Nr. 45 Erste? Blaff 189. Jahrgang Mittwoch, 22.8ebnlarf9Z9 et. Vor -er Entscheidung Die fen, W großen (1 II en ndele rstor- ändei inlagen 'kstätte I t Nacht ktstr. 161 i.-Bedien. r ihm! T i, je- ikan- ipott). ipotl). »tfjetc. llten- 1256A alter lung! 12520 Fr^ I -Diel 'olhea [ re en ? :Q9en. in Spanien. Don Or. Kiffer von Goß. Meldungen der Presseagenturen und der rbad öl' Jz erein ir!939, lasiums 1266° I adi Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dori). Dereinbg 25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Diese Aussprache dürfte in dieser Hinsicht endgültigen Charakter tragen. Berard werde am Samstagmorgen in Paris zurückerwartet. Der Pariser Korrespondent der „Times" schreibt, es sei klar, daß es Berard bisher nicht gelungen sei, von der Franco-Regierung irgendwelche „I u - s i ch e r u n g e n" zu erlangen. Das Aeußerste, das erreichbar scheine, sei eine Wiederholung von Francos früheren Erklärungen, ein starkes und unabhängiges Spanien zu schaffen. Unter diesen Umständen werde die französische Regierung, wenn Berard mit seinem endgültigen Bericht zurückkehre, sich entscheiden müssen, ob sie Franco, wie er es fordere, bedingungslos anerkennen wolle. Berard hat dem Havas-Vertreter in St. Jean de Luz erklärt, er möchte die Oeffentlichkeit vor einer „falschen Auslegung" seiner Mission in Burgos warnen. Es könne sich gar nicht darum handeln, die Anerkennung Nationalspaniens auszuhandeln, und Frankreich habe auch gar nicht die Absicht, irgendwelche Bedingungen zu stellens!) Die Wiederversöhnung werfe jedoch eine Fülle von Problemen auf, die einer Lösung bedürften. Meinungsverschiedenheiten beständen, die man untersuchen und zerstreuen müsse. Das sei die Hauptaufgabe seiner Mission. sichten sind auf dem Papier sehr groß, aber seine Wahl ist alles andere als sicher. Nach diesen vier Persönlichkeiten folgen eine Reihe Parlamentarier, deren Kandidatur und Wahl mehr oder weniger möglich ist. Eine Zeitlang war die Rede von einer Kandidatur des Senators L 6 on Berard, der gegenwärtig der Unterhändler Frankreichs in Burgos ist. Leon Berard ist sicherlich eine der kultiviertesten Persönlichkeiten des französischen Parlaments: Advokat, Schriftsteller von Ruf, Hellenist. Kunstsammler, bedeutender Redner. Er gehört politisch der gemäßigten Rechten an. Genannt wird auch der Vorsitzende der^ außenpolitischen Senatskommission, Henri B ä r e n - g e r, bedeutender Diplomat. Möglich ist auch eine Kandidatur des früheren Kammerpräsidenten Fernand B o u i s s o n , der bei allen Parteien viele Freunde hat, früher Sozialist war, aber heute keiner Partei mehr angehört. Der Abgeordnete der Mitte und mehrfache Finanz- und Kriegsminister Francois Pietri bereitet in aller Stille seine Kandidatur vor. Er ist Korse, einer der wenigen aktiven Sportler im Parlament — er ist mehrfacher französischer Meister im Fechten sowie ein guter Tennis- und Polo- spielcr —, ein Anhänger einer ehrenhaften deutschfranzösischen Verständigung. In politischen Kreisen werden noch verschiedene andere möglichen Kandidaturen genannt, diejenigen des Innenministers Sarraut, des Vorsitzenden der Finanzkommission des Senats, Joseph C a i l l a u x, des früheren Ackerbauministers Q u e u i l l e, des Senators Henri Roy; aber man kann zur Stunde nicht ernstlich an die Wahl einer dieser letzgenannten Persönlichkeiten glauben. Dagegen wird in vielen Kreisen — natürlich unter dem Siegel der sttengsten Verschwiegenheit eine Persönlichkeit genannt, die van den „Kennern" als der Außenseiter in dem Rennen zum Elyseepalast betrachtet wird: Pierre Laval. Er lebt von der Polittk vollkommen zurückgezogen, seitdem er wegen seiner italienfreundlichen Politik im Januar 1936 gestürzt wurde. Es heißt, daß er einen triumphalen Wiedereintritt ins politische Leben vorbereitet. Vielleicht anläßlich der Präsidentenwahl? Das Unterhaus genehmigt die britische iiüfiungsanleihe. Chamberlain über die Möglichkeiten einer internationalen Rüstungsbegrenzung. ’m 1261D «er en. er zieht ins Clysee? Das Rennen um die präsidentschast in Frankreich. Von unserem ß. Z.-Korrespondenten. r'9is > B cf)eit, i m95: ! leben I Heber sönliche Freiheit nickt verzichten zu wollen, erklärt Jeanneney, daß sein hohes Alter und sein Gesundheitszustand ihm nicht erlauben, das Amt des Staatspräsidenten zu übernehmen. Herriots poli- tische Neigungen kennt man. Seine Freunde würden von ihm vor allem eine Aufwertung des Sowjetpattes und eine Kampfpolitik gegen die autoritären Staaten erwarten. Wenn er seine Weigerung, Kandidat zu sein, bis zum Schlüsse aufrechterhält, was durchaus noch nicht sicher ist, so wohl aus der Erkenntnis heraus, daß ihm das Instrument, nämlich die Regierung, zur Durchführung einer solchen Politik fehlen dürfte. In den letzten Tagen hat man auch viel von Edouard Daladier als möglichem Kandidaten gesprochen. Daladiers Ansehen ist im Lande sehr groß, und er ist gegenwärtig unzweifelhaft der populärste Franzose. Aber damit wird man noch nicht Staatsches. Im Gegenteil, die populärsten französischen Persönlichkeiten- sind bei der Präsidentenwahl durchgefallen: Jules Ferry, der Begründer der Volksschule, fiel im Jahre 1887 durch, Elemente au, der „Pere-la-Victoire", verzichtete bei der Präsidentenwahl im Jahre 1920 im letzten Augenblick daraus, seine Kandidatur aufzustellen, weil sein Durchfall sicher war. Aristide Briand, der „Friedenspilger", wurde im Jahre 1931 von Paul Doumer geschlagen. Tatsache ist, daß die Parlamentarier zu populäre Persönlichkeiten an der Spitze des Staates nicht gerne sehen. Zu Anfang war es aus Furcht vor einem Staatsstreich, dann wurde es Gewohnheit, und heute würde es, was die Persönlichkeit Daladiers anbelangt, vielleicht wieder die Furcht sein, daß der neue Staatschef mit der Verfassung sich immer größere Freiheiten erlaubt. Bereits jetzt erscheint den Hütern der Verfassung, als die sich besonders Jeanneney und Herriot fühlen, die Regie- rungsart Daladiers zu autoritär. Daladiers Aus- P aris, 22. Febr. (DNB.) Man erwartet, daß Senator Berard in Begleitung der beiden Sac^ verständigen des Quai d'Orsay am Mittwoch nach Burgos zurückkehre. Wal)rfcheinlich werde er jedoch erst am Donnerstag mit Außenminister I o r d a n a Zusammentreffen. In unterrichteten Kreisen weist man darauf hin, daß bis zum Augenblick die Verhandlungen zum größten Teil z w i - schenSachverständiaen stattgefunden hatten. Sie hätten sich in erster Linie auf die Wiede r - Heimbeförderung der Flüchtlinge und der nationalspanischen Ge fange nenen, das Problem der französischen wirtschaftlichen Interessen in Spanien, die spanischen Guthaben und das Gold der Bank von Spanien in Frankreich erstreckt. Die Besprechungen hätten zu z u f r i e - denstellendenErgebnissen geführt. Die Frage der v e-j u r e - A n e r k e n n u n g der Burgos-Regierung durch Frankreich sei zwischen General Jordana und Senator Berard u n m i t t e l- barbehandelt worden. Frankreich habe keine Bedingung gesteltt. Die Unterredung habe daher nicht den Charakter einer Verhandlung gehabt, sondern lediglich den eines Meinungsaustausches. Die ftrage werde erneut am Donnerstagnachmittag zwischen Berard und General Jordana erörtert werden. Ist Frankreich zur bedingungslosen Anerkennung Francos bereit? Am Donnerstag endgültige Aussprache zwischen Jordana und Berard. Kriegsberichterstatter bringen schon seit einigen Tagen Nachrichten über den Abtransport der nationalspanischen Truppen aus dem nun endgültig befreiten Katalonien. Franco befindet sich also mitten in der Umgruppierung seiner Streitkräfte, deren Beendigung nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Der letzte Sieg hat operative Reserven von erheblicher Stärke und Schlagkraft freigemacht, die ein gleichzeitiges Operieren an mehreren Fronten ermöglichen. Es ist dies ein Novum in der Führung des Spanienkrieges, das Franco die Durchführung des-letzten, den Krieg beendenden Schlages, außerordentlich erleichtert. Die Ueberraschuug des Gegners, als eines der wichtigsten Momente in der Kriegführung, ist durch das Vorhandensein dieser mindestens sechs Armeekorps betragenden Reserve nunmehr ermöglicht. Der Feind wird von den sich widersprechendsten Agentennachrichten überhäuft werden und nicht wissen, wo er die ihm noch verbleibende Hauptmasse seiner Abwehrkräfte bcreitstellen soll. Die nationalspanischen Möglichkeiten sind zu zahlreich, als daß Rot sich der Ueberraschuug entziehen könnte. Stößt Franco von Castellon aus, die Küste entlang, nach Süden über Valencia bis Alicante vor? Führt er seinen Schlag von der BasisCordoba — Granada aus in nordöstlicher Richtung auf Linares? Bricht er aus dem Raum südwestlich von Toledo, Madrid links liegenlassend, nach Südosten vor mit Angriffsziel Albacete? Oder trägt er diese drei Angriffe etwa gleichzeitig hinein in das rote Restgebilde? Koyzen triert er sich zunächst nur auf die Einnahme Madrids oder auf die Abriegelung des Binnenlandes von der Küste? Diese und manch' andere Frage wird 'mc Köpfe der roten Führung jetzt Tag und Nacht beschäftigen. Eine Antwort darauf werden die Herren in Madrid und Valencia wohl kaum geben können. t Inzwischen aber rollen die Transportzüge der Nationalspanier aus dem katalanischen Raum nach Westen und nach Süden, endlose Lastkraftwagenkolonnen bringen kampfbegeisterte Truppenverbände in die neuen Ausstellungsräume, während besondere Formationen die Säuberung des katalanischen Bodens von versprengten Banden in den Hochtälern der Pyrenäen durchführen und Grenzkommandos mit Truppen, deren Stärke die Garantie für die Erfüllung ihres Auftrages ist, die Grenze gegen Frankreich sichern. Diese Maßnahme Francos ist bedingt durch die Tatsache, daß der südliche Teil Frankreichs, durch die Ueberschwemmung mit Spanienbolschewisten und deren Beziehungen zur französischen Volksfront, geradezu zu einer Zweigstelle Rotspaniens geworden ist, deren Machenschaften mit der lückenlosen Besetzung der Grenze ein vorsorglicher Riegel vorgeschoben wird. Abgesehen von diesem praktischen Zweck, liegt darin aber auch noch eine moralische Geste. Sie zeigt aller Welt klar und deutlich, daß es zwischen Nationalspanien und dem Volksfrontfrankreich keine Gemeinsamkeiten gibt und geben kann, solange das letztere nicht eindeutig und bedingungslos seine Bindung zu Rotspanien löst und damit seine Einmischung in innerspanische Dinge zweifelsfrei aufgibt. . Im roten Lager Spaniens wächst unterdessen bei den Einsichtigen die Ueberzeugung, daß jeder weitere Widerstand gegen die nationalspanischen Kräfte sinnlos geworden ist. Eine Tendenz zur Hissung der weißen Flagge ist unverkennbar vorhanden. Daß sic sich noch nicht durchsetzen kann, liegt an den ausländischen Hetzern, die Moskaus Befehl zum Widerstand bis zum äußersten auf jeden Fall zur Durchführung bringen wollen. Sie tun dies — während ihre Privatflugzeuge zur Flucht, für den Augenblick der Gefahr, startbereit stehen, gestützt auf die Restbestände der „Internationalen" und auf jene rotspanischen Verbände, bic sich aus ausgesprochenen Verbrechern und Fanatikern zusammensetzen, deren Leben — so oder so — verwirkt ist. Unter ihrer rücksichtslosen Diktatur wird jede Stimme, die sich gegen weiteres Blutvergießen erhebt, niedergeknüppelt. Mit brutaler Gewalt wird die Masse bei der Stange gehalten, Kinder und Greise beider Geschlechter pressen jene Bestten zu Schanzarbeiten, während sie gleichzeitig wieder ihre „Säuberungsaktionen" in der Bevölkerung durchführen. Die verruchten Tschekas sind wieder losgelassen worden auf alles, was sich nicht durch „die Tat" einwandfrei als zu ihnen gehörig legitimiert. Ein Terror, der nur mit den Höhepunkten der bolschewistischen Revolution in Rußland verglichen werden kann, wütet in den unglücklichen Städten des restlichen Rotspaniens. Zehntausende bedauernswerter Spanier und Spanierinnen werden kurz vor der sehnlichst erhofften Befreiung durch Franco noch zum Opfer bolschewistischer und jüdischer Mordgier. Wenn man sich diese „Einstellung" der wahren Machthaber in Madrid und Valencia vor Augen hält, für die Leute wie Negrin oder Alvarez del Vayo ausgesprochene Puppen sind, die nicht den mindesten Einfluß auf sie haben, dann wird man wohl zu dem Schluß kommen, daß eine kampflose Ueber- gabe des roten Restgebietes an die nationalspanischen Truppen kaum erwartet werden kann. Ohne zentrale Leitung, ohne Führung werden fanatisierte Haufen von Verbrechern ihr nacktes Leben bis zum äußersten verteidigen und vor ihrer -unvermeidlichen Nieder- kämpfung ihren ganzen Haß und chre ohnmächtige Wut austoben an allem, was ihnen unter die Finger kommt. Mordend, brennend und sprengend werden sie untergehen, wenn die rotgoldroten Fahnen, der Truppen Francos den heiligen Boden Spaniens London, 22. Febr. (Europapreß.) Das Unterhaus beendete am späten Abend des Dienstag die Aussprache über die Erhöhung der Anleiheermächtigung für Rüstungszwecke. Ein Abänderungsantrag der Opposition, den Anleihebetrag von 800 auf 799 Millionen Pfund herabzusetzen, wurde mit 310 gegen 127 Stimmen ab- gelehnt. Ministerpräsident Chamberlain gab einleitend mit großer Befridigung zu verstehen, daß diese Rüstungsdebatte sowohl auf den Regierungs- als auch auf den Oppositionsbänken mit größerer Ruhe gegenüber der internationalen Lage durchgeführt werde als frühere Aussprachen ähnlicher Art. Weiter hob Chamberlain hervor, daß die Reden der Opposition nicht ein einziges Mal den Gedanken der Genfer Liga oder der kollektiven Sicherheit geftreift hätten. Die Opposition unterbrach diese für sie peinliche Feststellung mit dem Zwischenruf: „Herr Ministerpräsident, Sie haben diese Begriffe zerstört!" — Chamberlain erwiderte, dieser Vorwurf gehöre zu dem alten Bestände der politischen Mottenkiste der Opposition. Die Geschichte werde später einmal zeigen, daß kein Land mehr die Genfer Grundsätze zu wahren und zu fördern versucht habe, als England. „Wenn die Völkerbundspolitik versagte", fügte Chamberlain hinzu, „so liegt die tatsächliche Erklärung darin, daß versucht worden war, dem Völkerbund Auf- Paris, Februar 1939. Das größte innenpolitische Ereignis des Jahres ist in Frankreich d i e Wahl des Staatspräsidenten am 6. Aprll. Sieben Wochen vor diesem Ereignis ist der Wahlkampf in vollem Gange, aber das Charakteristische einer Präsidentenwahl ist, daß der Wahlkampf nicht in der Oeffentlichkeit geführt wird und das Land erst drei bis vier Tage vor der Wahl den oder die Kandidaten erfährt, die in aller Oeffentlichkeit ihre Kandidatur ausgestellt haben. Es gibt eine Technik für das Rennen zum Elyseepalast, genau wie es eine Technik des Pferderennens gibt. Das Rennen zum Elyseepalast ist am besten mit einem Ausgleichsrennen zu vergleichen, wo der Sieg meistens in den letzten fünfzig Metern errungen wird. Immer in guter Position liegen, seine vermeintliche oder wirkliche Ueberlegen- heit nicht zu früh zeigen, aber in den letzten Metern alles aus sich herausgeben, das ist das ABC. dieses klassischsten Rennens in Frankreichs Innenpolitik, das von Versailles nach dem Elyseepalast führt. Der Präsident der Republik wird im Sitzungssaal des Schlosses von Versailles in der „Ratio- nalversammlun g", bestehend aus den Senatoren und Abgeordneten, im ganzen rund 900 Parlamentariern mit absoluter Mehrheit in einem oder mehreren Wahlgängen gewählte Präsident der Republik kann jeder wahlberechtige Franzosen werden, d. h. er muß 21 Jahre alt und im Besitze seiner bürgerlichen und politischen Rechte sein. Eine Aus*- nahme besteht für die Angehörigen der früheren französischen Herrscherhäuser; sie können nicht Staatschef werden. Ein Präsident der Republik kann auch wiedergewählt werden; aber bisher ist nur ein Staatschef, nämlich Jules Grevy, nach siebenjähriaer Amtszeit wiederaewählt worden. Es war im Jahre 1886. Ein Jahr später mußte er wegen eines Skan- dales in seiner Familie seine Demission geben. Die Macht des französischen Staatspräsidenten ist ziemlich beschränkt. Aus eigener Initiative kann er nichts unternehmen. Ohne feine Unterschrift ist zwar kein Gesetz gültig, aber fein Gesetz kann in Kraft gesetzt werden, wenn es nicht von bem Ministerpräsidenten gegengezeichnet ist. Er führt den Vorsitz im Ministerrat, aber sein Einfluß ist lediglich eine Frage seines, persönlichen Ansehens. Er hat ein Vetorecht gegen Parlamentsentscheidungen; aber seit 1875 hat kein Präsident davon Gebrauck gemacht. Er kann auch die Kammer unter Voraussetzung der Zustimmung des Senats auflösen, aber nur einmal hat dies ein Staatschef, nämlich Mac-Mahon, gewagt, und er mußte daraufhin zurücktreten. Dem französischen Staatschef bleibt nur ein Recht, von dem er ganz nach seiner persönlichen Meinung Gebrauch machen kann, nämlich das Recht, einen zum Tode Verurteilten zu begnadigen. Gewiß wählt er die Persönlichkeit, die er mit der Regierungsbildung beauftragt; aber bei dieser Wahl muß er sich nach den politischen Umständen richten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man nur von möglichen Kandidaten für die Präsidentenwahl im AprU sprechen. Denn man ist nicht Kandidat, sondern man läßt sich von seinen Freunden als Kandidat aufstellen, und alle Parlamentarier, die infolge ihrer Stellung auf den höchsten Posten der französischen Republik gewähll werden konnten, versichern gegenwärtig hoch und heilig, daß sie nicht die geringste Absicht haben, Staatspräsckent zu werden, selbst wenn sie oder gerade weil sie bereits ihren Schlachtplan für die kommende Wahl in allen Einzelheiten festgelegt haben. Wir nennen im nachfolgenden eine Reihe Persönlichkeiten, unter denen der Name, des nächsten Staatspräsidenten sich höchstwahrscheinlich befindet, und deren Namen m den nächsten Wochen immer wieder genannt werden Wir beginnen mit dem bisherigen Staatspräsidenten Albert Lebrun, der im großen und ganzen zur allgemeinen Zufriedenheit regiert, aber be» täte energifd) erklärt hat. daß er aus persönlichen Gründen nicht ein zweitesmal Staatspräsident sein will. Trotzdem hat eine Gruppe rechtsstehender Parlamentarier sich darauf geeinigt, bei Lebrun vorstellig zu werden, um ihn zu einer ^weiten sieb en - lährigen Amtsdauer zu veranlassen Diese Parlamentarier haben zwar der Presse erklärt, ihre Wahl erfolge aus dem - Grunde, um Frankreich in der gegenwärtigen kritischen Zeit einen Wahlkampf za ersparen, da Albert Lebrun ihrer Ansicht nach sozusagen einstimmig wiedergewählt werden wurde; aber man darf annehmen, daß die Kandidatur Lebruns aufgestellt wird, um die Kandidaturen gewisser anderer Persönlichkeiten zu verhindern Wer sind diese Persönlichkeiten? Wir wollen hier nur zwei nennen; jedermann kennt sie übrigens. Die eine ist der Senatspräsident Jeanneney. Jean- nenen gilt als der Mentor der Republlk. Ueberzeug- ter Republikaner und seit Jahrzehnten eine der einflußreichsten Persönlichkeiten der Dritten Republik, war er während des Krieges Mitarbeiter Clemen- ceaus, aber nie Minister sondern nur: einnja un er Clemenceau Unterstaatssekretar. Er hatte seit langem schon Staatspräsident werden können. Er ist em Gegner der Münchener Politik. Die zweite Persönlichkeit ist der Kammerpräsident Edouard Her- riot. Herriot hatte vor einigen Monaten iwch ernste Absichten auf den Posten des Staatschess. Sein Plan war, als Dolksfrontkandidat gewahtt zu werden und die Dolksfroittpolitik im Innern und nach außen weitestgehend zu unterslutzen. Der Z. fall der Volksfront machte einen Strich durch ferne Rechnung. Herriot hat erklärt, daß er nicht Kandck t ist. Das gleiche sagt übrigens auch der Senatsprasi dcnt. Wahrend Herriot aber vorgibt, auf seine pcr- Erschemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bteßener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-vezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ —.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen poftscheckionto: Srontfurt am Blain 11686 1.61 Uhf röschen) . | gaben aufzubürden, die seine Fähigkeiten über stiege n." Nach dem Hinweis, daß die englische Aufrüstung einzig und allein der Verteidigung diene, beschäftigte sich der Ministerpräsident abschließend mit erkennbarem Nachdruck mit der Frage einer Rüstungs - bearenzung. „In meinen Augen", sagte er, „wurde es ein Verbrechen sein, wenn man die augenblickliche (Rüstungs-) Lage sich weiter entwickeln ließe, wie man es bisher getan hat, ohne einen entschiedenen Versuch zu unternehmen, ihr ein Ende zu machen.". Auf einen Zwischenruf des unabhängigen liberalen Abgeordneten Maxton, „daß diejenigen, die zur Münchener Konferenz gingen, dies mit der Absicht taten, die Konferenz zu einem Erfolg werden zu lassen", sagte Chamberlain: „Wenn ich glauben könnte, daß eine A b - rüstungskonferenz zu dem gleichen zufriedenstellenden Schluß kommen würde, so würde ich mich als Erster dafür einsetzen. Aber wir müssen erst etwas mehr Vertrauen haben, bevor die Zeit für eine solche Konferenz angebrochen ist. Chamberlain schloß mit dem Hinweis, daß Vedächtigungen anderer Staaten und Mißttauen beseitigt werden müßten. Die englische Regierung sei darauf bedacht, andere Regierungen zum gegebenen Augenblick von der Sinnlosigkeit der augenblicklichen Aufrüstungslage zu überzeugen. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Vrühlsche llniverfitätsdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristleitung und Scschästrftelle: Schulstrahe 7 woch [itttfO* liete-' Ro^ vsliel Ä -3> Pi-«-"' Englischer Propagandafeldzug auf dem Balkan. wieder der Sonne, der Freiheit und der Einigkeit zurückerobern. Wenn also nicht in letzter Stunde ein Wunder geschieht, das den Wahnsinn eines weiteren roten Widerstandes verhindert, dann wird wohl auch dem letzten Zweifler klar werden, wo die wahren Schuldigen für diese unsinnige Verlängerung des Krieges zu suchen sind. Moskau und seine politischen ZuhLlter in Paris und London haben die ungeheuerste Blutschuld auf sich geladen. Keine Anleiheangebote, keine pharisäischen Freundschaftsbeteuerungen, keine Phrasen irgendwelcher Art werden Spanien je vergessen lassen, was Sowjetrußland und seine Mitläufer in Frankreich und England ihm angetan haben. Die mit dem Bolschewismus verbündeten „Demokratien" haben das Spiel in Spanien endgültig verloren. Nun sollen sie die Folgen tragen! — Das ist Francos klarer Standpunkt. Das Flüchttmgsproblem. Frankreichs vergebliche Hilferufe an NSA., England und die Sowjetunion. P a r i s, 22. Febr. (DNB. Funkspruch.) In politischen Kreisen beschäftigt man sich jetzt ernsthaft mit dem Problem der s o w j e t s p a n i f ch e n Flüchtlinge. Man erklärt, daß Frankreich mehr als 400 000 Personen ausgenommen habe, von denen sich noch 350 000 auf französischem Boden befänden und der französischen Regierung eine tägliche Ausgabenlast von 3,5 Millionen Franken verursachten. Die französische Regierung habe sich zwar bemüht, ausländische Regierungen, und insbesondere die englische, die amerikanische und die sowjetrussische Regierung, zum Beistand für diese Flüchtlinge zu bewegen und sie zu Unterstützungen, zum Beispiel durch Aufnahme einer gewissen Anzahl von Flüchtlingen in ihren Territorien, zu veranlassen. Das britische und amerikanische Rote Kreuz hätten daraufhin Geld und Lebensmittel dem französischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Die britische Regierung habe sich aber geweigert, irgendeinen spanischen Flüchtling in Großbritannien aufzunehmen, und die amerikanische Regierung habe erklärt, daß sie das jährliche Einwanderungskontingent an Spaniern, das sich auf 252 Einheiten erstrecke, nicht erhöhen könne. Die s o w j e t r u s s i s ch e Regierung habe trotz mehrfacher Demarchen aus die Anfrage der französischen Regierung nicht geantwortet. Das neue belgische Kabinett. 9htr eine »Zwischenlösung". Brüssel, 21. Febr. (DNB.) Das neue Kabinett Pierlot, das sich an Stelle der bisherigen 14 nur aus 11 Minister zusammensetzt, umfaßt drei katholische und drei sozialdemokra- tische Parlamentarier und fünf Nicht» Parlamentarier, der bisher noch nicht ernannte Kolonialminister wird aus dem kownialen Verwaltungsdienst entnommen werden. Der neue Ministerpräsident P i e r l o t ist seit 1926 katholischer Senator der Provinz Luxemburg. Von 1934 bis 1935 war er Innenminister, 1936 wurde er Landwirtschaftsminister im zweiten Kabinett van Zeeland. Der neue Justizminister de Schryver ist katholischer Abgeordneter von Gent; er war 1935 bis 1937 Ackerbau- und Innenminister. Der Außenminister S o u d a n, ein sozialdemokratischer Senator, war zuletzt Finanzminister im Kabinett Janson im Jahre 1938. Der neue Minister für Inneres und Gesundheit, E e k e l e r s, ist sozialdemokratischer Abgeordneter von Antwerpen und war zuletzt Ratsherr in dieser Stadt. Der Finanzmimster Gutt (Nichtparlamentarier) bekleidete dasselbe Amt bereits im Kabinett Theunis (1934/35).Der Landwirtschaftsund Wirtschaftsminister Richard (Nichtparlamentarier) ist ein bekannter belgischer Finanzmann und Direktor der Belgischen Elektrizitäts-Gesellschaft. Der Kultusminister Blancquart (Nichtparlamen- tarier) ist Professor der Universität Gent und gilt als Vorkämpfer der flämischen Kulturautonomie. Ferner gehören dem Kabinett an als Minister für Oeffentliche Arbeiten und Verkehr: M a r ck (kath. Abgeordneter), als Minister für Arbeit und soziale Fürsorge: Wauters (sozialdemokratischer Abgeordneter), und als Minister für die Landesverteidigung: General Denis. Am Donnerstag will sich das Kabinett Pierlot der Kammer vorstellen. Die Aufnahme der neuen Regierung bei den Parteien und in der Oefsentlichkeit ist nicht sehr günstig. Man sagt ihr keine lange Lebensdauer voraus und betrachtet sie als „Zwischenlösung" bis zur Beilegung der flämisch ° wallonischen Streitfrage, der Affäre Martens und der verfassungs- mäßigen Schwierigkeiten. Pierlot selbst teilte mit, daß die Regierung wieder abtreten werde, wenn sie nicht das Vertrauen sowohl der Katholischen wie auch der Sozialdemokratischen Partei erhalten werde. Die Liberalen stehen der neuen Re- gierung von vornherein ablehnend gegenüber, weil sie die Lösung der Affäre Martens nicht aus ihr Programm geschrieben habe. Die Sozialdemokraten haben ebenfalls gewisse Vorbehalte gemacht und verlangen, die Regierung dürfe keine Deflation betreiben und müsse die „Aufrechterhaltung der Demokratie" sicherstellen. Ferner fordern sie die Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der flämisch-wallonischen Streitfragen. London: „Mißerfolg der Palästina-Konferenz". Wenig Hoffnung auf einen Kompromiß. London, 22. Februar. (DNB. Funkspruch.) Die Mehrzahl der Londoner Morgenblätter berichtet, daß die Palästina-Konferenz zu einem M i ß e r f o l g geführt hat, und daß es jetzt Sache der britischen Regierung sei, mitihremeigenenPlan heraus- zurücken. Es stehen noch Verhandlungen mit den Arabern aus. Kolonialminister Macdonald wird heute bereits auf der üblichen Kabinettssitzung über den Verhandlungsgegenstand berichten. — „Daily Telegraph" meint, daß der Bericht Macdonalds wenig Hoffnunaauf einen Kompromiß zwischen Juden und Arabern lassen werde. Beide Parteien stünden in einem unversöhnlichen Gegen- satz zueinander über die Frage der jüdischen Einwanderung. Starke Beachtung der Tripolis - ZReife Badoglios in Krankreich. Paris, 21. Febr. (Europapreß.) Die Nachricht von der Besichtigungsreise des italienischen Generalissimus Marschall B a d o g l i o nach Tnpolitanien wird von den Pariser Blättern zum großen Teil in Fettdruck gebracht. Sie enthalten sich jedoch bisher jedes Kommentars. Es besteht jedoch kein Zweifel, daß diese Inspektionsreise in Frankreich mit groß- temJnteresseverfolgt wird. Die französische Oefsentlichkeit hat gleichzeitig durch die Aussprache im englischen Unterhaus Kenntnis von den V e r - tärkungen der italienischen Garnr- onen in Libyen erhalten, was hier ebenfalls tarken Eindruck gemacht hat. Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und Frankreich. T e h e r a n , 21. Februar. (DNB.) Der Kaiser von Iran hat sich bereiterklärt, die Ende Dezember 1938 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Frankreich wieder aufzunehmen. Anlaß dazu uzar ein Telegramm des Präsidenten der französischen Republik, Lebrun, an den Kaiser, in dem der französische Staatspräsident im Zusammenhang mit der bevorstehenden Hochzeit des Kronprinzen von Iran die Freundschaftsgefühle Frankreichs für Iran, den Kaiser und die Neuordnung im Iran zum Ausdruck brachte. Der Kaiser des Iran betonte in seiner Antwort an Lebrun, daß der Abbruch der Beziehungen nicht allein wegen einiger beleidigender Aeußerungen der französischen Presse gegenüber Iran erfolgt sei, sondern auch, da man in Teheran den Eindruck gehabt habe, daß Frankreich dem neuen Iran nicht gerecht werde. Der Kaiser sei aber bereit, Vergangenes zu vergessen und die diplomatischen Beziehungen wiederherzustellen. Ordnungsstrafe für jüdischen Attentäter. Lächerliche Sühne für emenAnfch lag auf den Leiter des Amerika-Deutschen Bolksbundes. N e u y o r k, 21. Febr. (DNB.) Bei der Massenversammlung des Amerika-Deutschen Bolkbundes kam es zu einem Zwischenfall. Als der Leiter des Bundes, Fritz Kuhn, sprach, versuchte ein jüdisches Individuum sich auf den Redner zu stürzen, offensichtlich in der Absicht, auf ihn e i n e n A n s ch l a g zu verüben. Der Jude wurde rechtzeitig verhindert, fein Vorhaben auszuführen und von dem empörten Ordnungsdienst gebührend zurechtgewiesen. Er ist von der Polizei als ein gewisser Jude Isidor Grünbaum festgestellt worden. Man hatte ihn lediglich wegen „unordentlichen Betragens" in Haft genommen. Dementsprechend fiel jetzt auch die Strafe aus. Isidor Grünbaum erhielt ganze zehn Tage Gefängnis! Er ist am Dienstagabend wieder freigelassen worden. Eine jüdische Organisation hatte für ihn Bürgschaft geleistet und die Geldstrafe bezahlt. Die Nutznießer der demokratischen Redefreiheit, die sich bei allen Hetzversammlungen auf dieses Schlagwort berufen und damit bei dem Halbjuden Laguardia, dem Neuyorker Oberbürgermeister, nur zu gern Gehör finden, benutzen die gestrige große Kundgebung des Amerika-Deutschen Dolks- bundes, um gegen ihr eigenes Ideal Sturm zu laufen. Zahlreiche kommunistische und marxistische Organisationen schickten Vertreter zu Laguardia mit bitteren Beschwerden darüber, daß er diese Kundgebung erlaubt habe. Am aufschlußreichsten war dabei der Einspruch einer kommunistischen ,Abordnung, die am Mittwoch im Rathaus erschien, um Laguardia daran zu erinnern, daß die Kommunisten bei den letzten Wahlen für ihn gestimmt hätten und daß sie ihm nunmehr „Verrat am gemeinsamen Ziel" vorwerfen müßten. Kriegshetze in LtGA. Senator Reynolds erteilt die richtige Antwort. Washington, 22. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Verlauf der gestrigen Unterhausdebatte über die 53-Millionen-Dollar-Vorlage zur Errichtung neuer Flottenstützpunkte, worunter sich auch die Insel Guam in der Marianen-Gruppe befindet, erklärte der Vorsitzende des Marineausschusses, V i n s o n , Amerika halte es für notwendig, gegenüber den autoritären Staaten eine „b e » stimmte Sprache" zu sprechen. Die USA. geben hiermit der Welt Bescheid, „daß sie sich niemals zerstören lassen würden". Auf eine Einwendung des Abgeordneten Fish, daß Guam der Dolch an der Kehle Japans sei und seine Befestigung der kürzeste Weg zum Krieg bedeuten würde, entgegnete Dinson, die strategische Lage der Insel im westlichen Stillen Ozean zeige ihren unschätzbaren Wert als Verteidigungsbasis der USA.-Flotte. Als im Verlauf der Senatsdebatte das Wort „A n g r e i f e r n a t i o n e n" fiel, führte Senator Reynold aus, daß von allen sogenannten „Angreifernationen" „England die 'größte und blutigste sei. Es sei eine Unverschämtheit und Ironie, wenn gerade die Engländer mit dem Finger auf die Eroberung Abessiniens durch Musso- linie Hinweisen würden. Die neue Slowakei. Preßburg, 21. Febr. (DNB.) Auf der zweiten Sitzung des autonomen slowakischen Landtages erklärte Ministerpräsident T i s o , die frühere Arbeit im Prager tschecho-slowakischen Parlament sei in erster Linie von den Forderungen des tschechischen Volkes und erst' in zweiter Linie von jenen des gemeinsamen Staates geleitet gewesen. Dieser unnatürliche Zustand sei nun vorbei. Das slowakische Volk baue seinen eigenen Staat auf. Es komme jetzt das slowakische Gesetz und die slowakische Armee. In der nächsten Zeit werde sich der Landtag besonders mit der V e r f a s s u n g s urkunde besassen. Es sei schon sicher, daß die Souveränität des slowakischen Volkes auch von dem Verfassungsgesetz nicht so gebunden werden dürfe, daß etwa Schwierigkeiten technischer Art Entscheidungen des slowakischen Volkes über seine eigenen Angelegenheiten hindern könnten. Dabei wurde die Slowakei Rücksicht auf die kulturellen und wirtschaftlichen Rechten der anderen Volksgruppen, also der Deutschen, Ungarn und Ukrainer nehmen, denen die Voraussetzungen eigenen nationalen Lebens zugesichert werden. Bei der Lösung der jüdischen Frage werden die Slowaken nichts anderes als das Interesse des eigenen Volkes im Auge haben. „Wir wol- len", fagte Tifo, „unsere Verteidigungsstellung ausbauen, um nicht anderen auf Gnade und Ungnade ausgeliefert zu sein. Als kleines Volk wollen wir mit jedem anderen in Freundschaft leben und werden aus diesem Grunde keiner Mächtegruppe uns anschließen, die die Abwehr der anderen Hervorrufen würde. Um so weniger aber werden wir uns solchen Ideen anschließen, die uns idell fremd sind. London, 22. Febr. (Europapreß.) Der englische Brigadegeneral F. G. B e a u m o n t - N e s d l 11, der Stellvertretende Leiter des Nachrichten- und Aufklärungswesens beim englischen Kriegsministe- rium, wurde vom bulgarischen Ministerpräsidenten Küsseiwanoff und dem Kriegsminister empfangen. Seit vielen Jahren ist zum erstenmal wieder ein englischer General in Bulgarien. Der Zweck seines Besuches soll eine Inspektionsreise zu den englischen Militärattaches auf dem Balkan und in der Türkei sein. Der seit einiger Zeit den Balkan bereisende englische Vizeadmiral Sir Cecil O s b o r n e besichtigte die rumänischen Oelfelder von Ploesti und Canpena. Sir Cecil Osborne, der in Bukarest einen Vortrag halten wird, war Gast bei einem von König Carol zu Ehren der Balkanbund-Konferenz veranstalteten Konzert. Die Reise des Admirals In der Zeitschrift „Deutsche Wehr" erscheint von nun an eine Beilage für die gesamte vor- uyd nachmilitärische Wehrerziehung und Wehrausbildung unter dem Titel „Der Wehrmann", deren erste Nummer einen Beitrag von Major Westphal enthält. Wir entnehmen ihm u. a. folgendes: Der Erlaß des Führers, durch den die SA. zum Träger der vor- und nachmilitärischen Ausbildung bestimmt worden ist, bedeute keinerlei „Mili- tarifierung" der Jugend, die Jugenderziehung und Waffendienst zum Nachteil beider Aufgaben vermengt. Ebenso soll die nachmilitärische Ausbildung keinen Ersatz für die in her Wehrmacht nach der aktiven Dienstzeit abzuleistenden Uebungen darstellen. Die Ausbildung des Soldaten mit der Waffe und die Verbandsausbildung im Gefecht bleibt ausschließlich der Wehrmacht Vorbehalten. Gleichzeitig bleibe die Verantwortlichkeit der betreffenden Gliederungen für die Durchführung der Ausbildung von der Wehrmachtsarbeit unberührt. Die für den Dienst in den Wehrmannschaften aufzuwendende Zeit von etwa 72 Stunden im Jahr sei so gering bemessen, daß keine zeitliche Gefährdung der übrigen Ausgaben der Parteigliederungen, z. B. weltanschaulicher Art, eintreten kann. Auch ist ein geschlossenes Auftreten der Wehrmannschaften bei Aufmärschen nicht vorgesehen,, so daß ihre Angehörigen zur Verfügung ihrer Gliederungen bleiben. Besondere Bedeutung erhalte der Erlaß durch die Gleichschaltung der Fachbegriffe. Major Westphal führt hier als Beispiel an, daß z. B. Begriffe, wie „Wehrsport" und „Geländesport", in Zukunft nicht NSG. Der Einfluß der Juden in der deutschen Wirtschaft war auf dem Gebiet des Haus» und Grundbesitzes nach der Machtübernahme eher noch größer als vorher, weil anderwärts frei gewordene lüdifche Kapitalien hier die sicherste Anlagemöglich' reit sahen. Seit über fünf Jahren hat die Deutsche Arbeitsfront, Fachgruppe Haus- und Grundstückswesen, auf diese Mißstände hingewiesen und durch eine Reihe von Maßnahmen, die sich bereits feit mehreren Jahren bestens bewährt hatten, neue Grundsätze für die Grundstücksverwaltung und -Vermittlung geschaffen. Die von der Deutschen Arbeitsfront ein- geführte Hausverwalter-Vollmacht, der von ihr geschaffene Hausverwalter-Vertrag, die Hauswartdienstordnung, die Verwalter-Gebührenordnung und die S chu l u n g s l e h r g ä n g e und Berufs - einigungsmaßnahmen der Fachgruppe Haus- und Grundstückswesen im Amt Haus und Heim haben die Grundlage für bie nationalsozialistische Umgestaltung d e s Haus, und Grund st ückswesens gegeben. Im Jahre 1938 hat sich die Staatsführung mit allem Nachdruck damit befaßt, sowohl den Juden aus den Berufen der Hausverwalter und Grundstück- und Hypothekenmakler auf Grund des Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung vom 6. Juli 1938 (RGBl. I, S. 823) ganz zu entfernen, als auch den Einsatz des jüdischen Dolksvermögens im Einklang mit den Belangen der deutschen Wirtschaft sicherzustellen. Die Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938 (RGBl. I, S. 415) war ein wichtiger Schritt auf diesem Wege. In enger Zusammenarbeit der DAF. mit den zuständigen Ministerien folgten bann bie Zweite Anordnung auf Grunb ber Derorbnung über die Abrnelbung bes Vermögens von Juben vom 24. November 1938 (RGBl. I, S. 1668), bie Derorbnung über ben Einsatz bes jüdischen Vermögens vom 3. Dezember 1938 (RGBl. I, S. 1709) und bie Derorbnung vom 16. Januar (RGBl. I, S. 37). Die Derorbnung vom 3. Dezember 1938, zu ber nunmehr ber erste Durchführungserlaß des Reichswirtschaftsministers vom 6. Februar 1939 (III Ih. 1/1082/39) ergangen ist, ergänzt in entscheidender Weise bie bisher bestehenden Vorschriften über die Entjudung ber beutschen Wirtschaft und schafft hierfür eine umfassende rechtliche Grundlage. Für die Durchführung der Entjudung ist in Uebereinstimmung mit den Anordnungen des Beauftragten für den Dierjahresplan grundsätzlich festzustellen, daß die Durchführung der gesamten Entjudung Sache der zuständigen Verwaltungsbehörden tjt. Eine weitgehende gutachtliche Beteiligung der Parteistellen ist im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers sichergestellt. Die Entscheidung und Verantwortung liegt jedoch ausschließlich bei ben staatlichen Stellen. Die Durchführung ber wirtschaftlichen Entjudungs- gesetze stellt an bie Verwaltungsbehörden vorübergehend außerordentliche Anforderungen. Entsprechend der großen politischen und wirtschaftlichen Bedeutung dieser Aufgabe wird aber alles darangesetzt werden, um eine möglichst beschleunigte, zweckoolle und in jeder Weise einwandfreie Durch- führung der Entjudung sicherzustellen Die Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens bringt gegenüber dem bisherigen Rechts- wurde von der unter Führung von Lord Lloyd stehenden Organisation British Council veranstaltet, deren Ziel es ist, die englischen Belange propagandistisch im Ausland zu vertreten. Eine besondere Rolle bei diesem englischen Pro- pagandafeldzug soll geeigneten Damen der eng« lischen Gesellschaft zuteil werden. Zwei dieser Damen, die zu den elegantesten Erscheinungen der Londoner Gesellschaft gehören, Lady O'Neill und Lady Maureen Stanley, werden im März eine Vortragstour durch ben Balkan antreten. Beide Damen gelten als hervorragende Rednerinnen. Sie sollen aber auch für die englische Mode, insbesondere für bie englische Sportmobe, Propaganda machen. Die führenden Modehäuser Londons werden ben beiben Damen eine stattliche Auswahl hübscher englischer Sportmobelle zur Verfügung stellen. mehr sinngemäß erscheinen. Eine klare Trennung werbe zwischen den beiden Hauptbegriffen „Leibes- Übung" und „Wehrübung" eintreten, wobei ein äußerlich klar erkennbarer Unterschied darin zu sehen sei, daß Leibesübungen grundsätzlich im Sportanzug, Wehrübungen im Dienstanzug durchgeführt werden. Wichtig fei auch, daß von nun an bei jeder Ausbildungsstufe feststeht, welchen Ausbildungsgang der Betreffende vorher bereits durchlaufen hat, so daß nicht jedesmal wieder „bei Adam und Eva" an- gefangen werden muß. Bei der vormilitärischen Ausbildung wie bei der gesamten Durchführung der Leistungsprüfungen überhaupt sei die ärztliche Betreuung außerordentlich wichtig. Was das Wehrabzeichen betrifft, so müsse fehl Besprecht durch laufende Leistungsprüfungen immer erneut bestätigt werden, und zwar innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren einmal. Die in der HI. zu erwerbenden Leistungsabzeichen stellten eine Art Vorstufe für das SA.-Wehrabzeichen dar. Die Leistungsprüfungen müßten sich wiederholen, so lange der Mann wehrpflichtig ist. Ein Leistungsbuch, das mit dem Wehrabzeichen verbunden ist, zeigt ben Werdegang bes Besitzers im Nahmen der vor-- und nachmilitärischen Ausbildung. Für später wäre zu erwägen, ob nicht das Leistungsbuch der HI. und das der SA. (Wehrabzeichen) zu einem einheitlichen Leistungsbuch zufarnrnenzuziehen sei, wobei gleichzeitig eine Verschmelzung der beiden Abzeichen unter Schaffung verschiedener Stufen eintreten könnte. Abschließend fei darauf hinzuweifen, daß der junge Rekrut wehrfreudig zur Wehrmacht kommen soll. „Also", so schließt der Artikel, „restlos die Hände weg vom falsch verstandenen Kommiß!" zustand insbesondere bie wesentliche Neuerung, baß Entjubungen sowohl bei gewerblichen Betrieben, wie bei jüdischem Grundbesitz und anderen bedeutsamen Vermögenswerten auch zwangsweise durchgeführt werden können. Die Vollmachten, die in der Verordnung den Verwaltungsbehörden in dieser Hinsicht gegeben werden, sind erschöpfend. In welchem Maße und Tempo von ihnen Gebrauch zu machen ist, richtet sich nach den jeweils weiter zu treffenden Anordnungen. Die Anwendung von Zwangsmitteln gemäß §§ 1 ff. und 6 der Verordnung vom 3. Dezember 1938 soll sich vorläufig nur auf bie Entjudung g e - werblicher Betriebe und dazu gehörender Betriebsgrundstücke beschränken. Die zwangsweise Gesamtentjudung des nicht landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstückes soll nach ausdrücklicher Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan im gegenwärtigen Augenblick noch nicht in Angriff genommen werden. Die Durchführung dieser Ausgabe wird zentral angeorbnet, sobalb bie Entjudung ber gewerblichen Wirtschaft zu einem gewissen Abschluß gekommen ist. Die Zustänbigkeit ber höheren Verwaltungsbehörden auf diesem Gebiet des Grund- stückverkehrs wird sich daher zunächst grundsätzlich auf die Genehmigung freiwilliger Deräuße- rungsgeschäfte beschränken. Ausnahmen hiervon kommen nur in besonderen Einzelfällen in Frage, in denen zwingende Gründe Maßnahmen nach § 6 der Verordnung im öffentlichen Interesse, etwa zur Befriedigung dringenden Raumbedarfs von Behörden- und Parteidienststellen, erforderlich machen. Damit dürfte der jüdische Einfluß auch auf,dem Gebiet des Haus- und Grund-stückswesens nunmehr in Kürze völlig beseitigt sein, so daß ber beutsche Volksgenosse auch an seiner Wohnstätte nicht mehr mit einem Juben in Berührung zu treten braucht, so lange bas Ziel aller Abwehrmaßnahmen bes nationalsozialistischen Staates gegen bas Juden- tum — bie Auswanderung ber Juben aus Deutsch- lanb — noch nicht voll erreicht ist. Auf einer Arbeitstagung ber Kreiswirtschaftsberater in Frankfurt a. M. ergaben sich nach ben Referaten ber Sachbearbeiter im Amt des Gauwirtschaftsberaters noch folgenbe für bie Oefsentlichkeit wichtige Gesichtspunkte: 1. Genehmigungsstelle ist die Höhere Verwaltungsbehörde, die ihre Entscheidung nach einer Stellungnahme des Gauleiters erteilt Die vom Gauleiter beauftragte Dienststelle ist der Gauwirtschaftsberater: 2. Vereinbarungsgemäß sind Anträge auf Genehmigung der Kaufabschlüsse bei der Unteren Verwaltungsbehörde Cßanbratsämter, Oberbürgermeister in den Städten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Hanau, Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen und Worms) einzureichen: 3. Für den notariellen Akt gilt grundsätzlich, daß der Käufer den Notar bestimmt und daß ber Käufer die Verträge einreicht: 4. Genehmigungspflichtig sind auch alle bereits abgeschlossenen Verträge, die bis zum 5. Dezember 1938 noch nicht im Grundbuch eingetragen waren. Diese müssen der Unteren Verwaltungsbehörde zur Einleitung des Genehmigungsverfahrens übermittelt werden. Im Verlauf des Verfahrens stellt die Untere Verwaltungsbehörde auf Grund eines gemeinsam ausgestellten Vordrucks die in dem Durchführungserlaß vorgeschriebenen Ermittlungen an, insbesondere auch bezüglich Die vor- unb nachnMärische Wehrerziehung. Die Rückführung jüdischen Haus- und Grundbesitzes in deuische Hände. Von Michsfachgruppenleiier Gerhard Lazari, Berlin ■ ;-•■ *z> ' 4E3 \ /-z i <*/ ->E'^ ■ z ?>*'V >,. ■*& ' ?'W , öaß Metrie* \btttn W* M« iltungs- !N, sind j)0 von lach den Die Sn- ff. und soll sich gehörender cht land« 1 Grund- des $6- Bärtigen mommen ibe wird ntsuduns isfen Ab- ' höheren s Grund- indsatzlich Deräuße- hieroon n W. nach §6 ffe, etwa Aauw' nung ? eibes- | l ein i sehen wzug, erden. Ans- ag bet löt, so öM an« iU . >g bet e Bese sein । n im« ? ethalb i in bet । n eine t. Die m, so ungs« •en ist, en bet (pater '»to itnpeit« wobei pichen > ntreten )aß bet ommen Hände Kulturpreise der SA. für Brigadeführer Heitmüller und Obersturmführer Kremer. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Vor dem Kultur- kreis der SA. sprach auf der Arbeitstagung in Berlin Stabschef der SA. Lutze und verkündete, wie die NSK. meldet, die Namen der Träger der Kulturpreise der S A. für künstlerische Lei- stürmen. Mit dem Preis für bildende Kunst wurde SA.-Brigadeführer cheitmüller ausgezeichnet, der der künstlerische Gestalter des Ehrenschreines für das ebenfalls von ihm geschaffene „Wachbuch der Standarte Horst Wessel" ist, das der Stabschef dem Führer im Vorjahre zum Geburts. tag überreichte. Der Preis für Schrifttum wurde dem Obersturmführer Hannes Kremer von der SA.-Gruppe Hochland für das im vorigen Jahre erschienene Werk „Gottes Rune" verliehen. Der Musikpreis, der diesmal noch nicht verliehen werden konnte, ist für ein Preisausschreiben ausgesetzt, das der Schaffung eines "SA.-Rufes gilt, mit dem ähnlich wie im Zapfenstreich der Wehrmacht für die SA. eine würdige musikalische Feierstunde geschaffen werden soll. Der Stabschef hob vor den Angehörigen des Kulturkreises die kulturelle Aufgabe der SA. hervor. Die Wehrerziehung am .deutschen Manne heiße durch kulturelles Schaffen im soldatischen Geist auf allen Gebieten der Kunst ihre.wertvollste Ergänzung finden: Mit dem Kulturkreis der SA. tri em Mittel in Erscheinung, um die Seele des deutschen Menschen anzusprechen. Die Leistungen des Kulturkreises sollen die kulturellen Kräfte der SA formen und zum Einsatz bringen. Der Kuhurkreis ist Heft r der kämpfenden Front unserer Sturmabteilung. durch den Führererlaß urnrissene wehrerzieherische Aufgabe der SA. erfordert, daß die weltanschaulichen und kulturellen Werte im deutschen Menschen stärker denn je geweckt und gepflegt werden. Diesem Ziel gilt die Arbeit des Kulturkreises, der aus dem SA-Geist Werte schafft, die über den Tag Stabsch^ef^nahm dann die Verteilung der Kulturpreise der SA. vor und, würdigte das uh turelle Schaffen beider Preisträger, die sich durch ihre Werke weit über die Reihen der SA. hmaus einen Namen erwarben. Ihre Leistungen sichern ihnen einen bleibenden Platz unter Kunstschaffenden: denn sie sind von soldatischem, kämpferischem Geist getragen. Nach der Rede des Brigadeführers K l ä h n wurden die Neuberufungen in den Kulturkreis der SA. verkündet. Am M woch wird Reichsleiter Alfred Rosenberg die Mitglieder des Kulturkreises der SA. empfangen deren Tagung am 23. Februar. ?em Todestag Horst Wessels, mit einer Kranzniederlegung am Grabe des toten Sturmführers ihr Ende finden wird auf,dem nuninehl i. so W Söhnst^ in treten M* >s 5# ; DeM' ilrtf* nach Gauw'u' senilis giinfl6' ltunÄ' s? Sg lern’01 $ Eine Reichs-Sesoldungsordnung für Hochschullehrer. Berlin, 21. Febr. (Mz.) Das Reichsbesol- d u n g s r e ch t hat sich an einem neuen Beispiel besonders deutlich als Wegbereiter der völligen Verwaltungseinheit Großdeutschlands gezeigt. Es handelt sich um den Beginn der V erreich - lichung des bisher noch ländermäßig verwalteten Hochschulwesens. Die Reichsregierung hat soeben ein „Gesetz über die Besoldung der Hochschullehrer" beschlossen, das im Reichsgesetzblatt verkündet wurde und das dem allgemeinen Besoldungsgesetz als weitere Anlage die „BesoldunAsord- nung H" f ü r Hochschullehrer anfügt Die hiermit geschaffene reichsrechtliche Ordnung für die Besoldung der Hochschullehrer lehnt sich im wesentlichen an an das bisher für die p r e u ß i s ch e n Hochschulen in Geltung gewesene Recht. Das Bedürfnis der Vereinheitlichung war,-wie das Ndz. weiter meldet, nicht nur mit Rücksicht auf die außerpreußischen Teile des Altreichs vorhanden, sondern vor allem wegen der Bedürfnisse der heimgekehrten Ostmark und des Sudetenlandes zu erfüllen. Der Wert der Neuregelung für die Verwaltungseinheit des Reichs liegt daran, daß zunächst einmal die persönlichen Voraussetzungen für die freie Verwertbarkeit und Austauschmöglichkeit der Hochschullehrer im ganzen Reichsgebiet geschaffen werden. der Bewertung der eventuell aus dem Unterschied zwischen Kaufpreis und einem mäßigen Verkehrswert an das Reich abzuführenden Ausgleichs- a b g a b e. Nachdem die Unteren Verwaltungsbehörden die Prüfung der Anträge so eingeleitet haben, gehen diese an den Kreiswirtschaftsberater, der dazu sachlich und personell Stellung nimmt. Von dort aus werden die Anträge dann über das Amt des Gauwirtschaftsberaters an die Höhere Verwaltungsbehörde zur Genehmigung weitergeleitet. Oie Nationalisierung in der Automobilindustrie. Berlin, 21. Febr. (DNB.) Bei einem Empfang des Reichsverbandes der Automobilindustrie und der Wirtschaftsgruppe Fabrzeugindustrie wies Reichsleiter Korpsführer Hühnlein nach Begrüßungsworten des Präsidenten des Reichsverbandes der Automobilindustrie, A l l m e r s , auf die Bedeu- hing der Motorisierung im Geschehen unserer Tage hin. Deutschland schätze sich glücklich inmittten einer Unzahl von Problemen einen Führer zu besitzen, der auch der Motorisierung Richtung und Weg weise und sie immer in fruchtbringender Bewegung halte. Oberst von Schell betonte, daß die diesjährige Autoschau zweifellos an einem Wendepunkt in der Struktur der gesamten deutschen Kraftfahrt stehe. Während im Jahre 1938 die Zahl der N e u Zulassungen im gesamten Auslande gesunken sei, sei sie in Deutschland noch um 9 v. H. gestiegen. Die bisher durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen wiesen, nicht zuletzt dank der verständnisvollen, freiwilligen Unterstützung der Autoindustrie, selbst schon heute sichtbare Erfolge auf und würden sich naturgemäß schon in absehbarer Zeit auf Handel, Handwerk und Export auswirken. Die bisher übliche rein individualistische Linie werde mehr und mehr zu Gunsten einer Gemeinschaftsarbeit verlassen. Sei es Ausgabe der Partei, die Menschenführung an sich in der Hand zu behalten, so sei die Menschen- sührung innerhalb des motorisierten Sektors selbstverständlich die Ausgabe desjenigen Teiles der Partei, der damit vom Führer besonders beauftragt worden ist, nämlich des Nationalsozialistischen Kraft- sahrkorps mit Reichsleiter Hühnlein an der Spitze, mit dem er in völliger Uebereinftimmung einem gemeinsamen Ziel zustrebe. Der italienische Außenminister Graf C i a n o und der deutsche Botschafter von Mackensen haben ein Abkommen zur Förderung des Reiseverkehrs zwischen beiden Ländern unterzeichnet. ♦ Wie man von unterrichteter jugoslawischer Seite hört, wurde auf der Tagung des B a l k an- dun d e s in Bukarest prinzipiell die De-jure = Anerkennung der Regierung Franco beschlossen. Kunst und Wissenschaft. Lrzählerpreis der „neuen linie“. Der Erzählerpreis ber „neuen linie" wurde für 1939 in Höhe von 3500 Mark durch die Preisrichter Werner Beurnelburg, Paul Fechter, Helene von Nostitz, Wilhelm von Scholz, Bruno E. Werner verteilt. Die acht Preisträger werden im März-Heft vorgestellt. Es sind: Eugen Roth, Georg von der Bring, Ernst Scheibelreiter, Werner v. G r ü n a u , Grete König, Karl Heinrich Graff, (3. 23. Otten, Ernst Johannsen. Der Verlag der „neuen linie" zeichnete ferner durch Ankauf ihrer Arbeiten folgende Autoren aus: Otto Herrmann, Gertmarie Dietz, Georg Edward (Gießen), Lore Grimm, Hermann Walter Kaden, Fanny Pr echt er, Annaliese Stiglocher. Die ungewöhnlich hohe Beteiligung an dem Wettbewerb aus allen Teilen des deutschen Sprachgebietes bezeugte die von Jahr zu Jahr wachsende Bedeutung dieses Erzähler-Preises für das gesamte deutsche Schrifttum. Aus aller Wett. Faschingsausklang in Frankfurt Der Faschingstrubel auf den Straßen Frankfurts erreichte am Dienstag seinen Höhepunkt. Die Straßenzüge um die Hauptwache, namentlich die Zeil, waren schon früh das Ziel unzähliger Narren und Närrinnen, zumal viele Geschäfte und Büros früher als sonst schlossen. In den Abendstunden war im Zentrum Frankfurts kein Durchkommen mehr. Nur noch die Straßenbahn konnte unter größter Vorsicht verkehren, während der übrige Fährverkehr umgeleitet werden mußte. Beängstigend war auch das Gedränge auf dem Volkskarneval, wo die Budenbesitzer einen guten Tag hatten. Das Faschingstreiben, bei dem man zum Teil recht originelle Einzelmasken und Gruppen sehen konnte, dauerte in übermütiger Laune bis in den späten Abend hinein an und setzte sich in den überfüllten Wirtschaften und Vergnügungslokalen bis zum Aschermittwochmorgen fort. Faschingsende in Wünchen. Die Faschingszeit, die dieses Jahr in München unter dem Zeichen „Tausend Stunden lachendes Glück" stand, ist am Dienstag mit einem großen öffentlichen Faschingstreiben auf den Straßen in Fröhlichkeit und Tanz zu Ende gegangen. Auf fünf großen öffentlichen Plätzen der Stadt spielten bekannte Kapellen zum Tanz auf, an dem sich Zehn- taufenbe faschingsfroher Volksgenossen beteiligten. Stunbenlang ging bas närrische Treiben. Diese Menschenströme bUbeten eine flutenbe Brücke zwischen ben von Musik unb Tanz belebten Plätzen. Beim Wersen von Luftschlangen zu Tode gestürzt. Der vierjährige Junge einer Koblenzer Familie wollte aus dem dritten Stockwerk Luftschlangen nach einem gegenüberliegenden Treppenflur werfen. Er stellte sich auf die Querstange des Treppengeländers, bekam das Uebergewicht unb stürzte in die Tiefe. Mit einem schweren Schädelbruch wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf starb. Bebel verursacht schwere Verkehrsunfälle in Holland. Der ungewöhnlich dichte Nebel hat in Holland zahlreiche schwere Verkehrsunfälle verursacht. Auf der Straße Den Haag—Utrecht stieß der Dienstwagen des niederländischen Finanzministers de Wilde mit einem Lastkraftwagen zusammen. Minister de Wilde trug eine tiefe Schnittwunde an der Stirn davon und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Ein Beamter des Ministeriums wurde schwer verletzt. — Bei Meppel wurde an einem unbewachten Bahnübergang der Kraftwagen eines Getreidehändlers von einem Zug zertrümmert. Der Besitzer des Wagens, Vater einer zwölfköpfigen Familie, wurde getötet. — Das gleiche Schicksal ereilte eine Frau auf einem unbewachten Bahnübergang bei Haarlem. In Liste geriet ein Kraftwagen mit drei Insassen bei dichtem Nebel in einen Kanal, wobei zwei Fahrgäste ertranken. — Zahlreiche weitere Verkehrsunfälle werden aus allen Teilen Hollands gemeldet. Tschechoslowakisches Militärflugzeug verunglückt. In ber Nähe von Bob Pystian stürzte ein tschechoslowakisches Militärflugzeug auf ein Haus unb verbrannte. Beibe Insassen fanden den Tob. Wetterbericht Ueber Südwesteuropa kommt in zunehmendem Maße eine südwestliche Luftströmung in Gang, die sich bisher allerdings nur in Frankreich in Temperaturanstieg unb Regenfällen bemerkbar macht. Mit bem Abbau bes hohen Luftdrucks über dem Festlande wird sich die Störungstätigkeit aber weiter ostwärts ausbebneu, so baß auch bei uns bei stärkerer Bewölkung mit leichter Unbeftänbigfeit unb Erwärmung gerechnet werden muß. Vorhersage für Donnerstag: Stärker bewölkt und leichte Unbeständigkeit, Temperaturen etwas höher ansteigend, südwestliche Winde. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Heiter, Schneefall, —5 Grad, Gesamtschneehöhe 35 cm, Neuschnee 9 cm, Pulverschnee, Schi unb Nobel sehr gut. Sauerlanb. Winterberg: Bewölkt, —6 Grab, Gesamtschneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —13 Grad, Gesamtschneehöhe 80 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut. Hauptschristleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauchschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik unb für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21.1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferei R Lange, K -G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig. Wieder ein Mrd in Schanghai. Schanghai, 21. Febr. (DNB.) Marquis L i - kuotfchieh, ein Enkel des bekannten chinesischen Staatsmannes Lihungtschang, ist in der Internationalen Niederlassung -ermordet worden. Der Attentäter gab auf Likuotschieh, der in der Gordon-Straße spazieren ging, mehrere Schüsse ab, von denen drei tödlich wirkten. Likuotschieh stand in dem Verdacht, mit der Nankinger Reform r e g i e r u n g in Verhandlung en zu stehen, um den Posten eines Leiters des chinesischen Seezollamtes zu übernehmen. In scharfen Worten wurden im japanischen Reichstag die von den chinesischen Geheimgesellschaften in Schanghai verübten Morde verurteilt und gleichzeitig eindeutige Warnungen an die Chinesen unb bie Behörben ber Internationalen Niederlassungen gerichtet. Kriegsminister I t a g a k i erklärte, Japan werbe sich vor der Notwendigkeit der Selbstverteidigung sehen, falls diese Dinge ihren Fortgang nähmen. Die japanische Presse in Schanghai droht nicht nur mit militärischen Sanktionen, sondern auch damit, daß die Japaner in Schanghai die Gerechtigkeit in eigeneHände nehmen würden. Sowietrußland baut eine Bahn an bie chinesische Grenze. M o 5 k a u, 21. Febr. (Europapreß.) Amtlich wird der Beschluß bekanntgegeben, eine Anschlußbahn von der Sowjet-Turkestan mit Sibirien verbindenden Turksib-Bahn zurchinesischen G r e n z e zu bauen. Es sollen auf Grund des dritten Fünfjahresplanes in der C^ nesisch-Turkestan (Sin- fiang) benachbarten Sow BAYER l E > \rv hing erfolgt sein. Sondervorschriften über ben Bau und die Inneneinrichtung ber Droschken sind fallengelassen worden. Künftig sollen alle serienmäßig hergestellten Personenkraftwagen auch als Droschken verwendet werden können. Die Omnibusse müssen sich neben einer alljährlichen Hauptuntersuchung alle zwei Monate einer Prüfung ber Bremsen, Bremsbeläge, Reifen und Lenkeinrichtungen unterziehen. Die Kölner Narren bereiteten am Rosenmontag dem Präsidenten der im nächsten Jahre in Köln ftattfinbenben Internationalen Verkehrs-Aus st ellung, Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, einen herzlichen Empfang. Dr. Dorpmüller nahm auch an dem Rosenmontagszug teil. Dor dem Rathaus wurde ihm das urkölsche Gericht „Bloobwosch mit enem Glas Kölsch" gereicht. — (Scherl-Bilberbienst-M.) Verkehrssicherheit über alles? Besonderer Führerschein für Omnibuffe und Kraftdroschken. Sorgfältige lleberwachung der Fahrzeuge. Berlin, 21. Febp. (DNB.) Zahlreiche schwere Verkehrsunfälle haben gezeigt, baß bie Verkehrssicherheit noch nicht ben Stanb erreicht hat, ber im Interesse ber Gesamtheit erforberlich ist. Eine 23er» orbnung des Reichsverkehrsministers zur Regelung bes gewerblichen Personenkraftverkehrs sieht bie Einführung eines besonberen Ausweises, bes „Omnibus-Führerscheines" vor. Ein ähnlicher Ausweis wirb auch von allen Droschkenfahrern verlangt. Die Verantwortung der Omnibusfahrer ist besonders groß. Täglich vertrauen unzählige Volksgenossen ihnen Leben und Gesundheit an. Von ihrer Zuverlässigkeit unb ihrer Fahrkunst hängt es ab, ob alle Fahrgäste heil unb gesund ans Ziel kommen. Das gilt nicht nur für Ausflugs- und Besichtigungsfahrten, sondern auch für den täglichen Verkehr zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Den Omnibus-Führerschein" kann daher nur erwerben, wer die geistige unb körperliche Eignung besitzt, persönlich zuverlässig, nun» bestens23Jahrealtist unb sich eine genügende Fahrpraxis durch zweijährige Tätigkeit als Fahrer schwerer Kraftfahrzeuge erworben Hal. Alle zwei Jahre muß er seinen Ausweis verlängern lassen, wobei geprüft werden wird, ob er diesen Anforderungen noch genügt. Für Droschkenfahrer wird ein Mindestalter von 21 Jahren und eine Fahrpraxis auf Personenkraftwagen für ausreichend angesehen. Für Omnibusse darf ber Aufbau künftig nur noch aus Metall hergestellt werben, unb sämtliche Fenster müssen aus Sicherheitsglas bestehen. Für schwerere Fahrzeuge ist neben den beiden üblichen Bremsen als Dritte eine Motor bremse vorgeschrieben. Einer schleunigen Räumungsmöglichkeit bei Gefahr bient das Freihalten d e s Mittelganges von Notsitzen unb Gepäck, ein Notaus st ieg sowie eine Vermehrung der Türen bei aröße- ren Fahrzeugen. Kraftstoffbehälter unb Kraftstoffleitungen bürfen nicht mehr im Fahrer- ober Fcchr- gaftraum untergebracht werden. Kraftdrosch - k e n werden, um Verwechslungen mit Polizeifahrzeugen zu vermeiden, ihr meist grünes Kleid oblegen und stattdessen indunkelblauer Farbe mit einem elfenbeinfarbigen Streifen um die Hüftlinie erscheinen. In drei Jahren soll die Umstel- Blaß, schwächlich, müde! Kinder werden durch die Wintermonate immer etwas mitgenommen. Sie sehen müde und abgespannt aus, essen wenig und gedeihen nicht recht. Geben Sie Ihrem Kinde jetzt das blutbildende Bioferrin. Bioferrin ist ein gutes Kräftigungsmittel, wohlschmeckend und appetitanregend, dabei unschädlich für Magen und Darm. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. < Holzheim, 21. Febr. Der in unserem Orte abgehaltene Kursus in häuslicher Krankenpflege wurde in der Gastwirtschaft Sames durch eine Feierstunde abgeschlossen. Die Frauenschaftsleiterin Frau Baumeister begrüßte die Teilnehmerinnen und Gäste und wies auf die vielseitigen Aufgaben der deutschen Frau hin. Sie stellte fest, daß in dem abgeschlossenen Kursus viel gelernt worden sei, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bald wieder ein solcher Kursus stattfinden werde. Die Lehrgangsleiterin, Schwester Josephine aus Gießen, sprach davon, daß der Reichsmütterdienst überall im Reich Mütterschulen errichte, in denen die Frauen und Mädchen für ihre Aufgabe als Frau und Mutter vorbereitet würden. Gedichtvorträge, gemeinsame Lieder und die Aufführung von kleinen Theaterstücken fanden reichen Beifall. * Grüningen, 19. Febr. Der in der Zeit der antisemitischen Bewegung gegründete Landwirtschaftliche Konsumverein e. G. m. b. H. feierte sein 50jähriges Bestehen. Dazu waren nicht nur die Mitglieder, sondern auch deren Frauen eingeladen. Der Direktor, Schmiedemeister L e i d i ch., 'schilderte die Entstehung und bisherige Entwicklung der Genossenschaft. Er feierte dabei die fünf anwesenden Gründer und die früheren Leiter des Konsumvereins. Die Glückwünsche des Revisionsverbandes überbrachte Kreisstellenleiter Hartmann, der dem Direktor eine Ehrenurkunde überreichte. Herr Hartmann sprach über die Bedeutung der ländlichen Genossenschaften zur Zeit Raiffeisens als Instrument zur Bekämpfung des jüdischen Wuchers und über die genossenschaftliche Arbeit in der Gegenwart und Zukunft im Sinne der Erzeugungsschlacht und des Vierjahresplanes. Als Vorbedingung für jede genossenschaftliche Leistung wurde die einwandfreie Führung und die genossenschaftliche Treue besonders herausgestellt. Die Glückwünsche der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft und ein sinniges Geschenk überbrachte Abteilungsleiter S p e ck e r t. Als Vertreter der privaten Lieferanten sprach Kaufmann Seippel von Butzbach. Mitglied Mohn gab einige launige, selbstversaßte Gesangsstückchen zum besten. Die zahlreich vertretene ältere Generation sang alte, schöne Volkslieder, die auch bei der anwesenden Jugend freudigen Anklang sanden. In gemütlicher Stimmung blieben die Teilnehmer noch einige Stunden beisammen. 00 Ebcrstadt, 18. Febr. Die hiesige Milch- absahgenossenschaft hielt im Gasthaus „Zum Schwanen" ihre letzte Generalversammlung ab. Rach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Heinrich G o r l a ch XI. gab Rechner Hermann Biehl den Geschäfts- und Kassenbericht bekannt. Daraus ging hervor, daß die Milchabsatzgenossenschaft Eberstadt im vergangenen Jahre 500 000 Liter Milch an die Milchzentrale Gießen abgAiefert hat. Sodann wurde beschlossen, die Genossenschaft auf» zulösen. Die Geschäftsanteile wurden zurückbezahlt. Die Geschäfte gehen auf den Ortsvertrauensmann Hermann Biehl über. Eine Aussprache beschloß den Abend. OO Eberstadt, 20. Febr. Im Saale von Fel- sing fand die Generalversammlung der Dresch- genossenschaft statt. 70 von 99 Mitgliedern waren erschienen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Ortsbauernführer Görlach, hieß die Mitglieder willkommen und begrüßte besonders den Kreisbauernführer O t t. Direktor H. E i ch erstattete den Geschäftsbericht, der Rechner Heinrich Eifer gab die Jahresrechnung und die Bilanz bekannt, die in Ordnung befunden wurden. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Der Gewinn wird der Betriebsrücklage gutgeschrieben. Die satzungsgemäß ausscheiüenden Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieder E i ch und Holler wurden wiedergewählt. Die Dreschmaschine leistete 700 Dreschstunden (170 mehr als im Vorjahre). Der Stromverbrauch betrug rund 16 000 Kilowatt. Geschrotet wurden 2300 Zentner. In 105 Arbeitsstunden wurde Holz geschnitten. Die Arbeitslöhne beliefen sich auf 1510 Mark. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil der Versammlung sprach Kreisbauernführer Ott über eine Reihe aktueller landwirtschaftlicher Fragen und ließ dabei den Weg des Bauerntums seit der Machtübernahme durch den Führer bis in die Gegenwart am geistigen Auge der Hörer vorüberziehen. )) Li ch, 21. Febr. Der von allen Naturfreunden gern ausgesuchte Schloßgarten wird leider immer mehr das Opfer seines Alters. Immer lichter wird der Park, da in den letzten Jahren schon eine ganze Reihe alter Bäume gefällt' werden mußte, während in der einst schönen Kastanienallee die Stürme ihr übriges tun. Im Sinne aller Naturfreunde wäre es zu bearüßen, wenn der Park durch fachgemäße Behandlung im Laufe der Jahre wieder feine einstige Schönheit erhalten würde. cxd Bettenhausen, 22. Febr. Unser Mitbürger Heinrich Konrad Köhler, Gast- und Landwirt, blickt heute auf sein 7 0. L e b e n s j a h r zurück. Seine Familie wohnt seit 1788 in unserem Dorfe, wo der Urgroßvater Christian hierher heiratete, und zwar in die alte Bettenhäuser Familie Kämmerer. Der Mannesname stammt aus dem benachbarten Langsdorf, wo er heute noch weite Verbreitung hat. cxd Langsdorf, 22. Febr. Heute vollendet einer unserer ältesten Mitbürger sein 8 0. Lebens- jahr, der Landwirt und Metzger Philipp Bender II. Er erfreut sich noch großer Rüstigkeit des Körpers und Geistes und hat seine winterlichen Hausschlachtungen erst im vorigen Jahre aufgegeben. Das Metzgerhandwerk ist in seiner Familie fast 200 Jahre nachweisbar. Die Sippe wanderte in unser Dorf im Laufe des Dreißigjährigen Krieges ein, als durch allerlei Seuchen viele Hofreiten leer geworden waren. Das erste Ehepaar des Namens Bender stammte aus Eberstadt bzw. Holzheim. Die Familie des Jubilars führt den Haus- nanten „Zieglers", weil der Großvater Philipp Heinrich Bender I. in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf der Langsdorfer Oberau eine Ziegelhütte errichtete, in der Feldbrandziegel und Dachziegel hergesteltt wurden. 4 Münster, 20. Febr. Am Samstag hatte der Gesangverein „Harmonie" seine Mitglieder zur diesjährigen Jahreshauptversammlung zusammengerufen. Die Versammlung stand im Zeichen des 20. Stiftungstages. Die bei der Gründung beteiligten und jetzt noch dem Verein angehörenden Mitglieder wurden von dem Dereinsführer in einer kurzen Ansprache geehrt., denn sie haben in den schweren Zeiten immer zur Fahne gehalten. Die Rechnungsablage konnte als zufriedenstellend abgeschlossen und Entlastung erteilt werden. In dem Vorstand wurden einige Aenderungen vorgenommen. Bei Punkt „Verschiedenes" wurde vorgeschlagen, der Verein solle einige Liederbücher anschaffen. Dem Antrag wurde zugestimmt. Die Versammlung schloß bann in der üblichen Weise mit dem Sieg- Heil! auf den Führer. Anschließend war noch gemütliches Beisammensein. )—( Ruppertsburg, 18. Febr. Im Gemeindesaal fand ein Werbeabend für das Deutsche Rote Kreuz statt. Die Versammlung war sehr gut besucht. Auch Helfer und Helferinnen aus dem benachbarten Laubach hatten sich eingefunden. Bürgermeister Lind eröffnete den Abend. Als Beauftragter der Kreisstelle schilderte Herr Röhr (Gießen) anschaulich die hohe Aufgabe des Deutschen Roten-Kreuz-Verbandes in Krieg und Frieden. Die große Organisation stehe, so betonte er u. a., einzig und allein im edlen Dienst der Volksgemeinschaft. Der Redner ermahnte die Zuhörer, sich einzureihen in das Deutsche Rote Kreuz. Der Appell verhallte nicht ungehört. Zu den seitherigen fünf Helferinnen lassen sich nun noch acht weitere ausbilden. Auch sechs Männer traten bei. )—( Ruppertsburg, 21. Febr. Am Samstagabend hielt unser Gesangverein unter Leitung von Wilhelm P a r r VI. bei Gastwirt Wagner seine Abendunterhaltung ab. Per Verein erfreute durch schön vorgetragene Chöre, unter ihnen auch einer mit Trompetensolo. Sie waren durch den Chormeister Lenz (Billingen) gut eingeübt. Die beiden heiteren Theaterstückchen bereiteten viel Freude. Als Erlös gingen 40 Mark ein, die nach Abzug der Unkosten dem WHW. überwiesen werden. — In den letzten Jahren wurden öfters in einer hiesigen Metzgerei und Gastwirtschaft durch einen Einbrecher Geld und andere Waren gestohlen. Jetzt versuchte ein Dieb am Samstagabend um 22.45 Uhr auch in den Laden einer Bäckerei einzusteigen. Er kletterte an einem Blitzableiter empor und saß bereits im offenen Fenster, als die Tante und der Lehrjunge des Inhabers die Ladentüre ausdrückten. Durch einen vier Meter hohen Absprung konnte der unerwünschte Besucher in der Dunkelheit entfommen. Kreis Friedberg. ch B u tz b a ch , 19. Febr. Sämtliche Politischen Leiter und die Führer der Gliederungen und der angeschlossenen Verbände, einschließlich der Frauen- schäft und der Jugendorganisationen, versammelten sich im Saale des „Deutschen Hauses" zu einem Schulungsabend. Pg. Groß von der Kreisleitung sprach über weltanschauliche Fragen. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. Ortsgruppenleiter Dr. Mörschel dankte dem Redner im Namen der Versammlung. — Die Bezirks- aenossenschaft für Viehverwertung, Butzbach, hielt ihre diesjährige Hauptversammlung im „Hessischen Hof" ab. Der Aufsichtsratsvor» sitzende, Bezirksbauernführer Schnei d e r, gab in einer kprzen Ansprache seiner Befriedigung Ausdruck über die günstige Entwicklung der Genossenschaft. Noch mehr als bisher müßten untere Bauern und Landwirte ihr Vieh durch die Diehverwertung abfetzen und ankaufen. Anschließend brachte der Vorsitzende, Bopp (Griedel), den Geschäftsbericht, Bankoorstand Schnell die Rechnunasablage für 1938, die beide ein befriedigendes Blld von der geleisteten Arbeit und der Bilanz ergaben. Der Reingewinn von mehr als 1200 Mark wird je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrucklage überwiesen. Bürgermeister Ruth (Pohl-Göns) berichtete über die Revisionen des Aufsichtsrates, die keinerlei Beanstandungen ergaben. Bei den Ersatz- und Vorstandswahlen'wurden die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. A Münzenberg, 21. Febr. Gestern nachmittag geriet der Schreiner Albert Hahn von Obbornhofen, der in einer hiesigen Möbelschreinerei beschäftigt ist, mit der Hand gegen eine Bandsäge. Er wurde mit schweren Schnittwunden sofort in das Johanniter-Krankenhaus nach Nieder-Weise! gebracht, konnte aber nach erster ärztlicher Hilfeleistung wieder entlaßen werden. Kreis Wetzlar. (D Groß-Rechtenbach, 21. Febr. Dem Gendarmeriemeister Max Bartelt von hier ist die Polizeidienstauszeichnung 1. Stufe in Gold für langjährige treue Dienste verliehen worden. — In der jüngsten Sitzung der Gemeinderäte wurde die Vergebung der Wasserleitungsarbeiten des letzten Bauabschnittes behandelt. Nach Prüfung der Angebote — es waren insgesamt vier Angebote eingegangen — sprachen sich die Gemeinderäte für die Uebertragung der Arbeiten an den Bauunternehmer Louis Zöller (Dornholzhausen) aus, dem der Bürgermeister die Arbeiten bereits Übertragen hat. Äußer der Verlegung der Wasserleitungsrohre und der Hausanschlüsse sind noch mehrere hundert Meter Kanalisationsarbeiten vorgesehen. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten hat der ganze Ort, mit Ausnahme der Schul- und Kirchstraße, Kanalisierung. Srieffaffen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. kl. £d. Wenn das die Versicherungspflicht begründende Beschäftigungsverhältnis am 1. 4.1938 begonnen hat, so sind auch van diesem Zeitpunkt ab Beiträge zu den Sozialversicherungen zu entrichten. Es kann nicht ein beliebig anderer Zeitpunkt in die Anmeldung — die der Arbeitgeber zu erstatten hat — eingetragen werden. Die Beiträge werden von dem Versicherten u n d dem Arbeitgeber getragen. Dabei sind die Abzüge für Beitragsteile gleichmäßig auf die Lohnzeiten zu verteilen, auf die sie fallen. Sind Abzüge für eine Lohnzeit unterblieben, so dürfen sie nur bei der Lohnzahlung für die nächste Lohnzeit nachgeholt werden, wenn nicht die Beiträge ohne Verschulden des Arbeitgebers später entrichtet worden sind. Ob ein Verschulden des Arbeitgebers vorliegt, kann nur im Einzelfall fest- gestellt werden. Watzenborn, Lieh, Gießen, den 21. Februar 1939. 1277V Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 23. Februar, um 3 Uhr nachmittags statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Sames. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsre gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Sophie Sames, geb. Schäfer im 76 Lebensjahre nach schwefer Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. 1273D Mainz, Großen-Linden und Darmstadt im Februar 1939 1272 V Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 22. Februar, nachmittags 3 Uhr, in Klein-Linden statt Für die uns bei dem Heim gange unseres teuren Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir allen herzlichen Dank Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder der Fa. Heyligenstaedt & Comp., G. m. b. H„ Werkzeugmaschinenfabrik, Gießen. Friedrich Kißler, Stud.-Rat, und Frau Thekla, geb.Weitzel Georg Reck, Lehrer, und Frau Lina, geb. Kißler Otto Kißler, Rechn.-Rat, und Frau Elisabeth, geb. Vollrath und 5 Enkel iiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiniiimiiiii ülelit Milk an der Meint nuMetnMkt'Met! ................................................................................................................... Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief am Montag, 20. Februar, unser Gefolgschaftsmitglied Herr Arthur Gümbel aus Klein-Linden im 26. Lebensjahre. Der leider allzufrüh Verstorbene war uns jederzeit ein tüchtiger und eifriger Mitarbeiter, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Vermietungen Bollftänd. neue hergerichtete geräumige 6-Z.-Wohnung 1. Stock, Hinden- burgwall, mit all. Zubehör, p. 1. ob. 15. 7. zu vermieten. Schr. Angebote unter 1185D a.d.G.A. Mansarden- Wohnung Wohn-u.Schlafzimmer m. fließ. Wasser u. Küche lofort zu verm. ^-chr. Ang. unt. 0856 a. d. G. A. Otto Müller Gutspächter im 69. Lebensjahr in die ewige Heimat abgerufen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Februar, nachm. 3% Uhr statt. 127M Gott der Herr über Leben und Tod, hat heute morgen um 348 Uhr meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Henriettenhof. Rittergut Börnichen (Sachsen). Laubach. Rittergut Purschwitz (Sachsen), den 21. Februar 1939. In stiller Trauer: Lina Müller, geb. Kröll Richard Müller und Frau Johanna, geb. Richter Heinrich Müller Karl Nebe und Frau Elisabeth, geb. Müller Johanna Rühl Wwe, geb. Müller Helene Müller. Verschiedenes MeKnngeu auf Funghenneu Linken lwetßeamertkan. Leghorn Lelstungszucht) Emden. Niesen- gössel und Riefen-Bronce- vuten I514D nimmt entgegen Geflügelbof E. Krause Treis! Hessen) Lieferung frei Hol bzw. Haus. Einspaltige Kleinanzeigen werden mm er» mäßigten Grund» Drei» von 5 Pf. für die Millimeter» reüe veröffentlicht Empfehle mich u MMlN völlWWe sowie Neuanfertigung, vro Tag Mk. 2.50, gehe auch halbe Tage. Schriftl. Ang. u. 0859 a.d G.A. Werbe-Drucksachen bei Brflhl. Schulstr. 7 Vogtsche Pi i vat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene m. acht- jähr. Schulbildung. FürMäd eben auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren.Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung am 2. Itiärs stattti ndet und eine spätere Aufnahme in die 2jährige Handelsschule nicht mehr vorgenommen werden kann. Hn-OalWiieHaiidels- jcMIassen für Schüler mit Volksschulreife und höherer Schulbildung bei Sekunda- oder Mittel schulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schul geld RM. 19.-, keine Neben gebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Boetheatraße 32, Ruf 2486. 407A Kleine Wohnung 2 Zimmer u. kl. Küche, Selters- weg, in gutem Hause, 3. Stock, an ruhige Einzelperson och. Vermittlung zu vermieten. Schriftl. Angeb u.1279V a.den Gieß. An;. Fremdenzimmer auch mit Koch- gelegelcheit, ie- oerzeiL (meD „Gambrinus", Wetzsteingasse 10 (Stellenangebote] Zuverlässiges Mädchen für sofort oder später ges. imoD Frankfurter Straße Nr. 60. Keine Zeugnisse in Urschrift icnoern nin Zeugnisabschriften oem Bewerbungsschreiben bet. legen! — Lichtbilder unoBewerbungsunter. tflen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift Del Bewerbers ataaenl Tücht., erfahren. Ätften ZUM 1. März gesucht. 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Haden. „Don strate beson reifer Ufto. den. . erzieh raff nennt auf ei gar g, auch Wem MM belaste der D eingehi für di, ftänbiq antmoi stch die überles schäft j die öi Seöeg Tefechs her Fx Scho notf) v leii ui Ges [tau, dir ho N lei 'N QUd Nichts °vn b, psticht öer ati Warnt Mi Io , d< 'vrps ,uJ)ren $ jner r Hing?« , Diel blinde Sehen, tat is nis , den | ?e»e| dein Aück , stand (ctp, 8Ut Mt >neh Nr. 45 Zweites Blati Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)_______ Mittwoch, 22. Februar 1959 Wehr und Waffen. Deut&dr .öer^sdorf idlerlee Osdorf WIEN Kats«*- Ebersdorf Groß* Knzorsdorf »eopoldsau J a^rÄn JBrexterdee .Aspern . —^Esslingen / MdJLbrufth 4 ; 4 OO OOO »K: ÄT»"..... der °°n°u obn ch.slose Bereit,chast zum Sterben 1$orberdti«g >r ibn «wartete, der warmen Fürsorge für die Unter- desGelände- unb „id)t anber5 der der deutsche Offizier wahrend sei- finöet &ie schärfste Verurteilung Laufbahn systematisch erzogen wurde, . 8 Sctiriststeller die es „eine beispiellose hL »tnatnnrHae Vertrauensverhalt- samt Icher w mernben Morgen begann auch sofort wieder die Schlacht. Die österreichische Armee stand im wesentlichen um die Dörfer Aspern und Eßlingen gruppiert. Zwischen beiden Dörfern beschloß nun Napoleon mit voller Wucht durchzubrechen. Unbekümmert um die neu aufgeflammten Dorfkämpfe setzte er 7 Uhr vormittags sein Zentrum, drei Divisionen des Korps Lannes, zum Angriff an. Starkes Artilleriefeuer leitete ihn ein, hinter der Infanterie folgten tiefe Reitergeschwader, und unter dem Schlagen der Trommeln, dem Flattern der Fahnen und den brausenden Rufen: Vive l’emnereur! ging es vorwärts. Langsam wich die österreichische Infanterie vor dem gewaltigen Stoß, vergebens setzte sich die Reiterei zur Entlastung ein, der Durchbruch Napoleons und damit sein Sieg schien gelungen. Da mar es wieder Erzherzog Karl, der die Lage rettete. Wie bei Aspern, so ergriff er auch hier die Fahne des Regiments Zach (Denkmal auf dem Burgplatz in Wien) und führte die weichende Infanterie direkt dem Feind entgegen. Ein Jubel flammender Begeisterung brach aus den heiseren Kehlen, und vorwärts ging wieder alles, ein Tritt, ein Mann, eine Kraft. Als nun auch von Breitensee aus die 16 Grenadier- Bataillone der Reserve den Franzosen in die linke Flanke fielen, da änderte sich auf einmal alles wie durch einen Zauberschlag. Der französische Durchbruch war gescheitert. Daran konnten auch die nun einsetzenden Massenangriffe der französischen Kavallerie trotz anfänglicher Erfolae nichts ändern. Die österreichische Infanterie hielt stand. Zu dieser Zeit erhielt Napoleon die Nachricht, daß beide Donaubrücken durch Brander völlig zerstört seien und auf Verstärkungen nicht mehr zu rechnen sei. Damit war das Schicksal des Tages entschieden. Der Kaiser befahl den Rückzug in die Lobau. Zu seiner Deckung galt es unbedingt die beiden Dörfer Aspern und Eßlingen festzuhalten, und nun entspann sich um diese erneut der heftigste Kampf. Unausgesetzt liefen die Oesterreicher an, Kolonne auf Kolonne verblutete, aber es war alles vergebens. Artillerie wurde nicht eingesetzt, und mit den Fäusten waren die zu wahren Festungen umgewandelten Steinhäuser nicht zu nehmen. Aber die Jubel empfangen worden war, hatte sich inzwischen wieder gesunden. Er sah ein, daß es sich urn einen ernsthaften Uebergang handle, und daß jedes Zögern den Feind nur verstärken würde. Er beschloß anzugreifen und befahl, daß Punkt 12 Uhr mittags alle Kolonnen den Vormarsch anzutreten hatten. 96 000 Mann stark, darunter 15 000 Reiter und 300 Geschütze, ging die österreichische Armee zum Angriff vor.' 56 000 Mann wurden zu einem umfassenden Angriff auf Aspern, 25 000 Mann in gleicher Weise auf Eßlingen angesetzt. Gegen den Raum zwischen beiden Dörfern rückten 6000 Reiter vor, hinter denen 9000 Mann des Grenadierkorps eine Reserve bildeten. Navoleon war fassungslos, als er die Nachricht vom Anmarsch der österreichischen Kolonnen erhielt. „Die Oesterreicher greifen an?! Unmöglich!" Und doch war es so. Die Lage, in der sich die Franzofen nunmehr befanden, war eine höchst kritische. Erst 21 000 Mann Infanterie, 5500 Reiter (einschließlich der soeben eingetroffenen Kürassier-Division) und 70 Geschütze waren Übergesetzt und in dem engen Raum zwilchen Aspern und Eßlingen zusammen- gebrängt Wie eine Schneelawine wälzten sich die weißen Mülsen der Oefterreicher heran. Und dabei war die Brücke schon wieder gebrochen, gegen die der österreichische Pionier-Hauntmann Magdeburg unausgesetzt schwer beladene Steinkähne und Brander schossen. Napoleon schien verloren. Aber wieder ge- schah etwas Unbegreifliches, das ihn rettete. Die Oefterreicher machten von ihrer riefiaen Überlegenheit keinen Gebrauch, sie dachten nicht daran, die Franzosen einzukreisen, sondern sie griffen lediglich die zwei Dörfer immer nur mit Minderheiten und in Vierern von 18 M""n Tiefe an Der Tod M»rte Die Schlacht bei Aspern. Die Schlacht bei Aspern vor 130 Jahren am 21./22.5.1809 kann man die Schlacht der Unbegreiflichkeiten und Unwahrscheinlichkeiten nennen. Das Die Hessen unter Moleon 1808/1809 Von Genei almujor a. O. Rudolf Mohr, Gießen 0 Sw 1 l 3 4 Schon seit Clausewitz sein berühmtes Werk „Dom Kriege" schrieb, ist die allgemeine geistige, strategische und taktische Ausbildung der Offiziere, besonders der des ©encralftabes, durch Uebungs- reifen, Kriegsspiele, schriftliche Arbeiten, Vorträge ufro. auf einen denkbar hohen Stand gebracht worden. Im Vordergrund aber stand in der Offizierserziehung immer die Ausbildung des Charakters und Willens, vor allem die sogenannte „Initiative des Unterführers^ d. h. die Fähigkeit, im entscheidenden Augenblick auf eigene Verantwortung, in dringenden Fällen sogar gegen einen gegebenen Befehl zu handeln und auch in den schwierigsten Gefechtslagen Geistesgegenwart und Entschlußkraft zu beweisen. Der Moltkesche Grundsatz: „Unterlassen und Versäumnis belastet schwerer als ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel" wurde jedem Offizier gewissermaßen eingehämmert. Der Weltkrieg brachte den Beweis für die Richtigkeit dieser Erziehung: In der Selbständigkeit des Handelns im Gefecht, in der Verantwortungsfreudigkeit in ungeklärte Lagen haben sich die deutschen Offiziere den feindlichen durchweg überlegen gezeigt. In dieser wichtigsten Fuhrereigen- schaft ist in erster Linie die Erklärung zu suchen für die wunderbaren deutschen Erfolge vor allem im Bewegungskriege mit seinen dauernd wechselnden Gefechtslagen, in der von der raschen Entschlußkraft der Führer und Unterführer alles abhängt. Schon im Frieden wurde und wird mich heute noch von dem jüngsten Offizier rücksichtsloser Einsatz seines Lebens verlangt, wenn em Menschenleben in Gefahr oder sonst ein höherer Zweck zu erfüllen ist. Auch für seine Ehre und die seines ganzen Standes hat jeder Offizier persönlich mit seinen Waffen und seinem Leben einzustehen. Mit dieser ^leljung ist auch ein gewisses Abstandhalten verbunden, das nichts mit Hochmut zu tun Hatz das vielmehr gercche von dem Soldaten als selbstverständliche Fuhrer- pflicht betrachtet wird. Wenn im Weltkriege 40 vH« der aktiven Hauptleute und Leutnants, 25 ü. Des gesamten aktiven Offizierskorps, im Verhol.tms doppelt so viel als Mannschaften, gefallen sind, so ist das der beste Beweis, daß das deutsche Offizierskorps nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben führend vorangegangen ist. Ludendorff sagt darüber. „3n Kampf, Not und Gefahr rief der Soldat immer nach seinem Offizier, auch wenn er em blutjunges Menschenkind war, und sah auf ihn. Diese rücksichtslose Bereitsthaft Mm Sterben, ^ver-। bunden mit der CK" """" "> ■ ner ganzen Laufbahn systematisch erzogen wurde, hat im Kriege das einzigartige Vertrauensverhältnis ^zwischen Offizier und Mann geschaffen, ohne das die großen Erfolge des deutschen Heeres unter den furchtbarsten Leiden und Strapazen undenkbai gewesen wären. Sogar em bekannter sozialdemokra tischer Abgeordneter und Kriegsberichterstatter hat dem General Ludendorff gegenüber aus freien Stücken erklärt, daß er fein Urteil über die aktiven Offiziere ändern müsse, daß diese „mit tiefern Verständnis und großer Liebe für Mann sorgten . 1 Solange dem deutschen Heere em solches Offiziers Earps erhalten bleibt, und solange — im Gegensatz zur Vorkriegszeit — das gesamte deutsche Volk m gleichem Geiste wie das deutsche Heer erzogen wird, solange wird ein Zusammenbruch wie 1918 nicht mehr möglich sein. vereinigt. Auf beiden Seiten geschah zunächst nichts. Der Erzherzog Karl, der doch wiederholt schon Proben seines Feldherrntalents gegeben hatte, war durch die vorhergegangenen Niederlagen so beeindruckt, daß er gar nicht wagte, einen Napoleon selbst in ungünstiger Lage zu überfallen. Trotz Ieiner Einsicht und persönlichen Tapferkeit litt er unter einem angeborenen hochgradigen Pessimismus, der ihm den Gedanken an einen Sieg über seinen großen Gegner völlig aussichtslos erscheinen ließ. Dazu kamen die fortgesetzten Einwirkungen des Hofkriegsrates, des Kaisers und der Kaiserin, die ihm mißtrauten, seit Napoleon ihm den Thron seines Bruders angeboten hatte, und ein körperliches Leiden, das ihn oft stundenlang bewußtlos machte. Diese Einflüsie waren es, die feine Leitung in dieser entscheidenden Zeit so übermäßig vorsichtig, ia kraftlos erscheinen lassen. . „ , £ Ganz anders Napoleon! Er hat endlich erfahren, die die österreichische Mrmee am Vlsam-Lerg ihm gegenübersteht. Und nun geschah das völlig Unbegreifliche. Unmittelbar dieser Stellung gegenüber, be: Nußdorf, versucht er auf fronen den Uebergang Mrerium im deutschen Heere. Von Major a D von Kester. In feinem Buche Mein Kampf" sagt Adolf Hitler über die „unersetzliche Schule des Heeres" „Als höchstes Verdienst aber muß dem Heere des alten Reiches angerechnet werden, daß es in einet Zeit der allgemeinen Majorisierung der Köpfe die Köpfe über bie Majorität stellte" Diese Art von Führertum, die heute vorbildlich geworden ist für den gesamten Aufbau unseres Dritten Reiches, hat im Offizierskorps des alten preußischen später gesamtdeutschen Heeres eine besondere Ausprägung gefunden. Aus der harten, bedürfnislosen und kampfgewohnten Führerschicht Dftelbiens hatte sich durch die Erziehung der großen Könige Preußens Friedrich Wilhelm I. und Friedrichs des Großen zu unbedingter Pflichterfüllung, Treue und Opferfähigkeit ein ganz bestimmter Offizierstyp herausgebildet, von einer Geschlossenheit des Fühlens, Denkens und Handelns, wie er in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hatte. Diese in gewissem Sinne einfeihge Abgeschlossenheit des deutschen Offiziers, die fest verwurzelte Ueberlieferung und die enge persönliche Bindung an den jeweiligen Monarchen und Führer des Staates befähigten das Offizierskorps, sich auch in einer mehr und mehr vom Liberalismus und Marxismus beherrschten Umwelt eine ritterliche und kämpferische Lebensanschauung zu erhalten. Daß es trotz schärfster Angriffe der Linksparteien und ihrer Presse auf das Offizierskorps diesem gelungen ist, auch die Masse des Heeres frei zu halten von der zersetzenden materialistischen und pazifistischen Weltanschauung, die sich sonst überall in Staat und Gesellschaft breit machte, und ihm feine kämpferischen Ideale zu bewahren, das bleibt das größte Verdienst des alten Offizierskorps. Aus diesem Offizierskorps, aus diesem soldatischen Geiste heraus, den nach einem bekannten Worte König Wilhelms I. „der Sprößling aller Offiziersgeschlechter mit der Muttermilch einsog und wieder vererbte", sind so viele bedeutende Feldherrennaturen geworden und gemachten, wie in keinem anderen Heere der Welt. Ihre Führerausbildung haben diese Männer seit 100 Jahren fast ausschließlich im G e - neralstab genoffen, in dieser unvergleichlichen militärischen Führerschule, die den Geist eines Moltke und Schlieffen atmen durfte, den Geist des „Mehr fein als scheinen!", der in unermüdlicher, stiller, nach außen kaum sichtbarer Arbeit sich fortpflanzte durch alle Dienststellen des Heeres bis zur letzten Kompanie, Schwadron und Batterie. Ueberlegenes Können und Wissen, größte Entschlußkraft und unbedingte Derantwortunasfreudigkeit, Mut und Opferbereitschaft in allen Lebenslagen, eine achtungerzwingende persönliche Haltung in und außer Dienst und ein warmes Herz für die Untergebenen, bei voller Wahruna des im Interesse der Manneszucht erforderlichen Abstandes, das sind die Führereigenschaften, die in der Erziehung des deutschen Offiziers immer eine besondere Rolle gespielt haben. Dreiftiqtcit nennen, die allen vernünftigen Erwa- aunqen -ohn spreche und sich nur durch Großen- wahnsinn erklären lasse" (Bind-r-Krieglstein) oder eine Verwegenheit ohnegleichen, die nur aus Verachtung des Gegners berufen könne" (Frhr v. Frey- toq-Loringhosen), kln Wirklichkeit hoben aber wohl Navoleon andere Beweggründe geleitet. Jetzt wußte cr, roo der Gegner stand und nun wollte er ihn vacken bevor dieser wieder ausweichen und nd) 3U5 rückziehen könne. Denn bas war stets seine größte Sorge und aus ihr heraus ist wohl dieser tollkühne, unbegreifliche und jeder Ueberlegung Hohn sprechende Uebergangsversuch bei Nußdorf zu erklären. An die Möalichkeit eines österreichischen Angriffes scheint Napoleon überhaupt nicht gedacht zu haben. und niedrigen Borden, Flöße, Kähne, Fähren usw., mit denen das Riesenwerk versucht wurde. Aber das Unwahrscheinliche gelang. Trotz steigenden Wassers, heftigen Wellenschlags und antreibender 5Baum» |w....... ...... , stämme glückte es den unerhörten Anstrengungen vernichtend. Der Angriff war abgeschlagen, aber er der Pioniere, das schwierige Werk am 20. Mai - ■ - ^ *- - -• -- mittags einigermaßen fertigzustellen. Der Kaiser Napoleon zögerte keinen Augenblick und überschritt mit seinem Stabe und seiner gewöhnlichen Eskorte, den Guiden und Mamelucken der Garde-Kavallerie die Brücken nach der Lobau. Ihm folgten sofort vier Bataillone der alten und vier ber jungen Garde. Aus die Lobau war. bereits in der Nacht die Division Molitor auf Kähnen übergesetzt worden und hatte die dort befindlichen schwachen österreichischen Postierungen vertrieben. Nur langsamen Schrittes, mit geöffneten Gliedern, die Reiter abgesessen und zu Zweien, oft bis zu den Knien im Wasser, konnte der Uebergang erfolgen, der nur noch ber Division Boubet gelang. Batin riß die Brücke, und der gewaltig angeschwollene Strom führte eine große Anzahl ber besten Schiffe davon. Aber selbst diese Mahnung zur Vorsicht blieb unbeachtet. Ungeduldig drängte der Kaiser auf das nördliche Ufer und ließ sofort die Brücke dorchin in Angriff nehmen. Zur Deckung wurden 200 Voltigeure und Sappeure übergesetzt, bie eine Brückenschanze aufwarfen. 6 Uhr nachmittags ging als erste die leichte Kavallerie-Brigade Lasalle über und wandte sich gegen Eßlingen. Dort kam es zu einem Zusammenstoß mit starker österreichischer Kavallerie, die siegreich bleib, aber nicht folgte, so daß Aspern und Eßlingen besetzt werden konnten und im Besitz der Franzosen blieben, die die Dörfer sofort mit allen Mitteln zur Verteidigung einrichteten. Kaiser-Ebersdorf. Der Platz war nicht schlecht _ wählt (s. Skizze). Wenn auch hier mehr Brückenmaterial erforderlich war, als bei Nußdorf, so war es dafür doch möglich, unter Benutzung des sog. , U0ll Schneidergrunbes, einer im Strom gelegenen Sand- erlittene Niederlage, die der Wendepunkt in seiner dank, idie Vrücke in 2 Teilen herzustellen Der'erste Siegeslaufbahn war, durchaus gerecht erscheint. 3u überbrückende Arm war etwa 480 Meter der Wir hatten gesehen (Gießener Anzeiger Nr. 23/39), -werte nut Sjauptf romunfl 250 Meter breit Dann daß der Kaiser Napoleon di- österreichische Armee nm eine grofee 3nlel, bin Sobau bte non bm norb. unter Erzherzog Karl in mehreren Gefechten um W" ®°nTfcr durch -men etwa WO M r Regensburg geschlagen und sie gezwungen hatte, bi eiten Wasserarm getrennt war. Alles m allem auf bas nördliche Donauufer überzugehen. Nur die waren also etwa 8o0 Meter Strom zu überbrücken, Heeresabteilung des Feldmarschalleutnants v. Hiller angesichts des Feindes und mit dem fammervolls ging auf dem südlichen User zurück, nachdem samt- . Bruckenmaterial. Denn abgesehen von einer kleinen liche Donaubrücken zerstört waren. Der Weg ins Zahl, -rb-ut-ter ost-rreichischer Pontons waren es Herz Oesterreichs stand offen, und Napoleon zögerte ^le vielgestaltetsten Fahrzeuge, Schiffe mit hohe» Gefahr für Napoleon war riesengroß. Das zeigt am besten der jetzt folgende Einsatz seiner alten Garde, die er sonst ängstlich in allen Schlachten behütete. Ihrem Stotz gelang es, Luft zu schaffen und die Stellungen zu halten. Für die Franzosen war damit die größte Gefahr vorüber Es galt nun nur, bis zum Abend durchzuhalten und das nunmehr im Halbkreise einsetzende österreichische Artilleriefeuer zu ertragen. Biel Wirkung hatte es übrigens nicht. Nur einen sehr schmerzlichen Verlust brachte es Napoleon selbst Dem Marschall L a n - n e s. seinem Jugendfreunde, wurden 5 Uhr nachmittags durch eine Kanonenkugel beide Beine zer- schmettert. An seiner Bahre soll der Kaiser die einzigen Tränen seines Lebens vergossen haben. Der Kampf war immer mehr in ein stehendes Feuergefecht übergegangen, um den Rückzug zu decken Dieser gelang auch ohne feindliche Störung in der Nacht des 23 Mai Furchtbar waren die Blutopfer. Beide Armeen, die zusammen etwa 150 000 Mann in der Schlacht zählten, hatten 4000 Mann verloren, d. h die Oesterreicher jeden 5., die Franzosen jeden 3. Mann. Der Erzherzog begnügte sich damit, seinen Gegner Hom linken Donauufer vertrieben zu haben, und machte auch keinen Versuch, die auf der Lobau abgeschnittenen, ohne Munition und Lebensmittel sich in der schwierigsten Lage befindlichen Franzosen zu verfolgen oder zu stören. So konnte Napo- leon, da die Wiederherstellung der Brücken mehrere Tage in Anspruch nahm, sich auf der Lobau verschanzen und von hier aus das mißglückte Unternehmen sechs Wochen später nach sorgfältiger Vorbereitung und Heranziehung aller erreichbaren Kräfte wieder aufnehmen, um sich am 5 und 6 Juli bei Wagram erneut mit seinem Gegner zu messen Hatte der Erzherzog auch taktisch nur einen passiven Erfolg erzielt, er erhielt in der Geschichte seinen Wert nicht durch das, was er erreichte, sanden durch das, was er verhinderte. Der bisher unüberwindliche Napoleon hatte nach 30stündigem blutigen Ringen sein Vorhaben aufgegeben und dem Gegner das Schlachtfeld überlassen müssen, ein unerhörtes, bis dahin noch nie dagewesenes Ereignis Der Siegesflug des Schlachtenkaisers war unterbrochen, zum ersten Male hatte er eine Niederlage erlitten. Hochklopfenden Herzens vernahmen die unterjochten Völker die freudige Kunde. Der Glaube an des großen Korsen Unüberwindlichkeit schwand und das Vertrauen auf eine bessere Zukunft rankte sich an dem Siege von Aspern empor. In ihm erglühte das Morgenrot der zukünftigen Befreiung Europas. Soldaten fallen vom Himmel! Besuch bei den Fallschirm-Jägern, der jüngsten Formation der Lustwaffe. Sonderbericht des Gießener Anzeigers K. W. Stendal, Februar 1939. Soldaten fallen vom Himmel! Sie fallen nicht als Sendboten von St. Petrus, angetan mit einem schneeig weißen Gewände mit Flügeln auf dem Rücken, sondern als Angehörige der jüngsten Formation der deutschen Luftwaffe. Sie tragen statt des Gewandes den „Knochensack", und der Fallschirm bringt sie sicher durch die Luft auf die Erde hernieder. Wir stehen auf dem Uebungsgelände der Fallschirmjäger-Schule in Stendal. Sand, nichts als Sand birgt hier der Boden der Altmark. Auf ihm wächst nichts mehr als dürftige „Kuffeln" oder krüppelige Kiefern. Das ist ein ideales Gelände für den Fallschirmabsprung. Zwar sind gerade die ,Fusseln" unangenehme Hindernisse, aber un Ernstfall wird selten ein Landeplatz mit Parkettfußboden und Roßhaarmatratzen zur Verfügung stehen. Und der Sand schließlich, der erbarmungslose Quälgeist des Infanteristen, gibt hier so etwas wie eine weiche Matte. Womit nicht aesaat sein soll, daß der Fallschirmjäger nicht auch auf anderem Boden abspringt und sicher landet. Uebriaens hat ein leichter Frost den Boden mit einer harten Decke überzogen. Vom nahen Flugplatz steigt eine Ju 52 auf. In weitem Bogen dreht sie nach Westen ab zum Anflug. Sie rundet das Land im weiten Kreis und gewinnt von Sekunde zu Sekunde an Höhe. Windrichtung und Windstärke hat der Meteorologe des Fliegerhorstes ermittelt. Die Maschine muß von Norden das Uebungsgelände anfliegen. Nach einigen Minuten hat sie 250 Meter erreicht und nähert sich in schnellem Fluge. 250 Meter sind keine Höhe. Wir können sehen, daß die Tür des Rumpfes geöffnet ist. Die Augen starren auf die Maschine ... Ein graues Bündel fliegt aus dem Rumpf. Als ob es einen Augenblick in der Luft verharrt sieht es aus, während das Flugzeug weiter fliegt. Dann sackt das Bündel nach unten. Fünf Meter, zehn Meter oder zwanzig. Ehe wir den Fall schätzen können, erscheint neben dem fallenden Bündel ein zweites, wächst auseinander und entfaltet sich — der Fallschirm. Ein Soldat fällt vom Himmel. Der Fallschirm trägt ihn sicher zur Erde. Der leichte Südwind führt den Schirm auf den vor dem Aufstieg bestimmten Platz zu. Mit flinken Beinbewegunaen lenkt der Soldat den Schirm in die befohlene Landerichtung. Der Schirm rauscht heran. Es scheint, als ob er dicht über dem Erdboden besonders schnell fällt (aber das ist eine Täuschung). Der Soldat berührt nicht mit den Füßen die Erde, sondern fängt den Landestoß mit einer Rolle geschickt ab. Der Wind ist nur leicht. Er kann den Schirm nickt mehr weit tragen. Die weiße Seidenbahn fällt zusammen. Ein Soldat ist vom Himmel gefallen. Er ist nicht etwa erschüttert, sondern in bester Verfassung und meldet sich in strammer Haltung. Und wieder fällt ein Soldat vom Himmel. Wir sehen den Einzelabsprung der Fallschirmjäger. Dann steigt eine andere Maschine auf und beginnt den Anflug. Es dauert etwas länger, ehe sie die befohlene Höhe von 250 Meter erreicht hat. Sie scheint schwerer belastet zu sein. Dann ist die Mitte des Uebungsgeländes erreicht. Die Maschine rückt weiter in der Luft. Wie ein Fisch, der im Wasser schwimmt, sieht das aus. Jetzt verliert der Rumpf einen dunklen Punkt nach dem anderen. Der Fisch legt seine Eier ab. Ein Punkt, ein zweiter, ein dritter und vierter. In genauen Abständen, zeitlich nur wenige Sekunden auseinander, fliegt ein Bündel nach dem anderen aus dem Rumpf ... zehn, elf, zwölf! Das zwölfte bewegt sich kaum nach unten, als sich das erste bereit in zwei Bündel teilt und ein Bündel sich zu dem Fallschirm entfaltet hat. Zwei ... drei ... vier ... zwölf riesige, weiße Schirme haben sich geöffnet und . zwei .. drei ... zwölf Soldaten hängen sicher am Ende der Fangleinen in den Traggurten. Sie nähern sich der Erde. Dieser Absprung wurde mit einer wunderbaren Präzision ausgeführt. Der Absprungleiter im Flugzeug wird zusrieden sein. Die Fallschirme pendeln in einer Reihe. Kaum 50 Meter hoch der erste und ansteigend in schräger Linie der letzte etwa 150 Meter. Fünf Meter .. sechs Meter fällt der Schirm in der Sekunde... Jetzt rauscht der erste Schirm schon heran... Jeder Mann lenkt durch die Bein- bewegungen den Schirm in die Landerichtung.. Der erste Mann berührt den Boden... Er geht in die Rolle und steht ... der zweite ... der dritte ... einer nach dem anderen berührt den Boden . Sie stehen. Ha, der Fünfte macht Scherze und eilt aus 20 Meter Höhe auf uns zu! . Weg die Köpfe! Zwölf Soldaten sind vom Himmel gefallen! Zwölf Schirme trugen Jie sicher auf die Erde. Aber dieser Fallschirmabsprung ist ja nur ein Mittel zum Zweck, sozusagen Beförderung. Nun sind sie ausgestiegen, der Führer des Trupps als erster. Schnell holt er aus dem „Knochensack" (der Kombination der Fallschirmjäger) die Feldmütze, zieht den Reißverschluß auf und reifet Koppel mit Handwaffen und Gasmaske hervor. In hundert Meter Entfernung steht eine Gruppe von Kusseln Hier kann sich der Trupp in Deckung sammeln. Im Marsch-Marsch eilt er dorthin und schnallt während des Laufs um. Im Marsch-Marsch folgen die anderen und schnallen um. Jeder Mann meldet sich dem Führer und steht dann im Glied .. Jetzt e i n kampffähiger Soldat, zum Einsatz bereit. Das ging schnell. Wieviel Minuten es vom Absprung des Ersten bis zur Meldung des Letzten waren? Der Berichterstatter hat vergessen, die Uhr heranzuziehen, so sehr fesselte ihn das Schauspiel des Reihenabsprunges, dem ein zweiter folgte. Außerdem war er erpicht auf ein Interview mit einem Jäger nach der Landung. „Das war der wievielte Absprung?" konnte ich fragen, während sich der Fallschirmjäger das Koppel aus dem Knochensack zog. „Der 22.!" war die kurze Antwort. Dann liefe er mich stehen und eilte zum Sammelplatz. Später gab es dann noch das Interview. Jeder Soldat muß in den zwei Jahren seiner Dienstzeit viel lernen. Gymnastik, um nicht zu sagen Akrobatik, steht jedoch kaum im Dienstplan einer Truppe. Ganz anders der Fallschirmschütze, der auf der Fattfchirmschule feine Ausbildung erhält. Er wird zu einer Körperbeherrschung erzogen, die man ohne Uebertreibung als Akrobatik bezeichnen kann. Das hat feinen Sinn: Wenn der Flieger in der Luft aus feiner Maschine „aussteigen" muß, bann benutzt er den Fallschirm zur Rettung. Für den Fallschirmschützen dagegen ist er nur ein Beförderungsmittel. Der Fallschirmschütze muß nach der Landung kampffähig fein, d. h. unversehrt au Boden kommen. So lernt der angehende Fall- schirmschütze zunächst den Schirm packen, denn nur das richtige Packen des Schirms gewährleistet dessen sichere Funktion. Er übt schließlich den Absprung aus dem Flugzeug und wird zum zweckmäßigen Verhalten beim geschlossenenEin- s a tz erzogen. Der zur Grundausbildung kommandierte Schütze lernt auf der Fallschirmschule in exerziermäßigen Vorübungen jede Bewegung und jeden Handgriff. Er springt zuerst auf dem Platz aus dem Uebungs» Fallschirmschützen, wie sie nach der Landung die Wasfenbehälter, die ebenfalls mit Fallschirmen gbgeworjerr werden, sntley^ tScherl-Pilderdienjt-W^ % 7 HÄ Jm Bummelzug durch Mazedonien. Abseits der großen Touristenwege. — Wo Schleier, Fez und Turban herrschen. Der Stationschef von Saloniki machte ein sehr erstauntes Gesicht, als ich ihm meine Wunsche vortrug. „Eine Rundreise durch Mazedonien? Im langsamsten Personenzug? Möglichst auf Umwegen? Und Zeit spielt keine Rolle? Moment mal — hier ist bas Kursbuch!" Vorsichtig suchte er mir klarzumachen, daß ich im Südexpreß Berlin—Athen bei weitem besser aufgehoben wäre Aber ich hielt es mit bem Bummelzug. Wir einigten uns schließlich auf die Strecke Saloniki—Monastir, 240 Kilometer in zehn Stunden. — Unter Knoblauch-Girlanden. Da sitze ich nun zwischen buntgekleideten Landleuten und Hausierern, neben Körben mit gackernden Hühnern und duftenden Knoblauchgirlanden. Gemächlich rattert unser Zügle durch die weiten Tabaksfelder, vorbei an malerifchen Dörfern und Gehöften. Immer einfacher werden die Behausungen — aus rohen Feldsteinen sind die Wände errichtet, darüber breitet sich ein flaches, grünbemooftes Ziegeldach. In den Türen zeigen sich die ersten bunten Volkstrachten. Wir werden bald mehr davon sehen, denn unser Zügle bringt uns in den fernsten Winkel Mazedoniens, dort, wo es kaum noch Autostraßen gibt und fchwerbepackte Maultierkarawanen über die Grenzgebirge nach Albanien ziehen. Die rechte Gegend für den Zeitungsmann. Knirschen und Bremsen! Schon wieder ein Bahnhof! Gespannt blickt alles auf den Postwagen, wo eben zwei gewaltige Zeitungspacken herausgeworfen werden. Im nächsten Augenblick hat sich der Bahnsteig in ein weißes, rauschendes Blättermeer verwandelt. Vom Stiefelputzer bis zum Stationschef blickt jeder schnell mal in fein Morgenblatt. Auf allen griechischen Bahnhöfen, in Kinos und Kaffeehäusern das gleiche Bild Zeitungen, Zeitungen überall Für ein, zwei Drachmen reicht sie uns der wie ein Wolf heulende Zeitungsjunge ins Abteil. In kürzester Frist wird die Papierflut bis in die fernsten Gebirgsnester Mazedoniens verschickt. Drahtverhau und Schützengräben. Allmählich kommen wir den Bergen näher Hier oben sieht es schon erheblich wilder aus. Während die ruchtbare Ebene dicht bevölkert ist, wohnt in der unwegsamen Bergwildnis kein Mensch. Ein wahres Paradies für Räuber Aber die haben ihre Tätigkeit längst in die „ewigen Jagdgründe" verlegt. Die ein» ame Gendarmeriestation dort in den Felsen, mit den leiden bis an die Zähne bewaffneten Posten, soll icher nur vor Nachahmung schützen. Heute kann man orglos überall spazierengehen. Wie düster die schroffen Felswände find! Eine tiefe Schwermut lastet über den grabesftillen Schluchten und Tälern, die noch vor wenigen Jahrzehnten vom Donner der Geschütze widerhallten. Einige Drahtverhaue, halbzerfallene Laufgräben und Kanonentrümmer blieben als stumme Ankläger in den einsamen Berghöhen zurück. Der Zug beginnt sich langsam zu leeren, wir nähern uns der griechisch-jugoslawischen Grenze. Ein schneidiger Offizier — anscheinend von der Paßkontrolle — tritt ins Abteil und hält mir einen langen Vortrag. Ich grinse frundlich und verstehe nichts. Kopfschüttelnd geht er wieder davon. Gleich darauf rückt Verstärkung heran. Ein peinliches Verhör beginnt. Mein Reisepaß wird einer eingehenden Prüfung unterzogen und nach mehrmaligem An - das - Licht - halten für echt befunden. Aber die ©entfernen haben noch etwas auf dem Herzen. Da male ich eine Landkarte auf lasse Arme und Beine sprechen und nenne das Zauberwort: —, „Berlin!" Mein Kauderwelsch wird sofort verstanden. „Ah! Berlin. . Germanski! Gut, ferr gut!" Ich darf die Grenze anstandslos passieren. Aus der Ferne grüßt das erste schlanke Minarett. Wir sind in Südserbien, dem Land der vielen Völkerschaften. Ein buntes Raffengemisch. In allen Städten, die wir jetzt besuchen, erwartet uns das gleiche Bild: Kramläden, Handwerkerbuden, ttefverfchlelerte Frauen, nabelfeine Minaretts und halbzerstörte Mauern aus der Türkenzeit. Es ist nicht leicht, sich in dem Durcheinander von Stiegen und Gassen zurechtzufinben. Ein Mosaik von Stämmen verwirrt den Blick. Serben, Bulgaren, Türken, Griechen, Albaner, Juden und Zigeuner leben auf kleinstem Raum zusammen Ein unerhörter Karneval farbenprächtigster Volkstrachten! Schleier, Fez und Turban sind aus dem Straßenbild nicht wegzudenken. In Ohrid bin ich zu Gast bei einer mazedonischen Familie Wir unterhalten uns sehr angeregt mittels der internationalen Zeichensprache Lustig knacken die Holzscheite im Karnin (im Winter ist es auch KrümenWÄf in Mazedonien bitterkalt), zu unteren Füßen dampf ein kunstvoll verziertes Kohlenbecken Mir wird der einzige Stuhl angeboten, alle anderen Gäste hocken mit untergeschlagenen Beinen auf weichen Teppichen. Ein winziges Messingkännchen brodelt un Kamin .. Mein Herz hüpft Ichon erregt. Brr! Dieser Türkenkaffee hat es in sich! Mit dem Autobus fahre ick weiter auf wildromantischen Straßen, vorbei an schwindelerregenden Abgründen und alten, kühn geschwungenen Römerbrücken in die verstecktesten Gebirgsnester — nach Debra, Pec und Prizren, nahe der albanischen Grenze. An den Markttagen flutet ein buntes Völkchen über die Straße Hochgewachfene, prächtig gekleidete Albaner treten würdevoll vor unserm heulenden Ford zur Seite. Vor jeder Stadt genaue Paßkontrolle. Um Mißverständnissen vorzuveugen, präsentiere ich jedesmal mein Empfehlungsschreiben der jugoslawischen Gesandtschaft in Berlin. Immer der gleiche Erfolg: der kontrollierende Gendarm nimmt Haltung an und salutiert. Doch eines Tages kann ich meinen Wunderzettel für immer in die Tasche stecken. Wir fahren wieder auf bekannter Strecke — im internationalen Sübexpreß Die bunten Bilder sind wie fortgewischt. Einige Geschäftsleute und eilige Touristest, die ganz Europa in zwei Wochen .machen", blicken verwundert auf die öde Landschaft Sie scheinen sehr enttäuscht zu fein. Das nennt sich also Mazedonien! Keine Volkstrachten und kaum ein orientalisches Bauwerk! Wir lachen in uns hinein. Es ist schon richtig: Dies Land steckt voller Herrlichkeiten, man muß sie nur auf Seitenwegen suchen. Möglichst bescheiden, ohne große Hast — auf Schusters Rappen und im Bum melzug! Rudolf Jacobs. rümpf auf die Torfmullunterlage und in der Halle von den Absprungstetten auf die Matte. Es sieht lustig aus, wenn erwachsene Männer in Reihen hintereinander aus der Tür eines Flugzeuges herausspringen und sich auf der Erde „wälzen", und man denkt an frohes Kinderspiel, wenn sie in der Halle in den Gurten an Seilen hängen und nach dem Absprung in der Luft schwingen. Aber das ist kein Spiel, sondern ernste Arbeit. Wenn sie mit den Beinen strampeln, so folgen sie dem Kommando des Unteroffiziers, der ihnen beibringt, wie man die Pendelbewegungen des geöffneten Sttrmes abstoppt und den Schirm in den Wind dreht. Und wenn sie sich auf den Matten immer wieder überschlagen, so üben sie die Landung. Nicht der Schütze besttmmt die Sinkgeschwindigkeit des Fallschirmes oder die Wischt des Aufpralls, sondern der Wind. Der Schütze muß nur geschult werden, daß er jede Landung ohne Schaden übersteht. Die Schulung dafür ist hart. Sie üben immer wieder den Fall vorwärts und rückwärts, die Rolle vorwärts und rückwärts, sie lernen, daß die Rolle immer im Sand enden muß. Nur bann ist es möglich, den Fallschirm rechtzeitig vom Körper zu trennen. Sie fallen in jedem Augenblick, wenn es befohlen wird, und wenn sie nach Abschluß des Lehrgangs als vottwerttge Schützen dem Fallschirm- Regiment überwiesen werden, bann fallen sie wahrscheinlich auch im Schlaf richtig. Zweckmäßige Bodenübungen machen den Mann hart und geschmeidig zugleich. Man muß sie gesehen haben, wie sie, die Fangleinen des Uebungsschirmes am Gurt, von einer Windmaschine über den Boden geschleift wurden. Aber — so wird eine Landung bei Wind aussehen, und der Fallschirmschütze mufe schon eine Schleiffahrt ertragen können und gewandt genug fein, damit er während des Schleifens auf die Füße kommt. Schirme, die der Wind über den Boden treibt, müssen überlaufen werden, damit sie zusammensacken. ' Niemand von den wehrpflichtigen jungen Männern wird als Fallschirmschütze ausgehoben, das Fallschirmjäger-Regiment besteht ausschließlich aus Freiwilligen. Drei Grundbedingungen müssen vor der Einstellung nachgewiesen werden: Persönlicher Mut, körperliche Tauglichkeit und psychologische Eignung. Erst nach erfolgter.Rekrutenausbildung im Regiment erfolgt die Grundckusbildung auf der Fall- fchirmfchule. Acht Wochen dauert der Lehrgang, und wer am Abschluß die theoretische und praktische Prüfung bestanden hat und als vollwertiger Fattschirm- schütze zum Regiment entlassen wird, der hat unzählige Bodenübungen hinter sich, der ist mindestens sechsmal aus dem Flugzeug abgesprungen — allein, in der Gruppe und schließlich im Zugver- band — und der darf, wenn ihm in einem feierlichen Appell Fallschirmschützenschein und Fallschirm- mützenzeichen verliehen werden, mit Stolz bekennen, daß er einer Truppe angehört, die sich aus Männern im wahrsten Sinne des Wortes zusammensetzt. Ist der Dienst in der Fallschirmtruppe besonders gefährlich? Wir trafen in der Fallschirmfchule einen Lehrgang für Unterführer, also durchsetz längst ausgebildete Schützen, die sich später im Landeübungen bei starkem Wind. (Presse-Bild-Zentrale-M.) 1 r v< . ! • . Vi ■ . ; - ’ /A A Fallschirmjäger-Regiment bewährt haben. Ihre Ab- sprunaliste erreicht deshalb ohne Ausnahme sehr hohe Zahlen. 22mal ist der eine abgesprungen, mehr als 30mal der andere. Ein Oberleutnant — man horcht auf, wenn die Mannschaften mit Stolz erklären: „Bei jedem Absprung geht immer zuerst der Führer aus dem Flugzeug!" — ist 48mal abgesprungen und sogar der Oberarzt 25mal. Möglich. daß er als einziger Militärarzt aller Heere bas Abzeichen der Fallsckirmschützen trägt: den zu Boden stoßenden Adler. „Ich stehe auf bem Stanbpunkt, daß gerade der Arzt, der Fallschirmschützen ein Helfer fein soll, Technik und Erlebnis des Absprungs nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennen soll'" Nein, der Dienst in der Fallschirmtruppe ist nicht gefährlich, wenn der Schütze sorgfältig ausgebildet wurde und nicht versagt. Die Schützen der deutschen Fallschirmtruppen werden sorgfältig ausgebildet Wie sagte doch der Kommandeur: „Alle in der deutschen Luftwaffe vorhandenen Fallschirmschützen sind durch die Schule gegangen und sind stolz darauf, daß ihre Arbeit trotz der hohen Zahl der Absprünge noch nie vom Flügel- schlag des Todes gestreift wurde." Nr. 45 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 22. Februar 1930 Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausge-1 schriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. Die Preisaufgaben für das Jahr 1939/40 sind folgende: I. Für Studierende, die im Jahre 1939 oder im Winter 1939/40 mindestens ein Semester an der Universität Gießen immatrikuliert sind: Aus dem Gebiet der theologischen Fakultät: „Die Auffassung des Christentums in Ibsens Brand Darstellung und Beurteilung." Aus dem Gebiet der j u r i st i s ch e n Fakultät: „Argumentum e contrario oder Analogie bei der Auslegung des § 50 RStGB?" Aus dem Gebiet der medizinischen Fakultät: 1. „Es sollen bei Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren die Werte des erythrocytären Systems mit neuesten Methoden bestimmt werden." 2 „Experimentelle Untersuchungen über die Veränderungen des Liquor cerebrospinalis in cytologischer und chemischer Hinsicht durch epileptiforme Anfälle." Aus dem Gebiet der veterinärmedizinischen Fakultät: „Untersuchungen über hen Azetongehalt im Harn von Kühen während der Gestatiön und im Puerperium." Aus dem Gebiet der philosophischen Fakultät: 1. „Die Komposition der Schrift des alten Cato über den Landbau. 2. „Die romanische Emporenkirche des Lahntals." 3. „Es soll ein wesent- ! licher Beitrag zur Wertverteilungslehre gegeben werden." 4. „Eine Experimentaluntersuchung über den Zusammenhang zwischen Konstitution ulib Farbe." II. Für andere wissenschaftlich-gebildete Bewerber, und zwar: 1. Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht ordentliche oder planmäßige außerordentliche Professoren sind, die wissenschaftlichen Beamten der Universitäts-Bibliothek, die Assistenten der Universität, soweit sie nicht Studierende sind, die Lektoren und Repetenten; 2. frühere Studierende der Universität Gießen: Aus dem Gebiet der theologischen Fakultät: „Hethiter und Altes Testament." Aus dem Gebiet der j u r i st i s ch e n Fakultät: „Die richterliche Gestaltung privater Lebensverhältnisse." Aus dem Gebiet der medizinischen Fakultät: „Begriff und Einzelformen der Psychopathie unter dem Gesichtspunkt der modernen Charakterologie." Aus dem Gebiet der philosophischen Fakultät: „Lassen sich für die Schichtentheorie im altenglischen Beowulf-Evos irgendwelche Beweisstutzen aus dem Gebiete der Syntax, insbesondere der Stellungssyntax, erbringen?" Voraussetzung für die Bewerbung unter II ist. Aus der Stadt Gießen. „Sorte, Lump»..." Die junge Frau wollte an der nächsten Haltestelle der Straßenbahn aussteigen, weshalb sie wartend auf der Plattform stand. Neben ihr befand sich noch jemand nämlich Lumpi, ein kleiner schwarzer Hund Dieser Hund mit dem ruppigen Fell und dem merk würdig langen Kopf des Rattenfängers sah mit der unbekümmerten Munterkeit, die seiner Rasse eigen ist.- in die Welt. Insbesondere betrachtete er interessiert die Straße, die ihn offenbar unwiderstehlich anzog. Jedenfalls wagte er es. sich von der Plattform auf die Trittfläche zu begeben, von der aus ihn nur noch eine Handbreit von der Straße trennte, | „Warte, Lumpi. warte", sagte die junge Frau warnend, da die Haltestelle noch nicht erreicht war. Vielleicht verstand Lumpi diese Worte und maß ihnen keine Bedeutung bei, weil seine schwarze Hundeseele mit anderen Vorstellungen beschäftigt war Zum Beispiel könnte man sich denken, daß ihm die Beschaffenheit eines Laternenpfahles wichtiger erschienen wäre. Vielleicht aber verstand er die Worte auch nicht, was zu seiner Entschuldigung dienen könnte. Auf alle Fälle setzte er zum Sprung von dem fahrenden Wagen an, woran auch die nochmals dringlicher gerufenen Worte „Warte, Lumpi, warte" nichts mehr ändern konnten. Denn das Schicksal nahm bereits seinen Lauf. Lumpi erreichte kaum die Straße, als er sich mehrere Male um sich selbst kugelte Der Vorgang wirkte so komisch, daß die von der Plattform nachschauenden Fahrgäste ihrer Heiterkeit lauten Ausdruck gaben. „Sieh an", sagte ein biederer Handwerker, „er wollte nur mal sehen, wie das mit einem richtigen Salto mortale ist." Aber die junge Frau machte ein bitterböses Gesicht dazu: „Schämen Sie sich. Ein Hund ist schließlich auch ein Lebewesen. Hoffentlich ist ihm nichts passiert." Der Handwerker riß die Augen auf. „Nanu", gab er zurück, „nur man langsam, junge Frau, Sie scheinen ja von einer haarigen Sorte zu sein." In diesem Augenblick mischte sich von Amts wegen der Schaffner ein. „Sie haben Schuld", wandte er sich in verweisendem Tone an die junge Frau, „passen Sie nächstes Mal besser auf." Mehr brauchte er nicht mehr zu sagen, denn die Haltestelle war eben erreicht. Als die junge Frau ausstieg, kam Lumpi keuchend und mit hängender Zunge angerannt. „Gott sei Dank", seufzte seine Herrin aufatmend, „es ist ihm nichts passiert." Dann schlug sie eine schärfere Tonart an: „Lumpi, warum hörst du nicht? Ich werde dir helfen, paß mal auf." Lumpi senkte seine komischen Ohren und blieb in einiger Entfernung stehen. Von der weiterfahrenden Straßenbahn ließ sich das Ende der Szene nicht mehr verfolgen. Aber sicher ging es nicht ohne einige Klapse für Lumpi ab. Die Fahrgäste äußerten indessen rückhaltlos ihre Sympathie für Lumpi. Nur der Handwerker meinte nachdenklich: „Ein Glück, daß so ein Vieh vier Beine hat..." W. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19 bis 22.30 Uhr „Der Rosenkavalier" — Gloria-Palast, Seltersweg: „In geheimer Mission". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Nordlicht". — Oberhessischer Geschichtsverein: 20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums Vortrag von Professor Dr. G. T e l l e n b a ch : „Die Chatten im frühen Mittelalter", anschließend Jahresversammlung. „Familien-Namen der Heimat." Im Rahmen der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am Volke" spricht am Freitag, 24. Februar, 20.30 Uhr. im Hörsaal 41 des Vorlesungsgebäudes der Universität Prof. Dr Götze über das Thema „Familien-Namen der Heimat". Stadttheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung der Oper „Der Rosenkavalier" von H. von Hofmanns- thal, Musik von Richard Strauß, statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Hans Geißler, Faffenacht in Gießen. L i n k,s : Die letzten Sioux-Indianer in ihrer Reservation Carl-Vogt-Straße. — Rechts: Kleine Kavalkade nicht ganz waschechter Palästina- Araber auf einem Ritt durch den Seltersweg. — (Aufnahmen |2|: Neuner, Gießener Anzeiger.) V W r f WM Es war wiederum das feit etlichen Jahren bekannte Bild der Gießener Fasienacht, das sich auch diesmal in den Straßen und in den Gaststätten unserer Stadt bot. Gut besuchte Maskenbälle einiger Vereine an den Samstagen und Sonntagen vor Fasienacht bildeten den Auftakt des Gießener Faschings. Der karnevalistische Betrieb war dann am vorgestrigen Montagabend in den Straßen zum ersten Male deutlicher sichtbar, als zwei Gruppen junger Leute mit bunten Kappen und entsprechend zurechtgemachter Kleidung jodelnd und singend durch die Straßen zogen. Nach dieser Ouvertüre folgte am gestrigen Fa- scbingsdienstag der Hauptbetrieb. Wie immer in den letzten Jahren, so konnte man auch diesmal wieder eine Massenwanderung im Stadtzentrum bemerken. Allerdings war es kein Massenauftritt von Masken, sondern mehr ein Promenadebummel der großen und kleinen Schaulustigen, die alle auf besondere Sehenswürdigkeiten gespannt waren. Leider wurde nach dieser Richtung hin die Hoffnung der auf der Gießener „Rennbahn" auf- und abströmenden Menge nicht erfüllt. Der Betrieb bestand in der Hauptsache, wie schon seit einigen Jahren, zum weit überwiegenden Teil aus mehr oder minder stark angemalten Buben und zum Teil auch Mädels, einigen Gruppen von ebenfalls nicht allzu künstlerisch hergerichteten Erwachsenen, einer kleinen Musikbande und etlichen musikalischen Einzelgängern. Die Buben und Mädels lieferten sich mit Ausdauer und reichlichem Nachdruck die gewohnte Pritschenschlacht, bei der kein Pardon gegeben wurde und die Schläge kräftig klatschten, ganz gleich, wohin sie fielen. Daneben wurde der Konfetti- und Papierschlangen-Kampf mit ebenso gründlicher Ausdauer ausgefochten. Einige Anwohner des Selterswegs wollten zur karnevalistischen Verschönerung der Straße ihren Anteil beisteuern und taten das in der Weise, daß sie aus den Fenstern ihrer hochgelegenen Wohnung eine Fülle von alten Kalenderblättern und sonstigen Papierschnitzeln in dichtem Wirbel herunterflattern ließen. Ein nettes Intermezzo brachte eine kostümierte Reitergruppe in das Straßenbild, die unter dem Kennzeichen „Die armen Araber" hoch zu Roß durch die Straßen zog. Dazu schob sich auf der „Rennbahn" zwischen Selterstor und Marktplatz die große Menschenmenge unermüdlich bis in die Abendstunden hin und her. Das angenehme Dorfrühlingswetter machte diesen Bummel ja auch zu einer bekömmlichen Körperbewegung. Manche Gaststätten hatten am Nachmittag bereits flotten Betrieb; u. a. fanden hier auch Kindermaskenbälle statt, bei denen sich Buben und Mädels aller Altersklassen kösllich amüsierten. In den Abendstunden strömten die Faschingsfreunde zu zahlreichen Gaststätten, in denen bei Tanz und flotter Unterhaltungsmusik der Rummel bis tief in die Nacht hinein, zum Teil sogar bis in die frühesten Morgenstunden des heutigen Mittwoch anhielt. Don den heute in früher Stunde zur. Arbeitsstätte gehenden Personen konnte noch mancher „Karnevaliste" übernächtigt und meist mit „Schlagseite" bemerkt werden. Einige „Sänger", die mehr laut als schön ihre „herrliche" Stimme vernehmen ließen, machten schon von weitem erkennbar, auch wenn man sie nicht sehen konnte, woher des Weges sie kamen. Und heute ist nun Aschermittwoch... Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 20. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufführung um 19 Uhr beginnt.__________________ KvteWMWMml Zusätzlicher Sonderzug der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zur Automobitausstellung nach Berlin vom 1. bis 4.3.1939. Teilnehmerpreis einschließlich Uebernachtung sowie Eintritt in die Ausstellung 16,50 RM. Anmeldungen nehmen alle Kreis- und Verkaufs- stllllen der NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" entgegen. 1275V Reisestipendien bei der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Aus dem Zinsertrag der Osann-Beulwitz- Stiftung der Universität Gießen werden Reise- stipendien für Studierende und andere wissenschaftlich-gebildete Beiwerber aller Fakultäten vergeben. Die Eine Frauenfrage ist in Spanien nicht vorhanden. Man fordert von der Frau nichts, als daß sie ganz Weib sei. Jede Beschäftigung, die an männliches Tun erinnern würde, scheut sie; denn eine solche Beschäftigung könnte sie im Auge des Mannes nur herabsetzen. Man wird schwerlich eine Spanierin radeln ober rudern sehen. Um so ausgeprägter ist die Neigung zu Putz und Schmuck. Die Töiletten der feinen Welt in Madrid, Barcelona oder Sevilla geben denen von Paris im Geschmack nichts nach Geht es zum Stiergefecht, fo ist, zumal an hohen Festtagen, die Toilette der Frauen besonders kostbar. Hier, bei der nationalen Vergnügung, sucht man die nationale Tracht am meisten zu wahren. Es ift ein entzückender Anblick, bei einer großen Corrida die bunten, von der Sonne beglänzten Frauen rings auf den Balkonen des Stierzirkus zu sehen. Sie tragen dann hellfarbige Gewänder, über dem Rock ein' netzartiges Strickwerk von schwarzer Seide mit Pompons versehen. Und den Rücken hinab Den großen, seidenen, herrlich gestickten Matün mit den langen, seidenen Fransen Der Spanier ist bekannt als ein Mensch von ritterlicher Natur. Sehr bezeichnend und schon ist eine Sitte in Andalusien Der junge Mann pflegt dem Mädchen, das er liebt, in gemessenem Abstand durch die Straßen zu folgen. Ist das Mädchen vor der Tür ihres Hauses angelangt, so tritt der Jüngling mit -schnellen Schritten vor. nimmt seinen Mantel /die spanische Capa) von den Schultern und breitet ihn zu den Füßen des Mädchens aus Mit einem Lächeln des Dankes, das Den Junqlmg beseligt wenn es ein schönes Gefühl verrät, ober ver- imeifeln macht, wenn es nichts weiter bedeutet als einen fühlen Dank, schreitet das Mädchen über den Mantel fort in das Haus. Der Verkehr der Geschlechter, d. h der jungen Leute ist auf der schönen Halbinsel ungleich gezwungener als bei uns ober in Englanb. Ohne bas wachsame Beisein älterer Leute hat die Jugend kaum Gelegenheit, sich zu sehen Kein Mädchen aus guter Familie geht allein über die Strafe^ Das heiße Blut birgt Gefahren, fo darf ein hütendes Auge nicht fehlen. Der Verkehr der Verlobten ist noch von einem bei uns unbekannten Zeremoniell umgeben Man überläßt das Paar keinen Augenblick sich allein Ein Kuß, wenn man ihn erführe, wäre ein Verbrechen /_r , . Die Spanierin ist ein Geschöpf des Stolzes und der Schönheit. Sie weiß, daß sie schön ist und ist stolz darauf. Oft weiß sie durch Witz bunt) em geschicktes Wortgeplänkel oder glückliche Emfalle m ^ohem Maße zu überraschen Ueber Dinge der Weishett darf man nicht mit ihr sprechen, aber Nie Spanierin. Von Hans Bethge. Man kann nur in bedingter Weise schlechtweg von der Spanierin sprechen Es gibt eine ganze Reche von spanischen Frauentyp-n, infolge der mannigfachen Mischung des Blutes in den verschiedenen Teilen des Landes. Die Frau in Katalonien ist, nach Fühlen und Gestalt, sehr verschieden von der Andalusierin, und die Madrilena. das Mädchen von Madrid wieder anders als die Valenciana. Aber welchen Provinzen die spanischen Frauen auch anqehören mögen, eins haben sie alle gemein: den Stolz des Sinnes und die Grazie der Bewegung. In allem, was die Spanierin tut, sucht sie das schöne Maß zu bewahren. Und wenn «s im Innern noch so kocht und die Erregung der Leidenschaft den höchsten Grad erreicht: nach außen hm erstrebt fre Ruhe und Gelassenheit. Der Ganq ist langsam, sie hastet nie. Es hat immer den Anschein, als wandle sie spazieren. - . Auf der Rambla, der platanengeschmuckten Hauptstraße von Barcelona, sah ich die er ft en sp?u sichen Frauen. Katalanerinnen also, im Dämmerlicht des beginnenden Abends. Diese Frauen sind, nicht o groß von Figur, auch nicht zierlich Es sind meist kleine, aber kräftige Gestalten Wenn em Svame von ihnen spricht, so wird er zuerst die Schonheck ihrer Hüften preisen. Die Mädchen Kataloniens sind nicht wenig stolz auf diesen Teil ihres Körpers^ Eine schöne üppige Lime ihrer Hüften st ihr Sehnen und haben sie diesen schätz so sind ste glücklich. Sie wissen mit dieser Lime zu kokettiere^ Sie wissen sich zu wiegen wie Pfauen und den Männern den Sinn zu verwirren Das Antlitz per Katalanin ist nicht das edelste, das man m ^vamen sehen kann. Es zeigt meist grooere Zuge als das der Mädchen von Madrid oder Valencia .und ist von mehr sinnlichem als geistigem ^praqe Das Gesicht der Madrilena weist den eigentlichen span. schen. das heißt kastilischen Typus am reinsten auf. länglich und blaß, große dunkle Augenbrauen von schön gebogener Linie kleine Ohren em roter nicht zu üppiger Mund und Augen mit einem stolzen, schwermütigen Schimmer. Die Anbalufierin laßt 'm allgemeinen ben maurischen Typus noch . ..... lichsten erkennen. Hier windet man die zierlichste Füße unb jene blassen, bleichen Wangen die an den Flaum reifer Pfirsiche gemahnen Keine Anda lufierin geht ohne Blumen im Haar In Amlw sagt ber Spanier, gibt es die schonfttn Am aluste rinnen de figura, von Gestalt; in Cadix die schönste de cara, von Angesicht. von Scherzen und Liebe. Gemeinhin zieht sie es vor, lebhafter mit den Augen als mit den Lippen zu reden. Es sind nicht die reizlosesten Gespräche, die die Augen führen. Gießener Stadttheaier. „Ein Vummel über den Rummel." Unter ber Oberaufsicht der Zirkusstollrneister Gert Dominik und Hans Flachsmann (Oberwärter: der kleine Fritz) und unter Mitwirkung ber Tonwerk-Schar startete bas Stabttheater gestern abend ein nahezu weltstädtisches Faschingsprogramm. Die Devise lautete: Ein Bummel über ben Rummel! Beteiligt waren, soweit sich das hinter der karnevalistischen Vermummung feststellen liefe, der größte Teil des solistischen Personals und des Chores, die an einem solchen Abend besonders unentbehrliche Tanzgruppe und das Orchester unter Leitung von Herrn P o p e l k a , das die knappen Pausen zwischen den einzelnen Nummern mit karnevalistischer Schlagermusik ausfüllte und das stark besetzte Haus zu improvisatorischen Gesangsleistun- gerr anregte. Das Programm begann nach guter alter Weise mit dem Narrhalla-Marsch, der »m Laufe des Abends noch verschiedentlich zu vernehmen war, und mit dem populären Chorgesang .Kornblumenblau". Dann kam gleich unter ber Etikette ,Zch unb Caruso" unb „Zwei Stimmen — ein Erfolg" ber beliebte „Zigeunerbaron"; die bewußten beiden Störche standen leibhaftig auf der Szene, während der Dompfaff, „der uns getraut", vorsichtigerweise in den Kulissen saß. Margots ,Kombinations-Akt" erwies sich als ein Schlager für jedes gute Haus. Die „Seifenblase" kannten wir schon von der Küpreß her, sie wurde aber wiederum gern gesehen und gehört Eine sehr hübsche Nummer: Herr Weiland („ein Zylinder, ein Stock, ein Mann") auf den Spuren von Otto Reutter selig — „in fünfzig Jahren ist alles vorbei!". Gert Heimbuch mit seinen Solisten lichen Matrosenchor als Rückendeckung. Dann kamen die „Drei Didilinis", musikalische Drillinge, die einen bedeutenden Lacherfolg erzielten. Ein oberbayerisches Terzett spielte eine nahezu stumme, aber ziemlich aufregende Szene mit Mafekrügen unter der Ueber- schrift „Sa ma denn im Woit?!" (Eigentlich ein wienerischer Kriegsruf unb nicht leicht ins Ober- hessische zu übersetzen.) Eine scharmante unb burch- aus originale Gesangsleistung lieferte bie Meister- joblerin Hildegardis (Kneip), ein „anatomisches Wunder". * , Nach der großen Pause mit Musik in allen Gängen gab es ein Gastspiel des .Kabaretts der Komiker", Berlin; wir sahen und hörten mit Lachen und Staunen unter ber Spielleitung von Herrn Geißler ein Parabeisspiel bes gewesenen Nachrichters Helmut K ä u t n e r : „Der Apfel ist ab" Den Inhalt dieser Tragödie zwischen Himmel und Erde einigermaßen sachgemäß wiederzugeben übersteigt die Kräfte des schwer geprüften Kunstbetrachters. Vieles kam uns überraschend bekannt vor, was bei dem biblischen Alter dieses Stoffes kein Wunder ist, aber das meiste wirkte wiederum verblüffend neu und zeitgemäß. Außerdem wurde mit Hingabe gespielt. Herr Geiger zeigte sich als ein wahrhaft herrlicher Petrus, ber mit Gefiihl durch bie himmlischen Wolken schwebte. Herr C o s s o v e l und Fräulein Garbe ergingen sich in paradiesischer Unschuld unb entsprechenben Mobeschöpfungen. Fräulein Eickhoff war bie schlangenhafte Lilith, Herr Haars ein biabolisch-sachlicher Lucifer, Herr E r I e r das himmlische Faktotum und aus der Versenkung stieg, kurz nach der Sündflut, in großer Herrlichkeit „die neue Frau" Giesela Vollert. * Es war ein witziger Abschluß des aufgekratzten Programms; die Direktion hätte sich den Dank nicht weniger Besucher verdient, wenn es so pünktlich geendet hätte, wie es versprochen war. Dennoch klang der Beifall gutgelaunt und herzlich. Hans Thyriot. servierte einen Sketsch, an dessen Pointe Parkett und Galerie emsig mitarbeiteten „Untere Lieblinge" waren bie Mädels vom Ballett, die unter anderem mit dem berühmten Cancan aus der .Lustigen Witwe" immer noch mal Lorbeeren ernteten Herr Seitz produzierte sich als wildwestlicher Kunst- schütze. Als ergreifendes Singspiel, prolongiert bis 1940, ertönte zu allgemeiner Ueberraschung dos Duett „Wiener Blut". Fräulein Vollert mit dem Schifferklavier nach der Melodie „Eine Seefahrt, die ist luftig" und mit dem bekannten weib- Hochsckulnachncbten. Der ao. Professor Dr. Gottwald Fischer von der Universität Würzburg wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum ordentlichen Professor ernannt. Mit Wirkung vom 1 November 1938 ab ist ihm an ber Universität Würzburg bie o. Professur für Chemie verliehen worden. Zugleich wird ihm die Vorstandschaft des Chemischen Instituts dec Universität Würzburg übertragen. daß die zu 1. Genannten mindestens im Jahre 1939, oder im Wintersemester 1939/40 an der Universität im Amte stehen, für die zu 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht haben. Die Preisarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Verfasser entweder unter Nennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um die staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor Dem 15. Februar 1940 beim Universitäts-Sekretariat einzureichen. Frühere Stmnerende haben dabei den Nachweis zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt sind. lieber Die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft auf Grund von Gutachten der Fakultäten. Die Urteile werden bei der feierlichen Netto- ratsübergabe am 1. April 1940 verkündet. Die em« gereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Verfasser. Die Preise betragen: für die Gruppe I je drei- hundert Reichsmark, für die Gruppe II je sechshun- dert Reichsmark. Oie Zagdstrecke 1937/38 im Iagdgau Hessen und Nassau. Lvd. Der große volkswirtschaflliche Wert der JoAstrecke ergibt sich eindeutig aus den Zahlen über den Umfang und den Wert der deutschen Ge- samtstrecke, die im Jahrbuch der Deutschen Jager- schäft veröffentlich werden. Danach betrug der Wert des für die Ernährung verwertbaren Wildbrets tm Iagdjohr 1937/38 rund 29,1 Millionen Mark. Alle deutschen Jagdgaue sind daran beteiligt, fretüd) in sehr verschiedenem Ausmaß. Im Jagdgau Hessen, der die Jagdkreise Alsfeld, Alzey, Bensheim, Bingen, Büdingen, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Friedberg, Gießen, Groß- Gerau, Heppenheim, Lauterbach, Mainz Oppenheim, Offenbach, Schotten und Worms umfaßt, wurde im Jaqdjahr 1937/38 folgende Strecke erzielt: Rotwild 489 Stück (Wert: 34 000 RM.), Damwild 217 (10 000 RM.), Rehwild 16 902 (270 000 RM.), Schwarzwild 406 (18 000 RM.), Hafen 42919 (129 000 RM.), Kaninchen 15 257 (15 000 RM.), Füchse und Dachse 5134 (51000 RM.), anderes Haarraubwild 2772 (14000 RM.), Fasanen 4805 (8000 RM.), Rebhühner 26 977 (27 000 RM.), Enten 5702 (7000 RM.). v v Im Jagdgau Nassau, der aus den Jagd- kreisen Biedenkopf, Dillkreis, Frankfurt, Limburg, Main-Taunus-Kreis, Oberlahn, Obertaunus, Ober» westerwald: Unterkreis Hachenburg, Unterkreis Westerburg, Rheingau, St. Goarshausen, Unterlahn, Untertaunus-Ost, Untertaunus-West, Unterwester- wald, Usingen, Wetzlar besteht, wurden folgende Er- gcbrriffe erzielt: Rotwild 763 Stück (Wert: 53 000 RM.), Damwild 78 (4000 RM.), Rehwild 13 296 (213 000 RM.), Schwarzwild 827 (37 000 RM ), Hasen 25 658 (77 000 RM.), Kaninchen 3223 (3000 RM.), Füchse und Dachse 4455 (45 000 RM.), anderes HaarraubwiÜ) 1544 (8000 RM.), Fasanen 2462 (4000 RM.), Rebhühner 13 728 (14 000 RM.), Enten 1236 (2000 RM ). Rundfunkprogramm Donnerstag, 23. Februar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Für unsere Kinder: Hokus- pokus — fidibus! Wir zaubern. 16: Nachmittagskonzert. 16.50 bis 17: Das Mikrophon unterwegs. 17.30: Schöne deutsche Volkslieder. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Horst Wessel. Ein deutsches Leben und Sterben. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hillers. Das deutsche Jugendherbergswerk. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: „Singendes, klingendes Kastel". 22: Nachrichten. 22.25: „Reichsmesse Großdeutschland". Es spricht der Vizepräsident des Leipziger Meßamtes, Ludwig Fichte. 22.35: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Der betrieb öffentlicher Lautsprecher ist genehmigungspflichtig. NSG. Um die Inanspruchnahme öffenllrcher Straßen und Plätze durch den Betrieb von Laut« prechern zu regeln, hat der Reichsminister des Innern bereits in einem Erlaß vom ?. August 1935 Ausfuhrungsvorschriften zum § 33 der damaligen Reichsstraßenoerkehrsordnung erlassen. Auf Grund dieser Vorschriften ist der Betrieb von Lautsprechern grundsätzlich genehmigungspflichtig. Dabei gehört zur Inanspruchnahme auch der Betrieb eines nicht auf der Straße befindlichen Laut- prechers, sofern er sich auf eine öffentliche Straße auswirken kann. Unter die Genehmigung fällt jedoch z. B. nicht der Betrieb eines Lautsprechers in einem Kraftwagen, wenn das Gerät nach Anbringung und Schallstärke nur für die Insassen des Wagens be- timmt ist. . . In den Bestimmungen des Reichsminifters fmo die Genehmigungsbehörden im einzelnen angegeben. So sind in Preußen für Lautsprecher auf Wagen — als solche gelten im Sinne der Vorschriften nur est im Wagen eingebaute Lautsprecher — die Kreispolizeibehörden, in den übrigen Ländern die entsprechenden Behörden zuständig. Für den Betrieb anderer Lautsprecher kommen die Ortspolizeibehörden in Betracht. Ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung für den Betrieb von Lautsprechern auf öffentlichen Straßen und Plätzen besteht nicht. Es kann auch die Genehmigung zur Wirtschaftswerbuna durch Lautsprecher auf Wagen allgemein oder in bestimmten Ortsteilen versagt werden. Dies gilt vor allem für Städte mit mehr als 300 000 Einwohnern sowie in Bade- und Kurorten. Soll der Betrieb untersagt werden, so kann dies in Preußen durch die Regierungspräsidenten im Einvernehmen mit dem Werberat der Deutschen Wirtschaft erfolgen. In den anderen Ländern gelten entsprechende Vorschriften. An die Genehmigung zur Wirtschaftswerbung durch Lautsprecher auf Wagen sind ferner — unbeschadet der allgemeinen Verkehrs- und sonstigen polizeilichen Vorschriften — folgende Bedingungen geknüpft: a) Der Lautsprecher darf nicht betrieben werben: 1. an Sonn- und Feiertagen; 2. in der Zeit zwischen 13.30 und 14.30 Uhr sowie 20 und 8 Uhr; 3. auf Anordnung der Ortspolizeibehörde für vor- übergehende Zeit aus besonderen Anlässen, z. B. Feiern, Aufzügen und anderen Veranstaltungen; 4. außerhalb der von der Genehmigungsbehörde festgesetzten läge; jedoch sind bei unvorhergesehenen Zwischenfällen Abweichungen bis zu acht Tagen gestattet, falls die Genehmigungs- behorde auf die Mitteilung hin keine Einwendungen erhebt. b) Der Betrieb kann auf einzelnen Straßen — Hauptverkehrs- oder Hauptgeschäftsstraßen — untersagt oder beschränkt werden; solche Bestimmungen kann auch die Ortspolizeibehörde durch allgemeine Vorschriften treffen. c) Der Lautsprecher darf nicht mit mehr als 18 Watt Stromstärke betrieben werden, sofern der Wagen weniger als 300 Meter von dem nächsten Wohngebäude entfernt ist. Die Ortsbehöriie kann von einzelnen Bedingungen Befreiung erteilen. Die Genehmigung soll ferner außer in Fällen der Ziffer 2 versagt, von weiteren als in Ziffer 3 festgesetzten Bedingungen abhängig gemacht oder abweichend von der beantragten Zeit erteilt werden, wenn anberenfaUs eine starke Häufung von Lauffprecherdarbietungen zu erwarten wäre oder der Betrieb infolge besonderer örtlicher Ereignisse sowie Feiern, Aufzüge und ähnlicher Veranstaltungen gröblich stören würde. Die Bedingungen für die Inanspruchnahme öffentlicher Straßen durch den Betrieb anderer Lautsprecher werden von der Ortspolizeibehörde festgesetzt. Für die Genehmigung wird je nach dem Umfang der Derwaltungsarbeit eine Gebühr von 50 Pf. bis 10 Mark erhoben. Von der Genehmiaungspflicht ist der Betrieb von Lautsprechern befreit, die von Behörden oder von der NSDAP, in Betrieb gesetzt werden. Der Einsatz dieser Lautsprecher ist Der Verkehrspolizeibehörde, in deren Bezirk er erfolgt, vorher anzuzeigen und im Benehmen mit chr durchzuführen. Die Bestimmungen des Reichsmnenmmlsters haben jetzt durch einen neuen Runderlaß vom 21. Januar 1939 eine Ergänzung erfahren. Die steigende Bedeutung des Rundfunks, insbesondere für Die Übertragungen politischer Entscheidungen, Kundgebungen und Nachrichten, haben in zunehmendem Maße Rundfunkübertragungsanlaaen entstehen lassen, die in ihrer Wirkung auf die Außenwelt berechnet finb. Wegen der räumlichen Weite des Wirkungskreises und der im Regelfall größeren Anzahl von Zuhörern erschien es bringend erforderlich, neue Bestimmungen über Die einwandfreie Tonwiedergabe Der Uebertragungsanlagen zu schaffen, da sonst die Gefahr von Mißoerständmffen be» steht, welche für die öffentliche Ordnung unerwünschte Folgen haben kann. Auf Grund der Neufasiung der Straßenverkehrsordnung, welche im §5, Abs. 2, die ursprünglichen Vorschriften des obenerwähnten § 33 der Reichs- straßeoerkehrsordnung übernommen hat, bedarf die Verwendung eines Lautsprechers auf der Straße nach wie vor einer polizeilichen Erlaub- n i s. Die nur für eine einwandfreie Uebertragungs- anlage erteilte Erlaubnis kann aber erst dann zu- rüifgenommen werden, wenn durch eine inzwischen eingetretene Tonverzerrung die Voraussetzungen für die Erlaubnis fortfallen. Der Reichsminister des Innern hat daher alle Polizeibehörden ersucht den sich in Der Öffentlichkeit auswirkenden Rundfunk- übertragungsanlagen Beachtung zu schenken und im Falle Der Feststellung nicht einwandfreier Tonwiedergabe im Einvernehmen mit Den Kreis- und Ortshauptstellen Rundfunk der NSDAP. Die Weiterbenutzung Der Anlage in Der Öffentlichkeit bis zur Beseitigung des Mangels zu untersagen. Weisen Rundfunkhauptstellen Der NSDAP, auf die Fehlerhaftigkeit^ solcher lieber« tragungsanlagen hin, so ist unverzüglich zu prüfen, ob eine Zurücknahme der Erlaubnis angebracht ist. Mit diesen Bestimmungen wird Den Rundfunkstellen- leitem Der Partei kraft Gesetzes die Möglichkeit gegeben, eine wirksame Kontrolle der Rundfunkübertragungsanlagen, Die sich auf öffentlichen Straßen und Plätzen befinden, durchzuführen. Lunger Kamerad - auf ein Wort! NSG. Du, Pimpf, Der Du in wenigen Wochen zum letzten Male die Schultür hinter Dir schließt und Dann eintrittft in Die Reihe Der Schaffenden, an dich richten sich diese Zeilen. Ob du nun selbst die Zeitung zur Hand nimmst oder deine Eltern, dein Lehrer oder Kamerad dich hierauf verweist, dich geht es an! Vier Jahre marschierst du nun in unseren Rechen, warst mit uns auf Fahrt, um Dein herrliches Heimatland kennen zu lernen. In fröhlichem Spiel und Einsatz forderndem Sport, marschierend in Den Kolonnen Der jüngsten Kampfer Des Führers bis Du herangewachsen. Im Heimabend hast du von deines Volkes schwerem Opfergang gehört bis es zur Einheit wurde, zur Gemeinschaft, Die Durch Den Führer zur großdeutschen Volksgemeinschaft werden konnte. Kurzum, du bist hineingewachsen in die Front Der jungen Generation, Du gehörst auch zu Den vielen Kameraden, Die schon als Pimpfe die Verpflichtung auf sich nahmen, immer für chr Volk unD für Den Führer einsatzbereit zu fein! Difen Einsatz, Kamerad, gilt es zu beweisen! Hast Du schon etwas vom Landdienst Der Hitler- 3ugertD gehört? Dor wenigen Tagen erst hat diese politische wie gfchichtlich gleich große Tat durch den Stellvertreter Des Führers ihre endgültige Anerkennung gefunden. „Freiwillige vor! so lautet nunmehr die Parole, die auch an dich gerichtet ist. Wenn sich die HI. mit Der Schaffung Des Land- Dienstes das Ziel fetzt, städtische Jugend auf das Land zurückzuführen und dort seßhaft zu machen, so ist ihr Diese Aufgabe allein aus völkischen Grün- Den heraus gestellt. Landflucht ist Volkstod! Mehr als 60 Jahre schon Dauert die Landflucht in Deutschland, Dje Hälfte der Bauern ist seitdem ht die Städte abgemanDert Ein Volk ohne ein starkes Bauerntum kann nicht bestehen. Weil aber Die Jugend des Führers, der auch Du junger Kamerad angehörst, dies erkannte, schuf sie, ohne große Worte von Landflucht und Bauern- not zu sprechen. Den in der deutschen Geschichte bisher positivsten Beitrag zur Beseitigung dieser Land- flucht, den Landdienst. Waren es 500 Jungen und Mädel, Die 1934 bereits den Weg zum Ehrendienst am deutschen Boden fanden, so sind bis zum Abschluß Des Jahres 1938 schon mehr als 50 000 Jugendliche durch Den Landdienst erfaßt aewesen. Die Tat allein entscheidet über den Wert einer Generation. Daß aber Die Jugend Großdeutschlands aus eigenem Antrieb heraus mit der Schaffung Des LanDdienftes eine revolutionäre Bewegung gewaltigsten Ausmaßes entfacht hat, soll Die Tat sein, von Der Die Zukunft Das Urteil über Diese junge Generation ableiten wird. Darum, Kamerad, überlege nicht lange, sondern komm, wenn du dich innerlich stark dazu fühlst, in Den ßanDDienft. Ein Jahr lang hast du Dann Gelegenheit, Das bäuerliche Leben, Den Dienst am BoDen kennen zu lernen. Dor wenigen Jahrzehnten noch lebten auch Deine Vorfahren als Bauern auf eigenem Boden. Im Landdienst wirst Du entscheiden können, ob auch du wieder als freier Bauer Deinem Volke helfen und Dienen willst. Denn wisse. Daß 50 000 junge Deutsche Menschen vor Dir sich im Landdienst einsetzten, ohne Die feste Hoffnung, einmal Herr auf eigener Scholle werden zu können. UnD doch blieben allein im letzten Jahr 20 v. H. im bäuerlichen Beruf, bereit, sich Durch eigene Leistung weiterzuentwickeln. Wenn du jetzt eintrittft in den Landdienst, dann kannst du sicher fein, hast du Die Fähigkeiten dazu, kannst Du Bauer werden. Der Landdienst Der HI. ist nunmehr im besonderen Maße als Nachwuchs« Organisation Der ff anerkannt worden, aus feinen Reihen werden die Neubauernstellen besetzt, und aus Dem Einsatz Der Hiller-Jugend heraus wird sich ein neues deutsches Bauerntum entwickeln, das Wehrbauerntum Des Dritten Reiches! Dich, KameraD, rufen wir auf! Tritt in Den LanDdienst ein als aktiver Kämpfer gegen Land- flucht und Bauernnot! Und wenn du selbst bereit bist zum Dienst am deutschen Boden. Deine Eltern aber sorgen sich um Deine Zukunft, Dann sage ihnen, Daß Deine Zukunft auch Deines Volkes Zukunft ist. Du glaubst an Die Idee des Führers und weißt, wenn Die Bewegung dich heute wirbt für Den Land- Dienst und Den bäuerlichen Beruf, so kannst du ihr mit gutem Gewißen folgen! Trete ein in Die Kampffront Der Jugend gegen Die Landflucht, es geht um mehr als dich, es geht um Die Zukunft Deines Volkes! Die Hiller-Jugend Hessen-Nassaus. Zwei jugendliche Autodiebe erwacht. Lpd. Mainz, 20. Febr. Zwei jugenDliche Spitzbuben, die es auf Kraftwagen abgesehen hatten, gerieten in die Häiche Der Mainzer Polizei. Sie hatten zunächst in Mainz einen Wagen gestohlen. Mit Diesem fuhren sie nach Mannheim, wo sie sich in Den Besitz eines zweiten Wagens setzten. Mit Den beiden Fahrzeugen fuhren sie nach Mainz zurück und bemächtigten sich hier eines Dritten Wagens. Well Die Sache so gut geklappt hatte, versuchten sie sich nun an einem vierten Auto. Hier ereilte sie ihr Schicksal. Ein Hans wächst. Äon Hans Brandenburg. Es gibt für mich an Vorgängen des Menschenlebens, an Schauspielen Des Alltags nichts, was mich stärker erregte, unwiderstehlicher fesselte als Der Bau eines Hauses. Das stellt sich mir mit in Die Reche Der Naturvorgänge, es ist ihnen gleich oder ordnet sich Doch in sie ein. Denn wenn es auch Menschenwerk rft, gewolltes, berechnetes, so genau wie nichts anderes nach Nutzen und Zweck, nach Plan und Riß — es scheint Doch zugleich auch einem anderen, einem verborgenen Plan und Gesetz zu unterstehen und Wachstum zu fein. Ich habe kein eigenes Haus und werde wohl auch niemals eines bauen können, aber solange in mir selbst Der schaffende Drang noch lebt, wird ihn Das Bild jeder Baustelle bannen und mit Eifer und Mut, aber auch mit Geduld und Trost beseelen. Diesmal freilich will mich Bauarbeit, den Fenstern meiner Wohnung gegenüber begonnen, nur als Zerstörungswut berühren. Zwar wird mir keine Aussicht ab geschnitten; es wachst nur ein großer Anbau hinter einem schon bestehenden Hause. Allein dies Nachbarhaus gehörte einer alten' Freundin von mir und später ihren Kindern. Der Garten dahinter war einer der immer seltener werdenden schönen und großen Gärten der Stadt, übriggeblieben aus der längst verschollenen Zeit, wo unsere Straße noch Gartenstraße hieß. Ich ging in dem Haus ein und aus und hatte einen Schlüssel zu dem Garten, den ich wie meinen eigenen betrachten und benutzen Durfte. Mein Kind wuchs dort auf, ich halle im BaumronDell vor Dem verwachsenen Springbrunnen meinen Arbeitstisch und Kaffeetisch, und an Sommerabenden konnte man im biedermeierlichen „Saletll" mit Freunden eine Bowle trinken. Jedoch die alte Dome starb, ihre Kinder, in alle Well verstreut, mußten verkaufen Mein Garten wurde mit der Axt niedergeschlagen, ein Riesenungetüm von Bagger kam bei Nacht an- gewalzt und störte mir den Schlaf, es fing an, fletschend Die Rasen- und Blumenerde zu treffen und tief Den Kies heraufzufchlucken und in Wagen zu spucken, dieser Kies begrub Die Fliedersträucher, Die noch standen, und das „Salelll" verwandelte sich ins Baubüro und in eine Radeinstelkhalle der Arbeiter. Die Trommel einer Betonmaschine rollte und knirschte, Rippen wuchsen aus dem Erdinnern und Mauern darüber, Rückenlasten der Steinträger schwankten ununterbrochen heran, Kelle und Mörtel klebten Stein auf Stein, Richtscheite, Lot und Wasserwaage machten Wände und Fenster winkel- recht, und em Kran ließ den Eimer auf- und niedersausen. Längst bin ich wieder Dem Zauber erlegen. Alles rft Geröll und Schutt, Gerüst unD Chaos, Schmutz, Lärm und werkelnde Langsamkeit. Zerworfener Bauplatz meines Innern — so denke ich —, auch du mußt voll Staub und Schweiß fein, Damit eines Tages Die Form Da ist, „schlank und rein wie aus dem Nichts gesprungen". Aber hier vor meinen Augen enthüllt sich diesmal noch ein anderes. Das alte eiszeitliche Schotterbett ward aufgeriffen, Der tiefe Ur- und Lebensgrund meines Gartens, unserer Gärten. Weibliche Jugend, eine Studentenschar, soll Den Neubau bevölkern, sie wird das „Saletll" wieder weiten und den Rest des Gartens für Den ganzen ©arten nehmen. Die Ziegel aber sind ja Erde, gebackene Scholle, wachsender Boden. Und siehe da. Die Fliedersttäucker, wieder befreit, zeigen dicke, grüne Frühlingsknospen, Die sie im Kiesgrab getrieben haben. Winiergewiiier. Geschichte von Peter Maiihens. Paul hatte Lore untergefafjt Eng aneinandergedrückt kämpften sie sich Die stille Dillenstraße entlang. Hagelkörner, vermischt nut großen Regentropfen, prasselten ihnen entgegen und peitschten ihre Gesichter. Obwohl es erst Nachmillag war, herrschte eine fast nächtliche Finsternis. Nur wenn ein Blitz aufzuckte, konnten sie die nächste Umgebung erkennen. „Vollständig verrückt!" schimpfte Paul vor sich hin, „ein Gewitter um diese Jahreszeit. Unglaublich!" Er stolperte, riß Lore mit sich und wäre um ein Haar gefallen. In der letzten Sekunde erhaschte er eine Sprosse des Gartengitters an feiner Seite und Dielt sich krampfhaft feft Merkwürdigerweise gab das Gitter nach. Es war eine Tür. Ein Kiesweg führte jenferts Der Pforte auf ein Haus zu, Das etwas erhöyt hinter Buschwerk unD Bäumen lag. Es war ein großer Steinkasten mit einem gedeckten Säulengang vor der Front. Paul erspähte Den Säulengang und zog Lore entschlossen hinter sich her. ,Los!" sagte er. „Wir werden uns unterstellen Da Drinnen und warten, bis Das Unwetter vorüber ist. So kommen wir nicht weiter!" „Meine Füße sinb schon ganz erstarrt", klagte Lore matt „Und mein Gesicht brennt wie Feuer." Sie stampften — Dem Sturm gerade entgegen — mühselig Den Weg hinauf und langten endlich unter dem Säulenvorbau an. Beide waren so außer Atem, daß sie verschnaufen mußten. Paul betrachtete unterdessen das Haus. Es schien unbewohnt zu sein. Groß und grau hob es sich aus Der Finsternis. Die meisten Fenster waren verhängt Hinter keinem schimmerte Licht „ßeer offenbar", sagte Paul. „Scheint niemand zu wohnen hier. Umso besser für uns. Komm, Lore, Du bibberst ja vor Frost." Er knöpfte seinen Mantel auf, zog sie dicht an sich heran und schlug Die Flügel des Mantels um sie. Sie seufzte befreit, als sie Die Warme spürte. Ihr Kopf mit Der kleinen Kappe und Dem vorn Wind zerzausten Haar ruhte an seiner Brust — in verführerischer Nähe. „Eigenllich", brummelte er, „könntest du mir jetzt einen Kuß geben, wie? Bei dieser Gelegenheit, meine ich Es ist schon mindestens eine Stunde her, feit Du —" Er küßte sie. Es wurde ein langer Kuß. Er fühlte Den Druck ihrer erstarrten Lippen. Plötzlich ließ Dieser Druck nach. Und im Licht eines Blitzes sah er, wie ihre weit aufgeriffenen Augen voller Entsetzen über seine Schultern blickten. „Was ist denn?" rief er erschrocken, „ßore! Was hast Du?" „Dort ...1" stammelte sie. „Dort ...! Das Fenster ...!" Er fuhr herum. Dicht neben Der Haustür war ! ein Fenster in Der Mauer. Ein hohes, schmales । Fenster, das — wie er jetzt sah — nicht völlig 1 geschlossen war. Während sein Blick noch an der dunklen Scheibe hing, zuckte ein neuer Blitz. Paul beugte sich jäh vor. Für zwei Sekunden war der Raum hinter dem Fenster in blendende Helligkeit getaucht. Mitten tm Raum stand ein Stuhl. Und auf dem Stuhl saß ein älterer Mann, dessen Arme und Beine mit Stricken umfehnürt waren. In seinem Munde steckte ein Knebel. Die Dunkelheit nach Dem Blitz ließ Das Fenster noch schwärzer efcheinen als vorher. Paul stand eine Weile vollkommen regungslos. Dann packte er plötzlich Lores Arm und zerrte sie zum Kiesweg hin. „ßore!" zischelte er Dicht an ihrem Ohr. „Nimm dich zusammen, hörst du? Du mufft! Du läufst setzt hier Den Weg hinunter auf Die Straffe. Hundert Schritt zurück an Der Ecke war eine Fernsprechzelle. Von Dort aus rufst Du Das Überfallkommando an. Rasch! Ich warte hier." Sie zögerte. Er sah das blasse Oval chres Gesichtes vor sich und fühlte, wie sie zitterte. Er ahnte Die Frage, Die sie stellen wollte. „Rasch!" wiederholle er. ,Zch warte hier." Im nächsten Augenblick lief sie — so schnell sie konnte — Den Weg entlang zur Straße. Er folgte chr mit Den Blicken, bis sie hinter Den Büschen verschwunden war. Dann wandte er sich wieder dem Hause zu Geräuschlos öffnete er das Fenster und schwang sich in Den Dunklen Raum dahinter. Mll vorgestreckten Härchen tastete er nach Dem Stuhl und Der gebundenen Gestatt Darauf. Er zog Dem Mann den Knebel aus Dem Mund und zerschnitt Die Stricke. „Leise!" murmelte er. Eine heisere Stimme antwortete aus Der Finsternis. „Laufen Sie — schnell! Polizei! Einbrecher sind oben — Die Herrschaft ist verreist. Ich bin überfallen worden. Um Himmelswillen schnell! Das Telefonkabel ist durchschnitten —" „Nur Ruhe", flüsterte Paul. „Alles ist in Ord- nung. Die Polizei kommt schon!" Er schlich zu einer halb offen stehenden Tür am Ende Des Raumes und lauschte. Von oben brangen leise Geräusche herab — Schritte und gedämpfte Stimmen. Auch einen Lichtschimmer nahm er ab und zu wahr. Er rechnete im Stillen nach, wie lange Lore nun schon fort war. „Geduld", flüsterte er Dem Mann an feiner Seite zu „Bald muff die Polizei hier fein." Unendlich langsam verstrich Dte Zett. Mehr als einmal glaubte Paul, Schritte auf Der Treppe zu vernehmen. Zum Glück waren es immer nur die Stufen, die knackten. Dann schnitt plötzlich vom Fenster her der grelle Lichttegel einer Taschenlampe in Den Raum. Blitzschnell legte Paul Den Finger an Die Lippen. Vier Beamte schwangen sich hintereinander ins Zimmer und verschwanden durch die Tür. Zum Schluß kam Lore. „Tapferes Mädel", murmelte er, während er sie in den Arm nahm. „Tapfer —?" hauchte sie. ,Zch habe solche Angst gehabt." Oben wurde es lebendig. Schritte, Die keineswegs mehr gedämpft klangen, polterten laut über die Dielen. Stimmen riefen durcheinander. Dann kamen Die vier Polizisten Die Treppe herab und hatten zwei finster blickende Männer in ihrer Mitte. „Schönen Dank, mein Herr", Jagte Der Wachtmeister unD trat auf Paul zu „Wir sind geraDe zur rechten Zeit gekommen. Wodurch haben Sie bemerkt, daß hier eingebrochen wurde?" „Oh — im Grunde durch das schlechte Wetter", sagte Paul. „Wir hatten uns hier untergestellt, um ein bißchen Schutz zu haben. Genauer gesagt: durch einen Blitz — und — hm ..." Er verstummte plötzlich, wurde rot und sah ßore am „Ja —? Und —?" fragte der Beamte. „— durch einen Kuß", platzte Paul heraus. Der Beamte schmunzelte. „Eine reizende junge Dame", bemerkte er, mäh» rend er Lore, die ebenfalls rot geworden war, beifällig betrachtete. „Eine ganz reizende junge Dame. Da kann man Ihnen nur gratulieren, mein Herr." Aus der engeren Heimat. Som Deutschen Frauenwerk Gfs. Eine Tagung der Abt. Hilfsdienst des Deutschen Frauemverkes fand im „Deutschen Haus" zu Butzbach statt. Es wurden vor allem die großen Gesichtspunkte der sich immer mehr ausbreitenden Arbeit des Hilfsdienstes und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den anderen Parteistellen erörtert. Die Hauptabteilungsleiterin des Hilfsdienstes, Frau Bodenbender. gab Auskunst über die bisherigen Aufgaben der Abteilung und die starke Erweiterung, die diese Arbeit in'der letzten Zeit erfahren hat. Sie kam zum Schluß auf die Verantwortlichkeit der Abteilung Hilfsdienst im nationalsozialistischen Aufbauwerk zu sprechen. Dann erfolgte eine allgemeine große Aussprache, die viel zur Klärung der einzelnen Arbeitsgebiete beitrug. Ferner fand eine Tagung der Abteilung Presse und Propaganda des Deutschen Frauenwerkes in Butzbach in der Stadtschule statt. Die Abteilungs- letterin führte den Frauen die Wichtigkeit ihrer Arbeit gerade zu Werbungszwecken eindringlich vor Augen. Dann gab sie Auskunft über neu hinzu gekommene Arbeiten und veranlaßte eine Aussprache, bei der die Frauen ihre Sorgen und Bedenken zum Ausdruck brachten. Die Abteilungsleiterin wies zu Anfang und zu Ende der Tagung darauf hin, daß auch diese nationalsozialistische Arbeit nur mit größtem Idealismus zu meistern sei. Landkreis Gießen. * Annerod, 22. Febr. Polizeidiener Heinrich W e h r u m und Ehefrau Marie, geb. Röhmig, feiern am heutigen Mittwoch, 22. Februar, das Fest der Silberhochzeit. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch. A Steinbach, 20. Febr. Im Saale „Zum Hessischen Hof" fand ein Liederabend der beiden hiesigen Gesangvereine zu Gunsten des Wlnterhilfswerkes statt. Nach dem Sängergruß sprach Vereinsführer Fr. Wald von der „Einttacht" Begrüßungsworte und dankte für den zahlreichen Besuch. In seinen weiteren Ausführungen betonte er das gute Einvernehmen zwischen der Politischen Leitung und den Steinbacher Sängern. Wie auch immer die Sänger zur Stelle gewesen seien, so sollte auch dieser Abend ein großes Bekenntnis zu dem Führer und seinem großen Werk sein. Es wurden dann abwechselnd Chöre unter Stabführung der Chorletter Harnisch und Sommer zu Gehör gebracht, die wohlverdienten Beifall fanden. Gute Darbietungen des Turnvereins trugen zu dem vollen Gelingen des Abends bei. Vereinsführer Schneider von der „Germania" sprach in seinen Schlußworten allen seinen Dank aus, die $u dem guten Gelingen des Abends beigetragen hatten. 5 Steinbach, 22. Februar. Am morgigen Donnerstag kann Philipp Haas V., Landwirt und früherer Dreher, feinen 81. Geburtstag in guter Gesundheit feiern. Am gleichen Tage wird Frau Kacharina Margarecha Haas, geb. Krämer, Witwe des am 27. Nov. 1921 verstorbenen Heinrich Haas XIII., 80 Jahre alt Ihr Gesundheitszustand ist befriedigend. Den beiden Geburtstagskindern herzliche Glückwünsche! 5 Steinbach, 22. Febr. Am heutigen 22. Februar feiern Heinrich Becker VII., Weißbinder« meister, und seine Ehefrau Anna, geb. Hahn, das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren herz- ttchen Glückwunsch. t Reiskirchen, 20. Febr. Der Büraermeister hatte die Obstzüchter und .die Schafhalter zu einer Versammlung eingeladen. Zunächst wurde in grundsätzlichen Ausführungen über die Notwendigkeit und die Formen der Bekämpfung des Kartoffelkäfers gesprochen und dabei praktische Vorschläge gemacht. Wildschaden und Beschwerden des Jagdpächters wurden ebenfalls besprochen. Im Mittelpunkt des Abends stand die Erörterung fachgemäßer Obstbaumpflege. Der Bürgermeister und der Feldschütz, der Vereinsführer des Obstbauvereins ist, sprachen ausführlich über die Entästung, Spritzung und Pflege der Obstbäume. Der Kampf gegen den Frostspanner soll schon in den nächsten Tagen ausgenommen werden. Aus der „Stock" soll jetzt mtt der Spritzung begonnen werden. Im An- schluß daran aab der Bürgermeister den Schafzüchtern einen Ueberblick über das vergangene Jahr der Gemeindeschäferei unter dem neuen Schäfer Nachtigall. Die Gemeinde besitzt gegenwärtig 115 ältere und etwa 60 junge Schafe. Der Schäfer hat eine eigene Herde von 125 älteren und 55 jungen Tieren. Da nur Weidegelegenhett für 280 Tiere innerhalb unserer Gemarkung vorhanden ist, pachtete der Schäfer eine Weide in der anliegenden Gemarkung Winnerod. In der Aussprache wurde noch manche Frage beantwortet. .CD Beuern, 21. Febr. Der hiesige T u r n v e r - e i n hielt im Saal von Dietrich fein Wintervergnü- gen ab. Vereinsführer Wallbott begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Die Turnerriege zeigte zunächst unter Leitung von Turnwart Schneider ihr Können am Barren, am Pferd, in den Freiübungen und am Reck. Ehrenoereinsführer A r - n o 1 b dankte den Turnern für ihre beachtenswerten Leistungen und wies auf die Arbeit des vergangenen Jahres hin. Besonders gedachte er der beim Hoherodskopf-Bergturnfest unb beim Turnen in Holzheim für den Verein errungenen Siege. Der Abend brachte in seinem weiteren Verlauf noch die Aufführung eines luftigen Theaterstückes und noch manche Stunde der kameradschaftlichen Unterhaltung. ± I r e i 5 a. b. Lba., 20. Febr. Bei Holzhauerarbeiten im hiesigen Wald ereigneten sich zwei Unfälle. Die Landwirte H. Becker XIV. und W. Becker IV. wurden bei Schleifarbeiten von einem Stamm so unglücklich zu Fall gebracht, daß H. Becker mehrere Rippenbrüche und W. Becker einen schweren Bluterguß im Bein erlitt Bei einem zweiten Unfall wurde der Landwirt H. O p p e r von einem abstürzenden Ast so unglücklich an der Schulter verletzt, daß er für geraume Zeit arbeitsunfähig fein wird. Die Verunglückten sind um fo mehr zu bedauern, als am nächsten Tage die Holzfällungs- arbetten eingestellt werden sollten. < Treis a. d. L d a., 22. Febr. Am heutigen Mittwoch feiern der Weißbinder Wilhelm Hofmann und feine Ehefrau Margarethe, geb. Kehr, das Fest der Silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. A Großen-Linden, 20. Febr. Der Turnverein Großen-Linden hatte feine Mitglieder und deren Angehörige am Samstagabend zu einer Feier in die festlich geschmückte Turnhalle eingeladen. Die Begrüßungsansprache des Vereinsführers, bei der alle Turner und Turnerinnen im Sportdreß mtt der Fahne auf der Bühne standen, gestaltete sich zu einem wirkungsvollen Auftakt Es folgten turnerische Hebungen, Tänze, Spiele usw. aller Abteilungen. Hierbei gefielen besonders die Glanzleistungen der Spitzenturner am Barren und Reck. Im Laufe des Abends wurden langjährige Mitglieder geehrt Es erhielten die goldene Ehrennadel für 40jährige Mitgliedschaft Karl Faber, Ludwig Fischer, Ludwig Velten, Heinrich Größer und Karl Faber (Gießen), die silberne Ehrennadel für 25jäh- rige Mitgliedschaft Otto Schulte, Heinrich Keßler, Wilhelm Faber, Wilhelm Schmidt, Wilhelm Menges und Wilhelm Keßler. Bei dieser Gelegenhett überreichte her Oberturnwart dem Vereinsführer Dr. Römer für zehnjährige Dereinsführung die silberne Ehrennadel. Der Oberturnwart hob die großen Verdienste von Dr. Römer hervor und sprach im Namen des Vereins tiefempfundenen Dank aus. Dr. Römer fei ein wahrer Vereinsführer, der zu jeder Zeit der Sache uneigennützig diene. Für diese Ehrung dankte der Vereinsführer in bewegten Worten. Bei Tanz und geselliger Unterhaltung hielten die Teilnehmer der Feier bis in die frühen Morgenstunden aus. # Allend orf (Lahn), 22. Febr. Am heutigen Mittwoch kann unser Mitbürger Philipp Luh III. in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. 0 Leihgestern, 20. Febr. Der hiesige G e - sangverein „Eintracht" veranstaltete am Samstag im großen Saale seines Vereinslokales „Zur Krone" eilten Konzertabend. Nach Begrüßung unb einem einleitenden Musikstück der Kapelle K r e n g e t (Gießen) folgten als Auftakt Chöre von Silcher, zum Gedächtnis des 150. Geburtstages des Komponisten. Weiter heroorzuheben sind aus der Kantate Welliges Vaterland" Hymne, Gelöbnis und Dankchoral mtt Mädchenchor und Orchesterbegleitung, die großen Anklang fanden. Ferner lösten starken Beifall aus die Chöre „Lustig ist's Matrosenleben" unb der Marsch für Mannerchor mit Orchester „Frei weg", die wieberholt werben mußten. Eine dankbare Zuhörerschaft des bis auf den letzten Platz besetzten Saales spendete reichen Beifall. Mit Stolz kann die „Eintracht", die unter Leitung des Dirigenten Fritz Leib (Gießen) steht, auf diesen Abend aurüdblirfen, der sich würdig ihrer Vergangenheit anschließt. Eine für bas Winterhilfs- werk durchgeführte Sammlung erbrachte einen stattlichen Betrag. Der Abend wurde in der üblichen Weise geschloffen. <£ Leihgestern, 21. Febr. Aus Einladung des hiesigen Ob st- unb Gartenbauvereins hielt im Lokale von Karl Dem der Gartenbauinspektor Rentsch (Friedberg) einen Vortrag über Obst- unb Gemüsebau im Hausgarten. Ausgehend Oer deutsche Außenhandel im Januar. Fwd. Nach einer Steigerung im Dezember vergangenen Jahres sind die Außenhandelsumsätze im Januar 1939 in Ein- unb Ausfuhr wieder gesunken. Auf der Ausfuhrfeite ist die Verminderung ausschließlich als jahreszeitliche Erscheinung zu betrachten. Die Ausfuhr ist in den letzten Jahren regelmäßig von Dezember zu Januar stark 3urücfgegan= gen. Auch der Einfuhrrückgang ist durch jahreszeitliche Tendenzen mitbedingt, jedoch war die Abnahme her erheblich starker, als im Durchschnitt der voran- gegangenen Jahre. Im Außenhandel Großdeutschlands nahm die Einfuhr von 541,9 Mill. RM. im Dezember auf 472,3 Mill. RM. im Januar, d. h. um 13 v. H., ab. Die Ausfuhr ging von 504,1 Mill. RM. auf 4413 Mill. RM., b. h. um rund 12 v. H., zurück. Die Handelsbilanz des gesamten Reichsgebiets schließt mit einem Einfuhrüberschuß von 31,0 Mill. RM. gegenüber 37,8 Mill. RM. im Dezember ab. Im Außenhandel des Altreichs, einschließlich der angrenzenden sudetendeuffchen Gebiete, nahm die Einfuhr um 76 Mill. RM. auf 409,8 Mill. RM. ab. Die Verminderung (—15,6 v. H.) war hier also noch großer als bei der Einfuhr des gesamten Reichsgebiets. Die Abnahme beruht ausschließlich auf einer Verminderung des Einfuhrvolumens. Der Durchschnittswert hat sich kaum verändert. Von dem Rückgang wurden alle Warengruppen betroffen. Am stärksten hat die Einfuhr im Bereich der Ernäh- rungswirffchaft abgenommen (— 50 Mill. RM ), und zryar sind hier vor allem die Bezüge von pflanz- lick)en Nahrungsmitteln gesunken; jedoch wurde auch in der Einfuhr non lebenden Tieren, Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs und Genußmitteln der Stand des Vormonats nicht erreicht. Im Bereich der Gewerblichen Wirtschaft hat die Einfuhr insgesamt um 26 Mill. RM., d. h. erheblich weniger als bei der Ernährungswirtfchaft, zugenommen. Bei Rohstoffen, deren Einfuhr im Dezember gestiegen war, wurde das Dormonatsergebnis um 7,6 v. H., der Menge nach sogar nur um rund 5 v. H. unterschritten. Bei Halbwaren betrug die Abnahme rund 11 v. H. unb bei Fertigwaren rund 12 v. H. Die A u s f u h r des A l t r e i ch s (einfchl. der angrenzenden sudetendeutschen Gebiete) war im Januar mit 418,6 Mill. RM. um 12,6 v.H. geringer als im Vormonat (479,0 Mill. RM.) Der Rückgang ergibt sich zum ausschlaggebenden Teil aus einer Verminderung des Ausfuhrvolumens, jedoch ist auch der Ausfuhrdurchschnittswert etwas gesunken. Die Verminderung der Ausfuhr war sowohl wert-, als auch mengenmäßig erheblich geringer, als im gleichen Vorjahrsmonat, in dem die Ausfuhr dem Wert nach um fast ein Fünftel abgenommen hatte. Das Januarergebnis 1938 wurde daher nur um rund 6 v. H. unterschritten. Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehverstei- gerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 9 Ochsen, 6 Bullen, 40 Kühe, 22 Färsen, 142 Kälber, 101 Schweine, 12 Schafe aufgetrieben.____________ von der Bodenbearbeitung unb Düngung sprach tt über Aussaat, Behandlung und Pflege der einzelnen Pflanzen und Gemüsearten, wozu nur allerbester Samen gerade gut genug sei. Er empfahl nur die Rechensaat, damit sich die Bodenlockerung bester durchführen lasse, wodurch vieles Gießen erspart würde. Weiter behandelte er den Obstbau und die Schädlingsbekämpfung, wobei er die regelmäßig zu wiederholende Spritzung der Obstbäume als Vorbedingung an eine gute Ernte bezeichnete. An den Vortrag, an dem auch Hausfrauen teilnahmen, schloß sich eine Aussprache an. 8. Lang-Göns, 20. Febr. Der hiesige Gesangverein „Germania" trat nun auch, wie fein Bruderverein „Frohsinn", mit einer größeren Winterveranstaltung an die Öffentlichkeit. Am Samstag fand in der Turnhalle ein Konzert statt, das sehr gut besucht war. In glücklicher Weise wurde dabei die Musik eines Orchesters (eine Abtei- Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Pf., Bullen 37 bis 44,5, Kühe 11 bis 43,5, Färsen 41 bis 44,5, Kälber 35 bis 65, Schafe 25 bis 44 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Rg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) und i (Altschnei- der) 1,13 und 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe ausoerkauft. Mein-Mainische Börse. INitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 21. Febr. Die Börse blieb am Aktienmarkt still und zurückhaltend. Der Ausfall der süd- und westdeutschen Aufträge machte sich weiterhin bemerkbar, auch sonst zeigte die übrige Kundschaft kaum Interesse. Die Umfatztätigkeit beschränkte sich daher wieder nur auf einzelne Werte. Die Kursentwicklung blieb uneinheitlich, die Veränderungen betrugen indessen nur Prozentbruch- terle. Don den führenden Papieren gingen IG. Farben auf Glattstellungen weiter zurück auf 151,75 (152,40), ferner Reichsbank auf 180,50 (181), Rhein-, stahl auf 136 (136,65), während Hoesch 0,50 v. H. anzogen auf 109 und Vereinigte Stahl 0,25 v. H, gewannen auf 110,75 sowie AEG. 0,25 v. H. auf 121,50. Von Zellftvffwerten blieben Aschaffenburger im Angebot mit 106,25 (107). Maschinen- und Autowerke lagen größtenteils gut behauptet, Adlerwerke 0,25 v. H. höher mit 107,75, andererseits MAN. 142,65 (143). Der Rentenmarkt blieb bei kleinen Umsätzen gut behauptet; das Interesse für Papiere mit kurzfristiger Fälligkeit bestand fort. Von öffentlichen Werten Reichsaltbesitz unverändert 129,65, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. ermäßigt auf 123,25. Im Freiverkehr hatten Kommunal-Umschuldung zu 93,10 (93,13) einigen Umsatz. Am Pfandbriefmarkt zeigte sich nach ßiquibationsroerten teilweise etwas Nachfrage bei 0,13 bis 0,25 v. H. höheren Kursen. Staats- und Stadtanleihen waren meist ohne Geschäft. Industrie-Obligattonen lagen gut behauptet, teilweise etwas höher. Der Frei verkehr lag ruhig und wenig verändert. Etwas niedriger nannte man Ufa mit 85 (85,75), Elsass. Bad. Wolle mit 96,50 bis 98,50 (97 bis 99) und Rastatter Waggon mit 56,50 (57) Brief. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Die Frankfurter Abend börse fiel wegen Fastnacht aus. Frankfurter Schlachkviehmarkl. Frankfurt a. M., 21. Febr. Austtieb: Kälber 628 (gegen 668 am 14. 2 ), Schafe 178 (181), Schweine 3289 (3282). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 32 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 45 bis 50 (45 bis 50), b2) 42 bis 44 (40 bis 44). Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 38 bis 39 (35 bis 38). c) 28 bis 32 (28 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl). 57,50 (57.50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Wirtschaft. Das Moöchm MO Holl hängte den Hörer ein und ging pfeifend zurück. „Bobs" war niemand anders als Maxie Hegemann, die einzige Tochter des Chefs. „Mathilde" und „Eusebius" waren zwei belgische Riesenkaninchen, Stammeltern einer großen Nachkommenschaft und üblicher Treffpunkt zweier Liebesleute. Dieses Deckwortsystem, das sich übrigens tadellos bewahrte, hatte Maxie ausgeheckt, um den Damen in der Telephonzentrale ein Schnippchen zu schlagen und ihnen schlaflose Nächte zu bereiten. Denn das Verhältnis Maxie - Holl war vorerst noch tiefstes Geheimnis für die Umwelt. Maxies Ettern inbegriffen. Seit einem Vierteljahr zerbrach sich Maxie den Kopf, wie sie dieses Geheimnis dem Papa Hegemann und seiner Frau beibringen könnte, ohne daß eine Ohnmacht sich ereignete. Denn Holl war sozusagen ein Herr Garniemand, im Hegemannschen Riesenbetrieb ein kleiner unbekannter Arzt auf Probe, und Maxie war em Mädchen, für das nach Ansicht von Frau Adele nur ein Prinz gut genug war. .Idylle beendet?" empfing Kistenmacher den Kott legen spöttisch im Verbandszimmer. „Da sind noch ein paar zum Wickeln. Ich schwöre dir, schon noch heraus, wer dieses aufregende Mädchen „Bobs" ist, das zu jeder Tages- und Nachtzeit anklingell, den Bettieb stört „und mit verstellter Stimme ins Telephon meckert." „Uebertreibe nicht so, Mensch. Wann rufft sie schon an — gar nicht der Rede mert!" „Das scheint d i r so. Und ich habe das Kreuz mit dem Herbeiholen." Jomm’ sei friedlich, Kistenmacher. Ich schreibe dir auch deine zwei Gutachten, die noch immer herumliegen", lachte Holl. „Das ist ein Wort." _ „ Als die Sprechstunde zu Ende • war, ging Holl auf sein Zimmer, das wie bie übrigen Raume des Werkkrankenhauses ganz in Weitz gehalten und fachlich eingerichtet war. Ein paar mit Reißnägeln befestigte Bilder bemühten sich, Wärme und eine persönliche Note hinein,^bringen. Holl knüpfte vor dem Spiegel seinen Schlips, der aus Kunstseide war und eine Mark gekostet hatte. Krawattenbinden war seine schwache Seite. Auch Kragenknopschen und Schuhbändel waren ewige Widersacher. Wenn es nach Holl ginge, liefen alle Männer m Polo- hemd und Riemenhose herum, basta Holl war ein gehöriges Stück Mann etwas groß und wuchtig geraten, mit einem wetterfesten Gesicht, das voll Kanten und Ecken war Er hatte gute Zähne, dunkle Augen und eine kühne Nase, die zu- Noman von Mlther Moepsser. dopyclght bg Carl Duncker Verlag,Aeclln^Z5 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Nein Gott fei Dank." Gaidl prüfte die Banknoten, schob den Pack in eine Tasche und griff nach seinem Hut. ,Zch hab' ja gewußt, daß der Herr von Tinser mit sich reden lagt. Gehorsamsten Dank. Ich möcht' jetzt nicht länger stören. War mir em Vergnügen, Herr Baron!" _ .. iinfer übersah die hingestreckte Hand, biß die Zcchne zusammen und stierte finster auf die Buhne, wo sich jetzt die falschen Kanakenrnadchen mit falschen Hidiskusblüten bewarfen. „Glückliche Reife", sagte Gaidl von der Logentür %eh zum Teufel, dachte Tinser. gehässig Es war böckste ^eit, daß man von Wien fortkam Am nächsten Tag verließ er die Donaustadt mit dem Fruhzug. Als er in München ausstteg hatte er ein Gefühl der Erleichterung und der Hoffnung zugleich. . „Du, Holl, dein „Bobs" ist wieder mal am Telephon", sagte Dr. Kistenmacher der Zwei^ Werk- arzt von F. I- Hegemann, zu seinem Kollegen, dem dritten Werkarzt Dr. Holl Kistenmacher war klein, dick und etliche Jahre alter als der große schlanke Holl ., „ „Dante. Grinse nicht so unverschämt. Holl wickette einem Maschinisten schnell die letzten Bindentouren um die Pfote und beschwor ihn, kein Del an den Verband zu bringen. Dann sauste er mit wehendem Mantel aus dem Verbandszimmer in die „Du hör mal. Ich habe einen kolossalen Einfall. 'Errätst du im Leben nicht. Er ist noch ganz frisch und knusprig. Kann ich dich> in Stunde, sagen wi? Punkt 11.50 Uhr bei Mathilde und Eusebius treffen? Laßt sich das machen. „Wunderbar laßt sich das machen Bobs Heute ist ein hervorragend ruhiger Tag. Nicht mal einen Unfall. Darf man wissen —? __. „Sei nicht so neugierig, Georg. Wiedersehen. „Wiedersehen, Bobs!" weilen beim Küssen störte. Das war der junge Holl, den Maxie seit vier Monaten liebte. Holl war 28, sie 22. Holl verließ jetzt das Zimmer und ging zum Tierzwinger hinüber, der burd) Rascninseln und allerhand Buschwerk vom Krankenhaus aetrennt war. Er summte ziemlich falfd) eine Melodie aus „Tosca" und dachte: So ein Betrieb wie der von Hegemann ist wahrhaftig eine kleine Stadt. Sieh einer bloß die vielen Fenster, die so eine Fabrik hat. Und hinter jedem wird Arbeit geleistet. Pulver, Tabletten, Salben, Ampullen, Herstellung, Versuche, Export. Jetzt haben sie wieder etwas ganz Neues, den Föpplfaden, ein chirurgisches Nahtmaterial für Aerzte. Müssen ein eigenes Haus dafür bauen Beim zweiten Stock sind sie schon. Nächstes Jahr soll das Dings in den Handel kommen, da dürfen sie sich schon beeilen. Ein Mann wie dieser Hegemann schläft nicht auf errungenen Lorbeeren. Hegemannwerke — Fabrikattonsgebäude, Verwaltungs- bau. Wissenschaftliche Abteilung, Krankenhaus, Güterschuppen, Maschinenbaus, Gleisanlagen, Wagenpark, Tiergehege — Donner und Doria, so weit möchte ich's auch mal bringen. Je mehr Hegemann in seiner Achtung stieg, desto kümmerlicher wurde Holl zumute. Ein solcher Mann hatte mit seiner Tochter doch Pläne! Wie konnte da ein simpler Werkarzt, der noch nicht mal fest angestellt war, überhaupt antreten? Das Herz wurde chm eng vor Befürchtungen. Er grübelte: die Maxie, nun ja, die mag mich; mit der ist alles richtig. Auf die baue ich Häuser. Ich verstehe zwar nicht so recht, was sie an mir findet. An mir ist doch nichts Besonderes dran. Ra, aber sie muß es ja schließlich am besten wissen Man darf nicht so viel denken; es wird schon recht werden mit uns beiden. Daß ich mit ihrer Hilfe die Stellung hier ergattert habe, ist ein Riesenglück Achtzig ’ Mark und freie Station sind zwar nicht viel, aber die Fortbildungsmöglichkeiten auf einem solchen Posten! Sprechstunde, klinische Tätigkeit, Labor, Bibliothek, physiologische Dersuchsabtellung, Material in Hülle und Fülle — mein lieber Georg, wo hast du das gleich wieder. „Füttern Sie die Hasen, lieber Gieseke?" fragte Hall den Hausmeister mißtrauisch, der mit einem Korb Kohlblätter auf den Tierzwinger zuging. Herr Gieseke war ihm augenblicklich nicht recht erwünscht. Ein bißchen Abfall aus der Küche; damit nichts umkommt", erklärte der alte Mann. Er trug sauber gebürstetes graues Haar und ein putziges Kinn- därtchen. Sie schritten nebeneinander her. Bei den Kaninchenställen angelangt, warf Gieseke in jeden eine Handvoll Blätter. „Sehense mal, wie dieser Geizhammel sich wieder auf das Futter hockt, damit ja kein anderer was abkriegt", schimpfte Gieseke und meinte Eusebius, dessen knabberndes Maul wie ein Maschinchen auf- und zuging. „Kann ich Ihnen Helsen?" „Nö, danke. Das mache ist schon", brummelte Gieseke. Dieser Doktor Holl, dieser lange, schwarze Kerl, war chm immer ein bißchen unheimlich. Gieseke las in feiner freien Seit nämlich Groschenromane, in denen es von Wildschützen, Defperatos und Schmugglercapitanos nur so wimmelte. Holl kraulte Eusebius zwischen den Schlappohren. Wenn Maxie jetzt anrückte — es war Schlag 11 Uhr dreißig — wie würde das gute Mädchen sich aus der Verlegenheit ziehen? Das bewegte ihn brennend. Dieser Gieseke trödelte aber auch herum, es war nicht zum Ansehen. Plötzlich ein leichter Schritt auf dem Kies, etwas Helles, Strahlendes bog um die Ecke: Marie war da. Sie hatte ein weißes Kleid an und trug einen Tennisschläger in der Hand. „Tag, meine Herrschaften? Puh, ist es heute warm Gieseke, guter, bester Gieseke, würden Sie mir einen Gefallen tun? Wenn ich recht schön bitte?" „Jeden Gefallen der Wett, Fräulein Hegemann/* ,^)aben Sie noch von diesem herrlichen Waffer« Sie wissen schon?" „Soviel Sie wollen. Sßarf, ich hole Ihnen ent Glas. Ich bin gleich wieder da", versicherte des Hausmeister eifrig und verschwand. Maxie Hegemann lachte. „Siehst du, Georg, so macht man das. Dieses „gleich wieder da" dauert genau zehn Minuten. Bis er in seine Wohnung geht, dis rr den Hahn aufdreht, bis er wiederkommt — und außerdem mache ich dem Mann noch eine Freude. Aber nun müssen die zehn Minuten auch ausgenützt werden"« sagte sie energisch „Selbstverständlich", gab Holl zu und ffah ihÄ abgefeimt in das hübsche erhitzte Gesicht. „Nicht so, wie du wieder denkst. Ich habe diH doch was zu sagen." Zwei Arbeiter mit einer Korbflasche gingen vorüber, ließen ihre Blicke wohlgefällig auf Maxiruhen und grüßten. (Fortsetzung folgt!) beqrüfde er auch besonders die von auswärts er- war dem Tanze gewidmet. Die Ergebnisse: KdF.-Svort weiter im Ausstieg Der Die Ge- dem Geschick gelöst. In der Schlußversammlung konnte Bürgermeister und Ortsbauernführer Albert Weil mitteilen, daß alle Prüflinge mit „gut" bestanden hätten und daß die zwei Besten zum Kreiswettkampf gemeldet würden. In seiner Ansprache wies er weiter auf die Wichtigkeit der Berufswettkämpfe hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch im kommenden Jahre wieder zahlreiche Jungbauern । Wiesbaden: Südweft — Hessen 4:7 (3:2) ^Karlsruhe: Baden — Mittelrhein 8:2 (5:2) lung des Musikkorps des Inf.-Rgts. 116, unter Leitung von Korpsführer Feldwebel Ochse) mit den Chören des Vereins verbunden. Neben einigen Kunstchören fanden die Volkslieder, die vom Gesangverein „Germania" unter Leitung von Chor- meister Herrn. H a n st e i n (Friedberg) vorgetragen wurden, besonderen Beifall. Den Höhepunkt des Abends bildeten dann zwei musikalische Darbietungen, die vom Chor und Orchester gemeinsam bestritten wurden; es waren dies der „Kärntner Liedermarsch" (Seifert) und der Walzer „An der schonen blauen Donau" (Ioh. Strauß). Beide Male mußte ein Teil wiederholt werden, so stark war der Beifall. Die übrigen Musikstücke des Orchesters fanden ebenfalls lebhaften Beifall. Der Vereinsvor- fißende Willi Müller dankte am Schlüsse allen zum Berusswettkampf antreten. Gfs. Lang-Göns, 20. Februar. Die Abteilung „Mütterdienst" des Deutschen Frauenwerks hielt hier einen 14tägigen Kursus über Gesundheits- und häusliche Krankenpflege ab, der von Schwester Josephine Englert geleitet wurde. Die Teilnahme war sehr rege, die Mädchen und Frauen folgten aufmerksam den lehrreichen Vorträgen der Schwester. Zur Schlußfeier versammelten sich am Samstagabend die Teilnehmerinnen mit ihren Angehörigen und den geladenen Gästen im Saale des „Gambrinus". Nach einem von einem Frauenschaftsmitglied gesprochenen Gruß an den Führer, begrüßte die Frauenschaftsleiterin die Besucher und dankte der Schwester im Namen aller Kursusteilnebmerinnen. Es folgten dann abwechselnd Lieder und Gedichte. Dann svrach Schwester Ioseiine über Sinn und Zweck der Mütterschulung, über die einzelnen Kurse sowie über das ganze Deutsche Frauenw-rk. Anschließend wurd» den Teiln-Hmerinnen die Bescheinigung über den Besuch des Kurses ausgebändiat. Die Teilnehmer blieben dann nach lange bei heiterer Unterhaltung durch Lieder, Theaterstücke usw beisammen. * Ettipgshausen, 18. Febr. Die Sänger- vereiniaung „Concordia»Liederkranz" hielt ihre Generalversammlung im Saalp Stein ab Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer Karl Sann erstattete Rechner Görnert den Kassenbericht, der einen günstigen Abschluß zeigte. Der Vorstand bleibt in' seiner bisherigen Ausarnrnen- seßung im Amt. Im Verlause der Versammlung wurde beschlossen, im Frühjahr in Gemeinschaft mit der Einwohnerschaft des Ortes einen Ausflug in den Wald m machen. Ferner soll eine Omnibus- fabrt an den Rbein unternommen werden. Der Verein nimmt an dem Wertunassingen in Laubach teil. Ehren-Vereinsführer Job. O p v e r V. heftete sodann die ihm beim Gausängerfest in Gießen überreichte „Ludmig-Erck-Vlakette" als Schmuck an die Fahne des Vereins. Der Vereinsführer dankte ihm für sein reges Interesse, das er trotz seines hohen Alters noch der Sängersache widmet. Beim gemeinsamen Gesang einiger Lieder blieb man noch geraume Zeit beisammen. SJ.-fpori Adlerpreis: Hessen schlägt Südwest! s Lang-Göns, 18. Febr. Für die dies- jährige Schulaufnahme wurde eine Unter suchunq der 29 gemeldeten Kinder vom Kreisgesund - ...... Of ff— • X v« ha uvSam ri i i durch Freude" betrieben und noch wesentlich ausgebaut wird. Besondere Aufmerksamkeit wird der fachlichen Schulung der Uebungswarte geschenkt, die in Reihen- und Wochenendschulungen gewissenhaft mit ihrer Aufgabe vertraut gemacht und eine regelmäßige weltanschauliche Ausrichtung durch das Amt Werkschar und Schulung erhalten. Allen Beteiligten steht die Sportamts-Bücherei zur Verfügung, wie auch die Geräteausstattung eine starke Bereicherung erfahren hat, um allen Anforderungen entsprechen zu können. Die Betriebssportgemeinschaften nehmen weiter zu. Kleinere Betriebe, die nach den bisherigen Bestimmungen keine Wettkampfgemeinschaf- ten gründen konnten, haben jetzt die Möglichkeit, sich in den DAF.-Sportgemeinschaften zusammen- zufinden, um hier leistungsmäßig zu arbeiten. Die bestehenden offenen und geschlossenen KdF.-Sport- kurse werden auch in diesem Jahre weiter ausgebaut. Besonderen Zuspruch werden wieder die Segellehrgänge auf einigen Binnenseen, der Ostsee und dem neu erschlossenen Segelgebiet, der Adria, finden. Auch gibt die NSG. ,Kraft durch Freude" in landschaftlich schön gelegenen Gegenden Deutschlands jedem Volksgenossen Gelegenheit, seinen Urlaub sportlich zu verbringen. Hier hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich auf das Reichssportabzeichen vorzubereiten und es bei Erfüllung der Bedingungen zu erwerben. Wie auch das Freischwimmerzeugnis sowie der Grundschein der Deutschen Lebens - Rettungs - Gemeinschaft erworben werden kann. Der Wiesbadener Handball-Vorrundenkampf - den Adlerpreis sah überraschend Hessens Gaumann- gentreffer. schäft mit 7:4 (2:3) Toren über die favorisierte 1 Beginn der IV. Winterlampfspiele der HZ. Der Reichsjugendführer bei den Eissportlern. Die Olympische Wintersportstätte von 1936, Garmisch-Partenkirchen, ist in diesen Tagen Schauplatz der IV. Wintersportkämpfe der HI. Wieder hat der bayerische Wintersportplatz reichen Flaggenschmuck angelegt, nur sind es diesmal nicht die Fahnen des NSRL., sondern die leuchtend rotweißroten Banner der Hitler-Jugend, die neben den Fahnen des Groß- - - cn9nr» ^inhPr murhen für Geislingen: Württemberg - Ostmark 8:9 (4:4) n. 23. hettsamt vorgenommen. Alle Kinder n)“röe5nf'ur i ßeiDüa" Sachsen __ Bayern 15:8 (5:4) aufnahmefähig erklärt.— Für die Gemeinden Allen- $ßeHfa(ßn — Mitte 7:5 (3:3) n. 23. N°HM°N°1? dar-n'Ll. D^LLtsichen Opp-ln- Schlesien - Pommern 8:5 (5:2) und praktischen Arbeiten wurden mit viel Eifer und Hessen — Sudwesl mif 7:4 (2:3). Bei einer Arbeitstagung der Betriebssportwarte des Kreises Wetterau der NSG. .Kraft durch Freude" im Haus der Deutschen Arbeitsfront gab das KdF.-Sportarnt einen Rechenschaftsbericht über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit und einen Ausblick für die zukünftigen Aufgaben. Im Auftrag des Kreisobmannes der DAF. sprach Kreissachbearbeiter Schmidt über Erziehung und Ausrichtung und stellte klar die großen Aufgaben der Zukunft heraus. Kreissportwart Fel d h u s gab die Richtlinien für die kommende Jahresarbeit bekannt. Die Vorarbeiten für den „Sportappell der Betriebe" sind im vollen Gange. Die Männer tragen wieder den I. und II. Teil in den verschiedenen Betriebsklassen, unter Hinzuziehung der Altersklassen, aus. Neu ist auch in den Austragungsbedingungen die Beteiligung der Frauen für dieses Jahr. Für die Durchführung ist die Zeit vom 15. Mai bis Ende Oktober angesetzt, die' Ausschreibungen erscheinen Mitte März. Dem bis jetzt gezeigten Interesse nach zu urteilen, ist in diesem Jahre mit der doppelten Beteiligung zu rechnen, was natürlich einen weiteren Ausbau der Kampfrichterorganijationen erfordert. Erstmals findet auch in diesem Jahre eine sportliche Prüfung der Teilnehmer am Handwerker- Wettkampf, bestehend aus einem Hochsprung, Medi- zinballstoßen und 1000-Meter-Geländelauf, statt. Die erzielte Leistung wird nach Punkten gewertet und kann somit entscheidend in die Gesamtwertung ein- greifen. Neu ist auch die Aufstellung von Mustergruppen, die, durch Kreis- und Gauentscheidungen gehend, beim Wettbewerb der KdF.-Reichstagung in Hamburg, anläßlich des „Tages des Sports" in Erscheinung treten. Den Mustergruppen wird die Aufgabe gestellt, in einer festgelegten Zeit eine Vorführung zu zeigen, die werbend für den Betrieb der Leibesübungen ist und die unter dem Leitgedanken steht: „Schaffendes Volk treibt Leibesübungen". Einen großen Auftrieb hat auch der Lehrlingssport in den Betrieben erfahren, der innerhalb der Arbeitszeit, wöchentlich 2 Stunden, nach den Richtlinien der Reichsjugendführung in Zusammenarbeit mit dem Sportamt der NSG. „Kraft Die Ungewißheit, die über dem Ausgang aller' Vertretung des Gaues Südwest erfolgreich, sportlichen Wettkämpfe liegt, zeigte sich auch bei Sieg der Hessen war zweifellos verdient, der Vorrunde um den Adlerpreis, die am Sonntag Mannschaft wartete mit einer vorzüglichen nach dem Ausscheiden Ostpreußens sechzehn Mann- samtleistung aus und hatte ihre Stutzen in chaften antreten ließ. Diesmal gab es aber gleich ausgezeichneten Torhüter Merget (rzulda) und den eine große Sensation durch das Ausscheiden des Nationalspielern Brohm (Fulda), Siebje (Äaijel), (Ludwigshafen) das erste Tor und zehn Minuten später erhöhte Becker (Pfungstadt) auf 2:0. In den restlichen Minuten bis zur Pause fielen noch drei weitere Treffer. Durch Eichhorn (Arolsen) und Lange (Hanau) glich Hessen zunächst aus, bann ergab ein von Obermark (Frankfurt) verwandelter Freiwurf die 3:2-Pausenführung für Südweft. Nach Seitenwechsel beherrschte Hessen klar die Lage. Wiese (Kassel) sorgte für den Gleichstand und durch । drei Trefter von Eichhorn zogen die Gäste auf 6:3 I davon. Als May noch ein siebtes Tor warf, war I der Kampf entschieden. Erst in der Schlußminute 'erzielte Südwest durch Obermark den vierten Ge- sch?enenen^Sonqesbri:der^ Der zweite Teil Abends Hessen. Baden Ostmark. Sachsen, Westfalen. Ber- jajienenen 0 lin-Kurmark, Niederrhein und Schlesien. deutschen Reiches den Ort verschönen. Unsere Sport, juqend aus 33 Gebieten — es fehlen nur die Gebiete Hamburg und Nordsee — ist in einer Starke von rund 1100 Teilnehmern mit 200 Kampfrichtern vertreten. Das Werdenfelser Land weist in den Bergen durchweg gute Schneeverhältnisse auf. Der Rießer See besitzt eine feste Eisdecke, so daß die sportliche Abwicklung der Kämpfe gesichert erscheint. Die Organisation liegt in den Händen von Obergebietsfuhrer Dr. Schlünder, dem Chef des Amtes für Leibesübung in der Reichsjugendführung. Im Olympia-Schiftadion erledigten am Dienstag die Hitlerjungen der Klaffen A und B sowie die Jungvolk-Springer ein Ausscheidungsspnngen, wo- bei lediglich 15 unter 100 Hitlerjungen ausschieden; bei den Jungvolk-Springern bewiesen alle ihre Qualifikation. Im Olympia-Eisstadion begann der Pflichtlauf des Jungvolks und der Jungmädel im Kunstlaufen. 24 Jungmädel und elf Pimpfe bestreiten am Mittwoch ihre Kür. Die ersten Entscheidungen im Eisschnelläufen fielen auf dem Rießer See m Gegenwart des Reichsjugendführers. In Klaffe A der HI. gewann Uhlig (Düsseldorf) den 500-m-Lauf in 59,5 Sekunden. Am Nachmittag wurden im Olympia-Eisstadion die Eishockey-Dorrundenkämpfe der JV. und der HI. durchgeführt. Der Eckiwellmeister Bradl. W n ■ ■■?<< G Der 21jährige Salzburger SA.-Sturmführer 'Josef Bradl gewann in Zakopane den Sprunglauf und damit die Schi-Weltmeisterschaft. Hier wird der lachende Sieger nach feinem Erfolg von einem Einheimischen in der schmucken Landestracht beglück, wünscht. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) Finnen-Seg in Lillehammer. Bei strahlendem Sonnenschein, der aber bei der 6 Grad kalten Luft der guten Schneedecke nichts anhaben konnte, wurde am Dienstag bei den VI. Akademischen Weltwinterspielen der 5 X 8-km-Stafsel- lauf in der Nähe von Lillehammer ausgetragen. Die beiden Schleifen der in Form einer „8" gelegten Rennstrecke wiesen die typischen Unterschiede der „finnischen" und „norwegischen" Strecke auf. Die „norwegische" Schleife führte über ein mit Abfahrten durchsetztes Gelände, während die „finnische" Strecke keine wesentlichen Höhenunterschiede zeigte. Die Staffel ging ohne deutsche Beteiligung vor sich und entwickelte sich zu einem Kampf der skandinavischen Länder, in den die Franzosen vergeblich einzugreifen versuchten; sie gaben beim vierten Wechsel auf. Finnland siegte in 1:46,38 Stunden vor Norwegen (1:51,14) und Schweden (1:54,54). Mn liir itiemnssiiiiliieitlsiali tiefen Die Deutsche irheilslront Zwecks Gründung einer ®ox-J16teilun6 Meineioschah „Uralt durch Freude“ 1270D Zeitungs- Nuf 80 können 8I< Wir führen einen zusätzlichen Sonderzug Straft im Text anzeigen durch zeitgemäße, gepflegte Einprägsam in derForm Werbedrucksachen Wirksam in der Farbe zur Aultiinebil-Ausslellung nach Berlii «rühl*sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 Nachdruck betboten Ohne Gewähr 21. Februar 1939 15. ZiehungStag Ön der heutigen Dormittagäziehung wurden gezogen 210247 218329 223506 1000 RM. 30559 12760 368526 386941 85309 95070 98259 110251 124929 127201 Volksbildnnfissl&ite Gießen in der NSG. .Krall durch Freude und NSD.-Oozenlenhund 190 Gewinne zu 300 RM. 4659 5172 7898 9621 18907 23367 27753 28538 33763 38708 43446 4546t Lm Rahmen der von der Volksbildungsstätte und dem Dozenten 54516 61771 62022 69822 49316 53123 53645 54420 bund durchgeführten Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst VrJb“ enriold ..r» V___H____ .1____ CI * <1 ■_____ . rx«,x 72579 73423 74033 86193 88928 97131 am Volk“ spricht am Freitudem 24. Februar 1939. 20.30 Uhr. im Hörsaal 41 des Vorlesungsgebäudes, Ludwigstraße Prof. Dr. Götze über: 1282^ rnvtt Bei einem Eintritt von 10 Pf. sind alle Volksgenossen herzlichst eingeladen. 1271D Außerdem wurden 4626 Gewinne zu le 150 RM. gezogen. 198206 251295 270036 335140 171181 288307 174726 236289 268268 320196 142023 157284 263983 320887 354973 121325 149344 167494 224824 241386 265117 272082 282781 307139 319837 363171 384285 124861 150805 170378 225534 249477 265804 272248 283670 309025 340923 366523 152077 210735 254699 301716 152568 216752 289055 330577 369163 60129 161009 233459 263931 319281 102787 131508 159644 197257 232520 262915 269376 280786 298653 316969 356870 375863 146560 168966 281865 324826 363436 119819 139590 160693 217187 233675 263212 270707 281385 303041 319536 359472 382789 113695 206248 254596 297054 150906 195282 288573 329363 - 368614 126009 153999 189983 227644 259582 266409 277150 285066 314005 349016 367844 37799 156223 218686 260089 315560 132513 156768 246391 307348 340574 155329 221146 296911 334074 126349 157103 195694 232244 262185 267326 277993 291404 315468 352170 372143 294064 303559 62 Gewinne zu 95803 100279 „Familien-Namen der Heimat“ 92 Gewinne zu 500 RM. 4515 15312 22626 33964 39685 42112 52778 62462 80401 82336 83079 Tonnerotag,den23.Februarl939, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Lrt und Steife (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungs- lokal, Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: gut unterstützen Nur so Berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die 2 Gewinne zu 10 000 RM. 101822 2 Gewinne zu 5000 RM. 250831 Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 • Telefon 3239. 4 Gewinne zu 3000 RM. 34558 240098 - - ' --- moT* •>««« 146314 22 Gewinne zu 2000 RM. 34513 199339 199732 ------ Gewinnauszug 5. 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Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 1 000 000 NM, 2 zu je 200 000, 2 zu je 50 000, 8 zu je 30 000, 6 zu je 20 000, 56 zu je 10 000, 74 zu je 5000, 160 zu je 3000, 460 zu je 2000, 1438 zu je 1000, 2404 zu je 500, 4802 zu je 300 und 105 586 Gewinne zu je 150 NM.