s ¥ '•j V Ä ' ■ • ' ,'x, M' HWWM / ,IWW * " 'M Wi ( j ■ ' Dienstag, 21 Uläri 1959 Ur. 08 Erstes Ulan 189. Jahrgang ®s?! C 2 T'6 | 2 'S’A 1 2 k •M Erfcheim täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietzea Postscheckkonto: Sranffnd am Main 11688 ä M Annahme von Anzeigen ▼ für die Mittagsnummer ▲ Ka ▲. AA A AA • iH AA A A A A^. Ak AA di.8>/.uhrd--V°rmm°g, WtmltCt zimctdct ss vJ Wy LrmShigte Grundpreise: —- e < Stellen-, Vereins-, gemein- General-Anzeiger für Sberheffen SWW behördlicheAnzeigenSRpf. Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Lchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel8 <*» Alltagsleben in Böhmen und Mähren Sv? 2 0 -CT« 2 p Von unserer Berliner Schristleiiung. geben kann, wenn aber das Deutsche Reich etwas tut, was für seine eigene Sicherheit unumgänglich ist, dann wird die Welt von Lärm und Kriegsgeschrei erfüllt. So ist es auch jetzt wieder. Die Gazetten des Auslandes haben ihre Sprache wiedergesunden und ziehen alle Register. „Journal des Debets" behauptet kühn, der deutsche Generalstab plane jetzt eine Aktion gegen Holland und Belgien. Das „Handelsblad" hält es für notwendig, daran zu erinnern, daß auch die Niederlande und Teile von Frankreich früher zum Deutschen Reiche gehörten. „Gazette de Bruxelles" spinnt diesen Faden weiter und sagt, nach der Tschecho-Slowakei werde Antwerpen an die Reihe kommen. Das „Oeuvre", das bekannte Pariser Lügenblatt, behauptet, die deutsche Wehrmacht werde das Olsagebiet und Oderberg besetzen. Skandinavien solle durch ein Ultimatum gezwungen werden, 50 v. H. seiner Erzeugnisse, besonders der Erze, an die autoritären Staaten zu verkaufen, im anderen Falle solle eine Blockade durch U-Boote einsetzen. „News Chronicle" bringt gleich den „Kalender des Dritten Reiches", der 1939 die Eroberung Ungarns, 1940 Jugoslawiens und 1941 diejenige Frankreichs und anderer Staaten an der Westgrenze umfassen solle. Wenn alle diese Behauptungen gleich Wahnsinn sind, so wohnt ihnen doch eine Methode inne. Es ist das System der Vergiftung der öffentlichen Meinung der Weit gegen ein Volk, dasauseigeil e r K r a f t u n d mit ausschließlich friedlichen Mitteln sich wiedev» einen Platz erkämpft hat, nachdem man ihm jahrelang feine Ehre und seine Lebensbedingungen abzuschneiden versucht. können. Und von der Achtung zum Berständnis kann der Weg auch nicht so weit fein. Nur ein einziges Beispiel. In den ersten Tagen hat, wie nicht anders erwartet werden konnte, die Bevölkerung, die nicht wußte, was werden würde, größere Vorräte gekauft. Die Läden waren also gefüllt, und in ein stark besuchtes Geschäft kamen zwei »Soldaten, um sich Schnürsenkel zu kaufen. Die junge Verkäuferin will sie zuerst bedienen, aber die beiden Infanteristen wehren bescheiden ab und warten bis die Reihe an sie kommt. Keine große Sache, gewiß nicht, aber die tschechischen Frauen, die Zeugen dieses Vorfalls waren und die in diesen Tagen ihre Augen überall haben, stießen sich an und flüsterten. Vielleicht noch schwieriger als den rechten Ton E. S. 'Berlin, 20. März. Als der Führer des Deutschen Reiches die großartige Lösung der mitteleuropäischen Frage verkündete, da herrschte in den Zeitungen der Westmächte zunächst Ueberraschung oder betretenes Schweigen oder die Erkenntnis von der Notwendigkeit dieser Entwicklung. Das tschechische Volk selbst nahm die durch seine eigenen Führer gewünschte - Neugestaltung in Ruhe auf, denn es sehnt sich in feiner großen Masse nach Ruhe und Arbeit. Daß ihm diese weder von Frankreich noch von England oder anderen Staaten gegeben wird, hat es längst gemerkt. Die „Trauerkunde" des bisherigen tschechischen Reisebüros in Paris hatte es in schöner Offenheit zum Ausdruck gebracht: „Franzosen, wenn ihr auch 40 Divisionen verloren habt,' so bleiben euch trotz allem 11 Millionen Freunde." Ganz abgesehen davon, daß nur etwa 6,5 Millionen Tschechen (und nicht 11 Millionen) vorhanden sind, ist hier treffend gesagt, daß es den Westmächten nur auf bie Divisionen ankam, »nicht auf den Frieden oder die Wohlfahrt im böhmisch-mährischen Raum. Inzwischen hat aber die Rede Chamberlains in Birmingham gezeigt, daß der Unwille darüber im Wachsen ist, daß in Mitteleuropa eine Neuordnung geschaffen wurde, die nicht den Segen von Lonodon und Paris nachgesucht hat. Darin wird ein Wachsen des deutschen Einflusses gesehen, der auf der anderen Seite heftige Reaktionen zur Folge hat. Zwar ist Deutschland die größte Macht auf dem Festlande, es soll sich aber nach den anderen Mächten richten, die seine Lebensfragen lange genug geleugnet und in einzelnen Punkten nur höchst widerwillig anerkannt haben. Sie selbst sichern sich alle Vorteile, die es ZD -2 s'H» ! or ■ S ; 3 c J 1 2-0 * - » „ y tP *8= Großdeutschlands erste Repräsentanten im Reichsprotektorat. Mit der Wehrmacht durch Böhmen und Mähren. Von unserem K B.-Berichterstatier. L nV* «b n : c6fi)3 Die Prager polizeiöirektion stellt Greuelmeldungen richtig. Prag, 21. März. (DNB.) Die Prager Polizei- direktion stellt mit Rücksicht auf verschiedene Gerüchte in der ausländischen Presse fest, daß eine Anzahl von Personen, in der Hauptsache Kommunisten und Devisenschieber, in Schutzhaft genommen worden sind, daß aber diese Personen nach durchgeführten Verhaftungen nach und nach wieder auf freien Fuß gefetzt wurden, was schon in großem Maße geschehen ist Die Sicherstellung dieser Personen wurde ausschließlich von der hiesigen Polizei bzw. von der hiesigen Gendarmerie durchgeführt. Zu der angeblichen Zahl von Selbstmorden bzw. Selbstmordversuchen betont die Prager Polizeidirektion nachdrücklich, daß die Statistik der Selbstmorde keine Zunahme aufweist. Schließlich wird ausdrücklich erwähnt, daß kein einziges Konzentrationslager in Böhmen oder Mähren errichtet worden ist. Vor einer Regierungsumbildung in Prag. Prag, 20. März. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Dr. H a ch a fanden auf der Prager Burg Beratungen über die Neubildung einer einheitlichen tschechischen Front und einer entsprechenden Umbildung der Prager Regierung statt. Der Cesky Narodny Vybour (tschechischer Nationalausschuß) wird bei der Umbildung berücksichtigt werden. Der Staatspräsident wird vor seiner Entscheidung die den Verträgen entsprechenden Vereinbarungen mit dem Reichsprotektor treffen. r ö s Filmt der Bevölkerung zu finden, war es, das richtige Verhältnis zu den Angehörigen der tschechischen Armee zu treffen. Es ist schon richtig, daß es eine soldatische Kameradschaft über die Landesgrenzen hinaus gibt, aber hier mußten, wenn auch aus verständlichen Gründen, die militärischen Machtmittel übergeben werden. Diese Uebergabe vollzog sich überall in durchaus ritterlicher Weise und ohne jedwede persönliche Kränkung. Es wurde im Gegenteil ganz besonders Wert darauf gelegt, alle Armeeangehörigen mit besonderer Zuvorkommenheit zu behandeln. Das zeigte sich zum Beispiel am Gruß- kornment. Es ist selbstverständlich, daß jüngere deutsche Offiziere ältere tschechische Offiziere zuerst grüßten. Jrn Straßenverkehr fanden, auch bei den Tschechen, die motorisierten Streifen große Beachtung die aus je einem deutschen und je einem tschechischen Soldaten bestanden. So dürfen die deutschen Soldaten der Wehrmachtsteile, die die Ehre hatten, am Einmarsch in das unter Reichsschutz gestellte Gebiet teilzunehmen, in zweifacher Hinsicht stolz fein, stolz auf ihre Leistungen und stolz auf ihre Eigenschaften. Die beste Zusammenfassung liegt in der Feststellung, daß die deutschen Soldaten als Großdeutschlands Repräsentanten den geschichtlichen Befehl Adolf Hitlers voll erfüllt haben. Neue Offensive der Weltlüge. London der Herd einer neuen Einkreisungspoliük gegen Oeuischland John Bull rührt die K r i e g s t r o m m e l, um Die verlorene Herrschaft über das europäische Festland wieder zusammenzuleimen. Am Montag wollte der englische Ministerrat nicht nur die Antworten der einzelnen Dominions, sondern auch Frankreichs, Sowjetrußlands, Roosevelts, Griechenlands, Bulgariens, der Türkei, Rumäniens und Polens auf den britischen Vorschlag einer „Liga gegen Deutschland" einsammeln. Der englische Außenminister Lord Halifax sollte dann im Oberhaus Stellung gegen die „autoritären" Mächte nehmen und einen Welt- block der Demokratien unter Großbri tanniens Leitung verkünden. Die Antwort, die die deutsche Regierung den protestierenden französischen und englischen Botschaftern gab, besagt, daß die Reichsregierung nichkinder Lage fei, solche Proteste entgegenzunehmen, da sie jeder politischen, rechtlichen und moralischen Grundlage entbehrten. Diese Antwort wird in der englischen Presse, die von befannter Mimo senhastigkeit ist, als „grob" empfunden und zum Anlaß genommen, um bie gröbsten Lügen über uns. zu verbreiten. Wie die Lügen zustande tarnen, um bw kleinen Hasen in die britische Küche zu jagen, damit sie auf die Schlachtbank gelegt werden können, dafür ist der Schwindel vom deutschen „Wirtschafts- Ultimatum" an Rumänien mehr als be zeichnend. Ausgerechnet die „Times" hatte gemeldet, in Bukarest habe die deutsche Regierung eine völlige Beherrschung der rumänischen Rohstoffquellen und Weizenvorräte verlangt, sei aber zurückgewiesen wor den, weil ganz Rumänien gegen dieses neueste Diktat protestiert habe. Der englische Kabinettsrat be- Mas Holländer in Prag sahen. Amsterdam, 21. März. (DNB.) Die Prager Korrespondenten der holländischen Blätter bezeichnen es als höchst bemerkenswert, daß sich zwischen der Prager tschechischen Bevölkerung und den deutschen Truppen in kürzester Zeit gute Beziehungen angebahnt haben. Am ersten Sonntag nach dem Zerfall des tschecho-slowakischen Staates seien die Straßen Prags voller fröhlicher Spaziergänger gewesen. Die tschechische Bevölkerung habe den deutschen Soldaten gegenüber keineswegs eine abweisende Haltung an den Tag gelegt. In den Wirtschaften habe man deutsche und . tschechische Soldaten freundlich an einem Tisch finden können. Der Telegraas bezeichnet als besonders bemerkenswert, daß General S i r o v y als Gast des deutschen Oberbefehlshabers an der Parade der deutschen Wehrmacht teilgenommen hat. Die Bevölkerung Prags habe die mit großem Takt auftretende deutsche Wehrmacht freundlich empfangen. Besonders wird die gute Kameradschaft zwischen deutschen und tschechischen Soldaten hervorgehoben. Es sei bemerkenswert, wie schnell die Prager Bevölkerung sich -an den neuen Zustand gewöhnt habe. Die Tschechen betrachten die letzten Ereignisse als Folge des Zusammenbruchs im September und empfänden daher weniger Haß gegen Deutschland als tiefe Enttäuschung über England und Frankreich. Prag, im März 1939. Im „Deutschen Haus" in Prag erzählt abends beim Glase Bier der Rittmeister K. als Schwadrons- führer in einer Aufklärungsabteilung von den Erlebnissen dieser historischen Einmarschtage. „Wir waren vor einem Jahr beim Einzug in die Ostmark dabei und im Herbst, als es in den Sudetengau ging. Auch damals haben meine Männer zeigen müssen, was in ihnen steckte und ob sie die Soldaten waren, die wir brauchten. Dieser dritte Einmarsch aber, der hatte es ganz besonders in sich. Erstens einmal soll man bei uns zu Hause nicht so schnell vergessen, daß die Soldaten auch jetzt wieder zum letzten Einsatz bereit sein mußten, wenn verblendete Volksverführer Widerstand versucht hätten. Unsere Soldaten wußten, was es bedeutete, wenn es im Führerbefehl hieß, daß jeder Widerstand sofort zu brechen fei. Dazu ist es nun glücklicherweise nicht gekommen, und so hatten wir nur einen Gegner: das Wetter. Das war alles andere als eine Kleinigkeit, wie wir im Schneesturm über das Jsergebirae gebraust sind. Dazu muß man aber wissen, daß mir als Fahrer auf den Kradrädern auch die Rekruten bei uns hatten, die noch nicht einmal ein halbes Jahr Soldaten waren und von denen viele erst vor einem Monat den Führerschein bekommen haben. Ich muß aber wirklich sagen, die Jungens waren ganz prima. Das ist kein Selbstlob für die eigene Schwadron, denn bei den andern war es ganz genau so, dabei war das Schneetteiben ost so stark, daß man nicht die Hand vor den Augen sehen konnte, außerdem haben wir 48 Stunden kein Auge zugemacht. Als mir gestern um Mitternacht in unser Quartier kamen, da hatten die Männer die Ruhe ehrlich verdient. Im übrigen sollte in acht Tagen Rekrutenbesichttgung [ein, aber der Abteilungsführer hat mit Recht gesagt, das sei wohl nun nicht mehr nötig." Was hier für das Jsergebirge berichtet wird, das trifft in gleicher Weife auch für das Erzgebirge und die übrigen Gebirgsübergänge zu Man muß schon selbst mit dem Auto wie wir nächtens auf dem Hohen Schneeberg mitten in eine Flak-Kolonne geraten sein, um weder vorwärts noch rückwärts zü können, dann braucht man sich nicht zu, wundern, daß die alten Soldatenflüche aus den Kriegslagen wieder so lebendig wurden, wie damals an der Düna zur Zeit der russischen Schneeschmelze, als wir bis zum Nabel im flüssigen Dreck standen. Hier bei der Abfahrt vom Hohen Schneeberg, da konnte man wieder lernen, was Geduld heißt. Die steilen Abfahrten mußten mit äußerster Vorsicht genommen werden wenn man nicht auf der Strecke bleiben wollte. 'Selbstverständlich hat es Ausfälle gegeben, und manche Zugmaschine und mancher Funkwagen haben es sich, gegen einen Baum gelehnt, im Schnee allzu bequem gemacht. Zum Glück ist außer an- geknickten Kiefern kein größerer Schaden entstanden, und morgen oder übermorgen holt ein Bergungtz- kommando den ganzen Fuhrpark ab. Der Himmel mochte aber wissen, wie in diesem schneearmsten aller Winter jetzt wenige Tage vor Saisonschluß der ganze meterhohe Schneezauber herkam. Es hat den Soldaten aller Truppenteile eine besondere Freude gemacht, daß der Führer gerade dieser Anstrengungen besonders gedachte. Jeder wußte jetzt, .daß der Führer mit ihnen lebte und fühlte. Es ist aber notwendig, auch einmal in ganz am iberem Zusammenhang von den Soldaten zu spre- °chen, nämlich als den Repräsentanten «Großdeutschlands. Unsere Wehrmacht war i nicht nur in körperlicher Hinsicht durchaus geeignet »den Führerbefehl zu erfüllen, sie wußte auch, rote» «viel seelisch von ihr abhing, um das zu verwirklichen, was der Führer gewollt hatte. Unsere Svl- 5 baten sahen in den tschechischen Soldaten keine Geg- nncr sondern Kameraden, die ohne ihre Schuld iän eine schwierige Lage gekommen waren, sie sahen »uch in den Tschechen keine Feinde, sondern em Wolk, das unter Reichsschutz gestellt ist. Um jere Soldaten kamen nicht als Eroberer, sie hatten Allerdings den Willen, moralische E r o b e r u n- gen ju machen und das ist ihnen tatsächlich auch nusgezeichnet gelungen. Diesmal war die Sachlage nanz anders als beim Einmarsch in die Ostmark nfcer den Sudetengau. Damals gabs Blumen, Wem und endlosen Jubel. In den deutschen Gebieten war i!5 im März 1939 wohl genau das gleiche, aber in wen tschechischen Landesteilen standen Männer und Frauen schweigend an den Straßenseiten und warteten ab, was da kommen sollte. Und nun muß festgestellt werden, daß deutsche Soldaten durch ihr Verhalten einen Erfolg erzielt Haben, der für die neu zu findenden Lösungen von ntscheidender Bedeutung ist: Sie haben sich und iamit dem Reich Achtung erzwungen durch den men chlichen und soldatischen Takt, den diese ge- Mchtlichen Stunden forderten. Gewiß waren den Truppen in den Jnstruktionsstunden Richtlinien Tber ihr Verhalten gegeben worden, aber was man ■n Prag, in Brünn, Budweis und überall erlebte, ias war nicht das Ergebnis einer oder zweier Jn- Iruttionsftunben, das saß tiefer. Das war fern Öeranroerfen, das war Zurückhaltung, wo sie geraten war, aber auf eine freundliche Frage kam tets eine freundliche Antwort. Und gerade hier zeigte sich, daß ja die strittigen Fragen nicht unlos- ,ar sein werden, wenn einfache Soldaten erfolgreich mgar an der Lösung und Entwirrung mitwirken Nach den historischen Tagen der vergangenen Woche macht sich nun in Böhmen und Mähren der Alltag wieder geltend. Ueberall sieht man jedoch die Zeichen der neuen Zeit, der Befreiung und des Wiederaufbaues. Unser Bild links zeigt eine NSV.-Gulaschkanone in Jglau, die den einrückenden Truppen auf dem Fuße gefolgt war. — Rechts ein Bild von dem Verkehr der deutschen und tschechischen Truppen. Sie begegnen einander mit Achtung und Höflichkeit, die die Lage erfordert. Hier geben deutsche Soldaten einem tschechischen Offizier Feuer. — (Scherl-Bilderdienst-M.) • faßte sich darauf mit dieser Meldung. Nun war man in Bukarest mehr als erstaunt, ausgerechnet aus England von einem solchen „Ultimatum" zu hören. Die rumänische Regierung teilte dem britischen Gesandten offiziell mit, daran sei kein Wort wahr. Es war also eine Lüge, die nur zu dem Zweck lanciert wurde, um den Balkanstaaten und Polen Furcht vor Deutschland einzu- flösen und sie vor den englischen Kriegswagen zu spannen. Aber noch interessanter ist die Tatsache, daß der Leiter der englischen Gräuelpropaganda, der „Berater" des englischen Außenamtes Vansit- t a r t, zusammen mit dem anglophilen rumänischen Gesandten diese Schwindelnachricht — in London ausgeheckt hat! Und unbekümmert um die Deut« scheu und rumänischen Richtigstellungen fuhren die englischen Blätter fort, das Dementi dahin zu umschreiben, der „Druck" Deutschlands in Rumänien sei stärker geworden. Selbstverständlich dürfen in diesen Taumel der Lüge die Vereinigten Staaten nicht fehlen, wo die jüdische Presse mit der Behauptung arbeitet, Deutschland habe schonen Brasilien Flugzeugstützpunkte angelegt, um von dort aus Amerika anzugreifen. Dieselbe Presse setzte Übrigens die Lügenmeldung in Umlauf, Italien Hobe Albanien militärisch besetzt, um das Ostufer der Adria zu beherrschen. An den Haaren herangezogen ist auch die Lüge, daß das deutsche Volk an den letzten Ereignissen keinen inneren Anteil nehme. Der triumphale Einzug des Führers in Berlin, der gar nicht begeisterter verlaufen konnte, widerlegt diese Märchen om besten. Oder will man uns sagen, daß es in einer Hauptstadt des feindlich gesinnten Auslandes möglich wäre, daß sich Millionen von Men« scheu stundenlang in Wind und Wetter aufstellen, nur um den Einzug eines Staatsmannes zu erleben? Es hat keinen Zweck, sich mit diesen Lügen- Phantasien des längeren zu befassen. Schon vor einem Monat prophezeiten amerikanische Hetzblätter auf Tag und Stunde den Krieg, den Deutschland angeblich vom Zaune brechen wollte und sie setzten dafür den 6. März fest. Damals war an die überraschende Zuspitzung des tschechischen Problems noch gar nicht gedacht, aber es war notwendig, Sti/n- muna für die Rüstungskredite zu machen. um so willkommener mag den jüdischen Agitatoren der jetzige Anlaß sein, erneut gegen dos deutsche Volk zum Sturm zu blasen. — Dahinter steckt die Tendenz, die kleinen Staaten Europas wieder für englische Kriegszwecke benutzen zu wollen. Man kann sie nicht besser kennzeichnen als durch den Hinweis auf die Geschichte. Stets gelang es England während der letzten Jahrhunderte, den jeweils stärksten Staat d-s europäischen Festlandes durch Koalitionen der anderen Mächte abzuwürgen, ohne daß England selbst einen Tropfen Blut aufgewendet hätte. Nur durch englisches Geld, die sogenannten Subsidien, machte man die jeweiligen Koalitionsmächte bereit, zur Steigerung dec britischen Wohlfahrt ihr Blut zu vergießen. So wurde die Weltmacht Spanien niedergeworfen, dann Holland, dann Frankreich, so wurde während des Siebenjährigen Krieges Habsburg als europäische Vormacht des 18. Jahrhunderts gelähmt und später Napoleon schachmatt gesetzt. Jetzt soll das gleiche gegenüber Deutschland geschehen, und der pessimistische Satz, daß die Völker aus der Geschichte nichts dazu gelernt haben sollen, liehe sich dahin ergänzen: England will, wie es seiner traditionellen Politik entspricht, kleinere Völker abermals für sich die Kastanien aus dem Feuer holen lassen. Deshalb die neue Brüderschaft mit Frankreich, das Daladier soeben die Diktatur übertrug, deshalb die wachsende Intimität mit dem Moskauer Kreml, deshalb das verständnisvolle Spiel mit Roosevelt. Wenn Chamberlain uns heute anklagt, das Münchener Abkommen nicht innegehalten zu haben, so muß dem entgegengehalten werden, was sich der Pariser ^Figaro" aus London berichten läßt: Noch dem Münchener Abkommen habe „der britische Premierminister gehofft, Deutschland zu distanzieren auf Grund einer beträchtlichen Rüstungsanstrengung und auf Grund einer Wirtschaftsoffensive, deren Ziel es war, dem Reiche Hindernisse in den Weg zu legen und die Staaten Südost- und Nordosteuropas um die Westmächte neu zu gruppieren. Durch sein schnelles Vorgehen hat Deutschland den Schlag pariert". Das war Englands Ziel. Chamberlain wird es jetzt unmöglich sein, nachzuweisen, daß er nicht sofort nach München darangegangen ist, Großdeutschland insgeheim auf jene englisch-traditionelle Weise einzukreisen, die er jetzt offiziell als Leitfaden der britischen Politik bloßgelegt hat. Lord Halifax vor dem Oberhaus 1 London, 21. März. (DNB) Am Montagnachmittag sprach Lord Halifax, der englische Außen- mmister, vor den Lords im Oberhaus. Er schilderte die letzten Ereignisse in Mitteleuropa und gab dabei, ähnlich wie Chamberlain, einer vom britisch-egoistischen Gesichtspunkt diktierten Auffassung Raum, indem er die Neuordnung in Böhmen und Mähren in einer Form darstellte, die auch nicht die Spur eines objektiven Verständnisses für die Folgerichtigkeit und Notwendigkeit dieser Entwicklung im deutschen Raum erkennen ließ. Wie wenig die Auffassung Lord Halifax' mit den realen Tatsachen in Ueber- cinftimmung zu bringen ist, geht schon aus der Behauptung hervor, daß die Deutschen nach seiner Auffassung in der Tschecho-Slowakei nach München „außergewöhnlich privilegiert" geworden seien. Gegenüber den zur Abwehr der englischen Hetze gelegentlich betonten Erinnerungen an die Geschichte der Entstehung des britischen Weltreiches erklärte Lord Halifax, der Grundsatz, nach dem das britische Weltreich geleitet werde, sei „Selbstregierung", und wo immer es in der Welt aufgetreten sei, habe es die Spuren der „Freiheit und Selbstregierung" hinterlassen. Lord Halifax gab immerhin zu, daß Südosteuropa ein natürliches Feld für die Ausdehnung des deutschen Handels sei. Er begrüßte es sogar, daß die rumänische Regierung selbst „einen Bericht" — wie er die unverschämte Lügenmeldung bezeichnete — dementiert habe, der von einem deutschen Ultimatum in Rumänien phantasierte, und bestritt auch nicht, daß das englische Volk „einige der Fehler erkenne, die im Versailler Vertrag eine Korrektur erfordern". Im übrigen ließen seine Ausführungen jedoch die Einsicht in die geschichtlichen Zusammenhänge, die sich in den jüngsten Ereignissen in Mitteleuropa offenbaren, und jede unvoreingenommene Erkenntnis des historischen und natürlichen Rechtes Deutschlands auf Lebensraum sowie der vorbildlich friedlichen und legitimen Maßnahmen der deutschen Polittk vermissen. Norwegens Außenminister dementiert französische Lügenmeldung. O s l o, 20. März. (DNB.) Außenminister K o h t, der von einem mehrtägigen Besuch in Paris zurück- kehrte, trat sogleich Hetzmeldungen der französischen Presse aufs entschiedenste entgegen, wonach tue deutsche Regierung schon vor zwölf Tagen von den skandinavischen Staaten unter Drohungen verlangt haben solle, sich sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Beziehung Deutschland anzuschließen. Der Außenminister erhärt, ihm sei hiervor auch nicht das geringste bekannt. Er könne nur sagen, daß aller Grund vorhanden sei, solchen Pressemeldungen in Zeiten wie den jetzigen mit allergrößter Skepsis zu begegnen. Oaladiers Vollmacht. Die neuen Maßnahmen zur Stärkung der Landesverteidigung. Paris, 21. März. (Europapreß.) Die im Ministerrat vom Montag beschlossenen Verordnungen zur Erhöhung der Schlagkraft der Landesverteidigung enthalten in ih^ern ersten Teil eine Ermächtigung, „die Militärpersonen der Disponibilität und der Reserve" einzuberufen, d. h. zu einer Mobilmachung ohne Befragen des Parlaments zu schreiten. Unter der „Disponibilität" find die beiden jeweils zuletzt entlassenen Jahresklassen zu verstehen. Die Reserve geht bis zum fünfzigsten Lebensjahr. Eine weitere Verordnung ermächtigt die Regierung zu einer Verstärkung des Offizier- und U n t e r a f f i z i e r k o r p s und zur Schaffung eines sogenannten „Goum". Goum ist die Bezeichnung für die aus Eingeborenen bestehenden mobilen Einheiten zum Schutze der Sicherheit in Nordafrika. Die Stärke eines Goum kann von einem Bataillon bis London, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Die zahlreichen diplomatischen Besprechungen, die Lord Halifax am Montag hatte, veranlassen die Londoner Dienstagmorgenblätter zu ausgiebigen Spekulationen. Die Betrachtungen der Blätter lassen den Schluß zu, daß man trotz aller Lügen im Augenblick keine unmittelbaren Befürchtungen bezüglich einer weiteren „Aggression" zu hegen scheint; immerhin will man eine gemeinsame Erklärung Englands, Frankreichs und Sowjetrußlands herbeiführen, etwa des Inhaltes, daß weitere „Aggressionen" in Europa auf kollektiven Widerstand stoßen würden. Der sowjetrussische Vorschlag, eine Außenministerkonferenz einzuberufen, findet in englischen Regierungskrisen wenig Beifall. Die „Times" stellt fest, daß sich gegenüber dem sowjetrujfischen Vorschlag die Frage erhebe, ob mit einer Konferenz den Interessen des Friedens besser gedient sei als durch die Fort- etzung der diplomatischen Fühlungnahme. Die unmittelbare Besorgnis in Rumänien scheine etwas nachgelassen zu haben. * Auch in Paris zeigen rechtsgerichtete Blätter wie Journal, Matin, Petit Journal und Jour durchaus keine große Begeisterung für die von Litwinow- Finkelstein bei England und Frankreich angeregte zur Stärke von mehreren Bataillonen gehen. Das dritte Dekret betrifft die Verdoppelung der sechsten M i I i t ä r r e g i o n , deren Sitz Metz ist, was also die Schaffung eines neuen A r - meekorps an der Ost grenze bedeuten dürfte. * Neun weitere Verordnungen betreffen Maßnahmen zur Intensivierung der Produk- 11 o n und Verlängerung der Arbeitszeit in den Rüstungsbetrieben. Das Korps der Militär-Ingenieure in der Waffenfabrikation wird verstärkt. — Weitere Verordnungen bestimmen die Einberufung von technischem und Verwaltungspersonal bei der Waffenfabrikation sowie bei der Luftfahrt. Schließ- lich die Schaffung eines „Zentraldienstes für die Aktion und Information" bei der Ministerpräsipent- fchaft, die Möglichkeit zur Enteignung für Arbeiten, die der Luftabwehr dienen, usw. „Keine Sorge um die Unabhängigkeit Hollands." Amsterdam. 21. Marz. (DNB.) Der „Maas- bode" schreibt, daß man von gewisser Seite dem holländischen Volke seit dem Verschwinden der Tschecho-Slowakei Angst und Sorge um die Unabhängigkeit Hollands einreden wolle. Diese Sorge sei jedoch wenig begründet, da der deutsche Schritt auf die schwierige Wirtschaftslage Deutschlands zurückzuführen sei. Der „Drang nach Osten" fei wirtschaftlich zu einem „Zwang nach Osten" geworden und fei daher die Haupttriebfeder des deutschen Vorgehens. Deutschland habe aber nicht denselben Drang nach Westen. „große Konferenz". Die Russen müßten nun gerade bei dieser Gelegenheit versuchen, so schreibt Journal, wieder in die europäische Politik zurückzukehren. Dieser Fall sei jedoch äußerst heikel; «Rußland stelle zwar auf dem Papier- eine große Macht «dar, aber eine Macht, die vor allem Rumänien und mehr noch Ungarn und Polen beunruhige. Das Petit Journal betont, daß Polen auf keinen Fall sowjetrussische Soldaten auf seinem Gebiet haben wolle. Man dürfe jedoch nicht vergessen, daß die erste Bedingung für eine Rückkehr Sowjetruh- lands in den europäischen Kreislauf in der Zustimmung der am meisten und unmittelbarsten interessierten Mächte, d. h. also Polen und Rumänien, liege. Die Warschauer Regierung habe bereits der französischen Regierung mitteilen lassen, daß Polen auf keinen Fall die Anwesenheit auch nur eines Einzigen sowjetrussischen Soldaten auf seinem Gebiet dulden würde. Aus diesem Grunde scheine man in Paris als erste Maßnahme die Schaffung eines ungarisch-polnisch-rumänischen Blok- kes (!??) ins Auge zu fassen. Diese Frage werde auf der Tagesordnung der diplomatischen Besprechungen stehen, die Ministerpräsident Daladier und sein Außenminister Bonnet am kommenden Wochenende in London mit den englischen Ministern haben würden. Erfolge die Frucht harter, unermüdlicher Arbeit sind, die seit Jahren im Heere geleistet wird, Arbeit auf dem Gebiet der Vorbereitungen zum blitzschnellen Handeln und zur peinlichsten Durchführung der befohlenen Operationen, Arbeit auf dem Gebiet der Erziehung und Ausbildung, die die Truppe erst zur Ausführung der gegebenen Befehle unter schwierigen Verhältnissen befähigt. Soldaten des Heeresgruppenkommandos 3, des IV., XIII., XIV. und XVI. Armeekorps, des VIII. Armeekorps und ihr jungen ostmärkischen Verbände des Heeresgruppenkommandos 5, des XVII. und XVIII. Armeekorps! Ihr habt den Beweis erbracht, daß alle unsere mit heißem Herzen für die Größe und Stärke des Heeres geleistete Aufbauarbeit e r - folgreich war. Ihr alten und ihr jungen Verbände des deutschen Heeres habt gezeigt, daß in euch — treuer Überlieferung gemäß — die alten Soldatentugenden leben, ohne die ein Heer nicht bestehen wird und nicht siegen kann. Auf euch, die ihr jetzt die Ehre hattet, seinen Namen zu oertreten, blickt das ganze Heer mit Freude, Genugtuung und- StolZ. Es lebe der Führer! Es lebe Grohdeutschland! Es lebe das deutsche Heer! Gez. von Brauchitsch, Generaloberst.' Der Gebrauch der deutschen Sprache in präg. Prag, 20. März. (Europapreß.) Während bisher der Gebrauchder deutschen Sprache im Verkehr mit den Prager städtischen Aerntern nicht nur verpönt, sondern durch eine Reihe von Vorschriften geradezu verboten war und vor wenigen Tagen noch gegen die letzten deutschen Firmenaufschriften in Prag ein scharfer Kampf geführt wurde, ist jetzt eine grundlegende Aenderung eingetreten. Am Montag hat das Präsidium der Stadt Prag ein von dem Primator Dr. K l a p k a gezeichnetes Rundschreiben erlassen, in dem über den Gebrauch der deutschen Sprache bis zur endgültigen Regelung folgendes bestimmt wird: 1. Die deutschen Vertreter aller Gemeindekörper, schäften sind befugt, bei allen Verhandlungen . ih r e Muttersprache zu benützen. 2. Deutsche Eingaben werden angenommen und in deutscher Spracheerledigt. Ist der zuständige Beamte der deutschen Sprache nicht mächtig, sargt er für die Beiziehung eines anderen, sprachen kundigen Beamten. Für Den mündlichen Verkehr Deutscher mit den städtischen Aerntern gilt sinngemäß das gleiche. 3. Eintrittskarten zu allen Veranstaltungen 'können in deutscher Sprache abgefaßt werden. 4. Es steht jedem frei, bei Geschäfsauf- s ch r i f t e n , Bekanntmachungen und Plakatierungen sich der deutschen Sprache zu bedienen. Neue Unruhen in Syrien. Damaskus von französischenTruPpen besetzt Paris, 20. März. (Europapreß.) Neue Unruhen in Damaskus, die mehrere Opfer forderten, haben den französischen Oberkommissar Puaux zum Einschreiten veranlaßt. Auf seine Weisung hin ist Damaskus, die Hauptstadt des syrischen Mandatsgebiets, von französischen Truppen besetzt worden. Die Truppen haben die wichtigsten Gebäude der Stadt und die Hauptverkehrspuittte in Besitz genommen. Jede öffentliche Kundgebr//?g wurde verboten. Der jetzige Zustand ist eine Foltze der bei den syrischen Nationalisten herrschenden Unzufriedenheit darüber, daß D ej: syrisch-französische Vertrag vom Jahre 1936, der dem syrischen Mandatsgebiet die S e l b st ä n d i g k e i t geben sollte, von Frankreich immer nod) nicht in Kraft gesetzt worden ist. Die durch den Rücktritt des letzten Kabinetts Lu f t i Haffnr aus- gelöste Ministerkrise ist ebenfalls noch nicht bei gelegt, da der nationalistische Block die Mitarbeit an jeder neuen Regierung verweigert, die nicht in der Lage ist, die Inkraftsetzung des syrisch-französischen Vertrages vom Jahre 1936 herbeizuführen. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Botschafter in Paris, Graf Welczeck, hat Auftrag erhalten, zur Bericht« erstattung nach Berlin zu kommen. Auf Wunsch des Reichswirtschaftsminifters Funk hat der preußische Finanzminister, Professor Dr. P o p i tz , den Staatssekretär des preußischen Finanzministeriums Dr. L a n d f r i e d für die Zeit des Krankheitsurlaubs des Staatssekretärs Brink« mann zur Wahrung der Geschäfte des Staats« sekretärs im Reichswirtschaftsministerium zur Verfügung gestellt. Ferner wurd^ zu seinem Vertreter für die ihm nach dem Bankgesetz obliegenden Geschäfte als Reichsbankvizepräsident das Mitglied des Reichsbankdirektoriums Emil Puhl bestellt. » * Reichsschatzmeister der NSDAP., Reichsleiter Franz laoer Schwartz, hatte seine Beauftragten in die Hauptstadt der Bewegung zur 6. Arbeits« tagung der Finanz- und Parteiver« m a 11 u n g berufen. Unter Leitung des Stabsleiters, Hauptdienstleiter Saupert, nahmen neben sämtlichen Gauschatzmeistern Großdeutschlands die Leiter der Hauptämter und Aemter aus dem Dienstbereich des Reichsschatzmeisters und die Beauftragten des Reichsschatzmeisters in Revisionsangelegenheiten bei den Bauleitungen teil. Ferner wohnten Mitarbeiter vom Stabe des Stellvertreters des Führers der Tagung als Gäste bei. NSKK.-Obergruppenführer Genera! der Jnfan« terie Herzog'von Coburg, der Präsident des Ständigen internationalen Frontkämpferkomitees, ist nach dreitägigem Aufenthalt in Sofia am Sonn« tagabenb nach Belgrad weitergereist. Als Vertreter des Königs hatte sich zur Verabschiedung Prinz Kyrill eingefunden. * In der ganzen Slowakei wurden am Sonntag Dankgottesdienste aus Anlaß der Befrenmg der Slowakei abgehalten. In Preßburg im.St.-Mar- tins-Dorn nahm an dem Gottesdienst nahezu Die ganze slowenische Regierung teil. Vor dem Dom hatte eine Ehrenkompanien der Hlinka-Garde 21 ur stellung genommen, deren Vorbeimarsch bann De Außenminister Dr. Durcanschky abnahm. Die bisher gültigen Briefmark«» und Wertzeichen werden in der Slowakei mit dem Vermerk „Slowakischer Staat 1939" über druckt. Sie sollen bis zur Herausgabe' besonderer slowakischer Briefmarken und Wettzetchen gelttib Eine ernste" arnnng an England Berlin, 20. März. (DNB.) Die der Wilhelm-, traße nahestehende „Deutsche Diplomatisch - politische Information" schreibt zur Haltung Englands zu der Lösung der tschecho-slowa-^ tischen Frage: Die Berufung der deutschen Botschafter in London und Pans zur Berichterstattung nach Berlin sowie die Zurückweisung des englischen und französischen Protestes ist keine formale Angelegenheit, sondern zeigt bas Mißfallen Der beutfchen Reichsregierung anber Haltung vor allem E n g l a n b s zu ber Lösung der tschecho-slowa- kischen Frage aus. Die Stellungnahme der englischen Zresse und die Aeußerungen englischer Politiker und es Ministerpräsidenten haben in Deutschland außerordentlich verstimmt. Deutschland hat — wohl gemerkt — auf Wunsch der legalen tschecho-slowakischen Regierung eine allgemein, für Deutschland aber besonders unerträgliche Situation bereinigt und eine ausschließlich Deutschland angehende Angelegenheit in Ordnung gebracht. England hat darauf in Reden und in der Presse eine Hetze entfaltet, die an Verantwortungslosigkeit gegenüber der europäischen Zusammenarbeit kaum noch zu überbieten ist. Der Versuch, Rumänien durch Lügen zu mobilisieren und mit diesem Staate eine neue Beneschpolitik gegen Deutschland zu exerzieren, kann nur als verbrecherisch bezeichnet werden. Man ist in Deutschland erstaunt darüber, daß ausgerechnet England in einer Frage sich moralisch entrüstet, für Deren Entstehung und Zuspitzung es in allererster Linie selbst verantwortlich war. Gewisse Nachrichten aus Prager amtlichen Kreisen offenbaren mit verblüffender Deutlichkeit, daß England bis in die jüngste Zeit hinein die für den Frieden in Europa und die Befriedung vitaler deutscher Interessen unerläßliche Lösung der tschechv- lowakischen Fragen keineswegs gefördert hat. Jrn Lichte dieser Nachrichten bekommt die propagandistisch so beflissen ausgewertete Mission Chamberlains in Münchenund Godesberg eine Deutung, die nicht mit der britischen These übereinstimmt, daß die britische Politik uneigennützig und einzig von dem Wunsche nach dem Frieden in Europa getragen gewesen märe. Vielmehr muß es heute scheinen, als ob Chamberlains Weg nach München und Godesberg von dem Bestreben geleitet war, in letzter Minute ein endgültiges Debakel der englischen Politik im mittel« europäischen Raum durch eine angebliche Friedensgeste und ein politisches Kompromiß zu verschleiern. Mit besonderem Nachdruck muß heute darauf hingewiesen werden, daß Deutschland immer und auf allen Gebieten versucht hat, zu einem Ausgleich, ja z u einem freundschaftlichen Verhält- nis mit England zu kommen. Aus dieser Einstellung heraus wurden das deutsch-englische Flottenabkommen und die deutsch-englische Erklärung von München abgeschlossen. Beide Abkommen sind aus dem Geiste geboren, daß Deutschland und England unter Wahrung ihrer vitalen Lebensinteressen auf der Basis ihrer völkischen Verwandtschaft und ihrer wirtschaftlichen Beziehungen in freundschaftlicher Zusammenarbeit ihre verschiedenen und verschiedenartigen Missionen in der Welt erfüllen können. Beide Abkommen haben demnach ihre Grundlage in diesem Geist, und es handelt sich nicht um. Gelegenheitsverträge, Die isoliert und unabhängig von einander betrachtet werden könnten, sondern um zusammenhängende, sich gegenseitig bedingende Ausdrucksformen einer politischen Ueberzeugung. Wenn die Presse und die amtlichen Stellen Londons erklären, daß die Lösung Der tschecho-slowaki- schen Frage eine Aufhebung des Münchener Abkommens darstelle, so kann nur Die deutsch-englische Erklärung von München gemeint sein, denn ein anderes Abkommen zwischen England und Deutschland in bezug auf ihre beiderseitigen Interessen und Aufgaben ist in München nicht abgeschlossen worden. Die Haltung der englischen Presse und maßgebender Kreise muß demnach den Eindruck erwecken, daß England alle Abmachungen und Probleme nur vom Blickpunkt seiner Machtposition aus wertet, sich als Feind jeder Stärkung Der deutschen Position fühlt und versucht, Deutschland bei der Befriedung und Sicherung seines ihm zuftehenden Lebensraumes Schwierigkeiten zu machen. Unter solchen Umständen würde Deutschland allerdings gezwungen fein, feine grundsätzliche Einstellung einer einschneidenden und endgültigen Revision zu unterziehen. Die Besetzung reibungslos vollzogen. Das goldene Ehrenzeichen für Brauchitsch und Keitel. Berlin, 20. 2Närz. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von B rauch i l f ch, meldete dem Führer bei feiner Ankunft in Berlin auf dem Görliher Bahnhof als der Träger der vollziehenden Gewalt die reibungslose und vollständige Besetzung des böhmisch-mährischen Raumes durch die deut- scheu Truppen und die erfolgte Uebernahme sämtlicher militärischen Anlagen durch die örtlichen TNililärbefehlshaber. Der Führer hat aus Anlaß des so erfolgreichen Abschlusses der militärischen Operation in Böhmen und Mähren den beiden Generalobersten von Brauchitsch und Keitel das Goldene Ehrenzeichen der Partei überreicht. Der Führer verband damit seine persönliche Anerkennung und seinen Dank für die verdienstvolle Arbeit der beiden Generale. Dank an die Truppe. Die Frucht unermüdlicher Erziehung und Ausbildung. Der Oberbefehlshaber Des Heeres hat folgenDen Tage.sbefehl ausgegeben: An Das Deutsche Heer'! Am 16. März sprach mir Der Führer auf Dem HraDschin in Prag feine Anerkennung für Die hervorragenden Leistungen Der in Die Tscheche! einmarschierten Teile Des Deutschen Heeres aus. Ich habe Die cmerfcnnenDen Worte freudigen Herzens entgegengenommen. Auf meinen Fahrten zu den eingesetzten Armeekorps habe ich mich Dann selbst von Der ausgezeichneten Haltung Der Truppe allerorts überzeugt. Ich kann heute allen Stellen Des Heeres, Die zu dem großen Erfolge der letzten Tage beigetragen haben, meinen aufrichtigen Dank sagen. Ich bin mir dessen bewußt, daß die militärischen Diplomatische Aktion in Paris und London. die mit dem Bilde des verstorbenen Slowakenführers Andrey Hlinka versehen sein werden. Der spanische Staatschef Generalissimus Franco hat namens des nationalen Spaniens dem Füh- r e r in einem Telegramm s-e i n e Glückwünsche zur friedlichen Wiedereinbeziehung alten Reichsgebietes in die Grenzen Deutschlands ausgesprochen, wofür der Führer seinen Dank übermittelt hat. * Die Sendungen des deutschen Hilfswerkes für die Bevölkerung Kataloniens, über die schon mehrfach berichtet wurde, nehmen ihren Fortgang. Nachdem am 11. März 670 000 kg Weizenmehl mit dem Sloman^Dampfer „Livorno" in Hamburg mit der Bestimmung nach Barcelona verschafft worden sind, kommen am 20. März weitere 530000 kg Weizenmehl auf der ,Pro- cida" von derselben Linie zur Verladung. * In dem volksreichsten Kanton der Schweiz, dem Kanton Zürich, fanden am Sonntag Erneuerungswahlen zum Regierungsrat und zum Kantons rat statt. Die Wahl zum Regierungsrat ergab die Bestätigung des bisherigen Besitzstandes. Es wurden vier bürgerliche und drei sozialdemokratische Vertreter gewählt. * Das eidgenössische Finanz- und Zolldepartement hat den Bundesrat über das Ergebnis der Staatsrechnung für 1938 unterrichtet. Danach schließt die Verwaltunasrechnung mit einem Fehlbetrag von. 3 9 Millionen Franken. Der Voranschlag sah einen Fehlbetrag von 23,1 Millionen vor. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt einen Rückschlag von 48,6 Millionen Franken. * Die japanische Regierung beauftragte ihren Botschafter Togo in Moskau, gegen die „widerrechtliche Auktion der Fischgründe" scharf zu protestieren. Das Außenamt in Tokio war davon unterrichtet worden, daß auch die sogenannten stabilen Fischgründe, auf die Japan einen vertraglichen Anspruch erhebt, versteigert würden. Die Kreisleiter und Gauamtsleiter auf der Ordensburg Sonthofen. Berlin, 20. März. (DNB.) Die Kreisle!- ter und Gauamtsleiter sind zum ersten Dlole aus allen Gauen des Großdeutschen Reiches ,zU einer Arbeitstagung auf der Ordensburg Sont- > Hofen zusammengekommen. Der Leiter des Haupt- stchulungsamtes, stellvertretender Gauleiter Schmidt, geigte die gewaltige geistige Auseinandersetzung »zwischen Demokratie, politischem Konfessionalismus, 'Liberalismus und Marxismus einerseits und Na- üionalsoziglismus anderseits und gab ein eindrucks- wolles Bild der ungeheueren Durchschlagskraft der 'völkischen Parole: „Ein Volk — Ein Reich — Ein Führer" in der Vergangenheit wie in der Zukunft. Die geistige und willensmäßige Mobilmachung und innere Konzentration des deutschen Volkes zu verwirklichen sei ausschließlich Aufgabe der Partei. Die Partei müsse zu jeder Zeit die alleinige politische Befehlsstelle des deutschen Volkes sein. Zweck aller Erziehungsarbeit der Partei muß es sein, den deutschen Menschen mit dem notwendigen geistigen Rüstzeug zu versehen und ihn bereit zu machen zum chweren Lebenskampf des einzelnen und der ge- arnten Nation. _ Hauptamtsleiter Mehnert, der Leiter des Hauptorganisationsamtes der NSDAP., sprach über Den Sinn, die Gründe und die Notwendigkeiten Der neuen Uniform und Rangordnung ür die Politischen Leiter der NSDAP. Die neue »chlichte, abcf zweckmäßige und dennoch repräsentativ wirkende braune Uniform sowie die neuen Ränge werden zu einem späteren Termin eingeführt. Es •ei der besondere Wunsch des Führers, mit der neuen würdigen Uniform seinem politischen Führerkorps «uch auf diese Weise eineAnerkennung zuteil werden zu lassen für die zumeist ehrenamt - i ch durchgeführte Arbeit im Dienste der Bewegung. Anschließend hatten die Politischen Leiter Gelegenheit, die neuen Uniformstücke und Rangabzeichen zu besichtigen. Der Korpsführer des NSKK., Reichsleiter H ü h n- c i n, betonte, die politische und weltanschauliche Schulung sei auch die eigentliche Grundlage für die Leistungen auf dem Gebiete der 'Motorisierung, die seit der Machtübernahme vom nationalsozialistischen Geist erfüllt worden sei. Wenn das NSM. über einen so starken Nachwuchs verfüge — über 100000 deutsche Jungen stehen in der Motor-HI. — sei die Ursache nicht allein das Interesse an der Technik, sondern auch der innere Schwung, der alle Männer des NSKK. erfaßt habe. Korpsführer Hühnlein sprach dann über die Ausbildungsarbeit des NSKK., wobei er den Bau dreier weiterer neuer Motorsportschulen in diesem Jahre ankündigte. Er bezeichnete Motorisierung und Motorsport als Kraftäußerungen der gesamten Nation. Die starke Beteiligung am Motorsport führe zu immer größeren Leistungen der Erzeugung. Da die Entscheidungen des internationalen Kraftfahrsportes auch eine Sache der Ehre und GrLSe der Nation seien, müßte notwendigerweise auch das NSKK., d. h. also die Partei, die Führung des deutschen Kraftfahrsportes übernehmen. Zum Schluß gab Korpsführer Hühnlein noch einen Ueberblick über das Arbeitsgebiet der Verkehrserziehung und des NSKK.-Hilfsdienstes auf den Reichsstraßen, der später auch auf den Reichsautobahnen eingeführt werden soll. Der Korpsführer wies besonders auf den selbstlosen und ehrenamtlichen Einsatz der NSKK.-Männer hin. Die Finanzlage der Gemeinden Aus Anlaß des bevorstehenden Abschlusses des Rechnungsjahres 1938 veröffentlicht der „Gemeindetag" einen Bericht über die Finanzlage der Gemeinden. Er weist darauf hin, daß der frische Wind, der seit 1933 durch die Arbeit der Gemeinden weht, bis zum Jahresabschluß 1938 angehalten hat. Seit 1933 sei zunächst die Sanierung vieler, dann nahezu aller Gemeindehaushalte erfolgt. Seit 1936 hätten sich dann die Gemeinden mit besonderer Intensität der Unterstützung der Änkersflugzeug fliegt Geschwindigkeitsrekord. Sessau—Zugspitze-Dessau in 116 Minuten. Berlin, 20. März. (BJtB.) Mil einer überragenden Flugleislung hat die deutsche Luftfahrt einen neuen stolzen Erfolg zu verzeichnen: es gelang einem zweimotorigen Junkersflugzeug, den internationalenGefchwindigkeits- rekord für Landflugzeuge über 1000 Kilometer mit 2000 Kilogramm Nutzlast für Deutschland zu erobern. Die Besatzung, ■' ■ Flugzeugführer Ingenieur Ernst Seibert (links) und Diplom-Ingenieur Kurt Heintz (rechts). — (Scherl-Bilderdienft-M.) Flugzeugführer Ingenieur Ernst Seibert und Diplomingenieur Kurl Heintz, erreichte auf der Mehftrecke Dessau—Zugspitze und zurück eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 517 Kilometerstunden und überbot damit den bisher vom Ausland mit 474 Kilometerstunden gehaltenen Rekord um 43 Kilometerstunden. Das Rekordslugzeug ist ein bei der i deutschen Luftwaffe neu eingeführter Bomber der Junkersflugzeugwerke, ein Ganzmetalltiefdecker, ausgerüstet mit 2 Motoren Jumo 211. Bei diesem Rekordflug wurden vollautomatische Luftschrauben verwendet, die ebenfalls ein Spitzenerzeugnis der Junkerswerke darstellen. Die neue Weltbestleistung wurde durch den Aeroklub von Deutschland der FAI zur Anerkennung als internationaler Rekord angemeldet. Die Wetteroerhältnisse ließen es ratsam erscheinen, hierfür die Strecke Dessau—Zugspitze als Meßstrecke sestzulegen. Das Rekordflugzeug hat mit seiner Nutzlast von zwei Tonnen für die 1000 Kilometer lange Strecke Dessau—Zugspitze—Dessau eine Flugzeit von 116 Minuten bepötigt. Der Motor Jumo 211 stellt eine Weiterentwicklung des bekannten Jumo 210 dar, der auf manchem internationalen Wettbewerb deutschen Flugzeugen gegen schärfste Konkurrenz zum Siege verhalf. Auch die deutsche Flugmotorenindustrie hat wieder gezeigt, daß sie den vor wenigen Jahren noch bestehenden Vorsprung des Auslandes eingeholt hat. Mit der erfolgreichen Durchführung dieses Rekordfluges haben die Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke einen der wichtigsten internationalen Rekorde, der vor allem auch von wesentlicher militärischer Bedeutung ist, in deutschen Besitz gebracht. Damit hat Deutschland seine hervorragende Stellung in der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie der Welt erneut bewiesen. Besonders beachtenswert wird die Flugleistung dadurch, daß die überbotene Weltbestleistung erst in jüngster Zeit mit modernstem ausländischem Fluggerät mehrmals in die Höhe geschraubt wurde. Die beiden Flugzeugführer gehören der Junkers- Versuchsflugabteilung an. Der erste Flugzeugführer Ingenieur Ernst Seibert, ein Wormser, ist 27 Jahre alt. Er kam nach Ablegung seines Jnge- nieurexamens 1933 zur Segelfliegerei und erwarb in Darmstadt im gleichen Jahr seinen Flugzeugführerschein. Nach Dienstleistung als Flugzeugführer bei der Luftwaffe ist er seit 1937 bei den Junkerswerken als Erprobungsflieger tätig. Diplomingenieur Kurt Heintz ist Hamburger und steht im 30. Lebensjahr. Auch er hat sich schon während seiner Studienzeit mit dem praktischen Fliegen beschäftigt. R e i ch s b e d U r f n i s s e zugewandt und dafür eigene dringliche Aufgaben zurückgestellt. Die Gemeinden konnten die ihnen zugefügten Aderlässe trotz der Mehrausgaben nur ertragen, weil sie ihre Fürsorgeausgaben Jahr für Jahr bis auf den Stand von 1925 herabdrücken konnten. Gerade 1938 war der Zugriff des Reiches auf die wachsende Gemeindefinanzmasse am stärksten. Die Ergebnisse zeigen, daß'die Gemeinden diese Eingriffe ertragen haben und ihre Haushalte ausgleichen können, allerdings auf verstärkte Schuldentilgung und freiwillige Rücklagenbildung verzichten müssen. Der Bericht weist darauf hin, daß der 1938 verbliebene Raum nun 1939 nicht mehr da sei, weil die Reichsmaßnahmen sich erst in diesem Jahre voll auswirken, die Ausgaben gleichzeitig weiter angeschwollen sind und wesentliche Einsparungen angesichts der Vollbeschäftigung und der ungünstigen Bevölkerungsstruktur im Wohlfahrtshaushalt auf keinen Fall erwartet werden können, ein wesentliches Ansteigen der ent- scheidenden Steuerquellen aber ausgeschlossen ist. So werde mit 1939 ein hartes Ringen um den Haushaltsausgleich einzusetzen haben. Neuerungen im Lanvpostdienst. Der Aufschwung der Wirtschaft ist auch auf die Amtsstellen der Reichspost auf dem Lande nicht ohne Einfluß geblieben. Die Leistungen der Postagenturen, Poststellen sowie der Posthilfstellen haben beträchtlich zugenommen. Vom 1.4.1939 ab sollen die Landpostverhältnisse daher neu geregelt und zugleich die Einrichtungen in der Ostmark und im Sudetenland denen im Altreich angeglichen werden. GLORlfl i HEUTE DIENSTAG ERSTAUFFÜHRUNG (JiMl POLAST G i essen JUGEND HAT ZUTRITT mit, Paul Hörbiger/Hansi Knoteck Traudl Stark, Gerda Maurus, Emil Stöhr, OttoTreßler. Musik Willy Schmidt-Gentner Die „herzogliche Residenz“ in dem oberbayrischen Märchenwinkel in und um Possenhofen und das alte München König Ludwigs I. bilden die Schauplätze dieses gemütvollen, volkstümlich frischen Films von „der Sissy“ und den schnurrigen, reizenden und liebenswerten Menschen ihrer fröhlichen Jugend Spielleitung: Fritz Thiery Dialogleitung: Paul Hörbiger Ufa-Ton-Woche I989D Einzug der deutschen Truppen in Brünn Kulturfilm Auf der Bühne: Jonny Companie Ein herrlicher Dressurakt, 16 Hunde und Äffchen Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr KJ A ■VJ ff £• 4 1 K^MÄ-llskdmM Dose20 P£,farbig 25 Pf. fl-eule on'l Können Sie D auch hierwieöer : das gute, altbewährte Pilo haben, : Pilo, die Schuhcreme mit ausge- zeichneten» Ruf, Pilo für jeden -Ä .. Schuh und jedes Leder. 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Der Weiterbau der Flugzeuge, die für die Panamerican Airways bestimmt find, soll, wie die Werke mitfeilen, eingestellt werden, bis die Absturz- in Urschrift lonöem nm geugntfr oBldiriften dem Br- Werbung»! (treiben bei» legen. — Lichtbilder undBewerbun^sunter. tgen müflen zur Ber> meidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- wen und Anschrift deS | ED Gießen hv n LCIX Seltersweg Große Auswahl und niedrigste Preisberechnung ist unser Steckenpferd. 2034A Hinrichtung einer Mörderin. N ü r n b e r g , 18. März. (DNB.) Die Justizpressestelle Nürnberg teilt mit: Am 18. März 1939 ist die am 3. Juli 1894 in Neumünster, Gemeinde Egmating, geborene Kreszenz Rothammer, welche vom Schwurgericht in Regensburg wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen per sofort oder 15.April gesucht. Adolf Staudt Kirchenplatz 12. I*p mit Anbänger 5 Va Tonnen frei! Ioi391 Näh. Tel. $547. 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Houßer, aus diesem Anlaß telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen. Haußer ist 1899 in das J.-R. 155 eingetreten. Den Weltkrieg hat er als Hauptmann an der Front und in Generalstabsstellungen mitgemacht. 1932 nahm Haußer als Generalleutnant seinen Abschied. Im März 1936 wurde Haußer, der am 1. Juni 1936 zum ---Brigadeführer befördert wurde, zum Inspekteur der ---Verfügungstruppen ernannt. Als solcher ist Brigadeführer Haußer verantwortlich für die Ausbildung der --- Standarten „Adolf Hitler", „Deutschland", „Germania", „Der Führer" sowie der technischen Einheiten ---Nachrichtensturmbann Adlershof und --- Pionier-Sturmbann Dresden. 20 bis gegen 23 Uhr 24. Dienstag-Miete! Der fliegende Holländer Oper von Richard Wagner Preise: RM. 1.20—,p irr Hiwik Warum wird er sein Hühnerauge nicht los? Schon lange plagt er sich damit, ohne je ein dehnbares Pflaster versucht zu haben. Dabei ist er den ganzen Tag auf den Beinen. Seine Füße sind immer in Bewegung, und seine Zehen bewegen sich mit. Da braucht er ein Pflaster, das sich den Zehen gut anpaßt und elastisch alle Bewegungen mitmacht, ohne hinderlich zu sein. Dies tut Elastocorn. Elastocorn verrutscht nicht. Es läßt nicht locker, bis das Hühnerauge locker ist. Ein weicher Filzring schützt vor Druck und lindert dadurch den Schmerz. Eine Blechschachtel mit 6 Pflasterbinden kostet 50 Pfennig. Sie ist in Apotheken, Drogerien und Sanitätsgeschäften zu haben. Hauptschriftleiler Dr. Friedrich Wilhelm Longe. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W.'Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39. 10 631. Druck und Verlag: Bruhlsche Umversitats» bruderet R. Lange, K-G, sämtlich in Gießen. 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Vorzustell. nachmittags ab 2 Uhr. 1993V Wartweg 68 Telefon 3227. Wetterbericht Eine von dem Nordmeertief 11 ad) Süden hin abgewanderte Teilstörung liegt heute früh über dem unteren Elbegebiet. Die auf ihrer Nordsette auf- gleitenden etwas wärmeren Luftmassen brachten in den Niederungen leichte Regenfälle, während m den Berglagen durchweg Schnee fiel. In der nachstoßenden kühlen Meeresluft kommt es aber auch im Flachland wieder zu vorwiegend schauerartigen Niederschlägen. Die unbeständige Witterung halt auch weiterhin an. B 0 r h e r s a g e s ü r M i t t w 0 ch : Meist stärker bewölkt, noch immer einzelne Schneeschauer, Tagestemperaturen wenig über 0 Grad, nachts leichter Frost, lebhafte nordwestliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Auch weiterhin unbeständig. Lufttemperaturen am 20. März: mittags 1,1 Grad Celsius abends 1,0 Grad; am 21. März: morgens 1,7 Grad. Maximum 2,0 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. März: abends 2,9 Grad, am 21. März: morgens 2,6 Grad. — Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenscheindauer 1,3 Stunden. Schuhhaus Weidemano Seltersweg59 Mi Ä V'tt Gebrauchte tadkartoiis kauft laufend i98?A Tapetenhaus Ferdinand Nennstiel Sobn Gartenstraße 10 Telefon 3636 (Eine Verwechslung ist gänzlich ourge- schlossen. Hier muß Reinecke Fuch« em- langgeschlichen sein: seine Spur verrcu ihn. Übrigens kann ja jetzt jeder Tier-um> Naturfreund, jeder Wanderer, ob iung oder alt, die Spuren unserer heimische Tierwelt in Feld und Wald mit dem neuartigen Taschenbuch*) sicher bestimme«. Man lernt damit die besonderen Merkmale von Fährten und Spuren, von Losungen, Wechseln, Erd bauten, Gewöllen und anderen heimlichen Zeichen der wtlö- lebenden Tiere an Hand von ausgezeichneten Naturaufnahmen kennen. *) Fährten und Spuren am Wanderweg Eine praktische Naturkunde für den Wanderer, Jäger und Iugendführer Don Heinz Scheibenpflug. 124 Selten mit 29 Textzeichnungen und 83 uv- bildungen nach Naturausnahnren. Jn Ganzleinen gebunden .... RM. 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Juli in der Hauptstadt der Bewegung stattfindet, ergeht folgender Aufruf: Der „Tag der deutschen Kunst" ist in die Reihe der großen Bekenntnisse der deutschen Nation eingegangen. Jn ihm soll das deutsche Volk die tiefen und schönen Kraftquellen seiner Kunst erkennen und durch dieses Fest zu ihnen finden. Wiederum rüstet München, die Hauptstadt der Bewegung, für diese Feiertage der deutschen Kunst. Zum eriten Male begehen wir sie voll Stolz und Dankbarkeit im Großdeutschen Reich. Zum ersten Male gestatten Großdeutschlands Künstler gemeinsam diese Festtage. Dadurch wird der „Tag der deutschen Kunst 1939" ein neuer Höhepunkt im Leben der Nation, der die erhabene Große des deutschen Volkes kündet. Edelstes Kunstempfinden und frohe Lebensbejahung sind seine geistigen Grundlagen und zugleich Ausdruck unseres neuerweckten deutschen Lebensgefühls. So wird am „Tag der deutschen Kunst 1939" vielen hunderttausenden deutscher Menschen in dem Festzug „2 00 0 Jahre deutsche Kultur" nicht nur die gewaltige deutsche Vergangenheit gegenwärtig, sondern in den schönsten Werken lebender Künstler wird ihnen auch tiler r Mmar, fVer t ‘ftellun s&in Patriot iidahn l Matml Knglar änanne iStaat- rnind ti ‘ Nur Hie Wm idle: i-blerf |d)äf I 0I1M wjltor George Werho W St n:tab r umgebt nil)an< Jltatfad tilmtes Kinfäu toNc; i Eines W R deutschen Kunst" beschäftigt. Aus aller Wett. 40jähriges MilitärDienftjubiläum von A.Brigadeführer haußer. sofort oder auch 1. April gesucht. August Noll, Brot- und Feinbäckerei, Mäusburg 12. kaufmännischer Lchrlmg per Ostern gesucht. i9ssv Tavetenhaus Ferd.NennsHelSohn Gartenstraße 10 Telefon 3636. 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Es handelt Zimmer 2 Bett. m. durchgehender niöbl. Küche, cl. Licht, für Wochen oder Monate zu vermieten. Schriftl. Angebote unter 01399 a.d.G.A. | Mietgesuche"] 3-4-3immet- Mlmg sofort od. später zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote u. 01394 an den Gießener Anzeiger erbet. Suche f.sof. eine l-2-Zim.-Wolinung zum Preise von 31-35 RM.Ruh Mieter. Schriftl. Angeb. u. 01398 an d. Gieß. Anz. Die : Sinais r» b» 11 8 Mn -jeitzen s.öen eri einiw 11*05 6' ttifche rkonimt »es nui ANtwo^ Fasl jtamer stlien riinb, kW- 5 (3t oo bis 0 i fophe iiMhn 1 »ent »I t ir T oUti W, cm teiaitsr .Mer 'ßüferei War b Nie ®ai )>! Be annimachung. Nttch Beratung mit den Ratsherren habe ich mit Wirkung vom 1. April 1938 für den Stadtkreis Gießen mit Genehmigung des Reichsstatthalters tn Hessen — Landesregierung — eine Satzung über die Erhebung einer Wertzuwachssteuer erlassen, deren Wortlaut mit dem der Mustersatzung (Bekanntmachung vom 13. Februar 1939 Reg.^Bl. S. 15) genau übereinstimmt. 1995C Gießen, den 18. März 1939. Der Oberbürgermeister: Ritter. Oeffentliche Mahnung. Die 11./12. Rate Grundsteuer 1938 (Februar- und Mär^rate) und die infolge nachträglicher Veranlagung nachzuentrichtenden Grund- und Gewerbe- - stcuerbeträge sowie die 1. Rate Bürgersteuer 1939 werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß. 1978C Gießen, den 18. März 1939. Stadtkasse Gießen.___ Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 1,3 Liter- Mercedes-Benz Limousine in sehr gut. Ber- fass. zu700RM. sofort abzugeben Daimler-Benz Aktiengesellsch. Verkaufs büro Gießen Marb. Straße 68 Tel. 2983. (msD Kleiner SWnM geöLliWunö SlWe zu verkauf. meD Wilh.Bratherig Seltersweg 69 1 hingerichtet worden. Sie hat gemeinschaftlich mit ihrem von ihr „angestifteten schwachsinnigen Sohn ihren 67jährigen Ehemann Josef Rothammer mit einem Beil erschlagen, weil sie ihn beerben und eine neue Ehe mit einem jüngeren Mann ein- gehen wollte. Vier Menschen in einem Kraftwagen verbrannt. Aus der Landstraße von Kottbus nach Guben ereignete sich in der Nähe der Stadt Peitz em furchtbares Verkehrsunglück. Ein aus Richtung Guben kommendes Auto fuhr beim Ueberholen ei*s Fußgängers auf einen entgegenkommenden Leipziger Wagen und stand im nächsten Augenblick in F l a m- m e n. Die vier Insassen konnten sich nicht mehr befreien und verbrannten bei lebendigem Leibe. Die drei Insassen des Leipziger Wagens wurden verletzt, davon ein elfjähriges Mädchen schwer; es wurde mit feiner Mutter ins Krankenhaus gebracht. Zehn Todesopfer beim Absturz eines amerikanischen Stratosphärenflugzeugs. für einige Stunden täglich gesucht. 1991D Donau Liebigstraße 63. lüditiges Tu ur j , „nbarbcittn nofiirlidj Dittman GIESSEN Seltersweg 5^ Wi Leibbinden ; Stadttheater ELASTOCORN >.30,8.30 Oer Verkehrsunfall iund das happy end. Äon Peter Bamm. * tu Morgens nun verwirrte ein dunkles Ge- (£■ <***«). j'H -.„d!ie Heirat, weil sie keine Möglichkeit weder ^"-K^zür - A.i tzung des Hauses noch zur Abdeckung der |t6fen bot. . i[: klar, daß nach dem Verkauf der Madonna der -S’Lat nichts mehr im Wege stünde. Sdki mun auch immer in der Wirklichkeit gescheht 86in möge, so brauchen wir uns nicht mehr daruür u kümmern. Denn es ist das schöne Recht des i§hiiftstellers, daß er geschehen lasse kann, was Plihiagt. Wir können jetzt den Vater einen Geiz- 1? -k . i(| 'yw ■gttjmgi. xdil luiinen jegi uen :ouier einen vseiy ■ ubälsw x;:ben lassen, der zu seiner nunmehr reichen iiJw Tochst: erst recht einen reichen Schwiegersohn iW11 . habÄinlill. Wir können einen jungen Kunsthistoriker ,jin Giirünung treten lassen, der durch geistige Reize ilb; aus^rit,' was ihm an Fahrgeschicklichkeit abgeht. V In i würde sich die Tochter verlieben, und der ifern ein Lastkraftwagen in ein Haus hinein- h>p ind eine Ecke des Hauses zum Einsturz bringt, jilolbe man meinen daß das, was da geschehen ,|f|< Unglück sei. Aber der Zusammenstoß zweier lM-ri Gegenstände macht allein noch kein Unglück >!!, s lbst wenn dabei einiges zu Bruch geht. Fahrer des Lastkraftwagens in unserem i war ein hoffnungsvoller junger Mann mit schein III b. Die Hoffnung, deren er voll war, eine Jungfrau zu ehelichen, die in dem deier^HMsj Wohnte, dessen Ecke schon erwähnt wurde. Es-kr Weitsichtige Leser glaubt nun vielleicht, das k)1 end schon vor sich zu sehen: aber der Chro- or^^tnift;; 3 ernt ihn, allzu schnell Schlußfolgerungen zu An, s^Zlctz!jei.IDie Sache liegt verwickelter. richeudeA gIti 7)aus war sehr alt und gebaut zu einer Zeit, ib als.tm i von Lastkraftwagen noch nichts wußte. Lei- ie" e |rtfiber tue- es im Laufe des Regens, der über es da- vM'hingislHen war, etwas baufällig geworden, und dies in beklagenswerte Zustand wurde nur wenig ge° ' ^rniiliiidiburd) die Last der Hypotheken, die auf sei- W'^ne.. , itsen Dache ruhten. Der Besitzer natürlich ist M-Ader r Icrer der Jungfrau und als solcher war er “......... ........... «'«'■ ? Feindschaft gegen das alte Haus die Hand #bes i Ilio = Senfers. Der Lastkraftwagen krachte in rfelN das itotis hinein und die Hausecke stürzte ein. Däe wurde ein alter Hausaltar freigelegt mit lllll^>/t'ine'ir'ertbaren alten Madonna aus dem vierzehnten -^^JahM^dert, deren Diadem mit Rubinen und deren imit Smaragden geschmückt war. Ur. 68 Zweites Blatt Gietzener^nzeigerlGeneral-Anzetger für Oberhessen) Sie setzung dieser Kommission ist typisch: in ihr sitzen die Männer der W i r t s ch a f t, und nur sie. Rach außen sind sie unverantwortlich, ihr Einfluß ist aber größer als der manches Ministers. Wer sind diese sechs „heimlichen Herren Englands"? Da ist Sir George Beharre!, der Kautschuk-König, Vertreter des Dunlop-Trustes und der Luftverkehrs- Gesellschaften, auf deren eine, die „Jmperial-Air- ways", er den entscheidenden Einfluß hat. Nummer 2 ist M. I. A. Addison, der Herr der Kunstseide in England, der Leiter des führenden englischen Konzerns dieser Branche, der Firma Courtaulds. Addison gehört so „nebenbei" noch zu den wichtigsten Londoner Derbindungs- und Vertrauensleuten der Morgans. Dann rft zu nennen der Präsident des großen englischen Chemie-Trusts^ des „Imperial Chemical Industries", P. F. B. Ben - n e t: er ist zugleich der Vorsitzende des Britischen Arbeitgeber-Verbandes, außerdem ein intimer persönlicher Freund Chamberlains. Als Repräsentant der schottischen Wirtschaftsinteressen sitzt I. D. M. Elark in dieser Kommission, er ist Präsident des schottischen Textil-Konzerns „I. & P. Coats". Zu seinem Aerger wird er durch die Namensähnlichkeit häufig verwechselt mit dem fünften Kommissions- nntglied, Sir Geoffrey Clarke. Dieser ist der 95 e consfield zugleich ein anerkannter Roman- s. hr steller. angr. Slum* Silber: -Ernst Neuner, für ben WhiiehalSs wirkliches Gesicht. Englische Hegierungspraxis zwischen Drehbuch und Dividende. Interpress Copyright»23ericf)t von Steven Godfrey. N!t fQ9es. Vorsitzende der Handelskammern von England und stammt aus einer Industrie, die für das Weltreich von großer Bedeutung ist, nämlich dcr Telegraphen- Kabel. Er ist der Leiter der „Telegraph Construc- tion and Maintenance Company". Sechstes Mitglied — und vielleicht das wichtigste der Kommission — ist Francis d'Arcy-Cooper, Herr der „Phenix"- Versicherungen und des internationalen Fett-Seifen - und Margarine - Konzerns der „Unilever Brothers". Auch er ist ein intimer Freund Chamberlains, dem er gerade bei komplizierten außenpolitischen Fragen seine Hilfe lieh, wie z. B. bei dem Verkauf des französischen Aktienpaketes der tschechischen Munitionsfabrik Skoda- I Werke, eine schwierige Transaktion im Gefolge des Münchner Abkommens. Die Verbindungen d'Arcy- Coopers, der übrigens als Freund Deutschlands bekannt ist, zu der „Anglo-Czecho-Slovatian-Bank" in Prag haben sich bei dieser Transaktion sicher außerordentlich bewährt. Nicht vertreten sind in dieser 6 - Männer - Kommission Chamberlains auffallenderweise so wichtige Zweige des englischen Wirtschaftslebens wie der Kohlenbergbau, die Schiffahrt, die eigentliche Schwerindustrie, der Maschinenbau. Aber daß auch sie im Stadium der Aufrüstung Englands auf dem Wege über die sechs „heimlichen Herren Englands" ein entscheidendes Wort bei den Beschlüssen des Kabinetts mitzusprechen haben, steht außer Frage. Diese 6 - Männer - Kommission ist das nüchterne Schwergewicht, mit dem Chamberlain die Phantasie der „Posten von Whitehall" ausbalancieren will ... k btü ' «4 >!'»» W) i» 11 W Böhmen und Mähren im Spiegel der Geschichte Alte deutsche Kultur im neuen Reichsprotektorat. London, im März 1939. Tatsache, daß die Mehrzahl der führenden Süatsmänner und Politiker Englands der alten üinh Menfchicht des Landes entstammt, gilt sogar für )ie äußerste Linke, wo z. B. der viel genannte ,1 @tQh 5°: alistenführer Sir Stafford Cripps, norqen, >e-i die Labour-Party kürzlich wegen seines allzu n beuif tpr,en Liebäugelns mit den Kommunisten aus ihren m M en ausschloß, eines Tages Lord Parmoor . $q, . -sis^n und als solcher nach dem Tode seines Vaters mm. i 5Hn'erblichen Sitz der Familie in der Pairskammer «mishmem wird. Es versteht sich ebenso, daß diese «xhcht in Oxford oder Cambridge erzogen wurde, i«s Eton-Colledge besuchte, kurz die typische eng- i ssi Gentleman-Erziehung genossen hat. Ader diese liirnt alljährlich Tausenden zugute — welche sind • j un eigentlich, die im allgemeinen in die ver- i iik örtlichen Regierungsämter einrücken? I.st möchte man sagen, jene, die durch Tempe- isn nt Und Neigung, Vorleben und private Jnter- . Life am meisten von der „Nüchternheit" entfernt 1-11-39: fni die man immer begrifflich mit der englischen ^lik verbindet. Die Kette dieser „musischen Meßen. vittitsmänner" Englands geht von der Renaissance ,‘5 St 1 is:iuf unsere Tage, von dem kühnen Sozialphilo- • meU j ipl n Thomas Morus, dem Autor der V'1 ' *|.t:Pia", bis zu Sir George V a n s i t t a r d, dem 5 Sreis- ■. lülnenautor im Foreign Office. Das 18. Jahr- 19- h^lNLrt brachte den Moliöre Großbritanniens, den 1 usPieldichter Sheridan, auf den Stuhl des ^sri^eminrsters, im 19. Jahrhundert war Lord Gespenster- d !r muhende Pol im Wechsel der Staatssekretäre JNG ta d ! b I unseren Tagen ist es nicht anders. Der viel- gsnmnte Anthony Eden hat sich als Poet und IJiefrfefcer des französischen Lyrikers Rimbeaud be- k"mngemacht, fein Gesinnungsgenosse Duff Coo- P',161 ein Mann aus herzoglichem Geblüt, , ist Histo- is-allein ein Weltreich kaum regieren. Und so he neben und zwischen den Rittern vom Geist e 1R e d) n e r der Wirtschaft. Die Cham- nains und Rucimans waren Ge - - \t langjährige „graue Eminenz" des Foreign rijfi,, wo er als der permanente Generalsekretär mmr bis ein Konflikt mit Chamberlain während d!.r Brüsseler China-Konferenz eine gewisse Kalt- st Mn g herbeiführte, ist Bühnen- und Filmautor. Sieir jüngster Film ist zwar eine sehr offi,stelle, p utr >tische Angelegenheit, er behandelt die Lauf- btchr:Lord Kitcheners, aber doch immerhin ein Film. Phti lich, nicht alle sind so, aber eines steht fest: Ebssi nd verlangt von seinen führenden Staats- nnüniaern, daß sie Phantasie besitzen. Die englischen Äcsmänner sind gana zu Unrecht als nüchtern vstL nocken klischiert wokden. 91m läßt sich allerdings mit Romantik und Phan- r::fe Lord Halifax schreibt K. slipii tsleute und sind es geblieben, von ihren L anßs politischen Gegnern ist es der konservative y MAirdnete Boothby fo gut wie die zu Lloyd 0i; ©ifiarta? neigende liberale Industrie-Kapitänin und .' । Uiiilnjiausabgeorbnete Ethel Rathbone. Jeder k \ betk Staatsmänner mit Phantasie ist von einem [Ai 3|zbbiDon Sekretären, Beratern und Mitarbeitern nnttgtien, die eben dafür zu sorgen haben, daß die |7 PlisonLsie ihres Herrn nicht über die wirtschaftlicken f Tc^ksoHen hinwegspringt. Das ist der Inbegriff der 1 eiMUyen Regierungspraxis: an der Spitze des AMic ein Mann mit weiten Ideen und kühnen güsljrhten (er ist begeisterter Spiritist), und der si je genannte Sir George Vansi11ard endlich, o ...... ~ ~ * Die Zusammen- raiflff ■ undorl EMsLIen, um ihn herum eine Schar ergebener Mit- einf3 ariefelr, die die nüchterne Grundlage bilden. 5 der interessantesten Beispiele für diese eng- e. UsiHe Uegierungsmethode erleben wir gerade jetzt — „lEhM'erlam hat ganz zwangs- und formlos eine ikt Ä dl itim i Hi o n von sechs Wirtschafks - fjili gxs r n geschaffen, die die Regierung bei allen ihGn Schritten zu beraten hat. Die Zusammen- Don Hans Walther. Im frühen Mittelalter hieß das Böhmer Land, das zu den ältesten deutschen Gebieten gehört, Böheim oder Böheimb; diesen Namen leitet man von dem keltischen Volksstamm der Bojer ab, der in vorchristlicher Zeit sich dort angesiedelt hatte. Um das Jahr 10 vor der Zeitrechnung wurden die Markomannen, ein alter deutscher Volks- ftamm, von ihrem Führer Marbod aus ihren Wohnsitzen am Main nach Böhmen geführt, um die von Den Bojern zum Teil verlassenen Gebiete in Besitz zu nehmen. Sie breiteten sich nach und nach bis an die Donau aus und gerieten mehrmals mit den Römern in Streitigkeiten, bis Aurelian sic im Jahre 270 zum endgültigen Frieden zwang. Im 4. Jahrhundert verschwinden sie aus der Geschichte. Nach den Wirren der Völkerwanderung wird Böhmen um 550 von dem slawischen Volke der Cze- chen (Tschechen) besetzt. Diese siedelten sich nur in den fruchtbaren Flußniederungen an; den eisernen Pflug lernten sie erst durch die suebischen Volksstämme (Markomannen, Quaden u. a.) kennen und gebrauchen. Land urbar zu machen oder gar Wälder zu roden, haben sie nicht verstanden; alle in den letzten 1200 Jahren gegründeten Dorfschaften sind nachweislich deutsche Gründungen. Seit der Mitte des 8. Jahrhunderts wurden vom Bistum Regensburg aus im Böhmischen Klöster, Kirchen und Schulen errichtet; deutsche Fürsten hei-- raten böhmische Fürstentöchter, und hundert Jahre später werden deutsche Prinzessinnen Königinnen im Böhmer Land oder mährische Markgräfinnen. Selbst das Stammhaus der Böhmenkönige, die Premysliden, ist zur Zeit Ottokars II durch Versippung mit Staufen, Thüringern und Schwaben kaum noch als tschechisch zu bezeichnen. Und sie wie auch der altansässige Hochadel riefen Bauern, Handwerker, Bergleute, Lehrer und Kaufleute in ihr Land; diese wurde die Träger der deutschen Arbeit und brachten dem Lande und den beiden Machtfaktoren den oft zwischen ihnen gegeneinander ausgespielten Reichtum. Herrschergeschlechter wechselten, die sehr ergiebigen Silberfunde aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert steigerten den Reichtum des Landes, der dem geisti- gen Leben und den schönen Künsten zugute kam. Dann tobten sich die H u s s i t e n k ä m p f e aus, der D r e i ß i g j ä h r l g e Krieg begann auf böhmischem Boden, wieder folgten Zeiten des Aufstiegs und des Wohlstands, aber Böhmen war nicht irgendein Grenzgebiet fern dem Herzschlag des Reiches, es war und blieb ein Kernland deutscher Prägung: die Landgewinnung und Rodung der Bauern, die Erzeugnisse deutscher Handwerker, Stadtrecht und Bergrecht-und in ganz besonderem Maße die Meisterwerke feiner Künstler aus edelstem nationalen Bewußtsein. Das gleiche gilt von den herrlichen Arbeiten böhmischer Volkskunst: geschickte Hände bauen dunkeltönende Geigen, schleifen begehrte Kristallgläser, klöppeln wertvolle Spitzen; Holzfäller und Waldarbeiter schnitzen aus den verschiedensten Hölzern formschöne und praktische Geräte, handliches Geschirr; und der „Musikant aus dem Böhmer Wald", der weltberühmt wurde, ist nicht tschechischer, sondern deutschböhmischer Herkunft, Gerade diese im Volkstum ungebrochen lebendigen Kräfte zeigen, daß die Bevölkerung des alten Königreichs Böhmen nicht nur den Stämmen nach, sondern auch in ihrer Wirtschaftsstruktur und Tätigkeit eine Einheit' bildet mit den Grenzgebieten des bayerischen Waldes, Sachsens und Schlesiens. Ursprünglich war das mährische Gebiet eine Markgrafschaft, die im 9. Jahrhundert Großmähren genannt wurde, da sie unter dem damaligen Fürsten Zwentbold ihre größte Ausdehnung besaß und sogar noch Nord-Ungarn umfaßte. Als Zwentbold 894 von dem mayarischen Heerführer Arpad besiegt worden mar, zerfiel Großmähren bald und erholte sich erst wieder, als es 1029 mit Böhmen in Lehnsverbindung trat und dadurch mittelbar zum Deutschen Reiche kam. Im Jahre 1182 erhob Kaiser Friedrich I. Großmähren erneut zur selbständigen Markgrafschaft, im 14. Jahrhundert kam es unter die Herrschaft der Luxemburger und wurde daraufhin wieder mit dem Königreich Böhmen vereinigt. Im Jahre 1526 fiel es an Oesterreich. Im allgemeinen ging Mähren einen ähnlichen, wenn auch etwas geruhigeren Schicksalsweg wie das be- nachbarte Böhmer Land. Von den Greueln des Dienstag, 21. Hlär$ 1939 Dreißigjährigen Krieges blieben beide Länder bis zu einem gewissen Grade verschont, weil der Generalissimus W a l l e n st e i n im Böhmischen seine gewaltigen Montierungs- und Rüstkammern eingerichtet hatte. Die Religionsstreitigkeiten wüteten aber auch im Mährischen, jedoch nicht so heftig wie bei den Nachbarn. In den stillen Tälern Mährens bildete sich aus den Resten der strengen Hussiten die Sekte der Mährischen Brüder, die jedoch nach der Schlacht am Weißen Berge gänzlich unterdrückt werden konnte. Wie in Böhmen, so schufen auch in Mähren deutsche Künstler berühmte Werke, die Jahrhunderte überdauerten; vor allem die Hauptstadt, das alte Brünn, besitzt in der um 1318 erbauten S t. I a - kobskirche ein gotisches Meisterwerk. Die Brün- Wan nimmt"- -.23 ~45 - findet man die verschiedensten Worte großer Deutscher in zierlicher Schrift oder in kantigen Buchstaben aufgezeichnet. Auf einen Spruch Schillers stößt man immer wieder: Was auch draus werde, steh' zu deinem Volk, Es ist dein angebor’ner Platz! Wenn vor rund zwanzig Jahren der Name „Böhmen" verfemt wurde, die böhmischen und mährischen Bauern haben ihn für sich beibehalten als ein Althergebrachtes, ein Heiliges, das ihnen die Jahrhunderte überlieferten. Oie Narrenkappe. Arihchen. Der siebenjährige Fritz hat von seiner Mutter ein paar gehörige Ohrfeigen bekommen, weil er bei den zu schließenden Weckgläsern gesessen hatte und daraus Stachelbeeren naschte. Mit Tränen in den Augen und hochroten Gesichtes entflieht Fritzchen der ungasttichen Stätte und läuft in den Garten. — Dort steht der Vater und sieht seinen Jungen kommen. „Nanu, was ist denn los, Bub?" „Och, nichts", erwidert der Kleine. „Ich hatte bloß Krach mit — mit — deiner Frau!" Vater gäbe seinen Segen dazu. Natürlich können wir auch ruhig die Jungfrau dem Wagenleiter überlassen. Dafür hätte Der Vater nach Verkauf der Madonna einen Prozeß gegen den Vorbesitzer des Hauses zu führen, den wir ihn gewinnen oder verlieren lassen können. Auch wäre es gar keine schlechte Sache, die Tochter mit dem Kunsthistoriker Ziehen zu lassen und einmal statt Liebe Freundschaft zu stiften, wofür uns folgende Möglichkeiten zur Verfügung stünden: a) zwischen dem Wagenleiter und dem Vater, b) zwischen dem Vater und seinem Rechtsanwalt, c) zwischen dem Wagenleiter und dem Gefängniswärter Acht Tage wegen Ungebühr vor Gericht... Kein Leser wird es uns verübeln, wenn wir, einer Männerfreundschaft wegen, den unachtsamen Wagenlenker durch unsere literarische Machtvollkommenheit zu dieser kleinen Strafe verdonnern. Nun kommen aber noch die Versicherungsagenten, die Maurer, der Abbe, die neugierigen Nachbarn. Zeder von ihnen ist ein Mensch, der von der ganzen Schöpfung umgeben ist, und über dessen Glück oder Unglück wir zu berichten haben. Der Chronist zieht aus dieser Betrachtung eine Reihe von Feststellungen. Erstens läßt sich über den Zusammenstoß zweier harter Gegenstände, hinsichtlich der Frage, ob es ein Glück oder ein Unglück sei, nichts aussagen, bevor man nicht alle Umstände in Betracht gezogen hat. Die Zahl der Umstände aber ist leider unendlich. Zweitens Ist es dem Chronisten vollständig rätselhaft, wie einer, der einen Roman zu schreiben angefangen hat, es jemals fertig bringt, ihn zu Ende gehen zu lassen. Tatsächlich haben ja auch gerade die großen Romane der Weltliteratur fragmentarischen Charakter, und man kann vermuten, daß diejenigen, die ein Ende haben, einer niederen Gattung angehören, und die, die unter Berücksichtigung aller Umstände unendlich lang wären, geschrieben zu werden nur begonnen worden sind. Aus diesem Grunde auch kann der Chronist nicht begreifen, warum es so viel Leute gibt, die über die happy ends unserer Filmindustrie so böse sind. Das 4iappy end ist eine Zwischenbilanz. Freilich, wer sich mit Zwischenbilanzen begnügt dem ist nicht zu helfen. Er ermangelt der. Phantasie. Nichts wahrhaftig ist reizvoller, als sich auf der Treppe, während die anderen sich an der Garderobe drängeln, einige Gedanken zu machen über das Schicksal derer, die sich soeben in die Arme gesunken sind. Bernard Shaw, Der Zenon unserer Tage, gab einmal auf die Frage, ob der Film, den er soeben gesehen hatte, ein happy end gehabt habe, die Antwort: „Im Gegenteil! Sie kriegen sich!" Einmal wird der strahlende Liebhaber eine Grippe bekommen, und Dann wird er nicht mehr so göttergestaltig von uns entfernt fein. Einmal wird das fuße Girl ihren ersten Enkel bekommen. Wie kann man ein mißgünstiges Urteil abgeben über das happy end einer Braut, die den Ihren gekriegt hat, bevor man weiß, wieviel sie ihren Enkeln vererben wird. Der Chronist ist mit nichts befreundet als mit der Zeit, die vergeht, ^ie ist freilich eine schwierige Dame, mit der sich gut zu stehen Geduld erfordert. Dafür weiß sie ihre geduldigen Freunde zu belohnen mit dem göttlichen Geschenk der Einsicht und mit dem beruhigenden Gefühl, daß, da fast alles so heiß gegessen wie gekocht wird, die Leute sich so leicht das Maul verbrennen. Die Boulette des Lebens aber soll man lieber kalt genießen. Tiere vor dem Lautsprecher. Eine interessante Vorführung brachte kürzlich der engllsche Fernsehsender. Man hatte eine Anzahl Tiere in das Aufnahmeatelier iin Londoner Alexandra - Palast gebracht und zeigte nun den Leuten an den Empfangsapparaten, wie sie reagierten, wenn ihnen von Schallplatten Laute von ihren Artgenoffen, die natürlich mitübertragen wurden, zu Gehör gebracht wurden. So konnte man nacheinander einen heiseren Hund, einen Dingo, den australischen Wildhund, einen Fuchs, ein Stachelschwein und ein Krokodil im Fernseher beobachten. Man sah, wie sie aufmerkten, wenn sie die Stimmen von ihresgleichen hörten, und in einigen Fällen auch Gegenäußerungen machten. Merkwürdigerweise zeigte sich die stärkste Reaktion bei dem Stachelschwein. Als dieses das übliche rasselnde Geräusch eines in Wut geratenen Stammesbruders hörte, hoben sich feine Stacheln und der Kamm, und die eigentümlichen Borsten am Ende seines Schwanzes fingen an zu zittern, fo daß sie dasselbe rasselnde Geräusch hervorbrachten. Obwohl die Stachelschweine gelegentlid) auch grunzende Kehllaute hervorbringen, scheint ihr Hauptmittel der Verständigung mit der Außenwelt doch das Rasseln mit den Stacheln und den Schwanzklappern zu sein. Der Zweck dieses Geräusches ist augenscheinlich die Warnung vor drohenden Angreifern, es erinnert also an Die Art, wie Giftschlangen zur Warnung zischen oDer klappern. Eine bcfonDere Überraschung bei dieser Vorführung bot das Benehmen eines jungen Krokodlls. Als dieses das Bvüllen von Krokodilen, die sechs- und mehrmal so lang waren wie es selbst, wurde es in einer ganz auffälligen Art aufmerksam und drehte seinen Kopf nach Der Quelle Des Geräusches hin. Die es auch aufmerksam bettachtete. B. Sochschulnachrichten. Geh. Hofrat Professor Dr. ReinholD Müller, Der seit 1928 im RuhestanDe lebenDe DrDinarius für Mathematik an Der Technischen Hochschule Darm ft abt, ist im Atter von 82 Jahren gestorben. Bis 1884 war er in Dresden im höheren Schuldienst tätig und wurde bann als Ordinarius der darstellenden Geometrie an die Technische Hochschule Braunschweig berufen. 1907 siedelte er in gleicher Eigenschaft nach Darmstadt über. 1910 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Hoftat. Die TH. Dresden ernannte ihn 1928 zum Ehrendoktor der technischen Wissenschaften. Sein Hauptfach war die theoretische Kinematik. Geh. Regierungsrat Professor Dr. Josef G e y - s e r, der em. Ordinarius für Philosophie an der Universität München, vollendete das 70. L e - b e n s j a h r. Geh. Rat Geyser, der früher in Freiburg und Münster wirkte, Hat sich vorwiegend mit Psychologie und Erkenntnistheorie befaßt. Er gab eine Arbeit über die Grundlagen der empirischen Psychologie heraus, ferner ein Lehrbuch der allgemeinen Psychologie, eine Einführung in die Psychologie der Denkvorgänge, eine Untersuchung über Die Seele, ihr Verhältnis zum Bewußtsein unD zum Leibe. Unter Den späteren Arbeiten Des Philosophen tritt Die Phänomenologie in Den VorDergrunD. Im Alter von 45 Jahren oerftarb Professor Dr. Paul Hilpert, Prorektor Der Universität Halle-Wittenberg und Direktor der Univer- sitäts-Nervenklinik. Sein Hauptarbeitsgebiet war die normale und pathologische Anatomie des Zenttal- nervenfystems und die Klinik Der organischen und funktionellen Nervenkrankheiten. Professor Hilpert war 1893 geboren. Er war früher in Jena und Greifswald tätig gewesen und hatte seit 1937 in Halle gewirkt. Der ao. Professor Dr. Alfons Schmitt an der Universität I e n a wurde zum ordentlichen Professor für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Jena ernannt Dem Professor Dr. Leopold Mayer wurde unter Ernennung zum o. Professor an der Hochschule für Welthandel in Wien der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre übertragen. Umzugsforgen leicht gemacht ! 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Vierzehn Mitglieder, die dem Verein 25 Jahre ununterbrochen die Treue gehalten hatten, wurden von dem 2. Dereinsführer A. Kümmel durch Landhaus-Gardinen Dekorationsstoffe Marquisettes Stores sowie sämtliche Zubehörteilei Uhrmachermeister Seltersweg 47 Fernsprecher 2373 dankbar ausgenommen wurde. Nachdem noch eine Sammlung für das Winterhilfswerk getätigt war und der Vereinsführerden Dank an alle Mitwirkenden DAS HAUS DER GUTEN QUALITÄTEN Marktstraße -1—8 Wie steht's mit dem Radlk* anschluh ünd der Antennt. Sind Leitungen neu rn legen - Lassen Sie fick) rechtzeitig beraten bei Udwigstr., Ecke Bismarck*^ Fernsprecher 8870 Siirs neue Jfeim Farben und Lacke streichfertig Tapeten, Stragula-Läuser und -Teppiche Bohnerbesen Alle Mittel für die M ö b el- undFutzb o den-P f.ege. Scheue rartikel Die richtige Adresse^ v Elektro/ Leuchten/ Radio/ . Ihre Badeeinrichtung Ihren Heifaquell wollen Sie auch in der neuen Wohnung nicht vermissen. 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Die politische Gemeinde ließ durch Beigeordneten Bechtold einen Kranz nioderlegen, die Kreisgruppe Gießen des Deutschen Roten Kreuzes dankte dem Dahingeschiedenen für seine rastlose Tätigkeit im Sanitätsdienst. < Leihgestern, 20. März. Der Gesangverein ..Liederkranz" veranstaltete am Samstagabend in seinem Vereinslokal „Zum Löwen" seine Winterfeier. Nach einem einleitenden Musikstück hieß der stellvertretende Bercinsführer Karl Faber jun. Gäste und Mitglieder herzlich willkommen und gedachte des Komponisten Fr. Silcher, der uns so herrliche Melodien zu den Volksliedern geschaffen hat und dessen Todestag sich in diesem Jahre zum 150. Male jährt. Im ersten Teile des Abends wechselten Volkslieder von Silcher und Chöre von Döring, Kann und Rische mit Musikstücken ab. Besonders zu erwähnen ist der Chor „Dem Ziele zu", zu dem der Chorleiter Blaß, Gießen, eine kurze Erläuterung gab. Den Schluß bildeten die Chore: Marsch des Bataillons Garde und der Radetzky-Marsch, beide mit Musikbegleitung, die stürmischen Beifall auslösten. Den musikalischen Teil bestritt die Kapelle Schleuse, Steinbach, deren Darbietungen eine aufmerksame Zuhörerschaft reichen Beifall zollte. Im zweiten Teil wurde ein in drei Auszügen gespieltes Theaterstück aufgeführt, das Spedition Möbeltransport Lagerung ir ziehen um! Sorgfältige Vorbereitungen und zweckmäßiges Verhalten. 0 Nidcha, 11. März. Unsere Volksschule veranstaltete einen Hallen sportabend, an dem man sich von den turnerischen Leistungen der Schule überzeugen konnte. Wenn auf der Unter- tufe Singspiele, fröhliches Turnen auf Kästen und Schwebebalken, Matten u. a. sowie Spielturnen in | ungezwungener Form im Vordergrund standen, so brachten die Schüler und Schülerinnen bis zur Oberstufe hauptsächlich an den üblichen Geräten sehr beachtliche turnerische Leistungen zur Schau, die ungeteilten Beifall fanden. Don den Zuschauern wurden über die Klassenbesten Urteile in Listen eingetragen. Ein aus der Mitte der Besucher gebildetes Preisgericht stellte auf Grund der eingesammelten Listen die Sieger fest, die mit zweckdienlichen Preisen bedacht wurden. Die Veranstaltung darf zweifellos als wohlgelungen zu bezeichnen sein. — Am vorigen Samstag überflogen mit beginnender Dämmerung etwa 15 0 Wildgänse in keilförmigem Geschwaderflug unser Städtchen von Süden nach Norden. Dabei war die sofortige Herstellung der diesen Vögeln charakteristischen Flugordnung' auffällig, als sich etwa zwanzig Stück durch rascheren Flug herden- Umziehen ist gerade kein Vergnügen, aber wenn man alle nötige Arbeit gut vorbedenkt, ist es auch nicht so schlimm, wie es uns scheinen will. Wichtig ist, daß wir noch vor dem Einzug ganz genau wissen, wie die Möbel zu stellen sind. Das spart am Einzugstag viel Zeit! Es ist also ratsam, wenn wir uns vom Hausherrn einen Plan geben lassen; wir zeichnen uns dann entsprechend seinem Größenverhältnis die Grundrisse unserer Möbel auf und schneiden sie aus, damit wie sie leicht auf unserem Plan hin- und herschieben können. Dabei merken wir auf, wie die Türen aufgehen, und sorgen, daß weder Schrank noch Tisch in Gefahr kommen. Bei kleinen Zimmern wird man nach Möglichkeit den Tisch nicht in die Mitte stellen. Er läßt sich vor einem Fenster in einer Ecke mit Sofa und Stühlen gruppiert weit netter stellen, nimmt weniger Raum weg und läßt obendrein das Zimmer größer erscheinen. An die nötigen Steckdosen denken wir am besten auch schon vor dem Einzug, ganz besonders dann, wenn das Zimmer neu tapeziert wird. Müssen wir sparen, können wir sehr gut das tägliche Geschirr und die vielen Kleinigkeiten s e l b st packen. Schwere Möbelstücke dürfen niemals voll-- gepackt werden. In leichten, kleinen Möbeln kann man allerlei leichte Dinge unterbringen. Bücher packt man am besten in Kisten, immer Rücken an Rücken. Im Bücherschrank finden dafür Kissen und Decken einen guten Platz. Der vollgepackte Schrank darf während des Umzugs nicht aufspringen. Man darf sich nicht auf die Schlösser verlassen, sondern sollte ihki gut verschnüren. Den Schlüssel zieht man ab; sonst geschieht es nur zu leicht, daß er beim Transportieren abgebrochen wird. Zur Schonung des Holzes legt man starke Pappe dazwischen. Das wichtigste beim Umzugstag ist, daß jedes Ding gleich an seine richtige Stelle kommt. Wir geben also den Zimmern Nummern, die wir am Türpfosten leicht ankleben. Die Möbelstücke bekommen auf die Rückseite die Nummer des Zimmers, für das sie bestimmt sind, ebenso alle Kisten. Nichts ist nämlich schlimmer, als wenn alles nach der Hausfrau ruft und ihren Rat braucht. Daß mäßig gruppiert hatten. j. Schotten, 16. März. In der Turnhalle fand gestern auf Einladung des Landratsamts Büdingen und auf Anregung des Landesjägermeisters eine Schulungsaktion zur Behandlung von Wildschadensangelegenheiten statt. Hierzu waren sämtliche Jagdpächler, die Bürgermeister und die Jagdoorsteher des Bezirks Schotten erschienen. Regierungsrat Kessel vom Landratsamt Büdingen begrüßte die Erschienenen. Zunächst hielt dann der Kreisjägermeister, Forstmeister O st - heim (Laubach), einen Vortrag über das Reichsjagdgesetz, über die Frage, was ist Wildschaden und wie wird dieser berechnet. Regierungsrat Kessel behandelte alsdann das Perfahren der Wildschadensregulierung und gab wertvolle Hinweise für die Praxis. Eine Aussprache schloß sich an. ttrels Alsfeld. < Deckenbach, 21. März. Am morgigen Mittwoch, 22. März, kann Frau Anna Katharine Müller W w e. im Kreise ihrer Angehörigen ihren 8 5. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau ist die älteste Einwohnerin unseres Ortes. Friedrich Krupp AG., Essen. Fwd. Die Fried. Krupp AG., Essen, verteilt für 1937/38 nach aus 56,15 (39,01) Millionen RM. erhöhten Abschreibungen — in Anbetracht des durch die Ueberbeanspruchung bedingten außerordentlichen Verschleißes — aus 21,33 (17,22) Millionen RM. Reingewinn 6 (5) v. H. Dividende auf 160 Millionen RM. AK. und führt 11,5 (9,0) Millionen RM. der Rücklage für Werkserhqltung und -erneuerung zu. Der Gesamtumsatz ist weiter gestiegen, dabei die Ausfuhr wertmäßig um etwa 21 v. H.; sie erreicht jetzt 25 v. H. des Gesamtumsatzes. Der umfangreiche Auftragsbestand gewährleistet für viele Monate volle Werksausnutzung. Hauptversammlung des Vorschußvereins Gründers. 4- Grünberg, 19. März. Der Vorschußverein Grünberg hielt am Samstag im Gasthaus Peppler ] am Bahnhof seine ordentliche Hauptversammlung ab. < Vorstandsmitglied Müller erstattete den Geschäfts- , bericht für das Jahr 1938, das 76. Geschäftsjahr, und : gab ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz. Er konnte bei den wichtigsten Posten auf eine Steigerung Hinweisen. So erhöhte sich der Jahresumsatz gegenüber dem Vorjahr fast um 2 Millionen und betrug 11951596,37 RM., die Bilanzsumme stieg von 937 766,92 RM. auf 978716,37 RM. Die flüssigen Mittel erfuhren eine Steigerung von 344316,22 RM. auf 383497,09 RM. Die Spareinlagen und Gelder in laufender Rechnung wuchsen von 696453,07 NM. auf 740049,38 RM. an. Etwa auf gleichem Stande blieben die Gesamtausleihungen mit 610915,59 RM. und auch die Rücklagen mit 149527,41 RM. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1938 445 gegenüber 447 am Ende des Jahres 1937. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fabrikant Hrch. Schmidt II., verlas die Berichte über die vom 3. bis 9. Mai 1938 vorgenommene Verbandsrevision und die am 15. Juli 1938 erfolgte Depot- prüfung, die keine nennenswerten Beanstandungen enthielten. Der Jahresabschluß wurde genehmigt und Vorstand und Aussichtsrat Entlastung erteilt. Ebenso wurde die Verteilung des Reingewinnes von 5476,17 RM. in der vorgeschlagenen Weise gutgeheißen. Danach gelangen, wie im Vorjahre, wiederum 5 v. H. Dividende auf die berechtigten Guthaben mit 3923,60 RM. zur Verteilung, während 964,62 RM. den Rücklagen zugeschrieben und 587,95 RM. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Antrag des Vorstandes und Aufsichtsrates, die Höchstkreditgrenze von 15000 RM. auf 20000 RM. festzusetzen, wurde nach kurzer Aussprache mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates Fabrikant Heinrich Schmidt I I., Zimmermeister Georg Daniel Haasünd Kaufmann Otto Matthies wurde wiedergewählt. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 19. März. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft wurde am Sams- tagnachmittag der Gemeinderechner i. R. Johannes Germer l, der im Alter von 76 Jahren oerftor; Herde * Oefen * Waschmaschinen Werkzeuge*Haus-u.Küchengeräte Stückrath & Bender Oegr. 1878 Büro: WalltOFStr. 53 Tel. 3519 Ueberreichung von Diplomen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im Namen der Geehrten sprach Bürgermeister Lucke den Dank aus. Der Verein brachte unter der Stabführung von Ehormeister Schreiner (Daubringen) einige gut vorgetragene Männer- ' und Frauenchöre zu Gehör. Zu den lustigen Tanzweisen der Kapelle Schreiner vergnügte sich die | Jugend beim Tanz. Kreis Friedberg. * Butzbach, 16. März. Der Leiter der Weidig -Werner-Schule, Oberstudiendirektor Dr. Otto Gans, erhielt für ?5jährige treue Dienste das ihm vom Führer verliehene silberne Treudienstehrenzeichen. Die Auszeichnung wurde ihm durch den Leiter der Abteilung VII der Landesregierung, Ministerialrat Ringshausen, in Darmstadt in feierlicher Weise überreicht. Kreis Büdingen. auf den Kisten der Inhalt vermerkt sein muß, be- merke ich nur nebenbei. Lassen mir alles vom Packer" packen, werden wir schon Tage zuvor die Zeitungen aufschneiden und übereinanderlegen, je nach Größe; dann geht auch seine Arbeit rascher vonstatten, und er merkt, daß er es mit e>"er vorsorglichen Hausfrau zu tun hat. Muß man selbst packen, dann achte man besonders darauf, datz jeder Hohlraum in der Kiste fest mit Holzwolle ausge- stopft wird und die einzelnen Sachen sich nicht berühren. Viel Raum kann gespart werden, wenn die größeren Gefäße mit gut eingepackten Kleinigkeiten vollgepackt werden. Teller werden zu vier bis sechs mit Zwischenlugen aus Zeitungspapier geschichtet und dann nochmals gut eingewickelt. Gläser und Tassen füllt man mit geknülltem Papier und wickelt sie dann ein. Um alle Vorlagen und Teppiche beieinander zu haben, rollt man die kleineren in die größeren ein und verschnürt sie gut. Wenn alles auf diese Weise vorbereitet ist, geht die Arbeit am Umzugstag rasch vonstatten. Natürlich muß man am Umzugstag zeitig aufstehen, damit uns die Möbelmänner nicht überraschen und auch gleich anfangen können. Zeitist Geld! Die- ses alte Sprichwort bewahrheitet sich besonders am Umzugstag. Und dann erschwere man den Mobel- männern nicht die Arbeit durch unnützes Herum- stchen und Dazwischenreden! Unsere Anweisungen seien kurz und klar, ohne dabei etwas an Freund-1 lichkeit zu entbehren. Die alte Wohnung verlassen wir „besen- sauber" und sorgen dafür, daß Licht, Gas und Wasser vorschriftsmäßig abgestellt sind. Es ist natürlich sehr schön, wenn man in der neuen Wohnung schqn am Vortrag Gardinen und Lampen aufmachen lassen kann und vielleicht auch die Speisekammer schon die nötigsten und dringlichsten Vorräte erhält. Wenn dann endlich am Umzugstag feder Familienangehörige bemüht ist, der Hausfrau tüchtig zur Hand zu gehen, dann wird dieser „bedeutungsvolle" Tag befriedigend zu Ende gehen und als Lohn das gemütliche, schöne । Heim in kurzer Zeit bereit fein. M. L. Eigene Polsterwerkstatt Marktstr. 29/30, Ausstellung Bahnhofstr.2 < Alleinverkauf der weltbekannten Eschebachküche 2001L borrmann: Giefoen ♦ Neustadt 5 — 7 * Ruf 4165 ______________________WL | Schützt den deutschen Wald vor Vrandgesahr! Die Reichsarbeitsgememschaft Schadenoerhütung -zumute ist, greift er in die Tasche und zündet sich ( .( (Jmxugsforgen leicht gemacht ! Ihr Heim wird verschönert: MOB EL-TRANSPORT V k V Rechtsfragen beim Auszug des Mieters Die hat die ordnungsmäßige Räumung gemieteter Wohnungen zu erfolgen? Für die Fnßboden-Beinlgnng das unübertroffene Liter ab BH. -.78 Kilo-Dose ft von 2016 A ohnufi v. Fernsprecher 2251 'S O / Briefe Verpackung • Lagerung 201 ID I 2018 A Lolstermobel Wohnungs - Anzeigen Gießener Anzeiger L$chini ingerä Mas Spezialfjaus für ßavdinen und Meliorationen Wirksame Helfer für die Hausfrau! den eher Stoße Sius wa ft in geeigneten Stoffen statt hnhofst ekannti ehe Winterhoüs Drowol........ Ferner das selbsthergestellte Edelbohnerwaehs.........1 GARDINEN DEKORATIONEN kienweg 18 Fernsprecher 3368 Itiadt-, Land-und Ferntransporte Auto-Möbelwagen übel Midi ’reisf Farbiges Bohnerwachs .. */, Kilo-Dose ’ 2 Kilo-Dose eruDJ Se6r. Seelöacf) Sießen, Seltersweg 20 Drogerie Kreuzplatz 9 _____________2039A äLern und neue Schlüsse! anfertigen lassen. Wenn der Mieter einen eigenen Hausschlüssel angeschafst I)::, so kann der Vermieter nicht die Herausgabe, son- d n nur die Vernichtung des Schlüssels verlangen, 1cI5 er ihn dem Mieter nicht abkaufen will. Lehnt iir Mieter den Verkauf oder die Unbrauchbarmachung dm Schlüssels ab, dann hat der Vermieter das Recht, |ii‘i Schloß auf Kosten des Mieters ändern zu lassen. Die Rückgabe der Wohnung erfolgt dadurch, daß bf Mieter' dem Vermieter den Besitz überläßt; zu- mft geschieht dies durch Schlüsselübergabe, die auch ci den Hauswart erfolgen kann. Nimmt der Mieter di Schlüssel mit, dann liegt darin ein vertragswidriges Achalten der Räume. Läßt der Mieter die Schlüssel birtn Verlassen der Räume in diesen zurück, so be- tt.tet dies eine Aufgabe, aber keine Rückgabe der K-hnung. Eine solche Aufgabe der Wohnung ist o(:r unzulässig, denn das Gesetz verlangt ausdrücklich di Rückgabe. Hat der Mieter irgendwelche Gegen- miprüche gegen den Vermieter, so berechtigt ihn fciiB nicht, die Räumung der Wohnung zu verweigern. Die Rückgabe der Wohnung hat nach Ablauf des M»tvertrags zu erfolgen, wenn das Mietverhältnis Zim Beispiel am 31. März endet, am folgenden Tag, «lf. am 1. April, wobei aber die in manchen Städten Leiehenden polizeilichen Räumungsfristen zu be- cd::en sind, zumeist ist es Brauch, daß die Rückgabe Hi! mittags 12 Uhr geschehen sein muß. Ist der fol- seibe Tag ein Sonntag oder ein allgemeiner Feier- A, dann braucht die Wohnung erst an dem darauf- fenben Werktag geräumt zu werden. Die Räume ührt auch in diesem Jahre im Auftrag des Reichs- isrftmeisters eine Waldbrandoerhütungsaktion durch, i'er Wald bedeutet uns heute mehr als unseren fioroätern von hundert Jahren. Er ist uns heute nehr als ein Ort. wo man in würziger Luft unter Qipfelraufchen Erholung sucht und findet. Er ist ms auch mehr als nur Fundstelle für Beeren und vom SFadjmann Geraten lassen Betten und Einzelmöbel Besichtigen Sie unsere Ausstellung in 5 Stockwerken und 15 Schaufenstern - ■ WA toßlenMerkel Möbeltransport Gießen >5 Sämtliche Auffrisch-Mittel für Möbel, Ledermöbel u. Teppiche; verschiedene Fleckwasser. Die Auswahl ist groß, die Qualität gut, und die Preise sind, wie immer, sehr günstig. jUF in meine neue Wohnung gehört auch ein neuer Familien-Gasherd mit Brat- und Backofen Sardinen Teppiche Bodenbelag Fieinrich. fiochftätter BDI. 1.30 BR. 1.40 BR. -.76 Mach Beendigung des Mietverhältnisses muß der Sieter die Wohnung räumen und die gemieteten fliunte einschließlich Zubehör zurückgeben. Zu dem L-ibehör gehören zum Beispiel die Winterfenster und tti allem die Haus-- und Wohnungsschlüssel. Verwei- 6~t der Mieter die Rückgabe der Schlüssel, so kann bc Vermieter das Schloß auf Kosten des Mieters i'^B .lH'y ERNST PETRI Raler- nod WelBblndergescbllt Gegründet 1650 Fernruf 8680 Asterweg 31 2014D ------- ■■ müssen besenrein übergeben werden; der Mieter darf also fernen Schmutz in der Wohnung zurücklassen. Ist jemand in den Mieträumen gestorben, so verpflichtet diese Tatsache allein den Mieter noch nicht, die Räume desinfizieren zu lassen. War aber eine ansteckende Krankheit die Todesursache, oder hat ein mit einer ansteckenden Krankheit behafteter Kranker in den Wohnräumen gelegen, so muß der Mieter die Räume desinfizieren lassen; in manchen Fällen muß der Mieter außerdem die Wände neu tapezieren lassen. Veränderungen und Verschlechterungen, die durch den vertragsmäßigen Gebrauch der Wohnung herbeigeführt worden sind, hat der Mieter nicht zu vertreten. Einrichtungen, die der Mieter in den Räumen angebracht hat, muß er vor der Räumung entfernen; hierunter fallen auch Namens-, Firmen- oder Re- klameschilder. Der Mieter wird allerdings aus beruf- lichen Gründen oft Interesse daran haben, noch einige Zeit ein Schild am Haus zu belassen, aus dem seine neue Anschrift ersichtlich ist. Dieses Schild wird der Vermieter noch eine Zeitlang an seinem Grundstück dulden müssen. Die Dauer der Zeit wird nach der Berufsart des Mieters verschieden sein; wenn diese Zeit verstrichen ist, muß der ausgezogene Mieter das Schild wegnehmen. Räumt der Mieter, die gemietete Wohnung nach der Beendigung des Mietverhältnisses nicht, so muß er dem Vermieter für die Dauer der Vorenthaltung als Entschädigung den vereinbarten Mietzins zahlen. Der Vermieter kann nebenher natürlich auch weitere Ersatzansprüche geltend machen. Mehrere gemeinschaftliche Mieter haften für die Räumung als Gesamtschuldner. Die Ersatzansprüche des Vermieters wegen Veränderungen oder Verschlechterungen der vermieteten Sache verjähren sechs Monate nach Rückgabe der Wohnung. Die kurze Verjährungsfrist gilt auch für fahrlässige, oder vorsätzliche Beschädigung durch den Mieter. n. lei TelJi — M Rat u. Auskunft durch die Mitglieder der Gas-Gemeinschaft Wieseck Umzugs-Anmeldungen zur Zustellung des Gießener Anzeigers nach der neuen Wohnung rechtzeitig erbeten andieGeschäftsstelleSchulstraße? i fcuf- und Umarbeiten fon Polstermöbel 4 lliiaverkauf d.weltberühmten dHtimott-Sessel JL... sH Manches Ist da zu ergänzen und zu erneuern, wie Zug-Gardlaenetangen, Scheiben- Stangen, Kleiderhaken. Briefkasten, Fußmatten, Badelalaten, Schirmständer, Flur-Garderoben und was sonst in Haus und Küche gebraucht wird, bekommen Sie bei J.B.Häuser Gießen, a. Oewaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145—2146 ___'_____________________2012 A Schön wohnen durch zweckmäßige Heimgestaltungl Für Osterputz und Umzug werden Sie neue Gardinen anschaffen. Wir bringen die gewohnte Bernard-Aus wähl und überraschen Sie mit preiswerten Angeboten liandhansgardineu, Scheibengardinen, Spannstoffe, Marquisette, Stores, Voile weiß und bunt gemustert, Tupfen-* raull, bedruckte Kretonne, bedruckte Chintz, Beiderwand, Gobellne,Kunstseidendrucks, Banernleinen,Tischdecken BERNARD & SOHN Gießen. Plockstraße 14-16 Die neue Wohnung soll schön werden r Deshalb Tapeten eine Zigarette an, gerade, als ob er zu Hause in seinem Zimmer säße. Er weiß wohl, daß das Rauchen im Walde verboten und strafbar ist; das stört ihn aber nicht im geringsten. Wenn er überhaupt daran denkt, dann nur: „Mich werden sie schon nicht erwischen; diese ewigen Verbote und Strafandrohungen sind sicher auch nicht so schlimm gemeint." Darin täuscht sich dieser Mann aber erheblich. Sie sind durchaus ernst gemeint. Ein anderes Beispiel: Ein paar Jungen sind unterwegs. Tüchtig wie sie sind oder sich vorkommen, kochen sie natürlich Mittag. Wo? Am Waldrand selbstverständlich, weil da das Holz zum Feuerwachen nicht so weit weg ist. Mag sein, daß mancher nichts daran auszusetzen hat. Wie aber, wenn das Feuer, am Waldrand entzündet und nicht bis auf den letzten Funken gelöscht, nach dem Abzug der Jungen wieder auflebt, um sich greift und erheblichen Schaden anrichtet, ehe es entdeckt und gelöscht werden kann? Mit der steigenden Sonne und dem erwachenden Frühling schwillt die Zahl derer, die im deutschen Wald Erholung suchen, gewaltig an. Alle diese Volksgenossen sollten sich darüber klarwerden, daß sie die Möglichkeit, Freude und Entspannung zu finden, nicht vergelten dürfen mit verbrecherischem Undank, indem sie leichtfertig und gewissenlos den Bestand des deutschen Waldes gefährden. t ilze, unsrr Wald ist uns zu einer Rohstoffquelle rüerersten Ranges geworden. Von diesem Standhaft aus gesehen leuchtet ohne weiteres ein, daß 115 der Schutz des Waldes mehr am Herzen liegen rmtz als das früher der Fall war. Die Gefahren nin, die unseren Wald bedrohen, sind zwar groß iib weittragend in ihren Auswirkungen, es liegt per bei uns, sie abzuwenden und fernzuhalten. (3 ist ungeheuerlich, wie leichtfertig da immer noch x simdigt wird. Gesündigt im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Vergehest gegen ein Rohstoff- Met vom Range des Waldes ist schwerste Sünde grgen das Wohlergehen des Volksganzen. Es unterlagt zwar keinem Zweifel, daß Waldbrände auch erstehen können durch natürliche Ursachen, wie etwa tat Blitzschlag, die weitaus größte Anzahl der ibalbbränbe aber hat ihren Ursprung in ber Leicht- Hrtigfeit her Menschen. Dazu ein paar kleine Beispiele: Da geht ein Mann ir Walbe spazieren, unb weil ihm gerabe banach Die sparsame Hausfrau verwendet zu ihrer Fußbodenpflege die lose Bodenbeize (in allen Farben) weil jede gewünschte Menge in vorzüglicher Qualität zum billigsten Preis bei uns erhältlich ist. Machen auch Sie einen Versuch — 2031A w Ruf 2135« mzug in Scherben bringen Glück Selbst wenn bei Ihrem Umzug kein Glas in die Brüche geht, fällt Ihnen beim Einräumen ein, was nicht mehr alles vollzählig ist. Ein Satz hübsche Bier- oder Weingläser, ein entzückendes Tee- od.Kaffeeservice.Somanches fürdieKüchewirdjetztfürSie notwendig. Ich habe so viele hübsche Formen, daß Ihnen die Wahl nicht schwer fällt Mettenheimer Inhaber: W. Menges Kreuzplatz 3 __________________________2013D ire»"f 0 die» j? -K Bevor Sie ans große Früh- iahrsreinemachen gehen, holen Sie sich bei Ihrem Fachdrogisten das rieh- Ehrende ; fochgesd)äff 1\V BRANDPLÄTZ von mtii BESONDERER IT Hl NOTE IlMU BRANDPLÄTZ , VERPACKUNG - LAGERUNG GIESSEN - ERLENGASSE 7 • FERNRUF 3947 2015 D Ein schönes Heim durch A. Wehrheim Fachgeschäft für Kautsch, Sessel und Matratzen Töberstraße 17 v Kommunion bestecke .WELLNER W. DEIN HAUS FÜR DEINE KLEIDUNG »reit Marktstraße 4-8 in reichhaltiger Auswahl! per Meter 3 iiiinw/iiwiimiini|iuiniiiir/nwifiiiiir/i|iiiinnwimiirHirMl ein gutes Ob Junge oder Mädel Fr. Linker & Sohn Gießen, Ludwigstraße 16 2024 A Wanderer Fahrrad! Evang. Gesangbücher in allen lieferbar. 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Das Dienstverhältnis zu den Gemeinden darf künftig grundsätzlich nur das Beamtenverhältnis oder das ZUR KONlrlRMATlOlN UND KOMMUNION Rcichetchtlexpreßgutverkehr O tern 1939. Fwd. Feiertage sind für die Deutsche Reichsbahn gleichzeitig Tage der höchsten Beanspruchung. Es sind daher oft Maßnahmen notwendig, den Massenandrang in geregelte Bahnen zu führen und, sowe.t tragbar, nichtdringliche Anforderungen auf verkehrsruhigere Zeiten zu verweisen. So hat sich die Reichsbahn zu Ostern 1939 veranlaßt gesehen, in der Zeit vom 2. bis 10. April eine Reihe von Gütern als Expreßgut auszuschließen. Es handelt sich um sperrige Güter, um unhandliche Güter, die im Regelverkehr nur unter bestimmten Boraussetzungen angenommen werden, und um Güter im Einzelgewicht über 50 Kilogramm. Ausnahmen werden nur in besonders gelagerten Fällen zugelassen. Gleichzeitig werden für die Dauer des Osterverkehrs 1939 wich- lige und stark belastete Reisezüge für beschleunigtes Eilgut ausgeschlossen. Es empfiehlt sich daher für die Verkehrstreibenden, frühzeitig mit dem Versand zu beginnen und in den Zeiten des Spitzenverkehrs mehr als bisher günstige Eilgutverbindungen zu benutzen. Wochenendschulung der Iugend- gruppen des Deutschen Irouenwerkes. Gfs. Am Samstag Und Sonntag fand in der Jugendherberge zu Gießen die Schulung der Jugendgruppen der Kreise Wette rau und Wetzlar statt. Die Schulung war von der Jugendgruppenführerin des Kreises Wetterau, Frl. R o s e n s ch o n, bis ins kleinste vorbereitet. Die Unterkunft in der Jugend-- Herberge wurde allen Ansprüchen gerecht. Die Verpflegung in der Jugendherberge war ausgezeichnet. Die Jugendgruppe Gießen hatte den ersten Abend in Form eines Heimabends gestaltet. Die Tische waren weiß gedeckt und mit Grün geschmückt, so daß Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart-Berlin, wird im Laufe der nächsten Monate die folgenden Werke veröffentlichen: Aus der Feder von Otto Fischer, dem hervorragenden Kenner asiatischer Kunst, erscheint ein neues, bedeutsames Werk unter dem Titel „Wanderfahrten eines Kunft - freundes i n China und Japan". Don Johannes Müller- Elmau erscheint eine Auslese der schönsten Gedanken und Leitsätze aus seinem Lebenswerk unter dem Titel. „Bon der Wendung des Menschenloses. Ausblicke ringsum.". Ferner werden erscheinen: Ernst Otto Marti „Menschen am Berge", Roman; James H arp o le „Am Puls des Lebens". Blätter aus dem Tagebuch eines Arztes. Julia Beausobre „Das Licht leuchtet in der Finsternis"; Wessel 6 mitt er „Ein Mann Mnsikhaus BtlSCb Gießen, Marktstraße 21 20235. tfestlidie ffileidung Jfonfirmation! von vornherein eine gute und freudige Stimmung vorhanden war. Das Zusammensein am ersten Abend wurde u. a. zu interner Aussprache benützt. Der Sonntagmorgen begann mit Gymnastik und Flaagenhissung. Darauf sprach die Kreisfrauen- schaftsleiterin Frau Wrede über die enge und wichtige Zusammenarbeit der Jugend grupp en mit de^. NS.-Frauenschaft. Kreisschulungsleiter Michel hielt dann einen politischen Vortrag über die letzten Ereignisse in der Tschechei und über das Wirken des Führers und ermahnte zu unerschütterlich gleich- bleibender Treue zum großen Werk des Führers. Die Gaujugendgruppenleiterin Frl. Suslik besprach hierauf ausführlich die vorliegenden Arbeiten der Jugendgruppen und führte aus, ddß wir nun doppelt aufrichtig und ehrlich zu arbeiten hätten, damit die großen Hoffnungen der ins Reich heimge- kehrten Deutschen und der Grenzlanddeutschen nicht enttäuscht würden. Am Nachmittag hielt dann Frau Duseberg (Gießen) einen Vortrag über den Staatsbegriff. Sie hielt sich dabei an des Führers Buch „Mein Kampf". Die Mädchen zeigten reiches Interesse und Wissen bei der Aussprache über dieses Kapitel. So kann man wohl sagen, daß diese Schulungstage einen großen Erfolg in jeder Beziehung hatten. Sparerbund Gießen. Eine Mitgliederversammlung des Ortsverbandes Gießen des Sparerbundes fand am Samstag im „Bayrischen Hof" statt. Ortsverbandsoorsitzender Postassistent a. D. Norich konnte hierzu auch den früheren Ortsverbandsvorsitzenden H. Lorenz, der jetzt in Magdeburg tätig ist, begrüßen. Er erinnerte an die Hilfe, u. a. an das neue Kleinrentner-Hilfegesetz, die die Sparer und Rentner dem Dritten Reich zu verdanken haben, und forderte zur Mitarbeit an den großen Aufgaben auf. Der in den Reichsführerrat des Sparerbundes berufene Bankbeamte H. Lorenz, der mehr als zehn Jahre den Vorsitz des Gießener Ortsverbandes geführt hatte, sprach hierauf über die Sparerbewegung. Er kennzeichnete kurz die Besprebungen und ging dann auf die Organisation ein, wobei er besonders das Wesen der Sparerselbstschutzkassen erläuterte. In seinen weiteren Ausführungen gab er auf Grund seiner Erfahrungen praktische Ratschläge für das Verhalten und geldlichen Angelegenheiten. Wie Ortsoerbandsvorsitzender North mitteilte, wird nach der Reichsführerratssitzung im April eine wichtige Mitgliederversammlung stattfinden. Für den Sommer sind zwei Omnibusfahrten beabsichtigt, und zwar im Juni nach Biedenkopf und im Juli nach Bad Homburg. SCHIRM STEIL amKreuzpl tz ___________2021D den Nachwuchs. Die Richtlinien liegen jedem Gefolgschaftsmitglied offen, damit es sich von Dienstverhältnis auf Privatdienst- vertrag fein, und zwar das letztere im Rahmen der Tarifordnungen. Abweichende Regelungen sind aufzuheben. Doch sollen die Rechte der am 1. April 1938 bereits im Dienst befindlicher nicht- beamteten Gefolgschaftsmitglieder unberührt bleiben. Wann erfolgen die meisten Beinebsunkälle? Um der Deutschen Arbeitsfront als der Organisation, der die Betreuung des schaffenden Menschen obliegt, Unterlagen zu beschaffen, die eine planmäßige Schulung und Belehrung in der vorbeugenden Unfallverhütung ermöglichen, werden auf Grund der Meldungen der Betriebsobmänner und Arbeitsschutzwalter vom Ar- beitswissenschaftlichen Institut der DAF. laufend Feststellungen über Zahl und Ursachen der tödlichen und schweren Betriebsunfälle gemacht. Aus 4569 Betrieben wurden vom Januar bis Juni 1938 1191 tödliche und 4321 schwere Betriebsunfälle erfaßt. Die Betriebe des Fachamtes Eisen und Metall stehen mit 26,4 Prozent aller Unfälle an der Spitze. Erst in einigem Abstand folgen der Bergbau mit 17,4 und die Energie- und Verkehrsbetriebe mit 10 Prozent. 94,3 Prozent der Verunglückten waren Männer. Die Unfallhäufigkeit ist am Mittwoch und Montag am stärksten. Auf den Mittwoch fallen allein 17^6 Prozent aller gemeldeten Unfälle, auf den Montag 17,1 Prozent. Interessant ist ferner, daß am Samstag, der mit 14,4 Prozent der Unfälle nur 3,2 Prozent weniger aufweist als die Höchsten hl, sich verhältnismäßig viele Betriebsunfälle ereignen, obwohl in vielen Betrieben am Samstag kürzer gearbeitet wird. Die Unfallziffern der einzelnen Arbeitsstunden des Tages steigen von der ersten Stunde bis zur fünften ziemlich stetig an, um in der fünften Arbeitsstunde mit 12,4 Prozent aller Unfälle einen Gipfelpunkt zu erreichen. Die fünfte Arbeitsstunde ist in den meisten Fällen die Stunde, die auf eine Arbeitspause folgt. Die „Einlaufzeit", die morgens bei Arbeitsbeginn mit erfrischtem Körper leichter überwunden wird, wird nach der Pause zum zweiten Male benötigt, diesmal aber infolge der Mahlzeit und der Müdigkeit unter erschwerten Umständen. Ein besonderes Kapitel bilden die Unfälle vor und nach der Arbeitszeit. Der weitaus größte Teil der Verunglückten entfiel auf im Zeitlohn Beschäftigte. Verhältnismäßig die meisten Toten forderten die Verkehrsunfälle auf dem Wege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Die unverhältnismäßig hohe Zahl von Fällen, in denen der Arbeitsschutzwalter selbst Fahrlässigkeit oder Leichtsinn des Gefolgschaftsmitgliedes als Ursache angibt, zeigt deutlich, wie viele Möglichkeiten der planmäßigen Belehrung auf diesem Gebiet noch bestehen. Bewertungsnchtlinien bei 6er Reichspost. Um neben der einheitlichen L e i st u n g s b e,.r e f- \ u n g auch eine gerechte und einheitliche Bewertung der Leistung bei der Post sicherzustellen, sind Bewertungsrichtlttiien erlassen worden, über die die Deutsche Postzeitung berichtet. Es ist genau fest- gelegt, ob eine Tätigkeit von einem Beamten oder Angestellten oder Arbeiter zu verrichten ist, und welche Besoldungsgruppe in Frage kommt. Auch die von Angestellten und Arbeitern verrichteten Tätigkeiten sind öffentlicher 2) i e n ft. In Zukunft haben alle nichtbeamteten Kräfte im Gegensatz zu früher die Anwartschaft auf Berufung in das Beamtenverhältnis. Die Bewertungsrichtlinien lassen Abweichungen zu, wenn sie durch dienstliche Verhältnisse begründet sind. Jede kleinliche Bewertung, die den Dienstersordernissen nicht gerecht wird, ist zu vermeiden. Aus der neuen Bewertung sollen auch die Folgerungen insofern gezogen werden, als die Dienstposten nach und nach der neuen Bewertung entsprechend zu besetzen sind. Härten dürfen dabei nicht entstehen, und Versetzungen allein aus diesem Anlaß sind nicht zulässig. Von besonderer Bedeutung ist die Bewertung auch für Kreuzplatz IS 2019 A Zur Konfirmation und Ein unverbindlicherBesuch wird Sie von der Preiswürdigkeit unseres Angebots überzeugen bringen wir eine hervorragende Auswahl KLEIDERSTOFFE in Wolle, Seide, Samte usw. Ferner empfehlen wir Konfirmandenanzüge in Kammgarn-, Cheviot- u. Melton-QuaLtäten in günstigen Preislagen fthuh Nr. 68 Drittes Blatt Gießener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag, 21. März 1939 Grundbesitzwechsel in der Franksmier Straße. Aus der Stadt Gießen. Frühling - im Schaufenster. Es ist ein Glück, daß es Schaufenster gibt. Schaufenster geben nicht nur Kenntnis von der Fülle der zum Verkauf stehenden Gegenstände, sie vermitteln auch geradezu Gemütswerte. Ja, sie zaubern uns manchmal eine Welt vor, die noch gar nicht ist, die aber möglicherweise eines Tages so sein wird. Gestern stand ich vor einem solchen Schaufenster. Der Wind pfiff gerade recht forsch um die Straßenecke, und ich zog meinen Schal etwas fester um den Hals. Männer bezeugen im allgemeinen den Schaufenstern für Damenmoden kein sonderliches Interesse, aber hier lockte mich doch etwas. Es war das Bild des Frühlings, das dieses Schaufenster in geschmackvoller Weise zeigte. Ein stilisierter Blütenbaum beifand sich inmitten der duftigen Verkaufsgegenstände mnd schien die Aufgabe zu haben, alles, was in die Mähe des Schaufensters geriet, von den farbigen Reizen und süßen Ueberraschungen des Frühlings zu überzeugen. Zweifellos ein verdienstvolles Beimühen angesichts der wenig lenzlichen Witterung, «die eher den Wunsch nach einem heißen Grog als mach sommerlichen Kleidungsstücken wachwerden ließ. Neben mir stand eine junge Frau mit ihrem vierjährigen Sohn. Die Frau schien stark beeindruckt ivon den duftigen Kleidungsstücken und musterte ggenau Farbe und Preise, während der Herr Sohn mit großen Augen den Blütenbaum hinter den Scheiben anstarrte. „Mutti", sagte er dann plötzlich, „was für ein Baum ist das?" Die Mutter hörte zunächst nicht hin, erst auf die abermalige Frage wandte sie sich zu dem Kleinen. „Der Baum? — Hm, das ist ein Frühlingsbaum." Der Kleine schien Die Antwort zu überlegen. „Ein Frühlingsbaum?" erwiderte er dann gedehnt, „wächst der nur im Schaufenster oder wächst der auch bei uns im Garen?" Die Augen der Mutter musterten die Klei- vungsstücke weiter, während sie sagte: „Das ist gar Pein richtiger Baum, Liebling, aber der richtige Frühlingsbaum wächst natürlich in unserem Garten, wenn es erst endlich Frühling sein wird." Nach- »enklich schaute der Vierjährige auf den bunten Baum, der „kein richtiger Baum" sein sollte. Mit ünem Male stieß er seine Mutter an: „Mutti, wann Pommt denn der Frühling?" Etwas ungehalten nahm ihn die Mutter an die Hand und zog weiter. ,Frag nicht so viel. Junge ..." Der Kleine bekam also keine Antwort, denn der Mutter fiel es vermutlich schwer, eine zutreffende Antwort zu geben. Aber ist damit das Problem gelöst? Haben wir eigentlich nicht alle ein Recht, *o zu fragen, wie es der nachdenkliche Vierjährige xtt? In den Straßen ist es zumeist so ungemütlich, wie es nur sein kann, und in der Wohnung geht nichts über einen ordentlichen bullernden Ofen. In •en Schaufenstern aber triumphieren die Bilder des Frühlings. Es ist ein Glück, daß es wenigstens Schaufenster gibt. H. W. Sch. Dornostzen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis gegen 23 Uhr „Der fliegende Holländer". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Prin- isffin Sissy". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ^Fortsetzung folgt". — Volksbund für das Deutsch- Lim im Ausland (VDA.): 20.30 Uhr in der Aula !ses Gymnasiums Vortrag Willi Balik „Kampf und Rot des Auslandsdeutschtums". — Cafe Amend: P bis 20 Uhr Modenschau. — Frühjahrsmarkt ^chaumefse) auf Oswaldsgarten. Festkonzert im Stadttheater. Aus Anlaß der Gießener Goethe-Festwoche findet atn Donnerstag, 23. März, um 20 Uhr, ein Fest- ivnzert im Stadttheater statt. Ausführende sind das i-tädtische Orchester unter Leitung von Professor E Stefan Temesvary; als Solist wurde Erich Neyer-Stephan verpflichtet. Das Programm ,Lht vor: Haydn, Symphonie in D-dur (mit dem fiomfignal), Goethe-Lieder mit Orchester von Beet- boen, Achte Symphonie in F-dur, Werk 93. Das In der oberen Frankfurter Straße, zwischen der Friedrichstraße und der Klinikstraße, sind in jüngster Zeit mehrere Hausgrundstücke aus privatem Besitz in das Eigentum des hessischen Staates übergegangen. Es handelt sich bei diesem Besitzwechsel um Grundstücke, die für den Staat zu geplanten Erweiterungen bzw. Neubauten für Klinikszwecke dringend notwendig sind. Die Neubaupläne der Regierung auf diesem Gebiete sind der Oeffentlichkeit durch die im vorigen Jahre auf der Deutschen Bau- und Siedlungs-Ausstellung in Frankfurt a. M. ausgestellten Modelle nad) Entwürfen des Hessischen Hochbauamts bereits bekannt geworden Darüber macht nun auch der Sachbearbeiter, Regierungsbaurat G e r l a ch vom Hessischen Hochbauamt Gießen, in dem neuen „Gießener Univer- sitätsführer 1939" der Oeffentlichkeit nähere Mitteilungen. Danach handelt es sich u. a. um einen Umbau der Kinderklinik, die jetzt eingeengt hinter der Ecke Frankfurter Straße / Friedrichstraße liegt, und um die Einrichtung eines Schwesternhauses. Ferner sind u. a. Neubauten eines Verwaltungsgebäudes der Medizinischen Kliniken, eines Rassen- Die Leiter der Versicherungsämter der größeren Städte Hessens und des Regierungsbezirks Wiesbaden, die in der Arbeitsgemeinschaft der Versicherungsämter Hessen und des Regierungsbezirks Wiesbaden^zusammengefchlossen sind, hielten gestern im ,F)otel Schütz" zu Gießen eine Arbeitstagung ab. Der Vorschende der Arbeitsgemeinschaft, Stadtamtmann Strauch (Darmstadt), entbot ihnen den Willkommengruß, dankte der Stadt Gießen für die durch die Entsendung eines Vertreters bekundete Würdigung der von den Versicherungsämtern geleisteten Arbeit, ferner dankte er Verwaltungsamtmann K e i tz e r vom Städtischen Sozialamt für die ausgezeichnete Vorarbeit für die Tagung. Beigeordneter Nicolaus entbot den Gästen den Gruß des Oberbürgermeisters und wünschte den Beratungen einen guten Erfolg. Zur Beratung stand eine Reihe versicherungsrechtlicher Fragen. U. a. wurde über das Gesetz über die Altersversicherung des deutschen Handwerks gesprochen. Es empfiehlt sich für jeden Handwerker, bei den zuständigen Derficherungsämtern sofort Aufklärung einzuholen. Es wurde die Bereitwilligkeit der Versicherungsämter zum Ausdruck gebracht, die Handwerksmeister bei dieser entscheidenden Frage eingehend zu beraten. Weiterhin wurde das 5. Gesetz in der Unfallversicherung besprochen, das mit einer Reihe von Notverordnungs-Bestimmungen aufgeräumt hat und Neuerungen hinsichtlich der Ausdehnung des Personenkreises für den Unfallschutz und Verbesserungen der Leistungen gebracht. Die für die Gewerbebetriebe wichtige Frage, ob der neben den Leistungen der Krankenkasse dem Arbeiter oder Angestellten gezahlte Krankenlohn auch für die Beiträge zur Invalidenversicherung in An- Konzert findet gleichzeitig als 7. Platzmiete-Konzert des Gießener Konzertvereins statt. Sladklhealer Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung der romantischen Oper „Der fliegende Holländer" von Richard Wagner statt. Musikalische Leitung Parl Walter, Spielleitung Gert Buchheim. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt: Die Vorstellung findet gleichzeitig als 24. Vorstellung der Dienstag- Miete statt. Ende gegen 23 Uhr. BOM.-!lntergau 116 Siesten. DDM. rverk-Gruppe la/116. Alle Mädel der Gruppe treten am Dienstag, 21.3., pünktlich um 20 Uhr, an der. Schillerschule politischen Amtes, ein Erweiterungsbau für die Frauenklinik, Errichtung einer Großheizungsanlage, Erweiterung des Wäschereihauses, der Küche der Chirurgischen Klinik usw. geplant. Als eine besondere Aufgabe wird die geplante Umgestaltung der jetzigen Klinikstraße, die als allgemeine Verkehrsstraße das Gartengelände der Kliniken in zwei Teile trennt, bezeichnet. „Nach Entfernung der hohen eisernen und hölzernen Einfriedigungen" — so wird in diesem Zusammenhänge mitgeteilt — „auf beiden Seiten der Straße und deren Ersatz durch niedrige Ligusterhecken mit Nischen für Figuren und Bänke und nach Säuberung von überflüssigem Baumbestand sollen weite und übersichtige Rasenflächen entstehen, die die drei großen Kliniken, die Medizinische, die Chirurgische und die Frauenklinik, auch nach außen hin in Verbindung bringen, wobei auch die Beseitigung des viel zu klein gewordenen Verwaltungsgebäudes und zweier Wohnbauten, die Errichtung eines Torhauses an der Frankfurter Straße und einer das gesamte Kliniksgelände umfassenden Einfriedigung vorgesehen ist." sprach genommen werden kann, wurde verneint. Es wurde die einheitliche Auffassung festgestellt, daß ein solcher Lohn nicht als Entgelt, sondern als Fürsorgemaßnahme gegenüber der Gefolgschaft, wie sie dem Wesen des Gesetzes zum Schutze der nationalen Arbeit entspricht, angusehen ist. Zu der Frage, ob Kriegsbeschädigte, die wegen ihrer Kriegsdienstleistung die volle Leistung Der Krankenbezüge erhalten haben, für die Dauer einer notwendigen weiteren Dienstleistung keinen Anspruch auf den Versicherungsschutz für andere Erkrankungen erwerben können, wurde festgeftellt, daß die Arbeitsgemeinschaft beim Deutschen Gemeindetag die Forderung erheben wird, daß Kriegsbeschädigten und Unfallverletzten, die ihre Arbeitskraft der Wiederaufbauarbeit zur Verfügung stellen, ein Versicherungsschutz für den Fall ihrer Erkrankung eingeräumt wird. Im Anschluß an die Tagung unternahmen die Gäste eine Rundfahrt durch die Stadt, wobei ihnen Stadtbaudirektor Gravert nicht nur die Pläne der Altstadtsanierung, sondern auch die geplanten Erweiterungen der Universitätsinstitute erläuterte und ihnen anschließend auf dem Schiffenberg, wo sie Gäste des Oberbürgermeisters waren, einen Einblick in die Geschichte des Deutschen Ritterordens gab, soweit sie sich auf die Komturei Schiffenberg bezieht. Beigeordneter Nicolaus dankte ihnen für ihren Besuch und machte sie auf manche Schönheit der Landschaft und Eigenarten der Besitzver- hältnisse der demnächst zur Eingemeindung in die Stadt Gießen kommenden Gemarkung Schiftenberg aufmerksam. Die Gäste schieden mit den besten Eindrücken von der aufbaufreuingen Stadt Gießen. an. Alle Beurlaubungen sind für den Tag aufgehoben. Ebenfalls haben alle IM.- und BDM.-Fuh- rerinuen, die der Gruppe angehören, anzutreten. Inge Dietrich vom Obergau wird an dem Abend bei uns fein. Hitler-Jugend Bann 116. Thealerring der Hitler-Jugend. Am Donnerstag, 23. März, um 20 Uhr, findet ein Einführungsabend zu der Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner statt. Es wirken mit: Anni Affion, Gustav Bley, Heinrich Durst, Kapellmeister Popelka, Dramaturg Winkel. Eintritt gegen Vorzeigen des Ausweises kostenlos. Ort der Veranstaltung wird noch bekanntgegeben. Kuban-Kosaken musizieren und singen. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hatte mit der Verpflichtung der Kuban-Kosaken zu einem Gastspiel in Gießen vielen Volksgenossen eine große Freude gemacht. Der gestrige Abend wurde zu einem vollen Erfolg. Der große Raym des Gloria-Palastes war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Abend brachte eine Fülle der anregendsten musikalischen und gefanglidjen Darbietungen, dis durch ihre Eigenart der Melodienführung, durch dis reiche Abwechslung des Einsatzes Der stimmlichen und musikalischen Mittel und durch die ungemein sichere Art der Wiedergabe Durd) Die Kuban-Kosaken zu einem schönen Erlebnis rourDen. Dieses Erlebnis beruhte nicht leDiglich auf Der FremDartigkeit, Die Den gesanglichen und musikalischen Vorträgen not- wenDig zu eigen sein muß, sondern zu einem wesentlichen Teil auf der beDeutenDen künstlerischen Leistung, zu der sich Die Kuban-Kosaken im Laufe Der Jahre emporgeschwungen haben. Die oft gehörte Frage, ob Die Kuban- oDer Die Don-Kosaken ^besser" seien, ist gegenstanDslos geworben. Für uns Deutsche bleibt nichts anDeres, als Diesen russischen Volksgesang und die^russische Musik einfach hinzunehmen, ohne in Den Fehler zu verfallen, sie mit Art und Gemütswerten Des deutschen VolkslieDes und Der Deutschen Volksmusik zu vergleichen. Daß Die Darbietungen der Kuban-Kosaken nicht an Die innersten Bezirke einer deutschen Seele zu rühren vermögen, liegt nicht an den Liedern und an der Musik und auch nicht an den Kuban-Kosaken, sondern allein an Den völkischen VerschieDenheiten, Die hier zwischen Künstlern und Zuhörern aufeinanDertreffen. Dem steten Wechsel vom AusDruck Der Schwermut mit Dem Der dunklen und unergründlichen Leidenschaft gewachsen zu fein, fällt nicht immer leicht. Gestern abend warteten die Kuban-Kosaken zü< nächst mit Balaleika-Musik auf, in Der sie eine für sie (aus Der Routine heraus) wohl selbstverstanDliche! Meisterschaft bewiesen. Bald aber mischte sich in Die Musik Die menschliche Einzelstimme, Dann Der Chor, bis schließlich Musik und Chor, insbesonDere irrt WolgalieD („Stenka Rasin"), zu einer unlöslichen Einheit rourDen. So hörte man im ersten Teil Des Programms zunächst ein Potpourri, Kaukasische MeloDien, Das erwähnte WolgalieD unD russische Dorfmusik. Der zweite Teil der Vortragssolge war ausschließ* lich Dem Gesang gewidmet. Es gab Dabei viel Ge-, legenheit, Die Solisten zu bewundern, Deren Stimmen (vom hellsten Tenor bis zum vollen roeidieui Baß) sich plastisch "bor Der Gemeinsamkeit Der Stimmen des Chores abhoben. VolkslieDer, ein Steppenlied und eine alte KlosterlegenDe, ließen etwas von Der Wesensart Des russischen Volkes ahnen. Die Kuban-Kosaken sangen mit fühlbarer Hin« gebung und ernteten Stürme Dankbaren Beifalls^ Sie mußten sich zu einigen Zugaben entschließen. Schließlich nahmen sie im letzten Teil ihrer Vor» tragsfolge wieder die Instrumente zur Hand, ließen Stimmen unD Saiten erklingen, steigerten sich int VolkslieD „Abendglocken" zur schönsten Darbietung Des Abends, erfreuten mit der Wiedergabe des bekannten Liedes aus dem „Zarewitsch" (in deutscher Sprache gesungen) und beschlossen Dann den Abend mit einem Potpourri deutscher Jagd- und Volksweisen. Angeregt verließen Die Zuhörer Das Haus< Heinrich Ludwig Neuner. Um das schönste Schaufenster. NSG. Bet den Anmeldungen zum Diesjähriges Schaufensterwettbewerb sind mehrfach Zweifel geäußert worden, ob auch ein Lehrling oder ein junger esse Seifer der Versichermigsämier tagen in Gießen. Nos Möchen fflntit. Roman von Walther kloepffer. Topvright byCTotl Tuncker Verlag,VerlinV^Z5 25 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) .Zehn Minuten später schob Tinser vorsichtig den öiiiegel zurück, schlick; auf den Korridor, schloß Die |£ür unD sicherte wie ein mißtrauisches Tier nach eien Seiten. Mochte Gieseke beim Erwachen Den- km, er habe vergessen, Den Riegel vorzuschieben; sulche Unterlassungen unterliefen jedem einmal. ! Tinser tastete sich Den Korridor entlang. »Es roch nach alter Tapete, nach Küche, nach Ausguß. Nun stand er dicht vor der Wohnungstür und llilder Triumph füllte fein Herz. Das Geschick war ihm noch einmal gnädig gewesen. Er würde Gaidl bffriedigen und dann lag Der Weg zu einem neuen ßlben frei. Nie, nie mehr, das hatte er sich bereits gi schworen, würde er jemals wieder vom Pfade 6i» Rechts und der Ordnung abroeichen. Man irußte viel zu teuer bezahlen. Diese Tür noch und bctin war die Aufgabe gelöst. Er strich mit Den Fingerspitzen über Das lackierte Holz. Verwünscht ii:5D zugenähl! Eine Sicherheitskette, ein breiter Hsegel, ein Kunstschloß, zwei gewöhnliche Schlösser --es lief Tinser kalt über Den Rücken: Soviel Li rsicht! Waren sie Denn verrückt hier? Es fehlten nur noch Stacheldraht und Legbüchsen. Er überlegte. Üinn konnte von außen unmöglich Kette und Riegel ii Ort und Stelle zurückbringen, während Die vplösser keine HinDernisse bereiteten. Wenn man (rteres aber unterließ, rourDe Die Geschichte zu auf- iiLig. Gieseke schöpfte Dann VerDacht, setzte Hege- n:m'n in Kenntnis, Dieser brachte Das Manuskript n ein Bankschließfach, kurz, es gab allerhanD Ver- ptflungen unD Gefahren, Die GaiDls Plan Durch- »?Mzten. Dieser Kerl aber glich einer Zecke, Die erst libiiel, wenn sie sich vollgesogen hatte. Nein, es pißte ein anderer Rückzugsweg aefunDen werden U Der durch die verrammelte Wohnungstür. Tinser hatte von unten aus Der anDeren Seite p Hausmeisterwohnung noch ein offenes Fenster pshen, neben Dem eine Dachrinne in Die Tiefe inte. Dachrinne war immer noch besser als Fas- itentletterei. Dieses Fenster lag, wie er wußte, Luen Der Küche. Er tappte geräuschlos durch Den lang zurück, eine Spielerei für einen alten Jäger, fc: sich hunDerte Male auf Das Wild angeschlichen jeette. Tinser gewann Die Küche, Der AusgußDuft n-rDe heftiger unD ein unverDrosfener kleiner Wecker :^te ihm in Die Ohren. Frau Gieseke, Paula und das MannDerl schliefen schräg gegenüber in Der großen Stube; Diese Kenntnis hatte er von Dem redseligen Gieseke. Der Raum neben Der Küche, Der mit Dem offenen Fenster, war eine Art Aepfelkam- mer unD Aufbewahrungsort für Speisen. Tinser öffnete miüimeterroeife Die Tür zu Dieser Kammer; zum Glück knarrte sie nicht. Ein starker Geruch nach Aepfeln kam ihm entgegen. Nun war er Drinnen unD schob Die Tür langsam zu. Auch Das gelang. Aber unverschämt Düster war es hier unD Tinser wollte seine Taschenlampe nicht benutzen. Er versuchte seine Augen an Diese ägyptische Finsternis zu gewöhnen, bevor er Den nächsten Schritt unternahm. Plötzlich stieß sein Knie an etwas Hartes, Das einen scheppernDen Laut von sich gab: ein großes Kuchenblech, Das neben Der Tür an Der WanD lehnte. Schafskopf, titulierte sich Tinser ärgerlich und lauschte. Da knarrte ein Bett, ein Mensch fuhr scharf in Die Höhe unD eine HanD suchte nach Dem Lichtschalter. Es rourDe schlagartig hell, eine Frau saß aufgerichtet mit angftgeroeiteten Augen im Bett und starrte ihn an--Paula Gieseke. Es war schwer zu entscheiDen, wen in Dieser SekunDe Das größere Entsetzen erfaßt hatte: Das aus einent Dünnen Schlaf gerissene MäDchen Paula oDer Den auf Abwegen ertappten Mann Tinser. Dieser stanD mit hängenDen Armen bei Der Tür, feine Miene war bleich und versteinert, und ein Gefühl zuckte durch ihn hin. Das halb Scham, halb Verzweiflung war. Auf seiner Stirn glänzten winzige Schweißtropfen. Jetzt ist alles aus, konnte er geraDe noch Denken, und Dann setzte Das Denken aus. Paula starrte Den EinDringling noch immer lautlos an. Sie wollte schreien, aber ihre Stimme streikte. In ihren ersten Schreck mischten sich Unglaube unD Verwirrung. Ein fremDer Mann stanD mitten in Der Nacht in ihrem Zimmer, trug einen merfroürDige« Anzug unD Dieser Mann war Herr von Tinser. Was sollte man Daraus machen? „Was — was tun Sie hier?" kam es mühsam von ihren Lippen. Tinfer ließ pfeifend Den zurückgestauten Atem entweichen. Es Dünkte ihn wie eine Erlösung, Daß cnDlid) Worte fielen unD Dieses Anstarren unD Schweigen zerbrochen rourDe. Nun arbeitete auch sein Hirn roieDer, Das vorhin ausgesetzt hatte, unD Zwar mit Doppelter Tourenzahl. Lieber Gott, laß mich eine AusreDe finDen, irgenDeine, Die nicht gar zu dämlich klingt, betete er 'inständig. Er schluckte, wischte sich mit der Hand über die feuchte Stirn und stotterte: „Ich — verzeihen Sie — ich — ich bin wegen Ihnen gekommen!" Wieder Stille und Stummheit. Die Frau im Bett ließ die Hand vom Lichtschalter abgleiten, dachte angestrengt nach unD fragte schließlich ratlos: „Wegen mir? Wieso wegen mir?" „Ich will es Ihnen erklären. Sehen Sie, ich, ach, Das ist alles so schwer zu sagen, nicht wahr? Also, ich — Hebe Sie Doch, Fräulein Paula ..Er blickte verlegen zu BoDen. Sprich doch, Mensch, maßregelte er sich wütend. Die platzt ja vor Mißtrauen. Da mußt reden, irgendeinen Quaftch, der einleuchtend klingt, sonst schreit sie Das ganze Haus zusammen. Er räusperte sich. „In Seesham, nun ja in Seesham, da hätte ich Ihnen das natürlich auch schon sagen können, aber da war es noch nicht so weit. UnD letzthin war Der Bub Dabei; da ging es auch nicht. Ja und jetzt sind Sie doch schon Drei volle Tage hier und ick) habe es nicht mehr ausgehalten und ich mußte Sie sehen. Man ist eben halb verrückt, wenn es einen so erwischt hat", lächelte er entschuldigend. UnD im stillen Dachte er beschämt: Das ist ja eine hei Hase Schweinerei, die dir da in Der Eile eingefallen ist. Paulaus Augen gaben jetzt Den Mann an Der Tür frei und spazierten Die geblümte Be HD ecke entlang. Sie war jetzt ziemlich wach und ernüchtert. Aber was da rings um sie geschah, sah feinesroeg nach Wirklichkeit aus. Ein junger bildhübscher Mensch, ein Herr von Tinser, kam nächtlicherroeile in ihr Zimmer und machte ihr eine Liebeserklärung. Sie ließ Den Verdacht, Der ihr bis jetzt Das Herz abge- Drückt hatte, fallen. Dieser Verdacht hing innig mit Holls fonDerbarem Bericht zusammen, mit Vaters Mahnung, Die Wohnung gut abzusperren, und mit einem sorgsam gehüteten fremden Schlüssel; dieser Verdacht war im ersten Moment nicht von Der Hand zu weisen gewesen. Nun aber stieß Paula einen erleichterten kleinen Seufzer aus unD fanD es wunderbar, Daß Tinser kein Einbrecher war, fonDern ein etwas verrückter junger Mann, Der zu harmloseren Zwecken gekommen war und nun wie ein armer Sünder mit gesenktem Kopf an Der Türe stand. Paula hatte plötzlich Die Vorstellung von Rokoko, von GalanterieDegen unD nächtlichen Strickleitern unD stellte mit BefrieDigung fest, Dajj Die Liebe schon immer so außergewöhnliche Pfade gegangen war. Sie zog ihren ausgewaschenen Schlafanzug über Der Brust zusammen, strich Das Haar zurück unD fragte leise: „Wie sinD Sie Denn überhaupt hereingekommen?" „In Die Wohnung? Ach, Das war nicht schwer. Ein bißchen Kletterei an Der Buche draußen unD so. Habe ich Sie erschreckt?" lächelte er flott unD gefaßt. Er spielte mit feiner Baskenmütze, Die er abgenommen halle. „So? Nicht schwer? UnD wenn Ihnen nun etwas zugestoßen wäre? Wir wohnen Doch im Dritten Stock. Hat Sie jemanD gesehen? Gott, was find Sie für ein schrecklicher Mensch", klagte sie unD sah ihn besorgt an. Jetzt enDlich fiel ihr auch ihr guter Ruf ein. „Es ist ja nichts passiert. Na also. Es hat mid) auch keine Menschenseele erblickt. Sie müssen keine Angst haben. Ich bin ein guter Turner, ich bin auch schon oft in Den Bergen gewesen. UnD Unkraut ver» Dirbt nicht." Er war ein bißchen gerührt über ihrs Besorgnis. „Sie haben mit Dem ToD gespielt. Ich mag das nicht", sagte sie unD sah ihn streng an. Er schwieg. Ihr Herz pochte sehr stark unD sie meinte, man müßte Dies Pochen bis an Die Tür hin hören. Sie zog Die BettDecke mit einem Ruck bis unters Kinn unD flüsterte: „Ja, unD jetzt?" „Jetzt bin ich eben Da unD freue mich", erroiDerte Tmser unD kam langsam näher. „Dars ich?" Er setzte sich behutsam auf Die Bettkante unD streichelte ihre HanD. Teufel noch eins, er mußte Diese Rolls zu EnDe spielen, auch wenn sie ihm nicht behagte. Er mußte jetzt ein wenig plaudern unD Dann ver- schwinDen. An Das Später Durfte man nicht Denken. „Kommt Ihnen alles ein bissel verrückt vor, nicht? Aber Das Exzentrische liegt bei uns in Der Familie. Ein Vorfahr von mir hat bei Temesvar Die Türken verhauen, ein wahrer Berserker an Wut, zwei Ur- ururtanten waren Aebtissinnen in Stuhlweißenburg, Mama sammelte immerfort Vasen, etruskische, hellenische, tibetanische, einen ganzen Speicher voll, unD Papa hat einen Fimmel mit Mikroben. Eins Kusine von mir züchtet Chow-Chows, wissen Sie, Diese seltsamen HunDe. Na, unD ich muß mir eben Bewegung machen, auf die Berge kraxeln, in fremde Häuser steigen unD so. Letzteres natürlich nur, wenn mir eine Frau im Kops herumgeht. Wir sind schon eine geschlagene Familie. Noch böse?" Tinser fand, Daß er sich ziemlich gut benahm in Dieser unmöglichen Lage. Sie schüttelte langsam Den Kopf. Nein, sie war ihm keine Spur mehr böse, gar nicht. Wie lange hatte sie Das nicht mehr gehabt, Daß ein erwachsener JemanD nett zu ihr war! Seit Wilhelm Jost sie Damals mit Dem KinD hatte sitzen lassen, waren viele Jahre verstrichen, in Denen es nur sehr wenige Männer gegeben hat, und die nicht ernsthaft. Ihr ganzes Leben seither war eine einzige Sorge gewesen: wie bringe ich mich und das MannDerl Durch? UnD jetzt trat mit einem Male dieser flotte junge Mensch in ihr Leben und machte Wirbel und Aufruhr darin. Fortsetzung folgte Kaufmannsgehilfe mit seinen Leistungen gegenüber den Dekorateuren mit langjähriger Erfahrung eine Aussicht auf Erfolg haben könnte. Das Fachamt „Handel" in der Deutschen Arbeitsfront, in dessen Händen die Durchführung des Schaufesterwettbewerbs liegt, teilt hierzu mit, daß unbedingte Gewähr für gerechte Beurteilung der Leitungen jedes einzelnen gegeben ist. Es find, ebenso wie im Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen, acht Leistungsklassen geschaffen worden, die nach dem Alter der Teilnehmer und der Dauer ihrer beruflichen Tätigkeit gegliedert sind. Die Leistungsklasse 8 umfaßt z. B. nur die Chefdekorateure' und Betriebsführer. Man wird bei der Bewertung von einheitlichen Mindestforderungen für jede Leistungsklasse ausgehen, nach denen Die Punktzahl der einzelnen Leistung festgestellt wird. Jeder Teilnehmer soll sein Schaufenster nach bestem Können gestalten. Der berufliche Wettstreit mit seinen Arbeitskameraden wird ihn anspornen und neue Wege zur beruflichen Höchstleistung weisen. Betriebsappelle eröffnen die letzte WHW.-Sammlung. NSG. Die letzte Sammlung für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1938/39 führt die Deutsche Arbeitsfront durch. Es sammeln die Walter der DAF., die Warte der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Betriebsführer, Vertrauensmänner und Werkscharen. Die Sammlung wird mit Betriebsappellen in allen Betrieben des Gaues Hessen- Nassau begonnen, die am Samstag durchgeführt werden. Betriebsführer und -obmänner eröffnen hierbei die Betriebssammlung. Die Straßensammlung wird am 25. März von 16 bis 22 Uhr und am 26. März von 9 bis 22 Uhr durchgeführt. Die Sammler sind angehalten, diese Zeiten genau einzuhalten. Außerdem findet eine Sammlung in den Gaststätten statt. Das Sammelabzeichen besteht aus verschiedenen Blumen aus Bernstein. / Deutscher! Kennst du dein Volk? Weißt du, daß es 100 Millionen deutsche Volksgenossen gibt, von denen heute noch viele Millionen jenseits der Reichsgrenzen leben? Weißt du, daß Millionen Deutsche in fremden Ländern aller Erdteile deutsch denken und fühlen, deutsche Art sich erhalten wollen und treu an der Stammheimat hängen? Weißt du, daß Millionen Deutscher um ihres Volkstums willen verfolgt und geknechtet werden? Willst du, daß deine Brüder materielle und geistige Not leiden, ihrer Sprache und ihrer Habe beraubt roerbeu? Kann es dein Gewissen ertragen, daß deine Brüder im fremden Land sich einsam und im Kampf um Selbstbehauptung vom Mutterland verlassen fühlen, wie es leider jahrhundertelang gewesen ist? Willst du ihrer Liebe zur deutschen Heimat weiterhin mit Gleichgültigkeit begegnen und sie ihrem harten Schicksal überlassen? Wärest du dann noch ein Deutscher und ein Gefolgsmann des Führers? Nein! Du willst aber ein volksbewußter Deutscher sein und treu zu Führer und Reich stehen und an des deutschen Volkes Zukunft Mitarbeiten! Darum hast du den Wunsch, dich über das Schicksal deiner Volksgenossen im Ausland zu orientieren und deine Verbundenheit mit ihnen zu zeigen. Darum gehst du heute, Dienstag, abend in die Aula des Gymnasiums am Hindenburgwall, wo der Sudetendeutsche Willi B a l i k über „Kampf und Not des Auslandsdeutschtums" spricht. Modenschau im (Safe Amend. In der Form einer Gemeinschaftswerbung verschiedener großer deutscher Firmen fand gestern nachmittag, wie auch gestern abend, im Cafe Amend eine Modenschau statt, die in gleicher Art schon öfter in Gießen zu Gast war. Die Modensckjau bot einen universellen Ueberblick über die Arbeit der deutschen Bekleidungs- und der Texttl-Jndustrie, insbesondere auch auf dem Gebiete des anregenden Schaffens in der Form des Schnittmusterbogens. Die Zuschauerinnen, die sich in stattlicher Anzahl eingefunden hatten, wurden immer wieder darauf hingewiesen, daß es möglich ist, durch Nacharbeit der Schnittmuster in eigener Arbeit sich preiswerte und schöne Kleidung zu schaffen und dabei auch persönlichen Wünschen entgeqenzukommen. Die vor- geführten Modelle, etwa 125 an der Zahl, ließen erkennen, mit welcher Sorgfalt und mit welch geläutertem Geschmack die zuständigen Kreise der deutschen Wirtschaft im Dienste der Kultivierung der Frauenkleidung stehen, ohne zu vergessen, daß die Kleidung auch für den schmäleren Geldbeutel noch erschwinglich sein muß. Die vorgeführten Kleidungsstücke führten in zweckmäßiger Reihenfolge durch den Ablauf des Tages. Vom schönen Morgenrock bis zum elegantesten Abendkleid wurde alles gezeigt, was Frauen an Kleidung zu sehen wünschen. Frl. Annemarie Graf gab die notwendigen fachlichen Erläuterungen und unterhielt in den kurzen Pausen mit launiged Erzählungen. Im Zusammenhang mit der Kleidung wurde auch schöner Schmuck gezeigt. Die Zuschauerinnen folgten den Vorführungen mit Aufmerksamkeit und Dankbarkeit. Winterfest auf der Kohlmayralm. Der Deutsche Alpenverein, Sektion Gießen und Oberhessen, hatte sich für sein Winterfest am vergangenen Samstag im Saale des Gesellschastsver- eins einen Rahmen geschaffen, wie er stimmungsvoller nicht fein konnte. Durch Wald und über einen Wildbach hinweg erst gelangte man in den Saal, der zur Alm geworden war. Da stand in rechtschaffener Größe die Almhütte mit der kleinen Terrasse, und dahinter baute sich ein vielgestaltiges Gebirgspanorama auf. Grüne Girlanden schmückten außerdem den Saal. Selbstverständlich blieb es nicht nur bei der Dekoration im alpenländischen Stil, vielmehr kamen auch die Gäste in kurzer Wichs, im Wanderanzug, und die Mädchen und Frauen in Dirndl und in Wanderkleidern, so daß alles schön zusammen paßte. Nur die „Genagelten" mußte man mit Rücksicht auf den Parkettboden zu Hause lassen. Der Abend war ganz der kameradschaftlichen Unterhaltung und dem Tanz gewidmet. Die Kapelle spielte fleißig auf. Einen Höhepunkt des Abends stellte der Einzug der Trachtengruppe der Sektion Frankfurt a. M. des Deutschen Alpenvereins dar, die im Verlaufe des Abends nach den Klängen einer Ziehharmonika durch die Aufführung von bayrischen Volkstänzen zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Man sah figurenreiche Tänze, die mit viel Schwung und Temperament getanzt wurden und die ganze Urwüchsigkeit, die in solchen Tänzen verankert ist, zum Ausdruck brachten. Zwei achtjährige Buben beteiligten sich mit allem Ernst und Eifer an öen Tänzen und errangen durch einen hochdramatischen Watschentanz besonderen Beifall. Zwischen Unterhaltung und Tanz wurde eifrig dem echten Tiroler „Roten" zugesprochen, der von den Kellnern ausaeschenkt wurde, die sich durch ihren Auftritt in Hemdsärmeln und mit vorgebundenen Schürzen in den Charakter des Abends ein- ügten. Eine Verlosung mit schönen Gewinnen fand tarken Zuspruch. Der Abend brachte Stunden der Kameradschaft in heiterer Zwanglosigkeit. Die Musik (Kapelle Meudt, Wetzlar) spielte eifrig und gut und sicherte sich damit ein Verdienst um das Gelingen des Abends. Mit besonderer Freude hörte man den Alpenländler-Marsch von Dr. Leo K r a s - er, Gießen, den er auch selbst dirigierte. Gietzener Dochenmorktpreise. * G i e ß e n, 21. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte, 20 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse A 12%, B 12, C 11%, D 10%, Enteneier 12%, Weißkraut, % kg 12 bis 14, Rotkraut 14 bis 15, Karotten 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 16, Spinat 30 bis 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 1hn 12 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 40, wiebeln 12 bis 16, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 35 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, Aepfel, % kg 35 bis 45 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40, % kg 35 bis 40, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. Als Abschluß der Mannschaftskämpse des Fachamtes Turnen im Kreis 8 ermittelte am vergangenen Sonntag die Gauklasse die beste Vereinsmannschaft des Kreises. Im Saalbau Reinhardt in Wetzlar- Niedergirmes stellten sich drei Mannschaften und zwar Turnverein 1846 Gießen, Turnverein Sinn und Turnverein Großen-Linden den Kampfrichtern. Eibelshausen, Ewersbach und Wiescck waren infolge Krankheit und Urlaubsschwierigkeiten nicht angetreten. 1846 Gießen stellte die Turner Ludwig Herbert, Max Hardt, Hans Vogt und Hermann Gutbnb, Großen-Linden war durch Richard Seth, Karl Seipp, Heinrich Jung und Otto Weiß vertreten und Sinn hatte Hans Kreuter, Karl Swvboda, Ernst Reucker und Hermann Reuter für den Kampf aufgestellt. Die Leitung des Wettkampfes hatte Kreismänner- turnwart Reuter-Gießen. Geturnt wurde einMeun- kampf und zwar je eine Pflichtübung am Reck, Barren, Pferd seit, an den Ringen, einPflichtsprung am Längs- pferd und eine vorgeschriebene Bodenübung. Diese echs Hebungen wurden am Vormittag geturnt und zeigten Gießen mit 368 Punkten in Führung vor Sinn mit 362 Punkten und Großen-Linden mit 342 % Punkten. Die Kürübungen am Barren, Pferd und Reck wurden am Nachmittag im Rahmen einer Werbeveranstaltung, deren Träger der Turnverein Wetzlar- Niedergirmes war, geturnt. Vereinsführer Linden- truth begrüßte die Turner, den Ortsgruppenleiter und die Zuschauer; er hoffte, daß sich die Turner in Niedergirmes wohlfühlen und die zahlreichen Turn- reunde schöne Leistungen zu sehen bekommen. Kreismännerturnwart Reuter stellte die Mann- chaften vor und bedauerte, daß die anderen Vereine ncht erscheinen konnten. Er erläuterte die Art des Wettkampfes und gab bekannt, daß der Sieger im April gegen die besten Mannschaften der Kreise 7—12 anzutreten hat. Nun spielte sich ein sehr interessanter Kampf ab. Der Schützenverein Gießen hielt gestern im „Schützenhaus" seine gut besuchte Jahres-Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer, >W. Georg, brachte zunächst dem Führer des Volkes und Reiches d§n Treugruß dar und erstattete dann den Jahresbericht, aus dem u. a. hervorging, daß der Vereinsführer auf zwei weitere Jahre mit der Vereinsführung betraut wurde. Sodann wurde das Andenken des im Alter von 84 Jahren verstorbenen letzten Gründers des Vereins, Karl S t i e b e r , sowie des aktiven Schützen und Führerratsmitgliedes Willy Bette sowie dessen Vaters, des langjährigen Mitgliedes Franz Bette, geehrt. Im Bericht wurde weiterhin zweier Großveranstaltungen gedacht, und zwar des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau, bei dem die 'Schützen acht Siege errungen haben, so daß der Verein mit diesem Ergebnis mit an der Spitze des Gaues 12 (Hessen) steht — und der Feier des 60jährigen Be- tehens des Vereins. Gelegentlich der Jubiläumsfeier wurden die Kameraden Äug. K i I b i n g e r, Äug. Pascoe und Otto Schönau wegen ihrer großen Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Kameraden August Pascoe und Otto Schönau stifteten Ehrenbecher, die als Wanderpreise ausgeschossen werden. Den Kameraden Phil. Nicolaus und Franz Zeller wurde der Kreisehrenbrief für langjährige Tätigkeit im Führerrat überreicht. Nach einer Aufzählung der verschiedenen Schießveranstaltungen wurde den Kampfschützen, die fast alle Unterkreis- und Kreismeisterschaften errangen und sich bei den Gaumeisterschaften hervorragend beteiligten, Donk und Anerkennung gezollt. Für besondere Verdienste um den Schießsport erhielt Kamerad Otto Schönau die Gau-Ehrennadel. In dem vom Oberschießmeister Georg Schilling Dorgfctragenen Schieß-Äusschußbericht wurde das Jahr 1938 für den Schützenverein wieder als ein voller Erfolg gewertet. Die Schützen beteiligten sich erfolgreich beim WHW.-Schießen. Bei den F e r n w e t t k ä m p f e n konnte die Mannschaft im Kleinkaliber mit militärischem Anschlag den 24. Platz und mit der Wehrmannbüchse sogar den 18. Platz im Deutschen Schützenverband belegen. Bei den Unterkreismeisterschaften wurden in allen Klassen die Meisterschaften errungen. Einzelsieger im Kleinkaliber mit militärischem Anschlag und im gleichen Kaliber mit beliebigem Anschlag mit je 162 Ringen wurde Willy Schilling; Sieger im Wehrmann mit 242 Ringen wurde Heinrich Appel und mit dem Scheibengewehr mit 203 Ringen Georg Schilling. Beiden K r e i s m e i st e r s ch a f t e n siegten alle Teilnehmer in den belegten Klassen und errangen damit die Anwartschaft zur Teilnahme an den Gau- mersterschaftskämpfen. Die Mannschaft im Pistolenschießen errang hier das besondere Resultat, das der Sieger bei der Gaumeisterschaft nicht erreichte, nämlich 3576 Ringe. Kreismeister wurden in der Klasse. B Georg Schilling mit 154 Ringenr Klasse D Polizeibericht. Die Gießener Kriminalpolizei teilt mit, daß dieser Tage ein 27 Jahre alter Mann I. St. aus Bochum, der sich die wertvolle Uhr eines Arbeitskameraden angeeignet hatte und deshalb von der Kriminalpolizei Bochum gesucht wurde, hier erkannt und sestgenommen werden konnte. St. wurde dann in das Amtsgerichtsgefängnis gebracht. Außerdem wurde eine 36jährige Frau festgenommen, die vor einiger Zeit einen Diebstahl begangen hatte, damals aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden konnte. Sie mußte nun abermals festgenommen werden. — Die Kriminalpolizei teilt weiter mit, daß sich bei der Polizei 15 Fahrräder unbekannter Herkunft in Sicherstellung befinden.* ** Schulentkas s ung in d e r Oefsent- lichen Handelslehranstalt. Am Samstag wurden in der Öffentlichen Handelslehranstalt in Gießen die 5 Abgangsklassen, welche die Prüfungen abgelegt hatten, feierlich entlassen. Als Vertreter Der Industrie- und Handelskammer waren das Vorstandsmitglied Ho f m a n n und der Hauptgeschäftsführer Diplom-Kaufmann Kl em en tz erschienen. Nach einer Ansprache von Handels-Studiendirektor Dr. Kruse sprach in Vertretung des erkrankten Präsidenten Vorstandsmitglied Hofmann, um den Jungen und Mädel wertvolle Hinweise für ihren Lebensweg zu geben. Die Feier war durch Lieder und dem Gedanken an den Führer in der üblichen Weise umrahmt. Am Barren holte Sinn % Punkt auf, konnte am Pferd weitere zwei Punkte"erringen, so daß sich am letzten Gerät, dem Reck erst der Kampf entschied. Hier war Sinn um 4% Punkte besser als Gießen und hatte sich mit 1 Punkt "Vorsprung den Sieg erkämpft. Großen-Linden hatte wenig Glück und siel bei dem Kürturnen noch etwas mehr zurück. Als Abschluß zeigten Kreuter-Sinn und Herbert-Gießen ihre Kür- Bodenübungen. Die Siegerehrung leitete Kreisrnämzetturnwart Reuter mit dem Wort des Führers ein: „Leben ist Kampf, und wer nicht kämpfen will, der ist des Lebens nicht wert." 1. Sieger wurde die Mannschaft von Sinn mit 562% Punkten, 2. Sieger 1846 Gießen mit 561% Punkten, 3. Sieger Großen-Linden mit 531% Punkten. Beste Einzelkämpfer tvaren 1. Herbert-Gießen mit 161% Punkten, 2. Kreuter-Sinn mit 157% P., 3 Seth-Großen-Linden mit 153% P. Der Ortsgruppcnleiter würdigte beit Wert der Leibesübungen zur Erziehung eines wehrhaften und starken Volkes und schloß mit dem Gruß an den Führer. Die Ergebnisse. (Die Punktwertung der Pflichtübung ist jeweils zuerst genannt.) Reck: Sinn 60 — 69*/-; Gießen 56'/- — 65; Großen-Linden 56Vz — 64*/-. Barren: Sinn 59 — 657s; Gießen 61 — 65; Großen-Linden 53 — 627-. Seitpferd: Sinn 657- — 657-; Gießen 63 — 63%; Großen-Linden 58% — 62. Bodenübung: Sinn 597-; Gießen 607-, Großen-Linden 55. Ringe: Sinn 54; Gießen 59; Gr.-Linden 577-. Längspferd: Sinn 64, Gießen 66, Großen- Linden 62. Insgesamt: Sinn 5627- Punkte; Gießen 5617- Punkte; Großen-Linden 5317- Punkte. Karl Mootz mit 154 Ringen; im Wehrmannschießen Heinrich Appel mit 220 Ringen; beim Scheibengewehr Heinrich Appel mit 197 Ringen und mit der Scheibenpistole Georg Schilling mit 930 Ringen. Bei den Gau kämpfen errang die 1. Mannschaft in Klasse B den 3. Platz mit 601 Ringen, die 2. Mannschaft den 1. Platz mit 598 Ringen in der Klasse D. Mit der Wehrmannbhchse kam die Mannschaft nur auf den 2. Platz hinter Kassel, das mit 909 Ringen nur einen Vorsprung von 5 Ringen hatte. Hierbei erreichte Georg Schilling mit 236 Ringen einen guten 3. Platz. Mit der Schoiben- piftole errang die Mannschaft hinter Wiesbaden mit 3540 Ringen nur den 2. Platz mit 3485 Ringen. — Georg Schilling belegte hinter dem Gaumeister Dr. Wehner (Wiesbaden) den 2. Platz mit 940 Ringen, Heinrich Appel mit 933 Ringen den 3. Platz. Beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau errangen die Kampfschützen beachtliche Erfolge. Die Leistungen waren dabei um so höher zu bewerten, als 5000 Schützen an den Wettkämpfen beteiligt waren. Bei Städtewettkampf Gießen-Wetz-- lar-Marburg, der diesmal in Marburg aus- getragen wurde, errang die Mannschaft die Wanderkette mit einer Rekordleistung von 2195 Ringen zum vierten Male. Beste Einzelschützen waren Hch. Appel und Willy Schilling mit je 473 Ringen, Gg. Schilling mit 453, I. Krumpen mit 441 und Dr. Wilhelmi mit 383 Ringen. Beim Jubiläumsschießen anläßlich des 60jährigen Bestehens (verbunden mit dem alljährlichen Volksschießen) errang den Wanderpokal beim Gruppenschießen mit dem Wehrmanngewehr der NSKK.-Sturm 1/M. 147 Gießen, der ihn zum dritten Male errang. Den Wanderpokal im Kleinkaliber errang der Schützenverein Marburg mit 595 Ringen. Bester Einzelschüße in Wehrmann war W. Schilling mit 226 Ringen. Die besten Schützen im Kleinkaliber waren August Manegold (Marburg) und R. Koch (Gießen) mit je 158 Ringen. Beim Volksschießen errang Hermann Freund mit 35 Ringen den 1. Preis, ein von der Stadt Gießen gestiftetes Führerbild. Weitere Ergebnisse: Wehrrnannscheibe (175 Meter): 1. W. Scheid; 2. Heinz Heinen (Wetzlar); 3. Gg. Schilling. — Standmeister (175 Meter): 1. W. Georg; 2. Walter Leonhard, 3. Gg. Schilling. — Auflegemeisterscheibe (100 Meter): 1. W. Georg; 2. Herrn. Sauer 3. W. Metz. — Kleinkaliber (50 Meter): 1. G. Hartmann (Nidda); 2. I. Krumpen; 3. K. Nagel (Annerod). Beim Königsschießen errang der Vereinsführer Willi Georg zum dritten Male die Königswürde. 1. Ritter wurde H. Sauer; 2. C. Dreyer; die Krone erschoß sich W. Schwinn. Die Werner- Legler-Plakette sowie den Oberbürgermeister'Dr.- Keller-Becher errang W. Schilling. Die anderen Lecher errangem O. odjönau, H. Mangelsdorf, H. Appel, Gg. Schilling, W. Schilling Und außerdem Gg. Schilling einen Wanderbecher. Das Schießabzeichen des Deutschen Schützenverbandes erhielten Karl Meisenbach, Karl Mootz und W. Scheid. Nachdem noch Schatzmeister Weber den Rechen- chaftsbericht vorgelegt und der Hauswart Hammermann über den Besitz des Vereins referiert halle, wurden dem Vorstand und seinen Mitarbeitern em- timmig das Vertrauen ausgesprochen und damit die Entlastung erteilt. Im Anschluß an die Auslosung der Anteilscheine wurden Schießstandangelegenheiten besprochen. Zum Schluß konnte der Vereinsführer den Siegerschützen im abgelaufenen Jahr die Ehrenurkunden überreichen. Wirtschaft. Mein -Mainische Börse. Mittagsbörse Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 20. März. An der Börse bestand die Zurückhaltung in vollem Umfange fort, insbesondere die Kundschaft vlieb dem Geschäft nahezu völlig fern. Am Äktienmarkt bewirkten bei der herrschenden Geschäftsstille und mangeln-« den Aufnahmeneigung kleine Abgaben ein durchschnittliches Zurückgehen der Kurse um 0,50 bis 1 v. H., denen Besserungen nur vereinzelt und in kleinstem Ausmaß gegenüberftanöen. Don den Hauptwerken konnten sich IG. Farben mit 148 (148,13) gut behaupten, dagegen büßten Verein^ Stahl 1,25 v. H. ein auf 108, Mannesmann verloren 0,90 v. H. auf 108, und ebensoviel rückläufig waren AEG. auf 113 sowie Lahmeyer auf 111,40. Stärker gedrückt waren Gesfürel auf 131,50 (133) und Rheinmetall auf 128,75 (130). Sonst kamen vorläufig noch Schuckert mit 173,25 (174,25), Adler-- werke mit 105,25 (105,50), VDM. mit unverändert 180 und Zement Heidelberg mit 152,50 (152) zue Notiz. Am Rentenmarkt erfuhren die, Kurse bei kleinem Geschäft nur wenig Veränderung. Reichs, altbesitzanleihe jedoch 0,25 v. H. ermäßigt auf 129,75, Kommunal - Umschuldung bewegten sich zwischen 93,15 bis 93,20. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse behauptet, Frankfurter Hyp. Liquid. 0,25 v. H, höher mit 100,90. Stadtanleihen notierten unoerän« bert, hingegen ließen Industrie-Obligationen vor« wiegend leicht nach, etwas mehr 5 v. H. Hoesch auf 101 (101,40). Abendbörse weiter nachgebend. Bei Fortdauer der starken Zurückhaltung ergäbe« sich an der Abendbörse am Äktienmarkt vielfach weiter leichte Rückgänge, da etwas Angebot verblieb, aber anderseits kaum Aufnahmeneigung bestand. JG.-Farben ermäßigten sich auf den Berliner Stand von 146,25 (146,75), Mannesmann auf 107,25 (107,65), Deutsche Erdöl auf 122 (122,50), während Verein. Stahl mit 108,40 bis 108,50 ge« halten blieben. Sonst notierten u. a. Bemberg mit 120 (130), MAN. mit 139,50 (140), Daimler mit 131,50 (132), Demag mit 144 (144,25), Gesfürel mit 131 (131,50), anderseits RheimnetaU 129 (128,75), Hapag kamen nach Pause mit 57 (60,50) wieder zur Notiz. Behauptet lagen u. a. BMW. mit 146, Scheideanftalt mit 200, Metallgesellschaft mit 113,25. VDM. mit 180, Westdeutsche Kaufhof mit 101,25 und Licht und Kraft mit 128,75, sowie Bankaktien. Commerzbank 111,50, Deutsche Bank 118,50, Dresdner Bank 111: Am Renten markt gingen 6proz. JG.-Farben mit 121,13 (121), 4,5proz