahrrad. LPD. Schotten, 21. März. Ein Mann aus Unter-Schmitten, der mit seinem Sohne auf der Radfahrt von Kölzenhain nach Hause begriffen war, stürzte, während sein Sohn schon ein Stück vorausgefahren war, mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß der T o d des Mannes auf der Stelle eintrat. Der durch das Ausbleiben feines Vaters beunruhigte Sohn fuhr nach einiger Zeit zurück und fand dann feinen Vater tot auf der Landstraße liegend auf. Spar- und Darlehnskaffe Watzenborn-Steinberg. "T Watzenborn-Steinberg, 20. März. 2lm Samstagabend fand im Saale „Zur Krone" die Jahres-Hauptversammlung der Spar - und Darlehnskasse statt. Aufsichtsratsoorfitzender, Bürgermeister Schä - f e r, leitete die Versammlung. Er gedachte eingangs der im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder, die in üblicher Weise geehrt wurden. Hierauf erstattete der Direktor, Lehrer Philipp, den Geschäftsbericht. Daraus war zu entnehmen, daß das hbgelaufene Jahr auch für die Genossenschaft ein recht erfolgreiches Jahr war. Bei dem immer mehr anwachsenden Geschäftsbetrieb zeigten sich die derzeitigen Geschäftsräume zu klein. Es konnte ein passendes Haus, das den Ansprüchen entsprach, zum Preise von 12 000 Mk. kaust ich erworben werden. Ab 1. April 1938 wurde die Unterhebestelle übernommen. Die Kassengeschäfte waren äußerst günstig. Die Zahlen in Klammern sind die des Vorjahres. Die Einlagen sind um 70 400 Mk. (41000 Mk.) gestiegen. An neuen Sparbüchern wurden 76 (63) ausgegeben. Die Bilanzsumme ist um weitere 56 000 Mk. (11000 Mk.) angewachsen. Die Bankschuld betrug am Ende des Jahres 18 000 (35 000) Mark. Auch das Kreditgeschäft erfuhr eine weitere, ganz erhebliche Steigerung. Es wurden 47 (34) neue Kredite bewilligt im Gesamtbeträge von 13 000 (57 000) Mark. Die gesamten Außenstände etzen sich aus 599 010,89 Mk. zusammen, und zwar wie folgt: 55 Kreditnehmer mit 500 Mk., 50 mit 500 bis 1000 Mk., 33 mit 1000 bis 1500, 38 mit 1500 bis 2000 Mk., 105 mit 2000 bis 5000 Mk. und 14 n Anck oahrl p ängnfc ) eine & ! Qefir >ue in :• ig zu® i ein!) ib zu t- tico her gesehen. 3. Pflichten des Lehrlings — ?flxf)ten des Lehrherrn. 18.30: „Frühling läßt fein laues Band ..." Hörfolge mit Musik. 19.15: Tages- ficgeL 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie- GtMpIatten und Eigenaufnahmen.) 19.45: „Ost- riesißifches Gold als Frühlingsstrauß". Zur letzten HiHsstraßensammlung entstehen Schneeglöckchen (ie Bernstein. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Sil den Stadtsälen in Marburg: „Singendes, klin- (mies Marburg" in Verbindung mit der NS.-Ge- rrisischaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 21-0: Unsere Kolonien: „Adolf Lüderitz", Ein Erzgauner. 3n zehn Jahren 20mal bestraft. LPD. Marburg, 21. März. Der Lebensgang ■$5 33jährigen Albert Miller aus Augsburg, Lr vor dem Schöffengericht wegen Betrugs im -ückfall unter Anklage stand, war in den letzten ■Wen eine fast ununterbrochene Kette von Gefäng- isstrafen. In den Polizeiakten wird M. als ein Nensch bezeichnet, der einer regelmäßigen Arbeit cus dem Wege geht und sich statt dessen auf be- tMgerische Art durchs Leben zu schlagen sucht. Im umi v. I. wurde M. nach Verbüßung einer län- firen Strafe aus dem Gefängnis entlassen. Er ränderte von Augsburg über Nürnberg und Hessen- ?^ssau nach Westfalen und beging unterwegs wieder sthlreiche Betrügereien, indem er sich in Gast- I iufern einmietete und bann unter Hinterlassung inner Zechschulden verschwand. In Westfalen konnte nan ihn erwischen und zu einem Jahr drei Moniten Zuchthaus (seine 19. Strafe) verurteilen. Mitt- I rweile hat es sich herausgestellt, daß M. auf seiner Jsife durch Hessen auch in Fronhausen (Lahn) einen Gastwirt um etwa 15 Mark' gesellt f)at. Er erschien dort im September v. I. crends unter der Angabe, daß er bei Belin- hiausen mit seinem Wagen — den er gar nicht bifaß — eine Panne gehabt und die Abschleppung bs Wagens veranlaßt habe. Etwa zwei Tage blieb in der Wirtschaft, übernachtete dort, ließ sich n.Tföftigen und trank nach Angabe der Wirtin in b tfer kurzen Zeit etwa 40 Glas Bier. Unter dem Birmanb, auf bem Postamt Geld abholen zu wolle,, verschwand er dann und hinterließ seine Zech- Iduulben. Das Urteil des Schöffengerichts lautete dusmal unter Einbeziehung der in Westfalen er= kannten (Strafe auf zwei Jahre Zuchthaus, K'ü Mark Geldstrafe oder weitere 20 Tage Zucht- jcius und 5 Jahre Ehrverlust. Dem Verurteilten |d6 man zu erkennen, baß er bei einer nochmaligen Erroftat mit Sicherungsverwahrung rechnen müsse. Lieber 8000 Erbhöfe in Hessen. LPD. Darmstadt, 21. März. Nach amtlicher Z; sammenstellung gibt es jetzt in Hessen 8418 k bhöfe mit einer Gesamtfläche von 112 905 Hektar. Die meisten Erbhöfe, nämlich 6500, besitzen b:driebsflächen zwischen 7,5 und 20 Hektar. Rundsunkprogramm Donnerstag, 23. März. Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt te kleine Dresdner- Orchester. 7: Nachrichren. 8.10: lstimnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Es IpiMt das kleine Orchester des Reichssenders Königs- Itig. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10 Schulfunk: Volksliedsingen. Wiederholung Lie- holatt 25. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskon- /tr. Es spielt bas kleine Runbfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 1145: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schall- ifciten. 14.45: Für unsere Kinber: „Der golbene Ämtz am Meeresgrunb". Ein Märchenjpiel von Eva Win. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Bücher, Di denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1 Aktuelle Nachrichten. 2. Wehrdienst — vom Be- ’ 'M ie W uhlfli 4 * Laubach, 22. März. Schon feit einigen Monaten ist die Bannführerschule Laubach des Bannes 116 der Hitler-Jugend von einem Leben erfüllt, wie es immer die Jugend mit sich bringt. Bei aller Disziplin ist bas Haus schon bisher mit geräuschvoller Fröhlichkeit erfüllt gewesen, aber auch mit dem Geist, der der Führerschaft der Hitler-Jugend zu eigen ist und zu eigen sein mußt. Schon vor einiger Zeit konnten wir in Wort und Bild darüber berichten, in welcher Form sich die Schulung und das Leben in der Bannführerschule abspielen. Jeder Besucher, der Gelegenheit hatte, Einblick in die Bannführerschule zu gewinnen, gewann den Eindruck, daß in jenem Hause beim „Schützenhof" eine Arbeit geleistet wird, die zunächst der Jugend dient, darüber hinaus aber der Volksgemeinschaft und eine Arbeit auf weite Sicht darstellt. Das Haus war für die Zwecke der Bannführerschule vollständig neu eingerichtet worden, die Räume wurden gründlich überholt, alle Einrichtungen wurden so gestaltet, daß sie den Zweck der Schule in allen Beziehungen entsprechen. Nachdem nun diese Ausbauarbeiten in allen Teilen abgeschlossen worden sind, fand in der Form eines Volksgemeinschaftsabends die Einweihung der Bannführerschule statt. Der Feier ging eine Besichtigung des Heimes durch die Vertreter der Partei und der Behörden voraus, bei der jedermann den besten Eindruck gewann. *4 ,rew leuÄ ielle-F hO" Ml. U . Di 1 ool i . w rli # lagen: 563 674 (493 244) Mk., Geschäftsguthabett 24 161 (23 226) Mk., Reserven 26 778 (24 695) Mk., Gewinn 2363 (2132) Mark. Bürgermeister Schäfer dankte dem Direktor, sowie dem Rechner für ihre ausgezeichnete Arbeit. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Hermann Sommer, vom Aufsichtsrat Heinrich Schäfer I., Johannes Schäfer III. und Balthasar Häuser II. wurden in ihre Aemter wieder verpflichtet. Nach Verlesung des Protokolls durch den Schriftführer Karl Philipp wurde die gut besuchte Versammlung vom Vorsitzenden in üblicher Weise geschlossen. Landkreis Gießen. A Rödgen, 22. März. Am heutigen Mittwoch kann der Weichenwärter i. R. Philipp Wiegel, Adolf-Hitler-Straßei, in körperlicher kmd geistiger Frische seinen 7 5. Geburtstag feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch. $ Steinbach, 22. März. Am heutigen Tage feiert Herr Karl Balser IV. seinen 72. G e - burtstag in guter Gesundheit und körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Wir gratulieren herzlich. 5 A1 bach , 22. März. Am morgigen 23. März feiert Frau Katharina Lenz, geb. Balser, Witwe des schon von 36 Jahren verstorbenen Philipp Lenz, ihren 8 8. Geburtstag. Frau Lenz, die Mutter unseres Bürgermeisters, ist die älteste Frau unserer Gemeinde, ihr Gesundheitszustand ist für ihr Alter erträglich gut. Herzliche Glückwünsche! s. Lang-Göns, 20., März. Am Sonntag hielt der hiesige Obst- und Garteilbauverein seine diesjährige Hauptversammlung ab. Nach Be- grüßungsroorten des Vorsitzenden Willi Spies verlas Rechner W. Rudolph den Kassenbericht. Nach allen Abzügen, auch für eine Süßmostpresse, die der Verein angeschafft hat, verblieb ein kleiner Barbestand. Eine Verlosung fiel in diesem Jahre aus. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden. Die Anzahl der Mitglieder stieg im letzten Jahre um 4 auf 61. Darauf berichteten 3mei Mitglieder über die am Morgen ftattgefunoene Tagung in Friedberg, anläßlich des Baüerntages. Der Verein will in diesem Sommer eine Autofahrt nach einem bekannten Obstbaugebiet unternehmen, damit die Mitglieder Gelegenheit haben, neue Erfahrungen zu sammeln. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Versammlilng geschlossen. Die Bekämpfungsmaßnahmen (Baumspritzungen) liegen auch in diesem Jahre in den Händen des Obstbauvereins und werden zur Zeit durchgejührt.. + Grünberg, 20. März. Der Obst- und Gartenbauverein hielt am Samstagabend in der Wirtschaft Schmitz feine Hauptversammlung ab, die zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Berufsschullehrer Gengnagel, erstattete den Jahresbericht. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Ehr. Schweißguth und Frau Robert Wwe., die beide eifrig im Verein tätig waren, wurde in der üblichen Weise geehrt. Der Verein hat bei der von der Stadt durchzuführenden Reinigungsaktion der Obftbäume mitgewirkt. Eine Zählung des gesamten Obstbaumbestandes der Gemarkung ergab die Summe von 16 000 Obstbäumen. Ein Drittel der Gemarkung wurde bei der Reinigungsaktion in Angriff genommen. Mit der vom Bezirksobstbauverband zur Verfügung gestellten Motorspritze wurden 2500 Bäume mit 1200 kg Karbolineum gespritzt. 250 kranke oder überalterte Bäume wurden entfernt. In Anerkennung der geleisteten Hjlfe gewährte die Stadt dem Verein einen Zuschuß von 50 RM. Die Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberschuß. Dann hielt Obstbautechniker Leib (Wetzlar) einen Vortrag über Beerenobstbau. Besonders wies er darauf hin, daß durch den Rückgang des gewerbsmäßigen Anbaues von Beerenobst gerade der Beerenobstzucht im Hausgarten erhöhte Bedeutung für die Herstellung von Marmelade zukomme. In einem anschließenden Kurzvortrag behandelte er noch die Blumenpflege in Haus und Garten. Eine rege Aussprache schloß sich an, bei der der Redner bereitwillig Auskunft auf gestellte Fragen gab. Der Vorstand wurde durch die Herren Gebauer und Uhrmachermeister P f e f - f e r ergänzt. Zum Schlüsse fand noch eine Freiver- lasung von Gebrauchsgegenständen für den Garten statt. Geldstrafe von 150 Mark, ersatzweise 30 Tage Gefängnis, verurteilt. Dem Angeklagten, der ein haltloser, willensschwacher Psychopath ist, wurde klar- aemacht, daß er, wenn er nicht auf eine andere Bahn komme, mit Zuchthaus und Sicherungsverwahrung zu rechnen habe. Die Rechtskraft des Urteils wurde anerkannt. Große Strafkammer Gießen. Der M. G. in Nieder-Aula war beschuldigt, am :22. November 1938 durch Fahrlässigkeit den Tod «eines Menschen verursacht zu haben. Der Angeklagte jsuhr mit feinem Personenkraftwagen auf der äußer- iften rechten Straßenseite der Landstraße in Richtung Brauerschwend—Renzendorf den in der Fahrtrichtung fahrenden Hermann Dotzert aus Romrod an unb verletzte ihn so schwer, daß er an den Folgen Der Verletzunaen starb. (Vergehen nach § 222 Abs. 1 mnb 2 StGB.) Der Angeklagte will von einem entgegenkommenden Kraftwagen geblendet worden ijcin. Die Zeugeil haben von einem Kraftwagen, oder -inem Radfahrer nichts bemerkt. Ein Zeuge, der lieben dem Verletzten ging, behauptete, er und der Verletzte feien auf dem rechten Fußweg und nicht auf dem Fahrdamm gegangen. Dagegen wurde angenommen, daß der Verletzte sich doch teilweise auf Der Fahrbahn bewegt hat. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Ge- ängnisftrafe von sechs Monaten. Der Verteidiger neontragte eine wesentlich geringere-Strafe, da dem Angeklagten nur ein geringes Verschulden zur Last gelegt werden könne. Urteil: Der Angeklagte ist schuldig eines Verchens der fahrlässigen Tötung nach § 222 Ahs. 1 und 2 StGB, in Tateinheit mit einer Übertretung uach §§ 1, 9, 49 der Reichsstraßenverkehrsordnung und wird zu einer Gefängnis st rafe von K)r e i Monaten verurteilt. ihn ft*» * 4' Kl "■M toar. eine ’Htot b’Qtcr ur. und v 'erend fr und ÜL; eu Stra: °ugni- ■ «tt. $„ '«hon jn wurde fr es WP mberg fr breitet i wrn-Hei- üen tyt >nung ft 398,5 Mill. RM. angestiegen, obwohl sich die Spar- einlagen in der Zwischenzeit um 2,0 Mrd. RM. erhöht haben. Neben dem Einzahlungsüberschuß sind 47,6 Mill. RM. Zinsgutschriften, die noch das Jahr 1938 betreffen, und 13,2 Mill. RM. sonstige Veränderungen den Spareinlagen im Berichtsmonat zugewachsen. Die Erhöhung der „sonstigen Gläubiger" der Sparkassen, deren Bewegung- im Februar gus jahreszeitlichen Gründen stets besonders günstig zu verlaufen pflegt, hat im Berichts.*.onat die Erwartungen weit übertroffen. Mit 257,5 Mill. RM. ergab sich bei den Giroeinlagen eine Zunahme, wie sie bisher noch in keinem Monat vorher zu verzeichnen gewesen war. Faßt man die Spar- und die sonstigen Einlagen zusammen, so haben sich die Gesamteinlagen der deutschen Spar- und Girokassen im Februar 1939 um 493,5 Mill. RM., d. h. um fast Z4 Mrd. RM. erhöht. Die Einlagen der Sparkassen sind somit allem in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres um rund 1 Mrd. RM. gewachsen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die hierin enthaltenen Zinsgutschriften (278,1 Mill. RM.) wirtschaftlich keinen Einlagcnzufluß dieser beiden Monate darstellen. Die Gesamtcinlagen der Spar- und Girokassen betragen damit im Ältreich rund 21,7 Mrd. RM. und in Großdeutschland rund 23,7 Mrd. RM., da die Gesamteinlagen der Sparkassen der Ostmark Ende Januar 1302,9 Mill. RM. betrugen und die der Sparkassen des Sudetenlandes auf 0,7 Mrd. RM. zu schätzen sind. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehoerteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 6 Ochsen, 1 Bulle, 20 Kühe, 37 Färsen, 133 Kälber, 153 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 43 bis 45 Pf., Bullen 37, Kühe 22 bis 43,5, Färsen 41 bis 44,5, Kälber 43 bis 65, Schafe 35 bis 48 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 Mk., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 Mk., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 Mk., c) 100 bis 119,5 kg) 1,03 Mk., d—f (unter 100 kg) 0,97 Mk., gl (fette Specksauen) 1,13 Mk., i (Altschneider) 1,11 Mk., g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Biehmarktverlegungen um Ostern. Im Hinblick auf die Osterfeiertage werden die Viehmärkte in der Woche vor und nach Ostern teilweise verlegt. In Gießen wird Viehmarkt am Dienstag, 4. April, und Mittwoch, 12. April, stattfinden. Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse uneinheitlich. F r a n k f u r t a. M., 21. März. Die Börse hatte nach der gestrigen Schwäche stimmungsgemäß einen überwiegend etwas freundlicheren Beginn, wenngleich die allgemeine Geschöftsunlustx infolge der weiterhin nur sehr geringen Kundschaftsbeteiligung fortbestand. Die Abgaben haben jedoch nachgelassen, während anderseits mäßige Rückkäufe der Börsenkreise erfolgten. Am Aktienmarkt war die Entwicklung daher uneinheitlich, im allgemeinen hielten sich die Abweichungen unter 1 v. H. Montanpapiere konnten sich voll behaupten. Vereinigte Stahl 108,50, Mannesmann 107,25, nur Hoesch noch 0,25 v. H. ermäßigt auf 105,25. Leicht befestigt waren IG. Farben auf 146,50 (146,25), AEG. auf 113 (112,25), ferner Reichsbank auf 178,25 (177,25) und Metallgesellschaft auf 113,50 (113,25). Dagegen bröckelten Maschinenaktien meist noch etwas ab, Eßlinger 110,75 (111), Moenus 121 (121,50) und Rheinmetall 128,75 (129). Verhältnismäßig schwach lagen erneut Aschaffenburger Zellstoff mit 98,65 (100), ebenso gingen Elektr. Lieferungen und Conti Gummi um je 0,75 v. H. zurück. Am Rentenmarkt fanden bei wenig veränderten Kursen wieder nur kleinste Abschlüsse statt. Reichsaltbesitz gaben 0,13 v. H. nach auf 129,65, im Freioerkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 93,1772 behauptet. Am Pfandbriefmarkt wurden Kommunal-Obligationen der Rhein. Hyp., der Berliner Hyp. und der Nass. Landesbank auf 98,50 (99) bzw. 98,25 (98,50) herabgesetzt, dagegen die der Pfälz. Hyp. Bank auf 98,50 (98,25) erhöht. Von Liquidationswerten gaben Franks. Hyp. auf 100,70 (100,90), Franks. Pfandbriefbank auf 100,80 (101) und Pfälzische auf 100,75 (100,90) nach. Stadt anleihen und Industrie-Obligationen lagen unverändert, 6 v. H. IG. Farben jedoch, 0,40 v.H. ermäßigt auf 120,75, ebenso 5 v. H. Eisenbahn-Bank auf 88 (88,25). Im Verlaufe unterlagen die Hauptwerte am Aktie n m a r k t kleinen ' Schwankungen. Nach vorübergehend leichtem Rückgang wurden die Anfangskurse meist wieder erreicht. IG. Farben 146,25 bis 146,90 (+ 0,65 v. H. höher), Vereinigte Stahl 108,25 bis 108,65. Bei den später notierten Papieren war die Entwicklung sehr unregelmäßig-, auch traten meist Veränderungen über 1 v. H. ein. U. a. bei AG. für Verkehr mit 116,50 (118), Felten mit 130 (131,50) und - Berger Tiefbau nach Pause mit 141 (143). Je 1 v. H. höher lagen Daimler mit 132,50, Gesfürel mit 132 und Bemberg mit 129,75. Im Freiverkehr blieben die Kurse behauptet, Rastatter Waggon 0,50 v. H. höher gesucht mit 52, dagegen Ufa weiter rückläufig auf 83,50 (84). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse weiter erholt. An der Abendbörse machte die Erholung der Aktienkurse im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr leichte Fortschritte, da weitere kleine Rückkäufe vorgenommen wurden. Zu größeren Abschlüssen kam es aber mangels entsprechender Kundschaftsbeteiligung nicht. Bei noch nicht ganz einheitlicher Entwicklung überwogen Besserungen bfo, etwa 1 v. H. Gesfürel erhöhten sich um 1,50 o.h, auf 133,50 und überschritten damit um 0,75 v. den Berliner Schlußstand. Von Bergbauwerten ger wannen Buderus 1 v. H. auf 103, Mannesmann 0,75 v. H. auf 108, Verein. Stahl 0,40 v. H. auf 109,13 und Rheinstahl 0,25 v. H. auf 132, Hoesch nur knapp gehalten mit 105 (105,25). IG. Farben, besserten sich auf 147,25 (146,90), Metallgesellschast auf 113,50 (113), während Scheideanstalt auf 199,5) (200) nachließen. Von Autowerten zogen Adlerwerke 1 v. H. an auf 106,50, BMW. um 0,50 v. H. auf 146,50, Daimler unverändert 132,50. Maschinen-, aktien lagen uneinheitlich, MAN. 138 (138,25), De? mag 143,25 (143,50), Rheinmetall 129 (128,75). In Renten fanden kaum Umsätze statt. 6 v. h, IG. Farben blieben auf dem von 120,75 auf 121 berichtigten Stand behauptet, ferner Reichsbahn-VA. mit 123,13 und Dekosama I mit 135,40. Kommunal« Umschuldung hörte wie mittags mit 93,1772. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. März. Auftrieb: Kälber' 909 (gegen 849 am 14. März), Hämmel und Schafe 68 (71), Schweine 4149 (3831). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber andere a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (53 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (33 bis 40). Hämmel bl) 48 bis 50 (45 bis 50), b2) 45 bis 46 (42 bis 44), c) 40 bis 42 (30). Schafe a) 40 bis 42 (41 bis 42), b) 33 bis 39 (38 bis 39), c) 22 bis 28 (30 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,5) (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schaf- mittel. Die er st en Frühlingsblumen verkauft die Deutsche Arbeitsfront für dos WhW. Blumen im Knopfloch find am 25. und 26. das Zeichen deiner DHW.-Spende. Bekanntmachung. UchtMulcn Architekten Nach 30jähriger Tätigkeit als Staatlicher Lotterie-Einnehmer wurde durch den Herrn Präsidenten der Deutschen Reichslotterie meinem Antrag gemäß ab der 1. Deutschen Reichsloiterie die Lotterie-Einnahme auf meinen Sohn Or. Fritz Flimm übertragen. Damit tritt die dritte Generation der Familie Flimm in die Dienste der Staatslotterie. Ich danke allen meinen Kunden für die mir erwiesene Treue und bitte, meinem Sohn die gleiche Treue und das gleiche Ab der 1. Deutschen Reichsloiterie bin ich als Staatlicher Lotterie-Einnehmer mit der Führung der Lotterie-Einnahme meines Vaters beauftragt worden. Durch eine langsährige fachliche Tätigkeit bin ich in der Lage, die geschätzte Stammkundschaft und alle neuen Freunde der Deutschen Reichslotterie aufs beste zu bedienen. Or. Fritz Flimm Staatlicher Lotterie-Einnehmer Ingenieure Baumeister Techn. Zeichenbüros werden zu jeder Stunde mit bedient und fachmännisch beraten durch die erste maschinelle elektrische Lichtpauseanstalt am Platze Heinrich Noll Ruf 4073 Gießen Mäusburg 7 Alleinvertretung für das führende Trockenlichtpauspapier OZALID 1818" -.L HW schäften durchgeführt: Gruvve Handel. Gebühr 10,— Gruppe Kurzschrift und Maschineschreiben. Gebühr Lehrlinge Kurzschrift I (Anfänger) Kurzs Kurzschrift 8,— 5,— Gruppe Eisen und Metall. 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NM. 3—, mtl.l,— Gebühr-Einmalige Aufnahmegeb. von NM. 3,—, mtl. 1 — Maschineschreiben- Einführung .........• 20 Maschineschreiben-Praxis 20 Dauer in Doppelstunden 20 Doppelstund. 20 20 Art der Maßnahme Elementare Mathematik Werkstoff- und Arbeitskunde, Fachzeichnen— Jachrechnen I (für Angelernte, Nichtausgelernte und Hilfskräfte) Fach- und Werkstoffkunde, Jachzeichnen-Fachrechnen I (für Facharbeiter der Metallindustrie) ........... Art der Maßnahme Fachzeichnen für Tischler....... Fachzeichnen und Formgestaltung Körper-und Fachzeichnen....... Die Anmeldung muß persönlich auf der Dienststelle der DAF., Kreiswaltung Wetterau, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer 22, erfolgen. Daselbst auch persönliche Beratung und Einweisung in die richtige Lehrgemeinschaft. Die Teilnehmergebühr ist im voraus zu entrichten und zwar mit der Anmeldung. Mit der Teilnehmergebühr ist eine Einschreibegebühr von NM.—,20 zu entrichten. Anmeldeschluß: 8. April 1939. 2000D schrift I (Anfänger). 20 Doppelstund, schrift II (60-100S.) 20 „ schrift III (Eilschrift- Buchführung III (Abschlußtechnik) .... Buchhaltung und Bilanzwesen I (Aufbaukameradschaft z. Vorbereitg. auf die Bilanzbuchhal- tervrüfung)......... Fabrikbuchhaltung..... Plakatschrift I (Anfg.)... Englisch I (Anfg.)...... Englisch II (Fortg.)..... Englische Arbeitsgemeinschaft (f. Teilnehmer m. guten Borkenntniss.) Französische Arbeitsgemeinschaft (f. Teilnehmer mit guten Borkenntnissen) Die MW MeWim Berufserziehungswerk Uebungsstätte Gießen Im Sommerhalbjahr 1939 werden folgende Lehrgemein- 2041V Familiendrucksachet Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? ial-Reva- Wieseck, Gieß. Str. 73. 954 D Tel.3975. 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