Nr. 93 Erstes Matt 189. Jahrgang Freitag,2l.April 1939 Trichetttt täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monarr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vriihlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Kietzen. Schristleitung und SeschästLftelle: Schlllftratzt r Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8*/.Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/^ mehr. 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Hieran schloß sich an der gleichen ©teile der Empfang des Reichspro» Lektors in Böhmen und Mähren, Reichsminister Freiherr von Neurath, und des Staatspräsidenten Dr. H a ch a, die dem Führer ihre Glückwünsche aussprachen. Bei ihrer An- und Abfahrt erwies ihnen eine Ehrenkompanie der ff- Leibstandarte „Adolf Hitler" mit Fahne und Musik die militärischen Ehrenbezeigungen. Unter den gleichen militärischen Ehrenbezeigungen fand hiernach die Ausfahrt des slowakischen Minister- präsidentenDr. Tiso statt, der in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribben- Wp zusammen mit dem slowakischen Außenminister Durcansky und dem Gesandten Cerna vom Führer zur Beglückwünschung empfangen wurde. Der Glückwunsch der Aetchsregierung. Anschließend nahm der Führer im großen Emp- fangssaal der neuen Reichskanzlei die Glückwünsche der Reichsregierung entgegen, in deren Namen Generalfeldmarschall Göring in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der Persönlichkeit des Führers für die deutsche Nation würdigte und dem Glück und der Freude der Reichsregierung Ausdruck gab, in so unmittelbarer Nähe des Führers tätig sein zu dürfen. Der Führer dankte in einer kurzen Erwiderung der Reichsregierung für ihre treue und verantwortliche Mitarbeit an dem großen Geschehen der letzten sechs Jahre. Dann empfing der Führer und Oberste Befehlshaber in seinem Arbeitszimmer die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, Generalfeldmarschall G ö - ring, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst von Brauchitsch, sowie den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel zur Entgegennahme der Glückwünsche der Wehrmacht. Als nächster Gratulant erschien eine Abordnung des Deutschen Gemeindetages, die dem Führer in Anwesenheit des Reichsministers des Innern Dr. Frick durch Reichsleiter F i e h l e r, den Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung, die Urkunde der Adolf-Hitler-Stiftung der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände für funge Architekten und Städtebauer überreichte. Als Fonds für die Stiftung haben die deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände anderthalb Millionen Reichsmark gestiftet. Danzigs Ghrenbürgerbnes. Vor der Abfahrt zur Parade empfing der Führer in seinem Arbeitszimmer den Gauleiter und die Regierung der Freien Stadt Danzig zur Entgegennahme ihrer Glückwünsche. Gauleiter Forst e r überreichte dem Führer den Ehrenbürger» b r i e f der Freien Stadt Danzig, wobei er erklärte: Obschon Danzig abgetrennt ist, wollen, Sie, mein Führer, uns die große Freude machen, die Ehrenbürgerschaft dieses stets deutschen Landes an der Ostsee anzunehmen. Hierüber sind alle Danziger, die in. den letzten 20 Jahren auf dem deutschen Vor» posten an 'der Weichselmündung ihr Deutschtum mit besonderer Zähigkeit hochhielten, besonders glücklich. Sie haben gerade in den letzten Jahren dem abge- trennten deutschen Danzig.so viel Gutes in jener Hinsicht getan, daß es schon lange unser innigstes Bedürfnis war, uns auch äußerlich dankbar erweisen zu können. Heute ist nun der Zeitpunkt gekommen, daß wir Ihnen, mein Führer, diesen Dank vor aller Weltöffentlichkeit abstatten können. Gauleiter Forster verlas dann den Text der von Prof. Richard Klein (München) gestalteten Ehrenbürgerurkunde: „Adolf Hitler, dem Führer des deutschen Volkes, hat der Senat der Freien Stad Danzig in unauslöschlicher Dankbarkeit für das Werk sittlicher und völkischer Erneuerung des deutschen Volkes und als Zeichen ewiger blutmäßiger Verbundenheit Danzigs mit dem deutschen Volk unter Zustimmung der Stadtbürgerschaft das Ehrenbürgerrecht verliehen. Dies wird hiermit bekundet. Danzig, den 20. April 1939. Der Senat der Freien Stadt Danzig. Der Führer nahm den Ehrenbürgerbrief mit Worten herzlichen Dankes entgegen und beauftragte den Gauleiter, diesen Dank und seine Gruße der Bevölkerung der Freien Stadt Danzig zu übermitteln. Künstler gratulieren dem Führer. Berlin, 20.April. (DNB.) Der Führer empfing in seinem Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei eine Gruppe der bildenden Künstler unter Führung von Profesior Albert Speer, und Zwar die Professoren von Arent, Breker, Giesler, Gradl, Kreis, Thorak und Ziegler. U ' 1 Die kleinsten Gratulanten wollten die ersten sein. Schon am frühen Morgen des Geburts« tages erschienen sie beim Führer in der Neuen Reichskanzlei, um ihren Dank und ihre Glück« wünsche auszusprechen. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.) GroßdeuMands stolzeste Truppenparade. Lfl, Mk M M rrM v*®1 X*‘***s*^^ . > V* i . ' M Ein Bild der Parade vor der „Technischen Hochschule". Der Vorbeimarsch des Fahnenbataillons vor dem Führer. — (Scherl-Bilderdienst.) Dr. H. Th. Berlin, 20. April. Der Berichterstatter, der, zu einer Kunstfchrift- leiter-Tagung im Propaganda-Ministerium geladen, am Dienstagmorgen in aller Frühe vom Bahnhof auf den Potsdamer Platz hinaustritt, hat sich im Stillen darauf gefaßt gemacht, nunmehr den Berliner Frühling zu erleben. Es ist aber nicht an dem, vorläufig, es ist ein kühler, aprilmäßiger, windiger und grauer Tag, und statt des Frühlings sieht der Ankömmling zunächst einmal, gerade vor dem Bahnhof, eine Baustelle von beträchtlichen Ausmaßen, breit und tief. Und darum herum, das ist das Merkwürdige in dieser großen, lärmenden, geschäftigen Stadt, stehen eine Menge Leute, die, wie es scheinen möchte, gar keine Elle und gor nichts zu tun haben, sondern mit stiller Andacht dem Betrieb auf dieser Baustelle zuschauen. Dafür haben sie immer ein paar Minuten übrig, und solche kleinen Ansammlungen im Straßenbilde gehören ebenso zu Berlin wie das Brandenburger Tor und die Bockwurst bei Aschinger und manches andere. (Beispielsweise die letzten Pferdedroschken. Der Berichterstatter sah zwei oder drei, der „eiserne Gustav" kann zwar nicht mehr dabei gewesen sein, denn der ist kürzlich nun doch gestorben; aber es ist ein rührender Anblick, diese klapprigen Pferdchen und die altersgrauen Kutscher auf dem Bock zu sehen inmitten einer brausenden Symphonie des Verkehrs im Durcheinander der Autos, der Busse, der Straßenbahnen und Untergrundbahnen, der großen Fernzüge, die durch die Stadt laufen, und der Fliegergeschwader, die darüber hinziehen mit donnernden Motoren.) * Den Frühling, was das betrifft, spürt man dann ein wenig später, .wenn man an den bunten Körben der dicken Blumenfrauen auf dem Potsdamer Platz vorbeigeht, und gegen Abend, auf einem Gang durch den Tiergarten, das stille Paradies der Haupt- tadt, von der schräg einfallenden Sonne vergoldet und vom ersten zarten Grün überspannen. Und um auf die Baustelle zurückzukommen, auf die zuallererst der Blick des Besuchers fällt, der als Zaungast zur Geburtstagsfeier des Führers aus der Provinz kommt —: es gibt nichts, was für Berlin eben heute charakteristischer märe; sie*wirkt geradezu wie ein Symbol. Darüber wird in anderem Zusammenhänge noch etliches zu sagen sein. Man braucht nur durch ein paar Straßen zu gehen bis ins Regierungsviertel, dann weiß man gleich, was damit gemeint ist, und außerdem merkt man schnell, daß man sich in einer Stadt der festlichen Erwartung befindet. Zwar feiert jetzt ganz Deutschland den Geburtstag des Führers, aber doch nirgends festlicher, lebendiger, sichtbarer und spürbarer auf Schritt und Tritt. Die Wilhelmstraße und der Wilhelmplatz, das Zentrum des Regierungsviertels, die langgestreckten Straßenzüge und Häuserblocks, wo sich die Geschicke Deutschlands entscheiden, bieten einen großartigen Anblick: die alten und neuen Fassaden find überflutet von riesigen Hakenkreuzfahnen, die mit langen goldenen Bändern geziert find; vom frischen Aprilwind bewegt, flattern Fahnen und Bänder und lockern die ernsten, grauen Fronten auf zu einem festlich-farbigen Bilde einer feiertäglichen Stadt. Und so wie hier im Zentrum ist es überall, in allen Straßen. Da ist wohl kein Schaufenster ohne ein Bild des Führers und ohne Blumenschmuck. Die Berliner haben mit einem oft rührenden Eifer, mit liebevoller Sorgfalt und manchem originellen Einfall das Ihre getan, den 20. April würdig zu begehen und sinnvoll auszugestalten. Der Schmuck, den man sich dazu ausgedacht und herbeigetragen hat, reicht etwa vom riesigen Hakenkreuz, aus Maiglöckchen gebildet, im umlagerten Eckfenster eines Warenhauses bis zu den billigen Papierfähnchen am Kohlenkeller einer Seitenstraße oder zu der goldenen 50 über der Eingangstür einer Kutscherkneipe hinter dem Alexanderplatz. Bei einem Spaziergang durch die Stadt begegnen uns auf Schritt und Tritt neue Bilder der Festfreude und der Erwartung. Vor der Front eines Hauses in der Belleouestraße haben sie beispielsweise eine Macfirusleiter aufgefahren und ausgezogen, wie man sie von der Feuerwehr kennt. Es brennt hier durchaus nicht, aber oben an der Spitze turnt ein Mann und ist eifrig damit beschäftigt, auf einem Sims in Höhe des zweiten Stockwerkes eine Dekoration von blauen und rosa HörDer Führer begrüßt seine ausländischen Ehrengäste. Berlin, 20. April. (DNB.) Am Nachmittag empfing der Führer in Gegenwart des Reichsmini- sters des Auswärtigen, von Ribbentrop, eine italienische Sonderdelegation, der unter Führung des Botschafters, Professor Attolico, angehörten der Chef des Generalstabes, Staatssekretär P a r i a n i, der Chef des Generalstades der Faschistischen Miliz, Russo, der Geschwaderadmiral Salza, der Geschwadergeneral Pellegrini und Konteradmiral Graf de (Tourten. Die Delegation überbrachte dem Führer die in herzlichen Worten gehaltenen Glückwünsche Seiner Majestät des Königs und Kaisers und des Duce. Hierauf erschien beim Führer eine ungarische Sonderdelegation, die sich aus dem Gesandten S z t o j a y , den Generaladjutanten des Reichsver- wesers, Feldmarfchalleutnant von Kerefztes- Fi scher und Oberst im Generalstab And or k a, zusammensetzte. Sie beglückwünschte den Führer im Auftrage Seiner Durchlaucht des Reichsverwesers. Alsdann empfing der Führer den bulgarischen Gesandten D r a g a n o f f, der dem Führer die persönlichen Glückwünsche des bulgarischen Herrschers übermittelte. Auch diese Empfänge fanden in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, statt. Inzwischen waren die ausländischen Ehrengäste dur den Ehrenhof der neuen Reichskanzlei, wo ihnen eine Ehrenwache des Heeres militärische Ehrenbezeugungen erwies, vorgefahren und hatten sich nach Begrüßung durch den Staatsminifter und Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Dr. Meißner, in der Marmorgalerie versammelt. Dort nahm der Führer in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen ihre Vorstellung durch den Che des Protokolls des Auswärtigen Amtes, Freiherrn von Dörnberg, entgegen und begrüßte sie und die in ihrer Begleitung erschienenen Missionschefs der tenfien anzubringen. * Berlin ist eine Millionenstadt. Aber man wird nicht häufig so viele Menschen bei Tag und bei Nacht auf den Straßen sehen wie jetzt vor dem 20. Der Zustrom aus der Provinz und von weiter her ist beträchtlich. Man merkt das gleich morgens bei der Ankunft. Erft im dritten Hotel bekommt der Be- beteiligten Länder persönlich.' An dem daran anschließenden Tee-Empfang nahmen neben den ausländischen Ehrengästen teil der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, der Stellvertreter des Führers, Neichsminister Rudolf Heß, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, Generaloberst Milch, mehrere Reichsminister und Reichsleiter sowie Vertreter des Auswärtigen Amtes und der Wehrmacht. Am Abend fand im Deutschen Opernhaus auf Einladung des Reichsministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, eine Fe st auf« f ü h r u n g der Operette „Die luftige Witwe" für die ausländischen Ehrengäste statt. Reichsaußen- Minister von Ribbentrop begrüßte seine Gäste in der Pause im Gelben Saal des Opernhauses. Der Fest« aufführung wohnten Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht bei. Wx - WRII V 4 . M K s w W MW te E- : . ' Z . 3 .--x-EddW XsWLW MKW. L^LMDD ZMrM ks-»d UK^ MMME Cz', ' 3,- ; -Z WMM;. ? Wf • X< -X WA M d WW Mz. ML - Z V ^'j.zVz '<- ■ 3 D ';"; ••' -z W- EE f WMM.KMBEU - *, '/; * v* - ' M AN M B w. * ■ v fe-J. 0 •-"". NN Die Glückwünsche der Reichsregierung Graiulanten vor der Reichskanzlei Großdeutschlands Gabentisch London, 21. April. (Europapreß.) Das Presseecho der Feierlichkeiten in Berlin zeigt, daß den nachhaltigsten Eindruck auf die englischen Berichterstatter die Parade gemacht hat. Sämtliche Blätter stellen das militärische Schauspiel besonders heraus. Manche sprechen von einem gewaltigen Aufgebot von Truppen, chatte schon die Abendpresse des Vortages neidvoll festgestellt, daß die deutsche Wehrmacht neuerdings schwerere und anscheinend auch bessere Flakgeschütze als die englische besitze, so verzeichnet die Morgenpresse vom Freitag namentlich den Eindruck, den die in voller Ausrüstung vorbeiziehenden und zum ersten Male Berlin, 20. April. (DNB.) Welchen Anteil das ganze deutsche Volk und darüber hinaus das Deutschtum in aller Welt an dem 50. Geburtstag des Schöpfers des Großdeutschen Reiches genommen hat, das beweist in überzeugender Anschaulichkeit der Gabentisch, den Großdeutschland seinem Führer bereitet hat. Vor allem die vielen kleinen Gaben, die oft in rührender Schlichtheit ahne große Mittel, aber mit grenzenloser Liebe und unendlichem Fleiß angefertigt worden sind, geben einen überwältigenden Eindruck von der Liebe und Verehrung, die die breiten Massen des deutschen Volkes für den Führer empfinden. Neben den Plastiken und Gemälden, den schönsten Erzeugnissen des deutschen Kunstgewerbes, Wandbehängen und Teppichen, bibliophilen Kostbarkeiten, historischen Dokumenten, alten Handschriften und kicher Kunstfertigkeit. Die Ueberfülle von Blumenspenden von den kostbaren und seltenen Pflanzen bis zum schlichten Sträußchen füllt die ganzen Räume in ein duftendes Blütenmeer. Namhafte Stiftungen für wissenschaftliche, kulturelle und soziale Zwecke haben dem Führer eine besondere Freude bereitet. In großer Zahl sind dem Führer auch Kun st gegen stände von hohem Wert zum Geschenk gemacht worden. So sieht man unter den Gemälden Werke alter und neuerer Meister, von Tizian, Cranach, Defregger, Spitzweg, Thoma, Lenbqch und Robert von ^Haug sowie des Kärntner Meisters Egger-Lienz. Einen besonderen Seltenheitswert haben 14 Aquarelle des Dichters Anastasius Grün. Bei den Geschenken historischen Charakters fällt eine Tabakdose Andreas Hofers und das Feldbesteck des Für st en Bismarck auf. Neben einem Handschreiben von Ernst Moritz Arndt sieht man die Originalpartituren von Opern Richard Wagners, einen Erstdruck von Schopenhauers „Sämmtlichen Werken" in einer Ausgabe von 1874. Aus einer Fülle von Gaben spricht der Dank der -befreiten Gebiete. Besonders zahlreich ist das Sudetenland vertreten. Man sieht darunter in großer Zahl herrliche Arbeiten der Glasindustrie wie auch eine kostbare elektrische Standuhr, die zu den vollen Stunden die Weisen bekannter Volkslieder aus einem Spielwerk erklingen läßt, ein Meisterstück des sudetendeutschen Kunsthand- werks. Auch das Memelland ist vertreten in einer großen Llnzahl wundervoller Be r n st e i n - arbeiten. In einem besonderen Raum sind die Geburtstagsgaben namhafter ausländischer Staatsmänner und des Berliner Diplomatischen Korps zu- Marineregiment, gestellt von der Marine- t Unteroffizier-Lehrabteilung, im Paradeschritt vor- überzieht. Stürmisch werden die Matrosen, die in ' ihren weißen Blusen und blauen Hosen einen prächtigen Eindruck machen, von den Zuschauermassen gefeiert. Ihnen folgt ein Regiment Luftwaffe zu Fuß, das ebenfalls lebhaftes Händeklatschen begrüßt Nun sehen die Zuschauer zum ersten Male eine Abteilung des Fallschirm-Iägerregi- m e n t s 1 vorbeiziehen. Völlig ungewohnt ist noch die grüne Uniform mit den Fallschirmgurten. Im schnellen Tempo folgen die motorisierten Teile der Luftwaffe, leichte, schwere und schwerste F In k schließen sich an. Gewaltig ist der Eindruck, den besonders die schwersten Flak auf die Zuschauermassen machen, die immer wieder ihrer Begeisterung und Bewunderung Ausdruck geben. In Paradeformatton folgten der Reihe nach die 2. Leichte Division (Gera), die 20. (mot.) Division (Hamburg), die 23. Division (Potsdam) und die 1. Panzerdivision (Weimar). Besonders überzeugend wirkte die Vielfalt der Waffenausstattung der Infanterie, die außer ihren Gewehren auch leichte und schwere Maschinengewehre, leichte und schwere Granatwerfer, leichte und schwere neue Infanteriegeschütze mitführte. Die Kavallerie war auch mit Radfahrschwadronen und motorisierten Teilen vertreten. Die Artillerie zeigte alle Kaliber bis zu den schwersten. Unter den genannten Divisionen befand sich auch das Infanterie-Lehrregiment, die Kavgllerie-Lehr- und Versuchsabteilung, das Artillerie-Lehrregiment, das Lehr-Pionierbataillon 1, die Nebel-Lehr- und Versuchsabteilung, das Eisenbahn-Pionier-Lehrbatail- Ion 2, die Panzer-Lehrabteilung, die Schützen-Lehr- abteilung und die Panzerabwehr-Lehrabteilung. Der schwersten Artillerie folgte der Vorbeimarsch der 1. P a n z e r b r i g a d e mit ihren Panzerkraftwagen. Den Abschluß' bildete die Abholung des Fahnenbata«lons, das während der Parade in breiter Front gegenüber der Nordtribüne gestanden hatte, durch die Spielleute und das Musikkorps des JR. „Großdeutschland", der Heeres-Unteroffi- zierschule Potsdam, des Marineregiments und des Luftwaffenregiments zu Fuß. Ein Ehrenbataillon begleitete die Feldzeichen bei ihrem Vorbeimarsch vor dem Führer. Die Begeisterung der Massen kannte keine Grenzen. Sie alle wollten noch einmal dem Führer danken und ihm Glück wünschen. „Wir sind stolz auf unseren Führer!" so schallte es immer wieder aus Zehntausenden von Kehlen. Ueberwäl- tigend war der Jubel, der den Führer umbrandete, als er nach Verabschiedung von den Oberbefehlshabern der Wehrmacht und seinen Ehrengästen den Wagen bestieg, um nach der Reichskanzlei zurückzufahren. Prag feiert den Geburtstag des Führers. Prag, 20. April (Europapreß). Prag stand am Donnerstag im Zeichen des Geburtstages des Führers. Ein militärisches Wecken leitete den Tag ein. Um 6 Uhr marschierten die Musikzüge der Prager Garnison durch die reichbeflaggten Straßen der Stadt. Um elf Uhr fand im Stadion eine Parade statt. Der Kommandierende General des IV. Armeekorps, General der Infanterie v o n S ch w edler, begleitet von Staatssekretär Brigade sichrer Karl Hermann Frank und dem Militärbevollmächtiaten beim Protektorat, Generalleutnant von Frioe- r i c i, nahm die Meldung des Kommandeurs der 24. Division, Generallelutnant O l b r i ch t, entgegen. Darauf schritt er die Front der im offenen Viereck angetretenen Truppen ab, unter denen sich auch die ^-Standarte Germania und ein Bataillon Ordnungspolizei befanden. General der Infanterie Schwedler richtete an die Truppen eine kurze Ansprache. Echtes Soldatentum, so sagte er, wirkt völkerverbindend. Es könnte auch eine Brücke werden zwischen Deutschen und Tschechen. Ein Jahrtausend Geschichte hat nicht nur Gegensätze, sondern auch mancherlei Berührungspunkte ergeben. Zehntausende von Gefangenen hat das tschechische Volk in einer Zeit dahingegeben, deren Saat jetzt aufgeht. lieber die Gräber dieser Gefallenen folgt die innere Verständigung, die uns immer mehr aneinanderkitten wird. Im Herzen des Führers lebt der im Weltkrieg erprobte Frontsoldat. In unserem Herzen lebt unser Führer." Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß General Schwedler. Bei der Feier waren neben den Vertretern von Staat, Partei und Wehrmacht auch Vertreter der tschechischen Behörden mit den in Prag weilenden Ministern anwesend. Auch in allen anderen Garnisonstädten des Protektorats fanden Paraden statt. fammengeftellt. Von der übergroßen Zahl der durch chre Origina- lität besonders ins Auge fallenden Geschenke seien hier nur noch erwähnt das Modell eines Aussichts- wagens, den die Reichsbahn dem Führer zum Gesthenk gemacht hat, eine als Gabe des Reichs- arbeitsdienstes aus edlen deutschen Hölzern gefertigte Kassette mit handgeschmiedeten Gold- und Silberbeschlägen und Aufnahmen, die den Führer bei den Männern mit dem Spaten zeigen, sowie ein großer runder Tisch, der auf einer kreisförmigen Platte aus getriebenem Metall das Netz der Reichsautobahnen Großdeutschlands und in Intarsien Skizzen der kühnsten Brückenbauten an den Straßen des Führers zeigt. Unter den vielen Erinnerungsmappen fällt uns ein Geschenk der Kameradschaft ehemaliger Angehöriger des Bayerischen Re- serve-Jnfanterie-Regiments Nr. 16 „List" auf, dem der Führer angehört hat; ein Album mit Photographien aus der Kriegsgeschichte des Regiments. Alle Spenden, die großen wie die kleinen Gaben, haben dem Führer, der zur Besichtigung der Geschenke lange in diesen Räumen verweilte, eine große Freude bereitet. Nur einen Bruchteil der Gaben wird der Führer für sich behalten können: insbesondere die Bekleidungsstücke und die Nahrungsmittel werden in den nächsten Tagen auf dem Wege über die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt vielen bedürftigen Volksgenossen zugeführt und so aufs neue eine Freude bereiten. Der mannhohe Baumkuchen und die Riesen- torten z. B. werden in Berliner Schulen verzehrt werden. Auch die Wehrmacht gehört zu den freudigen Abnehmern eines Teiles der reichhalttgen Wäschegeschenke; so sind z. B. von den kinderreichen Müttern des Gaues Westfalen-Süd für die Soldaten des Führers 6000Paar Socken eingegangen, die in drei hohen Bergen aufgehäuft liegen. So hat Großdeutschland in überwältigender Form des Ehrentages feines Führers gedacht. Und vor allem in den ungezählten kleinen Aufmerksamkeiten und in den Beiträgen der Millionen unbekannter Volksgenossen liegt wiederum das spontane Bekenntnis der deutschen Nation zu ihrem Führer. Größtes Interesse in London. Partituren, Erstdrucken und Erstabzügen, Funden aus der deutschen Vorgeschichte, alten Waffen und zahlreichen Modellen der Schöpfungen des Führers find es vor allem die oft selbstgefertigten schlichten Angebinde, die von der engen Verbundenheit des deutschen Volkes zu seinem Führer zeugen. Schnitzereien und Intarsien, Metall- oder Lederarbeiten wechseln ab mit geschmackvoll ausgefichrten Glückwunschadressen und kunstvoll eingebundenen Bilderund Sammelwerken. Daneben liegen Handarbeiten, Ausrüstungs- und Gebrauchsgegenstände, Babyausstattungen und Wäsche aller Art, die sich auf langen Tischen zu hohen Bergen Haufen. Einen nicht geringen Raum nehmen allein die umfangreichen Lebensmittelspenden ein. Der Führer empfing im Großen Empfangssaal der Neuen Reichskanzlei die Reichsregierung, um ihre Glückwünsche zu seinem Geburtstag entgegenzunehmen. Links: Generalfeldmarschall Göring während seiner Ansprache. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Am Vormittag des 20. April begaben sich der Doyen des Diplomatischen Korps m Berlin, der Apostolische Nuntius (rechts), und der f I o m a M d) e 9JI i n t fte P r a i 6 e n t Dr. Tifo (links) mit vielen anderen Gratulanten zum Führer, um ihn zu feinem Geburtstage zu beglückwünschen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bastelarbeiten der Schulen und der Hitler-öffentlich aufgetretenen $a H f d) i r iritr u p p e n Jugend zeugen von rührendem Eifer und erstaun-1 hinterlassen haben. Sehr groß ist das Interesse an Ole Eckstein No. 5 vereint in sich die fünf Eigenschaften, die die Güte einer Zigarette bestimmens f<2> D H CO w l-J Ä U U-e ta Q Z ui O D Ul N P4 tn Z > c tn r* m tn td w m N td a td MI Ein Munitionsbeschaffungsministerium Die Kund, cf in England Bereits heftige Opposition gegen die Ernennung Burgins Meine liebe, gute Frau, unsre herzensgute Mutter und Großmutter Albach, den 20. April 1939. Gießen (Crednerstraße 1), Bochum, Kehl, den 20. April 1939. 02014 Heute |Stellenangebote| Werbe-Drucksachen Wegen Erkrank. Rädchen längeres bei Brühl. Schulstr. 7 I , Tücht., ehrliches Mietgesuche I i|2jxAM «..tLd Man™ iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Ae't. i evtl. Haushalt' Stadttheater Rudolf Heß bei seiner Ansprache vor der Eidesleistung. — (Scherl-Bilderdienst.) lehrling) für 3I< Tage gesucht. Seltersweg 5. Frau Noll Roonstraße 2 I. ist heute nach langem schweren Leiden für immer von uns gegangen. Die Beerdigung findet Samstag, den 22. April, nachmittags 3 Uhr statt. 2905D das Wort. „Ihr werdet dem Führer versprechen, ihm zu helfen, die große Volksgemeinschaft zu bauen", so erklärte er. ,.Es ist seit Tausenden von 20 bis nach 22.30 Uhr. 28. Freitag-Miete. Erstaufführung! Meine Schwester und ich Musik. Lustspiel v. R. Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim. Am Flügel: J. Popelka. Preise RM. 0.60-3.10. 2833D In tiefem Schmerz: Job. Klebe, Reichsbahn-Obersekretär a.D. Theo Weber und Frau Marie, geb. Klebe Irma Klebe Dr. Willi Klebe und Frau Elly, geb. Moneke Sophie Klebe und Enkelkinder. (biS üb. Mittag) zu sofort gesucht. leeres Zimmer Schr.Angeb.unt. 02006 «.d.G.A. Die Beerdigung findet auf Wunsch der Entschlafenen in der Stille statt Gestern abend verschied nach einem arbeitsreichen, kummervollen Leben unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Schwalb Witwe geb. Hahn im nahezu vollendeten 81. Lebensjahre. Im Namen aller tieftrauernd Hinterbliebenen: Frieda Schwalb Witwe. zürn 1. Mai gesucht. 21102L- Dr. Menz LiebiLltraße 4& arbeit bewand., gesucht. 1907d Frau Leonie Klebe geb. Parizot Seltene Natur, urkunden von den Halligen und vom Wattenmeer, die alle Naturfreunds und vogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter MMniivlml u.Seefdiroaltien Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutsch en Nordseeküste - Don Tugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Natur» aufnahmen.In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte bas aus» führliche Werbeblatt. 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Der Paradeschritt der Soldaten habe auf dem neuen Asphalt der triumphalen Autostraße, den die Ost-West-Achse den aufs neuzeitlichste ausgestatteten mechanischen Einheiten. „Manchester Guardian" stellt betreten fest, heute werde die Geschichte nur von einem Manne gemach t.x Hitler habe Deutschland zur größten Militärmacht gemacht, die es je gegeben habe. 3te „Yorkshire Post" spickt ihren Leitartikel mit gehässigen Aeußerungen des bekannten Deutschenhetzers Wickham Steed, der aber feststellen muß, daß die Taten des Führers „ihr Echo in den -erzen aller Deutschen finden". Er habe Deutschland nicht nur zur größten Militärmacht des Kontinents, sondern auch Deutschland in einer Weise vergrößert, wie dies selbst Bismarck nicht geträumt habe. Er habe im übrigen sämtliche Fesseln der Friedensverträge nacheinander von Deutschland abgestreist, und es sei unmöglich, daß die Deutschen, vor allem die jüngere Generation, nicht Stolz empfinde. • Paris berichtet: „Die Truppenschau schlug alle Rekorde." Paris, 21.April. (DNB. Funkspruch.) Die Geburtstagsfeier des Führers und die große Parade der Wehrmacht in Berlin wird von der Pariser Presse eingehend kommentiert. Unter den Gratulanten wird insbesondere Gauleiter Forster hervor- gehoben, der dem Führer den Danziger Ehren- Bürgerbrief überbrachte. Die zahlreichen ausländischen Gäste werden namentlich genannt Dabei mürben mit einer leisen Wehmut die Namen des Staatspräsidenten Hacha und Msgr. Ti so angeführt. Die Blätter geben zu, daß die Parade der Welt den hohen Stand des deutschen Wehrwesens Führers angekommen. Dr. Ley und stellvertretender Gauleiter Görlitzer empfangen Rudolf Heß am Eingang der Halle, wo ihm der Reichsausbildungsleiter Mehnert in 811 Kreisen des Reiches 995 319 Politische Leiter und Frauenschaftsleiterin- nen, Obmänner, Walter und Warte meldet. Atem- seine Spitze einen Mann wie Bürgin gestellt. —» Die meisten Zeitungen sind gegen die Auftza- benbegrenzung, die dem neuen Minister auferlegt wurde. — Der „Daily Tlegraph" spricht von einer Zwischenlösung. Chamberlain werde im Parlament auf eine neue Opposition stoßen. Aus privaten Zusammenkünften konservativer Unterhausmitglieder wurde ebenfalls gegen die Ernennung Burgins Stellung genommen. Nach einer Mitteilung des „Daily Expreß" lehnte Kriegsminister Hore-Belisha die Verantwortung -für die Ernennung ab. Er beschwerte sich auch darüber, daß er Privatunternehmen seit Jahren nicht zur lieber* nähme von Rüstungsaufträgen habe bewegen können und daß dadurch unliebsame Verzögerungen hervorgerufen wurden. Das Kriegsministerium sei in der Beschaffungsfrage immer vernachlässigt worden. Er habe in zweieinhalb Jahren rund 69 Millionen Pfund ausgegeben, die ursprünglich für ein Programm von fünf Jahren gedacht gewesen seien. Wetterbericht Vorhersage für Samstag: Zeitweise Bewölkungszunahme^aber noch vielfach aufheiternd, tagsüber recht mild. Nachts nicht mehr ganz so kalt, westliche Winde. Vorhersage für Sonntag: Veränderlich mit Aufheiterung, aber leicht unbeständig und zu einzelnen Regenfällen neigend. Ausgeglichene Temperaturen.,. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriflleiters: Ernst Blumschein. Verantworllich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III. 39: 10 200. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. feinen Dienst in der Ortsgruppe, im Kreis, im Gau! Sie sind im Kampf erprobt, in der Arbeit bewährt/ Dann nahm der Stellvertreter des Führers das feierliche Tvtengedenken vor, wobei er in diesem Jahre insonderheit derer gedachte, die im Sudetengebiet und im Memelgebiet in deutscher Erde ruhen als Opfer des Kampfes um ihre deutsche Heimat, und auch der Deutschen, die in Spanien im Kampf gegen den Bolschewismus starben. Nachdem Rudolf Heß bann auf die Eidesleistung vorbereitet hatte, erfolgte der Schwur auf den Führer Rudolf Heß schloß mit den Worten: „Wir wenden unsere Gedanken in feierlicher Gemeinschaft zum Allmächtigen, der uns den Befreier aus tiefster Not und den Erlöser aus tiefster Schmach gegeben hat. Wir wenden unsere Gedanken zu ihm mit der einzigen inbrünstigen Bitte, die uns beseelt: Herrgott, sei auch fernerhin mit unserem Volk. Wir wollen uns mühen mit all unseren Kräften, würdig zu sein deines Segens. Wir wollen uns mühen mit all unseren Kräften, würdig zu sein des Führers, den' du uns gesandt." Noch während der Stellvertreter des Führers spricht, wird die Weise des Deutschlandliedes intoniert. Nach der von Rudolf Heß gesprochenen und von den Versammelten wiederholten Eidesformel rauscht das Horst-Wessel-Lied durch den Saal. barftelle, gut geklungen. , , Das Journal" schreibt, der Führer halte in seinen Händen das Schicksal der gesamten Menschheit. Eine Million Männer und Frauen seien gestern auf den Beinen gewesen, um dem Manne Beifall zu spenden, der zweifellos eine der erstaunlichsten Figuren aller Zeiten sei. Man könne sich diese Masse, die den Vorbeimarsch mit Liedern erwartete, kaum vorstellen. Alle Glocken hätten in Deutschland gestern geläutet, die der kleinsten Kapellen und die der großen Kathedralen, die kacholischen und evangelischen und sie alle hätten dem Führer ein glückliches Geburtstagsfest gewünscht. Der Führer sei mit einem Beifall empfangen worden, der zu vergleichen sei mit den plötzlichen Feuern von mehreren hundert Batterien Artillerie. Das, was gestern von der deutschen Armee am Führer vorbeimarschierte sei und vor dem Diplomatischen Korps und vor den Ehrengästen aus aller Welt, sei das Beste, Modernste und Ausgezeichnetste gewesen. Man habe sich bemüht, die hervorragende Qualität des motorisierten Materials und der Artillerie zu zeigen. Der Eindruck in Warschau. Warschau, 21. April. (DNB. Funkspruch.) Alle polnischen Blätter berichten über die große Parade vor dem Führer. Dabei wird besonders auf die zahlreichen motorisierten Truppenteile hingewiesen und betont, daß die ganze Parade im Zeichen der Motsrifterung und der modernen Bewaffnung der motorisierten Infanterie gestanden habe. „Kurjer Warßawski" weist darauf hin, daß unter den Ehrengästen der verschiedenen Staaten, die in der Ehrenloge der Parade beiwohnten, die Vertreter Polens gefehlt hätten. Polen sei lediglich durch seinen Berliner Botschafter in der Diplomatenloge vertreten gewesen. Einen besonderen Eindruck haben die zahlreichen Flakdivisionen gemacht, die den Berlinern zeigten, daß ihnen keine Gefahr durch feindliche Flugzeuge drohe und auch die Tanks, deren Verschiedenheit und Vielheit aufgefallen fei. Alle Blätter heben besonders die Tatsache hervor, daß dem Führer gestern der Ehrenbürgerbrief der Freien Stadt Danzig verliehen wurde. pult tritt. Er sagt, das deutsche Volk habe am 50. Geburtstag seines größten Mannes ein Fest erlebt, das als Ausdruck Der Liebe und Verehrung von Millionen froher Menschen nicht seinesgleichen habe in unserer Geschichte, nicht seinesgleichen habe als Zeugnis tiefen Dankes einer großen Nation für hren Führer. Am Abend dieses Freudentages nehme nun die nationalsozialistische Bewegung fast eine Million deutscher Männer und Frauen in ihr Führerkorps auf, von denen die meisten nur den einen Lohn ihrer politischen Arbeit erhalten: den Lohn des Bewußtseins erfüllter Pflicht und der Ehre, in der großen Bewegung des Führers für den Führer wirken zu können. Sie würden eingereiht zu den Millionen Politischer Leiter, die still und treu ihren Dienst tun, die in langen Jahren mühevoller Arbeit den heute so stolzen Bau der NSDAP, aus kleinsten Anfängen heraus haben errichten helfen. Mancher von ihnen tut als alter Kämpfer über eineinhalb Jahrzehnte lang schon abs. London, 21. April. Ministerpräsident Chamberlain gab am Donnerstag im Unterhaus bekannt, daß die Regierung die Errichtung eines Munitionsbeschaffungsminifte- riums beschlossen habe. Ches des neuen Ministeriums wird der bisherige Derkehrsminister Leslie B u r- g i n sein. Der Zuständigkeitsbereich des neuen Ministeriums wird folgende Gebiete umfassen: Die Beschaffung von Kriegsmaterial für die Armee im Hinblick auf die kürzlich beschlossene Verstärkung des Heeres; die Verantwortung für gewisse Materialien, deren Lieferung an andere Regierungsressorts bereits jetzt durch das Kriegsministerium wahrgenommen wird; die Verantwortung für den Erwerb und die Unterhaltung von Reserven an Metallen, die für die Rüstung notwendig find. Der neuernannte Beschaffungsminister Dr. Leslie Bürgin ist Jurist. Vor seiner Ernennung zum parlamentarischen Sekretär im Handelsministerium im Jahre 1932 war er Rechtsanwalt. Dem Parlament gehört er .feit 1929 an. Er ist Mitglied der von Sir John Simon geführten nationalen liberalen Gruppe. Seit 1937 gehört er als Derkehrsminister dem Kabinett an. Aus seiner fünfjährigen Tätigkeit im Handelsministerium verfügt er über eine genaue Kenntnis des Wirtschaftslebens. Bürgin ist eines der wenigen Mitglieder des Kabinetts, die verschiedene moderne Sprachen beherrschen. Er hat in Paris und Lausanne studiert und spricht daher fließend französisch, verfügt aber auch über gute deutsche und italienische Sprachkenntnisse. Im Verkehrsministerium hat er sich den Ruf eines fähigen Verwaltungsfachmanns erworben. Trotzdem hat Chamberlains Entscheidung in einem Teil der Presse einen Sturm hervorgerufen. Auch von vielen regierungstreuen Parlamentariern wurde die Ernennung nicht gerade mit Beifall ausgenommen. Der „Daily Expreß" erklärt, Bürgin fei der falsche Mann. — Der „News Chronicle" weist darauf hin, daß man die Ernennung von Churchill! erwartet habe. — Der arbeiterparteiliche „Daily Herald" sagt: „Das Land leidet unter einer Regierung, die völlig unfähig zu fein scheint, auch nur eine einzige Sache gut zu machen." Man habe ein Beschaffungsministerium gebildet und an Jahren erstmalig, daß dieses deutsche Volk eine einzige große Gemeinschaft wurde. Früher sagte man uns, die Uneinigkeit sei ein Erbübel. Wir wissen es heute besser. Das ist nicht wahr, sondern es fehlte dem deutschen Volk in allen diesen Jahrhunderten ein Führer, der dieses Volk zusammen- schweißte und eine Organisation schuf, damit er mit ihr bis zum letzten Volksgenossen komme. Dies ist heute erreicht! Und nun möchte ich euch noch kurz die Tugenden sagen, die ihr haben müßt: chr müßt gehorsam sein, ihr müßt fleißig fein, ihr müßt euch einsetzen, ihr müßt opfern können, ihr müßt Mut haben! Ihr werdet dann hineinwachsen in euere Aufgabe, ihr werdet begreifen lernen, daß es dann eine Ehre ist, die größte Ehre, die ein Deutscher haben kann, seine Mitmenschen zu betreuen, ihnen zu helfen. Und dann wird das auch euer Dank fein und eure Freude. Wir werden jünger von Tag zu Tag, kräftiger von Tag zu Tag. Wir melftem unsere Aufgaben leichter. Die Partei verbraucht uns nicht, das ist das Große, sondern sie gibt uns neue Kraft, auch dir und mir, mein Freund. Und das fei dein Glück und dein Stolz. Du als Politischer Leiter kannst von dir sagen: Ich habe hie Ehre, ein Soldat des Führers zu sein! Ich mag an Jahren älter werden, aber in meinem Herzen bleibe ich stets jung. Das ist unser persönliches Glück. Das fei unser Wille. Inzwischen ist der Stellvertreter des famüiendrucksacheh Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Scholetr.? | Empfehlungen | MIM macht sichs zur Ehr, daß er den Schüler bestens lehr in Fahrschule Müller Rus 2674. 1 Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den SleBener Anzeiger bewiesen hat. „ ,, ... Der Berliner Korrespondent des „Jour schreibt: igebung der Reichshauptstadt fei eine ß a r t 1 g ft e n gewesen, die man seit Be- Berlin, 20. April. (DNB.) Der Geburtstag Adolf Hitlers fand auch in diesem Jahr seinen erhebenden Ausklang mit der Vereidigung fast einer Million deutscher Männer und Frauen, die sich in die Front der Mitkämpfer Deutschlands em- bün^'b^!8«riineri6portplaJlQlIfinSUnbt5 'hinaus Still-"herrscht?°lVRudols Hch an da- Redner, unter das Dach besetzt Unter den Klängen des"—" "" hnh‘‘ Hohenfriedberger Marsches werden die heiligen Zeichen des nationalsozialistischen Kampfes Jjeremge- tragen. Der Stellvertretende Gauleiter Görlitzer spricht Worte tiefer Verpflichtung und ernster Mahnung an die Versammelten. Stürmisch begrüßt ergreift danach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Ueber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern de, Hugo ®erndU>ler 93erlöge«, Berlin* Lichterse!l»e. Bitte verlangen Ste noch heute von Ihrem (Btefccner Buchhändler das Plltonhmmotp 10 nl ausführlich, bebilderte Werbeblatt .Freunde er Natur lind Freunde guter Bücher" limvllUdtMk. tu pu uiiiiiiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiuiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuiiiiiiiiiiii zum l. o.!5.Mai —w - solides und ehrl. ** • - —— MW Mädchen »d.Srau i«a. Haus- halbtags Tüchtige, zuverlässige, ält. Hausgehilfin Verkäufe Eine 2^Liter- BMW.- Limousine in la Zustand, verkauft im Auftrage 0201» Eugen Pletsch Kraftfahrzeug- Nevaratur Aulweg Nr. 18. 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Schulstr. 7 Geschäfts karten bei Brühl, Gießen Nr. 93 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Freitag, 21,April 1939 'M: PI : /<> <: und hatte gehorsam die gewünschte Auskunst gegeben. Fetzt war Dina dieser Neugier gewachsen, „haben dich deine Schweizer Freunde so schlecht unterrichtet?" fragte sie spöttisch. Jedenfalls freuen mir uns von Herzen, daß du nun ein besseres Leben führen kannst!" siel Fred hastig ein. „Auf dein Wohl, Dina!" Dina tat ihm Bescheid, aber Margit gedachte durchaus nicht, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. „Es 'interessiert mich natürlich", sagte sie wieder so liebenswürdig, daß Dina mißtrauisch auchorchte, „weil ich schließlich ebenso eine Großnichte bin wie du, also den gleichen Anspruch hätte. Na endlich! dachte Dina. Nun weiß ich wenigstens, aus welchdr Ecke der Wind weht. Laut jagte si^ in vollkommener Ruhe: „Wenn kein Testament da wäre, hätte wohl noch eine ganze Menge von ßcuten Anspruch gehabt, denn die Gundolfs sind eine weitverzweigte Familie." „Aber wieso sie gerade auf dich verfallen ist, möchte ich wirklich wissen!" Margits Stimme hatte ehr an Liebenswürdigkeit verloren; sie fand, daß ihre Kusine sich in geradezu unausstehlicher Weise geändert hatte. „Durch die Gleichartigkeit unseres Schicksals", antwortete sie kurz. „Auch Großtante Amelie hat in ihrer Jugend eine schwere Enttäuschung erleben müssen." „Und darum vermacht sie dir ihr ganzes Geld? Das finde ich einfach großartig!" lochte Margit schrill. „Man wird also bestraft, wenn man eine glückliche Ehe führt, und belohnt, wenn man sich scheiden läßt. Dein Glück, Fred, daß ich das nicht früher göwußt habe, wandte sie sich an ihren Mann, dem die ganze Situation sichtlich peinlich war. „Das allein Hütte dir nicht viel genützt", sagte Dina nun mit einem Sarkasmus, den sie früher niemals aufgebracht hätte. „Es gehörte nämlich noch die persönliche Notlage dazu, in der ich mich befand und von der du wohl kaum einen Begriff hast." „Um so besser, daß diese traurigen Zeiten nun auch für dich vorbei sind", riß Fred jetzt energisch die Unterhaltung an sich. „Hast du für die nächste Zeit- schön etwas beschlossen?" Wie sehr muß Margit mir das Geld mißgönnen, daß sie so taktlos wird, dachte Dina peinlich berührt. Und dabei ist sie doch wahrlich reich genug. „Bis zum ersten Januar arbeite ich noch im Geschäft, denn so lange läuft mein Vertrag. Dann will ich in der S^weiz Schi laufen", ging sie auf Freds Ablenkung ein. Margit schien es jetzt doch für richtiger zu halten, den Bogen nicht zu Überspannen; sie legte vorläufig noch Wert darauf, mit Dina in Fühlung zu bleiben, und aus den verschiedensten Gründen, über die sie sich selbst im Augenblick nicht recht klar war. „Ich besinne mich, du bist ja früher viel Schi gelaufen. Onkel Detlev fuhr doch jedes Jahr irgendwo hin", nahm sie an dem neuen Thema teil, als ob nichts gewesen wäre. „Vater lief sehr gut", bestätigte Dina, „darum ift es auch der einzige Sport, den ich einigermaßen gelernt habe." „Willst du wieder ins Engadin?" Nein, ich möchte Neues kennenlernen. Ich habe an Arosa gedacht. Es soll gutes Sportgelände haben." „Und auch sonst ganz amüsant sein. Ich wollte eigentlich im vorigen Jahre hin. Aber weil ich Bekannte in Sankt Moritz hatte, bin ich dann dort wieder gelandet. Aber wer weiß: vielleicht treffen wst uns dieses Jahr in Arosa wieder." „Vielleicht haben wir vorher noch das Vergnügen, dich in Bärwalde zu sehen", meinte Fred, und zu Dinas Erstaunen unterstützte Margit ihn. „Komm doch zu Weihnachten!" „Vielen Dank, aber da bin ich noch im Beruf. Später einmal gern", lehnte Dina höflich ab. In. dieser Nacht lag sie lange wach. Mit den Roeders war die Vergangenheit wiedererstanden und ließ sich nicht gleich ihnen mit freundlichem Dank an der Haustür verabschieden. Sie füllte das Zimmer mit ihrem „Weißt du noch?" Weißt du noch, wie der Vater bald nach dem Tode der Mutter den Abschied nahm und mit mir nach Berlin zog? Er war nicht mehr der gleiche nach dem Verlust der Frau; außerdem machten sich damals schon die Anfänge des Nierenleidens bemerkbar, dem er später erlag. Er wurde nicht alt, dreiundfünfzig Jahre. In Berlin kam noch ein Schuljahr, und dann, als sie sechzehn war, ging sie ein weiteres Jahr auf eine Haushaltsschule, um nachher die kleine Wirtschaft zu führen. Dieses letzte Jahr war eigentlich das hübscheste in ihren Erinnerungen; sie lernte gern, und es waren auch nette Mädel da. Freilich schloß sie sich niemandem näher an, eine merkwürdige Schwerfälligkeit, mit der sie von Kind an zu kämpfen hatte, hinderte sie daran. Aber wenn es doch einmal dazu kommt, daß diese schweren Naturen aus sich herausgehen, dann ... sie warf sich unwillig im Bett auf die andere Seite. Fort mit diesen Gedanken, es hatte doch wahrlich Mühe genug gekostet, iie niederzuringen. Aber es war ihr gelungen. Meist. Heute gelang es ihr nicht. Heute war die Erinnerung unerbittlich. Weißt du noch, wie du aus dem englischen Sprachkursus kamst und das plötzliche Unwetter dich überfiel, so daß ohne weiteres [Überlegen in das nächste große Musik-Cafe liefst? Wie viele Leute gleich dir. Das Cafe war überfüllt; nur dicht vor der Kapelle fand sich noch ein freier Stuhl. Und es paßte dir gar nicht, so nahe am Podium zu sitzen. Es war gerade Pause. Dann tarnen die Musiker. Von Beifall begrüßt, gruppierten sie sich auf dem Podium und begannen einen Walzer. Zu Dinas Erleichterung, denn es waren neun Mann, und sie soß _ wie gesagt — sehr nahe, zu nahe für Jazzmusik. Den Walzer aber empfand sie angenehm, und sie ließ — wenn auch nur mit halbem Jn- tcreife — ihre Blicke über die Kapelle gehen, über den Mann am Flügel, über die Baßgeige, über die Klarinetten, bis sie zum ersten Geiger tarnen, der ihr gegenüber saß. Zufällig sah auch er sie an, und alles, was nachher geschah, war aus diesem Zufall geboren. Oberstleutnant a. D. Wegner war yiehr als entsetzt, at-5 seine Tochter ihm mitteilte, daß sie beabsichtige, den Geiger Joe Mikeny von der Tanzkapelle „The Revellers" zu heiraten, und was er tun konnte, um ihr diesen Entschluß auszureden, das tat er. Ader umsonst! Dieses scheue, zurückhaltende Mädchen war nicht wiederzuerkennen. „Joe ist ein großer Künstler, und ich liebe ihn. Wenn du mir nicht erlaubst, ihn zu heiraten, warte ich bis zum nächsten > Jahre. Dann bin ich einundzwanzig und kann heiraten, wen ich will", sagte sie schließlich nach langen und fruchtlosen Auseinandersetzungen. Wegner sah, daß es ihr bitterer Ernst war, so völlig besessen war sie von dem ersten starken Gefühl ihres Lebens. Bis zum Aeußersten wollte er es nicht kommen lassen; sie war schließlich sein einziges Kind; er gab nach. „Das muß ja schief gehen!" sagten die Leute, als sie das Paar zusammen sahen, den blendenden, temperamentvollen Mann und bas stille, ernste Mädchen. Dazu sein Berus: erster Geiger einer Tanzkapelle und eine Offizierstochter der alten Schule — kann man sich eine unmöglichere Zusammenstellung denken? Es ging auch schief. Es ging sogar noch rascher schief, als selbst die Pessimisten geglaubt hatten. Im ersten Halden Jahr ihrer Ehe war Dina so glücklich, wie es nur ein Mensch sein kann, der durch ein übermächtiges Gefühl über sich selbst hinausgehoben wird; doch bann begann langsam» qualvoll bie Erkenntnis zu hämmern, baß Joe Mikeny in keiner Weise bem Bilbe entsprach, bas Phantasie und Liede aus ihm geschaffen hatten. Nicht, baß er sie schlecht behandelt hätte; sie hatte trotz ihrer Jugend etwas an sich, das ihm Respekt adzwang, aber er nahm seine Ehe einfach nicht ernst. Er war seiner Frau treu, so lange er in sie verliebt war. Aber bei ihm pflegte Verliebtheit nie länger als ein halbes Jahr zu dauern, und da er sie nicht kränken wollte, griff er zu dem bequemen und praktischen Ausweg der Lüge. Darin war er Meister, und Dina hat nie erfahren, in welchem Ausmaß sie belogen und betrogen wurde; aber auch das, was sie erfuhr, genügte, um ihr eine ganze Welt Zusammenstürzen zu lassen. (Fortsetzung jolgt.) Uns aber nicht nur leuchtendes Vorbild, sondern auch er brauche auch jeden von uns. Aus seinem deutschen Volk hole sich der Führer immer wieder die Kraft für seine gewaltigen Taten, und das Bewußtsein, daß sein ganzes Volk hinter ihm stehe, befähige ihn zur Durchführung seines großen Werkes. Wir alle muffen aktive Gefolgsleute unseres Führers fein, uns täglich mit dem Geist der Hingabe und der Verantwortung erfüllen, die der Führer uns zeigt, immer mehr Hineinwachfen in die nationalsozialistische Idee, in die Weltanschauung und Grundsätze des Führers. Wenn in dieser Weise das deutsche Volk alle seine Kräfte zusammengeballt hinter seinen Führer Adolf Hitler stelle, dann werde es keiner Macht der Erde gelingen, es aus seinen Angeln zu heben. Dann sei das Schicksal des deutschen Volkes in unserem Sinne entschieden, dann sei der Weg für uns frei zu einer glücklichen Zukunft. Und dann werde auch immer der Ruf Wirtlichkeit sein und bleiben: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Nach einem kurzen Spruch eines Hitlerjungen, der den tiefen und unwandelbaren Glauben an den Führer und Deutschland zum Ausdruck brachte, sprach KreisgeWstssiihrer Waqner ein kurzes, eindrucksvolles Schlußwort, in dem er die unlösliche Einheit von Führer und Volk, die Einheit des Begriffes: der Führer ist Deutschland und Deutschland ist der Führer, hervor- hob, und mit zündenden Worten alle Volksgenossen aufrief, an ihrer Stelle diese Einheit immer zu stärken und allezeit durch die Tat zu bekunden. Mit dem von der Menge begeistert aufgenommenen Gruß und Treuegelöbnis an den Führer, sowie mit dem gemeinschaftlichen Gesang der Nationalhymnen fand die Kundgebung ihren Abschluß. Darauf rückten die Ehrenkompanie und die Einheiten der Gliederungen zu ihren Unterkünften ab, während der Fahnensturm die Standarten und Fahnen der SA. zum Fahnensaal des Standartengebäudes geleitete. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Vereidigung derpolttislhenLeiter Den ereignisreichen Tag beschloß eine Feier besonderer Art. In der Neuen Aula der Universität fanden sich die Politischen Leiter und die Frauenschaftsleiterinnen, die Walter und Warte der DAF. aus der Stadt und aus vielen Kreisorten ein, um an der Dereidigungsfeier in Berlin in der Form der Uebertragung durch den Rundfunk teilzunehmen. In feierlicher Weife wurden unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Fahnen des Kreises Wetterau und der vier Gießener Ortsgruppen eingebracht. Bis zum Beginn der Uebertragung hörte man dann gute musikalische Darbietungen der Kreiskapelle der NSDAP, unter Leitung von Musikzugführer Schleuse. Sodann hörten die Versammelten die Uebertragung der Feier von Berlin. Den Höhepunkt des Abends stellte die Vereidigung dar. Einmütig und — nach den eindrucksvollen Worten des Stellvertreters des Führers — von besonderem Ernst erfüllt sprachen sie die Eidesformel nach. Wie ein Ruf aus einem Munde erklang dann das „Sieg-Heil!" auf den Führer. Mit den Liedern der Nation und dem Ausmarsch der Fahnen fand die Dereidigungsfeier ihren Abschluß. CDonberfpeifung durch die 7!SV. Der gestrige Geburtstag des Führers brachte auch für den minderbemittelten Teil der Bevölkerung unserer Stadt eine besondere Freude. Die NSV. hatte es wieder unternommen (ebenso wie schon bei früheren festlichen Anlässen), die von der NSV. und vom Winterhilfswerk betreuten Volksgenossen in die Gaststätten unserer Stadt einzuladen und mit mit einem kräftigen Mittagsmahl zu bewirten. So fanden sich gestern in zahlreichen Gaststätten die meist älteren Volksgenossen, Männer und Frauen ein, um in schöner Gemeinsamkeit die ausgezeichnet Merettelen Mittagsmahlzeiten einzunehmen. Die Gastwirte ließen es sich sehr angelegen sein, den Gästen ein nahrhaftes Mahl vorzusetzen. Darüber hinaus gab es für die Männer ein Glas Bier und für die Frauen eine Tasse Kaffee. Etwa 700 Volksgenossen wurden durch diese sinnvolle ganz von dem Geiste der Volksgemeinschaft bestimmte Aktion erfreut. rische Hochschule für Leibesüdungen Bildet alls ihrer reichhaltigen Tätigkeit vorführen und fo einen Ueberblick über die Arbeitsweisen der verschiedenen nationalen Erziehungsstätten geben. Segel- und Motorkunstflug-Dorführungen vervollständigen das Rahmenprogramm, und verschiedene kameradschaftliche Veranstaltungen werden dafür sorgen, daß die Teilnehmer und Gäste aus allen Ländern die Menschen, das kulturelle Leben und die Schönheiten der Stadt Wien kennenlernen. Handball um die Bannmeisterschast. Mtv. Gießen A-3gi). — 1900 Gießen 8-Jgd. Beide Mannschaften treten sich am kommenden Sonntag auf dem Sportplätze des Männerturnoer- eins zum Spiel um die Bannmeisterschaft gegenüber. Der Ausgang dieses Treffens ist für beide von wesentlicher Bedeutung. Beide haben bis jetzt ein Spiel gewonnen und beide noch dieses letzte Punktespiel auszutragen. Den Leistungen entsprechend sollten die Männerturner ein kleines Plus haben. Münzenberg — Gef. 34/116. Wenn schon die Mannschaft der Gef. 34/116 auf fremdem Platze anzutreten hot, so rechnet man doch mit einer leichten Ueberlegenheit. Man muß der Mannschaft bescheinigen, daß sie jedenfalls in Ordnung ist, und sie wird auch in diesem Treffen nicht enttäuschen. Dagegen hatte Münzenberg durch verschiedene Spielausfälle noch nicht recht Gelegenheit, die tatsächliche Kampffähigkeit der Mannschaft zu beweisen. Pohl-Göns — Gambach. Gambach konnte im Spiel gegen die starke Elf der Gef. 34/116 ausgezeichnet gefallen und wird auch am Sonntag in Pohl-Göns ein ernstes Wort mitreden. Trotzdem ist der Ausgang dieses Spieles offen. Hausen l — Lich I. Es ist erfreulich, daß auch Hausen nunmehr den Spielbetrieb wieder ausgenommen hat und bei den Pokalspielen bereits recht gut abschnitt. Beide.Mannschaften kamen in diesen Spielen in die Zwischenrunde. Da sich beide Vereins schon oft mit wechselndem Erfolg gegenüberstanden, so wird man auf den Ausgang dieses neuerlichen Zusammentreffens gespannt sein. DfA.-N. Gießen Mannschaftssieger bei dem nationalen Waldlauf in Oarmstadt-Arheilgen. Die Sportvereinigung 04 von Darmstadt-Arheil- gen veranstaltete anläßlich ihres 25jährigen Bestehens einen nationalen Wald- und Geländelauf. Mit Rücksicht auf den Mangel anderer leichtathletischen Deranftaltungen war die Veranstaltung mit namhaften Vertretern der Gaue Südwest, Baden und Hessen sehr stark besucht. Trotz dieser überaus starken Besetzung gelang es der Mannschaft des DfB.-R. in der aktiven 5-Kilometer-Klasse den 1. Mannschaftssieg zu erringen. Ein Einzelerfolg war mit Rücksicht auf die Teilnahme von Spitzenkönnern aus Darmstadt, Mannheim und Frankfurt am Main leider nicht möglich. Die Mannschaft Zörnsch, Heller, Brertmeier, Koch belegte jedoch in dem 26 Mann starken Feld gute Plätze und zwar in der vorstehenden Reihenfolge, die ihr vor 1846 Mannheipr, Eintracht Frankfurt und 98 Darmstadt den Mannschaftssieg einbrachte. Die Jugendlichen Gemmer, Cawein, Klee und Hickel starteten in der Jugendklasse. Hierbei konnte Gemmer in dem 30 Mann starten Feld nur den 9. und Klee den 11. Platz belegen. Kurze Eportnottzen. König Haakon von Norwegen hat für die beste Länderstaffel bei den Europameisterschaften im Ringen in Oslo (25. bis 28. April) einen Ehrenpreis gestiftet. Wege zur Leistungssteigerung im Handwerk. NSG Das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront hat es sich zum Ziel gesetzt, Meister und Gesellen des Handwerks auch in den abgelegensten Orten durch seine Berufserziehungsmaßnahmen zu erfassen, um so allmählich eine Leistungsstelge- rung im Handwerk zu erreichen. Zu diesem Zweck hat es Tausende von fördernden Berusserziehungs- maßnahmen, wie die Berufsausbildung für Erwachsene genannt wird, durchgeführt, an denen sich allein im vergangenen Jahr über 100 000 Handwerker beteiligten. Diese Berufserziehungsarbeit stößt in kleineren Städten und vor allem auch auf dem Lande auf große Schwierigkeiten, weil es dort schwer ist, geeignete Lehrkräfte für diese Arbeit zu finden. Damit jedoch der Handwerker auf dem flachen Lande gegenüber seinen Kameraden in den Großstädten nicht benachteiligt ist, hat das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront in den letzten beiden Jahren mit großem Erfolg Berufserziehungswochen durchgeführt. Diese werden in einer Großstadt, meistens am Gausitz, für einen größeren. Bezirk ausgeschrieben. Die Handwerker aus der näheren und weiteren Umgebung kommen dort für eine Woche zusammen und erhalten in den Uebungs- stätten des Deutschen Handwerks in der DAF. mster Anleitung eines Praktikers ihre berufliche Weiterbildung. In achtstündiger täglicher Lehrgangsarbeit wird ein Lehr- und Uebungsstoff durchgearbeitet, dessen Bewältigung sich im Rahmen der sonst üb- SJ.Jpor/ Ausländer auf der deutschen Hekordstrecke. Die neue deutsche Rekordstrecke auf der Reichsautobahn bei Dessau genießt bereits im Ausland guten Ruf. Nachdem sich schon der bekannte englische Major Gardner mit seinem grünen MG.- Magnette für Mitte Mai angesagt hatte, traf jetzt auch eine Meldung des Italieners Graf Lurani ein, der' einige internationale Rekorde der Klasse l (350 bis 500 ccm), die er über Kilometer und Meile im November 1935 selbst aufgestellt hat, verbessern will. Damals erreichte Graf Lurani mit seiner kleinen Maschine, „Nibbio" genannt, die erstaunliche Geschwindigkeit von 162,162 km/st. Oer deutsche Meister Lean Echorn in Gießen. Das erste diesjährige Bahnradrennen, das von der Gießener Radfahrervereinigung am Sonntag, 30. April, durchgeführt wird, soll eine erstklassige Besetzung erhalten. Es ist gelungen, den Deutschen Meister Jean Schorn (Köln) für diese Veranstaltung zu gewinnen. Schorn, dessen sportliche Laufbahn eng mit dem Gießener Radsport verknüpft ist, hat seine Zusage gegeben, bestimmt in Gießen lichen Berufserziehungsmaßnahmen auf den Zeitraum eines Viertel- oder gar Halbjahres erstreckt. Kameradschaft nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in der gemeinsam verbrachten Freizeit, sowie gemeinsame Leistung in der Uebungsstätte sind die wesentlichen Merkmale dieser Berufserziehungs- wochen. Sie werden so stark in Anspruch genommen, daß sie teilweise wegen der zu großen Zahl der Anmeldungen wiederholt werden müssen. Um auch auf dem Lande und in kleineren Städten die Berufserziehungsarbeit voranzutreiben, hat das Deutsche Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront seit einigen Jahren den „Wanderlehrer" geschaffen. Bei den Wanderlehrern handelt es sich um hervorragende Könner in ihrem Beruf, die in einem festen Anstellungsverhältnis der Reichsdienststelle des Sm Handwerks in der- DAF. stehen und auf eichsfachschule des Deutschen Handwerks besonders ausgerichtet worden sind. Nach einem von der Reichsdienststelle aufgestellten Plan werden diese Mitarbeiter systematisch in die Gaue geschickt, um dort dem Handwerk als Lehrkräfte zur Verfügung zu stehen. Meist wird dann die praktische Lehrgangsarbeit in einer Handwerksstätte durchgeführt, die im allgemeinen von einem Handwerksmeister am Ort in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt wird. Damit wird das Ziel erreicht, daß auch im Gau Hessen-Nassau auf dem Lande eine systematische und gründliche Weiterbildung der Handwerker erfolgen kann. an den Start zu gehen. Wenn ein Fahrer, der in den letzten Jahren an den Bahnrennen in unserer Stadt teilnahm, das Lob erhielt, der beliebteste und sympathischste Fahrer zu sein, so war dies der Kölner Schorn, der Träger des deutschen Meistertrikots. Der Gießener Radsport kann stolz sein, daß er nicht zuletzt durch die alljährliche Verpflichtung Schorns mit dazu beigetragen hat, daß „Schäng" (wie er genannt wird) den höchsten Titel, den der deutsche Radsport verleiht, erringen konnte. Jean Schorn weiß, was er den Gießener Radsportlern schuldig ist und deshalb wird er sich auf der Gießener Aschenbahn als" Deutschlands Meister- sahrer vorstellen, obwohl er sonst nur noch auf Zement- öder Holzbahnen startet. (Studenten- Wettspiele 1939 in Wien. Die Studenten-Weltspiele 1939, deren Ausrichtung die deutsche Studentenschaft übernommen hat, werden nunmehr endgültig in der Zeit vom 20. bis 27. August in Wien durchgesührt. Die Weltspiele umfassen Leichtathletik, Schwimmen, Wasserball, Fußball, Handball, Hockey, Rugby, Basketball, Tennis, Rudern, Fechten und einen Wehrwettkamps, also den größten Teil des olympischen Programms. In einem großen Schauprogramm wird die Deutsche Studentenschaft sowie die italienische und ungaKrawatte und Hosenträger. Von Egid Iilet. „Ich möchte — ich -möchte eine hübsche Seidenkrawatte für einen Herrn", flüstert das kleine Mädel mit dem Wuschelkopf und den zerstochenen Fingern in der Herrenmodeabteilung des großen Warenhauses. „Bitte", sagt die höfliche Verkäuferin. Drei lange schmale Kartonschachteln enthüllen ein Regenbogenfarbenspiel von billigen Herrenkrawatten. Buntes Glühlamvenlicht überströmt den Verkaufstisch und läßt die Dünne Kunstseide wie etwas unerhört Kostbares aufscheinen. „Ein Paar feste Hosenträger für meinen Mann!" bestellte eine ältere Dame mit konservativem Haarknoten und funkelnden Brillengläsern. Kühle, graue Augen streifen forschend die zerstochenen Finger der Nachbarin, die in den bunten Krawatten wühlen. Das Derkaufsfräulein legt zwei Dutzend Hosenträger vor: lichtecht, waschecht, unzerreißbar, feste Lederspangen, ein Jahr Garantie. Das Mäddjcn streichelt die kühle Seide, prüft Stoff und Muster, genießt den Zusammenklang der Farben wie einen musikalischen Akkord. Oh, sie ist vom Fach, die Kleine— sie kennt den Unterschied zwischen der billigen Seide, aus der ihr kurzes, selbstgeschneidertes Sonntagsfähnchen ist, und den guten Stoffen, aus denen sie während der Woche um kargen Arbeitslohn die schönen Sachen für das vornehme Geschäft näht. Die Frau neben ihr nimmt die Hosenträger aus den Kartons, zieht und dehnt und untersucht mit der Gewissenhaftigkeit der praktischen Hausfrau. Und mit einem Mal kommen die beiden ins Ge- 'fpräch. Aber nicht der Mund spricht, der müde und schmale der älteren Frau, welk wie ein Herbstblatt, nicht der rote, volle des kleinen Mädels, frisch wie die saftigen Ränder einer reifen Frucht. Die Augen sprechen. „Laß die dummen Krawatten, Kind", sagen die alten, klugen, grauen Augen, in denen stiller, nachsichtiger Pessimismus ist und doch auch verstehendes Mitleid, „kauf doch lieber etwas für dich selbst! Wenn man deine schmalen dünnen Arbeitsfinger sieht, dann weiß man, wie schwer du dein Leben verdienst..." \ Warum sieht mich die alte Frau so sonderbar an? denkt das Mädel, und seine Augen werden dunkel und abweisend. Was geht sie mein Einkauf an? Aber so sind die alten Leute. Sie gönnen der Jugend die Lebensfreude nicht. „Sicher hat er dich auf feinem Motorrad mitgenommen, recht weit yinaus in die Waldeinsamkeit", sagen die alten Augen, „oder du warft mit ihm im Kino oder in der Tanzbär — mein Gott, wenn ihr Benzinduft atmet oder Tanzmusik hört, seid ihr ja alle gleich verrückt, ihr armen dummen Dinger. Und jetzt willst du ihm eine Freude machen. Glaubst du vielleicht, daß er dich heiraten wiro, du gutes Kind? Das Mädel schiebt die drei Kartons zur Seite: „Bitte, Fräulein, zeigen Sie mir doch etwas Besseres." Eine neue Schachtel öffnet sich ihren neugierigen Blicken. Und endlich findet sie das Richtige: ein wahres Wunder von einer Krawatte. „Was kostet die, Fräulein?" „Zehn Mark, bitte." „Gott, fo teuer ..." „Nun ja — aber sehen Sie doch, das hochmoderne Muster, die schönen Farben..." Die Kleine überlegt, seufzt, überlegt wieder, kramt aus ihrem Handtäschchen das letzte Kleingeld heraus, es reicht gerade noch. „Und wenn er dich wirklich zur Frau nimmt, ist's noch schlimmer für dich", funkeln die strengen Brillengläser, dann gibt's erst recht Not und Entbehrung und Staub und Küchendunst. Ach, wenn du wüßtest, was ich weiß. Sie wird dich noch sehr, sehr teuer zu stehen kommen, die hübsche Krawatte!" „Wie böse sie zu mir herüberguckt", denkt das Mädel. „Mein Gott, sie weiß eben nicht, wie das ist, wenn man jemand lieb hat." „Fräulein, lassen Sie mir diese Hosenträger einpacken." Krawatte und Hosenträger schlüpfen in zwei schmale, weiße Seidenpapiersäckchen mit dem Goldaufdruck des Warenhauses. „Es gäbe eine kleine Humoreske, wenn sie verwechselt würden", denkt das hübsche Derkaufsfräulein mit der Andeutung des Lächelns. Ach nein. Es gibt keine Humoreske. Die alten Hausfrauenaugen sehen ihre Hosenträger auch durch das undurchsichtigste Papier. „Praktisch sind sie, Alfred wird zufrieden fein. Wenn es nur feste Lederspangen sind. „Schön ist die Krawatte. Sie wird ihm reizend stehen", denkt das junge Ding, und in ihren schwimmenden Augen leuchtet die Dorfteude sausender Motorradausflüge und strahlender Tanzsäle. Die kleine Verkäuferin fragt: „Kann ich den Damen noch dienen, vielleicht Sockenhalter oder Krawattennadeln oder Hemdkragen oder Manschettenknöpfe oder Pyjamas ..." Nein, die Damen haben vorläufig keinen Bedarf. Sie gehen zur Kasse, zahlen und bekommen ihre Ssidenpapierpäckchen, beide fast gleich groß, beide schmal und schlank und weiß wie zwei Schiffe, die heute ruhig nebeneinander im Hafen liegen und morgen hinausfahren in die Weiten des Ozeans, das eine nach Osten, das andere nach Westen. Und niemand weiß, welches von beiden das größere Glück an Bord hat. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Arnold Langen, Ordinarius für Bürgerliches und Handelsrecht an der Unioerfität Greifswald, ist im 67. Lebensjahre gestorben. Professor Langen, der sich 1900 in Marburg habilitierte, wurde 1919 zum Ordinarius in Greiss« wald ernannt. Professor Dr. Hans Reichel, Ordinarius für Bürgerliches Recht und Zivilprozeßrecht an der Universität Hamburg, ist im 62. Lebensjahre g e ft o r b e n. Er wirkte früher in Jena und Zürich. Professor Dr. Paul Koschaker begeht seinen 6 0. Geburtstag. Er ist in Klagenfurt geboren und begann seine wissenschaftliche Laufbahn in Innsbruck. Nacheinander lehrte er von 1909 ab an der Deutschen Universität Prag und an den Universitäten Frankfurt, Leipzig und seit 1936 in Berlin. Sein Spezialgebiet ist Rechtsgeschichte des Altertums. Professor Dr. med. Wilhelm Knipping, Ordinarius für Innere Medizin an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Köln berufen. . Es ist übertragen worden: dem kommissarischen Leiter der Thüringischen Landesheilanstalt, Professor Dr. Kihn, unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Jena der Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie; dem nb. ao. Professor Dr. med. Arno Nagel unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Halle-Wittenberg der Lehrstuhl für Anatomie; dem planmäßigen ao. Professor Dr. Hermann Weber in Münster unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Universität Königsberg der Lehrstuhl für Physiologie. Vor oder nach Mitternacht? Wann und wie lange «sollen wir schlafen — das ist eine Frage, die jeden angeht und die sehr verschieden beantwortet wird. Manche halten die Einordnung der Schlafzeit in den Tageslauf für gleich- gültig, wenn man nur die Schlafdauer nicht zu sehr verkürze. Der moderne Großstädter neigt dazu, den Zeitpunkt des Zubettgehens mehr und mehr hinauszuschieben. Eine genaue Prüfung würde wohl ergeben, daß der „durchschnittliche" Städter vor hundert Jahren zwischen neun und zehn fein Lager aus suchte, fein Urenkel von heute aber erji zwischen elf und zwölf Uhr. Da sich die Morgenruhe meist nicht entsprechend verlängern läßt, ergibt sich ein täglicher Fehlbetrag an Schlaf, eine freiwillige Schlaflosigkeit, die bedenkliche Folgen haben kann. Aber auch der Forderung derjenigen, die nun umgekehrt sur den „Frühschlaf^ oder „Naturschlaf" eintreten, d. h. einen allein auf die frühesten Nachtstunden beschränkten Schlaf, kann der Unbefangene wohl kaum beistimmen.-Alle dem Menschen näherstehenden Tiere, alle primitiven Völker schlafen, solange es dunkel ist, wachen, solange es hell ist. Daß mir die späteren Nachtstunden ebenfalls verschlafen, entspricht auch der jahrtausendelangen Uebung des Kulturmenschen, die nachweislich in seiner ganzen körperlichen Organisation begründet ist. Sehr genaue Untersuchungen haben gezeigt, daß die Tätigkeit fast aller Organe etwa zwischen zwei und vier Uhr nachts ihren Tiefstand erreicht (Körpertemperatur, Herzschlag, Atmung, Ausscheidung von Wasser und Stickstoff, Bildung von Blutkörperchen, Absonderung der meisten Drüsen, Wachstum der Haare und der Nägel usw.) — ein zwingender Hinweis dar ans, daß die Nacht, und zwar die ganze Nacht, zum Schlafen da ist. Alte, kranke und kränkliche Leute, so rät Professor Dr. Heinrich Nelson im Aprilheft von Vel- hagen & Klasings Monatsheften, sollen auch am Tage bann ruhen, wenn sie müde sind. Der kurze, viertelstündige Mittagsschlas ist jedermann nützlich; wer anbrüchig oder nervenschwach (Neurastheniker) ist, tut gut, nach dem Mittagsmahl eine ganze Stunde der regelrechten Betttuhe zu pflegen (der „ausgezogene Mittagsschlas" Schwen- ningers). Die oft vertretene Ansicht, der Schlaf am Tage schädige den Nachtschlaf, ist nur mit Einschränkungen zutreffend. Schlaf schafft Schlaf; am besten schläft man, wenn man nicht todmüde ist. 3stück85. Palmolive-Seife — mit Palmen- und Olivenöl hergestellt — ist mehr als Seife — sie ist in ihrer regelmäßigen Anwendung ein Schönheitsmittel. WrMirouvM PAlAXOLlVj RR WtfinfHAlT« X 55-3 J MIT BAK HALTER erweichung, kein Hautreiz nach dem Rasieren. Die Vorzüge der mit Olivenöl hergestellten Palmolive-Rasier- seife: Rasche, gründliche Bart Kriegsopfer erleben Führers Geburtstag. Hochzeit. Unb alle wünsche. kreis Büdingen. Aus der engeren Heimat * einen Eindruck von Organifationsarbeit gewinnen, die für diese Fahrt notwendig war. Nachdem man sich noch einige Zeit im Scheine der Sonne auf den glatten Straßen im Fliegerhorst ergangen hatte, fanden Führungen durch den Horst statt. Die Kameraden von auswärts, die bisher keine Gelegenheit 72 Lebensjahr. Beide nehmen noch regsten Anteil an den Geschehnissen unserer Tage. Karl Ranft diente als Pionier-Unteroffizier beim Pionier-Bataillon 16 in Metz. Während des Weltkrieges verlor das Ehepaar den jüngsten Sohn auf einem Schlacht- feld in Frankreich. Das Jubelpaar zählt seit Jahrzehnten zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen herzlich zur goldenen „Auf diesem Lack sieht man so leicht keine Kratzer! Seien Sie ganz beruhigt“» sagt der Malermeister, Jch habe die Kommode mit Ducolux gestrichen. Ducolux ist ein synthetischer Lack, der wird schon nach 12 Stunden hornhart und halt auch was aus. Der Hochglanz bleibt, und man sieht so leicht keine Kratzer.“ Was Sie auch immer anstreichen lassen wollen, ob drinnen oder draußen, verlangen Sie von Ihrem Malermeister stets, daß er Ducolux nimmt. Er wird es gern tun, weil Sie dann mit seiner Arbeit besonders zufrieden sein werden. Erhältlich bei dem Fachhandel» Bezugsquellen weist unsere Bezirksvertretung nach: Otto Seyfried , Frankfurt / M.-Süd, Burnitzstraße 7 Fernruf 61066 hatte, würbe die Heimfahrt angetreten. Um die gewiß nicht leichte Organisation und Durchführung der Kriegsbeschädigtens'achrt hatten sich die Borstandsmitglieder Dr. Kempff, Geyer und Köhler in besonderer Weise verdient gemacht. kreis Alsfeld. c. Merlau, 21. April. Die NSG. .Kraft durch Freude" veranstaltete im Saale von Hörle das Gastspiel eines oberbayerischen Bauerntheaters. Es gelangte ein lustiges Stück zur Aufführung, das viel Beifall auslöste. Der Verlaus des Abends brachte auch einige gute musikalische Darbietungen. c. Flensungen, 21. April. Die Ortsgruppe der NSDAP, hielt im Saale von Baift einen Mitglieder-Appell ab. Nach der Begrünung durch den Ortsgruppenleiter hielt der Schulungsleiter einen aufschlußreichen Dorttag über Albanien. Sodann begrüßte der Ortsgruppenletter die durch die Eingemeindung von Kirschgarten neu zur Ortsgruppe gekommenen Parteigenossen. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten Mitgliedskarten zur Ausgabe. — Unser Einwohner Karl Peters und Frau Lina, geb. Denhart (Flen- sunger Hof), konnten dieser Tage das Fest der ilbernen Hochzeit feiern. <£ Deckenbach, 21. April. Am morgigen Samstag, 22. April, kann das Ehepaar Wilhelm F r i e d ri ch und Frau Margarete,' geb. Reuter, das Fest der Goldenen Hochzeit im Kreise von 6 Kindern und 13 Enkelkindern feiern. Der Jubilar steht im 76., seine Lebensgefährtin im 70. Lebensjahr. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glück- In den vergangenen Jahren hat es der DDAC. (Der Deutsche Automobil Club) stets unternommen, mit den Kriegsbeschädigten in Stadt und Kreis Gießen eine Fahrt zu veranstalten, die den Opfern des Krieges einmal im Jahre Gelegenheit geben oll, ein Stück deutscher Heimat, Städte, Land- chaften usw. kennenzülernen, die zu sehen und zu erleben ihnen sonst nicht so ohne weiteres möglich ist. Die Kriegsbeschädigten haben dadurch chon einige sehr erlebnisreiche Tage im Kreise der Kameraden durch den DDAC. verbringen können. Die Fahrt für das Jahr 1939 wurde in glücklicher Jdeenoerbindung auf den gestrigen Donnerstag, auf Führers Geburtstag verlegt. Auch dieser Tag brachte den Gästen des Automobilklubs viel Freude und vor allem viel Sehenswertes. Nach dem Treffen auf dem Oswaldsgarten, nach dem Eintreffen auch der auswärtigen Kriegsbeschädigten und der geschlossenen Fahrt zum Trieb, nahmen, die Kriegsbeschädigten auf den für sie bereitgehaltenen Bänken Platz und konnten so ohne Anstrengung den erhebenden und eindrucksvollen Verlauf der Parade verfolgen. Ein besonders herzlicher Gruß wurde ihnen von Oberst Herr- Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis nach 22 Uhr „Meine. Schwester und ich". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Menschen vom Darietä". — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Drei Unteroffiziere". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Sladllhealer Gießen. Heute um 20 Uhr findet die Erstaufführung des musikalischen Lustspiels „ Meine Schwester und ich" von Berr und Derneuil, Musik von Ralph Benatzky, statt. „Meine Schwester und ich" ist durch seine Melodien bekannt, die einen Siegeszug über alle deutschen Bühnen angetreten haben. Spielleitung Gert Buchheim, am Flügel Joachim Popelka, Tänze Thea Maaß, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 28. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ende nach 22.30 Uhr. Keine Mieterhöhung durch den Wegfall der Steuerbefreiungen. Ndz. Im Hinblick auf den Wegfall von Grundsteuerbefreiungen für den mittleren Neuhausbesitz und die Kleinwohnungen des neuesten Neuhausbesitzes mit Wirkung ab 1. April sind Zweifel entstanden, ob diese Steuererhöhung auf die Miete abgewälzt werden darf. Der Reichskommissar für die Preisbildung stellt in einem Erlaß fest, daß grundsätzlich der Vermieter die Steuerer^höhung tragen muß. Daraus würden sich im allgemeinen auch keine wirtschaftlichen Härten ergeben, da wohl durchweg die Vermieter bei der Festsetzung der Mieten den späteren Wegfall der Steuerbefreiung mit in Rechnung gestellt hätten. Sollte dies im Einzelfall nachweisbar nicht geschehen sein, so kann ausnahmsweise eine Mieterhöhung genehmigt werden, vorausgesetzt, daß die Grundsteuererhöhung nicht durch steuerliche Billigkeitsmaßnahmen, ober durch Senkung der Zinsen der Hauszinssteuerhypotheken ausgeglichen werden kann. Außerdem darf keine höhere Miete festgesetzt werden, als nach dem Mietwert der Räume sachlich angemessen ist. hatten, den Fliegerhorst Gießen mit allen seinen Einrichtungen kennenzulernen, waren erstaunt und begeistert von dem, was in den vergangenen Jahren im Wiesecktale entstanden ist. Unteroffiziere führten in kleinen Gruppen die alten Soldaten durch die Anlagen und durch die Hallen, führten sie an die Flugzeuge und beantworteten die Fragen der Käme- raben, die dabei immer wieder Vergleiche zogen zur Luftwaffe des Weltkrieges, die sie ja selbst in ihren heroischen Kämpfen über den Fronten erlebt hatten. Und alle gewannen sie stark und überzeugend den Eindruck, daß die neue deutsche Luftwaffe an die Traditionen der Lufthelden des Weltkrieges an» knüpft. In vielen Einzelheiten lernten die kriegsbeschädigten Kameraden die verschiedenen Flugzeug- typen kennen. Mit besonderer Erwartung sah man denn den Kunftflug-Vorführungen entgegen. Dop- peldecker, elegante schnittige Hochdecker, Kampf- maschienen und Bomber stiegen auf und zogen dann in verschiedenen Höhen über dem Platz ihre Kreise. Die leichten Maschinen zeigten komplizierte Kunstflugfiguren, brausten oftmals nur wenige Meter über den Köpfen der begeisterten Zuschauer hinweg, um dann unmittelbar vor den Hallen steil wieder anzusteigen und sich im Blau des Himmels zu verlieren. Sehr interessant war auch die Veranschaulichung der Angriffstechnik eines Jagdflugzeuges. Das herrliche Wetter ließ den Aufenthalt auf dem Rollfeld, den Aufenthalt in den Anlagen des Fliegerhorstes zu einem schönen und sicherlich für alle Teilnehmer unvergeßlichen Erlebnis werden. Nachdem noch im großen Speisesaal des Horstes Kaffee getrunken worden war, nachdem viele Kameraden auch kurze Zeit in der reizvollen Kanttne verweilt hatten, sand der Tag seinen Abschluß. Ange- regt von der Fülle des Gesehenen, von den reichen Erlebnissen dieses Tages, dankbar für alles was der DDAC. mit dieser Fahrt an Schönem vermittelt Oberschule Lauterbach wird aufgebaut Lpd. Lauterbach, 19. April. Einer dem Bürgermeister von Lauterbach zugegangenen Mitteilung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — zufolge ist nunmehr der Aufbau der Oberschule für Jungen in Lauterbach auf Grund mehrfacher Eingaben der Stadt genehmigt worden. Einer weiteren Mitteilung zufolge wird noch für das neue Schuljahr 1939/40 die Klasse 6 eingerichtet, mit Beginn des Schuljahres 1940/41 die 7. Klasse und im Frühjahr 1941 die 8. Klasse. Lauterbach erhält durch den Aufbau der Oberschule für Jungen eine höhere Schule, die die Schüler bis zur Primareife aufnehmen kann. Ausgrabungen im Vogelsberg. Lpd. Lauterbach, 20. April. Bei Lauterbach werden gegenwärtig wichtige Ausgrabungen durchgeführt, die sich über drei archäologisch bedeutsame Gebiete erstrecken und die Freilegung einer mittelalterlichen Burg, sowie vor- und früh- geschichtlicher Kulturdokumente zum Ziele haben. In einem Zeitraum von sechs Jahren sollen die Burg Wartenbach, eine Eiszeit st ation in der Gemarkung Maar und das Grabenfeld auf dem Z i e g e n b e r g freigelegt werden. Einzigartig sind die Funde an Eisengeschirren und Gerätschaften; sie zeigen die phantastischen Formen der Fabelwelt, wie sie von Kapitalen und in altem Buchschmuck bekannt sind. Bei dem zweiten Ausgra- bungsfeld, das im kommenden Herbst genauer untersucht wird, handelt es sich um eine etwa 50 000 Jahre alte Eiszeitstation. Motorradler fährt gegen einen Baum. Frau Marie, geb. Funk, in geistiger und körperlicher Frische das Fest dergoldenenHochzeit feiern. Der Jubilar steht im 77., feine Lebensgefährtin im ' regsten Anteil . Karl Ranft Rundfunkprogramm Freitag, 21. April. 10.30: Aufgepaßt! Etwas überDerkehrsdisziplin. 11.40: Ruf ins Land. 12: Aus den Badischen Saphir- Schleifwerken G. m. b. H., Elzach: Werkskonzert. In Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das Landes-Sinfonie-Orchester Saarpfalz. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: „Trutz, blanker Hans". Männer auf Küstenwacht. 18.30: Dem Dpernfreunb. (Industne- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndu- sttie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Abendkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht für März 1939. 22.30 bis 24: Unterhaltungskonzert. Samstag, 22. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle Egon Kaiser. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: „Aber ich kann die Kinder doch nicht allein lassen". Eine kleine Szene. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Ausgeführt vom Musikchor der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk der Weg zur Ordensburg. Ein Hörfolge. 11.40: Ru ins Land. 12: Mittagskonzert I. Ausführung: Das kleine Orchester des Reichssenders Wien. 13: Nach- richten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Fröhliche Himmelfahrt ... Eine lustige Sendung unserer Pimpfe. 16: O fuße Lust, den Lenz zu grüßen. (Frühlings-Konzert.) 18: Buhne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Bunter Abend. In Verbindung mit der Nv.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" und der Kurverwaltung Bad Hersfeld. 22: Nachrichten. 22.30 bis 24; Wil tanzen in den Sonntag. Oie blaue Ferne.... Wir alle sind ihrem Zauber irgendwie verfallen. Nich, als ob sie sich prahlerisch ausdrängte ober gebieterisch ihren Tribut forberte. Sie schasst es aus ganz andere Weise und braucht nicht einmal die äßerbetrommci zu rühren oder sich um besondere Fürsprache zu bemühen. Eines Tages wölbt sich herrlicher sonniger Himmel über der Stadt. Das strahlend schöne Wetter entfacht jubelnden Eifer der gefieberten Sänger, die ersten Blüten leuchten in den Anlagen, und aus allen Knospen drängt junges Grün zum Licht. 41nb bei diesem frohen Hymnus auf bas roiebererftanbene Leben regt sich plötzlich unsere Sehnsucht zur blauen Ferne, die verheißungsvoll ben Horizont säumt. Es braucht nicht immer so zu sein. Schon ein Amselruf in ber Dämmerung vermag basselbe Gefühl auszulösen. Ober ein abenblicher Spaziergang, der an prächtigen Vorgärten vorbeiführt. Mancher verspürt auch ben Lockruf ber Ferne, wenn er bie erste Lerche steigen sieht, ober wenn bie Sonne am frühen Morgen tanzenbe Reflexe auf ben Kaffeetisch wirft. Welcher Anreiz für die verschiedenen Temperamente auch entscheidend sein mag: sicher ist, daß es kaum jemanden gibt, ben der Zauber ber blauen Ferne nicht packt. Während ber Jugenbliche in seinem Tatendrang am liebsten in alle Fernen hinausstürmen möchte, hat ber Mensch im gesetzteren Alter seine klar gesteckten Ziele, ber im Lebenskampf Ergraute hingegen bescheibet sich häufig schon bamit, bie Tatsache der blauen Ferne allein als ein frohes Ereignis zu werten. Zweifellos aber lockt bie blaue Ferne zu keiner Zeit im Jahre fö sehr wie gerabe in biefen Wochen. Und beshelb geht es in ben Abenbstunben ober an freien Tagen immer roieber hinaus, wo bas Knospen unb Blühen zu sehen ist, wo ber Erdgeruch wahrgenommen werben kann, wo sich bie Natur strahlenb verjüngt Zu Hause greift man nach Lanbkarten unb Werbeschriften, benn wenn sich auch nicht alle Sehn- sucht nach ber Ferne erfüllt: bie Urlaubsfahrt steht auf alle Fälle bevor. Unb die Gedanken schwelgen bereits in ben Freuden ber Sommerreise, deren Ziel vielleicht noch gar nicht festliegt, deren Vorfreuden aber reichlich genossen werben können. So wirb ber Alltag von einem stillen Glück verklärt, bas seine Reize immer roieber zu entfachen weiß, benn ber Zauvikk ber blauen Ferne hält glücklicherweise ben ganzen Sommer an. H. W. Sch. lein zuteil. , Unmittelbar nach ber Parade fuhren bie Kraftwagen (200 an ber Zahl) an ben Bänken der Kriegsbeschädigten vor, so baß vor allen ben Kameraden, die infolge ihrer Kriegsverletzung nicht gut zu Fuß sind, jeglicher Weg erspart blieb. Vom Trieb aus führte die Fahrt nach ber Bergkaserne, bzw. nach dem Fliegerhorst. Dort würben sie von Offizieren auf bas herzlichste willkommen geheißen. Ein kräftiges Mittagessen harrte bann ber Gäste, das durch ben DDAC., durch bie Opferbereitschaft seiner Mitglieber gefpenbet worben war und den kriegsbeschäbigten Kameraben ausgezeichnet schmeckte. Den Küchen ber Wehrmacht würbe einmütiges Lob zuteil. Junge Kameraden ber neuen Wehrmacht unb ber Luftwaffe ließen es sich sehr angelegen fein, den alten bewährten Kameraben so rasch und geschickt das Essen aufzutragen, so daß jedermann im Nu versehen war. Der Speisesaal im Fliegerhorst löste in seiner auf vielfältige Weise künsüerische Ausstattung viel Bewunderung aus. Nach der Mittagspause, die so ausgedehnt wurde, daß in aller Ruhe gegessen werden konnte, trafen sich alle Kameraden wieder im Flughafen. Die große Wagenkolonne, die auf einem Rollfeld parkte, bot einen großartigen Anblick und ließ gleichzeitig | Empfehlungen"] ein Quell d.Frcuv« für den Naturfreund WMkes £eoen Kleine Kreatur in Wasser, Busth unb Halm Don ftarl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener. Universität Berlin Dieses Werb bringt er« Itaunlid) vielseitige undtrefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen leben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wert- volles naturgeschicht. liches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch »um kleinsten Naturgesche- ben zu erwecken Gebunden NM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. B3 er beblättert Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfelde vornenrm Geschmackvoll! Persönlich I Oteee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famllien- Drucksache Bietet innen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die ßrllhl’sche Druckerei Sciudstr. L ßut 2251 3) Li ch, 20. April. In einer Kurve ber Land- traße bei N i e d e r - B e s s i n g e n ereignete sich heute abend wieder ein schwerer Unfall. Ein aus Richtung Nieder-Bessingen kommender M o - torradfahrer wurde in voller Fahrt mit seiner Maschine aus ber Kurve getragen und stieß gegen einen Baurn. Ein kurz darauf nach Lich fahrendes Personenauto überführte ben Bewußtlosen in bas Licher Krankenhaus, wo man schwere Kopfverletzungen feststellte. Wertungssingen im Gängerkreis Wetterau. Das Wertungssingen bes Sängerkreises Wetterau im Gau 12 Hessen-Darmstabt bes Deutschen Sänger- bunbes finbet in diesem Jahre in zwei Gruppen statt. Die Gruppe I mit 15 Vereinen singt am 23. April in Gambach. Die Gruppe II mit 17 Vereinen singt 8 Tage später, am 30. April, in Steinfurth. Dom Starkstrom getötet. Lpd. Büdingen, 20. April. In einer Holz- schneiberei kam der 65jährige Hilfsarbeiter Adam Hübner mit dem elektrischen Maschinen- st r o m in Berührung und wurde getötet. Ein anderer Arbeiter erlitt Verbrennungen. Da Kabel und Maschinen äußerlich in Ordnung waren, konnte die Ursache bes Unfalles noch nicht geklärt werden. Oer Feldberg im Schnittpunkt des Neichswanderwegs. Lpd. Der höchste unb meistbesuchte Berg unserer engeren Heimat, ber Feldberg im Taunus, wird eine befonbere Bebeutung erhalten. Wie ber Deutsche Wanderführer, Professor Dr. Werner, auf einer Arbeitstagung des Führerrats der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine berichtete, soll die Anlage großer durchgehender Wander- ro e g e mit einheitlicher Markierung auch weiterhin erfolgen. Neben dem Ost-West-Weg soll der Nord- Süd-Weg ausgebaut werden. Bei der Anlage der durchgehenden Reichswanderwege wird der lau« nusbund, der älteste Wanderverein Deutschlands, dadurch ausgezeichnet, daß sein Gebiet im Kreuzungspunkt des Nord-Süd- und O st - Wejt.WtzndtzrNöLZ liegen und ter Lölds berg im Taunus seinen Schnittpunkt bilden wird. Der Nord-Süd-Weg führt vom Feldberg nach Frankfurt durch den Staotwald, weiter nach Grafenbruch, Dreieichenhain, bann süblich burch ben Dbenroalb bis Pforzheim mit Anschluß an bie Höhenwege des Schwarzwalbes nach Schaffhausen und Basel. Die Bearbeitung steckt allerdings noch in den Anfängen. Landkreis Gienen. s. Lana- Göns, 19. April. Eine unserer ältesten urth breitesten Straßen, die Hund- ft a a t e n ft r a 6 e, durch die noch vor rund dreißig Jahren ber Gönsbach floß, ber aber bann in Röhren gefaßt unb unterirbisch roeitergeleitet wurde, ist mit einer neuen Schutzbecke überzogen worden. Nach einem neuartigen Verfahren wurde diese Decke aus Basaltsplitt unb Asphalt hergestellt. Die Arbeiten nahmen mehrere Wochen in Ansiiruch. Nach ber Amthausstraße ist nun auch bie Hundstaatenstraße mustergültig in Orb nun g gebracht worden. Begrüßt würbe es auch, wenn bie Mohrgasse, bas Schmerzenskind von Lang-Göns, eine neue Decke erhielte. --- Steinbach, 19.April. Der Landwirt, Kir- chenrechner unb 1. Beigeordnete unserer Gemeinde Karl R e u s ch l i n g IV., dessen Amtszeit abgelaufen war, würbe aufs neue auf sechs Jahre zum ersten Beigeorbneten berufen. In einer Sitzung des Ortsvorstanbes fanb die feierliche Einführung des Beigeorbneten burch ben Kreisleiter Backhaus statt. * B e u e r n , 21. April. Am kommenben Sonntag, 23. April, können bie Eheleute Karl Ranft unb O Nidda, 20.April. Der hiesige Gemeinnützige Bauverein, ber seit 35 Jahren durch Errichtung zahlreicher Wohnungsbauten für minder, bemittelte Volksgenossen segensreich zur Behebung der Wohnungsnot beigetragen hat, löst sich nun nach einem Beschluß ber Generalversammlung auf, da demnächst bevorstehende große Aufgaben von Wohnungsbauten feine Kräfte übersteigen. An seine Stelle tritt unter Führung ber Stadt Nidda eine Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft m. b. H., auf bie alle Aktiven und Passiven ber Genossenschaften übergehen. Zunächst wird von ihr ein Neubau mit sechs Wohnungen in ber Bis- marckstraße errichtet, dem später noch mehr größere Bauten folgen sollen. — Gegenwärtig werden hier zahlreiche Hausumbauten, Ladenvergröße- ßerungen unb sonstige Ausbesserungen ausgeführt. Kreis Wetzlar * Niederkleen, 21. Aug. Beim Einspannen einer Kuh wurde die 64jährige Witwe Katharina Rühl von dem Tiere zu Boden geworfen und schwer verletzt. Die bedauernswerte Frau erlitt einen Ellenboqenbruch, sowie schwere Weichteilverletzungen im Gesicht. Mehr weibliche Kellner. Der Leiter der neuen Reichsgruppe Fremdenver- kehr, Hermann E s s e r, hat festgestellt, baß auch bas Gaststätten gern erbe sich mit dem Problem bes Arbeitseinsatzes beschäftigen müsse. Es könnten eines Tages von ben Männern, die für bie Durchführung bes Dierjahresplanes verantwortlich sind, bie Frage geprüft werben, ob ber Beruf eines Kellners in so schweren Arbeitszeiten der gegebene Beruf für den beutschen Mann überhaupt fei. Man müsse sich mit bem Gebauten vertraut machen, b i e beutsche Frau unb bas deutsche Mädchen mehr als bisher als Arbeitskraft auch auf dem Gebiet ber G a st l i ch k e i t aktiv werben zu lassen. Die Erfüllung gastlicher Tätigkeit, bas Helfen an ber Gastlichkeit sei her beutschen Frau viel eher zugeschrieben als bem Mann. Sprechstunden derRedaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen. Koch-Ess-u; Trinkgeschirre Sp orte I WodwMKdi gefallen! Wie könnte es auch anders sein, wo wir das Schönste vom Schönen gewählt haben und so groß in kleinen Preisen sind. Stoffe von uns sind schon etwas Besonderes! Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Gießen Plockstraße 14-16 Oie Politik -er Achse ist eine Politik -es Friedens und -er Zusammenarbeit. Mussolini antwortet Roosevelt. — Oie Vorbereitungen zur Weltausstellung in Rom 45,50, Kälber 32 bis 65, Hammel nicht notiert. geteilt; Schafe mittel. eine vorläufige der Gouverneur von Weltausstellung kurz sang und Zweck der Rede nicht Rom und der Präsident der einen Bericht über den llm= Ausstellung gegeben hatten, Der Führer empfing in der Reuen Reichskanzler in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von R'ibbentrop unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten königlich-jugoslawischen Gesandten Dr. Ivo Andric zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des Abberu- 'fungsschreibens seines Vorgängers, des jetzigen jugoslawischen Außenministers Cincar Markowitsch. schiedenen Friedenston sprechen zu hören, i Schafe 32 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Sie Welt werde ihm sicherlich dafür dankbar sein. Marktverkauf: Großvieh, Kälber und Schweine zu- Der Führer hat im R e i ch s m i n i st e r i u m ür Volksaufklärung rind Propaganda ernannt zu Ministerialdirigenten: die Ministerialräte Dr. Erich Müller und Professor Dr. Schmidt- Leonhardt, zu Ministerialräten: die Oberregierungsräte Georg Wilhelm Müller und Dr. Zeller, zu Oberregierungsräten: die Regierungsräte Braeckow, Diewerge, Heusinger von Waldegg, Dr. Krieg und Schlecht. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem ordentlichen Professor süL Psychiatrie in der Medizinischen Fakultät der Uni* versität München Dr. med. Ern st Rüdin in, München anläßlich der Vollendung seines 65.Lebens- jahres in Anerkennung feiner Verdienste um dis Entwicklung der deutschen Rassenhygiene dis Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. April. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1314 Rinder (251 Ochsen, 214 Bullen, 605 Kühe, 244 Färsen), 377 Kälber, 25 Schafe, 349 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Bullen 37,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis * Zum Geburtstag des Führers sind im Reichs- j u st i z m i n i st e r i u m ernannt worden: Zum Ministerialdirektor: der Ministerialdirigent Quassowski; zu Ministerialräten: der Oberregierungsrat Dr. Huber, die Landgerichtsdirektoren Altrneyer, Dr. Mitzschke, die Kammergerichtsräte Friedrich, Kühnemann, Sommer, der Öberlandes- gerichtsrat Dr. Friedrich, die Oberstaatsanwälte Ebert, Klemm, Dr. Krug, Dr. Rörr. Der Führer empfing in Gegenwart des Reichs» Ministers des Auswärtigen von Ribbentrop den königlich - rumänischen Außenminister Grigore G a f e n c u in der Reuen Reichskanzlei zu einer längeren Aussprache. Vorher hatte Außenminister" Gafencu am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz niedergelegt. Am Mittag gab Reichsaichen- minister von Ribbentrop zu Ehren seines rumänischen Gastes ein Frühstück im kleinen Kreise in seinem Hause in Dahlem. Aus Anlaß seines Geburtstages hat der Führer? dem am 24. März 1939 75 Jahre alt gewordenen Ministerialdirektor i. R. Geheimen Negierungsrat Professor Dr. Robert von Ostertag (Tübingen) als dem verdienstvollen Forscher auf dem Gebiet der tierärztlichen Wissenschaft den Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen. * Der Führer hat dem Kunstmaler Toni Binder in Dachau in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Malerei die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Krieg!" wird in der Presse im großen und ganzen als angenehme Ueberraschung verzeichnet, wenn ayd) die Erklärungen des Duce in den einzelnen Blättern naturgemäß eine unterschiedliche Beurteilung erfahren. Der „Daily Expreß" spricht von einer „willkommenen Rede" und sagt: „Sie sollte hier ein Echo finden. Laßt uns nicht die Türe zuschlagen. Wir müssen uns mit dem, was er sagte, absolut e i n v e rst a n d e n erklären." Die „Daily Mail" beginnt zwar ihre Stellungnahme mit einer pessimistischen Rote, muß aber zugeben, „Mussolini erklärte zumindest, daß Italien nicht beabsichtige, jemanden anzugreifen, sondern den Wunsch habe, sich seiner Arbeit zu widmen". Wenn Mussolinis wohlüberlegte Antwort in der Rede enthalten gewesen sein sollte, dann werde sie Roosevelt nicht befriedigen. Ein wahres Wort habe Mussolini jedoch gesprochen, als er den Gedanken einer Weltkonferenz verdammt habe; denn man müsse zugeben, daß weder Deutschland noch Italien jemals etwas auf internationalen Konferenzen gewonnen hätten. Im römischen Bericht der „Times" heißt es, Mussolini habe eine sehr, klare Antwort für Roosevelt gefunden. Es sei eine Beruhigung, ihn in einem s o ent - R o m , 20. April. (Europapreß.) Ak u s s'v l i n i hat am Donnerstagvormittag bei Gelegenheit des Generalberichts der Organisatoren und der bereits angemeldcten Teilnehmer der römischen Weltall s st e l l u n g von 1 9 42 das Wort ergriffen und dabei dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auf, feine, Botschaft A n tw v rt erteilt.' Nachdem sagte Mussolini u. a.: Mit dem heutigen Tage beginne eine große Mobilmachung. Die vielen, allzu vielen, die jenseits der Grenze sich hysterischen Anwandlungen des Augenblickes hingeben, sollten sich bei dem Klang dieses Wortes nicht alarmieren, denn es handele sich um eine friedliche und kulturelle Mobilmachung ohne W a f f e n, es sei denn die Waffen der 15 000 Arbeiter, die am Bau der Weltausstellung beschäftigt werden. Es handele sich um eine systematische Zusamme n - sassung aller nationalen'Kräfte, damit die Weltausstellung Roms und des faschistischen Italiens ihres Namens „Olympiade der Kultur" würdig werde. Wenn wir wirklich die Absicht hätten, die Lunte in Brand zu setzen, wenn wir wirklich jene versteckten aggressiven Absichten hätten, die man uns andichtet, würden wir nicht ein so groß angelegtes Werk wie die Organisation der Weltausstellung beginnen. Wenn wir uns trotz »der Gewitterwolken am Horizont an diese Arbeit gewagt haben und sie tatkräftig fortsetzen, muß das als ein vevheißungs- volles Zeichen gewertet werden, d. h. daß wir niemand angreifen wollen und im Gegenteil die Absicht haben, unsere Arbeit in Ruhe fortzu- setzen. Der Versuch, die Achsenmächte auf die Anklagebank zu zerren, ist im höchsten Grade ungerecht und unter jedem Gesichtspunkt unverantwortlich. Nicht weniger sinnlos ist die Erfindung eines zehnjährigen Garantie- systems, ganz abgesehen von den pyramidalen geographischen Fehlern, die von jenen begangen wurden, die auch nicht die geringste Kenntnis von europäischen Dingen haben. Was schließlich die ventilierte Ueberto uferen 3 anbelangt, bei der die Vereinigten Staaten wieder dke fern abseits stehenden Beobachter wären, so hat die Erfahrung uns die bittere Lehre gebracht, daß, je größer die Zahl der Teilnehmer, um so sicherer der Mißerfolg der Konferenzen. Ganz gleichgültig, ob man aus die bekannte „Botschaft" eine Antwort schickt oder nicht, so konnte ich nicht die Gelegenheit vorübergehen lassen, um von neuem zu dckräftigen, daß die Politik Roms und die Politik der Achse von den Kriterien des Frie-, dens und der Zusammenarbeit getragen und daß Deutschland und Italien ihre Beweise dafür gegeben haben. Man sorge dafür, daß die Panikmacher, die Katastrophenpropheten, die berufsmäßigen Fatalisten zum Schweigen gebracht werden, die zu oft ihre Furcht, ihren unsinnigen Haß und ihre mehr oder weniger eingestandenen Interessen hinter Phrasen verbergen! Wir jedenfalls lassenunsnichtbe- ei nd rucken durch die Pressehetze und die Gerüchtemacher, weil wir ein ruhiges Gewissen haben und Männer und Mittel besitzen, um mit unserem Frieden auch den Frieden aller zu verteidigen. Die Weltausstellung von Rom will eine Bestätigung der Anstrengungen fein, die alle Völker auf dem Wege des Fortschritts machen. Jeder Italiener ist persönlich aufgeboten. Wenn man berücksichtigt, daß die Weltausstellung von 1942 Gebäude vom Umfang der Peterskirche und des Kolosseums erhalten wird, so bekommt man eine Ahnung von ihrer Großartigkeit. Sie wird zur Begeisterung hinreißen. Alles wird von einem gewaltigen römischen Bogen überragt, als dem Symbol des menschlichen Willens und des Glaubens an die Kraft, den Frieden auf dauerhafter und unerschütterlicher Grundlage der Gerechtigkeit aufzubauen, die ihre ewigen Gesetze mit denen des Lebens zu vereinigen weiß. Italien will Arbeit und Rieden. Tas Echo der Rede des Duce. R. G. Rom, 21. April. Die Antwort Mussolinis an Roosevelt wird in italienischen Kreisen mit allgemeiner Befriedigung ausgenommen; man hebt besonders ihre gelassene Ruhe und Entschiedenheit hervor. Die Presse betont vor allein, daß ein Land keinen allgemeinen Konflikt heraufbeschwören will, das wie Italien die Welt zur Teilnahme an einer „Olympiade der Zivilisation" für das Jahr 1942 einlade und dafür gewaltige Vorkehrungen treffe. Im halbamtlichen „G i o r n a I e d ' Italia" redet Gayda den Kriegshetzern ins Gewissen. Diese wollten mit Einkreisungsverträgen, unverlangten Garantien und heimtückischen, an die falsche Adresse gerichteten Friedensbotschaften die reichsten Imperien der Welt, die durch Eroberung und Gewalt aufgebaut worden seien, gegen die beiden armen und arbeitsamen Achsenmächte aufwiegeln. Italien wolle nur Arbeitsmöglichkeiten. E s wolle den Frieden und verlange die Verwirklichung der internationalen Gerechtigkeit. Italien fei lediglich bereit, in den Krieg zu treten, falls es hierzu durch eine Initiative anderer gezwungen wäre, dann aber mit dem Einsatz aller seiner materiellen und geistigen Kräfte, die heute überall dort ihre furchtbaren Wirkungen ausüben könnten, wo lebenswichtige Interessen des Gegners getroffen werden könnten. Das gleiche könne man von Deutschland sagen. In Erwartung der weiteren Entwicklung bLeibe Italien Gewehr bei Fuß und fahre inzwischen mit der konstruktiven Arbeit für die neue Weltausstellung fort. Die ruhigen und entschlossenen Worte Mussolinis hätten den verantwortungsbewußten Männern die letzte Möglichkeit zu einer offenen und ehrlichen Zusammenarbeit aller konstruktiven, in ihren anerkannten Rechten befriedeten Kräfte der Kultur geboten. — Die „Tribun a" stellt die eindrucksvollen Worte Mussolinis den „kleinlichen Spekulationen" Roosevelts gegenüber, der sich als „ungeschickter internationaler Moralvormund" aufspiele. Paris zur Mussolini-Rede. Paris, 21. April (Europapreß). Die Rede Mussolinis wird von der Mehrzahl der Pariser Blätter als eine Rede mit vorwiegendem Friedenscharakter günstig ausgenommen, wenn natürlich auch die Ablehnung der Rooseoeltschen Konferenzvorschläge Kritik hervorruft. Der offiziöse „Petit Parisien" schreibt, von der Versicherung, daß Italien niemand angreifen wolle und die Politik der Achse eine Friedenspolitik fei, könne man befriedigt Kenntnis nehmen. Das rechtsstehende „Petit Journal" pflichtet nach verschiedenen Vorbehalten den Feststellungen Mussolinis über die unheilvolle Tätigkeit der Panikmacher rückhaltlos bei. Was Frankri ech und England angehe, so gebe es zwei Kategorien von Kriegshetzern: die erste .sei von antifaschistischer Mystik beseelt und betreibe nach den Anweisungen von Moskau die Entfesselung einer Weltreoolukion mit dem Mittel des Weltkrieges, die andere Kategorie lasse sich nur durch ihre Naivität von der ersten Kategorie für ihre Ziele einspannen. Wesentlich sei vor allem, die Sowjet- rusfen von dem von Frankreich und England angeftrebten Sicherheitssystem femzuhalten. Das Echo in London. London, 21. April. (Europapreß.) Die Mussolinis mit ihrem Grundton „Arbeit, 2904 D Wegen Aufgabe des Geschäftes verkaufen wir unser großes Lager in Qualitätsschuhen zu gewaltig herabgesetzten Preisen <3 L O u Z-Z 2 U ä* 2$i KE 'M e v o d CB E 2 E E> ’31 e'E £ Q c |E Worum so mutlos? Die Sommersprossen wollen nicht verschwindeni Aber nehmen Sie doch dos anerkennte Mittel „Frucht’» Schwaoenwe ifl"? Schon noch kurier Zeit werden Sie von dem lästigen Schon, heitsfehler befreit sein. — Gegen großporige Haut hilft stets„Schonheilawaaser Aphrodite“ Brog. Winterhoff, Kreuzplatz 10. Löwen« Drogerie, Selterswc," 69. Pari. Plank, Selters* weg 8. Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr. 63. oooo? 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