Mittwoch, 20. September 1939 189. Jahrgang M. 220 Lrftes Blatt der Danzig heißt seinen Befreier jubelnd willkommen / ein MP. mg in ch am ließen, marsch selbst werde, wie weiter berichtet wird, m i t der größten Disziplin durchgeführt. Auf rote Raketensignale hin hätten die Truppen am Morgen des 17. September die Grenze überschritten, ohne auf nennenswerten Widerstand zu st o ß e n. Die örtliche Bevölkerung in den besetzten Gebieten werde befehlsgemäß mit der größten Rücksicht behandelt. Insbesondere wurden Eigentum und Besitz der Landbevölkerung auf das strengste respektiert. Alle Truppengattungen wirkten bei dem Vormarsch erfolgreich zusammen. Die motorisierten Einheiten eröffneten meist den Vorstoß. Die Tätigkeit der Luftwaffe bleibe im wesentlichen auf Aufklärungsflüge beschränkt. herüber. Der Musikzug auf dem Langen Markt setzt ein, die Arme fliegen hoch, und ein einziger Jubelschrei, der sich an den Häuferwänden bricht und "" vielfaches Echo findet, braust empor. Am A r t u s h o f hat sich alles von den Plätzen erhoben und sieht gespannt auf die Eingangstüren, durch die der Führer, geleitet von Gauleiter F o r st e r und dem Militärbefehlshaber Danzig- Weftpreußen, General der Artillerie Haitz, den Artushof betritt. In seiner Begleitung sieht man die Reichsmmister von Ribbentrop und Lammers, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, den Reichsführer y Himmler, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bormann und die Adjutanten des Führers. Es dauert Minuten, ehe der Sturm der Begeisterung, mit dem die alte Parteigenossenschaft ihren Führer empfängt, verebbt und der Gauleiter sich an, den Führer wenden kann. In seiner Rede kam der Gauleiter auf den jahrelangen Kampf Danzigs für Freiheit und Recht zu sprechen und führte aus, daß es nur der Glaube an den Führer gewesen sei, der die Danziger Nationalsozialisten in den schwersten Augenblicken aufrecht erhielt. „Wir wußten", so führte Gauleiter Forster ,e9et »bert nanu Titel i. die icobs Draußen und drinnen, auf dem Langen Markt, deü Anfahrtstraßen und im Artushof selbst ist inzwischen die freudige Erwartung auf den Höhepunkt gestiegen. Eine Staffel unserer Luftwaffe braust mit donnernden Motoren über die festliche Stadt. Dann tönen aus der Ferne Iubelstürme ten. ib' es ’ ge- ltbest. über 1 üoh holt« 1 und !oji. Stärkster Eindruck -er Führerrede im Ausland des 1 in Md, Ichaft ein. 5ge, ein lern tien <0b 'vitz Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breite bO Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25O/o mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lieber 100 000 Gefangene an der Bzura. Außerordentlich hohe Verluste der Polen. — Rur noch in Modlin und Warschau wird Widerstand geleistet. — Auch der Kriegshafen Gdingen eingenommen. cht.) Uffl rieb: 550 Schweine. iel 35 bis M 7 (t; SW : Böch gmzen je auch Deckun« i, wäh- solgten. entonti« ne. 3m l bis 2 Siemens I (102), Nis auj 140,50), mf HO (79,75) kleines cchöhun- . Reichs« 5 (120). 0,25 bis jer ober idations- i,25 v.h. ichgaben, >0 v.h Westz uiw. Berlin, 20. Sept. (DRV. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: > Die Schlacht im w eich selb o g en, die vor j etwa einer Woche bei fiufno begann und sich J dann nach Osten gegen die Bzura zog, er- , weist sich nunmehr als eine der größten Aernichtungsschlachten aller Zeiten. । Die Zahl der Gefangenen Hal sich gestern i allein an der Bzura auf 105000 wann erhöht und wächst ständig an. Dazu treten noch außerordentlich hohe blutige Verluste des Feindes. Das erbeutete Kriegsmaterial ist unübersehbar. Feindlicher widerstand wird im ganzen von uns besetzten Polen nur mehr in und südlich wodlin sowie in Warschau geleistet. Unsere in der Verfolgung des Gegners bis zur Linie Stryj — Lemberg — Brest — Bialy- st o k vorgestoßenen Kräfte werden nunmehr nach ‘ der Vernichtung der dort befindlichen letzten Reste der polnischen Armeen wieder planmäßig auf d i e zwischen der deutschen und russischen Regierung sestgelegte Demarkationslinie zurück- genommen. Die Kämpfe bei Gdingen wurden gestern mit der Einnahme des Kriegshafens abgeschlossen. Auch hier fielen mehrere Tausend Gefangene in unsere Hand. Das Schulschiff „Schleswig-Holstein" und Streitkräfte des Führers der Minensuchboote griffen wirksam in diese Kampfe ein. Der Einsatz der Luftwaffe beschränkte sich an der ganzen Front auf Aufklärungstätigkeit. 3m ID e ff e n nur örtliche Spähtrupp- Unternehmen. Die polnisch-rumänische Grenze von den Aussen besetzt. Die Reste der nach Süden flüchtenden polnischen Truppen in voller Auflösung. Bukarest, 20. Sept. (DRV. Funkspruch.) Am Dienstag um 15 Uhr ist d e r p o l n i s ch e G r e n z- o11 Kuty von den russischen Truppen beseht worden. Damit ist die ganze rumänisch - polnische Grenze in russischer Hand. Die rumänischen Behörden haben darauf d i e Grenze für jeden Verkehr geschloffen. Um die Mittagsstunde war es dem G e n e r a l st a b eines polnischen Armeekorps mit einem General an der Spitze noch gelungen, sich über die Grenze in Sicherheit zu bringen. Die polnischen Offiziere waren fehr erstaunt, als sie e n t w aff n e t wurden. Sie erklärten, ihnen sei von ihren militärischen Dienststellen ausdrücklich gesagt worden, daß sich die polnische Armee aufrumänischemGe- b i e t s a m m l e und neu ordne, um dann wieder e i n g e s e h t zu werden. — Lin einzelner polnischer Offizier, dem es geglückt ist, sich durch die russischen Truppen durchzuschlagen und bei Snyatin nach Rumänien zu fliehen, berichtete, daß bei Kotomea noch Kämpfe zwischen Russen und Po- l e n stattfinden, weil die Polen in voller verzwelf- lung nach Süden drängten. Doch befanden sich die polnischen Verbände in völliger Auflösung, und es sei keine Aussicht auf Rettung Die „Prawda" veröffentlicht bereits zahlreiche Frontberichte ihrer Korrespondenten, die die Sowjettruppen auf ihrem Vormarsch in Ostpolen begleiten. Darin wird die jubelnde Begeiste- r u n g geschildert, mit der die stammesverwandte Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands, vor allem die durch den polnischen Großgrundbesitz unmenschlich unterdrückten Landbewohner, die russischen Offiziere und Soldaten begrüßten. In den Dörfern habe die Freude der Bauern oft rührende Formen angenommen. In den Siedlungen längs der Grenze, die 20 Jahre lang ohne jede Verbindung untereinander gewesen seien, spielten sich lebhafte Szenen der Wiedersehensfreude unter Verwandten und Bekannten ab. Der Vor- Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11686 Fortsetzung des Krieges nach der Rede des Führers nunmehr als ein r e i n i m p e r i a l i st i s ch e s Abenteuer Englands und Frankreichs bezeichnet werden müßte. Das erste Echo in Rom Rom, 20. Sept. (DNB.-Funkjpruch.) „Mesfag- gero" unterstreicht, daß der Führer „Deutschlands begrenzte Ziele im Osten erneut versichert" habe und „ausdrücklich bestätigte, daß die Grenzen im Westen und Süden endgültig sind und daß das Reich keine kriegerischen Absichten gegen Frankreich und England hat". Der Krieg im Osten sei beendet, und der durch den Versailler Vertrag zur Welt gekommene polnische Staat sei tot. Nach Erreichung aller geforderten Ziele empfindet Deutschland die Pflicht, sich an den Westen zu wenden und durch Hitler eine Sprache zu reden, „deren überzeugende Kraft und Friedfertigkeit unverkennbar ist." Der Führer des deutschen Volkes habe dem Gegner größte Achtung bezeugt. Er habe sofort und erneut versichert, daß die von Deutschland verfolgten Ziele begrenzt seien und daß die aus dem deutschen Sieg entsprungene Situation nur als eine solche der Entspannung gewertet werde. Wie auch immer die neue Karte bestimmt werde, eins sei sicher: „Der erklärte Grund, warum die Westmächte in den Krieg eingetreten sind, ist nicht mehr vorhanden. Die Polen gegebenen Garantieverpflichtungen sind durch dieTatsachen überholt, da Polen trotz aller Garantie dem Ansturm nicht standgehalten hat." Auch „P o p o l o di Roma" stellt die Frage, ob der Krieg mit allen seinen Schrecken tatsächlich noch weiter fortgesetzt werden müsse. Der deutsch- polnische Konflikt sei abgeschlossen. Zweifellos sei es möglich, die Waffen ruhen zu lassen und sich zu bemühen, daß Europa seinen seit 25 Jahren verlorenen Frieden wiederfinde, „jenen gerechten Frieden, den man wahrscheinlich nicht nach Jahren des Opfers und des Ruins erreichen würde, wenn der Konflikt fortgesetzt werden sollte". Wie aber auch die Entschlüsse der anderen lauten mögen, das italienische Volk werde wie ein Mann gemäß den Befehlen des Duce weiterarbeiten, seine Wirtschaft und Unabhängigkeit vervollkommnen und Gewehr bei Fuß allen Ereignissen gegenüber bereit bleiben. rrtbequ^ ) war es ßte, Ü® ch eiM ido untel« Mch P t ( arftetn- ft । roas W keil, tote- I»* unter H iiher * * ®sS lint ve> > dicht $ mit > £»<• U * aus, daß auch fürunshierdieStunde der Befreiung kommen und der Führer unter dem Jubel Hunderttausender deutscher Volksgenossen seinen Einzua in die alte stolze Hansestadt halten wird. Dieser Augenblick Ihres Einzuges, mein Führer, in das wiederbefreite Danzig ist nun da. Er ist die schön st e Krönung unseres siegreichen Kampfes und der glücklichste Augenblick in der jahrhundertealten Geschichte dieser Stadt, ein Augenblick, nach dem sich alle Danziger seit vielen Jahren inbrünstig gesehnt haben. Als Sprecher dieser 400 000 deutschen Volksgenossen und namens dieser nationalsozialistischen Kämpfer in Danzig begrüße i ch Sie, mein Führer, als Befreier in den Mauern unserer Stadt. Wir geloben Ihnen, mein Führer, in dieser historischen Stunde, unseren Dank durch unsere unwandelbare Treue und durch äußerste Pflichterfüllung und Hingabe abzustatten." Jeder Satz, mit dem der Gauleiter den Führer willkommen'heißt und ihm dafür dankt, daß er persönlich nach Danzig gekommen ist, um diese alte deutsche Stadt heimzuführen in das Reichs, wird mit tosenden Kundgebungen der Begeisterung, der Freude und der Liebe ausgenommen, und in das Sieg-Heil auf den Führer stimmt die alte Parteigenossenschaft aus bewegtem Herzen ein. Dann nimmt der Führer das Wort. Den vollen Wortlaut der Rede des Führers finden unsere Leser im Innern des Blattes. Berlin, 20. Sept. (DNB.) Die Danziger Rede des Führers ist, obwohl sie kurzfristig ängekündigt worden war, in der ganzen Welt mit deül größten Interesse verfolgt worden. Wenngleich sie für die meisten Abendblätter so spät kam, daß ein Kommentar nicht mehr geschrieben werden konnte, zeigt doch die Aufmachung, welche Bedeutung man den Ausführungen Adolf Hitlers beimißt. Die Pariser Presse brachte Sonderausgaben heraus, in denen Auszüge aus der Führer-Rede wiedergegeben wurden und die in kurzer Zeit ausverkauft waren. Starke Beachtung in LISA InNeuyork wird die Rede, der trotz der Kurzfristigkeit ihrer Ankündigung Millionen amerikanischer Rundfunkhörer folgten, als eindeutige Warnung an die Westmächte ausgelegt. Besonders herausgestellt wird die Erklärung, daß Deutschland keine Kriegsziele gegen Frankreich und England habe, aber auch imstande sei, einen Krieg gegen die Westmächte durchzukämpfen. Die ersten Kommentare der Blätter spiegeln eine leichte Enttäuschung darüber wider, daß die Rede nicht genau umrissene Friedensbedingungen für Polen gebracht haben und statt dessen eine endgültige Regelung der polnischen Frage in erster Linie Deutschland und Rußland vorbehält. Anderseits wird die wiederholte Feststellung des Führers anerkannt, daß Deutschland keinerlei Ansprüche im Westen habe. Besonders unterstreichen die Kommentare die Worte des Führers über das deutsch-russische Verhältnis, sowie die Versicherungen, daß Deutschland so lange rote nötig Krieg führen und dabei im einzelnen sein Vorgehen von dem der Gegner abhängig machen werde. Auch die Worte des Führers über Englands und Frankreichs eigentliche Kriegsziele — die Zerschlagung Deutschlands — fanden lauten Widerhall in der Presse und den Rundfunkkommentaren, die sämtlich darin übereinstimmen, daß die Entscheidung über hie weitere Entwicklung nunmehr von England und Frankreich abhänge. In Washington, wo Präsident Roosevelt sofort eine vollständige Uebersetzung anforderte, während Staatssekretär Hüll, welcher die Rede teilweise mithörte, mit seinen Abteilungsleitern konferierte, geht der erste Eindruck dahin, daß die Rede eine wesentliche Stärkung für den Isolierungs-Block darstelle, und eine Zoppot, 19. Sept. (DNB.) Der Führer ist heute mittag auf Danziger Gebiet emge- troffen. An der Grenzaufsichtsstelle Renneberg wurde er um 13.30 Uhr von Gauleiter F o r - st e r begrüßt. Gauleiter Forster meldete dem Führer Stadt und Land Danzig. Der Führer dankte dem Gauleiter in bewegten Worten für die Treue, die stete Kampfentschlossenheit und das tapfere Aus- harren der deutschen Stadt Danztg. Von Renne- bera aus beginnt ein ununterbrochenes Spalter der Bevölkerung des Danziger Landes. Die Straße nach Oliva und Zoppot ist eingefaßt von Masten die die Hakenkreuzfahne tragen. Jedes Haus ist mit Blumen und Girlanden und den Flaggen des Groh- deutfchen Reiches geschmückt. Mit Jubel und Be- aeisterunq begrüßt die befreite deutsche Bevölkerung des Landes Danzig den Führer. Brausend hallen ihm die Heilrufe entgegen, während sich ununterbrochenes Glockenläuten in dem lauten Jubel mischt. Langsam fährt der Führer stehend durch das Spalier der Danziger, die 20 Jahre lang auf ihre Freiheit warten mußten, bis die Kraft des Führers und die Einheit der deutschen Nation chnen^die Rückkehr ins Reich ermöglichte. Je näher der Führer dem Stadtinnern kommt, desto gewaltiger schwillt der Jubel an, bis er zum Schluß nur noch ein einziger Orkan jubelnder Freude und tosender freUrufe ist. Der Führer im schlichten grauen Rock des Frontsoldaten grüßt ernst und tief bewegt die ihm ihre Liebe, ihre Treue, ihre Verehrung ent- gegenjubelnden Danziger. Harte Entschlossenheit. Das deutsche Danzig, die einstmals Freie Stadt von Völkerbundsgnaden, feiert feine Wiedervereinigung mit dem Reich, begrüßt in überströmender Dankbarkeit und jubelnder Begeisterung den Führer als seinen Befreier in seinen Mauern, den Führer, der einst sich gelobt hatte, nur in ein freies Danzig einen Einzug halten zu wollen und nun in unendlichem Glücksgefühl den Tag der Erfüllung erlebt, wo Danzig wieder frei ist aller jener unwürdigen Fesseln, die das Versailler Diktat ersonnen hatte, um Danzig wider Natur und Recht vom Reich zu lösen und es unter dem höchst fragwürdigen Schutz der Genfer Liga den Polen auszuliefern, von deren Gefallen es abhängen sollte, ob die alte deutsche Handelsstadt, einst die mächtigste Metropole, der Ostsee, wieder ausblühen sollte und an seiner Aufgabe wachsen oder satanisch stranguliert werde und dem Neid der Polen zum Opfer falle. Wir alle haben erlebt, wie Polen die ihm in Danzig eingeräumte Stellung mißbraucht hat, wie es Danzigs Wirtschaft an den Rand des Abgrunds brachte, um desto leichter fein Ziel der politischen Vergewaltigung der „Freien Stadt" zu erreichen. Kein sprechenderes Beispiel konnte der Führer finden als das Schicksal Danzigs in den letzten zwei Jahrzehnten für feinen unanfechtbaren Satz, daß Versailles nicht ein einziges Problem gelöst, wohl aber zahllose neue Probleme geschaffen habe. Schlimmer als das Unrecht war der Unsinn von Versailles, und die Fehl- . konstruktion des polnischen Staates war eins der verhängnisvollsten Produkte dieses Unsinns, denn sie wiederholte den gleichen Fehler, den man einst der österreichisch-ungarischen Monarchie zum Vorwurf gemacht hatte, sie schloß unter Polens Herrschaft Nationalitäten zusammen, die von den Polen nichts wissen wollten und gab dem polnischen Staat eine Herkunft, die jeder Vernunft Hohn sprach und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten weit überschätzte. Wenn diesem polnischen Staat damals Gebiete angegliedert wurden, die uraltes, deutsches Kulturland waren, so erbrachte der Pole selbst in den zwei Jahrzehnten seiner Herrschaft den schlagenden Beweis, daß er sie sich zu Unrecht angeeignet hatte, denn er zeigte sich unfähig, die Kultur, die er nicht geschaffen hatte, auch nur zu erhalten. Die Deutschen in Polen aber empfanden um so bitterer das Los, von einem Volke drangsaliert zu werden, das ihnen kulturell weit unterlegen war. Der Führer warf noch einmal einen Rückblick auf feine ebenso aufrichtigen wie nachhaltigen Bemühungen, um der.,Konsolidierung des europäischen Friedens willen auch mit dem polnischen Nachbarn zu einem erträglichen Verhältnis zu kommen. Er nannte den Marschall Pilsudski einen Mann von realistischer Einsicht und Tatkräft, der die Hand bot zu einem Abkommen, das die Grundlage für ein vernünftiges Nebeneinanderleben der beiden Völker hätte bilden können, wenn nicht nach dem Tode des Marschalls die chauvinistischen Elemente in Warschau die Oberhand bekommen hätten, die sich auch gegenüber den maßvollsten Vorschlägen des Führers zu einer Synthese zwischen dem deutschen Charakter der Stadt Danzig und Polens wirtschaftlichen Forderungen gänzlich unzugänglich zeigten und das Angebot einer Aussprache ■ iMüber mit Mobilmachung polnischer Truppen und einer Flut wilder Drohungen beantwortete. Die Garantie der britischen Kriegshetzer Steigerte den polnischen Größenwahn ins Maßlose, jodaß, als selbst die Briten eine direkte deutsch-pol- : nische Aussprache nicht ungern gesehen hätten, die Polen sich oerfagten in blindem Vertrauen auf die britische Rückendeckung, die Folge einer Politik, die , es in sturem Deutschenhaß zuwege gebracht hatte, die Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa in die Hände einer machttrunkenen verantwortungs- , losen Clique polnischer Chauvinisten zu legen. : Ein letzter Versuch zur Rettung des Friedens, der । Vermittlungsvorschlag Mussolinis, dem Deutschland : und Frankreich zugestimmt hatten, scheiterte an der Intransigenz Englands. Mit Empörung sprach der vorhanden. Wilna beseht, mit schnellen Truppen in Lemberg Der neue Heeresbericht der Roten Armee. Moskau, 20. Sept (DNB.-Aunkspruch.) Der sowjetrussische Generalstab veröffentlicht folgenden Heeresbericht vom 19. September: „Die Truppen der Roten Armee drängen die polnischen Streitkräfte weiter zurück und befehlen nach zweistündigem Kampf gegen Abend im Norden Weißrußlands Wilna, ferner die Städte we- l i k a. B e r e st o w i t s a (50 Kilometer östlich von Vialystok). Prujany. Kobryn (40 Kilometer nordöstlich von Brest-Litowsk). Im Süden der westlichen Ukraine wurden die Städte Wladimir- wolynfk, Sokal (am Bug), B tobt),. Bobrka, Rohatyn und Botina genommen. Kavalleriestreitkräfte und Tankeinheiten drangen in die nordöstlichen und südlichen Vorstädte von Lemberg eia.“ Am dritten Tage der militärischen Operationen haben die Truppen der Roten Armee demnach Wilna beseht. Sie stehen nur noch 50 Kilometer von Vialystok entfernt und im Süden ist bereits der größte Teil der Westukraine befehl, nachdem bereits am Vortage die Städte Luck. Stanistau. haftcz. Krafne und Buczacz in Händen der Roten Armee waren. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche Universitätrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 blicke, da ich mir selbst, grübelnd und brütend, die Frage vorlegte, ob ich es wohl vor meinem eigenensessen haben -r- und auch heute noch sitzen! kenntnis dieser wahren Schuldigen am Unfrieden in der Welt wird eines Tages auch dem englischen Volk dämmern. Aber bis dahin werden auch die Kriegstreiber in England erfahren, daß dos durch die Schule des Nationalsozialismus gegangene deutsche Volk keine Kapitulation kennt. Ein friede- rizianisches Deutschland ist in diesen Krieg gezogen, den es nicht gewollt hat, den es nun aber, wo man es angegriffen hat, mit äußerster Entschlossenheit und den gleichen Waffen führen wird, die der Gegner führt. Englands Hungerblockade enthüllt die Verlogenheit der britischen Phrase vom Kampf gegen das „Nazi-Regiyie" vollends. Nicht dem Regime, sondern dem deutschen Volk, seinen Frauen und Kindern gilt Englands Kampf und Deutschland nimmt die Herausforderung an. Das deutsche Volk, dessen innere Geschlossenheit, tapfere Gesinnung und fanatische Entschlußkraft der Führer bewegt pries, hat ihm mit den jubelnden Danzigern Donk gewußt für seine Worte, aus denen es im Glauben an den Führer und seine Sendung und in stolzem Vertrauen zur deutschen Wehrmacht, die im polnischen Feldzug, der großen Tradition deutschen -Soldatentums würdig, neuen Ruhm an ihre Fahnen geheftet hat, neuen Mut und neue Kraft schöpft durchzustehen bis zum Siege seiner gerechten Sache. Fr. W. Lange. polen war den britischen Kriegshetzern nur ein Mttel zum Zweck. Dort erklärte man. daß Deutschland überhaupt nicht als Macht zu werten feL Dort wurde den Polen eingeredel. daß sie ohne weiteres in der Lage sein würden, gegen Deutschland Widerstand zu leisten. Dort ging man sogar einen Schritt weiter, indem man nämlich die Versicherung abgab, daß Polen, wenn ihr eigener Widerstand etwa nicht genügen sollte, sich jederzeit des Widerstandes, d. h. der Beihilfe der anderen versichern könnte. Dort wurde jene famose Garantie abgegeben, die es in die Hand eines größenwahnsinnigen Kleinstaates legte, einen Krieg anzufangen oder auch zu unterlassen. Für diese Kriegshetzer war allerdings auch Polen nur ein Mittel zum Zweck, heute erklärt man ja bereits ganz ruhig, daß es sich bei diesem Kriege gar nicht um den Bestand Polens handele, sondern um die Beseitigung des deutschen Regimes? Ich Hobe immer vor diesen Männern gewarnt. Sie werden sich, meine deutschen Volksgenossen, meiner Reden von Saarbrücken und Wilhelmshaven erinnern. Ich habe in diesen beiden Reden auf die Gefahren hingewiesen, die darin liegen, daß in dem einen Lande ohne weiteres Männer ausstehen und ungeniert den Krieg als eine Notwendigkeit predigen dürfen, wie es die Herren Churchill, Eden, Duff Cooper usw. usw. getan haben. Ich habe darauf hingewiesen, wie gefährlich das vor allem in einem Lande ist, in dem man nie genau weiß, ob nicht diese Männer in kurzer Zeit an der Regierung sein werden. Man erklärte mir darauf, das würde nie der Fall sein. Meines Wissens sind sie jetzt die Regierung! Es ist also genau das eickgetreten, was ich damals vorhergesagt habe. Ich habe damals die deutsche Nation vor diesen Menschen gewarnt, aber auch keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß Deutschland unter keinen Um-, ständen vor ihrenDrohungen und auch nicht vor ihrer Gewalt mehr kapitulieren werde. Man hat diese meine Antwort damals auf das schwerste angegriffen. Denn es hat sich in diesen Demokratien so allmählich eine b e ° stimmte Praxis herausgebildet: In Demokratien darf zum Krieg gehetzt werden; dort dürfen fremde Regierungen und Staatsoberhäupter angegriffen, verleumdet, beschimpft und beschmutzt werden, denn — dort herrscht Rede- und Pressefreiheit! In autoritären Staaten aber darf man sich nicht dagegen zur Wehr setzen — denn dort herrscht Disziplin! Demnach ist es nur in disziplinlosen Staaten zulässig, zum Kriege zu Hetzen, wogegen in disziplinierten Staaten die passende Antwort darauf nicht erteilt werden darf. Das würde in der Praxis dazu führen, daß in den undisziplinierten Staaten die Völker zum Kriege verhetzt werden, während in den disziplinierten Staaten die Völker gor keine Ahnung haben, was eigentlich um sie vorgeht. Ich habe mich daher damals p"tschlossen. dem deutschen Volk allmählich Kenntnis von dem Treiben dieser Verbrecherclique zu geben, Um es in jene Volk werde verantworten können, solche Vorschläge der polnischen Regierung zu unterbreiten. Ich tat es, weil ich dem heutigen und auch dem polnischen Volk das Leid einer kriegerischen Auseinandersetzung ersparen wollte. Dieses damalige Angebot habe ich nun in diesem Frühjahr in konkretester Form wiederholt: Danzig sollte zum Deutschen Reich. Eine exterritoriale Strafe sollte — natürlich auf unsere Kosten — nach Ostpreußen gebaut weroen. Polen sollte dafür in Danzig sreiepe Hajenrechte und einen exterritorialen Zugang erhalten. Dafür war ich bereit, den an sich für uns kaum tragbarem Zustand der Grenze jogar noch zu garantieren und endlich Polen an der Sicherung der Slowakei teilhaben zu lassen. 3d) weiß nicht, in welcher Geistesverfassung sich die polnische Regierung befand, als sie diese Vorschläge ab lehnte ?? (Stürmische Zustimmung der Zehntausende.) Ich weiß aber, daß viele Millionen Deutsche damals aufatmeten, da sie auf dem Standpunkt standen, daß ich mit diesem Angebot eigentlich zu weit gegangen wäre. Polen antwortete mit dem Befehl zur ersten Mobilmachung. Zugleich setzte ein wilder Terror ein. Meine Bitte an den damaligen polnischen Außenminister, mich in Berlin zu besuchen, um noch einmal diese Fragen durchzusprechen, wurde abgelehnt. Er fuhr statt nach Berlin nach London. Es kamen nun jede Woche und jeden Monat fortgesetzt sich steigernde Drohungen, die schon für einen kleinen Staat kaum erträglich waren, für eine Großmacht aber auf die Dauer unmöglich waren. In polnischen Zeitschriften konnten wir lesen, daß es sich überhaupt nicht um das Problem Danzig handele, sondern um das Problem Ostpreußen, das in kurzer Zeit Polen einverleibt werden müsse. Das übersteigerte sich nun von Tag zu Tag. Andere polnische Zeitungen erklärten, daß auch Ostpreußen das Problem nicht lösen könne, sondern daß auch Pommern unter allen Umständen zu Polen kommen müßte. Endlich wurde es als fraglich hingestellt, ob überhaupt die Oder als Grenze genügen könnte und nicht eigentlich die natürliche Grenze Polens die Elbe sei. Man zerbrach sich sogar den Kopf darüber, ob man unsere Armee noch vor oder hinter Berlin zerhacken sollte. (Tosende Zurufe brausen über den weiten Platz.) Ein polnischer Marschall, der heute jammervoll seine Armee im Stich gelassen hat, erklärte damals, daß er Deutschland und die deutsche Armee zerhacken werde. Parallel damit setzte ein Martyrium für unsere Volksdeutschen ein. Zehntausende wurden verschleppt, mißhandelt und in der grausamsten Weise getötet Sadistische Bestien ließen ihre perversen Instinkte an ihnen aus und — diese demokratische, fromme Welt sah zu, ohne mit einer Wimper zu zucken. (Minutenlang wiederholen sich die stürmischen Zurufe der Danziger Volksgenossen.) Ich habe mir nun die Frage vorgelegt: Wer kann Polen so verblendet haben? Glaubt man dort wirklich, daß die deutsche Nation sich das alles auf die Dauer von einem so lächerlichen Staat bieten lassen würde? Man muß es wohl geglaubt haben, weil man es den Polen von einer gewissen Stelle als möglich geschildert hatte; — von jener Stelle, an der die Generalkriegshetzer nicht nur in den letzten Jahrzehnten, sondern in den letzten Jahrhunderten ge» Abwehrstellung zu bringen, die ich für notwendig hielt, um nicht eines Tages überrascht zu werden. Als der September kam, war unterdessen der Zustand unhaltbar geworden. Sie kennen die Entwicklung dieser Augusttage: Ich glaube aber trotzdem, daß es auch in diesen letzten Tagen ohne die britische Garantie und ohne die Hetze dieser Kriegsapostel noch möglich gewesen märe, eine Verständigung zu erreichen. In einem gewissen Augenblick versuchte England selbst, uns mit Polen in eine direkte Aussprache zu bringen. Ich war dazu bereit! Wer natürlich nicht kam, waren die Polen. Ich setzte mich mit meiner Regierung zwei Tage nach Berlin und wartete und wartete. Unterdessen hatte ich den neuen Vorschlag ausgearbeitet. Er ist Ihnen bekannt. Ich habe ihn am Abend des ersten Tages dem britischen Botschafter mitteilen lassen. Er ist ihm Satz für Satz vorgelesen worden, außerdem wurden ihm von meinem Außenminister noch zusätzliche Erklärungen abgegeben. Es kam der nächste Tag, nichts geschah, nichts außer — d i e polnische Generalmobilmachung, erneute Terrorakte und endlose Angriffe gegen das Reichsgebiet! Nun darf man Geduld auch im Völkerleben nicht immer mit Schwäche verwechseln. Ich habe jahrelang mit einer grenzenlosen Langmut diesen fortgesetzten Provokationen zugesehen. Was ich in dieser Zeit oft selbst mitlitt, das können nur wenige ermessen. Denn es verging kaum ein Monat, ja, kaum eine Woche, in der nicht eine Deputation aus diesen Gebieten zu mir kam, um mir das Unerträgliche der Lage des Deutschtums zu schildern und mich immer wieder zu beschwören, doch endlich einzugreifen. Ich habe immer wieder gebeten, es weiter in Geduld zu versuchen. Jahr für Jahr ging das so weiter. In der letzten Zeit habe ich allerdings gewarnt, daß das einmal ein Ende finden müsse, und ich habe mich dann nach monatelangem Warten und immer neuen Vorschlägen endlich entschlossen, wie ich im Reichstag schon erklärte, mit Polen in der Sprache zu reden, in der Polen selbst reden zu können glaubte, in jener Sprache, die es wohl allein versteht! Aber auch in diesem Augenblick war der Friede noch einmal zu retten. Das befreundete Italien, der Duce, halte sich dazwifchengeschal- tet und einen Vermittlungsvorschlag gemacht. Frankreich war damit einverstanden, und auch ich hatte mein Einverständnis erklärt. England aber hat auch diesen Vorschlag abgelehnt und statt dessen geglaubt, dem Deutschen Reich ein zweistündiges Ultimatum mit einer unmöglichen Forderung schicken zu können. Die Engländer haben sich dabei in einem getäuscht. Einst hatten sie im Deutschland des Rovember 1918 eine Regierung, die von ihnen ausgehalten wurde, und sie verwechselten nun wohl das heutige Regime mit diesem von ihnen aus- gehallenen, und die heutige deutsche Ratioq Deutschland und Rußland werden in Polen jenen Zustand wiederherstellen, der es erlaubt, in Vernunft und Ruhe mit Vertretern des polnischen Volkes sprechen zu können. Dann wird sich zeigen, wie unendlich begrenzt Deutschlands Ziele sind und den Engländern wird der Alpdruck deutscher Welt- erooerungspläne, die in den phantastischsten Farben auszumalen, sie sich gar nicht genug tun können, genommen werden. Aber darüber ließ freilich der Führer nicht den geringsten Zweifel, daß Deutschland diese seine durchaus begrenzten Interessen mit äußerster Entschlossenheit und gegen jedermann vertreten werde. Wofür kämpft nun England? Nachdem man zur Rettung Polens in London keinen Finger gerührt hat, erklärt die Clique britischer Kriegshetzer, es gehe in diesem Kriege für England ja gar nicht um Polen, sondern um die Beseitigung des „Nazi- Regimes" in Deutschland. Mit schärfet, Worten geißelte der Führer die bodenlose Gewissenlosigkeit dieser Leute, vor deren gemeingefährlichem Treiben er die Welt immer schon gewarnt hat und die nun in brutalem Zynismus einen Krieg vom Zaun brechen, weil ihnen das innenpolitische Regime eines Landes, das sie gar nichts angeht, nicht paßt. Aber dahinter steckt die unersättliche Profitgier einer kleinen machthungrigen Klasse, die am Kriege verdienen will, ohne den eigenen Kopf zu riskieren. Die Er- Führer von dem englischen Ultimatum und stellte unter dem stürmischen Beifall der Danziger ein für alle Mal fest, daß man sich in London getäuscht habe, wenn es das Deutschland von heute, Volk und Regierung, mit dem von 1918 verwechselt habe. „Dem heutigen Deutschland", so rief er aus, „stellt man keine Ultimaten mehr!" Vor aller Welt prangerte der Führer die wahren Schuldigen an, die Clique britischer Geschäftemacher, die Polen in den Krieg hineinhetzten, um am Kriege zu verdienen, aber selbst glauben, sich seinen Folgen entziehen zu können. Er warnte sie, daß ihre Hoffnung auf ihr größtes Geschäft nicht ihre größte Enttäuschung werde. Die Vernichtung der polnischen Armee und der Zerfall des polnischen Staates müßten ihnen zu denken geben. Polen wird in der Gestalt, wie es der Vertrag von Versailles geschaffen hat, niemals mehr auferstehen, so stellte der Führer fest, dafür garantieren Deutschland und Rußjand, auf deren Dexuneinigung zu bauen, eine trügerische Hoffnung der Engländer ist, denn beide Völker sind sich nach den bitteren Lehren von vier Kriegsjahren darin einig, niemals mehr auch nur einen Mann für englische Interessen zu opfern. Nachdrücklich erklärte der Führer, daß die britische Behauptung von der Unbegrenztheit der außenpolitischen Ziele des nationalsozialistischen Deutschlands eine Lüge sei, die zu widerlegen jetzt die Gelegenheit gekommen sei. Das naiionahozialistische Deutschland wird niemals kapitulieren. Oer Führer spricht vom befreiten Danzig aus zum deutschen Volk und zur Welt Mein Gauleiter! Meine lieben Danziger Volksgenossen uni) Volksgenossinnen! Diesen Augenblick erleben nicht nur Sie, es erlebt ihn auch das ganze deutsche Volk in tiefer Ergriffenheit. Ich bin mir der Größe dieser Stunde bewußt. Ich betrete zum ersten Male einen Boden, der von deutschen Siedlern ein halbes Jahrtausend vor der Zeit in Besitz genommen wurde, als die ersten Weißen sich im heutigen Staate Neuyork niederließen. Ein halbes Jahrtausend länger ist dieser Boden deutsch gewesen und deutsch geblieben. Er wird — dessen können alle überzeugt sein — auch immerdeutsch bleiben! (Brausender Beifall.) Das Schicksal, das diese Stadt und dieses schöne Land betroffen hat, ist das Schicksal ganz Deutschlands gewesen. Der Weltkrieg, dieser wohl sinnloseste Kampf aller Zeiten, hat auch dieses Land und diese Stadt zu seinen Opfern gemacht — dieser Weltkrieg, der nur Verlierer und keinen Gewinner hatte, der nach seiner Beendigung wohl alle in der lieb erd eugung zurück- ließ, daß ein ähnliches Schicksal sich nicht mehr wiederholen würde, und der leider gerade von denen anscheinend vergessen wurde, die schon damals die Haupthetzer und auch die Hauptinteressenten an diesem Dölker- gemetzel gewesen waren. Als dieses blutige Ringen zu Ende ging, m das Deutschland ohne jedes Kriegsziel eingetreten war, wollte man der Menschheit einen Frieden gewähren, der zu einer neuen Wieder auf erstehung des Rechts und damit zu einer endgültigen Beseitigung aller Not führen sollte. Dieser Friede wurde unserem Volk aber nicht etwa zu freiem Verhandeln vor gelegt, sondern durch ein brutales Diktat aufgezwungen. Die Väter dieses Friedens sahen in ihm das Ende des deutschen Volkes. Vielleicht glaubten viele Menschen in diesem Frieden das Ende der Rot zu sehen, aber er war nur der Anfang neuer Wirren. Denn in einem aber haben sich die damaligen Kriegshetzer und Kriegsbeendiger getäuscht: nicht ein einziges Problem wurde durch dieses Diktat gelöst, zahllose Probleme neu geschaffen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die zertretene deutsche Ration sich aufraffen würde, um die ihr aufgezwungenen Probleme nun ihrerseits selbst zur Lösung zu bringen. Das wesentlichste Problem hat man damals überhaupt übersehen. Die Tatsache nämlich, daß die Völker nun einmal bestehen, ob dies dem einen oder anderen britischen Kriegshetzer passen mag oder nicht. Es sind nun einmal 82 Millionen Deutsche hier in diesem Lebensraum, vereint. (Erneuter stürmischer Beifall.) Diese 82 Millionen Deutsche wollen leben und sie werden leben, auch wenn das diesen Hetzern wieder nicht passen sollte. Deutschland wurde durch den Frieden von Versailles das schlimmste Unrecht zuge- fügt. Wenn heute ein Staatsmann eines anderen Volkes glaubt, sagen zu dürfen, daß ihm das Vertrauen in das Wort deutscher Staatsmänner oder des deutschen Volkes fehle, dann haben im Gegenteil wir Deutsche das Recht, zu sagen, daß uns jegliches Vertrauen in di e Zusicherungen jener fehlt, die damals ihre feierlichsten Versprechungen so erbärmlich gebrochen haben. (Wieder erhebt sich langanhaltender Beifall.) Ich will nun gar nicht vom Unrecht von Versailles sprechen, *- das schlimmste im Völkerleben ist vielleicht gar nicht das Unrecht, sondern vor allem dev Unsinn, der Aberwitz und die Dummheit, mit denen man damals der Welt einen Frieden aufoktroyierte, der alle historischen, wirtschaftlichen, alle volklichen und politischen Gegebenheiten einfach zur Tagesordnung überging. Man hat damals Regelungen getroffen, bei denen man nachgerade bezweifeln muß, ob die Männer, die sie verbrochen haben, wirklich bei Vernunft gewesen sind. Var jeder Kenntnis der geschichtlichen Entwicklung der europäischen Lebensräume, bar auch jedes wirtschaftlichen Verständnisses, haben diese Menschen in Europa herumgewütet, Staaten zerrissen, Landschaften zerteilt, Völker unterdrückt und 'uralte Kulturen zerstört. Auch dieses Danziger Land war ein Opfer des damaligen Wahnwitzes, der polnische Staat als solcher ein Produkt dieses- Unsinns! Was Deutschland für diesen polnischen Staat opfern mußte, ist vielleicht der Welt nicht genügend bekannt. Denn das eine muß ich aussprechen: alle diese Gebiete, die damals Polen einverleibt worden sind, verdanken ihre Entwicklung ausschließlich deutscher Tatkraft, deutschem Fleiß und deutschem schöpferischen Wirken. Daß man damals mehr als eine Provinz vom Deutschen Reich riß, und sie diesem neuen polnischen Staat zuteilte, wurde mit völkischen Notwendigkeiten motiviert. Dabei hat später die Abstimmung überall ergeben, daß in diesen Provinzen niemand eine Sehnsucht gehabt hatte, in diesen polnischen Staat zu kommen. nur daran verhindert, sich den Weg zum Reich zurück zu suchen, sonders es wurde versucht, sie planmäßig allmählich über tausend Umwege 3ii polonifieren, und 2. war der Verkehr einer vom Deutschen Reick abgetrennten Provinz abhängig von allen denkbaren Schikanen bzw. dem Wohlwollen des dazwischen liegenden polnischen Staates. Keine Ma chtder Welt hätte diesen Zustand so lange ertragen wie Deutschland! Ich weiß nicht, was wohl England zu einer ähnlichen Friedenslösung auf feine Kosten gesagt haben würde, ober wie man sie in Frankreich hingenommen hätte ober gar in Amerika. Ich habe nun versucht. Wegezueinertragbaren Lösung auch dieses Problems zu finden. Ich habe diese Versuche in Form mündlicher Vorschläge den damaligen polnischen Machthabern unterbreitet. Sie, meine Volksgenossen, kennen diese Vorschläge: sie waren mehr als maßvoll. Ich bemühte mich, einen Ausgleich zu finden zwischen unserem Wunsch, Ostpreußen wieder in Verbindung mit dem Reich zu bringen und dem Wunsch der Polen, einen Zugang zum Meer zu behalten. Ich habe versucht, eine Synthese zu finden zwischen dem deutschen Charakter der Stadt Danzig und ihrem Willen, zum Deutschen Reich zurückzukehren, und den wirtschaftlichen Forderungen der Polen. Ich glaube wohl sagen zu dürfen, daß ich damals mehr als bescheiden war. Es gab Augen- Polen, bas aus den Blutopfern zahlloser deutscher Regimenter entstanden war, hat dies auf kosten alten deutschen Siedlungsgebietes und vor allem auf kosten jeder Vernunft und jeder wirtschaftlichen Möglichkeit ausgedehnt. Es ist in den letzten zwanzig Jahren klar erwiesen worden: Der Pole, der die Kultur nicht begründet hatte, war nicht einmal fähig, sie auch nur zu erhallen. Es hat sich wieder gezeigt, daß nur derjenige, der selbst kulturschöpferisch veranlagt ist, auf die Dauer auch eine wirkliche kulturelle Leistung zu bewahre^ vermag. Fünfzig Jahre weiterer polnischer Herrschaft würden genügt haben, um diese Gebiete, die der Deutsche mühselig mit Fleiß und Emsigkeit der Barbarei entrissen hat, der Barbarei wieder zurückzugeben. Ueberall zeigen sich bereits heute die Spuren des Rückschrittes und Verfalls. Polen selbst war ein Nationalitätenstaat; man hatte in ihm das geschaffen, was man dem alten österreichischen Staat als Schuld vorwarf. Polen war niemals eine Demokratie. Eine ganz dünne, schwindsüchtige Oberklasse beherrschte diktatorisch nicht nur fremde Nationalitäten, sondern auch das sogenannte eigene Volk. Es war ein Gewaltstaat, regiert durch den Gummiknüppel der Polizei und letzten Endes auch durch das Militär. Das Los der Deutschen in diesem Staat war entsetzlich.' Dabei ist es noch ein Unterschied, ob ein Volk von einer minderen kulturellen Bedeutung das Unglück hat, von einem kulturell bedeutenderen regiert zu werden, oder ob ein Volk von hohem Kulturstand dem tragischen Schicksal unterworfen wird, von einem kulturell minderentwickelten vergewaltigt zu werden. Denn in diesem minderen Volk werden sich alle nur denkbaren Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem besseren kulturtragenden auswirken und abreagieren. Man wird dann grausam und barbarisch dieses überlegene Volk mißhandeln. Die Deutschen sind seit nun bald zwanzig Jahren Opfer eines solchen Schicksals gewesen. Ich brauche hier nicht im einzelnen das Los der Deutschen zu schildern. Es war über alles tragisch und schmerzlich. Trotzdem habe ich wie überall so auch hier versucht, eine Regeluna zu finden, die vielleicht zu einem billigen Ausgleich hätte führen können. Ich habe mich einst bemüht, im Westen und im Süden des Reiches endgültige Grenzen zu ziehen und damit Gebiet um Gebiet der politischen Unsicherheit zu entreißen und für die Zukunft dort den Frieden zu sichern. Das gleiche war ich a u ch hier im Osten zu erreichen bestrebt gewesen. Damals regierte in Polen ein Mann von einer unbestreitbaren realistischen Einsicht und Tatkraft. Es war mir gelungen, mit dem Marschall Pil- sudski ein Abkommen zu erzielen, das den Weg zu einer friedlichen Verständi - gung der beiden Nationen ebnen sollte; ein Abkommen, das sich bemühte, unter vollkommenem Heb er geh en des Versailler Vertrages wenigstens die Grundlage für ein vernünftiges, tragbares Nebeneinander sicherzustellen. Solange der Marschall lebte, schien es, als ob dieser Versuch vielleicht zu einer Entspannung der Lage beitragen könnte. Sofort nach feinem Tode setzte aber wieder ein verstärkter Kampf gegen das Deutschtum ein. Dieser Kampf, der sich in tausenderlei Formen äußerte, verbitterte und vergiftete die Beziehungen zwischen den beiden Völkern in steigendem Ausmaß. Es war auf die Dauer nur sehr schwer möglich, geduldig zuzufehen, wie in einem Lande, das an sich schon Deutschland das schwerste Unrecht zugefügt hatte, die dort lebenden deutschen Minderheiten in einer geradezu barbarischen Weise verfolgt wurden. Die Welt, die sonst Tränen vergießt, wenn aus dem Deutschen Reich ein erst vor wenigen Jahrzehnten zugewanderter polnischer Jude hinausgewiesen wird, ist gegenüber dem Leid derjenigen, die zu Millionen in Vollzug des Versailler Diktats ihre frühere Heimat verlassen mußten, vollkommen stumm und taub geblieben. Denn hier handelt es sich ja nur um Deutsche. Da? Bedrückende und Empörende war dabei, daß wir das alles von einem Staat erdulden mußten, der tief unter uns stand. Denn letzten Endes war Deutschland eben doch eine Großmacht, auch wenn ein paar Wahnsinnige glaubten, das Lebensrecht einer großen Ration durch einen sinnlosen Vertrag oder ein Diktat auslöschen zu können, konnte eine Großmacht wie Deutschland auf die Dauer zusehen, wie ein tief unter ihm stehendes Volk und tief unter ihm stehender Staat Deutsche mißhandelte? Es waren besonders zwei Zustände ganz unerträglich: 1. eine Stadt, deren deutscher Charakter von niemandem bestritten werden konnte, wurde nicht Deutschlands Ziele sind äußerst begrenzt. ! 1 ' Das wahre Kriegsziel der englischen Hetzer charakterlos oder für genau fo dumm, •nl,@ri^5arunbfk Ratten ja wie dieser nur wir in dieser Waffe selber nicht angegriffen werden Interessen können, wir berechtigt, m.t d.-sir Waste die Frauen und Kinder nicht nur unserer Feinde, fon- Markt). lieber eines 1 . _ Den Fehdehandschuh nehmen wir auf, und wir werden so kämpfen, wie der Gegner kämpft! England hat bereits wieder mit Lug und Heuche- lei den Kampf gegen Frauen und Kinder begonnen. England hat eine Waffe, von der es glaubt, daß es in ihrem Schutze unangreifbar ist, nämlich die Seemacht, und es sagt nun: „Weil Ich bin heute zum ersten Male in die« ser Stadt Danzig. Sie hat den Schicksalsweg des deutschen Volkes viele, viele Jahrhunderte geteilt Sie hat mit ihren Söhnen den großen Krieg mitaekämpft und nach dem Kriege ein besonders bitteres Leid erfahren. Nun kehrt sie nach zwanzig Jahren zurück in die große deutsche Volksgemeinschaft. Vieles hat sich seitdem im Reich geändert. Sius dem einstigen Klassen- oder Kastenstaat ist der deutsche Volksstaat geworden. Aus einem Staat, : der einst durch die Interessen einzelner Gruppen . bestimmt und regiert war, ist nun ein Reich ge- ! worden, das allein dem deutschen Volke zu eigen ist Die Ideen, die dieses Reich beherrscht, sind in ' dieser Stadt selbst schon seit vielen, vielen Jahren ! gepredigt worden. Ja, Sie haben geholfen, den wiCHuuicte,: (Seift zu erwecken, der es ermöglichte, die Stadt für eine deutsch zu bewahren und sie mit lenem Glauben ______ Ul I ... fvic Mir lohfon föhmhe der Er- kann. Ich habe mir einst vorgenommen nicht fru- her nach Danzig zu kommen, ehe denn diese Stadt wieder zum Deutschen R e i ch gehört. Ich wollte als ihr Befreier hier einziehen. Am heutigen Tage ist mir dieses stolze Glück zuteil geworden! (Brausende, minutenlange Heilrufe). Ich sehe und empfange in diesem Glück den überreichlichen Lohn für zahlreiche sorgenvolle Stunden, Tage, Wochen und Monate. Sehen Sie in mir, meine lieben Dan- ziger und Danzigerinnen, damit aber auch den Sendboten des Deutschen Reiches und des ganzen deutschen Volkes, das Sie nun durch mich auf- onpf gewählt, und es hat den Kampf ut erhalten! Es hat diesen Kampf leichten Außerdem stellen Sie sich vok: Es gibt Leute, die „In einem Lande, da regiert jemand, der sagen: Ich habe Mtileid mit dem französischen Poilu. Für was er kämpft, weiß er wohl nicht, er weiß zunächst nur, daß er die Ehre hat, Min- bestens drei Jahre 'zu kämpfen. Ob freilich der Krieg drei Jahre dauert, hängt auch schließlich noch etwas von uns ab. (Wieder brausender Beifall). Aber wenn er drei Jahre dauern sollte, so wird am Ende des dritten Jahres ebensowenig wie am Ende des vierten, fünften, sechsten ober siebenten Jahres das Wort „Kapitulation" stehen. Die Herren mögen zur Kenntnis nehmen: Die Generation, die heute in Deutschland führt, ist nicht die Generation eines Bethmannholl- weg. heute haben sie wieder ein frideriziani- sches Deutschland vor sich! (Die Massen jubeln dem Führer in nicht endenwollenden Ovatio- le n- da ül i. hl jte an ich *|e Et n. fort« inen eine iren. daß lnzig >en, irden Tag. Oft. ibern n zu 'glich e ge- räche ) sich rmee aden leiten uner- e da- innee stolz, von i, sende Zustimmung.) infere leppt, fiötet linkte !che, imper stür. ) Ich Polen i, daß r von ürbe? m es öglich ;r die Jahr- n ge» : es, N in. 'sein lt; ■iole nach ' in ölen sich J9Qt 'che. Ihin Armeen aus dem Raume von Kutno als ipefcngene ab! (Brausender Beifall). Gestern mor- Ej-n waren es 20 000, gestern abend 50 000, heute rmrittag 70 000. Ich weiß nicht, wie groß die -,ah! jetzt ist, aber das eine weiß ich: Was vyn der Mlnschen Armee westlich dieser Linie steht, wird W wenigen Tagen kapitulieren, die ?Ba(en strecken oder zerschlagen werden! ! 3n diesem Augenblick fliegen unsere dank- >6ren Herzen hin zu unseren Soldaten. Je deutsche Wehrmacht hat jenen genialen Saalsmännern, die so gut Bescheid wissen fiter die Zustände im Deutschen Reich, nun den i J ntfroenbigen Anschauungsunterricht gegeben! I Abermals stürmischer Beifall.) Der Marschall Hdz-Smigly hat sich in der Richtung gkirrt. Anstatt in Berlin ist er in Czernowitz 'gtlandel und mit ihm seine ganze Regierung d uib alle jene Verführer, die das polnische Volk ; i in diesen Wahnsinn hineingetrieben haben. Die ideitschen Soldaten haben zu Lande, zur See I md in der Luft ihre Pflicht und Schuldigkeit im höchsten Ausmaß getan! i Minutenlange brausende Ovationen.) Wieder hak sich unsere deutsche I n f a n t e r i e als die unvergleichliche Meisterin erwiesen. Ihre Tap- : ferkelt, ihr Mut und ihr können sind so oft j angestrebt, doch nie erreicht worden. Die neuen ,| Lassen unserer motorisierten Verbünde, sie haben sich auf das höchste bewährt. j Die Soldaten unserer Marine erfüllen be- mnderungswürdig ihre Pflicht. Und über altem wacht die deutsche Luftwaffe und ; sichert den deutschen Raum. :ten, die davon träumten, daß sie Deutschland wie wenig------- ~ in den Profiten und in einer ganz kleinen Clique befteht. stfepünz, die zwischen dem deutschen Volk und seiner ; ühlung bestehen solle. (Stürmische Heiterkeit). Wciv hat den Polen eingeredet, daß es für sie ein Hes sein würde, nicht nur Widerstand zu Md)vtt und Asche legen wollten, sind so kleinlaut lewrben, weil sie genau wissen, baß für jede ’Soirbe auf eine deutsche Stadt — fünf oder zehn mit dem damals verführten, verblendeten deut- sthen Volk. Deutschland aber stellt man kein llliimatum mehr, das kann man sich in London nvrken. (Tosende Beifallskundgebungen). 2$;r haben in den letzten sechs Jahren von Staa- t n iüie Polen Unerhörtes hinnehmen müssen. Aber habe trotzdem kein Ultimatum geschickt. Wenn Botel heute den Krieg gewählt hat, dann hat es j[n gewählt, weil andere es in diesen Krieg hinein- Zftzkn; jene anderen, die glauben, daß sie bei Mm Krieg vielleicht ihr größtes weltpolitisches Ed finanzpolitisches Geschäft machen können. Es rb aber nicht nur nicht ihr größtes Geschäft, ifcrn es wird ihre größte Enttäuschung Jen. (Jubelnder Beifall). Polen hat den demokratischen Englands mit dem bolschewistischen Rußland mißlang, während umgekehrt der Versuch des nationalsozialistischen Deutschland mit dem bolschewistischen Rußlarüd gelungen ist. Ich möchte hier gleich ehre Aufklärung geben: Rußland bleibt das, was es ist, und auch Deutschland Wirt) das bleiben, was es ist. lieber eines allerdings sind sich beide Regime klar: Weber das russische noch das deutsche Regime wollen auch nur einen Mann für die Interessen der westlichen Demokratien opfern. (Erneuter langanhaltender Beifall). Die Lehre von vier Kriegsjahren genügt für beide Staaten und für beide Völker. Wir wisfen seitdem sehr genau, daß abwechslungsweise bald der eine, bald der andere die Ehre haben würbe, für die Ideale der westlichen Demokratien in die Bresche zu springen. Beide Staaten und beide Völker bedanken sich daher für einen solchen Auftrag. Wir gedenken, unsere Interessen von jetzt ab selber zu vertreten und wir haben gesunden, daß wir sie am besten dann vertreten können, wenn die beiden größten Völker und Staaten sich miteinander verständigen. pörung über die verbrecherische Kriegführung Englands.) Man soll sich auch hier nicht tau* cf) en! Es könnte sehr schnell der Augenblick kommen, ba mir eine Waffe zur Anwendung bringen, in der wir nicht angegriffen werben rönnen. Hoffentlich beginnt man bann nicht plötzlich, sich der „H u m a n it ä t" zu erinnern, und der „Unmöglichkeit", gegen Frauen und Kinder Krieg zu führen. Wir Deutsche wollen bas nicht! Ich habe auch in diesem Feldzug den Befehl gegeben, wenn irgend möglich, Städte zu schonen. Wenn natürlich eine Kolonne über einen Marktplatz marschiert und sie wird von Fliegern angegriffen, dann kann es passieren, daß dem leider auch ein anderer zum Opfer fällt. Grundsätzlich haben wir das Prinzip der Schonung durchgehalten. In Orten, in denen nicht durch wahnsinnige und verbrecherische Elemente Widerstand geleistet wurde, ist nicht eine Fensterscheibe zertrümmert worden. In einer Stadt beispielsweise wie Krakau ist außer dem Flugplatz und dem Bahnhof, die militärische Objekte sind, nicht eine Bombe in die Stadt gefallen. Wenn man aber umgekehrt in Warschau den Krieg des Zivilis in allen Straßen und auf allen Häusern beginnt, dann wird selbstverständlich dieser Krieg auch die ganze Stadt überziehen. Wir haben uns an diese Regeln gehalten und mochten es auch in Zukunft tun. Es liegt bei England, entweder die Blockade in Formen zu führen, die dem Völkerrecht entsprechen, oder in Formen, die völkerrechtswidrig find. Wir werden uns ganz dem anpassen. lieber eins sollen sie sich aber keinem Zweifel hingeben: da das englische Ziel nicht Kampf gegen ein Regime, sondern Kampf gegen das deutsche Volk, gegen die deutschen Frauen und Kinder heißt, so wird die Reaktion bei uns eine entsprechende sein. Und immer wird am Ende eines feststehen: dieses Deutschland kapituliert niemals. (Wieder jubelt Danzig minutenlang dem Führer zu.) Wir wissen ganz genau, welches einst bas Schickai dieses Deutschlands sein würbe. Herr King Hall hat es im Auftrag seiner hohen Herren mitgeteilt: ein zweiter Versailler Vertrag, nur noch viel schlimmer! Wir haben unterdessen nähere Illustrierungen 'bekommen, was uns alles zuge- dacht ist, wie Deutschland zerstückelt werben soll, wie bie sübdeutschen Länder weggerissen werden ollen, was Polen wiederbekommen soll, was man an neuen Staaten zu errichten gedenkt, welchen Fürsten man Kronen auf bas Haupt drücken will ufw. Das deutsche Volk nimmt das zur Kenntnis, und es wird dementsprechend echten! Ich mochte von dieser Stelle aus aber auch nun dem deutschen Volke meinen Dank aus- prechen. Es hat in den letzten Wochen wirklich ein nurtberbares Zeichen nicht nur seiner inneren Ge- chlossenheit gegeben, sondern es gab auch zahlreiche Beweise seiner wahrhaft tapferen Gesinnung. Auch hier Hat der Nationiastozialismus eine Umwandlung hervorgerufen: „Das deutsche Volk ist nicht so be» geistert wie 1914." Oh, es ist v i e l b e g e i st e r t e r! Nur ist diese Begeisterung heute eine Begeisterung, die im Innern lodert, die die Menschen hart macht. Es ist nicht der oberflächliche Hurra-Patriotismus, sondern, es ist eine fanatische Entschloss e nheit, es ist die ernste Begeisterung von Men-. sehen, die wissen, was ein Krieg ist. Die einen Krieg erlebt haben, die nicht leichtfertig in ihn hineingegangen sind. Die aber, wenn dieser Krieg ihnen einmal aufgezwungen wird, ihn so führen werden, wie ihn estist die alte deutsche Front geführt hat. So wie ich bei meinen Besuchen an der Front diese zahlreichen Regimenter und Divisionen sah — Junge, Alte, alle in der gleichen Verfassung — so sah ich vor mir auch das ganze deutsche Volk. Wir brauchen keinen Hurra- Patriotismus, Wir alle wissen, wie furchtbar der Krieg ist, allein mir sind auch entschlossen, dieses Geschehen zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Es mag da kommen, was will. Keiner von uns ist mehr wert, als die Männer und die Frauen wert waren, die in der Vergangenheit lebten. Alle bie Opfer, die damals gebracht worden sind, waren feine leichteren als die Opfer, die wir heute zu bringen haben. Jedes Opfer, das uns auferlegt Wirt), ist nicht schwerer, als-die Opfer es waren, die einst die Vergangenheit zu tragen hatte. Wir sind entschlossen, so oder so, diesen Kampf durchzuführen und durch- z ust eh en. Wir haben dabei nur den einzigen Wunsch, dah der allmächtige Gott, der ja jetzt unsere Waffen gesegnet hat, vielleicht die anderen Völker erleuchten und ihnen die Einsicht schenken möge, wie zwecklos dieser Krieg, dieses Völkerringen sein wird, und dah er sie vielleicht zum Rachdenken bringen wird über die Segnungen eines Friedens, die sie preisgaben, bloh weil eine Handvoll infernalischer Kriegshetzer und Kriegslnteressenten die Völker in den Krieg treiben will. Man sagt in England, daß dieser Krieg natürlich auch um Polen geht, aber bas sei nur in zweiter Linie entscheidend; das Wichtigere sei der Krieg gegen bas heutige Regirn.e in Deutschland. Ich erfahre hier die Ehre, als der Repro- entant dieses Regimes besonders genannt zu werden. Wenn man bas als bas eigentliche Kriegsziel hinstellt. bann will ich ben Herren in London Darauf olgendes erwidern: Es ist für mich bie größte xhre, in biefer Weife eingeschätzt zu werden. Grundsätzlich habe ich bas deutsche Volk so erzogen, daß jedes Regime, das von unseren Feinden gelobt wird als Gift betrachtet und deshalb vom deut- chen' Volk abgelehnt wird. Wenn also ein deutsches Regime die Zustimmung der Herren Churchill, Duff Co»per, Eden usw. bekommen wurde, dann wäre biefes Regime höchstens non diesen Herren bezahlt und für Deutschland untragbar. (Stärkste Zustimmung der Massen.) Das kann auf uns natürlich nicht zutrefsen. Es ist daher für uns sehr rühmlich, von diesen Herren abgelehnt zu werden. Ich selost kann ihnen dazu noch eines versichern: Wenn diese Männer mich loben würden, wurde das ber Grund zu meiner tiefsten Bekümmernis fein. I ch b i n ------ „ V 'n:Mnfrinh orpfnrt haft dieser dem wenn notwendig, auch der Neutralen zu be- ich"Ä 'baueÄ. fo kann .ch nur friegen." (Wi-b-r erhebt sich eine Wage ber Em° lieber Herr geschlagen!" Während ich hier in $nen spreche, stehen unsere Truppen auf einer großen Linie Lemberg—Brest und nordwärts. Seit gffttrn nachmittag marschieren endlose Kolon- en b e r zusammengeschlagenen polni- roirb werten können. Wenn nun der Westen erklärt, daß dies unter feinen Umständen fein dürfte, und wenn man vor allem in England erklärt, man fei entschlossen, dagegen, wenn notwendig, mit einem drei- ober vielleicht fünf- ober achtjährigen Krieg Stellung zu nehmen, bann möchte ich hier einiges zur Antwort geben. 1. Deutschland hat unter schweren Verzichten i m Westen und Süden seines Reiches endgültige Grenzen akzeptiert, um dadurch eine endgültige Befriedung herbeizuführen. Wir glaubten, daß uns das auch gelingen würde, und ich glaube, daß es uns gelungen wäre, wenn eben nicht gewisse Kriegshetzer an einer Störung des europäischen Friedens ein absolutes Interesse besitzen würden. Ich habe weder gegen England, noch gegen Frankreich irgenöein Kriegsziel. Die deutsche Nation desgleichen nicht. Seit ich zum Amt kam, bemühte ich mich, gerade mit den früheren Weltkriegsgegnern allmählich ein enges Vertrauensverhältnis wieder herbeizuführen. Ich bemühte mich, alle die Spannungen, die einst zwischen Italien und Deutschland bestanden, zu befeitigen, und ich darf wohl mit Befriedigung feststellen, daß dies restlos gelungen ist, daß zwischen beiden Ländern ein immer engeres und herzlicheres Verhältnis hergestellt würbe, basierend auf dem engen menschlichen und persönlichen Verhältnis zwischen dem Duce und mir. Ich ging aber weiter. Ich habe mich bemüht, das Gleiche auch mit Frankreich herbei- zusühren. Sofort nach der Erledigung der Saarfrage habe ich feierlich auf jede Grenzrevision im Westen für alle Zeiten Verzicht geleistet, und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Ich habe die ganze deutsche Propaganda in den Dienst dieser meiner Auffassung gestellt und alles aus ihr aus- gemerzt, was irgendwie zu Zweifeln ober zu Besorgnissen in Paris hätte Anlaß geben können. Meine Angebote an England kennen Sie. Ich hatte nur das große Ziel, mit dem britischen Volk ein aufrichtiges Freundschaftsverhältnis errei- chen zu können. Wenn nun das alles abgewiesen wird und wenn England heute glaubt, gegen Deutschland Krieg führen zu müssen, so mochte ,ch darauf folgendes erwidern: Polen wird in der Gestalt des Versailler Vertrages niemals mehr aufer- stehen! (Brausender Beifall.). Dafür garantiert ja letzten Endes nicht nur Deutschland, sondern ja auch Rußland. Wenn England nun eine scheinbare U m - Stellung seiner Kriegsziele vornimmt, d. h. in Wirklichkeit seine wahren Kriegsziele aufdeckt, bann möchte ich mich auch dazu äußern. einen Blitzkrieg gerechnet hätte und bitter enttäuscht sei über die Langsamkeit unserer Operationen (stürmische Heiterkeit). Dieser Artikel scheint wohl von dem gleichen (Strategen herzurühren, der den Polen b'ie strategischen Ratschläge für bie Aufstellung ihrer eigenen Armeen gegeben hat. So haben wir Polen in knapp 18 Tagen zusammengeschla- gen und damit jenen Zustand herbeigeführt, der es vielleicht ermöglicht, in Vernunft und Ruhe dereinst mit Vertretern dieses Volkes sprechen zu können. Unterdessen hat Rußland sich veranlaßt gesehen, auch seinerseits zum Schutz der Interessen weißrufs'ischer und ukrainischer Volksteile in Polen einzumarschieren. Wir erleben nun, daß man in England und in Frankreich in diesem Zusammengehen Deutschlands und Rußlands ein ungeheuerliches Verbrechen sieht, ja ein Engländer schreibt: das sei eine Perfidie.' Die Engländer müssen das ja nun wissen! (Begeistert stimmen die Massen diesen ironischen Worten des Führers zu). Ich glaube, die Perfidie sieht man in England darin, daß ber Versuch des Zusammengehens des , itricffaüen. Sie sollen nur nicht so tun, als ob sie : :d) «ns Humanität für diese Art von Kriegführung entscheiden wollten. Es ist nicht die Humani- iü, lonbern die Sorge um die Vergeltung! Dir wollen in diesem Augenblick dem polni- d)'. n Soldaten Gerechtigkeit zuteil werden ajfn. Der Pole hat an vielen Plätzen tapfer ge» odym. Seine untere Führung machte verzweifelte Infrengungen, seine mittlere Führung war zu 1 »tnig intelligent, seine oberste Führung schlecht, mkr jeder Kritik. Seine Organisation war pol» M (Diese Feststellungen des Führers läsen bei । )en Zehntausenden jubelnde Beifallsstürme aus.) .st liesem Augenblick befinden sich rund 300 00 0 polnische Soldaten in deutscher G e - strgenschaft. Nahezu 2000 Offiziere und viele Bmerale teilen ihr Los. ich muß aber auch erwähnen, daß neben ber m uns zugegebenen Tapferkeit vieler polnischer Bitfänbe bie schmutzig st en Taten stehen, >ii vielleicht in ben letzten Jahrhunderten irgendwo otrcefallen sind. (Stürmische Pfui-Rufe.) Es sind D.i.e, die ich als Soldat des Weltkrieges, der ich mir im Westen gekämpft habe, nie kennenzulernen Aigenheit gehabt hatte. Tausende von nie- iitrg e me tz e l te n Volksdeutschen, viehisch ügl'schlachtete Frauen, Mädchen und Kinder, un- |äi)lge deutsche Soldaten, Offiziere, die als 23er» Mürbete in die Hände dieses Gegners gefallen sind, Minden mafatriert, bestialisch verstümmelt, und ihnen die Augen ausgestochen. (Ein Aufschrei der Empörung und des Entsetzens folgt diesen Worten kb Führers.) Und das schlimmste — bie p o l - lisch e Regierung hat es im eigenen Rundfunk üfti zu gegeben —: abspringende Soldaten ber Äfirvafse wurden feige ermordet. Es gab Mo- Wente, da man sich fragen mußte: soll man unter Mffin Umständen sich selbst noch irgendeine Beschränkung auf erlegen? . & ist mir nicht bekannt geworden, daß irgeru)» fiter ber demokratischen Staatsmänner es der Öii’i e wert gefunden hätte, gegen diese Barbarei !ii i roteftieren! (Erneute stürmische Pfui-Rufe). Ich M>> der deutschen Lustwaffe den Auftrag gegeben, MB sie diesen Krieg human, d. h. nur gegen kämp- fent)? Truppen führt. Die polnische Regierung und $ iheeresleitung gaben ihrer Zivilbevölkerung den Auftrag, diesen Krieg als Heckenschützen aus btn Hinterhalt zu führen.' Es war fern ter, sich in in ber Gewalt zu behalten, und ich Mc>te hier betonen: Man soll sich in den demokra- kfh-n Staaten nicht einbilden, daß das ewig so stn muß. Wenn man es anders haben will, fo ! bekannt, wieviel Mann von Bord bet „Courageous" gerettet werden konnten. Es li* gen zwei Berichte der englischen Admiralität von nach denen einmal von einer Besatzung von 110, Mann bisher 438, darunter 40 Offiziere, zum albern von einer Gesamtbemannung von etwa 12oo Mann 681, darunter 70 Offiziere, gerettet wordei seien. . Aus Londoner Telegrammen der dänischen richterstatter geht trotz der von der Zensur voo genommenen Streichungen eindeutig hervor, d-v, das Lügenministerium des Lord McMillon i* englische Öffentlichkeit absichtlich völlig im un- klaren über die Bedeutung der Versenkung Ic$ Es wird auch bestätigt, daß die Presse erst Still,' den nach der Versenkung die erste M teilung bekam, und zwar in einer Form, die W Tragweite des Verlustes bei weitem nicht erkennt! ließ. Die englische Oeffentlichkeit weiß zur Stund! noch nicht einmal, wann und wo das deutsK Unterseeboot seinen Angriff ausführte. „Jeder EM länber", so schreibt der Londoner Vertreter dkk „Berlingske Tidende", „fühlte einen Stich ip Herzen, als die Nachricht MontagnachmiM endlich freigegeben wurde. Niemand wird die M' ralische Bedeutung des Verlustes unterschätzen X- einem Zeitpunkt, da die englische Kriegsflotte nos nicht einmal in Aktion getreten ist." Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst BluM schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und d« Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Pr» vinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. Air zeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den 3«' halt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Beklag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-A sämllich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der IM strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pj mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. Septemböt 1937 gültig. M • z< * / 7 Mis zur neuen Lage in Polen sei, daß England zu konkre- etwa dem Abbruch der kner Kriegserklärung an Rußland schreiten würde. Inzwischen hat man sich in Paris mit dem Ge- an.) Versorgungswesen genauestens ausgebaut. Die Wehrmacht durch ihre Fürsorge» und Versorgungsdienst-1 • werte, ,// t London ^rpedotE > Trommelfeuer hast du dem o n ^nd ge- Spott, aber auch mit einem gewissen Charme eine haft du für deine Heimat um) «e @efproZn Wcltkonserenz schildert, die man in ihrem Ergebnis, ftanben ®u ha t nie banar®aTr men losen Verlaus mit einigem Schmunzeln oerfo gt und geredet hast „lenP blauEn Augen, der Llllerdings, um bei der Wahrheit zu b eiben, ganz «uÄ wi« 7-, m deinM Serien flusjak Alz bei ergebnislos eerläuü die L°nM°L E Es W geistert, i rigenÖ^ )nung, nii )rem W ^ck zuih >ei der >rr Mscü Der Bruchbauer Don Kurt Weirauch. ^°Nn einem kleinen Büchlein, in dem die Gewichte der Schweine und Kälber ausgezeichnet waren und der junge Bruchbauer den letzten Willen des Alten, danach follle man mm seinem Sterben nicht mel hermachen Musik sollte da sein, ja, das war schon immer so wenn ein Bruchbauer starb und auch die Dauern sollten, wenn sie kommen wollten, kommen, aber se^n letz er Weg sollte kein Klagen fern, sondern ein B ennen und so spielen sie da oorn vom Mor- ein 2Zer , ... q-nx Dom Araonnerwald und nom gutenVameraöen. Ja, du hast schon recht, Claus hu warst immer Soldat. Soldat rm Ar- ®e0 Lmnlh unb bei ßangemarct, Soldat bei Ypern 0°^Lmont Soldat bei Flandern und bei Cambii ^Fn tiefen^utzengraben und bei rasendem SSÄti m> »ÄSKttiSÄ betreut. Auch auf diesem Gebiet geschieht alles, um den Einsatz und das Opfer im Kampf des Führers um Deutschlands-Ehre zu würdigen und um Deutschlands Recht und um Deutschlands Frieden zum vollen und endgültigen Siege zu bringen. Krieg zu Ende und alle verzweifelten, als die Last der Lüge sie alle niederreißen wollte, da hast du weiter geglaubt. Draußen beim Pflügen, beim Säen, beim Ernten, hast du mit der Ewigkeit deiner Erde Zwiesprache gehalten, um deines Glaubens willen. Deine Hände haben sich um eine neue Fahne gelegt: eine Fahne, die Rache und Vergeltung sein sollte und auch wurde. Deine Augen haben zu diesem neuen Symbol aufgesehen, wie damals m Cambrcn als in deiner Hand der Fahnenschaft zerbrach, weil ein Granatsplitter ihn zerschmetterte. Du hast schon recht warum sollten wir klagen. Es hilft ja doch nichts mehr und dein Erbe, das ist der Hof draußen im Bruch und — vielleicht ist es mehr — das weite Land, vielleicht noch mehr. Du Bruchbauer Claus Wegesam, bist nicht mehr. Viele' sagen das an deinem Grab und viele reden daoon, daß du nicht vergessen sein sollst- Bon der Kamerad,chast sprechen sie und der erfüllten Pflicht. Sie wollen vielleicht alle das Richtige, das letzte Ge- heimnis deines ganzen Lebens, deines Vermächtnisses sagen, aber es findet keiner Worte. Doch, da spricht ja einer. Die Sprache ist stahlhart. Rein — es ist niemand. Es steht keiner an deiner offenen Gruft und doch klingen über deinen Sarg hin Worte. Es ist das rauschende flatternde Tuch deiner, unserer neuen Fahne. Sie spricht zu dir nicht vom Sterben, nein, vom Leben. Von deinem Leben um die Fahne, Bruchbauer, erzählt sie. Das verstehst du, das versteht dein Junge und das verstehe ich. Wir glauben, aber fürchten nicht. Wir leben und sterben und vergehen doch nicht. Ja, Claus Wegesam, das ist dein Erbe. Du willst in uns weiterleben und so soll es sein. Der alte, von Kugeln zerfetzte Leib ist gegangen, in deinem Jungen bist du neu und aatssch^ lg aller c; gesellt - vorläufig noch im Dunkeln. Oie skandinavische Konferenz Willen zur Neutralität und enger Zusammenarbeit. stellen und die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei durch das Hauptamt für Kriegsopfer arbeiten in vorzüglicher Kameradschaft zusammen, um in jedem Falle rasche und ausreichende Hilfe zu bringen. In engster Zusammenarbeit mit der Wehrmacht und der Partei stehen die Fürsorgestellen der Länder und Gemeinden. Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung (NSKOV.) ihrerseits ist durch ihre eingearbeiteten Betreuungsstellen, die sich bis in die kleinste Gemeinde erstrecken, jederzeit und in jedem einzelnen Falle in der Lage, sofort ihre großen Erfahrungen bei der Betreuung jetzt verwundeter Kameraden oder von Angehörigen gefallener Kameraden entsprechend zur Verfügung zu stellen. Dabei wird die NSKOV. immer wieder unter Beweis stellen, daß die Versorgung für die Kriegsopfer Herzenssache ist. Die Wehrmacht, die NSDAP., die Dienststellen des nationalsozialistischen Staates, alle sind angetreten, ihre Erfahrungen und ihr Können in den Hilfsdienst für die Frontsoldaten und Kriegerhinterbliebenen zu stellen. Der deutsche Frontsoldat und die Seinen sind somit von der ersten Stunde an auf das beste Im Gloria-Palast wird feit gestern ein Terra-Film gezeigt, der nach einem Lustspiel von Stefan Donath („Weltkonferenz) geschaffen wurde und mit Geschick, mit einer guten Dosts „die M Stärke V zeigen. &' I der M ht auf fr Mann len ersi p en verlad' n Wer!! ernach h H. Evers. - polnity mische i * In Neuyork ist im Alter von 77 Jahren der Stahlkönig und Nachfolger von Carnegie, Charles Schwab, gestorben. Er war der Vorsitzende der Bethlehem Steel Corporation, die im letzten Krieg große Lieferungsverträge mit den Alliierten geschlossen hatte. Vom 1. Oktober an wird in der Schweiz ein Einheitsbrot gebacken. Es wird dunkler sein als das heutige Weiß- oder Halbweißbrot, aber heller als das seinerzeitige Kriegsbrot. Die bisherigen Hauptbrotsorten werden nicht mehr ausgegeben. Weißes Mehl für die Herstellung von Brot darf überhaupt nicht mehr abgegeben werden. hing. Md ein bett h fämpii-, ne neuh:i Schnelle und gründliche Hilfe Von Saupiamisleiier Oberlindober, ^eichskriegsopferführer. Irgendwo in weiter Ferne verklingt ein Marsch. Es ist dein Regimentsmarsch, der gespielt wurde, als du die Hand als junger Soldat zum Schwur erhobst und der nun aufklingt, wo du heimkehrst. Jürgen Wegesam, der Bruchbauer, spannt weit draußen im Bruch seine Pferde vor den Pflug und geht zum Pflügen. Es ist wie vorher. Es fehlt einer, iinb doch ist der Bruchbauer auf seinem Platz. „Kitty und die Weltkonferenz". gt'cnuiben gut unterrichtete Kreise, annehmen zu können, daß man auf die Zusammenarbeit mit Belgien, Holland und der Schweiz an« spielen wollte. Es wird darauf verwiesen, daß das Osloer Blatt „Didens Segen" erst am Dienstagmorgen eine „Aktion für die Sache des Friedens" als immerwährende Aufgabe der nordischen Neu- tralität bezeichnete und daß die norwegischen Vertreter auf der Kopenhagener Konferenz diesen Gedanken unterstrichen. Unerbittlicher Kampf gegen Volksschädlinge. gelegten Rahmen. Das Beiprogramm verdient besondere Erway- nung Die Ufa-Tonwoche macht uns zu Zeugen des beispiellosen Siegeszuges der deutschen Truppen in Polen. Ein großartiger Beifilm schildert die Schulung und den Einsatz der jüngsten deutschen Truppe, der Fallschirmjäger, in einzigartig schönen und interessanten Bildern. Auf der Bühne gab es einen Klaviervirtuosen zu bewundern, der ein Wunsch- konzert veranstaltet ohne Roten und jeweils sofort auf Zuruf jede gewünschte Komposition aus dem Gedächtnis spielte. Er errang sich stürmischen Bei- tgll, Heinrich J-udwig Neunen Traszy) ÖU5, hrten b assen üt • büS tz anken ab gesund en, daß Polen dem deutsch-russi- hen Vormarsch nicht mehr lange Widerstand lei- len könne. Die Meldungen über den letzten ver- iveifelten Widerstand polnischer Abteilungen wer- en zwar groß auf gemacht, aber selbst der Rund- Lnk bereitet die Hörer daraus vor, daß die deut- hen und russischen Maßnahmen um Polen von einen letzten Verbindungen mit Ungarn und Rumänien abzuschneiden, fortgesetzt werden und weiter polnischer Widerstand auf die Dauer aus« ichtslos sein dürfte. Die Tonart der Pariser ;resse gegenüber Rußland ist womöglich noch härfer geworden als am Montag. Doch geht kei- !cs der Blätter bis zur letzten Konsequenz, den lbbruch der Beziehungen zu Rußland zu fordern. Das die Absichten Rußlands betrifft, so tappt man Gesinnung beseelt find, zu ihrer Durchführung z u - jamme nzu arbeiten. Die nordischen Staaten fühlen sich überzeugt, daß in keiner Machtgruppe irgendwie ein Wunsch vorhanden ist, irgendeines (ter Länder in die Kriegsereignisse Hine in gezogen zu sehen. Ebenso wie die drei skandinavi- fchen Länder 1914 in einer gemeinsamen Rote an die kriegführenden Staaten das Rechtder neutralen Staaten auf Handel und V er - kehr auf dem Meere verfolgten, ebenso find alle nordischen Staaten jetzt entschlossen, zur Sicherung ihres Erwerbslebens ihr Recht auf Auf- re ch t e r h a l t u n g ihrer traditionellen Handelsbeziehungen mit allen Staaten, auch den kriegführenden, zu behaupten." . In der Verlautbarung fallen zwei Dinge auf. Einmal die Anspielung auf den interskandinavischen Handelsverkehr und zum zwe'l- ten der Hinweis auf den Kreis von Staaten, die die „Versöhnung zwischen den kämpfenden Parteien erleichtern" sollen, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. An zuständiger Stelle bedeutet man, daß die vier Staaten dabei keine besonderen Pläne im Auge haben, doch sM' \ IstrieMl Weit draußen hinter dem Dorf liegt der Hof des Druchbauern. Grau inmitten der Rebel verhangenen Föhren, Ellern und Weiden stehl.er mit feinen Ställen und seiner Scheuer. Auch das Bauernhaus trägt ein graues Kleid und doch ist [ein Gestcht festlicher, fröhlicher, als das der anderen Gebäude. Helle grüne Fensterkreuze zeichnen sich ab .wie grüne Blätter an einer grauen Wand. Um die Fenste läuft ein breiter, heller, weißer Streifen. Ueber Dem Eingang zu diesem Bauernhaus steh schwer und wuchtig in einem alten breiten Balken der Haussegen: „Wir glauben, aber furchten nicht Em schönes Wort. Wieviel Bruchbauern-Geschlechter sind wohl schon unter dieses Wort als Lebende gchellt worden. Wie vielen aber war er d-er letzte Gruß einer weiten, grauen, schweren und doch schonen Heimat. Sie heißen nun einmal die „Bruchbauern . Freilich im Dorf im Buch der Kirche steht em anderer Name. Ich weiß nicht, wer ihn schrieb, aber fein und sauber steht es da und heißt: „Claus Wegesam, Bauer im Bruch." Sein ganzes Leben lang aber heißt er der Bruchbauer und wenn er der Claus, einmal nicht sein wird, und em anderer Wegesam kommt, dann steht auch sein wirklicher Name nur in diesem dicken großen Buch lm Dorf Sonst aber find und bleiben sie und waren sie oie Heute aber ist das Grau um den Bruchbauernhof noch grauer und undurchdringlicher als fönst. -Die »roßen Weidenbäume stehen um den Hof w schwarze Fahnen auf halbem Mast Rielleic^ n es auch Fahnen, denn Claus Wegesam der Bruch bauer, ist tot. Gestern noch ist er zum Pflügen weit draußen auf das Feld bei der Koppel gegangen Dom grauen Morgen bis zum späten Mittag ist Der Pflug von seiner Hand geführt durch die Erde gegangen. Scholle um Scholle ist tief und ^warz v ihm gebrochen worden und als drüben im ®eft. an dem weiten breiten Graben die Sonne sich an- schickte zu Bett zu gehen, da wollte Claus Wege- fam noch eine letzte Furche ziehen. Die beiden Braunen haben brav und willig zu ziehen begonnen und der Bruchbauer hat wie immer mit fester Hand die Schar in die Erde gedruckt. Rur eine Weile ist er in der Furche hinter dem Pflug her- geschritten wie immer. Gebrochen und aufgeriffen wird die Erde auch wie sonst. Auf einmal da bad die Liese und der Hans keine Schar mehr yrnnr sich gespürt. Treu und brav aber sind sie noch eine ganze Weile getrottet, doch da spüren sie, es ist re n Tritt Mchr hinter ihnen, reiü Hü und kein, Hott. In Der „Deutschen Justiz" nimmt Staatssekretär Dr. Freister vom Reichsjustizministerium Stellung zu der Verordnung gegen Volks- fchadlinge, die bis zu lebenslanges Zuchthaus und auch die Todesstrafe androht bei Plünderungen im frei gemachten Gebiet, bei Verbrechen bei Flie- gevgefahr, bei gemeingefährlichen Verbrechen und sonstiger verbrecherischer Ausnutzung des Kriegszustandes. Der Staatssekretär betont, diese Verordnung wolle von Anfang an dafür sorgen, daß ge- wi enlose Schädlinge, die im Abwehrkampf unseres Volkes nach Gelegenheiten zu verbrecherisch-eigennützigen Angriffen suchen oder die gar Handlungen begehen, die die Widerstandskraft unseres Volkes schädigen, rücksichtslos aus unserem Gemeinschaftsleben ausgeschlossen und, wenn nötig, ausgerottet werden. Darunter fallen auch die P r e i s w u che r- und Warenschiebertaten, die Verschiebung krieqsbewirtschafteter Waren,, der Verkauf begehrter, bisher aber in der Preisfestsetzung nicht berücksichtigter Waren zu wucherischen Ueberpreifen, die Übervorteilung des Reiches bei Lieferungen und Leistungen kriegswichtiger Art und Die Umgehung Der Vorschriften über die Warenverteilung nach Bezugsscheinen. . ... Eine Durchführungsverordnung des ReichsMstiz- ministers bestimmt, daß die Strafvollstreckungsbe- hötde darüber zu entscheiden hat, ob die Todesstrafe durch Erhängen vollzogen werden soll. | Weiter klärt sie, welches die Vergehen sind, die nach Paris, 20. Sept. (Europapreß). Der Meinungs- aus tausch zwischen Paris und London über die m loten geschaffene Lage Dauert fort, doch scheinen j gendwelche Entschlüsse, Die das Verhältnis gegen« jer Rußland wenigstens in den äußeren Formen mdern würden, nicht bevorzustehen. Symptomatisch ar die Haltung, die Frankreich in Uebereinstim- r.ung mit England gegenüber Rußland einnehmen lurfte, ist der am Dienstagmittag im Rundfunk .folgte Hinweis Darauf, daß Großbritannien öchsttvahrscheinlich gegen den russischen Einmarsch t Polen protestieren dürfte, daß aber nicht amit z u rechnen sei, daß England zu konkre- m Maßnahmen wie etwa dem Abbruch der Beziehungen zu Rußland oder gar etwa zu %eute geht Claus Wegesam. der Bauer im Bruch, seinen letzten Gang. Im Hof steht der schwarze Wagen, die Bauern aus dem Dors sind gekommen die Fahnen und die Musik. Durch die alte Tur mit dem schönen stolzen Wort bringen die Trager den toten Bruchbauern. Die Musik spielt ein altes Lied und dann fährt der Bruchbauer zwischen Weiden und Birken den schmalen Weg am langen Graben entlang feine letzte Straße. Wie oft ist er hier zu Fuß aega'naen zu Pferde geritten und mit dem Wagen gefallen. Dorn an Der Spitze geht die Musik Fünf Mann finD es. Sie spielen alte Soldatenlieder, denn Claus Wegesam war ein Soldat. Em Soldat des großen Krieges, ein Soldat der Erde bis zum letzten der Kriegsbeitrag nicht auf die Steuerpflichtigen abgewälzt wird. Kleine politische Nachrichten. Die luxemburgische Regierung, Die bereits vor einigen Tagen angekundigt hatte daß Ausländer infolge der wachsenden Arbeitslosigkeit im Großherzogtum nicht m e j) r be- chäftiqt werden können, hat fetzt durch Rund- funk Die in »Luxemburg ansässigen Ausländer auf- cieforDert, das Land zu v e r l a s s e n. Belgier werden von dieser Maßnahme ausdrücklich ausgenommen. * Nach Angaben des Staatsdepartements kehrten seit Kriegsausbruch rund 2 20 00 Rordamerl- kaneraus Europa zurück. Etwa 20 000 befinden sich noch in Europa. Das Staatsdepartement plant die Mobilisierung sämtlicher verfügbaren Schiffe für Deren Abtransport. * Im Rahmen des lO-Jahresprogramms für Den Ausbau Der amerikanischen Handelsflotte, das insgesamt 500 Schiffsneubauten vorsieht, forderte die Bundesschifsahrtskommission von Privatwerften Kostenanschläge für 20 Frachtdampfer mit je 13 900 Tonnen Wasserverdrängung bei 1572 Knoten Geschwindigkeit an. Aus aller Welt. „Auf Wiedersehen in Danzig." Bei Der Uebernähme seines Befehlsbereiches hatte der Militärbefehlshaber Danzig-Westpreußen, General der Artillerie H e i tz , dem letzten Kommandier end en General des XVII. AK. in Danzig, dem Generalfeldmarschall von Mackensen, telegraphische Meldung erstattet. Der General- feldmarschall antwortete Darauf mit folgendem Telegramm: „Tief und freudig bewegt, herzlichen Dank für Ihre Meldung als Militärbefehlshaber von Danzig-Westpreußen. Anteiloollsten Glückwunsch. Auf Wiedersehen in Danzig. Ihr alter Kommandierender General von Mackensen. Todesurteile vollstreckt. Berlin, 19. September. (DRB.) Am 19. September 1939 ist der am 20. August 1918 in Neuß bei Soest geborene Alfred Kohl hingerichtet worden, der am 13. September 1939 von dem Son- ^dergericht in Stuttgart wegen Rechtsfriedensbruchs und versuchten Mordes zum Tode und dauernden Verlust Der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Kohl hat am 7. September 1939 versucht, aus dem Gerichtsgefängnis zu Brackenheim auszu- brechen und Den Oberwachtme^ster Krohmer zu töten. Am 19. September 1939 wurde Die am 27. März 1900 in Schwarzenbach, Niederdonau, geborene Juliana Gruber hingerichtet, die vom Landgericht Wiener Neustadt wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Die Verurteilte hat ein vierjähriges Kind erschlagen, weil sie sich an Den Eltern Des Kindes, gegen die sie unbegründeten Haß hegte, rächen wollte. _________________________ wenigstens eine Verlobung heraus, Die zwar schon frühzeitig zu ahnen ist, aoer doch erst nach vielen Irrtümern und Vorspiegelungen zustande kommt und sich mühsam aus Dem Wust Der Besprechungen, geheimen Sitzungen, zwanglosen Zusammenkünften, Interviews usw. herausschält. Wie sich Diese' Verlobung im einzelnen ergibt, läßt sich besser im Film verfolgen, als sie nur mit Worten schildern. Es Darf aber gesagt werden, daß die Regie (Helmut Käutner) das unterhaltsame Geschehen in einem erstaunlichen Tempo und in vielen hübschen und geschliffenen Dialogen anlegte, so daß man schon sehr aufmerksam folgen muß, um alle „mitzukriegen". Außerdem sind einige treffende Bemerkungen auf Kosten etlicher an dieser „Weltkonferenz beteiligter Länder untergebracht, die gerade in der Gegenwart' sehr gut verstanden und auch dementsprechend ausgenommen werden. Der rote Faden in der Handlung bleibt aber doch Die Liebe Der kleinen Kitty zu Dem jungen holländischen Journalisten Piet. Der Schauplatz ist die Schweiz, ein fashio- nables Hotel, ein See und eine paradiesische Landschaft vor dem heroischen Hintergrund der Alpen. Die Darstellung läßt keine Wünsche offen. Die blutjunge Hannelore S ch r o t h schießt als die hübsche Maniküre Kitty den Vogel ab. Sie überrascht mit einer reichen Skala des Ausdrucks und der Gefühle, zeigt sich im Maniküresalon ebenso, wie als angehende Dame, als Privatsekretärin des Ministers wie auch als Liebende gleich sicher. Ihr unmittelbarer Partner ist der sympathische Christian G o 11 o n g , der junge Journalist, der sich bei dieser Weltkonferenz seine Sporen verdienen will und als glücklicher Bräutigam zum einzigen Ergebnis der Konferenz beiträgt. Dann imponieren einige tfigu« ren von betont weltmännischem Format: Fritz Ode mar als englischer Wirtschaftsminister, Max G ü l st o r f f als französischer Millionenspekulant und Maria N i ck l i s ch als seine rechte Hand und Agentin von Pariser Prägung. Paul Hörbiger ist als das Portier-Faktotum, das mit den Mächtig- ften der Welt gut Freund ist, nicht zu übersehen. Noch viele andere fügen sich in den großzügig an- ft bas is ntpjenh da«!*"! Jens« hervor, ■; hvS stemuA SH . Jeder e. Vertreter; । St< 5?'- NSG. Seit dem 1. September hat die Kriegs- opferversorgung mit der Versorgung und Fürsorge für die kriegsverletzten Frontsoldaten und die Hinterbliebenen, die Witwen, Waisen und Eltern von gefallenen Kameraden, erneut mit aller Kraft eingesetzt. Die Kameraden, die in diesem uns von englisch- jüdischen und polnischen Elementen aufgezwungenen Abwehrkampf verletzt werden oder sonst zu Schaden kommen und die Hinterbliebenen der Kameraden, die draußen bleiben, sind heute im nationalsozialistischen Staat ganz anders von Sorge und Fürsorge umgeben, als es vor 25 Jahren der Weltkriegssoldat und die Seinen bei Kriegsbeginn waren. Heute sorgen Wehrmacht und Partei gemeinsam mit den Dienststellen des nationalsozialistischen Staa- es für die Sofortlösung von Fragen der Soldatenfürsorge und Versorgung. Heute weiß der Soldat und seine Familie, daß die Hilfsbereitschaft der Heimat eine vollständige ist. Das bittere Schicksal, das der Frontsoldat des Weltkrieges und seine Familie während des Krieges selbst und in der Nachkriegszeit durchzumachen hatte, jene wirtschaftliche Not, jenes seelische Leid, jene gemeine Ehrabschneidung, Pleiben den Kameraden heute erspart. Den Kampf um Ehre und Recht hat noch der Frontsoldat des Weltkrieges auch für den jungen Kameraden geführt. Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft, der nationalsozialistische Staat, haben ihr Fürsorge- und die Bauemfaust fehlt. Die Schwere Der Last ist verschwunden. Verwundert sind sie stehen geblieben und haben ihre Köpfe gewendet und langsam Den Pflug hinter sich herschleifend find sie zurückgegangen. Da liegt der Bauer. Was ist ihm nur. Seme Hande sind tief in Die frischen Furchen verkrampft' w'E er dort etwas festhalten. Ueber die Stiefel hat sich eine zurückgefallene Scholle gelegt. So findet ihn Jürgen, der Aelteste. Er ruft Den Bauern an und nennt ihn Vater. Doch der hört nicht mehr Da nimmt er ihn und trägt ihn zum Wagen. Auf seine eigene Joppe bettet er ihn und fahrt ihn Heun Nebel legt sich auf die Felder, Schwaden ftreichen über die Gräben hin und legen sich sacht und leise wie ein großes weißes Leichentuch "der Claus Wegesam Noch stiller als sonst wird es auf dem Bruch- bauernhof. Kein Tritt ist mehr zu Horen feit diesem Tage. Es ist so, als ob selbst die Tiere, die doch sonst immer schreien, vor der Ehrfurcht des Todes Ser Kriegsbeitrag der Gemeinden. Ein Rund erlaß, Den Der Reichsinnenminister zugleich im Namen Des Reichsfinanzmimsters an die Landesregierungen gerichtet hat, bestimmt, Daß von Der Gesamtheit Der Gemeinden eines jeden Landes monatlich als K ri e g s b e i tr a g zu leisten sind: 2,5 v. H. Der Meßbeträge Der Grundsteuer A, 5 v. H. Der Meßbeträge Der GrunDsteuer B, 7,5 v. H. Der Meßbeträge Der Gewerbesteuer und 10 v. H. Der Meßbeträge Der Bürgersteuer. Die Landesregierung nimmt eine U nte r v e r tei hun g Des auf ihre Gemeinden entfallenden Gesamtbettages auf Die Stadt- und Landkreise vor. Die von Den Stadt- unD Landkreisen aufzubringenden Beträge sind a l s besondere ßa nD e sUmla ge bzw. „Knegs- beitragsumlage" monatlich andie Landeskasse abzuführen. Der L a n d k r e i s verteilt den au[ ihn entfallenden Betrag auf seine Gemeinden. Die von Den kreisangehörigen Gemeinden auszubringenden Beträge sind als besondere K r e is- Umlage bzw. Kriegsbeitragsumlage monatlich a n die K-affe des Landkreises abzufuhren. Wie Der Erlaß betont, folgt aus Sinn und Zweck ^s Kriegsbeitrages, daß Die Gemeinden diesen n t ch t auf Die Steuerpflichtigen abwälzen dürfen. Deshalb ist Den Gemeinden untersagt, die für Das Rechnungsjahr 1939 festgesetzten Hebesätze für die Realsteuern und Die Burgersteuern zu erhöhen. Hierunter fallt auch Der Heb es atz für Die Gewerbesteuer nach Der Lohnsumme. Das Verbot erstreckt sich auch aus eine Erhöhung von Hebesätzen, Die für Das Rechnungsjahr 1939 beschlossen, aber noch nicht genehmigt oder bekanntgemacht worden sind. Im übrigen haben die Aufsichtsbehörden streng Darüber zu wachen, Daß Kopenhagen, 20. Sept. (Europapreß.) Die Konferenz Der skandinavischen Staaten ist am Diens- agabend programmgemäß abgeschlossen worden. Die Staatsmänner veröffentlichten eine Verlautbarung, in Der es heißt: „Die Staats- und Außen- ninifter Dänemarks, Schwedens, Norwegens und Zinnlands haben zusammen mit Dem estländischen Gesandten in Kopenhagen Die Lage ihrer Länder während Des unglückseligen Krieges behandelt. Sie bestätigen aufs neue den festen Willen ihrer Länder, iine strenge und einheitliche Neutrali- , w citspolitik Den kämpfenden Parteien gegen« Schlam! über zu führen. Sie sind entschlossen, diese Politik in enger Zusammenarbeit miteinander ju führen, ebenso wie sie entschlossen sind, m i t anderen Staaten, Die von einer ähnlichen Der Urspvungsverordnung gleichfalls mit Zuchthaus bis lebenslang oder mit Dem Tode bestraft werden können, wenn sie unter Ausnutzung Der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Maßnahmen begangen Serben. Vergehen in diesem Sinne sollen nicht solche Taten sein, Die nur auf Antrag Des Verletzten verfolgt werden Dürfen. Vergehen in Diesem Sinne sind daher z. B. nicht Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung. Bürger it res gm! Seite x'S M itere W, noch J1! n Lord; mten- ntiralitd; mg von» iere, A )n ew° 1; rettet ■äftbenU iefer duck' )en M1 deutscher len-KlM1 20 MC- Alle helfen dem Noten Kreuz! Kämpfer ohne Waffen in -er inneren Front. Aus der Stadt Gießen. Alle üben Derbrauchs-ifziplin. Volksgemeinschaft ist gleichbedeutend mit Notge- meinschast. Eine gerechte und gleichmäßige Dertei» lung aller vorhandenen Vorräte ist daher unerläßlich und Voraussetzung b/für, daß von allen Volksgenossen auch gleich schwere Opfer verlangt werden können. Hieraus erklärt sich, warum in Deutschland die Rationierung schon so frühzeitig eingeführt worden ist. Für all« ergeben sich gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Die Bewirtschaftung gibt die Sicherheit, daß jeder au seinem Recht kommt. Also hat auch jeder einzeln« die Pflicht, in seinem Bereich rückhaltlos den Willen des Staates zu erfüllen. Derbrauchsdisziplin ist erste Pflicht; sie zu üben, muß allen um so leichter fallen, nachdem der Staat die Wirtschaft in Ordnung hat und hält. Ein« besonders wichtige und verantwortungsvolle Ausgabe haben unsere Frauen zu bewältigen, von denen der Führer in seiner historischen Reichstagsrede vom 1. September d. I. sagte, daß er von ihnen erwart«, daß sie sich in eiserner Disziplin vorbiwlich in die große Kampfgemeinschaft einfüaen. Die deutschen Frauen haben diesen Appell gehört und verstanden; sie werden den Führer mcht enttäuschen. Die deutsche Hausfrau wird nicht murren, denn sie hat in den getroffenen Maßnahmen die kluge Vorsorge der Regierung, den festen Willen zu gerechter Verteilung erkannt. Sie weiß, daß jeder das erhält, was er braucht, und sie ist überzeugt, daß irgendwelche dunklen Elemente sich nirgends bereichern können. So kommt die Hausfrau innerlich verantwortungsbewußt zu ihrem Kaufmann, der seinerseits ouck wieder weiß, daß er für die Versorgung jedes Volksgenossen ohne Unterschied treuhänderisch verpflichtet ist. Und so wie die eine, so kommen auch alle anderen Hausfrauen; alle sind verständig, üben gegenseitige Rücksichtnahme um) vergessen auch die echte Höflichkeit nicht, die heute sogar besonders wichtig ist. wo man bei seinen Einkäufen oft kürzer« oder längere Zeit mit anderen Einkaufenden m einem Geschäft verweilen muß. Da geht «s manchmal nicht ohne Zeitverlust ab, was aber durchweg mit Ruhe und aus verständnisvoller Rücksichtnahme für den anderen Teil gern ertragen wird. Zudem bemühen sich die Geschäftsleute, ihren Kunden das Schlangestehen zu ersparen. Der „gute Ton" beim Einkäufen wird groß geschrieben. Auch die Kaufleute untereinander Helsen sich, indem sie regen Erfahrungsaustausch pflegen. Transportgemeinschaften gründen und gemeinsam die verbliebenen Fahrzeuge ausnutzen, oder indem sie für bevorzugte Lieferung an Betriebe sorgen, bei denen die Männer eingezogen sind. Besondere Fürsorge gilt mit Recht der Versorgung der berufstätigen Frau und ihrer Familie. Keinesfalls wird sie benachteiligt gegenüber denjenigen, die zu jeder Stunde eiryufaufen in der Lage sind. Der äußere Wall wird, von unseren Soldaten verteidigt, den inneren Wall halten unsere Frauen. Sie kämpfen unerschrocken mit als verständige und sparsame Hausfrauen. Die gemeinsame Abwehr gilt den Einkreisungsmächten, di« ihre Absicht, Deutschland auszuhungern, niemals werden verwirklichen können. Dafür sind uns Garanten unsere Vorräte, ihre kluge, sorglicb« und gerechte Bewirtschaftung und vor allem unsere gemeinsame Kraft. 0. U. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast, Seltersweg: ,Kitty und die Weltkonferenz". Universitäts-Kliniken und -Institute arbeiten weiter. Entsprechend der ministeriellen Anordnung ist der Lehrbetrieb an der Universität Gießen zur Zeit eingestellt. Gegenwärtig werden noch die Prüfungen derjenigen Studenten durchgesührt, die ihr Studium soweit abgeschlossen haben und nunmehr zum Heeres- dienst einberufen sind. Die Kliniken und die Veterinärkliniken setzen ihre Arbeit im Interesse der Allgemeinheit unverändert fort, wie auch eine Anzahl anderer Universitätsinstitute ihren Forschungebetrieb zum Nutzen unserer Volksgemeinschaft weiterhin ausüben. Ebenso bleibt die Universitäts-Bibliothek weiterhin geöffnet. NSG. In einer ruhigen Straß« weht an einem schlichten Haus die wohlbekannte Flagge: ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Kaum klappt die Tür hinter uns zu, sind wir eingefangen von der ernsten Arbeit und dem opferbereiten Einsatz jedes einzelnen. Ist das nicht vorbildliche Kameradschaft? Die Nähmaschine rasselt, aus alten Stoffen und Leinenflecken wird mit unermüdlicher Geduld behelfsmäßiges Verbandszeug und Bereitsckaftswäsche hergestellt, freudige Bereitwilligkeit vervindet alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft, die auf diese Weise die Kameradinnen der Bereitschaft unterstützen. Und unentwegt geht die Tür, ununterbrochen treten sie in das Zimmer, die jungen Mädchen aus den Büros, die weißhaarigen Mütter, aus allen Berufen, in allen Lebensaltern kommen sie, nur von dem einen Wunsch beherrscht, irgendwo helfen zu können, ihre Pflicht in der Heimat au tun, wie die Männer an der Front. „Mein Chef will mir zwar ungern die Stunden freigeben, aber vielleicht kann ich den Lehrgang am Abend besuchen — ich hätte keine Ruhe, wenn ich nicht helfen könnte!" sagt ein blondes Mädel, und die Augen hängen sehnsüchttg an der freundlichen Tracht der Helferinnen. Dm Deutschen Roten Kreuz ist Platz für jeden, der sich mit wirklichem Ernst einsetze/s will, ganz gleich, wohin er gestellt wird. Nur für diejenigen, die glauben, daß der schöne, aber gewiß nicht leichte und verantwortungsvolle Beruf einer Helferin so etwas wie „Mode" wär« ^ind man die kleidsame Haube Am vergangenen Sonntag traf im Hofgut Utphe bei Hungen «ine frisch-fröhliche Schar van 13 Mädchen ein, die für 8 Tage vom Schulunterricht m unserem Gießener Lyzeum befreit worden waren und nun ihre Kraft in den Dienst der Hackfruchternte stellen. In einem Omnibus der Stadt Gießen waren sie mit noch anderen Mitschülerinnen hinausgebracht worden. Eine Anzahl Mädchen kam einzeln zu Bauern in die Umgebung von Hungen, um den Bäuerinnen zur Hand zu gehen; eine größere Gruppe der Erntehelferinnen blieb aber beisammen und wird nun seit Montag ebenso geschlossen eingesetzt. Die ausgedehnten Felder des Hofgutes Utphe bieten ein reiches Arbeitsfeld, und gerade jetzt harrt ein Acker von 70 Morgen Größe, der ausschließlich mit Kartoffeln angebaut ist, der Ernte. Zusammen mit einigen Stammarbeitern und -arbeiterinnen des Hofgutes zogen die Mädchen hinaus auf den unweit des Hofgutes gelegenen Acker, um sich dort beim Kartoffellesen nützlich zu machen. Schon dieser Auszug zur Arbeit hat etwas besonderes an sich. Zwei der Mädels (und immer wieder ander« zwei) dürfen sich, wenn sie wollen, auf die breiten Rücken der beiden ebenso ruhigen, wie stämmigen Belgier-Pferde „Hans" und „Cäsar" setzen und hinausreiten. Das macht zunächst schon einigen Spaß! Und wenn das Wetter günstig ist, dann geht es auch beim Kartoffellesen unterhaltsam zu, denn die Mädchen haben sich immer etwas zu erzählen, haben immer einen Scherz auf den Sippen, und manchmal führen sie den Kameradinnen gegenüber gewaltige und kraftvolle Reden. Das schönste aber ist das gemeinsame Lied, das bei der Arbeit gesungen wird. Wir nahmen Gelegenheit, einmal einen halben Tag bei den Mädchen in Utphe mit auf dem Acker zu sein, selbst mit anzupacken und die vollen Kar- toffelkorbe auf den Wagen zu stemmen. Es gab Dor Durchführung von Sammlungen wird nochmals gewarnt. NSG. Der Letter des Amtes für Volkswohl- fahrt bei der (Sauleitung Hessen-Nassau der NSDAP., Gauamtsleiter Haug, macht auf folgendes aufmerksam: Es mehren sich die Fälle, daß unter den verschie- densten Begründungen Sammlungen durchgeführt werden. Nach dem Erlaß des Herrn Reichsministers des Innern vom 7. September 1939 sind sämtliche Sammlungen ausnahmslos verboten. Darunter fallen auch alle Mitgliederwerbungen. Die Veranstalter der verbotenen Sammlungen haben mit strengen nur zum „Staat" tragen möchte, ist im Deutschen Roten Kreuz kein Platz. In 20 Doppelstunden, also keineswegs flüchttg, werden die Anwärterinnen auf ihren verantwortungsvollen Dienst vorbereitet. Sie lernen die unendlich feine Maschinerie des menschlichen Körpers kennen, sie üben die ersten Handgriffe bet Unfällen und müssen tadellose Verbände anlegen können. Man muß einen Lehrgang besucht und gesehen haben, mit wieviel fraulichem Ernst und wieviel Verständnis jede einzelne den Ausführungen des Arztes folgt. Mit hingebendem Eifer wird der Kopf der Kameradin „bearbeitet", um einen regelrechten Kopf verband zu schaffen, und immer wieder schlingt man die Binde um den Arm, bis sie vorschriftsmäßig sitzt. Wenn aber das Ziel erreicht ist, wenn man die Prüfung bestanden hat und nun im Bahnhofsdienst der NSV., bei Unfällen ober zur Hilfeleistung in Rettungsstellen des Zivilen Luftschutzes herangezo- gen wird, dann wird man seine Pflicht tun, ja noch mehr, man wird mit allen Kräften, wie sie eben gerade der Frau aus dem unbesiegbaren Quell chres Herzens kommen, den Hilfesuchenden Glauben und Zuversicht vermitteln. „Helft helfen!" — ein wunderbarer Wahlspruch derjenigen, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes im wahrsten Sinne des Wortes ,Kämpfer ohne Waffen" sind, ein Wahlspruch, der verpflichtet und jeden stolz und glücklich macht, der unter ihm dient. dabei viel Anlaß, sich zu freuen an der prima Stimmung, die unter den jungen Erntehelferinnen herrscht. Auch die zum Gut gehörigen Landarbeiter und Landarbeiterinnen hoben ihre helle Freude daran, wenn in einer schier unerschöpflichen Vielfalt ein Lied und ein Kanon nach dem anderen erklingt und dabei doch die Arbeit getan wird, die geschafft werden muß. Mit ,Haushund „Cäsar", den beiden Pferden, wird gute Freundschaft gehalten. Die Mädchen wissen auch schon, welcher der Hand- und welcher der Sattelgaul ist. Bei dem guten Wetter, das sich nun wieder an- zubahnen scheint, wird die Arbeit der Kartoffelernte rasch fortschreiten, und wenn es auch den Mädchen in der kurzen Zett nicht gelingen kann, die Kartoffeln von dem ganzen großen Acker aufzulesen, so werden andere Mädchen, die nach ihnen kommen, die Arbeit fortsetzen. Ein Tag dieser Woche, der Montag, ließ sich für die Arbeit im Freien wenig günstig an. Aber deshalb blieb man nicht untätig. Auf den Speichern gab es allerlei zu tun, und einige der Erntehelferinnen machten sich in der Küche nützlich. Im Hofgut Utphe haben die Erntehelferinnen gute Unterkunft gefunden. Ein großer luftiger Schlafraum mit guten Betten steht zur Verfügung. Ein Aufenthaltsraum ist auch vorhanden. Für jedes Mädchen ist ein Spind da. Durch einen Rundfunk- Lautsprecher bleiben sie über die Ereignisse der Zeit im Bilde. Für kräftige und ausreichende Verpflegung ist selbstverständlich auch gesorgt. Für die jungen Kameradinnen, die sich hier zu ländlicher Arbeit eingefunden haben, werden diese acht Tag« des gemeinschaftlichen Einsatzes ein schönes Erlebnis fein, das an besonderem Wert gewinnt, weil sie sich dessen bewußt sein können, in einer Notzeit eine vaterländisch« Pflicht zu erfüllen. Strafen zu rechnen. Auf Befehl des Führers werden einzig und allein die Sammlungen des Winter- Hilfswerkes des deutschen Volkes (Kriegswinterhilfswerk) durchgeführt. BMnM M Kruft ötttm Srenöe Morgen, Donnerstag, den 21. September, 2030 Uhr, beginnt wieder die Gymnastikstunde der MS.- Gemeinschaft Kraft durch Freude für Frauen. Die Sportstunde findet nicht im Lyzeum, sondern in dem kleinen Saal des „Burghofs", Burggraben, statt. Vir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. (MMD M Mte Dz WW Mr bitten unsere Mitglieder der Gießener Ortsgruppen, ihre Beitragsmarken bei nachstehenden Ortswaltungen zu kaufen: Gießen-Bord: Walltorstraße 16. Sprechstundenr Montags, Mittwochs und Freitags abends von 20 bis 22 Uhr. Giehen-Süd: Friedrichstraße L Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. Gießen Ost: Licher Straße 19. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. 5896V Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen-Mille können ihre Beitragsmarken auf der Verwaltungsstelle, Schanzenstraße 18, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags erhalten. Es ist pflicht jedes einzelnen Mitgliedes, sich feine Beitragsmarken bei den angegebenen Stellen zu kaufen, falls der Kassierer nicht bei ihm kassiert. Die Deutsche Arbeitsftont Kreiswaltung 24 Wetteran Abtl. Verwaltungsstelle Gießen. Ein wichtiges Aufklärungsinstrument. NSG. Die Ursachen und die tiefen Gründe innen* und außenpolitischer Entwicklungen dem Volke klar zu machen und es darüber aufzuklären, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Partei. Unermüdlich ist auf diesem Gebiet ihre Schulungsarbeit. Dieser Zielsetzung dienen auch der Schulunc^brief der Reichsleitung und der NS.-Brief der (Bauleitung Hessen- Nassau der NSDAP., die in allen Bevölkerungskreisen unseres Gaues Eingang gefunden haben. In diesen schweren Wochen des Kampfes um unsere Lebensrechte kommt diesen Schulungsbriefen besondere Bedeutung zu. Der Stellvertreter des Führers hat bestimmt, daß der Schulungsbrief auch während der Dauer der kriegerischen Verwicklungen erscheint. Große Ausgaben hat er zu erfüQeir. Er ist in diesen Tagen der weltgeschichtlichen Ereignisse ein wichtiges Aufklärungsinstrument der Partei, das auch in die Hand des letzten Volksgenossen gehört. Die vor kurzem erschienene Nummer des NS.°Briefes der Gauleitung Hesien-Nassau war dem europäischen Ostraum gewidmet. Die nächste Folge wird die ae- schlossene „Innere Front" Herausstellen, die mit die Voraussetzung ist zum Siege unserer Wehrmacht. Küchenabfälle für -aS EHW. NSG. Dem Ernährungshilfswerk kommt in dieser Zeit noch mehr als bisher große Bedeutung zu. In den letzten Wochen wurden in unserem Gau 1540 schwere Mastschwein« zur Schlachtung gebracht, davon allein über 500 in Darmstadt. Trotz dieses starken Absatzes sind di« EHW.-Stallungen bis auf den letzten Platz belegt und darüber hinaus noch Not- ställe in Anspruch genommen worden. Diese großen Erfolg« des Ernährungshilfswerkes sind nur deshalb möglich, weil die Hausfrauen längst erkannt haben, daß die sorgsame Ablieferuna der Küchenabfälle ihnen und chren eigenen Haushaltungen wieder zugute kommt. Die Sammlung von Kuchenabfällen geht auch in Zukunft ordnungsgemäß vor ich. Niemand darf glauben, daß durch di« meltge- chichtlichen Ereignisse dieser Wochen die Einrichtung i)es Ernährungshilfswerkes beeinträchtigt wird. Wir haben vielmehr jetzt eine besonder« Verpflichtung, allen Anforderungen der Stund« gerecht zu werden. Hierzu gehört auch die reibungslose Durchführung des Ernährungshttfswerkes. Jede Hausfrau ist daran verantwortlich beteiligt, indem sie die Küchenabfälle ausschließlich dem Ernährungshilfswerk zur Verfügung stellt. Kauf von Kelterobst beim Erzeuger verboten. NSG. Da in diesem Jahre keine Freigabe* scheine für den Bezug von Kelterobst, wie im Dor- cchre, öon der Hauvtvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft, Berlin, dzw. vom (Bartenbau- wirtschaftsverband Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., ausgegeben werden, herrscht besonders in den Kreisen der selbstkelternden Gastwirte zum Teil die irrige Auffassung, es bestünde die Möglichkeit, in diesem Jahre wieder das Kelterobst vom Erzeuger unmittelbar aufzukaufen. Zur Richtigstellung wird vom Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau, Fröhliche Erntehelferinnen im Hosgnt lltphe. Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Topgright by Verlag Oskar Meister, weröau L Sa. 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Daß du verändert bist, daß du dein« ruhig« Gelassenheit verloren hast, daß du m den letzten Wochen ein anderer Mensch geworden bist ... das sehe ich! Und ich weiß darum auch, daß dich ein sehr, sehr schwerer Kummer drückt, nein, Das kannst du mir nicht abstreiten!" „Ach, was hast du für scharfe Augen!" Das soll der alt« gutmütige Spott sein, aber Divian hört in den heitern Worten die verborgene Qual. „Claire ..." bittet sie eindringlich, „sei aufrichtig ... vielleicht kann ich dir helfen?" Langsam stiehlt sich ein bitteres Lächeln um Claires Mund. »Kannst du aus einem häßlichen Mädchen ein hübsches machen?" „Aus einem häßlichen ... ein hübsches ...?" stammelt Divian entsetzt und erkennt plötzlich, wie es mit der Schwester steht, blitzartig, als geh« der Vorhang vor der hellerleuchteten Szene hoch. „Du ... liebst ...?" Stumm senkt Claire den Kopf. „Und wen? ... Doch nicht etwa Hellmers?" Da fühlt Diwan plötzlich die Arm« der Schwester um den Hals, und ein furchtbarer Verdacht steigt in ihr auf. „Claire, um Gottes willen, so red« doch! Liebst du Hellmers?" „Du dummes Schäfchen!" Das ist unter Tränen wieder der alte Humor. „Ich werde dir doch deinen Joachim nicht vor der Nase wegnehmen! Nein, sei ganz ruhig, der ist's nicht. Es gibt noch außer ihm einige Männer, die es wert sind, geliebt zu werden, auch wenn sie nicht ganz so stattlich ausschauen! Meiner beispielsweise ... sieht wie ein Scyulbub aus." „Pembroke?" „Halt den Mund! Und wenn du eine Silbe verrätst, Divian ..." „Aber Claire!" Unendlich glücklich ist Divian in diesem Augenblick. „Dann ist ja alles gut! Weiß er denn bereits etwas?" „Unsinn! Woher denn? Und er wird nie etwas davon erfahren. Reiche aber häßliche Mädchen wie wich heiratet man nicht aus Liebe. Das weiß ich. Und darum fliehe ich, ehe es zu spät ist!" Seife legt sich die Tür hinter der Davoneilenden ins Schloß. Eine Weile steht Divian wie betäubt, dann beginnen die Bein« den Dienst zu versagen. Sie muß sich setzen. O Vater, hättest du geahnt, was du da deinem schwachen Mädchen auf die Schultern gelegt hast! Dein Werk beginnt eine Bürd« zu werden, unheil- schwer und lastend vor Verantwortung! Werde ich das tragen können? Stehe ich nicht auch so allein wie Claire? Weiß ich, was aus mir wird? ... Arm« Claire, du wirft es schwerer haben als ich! Wie muß es dich gepackt haben! ... Aber sei still! Deine groß« Schwester wird die Hände nicht gleichmütig in den Schoß legen, und wenn Hellmers erst wieder da ist ... dann werden wir alles, alles wieder gutmachen ... auch dein Herz soll sich freuen, so Gott will! Und ganz zart blüht eine Hoffnung in ihrem Herzen. Ja, wenn Joachim Hellmers wieder ftei ist — Dann wird der ganze Spuk zerronnen sein. Dann ... wenn er erst wieder da ist, wenn er mit ruhiger Hand und guten, klugen Augen alles Schwere leicht macht ... dann wird der Nebel sich lichten ... dann wird vielleicht auch die Sonne wieder scheinen für uns zwei ... für dich, Claire, und deine klein« Schwester. Ja, eine Sonne, die wärmt und leuchtet, eine Sonne, deren Schein sich widerspiegelt in zwei hellen weiten Augen, die unvergessen find, die in stillen Stunden immer wieder warm und werbend in die ihren sehen — Joachim Hellmers ... Ein Läuten an der Tür schreckt Vivian jäh auf. Herrgott, fast acht Uhr ... und sie sitzt hier und träumt. Draußen hört sie Hawkins gehen. Gleich wird Pembroke hier sein. Hastig fährt sie sich übers Haar, tupft ein ganz Kein weckia Puder über die Wangen. 3m großen Iagdzimmer brennt schon Licht. Ein kurzer prüfender Blick ... ja, das Mädchen hat alles bestens geordnet. Es kann beginnen. Ruhig geht sie auf die Diele, Mr. Allan Pembroke zu empfangen. 32. Mr. Pembrokes großes Haustheater. „Entschuldigen Sie, Mrs. Holgerfon, daß ich ein wenig vor der Zeit komme", begrüßt Pembroke di« Hausfrau, „aber ich muß zuvor mit Hawkins noch einiges regeln. Brauchen Sie ihn im Augenblick für hie Bedienung?" „Nein, Hawkins ist jetzt frei", entgegnet Divian erstaunt, „aber verzeihen Sie meine Neugierde ... was soll das alles? Ich verstehe Si« nicht." „3n einer knappen halben Stunde werden Si« alles verstehen" antwortet Pembroke sieaessicher, und mit schelmischem Lächeln bittet er für sein Verhalten um Vertrauen. ,Hch begreife es ja, gnädige Frau, daß Ihnen das alles sehr spanisch vorkommen muß ... aber haben Sie nur Zutrauen und verderben Si« mir bitte mein« Ueberraschung nicht!" Achselzuckend läßt ihn Divian gewähren. Sie beginnt sich bald nicht mehr zu wundem, auch nicht, als Pembroke di« Klingt zur Pforte abstellt und dann im Jagd zimmer eingchend di« Möbel untersucht. „Und hier nebenan? .. ." „Liegt das Speisezimmer. Sie hören ja, daß bas Mädchen gerade das letzte Geschirr abräumt." „Sehr gut. Wir wollen die Flügeltür schließen ... halt... bitte nicht den Schlüssel umdrehen. Meine Ueberraschung braucht di« Durchqangsmög- lichkeit. Wer pflegt hier zu sitzen?... Sie selbst? O Verzeihung, von Ihrem Platz soll Sie keine Macht der Welt verdrängen, ich werde mich dann hierher in den Schatten des großen Sofas verziehen. Sehr gut! Wo sitzt Miß Perkins?" Im Augenblick ist Divian ein wenig verlegen. „Sie wird wohl kaum anwesend sein." „Nicht? Aber warum denn das? Es gibt unter Garantie allerhand au sehen. Das müssen wir doch erreichen, daß sie mit dabei ist! Ehrlich gesagt: mir wäre sonst der größte Spaß verdorben. Auf Mß Claires Anwesenheit lege ich persönlich größten Wert!" Ueberrascht sieht Divian auf. Der Schelm blitzt in chren Äugen für einen Augenblick auf. „Versuchen Sie, meine Schwester umzustimmen! ... Sie können das sicher besser als ich", entgegnet sie lächelnd. „Und ob ich das kann! Passen Si« nur auf!* strahlte Pembroke. Auf seine schmal« Visitenkarte schreibt «r ein paar hastige Zeilen und bittet um «inen Briefumschlag. „Ihr Herr Onkel wird doch auch zugegen sein?" „Gewiß, er will zwar morgen wieder nach Schweden zurück, aber er muß ja als der Verwalter unseres Erbes dpbei fein, wenn «s sich um das Werk handelt. Er packt gerade seine Koffer und kann jeden Augenblick gerufen werden." ,Lch habe mir's gedacht, gnädige Frau! Würden Sie die Liebenswürdigkeit besitzen, das Mädchen hinaufzuschicken ... und Fräulein Claire gleich mefe Nachricht dabei überbringen lassen?" Still kommt Claire als erste herab. Ein schneller Blick huscht hinter halbgesenkten Augenlidern zu Pembroke hin, dann geht sie >ach kurzem Gruß zu ihrem Sessel. Sie hat sich sehr gut in der Gewalt, niemand würde ihrem beherrschten Gesicht ansehen, was vor einer Viertelstunde geschehen ist. Wesentlich geräuschvoller vollzieht sich Onkel Wil- tiams Eintritt. Er begrüßt Mr. Pembroke mit warmem Wohlwollen, klopft chm die Schulter, wie man einem tüchtigen jungen Mann eben als Chef gelegentlich auf die Schulter klopft, unb setzt sich endlich mit erwartungsvoller Mene auf den Sessel, der mit dem Rücken gegen die Tür des Speist- zimmers steht. „Schießen Si« los, lieber Freund, schießen Sie los!" nickt er voller Erwartung. „Sie sehen... die gesamte Direktion ist versammelt, die Vorstellung kann beginnen." „Ganz recht", lächelt Pembroke. ,Zch will nur nachschauen, ob niemand hinter den Kulissen horchst." Vorsichtig geht er zur Tür, schaut hinaus, kommt wieder zurück, öffnet auch die Tür zum Speisezimmer und bleibt dann mit dem spitzbübischen Lächeln eines Komödianten am Sims des weitaus- ladenden Kamins stehen. (Fortsetzung folgt)