xr. 247 Erstes Blatt Samstag, 21./Sonntag,22.(Mtober 1959 189. Zahrgang 'S. n morgigti ürger w f'i m rem eigrun kc> aus Louisiana und Walter Pierce aus r nicht 16 rfenbers 01 einer <1 Winston Churchill verwischt die Spuren seines schändlichen Verbrechens. Gustave Anderson bezeugt, daß die „Athenia" nach erfolgter Explosion sich noch 14 Stunden lang über Wasser hielt. Sie wäre auch dann noch nicht gesunken, wenn nicht britische Zerstörer mit Granatfeuer den Zeugen der Schandtat Churchills zum verschwinden gebracht hätten. Andersons Darstellung weist auf eine Explo - 0 n 'i m Innern des Schisses, wahrschein. I'ber USA.Bürger G u st n v e Anderson aus Bnois, Leiter eines Reisebüros, der an Bord Jhr „Atheni a" war, berichtete, als^er endlich VMche Zerstörer schießen die „Athenia" in den Grund ne Libkü!. nie am L 'ilche, ilm Sahn Mi n Felde d« als Mülltt inem 68, & RuhM n an Sm die Familü Wohnung es (Wmf itqlasM Zte auf « stiches Mi- e. Die fjrc r bewuK den 6tni|l abgeschB gen, die im 5 notwenid Anderson bekundet dann ausdrücklich im Gegensatz zu den von Churchill gestellten „Zeugen", daß er z u keiner Zeit das Periskop eines Unterseebootes gesehen oder gar Geschühfeuer von einem U-Boot bemerkt habe. Und nun kommt das ungeheuerlichste, was bisher verschwiegen wurde: Gustave Anderson erklärte auf seinen Cid, dah die „Athenia" noch nicht gesunken war. als er am nächsten Tag 7 Uhr morgens mit 49 anderen Geretteten von einem z u Hilfe geeilten Schiss ausgenommen wurde. In diesem Augenblick bombardierten, so bekundet Anderson. drei britische Zerst0 rer die ..Athen!a". um sie z u versenken. Den Insassen des Rettungsbootes, die diesen Vorgang beobachteten, wurde erklärt, das sei geschehen. weil das schwimmende Wrack sonst eine Gefahr für die Schiffahrt gewesen wäre. Diese Aussage Andersons ist der letzte Schlußstein des Beweises für die ungeheuerliche Tatsache, dah Winston Churchill, der Erste Lord der britischen Admiralität, der die Lüge von einem deutschen U-Boot-Angriff auf die „Athenia" herausgab. der verbrecherische Urheber der Explosion ist. die an Bord stattfand. ersten Tage die Wahrheit entgegengestellt. Und seither hat die Welt sich immer mehr davon überzeugen müssen, dah Churchills Behauptungen und die Angaben seiner sogenannten Zeugen erlogen waren. Jetzt kommt aus Amerika der bis ins einzelne geführte endgültige Beweis für die Richtigkeit der von Deutschland von Anfang an getroffenen Fest fHlung: Der englische Dampfer „Athenia" wurde auf Befehl Churchills, des Ersten Lords der britischen Admiralität, versenkt. Lr selbst hat dieses Verbrechen ausgeheckt und planmäßig z u r Aus führung gebracht. Die furchtbarste Untat, die jemals von Wenfchenhirnen erdacht wurdet Kann das britische Volk diesen Verbrecher noch länger im Kamen Englands decken? 1 an der sM eschaM * d und M auf den "- r 8»' it *■ I nt), d« *\ ■1 o M #|W Berlin. 19. Off. (DKB.) Das furchtbare Ver- n, dessen Winston Churchill vor aller Welt gl ist, hat seine unwiderlegbare Bestätigung den. Das verbrecherische Attentat, das gegen englischen Dampfer „Athenia" ohne Rücksicht das Leben von fast 1500 Menschen verübt wrde. um mit der Lüge von einem deutschen U- I Ootangriff Amerika in den Krieg gegen Deutsch- t/d zu ziehen, ist vor aller Welt enthüllt. Durch jOtl e amtliche Untersuchung in den reinigten Staaten wurde das uugeheuer- | fite verbrechen erwiesen. Cs wurde durch Eidliche Aussagen eines Bürgers der ^reinigten Staaten, der als Opfer ir Katastrophe selbst einwandfreier uge war. endgültig aufgedeckt. Danach haben Morgen nach der Katastrophe drei briti - sie Zerstörer, um die Spuren von Churchills !!Erbrechen zu beseitigen, die noch nicht ge- "nfene „Athenia" bombardiert und ■r senkt. Heber das Ergebnis der amtlichen Untersuchung Ifct nach den Darstellungen der amerikanischen ^sse folgender Bericht aus Neuy 0 rk öi: Erst in den letzten Tagen kehrten die ameri« Nischen Staatsbürger unter den geretteten Passagen der „Athenia" in ihre Heimat zurück. Wo. jtilang waren sie in englischen Hafen zurückge- fl.ten worden. Ihre Aussagen wurden unterdrückt, gt kommen sie zu Wort. Ihre Bekundungen rjen das ganze Lügengebäude über den Haufen, m aus den in England noraenommenen Per- llien angeblicher „Athenia"-Passagiere durch Be Hragte des oerbrecherischen Churchill aufgerichtet eiirbe. ZestimM-V mer, fo^ll rfenbers nr-| t sich, o*r der W| \t Ä ,S- Ä Cs ft* k Inn* lUn9en rt. Mb: H-t? Churchills „Athenia"-Verbrechen erwiesen. miliche amerikanische Untersuchung enthüllt das Geheimnis um den Llntergang der „Athenia".— Englands Marineminister durch einwandfreie Zeugenaussagen amerikanischer Staatsbürger als Verbrecher entlarvt. Hali- J sei bestes' «f s* •-M nur schwer beschädigt worden war. auf den Grund des Meeres zu fchicken. Wie die „Washington Times" mitteilt, hat sich das Staatsdepartement der USA. darüber beklagt, daß es bei seiner Untersuchung nur wenig Unterstützung durchdie britis che Regierung gefunden habe und finde. Diese ^Zurückhaltung" der englischen Behörden bei brr Mitarbeit an her amerikanischen Untersuchung ist nicht verwunderlich, sondern wohl verständlich. Richt umsonst bat England die in seine Hand gefallenen amerikanischen Staatsbürger unter den Geretteten fr|d)etnt täglich, außer Sonntag» und Feiertags Idlagcn: Die Illustrierte Siebener Familiendlätter Primat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: M 4 Beilagen R2N.1.95 thne Illustriert« e 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Sud) bei Nichterscheinen ton einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüsfe Fiter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnach« rd)ten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: franksurt am Main 11688 Die Behauptung, man habe das treübenbe Schiff aus Gründen der Sicherheit der Schiffahrt Margen müssen, ist eine durchsichtige Luge ®cnn der erste Lord der britischen Admiralität wirklich an eine deutsche Torpedierung der „Athe- nia" geglaubt oder sie auch nur für möglich gehal- ten hatte, bann hätte er sicherlich den strengsten BefM gegeben, bas havarierte Schiff ein zu. schleppen, um bei einer gründlichen Unter- uchuna Material für seine Behauptung zu finden. Für diesen Zweck hätte er zweifellos d,e drei ver- dächUgerweise in der Rahe der „AthenM befind- licben Zerstörer, und, falls notwendig, sicherlich noch weitere britische Kriegsschiffe ^rJBcrfügung gc- [teilt Aber das von ihm angestistete Verbrechen verlangte die sofortige Vernichtung aller Spuren seiner Tat. Erst wenn die Athenia" gänzlich verschwunden war, durfte er hoffen, seine Lüge mit Erfolg in die Welt setzen zu -können. Aus diesem Grunde ist in der Fülle der angeblichen Zeugenaussagen, die Winston Churchill veroffent- iidicn ließ und die scheinbar jede Einzelheit des Vorganges bis zum Auftauchen von jungen Walfischen klärten, auch nicht mit einem e in- gen Wort die Rede gewesen von der aus schiffahrtstechnischen Gründen" erfolgten Der- ftnkung be? havarierten „Athenia" durch das Feuer britischer Zerstörer. Die Aussagen Gustave Andersons offenbaren baß ungeheuerliche Ausmaß des Verbrechens, das ein amtierender britischer Minister beging. Es hat öen Ersten Lord der britischen Admiralität nichts genützt, daß er zunächst bestellte Zeugenaussagen veröffentlichte und die Bekundungen neutraler Passagiere unterdrückte. Ls hat ihn nichts genützt, daß er die Spuren seiner Tat schleunigst zu beseitigen versuchte. Der ame- rikanische Staatsbürger Gustave Anderson und die 49 weiteren Insassen seines Rettungsbootes waren Augenzeugen der Salven, die britische Kriegsschiffe auf die „Athenia abgaben, um As Schiff, das durch Churchills Höllenmaschine Annahme von Anzeige« für die THttagenummer vis8'/,Uhrdes Vormittag« Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breile 7 Rpf., für Tert- anzeigen von 70mm Brett« 50 Rps..Platzvorschrtft nach vorh Beretnbg.2b"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen», Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheltsanzei- gen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche AnzeigenORpk. Mengenabschlüsse Staffel B Rach den bisher erfolgten Veröffentlichungen liirnkanischer Zeitungen und Nachrichtenbüros en ften die Aussagen Andersons folgendes Bild: Wtave Anderson fuhr als Inhaber eines Reife- jüios öfter nach Europa, darunter mehrmals mit ki „Athenia". Er kannte deshalb den Kapitän die ziere und die Besatzung der „Athemo schon til langem. Er erklärte, daß der Dampfer „Athe- bereits im Herbst v. I. Einrichtungen R elt, die seinen jederzeit!gen Einsatz a 1 s Afsschiff der britischen Kn eg s - hrine im Handelskrieg ermöglichten. Die Bor- ungen hierfür wurden unmittelbar nach »er Münchener Konferenz und nach der br Chamberlain abgegebenen Friedensversicherung It-offen. Hieraus geht hervor, daß dieses tomUi Mn damals im D i e n st e de r b r 1 t l sch e n hmiralität stand, so daß von dieser Stelle *1 jede Maßnahme auf dem Dampfer getrosten Wien konnte, ohne daß zeitraubende und gegeve- Walls auch peinliche Verhandlungen mit der Jtce- pi notwendig gewesen wären. Gustave Anderson bekundete weiter, daß nach s Aussagen des Ersten Offiziers der „Athenia . «Ypeland. die „Athenia" Geschütze uni) Munition geladen hatte. Sie sollten für d- Süstenverteidignng in Halifax und Quebec i 1-rwendung finden. Auch diese Angabe be- s'ätigt die Tatsache, daß die britische Admira i- 61 frei über diesen Dampfer verfügen konnte, • dnin sie benutzte ihn zum Waffentransport. Auf ^fragen der drei amerikanischen Abgeordneten flib Anderson zu Protokoll, daß an Bord der Athenia" alle Vorrichtungen , um Einbau verwendungsbereiter Ge- ichühe getroffen waren. Diese Bestückung lite des Masclstnenraumes hin. Die Explosion c'ineo Torpedos hätte außenbords statt lind en müssen. Außerdem hätte ein Mittschiffs treffender Torpedo das Schiff in kürzester Zeit zum Sinken gebracht. Insbesondere ein deutscher Torpedo hatte nach den Erfahrungen, die die Engländer beri der Atoinifierung des „Royal Oak" im Hafen von Scapa Flow fummeln konnten, diesen ungeschützten Handelsdampfer nicht 14 Stunde n s ch w immfähig gclaf- fen, so daß ihn britische Zerstörer erst mit Granaten versenken mußten. Diese Vernichtung des von Besatzung und Passagieren verlassenen, aber durchaus fchnnmnifähigen Kämpfers „Athenia" durch drei britische Zerstörer ist der Versuch der Verbrecher, auch die letzten Spuren ihrer verruch- ten T a t z u beseitigen. Churchill schickte Hunderte nichtsahnende Menschen zur Verwirklichung seiner kriegshetzerischen Ziele kaltblütig in den Tod! j fingen, wo Anderson geboren ist, haben in Er- titntniß der ungeheuren Tragweite der Aussagen ‘ Dersons dessen schriftlich niedergelegte und eidlich Wartete Bekundung dem amerikanischen Elaatsdepartemeni übergeben. Das Etatsdepartement hat daraufhin die Unter- Innung von sich aus amtlich aufgenommen und ^gesetzt. Zunächst wurde die Frage der Glaube hi rbtgf eit Gustave Andersons peinlich genau Wrüft. Wie „Times Herold" mitteilt, erhielt das Mratsdepartement ganz ausgezeichnete Berichte Mir die Persönlichkeit und Zuverlässigkeit Ander- ■3, das Staatsdepartement wird deshalb ein !8 ißbuch über das Ergebnis feiner Mltersuchungen veröffentlichen. fttritfaL- _____ ____ .. iLöf) Hause zurückkehren durste, drei Mitgliedern reibunp'lfe amerikanischen Repräsentantenhailses von seinen uneW Ciebniffcn und Beobachtungen. Diese drei amen n MM ra ifdjen Abgeordneten, die Kongreßmitglieder t werten.W ^cis Cafe aus Süd-Dakota, Ooerton Broo Der türkische Pakt mit den Westmächten. Mit gleichen Waffen I • «F Qu fifnfnnn hör tfftnrho formte das Oberkomm« Keine Beistandsverpflichtung der Türkei in einem Konflikt mit Rußland. Ml machen, die sie einmal zur Rechenschaft ziehen ;LaI)' werden für die Opfer der kostbaren Menschenleben bei ein der der der ein •Hin die Luftwaffe als ebenbürtiger Kampfgefährte zur Seite gestellt hat, erneut bedenklich ins Wanken V der wiic yc|icui 9ui, cincui ucuuuiiiu; nia wunicn 31 raten. Selbst amerikanische Marinekreise, denen nun I der der h der Verluste beizubringen. Sie dem englischen den W| N w kmen Mr Ihn k bDl w im rflem - ersti * ii Pf M t-sern rrnyl ■ ik W l * er do iwo Mn. ■Ni " k iwil liiji h H ilÜT jn-l' W k l e r v i s a g e. Man wird in Zukunft, wenn man die Lügenhaftigkeit eines Menschen besonders kenn' zeichnen will, in der ganzen Welt nicht nur sagen: „Er lügt wie gedruckt", sondern: „Er lügt wie Churchill!" Es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit den schweren Verlusten der britischen Kriegsmarine konnte; trotzdem die englische Regierung des sehr ehrenwerten Herrn Chamberlain am 3. September 1939 als Ersten Lord der Admiralität ins bri- G Oe D v ein :j 45 il 80 M ! W (sein kW - -MP t tische Kabinett berief; der sich schon am Tage darauf durch die Versenkung der „A t h e n i a" qualifizierte, die er bekanntlich in diesem Kriege nicht geändert. Wir würden nicht einmal so weit gehen wie jener liberale Abgeordnete in der Unterhaus-Debatte vom 23. März 1933, der erklärte, „Churchill gehöre ins Irrenhaus". Was sein jetziger Minifter- kollege Eden dadurch ergänzte, daß er eine Rede Churchills als „eine phantastische und boshafte Lächerlichkeit" bezeichnete. Wir wissen nicht, ob Herr Eden auch die letzte Rede Churchills vom vergangenen Dienstag so bezeichnet hat. Jedenfalls wird er so oder ähnlich darüber gedacht haben. Denn jener alte Schwindler Churchill hat bekanntlich seit dem Jahre 1933 die lobenswerte Eigenschaft des Lügens nicht etwa abgelegt, sondern noch virtuos verfeinert und geseigert. Der amerikanische Senator Lundeen erklärte zu einer Rede, die Churchill am 21. Oktober 1938 hielt, sie sei „eine einzige Unverschämtheit" — was im großen und ganzen über jede Rede Churchills gesagt werden kann. Einsichtige Kreise in London wissen das auch. Sogar jetzt im Kriege wird Churchill dort nicht von herbster und bitterster Kritik verschont. Ein bekannter Zeitungslord erklärte kürzlich einem neutralen Journalisten, der auf Churchill zu sprechen kam, kurzerhand mit einer wegwerfend-en Handbewegung: „Was wollen Sie? Das ist ein Verrückter!" Was Bernard Shaw in seinem bekannten Brief gegen die englische Regierung vor einigen Tagen dadurch ergänzte, daß er ironisch bemerkte, „warum man den Hitlerismus beseitigen wolle, man solle doch erst einmal damit beginnen, den Churchillismus zu vernichten". hier liegt der Kern des Problems. Churchill ist der Mann, der England in den Krieg hin- eingetrieben hat. Er ist auch der Mann, der die Robustheit aufbringen würde, England in das tiefste Unglück, ja in den Untergang hineinzureiten. Ls fehlt ihm jede ruhige, nüchterne und sachliche Ueberlegung. Er ist ein pathologischer Rarr und blutrünstiger Amokläufer. Das weiß man in England auch; man kann es fetzt nur unter dem Druck der Zensur und der Kriegsgesetze nicht mehr sagen. So lange man das konnte, machte man nirgendwo einen Hehl daraus. Schon im Juli 1919 schrieb die ,L)aily News", „Churchills Entfernung aus dem Kriegsministerium und überhaupt aus jedem Amt, in dem sich fein verhängnisvoller Militarismus austoben könne, fei der erste Schritt zur Herstellung einer verantwortungsbewußten und angesehenen Regierung". Warum sollte das im Jahre 1939 unwahr sein, was im Jahre 1919 wahr gewesen ist? Dieselbe Londoner Zeitung bezeichnet ihn ein Jahr später als einen „p o l i t i s ch en Gaukler, der zum Unglück seines Landes schon immer auf das falsche Pferd gesetzt habe. Wenn er seinen politischen Tod erleide, so könne das nur ein Glück für sein Land sein." So war es, und so ist es. Der „Daily Expreß" weint dasselbe, wenn er 20 Jahre später im Februar 1938 schreibt: „Mister Churchill gibt sich zu der heftigsten, tollsten und gefährlichsten Kampagne her, um unser Land in den Krieg hinein« Das ist jener Herr Churchill, der nach den deutschen Flugzeugangriffen auf den Firch of Forth geschmacklos genug war, zu erklären, als Opfer fei nur ein Hund und eine zerbrochene Fensterscheibe zu verzeichnen, während ein paar Stunden später die anständigeren Elemente des britischen Admiralstabes der Oeffentlichkeit mitteilten, wie viele Tote und wie viele Schwerverletzte dieser Angriff gekostet hatte. Das ist Churchill! So sieht er aus, der gegenwärtige Erste Lord der britischen Admiralität. Man schaue sich sein Gesicht an, und man weiß, mit wem man es zu tun hat: dick, feist, zynisch lächelnd, selbstbewußt, eitel und frech — der Prototyp einer britischen Kriegsgewinn- Wochen nur noch sehr beschränkt für Englands im- pevialistische Propaganda mit Nutzen verwandt wen* den. Der Glaube an Englands unbedingte liebel* legenheit zur See, der schon vor zwanzig Jahren I« der Skagerrakschlacht einen heftigen Stoß bekam- men hatte, ist nun. durch die neuen glänzenden Waffentaten der deutschen Kriegsmarine, der fi«l und hinter die französische Grenze beendet. In dem WM Ueberblick, den das Oberkommando der Wehrmach: jM darüber gab, kam klar zum Ausdruck, daß bieft «vo Aktion, die von der französischen und englische» 8«! Presse wochenlang als großer strategischer Erfolg triumphierend gefeiert worden war, tatsächlich nichts anderes war als ein Schlag ins Wasser, eine Demonstration, die den Polen vor Augen führt» sollte, welch tatkräftige Unterstützung sie an ihren westlichen Verbündeten hätten. Tatsächlich hatten bli Franzosen lediglich einige Grenzorte und vorspringende Gebietsteile besetzen können, die von un- planmäßig geräumt worden waren, währen- dar ganze übrige deutsche Gebiet vor dem Westwal! vom Feinde frei blieb und am Oberrhein geradezu W eine fast friedensmäßige Ruhe herrschte. Diesen geringen Geländegewinn, den die Franzosen nur Der planmäßigen Zurücknahme der deutschen Truppen hinter den Westwall verdankten und den sie nunmehr freiwillig aufgegeben haben, haben sie mit erheblichen Verlusten erkaufen müssen, allein annähernd 700 Gefangene sind in deutscher Hand geblieben, entsprechend hoch werden die blutiaen Verluste gewesen sein. Auch der Abschuß von oO feindlichen Flugzeugen, ungerechnet die im Innern Deutschlands und im Küsten-Vorfeld abgeschossener, zeugt von-der Ueberlegenheit der deutschen Lust- Verteidigung. Für irgendwelche Siegesberichte vorn Westwall, mit denen die Kriegsagitatoren Englands und Frankreichs in Presse und Rundfunk bei zu stier Bedarfs Dnemark all au der Er. die Das türkische Fragezeichen 23on unlerer berliner Schristleiiung. Derbefferung des Familienunterhaltes der Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen Weitere Best mmunqen auf Veranlassung Generalfeldmarschall Görings. neuer Vorschlag, mit dem Reich Frieden zu chlietzen, unterbreitet werden würde. Zn diesen immer wieder an den haaren herbei- gezogenen Kombinationen über neue „deutsche Friedensbemühungen- stellen wir fest: Der deutsche Wehrmachtsbericht über den Abschluß des ersten Abschnittes der Kampfhandlungen im westen ist gegenüber den romanhaften Ergüssen der gegnerischen Berichterstattung eine sachliche Darstellung dessen, was an der Westfront tatsächlich geschehen ist. Darin eine „Friedensoffensive- sehen zu wollen, erscheint geradezu a b s u r d. Die Lage bebarffeinerroeiteren Klärung mehr. England und Frankreich haben die Friedenshand des Führers zurückgewie- s e n. Sie haben den Fehdehandschuh hingeworfen, und Deutschland hat ihn ausgenommen. Rach der Stockholmer Konferenz. Das Ergebnis der Stockholmer Konferenz hat i n Dänemark die Erwartungen erfüllt, die man an die Sitzung geknüpft hatte. Das trifft sowohl für die Behandlung des fiinisch-fowjetrusfischen Der- hältmsses, die gemeinsame Neutralität des Nor. dens als auch für die wirtschaftlichen Fragen und nicht zuletzt für die Stellungnahme zu bem curo- päischen Konflikt zu. Zwar ist man bei der Behandlung des finnisch-russischen Verhältnisses in der Presse sehr vorsichtig, aber man unterstreicht doch, daß die vier nordischen Staaten gewillt seien, alles daran zu setzen, um die Unabhängigkeit und Selbständigkeit jedes einzelnen Staates zu bewahren. Diese „Manifestation der nordischen Zusammenarbeit" wird in der dän'schen Presse als harte Realität hingestellt. Allerdings heben die Blätter hervor, daß man sich bei der Verteidigung der Unabhängigkeit nicht aus feiner neutralen Bahn werfen lassen könne. Gerade diese Neutralität sei häufig die große Stärke, zumal es nach den Telegrammen der ver- V'U w 'n jP °>'L K LQb'< '’M rMn”en übrigen Teilen der westsroni bis schwaches orllich-- $ f o r u n g s f e u c r Artillerie Ruhe. Oie Lage bedarf feiner weiteren Klärung hren eng®1 liefen finnlc,<| inend auch kl ihrtem M es Krieges» :ers: „W| »ine AiWl ioote unm Sich-«LI tatt WM ie^n(elij I tenftiW] folge MI n und auch-I geblieben f*| lerN5 O iritiWW , s-lbstM >ih-blch!«>! nnia en d«L t nenMWJ iebin« i u«n gWffl ■eilend nft, roenn^I befo^J nicht - A ,ßr lug' mH 1 srieg^^i NL et II» I noA'.'T# 19171” 5«! •ft1* herigen Einkommen des Einberufenen und ist für gleiche Einkommen im ganzen Reichsgebiet gleich hoch. Auf die bisherigen Lebensverhältnisse wird also in diefer Re- aelung stärker als bisher Rücksicht genommen. Bei yohen Einkommen kann jedoch auch nach der Neu- Stockholm, 20. Oft. (Europapreß.) Die gcbnisse der zweitägigen Besprechungen, die Staatsoberhäupter und Außenminister der nor- dischen Staaten in Stockholm abgehalten haben, werden von der schwedischen Presse noch einmal zusammenfassend betrachtet. Im Vordergrund der Kommentare steht immer wieder der erneut zum Ausdruck gekommene Wunsch Skandinaviens neutral zu bleiben und die Forderung dieser Staatengruppe an die Großmächte, ihre Neutralität und Integrität zu respektieren. .Lagens Nyheter" weift auf einen gewissen Gegensatz hin zwischen der „selten einheitlichen und starken Volksdemonstrationen" anläßlich des Königstreffens und dem kühl diplomatisch abgefaßten Kommunique. „Svenska Dagbladet" schreibt unter der Ueberschrift „Dolksgefühl und Kanzleiprosa": „Bis auf weiteres ist das Programm fixiert. Man ist entschlossen, in naher Zusammenarbeit konsequent die vollständige Neutralität zu wahren und zu verlangen, daß deren Rechte von allen Seiten respektiert werden. Das geschieht ohne glanzvolle Rhetorik in einer nüchternen Kanzleiprosa. Die ruhige Ton- art paßt sich Finnlands politischer Lage an. Bis auf weiteres steht es fest, daß Minister Paasikivi die Verhandlungen am Montag in Moskau wieder aufnehmen wird und auch wenn die Forderungen Moskaus vielleicht nach dem baltischen Muster zugeschnitten sein sollten, es doch geschehen kann, daß die Verhandlungsmethoden in ihrer Langsamkeit den türkischen ähneln. Eine Situation soll also nicht dramatisiert werden, bevor sie von sich.aus dramatisch ist." .Amsterdam, 20. DH. (DNB.) In welche 5»micrigteiten die Engländer in ihrem> Handel m>l shnbinaDien durch die deutsche Blockade Englands Mten sind, geht aus dem Bericht des Londoner ^respondenten des holländischen Blattes „Dag M van Noordbrabant en Seeland"„hervor Der tk^respondent betont, daß die $ a H e r n 6 - k-bensmitteltransporte na ch Gr o v 1'itonnien hätten aufgeben müssen. Der -rgländer habe schon gelernt, was das >u u Keule. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, ^Lern auch aus politischen musst Enzian 'Mte anspannen, um aus der schwierigen g, «Sie die deutsche Flotte es verletzte, herauszukom kn. Man sähe in London aber feijr wohl -'N. °a« l»1üt die britische Flotte s ch w e rh ° 111 « n io deutsche Blockade z u d u r chb r-ch-n. h' Gewässer rund um Dänemark bote l-tiLe Gefahren, denn sie seien sehr s lach, I v piii n e n ehr leicht gelegt werden konnten. Ifelttsche Flotten, und Luftbasen befanden sich I'-u-zerdem in unmittelbarer Nähe. hnffänbi« 2ie der Londoner Korrespondent der hollandi 'mirieln und Rohstoffen auf die Dominions setzen. Iber der Schiffsraum ist knapp, die Frachtraten Meter und die Zufahrtswege lang, zudem könnten lit englischen Befürworter einer Verlagerung des i 8tßenhandels von den nordischen Neutralen zu H überseeischen Dominions — es sind besonders 6i( Vorkämpfer des britischen Empire-Gedankens — l'tii'e Rechnung ohne die deutschen U-Boote ge- »Wcht haben, die, wie zahlreiche Meldungen über prfenfte Handelsschiffe beweisen, auch auf dem piltmeer ihrer Arbeit nachgehen. England hatte fW zuletzt infolge des starken Rückgangs der eng- rlilt)en Landwirtschaft 1937 eine Einfuhr von 75 || Mionen Tonnen gegen nur 56 Millionen im Imre 1913, der Einführbedarf war also um 34 vy gestiegen, wohingegen der Schiffsraum, der i frplanb zur Deckung dieses Einfuhrbedarfs zur I Anfügung steht, zwar ebenfalls gestiegen ist. aber J nrr von 17192 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 11548 000 Tonnen. Das heißt, während 1913 das 1 Ntifche Reich noch über 52,2 v. H. der Weltton- jhqe verfügt, betrug 1938 Englands prozentualer l||iteif nur noch 35,3 v. H. Erinnert man sich A Aeßlich, daß Englands Handelsflotte im Welt- st Irtg 2479 Schiffe verloren hat, eine Zahl, die bei || lei heutiaen deutschen Seekriegführung vermutlich || in weit kürzerer Zeit erreicht werden wird, so ist ü begreiflich, daß die Versorgung Englands mit II Eoensmiiteln und Rohstoffen manchem britischen «Vrischaftspolitiker einiges Kopfzerbrechen macht, Imtlich nicht Herrn Churchill und seinem Klüngel, IB'ii immer noch glauben, sich mit faustdicken Lügen »ki-chhelfen zu können, und ihren eigenen rosen- Igiolen Optimismus auch dem britischen Volk ein- iMlmpfen. Dem werden jedoch die heute schon sich Ign England höchst unliebsam bemerkbar machende iMüappheit an Vorräten und die Steigerung der Imietfe die Augen öffnen. Daß die deutschen U- IlBtDte und leichten Seestreitkräfte alles tun werden, |fcr diesen Prozeß zu beschleunigen, wird zweifellos IDechehen. Darauf kann Herr Churchill sich ver- Iflifen. Die britische Regierung hat den Krieg ||Mt und sie darf überzeugt sein, daß wir ihn auch lliir dem Gebiet, das England bisher als, seine i|'-itenfte Domäne betrachtet bat, mit den gleichen li^nffen werden zu führen wissen, mit denen Eng- uns tödlich zu treffen gedachte. Fr. w. Lange. Englands Handel I über die Nordsee gelähmt. Auswirkungen l der deutschen Floltenaktionen. kein übertriebenes Wohlwollen für Deutsch- foii) nachsagen kann, haben sestgestellt, daß der deutschen Sturzkampfgeschwadern auf offener ee erfolgreich durchgeführte Angriff auf manüvrie- Tebe Teile der britischen Flotte ebenso sehr aeeia- ne ist, eine vollständige Umwälzung in der See- krirgführung herbeizuführen, wie die schneidiae Zedierung zweier durch Torpedowülfte besonders brityefjer durch ein de tsches UAoot. Abgesehen von der schweren mo- rastchen Schlappe ist auch die materielle Einbuße l i Englands Kriegsflotte schon in den ersten Kriegs^ vchen erlitten hat, beträchtlich. England ist ja schon teil zahlenmäßig diesmal nicht annähernd so stark in ben Krieg gezogen wie 1914. Den 38 Schlacht- Men von damals standen Anfang September nur 15 gegenüber, von denen die „Royal O a k" ver- siikt, die „R e p u l s e" torpediert und der Schlacht- kreuzer „Hovd', mit 42 000 Tonnen das arönte Eolachtschisf der Welt, schwer beschädigt sind die btxn letzteren gehören außerdem mit einer' Gelindigkeit von 31 Knoten zu den schnellsten Shlachtschiffen der britischen Flotte. Zu diesen Derben von Schlachtschiffen, deren Ersatz durch die firf 'M Bau befindlichen noch gute Weile hat, tonmt die Versenkung,des Flugzeugträgers „C o u- icgeous" und die Vernichtung der Arc Dyal" mit 72 Flugzeugen an Bord. Letztere war tei erste in Dienst gestellte einer Serie moderner Mgzeugtrager. Solange diese noch nicht fertiqge- fklt sind, verfügt England nur noch über ein M Anfang an als Flugzeugträger gebautes Schiff «chrend die übrigen vier erst später zu Flugzeug- lagern umgebaut sind. Nimmt man dazu noch die S chädigung der „S o u t h a m p t o n" und „E d i n- btrah', zweier ganz moderner britischer Kreuzer roi 9100 bzw. 10 000 Tonnen Wasserverdrängung ili> 32 Knoten Geschwindigkeit und des „Iran 2)i fe", der einst Admiral Jellicves Flaggschiff in dki Skagerrakschlacht war und nun als Artillerie- Gnüschiff dient, so ist das zusammengenommen ftin eine höchst beachtliche Einbuße an Kampfkraft, di- in ihrer vollen Auswirkung erst deutlich wird, v in man sich vor Augen hält, daß England nicht in der Lage ist, seine ganze Kriegsflotte etwa in dii Nordsee zu konzentrieren, da diese überall in bti ganzen Welt britische Besitzungen und Inter- chn zu schützen hat und zudem noch die Zufahrts- me von Ueberfee zum enalischen Mutterland Berlin. 20. Ott. «DNS.) Der deutsche wehr- über den Abfchluh des ersten Ab- schntttes der Kampfhandlungen an der öeftfront Sri non verschiedenen Zeitungen Itn Mustanbe mit der besonderen Betonung wiedergegeben dotz die Deutschen den abrückenden Franzosen nicht über . .TLräfildie Grenze gefolgt seien. 6 in diesem Zusammenhang von Mut- mahunaen^elnes neuen deutschen Versuches-, mit matzungen , ä(f) kommen. ^n°von Gerüchten datz der sranzösischen Regierung -»( besonderem Wege ein Zwischen der Türkei, England und Frankreich ist ein Beistandspakt zustande gekommen und nach monatelangem Abwarten nunmehr unterzeichnet worden. Dieser Pakt wurde — wie eine italienische Meldung besagt — in der türkischen Hauptstadt Ankara nur mit gemischten Gefühlen, in London dagegen mit einem Triumphgeheul aufgenommen. Die Frage liegt nahe, was die Engländer zu sol- chen Begeisterungsausbrüchen veranlaßt. Einmal gewiß die Tatsache, daß die heruntergewirtschaftete britische Diplomatie sich heute schon mit billigen Erfolgen begnügen muß, zum andern wohl die Hoffnung, das zerrissene Einkreisungsnetz in Südeuropa noch einmal reparieren zu können. Freilich sind die Aussichten, die zu einer solchen Hoffnung berechtigen, mehr als bescheiden. Aus Genf wird zu dem neuen Türkenpakt sehr richtig bemerkt, daß durch das Zusatzprotokoll, wonach die Türkei auf Grund ihrer Verpflichtungen niemals '" einem bewaffneten Konflikt mit Sowjet r u ß l a n d gezwungen werden könne, ein Hauptteil des ganzen Vertrages hinfällig ge- scheu Zeitung „Maasbode" berichtet, ist die nieder 1 ä^n d i s ch c A u s f u h»r von Molkerei- Produkten nachEngland fast völlig zum Stillstand gekommen. Nur noch Eier werden aus Holland nach England ausgeführt. Der Butterexport aber ist vollkommen eingestellt worden, da Holland nur mit Verlusten Butter zu den estgesetzten Mndestpreisen nach England liefern kann. Auch die Ausfuhr von Speck nimmt a b, obgleich in England großer Mangel an Speck besteht. Seit der Abwertung des Pfundes und infolge der stark gestiegenen Kriegsversicherung' und Transportkosten sind die in England bezahl- ten Preise für holländische landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht mehr lohnend. Oie Versenkung zweier briüscherOampf er im Atlantik. Rom, 20. Okt. (Europapreß.) Heber die Versen- kung zweier britischer Handelsdampfer durch d e u t- sche U-Boote im Atlantischen Ozean berichten sie römischen Blätter aus London folgende Emzel- beiten: Zunächst wurde von einem U-Boot der englische Dampfer „Y o r k s h i (10.183 Tonnen) ver- senkt Die Besatzung und die Fahrgaste dieses Schiffes wurden von dem Dampfer „City of Mandalay" (7028 Tonnen) aufgenommen. Weniae Stun- den später aber wurde auch d i e „City Man- dalay" versenkt. Nunmehr übernahm der ame- rikanische Dampfer „P r e s i d e n t H a r d i n g die 360 Personen der „Porkshire" und der „City of Mandalay" Das amerikanische Schiff hatte kurz vorher einen heftigen Sturm überstanden, der einen Mattosen vom Deck gefegt und 45 Passagiere verletzt hatte. Unter den Verletzten befindet sich auch der frühere belgische Ministerpräsident D a n Z e e l a n d. Auch der Warndt-Wald von den Franzosen geräumt. DerSamstags-BerichtdesOberkommandos Berlin, 21. Otlober. (DNv.-Aunkspruch.) Das Ob-rkommanbo der wehrmachl gibt beim Grevzgebiel zwischen Mosel und Saarbrücken an einzelnen Abschnitten der Ironl l-bh allere ArNNerie- und Späh- t r u p p k 2 t i g k e l L . Der Feind Hal gestern aud) bas IBalbgebiet ver warnbf westlich von Saarbrücken bis auf zwei dicht an der Grenz- gelegene hohen ge- 8 e r l i n, 20. Dkl. (DNB.) Aus Deranlassung des Vorsitzenden des Ministerrates für die Reichsvertel- digung, Generalfeldmarschall Göring, hat der Reicksminister des Innern gemeinsam mit dem Relchsfinanzminister weitere Bestimmungen über ben Familienunterhalt der Angehörigen der zum Heeres-dienst Einberufenen erlassen; die neuen Bestimmungen (vergleiche Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern vom 7. Oktober 1939 Nr. 41) gelten mitWirkung vom 1. Oktober an. Die nationalsozialistische Staatsführung befreit ben deutschen Soldaten an der Front von jeder Sorge um den Unterhalt seiner Familie. Schon vor Erlaß der neuen Bestimmungen galt der Grundsatz, daß in angemessener Weise auf die bisherigen Lebensverhältnisse der Soldatenfamilie Rücksicht zu nehmen ist. Deshalb werden neben dem eigentlichen Unterhaltssatz, der sich nach den örtlichen Lebens- und Lohnverhältnissen richtet, unterschiedliche Nebenleistungen gewährt, insbesondere Miet- beihilfen, Krankenhilfe, Schulgeld und Ausdildungs- deihilfen, Beihilfen zur Aufrechterhaltung der Sozialversicherung, zu Lebensversicherungsprämien, zur Abwicklung von Abzahlungsgeschäften und zur Erfüllung sonstiger weiterlaufender Verpflichtungen. Für die Mehrzahl aller Fälle wurde also bisher schon der Unterhalt der Soldatenfamilie gesichert. 3n der Zeit seit dem Ausbruch des Krieges sind nun weitere Erfahrungen gesammelt worden. Diese haben gezeigt, daß es trotz der Rebenleistungen noch nicht in allen 5 ä l - l e n gelingen konnte, den oben genannten Grundsatz einer angemessenen Berücksichtigung der bisherigen Lebens- Verhältnisse der Soldalenfamilie vollkommen zu verwirklichen. Ramentlich in den Kreisen der freien Berufe sind Fälle eingetrelen, in denen gegenüber dem bisherigen Lebensskand der Soldatenfamilie ein Unterschied verblieb, der ihr bei längerer Dauer des Krieges nicht zugemutet werden konnte. Diese Unterschiede muhten unbedingt auf ein tragbares INah zurückgeführt werden. regelung nicht ein voller Ausgleich gewährt werden. Das wäre nicht vertretbar, denn im Kriege muß sich j e be r Einschränkungen für das Dater- lano unterziehen. Eine andere Regelung würde auch dem Grundgedanken widersprechen, daß keine Entschädigung, sondern die Sicherung des Unterhaltes gewährt werden soll. Dazu treten noch weitere Verbesserungen des Familienunterhalts. Der Unterhalt für Kinder unter 16 Jahren ist von etwa 30 v. H. auf etwa 30 bis 40 v. H. des örtlichen Unterhaltssatzes der Ehefrau erhöht worden; er darf künftig 15 RM. nicht unter- fchreiten. Ferner wird vorgefchrieben, daß im Familienunterhalt die Miete stets voll zu e r ft a 11 e n ist. Zu den bereits erwähnten Neben- leiftungen treten neue Beihilfen hinzu. Hierzu gehören Beihilfen zur Entlohnung und Unterhaltung einer Hausgehilfin, die z. B. gegeben werden, wenn die Erziehung und Pflege mehrerer Kinder oder der Gesundheitszustand der Soldatenfrau es erfordern. Ferner gibt es zusätzliche Beihilfen zur Deckung eines Unterhaltsbedarfes, der entweder einmalig ist (z. B. Anschaffung eines Kinderbettes) oder der in längeren Zeitabständen, aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftritt (z. B. neue Kleidung, Wäsche und Schuhwerk). Solche zusätzlichen Beihilfen werden gewährt, wenn der örtliche Unterhaltssatz oder der „Tabellensatz" der Ehefrau zur Deckung des Sonderbedarfes nicht ausreicht. Endlich ist eine allgemeine Härteklausel mit dem Ziel geschaffen worden, beim Dorkiegen besonderer Verhältnisse zur Sicherung der Haushaltsfortführung — natürlich) auch unter Beachtung der durch den Kvieg gebotenen Einschränkungen — noch besondere lausende Beihilfen nach Lage des Einzelfalles zu ermöglichen. Der Soldat an der Front soll den Unterhalt seiner Angehörigen gesichert wissen. Daß alle Dienst ste 11en und Beamten, die an dieser Aufgabe Mitarbeiten, ihrer besonderen Verantwortung bewußt bleiben und „zuvorkommende Haltung mit v e r st ä n d n i s - vollem Eingehen auf die Sorgen und Wünschen der Soldatenfx-au verbinden, ist eine Pflicht, die Generalfeldmarschall Göring nachdrücklich unter- macht werde. Bleiben also nur die Verpflichtungen, welche die Türkei im Mittelmeer übernehmen soll und die sich also naturgemäß gegen jene Macht richten, deren eigentlicher Lebensraum das Mittelmeer ist. Schon als vor Monaten die zunächst unverbindlichen Beistandserklärungen zwischen London und Ankara ausgesprochen wurden, hat man in Rom nicht verfehlt, darauf hinzuweisen, daß es sich hier ebenso um eine Einkreisungsaktion gegen den südlichen Achsenpartner handele, wie im Falle des englischen Garantiescheines für Polen um eine Kriegsoorbereitung gegen Deutschland. Es scheint uns in der Tat ein gewagtes Spiel au sein, das die Türkei treibt, indem sie sich von oer brittschen Kriegspol'itik ins Schlepptau nehmen läßt. Klangen den Regierungsmännern in Ankara nicht die Ohren, als Unterstaatssekretär Butler am 19. Oktober im Unterhaus auf Anfrage erklärte, daß der engkifch-polnische Pakt ausschließlich gegen Deutschland gerichtet gewesen sei und daß die Warschauer Regierung dieser Auslegung ausdrücklich zugestimmt habe? Merken die Türken nicht, daß sie genau s o w i e die Polen, ohne selbst bedroht zu sein, nur dazu ausersehen sind, das Kanonenfutter für die englischen Piratenhäuptlinge zu liefern? Was Butter nur in einem kurzen Satz zu gab, daß nämlich Polen nur ein Instrument des britischen Einkreisungskrieges gewesen sei, das hat jetzt die „Basler N a t i o n a l z e i t u n g" in einem Artikel ausführlich dar gelegt. Da heißt es, es wäre überhaupt nicht die Absicht gewesen, daß Polen den Krieg ober Schlachten gewinnt, sondern Polens Aufgabe fei es gewesen, ben Krieg z u beginnen und für diejenigen, bie sich mit Deutschland messen können, die Möglichkeiten zu geben, daß sie in diesen Krieg eintreten. Die Rolle Polens habe deshalb in einer vorher bestimmten strategischen Aufgabe bestanden. Vielleicht werden die Türken, wenn sie diese Zusammenhänge rm Geiste noch einmal überprüfen, sich ihrer sehr delikaten Lage bewußt werben und den Weg zur Neutralität zu- rückfinden. Doch warten wir's ab! H. Evers schiedenen Oberhäupter amerikanischer Staaten den Anschein habe, als ob „der Norden größer geworden" fei und damit stärker. Oer finnische Unterhändler reist wieder nach Moskau. Helsinki, 21.Okt. (Europapreß.) Der finnische Sonderbeaufttagte, Minister Paasikivi, tritt am Samstag seine Rückreise nach Moskau an, wo am Montag die russisch-finnischen Verhandlungen wieder ausgenommen werden. In seiner Begleitung befindet sich auch der finnische Moskauer Gesandte YrjöKoskinen. Nach seiner Rückkehr aus Stock- Holm erstattete Außenminister E r k k o der Regierung Bericht über die Tagung der nordischen Außenminister. Die finnische Regierung war während des größten Teiles des Freitag zu einer Kabinettsitzung versammelt, um den finnischen ©egenpor- schlag zu erörtern, der von Paasikivi mit nach Moskau genommen wird. Gibt es überhaupt Neutrale? Die Schweizer Presse wehrt sich gegen französische Unterstellungen. Genf, 20. Oktober. (Europapreß.) Die von der ganzen sranzösischen Presse aufgeworfene Frage, ab es überhaupt Neutral egibt, hat in den neutralen Staaten und auch in der Schweiz außerordenttich verärgert. Das Pariser „Oeuvre' schrieb am 15. Oktober: ,Lann es überhaupt Neu- träte geben?" Der „Populaire" sagte sogar: „Die Neuttalen! Man weiß, wohin sie Dante verbannte: vor die Tore der Hölle. Unter einen schimpfliches Haufen feiger Engel, welche sich bei der Erhebung gegen Gott genau neutral zwischen Revolte und Treue verhielten." Als Antwort auf diese Uebertegungen der französischen Presse findet der „Travail" in Genf nur den Ausruf: „Welche Liebenswürdigkeit" und fährt gleichzeitig ironisch fort: „Wie uns das beruhigen muß!" Und für den Vergleich des „Populaire" hat er nur ein „Merci", dessen Ton nicht mißzuver- stehen ist. In schweizerischen Kreisen wird diese Pressekampagne als ein Versuch empfunden, die geistige Haltung der Neutralen zu vergewalttgen. Einen weiteren Beweis, hierfür gibt „Ordre", das unter der Ueberschrift „Neutralität? Wer ift dies? Kann man es bleiben?" behauptet: „Das gibt es n i ch t!" „Neuttale Völker übechaupt nicht! — Vielleicht Regierungen — und die tun auch nur so, als ob!" Daß dies zu starker Tabak für die Neuttalen ist, war vorauszusehen, und, wie schon der kurze Kommentar des „Travail" beweist, ist die unmißverständliche Reaktton nicht aus geblieben. _________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder- Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K^G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. AM ■ •teilt i j ,rUc™. 8 Dor t eyscli^. jein, tti‘ Tründi fr ; bni> im. rollern J j ,n den i in ty, Ml« ommen, Want i> Äiü ■ dem Jtifo, WestW^ M 3n!r r Wehnn^ ck, daß $ enG- Wr Mich ich (er, eine £ UM sihn: sie an fe iich hatten K und ootfe. ie von W während h em Westk Hein geratz te. Diesen» ;osen nur k chen Irufjd den fit D laben sie e n, allein cher Hand p blutigen & von 60 fräk‘ im ™ abgeschosM rutschen H| isberichte::l lateren tz| Rundslln!« Neutralen M den nllchlü»! heererlckii h sechs Wch! lieg beflorinrj Die neuen Bestimmungen schen daher vor, daß die Frau des (Einberufenen an Stelle des örttichen Unterhallssatzes einen sogenannten „Tabellen- satz" erhält, wenn dieser für sie günstiger ist als der örttiche Unterhaltssatz. Dieser „Tabellensatz" rich- tet sich in angemessener Weise nach dem bis-1strichen hat. Dies letztere wird künftighin eine immer größere Mle spielen, ie stärker es sich nu^roirft, daß 2 itschlands Kriegsmarine und Luftwaffe die Krdsee beherrschen und damit die Zufuhr aus den Itrdischen Ländern nach England sperren Dc<ür mr ein Beispiel: Dänemark lieferte bisher Eng. la g 45 v. H. feines Butterbedarfs, 40 v. .'■). der I Gr, 80 v. H. feines Frühstücksfpecks und 65 v. H. fnes Bedarfs an Schweinefleisch. Von den in Dnemark allwöchentlich geschlachteten 80 000 Sbweinen gingen bisher 65—70 000 nach England. 3isher, denn da England Lebensmittel auf die Li 1 der Konterbande gesetzt hat, haben wir das fMche getan, und unsere Krieasmarine hat die ! Mensmittelzufuhren über die Nordsee unterbun- k. England muß nun also notgedrungen seine -c-snung auf ausreichende Versorgung mit Lebens- | Tüchtiges SM V ft ft Die tieftrauernde Witwe: in den Metzgereien abzugeben. 6488D Junges Kohlenbezug! MW Betrifft nicht unt. 17 I., »alle WiBöler unö BttMtc w ■ E gesucht. bei wiederholten Auf« Schr. Ang. unt. nahmen einer Ameia» 6460Da.d.G.A. oul£ Neuausgabe zu 12.- Reichsmark Goethe-Bund und Kaaimänniicher Vereii Sengenberger. 6453D Fernsprecher 2251 Schulstraße 7 N liöt! Mit offenen W Ü1 [Verschiedenes] ft 'L er- «ir M Sonntag 99 A fr fr Jost. in L •3 ?i Stadttheater um 8ro Hei Schr. Ang. unt. 6486Da.d.G.A. Hi bi bi üt •Ni oder 7-8 Uhr. Moltkestr. 18IL Lijütz O Hi bff । bi« Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 24 Oktober, 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Marie Schmidt, geb. Lang und Angehörige. dttt 041« । M bin WF ■kn: MH ifht «rin fei 5nt Nachlässe von z«, 20 v. 6. erhalten Sie 9.30, 10.45. 9.30, Karten von 75 Pf. an im Vorverkauf Musikhaus Challier und Sonntag ab 11 Uhr irrt Saalbau, Liebigstrahe. ~ Maschineschreiben u.Stenographie ? Schriftliche Angebote u. 6489D an den Giehener Anzeiger. 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Bahnhofstr^llll Gebrauchte Gew zu verkauf. 04740 Kaiserallee 5311 Sehr schönes dmmchii IN. ca. 50 Platt., für 65 RM. zu verkaufen. 6481 D BahnhofstrLlIII Zauberkünstler Vellani in Gießen Morgen Sonntag, 20 Uhr gibt der bekannte Zauberkünstler Bellani im Saalbau, Liebigstrahe (Kath. Vereinshaus) eine Vorstellung. Wer ist Bellani? Folgende köstliche Geschichte bringt ihn uns naher. In einem Lebensmittelgeschäft verlangt em Mann Eier. Frische Gier, sagt er und schlägt sozusagem.um sich darüber zu vergewissern, kurzerhand gleich zwei Eier auf. Heraus fällt ein Fünfmarkstück. Ein zweites Ei öffnet dieser seltsame Mann, das Ergebnis ist das gleiche, nämlrÄ em Funfmark- stück. So geht es einige Zeit dahin, bis die Verkäuferin sich von ihrem ersten Schrecken erholt hat und ihre anderen Eier für unverkäuflich erklärt. Kaum aber hat der Herr ihr den Rücken gewendet, ist es mit ihrer Fassung vorbei. Mit Feuereifer schlägt sie ein Ei nach dem anderen enthwei, aber kein Fünfmarkstück kommt mehr zum Vorschein. Wieder erscheint dieser unheimliche Mensch auf der Bildffäche, sieht die verzweifelte Frau, greift in die Luft und schon rollen der Frau einige Fünfmarkstücke in die Schürze. Dreser Mann war Bellam, der große Zauberkünstler. Fräulein bis 37 I., z. Führung ein. frauenlosen Haushaltes in. 2 Kindern für bald gesucht. Schr. Ang. unt. 04739 a.d.G. A. Tüchtige, erfahrene Hausgehilfin für 3-Personen- Haushalt b. qut. Lohn, möglichst Kirchliche Anzeigen. (G. ---Gottesdienst, KG. --Kinder gottesdienst, HG. - Hauptyottes- dienst, HG.-Abendm,.---- Haupt- gottesdienst mit Beichte und Abeiidniahl.) Gieffcn. Sonntag, 22. Oktober. Stadtkirche. 9.30, Schmidt; KG. 11, Matth.-Gem.; 14, Ludwig (Jugend- 11. Gememde-Gottesd.). Johanneskirche. 9.30, Ausfeld; KG. 11, Luk.-Gem.; 14, Bastian. 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V rtl mniö iihorirhriffpn hnHon unk» . j. v: flji Grenze überichritten hatten, nahm auch die olcch mit der Wehrmacht wieder erstandene 93$ 6D ;en er nur Wer ur^ UnterriK i? l»l|# bote u.A Anzeiger. iDOuen. Sein Mittelpunkt war aber vielleicht her Sandomir als Radom. m Frontsoldaten ist Radom nicht nur wegen großen Schlacht ein fester Begriff, sondern weil tut den erbeuteten MGs., Gewehren, Pistolen ill den Ort Radom als Herstellungsstätte ein» öen findet. Alles, was in diesem Distrikt in !anreichte, den Massenbedarf der ostoberschle- r Industrie zu decken. Wer aber weiß, was eine i'.e, noch niemals angestellte geologische Unter» ui-g dieses Gebietes, das voll alter Erzlagersondern mit Panjepferden. Rur in der Nähe größerer 5nb u ftriegen» tren wie der 800 000-Menschenstadt Lokn, wie Petritau und Kielce trifft man auf wohlhabendere Höfe, auf reichhaltigere Kulturen. Aber man macht sich schwer eine Vorstellung von dem niedrigen Lebens st andard in diesen Städten. | Diese Industriestädte sind ja alle jungen Ursprungs.! Ihre Bevölkerung ist stark bäuerlich verwurzelt. Mag auch die Frau des Beamten, des Apothekers Kunstseidenstrumpfe tragen — ein ungewöhnliches Zeichen von Wohlstand, denn die Polinnen sah man solange es warm war, nur mit nackten Füßen und dem obligaten schreiend bunten Kopftuch durch die Straßen wandeln — den bäuerlichen Ursprung verleugnete sie kaum. Die Not des Kri-aes und das Mchtlingselend ließen gerade diese Bedursmslosig- keit häufig genug besonders stark hervortreten. Hier ist viel Arbeit für deutsche Organisation und für deutschen Aufbau. nen unb Tomaten, die die Driefhülle auf« geweicht und die zu „Matsch" geworden sind, fön» nen natürlich auch durch Lazarettbehandlung nicht mehr ihr Ziel erreichen. Das mag eine Mahnung ■anenschiH,!! lat und itrh aber auf eine Feldpostsendung eine falsche Nummer I ge|d)rieben hat, soll sich nicht bei der Feldpost dar- über beschweren, daß ihre Lieben im Feld« von den vielen Briefen und Liebesgaben nichts erhalten haben. Die Liebesgaben, die bei der Berliner Post- sammelstelle ein Drittel aller Sendungen aus- machen, sind ein Kapitel für sich. Wenn einmal das vorgeschriebene Höch st gewicht von 250 Gramm dabei überschritten wird, drückt die Feld- post gnädig ein Auge zu. Aber die Verpackung'. Liebesgaben soll man nicht nur mit Liebe, sondern auch mit Verstand einpacken! 9n1 ber Sammelstelle gibt es das sogenannte „Laza - r e t t", in dem zwölf Arbeitskräfte die schlecht verpackten und darum nicht versandfähigen Päckchen richtig einpacken. Während wir diese mühevolle Arbeit beobachten, kam gerade wieder eine lazarettbedürftige Sendung, ein fetttriefender Kloß, der auch die in seiner Nachbarschaft liegenden Zigarettenspenden ungenießbar und viele Briese und Karten unleserlich gemacht hatte. Es war ein halbes Pfund Butter, das mit viel Liebe und wenig Verstand in einen gewöhnlichen Briefumschlag gesteckt worden war. Die vie- len zerquetschten Weintrauben, Dir- liloöeitil )ret 3ungeit e! Röbel enitfic WM ’ilduo^ durdiFritj ?nds8Ubr, rsität: 'Hertz, 15 nabet tmw loarubet ..Heraus -.Dame unhnatj, fentiii* erenti -bei. H entzwei, ^Wtedet on Men e. Diese, ntagJ fiihruog1 srollk laaO J «*=' M!' )0 w B o terU' , x».»u frA v *V\ Zwischen Warschau und Sandomir Don unserem Or. B -Sonderberichterstatter. ' . .»fr aw r < ?Ul VILt'C, VlC VS UtlL | II lll)L |U flc automatWn Fernfprachverkehr kann die bleilxn, daß das F-ldpostlazarett in Berlin täglich :ri sasiche Nummerwahl herbeigefuhrte Falsch. 200 Päckchen nachbehandeln muh Mdung rasch wieder korrigiert werden: wer! _____ Kraut bilden ja das Hauptnahrungsmittel dieser mehr als armen Bevölkerung. Je mehr man sich Warschau nähert, desto größer werden die Weißkohl- und Gemüsefelder, desto ausgedehnter vor allem auch die Ob st Pflanzungen. Längs der großen Straße von Radom nach Warschau und von Rawa nach Warschau dehnen sich oft kilometerlang Neuanpflanzungen von Aepfel- und Birnbäumen, treffen wir überall Gemüsekulturen und Felder großen Ausmaßes an, die offenbar erst in den letzten Jahren entwickelt worden sind. Sie dienten der Versorgung der Millionenstadt Warschau. Irgend ein Export größeren Stiles ins Ausland fand von diesen Gebieten aus nicht statt. Was Polen an Getreide, Fleisch usw. lieferte, kam aus den hochentwickelten landwirtschaftlichen Gebieten von Posen und Westpreußen. Man macht sich überhaupt vielleicht manchmal eine falsche Vorstellung von Innerpolen! Das gesamte Gebiet zwischen Tschenstochau und Kalisch im Westen, Warschau und Sandomir an der Weichsel im Osten ist Heide, eine Fläche von seltener Trostlosigkeit auf weiten Gebieten. Geht man in einen der Bauernhöfe, die häufig genug vereinzelt und seltsam zerstreut an unpassierbaren Feldwegen längs der Straßen liegen, dann trifft man immer auf winziger Ackernahrung nicht eine, sondern Mei bis drei Familien in einer Strohhütte! Sie verkaufen ein wenig Kartoffeln, ein paar Schweine und einige Gänse zu Spottpreisen an die den Handel beherrschenden Juden aus der nächsten Kleinstadt. Landwirte sagten mir, daß diese Bauern größtenteils „von ihren Pferden aufge- fressen" werden. So klein auch der Hof fein mag, man pflügt nicht wie in Deutschland auf ähnlichen Kleinbesitzungen mit Kühen den leichten Sandboden, Mr durch das besetzte Gebiet in Polen reisen 5i?., tut gut, sich folgende Verkehrsverbindungen I recken: In den letzten Jahren vor Ausbruch iS lanfljktes hat man sich endlich in Warschau jjgrafft, wenigstens einige Staatsstraßen staub- tl lusjubauen. So gibt es gute Straßen von Iar4)au über Posen Richtung Landesgrenze, von taifjau über Plonsk nach Westpreußen, von iaif)au über Lodz nach Ostoberschlesien und von Smshau über Radom nach Sandomir. An der zu- |t genannten Staatsstraße quer durch die Lysa tot bemerkt man zahlreiche Wohnhausneubauten ivünsK wj kanntichaU netten y zwecks in®! Heirj guräriWj 047SMjl SliB *\ verlos! W Starkes Iniereffe in Argentinien. Strikte Neutralität Buenos Aires, 20. DH. (Europopreß.) Ar- oentmien verfolgte mit groher^Anteilnahme i>te Konferenz der jkandinanijchen Staatsoberhäupter. Dies besagte auch em Sympathie-Telegramm des araentinitoen Präsidenten Ortiz. Sie überwiegende Mehrheit des Volkes beurteilt die Knegsau-ficht-n trofi starker wirtschastiicher Bindungen an England durchaus objektiv Die Oessentlichkeit ist vor allem stark beeindruckt durch die wirksamen deutschen Gegenmaßnahmen gegenüber der englisch-französischen Blockade. S'arksies In^r- esse erwecken vor allem die erfolgreich- U - B ° ° t -Täti g k e it und die A n gri s se der s «k f * o n Luitwasse auf die bntischen Flak feneinhetten Die Versenkung des Shlachtschiffes Bonal Oak" sowie die deutschen Angriffe aus Scapa -tlow haben besonders großen Eindruck hinterlassen hn b e Verwundbarkeit Englands aufgezeigt '6 Demaegenuber werden die Ausführungen Lhamberla "s" °und Churchills im Unterhaus als aT'Pa!s" »"N e utralität kann ? u * „har Beschlüsse der Panama-Konferenz. In S&K « ft'Ä'S öffentlichen W A bereits hatte Argentinien als WrsLme»^.atbeideret.Mche^e- ^bensMitteln und nichtmilitäri,chen rieh •ken. Kinha.N isweis Konti Per ist, noch erbringen kann! -Es gibt kaum etwas Trostloseres als diese Fahr- I turch ben Staub und Dreck polnischer hdstraßen abseits der Staatsstraßen. Was hi Wäldern, von allem in der Lysa Gora I in deren Hängen sich eines der größten ge- Iflsnen Waldgebiete Polens ausdehnte, konnte Ms einen Vergleich mit forstgerecht gepflegten Men Waldungen aushalten. Zum Teil scheint [Raubbau in schlimmstem St i l gehn worden zu sein. Erstaunlich wird eine Tat- $ bleiben: daß trotz der großen Dürre im Spät- prrr 1939, trotz des Versiegens vieler Brunnen 13äche, trotz der vielen schweren Waldkämpfe k Zeschiehungen polnischer Truppenteile in den pb rn keine Waldbrände großen Stiles um sich Mki. Der Holzreichtum dieser Gebiete blieb also Wlsn. Man stützt immer wieder in den kleineren MUrn und längs der großen Straße auf Holz- Insrfe und -stapel. fies der typischen Merkmale eines polnischen F<5 in diesem Gebiet ist der aufgestaute Bach, k dessen Wehr, an dem auch fast immer eine liegt, bie große Straße führt Stößt man ■ finufer von massivem Steinbau, dann kann fast fk- damit rechnen, daß sie von be u t f hr u f i e b I e r n erbaut worden sind. Ich ■ css solche Siedlungen überall in diesem Raum M-ior allem dicht vor Warschau selbst. Sprach mit den Männern, die häufig genug eben aus V erfchleppung befreit worden maren, bann Bjfrn sie nur einen Wunsch: möglichst rasch ihre Mtizen Heidehöfe mit einer Siedlerstelle rnner- r.:,es Reichsgebietes zu vertauschen. Ihr bebens- M>rd lag stets über dem der polnischen /tuch- r; und war trotzdem im besten Falle nur burfhg. ■ «ber sich die mächtigen runden Getreide ch ob er ■Ernten, wo große, wohlbestellte Ackerflächen Moosdehnten, wo überhaupt Anzeichen besserer Wk vorhanden waren, da lugte stets aus einem Merten alten Park ein Herrenhaus im sa- Ml- Soviel man übersehen kann, war die Be° Mc.aftung der großen Güter durchaus moDern. «uch mit unserer Jntensivwirtschaft nicht ver- Wi«r. . Irj) war nicht wenig erstaunt, als mir ein Volks' f'^er klagte, er könne sich keine Kartoffeln kau- Ifobei dehnten sich rings um den Ort e n b I o 1 e r 0 f f e I f e I b e r wie überall in 1>1^en}^au7lnel U' die ungewöhnliche Dürre dieses Herbstes yal 1 -^rtoffelmißernte bedrohlichen Ausmaßes zur M gehabt. Die Preise sind infolgede sen auf das t* und Sechsfache hinaufaeschnellt Aehnlich ■6i mit den Krautpreijen. Kartoffeln und o ft ihre Tätigkeit auf. Am 3. September mi |ie zum vollen Einsatz. Sie lehnt sich an die märte Feldpost des Weltkrieges an, aber chre Achtungen sind heute natürlich wesentlich ver- fltimmnet und technisch verbessert. Die Feldpost „deute ist selbstverständlich motorisiert, sie rfiqt über große Kraftomnibusse mit vollständi- r Lostdiensteinrichtung nach Art der schon be° fiiten fahrbaren Postämter. Eine wesent- h? Aenderung gegenüber dem Weltkrieg besteht ;nr. daß heute auf der Anschrift an den Emp- njr im Felde nicht mehr der Truppen- ifi bezeichnet wird, sondern daß statt dessen nach m Namen als sozusagen Ortsbezeichnung die postnum m er folgt, die in jedem Falle nsfillig ist. 3r. der Heimat sind als Fetdpostbeförderungs- iDr die sogenannten P ost s a m m e l st e l l e n nccid)tet, für den Bereich jedes Wehrkreiskom- in!35 eine. Die größte dieser Postfammelstellen in Berlin. Hier werden täglich rund eine a(i e Million Feldpostsendungen von jtraufenb Arbeitskräften zum Start an den richte-? Empfänger bereit gemacht. Das System der inlfilligen Nummern vereinfacht die Sortierung stöber es kann auch zu bitteren Enttäuschunge k'-'i-nK-n «blenber führen, die nicht mit k.....,. ..... |lu„ ..... M-n vennui-keit am die Nummer achten. 1 fein für all-, die es angeht. Es darf nicht jo igafter Hast erbaut wurde, ist künstlichen Ur- 35 und wird sich wirtschaftlich kaum behaupten 1, da die Voraussetzung der überspannte pol- - - | Großmachtsdünkel, erledigt ist. Don ben vie- mernerSitW ,r L öfeeren Eisenwerken, die in diesem 35 Seiteni»'in Konskie usw. anzutreffen sind — Kielce in seiner Umgebung die sicherlich reichhaltig- EeinenH^ |i?n ^afeneifener^ager — haben allerdings die ^ugoverMßleism durch den Feldzug schwer gelitten. Polen iu dem Gebiet zwischen Tschenstochau und etwa 700 000 Tonnen Eisenerz jährlich, Erz ge6rerMl|n! geringer Qualität, das nur zu einem Bruch- ^6 W® InnroiAlö Kar» m>zin»rrh»hnrf Kt»r nllvberlcklle- altenem&i ’ 3r°fec gelbe Wegmarkierungen. Dies ist in- gegenVoizdi|itift der Trostlosigkeit der Heidedörfer so auf» er zu RM.i'3jtoe'b, daß auch ein nichtgeschultes Auge sofort ilndefliutou infatj zu einer großen staatlichen Initiative & 3n Ostrowiec fand ich die große, eben aus» । ibate Eisen- und Stahlhütte fast vollkommen un= u 60PtHireiTt- ®era^e in diesen Distrikt hatte die pol- nsh- Regierung seit einigen Jahren zahlreiche . - Mirbeiter aus Ostoberschlesien gebracht, um hier "' ks ^genannte polnische Rüstungsdreieck OZe ZHaufitpA cwn 7” ph. « % Der kostbare Scbwarzmeertabak der Landschaft Samsoun ist ein unentbehrliches Bindemittel für eine ausgeglichene Mischung. Er besitzt die unschätzbare Eigenschaft, die Charaktere verschiedenartiger Tabake innerhalb der Mischung gegeneinander abzugleichen und zu einer abgerundeten Geschmacksfülle zu binden und zu glätten. w Sw NS» MMM '36 z > . । Sf2cun&oun Größe: &£ein-nuite£ Herkunft: CTZdzjeZ (SPcKuKM^ovtee^) Sortenbezeichnung Farbe: Geschmack: UflAaßtAwicÄ/ ixMj Rohstoffen in die Liste der Konterbande Einspruch erhoben. Die Auswirkungen des Krieges machen sich in Argentinien bereits in einem starken Rückgang seines Außenhandels bemerkbar. Import und Export wiesen im September die niedrigsten Zahlen seit einem halben Jahr auf. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat auf Vorschlag des Präsidenten der Deutschen Reichsbank, Reichswirtschaftsminister Funk, den 1. Vorstandsbeamten der Reichsbankhauptstelle Wien, Reichsbankdirektor Paul Emde, zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums ernannt. * Rudolf Heß überreichte den verdienten Führern der deutschen Volksgruppe in Polen Weiß (Jarotfchin), U l i tz (Kattowitz), Ludwig Wolff (Lodz), Wiesner (Bilitz) und H a s b a ch das ihnen vom Führer verliehene Goldene Ehrenzeichen. Dem im Elisabeth- Krankenhaus in Halle befindlichen volksdeutschen Führer Dr. Kohnert brachte ^-Obergruppenführer Lorenz das Ehrenzeichen. * Die Reichswerke Hermann Göring haben heute in Salzgitter zwei Hochöfen in Betrieb genommen. Es sind die beiden ersten der gewaltigen Anlage. Das Anblasen erfolgte in einer Feierstunde zu der als Vertreter des Generalfeldmarschalls Göring Staatssekretär Körner erschienen war. Deutsche Künstler grüßen deutsche Soldaten. Berlin, 20. Oft. (DNB.) Der deutsche R u n d - fu n k hat sich für seine Hörer zum Wochenende eine besondere Ueberraschung aus-gedacht. Er bringt a m Samstag in der Zeit von 19 bis 22 Uhr — unterbrochen durch die Politische Zeitungs- und Rundfunkschau und die Nachrichten — aus Berlin einen heiteren Abend „Deutsche Künstler grüßen deutsche Soldaten". Es haben sich dafür zahlreiche deutsche Künstler zur Verfügung gestellt, die s e l b st am Mikrophon auftreten und mit dazu beitragen werden, den deutschen Hörern und insbesondere unseren Soldaten im Felde einen schönen Abend zu bereiten. Im ersten Teil wirken mit Olga Tschechowa, Georg Alexander, Lotte Werckmeister, Charlotte Susa, Ludwig-Manfred Lommel, das Kleine Orchester des Reichssenders Berlin unter Willi Steiner und die Dietrich-Schrammeln. Im zweiten Teil werden mit dem Großen Orchester des Deutschlandsenders unter Heinrich Steiner mitwir- wirken: Rudolf Bockelmann, Tiana Lemnitz, Walther Ludwig, Margarete Klose, Karl Schmitt- Walter, Maria Cebotari und Ludwig Kandl. Die Ansage macht Willy Birgel. Der dritte Teil bringt wieder heitere Weisen. Hier werden zu hören sein: Heinz Rühmann, Hans Brausewetter, Paul Hörbiger, Grete Weiser, Kurt Engel, Rolf Sieber, Rosel Seegers, Inge Vesten und das Kleine Orchester des Reichssenders Berlin unter Willi Steiner und die Dietrich-Schrammeln. Warum und wofür kämpfen wir? Noch immer versucht die englische Diplomatie, vor allem die Kriegshetzer, Deutschland als Schuldigen am Ausbruch der kriegerischen Handlungen hinzu- stellen. Das Weißbuch des Auswärtigen Amtes hat, nun von offizieller deutscher Seite aus eine klare Antwort auf die englischen Lügen erteilt. Nun unternimmt im Rahmen des soeben erschienenen „Au fklärungsdienstes zur Reichsver- t e i d i g u n g", in einer wehrpolitischen Schriftenreihe, die für die Schaffenden in den Betrieben bestimmt ist, Professor Dr. von Seers in einer knappen, aber beweiskräftigen Form die Verhältnisse im ehemaligen Polen, die entscheidenden Tage vor dem Ausbruch des Konflikts und die Kriegsschuld Englands und gleichzeitig der Juden darzustellen. Jedem Volksgenossen wird beim Lesen dieser einfachen Tatsachen seine Aufgabe klar, nämlich dazu beizutragen, daß Front und Heimat einen festen Block bilden. Jeder gewinnt die Ueberzeu- gung, daß unsere Überlegenheit in diesem Kampf in unserer eigenen Kraft besteht, die uns zum endgültigen Siege über die Kriegshetzer und Juden Fürsorge für die zivilen Opfer des Einsatzes Das nationalsozialistische Reich hat es als seine vornehme und selbstverständliche Pflicht angesehen, schon zu Beginn des uns aufgezwungenen Kampfes auf der Rechtsgrundlage der Perfonenschä- denverordnung die Fürsorge für die Opfer des Einsatzes in die Hand zu nehmen und durch die Sachschädenfeststellungsverord- n u n g die spätere Entschädigung auch der Sachschäden vorzubereiten. Regierungsrat Dr. Fließbach, zur Zeit im Oberkommando ber Wehrmacht bemerkt in der Zeitschrift „Deutsches Recht", daß alle Schäden an Leib oder Leben nach der Personenschäden- oerordnung mit Fürsorge oder Versorgung abgegolten werden, die unmittelbar verursacht sind: 1. durch Unternehmungen deutscher, verbündeter oder gegnerischer Streitkräfte, 2. durch Maßnahmen, die von deutschen Behörden infolge des Angriffs auf das Reichsgebiet oder des besonderen Einsatzes der bewaffneten Macht ergriffen oder angeordnet werden, 3. durch Maßnahmen gegnerischer Behörden, Organisationen oder Einzelpersonen, 4. durch die Flucht vor Maßnahmen des Gegners, wenn sie wegen dringender Gefahr für Leib oder Leben unvermeidbar gewesen ist. Als Maßnahmen deutscher Behörden kommen dabei u. a. die Verdunkelungsanordnungen in Betracht. Uebrigens erhalten auch Luftschutzdienstpflichtige bei Luftschutzdienstschäden grundsätzlich Fürsorge und Versorgung nach der Personen- scbädenverordnung. Dasselbe gilt für Notdienstbe- fchädigungen. Abgegolten werden auch solche Schäden, die Zivilpersonen bei behördlich angeordneten Arbeiten für unmittelbare Zwecke der Kriegführung erleiden. Als Maßnahmen gegnerischer Behörden kommen z. B. Internierungen deutscher Staatsangehöriger im feindlichen Ausland in Frage. Bei den Maßnahmen gegnerischer Organisationen und Einzelpersonen ist an Gewalttaten von organisierten und Nichtorganisierten Freischärlern zu denken. Die Fürsorge und Versorgung der Beschädigten umfaßt für sie selbst Heilfürsorge, Versehrtengeld, berufliche Betreuung, Uebergangsunterstützung, Rente für Arbeitsverwendungsunfähi-ge und Pflege- und Blindenzulage. Versehrtheit besteht, wenn der Verletzte durch die Beschädigung oder ihre Folgen dauernd oder auf nicht absehbare Zeit körperlich erheblich beeinträchtigt ist. Je nach dem Grad der Versehrtheit beträgt das Versehrtengeld 15 oder 30 ober 50 RM. monatlich. Arbeitsverwendungsfähige Beschädigte, die Versehrtengeld empfangen, werden beruflich besonders betreut, um ihnen einen geeigneten Arbeitsplatz zu sichern. Während einer Umschulung bekommen sie Uebergangsunterstützung. Der Arbeitsverwendrlngsunfähige erhält eine Arbeitsverwendungsunfähigen - Rente. Ihre Höhe ist nach den Ortsklassen des Reichsbesoldungsrechts und unter Berücksichtigung des Familienstandes festgelegt. Auch Jugendliche, die von Kriegsschäden betroffen werden, können eine solche Rente erhalten. Zur Rente wird eine Berufszulage von 10 bzw. 50 RM. gewährt. Sie berücksichtigt in gewissem Umfang die Leistungen der Beschädigten in ihrem Beruf. In Betracht kommen ferner Pflegezulagen bis zu 125 RM. für hilflose Beschädigte und Blindenzulagen von 100 bzw. 125 RM. Stirbt ein Beschädigter infolge der Beschädigung oder stirbt ein Rentenempfänger nach dieser Verordnung, so sind Witwen-, Waisen- und auch Elternrente möglich. Anträge auf Fürsorge und Versorgung müssen binnen 2 Jahren nach dem schädigenden Ereignis, auf Witwen-, Waisen- und Elternrente binnen einem Jahr nach dem Todesfall gestellt werden. führen wird. In ihrer ansprechenden Ausstattung wird die Schriftenreihe, die von der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften (Präsident: General der Flieger von Cochenhausen) herausgegeben wird und mit Heften über den Westwall, über die Ernährung usw. fortgesetzt wird, geeignet fein, eine kleine wehrpolitische Bibliothek für jeden schaffenden Volksgenossen zu bilden. Kriegsbeute m Berliner Zeughaus. 23on unserer Berliner Schristleiiung. Schon immer waren die Berliner fleißige Besucher des Zeughauses, dessen stolzer Barockbau sich an der Nordfront der Straße „Unter den Linden" unweit des Lustgartens erhebt. Wenn sich jetzt der Besuch dieses größten und bedeutendsten Heeres- mufeums der Welt noch verstärkt hat, so hat das seinen besonderen Grund: seit kurzem nämlich ist in dem schönen Lichthof des Zeughauses ein Teil ber polnischen Kriegsbeute ausgestellt, bie einen willkommenen Ueberblick über bie Kampfmittel unb über bie Kampfesweise unseres so schnell geschlagenen Gegners gewährt. Fahnen, Stanbar- ten, Uniformen, Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Granatwerfer, Ausrüstungsgegenstände aller Art, aber auch bie Morbwaffen feiger Heckenschützen, zum Beispiel eine Holzstange mit einer langen messerartigen Eisenspitze —, alles dies steht in bunter Reihe nebeneinanber. Auch an den prahlerischen Dokumenten unb Karten, bie von einer „Schlacht bei Berlin" faseln, fehlt es nicht. Sehr viel Kopffchütteln erregen auch die Gewehre, beren Verschiebenheit recht auffällig ist. So sieht man französische, englische, kanadische, mexikanische unb auch — deutsche Gewehre! Diese mußten seinerzeit an bie Feindmächte ab geliefert werben, bie sie nun wieber gegen teures Geld an die Polen verschacherten. Am dichtesten drängen sich aber die Besucher der Ausstellung um ein „polnisches" Geschütz, das sich bei näherem Zusehen als französisches Geschütz entpuppte und ebenfalls ein „Erinnerungsstück" an den Weltkrieg darstellt. Wenn sich der Berliner beim Betrachten dieses französischen Geschützes eine gewisse Schadenfreude bemächtigt, fo ist das nur zu gut zu verstehen. Damals, nach dem unseligen Ende des Weltkrieges, verbot uns bas Friebensbiktat von Versailles, französische Beutestücke im Zeughaus auszustellen. Diese Lücke im beutschen Heeresmuseum ist nunmehr ausgefüllt! Auf dem Umwege über Polen kam b o ch ein erbeutetes französisches Geschütz in bas Zeughaus. Und man kann begreifen, baß ein verständnisvolles Schmunzeln über bie Gesichter der Umstehenden ging, als ein älterer Berliner — wahrscheinlich ein Weltkriegsteilnehmer — die französisch-polnische Kanone sanft streichelte und sich äußerte: „Siehste Freundchen, nu haben wir dir doch bekommen!" Vertragstreue muß gewahrt werden. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer hat einen Aufruf an die Wirtschaft erlassen, der auch in Kriegszeiten die unbedingte Wahrung des Grundsatzes der Vertragstreue als Voraussetzung für einen geordneten Ablauf des wirtschaftlichen Geschehens fordert. Geschlossene Verträge jeder Art seien mit peinlichster Genauigkeit zu erfüllen. Niemand dürfe versuchen, sich unter Berufung auf die Veränderung der Verhältnisse und die für ihn eingetretenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Erfüllung feiner Verpflichtungen zu entziehen. Die Verbundenheit zwischen Lieferant unb Abnehmer zu einer Ver- trags gern einfcb oft müsse sich daburch bewähren, daß ber Lieferant jegliche Verschlechterung der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen, die schon nach ber Preisstoppverorbnung unzulässig sei, vermeidet und den Umstellungsschwierigkeiten seiner Kunden Rechnung trägt, daß aber andererseits der Abnehmer nicht versuche, die kriegswirtschaftlichen Verhältnisse als Vorwand für bie Nichterfüllung von Verpflichtungen zu benutzen. Die beutsche Wirtschaft habe gerade jetzt den Nachweis zu erbringen, daß sie auch unter ungewöhnlichen Umständen ihr Leistungsvermögen und ihre Einsatzfähigkeit erhält. Aus aller Wett. Bibliotheken zum Geschenk gemacht wer^ Ausdehnung des Hochwassers in ANlkelenglan-. Aoi .’ielljo rein drei 2 n Siege Und "S- jere ?tai ria ch 'n in iben Mer Wie (rf 6m p piety Mipi h 3. R W INernling-Gemälde kehren aus Belgien nach Deutschland zurüik. Nachdem die große Ausstellung der Bildwerk» des deutsch - flätnischen Malers Memling Brügge ihre Pforten geschloffen hat, werden nun! die von Deutschland zur Verfügung gestellten Ü der nach dem Reiche zurückgesandt. Sie sind in An>! Wesenheit von zwei deutschen Vertretern in einen- besonderen Eisenbahnwagen verladen worben. Unter den beutschen Leihgaben befanden sich einige fori schönsten Werken Memlings, darunter der be. rühmte Lübecker Altar. Eigenartiges Unglück in der Slowakei. In einer Ledergerberei in Palucze in ber Noch, flowakei hatte eine Gruppe von zwölf Arbeit!n> den Auftrag erhalten, eine Grube, in der Leder gereinigt wird, aufzuräumen. Als die Arbeiter ins bie Grube stiegen, um das vorhandene W aff er an zuschöpfen, wurden sie ohnmächtig stürzten in den Schlamm. Die Rettungsgesellsch mußte eingreifen unb die vergifteten zwölf beiter ins Krankenhaus schaffen. Drei 2Irbeif starben an den Folgen der Vergiftung. Die beren dürften mit dem Leben davonkommen, glaubt, daß sich in der Grube giftige Gasee gesammelt haben. Ein schwarzer Tag für die amerikanische Luftwaffe. ! 5fr kB lliie kr ist -ir e xiue ■ «1* rl B jiitnio Sei jum toH BI' 3600 deutsche Bücher für italienische Bibliothek^ Botschafter von Mackensen hat dem Minister su, Volksbildung A l f t e r i und dem Erziehungsm^ fter Bottöi je eine in blauem Leder gebunbej Pergamenturtunde Überreicht, mit ber aus i)et' Bestäuben ber GroßenDeutschen Buch! ausstellung in Rom vom Mai bieses fairer ben beiben italienischen Ministern 2000 bzw. M Bücher zur Verwertung in italienische,i ID l«m 6 W W I 11 y M chn feiprt! pein, k hn 5 bi Das Hochwasser in Mittelenglgnb hat sich j< von Buckinghamshire auch auf Bedforbshir» ausgedehnt. Drei Dörfer find von der Um, weit vollkommen abgeschnitten. In Stadt Bedford steht bie Brücke brei Fuß unter Wasser. Die Straße nach Bedforb ist völlig über« schwemmt und unpassierbar. Zahlreiches Vieh js, in ben Fluten umgekommen. gestürzt. Die Besatzungsmitglieder kamen dabei uw Leben. Ein weiteres Bombenflugzeug ist fünfzehn! Meilen nordöstlich von San Diego gegen eiiur Berg gestoßen und zerschellt. Die vierköpfige Ä« j satzung wurde getötet. Freihändig in den Tod gefahren. Der Unfug des freihändigen 9t ab f a rens forderte in Kirnsulzbach an der N erneut ein Menschenleben. Ein 15jähriger Junge aite Bärenbach fuhr steihändig mit seinem Rad auf Straße nach Kim; dabei wurde er von ein Au t o überholt. Als ber Wagen in gleich Höhe war, bog der Radfahrer plötzlich zur Straßsn- mitte, flog gegen das Auto und wurde auf £tr Stelle getötet. Der Autofahrer wollte, als er toas Unglück kommen sah, zur Seite ausbiegen. Mei überschlug sich der Wagen zweimal unb stürzte 2« Straßenböschung hinunter. Die Insassen tarnen nnt leichten Verletzungen davon. Zu Tode gestürzt. Auf dem Oberlahnsteiner Bahnhofsgelände mir eine-Frau dem Personenzug entstiegen. Als sie am Packwagen noch Gepäck abholen wollte, geriet sie in der Dunkelheit über bas Bahnsteiggelänbe hina us und stürzte an einer nahegelegenen Straßenüb-r- führung etwa 4,50 Meter ab. Die Frau erlitt W schwere Verletzungen, bie ben sofortigen Tob herb-i- führten. Ueber dem Marray-See an der Küste Kaliforniens bei San Diego sind zwei Bombenflug' zeuge des Flugzeugträgers „Lexington" in b-r Luft zusammengestoßen und brennend -ab- Die Urkunde für Minister Alfieri ist von Rcitzj propagandaminifter Dr. Goebbels, die für Ministq Bottai ist von Reichsaußenminister von Ribben«! trop unterzeichnet. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Riebelschüh. Wir haben unseren ständigen Mitarbeiter Ernst von Niebelschütz gebeten, seine „Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte" auch in der Kriegszeit weiterzufchreiben. Diese liebenswürdigen Plaudereien haben unseren Lesern immer viel Freude bereitet unb wir hoffen, baß bies auch weiterhin ber Fall sein wirb. Wenn auch ber Krieg Gebauten unb Kräfte eines jeden auf die schicksalhafte Aufgabe lenkt, bie unserem Volke von ber Geschichte gestellt wirb, so bebürfen wir boch ber Ruhe- punkte, um neue Kraft zu schöpfen, unb in biefen Augenblicken wollen bie „Ranbglossen zur kleinen Zeitgeschichte" gelesen werben. In einer Zeitung würbe bie Frage aufgeworfen, ob bie zunehm-enbe Verhunzung unserer Schriftsprache nicht auf ben Umftanb zurückzuführen sei, baß wir in ber Lebensschule diejenige Klasse, in welcher noch unsere Großeltern sich ben ungesucht guten Stil bei ber Abfassung ihrer Lie - beskorresponbenz mühelos aneigneten, zu überspringen pflegen. Die Liebe ber Geschlechter ist heute auf weniger zeitraubende Kommunikationsmittel angewiesen unb sicher ist, daß ein Telephongespräch den nächstliegenden Zweck ebenso gut, wo nicht besser, erfüllt als sechsseitige Liebesbriefe mit den Versicherungen ewiger Treue unb Ergebenheit. Man ist auch in ben Beziehungen bes Herzens sachlicher geworben, man schreibt nicht mehr als unbebingt erforberlich ist, unb wir hätten keine Ursache, diese Enthaltsamkeit zu bedauern, müßten wir nicht befürchten, daß unsere Literatur innerlich umso ärmer wird, je mehr der Liebesbrief alten Stils, will sagen der echte, aus den natürlichsten menschlichen Empfindungen ungekünstelt hervor- sprudelnde Liebesbrief, in Abgang kommt. Er war, ohne es zu wollen, ein Erzieher zum guten Stil, insofern man darunter eine Ausdrucksweise versteht, deren Wert in der subjektiven Wahrheit unb Aufrichtigkeit bes Mitgeteilten liegt, worauf bei jeber Schriftstellerei am Enbe boch alles ankommt. Es gibt Liebesbriefe ber Vergangenheit, die wir mit Recht zu den Juwelen deutschen Schrifttums zählen: Bismarcks Briefe an feine Gattin, Moltkes Briefe an die Braut, Mörikes Briefe an Luise von Rau, von Goethe gar nicht zu reden — alles Dokumente, die — von Mensch an Mensch gerichtet und für kein drittes Augenpaar bestimmt — einer Zeit angehören, in welcher auch das Briefschreiben eine Kunst war. Könnte es nicht wieder eine werden? Die Entscheidung steht bei denen, die sich das Beste zu sagen wissen, was es in ber Welt gibt. * Der Dieb des kleinen Watteau-Ge- mälbes, bas unter bem Namen „L' Inbiff - r e n t" Weltruhm genießt, hat sich, wie mitgeteilt, bem Pariser Untersuchungsrichter selbst gestellt und dabei seinen Raub großherzigerweise wieder abgeliefert. Somit wäre denn alles in schönster Ordnung bis auf den springenden Punkt, der darin zu erblicken ist, daß die monatelangen Nachforschungen ber französischen Justiz nicht imstanbe gewesen sinb, ben Dieb, ber fünf Minuten vom Tatort entfernt in einer Dachkammer hauste unb mitsamt bem gestohlenen Bilde völlig unbehelligt geblieben ist, ausfindig zu machen. Stoff für eine Krimmal- fomöbie, beren pikanter Inhalt noch burch ben Um- ftanb vermehrt wirb, baß ber Dieb bas Gemälde nur deshalb entwendet haben will, um der Welt Zu zeigen, mit welcher Leichtfertigkeit bie Restauratoren bes Louvre-Museums bei ber Wieberher- stellung alter Bilber angeblich zu Werke gehen. Er,^ Serge Boguslawsky, verfüge über weit zuverlässigere unb wissenschaftlich einwanbfreie Rei.ri- gungsmethoden, unb so habe er bann während ber beiben Monate, in denen halb Europa nach dem verschwundenen „Indifferent" erfolglos durchsucht worben fei, in aller Seelen ruhe bas Bilb auf feinen Originalzustanb gebracht, wofür ihm die Louvre-Direktion — benn bas ist bie Schlußfolgerung — boch nur bankbar fein könne. Ist sie auch, ba sie beim Empfang bes Raubes halb wibermiüig, aber mit gutem Humor eingestehen mußte, Boguslawsky habe seine Sache gar nicht schlecht gemacht. Aber ist es wirklich bas' echte Bilb? Wäre es nicht durchaus vorstellbar, daß der Dieb, der sich als einen besonders geschickten Restaurator ausgibt, den Watteau zum Verwechseln ähnlich kopiert, bas Original aber längst in Sicherheit gebracht hat? Ist er bloß ein harmloser Sonber- ling, ber von sich reben machen unb um seiner fixen Idee willen gern zwei Jahre ins Gefängnis wandert, ober ist er ein in allen Oelfarben der alten Meister gründlich gewaschener Betrüger? Fragen über Fragen, über die sich die Gemälde- sachverständigen weiter den Kopf zerbrechen mögen, während mir uns mit ber viel einfacheren Aufgabe begnügen dürfen, mit leichtem Schmunzeln einen Fall zu registrieren, der in der langen unb an Ueberraschungen reichen Geschichte der Museums- diebstähle unbedistgt zu denen gehört, die zu originell sind, um alle Tage passieren zu können. * Eine Gemeinde in Sachsen hat ein Mittel erfunden, um den Wichtigtuern, die es nicht lassen können, alten Burgen oder Aussichtstürmen durch E i n r i tz e n ihres werten Namens eine erhöhte Bedeutung zu verleihen, wirkungsvoll zu Leibe zu gehen. Es ist dies eine Unsitte, die durch ihr ehrwürdiges Alter bisher noch nicht zur Sitte geworden ist und auch keine Aussicht hat, es zu werden, da sie allein bem Geltungsbedürfnis derer entspringt, die sich auf keine andere Weise der Mit- und Nachwelt in empfehlende Erinnerung zu bringen wissen. Am harmlosesten sind noch' die Liebespaare, die Grund haben, sich mit den Anfangsbuchstabens ihres Namens zu bescheiden und dem Burggespenst in Gestalt eines Herzens ihr süßes Geheimnis anzuvertrauen. Freilich sind sie eben darum auch weniger leicht zu identifizieren als die anderen, die es, anspruchsvoll, wie sie einmal sind, unter dem vollen Namen nebst Herkunftsbezeichnung nicht zu tun pflegen. Gegen diese richtete sich nun die Fahndungsaktion ber erwähnten Ortsgemeinbe. Sie ließ eine große Anzahl solcher eingeschriebener Namen sammeln, und in vielen Fällen, wo bie Nachforschungen erfolgreich waren, würben bie betreffenben amtlich aufgeforbert, sich am Tatort einzusinben und ihre Namensmschrift eigenhändig wieder zu entfernen. Da im Weigerungsfälle Strafanzeige angedroht war, konnte sich niemand entziehen. Eine Kur, von der man annehmen darf; daß schon ein einmaliger Gebrauch vor Rückfällen schützen wirb. Erfindungsarme Völker. In einer Abhandlung über den „Erftnd-ungsre'ich- tum der arischen Urzeit" in ber Zeitschrift „D e u t s ch l a n b s Erneuerung" stellt Universitäts-Professor Dr. Ernst Schultze fest, daß es auch ausgesprochen erfindungsarme Völker gibt, zu denen vor allem die Semiten gehören. Sie haben sich stets darauf beschränkt, die Elemente ihrer technischen Zivilisatton von anderen Völkern zu übernehmen. „Daraus erklärt sich auch der Befund der Ausgrabungen in Palästina. Der irische Gelehrte Macalister, ber an leite über Stelle daran beteiligt war, bekundet es: wenn man dort die übereinander gelagerten Schichten einer alten Stadt aufbede, so bemerke man in einer Grabungsschicht, wie ein fremder Einfluß die gesamte KuDk des dadurch gekennzeichneten § ei träume s machünrll hebe; aber in ben dann folgenden Geschlechte li nehme dieser Einfluß schrittweise ab, bis er gämy lich verschwinde. Später mag sich dasselbe wiebet holen: von außen her wird die Kultur mit eine® Nuck gehoben — indessen schon nach wenigen Oe* schlechtern versandet sie abermals. Niemals hat es in Palästina — so urteilt Macalister — einen ein geborenen Töpfer gegeben, der auch nur bas t»1 scheidenste neue Muster für feine Wasserkrüge erfunden, niemals hat dort ein Waffenschmied geleit der das Modell eines neuen Schwertes oder eiraet neuen Pfeilspitze entworfen hätte. Die heutig Bauern in Palästina leben in Häusern, die m Stil unb Bau so gut wie völlig denen gleichen die dort um 2000 v. Ehr. den Bauern dienten/ i Umstellung des Films. Die heutige Zeit erfordert auch eine UnistellMS bes Filmschaffens. Sie besteht nicht barin, baß füll'« tig weniger probuziert wirb. Umstellung heißt hie-rh Einstellung auf die Wirklichkeit des deutschen bens. Dr. Gressiker schreibt darüber in der Zeitschrri „Der deutsche Film": „Der Film hat bem deutschen Volk Sehenswerte zu vermitteln, — Werk:, die das Lebensgefühl, die Kraft, das Empfinden un) bas Denken bes Volkes bereichern. Das ist feine Aufgabe, nichts anderes. Damit ist schon gesagt, bati bas Volk nun nicht etwa in sturer, mißverständlicher Strenge mit einer Masse lederner Problem« filme bearbeitet werden soll. Die Vielfalt, die FüOr und die Elastizität bes Filmschaffens ist nicht flü verengen, sondern zu erweitern. Und unter bei Lebenswerten, beren das Volk bedarf, ist einer wichtigsten ber Humor. Der Humor — das heißt aber nicht: öbe Humorifttk, ranzige Spaßmachere, bas heißt nicht: traniger Trall, nicht Klamauk um) Klamotte. Das alles sind Abfälle, find Schlacken te? Witzes. Das alles bringt bem Volke nicht das, nxn3 es braucht. Der Humor kann sich in Schwank um) Poffenkomik ausdrücken wie auf der gehobene4! Ebene des Lustspiels und der Komödie: humorvm ist nicht identisch mit dem zimperlichen Begriff komisch". Der Humor, als eine gesunde, bejahend und befreiende Haltung zur Problematik des Dc« seins, kann sich naiv unb geistig, grob unb W äußern. Aber alles, was er erzeugt, wird, und Ist es auch in grotesker Form, den Stempel ber 2s« benswirklichkeit, bas Siegel wahrhaftiger MenjH lichkeit tragen." kiihne m. 247 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 2l./22. Oktober 1959 der Nacht das Licht einaeschaltet hatte. Sie hatte aber auch fjen, denn vergessen, es beim Herausgehen wieder auszuschalweiteren Honigkochen am Abend und in ten. Dem Besitzer des Grundstückes wird die er- lenkers allerlei Grund zur Rüge gegeben ist, zückt R. B. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Flucht ins Dunkel". — forderliche Belehrung zuteil; vor allem wird ihm nachdrücklich vor Augen gehalten, daß gerade e r am Ortsrand mit dem Licht besonders vorsichtig sein muß, weil es von hier aus weithin in der Finsternis zu sehen ist. Das gilt übrigens nicht nur für Dorf-Güll, sondern auch für alle übrigen Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! auch ihm wird klargemacht werden, daß zur Verdunkelung jeder Volksgenosse verpflichtet ist und daß die Kontrolle durch den Reichsluftschutzbund kein Privatvergnügen der ausübenden Männer darstellt. Mängel an dem Fuhrwerk festgestellt. Resultat: eine Anzeige, damit hierdurch den Erfordernissen der Zeit nun endlich Geltung verschafft wird. und als Mutter nachzukommen vermag. Daß sie aber entschlossen und arbeitsfreudig an diese Aufgaben herangeht und sie alle zu einem guten Ende führt, verdient unseren Dank und unsere Bewunderung. Kommt dann der Mieter, wie wird es dann im Dorfe aussehen? Werden die Frauen und Mädchen sich zusammensetzen und Tannengirlanden winden, mit denen die Häuser für die siegreich heimkehrenden Soldaten geschmückt werden sollen? Oder werden sie Pulswärmer und sonstige wärmende Hüllen stricken für die Feldgrauen draußen vorm Feind? Werden, vielleicht sogar im nächsten Frühjahr gelbe und rote Rüben dort stehen, wo noch in diesem Jahr Goldlack, Akelei und Rittersporn prangen? Wer will es Voraussagen? Was aber auch eintreffen mag, eines steht unumstößlich fest: Das Dorf und der deutsche Bauer werden jederzeit ihre Pflicht erfüllen bis zum letzten, und die große Zeit unseres Volkes findet sie bereit und wird sie immer bereit finden, sich einzusetzen und hinzugeben für Volk und Führer. freier Form an. Wie vorher in Dorf-Güll, so kann auch in Lich der Gesamtheit der Bevölkerung nur volle Anerkennung für ihre Durchführung der 23er« dimkelungsnwßnahmen ausgesvroebpn werden. Den „Schönheitsfehler" stellt nur eine Frau dar, die inmitten anderer Frauen mit einer hellbrennenden kleinen Sturmlaterne vom Bahnhof her zur Stadt geht. Als die Frau zur Rede gestellt wird, zeigt sie sich über die helldrennende Lampe selbst bekümmert, denn sie hat zur Abblenbung dunklen Stoff um die Glasglocke gelegt, der aber von einer herausreichenden kleinen Flamme in Brand gesetzt wurde und abgebrannt war. Der ratlosen Frau wird empfohlen, die Glasglocke zu schwärzen und nur eine kleine Stelle hell zu lassen, damit dadurch, wie bei den Kraftfahrzeugen, ein Lichtpunkt sichtbar ist. Dankbar für diesen Rat verspricht die Frau sofortige Abhilfe zu schaffen. afjren. !N Rlltjl h an der iger m Rad OLij von ei$! [en in ti h zur Bh Durbe cfr Ite, als n 1 lsbiegen. w und stürz» d fjen te- teuer werden. Diel ernster sind die Mängel in einem Hause, wo im Laden nach der Straße zu keine Lichtschleuse vorhanden ist, so daß bei dem häufigen Oeffnen der Tür jedesmal ein breiter Lichtstrom in die Dunkelheit hineinleuchtet, außerdem auch, wie bei einer angebracht werden. Es war bisher Zeit genug dazu, und der Mann hätte die ganze Sache erheblich billiger haben können, als sie nun insgesamt kosten wird. Auch ein Fuhrwerkslenker, der mit hellbrennender Laterne an seinem Wagen daherkam, macht ein recht bedeppertes Gesicht, als er gestellt wird. Zu seiner Entschuldigung führt er mancherlei an, das von dem Gendarmeriebeamten natürlich nicht angenommen werden kann, sein besonderes Pech ist aber, daß zu das Brett vor dem Fenster nicht vergessen, denn sonst könnte bei einer neuen Kontrolle der Honig Schon von weitem sieht man am Ortsrand von Dorf-Güll ein Licht weithin in die Dunkelheit strahlen. Je näher man an den Ort herankommt, desto größer wird die Lichtquelle. Bei der Nachprüfung an Ort und Stelle ergibt sich, daß in einem Gehöft die Großmutter „gerade eben" einmal in die Waschküche gegangen war und dabei ung aller Rückwanderer, Volksdeutscher und Kolo« nialdeutscher, die sich eben in Deutschland befinden), ein neues Ziel für ihre Arbeitsnachmittage gesetzt. Die Frauen arbeiten drei Säuglingskörbe mit je einer vollständigen Kleinkindausstattung. Die Körbchen werden mit hübschem Kretonne bezogen, und eine als Säugling angezogene Puppe bildet den Inhalt. Bei der Ausstattung wird nichts vergessen sein, angefangen bei der Matratze, dem Bettchen, Kißchen mit Bezügen, allem Bedarf an persönlichen Kleidungsstücken des Kleinkindes, bis zu den Gebrauchsgegenständen für Bad und Pflege. Die fertigen Körbchen kommen dann ins Grenzland oder Brust der Hügel gedrängt und zumeist ohne Regel und Kunst gebaut; denn der Winzer setzte dis Steine so auf- und nebeneinander, roie er sie beim Hacken in seinem Wingert fand. Sie sind reich an dunklen Spalten und schwarzen Löchern, oft vvm Netz der Spinnen zu gewebt, andere hat sich die graue Eidechse zum Unterschlupf gewählt, und der Rotschwanz oder die Meise haben scheue Nester darin. Diese Mauern sind die Mauern der Winzer, die den selbstgekelterten Wein verzapfen; der Strauß, zumeist ein Fichtenwedel, hängt dann unter ihrem Hausgiebel, und man sitzt, wenn man den ländlichen Wein trinkt, mitten unter der bäuerlichen Familie an einem weiß gescheuerten Tisch, auf dem das Landbrot Derb rö feit ist und die Ringe der Gläser sich abzeichnen. Winzergeschlecht nach Winzergeschlecht hat gearbeitet, bis die knie- oder brusthohen Mauern und Mäuerchen errichtet waren. Jeder Stein darin bedeutet einen Schlag mit der Hacke, jeder ein Bücken, jeder einen Handgriff. Es gibt Mauern aus rotem Sandstein, die mit langen Blutschnüren die Weinhügel gürten. In der Glut des Juli und des August fühlen sie sich wie heißes Fleisch an. Andere bestehen aus den grauen Steinen des Kalks oder aus dem Leuchten des Glimmers. Sie saugen die Glut der Sonne in sich und bewahren die Wärme. Wie Oefen wirken sie, welche die gesammelte Tageshitze noch in der Abenddämmerung in die Gehänge der Trauben widerstrahlen. Im Herbst steht auf den Mauern der Korb, worin das Essen der Winzer aufbewahrt ist: Brot, geräuchertes Fleisch unt) eine Kanne Trebernmost. Auch die Bütten lehnen dort; die dreizinkige Holzgabel noch, roomit die geernteten Trauben in der Bütte zerstampft werden, dann die Geräte und die vielen Pfähle. Die herbe Heckenrose blüht an der Weinbergmauer und hängt die roten Fruchttränen auf ihr Gestein. Der Quittenbaum schießt an der Mauer empor, sein Blätterschatten ist groß und blau, und wenn die wollige Frucht der Quitte reif wird, fällt sie polternd auf den Mauerrand und rollt zwischen die Traubenzeilen. Der Weinbergshüter sitzt auf der Mauer, er klopft die schwarze Holzpfeife auf ihr aus, zerfetztes und pulvergeschwärztes Papier liegt zu seinen Füßen. Die Steinplatten sind mit weißem Vogelkot besät. Auch die Vögel saßen auf der Mauer, die Kröpfe waren zum Platzen ntrt Beeren gefüllt. ofsgeläck!] [en. W |i: 1 Ite, geriet H gelänbe R 1 (Straßen-J tau erlitt ty gen loh R Dichterabend August Hinrichs. Mit der am Montag, 23. Oktober, stattfindenden Lesung des bekannten Dichters und Bühnenautors August Hinrichs wird der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein in Zusammenarbeit mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" allen Freunden des Schrifttums und des Buches ein besonderes Erlebnis vermitteln. Hinrichs Werke find aus dem Menschen- unb Landschaftserlebnis feiner niederdeutschen Heimat gewachsen und tragen in hervorragendem Maße dazu bei, die Lebensfreude unseres Volkes zu erhöhen. Diese Dichterstunde wird sicherlich allseits größte Beachtung finden. Gießener Konzert-Verein. Der Gießener Konzertverein eröffnet die Reihe feiner diesjährigen Veranstaltungen mit einem Orchesterkonzert unter Leitung von Professor Dr. waffe. Küste Je- ombenjk tgton" in k t> brennet; men dabei- -lg ist fünij [egen eirJ mertopM Das Gesamtergebnis der Kontrollfahrt ist dahin zusammenzufassen, daß man mit der Verdunkelung insgesamt zufrieden sein kann und nur einige gelegentliche „Sünden" noch auszumerzen bzw. von vornherein zu unterlassen sind Jedenfalls hat man allen Grund, den einsichtiaen und verständnisvollen Volksgenossen auf dem Lande für ihr sorgsames Verhalten die gebührende Anerkennnung zu fernen. B. Weiter geht die Fahrt nach Garbenteich. Diesem Orte muß man gleichfalls lobende Anerkennung dafür aussprechen, daß die Bevölkerung mustergültig verdunkelt hat. Ein Schönheitsfehler ist es allerdings, daß ausgerechnet in dem Augenblick, wo die Verdunkelungskontrolle vor einem Haufe in der Dorfmitte steht, mehrmals in einem nicht abgeblendeten Zimmer Licht eingeschaltet und dadurch die Kontrolle „ins rechte Lichh," gesetzt wird. Spornstreichs stiefelt der Luftschutzdezernent hinauf und stellt den „Minutenknipser", der vorübergehend in dem Zimmer zu tun hatte. Dabei hätte er allerdings wissen müssen, daß er vor dem Einschalten des Lichtes dunkel zu machen hatte, oder er hätte eben aus dem Zimmer herausbleiben sollen. Im übrigen gibt es hier keinerlei Beschwerdepunkte. Schließlich geht die Fahrt nach Lich. Auf dem Wege dorthin wird ein Fuhrmann angetroffen, dessen Fahrzeug ebenfalls mancherlei Mängel aufweist. Da auch in der Person des FuhrwerksNorf im Kriege. Von Ernst JRint Echzell. In der Stille des Landes hallen die Schläge ge- Dornotizen. Tageskatender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Heimatland". Temesväry am Donnerstag, 26. Oktober, irn Städtchen ter. Solist ist Helmut R 0 l 0 f f. Das Programm enthält die Jupiter-Symphonie von Mozart und das Bs-ckur-Konzert von Beethoven. DOM - u.IM -llnterqau 116 Gießen Vetr. August-hlnrichs-Abend. Am Montag, 23. Oktober, findet in der Veran- staltungsreihe des Goethebundes ein Dichterabend mit August Hinrichs in der Universitätsaula statt. Jedes BDM.-Mädel in Kluft erhält den ermäßigten Eintrittspreis von 30 Rpf., bei größerer Anzahl nur 20 Rpf. Antreten in Kluft um 19.40 Uhr vor der Universität. Neue Aufgaben im Frauenwerk. Gfs. Die Abteilung Grenzland-Ausland des Deutschen Frauenwerkes hat sich neben ihren vielen, der jetzigen Zeit entspringenden Arbeiten (roie Betreu- lit,eleng|flr 'JQt ft oforbM tten. 5-1 lst völlig 1 ^5 Weinbergsmauern. Von Anton Schnack Es gibt Mauern der Erinnerung und des Ruhmes, Brvnzetafeln mit verwischten Inschriften sind in sie gefügt; Flanken unverwüstlicher Mauern aus römischer Zeit stehen noch, die den matten Glanz zerbeulter Schlachtschilder haben; es gibt die Schweigsamkeit von Friedhofsmauern, von den grünen Zungen des Efeus beleckt und von den ß»h erringen gemieden; es gibt die furchtbaren Mauern versunkener Jnkatempel; es gibt die verwinkelten, erkerverzierten und schießlöcherreichen Mauern deutscher Städte des Mittelalters an allen wurde mit guter Handwerkskunst und strenger Bau- regel gearbeitet, mit Wasserwage, Maß, Winkel, Speis und Mörtel, sie wurden unter Stöhnen und Flüchen errichtet und mit dem Blut der Fronenden und Sklaven, der Kämpfenden und Stürmenden gekittet. lieber die Weinbergsmauern ist nur Schweiß geflossen. Der Schweiß, der unter blauen Kitteln dampft, unter großen Strohhüten und regenzermürbten Kappen hervorrollt oder aus weißen und unter dem Kinn geknoteten Kopftüchern fällt. Diese Mauern sind locker gefügte Werke, an die 'lowakki. ! in her % wölf Artz in her h >ie Arbeit oe Was,'ei. nächjj^ Mgsgest^ ^n jtüöli ’ Drei M 'kommen, Jj geOajn Aus der Stadt Gießen Der rechte Flügelmann. Auf Verdunkelungskontrolle im Landkreis Gießen Beobachtungen beim Abendbefuch in mehreren Orten Ende in Gestalt einer Anzeige kommt nach. In Lich trifft man die Verounk-lluna in einwand gesamtes Wies w n b, bis ff jj iltur m! A ch wenM Jtienrals T - einen 1 ch nur M Wassers ntes obeM . Die m jäuftf”» denen Fq lernte feiten des Friedens gegen die des Krieges ab, so hält I jetzt die volle Verdunkelung jeden einzelnen im Hause | fest, und die Gassen und Plätze liegen wie ausge- storben. Kein Lichtschein bringt nach außen, und nur das Brüllen einer Kuh, Kettengeklirr und klappernde Eimer verraten, daß das Leben in den abgedunkelten Höfen nach wie vor seinen Gang nimmt. Die Dorfgemeinschaft ist sich ihres großen Auftrags in der Heimatfront voll bewußt. Viele Manner sind eingezogen; dafür rücken die Daheimgeblrebenen näher zusammen und versuchen, einander zu helfen, wo und wie es nur immer geht. Auf dem Dorf, wo jeder jeden von Jugend an kennt und um seine Note Bescheid weiß, ohne erst darum fragen zu müssen, ist diese Gemeinschaft naturgemäß viel enger, als sie es sonstwo zu sein vermochte. Aus der nahen Stadt ist die HI. zur Erntehilfe eingetroffen, und bei em- brechender Dunkelheit kommen die Jungen und Mädel vom Felde heimgefahren auf den mit Kartoffelsäcken schwer beladenen Wagen. Sie sind von der ungewohnten Arbeit müde, sogar sehr müde, sie sind aber nicht weniger stolz und froh, sich vollwertig einqliedern zu dürfen in die große Schicksalsgemem- frfiaft ihres Volkes. Anderntags geht es dann mit Körben und Leitern zur Apfelernte auf das Baumstück und welchem Jungen wäre jemals ein Baum zu hoch gewesen? Daß die Soldaten in ihrer bienst- freien Zeit überall zugreifen, wo immer starke Fauste m Hof unb auf bem Felb gebraucht roerben versteht sich bei beutschen Solbaten von selbst. Sieht man sie in ihrem Drillichzeug auf ben Aeckern auftauchen, darf ber Bauer mit Sicherheit annehmen baß er bis 311m Abend alle Kartoffeln von diesem Acker wohlbehalten in seinem Keller hat. Nicht der Uniformrock macht den rechten Flügelmann, sondern der Mann. Noch trägt er weder Tressen noch Achselstücke, und doch steht er an beleuchteter Stelle. Wie Millionen andere ech einfacher Soldat, in Reih' und Glied aber bedeutet er mehr, und dieses Mehr muß er selbst mitbringen ist eben da, eine Naturerscheinung, und braucht nur entdeckt zu werden. 1 9f|trigen Freitagabend. Im Schiffenberger -lveg stehen einige Kraftwagen und dabei zehn Manner. Tiefe Finsternis hüllt alles ein, so daß ’n dem spärlichen Schein des schwachen Lichtstrahls, der durch die Schlitzkappe der Autolampen bringt, bie Umrisse biefer Gruppe von Männern sehen kann. Nach kurzer orieniierenber Aussprache besteigen bie Männer bie Kraftwagen und Jahren in Richtung Schiffenberg los. Es handelt sich bei der kleinen Autokolonne um eine Kontrvll- sahrt zur Prüfung der Verdunkelung in einer Reihe oon Orten des Landkreises Gießen. Damit verbunden wirb, soweit bie Zeit unb bie Hauptaufgabe es gestatten, eine Kontrolle ber Fahrzeuge auf den Lanbstraßen. Die Fahrt erfolgt unter Leitung des Lanbrats Dr. Lotz, ben der Luftschutz- unb Ver- kehrsbezernent bes ßanbfreifes Gießen, Regierungsrot Dr. Fuhr, zwei Beamte ber Genbarmerie, vier Luftschutzführer vom Reichsluftschutzbunb unb bie Vertreter ber Gießener Presse begleiten. Zunächst macht die Autokolonne Halt in Hau - s e n. Unterwegs muß ber Derkehrsdezernent schon an einigen Fahrzeugen allerlei Mängel feststellen, ba aber ber Zweck ber Fahrt vor allem in ber Prü- fung ber Verbunkelungsmahahmen besteht, kommen diese Verkehrssünder diesmal noch ungerupft davon. In Hausen kann man zwar die Feststellung machen, daß die Derdunkelungsmaßnahmen im allgemeinen mit allem Verständnis ordnungsmäßig durchgeführt werden, es werden aber auch einige "Sünder" bemerkt, bie selbst heute noch der Belehrung bedürfen. Da ist zunächst ein Haus in ber Hauptstraße, besten kleine Vorhalle schön beleuchtet in bie Dunkelheit hineinragt. Die Ortsbesichtigung ergibt, baß bie Verdunkelungsvorrichtung vorhanden ist. Man hat nur vergessen, sie bei Einbruch ber Dunkelheit ordnungsmäßig herunterzulassen. Also kein böser Wille, sondern nur Gedankenlosigkeit. Zur Schärfung der Gedanken gibt es für heute noch keine Anzeige, dafür aber eine gebührenpflichtige Verwarnung, die eine Mark kostet. Immerhin ein kostspieliger unterlassener Handgriff, der doch so einfach gewesen wäre. Wenn man Zwetschen- und Birnenhonig kocht, so ist das sicherlich eine feine Sache. Der Duft vom Kochkessel im Keller bringt geradezu verlockend burch bas weitgeöffnete Fenster hinaus ins Freie. Weniger schön ist es allerdings, daß die Männer, bie da kontrollierend durch den Ort wandern, nicht nur auf den Duft aufmerksam werden, sondern auch eine schöne Beleuchtung bes Hofeinganges und einer hellen Nachbarwand durch das Licht im Keller wahrnehmen müssen. Das ist während ber Verdunkelung natürlich ein unmöglicher Zustand, auch wenn der Duft bes Honigkochens etwas milder stimmt. Die fleißigen Kocher, die nach ber Ermahnung durch den Luftschutzbe zementen sich beeilen, ein großes Brett vor das Fensterr zu stellen, kommen biesmal noch glimpflich davon. Hoffentlich werden sie beim Schon beim Rekrutenabschieb in seiner Heimat hat ihm mancher alte Soldat und manches junae Mädchen die stolz« Ahnung mit in d?n ffin Händedruck gelegt, beim ersten Antreten schauen seine Vorgesetzten nach ihm aus, respektvoll drängen 'seine Kameraden nach bem linken Mgel hin bis er als eine Selbstverständlichkeit übrigbleibt' der rechte Flügelmann, und allmählich in seinen' ver- antroortungsvollen Dienst hineinwächst. Bei jedem Kommando: „Richt' Euch!" wird er zum Blickpunkt aller Kameraden von links Sie tasten sich in die Linie seines Profils, in den Schim- Inter feines Gesichtes, feiner Knopfreihe, feines Koppelschlosses, seines geschulterten Gewehrs. Wer mehr .von ihm sieht ober auch weniger, wird scharf zur Richtungsgemeinschaft gerufen. Die kleinste, ihm befohlene Richtungsärtberung kostet ben ganzen linken Mgel ausgreifende Bewegung, und umgelehrt wird ||Mn ihm Ruhe, Haltung und Festigkeit oerlangt. Nicht als ob ich selbst rechter Flügelmann ge- vesen wäre und deshalb noch gelegentlich in Selbstes piegelung und Ueberwertigkeitsgefühlen schwelgte Rein, unter dem mMärärztlichen Meßgerät langte (5 immer nur für bie Richtungsgefolgschaft. Aber ms der täglichen Hebung heraus gewann mir mein leibhaftiger rechter Flügelmann immer mehr an iMchtungfordenber Symbolkraft, so beim Anschluß an den rechten Flügel großer militärischer Ver- Mände, rote später bei Hingabe an Hochziele menschlichen Strebens und Leistungswillens. Balliger Ereignisse länger nach als in ber lauten Bewegtheit ber Stadt, deren gesteigerter Lebens- r»ythmus erhöhte Aufnahmefreubigkeit, aber auch fhnelleres Vergessen bebingt. Nicht anbers schwingt bneres Erleben bes einzelnen nachhaltiger als beim dauern, weil bas Gleichmaß seiner Tage ihn nicht v bem Maße abzulenken vermag, roie ben Stäbter d-r stete Wechsel neuer Einbrücke. Für ben Bauern bedeuten bie beiben Jahre ber aktiven Solbatenzeit das große Erleben, an bas er ein ganzes Leben lang erinnerungsfroh zurückbenkt, unb von bem ber Re- sirvistenkrug unb bas bunte, überaus martialische Golbatenbilb ber älteren Generation noch Kindern uib Kinbeskinbern künben. Von welch einschneiben- b;T Bebeutung muß ba erst bas Erlebnis ber vier pifyre bes Weltkrieges für ben Bauern unb somit Ki bas Dorf gewesen fein! Wer bies bebend unb llsiß, welche Rolle bas erzählende Wort im Dorfe hielt — am Sonntagnachmittag unb an ben langen Kinterabenben in ber wannen Bauernstube —, ber tii'.rb verstehen, warum Verbun unb Flanbern, Tan- n-nberg unb bie Karpathen niemals in Vergessenheit gnieten. So kann bas Erlebnis eines neuen Krieges ^knüpfen an Fäden, bie überhaupt noch nicht ao- Misten waren, an benen hier mehr als sonstwo bie örhre hinburch weitergesponnen würbe. v Der Kriegsherbst 1939 Hal das Gesicht des Hessen- birfes nur in wenigem gewandelt. Wie im ressten trieben fahren bie Gespanne aufs Felb unb geht b*r Bauer seinem Tagewerk nach. Tagsüber be- Nrfd)t allerdings bas gelbgrau ber einquartierten llr b überall in ben Häusern mit großer 5)er3licb”eit r ^genommenen Solbaten bas Dorfbilb. Mit ihnen fthb viele frembe Gesichter an bie Stelle von so man- hm, feit langem vertrauten getreten, beren gewohnter Anblick unb Gruß man täglich aufs neue ver- Vor ber Dorfschrniebe, in ber von morgens bis a.tenbs felbqraue Beschlagschrniebe ben Blasebalg hen unb ben Hammer schwingen, warten Solbaten 1,11 ihren Pferben, unb ber Geruch verbrannten fernes, ber bekanntlich nicht zu ben lieblichen zahlt, vH überhaupt nicht mehr weichen. Saßen noch vor I paar Wochen bie Männer abenbs - rar"nnpn 6,r den Haustüren unb wogen l‘tuw Und heute ist der Frontfoldat wieder zum leib- taftiqen rechten Flügelmann der inneren Front mferer Heimat geworden. Und zwar ber Front- ol'bat schlechthin, in feiner Ganzheit und schlichten Dirklichteit im feldgrauen Ehrenkleid, im Stahlhelm und mit ber Waffe in der Hand im täglichen Kampf mit dem Feind, einsatzbereit bis zum letzten Md höchsten Opfer: „Gi'tt's mir oder gilt es dir!" 5n Richtungsgemeinschaft mit ihm werden unsere Linschrönkungen und Opfer an materiellen Gütern, rn Zeit und Arbeitskraft gering, und er selbst wird 'ch auf seinen linken Flügel bis zum letzten Kame- :aben verlassen können, solange das Schicksal die Volker zum blutigen Appell ruft. Ortsbesichtiaung festgestellt wird, an ber Rückseite Orte, unb es sollte überall entsprechen!) beherzigt bes Grunbstücks alle Fenster „schon beleuchtet" finb unb bemach gehandelt werden. und ebenfalls keinerlei Verdunkelungseinrichtung Ein anderer Einwohner des Dorfes ist offenbar aufweisen. Hier kann selbst die Erinnerung an ben ■ noch bes Glaubens, baß bie ganze Sache ber 23er- versöhnlichen Honigbuft nicht milber stimmen. Ein j bunfelung für ihn gar nicht gilt unb auch die 23er- ©enbarmeriebeamter macht die erforderlichen No-' tretet bes Reichsluftschutzbunbes ihm „nichts zu ttzen, unb eine Anzeige mit „gepfefferten" Folgen sagen haben". Die Melbung biefes unbegreiflichen wird bas Ergebnis fein. Natürlich müssen bie not- j Stanbpunftes an bie Genbarmerie wirb für den wendigen Verdunkelungseinrichtungen sofort noch i Mann von wenig erfreulichen Folgen begleitet sein; eine bann,® M H' J 5 beutlti in ber . ais' J ’ife ,n5 if1 'rfi <■3 ft X Sw I »*** I I 'M, «on jjj ben mancherlei Wibrigkeiten seiner Fahrt nun auch lenkers allerlei Grund zur Rüge gegeben ist, zückt noch der Genbarm auftaucht. Außer der hellbren-j der ©enbarmeriebeamte sein Notizbuch. Das dicke nenben Laterne roerben noch mancherlei andere Enbe in Gestalt einer Anzeige kommt nach. t0«1 N ..9= lilt# i I finit I 'ietn i,f | M| I H tiniti 1 bet ; I herein ehemaliger 116er Gießen: 20.15 Uhr „Zum Fabres", Kameradschaftsabenb. Tageskalender für Sonntag. Stabttheater: 19 bis gegen 22 Uhr „Gasparone*. — Kloria-Palast, Seltersweg: „Heimatland". — Lichtdielhaus, Bahnhofstraße: „Flucht ins Dunkel". — Narine-Kamerabschaft: 10.30 Uhr Monats-Muste- | nmg. — Saalbau, Liebigstraße: 20 Uhr Zauder- $ tmstler Bellani. Erstausführung „Safparone“ im Stadttheater. Am morgigen Sonntag gelangt die Operette Masparone" von Karl Millöcker zur Erstaufführung. Mit der Aufnahme von „Gasparone" in den >pielplan wirb eines ber reizvollsten Werke klasti- her deutscher Operette zu Wort kommen und so e mit „Zigeunerbaron" begonnene Linie ber I fslege klassischen Operettengutes fortsetzen. Die Spielleitung hat Harry Grüneke, bie musika- fche Leitung Heinz Markwarbt. Chöre: Ri- ! carb Boeck, Leitung ber Tanzgruppe: Thea Maaß, liühnenbilb: Karl Löffler. Die Vorstellung finbet \ cußer Mete statt. Beginn 19 Uhr, Enbe gegen Iß Uhr. ' ___________ (Siner sei hier aber mit befonberer Hochachtung gedacht: der deutschen Bäuerin. In vielen Hausern fehlt ber Mann oder der Sohn oder der Knecht und es kommt vor, dah zwei von ihnen -ingezogen sind. So liegt in vielen Fällen die ganze Verantwortung, daß der Betrieb ungestört weii-rg-ht und nach wie vor seinen Teil zur Ernahrungsfrecheit des deutschen Volkes beiträgt, ganz allem be, der Bauerm, Und weil das beste der beiden Pserde auch schon in den ersten Kri-gstag-n geholt wurde, fahrt st- nun einspännig hinaus aufs Feld, und für sthw-r-r- fkuhren hilft ihr der Nachbar m.t stnnem letzt gleich- Sw L ®»I s£ .1. "I "« hinwieder sieht er sich in den Romanen, NooelleiL unb Dramen aus der Gegenwart mit den tiefsten. Fragen der völkischen Gemeinschaft beschäftigt, int Innersten bewegt fühlt er sich sodann durch eine ihres- Adels würdige Gedankenlyrik angesprochen, und nicht: ohne Bewunderung und wohl gar Ehrfurcht lernt er schließlich die Grundlagen einer Philosophie der' Gegenwart kennen und begreifen, die, in vielen politischen Reden und Aufsätzen sich zu breitester Wirkung enfaltend, beiträgt zum weltanschaulichen Auf- bau der deutschen Zukunft. Schon die zwei bisher* vorliegenden Bände sind dazu angetan, Herz unb Sinne zu fesseln und von der Schönheit und dem. Reichtum des zu erwartenden Gesamtwerts zu über» zeugen. Die Chronik des Meisters Pausewang, 61* uns in der kraftvollen Sprache vergangener Jahr« Hunderte in die Welt des Dreißigjährigen Krieger- versetzt und uns zutiefst mit der gotterfüllten Innerlichkeit der Zeit Jakob Böhmes umfängt, gehört: zu den gemütsreichsten Werken Kolbenheyers. 3n „Amor Dei" steht ihr das kampfbewegte SchauspieL des abtrünnigen Spinoza zur Seite, jenes Rene« gaten, der im Jahrhundert Rembrandts sich inmitten: des Erkenntnisstreites der übermächtig werdenden: rationalistischen' Geistesbewegung um den Frieden: seiner Seele verzehrt. Unmittelbar aus der Gegenwart geschöpft ist hingegen der Roman „Mont- saloasch", die Geschichte eines jungen Menschen, der die Ehe und den Segen des Kindes wider die Unnatur seiner Zeit zu verteidigen sucht. In dem Roman „Das Lächeln der Penaten" erfährt ein um die Vollendung seines Werkes ringender Künstler das Glück der Liebe und die heilende Kraft der ehelichen Gemeinschaft. — Ernst von Salomon: Die Kadetten. Doltsausgabe. Leinen 3,75 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Jene Zeit, hart unb schön, bitter unb -köstlich ist hier gestaltet, da hinter den roten Mauern preußischer Kadettenanstalten der Instruktion soffizier noch seinen jüngsten Zöglingen sagen konnte: Meine Herren, Sie sind hier, um sterben zu lernen! Und über diesen damals Elfjährigen reckt sich bald schon der Schatten des Großen Krieges. So wachsen sie in Karlsruhe unb Lichterfelde unter Drill unb kargen Freuden, jungenhaften Streichen und verdienten Strafen, unter der Leitung präch- tiger Erzieher in jene spartanisch nüchterne Welt hinein, wo unsichtbar hinter jedem Befehl und jedem Hangriff hundertjährige Tradition steht, — Vier Jahre der eigenen Kadettenzeit hat v. Salomon in frohen, grellbunten Farben, wie es des Königs Rock gewesen ist, gezeichnet. Ein stolzes, verpflichtendes Bekenntnis zum ewigen Preußentum. in Volksdeutscher Gebiet und werden dort sowohl dem Mütterdienst für seine Kurse zur Verfügung gestellt, als auch an bedürftige Familien, die sich kein Säuglingskörbchen anschaffen können, ausge« liehen. Die Arbeitsabende finden für alle vier Ortsgruppen zusammen statt. Blumenschmuck-Wettbewerb- preisverteiluna. Der Fremdenverkehrsverein Gießen Hot auch in diesem Jahr wieder einen Blumenschmuckwettbewerb durchgeführt, zu dem zahlreiche Frauen ihre geschmückten Fenster, Balkone, Vorgärten usw. angemeldet hatten. Am kommenden Montag findet nun die Preisverteilung statt, nachdem Universitäts- Garteninspektor i. R. Rehnelt den gemeldeten Blumenschmuck einer kritischen Beurteilung unterzogen hatte. Mit besonderer Freude konnte fest- gestellt werden, daß, wie schon in den Jahren bisher, das Ostmarkenoiertel — was den Blumenschmuck anbetrifft — der schönste Stadtteil geworden ist, in dem eine Familie die andere im Hinblick auf den Blumenschmuck übertreffen will. In einem großzügig geschaffenen Blumenschmuck prangte auch die Bleidornkaserne. Roch viele Häuser unserer Stadt zeigten sich während der Sommermonate in bunter Blumenpracht. Aus Anlaß der guten Ergebnisses, das - der Blumenschmuckwettbewerb zeitigte, hat man sich an zuständiger Stelle entschlossen, eine erhöhte Anzahl Preise zu verteilen und außerdem einige Sonderpreise für besondere Bemühungen zu vergeben. Zur Preisverteilung, die rm Stadthaus Gartenstraße stattfindet, wird Beigeordneter Nicolaus eine Ansprache halten. Gießener Wochenmarklpreife ♦ Gießen, 21. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche Gier, Klasse S 13, A 12^, B 12, C 11K, D 10^, Wirsing, kg 5 bis 7, Weißkraut 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Unten kohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat, Vio 10 bis 12, Tomaten, % kg 10 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 60, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, Vi kg 10 bis 25 Rpf., Birnen 10 bis 25, Zwetfchen 10 bis 12, Nüsse 40, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 8, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 3, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 8 bis 10, Pfirsiche, kg 12 bis 15 Rpf. ** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am morgigen Sonntag, 22. Oktober, kann Frau Johanna Peil Wwe., geb. Sand, Frankfurter Straße 129, ihren 75. Geburtstag feiern. (Wir beglückwünschen!) ' *=■ Kohlenbezug. Die Kohlenarbeitsgemein- schalt für den Kreis Gießen macht Kohlenhändler und Verbraucher auf die Abholung. Ausfüllung und Einreichung von Kundenlisten aufmerksam. ** Fleisch- und Fett-Bestellscheine a b g e b e n ! Die Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen macht heute darauf aufmerksam, daß die neuen Fleisch- und Fett-Bestellscheine bis spätestens Dienstag, 24. Oktober, in den Metzgereien abzugeben sind. Strafkammer Gießen. Der W. Sch. in Gießen war beschuldigt, in fünf Fällen mit Personen unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu hüben. Der Angeklagte war geständig. Nach dem Sachverständigengutachten ist er hochgradig schwachsinnig und für sein Tun nicht verantwortlich. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Unterbringung des Angeklagten in eine Heil- oder Pflegeanstalt an geordnet. b-»r 'Vfohoffion Wunschkonzert. Teilen Sie die Anschrift des Soldaten dem Reichssender Frankfurt a. M. mit, schicken Sie gleichzeitig einen Betrag von 2.— oder 3,— RM. an den Reichssender Frankfurt a M. ab und bitten Sie in einem Begleitschreiben, den Gruß bei der nächsten Gelegenheit durch den Rundfunk an den Soldaten zu übermitteln. ______________ Geschäftsfrauen in der Heimaifroni. Die Kriegszeit reiht — das hot schon der Welt* krieg gezeigt — auf vielfache Weife die Frauen in die wirtschaftliche Front ein. In diesem Teil der Heimatfront stehen in besonderem Maße die Frauen derjenigen Handwerker und Geschäftsinhaber, deren Männer zum Heeresdienst eingezogen sind. Diese Frauen wollen nicht, daß der Mann, wenn er aus dem Felde zurückkommt, wieder von vorne anfangen muß, vielmehr bemühen sie sich, den Betrieb fortzuführen unb die Kundschaft zu halten. Das alles ist für eine Frau nicht leicht.. Da ist zum Beispiel die junge Frau eines Gieße- ner Bäckermeisters. Kaum 22 Jahre ist sie alt und ihr Mann ist seit acht Wochen Soldat. Jetzt sind nur noch ein Gehilfe und ein Lehrling im Betrieb. Da blieb für die junge Frau nichts anderes übrig, als selbst mit anzupacken! Tag für Tag steht sie seit Wochen morgens um 4 Uyr in der Backstube und hilft überall mit, wo sie helfen kann. Dazu kam in der jüngsten Zeit, daß an den Betrieb gesteigerte Anforderungen gestellt werden. Zeitweise lagen in den Straßen der nächsten Umgebung u. a. viele Rückwanderer im Quartier unb der Brotverbrauch der Kundschaft war dementsprechend höher; für mehrere Tage hatte die junge Meisterin selbst einige Rückwanderer im Hause, so daß ihr oftmals nur wenige Stunden der Nachtruhe blieben. In den ersten Septembertagen kam hinzu, daß sie den mengenmäßigen Verbrauch an Backzutaten des Jahres 1938 aus den Büchern errechnen mußte, um für die Weiterarbeit den entsprechenden Anteil zu- gewiesen zu erhalten. Da saß sie denn stundenlang über Rechnungen und vertiefte sich in eine Materie, die ihr bis dahin nicht geläufig sein konnte. Nur einige Kenntnisse der Buchführung tarnen ihr dabei zu Hilfe. So war die tapfere junge Frau oftmals als erste am frühen Morgen aus den Federn und verlöschte als letzte zu spater Nachtstunde das Licht ... Auch die junge Frau des Friseurmeisters in der Stadtmitte, die ursprünglich Schneiderin war und sich nicht allzu viel um bas Geschäft ihres Mannes batte kümmern können, muß sich nun mit dem Friseurgeschäft vertraut machen. Nur Hans, der Lehrling, ist noch da, und da bleibt auch ihr nichts anderes übrig, als praktisch mit anzufassen. Glücklicherweise ist der Meister selbst noch in Gießen und findet zwischen Wache und Wache immer wieder einmal Zeit, sich in seinem Geschäft umzusehen und, wenn es gerade nottut, mit anzufassen. Die junge Frau aber muß oftmals mit dem Rasierpinsel und mit der Haarschneidemaschine umgehen; sie schneidet vor, und der Lehrling, der schon recht selbständig arbeiten kann, vollbringt dann das Werk eines kunstvollen Haarschnitts. Von einer anderen jungen Frau eines Friseurmeisters im Südviertel hören mir, daß sie sogar schon mit Sicherheit und Grazie bas Rasiermesser handhabt. Die Hauptsache ist: die Arbett wird fortgesetzt, und wenn der Meister wieder nach Hause kommt, wird er hoffen dürfen, daß er seine alte treue Kundschaft wiedersieht. ♦ Wieder etwas anders liegt die Sache in einem Goldwaren- und Uhrengeschäft im Mittelpunkt des Gießener Geschäftsviertels. Der Geschäftsinhaber ist schon feit Kriegsbeginn als Soldat in Polen und tut gegenwärtig in Warschaus Vorstadt Praga Dienst. Er hat bereits mehrere Karten unb Briefe geschrieben, aus denen die Sorge um das Geschäft spricht. Ihn selbst hat aber noch kein Brief erreichen können. Doch kann er unbesorgt sein! Seine 61jährige Mutter versieht das Geschäft, ein tüchtiger Gehilfe ist da, ferner zwei Lehrlinge, von denen einer aus Saarburg stammt. Dieser Lehrling war im Sommer auf Urlaub bei feiner Schwester in Gießen unb konnte Anfang September nicht mehr in seine Heimat unb an seinen angestammten Arbeitsplatz zurück. Nun bewährt er sich mit gutem Willen unb Geschick in unserer Stadt. Die Mutter des Geschäftsinhabers weilt viele Stunden des Eine Umfrage in Gießen. Tages im Laden, sie muß Bestellungen schreiben, wenn Ersatzteile zu beschaffen sind, und da sie nicht Maschineschreiben kann. Muß jeder Brief mit der Hand geschrieben werden. In den ersten Septembertagen gab es zu allem Ueberfluß noch viele Reparaturen, denn die Soldaten wollten noch mit einer gutgehenden Uhr ins Feld ziehen. Da wurde denn auch manchen Sonntag gearbeitet! Wenn es der Mutter des Geschäftsinhabers auch nicht gegeben sein kann, am Werktisch mitzuarbeiten, so hält sie doch die Hände über alles und führt das Geschäft fort. Eine Schuhmachersgattin in der Nähe von Os- roalbsgarten hat es auch nicht leicht, denn sie ist in erster Linie Hausfrau und Mutter von vier Kindern im Alter von 4 bis 11 Jahren. Ihr Mann ist eingezogen, so daß die Frau nach dem Rechten sehen muß. Ein Gehilfe und ein Lehrling leisten die praktische Arbeit. Aufgabe der Frau ist es, dafür zu sorgen, daß das Leder für die Besohlung der Schuhe da ist und die Kundschaft rechtzeitig bedient wird. Wenn auch viele Kunden alles Verständnis für die Lage des Geschäfts aufbringen, wie sie nun einmal ist, so gibt es doch auch noch einige, die ungeduldig sind und es der Handwerkerfrau schwerer machen, als es notwendig ist. Sonntags läßt sich die Frau von ihrem Manne die Bücher nachsehen und sich für die kommende Woche wieder beraten. So sorgt sie dafür, daß der Geschäftsgang in Fluß bleibt; es geschieht für den Mann unb für die Kinder ... In einem Ausstattungsgeschäft erzählt uns die Gattin des Geschäftsinhabers von ihren Aufgaben, seitdem ihr Mann — schon seit acht Wochen — an der Westfront steht und ihr nun die ganze Last und Verantwortung nicht nur für bas Geschäft und die eigene Sache, sondern auch für das Wohl und Wehe der Angestellten obliegt. Es gibt mehr zu tun als zuvor, denn durch die Bezugscheinpflicht ergibt sich manche zusätzliche Arbeit. Hinzu kommt außerdem, daß sie sich als die derzeitige Geschäftsführerin auch um eine Reihe von gesetzlichen Bestimmungen bekümmern und sie studieren muß, die beim Einkauf wie beim Verkauf berücksichtigt werden müssen. Einer Frau fällt es sicherlich nicht leicht, sich mit Paragraphen, Verordnungen, Bestimmungen usw. auseinanderzusetzen, aber — es muß geschehen. Deshalb muß auch jetzt manche Abendstunde dazu benutzt werden, um sich für die Anforderungen der Gegenwart bereit zu machen. In Zweifels- unb Grenzfällen stehen aber immer die Berufskameraden zur Verfügung, die gerne Auskunft geben, wenn sie darum NSG. Wir erinnern uns alle noch von früher her, daß bei irgendwelchen Sammlungen auf der Straße viele Volksgenossen einen großen Bogen um die Sammler machten. Mancher wurde auch ange- sprachen, der mit einem schroffen „Danke" antwortete. Nachdem der Sinn der nationalsozialistischen Weltanschauung in unserem deutschen Volke allgemein verständlich geworden ist, können wir solche Vorkommnisse nur noch höchst selten verzeichnen. Dabei scheint es uns im Augenblick unwesentlich, ob der Spender seine 20 ober 50 Pfennige gibt. Diel wichtiger ist es, daß er einmal für einige Minuten daran erinnert wird, daß er nicht allein auf dieser Welt und nur zu seinem Nutzen lebt. Das ist auch bet besondere Sinn des Opfersonntags, durch den wir in diesen Kriegszeiten immer wieder an die Verpflichtung der Gemeinschaft gegenüber erinnert werden sollen. Jeder wird angerufen, daß wir uns alle mit der kämpfenden Truppe und all den INenschen, die angegangen werden. Selbstverständlich bedeutet auch hier die Buchführung eine erhebliche Ve. lastung für die Frau, und manche Sonntagsstunde muß der etwas trockenen Materie der Bücher geopfert werden. Aber ebenso wie die Arbeitslast ist auch der Wille gewachsen, mit den gestellten Ausgaben fertig zu werden. Wenn geschäftliche Briefe zu schreiben sind, dann muß sie der Sohn abends auf der Maschine schreiben, der Sohn, der nach Abschluß seiner Schulzeit tagsüber in einem hiesigen Opfert! Durch das Ergebnis der 1. Reichsstraßenfamm- hing hat der Kreis Wetterau am vorigen Sonntag ein überragendes Bekenntnis der sozialen Talge- meinschaft erbracht. Es gilt nun auch weiter den Geist der Stunde zu erkennen und bei dem Opferfonntag am 2 2. Oktober erneut unter Beweis zu stellen, dah die Heimat sich durch den Opfergeist an der äußeren Front nicht beschämen läßt. Unser Opfer muß das Bindeglied der Gemeinschaft zwischen unseren Soldaten und der inneren Front fein. In dieser Gemeinschaft lebst auch du! Beweise es durch erhöhte Spende am Opferfonntag. Der Kreisbeauftragte für den Kreis Wetterau. Jüdustriewsrk arbeitet So hat die Mutter eine Stütze an ihm, und der Gatte und Vater kann um so be- rllhigter vor dem Feinde stchen, als er gewiß sein darf, daß zu Hause im Geschäft alles seinen geordneten Gang geht. So stehen in dieser Zeit viele Frauen in Stadt und Land in der Heimatfront unserer Wirtschaft Es ist allen denen, deren Mann jetzt die Uniform trägt, manche neue Aufgabe erwachsen. Und alle müssen sie mit Geschick und Energie nicht nur die Pflichten einer Geschäftsfrau, sondern auch die der Hausfrau auf sich nehmen, denn ihre Aufgabe als Hausfrau kann ihnen kaum ab genommen werden. Die außerordentliche Zeit fordert außerordentliche Leistungen. Und das haben auch die Frauen in unserer Stadt, draußen in den Landstädten unb auch auf den Dörfern verstanden und handeln dementsprechend. N. zum äußersten Einsatz bereit sind, zu einer Opfergemeinschaft zusammenfinden müssen. Schon manchem ist es oft nur durch diese Opfertage zum Bewußtsein gekommen, daß er in eine Gemeinschaft hineingeboren wurde, die ihn trägt, ihn schützt und ihm die Sicherung seines eigenen Lebens ermöglicht. Der Sinn dieser Gemeinschaftserziehung besteht darin, olle, ob wirtschaftlich gut ober schlechter gestellt, daran zu erinnern, daß sie Pflichten entsprechend ihrer wirtschaftlichen Stellung der Gemeinschaft gegenüber Haven. Opfern ist nicht nur Geben. Opfern verlangt von jedem einzelnen Volksgenossen soviel, als 29/30 - /TsoJknnoiMv- 2Z V Opfersonntag - Gemeinschaftserziehung. Jütte. Von Malier Kruppa. Es gibt wohl in manchem sauerländischen Dorfe einen Vertreter dieses Namens, und es gibt hin und wieder wohl auch einen, der es unserem Jülle an Närrischkeiten gleichtun mag, aber es hat wohl kaum einer seinen Eingang und seinen Ausgang aus der Welt unter so sonderbaren Umständen vollzogen, wie sie dem Jülle aus dem Lennetal das Schicksal geschehen ließ. Er war in dem kleinsten Hause eines Wiesenweilers geboren, darin außer der Stube und dem Herdraum nur noch eine winzige Kammer den Menschen diente, während das tiefe, verwitterte Dach zugleich Schwein, Ziege und Federvieh in seinen Schutz nehmen mußte. Mit den ersten Schneeglöckchen war er zur Welt gekommen, als die Lenne schon breit über die Wiesen hinging und seit Tagen den kleinen Hügel umspülte, aus dem die drei Häuser des Weilers beieinander standen. Eines Tages, Jülle mochte drei oder vier Wochen alt sein und lag in seinem eichenen Wiegenkasten allein im Hause, weil der Vater ins Lüoenfcheid- sche hinüber feinem Verdienste nachgegangen war und auch die Mutter einen kurzen Gang zur Höhe hinauf tun mußte — zuvor aber hatte sie die Nachbarn gebeten, ein wachsames Auge auf das Haus zu haben und des kleinen Kindes wegen auch einmal hineinzuschauen —, da geschah es nun, daß die Lenne wie ein Tier, das lange schon auf dcr Lauer lag und nun das Haus unbewacht wußte, ihren quirlenden Wasserspiegel höher hinaufschob und an der Türe patschend und plätschernd sich wand, bis es ihr gelang, sie aufzustohen. Jülle schrie gerade mit aller Kraft, aber ohne einen anderen Grund als den, allein so das Dasein äußern zu können, und nur die Katze wandte sich blitzschnell vom Schrank her dem vermeintlich Ein- tretenden zu und blickte bann mit äußerster Anstrengung auf bas verhaßte Element, das sich nun in der Stube behäbig breit machte. Gerade stieß auf einem Floß aus Brettern unb Balken ber Nachbar von feinem höher gelegenen Hanse ab, um Jülle zu bergen, da nahm die Flut das Wiegenschiff auf den Buckel, drehte es einmal in der Stube herum und führte es zur Türe hinaus. Mit einem langen Satz war die Katze vom Schrank herab m Julies schwimmende Behausung gesprungen und saß nun am Fußende, maßlos erschrocken vor dem entsetzten Schrei des Flößers, dem die Wiege schnell davonschwamm. Jülle war indessen unter dem leisen Wiegen in Schlaf gefallen, und noch schlafend wurde er später aus dem Wasser gefischt; die Lenne hatte ihn nach langer Fahrt vor ihrer großen Schleife am Fuße des Biesenbergs sanft abgesetzt. Jülle ging aber später nicht zur See, wie es ihm oft prophezeit wurde, sondern zog in ein Dors nahe bei Werdohl. Unb als man ihn nach einem langen, luftigen Leben zur letzten Fahrt aufbahrte, zeigte es sich, baß er durch seine Späße, seine Hilfsbereitschaft unb burch seine liebenswerte Einfalt viel Zuneigung gewonnen hatte. Doch wie alles, was er im Leben begann, auf absonberliche Weise gelenkt zu sein schien, so sollte auch sein Heimgang des Absonderlichen nicht entbehren. Als sie ihn in der Frühe zu Grabe trugen, voran mit den Meßbuben der Herr Pfarrer, der sich von Zeit zu Zeit die Schweißperlen von der Stirne tapste unb darüber nachsann, wie er das Wort vom „kleinen Franziskus", das er soeben vernommen, in seine Rede einflechten könne, da stand noch ungekühlt unb ungelüftet die Glut bes vergangenen Tages über bem Lennetal. Unb gerabe wie sie vor dem Gasthaus auf ben Kirchweg abbiegen wollten, brach bas Gewitter los. Während ber Pfarrer noch unschlüssig stand, liefen die Träger mit dem Sarge schon auf die Deelentür des Gasthauses zu, und sogleich strömte bas Trauergefolge in die Gaststube, daß es ein Gedränge gab wie beim Schützenfest. Anfangs blickten alle auf den strömenden Regen, ber in Bächen vom Hause rann, bann aber kamen einigen Bedenken, daß man dem Wirt doch nicht die “Stube vertrampeln könne, ohne ihn durch ein Verzehr zu entschädigen. Schon waren die Gläser vollgeschenkt und ebenso schnell wieder geleert, dann stand man ein wenig unschlüssig und blickte hinaus, wo unvermindert der Regen fiel, bevor man zum zweiten Glase überging. Jülle, der seine kleine, rund- liche Frau um ein Jahrzehnt überlebt hatte, hinterließ keine Erben und keine Trauernden, der seines Blutes war. So brauchte man denn auf keinen Leidtragenden Rücksicht zu nehmen, und es wurde allmählich laut in der Gaststube. Noch gingen die Gespräche um Jülle, der sich allezeit eine fröhliche Frömmigkeit bewahrt hatte. Die Mutzpfeifen qualmten, und einer erzählte, wie Jülle eines Tages unter dem Uebergewicht des Alkohols in Seelennot geraten war und ben Lehrer mit der bangen Frage bedrängte, ob er wohl hoffen dürfe, dereinst in bas Himmelreich zu gelangen, worauf ihm die Antwort wurde, daß daran wohl nicht zu zweifeln wäre: den Spaß wurde sich der liebe Gott wohl kaum entgehen lassen. Inzwischen war auch ber Käfter, mit Schirm und Wasserstiefeln bewehrt, zum Gasthaus heruntergekommen, da der Leichenzug noch immer ausblieb, unb er wollte wissen, wann nun mit dem Läuten begonnen werden sollte. Und da er sich den Schmausenden sogleich und willig zugesellte, so unterblieb auch das Mittagläuten. Da verließ denn der Pfarrer, der längst schon die Nutzlosigkeit seiner Ermahnungen eingesehen hatte, mit dem ausgeliehenen Regenschutz des Küsters bas Wirtshaus. Unterdessen lag Jülle stumm und still in feinem Sarge zwischen den Tieren. Die Kühe blickten verständnislos auf den schwarzen Kasten, die Hühner liefen unter den hölzernen Böcken einher, und eine Ziege schnupperte an dem schwarz gestrichenen Holz und ging bann dazu über, das grüne Laub der Kränze, die obenauf lagen, anzuknappern. Als gegen die sechste Stunde endlich der Regen nachließ, war keiner mehr so klar im Kopf, daß er sich der Ursache seines Aufenthalts im Wirtshause zu erinnern vermochte. Und so kam es, daß ber „kleine Franziskus" vergessen ward und, statt in geweihter Erde zu ruhn, zwischen den Tieren des Wirtsbauern die Nacht überstehen mußte. Am nächsten Morgen aber waren alle frühzeitig wieder zur Stelle, und als Jülle in der Erde feine Ruhe gefunden hatte und auch die donnernde Strafpredigt des Pfarrers überstanden mar, ging rings um die Kirche die Meinung um, daß Jülle eine Beerdigung gehabt habe, wie sie schöner kaum zu denken gewesen märe. Bücheriisch. — E. G. Kolbenheyer, Gesammelte Werke in acht Bänden. Band III: Meister Joachim Pausewang. Roman. / Amor Dei. Roman. — Band IV: Montsalvasch. Roman / Das Lächeln der Penaten. Ein Wiener Musikerroman. Subskriptionspreis pro Band bis auf weiteres 8,50 RM., nach Schluß der Subskrivtion je 10,— RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller. — 221) — Unter den Dichtern eines Volkes sind immer wieder einige, deren Schaffen zu einem Lebenselement der Nation geworden ist. Das geheime Zeichen, in dem sich unverkennbar ihr Rang und Wesen ausspricht, ist zu allen Zeiten die lückenlose Einheit des gesamten Werkes gewesen. Wenn auf irgendeinen unter den heute Lebenden, so trifft dies in vollem Umfange zu auf den Dichter und Denker E. G. Kolbenheyer. Wie zahlreich und verschiedenartig feine Werke auch immer sind, niemand kann übersehen, daß sie eines Geistes finb und, einem gemeinsamen Kern entwachsen, sich zu einem organischen Ganzen zusam- menschließen. Wer diese Gesamtausgabe zur Hand nimmt, gewahrt die kühne Architektur der historischen Romane, die den entscheidenden Entwicklungsepochen unseres Volkes im Ringen seiner großen Geister dichterischen Ausdruck verleihen, voller Ueberraschung Lieferant aurh 3hrct Krankenkasse g Loqelschutz im Herbst. Unsere Zugvögel sind in wärmere Lande ver- Jtxfport Bee Optiker arnffahnhofl Katsherren-Sihung in Schotten. Vor spannenden Fußball-Rundenspielen (Nachdruck verboten.) Fortsetzung. durchs xsenen vouigieren unu jwimtii w Frauen machen. Man hat sich zu viel ducken müssen in der Jugend, M viel Freitische gehabt und zuj und Land — Hand in Hand. 12.10: Schloßkonzert Hannover. Das Niedersachsen-Orchester. 12.30 bis !r Mj. )cr innnu alte Genist entfernen, weil dieses stark mit Milben und Flöhen (Blutsauger) durchsetzt ist, die unsere Schützlinge aussaugen. Die Vögel werden dadurch sehr geschwächt und sind dann nicht mehr so widerstandsfähig. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß tiefer Schnee die Vögel ihrer natürlichen Nahrung beraubt. Kerbtierfresfende Kleinvögel können abev höchstens einen Tag ohne Nahrung bleiben. Wiq sind dann gezwungen, sie zu füttern. Die Dorberei« hingen dazu müssen schon jetzt getroffen werden reine 6^ 1 um |o h. m in StÖ die Uniftni l n. Und tüi icht nur it iud) die du Aufgabe oh nen werb kerordeM-j trauen n iftäbkn mö unbeln bei» N. "•„Mil Heden, u öl-hem w zu einet müssen. -je Dpferto« eine Gem^ st, ihn M , Leben« tv iftserziehiq oder IN sie PslD iung der & n oerlangl Ä S«9slli» *"! Ni - imbi,S «ieftsliMöerkremöe Roman oon Walter topfet !i|>yrlg!)t by Carl Duntfer Verlag - Berlin w 62 bis 17.40: Nachrichten in französischer Sprache. 18: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Stunde des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 19.10: Konzert. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. gewih sei, 1 seinen z» nen, 5b* t den titlP1! irdjeinil* i en, uni) nTt-1 furcht^' int>*£ ireit-MV an, M* »eit i»1.” »’t um a« «n it-r« mfänjt K !f-ä oman '' ®erf« Haar" plaudert Riele. Severin nickt nachdenklich. Wie leicht sich solche Burschen das Leben machen! Sport, Vergnügen, Flirt; vielleicht auch ein bißchen Arbeit, wenn sie gerade Spaß macht. „Leicht" — das ist der richtige Ausdruck. Leichtigkeit ist das, was ihm so sehr fehlt. Was nützen Boxerschultern, was nützen teure Anzüge und Wildlederschuhe, wenn einem dieses Gelockerte abgeht, diese selbstverständliche Sicherheit mit der jene Unbeschwerten, jene Flotten spielerisch durchs Leben voltigieren und jedes Rennen bei Marathon-Meister des Protektorats Böhmen und Mähren wurde in Zlin der Prager Takac, der die 40 Kilometer lange Strecke in 2:38:00 Stunden durchlief. Leichtathletik-Vereins- meister des Protektorats wurde Slavia Prag vor Brünn und Sparta Prag. Eine Olympia-Lotterie wird vom Tschechischen Olympia-Komitee veranstaltet. Das Protektorat will eine 100 Köpfe starke Olympia-Mann- schäft aufstellen. -eser vom Sinn der Gemeinschaft begriffen hat tri er für diese unter persönlicher Einschränkung zu geben bereit ist. H sm morgigen Sonntag, dem ersten Opfersonntag ^Kriegswinterhilfswerk, wird jeder Volksgenosse ^Gau Hessen-Nassu dasjenige Opfer geben, das eignen läßt, daß er sich über die Größe und die Lautung des Kampfes, den unser Volk heute führt Klaren ist. Frage keiner, was andere geben, som iL prüfe jeder, ob er seine Pflicht noch bestem Kriien erfüllt har! Aus der engeren Heimat. verzeichnen und konnten sich am Sonntag durch einen zweistelligen Sieg gut in die Rund e nspi ^le einführen. Die Grünweißen, die die gefährliche Klippe in Große n^Buseck glücklich umschifft haben, werden auf einen Gegner stoßen, der ihnen alles abverlangen wird. Die Aufstellung der Els hat sich nicht geändert, es spielen: Heeg: Lukaschewski, W. Schlitz-, Kraft, Leutheuser, Euler; Fröhlich, L. Schlitz, Köppers, Godglück, Berghöfer. Londorf — 1900. Die Blau-Weißen müssen zum nächsten Runden- fpiet nach Londorf. Gemessen an den seitherigen Leistungen könnte 1900 ein Plus einräumen. Der vergangene Sonntag bewies aber, daß der spiele- rische Unterschied nicht immer für den Sieg maßgebend ist. Und da die Londorfer diesmal auf heimischem Gelände erstmals vor eiaenem Anhang antreten, wird ihre Leistung noch ansprechender fdn als zuvor. Für die Blau-Weißen mithin ein Hin- weis, daß nur durch entsprechenden Einsatz ein Erfolg möglich ist. Dies umsomehr, da durch die Verletzung Heusers weiterer Ersah eingestellt werden muß. Die diesmalige Elf lautet Dinges; Schneider, Goß; Volkert, Jäger, Güncher; Bonarius. Kraft II., Theis, Koch, Kraft H. nur. „Am meisten quält mich, daß man als praktischer Arzt in der Großstadt ein viel kleineres Gebiet zu beackern hat, als auf dem Land. Mit jedem Pftffer- ling rennen sie hier zum Spezialisten. Mein schöner Operationssaal! In München werde ich wohl nicht viel zum Operieren kommen, und das gibt mir doch erst die rechte Befriedigung. Du kannst dich da wahrscheinlich nicht so hineindenken, aber es ist niederdrückend, wenn ein Kranker mitten in der Behandlung zu einem anderen Arzt läuft. Das ist wie ein Mißtrauensvotum und nimmt alle Freude." „Du siehst zu viel Nachteile, Franz. Und die freien Sonntage? Die Annehmlichkeiten der Groß- stadt? Keine Panne mehr mitten hn Regen? Ist das gar nichts?" „Du hast recht, Riele. Ich erwähne es ja nur. Ach, Riele, das ist alles so anders hier, so unuber- sichtlich und neu", seufzt er. Sie streichelt feine Finger. (Fortsetzung folgt.) wenig Kinderstube: das hängt einem jetzt nach. Wirst du auch sicher das Stipendium bekommen? Äst die Budenmiete schon beisammen? Mit solchen Problemen brauchen sich solche Jungen nicht ab- zuraufen. Es sind zwar schon eine Menge Veränderungen Mit ihm vorgegangen seit Eschelbrunn, aber dieses unbekümmert Draufgängerische wird er vermutlich nie lernen können. „Was'n los, Franzl? Du hast ja Falten auf der Stirn wie ein gescholtener Dackel. Wie war's denn mit Lepstus?" „Heber Lepstus wollte ich eben mit dir reden. Er verlangt siebentausend Mark. Ein wenig viel, meinst du nicht?" „Kann ich nicht finden. Da ist mein Tischchen. Die Wohnung wäre ganz mein Fall, anständige Lage, große Zimmer. Die Möbel würden wir m dem Geschäft am Odeonvlatz kaufen. Lepstus hat gute Patienten, das mußt du auch bedenken." „Das stimmt; allerdings sind welche drunter, mit denen man aus der Haut fahren möchte. Launen, Ansprüche — du kannst dir das nicht vorstellen, da sind so ein paar alte Ziegen, die behandeln den armen Hof rat wie eine Null. Ich würde mir das nicht bieten lassen." „Gott, es gibt überall etwas. Wenn sie nur zahlen, das ist die Hauptsache." „Manche lassen sich auch recht schöne Zeit, genau wie in Eschelbrunn. Ich muß dir das doch alles zergliedern, oder langweilt es dich?" „Gar nicht, Franz, ganz im Gegenteil. Erzähle hin!" schimpft Schkintz und meint die früheren Stadtväter. . , Das Moor hätten sie damit trockenlegen können oder die Wasserleitung einrichten; aber nein, das Geld muß vertan werden. Solche Blödel , kommen- fiert ein zweiter. 12. Kapitel. Sagen wir rund siebentausend Mark. Ich glaube nicht daß siebentausend Mark zuviel sind, Herr Kollege Dafür überlasse ich ihnen die Wohnung, Sprech- und Wartezimmer-Einrichtung alles ganz modern, wie Sie sehen, und meine Praxis, was ich nicht zu vergessen bitte. Es falltMir schwer genug, aber ich hin em alter Mann. Ich will es mir überlegen, Herr Hofrat. Ich danke Ihnen und bin jetzt ziemlich im Brwe . erwidert Severin und tritt aus dem Ordination sztm- mer auf den Korridor. Er drückt sich seit «Ttigen Tagen in der Sprechstunde von Lepstus herum, um^den Betrieb kennenzulernen, denn er mochte nicht die Katze im Sacke kaufen. „Schön. Wo haben Sie denn Ihren Heber- Wartezimmer, die Gangtoilette hing so voll. BoS fc. Nicht ba? Sollt, ,hn bas Vrtefcf*« MÄch-n weiß oon nidjts. Verschwunden", sagt Severin erstaunt "Mal nachsehen", kommt ihm Lepstus zuhilfeund räblt die letzten Patienten auf. '.Oberamtsrichter dnnke.^Lepsiu- hii^-m und «M Leute zu emem, jraenbeinen Namen an. Der behobln "lü> geb rg Heberzieher Fall rft gar nM ° ^„f ein/Ausnahme. Das klauen, das ist Eor j nemffid). Was machen Vorkommnis ist mir sehr peinig. mir benn da?" au^ Herr Hofrat. Zum „Regen Sie stcki “) ’ neu Aber ich würde Mück war der ^ür Garderobe wird nicht " Die Sache' M't der Praxis werde ich Äd, L K°?fg°hen taff«. Guten Tag. Herr Hofvat!" ,,>d) verstch' zwar nicht, wo du hmauswillst, fir unke, aber an das Bild kann ich mich gut ptiern", sagt ein anderer. „Ich habe damals die prmer im Neubau getüncht. Es ist so altes foks BiD tn Goldrahmen und em Weibsbild 11 rauf, mit ’ner Blume tn der Hand. Was ist « mit dem?" »Nächtet ihr wissen, nicht?" Parsunke zwinkert folagen und voll Triumph. „Das ViD hat euer P$Dr letzthin um fünfzehnhundert Märker an me- p Münchener Architekten verkooft, an diesen Lern- F»r. Ick war selber dabei." »fünfzehnhundert Mark? Donnerwetter!" l»'i s noch gar nifcht. Det dicke Ende kommt erst, ptrrt eure Ohren auf. Det Bild is von nem be- FHen alten Künstler, det hat euer Doktor ooch jh gewußt, sonst hätte er's nid) fo ^rplempea h weiß mir ick und Leinfelder. Kapiert? Det [Ü is vielleicht das Hundertfache wert, wenn v-e Mi«e daherkommt. Begreift ihr jetzt, M bl0,° l «d. Habt ein solches W-ttftück und vertzhen ts fr uem Doktor, und der is ooch mch heuer uno Flgenffs nach München! Ihr seid mrr noch kt>e, ihr Eschelbrunner! Noch eenen Dachdecker, F Gaschos." he Manner sitzen stumm uni) betreten da und kein und multiplizieren tm sollen. Parsun fe den Schnaps hinunter und fetzt beiläufig hin | ,'Wer's nid) gloobt, kann sich ja ^kundigen- m den Schwestern oder sonstwo. Wat 'ckfage, Ff stimmen. Werdet's bald genug m der Zeimng h; denn sowat bleibt nid) geheim. Wenn euch h-nh fragt, sagt ihr, es war ein Lukas Cranach beruft euch auf Par funke, der von Bildern bißchen wat versteht. Und wenn chr s mch |o>en wollt, laßt ihr's bleiben; detwegen bin ta p gesund." Ip’wen, diesen engstirnigen Stösseln, hat er es t's s-gob-n. Jetzt hocken sie da und z rdenken k das Hirn und lassen die LossÄ ^an0®!La" ,,, F du keine Arbeit seit oier Jahren, mch« Zü Wim wie Erhbirn und Wassersuppen, krrp>eren F idu langsam — und die machen das Gew )o Wunschkonzert der Wehrmacht. 20: f a,x lC^^en'• l^^^^rtragung vom Deutschland- sonder. 22 bis 22.15: Nachrichten Montag. 23. Oktober. ®QnbDoIt, merk' auf! 6.10: Morgengym- -«x’-30: Frühkonzert. Großes Orchester. 7 bis 7-15: Nachrichten. 8.05: Gymnastik. Anschließend: strogrammansage. 8.20: Kleine Ratschläge für den x Blasmusik. Der Gaumusikzug Sachsen Schulfunk. Don allerlei Tieren IFabeln). 10: Frohe Weifen. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11: Kammermusik. 12: Stadt Severin steigt die Treppe hinab und denkt: in Eschelbrunn wäre solch ein Diebstahl ganz ausgeschlossen. Dre'i Wochen hätte der Mantel dort herum- hängen können. Wenn ich mich beeile, treffe ich Riele noch im Carlton. Die Brienner Straße ist voll Leben und Betrieb. In der Arcisstraße reißen sie Häuser ab, um Platz zu schaffen für neue Staatsgebäude. Die Arbeiter, die Maurer sind mit Lust bei ihrem Handwerk und haben nicht mehr die verbissenen Mienen der letzten Jahre. Eilige Menschen streben unbekannten Zielen zu. Da ist auch schon das Earlton-Kasino. Der Portter, in seinem prunkvollen Mantel wie ein exotischer General anzusehen, bringt die gläserne Drehtür in Schwuna. Pagen in hechtgrauen Uniformen stehen vornehm und beflissen herum. Innen bewegen sich gutangezogene Menschen in dem ihnen zukommenden Rahmen. Zarte Musik, dicke Teppiche und ein sandblattbraunes spiegelndes Oval, die Tanzfläche. Severin entdeckt Riete in einem fremden, eleganten Arm. Ihr Tänzer, ein hochgewachsener, gut aussehender Mensch, sagt irgend etwas Nettes in ihr rückwärts geboaenes Gesicht. Wenn er lächelt, ist es, als habe er doppelt soviel Zähne als jeder andere Sterbliche. Und er lächelt viel und verschwenderisch. Dieser Anblick beunruhigt Severin auf eine kindliche und geradezu fchmerzhafte Weise; er ärgert sich über sich selbst. Der Tanz — Severin hält ihn für einen Foxtrott — ist aus, und die Paare erzwingen durch Händeklatschen eine Dreingabe. Riele ist eine Tanzratte, und Severin fallen seine Versäumnisse ein. Bereits zweimal hat er den Tanzkursus geschwänzt, den ihm Riele wegen der modernen Sachen auf die Seele gebunden hat. „Tag, Riele! Hnterhäktst du dich gut?" „Famos, Franz." Ihr Tänzer verabschiedet sich mit zwei form- vollendeten Verbeugungen, einer tiefen vor Riele und einer weltmännischen knappen vor Severin. „Anmutiger Junge, nicht? Sagt, er sei Balte. Die meisten Balten hätten so komisch blondes ! »Schotten, 18. Okt. In einer Sitzung der »ctsh erren nahm der Gemeinderat den Vor- L n d) I a fl für d"s Städtische Wasserwerk, der mit 'M 17 500,— RM. in Einnahme und Ausgabe ab» schift, an. — Die Stadt ist dem Gemeinde- m , su- dfunk E. V. beigetreten, der die Aufgabe hat, weUctfl1' | in llen Gemeinden Uebertragimgsanlagen für Ge- :.schaftsempfänge zu schaffen, Wartung, Pflege > Beratung der Anlagen zu übernehmen. Die hie- Ortsgruppe der NSDAP, hat bereits feit iem unter Mithilfe der Stadt eine RundfunkVfB.-Reichsbahn — Leihgestern Londorf — 1900 Gießen Steinbach — W.-Steinberg Großen-Qinden — Grohen-Buseck Lollar — Krofdorf. Nachdem nun Krofdorf endgüttig an den Spielen teilnimmt, hat sich die Zahl der Mannschaften auf zehn erhöht. Die Spielplätze werden zwar durch das Regenwetter in schlechter Verfassung ftin, doch hofft man, daß alle Spiele zum Austtag gelangen. Ein Großkampf steigt in Steinbach. Die Gastgeber haben bewiesen, daß sie ein ernst zu nehmender Gegner geworden sind. Die Teutonen werden auf einen harten Kamps gefaßt fein müssen. — Gro- Hen-Buseck sollte in der Lage sein, selbst in Großen- Linden einen knappen Sieg zu erringen. Krofdorf nimmt erstmals an den Spielen teil. Es ist un- wahrscheinlich, daß sich die Mannschaft gegen die routinierten Lollarer durchsetzen wird. VfB.-Reichsbahn I — Spvg. 1926 Leihgestern I. Aus dem Waldsportplatz dürfte ein anregendes Spiel zu erwarten sein. Der Gegner der Grün- weißen ist Leihgestern, eine Mannschaft, die schon in den Spielen um die Meisterschaft von sich reden machte. Die Gäste haben fast keinen Ausfall zu Otto Giffling t- 31 mal in der Nationalmannschaft. Wir haben einen unserer erfolgreichsten Fußball. Nationalspieler verloren: Otto Sisfling starb am Freitabvormittag in Mannheim an einer Rippenfellentzündung im Alter von 27 Jahren. Otto Sisfling, der dem SV. Waldhof angehörte, stand 31 mal in der deutschen Fußball-National- mannschast und spielte gegen 18 Nationen als halb- und Mittelstürmer. Er wurde zum ersten Male in der deutschen Fußballelf am 27. Mai 1934 auf gestellt, als gegen Belgien um die Weltmeisterschaft aespielt wurde. Zahlreiche Kämpfe wurden durch seine Schußkraft entschieden. So spielte er mit bestem Erfolg gegen 18 Nationen, von 1936 bis 1938. Noch allen Fußballfreunden wird in Erinnerung sein, wie er im Herbst 1936 in Berlin aegen den Weltmeister Italien beide deutschen Tref- fer schoß und damit das 2:2-Hnentschieden rettete. Zum letztenmal stand Otto ©ifffing im April 1938 als Sburmführer in unserer Elf, als Deutschland in Frankfurt gegen Portugal 1:1 spielte. Auch hier war Siffling der deutsche Torsd)ütze. Der Name Otto Siffling wird in der deutschen Fußballgeschichte stets mit dem großen Aufftieg der deutschen Fußballmannschaft in den Jahren 1936 bis 1938 verbunden bleiben. Sandball-Lokalkampf. 1900 1. 3gb. — VfV. R. I. Am Sonntag greift die 1. Jugend, die 1900 bei den Spielen um den „Lahnpokal" vertritt, wieder in die Ereignisse ein. Gegner ist die erste Mannschaft des DfB.-R. Obwohl diese Elf erst am letzten Sonntag eine schwere Niederlage einstecken mußte, darf sie nicht unterschätzt werden. Sie ist Man reinigt und füllt die Futtergeräte. Für die Singvögel sammelt man Beeren und Sonnen- blumenrerne, um sie im Winter getrocknet aus- streuen zu können. Wieviel Freude können mir mit einer Winterfütterung, mit ein paar Nistkästen uns und unseren Kindern machen, und mit ganz geringen Mitteln! Hnd wie nützlich sind derartige Maßnahmen für jeden Landwirt, wenn sie sachgemäß durchgeführt, wenn erprobte Geräte verwendet werden. Wirtschaft. * Gemeinschaft d e r Freunde W ü st en- rot. Der Bruttogeldeingang des ersten Krieas- monats betrug 2,378 Millionen RM. gegenüber 2,446 Millionen RM. im August, hielt sich also auf fast gleicher Höhe. Im August 1939 konnten rund 3,8 Millionen RM. auf 340, im September rund 3,4 Millionen RM. auf 305 Eibenheimverträge zugeteilt werden, womit die diesjährigen Gesamtzuteilungen rund 35,6 Millionen RM. (i. V. 16,7 Millionen RM.) für 3306 (1530) Verträge erreichen. Die Gesamtzuteilungen der GdF. haben Ende September 1939 damit 313 Millionen RM. für 24 709 Verträge erreicht. Neue Einträge wur- oen im September 1939 104 Verträge mit 1,357 Millionen RM. Antragssumme, womit die diesjährige Jahreszahl 3030 Verträge über 41,46 Millionen RM. erreicht, gestellt. nhein-Mamische Börse. Wettere Befestigungen. Frankfurt a. M., 20. Oktober. Die Börse mar am Aktienmarkt meiter leicht befestigt, da kleine Käufe überwogen. Die Hmsatztätigkeit zeigte jedoch keine Ausdehnung. Im Durchschnitt ergaben sich Befestigungen von 0,50 bis 1 v. H. Mehr erhöht waren am Elektro markt AEG. auf 115,50 (114,25), Bekula auf 151,50 (149,75) und von Neben wert en Lechwerke Augburg mit 97 (94,75). Am Montanmarkt stiegen Buderus auf 92,90 (91,50) und Deutsche Erdöl auf 130,50 (129), Hoesch gewannen 1 v. H. auf 106,50, während Mannesmann und Verein. Stahl je 0,13 v. H. abbröckelten auf 99,50 bzw. 90,50. IG.-Farben zogen 0,65 v. H. an auf 158,13, ferner kamen AG. für Verkehr mit 103 (102), Moenus Maschinen mit 111 (110), Rheinmetall mit 111,75 (111), Siemens mit 199,75 (200) und Süddeutsche Zucker mit um). 216 zur Notiz. In festverzinslichen Werten hielt stärkere Nachfrage nach Pfandbriefen an, auch Reichsschatzanweisungen sowie auslösbare Rentenpavicre Wieben gefragt. Reichsaltbesitz 134,65 (134,50), Dekosama I 138,75 (138,50). Mangels entsprechen- den Angebots war das Geschäft auch hier nicht sonderlich lebhaft. Ligui-Pfandbriefe waren weiter leicht erhöht, oesgleichen einzelne Stadtanleihen bis 0,50 v. H., schwächer nach Pause aber 4,50 v. H. Baben mit 94 (95,50). Industrie-Obligationen notierten etwas uneinheitlich. in allen Teilen gut besetzt, die 1900er werden alles daran setzen, dieses Spiel zu gewinnen. Mit ihrem schußstarken Sturm und der ausgezeichneten Läuferreihe, der aber auch die Hintermannschaft nichts nachsteht, dürfte ihnen dies, wenn auch nach Kampf, gelingen. Die 1. Jugend von 1900 tritt wie folgt an: Theis (Flieger, Gef.); Schuld (<3ef. 1), Bischoff (Fhl. 4); Döll (Fhl. 1), Korell (Fhl. 4), Michel (Fhl. 4); Freitag (Fhl. 23), Reitz (Gef. 22), Engel (Gef. 25), öaunsbad) (MHI.), Deibel (Fhl. 19). Kurze Sportnotizeu Belgrads Fußballelf zum Spiel gegen die deutsche Nationalelf erhielt folgendes Aussehen: Lowirc: Belesic, Dubak; Manola, Dragicenk, Lechner; Glisovic, Vujadinovic, Bosovic, Matofic ober Petrovic, Perlic. Weltmeister Derksen (Holland) soll bei den Eröffnungs-Radrennen in der Berliner Deutschlandhalle am 12. November einen Fliegerkampf gegen den deutschen Meister P u r a n n (Berlin) und die Italiener Astolfi und Dergomi bestreiten. tm kommenden Jahr in unseren Gärten nisten, dann müssen wir jetzt schon Nistgeräte besorgen und auf- hängen, daß sie darin im Winter Zuflucht nehmen können und fid; daran gewöhnen. Aus Nisthöhlen, die im Sommer bewohnt waren, müssen wir das 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das - - Stündchen nach Tisch. 15: Nachmittagskonzert. Aus- strichen. Nur die winterharten Doge beleben noch führende: Das große Orchester des Reichssenders , unsere Fluren, so die nützlichen Meisen. Sollen sie Frankfurt. 17: Nachrichten. 17.10: Kanzert. 17.30 '----------............. .... Kge geschaffen. — Mit dem Gemeinderat wurde m Reihe sonstiger, besonders mit dem Krieg in ßi imbung stehender steuerlicher Fragen besprochen. ,$[( Bürger st euer für 1940 wird in der seit- Höhe von 500 v. H. erhoben. Landkreis Gießen. < Leihgestern, 21. Okt. Seinen 71. G e - bu:t5tag kann morgen, Sonntag, 22. Oktober, der Altbürgermeister Johannes Heß in bester Stindheit begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch. Kreis Bübingen. sScho tten , 20. Okt. Zur Zeit findet hier ein Mr Roten Kreuz durchgeführter Ausbildungs- uifus für Rote-Kreuz-Helferinnen taü an dem sich zirka 30 weibliche Personen betei- ßi:, die in allen Zweigen der Kranken, und Ver- jiibetenpflege theoretisch und praktisch unterrichtet Men. Den ärztlichen Hnterricht gibt der Assistenz- ai;i oom hiesigen Krankenhaus Dr. W e i s s i g. — Bie diesjährige Ob st ernte war auch in hiesiger ix»nd reichlich; zur Zeit werden noch alle Sorten !sel und Birnen, besonders auch Kelteräpfel, am liinhof zum Versand verladen. Rundfunkprogramm Sonntag, 22. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Wir singen den Sonn- u ein! Ausführung: Frankfurter Motettenchor, if: Kleines Konzert (Industrie-Schallplatten). 9: böiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besin- ttri am Feiertag. 9.50: Deutsche Meister. Johann-Brahms und Franz Schubert. 11: Freiherr oom Ln. Hörfolge von Ernst Nebhut. 12: Mittags- hiert. Das Große Orchester des Reichssenders fein bürg. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 12.40 bis 12.9: Nachrichten in französischer Sprache. 14: Uns Mit der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. Mustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15: BÜi unsere Kinder: „Der Froschkönig". Ein Mar- Mpiel nach Grimm von Irmtraud Hugin. 15.30: KoEstum und Heimat: „Frauen treten an." Manu- pi;t: Fritz Glahn. 16: Soldaten — Kameraden. Die hnc Stunde unserer Wehrmacht mit den schönsten £t'?rn und Märschen aller Truppenteile. 17: Nach- t&l s jÄl •Ä t ft t! \ n, ? \# 9 so Jahre alt. - Grünberg, 20. Okt. Rechnungsrat i. R. latarig Schmidt konnte am heutigen Freitag, U Oktober, in körperlicher und geistiger Frische hj> Feier seines 9 0. Geburtstages begehen. IWgermeister König überbrachte die Glückwün- aßensff^ i L( des Gauleiters Reichsstatthalter Svrenger n SoQQk. uni des Landrates Dr. Lotz. Herr Schmidt ist Ten tJ'JEi älteste männliche Einwohner Grünbergs, die Me Frau ist die am 22. September 91 Jahre Jet tt, gewordene Frau Katharine Görnert. Sie ist . Witwe des vor drei Jahren verstorbenen Alt- m anen Johannes Görnert, der ein Alter von W fahren erreichte. Maria Bernd Marcel Baumsiieger Verlobte 21. Oktober 1939 04703 Verlobte 04699 Statt Karlen Ihre Vermählung geben bekannt Gießen Stephanftr. 36 Armgard Schön Or. Hugo Gaßmann Flugmeteorologe, Regierungsrat a. Kr. Gießen ~ , Gießen LIebigstraße 33 Otfober 1939 Am Kugelberg 35 Gießen z. Z. Hammelburg Studienassessor Ernst Hilmar Frommann Magdalene Frommann, geb. Sandmann Gießen, im Oktober 1939 Schiffenberg er Weg 9 04682 •Wäscht und reinigt wie Seife • (Qc.Gaubßtz'' hfl-- Sauerstoffhaltig • Macht Ihr Gesicht- jugenffti/cß ^ißliitencein Streudose RM Q90 - Nachfüllbeutel RM0.45 *■■■■■■ Frei erhältlich! Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. Ll Boot-Kommandant Prien und Familie • W 3« Die gesondheitlicheVetreuungderArbeitsmaida n ide Nervöse Herzbeschwerden gebessert! dann nicht mehr 5399 A lte em ab Lager oder Werk Eugen Dürr & (So., Gießen W Die Bank gibt Deinem gesunden Unternehmen Kredit Bank Die Bank X Die h Die Bank o Die Bank ’.iet ’eiicet Öl' Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Mehr Freude an der Natur durch Vermühler-Bücher! • m jit rte hei fcr ilii sich IteGGe Marktstr. 22 En zuverlässiger Wedcer läßt ruhig einschlafen und pünktlich h f I , ir eil ssiii NSG. Ueberall auf dem Lande helfen schon unsere neueingestellten Arbeitsmaiden, denn die Kartoffel- und Rübenernte ist in vollem Gang. Die Fröhlichkeit der Mädel hilft über das Ungewohnte der Arbeit hinweg. Das Bewegen in der frischen Landluft ist gesund für diese jungen Menschen. Es stählt den Körper und festigt die Gesundheit, auf die ja gerade der Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ganz besonderen Wert legt. Es werden deshalb auch nur Mädel eingestellt, die vom staatlichen Gesundheitsamt auf Grund eingehender Untersuchung für tauglich, also gesund, befunden werden. Sofort nach ihrer Einstellung in das Lager werden die Maiden nochmals durch den Vertragsarzt untersucht. Vertragsarzt ist ein in der Nähe wohnender praktischer Arzt, der durch einen Vertrag seiner vorgesetzten Behörde mit dem Reichsarbeits- siihrer verpflichtet ist. Ständig wird der Gesundheitszustand der Maiden von ihm überwacht, auch ohne Krankheitsfälle besucht er regelmäßig das Lager. Erkrankungen kommen im Reichsarbeitsdienst nur ganz selten vor, denn es wird alles zur Gesunderhaltung der Arbeitsmaiden getan. Da ist jeden Morgen der Frühsport. Er erfrischt die Mädel und stählt den Körper. Die Leibeserziehung, die zweimal in der Auskünften zur Seite.“ Frau K.: „Schönen Dank, Herr P. Ich wußte ja, daß man bei Ihnen immer den richtigen Rat bekommt.“ nicht über einen äußerst fein entwickelten Gleich - g e w i ch t s s i n n verfügten, der uns in die Lage setzt, jede Schwenkung des Fahrrades zu spüren und durch die richtigen Gegenbewegungen — der Lenkstange, Gewichtsverlagerungen usw. — sofort wieder auszugleichen. Die Wissenschaft hat in sehr mühsamen und gründlichen Untersuchungen heraus- bekommen, daß mehrere Faktoren bei der Aufrechterhaltung unseres Gleichgewichts ineinandergreifen. Zunächst gibt es bekanntlich ein besonderes Gleichgewichtsorgan, das im sog. Labyrinth des inneren Ohres liegt. Entfernt man einem Tier dieses in seinen Einzelheiten noch recht geheimnisvolle Zentrum des Gleichgewichtsgefühls, dann fällt es einfach um, weil ihm jede Orientierung über die Lage seines Körpers im Raum verloren gegangen ist. Nebenbei bemerkt liegt hier die Ursache für manche Unglücksfälle, bei denen an sich ausgezeichnete Schwimmer ertrunken sind. Es waren Menschen, deren Trommelfell aus irgendwelchen Gründen zerstört war: dringt nun infolge des fehlenden Trommelfells Wasser bis zum inneren Ohr vor, dann treten Schwindelanfälle auf, und der Betroffene kann natürlich sehr leicht ertrinken. Das Labyrinth sorgt also zunächst einmal dafür, daß wir nicht vom Stahlroß fallen — sowie wir Radfahren gelernt, das heißt, diese besondere Form des Gleichgewichtsgefühls genügend „trainiert" haben. Es kommt aber noch eine weitere besondere Eigenschaft unseres Körpers hinzu, nämlich der sogenannte „D r u ck s i n n" unserer Haut, der mit Hilfe von zahlreichen Tastpunkten ebenfalls ein sehr genaues Gefühl für das Gleichgewicht vermittelt. Am besten ausgebildet ist der Drucksinn übrigens in den Fußsohlen — er sorgt mit dafür, daß wir schon das kleinste Stolpern sofort „instinktiv" ausgleichen. Beim Radfahren werden steht Dir in allen Fragen des Wirtschaftslebens zur Seite. Frau K.: „Darf ich Sie heute einmal um eine geschäftliche Auskunft bitten?“ GeneraivertrieL ösM & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. i32sA gewährleistet die schnelle Abwicklung aller Geldgeschäfte. berät Dich bei der Anlage Deines Kapitale* verbürgt die Sicherheit Deines Eigentums* P.: „Gern - aber seit wann befassen Sie sich mit Geldgeschäften ?* Frau K.: „Das nicht, aber ich sehe immer wieder, daß meine Freundinnen größere Beträge mit Schecks bezahlen. Ich dachte zunächst, daß sie damit ein bißchen großtun wollten. Aber vielleicht ist es doch ganz praktisch.“ P.: „Ihre Freundinnen handeln ganz vernünftig. Lassen Sie sich also auch ein Konto bei uns ein- Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen probuffionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Isolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. * * Uiler B Ml ,ußte t1®*. und W* Woche stattfindet, schafft den Ausgleich mit dec oßtaj, ungewohnten Arbeit. Die kräftige Kost, die gelte Arbeitszeit, die Mittagsruhe und das Schlafengehen erhalten die Mädel leistungsichiK Aber trotzdem ist auch für Krankheitsfälle" versorgt. In jedem Lager ist ein schönes, helles fcan< kenzimmer, wo die Leichterkrankten von einer U rerin des RAD. für die weibliche Jugend, die Gesundheitsdienst ausgebildet ist, auf Anordn des Arztes hin gepflegt werden. Natürlich fomm Schwerkranke, Jnfektionskranke und Verungli in ein Krankenhaus. Wenn notwendig, können danach in einem Erholungsheim des RAD. au| nommen werden. Die Unterkünfte des RADwJ. werden auf 1 hygienische Einrichtung hin genau geprüft. Lager selbst fallen sofort die hellen, großen Räir auf, die Wasch- und Duschräume mit fließend k tem und warmem Wasser, die großen, lüft Speisekammern, wo die Eßvorräte und Speist vorschriftsmäßig aufgehoben werden. Dom lichen Standpunkt aus werden auch Küchenz die von der Wirtschaftsgehilfin des Lagers aif stellt werden, genau auf ihren Nährwert hi» prüft. Nur auf Grund einer Unbedenklichkeitseilli rung des Arztes erfolgt der Einsatz in einer bo lichen Familie. Mehr Milch, mehr Eier, hochbewertete Kaninchen durch die echte gewürzte Futterfalkmlschung Zwerg - Marke Zu haben in den einschlägigen Geschäften Lmikev! Mitglieder und Nichtmitglieder innerhalb des Bereiches der Ofgr.Jmker Gießen, die ihre zustehende Menge Zucker (7,5 kg je Volk) nachweislich noch nicht bezogen haben, bitte ich, dies bis zum 25. Oktober 1939 an mich zu melden. 64s?d Gießen, Händelstraße 25. Bodenbender. Maschinen eher Art repariert sachgemäß Heinrich Wallbott Schlossermeister, Gießen, Löberstraße Nr. 19* Nut über 3075 w3sP Das Fahrrad erfreut sich augenblicklich einer ganz besonderen Beliebtheit: es ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Volksverkehrsmittel geworden, zu dessen an sich schon zahlreichen Freunden nun noch der größte Teil der „stillgelegten" Autofahrer getreten ist. Das Stahlroß verdient also jetzt unsere besondere Aufmerksamkeit, und wir wollen daher einmal mit den Augen des Wissenschaftlers einige besonders interessante „Probleme" betrachten, die das Fahrrad uns stellt. Das erste und sozusagen grundlegende Problem bas Radelns umschließt die scheinbar so leicht zu beantwortende Frage: Warum fallen wir eigentlich nicht vom Fahrrad? Die Antwort ist keineswegs so leicht wie der Leser annehmen wird, denn es handelt sich hier um eine verwirrende Vielfalt physikalischer Gesetze und physiologischer Fähigkeiten des Menschen, die in ihrer Gesamtheit erst das Radeln überhaupt ermöglichen. Es gibt dickleibige Lehrbücher über physikalische Fachfragen, in denen die „Theorie des Fahrrades" seitenlang gründlich abgehandelt wird — und die Gelehrten sind sich über die Lösung unseres Problems noch nicht einmal ganz einig geworden. So schwierig ist es ... und so leicht kann man das Radfahren erlernen! Wir wollen uns mit den tiefgründigen mathematisch-physikalischen Theorien über das Radfahren nicht so genau beschäftigen und nur kurz ihr Ergebnis nennen: das Fahrrad besteht, wissenschaftlich gesprochen, aus zwei Kreiseln, als die das Vorder- und Hinterrad aufzufassen sind. Ein sich drehender Kreisel gehorcht bekanntlich den Gesetzen der Zentrifugalkraft und wirkt damit stabilisierend: und darum richtet sich das Fahrrad bei kleinen Abweichungen aus seiner Richtung in gewissen Grenzen „von selbst" wieder auf. Mit Hilfe des besonderen Baus unserer Fahrräder (tiefer Rahmen, schräge Anbringung der Lenkstange) verstärken sich die stabilisierenden Wirkungen der beiden Kreisel — der Räder — gegenseitig und die Bedeutung dieser wohltätigen Kräfte erkennen wir in der Praxis namentlich dann, wenn sie infolge zu geringer Geschwindigkeit so schwach werden, daß die Aufrichtung des „kippenden" Fahrrades nicht mehr recht gelingen will. Trotz all der schönen Theorie könnte aber der Mensch das Stahlroß nie beherrschen, wenn wir richten und zahlen Sie bargeldlos durch Scheck und Überweisung. Sie haben es nötig, größere Geldbeträge zu Hause aufzubewahren oder, was oft noch gefährlicher ist, mit sich herumzutragen. Das Geld steht Ihnen jederzeit zur Verfügung und ist bei der Bank stets sicher, überdies reizt ein Bankkonto zum Sparen, und zudem steht Ihnen Ihre Bank in allen Geldfragen mit Der erfolgreiche Kapitänleutnant Prien mit seiner Frau und seinem Töchterchen Birgit nach einer Aufnahme aus dem vergangenen Jahre. — (Scherl-Bilderdienst-Hoenisch-M.) Lob des Fahrrades. Darum fallen wir nicht vom Fahrrad? — Radeln eine ausgezeichnete Gymnastik Von Dr. W. Sievert. || B nun zahlreiche andere Tastpunkte des Körpers, i juf allem an den Schenkeln, dem Gefäß und am!RüJ ' m in den Dienst der Unterhaltung des Gleichgew-^ L gestellt — und ihre „Signale" müssen wir erst , $ tiq vernehmen und anzuwenden lernen, ehe L wirklich radfahren können. Wußten Sie schon, verehrter Leser, daß qJ beim Radfahren eine sehr intensive Gymnastik besten Sinne des Wortes treibt? Beobachten tu einmal einen geübten Radrennfahrer: er tritt stitz einfach nur die Pedale, sondern setzt den gen 3 e n Körper in einer rhythmischen Beweg,,, ein, um möglichst schnell und kraftsparend vorweg zukommen. Die sportliche Leistung bei dieser nastik des Fahrrades" ist größer, als viele gleich., mögen; schon bei mäßigem Tempo macht ein sahrer pro Kilometer rund 300 Kniebeugen m Kniestreckungen. Aber nicht nur die Beine u:I Knie werden hierbei eingesetzt, sondern auch t, Muskeln des Rückens, der Arme, der Hüften, de, Schultern usw. Alle diese Bewegungen müssen nastisch richtig, das heißt schwingend, gelockert ich mit geringstem Kraftverbrauch erfolgen. Darum tun dem Anfänger auf dem Fahrrad rQ[ den ersten Stunden die Hände, Arme und h Rücken so weh — er treibt noch keine (Bqtnn cfü auf dem Fahrrad, sondern fährt mit verkrampfe, Muskeln und unnatürlichen Bewegungen. Hat üq die Kunst des Radelns aber erst einmal rid)ti$ erlernt, dann beugt und streckt sich der Körper in weichen Fluß der Bewegungen, dann werden s, ziemlich sämtliche Muskeln und zahlreiche Gelenk „trainiert", gelockert und durchgearbeitet, das bann die echte „Fahrrad-Gymnastik" — und baruidj*1 ist das Radfahren, richtig betrieben, so gesund wird jetzt so manchen allzu bequem gewordene,^' Autobesitzern a. D. ganz ausgezeichnet bekommen! Schon viele nahmen Klosterfrau-Melissengeist bet nervösen Herzbeschwerden mit gutem Erfolg. Warum hilft Klosterfrau-Melissengeist auch in solchen Fallen? Klosterfrau-Melissengeist enthält die wirksamen Bestandteile einer Anzahl bell» kräftiger Pflanzen, darunter auch die der Melisse, die seit Jahrhunderten als Herzmittel bekannt ist. Durch die Vielfalt feiner Bestandteile übt Klosterfrau- Melissengeist eine beruhigende und regulierende Wirkung auf Herz- und Nerventätigkeit aus und hilft so mancherlei Beschwerden beseitigen die auf nervöse Störungen der Herztätigkeit zurückzuführen sind wie: Schlaflosigkeit, nervöse Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen. £ . So berichtet z. B. Frau Margarete Blaser (Bild nebenstehend), Rentnerm, - Köln-Zollstock. Hönningerweg 163 am 29.7.39: „Seit 5 Jahren leide ich an nervösen Herzbeschwerden und schlief infolgedessen sehr schlecht. Aber auch am Tage stellten sich häufig nervöse Beschwerden ein. Da wurde mir vor drei Fahren empfohlen, einmal Klosterfrau-Melissengeist zu versuchen. Diesen Rat befolgte ich und nahm einige Monate morgens, mittags und abends ie einen Eß ossel Klosterfrau-Melissengeist auf ein halbes Wasserglas voll Wasser. Mein 3uÜanb hat sich seitdem bedeutend gebessert. Ich nehme letzt nicht mehr regelmäßig, sondern nur noch nach Bedarf Klosterstau-Melissengeist. Auch führe ich Klosterfrau-Melissengeist ständig in meiner Hausapotheke, weil er so vielseitig anwendbar ist und mir auch bei nervösem Kopfweh und Erkältungskrankheiten gute Dlensteleis et. Machen auch Sie, falls Sie ähnliche Beschwerden haben, einmal einen Versuch mit Klosterfrau-Melmen- seist. Sie nehmen ihn dann gerne als eisernen Bestand in Ihre Hausapotheke auf! Den echten Klosterfrau- Melissengeist in der blauen Packung mit den 3 Nonnen erhalten Sie in Apotheken und Drogerien: Flalchen 8U RM 2.80, 1.65 und 0.90 (Inhalt: 100, 50 und 25ccm).