-.194 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag, 21. August 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatrvezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 OhneIllustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8V,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/o mehr. 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Man zog es vor, die Mannschaften über 45 Kilometer der nicht ganz 90 Kilometer langen Wegstrecke per Bahn zurücklegen zu lassen. Es ist bezeichnend für die „Beliebtheit", die dieser Terroroerband des Wojewoden Grazynski in der einheimischen oberschlesischen Bevölkerung genießt, daß dem Marsch unterwegs so gut wie keine Beachtung geschenkt wurde. Nirgends hatten sich größere Menschenmengen eingefunden. Ebenso war fast nirgends Fahnenschmuck festzustellen. An der Protektoratsgrenze hielt Grazynski eine Ansprache, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemacht wurde. Ihr unzweifelhaft aufwiegelnder Inhalt wird wahrscheinlich erst entsprechend frisiert werden. Das Organ des Aufständischenverbandes erklärt, im Oktober vorigen Jahres sei einer der beiden schlesischen Teile, die von Polen „losgerissen worden seien, obwohl sie uralte polnische Erde darstellten", an Polen zurückgekehrt, nämlich das Olsa- Gebiet. Außerhalb stehe noch der zweite Teil, wo „die polnische Oder fließe und polnische Brüder in Unfreiheit lebten". Wenn die Stunde der Vorsehung schlage, würde sich das Aufständischenheer in Marsch setzen und die Wiedervereinigung aller schlesischen Teile unter der polnischen Fahne vollziehen. Der diesjährige Marsch an die Oder sollte die Bereitschaft dazu zum Ausdruck bringen und daran erinnern, daß es das Ziel des Aufständischenoerbandes fei, „d e m germanischen Ansturm die Stirn zu bieten und im Kampf um Deutsth-Ober- schlesien nicht eher aufzuhören bis der Sieg erreicht ist." Flug nach Danzig. Von unserem LUD.-Sonderberichterstatier. DNB. kallowih, 20. Aug. „Nowy Kurjer" feilt mit, daß das Dekret über die Zwangs- parzellierungeninderGrenzzone einen weiteren Rahmen als das Agrarreformge- feh habe. Dieses „schützte" einen Rest von 30 000 Hektar Grund und Boden in Posen und Pomme- rellen, die sich noch in deutscher Hand befanden, vor der Parzellierung. Das Dekret des Staatspräsidenten hebe dieses „Privileg" auf und befehle aus Gründen der „Sicherheit des Staates und der Verteidigung der weffgrenze" d i e Parzellierung ohne Rücksicht auf die Intensität der Erzeugung, auf die Industrialisierung der Wirtschaften oder die besonders betriebene Tierzucht. wenn man die Verhältnisse in den Grenzgebieten kenne, wisse man, daß die polnische Bevölkerung das Dekret mit „voller Anerkennung der polnischen Staatspolitik im Grenzgebiet begrüße. , Potoma“ schreibt, daß die polnischen Grenzzonen restlos po Ionisiert werden und daß das Land sofort in polnische Hände über- gehen müsse. »Marsch an die Ober." Klägliche Agitationsfahrt des Polnischen Aufständischenverbandes. Kattowitz, 20. August. (DNB) Am Samstag und Sonntag wurde in Ost-Oberschlepen der „traditionelle Marsch an die Oder" des polnischen Auf- ständischenverbandes durchgefuhrt. Der Start lag in Myslowitz , das Ziel zum ersten Male i n Oderberg im Olsa-Gebiet. Entgegen der bisherigen Hebung, den Marsch zu Fuß zuruckzulegen, fuhren die Verbände mehr als die Halste der Der Zustand von jetzt mit den Grenzen von jetzt, so sägte er, kann und darf nicht bestehen bleiben! Aber mag auch die Lage ernst sein, jeder Volksgenosse und jede Frau muß wissen, daß es im Leben von Völkern Fragen gibt, die gelöst werden müssen, und wenn es noch so hart ist. Eine solche Frage ist die Danziger Frage! Die Partei habe die Herzen gestählt, Kraft und Glauben eingeflößt. Heute stünde neben den Gliederungen der Partei die -Heimwehr Danzigs als Symbol der Entschlossenheit und Abwehrkraft genau so wie. die Danziger Landes- polizei. Die Haltung der Danziger Bevölkerung ist mustergültig! Wir gehen zuversichtlich in die kommenden Tage. Sechs lange Jahre stand der Allmächtige an der Seite unseres Führers, er wird auch weiter bei ihm stehen. Mißglücktes englisches Lügenmanöver. DRB. Berlin, 21. August. Englische Blätter melden, daß der Führer auf dem Ober- salzberg den italienischen Botschafter A f t o - lico empfangen habe, der ihm eine negative A n t- wort des Duce, die Salzburger Besprechungen betreffend, überbracht hätte. Dazu wird amtlich mitgefeilt, daß die Nachricht vollkommen frei erfunden ist und jeder Grundlage entbehrt. gar über den Seesteg von Zoppot. Eindeutiger als das phrasenhafte Gerede in den polnischen Zeitungen beweisen diese Strahlen der Scheinwerfer über Gdingen und der in den Glanz der Lichter getauchte Seesteg von Zoppot mit feinen fröhlichen Gästen, wo die Nervosität herrscht und die Hetze und wo das starke Selbstvertrauen. Im Dunst der See glaubt man, die Silhouetten der polnischen Zerstörer von Orlowo zu erkennen, und vielleicht denkt man auch manchmal an das polnische Gerede und die Drohung, daß die Geschütze auf Danzig gerichtet seien. Und trotzdem fühlen sich die Menschen hier geborgen, fühlen sich sicher. Sie wissen sich im Schutze des großen und starken Deutschland, sie glauben, daß der Tag kommt, an dem der Führer sie heim ins Reich rufen wird. Danzigs Zuversicht unerschütterlich. Gauleiter Forster an die Danziger Bevölkerung. Danzig, 20. Aug. (DNB.) Gauleiter Forster sprach am Sonntagmittag auf dem Tag des Kreises Danzig-Langfuhr der NSDAP. und brutaleren Gewalttaten und Roheitsakten aus. Der Volksdeutsche Varsbender aus Kattowitz, dem es gelang, über d i e Grenze zu flüchten, wo der völlig Erschöpfte die erste Hilfe erfuhr, schildert das Schicksal.einer deutschen Familie^ mit der er im gleichen Grundstück in Kattowitz wohnte. Nach dem Bericht Barsbenders überfiel in den 'Abendstunden des 18. August eine Horde von sechs Aufständischen unter Führung des berüchtigten Rädelsführers K o z c i a l s k i die Wohnung des Volksdeutschen Alfred Pracheda, der ein kleines Glaswarengeschäft besitzt, das die polnischen Behörden bereits vor 14 Tagen ohne Angabe von Gründen geschlossen hatten. Pracheda, der mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in der Wohnung war, wurde von den Rohlingen auf den Hof gezerrt und von einem der Aufständischen in sinnloser Wut unablässig mit einem Hammer über den Kopf geschlagen, bis er blutend zusammenbrach. Auf den bewußtlos am Boden Liegenden schlug ein anderer noch mit einem schweren Knüppel ein. Dann schleiften die Rohlinge Pracheda in einen Holzstall, wo sie den Hilflosen liegen ließen. Die Frau des Unglücklichen, die die Aufständischen anflehte, Erbarmen zu haben, wurde von einem der Burschen unter gemeinen Schimpfworten an den Haaren gepackt und gegen die Hofmauer gestoßen. Was aus den Kindern geworden ist, konnte der Augenzeuge dieses unmenschlichen Verbrechens nicht mehr feststellen. Er hörte nur noch, daß die Aufständischen laut lärmend die Wohnungseinrichtung zerstörten und wie die Kinder schrien. Bars- benber flüchtete aus dem zum Garten gelegenen Fenster und konnte erst nach langem Umherirren über die Grenze entkommen. Das Entsetzen über die schreckliche Tat, deren Augenzeuge er gewesen war ohne helfen zu können, hatte ihn noch nicht verlassen. In L i p i n e (Landkreis Kattowitz) wurden von 'den Aufständischenhorden die vorher mit Hetzaufschriften und Totenköpfen gekennzeichneten deutschen Häuser und Wohnungen heimgesucht. Hunderte von Fensterscheiben und Fensterkreuzen wurden zertrümmert und die Wohnungseinrichtungen vernichtet. Die verängstigten Deutschen waren-geflüchtet und halten sich in den Wäldern v e r st e ck t. Wie erst jetzt bekannt wird, ist das fünf Monate alte Kind des Volksdeutschen Paul Kaletta aus Scharley am Donnerstag den schweren Mißhandlungen erlegen, die entmenschte polnische Horden diesem unschuldigen Geschöpf zufügten. Während die Eltern im Gefängnis schmachteten, war polnischer Mob in die Wohnung eingedrungen, hatte dort alles kurz und klein geschlagen und sich schließlich in seiner Blutgier an dem fünf Monate alten Töchterchen Edeltraut vergriffen. Das Kind war von der Verbrecherbande aus dem Kinderwagen gerissen, zuerst gegen d i e Wand geschlagen und dann zum Fen st er hinausgewor- f e n worden. Es ft a r b am gleichen Tage w i e fein Vater, der im Gefängnis buchstäblich zu Tode geprügelt worden ist. Das ist das Schicksal einer Volksdeutschen Familie in Ost-Ober- schlesien: die Mutter im Gefängnis, das Kind in viehischer Weise getötet und der Vater im Gefängnis zu Tode gemartert. ölen, die hierher gekommen sind, um wenigstens nmal in freier Luft atmen zu können, sie wissen, iß sie hier sicher sind. „Wir haben uns für alle Eventualitäten orbereitet. Wir wollen dafür sorgen, daß kein Unischer Soldat Danziger Boden betritt. Wir wol- i unsere Heimat mit dem Einsatz aller unserer raffe verteidigen", sagt mir ein junger Danziger, Im sich freiwillig zur Danziger Schutzpolizei gerne!« i t hat. — Ich spreche mit dem Hotelwirt. „Wissen i le", sagt er zu mir, „ich wundere mich, daß so rle Leute aus beim Reich hierhergekommen sind bei hm Geschrei und der Greuelhetze über Danzig, die c and) Ihnen bekannt ist." Darüber wundern sich te Danziger. Daß es aber in Danzig so ruhig ist, Urüber wundern sich wieder die Gäste. Auch die Opern, die an der herrlichen Richard- Zagner-Feststätte mitten in einem Tal des Zop- Wter Waldes aufgeführt werden, erfreuen sich eines großartigen Besuches. Im Laufe der Jahre ist die Zoppoter Waldoper zu einer einzigartigen Weihe- ätte für den großen deutschen Meister geworden, Do Menschen aus allen Berufsständen seinem Werk ■ n Andacht huldigen. Aus dem Seesteg, der von den großartigen An- ngen des Kurgartens umrahmt wird, dessen wir- mgsvollen Hintergrund die großen Gebäude des Kasinos und des Kasinohotels bilden, herrscht ein sbhaftes Treiben. In bunten Strandgewändern vandeln hier die Menschen auf und ab. Dor dem steg von A d l e r s h o r st, das jetzt Orlowo heißt, I »egen in einer Reihe zwei polnische Zer st ö - I ' er, in einiger Entfernung hinter dem einen liegt n weiteres Kriegsschiff. Es ist ein Schulschiff der Toten, ein alter Kreuzer, der noch gerade so im ?-afen Herumpaddeln kann und den die Polen vor Orlowo aufgefahren haben, um die theatralische Wirkung dieser kriegerischen Kulisse der polnischen v-eernacht zu verstärken. Die Leute auf dem Steg lassen sich davon wenig beeindrucken. Sie alle haben schon einmal deutsche Kriegsschiffe gesehen, und sX wissen ganz genau, wo die wahre Stärke liegt imd wo die Ausmachung, hinter der nichts anderes s-ckt als Großmäuligkeit. Arn Strande entlang gehe ich zur Grenze, (nmge hundert Meter vor der Grenze sind Pfähle ungerammt. Tanksperre. An bewaldeten Höhen rvrbei, von denen man einen wunderbaren Aus- tiitf auf die See hat, geht es den immer mehr sch verengenden Strand entlang. An einem kleinen IJoacf) liegen die Grenzhäuser. Inmitten eines bun- tm Steinmosaiks, das das Wappen der Freien frtabt Danzig darstellt, erhebt sich ein steinerner k ock. „Versailles" steht darauf geschrieben. Lor dem Grenzhause stehen Danziger Zollbeamte. 5 e plaudern mit den Menschen, die hierherkom- T-n, um mal zu erfahren, wie es auf der anderen v- ite aussieht. Drüben ist kein Mensch zu entdecken, d»? Grenzbeamten sitzen in ihrem Grenzhäuschen, sicher einmal herrschte hier reger Verkehr. Viele, di- auf polnischer Seite wohnten, kamen nach Zop- PtS. Heute ist so etwas nicht einfach. Heute vergällt nun den Leuten, die nach Zoppot wollen, den Übertritt über die Grenze. Stundenlang wird man residiert, untersucht und zurückbehalten. Kein Wunde-, daß nur wenige diesen Widerständen trotzen erb doch nach Zoppot kommen. Drüben soll man auch Tanksperren gebaut und brzützengräben ausgehoben haben, und in Gdin - ci n wird englisches Kriegsmaterial ausgeladen. Gingen, das mit amerikanischer Hast aufgebaut tiirbe und in dem die Bautätigkeit im vergangenen viegr einen noch nie dagewesenen Höhepunkt er« leicht hatte, kämpft jetzt auch mit Schwierigkeiten. Preise für Bauplätze sind um 3Q v. H. und nchr gesunken. Die Geschäftemacher von Gdingen gruben nicht mehr an die Zukunft ihrer Stadt. In die strahlende Pracht des hellen Lichterglan- der vielen Lampen gehüllt liegt am Abend der ) : e ft e g von Zoppot. Die Kurgäste machen ipsen Abendspaziergang, lieber Gdingen flammen i( Scheinwerfer auf. Sie geistern in den 3*Iten, und ab und zu gleitet ihr Strghl so- polens kriegerische Kulisse. Danzig, August 1939. Am Ausgang des Danziger Hafens zur rechten Beite liegt d i e W e st e r p l a t t e, die die Polen or einigen Jahren widerrechtlich besetzten und wo le ein Munitionsdepot errichteten. Sie drohen, daß >e von hier aus die ganze Stadt in die Lust fpren- en werden. Jetzt buddeln sie hier herum und bauen Befestigungen. Hinter einer großen Mauer, hinter tacheldraht stehen polnische Soldaten auf anziger, auf deutschem Boden. Jede fünfte Minute fährt von Danzig ein Auto- us nach Zoppot. Stets voll besetzt sind die Zagen. Durch die herrliche Hindenburgallee mit iren uralten Bäumen, an der Technischen Hoch- hule vorbei, durch Langfuhr und Oliva über die lometerlange Adolf-Hitler-Straße, die bis zur pol- ischen Grenze führt, geht der Weg nach Zoppot. n der stillen Bucht von Danzig gelegen, ist Zoppot m wahres Kleinod unter den deutschen Ostseeädern. Munteres, lebendiges Treiben herrscht hier. 5 ist nichts von einer „gähnenden Leere" zu mer« n, von der die ausländischen Zeitungen seit Wochen polnische Seifenblasen. Von Hauptmann Or. Murawski. Die Polen haben es für nötig befunden, sich selber bereits die Vorschußlorbeeren eines erträumten Sieges über Deutschland zuzuerkennen. Besonders bezeichnend ist hierfür das Propaganda» märchen von der „erfolgreichen Schlacht bei Berlin". Beschwingte Phantasie war schon immer die Stärke der Polen. Die harte Wirklichkeit sah allerdings meist anders aus und hat ihnen im Laufe der Geschichte viele Enttäuschungen bereitet. Es erscheint zweckmäßig, dieser Stimmungsmache gegenüber einmal die wirkliche Lage der polnischen Wehrkraft nüchtern festzustellen. Polen ist noch heute ein Agrarland, und diese Tatsache tritt auch in seinem Heer deutlich in Erscheinung. Das Pferd dominiert, und große Kavallerieverbände sind bevorzugt. Das ist zwar im Hinblick auf die wenigen, und schlechten Verkehrswege Mittel- und Ostpolens und auf den unwegsamen Charakter dieses Teiles des Landes angebracht. Damit aber zeigt das polnische Heer zugleich eine beträchtliche Schwäche gegenüber jedem zahlenmäßig gleichwertigen, aber zeitgemäß ausgerüsteten Gegner gerade auch im Westen des Landes. Gegen geländegängige und schnellbewegliche Panzerverbände mit ebenso beweglicher Artillerie ist nun einmal mit Lanze und Karabiner nicht anzukommen. Während in der deutschen Wehrmacht jeder Soldat mit der gleichen erprobten Waffe ausgestattet ist, führen die polnischen Truppen heute noch französische, deutsche, öfterrei« chische und russische Gewehre neben solchen pol« nischer Erzeugung. Auch die Geschützausstattung ist uneinheitlich,'da neben Geschützen polnischen Ursprungs französische und russische verwendet werden. Besonders gilt dies für die schwere Artillerie und die Flakartillerie. Während die leichte Panzerwaffe aus polnischer Anfertigung stammt, setzt sich die schwere Panzerwaffe aus englischen und französischen Fabrikaten zusammen. Diese Vielgestaltigkeit von Waffen und Kriegsgerät stellt eine nicht zu unterschätzende Schwäche des polnischen Heeres dar. Die polnische ßu f tm a f f e ift nur eine Hilfswaffe des Heeres und als solche viel zu schwach und zu Operationen größeren Stils nicht geeignet. Daß die polnische Kriegsmarine mit ihren wenigen, kleinen Einheiten einem überlegenen Gegner gegenüber auch nur wenige Tage lang den Zugang zum Meere offenzuhalten vermag, erscheint so gut wie ausgeschlossen. Schließlich bleibt noch sestzuftellen, daß die polnische Rüstungsindustrie trotz guter Fortschritte in letzter Zeit doch keineswegs in der Lage ist, den etwaigen Kriegsbedarf allein zu decken. Betrachtet man die Kraftquellen der polnischen Wehrwirtschaft, so wird ohne Zweifel infolge des Ueberflusses an Agrarprodukten die Ernährung des Landes sichergestellt fein. Auch Rohstoffe sind genügend, zum Teil sogar im Ueberfluß vorhanden, wie zum Beispiel Kohle, während Eisenerz eingeführt werden muß, da die inländischen Vorkommen gering und von schlechter Deutsches Handels- und Kreditabkommen mit der Sowjetunion. Berlin, 20. Aug. (DNB.) Die feit längerer Zeit zwischen Deutschland und der UdSSR, über eine Verbreiterung des beiderseitigen Warenverkehrs geführten Verhandlungen wurden am 19. August 1939 erfolgreich ab« geschlossen. Das Ergebnis der Verhandlungen ist ein Handels- und Kreditabkommen, das auf deutscher Seite von dem Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt Dr. K. S ch n u r r e, auf sowjetrussischer Seite von dem stellvertretenden Leiter der Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland, E. Babarin, unterzeichnet wurde. Das Abkommen sieht einen Warenkredit von 2 00 Millionen RM. vor, den Deutschland der UdSSR, gewährt und der für den Bezug deutscher Waren zur Verfügung steht. Das Abkommen legt ferner fest, daß die UdSSR, innerhalb der nächsten zwei Jahre sowjetrus- s i s ch e Waren an Deutschland im Werte von 180 Millionen RM. liefert. Erneuerung des deutschsüdafrikanischen Warenabkommens. Berlin, 20. August. Von der deutschen Gesandtschaft in Pretoria und der südafrikanischen Regierung wurde ein Abkommen über den deutsch-südafrikanischen Waren- und Zahlungsverkehr unterzeichnet, das im wesentlichen eine Erneuerung des geltenden vorsieht. Das Abkommen sichert den deutschen Bezug von Wolle, wofür 3,7 Millionen Pfund Sterling zur Verfügung stehen, von Mangan- und Chromerzen, von Gerbrinde, von Walöl und anderen für uns wichtigen Rohstoffen. Auch hat Deutschland wiederum den Bezug von Weinbau- und Gartenbauerzeugnissen, insbesondere von Apfelsinen, zugesagt. Schließlich ift der deutsche Bezug von Karakulfellen und von Butter vorgesehen, an denen die Farmerschaft in Deutsch-Südwestafrika, das unter dem Mandat der Südafrikanischen Union steht, interessiert ift. Die Bezahlung der deutschen Bezüge aus Südafrika erfolgt wie bisher ausschließlich durch deutscheWaren. „Der polnische und der deutsche Soldat." Von Hans Tkiträm. Qualität sind. Die Erdölförderuna verlangt irn ^Kriegsfall eine stark gesteigerte Einfuhr. Entscheidend ist jedoch, daß die wichtigsten Industrien Polens sich in Grenznahe und damit in ausgesprochener Gefahrenlage befinden. Es handelt sich dabei vor allem um Ost-Oberschlesien und das Olsa- Gebiet. Die gesamte Kokereierzeugung, vier Fünftel der Roheisen- und Rohstahlgewinnung, der überwiegende Teil der Stahlgußerzeugung, drei Viertel der Steinkohlenförderung, zwei Fünftel der Stromerzeugung und fast die gesamte Zinkerzgewinnung entfallen auf diese Gebiete. In Erkenntnis dieser Gesahrenlage hat Polen im Rahmen eines 15-Jcch- res-Planes die Schaffung eines zentralen I n - dustriereviers im Raume Radom—Kielce— Sandomir eingeleitet. Obwohl in diesem Rüstungsdreieck mancherlei geleistet wurde, muß doch gegenüber den propagandistisch recht hoch geschraubten polnischen Berichten festgestellt werden, daß das meiste noch auf dem Papier steht. Außerdem kommt hinzu, daß seit der Auflösung der Tschecho-Slowakei die Luftsicherheit dieses Raumes sehr in Frage gestellt ist. Es darf auch nicht vergessen werden, daß der Ausbau des Verkehrsnetzes für die Einschaltung dieses neuen Industriegebietes in das übrige Polen noch sehr im argen liegt. Im allgemeinen kann man über das Verkehrswesen sagen, daß nach dem gegenwärtigen Stande die Militärtransporte und die Frage des Nachschubs durch den mangelhaften Zustand des Verkehrsnetzes ebenso in Frage gestellt sind wie die geordnete Verteilung und Versorgung der einzelnen Teilgebiete mit lebenswichtigen Gütern. Wenn man nun noch berücksichtigt, daß d i e Zufuhr über See re ft los gedrosselt werden kann, so bleiben zur Deckung etwaigen Ausfalls nur noch die Verkehrswege nach Süden und Südosten offen. Und auch von hier ist Hilfe nicht zu erwarten. „Der moderne Krieg ist fein Kampf von Kriegsmaschinen, Maschinengewehren, Geschützen und Flugzeugen, sondern in erster Linie des Menschen mit dem Menschen, des Charakters mit dem Charakter ... Es wird derjenige gewinnen, welcher den stärkeren Willen hat, welcher 15 Minuten länger auszuhalten vermag", hat der polnische General Sosnowski im Mai dieses Jahres gesagt. Das ist gewiß richtig, allerdings unter der Voraussetzung, daß beide Gegner zahlenmäßig gleich stark und einigermaßen .gleichwertig mit zeitgemäßem Kriegsmaterial ausgestattet sind. Ob nun aber gerade Der als Slawe leicht zu Depressionen Königsberg, 20. August. (DNB.) Die 27. Deutsche Ostmesse wurde hier durch den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen, Gauleiter Erich Koch, eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Will begrüßte die Vertreter der Reichs« und Staatsbehörden, insbesondere die Staatssekretäre Dr. Landfried, Dr. Neumann und P f u n d t - ner, die Gesandten der zwei Nachbarstaaten Lettland und Litauen, den Präsidenten des Danziger Senats, Greiser, dessen Anwesenheit er als ein Zeichen für die unlösliche Verbundenheit der deutschen Stadt Danzig mit dem Großdeutschen Reich bezeichnete, ferner die Vertreter der an der 2Reffe beteiligten ausländischen Staaten, nämlich außer den bereits genannten die Vertreter Estlands, Finnlands, Schwedens und Norwegens, der Sowjetunion, Ungarns, Bulgariens, Mandschukuos und zum ersten Male auch Italiens, sowie Besucher aus Frankreich, den Niederlanden und aus Dänemark. Staatssekretär Dr. Landfried sprach dann anstelle des verhinderten Reichswirtschaftsministers und Reichsbankpräsidenten Funk. Für die nationalsozialistische Staatsführung, so sagte er, war es vom Tage der Machtübernahme an eine nationale Pflicht, die Provinz Ostpreußen auf allen Gebieten des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu fördern und nach innen und außen zu stärken, damit sie ihter geschichtlichen Aufgabe für alle Zukunft gewachsen bleibt, Bollwerk des Deutschtums im Osten zu sein. Von welch aktueller und ernster Bedeutung diese Aufgabe ist, wird uns in diesen Wochen auf das eindringlichste vor Augen geführt, da man in Polen Ansprüche auf uraltes deutsches Land erhebt, die in ihrer grotesken Maßlosigkeit einen abgrundtiefen Haß gegenüber allem Deutschen erkennen lassen. Wir haben auch in wirtschaftlicher Hinsicht d i e Lehren aus dem verlorenen Weltkriege gezogen. Nicht nur in seiner politischen Ausrichtung und Einigkeit und in der Ausschöpfung seiner militärischen Machtquellen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht steht das deutsche Volk heute anders da als 1914. Heute haben wir den wirtschaftlichen General st ab, der uns 1914 fehlte. Wir wissen, daß wir militärisch keinen Krieg gewinnen können, wenn wir ihn wirtschaftlich verlieren. Deshalb haben wir uns auch wirtschaftlich wohl gerüstet und vorbereitet, um die volle Lebens« und Kampfkraft der Nation auch wirtschaftlich sofort einsetzen zu können, wenn eine feindliche Welt uns hierzu zwingen sollte. Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus hat Deutschland das Bestreben, seine Außenhandelsbeziehungen überall dort auszubauen und nach Möglichkeit auf längere Sicht zu regeln, wo die natürlichen Voraussetzungen dazu vorliegen. Die Erfolge, die unsere Außenhandelsbeziehungen insbesondere mit den östlichen und südöstlichen Nachbarstaaten sowie mit den süd- und mittelamerikanischen Staaten aufweisen, zeigen deutlich, daß wir mit diesem Grundgedanken auf dem rechten Wege sind. Ich kann mir nicht versagen, auch daran zu erinnern, daß vor etwa einem Jahr ein neues Handelsabkommen mit P o - len in Kraft trat, das für einen Zeitraum von 2Vs Jahren gelten sollte und eine bedeutende Ausdehnung des gegenseitigen Warenverkehrs vorsah. Außerdem wurde im Oktober vorigen Jahres ein zusätzliches Wareukre- bifabfommen geschlossen, nach dem Polen in Deutschland Bestellungen zur Durchführung geplanter Jnvestitionsanlagen bis zu 120 Millionen Zloty vornehmen konnte; der Kredit sollte von Polen in Form von Warenlieferun- en getilgt werden. Es ist nicht unsere Schuld, neigende Pole diesen Wettlauf um die letzten 15 Minuten aushalten wird, erscheint fraglich. Die Polen rühmen sich sicher mit Recht, daß sie bescheiden zu leben vermögen. Diese Tatsache wird aber reichlich wettgemacht dadurch, daß die meisten von ihnen dank ihrer ländlichen Herkunft und dem auf 7,5 Millionen bezifferten Analphabetentum auch nur einen bescheidenen Horizont besitzen und darum den geistigen Anforderungen des modernen, technischen Krieges kaum gewachsen sein dürften. Die biologische Kraft des polnischen 35-Millionen- Staates ist sicherlich so, daß die polnische Wehrmacht über gewisse, aber letzten Endes doch durch die Gesamtzahl des Volkes beschränkte Menschenreserven verfugt. Aber auch hierbei ist zu bedenken, daß zwei Fünftel des Staatsvolkes aus Nichtpolenbestehen, daß diese fremden Minderheiten geschlossen siedeln, noch dazu in wichtigen Grenzgebieten, und daß sie in enger Verbindung mit ihren Blutsverwandten jenseits der Grenzen stehen, z. B. die Ukrainer, die Weißrussen, die Litauer und die Deutschen. Beachtenswert ist auch die Tatsache, daß rund 10 v. H. der Gesamtbevölkerung, also über 3 Millionen, Juden sind. Der polnische Hauptmann P o 1 e s i n s k i hat m seiner Propagandaschrift „Der polnische Soldat und der deutsche Soldat" mit Recht betont: „Die Unterschätzung des Gegners ist ein Leichtsinn." Die Polen sind anscheinend auf dem besten Wege, gegen diese von ihnen selbst erkannte Wahrheit zu verstoßen. Dazu kommt aber noch die typisch polnische Heber- schätzung der Bundesgenossen, obwohl das beredt^ Schweigen in England nach der Inspektionsreise des britischen Generals Jronside die Polen schon längft hätte stutzig machen müssen wie die britische Haltung in der Anleihefrage. Die lieber« schätzung der Bundesgenossen und die Unterschätzung des Gegners spielen eine große Rolle in den nationalen Wunschträumen der Polen. Zum Abschluß sei noch hingewiesen auf die nicht uninteressante Beurteilung der Gesamtlage durch den englischen Luftkommooore L. E. 0. CH a r 11 o n, der in der Zeitschrift „United Services Review Nr. 4150" kürzlich u. a. schrieb: „Die Polen sind zweifellos tapfer und werden sich sicherlich für die Verteidigung ihres Landes aufopfern. Aber Tapferkeit und Vaterlandsliebe reichen nicht aus, wenn eine Armee, die an einem Mangel an Hilfsquellen leidet, auf ein besser ausgerüstetes Heer stößt." wenn diese Abmachungen, die die schwere Collage der polnischen Landwirtschaft fühlbar erleichtert hätten, nicht zur Auswirkung kommen können. Aber diese für einen längeren Zeitraum getroffene Regelung ist mit ein Beweis dafür, daß Deutschland stets an eine friedliche und vernünftige Lösung der schwebenden deutsch-polnischen Fragen geglaubt hat. Mr unterlassen es bewußt, dem Welthandel ausgerechnet durch politische Kredite helfen zu wollen, wie das gegenwärtig gerade die Nation betreibt, die sich in Welthandelsfragen besonders erfahren fühlt. Im politischen Kredit sehen wir nämlich den größten Feind der Weltwirtschaft. Durch ihn werden alle jene negativen Kräfte ausgelüst, die nicht den Aufbau sondern die Z erst ö r u n g wollen und die natürlichen Handelsbeziehungen vernichten. Da dem politischen Kredit außerdem die strukturellen Voraussetzungen für seine Verzinsung und Tilgung zu fehlen pflegen, bilden solche festfrierenden Schuldenblocks auf lange Sicht ein schweres Hindernis für den gesamten Welthandel. Wir sehen aber in dem wirtschaftlichen Ausbau von Landwirtschaft und Industrie bei unseren Nachbarn lediglich eine Steigerung ihres Wohlstandes und damit ihrer Kaufkraft, die die wichtigste Voraussetzung zur weiteren Vertiefung unserer Beziehungen ist. Warum will man ihnen verübeln, wenn sie dorthin verkaufen, wo ihnen bei guten Preisen die geringsten Frachtkosten entstehen? Wir unterhalten mit zahlreichen nichtautoritären Staaten ausgezeichnete Handelsbeziehungen, desgleichen ist auch unser Wirtschaftsverkehr mit den demokratischen Ländern England und Frankreich recht erheblich. Tatsächlich ist ein Wirtschaftsaustausch immer möglich, so verschieden auch die Regierungs- unD Wirtschaftssysteme der beiden Handelspartner sein mögen, wenn nur auf beiden Seiten der aufrichtige Wille dazu vorhanden ist. Zu den Machenschaften, mit denen man das Vertrauen zu Deutschlands Wirtschaftskraft im Ausland untergraben und unsere Außenhandelsbeziehungen stören möchte, gehören auch die Verdächtigungen der deutschen Währung. Der Rotenumlauf ist bei uns in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres von 8,2 auf 9,0 Milliarden RM. gestiegen. 3m gleichen Zeitraum stieg er in Frankreich von 110,9 auf 124,5 Milliarden Franken, in England von 504,7 auf 520,6 Millionen Pfund und in den Vereinigten Staaten von 6,9 auf 7,1 Milliarden Dollar. Die Steigerung beträgt in Prozentziffern ausgedrückt bei den Vereinigten Staaten rund 3 v. h., bei England 3,2, bei Deutschland 9,8 und bei Frankreich 12,3 v. h. hieraus ergibt sich, daß wir uns durchaus im internationalen Rahmen hallen, und daß daher die ausgeslreuten Verdächtigungen einer Grundlage Entbehren. Vielleicht interessiert es aber unsere ausländischen Kritiker zu hören, daß der Tiofenumlauf Polens in der gleichen Zeit um nicht weniger als 36 v. h. in die höhe geschnellt ist. Solche Zahlen zu kennen, ist ganz nützlich, wenn man nicht nur durch das Band der Freundschaft, sondern auch durch Kredite verbunden ist! Wir aber, meine deutschen Volksgenossen, wollen unbeirrt von Anwürfen aller Art unseren Weg weitergehen und an der Verwirklichung unserer Ziele arbeiten. Ich möchte daher meine Ausführungen schließen mit einem Appell an den deutschen Exportkaufmann Jedes Exportgeschäft bringt Deutschland ein Stück vorwärts. Der deutsche Exportartikel wirbt für Deutschland und legt in seiner Gediegenheit Zeugnis ab von deutscher Art und deutschem Fleiß. Jede neue Geschäftsverbindung Der deutsche Soldat ist in seinen eigenen Äußerungen ü'beröen Wert fremder Soldaten außerordentlich spröde und zurückhaltend. Es entspricht der deutschen Mentalität und damit der Auffassung des deutschen Soldaten, nicht über den Soldaten fremden Volkstums öffentlich zu urteilen, am wenigsten ihn zu schmähen und herabzusetzen. Wir haben das auch gar nicht nötig. Es gibt wohl keinen Menschen in der Welt, der nicht die Haltung und Leistung deutschen Soldatentums im Weltkriege hoch anerkennt. Es gibt nur sehr wenige, die ehrlich glauben, daß der deutsche Soldat von 1939 gegenüber dem von 1914 bis 1918 an Wert verloren hätte. Wer dieses jedoch zu konstruieren versucht, könnte durch die Leistungen deutscher Freiwilliger in Spanien hinreichend beschwichtigt werden. Die P o l e n denken über diese Fragen anscheinend anders. In Presse und Schrifttum wird dort seit einiger Zeit ganz systematisch der Wert des deutschen Soldaten herabgesetzt. Ein Hauptmann, Sladyslow P o l e s i n s k i, reift als Vortragsredner in ganz Polen herum und hält markige Ansprachen, in denen er den deutschen Soldaten als völlig minderwertig hinstellt. Von ihm stammt auch eine in Polen veröffentlichte Broschüre „Der polnische Soldat und der deutsche Soldat. Es soll hier nicht auf die Behauptungen dieses Verfassers eingegangen werden, in denen er versucht, den Wert des polnischen Soldaten in den Himmel zu heben. Uns kann das gleichgültig sein. Für eine derartige Propaganda mag in Polen selbst eine unbedingte Notwendigkeit bestehen. Den deutschen Soldaten aber wird es interessieren, was der polnische Hauptmann über seinen Wert zu sagen hat. Vorauszustellen ist dabei allerdings noch Die Frage, woraus Polesinski sein Wissen über den Wert des deutschen Soldaten schöpft. War er bei den deutsch-polnischen Grenzkämpfen in Oberschlesien Dabei? Hat er am Annaberg mitgekämpft? Er selbst gibt hieraus keine Anwort! Doch lassen wir Herrn Polesinski selbst zu Worte kommen: „Wenn man von den Deutschen spricht, so muß man daran denken, daß es sich nicht um einen einheitlichen Typ handelt. Es bestehen große Unterschiede zwischen den brutalen und rücksichtslosen Preußen, die übrigens viel slawisches Blut haben, die stark in Der Minderheit sind, und Den langsamen, gutmütigen, schmerbäuchigen Biertrinkern unD Pfeifenrauchern aus Süddeutschland und Oesterreich. Die Oesterreicher finD doch auch Deutsche, aber sie haben sich im Weltkrieg als Soldaten nicht allusehr mit Ruhm bedeckt." — „Der polnische Soldat ist mutiger als Der deutsche. Bekannt ist z. B. die große Streitsucht Der Polen im Frieden. Wo niemand Da ist, mit Dem wir kämpfen können, kämpfen wir eben unter uns. Man hat berechnet, Daß in einem polnischen Dorfe im Laufe Des Jahres mehrere taufenD Fälle schwerer Körperverletzung infolge von Schlägereien Vorkommen." — (lieber Die tatsächlichen Gründe dieser gemeingefährlichen Streitsucht wollen wir mit Herrn Polesinski nicht rechten.) — „Der deutsche Durchschnittssoldat ist ein städtischer Spießer, auf Den in hohem Maße die negativen Merkmale der Seele des Städters paffen." — „Der moderne Krieg verlangt von den Kämpfenden viel Selbständigkeit und Individualität. Das kommt von der starken Verwendung von Feuermitteln auf dem Schlachtfelde. Der Deutsche ist seit alters her an Die Tätigkeit in Der Masse gewöhnt, im Einzelkampf fühlt er bringt die Angehörigen eines fremden Volkes und des eigenen einander näher und hilft so mit, das Netz von Verdächtigen zu zerreißen, das man über uns zu werfen sucht. Arbeit im Dienste Des Außenhandels ist Arbeit am Frieden, feiner Erhaltung uyd Festigung. Oberpräfihent Sauleiter Erich Koch erklärte Dann, die Tatsache Der Deutschen Ostmesse sei ein sichtbarer Beweis Dafür, daß DeutschlanD Den Frieden nicht nur wolle, sondern auch im Frieden seiner Arbeit mit Erfolg nachgehe. 2400 Aussteller seien auf Der Ostmesse vertreten, unD 11 auslänDische Staaten hätten trotz Der Unruhe in Der Welt Den Tokio, 21. August. (DNB. Funkspruch.) Zu Der englischen Verlautbarung über Die Tientsin-Verhandlungen veröffentlicht Das japanische Außenministerium eine Gegenerklärung. England hatte mitgeteilt, daß es in den Tientsiner Wirtschaftsfragen, Die es nicht als rein lokale Tientsin-Angelegenheit ansehen könne, keine EntscheiDung ohne Befragung Dritter Mächte zu treffen in Der Lage sei. Demgegenüber stellt Japan fest, daß es sich bei den japanischen Forderungen — Unterbindung Der Störung Der öffentlichen Sicherheit durch Machenschaften, die gewisse Elemente in der britischen Konzession mit der Papierwährung außerhalb Der Konzession treiben, und die Uebergabe der Silbervor - röte in Tientsin — um rein lokale Tien - tsin - Fragen handele. England habe sich bei Eröffnung der Tokio-Verhandlungen zur Behandlung der Wirt s ch aftsfragen bereiterklärt, sie also nicht von vornherein aus- geschieden. Japan werde daher jedem Versuch Englands, dritte Mächte zu seinen Gunsten gegen Japan aufzubieten, entgegentreten. Außerdem würden dadurch die' zur Erörterung stehenden Fragen nur kompliziert werden. Das Echo in London. Morgen Kabinettssitzung über das Fernostproblem. London, 21. Aug. (Europapreß.) Der englische Außenminister Lord Halifax wird sich am Mon- tagoormittag wieder in London einfinden. Auch Chamberlain, der sich feit dem Beginn der Parlamentsferien in Schottland aufgehalten hat, ist am Sonntagabend nach London abge- r ei ft. Auch wird sich Kriegsminister Höre- Belisha, der einige Tagen in Cannes Ferien genommen hatte, am Montag wieder in London einfinden. Die Rückkehr Der Minister steht im Zusammenhang mit Der für Dienstag angesetzten Kabinettssitzung. Die Lage im Fernen Osten sich unsicher (siehe VerDun, Sommeschlecht, Flandern unD Annaberg). Der Deutsche arbeitet gut in star- ren unD festgelegten Situationen unD paßt sich nur schwer einem häufigen Wechsel an und unterliegt leichter Der Panik." Der polnische Offizier ist nach Ansicht Des Verfassers naürlich wesentlich hochwerttger als Der deutsche. Der deutsche Offizier führt nach Ansicht des Verfassers durch seinen Dünkel unD seine Ein, bildung eine scharfe Trennung zwischen sich und feinen Mannschaften herbei. Hierzu wäre es interessant, Die Aussagen Der 197 polnischen lieber, läufer in Den letzten vier Wochen zu hören: Denn Diese Aussagen gaben zum großen Teil bas Dem Deutschen Offizier zum Vorwurf gemachte Verhalten als GrunD ihres Ueberlaufes an! — Der Verfasser beweist Dann feine Ausführungen mit Den angeblichen Aussagen „zahlreicher" deutscher lleberläufer. So wären am 1. Mai ein Soldat und am 18. Mai sechs Soldaten zu Den Polen übergelaufen. Wie großartig Diese polnische Propaganda fundiert ist, kann man aus einer Mel, Dung Des „Dziennik Poranny" vom 21. Juli erkennen. Diese Zeitungsmeldung berichtet über das Ueberiaufen von fünf deutschen Soldaten Des Heeres. In den Angaben wird auch die Forma- tionszug^hörigkeit bekanntgegeben. Es ist Dabei interessant, Daß es Derartige Formationen, wie sie in Der MelDung angegeben sind, im Deutschen Heere nicht gibt. Im übrigen ist amtlich fest, gestellt, daß diese Meldung Des ,L)ziennik Poranny" in vollem Umfang erlogen ist. Der Verfasser behauptet weiter, Daß es Den Vorfall des lieberlaufens im polnischen Heere über. Haupt nicht gibt. Hierzu kann nur auf die erst kürzlich in Der Deutschen Presse veröffentlichte Mel. Dung nom lieberlaufen Der 197 polnischen Deserteure in Den letzten vier Wochen hingewiesen wer- Den. Es befinDen sich Dabei Angehörige von insge. samt 38 verschieDenen Regimentern, wobei aller- Dings ein Regiment, und zwar Das Schützenregi- ment 11, mit 48 Ueberläufern Den Ruhm • Der Spitzenleistung erhält. Wie genau Der Verfasser unterrichtet ist, geht auch aus seiner Bemerkung hervor, daß Der Deutsche in einem kommenden Kriege des tschechischen Soldaten durchaus unsicher sei. Ist es Dem Verfasser wirklich unbe- könnt, daß tschechische Staatsangehörige im deutschen Heer nicht Dienen unD auch im Kriegsfälle nicht Dienen roerDen? Mit Diesen wenigen Auszügen ist Der Wert Der Broschüre Polesinskis hinlänglich gekennzeichnet. Der Deutsche Soldat wirD diese Einschätzung seiner Werte durch Die Polen zur Kenntnis nehmen. Er wird notfalls durch Die Tat beweisen, wer er wirklich i ft. Ziemlich am Anfang feiner Broschüre schreibt Hauptmann Polesinski: „Die Unterschätzung Des Gegners ist ein Leichtsinn". Herr Po- lefinski scheint selbst sehr leichtsinnig zu sein. Im übrigen läßt sich aus Derartigen Propagandamätzchen nur der Schluß ziehen: Das polnische öolt hat anscheinend viel Optimismus notwendig,' um Den eigenen Mut angesichts des Chauvinismus Der jetzt führenden Schicht in Polen aufrecht erhalten zu können. Weg nach Königsberg zur Dftmeffe, Dem errieten Zentralrnarkt Des Ostens, gefunDen. Der Außen- hanDel DeutschlanDs mit Den Ländern Des Ostens fei von 576 Millionen RM. im Jahre 1934 auf 674 Mil- lionen RM. im Jahre 1938 geftigen. Bei Der Aus- fuhr DeutschlanDs in Die Länder Des Oftens handele es sich zu 99,2 v. H. um Erzeugnisse Der deutschen Jndustriewirtschaft, bei der Ausfuhr Der Länder Des Ostens nach Deutschland um 92 v. H. agrarische Produkte und Rohstof f e. Die Volkswirtschaften ergänzten sich also in natürlicher Weise. In diesen Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zum Osten habe Die Ostmesse die Rolle des Mittlers und Die ostpreußifche Wirtschaft selbst eine wirtschaftliche Brückenstellung. macht der Downing-Street mehr Sorgen, als man nach außenhin zeigt. Japans Antwort auf Die englische Ablehnung, in zweiseitige Verhandlungen über die chinesische Währungsfrage einzutreten, ist am Sonntag zu spät in London eingegangen, so daß die Presse eine Stellungnahme dazu nicht mehr vornehmen konnte. Offenbar liegt in Den Redaktionen das Bestreben vor, die Rückkehr Chamberlains abzuwarten. Der „Dailn Expreß" setzt sich lediglich mit der Drohung japanischer Militärkreise in SüDchina auseinander, wonach der Zusammenbruch der Tokioter Gespräche zu einer Blockade Hong/ t o n g s führen würde. Das Blatt schreibt: „Wir werden dieser Drohung erst dann Glauben schenken, wenn die Regierung in Tokio ihre Unterstützung des Sprechers von Kanton bekanntgibt. Die Japaner werden es sich lange und ernsthaft überlegen, bevor sie eine englische Kronkolonie angreifen. Es würde sie in die ernstesten Verwicklungen verstricken. England hat seine Hände in Europa voll, aber es kann immer noch im Fernen Osten Hiebe austeilen." Ernster Zwischenfall in Schanghai. Schanghai, 20. Aua. (DNB.) Zwischen Vertretern der japanischen Armee, der Marine, der Diplomatie und Vertretern der Nankinger Regierung, der Stadtverwaltung von Groß-Schanghai sowie des Stadtrates der Internationalen Niederlassung fanden Sitzungen statt im Zusammenhang mit einem schweren Zwischenfall, bei dem ein englischer Polizeibeamter der Internationalen Niederlassung von einer durch chinesisches Gebiet führenden Straße aus, Die selbst zur In* ternationalen NieDerlassung gehört, mit einem schinengewehr aus einem Panzerwagen zwei chinesische Polizisten erschossen um* sechs weitere verwundet hat. Der Polizist Der Internationalen Niederlassung Eröffnung der Deutschen Ostmesse in Königsberg. Wirtschaftliche Brücke zu den Ländern des Ostens. Die Krisis der Tientsin-Verhandlungen. Japan gegen Beteiligung dritter Mächte an der Behandlung der Wirtschastsfragen. jedem Leistungsfähige Berufsschulen Führung, die durch seine nachfolgenden Kameraden noch verbessert werden konnte. Erst der zweite Kasseler Zweier mit Klubescheid und Petermann konnte aufholen, aber bei der Wendemarke kenterte das Boot, so daß die Aussichten nicht gerade günstig wurden. Der Zweier setzte in guter Fahrt seine Route fort. Der nachfolgende Gaumeister Grotegut holte für Kassel etwa vier Minuten heraus. Es kam zu einem spannenden Endkampf der letzten Zweier, aber Hanaus Vorsprung war nicht mehr einzuholen. Unter dem Beifall der Zuschauer fuhren die Hanauer Zündel und Schütz den Sieg für ihren Verein heim. Mit 2:41,45 Stunden errang die Paddlerailde Hanau die Siegerplakette und damit auch den Titel eines Gau-Staffelmeisters des Gaues XII. Paddelsport Kassel kam mit 2:44,15 Stunden auf den zweiten Platz. Wiesecker Kanuklub gewinnt in Klasse B. In der Klasse B war die Mannschaft der Paddlergilde Gießen ausgefallen. Dafür beteiligten sich Rothe und Hahn im Zweier der Mannschaft der Gießener RG. 1877. Die Klasse B startete im Wan- dersaltboot die gleiche Strecke wie die ^-Mannschaften. In dieser Klasse standen sich die Mannschaften der Gießener Ruder-Gesellschaft und die des Wiesecker Kanuklubs gegenüber, die sich ein flottes Rennen lieferten. Sieger wurde der über die erfahrenere Mannschaft verfügende Wiesecker Kanuklub mit 3:10,15 Stunden vor der GRG. mit 3:13,03 Stunden. Vereinsführer Dr. E. Schwarz- maier nahm die Siegerehrung vor. freit. Jetzt heiße die Parole „Sos von Kriegsblock". Aussiedlung von Türken aus Jugoslawien. Letzte Sportnachrichten. Gau-Kanu-Staffelmeisterschast in Gießen Sieben Gaumeister geschlagen. Bomben-Lleberraschungen im Tschammerpokal-Wettbewerb Kölner mit einer stark verjüngten Elf zur Stells waren. 5:0 lautete es am Schluß zugunsten der Domstädter. Und dabei war Zimmer, Kurhessens Torhüter, noch der beste Mann auf Kasseler Seite! Ergebnisse aus dem Gau Hessen. FC. Hanau 93 — Freiburger FC. 2:6; VfB. Friedberg — VfR. Schweinfurt 1:2; BC. Sport Kassel — Spv. Kassel 5:2; 1860 Hanau — VfL. Bruchköbel 4:1. Baillet-Latour über die Olympischen Winterspiele Garmisch-Partenkirchen 1940. Die Vorbereitungen, die Deutschland jetzt schon ■ür die Abhaltung der Olympischen Winterspiele 1940 in Garmisch-Partenkirchen trifft, finden die restlose Anerkennung der internationalen Sportkreise. Der Präsident des Internationalen Olympi- chen Komitees, Graf Baillet-Latour, hat einem Mitarbeiter des „Journal" seiner Bewunderung für alles Ausdruck gegeben, was Deutschland in großzügigster Weise, dem Ideal des sportlichen Kampfes getreu, in Garmisch-Partenkirchen verwirklicht. Deutschland habe viel mehr getan, als man in London verlangt habe, wo man Deutschland die Abhaltung dieser Spiele übertrug, so erklärte Graf Baillet-Latour. Besonders begeistert zeigte sich der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees von der Errichtung des grandiosen Stadions, wo künftig die bisher auf dem Rießersee ausgetra- tragenen Eislaufprüfungen abgehalten werden sollen. Unabhängig von den Temperaturschwankungen wird hier eine ideale Möglichkeit geschaffen, bei jedem Wetter, auch bei Tauwetter, unter günstigsten Voraussetzungen die Eislaufprüfungen abzuhalten. Die Arbeiten für den Ausbau des Schi-Stadions, das 150 000 Zuschauerplätze fassen wird; bezeichnete Graf Baillet-Latour als gigantisch. Er erklärte: „Die Ausdehnung der Arbeiten, die finanziellen Leistungen Deutschlands hierfür, die Arbeiterarmee für diese Arbeiten, die schon Anfang Dezember beendet sein sollen, haben mein ehrliches Erstaunen heroorgerusen, und ich habe die Organisatoren dafür lebhaft beglückwünscht." Kurze Gportnotizen. Der Engländer Cotton gewann in Bad Ems wiederum die Offene deutsche Golfmeisterschaft. Er siegte mit 280 Schlägen vor dem Deutschen Georg Beßner (Garmisch-Partenkirchen) mit 291 und dem in Schweden lebenden Engländer Dyer mit 296 Schlägen. Der Frankfurter Stadt-Achter wurde auf dem Main zum 49. Male ausgefahren. Die Frankfurter RG. Germania siegte mit 1% Längen vor Frankfurter RG.-Oberrad und Frankfurter RC. — Den Offenbacher Stadtachter gewann der Offenbacher RD. 74 vor Hellas. Westdeutschlands Wasserballer wur- den in Leverkusen vom belgischen Meister CRN. Brüssel mit 5:3 (1:1) geschlagen, nachdem die west- deutsche Sieben gleich nach der Pause 3:1 geführt hatte. Den Höhepunkt des Fußballturniers im Rahmen der Studentenweltspiele in Wien wird das Zusammentreffen von Deutschland und Italien am Samstag, 26. August, im Wiener Stadion darstellen. Adolf Heuser (Bonn), der deutsche Meister im Halbschwergewichtsboxen, hat erklärt, daß er in Zukunft nur noch im Schwergewicht kämpfen wird, da er das Halbschwergewichtslimit nicht mehr bringen kann. In diesem Jahr wird Adolf Heuser im t übrigen keinen Kampf mehr bestreiten. H. G. Bentley (England) wurde zum vierten Male internattonaler deuffcher Golfmeister. Er besiegte in Bad Ems überlegen den Neuseeländer ' Ward mit 9 und 8. Bei den Frauen siel der Titel ; an die Belgierin Denise Oury, die die Amerikanerin Ruth Woodgard mit 5 und 3 bezwang. Dis Paddlergilde Gießen, die mit der Durch- ührung der 5. Gau-Kanu-Staffelmeisterschaft des Gaues XII (Hessen) beauftragt war, hatte sich wiederum große Mühe gegeben, die Werbewirkung dieser Veranstaltung für den Paddelsport herauszustellen. Auf dem Platz an ihrem Bootshaus war ein lustiges Lagerleben eingerichtet. Es war nicht nur für die Boote, sondern auch für die Sportler und die Gäste in bester Weise gesorgt. Die Wettfahrleitung lag in den Händen des rührigen Vereinsführer Dr. E. S ch w a r z m a i e r , und feine Kameraden der Paddlergilde bildeten auch den reichlichen Mitarbeiterstab. Der Vereinsführer des Ruderklubs „Hassia" hatte wiederum das Motorboot für die Schiedsrichter zur Verfügung gestellt. Die Nachrichtenabteilung unter der Führung von Kamerad E i d t m a n n hat wieder den Blink- und den Telephondienst übernommen. Hanau in Klasse A erfolgreich. An den Start um die Gaumeisterschaft gingen die Mannschaften des Paddelsport Kassel und die Paddlergilde Hanau, Kassel mit dem Gaumeister im Einer- und Zweier-Kajak, Grotegut und Hanau gleichfalls mit erfahrenen Sportlern. Jede Mannschaft umfaßte neun Fahrer und zwei Boote, ein Einer- und einen Zweier-Kajak. Die Strecke führte über je 5 Kilometer, insgesamt über 30 Kilometer. Start war am Bootshaus bet Paddler, die Wendemarke lag hinter der Gleibachmündung. Beim Start geriet der Hanauer Nix in die Gefahr des Kenterns und konnte sich nur durch feine Geschicklichkeit im Boot halten. Trotzdem brachte er seinen Verein m dia vor. Die Gäste wurden bei ihrer Ankunft vom Inspektor der Faschistischen Partei, Professor Dr. B e l l e l i, begrüßt. Zum Empfang hatten sich ferner der Vertrauensmann der faschistischen GJL.- Vereinigung, Professor Mangini und der deutsche Boffchafter in Rom eingefunden. Flämische Heldengedenkfeier bei Dixmuiden. Dixmuiden, 21.August. (DNB.) Am Sonntag wurde die große Wallfahrt des flämischen Volkes zum Heldendenkmal bei Dixmuiden zum 20. Male durcbgeführt. Weit über 100 000 Flamen hatten sich zu der Gedenkfeier am Fuße des Yser- Turms eingefunden, der als Symbol für die im Krieg gefallenen 30 000 Flamen und für den flämi- eben Kampf um die Gleichberechtigung und völkische Selbstbestimmung gilt. Der Vertreter des flä- mischen Frontkämpferverbandes, van R e e t h , erNarte, daß Flandern unter keinen Umständen fein Schicksal mit einem Kriegsblock verknüpfen dürfe. Unter „bem Schlagwort „Los von Frank- reich" hätten bie Flamen bas belgische Volk von ber Mrlitärbienstbarkeit gegenüber Frankreich be- „happig" ausgefallen. Es wird allerdings noch von dem Kölner Ergebnis in den Schatten gestellt. In der Domstadt unterlag der Südwestmeister Wor- matta Worms gegen den VfL. 99 mit sage und schreibe 0:9 Toren. Und dabei hatten die Wormser einen Sturm zur Stelle, der auf dem Papier für einige Tore „gut" war. Es war jedenfalls ein schwarzer Tag für die Nibelungenstädter, die sich in diesem Jahr besonders viel vorgenommen haben. Der Mittemeister Dessau 05 ging auf eiaenem Platz mit 1:2 gegen die Berliner „Veilchen ein, und der Sudetenmeister zog gegen die Leipziger Sporffreunde mit 2:3 den kürzeren. Von den süddeutschen Mannschaften, die die erste Schlußrunde siegreich überstanden, zeigte vor allem die Frankfurter Eintracht (abgesehen von Waldhof und Neumeyer) meisterhaftes Können. Sie war im Gau Mittelrhein beim SD. Beuel zu Gast und siegte eindrucksvoll mit 5:0 (3:0). Der FSV. Frankfurt setzte sich in einem zeitweise sehr harten Spiel mit 5:3 gegen den Köln-Mülheimer SV. durch, Borussia Neunkirchen bezwang den in die Bezirksklasse abgestiegenen VfL. Benrath mit 4:1, und der 1. FC. Nürnberg war beim FC. Sinaen mit 5:1 erfolgreich, nachdem der Gastgeber bei der Pause noch 1:0 geführt hatte. Kurheften Kassel kam gegen den Mittelrhein-Meister Sülz 07 nicht auf, obwohl die . B e I g r a b , 19. August. (Europapreß). Zwischen ber jugoslawischen und türkisechn Reaierung ist ein Abkommen erzielt worden über die Auswanderung der in Jugoslawien ansässigen Türken in die Türkei. In Südserbien und Maze- bonien leben etwa 300 000 Bauern. Landbesitzer, Hanbwerker unb Kaufleute türkischer Nationalität, bie während ber vierhunbertjährigen Herrschaft der Türken in diese Länder eingemanbert sinb. Das Abkommen sieht nun keine zwangsweise Uebersied- lung dieser in die Türkei vor, will aber durch verschiedene Begünstigungen die Auswanderung erleichtern. In dem Abkommen wird auch die Entschäbiguna dieser Auswanderer für ihre in Jugoslawien verlassenen Ländereien und Besitz- tümer aeregelt. Aus diese Weise wird die jugoslawische Bevölkerung in den südlichen Gebieten des Staates national einheitlicher. rufsfchulen und ihre gesonderte Beschulung. Auch die Frage der sog. Provinzial-Meister- k u r s e sei aufgetaucht, Kurse zur Weiterbildung von Meistern und Gesellen im Zusammenhang mit Meisterschulen für das Handwerk oder größeren Berufsschulen. Es wäre vielleicht zweckmäßig, solche Kurse als gemeinschaftliche Einrichtungen der Städte bzw. der Provinz und des Staates unb bes Handwerks zu organisieren. Auch die Werkschulen, für die große Unternehmungen verstärktes Interesse zeigten, erwähnt ber Referent. Auf diese Weise würben die öffentlichen Berufsschulen beeinträchtigt. Ziel der Staatsführung werde es grundsätzlich sein müssen, das öffentliche berufsbildende Schulwesen des Staates und der innerstaatlichen Selbstverwaltungskörper beisammenzuhalten und auszubauen. Es dürfe nicht eine Aufteilung au alle möglichen wirtschaftlichen Organisationen, Parteistellen unb Unternehmungen kommen. Der Staat behalte bie Berufsschulen nur dann fest in der Hand, wenn Rechts- und Finanzttägerschaft Usw. leistungsfähigen kommunalen Gebietskörperschaften übertragen sind, die dem Staat verantwortlich sind. Selbstverständlich müsse für leistungsfähige kommunale Berufsschulträger gesorgt werden, die ein ausreichend fachlich gefiedertes Schulwesen tragen können. Außerhalb der größeren und mittleren Städte werde also in erster Linie die Kreis- oder auch die Zweckverbandsberufsschule anzustreben sein. Im übrigen seinen alle Maßnahmen ju fördern, die das akttve Interesse der Organisationen der Wirtschaft, der DAF. und anderen Beteiligten am Gedeihen ber Berufsschulen stärken könnten. Es empfehle sich, maßgebliche Persönlichkeiten zu diesem Zweck als „F a ch b e i r ä t e" zur verantwortlichen praktischen Mitarbeit bei Ausgestaltung unb Betrieb der Schulen zu berufen. Wie „Der Gemeindetag" berichtet, hat auf einer Berufs- unb Fachschultagung des Deutschen Ge- meinbefages der Beigeordnete Meyer ° Lül - mann die Wünsche der Gemeinden nach Schas- ung leistungsfähiger Berufsschulen zusammengefaßt. Er ging davon aus, daß Ministerialdirektor Staatsrat Schmeer eine Aenderung des bisher unorganisch aufgebauten Fach- und Berufsschulwesens als notwendig bezeichnet habe. Das deuffche Berufsschulwesen verdanke seine Entstehung und viel- ach muftergülti$e Entwicklung zum größten Teil der Aufbauarbeit, die die Gemeinden und Ge- meindeverbände im engen Einvernehmen mit den Organisationen der Wirtschaft und der DAF. geleistet haben. Obwohl heute nach dem Reichsschul- fflichtgesetz für alle Jugendlichen die Berufschulpflicht bestehe, fehle es einstweilen an einer gesetzlichen Verpflichtung zur Errichtung und Unterhaltung der Berufs- chulen. Ein künftiges Reichsgesetz werde dies zu ordnen haben. Die Gemeinden hätten nicht nur die Pflichtberufsschule geschaffen, sondern im Zusammenhang mit ihr und einem vielgestaltigen Fachschulwesen auch ein weitverzweigtes System von freiwilligen Fachlehrgängen zu- ätzlicher, ergänzender oder weiterführender Art ins Leben gerufen. In neuester Zeit seien nun Erscheinungen hervorgetreten, die auf eine Durchlöcherung des Grundsatzes der öffentlichen, von den Gemeinden unb -verbänden errichteten und betriebenen Berufs- chule hinauszulaufen und die Gefahr der Zer- plitterun g hervorzurufen schienen. Hierzu gehörten die Fragen der sog. zusätzlichen B e - rufsfchulung und fördernden Berufserziehung sowie Abbröckelungstendenzen im handwerklichen Sektor. Der Reichsinnungsverband des Baugewerbes z. B. erftrebe die Herausnahme feiner Lehrlinge aus den allgemeinen Befall vorher selbst angegriffen unb verwundet worden {ein. Es heißt, daß bie japanischen Offiziere drastische Maßnahmen beschlossen haben, um „bie öffentlich bekundete japan- feindliche Haltung ber Nieberlassungsbehör- ben, in benen englischer Einfluß vorherrschenb ist, zu unterdrücken". In amtlichen japanischen Kreisen wird kein Zweifel darüber gelassen daß man die Lage alssehrernst ansieht, denn '.England habe mit diesem brutalen Mord" seine in Tokio „gegebenen Versprechungen gebro - ch e n". Werschwemmung in Tientsin. Tientsin, 20. Aug. (Europapreß.) Man befürchtet die Ueberschwemmung der japanischen, englischen und französischen Konzession in Tientsin, nachdem in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Deiche des Peiho an vielen Stellen brachen oder sich als zu niedrig erwiesen. Am Sonntagabend stieg das Hochwasser noch weiter an. Der Stadtrat der englischen Konzession hat den Ausnahmezustand erklärt. Alle zur Verfügung stehenden Kräfte sollen eingesetzt werben, um bie Deiche zu erhöhen. Die Deichbrüche auf ber Süb- feite bes Flusses haben bereits in ber Nacht zum Sonntag verheerenbe Folgen gezeitigt. Viele Taulende von Chinesen suchten in den ausländischen Niederlassungen Unterkunft. Die Chinesenstadt ist stellenweise meterhoch überschwemmt. Don den japanischen Wachposten an der Grenze der englischen Konzession wurde am Sonntagmorgen dem Grenz- oerkehr etwas mehr Spielraum gegeben. So konnten mehrer Kraftwagen mit Lebensrnitteln ohne die übliche Durchsuchung die Sperre passieren. Lücken in der englischen Rüstung. London, 20.Aug. (Europapreß.) Der Beschlußes Kriegsministeriums, von dem am 15. September fälligen zweiten 40 000-Mann-Schub an Milizmännern nur 8900 einzuziehen und am 15. Oktober weitere 18 000 einzuberufen, wirb von Daß es in der ersten Schlußrunde des Tfcham- merpokal-Wettbewerbs nicht ohne Ueberrafchungen abqehen würde, war von vornherein Zu erwarten, aber die Tatsachen haben doch in dieser Hinsicht tue kühnsten Erwartungen übertroffen. Nicht weniger als sieben Gaumeister blieben aiff ber Strecke, und zwar Admira Wien (Ostmark), 1. 3^- 05 Schweinfurt (Bayern), DfR. Mannheim (Baden) Wormatla Worms (Süüwest), Kassel 03 (Heften), NS-Tgd. Warnsdorf (Sudetenland) unb SD. 05 Dessau Mitte) Bemerkenswert habet ist, daß fünf Gau- meister' auf eigenem Gelänbe geschlagen mürben, unb zwar von Mannschaften, gegen bie sie als Favoriten gestartet waren. Die Wiener Abmira, ber Endfp:elgegner Schalkes in der deuchchen M-lster. fcha t, hatte zwar wieder Platzer im Tor (ber [ogar ganz ausgezeichnet hielt!), aber die Mannschaft hat sich doch noch nicht wieder gesunden und muß e der tüchtigen Waldhof-Els mit 1:0 benSteg überladen. Bayerns Meister ging gegen Wacker Wien in ber Serlänqerunn ein, nachdem er anfangs 2:1 geführt hatte, und auch Badens Meister zag gegen Westende Hamborn, einen spielstarken Vertreter des Nieder- rhetn-Gaues, mit 2:3 den kürzeren. Kastel 03, Hessens Meister, konnte ermartungs- gemäß bei der Nürnberger Neumeyer-Elf nichtbe- stehen, aber das Endergebnis (3:7) ist doch etwas Drei tödliche Bergunfälle. In den Allgäuer Bergen stürzte am Heilbronner See ber 18 Jahre alte Abolf Geifel- harbt aus Stuttgart töblich ab. Er fiel 70 Meter tief in bas Geröll. Die Leiche würbe geborgen j:nb nach Dberftborf gebracht. Geifelharbt hatte bie Tour in Begleitung seiner Schwester Unternommen. Der Bergwachtmann Hubert aus Dberftborf erlitt bas gleiche Schicksal in ber Schnek-Ostwanb. Er würbe von Kameraben tot geborgen. 3n ber Tret» tach-Ostwanb kam ebenfalls am Sonntag ber 18 Jahre alte Hans Hofmann, ber bie Wand bestiegen hatte, ums Leben. Er fiel vom Ostgrat in bie Wand ab. Die Leiche würbe noch nicht ge- funben. Der Linzer Mörder gestellt und Im Feuerkampf erschossen. Wie die Kriminalpolizei-Leifftelle München mitteilt, fft der flüchttge Linzer Mörder Karl Raders in der Nacht zum Samstag in Nieder-Waldkirchen (Kreis Niederdonau) gestellt und erschossen den englischen Militärfachleuten als Beweis für das unorganische Arbeiten der zuständigen Stellen heft tig angegriffen. Offiziell heißt es, Oie Hinausschiebung der Einziehung sei herbeigeführt worden durch bie Knappheit an zur Verfügung stehenden Militärlagern und. an Ausbildungsoffizieren, die zum großen Teil an den im Augenblick stattfind end en Mari övern des stehenden Heeres und der Reserve teilnehmen. Die Presse läßt diese Entschuldigungen jedoch nicht gelten und schreibt, man könne nicht mehr bestreiten, daß bei der Aufstellung der Milizen j e i) r viel Durcheinander geherrscht habe. Der Militärkorrespondent des „Observer" spricht sogar von einer „Konfusion bei der Aufnahme unb Ausbilbung ber im Juli Eingezogenen". Auch habe es das Kriegsministerium an Weitblick schien saften bei der Vergebung der Bau-Aufträge. In ber englischen Presse werben weitere Besorgnisse wegen ber nicht den Erwartungen entsprechen- )en Meldungen von Freiwilligen zu den »erschiedenen Hilfsbienstzweigen taut. Nach Angaben fr-es „Daily Telegraph" fehlen für die Zivilverteidigung insgesamt rund 350 000 Mann. Der erste Zu- trom an Freiwilligen habe viele Untaugliche enb i alten. In der letzten Woche seien die Meldungen ,chr stark zurückgeganaen. Sie beliefen sich im ganzen Lande auf 24 000 Mann gegenüber einem Dochendurchschnitt von 100 000 Mann im vergangenen April unb 50 000 während der übrigen Zeit. Um wenigsten befriedige die Lage in Glasgow, mo sich insgesamt nur 17 000 Freiwillige gemeldet Men, während 36 000 benötigt würden. Aehnlich 'iehe es mit Mancheste r. Auch in London fielen die Lücken noch groß. Hier würden weitere 20 000 Luftschutzwarte, 11000 freiwillige Sanitäter, H5000 Luftschutzhelfer verschiedener Art und 20 000 .hilssseuerwehrleute gebraucht. Oer Annunziatenorden für Graf Ciano Rom, 19.August. (Europapreß.) König Viktor 'Emanuel III. hat dem italienischen Außenminister Gras Ciano in ausdrücklicher Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste mit einem besonderen Schreiben den Annunziatenorden verliehen. Die Träger dieses höchsten italienischen Ordens erhalten die Bezeichnung Vetter des Königs. Die römische Presse erklärt "dazu, durch diese Auszeichnung sei ein tapferer Soldat und erfolgreicher Staatsmann geehrt worden. Auf den Schlachtfeldern in Abessinien habe Graf Ciano zahlreiche Beweise seiner Tapferkeit gegeben. Als Außenminister habe er das Prestige der italienischen 'Nation in der Welt gemehrt und sich für die Unter- sstützung Rationalspaniens eingesetzt. Mit großem 'Geschick habe Graf Ciano sich für den Abschluß 'des politischen unb militärischen Bünbnisscs mit । ! Deutschland und für bie Festigung ber Achse ein«- l !gesetzt. Ferner habe er bie Vereinigung Albaniens imit Italien durchgeführt. Graf Ciano sei heute der Außenminister eines größeren Jta- Utens, das fest und unbesiegbar die zu seinem lLeben in ber Welt erforderlichen Positionen im Mittelmeer unb auf ben Weltmeeren beanspruche. Graf Ciano in Albanien. Rom, 19. Aug. (Europapreß.) Dem italienischen Außenminister Graf Ciano wurde bei seinem Einreffen in Tirana ein begeisterter Empfang bereitet. In einer Rebe auf bem Rathausvlag kündigte Gras Ciano einen baldigen Besuch des Duce in Albanien an. Graf Ciano weihte sodann )'ie Arbeiten für das große Olympia-Stadion und ^as neue Gebäude des Regierungsstatthalters in Tirana ein und begab sich hierauf nach D u r a z z o, so er der Grundsteinlegung einer neuen Wasser- Isitung beiwohnte. Abends ehrte die Bevölkerung Ourazzvs Graf Ciano durch einen Fackelzug. Km Sonntagmorgen traf Graf Ciano an Bord des Lreuzers „Herzog der Abruzzen" mit einer Flotten- iiivision in 23 a lo na ein, wo er ebenfalls der Grundsteinlegung für öffentliche Bauten beiwohnte. . Er besichtigte auch einen Sanitätszug, der auf seiner Eahrt durch Albanien zahlreichen Kranken Hilfe ge- iiracht hatte. Graf Ciano begab sich dann nach San Giovanni di Medua und nach Skutari i-ir Grundsteinlegung für weitere öffentliche Bauten. Gauleiter Wächtler in 5tom. Der Reichsleiter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, traf in Begleitung feiner Gattin tnb mehrere Hauptstellenleiter mit dem Flugzeug im R o m ein, um auf Einladung des Präsidenten ter faschistischen Erziehungsorganrsation Einrichtun- c=n der faschistischen Schulerziehung kennenzulernen. Las Programm sieht einen viertägigen Aufenthalt ii Rom sowie einen Besuch Orvietos, wo sich die l:lschistffche Akademie befindet, der Ausländeruniver- f tät Perugia und der Städte Littoria unb Sabau- Aus aller Welt. Friedrich Griefe erhielt den mecklenburgischen Schrifttumspreis. DNB. Doberan, 19. August. Zum 4. Doberan er Dichtertage waren alle namhaften Dichter des niederdeutschen Raumes sowie die ostpreußische Dichterin Agnes M i e g e i ,unb der deutsch- schweizerische Dichter Jakob Schaffner erschienen. Zum ersten Mal wurde der durch Gauleiter und Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt gestiftete „M ecklenburgische Schrifttumspreis" verkündet, den der Dichter Friedrich Griese erhielt. Der Dichter Moritz Jahn (Göttingen) sprach über die niederdeutsche Sprache als Ausdruck niedetdeutschen Wesens. Der Dichtertag findet in einer mehrtägigen Ostpreußenfahrt seinen Aus klang. Schwere Gewitter in Frankreich fordern drei Todesopfer. Nach einer sehr heißen Woche gingen am Sonntag über Frankreich zahlreiche Gewitter, teils von Wolkenbrüchen begleitet, nieder, die an verschiedenen Stellen empfindlichen Schaden anrichteten. Besonders schwere Gewitter sind unweit von Lisieux in der Normandie und in der Umgebung von Bordeaux zu verzeichnen. In Bordeaux schlug der Blitz in ein Haus, das zusammenstürzte unb einen Mann unter sich begrub. Er konnte nur als Leiche geborgen werben. Ferner wurde ein Radfahrer von einem Blitz getroffen und getötet. In Kembs im Elsaß wurde ein Mann vom Blitz erschlagen, ber unter einem Baurn Schutz gesucht hatte. GLORIA I Erstaufführung Heute Montag im 69. Lebensjahr. per sofort gesucht. 5661D 04033 5664D Bleichstratze 8. | LUCHTS PME LH AUS zugsstoffe 5662D Der Vorstand. 04035 Erstaufführung Heute Montag Willi Fritsch ■ Viktoria v. Ballasko DIE u Zum Braten 566QD NORDSEE: «ovdsee, Gießen | PQLPST Giessen sofort gesucht. Bahnhofffr.68 II Regle: W. Klingler In tiefer Trauer: Karl Dött Mathilde Dött, geb. Bierau Ilse und Ute Dött Jetzt sind Fettbücklinge Zuverlässige Halbtags- Hilfe! Nene Üla-Tonwoche und Beiprogramm. Täglich 4, 6 u. 8.30, Sonntags 3, 5.30 u. 8.30 Uhr. 5653A Diese zarte und empfindsame Geschichte einer Liebe nimmt gefangen. Sie erfüllt und ergreift wie eine schöne, von allen menschlichen Gefühlen durchpulste Dichtung - ja, sie ist eine Dichtung, ein dramatisches Gedicht in BildernI Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher kultur zeigen. In Kairo hat der bisherige Ehef des Königlichen Kabinetts, Ali Mäher, die neue Regierung gebildet, in der Ali Mäher außer dem Präsidium das Innen- und das Außenministerium übernimmt. Ebenso wie der früheren Regierung gehören auch dem neuen Kabinett fünf Mitglieder der Bäckergeselle zum 3. 9. oder auch später ges. Bäckerei Bende, Crednerstratze 34 Keine Zeugnisse in Urschrift Umbern nur Zeugnis, abschristen dem Be» Werbungsschreiben bet« legen! — Lichtbilder undBewerbuugsunter- %gen müllen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerbers trauen I Kleine politische Nachrichten. Der polnische Ministerpräsident S l a d o w s k i besichtigte die PosenerKreise Jarotschm, Ostrowo, Kalisch und Turek. Der Minister interessierte sich besonders für den Stand der Straßen und die Bauinvestitionen. * Einer Einladung der italienischen Regierung fol- aend begibt sich der Reichsminister der Finanzen Graf S chwerin von Krosigk zu Einern Die Lüge einer Mutter, ihr tragischer Kampf um das Glück ihres Kindes bilden den Beweggrund der dramatischen und ergreifenden Handlung dieses Films. Hilde Krahl bietet als schwergeprüfte junge Mutter eine faszinierende Leistung reifer Darstellungskunst, die zu einem menschlich stark berührenden Erlebnis wird. a^^»-,ni»Gerichtsvollz. i.Gießen MllllMWiesenstr. 2, Tel. 3108 nationalistischen Saadisten-Partei an. Die Ber- fassungsliberalen, die eine Beteiligung ablehnten, stellten eine Unterstützungspolitik in Aussicht. General Queipo de Llano, der Chef der spanischen Militärmission, ist mit dem Dampfer „Augustus" von Barcelona kommend in G e n u a ein» getroffen. Am Samstag reift General Queipo de Llano nach Rom weiter. ganz besonders schön 250 gr 22 Pf- Haarausfall? Schuppen? — Dann nur die Ottve-Methode! Wirkung überraschend! RM. 1.85 5064D Salon Bnchbercer, Abteilung Parfümerie, am Bahnhof. Alleinverkauf für Gießen worden. Raders, der am Donnerstag zwei Kriminalbeamte und einen Gendarmen niederschoß, hielt sich in einem Wohnwagen verborgen, wo er offenbar einen Teil der Nacht verbringen wollte. Als er umzingelt wurde, eröffnete er auf die Einheiten der ^-Totenkopfverbände das Feuer, das von diesen erwidert wurde. Hierbei fand Raders den Tod. * Die Identität des Garmischer Raubmörders ist inzwischen geklärt. Es handelt sich bei ihm um den am 19.November 1912 geborenen Erich Glaser aus Wien, der also mit dem Linzer Mörder, der in Nieder-Waldkirchen gestellt und erschossen wurde, nicht identisch ist. Richtig aufbewahrt verdirbt kein Winterobst. Die beste Lagerung geschieht in einer Obsthorde. Sie nimmt wenig Platz ein, weil sie sich übereinanderstellen läßt.Solche Obsthorden sind preiswert bei J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145 - 2146 ,5658P Wetterbericht Der Zustrom subtropischer Warmluft ließ im Verein mit kräftiger Sonneneinstrahlung die Temperaturen in den letzten Tagen wieder auf hochsommerliche Werte ansteigen. Dabei kam es in unserem Gebiet alltäglich irgendwo zu Gewitterbildungen, wobei aber im Grunde der Schönwettercharakter unverändert anhielt. Inzwischen hat sich über West- und Südwesteuropa starke Störungstätigkeit eingestellt, die auch auf unser Wetter von Einfluß sein wird. Eine durchgreifende Verschlechterung ist jedoch auch jetzt noch unwahrscheinlich. Vorhersage für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd, verstärkte Neigung zu gewittrigen Niederschlägen, warm und schwül, Winde meist um Süd. ______________ Schönen Hellen Kaum für Werkstätte geeignet, sowie fagettanm im Südviertel zu vermieten. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gieß. Anzeig. [sesrD Ein neuer großer Ufa-Film mit KARL MARTELL-GRETHE WEISER PAUL BILDT • PAUL OTTO Spielleitung: GERHARD LAMPRECHT mehrtägigen Staatsbesuch nach Rom und Florenz. Der rumänische Hauptmann Paulrus, dessen dessen Kuriergepäck am Freitag gestohlen worden war ist in der Nacht zum Samstag an den Folgen seines Selbstmordversuches im Krankenhaus ge- Wir kaufen laufend (sesvD Münster i.Westf, z.Z. Gießen (Stephanstraße 45), den 21. August 1939. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 22. August, um 14 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Tapetenreste wie immer sehr günstig tm Preis Tapetenhaus Ferdinand Nennstiel Sohn Gartenstraße 10 Telefon 3636 Ein neuer, packender Tobis-Film mit Hilde Krahl Ernst v. Klipstein Elisabeth Fllckenschlldt Jaspar v. Oertzen Paul Dahlke Heinrich Schroth Otto Gebühr Reichsminister Dr. Dorpmüller hat den Leiter der Fremdenverkehr im ReichsmlNisterlum -■-** m-----,anda Dr. Fritz Garagenhof Mühlidi (modernster Garagenbetrieb) Steinstraße Ecke Ederstraße Einzelboxen RM. 12.50 Auskunft bei Mühlich, Dammstraße 22 / Telefon 4314 5620D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag, dem 20. August, infolge eines tragischen Unglücksfalles unsere liebe, gute, unvergeßliche Tochter, Schwester und Enkelkind Fräulein Lina Schäfer im blühenden Alter von 16 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: Karl Schäfer, Schmiedemeister und Familie Katharine Stumpf Wwe. Reiskirchen, den 21. August 1939. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, dem 22. August, nachmittags r/-3 Uhr. 1871-1921 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Adolf Dött in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 21. August 1939. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 22. August, nachmittags 2 Uhr statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. B.W.Rinn, Bangesghäft, Hitlerwall 12 Wir suchen für unsere Werkskantine mit täglich 120-150 Mittagessen einen tüchtigen, selbständigen Koch bei guter Behandlung und Bezahlung. Eintritt kann sofort erfolgen. Schriftl. Angebote u. 5651D an den Gießener Anzeiger. 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August: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 19,9 Grad: am 21. August: morgens 16,5 Grad. Maximum 27,5 Grad, Minimum heute nacht 14,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. August: abends 24,4 Grad: am 21. August: morgens 21,7 Grad. — Niederschläge 7,5 mm. — Sonnenscheindauer 10 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlfche Universitatz. druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mo- natsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zu. stellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel, Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. 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Tüchtiger lastwagendiaiiffeur Eisenbahn-F ahrbeamten-V erein Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes Ph.Volk Oberschaffner i. R. in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag, 22. August 1939, nachm. 3.30 Uhr in Klein-Linden statt. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vereinsführer W Mädchen zu vermieten. - - Näh. Carl Haas Piano sehr gut erhalten, AntikSchrankm. Säulenaufsatz, Antik Kommode m. gr. Spiegel, gr.Schrank.reich geschnitzt, groß, massiv. Eichen- Wäscheschrank, 1 gr. Schrankkoffer zu verkauf. Schr. Ang. unt. 04043 a.d.G.A. [Verschiedenes | Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer, die alle Naturfreunde und Dogeiliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter MMMlern u.SeeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen NordseekLste. - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern noch wundervollen Natur- aufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. 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ZU im von großer Eleganz und Sicherheit der Ausführung owie manchen begeisterten Abgang zu bewundern. Die Leitung lag in Händen von Bettin (Wieseck). Die Turnerinnen von Heuchelheim warteten mit ihrem „Chorischen Marschtanz" auf, vier Turnerinnen des Mtv. zeigten neue Hüpfübungen von klarer turnerischer Linie, Wiesecker Turnerinnen erwiesen sich in einem harmonischen Volkstanz als ehr sicher und bewiesen gleichzeitig sorgfältigste Uebungsarbeit. Turnerinnen von Alsfeld boten einen Wiener Walzer. Kameraden vom Radfahrerverein Großen-Linden ernteten mit einem Dierer-Einrad- Reigen und G a ß m a n n (Großen-Linden) mit einem Einer-Kunstfahren verdienten Beifall. Bürgermeister König und Ortsgruppenlsiter Schütz beschlossen den anregenden Abend mit kurzen Ansprachen, die in der Führerehrung aus- klangen. schoß hier wieder einmal den Vogel ab und erschien mit etwa 100 aktiven Teilnehmern. Hitler-Jugend und Kameradinnen im BDM. kamen aus weitem Umkreis herbei. Die beiden festlichen Tage von Grünberg waren Kampftage erster Ordnung und ein einmütiges Bekenntnis zur Sache des Reichsbundes. Die Reichsbundkreisführung und der ausrichtende Turnverein Grünberg hatten unter tatkräftigster Unterstützung der Partei und der Stadtverwaltung keine Mühe gescheut, um dem Fest den rechten Rahmen zu schaffen. Das ununterbrochen günstige Wetter kam der edlen Sache sehr zustatten. Grün- berg prangte in reichem Flaggenschmuck. Diele bunte Wimpel, wie man sie vom Gallusmarkt her kennt, flatterten über Straßen und Gassen. Auf der Käswiese waren alle Vorbereitungen für die Durchführung der Wettkämpfe getroffen. 10 Sprunggruben, 7 Plätze für Kugelstoßen, Laufbahn mit elektrischer Messung, 6 Barren, 7 Pferde, Schwebebalken und mehrere Recks standen bereit. Ein Festzelt war aufgeschlagen. Leider erwies es sich als zu klein. Ein Vergnügungpark fehlte auch nicht. Schon am Samstag weilten viele — rund 500 — Wettkämpfer und Kampfrichter im Städtchen. Der größte Teil fand in Privatquartieren gastliche Aufnahme. Für die Wettkämpfer des Festes waren zahlreiche schöne Ehrenpreise durch die Landräte der Kreise, durch die Stadtverwaltung und durch zahlreiche Firmen gestiftet worden. Kampfrichtersitzungen am Samstag vermittelten letzte Anweisungen. Nach einem kurzen, regenlosen Wärmege- Nach der Mittagspause wurde zu einem Aufmarsch durch die Stadt angetreten, der als äußeres Bild den Höhepunkt des Tages darstellte. Die Gliederungen der Partei marschierten voraus, der Kreisführer und der Stab feiner engeren Mitarbeiter folgten, farbenfreudige Fahnengruppen schlossen sich an, und bann folgten, nach Kreisen geordnet, die aktiven Wettkämpfer und Wettkämpferinnen, die verschiedenen Mannschaften, Schwerathleten und Radfahrer, die Spielmannschaften in ihrer bunten Kleidung und die Turnerinnen in ihrer schneeweißen Gleichtracht. Die Bevölkerung der Stadt Grünberg und die vielen Zuschauer, die aus weitem Umkreis in das Städtchen tarnen, bildeten einen lebendigen Rahmen. Der Aufmarsch war eine schöne Werbung für die Sache der Leibesübungen im NSRL. Der Marsch führte durch nur wenige Straßen zum Festplatz. Nach der Ankunft auf dem Festplatz säumte bald eine nach Tausenden zählende Zuschauermenge die weite Fläche. In raschem Wechsel traten nun die Vereinsriegen zu ihren Vorführungen an und gaben einen Einblick in die Vielfalt der Arbeit, die m den Vereinen möglich ist. Handballkampf, Fußballkampf und Staffelläufe sowie leichtathletische Wettbewerbe folgten. Freiübungen der Frauen bildeten den Abschluß der Vorführungen. Io. Hörnsheim — Io. Lützellinden 4:2 (2:2). Das Handballpokal-Endspiel um den vom Kreisführer gestifteten Wanderpreis gestaltete sich zu einer einzigartigen Werbung für den Gedanken Westen und verhieß einen schönen Sonntag. Erste Wettkämpfe am Samstag. Die Zwölfkämpfer traten zuerst in Aktion. Sie bestritten die volkstümlichen Hebungen. In rascher Folge wurden von denWettkämpfern der 100- Meter-Lauf, der Weitsprung und das Kugelstoßen erledigt. Auch die Basketballspieler hatten ihr Turnier begonnen. Die Mannschaft von VfB.-R. schlug sowohl die Mannschaft von Mtv. Gießen (20:16) wie auch die des Tv. Heuchelheim (32:14). Mtv. schlug Heuchelheim' 30:12 und 1900 konterte die Heuchelheimer gar mit 20:3 nieder. Die Schützen begannen ebenfalls. witter war der Samstag bei schönstem Wetter Ende gegangen. Blutrot versank die Sonne Schöffmann (Wieseck) bei einer ausgezeichneten Hebung am Reck. .......... ...... für Vereine ohne Winterbad ausgeschrieben. Es gab eine Reihe von harten Kämpfen, bei denen gleichzeitig zu erkennen war, daß innerhalb des Kreifes eine stattliche Anzahl Schwimmer von hervorragendem Leistungsdurchschnitt vorhanden ist. Heber 100 Meter Kraul der Klasse II dominierte der Gießener Heinz Hofmann, in der Klasse III sicherte sich der Wetzlarer B r e i t b a ch den Sieg. Auch über 100 Meter Brust fiel der Sieg an einen Wetzlarer. Ein schönes Rennen gab es über 50 Meter Brust für Männer (Vereine ohne Winterbad). Der Grünberger Wen- z e l kam in der guten Zeit von 43 Sekunden zum Sieg. Eine schöne Leistung zeigte der Grün- bcrger Bademeister Wolf, der 40 Meter tauchte, und zwar in 38 Sekunden. Ein anderer Schwimmer, der sich in der Bahn vertat, blieb zu lange unter Wasser und mußte herausgeholt werden. Er wurde rasch wieder zum Bewußtsein gebracht. Im Kunstspringen wurde der Wetzlarer Baumgartner überlegener Sieger. Schüler sprang außer Sonntag: Kampftag erster Ordnung. Die Nacht zum Sonntag war kurz. Als der Weckruf des Musikoereins Grünberg um 5.30 Hhr in den Gaffen erklang, war kaum die Sonne über den Horizont heraufgekommen. Bald waren die Straßen des Städtchens, das sich in der Hellen Morgensonne und im Schmuck der Fahnen, Wimpel und des frischen Grüns an vielen Häusern m schöner Festlichkeit darbot, von regem Leben erfüllt. Der bunte sportliche Dreß beherrschte das Straßenbild. Alles strebte den Wettkampfstütten, insbesondere dem Festplatz, zu. Nach der Flaggenhissung traten die Mehrkämpfer und Kämpferinnen zu ihren Hebungen an. Die Zwölfkämpfer bestritten nun ihre (Geräteübungen in Pflicht und Kur und die Bodenübungen. Die Frauen traten 3umCT~c9“atnPj an, zeigten ebenfalls ihr Können an Pferd und Barren, begeisterten mit edlen Haltungs- und Bewegungsübungen am Schwebebalken die Zuschauer, ließen in den Keulenübungen die gute turnerische Schulung erkennen, kämpften, im Weitsprung und im Vollball-Weitwurf, im Laufe und m den Hebun- gen an den Ringen um die beste Leistung. Die Männer bestritten außerdem einen Zehnkampf, bet dem an Stelle der volkstümlichen Übungen der Wettbewerb an den Ringen trat Schließlich aber trat die große Zahl der Dreikämpfer auf den Plan; Hunderte von Teilnehmern lagen hier im Wettstreit des Handballs. Viele taufend Zuschauer verfolgten die hervorragende Spielweise beider Mannschaften, den letzten Einsatz und die jederzeit ritterliche Kampfweise. Es wird viele der interessierten „Kenner" gegeben haben, die vielleicht Lützellinden als Favoriten sahen. Auf den ersten Blick schienen gerade sie recht zu behalten, zumal Hörnsheim auf zwei gute Spieler verzichten mußte. Wenn auch Lützellinden ersatzgeschwächt antrat, so war die Durchschlagskraft vor allem seiner Fünferreihe durch das Mitwirken von Will gegeben. Der Spielverlauf erbrachte dann aber doch eine Heberraschung. Hörnsheim zeigte die geschlossenere Mannschaftsleistung, war vor allem vor dem Tor viel wendiger und verstand es auch, die gebotenen Chancen auszunutzen. — Auf der anderen Seite vermißte man die unbedingt notwendige Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile und einen gesunden Drang nach dem gegnerischen Tor. Das aber hat das Spiel entschieden. Mit dem Tv. Hörnsheim hat der wertvolle Preis einen würdigen ersten Besitzer gefunden, der dank seines Einsatzes und seiner nimmermüden Einsatzbereitschaft verdient gewann. FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg gegen $13.06 Alsfeld 4:0 (2:0). Ein Spiel, das zu jeder Zeit auf technisch hoher Stufe stand. Beide Mannschaften befleißigten sich, ihr Können an den Tag zu legen. Die Zuschauer verfolgten aufmerksam und gespannt die einzelnen Kampfhandlungen. In der ersten Halbzeit erzielte Am Abend fand die große Veranstaltung mit •iner Feierstunde in der Turnhalle ihren offiziellen Auftakt. Die Feierstunde wurde durch Kreisdietwart Dr. Römer gestaltet und durch Angehörige der Gliederungen der Partei getragen. Unter dem Leitgedanken „Deutschland, unser Weg und Ziel", wurde n Wort und Lied das neue Streben in unserem Vaterland, durch Leibesübungen ein wehrhaftes Volk zu schaffen, zum Ausdruck gebracht. Worte der Einzelfprecher, Lieder der Hitler-Jugend und des BDM. sowie ernste Musik (Musikoerein Orunberg) Höften sich in- sinnvoller Folge ab. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied, fand die Feierstunde ihren Abschluß. Unter stärkster Beteiligung der Grünberger Einwohnerschaft fand schließlich der eigentliche Festabend statt. Das Zelt reichte bei weitem nicht aus, um alle Teilnehmer zu fassen. Viele standen unter dem gestirnten Himmel und verfolgten von außen her die Darbietungen auf dem Podium. Vereins- fütjrer Wenzel vom Turnverein Grünberg hieß alle Festgäste willkommen, besonders die Vertreter der Partei, der Kreisleitung, der Ortsgruppe, der Wehrmacht, der Luftwaffe, der Stadtverwaltung usw. und meldete anschließend dem Reichsbund- Kreisführer die Ausrichtung des Bundesfestes. Reichsbundkreisführer Dv. S ch ä f e r begann feine Ansprache mit herzlichen Worten des Dankes an seine Mitarbeiter, an Partei, Stadtverwaltung und Bürgerschaft der Stadt Grünberg, an die Stifter der Ehrenpreise sowie an alle, die zur Ausgestaltung des ersten Bundessestes beitrugen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Fest allen Teilnehmern eine Fülle der schönsten Erinnerungen bringen möge. Mit großer Freude wurde der telegraphische Gruß des Reichssportführers aufgenom- men, der folgenden Wortlaut hatte: „Den Teilnehmern am Bund es fest in Grünberg übersende ich herzliche Grüße und wünsche einen guten Verlauf des Festes, von dem Sie neue Kraft und starke Antriebe für die Arbeit des Alltags mit nach Hause nehmen mögen! Heil Hitler! Reichssportführer von Tschammer und Osten." Dann sprach der Kreisführer in kurzen Sätzen von der Fülle der großen Aufgaben des Reichsbundes. Er erinnerte zunächst an das überragende Erlebnis von Breslau, sprach von der Notwendigkeit der Förderung der Breitenarbeit, aber auch der Spitzenleistungen, ferner von der erstrebten Einheitvon :Körper, Gei st und Seele im deutschen 'Menschen, von der Leibesübung, die nun auf wölkische Grundlage gestellt sei und dem Endziel der »ganzen Erziehungsarbeit, der g e i st i g e n und körperlichen W e h r h a f t i g k e i t. In markanten Worten wies Reichsbundkreissührer Dr. Schäfer darauf hin, daß nicht der einzelne eine lHeberschätzung erfahren dürfe, sondern in der Forderung eines jeden einzelnen zu seiner eigenen besten Leistung das edle Ziel zu sehen sei. Er schloß leine Ansprache mit den Worten, daß die Fahne des Reichsbundes noch einen weiten Weg zu tragen sei, Uber aber doch in ein Reich der Vollendung, der Schönheit und der Größe führen müsse und fuhren werde. Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. . Der weitere Verlauf des Abends (Leitung Kreis- 'jportwart Mohr) stand ausschließlich im Zeichen einer Reihe zum Teil begeisternder Vorführungen Verschiedener Fachämter, während derer die Zu- jefjauer verschiedentlich zu spontanem Beifall hinge- rriffen wurden. Die Kreisriege (Herbert-Gießen, Bettin, Schöffmann, Kreiling und Mank-Gießen- Wieseck, Seth und Seibt-Großen-Linden, Enge - Hardt-Heuchelheim, Rohrbach-Leihgestern und Steiosf Wwersdach) zeigte ihr vollendetes Können am Bargen, wie auch am Reck und in einigen Freiübungen. Ws gab viels Hebungen von großer Schwierigkeit, und beherrschten die Laufbahn, die Sprunggruben und die Ringe für Kugelstoßen. Die Gewichtheber, die auf einem Tanzpodium ihre Leistungsfähigkeit zeigten, gaben viel Anlaß zur Bewunderung und fanden viele Zuschauer. Der Festplatz, sonneüber- strahlt, bot während des ganzen Vormittags ein äußeres Bild von unbeschreiblichem Reiz, er war erfüllt von einem kraftvollen Leben und einer Freudigkeit, die immer da herrscht, wo die Jugend in der reinen Sphäre gesunder Leibesübungen den Ton bestimmt. Der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung wurde mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal gedacht. Im Nachstehenden fei versucht, die Wettkampftätigkeit der einzelnen Faä)- ämter in Hmrissen zu beleuchten. Radrennen — Radball — Kunstfahren. Zu früher Morgenstunde und in der Frische des neuen Tages starteten die Radfahrer (Klasse A) und wenig später die Anfängerklasse zu einem 100- Kilometer- bzw. zu einem 50-Kilometer-Rennen, das von Grünberg über Reiskirchen — Annerod — Lich — Münster nach Grünberg zurückführte. In der Klaffe A gab es eine ganz knappe Entscheidung. Ernst Ludwig Preiß gewann mit zwei Radlängen von Kraft (Dudenhofen). Die übrigen Teilnehmer folgten dicht auf. In der Anfängerklasse setzte sich der talentierte Becker (Gießen) mit 7 Minuten Vorsprung vor seinen Mitbewerbern als Sieger durch. Vor vielen gespannt folgenden Zuschauern wurden in der Turnhalle Radballspiele ausgetragen. In der A-Klasse beteiligten sich 6 Mannschaften, von denen jede gegen jede spielte. Die Gießener Radfahrervereinigung sicherte sich den Sieg. In der Anfängerklasse (3 Mannschaften) siegte der Radfahrerverein 1900 Wieseck. In einem Einer-Kunstfahren zeigte Gaßmann (Großen-Linden) im Alleingang sein Können x Schwimmen — Kunstspringen — Wasserball. Einen prächtigen Rahmen fanden die zahlreichen Schwimmwettkämpfe, die unter der bewährten Leitung von (Bauobmann Sauer im herrlich gelegenen Grünberger Waldschwimmbad ausgetragen wurden. In den Schwimm-Wettbewerben wurden allein 14 Rennen durchgeführt. Einige der Der 1. Bundesfestsieger Ludwig Herbert (Gießens (Ausnahmen [4|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Wettbewerb. Ein Wasserballspiel sah dis Wetzlarer! gegen die ersatzgeschwächten Gießener mit 6:2 in Front. Korbball — Basketball. Schöne und lebhafte Kämpfe trugen die Mädchett auf dem Festplatz im Korbballspiel aus. Sechs „Mann"schaften lagen im Wettbewerb. Die Turnen rinnen des Männerturnvereins Gießen schossen hiev vor den flinken Turnerinnen von Wetzlar den Vogel ab. Die Mädchen waren mit bewundernswertem Eifer bei der Sache und ließen sich auch durch die steigende Hitze um die Mittagsstunde nicht stören. Die Basketballspiele wurden am Sonntagvor^ mittag dann zu Ende geführt. Hier fiel der Sieg an die Mannschaft des DfB.-Reichsbahn Gießen, die sich als die beständigste Mannschaft erwies, obwohl für Luh Ersatz eingestellt werden mußte. Bei den Mtv.ern machte sich das Fehlen der Brüder Krausch bemerkbar. Einen hartnäckigen Kamps gab es zwischen den DfB.ern und den Blauweißen der Spielvereinigung 1900, die im Turnier den zweiten Sieg errangen. $chühen in anhaltendem Kamps. Die Schützen, die ein großes Programm auf den Schießständen unweit des Waldschwimmbades erledigten, konnten bei der starken Beteil'gung ihre Wettkämpfe kaum zu Ende führen. Schon am Samstag wurde begonnen. Leider konnten bis zur Siegerehrung am Sonntagnachmittag die Ergebnisse noch nicht vorliegen. Es wurde sowohl im Kleinkaliber wie auch mit der Wehrmannbüchse geschossen. Heber die Kämpfe der Schützen berichten mir zu gegebener Zeit. Das 1. Bundesfest des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen im Kreis 8 (der die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Wetzlar und Dillenburg umfaßt) stand unter einem günstigen Stern und wurde zu einem schönen Erfolg. Es wurde zu einer Heeresschau der Leibesübungen in unserer engeren Heimat in universellem Sinne. Alle Sportarten, die in Grünberg Wettkampfmöglichkeiten finden konnten, beteiligten sich aktiv. Der weitaus größte Teil der Vereine des Kreises war vertreten. Die Wettkämpfer und -kämpferinnen kamen von Lahn und Dill, von Alsfeld und Dillenburg, von der nördlichen Wetterau und aus der Wetzlarer Gegend. Die größeren Vereine aus Gießen, Heuchelheim, Wieseck, Großen-Linden usw. erschienen mit Aufgeboten. Der Turnverein Heuchelheim Vf H Watzenborn-Steinberg zwei Tore, und zwei weitere Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Steinberg hatte seine Mannschaft stark verjüngt, wogegen Alsfeld mit kompletter Mannschaft antrat. Alsfeld setzte alles daran, das Ehrentor zu erzielen, aber alle ihre Bemühungen scheiterten an der sicheren Abwehr der Watzenborner Verteidigung. Das Spiel brachte nicht die erwartete ereignisreiche Abwicklung, denn während des ganzen Verlaufs war der Meister die bessere Mannschaft. Alsfeld kam nie dazu, die Teutonen zu gefährden. Der erste Torerfolg fiel 8 Minuten nach Beginn. Eine Flanke von links verlängerte Schmitt mit dem Kopf zu Däublin, der das Leder mit einem wunderbaren Drehschuß in die rechte obere Ecke schoß. Den zweiten Treffer leitete Däublin ein. Eine Flanke ließ Schmitt täuschend passieren, so daß der Halblinke Harnisch wenig Mühe hatte, den Ball hinter die Linie zu bringen. Die beiden anderen Treffer waren ebensolch gute Leistungen des Sturmes Däublin hat wieder einmal die Vereidigung auf sich gezogen, ein Paß im freien Raum, drei schnelle Schritte von Schmitt, und für den Tormann gab es nichts mehr zu halten. Den letzten Treffer vollendete Däublin selbst. In seiner ihm eigenen Art dribbelte er sich durch die Hintermannschaft, und als gar der Torwächter noch aus dem Tor eilte, ging der Ball ins leere Netz. Die Leichtathletik. In das reichhaltige Nachmittagsprogramm des Bundesfestes in Grünberg war natürlich auch die Leichtathletik eingebaut. Angepaßt an die Platzverhältnisse wurden zum Austrag gebracht: Einladungskämpfe für 100-Meter-Lauf und Speerwerfen sowie 10X 75-Meter-Pendelstaffeln. Bei den erstgenannten Disziplinen waren die jeweils Kreisbesten am Start. So wurden die 100 Meter bestritten von Moll und Zerndt (beide DfB.-R. Gießen), Koch (SA.-Kampf- spielgemeinschaft Gießen), Stahlhut (To. Heuchelheim) und den beiden Nachwuchsläufern Hochstein (Sportgemeinde Großen-Buseck) und Deinert (Tv. 1843 Dillenburg). Die Ausgeglichenheit der Kräfte ergab ein wunderbares Sprintbild. Am besten kamen Stahlhut und Zerndt aus den Löchern, doch schob sich auf halber Strecke Moll vor und siegte mit 3/< Meter Vorsprung vor seinem Klubkameraden Zerndt, an den Koch bis auf Handbreite herange- kommen war. Die anderen Läufer folgten dichtauf. Im Speerwerfen war Dr. Jakob (DfB.-R. Gießen) Favorit und siegte auch mit der ansehnlichen Weite von 48,32 Meter. Den übrigen Werfern schien der harte Boden nicht recht zuzusagen, so daß sie hinter ihren gewohnten Leistungen blieben. Es folgten auf den Plätzen: Broskov, LUstwaffensportverein Gießen (40 50 Meter): Franz, SA.-Kampfspielgemeinschaft (39 90)- Deuker (Steinbach) und Munzert (Lollar). In'den Pendelstaffeln trat zunächst die Jugend an. Es siegte der Unterkreis Gießen klar vor einer Kombination Alsfeld-Wetzlar und dem Unterkreis Dillenburg. Bei den Frauen schaffte es die Gießener Stadt-„Zehn" vor den Vertreterinnen der Landvereine. Vielbeachtete Ringkampfe. Die Matte der Ringer war während der über längere Zeit anhaltenden Wettkämpfe im Laufe des Nachmittags stets von einem Lichten Kranz lebhaft interessierter Zuschauer umlagert. Die Gießener und die Alsfelder Kraftsportler, wie auch die Jugendlichen, lieferten sich außerordentlich hartnäckige und fintenreiche Kämpfe, die die Zuschauer stark in Bann schlugen. An die Ringer selbst waren hohe Anforderungen gestellt, denn die Helle Matte, die in praller Sonne lag, wurde im Laufe der Zeit sehr heiß und es floß mancher Schweißtropfen. Das Auftreten der Schwerathleten beim Bundesfest gestaltete sich zu einem ausgesprochenen Publikumserfolg. Sicherlich haben viele Zuschauer den Eindruck gewonnen, daß der Kraftsport ein hohes Maß von Einsatzbereitschaft, Ritterlichkeit und Energie herausfordert und dementsprechend sportlich hoch zu bewerten ist. Vmldessestsieger: Ludwig Herbert und Margret Seim. Im großen Rahmen Les Bundesfestes nahm das Fachamt Turnen mit den Zwölfkämpfen der Männer und den Achtkämpfen der Frauen einen beachtlichen Teil der gesamten Wettkämpfe ein, denen großes Interesse der Zuschauer entgegengebracht wurde. Die volkstümlichen Wettbewerbe der Männer, die am Samstagnachmittag durchgeführt wurden, zeigten schöne Leistungen. Herbert (Gießen) und Steioff (Ewersbach) sprangen über 6 Meter weit und liefen 100 Meter in 12,2 Sek. Beide Turner konnten sich mit ihren Leistungen einen beachtlichen Vorsprung für den Gesamtkampf herausholen. Der Sonntag zeigte dann als Auftakt den Wettkampf an den Geräten, der sehr viele Zuschauer anlockte. Bei schönstem Wetter blieben auch die guten Leistungen nicht aus. Besonders in der Oberstufe, in der sich die besten Turner des Kreises trafen, entwickelte sich ein sehr schöner und spannender Kampf. 20 Punkte erhielt Hans Kreuter (Sinn) für seine vorzüglich geturnte Bodenübung und Adolf Kreiling (Gießen^Wieseck), der als Gast mitturnte, an den Ringen. Herbert (Gießen) bewies mit 19 und 19 Punkten am Reck, 18% und 19% Punkten am Barren, 19Vz und 18% Punkten beim Pferdsprung, 19 Punkten an den Ringen und 19/4 Punkten in der Bodenübung seine vorzügliche Verfassung. Ebenso wartete Schöffmann (Gießen-Wieseck) mit nicht alltäglichen Leistungen auf, die auch die Kampfrichter mit 19 und 1954 Punkten am Reck, 19% und 18Vt Punkten am Querpferd, 19 und 19 Punkten am Pferd-Sprung und 19 Punkten an den Ringen anerkannten. In der Mittel- und Unterstufe entwickelten sich die Kämpfe ebenso spannend. Mit vorzüglichen Leistungen warteten die Frauen im Achtkampf auf. Im Vollballwurf wurden 24,60 Meter erreicht, Erika Schneider (Wetzlar) sprang 4,40 Meter, Annemarie Ziegler (Gießen) lief 75 Meter in 11 Sekunden. Die volle Punktzahl an den Geräten wurde erreicht von Margret Seim (Gießen) und Erika Schneider am Pferdsprung und von Anna Wein and (Großen-Linden) am Schwebebalken, 19 Punkte erhielten Margret Seim und Erika Schneider in der Keulenübung und Margret Seim am Barren. Die gemischten Mehrkämpfe der Turner und Turnerinnen zeigten neben den ganz vorzüglichen Einzelleistungen eine hochstehende Durchschnittsleistung und vor allen Dingen in der starken Beteiligung, daß der Kreis 8 eine vorzügliche Pflegestätte für das deutsche Gerätturnen ist. Oie Siegerehrung stellte den feierlichen Abschluß des ersten Bundesfestes dar. Reichsbund-Kreisführer Dr. Schäfer gab in kurzer Ansprache seiner Freude über den Verlauf des Festes Ausdruck, würdigte die guten Leistungen, die bei den Wettkämpfen gezeigt wurden, betonte aber auch, daß die Sieger, die mit dem goldenen, silbernen oder bronzenen Eichenblatt ausgezeichnet würden, damit die Verpflichtung übernähmen, in ihrem eigenen Kreise Sauerteig zu sein, Fernerstehende für die Leibesübung zu begeistern und der Sache des Reichsbundes neue Streiter zuzuführen. Im Anschluß daran gab er die Sieger in den einzelnen Wettbewerben bekannt und zeichnete, symbolisch für alle Sieger des Tages, vor aller Augen den Sieger im schwersten Wettbewerb, im Zwölfkampf der Oberstufe, Ludwig Herbert, und die Siegerin im Achtkampf der Oberstufe der Frauen, Margret Seim, mit dem goldenen Eichenblatt aus. — Gleichzeitig wurden den Siegern und den siegreichen Mannschaften die zahlreichen gestifteten Ehrenpreise übermittelt. Mit der Führerehrung und den Liedern der Nation fand das Bundesfest seinen Abschluß. Die Ergebnisse. Turnen. Männer, Gemischter Zwölfkampf, O b e r st u f e: 1. Ludwig Herbert, To. 1846 Gießen. 218 P.; 2. Ernst Schöffmann, Tv. Wieseck, 217,5 P.; 3. Hans Kreuter, To. Sinn, 212 Punkte._________ Mittelstufe: 1. Willi Kröck, To. Ewersbach, 200 P.; 2. Kurt Lepper, To. Wieseck, 199,5 P.; 3. August Best, Tv. Wetzlar, 197 Punkte. Unterftufe: 1. Herbert Fischer, To. Großen- Linden, 226,5 P.: 2. Walter Schäfer, To. Leihgestern, 212,5 P.; 3. Alfred Kraft, Tv. Krofdorf, 209 Punkte. Geräte - Zehnkampf: 1. Ernst ^choff- mann, To. Wieseck, 188,5 P.: 2. Ludwig Herbert, To. 1846 Gießen, 185 P.; 3. Hans Kreuter, To. Sinn, 183 Punkte. Frauen, Gemischter Achtkampf, O b e r st u f e: 1. Margret Seim, Mtv. Gießen, 154,5 P.: 2. Erika Schneider, To. Wetzlar, 150 P-: 3. Annemarie Ziegler, To. 1846 Gießen, 138 P. Unterstufe: 1. Hildegard Keßler, Tv. Großen- Linden, 149 P.: 2. Irene Müller, To. Lang-Gons, 143,5 P.; 3. Ottilie Stoff, To. Lang-Göns, 142 P. Leichtathletik. Männer Dreikampf: 1. Karl Stahlhut, Tv. Heuchelheim, 63 P.; 2. Rudolf Burgmann, Tv. Ewersbach, 56 P.; 3. Gefr. Willi Stöger, Spvg. 1900 (2. JR. 116), Gießen, 54 P. Spielerklasse: 1. Erwin Best, Tv. Ewersbach, 63 P.; 2. Herbert Deinert, Tv. Dillenburg, 62 P.; 3. Uff3. Strack (l./J.-R. 116, Mtv. Gießen), 62 P. Frauen: 1. Erika Martin, Mto. Gießen 52 P.; 2. Lotti Diehl, DfB.-R. Gießen, 51 P.; 3. Toni Klier, Tv. Wetzlar, 40 P. Jugend H. - I. Klaffe A: 1. F. K. Jughard, Mto. Gießen, 59 P.; 2. Helmut Becht, Mtv. Gießen, 52 P.: 3. Willi Gilbert, Spvg. 1900 Gießen, 51 P. H.-I. Klasse B: 1. Rainer Scheuermann, To. Wetzlar, 65 P.: 2. Erwin Herrmann, DsB.-R. Gießen, 58 P. BDM. Klasse A: 1. Heilwig Clanus, Mtv. Gießen, 56 P.: 1. Helga Allmendinger, Tv. Grün- berg, 56 P.; 1. Lotte Keßler Mto. Gießen, 56 P. BDM. Klasse B : 1. Hermine Buß, Mtv. Gießen, 62 P.: 2. Gertrud Hörder, Tv. Klein-Linden, 61 P.; 3. JrminhiD Schmidt, Mtv. Gießen, 80 P. Altersklasse 1 Dreikampf: 1. August Niemann, SA.-Kampfspielgemein. Gießen, 73 P.; 2. Wilhelm Leitner, Tv. Großen-Linden, 68 P.; 3. Walter Zerndt, DfB.-R. Gießen, 59 P> Alte r sklasse 2: 1. Karl Heß, Tv. Braun- sels, 49 P.: 2. Hermann Rink, Polizeisportverein Gießen, 48 P.; 3. Albert Hahn, Tv. Villingen, 44 P. Altersklasse 3: 1. Edmund Ebeling, Tv. Alsfeld, 53 P.: 2. Wilhelm Scharf, Tgde. Laubach, 37 P.: 2. Ernst Hain, Sp. V. Allendurf/Ulm, 35 P. Mannschaftskampf Spi ele rklasse : Sieger: Tv. Großen-Buseck, 215 P.; Turnverein Dillenburg, 205 P.: Turnverein Ballersbach, 201 P.: Luftwaffensportverein Gießen, 196 P. Basket: 1. VfB.-Reichsbahn Gießen; 2. 1900 Gießen; 3. Mto. Gießen. Radfahren. Straßenrennen über 100 km: Klaffe A: 1. Ernst Ludwig Preiß, Gießener Radfahrv. 2:45 Std.; 2. Emil Kraft, Dudenhofen, 2.45.10 Std.; 3. Heck, Alsfeld, V2 Radlänge zurück. Anfängerklasse: 1. Hermann Becker, Gieß. Radfahrverein 1.17 Stdn.; 2. Hans Leuning, Gieß. Radfahrverein, 1.24 Stdn.; 3. Walter Degen, Gieß. Radfahrverein 1.24V2 Stdn. Mannfchaftswettkämpfe im Zweier- Saalradball Klaffe A: 1. Radfahrvereinigung Gießen 7 P.; 2. Radklub Teutonia Krofdorf II, 6 P. Anfängerklafse:. 1. Radfahrerverein 1900, Wieseck, 4 P.; 2. Radfahrerverein Schwalbe, Aßlar I, 2 P. Einer-Kun st fahre nklafse A : 1. Gaßmann, Großen-Linden. Schwimmen: Männer Kl. 2, 100 m Kraul: 1. Karl Heinz Hofmann, G. S. D. Gießen, l.ll6/io Min.; 2. Georg Herbert, G. S. D. Gießen, 1.16 Min.; Klaffe 3, 100 m Kraul: 1. Hans Breitbach, Tv. Wetzlar, 1.23 Min.; 2. Wilh. Allmen- röder, To. Wetzlar, 1.24 Min.; 3. Ernst Schomber, G. S. V. Gießen, 1.27*/io Min. 100-m-Brust: 1. Emil Hübner, Tv. Wetzlar, 1.31$/io Min.; 2. Hermann Baumgartner, Tv. Wetzlar, 1.352/io Min.; 3. Ferd. Götz, G. S. D. Gießen, 1.368/io Min. Altersklasse 32 — 40 Jahren, 50-m< Brust: 1. Fritz Becker, To. Wetzlar, 42.4 Sek.; 2. Friedrich Fälsch, Tv. Wetzlar, 43.4 Sek. Altersklasse über 40 Jahren, 50 m Brust: 1. Wilhelm Burchard, SA.-K. S. G. 116 Gießen, 46.8 Sek.; 2. Wilh. Huhn, To. Alsfeld, 52 Sek. Vereine ohne Winterbad, 50 m Brustr 1. Kurt Wenzel, Tv. Grünberg, 43 Sek.; 2. Willi Büttel, To. Grünberg, 45 Sek.; 3. Heinrich Fuchs, To. Staufenberg, 54 Sek. Männer 40 m Streckentauchen: 1.J)el< mut Wolf, Tv. Grünberg, 40 m in 38 Sek.; 2. Wilh. Allmenröder, To. Wetzlar, 32 m in 28 Sek. Frauen 100 m Brustschwimmern 1. Lotte Wienhold, To. Wetzlar. Frauen ohne Winterbad, 5 0-m-Br'lst; 1. Inge Biedermann, Tv. Alsfeld, 48 Sek.; 2. Marq lies Kehr, Tv. Alsfeld, 52 Sek. Wirtschaft. Attim-ZuckerfabrikWetteraU/Kriedberg FWD. Bei dieser einzigen süddeutschen Bauern« Zuckerfabrik ergab sich per 30. Juni 1939 ein ausweispflichtiger Rohüberschuß von 0,744 (0,684) Mill« RM., Personalaufwendungen erforderten 0,36 (0,33), Steuern vom Einkommen usw. 0,04 (0,13), sonstige Steuern und Abgaben 0,15 (0,19), Zinsen 0,04 (0,02) Mill. RM., sodaß nach 75 589 (57 405) RM. Anlageabschreibungen und 28 710 RM. Zuweisung zur Rückstellung für nachzuerzeugenden Pflichtvor, ratszucker einfchl. 232 (1091) RM. Vortrag ein Reim gewinn von 40 433 (40 232) RM. verfügbar war« Das Grundkapital von 500 000 RM. erhält hieraus eine unveränderte Dividende von 8 v. H. Mein-Mainische Börse. Aktien weiter befestigt. Frankfurt a. M., 19. August. Die Börse beschloß die Woche am Aktienmarkt zwar mit sehr kleinem Geschäft — nur einzelne Papiere sollen etwas größere Umsätze gehabt haben —, dis Kurse konnten sich aber weiter leicht befestigen, da das Anlageinteresse der Bankenkundfchaft vorhielt« Abgaben waren hingegen kaum zu beobachten« Bevorzugt waren erneut IG.-Farben mit 149,40 (148,65) und von sogenannten schweren Werten Conti Gummi mit 220 (218). Am Elektromarkt ftie- gen AEG. auf 112 (111,25), RWE. auf 113,25 (111,90). Maschinenwerte zogen 0,50— 1 v. H. an« Montanaktien blieben eher vernachlchssigt und wiesen auch nur mäßige Abweichungen auf; Rheim stahl 120,50 (120,25), Mannesmann 103,50 (103,25), Verein. Stahl unv. 97,50, Hoefch 0,13 v. H. niedriger mit 105,40. Auch an den übrigen Marktgebieten traten zumeist Besserungen von durchschnittlich 0,25—0,50 v. H. ein, Westdeutsche Kaufhof jedoch 95,50 (96). Im Verlaufe stellte sich stärkere Zurückhaltung und etwas Abgabenneigung ein, wodurch vielfach leichte Rückgänge ausgelöst wurden. JG.-Farben ermäßigten sich auf 149 nach 149,40, Bernd er g auf 129,25 nach 130, auch im übrigen nannte man zumeist 0,25—0,50 v. H. niedrigere Kurse. Die erst später notierten Papiere kamen nicht einheitlich an und schwankten zwischen 0,50—1 v. H. Deutscher Eisenhandel zogen 1,50 v. H. an auf 138,50, während Zellstoffwerte bis 0,50 v. H. zurückgingen. Am Freitag, 25. August, beginnen wir in deo Familienblättern mit dem Abdruck eines neuen Romans. Auf Ettighoffers Erlebnisbericht aus dem Weltkriege folgt die heitere Erzählung ..Herz, wo liegst du im Quartier?" von k u r t h e y n i ck e, der sich als Dramatiker und als Lyriker bereits einen angesehenen Kamen gemacht hat. Dieses, fein jüngstes Buch spielt zwar auch im Kriege, aber im Zähre 1870, und der Krieg ist hier nur die romantische Szenerie für eine Liebesgeschichte, die überaus anmutig, fröhlich und beschwingt erzählt wird und reich ist an Abenteuern, Überraschungen und Herzensgeheimnissen. Wir glauben, daß dieser Roman unfern Lesern sehr gefallen wird. Oer Flügel. Von Ernst Zacharias. Die Gefechte an der Dubissa da oben in Litauen waren für unser Regiment ziemlich verlustreich gewesen. Darum hatte man ein Einsehen gehabt und hatte uns acht Tage Ruhe hinter der Front geschenkt. Der schmale Kriegsfreiwillige Hugo Wehling lag neben mir im Grase auf dem Rücken und starrte in die Wolken. Er hatte an der Dubissa, diesem verwünschten Flusse, seine Feuerprobe ganz ausgezeichnet bestanden. „Ich habe nie geglaubt, daß ein Mensch so wunschlos glücklich sein kann, wie ick es in diesem Augenblick bin. Sieh nur die wundervolle Wolke dort oben. Ist es nicht wie im Frieden, so ruhig, so weiß und zart?" Ich sagte nichts, ick ließ ihn schwärmen. Es hörte sich gut an, was er sagte, einfach, ohne Phrase, aus jungem, reinem Herzen. Wehling war Musikstudent. Manchmal besah er sich seine Finger und machte ein paar Bewegungen, als wenn er üben wollte. Mitten in die wunderbare Stille ertönte plötzlich Klavierspiel! Wo in aller Welt? Das Spiel war reichlich mißtönend, aber trotzdem — im Kriege ist man nicht verwöhnt. Irgend ein Musketier versuchte seine schwachen Kräfte an einem Instrument. Schon beim ersten Ton hatte sich Wehling aus feiner liegenden Stellung aufgerichtet. Und nun stürmte er schon wie der Wind den Klängen nach, die aus einem einfachen Blockhause herüberdrangen — Etwas langsamer folgte ich. Wirklich und wahrhaftig! Mitten in der verwüsteten Stube stand ein Flügel, verstaubt, beschmutzt, mit zerrissenen Notenblättern bedeckt. Gefreiter Sander, der Allerweltskerl, versuchte mit viel Gefühl und wenig Kunst, dem Instrument eine Melodie zu enfTotfen. Fünf, sechs Kameraden umstanden ihn voller Andacht und Bewunderung und spornten ihn zu immer neuen Leistungen an. Diese Menschen waren ja so froh, einmal, etwas anderes zu hören als den Kanonendonner und das Maschinengewehrgeknatter; da kam es auf ein paar Mißakkorde mehr oder weniger nicht an. So waren sie das dankbarste Publikum, das man sich nur wünschen konnte. Als Wehling in ihrer Mitte erschien, war es ganz natürlich, daß Sander sofort aufsprang und seinen Platz anbot. Jeder in unserem Zuge wußte, daß er Musiker war. Der Student starrte einen Augenblick wie verzaubert auf den Flügel; dann fuhr er sich mit der Hand über die Stirn, als wenn er etwas weg- wifchen wollte. Nun griff er nach den Notenblättern und legte sie fein säuberlich aufeinander. Dann sah er sich wie juchend im Kreise um, entdeckte an einem Fensternden Rest eines Vorhanges, riß ihn herab und fing an, den Staub von den Tasten zu wischen. Danach säuberte er auch den Deckel und schließlich das ganze Instrument von dem größten Schmutz. Etwas verdutzt, auch ein wenig enttäuscht, sahen sich die Kameraden an. Was sollte das bedeuten? Dann aber hob Musketier Borchert einen zerschlagenen Blumentopf vom Boden und warf die Scherben durchs Fenster. Kamerad Pfeiffer entfernte einige Tapetenfetzen, und auch die anderen machten sich wie nach einer stillen Verabredung irgendwie nützlich. Im Nu hatte die kleine verwüstete Stube ein etwas wohnliches Aussehen bekommen. Schnell war noch eine Holzbank herbeigeschafft worden, und bald saßen wir im Halbkreis um Wehling herum. Der guckte noch einmal auf seine Finger; dann stürmte er hinaus, und wir sahen durchs Fenster, wie er sie am Brunnen tüchtig säyberte. Endlich war es so weit, und unsere Erwartung wurde wahrlich nicht enttäuscht. Ehe er anfing, sah er noch einmal in die Gesichter der Kameraden, ein Lachen lag in seinen Augen, und dann spielte er: Volkslieder, Studentenlieder, Soldatenlieder, Tänze, Stücke aus Opern und Operetten, alles Sachen, die sich durch seinen Melodienreichtum jedermann ins Herz schmeichelten, Freude brachten und die Hörer aus Krieg und Tod hinwegführten in die heiteren Gefilde des Friedens. Unermüdlich spielte Wehlina auf dem Flügel, der seltsamerweise nur wenig verstimmt war. Noch unersättlicher aber waren die Zuhörer. Längst schon hatte sich die kleine Stube mit Soldaten gefüllt; von draußen schauten sie durch die Fenster. Immer von neuem klatschten sie begeistert Beifall und verlangten mehr, mehr. Dann aber konnte Wehling wirklich nicht weiter, und mit einem plötzlichen Ruck stand er auf und klappte den Deckel ju Die Kameraden hatten denn auch ein Einsehen und ließen ihn aus der Stube. Draußen aber hoben sie ihn auf ihre Schulter und ließen ihn hochleben. Am Abend war die Kompanie beisammen. Es gab Zigarren und — Bier! Welch seltener Genuß! Mitten in dem allgemeinen Lärm tippte mich jemand auf die Schulter. Ich sah mich um. Es war Wehling. Unmerklich machte er eine Bewegung des Kopfes und ging dem Tore der großen Scheune zu. Ich folgte unauffällig, ahnte ich doch sofort, was er vorhatte. Mein Gefühl hatte mich nicht betrogen. Ohne ein Wort zu sprechen, steuerten wir Arm in Arm dem Hause zu, worin der Flügel stand. Es lag einige hundert Meter abseits. Und nun saß er wieder vor dem geliebten Instrument. Hell flutete das Mondlicht auf die blutrote Geranie, die Gefreiter Sander mitten auf den Deckel gestellt hatte, öie war völlig unversehrt geblieben. Wehling spielte. Leise, ganz leise strömten die Melodien unter seinen Künstlerhänden hervor: Schumann, Schubert, Mozart, Beethoven. Jeder wird mir glauben, daß ich jene Stunde da draußen in dem russischen Holzhause in meinem Leben nicht vergessen werde. Die ersten Minuten war ich innerlich nicht ganz in Ordnung. Einen flüchtigen Augenblick dachte ich an den Besitzer des Flügels. Wer war es? Wo machte er jetzt sein? Da aber ertönte die „Träumerei", und von nun an hatte mich die Musik ganz in ihren Bann gezogen. Die ganz eigenartige Umgebung, die besonderen Umstände, unter denen das alles geschah, das mochte dazu beigetragen haben, daß ich jene Musik als die schönste empfand, die ich je gehört. Und bei einer wunderbaren Stelle sprana mich wieder ein Gedanke an: Was ist der Mensch? Derselbe Künstler, der jetzt ganz Hingabe und Andacht ist, fähig, den zartesten Empfindungen Ausdruck zu verleihen, hat vor wenigen Tagen im mörderischen Kampf gestanden, unter Blut und Leichen. Und wahrlich, er hatte nicht mit der Wimper gezuckt. Wie weit, wie furchtbar weit ist doch der Bezirk der menschlichen Kreatur! Was ist der Mensch? Dann gingen wir wieder ins Quartier, Arm in Arm und still, wie wir gekommen waren. Einmal drehte ich mich flüchtig um. Da sah ich am Fenster eine hagere Gestalt stehen. Nun bewegte sie sich, und jetzt, ja, ich erkannte ihn ganz deutlich: unseren Regimentskommandeur! Nun, auch er wird jene Stunde nicht vergessen haben.-- Hochschulnachrichten. Es wurde übertragen: dem ao. Professor Dr. Gerhard B u ch d a unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Halle der Lehrstuhl für Deutsche Rechtsgeschichte und Deutsches Bürgerliches Recht; dem nb. ao. Professor Dr. Paul S ch r ö » der aus Freiburg i. Br. unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Grazder Lehrstuhl für Nationalökonomie. Merkwürdige Schiffe. Unter den mancherlei Schiffsformen, die die ost- afrikanischen Häsen bevölkern, gibt es eine besonders merkwürdige Art, die „Mtepe", die ganz ohne eiserne Nägel gebaut sind, bei denen vielmehr die Planken mit Stricken aneinander „genäht" werden. Bei einem solchen Fahrzeug im Hafen von Sansibar zeigte eine genaue Untersuchung, daß die 15 cm dicken und die ebenso breiten und 5 cm dicken Planken aus einem harten Mangrovenholz bestanden. Die Rippen waren aus Holzstücken von etwa einem Meter Länge zusammengebunden, und die Planken waren an ihnen mit Stricken befestigt. Die gut aufeinandergepaßten Planken waren dann durch Holzpflöcke miteinander verbunden und durch Kokosfaser-Stricke aneinandergenäht; die Fugen waren mit Kokosfasern, die in Haifischtran getränkt waren, abgedichtet. An der Innenseite des Schiffes lief noch über die Fugen eine Schicht schmaler Stöbe, die aus der harten Rinde der Blattstiele der Dum- Palme bestanden. Alle BohAöcher waren durch kleine Holzpflöcke geschlossen. Das Tauwerk bestand aus gedrehter Kokosfaser. Svlcke Schiffe, die keine Nägel aufweisen, gibt es auch nach an anderen Stellen der Erde, so sind die Boote auf dem Dic- toria-Njanza und ebenso auf Madagaskar genäht; man findet sie in der Südsee und an der Murman- Küste Sibiriens. r In diesen Schiffen haben wir es mit einer uralten Form des Schiffsbaues zu tun. Schon aus dem Altertum wird von ihnen berichtet, und zwar gerade aus Ostafrika. In dem im ersten nachchristlichen Jahrhundert verfaßten „Periplus" wird aus diesem Lande erzählt: „Es gibt dort genähte Fahrzeuge und Einbäume." Auch die arabischen Schriftsteller des Mittelalters, sprechen von solchen genähten Schiffen, und der venezianische Weltreisende Marco Polo beschreibt ihre Herstellung, die er um 1500 im Persischen Golf beobachtet hat. Vasco da Gama traf 1498 im Hasen von Mozambique vier Fahrzeuge an, die fast so groß wie die 50 Tonnen fassenden portugiesischen Kriegsschiffe waren, Segel aus Matten besaßen und mit Kokosstricken zusammengenäht waren. So läßt sich das Auftreten der genähten Schiffe 2000 Jahre hindurch verfolgen, aber sie sind wahrscheinlich noch viel älter, und schon die „Puntschiffe" der alten Aegypter, mit denen die Söhne des Nillandes vor 4000 Jahren Handelsfahrten nach dem westlichen Teil des Indischen Ozeans unternahmen, dürften von dieser Art gewesen sein. Das geht mit großer Wahrscheinlich' feit aus den Abbildungen dieser Schisse in Theben hervor, die in Bauart und Takelage den Mtepe außerordenllich ähnlich sind. & Aus der Stadt Gießen Jrffe Hilfe bei Betriebsunfällen. 'X lörfek dm nm SA.-Gruppe Heffen auf dem Mchsparieitag Tischplatte. Die Oie Geburtsstunde des „Roten Kreuzes". Zum 75. Jahrestage des Abschlusses der Genfer Konvention am 22. August Im Sommer 1859 tobte bei Solferino am Gardasee die Schlacht, in der 160 000 Sardinier und Franzosen über 140 000 Oesterreicher einen der blutigften Siege des Jahrhunderts erfochten. Am Abend dieses furchtbaren Ringens aber geschah ein Wunder. Der junge Genfer Kriegsberichterstatter Henri Dunant war kurz vorher bei der Etappe des italienisch-französischen Heeres eingetroffen und erlebte so aus nächster Nähe die Schlacht mit. Er ah am Abend in dem Städtchen Castigl'one die grausam verstümmelten Verwundeten zusammen- trömen, hörte vom fernen Schlachtfeld die Jammeraute der Schweroerwundeten und Sterbenden chauerlich herüberklingen. Es schien keine Möglichkeit zu geben, diesen Unglücklichen Hilfe zu bringen. Die kleine Schar der Aerzte und Sanitäter war machtlos gegenüber diesem Meer von Not. Da wandte Dunant sich an die Einwohner von Eastigli- one mit der Bitte um Hilfe. Er fand Achselzucken und Kopfschütteln. Jeder sah und hörte das gleiche wie der junge Genfer, viele fühlten vielleicht Mitleid, aber alle verschlossen sich dagegen. Das war eben der Krieg, da war nichts zu machen, es wäre sinnlos, sich den Siegesrausch dadurch zerstören zu lassen, man mußte verrückt sein, wenn man als einzelner glaubte, da helfen zu können. Henri Dunant war der „Verrückte". Er wandte sich vor allen Dingen an die Frauen, er bat, er beschwor im Namen der Menschlichkeit, der Mütterlichkeit, er bot Geld, und endlich sammelte sich tatsächlich ein kleiner Stab freiwilliger Helfer um ihn, die ihm mit Verbandzeug. Transportgerät, erfrischenden Getränken aufs Schlachtfeld folgten. Als aber einmal der Anfang gemacht war, wirkte das Beispiel anstecken. Was anfangs nur der Wille eines Einzigen gewesen war gegen eine scheinbar unüberwindliche Welt von Widerständen, dann die Hilfsbereitschaft eines kleinen Kreises, wurde eine Bewegung, die die ganze Bevölkerung ergriff und der sich keiner mehr entziehen konnte. Lombardische Frauen wetteiferten, die Verwundeten zu pflegen, ohne Unterschied, ob Freund oder Feind. „Tutti fratelli!" sagten sie: Alles Brüder! Der Glaube an das Gute im Menschen und der Wille zum Guten hatten über Gleichgültigkeit und Haß gesiegt. Die Eindrücke von Solferino ließen Dunant nicht mehr los. Es durfte kein einmaliges Geschehnis bleiben, für alle Zeiten mußten die Mindestforderungen der Menschlichkeit auch im Kriege hochgehalten werden und alle Nationen sich verpftichten, sie zu achten. „Un souvenir de Solferino — eine Erinnerung an Solferino" war der Titel eines Büchleins, das drei Jahre nach der Schlacht erschien und in dem Dunant nach der Schilderung seiner Erlebnisse, des trostlosen Zustandes des Ambulanzwesens, des schrecklichen Schicksals der Verwundeten die Mittel zur Abhilfe vorschlug: eine internationale Organisation zur Hilfe für die Kriegsverletzten und ein allgemeiner Völkervertrag, der alle Staaten verpflichtete, die Verwundeten, ihre Aerzte und Pfleger als neutral anzuerkennen. „Die Verwundeten dürfen nur so weit leiden, als es der Zweck des Krieges verlangt. Sind sie außer Kampf gesetzt, so hören Dn, bi vorhin obachtz t U9,«, Werk arkt sfz f 11« a.fj. an S Bauen;, in ai|L «ta svnstz '5)S 10. .drei schwarzen Sterne' tauchen auf. Oer Führer als Pate. * N i d d a, 20. August. Bei dem im Mai d. I. geborenen neunten Kinde, einem Knaben, des Straßenwärters M ö b u s hat der Führer die Patenschaft übernommen. Das Elternpaar besitzt neun Kinder, und zwar fünf Mädels und vier Knaben. Bei dem siebenten Kinde, ebenfalls einem Knaben, war der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, Pate. 11 U ..del, .8^ ’nen! 'Nun. lichtvos' ’n Nein, jiilten. Im die Nachforschung nach fehlenden Arbeitspieren zu erleichtern, hat die Deutsche Arbeitsfront in Einvernehmen mit dem Generalinspektor für das wische Straßenwefen eine Nachweisstelle in Wies- ftoen eingerichtet. Arbeitskameraden, die beim Bau der Westbefesti- tingen beschäftigt waren und deren Arbeitspapiere ber Beitragsmarken fehlen, werden sich unter An- dbe von Vor- und Zunamen, Geburtsdatum und cinauer Anschrift sowie Benennung der Baufirmen, Hi denen eine Tätigkeit im Westen ausgeübt wurde, ci die Deutsche Arbeitsfront, Verbindungsstelle ■ iiesbaben, Kaiserhof. Sie SA. bei der Erntehilfe. : Di- Stürme 14/116, 41 R./116 und 42 R./11S stell- bn am Samstag und Sonntag eine große Anzahl M.-Männer für die Einbringung der Ernte zur ‘srfügung. An verschiedenen Orten und auf mehre- im Gutshöfen im Standartenbereich sah man die M. tatkräftig bei der Arbeit. Wenn auch manchem Lameraden diese Tätigkeit ungewohnt gewesen sein Wie steht geschrieben? ... Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib! ... Schwer sinkt Joachim Hellmers Kopf auf die xxbfl/ ' w ■«( N \a\ MI lhM M infiity bems l roitb jungen i, M l M. borgten schwarzen Rock vor einem Kreis gelehrter Männer, und in seiner Hand ruhte das Doktordiplom: summa cum laude. Es kam die Zeit der Stellungssuche, dann die Anstellung, die erste Erfindung, der zähe Kampf, diese Erfindung nicht den Geiern der Wirtschaft zu überlassen... Es waren böse Tage. Erst jene schicksalhafte Begegnung in der Berghütte wandelte alles von Grund auf. Wie eine geheime Macht hatte es die beiden Männer zu- einandergezogen. Zwar hatte nie jemand etwas davon verlauten lassen. Der alte Perkins wäre eher erstickt, als eine solche Andeutung über seine Lippen zu bringen. Aber ein unausgesprochenes Gesetz zwang sie beide zueinander: den Alten und den Jungen. m , Sie waren wie ein Mann in ihrem Wesen und ihrer Arbeit, und immer, immer hat Perkins ihn gestützt, gestärkt und gefördert. Ohne Worte, aber beständig und mit aller Macht, die hinter seinem Namen stand ... als hätte er geahnt, daß er eines Tages gehen müsse, plötzlich und ohne Vorbereitung, und daß dann einer da sein mußte, der ohne Zögern an seinen Platz trat. Aber kann aller Erfolg, alle Freude an der Arbeit einem Menschen das ersetzen, was erst Licht und Wärme in das Leben bringt? Immer ist jene alte Knabensehnsucht in ihm wach geblieben: eine Hand streicht über deinen Kopf, eine Liebe, stille Hand ... Eine Stimme spricht zu dir, zwei große Augen sehen dich an ... und es steht dvin geschrieben, daß du geliebt wirst ... Immer hat diese Sehnsucht heimlich gewacht, hat an seinem Bett gestanden, ehe er einschlief. Nie hat eine Frau ihm bisher etwas bedeutet. Er hatte keine Zeit für Flirt und Spiel, es liegt ihm auch nicht, das scherzhaft und leicht zu nehmen, was schwer und schicksalhaft ihm als heilige Bestimmung erscheint. So ging er schnell vorüber, wenn irgendwo ein Augenpaar lockte, und hatte es bald im Drang der Arbeit vergessen. Aber heute morgen haben ihn zwei Augen angesehen, die wird er nie vergessen. So blickt das Schicksal. Dunkel, rätselhaft und voller Hoffnung und Träume ... Die Frau aber, der sein Herz in lohem Brande sMegenschlägtr iß eines andern WsmreL Mih- — der, Schuhmacher, Tischler, Zimmermänner, Nachrichtenmänner, Schreiber, Kraftfahrer und sonstige Hilfskräfte, die sich schon wiederholt beim Vorkommando bewährt haben, nach dem Lager Langwasser bringt. So wird auch in diesem Jahre wieder alles getan, um in Nürnberg vor dem Führer bestehen zu können. Eine Unsumme von Arbeit ist notwendig, um diese herrlichen Festtage der Bewegung erstehen zu lassen, aber sie wird auch vom letzten SA.-Mann gern getan, denn er weiß, daß ihm diese Tage nicht nur Freude, sondern auch neue Kraft geben zum weiteren Einsatz als politischer Soldat seines Führers. Die SA.-S1andarte 116 übt für den Reichspatteilag. Nur noch drei Wochen trennen uns von dem großen Tag der SA. in Nürnberg. Nachdem die e die ö'i1 besondrer ini linehl bii * werb» ie 15® ien bestand uDa rinrk e Plan!-' Die 4 inn dutt irdjN- ien ick E iltr * bir i«=' «• E (rt h-* Hie l!*6 n < ar 6* ■ AM nerun® aus \ tuarffl hchnK aus di’’; F-W ;4S nde ^5 4 tf, s 00 des 4 biel8^ A NSG. Rund 3 4 00 SA.-Männer der SA.- Gruppe Hessen nehmen an dem diesjährigen Reichsparteitag teil. Mit vier Sonderzügen werden sie am 8. September ihre Standorte in Frankfurt, Kassel, Fulda, Marburg, Gießen usw. verlassen und die Nacht durch der Stadt der Reichsparteetage entgegenrollen. Ein weiterer Sonderzug wird am 4. September von der SA.-Gruppe Hessen allein 250 Fahnen mit Kornetts und Begleitern sowie alle Wettkämpfer der Gruppe für die NS.-Kampfspiele aufnehmen. Am 30. August verläßt das erste Vor- kommMo der SA.-Gruppe Hessen Frankfurt, um in NuMberg im Zeltlager Langwasser die ersten Vorbereitungen treffen zu können. Am 31. August folgen dann die 20 Standarten der Gruppe mit ihren Kornetts und Begleitern. Mit 22, also mit zwei vom Führer neu geweihten Standarten werden die Männer der Gruppe am 11. September in ihre Standorte zurückkehren. Am 2. September wird das eigentliche Vorkommando mit dem Lastkraftwagen von Frankfurt aus in Marsch gefetzt, das Köche, SchneiInspektor Linkerton hat mit dem weltberühm- ten Schiffsoffizier gleichen Namens aus Puccinis „Madame Butterfly" wenig gemeinsam, ja, er ist alles andere als ein schneidiger Liebhaber, der jungen Geishas das Herz betört. Er ist eigentlich ein Bär, denn er hat nicht nur die robuste Figur eines Bären, sondern auch ein Stückchen seines Wesens. Meist ist er freundlich, gemütvoll, zu Scherzen jederzeit aufgelegt und von einem Optimismus, der seinen Kollegen oft unbegreiflich erscheint. „Der sieht noch in 'nem Massenmörder ’ne verlorene Seele, die ttöstlichen Zuspruch braucht!" so sagt man in Scotland-Pard. Und wirklich, auf den ersten Blick hat es den Anschein, als sei das der Hauptzug seines Wesens. Aber ganz stimmt das nicht, denn dieser Bär hat auch Tatzen und eine Nase, die verdammt scharf riecht. „Drei Meilen gegen den Wind!" Außerdem kann er auch ungemütlich werden und gerade dann zum Sprung ansetzen, wenn feiner tzran denkt. Und seine Sprünge enden meist mit einem Geständnis seines Opfers. Es hat sich allmählich eine Art Nimbus um ihn verbreitet, der ihn gewissermaßen als unfehlbar rühmt. Das ist natürlich nicht, das weiß keiner besser als Linkerton. Aber er denkt: Laß sie nur reden! Glauben macht selig. Sein Arbeitszimmer hat nichts mit einem nüchternen Arbeitszimmer gemeinsam. Linkerton ist trotz seiner zwei Zentner ein Mann von ausgesprochenem Schönheitsbedürfnis. „Der Tisch fliegt 'raus und die Stuhle auch, und die Plakate könnt ihr ebenfalls obreren. Hier kommt mein Schreibtisch hin, da drüben ein Klubsessel, hier ein netter Rauchtisch ... ans Fenster den Blumenständer. Vorsicht mit den Kakteen? ... Sooo ... nun sieht das schon anders aus! Und morgen bringe ich meine Bilder mit!" „ (Fortsetzung folgt) s ’• 1° Nie hat er bisher erfahren, was Liebe bedeutet. Seine Eltern hat er nicht kennengelernt. In einem Institut in Wien ist er aufgewachsen... immer war Geld für ihn da... er wußte nicht woher. Angeblich hatten es seine Eltern hinterlegt. Immer war für ihn gesorgt... aber nie hat eine Hand über feinen Jungenschädel gestrichen und eine Stimme qeflujtert: „Mein Bub..." Immer waren es Erzieher, Lehrer, fremde Menschen... o . Ach, er erinnert sich noch gut jener Zeit, wo er mit brennenden Wangen umherschlich und neidvoll stillstand, wenn eine Mutter ihr Kind an der Hand ührte, wie es ihm die Tränen heiß m die Augen rieb, wenn er zufällig Zeuge mütterlicher Zcntttch- keit wurde. Er war immer allem und verlassen. Dann kamen die Jahre der Schule. Es machte ihm Spaß, zu lernen. Er suchte tn der Arbeit Ersatz für das, was ihm das Leben versagte. T Als er sein Abitur mit Auszeichnung bestanden hatte bekam er das einzige Stück in die Hand, das Kunde von feinen Eltern gab: Zwei verblaßte Bilder. Das eine zeigte ein sehr ernstes, schmales Mädchengesicht, das war einmal seine Mutter. Es hieß sie sei bei feiner Geburt gestorben. Das andere Bild war die gut gelungene Aufnahme eines jungen Mannes von forschem Aussehen die linke Wange von zwei tiefen fast paralle- en Schnitten durchzogen, ein breites buntes Band trua er über der Brust. Al o em Studentenbild. £as war sein Vater. Er hatte das Geld für feine Ausbildung hinterlegt, war nach Amerika gezogen und niemals drang eine Kunde wieder übers aroße Meer zu ihm. Verschollen, hieß es. Allmählich gewöhnte sich Joachim Hellmers daran ^umuyiiu; y > $ Kameraden so $ - - Ä ÄnbWt Stüber, Schwestern Braut, Geliebte ... er richtete ,eme aan?e unverbrauchte Krast auf feine Arbeit unb mürbe jener Dr Joachim Hellmers, ber nun bereits “nige Patente non weittragenber Bebeutung mit feinem Namen zeichnete , . r, e hnf ihm Das Leben hat ihm bitter mttgespielt. Es hatihm nichts erspart. Die harten Jahre kamen und wischten das Kapitel hinweg, das ihn bisher vor aller wirtschaftlichen Not geschützt hatte. Sein Studium war erst halb beendet, es begann em erbarmungsloser Kampf mit dem Hunger. . Abex et schaffte es, Eines TageZ staub. et M ; Rhein. (103$ h. iM Kartier 'chjchD Hof j!> (fljaltipjl i oieljcq I i.;5arbn I iberg cq j man p I Die eis: I ehiid) r I Deutsch« I 50, wü. | ngen. mafl, so gaben doch alle eingesetzten Männer ihr Bestes in freudiger Einsatzbereitschaft, um auch an dieser Stelle ihren Dienst für Führer, Volk und Vaterland zu leisten. Prüfung zum GA.-Wehrabzeichen. Auf der Reichsstraße Gießen—Reiskirchen, unweit Annerod, trafen sich am gestrigen Sonntag wiederum eine große Anzahl Prüflinge zur Abnehme der Gruppe III (Geländedienst) für die Erlangung des SA.-Wehrabzeichens. Das Ergebnis der Prüfungen hat gezeigt, daß jeder einzelne Prüfling gut durchgebildet ist und daß die Stürme eingehende Vorarbeit geleistet haben. Gerade die Gruppe in ihrer Vielseitigkeit bedarf einer guten Ausbildung jedes einzelnen und stellt große Anforderungen an körperliche Leistungen und Wissen. Reichsbeihilfen für Maulbeerpflanzungen. FWD. Der Reichsernährungsminister hat erneut Mittel für Maulbeerpflanzungen bereitgestellt und den Kreis der Beihilfeberechtigten noch erweitert. Im vergangenen Jähr konnten Private, die auf eigenem Grund und Boden mindestens 500 und höchstens 2000 Maulbeeren setzten, zum Kaufe der Pfanzen 15 RM. Zuschuß je 1000 Stück erhalten. Den gleichen Zuschuß können in diesem Jahre auch die Träger von Siedlungen und Kleingartendaueranlagen bekommen, wenn sie mindestens 2000 Maulbeerpflanzen setzen. Nach oben ist diese Menge zahlenmäßig nicht begrenzt. Anträge auf diese Beihilfen nehmen die Landesbauernschaften entgegen. Versammlung der Bienenzüchter. Nach der Sommerpause hielt die Ortsfachgruppe Gießen der Imker wieder eine Versammlung im Hotel Hopfeld ab, die in erster Linie der Erledigung der Vergütungen für die Zuckerbeschaffung diente. Der Vorsitzende der Ortsfachgruppe, Bodenben- d e r, sprach über die Auswirkungen des Wetters auf die Arbeit, die sich als günstig erwiesen habe, so daß die Honigernte in diesem Vorjahre reichlicher als im Vorjahr ausgefallen ist. Wie er weiterhin mitteilen konnte, ist für Oberhessen eine große Jmkerausstellung im Jahre 1940 vorgesehen, die voraussichtlich in Gießen stattfinden wird. Dann sprach er über die Einwinterung der Bienen, ferner über die Zusetzung der Königinnen und ging hieran eingehend auf die verschiedenen Möglichkeiten ein, wobei er seine praktischen Erfahrungen vermittelte. Im Anschluß daran wies er auf die Pflicht jedes Imkers hin, die Wachsgewinnung zu steigern und dafür zu sorgen, daß keinerlei Reste oder Rückstände bleiben, sondern alles anfallende Wachs auf dem Wege über die Industrie der Allgemeinheit zugeführt wird. Nachdem in diesem Jahre ein reichlicher Honigertrag zu verzeichnen ist, hat der Bienenzüchter auch die Pflicht, einen entsprechenden Beitrag zur Honig- spende für das WHW. zu leisten. sie auf, Feinde zu sein unb werden Gegenstand der Hilfe. Diese Hilfe darf nicht gestört werden durch eindliche Maßregeln: Aerzte, Spitäler, Heilmaterial sind außerhalb des Krieges gestellt ..." Diese Sätze gingen gedruckt in alle Welt unb rüttelten überall die Herzen unb Gewissen wach. Wohl gab es auch jetzt noch viele unentwegte Kritiker unb Ungläubige, die eine solche Einigung der Völker zum Zwecke ber Menschlichkeit für unmöglich hielten unb über den „Träumer und Weltverbesserer" den Kopf schüttelten. Aber überall warb Dunant persönlich für seine Idee. Unermüdlich reifte er in ber Welt umher, hielt Vorträge, ging zu Königen unb Parlamentariern, zu Ministern unb Militärchefs. _ In Preußen fand Dunant von Anfang an verständnisvolles Entgegenkommen. Der Kriegsminister von Roon begegnete seinen Plänen mit der höchsten Achtung unb Bereitwilligkeit, ber König erwärmte sich für sie, Köniain Augusta wurde ihm eine tatkräftige Färberin. Auch bie anberen deutschen Fürsten traten für die Idee ein, unb barauf- hin lub im Herbst 1863 bie Genfer „Gemeinnützige Gesellschaft" sämtliche europäische Staaten zu einem Kongreß nach Genf ein. Schon auf dieser ersten Konferenz würbe der vorläufige Entwurf einer internationalen Übereinkunft fertiggefteUt, und auf dem entscheidenden Kongreß vom August 1864, den auf Einladung des Schweizer Bundesrats 16 Staaten beschickt hatten, erfolgte die endgültige Gründung der „Genfer Konvention vom Roten K r e u z". Am 22. August wurde ber Vertrag unterzeichnet und sogleich von 10 Staaten ratifiziert. Vier Jahre später waren alle europäischen Staaten der Konvention bei getreten, unb wieber einige Jahre später gehörten ihr sämtliche Staaten ber Welt an. Seine segensreiche Rolle spielte das „Rote Kreuz" zum erstenmal im Kriege von 1866. Obwohl Oesterreich zu dieser Zeit der Genfer Konvention noch nicht angehörte, ließ König Wilhelm ber feindlichen Heeresleitung mitteilen, daß die preußischen Truppen alle in der Konvention angegebenen Humanitätsrückfichten gegen Sanitätsbeamte unb -anstalten ausüben würben. Auch bie Österreicher haben nach diesen Grundsätzen gehandelt, unb so hat bas Rote Kreuz zum erstenmal feinen Hilfe unb Heilung sperrenden Schutz auf den böhmischen Schlachtfeldern entfaltet. Bald nach diesem Kriege, am 11. November 1866, wurde in Preußen auf Anregung der Königin Augusta der „Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz" gegründet, der seitdem in Krieg und Frieden seine großartige Schutz- und Hilfstätigkeit in aller Not des deutschen Volkes entfaltet hat, in der Pflege von Kranken und Verwunde, ten, in der Fürsorge für Sieche, Krüppel, Altersschwache, Kinder und Arme, in der Hilfe bei Naturkatastrophen und Notständen. Heute widmet sich das deutsche Rote Kreuz wie je der Fülle seiner Aufgaben in Gemeinschaft mit der NS.-Volkswohlfährt, dem Deutschen Frauenwerk, ber NS.^Frauenschaft unb den anderen umfassenden Organisationen des neuen Deutschland. C. K. Vornotizen. Tageskalender für Nlonlag. Ilona-Palast, Selter sw eg: „Die barmherzige L«e". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gellte". Wichtig für Westwallarbeiter! Sei den Baufirmen im Westen liegt noch eine ßtfee Anzahl von Arbeitspapieren (Invaliden-, Buer- und Urlaubskarten, Arbeitsbücher, DAF.- A gliedsdücher, Beitragsmarken), die den Eigen- tÜr.ern nicht zugestellt werden konnten, sei es, daß di! Arbeitskameraden den Arbeitsplatz oder ihren Dhnort gewechselt haben ober daß eine Heimat- Schrift überhaupt nicht bekannt ist. Das Fehlen der 4lt eitspapiere ober auch nur einzelner Jnvaliden- rde Beitragsmarken kann zu erheblichen Nachteilen ** P e r f o n a 11 e. Dem Bauamtssekretär Jose Herbert in Gießen, der am' 31.Juli 1939 infolge Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getreten ist, wurde ber Dank des Führers für feine bem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste ausgesprochen. ** Ein heftiges Gewitter entlud sich am gestrigen Sonntag zwischen 14 und 15 Uhr über Gießen und Umgegend. Das Wetter brachte neben starken Regenfällen eine Zeitlang auch ansehnlichen Hagelschlag, verbunden mit zum Teil heftigen elek- trischen Entladungen. Glücklicherweise ist durch den Hegelschlag und auch den starken Regen fein Schaden angerichtet worden. Einige Blitzschläge waren zum Glück-nur kalte Schläge, die ohne weitere Folgen blieben. I betriebsunfälle lassen sich ttotz ständiger Unfall- yrhütungsarbeit aller zuständigen Stellen nicht fln3 vermeiden. In dieser Erkenntnis haben die tziufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Unfall- „i-hütungsvorschriften auch Vorschriften über „Erste ft je und Verhalten bei Unfällen" erlassen. Dabei isl den Betriebsführern zur Pflicht gemacht, dafür m sorgen, daß den Unfallverletzten die notwendige JjLje zuteil wird. Bei allen nicht ganz leichten Urletzungen muß Behandlung durch einen Arzt 110 notfalls Ueberführung in eine Heilanstalt erlögen. Das etwa notwendige Fahrzeug für die Zziehung des Arztes unb die Ueberführung des Arletzten muß vom Betriebsführer gestellt ober tudjafft werben. Der Betriebsführer hat außer- yn bei Betriebsunfällen darauf zu achten, daß ör Verletzte die Arbeit unterbricht, so lange eine o’iene Wunde nicht sachgemäß versorgt ist. Durch Äusbildung einzelner Arbeitskameraben zu Be- tt-bshelfern wird bafür gesorgt, daß Hilfeleistung «rslat. Die Betriebshelfer werden von den zu- ttniugen Berufsgenossenschaften ausgebildet und ^ssen in einer bem Umfang unb ber Art bes Be° (jr'bes entsprechen!)en Anzahl vorhanben und jeher- ' *»7 erreichbar sein. In Betrieben mit einer großen Anzahl von weiblichen Beschäftigten sind «üh weibliche Betriebshelfer auszubilden. Kennt- m über die erste Hilfeleistung wird den Arbeits- jneraben durch eine allgemeinverständlich geschrie- QI j ice „Anleitung zur ersten Hilfe" vermittelt, die Ntud Abbildungen erläutert ist unb in jedem Be- i tribe aushängen muß. Verbandzeug ist vorrätig spalten, rechtzeitig zu ergänzen und stets erreich- fjc- und sachgemäß, besonders aegen Vevunreini- vpig geschützt, in einem Verbandkasten ober 93er- tabschrank aufzubewahren. Der Inhalt des 93er- tcidkastens hat den Vorschriften der Berufsgenos- der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar meister/ weröau L Sa. 311. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) 9. Ein Mann entdeckt sein Herz. „Sind sie weg, Morell?" ^Jawohl, Herr Doktor. Ich habe sie selber 'raus- zeen sehen. Ist übrigens 'n hübsches Frauchen ge- oirben, die kleine Vivie. Habe sie ja schon gekannt, il; sie noch Wadenstrümpfe trug." Doch Hellmers hört gar nicht, was Morell er- Dlt.Er atmet nur erleichtert auf und denkt immer M" das eine: Warum muß mir das Schicksal diese Jtiu über den Weg führen? Warum? zr ist jetzt zu jeder vernünftigen Arbeit unfähig. : vcs weiß er. Er gibt Morell unb den Arbeitern j|)' kurz seine Anweisungen und macht sich davon. Ihr hinaus jetzt! Allein fein! Eine einzige Stunde illiin fein, das ist fein heißer Wunsch. üt achtet nicht auf verwunderte Gesichter der h.ieiter, die das noch nie erlebt haben, daß ihr .Duktor" sie allein läßt, er hört gar nicht auf Morells Gemurmel, der vergeblich versucht, ihn hier festzu- K'cen, er läßt alles gehen und stehen und läuft irmn. ’m feinem stillen Arbeitszimmer im weiten nieb- j Mn Laboratorium kommt er erst wieber recht zur | 8e Innung. i| 2as ist nur mit mir los? fragt er sich. Ich laufe ■ot meiner Arbeit, ich werbe mir selbst untreu... 1 Ui alles nur, weil eine Frau gekommen ist? ' (fr läßt sich schwer in ben harten Sessel fallen, * In ihn schon manche Nacht hier sitzen sah. Ttein, es ist mehr... es sitzt tiefer. Es ist bas . (hen, das mich gerufen hat, ja, das Leben! Als Itize ich bisher nur geträumt, so ist mir zumute, j de gehe nun plötzlich die Sonne auf und die Nacht «worüber «i« 'iert j°l. iß'ijaften zu entsprechen. In Kraftwagen, auf bii Iren unfallversicherte Personen mitfahren, ist ' «ten Verunreinigung geschütztes Verbandzeug stän- ti mitführen. Richtige und schnelle erste Hilfelei- ifthg bewahrt den Unfallverletzten vor unnötigen tzMerzen, beschleunigt den Heilungsprozeß und enringert so den Ausfall an Arbeitskräften und Lveitstagen. Die erste Hilfe muß sich auf das 8)-- bem Eingreifen des Arztes Notwendige und Keckmäßige beschränken und darf keinesfalls den mb wih fttgt zu ersetzen suchen. sji.-tfpoit In Lang-Sieger im GroßenAutopreis der Schweiz dem Der sechste bestätigte es 4X 75-Meter-Staffel, Klasse II 4X 50-Meter-Staffel, Klasse III: 4X 75-Meter-Staffel, Frauen: das und sal- Länderkampf gegen England in Köln erneut, daß sich unsere Leichtathleten in einer wundervollen Form befin- Viel Spannung lag über dem Ausgang dez 5 000-Meter-Laufes. Dom Start weg über« nahm Schaumburg vor Emery und Fellerswann die Führung. In dieser Reihenfolge wurden 1500 Meter in 4:24 zurückgelegt. Bei 3000 Meter war nur der Engländer Cox ^urückgefallen. Dann übernahm Fellersmann die Spitze. Es gab eine phan« tastische letzte Runde. Emery versuchte mit letzter Kraft, wenigstens einen Laufsieg an die englischen Farben zu bringen. Er führte auch kurz, doch Schaumburg spurtete die letzten 150 Meter Pracht« voll und zerriß mit sichtbarem Vorsprung das Ziel, band in 14:40,2 Minuten vor Emery und Fellers« mann, die sich in gleicher Zeit die Punkte dez zweiten und dritten Platzes teilten. Den Beschluß bildete die Olympische Staffel, di? 1937 über den englischen Sieg entschied. Mjj farbig, Scheuring, Hornberger und Brandscheit, Lj, prächtige Wechsel zeigten, gewann diesmal Deutsch, land überlegen in 3,22 Minuten. klare deutsche Siege in Wurf und Sprung. Marschblocks zusammengestellt und die Vorarbeiten bereits erledigt sind, trafen am Samstag um 23 Uhr die Marschteilnehmer der SA.-Stan- barte 116 auf dem Hofe des Schützenhauses in Gießen ein. Gießener Stürme hatten für ihre Kameraden die Zelte hergerichtet, so daß diese schon kurz nach 23 Uhr von den Marschteilnehmern bezogen werden konnten. Am Sonntag früh traten alle Marschteilnehmer der Standarte unter Dorantritt des Spielmanns- und des Musikzuges zu einem Uebungsrnarfch an, der sie durch die Kaiserallee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Seltersweg, Schulstraße, Walltorstraße, Marburger Straße, Wiesecker Weg und von dort quer über den Feldweg wieder zum Trieb zurückführte. Rach kurzer Rast setzten der Exerzierdienst und die Vorbeimarschübungen ein. Die Leistungen in Marsch und Disziplin bieten Gewähr dafür, daß der Ruf der 116er auf dem Reichsparteitag der Vorjahre auch in diesem Jahre nicht geschmälert wird. Zum erstenmal werden in diesem Jahre auch der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte ihr Können am Ehrentage der SA. in Nürnberg unter Beweis zu stellen haben. Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft. Nur man was dagegen tut, vernichtet man die SaA lingsbrut. 18.15: Schicksal vor 1000 Jahren. & erste Schlacht bei Andernach. 18.30: Don der brac- Infanterie, laß ich all mein Lebtag nie. Unsere 81.' 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Fort mit den Grill' fort mit den Sorgen ... 20: Nachrichten. Ansch». ßend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: L. Sommerbild. 20.30: Die romantische Ahr. Ein Lor schaftsbild. Manuskript: Ernst Nebhut. 22: richten. 22.15; Sport in Kürze. 22.20: Politische ä» tungsschau. 22.35 bis. 24; Tanzmusik. lismus erkämpften Volksgemeinschaft geht deutsche Volk heute ruhig seiner Arbeit nach kennt nur eine Parole: Führer befiehl, wir g-en dir!" Bürgermeister Geil dankte anschließend Selriebsspottsest des Arbeitsamtes Gießen. Gauamtsleiter und seinen Mitarbeitern für die Hilfeleistung, die wahrlich, wie es die acht Tage gezeigt habe, keine Phrase gewesen ist. Zum Schluß dankte Ortsgruppenleiter Kuhn der Gauamtsleitung für ihren mustergültigen Einsatz, der es manchem Bauern ermöglichte, seine Ernte schon unter Dach und Fach zu bringen. Im Namen der Bauern teilte der Ortsgruppenleiter schließlich mit, daß der Gauamtsleiter mit seinen Mitarbeitern aus Dankbarkeit für die tatkräftige Hilfe am Erntedankfest Gäste der hiesigen Bauern und Landwirte sein möchten. Mit dem Gruß an den Führer schloß der offizielle Teil des Abends. Ausgestaltet wurde der weitere Verlauf des Abends durch Musikvorträge der Kapelle Schmidt und Soldaten- und Volkslieder des Gesangvereins „Cäcilia", die sich in uneigennütziger Weise in den Dienst des Volksgemeinschaftsabends gestellt hatte und von Gauamtsleiter Haug besonderen Dank ausgesprochen bekamen. Tanz beschloß den wohlgelungenen Abend. Tod durch Sturz in die Senke. *Rüddingshausen (Kreis Gießen), 20. Aug. Der 70 Jahre alte Landwirt Wilhelm Theiß stürzte so unglücklich in eine am Boden liegende Sense, daß er schwere Verletzungen am Unterleib davontrug. Der bedauernswerte Mann, der sofort nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht wurde, ist dort trotz sofortiger Operation bald nach feinet Einlieferung g ost ar ben. zialstrecken auf der ganzen Linie bezwingen. Doppelsieg von Neckermann. Pünktlich begann der Kampf mit dem 100-m- Lauf. Neckermann, auf der Innenbahn startend, schob sich sofort mit seinen raumgreifenden Schritten nach vorn und gewann dann klar vor dem erbittert kämpfenden Scheuring, der den Engländer Holmes knapp niederrang. Verhältnismäßig einfach war der eine halbe Stunde später ausgetragene 200-m-Lauf. Neckermann lief auf der Außenbahn sein Rennen für sich und gewann sicher. Rekordlauf über 1500 Weier. In mäßigem Tempo wurden die 1500 Meter begonnen. Zunächst lag Kaindl in Führung, überließ aber bei 350 m den beiden Engländern Pell und Collyer die Pilotenrolle. Erst auf der Zielgeraden entspann sich ein fesselnder Endkampf. Kaindl schob sich Zentimeter um Zentimeter an den führenden Pell heran und gewann schließlich um Brustbreite. Mit 3:50,2 Min. wurde Dr. Peltzers letzter Rekord aus der Liste gestrichen. Jacob hatte auf den letzten Der einzige Wettbewerb, in dem es nicht einen klaren deutschen Sieg gab, war das Rennen über 110 Meter Hürden. Kumpmann kam auf den letzten 40 Metern etwas aus dem Tritt, als Pollmanns zu einem fabelhaften Endspurt ansetzte, aber den Engländer Lockton nicht mehr abschütteln konnte. In 15,0 Sekunden gab es totes Rennen. Fest der Kraft, Kultur und Kameradschaft 25000 bei der Eröffnung der Studenten-Weltspiele Wien 1939. augenblicklich ... ______ bei;. Die Briten, die in der letzten Begegnung 1937 in London ihren einzigen Sieg über Deutschland feierten, wurden diesmal vernichtend geschlagen. Sie gewannen nicht einen der dreizehn Wettbe- werbe und mußten meist auch den zweiten Platz an Deutschland abtreten. 93,5:42,5 lautete schließlich das Endergebnis für Deutschland. Einen großen Anteil an dem Kölner Erfolg haben unsere Mittelstreckler. Sie konnten die Engländer in ihren Spe- Beim nationalen Leichtathletik-Sportfest in Görlitz stellte der Luftwaffen-SV. Berlin über 4X400 Meter mit 3:15,0 einen neuen deutschen Rekord auf. der Besetzung Linnhoff, Arendt, Hähne! und Englands Leichlachleien ohne Sieg Deutschland gewinnt mit 93,5:42,5 Punkten. Nach der Arbeit frohe Feier. } Lich, 20. Aug. Arn Ende der von Gauamts- Jeiter Haug und 53 Mitarbeitern der Gau- amtsleitung der NSV. durchgeführten achttägigen Erntehilfe bei hiesigen Bauern und Landwirten fand am heutigen Sonntagabend in „Steins Saalbau" eine Veranstaltung statt, die nochmals die freiwilligen Erntehelfer mit ihren „Arbeitgebern" nach achttägiger schwerer Arbeit zu einigen frohen kameradschaftlichen Stunden vereinte. Nach einem vorzüglichen Eintopfgericht aus der Feldküche der NSV. begrüßte Gauamtsleiter H a u g die zahlreich erschienenen Bauern, feine Mitarbeiter und Ortsgruppenleiter Kuhn und Bürgermeister Geil. ,Hch bin mit meinen Mitarbeitern in meine Vaterstadt gekommen", so betonte der Gauamts- -feiter, „um die wahre Volksgemeinschaft zu pflegen. Wir kennen keine Geste wie die früheren Machthaber, die, wenn es galt, tatkräftige Hilfe zu leisten, sich durch gewundene Worte von der für sie unangenehmen Arbeit zu drücken wußten. Wir wußten genau, welch schwere Arbeit uns bevorstand, wir wußten erber auch, daß die 'Arbeit des Bauern Ar- 'beit für unser Volk bedeutet, und deshalb kamen wir freudig und halfen, soweit es in unseren Kräften stand. Mögen die anderen in London, Paris oder Neuyork über noch so viel Gold verfügen, die Volksgemeinschaft des deutschen Volkes ist stärker als alles Gold und wird unserem Volk unter der Führung Adolf Hitlers den Platz in der Welt wieder zuweisen, den es traft seiner Größe und Macht zu beanspruchen hat. Kraft der vom Nationalsozia- Neuer deutscher Frauen-Schwimmrekord. Im Rahmen eines internationalen Schwimmfestes in Leverkusen kam ein 1000-m-Kraulschwimmen für Frauen zum Austrag. Die erst 14jährige Düsseldorferin Wera S ch ä f e r k o r d t siegte in der neuen deutschen Bestzeit von 15:39,2, womit sie den von Gerda Stegemann (Nixe Magdeburg) mit 16:15,7 gehaltenen Rekord gleich um 36,5 Sekunden unterbot. Deutscher Nekord über 4 x 400 Meter. Seit 1936 war der Große Autopreis der Schweiz vom Unwetter geradezu verfolgt. Mochte es beim Training noch so schön gewesen sein, am Renntag selbst regnete es — allen günstigen Vorzeichen zum Trotz. Beim 6. Großen Preis am Sonntag schien das anders zu werden. Bei herrlichstem Sommerwetter wickelten sich die Dorrennen ab und die 45 000 begeisterten Zuschauer sahen in allen Klassen scharfe Kämpfe, die durchweg neue Rekorde ergaben. Der Preis' vom Bremgarten für Sport- und Rennwagen über 102 Kilometer bildete wie üblich den Auftakt der Veranstaltung. Unter den allein teilnahmeberechtigten Schweizer Fahrerer siegte d e Graffenried auf Maserati mit einem, Mittel von 133,7 km/st. Im Vorkampf der kleinen Rennwagen bis 1500 ccm waren die Alfetta nicht zu schlagen, ebenso klar war die Ueberlegenheit der deutschen Rennwagen im Vorlauf der schweren Klasse. Alle acht gestarteten deutschen Fahrzeuge qualifizierten sich für den Endlauf, an der Spitze wieder Hermann Lang, der mit dem Rekorddurchschnitt von 162,782 km/st als Erster vor seinem Markengefährten Caraccialo und von B r a u ch i t s ch das Ziel erreichte. Die Alfetta überlegen. Im Rennen der 1,5-Liter-Wagen bildete sich sofort eine Spitzengruppe aus Farina und Biondetti auf Alfetta sowie den drei Maseratifahrern mit Aus der engeren Heimat. Eine Neckerei mit tragischem Ausgang Junges Mädchen im Verlaufe einer Balgerei erschossen. Am gestrigen Sonntagnachmittag ereignete sich m Re iskirchen (Kreis Gießen) ein Unglucks- sall, dem leider ein junges Mädchen zum Opfer fiel. Der Landwirt Heinrich Balser hatte gestern seinen Geburtstag. Die 16 Jahre alte LinaScha - f e r begab sich nachmittags in das Haus Balsers, -ihres Onkels, um ihm Geburtstagsglückwünsche zu überbringen. Dort traf sie ihren Onkel aber nicht an, so daß das Mädchen in Begleitung zweier Kameradinnen in der Küche Platz nahm. Hier stand ein Gewehr (Doppelflinte), das dem 25 Jahre alten Feldschütz Lubwig Balser, dem Kusin der Lina Schäfer, gehörte, der es bei der Ausübung seines Feldschutzdienstes mit sich führte. Bald darauf betrat auch der Feldschütz Ludwig Balser die Küche, der alsbald mit den Mädchen in ein fröhliches Gespräch kam, das zu einer Neckerei und schließlich zu einer scherzhaften Balgerei mit seiner Kusine, der 16 Jahre alten Lina Schäfer, führte. Als diese im Scherz ausrief, sie werde sich gegen ihn (den Feldschütz Balser) wehren, griff dieser im Scherz nach der Doppelflinte, die er mit der Bemerkung, er werde schießen, hochzunehmen in Begriff war. Dabei krachte plötzlich ein Schuß, der aus etwa einem Meter Entfernung als Ladung einer großen Schrotpatrone die Lina Schäfer in den Kopf traf. Das bedauernswerte Mädchen wurde dadurch so furchtbar verletzt, daß es auf der Stelle tot zusam- menbrad). Das danebenstehende andere junge Mädchen wurde am Aermel seines Kleides von Schrotkugeln getroffen, blieb aber unverletzt. Der junge Balser, der offenbar von dem Vorhandensein der Schrotpatrone im Lauf der Flinte nichts mehr gewußt hat, bemühte sich, ebenso wie die anderen Hausbewohner um die Kusine, der aber leider keine Hilfe mehr gebracht werden konnte. .Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Gießen waren bald darauf an Ort und Stelle, um die Untersuchung des tragischen Vorganges durchzuführen. Nach der ganzen Sachlage wurde von sofortigen Maßnahmen gegen Balser abgesehen, der auf freiem Fuß belassen wurde. Nach Abschluß der behördlichen Feststellungen wurde die Leiche zur Bestattung freigegeben. Strafen wurde die neue Bestzeit erzielt, mit der die 3:16,2 des gleichen Vereins unterboten wurden. Neuer Motorboot-Weltrekord von (Sir Campbell. Der bekannte englische Rennfahrer Sir Malcolm Campbell, der auch einmal den Automobil- Weltrekord hielt, hat auf dem Coniston-See in Schottland den absoluten Geschwindigkeits-Weltrekord im Motorboot am Samstag auf 228,107 km/st oerbeffert und damit feine eigene Bestleistung von 210,63 km/st aus dem Vorjahr gewaltig übertroffen. Campbell benutzte zu feiner Rekordfahrt fein neues Boot „Blue Bird II", das mit einem 2500-?8-Rolls-Royce-Motor ausgerüstet ist. Als Höchstgeschwindigkeit erreichte der Engländer auf der Rückfahrt 229,4 km/st. In einem festlichen Rahmen wurden am Sonntag die erstmals von der Reichsstudentenführung veranstalteten Studenten-Weltspiele eröffnet, die in der kommenden Woche dem Leben der alten Kultur- unb Sportstadt an der Donau das Gepräge geben werden. Vertreter von 18 Nationen haben dem Ruf nach Wien Folge geleistet. Der Aufmarsch der Nationen. Das prächtige Stadion prangte in festlichem Schmuck. Rings um das weite Rund flatterten die Fahnen aller beteiligten Nationen. Sonnenschein tauchte den grünen Rasen, das rote Band der Lauf-- bahnen und die buntfarbigen, von über 25 000 Zu- chauern dicht gefüllten Ränge des majestätischen Steinovals in helles Licht. Es war ein imponierendes Bild, als nach dem einleitenden Tschammer- Pokalspiel zwischen Vienna und dem BC. Hartha und dem Handballtreffen zwischen der Studentenelf und der Oftmarkauswahl die Nationen mit ihren Fahnen unter dem Jubel der festlich gestimmten Zuschauer einzogen. Voran die kleine Abordnung von Arabien, dann Bulgarien, Estland, Finnland und die ganz in Weiß gekleidete starke Vertretung des befreundeten Italiens, die mit einem Sturm der Begeisterung empfangen wurde. Es folgten Japan, Jugoslawien, Peru, Schweden, die Slowaken, Spanien, Südafrika, über 100 Ungarn in feldgrauen Sportanzügen und schließlich der mächtige Block der 500 deutschen studentischen Kämpfer. Reichsminister Rust und der Reichsstudentenführer Dr. Scheel schritten zum Gruß die Front der Nationen ab. „Alle aufbauwilligen Kräfte vertreten/' Zu Beginn seiner Festrede hieß Reichsstudentenführer Dr. Gustav Scheel die Teilnehmer auf deutschem Boden herzlich willkommen. „Sie befin- 4X100-Meter-Staffel, Klasse I: 1. HStV. -..... 1.2121. In den technischen Hebungen trat die deutsch«, Ueberlegenheit noch schärfer zutage. Dr. Song 9et, wann mit 7,43 Meter, Weinkötz mit 1,95 Meter. Glötzner versuchte über 4,20 Meter zu kommen, verfehlte aber nur knapp, chatte jedoch mit 4,ID Meter den Sieg sicher. Im Kugelstoßen und Dis. kuswerfen, die von Stöck mit 16,35 bzw. Tripps .mit 51,03 Meter gewonnen wurden, waren nutz den sich, meine Kameraden, inmitten eines friedlich | unsere zweiten Werfer weit vor den Engländern, arbeitenden und schaffenden Volkes, das Sie selbst in biejen Tagen Gelegenheit haben kennenzulernen. Es umgibt uns draußen eine Welt voll Unruhe, bie burch eine jeben Tag neu geschürte Hetze irregeführt wirb. Wir Deutschen haben nur ben einen wÄ" gtiÄb^un; I Die Betriebs,Partgemeinschaft des Arbeitsamts^ Sä Sä S5£g bX im kamera^chastlichen Geist der Zusammen- triebsfpartfest. Von den bereits gemeldeten Betrieb-, nrhoif n('führten Swbenten-Weltivielen ein neuer nahmen über 100 Teilnehmer teil. Die zahlreich er« 2(ufbau9ber ftubentischen Arbeit in ber Welt über- schienenen Besucher fahen herrliche Kampfe. bauot vollziehen wirb. Denn wir stehen mit ber schneller Folge würben die $*"3*1-, ™c$r- UnÖ Durchführung ber Stubenten-Weltspiele an einem Mannschaftskämpfe abgew'icfelt. Nach dem gemein. Wenbepunkt ba hier alle aufbauwilligen Kräfte ber kamen Einmarsch der Teilnehmer wurden durch bem denten-Weltspiele kämpfen. In'dieser Haltung sehen bei dem 3 Mann über 1,60 fP^angen und erst dmtz wir den ethischen und zugleich auch ben politischen «techen der Sieger ermittelt wurde. Wert der Studenten-Weltspiele. Seien Sie sich de- ffrrtditntfc mußt, daß jeder Kämpfer hier auf dem grünen 11 ' Rasen ein Vertreter seiner Nation und im besten yM. = Arbeitsamt, Di. = Didierwerke, Bu. «i Sinne des Wortes ein Kämpfer für fein Volk ist." (ßuöerus Lollar, HStV. = Heeresftandortverwl/. Eröffnung durch Neichsminister Nust. tung, Kar - K--rzentr°. Go. - C°mm°rzl>< Nachdem der Studenten-Weltmeister, der deutsche Klasse I. Fünf- und Zehnkampfmeister Fritz Müller (Kiel) ^0 m - 1 Schmäh! AA., 12,2; 2. Ernsbach W, im Auftrage aller versammelten Wettkämpfer gelobt _ 4Oo m : 1. Waden., hatte, ritterlich zu kämpfen und die für bie Spiele 581 2 Hornig, Lo., 61,2 Sek. - geltenden Bestimmungen zu achten eroffneteReichs- P!* Lo 2^56 4 Min.; 2. Dönges Minister Rust bie Spiele mit folgenden Worten: 110 00 m 1.^eyer, ^o^oben Kar - Hoch. „Ich eröffnet, die Studenten-Weltspiele Wien 1939. - L Bu. 1,62; 2. Schmahl 211, Mit der feierlichen Flaggenhissung und dem Aus-1 — Weitsprunq: 1. Em;» marfcf) ?,er^tinn^aften &ie uber<1U5 €tn= bad), AA., 5,51 m; 2. Bergan, HStV., 5,39 nu; drucksvolle Feier. ' 3. Schmahl, AA. - Kugelstoßen: 1. Will, Di, 10,32 m; 2. Ortwein, Bu., 9,42 m; 3. Weiß M M e b i 3 i n b a 11: 1. Ortwein, Bu., 15 m; 2. (Fmw I« bad), AA., 14,75 m; 3. Bergau, HStV. — Drei,, fprung: 1. Ernsbach, AA., 11,43 m; 2. Weitz, Wakefielb, Rocco und Pietsch. Die übrigen konnten AA., 10,20 m. bas schnelle Tempo nicht mithalten. Pietsch hatte Klasse II. wieber einen kleinen Schaden zu beheben, kam aber l ? IDteter: 1. Treser, HStV., 9,05 Sek.p: als Fünfter noch in den Endlauf. Joa von der Süd- 2 QecLer Di 9 05 Sekunden. — 2 00 Me tem deutschen Renngemeinschaft als zweiter Deutscher • 4 26,7 Sek. — 800 Meter: wurde nur Vorletzter. Farina als Sieger fuhr L' sgu 2 20,9 Min.; 2. Röhl, Di., 2:24,77 155,07 km/st und übertraf den bisherigen (aller- 1_ Hocksprung: 1. Zecher, Di., 1,410 dings über eine längere Strecke aufgestellten) Re- „Kugelstoßen: 1. Zecher, Di., 10,M kord Richard Seamans von 141,3zkm/st betracht- 2 $unf, ^tV., 7,80 Meter. — Weit- üch. fprung : 1. Will, Bu., 5,40 Meter. — Medi.« «»ns vom Start bis ins Ziel. D r°^7u^:^A^tS 13 Wagen wurden in der großen Klasse über die Meter. gleiche Strecke gestartet. Aber hier hatten die Aus- Klasse III. länber nichts zu bestellen. Hermann Lang schoß 5 q e e r. 1 Werner, AA., 7,1 Sekunden,; sofort vor Caraccivla und von Brauchitsch an bie HStV. 7,2 Sek. — 2 00 Meten: Spitze, die er nicht einen Augenblick abzugeben Werner,' AA., 28,9' Sek. — Weitsprunq: brauchte. Nuvolari schob sich schon bald vom fünf- Schröter' HStV.; 2. Weber, Co. — Medizini« ten auf ben brüten Platz — an totuct unb, °on 1.' Weber Co., 11,20 Meter; 2. We« Brauchitsch vorbei — vor. Aber wenig spater hatte ö Wasmutb' Kar. von Brauchistch seine alte Position wieber Zurück- Dreikampf Klasse I: 1. Emsbach, AA: erobert. Enbe der 15. Runbe flog von Stucks Im- 2 Boden, Kar; 3. Schnabel, AA. — Klaffe IH: tem Hinterrad der Protektor ab. Da der Altmeister 11 . 2. Röhl, Di.; 3. Trefer, HStV. - nicht mehr an ber Boxe halten konnte, mußte er mit $. ., ' jjj . Schröter HStV.; 2. MÜ7, dem befetten Reifen noch eine Runde fahren und ' 3 Weber' Co. - Frauen: 1. M wurde, wie zuvor schon Hasse und Muller, über- J . 9 öiearer ÄA rundet. Das gleiche Mißgesch' 7 traf Nuvolari in der ^iegier' ,rflnpn letzten Runde. Er blfeb aber trotzdem Vierter vor A @nY. 9 Qi^ler M: H°rtm°nn auf dem ält-r°nM-r-°d°s-M°d°ll. | g .üt. t Sar^ 2.^ «I 2. Ziegler. AA. — Weitsprung: 1. Becks:, Kar.; 2. Keil, Kar. — Sch 1 agbal!: 1. Wunv, 2121.; 2. Kuhn, AA. 1. AA. 1. Kar. Metern noch den Engländer Collyer vom dritten Platz I Handballspiel HStV. AA. 3 : 2. verdrängt. Mit einem Rückblick auf die spannenden Kamst' Feines 800-INeter-Rennen. unb mit ber Siegerverkündung durch Pg. ® e i R Ueberaus packend verlief ber 800-Meter-Lauf. Es und einem dreimaligen Sieg-Heil auf ^ri Fuh^ starteten (von innen nach außen): Littler, Schu- fand die Veranstaltung einen würdigen Ab schm»- wacher, Moreton, Giesen. Nach anfänglicher Füh- -------- rung des Düsseldorfers Schumacher ging Giesen beb 300 Meter in Front, dicht gefolgt von dem KlitWjUttrPrOyrullllr Engländer Littler. Die ersten 400 Meter wurden in 54 Sekunden gelaufen. Dann trat überraschend Dienstag, 22. August. ber Enqlänber an, ging vor unb führte bis in bie 5 Uhr: Frühmusik. 5.d0: Bauer, merk auf. , Kurve. ' Ausgang ber'Zielkurve griff Giesen an Morgenlied: Morgenspruch; Nachrichten; GymM unb rang Littler in einem Brust-an-Brust-Kampf 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymn , ^ um einen halben Meter nieder. 13 25: Kleine Ratschläge sur Küche und Haus. ■ Der 400-Meter-Lauf wurde vorverlegt, Froher Klang zur Werkpause. Die Münchner JiUM ba ein aufziehenbes Gewitter mit Regen broh'te. funkschrammeln. 10: Schulfunk. Millionen Deu^ Das Rennen brachte ben erwarteten Sieg bes Dres- gingen in die Fremde. Was die LeidensgestyicY „ dener Weltrekordmannes Rudolf Har big in 46,9 deutschen Auswanderer uns lehrt. — Gme Sekunden. Die beiden Engländer legten sofort ein folge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskoniert. - unheimliches Tempo vor. Hamann wurde schnell große Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagsnr geholt, Harbig konnte zunächst keinen Zentimeter hert. 14: Nachrichten. 14.10: Overet en-Pilderboy an Boden gewinnen. So blieb es bis Ausgangs 16: Nachmittagskonzert. Das Orchester des Ji ber Kurve, wo Harbig immer noch nicht den Kur- fenders Königsberg. 17 bis 17.10: Neues für venvorfprung seiner Gegner aufgeholt hatte. Man £ ** 4'~ " glaubte schon nicht mehr an einen Sieg, als er 30 Meter vor dem Ziel wie spielend an den beiden Engländern vorbeiging. Toles Kennen über die Hürden.