Nr. 272 Erstes Matt 189. Jahrgang Montag, 20. November 1939 Erlchemi tftg Itd), außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monalr-Vezugsprei»: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richtens Anzeiger Hießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Scschäslsftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeige» für die Mittaasnummer ois8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test- anzeigen von 70mm Breit« bONpf .Playoorschrift nach vorh Dereinbg.25°/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpl^ Mengenabschlüsse Staffel B jeden Tag noch weiter ausgebeut. ischen Frankreichs Luftwaffe unter britischem Oberbefehl Oer interalliierte Oberste Kriegsrat beschließt wirtschaftliche Zusammenarbeit. irre Krieg machen lassen. Französische Befestigungen hinter der Maginot-Linie. Französische Finanzsorgen Wachsende Belastung des französischen Volkes. sicher die Finanzlage selbst von durchaus wohlwollenden Politikern angesehen wird, ergibt sich u. a. aus dem Hinweis eines rechtsstehenden Blattes, des „Journal", daß es nur den von Paul Rcynaud teilweise schon vor Kriegsausbruch ergriffenen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen zu verdanken gewesen sei, daß Frankreich ein allgemeines Moratorium mit allen seinen schwerwiegenden Folgen erspart geblieben ist. In der französischen Presse, die so lange immer etwas Neues über die bevorstehenden Absichten Deutschlands, über phantastische militärische Pläne gegenüber den Neutralen usw. zu berichten mußt, ist es um all diese Dinge ziemlich still geworden. Manche Kreise empfinden nach den „Leistungen" auf journalistischem Gebiet, die man in der letzten Zeit in dieser Hinsicht erlebt hat, eine leichte Beschämung. So macht sich im „Oeuvre" ein unabhängiger Journalist über die Lawinen von Falschmeldungen, die sich in den letzten Wochen in bezug auf die angeblichen militärischen Absichten Deutschlands und angeblichen Vorgänge in Deutschland über die Pariser Presse ergossen haben, lustig. Der Journalist stellt, die Frage, worauf dieser „unglaubliche Alarm" beruht habe, der die Angehörigen und die Leiter von vier Nationen durcheinandergewirbelt habe. Die Antwort könnte dem erwähnten Journalisten vielleicht von manchen Stellen der französischen und der englischen Propagandabüros erteilt werden. Sie werden sich aber wohl davor hüten. Paris, 19. Nov. (Europapreß.) Der „Petit Pa- rifien" berichtet, daß hinter der Maginot-Linie eine durchgehende Linie von Befestigun- über dem gef amten französ der inneren französischen Front der sog. „Defaitismus" darstellt, hat die Regierung in einer neuen Verordnung Maßnahmen getroffen, die es ihr erlauben sollen, mit „aller Schärfe und ohne große Prozeduren" durchzugreifen. In Paris sind 150 Organisationen, die in dem Verdacht stehen, „defaitischen" Verbänden ang.efd)loffen zu sein, durch Gerichtsbeschluß aufgelöst worden, an der Spitze der Verband der Arbeitergewerkschaften von Paris und Umgebung, die Spitzenorganisation aller Arbeiterverbände. In dem allgemeinen Kampf gegen die Urheber des Defaitismus in Frankreich sollen sich nunmehr auch die französischen Gewerkschaften aktiv beteiligen. In jeder Woche soll von nun ab ein Aufruf durch den Rundfunk verbreitet werden, in dem die Arbeiter davor gewarnt werden sollen, dem Defaitismus zu erliegen. In dem ersten Aufruf heißt es, die schnelle Aufeinanderfolge der Ereignisse zwinge die Hilfstruppe der Moskauer Regierung, in Frankreich ihre Bemühungen zu verdoppeln. Die Bevölkerung dürfe sich aber durch die in den Flugschriften ausgegebenen Parolen nicht Berlin, 18. Nov. (DNB.) Dr. Rodert Ley erließ an die Schaffenden Großdeutschlands folgen- den Ausruf: Arbeiter und Arbeiterinnen! Vereitelter Luftangriff auf Wilhelmshaven. Deutsche Flugzeuge über dem gesamten französischen Luftraum. Berlin, 18. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3nt Westen geringe örtliche Spät)trupptätig- feit. Der Versuch dreier britischer Flugzeuge, Wilhelmshaven anzugreifen, wurde durch rechtzeitig einsehende Abwehr vereitelt. Bomben wurden nicht abgeworfen. Eigene Flugzeuge klärten ren und schwierigeren Aufgaben zu meistern, das bedeutet etwas. Ich greife aus der unendlichen Fülle nur einige wenige Beispiele heraus: Die Ernährung unseres Volkes. Wir wissen, daß die Ernährung unseres Volkes einen Engpaß in der Inneren Front bedeutet. Besonders bann, wenn uns England durch feine teuflische und hundsgemeine Hungerblockade die Gurgel abdrehen will. Deshalb war die erste Kriegsmaßnahme die Einführung der Bezugscheine und Lebensmittelkarten. Um ja dem Volke keinerlei falsche Hoffnungen vorzutäuschen, legte man die engsten Stellen des Engpasses, b. h. die kleinsten Portionen von Fleisch, Fett und Brot usw. an den Beginn bes Krieges. Heute, nach zehn Wochen Krieg, stellen wir alle mit Genugtuung unb auch mit Stolz fest, bah sich bie Portionen erhöht haben, daß alle satt werben und baß Lang- unb Nacht-, Schwer- unb Schwerstarbeiter besonders gut unb unbedingt reichlich beliefert werben. 1914 bis 1918 war es leiber umgekehrt. Erst aßen und lebten wir aus dem Vollen, bann wurde rationiert, die Portionen verkleinerten sich mit je- bem neuen Kriegsmonat, unb schließlich mußten wir aus Hunger unb aus Mangel an Voraussicht kapitulieren. England, wir Deutsche haben gelernt, beine Blockade schreckt uns nicht mehr! Probuktions-, Wirtschafts- und So» z i a l p o l i t i k. Die Umstelluna der normalen Wirtschaft und Produktion auf die Kriegswirtschaft, d. h. die Verminderung der Produktion ledensum gen geschaffen worden sei. An manchen Stellen liege hinter dieser zweiten Linie noch eine dritte Verteidigungslinie. Diese Anlagen würden Betriebsführer unb Gefolgschaft! Schaffende in Stadt und Land! Der uns von England aufgezwungene _ dauert nun zehn Wochen. Es ist also möglich, eine vorläufige Zwischenbilanz über den Erfolg und über die weiteren Aussichten zu machen. Unser unverrückbares Ziel ist: Sieg, Sieg und nochmals Sieg und damit die endgültige Niederwerfung Englands und der Herrschaft seines Geldsackes über die übrigen Völker des Erdballes. Sozialismus gegen Kapitalismus! Das ist unser Schlachtruf. Ziehen wir als klar denkende Menschen bie Zwischenbilanz ber ersten zehn Wochen. 1. In einem beispiellosen Blitzkrieg war die polnische Armee — von der bas belgische Militärblatt noch am 3. September 1939 schrieb, daß sie eine der stärksten Armeen ber Welt unb ber deutschen Armee bei weitem überlegen sei — v ö l - lig vernichtet. „Englanb ist keine Insel mehr! Die Erfolge unserer Flotte, msonderhett ber U-Boote, unb bie Siege unserer Luftwaffe reihen sich roürbig an bie einmaligen (Erfolge im Osten. Unb der W e st w a l l? Nun, es hat sich gelohnt, daß Ihr Westwallarbeiter seit Jahren Opfer unb Entbehrungen, Dienstverpflichtung und Mehrleistung auf Euch genommen habt! 2. Die englische Einkreisung ist gebrochen. Armes England! Wie schön war es doch An die Schaffenden Großdenischlands Ein Aufruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley. im Jahre 1914, wo man mit 45 Bundesgenossen eine frisch-fröhliche Treibjagd auf das edle deutsche Wild abhalten konnte. Vorbei, vorbei ... 3. Die Innere Front! Der Weltkrieg hat uns gelehrt, daß es nicht genügt, tapfere Soldaten zu haben unb gute Waffen zu besitzen, fonbern daß ein moberner Krieg ein totaler Krieg ist, baß alle baran teilnehmen, und baß beshalb bas gesamte Volk in ber besten seelischen und körperlichen Verfassung zu sein hat und darin erhalten werben muß. Jeber Krieg bebeutet eine völlige Umstellung bes Lebens. Alle Bedürfnisse und Wünsche ber Menschen müssen vor dem einzigen Ziel: Stärkung der militärischen Kraft der Nation, zurückstehen. Aber ebenso müssen alle Quellen zur Erhaltung und Entfaltung der Gesamtkraft der Nation erschlossen werden. Das hat man 1914 nicht erkannt. Zum Beispiel: Welche Kraft liegt darin, in einer solchen schweren Zeit bem Volke ben unerschöpflichen Born seiner herrlichen Kultur zugänglich zu machen. 1914 untersagte man jede Freude, heute Öffnet man bie Tempel ber Kunst, und man stellt fest, baß die Nation in vollen Zügen aus bem Quell seiner Natur trinkt unb in Anstand genießt. D i e Innere Front steht! Jehl muß die Partei Adolf Hitlers wieder mal ihr Daseinsrechl beweisen. Und sie b e w e i st es! Was bedeutet es schon, wenn eine Organisation in einer normalen Zeit ihre Aufgaben löst? Gar nichts! Jedoch jetzt mit weit verringertem Apparat die weitaus große- Raum auf. Lebhaftes Sewehrfeuer an der Oberrheinfront. Berlin, 19. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der O b e r r h e i n f r o n t an einer Stelle beiderseits lebhaftes Waschinengewehr- und Gewehrfeuer: an den übrigen Stellen der Front Ruhe; nur örtliche Artillerielätigkeil. Die Luftwaffe setzte ihre Ausklarungstaligkeit über Frankreich fort. Der Montagsbericht: Keine besonderen Ereignisse. Berlin, 20. November. (DNB.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: keine besonderen Ereignisse. Südostsrankreich unter dem Eindruck des großen Lustalarms. Genf, 19. Nov. (Europapreß.) Die gesamte fran- zösische Provinzpresse stand unter bem Eindruck bes großen ßu ft al ar ms, unter bem bas Gebiet zwischen ben Alpen unb ber Rhone am Freitag zweimal gestanden hat. Die Zeitungen ber südostfranzösischen Provinzstäbte, in denen zum größten Teil erstmalig seit Beginn bes Krieges bie Alarmsirenen in Tätigkeit gesetzt würben, tadeln das schlechte Verhalten der Bevölkerung wahrend bes Luftschutzalarms. Der Oberbürgermeister von Grenoble hat strengste Strafen angebroht, wenn keine Aenberung in bem Verhalten ber Bevölkerung eintrete. Der Aufruf verweist besonders auf die Splitter der Flak- geschosse. lieber 500 berartiger Granaten seien über ber Stabt krepiert und ihre Splitter in bie Stadt gefallen. Daß bei ben vielen Tausenden bieser Splitter, die manchmal bis zu 1 kg wögen, keine Opfer zu verzeichnen seien, sei ein reiner Zufall. Im allgemeinen hat nach den Meldungen der südfranzösischen Zeitung „Nouvelliste" und des „Petit Dauphinois" (Lyon) ber Luftschutzalarm die Bevölkerung in ungeheure Aufregung versetzt. Bisher hätte man ihr nämlich erzählt, daß sie vor Luftangriffen geschützt sei. Zum Teil sei durch die Luftabwehrgeschütze erheblicher Schaden angerichtet worden. Dagegen habe man von den Flugzeugen, die man in den Städten zwischen der schweizerischen Grenze und Marseille gehört habe, keine Spur mehr entdecken können. Paris, 19. Nov. (Europapreß.) Die französische presse hat bisher kaum mit einer Andeutung er« »ahnt, auf welche Weise der Krieg finanziert »erden soll, der von der Regierung auf Anstiften Englands gegen das Deutsche Reich geführt wird. Mit vielen schmeichelhaften Worten hat man über ie Einbringung des Budgets für das Jahr 1940 in ber Finanzkommission der Kammer berichtet. Der Staatshaushalt ist auf dem Papier mit je 9 Milliarden Franken in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen. Von den eigentlichen Kriegs- Ausgaben umfaßt dieser Haushalt jedoch lebig« ich bie Familienunterstützungen für die zum Heeves- : ienft eingezogenen Soldaten in Höhe von etwa 5 Milliarden Franken, die zu alledem nur sehr unregelmäßig ausgezahlt werden, sowie die Milliar- .'-enkosten, die die Räumung des Gebietes hinter : er Frontlinie, d. h. also des größten Teiles von Asaß-Lothringen verursacht hat. Ueber die Methoden ;ur Deckung der militärischen Ausgaben, die etwa .5 bis 30 Milliarden Franken im Monat betragen tiirften, hüllt man sich vorläufig in Schweigen. Dem französischen Steuerzahler werden täglich neue P o st e n der Rechnung präsentiert, die ber Krieg für bas französische Volk bedeutet. Nachdem Izräfte in Frankreich sein. Oberbefehlshaber wird lüraussichtlich ein hoher Offizier der englischen Luftwaffe werden. Diese Lösung würde den englisch- r-anzösischen Generalstabsbesprechungen aus bem Frühjahr 1939 entsprechen. Damals war verein- hrt worden, daß bei Kriegsausbruch die oberste Leitung der Landstreitkräfte in den Händen tes Generals G a m e I i n liegen sollte, während (n englischer Luftmarschall bie ver« (nigten Luftstreitkräfte beider Mächte aus bem westlichen Kriegsschauplatz führen sollte. Benn bisher der zweite Teil der Vereinbarungen richt in die Tat umgesetzt worden ist, so hat das Limit in Zusammenhang gestand en, baß die Zahl ter bisher hinter ber Westfront stationierten eng« lßchen Fliegerformationen nicht ben französischen (rwartunaen entsprach und daß auch auf dem Geltet des Luftkrieges bie Franzosen bah er den (cöfcten Teil ber Last auf sich nehmen muhten. „Die Opfer gerecht verteilt." Französische Forderung in London. Rom, 19. Nov. (Europapreß.) Die römische reffe berichtet: Während die Westmächte bisher i e geistigen und materiellen Hilfskräfte Deutsch- l nds unterschätzt und geglaubt hätten, es tinne einen langen Kampf nicht durchstehen, hätten fie sich jetzt zu ber Ueberzeugung bekehren müssen, daß bas totalitäre Regime und der Opfergeist bes putschen Volkes bas Deutsche Reich im Gegenteil dnzu befähigten, auch einen langen Krieg ZL führen. Die Alliierten seien baher gezwungen gewesen, diesen schwerwiegenden Feststellungen Rechnung zu tragen. Sie glaubten, diese Möglichkeit ir einer Verstärkung ber gegenseitigen Zusammenarbeit zu finben. Es sei wohl an« ^nehmen, daß Frankreich in diesem Zusammen- (nng in London England gegenüber eine ziem° l ch deutliche Sprache geführt haben dürfte, liie römischen Blätter sprechen davon, auf der Kon- firenz des Obersten Kriegsrats sei ausdrücklich ver- einbart worden, „daß bie Opfer eines Kampfes unter ben beiben Nationen gerecht verteilt werden müßten". Das neue Abkommen stelle praktisch ene Art Zoll-Union für viele Waren und Er- zmgnisse dar und solle vor allem ben Versuch machen, eine Reihe von geradezu unerträglichen Reibungen abzustellen, die bisher zwischen ben beiben Staaten aufgetreten waren. Gegen den ^Defaitismus" in Frankreich. B r ü f f e 1, 20. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ange« fchts der immer stärker werdenden Gefahr, die in sind uni) „Sei* Der Kreuz in Breslau haben die Holländischer paffagierdampser im englischen Minenfeld gesunken schen Bevölkerung im Gouvernement übernommen. Der modern eingerichtete Bau ist zum großen Teil mit deutschen Apparaten und Einrichtungen aus» gestattet. Die Goelhe-lNedaille für Geheimrat Borff. Der Führer hat dem ordentlichen Prof. Geh- Med.-Rat Dr. med. Maximilian B o r st in München aus Anlaß der Vollendung seines 70. Le« bensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um die Krebsforschung die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. bar erscheinen. v v ... Dor allem sieht aber heute jeder, auch der Blo-! Vaterlandes. beste, daß es einfach absurd ist, einen Unterschied zwischen Kriegs- und Friedenswirtschaft zu machen. Es gibt keine Friedens- und keine Kriegswirtschaft, es gibt nur eine Kriegswirtfcha ft, denn die Geschichte beweist, daß der bewaffnete Kriegszustand der Normalzustand der Völker, wenigstens der in Europa lebenden, Yt, und man auch in den sogenannten Fnedensfahren den Krieg in einer Art und Weise führt, die rmeder- um bewaffnete Kriege vorbereitet. Die Tatsache, ja das immanente Schicksal des bewaffneten ^^ges muß also die Wirtschaft beherrschen und beherrscht sie in der Tat. Wer diesem Gebot nicht folgt ist verantwortungslos und hat nicht das Recht, sich über die Katastrophe, der er zusteuert, zu wundern der Vermißten etwa 135 beträgt. Nach Augenzeugenberichten ist die Explosion am Samstag um 11.30 Uhr erfolgt, worauf das Schiff zu sinken begann. Viele Fahrgäste eilten zu den Rettungsbooten, andere sprangen mit Schwirnrn- westen sofort über Bord. Wenig später ereignete sich eine zweite Explosion, worauf das Schiff sehr bald konterte, um dann endgültig unterzugehen. Der Kapitän des Schiffes ist bei der Explosion ums Leben gekommen. Die holländischen Zeitungen veröffentlichen eine Erklärung der britischen Admirali- t ä t, in der behauptet wird, die „Simon Bolivar" sei durch eine Mine, „über deren Vorhandensein die britischen Behörden keine Mitteilung gehabt" hätten, gesunken, was nach allen vorliegenden Berichten höchst unglaübwürdig erscheinen muß. Dieses Zweimarkstück wird außer Kurs gesetzt. und gern. JXad) zehn Wochen ziehen wir nun die Bilanz und stellen mit Genugtuung und höchster Befriedigung folgendes fest: Bon den Bollmachten, die das kriegswlrlschaftsgefeh vorfieht, ist bisher nur ein Bruchteil in Anspruch genommen worden: In der Lohnpolitik genügte ein allgemeiner Lohnstopp. Der Achtstundentag soll in einen Z e h n stunde n f a g — und zwar der Weisung des Generalfeldmarschalls Göring entsprechend: als höchskzulassige Arbeitszeit — umgewandelt werden. Ganz dringende Ausnahmen soll dann der Reichsarbeitsminister bewilligen. Bei zehnstündiger Arbeitszeit werden Betriebe in die Lage verseht, eine warme Mahlzeit zu verabreichen, für die das Ernährungsministerium zusätzliche Nahrungsmittel bereitstellt. Die DAF. ist beauftragt, in allen Betrieben mit IVstündigerArbeitszeitBerpflegungs- stellen einzurichten. Da die Zuschläge für die 9. und 10. Stunde fortfallen, soll eine Steuerbereinigung durchgeführt werden, damit der Mehrverdienst nicht wieder voll weggesteuert wird. Wird ausnahmsweise eine elf- und zwölfstündige Arbeitszeit gefordert, so müssen hierfür die normalen Zuschläge gezahlt werden. Die Zuschläge der Nacht- und Aeiertagsarbeit werden wieder bezahlt werden. Frauen sollen zur Nachtarbeit nicht herangezogen werden. Unumgängliche Ausnahmen wie In Munitionsfabriken müssen vom Reichsarbeitsminister genehmigt werden. Der Urlaub wird ab Anfang nächsten Jahres wieder gewährt. Auch Weihnachtsgratifikationen werden bezahlt. Dien st Verpflichtung fall nur nach sorgfältigster Prüfung und bei unbedingter Notwendigkeit ausgesprochen werden. Der Inge n d s ch u h bleibt in vollem Umfange in Kraft. ___über ganz Mitteleuropa herrschende orkan» artige Sturm hat auch in Belgien schwere Schäden angerichtet. In Antwerpen wurde Windstärke 10 gemessen. Mehrere Personen wurden vom Sturm zu Boden geschleudert. Das zwischen Ostende und Folkestone verkehrende Passagierschiff Schwere Naturkatastrophe in der Schweiz Gin Dorf verschüttet. - Große Lieberschwemmungen. viertel Meile auseinandergelegen. Wie der „ graaf" mitteilt, befanden sich 265 Fahrgaste und 135 Besatzungsmitglieder an Bord des „Simon Bolivar". Nach den letzten Berichten sind 265 Personen an Land gebracht worden. Es wird damit gerechnet, daß die Zahl Der Krieg beherrscht die Wirtschaft Eine Ansprache Mussolinis am 4. Jahrestag der Sanktionen. und zu beklagen. . „ Das italienische Volk hat nicht nur die Nützlich feit, sondern die Notwendigkeit, und ich möchte sagen, die heilige Notwendigkeit des Autar- kiekampfes gefühlt und begriffen. Wenn ich vom Volk spreche, denke ich an tue Erfinder, die Pradu- zenten, die Arbeiter und die Konsumenten. Alle Teile dieses Heeres haben an dem Marsch in mehr oder weniger großen Etappen teilgenommen. Aber heute muß das Marschtempo über das Maß des Möglichen hinaus beschleunigt werden. Keine Energie darf verloren gehen. Jeder Wille muß auf das Ziel gerichtet sein, jedes Opfer gutgeheißen und alle noch vorhandenen Nachzügler und Skepttker müssen ausgeschaltet werden. Der ! Einsatz dieses Spieles — aber es ist nicht weniger ui- rm — ist ungeheuer. Es handelt sich um !die militärische Stärke, also um die Zukunft des Auf Anordnung des Gouverneurs von Krakau wurde am Sitz des Generalgouverneurs ein deutsches Krankenhaus eingerichtet. Zu diesem Zweck wurde das frühere Krankenhaus der polnischen Krankenkassen unter deutsche Verwaltung gestellt. Hervorragende deutsche Fachärzte aus dem Ältreich sowie Assistenzärzte und Schwestern vom Roten ......Behandlung der deut- konnte nicht in See gehen, und auch die Fischerflottille erhielt Befehl, den Hafen nicht zu verlassen. Verschiedene Schlepper rissen sich los und trieben die Maas hinab. Einer sank. Auf zwei anderen wurden zusammen fünf Personen von den hochgehenden Wellen erfaßt und ins Wasser geschleudert. Sie erlitten schwere Verletzungen und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. In einem Kaffeehaus in der Nähe des Königin-Asttid-Platzes drückte der Sturm eine große Fensterscheibe ein, die auf einen Passanten fiel und diesen schwer verletzte. Deutsches Krankenhaus in Krakau. Vom 1. Januar 1940 ab ist diese Reichssilbermunze im Nennbetrag von 2,— RM. nicht mehr gesetzliches Zahlungsmittel. In den folgenden drei Monaten wird sie von allen Reichs- und Landeskassen m Zahlung genommen oder umgetauscht. Die kleineren Zweireichsmarkstücke, die auf der einen Sette das Kopfbild des Generalfeldmarschalls von Hmdenburg und auf der Wertseite das Hoheitszeichen tragen, behalten ihre Gülttgkeit. (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Am Samstag rückte unter Führung des gadeführers Breithaupt eine ff - Tote n k o p f - Standarte in Krakau ein, um am Sitz des Generalgouverneurs ihren Dienst anzutreten. Die Standarte wurde von der deutschen Bevölkerung und ihren deutschen Kameraden der Wehrmacht, der Polizei und der anderen deutschen Formationen freudig begrüßt. Im Zusammenhang mit der Umsiedl u n g der deutschen Volksgruppe aus Lett- land in das Reich wird jetzt bekanntgegeben, daß bis 19. November bereits über 20 500 Deutsche Lettland verlassen haben. Damit ist ungefähr ein Drittel der deutschen Volksgruppe Lettlands bereits ab gewandert. Am 18. und 19. November 1939 fand in Berlin sine Landesleitertagung des Reichs- bundes derKinderreichen statt. Das Wort ergriffen Reichsgesundheitsführer Haupt-Dienstletter Dr. Conti, der Leiter des rassenpolittschen Amtes der NSDAP., Reichshauptamtsleit-r Dr. Groh, Reichsbundesleiter Dr. Robert Kaiser sowie Angehörige der Reichsbundesleitung. Der belgische Botschafterin London hat im englischen Auswärtigen Amt wegen der ständigen U e b e r f l i e g u n g belgischen Gebiet e s durch englische Flugzeuge protestiert. Die polnischen Zerstörer, die England gleich zu Beginn des Krieges in feinen sicheren „Schutz nahm, wie es das später in der gleichen selbstverständlichen Art auch mit dem polnischen Gold machte sind nunmehr offiziell in die englische Flotte eingegliedert worden. die Wassermassen in Serns einen Erdrutsch ver- ursacht. Die durch das Gebiet führende Autostraße wurde zum Teil von meterhohen Schlammassen zugedeckt, sodaß der Verkehr stillgelegt worden ist. Am Zusammenfluß der Muotta uni) der Sewern haben sich die Wassermassen gestaut und einen See gebildet, der mehr als einen Kilometer lang und fast ebenso breit ist. Am Freitaa mußten bereits mehrere Häuser geräumt werden. Auch in anderen Teilen der Schweiz sind die Wildbäche zu reißenden Strömen geworden und haben die Straßen überschwemmt. Im Kanton Bern wurde die große Durchgangsstraße nach Brienz durch das Hochwasser an mehreren Stellen überflutet und so beschädigt, daß die Autostraße gesperrt werden mußte. Mehrere Straßen im Gebiet des Thuner und des Brienzer Sees sind stellenweise durch Geröll und Schlammassen für den Verkehr gesperrt. Das Erdbeben Observatorium in Zürich hat ein lokales Erdbeben registriert. Betroffen wurde der Kanton Aargau, wo es zu Bewegungen in der Erdkruste gekommen ist Die Bevölkerung des Schöftlandes im Aargau wurde durch das Erdbeben in Schrecken versetzt, zumal es sich durch starken unterirdischen Donner bemerkbar machte. Auch in der Stadt Aargau selbst wurde das Erdbeben verspürt. Rom, 19. November. (DNB.) Im Obersten Autarkierat Italiens sagte Mussolini: „Der Oberste Autarkierat tritt heute am 4. Jahrestag der schändlichen und doch gegen den Willen ihrer Erfinder wohltuenden Sanktionen in einem Zeitpunkt zusammen, den man ohne literarischen Beigeschmack als historisch bezeichnen kann. Der Krieg, der sich dank der Haltung Italiens, vom militärischen Gesichtspunkt aus gesehen, noch nicht auf den gesamten europäischen Kontinent ausgedehnt hat, ist vvm wirtschaftlichen Gesichtspuntt aus bereits zu einem Weltkrieg geworden, da er die wirtschaftliche und soziale Tätigkeit aller Staaten der Welt ohne Ausnahme trifft, in Mitleidenschaft zieht und verwirrt. Im Lichte der Ereignisse, die wir von neuem nach kaum 20 Jahren erleben, erscheint die Berechtigung der auf die Erreichung der größtmöglichen wirtschaftlichen Unabh ä n g i g« feit Italiens gerichteten Aktton des Faschismus in eindeutiger und unwiderleglicher, ja man kann hinzufügen, dramattscher Weise b e ft ä t i g t. Nunmehr kann jeder erkennen, wie lächerlich gewisse Diskussionen über die „Wirtschaftlichkeit" der einen oder der anderen Initiative waren, und daß die Frage der Gestehungskosten im Jn- und Ausland etwas wirklichkeitsfremd anmutete, nachdem heute die ausländischen Rohstoffe chwindelerregende Preise erreicht haben oder nicht zu finden sind, und zwar absichtlich vom Markt verschwunden sind, so daß unsere Jnlandsge- , „ stehunaskosten wenn auch hoch, dennoch annchm- als ein Spiel des Volkes, die die geistigen Fähigkeiten, aber nickt die materiellen Mittel bejitzen, der Weg zum Hochschulstudium eröffnet roeroe. Der Leiter des Sange« marckstudiums, Dr. Gmelin erklärte, das Lange- marckstudium sei ebenso wie der Fabrikdienst, die Erntehilfe und der Reichsberufswettkampf e i n Teil der sozialistischen Aufbauarbeit. Unter den 5000 bis 6000 Bewerbern habe man eine scharfe Auslese getroffen. Im Mittelpunkt des Unterrichtes werde das Wissen um Rasse, Volkstum und Geschichte stehen. Der Bußtag auf den 26. November verlegt. Berlin, 18. Nov. (DNB.) Amlllch wird mifgefeiU: Der dem deutschen Bolte aufgezwungene Kampf nötigt zur Anspannung aller Kräfte. Aus diesem Grunde wird in diesem Jahr der auf BUttrood), 22. November, fallende Bußtag auf Sonntag, 2 6. November, verlegt. (Erfüllung des Biersahresplanes, eine auf vollen Touren laufende Wirtschaft und eine zufriedene, gesunde und fleißige Arbeiterschaft. Die Bilanz der Inneren Front wäre unvollständig, wenn wir nicht das sozialste Werk in den letzten zehn Wochen aufzählen würden: Die Ent- schädigung und die Unterhaltung der Angehörigen unserer tapferen Soldaten. Dieses Werk ist einmalig und einzigartig. Es ist ein nationalsozialistisches Werk im wahrsten Sinne des Wortes. Arbeiter und Arbeiterinnen! Betriebsführer und Gefolgsleute! Ich versuchte, euch in kurzen, klaren Darlegungen im Telegrammstil eine Bilanz der Lage unseres kämpfenden Volkes nach zehn Wochen des Krieges zu geben. Jedoch der größte Aktivposten in dieser Bilanz ist die Tatsache: Der Führer lebt! Deutschland stand noch nie so gut da und England noch nie so schlecht. Diesmal packen wir es! England wird geschlagen werden, und wir und Deutschland werden frei! Arbeit gegen Geld- sack. Unser die Freiheit! Ein neuer Lehrgang des Langemarckstndiums. R o st o ck , 19. November. (DNB.) Als erster der neuen Lehrgänge des Langemarckstudiums, die in Rostock, Dresden, Halle, Jena und wahrscheinlich auch in Wien eingerichtet werden, wurde der Lehrgang in Rostock eröffnet. Gauleiter und Reichsstatt- Halter Hildebrandt sagte, der Sinn des Lange- marckstudiums bestehe darin, für Wissenschaft und Volksführung neue Kräfte zu mobilisieren, indem jungen Menschen aus allen Ständen und Schichten Oie japanische Offensive in Südchina. Schanghai, 18. Nov. (DNB.) Westlich von Pakhoi in Südchina gelandete japanische Truppen, die in mehreren Kolonnen nordwärts vorgehen, durchstießen den etwa 80 km breiten nach Jndochina reichenden Zipfel der Kwangtung-Provinz und überschritten am Freitagnachmittag die Grenze der Kwangsi-Provinz. Sie stehen unweit der früheren Hauptstadt der Provinz Nanning. Don chinesischer Seite wurde bisher kein nennenswerter Widerstand geleistet. Die japanische Luftwaffe nahm starken Anteil am glatten Verlauf der Operationen. Durch eine Naturkatrastrophe wurde in dem schweizerischen Kanton Wallis die Ortschaft De Saxe, unter Fels- und Schlammassen verschüttet. Diese erreichten zum Teil eine Stärke von 15 Meter. Auf den Aeckern und in den Weinbergen ist ein bisher noch nicht abzuschätzender Schaden angerichtet worden. Die Ursache der Katastrophe ist in dem sintflutartigen Regen zu suchen, der in den letzten 36 Stunden Über die Kantone Schwyz und Glarus niedergegangen ist. Während sich die Bevölkerung, aus dem Schlaf geweckt, im letzten Augenblick retten konnte sind die Haustiere zu einem großen Teil in den Wasser- und Schlammmassen u m g e k o m m e n. Ihr Hab und Gut mußten die Einwohner zurücklassen. Die Dörfer De Saxe und Mazembrovz sind von der Wasser- und Elek- trizitätsversorgung abgeschnitten. Der angerichtete Schaden geht in die Millionen. Ein weiteres Dors ist durch die Wasser- und Schlammassen bedroht. . Die durch die schweren Regenfälle der letzten Zeit im Kanton Schwyz verursachten Ueberschwemmun- gen dehnen sich zwischen Schwyz und Brunnen über ein Gebiet von fünf Kilometer un Umkreise aus. Alle Aecker längs der Muotta stehen zum Teil einen Meter hoch unter Wasser. Unter Einwirkung des Föhns schmilzt zudem in den Bergen der Schnee. Im Kanton Glarus haben Amsterdam, 19.Nov. (DNB.) Der hollän- dische 8300-t-Dampfer „Simon Bolivar" ist nach einem Bericht des holländischen Gesandten in London an feine Regierung am Samstag in der Nähe von Harwich auf eine englische Mine gelaufen und gesunken. Das Schiff befand sich mit Passagieren und Ladung auf der Fahrt nach Südamerika. Es hatte sich der englischen Küste genähert, weil es einen britischen Kohlenhafen an« laufen wollte. Das Schiff begab sich nach dem Bericht des „Telegraaf" von Ymuiden zunächst nach den Downs, weil sich dort, nahe der englischen Küste, angeblich der einzige Durchgang durch den Aermelkanal befinde, der von den Engländern noch nicht mit Minen gesperrt sei. In der Nähe des Feuerschiffes „Sunk" ist der „Simon Bolivar" dann bei rauher See auf d i e englische Mine gelaufen, ebenso wie in unmittelbarer Nähe zwei andere kleinere Schiffe. „Evening News" meldet sogar, daß der holländische Dampfer auf die englische Mine gelaufen sei bei dem Versuch, diesen beiden kleineren Schiffen Hilfe zu bringen. Die Stellen, an denen die drei Schiffe auf Minen liefen, hätten etwa eine Wie amtliche Schweizer Zeitungen vor einiger Zeit erklärt haben, hat die Schweiz eine Reihe ausländischer Schiffe gechartert, um die Lebensmittel- und Rohstoffversorgung der Schweiz sicherzustellen. Diese Schiffe werden unter schweizerischer Flagge fahren. Sie fuhren längsseits das Schweizer Wappen und die Aufschrift „Switzer Land". * Eine türkische Delegation unter der Führung des Generalsekretärs im Außenamt, Botschaf- ter Menemencioglu, wird nach London reisen. Die Abordnung wird sich in Paris zwei Tage aufhalten um verschiedene Fragen wirtschaftlicher Art zu regeln. Zu der Mitteilung, der Papst werde am 11. Dezember ein G e h e i m k o n s i st o r i u m abhalten, schreibt „Popolo di Roma", entgegen den (Entartungen werde der Papst keine neuen Kardi- n ä l e ernennen, sondern die freigewordenen Erzbischofs- und Bischofssitze besetzen. Außerdem werde der Papst den Kämmerer (Camerlengo) der Römischen Kirche ernennen. Aus aller Wett. Schwere Sturmschäden In Belgien. Während in den anderen kriegführenden und auch in den meisten neutralen Staaten eine wilde Preissteigerung eingetreten ist, konnten in Deutschland b i e Preise ftabil gehalten und zum Teil sogar für einige kriegswichtige Produkte gesenkt werden. Die für einzelne Betriebe entstehenden Kriegsschäden werden von der alsbald nach Ausbruch des Krieges gebildeten Notgemeinschaft der Wirtschaft getragen, die für diese Wirtschafts- schäden eine Solidarhast übernahm und den Staat für diese Zahlungen entlastete. Das ist die Bilanz nach zehn Kriegswochen auf dem sozialen Sektor unseres Volkes: Am Beginn des Krieges die schwersten Opfer, der engste Engpaß; nach zehn Wochen normale sLe- b e n, nur ein Bruchteil der Vollmachten brauchte ausgenutzt zu werden. Alles das nicht etwa, weil die Führung von euren Forderungen, Arbeiter und Arbeiterinnen, zurückgewichen wäre, sondern weil alles fo gut vorbereitet war, daß man diese Opfer nicht benötigte. Mit unserem geringen Anteil an den Kriegsopfern der Nation müssen wir uns fast schämen, vor allem, wenn wir an die Blutopfer der Soldaten denken. Um so mehr wollen wir Arbeiter und Arbeiterinnen, Betriebsführer und Gefolgsleute dem Führer geloben, alles zu tun, was er von uns verlangt. Führer! Du hast der arbeitenden Klasse nur ein geringes materielles Opfer auferlegt, um so mehr werden wir durch Fleiß und Leistung uns deiner und deines Bergrauens würdig erweisen. Solange der Krieg dauert, wird kein Arbeiter und keine Arbeiterin versuchen, aus der Not des Boltes Gewinn zu schlagen. Das nationalsozialistische Arbeitertum hat mit jenem marxistischen Gesindel der Wunitionsstreiks des Weltkriegs nichts zu tun. Die zehnwöchige Kriegsbilanz auf Produklions-, wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet lautet: MehrleistNNg, wichtiger Güter, und dafür die Erhöhung der Produktion lebenswichtiger Güter und besonders die Erhöhung der Rüstung und der Munition, ist sehr schwierig. Im Weltkriege dauerte liefe Umstellung über ein Jahr, ja, sie ist nie ganz relungen. Millionen Menschen waren arbeitslos, ie Leistungen sanken auf 30 und 20 Prozent, die Versorgung der Truppe geriet in Gefahr. Man erinnere sich der Aufstellung jenes damaligen Pro- gramms, das in der letzten Stunde der Not über die Schwierigkeiten nur mangelhaft hmweghalf. Heute läuft die Wirtschaft wieder normal, die Leistung ist nirgends gesunken. Da- gegen wurde sie in einer Anzahl von Betrieben gewaltig erhöht, und zwar nicht infolge Vergrößerung des Betriebes, sondern errechnet auf Die einzelne Arbeitskraft. Die Arbeitslosen, die hier und da infolge Umstellung der Betriebe auftraten, verschwunden. Die Stimmung der Arbeiter Arbeiterinnen ist eine ausgezeichnete, und sie verbessert sich van Woche zu Woche. Auch hier wird der gleiche Weg wie tn der Ernährungswirtschaft gegangen: Wir haben die kleinsten Portionen, die größten Belastungen und Opfer, bie engste Stelle des Engpasses an den Anfang gefegt. Die Kriegswirtschaftsverordnung sah auch auf dem sozialen Sektor einschneidende Maßnahmen vor: Es war selbstverständlich, daß der Achtstundentag aufgehoben wurde, denn der Krieg fordert auch vom Arbeiter den fetzten Einsatz seiner Kraft. Außerdem sah die Kriegswirtschaftsverordnung Anpassung der Löhne an die K r ie g s n o tw e n d ig- feiten vor. Sie setzte den Urlaub außer Kraft, annullierte die Zuschläge zu Mehr-, Feiertags- und Nachtarbeit. Die Verpflichtung und Beschneidung der Freizügigkeit waren bereits früher eingeführt. Alle diese Maßnahmen waren schwereOpfer. Der Arbeiter weiß es, er weih aber auch, daß sie notwendig sind und daß sie bei weitem nicht an die Opfer heranreichen, die der Soldat zu tragen hat. Vor allem aber empfand der Arbeiter, daß es vernünftig, ehrlich und tapfer war, ihm diese notwendigen Opfer gleich zu Beginn aufzuzeigen, und nicht erst damit zu warten, bis es zu spät war, ober sie ihm löffelweise einzugeben. Aus dieser Ein- sicht ertrug er sie ohne zu murren, freudig und gefaßt. In den ersten Tagen des Krieges wollte m einer Großbetrieb der Betriebsobmann die Notwendigkeit der Kriegswirtschaftsverordnung erklären, jedoch die Arbeiter schnitten ihm das Wort ab und sagten: Du brauchst gar nichts zu reden, wir sehen die Notwendigkeit dieser Opfer unbedingt ein. Für den Führer bringen wir sie freudig Voll- Ge PK. An Hand einer Karte verfolgen wir den Glas h-at er die Kokarden deutlich erkannt. Weg, den wir zur Flu a w a che T fahren müssen, siegt! Sie haut ab über die Grenze, zerschellt 100 Kilometer sind es. Zwilchen abgelösten Trup- irgendwo drüben auf eigenem Gebiet. Ein alter ür tag ,Ia, da .Wie kommen wir dann nach T? Oie Ostsee als Wirtschastsraum in 1000 Tonnen der 1936 98 776 21 739 7 634 1937 116 393 24 537 10 366 )ndo° gen bei n (Beileid) zu „Schutz' elbstml- n Gold glijdjt einiget e Reih« rt, un mg bei : untei Bertii eich,- s ©ort nftleitet Amte; Sroß, oie An- Umschlagmenge in den Nordseehäfen Ostseehäfen Mittelmeerhäfen Bodenaltertümer erfolgen. Gchpunenbrond im Dogelsbero. Aus der engeren Heimat. Landschaftsschutz für den Schrenzer? = Butzbach, 20. Nov. Der neue Landesaus« chuß für Naturschutz im Lande Hessen, Forstassessor Dr. Jrnrnel (Babenhausen), der dieser Tage wichtige Fragen des Landschaftsschutzes in Oberhessen an Ort und Stelle mit den zuständigen Kreisbeauftragten besprach, besuchte auch den Schrenzer bei Butzbach, eine durch Natur und Geschichte geweihte Stätte, für die Kreisbeauftragter Lehrer O h w a l d (Bad-Nauheim) in größerem Umkreise Landschaftsschutz beantragt hat. Die Unter- chutzstellung des in Frage kommenden Gebiets soll n enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ’N )üche; 'toten en in vieren e büj hburg doch fast 80 v. H. der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt. Die hochwertigen Standarderzeugnisse der dänischen Landwirtschaft, die zu 80 v. H. aus Klein- und Mittelbetrieben besteht, dienen der Ausfuhr und ermöglichen die Einfuhr von Kohle Und Erdöl, deren Dänemark für seine Binnenindustrie bedarf. Im Gegensatz hierzu ist die Wirtschaft Norwegens sehr vielseitig: 30 v. H. der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft, 27,5 v. H. in der Industrie, 8 v. H. im Handel und 11 v. H. in der Fischerei und in der Schiffahrt tätig. Norwegen besitzt mit 4,75 Millionen BRT. die drittgrößte Handelsflotte der Welt nach England und den USA. Seiner „weißen Kohle" und seinem Holzreichtum verdankt Norwegen eine exportstarke Papier- und Zellstoffindustrie. Aber auch die Industrie der Steine und Erden, der Eisenerze und die Pelztierzucht dienen dem Export. Aehnlich geht es Schweden, das einen großen Waldreichtum, wertvolle Wasserkräfte und vor allem hochwertige Erzvorräte besitzt. Die wirtschaftliche Krisenfestigkeit Schwedens wird durch die Bevölkerungsverteilung begünstigt. Bon 6,3 Millionen Einwohnern leben 2,2 Millionen in Großstädten und 4,1 Millionen auf dem Lande oder in Kleinstädten. Finnland lebt von seinem Waldreichtum fast so ausschließlich wie Dänemark von seiner Landwirtschaft. Rund 50 v. H. der finnischen Arbeiter sind in der holzverarbeitenden Industrie tätig, und fast alle finnischen Häfen sind Holzausfuhrhäfen. Doch hat sich in letzter Zeit Finnlands Landwirtschaft bereits so gehoben, daß sie einen großen Teil des finnischen Eigenbedarfs deckt. Die Randstaaten Estland, Lettland und Litauen sind Agrarländer, die bemüht sind, ihre Viehzucht zu steigern und ihren Forstbesitz intensiv auszuwerten. Welche wirtschaftliche Stellung hat nun Deutschland im Ostseeraum inne? Sie kann mit wenigen Worten gekennzeichnet werden. Deutschland steht der Konkurrenz Englands gegenüber, das der bisher größte Abnehmer der dänischen Landwirtschaftsprodukte, der norwegischen Fischkonserven und der schwedischen und finnischen Holzausfuhr ist. Dafür sehen aber die nordischen Länder in Deutschland den besten Markt für ihre Einfuhr, was England wiederum zu hintertreiben sucht. So birgt der Oftseeraum starke wirtschaftliche Gegensätze in Sparkasse bestehenden Guthabens verklagen. Urteil würde dann die von ihm verweigerte macht ersetzen. wurde der Dachstuhl zur Hälfte zerstört. Zum Glück waren in der Scheune keine Borräte an Ernte frucht geborgen, so daß nach dieser Richtung hin kein Schaden entstanden ist. Trotzdem ist der Brandschaden erheblich. Als Brandursache kommt wahrscheinlich Kurzschluß in Betracht. Landkreis Gießen <£ Holzheim, 19. Nov. Der hiesige Landwirt Wilhelm Schöck fing dieser Taae in unserer Gemarkung ein herrenloses Pferd ein, das vor ein Break gespannt war. Wie sich herausstellte, hatte ein Metzgermeister aus Hochweisel das Tier in Pohlgöns zu lange stehen lassen, so daß es sich Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. F. L. Wir empfehlen, die Sachlage dem zuständigen Arbeitsamt zu unterbreiten, damit dieses •lung Lett! 'N, dah ie Lett, r ein ibs be> „Dort sind die französischen Linien." e führe« . LuffchH frühmorgens brach in M e i ch^e s Scheune des Landwirts Karl S ch ö n h a l s Feuer aus. Dem tatkräftigen Einsatz der Orts- euerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken und die schwergefährdeten Nachbargebäude zu retten. Die Scheune mit den darin geborgenen Strohvorräten und zwei Fahrrädern fiel den Flammen vollständig zum Opfer, von dem unmittelbar angrenzenden Wohnhaus die erforderliche Maßnahmen trifft. G. D. in Gr.-B. Falls der Miterbe eine Vollmacht zur Herauszahlung des Betrages nicht erteilt, bleibt nur die Möglichkeit, daß die anderen Miterben ihn auf Einwilligung zur Herauszahlung des bei der ...... * ‘ ~ " Das eingesetzt hat. Besondere Erfolge konnten in der Blutsorfchung, der Bakteriologie und der Dirusforschung erzielt werden. So hat man bei Blutblättchen, die beim Gerinnen des Blutes eine Rolle spielen, Strukturveränderungen während des Gerinnungsvorganges feststellen können. Bei Bakterien wurden Dererbungsvorgänge untersucht. Bei den Bazillen der Hühnertuberkulose wurde der Sitz bestimmter chemischer Bausteine festgestellt. Auch die Annahme, daß die Erreger tierischer Biruskrankheiten kugelförmig feien, wurde durch das Uebevmitroskop berichtig. sich, die sich durch den Kriegsausbruch noch gesteigert haben. Bedenkt man, daß auch Sowjetrußland durch seine Abkommen mit den Rand- taaten früher oder später. Teilnehmer des Wirt- chaftsraumes Ostsee werden wird, so ist es nicht chwer vorauszusagen, daß sich die Wirtschaftsstruktur des Ostseeraumes künftig erheblich verschieben wird. n be od n. Dii terunj rmcch itioneu ; t aftwagen wie Fuhrwerk wurden vollständig zer- f kümmert: die Insassen des Lastautos waren mit lichten Verletzungen davongekommen. Litauischer Dampfer vor Reval gesunken. Der 1607 t große litauische Dampfer „Paneve- ziy s", der mit einer Salzladung von L e n in- tzwad nach Memel unterwegs war, lief am Montag im Sturm vor Reval auf eine der E l ntiefe und erhielt dabei ein Leck. Das Wasser BoW irang in das Schiff, das in 15 Minuten londo« sink. Der erste Steuermann, der das Schiff im iris Liugenblick der Katastrophe führte, sprang über virtM - s-iorb und ertrank. Ebenso erging es einem führt noch ein einigermaßen guter Feldweg hin, vielleicht schaffts ihr Pkw." Also los. Und er schaffts. An einer gekennzeichneten Stelle muß der Wagen halten, das letzte Stück ^ehts zu Fuß. Der anhaltende Regen hat alles in einen Morast verwandelt, tief sinken die Stiesel ein. Jnsanterieoffiziere und einige Feldwebel kommen entgegen. Jeder führt den beliebten Stock wieder mit sich, genau so, wie es vor 20 Jahren im Weltkrieg war. — Wir sind am Ziel. Ein Stolleneingang gähnt vor uns. Hier ist die F l ua - wache X. Die Männer sind bei der Arbeit. Mit Kreuzhacken, Schippen und Brecheisen wird der bereits angelegte Stollen weitergetrieben, wird ein Seitengang angelegt, ein Laufgraben geschaffen — lehmbeschmiert sind die schwarzen Kombinattonen, naß die Stiesel. Die gesamte Belegschaft ist weiter hinten untergebracht, der Stollen soll nur der jeweiligen Wache als Schutz- und Ausenthaltsraum dienen. Ich stelle mich zum Posten. Breitbeinig steht er in seiner gut getarnten Stellung, hat das Glas vor den Augen. Vor uns Frankreich, die französischen Linien. Das nächste Dorf ist bereits jenseits der Grenze. Ueberall bleibt der Blick an auffallenden Geländepunkten im feindlichen Vorland haften. 1000 Meter werden es bis zur Grenze fein. Plötzlich wandert das Auge nach oben. Flugzeuggeräusch!!! Eine ausgerisiene Wolken- decke breitet sich in etwa 2000 bis 2500 Meter aus. Da! — ein deutscher Aufklärer! Schon rasselt das Telephon zur nächsten Zentrale, daß die Maschine im hiesigen Luftraum sich befindet. Einige französische Flakschüsse zeichnen sich in der Umgebung als weiße Feuerbälle ab, Schußrichtung ist gut, Höhe schlecht! Nach wenigen Minuten ist sie aus dem Gesichtskreis verschwunden. Die Uhr zeigt 5 Uhr nachmittags. Wieder Flugzeuggeräusche. Scheinen mehrere Maschinen zu fein. Deutsche Jäger — fliegen Sperre, erscheinen hoch droben als kleine silberne Punkte. 4 Maschinen sind es. Jetzt! — Eine löst sich ab, schießt nach unten — was ist los? Tiefer geht das Glas, — feindliches Flugzeug — Luftkampf? Laut schreit der Posten seine Meldung zum Kameraden am Fernsprecher. Der Blick weilt oben..Ietzt scheint der Feind die Gefahr bemerkt zu haben, will abdrehen — aber schon sitzt ihm der deutsche Jäger im Nacken. Maschinengewehre und Bordkanonen hacken in kurzen Feuerstößen. Kreuzhacke und Schippe liegen auf der Erde, jeder schaut zu und drückt den Daumen für den Kameraden da oben. Wieder das abgehackte Hämmern der Maschinengewehre. Ein paar Feuerstöße. Tiefer gehen die Maschinen, auch ohne Glas sind jetzt die Bewegungen deutlich zu erkennen. Hurra! Eine Maschine hat eine Rauchfahne, — es ist die feindliche, als solche erklärt sie der Posten, durchs att X -7- U veranlaßt fühlte, allein loszumarschieren. Das Pferd überschritt dabei mitsamt dem Wagen die Main- Weser-Bahn und irrte im Walde herum, bis es angehalten wurde. Dem Besitzer konnten Tier und Wagen glücklicherweise unbeschädigt wieder zu- gestellt werden. Wenn man nicht genügend verdunkelt. LPD. Marburg, 18. Nov. In den ersten Tagen des vergangenen Monats bemerkte eine Polizeistreife, daß in einem Hause ein Zimmerfenster nicht genügend verdunkelt war. Der Eigentümer ber Wohnung war jedoch der Meinung, daß er nicht der Schuldige sei, denn er beantragte wegen dem ihm zugesandten Sttafbefehl in Höhe von 5 RM. richterlichen Entscheid. Den ihm vor Beginn der Verhandlung gemachten Vorschlag, die einfache Sache doch auf sich beruhen zu lassen und den Einspruch zurückzunehmen, lehnte der Mann ganz entschieden ab. Er gab dann an, daß er in einem Papiergeschäft für 1,80 RM. Dunkelpapier verlangt, und weil es ausgegangen fei, habe man ihm mit dem Hinweis, daß dieses auch genüge, gelbbraunes Derdunkelungspapier verabfolgt. Daß er damit nicht das richtige getroffen habe, sei doch nicht seine Schuld. Außerdem sei er an jenem Abend nicht zu Hause gewesen und hätte sich nicht überzeugen können, ob das ihm verabfolgte Dunkelpapier auch feinen Zweck erfülle. Noch Vernehmung der Frau des Beklagten und des in Frage kommenden Aufsichtsbeamten lautete das Urteil des Gerichts dahin, daß es bei den 5 RM. Geldstrafe bleibe und außerdem auch noch die Gerichtskosten zu bezahlen seien. Die Verdunkelung sei nicht ordnungsmäßig erfolgt und dafür sei nur der Beklagte verantwortlich. 'Rundfunkprogramm Dienstag, 21. Jtovcmber: 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert..Ausführung: Das Mein- Mainische Landesorchester. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30: Schulfunk (Mittelstufe). Sendereihe „Lebendige Geschichte". „Moltke", Hörfolge. 10: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 14: Nachrichten 14.15: Das Stündchen nach Tisch... 15: Nachmittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Hamburg. Dazrvischen 15.45 bis 16: Vom Rhein zur Saar. Gedichte und Erzählungen aus der saarpfälzischen Heimat. 16.30 bis 16.35: Bücher für unsere Soldaten. 17: Nachrichten. 17.10: Hausmusik. Ausführung: Jugendliche Musikanten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.15: Otto Dobrindt spielt. Dazwischen 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. penteilen, Meldefahrern unb marschierenden Kolonnen bahnen wir uns den Weg zum Ziel. In Schweigen gehüllt liegen die verlassenen Dörfer uno Städte des geräumten Gebietes. Die Fensterläden sind heruntergelassen, die Häuser sind tot. Die ersten Warnschilder: „Achtung! Lebensgefahr! Mine nverseucht!" Wir befinden uns im Operationsgebiet. Um Straßensperren, Minenfeldern und einzelnen Granatlöchern sucht sich der Fahrer den Weg. Ein Posten hebt den Arm. „Hatt, was ist los?" „Die Sttaße kann nicht passiert werden, da sie oberhalb vom Feind eingesehen werden kann." Ideufiam die (Erfindung ist, zeigt der erste Bericht über jene Arbeiten, für die man das neue Gerät Auch die Zahl der rund 950 Häsen, die an Ostsee liegen und von denen 120 einen Umschlag von mehr als 100 000 Tonnen im Jahre ausweisen, zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Ostseeraumes. Der Derkehrswert der Ostsee ist für die an ihr gelegenen Staaten keineswegs einheitlich. Für die einen Staaten ist die Ostsee das Meerundder Lebensraum schlechthin, für die anderen Staaten ist die Ostsee der Weg in d i e Nordsee und nachUebersee. Dieser zweifache Verkehrswert der Ostsee ergibt sich aus einer gewissen Gleichmäßigkeit der Erzeuaungsgrundlage der Ostseeländer, die zumeist in Vieh- und Waldwirtschaft besteht und daher einen starken Warenaustausch innerhalb des Ostseeraumes nicht zuläßt, vielmehr nach einer Beteiligung am Welthandel drängt. Der Verkehr auf der Ostsee spielt sich auf zwei großen Linien ab, von denen die eine von Norden nach Süden, die andere von Westen nach Osten und entsprechend in umgekehrter Richtung führt. Der Weg in die Nordsee und in das freie Meer führt durch den Kleinen und Großen Belt, den Sund und den deutschen Nord-Ostseekanal. Die Ostsee besitzt aber seit jüngster Zeit noch einen anderen Weg ins freie Meer. Es ist dies der von Stalin erbaute fowjettufsifche Weißmeer-Kanal, der Leningrad über den Ladoga- und Onega-See mit So- rosk am Weißen Meer verbindet. Im einzelnen weifen die Ostseeländer folgende Wirtschastsstruktur auf. Dänemark ist das klassische Land der Vieh- und Weidewtttschaft, werden kend angenommen. Die Männer erzählen. Erzählen davon, daß sie fast ausnahmslos hier aus der Gegend stammen, Daß die Angehörigen sich irgendwo im Innern Deutschlands aufhalten. Jeder Weg, jeder Steg ist ihnen bekannt. Berichten von ihren täglichen Erlebnissen, als vorgeschobene Flugwache, von den verschiedenen Luftkämpfen, die sie wie an diesem Tag bereits erlebten. Hin und wieder hört man vereinzeltes Geschütz feuer. Der eingetretene abgelöste Posten meldet stärkeres MG.-Heuer an der Front. Der nächste schildert einen Nachmittab, als die französische Artillerie das umliegende Gelände aufs Korn nahm, als 7,5- Zenttmeter-Granaten in die Häuser prasselten. Drei Blindgänger stehen auf dem Wandbrett, die in der Nähe der Flugwache runterpurzelten. Aber auch da hat die Flugwache ihren Dienst getan, hat den Lufttaum beobachtet. Als mir am andern Tag uns von den einzelnen wieder verabschieden, weiterhin aute Erfolge wünschen, wissen wir, die Luftnachrichtentruppe, die Luftwaffe, kann sich auf diese Männer aus dem Grenzgebiet verlassen. Flugwache 3E meldet Freund und Feind. Mittler. VomGpähiruppuniernehmen zurück. PK. Sie hatten das Spähtruppunternehmen exerziermäßig aufgezogen. Der Unteroffizier und seine drei Mann, als sie abrückten. Viel Geduld und Kaltblüttakeit gehörten dazu, sich auf die Lauer zu legen und die französische MG.-Bedienung zu beobachten, die bei jeder unpassenden «Gelegenheit so höllisch genau in die offene Talmulde hineinschoß — gerade dann, wenn wir es nicht brauchen konnten. Aber sie hatten Glück, unsere Männer, denn sie kamen so dicht an den gegnerischen MG.-Posten heran, daß sie ihn durch einen kühnen Vorstoß ausheben konnten. Zwanzig Meter — fünfzehn — so, die Handgranaten heraus. Rumm, rumm — chrer zwei landeten hinter dem ftanzösischen Verhau unmittelbar am Maschinengewehr. Eins, zwei Sprünge, der Unteroffizier zuerst, und sie waren heran. Einen Toten sanden sie und mehrere Verletzte, die sie sofort verbanden. Stolz kamen sie wieder, die vier. Aber vor der Meldung beim Kompanieführer musterte der Unteroffizier seine Landser: „Na, Mensch, fein siehste gerade nicht aus!" „Aber fein haben wir den Laden geschmissen — was?" „Jawoll, Herr Unteroffizier — ha'm wa!" Und die Freude leuchtete ihnen ob des Erfolges aus den Augen. t. A. Klockenbring. In amerikanischen Schiffahrtskreisen nimmt man oi, daß der Dampfer „C r i p p l e Creek" unter- g? gangen tft. In der Nähe von Titusville wurden 460 0 0 Liter Del in Fässern ange- schwemmt sowie ein Gebrauchsgegenstand, der mit dem Namen eides an Bord beschäftigt gewesenen Mattdsen gezeichnet war. Die „Cripple Creek" h-tte 6300 Tonnen Wasserverdrängung und befand sich auf dem Wege nach Liverpool. Ueberschwemmungsgefahr in Leningrad. Durch einen starken Sturm auf der Ostsee und in dr Finmschen Bucht wurden die Wasser der I e ro a stromaufwärts getrieben und d-ohten, die an der Newa gelegenen Stadtteile Ll cfe in eine Welt, die bisher ber Forschung noch ircht zugängig war. Unvorstellbar kleine Größen linnen jetzt erfaßt und studiert werden. Wie de- Die Qualitäts-Zahnpaste Chlorodont wirkt abends am besten Kann, der noch einige Habseligkeiten hatte retten rollen. Der Kapitän des Dampfers und die rest- n H-lchen 15 Mann der Besatzung konnten in einem abhold Rettungsboot die Insel Nargen erreichen, wo sie i ErM h, rzlich auf genommen wurden. K > Ein 6300-Ionnen-Dampfer untergegangen. >nen M em werb ier Wl G.A.-Gport. Ausdruck sportgestählter Kraft! Der Reichssportführer sprach in Bukarest. Bei feinem Besuch in Bukarest empfing der Reichssportführer von Tschammer und Offen am Samstagoormittag die Presse. Er gab dabei seiner Freude Ausdruck, daß ihn das Rumänische Olympische Komitee aus Anlaß des Fußballstädtefpiels Bukarest — Berlin nach der rumänischen Hauptstadt eingeladen habe. In seiner Ansprache schilderte der Reichssportführer die Aufgaben des deutschen Sports während des Krieges und sagte dabei u. a.: „Sie werden sich vielleicht wundern, daß Deutschland in Kriegszeiten eine körperlich so rüstige und tüchtige Mannschaft entsenden konnte. Wir haben ähnliche Mannschaften auch schon in andere befreundete Länder entsandt und werden dazu auch weiter in der Lage sein. Es sind noch lange nicht alle Jahrgänge in Deutschland einberufen, und wer sich über die Verpflegung in Deutschland Sorge machen sollte, möge sich nur einmal diese wohlgenährten. kräftigen Spieler ansehen. Sie sind der Ausdruck der sportgestählten Kraft, die heute der deutschen Jugend eigen ist." Anschließend sprach Generalsekretär Dr. Carl Diem. Er wünschte, daß der Besuch der deutschen Sportler die deutsch-rumänischen Sportbeziehungen weiter festige. Am Samstagmittag weilte der Reichssportführer in Audienz beim rumänischen König Carol. Bukarests Fußballelf gegen Berlin 1:0 (0:0). - Rund 20 000 Zuschauer — unter den Ehrengästen : befand sich unter anderem der Reichssportführer — j wohnten in Bukarest dem Fußball-Städtekampf zwischen Bukarest und Berlin bei. Die rumänische Elf, die stärker als die Nationalmannschaft eingeschätzt wurde, u. a. auch Spieler anderer Nationalitäten in ihren Reihen hatte, siegte knapp 1:0 (0:0). Bei den Berlinern schlug sich die Hintermannschaft Jahn, Appel, Krause ausgezeichnet, aber der Sturm, in dem u. a. Gellesch mitwirkte, konnte wenig überzeugen. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber im Feldspiel klar überlegen. Bester Mann im Sturm war der jugoslawische Rechtsaußen Sipos, der in der 17. Minute auch das einzige Tor des Tages schoß. Unparteiischer war der Jugoslawe Popovic, der einwandfrei leitete. 6hrenfechiwart Niehsch f. In Bad-Nauheim ist ein verdienter Vorkämpfer des Fechtsports, Hugo N i e tz s ch , unerwartet gestorben. Er gründete 1908 die Fechtabteilung der Tgm. Bad-Nauheim, deren Ehrenfechtwart er zu-( letzt noch war. Heber seinen Verein hinaus erwarb sich der Verstorbene im Gau und Kreis der ehe-1 maligen D. T. besondere Verdienste um das Fechten. Er war erster Gaufechtwart unseres alten Hessengaues. Der frühere D. T.-Mittelrheinkreis ehrte ihn durch Verleihung des Ehrenbriefes. (Hamvaldlauf-Me sterschaft. Im Bad-Nauheimer Hochwalde kamen am Sonntag die Gauwaldlauf - Kriegsmeisterschaften des NSRL.-Gaues Hessen zum Austrag; sie hatten ein nur schwaches Meldeergebnis aufzuweisen und litten sehr unter der Ungunst der Witterung. Aber trotz Sturm und Regen wurden sie mit durchaus zufriedenstellenden Ergebnissen unter Leitung von Kreisfachwart A. Langsdorf durchgeführt. Gamvaldlauf-Kriegsmeister wurde Knobloch von der CT. Hessen-Preußen Kassel, Gaubester von der Jungmannenklasse Arnold von der Tschft. Fulda. In Verbindung mit der Gau Veranstaltung trug der NSRL.-Kreis Friedberg seine Knegs-Kreis« Waldlaufmeisterschaften aus. Hier errangen die Titel: in der Seniorklasse Rudolf Braun, To. Nidda, bei den Jungmannen Ludwig Möbus, Turn- und Gesangverein Schotten. Senioren (10 000 Meter): 1. Knobloch, CT. Hessen-Preußen Kassel, 37:02,5; 2. Braun, Tv. Nidda, 39:27; 3. Seibold, CT. Hessen-Preußen Kassel, 41:32; 4. Fassauer, T. u. Spg. Wölfersheim, 43:41,2 Minuten. Jungmannen (4200 Meter): 1. Arnold, Tschft. Fulda, 14:32,2; 2. Möbus, Turn-- und Gesangverein Schotten, 15:28,0; 8. Karl Möller, Turn- und Gesangverein Schotten; 9. Spamer, Turn- und Gesangverein Schotten. Spielausfälle im Fußball und Handball. Die für den gestrigen Sonntag vorgesehenen Fußball- und Handballspiele in unserer engeren Heimat fielen — teils wegen der schlechten Platzver« hältnisse — aus. Gefreiter Theodor Weber im Alter von 41 Jahren. Gießen, Garbenteich, Watzenborn-Steinberg, Eschenrod, 20. November 1939. 69160 BGLOmn Heuchelheim, den 20. November 1939. 691OD MARIA CEBOTARI int wieder genommen. Lollar, den 18. November 1939. 69180 Ferner: 6905A Beiprogramm und Ula-Ton-Mensdian Wilhelm Balser V. und Angehörige. Oppenrod, den 20. November 1939. 69190 Arterienverkalkung j Ab HEUTE Montag, den 20. November, bis einschl. Sonntag, den 26. November: Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. November, nachm. 2 Uhr, vom Hause Marktstraße 43 aus statt Am Sonntagnachmittag verschied im Reserve*Lazarett zu Wiesbaden nach kurzer, schwerer Krankheit mein herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber Bruder, Schwiegersohn und Schwager Für alle Liebe und Verehrung für unseren lieben Entschlafenen und für die aufrichtige Anteilnahme an unserem herben Verlust danken wir herzlichst. Anna Weber, geb. Sommer, und Kind Helga sowie alle Angehörigen. In tiefem Leid: Erich und Luise Espich. r. 1 PQLQST Giessen ; Ab heute Montag, den 20., bis einschliefcl. Sonntag, den 26. November: Kristina Söderbaum Die Beerdigung findet auf Wunsch des Entschlafenen am Mittwoch, dem 22. November, 14 Uhr, in Garbenteich statt. Statt Karten. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichsten Dank, den wir gleichzeitig auch allen denen ausprechen, die der Verstorbenen während ihrer langen Krankheit durch Wort und Tat viel Liebe erwiesen haben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Familie Lehrer i. R. Pfaff. Wißmar, November 1939. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. In seltener Weise vereinigt dieser Film den hohen Genuß herrlicher klassischer Musik mit den Vorzügen einer dramat. Handlung! Ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges 1 DARSTELLER: Maria Cebotari * Fosco Giachetti Lucie Englisch * Paul Kemp ♦ Siegfried Schürenberg * Angelo Ferrari Am 19. November entschlief nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Schaum Wwe. geb. Schieferstein im 74. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Lichtspielhaus , . GIESSEN ................ Philippine Morler, geb. Klaus, und Kinder. Gießen (Stephanstraße 45), den 18. November 1939 69080 Nach Gottes unerforschliebem Ratschluß wurde uns nach einer Operation unser lieber Erich Heinrich unö hoher Blutdruck mitHerzunruhe, Schwindelgefühl, Nervosität, Ohrew sausen, Zirkulationsstörungen werden durch Anilsklerosin wirksam be» kämpft.Cnthält u. a.Blutsalze und Kreislaufhormone. Greift die Beschwerden von verschiedenen Richtungen her an. Packung 60 Tabl. Jt 1.85 in Apotheken. Hochinteressante Aufklärungsschrift liegt jeder Packung bei! KreismuiUferichah Gießen in der Reictismitiikkaniiner In Verbindung mit der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Dienstag, den 21. November 1939, 8 Uhr abends, in der Neuen Aula der Universität Tag der deutschen Hausmusik Solo- und Ensemblewerke für Klavier und Streichinstrumente Lieder und Arien Eintrittskarten zu Mk. 0.50, Schülerkarten zu Mk. 0.20 bei Challier und an der Abendkasse. KdF. zu Mk. 0.25 in der Geschäftsstelle, Schanzenstraße. — Der Reinertrag wird dem WHW. zugeleitet. Bechstein-Konzertflügel aus dem Pianohaus Robert SCHÖNAU, Gießen, Bahnhofstr. 76. ____ -6909D Die Beisetzung findet in aller Stille statt. ________________________________________________6914D JrnigÄta zur Beaufsichtig, von Kindern für vormittags einige Stunden gesucht. 05104 Gartenstr. 14 I Sui) erL, tüchtig. MW sofort od. später gesucht. [esreD Karl Volkmann, Heuchelheim bei Gießen, Gartenstraße 13 nach der bekannten Novelle von Hermann Sudermann. Die ergreifende Ehegeschichte eines jungen Fischerpaares von der Kurischen Nehrung I Darsteller: 6906 A Kristina Söderbaum ♦ Fritz van Dongen * Anna Dammann. Ferner: Beiprogramm omlDia-Too-Wochenschau Wegen des zu erwartenden Andranges zu den Abendvorstellungen, bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die ungekürzten Nachmittagsvorstellungen zu besuchen! 1 ] Löslichkeit bleichtet / „ « die / Wirfa, ' ^n,,rZe„^-O-N="en , ^Oblate “p6 od.Z-f MM gut erhalten wegen Platzmangel preiswert z. verkaufen. Zu erfragen in der Ge- schaftsst. d. G.A. | Empfehlungen] Ein Quell d. Freude für den Naturfreund Belflofmtes mea Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Von Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem ^ext (62 Seiten). Mit 1 einem Geleitwort von Profeg. Dr. Deegener, Universität Berlin Dieses Werb bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und BÜd- folgen aus dem reichen ieben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden, das hervor- ragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgeschehen zu erwecken Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! Hugo Bermühler Verlag Berlin • Lichterfelds Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 | Vermietungen] Einfamilienhaus Löberstratze 24, 7 Zimmer und Zubehör, Bad, Dalkon, Zentralheizung ist sofort oder später zu vermieten. 69isD Adolf Schmidt, Hausverwalt. u. Vermietungen, Licher Straße 5, Fernruf 3086. ^Stellenangebote) Keine Zeugnisse In Urschrift lonoem nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen i - Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgen müssen zur 23er» Meldung von Verlusten ans der Rückseite Ra- men und «Anschrift oeS Bewerbers trauen I Erfahrener Maller gesucht. 6912D Auto - Damm, Beuern, Fernruf 58. lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Derlin- Lichlerfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Ihre Geschäfts- Drucksachen .stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge,Postkarten, Rechnungen, Beschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswertI Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 22S1 | Verkäufe Schweres,tracht. Simmentaler Rind gute Abstamm., im Dez. kalbend, z. verkauf. esevD Wilhelm Franz Wwe. Grotzen-Buseck, Anger 9. I Rheuma- Beschwerden M Herr Fritz Stetefeld, Schrift* a steiler, Nürnberg, Goethestr. 44, I schreibt am 16. 10. 39: „Immer 1 wieder leide ich, besonders in der Uebergangszeit, an rheumatischen Beschwere den, die ich mir im Weltkrieg zugezogen habe- Die Trineral-Ovaltabletten wirken bei mir her. vorragend. Schon wenige Tabletten machen mich schmerz- und beschwerdefrei. Aus Dankbarkeit teile ich Ihnen dies gerne mit." Bei allen Erkältungskrankheiten, Grivve, Rheuma« Ischias, Nerven- u. Kopfschmerzen haben sich die Hochwild tarnen Trineral-Ovaltabletten bestens bewährt. Keine unangenehmen Nebenwirkungen auch bei Magen-, Herz^ oder Darmemvftnölichkcit. Machen auch Sie einen Vera such! Packung 20 Tabletten nur 79 Pfg. In einschl. Avoth. erhältlich oder durch Trineral GmbH. München 27* Mraft für Stenograph, und Schreibmaschine, Registratur zu möglichst sofortigem Eintritt gesucht. Schrift!. Angeb. unter 6853D an d. Gieß. Anzeig. Tüchtiger M» Kl. II, sofort gesucht. 6913D Auto»Damm, Beuern, Fernruf 58. Sauberes «All für alle Hausarbeit gesucht. Stau Wnllllib Bahnhofstr. 69 (Laden) 06106 Edgar BORRMANN £ Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 u.4156 in r ifEl w W1 lkr. 272 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 20. November (939 Aus der Stadt Gießen. „Mensch, sei Helle!" In den Abendstunden in der Innenstadt. Die Dunkelheit liegt wie eine schwarze Decke über der Stabt, lieber den Fahrdamm huschen die Licht- siinktchen der Räder und die eingeengten Schein« verfer der Autos. Auf den Bürgersteigen hüben lnd drüben herrscht lebhafter Passantenverkehr. Es st die $eit zwischen sechs und sieben. Plötzlich ein krachendes Geräusch und der Lärm geltender Stimmen. Es ist etwas geschehen, so kiel steht fest. In der Dunkelheit ahnt man zwar kiehr als man sieht, indessen ergibt sich bald, daß l rabend. Moja P e t r i k o w s k i singt Lieber aus d m nordischen Kulturkreis. — Gloria-Palast, Sel- irsroeg: „Butterfly". — Lichtspielhaus, Bahnhoffaß e: „Die Reise nach Tilsit". Versammlungen der Partei im Kreise Wetterau. Die Partei führt jetzt im Kreis Wetterau eine große Versammlungsaktion durch, zu deren Besuch alle Volksgenossen eingeladen sind. Die Versammlungstermine in den einzelnen Orten sind wie folgt bestimmt worden: Am 21. November: Reinhardshain: Redner Pg. Pötschke, Beltershain: Pg. Stastny-Hain, Geilshausen: Pg. Rahner, Stangerod: Pg. Reitz. Am 2 3. November: Lindenstruth: Redner Pg. Rahner, Saasen: Pg. Vieth. Göbelnrod: Pg. Schneider, Grünberg: Pg. Kreisleiter Backhaus. Am 2 4. November: Hattenrod: Redner Pg. Frank, Harhach: Pg. Pötschke, Ettingshausen: Pg. Stastny-Hain, Queckborn: Pg. Reitz. Am 2 5. November: Annerod: Redner Pg. Rahner, Oppenrod: Pg. Stastny-Hain, Burkards- felden: Pg. Reitz, Münster: Pg. Frank, Wetterfest): Pg. Weber, Lauter: Pg. Vieth, Laubach: Pg. Kreis- 1 eiter Backhaus. A m 2 6. November: Kaichen: Redner Pg. Weber, Heldenbergen: Pg. Vieth, Büdesheim: Pg. Kreisleiter Backhaus, Griedel: Pg. Stastny-Hain, Rockenberg: Pg. Rahner, Oppershofen: Pg. Reitz, Ockstadt: Pg. Dr. Mörschel, Ober-Rosbach: Pg. Vieth, Nieder-Rosbach: Pg. Weber, Ober-Wöllstadt: Pg. Kreisleiter Backhaus, Wickstadt: Pg. Pötschke, Ossenheim: Pg. Reitz, Ilbenstadt: Pg. Stastny-Hain, Bönstadt: Pg. Rahner. Am 2 8. November: Weickartshain: Redner: Pg. Rahner, Stockhausen: Pg. Reitz, Lardenbach: Pg. Stastny-Hain, Freienseen: Pg. Hanß. A m 2 9. November: Ober-Bessingen: Redner: Pg. Reitz, Nieder-Bessingen: Pg. Rahner, Röthges: Pg. Schneider, Nonnenrvch: Pg. Pötschke. Am 3 0. November: Dillingen: Redner Pg. Reitz, Ruppertsburg: Pg. Rahner, Gonterskirchen: Pg. Frank, Lang-Göns: Pg. Kreisleiter Backhaus, Kirch-Göns: Pg. Viech, Pohl-Göns: Pg. Stastny« Hain. Am 1. Dezember: Gröningen: Redner Pg. Frank, Holzheim: Pg. Weber, Gambach: Pg. Rahner, Ober-Hörgern: Pg. Schneider. Am 2. Dezember: Dorf-Güll: Redner Pg. Rahner, Eberstadt: Pg. Weber, Trais-Münzenberg: Pg. Hanß, Münzenberg: Pg. Stastny-Hain, Birklar: Pg. Pötschke, Muschenheim: Pg. Dr. Mörschel, Bettenhausen: Pg. Vieth, Langsdorf: Pg Reitz. Am 3. Dezember: Langd: Redner Pg. Weber, Rabertshausen: Pg. Viech, Rodheim/Hor- lofs: Pg. Reitz, Steinheim: Pg. Frank, Bellersheim: Pg. Dr. Mörschel, Obbornhofen: Pg. Stastny- Hain, Wohnbach: Pg. Rahner, Wölfersheim: Pg. Kreisleiter Backhaus, Nieder-Weisel: Pg. Reitz, Hoch-Weisel: Pg. Frank, Ostheim: Pg. Viech, Hausen mit Des: Pg. Weber, Ober-Mörlen: Pg. Dr. Mörschel, Nieder-Mörlen: Pg. Rahner. Bad-Nauheim: Pg. Kreisleiter Backhaus, Schwalheim: Pg. Stastny-Hain. Am 4. Dezember: Wölfersheim: Pg. Georgs Karl, Schweinfurt. Am 5. Dezember: Hausen bei Gießen: Red« ner Pg. Reitz, Watzenborn-Steinberg: Pg. Kreis« [eiter Backhaus, Garbenteich: Pg. Rahner, Stein« bach: Pa. Vieth, Bad-Nauheim: Pg. ®eorg Karl, Schweinfurt. A m 6. Dezember: Langenhain: Redner Pg, Rahner, Ziegenberg: Pg. Reitz, Maibach: Pg. Stastny-Hain, Bodenrod: Pg. Schneider, Fauerbachs o. d. H.: Pg. Frank, Münster: Pg. Pötschke. Am 7. Dezember: Steinfurth: Redner Pg« Vieth, Wisselsheim: Pg. Stastny-Hain, Rödgen! (Friedberg): Pg. Hanß, Staden: Pg. Reitz, Stamm« heim: Pg. Rahner, Bruchenbrücken: Pg. Kreisleitey Backhaus. Am 8. Dezember: Melbach: Redner P^ Weber, Beienheim: Pg. Schneider, Dorheim: Pg« Rahner, Weckesheim: Pg. Reitz. Am 9. Dezember: Dortelweil: Redner: Pg« Vieth, Friedberg-Fauerbach: Pg. Reitz, Bauernheim^ Pg. Hanß, Dorn-Assenheim: Pg. Weber, Reichels« heim: Pg. Dr. Mörschel, Nieder-Florstadt: Pg. Rah« ner, Ober-Florstadt: Pg. Stastny-Hain. Am 10. Dezember: Lumda: Redner: Pg« Stastny-Hain, Kloppenheim: Pg. Stastny-Hain« Gießen-Ost und -Süd: Pg. Weimer, Koblenz. Am Samstagabend eröffnete Kreisleiter Back« haus die Versammlungsreihe in Großen-Lin« Gießener Hiilerjungen als Feuerwehrmänner. If I t I C' X ; * H Links: Bei einer praktischen Hebung mit Hängeleitern. — Rechts: Gern folgen die jungen Kameraden den Kommandos. Im Rahmen der Betreuung der Heimat durch die Partei kommt der Sicherung und Erhaltung großer volkswirtschaftlicher Werte und des Besitzes jedes einzelnen Volksgenossen besondere Bedeutung zu. Dabei spielt der Feuerwehrdienst eine hervorragende Rolle. Die Partei hat dafür gesorgt, daß den Feuerwehren anstelle der zum Wehrmachtsdienst einberufenen Feuerwehrmänner junge Kräfte als Helfer zur Verfügung stehen. Die Grundlage hierfür gibt ein Erlaß des Reichsführers ff und Chefs der deutschen Polizei im Einvernehmen mit der Reichs- jugendführung, nach dem geeignete Angehörige der Hitler-Jugend zur Ausbildung im Feuerlöschdienst zur Verfügung gestellt werden, um unter allen Umständen die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren aufrechtzuerhalten. Auf Grund dieser Regelung werden seit dem 19, September in Gießen insgesamt 108 Hitler- jungen der Jahrgänge 1923 und 1924 von den Freiwilligen Feuerwehren Gießen-Stadt, Gießen-Klein- Linden und Gießen-Wieseck unter der Oberleitung des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr Gießen, Hauptbrandmeister Koch, im Feuerlöschdienst aus- gebildet. Die jungen Helfer bringen dem neuen Arbeitsgebiet, das ihnen bisher vollkommen fremd war,'stärkstes Interesse entgegen. Mit größter Aufmerksamkeit sind sie bisher stets den Weisungen ihrer Feuerwehr-Ausbilder gefolgt und dadurch nun soweit im Feuerlöschdienst ausgebildet worden, daß sie in der Lage sind, im Ernstfälle den in jahrelanger Arbeit vollkommen ausgebildeten und jetzt noch in der Wehr stehenden Feuerwehrmännern bei der Bekämpfung von Bränden gute Unterstützung zu leisten. Zum Teil sind die jungen Helfer auch schon im Stande, mit den einfachen Handgeräten; selbständig Feuerlöschdienst zu verrichten. Nunmehr hat für die Jungen die Ausbildung an den motorisierten Feuerlöschgeräten begonnen. Auch hier sind die Jungen mit größtem Interesse habet und mit aller Tatkraft bestrebt, recht bald dahin zu kommen, daß sie den Motor selbst laufen lassen und mit dem Strahlrohr Wasser geben können. Die Jungen treten alle vierzehn Tage sonntags zum Feuerwehrdienst an, um dabei in systematischer Ausbildungsarbeit in die vielseitigen Aufgaben eines Feuerwehrmannes eingeführt zu werden. Man kann mit Freude die Wahrnehmung machen, daß die Hiilerjungen stolz auf diesen Dienst und dis damit verbundenen Pflichten sind. (Aufnahmen |2|: Koch jun., Gießen.) Gedichte. Von 3ofef Robert Harrer. ' Schon vor mehr als zweitausend Jahren wurden t China Gedichte geschrieben, die heute noch zu bin schönsten Blüten der Weltliteratur gezählt narben. Damals war die Seele der Chinesen von eher Zartheit der Empfindung, die uns kühlen L enschen von heute unvorstellbar ist. In jener Zeit kam ein Prinz zu dem Kenner )ir Gedichte und sprach: „Ich habe gestern, als der Wmonb schien, ein Gedicht geschrieben. Hier ist ttü Ich bitte dich, Edler, sag' ob es gut ist!" Der Kenner las das Gedicht, dann schüttelte er )t!6 Haupt. „Noch vieles fehlt an deinem Gedichte! ®»f) hin und schreibe es um! Du darfst mir das ntue Gedicht aber erst bann wieder zeigen, bis es )ir so gut gelungen ist, daß der Mond,, den du auf dis Blatt sehen läßt, in seiner Wanderung inne- i hält!" Der Prinz verneigte sich dankbar und versprach, Ittn Worten des Kenners zu folgen. Immer später lern in den folgenden Nächten der Mond, immer II in er wurde seine Gestalt. Geduldig legte der Vchterprinz die stets wieder geänderten Fassungen emes Gedichtes hin, auf daß der abnehmende »'lond auf die Worte blicke und vor Begeisterung t.ihen bleibe. Aber der Mond ging weiter. Der : si inz blieb bei seiner Ausdauer. Und wieder wuchs Mond und wieder nahm er ab; und das ge- ctnh ein halbes Jahr lang. Dann aber war das 9 dicht so gut gelungen, daß der Mond tatsächlich >: in seiner Wanderung eine Viertelstunde innehielt, um sich an den Versen zu erfreuen. Ueberglücklich n.chien der Prinz am nächsten Morgen vor dem Kmner der Dichtkunst und sagte: „Edler, endlich ist in r das Gedicht gelungen, so daß der Mond stehen bl-eb." Der Kenner las das Gedicht und sagte: „Das *9 dicht ist tatsächlich viel besser; aber es muß noch ! kiFfer werden. 21 enbere es um unb lies es bann bei Fischen des Meeres vor. Wenn bie Fische laischenb zu die ans Ufer kommen, dann darfst du mir das Gedicht wieder zeigen, und ich werde dir la^en, ob es vollendet ist und der Nachwelt auf- bewahrt werden darf." Der Prinz,' gehorchte und tat, wie ihm aufge- fr gen war. Mühsam waren die folgenden Wochen E- las am 'Ufer des Meeres immer wieder sein dicht mit lauter Stimme, um das Gebraust der 'Landung und das Rauschen der nächtlichen Regen- piüfe zu übettönen. Aber erst nach einem Jahr twährenden(Feilens an seinen Versen waren sie YN jo gelungen, daß die Fische dem Wasser ans Ufer tarnen und staunend dem Gedichte lauschten. Mt klopfendem Herzen trat der Prinz am nächsten Tag vor den strengen Kenner unb sprach: „Ebler, in tiefer Nacht kamen bie Fische ans Ufer und hörten meinen Versen zu. Hier ist bas Ge« bicht!" Der »Kenner las es und nickte. „Das Gedicht ist gut. Aber es verdient noch nicht auf Seide geschrieben und für die Menschen der fernen Zeit aufbewahrt zu werden! Wir müssen noch den Wind befragen. Geh in bie Wüste unb zeichne bie Worte in ben Sanb. Nach einem Jahr mußt bu roieber bie Stelle aufsuchen. Unb wenn bu bann bie Verse noch lesen kannst, hat ber Winb, ber ben leichten Sanb mit sich zu tragen pflegt unb bas Antlitz, der Welt verwischt, für dich und dein Gedicht entschieden. Es ist die schwerste und letzte Prüfung des Gedichtes." Der Prinz wurde zwar traurig, aber er gehorchte. Er wanderte in die Wüste und schrieb das Gedicht in ben Sanb. Und ber Winb wehte, er wehte ein Jahr lang. Und als bas Jahr vorüber war, kam der Prinz wieder in die Wüste. Don seinem Gedicht aber war keine Spur mehr zu sehen. Mit Tränen in den Augen begab er sich zu dem Kenner unb klagte ihm sein Leib. Der Kenner aber tröstete ihn und sprach: „Kränke bich nicht! Wie sollen die Menschen der fernen Zeit an deinen Versen Freude haben, wenn sie dem schmeichelnden, gütigen Wind nicht gefallen, der von den Göttern kommt? Merke dir! Es ist leichter, die süßen Stimmungen seiner Seele im flüchtigen Sande zu bewahren als im vergänglichen, oberflächlichen Herzen der Menschm. Verzage nicht unb beginne wieder von neuem. Beginne ' beim Mond, geh bann zu ben Fischen unb frag’ endlich wieder ben Winb. Vielleicht wirb btr in deinem Leben, bas bie Götter recht lange erhalten mögen, ein Gebicht gelingen, bas noch nach vielen Jahrtausenden die Herzen der Menschen ergreift. Vergiß nicht: Milliarden der Sterblichen schwinden dahin, und niemand weiß dereinst, daß auch sie unsagbar süße Stimmungen ihrer Seelen gehabt haben. Sei demütig! Mit einem wahren Gedicht auf die fernste Nachwelt zu kommen, bebautet mehr, als einst ber gewaltigste Herr über unermeßliche ßänber gewesen zu sein!" ..Ich banke dir, Edler!" tagte der Prinz und ging hin und gehorchte. Das ist die Legende von den Gedichten. Wie wunderbar muß einst die Dichtkunst geblüht haben, wenn sich trotz dieser ungeheueren Strenge des Urteils und der beispiellosen Bescheidenheit der Dichter so viele unb so herrliche Gebichte aus jener Zeit erhalten haben. Gießener Konzeriverein. Klavierabend Claudio Arrau. Es ist stets von höchstem Wert für bie Hörerschaft unb begegnet allseitigem, verlangendem Interesse, wenn ein Künstler von bem Höchststände Claubio 21 r raus nicht nur solche Werke seiner Dortragsfolge einreiht, bie sein überrageabes Können ins günstigste Licht zu setzen vermögen, fonbern wenn er auf bie Werke zurückgreift, bie in ber Hausmusik Geltung und Beachtung gefunden haben. Ja, dieses Berücksichtigen von verhältnismäßig weniger schwierigen Werken läßt gerade bas hohe Plus des Konzertgebers überzeugenb hervortreten, wenn er nicht nur bloßer Instrumentalist, fonbern ein Vollmusiker ist. Das bestätigte Claudio Arrau, indem et Mozarts Sonate in D-dur (Köchel 576) und Beethovens Sonate (op. 31 Nr. 3) an die Spike seines Klavier-Abends stellte. Er gab damit für bie innere Einstimmung des Hörers auf das Kommende bie geeianetfte Basis unb gerade im Rahmen des schon B"kannten vermochte sein musikalischer Gestaltungswille das Band zum Hörer hin um so fester zu knüpfen. Wir haben Claudio Arrau in den beiden Malen seines hiesigen Auftretens in feinem Nachschaffen des Barock, der Romantik unb ber Gegenwart erleben können. Diesmal ließ er seine Stellung zur klassischen Klaviermusik einbringlich in Erscheinung treten. Wie er Mozart spielt, wie er singt, wie er bas stimmige Gefüge im plastischen Profil her- ausstellt, wie er wiederum gliedert und jede einzelne Entwicklunasphase organisch in das Ganze ein- bezieht, bas ließ immer wieder aufhorchen. Er bietet keinen galanten Mozart, sondern vertieft ihn unendlich mit nachgiebigster Ausdruckskraft, ohne dabei dem innersten Wesen Mozartscher Musik irgendwelchen Zwang anzulegen. Gerade dos tiefschürfende Einsühlen in die individuelle Welt des Musikers ließ im Gegensatz zu Mozart der Beethoven-Sonate wesentlich andere Darstellungsprinzipien zuteil werden. Das Allegro der Es-dur-Sonate, im Tempo eng den Entwicklungsansäken abgelauscht, erhob sich zu dramatischer ia tragischer Größe. Das vrägte sich ebenso im Scherzo aus mit seinen Akzenten, seiner scharfen Rhythmik, seinem inneren Wachsen und Absinken. Das Menuett ließ der Konzertgeber ohne bie sonst übliche Empfindsamkeit sich in voller gesanglicher Schöne entfalten, mit feinen Kontrasten des Trios. Das Finale wurde unter feinen Händen zur Offenbarung; hier wuchs Cludio Arrau über sich selbst hinaus; fein Spielen wurde ein Durchstoß zum realen Lebensvorgang. Schumanns Fantasie in C-dur bannte er mit der Vielfältigkeit des Wechsels der innerem Stimmungen zu einer Einheit, die ben Hörer voll in Bann schlug. Wie in einem schöpferischen Improvisieren, unmittelbar, in ursprünglicher Nähe fing er bas Fluten bes Musikalischen ein, sich im brän- genben Stürme zu yigantischen, ja fast rausch» haften Höhepunkten steigernd. Niemals ließ Claudio Arrau hier irgendwelchen Zug zum Bravourösen erkennen; stets überzeugte seine unbegrenzte Kraft der Vertiefung. Der letzte Teil der 23o^trggsfolge bestätigte nochmals, wie bei dem Konzertgever Virtuosität höchsten Grades dennoch stets von umfassendster Musikalität durchpulst wird. Er erscheint so als der ideale Liszt spieler, der äußerstes technisches Können als musikalischen Ausdruckswert meistert. Davon zeugten die „W asserspiele in der Villa d'Este" mit ihrer glitzernden Farbigkeit und ihrer strahlenden Klangkraft. Letzte Verinnerlichung der Gefühlstiefe zeigte „S o n e 11 o Nr. 104 bei Petrarca". Die mittlere ber drei großen Konzertetüden in f - m o 11 ließ instrumentale und darstellende Fähigkeit im vollendetsten Ausgleich erleben. —• Solchen Eindrücken gegenüber brachen die Hörer oft in dankenden Beifall aus; ganz besonders nach den Klassikergaben. 3eiffd)riffen. — Das Novemberheft der im Verlag F. Bruck» mann, München, erscheinenden Monatsschrift „D i e Kun ft" bringt in ausgezeichneter Reproduktionstechnik die Köpfe „Meister von Mauer, Heiligenkopf vom Marienaltar" um 1515 bis 1520 aus Mauer bei Melk unb „Kopf bes Alkypneus" aus bem Pergamonaltar. Siegfrieb Reinke gibt ein gut bcbilbertes Referat über die auf ber schweizerischen Lanbesausstellung in Zürich gezeigten, für die Wesenszüge der schweizerischen Kunst besonders charakteristischen Werke. Fritz Burmann, der Malek bes ostpreußischen Haffs wird in mehreren Bildern gezeigt, ebenso Arbeiten von George Minne. In der Reihe „Dichter über Bildwerke, die sie lieben", schreibt Ruth Schaumann über ihre „verlorene" Liebe, Lucas Cranachs „Kardinal Albrecht von Brandenburg als Hieronymus im Gehäuse", Wohnhausbauten der Architekten Eisenlohr und Pfennig, Stuttgart, zeigen im zweiten Teile des Heftes, was erfahrene 21rchitekten in vornehmer unb bodenständiger Baugesinnung schaffen ober neu gestalten können. Neben neuen Arbeiten ber staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen findet man „Inneneinrichtungen der Deutschen Werkstätten, München" nach Entwürfen von Professor Hillerbranb unb formschöne Gläser der Gral-Glaswerkstätten, Göp« pingen» tett- Meta Brix Roman von CARL DUNCKER VERLAG■BERLIN (Nachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. iber sein klug' dem Chemiker Wieseck, ernannt. w_ //n. , x Sodann gab Kreischormeister Blaß (Gießen) einen Ueberblick über die Sängerbewegung im Reich, den er aus einer Schulungstagung m Thüringen gewonnen hat. Mit besonderer Freude wurde u. a. die Mitteilung ausgenommen, daß die Sanger- kreise Gießen und Wetzlar nach einem Urteil aus 11 Vereine 20—29 „ w * • 18 * 30—39 „ w , w 12 N 40—49 „ „ » 9 - 50—59 N , * • 7 „ 60—69 w • 3 ,, 70—79 w r» » j* Nicht weniger interessant ist das Verhältnis, rn die Zahl der Mitglieder der Gesangvereine zur Gesamtzahl der Bevölkerung der Dörfer und Städte steht. Hier wurden folgende Hundertsätze errechnet: Gießen 0,7 v. H., Alten-Duseck 2 v. H., Wieseck, Wißmar und Sich 2,5 v. H., Mendorf, Lollar, Reiskirchen und Treis 3 v. H., Staufenberg 3,5 wH., Beuern, Großen-Bufeck, Großen-Linden, Kirchgons, Launsbach, Odenhausen und Salzlröden je 4 v. H., HeucheHeim und Lang-Göns 5 v. H., Haufen 5,5 v. H., Burkhardsfelden und Leihgestern 6 0.5)., Klein-Linden und Oppenrod 6,5 v. H., Elbach, Bersrod, Rödgen und Ruttershausen 7 v. H., Lirtden- struch und Steinbach 8 v. H., Climbach, Grüningen und Watzenborn-Steinberg 9,5 v. H., Daubringen 10,5 v. H. und Garbenteich 11,5 v. H. Eine Reihe von Vereinen konnte im vergangenen Geschäftsjahr Jubiläen feiern. Es bestehen: 75 Jahre Parole: Weitersingen! Kreissängertag in Gießen. Briefe an deutsche Kriegsgefangene Vorsicht, der Feind liest mit! um, ^jrehm", sagte Luise. „Irgendwie haben wahrscheinlich auch diese Spießer recht. Melleicht kam mein Entschluß wirklich aus einem unbändigen Trotz ... bereut habe ich ihn nicht! Ich bin nämlich hier mit Freude bei meiner Arbeit! Hier ist ein» andere Welt, gewiß ... aber ferne kleine Welt! Unser Haus arbeitet für die Märkte 2. Die Nachrichten dürfen nur persönlichen Inhalts sein. Es empfiehlt ich, zunächst nur kurzgefaßte Postkarten zu übersenden. 3. Die Sendung ist Mit der deutlichen Aufschrift „Internierten-Sendung, gebührenfrei" zu versehen. 4. Für vermutlich internierte Personen in Feindesland, deren Anschrift noch nicht bekannt ist, sind zunächst amtliche Ermittlungen nach deren..Aufenthaltsort notwendig, bevor eine Nachricht übermittelt werden kann. Diese Ermittlungen werden aus Antrag kostenfrei von dem Auswärtigen Amt, Ber- lin W 8, Kronenstraße 10, durchgeführt. Der Schrift wechsel Mit dem Auswärtigen Amt über Internierte oder vermutlich Internierte ist gebührenfrei. Derartige Sendungen an das Auswärtige Amt find mit dem Vermerk „Jnterniertenfendung, gebührenfrei" zu versehen. 5. lieber die Form der Nachrichtenübermittlung an nicht internierte Angehörige in Feindesland er' folgt eins weitere Pressenotiz. e Wer Briefe an Kriegsgefangene oder Internierte ins Ausland schreibt, muß sich darüber klar sein» daß alle Sendungen dort geöffnet und kontrolliert weriren. Man unterlasse früher Mitteilungen jeder Art, aus denen der Feind Material für seinen Nachrichtendienst oder seine Propaganda entnehmen kann. Auch harmlos gemeinte Bemerkungen über innerdeutsche Verhältnisse oder über persönliche Nöte können vom Gegner aufge- bauscht und zu einem Kampfmittel gegen Deutschland ausgenutzt werden. Jeder Briefschreiber sei sich daher bewußt, daß er für die Verhinderung feind- licher Propagandalügen mitverantwortlich ist. Er bedenke auch, wie sehr er einem kriegsgefangenen Deutschen sein Los erschwert, wenn er ihm Mitteilungen macht, die ihn seelisch belasten. Weitersingen! ... Nachdem Sängerkreisführer Muller noch otö Führung eines Ehrenbuches der Sänger, die an der Front stehen, zur Aufgabe gemacht hatte und aus der Versammlung heraus mitgeteilt wurde, welche Vereine die Singstundentätigkeit wieder auf- nehmen, nachdem auch die Liebesgabenattion für die an der Front stehenden Sänger besprochen war, fand die Versammlung mit dem Gruß an den Fuh^ rer ihren Abschluß. Waldemar Heitfeld winkte ab: ,Zst ja nicht so wichtig. Herr Jäckel. Mein Vater soll selbst eMschei- den." Der Maskenbildner erhob sich: „Alsdann, mein lieber Herr Doktor, darf ich Sie jetzt zu unserem Merckessen bitten .. •" Matthias Heitfeld war groß und breitschultrig wie fein Sohn und hatte die gleichen hellen Augen. Er strich mit einer gewohnten Bewegung durch das volle silbergraue Haar und erhob sich aus seinem Stuhl vor dem Riesenschreibtisch, aus dem neben Briefen und Zeitschriften eine Anzahl schöner Glasflaschen standen, Luxusparfüme des Hauses Heitfeld. Der junge Mann ihm gegenüber, klein, wendig, mit flink umhergehenden klugen Augen, sprang ebenfalls sofort auf. Er schob die Blätter nut den flüchtig skizzierten Zeichnungen in die Mappe. „Kommen Sie also, Herr Brehm , sagte Heitfeld. „Gehen wir in das Laboratorium hinüber. Ich lasse Ihnen Muster von den in Frage kommenden Sorten mitgeben." „Auf daß der Duft die Phantasie beflügle , lachte der Reklamezeichner Beppo Brehm. „Aber ... um noch einmal auf unser Gespräch zuruckzukommen, Herr Heitfeld ... Ihr Herr Sohn hat natürlich sehr recht: das Werbematerial für Parfüms muß gerade für den Export nach Südamerika eine augesprochene luxuriöse und charmante Aufmachung zeigen. Man wird in Rio und in Buenos Aires gerne diese Aufmachung mitbezahlen." „ . Sie gingen durch helle Buroraume. Telephone klingelten, flinke Finger jagten über die Schrerb- maschinentasten. Dann öffnete Heitfeld eine hohe weiße Eisentür. Ein kleines Schild war daran: Dr. Mainz. Hier arbeitete der Chefchemiker der Firma. Die nächste Tür stand offen. . Man hörte eine tiefe schwingende Frauenstimme: ..... der Geruch erinnert an ein orientalisches Parfüm ... aber unsere Komposition hat eine weichere Note der ganzen Welt!" Brehm nickte. Das wußte er. „Darum will ich ja auch für euch arbeiten!" Brehm konnte so sprechen. Sein Name hatte auf dem Gebiet der modernen Reklamezeichnung auch über Deutschland hinaus einen guten Ruf. Er hatte erst kürzlich den Preis eines großen deutschen Reisebüros erhalten, und das schöne Reiseheft mit den preisgekrönten Zeichnungen lag in allen Sprachen und in aller Welt aus. Luise fuhr fort: „Sie müssen sich einmal unsere großen Werkstätten und Laboratorien anfehen. Dort arbeitet ein Heer von Leuten an der Herstellung der Erzeugnisse, die den Geschmack und die Güte des deutschen Parfüms, der deutschen Kosmetik beweisen." „Und der zweite Chef des Hauses ... der Doktor Heitfeld ... wirkt er dauernd drüben in Amerika? „Er kommt jetzt zurück, wie Sie hörten. Wahrscheinlich bleibt Doktor Heitfeld dann hier. Wir haben jetzt drüben ein eigenes schönes Gebäude. Der Juniorchef hat die Organisation in Schwung gebracht, ebenso in Buenos Aires und in Rio. Aber jetzt, lieber Herr Brehm ... jetzt müssen Sie gehen. Denn ich habe unglaublich viel Arbeit liegen." „Verzeihung ... Brehm erhob sich. Er fragte aber doch noch: „Und wenn Bruder Konni demnächst von seiner Südsee-Film-Expeditton zurückkommt und wieder von der Entschwundenen redet.. „Er denkt aar nicht mehr daran!" „Dann darf ich ihm wirtlich nicht sagen, wo sie stecken?" „Nein! Wozu auch?" (Fortsetzung fotzt.) Im Kameradschaftsheim der Marinekameradschast Gießen wurden am gestrigen Sonntagnachmittag bet gutem Besuch durch Kameradschastsangehörtge, so- wie der Marine-SA., durch den Kameradschafts. sichrer Filmstreifen vorgeführt, die von der Kriegsmarine und von dem NSD.«Marinebund zur Verfügung gestellt waren. Die klaren Aufnahmen zeigten einen Tag aus dem Sportleben auf dem Panzerschiff „Deutschland", eine Begegnung mit ber U-Boot-Flottille Weddigen, sowie andere Elnzelhei- ten aus dem Leben unserer Kriegsmarine. 2m Anschluß daran wurde ein Film gezeigt, der in enger Zusammenfassung die letzten Tage vor Kriegsbegmn im deutschen Danzig zeigte, die Befreiung Danzigs mit der Räumung des polnischen Postgebaudes den Einmarsch in Polen, Gefechtshandlungen unserer Truppen, der Luftwaffe und nicht zuletzt der Kriegsmarine brachte. In einem kleineren Film wurde die seinerzeitige Reise des Führers nach Italien ms Gedächtnis zurückgerufen und insbesondere ausführlich die Parade der italienischen Flotte vor Führer, Duce und dem italienischen König gezeigt. Zwei lustige Erlebnisse des „Hein Priembacke" in Afrika mit ben Negern und mit einem Sägefisch erfreuten insbesondere die anwesende Jugend. Die gleichen Bildstreifen wurden bereits am Sonntag früh m Marineheim der Gießener Marine-Hitler-Jugend gezeigt und freudig ausgenommen. fentlichkeit hinauszutragen. Ich arbeite hier richtig Habe ich mir nach Jahren ernster Arbeit hier eine efte und geachtete Stellung geschaffen, werde ich Oen Kampf um meinen Jungen zum anderen Male beginnen. Und dann habe ich meinen Gegnern jede Angriffsmöglichkeit entzogen ... die sie ja in der Unbeständigkeit meines früheren Lebens zu haben meinten." Da drin stand Luise Domtat treten dem Chemiker Doktor Mainz und hielt die schmale Phiole mit der mattgrünen Flüssigkeit prüfend geaen das Licht. Sie bewegte die Glasröhre langsam dicht vor ihrem Gesicht. Sie sagte: „Da ist noch eine ganz eigenartige animalische Note dabei, Doktor ..." Ein feines Lächeln spielte um den schmalen Mund des schlanken älteren Mannes. „Mag unsere neue Schöpfung die Entfaltung der Liebe begünstigen und vernefen! Wie sagte doch Rousseau ... der Geruch ist der Sinn der Phantasie ... Und ich hoffe, unser Doktor wird es auch fein. Ich schicke heute die Proben nach Neuyork ..." „Haben Sie auch schon über einen Namen für unsere neue Schöpfung nachgedacht, Frau Domkat? fragte Matthias Heitfeld von der Tür her und trat mit dem Reklamezeichner ein. Luise wandte sich um. Sie antwortete: „Nachgedacht schon ... aber ..." Sie stockte. Sie erkannte den Mann, der da neben dem Chef stand. Beppo Brehm wollte gerade lebhaft und sehr erstaunt auf Luise zutreten. Er wollte fragen, wieso Frau Domkat hier bei den Heitfelds Parfüme prüfte? Der Konni in Wien hatte sich damals vor mehr als einem Jahr ihre Mreise nach Unbekannt durchaus nicht erklären können. Mer ein seltsam strenger und fordernder Ausdruck in den braunen Augen der Frau ließ ihn die Frage unterdrücken und schweigen. Matthias Heitfeld wandte sich wieder an Brehm. Er machte ihn mit seinen Mitarbeitern bekannt. Er hatte ein freundliches Lächeln des Lobes, als er sagte: „Meine Sekretärin Frau Domkat hat ein außerordentlich sicheres Geruchsgedächtnis. Das findet man sehr selten. Wir hörten eben Ihr Urteil, Frau Domkat ... und wenn Sie einmal einen besonders originellen und künstlerischen Gedanken be- züglich unseres Werbematerials haben sollten .. - dafür ist von jetzt ab für unser Haus Herr Brehm zuständig." w _ Ein Angestellter trat ein: „Ein Telegramm, Herr Brehm schüttelte den Kopf. Er verstand das nicht. „5>at man schon etwas erlebt ... eine im Ausstieg befindliche Künstlerin verschwindet auf einmal ... läßt einfach alle Chancen sausen ... und weshalb? Weil da ein paar ganz erbärmliche Spießer ... „Seien Sie still, Brehm", sagte Luise. „2rgenö Bauerscher Gesangverein Gießen; 70 2ahre „Polw Hymnia/Lieberkranz" Beuern und^ „Eintracht Watzenborn-Steinberg: 60 Jahre „Viktoria Garbenteich und „Germania" Großen-Lmden; 55 „Frohsinn" Quartettverein Gießen, „Eintracht Hausen, „Konkordia" Rödgen; 40 Jahre "A^rirui^ Odenh aus en; und 30 Jähre Gesangsabteilung der Lokomotivführer Gießen. Im vergangenen Jahre konnte wieder eine Anzahl Sängerkaweraden mit Ehrenzeichen bedacht werden. Für 25jährige Vorstandstätigkeit wurden Wilhelm ©paar, Gesangverein Mainzlar, anheim Wadenpfuhl und Fritz L o tz v o m Bauer- schen Gesangverein Gießen und Heinrich Ko ob von der Sängervereinigung Lollar ausgezeichnet, tfur über 40jährige aktive Sängertätigkeit wurden mit Auszeichnungen bedacht: A. K u l bach, Gesangverein „Frohsinn" Garbenteich, Ludwig Schwan d t und Georg Häuser, „Eintracht" Watzenborn-Steinberg, Ludwig Schmidt IV. und Heinrich B u r - g e r, „Sängerkranz" Watzenborn-Steinberg, Justus Krafthöfer, Bauerscher Gesangverein Gießen, K. Bechthold und Ludwig Röhrshelm, Liederkranz" Odenhausen und Heinrich Bierau von der Sängervereinigung Lollar. Für 50 Jahre aktiver Sängerschaft wurden Karl S ch m i d t vom Bauer- schen Gesangverein, sowie Heinrich Esptch uno Peter Freudenberger von ber Sangervereini- gung Lollar ausgezeichnet. Zu Ehrenchormeistern des Gaues XII wurden Georg Burger, Watzenborn-Steinberg, und Heinrich Mayer, Gießenern schönes Bild ober eine bezaubernde Musik Hervorrufen ..." r. „Und alle für liebliche Gerüche unempfindliche Menschen sind mittelmäßige Leute! ... erklärte ein Franzose in seiner Philosophie des Parfüms", jagte Luise. Brehm lachte: „Man hat hier, fo scheint es, bie Kunst von allen Setten studiert!" „Das hat man. Darauf können Sie sich verlassen!" bestätigte Matthias Heitfeld und fuhr fort: „Und, Herr Brehm, dabei haben Sie irgendwelche Fragen über Zusammenhänge, Herkunft, Herstellung, die Ihnen für Ihre Arbeit bienen können, fv wenden Sie sich nur an Herrn Doktor Mainz ober an Frau Domkat." Luise zog den weißen Kittel aus, den sie immer hier im Laboratorium trug. Sie wandte sich nun ebenfalls an Brehm: „Wenn Sie nachher noch einmal zu mir hereinkommen wollten, Herr Brem ... ich möchte Ihnen bie letzte Nummer unserer Fachzeitschrift zeigen. Sie wird Sie interessieren. Sie enthält fabelhafte Abbildungen französischer Luxus- flaschen ..." „Und da haben Sie nun gedacht, ich hätte irgend etwas ausgefressen!" sagte Luise Domkat etwas später mit einem kleinen Lächeln um den schönen Mund zu dem Zeichner. Sie saßen in Luisens Arbeitsraum. Frische Blumen schmückten ben runden Tisch, ben ein paar <5effel umstanden. Brehm hab abwehrend bie 5)anb: „Gar nix hab ich mir gedacht. Bloß maßlos erstaunt war ich vorhin babrinnen in eurer Zauberküche. Unb ich hätte Sie auch gleich freubig als alter Bekannter begrüßt ... grüß (Sott, gnädige Frau ..." „Na ..." lächelte Luise, „alter Bekannter ..." Beppo Brehm zwang das heitere, übermütige Gesicht zu einem vorwurfsvollen Ernst: „Na ja, damals in Magdeburg haben Sie mich mit meiner „Libelle" elendig aufsitzen lassen! Das Donner- weiter war grausig, als ich dem Konni melden mußte. Sie wären mir auf und davon unb kämen mit der Bahn unb natürlich einen Tag später nach Wien zurück ..." Luise wehrte ab. Das waren alte Geschichten. Beppo Brehm wollte nun bock wissen, wie das alles zusammenhing. Wie lange betätigte sich Luise Domkat benn hier schon als Mädchen im Vorzimmer? „Als Mitarbeiterin der Parfümerie Heitfeld!" sagte Luise. In ihrer weicken, tiefen Stimme schwang ein ernster Ton, „Uno ich bitte Sie, Herr : Brehm» diese Begegnung mit mir nicht in die Oef- ben. Er sprach dort in dem vollbesetzten großen Saale ber Gastwirtschaft von Schaum zu ben aufmerksam lauschenden Besuchern. Neben ben Männern der Formationen der Bewegung sah man aud) viele Soldaten und die Kameraden der Nv.-Krie- gerkameradschaft inmitten der großen Menschenmenge. Kreisleiter Backhaus gab den Männern unb Frauen einen umfassenden Ueberblick, bei dem er bie Entwicklung im Verlaufe ber letzten Monate mit ihren weitreichenden Entscheidungen, wie auch bie Stellung und die Verpflichtung der Heimat klar unb überzeugend schilderte. Er gab auch einen Einblick in das weitreichende Arbeitsfeld ber Partei, die mit ihren vielseitigen Betreuungsaufgaben im Dienste b-er Heimat front tätig ist. Die Darlegungen des Kreisleiters wurden mit starkem Beifall ausgenommen. ■ , ... In Lich sprach am gestrigen Sonntagnachmittag in ber vollbesetzten Turnhalle Gauamtsletter Haug zu ben aufmerksam lauschenden Hörern Über das Thema „Das nationalsozialistische Deutschland im Kriege". Der Redner gab seiner Heimatgemeinde nach jeder Richtung hin ein erschöpfendes und klares Bild unserer politischen und militärischen Lage, zugleich machte er in überzeugender Weise bie besonderen Verpflichtungen der Heimatfront deut- sich. Starker Beifall dankte ihm für seine fesselnden Darlegungen. 3n Alten-Buseck sprach im Saale von Einhäuser Kreisgeschäftsführer Wagner (Gießen), in Leihgestern sprach Pg. Reitz aus Gießen Auch diese Versammlungen waren stark besucht und vermittelten den Hörern dankbar begrüßte Aufklärung. KdF.-Varieie-Kunst für Soldaten. 2m Saale des Casö Leib verbrachten am Samstagnachmittag und am Samstagabend Zahlreiche Soldaten einige unterhaltsame Stunden. Die R^G. ^raft durch Freude" veranstaltete zwei Variete- Vorstellungen, die eine Fülle scköner künstlerischer Darbietungen brachten. Die Soldaten waren dankbare Zuschauer und Zuhörer. Die kleine Gemem- schäft der Künstler, die sich unter dem Titel „Die Grillenfänger" zusammen getan hatte, gab sich alle Mühe. Die beiden Schwestern Milto n erfreuten mit graziösen und sehr geschmackvollen Tanzschop- funaen. Die beiden Künstlerinnen Senta und Margot warteten mit musikalischen Leckerbissen auf und erwiesen sich als glänzend vertraut mit ihren Blasinstrumenten Piston, Saxophon, Posaune und Fagott. Eine weitere unterhaltsame Darbietung ©ermittelten die drei So undys, die mit klassischer Musik in humorvoller Verbrämung viel Beifall errangen Schließlich wurden auch bie Schattenspiele mit großer Geschicklichkeit aufgeführt, eine Quelle reiner Freude. Als Ansager wirkte C. H. Riehl mit, der mit lustigen Schnurren aufwartete. Filme im Gießener Marineheim. Heitfeld." ,, , m . Matthias HeitseD öffnete den schmalen Papier- streifen. Ein froher Schein ging über fein kluges, energisches Gesicht. Er sagte zu dem Chemiker: „Die Proben des neuen Parfums können hierbleiben, Herr Doktor. Mein Sohn kommt her. Er kabelt von der .Bremen'. Er ist also schon auf dem Wege zu uns. Mer weshalb ich mit Herrn Brehm zu Ihnen kam ... er soll Proben von ben Parfüms bekommen, für bie er jetzt Werbematerial zeichnet." Der schlanke Chemiker nickte: „Richtig! Die Eindrücke des Geruchs können mit denen wetteifern» die Unter Beteiligung der Vertreter fast aller Der- ! eine des (Sängerfreifes Gießen, des Provinzfuhrers 1 Wendler - Bad-Nauheim, des Gauchormeisters Professor Dr. Temesväry und des Kreisvor- 1 ftandes des Sängerkreises Gießen fand am geftrt- , gen Sonntagnachmittag im Hotel Hopfeld zu Gießen der Kreissängertag statt. Sängerkreis führe r Müller (Gießen) h^eß bie Kameraden willkommen und hielt, nachdem ber Deutsche Sängergruß verklungen unb der im ver- gangenen Jahre verstorbenen Sanger, sowie Der gefallenen Helden gedacht war, eine kurze Ansprache. Er stellte dabei besonders bie Forderung heraus, unter allen Umständen das wertvolle Kulturgut des deutschen Liedes zu erhalten. Wenn es auch schwer sei, gegenwärtig einen regelrechten Sincsstundenbetrieb durchzuführen, so Dürfe doch Nichts versäumt werden, Den deutschen Mannerge- fang mit um fo mehr Hingabe weiter zu pflegen. Aus dem Sängerkreis Gießen stehen 700 Sanger und 8 Chormeister unter den Fahnen. SBo mehrere Vereine in einem Orte feien, lasse es sich bestimmt ermöglichen, regelmäßige Singstunden zu veranstalten. Sängerkreisführer Muller stattete zum Schluß seiner kurzen Ansprache allen Mit- arbeitem an der Sängersache herzlichen Dank ab. Im weiteren Verkaufe der Versammlung gab Sängerkreisführer Müller den von Schriftführer Geldmacher verfaßten Jahresbericht Uber die Arbeit im Geschäftsjahre 1938/39 zur Kenntnis. Mit großer Freude wurde bie Mitteilung ausgenommen, daß ber Sängerkreis einen Zugang von Wer 100 Mitgliedern verzeichnen konnte. Im Jahre 1937 wurden 6540, im Jahre 1938 über 6649 Sänger gezählt. Im Kreis Gießen bestehen 61 Gesangvereine, die sich auf 37 Orte verteilen. Es wurden zwei Leistungssingen (in Großen-Linden und in Heuchelheim) durchgeführt, an denen sich insgesamt 40 Vereine bereinigten. Ein Wertungssingen sand in Rod- gen statt. Die Veranstaltungen trugen wesentlich zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls frei. Innerhalb des Kreises wurden 18 Konzerte abgehalten und 54 Unterhaltungsabende wurden als veranstaltet gemeldet. Bei 27 Parteiveranstaltungen wirkten lüe Gesangvereine mit, frei 46 weiteren Veranstaltungen trugen bie Sänger durch ihre Lieder zur Verschönerung frei. Auch für bas Winterhilfswerk setzten sich die Gesangvereine des Kreises Gießen nachdrücklich ein unb vermochten dem Winterhilfswerk den stattlichen Betrag von 1696,43 Reichsmark abzuführen. Aus Anlaß Des Tages des deutschen Liedes stellten fick sämtliche Vereine des Kreises in den Dienst der edlen Sache. Im Rahmen des Geschäftsberichtes wurde den Dereinsveriretern auch ein zahlenmäßiger lieber, blick über den Umfang der Sängerfache innerhalb ■ der Volksgemeinschaft gegeben. Interessant war zu- : nächst die Ausstellung der Stärke der einzelnen Vereine. Hier ergaben sich folgende Zahlen: , i Verein 10—19 aktive Sänger unb Sängerinnen berufenem Munde als musterhaft innerhalb b« Gaues Hessen bezeichnet werden konnten. In kurzen Zügen berichtete der Kreischormeister noch über den Verlauf ber beiben Leistungssmgen, unb er stellte babei ben Kampfgebanken in ben Vordergrund, der zu immer besseren Leistungen °nsporne Er ermahnte bie Sänger, unbebmgt ihre Pflicht zu tun und all das zu erhalten, was bie Kameraden, bie nun an ber Front stehen, mit aufgebaut hatten. Schatzmeister Latsch erstattete ben Kassenbericht, der einen günstigen Stand ber Kasse auswies. Nach bem Bericht ber Kassenprüfer würbe die Rechnung in bester Ordnung befunden und dem Schatzmeister einmütig Entlastung erteilt. In ben Kreisvorstand wurden die Kameraden Seiffert (Presse) und Klöß (2.Schriftführer) neu aufgenommen. . , , 2m Rahmen der Versammlung unb des laufenden Geschäftsjahres wurden dann verschiedene Sänger durch bie Ueberreichung von Ehrennadeln ausgezeichnet. Für rsjithrtge Varstandstatigkeit wuroe Franz Adam vom Großschen Mannerchor geehrt. Ferner wurden Wilhelm Daß („Germania Lanq-Göns), Jakob Philipp („Frohsinn-Quar- -Verein" Gießen), Wilhelm 2una unb ©eorg Selten („Eintracht" Leihgestern) für 40jal)rige aktive Sangestätiakeit ausgezeichnet. 2m weiteren Verlauf hielt der Gauchormeister Professor Dr. Teme svary eine aufmunternbe Ansprache, Provinzsängerführer Wendler (Bad- nauheim) sprach bem Sängerkreis Gießen tn seiner Gesamtheit Worte ber herzlichen Anerkennung für die geleistete Arbeit und ben Geist, der sie alle be. feele, aus. Seine Worte gipfelten in der Parolel Den Angehörigen von kriegsgefangenen Soldaten in Feindesland soll der Postverkehr möglichst erleichtert werden. Es sind aber folgende Bestimmungen genau zu beachten: Briefe haben bis auf weiteres bie Aufschrift „Kriegsgefangenenpost" und „gebührenfrei" zu tragen und Dürfen Nicht über 250 Gramm wiegen. Briefumschläge sollen nicht gefüttert fein und find vorteilhaft offen zu lassen. Ein Zwang hierzu besteht jedocy Nicht. Einseitige Beschreibung von höchstens vier Bogen mit Schreibmaschine ober in lateinischer Handschrift ist erwünscht, 'jedoch nicht zwingend. Die ben Angehörigen bekanntgegebene Anschrift des Kriegsgefangenen ist genau unb sorgfältig anzugeben (Name, Gefangenen- und Lagernummer, Land). Der Absender ist auf ber Rückseite zu vermerken. Die Briefe ober Postkarten werden portofrei befördert unb können in jeden Briefkasten gesteckt werden. Es wird im Interesse des Kriegsgefangenen empfohlen, keine Mitteilungen ober solche Einlagen M machen, welche bie Beförderung des Briefes auf- halten könnten. Geldsendungen an Kriegsgefangene sind vorläufig nicht zugelafsen. lieber Paketsendungen, die vorläufig noch nicht zugelassen sind, erfolgen demnächst Bestimmungen. Die Zivilinternierten in Feindesland werden von der deutschen Dostverwaltung ben Kriegsgefangenen gleichgestellt, lieber die Form des Postverkehrs wird folgendes frekanntgegefren: 1. Driefsenbungen (Briefe und Postkarten) an Zivilinternierte, deren genaue Inter vierte nanf chrift bereits bekannt ist, können gebührenfrei bei jeder Postanstalt aufgegeben werden._____________________