* Nveih, Wh I Eil,: L^r. 25. Dr, rt^nb , !* .l«in« ‘b eine Dor6e, n'gnisi "d An- JftlQfllt nl und ^Qfllen Mia. habe? ch. rt a.®. ch unter teitsoer. sucht w 1 v« N flf '«gleiten, H der loriotu «fe; ks init* entnahm Beiterijin hbetniar N Eesamt. 3rer MAST rtennunj von jetin t gehait, der An- Härte, ein Angell-Hein Bien selgt- geringere it anheim, rechte ad- um einen i nach V- in jnsi n schuld!? fthalis- ie bürger- Dauer dos Mt 'S "K rf w i 1 $0«^ ■ K-W ;;»x- »■}£ A raubt" UlüHtr* e umnuP ■n »P fW? )»«4J tten W lurts-f Mant D? ? B-dch ieb. N, itnia^nc^ »erreiche Lchgesl«' luljaal d» nia htrp geschmü^ ruppe hi'! -zlich f dem Tc; OrtJR ^ichnendo! nden W MahM! m w die W er ubW w; $ S S 'S m.299 Erste? Blatt Donnerstag, 2i. Dezember 1939 189. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche Univerfitütr-ruckerei R. Lange in Gietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrafte 7 Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Lrjchemt täglich, anher Sonntage und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gienener Familienblatter Heimat im Bild Die öcholle Monatr-Vezug§pret§: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: jftantturi am Main 11686 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8ft,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. liegt der Fall ganz lind Kriegs's chi f f e und als solche von uns behandeln. Die Gewässer um England sind ände ausgebrochen. Insgesamt Br Stellen e ringe und Schellfische zu fangen. In Wirklichkeit liegt der Fall ganz anders. Die Vorpostenboote ssriegsgebiet, und wer sich darauf hinaus- öagt, weiß, daß er gewärttg sein muß, zum Opfer Neptuns zu werden. England selbst hat seine Fischerflotte ausdrücklich in den Dienst des Krieges gestellt Am 30. November erließ die britische Admiralität einen Aufruf, der ie Fischer aufforderte, Kriegsdienste zu tun, und Kampfflugzeuge vom Typ WickersDellinglon festzustellen sind. Von Der Deutschen Luftwaffe Drei weitere britische Vorpostenboote versenkt. Oer Wehrmachisbencht vom Mittwoch. Große Erfolge unserer Luftwaffe in der Nordsee. Berlin. 20. Dezember. (DRV.) Das Dbet- kvmmando der Wehrmacht gibt bekannt: An mehreren Stellen der Westfront gelang es eigenen Spähtrupps, in die feindlichen Stell unten einzudringen und dabei eine Anzahl Gefan- gmer zu machen. Die deutsche Lusl mässe führte unter schwie- Wen Wetterverhältnissen Erkundungen und iingrisse gegen Seeziete in der Ikord- !«e durch. Nach den bisherigen JeststeUungcn wur- Ifn dabei vier Schisse britischer leichter Seefkreit- (täfle durch Bombentreffer zerstört. Lm deutsches ilisNärungsslugzeug griff ein grohes britisches jlugbool an und brachte es ,um Abflur,. 3n den listen drei Tagen hat die deutsche Luftwaffe 2 3 Schisse der britischen vorpvst-nslrei,- lräste vernichtet, u. a. „Pearl • Jtero Ehoice", „Eilend wray". „Evelina, Sed- l-Ily". „Trinity". Vie Verluste der Briten in der cust- !chlacht vom IS. 12. haben sich um ;wei »eitere AIug;euge erhöh«, so daß als seind- Ich« Lesamtverlust« dieses Tages nunmehr 3 Rückzug -er Finnen an der Peffamo-Front Starke russische Fliegertätigkeit über ganz Südfinnland. gegen deutsche Apparate angehen mußten, die ja .bekanntlich ungleich rascher und leichter manövrierbar" seien ... Wir haben erfahrungsgemäß keinen Grund, dieses ungewollte Lob der Messerschmitt-Maschinen zu schmälern. Sich in die widersprechend suggerierten Köpfchen der Engländer hineinzudenken, ist indessen wirklich nicht ganz einfach. Kapitän zur (See Hans Langsdorfs gestorben. Berlin. 21. Dez. (DRV.) Das Oberkommando der Kriegsmarine keilt mit: Der Kommandant des Panzerschiffes ..Admiral Gras Spee", Kapitän zur See Hans Langsdorfs, wollte den Untergang seines Schisses nicht überleben. Getreu althergebrachter Ueberlieferung und im Sinne der Erziehung des Offizierkorps, dem er fast drei Jahrzehnte angehörl hatte, faßte er diesen Ent- schluß. Nachdem er seine ihm anvertraute Besatzung in Sicherheit gebracht hat. sah er seine ihm gestellte Aufgabe als gelöst an und folgte seinem Schiss. Die Kriegsmarine versteht und würdigt diesen. Schritt. Der Kapitän zur See Langsdorfs hat damit als Kämpfer und Held die Erwartungen erfüllt, die sein Führer, das deutsche Volk und seine Warme auf ihn setzten. Englands Handelskrieg gegen die Neutralen. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für die dänische Schiffahrt. auf D e ck mit sich führt, da es sich gezeigt hat, daß es bei Schiffsuntergängen oft unmögkich ist, die Rettungsboote schnell genug auf Wasser zu setzen. Die Flöße sollen ausgerüstet sein mit Trinkwasjerbe- hältern, Proviantvorräten in wasserdichten Verpackungen, Verbandstoffen, stärkenden Medikamenten, schmerzstillenden Mitteln und drei kompletten Seemansausrüstungen Außerdem wird ein besonders konstruiertes Karbidfeuer vorgeschlagen, das sich selbsttätig entzündet, sobald das Floß das Wasser berührt. Auf diese Weise würde dafür gesorgt sein, daß ein begleitendes Schiff das treibende Floß auch nachts wahrnehmen kann. Zur Vervollständigung der Sicherheitsmaßnahmen würde jedes Floß noch batteriegespeiste Signallampen mit sich führen. Bei Terschelling auf Mine gelaufen unD gesunken. Amsterdam, 21. Dez. (DRV. Funkspruch.) Auf der höhe von Terschelling, der westlichsten der westfriesischen Inseln, ist ein Schiff von bisher unbekannter Nationalität auf eine Mine gelaufen und innerhalb von 10 Minuten gesunken. Wie man annimmt, ist die Besatzung des Schiffes durch ein in der Nähe fahrendes, gleichfalls der Nattonalität nach unbekanntes Schiff gerettet worden. Ein holländisches Rettungsboot ist auf die Nachricht vom Absinken eines Schiffes zur Hilfeleistung ausgefahren, mußte aber unverrichteter Sache zurückkehren, da von Schiff und Besatzung nichts mehr zu sehen gewesen sei. Rettung abgeschoffener englischer Flieger. Die Ritterlichkeit deutscher Soldaten. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Am 19. Dezember geriet, wie schon der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht bekanntgab, ein deutsches Aufklärungsflugzeug mit einem großen englischen Flugboot in einen Lustkampf, in dessen Verlauf das englische Flugboot in Brand geschossen wurde und in Flammen auf die See herunlerstürzte. Daraus sandte der deutsche Flieger 505-Rufe, um die englischen Kameraden, die sich sehr tapfer geschlagen hatten, zu retten und er- Amsterdam, 20.Dez. (DNB.) Die holländische Morgenpresse am Mittwoch berichtet wieder von einer ganzen Anzahl von Schiffsversenkungen. Zu den bereits bekannten Verlusten erfährt man die Namen weiterer durch deutsche Flugzeuge versenkten Vorpostenboote: „Aktive" (185 Tonnen), „Ocean" (244 Tonnen) und „Astros" (275 Tonnen). Ein deut- fches Bombenflugzeug, das über der Nordküste der Shetland-Inseln gesehen wurde, griff sechs Minensuchboote an. Eins der Boote erreichte die Inseln mit zwei Toten an Bord. Die Mannschaft berichtete, sie habe Rauch von einem anderen brennenden Minensuchboot aufsteigen sehen. I* ■ . * Die Aktivität der deutschen Kriegführung zur See >eigt sich u. a. darin, daß die britischen Vorposten- streitkräste vernichtet und vertrieben werden. So stnd nach dem OKW.-Bericht vom 20. Dezember ^ innerhalb von drei Tagen nicht weniger als 23 inttische Vorpostenschiffe durch die deutsche. Lust- «affe auf den Meeresgrund geschickt worden. In England, wo die Piraterie, wenn sie durch britische Streitkräfte betrieben wird, als selbstverständlich md dem Britengott wohlgefällig angesehen wird, ivo man aber sofort' in humanttätsphrasen sein Leid ausheult, wenn die deutsche Abwehr solche Sorniertheit züchttgt, wo ein Ehrenmann wie Chamberlain die tapfere Besatzung des „Adynral Aras Spee" als „Piraten und Plünderer" zu ver- iSumden wagt, in diesem bigotten England herrscht iber die neueste Angriffstaktik der deutschen Lust- vaffe heulen und Zähneklappern. Die W e g - läumung der Vorpostensicherung zur See durch deutsche Unternehmungslust wird natürlich als direkte Bedrohung der Insel gefühlt - llber die britische Lügenpropaganda verbreitet trä= ü entlief ende Meldungen, wonach die bösen Deut- | !chen harmlose Fischerkutter versenkt hät- len, deren Besatzung nichts anderes getan, als he- K o p e n h a g e n, 20. Dez. (Europapreß.) „Die vielen und schmerzlichen Verluste der neutralen Schifffahrt auf den Nordseerouten haben den Zugang an Seeleuten ganz natürlich begrenzt. Deshalb haben auch mehrere Schiffe im Augenblick Schwierigkeiten, ihre Mannschaften zu bekommen." Mit diesen Worten umreißt „Politiken" am Mittwochmorgen die Lage der neutralen, in erster Linie der dänischen Schiffahrt. Aus der Darstellung geht weiterhin hervor, daß die U n k o st e n der dänischen Reedereien fast stündlich ansteigen und daß man weiter bei der Uebernahme neuer Verpflichtungen auf dem dänischen Frachtenmarkt überaus zurückhaltend und vorsichttg ist. „Die Tonnage- kn a p p h e i t macht sich daher auf fast allen Markten ständig mehr geltend", schreibt das Blatt weiter Die Kriegsoersicherunasprämien für Schiffe in Kohlenfahrt nach England sind auf das Doppelte gestiegen, und die verlängerte Schiffsroute und unvorhergesehene Aufenthatte haben zur Folge, daß die K o h l e n f r a ch t s a tz e weiter an st eigen. Seit Beginn dieser Woche werden jedoch kaum Geschäfte abgeschlossen, obwohl die Nachfrage sehr stark ist Mit dem Untergang der beiden dänischen Fracht- bampfer „23 o g o e" (1950 Tonnen) und „31) 11 e ‘ (2750 Tonnen) hat sich die Zahl der Todesopfer des englischen Krieges aus den Reihen der dänischen Seeleute aus 83 erhöht. Von der „Bogoe fanden 14 non 17 Mann der Besatzung den Tod und bei der Jytte" verunglückten zehn von achtzehn Mann. In beiden Fällen rechnet man mit M i n e n s p re n - au n q en. Die „Bogoe" befand sich auf dem Wege nach Schottland, wo sie Kohlen für Dänemark laden sollte. Die ,Zytte" befand sich mit emer englischen Kohlenfracht an Bord auf dem Wege nach Schweden. Der Ausschuß zur Prüfung neuer Sicherungs- möalichkeiten für die dänische Nordseeschiffahrt hat dem Seefahrtministerium Vorschläge gemacht, von denen man annimmt, daß sie noch heute durch eine Anordnung des Ministers in Kraft gesetzt werden. Dänische Dampfer sollen in Zukunft auf ihren Nordseefahrten von großen Fischkuttern be- al eitet werden. Damit wurde man J>ief Web Lngöboote stets im Wasser haben". Man ist sich tm Haren darüber daß eine solche Vorkehrung die t^ahrt der Dampfer oerlangsamen, ihre Sicherheit jedoch erhöhen muh Weiter, fordert man. dah jeder Dampfer m Zukunft zwei ’Rettungsflo&e könne man annehmen, daß im Lause des Tages mehr als 200 feindliche Flugzeuge über Finnland erschienen seien. Auch Die finnischen Flieger seien sehr aktiv gewesen. Gemeldet werden Aufklärungsflüge und Bombenangriffe auf militärische Ziele der Sowjetrussen. Insgesamt seien 20 russische Flugzeuge abgeschossen worden. Keinerlei Benetzung der norwegischen (Grenze. O s l o, 21. Dez. (DNB. Funkspruch.) Aus Kirkenes wird gemeldet, daß von den norwegischen Grenzpatrouillen keinerlei Verletzung der norwegischen Grenze berichtet wurde. Die Grenzpatrouillen bestätigen auch, daß die am weitesten vorgeschobene sowjetrussische Stellung sich bei dem finnischen Dorf Nautsi befindet, nahedem südlich st en Punkt der Grenze zwischen dem östlichen Teil der Grafschaft Finmark und Finnland. Die Nacht und der Tag verliefen ruhig. Es herrschen sehr kalte S ch n e e ft ü r m e. Die intensive sowjetrussische Tranporttätigkeit hält jedoch an. Die Engländer haben sich immer noch nicht an- gewöhnt, für ihre Lügen einheitliche Sprachregelungen auszugeben. Bis vor kurzem waren Die deutschen Messerschmitt-Maschinen für sie noch plumpe und ungelenke Kisten, die beim ersten Schuß wie ein Stein ins Meer fielen, lieber den großen deutschen Luftsieg bei Helgoland, bei dem unsere Messerschmitt-Jäger mindestens 36 britische Flugzeuge nicht zuletzt auf Grund ihrer Ge- lenkiakeit und Geschwindigkeit abschossen, berichtete der Londoner Rundfunk: „Man will uns einreden, daß die englischen Flugzeuge wie eine Schar auf» gescheuchter Vögel auseinanderflatterten — und ausgerechnet do r den Messerschmitt- Maschinen, die noch nie bewiesen haben, daß sie den englischen und französischen Maschinen gewachsen sind." Ganz anders sieht die Dinge freilich der Luftberichterftatter der „Time s", der die gewaltige britische Schlappe in diesem Kampf mit der Feststellung entschuldigt, daß die britischen Flugzeuge Helsinki, 21. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Wie die Finnen berichten, hoben die Russen am Dienstaa ihren Angriff auf der Karelischen Landenge fortaesetzt. Ihre Infanterie sei durch schwere Artillerie-Vorbereitung und mehrere hundert Tanks unterstützt worden. Der Feind habe beträchtliche Verluste erlitten. An der Petsamo-Front hätten sich Die finnischen Truppen bei Kornet- ti j ä r v i zurückziehen müssen. Die russische Flotte und Luftwaffe hätten am gleichen Tage d i e Küstenbatterien bei Koivjsto angegriffen. Auch habe am Dienstag die bisher lebhafteste Lufttätigkeit feit Ausbruch der finnisch-russischen Feindseligkeiten stattgefunden Russische Flugzeuge hätten das Operationsgebiet auf der Karelischen Landenge und nördlich des Ladoga-Sees angegriffen. Sie feien ferner i n das Innere des Landes eingedrungen und hätten Turku, Sortavala, die Umgebung von Helsinki, Hangö sowie die Küste Südfinnlands bombardiert, wobei zahlreiche Personen getötet worden seien. Auch seien an verschiedenen ler Marinesachoerständige des „Daily Telegraph" hilderte mit ausführlichem Zahlenmaterial, wie chr die großen Fifcberkutter im Weltkriege als Mi- ensuchboote der Kriegsmarine geholfen hätten In iejem Krieg habe die britische Admiralität zunächst 0 solcher Boote eingestellt, dazu seien aber infolge es Hilferufes Winston Churchills noch 67 große ?ifd)erfutter gestoßen Sie seien in den Dienst der Admiralität getreten, ihre Besatzung sei als Kriegseiatzung zu betrachten Unzweifelhaft bilden also ie englischen Fischerkutter einen B e st a n d t e i l er englischen Kriegsmarine. Das jetzige Geschrei der Briten ist daher böswillig und ver- bgen. Es ist auch nach allen Erfahrungen aus dem Beltkriege anzunehmen, daß sie nicht nur Minen suchen, sondern daß sämtliche britischen Fischkutter als Vorposten fungieren, d h auf der Wacht flegen den bösen Feind stehen und sofort Alarm shlaaen, wenn dieser sich zeigt. Die Versenkung der drittschen DorpostensLreitkräfte durch deutsche Waf- fcn ist also durchaus kriegsgemäß. Die kriten mögen darüber stöhnen, aber daß sie diese glaubte und notwendige Kriegshandlung jetzt, da fle englische Interessen verletzen, als unmoralisch artprangern zeigt nur die hoffnungslose Verfilzung Don Heuchelei und Lüge, die Englands Politik auch svnst aufweist. E-s- „Tödlicher Ernst." Der englische Ministerpräsident Chamberlain hat bei seinem mehrtägigen Aufenthalt in Frankreich so ziemlich mit jedem verhandelt und beraten, der in Frankreich auf einem maßgeblichen Posten steht. Außer zwei längeren Besprechungen mit Ministerpräsident Daladier gab das obligate Frühstück in Paris Gelegenheit zu ausführlicher Besprechung mit der französischen Regierung. Außerdem aber traf er in den rückwärtigen Teilen der Maginot-Linie mit dem französischen Oberkommandierenden, General G a m e l i n , zusammen, der ihn dann auf der Rückfahrt nach Paris begleitete. Dort erfolgte bann em neuer Kriegsrat, an dem außer dem französischen Regierungschef und Game- lin auch noch die Chefs der drei Waffengattungen teilnahmen. Wir w'ffen nicht, welche Gefühle Herrn Daladier beseelten, als er dem Kollegen aus London feine — Glückwünsche zu den Erfolgen der englischen Krieaführung aussprach; die Empfindungen des Gebenden und des Empfangenden dürften angesichts der rauhen Wirklichkeit dabei ziemlich gleich gewesen sein Denn daran kann kein Zweifel fein, daß Chamberlain nicht nach Frankreich gekommen ist, um die untätig Herumliegenden englischen Tvuppen zu bewundern. Der eigentfidjc Anlaß zu der Reise bestand darin, den französischen Bundesgenossen zu einer lebhafteren Kampftätigkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu animieren, wie das von jeher englische Sitte gewesen ist. In diesem Punkt aber ist Chamberlain und sein für alle Fälle mitgebrachter Außenminister Lord Halifax auf französische Wünsche gestoßen, die den englischen gleichen wie ein Ei dem andern. In beiden Ländern wird die Kriegspolitik und die Kampftätigkeit immer offener einer so scharfen Kritik unterzogen; wie es die radikale Zensur in London und Paris nur irgendwie zuläßt. Schärfe und Umfang dieser Kritik, an der sich nicht nur Pressevertreter, sondern in zunehmendem Maße auch militärische, wirtschaftliche und technische Sachverständige beteiligen, läßt sich daraus entnehmen, daß die Blätter vor allem in Frankreich mit immer zahlreicheren Zensurlücken erscheinen; ja zuweilen sind die Artikel so stark verstümmelt, daß die stehengefrliebenen Reste überhaupt keinen Zusammenhang mehr erkennen lassen. Es ist klar, daß diese planmäßige Verhinderung einer Unterrichtung des Volkes in England und Frankreich steigende Beunruhigung und Mißtrauen zur Folge haben. Der Kriegsrat der Entente in Paris ist mithin in einer Atmosphäre verlaufen, die zwar die beiderseitigen Ermunterungen zu verstärkter Kampftätigkeit durchaus begreiflich erscheinen läßt, aber selbst zu dem bescheidensten Glückwunsch nicht den geringsten Anlaß boten. In diese Atmosphäre hinein schlug reichte, daß drei Rettungsboote zur Suche nach dem englischen Flugboot ausliefen. Damit ist die ritterliche Kampfesweise deutscher Soldaten wieder einmal unter Beweis gesteift. Ist der Gegner kampfunfähig gemacht, dann wird dafür gesorgt, daß ihm Hilfe zuteil wird. Aehnlich wurde auch während des großen Luftkampfes über Helgoland verfahren, wo noch während des Gefechtes deutsche Flugsicherungsschiffe und Flugzeuge unterwegs waren, um abgeschossene englische Flugzeugbesatzungen in Borkum an Land zu bringen. Oberstleutnant Schumacher. \ ■ i u » / • - n Oberstleutnant Schuhmacher, der Geschwaderchef der deutschen Jäger, die über der Deutschen Bucht im Luftkampf 36 moderne britische Bomber abschossen, ist 1896 in Rheine i. W. geboren, trat am 14.8. 1914 als Kriegsfreiwilliger bei der Ersatzabteilung Feldartillerieregiment Nr. 7 ein. Im Jahre 1916 trat er zur Kriegsmarine über, wo er am 16. März 1918 Leutnant zur See wurde Im Weltkrieg erwarb er sich das E K. II und das Flieger-Beob- achter-2lbzeichen. Am 22. November 1919 schied er aus dem Wehrdienst aus. Am 1. Mai 1934 wurde er wieder Soldat. Am 1. Mai 1936 wurde er zum Major und am 1. Oktober 1939 zum Oberstleutnant befördert. Nach dem erfolgreichen Lustkampf erhielt er das E. K. I. (Bild: Scherl-Bilderdienst-M^ dann die Meldung von der großen Luftschlacht bei Helgoland mit dem Verlust von mindestens 36 modernsten englischen Bombern und mindestens 170 ausgebildeter Flieger. Der französische Regie- runasckef dürfte noch während der Verhandlungen durch den eigenen Nachrichtendienst davon unterrichtet worden sein, daß die Engländer sich selbst am zwtziten Tage nach der Schlacht noch nicht zur Herausgabe eines Berichtes entschließen konnten, daß dafür aber die englische Presse fortfährt, das Seegefecht von der La-Plata-Bai in einen englischen Erfolg umzulügen und hinsichtlich der Luftschlacht zu behaupten, es sei gar nicht der Zweck gewesen, deutsche Objekte zu bombardieren, sondern nur — Demonstrationsflüge auszuführen! Hinzu kamen die Meldungen über die Versenkung von einem Viertelhundert englischer Schiffe der leichten Seestreitkräfte, der Vorpostenboote usw. Insgesamt ist also für England das Wort Ehamberlains aus seiner letzten Unterhausrede auf erschreckende Weise wahr geworden, als er von dem „tödlichen E r n fl" der Situation sprach. Wie die Entente Glück- wünsche und Erfolgslügen mit diesem tödlichen Ernst vereinen will, das bleibt allem Anschein nach den beidorsettigen Lügenministerien überlassen. Es ist nach allen bisherigen Erfahrungen, wie sie sich in der langen Liste etwa der Gesamtverluste der Entente widerspiegeln, dafür gesorgt, daß die Lage für die Kriegsvertreter noch viel ernster, Glückwünsche noch viel weniger angebracht und faustdicke Zwecklügen noch notwendiger werden. B. R. Dampfer »Columbus- von der eigenen Besatzung versenkt. Neuyork, 20.Dezember. (DHB.) Der llebersee- dampfer „Columbus" wurde, um der drohenden Aufbringung durch ein feindliches Kriegsschiff zu entgehen, von der Besatzung versenkt. Die Mannschaft und die Fahrgäste wurden von dem USA.-ßreujet „luöcaloofa“ übernommen. Im Golf von Mexiko, in jener Gen end also, wo der Genuese Columbus einst als erster Europäer den Boden der neuen Welt betrat, ist das große deutsche Fahrgastschiff „Columbus" von seiner eigenen Besatzung versenkt worden. Das Bedauern über das unvermeidliche Ende des schönen Schiffes, das so vielen deutschen Reisenden und ausländischen Freunden unserer Schiffahrt in bester Erinnerung ist, mischt sich mit der Genugtuung darüber, daß der „Coluntbus" nicht in Ferndeshand fiel. Der „Columbus" ist nicht der erste deutsche Ozeandampfer gewesen, der in diesen Monaten den freiwilligen Untergang der Kaperung durch englische Piraten vorgezogen hat. Auch das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" wählte, um nicht interniert zu werden, diesen Weg. Es ist ein Prinzip unserer Kriegführung, dem Feinde zu schaden, wo immer es geht. Ein indirekter Schaden ist es auch, wenn gerade der Raubstaat England auf erhoffte Beute verzichten muß. Denn jede Tonne fremden Schiffsraums, di« den britischen Piraten entgeht, obgleich sie mit ihr gerechnet haben, ist für England ein schwererer Verlust als für uns. Die Existenz des britischen Inselstaates ist abhängig vom ungehinderten Seeverkehr und von dem Besitz einer großen Handelsflotte, sie ist im Kriege sogar darauf angewiesen, auch über wesentliche Teile des feindlichen bzw. neutralen Schiffparkes zu verfügen. Anders als durch Raub läßt sich di« Einfuhr an Lebensrnitteln unö kriegsnotwendig«n Rohstoffen für Eng- land gar nicht bewerkstelligen. Die Politik der Londoner Krämer beruhte vollständig auf dem Gedanken, den geplanten Blockadekriea in erster Linie mit Hilfe fremder Schisse und Menschen zu führen. In diesem größeren Zusammenhang ist die Versenkung des „Columbus^ für England kein geringerer Schlag als die glücklich« Heimkehr der „Bremen". H. Ev. Schweizer Weihnachtspakete für deutsche Kriegsgefangene. Genf, 21. Dezember. (Europapreß.) Weihnachtspakete an bi« deutschen Kriegsgefangenen i n Frankreich sind am Mittwoch auf Grund einer Weihnachtliche Einkehr. Aus Briefen eines Flugmeldepostens. P.K. Nun bin ich schon seit drei Wochen hier vorne. Nur ein Tal trennt uns von den Stellungen der Franzosen. Wenn nicht, fast mit Regelmaß, tagtäglich die Granaten über uns hinweg orgeln würden, weiß Gott, man könnte nicht das Gefühl haben, im Kriege zu leben. Es ist ein liebliches Tal da vor uns, wenn ich über die Kanzel hinunterschaue. Ein Bach fließt durch Wiesen hindurch, manchmal funkelt die Sonne hinein, und dann glitzert und gleißt es auf, wie tausend blanke Dukaten. Mitten darin steht ein freundliches Bauernhaus. Dunkel nur ragt der erloschen« Kamin aus dem Dach, und die offenen Stalltüren künden von einem eiligen Aufbruch, von der Räumung dieses Gebietes. Als ob sich die Fronten dieses Idyll erhalten möchten, hier ist alles noch unversehrt. Keine Granate pflügte hier den Boden, Rostig und schwer liegt der Pflug des Bauern in der schwarzen Erde. Er liegt noch oa, wo nach wenigen Furchen Pflugarbeit der Bauer ausspannen mußte. Hoffentlich bleibt uns dieses Bild des Friedens erhalten. Es zeigt uns. den ganzen Irrsinn auf, der im Angriff der westlichen Demokratien auf unsere Grenze hegt. Die Menschen dort drüben fühlen das auch. Sie haben gemerkt, daß wir von ihnen nichts wollen, daß wir der Landschaft den endlichen Frieden gönnen. — Heute haben wir in unserem Bunker einen Adventskranz gebunden. Da haben alle mitgewirkt, um mit mehr oder weniger geschickten Händen die Tannen- und Kiefernzweige mit Draht oder Bindfaden zusammenzubinden. Einer hat stillschweigend von seiner Klampfe die Bänder heruntergenommen. Nun sind sie fein bunt um den grünen Reif herum- geschlungen und geben allem ein festliches Gepräge. Er ist genau gesehen nicht schön, längst nicht so schön, wie der Kranz, den wir immer zu Hause haben. Doch sind wir alle die großen Kinder geblieben, die sich gerne am Abend oder nach der Ablösung um den großen Tisch setzen. Da brüllt der Ofen in der Ecke, leicht schauckelt unser Adventskranz an der Decke. Da sitzen wir so gemütlich zusammen und schreiben unsere Briefe ... Der Wilhelm hätte nach Hause gehen können. Er ist vom Jahrgang 1892. Aber er hat sich sofort freiwillig gemeldet und wir freuen uns all« fo darüber. Es ist hier bei uns ganz ruhig geworden. Kaum, daß wir einmal den Einflug einer Feindmaschine melden können. Aber tagtäglich erleben wir den Einflug unserer Aufklärer nach Frankreich, hören drüben das Bellen der Flakabwehr. Da schicken wir jedesmal unsere guten Wunsche hinauf zu den Kameraden und erhoffen ihnen gute, erfolgreiche Rückkehr. Durch den Regen hatte der Erdaufwurf um unsere Lugkanzel etwas gelitten. Wir hoben am Morgen die Erde tiefer aus. Wir wurden bei dieser Arbeit nicht gestört. Der Spaten stieß plötzlich auf etwas Hartes, und schließlich brachten wir eine eiserne Speerspitze heraus, ein Zeuge vergangener kriegerischer Zeiten. Hat das Land um uns überhaupt schon einmal Ruhe bekommen. Stritten hier nicht schon Kelten, Römer und Germanen, war hier nicht seit Jahrhunderten der Kriegsschauplatz, gingen über diese Schollen nicht die Fackelbrände westlicher Einfälle in deutsches Land? Die Schuld derer, di« uns gegen üb erliegen, ist riesengroß, und doch hat der Führer für unser Volk den Frieden angeboten, streckte die Hand aus. Eine hörige Führung in Paris aber wies die Friedenshand zurück, well es der Jude und die internationale Freimaurerei es so wollten. So wissen die drüben nicht, warum und wofür sie kämpfen sollen. Der kleine französische Soldat kämpft für die Geißel der Welt, ohne es zu wissen. Wir aber wollen mit all unserer Kraft verhindern und verhüten, daß der westliche Angriff Erfolg wird. Nun sind es noch wenige Tage bis Weihnachten. Zum ersten Male werde ich nun nicht heimkommen können. Di« Pflicht hält uns hier. Aber wir werden deutsche Weihnachten feiern können. Unter dem Adventskranz hat ein kleines Lichterbäumlein Aufstellung gefunden. Das hat unser Essenholer unten im rückwärtigen Tal aufgefunden, wo es eine Granate dem Erdreich entriß. Wir haben es fein sauber geputzt, die abgeschlagenen Aestlein ergänzt und nun soll es uns rauhen Kriegern einen festlichen Abend schenken. Ich bin gerade ab gelöst worden. Es ist draußen eine klare Nacht. Taufend Sterne stehen droben. Es ist ganz still ringsum, nur manchmal bringt aus der Ferne das Rollen von Arttllerieseuer. Eugen Press. Initiative der Reichsdeutschen in der Schweiz durch das Internationale Rote Kreuz versandt worden. Schweizer Frauenhände haben mit rührender Sorgfalt diese Pakete fertiggemacht, bi« Schokolade, Tabak, Gebäck und eine Weihnachtskerze enthalten. Auch di« wenigen deutschen Kriegs- gefangenen in England sind bereits vor einigen Tagen mit einer Weihnachtsgabe bedacht wor- den. Die Zusammenarbeit der deutschen Stellen mit dem Internationalen Roten Kreuz wild allgemein als ausgezeichnet anerkannt. Mängel der französischen Wir t- schastsorganisaiion. Bern, 21. Dezember. (DlstB. Funkspruch.) „Die Tat" stellt interessante Betrachtungen über die Mängel der französischen Wirtschaftsorganisation an. Das Matt erinnert daran, daß der französische Handelsminister unlängst di« Ausfuhr einer Kriegswaffe genannt hat und bemerkt dazu: Trotz des hohen Goldbestandes, trotz der beträchtlichen Guthaben im Auslande, trotz der engen wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit mit Großbritannien hänge die "-Versorgung der Kriegsindustrien mit Rohstoffen und das Schicksal der Währung davon ab, ob Frankreich feine durch die Mobilisation aller Kräfte für die Wehrmacht und Kriegs- industtie in Unordnung gebrachte Ausfuhr wieder in Gang bringen rann. Das Blatt schildert bann bi« verheerenden Folgen der Vielorganisation durch eine im individualistischen Frankreich doppelt luftig empfundenen Wirtschaftsbürokratie und stellt fest: Der normale Ablauf des Wirtschaftslebens fei in Frankreich viel stärker Störungen durch den Krieg unterworfen als z. B. in Deutschland. Im Deutschen Reich sei die Planwirtschaft das Normale. Der Ausbruch des bewaffneten Konfliktes habe keine Aenderung des bestehenden Zustandes mit sich gebracht. In Frankreich dagegen habe die immer noch grundsätzlich liberale Wirtschaft mit einem Ruck umgestellt werden müssen. Zudem habe Großdeutschland nur einen Teil fei ne r Reserven mobilisiert. Mil- Pionen von wehrfähigen Männern arbeiteten ruhig in ihren Betrieben, während der französische Dauer und Arbeiter untätig hinter der Maginot- Linie auf einen Angriff warte. Dies bringe nicht nur Gefahren für die Moral der Truppen, sondern auch für das wi rts chaftliche Durchhattever- mögen mit sich. Oie Araber gegen ihre jüdischen Ausbeuter Rom, 20. Dez. (Europapreß.) Die Ausbeutung der arabischen Bevölkerung durch die jüdische Finanz in Palästina hat, wie italienische Blätter aus Haifa berichten, große Unruhe unter den Arabern hervorgerufen. Die Juden hätten bereits zahlreiche arabische Unternehmen zum Zusammenbruch gebracht. Da die englische Mandatsmacht nicht ein« greife, um die arabische Bevölkerung vor den jüdischen Halsabschneidern zu schützen, wollten sich nun die Araber mitderWaffeinderHand selbst ihr Recht verschaffen. Die steigende Arbeitslosigkeit treibe die Araber in großer Zahl in die Reihen der Aufständischen. Wenn dann die Engländer zu Verhaftungen von Araberführern schritten, fo trüge dies nur neue (Erregung in di« arabi che Bevölkerung Angesichts dieser gespannten Lage ähen sich die Militärbehörden von Haifa und Ieru alem gezwungen, große Aufgebote von Truppen und Po. lizei ins Innere Palästinas zu entsenden, vor allem nach Nablus, Tiberias, Samaria und in das Iordangebiet. Aenderungen in der Krankenversicherung. Da in den letzten Monaten in größerem Umfange Ruhestandsbeamte sowie Bezieher von Ruhegew, Wartegel'd ober ähnlichen Dersorgungsbezügen von Behörden, öffentlichen Betrieben sowie in der Privatwirtschaft eingestellt worden sind, paßt eine Verordnung des Reichsarbeitsmlnisters die Vorschriften über die Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung an diese veränderten Verhältnisse an. Ruhe- und Wartegeldempfänger des öffentlichen Dienstes in Betrieben oder im Dienste des Reiches, eines Landes, eines Gemeindeverbandes, einer Gemeinde, eines Versicherungsträgers, anderer öffentlicher Ver- bände oder öffentlicher Körperschaften sind unter den gleichen Voraussetzungen versicherungsfrei wie die aktiven Beamten. Ruhegeld- und Warte- geldempfänger, die außerhalb des öffentlichen Betriebes, also z. B. in der Privatwirtschaft beschäf- tigt werden, sind berechttgt, beim zuständigen Versicherung samt Befreiung von der Krankenversicherungspflicht zu beantragen. Durch Anrechnung der bei privaten Krankenversicherungsunternehmen zurückgelegten Versicherungszeiten auf Warte- und - Versicherungszeiten der gesetzlichen Krankenversicherung soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Härten zu beseitigen, die sich gerade bei dem heutigen Arbeitseinsatz durch den häufig zwangsweise eintretenden Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung, insbesondere bei der Familienkrankenhilfe und der Wochenhilfe ergeben. Es ist beabsichtigt, auch für einen Wechsel aus der gesetzlichen in die - private Krankenversich«. nmg eine entsprechende Regelung vorzunehmen. Ferner bringt bi« Verordnung neue Vorschriften zum Ruhen von Krankengeld. Nach bisherigem Recht ruht das Krankengeld, fo lange die Ard eitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht gemeldet wird,.es sei denn, daß die Meldung innerhalb von einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit vorgenommen wird. Diese Vorschrift wird gründ« sätzllch auch weiterhin aufrechterhalten. Um aber sich hieraus ergebende Härten zu beseitigen, gibt die Verordnung dem einzelnen Kafsenleiter die Befugnis, bei nicht rechtzeitiger Meldung in besonderen Ausnahme fällen Krankengeld für die zurückliegende Zeit für längstens eine Woche vor der Meldung zuzubilligen. Oie Betreuung der Kriegsopfer. Berlin, 20. Dez. (DNB.) Nachdem der Stellvertreter des Führers im Einvernehmen mit dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht im September angeordnet hatte, daß das Hauptamt für Kriegsopfer mit feinen nadjgeglieberten Dienststellen, neben der bisherigen Arbeit auch zur Betreuung der Beschädigten und Hinterbliebenen des gegenwärtigen Einsatzes herangezogen wird, hat Reichsorganisationsleiter Dr. Ley angeordnet, daß jeder Ortsgruppenleiter der NSDAP, einen Beauftragten für Kriegsopferfragen in seinen Stab beruft. Damit sind die seit Jahren in der Betreuungsarbeit bewährten Mitarbeiter der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung (NSKOV.) in die Reihe der Politischen L e i t e r der NSDAP, eingegliedert, und zu- gleich ist die engste Zusammenarbeit mit der Versorgungsabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht, insbesondere den Wehrmachtsfür- sorge- und Versorgungsämtern sicher- gestellt. Traute kam wieder... Von Franz Hohen. Seit dem Morgengrauen des 24. Dezembers glitt ich auf den Brettern durch di« weißen Spessart- forsten, über verschneite Waldwege und über Landstraßen, die der Schneepflug mühsam gangbar erhielt. Der Wald war kirchenstill. Zuweilen stäüb- ten Sckneewölkchen auf, wenn eine Schwarzamsel durch Die Büsche huschte oder Spiegelmeisen an einem überzuckerten Tannenzapfen wirkten; sonst nur der weite weiße Winter, über dem heller Sonnenschein lag. Ein stetiges Gleiten in stahlharter Luft durch Hochwald und^funkelnde Jungfichten, das den Blutstrom kräftig durch die Adern trieb. Am Spätnachmittag, als der Glanz längst erloschen war und nur die Schneehelle noch Weg und Richtung wies, tauchten an der Waldstraße die Umrisse des Forsthauses auf. Mein alter Jagd freund und seine Hebe Hausfrau legten, wie immer, ihr Herz in Gruß und Willkomm, Töchter und Schwie« versöhne und fünf blonde Enkel umringten den schneemüden Gast, und bald rief uns der helle Ton eines Silberglöckchens in den Kerzenglanz. Als der erste Jubel verrauscht war, gebot der Hausherr Stille, die zwölfjährige Waldtraut tauschte mit dem Großvater einen raschen Blick, dann verschwand sie, während alle, groß und klein, geheimnisvoll schmunzelnd auf mich sahen. Die Flügeltür nach dem dunklen Gang flog auf, einen Augenblick tiefes Schweigen, dann begann es auf dem langen Flur zu /klappern und zu trappeln, leichte Hufe näherten sich, und auf der Schwelle erschien — ein Weihnachtsmärchen aus dem Winterwald — eine Rehgeiß mit zwei munteren Kitzchen, alle drei geschmückt mit Halsbändern aus rotem Lackleder, an Denen Schellen und Glöckchen raffelten und läuteten. Das Altreh trug an zierlichem Ledergehäng zwei Heine weiße Binsenkiepen, aus denen die Dackel Jhtoop" und „Rollo" kreuzfidel herausschauten, „Söllmann", der Schweißhund, bildete die Nachhut. Vertraut standen sie unter uns, äugten neugierig nach den brennenden Lichtern unb schnupperten mit den samtschwarzen Aesern. Der Freund lachte: „Gelt, auf einen solchen Familienzuwachs warst du nicht gefaßt! Ja, bas ist eine Geschichte, wie nur die .Leute aus dem Wald' sie erzählen können"; und während wir uns um die mit Christrosen und Tannengrün geschmückte Weihnachtstafel scharten, berichtete er: „Im vorigen Sommer kehrte ich eines Abends von einem Waldgang zurück, als ich aus dem dickten Bestund zur Seite ein Stöhnen und Röcheln hörte. Als ich die jungen Fichten auseinanderbog, sah ich ein stark abgekommenes Schmalreh am Boden liegen, das mich ängstlich anäugte. Ich streichelte dem schwerkranken Tier behutsam Hals und Flanken, hob es auf meine Arme und trug es heim. Hier im Zimmer machten wir der Kranken ein Lager zu recht, die angebotene Milch wurde gierig angenommen, bann streckte sich bas entkräftete unb verschmachtete -Tier lang aus, ohne aber Schlaf zu firrben. Der in der Frühe herbeigerufene Tierarzt fand zwischen den Halsmuskeln eine faustgroße Geschwulst, die er durch einen raschen Schnitt öffnete, und aus der reichliche Eitermassen abflossen. Das Reh hatte bei dem Eingriff laut geklagt, nun aber schien es sichtlich erleichtert. Es trat schnelle Besserung ein, bei sorgsamer Pflege gesundete es in wenigen Wochen. Wir behielten es bei uns, im Garten wurde ein Gehege hergestellt, so daß es bis in den Herbst hinein im Freien bleiben konnte. Im Winter tollte es mit den Hunden durch Haus und Hof, nachts schlief es mit ihnen im warmen Pferb-estall. Ende Juli aber war es plötzlich verschwunden. Wir hatten uns fo an das liebe Geschöpf gewöhnt, daß uns fein Verlust ordentlich naheging. Im Winter wurde die Ricke — sie trug ein Glöckchen um den Hals — mehrere Male in der Nähe der Oberförsterei gesehen; einmal stieß ich auch im Wald auf sie und rief sie an; sie näherte sich sogleich, rieb den schmucken Kopf an meinem Arm, unb ich kraute ihr Hals unb Rücken, sie äugte mir nach, doch sie folgte mir nicht. Da geschah es, daß mir im letzten Juni abends auf der Terrasse saßen, als die Hunde anschlugen und sich auch durch meinen Zuruf nicht beruhigen ließen. .Der Kutscher kam gelaufen: ,Herr Forstmeister, unsere .Traute' ist wieder da! Mit zwei wochenalten Kitzchen streicht sie am Gartenzaun entlang und sucht den (Eingang in den Hof!" So war es; die Vermißte war zurückgekehrt und hatte gleich eine ganze Kinderstube mitgebracht. Sollte sie im nächsten Jahr wieder auf die Freite gehen, so bleibt nichts übrig, als im Herbst anzu- bauen, denn wenn es so weitergeht, wird unser Haus voll werden ..." Fröhlich blickten wir auf die kleine Familie, die den Tisch umstand, um sich von den Kindern ab und zu ein Stück Pfefferkuchen zustecken zu lassen. In später Stunde traten wir mit allen unseren Lieblingen noch einmal vor die Tür; die Sterne funkelten in silbernem Glanz, und während wir 3um strahlenden Firmament mit feinen klaren Bildern aufblickten, läuteten im fernen Maintal die Weihnachtsglocken zur mitternächtlichen Christmette ... Oos Himmelsbild der Germanen. Wie alle Naturvölker waren auch die Germanen der vorgeschichtlichen Zeit gute Beobachter des Himmels und seiner Gestirne. Der Jahreslauf der Gestirne war es ja, der ihr ganzes Leden, feinen All- tag und feine Feste, regelte. So war ihnen die Zeit des tiefsten Sonnenstandes, die Zeit, in die jetzt unser Weihnachtsfest fällt, da durch die geringe Abweichung der Sonne das Gestirn ihnen mehrere Wochen lang still zu stehen schien, heilige Zeit, das Erwachen der Sonne zu neuem Anstieg das Hochfest des Jahres. Wie alles, so haben die Germanen auch dieses Naturgeschehen mythisch gedeutet; ihre Himmelsvorstellungen sind aber darum schwer zu ergründen, weil diese Vorstellungen selber sich im Laufe der Jahrtausende gewandelt haben. Hinter dem, was uns die spärlichen und verhältnismäßig späten Quellen berichten, liegen meist Anschauungen aus noch älterer urgermanischer Zeit. Der große germanische Mythos ist der Mythos vom Weltuntergang, derRagnarök-Mythos, dem die Auffassung von der Weltentstehung gegenübersteht. Aus dem Schädel des Riesen Pmir wurde die Himmelsdecke geschaffen, und daran setzten die Götter die umherirrenden Gestirne. Die Vorstellung, daß den Gestirnen Ort und Weg durch die Götter gewiesen würden, ist bei den Germanen erst all- mählich entstanden, noch früher wurden Sonne und Mond als selbständige Götter verehrt. Auf bas Umherirren der Gestirne nimmt ein Vers der Edda Bezug, in dem es heißt: „Die Sonne, die Gesellin des Mondes, legte die rechte Hand an den Rand des Himmels. Die Sonne wußte nicht, wo sie ihren Saal hatte, die Sterne wußte es nicht, wo sie ihre Sitze hatten, der Mond wußte es nicht, worin feine Kraft bestand." Das eigentümliche Bild zu Beginn der Strophe läßt stch zwanglos verstehen, wenn man dabei an die Zeit denkt, in der die Sonne im Bereich der „Mitternachtssonne" beginnt, ihren ganzen täglichen Umlauf über den Horizont zu vollenden. Dann zieht der tägliche Sonnenweg sich ein Stück längs des Horizontes hin. Dabei erscheint die Sonne dem menschlichen Blick unsicher auf ihrem Wege zu schwanken, wie man in Schweden noch heute die Redensart kennt: „Die Sonne torkelt". Für die germanische Sonnenverehrung, auf die auch Cäsar hindeutet, ist der wichtigste Beweis der „Sonnenwagen von Trundholm", der zu Anfang unseres Jahrhunderts gefunden wurde und aus der Zeit um 1000 v. Chr. stammt. Zweifellos handelt es sich hier um einen Sonnenwagen, der wahrscheinlich eine Weihgabe an die Sonnengottheit dargestellt. Die Vorstellung der Sonnenrosse, die den Waaen am Himmel dahinziehen, wird uns durch die Eddalieder bestätigt. Die großartigste Himmelsvorstellung, die wir bet den alten Germanen finden, ist die von den beiden Wölfen, die die Sonne verfol- gen. Immer wieder rettet sich das Himmelsgestirn vor diesen hungrigen Bestien, weil der Wald sie aufnimmt. Aber einmal kommt der Tag, an dem es einem dieser Wölfe gelingt, sie zu verschlucken. Es ist derselbe Tag, an dem die Sterne vom Himmel stürzen und die Götter ihr Ende sinden. Später hat man die „Sonnenwölfe" als Nebensonnen gedeutet, aber die Anschauung von dem Verschlingen der Sonne ist wohl die ursprünglichere. Noch heute heißt es auf Island, wenn zwei Nebensonnen zu sehen sind: ,4>ie Sonne ist in Wolfsnot". Diese Vorstellung wurde später auch auf den Mond übertragen, der von dem anderen Wolfe verschluckt wird. Im Ragnarök-Mythos werden Sonne und Mond als Lichtspenber geschildert, die die Welt nicht entbehren kann, später erscheinen sie personifiziert als göttliche Wesen, von benen zahlreiche Mythen erzählt werben. Sternmythen fehlen fast völlig, wie überhaupt in dcr altgermanischen Ueberlieferung von Sternen wenig die Rede ist. Zweifellos war aber der praktische Wert des Sternenhimmels für die Germanen wie für alle Naturvölker bedeutend. Aus den aus späterer Zeit überlieferten Sternennamen kann man auf manche Vorstellungen schließen. Der Große Bär trug schon in ältester Zeit den Namen „Wagen". Er wurde auch „Obinswagen" ober „Thorswagen" genannt. Der Himmel hieß nach ihm der „Wagenweg". Der Polarstern wird „Nordhurstjarna" oder „Leidharstjarna" (Nordstern, Leitstern) genannt, der weiße Sirius „Blastjarna" (Blaustem). Der Gürtel des Orion heißt „Friggjarrokr" (Friggs Spinnrocken), der Kleine Bär auf Island kleiner Wagen" ober „Fjosakonur" (Melkfrauen). C. K. Zeitschriften. — Die Weihnachtsnummer der I l l u st r i r t e n Zeitung zeichnet sich durch einen besonderen Reich' tum an farbigen Beilagen aus. (Eine Zeichnung von Karl Storch jun. „Weihnacht am Westwall", versinnbildlicht die Stimmung, in der diesmal das deutsche Volk das Weihnachtsfest begeht. Es folgt ein Beitrag von Claus Schrempf „Botschaft in der Nacht". Ein Kunstblatt von Rudolf Lipus ist dem Gedanken „Volk im Opfer" gewidmet. Auch die heitere Seite des Weihnachtsfestes kommt zur Geltung. Eins hübsche Zusammenstellung von Kinderliedern mit den dazugehörigen Noten erscheint unter dem Titel „Kantaten der Kleinsten". (Eigenartige Weihnachtsgeschlch ten sind in dem Beitrag „Die alte Chronik erzählt" züsammengestellt. Ein reichhaltiger aktueller Teil bildet den Abschluß der Nummer. Steuerliche Begünstigung der Mehrarbeit Zusammen schnei sich der Lohnsteuer- Loh n st u f e n. Durch den Die Lohnsteuer bere< Zusammen er ist Gewaltverbrecher? berechnen: Wochenlohn von 50 RM., Lohnsteuer nach der Lohnsteuertabelle Mehrarbeitslohn 8 RM., Lohnsteuer 18 v. H. nach der Lohnsteuertabelle Mehrarbeitslohn 5 RM., Lohnsteuer 6 v. S). tabelle gemäß nach L , , , , Mehrarbeitslohn kommt das Gefolgschastsnutglied »ft in eine höhere Lohnstufe. Dadurch wird »ft eine unverhältnismäßig hohe Lohnsteuer aus- Selöst. Der Reichsmimster der Finanzen hat ange- Die Regelung tritt mit Wirkung vom 18. Dezember in Kraft/ ittvnUni .herf <■< ft den W hdieM mekcor^ i finden, ii inne DftV nmelsgD !r Wald V , an dein d chlucken. ft om H'M Später d. ich chlinf^ ' Heutes en -u IZ iefe W überWj >t wiA ; Wnd f)ten* als «»* |ä»lf®* jbe*«P' »an ® j «dtt P'- , $«*•* (us ,®*=, ft' V’!* Iggs Ä »iS H’; ?bA iüt nbb„ unq. '•'Ä .lnfl °n unb l"her Ser. unter bet Ugsfrej J? SBattj, y befkhäj. &r, W 4 a) n u n o Ifn auf ww» .g°Ich°k l,d) getobt ^n bäurig !r privOLü 'befandet, BoiN)ilfi enWeG 'enverfichh lnehinen. ^rfchrHiti Nach bi;, lang« kt ft genieß echalb voi 'Unfähig^ ird gninb- m aber sich bt die Sn, Befugnis onderr^ die Mickl * vor btt luptaml; fegliedert» it auch ff! erblieben-i n wird, H:I ochnei, d:i NTDAI' ;sopfet. Damit sin) bewährt!! triegwpl«' : Politi' ert, und ff it der Dtf der W lchtrfüi' ern filh»' unterliegt der Mehrarbeitslohn von 6 RM. nicht mehr dem Kriegszuschlag. Der Wochenlohn ohne den Mehrarbeitslohn beträgt 50 RM. Er überschreitet wicht die für den Kriegszuschlag vorgesehene Frei' grenze von 54 RM. wöchentlich. Der Arbeitnehmer hat keinen Kriegszuschlgg zu entrichten. gruppe II erhält einen Wochenlohn von 55 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, er« höht sich der Wochenlohn um 5 RM. auf 60 RM. Bisher betrug der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer nach einem Wochenlohn von 60 RM. — 2,55 RM. Nunmehr unter Hegt der Mehrarbeitslohn von 5 RM. nicht mehr dem Kriegszuschlag. Der Wochenlohn ohne den Mehrarbeitslohn beträgt 55 RM. Der Kriegszuschlag von diesem Wochenlohn beträgt 1 RM. B. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe I erhält einen Wochenlohn von 50 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Wochenlohn um 6 RM. auf 56 RM. Bisher betrug der Kriegszuschlag zur Einkommensteuer nach einem Wochenlohn von 56 RM. = 2 RM. Nunmehr flnb/ um die schönen Sachen für das Brüderchen oder Schwesterchen mit abzuholen, gehen nicht leer aus, sie kriegen eine Puppe und eine Tafel Schokolade in die Hand gedrückt. Den Müttern selbst ist ein Paket Butter und ein Päckchen Fett zugedacht; ist eine blaß und sichtlich abgekämpft, dann kriegt sie eine Flasche stärkenden Wein oder ein Kräftigungsmittel mit. Die Soldatenpapas aber werden nidjt fortgelaffen, ehe sie sich nicht mit einer Schach- tel Zigaretten oder einer Buddel Schnaps haben belohnen lassen. /danz überraschend kam für die meisten Mütter die Einladung zu der Bescherung. Nach gewissenhafter Prüfung ihrer Verhältnisse und ihrer Würdigkeit als erbgesunde und auch sonst einwandfreie Familien durch die NSV. wurde ihnen eine Postkarte ins Haus geschickt, auf der die Aufforderung steht, zur Bescherung zu erscheinen. Und es ist fast rührend, zu sehen, wie die Ueberraschung bei den meisten Müttern vollauf gelingt. Ganz sichtlich werden ihre Erwartungen bei weitem übertroffen und wenn es ans Einpacken der Sachen geht und immer noch neue Sächelchen in den Karton wandern, dann kommen sie aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Jede kriegt soviel wie die andere, nur b e i 3 w illingsmüttern ist alles in doppelte r A u f l a g e da und das ist ja nur selbstverständlich. Eine Zwillingsmutter allerdings mußte erst darüber belehrt werden, das ihr wirklich von allem zwei Sachen gehören sollte, sie wäre auch mit einer Garnitur schon vollauf beglückt gewesen. Wenn die beglückten Mütter und Väter dann mit ihren Geschenken abziehen bedauert man nur, daß man ihre Ankunft zu Hause bei dem Säugling, dem all die hübschen Sächelchen in Zukunft gehören, nickt miterlebt. Gewiß wird ihm erst einmal all der niedliche Krimskrams anprobiert. Aber man bedauert auch, daß die Spenderinnen, die mit soviel Liebe und Sorgfalt alle diese Winzigkeiten genäht und gestrickt und gefertigt haben, den Glücksschimmer nicht sehen und die Dankbarkeit nicht erleben können, die diese Sachen bei den Müttern auslösen. Allwöchentlich werden nicht nur in Berlin, sondern in allen deutschen Gauen Mütter auf solche Weise beschert und damit belohnt für das Geschenk, das sie der Nation mit jedem Kinde dar- bringen. Bald wird es keine bedürftige Mutter in Deutschland mehr geben, deren Mann als Soldat im Felde steht, der nicht ein Teil von dem Segen in den Schoß gefallen ist, den die Spender des Wunschkonzertes für die Wehrmacht den Soldaten- frauen unseres Volkes zudenken. Dr. Buresch. ordnet, daß der Arbeitslohn (Grundlohn und Zuschläge), der für Mehrarbeit, Sonntags-, Feiertagsund Nachtarbeit gezahlt wird, nach den festen Hun- dertfätzen des § 35 der Lohnsteuerdurchführungsbestimmungen besteuert werden kann (z. B. 10 v. SS. bei Steuergruppe III, 3 v. H. bei Steuer gruppe IV und Kinderermäßigung für drei Personen), wenn das für das Gefolgfchaftsmitglied günstiger ist als beim lieber gang in eine neue Lohnstufe der Lohnsteuertabelle. Beispiele: C. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe I erhält einen Wochenlohn von 50 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Wochenlohn um 8 RM. auf 58 RM. Bisher betrug die Lohnsteuer bei einem Wochenlohn von 58 RM. nach der Lohnsteuertabelle 6,90 RM. Nunmehr ist die Lohnsteuer in der folgenden Weise zu 4,86 RM. 1,44 „ 6,30 RM. Der Arbeitnehmer hat keinen Kriegszu- schlag zu entrichten (Hinweis auf Beispiel B). D. Ein Arbeitnehmer der Steuergruppe IV mit Kinderermäßigung für zwei Personen erhält einen Monatslobn von 180 RM. Durch Mehrarbeitslohn, z. B. für Ueberstunden, erhöht sich der Monatslohn um 5 RM. auf 185 RM. Bisher betrug die Lohnsteuer bei einem Monatslohn von 185 RM. nach der Lohnsteuertabelle 2,86 RM. Nunmehr ist die Lohnsteuer in der folgenden Weise zu berechnen: Monatslohn 180 RM., Lohnsteuer 3n der amtlichen „Deutschen Justiz" äußert sich Staatssekretär Dr. freister vom Reichsjustiz- irrimfteriuni über die Verbrecherabwehr im Kriegs- strasrecht und die neue Gewaltverbrecher-Verordnung. Das Kriegsstrafrecht bekämpfe zunächst d i e destruktive Haltung an sich, weil sie einem Zersetzungsferment auch zur Umgebung Zutritt gebe. Hier sei an das Abhören ausländischer Sender zu denken. Das Kriegs- parasitentum werde vor allem in der Kriegs- Wirtschafts-- und in der Verordnung gegen Volks- fchädlinge gefaßt. Täter seien hier fast immer bereits mehrfach nicht unerheblich Vorbestrafte, die mit Sicherheit zum Berufsverbrechertum gehörten. Soweit Jugendliche in diesem Rahmen betrpffen sind, handele es sich fast stets um die- jmige Gruppe, an die der Gesetzgeber dachte, als er hie Verordnung gegen frühreife Schwerverbrecher schuf, also um solche, Deren Erbgut ihnen schon den Weg nach abwärts als wahrscheinlich vorzeichnet. Stur eine Gruppe von Tätern falle aus diesem Rahmen: die Volksschädlinge, die Scheunen usw. ange- Zündet und sich dadurch an der Emährungsgrund- rage versündigt haben. Ihre Zahl sei^ gering. Sie hätten alle mit dem Leben gebüßt. Sie handelten stets aus persönlicher Rache. Ihr Motiv und ihr Ziel habe nichts mit dem Kriege zu tun gehabt. Eodann gelte der Abwehrkampf vor allem auch Dem Verrat an Führer, Volk und Reich. Die neue Gewaltverbrecher - Verordnung wolle das Gangstertum im weiteren Sinne nrit dem Tode bestrafen, wobei der Gangster eben» sv gut Allein- wie Bandentäter sein könne. Seine lat könne sehr wohl auch seine erste Straftat fern, ßür die gesetzlich angeführten Beispiele. Notzucht, 1,82 RM. 0,30 „ 2,12 RM. Straßenraub, Bankraub habe das der Gesetzgeber zwingend festgelegt. Es werde für gleichge - artete und gleich schwere Gewalttaten — etwa die Beraubung eines Kassenboten — grundsätzlich ebenso gelten müssen. Daneben könnten alle anderen Straftaten, die das Gewaltelement enthalten, den Täter als Gewaltverbrecher charakterisieren, z. B. die hochverräterische Nötigung oder Gefangenenmeuterei. An sich gehöre hierher auch der Totschlag. Freilich müsse immer geprüft und festgestellt werden, ob der Täter durch Die Tat sich als „Gewaltverbrecher" erwies. Jedenfalls fei nicht anzunehmen, daß der Gesetzgeber den Mord und den Totschlag nunmehr mit der gleichen, Der absoluten Todesstrafe, habe bedrohen wollen. Bei der schweren Gewalttat müßten Waffen oder „andere gleichgefährliche Mittel" angewandt werden wie Salzsäure, Gas, Pfefter. Die Waffenanwendung müsse sich gegen einen Menschen richten. Der Dieb, der mit Hilfe einer Waffe einbricht, etwa eine Tür mit einem Beil aufklemmt, würde dadurch noch nicht Gewaltverbrecher. Die Verordnung wolle nicht den Einbrecher an sich unter Todesstrafendrohung stellen. Der Fall werde aber ganz anders, wenn Der Einbrecher Personen mit dem Beil bedroht, die chn überraschen. Drei Todesurteile des Reichsgerichtes. Auf Grund außerordentlichen Einspruches des Oberreichsanwaltes gegen rechtskräftige Urteile trat ber Sonder st rafsenat beim Reichsgericht unter dem Vorsitz Des Re,chsgerlchtsprasi- Dcnten erneut zu zwei Sitzungen zusammen» Die erste Verhandlung richtete sich gegen Franz Berlin, 20. Dez. (DNB.) Der Krieg, der Dem Deutschen Volke aufgezwungen ist, verlangt von der deuffchen Volkswirtschaft gewaltige Anstrengungen. Der Stell.' I aiIf ollen Gebieten so viel wie möglich n mit hi gearbeitet werden. Die Leistung von Mehrarbeit, hfhncJl Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit führt bei 5 1'4‘ ! den Gefolgschaftsmitgliedern zu M e h r a r b e i t s- lohn. Der Reichsminister der Finanzen hat ange» ordnet, daß dieser Mehrarbeitslohn nicht dem Kriegszuschlag zur Einkommen st euer unterliegt und auch für die Frage außer Betracht bleibt, ob Die Freigrenzen beim Kriegszu schlag zur Einkommensteuer überschritten werden. Beispiele: A Ein Arbeitnehmer Der Steuer- Bescherung vor Weihnachten, egen aus den Spenden der Wehrmachts-Wunschkonzerte. Von unterer Berliner Schristleitung. Sch°n als wir bie IreppYn'^roufTommen^en mir aufgeregtes Stimmengewirr unb freubiqe Aug" rufe uxe non bem frohen Seifammenfein oiekr Machen. Unb als wir bie schwere Tllr zu bem aroßen Lagerraum ,m zweiten Stock bes hohen schaftshauses am Alexanberpiatz in (Berlin Hifn.n erblicken wir lauter frohe Geficher Saffeht.in -ong-r. breiter Tifch, her'burch'h?-ganze L b s gew'ß nicht kleinen Raumes läuft, bepackt mit 3 5 rJLl. Zende n Sa uglingsausstattun- gen Wie eine weihnachtliche Ausstellung mutet das den Nichteingewelhten an und er muß sich erst sagen lassen, was denn hier eigentlich vor sich aebt Die Antwort geben eigentlich schon Die 35 - nein, was sage ich — Die fast 50 strahlenDen Ge- Wer, die vor diesen Herrlichkeiten wie vor^nem Märchen stehen: 35 Mutter werden hier in einer vorweihnachtlichen, aber darum nicht weniger festlichen Bescherung mit den Gaben bedacht, Die ihnen Die zahlreichen großherzigen SpenDer Der Wunschkonzerte Der Wehrmacht zuae- dacht haben Sie sind nicht allein gekommen; Die einen brachten ihre kleinen Kinder mit, Die anDern kamen mit Mutter oder Schwester, Die gern Den festlichen Augenblick erleben wollten, andere wieder wurden von ihrem Mann begleitet, Der geraDe von Der Front auf Urlaub Da ist. Man sieht es ihnen an Der Nase an, Daß sie alle tief gerührt sind über soviel Beschenktwerden Für jede liegt da eine vollständige Säuglingsausstattung, von der bunten, seidenen Steppdecke für den Wagen bis zum gläsernen Töps- chen. Da liegt alles, was so ein kleiner Mensch beim Antritt seiner Erdenfahrt nötig hat Strick- fäckchen, Mützchen, Handschuhe, Söckchen, Windeln, Binden, Lätzchen, Schnuller und Püppchen und tausend Kleinigkeiten mehr. Jede Ausstattung gleicht in Zahl der Sachen und ihrer Art der andern, nur in den Farben und in der Ausführung ist jede wie- Der anders, man kann kaum sagen, welche einem am besten gefällt. Die glücklichen Mütter jedenfalls neh- men immer wieder jedes Stück in Die Hand und schütteln bewegt und ungläubig den Kopf, daß das alles Urnen gehören soll. Einige von ihnen, die es besonders nötig haben, bekommen auch noch einen Kinderwag en dazu und manch eine hat dicke Tränen in den Augen, wenn Frau Richter, Die Treuhänderin Der NSV. für Die Verteilung Der Geschenke, ihr so einen schönen großen Wagen zuschiebt. Aber auch die Geschwisterchen, die mitgekommen Mit Schippe Oer Arbeitsdienst im Der Frontsoldat von 1914/18, der jetzt wiederum im feldgrauen Rock in den Krieg gezogen ist, ftndet manches in Diesem Krieg anders, als er's damals gewohnt war, manches Neue auch, Das er früher aar nicht kannte. So ist ihm zunächst auch Der Arbeitsdienst-Mann an Der Front itn ungewohnter Anblick gewesen, und er hat sich erst einmal wieDer erinnern müssen, Daß es Damals tm Großen Krieg ja Doch auch Armierungssoldaten gegeben hat, die mit Schippe und Spaten chren keineswegs leichten und Darum auch nicht eben sehr begehrten Dienst leisteten. Inzwischen ist ihm nun auch dieser Anblick der Kameraden in Der erdbraunen Uniform, von der jetzt Die gelbe Wehrmachts-Armbinde so freundlich absticht, oertraut geworden, — ohne daß er allerdings nun schon über» blicken könnte, wps dieser Kamerad vom Reichs- arbeitsdienst für ihn leistet und schon geleistet hat. Diese Leistung aber ist erstaunlich, gleichgültig, ob es sich um den eigentlichen Reichsarbeits- dienst handelt, also um jene junge Mannschaft, Die zur Zeit ihrer regulären Arbeitsoienstpfticht genügt, ober um Die Bautruppe, Die im Gegensatz hierzu einen Wehrmachtsteil Darstellt, Dessen Führer aus Stamm-Mannschaften des Reichs- arbeitsDienftes in ein Wehrmachtsverhältnis überführt worden sind. Ein Besuch bei einem dieser Vaubataillone in der vorderen Saar fte l • luna gibt ein eindringliches Bild dieser Leistung. Die Zahl der Ausgaben, die hier an den inzwischen zusätzlich gebauten Stellungen gelöst worden sind, ist beträchtlich: Freimachen des Schußfeldes, Verfüllen von Bunkern, Anlage von Höfen, Tarnen der Kampfftände, Betonieren von Artillerie-Beobachtungsständen und Bau von Artillerie-Feuerstellungen, Wege- und Kabelgrabenbau, Verstärken der Hindernisse, Anlage von Drainagen und Sinkerschächten, Innenausbau der Kampfftände, Stollenbau und vieles andere mehr. - und Kriegsgeschichte. Die Arbeiten an der Saar, wo es immer wieder was Neues zu sehen gibt, bringen mancherlei Abwechslung, und ein frischer Sinn ist auch dankbar für einen kleinen Exkurs in Der Erdgeschichte. Aus den Erd- und Gesteinsmassen, Die beim Freimachen des Schußfeldes entfernt werden müssen, fördert Der Pickel manches in Den Lava-Massen vorgeschichtlicher Zeiten versteinerte, schön gezackte Farnmuster, und mit berechtigtem wissenschaftlichen Stolz kann uns der Arbeitsführer, der das Baubataillon befehligt, ein paar eben an diesem Vormittag geförderte, besonders schöne Stücke zeigen. Auch Geschichte der und Spaten. Einsatz am Westwall. Kriegführung läßt sich am praktischen Beispiel betreiben: Neben den Arbeiten in der Bunkerlinie zeigt der Stollenbau für Artillerie-Gefechtsstände auf einmal wieder Das Gesicht des Weltkrieges, erweckt im alten Frontsoldaten gleichsam „heimische" Gefühle. Nur tritt hier zur altvertrauten Karbid- lampe mit ihrem „anheimelnden" Geruch auf einmal die elekttische Glühbirne, Die uns in Den Stollen Der Weltkriegsfronten zum FremDwvrt geroor- Den war. Bei all Dem ist's kein WunDer, wenn Das Eintreten an Der FelDküche besonders gut klappt. Trotz des total verregneten Vormittags stehen sie nun frisch und erwartungsvoll an Der Gulaschkanone, Die Jungen mit roten Backen, als kämen sie vom Sport, Die alten Mannschaften nicht minder elastisch und frisch! Sprechende Zahlen. Sie Dürfen aber auf ihre Leistungen getrost auch stolz sein. Dafür sprechen die Zahlen, Die wir uns über die Arbeit eines1 einzigen Abschnittes für eine Zeit von vier Wochen geben ließen, eine beredte Sprache. In diesem kurzen Zeittaum arbeitete man an 215 Gefechtsständen, Kampfwerken, Schartentürmen, Avtillerie-Ständen, MG.- und Pak-Stän- Den und erzielte dabei folgende Leistungen: Die Fläche, auf der Schußfeld gelichtet, Rasen geschält, Rodungen ausgeführt und Tarn- und Schotterarbeiten verrichtet wurden, betrug insgesamt 46 000 qm; Erd- und Verfüllungsarbeiten erreichten eine Gesamthöhe von 17 506 cbm; Beton arbeiten eine solche von 3630 cbm; die Fläche, auf Der zur Tarnung Grassamen eingefät wurde, betrug 6100 qm, Diejenige Des Tarnanstrichs 3015 qm; 3320 Bäume wurden, um Das Schußfeld zu lichten, gefällt, 2680 junge Bäumchen zur Tarnung gepflanzt; Der Wege- ausbau unb Kabelgrabenbau erreichte eine Gesamtlänge von 1200 laufenDen Metern; vier Artillerie- BeobachfungsstänDe rourDen völlig neu errichtet. Sprechende Zahlen fürwahr, und doch reden sie nur von Der Arbeit, soweit sie sich zahlenmäßig erfassen läßt. Die unermüdliche Arbeitsleistung in Regen und Sturm, in Wind und Wetter wird Damit noch nicht registriert. Wer aber Die Kameraden in Der erdbraunen Uniform Dort an Der Saar in Der stürmischen nassen Herbstwitterung mit ihren Führern hat werken und wirken gesehen, der weiß, daß sie ihre Wehrmachtsarmbinde zu Recht mit Stolz tragen. Daß sie wirkliche Männer Des Arbeitsdienstes sind, indem sie ihren Mann stehen auf dem Posten, auf dem sie in dem schicksalhaften Waffengang Des deutschen Volkes, in Die Wehrmacht eingeKiedert worden sind. Leo Barth. Sckraus st etter und Cölestin K a u ß n e r, zwei vielfach oorbeftrafte Verbrecher, Die nach einem Wirtshausstreit einen Arbeitskameraden in der gemeinschaftlichen Wohnung grundlos erneut angegriffen und in grausamster Weise zu Tode gemartert hatten. Beide Täter wurden zum Tode verurteilt. — In der zweiten Sitzung wurde gegen Rudolf Bromü11er und Wilhelm Jungklaus aus Würzburg verhandelt, die unter Ausnutzung derVerdunkelung einen erst tags zuvor aus Polen zurückgekehrten Heereshand- werker überfallen und beraubt hatten. Der Senat verurteilte Bromüller, einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher, zum Tode. Jungklaus, der noch jung und unbestraft ist, an Der Tat auch nur in geringem Maße beteiligt war, wurDe mit acht Jahren Zuchthaus bestraft. Vollstreckung von Todesurteilen. Am 20. Dezember 1939 sind Die 19jährigen Peter Gast! und Josef Schmalhofer aus Augsburg hingerichtet worden. Die vom Sondergericht München wegen Verbrechens nach § 4 Der Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zum Dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden sind. Gastl und Schmalhofer, zwei sittlich verwahrloste und schon in jungen Jahren auf die Verbrecherlaufbahn geratene Burschen, haben am 27. September 1939 einen Arbeitskamera D e n , der als Soldat im Felde stand, in f e l ■ ner Heimatwohnung bestohlen. Nachdem sie seinen Schrank erbrochen hatten, haben sie den größten Teil seiner Habseligkeiten und ein Sparkassenbuch seiner Braut entwendet. Mit der Vollstreckung Der Todesstrafe hat eine besonders verwerfliche Tat, durch die ein Frontkämpfer unter Ausnutzung Der durch den Kriegszustand geschaffenen Verhältnisse ausgeplündert wurde, ihre gerechte Sühne gefunden. Ferner ist am 20. 12. 1939 Der vom Sonder- gericht in München wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschädlinge zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Wilhelm Endres hingerichtet worden. Endres, ein vielfach vorbestrafter G e - w o h n h e i t s v e r b r e ch e r , gab sich am 9. September 1939 in München gegenüber der Mutter eines im Felde stehenden Soldaten als dessen Oberfeldwebel aus und schwindelte ihr zahlreiche, für ihren Sohn bestimmte Sachen ab. Kleine politische Nachrichten. Im 22. Wunschkonzert gab Der Reichskriegerfüh- rer eine erste SpenDe Der Kriegerkameradschaften Des NS.-Reichskriegerbundes für unsere an Der Front stehenden Soldaten bekannt. Diese Spende von 50 000 RM., die für hie Anschaffung von 750 Rundfunkapparaten verwandt wurde, soll der engen Verbundenheit der im NS.- Reichskriegerbund vereinigten Weltkriegssoldaten mit ihren jetzt an her Front stehenden Kameraden Ausdruck verleihen. In der Wechnachtssikung des Ehrenausschusses Der vom Führe in Leben gerufenen Stiftung für Opfer der Arbeit wurden 1653 Gesuche mit Zuwendungen aus Der Stiftung bedacht. Der bewilligte Unterstützungsbetrag beläuft sich auf 300 046 RM. Die unterstützten Familien gelangen noch vor Weihnachten in den Besitz her Beträge. Die aus der Stiftung bisher erfolgten Zuwendungen erreichen einen Gesamtbetrag von rund 6,3 Mill. Reichsmark. Die deutsche Wirtschaftsabordnung mit Botschafter Dr. Ritter und Gesandten Dr. Schnurre ist mieb^ ;n Moskau eingetroffen. Sie wurde dort begrüf • s ben sowjetrussischen Divisionsgeneral Sawi bor als stellvertretender Leiter ber sowjetrussi'chen Wirtschaftsdelegation vor kurzem in Deuffchland gewesen ist. Der neue Landesleiter her NSDAP., Dr. Emil Ehrich, ist mit anderen Amtsleitern im Palazzo Littorio von dem Sekretär her Faschistischen Partei, Minister M u hi, empfangen worben. Der Sekretär der Faschistischen Partei dankte dem Landesleiter für seinen Besuch. Dr. Ehrich legte alsdann am Ehrenmal Der Gefallenen Der Revolution einen Lorbeerkranz nieder. * Admiral Darlan, her Dberftfommanblerenhe der französischen Flotte, wird sich nach London begeben, um hier mit Churchill unb anderen Persönlichkeiten im Marineministerium Besprechungen abzuhalten unb Weisungen entgegenzunehmen. • Nach einer Meldung von „Het Nationale Dagbfab* sind englische Postbeamte, die mit ber Sortierung von Paketen in einer kleinen Ortschaft ber Grafschaft Hampshire beschäftigt waren, auf eine Anzahl von Paketen mit Äinberballons gestoßen, bie kurz darauf in Brand gerieten. Die Postbehörden vermuten, daß es sich hier wieder um einen Anschlag der irischen Freiheitskämpfer gehandelt habe. Nachdem her Präfident Der Oener alb Ire f- tion Der 0 ft bahn feinen Amtssitz bereits nach Krakau verlegt hatte, ist mm auch bie lieber- fieMung sämtlicher Verwaltungsabteilungen her Gene rald-irektion her Ostbahn nach Krakau beendet. Präsident Beck hat daher Die vorüdergehend noch in Lodfch eingerichtete Abwicklungsstelle der Gffen- bahndirektion Lodfch aufgehoben. Aus aller Welt. Grohbeulschlanhs Glocken laufen bie Weihnacht ein. Stärker benn je ruft ber dröhnende KlanH der Glocken über dem steinernen Gewirr der Städte zur Weihnachtszeit die Menschen zur Besinnung unb Einkehr. Viele können in biesem Jahr bi.e Glocken ber Heimat nicht hören, weil sie fern an ber Front weilen. Ihnen allen gilt ganz besonders in diesem Jahr die Glockensenbung, bie ber Reichssenber Frankfurt wieder zusammen- gefteüt hat unb bie am 24. Dezember um 18.45 Uhr gefenbet wirb. „Im Glockenklang deutscher Dome grüßt bie Heimat bie Front" — so ist biefer Glockenklang bes Mikrophons zusammengefaßt. Wenn bie Glocken ehrwürdiger beutscher Dome ihre Stimme erschallen lassen, wenn Musik, Gesang unb oerbin- benber Text bie Wirkung noch unterstreichen, bann kann sich niemand ber Schönheit unb Feierlichkeit ber Stunde verschließen. In biesem Jahr treten zu ben Glocken aus Dem Altteich, aus der Ostmark unb Sudetenlanb noch biejenigen her zurückoewon- neuen Ostgebiete, wie bie von Bromberg, Thorn, Graudenz unb Danzig hinzu. Die Glockensenbung wirb am Silvesterabenb wiederholt. Zusammenstoß eines englischen 20 OOO-t-Dampfers. Der Passagierbampfer „Samaria" (19597 t), der her Cunard White-Star-Line gehört, ist nach einem Zusammenstoß auf hoher See in Den Hafen zurückgefahren, aus Dem er gekommen war, um nach Amerika zu fahren. Die Brücke und Die Rettungsboote sind, beschädigt. Der Zusammenstoß forderte keine Opfer. An Bord befanden sich einige hundert Amerikaner, Die jetzt mit einem anderen Passagierdampfer reisen werden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck unb Verlag: Brühlsche Universttätsbruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Aeit Üt lürgifiltfU Nr. 5 vom L DfflmbeK 19Ä aüittfo Vertragshilfe bei Miet- und Pachtverträgen. Sind Antragsfristen zu beachten? sprochenen Geschäftshäusern, die in den Jahren nach 1933 zu verhältnismäßig hohen Mieten ihre Räume vermieten konnten. Hier ist nämlich durch den Preiskommissar im vorigen Jahre die überhöhte Miete generell schon wesentlich herabgesetzt worden. Wenn der Antragsteller alle hier genannten Punkte berücksichtigt, dann wird er zu dem Schluß kommen müssen, daß auch von seiner Seite aus alles geschehen muß, um zu einer für beide Seiten tragbaren Lösung zu kommen. Wenn er glaubt, auf keinen Fall aus seine Rechnung zu kommen, dann ist ihm im § 5 der Verordnung die Möglichkeit geboten, durch den Richter das Miet- oder Pachtverhältnis vorzeitig auflösen zu lassen. Die vertraglich vereinbarte Miet- oder Pachidauer braucht in diesem Falle nicht innegehalten zu werden, sondern für den Miet- oder Pachtvertrag gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist des BGB , d. h. es wird dann so angesehen, als ob in dem Miet- öder Pachtvertrag keine Vertragsdauer besonders vorgesehen ist. In diesem Falle kann der Richter dem Antragsteller (also dem Mieter oder Pächter) eine der Billigkeit entsprechende Entschädigungspflicht auferlegen. Diese Entschädigung soll sich nach den Verhältnissen beider Vertragsteile richten. Ungeklärt ist noch die Frage, ob für die Herabsetzung der Miete und für die Auflösung von Miet- und Pachtverhältnissen auch die Erklärungsfrist Gel- Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 20. Dez. Im schön geschmückten Saale der neuen Schule wurden am Sonntag durch Ortsgruppenleiter Pflüger in feierlicher Form weitere 17 Mütter unserer Gemeinde mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter ausgezeichnet. Die Feierstunde wurde durch Gedichtvorträge der NS.-Frauenschaft umrahmt. Das Ehrenzeichen in Gold erhielten Katharine Schlapp, geb. Klingelhöfer, Margarete Pfaff und Margarete Michel. Mit dem Ehrenzeichen in Silber bzw. Bronze wurden bedacht: Emma I e s s e g u ß , Elisabethe Schäfer, geb. Schäfer, die Frauen Rabenau, Becker, Margarete Kern, Schäfer, geb. Vogel, Rost, Walther, Kath. Herzberger, Marie Herzberger, Elisabethe Sommer, Schäfer, geb. Kreiling, Dorothea Becker und Frau Emma Ä o g e l, geb. Klingelhöfer. Mit gemeinsam gesungenen Liedern klang die Feier aus. * Garbenteich, 20. Dez. Im Saalbau Lotz hielt der Gesangverein „Viktoria" seine 61. Jahres-Hauptversammlung ab. Sangesbruder Paul H a p p e l, der zur Zeit den Verein leitet, begrüßte alle Sänger und Mitglieder. Besondere Freude löste die Teilnahme einiger Urlauber, dar- Aus dem Deutschen Noten Kreuz. tung hat, wie im § 3 der Verordnung für die Abwicklung gegenseitiger Verträge festgesetzt wurde. Hier kann der andere Vertragsteil (in unserem Falle also der Hauseigentümer) den Gewerbetreibenden unter Hinweis auf die Verordnung auffordern, sich unverzüglich darüber zu erklären, ob er einen Aufhebungsantrag stellen wird. Gibt der Gewerbetreibende nicht binnen einer Woche eine solche Erklärung ab, so kann er den Antrag nicht mehr stellen. Das Derkündungsblatt des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer stellt sich in einem Aufsatz des Heftes 45 vom 3 Dezember auf den Standpunkt, daß diese Erklärungsfrist auch für die Miet- oder Pachtverhältnisse Geltung habe. U. E. trifft das nicht zu, denn der Gesetzgeber hätte in diesem Falle auf diese Bestimmung (des § 3) im § 4 und § 5 ausdrücklich Bezug genommen. Die Erklärungsfrist liegt wohl auch in den meisten Fällen nicht im Interesse des Hausbesitzes, sondern auch er hat ein Interesse daran, ruhig abzuwarten, wie sich die weiteren Verhältnisse entwickeln werden. Jedenfalls besteht hier noch eine Unklarheit, die seitens des Gesetzgebers wohl noch geklärt werden dürfte. Fordert jedoch der Hauseigentümer zu der Erklärung auf, so ist jedem Meter oder Pächter dringend zu empfehlen, sich darauf fristgemäß, d. h. innerhalb einer Woche, schriftlich dem Hauseigentümer gegenüber zu äußern. unter des Vereinsführer L. Stein und des Rechners L. Schäfer, aus. Im Jahresbericht wurden nochmals das Leistungssingen und das Konzert hervorgehoben. Den Kassenbericht gab K. Keßler. Durch die Rechnungsprüfer Am end und Lang wurde Entlastung erteilt. Die vor längerer Zeit gegründete Reisekasse wurde durch K. Drolsbach ausbezahlt. Die Verbindung mit den im Felde stehenden Mitgliedern wird auch weiterhin aufrechterhalten bleiben. Unter Leitung des Dirigenten Sommer (Watzenborn-Steinberg) wurden einige Ehöre vorgetragen. In der Aussprache wurde betont, daß der Gesangsbetrieb aufrechterhalten bleiben soll. Dann wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. <£ Lauter, 20. Dez. In/ Rahmen einer schlichten Feier wurde am Sonntagnachmittag wieder einer Anzahl kinderreicher Mütter unseres Dorfes das Ehrenkreuz der deutschen Mutter überreicht. Ortsgruppenleiter Weber hielt eine Ansprache, in der er die Frauen und Mütter aufforderte, sich stets bewußt zu fein, daß ihre Mutterschaft Dienst am Vaterlande sei. Mit der Ueber- reichung der Ehrenkreuze und dem Gedenken des Führers fand die Feier ihren Abschluß. V. A. Die Verordnung der Vertragshilfe des Richters aus Anlaß des Krieges vom 30. November 1939, von der die OeffenÜtchkeit in großen Umrissen erfahren hat, sieht u. a. auch die Möglichkeit der Herabsetzung von Miete oder Pacht und die Auflösung von Met- und Pachtverhältnissen im Wege der Vertragshilfe durch den Richter vor. Diese Vertragshilfe wird nur gewährt bei Geschäftsräumen, die von Gewerbetreibenden zur Ausübung ihres Gewerbebetriebes gemietet oder gepachtet wurden. Mt diesen Geschäftsräumen kann eine Wohnung verbunden sein, für die die Vertragshilfe jedoch nur in Frage kommt, wenn die Wohnräume wegen ihres wirtschaftlichen oder räumlichen Zusammenhanges mit den Geschäftsräumen zusammen mit diesen vermietet oder verpachtet sind. Für alle nur zum Zwecke des Bewohnens gemieteten Räume kommt die Vertragshilfe also nicht in Frage. Unter Gewerbetreibenden versteht die Verordnung Kaufleute und Industrielle jeder Größenordnung, Handwerker, wie alle sonsttgen Personen, welche — mit Ausnahme der Landwirtschaft — an der Erzeugung, Verarbeitung und dem Umsatz wirtschaftlicher Güter als selbständige Unternehmer teilhaben. Die Ausübung der Heimarbeit in einer Mietwohnung fällt also nicht unter diese Verordnung, es sei denn, daß mit Rücksicht auf die in der Wohnung ausgeübte Arbeit bei Abschluß des Vertrages ein besonderer Mietzins vereinbart wurde, der sich entweder aus besonderen Leistungen des Hauswirtes (z. B. Vorhaltung besonderer Wassermengen usw.), oder aus einer übermäßigen Abnutzung der Räume rechtfertigte. Es handelt sich also bei derartigen Wohnungen um Grenz fälle, bei denen die Berechtigung zur Herabsetzung der Miete vom Richter besonders geprüft werden dürste. Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Vertragshilfe ist die im Verfahren jeweils zu klärende Frage, ob es sich um einen an sich konkursreifen Betrieb handelt oder nicht, denn da die Mietherab- fetzung bis zu 50 v. H. betragen darf, die Vertragshilfe also für den Hausbesitz im Einzelfall eine äußerst schwere Belastung bedeuten kann, hat der Gesetzgeber von vornherein vorgesehen, daß auf Kosten des Hausbesitzers nicht etwa Betriebe durchgeschleppt werden sollen, für die eine Lebensbasis sowieso nicht mehr besteht, und die auch nach dem Kriege infolge ihrer Unwirtschaftlichkeit ausfallen würden. Deshalb die scharfen Bestimmungen über die Prüfung der Vermögensverhältnisse der an- tragstellenden Partei. Der Richter wird also in jedem Verfahren prüfen, ob die Weiterführung des Bettiebes volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist. Die noch besonders stark übersetzten Gewerbe müssen also damit rechnen, daß das Verfahren damit enden kann, daß der Richter die Auflösung des Met- oder Pachtverhältnisses anordnet, wenn er auf Grund der Vermögenslage und der Betriebsverhältnisse zur Ueberzeugung kommt, daß der Betrieb in Zukunft die durch die Wirtschaftlichkeit eines Grundstücks bedingte Mete oder Pacht nicht mehr wird zahlen können. Weiter wird eine Herabsetzung der Miete oder Pacht im Regelfälle nur gewährt werden, wenn diese in einem erheblichen Mißverhältnis zu dem verminderten Ertrag des Gewerbebetriebes steht. In den zahllosen Fällen, in denen z. B. die Ladenmiete einschließlich der mitvermieteten Wohnung nicht wesentlich die Mete überschreitet, die für die Wohnung nach den sonst ortsüblichen Sätzen allein zu zahlen wäre, wird der Richter wohl kaum unter die eben angedeutete Höhe der sonstigen Wohnungsmieten für die Geschäftsräume heruntergehen. Hier sind also natürliche Grenzen gegeben. Wir weisen deshalb darauf hin, damit von den Antragstellern die vom Gesetzgeber festgesetzte absolute Grenze für die Herabsetzung der Miete in Höhe von 50 v. H. nicht von vornherein mißverstanden wird, und damit diese Antragsteller bei den gütlichen Verhandlungen mit dem Hausbesitzer nicht unnötigerweise schroffe Forderungen stellen, die ihnen auch kein Richter erfüllen kann. Schließlich ist für den Richter der Umfang einer evtl. Herabsetzung des Miet- oder Pachtzinses durch das Gebot im § 4, Abf. 1 der Verordnung beschränkt, wonach die Verhältnisse beider Beteiligten bei der Herabsetzung der Mete berücksichtigt werden müssen. Dieses Gebot hat darin seinen berechtigten Grund, daß ja der Reinertratz der Häuser heute nur ein begrenzter ist, auch bei ausge£ollor. In Lollar fand ein Grundausbildungskursus des DRK. durch die Abschlußprüfung seine Beendigung. Im ersten Teil dieses Lehrgangs wurde gleichzeitig die Ausbildung der Laienhelferinnen des zivilen Luftschutzes durchgeführt, die durch eine besondere Prüfung abgeschlossen wurde. Der zweite Teil des Lehrganges erstreckte sich auf die Erweiterung der erworbenen Kenntnisse. Zu der Abschlußprüfung, die von dem Lehrgangsleiter DRK.-Feldführer Dr. med. Neumann- Spengel aus Gießen abgenommen wurde, hatten sich der Kreisführer, DRK.-Oberfeldführer Landrat Dr. Lotz, in Vertretung der Bereitschaftsführerin Haase aus Gießen, sowie die Führerin der Bereitschaft (w), der die Lehrgangsteilnehmerinnen zugeteilt werden, DRK.-Haupthelferin Annemarie Honig aus Hroßen-Buseck, ferner als eingeladene Gäste der Ortsgruppenleiter, die Ortsfrauenschaftsleiterin und der Bürgermeister von Lollar eingefunden. Die 11 Lehrgangsteilnehmerinnen legten in : der Prüfung Zeugnis davon ab, daß sie dem Unterricht mit Aufmerksamkeit und Verständnis gefolgt waren. Die angenommenen Verletzungen, die als Prüfungsaufgaben dienten, wurden praktisch behelfsmäßig mit Geschick und Verständnis versorgt und die dabei gestellten Fragen aus allen Gebieten der ersten Hilfe durchweg gut und richtig beantwortet. Nach Beendigung der Prüfung teilte der Kreis- führer Dr. Lotz mit, daß alle Teilnehmerinnen die Prüfung bestanden hätten, und sprach ihnen Dank und Anerkennung für ihre Leistungen aus. Er wies weiter auf die großen Aufgaben und die große Bedeutung des Deutschen Roten Kreuzes gerade auch im nationalsozialistischen Deutschland hin und hieß die neuen Anwärterinnen im Deutschen Roten Kreuz herzlich willkommen. Mit dem Gruß an den Führer und Schirmherrn des Deutschen Raten Kreuzes wurde die Veranstaltung geschlossen. Allendorf a. d Lda. In Allendorf a. d. Lumda wurde der von DRK.- Oberwachtführer Dr med. H. Augst aus Allendorf begonnene und nach dessen Einberufung zur Wehrmacht von DRK.-Hauptführer Dr. med. W. Trautmann aus Gießen durchgeführte DRK.° Grundausbildungskursus mit der Abschlußprüfung am Montag beendet. Als Vertreterin der DRK.-Kreisstelle Gießen stellte die stellvertretende Bereitschaftsdienstleiterist DRK.-Oberwachtführerin Wolf aus Gießen den weiblichen Teilnehmerinnen des Lehrgangs ihre Be« reitschaftsführerin, DRK-Haupthelferin Annemarie Honig aus Großen-Buseck vor. die ihrerseits die Vereidigung einer Anwärterin vornahm, die sich einer weiteren Ausbildung als Schwesternhelferist unterziehen will. Die von DRK.-Hauptführer Dr. Trautmann durchgeführte Prüfung endete mit dem Ergebnis, daß alle Teilnehmer und Teilnehmer, innen die Prüfung bestanden, die durch ihre And warten und Kenntnisse in der praktischen Verband» lehre zu erkennen gaben, daß der Zweck ihrer Aus» bildung erreicht war Zur Freude der neuen Anwärter und Anwärter« innen war Bürgermeister Karl K r i e b . der am gleichen Tage auf Urlaub in die Heimat gekommen war, als Gast zur Prüfung erschienen. Der Stellvertreter des Kreisführers, DRK.-Hauptführer Dr. Trautmann, sprach bei Begrüßung der Gäste ihm den besonderen Dank dafür aus, daß er sich für die Rot-Kreuz-Arbeit auch schon vor Ausbruch des jetzigen Krieges tatkräftig eingesetzt hatte. An- dem Erfolg des Prüfungsergebnisses hatten im Laufe des Kursus die DRK.-Helferinnen Augst aus Allendorf, Pukallus, die Haupthelferin Gros- s e r und der Oberwachtführer W i n n e ck e r , alle aus Gießen, großen Anteil. Nach beendigter Prüfung fand ein kameradschaftliches Beisammensein statt. Wirtschaft. Mein-Mainische Börse. Tendenz knapp behauptet. Frankfurt a. M., 20. Dez. Die näherrückenden Feiertage machen sich in einer weiteren Schrumpfung der Aufträge und damit des Geschäfts bemerkbar. Teilweise erfolgten kleine Glattstellungen, anderseits jedoch auch einzelne Käufe, so daß die Haltung am Aktienmarkt nicht ganz einheitlich, Überwiegend aber nur knapp gehalten war. Etwas Angebot verblieb in Zellstoff Waldhof, die weiter ab fielen auf 111,25 (112,50). Von Montanwerten gaben Hoesch auf 109 (109,65) nach, hingegen zogen Verein. Stahl und Rheinstahl je 0,25 v. H. an. JG.-Farben bröckelten auf 163,65 (164), ferner Reichsbank auf 101,75 (102) und Berger Tiefbau auf 140 (140,50) ab. Fest lagen Scheideanstalt mit 224,50 (223), Verein. Deutsche Metall mit 164 (162) und Westdeutsche Kaufhof mit 78,50 (76,50), wobei bei letzteren Presseäußerungen über den Geschäfts« verlauf etwas anregten. Der Rentenmarkt lag ebenfalls sehr ftill. Nennenswerte Nachfrage erhielt sie nur am Pfandbriefmarkt. Reichsaltbefitz-Anleihe weiter abbröckelnd auf 138,40 (138,65). Etwas Abgabeneigung bestand außerdem für Steuergutscheine Serie II. Industrie» Obligationen schwankten bei 0,25 bis 0,50 v. H., 6 v. H. JG.-Farben 0,65 v. H. höher mit 127,40. Stadtanleihen zogen z. T. etwas an, fest lagen nach Pause 4,50 v. H. Wiesbaden mit 98(96). Reichsaltbesitz später wieder 138,50 nach 138,40, Reichsbahn- VA. 0,25 v. H. fester mit 127,40. Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung weiter gesucht mit 94,35 (94,25). Unnotierte Werte waren geschäftslos Tagesgeld sehr leicht mit 1,75 (2) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 20. Dezember. Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (am 13. 12. 62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 45 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hümmel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 45 bis 48 (44 bis 49), c) 36 bis 44 (32 bis 43). Schafe a) (42), b) 39 (36 bis 39), c) 30 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 56 (56), bl) 56 (56), b2) 56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: Kälber, Schafe und Schweine zugeteilt. Frankfurt a. M., 21. Dez. (Vorbericht.) Bei ausreichender Beschickung war etwa folgende Marktlage: Es kosteten Ochsen 37,50 bis 46,50 RM., Bullen 35bis 44,50, Kühe 15 bis 44,50, Färsen 25 bis 45.50, Kälber30 bis65, Hämmel 30 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 56 RM. — Marktverlauf: Das gesamte Vieb wurde zugeteilt. Schweinemarkt in Buhbach. * Butzbach, 21. Dezember. Auf dem heutigen Schweinemarkt kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel bis 12 RM., sechs dis acht Wochen alte 12 bis 14 RM., ältere Tiere kosteten bis 35 RM. Der Handel war flott. fioBfSCHLAN DH vr, • W Jo • wer die „Astra" raucht, kann wirklich schmunzeln! Man schmeckt es gar nicht, wie leid)* die „Astra" ist - so voll ist ihr Aroma. Kein Wunder, daß Immer mehr genießerische und Oberlegende Raucher zur „Astra" greifen. Da heißt es dann: Versucht — geschmeckt — und treu geblieben I Denn auch die „Astra" selbst bleibt sich in ihren Vorzügen stets gleich. Besonderes Wissen um den Tabak und seine edelsten Provenienzen, dazu besondere Tabalt- Mischkunst - beides im Hause Kyriazl schon ta» der dritten Generation verwurzelt - sorgen dafür. Kaufen Sie nach heute eine Schachtel •Astra" und bedenken Sie: Eine Ggarette, die co viel verlangt wird, kommt auch stets fried» in die Hände des Rauchers. So werden olle ihre Wünsche von der „Astral erfüllt • Die „Astra" ist aromatisch! • Die „Astra" ist leicht! • Die „Astra" ist frisch! t Eine wahre Freudf ... zufriedenes „Astra-Schmunzeln"! | Rauchen Sie „Astra"-dann schmunzeln Sie auch! Mit und ohne Mdstck. !tr 209 Smeites Blatt Donnerstag, 21. Dezember 1939 siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Erlebniffe unserer oberhessischen Goldaten geschastsk! (Nachdruck verboten.) 4. Fortsetzung. Kriegs-WHW.berettetWeihnachtsfreude 3m Kreis Wetterau Ausgabe der Wettgutscheine bis Ende dieser Woche. ergehen lassen müssen, wenn gespenstische Gestalten in stichdunkler Nacht oder im Mondschein von der anderen Seite herüberkamen. Aber alle französischen Spähtrupps, die sich meist nur in größerer Stärke über die Grenze wagten, haben unsere Höhen nicht überschreiten dürfen, denn auf deutschem Gebiet wies sie Gewehr- und MG.-Feuer sofort über die Grenzen zurück. — Daß manchmal ein Stück Wild Wie bisher in jedem Jahre, so wird auch diesmal wieder das Kriegs-Winterhilfswerk vielen hilfsbedürftigen Familien auch in unserem Kreis Wetterau zu den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen eine besondere Freude bereiten. Zwar sieht das WHW. diesmal von den sonst als „Volksweihnachtsfeiern" durchgeführten Gemeinschaftsveranstaltungen ab, aber deswegen wird das Ausmaß der Freude nicht geringer sein. Als Mittler zwischen dem spendenden Kriegs- WHW. und den erwartungsfrohen Kindern dient diesmal die Familie selbst, der in allen Fällen für die Kinder Spielsachen snancherlei Art direkt zugestellt werden wird. Die in der Betreuung des Kriegs-WHW. stehenden hilfsbedürftigen Familien werden bis zum kommenden Sonntag in Stadt und Land Wert gutscheine des W Sj SB. erhalten, denen noch eine besondere Gutscheinzulaae für die Weihnachtsfeiertage hinzugefügt wird. Jeder dieser Gutscheine lautet auf einen bestimmten Geldbetrag. Mit den Wertgutscheinen können sich die betreuten Familien Lebensmittel, Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände im Rahmen oer allgemeinen Versorgungsvorschriften beschaffen, sodaß sie sich damit ihre Feiertage verschönern können. Die im heutige! Wochen «ß .alte 12 fö l Der N oder eine Kuh der gespannten Phantasie des einsamen . Vorpostens einen bösen Feind vorspiegelte, ließ sich nicht vermeiden, denn zum Walleinsatz unserer Soldaten gehörten ja nicht nur militärische Dinge, sie mußten auch für die Bergung deutschen Volksoermögens in der geräumten Zone einsatzbereit sein. (Fortsetzung folgt.) kt. lottert M> ’ Kälber i) 55 bis 59 ) 30 bis Ä' 49 bis 501 (32 bis D 30 bis 9 1) 56 (551, j e) 50 (501 ;ber, W leridjt) >nbe Mark M, Eli D« !5 bis 45I hafe 20 te erlauf: Vornottzen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Maria Ilona". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waldrausch". — Oberhessischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstel« lung im Turmhaus am Brand. „Vorfeldkämpfe zwischen Rhein und Mosel." Bericht für den „Gießener Anzeiger" taraMann für Bitt W ' Roman üontrföflMtefi CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 35 zu fühlen. Nanu, nanu, ist das so gemeint? Das edle Tier spürt die Nervosität der Herrin. Koni fliegt mit solcher Wildheit dahin, daß Anne sich kaum im Sattel halten kann. Gut ist das, es ist richtig so, alle Aufmerksamkeit muß sie an diesen Ritt wenden, sie kann an nichts anderes mehr denken. Koni setzt wie heute morgen über Gräben und Hecken, aber sie macht das nicht mit stolzer und königlicher Ruhe, es ist Hysterie in ihrem Schnauben und in ihren Bewegungen. Pferd und Mädchen atmen schnell und schwer, bis sie sich aus- aetobt haben und bis sie beide nach der tollen Jagd starke Ermattung überfällt. Anne ist müde und schlapp, und auch das Pferd scheint sich nach dem Stall zu sehnen. Es strebt der Landstraße zu. Es möchte heim. Sie sind nicht mehr weit vom Birkenhof, gottlob, gleich hinter dieser Föhrenschonung fangen die Birkenwäldchen und die Allee an. Ein kleines Stück Wegs, ein Katzensprung sozusagen bis nach Hause, trotzdem geschieht auf diesem Wege Unvorhergesehenes. Konifere scheut, sie scheut vor einem Auto, das mit großem Spektakel und lautem Hupen hinter ihnen dreinkommt. Sie bricht in die Föhrenschonung aus, und Gott weiß, was geschehen, wäre Anne nicht aus ihren Gedanken erwacht. Rasch gewinnt sie wieder Macht über das Pferd, Koni steht mit zitternden Flanken, mit Schaum vor dem Maul. Anne springt aus dem Sattel und braucht viel Ueberredungskunst, um das Tier halbwegs zur Ruhe zu bringen. Trotzdem ist es nicht leicht, Koni aus dem dichten Gewirr der Jungföhren herauszutriegen, sie gebährdet sich wi- derspensttg wie eine Wilde. Und von der Straße her kommen Stimmen, aufgeregte Knaben- und Frauenstimmen. Auch ein Mann redet dazwischen, und eine Frau schreit langgezogen: „Anne, Anne!" Anne ist zu müde, um neugierig zu sein. Koni lahmt, und sie selbst fühlt einen stechenden Schmerz im linken Unterschenkel. Ihre Beinkleider sind zerrissen, die Bluse ist aus dem Gurt gerutscht. Anne seufzt. Ich sehe schön aus, denkt sie, und scheinbar ist ihr Anblick wirklich zum Erschrecken. Denn kaum hat sie das gedacht, kommt eine Frau, deren Helles, graues Kostüm sie schon vorher zwischen den Bäumen gesehen hat, mit gellendem Aufschrei auf sie zu: „Anne, wie siehst du aus? Kind, ist was passiert? Ich mache mir ja ewige Vorwürfe, hat der Chauffeur zu laut gehupt, wie konnte das nur kommen, bist du verletzt? Hast du Schmerzen?" Anne fühlt sich von zwei Armen umfaßt, spürt den Duft eines sehr guten Parfüms und denkt: Es ist manchmal ein Glück, wenn man den Kopf an eine Schulter legen kann. Die da vor ihr steht, ist chre Schwester Kläre aus Berlin. Halb bewußtlos denkt Anne noch: Wollte Feldpostpäckchen haben Vorrang vor den zivilen Besondere „Lazarette" für schlecht verpackte Sendungen. Zahl der gespendeten Wertgutscheine richtet sich nach der Kopfstärke der Familien, selbstverständlich wird aber auch in ausreichendem Maße an hilfsbedürftige alleinstehende Personen gedacht werden, sodaß alle Erwachsenen und Kinder in der Obhut des WHW. dieses schöne Weihnachtsgeschenk erhalten. Die Wertgutscheine haben bis einschließlich 31. Dezember Gültigkeit, sodaß sie also auch noch „zwischen den Jahren" zum Einkauf benutzt werden können. Diese Weihnachtsgeschenkaktion des Kriegs- WHW. wird wiederum in gewöhnt großzügiger Weise zur Durchführung kommen und damit in viele Familien Freude und frohen Mut bringen. Die bisher für das Kriegs-WHW. durchaeführts Sammlung von nichtbenötigten Brotkartenmarken hat sich in sehr zufriedenstellender Weise entwickelt und ermöglicht es, den für diese Sammlung als Abnehmer in Betracht kommenden Volksgenossen (ü. a. Lang- und Nachtarbeiter, kinderreiche Familien usw.) zu ihrer eigenen Brotration noch eine wertvolle Beihilfe zu geben. Bei dieser Brotmarkenspende spielt die Frage der Hilfs» bedürfttgkeit keine Rolle. Auch in diefer Hinsicht kann unser Kriegs-WHW. mancher Familie noch eine besondere Weihnachtsfreude bringen. YB 'bte 9t lSl"®ärJ zÜS M 8i>fe !°, =r 3”5btml Ne. i Wien J 'n® toi! N, ob »ater 5 "ntmenfe Aus den bisherigen Erfahrungen der Praxis wird in der „Deutschen Postzeitung" darüber berichtet, was jeder vom Feldpostpäckchen wissen muß. Feldpostpäckchen werden mit allen Beförderungsgelegenheiten für den zivilen Päckchendienst befördert, wenn nicht überhaupt besondere Beförderungsmittel dafür eingesetzt sind. Sie haben den Vorrang vor der zivilen Päckchenpost, aber nicht vor der zivilen Briefpost. Trotz aller inzwischen bereits veröffentlichten Ermahnungen läßt die Verpackung der Feldpostpäckchen und päckchenartigen Feldpostbriefe, namentlich der aus Landorten herrührenden, noch oft zu wünschen übrig und macht den Dienststellen der Post viel Verdruß. Die Verpackung zählreicher Sendungen hat bereits auf dem kurzen Wege bis zur Feldpoftpäckchenstelle mitunter schon so gelitten, daß sie in besonderen „Lazaretten" ausgebessert oder ganz erneuert werden muß. Manchmal lohnt sich diese Arbeit gar nicht, weil der Inhalt zerbrochen oder verdorben ist und sich in einem Zustand befindet, der die Weiterleitung ins Feld ausschließt. Die Verpackung muß d5n Druck, Stoß, Wurf aushalten können, dem alle Feldpostfendungen bei der Beförderung in Säcken ausgesetzt sind. Sie muß also besonders haltbar und dauerhaft sein. Ist ein Behätter nicht voll ausgefüllt, so muß er durch Füllstoffe, wie Stroh, Heu oder Knüllpapier, ergänzt werden, damit er nicht während der Beförderung eingedrückt wird. Von Schuhschachteln darf man keine ausreichende Wider- Bäld kauern sie vor dem Spirituskocher, kauern da auf den Knien, bis die Kartoffeln kochen. Rühreier werden irr die Pfanne geschlagen, während über der zweiten Flamme des Kochers die Erbswurst brodelt. Anne breitet ein Mundtuch aus und stellt den grasgrünen Pudding darauf. De Geschirrfrage ist schon schwieriger zu beantworten, denn Horst hat nur für sich allein Teller und Besteck mitgenommen. Aber schließlich einigen sie suh und löffeln abwechselnd die Erbssuppe aus dem Topf. Auch die Bratkartoffeln und Rühreier werden aus der Pfanne gegessen, lieber den Pudding wird "Milch gegossen, dann wird er verzehrt, und Anne weiß sich nicht zu entsinnen, daß sie je in ihrem Leben so viel gegessen hat. Koni nimmt nut der warmen Schnauze kleine Stückchen Brot aus Annes Fingern, die Tafelrunde ist lustig und zufrieden. Hernach wird weggeräumt. Das Geschirr packt Horst in einen alten henkellosen Korb, stellt es m den See und behauptet, daß dieses die einfachste und sparsamste Abwäsche ist. Der, Korb wird daraus in die Sonne zum Trocknen gestellt und alles i|t fertig; wirklich nicht schlimm, gute Hausfrau zu !ein, nur Zimperliesen würden sich über diese Methoden entsetzen, Horst findet sie ausgezeichnet. $r holt eine große Decke aus dem unergründlichen Innern seines Wagens, breitet sie über den Rasen, und Anne legt sich darauf. Sie muß sich lang m bie Sonne legen, und er schiebt ihr seine Trarnmgs- jacke zusammengerollt als Kissen unter den Kops. Lr ist geschäftig wie eine Hausmutter und als er Zwischen dem Grün der Sträucher, hinter denen lie lagern, ein paar reife Himbeeren entfredt, pflückt fT sie in die hohle Hand, kniet neben Anne nieder md steckt ihr eine der roten Früchte nach der andern in den Mund. Anne liegt lang in der Sonne. Sie fühlt das Aelöstsein ihrer Glieder und nimmt die Fruchte mit Wn Lippen aus seinen Fingern, ohne sie zu l>eruy- ien. Der große Junge macht ihr Spaß, sie suhlt sch in seiner Nähe sehr erwachsen und ernfthast. Mit fast geschlossenen Lidern blinzelt sie m die leidige Luft. Wie goldgelbe Faden schimmem die Sonnenstrahlen durch das Geäst der Baume. Bienen lummen, ein gelber Zitronenfalter schaukelt vorüber. errückend«! . bchniH- lt5 bemerk, ungen. an. •B die Hai, einheitlich »ar. Etm°- die weiter iuamverten * M v.h an. )4)> ferner er Tiefbau anstatt mit 1 164 (162) >50), wobei Geschäft-, sch U am Psondl abbröetelni mg bestand . Industriell 0,50 v.h mit 127,0 lagen nM ■ ReichM'H Reichsbahn,^ Frewerkehiö mit 9M I. „Vorfeldkämpfe zwischen Rhein und Mosel", so wird es später unter mitgemachten Gefechten auch im Wehrpaß manches hessischen Soldaten zu lesen sein, und mancher Angehörige zu Haufe wird wissen wollen, was darunter zu verftehen ist. Die Heimat hat ja den planmäßigen Gang unserer Mobilmachung miterlebt. Mit preußischer Pünktlichkeit zogen in Oberhessen die Soldaten aus ihren Garnisonen an die Front, und in vorbildlicher Genauigkeit erreichten und besetzten sie die Frontabschnitte im Westen, die ihnen zugewiesen wurden. Der erste Eindruck in den Dörfern in und am Westwall war der einer vorbildlichen Volksgemeinschaft zwischen der Zivilbevölkerung, den Westwallarbeitern und den Soldaten. In einem kleinen Dorf, in dem schon Hunderte von Arbeitern und ebensoviel Angehörige von ^renzschutztruppen lagen, fanden die ankommenden Soldaten immer noch Quartier und freundliche Aufnahme, fanden sie auch eine vorbildlich zuversichtliche Haltung und keine Spur von Aufregung oder Mißvergnügen über die bevorstehende Räumung. Die Bilder, die wir gesehen haben, werden nur dann wieder in unserer Erinnerung auferstehey, wenn wir im Binnenlande einmal Leuten begegnen sollten, deren Einsatzbereitschaft sich nicht mit der der Grenzbevölkerung vergleichen läßt. Spannungstage waren es schon, die wir alle miterlebten, als der Polenfeldzug begann, als England und in dessen Gefolge Frankreich sich als im Kriegszustand mit Deutschland befindlich erklärten. Nach deutscher Auffassung von den Pflichten eines Bundesgenossen, war ja nun ein Großangriff zu erwarten, und zu seiner Abwehr mußten alle Vorbereitungen mit größter Schnelligkeit getroffen werden. Wer den Weltkrieg von 1914/18 mitgemacht hat und das Feftungskampffeld des deutschen Westwalls nun kennenlernte, den konnte allerdings von Anfang an die ungetrübte Zuversicht erfüllen: durch diesen Wall von Stahl und Eisen, den der beste Arbeiter der Welt dem besten Soldaten gebaut hat, kommt keiner durch! Die Spannung erhöhte sich, als die ersten Arttlleriefchüsse von französischer Seite aus fielen und nun stündlich mit dem Großangriff ah oer Westfront gerechnet werden mußte, der dann schließlich doch ausblieb. Offizier und Mann unserer hessischen Truppen haben in diesen Tagen, in denen sie wirkliche Kämpfe nur am Rundfunk und nur mit den oft beneideten Kameraden im Polenfeldzug erlebten, schon durch Wachsamkeit, Arbeit und Einsatzbereitschaft ihre Pflicht getan. Es war ein eigenartiger Krieg, in dem die Gegner sich von beiden Seiten aufmarschieren sahen, bei dem aber von deutscher Seite auf den „Poilu" nirgends b?£ erste Schuß abgegeben wurde. In blau- grauen Mänteln kamen die französischen Truppen aus allen Geländefalten hervor, suchten sich geeignete Stellungen aus, und in der warmen Septembersonne zogen sie dann vor unseren Augen Mäntel und Röcke aus, um sich ihre Schützenlöcher und MG.-Stellungen auszuheben. Etwas unfreundlich erschien es uns wohl, als auf unseren Beobachtungs. ständen dann bald auch die ersten Granaten heranrollten, und hier hat schon mancher, der am Scherenfernrohr aushielt, die Pflichterfüllung gezeigt, die der Begriff der Vorfeldkämpfer von jedem einzelnen verlangt. Jetzt galt es auch auf unserer Seite sich einzu- graben, Maulwurf zu spielen, wie es der Franzose anscheinend vorher gut geübt hatte. Die Nächte wurden kalt, und es lagen nur dünne Schleier von Sicherungen vor dem eigentlichen Westwall, und in der stündlichen Erwartung des Angriffes hat mancher junge Soldat die erste Nervenprobe über sich und irgendwo müssen Jelängerjelieber blühen, Anne spürt den starken und süßen Dust. Horst reicht dem Mädchen die letzte Himbeere, und wieder sieht er beim Schlucken, wie die zarte Kehle zittert. Es scheint ihm, als wäre sie von der Sonne durchglüht. Er kehrt sich schnell jur Seite und wirft sich dicht neben der Hecke ins Gras. Sie liegen nahe beieinander, blinzeln in den Himmel, sehen den ziehenden weißen Wolken nach, und zwischen ihnen liegt die Wärme des sommerlichen Tages. Als Anne Horst Nielsens Finger über ihren Arm tasten spürt, möchte sie schreien, aber sie kann es nicht, denn das Herz schlägt schwer und wie ein Hammer. Er ist ein dummer Junge, welch ein alberner Junge ist er, denkt sie. Als sie aber seine Lippen in der Beuge ihres Ellbogens fühlt, springt sie wild und wütend hoch. „Was fällt Ihnen ein", schreit sie und erschrickt über die eigene Stimme, „lassen Sie das!" Horst Nielsen schweigt. Er kauert mit gesenktem Kopf auf der ausgebreiteten Decke. Still kauert er da, ernsthaft und ein klein bißchen dummjungenhaft. Um ihn ist leuchtende Sonne. Koni kommt ungeru- fen, sie ist satt, und das Ausruhen ist ihr bereits langweilig, außerdem plagen sie die Insekten. Ohne zu mucken, läßt sie sich das Zaumzeug und den Sattel anlegen. Annes Hände zittern so stark, daß ihr die altgewohnte Arbeit unsägliche Mühe macht. Abermals fommt sie sich albern vor. Solch ein Erlebnis nehmen viele Mädel von der luftigen Sette — o ja, sie weiß es von Frieda Jörs. Warum zittert sie? Warum fühlt sie sich gedemütigt? Sie denkt: Meine Einfalt ist größer als meine Lebensneugier. Ist dieses Gefühl nun Liebe, dieses schreckliche Gefühl, zusammengesetzt aus Furcht, Widerwillen und Neugier? Dann möchte ich lieber nie lieben! . : , Endlich ist Koni gesattett, mit einem Schwung ist Anne oben und reitet davon, ohne sich umzusehen Doch als sie im Wald ist, etwa da, wo der Knirps stand, kehrt sie sich im Sattel und sieht zurück Da steht Horst Nielsen in der Lichtung und packt die Sachen in den kleinen Wagen. Es ist em friedliches und unwahrscheinlich gleichgulttges Bild Er packt seine Sachen ein und fährt davon und denkt vielleicht: schade, daß die Sache schief ge- aanaen ist. Anne lacht wütend, ihr Blut ist in wildem Auftuhr, doch sagt sie sich: Das kann mit Liebe nichts zu tun haben. Liebe muß anders fein, reiner und voll Dankbarkeit. Ich möchte lieben, denkt Anne ffieaner und allen anderen Gedanken zum Trotz fühlt sie' ihre Einsamkeit so stark, daß sie die Zahne aufeinanderbeißen muß, um nicht loszuweinen wie ^Zimi^ersten Male bekommt Koni die Reitgerte Anne Wegner ftetyt vor ihrem Wäscheschrank und flötet siegessicher durch die Zähne. Sie ist wieder gesund, und vergnügt ist sie auch. Warum sollte Anne, nicht vergnügt sein? Heute wird ein Sommerfest auf dem Dirkenhof gefeiert, tatütata! Anne flötet und sucht nach einem Unterkleid. Sie hat doch ein weißes Unterkleid gehabt, wo in aller Welt steckt das blöde Ding? Bei den Frauen des Birkenhofes sind zarte Unterkleider im allgemeinen unwichtig. Viel wichtiger sind zum Beispiel Retthosen, und die hängen auch in Annes Kleiderschrank zur Auswahl, grau, kariert und bräunlich, die letzte sogar mit eingesetzten Ledertetten. Diese Hose war im vergangenen Jahr Annes ganzer Stolz, und auch jetzt vergißt sie für Minuten das Unterkleid, denn ihr fällt ein, daß die Hose unbedingt nach Balke zum Schneider muß. Sie ist tu kurz geworden, schade, solch eine großartige Hose. Nur gut, daß ein tüchtiger Rest vom Stoff geblieben ist, Klarissa hat mal wieder vorgesorgt. Der Schneider soll einen breiteren Sattel machen, dann geht sie noch jahrelang. (Fortsetzung folgt) Aus der Stadt Gießen. Wintersonnenwende. Wem, heuer aud) keine Sonnwenbfmr in deutschen Landen leuchten, fo feiern wir diese- altaer- man'l-h-. F-st doch ,m Herzen. Wie unsere Vor- sahren emt die Sonne als ihr- Lebens,penderin ansahen wie sie zu ihr ausschauten und d7nn b-. freu aufatmeten, wenn der Tag der Sonnwende kam, fo wollen auch wir mit heißem Herzen hoA mmg-uoll auNchauen: die Wintersonnenwende t em Fest des Glaubens, em Aufblick zum Lickt Wir sahen. die Sonne sinken. Nebeldunkle Tage kamem Herbstliche Sturme durchbrausten die Lande Die Menschen wurden still. Ihre Gedanken weilen draußen bei den tapferen Männern, die unsere Heimat beschützen, d,« auch in der Lust und aus dem Wasser den Feinden zeigen, was deutscher Wagemut und deutscher Angrifssgeist vollbringen Nun ist der Tag der Sonnenwende gekommen Nun steigt die Sonne wieder und kündet ein« neue 3«t an. Leise blüht in unseren Herzen die Host, nung auf, ahnungsvoll lauschen wir der inneren Stimme, die uns über Tod und Gräber über Ruhe und Stille hinweg zuruft: Glaube m den Smn des Lebens, glaube an einen Aufstieg zum Licht! Wenn mir heute den Tag der Sonnenwende begehen, dann führt uns kein Aberglauben, sondern wir fühlen die enge Verbundenheit mtt unfern Vorfahren. Wie es für sie Stunden der Andacht waren, fo soll es auch bei uns sein: Stunden der Einkehr' der ernsten und stillen Versenkung in Vergangenheit und Gegenwart. Die Sonnenwende soll uns auch an unsere Ver° pflichttrngen dem deutschen Volke gegenüber mahnen. Die Liebe zu Volk und Heimat muß immer wieder aufs neue entfacht werden. Von neuem müssen mir geloben, auch in ernsten Zeiten auszuharren, immer und überall unserm Volke zu dienen und zu helfen. Dor allem aber gedenken mir der Brüder, die mit Einsatz ihres Lebens unser Vaterland schützen und verteidigen. Sie sind uns täglich Mahner und erinnern uns an unsere Pflichten. Aber unsere Gedanken sollen auch in Zukunft gehen. Wie auf stürmische, dunkle Tage einst mie= der Sonnenschein kommen wird, so wird auch unserm Vaterlande dereinst eine schönere Zukunft erblühen. In diesem Glauben begehen mir Wintersonnenwende. __h. Attersnachweis beim Einkauf von Betiwaren. Da Bettmar en für Kleinkinder bis zum vollendeten ersten Lebensjahr punkt- bzrn. bezugscheinfrei sind, muß der Kaufmann das Alter des Kindes prüfen, für das diese Waren gekauft werden. Es zeigt sich nun, daß die Kunden häufig beim Einkauf den Geburtsschein des Kindes nicht mit sich führen, fo daß sie in diesen Fällen einen nutzlosen Weg gemacht haben. Das ist besonders unangenehm, menn längere Anfahrten zu den Einzelhandelsgeschäften nötig sind, mie etroa aus einem Vorort in das Stadtzentrum, oder vom Dorf in die Kreisstadt. Der Kunde sollte deshalb stets beim Einkauf von Bettwaren für Kleinkinder einen Altersnachmeis bei sich führen. (Siebener Wochenmarktpreise. * Gießen, 21. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, 14 kg 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 9 bis 12, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 20 bis 35, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 40 bis 60, Feldsalat, V« 10 bis 12, Kartoffeln, kg 4% Rpf., 5 kg 42 Rpf., 50 kg 3,35 bis 3,55 RM., Aepfel, Vi kg 15 bis 25 Rpf., Birnen 12 bis 20, Endivien, das Stück 5 bis 12, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40 Rpf. standsfähigkett erwarten. Ein gewöhnlicher Briefumschlag eignet sich schlecht als Hülle für eine kantige Zigarettens chachtel. Diele Verstöße beruhen daraus, daß zur Verpackung einzig und allein einfaches Papier verwendet wird. Zerbrechliche oder zerdrückbare Dinge sind in einfacher Papierunchül- lung unmöglich. Das gilt für Flaschen mtt Flüssigkeiten aller Art, für Keks, Kuchen, Honig, Marmelade, Lebkuchen, Eier, Pralinen, Zigaretten usw. Flüssigkeiten jeder Art müssen so verwahrt werden, daß keine Beschädigungen durch Druck oder Stoß zu fürchten sind. Möglichst Behälter aus Blechs Kunststoff usw. wählen. Wer glaubt, leicht verderbliche Sachen unbedingt verschicken zu müssen, vermerkt am besten gleich, daß die Sendung der Trupps zur Verfügung gestellt wird, wenn sie unanbring- lich ist. Daß selbstverständlich Streichhölzer, Feuer- werksartikel oder Flüssigkeiten, die leicht entflammen, wie Hoffmann Strapsen und Benzin, Nicht versandt werden dürfen, sei mit einer Warnung vor drohender Strafe nochmals erwähnt. Kläre denn kommen? Das muß ich vergessen haben, dann fühlt sie, daß jemand Kvnis Zügel, die sie um den Arm geschlungen hat, löst. Als sie im Wagen sitzt, ist ihr, als drehe sich das ganze Land wie ein Karussell. Eine tiefe Glocke läutet, sie greift mit den Händen in die Luft, die Sinne schwinden ihr. Als Anne Wegner wieder zu sich kommt, liegt sie in ihrem Schlafzimmer im Bett. Ganz erstaunt sieht sie sich um. Aber ja, es ist so. Da sind die hellen, freundlichen Tapeten, die Fenster mit den Mullgardinen, ihre altbekannten Bilder an den Wänden und alle die Dinge, die sie liebt. Klarissa geht fo leise, mie es ihr möglich ist, im Zimmer hin und her. Trotzdem klirren die Kristallflakons auf dem Toilettentisch, es hört sich mie heimliches Lachen und Ge- raune an. Klarissa geht zu dem großen Marmormaschbecken, läßt Wasser einlaufen, steckt ein Tuch hinein und wringt es aus. Dann kommt sie wieder liebevoll herbeigewuchtet. Anne reckt und streckt sich unter der leichten Decke. Sie lächelt und denkt: Wie gut, wie gut ist es im Bett. Sie schließt die Augen und schläft von neuem ein. Sie schläft den tiefen Schlaf einer seelisch und körperlich Ermatteten. In schrägen Strahlen fällt der Schein der Abendsonne ins Fenster. Er kriecht über den gelben Schopf des Mädels, hängt Goldglanz über ihn und trifft zur selben Zeit auf ein Bild an der Wand, das Konis schmalen Kopf roiebergibt. Und fo steht das letzte Sonnenlicht des Tages wie ein Helles, fröhliches Band zwischen dem Mädchen Anne und ihre Stute Konifere. Verhütet Christbaumbrände. Um Christbaumbrände zu verhüten, ist in erster Linie für die standsichere Aufstellung des Baumes in hinreichendem Abstand von anderen leicht feuer- fangenden 'Gegenständen zu sorgen. Besonders ist genügender Abstand von Gardinen und Vorhängen zu halten! Die Brand-gesahr ist beim frischen Christbaum weniger gegeben als beim ausgetrockneten. Daher suche man ihn lange frischzuhalten, indem man den Baum in ein mit Wasser gefülltes Gefäß stellt (ein Verfahren, das man vorteilhaft auch schon anwendet, wenn man den Baum vor den Feiertagen aus dem Balkon oder auf dem Boden aufbewahrt). Man wird erstaunt sein, welche Wassermengen der Christbaum täglich verbraucht. Daher Nachfüllen nicht vergessen! Beim Anzünden der Kerzen beginne man oben, beim Auslöschen aber unten, wie man überhaupt darauf achte, daß Kerzen nicht direkt unter Zweigen ober Baumschmuck angebracht werden. Man spricht zwar vom Kampf dem Verderb, ober man läßt doch besser die Kerzen nicht bis auf den lebten Tropfen Paraffin herunterbrennen, sondern löscht sie schon etwas vorher aus. Gerät ein Baum wirklich einmal in Brand, dann steht er im Nu in Flammen, und die Verbrennung geht fast explosionsartig vor sich. Das bedeutet, daß fast stets die ganze Zimmereinrichtung von den Flammen erfaßt wird. Man beugt vor, indem man in nicht allzu großer Entfernung geeignete Lösch- mittel bereitstellt, auf die man zurückgreifen kann. Bei den Löscharbeiten sollen nach Möglichkeit Frauen mit ihrer leicht feuerfangenden Kleidung sich nicht beteiligen. Gelingt es nicht, das Feuer sofort'zu löschen, so benachrichtige man unverzüglich die Feuerwehr. ♦ ** Sterbefälle in Gießen. Es verstarb en in Gießen: 2.12.: Hermann Max Schlesier, Reichsbahn-Werkmeister a. D., 64 Jahre, Wilhelmstraße 62; 2.12. Lina Becker, geb. Becker, o. B., 42 Jahre, Kirchenplatz 5; 3. 12. Anna Weber, geb. Bintz, o. B., 62 Jahre, Am Nahrungsberg 65; 4.12. Wil« Helm Heddertch, Dachdeckergeselle, 63 Jahre, Glel- berger Weg 42; 5.12.: Eva Krombach, geb. Funk, o. B., 46 Jahre, Rodheimer Straße 38; 6.12.: Carl Schwan, Graveur, 80 Jahre, Mäusburg 16; 6.12. Antonie Fischer, geb. Johannis, o. B., 70 Jahre, Wernerwall 35; 9.12. Johanna Haller, geb. Euler, o. B., 62 Jahre, Landgrafen'straße 7; 11.12. Otto- mar Franz Polz, Büroangestellter, 45 Jahre, Gießen-Wieseck; 14.12. Luise Franke, o. B., 46 Jahre, Dammstraße 28; 14.12. Friedrich Albert Mayer, Rentner, 65 Jahre, Friedrichstraße 10. Rundfunkprogramm Freitag, 22. Dezember. 6 Uhr: Morgenaruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: Der Gaumusikzug des Reichsarbeitsdienstes, Gau Mittelrhein. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Am Weihnachtsschaufenster"'. 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Sendereihe: Wirtschaft und Politik. „Wilhelm Bauer". Der Schmied der deutschen U-Bootwaffe. 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportberichte. 11: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Musik am Mittag. Das große Orchester des Reichssenders Hamburg. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Vom Rhein zur Saar. Gedichte und Erzählungen aus der saarpfälzischen Heimat. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Nachrichten. 17.45: Klingende Liebesgaben (26). Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall in Verbindung mit der NSG. „Äraft durch Freude". 19.10: Nach des Tages Arbeit. Dazwischen Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Ueber- traguna vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten. SJl.-tfport Oie nächsten Handballspiele um die Meisterschaft. Die Eigenart, wie die ersten Kriegsmeisterschaften im Handball durchgeführt werden, gebietet den beteiligten Mannschaften, sich von vornherein entsprechend einzustellen und keine Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen Ein Spielverlust kann die schönsten Aussichten zerstören und eine Unacht- samkett zur unerwarteten Niederlage führen. Das aber gibt der Runde das erwähnte eigenartige Gepräge und vermittelt vor allen Dingen auch die Spannung. So ist beispielsweise nicht von der Hand zu werfen, daß der Mtv. Gießen kein Spiel mehr verlieren darf, wenn er in die Entscheidung ein» greifen will. Das gleiche gilt auch für Garbenheim, das ja ebenfalls als Faoortt galt. — Man darf gespannt fein, was der zweite Sonntag bringen wird. Mt Überraschungen muß man auch diesmal wieder rechnen. 7Ntv. Gießen — Tv. Garbenheim Io. Hochelheim — Tv^Holzbeim Tv. kahenfnrt — Tv. Münchholzhausen Tv. Lützellinden — Tv. Dornholzhausen. Die Mannschaft des Mtv. Gießen hat den Tv. Garbenheim zu Gast, der am Sonntag sogar auf eigenem Platz verloren hat. Wenngleich man auch diesem ersten Spielverlust keine allzu große Bedeutung beizumessen braucht, könnte man trotzdem einen Schluß ziehen, wenn die Platzbesitzer selbst eine bessere Leistung gezeigt hätten. Diesmal kommt es also einzig und allein darauf an, wer sich zuerst findet. Rein spielerisch gesehen, besteht fein wesentlicher Unterschied. Hochelheim wird diesmal einen spannenden Kampf erleben, nachdem die Holzheimer offensichtlich im Kommen sind. Werl aber auch die Platzbesitzer nichts von ihrem Können eingebüßt haben, rechnet mail mit einem erbitterten Ringen, in dem die glück« lichere Mannschaft Sieger bleiben wird. Katzenfurt empfängt den Turnverein Münchholz« hausen, der in den Lahnpokalspielen eine gute Fi« gur abgegeben hat. Ob es allerdings gelingt, gegen die junge aufstrebende Els der Platzbesitzer zu gewinnen, ist kaum anzunehmen. Lützellinaen erwartet Dornholzhausen, die Mann, schast, die bis jetzt fast ungeschlagen Spiel für Spiel absolvierte. Sie geht auch diesmal wieder mit guten Aussichten in den Kamps, wird allerdings auf einen Gegner stoßen, der erst letzthin feine vorzügliche Form unter Beweis stellen konnte. Kurze Sportnotizen Der Gau Hessen trägt seine Schimeisterschaf« ten im Staffellauf (21. Januar) und im Dauerlauf (28. Januar) in Willingen aus. Am 4. Februar wer« den in Gersfeld (Rhön) der Abfahrts- und Torlauf entschieden. Der Schiklub Seefeld eröffnete die neue Wintersportzeit mit einem Schilanglauf über 12 km, zu dem 38 Läufer erschienen. In der allgemeinen Klasse erzielte Rudi W ö ß vom Zollgrenzschutz Innsbruck mit 58:10 Minuten die Tagesbestzeit. Der Vogel als Wintergaff. LPD. Dillenburg, 18. Dez. Eine seltene An- hänglichkett beweist ein Rotkehlchen, das regelmäßig den Winter im Hause eines hiesigen Spenglermeisters zuzubringen pflegt. Bei Beginn der falten Jahreszeit pocht der gefieberte Sänger an bas Fenster ber tierfreundlichen Familie und bezieht fein Winterquartier, um alsdann im Frühjahr ro eber auszufliegen. Dor einigen Tagen erschien bas Tierchen wiederum und bezog, nachdem es sich durch mehrmaliges Hin- und Herfliegen vor dem Fenster angemeldet hatte, um darauffolgenden Tage freiwil-f lig wieder die Gefangenschaft in dem Bauer, den man mit geöffneter Pforte vor das Fenster gestellt hatte. Dies ist nun bereits der fünfte Winter, den das Rotfehlchen im Haufe des Spenglermeisters zubringt. G LORI FH Unser Heber alter Heinrich Schaub Jean Dem