Nr. 18 Erstes Matt 189. Jahrgang Samstag, 2(./$onntag, 22. Januar 1939 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei «.Lange in Sieben. Schristlettnng und SeschSfirftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrif1 nach vorh. Vereinbg.25°/^ mehr. GrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Eelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erlchemi täglich, auher Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen PostscheStonto: Sranffurt am Main 11688 )er Einzug her natto- wahren Triumphzug. I g u a l a i Die Stadt Jgualada liegt in hügeligem Gelände in einem Kessel und bietet reiche Verteidigungs- Möglichkeiten. Die Bolschewisten hatten sämtliche Zufahrt st raßen in großer Ausdehnung und Tiefe gesprengt und die Trümmer zu Schutz- w all en aufgestapelt. Auch sämtliche Brücken waren zerstört, so daß der Vormarsch der nationalen motorisierten Abteilungen auf große Hindernisse stieß. Am späten Nachmittag des Freitags lag die Stadt im Blickfeld der nationalen Truppen, die jedoch von einem sofortigen Sturmangriff absahen und die Stadt planmäßig einkreisten. Auf diese Weise gelang es, das östliche Ausfalltor, die Hauptstraße über Manresa nach Barcelona abzuschneiden. Die Bolschewisten begannen daraufhin die Stadt zu räumen und nach Süden in Richtung auf Villafranca zu flüchten. Jgualada wurde von der bekannten bolschwistischen Lister-Brigade verteidigt, die schwere Verluste erlitt. Gegen 23 Uhr war die Einnahme der Stadt in allen Einzelheiten vorbereitet. Dann drangen zunächst die nationalen Tankabteilungen ein, denen der Hauptteil der nationalen Armee folgte. Anschließend wurden sofort die Höhen nördlich und östlich der Stadt besetzt. Die Bevölkerung von Jgualada hatte während ber bolschewistischen Schreckensherrschaft be- sonbers zu leiden, da die Stadt zunächst das Hauptquartier des Oberbefehlshabers der katalani- vor den roten Bedrückern verborgen gehalten hatten. - - Jt eine der bedeutendsten Städte ber Provinz Barcelona. Sie zählt über 15 000 Einwohner und liegt an der Haupt st raße Saragossa — Barcelona, 45 Kilometer Luftlinie von Barcelona entfernt. Damit haben die Nationalen ihren bisher am weitesten nach Osten vorgeschobenen Punkt erreicht. Die Stadt hat bedeutende Lederindustrie, Gerbereien, Zementfabriken und eine altberühmte Textilindustrie, die und Obstbau gut vorankommen, und schließlich die schon fast afrikanische Landschaft Murcias und Andalusiens, wo in Berieselungsoasen Zuckerrohr und Dattelpalme unter glühender Sonne reifen, das sind Gegensätze, die auch auf die Bewohner nicht ohne Einfluß bleiben konnten und jenes Sonderdasein der einzelnen Landschaften begünstigt haben, das in der Gefchichte Spaniens so oft eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat. Wenn auch der Kampf gegen die Araber die verschiedenen christlichen Königreiche der Halbinsel einte, so blieb doch auch nach der Vereinigung unter den „katholischen Königen" Ferdinand und Isabella Ende des 15. Jahrhunderts der politische Gegensatz zwischen der Zentrallandschaft und den Randland- ichaften vor allem dort latent, wo zu den Unterschieden von Klima und Boden noch solche der Rasse, der Sprache und der wirtschaftlichen Struktur kamen, wie besonders in den baskischen Provinzen und Katalonien. Letzteres hatten nach Vertreibung der Araber im achten Jahrhundert die Franken erobert. Karls des Großen Sohn gründete die Spanische Mark, aber wenig später rissen sich die Katalanen vom fränkischen Reich los und gründeten die Grafschaft Barcelona, die 1149 durch Heirat an das Königreich Aragon fiel und mit diesem 1479 mit Kastilien vereinigt wurde, aber seine eigene Verfassung und viele Sonderrechte behielt, um deren Behauptung der Kampf mit der Zentralgewalt nie geruht hat, wobei die Katalanen auch vielfach nicht davor zurückschreckten, sich mit ausländischen Mächten gegen Madrid zu verbünden. So erhoben sie sich gegen Philipp IV., als dieser während des Dreißigjährigen Krieges in den Kampf gegen das machtvoll aufsteigende Frankreich Richelieus und Mazarins eingriff. Damals behaupteten sie sich lange gegen die spanischen Heere, bis 1652 die Eroberung Barcelonas dem Kampf ein Ende machte. Aber die katalanische Grafschaft Roussillon mit Perpignan, heute südlich Jgualadas besetzte die Arragon-Armee Prats del Rey sowie mehrere andere Orte süd- wegen ihres vorzüglichen Leinens in ganz Spanien guten Ruf genießt. In den späten Abendstunden des Freitag gelang es den Truppen General Pagues, die bedeutende Kreisstadt Vendrell zu erpbern. Vendrell liegt an der Straße von Tarragona nach Barcelona und ist nur noch 5 7 Kilometer von Barcelona entfernt. Die Stadt stellt einen wichtigen Knotenpunkt der Eisenbahn und Straßen dar. Außerdem besitzt Vendrell größere Hafenanlagen. Nordöstlich Ceveras konnte die Mae- strazgo-Armee zahlreiche Orte erobern. Im Abschnitt der SA. am 15. Januar in seiner Goslarer Rede angekündigte engere Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und SA. ihre grundsätzliche Festlegung erfahren, die in den zu erwartenden vom Stabschef der SA. mit den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile zu erlassenden Aus- f ü h r u n g s b e st i m m u n g e n die Definierung praktischer Einzelheiten bringen wird. In der gesamten SA. und darüber hinaus in der Partei wird die Nachricht von dieser Verfügung des Führers große Freude auslösen. In der SA. vor allem deshalb, weil nunmehr eine jahrelange mit aller der SA. eigenen Einsatzbereitschaft angefaßte Arbeit ihre Anerkennung und feste Verankerung in der w e h r p o l i t i s ch e n Gesamtausgabe des Staates gefunden hat. Das gute Einvernehmen zwischen der Wehrmacht des deutschen Volkes und dem politischen Soldatentum des Führers kann durch die vorliegende praktische Zusammenarbeit nur noch bestätigt werden. Es konnte bei allem nie einem Zweifel unterliegen, daß die SA., der stärkste und schlagkräftigste Arm der Bewegung, einmal zur Lösung einer Aufgabe herangezogen werden würde, deren Lösung ihrer ganzen Struktur nach eben nur mit der SA. und durch die SA. herbeigeführt werden kann. Die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung ist eine Angelegenheit, die in alle Schichten und Stände des deutschen Volkes hineingreist, die keinen wehrfähigen deutschen Mann ausläßt, ganz gleich, welche Stellung er im zivilen Leben einnimmt. Darum konnte — dem Erfordernis der Breitenwirkung entsprechend — die Organisationsform für die Wehrerziehung nur die schon bestehende, außer den praktischen auch die weltanschaulichen Voraussetzungen erfüllende Organifatton der SA. sein. Das SA.-Sportabzeichen, in seinen Anforderungen bereits ausschließlich auf Wehrsport abgestellt, ist, vom Führer zum SA.-Wehrabzeichen erhaben, die Grundlage aller kommenden vor- und nachmilitärischen Erziehung geworden, d. h. also: schon die Vorbereitung zum regulären Dien st mit der Waffe findet nach den Grundsätzen statt, auf die das SA.-Wehrabzeichen aufgebaut ist. Unter Berücksichtigung dessen, daß die Bedingungen, nach denen das SA.-Wehrabzeichen erworben werden muß, selbstverständlich den praktischen Anforderungen entsprechen müssen, die die Wehrmacht an ihre Die Stadl Zgualada von nationalspanischen Truppen erobert Noch 45 km bis Barcelona. — Oer erste Derieidigungsgüriel Kataloniens überwunden wurde der Ort Calafell, der bereits östlich Vendrells liegt und nur noch 14 Kilometer von Dillanueva y Geltru entfernt ist, eingenommen. Die Einnahme der beiden bedeutenden Kreisstädte Vendrell und Jgualada, die beide wichtige Verkehrsknotenpunkte sind, erleichtert den Vormarsch auf Barcelona in bedeutendem Maße. Die nationalen Truppen haben nunmehr das bergige Gelände hinter sich gelassen und rücken in die große Küstenebene von Villafranca ein. Erst unmittelbar vor der Stadt Barcelona treten die Berge wieder ans-Meer heran. Die nationale Front verlauft jetzt in gerader Linie und in 45 Kilometer Lange von Jgualada direkt südlich nach Vendrell. Nach einer Offensive von weniger als einem Monat legten die nationalen Abteilungen von ihrem Ausgangspunkt Lerida aus 94 Kilometer zurück. Sie haben den ersten Verteidigungsgürtel Kataloniens, auf den die Bolschewisten große Hoffnungen setzten, nach kurzem Kampf überwunden und bereiten sich zum letzten entscheidenden Schlag gegen Barcelona vor, wo sie von der Bevölkerung als Befreier erwartet werden. Roter Hilferuf in Paris. Der rotspanische Vertreter fordert von Bonnet Deffnung der Grenze. Paris, 20. Jan. (DNB.) Außenminister B o n - n e t' hatte eine Besprechung mit dem rotspanischen Vertreter in Paris. Wie der Matin berichtet, hat der rotspanische Vertreter erneut versucht, die Regierung Frankreichs zur Oeffnung der Pyrenäengrenze, mit anderen Worten also zu einer aktiven Einmischung zu Gunsten Rotspaniens zuzustimmen. Er hat dabei in beweglichen Klagen auf die verzweifelte Lagederrotspanifchen Truppen in K a - t a l o n i e n und auf die Schwierigkeiten hingewie- sen, die für die bolschewistischen Machthaber in Barcelona unabwendbar sind, wenn sie nicht auf dem Wege über die Pyrenäen Unterstützung bekommen. gültige Besetzung erfolgte gegen Mitternacht. Seit Freitag 16 Uhr waren in unmittelbarer Nähe der Stadt heftige Kämpfe im Gange. Die Sowjetspanier leisteten in Verständnis der Bedeutung von Jgualada verzweifelten Widerstand. Berlin, 21. Jan. (DNB.Funkspruch). Der Führer Hal, wie die Reichspressestelle der NSDAP, milleill, mit dem 19. Januar 1939 nach, stehende Verfügung erlassen: „In Erweiterung meiner Erlasse vom 15. Februar 1935 und 18. Wärz 1937 über den Erwerb des SA.-Sportabzeichens und die jährlichen Wie- derholungsübungen erhebe ich das SA.- Sportabzeichen zum SA.-wehrab- Zeichen und mache es zur Grundlage der vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung. Zum Träger dieser Ausbildung b e st i m m e ich die SA. Jeder deutsche Wann, der das 17. Lebensjahr vollendet hat. und den Vorbedingungen zum Ehrendienst mit der Waffe entspricht, hat die sittliche Pflicht, zur Vorbereitung für den Wehrdienst das SA.-wehrabzeichen zu erwerben. Die Jahrgänge der HI. sind ab vollendetem 16. Lebensjahr auf den Erwerb des SA.-Wehrabzeichens vorzubereiten. Die aus dem aktiven Wehrdienst ehrenvoll aus* scheidenden und dienstfähigen Soldaten sind zur Erhaltung, ihrer geistigen und körperlichen Kräfte in Wehrmannfchaften einzu- reihen und der SA. anzugtiedern, sofern sie nicht anderen Gliederungen der Partei (ff, NSKK., NSFK.) zur Sonderausbildung zugewiesen werden und in diesen ihre Wehrertüchtigung auf der Grundlage des SA.-Wehrabzeichens erfahren. Den Erfordernissen der Wehrmacht ist die Gliederung und Ausbildung Rechnung zu tragen. Der Stabschef der SA. erläßt die erforderlichen Ausführungsbestimmungen im Einvernehmen mit den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile. Er ist für die Durchführung allein verantwortlich. Die Dienststellen von Partei und Staat haben die $21. in dieser Erziehungsarbeit zu unterstützen und den Besitz der Urkunde für das SA.-Wehrabzeichen entsprechend zu bewerten. Gez.: Adolf Hitler.- ♦ Hierzu schreibt die national) osiali ft i s ch e Parteikorrespondenz: Mit dieser Verfügung des Führers hat die bereits vom Stabschef Innerhalb der Stadt wurden zwei fowjetruffifche Tanks und viel Kriegsmaterial erbeutet und zahlreiche Gefangene gemacht. Aus ihren Aussagen geht hervor, daß eine große Zahl der bolschewisti- stischen Bonzen bereits nach Frankreich geflüchtet ist. Ferner bestätigen sie, daß die Bevölkerung Kataloniens die endgültige Flucht aller Bolschewistenhäuptlinge und die Uebergabe der Macht an den Einwohnerrat von Barcelona erwartet, der die Absicht haben soll, sich sofort dem General Franco zu ergeben. Oie SA. Trägerin der vor- und nachmüilä'rischen Wehrerziehung. Ein Erlaß des Führers: Das SA.-Sportabzeichen zum SA.-Wehrabzeichen erhoben Wehrmannschasten werden den SA.-Einheiten angegliederi. L er r d a , 21. Januar (DNB.-Funkfpruch). Wie Ifaft vollständig in ber Stadt verblie - her o^ontberlchterftatter des deutschen Nachrichten- b e n. Danach gestaltete sich ber Einzug ber natio- buros meldet, wurde die wichtige Kreisstadt nalen Truppen zu einem wahren Triumphzug. Jgualada, die er,te größere Stadt der Provinz Die befreiten Einwohner eilten von allen Seiten Barcelona, m der Nacht zum Samstag von d e n herbei, umarmten die nationalen Soldaten und n.5}J i o n al e n Truppen erobert. Die end- schwenkten nationale Fähnchen, die sie jahrelang Soldaten stellt und auch die nachmilitänsche Aus- bildung durch die SA. nach den gleichen Richtlinien des SA.-Wehrabzeichens erfolgt, ist hiermit die Einheitlichkeit der Ausbildung durch alle Jahrgänge hindurch, von der Jugend bis ins höchste wehrfähige Alter hinein, gewährleistet. Die vormilitärische Ausbildung wird sich — wie schon bisher geschehen — neben dem Erwerb des SA.-Wehrabzeichens auf die Vorbereitung von Anwärtern für (5 p e 3 i a 11 r u p p e n = keile erstrecken, was weiterhin durch den zusätzlichen Erwerb der SA.-Reiter-, SA.-Nachrichten-, SA.-Pionier- und SA.-Sanitätsscheine erfolgen wird. Hierdurch wird eine von der SA. im Einvernehmen mit der Wehrmacht schon vor längerer Zeit geschaffene Einrichtung in ihrem Wert nachdrücklich unterstrichen. Während in der SA. s e I b ft das Prinzip der Freiwilligkeit selbstverständlich beibehalten wird, erfordert die nachmilitärische Ausbildung, schon um bei den einzelnen aus dem aktiven Wehrverhältnis entlassenen Soldaten im Gesamten einen Gleich st and der Ausbildung zu erhalten, eine V e r p f l i ch t u n g. In dem Erlaß des Führers heißt es deshalb, daß die aus dem aktiven Wehrdienst ehrenvoll ausscheidenden Soldaten in Wehrmannschaften einzureihen und der SA. anzugliedern sind. Ersaßt werden von dieser Bestimmung alle Angehörigen des Beurlaubten st andes, soweit sie neuzeitlich ausgebildet sind und d e r R e - ferne ober Landwehr angehören. Mit diesen vom Führer verfügten Maßnahmen vollzieht sich eine organische Entwicklung, auf deren Fortführung die SA. dank ihrer in den letzten Jahren geleisteten Arbeit und dank der praktischen Erfahrungen, die sie bei dieser Arbeit sammeln konnte, bestens vorbereitet ist. Die prakttsche Wehrerttichttgung, die in der vor- und nachmilitärischen Ausbildung liegt, finbet nach der theoretischen Seite hin in der SA. ihre Ergänzung in ber wehrgeistigen Erziehung, die nach wie vor die Grundlage wehrpolitischer Erfolge sein wird. In beiden Richtungen bahnbrechend gewirkt , zu haben, ist heute schon das Historische Verdienst der SA., das durch die nunmehr noch enger gestaltete prakttsche Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und SA. ein Grundpfeiler der Wehrkraft des deutschen Volkes für alle Zukunft sein wird. Der Marsch aus Barcelona. General Francos in den Weihnachtstagen des Vorjahres begonnene Offensive in Katalonien ist nicht zum Stillstand gekommen, wie man vielleicht hätte erwarten können, wenn die Kampftruppen der ersten Linie erschöpft sind und keine ausreichenden Reserven bereitgestellt werden konnten, um nach dem Durchbruch die Vorwärtsbewegung aufzunehmen und weiterzutragen. General Franco hat offenbar diesen kritischen Augenblick jeder Offen« sive vermieden durch Bereitstellung ausgeruhter Truppen, deren Angriffe den roten Milizen keine Möglichkeit des Atemholens lassen und durch ihren schnellen Vormarsch das Entstehen einer neuen roten Abwehrfront bislang verhindert haben. Wenn auch den Operationen Francos aus ber Ausdehnung der Etappe gewisse Schwierigkeiten für die Nachführung von Munition und Verpflegung erwachsen, die vielleicht das Einlegen einer Kampfpause notwendig machen werden, so sind diese Schwierigkeiten doch gering im Vergleich zu den Nöten der roten Verteidiger Barcelonas, deren Bewegungsfreiheit von Tag zu Tag mehr eingeengt wird. Die Hauptsorge General Francos ist, ob es ihm gelingen wird, zwischen Tremp und den Pyrenäen über den Segre vorzustoßen, um den roten Milizen die Rückendeckung der französischen Grenze zu nehmen, ihren Uebertritt nach Frankreich zu verhindern und mit dem roten Widerstandsnest in Katalonien restlos aufräumen zu können. Die Widerstandskraft ber roten Milizen, bie ja keineswegs mehr die wilden Haufen der ersten Kriegsmonate sind, sondern durch ausländische, vornehmlich sowjetrussische Offiziere geschult und zu kampffähigen Verbänden organisiert worden sind, hat sich überraschenderweise als recht gering herausgestellt, obwohl mit allen Mitteln ausgebaute starke Verteidigungsstellungen ihnen zur Verfügung standen und obwohl sie wissen, daß es bei der Abwehr dieser nationalen Offensive u m Barcelona geht, die Zentrale ber bolschewistischen Herrschaft in Spanien, deren Verlust macht- politisch wie moralisch nicht wieder aufgeholt werden könnte. Um so bemerkenswerter ist dies offensichtliche Ver- fagen der roten Front, als wohl in keinem andern Teil Spaniens ber Bolschewismus mehr auf Unterstützung aus der Bevölkerung heraus hat rechnen können wie gerade in Katalonien. Das liegt tief begründet in ber völkischen Eigenart, ber geschichtlichen Entwicklung und wirtschaftlichen Struktur dieser Landschaft und ihrem Verhältnis zum übrigen Spanien. Die iberische HalbttHel war im frühen Mittelalter in eine ganze Reche selbständiger Herrschaften aufgeteilt, verursacht durch die geographische Vielseitigkeit des Landes, deren Gebirgskämme die Bildung abgeschlossener Landschaften begünstigt hat. Klima und Boden hat sie sehr verschiedenarttg gestaltet. Kalte Winter, heiße und trockene Sommer mit starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht beherrschen bie kastilische Zentrallandschaft, ein wasser- und vegetationsarmes Hochland, aus dessen eintönig fahlem Graubraun unvermittelt die Mauern der altspanischen Städte Burgos, Salamanca, Valladolid aufragen. Hier und da zeugt ein breites, von Pappeln umsäumtes Flußbett, durch dessen Geröll sich im Sommer ein dünnes Rinnsal seinen Weg sucht, von der plötzlichen Gewalt der Wasser, die in den kurzen regenreichen Uebergangsmonaten alles grundlos machen. In den Feldzugsberichten vom spanischen Kriegsschauplatz der ersten Zeit ist oft davon die Rede gewesen. In denkbar schärfstem Gegensatz dazu stehen die durchweg vom Seeklima begünstigten Randlandschaften, mögen sie auch untereinander wieder beträchtliche Unterschiede auf« weisen. Das lebhafte Grün der Buchenwälder und Wiesen Galiciens und Asturiens im Nordwesten, die Eichen- und Kastanienhaine der baskischen Provinzen im Nordosten und Kataloniens, wo Wein- schen Armee, General P o z a s, war, danach Hauptquartier des Generals Hernandez Ara- ________ _ b i a und schließlich großes Hauptquartier des ro- lich von C a l a f.' Im Südabschnitt bei Vendrell ten Generalstabschefs General Rojo Die Be- wurden ferner noch Pontons, San Jeime, San Vi- völkerung hatte sich geweigert, dem Räumungs- eens dels Calders, Santa Oliva sowie einige andere befehl her Bolschewisten nachzukommen und war Orte von den Nationalen befreit. An der Küste als Mittelpunkt des Menschen- und Kriegsmaterial- schmuggels nach Sowjetspanien wieder in aller Munde, wurde damals an Frankreich abgetreten. Im spanischen Erbfolgekrieg zwischen Bourbonen und Habsburgern, der Spanien Gibraltar gekostet hat, standen die Katalanen auf Seiten Karls, des habsburgischen Thronanwärters. Ein französisches Heer erstürmte und zerstörte 1714 Barcelona und nach Friedensschluß hoben die Bourbonen die alte Verfassung Kataloniens auf, auch die meisten Sonderrechte gingen im Laufe der Zeit verloren. Aber Katalonien blieb ein Herd des Separatismus, der sich nach dem Sturz der Diktatur Primo de Riveras 1930 mit den Madrider Marxisten gegen das Königtum verband. Oberst Macia wurde Vorkämpfer für eine katalanische Autonomie, ihm blieb jedoch auch in der Republik der Erfolg versagt. Diesen nur aus der geschichtlichen Entwicklung verständlichen Gegensätzen, zu denen noch die Betonung der dem Provenzalischen ähnliche katalanischen Sprache und das Herausstellen der landschaftlich eigentümlichen katalanischen Kunst und Literatur kommen, entsprechen auch Gegensätze der wirtschaftlichen Struktur. Katalonien ist mit Kantabrien und den baskischen Provinzen das industriereichste Gebiet Spaniens. Seine Textil- und Eisenfabriken versorgten das ganze Land. Barcelona, mit 1,2 Millionen Einwohnern die volkreichste Stadt Spaniens, war auch zweifellos seine weitaus bedeutendste Handels- und Industriestadt, die mit ihrem pulsierenden Leben in den breiten Palmen- und Platanenalleen am Hafen, in dem Straßengewirr der Altstadt und in den parkartig aufgelockerten Vororten, die sich mit ihren vielen Bauten in dem phantastischen neukatalonischen Stil bis zum aussichtsreichen Tibidabo und anderen Höhen hinaufziehen, vor dem Bürgerkrieg dem Besucher das Bild außerordentlicher Betriebsamkeit bot, wie sie keine andere Stadt Spaniens aufzuweisen hatte. Die Schattenseite dieser wirtschaftlichen Blüte war die Zusammenballung großer Arbeitermassen, wie sie in diesem Ausmaß ebenfalls keine andere Stadt Spaniens kannte. So wurde Barcelona schon vor vielen Jahrzehnten Sitz des spanischen Marxismus in feinen radikalsten und gefährlichsten, den romanischen Ländern eigentümlichen Formen des Syndikalismus und Anarchismus, Spielarten, die ja auch während des augenblicklichen Bürgerkrieges immer wieder um die Macht im marxistischen Lager gekämpft haben. Moskau fand also hier leicht das Sprungbrett für die bolschewistische Revolution, die man mit Hilfe der Volksfront in Madrid und der Syndikalisten in Barcelona in Gang setzte. Von Barcelona, dem Sitz der roten Regierungsausschüsse aus, wurde bis heute der Kampf gegen Franco geleitet. Deshalb wird der Enderfolg der Franco-Offensive in Katalonien, der wohl kaum noch ernstlich in Frage steht, mag auch das Kriegsglück höchst wandelbar fein, dem Bolschewismus in Spanien einen Schlag versetzen, von dem es keine Erholung geben dürfte. Das wissen auch alle Kreise des Auslandes, denen an einer Konsolidierung der Verhältnisse in Spanien nicht gelegen ist, sei es aus ideologischen Gründen, weil für sie die Niederlage des Bolschewismus in Spanien gleichbedeutend wäre mit einer verlorenen Schlacht in ihrem Haßfeldzug gegen die autoritären Staaten, sei es aus machtpolitischen Gründen, weil ihnen ein starkes nationales Spanien als selbständige Mittelmeermacht höchst unbequem wäre. So ist die spanische Frage wieder zum Prüfstein geworden für die Völker, an dem es sich entscheiden muß, wer in dem neuen Geist des Münchener Abkommens entschlossen ist, stetig und zielbewußt mitzuarbeiten an dem Aufbau einer neuen europäischen Friedensordnung, die auch dann den natürlichen Lebensnotwendigkeiten der europäischen Nationen zu ihrem Recht verhelfen muß, wenn etwa machtpolitische Sondevinteresfen dem entgegenzustehen scheinen. Und was könnte im Geist von München selbstverständlicher sein als Spaniens Recht auf Selbstbestimmung seiner nationalen Zukunft? Aber es ist für den ganzen Verlauf des spanischen Bür- gerkrieges bezeichnend, daß die Nichteinmischungspolitik, auf die sich auch die westlichen Demokratien in London feierlich verpflichtet haben, immer dann prompt ins Wanken gerät, sobald General Francos Waffen einen Erfolg errungen haben, der die nationale Sache dem Endsieg näherbringt. Sofort setzen in Paris und London Volksfront und Opposition zum Sturm auf die Regierungen ein, um sie zum Eingreifen in Spanien zu veranlassen. Chamberlain wie Daladler haben bislang diesem Sturm standgehalten, aber mit welchen Mitteln man ihnen zusetzt, zeigt die enge Verknüpfung ideologischer und machtvolitischer Argumente, die die Parteigänger des Bolschewismus gegen die Nichteinmischungspolitik der Regierungen ins Feld führen. Der Hinweis auf das Schicksal Gibraltars ober die Verbindungslinien des französischen Imperiums bei einem Sieg des nationalen Spaniens führt auch Chauvinisten der äußersten Rechten, wie Keryllis in Paris oder Churchill in London, in das Lager der Bolschewisten freunde, die mindestens die Oeff- rrung der französischen Grenze zur Unterstützung der roten Verteidiger Barcelonas fordern. Mussolini hat in den römischen Besprechungen mit Chamberlain keinen Zweifel darüber gelassen, daß er sich nur so lange an die Nichteinmischungspolitik gebunden hält, wie sie auch von Frankreich und England beobachtet wird. Es ist auch ferner fein Zweifel möglich, daß Mussolini den in Paris mit einiger Nervosität erwarteten Eintritt in Verhandlungen über eine Neugestaltung des französisch-ita- lienischen Verhältnisses von der Bereinigung der spanischen Frage abhängig macht. Vielleicht ist das die heste Bürgschaft dafür, daß in London wie in Paris auch künftighin die nüchterne Ueberlegung und das europäische Deranttvortungsbewußtsein der leitenden Staatsmänner die Oberhand behält gegenüber dem aufgeregten Kriegsgeschrei der Kommunisten, Vazifisten und Chauvinisten, die in brüderlichem Verein sich zum letzten Sturm gegen den Sieg des Ordnungsprinzips in Spanien zusammen« finden. Dr. Fr. W. Lange. Schützengräben und Befestigungen in Barcelona. Bilbao, 20. Ion. (DNB.) Aus Barcelona eingetroffene Nachrichten besagen, daß die Roten in fieberhafter Eile innerhalb des Stadtgebietes Befestigungen, Schützengräben und Unterstände anlegen. Besonders die Stadteingänge und die hauptsächlichen Zufahrtsstraßen werden befestigt. Für diese Arbeiten müssen Frau en und Kinder Frondienste leisten, natürlich unter der Aufsicht schwerbewaffneter Sowjetschergen. Die Panikstimmung innerhalb der Bevölkerung ist durch diese Maßnahmen noch mehr gestiegen, da sie Kämpfe im Innern der Stadt befürchten lassen. Unser Außenhandel im Lahre 1938. kurzem zu beachtlichen Erfolgen auf dem Gebiete des Außenhandels geführt. Don unserer Berliner Schristleitung. Im Vorjahre ist der Welthandel weiter rückläufig gewesen. Die Ausfuhr Deutschlands, zu der noch ab 1. Oktober die des heimgekehrten Sudetenlandes kam, ist infolgedessen ebenfalls um 9 d. 5). gefunden, öie hat gegenüber 1937 um 531 Millionen Mark abgenommen, und zwar volumenmäßig, nicht wertmäßig, da für unsere Ausfuhr durchweg etwas höhere Preise als 1937 bezahlt wurden. Dagegen war die deutsche Einfuhr insofern billiger, als die Einkaufspreise im Ausland durchweg um 8 o. H. niedriger lagen als im Jahre 1937. Mengenmäßig wurden die Sätze des Vorjahres hier überall überschritten. Unser gesamter Einfuhrüberschuß beläuft sich 1938 auf 432 Millionen Mark, während wir 1937, natürlich noch ohne Ostmark und Sudetendeutschland, einen Aktivsaldo von 413 Millionen Mark aufzuweisen hatten. Das Jahr 1938 war für unseren Außenhandel insofern anormal, als die Krisenmonate das Aufnahmevermögen der Welt für deutsche Waren sehr verringerten, während Deutschland andererseits gezwungen wurde, nicht nur durch die Ländergewinne, sondern auch für andere Zwecke größere Plengen Auslandsware hineinzunehmen, Momente, die aber sich im gleichen Ausmaß nicht wiederholen dürften. Interessant ist nun, daß dabei weniger ein erhöhter Bezug an Rohstoffen den Ausschlag gibt, denn mengenmäßig nahm die Rohstoffeinfuhr nur um 4 v. H. zu, wodurch sich die verstärkte Produktion neuer Werkstoffe in Deutschland bemerkbar machte, sondern daß Halb- und Fertig- waren und planzliche Nahrungsmittel in erster Linie in Betracht kommen, nämlich mit einer Steigerung von 22,17 und 14 v. H. I Entgegen allen pessimistischen und sehr oft bös- ! willigen Behauptungen vorwiegend englischer ' Stellen ist Deutschland also kein schlechterer, sondern ein besserer Kunde der Weltwirtschaft geworden, und gerade jetzt hat der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w fest« । gestellt, daß durch die deutschen W o l l k ä u f e, die nach dem deutsch-südafrikanischen Handelsabkommen getätigt wurden, die Wollfarmer Südafrikas direkt vor dem Zusammenbruch gerettet wurden. Es ist nur natürlich, daß wir nur dort kaufen, wo man unsere Waren nicht diskriminiert, und daß mir die weltwirtschaftlichen Beziehungen nur auf der Basis der Gleichberechtigung pflegen können. In dieser Hinsicht hat i Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walther Funk ganz offen in b^r Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Vierjahresplan" gesagt, daß die Diskriminierung der deutschen Waren in ben USA. und die Hetze gegen die deutsche Politik uns veranlassen würden, andere Länder als Bezieherstaaten statt USA. zu suchen. Wir werden, so führt der Minister fort, „Ersatz für die Bestellungen in den Vereinigten Staaten sinden, und zwar bei den Balkanländern und der Türkei, die die naturgegebenen Aus- I tauschwirtschaften für Deutschland sind, weil sie durch die Steigerung ihrer Produktion durch erhöhte Bezüge Deutschlands und vermehrte Einfuhr deutscher Jnduftrieprodukte einer wirt» 1 schaftlichen Erstarkung und einer Verbesserung der Kaufkraft ihrer Bevölkerung und ihres Lebens- । standards kommen." E. S. Die Aufgaben -es neuen Reichsbankpräsidenten. Oer Führer an Funk und Schacht. Berlin, 20. Ian. (DNB.) Der Führer hat an Reichsminister Funk folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Minister! Ich nehme den Anlaß Ihrer Berufung zum Präsidenten der Deutschen Reichsbank wahr, um Ihnen zur Aebernahme Ihres neuen 'X Amtes meine aufrichtigsten Wünsche auszu- fprechen. Ls wird Ihre Aufgabe fein, 1. in Ihrer nunmehr die beiden wichtigen Refforts vereinigenden Stellung so wie bisher die unbedingte Stabilität der Löhne und der Preise sicherzustellen und damit der Mark ihren Wert auch weiterhin zu bewahren; 2. für den privaten Geldbedarf den Kapitalmarkt in erhöhlerem Umfange zu erschließen und zur Verfügung zu stellen; 3. die mit dem Gesetz vom 10. Februar 1937 eingeleitete Umgestaltung der durch den Dawes - Pakt der uneingeschränkten Hoheit des Deutschen Reiches entzogenen Dienste meinen aufrichtigsten und wärmsten Dank auszusprechen. Ihr Rame wird vor allem für immer mit der ersten Epoche der nationalen Wieder- aufrichlung verbunden sein. Ich freue mich, Sie in Ihrer Eigenschaft als Reichsminister nunmehr zur Losung neuer Aufgaben einsehen zu können. Mit deutschem Gruß Ihr Adolf Hitler. ♦ Zu dem Wechsel m der Reichsbankleitung schreibt der „Völkische Beobachter", daß durch die Ernennung des Reichswirtschastsministers Funk auch zum Reichsbankpräsidenten die Produktion und die Finanzierung eine weitere Stabilität erfahren. Die Berufung bringt in erster Linie eine weitere Kräftezusammenfassung für die in der nächsten Zeit gestellten Aufgaben. Mit der Vereinigung der beiden Aemter sind wesentliche Voraussetzungen für eine gesteigerte Kräfteentfaltung geschaffen. Reichsminister Dr. Schacht hat sich in seiner Eigenschaft als Reichsbankpräsident große Verdienste um den nationalsozialistischen Wiederaufbau erworben. Der Führer hebt in seinem Schreiben insbesondere hervor, daß sein Name für immer mit der ersten Epoche der nationalen Wieber- ausrichtung verbunden sein wird und daß er ihn in seiner Eigenschaft als Reichsminister immer zur Lösung neuer Aufgaben einsetzen kann. * Der Berliner Lokalanzeiger schreibt: Mit Schacht verläßt ein Mann die Reichsbank, dessen Verdienste unbestritten sind. An der F i n a n - zierung der Ausrüstung hat er hohen Anteil. Schacht wird jedenfalls in der Liste der Reichsbankpräsidenten als eine der Hervorragendsten Persönlichkeiten verzeichnet bleiben. Daß der Führer den Reichsminister Dr. Schacht zur Lösung neuer Aufgaben einsetzen wird, wird die Wirtschaft im Hinblick auf die lebhafte Aktivität Dr. Schachts sicherlich begrüßen. — Der neue Reichsbankpräsident Funk ist ein Mann der Theorie und der Praxis zugleich. Sein Herz verbindet ihn feit langer Zeit mit dem Nationalsozialismus, und sein praktischer Verstand hat chn erst vor Die Berliner Börsenzeitung stellt in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen über Funk dessen Rede vom 1. Juli 1938 in Stettin und hebt folgende Sätze besonders hervor: „Deutschland hält an der stabilen Währung fest, die durch eine sichere Produktionsgrundlage und f e st e Preise untermauert wurde und unerschüt- tert dasteht. Wir bieten der Welt die große Chance, auf der Basis dieser festen Grundlage mit uns neu aufzubauen. — Auch die Berliner Börsenzeitung zeigt in ihrer Würdigung der Derdienste Dr. Schachts sich sehr erfreut, baß dieser das Feld der großen Arbeit nicht verlassen werbe. Mit seinem Namen sei einmal die erfolgreiche Politik der stabilen Reichsmark von 1 9 2 3 bis 19 3 3 — mit einer kurzjährigen Unterbrechung — verbunden. Mit seinem Namen sei auch bas vom Auslanbe fälschlich sogenannte b e u tsch e „Finanzwunder" seit 19 3 3 verknüpft. Schacht sei nach dem Weltkriege ein Pionier der deutschen Kolonialforderungen gewesen und zugleich ein unsentimentaler Prediger für eine gesunde Finanzwirtschaft der öffentlichen Hand. Im Frühjahr 1938 sei ihm vielleicht sein größter Erfolg gelungen, die öffentliche Finanzierung auf den Weg eines wohlbedachten Scbleusensystems zu bringen, das durch die jetzige Personalunion zwischen RWM. und Reichsbank unter Walther Funk nur gefördert werden könne. Pin „Fieseler Storch" für Marssball Balbo. Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat dem italienischen Luftmarschall B a I b o als ein freundschaftliches Gegengeschenk ein Flugzeug „Fieseler Storck" überbringen lassen. Major v. Cramon, der Leiter der Attachegruppe Luft, hat es auf einem schwierigen Winterflug über Alpen und Apennin nach Rom geflogen. Auch bei diesem Winterflug hat der „Fieseler Storch" feine guten Eigenschaften wieder bewiesen. Selbst Landungen bei über 70 Zentimeter Neuschnee bereiteten keine Schwierigkeiten. Gleichzeitig mit dem Flug- zeug wurde ein Handschreiben des Generalfeld» marschalls an Marschall Balbo im Beisein des Luftattaches bei der deutschen Botschaft in Rom, Generalmajor Freiherr von Bülow, übergeben. Besonders herzliche Ausnahme fand der deutsche Flieger bei den italienischen Kameraden in Bozen, Trient, Verona, Bologna und Iesi. Londons Flugplatz Hendon unter Polizeischuh. London, 20. Jan. (Europapreß.) Die Flugzeugschuppen des Flugplatzes Hendon bei London sind am Freitagmorgen geräumt worden, da man Bombenanschläge befürchtet. In der Nacht zum Freitag hatte ein unbekannter Mann von einem Münzfernsprecher aus die Flugplatzleitung und Scotland Pard benachrichtigt, daß ein Akten- t a t größeren Ausmaßes auf den Flugplatz benot« stehe. Der Flugplatz und feine Umgebung wurden aus diesem Grunde seit Freitagmorgen durch st arte Polizeiaufgebote bewacht. Gleichzeitig sind sämtliche Gebäude des Flugplatzes eingehend untersucht worden, da man befürchtet, daß sich an irgendeiner Stelle eine Bombe mit Zeitzündung befindet. Bisher ist jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden. Die Vorsichtsmaßnahmen, die den Flugverkehr stark behindern, werden einige Tage andauern. Inzwischen hofft die Kriminalpolizei, das Rätsel lösen zu können. Polizeiliche Durchsuchung japanischer Hotels in Singapur. Singapur, 20. Jan. (Europapreß.) In Singapur, dem britischen Kriegshafen an der Straße von Malakka, haben polizeiliche Durchsuchungen in japanischen Hotels und Büroräumen stattgefunden. Gegen Mittag sperrte Polizei plötzlich die Straßen um einige japanische Hotels und um das japanische Jndustriebüro sowie die japanische Handelskammer ab. Die Gebäude wurden von Polizeibeamten nach Schriftstücken durchsucht. Dabei soll eine Reihe von Schriftstücken beschlagnahmt worden sein, über deren Inhalt die Polizei jedoch jede Auskunft verweigert. Insbesondere sollen der Beschlagnahme Schriftstücke verfallen sein, die sich im Be° damaligen Reichsbank zu einer der Souveränität des Staates bedingungslos unterstellten deutschen Rotenbank zu jenem Abschluß ■ W /, O® /-< 7 zu bringen, der den nationalsozialistischen Prinzipien entspricht. Mit deutschem Gruß Ihr Adolf Hitler. Der Führer hat an Reichsminister Dr. Schacht das folgende Schreiben gerichtet: Berlin, 19. Januar 1939. Sehr geehrter Herr Minister! Ich nehme den Anlaß Ihrer Abberufung vom Amte des Präsidenten des Reichsbauk- dlrektoriums wahr, um Ihnen für die Deutschland und mir persönlich in dieser Stellung in langen und schweren Iahren ekneut geleisteten Das Programm des ersten nationalsozialistischen Memeldirektoriums. Eine Unterredung mit dem Präsidenten Bertuleit. Memel, 20. Jan. (DNB.) Der neuernannte Präsident des Memeldirektoriums Willi Bertu - leit hat dem Gouverneur die Mitglieder des neuen Direktoriums benannt, und zwar die Memeldeutschen Sziegaud, Monien und Dr. Böttcher. Die Geschäftsübernahme erfolgt am Montag. Das „Memeler Dampfboot" veröffentlicht eine Unterredung mit Präsident Bertuleit, der darin das Programm des künftigen nationalsozialistischen Memeldirektoriums entwickelte. Bertuleit stellt zunächst fest, daß die seiterzeit gegen den Willen her Landtagsmehrheit eingesetzten litauischen Direktorien sich als Verfechter der Autonomie ausgegeben und versprochen hätten, aus dem Memeltzebiet ein Paradies zu machen. Man habe aber dabei an ein Paradies ohne Memel- deutsche gedacht und man habe das Statut im Sinne des jüdischen Kronjuristen Mandelstamm auslegen wollen. „Jetzt", so stellte Bertuleit fest, „haben die Memel deutschen das Heft in der Hand, und ihre Führung wird das Schicksal unserer schwergeprüften Heimat so gestalten, wie es den Wünischen der über 90 v. H. betragenden deutschen Mehrheit des Gebietes entspricht." Auf die Frage nach den hauptsächlichsten Wünschen der Memeldeutschen erklärte Bertuleit u. a., es fei nicht zu leugnen, daß auf kulturellem Gebiet ein Einlenken der litauischen Regierung zu verzeichnen sei, doch befriedige der gegenwärtige Zustand noch keineswegs. Das Schulwesen z. B. müsse und werde eine gründliche Neuordnung und eine weltanschauliche Ausrichtung erfahren. Die im Gebiet noch amtierenden aus Groß-Litauen importierten Lehrer, etwa 20 an der Zahl, werden von ihrer unmöglichen Rolle, Erzieher der memeldeutschen Jugend zu fein, befreit werden müssen. Der litauischen Filmzensur, von der auch nichts im Statut zu finden sei, werde beigebracht werden müssen, daß die deutsche Wochenschau und deutsche Kulturfilme nichts mit der Sicherheit des litauischen Staates zu tun haben den den Memeldeutschen ohne weiteres zugänglich sein müssen. In wirtschaftlicher Beziehung müßten vor allem die Folgen der statutswidrigen litauischen Eingriffe beseitigt werden, mit deren Hilfe man alle Wirtschaftszweige des Memellandes in eine politische und wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen suchte. Z. B. deckten die Preise für landwirtschaftliche Produkte in den für die litauische Zentralregierung abgeschlossenen Verträgen z. T. nicht einmal die Produktionskosten, so daß die memelländische Landwirtschaft im erschreckenden Ausmaß verschuldet sei. Bertuleit wandte sich weiter gegen die monopolähnlichen Vorrechte der halbstaatlichen litauischen Handelsgesellschaft e n , bie den einheimischen Handel benachteiligten. Diese Methode müsse im Sinne des Statuts und im Interesse eines normalen memelländischen Handels abgestellt werden. Zum Schluß erklärte der Präsident des Memeldirektoriums, daß die weitere Entwicklung eine feste Verankerung und Ausbreitung der nationalsozialistischen Weltanschauung im Memelgebiet gewährleiste. Bertuleit sicherte zu, daß er sich für die ungefähr 30 Memeldeutschen einsetzen werde, die immer noch i n litauischen Zuchthäusern sitzen, ebenso werde er die Klagen der beim litauischen Militär befindlichen Memeldeutschen prüfen. Brüx. 20. San. (DNB.) Auf der erften Ar- l n be- Aus aller Welt Wetterbericht Montag: Fortdauer viel nach den Methoden, mit denen man il So ähnlich argumentiert die amerikanische Presse. NSKK.-Obergruppenführer General der Infanterie Herzog von Coburg, der sich als Präsident der Permanenten Internationalen Frontkämpferkommission in Rom aufhält, ist zusammen mit dem Generalsekretär dieser Kommission, Dr. Casimir Smogorzewski, vom König und Kaiser Viktor Emanuel 111. empfangen worden. Kleine politische Nachrichten. Auf der Iahrestagung des Arbeitsausschusses für HJ.-Heirnbeschaffung am 23. Januar in der Berliner Krolloper sprechen Reichsinnenminister Dr. Frick und der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach über die Heimbeschaffung im vergangenen Jahre. P r u z i n s k y übertragen. Aus der Regierung ist der bisherige Unterrichtsminister Cermak ausgeschieden. Es verlautet, daß dessen allzu ra« bifolt urü) antitschechische Einstellung seinen Rücktritt bewirkt habe. An Stelle Cermaks wurde der Abgeordnete S i v a k ernannt Bereits anfangs Oktober wurde mit dem Auf- bau der Organisation der NSV. und dem WHW. begonnen. Bereits im November betrug die Kopfzahl der durch das WHW. Betreuten 1,1 Millionen. Im Dezember war diese Zahl dank der günstigen Entwicklung auf eine Million zurückgegangen. Die Straßen- und Eintopfsammlungen brachten äußerst zufriedenstellende Erfolge. So konnte das Sudetenland selb st bis zum Jahresschluß 4 606 667,05 Mark für das WHW. auf- bringen. Die Leistungszahlen des WHW. im Sudetengau bis 31. Dezember sind kennzeichnend für die harte Not, der weiteste Kreise anheimgefallen Von amtlicher französischer Seite wird bestätigt, die französische Regierung habe der Regierung der Vereinigten Staaten die Erlaubnis zur Schaffung einer Luftverkehrslinie zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten erteilt Die Genehmigung gelte für sechs Monate und für höchstens vier Flüge in der Woche. Verhandlungen über den Abschluß eines endgültigen Vertrages, der auf strenger Gegenseitigkeit beruhen soll, Hollen in Kürze eingeleitet werden. für Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche und besondere Heime für Mütter und Säuglinge sollen neu entstehen. Bis jetzt geschaffen und in Betrieb genommen sind: 412 Hilfsstellen „Mutter und Kind", 210 Kin- offenöar völlig kopflos gefahren, denn er will die Marschkolonne gar nicht gesehen haben. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Großfeuer äschert vier Wohnhäuser ein. In Endingen, einem der Hauptorte des Kaiserstuhls, brach ein F e u e r aus, dem vier Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden zum Opfer fielen. Der Funkenflug gefährdete bei dem starken Winde auch die alte St.-Martins-Kirche. Die Feuerwehren konnten den Brand schließlich beschränken. Sieben Familien mit rund 30 Personen, die ihre Habe eingebüßt haben, sind obdachlos. Ltmfaffender Einsatz der NGV. im Gudeiengau Ein erster Leistungsbericht. — Lm ersten Vierteljahr 60 Millionen zur Linderung der schwersten Not. fitz von drei fapanischen Angestellten der SW- mandschurischen Eisenbahn befunden hätten. Die drei Japaner seien ausgewiesen worden. Die neue slowakische Regierung. as will eigentlich Amerika?" Reichspropagandaminister Or. Goebbels zum antideutschen Hetzfeldzug in den Vereinigten Staaten. Sie kann die Ergebnisse und Erfolge des Nationalsozialismus nicht mehr abstreiten. Sie kann nur noch einwenden: „Ja, mit Gewalt!" Ihr erscheinen die Opfer zu groß, die die deutsche Oeffentlichkeit für diese Ergebnisse und Erfolge hat aufbringen müssen. Das deutsche Volk allerdings steht da auf einem anderen Standpunkt Es weiß, daß es eine Reihe von Einschränkungen auf bestimmten Gebieten hat auf sich nehmen müssen, damit das Werk des nationalen Aufbaues überhaupt möglich wurde. Die amerikanische Oeffentlichkeit, saturiert im eigenen Besitz, platzend vor Reichtum, Wohlstand, De- vifen, Goldbarren und Rohstoffen, kann sich überhaupt keine Vorstellung davon machen, wie es einem intelligenten, fleißigen und tapferen Volk zumute ist, das überall diese Hilfsmittel nicht verfugt und trotzdem leben muß. Wie dem aber auch fei, mir sehen mit tiefer Besorgnis der weiteren Entwicklung entgegen. Das Judentum klatscht natürlich immer Applaus, wenn es gegen Deutschland geht. Es erhebt sich nur die Frage, ob das amerikanische Volk sich dem I u - dentum zuliebe in eine unfruchtbare Feindschaft zum Deutschen Reich und vor allem zum deutschen Volk hineinhetzen lassen soll und darf. Und dagegen protestieren wir. Das ist nicht notwendig und auch nicht zweckmäßig. Wir haben nichts gegen das amerikanische Volk einzuwenden. Wir kennen und respektieren seine politischen Anschauungen und seine inneren Verhältnisse, obschon wir in diesem ober jenem anders verfahren und handeln würden als das in Amerika der Fall ist. Wir glauben daher mit Fug und Recht beanspru- dien zu dürfen, daß die amerikanische öffentliche Meinung Deutschland gegenüber die- nischen Volkes darstellen, so versagt einem dieser Tatsache gegenüber überhaupt die Sprache. Was soll das heißen? Wo ist jemals der amerikanische Präsident in der deutschen Presse persönlich angegriffen worden, wo jemals gegen die führenden Männer Amerikas ein beleidigendes Wort gefallen? Wir haben uns hier höchster Zurückhaltung be- sleißigt, obschon mir allen Grund gehabt hätten, in diese oder jene innere Angelegenheit der Vereinigten Staaten von Nordamerika hineinzureden. Nun sind wir der Ueberzeugung, daß das USA.» V o l k mit dieser Angelegenheit überhaupt nichts zu tun hat. Soweit es sich gegen Deutschland einstellt, ist es lediglich ein Opfer dieser Kampagne. Diese Kampagne selbst aber wird betrieben von gewissen und skrupellosen internationalen Weltoerhetzern, die zum Teil aus außenpolitischen, zum Teil aber auch aus allzu durchsichtigen i n n e r a m e r i k a n i s ch e n Gründen Deutschland herausfordem. Es liegt uns fern, den kritischen Ausstellungen, die die amerikanisch-jüdische Presse an innerdeutschen Verhältnissen glaubt vornehmen zu müssen, inneramerikanische Verhältnisse gegenüberzustellen. Es genügt, am Rande zu vermerken, daß Deutschland, Das oevisen- und rohstoffärmste Land der Welt, nicht nur nicht über Arbeitslosigkeit, sondern geradezu über A r - beitermangel klagt, während demgegenüber Nordamerika eine Arbeitslosenziffer von elf bis zwölf Millionen zählt und dabei eines der oevisen- und rohstoffreichsten Länder der Ader selbst diese Kontrastierung zieht beim größten Teil dieser Hetzpresse nicht. Sie kann zwar die Tatsache nicht ableugnen, sie stellt sich aber auf den Standpunkt, daß selbst der Erfolg hassens- und verachtenswert ist, well die Methoden, mit denen er herbeigeführt wurde, Haß- und Verachtung verdienten. Das heißt nun, die Dinge geradezu auf den Kopf stellen. Die sieben Millionen Menschen, die in Deutschland durch den Nationalsozialismus wieder zu Arbeit und Brot gekommen sind, fraaen nicht viel nach den Methoden, mit denen man ihnen Arbeit und Brot verschafft hat. Wer die Methoden beschimpft, mit denen positive und durchschlagende Ergebnisse erzielt werden, der verfährt nach jenem bekannten Witz, nach dem auf einer Straße zwei Straßenarbeiter mit wenig Fleiß und Betriebsamkeit bemüht sind, einen Pflasterstein aus dem Boden herauszuschlagen. Ein Passant, der eine Zeitlang zuschauend danebensteht, ergreift yanz spontan eine Hacke und schlägt den Stein mit einem Schlage heraus. Worauf der eine Arbeiter zum anderen sagt: „Ja, mit Gewalt!" waren. 13 644 000 kg Kartoffeln und 6 068 970 kg Lebensmittel waren noch Weihnachten zur Verteilung gekommen. Weiter wurden 1 072 413 Kohlengutscheine für je 50 kg, 2 100 000 Wertgutscheine je 50 Pf. zur weiteren Beschaffung von Lebensrnitteln ausgegeben. Für bedürftige Kinder wurden während der Schulzeit über eine Million Frühstücksportionen und an alte und alleinstehende Männer und Frauen täglich 40 000 Essensportionen verteilt. Auf dem Weihnachtstisch bedürftiger sudetendeutscher Volksgenossen lagen außer der Sonderzuweisung des Führers 54 397 durch (Eigen- aufkommen gesammelte und 150 890 aus dem Altreich zur Verfügung gestellte und selbstgepackte Lebensmittelpakete. Zur Volksweihnacht wurden 170 000 Kinder beschert. Zur Beschaffung von Säuglingswäsche wurden 1 481 062 Mark aufgewendet. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember erforderte die ganze Hilfsaktion im Sudetenland den gewaltigen Betrag von 59 793 271,44 Mart. In diesem Betrage sind die Sonderaktionen der NSDAP, nicht enthalten. Als Grundlage für d i e Arbeit der NSV. für Mutter und Kind sollen folgende Einrichtungen getroffen werden, um das Wort des Führers in die Tat umzusetzen, daß es in wenigen Jahren kein rachitisches Kind im Sudetenland mehr geben dürfe: 1000 Hilfsstellen „Mutter und Kind", dis in jeder Ortsgruppe eingerichtet werden. 600 T a g e s st ä t t e n für die Betreuung der Kinder aus kinderreichen Familien oder Familien mit schlechten Wohnungsverhältnissen; Kindergär- t e n, die in jeder größeren ländlichen Gemeinde eingerichtet werden sollen; Erholungsheime Zweifaches Todesurteil für einen Verbrecher an der Volksgemeinschaft. Cham (Bayerische Ostmark), 20. Jan. (DNB.) Das So nd e r ge richt für ben Bezirk des Ober« landesgerichts Nürnberg tagte in Cham, um die im Juli 1937 und im Februar 1938 in Pemfling bei Cham verübten verbrecherischen Anschläge auf den Stützpunktleiter Hauptlehrer Schmidt, den örtlichen S A. - F ü h r e r Henlein und den G e n d a r m e r i e - Ob e r w a ch t in e i st e r Alt von Pemfling zu sühnen. Wegen zweier Verbrechen gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechts- fnedens, eines versuchten Verbrechens des Mordes, eines Vergehens gegen das Schußwaffengesetz und wegen Sachbeschädigung wurde der 60 Jahre alte Michael Schlamminger von Elsing zweimal zum Tode und unter Einrechnung einer früheren Gefängnisstrafe zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 3Ve Jahren verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Der 57 Jahre alte Georg Meier aus Kreuth wurde wegen Beihilfe unter Anrechnung einer früheren Strafe zu einer Gesamtgefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Die Beweisaufnahme ergab, daß in der Ortschaft Pemfling durch die Predigten des Pfarrers Kolmmer eine überaus gespannte Atmosphäre geschaffen worden war, aus der allein heraus sich eine Erklärung für das Zustandekommen der verbrecherischen Anschläge finden ließ. Die Beweiserhebung führte zu einer klaren Ueberfiihrung der Angeklagten. In der Urteilsbegründung wies der Vorsitzende auf die Schwere des Verbrechens hin, das gegen Repräsentanten der Partei und des Staates bewußt verübt wurde. Der Täter konnte in Schlamminger einwandfrei festgestellt werden. Solche Verbrecher aber hätten in unserer Volksgemeinschaft keinen Platz mehr, weshalb die Todesstrafe habe ausgesprochen werden müssen. Mt dem Lastauto in die Marschkolonne: Zwei lote, sieben Schwerverletzte. Auf der Landstraße Mannheim — Feudenheim uhr ein von einem Achtzehnjährigen gesteuertes Lastauto in eine Marschkolonne. Zwei Soldaten wurden auf der Stelle getötet, sieben cf) m e r verletzt. Der am Steuer sitzende 18jäh- rige Sohn eines Feudenheimer Gemüsehändlers ist Berlin, 21. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels beschäftigt sich im „Völkischen Beobachter" mit der Haltung Amerikas Deutschland gegenüber. Es heißt in dem Aufsatz unter anderem: Seit dem 30. Januar 1933 ist das Dritte Reich Gegenstand des Spottes, des Hasses, der Lüge und der Verleumdung fast in der gesamten amerikanischen Presse, vor allem in ihrem jüdisch bestimmten Teil. Seit dem 10. November 1938 hat sich diese Hetze nun ins Unermeßliche gesteigert. Die amerikanische öffenlliche Meinung, vor allem soweit sie jüdisch bestimmt ist, befleißigt sich dabei einer gänzlich unerträglich en Einmischung in unsere innerdeutschen Verhältnisse. Sie glaubt, aus der Sicherheit ihres fernliegenden Kontinents heraus Deutschland gegenüber eine Methode anwenden zu dürfen und zu können, die unter zivilisierten Staaten sonst gänzlich unmöglich und ausgeschlossen ist. Wenn beispielsweise der amerikanische Innenminister Ickes am 19.Dezember 1938 öffentlich erklärte, daß ein Amerikaner eine Auszeichnung aus der Hand eines brutalen Diktators nicht annehme, der mit derselben Hand Tausende von Menschen beraube und quäle, da der Verlecher den Tag als verloren ansehe, an dem er kein neues Verbrechen gegen die Menschheit begehen könne, so ist das eine Redeweise, die gelinde gesagt, bisher im Verkehr unter Staaten, die normale Verhältnisse untereinander aufrecht erhalten, gänzlich ungewohnt ist. Wenn der stellvertretende amerikanische Außenminister Welles auf den daraufhin seitens Deutschlands erhobenen Pro- test zur Antwort hat, daß die Aeußerungen von Ickes die übereinstimmende Ansicht des überwiegenden Teiles des amerika- Lufttemperaturen am 20. Januar: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 21. Januar: morgens 6,1 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum heute nacht 5,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends 7,3 Grad; am 21. Januar: morgens 6,8 Grad. — Niederschläge 0,3 mm. Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauvtschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 -EL- Umbildung des belgischen Kabinetts. Brüssel, 21. Jan. (DNB.) Die feit vier Tagen geführten Verhandlungen für die Umbildung des belgischen Kabinetts sind abgeschlossen worden. Es bestätigt sich, daß der Umfang des Kabinetts von 11 auf 14 Ministerposten erweitert wird. Die Erhöhung der Zahl der Ministersessel kam dadurch zustande, daß die beim Regierungsantritt Spaaks ausgefallenen Ministerien für Landwirtschaft und Gesundheit wieder eingerichtet werdpn. Ferner verzichtet Ministerpräsident Spaak auf bas Amt des Außenministers, das der frühere liberale Ministerpräsident und Onkel Spaaks Janson übernehmen wird. Das neue Kabinett Spaak setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident: Sv aal; Inneres: Merlet (Sozialdemokrat); Aeußeres: Paul Emil Janson (früherer Ministerpräsident, liberal); Finanzen: Janssen; Oeffentliche Arbeiten: Bal- th azar (Sozialdemokrat); Arbeit: D ela ttr e (Sozialdemokrat); Wirtschaft: B a r n i ch sozialdemokratischer Senator); Unterricht: Dierck; Gesundheit: I e n n i s s e n (liberaler Abgeordneter); Verkehr: Marck (Katholik, christlicher Demokrat); Kolonien: de Vleeschauwer; Justiz: van Dieveet (Katholik); Landwirtschaft: d'Aspre- ment-Lynden (katholischer Senator); Verteidigung: General Denis. Neu eingetreten sind damit die Minister Janssen, Barnich, Jennissen, van Dieveet und d'Asprement-Lynden. Die Volksgruppen bei den polnischen Gemeindewahlen. Warschau, 20. Jan. (Europapreß.) Bei den im Laufe des Januars vorgenommenen Gemeindewahlen in Polen erhielten in 166 Wahlbezirken im Kreise Luck (Südostpolen) die Ukrainer die Mehrheit der zu besetzenden Sitze in den Gemeinde- röten. Insgesamt wurden 2471 Gemeinde röte gewählt, darunter 1348 Ukrainer, 864 Polen, 155 Deutsche und 52 Tschechen. Bemerkenswert ist auch das Ergebnis der Wahlen in der Provinz WNna, auf die bisher Litauen Anspruch erhoben hat. Die litauische Minderheit konnte aber nur 1890 von insaefamt 24 750 Gemeinde- Vertretern erringen. Anteilmäßig nimmt daher die litauische Minderheit 7,6 v. H. der Gemeindesitze in dieser Provinz ein. In den meisten Fällen konnte die Wahl selbst entfallen, weil sich die Ortsbewohner auf eine Einheitsliste geeinigt hatten. proteststurm gegen die Verleumdung der italienischen Waffenehre. ' Mailand, 20. Jan. (Europapreß.) In Italien mehren sich die Proteste gegen die Verleumdung der Ehre und Tapferkeit der italienischen Soldaten und Matrosen durch französische Zeitungen. Die Blätter veröffentlichen ganze Spalten entrüsteter Protestschreiben von Kriegsteilnehmern. In ver- schiedenen Städten wurden Maueranschläge angebracht, in denen das Vorgehen der französischen Presse der Verachtung preisgegeben und bas italienische Heer und die Flotte verherrlicht werden. Eine von der Mailänder Bevölkerung ergriffene Initiative zur Sammlung für die Heimschaffung der Gebeine der bei Blingy und am Chernin des Dames gefallenen Jtalie- n e r wird vom „© io male d' Italia" lebhaft begrüßt. Die Zeitung betont, das undankbare und feindliche Frankreich, das feine Mission verraten habe, dürfe nicht länger die Gebeine der italienischen heldenhaften Gefallenen beherbergen. Die Frauen Roms, die während des äthiopischen Feldzuges ihre Trauringe dem Vaterland opferten, würden sicherlich dem Mailänder Vorgehen restlos zusttm- men und gleichfalls eine Sammlung Aur lieber« führung der italienischen Gefallenen in die Heimat veranstalten. selbe Achtung und denselben Respekt zur Schau trägt. Wir sehen auch nicht ein, zu welchem Ergebnis eine solche Auseinandersetzung führen soll. Was verspricht sich eigentlich Amerika da- von? Glaubt es etwa nach den Methoden des Großen Krieges Deutschland aushungern zu können? Jede wirtschaftliche Zwangsmaßnahme hat ihre Awei Seiten. Sie schlägt nicht nur den, gegen ben sie angewendet wird, sondern auch den, der sie anwendet. Davon wissen wahrscheinlich die tune« Kriim&nl ls*qu* 1^1 Wtlt I ■ ■ Husten u.Heiserke'* rikanischen Baumwollfarmer, die auf ihren nicht verkauften Baumwollballen sitzen bleiben, heute schon ein Liedlein zu fingen. Es wäre also an der Zeit, zu Ruhe und Besonnenheit zu mahnen. Die amerikanische öffentliche Meinung befindet sich offenbar auf einem Irrweg. Nichts würde ihr mehr tunlich sein als wieder zu den alten bewährten Methoden der internationalen Höflichkeit und Wohlerzogenheit zurückzukehren und Deutschland gegenüber eine Verfahrensweise anzuwenden, wie sie unter Kulturstaaten üblich ist. Angesichts eines Verhältnisses, das der von Juden bestimmte Teil der öffentlichen Meinung in Amerika Deutschland gegenüber offen anzustreben gewillt ist, betonen wir nochmals in aller Eindringlichkeit die Kurzsichtigkeit und Unzweckmäßigkeit eines solchen Verfahrens und werfen vor der ganzen Welt mit allem Ernst die Frage auf: „W a s will denn eigentlich Amerika?" Mit der Verstärkung der vom Attantik aus-- gehenden Wirbeltätigkeit haben sich neue Vorstöße warmer Meeresluft aus subtropischem Gebiet eingestellt. Sie brachten auch bei uns wieder Temperaturanstieg und Steigerung der Unbeständigkeit. Ein Abschluß der Wirbeltättgkeit ist vorerst noch nicht zu erkennen. Vorhersage für Sonntag: Unbeständig und weitere Regenfälle. Milde lebhafte Winde aus südlichen Richtungen. Vorhersage für Montag: Fortdauer her unbeständigen, zu Niederschlägen neigenden milden Witterung. Prag, 20.Jan. (Europapreß.) Der Präsident der Republik hat nach der Demission des bisherigen Kabinetts Tiso bei Eröffnung des ersten autonomen slowakischen Landtags nun dem Vorschlag des slowakischen Landtaas-Präsidiums entsprechend die .. , - — neue slowakische Landesregierung er- beitstagung des Amtes für Volkswohlfahrt der nannt. Es ist dies die dritte Regierung der auto- ^©1)21^. im Gau Sudetenland in Brux gab nomen Slowakei. Mit ihrer Führung wurde wie-1 Relchsoberrevifor Hauptamtsleiter Ianowfky herum Abgeordneter Dr. Tiso betraut her gleich-!e,nen ”e.rrl£^t über hie von der NSV. im Sudeten- zeitig bas Amt eines Innenministers versieht Ver- £au Leistete Arbeit. Gleich nach dem Einmarsch kehrsminister Dr. D u r c a n s k y und Justizminister Wehrmacht rollten hie Lrnansporte her NSV. Vanco übernehmen wieder ihre bisherige Sofien. Reichsgrenze. 162 Feldküchen Aus dem Geschäftsbereich des Wirtschaft^ministe- >t,cr Küchen her Wehrmacht unb Polizei nums wurden die Finanzangelegenhei-! verabfolgten in der Zeit vom 1. Oktober bis 4. No- t e n in einem eigenen Ressort zusammengefaßt, mit Dem£er glich 205 000 Essenporttonen. Insgesamt dessen Führung her bisherige Wirtschaftsminister 6 956356 warme Esten ausgegeben. In Te p l an lky betraut wurde. Das nach Ausschei- Zeitabschnitt verteilte hie NSV. an die düng der Finanzangelegenheiten verbliebene W i r t- j o^ursttgen Sudetenbeutschen rund 754 000 Brote schafts-Ressort würbe bem Abgeordneten Dr.19 634 000 Kilogramm Lebensrnittel. Für Brot, ~ ~ ■ - Lebensmittel unb bie Verpflegung burch bie Feldküchen wurden insgesamt rund 13 Millionen Reichsmark aufgewendet. Der Aufwand für die jur Verteilung gelangten Kleidungsstücke betrug in diesem Zeitabschnitt rund 30,5 Millionen Reichsmark. dertagesstätten sowie eine Anzahl Säuglings- und Jugenderholungsheime. Weiterhin ist mit der Ge- währiing von Ernährungs- und Milchbeihilfen für werdende Mütter, Wöchnerinnen und Kleinkinder sowie mit der Ausgabe von Nährmitteln für Kleinkinder begonnen worden. Für diese Zwecke und für Entbindungshilfen, Barunterstützungen, Möbelhilfe, Stellung von Haushaltshilfen und Wohnungsfürsorge ist ein Betrag von 1 545 425 RM. zur 93er- fügung gestellt worden. Zur Durchführung einer umfassenden Bettenhilfe wurden 2,1 Mill. RM. bereitgestellt, 10 000 Bettgestelle wurden bisher in Auftrag gegeben. 2000 Urlauber, verdiente Männer der Partei, wurden im Wege her Hitler-Freiplatz-Spende i n F a mi li e nfreiste 11 en ins Altreichgeschickt. 543 Mütter fuhren zur Erholung i n NSV. - Heime ins Altreich, 65 648 Kinder sind bis jetzt in 78 Sonderzügen der Reichsbahn : ~ Familienfreiplätze für mehrere Wochen ins Altreich gefahren. Das ist fast ein Drittel der gesamten schulpflichtigen Kinder des Gaues. 2 0 fahrbare Zahnstationen sollen .. sonders in den Notstandsgemeinden eingesetzt werden, da 95 v. H. der Schulkinder zahnkrank sind. Weiter Hat die NSV. Vorbereitungen zur Gründung einer >,Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose im Sudetengau" getroffen; den Vorsitz hat Gauleiter Henlein übernommen. »dien I I Vertreter Mita «aslomet mit besten Zeugnissen bei gutem 27-3-ZiDißr- Lohn ges. [ 0364 Kreuzvlatz 3 I. Mietgesuche""| 1 Fakturlsten Tüchtige, fachkundige [Stellenangebote ferner weibMer Lehrling lür Kontor gesucht. Jüngerer Vsrkäuter 0353 a. d. G. A. Kratitahrer [451D sucht 2 tüchtige Krafisahrzeug- schloffer WetieWfe Wille Kontoristin Perfekte Dreher gesucht 268D Hollmann-Werke, Wetzlar Achtung! sucht. [ 45eD Gietzen. 4110 DertalM Kaufmännischer LEHRLING Fleißiges von Großhandlung per 1. April gesucht. Selbstgeschriebene Angebote mit Zeugnisabschriften unter 470D an den Gieß. Anz. temltioh Stadttheater Junges, gewandtes Joh. Hintz, Friedberg, Bahuhofstr. 311 Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften unter 423D an den Gießener Anzeiger erbeten. Leistungsfähige Spezialfabrik sucht zwecks provisionsweisem Verkauf von Salmiakvastillen, Eukalyptus - Menthol - Gummi- Bonbons, Weingummi usw. einen für Uniformen, Grob- u. Kleinstück, gesucht. 0311 Tüchtiges, solides W. ADPel, Kranfahrzeugreparatur Kaiserallee 49 Telefon 4067 Großhandlung stellt zu Ostern intelligenten kaufmännischen Beamtenwitwe sucht kleine 3-Zimm.-Wohn. od. 2 gr. Zimm. m.Zub.od. Teilwohn. m. Kü- chenben. b. einz. Dame z. l.März od. später. Schr. Angeb. u. 0336 a. d. Gieß. Anz. Eine, kleine Mansarden- Wohnung an alleinst.Dame zu vermiet. [0313 Schubertstr. 4. m. Tischchen, fast neu, zu verk. 0347 Wo? sagt d. Ge- schüftsst. d. G.A. Ladeneinrichtung fast neuwertig, billig z. verkauf. Näheres in der Geschäftsst. des Gieß.Anz. 437D Zimmer und Küche an alleinst. Frau sofort z. vermiet. Näherest, d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. lo34s oder Frau täglich bis nach dem Spülen gesucht. Zu ertragen im Gieß. Anz. 424D Neustadt — Ecke Bahnhofstraße. 435 0 Gebrauchter Mit. MlliMen zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 0322 a. ö. G. A. 3-Ziimii.-Wohny[ig zum 1. Febr. zu vermieten. Schr. Angeb. 11. 0335 a. d. Gieß. Anz. Heiteres Spiel von Hch. Spoerl. Preise: RM. 0.40-2.10. Polstermaterialien - Großhandlung sucht zum baldigen Eintritt Nette Wester- wülderin (23 I.) sucht zum 1. 2. ZiloerWen: 1 Federrolle, 50 Ztr. Tragkr., 2 Kastenwagen, Einspänner, 1 Häckselmasch., fast neu, 1 Wende-Pflug, patent.,l 0328 1 Häufel-Pflug, mit Jäter, 1 Kummet,70 cm (neu) bill.z.verk. Kirchenvlatz 3 p. sofort gesucht. Saushalts- anslösung! Weg. Todesfall Mbel und Gebrauchs- gegenstände zu verkauf. 0521 Hitlerwall 47 p. mit guter Schulbildung, evtl. Handelsschule. Schriftliche Angebote unter 404 D an den Gieß. Anzeiger. Zimmer oder möblierte Mansarde (IjungerMann undl jungesMäd- chen) gesucht. Handgeschriebenen Bewerbungsbrief mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften an Sg.Phil. Gall AG., Zigarreufabriken. Gießen 459° Gut erh., preiswert zu verkauf.: RadioaDDarat Telef., Gleichstr., Tevvich (2,5 mal 3,5), Beleucht.- Körver, Kinder- Badewanne, mehrere Bilder, Ofenvorsatz. 0357 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. G.A. 20—22.30 Uhr Außer Miete! Zu ganz kleinen Preisen Die große Sil- vestenPremiere ttWiM ein. Gesuche mit Zeugnisabschriften unter 0354 an den Gießener Anzeiger erbeten. Großhandlung sucht für sofort tücht., jüngere 1 Verkäufer- Wochen-Uebersicht: Montag, 23. Januar, 20-22 Uhr Zweit. Orchesterkonzert. Dienstag, 24. Jan., 20-23 Uhr DieTänzerinfr'annyElßler Mittwoch, 25. Jan., 19.30-21.30 Uraufführung: Berenize. Freitag, 27. Jan., 20bisn.23 Uhr Aida. Samstag, 28. Jan., 20—22 Uhr Zum letzten Male: Flachsmann als Erzieher Sonntag, 29. Jan., 11 30—12.30 Zum Tag der Machtübernahme: Ulrich von Hatten. Sonntag. 29. Jan., 19—22 Uhr DieT&nzerinFannyElßlei* Junges fleißig. Halbtagsmädchen Suche eine 4-5-3immer- MllllNg mit Bad, zum 1. Febr. od.spät. Schrift!. Angeb. unter 0280 an den Gieß. Anz. Halbtagsmädchen od. tücht. Lauffrau f. 1. Febr. gesucht. l 0309 Kaufmann, Frankf.Str. 5II. Gnt erhalteuer AM 2 SMkiW 1 GeWlk 1 Cutaway und 1 Sommeranzug für kl. mittlere Figur zu verkaufen. I 0 356 Löberstr. 10 p. 2-3immer WoQnung zu vermiet. [0317 Walltorstr. 39. Versetzungshalb, verkaufe ich: 1 Sofa 1 Schreibtisch I Dauerbrandofen Rodheimer Str. 29 I. [440D 2/2 steuerfrei, 500 ccm Triumvb-Rad mit Beiwagen zu verkauf. [0345 Fliegerhorst Gießen, Abt.: Kraft. Schuhen. Sonntagsdienst fürAerzte Arzt: Dr. Nohl, Neuen Bäue 27. Fernspr. 4241. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Adam, Liebigstr. 17. ■Leine Zeugnisse in Urschrift 1 erobern nur Zeugnis, abichrtften dem Br- werbungSichretben bet- legen i — Lichtbilder unoBewerbungSunter- %gen müften zur Ber- metdung oon Aerlusteu auf Der Rücheite Na» men und dlnfdjrift veS Bewerbers tragen! Von hiesigem Fabrikbetrieb für BiichhallunguöilKorFespondeBZ tüchtige jüngere Kraft per sofort eventl. auch später gesucht. Desgleichen ein jüngeres Mädchen für Büro- und sonstige Hilfsarbeiten gesucht. Schriftl. Angebote unter 0363 an den Gießen. Anzeig, erbet. 2 gut erhaltene w- WönkAv zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0341 an den Gieß. Anz. Gesucht wird dieser Artikel! Ganz groß ist d. Verkaufserfolg! Äoir (Glyzerin), das vollkommene Hautpflegemittel in Dosen 25 und 60 Pf., in Tuben 50 Pf. Wer übernimmt den Verkauf für ein bestimmtes Gebiet. Näheres durch: 0353 I. Janson, Rosbach (Sieg). 3^-4-M- Bohnung zum 1. März od. 1. April gesucht. Schr. Ang. unt. 427D a. d. G.A. Ruhige 3-Zimmerwohnung Nähe Ludwigs- platz, v. ruhigem Mieter, 3 erw. Personen, zum 1. 3. 39 od. spät, gesucht. Schriftl. Angeb. u. 0303 a. d. Gieß. Anz. Möbliertes, sehr schönes, großes sonniges [ 0299 WUMM u. kl. Schlafzim. mit Balkon und kl. Küche an 1 od. 2 Pers, nbzugeb. Klinikstr. 22 II. Tüchtiger Lastkraftwagenfahrer stadtkundig, ge- Goliatb Lieferdreirad 400 ccm, fast neuwertig, geschl. Kasten, verkauft geg. bar Petillon Rodheim Bieb- ür Herren-Bekleidung u. Manu- akturwar., welcher möglichst auch dekorieren kann, zum 1. Avril 1939 gesucht. Schriftl. Angebote unter Nr. 397D an d. Gießener Anzeiger. Umstände halber 2 Beiten UNd l^lürgoröerobe zu verkauf. 429D Gießen, Gr. Steinweg 21 Wegen Erkrankung meiner 90115' ongeftellten suche ich baldigst tüchtigen Ersatz. 42oDFrau Metz, Settersweg 71. M 25eitentlppn neu, passend für Ford BB verkauft I 46sD Jörn, Beetboveustr. 4. Wiese im Heegstrauch, 3000 qm, und Garten am reckt. Lahnufer, 418 qm, zu verkauf. (0339 Fritz Euler, Hammstratzel6, Telephon 2095. Zum Festlegen von Kochvorträgen auf dem Lande suchen wir: IMotorradiahrer mit Führerschein I, III u. IV. Bedingungen: Absolute Zuverlässigkeit, flink, redegewandt, Verhandlungstalent mit Bürgermeistern und Wirten — unabhängig. Geboten wird: Festes Gehalt, Spesen, Aufstiegsmöglichkeit. Schriftliche Angebote unter 0320 an den Gießener Anzeiger erbeten. Tüchtiges Mädchen gesucht. I393D Gasthaus „Zum Lamm“ Horst-Wessel- Wall 7. Lehrmädchen (gute Turnerin od. Sportlerin) stellt ein [43sD Snort-Zerndt Mädchen für halbe Tage gesucht. Zu erfr. i. d. Geschäftsst. d. G. Anz. 10353 Aelteres Wtspferö mittelschwer, Fuchswallach, steht z. Verkauf, weil überzählig, bei Christ. Fay, Grüningen, Nollstr. 12. 10262 19 b.geg. 22Uhr Außer Miete! Zu kl. Preisen! Die lustige Witwe Operette von Lehär. Preise: 336D RM. 0.80-2.60. zwmi mit Kammer und Kücke zu vermieten. Schr. Ang. unt. 0343 a. d. G. A. as kochen kann, nd Hausarbeit mit übernimmt, gegen hob. Lohn zum 1. März für Geschäftshaushalt gesucht. Schriftl. Angeb. unt.373Dan den 'Gieß. Anzeiger. Schneiderin außer dem Hause gesucht. Schriftl. Angeb. u. 0351 a. d. Gieß. Anz. 2 Simmet davon 1 evtl, als Küche, in besser. §^ause u. guter age, z. vermiet. Schr. Ang. unt. 0350 a. d. G. A. Alte Hamburger Firma der Mineralölbranche sucht unt. günstigen Bedingungen tüchtig. Sevivstev der in Verbraucherkreisen best. eingeführt ist, für den Verkauf hochwertiger Industrie- und Autoöle. Angebote erbeten unt. H. G. 10221 an Ala, Hamburg 1. Großhandlung | sucht kaufmännischen Verkaufe zwei trächtige^ angekörte Ziegen mit guter Milchleistung. [422D Dietrich, Hattenrod, Gießen-Land. Aelteres, alleinstehendes Win oder Frau zu leichter Mithilfe im Haushalt (Putzfrau vorhanden) zu älterem Ehepaar für ganze oder halbe Tage ges. Schr. Ang. unt. 457D a. d. G.A. der beim Süßwaren- und Lebensmittelgroßhandel, sowie sonst.Groß- verbrauchern nachweislich bestens eingeführt ist für den Platz Gießen und Umgebung. Gefällige Angebote unter Nennung von Referenzen unter D. 0.12086 (410V) an den Gießener Anzeiger erbeten. Zwei miftelfdjwere Diethe wegen Aufgabe des Betriebes zu verkaufen. [0352 Ostheim bei Butzbach, Bachgasse 6. Verkaufe eine 4jährige Warmblot- Starombuchslute Frankenback, Post Wetzlar,029g Dorfstraße 62. Hauptversammlung Samstag, 28. Januar 1939/ 20.30 Uhr - bei Kobel. [449D MNW Küche, Bad, ab Februar 0. spät, von ruhig. Ehepaar (Universitäts-Assistent) gesucht. Schriftl. Angeb. u. 0326 a. d. Gieß. Anz. Kirchliche Anzeigen. (G. = Gottesdienst, KG. = Kindergottesdienst, HG. - Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. = Hauptgottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. Sonntag, 22. Januar. Stadtkircke. HG. 9.30, Becker, KG. Mark. 11, Becker, AG. 17, Schmidt. Johanneskirche. HG. 9.30, Mili- tärgern., Schubring, KG. 11, Joh. Milit., Ausfeld, AG. 17, Liz. Wiß- mann, Bibelbesvr. 20, Trapp. Friedhofskavelle. HG. 9.30, Traum, KG. 10.45, Traum. Petruskavelle. HG. 9.30, Trapp, KG. 10.45, Trapp. Mittwock, 25. Jamlar. Stadtkircke. AG. 20, Becker. Donnerstag, 26. Januar. Johanneskircke. Johannessaal, Bioelstunde 20, Ausfeld. Sonntag, 22. Januar. Alback. G. u. Ehristenlehre 12.30. Garbcnteich. G. 13. Hausen. G. 10. Heuchelheim. HG. 10, KG.I. Abt. 11, KG. II. Abt. 13. Kirchberg. @.10, KG. 11. Klein-Linden. HG. 10, KG. 11. Lollar. KG. 13, G. 14. Steinback. G. 10. Wieseck. HG. 9.45, KG. 11. Evang. Stadtmission, Löberstr.14. S. 22. 1. Andacht 8.30, S.-Sch. 13.30, Evang.-Vortrag 20.15. - Mittw. 25. 1. Allianz-Bibelstunde 20.30. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. 22.1. Erbauungsstunde 9.45, Predigt 10.30. - Mittwoch, 25. 1., Gebetsstunde 20.30 (Saal: Löberstraße 14). Bavtistengemeinde, Gartenstr. 13. 22. 1> KG. 11, Predigt 16. Reuavostol. Gemeinden Gießen, Händelstr. 1, Ederstr. 13. S. 22. 1. G. 9.30 u. 15.30. - M. 25. 1. G. 20.30. Tie Christengemeinschaft, Frankfurter Str. 13. S. 22.1. Akenschen- weihehandlung 10; Eine Evan- gelienbetracktung v. Liz. Rob. (Ooebel 11.30. Bund freikirchlicher Christen, Gr Steinwea 4, H. 22.1. Bibelstundi 15.30, Jugendstunde 20.30. - Mittw. 25. 1. Bibel- u. Gebet- stunde 20.30. Mädchen, 21 I., m. höh. Schuld., sucht Stelle als Haustochter Gute Zeugnisse vorh. Schr. Ang. unter 0334 an den Gieß. Anz. junget wimm der an Ostern auslernt, sucht Stellung m. Kost und Logis. Schr. Angeb. u. 0324 a. d. Gieß. Anz. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugn sse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurcherweitertesWissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift: „Aus der Natur“ Hugo BermühlerVerlag Berlin-Licht 2 Melde Bausparhrief (Wüstenrot), über 30000,— RM., zu verkaufen. Schr. Ang. u.434Oa.d.G.A. Adler- Favorit sehr gut erhalt., neu ausgeschliffen, gut bereift, steuerfrei, wegen Geschäftsaufgabe preiswert abzugeben. Wo? sagt d. Geschäftsstelle d. G. Anz.l 447D kmtiW 200 Kilo Ladegewicht, Vier- Etagenhöhe, Fabrikat Weißmüller, Frankfurt, in mein. Geschäftshause,Schanzenstraße 5, günstig z. verkauf. [o346 Anfragen an Rudolf Nowack, Gießen, Friedensstr. 49, Kugelberg. Stellt zum Servieren 11. etwas Hausarbeit, am liebst. Saison-Stelle in Bad-Nauheim. Schriftl. Angeb. unter 0302 an den Gieß. Anz. 1 gesucht. [455D Hindenburg- ’.l wall 181. ucli-Yertreter für den Teilzahlungsverkauf gesucht. - Große Kollektion in Herren- und Damenstoffen günstige Bedingungen u. Preise. Nur eingeführte Herren wollen sich melden. Fritz Korte, Breslau 1 Schlesiens größt. Privat-Tuchversandhaus 2-3-5lminet- MllW evtl. Mansarde, in gutem Hause, Altbau, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 408D an den Gieß. Anz. Suche zum 1. od. 15. Februar eine l-2-3immet- WWlW zum Preis von 30,- RM. Schr. Angeb. u. 0361 a. d. Gieß. Anz. [Stellengesuche! Bilanzsicherer BmBitn (35Jahre,verh.), sucht z. 1. April ausbaufähige Dauerstellung (evtl, auch Beteiligung). Schriftl. Angeb. unter 0352 an den Gieß. Anz. 2 WllMMliMII für prakt. Kochvorführungen auf dem Lande werden sof. eingestellt. Nicht unter 30 Jahre. Fleißige, redegewandte Damen mit Wandergewerbeschein erhalten: 50.- Reichsmark Garantie p. Woche freie Autofahrt Uebernachtungssvesen. Durchschnittsverdienst: 300.- RM. p. Monat — Ganzjahrestätigkeit. — Kurzgehaltene Bewerbungen mit Altersangabe und bisheriger Tätigkeit unter 0319 an den Gieß. Anzeiger. Junger Soiiimann 31 Jahre alt, sucht Stellung als Ervedient od. Lagerhalter. Eisenbranche u. Landmaschinen bevorzugt. Schr. Ang. u. 0365 an den G. A. erbet. Kranfahrer Klasse 2 und 3, sucht geeignete Stellung Schr. Ang. unt. Smoking wie neu, Gr. 44, Maßarbeit, billig zu verkauf. I 467D Horst-Wessel- Wall 28 p. Telephon 3385. m. Steuersachen vertraut, stundenweise gesucht Schriftl. Angeb. unter 452 D an den Gieß. An Selbständiger Walter zur Aushilfe sofort gesucht. 0529 Louis Jrle, Kaiserallee 38. Ordentliches Mädchen gesucht. 146sD Au d.Johannes- kircke 5 p. Laden (bish. Kolonialwaren), Lagerraum u.Zimmer ab 1. Febr. zu vermiet. (442D Näh. H. Muth, Kaiserallee 7. Schöne große Lagerräume zu vermiet. [0539 Hammstratzel«, Telev hon 2095. in Dauerstellung (0312 für sofort gesucht. GÖ. Neger, totenwem Gießen, Marburger Straße 84. A. Luncker, bahnamtl. Spedition u. Möbeltransport, Gießen, Fernsprech. 3947 Selbständiger Bäckergeselle mit Konditorei- Kenntnissen anfangs Februar- gesucht. Schriftl. Angebote unter 402Dnnö. Gieß. Anzeiger erbet. men (Stadtmitte), mit 2 oder mehr Schaufenstern, z. mieten oder zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 436D a.d. G.A. Führerschein Kl.II u. III, sucht Stellung Schr. Ang. unt. 0344 a. d. G. A. Junger, tüchtig. Bäckergeselle sucht für sofort Stelle. Schriftl. Ang. unt. 0357 an d. Gieß. Anz. Junger, tüchtig. Domen- und tzmensrisem sucht Stellung per sofort oder später. Schriftl. Angeb. u. 0340 a. d. Gieß. Anz. Junger Mann, 32 Jahre, sucht Stelle als Lagerarbeiter (Dauerstellung). Schriftl. Angeb. unter 0318 an den Gieß. Anz. | Vermietungen | Schöne 6 - Zimmer- Wohnung neu hergerichtet, m.Bad,2Mans., 2 Keller u. Gar- tenanteil, in gut. freier Lage, im Parterre, zum 1. 4. 39 zu vermieten. [ 0311 Hitlerwall 47 I. Zu Ostern 1939 2 fortbildungsschulfreie kauf m. Lehrlinge Junges tüchtige Schneiderin in allen Arbeiten bewandert, sucht bnldigstStellung in einem Mode- gesckäft.Schriftl. Angeb. unt. 0250 an d. Gieß. Anz. Bflefmorten kauft [359V Piroth, Frankfurt am lRa.il Westendstraße 3 Ruf 78395. Auf Wunsch komme persönlich 1 | Vereine """] Motoren- u. Jn- üustrie-Oele tücht. vnWer ges. Altbek., ein- gef. leistf. Fa. Gute Beding.! Schr. Ang. unt. 455D a. d. G.A. Schwarzer Herd zu verkauf, loria Roonstratze 36. Gut erhaltener Kinderwagen zu verkauf. [0352 Wo? sagt d. Ge- schäftsst. d. G.A. Gut erhaltener blauer Anzug schwarz.Wintermantel u.Jung- Volk-Winterbluse billig zu verkauf. Zu erfragen im Gieß. Anz. lor-s Lehrling für sofort oder 1.4. 39. Schriftl. Angeb. unt. 0305 a. d. Gieß. An;. Haus mit Metzgerei u. Wirtschaft in Gießen (gute Geschäftslage) unter günst. Bedingungen durch Vermittl. zu verkaufen. Schriftl. Angeb. u. 465 D a. d. Gieß. Anz. Lauback,Oberh. Wohnhaus mit Laden Gesamtgr. 2274 qrn, Einheitswert 21740,-^,^06= resmietzins-Ein- gang 2400,- X Jahressteuerschuld 291,12 Jt, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 260D a.d. G.A. Laubach,Oberh. Mehrere unbebaute KmUck (Baumstücke, Wiesen, Grabland) zu verkauf. Schr. Äng. unt. 261Da.d.G.A. MW für zahnärztliche Praris u. Haushalt zum 1. oder 15. 3. 1939 ges. Schriftl. Angeb. unter 458 D an den Gieß. Anz. wohnöflg nebst Küche, von ruhigen Leuten, 3 Pers., pünktl. Mietzahl., baldigst zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 0331 a. d. Gieß'. Anz. Angestellt, sucht sofort mit Zimmer möglichst Stadtmitte. Schriftl. Ang. unt. 0315 a. d. Gieß. Anz. Einf. möbliert. Zimmer m. voll. Pension, f. kaufm. Lehrling gesucht. Sckr. Ang. unt. 0308 a. d. G. A. Aufgeweckter Junge als iailmäOKier Lehrling auf das Büro einer Zigarrenfabrik gesucht. Schriftliche Angebote unter 0360 an den Gieß. Anzeiger. Äcmfmämtifdbes Lehrling mit mittlerer Reife bzw. Handelsschule für 1. Avril 1939 gesucht. M.WlfMvlMlkeM. Tüchtiges Mädchen gesucht. [374D Näheres in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. Zimmer und Küche an alleinst.Dame per 1. Februar zu vermiet. [0350 Steinstratze 78. Möbliertes [ 0359 Zimmer u. Küche z.verm. Wolkengasse 17. Großes, leeres öiimnet z. Möbelunterstellen z. 1. Febr. zu vermiet. Sckr. Angeb. u. 446D a. d. Gieß. Anz. 1- od. 2bettiges Sclilalzimmer m.Wohnzimmer in gutem Hause sofort zu verm. 9täh. i. d.Gesch.- Stelle d. G. A. | Kaufgesuche | Sehreibniasehioe gut erhalten, zu kauf, gesucht. Schr. Ang. unt. 0300 a. d. G. A. Nr. 18 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) 2l./22.Zanuar 1959 OerVaier des Konstitutionalismus Zu Montesquieus Geburtstag vor 250 Jahren. Don Eugen Siebert. Die Staatstheori^ die der Liberalismus in offener Feindschaft gegen den absoluten Staat und gegen eine starke Staatsgewalt in Anlehnung an das politische Denken Englands und Frankreichs aufboute und grundsätzlich bis zum heutigen Tage vertritt, ist der K o n st i t u t i o n a l i s m u s. Der liberale Moralphilosoph John Stuart Mill faßte diese Lehre dahin zusammen: „Das Ziel der Patrioten war, Schranken zu setzen der Macht, welche der Herrscher über die Gemeinschaft ausüble, und -diese Einschränkung war es, die sie unter Freiheit verstanden." Zwei Menschenalter ^vor ihm sagte Wilhelm von Humboldt, das Streben eines Menschen sei der Drang nach Bildung, zu dieser Bildung sei „Freiheit die erste und unerläßliche Bedingung". Hieraus ergab sich die Entfesselung des Individuums, der Kampf des Individuums gegen den Staat, und auch Mill sieht in der Stärke des Staates eine Gefahr und in seiner Schwäche einen Segen für die Freiheit und Kultur. Wenn Nietzsche den Staat als das kälteste Ungeheuer bezeichnet, dann wirkt in diesem Philosophen, der gänzlich unliberal war, der Gedanke fort: Staat ist gleich Absolutismus, daher Kampf! Um das Werk des Theoretikers des festländischen Konstitualismus, des Charles de Secondat, Baron de la Bröde et de' Montesquieu geschichtlich zu verstehen, muß man zuerst umreißen, was denn der Absolutismus wirklich war. Das Zeitalter der Feudalität hatte nicht nur in Deutschland das selbstverständliche Recht anerkannt, daß die Stände das Recht des bewaffneten Widerstandes besaßen, wenn sie mit ihrem Oberherrn nicht zufrieden waren. Jede niedere Gewalt konnte der höheren Widerstand leisten, vhne daß man darin einen Frevel gegen die göttliche Ordnung sah, sondern nichts weiter als einen Rechts st reit, der auf Altgermanisch durch das Gottesurteil des Kampfes entschieden wurde. Daher das allgemeine Fehderecht, das jeder Freie, nicht nur der Adel, besaß. Ein ausschließliches göttliches Recht also bestand nicht, und die Einführung dieser Theorie des Absolutismus ging ganz folgerichtig, wie Montesquieu in seinem Werke „Vom Geist der Gesetze" ausführte, auf die spätrömische Zeit zurück, in der der alte Nationalstolz, der Freiheitssinn der republikanischen Römer, ihre kriegerische und politische Tüchtigkeit, die er in seinem Werk „Betrachtungen über die Größe und den Verfall der Römer" 1727 gefeiert hatte, am orientalischen Wesen und der Ueberfremdung zugrunde gegangen war. Gegenüber einem „göttlichen" Königsrecht gab es keine menschlichen Rechte der Stände und der Landverfassungen. Gab es politisch berechtigte Stände, dann gab es keinen Absolutismus, also kein göttliches Königsrecht, gab es das göttliche Königsrecht, dann verschwanden die politischen Rechte der Stände und es blieb nur der reine Absolutismus. Erst in der neueren Zeit, in dem Frankreich Richelieus und Ludwig XIV., hat sich der Absolutismus, den Montesquieu Despotismus nennt, voll entwickelt. Hierbei haben die Konfessionen entscheidend mitgewirkt: die katholische wie die protestantische klammerten sich an den Thron, dem sie absolutes Recht zusprachen, denn der Absolutismus ist nichts anderes als die Praxis des göttlichen Rechtes. Denn was nennt man wohl ein göttliches Recht? Gewiß ein Recht, das aus dem Kreis des Bedingten heraustritt und als unbedingt gelten soll, wie es Gottes Wille ist, d. h. absolut, in wörtlicher Uebersetzung. Nun gehört aber zum Wesen des Rechtes, daß es selbst bedingt ist, so gewiß wie es nirgendwo ein unbedingtes Recht gibt, weil jedes Recht durch andere Rechte beschränkt ist. Das göttliche Recht hingegen, das als solches absolut und unbedingt sein müßte, ist somit der Zerstörer allen Rechtes und gar nichts anderes als der rechtlose Absolutismus. Um 1700 herum war die Fiktion des göttlichen Rechtes des Monarchen allenthalben auf dem Festlande durchgedrungen. Die Kirche war dem Absolutismus hörig, der Adel war zu einem höfischen Dienstadel herabgesunken und beide Stände hatten nur das Privileg der Steuerfreiheit, aber sonst war auch der Adel der Willkür des Monarchen preis- gegeben, die anderen Stände kamen gar nicht in »rage. Es ist nun sehr bezeichnend, daß die liberale Theorie von der Einschränkung der Allgewalt des Königs gerade aus dem Adel kam, der seinen versunkenen Rechten nachtrauerte, und daß gerade i n Frankreich, dem Mutterlande des Absolutismus, der entscheidende Stoß gegen den Absolutismus durch Montesquieu, den Schloßherrn von La Brede an der weinfrohen Garonne, geführt wurde. Dieser Franzose war der beste Typ seiner Rasse. Er war witzig und scharfsinnig, von einer glücklichen Kraft, Gedanken zu formulieren, er hatte, was alle Welt wußte und er lächelnd, einem Gebrauch seines. Zeit folgend, verneinte, die „Persischen Briefe" (1721) geschrieben, in denen nicht nur der Absolutismus sondern alles lächerlich gemacht wurde, was damals Frankreich ausmachte: seine Einrichtungen, seine Kirche, seine Frauen, seine Arbeitsmethoden. Vier Jahre später schrieb Montesquieu ein sehr schlüpfriges Werk im Zeitgeschmack. Er kam, er wußte nicht wie, in die Reihe der „Unsterblichen", denn er hatte noch nichts geleistet, sieht man von den „Persischen Briefen" ab, deren Autorschaft er abstritt und die ihm sicherlich nicht die von jedem Franzosen ersehnte Oeffnung der Pforten der Akademie eingebracht hätten. Erst 1734 folgte sein Werk über die Römer, in dem er zum ersten Mole den Versuch machte, das Schicksal dieses Volkes aus seiner inneren Entwicklung herzuleiten. Inzwischen reiste er viel, war besonders lange in England, und 1748 erschien sein Buch „V o m G e i st d e r Gesetze"^ drei Bänden, die geradezu revolutionierend wirkten. Es war die These vom Konstitutiona- lismus, die heute noch in parlamentarisch regierten Ländern maßgebend ist. Ein Revolutionär, der Anwalt der „glorious re- volution“ von 1689, John Locke, hatte eigentlich durchs seine „Zwei Abhandlungen über die Regierung", die 1690 erschienen waren, das englische Wunschbild zusammengefaßt und eine naturrechtliche Begründung eines konstitutionellen Staates gegeben. Schon bei ihm findet man die Trennung der drei Gewalten im Staate, immer aber soll das Volk die Kontrolle erhalten. Das Volk, daß waren in England die frei geborenen Engländer, also die Gentry und die reichen Kaufleute. Das übrige war Masse und hat erst durch die Wahlreformen, z. B. durch die Lloyd Georges nach dem Weltkriege, mehr an Macht gewonnen, ohne jedoch die Gesellschaftsordnung und deren Einfluß anzugreifen. Montesquieu aber, unvertraut mit der englischen Gesellschaft in ihrem inneren Wesen, rationaler Franzose, verlegte sich in seinem „Geist der Gesetze" auf ein wildes Theoretisieren. Er hatte schon in feinen „Persischen Briefen" behauptet, die alten Germanen wären ursprünglich keine Barbaren, denn sie seien freie Menschen gewesen, er wiederholte dieses Wort jetzt, indem er die Konstitution, die in England angeblich herrschen solle, geradezu aus den germanischen Wäldern herleitete, und er fand den Charakter dieser Konstitution in der Beschränkung der Köyigsgewalt, die er im Gegensatz zu Locke nicht abschaffen wollte. Montesquieu schlug vor, Frankreich in eine konstitutiv- nelle. Monarchie umzuwandeln, diese Umwandlung sollte legitim erfolgen, und wenn dieser Rat befolgt worden wäre, sähe die Weltgeschichte vielleicht anders aus. Nach Anpassung Montesquieus haben wir drei souveräne Gewalten zu unterscheiden, die vollständig getrennt sein müßten, da eine Aufhebung dieser Trennung die Willkürherrschaft über die Bürger mit sich bringen würde. Diese Gewaltenteilung sieht Montesquieu in der gesetzgebenden, in der richterlichen und in der vollziehenden Gewalt. Die gesetzgebende Gewalt soll durch die Repräsentanten des Volkes, also durch ein Parlament, ausgeübt werden, oder diese Gewalt soll wieder geteilt werden, denn die Beschlüsse einer Volkskammer sollen durch eine andeve Kammer überprüft werden. Das ist das Urbild des Senats in Frankreich, Nordamerika usw., es ist ein Ausfluß des Mißtrauens, denn an und für sich kann aus einer Quelle, dem Volke, auch nur eine einzige Willenskundgebung fließen, und keine getrennte. Diese typisch französische Idee verneint eigentlich den Begriff Volk als den alleinigen Willensträger, und dieser innere Widerspruch ist heute noch in den sogenannten Demokratien ungelöst. Der Derfassungsstaat nach Montesquieuschem Muster beschränkt im Namen der Freiheit die monarchische Gewalt radikal. Montesquieu erkannte und sprach es aus, daß die vollziehende Gewalt besser durch den einzelnen als durch viele verwaltet werden könne, aber in Wirklichkeit machte er den König zur Puppe des Parlamentarismus. Die richterliche Gewalt schNeßlich sollte durch Volksgerichte ausgeübt werden, und der Theoretiker Montesquieu hielt sogar berufsmäßige Richter für gefährlich, weil diese nur zu leicht das Vertrauen des Volkes verlieren könnten. Er trat dafür ein, daß die Richter dem Volke entnommen würden und ihr Richteramt nur auf Zeit ausüben sollten, wie noch heute in der Schweiz. Montesquieu, der am 10. Februar 1755 starb, hat damit die Theorie des Parlamentarismus geliefert, der durchaus fein Kräftigungs- sondern ein Auflösungsmittel für einen Staat ist, er hatte künstlich drei Gewalten getrennt und als souverän hingestellt, die immer zu einer Einheit streben. Er hatte das Individuum zum Träger alles Rechtes gemacht. Frei sollte derjenige sein, dessen Willen sich mit dem Gesetz deckt, das wäre ober nur dann der Fall, wenn ein Volk autonom sei, sich selbst regiere. Montesquieu übersah dabei, daß eine solche individuelle Freiheit notwendigerweise den Staat und seine Gewalt in Atome auflösen mußte. Aus Gründen der völkischen Selbsterhaltung sind daher die modernsten Nationen Gegner dieser individuellen und staatlichen Anarchie geworden. Vor zwanzig Jahren. Fremdherrschaft über Deutschland zu Beginn der «-pariser Friedenskonferenz^. i. Es sind jetzt gerade Zwanzig Jahre vorbei, seit- dem in Paris di e „Friedenskonferenz" begann, die den Heb er gang vom Waffenstillstand zu einem Friedensvertrag vorbereiten sollte. Wohlverstanden, es handelte sich nicht etwa um eine Konferenz am Runden Tisch zwischen Deutschland und der Entente. Deutschland war an diesem Konferenzbeginn nur insofern beteiligt, als gelegentlich ein Sachverständiger irgendeine Auskunft zu geben hatte. Was da in den Januartagen 1919 in Paris begann, war so gut wie ausschließlich eine Versammlung der Alliierten zwecks Vorbereitung eines Entwaffnungs- und Unterwerfungsdiktates für Deutschland und zwecks Verteilung der aus dem deutschen Zusammenbruch anfallenden Beute. Der kurzlebige Schwindel Wit den 1 4 P u n k t e n des amerikanischen Präsidenten Wilson, dessen unwürdige, ja teilweise sogar lächerliche Rolle in Pavis in die Geschichte eingegangen ist, ging schr schnell vorüber. Schon die Waffenstillstandsbedingungen waren von einem F o ch diktiert worden, der den deutschen Unterhändlern auf ihre Fra^e nach seinen Vorschlägen schroff geantwortet hatte: „Ich habe Ihnen keine Vorschläge zu machen", und ihnen dann das Waffen stillst andsdiktat überreichen ließ. Der Entwurf jenes Versailler Diktates aber, das in der Sprache unserer ehemaligen Gegner auch heute noch den bewußt erlogenen Titel „Friedensvertrag" führt, stammte von einem der schärfsten Deutschenhasser, von T a r d i e u , seine Hand war geführt worden von P o i n c a r 6, hinter dem sich wieder der Schatten Clemenceaus erhob. Um sie alle und um die ganze „Friedenskonferenz", zu der sage und schreibe insgesamt 1700 Mitglieder aus 27 Staaten gehörten, standen die Heere der Alliierten. Diesseits des Rheines aber — mußte da nicht ein Deutschland stehen, das nun im Zusammenbruch um so einiger da st and, wie es eines großen Volkes und seiner Geschichte würdig gewesen wäre? Jenes Deutschland vom Januar 1919 mit feiner verzweifelnden Ohnmacht, mit seiner inneren Zerrissenheit, mit seiner beginnenden Inflation, mit den hungerhohlen Gesichtern der Massen und den feisten Visagen der jüdischen und nichtjüdischen Schieber und Kriegsgewinnler, dieses Deutschland gab es vor erst 2 0 Jahren! Wir erinnern uns daran in einem Augenblick, in dem das neue Deutschland dem 30. Januar 1939 entgegengeht und mit diesem Datum das politische Jahr seiner bisher größten Erfolge, das Jahr Großdeutschlands, ab- schließt. So aber sah es im Deutschland des Januar! 1919 aus: Es begann wie unter einem grauenhaften Symbol mit der Gründung der „Revolutionären K o m m u n i st i sch e n Arbeiterpartei Deutschlands" am 1. Januar. Ungehindert reifte der bolschewistische Propagandachef, der Jude Karl Radek, in Deutschland herum und agitierte für den Kommunismus. Irgendeine Möglichkeit gar, dem von Paris her drohenden Der Optiker amKchnhofl ___ jranf — Ihrer Krankenkasse Verhängnis noch mit einer letzten Zusammenraffung der Kräfte zu begegnen, war im Laufe der letzten fünf Wochen längst aussichtslos geworden; nur noch 20 Divisionen, schlecht ausgerüstet, standen in der westlichen Hälfte Deutschlar^s, eine verschwindende Zahl gegenüber den überreichlich und aufs beste gerüsteten Massen der feindlichen Heere (und doch hätte eine einzige entschlossene Division nach Scheidemanns Ausspruch wenigstens im Innern Deutschlands „die ganze Revolution zum Teufel jagen können"!). In München, wo der bolschewistische Jude Eisner herrschte, wurde der Oberst Ritter von Epp zusammen mit einer Anzahl Offiziere auf Befehl Eisners verhaftet — er konnte damals noch nicht ahnen, daß der General Ritter von Epp einmal Statthalter eines Staatsoberhaupt tes in München fein werde, das den Namen Adolf Hiller trug. Dieser Gefreite Hiller, ein unbekannter junger Mann, faßte damals in einer schlechthin aussichtslosen Lage — aussichtslos auch für ihn, den Mittellosen und Einflußlosen — „den Entschluß, Politiker zu werden", wie er später in seinem Buch „Mein Kamps" niederschrieb. Am 2. Januar 1919 erklärte der deutsche Außenminister Graf Brockdorf-Rantzau: „Einen Frieden der Gewalt, der Vernichtung und Versklavung lehne ich ab." Er hat nach diesem aufrechten Leben auf dem Turmfeil. Don Dr. Alfred Lehmann. Es gibt artistische Nummern, nach deren Beendigung man geradezu befreit aufatmet, weil sich eine ungeheure Spannung gelöst hat. Die Zahl solcher Nummern ist gewiß nicht groß, aber die „Vier Wallendas, Turmseilakt", eine in Generation berühmt gewordene Artistentruppe internationalen Rufes, rechnen bestimmt zu ihnen. Das Herz schlägt dem Zuschauer bis zum Hals, wenn er den Höhepunkt der Darbietung erlebt: Auf das Turmseil, also das hochgespannte Taufeil, fahren zwei Mitglieder der Truppe in bestimmten Abständen auf Fahrrädern hinaus. Sie tragen eine Stange, die ihre beiden Schultern verbindet. Ein Dritter klettert über die Schulter des einen Radfahrers auf diese Stange und balanciert in deren Mitte ebenfalls, auf einem Stuhl fitzend. Der Stuhl schwebt also auf der Stange. Inzwischen hat Helene Wallenda das Seil betreten; sie erklimmt kühn die Schultern des auf dem Stuhl Sitzenden. Sie steht aufrecht, indes sich der Mann ebenfalls aufrichtet. Würde man so etwas auf ebener Erde machen, wäre es schon eine ganz ausgezeichnete Sache — so aber wird der Akt 18 bis 20 Meter hoch in der Luft ohne schützendes Netz vorgeführt. Nur an Tagen, wo ein Mitglied der Truppe nicht ganz auf der Höhe ist, werden für alle Fälle einige Zirkusangestellte mit einem kleinen Netz unten aufgestellt. „Aber wenn wir schon einmal fallen", sagte ein Mitglied trocken, „dann stehen die Kerls doch woanders." Sie müssen allerdings zugeben, daß es einige Male doch genützt hat. In Europa darf die Nummer laut polizeilicher Vorschrift sehr zum Mißfallen der Artisten nur mit Netz vorgeführt werden. Die Wallendas find der Meinung, daß dieses Netz sie in ihrer Arbeit nachlässiger macht. Die Wallendas sind eine alte Artistenfamilie. Bereits vier Generationen verdienten sich ihren Unterhalt als Artisten, zumeist auf dem Seil, und die fünfte, die jetzt zweijährige Karla, war in den Armen der Mutter auch schon einmal mit oben auf dem schmalen Pfad. Der Urgroßvater Hans Wallenda stammte aus Mannheim. Er führte anfangs dressierte Wölfe vor, und wenn Not am Mann war, auch Füchse, Hunde, Enten oder Gänse, und kletterte gelegentlich auch huf ein niedriges Drahtseil. Ein Sohn dieses Urgroßvaters Hans besaß einen Zirkus in Belgien, ein anderer, Gerhard, mar der Vater der jetzigen Truppe. Ihn packte eines Tages ein unbeschreiblicher Wandertrieb — er verließ seine Familie, obwohl ihm seine Frau drei Kinder geschenkt hatte. Ab und zu kam einmal eine Nachricht von ihm oder über ihn aus irgendeinem Erdteil nach Hause; die letzte aber, die 1937 eintraf, war die seines Todes. Der Ruhm, der heutigen Nummer ihre hervorragende Grundlage gegeben zu haben, gebührt eigentlich Mama Wallenda, die jetzt in Amerika die wohlverdiente Ruhe genießt. Trotz aller Arbeit und trotz der Sorge, sich und die Kinder über Wasser zu halten, brachte sie es fertig, ihnen zunächst einige Akrobatentricks aus ihrer eigenen Zirkuszeit beizubringen, die dann immer weiter gesteigert wurden. Karl, der Manager der Truppe, kam mit fünfzehn Jahren zum Zirkus. Ein kleiner Wanderzirkus hatte einen talentierten jungen Mann gesucht, der Handstände vorführen konnte. Karl hatte sich gemeldet. Der Direktor des Zirkusses betrachtete ihn sehr kritisch. „Zeig mal, was du kannst", sagte er schließlich. Karl machte auf ebener Erde einen Handstand. „Hier doch nicht!" sagte der Direktor. „Doch dort oben auf dem Seil!" Zaghaft und ungläubig blickte Karl zu dem Seil hinauf, was über der Manege gespannt war. Aber da ihm plötzlich zu Bewußtsein kam, daß er ja zur Heimreise keinen Pfennig Geld in der Tasche hatte, kletterte er schließlich mit Angst und Bangen die Strickleiter hinauf und brachte, immer an das fehlende Geld denkend, schließlich auf dem Seil einen einigermaßen zufriedenstellenden Handstand fertig. Innerlich nahm er sich gleich vor, die gefährliche Sache nur eine Woche lang zu betreiben, bis das Geld zur Heimreise beisammen war. Aber nach einer Woche war alle Angst überwunden, und Karl blieb. Im Jahre 1923, als er achtzehn Jahre alt war, beschloß er, eine eigene Nummer zu gründen. Er hatte sie sich folgendermaßen gedacht: Zwei Mann sollten auf dem Seit balancieren, und ein dritter sollte auf ihrem Kopf Handstand machen. Dieser Dritte wollte er selbst fein, vorausgesetzt, daß es ihm gelang, die Untermänner zu finden. Sein Bruder Hermann erklärte sich begeistert bereit, und der Zweite wurde Joe Geiger, der seinen Namen in Wallenda umnannte. Von da an wurde der Name Wallenda wieder eine große Zugnummer. Die Wallendas führten auf dem Turmseil — das stärkere Turmfeil ist stets wesentlich höher gespannt als das dünne Drahtseil — alles nur Mögliche wie Stelzenlaufen, Kopfstände und Pyramiden vor. Aber jedesmal, wenn Karl sich einen Trick ausgedacht hatte, kamen andere Artisten, die ihn kopierten. Folglich blieb ihm in seinem artistischen Ehrgeiz keine andere Lösung als einen'Trick zu erfinden, dessen Waghalsigkeit alle Nachahmer von vornherein abschreckte. Die Pyramide sollte noch höher gestellt werden. Also hieß es, ein viertes Mitglied zu suchen. Es mußte leicht an Gewicht fein, also am besten eine Frau. Die Anzeige, die die Wallendas aufgaben, hatte Erfolg. Es meldete sich Helene Kreis, die, ebenfalls einer Artistenfamilie entstammend, feit ihrem achten Jahre Zahnarbeit geleistet hatte. Um die Namensänderung zu vereinfachen, wurde sie von Karl geheiratet. Die Nummer wurde nun so umgeftellt, daß Joe und Hermann mit der Stange auf den Schultern über das Seil liefen, Karl mit dem Stuhl auf dieser Stange balancierte und Helene auf feine Schultern steigen sollte. In der Tat gelang das Wagnis und wurde zur Zugnummer in ganz Europa. Den ersten großen Erfolg hatten die Wallendas im Berliner Wintergarten. Im Winter 1933/34 wurde die Nummer auf Fahrräder abgeändert, weil sie schon wieder Nachahmer gefunden hatte. Karl mietete ein Stockwerk in einem leerstehenden Warenhaus, wo sie ungestört arbeiten konnten, ohne daß ihnen ihr neuer Trick schon wieder abgelauscht wurde. Sie übten auf einem Seil, das nur einen Meter hoch über dem Boden gespannt war. „Wenn es hundertmal geklappt hat, ohne daß wir auseinanderfallen, gehen wir höher!^ Im Frühjahr 1934 klappte es und wurde ein ungeahnter Erfolg. Entweder Jjaben die Wallendas sehr viel Glück oder sie sind außerordentlich geschickt. Wahrscheinlich ist beides der Fall, denn die Pyramide ist nur zweimal auseinandergefallen. Das erste Mal passierte es 1930 in Akron, als man noch ohne Fahrräder arbeitete. Das Seil, das wahrscheinlich nicht fest genug gespannt war, gab nach. Geistesgegenwärtig packten die Untermänner Hermann und Joe im Fallen das Seil. Karl klammerte sich im Sturz an Hermanns Bein, und Joe gelang es, die fallende Helene mit einer Beinschere abzufangen. Sie hielten sich alle so lange am Seil, bis das Netz unter ihnen gespannt worden war. Der zweite Unfall ereignete sich 1937 in Schenec- tady, USA. Regen und Sturm wüteten, und der Wind riß am Zelt. Den Vieren war nicht recht wohl zumute, und man ließ die Fahrräder weg. Auch das Zirkuspersonal war gebeten worden, das Netz bereit zu halten. Die bösen Ahnungen sollten sich erfüllen: das Seil riß! Joe gelang es, sich mit einer Hand an dem gerissenen Seil festzuklammern, mit der anderen fing er Hermanns Balancierstange auf, die sicher einen der Untenstehenden verletzt hätte. Karl fehlte zwar das Netz, landete aber glücklicherweise auf einem Haufen Teppiche. Hermann fiel gleich ins Netz, aber Helene schnitt wieder schlecht ab." Sie fiel gegen ein seitliches Drahtseil und riß sich dabei eine tiefe Beinwunde, die ihr vier Wochen Krankenhaus eintrug. Sie wäre unfehlbar auf dem harten Boden aufgescklagen, wenn die geistesgegenwärtigen Zirkusleute sie nicht noch glücklich mit dem Netz auf- gefangen hätten. Die Wallendas fürchten nichts bis auf eins: daß die Zirkusbeleuchtung einmal während ihrer Darbietung versagen könnte. Allerdings meint Karl mit Gemütsruhe: „Dann bleiben wir eben sitzen, bis es wieder hell wird!" Jedenfalls find sie alle vier der Meinung, daß die geschilderten Unfälle längst nicht so schlimm sind wie der Autounfall, den Karl im Winter 1937 auf einer Fahrt von München nach Berlin erlitt. Der Wagen überschlug sich, wie Karl gezählt hatte, zehnmal. Seine Beine wurden unter dem Wagen begraben, und er brauchte eine halbe Stunde, um sich hervorzuarbeiten. Ruhe und Geistesgegenwart — das sind die Fundamente, auf denen diese einmalige Nummer beruht. Die Vier wissen sehr wohl, daß schließlich für jeden einmal der Tag kommt, der einen bösen, vielleicht den letzten Fall bringt. Aber was bedeutet dieses Bewußtsein einem wirklichen Artisten? Zeitschriften. — „Die Kun st", Monatshefte für Malerei, * Plastik und Wohnkultur (Verlag F. Bruckmann in München) bringt in ihrem Januar-Heft in einem schönen, originalgetreuen Farbdruck das stimmungsvolle Gemälde „Ruhe auf der Flucht" von Adriaen Jfenbrant aus der Alten Pinakothek in München. Den Artikel „Tektonische Plastik" von Bruno Kroll umrahmen einige neue Arbeiten des Berliner Bildhauers Ludwig Kaspar. „Vom malerischen Sehen" betitelt sich der Begleittext zu den Bildern des Malers Erwin Filter. Von Jacopo della Quercia, dessen 500. Todestag Italien vor kurzem mit einer Ausstellung in Siena feierte, veröffentlicht „Die Kunst" das Grabmal der Ilaria del Carretto im Dom San Martino in Lucca. Das hohe Niveau der Malerei in Norwegen lassen die Bilder von Johan Christian Claussön Dahl, Theodor Kittelsen, Hugo Lous Mohr, Edvard Munch u. a. erkennen. „Die Dämonie des Tieres" enthüllen einige Arbeiten des Münchener Malers Joseph Mader. Der Textbogen bringt einen Brief Vincent van Goghs an den Maler Anthon Ridder van Rappard über künstlerische Probleme und eine Betrachtung Ernesto de Fioris „Bildhauernöte". Der zweite Teil, der der modernen Architektur gewidmet ist, bringt in schönen Innen- und Außenaufnahmen Bauten von Otto Roth, München, Prof. Karl Wach und Baurat H. Roßkotten, Düsseldorf. Fritz Hellwags Aufsatz „Offene Teilung des Raumes" wird von Abbildungen besonders stilvoller Wohnräume ergänzt. Zu einem der wichtigsten Kapitel der Raumkultur, der Beleuchtung, bringt F. A. Kauffmann Vorschläge. unsere Nerven zweierlei auf einmal und beides voll« kommen zu leisten. Es gibt tatsächlich vielbeschäftigte Männer, die imstande sind, zwei Sekretärinnen gleichzeitig zu diktieren und dabei noch ihre Korrespondenz durchzusehen, ohne etwas durcheinander zu bringen. Diese Männer erfüllen aber auch die anderen Voraussetzungen, die wir noch nennen müssen, wenn wir von erhöhter Leistungsfähigkeit sprechen wollen. Sie lassen sich beispielsweise niemals auf uferloses Gerede ein, sondern beherzigen das alte Bibelwort: „Eure Rede sei ja, ja, nein, nein, und was darüber ist, das ist vom liebel!" Das erspart Zeit und Kraft. Durch Rgden, d. h. durch hin« und herspringendes Geplauder und ständigem Themenwechsel ist niemals eine Arbeit wirklich gefördert worden. Vor allem aber üben diese Menschen Mäßigkeit in den sog. Genüssen des Lebens, ohne deshalb Asketen oder Duckmäuser zu fein. Sie wissen genau, wieviel Schlaf sie brauchen, um am anderen Tage frisch zur Arbeit zu gehen und sumpfen nicht sinnlos halbe Nächte herum. Wenn sie sich etwas gönnen, dann tun sie es mit Maßen, weil R(J HJL Seilersweg Nr. 67 ddio » Telephon Nr. 3170 eparaturen fr i § 5 » in 5 ini Lo A 0 oit[ rd&i men heil und den tun, teln 6 Teerabkömmling zu kombinieren, vielleicht sogar mächtiger Quaderstein den Grundlagen des chemi- mit dem Stoff, der mit dem Äzetanilid verwandt schen Zeitalters ein gefügt und die Industrie gegen ist und als Abfall der Farbenfabrikation auf dem Es auch der Arbeiten Sie konzentriert? Allerlei Nachdenkliches über die Voraussetzungen dazu. Wort gehandelt. Zwei Tage danach legte er ein Bekenntnis zu Großdeutschland ab mit ausdrücklicher Wendung gegen die Erklärung des französischen Außenministers Pichon, Frankreich werde den Anschluß Oesterreichs keinesfalls dulden. (Am 30. Januar nahm der österreichische Staatsrat einstimmig einen Gesetzentwurf an, der Deutsch-Oesterreich als Glied des Deutschen Reiches erklärte!) Mit dem 5. Januar begann die S p a r t a k i ft entzerr f ch a f t in Berlin. Alle möglichen Revolu- tions- und sonstigen Ausschüsse setzten sich abwechselnd gegenseitig ab. Es waren die großen Tage politisch arrivierter Juden von Landsberg bis Hilfer- bing und Eisner. Erft am 12. beginnen die Straßen- kärnpfe in Berlin abzuflauen. Unterdessen getzt die Provinz Posen verloren, in erster Linie durch den Verrat eines Hella von Gerlach, der dann noch ein Jahrzehnt lang in feinem Berliner Hetzorgan „Die Welt am Montag" ungestraft Hoch- und Landesverrat treiben durfte. Streiks, Unruhen und die Bildung von „Räterepubliken" vollenden das Bild, das Deutschland feinen in Paris versammelten Gegnern bietet. Der 19. Februar 1888 war ein äußerst wichtiger Tag in der Geschichte der Menschheit. Durch die damals gefaßten Beschlüsse wurde zahllosen Menschen das Leben gerettet, Krankheiten und Seuchen unterdrückt, niedergeschlagen und geheilt, weil ein brachte es unter dem Namen „Antifibri n" auf den Markt. Als Duisberg von diesem Spiel des Zufalls in der Zeitung Ins, war es noch nicht sehr weit her mit der Aufklärung der Teerabkömmlinge, ihrer Verbindungen und ihrer Heilbedeutungen. Erfinderische Ahnung und Mut zur schöpferischen Kombination mutzten die Planmäßigkeit der Forschung ersetzen. Melleicht, so meinte Duisberg, wäre es auch möglich, den Eisessig mit einem anderen die Höchster Farbwerke. Inzwischen war Chemiker Dr. L. Knorr im Flusse rein XIII. Industrie gegen Tod und Teufel. Wie die Chemotherapie in die Welt kam. festzestellen, ob es gelänge. Zahllose Analysen und I Synthesen, zahllose Versuche setzten ein und schließlich war das Phenazetin in die Welt gekommen. Die Methode, Essiggruppen mit Teerbestandteilen zu kombinieren, erwies sich als sehr schöpferisch. Auf diesem Wege kam man zum Aspirin. Es ist das in der ganzen Welt bekannteste chemische Arzneimittel, dem wohl viele von uns ihre erste heilsame Bekanntschaft mit den Kindern der synthetischen Heilmittelindustrie verdanken. Viele Chemiker iener Jahre suchten nach einem künstlichen Austauschstoff für Chinin. Das taten Das Problem der ßeiftungsfteiaerung steht in Deutschland mit vorne an. Unser Berliner Mitarbeiter spricht hier von einigen Voraussetzungen für erhöhte Leistung des einzelnen Erscheinungen unserer Tage gehören: die einen sind b i e geborenen Organisatoren, sie bewältigen täglich ein gerüttelt Maß von Arbeit und sind doch immer bereit, neu hinzu zu übernehmen, nie wird ihnen etwas zuviel. Dabei machen sie durchaus keinen überarbeiteten Eindruck, im Gegenteil, man trifft sie immer bei guter Laune, bereit, Vorschläge anzunehmen oder Ratschläge auszuteilen. Sie „haben die Ruhe weg", wie der Volksmund so schön sagt. Der andere Typ verkörpert d i e ewig Eiligen, die Menschen, die angeblich niemals Zeit haben, auch nicht zum Essen und Schlafen, wenn man ihren Reden Glauben schenken soll. Sie leisten gewiß nicht wenig, aber sie würden viel mehr leisten können, wenn sie nicht unaufhörlich von ihrer Arbeit gehetzt würden. Sehen wir diesen beiden Typen und den unendlichen Abwandlungen nach der einen ober anderen Seite einmal etwas hinter die Kulissen, bann stellt sich heraus, daß die Leistungsfähigkeit eines Men- schen Zeitalters emgefugt und bl. .v—..... o.v Tob und Teufel gesichert wurde. I Hof des Elberfelder Werkes herumlag. Ganz nutz- Acht Herren des Allssichtsrates der Elber-!'«? und störend. Man mußte eben probieren, um durch planmäßige, bewußte Konzentration. gibt zwei Arten von Arbeitsmenschen, wir kennen sie alle, weil sie beide zu den markantesten Chemie erschließt die Welt. Bon den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. selber Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. waren im Tiergarten-Hotel zu Berlin versammelt. Ihnen hatte der verantwortliche Direktor des Werkes höchst interessante und fol- Das besetzte Gebiet wivd durch sie wirtschaftlich von Deutschland abgeschnürt. Die Blockade wird — acht Wochen nach Beginn des Waffenstillstandes! — mit eiskalter Brutalität von England aufrechterhalten, rund 850 000 Menschen in Deutschland verhungern. Als Vorgeschmack auf die kommenden Sach- und Geldtribute muß Deutschland Riesenmengen seiner landwirtschaftlichen Maschinen abliefern, weil es nicht soviel Lokomotiven und Waggons auftreiben konnte, wie die Entente verlangte. Am 17. Januar werden Graf Brockdorff-Rantzau und eine der verhängnisvollsten Figuren der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, 'der Zentrumsabgeordnete Erzberger, zu Führern der deutschen Friedensdelegation ernannt. Was haben sie hinter sich? Ein Volk, eine Nation? Einen Staat? Kann man ermessen, mit welcher Geringschätzung die in Paris versammelten „Sieger" auf die Delegation eines Landes herab- fahen, dessen Bewohner zum großen Teil in der Stunde höchster Gefahr nichts Besseres zu tun wußten, als sich unter jüdisch-marxistischer Anleitung gegenseitig an die Gurgel zu fahren? (UßiaJ 9nj(pS)) sie wissen, daß sie sonst doppelt dafür büßen müssen: mit schlechtem Befinden, unlustiger Stimmung und verminderter Leistungsfähigkeit. Diese drei Feinde konzentrierter Arbeit kennen sie zu gut, als daß sie sich ihnen überließen. Schlechtes Befinden ist ein besonderes Kapitel für sich. Wer auf Höchstleistung bedacht ist, weiß, daß er schlechtes Befinden, überhaupt alles, was feine Gesundheit beeinträchtigt, nach Kräften fernhalten muh. Wo aber liegen meistens die Ursachen zu schlechter Gesundheit? In einer ungesunden Lebensführung. Arbeiten in schlechtgelüftetem Raum, zu wenig Bewegung, zu schweres Essen, Trinken und Rauchen in Uebermaß, das alles sind Ursachen zu Gesundheitsstörungen. Wer Tag für Tag so spät aufsteht, daß er mit Mühe und Not noch gerade rechtzeitig im Büro anlangt, der versagt seinem Körper den natürlichen Ausgleich durch einen gesunden Morgenspaziergang zum Arbeitsplatz. Wer seinen Lebensgeistern statt durch gesunden Schlaf oder kräftigenden Ausgleichssport oder geistige Ablenkung nur durch übermäßigen Genuß von Tabak und Alkohol aufzuhelfen vermag, kann sich nicht wundern, daß seine Nerven früher oder später, bestimmt aber bei außergewöhnlichen Beanspruchungen versagen. Asket ist noch keiner geworden, weil er mit Verstand und innerer Überlegenheit Maß zu halten wußte. Auch 4ine Handvoll Humor gehört zum Rüstzeug des Schaffenden. Ueberlegenheit über den Kleinkram des Lebens verhilft zu gesteigerter Leistungsfähigkeit. Wir sind heute noch nicht im Scheitelpunkt der Beanspruchung der menschlichen Arbeitskraft in Deutschland angekommen. Es genügt auch keineswegs zur Erfüllung aller Aufgaben, die uns heute und in Zukunft erwachsen, daß wir die letzte Hand, die schaffen kann, mobilisieren. Mit der Auskämmung der Betriebe, der Büros, der Berufe ist es nicht getan. Die äußerste Steigerung der Leistungskraft des einzelnen muß hinzukommen, um die Riesenaufgabe zu bewältigen, die einst als die Schöpfung Großdeutschlands vor der Geschichte Bestand haben soll. Wir sind jeder zu unserem Teil berufen, daran mitzuarbeiten. Wir können uns alle ein Stück- chen Unsterblichkeit sichern. Allerdings müssen mir verstehen, die Kräfte, die in uns sind, bis zmn letzten zu nutzen. Und das gelingt uns nur, wenn wir in einem höheren und würdigen Sinne vernünftig find. Dr. Buresch. scheu von ganz bestimmten Voraussetzungen abhängig ist. Eine der wichtigsten, die es zu erfüllen gilt, wenn man zu den Jmmer-Frischen gehören will, ist, sich ganz scharf auf eine Tätigkeit konzentrieren zu können. Ganz und ausschließlich das zu tun, was man im Augenblick zu tun hat, fällt den meisten Menschen schwer. Durch die geringsten äußeren Störungen lassen sie sich ab- lenken. Ein Geräusch auf der Straße, eine Klingelzeichen, ein Wort im Nebenzimmer kann viele Menschen aus dem Konzept bringen. Sie schieben das dann immer cmf den Anlaß, anstatt den Fehler bei sich selbst zu suchen. Vollkommene Versenkung in die Arbeit ist bei entwickelter Selbstzucht gleichbedeutend mit weitgehender Abschaltung. «Man hört gar nicht mehr hin ... sofort reagieren auch die Nerven nicht mehr darauf. Es klingt unwahrscheinlich, aber man kann es darin sehr bald bis zp einem Punkt bringen, wo man w i e unter einem Glassturz arbeitet. Um so weit zu kommen, muß man allerdings stets darauf bedacht fein, immer nur eine Arbeit aufeinmalzu leisten. Niemand kann ohne Schaden für seine Konzentrationsfähigkeit dauernd xmei- oder dreierlei auf einmal tun. Erft auf einer höhe- ren Stufe der Konzentrationsfähigkeit sozusagen als Fortgeschrittene, vermögen wir ohne Schaden für genreiche Mitteilungen zu machen. Der Chemiker Karl Duisberg, der als Sohn eines Bandwirkers im Elberfelder Werk eine schnelle Karriere gemacht hatte, war in Verbindung mit seinem Mitarbeiter Ginsberg zur Entt>eckung eines neuen Fieber- und Schmerzlinderungsmittels gekommen. Erstaunliches wurde von diesem Heilmittel, dem man den chemischen Kunstnamen „P h e n« a 3 e ti n" gab, berichtet. Es sei zu erwarten — so schloß der Vortragende — daß in kurzer Zeit weitere neue Heilmittel der Synthes« dem Arznei- schatz der Menschheit eingefügt werden könnten. So stünde der Abschluß der klinischen Erprobungen des Schlafmittels „S u l f o n a l" und des Narkotikums „M ethylenchlorid" unmittelbar bevor. Um die kommende Entwicklung auf diesem Gebiet zu sichern, sei es notwendig, den Farbenfabriken eine entsprechende Heilmittelproduktion anzugliedern und dazu sollten eben die acht Herren die Mittel bewilligen. Sie taten das. Dos Phenazetin war das erste Heilmittel, das den Namen ,.B a y e r" in alle Welt trug. Es hat noch heute seine Bedeutung. Die Geschichte seiner Geburt aber ist ein interessanter Beitrag für die Zusammenhänge zwischen Farben- und Heilrnittel- synthese. Auch für die Psychologie des Erfindens überhaupt. Duisberg hatte Zeitung gelesen und war auf ein merkwürdiges Ereignis gestoßen. In einer Straßburger Klinik hatten zwei junge Assistenzärzte in der Apotheke Naphthalin bestellt. Der Apothekergehilfe irrte sich und lieferte Äzetanilid. Als sie nun bei ihren Patienten die Wirkung des Naphthalin abwarteten, entdeckten sie, daß das eingenommene Mittel das Fieber des Kranken stark heruntertrieb. Von dieser Seite kannte man die Wirkung des Naphthalin noch gar nicht. Die jungen Mediziner wunderten sich und gingen der Sache auf den Grund. Sie erfuhren von dem Irrtum des Apothekers und machten die glückliche Erfahrung, daß das Äzetanilid, ein Erzeugnis, welches man durch Zusammenkochen von Anilin und Eisessig gewinnt, das Fieber mindere. Die Teerfabrik Kalle & Co. in Biebrich nahm bald die Fabrikation des neuen Fiebermittels auf und forscherischer Arbeiten just in dem Jahre, tn dem Duisberg in die Elberfelder Farbwerke eintrat, auf einen S jff gekommen, der das gesuchte künstliche Chinin bedeuten konnte. Es war nicht ganz so. Aber die Höchster Farbwerke gewannen Knorr zur Mitarbeit. Im weiteren Verfolg der Arbeiten kam man zum Antipyrin, das sich als Fiebermittel und im Kampf gegen den Schmerz bewährte. Als im Jahre 1889 eine schwere Grippeepidemie Europa heimsuchte, war es gut, daß man in Elberfeld das Phenazetin und in Höchst das Antipyrin hergestellt hatte. Beide Heilmittel be? standen ihre Feuerprobe und erbrachten im großen Stil den Wahrheitsbeweis für die Güte der fyn- chetischen Heilmittel. Immer stärker und inniger wurde die Verbindung der Fabriken mit der freien Forschung. Ihre Laboratorien entwickelten sich zu großartigen wissenschaftlichen Forschungsstätten. So konnte man in Höchst die Arbeiten des großen Emil Behring auf breiter Basis unterstützen und in gemeinsamer Arbeit von Forscher und Jndustrte- laboratorium das Behringsehe Diphterieheil- serum so vervollkommnen, daß es 1894 den Aerzten der Welt zum Segen der Menschheit übergeben werden konnte. Und in engster Verbindung mit der Forschung haben dann die Laboratorien der Farbwerke jene besondere und exakte Wissenschaft der Chemotherapie entwickelt, der wir so wertvolle Heilmittel wie das S a l v a r s a n und das Germanin verdanken. Die Aufgabe war gestellt, solche chemischen Heil- Hoffe aufzubauen, die in einer spezifischen Weise oer Krankheit zu Leibe rückten, die sie verursachenden Mikroben attackierten, ohne dabei den menschlichen Organismus zu schädigen. Sehr komplizierte Farbenstudien haben den Weg gebahnt. Man hatte beobachtet, daß gewisse Farbstoffe, die man dem Körper einspritzte, eine starke Verwandtschaft zu ganz bestimmten Zellen des Organismus zeigten und' von diesen stark ausgenommen wurden. Es stellte sich so heraus, daß man gleichsam mit den Farbstoffen „zielen" und »„treffen" konnte. So stellte sich der Gedanke ein, es müsse wohl auch möglich sein, bestimmte Heilstoffe zu schaffen, mit denen man wie mit „Zauberkugeln" die Mikroben treffen und vernichten könne. Es waren zabllose Untersuchungen notwendig, es mußten viele Kombinationen in der Retorte getroffen werden, um allmählich aber planmäßig zum Erfolg zu kommen. Ein erster Erfolg war das Salvarsan. Der zweite große Erfolg war die Erfindung des „Germanin", das als „Bayer 205" siegreich den Kampf gegen die Ausrottung der entsetzlichen Schlafkrankheit be- aann. Von ihm aber hat Professor Hurley von der Universität Oxford nach dem Weltkrieg gesagt: „Die Entdeckung *öes deutschen Germanin ist für die Alliierten wahrscheinlich viel wertvoller als sämtliche von ihnen ursprünglich geforderten Re- parationen." H. Sch-r. Kaviar und Kindlaufe. Max Reger wurde einst von einer befreundeten, sehr wohlhabenden Familie zur Kindtause eingeladen. Der Künstler entwickelte einen sehr gesunden Appetit, besonders der Kaviar hatte es ihm angetan. Die junge Frau scherzte über die Eßlust des berühmten Gastes und versprach ihm, daß er beim nächsten Kind ein ganzes Fäßchen Kaviar erhalten sollte. Nach zwei Jahren erinnerte sich Reger wieder des großzügigen Versprechens, ging zum Postamt und schickte dem Ehepaar folgendes Telegramm: „Faule Bande, wo bleibt mein Kaviar?" Geschichten ans aller Welt. Verhängnisvoller Diebstahl. C. K. R i o de Janeiro. Wie aus Sao Paulo in Brasilien berichtet wird, drang in ein Krankenhaus von Riberao Preto ein Dieb ein und stahl sämtliche Hühner, Meerschweinchen und Kaninchen, die er dort vorfand. Die Hühner waren für die Ernährung der Genesenden bestimmt, aber die Meerschweinchen und Kaninchen hatten für Laboratoriumsversuche gedient, und viele von ihnen waren mit Bazillen gefährlicher Krankheiten geimpft, besonders von Tuberkulose und einem Pilz, der äußerst schmerzhafte und ansteckende Blasen hervorruft. Sobald die Leitung des Krankenhauses von dem Diebstahl erfuhr, ließ sie die ganze Bevölkerung mit Hilfe der lokalen Rundfunkstation von dem Vorfall in Kenntnis fetzen und sie warnen. In der Bevölkerung verbreitete sich eine Panik, aber die Warnung hatte doch schon eine erste praktische Wirkung, da von der Straße aus in den Hof des Krankenhauses drei von den 20 gestohlenen Tieren geworfen wurden. Augenscheinlich hatte diese der unbekannte Dieb noch nicht verkauft. Zum Krankenhause kamen aber zahlreiche Personen, die in den letzten Tagen Meerschweinchen und Kaninchen gekauft haben. Die Polizei sucht eifrig nach dem Diebe, der in den Zeitungen aufgefordert wird, sich im Vertrauen auf die Milde der Richter zu melden, um anzugeben, an welche Personen er die gefahr- bringenden gestohlenen Tiere verkauft hat. Das Märchen vom Däumling. C. K. London. Scotland Pard wurde an einem der letzten Abende alarmiert, weil aus einem großen Zirkus der kleinste Mensch der Welt, der zweiunddreißigjährige „Prinz Däumling" verschwunden, wahrscheinlich von Gangstern geraubt sein sollte. Sofort wurde eine Streife auf den Weg gebracht, das ganze Personal des Zirkus und die Berichterstatter der Zeitungen, die auch benachrichtigt worden waren, machten sich auf den Weg nach dem Verschwundenen. Der Zwerg ist eine Weltberühmtheit, nur 47 Zentimeter hoch, und sein Auftreten macht immer besonderen Eindruck, weil ihn ein finnischer Riese, der 2,45 Meter hoch ist, auf seinem Arm hereinträgt; beider Augen sind dann gerade in gleicher Höhe. Als der Zwerg aufgetreten war, hatte fein Manager ihn einen Augenblick allein gelassen, und als dieser zurückkam, war das Zimmer leer. Ein Mann wollte gesehen haben, daß ein anderer Mann den Zwerg auf seinem Arm davongetragen hatte, aber der Manager erklärte, das sei unmöglich, da der Zwerg sich nur von ihm tragen lasse. Sechs Stunden dauerte die Jagd nach dem kleinen Mann, ohne daß ein Erfolg erzielt wurde. Um 5 Uhr morgens wurde die Klingel des Zirkus in Bewegung gesetzt, und als der Nachtwächter öffnete, sah er gerade noch, wie eine elegante kleine Dame, deren Gesicht hinter einem dichten Schleier verborgen war, „Prinz Däumling" auf den Boden niedersetzte und schnell ihren wartenden Wagen bestieg, um fortzufahren. Der Zwerg erzählte darauf sehr ruhig, er habe einen Spaziergang unternommen, und auf diesem fei er von zwei Damen in ihr schönes Haus eingeladen worden; dort hätten sie ihm Tee angeboten, Süßigkeiten gereicht ' und ein schönes Bilderbuch vorgelegt, und dabei fei ihm die Zeit wie im Fluge vergangen ... Das „Gcspcusterschiff". B. B e l f a st. Alle Leuchttürme, Küstentelegraphen und Wachschiffe der Irischen See gaben in einer der letzten Rächte Warnungssignale an die Schiffe aus, die in diesen Gewässern so zahlreich sind. Es wurde gemeldet, daß ein Schiff ohne Mannschaft und ohne Licht seit dem Tage vorher auf dem sturmbewegten Meer umhertriebe. Es handelte sich um das Senk- Netz-Fischerboot „Jdris" aus dem Hafen Bangol, das der Sturm von feinen Halteseilen losgerissen hatte. Die Seeleute im Hafen bemerkten die Abwesenheit des Schiffes erst, als es bereits im Nebel verschwunden war. Einige Stunden später wurde das Schiff, das wie ein wahres Gespensterschiff auf öen Wellen trieb, auf der Höhe von Abergele bemerkt, es wurde auch auf diese Meldung hin von allen Rundfunksendern der englischen Admiralität Alarm gegeben, ein Küstenwachschisf wurde zur Ver- folgung ausgesandt, aber es gelang nicht, das treibende Schiff zu erreichen. Auch als'die „Söris" zum zweitenmal am Abend auf der Höhe von Llandudno gesichtet wurde, war sie gleich harauf wieder verschwunden. Man fürchtet, daß das Fahrzeug in ein Gebiet verschlagen wird, durch das die großen Dampferlinien führen. Der Mann mit der blauen Maske. C. K. Stockholm. Die schwedische Polizei macht Jagd auf einen verwegenen Banditen, der als Feld seiner verbrecherischen Tätigkeit die mittleren Provinzen des Landes gewählt hat. Bisher ist es noch nicht gelungen, ihm auf die Spur zu kommen, konnte nur feststellen, daß es sich um einen hochgewachsenen, ungewöhnlich mageren Mann handelt, der aber über eine erstaunliche Kraft und Beweglichkeit verfügt. Wegen seiner Magerkeit hat man schon daran gedacht, daß es sich um einen Verbrecher handeln könnte, der vor einiger Zeit aus dem Gefängnis von Sundsoal ausbrach, in dem er sich durch eine 18 cm große Maueröffnung zwängte. Der Räuber fiel allen, die ihn gesehen haben, dadurch auf, daß er eine gewählte Kleidung trug und das Gesicht mit einer blauen Maske bedeckt hatte. Er hat schon eine lange Liste von Einbrüchen, Ueberfäüen und Räubereien auf seinem Konto. Vor einiger Zeit drang er durch ein Fenster in einen Tanzsaal ein. bedrohte die Tänzer und Tänzerinnen mit dem Revolver in der Hand und ließ sich von ihnen alles aushändigen, was sie an Wertsachen hei sich trugen. Ein Boxer, der Miene machte, sich zu widersetzen, wurde von dem „Mann mit der blauen Maske", wie er allgemein genannt wird, schnell überwunden und gezwungen, sich auszuziehen und seinen Anzug aus dem Fenster zu werfen. Ein anders Mal kletterte er mit affenartiger Geschwindigkeit an einem Abflußrohr zu einem Balkon empor und drang in das Zimmer eines Pächters ein, der friedlich mit feiner Familie bei Tisch saß. Nachdem er die Frau und die drei Söhne zusammen mit den beiden Dienern, die bei Tisch aufwarteten, in ein Zimmer eingeschlossen hatte, zwang er den Mann, ihn in sein Arbeitszimmer zu begleiten und ihm den Geldschrank zu öffnen, dem er den ganzen darin aufbewahrten Betrag von 100 000 Kronen in bar und in Schmucksachen entnahm. Der Pächl-r war durch den plötzlichen UebcrfaU so betäubt, daß er der Polizei, die sehr schnell herbeieilte, nirfV i rpl erklären konnte, wie Ser Bandit wieder davoiigekommen wäre, ob er öen Weg von neuem über den Balkon oder durch die Wohnungstür genommen hätte. Er wußte auch nur, daß der Mann eine blaue Maske hatte, mager wie ein Skelett war und daß seine Augen seltsam leuchteten. Natürlich haben diese Berichte die Phantasie sehr erregt, so haß man den geheimnisvollen Mann in den letzten Tagen überall zu sehen glaubte, fein Austauchen wurde von sieben oder acht verschiedenen Orten gemeldet, an denen er wahrscheinlich nie gewesen ist. Sie will nicht zum Film. AS. Turin. Welches hübsche Mädel hätte nicht schon insgeheim den Wunsch gehegt, als Filmstern auf der Leinwand zu erscheinen. Nun wird aus Turin gemeldet, daß dort eine schone Frau die Anwartschaft auf Ruhm und Erfolg, die ihr bereits offenstand, glatt aus- geschlagen hat! Bei einem von einer Filmzeitschrist veranstalteten Wettbewerb, durch den dem Film junge, hoffnungsvolle Talente zugeführt werden sollten, hatte Vanna Borea Doglioli öen ersten Preis und damit die Anwartschaft auf einen Anstellungsvertrag bei einer großen römischen Gesellschaft errungen. Zur allgemeinen Ueberraschung stellte sich nach einigen Tagen heraus, daß „Fräulein" Vanna Borea Doglioli in Wirklichkeit Frau Vanna Borel, die junge Gattin eine- bekannten italienischen Fußballspielers, ist. Als man ihr die Nachricht von dem Siege bei dem Wettbewerb überbrachte, erklärte „Fräulein Vanna" kaltlächelnd, daß ihr hiejer Erfolg zwar Vergnügen bereite, daß sie aber nicht daran Senke, ihren Mann im Stich zu lassen, um in den Aufnahmewerkstätten der römischen „Cincecitta" (Filmstadt) ihr Glück zu versuchen. Selbst der auf ein Jahr befristete Probevertrag, der ihr ein Monatsgehalt von zunächst 2000 Lire zu- sicherte, vermochte sie nicht zur Aufgabe ihrer ab- lehnenSen Haltung zu verlocken. Da „Fraulein Vanna" also durchaus fein „Stern" werden will, stehen die Preisrichter vor einer schwierigen Fragrr- Sollen sie die zweite Preisträgerin an Stelle der Siegerin nach Rom schicken oder den ganzen Wettbewerb erneut ausschreiben? Die Blätter berichten, daß sich insbesondere einige junge Damen, die bet dem Rennen um einen Platz am Filmhimmel um Nasenlängen geschlagen wurden, eifrig für die Wiederholung des Wettbewerbs ausgesprochen haben, wohl in der stillen Hoffnung, daß das Schicksal ihnen dann das große Los bescheren werde, da» ihre glücklichere Konkurrentin verschmäht hat. di tn za Ul ak S s« au frii «r Sd jur Alan -e V ein brh 3 hab j her tat bei in l unb tage! 8 Tage Üntergau-Knlturlaaer des VDR dieses den Wirtschaft Abendbörse weiter fest. Aus der engeren Heimat Aus dem Nutzwagen-Bauprogramm: Aus dem Personenwagen-Programm: Das Wahr z eichen MERCEDES BENZ upt- Typ 170 V (38 PS, 1,7 Ltr.) Typ 230 (55 PS, 2,3 Ltr.) Typ 320 (78 PS, 3,2 Ltr.) tet wurden. Von Montanwerken notierten Rheinstahl mit 133 (131,50), Hoesch mit 107,25 bis 107,50 (106,75), Mannesmann mit 108,65 bis 109,40 (108) und Verein. Stahl mit 108 bis 107,75 (107,25). IG.-Farben gingen nach 148,50 wieder Außerdem Schwerlastwagen von 3s/4 bis 10 to Nutzlast, Omnibusse, Sattelschlepper und Kommunal-Fahrzeuge In gleicher Weise zeichnen sich die im In- und Ausland viel gekauften Typen des Nutzwagenbaues aus, deren unbedingte Verläßlichkeit und hohe Wirtschaftlichkeit in der ganzen Welt anerkannt ist. O Die nach den neuesten technischen Erkenntnissen und Erfahrungen entwickelten und gründlichst erprobten Personenwagen der Daimler - Benz -Werke bieten durch ihre neuzeitliche Bauart, ihre Zuverlässigkeit, ihre Fahrkomforts und ihre hohen Dauergeschwindigkeiten den denkbar größten Gegenwert. Die Lahnregulierunq bewährt sich. Lpd. Marburg, 20. Ian. Während in den frü- Heren Jahren bei Hochwasser das gesamte Lahn- itol von Marburg abwärts bis an die Kreisgrenze Ext Friedelhausen völlig überflutet wurde, mehrere n der Talsole liegende Dörfer — z. B. Argenstein unti Roth — infolge Überflutung der Zufahrtwege lagslang vom Verkehr abgeschnitten waren und auf ab RM 3750 — ab RM 5875.— ab RM 8950.— ab Werk außerdem in Unannehmlichkeiten mit der Polizei. Es liegt im beiderseitigen Interesse, wenn der Gast, der zufriedenstellend bedient wurde und einen gemütlichen Abend verlebt hat, auch Rücksicht auf den Gaststättenhalter nimmt und rechtzeitig den Heim- (97,50). Industrie-Obligationen nicht ganz einheit- lich, meist aber 0,13 u. H. höher. In der zweiten Börstnstunds lagen die Aktie n m ä r t l e DoUtünunen ruhig. vLinzelne führende Werte unterlagen leichten Schwankungen und waren dings stärker ab und es machte sich etwas Zurückhaltung geltend, so daß die durchschnittlich 0,50 bis 1,50 v. j). höheren Kurse nicht immer voll behaup- ganz unter dem Eindruck der Uebernahme des Reichsbankpräsidiums durch den Reichswirtschafts- Der Abend in seiner Gesamtheit ließ erkennen, welch' wertvolle Arbeit in den acht Tagen Untergaukulturlagers geleistet wurde. 1,5 tO Nutzlast Fahrgestell mit Vergewmotor , RM 3 490.— mit Dieselmotor . . . RM 4 000.— 1 to Nutzlast mit Vergasermotor . RM 4040.— mit Dieselmotor . . . RM 6 650.— ab Werk Trhein-Memifchp yörfe. Mitlagsbörse fester, aber ruhig. Frankfurt a. M., 20. Ian. Die Börse stand Lugendliche und Gasthausbejuch Mit der Gießener Polizei auf Kontrollganq. 2,5 to Nutzlast Fahrgestell mit Vergasermotor . RM 4 510.— mit Dieselmotor . . . RM 6 860 — 3 to Nutzlast mit Vergasermotor . RM 5 700.— mit Dieselmotor . . . RM 7000 — ab Werk weg antritt. Er unterstützt damit auch die Polizei in ihrem oeranwortungsvollen Dienst an der Volks- e n m a r k t( aus ge recht fester । und Scheideanstalt 2 o.jj auf 199. Im Freiverkehr waren Dingler Maichinen lebhafter mit 103,50 bis 105L0. Tagesgeld wurde auf 2,50 (2.25) v. H. erhöht. auf den Vorabendstand von 148 zurück, Metall- aesellschaft in Nachwirkung des Dividendenvorschlags 1 v. H. höher mit 120,50. Bis zu 1 v. H. höher eröffneten ferner Daimler mit 133, Rheinmetall mit 130 75. AEG mit 116 (115,25), Lah- meyer mit 114,90 (114,25), Reichsbank mit 188,25 (187,75) und Siidd. Zucker mit 212. Sonderbewegungen, allerdings ohne größeren Umsatz vollzogen sich in Westdeutsche Kaufhof auf 103,75 (101,75) und bei Conti Gummi auf 210 (207,50) Am Rentenmarkt war die Gesamthaltung ruhig und gut behauptet. Fester lagen Reichsaltbesitz mit 128,65 (128,30) und tm Freiverkehr gingen Kommunal-Umschuldung auf 92,95 nach 92,90. Liguidationspkandbriese bröckelten zum Teil leicht ab, Meininger 101,25 (101,50), Pfälzische 101,25 (101,50), Rheinische 101,30 (101,50). Von Stadt- anleihen ermäßigten sich 4,50 v. H. Hanau auf 97 Zu den schweren Dienstpflichten unserer Polizei zählen die Kontrollgänge. Ihnen liegen die ver- schiederrsten Absichten zugrunde. Eine solcher Ab- sichten, der wiederholte Kontrollgänge in letzter Zeit dienten, ist die Verhütung des Alkoholausschankes an Iugei^iliche. Nach § 16 des Gaststättengesetzes ist die Verabfolgung von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren untersagt. Gleichzeitig wird darin angeordnet, daß Jugendlichen unter 16 Jahren das Betreten von Gaststätten nur in Begleitung erwachsener Personen gestattet ist. Don unseren Gießener Gaststätten kann gesagt werden, daß sie sich schon aus ihrem Standesbewußtsein heraus durchweg an die Anordnungen halten. Bei einem Kontrollgang der Polizei am gestrigen Spätabend wurde aber in einer Wirtschaft ein Schüler angetroffen, der sich unbekümmert unter hinge Leute gemischt hatte, so daß er nicht auffiel. 'Als er nach seinen Eltern gefragt wurde, fing er ion zu weinen und machte sich schleunigst auf den .Heimweg. Ein solcker Vorfall beweist, daß die »Eltern es an ihrer Aufsichtspflicht fehlen lassen und »einen Gaststättenhalter in schwierige Situationen großem Interesse ausgenommen, und es wurden mehrere neue Mitglieder für den VDA. geworben. Die Veranstaltung wurde bereichert durch passende Gedichtvorträge, Lieder und Musikstücke unter Leitung von Lehrer Fay, sowie durch Gesangsoor- träge des Gesangvereins. Mit dem Gedenken an Führer wurde der Abend beschlossen. bringen können. L. ______ . Jugendliche, ganz gleich, ob Junge oder Mädel, i gemeinschaft. haben sich nach 22 Uhr nicht mehr in den Straßen, I erst recht nicht in Gaststätten, aufzuhalten. Nicht jedem Jugendlichen ist sein Alter anzusehen, unb der Gastwirt kann nicht von jedem die Kennkarte fordern. Hier ist es Pflicht der Eltern, dafür zu sorgen, daß Mädels oder Jungens rechtzeitig zu Hause sind und sich nicht noch in Lokalen auf- haltend In einer Zeit, in der die Führerschaft der Hitler-Jugend durch den freiwilligen Verzicht auf , . , , , , , , Genußgifte mit gutem Beispiel vorangeht, sollten Minister, was naturgemäß das Hauptgejpräch auch die Eltern sich ihrer Pflichten bewußt sein tu---— ~"J* 6*™* —-£*—- or- Ja der Jugendherberge an der Hardt herrschte in den vergangenen acht Tagen fröhliches Leben und Treiben, das die Räume des Hauses vom frühen Morgen bis in den späten Abend erfüllte. Etwa 50 Mädchen aus dem Untergau, aus Stadt und Kreis Gießen, wie auch aus dem Kreis Friedberg, trafen sich, um unter der Leitung der Ringführerin Hilde Fink ein achttägiges Lagerleben aufzuschla- gen und davei zu lernen. Die Tage waren aus- schließlich dem Basteln, Zeichnen, der Werkarbeit, insbesondere auch dem Gesang, der Musik, dem Volkstanz und dem Laienspiel gewidmet. In früh- licker Arbeit vergingen die.Stunden und Tage nur allzu rasch. Jedes der Mädchen fühlte sich bereichert, neu belebt durch die enge Kameradschaft, erfüllt von vielen Anregungen, die dann im Kreis der Kameradinnen in Stadt und Dorf zur Auswirkung kommen. Manches ernste Volkslied, aber auch manches heitere Liedchen mit origineller Melodienführung und lustigem Refrain wurden gelernt. Dann würben aber auch Anregungen gegeben für die Gestaltung von kleinen Spielen, die mit einfachsten Mitteln inszeniert werden können. Gestern abend wurde der Lehrgang mit einem Gemeinschaftsabend abgeschlossen. Schöne Plakate waren gemalt worden, wurden zur Ausstellung gezeigt und bewiesen viel fleißige Arbeit. Auch die Bastelarbeiten wurden zur Schau gestellt und boten den Gästen des Abends einen Einblick von der geleisteten Arbeit. Ein aus Resten handgewebter Teppich erregte besondere Aufmerksamkeit. Kreisleiter Backhaus hatte es sich nicht nehmen lassen, bei diesem Abschlußabend dabei zu fein. Die Stunden standen ganz im Zeichen der heiteren Unterhaltung. Da wurden allerlei Liedchen gesungen und Spiele aufgeführt. So sah man z. B. „Odysseus Heimkehr", von einem Holzpuppentheater gespielt und auf einfachste Formel gebracht. Die „Glocke" von Schiller wurde in allen Variationen vorgetragen In oberhessischer Mundart wurden Schnurren wiedergegeben, man erlebte einen hochdramatischen Flohzirkus, sah Volkstänze und bc« wunderte das Können der Mädchen auf der Blockverursachten und die Ueberflutungen der Talsole begünstigten, sind durch Aushebung neuer geradliniger Flußstrecken beseitigt worden. Das hat zur Folge, daß die Wassermassen jetzt innerhalb der Deiche mit größter Geschwindigkeit ab- fließen. Nur noch wenige Streifen tiefliegenden Geländes außerhalb der Deiche sind durch hochgeftie- genes Grundwasser überspült. Wenn im rominenben Sommer der restliche kleine Teilabschnitt zwischen Wehrda und der Marburger Nordstadt — dort steht das Gelände jetzt noch unter Wasser — eingedeicht fein wird, dürfte künftig jegliche Ueberschwemmunys- aefahr durch die Lahn im Kreise Marburg beseitigt fein. Landkreis Dietzen $ Alten-Buseck, 20. Ian. Irn Saale von Philipp Einhäuser fand eine gut besuchte Veranstaltung des VDA. unter Mitwirkung derSchule und des hiesigen Gesangvereins statt. Nach Eröffnung durch Schulleiter Lehrer Ranft sprach Dr. Berghöser (Gießen) über die Bedeutung und Notwendigkeit des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland. Seine Rede wurde mit Die Abendbörse war im Anschluß an den Mit- tagsverkehr weiter fest, da sich seitens der Kundschaft die Käufe in Aktien sortsetzten und auch der Berufshandel einige Anschaffungen vornahm. Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen ergaben sich auf nahezu allen Märkten erneut Steigerungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H und eine ganze Reihe von Werten zogen darüber hinaus bis $u 1,50 v. H. an. Nicht ganz behauptet waren nur IG - Farben mit 148,50 (148,75). Don sonstigen führen» reu Werten stiegen Verein Stahl auf 108,75 bis 100 (108,25), Mannesmann auf 110 bis 110,50 (109,50) und AEG. auf 117 (116) Sonst sind noch zu erwähnen: Buderus 108,75 (107,50) BMW. 143,25 (142), Daimler 134,25 (133), Deutsche Erdöl 125 (123,50), Gesfürel 134,50 (133), VDM. 179,50 (178) und Westdeutsche Kaufhof 105 (103,75). Am Einheitsmarkt gingen Hanauer Hofbrauhaus nach Pause um 2 v. H. auf 168 zurück. Arn Rentenmarkt befestigten sich Reichsaltbesitz auf 128,75 (128,65), 6 v H. IG.-Farben auf 119,40 (119), Reichsbahn- DA. auf 123,40 (123,25) und 5 n. H. Gelsenbenzin aus 100,65 (100,60). Kommunal-Umschuldung gingen mit 92,95 um. den Aeckern durch Abschweckimung der Ackerkrume großer Schaden entstand, besteht jetzt die seit dem Jahre 1926 in mehreren Teilabschnitten von Friedel- hausen aufwärts durchgeführte Lahnregulie- rung ihre erste große Bewährungsprobe. Der Fluß ist in seinem gesamten Verlauf von der Kreisgrenze bei Friedelhausen bis Marburg eingedeicht, mehrere starke Flußkrümmungen bei Frohnhausen und Gis- felberg, die früher hauptsächlich die Wasserstauungen △ Dorf - Gill, 19. Ian. Gestern nachmittag fand in unserem Dorfe eine Alarm- und Einsatzübung des Luftschutzes unter Leitung von Bürgermeister K n ö p p e r und Untergruppenführer Jung statt. Mehrere Lustschutzaemeinschasten waren zu dieser Uebung eingesetzt worden. Verschiedene Brandsätze wurden durch die eiligst alarmierte Haus- feuerwehr, die zum erstenmal in neuer Uniform und Luftschutzhelmen antrat, rasch und erfolgreich nieder» gekämpft. Auch die Laienhelferinnen, die den Der- letzten die erste Hilfe brachten, legten vorschriftsmäßige und einwandfreie Verbände an. Gemeinde- gruppensührer Meckel (Lich), der der Uebyng bei- wohnte, sprach sich sehr anerf-mnenb über Sen Verlauf aus und dankte namens des Reichsluftschutzbundes allen Beteiligten für ihre Leistungen. ftreie ipphlot T Waldgirmes, 20 Ian. Gestern feierte der Werkmeister Karl B i 11 e n d o r f, gebürtig in Wißmar, hier bei der Firma Rinn & Eloos, sein 25 j äj) r i g e s Arbeitsjubiläum. — Am nächsten Sonntag begeht unsere Hebamme Luise Schmidt Wwe., geb. Schmidt, ihr 50jähriges Dienftjubiläum. In ihrer langen Tätigkeit hat sie etwa 2500 Erdenbürgern zum Leben oerhol- fen. Ende März will sie ihren verantwortungsvollen Beruf aufgeben. im ganzen gegenüber dem Anfang wenia ver- , v______ _..ir... ______,______ , „ ändert. Die später zur Notiz gekommenen Papiere auch die Eltern sich ihrer Pflichten bewußt sein thema bildete. Wenn auch feine größeren Auf- lagen vorwiegend bis 1 v. H fester, darüber hm- Auch hinsichtlich der Polizeistunde werden noch träge Vorlagen, so eröffnete der Aktienmarkt, aus gewannen Demag 1)75 v. H auf 147 bis 148 Wünsche laut. Wie der Kaufmann sein Geschäft, auf einige Käufe der Berufskreise in i ’ um 19 Uhr, so hat der Gastwirt pünktlich zur Haltung und die Umsatztätigkeit war anfangs et-1 Polizeistunde seine Räume zu schließen. Vielfach was lebhafter. Später flaute das Geschäft allerhält ein einziger Gast den Wirt auf, im Verhält- nis zum Lichtverbrauch und sonstigen Unkosten wiegen die Einnahmen nicht, und der Wirt kommt 159/A DAIMLER-BENZ A.G. VERKAUFSTELLE FRANKFURT/M.s Krieftkstrafee 59/67, Verkaufsraum: Kaisers trabe 6, Fernruf Sammel-Nr. 703011 7ech- Verkaufsdienst GIESSEN: Neils & Kraft, Marburger Strebe 68-72, Fernruf 2748/49. U. 8° LIESSEN 1111 Ins 0323 Nr. 18 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 2k./2?.Zanuar 1959 einer mandeurs zusammen Zahlreiche Karten und vieler- zu erkennen ist. findet kurze Zeit darauf seine^vi__ lei graphische Darstellungen rundum den Wän- Bestätigung bei den praktischen Vorführungen einer und ihre harmonischen Grundlagen wurden für Mussorgskij das leitende Fundament. Diese neuartige und unverbrauchte Klangwirkung bedingte auch eine Neubegründung der musikalischen Form. Nicht als ein experimentierendes Sich-Vortasten erscheint so seine Schaffensart, sondern als ein Sich- Selbst-Geben und Sich-Erschließen in persönlich und blutmäßig gebundener Eigenart. Das, was die großen Meister der mitteleuropäischen Musik in genialer Schau ergründet hatten, war für die Späteren schulmäßige Regel geworden und zur Formel erstarrt. Hier aber bei Mussorgskij wachsen die aus Neuland erstandenen Kräfte ins Unbegrenzte und fühlen sich im Bewußtsein ihrer Jugendlichkeit den höchsten Zielen angemessen. Russisches Volksgut geht so in Mussorgskijs Werk ein als grundlegendes Stoffelement; anschauliche Bildhaftigkeit wird zum Anreger der Phantasie. Die Männer der Presse werden am Hauptein- gang der neuen Kaserne der Flak-Artilleristen von dem Major und Abteilungskommandeur herzlich begrüßt und zunächst in eines der schönen Gebäude geleitet. In einem großen, Hellen Lehrsaal setzt man sich zu einem kurzen Vortrag des Abteilungskorn- Letzten Mittwoch früh noch fast in der Dunkelheit und bei schönstem Regenwetter. Etwa 40 Vertreter der Presse, darunter ein Mitglied der Schriftleitung des „Gießener Anzeigers", treffen sich am Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. Unter Führung eines Hauptmanns der Fliegerwaffe begeben sie sich hinaus an den Rand der Stadt zur Kaserne des Flak-Regiments in Frankfurt a. M. Zweck: Besuch der Flak-Artillerie und Beteiligung als Zuschauer bei den Vorführungen einer Flak- Batterie unter Einsatz aller ihrer Kampfmittel. Vortragspult künden davon, daß in diesem Lehr- suale von den Flakartilleristen eifrige geistige Arbeit geleistet wird. Und daß diese Tätigkeit „nicht ohne" ist, sondern allerlei „Käppchen" jedes Mannes der Flaktruppe erfordert, wird den Besuchern während des kurzen Vortrags des Abteilungskommandeurs über die Grundlagen, Voraussetzungen, Ziele und Technik des flakartilleristischen Schießens alsbald klar. Selbst derjenige, der auf dem Arbeitsfeld der Junger der Heiligen Barbara „vorbelastet" also alter Artillerist mit allerlei Kenntnissen vom Bau ist merkt schon nach kurzer Zeit, daß sein artille- aU5 der Zeit des Schießens im Weltkrieg _ auf das man sich doch so stolz weiß — gegenüber dem Stand der Dinge von heute ganz gewaltig ins Hintertreffen gekommen ist, gleichsam ein Werk, das sein Ende in den „Kinderschuhen" gesunden hat. Und was bei diesem Vorträge geistig zu erkennen ist, findet kurze Zeit darauf seine volle Hochschulnachnchten. Der Dozent Dr. phil. habil. Helmuth Osthoff ift zum beamteten ao. Professor und zum Universi- tatsmustkdirektor an der Universität Frankfurt ernannt worden. Professor Dr. Hermann A l b r e ch t von der Uni- Derfität Frankfurt wurde als Ordinarius für Röntgenkunde an die Staatliche Akademie für prak- tifd)e Medizin in Danzig berufen. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die Röntgendiagnostik. Professor Dr. Carl Pirath, der an der Tech, "istsien Hochschule Stuttgart den Lehrstuhl für Eisenbahn- und Verkehrswesen innehat, erhielt einen Ruf an die Universität Köln, um dort einen ncugegrünbeten Lehrstuhl für Verkehrswissenschaft Zu übernehmen. Pros. Pirath hat den Rus abfle. lehnt. landdeutschen erscheinen; die Mutter stammte aus Aachen, sein Vater aus der belgischen Grenzzone. Im Gegensatz zu der von Berlioz vertretenen illu- stnerenden Programmusik und dem sich später an- bahnenden Impressionismus ist er zum bewußten 5)uter und Bewahrer klassischer Formprinzipien geworden, wenngleich er in der Ausnützung der Orchesterfarbe manches von seiner Umwelt angenom- men hab So erweisen auch seine „Symphoni- ch e n Variationen" für Klavier und Orchester trotz einer gewissen Auflockerung der Klanglichkeit eine straffe, thematisch gefestigte Struktur. Dos wiederkehrende Hauptthema und der beschwingte Seitengedanke sind immer wieder maßgebende Faktoren für die Entwicklung, in deren Mittelpunkt wohl das Soloinstrument steht, dabei aber eng Der- fnüpft mit der selbständigen Führung des Orchesters, das den Ausdrucksgedanken über den Farbwert stellt. * Unter den aus Wien stammenden Musikern nimmt Enul Nicolaus von Recznicek durch den Einschlag slawischen und romanischen Blutes eine Sonderstellung ein. Seine 1894 in Prag uraufgeführte komische Oper „Donna Diana" hat er 1933 einer Verarbeitung unterzogen; besonders aber Jie Ubensspruhende, beschwingte, durch ihren behenden Rhythmus zündende Ouvertüre zu diesem Werk gibt Das treffendste Abbild seiner musikalischen Persönlichkeit. Sie ist im Konzertsaal ebenso heimisch geworden, wie sie zumal in letzter Zeit sehr häusiq in den Programmen des deutschen Rundfunks er- scheint. Dr. Hermann Hering. 4000pflichijahrmädelö in Oberheffen als Helferinnen T^brgang des erweiterten Pflichtjahres. - Beginn der Verpflichtung bleibt der 4. Marz 1938. - Einsatz vor allem in der Landwirtschaft. - Freies Arbeitsverhältnis auf tariflicher Grundlage. (Line Unterredung des Gießener Anzeigers mit dem Leiter des Arbeitsamts Gießen. ZU gehen. Vorher müssen diese 1000 Mädels ihr Pflichtjahr ableisten. Ein großer Teil der übrigen 1500 Mädels, namentlich auf dem Lande, wird sich sicherlich zu Hause in der Landwirtschaft nützlich machen. Angesichts des jugendlichen Alters dieser Mädels ist es wichtig, hier besonders zu betonen, daß das Arbeitsamt bei der Genehmigung und Zuweisung von Stellen auf den K r ä f t e z u st a n d d e s Mädels weitgehende Rücksicht nehmen und nach bester Möglichkeit allem Vorbeugen wird, was dem Mädel eine ungebührliche Ueberanftrengung seiner Kräfte bringen würde. Beratung in der Sprechstunde. Zur Bewältigung dieser großen Ausgabe und zur sorgfältigen Beratung der Mütter und Töchter hat das Arbeitsamt Gießen Sprech ft unden eingerichtet. Dort wird den Müttern und Töchtern Gelegenheit gegeben, mit den Arbeitsoermittlerinnen über alle Fragen des Einsatzes im Pflichtjahr allein zu sprechen. Derartige Sprechstunden bestehen auch bei den Nebenstellen des Arbeitsamtes. Näheres darüber gibt das Arbeitsamt heute bekannt. Pflichtdienst ist Ehrendienst für die Gemeinschaft! Die,früheren Veröffentlichungen über das Pflichtjahr der Mädels unter 25 Jahren und auch unsere heutige Uebersicht lassen klar erkennen, daß dieser Einsatz eine Ehrenpflicht unserer Mäd - ch e n in sich schließt. Es handelt sich um die für unsere Volksgemeinschaft außerordentlich wichtige Aufgabe, den stark überlasteten Frauen unserer Bauern und Landwirte, sowie den Müttern mit großer Kinderschar die dringend notwendige weibliche Hilfe im Haushalt zu beschaffen. Unsere Mädels haben schon sehr oft und vielfältig ihren anerkennenswerten Willen zum Dienst für die Gemeinschaft be- kündet. Man darf wohl als sicher ansehen, daß sie sich auch hier wieder tatfroh zur Hilfeleistung im Rahmen des Pflichtjahres in die große Front der schaffenden, für das Wohl unserer Volksgemein, schäft kämpfenden deutschen Menschen einrelben. Sie werden dabei auch sich selbst ideell bereichern insofern, als sie durch die Ableistung dieses Dien- stes Einblick und enge Verbindung mit einem Le- benskreis deutscher Menschen gewinnen, der für das Volksganze von größter Wichtigkeit ist. Darum bedeutet das weibliche Pflichtjahr die Erfüllung eines Ehrendienstes! Wie der junge Mann 2^ Jahre Arbeits- und Militärdienst im Dienste der Gemeinschaft ableistet und stolz auf diese Ehrenpflicht ist, so muß jedes junge Mädchen mit Stolz ein Jahr auf dem weiblichen Arbeitsgebiet zum Wohle des Vater- landes tätig fein. B. Aquarelle und Zeichnungen eines mitMusforg- s k i j befreundeten Malers wurden die Veranlassung zu seiner Klavier-Suite „Bilder einer Aus- stellun g". Was ihm hier in den einzelnen Bil- dekn entgegentritt, bleibt für ihn nicht ruhender Eindruck, sondern das Bild tritt aus feinem Rah- men und wird zur Handlung, die den grundlegenden Schöpfungsvorgang des Malers in weitestem Ausmaß lebendig werden läßt und im Lichte der Musik begreift. Aber er beschränkte sich dabei nicht etwa auf eine charakterisierende Situationsschilde- rung, sondern, der Aeußerungsmöglichkeit der Musik angemessen, ersteht so ein musikalischer Vorgang, der sich in seiner Form musikalischen Gesetzen fügt. Das Bild eines „Gnoms" wird so zur Veranlassung für eine spukhafte musikalische Szene; das „alte Schloß" läßt romantische Klänge der Vergangenheit wach werden; „Spielende Kinder" finden kapriziösen musikalischen Ausdruck; der „Ochsenkarren" („Dydlo") geht vom bildhaft stampfenden, knarrenden Baßrhythmus aus, läßt eine russische Volksweise herauswachsen, und das Ganze erhebt sich zu musikalisch szenischer Schau, die in ihrer Art Zu den bekannten „Wolga-Schleppern" in Vergleich zu setzen wäre. Zu einem humorvoll gezeichneten Scherzino wird der „Tanz der Küchlein in den Eierschalen"; gebör- denhäst gezeichnet ist das Bild des galizischen Juden. Das Markttreiben („Der Markt zu Limoges") entfaltet sich in voller Realistik. In stärkstem Kontrast dazu, in tiefster Verinnerlichung, wie ein Requiem wird das „Römische Grab in den Katakomben" erschaut. „Die Hütte der Babayaga" — eine 2lrt Hexenritt; das „Große Tor von Kiey>" wächst sich zu heroischer Klangweli aus. 1 ' Dieses ursprüngliche Klavierwerk war schon von Rimski-Korssakow instrumentiert worden; die vorliegende Bearbeitung von Maurice Ravel erhebt das Ganze in eine äußerst gewählte plastische Farbigkeit. Mussorgskij wurde zum Anreger der französischen Impressionisten, die in ihrer verfeinerten Technik an die Grenzen des musikalisch Gegenständlichen rührten. Nach dem Abklingen dieser Stilrichtung besann sich die westeuropäische Kunst immer stärker durchdringend wieder auf die grundlegenden Elemente des Musikalischen, im Rhythmischen, Harmonischen unb Melodischen. Erfrischend wie ein neuer Kraft- Zustrom wirkte sich das Zurückgreifen auf die Volksmusik aus. Uyd so erstand eine Ausdrucksweise, die, durch die sublimierte Farbtechnik des Impressionismus hindurchgegangen, sich wieder mit den natur- fraftigen Ansätzen des schon 1881 verstorbenen Mussorgskij berührt. * Gerade der Spanier Manuel de Fa lla läßt dieses Wiedererstarken und Durchbrechen der musikalifchen Elemente zum besonderen Ausdruck des^ Nationalen werden. In feiner symphonischen Dichtung „Nächte in spanischen Gärten" (1925) gibt er unter Hineinbeziehung vom melodischen Volksgut und nationalen Tanzrhythmen äußerst eindrucksstarke Schilderungen aus seinem Heimatland. Er gliedert sein Werk in drei Teile: 1. „Im Ge- neralife"; 2. „Ferner Tanz"; 3. „In den Gärten der Sierra von Cordova". Während der erste Satz mit äußerst feinen Farben den Zauber der Nacht einfängt, indem er den Klavierpart mit dem vollbesetzten großen Orchesterkörper zum Klangfiligran verwebt und die Einzelinstrumente im Solo zu be- onöeren Ausdrucksträgern werden läßt, sind der zweite und dritte Satz vornehmlich auf das Rhythmische abgestimmt, dem Tänzerischen mit anschaulicher Kraft Ausdruck gebend. Nach realistisch farbkräftiger Schilderung entschwindet der Schlußsatz, der sich direkt an den zweiten anschließt, in visions- gleicher Verklärung. * 'Cesar Franck (1822—1890) steht in seiner Art । des Musiklebens den Deutschen näher als der Musik- i entwicklung an feiner Hauptwirkungsstätte Paris. t Seine blutsmäßige Herkunft läßt Hu .als Grenz- 1 Welche Mädchen sind zur Ableistung des Pflicht, jahres verpflichtet? Vom 1. Januar 1939 ab ist die Ableistung des (flichtjahres grundsätzlich von allen ledigen weib- !chen Arbeitskräften unter 25 Jahren zu fordern, k e vor dem l.März 1938 noch nicht als Arbeite- Timen oder Angestellte beschäftigt waren und eine fllche Beschäftigung aufnehmen wollen. Diejenigen Mädchen unter 25 Jahren, die in der Zeit vom 1 Minz bis 31. Dezember 1938 Arbeit in einem nicht ^sperrten Wirtschaftszweig (z. B. in der Metall- ribuftrie) ober Berus (z. B. als Modezeichnerin) cifgenommen haben, sind grundsätzlich von der Ibleiftung des Pflichtjahres auszunehmen. Ferner if die Ableistung des Pflichtjahres nicht mehr von fonjemgen Jugendlichen zu fordern, die sich vor dm 1. März 1938 bereits in einem Lehrverhältnis ta sonst in einer ordnungsmäßigen Berufsaus- bibung befanden. Alle übrigen Mädels unter 25 &hren, die einen Beruf ausüben wollen, find also zim Pflichtjahr verpflichtet. Wie und wo erfolgt der Einsatz? Das Pflichtjahr ist von jetzt ab grundsätzlich nur ntaf) rein arbeitseinsatzmäßigen G e - sichtspunkt en abzuleisten, d. h. zu jedem Ab- ftssuß muß die Genehmigung des Ar- 11 i t 5 a mt e s schriftlich erteilt werden. Die Zu- fünmung ist von der Jugendlichen oder ihrem geetzlichen Vertreter bei dem Arbeitsamt bzw. bei ®er Nebenstelle des Arbeitsamtes schriftlich zu be- Jtrragen. Die Arbeitsstelle eines Mädels für das 9': idjtjahr muß vom Arbeitsamt als arbeitseinsatzmäßig wichtig anerkannt sein. Das Pflichtjahr kann abgeleiftet werden in der chinswirtschaft, im landwirtschaftlichen Haushalt in» im Landdienst der HI. Es soll der Land- und Hcuswirtschaft, besonders der überlasteten Bauers- fru und den kinderreichen Familien, die not - o obigen weiblichen Hilfskräfte zu- füften. Daneben soll es ganz allgemein das Jnter- e|fi der weiblichen Jugend für die Land- und Ha.us- wiltschaft wecken. Der ständig zunehmende Mingel an weiblichen Hilfskräften in der Land- uit Hauswirtschaft hat es notwendig gemacht, den Kris der Personen, die den Bestimmungen des «etlichen Pflichtjahres unterliegen, zu e r ro e i« Diese Bilderabfolge wird von einem musikalischen Satz emgeleitet. Diese sog. „Promenade" kehrt ver- fchiedentlich abgewandelt wieder, quasi als das Umhergehen des Beschauers der Ausstellung. Nach der Katakomben-Szene wird das Thema zur nachdenklichen Reflektion. "Das Haushalts-Pflichtjahr der Mädchen hat sich sehr befriedigend eingeführt, die Madels sind jetzt allenthalben mit Freude bei der Sache." Diesen Satz schrieben wir nach einer Unterredung mit dem Leiter des Arbeitsamts Gießen, Oberregierungsrat Dr. L i st, im „Gießener Anzeiger" Nr. 194 vom 20./21. August 1938. In dieser Feststellung kam ein Rückblick auf den mit Wirkung vom 1. März 1938 von dem Beauftragten für den Vierjahresplan, deneralseldmarschall Göring, angeordneten ver- ftärkten Einsatz von weiblichen Arbeitskräften in ier Land- und Hauswirtschaft zum Ausdruck. Mit einer neuen Durchführungsanordnung vom !3. Dezember 1938 ist von dem Präsidenten der Heichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup eine Erweiterung des für das Pflichtjahr für Mäd - iQcn in Betracht kommenden Personenkreises verlandet worden. Anlaß dazu war die im Lause des 'origen Jahres zutage getretene Erscheinung, daß (er ursprünglich vorgesehene Personenkreis nicht lusgereicht hat, um allen Anforderungen der Bauern nd Landwirte, sowie der interessierten Haushal- ungen in der Stadt nach weiblichen Arbeitskräften «recht zu werden. An dem andauernd ungedeckten Aedarf dieser Kreise an Hilfskräften konnte man mcht mehr achtlos vorbeigehen. Flakartilleristen und Lufinachrichter im Waffendienst Besuch der presse bei den Truppen in Frankfurt a. M. und Biebrich. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. weiter. Daraufhin werden durch den Ortsbauern- sichrer Frage b o gen an solche Interessenten »erteilt, die ein Pflichtjahrmädel aufnehmen wollen. Die Stelle wird dann von dem Ortsbauernführer in Gemeinschaft mit der örtlichen Leiterin der NS - Frauenschaft überprüft. Wenn beide die Stelle für geeignet halten, wird sie zur Besetzung anerkannt, worauf durch das Arbeitsamt Gießen oder dessen Nebenstelle die Zuweisung des Pflichtjahrmädels erfolgt. Es kann jedoch auch im Wege der eigenen Suche ein Pflichtjahrmädel durch den Interessenten gewonnen werden, jedoch mit der Einschränkung, daß dazu das A r b e i 15 a m t schriftlich vorher die Zustimmung erteilen muß. Warum das pflichljahr vor der Lehrzeit gefordert wird. Nach der Anordnung besteht die Möglichkeit, das Pflichtjahr auch anschließend an die Lehre abzuleisten. Im B e z i r k Oberhessen jedoch erfordern es die Verhältnisse, daß grundsätzlich das Pflichtjahr schon vor der Lehrzeit abgeleistet ist. Maßgebend dafür ist folgende Verlegung: wenn ein Madel in eine Lehrstelle geht und dort zwei oder drei Jahre gelernt hat, im Anschluß daran seine erworbenen Kenntnisse aber nicht sofort praktisch auswertet, dann besteht die Gefahr, daß das Gelernte bald mehr oder minder in den Hintergrund tritt und schließlich ganz vergessen wird. Darum ist es richtiger, das Pflichtjahr vor dem Beginn der Lehre einzuschalten. Mit dieser Regelung wird sicherlich dem Mädel und seiner Zukunft, aber auch den berechtigten Wünschen und Interessen der Eltern am besten gedient. 2Ue hoch ist der zahlenmäßige Einsatz? Im ganzen Reich werden vom l.Janaur 1939 ab schätzungsweise alljährlich 300 000 bis 400 000 weibliche Arbeitskräfte durch das Pflichtjahr erfaßt werden. Im" Bezirk des Arbeitsamts Giess e n, also in Oberhessen, werden in diesem Jahre zu Ostern rund 2500 Mädchen aus der Schule entlassen. Von diesen 2500 Mädels haben bis jetzt runblOOO den Wunsch geäußert, in einen Beruf Roderne europäische Musik. Zum zweiten Symphonie-Konzert des Gießener Konzertvereins. . k«s kommende Symphonie-Konzert lenkt das Jn- : Lesse der Gießener Hörer dadurch auf sich, daß ! önlliche im Programm vorgesehenen Werke bisher Im noch nicht zu Gehör gebracht worden sind. uH0 r gf f ii und de Falla bezeichnen ein- rm extremste europäische Musiklandschaften, zu- cilkil» aber auch den Ansatz einer musikalischen (iltmitflung und ihren Ausgang, die sich beide in i Tier Tendenzen nähern. Cösar Franck und Ni- von Recznicek stehen mehr oder wenigst im Zeichen der Auseinandersetzung mit der sti- liUfüfgen Entwicklung der letzten fünfzig Jahre. Stu Weg zu einer national-russischen Musik Wn Michael Glinka und nach ihm Alexander T)orWmyshki eröffnet. Aber erst die spätere GUenrration, deren Vertreter sich im Hause Dargo- rrHk"is in Petersburg versammelten, wurden zu dm igentlichen Bahnbrechern der russischen Natio- ir^lüusik. Diese fünf „Nooatoren" waren bis auf rag Balakirew anderen Berufen verhaftet: Cäsar Cm: Fortif'lkations-Osfizier; Borodin: Mediziner; raiforgffij: zuerst Garde-Offizier, dann Verwal- tüm^eamter; Rimski-Korssakow: Marine-Offizier. Hw gerade von diesen Dilettanten nahm eine musi- fdtbcie Bewegung ihren Ausgang, die namentlich di e westeuropäischen Musikverhältnisse nachhaltig h°Wlußte. Äewnders Mussorgskij war weder belastet durch tiiht Zrabition noch beengt durch eine schulgemäße mAfk: lische Ausbildung. Und dennoch war sein Ta- leMsi stark, daß es in Verfolgung der Ziele einer nelim listischen Wahrheit und der Klarheit des Aus- drAcs zu einer Neubildung des musikalischen Stiles »aMufj, die erst in den Späteren Jahrzehnten ihre oc:U(j. Erkenntnis und Ausarbeitung (durch den Fiia di Gießen heute abend „Der Maulkorb". macht, daß großen städtischen Orchesters Dem Konzertoerein (Viertes letzten Mann. * Zei dem „AervenWem" der Wehrmacht wenn die Ferne ihren Abgrund zwischen zwei bilden. mußte woyi Die iworre ans u-rern mutcjien jjku- zensblut heroortreiben, dort wo es am rötesten springt, ein paar Tropfen von ihnen schienen wie bare Ausgaben. W Am Nachmittag weilen wir bei einer Abteilung einer Luftnachrichtentruppe in Bjeb- r i ch. Diese Waffe war bisher noch so etwas wie ein „Veilchen, das im. Verborgenen blüht", heute ist auch sie ein vollwertiger Bestandteil der Wehrmacht im großen Rahmen der Luftwaffe. Eine Waffengattung, die eine Unmenge interessanter techni- scher Aufgaben zu erfüllen hat, die zugleich aber auch eine mit allen Kampfmitteln der Infanterie ausgebildete fechtende Truppe darstellt, im Ernstfälle nicht etwa in der Etappe sitzt, sondern verantwortungsvollste und schwere Aufgaben in der Kampffront und zugleich von dort aus nach rückwärts zu den Stäben bis hinauf zu den höchsten erfüllen muß. * Der Abteilunaskommandeur im Kreise seiner Offiziere emvfangt die Männer der Presse mit aufrichtiger Freude.' denn ihm ist es eine frohe Vernstich- tung. bei dieser Gelegenbeit einmal der Oestentlichkeit einen Einblick in das weitschichtiae Arbeitsfeld seiner Truppe zu geben. Und rons wir hier zu sehen und zu Hören bekommen, ist auf diesem Wasfenqebiet ebenso großartia und bewundernswert, wie das Erlebnis nm Vormittag bei der Schwefterwafse. B-fonders bemerkenswert ist aber hier die Tatsache, bah die inna-n Soldaten im Verlaute ihrer militärischen Ausbilduna bei dieser Spezialtruvue sich eine Menge technischer Kenntnisse und (Erfahrungen aneignen können, die ihnen im fnäferen Leben auch für den Zivilberuf von größtem Nub"n werden können. Vor allem heißt es auch hier: .Kövvchen"! Große gei- stiae Bew-alichkeit. Aufgeschfossenbeit für alles Neue unh Fortschrittliche in d"r Technik des.Nachrichten- w-sens sind die Gr"ndb-dinaungen für feden funqen Mann, der bei dieser Waffe ein guter Soldat werden will. Da heißt es auf dem Gebi-te des Fern- sur^chn-'-kehrs. der Funkerei. des Fernschreibers ufro. ein? Fülle von Dingen lernen und immer wieder , , gen Barons Fournier zu der Tänzerin — beinah: der dritte Akt führt mit überraschender Wendung aus der höfischen Verstrickung zum zärtlichen Idyll unter dem blühenden Flieder von Sievering zurück und erspart uns die Tränen über ein von kalter Politik zer- zeitgenössische Porträts, gab der Figur einen persönlich gefärbten Umriß und löste die musikalisch hier gestellten Aufgaben mit einer kultivierten, leicht schwebenden Gesanglichkeit, die besonders dem lyrisch getönten Sieoeringer Flieder-Lied überaus zustatten kam. Herr Waltz als Baron Fournier wahrte die höfische Haltung und entfaltete sich in zweite Paar. Herr v. Gschmeidler spielte den Gentz mit der kühlen Ueberlegenheit des intriganten Diplomaten Herr 93 o I cf holte sich mit dem Abschiedschanson des alten Elßler einen Sonderapplaus. und Herr Bley gab den Fürsten Esterhazy als scharmanten Kavalier der alten Schule. Tau an ihnen zu haften. Allerdings war es Krieg und in alle Liebe damals der bittere Geschmack des Todes gemischt, außerdem aber war das Schicksal dieser Liebe besonders ungewiß. Vielleicht aber war es auch nur der Zauber der klangreichen, fremden Sprache, der mir alles entrückter und vibrierender erscheinen ließ, was, ins Deutsche übersetzt, einfach hieß ,Jch habe Sehnsucht nach dir", ober „Wann werben wir uns endlich Wiedersehen?" Celine war mit einem deutschen Soldaten verlobt, Gott mochte wisien, wie die Beiden sich darüber verständigt hatten. Sie sprach nicht deutsch, wäre leichte Mühe gewesen, ihrer Feder diesen Satz geläufig zu machen. Aber hiergegen sträubte sich die Liebende aus Zartgefühl. Sie wollte nicht durch die zwiefache Schrift ihren Liebsten in dem Augenblick, der ihnen beiden von Natur aus ganz allein gehörte, an die Gegenwart eines Dritten erinnern. Nur ihre Unterschrift setzte Celine selbst unter das Schreiben, wobei der untere Bogen des C in langem Schnörkel um das letzte e herum - griff. Wie' das Symbol ihres zärtlich-sehnsüchtigen Herzens schmiegte sich der Namenszug in die Muschel des Buchstabens. Wie der Empfänger unserer Briefe eigentlich aussah, hatte ich nie vermocht mir vorzustellen. Er war für mich der Mann schlechthin, der Kriege^ der Held. Seine Brief« mit der schweren un- heute abend im Stadttheater letzte Aufführung der Siloesterpremiere „Der Maulkorb", ein heiteres Spiel von Heinrich Spoerl. Spielleitung Hannes Razum. Bühnenbilder Karl Löffler. Es wird von der Intendanz nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß „Der Maulkorb" nicht durch die Miet- Vorstellungen geht. Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Sie machte die Reise möglich, wieviel Listen und Lügen es gekostet haben mochte, wußte nur fie allein. Als sie in den Zug stieg, war sie benommen vor Erwartungsfreude, die alles andere übertönte. auch die Tatsache, daß ein Verwundeter, vielleicht ein Krüppel, vielleicht ein Sterbender ve an sein Lager rief ... . ^ ... Der Briefwechsel fand damit sein jähes Ende. Ich habe Celine danach nicht wiedergeschen. Ich habe nie erfahren, ob die Braut ihr kleines, bebendes Glück aus den Krallen des Krieges gj rettet hat, ober ob ihr Leben in bitterlichen Ver' zicht gemündet ist. Und ich habe auch nie de" Mann von Angesicht zu Angesicht gesehen, an den ich die ersten Liebesbriefe meines Lebens schneo. Ich tat es zwar im Namen einer Anderen, abn doch auch zugleich im ersten Erblühen eigenen Ee- Und wenn ich zuunterst in meinem Schreibtisch gelegentlich zwischen alten Papieren einen kleinen Zettel finde mit verblaßten Schriftzügen, aber un verändert glühenden Liebesworten in französier Svrache, dann sehe ich neben Celine mich das allzu junge Mädchen, dessen Herz von dem Brand eines anderen Herzens Funken fing. Zwei Mädchey schrieben bem GekMerr« Spielplan des Sladllhealers vom 22. bis 29. Jan. » Sonntag, 22. Jan, zu kleinen Preisen „Die lustige Witwe", Operette in drei Akten von Franz i Lebär Musikalische Lütung Heinz Markmardt, Spielleitung Gert Buchheim, Tänze Thea Maaß. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende gegen Viel Beifall, mehrere Wiederholungen und Blumensträuße zum Schluß. Hans Thyriot. Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag-Miete 17. Vorstellung. Mittwoch, 25. Januar, Anfang 19.30, Ende nach 21.30 Uhr: Uraufführung „Berenize", Tragödie in fünf Akten von Jean Racine, im Versmaß des ebenso zu halten wie sie, vorausgesetzt, daß ich je solche Briefe empfangen würde ... Eines Tages stürzte sie bleich und zitternd in mein Zimmer mit ein paar Zeilen aus dem Lazarett, ein paar Stunden weit entfernt in der Etappe. Ihre Angst bohrte sich in mein Gesicht: „Er Die Flak-Artillerie braucht aber auch für die Nachtzeit Wegweiser, um wirksam schießen zu können. Zu diesen „Wegweisern" führt uns nun der Abteilungskommandeur. Wir kommen zu den Scheinwerfern mit ihrem interesianten Gerät. Man zeigt uns die verschiedenen Scheinwerfer und ihre technischen Hilfsmittel, man läßt die Männer an diesen Waffen erst theoretisch, dann praktisch arbeiten, man macht uns auch bekannt mit dem Porallelstück, dem staunenswerten Horchgerät. Und auch hier sieht man immer wieder mit größter Bewunderung, welche ungeheuren Fortschritte im Waffeneinsatz auch bet dieser Spezialwaffe zu verzeichnen sind Auch hier fehlt einfach jede Verxleichs- möglichkeit gegenüber den früheren Einrichtungen. Wir können nur immer wieder bewundern und staunen und zugleich erkennen, mit welcher unvergleichlichen Hingabe an die große Aufgabe hier alles an bet Arbeit ist, vom Kommandeur bis zum Zwei Mädchen schreiben dem Geliebten. 13on Anke Eblers. praktisch erproben, die durch ihre VielseiUgkeit den Männern eine so reiche Abwechslung bieten, daß der Dienst bei dieser Waffe tatsächlich mit zu dem Interessantesten gehört, das wir in unserer bewundernswerten neuen Wehrmacht haben Auf dem Kasernenhofe und in einem Lehrraum erhalten die Männer der Presse einen Einblick in diese Dinge, der außerordentlich aufschlußreich ist. Dann geht's hinaus ins Freie. Auf einem Uebungsplatze wird uns gezeigt, daß diese junge Waffe auch in der Praris in bester Weife ihren Mann steht. Da wird mit einer Schnelligkeit und einer Umsicht gearbeitet, die aller Anerkennung wert sind. Alles, was die moderne Nachrichtenübermittlung in der Front und von dort zu den Stäben erfordert, siebt man ausschnittweise außerordentlich fesselnd dargestellt. Man erhält aber auch einen Eindruck davon, wie diese Truvve im infanteristischen Fpchten zur Abwehr eines feindlichen Anariffs sich geschickt zu verhalten und mit schneid vorzugehen weiß In beiderlei Hinsicht, als Nachrickl-r und als Infanterist, zeigen di- Offiziere und Männer die Wlrfuna-kraft ihrer Svezialvwffe in bestem Lichte. Und zualeich können wir uns überzeugen, bah dieser Dfanst die für vielfa'tige Aufaaben in^refffarfan Männer voll zu befriedigen vermag. Erst di- heain- nende Dämmerung bringt das Ende der fesselnden Hebung. Zusammenfassend darf man feststellen: Unsere Luftwaffe steht auch bei diesen Snezfaltrunnen vollkommen auf der Höhe. Der m’fitärfbhe Dienst bei diesen Waffen verdient den freudigen Einfah unf-rer jungen Männer. Sie werd-n bobei vollste Befriedigung erfahren Mochten sich viel- unterer heutia-n imb künftigen W"hrnflichtigen b-i diesen Waffen in den Dienst für Führer und Volk und Vater^nb stellen! B 22 Uhr. Montag, 23. Januar, 20 bis 22 Uhr: Zweites Orchesterkonzert des großen städtischen Orchesters in Verbindung mit oem Konzertoerein (Viertes Platzmiete-Konzert). Solist: Claudio Arrau. Leitung: Paul Walter. Dienstag, 24. Januar, 20 bis 23 Uhr: „Die Tänzerin Fannv Elßler", Operette von Johann Herzog von Reichstadt wieder aufgreift. Die Elßler, vom Hofrat Gentz als dem Dirigenten der Metter- nichschen Hofdiplomatie protegiert, ist dazu ausersehen, den Sohn Napoleons seine romantischen Kai- Wir werden nun sehen, wie eine Flak-Batterie bei Fliegeralarm ihre Waffen zur Abwehr des hoch oben daherkommenden Feindes zur Geltung bringt und die Vernichtung des „Luftikus" anstrebt Auf einer kleinen Bodenerhebung nehmen wir Aufstellung. Da braust auch schon in einem Höllentempo die Spitze der vollständig motorisierten Flak- Batterie heran. Voraus brummt der Batterieführer in seinem Kübelwagen in einer Art daher, gefolgt von seinem engsten Stad, daß dem Zuschauer schier die haare zu Berge stehen. Mit einer kurzen Wendung wird eine scharfe Kurve passiert. Dann ein knapper Ruck, die Kraftwagen stehen. Und schon sind der Batteriechef, feine Unteroffiziere und Manner aus ihren Wagen herausgeflitzt und in vollem Lauf zu den ins Auge gefaßten Standplätzen für die Vorbereitung des Schießens gestürmt. Mit geradezu überwältigender Schnelligkeit sind die zur Feuerleitung notwendigen Geräte aus den Wagen herausgeholt, vor allem das Kommandogerät und das Kommandohilfsgerät. In einer Minute ist alles aufgestellt, und nun werden auch schon die „Nervenstränge", die Kabel und die Strippen, zu den soeben mit größter Motorengeschwindigkeit in die Feuerstellung einfahrenden großen Flak-Kanonen gelegt. Man hat sich kaum einigermaßen umgeschaut, also nur sehr wenige Minuten Atempause gehabt, da beginnt schon der .Krieg". Das Kommandogerät wird von seiner Bedienung nach allen Regeln des zünftigen Könnens bedient, und nach seinen Weisungen vollzieht sich im gleichen Augenblick der Betrieb an den Flak-Kanonen. Da beginnt selbst bei den einstigen „schwarzen Kragen" das größte Staunen. Was der Zuschauer hier an artilleristischem Einsatz und Können erlebt, ist geradezu ein überwältigendes Wunderwerk. Technik und Menschengeist, Gerät und persönliche Leistungen feiern auf der ganzen Linie glänzende Triumphe. Das hat sicherlich keiner von den Besuchern für möglich gehalten, was er hier bei den Frankfurter Flakartilleristen im Kampfe gegen feindliche Flieger erlebt. Und um den gefechtsmäßigen Einsatz der Flaks recht anschaulich zu machen, sind auch noch mehrere Flieger am Himmel aufge« taucht, die von den großen und von den kleinen Kalibern der Batterie mit Uebungsmunition sofort „unter Feuer" genommen werden. Und damit kommt eine neue Ueberraschung: diese ungeheure Gießener Stadttheater. „Die Tänzerin Fanny Eltzler." Don den drei tanzbegabten Schwestern Nina, Therese und Fanny Elßler war diese (1810 dis 1884) die weitaus erfolgreichste. Schon als Kind im 9Biener Ballett auf der Bühne, in Neapel unter Gioja ausgebildet, hatte sie 1830 in Berlin ihre ersten großen Triumphe, kam ans Kärntnertor- Theater in Wien, entzückte ganz Europa, 1841 sogar Amerika, und wurde die tänzerische Weltberühmtheit des 19. Jahrhunderts. Als sie 1851 von der Bühne abtrat, hatte sie sich ansehnliche Reichtümer und einen unvergeßlichen Namen erworben. * Was der Film (mit Lilian Harvey) im ursprünglichen Element des Tänzerischen nachzubilden unternahm, mußte die Operette ins Musikalische übersetzen. Die Motive stammen aus dem Nachlaß von Johann Strauß und wurden von Oskar S t a l l a bearbeitet. Die Partitur spannt einen liebenswürdigen Melodiebogen von weicher Kantabilität und typisch Strauhscher Prägung über die Handlung. Der Wiener Walzer dominiert und ergibt eine stilvolle Begleitung zum Textbuch von Hans Adler, das die aus dem Fllm bekannte Episode mit dem Oie Stadt wacht auf Die Laternen sind gelöscht. Sie könnten erzählen von Begegnungen mit einsamen Menschen, die es weit weniger eilig hatten als am hellichten Tag, von glückshungerigem Suchen und Warten, von bitterem Enttäuscht- und hoffnungslosem Derzwei- feltsein, aber auch von fröhlichen Gruppen, von sattem Genießertum und heimlicher Liebe, von der niemand was ahnt. Sie haben viele Gesichter angestrahlt und ihre Züge gelesen. Doch sie hüllen sich wie wissende Philosophen in Schweigen. Es kommt auch ohne sie genug an den Tag, der geräuschvoll beginnt. Fensterläden werden knarrend aufgestoßen, Jalou- sien rutschend hochgerissen. Mülleimer klappernd vor die Haustüren getragen. Aus einem offenen > Fenster tönen über ein winterlich ödes Vorgärtchen ' hinweg die Klaoierhymnen einer Sendung Morgen-1 gymnastik und die im Takt zählende und aneifernbe | Stimme eines Gymnastrklehrers. Ein Straßen-' kehrer, der die in der Gosse zusammengefegten: Häufchen aufschippt und polternd in seinen Hand-, wagen tippt, pfeift belustigt mit. Bäckerjungen in weißen Kitteln flitzen auf Fahrrädern in strampelnder Eile vorüber. Da und dort fahren Lieferautos an. Auch Privatwagen sind bereits unterwegs. Strömung und Gegenströmung der Fahrstraßen wachsen an und steigern ihre Schnelligkeit. Beamte und Angestellte, mit und ohne Aktentasche, Arbeiter in Werkkleidung, zum Teil mit geschulterten Geräten, schreiten zur Berufsstätte. Vor einer Hausfront beginnen Dachdecker ein Gerüst aufzurichten. Gin junger Mann betritt einen Blumenladen, um seinem Mädchen ein paar Blüten mitzubringen. Vielleicht sitzt sie bei ihm im Büro oder er begegnet ihr an einer bestimmten Straßenkreuzung wie jeden Tag. Sie wird ihre Freude haben und er nicht minder über ihren strahlenden Blick und den warmen Händedruck. Die Arbeit wird ihnen leichter von der Hand gehen, und etwas von dem Abglanz ihrer glücklichen Gesichter fällt auch auf die Menschen, die mit chnen Zusammentreffen. An einer Litsaßsäuse steht ein Mann mit einem Kleistertopf und klebt neue Plakate an. Einige Neugierige, die Zeit haben oder auf die nächste Elektrische warten, sehen ihm zu. Zwei Frauen, mit Einkaufstaschen am Arm, lesen hingebungsvoll, was sich da anpreist, und sind im stillen dankbar für eine längere Unterhaltung, die der interessante Ge- sprächsstoft sichert. Plötzlich knirschen die gebremsten Räder der Elek- trifchen und Funken stieben von der Sandstreu auf: Eine ältere Dame, die nur Augen für ihr Hündchen an der Leine und seine Morgenbedürfnisse hatte, ließ sich unvorsichtigerweise auf die Fahrstraße gängeln. Der Geistesgegenwart des Wagenführers war es zu danken, daß es noch einmal gut^cMief. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. schichte dieser Liebe viel zu romantisch, um nicht Brauch, diese Briefe aus der Brust zu tragen, mit Begeisterung auf ihre Bitte einzugehen, und ja allerdings auch der sicherste Platz für fte mar so wurde idi denn für Celine die Brücke zum und ich beschloß, es damit auf leben Fall spater artberen Ufer. Alle paar Tage brachte mir bie """ hnh ick le kleine Näherin ihre rührenben Zettel, französisch geschrieben, bamit ich sie übersetzte und abschrieb. Zunächst waren es fchüchterne Sätze, zarte unb zurückhaltenbe Gefühlsausbrücke. Aber mit ber Dauer wuchs ber liebenden Braut bie Trennung FC. ........... ... über ben Kopf, sie überroanb ihre Scheu vor ber jst nicht schwer verletzt?" — Ich konnte sie bei* Vermittlerin und vertraute ihren gekritzelten Kon- gen, wenigstens schrieb er nichts Genaueres, doch zepten das Innigste an Gefühl an, baß sie besaß wünschte er, baß sie ihn besuche. Im Augenblick In allen Variationen schrieb ich an einen fremben . oerwanbelte sich ihre graue Furcht in eine Glone Mann: „Ich liebe bich, ich liebe bich!" - des Glücks: „O mon cheri, ich werbe ihn wieder- Es war mir sonderbar bäbei zu Mute. Obwohl! sehen!" ich nicht eigentlich meine Uebersetzerrolle vergaß, konnte ich es boch nicht verhindern, daß ber schwingenbe Ton des Geschriebenen erregend an die Pforte meines Herzens klopfte, und daß meine Schrift sich wie etwas Beteiligtes, fast schon Zugehöriges mit dem Sinn der Worte verband. Innerlich' machte ich verlegen errötend die Augen zu, unb ich wollte Celine in meiner mäbchen- haften Scham veranlassen, wenigstens ihre „tau- Feuergeschwindigkeit! Menschen und Geschütze, bieten auch hier wieder eine Leistung, bei ber bem Zuschauer einfach „alle Spucke wegbleibt"! An dieses „Konzert" der Flaks werden die Besucher wohl noch lange zurückdenken. Denn es ist eben ohne jeden Vergleich, wenn man als alter Soldat nicht gerade die Erinnerung an eine ausgesprochene Materialschlacht sich ins Gedächtnis zurückruft. Mit aufrichtiger Bewunderung scheiden die Männer der Presse von der prächtigen Batterie. NSD. - Dozentenbund und Reichskolonialbund: 20.15 Uhr, Aula der Universität, Vortrag Dr. hecht ,Kolonialproblem und Rassengedanke". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Maulkorb". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Lauter Lügen". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Menschen, Tiere, Sensationen". — Landschaftsbund „Volkstum unb Heimat": 20 Uhr, Cafe Leib, Froher Heimatabend mit Tanz. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Verein ehern. 116er Gießen: 20 Uhr, im Kameradschaftsheim „Auerhahn", Kameradschafts - Appell (Jahreshauptversammlung). Tageskalender für Sonntag. HMer-Jugend Bann 116: Führer-Appell. — Stadttheater: 19 bis gegen 22 Uhr „Die luftige Witwe". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Lauter Lügen". — Lichtspiechaus (Bahnhofttraße): „Menschen, Tiere, Sensationen". — Obst- und Gartenbauverein: 15 Uhr Jahreshauptversammlung und Vortrag des Herrn Dr. Hanf. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. ffna s-ck-rt in der Titelrolle bewahrte In der! er nicht französisch. Vielleicht hatte das Flämische! beholfenen Schrift und ihren kargen Mtteilun«en ! en traten. Sie kann es aber leider nicht mehr, wiederkehrende „Es' geht nur gut, wie geht es wenn bie Ferne ihren Abgrund zwffchen zwei Dir? fur Mne die Seligkeit des Himmels er Liebenden aufreift, dann müssen Worte bie Brücke schöpften. Aber sie spurte wohl, baß s«n „her i biö),en licher Gruß" ebenso im Feuer ber Leidenschaft ge» I Die hilflose Celine kam, als chr Geliebter wieder brannt war, wie ihre tausend Küsse es waren, W-ch'elgesang ^dhaMestem Dialog da. obligate' Sippe um Ä' störtes Glück. Unter Herrn Popelkas kultivierter Orchester- leituna entfaltete sich die blühende Musikalität der Straußschen Walzerseligkeit. Herrn Buch Heims Regie schuf einen gerechten Ausgleich zwischen den gefühlvollen und ben volksstückmäßig heiteren Elementen bes Spiels, bas von Herrn Löffler in einen geschmackvollen Biedermeierrahmen gefaßt war. Auch die Tanzgruppe (Leitung: Thea Maaß) und der Chor unter Herrn M a rkw ardt fanden dank- Nach etwa fünfstündigem Aufenthalt bei den Flakartilleristen scheiden wir von dem großen Erlebnis, das uns in dieser Kaserne als unvergängliche Erinnerung mit gegeben wird. Wir gehen mit dem Bewußtsein, daß unsere Flakwaffe selbst den höchsten Ansprüchen zum Schutze des Vaterlandes gerecht zu werden vermag, und zugleich in ber Erkenntnis, daß ber Dienst bei biefer Waffe unseren jungen Männern nicht nur eine Ehrenpflicht, sondern geradezu eine Freude sein wird, denn das, was sie dort zu bieten befähigt werden, ist groß und zugleich höchsten Dankes wert. Mit dieser Gewißheit danken wir zugleich bem Kommanbeur und den Frankfurter Flakartilleristen, die uns diesen erhebenden Vormittag bereitet haben. Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker JUa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 Kassenlieferant Originals übertragen von Rudolf Alexander Schrveder. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Mittwoch-Miete, 17. Vorstellung. Freitag, 27. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende nach 23 Uhr: „Aida", Oper von G. Verdi. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Gert Buchheim. Freitag-Miete, 17. Vorstellung. Samstag, 28. Januar, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr: Zum letzten Male: „Flachsmann als Erzieher", Komödie von Otto Ernst. Spielleitung: Hannes Razum. Die Vorstellung findet gleichzeittg für den KbF.-Feierabendring als 7. Vorstellung ^^Sonntag, 29. Januar, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: 8. Morgenveranstaltung. Zum Tag ber Machtübernahme „Ulrich von Hutten", Rezitatto- nen, szenische Darstellungen und Lieder. Leitung: Hannes Razum — 19 Uhr bis 22 Uhr: „Die Tänzerin Fannv Elßler", Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Außer Miete. Claudio Arrau im Stadttheater. Am Montag, 23. Januar, 20 Uhr, findet im Stadtcheater bas zweite Orchesterkonzert bes großen städtischen Orchesters in Verbindung mit bem Konzertoerein ’ (Viertes Platzmiete-Konzert) statt. Als Sollst wurde ber bekannte Pianist Claudio Arrau verpflichtet. Das Programm sieht Werke von N. o. Recznicek, M. de Falla, Cesar Franck und M. Moussorgsky-Ravel vor. Leitung Paul Walter. Eitt^e des Konzerts um 22 Uhr. Dichterlesung Wilhelm Schäfer. Ein literarisches Ereignis von Bedeutung wirb, wie man uns schreibt, ben Gießener ^er^ur’ freunden am kommenden Montag ber Goethe-Bund in Verbindung mit dem Kaufmännischen Verein Gießen vermitteln, Es ist gelungen, den Dichter Wilhelm Schäfer zu einer Lesung aus eigenen Werken nach Gießen zu verpflichten. Es ist zu erwarten, daß auch in unserer Stadt bie große ßefergemeinbe bes Dichters biefe Gelegenheit wahrnehmen wird, den Dichter persönlich am Dorttags- ttfch zu sehen und zu hören. „Wisfenfchaft im Dienst am Volk." Die vom NSD.-Dozentenbund und ber Volksbil- bungsstätte Gießen in ber NSG. „Kraft burch Ich lernte Celine während des Krieges in Brüs- iv.,v.., «... — r , sei kennen, sie war eine kleine belgische Näherin ferträume vergessen zu machen, und an dem In- Sie war so zart unb schmächtig und hatte einen trigenspiel dieser politischen Mission (die im Mittel- blassen Mund. Ich war sehr jung damals und aft eine theatralisch effektvolle große Szene ergibt) fand es über alle Maßen verwunderlich, wo dieses scheitert beinah die Liebe des jungen Barons Four- schmächtige Mädchen ben gllihenben Atem her- nahm, der über dem Ausbruck ihrer Liebe zitterte T~/—v ........... - . _ wie heiße Luft über sommerlichem Felb Sie send Küsse" s^lbst^ unter~ ben Brief Ätzern E» mußte wohl die Worte aus chrem innersten her- " Freude" veranstaltete Vortragsreihe „Wissenschaft in Dienst am Volk" wird am Dienstag, 24. Ja- niar, fortgesetzt. Auf vielseitigen Wunsch wird der Vertrag von Professor Dr. Elz e: „Aus der Werk- ftntt des Anatomen" wiederholt. Besichtigung des SA.-Marine-Standortes Gießen. Bei einem gemeinsamen Antreten des SA.-Ma- rie-Standortes Gießen am Donnerstag erschien dr neue Führer der SA.-Marine-Standarte 34, Frankfurt a. M., Sturmbannführer Adler, in Lgleitung des Führers des SA.-Marine-Sturm- bcnnes 11/34 Gießen, Obersturmführer Metten- l)?imerf um sich mit den Gießener Stürmen bckanntzumachen. Nach der Meldung durch die Führer der Stürme 1W34 und 13/34 und nach der Besichtigung sagte Sandartenführer Adler u. a., daß er die Gie- ß-ner Stürme gerne als die ersten Einheiten der E andarte besuche, weil er Gießen durch seine seitherige Tätigkeit bei der Standarte 116 immerhin fdjon kenne und weil er aus der gleichen Tätig- ht her wohl auch verschiedenen Männern schon bl'annt sei.Er freue sich, festgestellt zu haben, daß siö unter den Männern der Stürme eine ganze Al zahl gedienter Marine-Soldaten befände, und er sei der Ueberzeuyung, daß die Stürme ihre A.fgaben nicht nur in SA.-mäßiger, sondern auch in maritimer Hinsicht bestimmt erfüllen werden, »s Ansprache des Führers der Standarte klang ai5 in die Aufforderung, feste zuzupacken und in' er.fter Dienstauffassung, aber auch in gegenseiti- fic vertrauensvoller Zusammenarbeit zur Erfül- urg der gestellten Aufgaben zusammenstchen. An die Besichtigung schloß sich ein Beisammensein de Führer und Unterführer mit Standartenführer 2b I e r an, das dem gegenseitigen näheren Ken- iMernen diente. I Vetr.: Schaufensterwettbewerb im Rahmen des Reichsberufswetlkampfes aller schaffenden Deutschen. Aus organisatorischen Gründen ist der Schaufensterwettbewerb bis auf weiteres verschoben worden. 432D Sämtliche Firmen, welche bereits ihre Anmeldungen abgegeben haben, erhalten nach Festlegung des neuen Zeitpunktes rechtzeitig Nachricht. DOM.-!lntergau 116 Gießen. 2ln alle IN.-, 3ITC.- und BDIH.-IBerf gruppen des Standorts Gießen. Am Montag, 23. Januar, um 20 Uhr liest in der Aula der Universität der Dichter Wilhelm Schäfer. Ich mache alle Mädel- und JM.-Führerinnen auf diese außerordentliche literarische Veranstaltung aufmerksam und fordere zu zahlreichem Besuch auf. Eintrittskarten sind in Kluft für 20 Pf. an der Abendkasse zu haben. Die Untergauführerin. Dienstbefehl. BDM. - Werkgruppe 1/116, Sport. Ab sofort findet wieder jeden Freitagabend ab ! 20.15 Uhr in der Schillerschule (Handarbeitssaal) die Gymnastikstunde des BDM.-Werkes statt. Die Untergausportwartin. Am Montag, 23. Januar, findet für alle Führerinnen des BDM.-Werkes „Glaube und Schön- । heit" in der Schillerschule eine Schulung statt. I Antreten um 20 Uhr an der Schillerschule. Don der Stadtverwaltung. Von der Pressestelle des Oberbürgermeisters wird mitgeteilt: Mit Zustimmung des Reichsftatthalters (Landesregierung) hat der Oberbürgermeister den Verwaltungs-Oberinspektor Paul Neumann zum besonderen Standesbeamten und den Verwaltungs- Amtmann Rudolf Keitzer zum besonderen Stan- desbeamten-Stellvertreter des Standesamtsbezirks Gießen bestellt und verpflichtet. Hochwasser stark gefallen. Das Hochwasser der Lahn und der Wieseck, das in den letzten Tagen zu einigen Besorgnissen Anlaß gab, ist im Laufe des gestrigen Tages und der vergangenen Nacht erheblich gesunken. Die Wasser der Lahn sind in das Flußbett zurückgekehrt, so daß der Wasserstand der Lahn nur noch als „vollufrig" bezeichnet werden kann. Auch die Wieseck ist erheblich 3urüdge$angen. Der große See am Amtsgericht ist mittlerweise völlig verschwunden. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 21. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 15, Klasse A 14V-, Klasse B 14, Klasse C 13V«, Klasse D 12V-, ausländische, Klasse C IO3/», Wirsing, grün, V- kg 12 bis 15, Weißkraut 9 bis 12, Rotkraut 10 bis 13, Gelberüben 10 bis 12, Roterüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 35 bis 45, Feldsalat 10 bis 15, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 40, Kartoffeln, alte 5, neue, 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, V- kg 40 bis 50 Pf-, junge Hähne 1,10 bis 1,25 Mk., Suppenhühner —,90 bis 1,—, Gänse 1,25 Mark, Tauben, das Stück 60 Pf., Nüsse, Vi kg 50, Blumenkohl, das Stück 40 bis 45, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35 Pf. ** Die Anmeldung der dlesjährioeA Abc.- Schützen muß m Gießen am 23. bzw. 25. Januar, in Wieseck und in Klein-Linden am 28. Januar erfolgen. Das Kreis- und Stadtfchul» amt bringt diese Termine und die Anmeldestellen heute zur öffentlichen Kenntnis. ** Stadttheater-Miete. Die Einlösung der fünften Rate muß vom Montag bis Mittwoch nächster Woche erfolgen. ** Weitere Brenn st off^Gutscheine für Sozialrentner, Kriegereltern usw. werden vom Sozialamt am nächsten Montag und Dienstag aus- gegeben. ** Vortrag von Professor Teines- vary verlegt. Infolge Erkrankungen findet der nächste Vortrag von Professor Temesvary über „Probleme der musikalischen Volksbildung" erst am Sonntag, 29. d. M., statt. Serätemeisterfchasten desBannesrrs. Die Gerätemeisterschasten des Bannes 116 finden am 29. Januar in der Turnhalle der Turngemeinde Bad-Nauheim statt. Die Vereinsjugendwarte, die ihre Meldung noch nicht abgegeben haben (Meldeschluß war bereits am 20. Januar!), werden aufgefordert, die Meldung umgehend zu erledigen.. Für jede Mannschaft ist ein Kampfrichter zu melden. Zu den Wettkämpfen werden nur Jgg. in vorschriftsmäßiger H I. ° Sportkleidung zuge- lassen. Die Anreise hat in Uniform zu erfolgen. Langd, den 20. Januar 1939. 44 3D Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Pauline Becker, geb. Sann danken wir herzlichst Die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Becker und Kinder. 417D Unsere geliebte Schwester, Schwägerin und Tante Helene Krämer Die trauernden Hinterbliebenen. Ruttershausen, den 21. Januar 1939. 0355 17. Mietvorstellung erfolgt sein. 409C Herr Ludwig Erb,Rektor i.R und zwar: 412D Lieh, den 21. Januar 1939. 454 D al Lago Wieseck, den 21. Januar 1939. 41dD erstklassig und billig Die Beisetzung findet statt in Lieh am Montag, dem 23. Januar, nachm. 3 Uhr, von Gießener Straße 23 aus. der der s Prospekte durch 10,40 8,40 5,20 4,20 3 — rinz Bozen Italien ist am Donnerstag von ihrem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden erlöst worden. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Ottilie Erb, geb. Weber Gefreiter Adalbert Erb Fahnenjunker Hans Erb. a) für Sozialrentner: Lonystrahe 2, am Schalter, b) für Kriegereltern: Gartenstraße 2, Zimmer 11, c) für Volksgenossen, die nicht in laufender Betreuung des Sozialamtes stehen (auf besonderen Antrag): Gartenstraße 2, Zimmer 16 (Sitzungssaal). An Kinder werden Gutscheine nicht abgegeben. Arbeitslose Volksgenossen müssen ihre Meldekarte vorlegen. Gießen, 21. Januar 1939. Der Oberbürgermeister. Sozialamt. Dr. Hamm. I. Ring II. Ring III. Ring IV. Ring V. Ring Tageskasse zu erfolgen hat. Eine Einlösung an Abendkasse ist nur in Ausnahmefällen möglich. Gießen, den 18. Januar 1939. Der Oberbürgermeister. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 22. Januar, um 14 Uhr in Ruttershausen statt Statt besonderer Anzeige Am Freitagmittag entschlief plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Mann, unser unvergeßlicher Vater und Bruder Doppelherz — eine Wohltat und herrlich mundende Köstlichkeit, die dem Wohlergehen dient, die uns fo ftählt und fehaffenofreuölg macht! Danksagung, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die Kranz- und Blumenspenden und den Grabgesang, sowie für die Kranzniederlegungen am Grabe sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Oßwald. Bekanntmachung. Bett: Vrennftoffbeihilfe 1938/39. Die Ausgabe der Brennstoff-Gutscheine (III. Rate) erfolgt am 412D Montag, 23. Januar, für Buchstaben A—K und Dienstag, 24. Januar, für Buchstaben L—Z nur vormittags von 8 bis 12 Uhr, Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Einlösung der einzelnen Raten nur an Die Einlösung der 5. Rate muß unbedingt vor der PFAFF Zick-Zack- Universal- Nähmaschinen ein Wunderwerk deutsch Technik. Unverblndl. Vorführung! Bequeme Zahlungs- 6963^ weise H. Kraft Seltersweg 30 Fernspr. 3369 Bekanntmachung der Stadt Gießen. Aenderungen in den Haushaltslisten für Fettbezug. Ich mache wiederholt darauf aufmerksam, daß bei der Meldestelle für Fettversorgung (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 6) alle Veränderungen im Haushalt bzw. einer Verpflegungsgemeinschaft (Zugang, Abgang, Wechsel) unverzüglich gemeldet werden müssen. Ein Verstoß gegen diese Meldeverpflichtung steht — als Betrugsversuch — unter schwerer Strafe. 450C Dabei wird folgendermaßen verfahren: Zugänge werden zuerst bei der städtischen Meldestelle angemeldet und dann in den Kundenlisten der Lieferanten^ entsprechend geändert. Bei Abgängen werden zuerst die Bezugsausweise von Metzger und Butterhändler berichtigt, und dann erfolgt erft die Meldung bei der Fettversorgungsstelle. Insbesondere kommen hier auch die Sterbesalle in Betracht, die vielfach sehr verspätet oder gar nicht zu meiner Kenntnis kommen, so daß die Angehörigen der Verstorbenen für diese noch Butter und Fett beziehen, obwohl sie hierzu nicht mehr berechtigt sind. Bei einem Wechsel der Personen ohne Veränderung der Personenzahl ist nur Meldung bei der städtischen Meldestelle erforderlich. Ferner wird ausdrücklich bemerkt, daß bei Neuanmeldungen die' polizeiliche Anmeldung für die Ausstellung eines Haushaltsnachweises nicht ausreicht, vielmehr ist dazu die Abmeldebescheinigung aus der Fettversorgung des seitherigen Aufenthaltsortes notwendig. Gießen, den 20. Januar 1939. ______Der Oberbürgermeister. I. V.: Vogt.______ Gtadttheater - Miete. Die Einlösung der fünften Rate der Stammiete hat an der Theaterkasse, Johannesstrahe 3, zu erfolgen, und zwar: 409C Wontag, den 23. Januar 1939, für die Dienstag- Mieler, Dienstag, den 24. Januar 1939, für die Mittwoch- Mieter, Mittwoch, den 25. Januar 1939, für die Freitag- Mieter in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt: Familienlogen mit 5 Plätzen 32,— RM. Familienlogen mit 4 Plätzen 21,60 „ Zu haben in Apotheken u. Drogerien. bestimmt bei: Drog. H. ■*lges,Seltersw.66.C.Seibel,Frankf. Str. 0. WinterhoH, ixreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. sämt- iche Filialen. Lanbach: Solms- Laubacher Drog. Karl Klein. 272V UJEBDE DRUCKSACHEN W CK DE Brühl. Gießen TODESANZEIGE Gestern vormittag entschlief nach schwerer Krankheit unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Langgöns, den 20. Januar 1939 Fräulein Berta Marie Frey im Alter von 39 Jahren In tiefer Trauer: Frau Anna Frey Witwe, geb. Dietz Familie Karl Gaß Die Beerdigung findet am Samstag, dem 21. Januar, um 14 Uhr statt D O P P ELKER Z Hause in Ausschnitt aus reich- 398A DAS HAUS g GUTEN QUALITÄTEN der Fülle unsei haltigen Ausv Karneval-Stoffer Karneval-Scl Karneval Bekanntmachung. Anmeldung schulpflichtiger Kinder zur Aufnahme in die Volksschule zu Gießen, wieseck und Klein-Linden. Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (13. April 1939) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen: a) Gießen: 1. für alle Knaben: Wontag, den 23. Januar 1939, 9 bis 11 Uhr, in der Alten pestalozzi- schule, Wernerwall Nr. 18, 2. für alle Mädchen: Mittwoch, den 25. Januar 1939, 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule, Schillerstraße Nr. 8. b) Wieseck: für alle Knaben und Mädchen: Samstag, den 28. Januar 1939, 9 bis 10 Uhr, in der Hans- Schemm-Schule. c) Klein-Linden: für alle Knaben und Mädchen: Samstag, den 28. Januar 1939, 11 bis 12 Uhr, in der Jteuen Schule. Bei der Anmeldung ist der Impfschein, die Geburtsurkunde oder das Familienftammbuch vorzulegen. 372D Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum 30. Juni 1939 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Ausnahmsweise können auch solche Kinder angemeldet werden, die in der jeit vom 1. Juli vis 30. September 1939 das 6. Lebensjahr vollenden, wenn sie die für den Schulbesuch erforderliche geistige und körperliche Reife besitzen. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, den 19. Januar 1939. Kreis- und Stadtschulamt. I. V.: N e b e l i n g. Bekanntmachung. Auf Anordnung des Finanzamts in Gießen werden am Montag, dem 23. Januar 1939, nachmittags 3 Uhr, zu Gießen im Amtsgebäude (Kellergeschoß), Goelheslraße Vr. 58, gepfändete 420 Bücher, 2 Bücherschränke (auch zu Ausstellungszwecken geeignet), 1 Schränkchen, 1 großer Schließkorb, insbesondere Werke von Goethe (15 Bände), Schiller (9). Shakespeare (10), Hebbel (6), Freytag (6), Raabe (6), Fritz Reuter (7), Keller (5), Björnson (5), 1001 Nacht (4), Kleist (8), Tolstoi (7), Grillparzer (7), Der Große Krieg (19), Scheffel (4), Wieland (4), Hessische Volksbücher (38) usw. und 150 Einzelbände, 1 Zinn- und 1 Teeservice, Kopierpresse, 2 Leuchter, 3 elektrische Pendellampen, mehrere Dutzend Schnürriemen, ein Paar Schneeschuhe nebst Stiefel (Größe 42) im Wege der Zwangsvollstreckung öffenllich versteigert werden. 405D Gießen, den 18. Januar 1939. \ vpslstreckuoMell« GichsL 1.98 kostenlos. Ein warmerSchluck ö" Pferde c GIESSEN Kreuzplatz 3 Keller «92Ö 351D Erl ^ABEN/^if [<ä)(iicAut Koffer J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str. 24 AaAlässevonZdt» 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Ausnahmen einer Ametg» Friedrich st r.7 Lieferant aller Kassen Wir suchen laufend für Hoch- und Tiefbau in d. Stallungen des Gasthauses Lehr in Herborn (Dillkreis) zum Verkauf. Fernr. Herborn 294. Karl Neumann. Dietz (Oslbabn). ww Taschen Giessen, Neustadt 43 Ab Montag, den 23. Januar, steht ein Transport ostpreußischer und Ennlhn- der schwere sowie leichtere MM Otto Lepper Möbelwerkstätten Wieseck-Gießen. Ausstellungsräume Gießener Straße. 3n Mgen bei Giehen Wiefe,1976qm zu verpachten, auch zu verkauf. Ed. Schäfer, 27i D Darmstadt Dieburg. Str. 56 Hartbrennbolz, ä Wagen 5 Mk., Anmachholz ä, Wagen 6 Mk., 1 Sack Anmachholz 1 Mk. frei Ob sie mit Persil Maschinenbautechniker, Konstrukteure, Teilkonstrukteure, Technische Zeichner, _ Dreher, Fräser, Hobler, Bohrer u, Werkzeugmacher, auch wenn sie nur kurzfristige Aus» bildung haben, ausserdem gute kaufmännische u. Bürokräfte Mettenheimer Inh.: W. Menges 6468D Wegen vorgerückten Alters beabsichtige ich meine Gastwirtschaft mit einigen Fremdenzimmern und kleinem Saal z u verkaufen. Erforderlich ca. 7000 RM. LogD K.Wiilenhacl), Zar Krone Herborn Drvlom-Fngenieure, Hoch- und Tiefbauteckniker, Technische Zeichner. Maschinen und Metall vorwiegendStenotnvistenu.Stenothvistinnen, männliches und weibliches Personal für Hausund Landwirtschaft, insbesondere Alleinmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Küchenmädchen und Hausgehilfinnen für Krankenhäuser. Arbeitsamt Giehen BÄ? Sprechstunden: Montags bis Freitags von 8-12 Uhr und 15-18 Uhr, Samstags von 8-12 Uhr, außerdem Abendsvrech' stunden Mittwochs von 18-20 Uhr. Für weibliche Vermittlung Sondersvrechstunde: In Alsfeld: Montag von 10 bis 12 Uhr Freitag von 10 bis 12 Uhr. In Lauterbach: Dienstag von 10 bis 12 Uhr Donnerstag von 10 bis 12 Uhr. In Grünberg: Montag von 15 bis 18 Uhr Dienstag von 15 bis 18 Uhr. Vertrauliche Behandlung aller Bewerbungen wird zugesichert. Vermittlung für Arbeitslose und Arbeitssuchende nach allen Gegenden des Reiches erfolgt Wir kaufen gegen bar gebrauchte Lastwagen Beixlnu.Diesel, sowie gebrauchte Personenwagen Taxbrief erforderlich Wahl & Kircher, Kettenbach/Ts. Telephon 133 Michelbach/^Nassau 426D Wollen Sie bei Anschaffung von Matratzen Bettstellen und Federbetten Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit Sjähriger Schulbildung. Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM. 17.-., keine Nebengebühren, Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Ein-u. halbjährige Handels- f lüCCDII für Schüler m.Volks- IClbllHIClDDClI schulreife u. höherer Schulbildung, bei Sekunda- oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. — Schulgeld RM. 19.—, keine Nebengebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude Gießen, Goethestr.32. Ruf 2486. ©arten im Alten Feld zu pachten ges. Schr. Ang. unt. 0342 a. d. G. A. Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goe1hestr.32 Kleine AnieiB*; richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleiner zeigen in die vei matzeitung, den BießanerAixalltf Daunen' StepDnecken aus eigener Anfertigung. Gr. 150/200 cm, beiderseits Zwi- schenfutter, extra Nal;tdichtg.,gute Daunenfüllg. u. Verarbeit., das Paar ab 95.- dl in bar,a.Wunsch hier in Giehen unverbindl. an- zusehen. Erbitte sofortige Zuschr. Fa.J.C.Wchrle 9rchf.,Gövvingen Daunendeckenfabrikation. [ 0567 Figurentaft ra°dernen p’irlschönen Nachznitfo /?arben, für J beider, nef\*U;Abend" | fit ' Per Mpter RM !■ f O Wagengasse Wichtig für HJ. und SAtzvlNiMüMll.Iielkl nach der Naturschutzverordnun- vom 18. Mär, 1936 (3t®‘BL I Seite 10) und den ergänzenden Bestimmungen, oM führlich erläutert von Professor Dr. w* Weber, o. B. Prof, der Rechte und Refer«» im Reichs- und Preußischen Ministerium I® Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und Prof. Dr. Walther Schoeniche«. Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlung««- f)ucoBermüö:erEeriag.Beriln-Wn. Riemen Cordeischlösser stets am Lager Läufer _61 e ß e n Rund Cordeischnüre in allen Stärken Riemen- Plockstrasre 12. Fernruf 2196. | Verschiedenes| Mlialler sucht noch für halbe Tage oder Stunden Beschäftigung. Schrift!. Angeb. unter 0327 an den Gietz. Anz. Tanzunterricht An meinen Ende Januar und Mitte Februar beginnenden Tanzkursen können noch Damen teilnehmen. — Ehemalige Tanz- Schülerinnen erhalten günstige Sonderbedingungen. erbeten! Tanzschule Bäulke aus der Isolier- flascne an kalten Tagen ist sehr angenehm. Auch im Sommer ist sie sehr nützlich. Isolier - Flaschen gibt essehrpreiswert bei J.B. Häuser Gießen, a. Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Mehr Milch, mehr Eier, hochbewertete Kaninchen durch die echte gewürzte Futterkalkmischung Zwerg - Marke Zu haben in den einschlägigen Geschäften gut beraten sein, dann gehen Sie zu fiebr. Seelbach Gießen, Seltersweg 20 416A Schwerkriegs' beschädigt., 56 A alt, ohne 21« Hang, mit Hau» und Vermass sucht eine richtige, cinW Dame zw. sv^ Ml kennenzulerneN. Zuschriften unt. 0266 a. d. G. Achtung! Verkehrsuniall am 22. Oktob.38 10.30 Uhr Kaiserallee Ecke Georg-Vbilivv- Gail-Strahe Augenzeuge fuB£t. Unkosten werden vergütet. Adresse unter 381D an den Gietz. Anz. UM- zu leihen gesucht. Sichere Anlage, da Gegenwert vorhanden.Schr. Angeb. u. 0314 a. d. Gietz. Anz. Das Jnf.-Regiment 116 versteigert am Dienstag, dem 24. Januar 1939, vormittags 11 Uhr, in der Bergkaserne Licher Strafte, meistbietend gegen Barzahlung 3 Zugpferde Verkaufsbedingungen und Nationale der Pferde können beim Regiment eingesehen werden. Interessenten melden sich am Verkaufstage an der Wache Bergkaserne. 42i d Znf.-Regiment 416. Echtes Brenneuel-Haarwauer von Hofapoth. Schaefer geizen Schupnen, Haarausfall u. Jucken der Kopfhaut best. bewährt. Fein parfümiert! Flaschen mit bringen. V« Ltr. 0.75 RVL. V2Ltr. 125 RM. Zu haben: Engel-Apotheke. 5930v Werbe-Drucksachen liefert BrühPsche Druckerei sE die leichte Maßejl!^ von tiröli, lllmelallß kaufen Born&Co.,Gießen Rohproduklen-Großhandlg. Schiitzenstraßc 62 Fernruf 4243 Taft-Satin 94 cm breit, herrliche Ware für Tanzkleider, in entzückenden Farben per Meter RM. Sandkrepp “cm breit, sehr schöne schwere Ware, in Farbsortiment s per Meter RM. WEIN SPIRITUOSEN Kreuzplatz 15 419 A Mitglied der Elektro-Gemeinschaft Ein unverbindlicherBesuch wird Sie von der Preiswürdigkeit unseres Angebots überzeugen M Zur M Konfirmation und Kommunion bringen wir eine hervorragende Auswahl KLEIDERSTOFFE in Wolle, Seide, Samte usw. Ferner empfehlen wir Konfirmandenanzüge in Kammgarn-, Cheviot- u. Melton-Quabtäten in günstigen Preislagen gewas Nr. 18 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 21./22.Zanuar 1939 30 Lahre Schiklub Gießen. Aus der Irühzeit des Wintersports. MW Die ersten Gießener Schiläufer vor einer Schutzhütte am Hoherobskopf. den, weil sie sich so komisch auf ihren Hölzern durch ihre Gegend bewegten. Heute denkt seder rechte Junge im Alter von 10 Jahren an ein Paar Schier. Mädchen denken etwas später daran! Die Vogelsberger Bauern denken auch anders, als damals. Zumindesten denken sie: es lohnt sich! Wie weit auch war der Weg vom ersten Tasten und Suchen nach den Möglichkeiten der Beherrschung der Schier bis zu der ausgeseilten, reichseinheitlichen Lehrtechnik im Fachamt Schilauf im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen! Das kam alles nicht von ungefähr! Es bedurfte auch im Schiklub Gießen einiger Enthusiasten. Der Verein hat sie immer in seinen Der Schiklub Gießen kann auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken! Angesichts dieser Tatsache könnte man sich gewaltsam auf den Standpunkt stellen, daß das gar nichts Besonderes fei. (Turnvereine können schon auf 100 Jahre Bestehen zurück- blicken!) Aber merkwürdig: dieser gewaltsam eingenommene Standpunkt ließe sich bei genauem Zusehen nicht halten! Denn diese 30 Jahre Schiklub sind Geschichte des Schilaufs überhaupt. 30 Jahre Pionierarbeit, an der man nicht vorbeigehen kann! Es war aber auch ein weiter Weg vom Stockreiten bis zum Temposchwung! Es liegt viel zwischen der Zeit, da die ersten 5 oder 6 Schiläufer aus Gießen in einem Eisenbahn-Abteil mitsamt ihren Schiern Platz fanden und in langer Eisenbahnfahrt nach Schotten fuhren — bis zur Gegenwart, in der der Schiklub fünf stromlinienförmige Omnibusse an schönen Wintertagen anfordern muß, um 250 Schiläuferinnen und Schiläufer bis an den Fuß des Hoherodskopfes, nach Breungeshain zu bringen. Und diese Fahrten der Hunderte sind so selbstverständlich geworden! Noch gut erinnern sich alle jene Wegbereiter des Schilaufs, wie ihnen einst die skeptischen und oft verständnislosen Blicke der Släbter folgten, wenn sie die langen Bretter geschultert trugen; sie roiff ert des Gymnasiums Ausgaben und Ein ernstes Wort an die Eltern. besondere sportliche Leistung: Zahnarzt Dr. Jäger, noch heute ein eifriger Schiläufer, legte einmal in schon vorgerücktem Alter die Strecke vom Hoherods- kopf bis nach Gießen (54 Kilometers auf Schiern an einem Tage zurück. Dr. Jäger ist übrigens auch der Schöpfer des idyllischen „Jägerheimes", das heute noch jedermanns Entzücken bildet. Der Schiklub Gießen hat seinen bewährten Helfern, die Jahrzehnte der Sache dienten, alle Anerkennung zuteil werden lassen, indem er die Kameraden Studienrat Julius Walter, Alfred Legler, Berthold Kühne, Dr. Eduard Jäger, Architekt Ernst braucht, dann halten sie mit ihren Erfahrungen nicht hinter dem Berge. Der Schiklub Gietzen hat eine glanzende Ent- wicklunq genommen. Die Grenzen der Tätigkeit stno längst über Oberhessen hinausgeschoben worden. Die letzten Jahre haben einen belspiellosen Ausstieg gebracht. Die Gießener Schiläufer sind langst in den Nachbargebirgen des Sauerlandes und der Rhön ebenso zu Hause wie im Vogelsberg; sie erwandern sich die Alpen und kehren immer wieder mit überreichen Eindrücken zurück. Diele Erlebnisse sind dabei im Lichtbild, im farbigen Film fest- gehalten und vermitteln einem immer größeren Kreis die Schönheiten der winterlichen Welt. Iührerappell und Suchfahrt der NSKK.-Motorgruppe Hessen. NSG. Der Führer der Motorgruppe Hessen, Richard Prinz von Hessen, hat sämtliche Standarten-, Staffel-, Sturmführer und Sturmwarte der Motorgruppe Hessen am Sonntag, dem 22. Januar, zu einem Führerappell nach Alsfeld befühlen. Um die Anfahrt nach Alsfeld zweckmäßig zu gestalten, ist mit diesem Führerappell gleichzeitig eine S u ch f a h r t verbunden. Don fünf Standorten aus werden alle Beteiligten am Sonntagfrüh um 7 Uhr starten und müssen innerhalb von drei Stunden das Ziel Alsfeld erreichen. Beim Start werden 10 Kontrollstellen bekanntgegeben, wovon drei Kontrollpunkte angefahren werden müssen. In Alsfeld werden dann alle Führer die Uebertragung der Rede des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger hören. Nach der Mittagspause haben die Referenten des Gruppenstabes Gelegenheit, über Fragen ihres Fachgebietes zu sprechen. Ein kameradschaftliches Beisammensein wird den ersten Führerappell der Motorgruppe Hessen im Jahre 1939 beschließen. Deutsche Hallentennis-Meisterschaften. Henner Henkel schlug am Freitag bei den internationalen Hallen-Tennisrneisterschaften von Deutschland in Bremen den Ungarn Dr. Dallos 6:4, 8:10, 6:4 und anschließend Rolf Göpfert 6:3, 10:8, 6:3. In der Vorschlußrunde stehen außerdem Roderich Menzel, Hans Redl und der Ungar Csikos. Auch im Männer- und Frauendoppel wurden am Freitag die „letzten Vier" ermittelt. Wball-Vezirksstaffel mit kleinem Programm. Aus Fachkreisen wird uns zur Aufklärung der Eltern, die demnächst ihre Söhne zur Aufnahme in die höhere Schule anmelden wollen, folgendes mitgeteilt. Die Schriftleitung. Bei der Neugestaltung des deutschen Schulwesens ist das Gymnasium als einzige alte Form neben der Hauptform der Oberschule erhalten geblieben. Damit kommt klar zum Ausdruck, daß nach dem Willen der Staatsführung im nationalsozialistischen Deutschland diese Sonderform der höheren Schule, in der die beiden alten Sprachen gelehrt werden, ihre volle Berechtigung hat. Wenn das Bildungsziel aller Erziehung fern muß, den deutschen Menschen zu den Grundwerten seiner Art zurückzuführen, so können wir dabei die Antike nicht entbehren. Um aber die hier ruhenden Werte zu erschließen, ist die ehrliche Erarbeitung durch die Kenntnis von Griechisch und Latein eine unerläßliche Forderung. In jeder Generation wird es also immer wieder junge Menscheq geben müssen, die im Dienst der deutschen Kultur die antiken Werte von neuem durch zähe Arbeit gewinnen und lebendig erhalten. Ohne diese Befruchtung erstarren die Werte, sterben ab und lassen die deutsche geistige Welt um vieles ärmer werden. Der Humanismus im Sinne einer zur völkischen Vertiefung anleitenden Einsicht in das edle Menschentum der Griechen und Römer, der zwei uns artverwandten nordischen । Kulturvölker, kann ohne Verlust eigenen deutschen; Geistes aus der Gesittung der Deutschen nicht mehr herausgelöst werden. Wenn deshalb heute bei manchen Eltern, deren Söhne eine höhere Schule besuchen sollen, Bedenken gegen das Gymnasium bestehen, oder gar offen Stellung gegen diese Schulform genommen wird, so kann das nur aus Unkenntnis, oder auf Grund von Mißverständnissen geschehen. Hier sei nur auf folgendes hingewiesen: Das heutige Gymnasium lehrt Englisch vier Jahre lang als Pflichtfach. Der spatere Beginn dieser Sprache findet seinen Ausgleich darin, daß die vorgeschrittene sprachliche Schulung durch die alten Sprachen eine leichtere und schnellere Erlernung gewährleistet. Daneben kann auch die französische Sprache am Gymnasium in einem freiwilligen Lehrgang der letzten drei Schuljahre erlernt werden. Auch die mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächer kommen auf dem heutigen Gymnasium nicht zu kurz. Die Stundenzahl in Mathematik ist nur im mathematisch-naturwissen- schaftlichem Oberstufenzweig der Oberschule starker betont. In der Physik und Chemie ist die Stundenzahl am Gymnasium gegenüber früher erhöht, und der biologische Unterricht ist an allen höheren Schulen der gleiche; ebenso ist der körperlichen Er- ziehung selbstverständlich überall die gleiche Stundenzahl eingeräumt. Wenn die Erwerbung von Spezialkenntnissen auf naturwissenschaftlichem Gebiet im Gymnasium zurücktritt, so geschieht dies zugunsten einer allgemein geistigen Durchbildung, die als die wichtig- ste Voraussetzung und wertvollste Vorbildung für jeden späteren Beruf erkannt ist. Dies gilt besonders für die künftigen militärischen Führer. Wenn der Gen-raloberst von S e e ck t seinerzeit (in der Festschrift zum 350jährigen Bestehen des Karlsruher Gymnasiums) einmal das humanistische Gymnasium „eine der wertvollsten Dor- bereitungsanstalten für den Offizier" genannt hat, so kann das heutige Gymnasium dies hohe Lob erst recht für sich in Anspruch nehmen. Dabei sind gerade die alten Sprachen nicht nur ein vortreffliches Mittel dieser geistigen Zucht, sondern der Durchgang durch sie führt zum stärkeren Bewußt- roerben der eigenen nationalen Art und der Schöpfungen deutschen Geistes. Das Gymnasium ist baher nicht schwerer als die übrigen höheren Schulen. Man würde diesen Unrecht hm, wenn man sie als leichter bezeichnete. Nicht nur ein Auslese der Hochbegabten, sondern jeder normal beanlagte Schüler kann den Anforderungen des Gymnasiums enffprechen. Reue Wege in der Erforschung des Laubblattes. Auf Einladung der Naturwissenschaftlichen Abteilung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde und des Deutschen Biologenverbandes, Ortsgruppe Gießen, sprach am gestrigen Freitagabend Professor Dr. Funkim Forstinstitut über das Thema „Neue Wege in der Erforschung des Laubblatte s". Aus den Darlegungen des Vortragenden ist folgendes zu berichten: Das Blatt der grünen Pflanzen hat für alles Leben eine grundlegende Bedeutung. Denn nur in ihm vermag sich der so wichtige Aufbau organischer Stoffe aus anorganischen zu vollziehen, jener Vorgang, den wir als Assimilation bezeichnen. Ermöglicht wird dieser Aufbau durch den grünen Blattfarbstoff, das Chlorophyll. Diese wichtige Substanz ist daher grünb- licyst untersucht worden; man kennt weitgehend ihre Zusammensetzung und weiß auch, daß sie sich am Lichte zersetzt. Diese Erkenntnisse sind jedoch zumeist an dem isolierten, aus dem Blatt herausgelösten Farbstoff, gewonnen. Der Vortragende berichtete nun über eigene Untersuchungen, welche die Lichtzersetzung des Chlorophylls im unversehrten Blatt zum Gegenstand haben, wo der Farbstoff also noch an gewisse Protoplasmakörper gebunden ist. Er setzte getrock- nete grüne Blätter verschiedene Pflanzen unter teilweiser Bedeckung mit Papiermasken dem Sonnenlickte aus. An den bedeckten Stellen bleibt die Farbe erhalten, während die unbedeckten Blatteile aus- bleichen. Jedoch ist der B l e i ch t o n verschieden; neben Weiß und Gelb können bis zu Blutrot und Braun alle Abstufungen austreten. Die Färbungen sind für die Art der Pflanze charakteristisch und können z. T. in arteigenen, am getrockneten Blatt unsichtbren Farbstoffen ihre Ursache haben. Auch schnell und langsam bleichende Blätter lassen sich unterscheiden: manche sind nach einer Stunde Bestrahlungsdauer schon ausgebleicht, andere benötigen über hundert Stunden dazu. Sogar ungewöhnliche Lichtbeständigkeit fin- bet sich: dem Blatt des Gingko, eines aus Japan stammenden interessanten Nadelholz-Verwandten, vermag selbst monatelange Bestrahlung kaum etwas anzuhaben. Ebenfalls große Lickt- beständigkeit weisen alle jungen, noch nicht völlig ausgewachsene Laubblätter auf. Erst später setzt die Ausbleichbarkeit ein und steigt in ihrem Grade mit zunehmendem Alter des Blattes. Der Heber- g_a n g vom lichtbeständigen zum ausbleichbaren Stadium vollzieht sich aber nicht allmählich, sondern bietet eine ganz bestimmte Erscheinungsform dar: es treten zuerst vereinzelte, scharf abgegrenzte ausbleichbare Felder auf, die ständig an Zahl zunehmen, bis schließlich nur noch vereinzelte lichtbeständige Felder in dem sonst völlig ausgebleichten Blatt verstreut liegen Sehr schön tritt diese Abhängigkeit der Ausbleichung von Alter und Wachstum zutage an Blättern, deren Flächen- Wachstum nicht allseitig gleichmäßig vor sich geht. Hört das Wachstum zuerst an der Blattbasis auf, während die Spitze noch weiterwächst, so zeigt das Blatt einen stufenweisen Abfall der Ausbleichung nach seiner Spitze hin. Umgekehrt verläuft entsprechend die Abstufung bei Blättern, die nach Fertigstellung ihrer Spitze an der Basis noch wachsen. Interessant ist das Verhalten kranker Blätter bei der Bleichung. Vom Meltaupilz befallene Blätter — am weißlich bestäubten Aussehen kenntlich — zeigen eine längere Erhaltung der lichtbeständigen Felder, wenn der Pilz auf der Blattunterseite wächst; Befall der Blattoberseite dagegen bedingt rascheren Verlauf des Felderstadiums und damit der Ausbleichung. Bei weißfleckigen (panaschierten) Pflanzen kann die Fleckung unter bestimmten Voraussetzungen weitgehend om Zustandekommen verhindert werden; die betreffenden Stellen erscheinen dann hellgrün. Solche „gehemmt" panaschierten Blätter überraschen bei der Lichtbleiche durch die viel größere Lichtbeständigkeit dieser hellgrünen Zonen gegenüber den normalen Blatteilen. Daraus darf geschlossen werden, daß die panaschierten Gebiete im Vergleich zu den normalen in ihrer Entwicklung wesentlich zurückgeblieben sind. Die Abhängigkeit des Bleichvorganges von Blattkrankheiten kann somit benutzt werden, bestimmte Krankheiten zu kennzeichnen, vielleicht sogar als sonst noch nicht nachweisbare Vorstufen schon sehr früh festuistellen. Ermöglichen also die Erscheinungendes Ausbleibens Kennzeichnung und Entscheidung gewisser physiologischer und pathologischer Zustände des Blattes, so können sie auf Grund ihrer artspezifischen Eigenarten auch in der Systematik Anwendung finden. Zum Schluß erörterte der Vortragende verschiedene Möglichkeiten, die zur Erklärung des merkwürdigen „Felderphänomens" des Laubblattes herangezogen werden können. Obwohl die Untersuchungen zahlreiche Anhaltspunkte ergeben haben, steht eine restlose Aufklärung der Erscheinung noch aus. Weitere Versuche sollen zu einer befriedigenden Lösung führen. Lebhafter Beifall und eine längere Aussprache zeigten dem Vortragenden, daß er cs verstanden batte, seinen Zuhörern interessante Fragen nahezubringen E. K. Amtsgericht Gietzen 21m 9.10.1938 kam der F. T. aus Berlin mit feinem Lastwagen aus der Richtung Gießen durch Lang-Göns. T. stand stark unter dem Einfluß des Alkohols. In der Obergasse in Lang-Göns verlor er die Herrschaft über fein Fahrzeug und rannte mit großer Wucht gegen ein Haus, das beschädigt wurde. Der * Lastkraftwagen des Angeklagten wies sehr sehr schwere Beschädigungen auf. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. 2» der gestrigen Sitzung des Amtsgerichts hatte sich der F. T. vor dem Einzelrichter wegen Heber- tretung der Reichsstraßenoerkehrsordnung und der Straßenzulassungsordnung zu verantworten. Da der Angeklagte in Berlin wohnt, war er wegen der großen Entfernung vom Erscheinen in der Haupt- Verhandlung entbunden. Obwohl er nachträglich versucht hatte, sich „reinzuwaschen", wurde er doch durch die Beweisaufnahme und ein Gutachten überführt. Das Gericht verurteilte den einschlägig vorbestraften Angeklagten zu 14 Tagen Haft. Wegen der Unverantwortlickkeit des Verhaltens des Angeklag- ten, eines Berufsfahrers, kam eine Geldstrafe nicht tn Frage. Straferhöhend fiel weiterhin ins Gewicht, daß der Angeklagte nach dem Unfall mit seinem auch nid)t mehr ganz nüchternen Beifahrer sich einem Polizeibeamten und dem Bürgermeister von Lang- Göns gegenüber recht übel benommen hatte. Als strafmildernd erachtete das Gericht, daß der An- geklagte durch die Beschädigungen an seinem Lastwagen bereits schwer bestraft ist. Das Programm der Bezirksklasse Gießen am kommenden Sonntag umfaßt diesmal nur drei Spiele, wobei unsere heimischen Vertreter alle beteiligt sind, und zwar gegen die Mannschaften, die auf den Tabellen auf den letzten Plätzen rangieren. 1900—Ehringshausen Burg—VfB.-R. Sinn—Steinberg. Die Aufgabe der Spielvereinigung gegen Ehringshausen erscheint hierbei am leichtesten und nach dem 3:0-Vorspielsieg darf man auch diesmal wieder mit einem Erfolg rechnen. Der VfB.-R. hat es in Burg schon etwas schwerer, trotzdem ist aber auch hier mit einem Erfolg der Grünweißen zu rechnen. Die Teutonen dagegen haben in Sinn eine schwere Nuß zu knacken. 1900—Ehringshausen. Zum ersten Rückspiel der diesjährigen Serie und damit zur Einleitung des Jahres 1939 empfangen die Blauweißen morgen die Sportgemeinde 1911 Ehringshausen. Allzu schwer ist damit die Aufgabe für die Leute vom xrieb nicht, denn selbst unter der Berücksichtigung, daß die Gäste als diesjähriger Neuling sich durch zwei Heimsiege vor die schon jahrelang in der Bezirksklasse beheimateten Burger in der Tabelle placieren konnten, ist nicht anzunehmen, daß sie die Blauweißen auf eigenem Platze irgendwie gefährden. Mit der Mannschaft Herbst, Pankok, Lippert, Krämer, Nensing, Koch I., Rost, Schellhaas, Hormel, Löbsack, Koch IL sollte ein glatter Sieg möglich fein. 1900 II—Ehringshausen II. Zu dem Spiel der Reserven stehen die Aussichten für die Blauweißen ebenfalls günstiger, da in der Reserve der Platzbesitzer die erfahreneren Spieler vorhanden sind. Burg — VfB.-Reichsbahn Gießen. Nach langer Pause tritt die erste Mannschaft wieder einmal auf den Plan. Bis jetzt steht allerdings noch nicht endgültig fest, ob der Platz in Burg, der bis gestern noch unter Wasser stand, wieder spielfähig ist. Trotzdem sind die Grün-Weißen für dieses Spiel gerüstet, denn es gilt, keinen Punkt mehr zu verschenken. Die Gastgeber sind in Abstiegs- gefahr und haben daher allen Grund, das Spiel ernstzunehmen. Die Grün-Weißen können wieder mit einer sehr starken Mannschaft antreten, da die Spielberechtigungen der neuen Spieler eingetroffen sind, außerdem ist Heß wieder dabei. Der Spielaus- schuß hat vorläufig folgende Elf aufgestellt: Wun- derlich, Leutheuser, Kramer, Krämer, Lukaschewski, Schöller, Berlenbach, Fischer, Gesla, Heß, Gor- riffen. Mit dieser Mannschaft sollte es den Grün- Weißen möglich sein, einen sicheren Sieg zu erringen. Lollar I - BfB.-K II. Die zweite Mannschaft löst eine Rückspielverpflichtung in Lollar ein und wird dort mit einer kombinierten Mannschaft antreten. Sollte das Spiel in Burg ausfallen, wird die erste Mannschaft das Spiel in Lollar bestreiten, und die kombinierte Mannschaft spielt dann in Klein-Linden. VfB.-Reichsbahn III — Staufenberg. Ein Wiederholungsspiel um die Punkte steigt auf dem Waldsportplatz. Der Gegner ist gezwungen, das Spiel in Gießen auszutragen, da der Platz für zwei Spiele gesperrt ist. Die Grün-Weißen, die am Sonntag einen eindeutigen Sieg errangen, sollten auch dieses Spiel für sich entscheiden können. Sinn I — Teutonia Steinberg I. Die Teutonen dürften morgen wieder auf ein schweres Hindernis treffen, und vielleicht ist es sogar die Mannschaft, die dem Spitzenreiter die erste Niederlage beibringt. Gemessen an den Leistungen am vorigen Sonntag, dürfte es morgen größte Anstrengungen kosten, wenn diese Klippe glücklich überwunden werden soll. Sinn stellt eine äußerst kampffreudige Mannschaft, die gerade in letzter Zeit einen Formanstieg zu verzeichnen hat. Eine starke Stütze bedeutet für die Mannschaft, daß Betz wieder mit von der Partie ist. Was können nun die Teutonen tun, um gegen diese Elf Punkte zu holen? Vor allen Dinaen muß jeder vollkommen bei der Sache sein und kämpferisch sowie spielerisch sein Bestes hergeben. Nur so ist die Voraussetzung für einen Sieg gegeben. Aller Voraussicht nach spielen die Teutonen komplett. Die Kämpfe der Fußball-Bezirksklaffe Ma, bürg. Der morgige Sonntag sieht die Mannschaften der Bezirksklasse Marburg fast alle im Kampf. Es find folgend« Spiele vorgesehen: Bottenhorn — Breidenbach Wallau — Sarnau Hartenrod — Eckelshausen Wetter — Ockershausen. In Bottenhorn dürste der eigene Platz von ausschlaggebender Bedeutung sein. — Wallau wird alles aufbieten müssen, wenn gegen Sarnau ein Sieg herauskommen soll. — Hartenrods Elf wird dem Gegner keine Chance auf Sieg und Punkte geben. — In Wetter sollte Ockershausen den Sieger stellen. Die Iußball-Kreisklassen am Sonntag. I Preisklasse. Rodheim — Grohen-Buseck Leihgestern — Lollar II SA.-Kampffpielgemeinschast — Steinbach Lich — Hungen Großen-Linden — Garbenteich. II. Kreisklasse. Grünberg — Ettingshausen Göbelnrod — Nieder-Ohmen SA. II — Grüningen VfB.-R. III — Staufenberg Treis — Londorf Großen-Linden II — Krofdorf. Nachdem die letzten Tage das Wetter etwas be- ständlicher geworden ist, kann man mit Hoffnungen den Spielen entgegensehen, denn die Platzverhalt' nisse werden sich gebessert haben. Das angesetzte Spiel Rodheim gegen Wißmar mußte verlegt werden, dafür tritt Großen-Buseck in Rodheim an. Die Gastgeber bezogen beim Vorspiel eine zweistellige Niederlage und kennen den Gegner genau. Wenn auch die Gäste spielerisch stärker einzuschätzen sind, so darf man nicht den Kampfgeist der Rodheimer vergessen. Es wird mit einem spannenden Spiel zu rechnen sein, dessen Ausgang völlig ungewiß ist. Um eine Niederlage wird die Reserve von Lollar in Leih- gestern nicht herumkornrnen. Spannend verspricht das Spiel der SA. gegen Steinbach zu werden, denn gerade die Gäste sind in ihren letzten Spielen stark in den Vordergrund getreten. Es bleibt abzuwarten, ob es ihnen gelingt, sich bei den SA.-Männern erfolgreich dnrchzusetzen. In Lich steigt wieder einmal ein Lvkalspiel, der Gegner ist die kampffreudige Mannschaft von Hungen. In Großen-Linden wird Garbenteich erwartet. Die Mannschaft geht zwar einen schweren, jedoch nicht aussichtslosen Gang,, denn die (Soft-irber sind stark geschwächt. Hart wird sicherlich der Kampf in Grünberg gekämpft. wo Ettingshausen anzutreten hnt. Wir rechnen mit einem knavven Siege der Gäste. Nieder- Ohmen wird in Göbelnrod erwartet, die Gäste müssen sich sehr strecken, wenn es zu einem Siege reichen soll. Eine Voraussage über b^s Spiel b<*r 'weiten Mannschaft her SA. gegen Grüningen ist lehr schwer, ba heibe Mannschaften mit wechselnbem Erfolg svielten. B-i bem Lokalsviel in Treis erwartet man Lonborf auf Grunb her bisher gezeiaten Leistungen in Front. Es müßte b-m Tab-llenführer Krotborf m*t schwer fallen, in Großen-Linben bas Spiel für sich entfcheiben zu können. (Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — VfB.-R. Gießen. Zu einem interessanten Freundschaftsspiel dürste es morgen auf bem heimischen Gelänbe kommen. Da mit aller Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden kann, daß das ursprünglich angesetzte 23er- bandsspiel der (Säfte gegen Burg wegen der schlechten Platzverhältnisse nicht ausgetragen werden kann, wird die 1. Elf vom VfB.-Reichsbahn Gießen zu einem Privatspiel erwartet. Sollte das Spiel in Burg doch stattfinden, so wird die Vereinsleitung üom VfB.-Reichsbahn trotz allem eine Elf schicken, die ihrem Verein alle Ehre machen wird. Die Gäste verfügen über ausgezeichnete Rc- serveträfte. Die Kämpfe beider Gegner hatten schon immer ihren besonderen Reiz und konnten schon in früheren Jahren mit wechselndem Erfolg durchgeführt werden. Wie die Besetzung morgen ausseyen wird, steht noch nicht genau fest. Wahrscheinlich muß mit Ersatz gerechnet werden. Dor Ausgana des Spieles ist nicht von so großer Wichtigkeit, so daß man mehr Wert auf einen technisch einwandfreien Fußball legen kann. Lich I — Hungen I. Nach 8 Wochen Pause beginnen die Rasenspieler am kommenden Sonntag auf eigenem Gelände mit den Rückspielen der Derbandsrunde. Im Vorspiel unterlagen die Licher trotz überlenen Spieles knapp mit 0:1 Toren. Infolge der langen Spielpause und der auch noch keineswegs idealen Platzverhältnisse bürste es schwer fein, eine Voraussage über den Spielausgang zu geben, zumal die Rasenspieler mit Ersatz antreten müssen. Wollen die Grünweißen aber weiter in der Spitzengruppe bleiben, so müssen sie schon alles aufbieten, um die wichtigen Punkte in Lich zu behalten. 1900'6 Zugendmannschaften steuern der MeiOer'chast zu! Die Spiele um die Bannmeisterschast in den ein- deinen Gruppen gehen ihrem Ende zu. In der Gruppe I hat sich die la-Jugend der Spielvereini- gung 1900 herauskristallisiert und steuert unaufhaltsam der Meisterschaft zu. Lediglich Heuchelheim könnte noch einen Strich durch die Rechnung machen. Aber die Blau-Weißen werden wohl das Feld nicht räumen und am Sonntag durch eine letzte Kraftanstrengung die Gruppenmeisterschaft an sich reißen. Ebenfalls steht die Id-Jugend der Spielvereinigung 1900 fast vor der Meisterschaft. Am Sonntag muß sie gegen Großen-Linden das schwerste Spiel der ganzen Verbandsserie bestreiten. Wohlgewappnet wird die lb-Jugend auch zu diesem Spiel antreten. Die Ila-Jugend tritt zu dem fälligen 23erbanbs- spiel in Londorf an. — Die Ild-Jugend muß am Sonntag pausieren. Zprccktktnttdcn her 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen.