ilr.116 Erstes BTaf 189. Jahrgang Samstag, 2O./$onntag,2L Mai 1959 Erscheint tügllch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R.Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen oon 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/g mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie ein. spaltige Gelegenheitsanzer. gen 5 Rpf., Familienanzei. gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Englands Paktpolitik soll die Welt zur Kenntnis nehmen, danach soll sie auf Danzig deshalb Anspruch, weil Weichsel ein polnischer Fluß sei Danzig die Weichselmündung beherrsche, kämen ja auch nicht auf den Gedanken, Die gegen einen d i e und Dir mit Der Führer hat diesen Tagesbefehl dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General der Infanterie von Wihleben, dem Befehlshaber der Luftverteidigungszone Dest, Generalleutnant kihinger, dem Generalinspektor Hauptdienstleiter Dr. Todt und dem Reichsarbeitsführer Reichsleiter h i e r l übermittelt. Efringen (Baben), 19. Mai (DRB.) Der Führer hat nach Abschluß seiner sechstägigen Inspektionsreise durch das Gebiet des deutschen Westwalles folgenden Tagesbefehl erlassen: „Soldaten und Arbeiter der Westfront! Die Besichtigung des Westwalles hat mich von seiner Unbezwingbarkeit überzeugt. Mit mir dankt das deutsche Volk allen, die durch bedingungslosen Einsatz in kürzester Zeit die Grundlage für Deutschlands Sicherheit in Beton und Stahl geschaffen haben. Mein Dank gebührt außer den Soldaten. Wesiwallarbeitern und Arbeitsdienstmännern der Grenzbevölkerung, die durch ihre Opferwilligkeit vorbildlichen nationalsozialistischen Gemeinschaftssinn bewiesen hat. gez.: Adolf Hitler. London, Mai 1939. In einem Ausmaß wie selten seit dem Weltkriege wird heute in London wieder große Politik gemacht. Ob diese Politik für das britische Weltreich und für die anderen Nationen Europas und der Welt segensreich oder verderblich ist, darüber wird die Geschichte einmal das Urteil sprechen. Aber nach einer zwanzigjährigen Periode der Untätigkeit und der außenpolitischen Schwäche glaubt die britische Nation unter Chamberlain zum erstenmal'wieder, die Führung in der Weltpolitik an sich gerissen zu haben, und die Bereitwilligkeit, mit der sich gewisse Nationen des europäischen Ostens und Südostens in die höhle des britischen Löwens zu begeben scheinen, macht diesen Glauben bei der breiten Öffentlichkeit verständlich. Um so erstaunlicher erscheint dem englischen wie dem ausländischen Beobachter die geradezu erbitterte Gegnerschaft, mit der die Opposition inzwischen immer wieder gegen die Regierung auftritt. Im Gegensptz zu den parlamentarischen Systemen des Kontinents, wo die Opposition einzelner Parteien vielfach willkürlich und schwankend ist, erfüllt die Opposition in England geradezu eine staats- politische Funktion. Die gesamte englische Politik der viktorianischen Zeit und bis zum Weltkrieg hin ist ohne das Gegenspiel von konservativen Tories und liberalen Whigs überhaupt nicht verständlich. Seit der Koalitionsregierung Lloyd Georges, die der Not der Kriegszeit entsprungen war, machen die traurigen Ueberreste der Liberalen, in sich wieder gespalten, eine unfruchtbare Opposition im Sinne kontinentaler Parlamente. Diese unter Gladstone und später wieder unter Asquith einst mächtigste Partei im Unterhause verfügt nur noch über 21 von 615 Sitzen. die gerade diese Außenpolitik seit Jahren gefordert hatte, verweigert diesen Rückhalt aus doktrinärer Engstirnigkeit und außerdem aus verletzter Eitelkeit, weil ihrer Ansicht nach Chamberlain vor Einführung der Wehrpflicht die Opposition nicht hinreichend zu den Beratungen zugezogen hat. Im Unterhaus und mehr noch im Lande wird die Haltung der Oppositionsführer in eigenen einer analogen Begründung etwa Rotterdam zu verlangen, weil es die Rhein- Mündung beherrsche. Ebenso wenig sei die Rede davon gewesen, daß wir Polen oon der Ostsee abdrängen wollten. Endlich könne wohl auch nicht ernstlich bezweifelt werden, daß eine Großmacht wie das Deutsche Reich m i t seiner Ost Provinz verbunden sein und diese Verbindung exterritorialen Charakter haben müsse. Diese Forderung sei wahrhaft maßvoll und billig. Die polnische Oeffentlichkeit habe den Boden der Realitäten völlig verlassen, weil sie sich durch England gedeckt fühle. Mit schneidender Jro- Reihen scharf getadelt. Aber Aktlee und seine politischen Freunde beharren auf ihrer Doktrin. Für den Außenstehenden wichtig ist an dieser Entwicklung nur eines: Bedeutet dieses völlige Versagen der Opposition von heute zugleich die ernsteste Krise, durch die der englische Parlamentarismus bisher gegangen ist? Oder wird aus den Trümmern der Arbeiterpartei, der Liberalen und der allerdings nicht mehr sehr zahlreichen unzufriedenen Konservativen eine neue Opposition entstehen, die nicht mehr vom Geist, der stets verneint, getragen wird, sondern von der Bereitschaft und Fähigkeit, die Verantwortung zu jeder Stunde zu übernehmen? Köln, 20. Mai. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Freitagabend in einer gewaltigen Massenkundgebung in den Ausstellungshallen. Dr. Goebbels entwarf ein plastisches Bild oon der stolzen Größe und Wehrhaftigkeit des neu- erftandenen Reiches. Der Führer habe die Richtigkeit des Treitfchkefchen Wortes bewiesen, daß M ä n- ner d i e Geschichte machen. Freilich sei dabei unerläßliche Voraussetzung gewesen, das sich das Volk hinter ihn gestellt habe, denn Ideen allein reichten nicht aus. Sie müßten sich stets mit der Macht verbinden, wenn sie zur Realität werden sollten. Das aber sei im nationalsozialistischen Deutschland unter der einzigartigen Führung Adolf Hitlers geschehen. Heute repräsentiere der Führer nicht nur das deutsche Ansehen, sondern vor allem auch die deutsche Macht. Mit beispielloser Zähigkeit habe er zusammen mit seinem Volk eine Wehrmacht geschaffen, in deren Schutz sich die Nation nach furchtbarsten Zeiten völkischer Demütigung endlich wieder geborgen wisse. „Deutschland ist wieder eine Weltmacht geroorben und in einem sechsjährigen kühnen und steilen Aufstieg ist unser Reich zur Großmacht emporgewachsen. Was wir vor Jahren nicht im Entferntesten für möglich hielten, das ist geworden: auf der Grundlage der Einheit ist die nationale Freiheit und die Wiederherstellung unserer nationalen Ehre erstanden. Ein Volk, das den tiefsten Fall seiner ganzen Geschichte tat, ist 20 Jahre später zum bestimmenden Mittelpunkt der europäischen Politik geworden. Wir sind nicht mehr das oerträumte Volk der Dichter und Denker, mit dem man Jahrhunderte hindurch ein leichtes Spiel hatte, sondern entschloß sen, unser Recht als Weltmacht von Rang geltend zu machen. Hinter dem politischen Willen des Führers steht ein geschlossenes Volk und seine bis an die Zähne bewaffnete Wehrmacht und über dem Volk steht eine mutige und zielklare Führung, die das Richtige im richtigen Augenblick zu tun wisse. Unser Volk kann dem Führer'auf den Knien dafür danken, daß er durch seine Tat dafür gesorgt hat, daß in Zukunft nicht mehr der Neid und die Mißgunst einer machtlüsternen Umwelt das Reich ins Unglück stürzen kann. Der Führer hat vorgesorgt. Wir haben ja mit der Aufrüstung nicht erst gestern angefangen, und he u t e sindwirunüberwindlich! Mit stolzer Befriedigung können wir das stärkste Heer, die imponie-- rendste Luftwaffe unser eigen nennen und auch unsere Kriegsmarine steht im Begriff, wieder m die Reihe der bedeutenden Seemächte der Welt em- zurücken. Allerdings sei mit Deutschland sozusagen e t n neuer Konkurrent auf dem internationalen Kraftfeld erschienen. Deutschland habe sich s e l b st das Recht geholt, das ihm in jahrelangen Bemühungen auf dem jo viel gepriesenen Verhandlungswege nicht zugesian- den worden fei. Es sei mehr als abwegig, diese Methode der Wiederherstellung des Rechtes als „brutal“ hinzustellen. Deutschland sei ja zu diesem angeblich brutalen Vorgehen immer nur durch die impertinente Unnachgiebigkeit der Westmächte gezwungen worden. Wan rede immer von „Verhandel n“, aber wo werde denn B. über die so brennende Frage der Rückgabe'der uns geraubten Kolonien die Möglichkeit zum verhandeln geboten. Die Welt würde besser beraten fein, wenn sie diesen Problemen mutig und einsichtsvoll ins Auge schaute. „Denn zu glauben, daß wort auf die impertinente Botschaft Roosevelts hatte der Führer erklärt, daß Deutschland bereit sei, mit allen Staaten, die es wünschen sollten, Nichtangriffspakte abzuschließen. Es sind denn auch mit allen Staaten des Nordens und Nordostens Verhandlungen darüber geführt worden, die jetzt zu einem gewissen Abschluß gekommen sind. Von den drei baltischen Staaten war Litauen bereits in dem Abkommen über die Rückkehr des Memellandes zum Reich ein Nichtangriffsversprechen gewährt worden. Mit Estland und Lettland stehen Nichtangriffspakte vor dem Abschluß. Die vier nordischen Staaten hatten eine Konferenz ihrer Außenminister nach Stockholm berufen, um zu dem deutschen Vorschlag Stellung zu nehmen. Die Konferenz hat anerkannt, daß Dänemark durch seine unmittelbare Nachbarschaft mit Deutschland gegenüber den übrigen drei Mächten in einer besonderen Lage sei, die den Abschluß eines Nichtangriffspakts mit dem Reich wünschenswert machen könne, lieber einen solchen, selbstverständlich gegenseitigen Nichtangriffspakt wird also mit Dänemark weiter verhandelt werden, während Schweden, Norwegen und Finnland, die ja alle drei keine gemeinsamen Grenzen mit dem Reich haben, ein solches Abkommen nicht für erforderlich halten, da sie. wie sie noch einmal erklärt haben, sich von Deutschland nicht nie prangerte Dr. Goebbels an, wie dieses Eng- land, um Deutschland einzukreisen, sich bemühe, auch Sowjetrußland in einen solchen Ring hineinzuziehen — das kapitalistischste, das feudalste und besitzendste, unproletarischste Land der Erde verbinde sich mit dem proletarischsten und dem kom-. munistischsten. Wenn am nächsten Montag dagegen das Militärbündnis zwischen Berlin und Rom unterzeichnet werde, so dokumentiere sich damit vor den Augen der europäischen Oeffentlichkeit ein Machtblock, wie ihn die neuere europäische Geschichte noch nicht sah. Man solle sich über seine Auswirkungen keinem Zweifel hingeben, denn hier begegneten sich nicht nur zwei Völker in gemeinsamen Interessen, sondern auch zwei Revolutionen in denselben weltanschaulichen Zielen. Wir sind jetzt die stärkste Militärmacht der Welt, und die Achse, die Rom und Berlin miteinander verbindet, ist unzerbrechlich geworden. So kann uns irgendeine Panikmache nichts mehr anhaben. Die deutsche Ration will keinen Krieg. Sie steht Gewehr bei Fuß, so schloß der Minister, aber das deutsche Volk ist entschlossen, feine Lebensrechte zu wahren und zu verteidigen. Das deutsche Volk weiß, daß es bei der Verteilung der Welt zu kurz gekommen ist und die Welt muh einfehen, daß das auf die Dauer nicht so bleiben kann. Das deutsche Volk steht in blindem Vertrauen hinter feinem Führer und wartet der Dinge, die da kommen werden. Das Gefühl der Angst ist ihm gänzlich fremd. Aeberrascht werden können wir nicht mehr. Das deutsche Volk schläft sozusagen mit dem Tornister unter dem Kops. Es weih, worum es geht, und es ist entschlossen, fein Leben und feine Freiheit bis zum Letzten zu verteidigen, wenn es notwendig fein sollte. Aber noch geben wir nicht die Hoffnung auf, daß die Vernunft zu den Völkern zurückkehren und daß es nicht notwendig fein werde, Europa in das tiefste Unglück hineinzustürzen, lediglich, weil die deutsche Nation in bescheidenem Umfange an den ' Reichtümern der Welt mitbeteiligt werden wolle. Das in der Levante von London betriebene Einkreisungspolitik die autoritären Mächte hat in Nordeuropa eklatanten Mißerfolg erlitten. In seiner Ant- Oer Westwall unbezwingbar! Oes Führers Dank an alle Milwirkenden. handeln. Es ist das nicht nur ein Appell an das deutsche Volk, sondern ein Appell an die Welt. Der Führer isteinFriedenssreund. Er will wirklich den Frieden. Mit einem Minimum an Vernunft wird es möglich sein, den Frieden zu wahren, und zwar den Frieden der Gerechtigkeit. Die Kriegshetzer würden furchtbares Verhängnis über Europa heraufbeschwören, wenn sie Deutschland dazu zwingen, sein Leben zu verteidigen. Sie werden Europa seiner glücklichsten Zeit entgegenführen, wenn sie die vitalsten Lebensansprüche des deutschen Volkes erfüllen. Die Wahl liegt b e i den anderen, nicht bei uns. Wir aber find geschloffen und einig in einer nationalen Idee. Wir sind bewaffnet bis an die Zähne und vertrauen blind auf den Mann, der Deutschland aus seinem tiefsten Fall von 1919 zu der Höhe oon 1939 emporführte. In diesem Sinne sind wir auch religiös, in dem Sinne glauben wir an das Walten eines höheren Schicksals, das am Ende doch immer nur Mut und Kraft belohnen wird, und das uns dann auch einen Weg zeigt, um zu unserem Recht und zu unserer Freiheit zu kommen. In diesem Sinne haben wir den Mut und die Berechtigung, vor diese höhere über uns waltende Macht zu treten und zu sagen: „Wir haben uns selbst geholfen, nun, Gott, mußt du uns auch helfen!" Deutschland will einen Frieden der Gerechtigkeit Reichsminister Dr. Goebbels spricht aus einer Massenkundgebung in Köln. Versagen der Opposition in England Von unserem Dr. Li.-Korrespondenien Diese Entwicklung bedrohte unmittelbar die Grundlagen des englischen Parlamentarismus, weil den Konservativen, die seit 1931 eine erdrückende Mehrheit besitzen, der politische Gegenspie- l e r genommen war. Die Arbeiterpartei war nach dem Willen ihrer Väter zur Nachfolge der : Liberalen berufen. Sehr schnell aber zeigte sich, daß ' sie dieser Aufgabe nicht gewachsen war. Der erste. Versuch einer arbeiterparteilichen Regierung, ' damals noch mit Hilfe der Liberalen, scheiterte 1923 ; schon nach wenigen Monaten. Die zweite Arbeiter- regierung in den Jahren 1929 brachte England an , den Rand einer schweren wirtschaftlichen und inner- politischen Krise. Ramsay Macdonald, einer der ältesten Führer der Arbeiterpartei, besaß damals genügend Patriotismus, um alle doktrinären Bedenken über Bord zu werfen und die Führung der nationalen Koalitionsregierung zu übernehmen. Diesen „Verrat" haben ihm seine Parteifreunde nie verziehen. Seitdem befindet sich die Arbeiterpartei in erbitterter Opposition, erst gegen ihren eigenen Führer, dann gegen Baldwin, der aus der Nationalregierung in Wahrheit eine konservative Regierung machte, und heute gegen Neville Chamberlain. Es ist in England kein Geheimnis, daß Chamberlain für seine innenpolitischen Gegner ein großes Maß von Verachtung besitzt. Hinzu kommt, daß die Arbeiterpartei seit vielen Jahren nicht einen einzigen Mann von überdurchschnittlichem Format aufzuweisen hat. Bei dieser Unfähigkeit der Führung ist es nicht weiter verwunderlich, daß auch die Politik der Arbeiterpartei ahnd Format und Konturen ist. Vornehmste Aufgabe der englischen Opposition war seit jeher die Kritik an der In n e m Politik der Regierung. Das bedeutete nicht eine stillschweigende Vollmacht an die Regierung auf außenpolitischem Gebiet. Aber niemals hat ine Opposition derartig scharfe Angriffe ge g e n die Außenpolitik der Regierung gerichtet wie die Arbeiterpartei, und in ihrem Fahrwasser die Liberalen, während der letzten fünf Jahre, fühlbar wurde die Opposition schließlich faft überhaupt nur noch bei außenpolitischen Debatten, wahrend die Regierung bei der Erfüllung ihrer mneren Ausgaben auf die Mitarbeit der Opposition fast ganz verzichten mußte. Es ist bekannt, daß die Opposition seit Jahren am lautesten nach der „starken Haltung gegen die f a s ch i st i s ch e n Staaten geschnen hat. Jeder Versuch der Regierung, mit Deutschland oder Italien in nähere Beziehungen einzutreten, wurde von der Opposition als Verrat an den heiligsten Gütern der Nation bezeichnet. Der D)t e r - pakt rnit Italien und der ! p anische B arge r E r i e g sind hierfür die hervorstechendsten Beispiele. Auch nach dem A b k o rn m en v on Mu n - chen beschuldigte die Opposition Chamberlain er habe Englands politisches Ansehen in der Welt „endgültig erschüttert". Als aber bie Regientng unter dem immer starker werdenden Druck ihrer eigenen Anhänger nn Marz dieses Jahres den Kurswechsel vornahm und nunmehr von sich aus ein? Politik trieb, deren Auswirkungen sich gegen die autoritären Staaten richteten, war der Opposition plötzlich der letzte Wmd aus den Segeln ^Jetzt^rächt es sich, daß seit Jahren die Opposition ihre eigentliche, innenpolitische Aufgabe wrnag lässigt hat. Trotzdem hat man m der a^etterpartej versucht, diese Schwenkung zuruck zur Innenpolitik durchzuführen, ist aber Öabci auf em memg glu liches Gebiet verfallen: die Bekämpfung de Wehrpflicht. Selbst die Gegner heutigen Außenpolitik Chamberlains sehen em, daßi die s unvorsichtig gegebenen Garantien m q Übel den Rückhalt der Wehrpflicht eigenen Lande zur Folgen haben mußten. Die Arbeiterpart - ' sich 80 Millionen Deutsche im Herzen Europas für die nächsten Jahrhunderte ohne den Besitz von Kolonien zufrieden geben könnten, ist geradezu kindisch. Wir müssen die Forderung auf Kolonien um unseres Lebens willen erheben, und es ist völlig unmöglich, ihre Erfüllung etwa auf die nächsten 20 oder 30 Jahre zu verteilen. Wir wollen unser Eigentum zurückhaben, auf das wir niemals verzichten können und auch niemals verzichten werden.“ Auf die deutsche Innenpolitik und* die' kümmerlichen Argumente kleinlicher und unsinniger Nörgler eingehend, beschäftigte sich der Minister voll beißenden Spotts mit den zwar ungefährlicheren, immerhin aber doch anspruchsvoll auftretenden Meckerern vom Schlage der Halbgebildeten und jeder charakterlichen Haltung entbehrenden Intellektuellen. Unbekümmert um diese kleine Clique der Nörgler habe es die große Masse des gläubigen deutschen Volkes für richtiger gehalten, einmal hier und da auf etwas Butter und Schweinefleisch zu verzichten und dafür dem Führer die Möglichkeit zu geben, daß er d i e Grenzen de »Reiches sichere und eine unüberwindliche Wehrmacht schaffe. „Dank dieser Einsicht", so betonte der Minister, „hat Deutschland an seiner Westgrenze eine Mauer von Zement und Stahl erhalten, die für alle Zukunft „einen Spaziergang nach Berlin" ins Reich der Phantasie verweist!". Der Minister legte eingehend dar, daß das Reich mit den Maßnahmen der letzten Jahre in keiner Weife irgendwie die Interessen der westlichen Mächte verletzt hat. „Wir billigen England keinerlei Qualifikationen zu, über uns zu Gericht zu fitzen. Wir Haden mit der Errichtung des deutschen Protektorats über Böhmen und Mähren den Frieden in Mitteleuropa endgültig s i ch e r g e stellt, ohne dabei im übrigen unsere Rasten- und Volkstumsprinzipien auch nur im geringsten zu verleugnen. Beide Völker leben getrennt nebeneinander und gehen nur in elementaren Lebensfragen zusammen." Zur Frage Danzig und Korridor stellte Goebbels mit Nachdruck fef(, es sei gar nicht zu bezweifeln, daß Danzig eine deutsche Stadt sei. Das habe ja der polnische Außenminister selbst in seiner Sfmrede offen zum Ausdruck gebracht. Ebenso wenig sei zu bezweifeln, daß dife Stadt zu uns ge- höre und zu uns wolle. Eine sonderbare Logik sei es, wenn die Polen sagten, sie hätten bedroht fühlen. Sie haben aber (iu gleicher Zeit ihre Absicht kund gegeben, mit keinem Land Nicht- angriffspakte abzuschließen, um damit das von ihnen vertretene Prinzip der Neutralität, Integrität und Unabhängigkeit ihrer Länder deutlich zu unterstreichen. Das bedeutet eine unmißverständliche Absage an jeden Versuch Englands, die nordischen Staaten für den englischen Einkreisungsplan zu gewinnen. In London war dieser Gedanke schon mehrfach erwogen worden, aber nun kann es sich die britische Diplomatie ersparen, hier anzuklopfen, sie würde doch nur verschlossene Türen finden. Es ist kein Zweifel, daß diese klare Entscheidung der nordischen Staaten Englands Verhandlungen mit Moskau nicht erleichtern "-wird, denn die Sowjetunion legt besonderen Wert darauf, daß die ihm im Westen benachbarten Staaten, und dazu gehören ja die drei baltischen Staaten und Finnland, in den Einkreisungsplan einbezogen werden oder zumindest von England eine Garantie erhalten, ähnlich wie Polen und Rumänien, die andern Anrainer der Sowjetunion in Europa. Durch solch einen Gürtel von England garantierter Staaten »längs seiner Westgrenze wäre nämlich' Sowjetrußland im Kriegsfälle der englischen Bündnishilfe sicher, ohne vorerst selbst in Aktion treten zu brauchen, woran freilich auch seinen Nachbarn nicht sehr gelegen ist. Aber das genügt dem Beherrscher des Kreml noch nicht einmal. Stalin fordert vielmehr ein regelrechtes Militärbündnis Englands und Frankreichs mit der Sowjetunion und will nicht begreifen, daß Chamberlain trotz allen Drängens der Opposition immer noch beträchtliche Hemmungen empfindet gegen den Gedanken, vor aller Welt als offener Bundesgenosse des Bolschewismus zu erscheinen. Abgesehen davon, daß es in der eigenen Partei des Premierministers noch Leute gibt, die trotz des verlogenen Kriegsgeschreis ein solches Bündnis mit Moskau als Verrat an der gemeinsamen Sendung Europas auffassen, denkt Chamberlain vermutlich auch an den schlechten Eindruck, den das offene Zusammengehen mit dem Bolschewismus in den britischen Dominions und in der öffentlichen Meinung der neutralen Länder macht. Die englische Regierung möchte wohl schon Moskau für ihre Einkreisungspolitik einspannen, aber sie selbst möchte dabei nicht allzu deutlich in Erscheinung treten, um wenigstens den Schein zu wahren, als ob ihr nur an der Sicherung des Friedens gelegen sei. So werden ihr die sehr bestimmten Forderungen Stalins höchst unbequem und sie weiß nicht, wie sie ohne die gefürchtete Bloßstellung zu dem so heiß erstrebten Ziel kommen soll. Ueberraschend schnell sind dagegen die Verhandlungen mit der Macht des Südostens zum Abschluß gelangt, die mit Moskau seit Jahrzehnten in einem besonderen Vertrauensverhältnis steht, mit der Türkei. Die Regierung von Ankara ist anscheinend entschlossen, den Boden der Neutralität zu verlassen, der für die große Reformperiode Kemal Atatürks außenpolitisch gesehen, charakteristisch war, um mit England ein Verteidigungsbündnis einzugehen, das nur gegen die andere große Seemacht im östlichen Mittelmeer gerichtet sein kann, gegen das faschistische Italien. England sucht auf diesem Wege über Ankara einmal den Weg nach Moskau, zum andern die Möglichkeit, für die Rumänen die zwar nicht erbetene aber freigebig gewährte Garantie gegebenenfalls praktisch wirksam werden zu lassen, und zum dritten die Beherrschung auch des dritten Tors zum Mittelmeer, der viel umstrittenen Dardanellen. Mit dem türkisch-englischen Verteidigungsbündnis tritt also die Meerengenfrage in einen neuen Abschnitt ihrer wechselvollen Geschichte. Zu einer „Frage" sind die Dardanellen erst mit dem Erscheinen der Türken vor Konstanttnopel geworden, denn bis in das späte Mittelalter hinein war Byzanz, das spätere Konstanttnopel, nur Brücke zweier Kontinente und Mittelpunkt des oströmischen Reiches. Mit dem Vorrücken der Türken bis an die Moldau bricht der Gegensatz zu Rußland auf, das feit Peter dem Großen über die Ostsee und das Schwarze Meer hinaus ans freie Meer drängt. So tritt die Dardanellenfrage als ein russisch-türkischer Streitpunkt in die Geschichte. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwacht Englands Interesse daran, die Russen nicht aus dem Schwarzen Meer herauszulassen, um etwa als Bundesgenossen Frankreichs Englands Vorherrschaft im Mittelmeer zu bedrohen. Englands Streben vereinigt sich mit den Wünschen der Türkei in dem Ziel, die Meerengen für jedes fremde Kriegsschiff zu sperren. Das ist Gegenstand zahlloser Kongresse und Protokolle seitdem die Londoner Meerengen- konvention von 1841 zwar die Freiheit der Handels- schiffahrt, aber die Schließung der Meerengen für feie Kriegsschiffe aller Nationen unter der Garantie ber Großmächte festlegt. Rußlands Niederlage im Krimkriege 1856 bringt mit der Neutralisierung des ganzen Schwarzen Meeres eine erhebliche Der- f$ä.rfun9 der für die russische Seemacht überaus lästigen Bestimmungen, der Berliner Kongreß von 1878 dagegen wieder durch die Vermittlung Bismarcks eine Milderung, aber im ganzen bleib? es trotz der englisch-russischen Entente von 1907 bei den "lten Bestimmungen bis zum Weltkrieg, in dem nun die Türken mit tatkräftiger Hilfe des deutschen Bundesgenossen — was heute in Ankara vergessen zu sein scheint — Englands Versuch, die Oeffnung der Meerengen zu erzwingen, erfolgreich abweisen. Erst im Friedensvertrag von Lausanne 1923 gelingt es den Engländern, gegen ben Widerstand der Türken und Sowjetrussen, die Oeffnung der Meerengen für die Kriegsschiffe aller Nationen durchzufetzen, freilich nur in Friedens- ,feiten und auch nur soweit sie nicht die Höchst- tonnagc eines Uferstaates des Schwarzen Meeres überschreiten. In Kriegszeiten kann die Türkei nur wenn sie sich selbst im Kriege befindet, feindliche Kriegsschiffe an der Durchfahrt hindern. Zusammen mit der Entmilitarisierung wichtiger Küstenstrecken der Meerengen bedeuten diese Bestimmungen eine höchst empfindliche Einschränkung der türkischen Souveränität, und es ist kein Wunder, daß die von einem neuen Nationalbewußtsein erfüllte Türkei Kemal Atatürks gegen diese „Freiheit der Meerengen", die unter die Kontrolle einer internationalen Meerengenkommission gestellt worden war, sofort den Kampf aufnahm. Aber erst im März 1936 ist der psychologische Augenblick gekommen, die Dardanellenfrage mit Aussicht auf Erfolg erneut zum Gegenstand von Verhandlungen zu 'machen, nachdem sich die Türkei durch ihre Teilnahme an den Sanktionen gegen Italien während des Abessinien- frieges den Dank Englands verdient hat. Auf der Konferenz von Montreux im Sommer 1936 geben die Engländer deshalb den gemeinsamen Forderungen der Türkei und Sowjetrußlands nach. Die Türkei erhält das Recht, in Kriegszeiten den Schiffen derjenigen Mächte die Durchfahrt durch die Meerengen zu gestatten, die auf Grund der Völkerbund ssatzuna eine Aktion unternehmen oder mit der Türkei durch einen Beistandspakt verbunden sind. Kriegsschiffen anderer kriegführender Staaten bleibt die Durchfahrt verboten. Gleichzeitig erhält die Türkei die Erlaubnis zur LcseftigMg der Dardanellenküste. Italien ist erft später in Verfolg des Osterakkords mit England dem Abkommen von Montreux beigetreten, obwohl die Bestimmung, daß in Friedenszeiten die Durchfahrt von Kriegsschiffen an eine Höchsttonnage gebunden und U-Booten überhaupt untersagt ist, für die Anrainer des Schwarzen Meeres nicht gilt, also mit anderen Worten der Sowjet-Kriegsmarine gestattet, in beliebiger Stärke im Mittelmeer zu erscheinen. Zum erstenmal seit hundert Jahren wurden sich in Montreux die Türkei, England und Rußland in der Meerengenfrage einig, einer Frage, die so lange den Haupt- konsliktsstoff zwischen ihnen dreien gebildet hatte. Sie waren sich einig geworden mit dem Blick auf das Auftreten der neuen Seemacht im östlichen Mittelmeer, Italien, die im Abessinienfeldzug gezeigt hatte, daß sie für Erlangung und Sicherung ihres natürlichen nationalen Lebensraums jederzeit zu kämpfen verstehen würde. Die schon erwähnte. Bestimmung des Abkommens von Montreux, daß die Türkei den Kriegsschiffen der mit ihr durch Beistandspakte verbündeten Mächte die Durchfahrt durch die Meerengen gestatten darf, mußte es England dringend nahe legen, die Türkei als Bundesgenossen für ihre Einkreisungspolitik zu gewinnen, weil damit sowohl der britischen wie der sowjetrusstschen Kriegsflotte die Ein- bzw. Ausfahrt durch die Meerengen zufällt. Die Türkei freilich läuft bei dieser Politik zweideutiger Gefälligkeiten Gefahr, ihre Schlüsselstellung im B al- kanbund preiszugeben, denn von ihren Partnern im Balkanbund unterhält Jugoslawien die denkbar freundschaftlichsten Beziehungen zu den beiden Achsenmächten und ob Rumänien angesichts der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland so sehr daran gelegen ist, daß der ifym aufgenötigten englischen Garantie durch den englisch-türkischen Beistandspakt Überhaupt erft praktische Wirkung gegeben wird, mag zumindestens fraglich erscheinen. Griechenland freilich, das mit der Türkei durch besondere Abmachungen eng verbunden ist, hat trotz des freundschaftlichen Briefwechsels zwischen Mussolini und dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas nach der Albanienaktion Italiens durch Mobilmachungsmaßnahmen gezeigt, daß die englischen Einflüsterungen in Achen anscheinend nicht ohne Eindruck geblieben sind und man sich mit der Türkei in dem alten Mißtrauen gegen Italien zusammenfindet, obwohl der Duce soeben erft die Integrität des griechischen Staatsgebietes anerkannt hat. Den Türken sind die italienischen Flugzeugstützpunkte auf dem Dodekanes unbequem, es sind das altberühmte Rhodos^ im Mittelalter Sitz des Johanniterordens, und zwölf kleinere Inseln an der Küste Kleinasiens, die während des libyschen Krieges 1912 von Italien besetzt und im Vertrag von Lausanne 1923 auch formell von der Türkei abgetreten worden sind. Aber das allein hätte in Ankara vermutlich noch nicht zu einem Kurswechsel Veranlassung gegeben. Das Lockmittel, das den Türken in die Augen sticht, ist der Sandschak A1 e r a n b r e 11 e, der als Preis für die türkische Willfährigkeit freilich erst nach Abschluß eines französisch-türkischen Beistandspakts fällig wird, denn nach altenglischer Gepflogenheit dürfen andere die Kosten bezahlen für die Sicherung britischer Interessen. Diesmal Frankreich mit dem endgültigen Verzicht auf den Sandschak Ale- xandrette, womit denn vielleicht schon Frankreichs Rückzug aus dem vorderen Orient überhaupt eingeleitet wird, denn auch für das übrige Syrien soll man in London schon in Zusammenhang mit den eigenen Schwierigkeiten in Palästina eine andere Verwendung haben. Frankreichs Interesse in der Levante, den Küstengebieten des östlichen Mittelmeerbeckens, konzentrierte sich schon seit den Kreuzzügen besonders auf Syrien, wo es unter osmanischer Herrschaft seine Mission darin sah, eine rege kulturelle Tätigkeit zu entfalten und das es sich auch in dem berüchtigten Sykes-Picot-Vertrag vom 16. Mai 1916 bei der Verteilung des türkischen Erbes von England und Rußland zusprechen ließ. 1920 erhielten die Fran- zosexi Syrien als Völkerbundsmandat, sie vertrieben dort den als König eines unabhängigen Syriens ausgerufenen Emir Feifal, einen Sohn des Königs von Hedschas, der dann König des Irak wurde, aus Damaskus und richteten sich dort häuslich ein, denn die den Arabern versprochene Selbstverwaltung blieb im wesentlichen auf dem Papier, bis die ständigen Unruhen im Lande Frankreich zu Konzessionen zwang und das Volksfrontkabinett Blum durch feinen Unterstaatssekretär Diänot am 22. November 1936 mit der syrischen Regierung einen Unabhängigkeitsvertrag schloß, der Syrien binnen drei Jahren aus der Mandatsverwaltung entlassen sollte. Obwohl sich Frankreich in diesem Vertrag sehr erhebliche außenpolitische, wirtschaftliche und militärische Vorrechte ausbedungen hatte, empfand man in Paris sehr bald Reue über den Vertrag und schob, namentlich auf Drängen des Generalstabs die Ratifizierung auf die lange Bank, um mit Syrien seine wichtigste Position im vorderen Orient in der Hand zu behalten. Der autonome Sandschak Alexandrette, der überwiegend von Türken bewohnt wird, wurde durch den französischtürkischen Vertrag vom l.Juli 1938 ein selbständiger Freistaat Hatay, der allerdings so eng mit der Türkei verbunden ist — sein Präsident ist Mit» alied der Nationalversammlung von Ankara — daß seine völlige Vereinigung mit der Türkei vermut- lich Gegenstand des zu erwartenden französisch-türkischen Beistandspakts sein wird. Aber darüber hinaus rechnen die Türken auch noch mit der Rückgewinnung des angrenzenden Aleppo. Hinter diesen türkischen Aspirationen steht England, das sich sein Eintreten für Frankreichs Interessen in Europa mit französischen Opfern im Nahen Orient bezahlen läßt. Im Hintergrund steht der Plan, der Palästina- sorgen sich durch die Gründung eines Großarabischen Reiches unter einem England willfährigen Herrscher zu entledigen. Dazu würde man außer Palästina und Transjordanien auch Syrien brauchen. Ob Frankreich auf englischen Druck hin Syrien räurtien wird, auf das es ja im Grunde schon durch den Unabhängigkeitsvertrag des vorigen Jahres verzichtet hat, und sich mit dem Küstenstrei- fen des Libanon begnügen mag, ist eine Frage, auf die vielleicht schon der Ausgang der Verhandlungen mit der Türkei einiges Licht werfen wird. Jedenfalls versteht es England auch in diesem Radius seiner mit der Miene des lediglich um die Sicherung des Friedens bemühten Biedermannes vorge- triebenen Einkreisungspolitik, dafür zu sorgen, daß seine eigenen Interessen nicht zu kurz kommen, auch wenn feine intimsten Freunde dabei kräftig Haare lassen müssen. Fr. W. L. Die Mkei und her Va!kanbnnd. London, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Belgrader Korrespondent der Times meldet, daß die Außenminister Rumäniens und Jugoslawiens sich am Sonntag zu einer Aussprache treffen werden, um auch die Rückwirkungen des englisch-türkischen Abkommens auf den Balkanbund zu prüfen. In Belgrad erklärte man, daß die Türkei auf Grund des sogenannten Ankara-Abkommens zwischen den Staaten des Balkanbundes die jugoslawische Regierung von ihren Absichten hätte in Kenntnis setzen müssen und daß die vorherige Zustimmung der übrigen Mitglieder des Balkanbundes vor Abschluß des englisch-türkischen Abkommens notwendig gewesen wäre. Nach jugoslawischer Ansicht habe die Türkei den Balkanbund dadurch geschwächt, daß sie ihre Neutralität gegenüber den Großmächten aufgegeben habe. Oer Führer beendet seine Inspektion des Westwalls. Unüberwindliche Befestigungen auch längs des Oberrheins zwischen Kehl und der Schweizer Grenze. Efringen-Kirchen, 19. Mai. (DNB.) Der letzte Tag der Westreise des Führers galt dem südlichsten Raum des deutschen Westwalles, von Kehl bis zur Schweizer Grenze. Als der Führer in den Panzerstellungen südlich von Kehl eintrifft, kreisen über dem jenseitigen Ufer unablässig zwei französische Flugzeuge. Auch in den Bunkerlinien auf der anderen Seite herrscht eine auffallende Nervosität. Als der Führer ein deutsches Panzerwerk unmittelbar am Rhein inspiziert, bringt man in dem gegenüberliegenden französischen Panzertum sogar ein Maschinengewehr in Stellung, was , deutscherseits mit freundlichem Lächeln beobachtet wird. Den Vormittag über inspiziert der Führer Uferschutzbauten, Panzerwerke, Befehls- und Feuerleitstände, Beobachtungswerke sowie mittlere und schwere Batteriestellungen. Er überprüft die Leistungsfähigkeit des Melde- und Nachrichtendienstes und widmet sich lange Zeit eingehend der Frage, wie in einem Ernstfälle für Verwundete oorgeforgt ist. Mit besonderer Aufmerksamkeit inspiziert er zahlreiche Sanitätswerke, die den Verwundeten sogleich mit ihren meterdicken Beton- und Stahlarmierungen Ruhe und Sicherheit verbürgen. Vorbildlich sind diese Sanitätswerke aus- gestattet. Sie ähneln äußerlich völlig den großen betonierten Mannschaftsunterständen. In ihnen sind nicht nur besonders bequeme Ruhelager vorhanden, sondern jedes einzelne Sanitätswerk enthält auch einen eigenen Verbandraum und ein eigenes Operationszimmer, in denen sogleich den Verwundeten jede erdenkliche Hilfe gewährt werden kann. Da diese schwer geschützten Lazarettstellungen unmittelbar hinter der vordersten Linie beginnen und sich weit nach hinten gestaffelt fortsetzen, ist sofortige Hilfe für jeden Verletzten gesichert und jeder Verwundete in kürzester Frist und unter allen Umständen dem feindlichen Feuer ent- zogen. A m Jl st einer Klotz, j^ner beherrschenden Felsstellung, die die deutsche Südflanke gegen jeden Angriff schützt und abriegelt, sind tiefe Stollen in den harten Fels hinein getrieben worden. Im Innern des Werkes erweitern sie sich zu mächtigen Unterkünften, Panzerwerken und Batteriestellungen, die das ganze Vorfeld in großer Tiefe beherrschen. Am späten Nachmittag trifft der Führer in dem kleinen Städtchen E f r i n g e n ein, um die Rückreise anzutreten. Unvorstellbarer Jubel empfing ihn in den engen Gassen. Zehntausende drängen sich hier zusammen, umlagern den Bahnhof, auf dem sich der Führer von der Generalität verabschiedet. Unaufhörlich brausen die Sprechchöre RUHL Seilersweg Nr. 67 fldiO Telephon Nr. 3170 eparaturen und Heilrufe zum Führer hinüber. Immer wieder hebt der Führer dankend die Hand zum Gruß. Die Zehntausende, die dem Führer diese erhebenden Abschiedskundgebungen bereiten, haben die Worte nicht gehört, die General von Witzleben sprach, als er sich beim Führer abmeldete. Aber der Jubel dieser Menschenmassen drückt dieselbe Gewißheit noch einmal aus: „Der Westwall hält und wird gehalten, komme, was da wolle!" Die Lieder der Nation geleiten den Zug des Führers, als er nun Efringen nordwärts nerlö^t Spaniens große Siegesparade. Oie nationalen Truppen vor Franco. - Jubelnde Begrüßung der deutschen Freiwittioen. E. P. Madrid, 19. Mai. Die große auf zwei Tage berechnete Madrider Siegesfeier hat in der Nacht zum Freitag um Mitternacht ihren Anfang genommen. Auf allen Höhen und JBergen Spaniens wurden um diese Stunde die Freudenfeuer angezündet, die die Reinigung Spaniens durch den Sieg der national- spanischen Sache symbolisch zum Ausdruck brachten. Die Straßen Madrids, vor allem jene, durch die die Truppen marschieren, sind angefüllt mit einer riesigen Menschenmenge, die aus ganz Spanien herbeige eilt ist, um diesen größten Tag der Nation miterleben zu können. Die Menge befindet sich in einem ungeheuren Taumel der Begeisterung und bricht immer wieder in stürmische Kundgebungen für^bie Truppen aus. Zur Parade hab eh sich alle in Spanien akkreditierten Vertreter der fremden Mächte eingefunden, vor allem die Spanien befreundeten Staaten. Deutschland ist vertreten durch seinen Botschafter v. S t o h r e r. Unter den Diplomaten, die an der Parade teilnehmen, sieht man auch den Botschafter Frankreichs, Marschall P e t a i n , der aus Burgos nach Madrid gekommen ist. In der Avenida Castellano, dem Ausgangspunkt der großen Parade, ist ein Triumphbogen errichtet. Die Namen, die mit den Siegen Francos verbunden sind, leuchten in großen Aufschriften von den Säulen: Santander, Demel, Belchite, Gijon, Tarragona, Gerona, Barcelona und Madrid! Längs des ganzen Aufmarschwegs der Parade, von der Avenida Castellana über den Prado bis zum Co- novas-Platz leuchten rotgoldene Flaggen mit dem traditionalistischen Andreas-Kreuz und die rot- schwarzen Fahnen^der Falange. Auf dem Castelan- Platz stehen die Tribünen, die sich an einen Triumphbogen anlehnen, der in riesigen Lettern die Worte „Victoria" und „Franco, Franco, Franco" trägt. Die Fahnen Spaniens, Deutschlands, Italiens und Portugals schmücken den Triumphbogen. Auf dem Colon-Platz ist die ganze Front der Deutschen Botschaft mit einem riesigen Hoheitszeichen des Dritten Reiches geschmückt. In vielen Geschäften sieht man in den Schaufenstern das deutsche Hakenkreuz und die Fahnen Italiens und Portugals. Wenige Minuten nach 9 Uhr kündigten Fanlaren die Spitze der Parade an, die bann in unaufhörlicher Folge an ihrem Oberbefehlshaber Dorbeyog. General Franco trug als Auszeich» nung den höchsten spanischen Orden, die goldene Medaille des Heiligen Ferdinand, die ihjn kurz vor der Parade in einem feierlichen Akt von der spanischen Regierung verliehen worden war. Den Pa- raöetruppcn marschierte die berühmte italienische Division Littorio voran, die fast-an allen größeren nattonalspanischen Offensiven als Stoßtruppe beteiligt war. Ihr folgten verschiedene Bataillone der „Pfeil e" mit Maschinengewehren, Geschützen verschiedenen Kalibers, Panzerabwehr, motorisierten Einheiten und leichten Tanks. Nach den „Schwarzen Pfeilen" folgten die Abteilungen der spanischen Südarmee, dann die Levantearmee. Mächtiger Jubel erscholl, als General So 1 chaga, gefolgt von drei Kommandierenden Generälen und seinem Stab an der Spitze der aus so manchen Kämpfen bekannten tapferen Navarra-Truppen erschien. Den Navarresen folgten Abteilungen des Armeekorps Maestrazgo, das sich bei der Eroberung Kataloniens- besondere Lorbeeren erwarb. Als die Soldaten der Zentralarmee passierten, erschienen die Geschwader der spanischen Luftwaffe, die am Himmel den Namen „Franco" bildeten. Allmählich begann ein feiner Reaen zu fallen, der aber der Begeisterung keinen Abbruch zu tun vermochte. Ohne Unterbrechung zogen die verschiedenen Regimenter an Franco vorüber. Als die deutschen Freiwilligen mit Musik an der Spitze in straffem Schritt auf der höhe der Ehrentribüne erschienen, hörte der Hegen plötzlich auf und die Sonne brach wieder durch die tief hangenden Wolken. Die Flieger marschierten an der Spitze, dann kamen Flakgeschütz- und Maschinengewehrabkellungen. Ein Lastkraftwagen mit einer dampfenden Feldküche erregte das besondere Interesse der Madrider. Die deutschen Freiwilligen riefen ebenso wie die spanischen Truppen beim Vorbeimarsch am spanischen Staatschef „Viva Espana", worauf die Bevölkerung mit Begeisterungsrufen dem Gruß der deutschen Truppen antwortete. Den Schluß der Parade bildeten spanische Pio- nicreinheiten und Spezialtruppen der spanischen Armee. Punkt 14.05 Uhr hatte der letzte Soldat und das letzte Geschütz die Ehrentribüne passiert. Nachdem der spanische Staatsches und seine Gäste abgefahren waren, begann sich die Menge langsam unter den Rufen „Franco, Franco, Franco" und „Viva Espana" zu zerstreuen. Am Samstag- morgen findet in der Madrider Kathedrale Santa Barbara ein feierlicher Dankgottesdienst durch den Primas von Spanien, Kardinal Goma, Erzbischof non Toledo, statt, bei dem Franco seinen Degen Gott zum Opfer bringen wird. Am Nach» mittag des gleichen Tages schließt sich ein großer diplomatischer Empfang durch den spa- Nischen Staatschef an. Auszeichnung des Führers der deutschen Legion. Den Vorbeimarsch der aus deutschen Freiwilligen bestehenden Legion nahm Generallissimus Franco bei der Siegesparade in der spanischen Hauptstadt zum Anlaß, um ihrem Führer, dem Generalmajor Fhr. von Richtdofen, eine besondere Ehrung zuteil werden zu lassen. Als Generalmajor von Richthofen, in seinem Kraftwagen stehend, die Tribüne passierte, wobei der Wagen während der Ehrenbezeugung des Generals kurz anhielt, forderte Franco den Generalmajor von Richthofen auf, auf die Tribüne zu kommen. Unter einem unbeschreiblichen Jubelsturm folgte der Führer der deutschen Legion dieser Aufforderung und nahm, neben dem Generalissimus stehend, die weitere Parade mit ab. Der Führer an Franco. Berlin, 19. 2Hai. (DNB.) Der Führer hak aus Anlaß der Parade der Spanienkämpfer vor dem spanischen Skaalschef Generalissimus Franco an diesen das nachstehende Telegramm gerichkei: „Zum heutigen Tage, an dem durch die große Parade Ihrer kampferprobten Truppen der Sieg des nationalen Spaniens wider alle Kräfte der blinden Zerstörung gefeiert wird, gedenken ich und das deutsche Volk in herzlicher Verbundenheit Ihrer und aller Verbände Ihrer stolzen Armee. Möge dem spanischen Volk unter Ihrer kraftvollen Führung eine lange Periode friedlichen Wiederaufbaues beschieden sein. gez. Adolf Hiller/ II ••• ' v'-<. . wurde sein Name zum erstenmal der weiteren Oeffentlichkeit bekannt. Es folgte eine kurze Tätigkeit als Generalkonsul in Schanghai; eine Stellung, in der er sich so sehr das Vertrauen seiner Kollegen zu erwerben wußte, daß er zum Präsidenten der Internationalen Kommission gewählt wurde Mit der Ernennung zum Chef des Presseamtes des Regierungschefs rückte Ciano in den engeren Kreis der Mitarbeiter seines Schwiegervaters ein. Es ist wohl kein Zufall, daß gerade er aus dieser bis dahin verhältnismäßig bescheidenen Stelle ein Propagandamt machte, das bald zu einem Unterstaatssekretariat erhöht wurde. Graf Ciano war es, der die außerordentliche Bedeutung einer staatlich geleiteten Pro- laganda erkannte und dem Beispiel Deutschlands olgend in Italien einen vollkommen neuen Zweig der staatlichen Hoheitsverwaltung schuf. Diese dem autoritären Staat des 20. Jahrhunderts eigene Form der politischen Erziehung durch den Staat und zum Staat ist auf italieni- chem Boden durch den Schwiegersohn Mussolinis geschaffen worden, und es war daher naheliegend, daß er zum Minister ernannt wurde, als seine Behörde zum Ministerium ausgebaut wurde. Als Propagandaminister konzentrierte er die taatliche Leitung des Fremdenverkehrs, des Licht- piels, des Theaters, Rundfunks und der Presse in einer Hand, und aus dieser Stellung riß ihn der Ausbruch des abessinischen Krieges. Als Fliegerhauptmann übernahm er das Kommando des Geschwaders „La Disperata". „La Disperata" war der Name der faschistischen Sturmabteilung, die in Cianos Heimat, in Livorno und in der Toscana den Kampf um die Macht geführt hatte, und in diesem Geschwader dienten während des äbessinischen Krieges außer Ciano Roberto Fa- rinacci und der Neffe des Duce, Vito Mussolini. Liest man den Kriegsbericht, den Alessandro Pavo- lini, auch ein alter Faschist, Schriftsteller und Oberleutnant in Cianos Geschwader über die Taten der „Disperata" geschrieben hat, so spürt man deutlich das ganz eigentümlich faschistische Fluidum, in dem politischer und soldatischer Kampf, unbekümmerte Jiiaendlichkeit und Elan die schwer zu definierende Mischung eingeaangen sind, die unter dem Begriff Squadrismo zusammengefaßt wird, und die auf das spezifisch italienische Weltkriegserleben mrückgeht. Es führte eine grade Linie von den Arditi des Weltkrieges zu den faschistischen Sturmabteilungen und zu diesem neuen italienischen Soldatentyp, der ohne ein zugleich politisches Ethos nicht vorstellbar ist. Die Beffa, die Verhöhnung des Gegners durch einen kühnen, überraschenden Handstreich, der doch mehr ist als nur unbekümmertes Draufgehen, in dem auch jugendliche Todesverachtung, die der Gefahr spottet, sich äußert, sie entspricht ganz diesem italienischen Ar- diti-Typ. Wie der Vater die „Beffa di Buccari" vollbracht hat, so der Sohn die „Beffa di Addis- Abeba", als er auf dem Flughafen der noch von den Truppen des Neous besetzten Stadt landete und die Hauptstadt des Feindes symbolisch für Italien in Besitz nahm. Aus dem abessinischen Kriege zurückgekehrt, wurde Graf Galeazzo Ciano zum Außenminister ernannt ... Kleine politische Nachrichten. Reichspressechef Dr. Dietrich empfing im Hotel Kaiserhof führende Persönlichkeiten von Staat und Partei sowie die Berliner Vertreter der Weltpresse. Diese Empfänge dienen dem Zweck, einen persönlichen Kontakt zwischen den Männern des öffentlichen Leben Großdeutschlands und der Presse des Auslandes herzustellen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk wird am Sonntagvormittag 11 Uhr auf dem Tage des deutschen Handwerks in der Festhalle in Frankfurt a. M. sprechen. Die Rede wird durch den Rundfunk übertragen. ♦ In Herzberg an der Schwarzen Elster in Sachsen wurde die neue Anlage des Deutschlandsenders in Dienst gestellt. Reichspostminister Ohnesorge er- öffnete den neuen Sender^ In St. Blasien starb General der Infanterie Friedrich Graf von der Schulenburg, der vom November 1916 bis zum Kriegsende C^f des Stabes der Heeresgruppe Deutscher Kron; »z war. Graf von der Schulenburg zog sich nach dem Kriege auf sein Gut in Mecklenburg zurück. Der Verstorbene gehörte seit 1930 der NSDAP, an und stand im Range eines ^-Obergruppenführers. * Im Verlaufe einer Urlaubsreise folgt der litauische Außenminister U r b s y s einer Einladung des Reichsminister des Auswärtigen, von Ribben- t r o p, zu einem kurzen Aufenhalt in Berlin zur Unterzeichnung des Wirtschaftsvertrages zwischen "Deutschland und Litauen. Der Stabschef der SA. wird in Wien die gesamte ostmärkische und südmährische SA. vereidigen. Die Gruppe Donau ist in Wien zusammengezogen, und in den gesamten übrigen Standorten der SA., in der Ostmark und in Südmähren haben sich ebenfalls die SA.-Einheiten versammelt, um die Rede des Stabschefs über den Reichssender Wien zu hören. Mit einem Aufmarsch der Gebirgsjägerstandarte 59 in Salzburg findet die Besichtigungs- fahrt ihren Abschluß. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießern Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gräfin Edda Ciano, die Tochter des er des Duce, und Italiens Außenminister Graf Ciano. (Scherl-Bilderdienst^M.) weil man seine glänzende Karriere, zumal im Auslande, zu sehr unter dem Blickwinkel der engen, verwandschaftlichen Beziehungen zum Duce betrachtet. Nach der Machtübernahme durch den Faschismus studierte er, erwarb die Doktorwürde der Universität Rom und bestand mit glänzendem Erfolg das Diplomat-nexamen. Als junger Diplomat war er an den italienischen Botschaften in Buenos Aires und in Rio de Janeiro tätig. In einem Artikel über den Grafen Ciano hat Ugo d'Andrea, der selbst dem Vorkriegsnationalismus Corradinis und Federzonis nahestand, angedeutet, daß die Berührung mit den Zentren der italienischen Auswanderung in Südamerika dem jungen Diplomaten die sich aus der Emigration ergebenden, nationalpolitischen Probleme mit besonderer Eindringlichkeit vor Augen geführt hat. Bekanntlich hat die Beobachtung des sozialen Emigrantentums in den Vorkriegsjahren wesentlich zur Ausbildung der Lehre vom Klassenkampf unter den Völkern, den Italien als „große Proletarierin" zu führen hätte, beigetragen. Aber es mag dahingestellt bleiben, ob ein junger Faschist noch dieses besonderen Anstoßes zur Ueberzeugung von der Notwendigkeit nationaler Expansion bedurfte. Immerhin liegt der Gedanke nahe, zumal, wie wir später sehen werden, Graf Cianos Name besonders eng mit der Politik der kolonialen Rivendikationen verknüpft ist. Als Botschaftssekretär der Italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl heiratet Graf Ciano Mussolinis älteste Tochter Edda, und damals Eine interessante Schilderung der nicht alltäglichen Laufbahn des italienischen Außenministers G r a f C i a n o , der in diesen Tagen zur Unterzeichnung des Mailander Pakts in Berlin eintrifft, gibt Heinz Holldack in den „Berliner Monatsheften". Er schreibt: Galeazzo Ciäno wurde 1903 als Sohn des Seeoffiziers Costanzo Ciano in Livorno geboren. Er erlebte den Weltkrieg also als Knabe. In die em Kriege nahm sein Vater einen märchenhaften Ausstieg aus einer bescheidenen Stellung. Im November 1917 führte Costanzo Ciano mit Mas-Schnell- booten einen tollkühnen Handstreich auf die k. u. k. Kreuzer „Wien" und „Budapest" aus, der diese zwang ihre Stellung bei Cortellazzo aufzugeben. Diese Tat brachte ihm den erbliche n G ras en - titel dei Conti di Cortellazzo em Am 1,0. Februar 1918 unternahm er wiederum mit drei Mas- Booten den nicht minder kühnen Angriff aus den österreichischen Hafen Buccari. Und seither heißt Costanzo Ciano, der zum Admiral befördert wurde, im Volksmund „der Held von Buccari . Es ist nicht verwunderlich, daß Galeazzo Ciano als Mitglied einer Familie, deren Ansehen sich auf kriegerischem Ruhm gründet, nach dem Kriege sich der polillschen Gruppe zuwandte, die Italiens nationale Große auf ihre Fahnen geschrieben hatte: be m Faschismus. Siebzehnjährig trat er m die faschlsti scheu Reihen ein, und als Zwanzig;ahnger nahm er am Marsch auf Rom teil. Diese politische Aktivität Galeazzo Cianos ist heute beinahe vergessen, Chamberlain bemäntelt seine Mreisungspolilik tnus darüber hat Chamberlain sogar anscheinend die Türkei an die Grenzen Deutschlands verlegt. Wenn Chamberlain allerdings die türkisch-englische Abrede als Sicherheitsfaktor auch für den Balkan preist, so dürfte er zu dieser Ansicht ebenso ohne Konsultation mit den zuständigen Balkanstaaten gekommen sein wie die Türkei zu ihrem Bündnis. Moskau besteht auf den Dreimächte-Pakt. Die Londoner Morgenpresse im Zeichen der verworrenen Lage. — Eine zweite Aussprache Maistys mit Bansittard. London, 20. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie die Londoner Morgenpresse meldet, ist der sowjetrussische Botschafter M a i s k y Freitag abend überraschenderweise nochmals ins Außenamt gerufen worden, wo ficherungen an Polen, Rumänien, Griechenland ufw. gegeben habe. „Wir hatten uns selbst und noch andere davon zu überzeugen, daß wir in der Lage sind, sie d u r ch z u f ü h r e n." Großbritannien sei daher bestrebt gewesen, die Z u st i ffi= mung anderer Länder zu diesen Zusicherungen zu erhalten, die dem „Unruheherd" näher gelegen seien als Großbritannien. So sei denn Großbritannien in Besprechungen mit der Türkei und der Sowjetunion eingetreten. Der Sowjetunion habe man vorgeschlagen, daß sie gegenüber Polen und Rumänien eine ähnliche Erklärung ab geb en solle wie diejenige, die England selbst und Frankreich abgegeben hätten. Die Sowjetunion habe offensichtlich geglaubt, daß dieses Angebot nicht gegenseitig sei. Er wünsche daher zu erklären, daß die britische Regierung niemals den Wunsch gehabt habe, yon der Sowjetregierung etwas zu verlangen, was sie (die britische Regierung) auch nicht selbst zu tun bereit gewesen wäre. Er wolle das Haus daran erinnern, daß Großbritannien nicht den Versuch mache, eine Allianz zwischen sich und anderen Ländern zu schaffen, sondern vielmehr eine „Friedensfront gegen die Aggression" (!). In dieser Angelegenheit, die „sehr diffizil und sehr delikat" sei, sei ein gewisses Maß von Vorsicht erforderlich. Die britische Regierung habe gedacht, vielleicht würde die Sowjetregierung bereit sein, ihre Übereinstimmung mit Großbritannien in den Fragen be- kanntzugeben, in denen man habe übereinstimmen können, und daß sie vielleicht bereit sein würde, die weiterreichenden Fragen zu erörtern. Er könne es nur bedauern, daß Potemkin nicht nach Genf gehe. Das fei einer der Fälle, bei denen man empfinde, daß eine Art von Schleier zwischen den beiden Regierungen sei, der äußerst schwierig zu durchdringen sei. Das Abkommen mit der Türkei gehe über das Mittelmeer hinaus und erstrecke sich auch auf die. S i ch e r h e i t auf dem Balkan. Er lege großen Wert auf den gegenseitigen Charakter dieses Abkommens. Es sei befriedigend, wenn man daran denke, daß sich an der Grenze Deutschlands eine große wehrhafte Nation befinde, die gemäß diesem Abkommen verpflichtet sei, Großbritannien Hilfe zu gewähren. Auf eine Bemerkung Attlees zur Kolonialfrage sagte Chamberlain, daß Großbritannien nicht bereit sei, den Frieden um den Preis von Konzessionen zu erkaufen. Das heiße aber bestimmt nicht, daß Großbritannien sich weigern würde, eine Methode zu erörtern, durch die vernünftige Aspirationen anderer Völker befriedigt werden konnten, selbst wenn der gegenwärtige Zustand der Dinge in gewissem Umfange berichtigt werden müsse. Es gebe viele Konzessionen, die sich ohne große Schwierigkeiten machen ließen, wenn man ganz sicher wäre, daß sie nicht dazu verwendet würden, um ein strategisches Ziel zu stärken, das sich gegen die Freiheiten anderer richte. Die deutsche Regierung habe erklärt, daß sie keinerlei derartige Absichten habe. Die Schwierigkeit liege aber darin, daß Attlee nicht mit seiner Ansicht allem stehe, wenn er daran nicht glaube. Durch die Eingliederung Böhmens und Mährens in das Deutsche Reich sei weithin das Gefühl geschaffen worden, daß die Unabhängigkeit keines kleinen Staates sicher sei, wenn dieser dem deutschen Ehrgeiz im Wege stehe. Der zur Regierung in Opposition stehende konser- vative Abgeordnete Winston Churchill war mit der von Chamberlain gegebenen Auskunft nicht zufrieden und fand den fowjetrussischen Vorschlag zur Bildung eines dreiseitigen Militärbündnisses durchaus annehmbar. Die Lage im Osten Europas sieht er so, als ob alle osteuropäischen Staaten von einem solchen Militärbündnis entzückt sein müßten. Der frühere Außenminister Eden hielt sich im Tonfall stark zuruck, wünschte aber ebenfalls eine umfassendere Aufklärung über die Sachlage. Für die Regierung wies der Parlamentarische Unterstaatssekretär Butler Churchills Angriffe zurück. Das Unterhaus vertagte sich darauf, nachdem ein Antrag der Opposition den Haushalt des Außenamtes um hundert Pfund herabzufetzen, mit 220 gegen 96 Stimmen abgelehnt worden war. Der Antrag kam einem verkappten Mißtrauensantrag gleich. Die Ausführungen des englischen Premiers zeigen sichtlich das Bestreben, seine Politik als konstruktiv hinzustellen und zu versuchen etwas von dem Porzellan wieder zu arnmenzuflicken„das die englische Politik, namentlich in den J naten zerschlagen hat. Dabei wirft er, deutsches Wohlverhalten vorausgesetzt nach °"er englischer Methode einige Koder aus darunter auch die Kolonial frage. Woraus sich fchonvon vornherein ergibt, daß wieder einmal die Weiche falsch gestellt wird, weil wieder die alte englische Anmaßung als Sittenrichter anderen erwachsenen Molkern gegen- über auftreten zu können, zutage tritt und England nicht Benefizien zu verteilen hat, wenn: es sich um längst überfällige englische Leistungenhandelt. Chamberlain spricht von Staaten die d e m b u - scheu Ehrgeiz zum Opfer gefallen seien. Vor ihm hätte sich selbst ein Benesch ZU fachten brauchen wenn er seinen Staat zum antideutschen Bollwerk' für raumfrembe unb barnit der Natur und der Geschichte seines Landes Mwtdergehandelt hätte. Wenn die -ngl'sch- Polittk durch ihre Garantieantrage.gewiss- Staaten tn diese'’fcj. ^rledenssront" hinemgeholt $1 m S W BÄ'r'rsS aber unentwegt fortsetzt. Es mag für England be- friedigend fein, an Deutschlands Grenzen em neues Hilfsvolk gewonnen zu haben. In seinem C h Li. London, 19. Mai. Die Unterhausaussprache über die außenpolitische Lage wurde am Freitagmorgen eingeleitet durch eine Rede des früheren Ministerpräsidenten Lloyd George. Sie zeichnete sich durch einen besonders scharfmacherischen Ton gegen die autoritären Staaten aus, den der Redner für angebracht hielt, um die auf vollen Touren laufende englische Aufrüstung begründen zu können. Lloyd George befaßte sich auch mit den englisch-sowjetrussischen Bündnisverhandlungen und machte der Regierung Vorwürfe. Ministerpräsident Chamberlain erklärte dann, daß die gegenwärtig von der britischen Regierung verfolgte Politik begonnen worden sei, seitdem Böhmen und Mähren in das Deutsche Reich eingegliedert worden seien. Sie sei „nicht die Politik der Aufstellung gegnerischer Blocks von Mächten in Europa, die feindselige Absichten hätten". Eine Politik geanerischer Blocks erscheine ihm als „völlig unsicher und daher „grundsätzlich gefährlich". Es sei aber nicht genug damit, daß man Z u - er vor seiner Abreise nach Paris mit dem diplomatischen Hauptberater der Regierung V a n s i t t a r d eine zweite Aussprache gehabt hat. „Times" berichtet, daß Maisky wiederum betont habe, daß seine Regierung auf einem Dreimächtepakt bestanden habe. „Daily Telegraph" will wissen, daß der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts am Feitag den französischen Kompromihplan erwogen habe. Dieser unterscheide sich von den Sowjetforderungen dadurch, daß der Wunsch der baltischen Staaten geachtet würde, sie nicht durch eine Garantie in das Rampenlicht zu ziehen. Nach dem „Daily Herald" sollen- Chamberlain und Lord Halifax jetzt zu der Ueberzeugung gelangt sein, daß die Sowjetvorschläge eines Dreierpaktes sehr ernsthaft als die „bestmögliche und auch als die einzige Basis einer Friedensfront" erörtert werden müssen. „News Chronicle" meint, daß kein Land Deutschland vor den Kopf stoßen wolle, in dem es zu offen den Wunsch nach Sowjethilfe ausdrücke. Diese Befürchtung habe anscheinend auch die englische Regierung beeinflußt. Aber England und Frankreich könnten es sich nicht leisten, die Verhandlungen zusammenbrechen zu lassen, daher könnte Sowjetrußland halsstarrig bleiben. „Wir werden morgen und immer siegen!" Der Duce spricht in Aosta zur italienischen Grenzbevölkerung. Mailand, 19. Mai. (DNB.) Der vorletzte Tag der Fahrt Mussolinis nach Piemont galt einem Besuch des dicht besiedelten und schon zu Zeiten der Römer als militärischer Stützpunkt bedeutungsvollen A o st a t a l e s , das Piemont im äußersten Nordwesten mit dem gewaltigen Stock des Mont Blanc verbindet. An der Grenze der Provinz erwartete ihn eine Abordnung der Bauernschaft mit ihren festlich geschmückten Arbeitswagen, auf denen sie Pflüge, Eggen und andere landwirtschaftliche Maschinen zur Schau gestellt hatten. Auch Kühe und Ochsen hatten die Bauern herbeigetrieben, um sie mit Stolz dem Duce vorzuführen. Mussolini besichtigte die Militärschule für Alpinismus. Dann geht es mit nach dem 1500 Meter hoch gelegenen Porta ßittorio, den letzten Ort vor der italienisch- französischen Grenze. In Aosta besichtige Mussolini dann die Reste der römischen Bauten und begab sich in das Rathaus, von dessen Balkon er zu der versammelten Menge eine Ansprache hielt. Die Piemontesen und die Bewohner des Aostatales verstünden sich daraus, so sagte Mussolini in seiner Rede u. a., ihr Vaterland zu verteidigen. Was viele, ja zu viele Jahrhunderte lang das Privilegium Piemonts allein gewesen sei, das sei jetzt die Aufgabe des ganzen italienischen Volkes. Deshalb blicke Italien ruhig in die Zukunft. Es gebe Millionen von Männern, die bereit feien, die.Waffen in die Hand zu nehmen, und es gebe genügend Waffen f ü r diese Männer. Unter Anspielung auf feine Rede in Turin erklärte Mussolini weiter: „Ich weiß nicht, welchen der beiden Auswege aus dem Dilemma die Demokratien ergreifen werden, aber man kann annehmen, daß die demokratischen Völker bereits ihre Wahl getroffen haben. Wir warten ruhig ab, wir bereiten uns vor. Vor allem vergessen wir nicht: Wir haben in 16 Jahren die unwiderstehliche Kraft unterer Waf- f e n und unseres Willens bewiesen. Alle, die bis jetzt von den Demokratien beschützt wurden, sind gescheitert." Dann ging Mussolini kurz auf die Siegesparade in Madrid ein und schloß: Ich glaube, Europas jüngster Außenminister. daß ihr euch auch meinen tiefen Glauben zu eigen macht: Wir haben heute gesiegt, wir werden morgen und immer siegen. Der Berliner Staatsbesuch Graf Cianos. Berlin, 19. Mai (DNB.) Der italienische Außenminister, Graf Ciano, trifft, wie bereits gemeldet, am Sonntagvormittag um 11 Uhr zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Berlin ein. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal stattet Gras Ciano dem Reichsaußenminister von Ribbentrop im Auswärtigen Amt einen Besuch ab. Um 14 Uhr gibt der Reichsaußenminister ein Frühstück im Hotel Kaiserhos. Um 20.30 Uhr findet eine Abendtafel beim Führer in der alten Reichskanzlei statt. Für Montag vormittag ist eine Fahrt zum Berliner Rathaus vorgesehen, wo sich Graf Ciano in das Goldene Buch der Stadt Berlin einträgt. Um 11 Uhr findet dann der feierliche Unterzeichnungsakt des deutsch-italienischen Bündnispattes in dör Neuen Reichskanzlei statt. Im Anschluß daran verkünden Reichsaußenminister von Ribbentrop und Außenminister Graf Ciano den Abschluß über alle deutschen und italienischen Sender. Gegen 11.30 Uhr empfängt der Führer den italienischen Außenminister und den italienischen Botschafter in Berlin in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen in seinem Arbeitszimmer. Um 13 Uhr empfangen die beiden Außenminister die Presse. Mittags gibt Botschafter Attolico ein Frühstück. Nach dem um 17 Uhr der italienische Gast Generalfeldmarschall Goring in seiner Wohnung am Leipziger Platz einen Besuch abgestattet hat, werden die Besprechungen im Auswärtigen Amt fortgesetzt. Um 20.30 Uhr gibt Reichsaußenminister von Ribbentrop in seinem Haus in Dahlem ein Abendessen. Graf Ciano wird am Dienstagvormittag vom Anhalter Bahnhof aus Berlin im Sonderzug' wieder verlassen. f 1 “1 Gardinen 3731A und sämtliches Zubehör immer billig bei Ludwig Haas Gießen P/ockstr. 7 Gießen Hofreite 371,D guter Zustand, mit Garten, Brand- versicherurm 7000 RM. wegzugshalber in Eberstadt (Kr. Gießen) zu verkaufen. Günst. Bedingungen. Wohnh. (6Zim.)Fl.l Nr.198-320cim Hausg.(anschl.)Fl.l Nr.199-283am und einige Acker-Grundstücke bei Wilhelm Görlach Eberstadt, Gambacher Weg 7. Der Montag ist für mein Labor immer ein „Großkampftag“, dann haben alle Hände voll zu tun, daß die Bilder pünktlich um 18,30 Uhr fertig sind. Natürlich ist jede Arbeit eine echte Winterhoff-Kopie - sorgfältig und individuell in jedem Fall 1 - Geben auch Sie all Ihre Photoarbeiten vertrauensvoll zu 3739 A Kreuz- platz 9 FOTO UND KINO Haus massiv geb., mit Wohn., gr. Räumen u. Keller, für Lager und Büro geeign., zu vermieten, evtl, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 02513 a.d.G.A. Sonnige 7-Zimmer- Wohnung neu Hexgericht., Bad, Heizung, Balkon zu vermiet. Mietpreis M 121.-. 02500 Bahnbofstr.5vII Telephon 4383. Herrschaftliche fi-Zirner-ihn. I. Etage, m. all. Zubehör, neu hergerichtet, per 1. Juli zu vermieten. 5352D Näheres Hin- denbnrgw. 10p. 8-Zimm.-Wobn. m. Bad u. Hzg. 1. ob. 2. St. zum 1. 7. Z. VM. 02517 Besicht, v. 10-1 11. 3-4 Ubr. Hin- denbnrgw. 2211 6-3linmer- NOMW mit Bad zu vermieten. Am 02536 Nahrungsberg 2 Schöne 56-3immer- W«WM evtl. m. Garage, an ruh. Mieter zu vermieten. Alicenstr. 281. Schöne sonnige Ä-Wd. 1. Stock (Stadtmitte), neu her- gerichtet u. mit allem Zubehör Per 1. Juli zu vermiet. Schr. Angebote unter 02542 a d. G.A. Schöne 3-Zimmer- Wohnung (Altwohnung), freie, ruh. Lage, zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02525 a. d. G.A. Kirchliche Anzeigen. (G. = Gottesdienst, KG. — Kindergottesdienst, HG. --Hauptgottesdienst, HG.-Abendm.--Hauvt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen. Sonntag, 21. Mai. Stadktirche. 8, Christenl. Aiatth.- Gemeinde, Schmidt,' 9.30, Ordination von Pfarrass. Bastian durch Propst Knodt,- 11, KG. Markus- aemeinde, Becker. Johanneskirche. 8, Christenlehre Lukasgemeinde, Wihmann,- 9.30, Milit. G., Wehrmachtpfr. Schubring ; 11, KG. Militär- und Jo- hannesgem., Wehrmachtpfarrer Schubring. Kapelle Alter Friedhof. 9.30, Traum; 10.45, Christenlehre. Kapelle Wetzlarer Weg siehe Jo- banneskirche. Gießen-Klcin-Linden. 9, G. u. Christenlehre f. d. weibl. Jugend. Gießen-Wieseck. 9.30, G.; 10.45, KG. Sonntag, 21. Mai. Albach. 12, KG.; 12.30, G. Garbenteich. 10, G. u. Christenl. .«dansen. 13, G. Steinbach. 9.30, Beichte; 10, G.- Abendm. Ev. Stadtmission, Löberstr. 14. 21.5. Andacht 8.30 ,* S.-Sch. 9.45; Aiutterabend 20.30. — 24. 5. Bibelslunde 20.30. Bavtistengemeinde, Gartenstr. 13. 21. 5. KG. 11; Predigt 20 15. — 24. 5. Bibelstunde 20.15. Bund freikirchl. Christen, Gr. Steinwvg 4 H. 21. 5. Bibelstunde 15.30. — 22. 5. Jügendst. 20.30.— 24. 5. Bibel- u. Gebetstd. 20.30. Die Chrtstengemeinsch., Frankfurter Str. 13. 21. 5. Menschen- weihehandlung 10. Nenavostol. Gemeinden Gießen, Händelstr. 1, Ederstr. 13. 21. 5. G. 9; G. 20 (nur Händelstr.). — 24. 5. G. 20.30. Eormtagsdienstfür Aerzte Arzt: Dr. Geyer. Fernsprecher Nr. 2310. Zahnarzt (nur i. dring.Fäll.): Dr. Schmitt, Wichelmstraße 12. w» 2 kleine, Schöne Möbl. 02540 Nettes sonniges Große FaMalm- oder auch Lagerränmß zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02417 a. d.G.A. Sonnige 3-ZiMer-Nohn. mit Küche und äentralheizg. in tadtmitte per 1.6.1939 zu vermieten. Mietvr. 45 dC. Schr. Angebote u. 3702D an den G. A. Sonnige geräumige 4-Zimmer- Wohnung 2. Stock, (Südviertel), neu her- gerichtet, zu vermieten. Schriftliche Angeb. unt. 3636D an den Gieß. Anzeiger. Garage frei 1 Schiffen- berger Weg 24. Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. Telephon 3804. 3-4-3immer- WoQnnng zu mieten ges. Schr. Ang. unt. 02554 a. d.G.A. ■LZioe evtl. m. Kabinett per sofort z. vermieten. 02521 Licher Str. 1911 (z.Hse.ab!8Uhr). 2-3-3imm.- BJ oönung mögl. mit Bad im Südviertel v. alt. Dame ges. Schr. Ang. unt. 02562 a. d. G.A. Sicherer Mietzahler sucht schöne 4-Zimmer-Wohnung evtl. Stadtrand zum 1.10.39. ckder klein. Häuschen z. kaufen. Schriftl. Angebote unter Nr« 3669 V an den Gießener Anzeiger. Schön möbliert. Zimmer sofort zu vermieten. 02512 Kaiserallee 50II mit Bad, Nähe Univ, oder Kliniksviertel, zum 1. Juli oder später gesucht. Schr. Ang. unt. 02538a d G.A. 3-3iminer WWW von ruh. Mietern in ruhigem Hause gesucht. Schr. Angeb. m. Preis unt. 02557 a. d. G. A. erb. Landvilla herrlich gelegen, 9 Räume, Bad, elektr. Licht, WasserleituM, großer Obst- u. Ziergarten, Kr. Büdingen sofort langfristig zu vermieten. Ang. u. D. 521 an D. Schürmann, Anzeig.-Mittl., Düsseldorf. 3624V ZIMM Nähe Universitätsbibliothek f. berufstät. Dame gesucht. Schr. Angebote unter 3710V a.d.G.A. Garage frei! Leihgest. Weg 2, Ecke Rodthohl. Näh.E.Schmidt, Bismarckstr. 38, Telephon 3314. Alleinstehende Dame sucht zum September oder später eine 53lmmer- WoHuung in schöner Lage, mit Heizung, Bad u. Balkon. Schr. Ang. unt. 02533 a. d.G.A. 2 große Zimmer sofort 87iaD zu vermieten. Preis 35,- 513t. Kapzleiherg 5 Schlaf- unö Woöniimmet 2 Betten, mit Kochgelegenheit, sofort zu verm. Marktplatz 15 (Laden). In Wieseck 1-2 möbl. Zimmer an ältere Dame zu vermieten. Schr. Ang. unt. 3723D a.d.GLl. Schöne 3-Zimmer- Wohnung 1. Stock, gute Lage, ab l.Juni oder später in Lollar zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02555 a.d.G.A. Leeres 02534 Simmet an berufstätige Dame zu vermieten. Hinden- bnrgwall 47 H. Schöne 4-Zim.Wohn. m. all. Zubehör, in herrl., freier Lage außerhalb der Stadt, zum 1. 7. 1939 zu vermiet. Schr. Angebote unter 02561 a.d.G.A. Schöne 2-3immet- WWW mit Bad und Balkon zum 1.7. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02545 a.d.G.A. Gexäum. Helle 2-Zim.-Woling. u. KüchelStadt- mitte)'per 1. 6. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02541 a.d.G.A. 2 leere Zimmer (part.), 1 möbl. Zimmer (1. Stock) Stadtmitte zum 1. 6. zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02532a. d.G.A. Jg. Frau m. 5j. Jung, sucht kl. 1-Ä-Wn m. Küche zu sof. oder 1. 6. 1939. (Miete am löst, geg. Arb.) Perf. in Wasch., Büg. u. Näh. Schr. Angebote unter 02543 a.d.G.A. | Mietgesuche | Dauermieter sucht per August, evtl. Oktober moderne m. Heizg. und reich!. Zubehör in ruhig. Wohnlage. Evtl, auch Einfamilienhaus. Schr. Ang. unt. 3658 Pa. d.G.A. Schöne 3-Zini.-Wohn. mit Bad, Gartenanteil in Gießen-Wteseck (Haltestelle Grabenstraße ) zum 1. 6. 1939 zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02502 a. d. G.A. Schöne sonnige 3-ZiDW-MD. mit Küche und Darnpfheizg. in Stadtmitte per 1. 6. 1939 zu vermieten. Mietpreis 55.- 5131. Schr. Ang. unt. 3701D a.d.G.A. 45 die nMmoMd&außt .. - • *n 3 Wochen 6 Pfd. abgenommen I Ich habe auf diese Art meine jugendlich schlanke Figur erhalten und werde trotj meiner 45 Jahre, die mir niemand glaubt, noch oft für ein junges Mädchen gehalten.* Frau Lüde, Magdeburg, Brücktor 3, am 13.9.37 über Dr.ERNST RICHTERS Frühstückskräutertee Auch äb Drixlobleitcn und'Drix-Extra (Dragees) in Apotheken upd Drogerien ] Generalvertreter e. führenden Markenartikelfirma d^ Tabakbranche sucht entsprechenden Vertreter der bereits fraglichen Kundenkreis in d. Bezirken Marburg, Gießen, Wetzlar, Fulda usw. besucht. Angebote unter Aufgabe der bereits vertretenen Firmen unter 12219, an An- zeigen-Frenz, Main z. Belonntes Spe3iaiuntetnelnnen für vollständige Bauausrüstung und Baumaschinen sucht für den dortigen Bezirk j6oo.Kelf!Biien Geboten wird: Gehalt, Provision, Spesen und Kraftwagen. Bewerbungen von gelernten Eisenhänd- tern, die schon für gute Häuser der Eisenwaren-Branche gereist haben, mit Gehaltsansprüchen, frühestem Eintrittstermin, lückenlosem Lebenslauf und Lichtbild unter 3659D an den Gieß. Anz. Von hiesiger Großhandlung ein tüchtiger junger Mann als Kontorist in Dauerstellung gesucht. Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften unter 3732D an den Gießener Anzeiger erbeten. Schlosser, Dreher, SMede EHronMkr Rohrinstallaleure, lillsdreher sowie Leute zum Anlernen gesucht. Hollmann-Werke Wetzlar.29i8D Junger Kellner bei gut. Verdienstmöglichk. sofort gesucht. — Und eine junge Beiköchin in kalter u. warmer Küche bewandert, in Jahresstell. per sofort gesucht. 3712D Hotel Deutsches Hans, Alsfeld. Gewissenhafte Stenotypistin möglichst mit Büroarbeiten vertraut, gesucht. Vorerst nur kurze schriftliche Bewerbung mit Bild erbeten. 36goD Rheiiania-Ossag Mineralölwerke A.-G. Tanklager Gießen An der Margaretenhütte 24. - Tüchtige Hausund Geschäfts-Gehilfin die nach Möglichkeit auch über Kochkenntnisse verfügt, wird von mir zum 1. Juni 1939 gesucht. Umgehende Angebote erbeten an Max Wandtke Gasthof, Bäckerei 3715V und Kolonialwarenhandlung Stift-Keppel-Allenbach Kreis Siegen, Ruf Hilchenbach 285 3nm 1. Juni 1939 nette, ehrliche Verkäuferin fürKolonial-, Kurzwarengeschäft und Bäckerei gesucht die auch zeitweise die Gäste in der Wirtschaft mitbedienen kann. Umgehende Angebote erbeten an LNase wandtke Gasthof, Bäckerei und Kolonialwarenhanülung Stlft-geDDel-'llilenöoiD. St. Siegen Ruf Hilchenbach 285. l3714V (MHaires Mleln perfekt in Stenographie u. Schreib- maschine, für hiesiges Büro in angenehme Dauerstellung gesucht. Schriftliche Angebote unt. 3725D an den Gießener Anzeiger erbeten. Tüchtiges, ehrliches Hausmädchen und älteres erfahrenes Mädchen als Stütze der Hausfrau bei gutem Lohn sof. oder zum 1 .Juni gesucht. Schriftliche Angebote unter 3740D an de nJÄiekener An zeig ere r beten. Bettfedern fällkräftige Qualitäten billig 3730 a be‘L udwig Haas Gießen Plockstr. 7 Gießen Schöne WUW mit Bad, evtl, mit Garage gesucht. Schriftl. Angebote unter 3711D a.d.G.A. 1—2 Weißbindergesellen zu sofort oder spät, gesucht Malerwerkstätte Gebr. Oeeg Wetzsteinstr 12. Tüdilfie Verpo zer stellt ein 3555D B.ßröniooer Friedberg i. H. Färbergasse 3. Wllse geg. gute Entlohn. auf Büro gesucht. Schr. Angebote unter 3705V a.d.G.A. Wagens pfleger gesucht.- Vorzustellen Goethestraße 32 Tüchtiger Fuhrmann zu sofort gesucht. H. Drechsler, Steinstr.73.02564 lüflödjen unö SllllSvMe (eventl. swnden- weise) gesucht. Heißmangel- betrieb Malkomesius Kaiserallee 14. Nettes Fräulein z. Bedienen der Gäste für solide Weinstube nach einer größeren Stadt m Sachsen ges. Kost u. Wohnung frei. Schr. Ang. mit. 02511 a.d.G.A. Nicht zu junge Hausgehilfin in 2-Pers.-Haus- halt z. 1. 6.1939 gesucht. 02516 Kevlerstraße 71 MW für Hausarbeiten (halbtags) gesucht. 02522 Frau Dahmer, JNcucutoeg 40. Erfahrenes, kinderliebes, fleißiges Maddien für 3-Personen- Hausbalt (Frau im Geschäft tätig) sof. od. zum 1. Juni 1939 gesucht. Schr. Ang. unt. 02526 a.d.G.A. In kleinenHaus- halt, 2 Personen, wird jüngeres, braves Mädchen auch Pflichtjahr- mädchen "/«tags zum 1. Juni gesucht. 02465 Löberstr. 17 v. Ordentliches, ehrliches Mädchen gesucht. 5755V Hahn, Löberstraße 17. Mädchen in lleinen Haushalt ges. 02557 Ludwigstr. 101« Verkäufe Keine zennnisse in Urschrift 100Vern nur Zeugnisabschriften vew >9 e» werbungSichretben bei* legen. - Lichtbilder unoBewerbungsunter- >hgen müssen zur Bei- «eidung von Verlusten auf ver Rückseite R» men und Anschrift des Betoeth-?« ttooenl Solides, ehrlich. Mädchen z. 1.6. od. später gesucht. ( 02476 Ludwigstr. 40 I. Selbständige, zuverlässige Hausangestellte bei gutem Lohn gesucht. 5754V Frankfurter Straße 60. Lehre maddien sucht 02559 Bäuerisches Schokoladenhaus, Gießen, Seltersweg 37. [Stellengesuche] Kraftfahrer 28 Jahre, Führerschein Kl. 3, mehrwöch. Besuch d. NSKK.- Motorsv.-Schul., sucht Stellung. Schr. Ang. unt. 02509 a. d. G.A. Wegen Erkrankung der Hausgehilfin suche ich zu sofort em tüchtiges Tageflätito oder Putzfrau Frau Lange, Am Nahrungs- berg 41. 5721V Suche zum 1. Juli kinderliebes WA- johnWen Hausgehilfin ist Vorhand. 5756V Hof Albach über Gießen. MM für Haushaltung gesucht, wo es Gelegenheit hat, gut kochen zu ler-I tien. Wilhelm- straße 38. 02529 Gewandtes, junges, unbed. solides Slöbel als Anfangsverkäuferin und zur Mithilfe am Büffet z. 15. 5. gesucht. o,255i H.Hettler, Cafe und Konditorei. Zuverlässiges »then das alle Hausarbeit versteht u. kochen kann, in kleinen Haushalt gesucht. 5726V Kevlerstraße 91 Gute Fabrkuh (Juni kalbend), sowie 2 Wagen Kuhmist zu verkaufen. Bieber bei Rodheim, Hs.Nr.62. 02524 Lachtaube« billig zu verkaufen. Bahnhof- straße 67. 0256Z 4x6- ZIUMkWS mit Garten im Südviertel zu verkaufen. 572sv Näh. A. Becker, Kevlerstraße 9. Wansport- anhänger 1 Achs., 2 Stück Großvieh fassd., in tadellos. Zustand, dreifach bereift, vreisw. zu verkauf. 02523 WkllllleeA Uletred.-Geni üoioufine ft euer fr., I a Zustand, bei. gecig. f. Geschästsm., zu verkauf. Sätr. Angebote unter 3733V a.d.G.A. Motorrad 350 ccm. steuerfrei, zu verkaufen oder zu tauschen mit leichterem Motorrad. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß.Anz. 02527 Gut erhaltenes limdapp- Motorrad 200 ccm, gegen bar zu verk. 02505 Liebigstr. 6411, Sachs-Motorfahrrad etwas reparatur- bed., zu verkauf. Leimcnkanter- Weg21. 02551 Moderner Aniiemllgell Und 02559 MorrA 200 ccm zu verkaufen. Am Sandfeld 11 1. Gebrauchte 02495 SchreibiDasGbine Adler 7, Wäscbemangel, eis. WeiDsebraok zu verk. Senckenbergstraße 15P. Hä für Feinmechaniker und Uhrmacher zu verkauf.5707O BahnholslraBg 51 Gebr. 02519 flerr.-Fahrrad und Kinderwagen zu verkauf. Wolkeng. 16P. Hib* (Singer) für 70 bis 80 3( zu verkaufen. Zu erfr. in der Geschst. d. Gieß.Anz. 02556 3 gebrauchte w MWM zu verkaufen. 5131 20-, 40-, 45-, weiter 1 gebrauchte versenkbare Nähmaschine billigst abzugeben. 02558 Mundlos Sonnenstraße 31 Freiwilliger Verkauf güostigeGelegenhei! 1 Schreibtisch, 1 Ofenschirm, 1 große Base, 1 Resi-Garten- schirm, 02544 versch. Beleuch- tungskörver, 1 Fahne, kompl. mit Stange, l Lautsprecher, 1 Garnitur Uebervorhängc, El. Bügeleisen, Danrvfkochtovf Fruco. Alicenstr aße 16p. Gasbadeofen, Zinkwanne, Tevvich 3 x 4 m, Rohrsessel, 02550 Mercedes- Schreibmaschine, vol. Tisch oval zu verkaufen. Kevlerstraße 7. Gut erhaltenes Schlafzimmer billig, zu verkauf. Zu ertrag, in der GeschäftSst. des Gieß.Anz. 5715V SillMZ zu 02518 verkaufen. Lang-Göns, Obergasse 44. Gebr. 02535 3fyc 3teim öraucfjt Capcten Sardinen Ceppidic VOM SPEZIALHAUS 3742 A Kaufgesuche"] 3670V Besuch a. Sperrgebieten verboten Empfehlungen 99 A Heirat | Vereine Verschiedenes! Gießen mit- Stadttheater bringen? Schr. Angebote unter 02548 a.d.G.A. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Witwer, 30 Jahre, ev., 1 Kind, tadellose Vergangenheit, in fest. Position, sucht zw. Zahlr. Antrieb von Pferden all. Rassen, auch Schlachtpferden: ßröfite Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch Wochen* pieiplan: Dienstag, 23. Mai, 20 b. n. 22 Uhr Erstaufführung: Seltsamer 5-Uhr-Tee. Mittwoch, 24. Mai, 19.30-22 Uhr Zum letzten Male: Der Alte geht nm. Freitag, 26. Mai, 20 b. n. 22 Uhr Außer Miete: Seltsamer 5-Uhr-Tee. Schlnfi der Winterspielzeit 1938/39, durcfi eine gute Sfr iße um Optikermeister Carl Leisler Gießen 7473A Neuenweg 16 Lieferant aller Krankenkaffen „M 63, RM. AO35 mit 6 Zügen LO „M 64 RM. AQ80 mit 4 Zügen IÄJ Prospekte auf Wunsch! 234D Holzwarenfabrik E.H.Müller Gießen Tel.2332 Gasbadeofen mit Gasheizof., fast ganz in Kupfer, für J^IO- zu verk. 57oeD Bahnhofstr^l I. Frankfurt a.M. Pferde-Märkte 23. Mat. 27. Juni, 15. Juli, 22. August 1939 Achtung ötromumftellung! Wir kauf. d. Umstellung freiwerd. Gleichstrom-Motoren und liefern auf Wunsch Drehstr.- Arotoren „auch zur Miete" i. all. Größen sofort ab Lager. Vertret.- Besuch a.Wunsch vSiimag“ Neu-Isenburg beiFrankfurt/M. Onenb.Str.100. IQ^ine -Mäs^iine wer kann bis Pfingsten ein Klavier von Ovvenheim a. Rhein nach fieintich fiochfütter KliiMrink braun, 93 cm breit, z. verkauf. Landgrar-Phi- livv-Platz 10 p. Geqeralvertrieb Baums 8 Treibig Gießen Bahnhofstr 26 Ruf 3700. 132&A 19.30 bis nach 22 Uhr Außer Miete! Zum letzten Male! Zu ganz kleinen Preisen 1 Meine Schwester nnd ich Mus. Lustspiel von R. Benatzky. Preise: RM. 0.30—1.60. 3593D 11.30—12.30 Uhr Letzte Morgenfeier der Spielzeit Deutsche Romantik Liebesliederwalzer von Brahms Violinsonate von Schumann Lesung von Werken von Novalis und Eichendorff. Leitung: Hannes Razum. Preise: RM. 0.25, 0.50, 0.75, Platzmieter auf all. Plätzen 0.25. TV. 1846 Sonntag 14 Uhr Faustball- Gauklasse Univ.- 3719V Sportplatz. Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorm.flefier Nachi. Bandafiistenmoist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen.Bedienung MM aus guter Fam., in gut. Verhältnissen, ev., 29 I., 1,65 gr., schlank, brün., warmh., geilt, rege, von angen. Aeußern, u. lbm. Wesen, häuslich erzog., möchte ein. entsprech. ehrenw., gütig. Mann, lb. Lebensgefährtin w. u. erb. Bild- ang. unt. 3500V an d. Gieß.Anz. 3aoflllöep Mkzepi mit Handhebel gesucht. Schr. Ang. unt. 02560 a. d. G.A. Einlagen Leibbinden Gummi- strümpfe 2738V J.Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. ein nettes Mädel bis 40 Jahre kennen zu lern. Witwe angen. Eigenes Heim od. etwas Vermög. erwünscht. Zuschriften unt. 02549 a. d. Gieß. Anz. erbeten. __ HeMn (Airedale- Terrier). Geg. Belohnung abzug. b. Bour- earde, Hint. dem Umspannwerk. Tafeln Wellplatien usw. [3661d E. Carl6 Lollar-Gießen. Kugeln und Kegel auch nach Verbandsvorschrift, werd. bill. gelief. Kugeln werd. v. 1 RM. an abgedreht. Für Steinhauer leichte und schwere Klüppel sow. alle Drechslerarbeit. [seioD Hch. Scheid, Drechslermstr., Großen-Buseck. Junger Mann, Mitte 30, möchte ein Mädchen bis zu 32 Jahr. zw. Heirat kennen lernen. Zuschriften unt. 02552 a. d. Gieß. Anz. erbeten. Gasherd 2 flammig, zu verkaufen. 02530 Bruchstraße 11. Guter 3 flamm. Gasherd m. Tisch f. 12 Jt verk. Zu erfr. in der Geschäfts- stelle d.G.A.02515 M in prima Zustand geg. Kasse zu kaufen ges. Schr. Ang. unt. 02546 a. d.G.A. Nr. Nb Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 20./2I.MaiMY Das schönste Wort. Don Marianne Weidenbach. Helga sitzt in der Schule auf der hintersten Bank. Sie ist ein stilles, nachdenkliches kleines Mädchen, das die Lehrerin, die genug zu tun hat, um die achtundzwanzig Kinder zu betreuen, nur wenig bemerkt. Wenn der Unterricht anfängt, sitzt Helga schon artig da, während die anderen nach unruhig Herumrücken und miteinander schwatzen. Immer sitzt Helga regungslos da und sieht mit dunklen Augen gespannt auf die Lehrerin. Wird sie jedoch aufgerufen, schrickt sie zusammen, als wenn sie in einem Traum gestört worden sei. Soll sie dann über dies und jenes erzählen, ein Gedicht aufsagen oder wiedergeben, was soeben durchgenommen worden ist, so bringt sie kein Wort heraus, sondern bleibt stumm, mit verlegenem Lächeln, hinter ihrem Platz stehen. Die Lehrerin, die es sich angelegen sein läßt, sich auch wirklich um die ihr anoertrauten Kinder Zu kümmern, weiß nicht, was sie von ihr denken soll Endlich glaubt sie, es sei das Richtigste, wenn sie einmal mit Helgas Eltern sprechen würde. Sie gibt also dem Kind einen Brief mit, und anderntags steht die Mutter vor ihr. Sie berichtet wahrheitsgemäß, wie sie es daheim mit dem Kinde hält, was sie über die Schule denkt und manches andere. So nebenbei bemerkt sie noch, daß sie Helgas Stiefmutter ist — ihre richtige Mutter sei vor einem Jahr gestorben. Die Lehrerin ist erstaunt und denkt, daß das Kind Glück gehabt hat, denn nicht immer nimmt sich die zweite Mutter der Kinder aus erster Ehe so liebevoll an, wie es hier der Fall zu sein schien. Und dann vergeht wieder einige Zeit, und Helga bleibt nach wie vor still und in sich gekehrt. Die Kinder lernen schreiben und" eines Tages sind sie bei dem großen M angelangt. Verständnisvoll versucht die Lehrerin, ihnen die Entwicklung dieses Buchstabens zu erklären: er wird erst mit dem Finger in die Luft, dann mit dem Griffel auf die Schiefertafel geschrieben. Zuletzt sollen Worte mit dem Anfangsbuchstaben M gebildet werden, damit die Kinder sehen, wie sich der neue Buchstabe in Verbindung mit anderen ausnimmt. Auf der Tafel werden Beispiele vorgeschrieben: Milch, Mund, Maler und so fort. Die Kinder schreiben eifrig auf der Schiefertafel nach. Auch Helga ist aufmerksam bei der Arbeit: sie sieht nicht nach rechts und nicht nach links, sondern umfaßt krampfhaft den Griffel und malt die Buchstaben, einen nach dem anderen. Drei Zeilen haben die Kinder nach dem Tafel-Vorbild geschrieben und sollen nun noch selbständig vier Worte finden. Die Lehrerin will bann durch die Reihen gehen und sich das Ergebnis anfchauen. Helga hat schon Mut, Meer und Mütze hingemalt, aber bann stockt sie vor bem letzten Wort. Sie sieht es förmlich vor sich, sie hat es im Kopf, aber als sie den Griffel ansetzt, um bas Wort „Mutter" zu schreiben, kann sie sich nicht beherrschen. Sie weiß selbst nicht, wie es kommt, aber sie kann unmöglich dieses Wort schreiben. Sie muß dabei an ihre kleine, zarte Mutter denken und sieht in der Erinnerung einen langen, schwarzen Zug von Menschen, der hinter einem Sarg hergeht. Sie weiß das alles längst: es sind Gedanken, die sie täglich begleiten, zu Hause, auf der Straße, in der Schule und selbst beim Spielen. Am meisten jedoch in der Schule, wenn die Lehrerin erzählt und sie vor sich binträumcn kann. Roch nie aber sind diese Gedanken so lebendig gewesen wie in diesem Augenblick, als sie „Mutter" schreiben will. Ein wehes Gefühl, ein Würgen im Hals überfällt sie und der Tod der Mutter erschüttert sie von neuem mit einer Gewalt, daß sie den Schmerz bis in die Fingerspitzen hinein zu fühlen glaubt. Rein, dieses letzte Wort mit dem großen M ist furchtbar schwer. Das M steht zwar schon da, sie starrt es an und weiß nicht, wie sie den Weg zu den übrigen Buchstaben finden soll. Langsam fällt ihr der Griffel aus, der Hand, der Kops sinkt vornüber und sie fängt an zu schluchzen Alle Kinder werfen bei diesem Geräusch wie auf Kommando die Köpfe herum nach der hintersten Bank. Die Lehrerin wird aufmerksam, geht mit raschen Schritten zu Helga und setzt sich neben sie. „Aber Kind", fragt sie „was ist denn los?" Helga fährt sich mit der Hand über die nassen Augen. Das Schluchzen schüttelt ihren kleinen Kor- per, sie möchte etwas sagen, kann es aber nicht. Da nimmt die Lehrerin das verweinte Gesicht zwischen ihre beiden Hände und schaut dem Mädel in die Augen. „Run sieh mich mal an", bittet sie, „warum weinst du denn, Helga?" „Ich kann — das — Wort — nicht---" kommt es stückweise heraus. Die Lehrerin wirft einen Blick auf Helgas Tafel und sieht das einsame M dort stehen. Ein Gedanke durchzuckt sie. Sie kann nicht sagen, warum sie plötzlich ganz genau um Helgas Kummer weiß, warum ihr auch miteins ich habe auch einmal eine Mutter gehabt. Aber dann ist sie eines Tages gestorben. Ich muß oft an sie denken. Gelt, du denkst auch oft an deine Mutter? Du darfst sie auch nicht vergessen. Aber du hast es viel besser als ich, denn siehst du, ich habe damals keine so liebe, zweite Mutter bekommen, sondern bin ganz allein geblieben. Da kannst du wirklich sehr froh sein!" Die Lehrerin hat das Wort fertig geschrieben und legt den Griffel beiseite. Dabei sagt sie ganz leise: „Ra also, da steht es nun. Nicht wahr, das war w. y r' f I »Ä * H -z / (Aufnahme: Elisabeth Hase, Frankfurt am Main.) klar wird, was mit dem kleinen Menschenkind los ist und warum Helga immer so still und verträumt während des Unterrichts dasitzt. „Na, komm, wir wollen es mal zusammen versuchen", beruhigt sie Helga, schiebt die Tafel zu sich heran und nimmt den Griffel. „Du hast ja schon so schön angefangen, aber nun wollen wir auch noch das letzte Wort fertig schreiben." Einmal, zweimal streicht sie begütigend über Helgas blondes Wuschelhaar „Es wäre' nämlich sehr schade, wenn wir dieses letzte Wort nicht schreiben würden. Ich denke, daß es das schönste Wort ist, das es gibt, nicht wahr, Helga?" Und dann schreibt die Lehrerin, indem sie immer weiter spricht, um dem Kind über seinen Kummer hinwegzuhelfen, das Wort „Mutter" hin. „Ja, Kind, doch gar nicht so schwer? Und ich finde, daß ich es sehr schön geschrieben habe, — oder glaubst du nicht?" Helga, die sich inzwischen wieder beruhigt hat, nickt und lächelt. Das Hindernis ist überwunden und sie fühlt sich befreit. Dankbar sieht sie die Lehrerin an, die jetzt das Wort mit dem Finger wieder auslöscht. „So, ich glaube, du brauchst mich jetzt nicht mehr", meint sie. „Nun wirst du allein das schönste Wort schreiben — und alle Kinder schreiben es mit." Damit wendet sie sich wieder der Klasse zu, die diesem Zwischenfall in seltener Ruhe gefolgt war. Helga glaubt das auch. Schon langt sie nach 'dem Griffel. „Mutter" schreibt sie. Und sie schreibt das Wort ohne aufzublicken, in einem einzigen Zug. Muttertag. Wieder einmal Muttertag! Wieder einmal der Tag der Frau, aus deren Schoß das Leben nicht nur ihres Kindes, nein des ganzen Volkes quillt, deren Schaffen und Wirken das Haus gestaltet und über das Haus und die Gegenwart hinaus die Zukunft aller kommenden Geschlechter formt und baut. Mutter! — Wort, das nie versagender Zauber umspinnt, dessen heimlichen Raunen sich keiner zu entziehen vermag. Mutter! 2)as- ist Kindheit, das ist erstes Spielen, erstes Beten, ist Licht, Luft, Liebe, nie versagende Güte, Hilfe allem Weh der Welt. Ach, wie lange und wie oft hat man diese Hilfe und Güte um sich gespürt. War sie nicht noch um das Mädel, das heranwuchs, um den Jungen, der die ersten Schritte in das Leben hinaus tat? Hat sie überhaupt jemals aufgehört? Ist sie nicht heute noch lebendig auch unter weißem Haar, in welken abgearbeiteten Händen? Als der Muttertag zum ersten Mal gefeiert werden sollte^hat mancher still heimlich gelächelt: Wozu ? Man liebt seine Mutter auch ohne das. Muß man es ihr noch an einem besonderen Tage zeigen? Der Muttertag hat sich trotzdem eingereiht in den Jahresreigen, ein froher Danktag für alle, die wissen, was Mutter für sie bedeutet hat und noch bedeutet, — ein leises und zartes Erinnern für die, die es im Trubel des Lebens mitunter vergessen. Alle Ehrerbietung und Achtung gehört im neuen Reich der Mutter. Den kinderreichen Müttern wird in diesem Jahr als besondere Anerkennung für das, was sie dem Volke in ihren Kindern gaben, das Ehrenkreuz verliehen, und doch ist es auch heute noch mitunter eine Tragödie — Mutter zu fein und ist es nicht nur für die Mutter selbst, ist es auch für die Kinder. Alles gab die Mutter hin für sie. Für sie hat sie sich geopfert, gearbeitet, entbehrt und hat es mit Freude und Liebe getan. Nun ist sie alt, der Mann ist vielleicht tot, die Kinder gehen ins Leben hinaus, heiraten, suchen eine Stellung in fremder Stadt. Was wird jetzt aus der alternden Frau? Nicht jede hat eine Pension oder Rente. Wo sie da ist, ist sie vielleicht auch nur so klein, daß Jie gerade zum Notwendigsten reicht. Alles, was darüber hinausgeht, muß man sich versagen. Es ist nicht immer nur Lieblosigkeit, was die Kinder abhält, vorzusorgen, sie haben meist genug mit sich selbst zu tun. Vielleicht hat der Sohn schon eigene Familie; die Tochter bezieht ein Gehalt, das gerade für ihr persönliches Auskommen reicht. Hin und wieder kann der eine ober andere etwas abstoßen, viel wird es selten sein. An diesem Tag der Mutter gedenken ihrer treuen Arbeit nicht nur die Kinder, es dankt ihr a u ch d e r Mann, der noch an ihrer Seite geht. Wieviel Ruhe und Sicherheit könnte er über ihr Geben breiten, wenn er ihr am Muttertag eine Lebensversicherungs-Police ober ein Sparbuch auf den Gabentisch legte! Von unfern jungen Müttern, die jetzt noch glücklich strahlend im Kreise ihrer Kinder schaffen, denkt so manche doch mitunter im stillen: Wie wird es einmal mit dir im Alter sein? Solch sorgenvolles Fragen auszulöschen, soll eigentlich erste Pflicht jedes Hausvaters sein. Der nationalsozialistische Staat hat sich die größten Verdienste um die deutsche Familie durch die Konsequenz seiner Bevölkerungspolitik erworben. Ehestandsdarlehen, Kinderbeihilfen, Ausbildungs- beihilfen sollen die Familie des minderbemittelten Volksgenossen stützen, ohne daß der Einzelne bas Gefühl haben darf, ein Almosen zu beziehen. Spater wird der große Lastenausgleich für die Familie eine weitere Sicherstellung der kinderreichen Familien bringen. So wird die Freude zur Familie wachsen und ein ewiger Jungbrunnen unseres Volkes sein. Wir werden uns aber immer klar sein müssen, daß die Allgemeinheit uns nicht alle Sorgen und Probleme abnehmen kann, sondern daß wir selbst in-der Fürsorge und in der Vorsorge für das Kind und für die Mutter in der er ft en Reihe zu stehen haben. Erfüllt der Muttertag diesen Zweck, so ist er mehr als eine schöne Gelegenheit, Lebende zu beschenken und die Gräber der Verstorbenen zu schmücken, bann ist er eine große Mahnung für unser Volk, seine Zukunft sicher zu gestalten. Diese Zukunft beruht allein in einem starken Staate, besten Funbament bie gesunde und gesicherte Dollfamilie ist. Mutter ^Regina. Von Karl Heinrich Waggerl. Ja, die Mutter! Sie ist ein wenig redselig geworden mit den Jahren, sie liebt es, Geräusch zu machen und einen kleinen Seufzer an alles zu han- gen, was sie tut. Ihr Reich, das ist die Küche uni> der Keller, das qanze Haus, Garten und Stall. Es sehlt ihr an nichts; sie hat Walle und Flachs, Schmalz und Mehl, Käse und Milch das gallze Jahr Aber sie ist dicht wie der. Vater. Wenn sie nein sagt, jo heißt es nicht immer nem. Regina ist tüchtig und klug, daran fehlt nichts, allein sie jammert gern ein wenig, es ist ihr nicht unlieb, wenn der Mann den Berg Wäsche sehen kann, der morgen gewaschen werden soll. „ „Wenn ich mir nur etwas ausdenken konnte , sagt sie, ,choß ich das Wasser für den Kessel gleich hier in der Küche hätte — ein Faß vielleicht, em größeres Schafs auf Rädern..." ™ . r Da muß Peter lachen. Jawohl, er und der Vater sehen sich an und schmunzeln ein bißchen. Am nächsten Tilge nagelt Peter eine Rinne zusammen, nun fließt tatsächlich Wasser durch das Inster in Öen Kessel. Was aber das Schönste ist, Regina braucht nur an einer Schnur zu Ziehen, dann kommt viel oder wenig Wasser aus dieser Rinne, wie sie es ^^Wülls^du^ etwa auch heißes Wasser haben? ' SI b^n^efönnte20ich vielleicht ein Feuer unter bi- sie werkt, daß er sie nur zum Narren halt nut 'XmiftS^mU ÄtÄnn tut ihr manches zullebe, auch der Mann zieht geduldig >-m°i Schuhe vor der Türe aus, wenn der Boden Wue” Aber zuweilen hat man doch auch seinen Sp B Erfährt sie in das Dorf. Sie fährt allein Roh und Wagen, denn die Stute ist ,o srieo cy geworden, daß sie nichts mehr aus der Fassung bringen Fann. Der Mann und Peter blechen daheurn sie stehen auf dem Anger, wahrend Mutter über die Halde hinunterrasselt. „Gib nur acht, r f P ter nach, „wenn du den Fuchs wieder einspannst, der Kopf muß vorne sein!" Wie sie wieder heirnkornrnt, da hat Peter eine Ueberraschung für sie bereit. Er schenkt ihr einen Topf mit einer merkwürdigen Pflanze. Sie sieht nach nichts Besonderem aus, ein paar gekräuselte grüne Blättchen. Aber Regina ist neugierig und gießt den Tops jeden Tag mit den übrigen,, bis sie endlich dcchinterkommt, daß es ein Rettich ist, ein ganz gewöhnlicher Rettich. Sie kränkt sich zuerst ein wenig, aber bann lacht sie selbst. Das ist so hübsch an ihr, sie nimmt nichts übel. Peter macht es auch «lieber gut, bie Mutter kann feine geschickten Finger wohl brauchen. Nun bekommt sie eine Garnhaspel dafür, daß sie den Rettich so schön begossen hat, Regina besitzt auch einige unvergängliche Kenntnisse aus ber Geschichte und ber Geographie. Sie weiß unb erzählt oft, daß Napoleon in einer gewissen Schlacht fein ganzes Königreich für ein Pferd angeboten hat, unb daß es in ber Sahara nur sieben Oasen gibt, sonst lauter Löwen unb Kamele. Peter merkt sich bas mit ber Zeit, es ist vielleicht wohl ohnehin bas Aeußerste, was ein Mensch an Kenntnissen in sich aufhäuien kann, jebenfalls ist es genug für ihn, ber Weizen wächst deswegen nicht besser. Mutters Brot ist schwarz, aber es nährt, nahrhaft unb kräftig ist auch sonst alles, was bie Frau auf ben Tisch bringt. Keine Leckerbissen, keine Kuchen unb Pasteten,' auch Fleisch gibt es nur an Feiertagen. Regina bäckt einmal Krapfen im tiefen Schmalz, ein anbercs Mal ist es Mus, zuweilen auch nur eine Käsesuppe, unb ber Mann schreibet selbst noch kleine Brotschnitten hinein, ehe alle brei aus der einen Schüssel essen Nein, große Künste finb nicht erfarberhd). Peter kommt herein und zieht bie Luft burch die Rase — Milchnocken! Es waren auch gestern Milchnocken, aber gerabe barum ist es wie ein Wunder, wie eine besondere Fügung. Er hat den ganzen Vormittag daran gedacht,'ob die Mutter wohl diese Eingebung haben 'könnte, ein zweites Mal Milchnocken zu kochen. Peter ist ungeheuer gefräßig, manchmal kaut er Haber während der Arbeit, und der Vater ichaut ihn verwundert an, weil es so merkwürdig in \ex= nen Eingeweiden knurrt. Zur Heiligen Zeit wumcht sich Peter einen Brotlaib, den er ganz allein auf-- eilen darf, vom ersten bis zum letzten Stuck. Ja, so leben diese drei Menschen und sie leben zufrieden. Langweilig ist das Leben nicht, Peter unterhält alle mit seiner luftigen trockenen Art. „Was bekommen wir heute eigentlich?" sagt er, wenn er die Schüssel rein ausgeleert hat. So ist Peter, ein närrischer Kerl. Aber unter Tags, da ist es recht still im Haus. Peter, ja, ja. Er ist beim Vater,' er arbeitet irgendwo im Wald, auf dem Acker, es sind wohl drei Menschen da, und doch ist die Mutter allein. Die doppelte Aufgabe der deutschen Mutter. In einem Beitrag „Der Geist des Hauses", den die Zeitschrift „F r a u e n k u l t u r" zum Muttertag veröffentlicht, schreibt Waltraut Falkenberg: „Die deutschen Mütter stehen alle in einer doppelten Aufgabe, bie nach außen gerichtet ist und nach innen, zur kleinen Welt der Familie unb zur großen Welt ber Nation. Die Entscheidung, ob sie beides werden erfüllen können, kann durch keine noch so glänzende Organisation herbeigeführt werden, sie liegt ganz allein in den Frauen selbst. Ausgesprochene Frauenberufsarbeit, wünschten wir uns in weiterer Zukunft zumindest nicht in der Zeit mit der Ehe gekoppelt, in der die Kinder die Mutter am dringlichsten brauchen. Unberührt aber davon bleibt das tiefe Sorgen aller deutschen Frauen um die deutsche Gegenwart und Zukunft. Gerade wenn sie Mutter ist im allertiefsten Sinn, d. h. also, wenn sie sich verschenken und aufopfern will für eine Aufgabe, bie außer ihr liegt, wirb sie bieses Sorgen nicht lassen können. Unsere Mütter sollen bem deutschen Volk, rein biologisch gesehen, den W e g i n d i e Zukunft sichern — sie sind wach geworden, aber auch dafür, wie dieser Weg ihrer Töchter und Söhne aussehen soll, unb sie sind an getreten, ihn mitzubestimmen. Sie haben es an der Vergangenheit gelernt, daß es nicht genügt, bem Kinbe nur bas Leben zu geben, sondern baß es nach seiner A r t gebeihen muß an Geist unb an Seele. Und aus dieser mütterlichen Sorge heraus wird nicht nur auf die Dauer das tiefste und reichste Leben in unser Volk strömen — sondern von da gehören auch alle die zu uns, die keinem Kinde das Leben schenken dursten. Auch ihre Hände und Herzen mühen sich um das gleiche Werk, sie stehen hinter den Müttern und Kindern ihres Volkes in geheimer unb unlösbarer Schwesternschaft. Mögen wir die Einheit dieses Frauentums und die gleiche Richtung seiner Kräfte immer stärker empfinden. Dann wird der Gedanke an bie Mutterliebe unb bie mütterliche Kraft nicht mehr bas Schlagwort eines Tages, fonbern ein sehr geheimer, aber immerwährender Dank für bas einzige Geschenk, das uns das Leben gibt, ohne dafür zu fordern." Büchertisch. — Die deutsche Wissenschaft und die Wiener Akademie im Großdeutschen Reich. Rede, gehalten bei der feierlichen Sitzung ber Akademie ber Wissenschaften in Wien am 23. November 1938 von deren Präsidenten Heinrich Ritter von Srbik. 19 Seiten. Preis kartoniert RM. 1,—. Verlag F. Bruckmann, München. — (41) Die festliche Akabemierede bes hervorragenben Wiener Historikers ist gehalten worben unter dem noch frischen Eindruck ber weltgeschichtlichen Wieberver- einigung Oesterreichs mit bem Reiche; sie gibt einen gebrängten Rückblick auf bie Geschichte ber Wiener Akademie ber Wissenschaften, einen Rechenschaftsbericht über ihre Arbeit unb ein Bekenntnis zur unzerstörbaren geistig-politischen Einheit des Ge- .samtreiches. — So lebt bas Dorf. Don Hanns Schoppe r. (Verlag Paul Zsolnay, Berlin.) — 386. — Der Autor schickt seiner Erzählung bie Bemerkung voraus: „Dieses Buch wurde geschrieben 1935/36 in ber Zelle 240 bes Lanbgerichts II in Wien, in welcher ich 7 Monate wegen Zugehörigkeit zur NSDAP, verbrachte." Unb bann schilbert er in feffelnber Weise sein Erleben. Dabei wird dem Leser der tiefe Sinn des bäuerlichen Lebens an einer bunten Reihe lebensvoller Gestalten unb Schicksale in ber Urkraft beutscher Lanbschaft sichtbar gemacht, wird man erfüllt mit starker Sympathie mit den Menschen, bie im Kreise bieses Dorfes den Alltag unb bas Geschehen unserer Zeit erleben. Es sind prächtige Gestalten, die man in bieser Erzählung kennen lernt, unb es ist eine bäuerliche Welt, ber der Autor gut und mit Recht ben Weg zum Herzen ber Leser öffnet. Dankbar wirb man am Schluffe dieses Buch aus der Hand legen. ein Sammel- Shakespeare-Revue Oer erste Kunststoff — Zelluloid gar mi Die unabhängig von dem Monopol Aus aller Wett 2,1 0,8 Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Dichters für das amerikanische Lebenstempo viel zu lang sind, endlich die Konsequenzen zu ziehen. Das anmutige Produkt dieser Verbindung von Serrsationshunger und Rekordwahnsinn ist die surium von einzelnen Szenen, die vor allem kurz sein müssen und, geschickt aneinandergereiht, eine Vorstellungsdauer von nicht mehr als 45 Minuten ergeben. Damit das Kind aber auch einen Namen hat, der seiner ungeduldigen Gemütsart entspricht, wird diese Revue unter dem vielversprechenden Titel „Stromlinien-Shakespeare" laufen. „Ist neben aufgehängt hatte, war plötzlich verschwunden. Der Verdacht fiel auf Zigeuner, weshalb eine große Durchsuchung veranlaßt wurde. Der Schweinskopf fand sich aber nicht. Nach zwei Tagen meldete ein Nachbar, daß er den Schweinskopf unter einem Weitere Zunahme des Posifparkafsendiensies. Fast 78 000 neue Postsparbücher sind im Monat April ausgestellt worden, insgesamt damit seit dem Jahresbeginn 475000. Auf diese Bücher sind bisher über 71 Millionen Mark ein gezahlt und 18,5 Millionen Mark ausgezahlt worden. Das Durchschnittsguthaben eines Postsparbuches beträgt gegenwärtig 111 Mark. Einschließlich der ostmärkischen Postsparbücher gibt es im Reich jetzt über 880 000 mit einem Gesamtguthaben von 152 Millionen Mark. Das Postsparbuch kann auch ohne besondere Genehmigung bei Reisen ins Ausland mitgenommen werden. Bei der Rückkehr ins Reich kann man sich dann beim nächsten deutschen Postamt wieder mit deutschem Bargeld versehen. 3n Deutschland wird am meisten gespart. Die Spartätigkeit in Deutschland hat im Vergleich mit dem Ausland einen gewaltigen Aufschwung erreicht. Ende 1932 waren im Altreich 9,9 Milliarden Reichsmark an Spareinlagen vorhanden, Anfang 1939 demgegenüber 18,5 Milliarden RM., d. h. in sechs Jahren ist der Einlagenbestand rund verdoppelt worden. Hingegen konnten die Vereinigten Staaten ihren Spareinlagenbestand nur von 6,2 auf 6,7 Milliarden erhöhen: Frankreich den seinen sogar nur von 57 auf 62 Milliarden Franken. Bei beiden Ländern ist die inzwischen, eingetretene Währungs- rika.begeben. Er fliegt dort 12 von den Bücker-Werken nach es schon Wahnsinn, hat es doch Methode", würde der alte Polomus dazu sagen. Denn in der Tat: Methode hat es! Insofern nämlich, als der Wunsch, große Dichtungen dem Publikum durch Streichungen mundgerecht zu machen, keineswegs auf Amerika beschränkt ist. Amerika ist nur unbedenklicher, rücksichtsloser in der Verwirklichung des Gedankens. Was dabei herauskommen wird, werden wir sehen. Der Geist Shakespeares wird es nicht fein, der wird sich wohl schon bei der ersten Vorstellung genötigt sehen, den Geist aufzugeben! der Jagdhund des Nachbarn, der auf diese Weise für schlechtere Zeiten vorgesorgt hatte. in Japan. H. Sch—r. Jahre 1855 auch der Engländer Alexander Parkes vor. Denn er suchte nach einem besseren Jso- liermaterial für den Telegraphen. Er nimmt Schießbaumwolle, Nitrozellulose. Man .hatte sie nach ihrer Entdeckung durch den Deutschen Schon- b e i n schon in allen möglichen, Lösungsmitteln gelöst und zu einer knetbaren und elastischen Masse geformt. Parkes löste sie nun in Anilin, Nitrobenzol und Eis-Essig auf. Dabei kommt eine plastische Masse heraus, die man leicht verformen und Härten kann. Kämme, Messergriffe, Marmorimitationen werden aus ihr hergestellt. Da damals die Baumwolle billig, Kautschuk aber teuer ist, versucht er, diese neue Masse an Stelle des Gummis für Jsolierzwecke zu verwerten. Zehn Jahre daraus aber kommt es zum amerikanischen Bürgerkrieg. Seine Folge ist das Steigen der Baumwollpreise Zunehmende IHolorifierung Deutschlands. Im April wurden im Deutschen Reich (einschließlich Ostmark und Sudetenland) insgesamt 64133 Kraftfahrzeuge und 1223 Kraftfahrzeuganhänger Heu zugelassen. Gegenüber dem Vormonat » Gesamtzahl der Neuzulassungen an Kraftfahrzeugen um 24 v. H. zugenommen. Hierzu haben vor allem vermehrte Zulassungen von Krafträdern beigetragen, von denen 39 499 neu in den ^men, 17 236 Personenkraftwagen und 2729 Zugmaschinen. Im Vergleich zum April 1938 lag die Gesamtzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge um em Fünftel höher. Der deutsche „Teufelsflieger“ wieder in Südamerika. Der Chefpilot der Bücker-Flugzeugwerke, Arthur Benitz, der durch zweimalige Ueberfliegunq des Cordlllerengebirges und feine große Kunstflugtournee iri Südamerika als „Az' Diabolico“ der Teufelsflieger, bekannt geworden ist, hat sich wieder zu einem mehrmonatigen Aufenthalt nach Südame- entrocrtung zu berücksichtigen, so daß dem Realwert nach der Einlagenbestand sogar stark gesunken ist. In der Schweiz sind Anfang 1939 2,9 Milliarden Franken Spareinlagen vorhanden gegen 2,6 Milliarden Franken 1932, in Dänemark 2,2 gegenüber Milliarden RM. und in Holland 1,0 gegenüber Milliarden Gulden. wurden. — Bei seiner Ankunft ... ____ ________ wurde Benitz herzlich empfangen. Die brasilianische Presse würdigt die Leistungen der deutschen Luftfahrt, von denen die aus Deutschland zurückgekehrte brasilianische Luftwaffenkommission einen ausgezeichneten Eindruck empfangen habe. — Gleich nach seiner Ankunft flog Benitz, auf Wunsch der brasilianischen Luftverkehrsgesellschaft Vorig ein deutsches Kleinflugzeug vom Typ Bücker „Student" von Rio nach Porto Alegre. Der kleine „Student" legte die 1500 Kilometer lange Strecke mit 160 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit zurück und lieferte damit den Beweis für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des deutschen Kleinflugzeugbaues, was durch Kunstflugvorführungen in Porto Alegre unterstrichen wurde und viel Beachtung in Brasiilien ge- ftlnden hat. Von der Bahn zur Bühne. Der seither bei der Hessischen Eisenbahn AG. in Darmstadt als Schaffner tätige Albert Zell ist als erster lyrischer und Charakterbariton an das Stadt- theater Elbing verpflichtet worden. Zell, der fchon mehrfach als Konzertsänger mit schönem Erfolg auftrat hatte sich außerhalb seines Dienstes der Ausbildung seiner außergewöhnlich guten Gesangsstimme gewidmet. 65jähriges Ehejubiläum. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat den Eheleuten Adolf und Anna - Karolina Ackermann in Siegen, Söhrtor 1 (Regierungsbezirk Arnsberg), aus Anlaß ihrer 65 i ähr i gen Ehejubelfeier am 10. Mai ein Glückwunschschreiben und ein Ehrengeschenk überreichen lassen. Kampf dem Zagdunfall. — Ein Film der Deutschen Zagerschaft. Der Umstand, daß die Zahl der Jagdunfälle, namentlich solcher im Umgang mit der Waffe, nicht zurückgegangen ist, zwingt dazu, kein Mittel unversucht zu lassen, um im Sinne der Verhütung solcher Schäden weiter aulklärend zu wirken. Unter Mitwirkung der mit der Deutschen Jägerschaft arbeitenden Stellen ist für diesen Zweck nunmehr auch ein Film „I a g d u n f ä l l e" herausgebracht worden, der sich besonders zur Vorführung deiJäger- appellen und ähnlichen Veranstaltungen eignet. Der Schöpfer des Teddybären gestorben. In Sonneberg, der Stadt schönen Spielzeugs in Thüringen, ist aus den Vereinigten Staaten die Nachricht eingetroffen, daß dort Richard Steiff, der Schöpfer des Teddy-Bären, gestorben ist. Der Name Steift ist eng verbunden mit der Entwicklung und Weltgeltung des deutschen Spielzeugs. Steiff schuf 1903 das erste Modell eines ichts mehr zu tun haben. Frage, was isoliert am besten, legte sich im Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte bim Ernst von Jhebelfdm Nach einer amtlichen Meldung aus Athen haben die amerikanischen Ausgrabungen auf der Insel Kreta einen umfangreichen Wohnbezirk freigelegt, von dem man mit guten Gründen ünnehmen darf, daß es sich um den P a - last des a l t e n N e st o r in Pylos handelt. Trifft diese Vermutung zu, so würde abermals eine bisher vorn Mythos beanspruchte Figur in das Helle Licht der Geschichte rücken und die schon in Troja gewonnene Erfahrung bestätigen, daß Homer in seinen Epen konkrete geschichtliche Vorgänge geschildert habe. Von allen archäologischen Entdeckungen gilt ja der Grundsatz: man sucht nur das, was zu finden in einer ganz bestimmten geistesgeschichtlichen Lage das allgemeine Bedürfnis ist. Alle Grabungen feit dem 18. Jahrhundert lassen in zunehmendem Maße den Wunsch erkennen, unsere Kenntnis der Geschichte über die bisher anerkannten Grenzen hinaus zu erweitern, dem „prähistorischen" Raum immer mehr Land abzugewinnen. Die Entdeckung von Pompeji und Herkulaneum war ebenso wenig zufällig wie die weit jüngere von Troja und Mykenae. Die dienten der Ausdehnung des historischen Blickfeldes in Kulturen hinein, die nur so lange als unerforschbar galten, als das allgemeine Verlangen, sie dem Dunkel der Sage zu entreißen, noch nicht erwacht war. Seitdem sind die Grenzen immer weiter zurückgeschoben worden, so daß uns das Griechentum bis in die ältesten Zeiten hinein fast kein Geheimnis, jedenfalls fein absolutes, mehr ist. Ueber das „Mittlere Reich" Aegyptens beginnt der Blick in das Dämmerlicht der Mysterien im „Alten Reiche" der Pharaonen vorzudringen, und schon sind wir so weit, uns gar in den alten Residenzen der mesopotamischen Hochlülturen einigermaßen heimisch zu fühlen. Die Ausgrabungen der Engländer und Franzosen in Ninive, Nimrud und Chorsabad haben zu erstaunlichen Ergebnissen geführt, durch Woolleys glorreichen Spatenfeldzug in Ur sind wir heute in der Lage, uns eine ziemlich deutliche Vorstellung davon zu machen, wie die Chaldäer gelebt haben mögen, und die Freilegung von Babylon und Assur durch die Deutsche Orientgesellschaft erlaubt uns einen sehr genauen Einblick in die Herrscherresi- denzen Nebukadnezars II. und Sanheribs, die damit aufgehört haben, halb sagenhafte Persönlichkeiten für uns zu sein. Das Gleiche gilt für die Helden der homerischen Epen, in denen wir Menschen von Fleisch und Blut zu sehen uns schon gewohnt haben. Ihnen gesellt sich nun auch der weise Nestor. Der Sinn dieser archäologischen Forschungen und Entdeckungen ist immer der gleiche: der heutige Mensch ist von dem tiefen Bedürfnis getrieben, sich um die nämliche Zahl der Jahrhunderte, die ihn vom Beginn unserer Zeitrechnung trennt, nach rückwärts zu orientieren. Das wären also etwa zwanzig und, wenn möglich, noch mehr. Man erkläre sich eine solche Tendenz, wie man will? Es scheint eine Schicksalsnotwendigkeit zu sein. Es war im Jahre 1879, als Werner Siemens in Baden-Baden vor der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte einen bedeutsamen Vortrag über die Elektrizität hielt. Er sprach von den unerhörten elektrischen Hitzegraden und der Energie des feurigen Schmelzflusses, durch den man neue Metalle und neue Chemikalien erhalten könne. Nicht undenkbar, so führte er aus, daß wir in Zukunft lediglich aus Wasser und Elektrizität billige Brennstoffe und Nahrungsmittel erzeugen können. Das war eine chemische Prophetie eines unserer wichtigsten Elektrizitätsfachmänner. Sie war aus der damaligen Zeit verständlich. Denn in jenen Jahren war in der Tat die Chemie der Schrittmacher des elektrischen Stromes. 1875 wurde in Hamburg die erste Dynamomaschine des. Werner Siemens aufgestellt und zur elektrochemischen Scheidung von goldhaltigem Silber eingesetzt. Ein Jahr später wurde mit derselben. Maschine die elektrolytische Kupferrafftnation betrieben. Es gab noch kein öffentliches Kraftwerk in Deutschland, als die chemische Fabrik Schering in Berlin elektrolytisch Bromoform und Jodoform und die Magnesiumfabrik in Hemelingen Magnesium und später auch Aluminium gewannen. Zu einer fruchtbaren Wechselwirkung hatten sich Chemie und Elektrizität verbündet. So wurde die Technik auf eine neue Stufe gehoben und der Menschheit neue Lei- stungsstofte geschaffen. Die Entwicklung der Elektrizität stellte der Chemie die Aufgabe, nach neuen Stoffen zu suchen oder sie zu schaffen, mit denen man den elektrischen Strom isolieren und seine Energien bändigen konnte. Der Ruf nach solchen neuen, nicht leitenden Stoffen hat die ersten Kunststoff-Chemiker auf den Plan gerufen und hat sie weiterhin durch die Jahre hindurch zum Grübeln und Erfinden angeregt. Schließlich sind dann aus den Isolierstoffen die modernen plastischen Massen geworden, die als Stoffe der „tausend Möglichkeiten" für viele Zwecke glücklich zu verwenden sind, die mit der Elektrizität In Stuttgart ist eine Gruppe von Bilderfälschern zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt worden. Das alte Lied, das durch Wiederholung nicht wohlklingender wird! Wie lange werden wir es noch hören müssen? Vermutlich solange, bis sich die Zahl der Seichtaläubigen so weit vermindert hat, daß sich das üble Geschäft nicht mehr lohnt Und diejenigen, die bisher den Vorteil davon hatten, es vorziehen werden, sich gemeinnützigeren Berufen zu widmen. Aber das wird erst dann der Fall sein, wenn Bilder nicht mehr bloß um ihres -Namens willen gekauft werden, wenn also die sichtbare Meistersignatur und womöglich noch das Gutachten eines gelehrten Sachverständigen (Experten) nicht mehr die einzigen oder doch ehh scheidenden Kriterien sind, nach denen man, um die liebe Eitelkeit zu befriedigen, hohe Summen für Kunstwerke auszugeben bereit ist. Dergestalt plumpe Betrügereien, wie sie in dem Stuttgarter Prozeß zur Verhandlung kamen, gehören allerdings so sehr zu den Ausnahmen, daß der in der Wolle gewaschene Meisterfälscher sich seiner Kollegen geradezu schämen muß. Da werden einfach ganz geringwertige Gemälde in Auktionen billig zusammen- geramscht, ein wohlklingendes Meisterzeichen wird dazugemalt, die Mobilmachung eines für Geld käuflichen „Experten" bereitet auch keine Schwierigkeiten, und so entsteht dmn im Handumdrehen eine gan^e Galerie von „Meisterwerken der Münchener und Düsseldorfer Schule des 19. Jahrhunderts" die in unerschütterlichem Vertrauen auf den ersten Fälschergrundsatz, wonach die Summen nicht alle werben, auch ihre Käufer finden. Ueber den besonderen Fall hinaus hat aber der bisher größte Bilderfälschungsprozeß auch noch eine allgemeine Bedeutung, die der Staatsanwalt mit den Worten charakterisierte, es handele sich hier um die Bekämpfung eines „organisierten bandenmäßigen Betruges' durch das Strafgesetz. Es ist wirklich so: Gemaldefalschungen wurden nach der Inflation wie Wertpapiere gehandelt. Ob und wie bald diese Zustande aufhören werden, hängt aber, wie gesagt, nidjt so sehr von den Betrügern ab als vielmehr »on benen, die sich betrügen lassen. Eine F^hge Kunsterziehung, die der Leichtgläubigkeit durch Aufklärung vorbeugt, kann hier allein Wan- bei schaffen. * Auf der Neuyorker Weltausstellung will man auch Shakespeare spielen, und zwar ist vorgesehen, einige Stucke auf dem naturgetreu nachgebildeten e a 4 e r ' öc^cn Leiter der große eng. lische Dramatiker war, aufzuführen. Somit wäre dann alles in schönster Ordnung, denn man sollte doch wohl annehmen, daß die Wahl der historischen Shakespeare-Bühne die Veranstalter vervslichten mußte, die zur Aufführung beftimmten Dramen auch so spielen zu lassen, daß Shakespeares G e i st dem Zuhörer lebendig und womöglich sogar echter als anderswo entgegentritt. Weit gefehlt! Denn Amerika müßte nicht Amerika fein, wenn es richt den Chr.geiz hätte, Shakespeare zu amerikanisieren. Schon das unlängst in Boston unternommene Experiment, die Königsdramen unter dem Titel „Fünf Könige" auf zwei Abende zu° sammenzudrängen, zeigte den Weg an, den man in einem Lande, in welchem der Schnelligkeitsrekord nachgerade den Charakter eines nationalen Glaubensbekenntnisses annimmt, mit Shakespeare zu gehen gewillt ist. Margaret Webster, die das Neuyorker Theater leiten wird, hat sich entschlossen, aus der Erkenntnis, daß die Dramen des britischen Warta Büchertisch. — Heinz Scheibenpflug: Fährten und Spuren am Wanderweg. Eine praktische Naturkunde für den Wanderer, Jäger und Jugendführer. 124 Seiten mit 29 Textzeichnungen und 83 Fährten- und Spurenbildern nach Naturaufnahmen. In Leinen RM. 3,00. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (40) — Das kleine, handliche und sehr anschaulich geschriebene Buch will dem Naturfreunde, jedem mit offenen Augen durch Feld und Wald Wandernden Anreger und Helfer sein: es lehrt ihn die mancherlei Spuren tierischen Lebens erkennen und unterscheiden, denen er auf seinem Wege begegnet. Das Buch gibt charakteristische Naturaufnahmen der bei uns Vorkommen- den wichtigsten Spuren und Fährten: es lehrt auch die Losungen, Wechsel, Erdbauten, Gewölle und Zeichen der wildlebenden Tiere ansprechen. Der gesamte Stoff ist zum Schluß in Tabellenform übersichtlich zusammengefaßt. Das gut ausgestattete, preiswerte Büchlein wird vielen Naturfteunden bald ein treuer und unentbehrlicher Begleiter fein. hth. — Helmut Vogt: Haus am Strom. Preis in Seinen 2 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — Für Geschlechter gebaut, blickt geruhsam das weiträumige Patrizierhaus der Rüst- hoffe über den Strom, der die Hansestadt mit dem Weltmeer verbindet. Aber in den schweren Läuft ten der Nachkriegszeit scheint der Wagemut des königlichen Schiffsherrn gebrochen, die Frau feines gefallenen Aeltesten lebt der Vergangenheit, und gar zu verschieden geartet sind die vier Brüder Rüsthoff So birgt das Haus viel Familienstreit, bis angeborener Hanseatengeist den Blick vom Vergangenen in die Zukunft lenkt und zwei Generationen, Männer und Frauen, zu neuen Aufgaben frei macht. — Adam Alexander Carl: Die Petroleumsuppe. Süffige Geschichten aus Wien und andere Sachen zum Sachen. Dritter Teil von „Der Hund mit dem roten Kragen". 52 Seiten. Verlag der Univ.-Buchdruckerei Joh. Aug. Koch, Marburg an der Sahn. — (479) — Der Verfasser, ein bekannter Marburger Anwalt, fügt seinen früher erschienenen humoristischen Geschichten ein neues Bändchen an, das lustige, selbsterlebte Begebenheiten aus Wien enthält und dem Sefcr eine unbeschwert heitere Unterhaltung bereiten will. zen Waldemar, in aanz Dänemark Sensatton durch den Ankauf eines Suxus-Autos. Es war der erste Kraftwagen am dänischen Königshof, eine Spitzenleistung der noch jungen Auto-Industrie jener Zeit. Die Prinzessin taufte ihn wegen der Grazie, mit der er sich durch den Straßenverkehr schlängelte, auf den Namen „Kolombine". Sie brachte auf der Seite der Innenwand auch ein Aquarell an, das die Gestalt der Colornbine darstellte. Noch heute schmückt dieses Bild das alte Auto. Prinz Waldemar verfügte über eine ganze Anzahl moderner Personenkraftwagen. aber er benutzte mit Vorliebe für feine Fahrten noch im letzten Jahre die alte „Colornbine". Der jetzt 33jährige Wagen, der immer vorzüglich instandgehalten wurde, hat niemals versagt und ist nicht nur durch fein Alter, sondern auch durch feine Pannenlosigkeit ein Unikum in der Geschichte des Kraftfahrwesens geworden. Der Löwe war los. In der Bahnhofstraße von Eiserfeld (Westfalen) sahen die Passanten plötzlich einen Sömen, der gemächlich einhertrottete. Alles rannte, rettete, flüchtete. Doch der König der Wüste schien friedlich gesinnt, er zog es vor, den Menschen aus dem Wege zu gehen und suchte sich schließlich ein Hintergebäude als Zuflucht aus. Inzwischen waren schon die „Häscher" hinter ihm her. Der Söwe stammte aus einer Raubtierschau: er suchte fein Heil in der Flucht, die durch mehrere Gärten führte und schließlich im Garten eines Bauunternehmers endete, wo die Mutter des Besitzers mit ihren Enkelkindern sich erging. Die alte Frau brachte sich und die Kinder schnell im Hause in Sicherheit. Die An- gestellten der Raubtierschau gingen mit einem Sasso gegen den Ausreißer vor und brachten ihn schließlich ohne weitere Zwischenfälle in seinen Käfig zurück. Der Schweinskopf. Auf einem Bauernhof im Hessischen gab es große Aufregung nach dem Schlachten. Die geschlachtete Sau hing am Haken, und der Kopf, den man da- auf das Vierfache. Kautschuk war wieder billiger, und man begnügte sich mit ihm zu Jsolierungs- zwecken; die neue Masse des Parkes trat in den Hintergrund. 14 Jahre später spielt die Geschichte der Kunststoff- Chemie in Newark im Staate New Jersey. Die Brüder Hyatt suchten nach einem neuen, recht widerstandsfähigen, aber dennoch weichen Stofs, um Buchdruckwalzen herzustellen. Sie dachten an die Erfindung von Parkes, griffen dennoch nicht auf die Schießbaumwolle zurück, sondern gingen von anderen Ausgangsstoffen aus. Nach einer besonderen Methode oehandelten sie Papier mit Salpetersäure. Sie gelatinierten und kneteten die Masse mit Kampfer. So schufen sie das Zelluloid, einen kornartigen Stoff, der sich außerordentlich gut verformen läßt. Man kann ihn gefällig machen und schon färben. Im Saufe der Zeit werden viel wertvollere Dinge aus ihm hergestellt als Buchdruckwalzen: Perlen, Schmucksachen, Spielzeug. Bald gibt es keine Kämme und Schirmgriffe mehr aus Horn ober Gummi. Man macht sie aus Zelluloid. 1880 mitb in Deutschland die erste Fabrik gegründet: die Rheinische Gummi- und Zelluloidfabrik. Ihr Zelluloid ist dreimal billiger als das amerikanische. Schon im Anfang des 20. Jahr- hunderts fabrizierten wir Zelluloidwaren im Werte von mehr als 50 Millionen Mark. Inzwischen hatte aber die Chemie weitergeforscht. Sie gelangte zur Erfindung eines, durchsichtigen Zelluloids und eines solchen, das nicht so leicht brennt, nicht riecht und zu dessen Herstellung viel weniger Kampfer gebraucht wird. Und das durchsichtige Zelluloid wird zur Unterlage für photographische Filme verwendet. Und ohne diesen Kunststoff wäre es nicht zur Entwicklung der Filmindustrie gekommen. Die Kampferbäume aber wuchsen in Japan. In Formosa und Altjapan. Auf Kampfer hatten die Augen Japaner ein Monopol. Sie saßen darauf und nutzten es aus. 1888 z. B. kostete der Kampfer je Kilo 2 Mark, 1895 schon 3,70 Mark, 1900 schon 5 und 1907 10 Mark. In diesen Jahren aber entwickelte sich außerordentlich stark der Kampferverbrauch der Zelluloidindustrie, obwohl die chemische Forschung dazu geführt hatte, bei der Zelluloid- fabrifation Kampfer zu sparen. 1890 z. B. brauchten die Zelluloidfabriken V« Million und 1906 schon 4,5 Millionen Mark für Kampfer. Das war eine schwere Situation für die junge Industrie. Hilfesuchend wandte sie sich an die Chemie. Die Chemiker eben sollten einen neuen Stofs schaffen und den Kampfer aus billigen, heimischen Stoffen synthetisch Herstellen. Das gelang der chemischen Fabrik Schering zu Berlin. Schon 1906 lieferte sie 800 000 Kilo synthetischen Kampfer. Von Jahr zu Jahr ftieg die Produktion. Bald führten wir nicht mehr für 4 bis 5 Millionen Mark Kampfer ein, sondern für 6 Millionen synthetischen Kampfer aus und waren drolligen beweglichen Bären, das auf dem Weltmarkt und besonders in USA. einen ungeheuren Absatz fand, der bisher noch von keinem Spielzeug dieser Art erreicht worden war. Dieses aus Plüsch gefertigte Tier erhielt in den Staaten die Bezeichnung „Teddybär", womit man auf den damaligen Präsidenten Theodor (Teddy) Roosevelt anspielte, der als passionierter Bärenjäger bekannt war. Die Spielwarenstadt Sonneberg und die südthüringische Spielwarenindustrie griffen die Idee Steiffs auf. und versandten Millionen dieser Bären in die Welt. Richard Steiff selbst ging 1923 nach USA. Viel schönes Spielzeug verdankt die Welt der Tatkraft dieses Mannes, der auch den ersten Tretroller herausbrachte. Steiff war gebürtiger Stuttgarter. Dort lebt noch seine Tante, die sich ebenfalls die Spielwarenherstellung zur Aufgabe gemacht hat. Die alle „Colornbine“. Die testamentarische Verfügung über den Nachlaß des Prinzen Waldemar, des kürzlich verstorbenen ältesten Mitgliedes des dänischen Königshauses, ist jetzt bekannt geworden. Ein großer Teil des Nachlasses soll jetzt versteigert werden, aber die alte „Colornbine" ist nicht darunter. Sie wird in einem später vielleicht einmal entstehenden Automobil-Museum einen Ehrenplatz beanspruchen können. Im Jahre 1906 erregte Prinzessin Marie, die längst verstorbene Gattin des Prin- Flug,zeuge ein, bie . VUD uh«:l einem Brasilien geliefert Haufen Sägemehl gefunden habe. Der Dieb war in Rio de Janeiro h * --•* *- •- ' — - Ersthöpfv-ngszust an de — Katarrhe Das nervenberuhigende Heilbad wk BadSalznausen^ pousdial-ülVergünstigur^gskuren! Auikft, d. Hessische Badedirektion Sol-, Lithium-, Schwefel- ü. Sfahlquellen Herz- u. Gefäßleiden — Rheuma Grünber». Die Sommerfrische an Wald und Wasser, pialerisch am Fuße des Vogelsberges gelegen. Herrliche Spaziergänge in den Tälern, in prächtigen Tannen- und Laubwäldern, Ausflüge nach dem hohen Vogelsberg. Eisenbahnknotenpunkt. Gute Gaststätten. Großes Waldschwimmbad. Prospekt durch die Stadtverwaltung. Flensungerhof Christlich.Erholungsheim Post und Station Mücke in Oberhenen. — Werbeschrift auf,Verlang. Staubfreie, sonnige Lage — Laubund Nadelwälder — Höhenluft — Zentralheizung — Liegehalle. Tagespreis RM. 3.00 bis RM. 3.50 und 10°'o Bedienungsgeld. 33o»d WGich* Rheuma Jschias Bad Salzschlirf Auskunft durch die Kurverwaltung Lauterbach (Oberhest-en ). das idyllische Landstädtchen im lieblichen Tal der Lauter, am Hang des Vogelsberges, umgeben von weiten, stillen Buchen- und Tannenwäldern und von sanften Höhenzügen. Sommerfrische. Malerisches Alt-Lauterbach, Heimatmuseum. Grober Stadtvark (30 Morgens. Mod. Freischwimmbad. SMya-NkillMMM Pension Wirth, direkt am Rhein Bolle Pension 3.30 RM. Rheinterrasse — Liegewiese WC im Hause. SSSSV Erholung und gute Verpflegung stnden Sie nicht nur in der Ferne, sondern auch in den Sommerfrischen u.Gaststätten der Heimat cm Süd -Taunus 1 Ihr Arzt meint es gütmitlhnen wenn er Ihnen eine Ker in BadSoden am Süd-Taunut, dieeern altbewährten Heilbad für Katarrhe, ÄUhma. Herzleiden verordnet, die Ihnen Gesundheit und Lebensfreude wiederbringen eoö. Mehr ab 20 verschiedenartige Heilquellen, ein stark kohlensäurehaltiger Thertnalsoleprudel (303 Q - Neuer Sprudel (34 C) eiark kohleneäurehaltig, 1938 er bohrt — das Badehaus und das beatbekaonte Inhalatorium - in Verbindung mit gleichmäßig mildem Klima - werden von erfahrenen Irrten für Ihre Gesundung eingesetzt. (Berühmt sind die Sodener Mineralpastillen.) Prospekte durch Bade- und Kurverwaltung BAD Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Wandere dich gesund! Von Staatsrat Or. med. £ Eonti. Es ist nicht notwendig, daß man jahrelang studiert hat, um die Kraftströme zu spüren, die dem Körper und der Seele aus dem Erlebnis des Wanderns zufließen. Allzu viele jedoch, namentlich unter den Städtern, ahnen nichts von diesem Kraftstrom. „Zu hart und abspannend sind die Anforderungen des Tages", hören wir von ihnen und sehen dann, daß sie ihre Erholung allein auf dem Sofa, tm Wirtshaus oder im Kino suchen. Gerade diesen Volksgenossen muß vom Arzt einmal nachdrücklich gesagt werden, daß sie sich auf einem Irrwege befinden. Gewiß, sie sind müde und abgespannt, wir glauben es ihnen gern. Aber sie haben sich noch niemals Gedanken über die Ausnutzung aller, gerade für den Zioilifationsmenschen dringend notwendigen Erholungsmöglichkeiten gemacht. Gleich, ob wir nun vorwiegend körperlich oder geistig arbeiten, nur in den seltensten Fällen wird unser ganzes Wesen dabei erfaßt. Immer wird nur ein ganz bestimmter, beschränkter Teil unserer Kräfte ausgepumpt. Dieft Einseitigkeit der Inanspruchnahme jedoch ist es, unter der wir leiden und die der Grund dafür ist, daß wir frühzeitig „abgespannt" sind. Zahlreiche Fähigkeiten unseres Organismus werden durch die einseitige Inanspruchnahme nie voll ausgeschöpft, zum Schaden unseres Wohlbefindens. Sobald wir das erkannt haben, ist uns auch das „Wunder" an Erholung und Heilwirkung erklärlich, das wir bei einer planmäßig betriebenen Körperkultur entdeckten. Zu ihr gehört auch das Wandern. Bedarf es noch einer Erläuterung, warum das Wandern mit an der Spitze steht? Die leichte, gleichmäßige Bewegung der Glieder in der freien Luft, die auffrischende Reizwirkung des Windes auf unsere, den Gefahren der Verweichlichung ausgesetzte Haut, der belebende Einfluß des durch keine Fensterscheibe gebrochenen Lichts und nicht zuletzt die erhebenden Eindrücke der Natur: das alles trägt dazu bei, unsere Gesundheit und Schaffenskraft nicht nur zu erhalten, sondern zu stärken. Der Arzt kann deshalb der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" nicht dankbar genug sein für die Hilfe, mit der sie seine Bestrebungen durch die Förderung des Wanderns ergänzt. Wandern ist mehr als Medizin, ist Kräftigung, Heilung und Vorbeugung. Mit der planvoll betriebenen Organisation des Wanderns hat KdF. für jeden Schaffenden einen mächtigen Gesundheitsfaktor körperlicher und seelischer Art geschaffen. Gleichzeitig werden aber auch alle kleinen Schwierigkeiten, die dem guten Willen bisher entgegenstanden, durch die festgefügte Orga- nisaüon überwunden. Es gibt jetzt keine Ausflüchte mehr, mit denen wir die Nichtteilnahme an den KdF.-Wanderungen entschuldigen können. Der Arzt sagt deshalb: Nutze jeder, was ihm geboten wird, wandert zu eurem und des Volks ganzen Wohl! Mfelfrühling. Von Walter Henkels. Sobald der Frühling die Aprikosenbäumchen in den Weinbergen entzündet, wetteifert das Moseltal mit dem Rhein und der Bergstraße. Im Trierer Landesmuseum lächelt der „Fröhliche Steuermann" den Besucher in seiner unvergänglich stillen Heiterkeit an. Er ist sehr alt, aber käme einer, ihm Oden einzublasen, er würde dem Fremden gerne ein verläßlicher Reisemarschall sein. Und er würde gewiß nicht nur auf die Zeit der Rebenblüte und der Weinlese empfehlend Hinweisen, auch der stille und heitere Moselfrühling würde ihm, dem ewigen Lächler, ein Wort abnötigen. Möglich, daß uns betriebsamen Menschen der Gegenwart die Gäßchen der Moseldörfer mit den drüber thronenden Burgen nur zu Kulissen werden, zwischen denen Bürger, Zunftaesellen, Schöffen und Geharnischte in Küraß und Pluderhosen einherwandeln, für manchen aber von uns wird die Stille und Geruhsamkeit mehr bedeuten, und mancher wird verwundert die Augen aufschlagen: Wö ist denn hier Unruhe, wo ist Hast? Und plötzlich lernen wir wieder, irgendwo zu verweilen. Wir werden wieder Liebhaber des Idylls. Wir weilen lange ohne Langeweile. „ Wenn von den Bergen des Hunsrucks oder der Eifel der erste Kuckuck ruft, wenn Spechtgelächter aus den Weinbergen herunterschallt, wenn der Fährmann auf der Moselponte ein Schwätzchen hält und prophetisch verkündet, daß der „Neue em verläßlicher Tropfen wird, wenn der Wirt vom ,Anker" philosophierend erkennt, daß die Sache mit dem Frühling mal wieder in Ordnung geht ■— dres alles und noch einiges dazu, das ist der Zauber des Moselfrühlings! _ r , .. , In Koblenz wird man die Moselreise beginnen. Don hier flutet das Leben der Mosel in bie weite Welt. Hier vermahlt sich der Fluß mit dem großen Strom, dem Rhein, der ms Meer geht. Und von hier gehen auch, wenigstens was Unter- und Mittelmosel angeht, die Wemladungen über den Erdball. Vor den Toren von Koblenz ist W in üinaens mächtige Kirschblüte. Das Städtchen hat einen9 ber größten Kirschmärkte Deutsch °nd-. Aber darum ist der Wein nicht minder gut. Heber Ston- bergsmäuerchen, steil, aber mit ganzer Kraft der Sonne zugewandt, thronen die berühmten Weine „Uhlen" und „Hamm". Don Kobern, Gondorf, Lehmen, Kattenes, Löf und Hatzenpor^Kunden manchs „Lagen", manche Kreszenz, gnädig bewahrt vor den Nordwinden. Was hier ein Krummesser schwingen, eine Kiepe tragen kann, ist Winzer. Die Straße nach Kochern nun ist kurz. Aber mie in der Kürze oftmals die Würze liegen kann, so auch auf dem Stückchen dorthin. Auf eme wun- berbare Art treiben Wolken über der Kochemer SS £ SÄteWÄ ßungsualler Name, wie man wähl ift pq des Ueberleaens wert, ob man das veruyrnre Bä uchen W9 di- M°,eltaibahn >e b^ nach Trier 104 Kilometer benötigt, ^ten AürzaaÄn"" d°°I^,Treppchen" der .Stein der se&fcfers? -ins schäft", womit schon verraten ist, was es alles an dieser Strecke der Obermosel zu besuchen lohnt: Zell, Briedel, Traben-Trarbach, Erden, Uerzig, Graach, Bernkastel, Piesport, Trittenheim. Und da die vielen Dörfer und Städtchen nicht alle aufgezählt werden können, ist es besser, planlos da einzudringen, wo und wie es der Zufall will. Niemals spürt man so unmittelbar den jungen Frühling. Wieviel ist hier in den Dörfern noch zu sehen, was die Bahnfahrt nicht ahnen ließ. Diele, viele blühende Apfel- und Zwetschenbäumchen vermögen den Besucher zu mancherlei Phantasien zu begeistern. Jeder Ueberfahrt in so ein verwunschenes Nest, zumal in den Frühlingstagen, ist ein Fest. Uederall schläst noch die Vergangenheit tiefsten und dicksten Schlaf. Wir müßten nicht nach Trier kommen („Eher als Rom stand Trier ..."), um dies nicht bestätigt zu finden. Aber diese älteste deutsche Stadt entwickelt heute eine so tätige Lebendigkeit, daß man sich nichts Schöneres denken kann, als hier die idyllische Moselreise zu beschließen. Zwei große Wanvenmgen über Pfingsten. Zwei Tage im Vogelsberg. 1. Tag: Ehringshausen — hohler Grund — Groh-Felda — Ulrichstein. Mit der Oberhessischen Bahn fahren wir nach Station Ehringshausen. Ohne Zeichen gehen wir, nachdem Ehringshausen und das benachbarte Oberndorf durchschritten sind, das Feldatal aufwärts. Dieses Tal, auch Hohler Grund genannt, ist von großem Reiz und eines der lieblichsten Täler des nördlichen Vogelsbergs. Nach genußreicher Wanderung kommen wir über die Oberförsterei Schellnhausen, ein ehemaliges Hammerwerk, nach dem freundlichen Marktflecken Groß-Felda, wo wir auf das rot-weiße Band Alsfeld-Frankfurt stoßen. Dieses Zeichen, eine Schöpfung des verstorbenen verdienten Professors Bender (Frankfurt), gibt uns fortan den Weg an. 3n südlicher Richtung gehen wir durch Wald und Feld über Stumpertenrod, ein echtes Voaelsberg- dorf, und später über den 618 Meter hohen Eckmannshain nach dem hochliegenden Ulrichstein, wo wir gute Unterkunft finden. Da die gesamte Wanderung nur höchstens 4 Stunden umfaßt, können wir noch den nahegelegenen Schloßbera besteigen, um von der Ruine die weite und umfassende Rundschau zu genißen. 2. Tag: Ulrichstein — Feldkrücker Höhe — herchenhainer Höhe — harlmannshain. Das rot-weiße Band führt uns anderntags zunächst über Feldkrücken zur Feldkrücker Höhe, von deren höchstem Punkte sich eine der schönsten Aussichten bietet. Odenwald, Spessart, Taunus und die weite Wetterau sind bei klarer Luft deutlich sichtbar. Beim Ludwigsbrunnen mit schönem Blick auf Rudingshain und den Hohen Vogelsberg erreichen wir die Staatsstraße, auf der wir bis Poppenftruth weitergehen. Bei der Schutzhütte Charlottenhöhe kommen wir in den ausgedehnten Oberwald, der uns bis zum Hoherodskopf aufnimmt. Nach einer Rast im gastlichen Klubhaus führt uns das Zeichen weiter zum Taufstein, von dessen Bismarckturm wir die herrliche Rundsicht bewundern und weiter abwechselnd durch Wald und über blumige Wiesen an der Lauterbacher Hütte vorüber hinaus zum Gefallenendenkmal auf der Herchenhainer Höhe. Beim Abstieg erfreuen wir uns wieder an der schönen Fernsicht, namentlich nach der kuppenreichen Rhön, kommen an der Jugendherberge „Vater-Bender-Heim" vorbei und gelangen über Herchenhain nach Hartmanns- hain, wo wir die interessante Heimfahrt durch das Nitzdertal antreten. Wanderzeit 5% Stunden. Zwei Tage durchs Lahntal. 1. Tag: Balduinstein — Schloß Schaumburg — Burg Hohlenfels — Katzenelnbogen. Mit dem Frühzuge fahren wir das schöne Lahntal abwärts bis Balduinstein (Sonntagskarte bis Limburg, dort bis B. nachlösen). Vom Bahnhof gehen wir durch den zum Teil in einer Seitenschlucht gelegenen Ort, der von einer, auf mächtigem Felsen liegenden Burgruine überragt ist, und hierauf auf bequemem Wege, durch zwei Felsentunnels, zu dem hoch über der Lahn liegenden herrlichen Schlosse Schaumburg. Don dem Turm erschließt sich uns eine weite, umfassende Rundsicht. Am Schaumburger Weiher vorbei folgen wir zunächst roten Punkten, später roten Kreuzen durch prächtige Waldung auf der alten Rintstraße nach der waldumkränzten, hochgelegenen Burg Hohlenfels im Aartale. Nach Besichtigung der ausgedehnten, noch wohlerhaltenen Buraanlage, deren Bergfried einen entzückenden Ausblick gewährt, und Raft in der guten Gastwirtschaft, wandern wir den roten Punkten nach dem Endziel des ersten Tages, Katzenelnbogen mit feinem Hochliegenden, den Ort beherrschenden alten Schloß zu, wo wir in einem der guten Gasthäuser Unterkunft finden. Wanderzeit etwa 4 Stunden. 2. Tag: Katzenelnbogen — Dörsbach — Jammertal — Kloster Arnstein — Obernhof. Diese Wanderung ist eine der lohnendsten, die das Lahntal mit seinen Seitentälern zu bieten vermag. Blaue Punkte und L geben uns auf der ganzen Strecke das Geleite. Zunächst ist das Tal noch ziemlich flach. Nachdem jedoch das benachbarte Klingelbach und hierauf Ergeshausen passiert find, erreicht man bei der Haarmühle die Talsohle, und hier beginnt nun der wildromantische Charakter des Jammertals. Meistens im Tale gehend, oft auch in schwindelnder Höhe führt unser Weg durch schlucht- artige Partien, dann wieder über liebliche Wiesengründe an mehreren idyllisch gelegenen Mühlen vorbei, von denen in der Neuwagen- und Attenhäuser Mittelmühle Erfrischungen zu haben sind. Nach 4^stündiger, überaus genußreicher, aber auch oft beschwerlicher Wanderung erreichen wir die Arn» fteiner Mühle am Fuße des gleichnamigen Klosters mit guter Einkehr. Hier empfiehlt sich noch die Besteigung des Klosterbergs, um die prächtige Aussicht in das Lahntal zu genießen und die Klosteranlagen mit der Kirche zu besichtigen. Don der etwa 5 Minuten entfernten Station Obernhof fahren wir heim. (Karte Obernhof—Limburg lösen!) Geschichten ans aller Welt. Der längste Bart. Ndz. Tokio. Die „Jzentai", der Verein der bärtigen Männer in Japan, hielt kürzlich im Stadtteil Akasaka zu Tokio seine 5. Jahresversammlung ab. Dabei stellte sich heraus, daß unter seinen Mitgliedern Naodschiro Kato mit 1,65 Meter den längsten Bart hat. Für japanische Verhältnisse ist das außerordentlich viel, denn die fernöstlichen Völker sind im allgemeinen nicht mit so reichlichem Bartwuchs gesegnet wie wir Europäer. Der Schwur beim zerbrochenen Teller. Ndz. London. Altüberlieferte chinesische Rechtsbräuche wurden in einer Verhandlung vor dem Londoner Kriminalgericht Old Bailey angewandt, um die Wahrheit in einem Mordprozeß zu ergründen. Um die Gewißheit zu haben, daß die zahlreichen chinesischen Zeugen in diesem Verfahren wahrheitsgemäß Aussagen machten, ließ das Gericht es zu, daß sie den Eid nach ihrer Sitte ablegten. Die Zeugen zerbrachen beim Schwur einen Porzellanteller und erklärten, daß „ihre Seele genau so zerbrechen" sollte, wie der Teller, wenn sie die Unwahrheit sprechen würden. — Auch der Angeklagte, Peap Ching Pui, ein chinesischer Matrose, der in Singapore auf einem englischen Tankschiff angeheuert hatte, zerbrach den Teller und beteuerte feine Unschuld an dem ihm zur Last gelegten Morde. In gebrochenem Pidgin-Englisch und mit Hilfe eines Dolmetschers erzählte Pui, daß er mit einem anderen chinesischen Matrosen, seinem Freunde Ah Sing, in Streit geraten sei. Er habe Ah Sing versprochen, eine Schuld bald zurück- zuzahlen, dieser habe aber „mit großer Stimme gesprochen" und ihn geschlagen. Er habe den Freund gebeten, nicht mehr zu schlagen, dieser habe jedoch einen Schraubenschlüssel ergriffen und sei noch einmal auf ihn eingebrungen. Daraufhin habe er sich zur Wehr setzen müssen und den Freund mit einer Eisenstange über den Kopf geschlagen. Ah Sing hatte durch den Hieb so schwere Kopfverletzungen öaoongetragen, daß er am nächsten Tage starb. — Auf Grund einer umständlichen Beweisaufnahme, in deren Verlauf mehrere chinesische Zeugen dem Angeklagten ein gutes Zeugnis ausstellten, kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß Pui nicht die Absicht hatte, den Freund zu töten, so daß auf Freispruch erkannt werden mußte. Der Dolmetscher schrieb in chinesischen Schriftzeichen das Urteil im kantonesischen Dialekt auf ein Blatt Papier und gab es dem Angeklagten. Pui verbeugte sich und meinte: „Mich sell (sehr) glücklich. Nicht gewollt machen tot!" Der böse Storch. Ndz. Kopenhagen. Der Storch ist in Dänemark mindestens ebenso beliebt, wie in Deutschland. Der Storch von Vide- bäck im westlichen Jütland aber ist ein ausgesprochener Verbrecher, der die ganze Gemeinde terrorisiert. Er hat einmal" mit seinem harten Schnabel eine Fensterscheibe in einer Fischerkate zerschlagen. In diesem ersten Fall war es vielleicht ein verzeihlicher Irrtum; wahrscheinlich hatte Meister Adebar geglaubt, das Fenster sei offen. Das Klirren des durch feinen Schnabelhieb zersplitterten Glases hat aber offenbar dem Storch von Didebäck ffür den Statur» freund! MMben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier» und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Linführungstex' von K.Gerhard u.G.W >lff. Dreie RM. 4,80. „6s lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit etnp- fSnglichen Sinnen He bildgeword. Ratur- schönheiten in sick aufzunehmen, dem fingen u. klingen die Tafeln tausend (Erinnerungen wach an einstmals- leibhaft (Erschautes.' Reclam» Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten WerbeblSIter Zu beziehen durchlebe Buchyandlung! Hugo Dermühler Verlag Berlin- Lichterfelde illlllllllllllllllllllllllllH Spaß gemacht. Er spaziert seitdem an den Häusern entlang uni) erprobt die Kraft seines Schnabels an allen Fensterscheiben, die ihm erreichbar sind. Die meisten Erdgeschoßfenster werden darum durch vor- gespannte Netze gegen den Storchenschnabel geschützt. Die Einwohner sind verzweifelt, denn keiner bringt es übers Herz, mit dem Knüppel gegen einen Storch vorzugehen. Nur einer sieht mit Wohlgefallen girf das Treiben des Gemeindestorches: der Glasermeister von Videbäck. Der weise Richter. Ndz. O 5*1 o. Norwegens Justizminister hat jetzt als letzte 3m- stanz einen langwierigen Streit der Gemeinden Hönefoß und Norderhov durch ein Urteil entschieden, das an das bekannte „salomonische" Urteil erinnert. Das Streitobjekt war in diesem Falle nicht ein kleines Kind, sondern ein alter Unterstützungsempfänger, der im Storelv, dem Grenzfluß zwischen beiden Gemeinden, ertrunken war. In Hönefoß war er unterstützungsberechtigt, aber auf der Norder- hover Seite des Flusses wurde er aus dem Wasser gezogen und begraben. Wer sollte nun die Kosten der Bergung der Leiche und der Beerdigung bezahlen? Beide Gemeinden boten Sachverständige Schleussner Film mit Garantieschein gegen Fehlbelichtung auf, die nachweisen wollten, daß der Todesfall auf der gegnerischen Flußhälfte eingetreten sei. Auf der Jnstanzentreppe kam der schwierige Fall bis hinaus zum Justizminister. Der verkündete sofort, ohne weitere Verhandlung, seinen Spruch: Da der Mann in Hönefoß unterstützungsberechtigt war, bezahlt Hönefoß die Beerdigungskosten, da seine Leiche in Norderhov geborgen wurde, zahlt Norderhov dis Bergungskosten. Wie der „Fliegende Holländer". • AS. Helsinki. Als sich der Strandwächter Cordsen in Sonder» borg in Dänemark auf einer Fisch fahrt befand, kam plötzlich die Galeasse „Erna" von Aalborg unter vollen Segeln auf ihn zugerauscht. Cordsen rief das Fahrzeug an, ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Es gelang ihm an Bord zu entern, wo er außer einem schlafenden Schiffsjungen keinen Menschen fand. Cordsen strich nun die Segel des „Fliegenden Holländers" und bugsierte das Fahrzeug in den Hafen von Sönderdorg, wo er e§. der Kriminalpolizei übergab. Der Schiffsjunge erklärte, daß das Schiff lediglich vom Schiffseigner und ihm bemannt war. Vor einigen Tagen hatte „Erna" Aalborg in Richtung Flensburg verlassen. Eines abends spät hörte er, daß der Schiffseigner laut fluchte und sich am Ankerzug zu schaffen machte, darauf schlief der Junge wieder ein und wurde erst wieder wach, als der Strandwächter Cordsen an Bord kam. Man nimmt an, daß der Schiffer über Bord gefallen ist. Der Arzt in Nöten. AS. Warschau. Ein schwerer Gewissenskonflikt brachte einen Arzt aus Hohenlohehütte bei Chorzow vor den Richter. Eines Abends wurde der Arzt zur Hilfeleistung für einen Sterbenden angefordert. Er machte sich in seinem Kraftwagen auf den Weg und versuchte mit höchster Geschwindigkeit den Patienten zu erreichen. Unglücklicherweise stieß er mit dem Wagen einen Radfahrer um, der auf das Pflaster stürzte, eine Gehirnblutung erlitt und bald daran starb. Der Arzt war, ohne sich um sein Opfer zu kümmern, weitergefahren. Vor Gericht sagte er aus: „Ich befand mich in einem Gewissenskonflikt. Zwei Kranke haben meine ärztliche Hilfe benötigt, doch habe ich angenommen, daß der eine, nämlich der verunglückte Radfahrer, nur leicht verletzt sei. Andererseits hat sich der Kranke, zu dem ich fuhr, in Lebensgefahr befunden, und jede Sekunde war ent- .scheidend." Dem Ausgang des Prozesses gegen den Arzt, der fahrlässiger Tötung cmgeklagt wird, sieht man mit Spannung entgegen. Die Stadt der Linkshänder. Ndz. Batavia.' Auf Celebes hat eine holländische Aerzte-Kom- Mission bei einer Studienreise eine merkwürdige Entdeckung gemacht. In der kleinen Hafenstadt Co- rontalo stellte sich heraus, daß von den 5000 Einwohnern neun Zehntel ausgesprochene Linkshänder sind. Die Träger am Hafen heben ihre Lasten mit dem linken Arm, die Barbiere rasieren mit der linken Hand, und so ist es in allen Berufen. Jedesmal, wenn die Aerzte einen Einwohner nach dem Weg fragten, wies er ihnen die Richtung mit dem ausgestreckten linken Arm. Es handelt sich bei den Einwohnern von Corontalo um ein seltsames Spiel der Natur, denn sonst gilt auch für die Bewohner der Sunda-Jnseln die von der Statistik festgelegte Erfahrung, daß nur fünf Prozent aller Menschen Linkshänder sind. — Die fünf Prozent brauchen übrigens dieser Eigenart wegen keinen Minderwertigkeitskomplex zu bekommen. Sie befinden sich in guter Gesellschaft, denn neben vielen anderen großen Männern waren auch Adolf Menzel und Leonardo da Vinci Linkshänder. Oer erste Rechtswahreriag Großdeutschlands. Leipzig, 19. Mai. (DND.) In der Feierhalle der deutschen Arbeit auf der Technischen Messe, von deren Stirnwand das Symbol des NS.-Rechtsmah- rerbundes grüßt, wurde der Tag des Deutschen Rechtes, der Erste Rechtswahr er tag Großdeutschlands, durch den Reichsrechts- führer, Reichsleiter Reichsmirrrster Dr. Frank, mit dem Gruß an den Führer eröffnet, dessen einzigartiger schöpferischer Genialität es zu verdanken sei, daß Großdeutschland Wirklichkeit wurde. Dr. Frank übermittelte die Grüße des Führers und richtete Grußworte an die wieder in großer Zahl erschienenen Ehrengäste aus dem In- und Ausland. Es find, wie er feststellte, Vertreter erschienen aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Niederlande, Italien, Japan, Jugoslawien, Lettland, Norwegen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Slowakei und Ungarn. Als Vertreter der italienischen Gäste überbrachte der Senatspräsident am Obersten Kassationshof in Rom, Exz. Messina, die Grüße des faschistischen Regimes und insbesondere des Justizministers Exz. Solmi und betonte die enge Verbundenheit der deutsch- italienischen Rechtsbeziehungen. Als Vertreter Spaniens übermittelte Professor Casso (Sevilla) die Grüße des Generalissimus Franco und Spaniens. Heber Deutschlands Weg zum Dritten Reich sprach bann in längeren Ausführungen Reichsleiter B o u h- le r. Im Namen der Reichsjustizverwaltung sprach sodann ReichSjustizminister Nr. Gärtner der Tagung die herzlichsten Wünsche für den Verlauf der Tagung aus. Der Minister fuhr fort: Die Fundamente des kommenden neuen Rechtes, die uns der Führer gegeben hat, sind gesichert. Jetzt gilt die Arbeit der Gcstaltung des Rechtes auf den einzelnen Gebieten des Lebens. Freilich wissen wir sehr gut, daß die besten Gesetze nicht ihre größte Wirkung erhalten, wenn nicht die Menschen, die sie handhaben, gewisse Doraussetzun- gen erfüllen. Je stärker dieses Bewußtsein in unseren Berufsgenossen lebendig wird und bleibt, daß cs in der Hauptsache a u f ihre eigene Persönlichkeit ankommt, ob gutes neues Recht den Weg zum Herzen des Volkes findet, um so mehr wird das Bewußtsein^ von der Würde und von der Bedeutung des Berufes in uns lebendig. Darin liegt zugleich die Ehre unserer Arbeit. Der Minister erklärte, er sei der felsenfesten Ueberzeugung, daß die deutsche Jugend wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft d e' n öffentlichen D i e n st — und das sei die ausdrucksvollste und einleuchtendste Form des Dienstes am eigenen V o If — nicht danach ab messen werde, ob der wirtschaftliche Ertrag der künftigen Arbeit geringer sein werde als anderswo. Der Blick von einem Lebensvorgang auf das große Ganze, auf das Volk, ist es, was man dem künftigen Nachwuchs als wichtigstes und unentbehrlichstes Ausbildungsziel vorhalten muß. Wenn wir unsere künftigen Rechtswahrer so erziehen, so brauchen wir auch keine Sorgen zu haben um eine Rechtsprechung, die etwa nicht volksnahe wäre, dann können wir dem Nachwuchs den Stab des Richters in aller Ruhe einst in die Hand geben. Oer Reichsrechtsführer, Reichminister Or. Frank ergriff dann das Wort: Der Nationalsozialistische Rechtswahrerbund, so sagte er, wurde in der härtesten Kampfzeit der NSDAP, gegründet. Heute steht der Nationalsozialistische Rechtswahrerbund als die weitaus größte Rechtsorganisation aller Völker und Zeiten mit an der Spitze der Arbeit zur Verwirklichung des Punktes 19 unseres Parteiprogramms, der für unser Rechtssystem die Abkehr von jeder Form fremden Rechts und die Schaffung eines deutschen Gemeinrechts als nationalsozialistisches Kampfziel aufgestellt hot. In einer Zeit zwischen- staatlicher Spannung findet unsere Tagung statt. Die Krisis der zwischenstaatlichen Rechtsbeziehungen datiert vom sogenannten Versailler Vertrag. Das Schicksal schenkte dem deutschen Volke Adolf Hitler, der olle Deutschen ohne Ausnahme auf das für unser Volk und sein Leben notwendige Rechtsprogramm der nationalsozialistischen Bewegung zusam- menschweißte, das sich die völlige Zerstörung dieses Versailler Diktats zum Ziele gesetzt hat. Es ist der größte Rechtskampf aller Zeiten, den Adolf Hitler hier als Oberster Rechtswahrer seines deutschen Volkes angesichts der ganzen Welt gegen die Verurteilung in Versailles geführt und — begnadet vom Schicksal — bisher mit friedlichen Mitteln gewonnen hat. Heber dem Werk dieses Mannes Liegt die Weihe der höchsten Berufung im Dienste seiner Nation. Er ist nicht nur der größte Staatsmann der deutschen Geschichte, er ist auch der größte Gesetzgeber der deutschen Rechtsgeschichte. Das deutsche Rechtsleben hat unter unserem Führer Adolf Hitler wieder gelernt, aus dem unzerstörbaren Kraftquell unseres völkischen Rechtsgefühls heraus zu arbeiten. Bis in die letzten Auswirkungen der Rechts- arbeit hinein leuchtet heute die geniale Logik und die fruchtbare Volksverbundenheit der nationalsozialistischen Volksführung. Daß es heute keine jüdischen Richter, keine jüdischen Staatsanwälte, keine jüdischen Rechtsanwälte, keine jüdischen Notare, keine jüdischen Verwaltungsrechtswahrer, Wirtschaftsrechtswahrer usw. mehr gibt, das dünkt uns heute beinahe selbstverständlich, und ist doch ein unvorstellbarer, kaum ahnbar gewesener Erfolg. In der Zeit der Machtübernahme gab es in Berlin fast 70 v. H. Juden unter den Rechtsanwälten, in Wien waren es fast 90 v. H.l Auf anderen Gebieten ist es ähnlich. Die Arbeitsordnung der Gesetzgebung des Dritten Reiches, der Aufbau des Arbeiterstandrechts und die Wirtschaftsplanung haben dieses wahrhafte Wunder Adolf Hitlers vollführt, daß keine Arbeitslosigkeit, sondern Arbeitermangel, daß kein Klassenkampf, sondern Arbeitsfrieden, daß keine Wertminderung, sondern ununterbrochene Wertsteigerung unserer Produktion, spürbar ist. Für das Wirken des nationalsozialistischen Rechtswahrers ist kennzeichnend, daß er in unmittelbarster Lebensnähe, in ununterbrochener Verbindung mit Millionen von Einzelschicksalen den Gesetzen des Führers tatfreudig zur Verwirklichung verhilft. Der Rechtswahrerberuf ist fürwahr kein lebensferner, sondern der lebensnächfte, der sich denken läßt. Nach den Ergebnissen von sechs Jahren Arbeit im Machtbereich des Nationalsozialismus können wir nationalsozialistische Rechtswahrer mit sicherer Zuversicht eine Entwicklung feststellen, die nach Auslese fachlicher Vorbildung, Berufserziehung und dienstlicher Leistung dem entspricht, was in allen Bereichen der volksgenössischen Le- bensordming Adolf Hitlers an Größe des Arbeitseinsatzes und des Erfolges sonst in Erscheinung tritt. Diese Tagung des großdeutschen nationalsozialistischen Rechtsstandes ist ein Zeichen dafür, daß der Beginn einer neuen deutschen Rechtsgeschichte seinen organisatorischen Ausdruck im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund gefunden hat. Oer Muttertag. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Am Muttertag um 9.30 Hhr bis 10 Hhr werden die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, und Reichsinnen- minifter Dr. Frick im Rahmen einer Reichssendung im Rundfunk spreche n.^Die Sendung wird von den Jugendgruppen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes in Zusammen- arbeit mit der Hitler-Jugend ausgestaltet. ♦ Stabsführer Hartmann Lauterbacher gab dem in Braunschweig aus Anlaß des 4. Reichsführerinnen- und -führerlagers versammelten Führerkorps einen Befehl Baldur von Schirachs bekannt, demzufolge alle Angehörigen der Hitler-Jugend die mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter ausgezeichneten Frauen zu grüßen haben. Außerdem ist jeweils der Ehrentag der deutschen Mutter für die gesamte Hitler-Jugend d i e n st f r e i. * Die Oberste SA. -Führung verfügt, daß am Muttertag, Sonntag, 21. Mai, der SA. - Di en st im allgemeinen auszufallen hat. Dies bedeutet jedoch nicht ein Verbot für SA.- Dienstleistungen, die unaufschiebbar sind und daher unbedingt durchgeführt werden müssen. Demgemäß entscheiden die Gruppen, welcher SA.-Dienst trog grundsätzlicher Richtlinien am Muttertage stattzufinden hat. Stenotypistin ein Lehrberuf. Im Hinblick auf den Mangel an Arbeitskräften wird von der DAF. die Parole ausgestellt, daß jeder Deutsche ein Facharbeiter sein müsse. Deshalb tritt das Jugendamt der DAF. im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung und den Fachämtern mit dem Wunsch an die Oeffent- lichkeit, einen besonderen Beruf der Ste - notypistin als Lehrberuf zu schaffen und hierfür eine zweijährige Lehrzeit vorzu- sehen. Es sei nicht angängig, daß neben einigen wenigen Kräften, die in einer mehrjährigen kaufmännischen oder Bürolehre oder mehrjährigen Handelsschule ausgebildet sind, eine große Anzahl von Kräften mit den gleichen Rechten steht, die nur in ein paar Abendkursen sich etwas Stenographie- Kenntnisse angeeignet haben und in ihren Leistungen kaum vollwertig sein können, weil sie nicht systematisch ausgebildet sind. Ein im Verhältnis zur Arbeitsleistung zu großes Aufgebot Earl Seibel Frankfurter Straße 39 ** Rollschränke dieOrdnungsbrinfier Massive Konstruktion mit allen möglichen Einteilungen Sehr preiswert bei Gießen, Bahnhofstr. 49, Rn! 3941 'üü«OGr<(rh«i(t PfingstsAngebot! Dam.-Sporthalbschuhe 075 blau u. braun Boxkalf, RM. U= Sdiuhhaus Bernhardt Inh« Wilh« Germann 3704A Gießen, Schulstraße 10 Wir kaufen laufend gegen Kasse gebr. Personenwagen gebr. Lastwagen eventuell auch renaraturbebürftis VWLMer.MenMi.Is. Telefon: Michelbach-Nassau 133. Schmerzen? lacken? Stechen? Brennen? Oder sonst offene Wunden? Dann gebr. Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte, schmerzstillende Hellsalbe AontarmH Erhältlich in all. „Uenidrill । Apotheken. 2»7iV Gehmüdigkeit und Krampfaderleiden kann man mit Gummistrümpfen vermeiden! Lassen Sie sich beraten im Siedls. Fachgeschält Karl £gne r Frankfurter Str. 9 Tel. 3707 Zu allen Krankenkassen zugelassen Haben Sie offene Füße? Baue gut •••• mit Abermann Nr. 116 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) 2O./2(.Mai 1959 Aus Der ÖtaDt Gießen. Oie Mutter. „Und ihr Leben ist immer ein ewiges Gehen und Kommen, Oder ein Heben und Tragen, Bereiten und (m.l Schaffen für andre. Wohl ihr, wenn sie daran sich gewöhnt, daß v kein Weg ihr zu sauer Wird, und die Stunden der Nacht ihr sind wie . die Stunden des Tages. Daß ihr niemals die Arbeit zu klein und die Nadel zu fein dünkt, Daß sie sich ganz vergißt und leben mag nur in andern! Denn als Mutter, fürwahr, bedarf sie der Tugenden alle. Wenn der Säugling die Krankende weckt und Nahrung begehret Don der Schwachen, und so zu Schmerzen Sorgen sich hänfen. Zwanzig Männer verbunden ertrügen nicht diese Beschwerde. Und sie sollen es nicht; doch sollen sie dankbar es einsehn." Kaum ein anderer unserer großen Dichter hat so oft und dankbvr Wesen und Tun der Mütter gepriesen wie Goethe, der in diesen schönen Versen in .^Hermann und Dorothea" das beschwerliche Alltagsschicksal der Mutter zeichnet, mit seinem unablässigen „Bereiten und Schaffen für andre". Oft ist es ja so, daß der Mutter, die mit einer großen Kinderschar gesegnet ist, der Bäuerin auf dem Lande, der Frau des Werktätigen in der Stadt, nicht eine Minute des Tages selber zur Rast und Besinnung gehört, ja sogar der Sonntag, an dem die Familie ihre Nahrung begehrt wie alle Tage, kaum Entspannung bringt, Klaglos tragen die Mütter diese nie abreißende Kette von Lasten, manche werden vielleicht karg und hart unter der ständigen Ueber- bürdung oder gelegentlich auch einmal bitter, besonders wenn das „dankbare Einsehn" der Männer ausbleibt. Wie die Mutter diesen Alltag gestaltet, ob sie verdrossen und müde ihre Pflicht tut oder ob sie alles mit einer inneren Freudigkeit durchleuchtet, das bedeutet für das Kind Schicksal, und vielleicht gibt es im späteren Leben nichts mehr, was so entscheidend am Wesen des Menschen formt, wie diese ersten Eindrücke, die die Mutter vermittelt. Im allgemeinen ist zum Glück die Mutterliebe von so elementarer Kraft, daß sie auch das Schwere leicht macht und daß die Mutter mit jeder Handreichung und mit jedem einfachen Dienst ihrem Kinde viel mehr schenkt als die tägliche Nahrung und Notdurft: einen Strom von Liebe und Zärtlichkeit der gewissermaßen die seelische Nahrung des Kindes bedeutet. Von Anfang an besteht ein liebendes Einverständnis zwischen Mutter und Kind. Das Kind fühlt sich Lei der Mutter, und nur bei ihr, ganz verstanden und darum zutiefst geborgen. So erzählt Hans Thoma in seinem schönen Erinnerungsbuch „Dom Herbst des Lebens", wie seine Mutter, die schlichte Schwarzwaldbäuerin, die er so ergreifend gemalt hat, in seinen ersten unbeholfenen Zeichnungen die Gegenstände erkennt und erklärt, die er hat darstellen wollen, während der Nachbar ihn einfach auslacht. Und er fügt den Satz hinzu: „Es ist ein weiter Weg vom liebend erkennenden Mutterauge bis zum kritisch prüfenden Nachbarsauge." Je älter das Kind wird, um so mehr tritt das einfache Dienen und Sorgen der Mutter zurück, um so stärker aber wird von ihr das verständnisvolle Eingehen auf die Seele des Kindes ^erlangt, das heißt, um so mehr wird sie Führerin, Beraterin, - vielleicht endlich auch teilnehmende Freundin ihres Kindes. Nicht allen Müttern ist gegeben, hier das gleiche zu leisten. Mit der wachsenden seelischen Reife des Kindes vollzieht sich. unvermeidlich auch eine gewisse Loslösung von der Mutter. Für viele ist das der krittsche Punkt. Diele können den Schritt nicht tun, den die Mutter vor dem Kinde zurück- Llrlauber-Reisen der Gießener meist nach dem Süden und an die See. Ein Besuch im Gießener Reisebüro. Die, Zeit der Urlaubsreisen ist wieder gekommen. Pläne sind von den meisten Urlaubern schon seit Wochen geschmiedet und festgelegt. Mancher hat sich- wohl auch schon das Reisegeld und noch etwas darüber zusammengespart. Andere stecken kurzerhand das Monatsgehalt oder den Wochenlohn in die Tasche und gondeln mit dem, was nach der Bestreitung der dringenden Ausgaben übrigbleibt, mehr oder minder weit hinaus in die schöne deutsche Landschaft, vielleicht sogar ins Ausland. In diesen Tagen vor der Hauptreisezeit ist es interessant, einmal zu hören, wohin die meisten Urlauber aus Gießen zu reisen pflegen. Das Reisebüro am Selterstor, das, als Beratungs- und als Fahrkartenverkaufsstelle alljährlich von rund 35 000 Personen in Anspruch genommen wird, hat uns auf unsere Anfrage nach diesen Urlauber-Reisezielen Auskunft gegeben. Alle Urlauber, aber auch die sonstigen Ver- gnügungs- oder Kurreisenden machen zunächst im Reisebüro von dem reichhaltigen Vorrat an Prospekten der verschiedenen Erholungsplätze Gebrauch. Da wird mancherlei Material genau unter die Lupe genommen, bis man schließlich mit Anfragen und mit der Bitte um Ratschläge herausrückt. Meist liegen die Reisepläne aber schon fest, so daß cs sich in der Hauptsache nur.noch um Auskunft in Einzelfragen handelt. Die meisten Reisenden aus Gießen bcg,«.en sich nach Süddeutschland, wo der Schwarzwald, der Bodensee, die Alpen im Allgäu und Oberbayern, seit dem vorigen Jahre auch die Ostmark als bevorzugte Erholungsgebiete ausgesucht werden. Daneben macht sich in jedem Jahre starkes Interesse der Gießener Reiselustigen für die Nordsee - und die Dftfeebäber bemerkbar. Neuerdings finden auch Reisen der Urlauber nach Ostpreußen immer mehr Anklang, wozu die von der Reichsbahn gewährte erhebliche Fahrpreisverbilligung einen besonderen Anreiz gibt. Ausfälligerweise werden dagegen von Gießen aus die landschaftlich schönen Gegenden des Bayerischen Waldes, des Harzes, des Erzgebirges und des Rie- sengebirges sehr vernachlässigt, ja eigentlich kaum beachtet. Das ist um so unerklärlicher, wenn man bedenkt, daß beispielsweise auch das Riesengebirge viel herrliche landschaftliche Reize besitzt und eine Reise von Gießen nach dem Riesengebirge (etwa 700 Kilometer) nicht weiter ist, als eine Fahrt von Gießen nach Berchtesgaden. Ebenso findet bisher der Thüringer Wald bei den Reiselustigen der Gießener Gegend "bis jetzt immer noch verhältnismäßig geringen Anklang. Die Zugverbindungen nach diesen Erholungsstätten in Mitteldeutschland und im Osten des Reiches sind durchweg sehr gut, so daß auch die Reise. keinerlei Schwierigkeiten machen wird. Die beliebtesten Auslands-Reiseziele der Gießener sind Italien und Jugoslawien. Neuerdings werden Reisen nach Jugoslawien erheblich mehr gefragt, als man vermutet hatte. Das Reiseinteresse an Italien hat sich von Jahr zu Jahr in erfreulicher Weise gesteigert und tritt jetzt in sehr starkem Ausmaß in Erscheinung. Den Reisenden wird ja auch in beiden Ländern viel an landschaftlicher Schönheit und an Annehmlichkeiten geboten, so daß man diesen starken Zug nach den befreundeten südlichen Ländern nur verstehen und begrüßen kann. Neben den Fahrten mit der Bahn spielt auch der Flugverkehr für eine Anzahl Reisende aus Gießen eine besondere Rolle, wobei fördernd in Betracht kommt, daß man vom Frankfurter Flughafen aus sehr gute Flugverbindungen hat und Sitzplätze für die Flugzeuge bereits im Reisebüro in Gießen gesichert werden können, so daß man von hier aus unbesorgt um den sicheren Anschluß näch Frankfurt zum Flughafen fahren kann. Beliebt sind namentlich auch die Flug-Pauschal- reifen nach Italien, die es den Flugzeug- reisenden ermöglichen, sich im Rahmen dieser Reiseeinrichtung mehrere Tage lang in Italien aufzuhalten und hin und zurück mit dem Flugzeug zu reisen. Schiffsreisen auf deutschen Schiffen im Mittelmeer und nach dem Norden bis Spitzbergen finden bei zahlreichen Reisenden aus Gießen und Umgegend ebenfalls viel Anklang, wie ber rege Kartenverkauf beim Reisebüro beweist. Steigender Beliebtheit erfreuen sich ferner die von Frankfurt aus durchgeführten Omnibus-Gesell f cha f t s r e i s e n , die meist nach Süddeutschland, nach der Ostmark und nach Italien führen und bei der Gießener Bevölkerung bisher eine- verhältnismäßig starke Beteiligung gefunden haben. Im Herbst und im Winter ist die „große Reife- mode" der Gießener auf die deutschen Alpen, insbesondere auf Vorarlberg, Tirol, Oetztal und den besonderen Lieblings- und Treffpunkt aller Gießener, D a m ü h l s , eingestellt. Um Pfingsten herum beginnt die Hochsaison des Reisebetriebs, die erst Ende September abflaut. Eine weitere Steigerung des Reisebetriebs kann man wohl von einer 2 0 p r o Z e n t i g e n Fahr- SPITZENLEISTUNG OPEL Preisermäßigung für Fahr sch einhefte über eine Strecke von mindestens 600 Kilometer erwarten, die nur bei den Reisebüros ausgegeben werden und gewissermaßen eine verbesserte Urlaubskarte barstellen, die bem Reiselustigen, insbesondere auch für zeitlich kürzere Fahrten, beachtenswerte Reisevergünstigungen bieten. Zu wünschen wäre nur noch, daß sich die Reise- freubigfeit unserer Gießener Volksgenossen künftig erheblich mehr als bisher bem landschaftlich herrlichen deutschen Osten, insbesondere den Grenzgebieten O st preußen und Schlesien zuwendet, wo ebenfalls gute Erholungsmöglichkeiten bestehen und durch regen Fremdenverkehr den dortigen Volksgenossen eine willkommene wirtschaftliche Stärkung gebracht würde. B. Die Miier wird gefeiert vor hem ganzen Volke. Kinderreiche Mtter in Gießen. Zur Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der Deutschen Mutter am morgigen Muttertag sind in ber Stabt Gießen bie nachgenannten Mütter über 70 Jahre vorgesehen: 1. Stufe des Ehrenkreuzes (Gold): Anna Balser, Krvfdorfer Str. 10; Frieda Dern, Steinstr. 13; Katharina Döll, ßiebigftraße 57; Karo- line Eger, Bückingstr. 3; Elisabeth Euteneuer, Riegelpfad 68; Katharine Fink, Döringstr. 8; Helene Fischer, Maigasse 13; Wilhelmine Flick, Neuenweg 25; Emilie Frenzel, Schottstr. 13; Johanna Friksch, Bleichstr. 5; Mathilde Gröninger, Steinstraße 59; Minna Grüneklee, Marburger Str. 56; Katharina Hahn, Schiffenberger Weg 39; Franziska Hammel, Schottstr. 48; Elise Heck, Dammstr. 41; Gertrude Heimes, Neuen Bäue 15; Susanne Höpf- ner, Kaiserallee 55; Karoline Kaiser, Hitlerwall 29; Philippine Kauß, Horst-Wessel-Wall 62; Berta Kraemer, Glaubrechtstr. 5; Henriette Lindenstruth, Mühlstr. 21; Therese Müller, Kreuzplatz 14; Marie Naselewski, Grüner Weg 10; Luise Pietsch, Schiffenberger Weg 34; Elise Schindler, Marburg. Str. 117; Johanna Schmall, Kaiserallee 37; Elisabetha Schmidt, Ebelstr. 41; Henriette Schmidt, Weserstr. 18; Magdalene Urrigshardt, Schottstr. 15; Anna Volz, Frankfurter Straße 129; Ottilie Weber, Licher Str. 23; Wilhelmine Weber, Licher Straße 7. 2. Stufe des Ehrenkreuzes (Silber): Magdalene Adam, In Löbers Hof 3; Marie Adolph, Wetzlarer Weg 69; Auguste Bepperling, Brandgasfe4; Mathilde Bode, Friedrichstr. 13; Katharina Decher, Am Sandfeld 23; Anna Dechert, Günthersgraben 11; treten muß, um ihm ganz Raum zur eigenen Entfaltung zu geben. Oft kommt solche Verständnislosigkeit aus dem besten Wollen heraus. Die Mutter glaubt ihr Kind, wenn es andere Pfade geht als sie selber, auf dem falschen Wege, aus ihrer größeren Erfahrung glaubt sie es besser beurteilen zu können, oft hat sie damit tatsächlich recht, und doch kann das Kind ihr nicht folgen, weil es fein eigenes Gesetz erfüllen und seine eigene Erfahrung machen muß. Es gibt auch ehrgeizige Mütter, die von ihrem Kinde zu viel erwarten und dann die Enttäuschung nicht überwinden fännen, ober die Herrscherlichen Frauen, die unwillkürlich, vielleicht ohne es selbst zu wissen, dem Kinde ihren eigenen Stempel aufdrücken wollen. Das ist dann Tragik, die das Leben mancher Mutter, grabe in den späteren Lebensjahren, beschattet. Bei den anderen aber, und es find glücklicherweise die weitaus meisten, wird das Verhältnis mit dem Aelterwerden des Kindes immer schöner. Es bleibt die tiefe Verbundenheit, das unlösliche Vertrauensverhältnis, aber aus der Abhängigkeit ist eine ganz freie Beziehung geworden, in der die Mutter am Leben des erwachsenen Kindes teil nimmt und sich darin selber verjüngt, das Kind, oft trotz größter äußerer Entfernung, doch in liebender Dankbarkeit feine Wurzeln immer noch in der Mutter ruhen fühlt. Einstellung für den weiblichen Arbeitsdienst. Der 1. Oktober 1939 ist Ei ns tellu ng s t e rmin für den Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend. Es wird darauf hingewiesen, daß Meldungen zu diesem Termin rechtzeitig, spätestens im Laufe des Monats Juni, bei der für den Wohnort der Bewerberin zuständigen Bezirksleitung einzureichen sind. Die erforderlichen Merkblätter und Antragsformulare liegen bei den Polizeibehörden kostenlos auf oder sind bei der zuständigen Bezirksleitung anzufordern. Oonaulandfchasten. 23on Rudolf Adrian Dietrich Wenn sich auch sonst die Gegenden der deutschen Ostmark wesentlich von den Rheinlanden unterscheiden, so besteht doch eine enge geschichtliche und erd geschichtliche Beziehung zwischen den beiden größten Flüssen des Reiches. Auf geheimnisvolle Weise durch die Donauversickerung bei Immendingen und die sogenannte Aachquelle seit Urzeiten unterirdisch miteinander verbunden, sind uns Rhein und Donau zugleich als der Weg der Nibelungensage, als gemeinsamer Hintergrund des großen frühdeutschen Heldenepos symbolhaft nahe. Und auch im Landschaftsbilde der Donauufer wiederholt sich manches Charakteristikum, das der Rheinfahrer kennt: die Weinberge in der Wachau und vor allem die Burgen, die auch hier über Bergen und Waldern von den Stromufern emporragen. Dann freilich verläßt uns die Vergleichsmöglichkeit: an stelle der romantischen und gotischen Dome des deutschen Westens wölben sich hier die Kuppeln der Barock- b au fünft. , .. ,... Sobald die erste Frühlingssonne über bie Hohen dieser oberdeutschen Landschaft steigt, ine durch die großen Meister der Landschafjsmalerei — Fruy- aus, Altdorfer, Wolf Huber usw. — malerisch gerühmt wurde, zieht die Sehnsucht nach bie er Landschaft viele Herzen an. Und heute, da dieses reiche, unvergeßlich schöne Land wieder ein Teil d-s geeinten Deutschen Reiches ge.morben t|t, m.rö es gewiß noch mehr Landsleute als sonst dorthin k Jßenn man von der früheren Reichsgrenze, etwa von der (um 1219 aufgerlchteten) Passauer Burg, dem „Oberhaus", über die waldige Dreiftromland- schaft der Donau, Iller und Jltz gen Osten sieht, sind es noch die Farben und Linien einer zarten iomantitoen Landschaft. Aber bald hinter Pass°u wirb biese Romantik sah unb plötzlich schroff, fast heroisch. Unter ber Puine Haicherbeck wo die erste große Stromkrümmung — die Schlögener Schlinae — liegt, wälzt sich der Strom Zwischen dunkelbewaldeten teils bis zu dreihundert Meter hohen Berghängen hin: von allen Donaulandschaften vielleicht eine der großartigsten, bietet dieses nach dem bisher in Bayern meist ruhigen Lauf des Flusses eine besondere Ueberraschung dar^ Erst um die Linzerstadt strömen die Wasser wieder etwas breiter und ruhiger. . . ,, Mit ihren stillen Gassen spiegelt sich die alte römische Lentia im Kranz der Berge die sich setzt in ihrem ersten Frühlingszauber entfaltem L ^n z ist eine ausgesprochene Barockstabt, aber mit d nahen Klang eines südlichen Rokoko gemischt. Das eigentliche Barock präsentieren der alte Dom, die Clisabethinenkirche unb anbere Hauptbauwerke. Auch ben berühmten Aussichtspunkt, den 527 Meter hohen Pöstlingberg, frönt eine barocke Wallfahrtskirche. In ben Mauern der Stadt Linz erlebte auch die deutsche Musik den letzten bedeutsamen Nachklang des Barock. Beim alten Dom erinnert eine Gedenktafel den Wanderer, daß hier zehn Jahre lang von 1858 bis 1868 — der große Meister Anton Bruckner an der Orgel faß. (Draußen vor der Stadt in der Krypta der 1686 errichteten Chorherrenstiftskirche Sankt Florian befindet sich feine letzte Ruhestätte.) Bald hinter Linz folgt wieder eine neue überraschende Wendung im Schicksalslauf des großen Stromes: jene für die Schiffahrt gefährlichste Strecke von etwa einem halben Kilometer, auf der ber Fluß einen Engpaß durchbricht. Es ist das Stromstrudelgebiet bei Grein. Seit Maria Theresias -Zeiten hat man durch Sprengungen und Regulierungen die Gefährlichkeit dieses Stromstückes zu bezwingen versucht. Gegenwärtig will man jene Stelle des „©trüben" bei Grein, bie bisher immer nur jeweils' in einer Fahrtrichtung passiert werden konnte, durch enorme Schleusen voll dem Verkehr gewinnen. Hinter Grein beginnt dann jene sagen- und liederreiche Gegend der Wachau: das Obst- und Rebenland Wiens. Etwa neununddreißig Kilometer lang schlängelt sich der Strom hier durch die Berge. Von den Ufern heben sich die hellen freunblid)2.n Gerieften wie Obermühl, Persenderg, Schonbuhl, Und hoch oben ragen die Ruinen der Pürgen: die Kuenringerfeste Aggstein, das sagenumwobene Ro- fengärtlem, Burg Dürnstein (in der 1293 König Richard Löwenherz gefangen saß). Ein ganzer Le- genbenfreis erwacht und rankt sich von einem Ort zum andern. Wenn man ben Zusammenhang ältesten deutschen Sagengutes in ber späteren Romantik überhaupt irgendwo im deutschen Ostraum erleben will, so gibt es nirgends eine bessere Möglichkeit dafür als hier in der an unvergeßlichen Landschaftseindrücken so überreichen Wachau. Unb je weiter man in ben Frühling biefer Lanbschaft reift um fo mehr fühlt man sogleich die Melodie des Südens den strengen Rhythmus des germanischen Epos durchdringen. „.... In Pöchlarn, dem alten Bechelarn Rüdigers, ragen noch zwei Türme von den frühmittelalterlichen Befestigungen auf. Die Spätgotik tritt in der als gotischer Hallenbau begonnenen Pfarrkirche in Erscheinung; später hat auch in diesem Bau das Barock die Führung gewonnen. Als eins ber hervorragendsten und weithin sichtbaren Baudenkmaler des deutschen Barock steht dann der Stiftsdom von Melk hoch überm Strom in der Waldlandschaft. Seine das ganze Strombild beherrschende Lage ist wohl als einzigartig zu bezeichnen. Nur das östlich im Waldinnern auf der anderen Seite (zwölf Minuten Bahnfahrt von dem Städtchen Krems entfernt liegende) Kloster ©öttweig — nach den Plänen Lukas von Hildebrands geschaffen — offenbart in ähnlicher Weife die Größe und Bedeutung des Barocks in der Landschaft. Krems selbst bildet den östlichen Abschluß der Wachau. Dann verändert sich das Landschaftsbild der Donau abermals. Eine weite Ebene breitet sich bis zum Horizont. In zahllosen Armen durchschlängelt der Strom das Tullner Feld, ehe sich — in der Gegend von Klosterneuburg — die Wasser wieder sammeln und die Ausläufer des Wiener Waldes sich aus der Ebene erheben. Humor im Gerichtssaal. Selbst in den nüchternen Räunien des Gerichts- saals hat der Humor zuweilen seinen Platz. Besonders aus englischen Gerichtssälen sind allerlei luftige Geschichten überliefert. Meistens ist es der Richter, der für den Humor sorgt, manchmal wirb auch auf feine Koster gelacht. Die Schlagsenigkeit manchen Anwaltes rerfftonte auch bie Richter nicht und brachtc die Lacher auf feine Seite. So war der bekannte Lord Darling, als er noch Anwalt war, berühmt für seinen kaustischen Witz. Als jüngerer Anwalt hatte er über einen Punkt sehr ausführlich gesprochen Gegen 17 Uhr fing die Geschworcnen- vank an unruhig zu werden. „Mr. Darling", sagte ber Vorsitzende enblich zu ihm, „sehen Sie bie Zeiger an der Uhr?" „Ja", erwiderte Darling, ohne sich stören zu lassen, „sie scheinen mir für diese Tageszeit in ihrer normalen Stellung zu fein." Auch andere Anwälte haben es abgelehnt, sich treiben zu lassen. „Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß die Zeit vergeht", sagte ein Richter zum Verteidiger. „Lgssen Sie sie vergehen", erwiderte der Anwalt. Nach einer weiteren Stunde war die richterliche Geduld auf dem Siedepunkt angekommen. „Es stehen noch andere Fälle auf der Liste", rief er. „Ja, gewiß", erklärte der Anwalt gelassen, „aber kein einziger außer diesem einen, für den mein Klient das geringste Interesse hat." Manchmal sind es aber auch die Zeugen, deren Witz dem der Anwälte überlegen ist. Ein Anwalt vernahm einen medizinischen Sachverständigen im Kreuzverhör. „Sie werden doch zugeben, daß Aerzte zuweilen Fehler machen, nicht wahr?" fragte er. „Oh ja, genau wie die Anwälte", räumte der Zeuge ein. „Aber die Fehler der Aerzte werden sechs Fuß tief unter der. Erde begraben", fuhr der Anwalt fort. „Ja", erwiderte der Arzt, „und die der Anwälte hängen oft in der Luft." Ein Mann, der angeschuldigt war, einem Kameraden den Schnaps gestohlen zu haben, war ganz gekränkte Unschuld. „Wir hatten unseren Schnaps in derselben Flasche", erklärte er, „aber meiner war unten. Wie sollte ich ihn herausbekommen, ohne daß ich vorher seinen austrank!" Ein Richter war etwas schwerhörig. Eines Tages brach er zornig los: „Der Lärm im Gerichtssaal muß aufhören. Ich habe die drei letzten Fälle entscheiden müssen, ohne daß es mir möglich war, die Beweise zu hören." Anderseits kann Ironie im Gerichtssaal manchmal eine überraschende Wirkung haben. So rief der Staatsanwalt bei einem einwandfrei bewiesenen Fall von Einbruch den Geschworenen zu: „Stellen Sie sich vor, meine Herren, daß der Angeklagte sich um Mitternacht auf dem Dach befand, um die frische Nachtluft zu genießen, und daß er aus reinem Zufall alle Werkzeuge zum Einbruch bei sich hatte, mit durchaus keiner unehrenhaften Absicht, sie zu gebrauchen, so werden Sie ihn sicher freisprechen!" Die zwölf braven ländlichen Geschworenen nickten ernst, und zum Entsetzen des Staatsanwaltes fällten sie das Urteil: „Nicht schuldig". Wenige Anwälte werden so offen sein wie jener Amerikaner, der Wieder- äufnahme eines Verfahrens forderte, „auf Grund neu entdeckter Beweise", und als er gefragt wurde, welcher Art diese Beweise wären, erwiderte er: „Mein Klient hat vierhundert Dollar ausgegraben, von denen ich nicht wußte, daß er sie besaß." Hochschulnachrichten. Professor Dr. med. Alfred Linck, Direktor der Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten zu Greifswald, ist gestorben. Professor Linck habilitierte sich 1909 in Königsberg. 1928 erhielt er seine Berufung als Ordinarius und Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik an die Universität Greifswald. Wegen Erreichung der Altersgrenze wurden von den amtlichen Verpflichtungen entbunden die o. Professoren Dr. Egon Schmeidler (Physik) an der Universität Wien und Lic. Dr. Richard Hoffmann (Exegese des Neuen Testaments) an der Universität Wien. Die Entpflichtung des o. Professors für Rechtsgeschichte, Deutsches Privatrecht, Deutsches Bürgerliches Recht, Handels-, Wechsel-, Kolonial- und Kirchenrecht an der Universität Münster, Dr. Hubert Naendrup, wurde bis zum Ende des Wintersemesters 1939/40 hinausgeschoben. Iungmädel auf Heffen-7!assau-Fahrt. Erlebnisberichte von der schönen §ahrt. Margarete Dechert, Neuen Baue 2; Christine Fersch, Grebnerftr. 24; Anna Fischer, Seltersweg 65; Elisa- bcthe Goß, Erlengasse 13; Wilhelmine Greb, Mühl- straße 3; Margarete Griebel, Goethestr. 28; Clifa- bethe Großhaus, Lindengasse 10; Margarete Heyer, Frankfurter Str. 138; Elise Hebstreit, Crednerstr. 33; Karoline Heiler, Friedensstr. 41; Minna Hofmann, FrankfurterStr. 12; Johanna Janz, Schiffenberger Weg 28; Margarete Kreiling, Schiffenberger Weg 24; Therese Kübel, Bahnhofstr. 47; Emilia Kühn, Martt- straße 23; Elise Launspach, Frankfurter Straße 30; Marie von Lemmers-Danforth, Ludwigsplatz 5; Eli, sabethe Loos, Licher Str. 31; Karoline Merfchroth, Plockstr. 10; Elise Müller, Schottstr. 5; Luise Nauheimer, Ludwigstr. 5; Anna Noll, Kreuzplatz 11; Wilhelmine Novak, Frankfurter Str. 84; Käthe Pfeiffer, Keplerstr. 9; Elisabeth Rau, Hillebrandstr. 8; Karoline Schardt, Schwarzlachweg 41; Elise Schneider, Stephanstr. 27; Veronika Schomber, Kaiser- allee 18; Maria Schonebohm, Johannesstr. 9; Wilhelmine Detter, Liebigstr. 48; Theodore Vogel, Schützenstr. 5; Elisabeth Wagner, Stephanstr. 53; Emilie Wahl, Bleichstr. 32; Marie Walter, Kaplans- gaffe 25; Auguste Zimmermann, Seltersweg 27; Katharine SBogner, Neustadt 47. 3. Stufe des Ehrenkreuzes (Bronze): Helene Alffen, Hillebrandstr. 2; Elisabeth Appel, Kaiserallee 26; Elisabeth Bayer, Liebigstr. 47; Katharine Becker, Löwengasse 9; Luise Becker, Bahnhofstr. 16; Marie Bellof, In Löbers Hof 6; Katharine Dölle, Weserstr. 31; Marie Doepfer, Landmannstr. 1; Karvline Engel, Am Kugelberg 4; Marie Euler, Ludwigsplatz 3; Marie Ewald, Landgrafenstr. 5; Luise Fresch, Ludwigstr. 18; Katharine Füg, Moltkestr. 27; Juliane Göhcke, Asterweg 44; Johanna Hamann, Bergstr. 11; Elisabeth Hochstätter, Bahnhofstr. 77; Anna Hofmann, Fröbelstr. 24; Anna Hosse, Goethe- straße 30; Albertina Kallenbach, Liebigstr. 75; Juliane Kröck, Grabenstr. 11; Helene Krüger, Löber- straße 22; Katharine Michel, Weserstr. 4; Lina Mon- tanus, Frankfurter Str. 39; Lina Mylius, Licher Straße 75; Karoline Nagel, Mittelweg 4; Anna Otto, Klinikstr. 31; Katharina Pfeil, Schiffenberger Weg 5; Wilhelmine Rehnelt, Heyerweg 18; Luise Neuling, Steinstr. 72; Marie Schmidt, Marktstr. 1; Margarete Schneider, Neuen Baue 3; Agnes Siemon, Ederstr. 7; Christiane Theis, Wolkengasse 27; Marie Weber, Rodheimer Str. 56; Anna Weimar, Hitler- wall 51; Elise Weis, Seltersweg 60; Hulda Grahl- mann, Jheringstraße 6. Feier zu Ehren der verdienten Mütter. Am morgigen Sonntag um 15 Uhr findet im Saale des Caf6 Leib eine von den vier Gießener Ortsgruppen der Partei veranstaltete gemeinsame Feier zur Ehrung der kinderreichen Mütter statt. Die Feier wird zunächst eine offizielle Ehrung bringen, in deren Rahmen den Müttern feierlich die Chrenkreuze und dre Ehrenurkunden überreicht werden. Anschließend an den offiziellen Teil wird die NS.-Frauenschaft die Mütter mit Kaffee und Kuchen bewirten. Blumengaben werden den verdienten Müttern weiterhin als Aufmerksamkeit überreicht. Die Mütter werden mit Autos von ihren Wohnungen abgeholt und in Kraftwagen wieder nach dort zurückgebracht. Feierstunde in Gießen-Ost. Die Feier zu Ehren der Mütter der Ortsgruppe Gießen-Ost der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes fand in dem behaglich hergerichteten Saal des „Schützenhauses" statt. In einer gemütvollen Ansprache sprach die Leiterin der NS- Frauenschaft Gießen-Ost, Frau Hummel, zu Herzen gehende Worte über den tieferen Sinn des Mutterseins. Sie würdigte das stete Opfern und Geben der Mutter, die sich dabei, ohne nach Anerkennung oder nach Dank zu fragen, selbst Der» schenkt. Im Dienen und in der Sorge für die anderen zeigte sie den Sinn der Frau, der eine Vertiefung darin erhält, daß er dem Ganzen, dem Volke dient. Aber gerade darum hat die Frau und Mutter auch das Recht, einmal im Jahr die Hände in den Schoß zu legen und zu feiern. Frau H u m - m e l machte verständlich, welch große Ehre für die Mutter darin liegt, daß sie diesen Tag nicht allein oder nur in kleinem Kreis, sondern vor dem ganzen Volke begeht, das an diesem Tage beweist, daß es seine Mütter verehrt. Nach diesen herzlichen Begrüßungsworten entboten auch die Kleinsten der Kindergruppe der NS.-Frauenschaft mit Gedichten, Liedchen und Musikstücken einen frohen Willkommensaruß. Sie sangen Maienlieder, sprachen vom Frühling und der Ernte und spielten Kinderliedchen auf dem Klavier und auf Blockflöten. Eines der kleinen Mädchen spielte auf der Handharmonika auf. Schließlich führte die Kindergruppe unter Leitung von Frau Gräf ein Spiel vom Sonnenkäfer auf, das den Frauen sehr viel Freude machte. Nach einer Kaffeepause, bei der es reichlich Kuchen gab, erfreute Frl. Reu sch durch einige Mundortgedichte. Mit Gesang und Musik klang die schlichte Feier aus. Feier in Gießen-Nord. Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NS.-Frauen- schäft und des Deutschen Frauenwerkes hielt im Caf6 Leib ihre Mutter-Chrenfeier ab, bei der die Leiterin der NS.-Frauenschaft Gießen-Nord, Frau S t a n d f u ß , freundliche Begrühungsworte sprach, mit denen sie einen Hinweis aus die vielen Arbeitsgebiete der deutschen Frau im Dienste der Volksgemeinschaft verflocht. Ihre Ausführungen schlossen mit einem Wort der Reichssrauenschaftsführerin zum Muttertag. Die Kindergruppe bereitete den Müttern mit einem Maienlied, zu dem sie mit Fliedersträuhen in den Armen angetreten war, eine sinnige Ehrung. Die Kleinsten erfreuten mit einem Spielchen, und dann führte die Mädelgruppe Tanzreigen auf. Hierauf wurden die Mütter mit Keks und Kakao bewirtet. Die Aufführung zweier Filme bereitete viel Freude. Zunächst wurde ein Ausschnitt aus der Arbeit des „Mütterdienstes" vorgeführt, der die vielseitigen Aufgaben der deutschen Frau, aber auch die Mir- S', die ihr zuteil wird, erkennen ließ. Anschlie- wurden zwei Filmstreifen aus dem Lager- leben der Mädchen vorgeführt, die gleichfalls große Beachtung fanden. Zum Abschluß bekam jede Mutter noch ein Päck- chen mit Kuchen, Kakao und Zucker überreicht, damit sie am Muttertag auch daheim noch eine Freude hat und sich gern der frohen Stunden erinnert. Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Den nachstehenden genannten Bediensteten der Bahnhofskasse Gießen wurde das vom Führer ge- stiftete Silberne 'Treudienst-Chrenzeichen verliehen: Wir Jungmädel gehen auf Hessen-Nassau-Fahrt! Wie lange hatte ich mich schon auf diese meine erste Fahrt gefreut, und nun endlich war es so weit, daß wir in der Bahn nach Gießen saßen! Schnell verging die Zeit, schon rief der Schaffner zum Aussteigen, jetzt schnell den Aff' auf und raus. — „Ja aber sooo viele Mädel und die wollen alle mit dem Sonderzug fahren, so viele", dachte ich. Aber schwer war es für uns, unsre Fahrtengruppe ausfindig zu machen. „Gerda, ich will mal fragen, was für 'ne Fahrtengruppe die find. Bleibe so lange hier." Sagte ich zu meiner Freundin. „Seid ihr Fahrtengruppe IV?" „Nein I." „Und ihr?", „IX". Dann ging es so weiter, bis ich alle anderen Fahrtengruppen, nur nicht IV, gefunden hatte. Endlich da kommt Trudi, die wird schon wissen wohin. Ja und sie bringt uns auch richtig hin. So, jetzt schnell in den Zug und mit fröhlichen Liedern fahren wir aus Gießen heraus. Oh wie chnell ist die Zeit vergangen, es ist schon ‘/s 11 und wir sind in Limburg. Nach einer halben Stunde Aufenthalt stiegen wir in den Zug nach N i e d erbrechen. Jedoch war Pettus zu uns in Niederbrechen nicht sehr freundlich, er schickte uns nur Regen. Uns aber konnte der Regen nichts ausmachen, wir waren immer luftig und fidel. Aber ich hoffe, daß er uns bei unserem nächsten Marsch die liebe Sonne scheinen läßt. H. Zimmer, Fahrtengruppe IV. * Endlich ist es wieder so weit, daß man auf Fahrt gehen kann. Wie haben wir uns schon alle darauf gefreut; denn in diesem Jahr sollen ja sehr viele Jungmädel mitgehen. Schon im Januar haben wir angefangen für die Fahrt zu sparen — und jetzt ist es endlich so wett. Die Sparbüchsen können geleert werden und — es ist wirklich genug darin. Schnell werden die Tornister gepackt. Die ganze Familie hilft dabei; und zum Schluß setzt sich-schnell noch Reichsbahnsekretär Birkenbeul, Reichsbahn- afftftent Latsch, Betriebsassistent Meißinger und Reichsbahngehilfe S ch o r g e. Lornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Gouverneur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Hochzeitsreise". — Deutsche Stenographenschaft, Ortsverein Gießen: 20.30 Uhr „Karlsruhe" Tanz- und Unterhaltungsabend. Tageskalender für Sonntag. 15 Uhr im Ccffä Leib Feier der vier Gießener Ortsgruppen zu Ehren der kinderreichen Mütter. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 Uhr Cafe Leib einmaliges Gastspiel des Reichs-Theaterzuges. — Stadttheater: 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr „Deutsche Romantik"; 19.30 bis nach 22 Uhr „Meine Schwester und ich". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Gouverneur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Hochzeitsreise". — Tv. 1846: 14 Uhr Universitäts-Sportplatz: Faustball-Gauklasse. Spielplan des Stadttheaters vom 21. bis 26.2Hat. Am Sonntag, 21. Mai, findet die letzte Morgenfeier der Winterspielzeit 1938/39 statt. Unter oem Titel „Deutsche Romantik" bringt das Programm den Liebesliederwalzer von Brahms, die Sonate für Violine und Klavier in d-moll von Robert Schumann, Lesung aus Werken von Novalis und Eichendorff. Leitung: Hannes Razum. Beginn: 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend zum letzten Male das musikalische Lustspiel „Meine Schwester und ich" von Ralph Benatzky. Spiel- leitung: Gert Buchheim. Am Flügel: Joachim Po- pelka, Tänze: Thea Maaß. Außer Miete! Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Letzte Sonntag-Vorstellung der Winterspielzeit 1938/39. Dienstag, 23. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr: Erstaufführung „Seltsamer 5 Uhr-Tee", Lustspiel von Koselka. Spielleitung: Hannes Razum. Dienstag-Miete, 32. Vorstellung. Mittwoch,^ 24. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: Zum letzten Male „Der Alte geht um", Volksschauspiel von Karl Ruckelshausen. Spielleitung: Hans Geißler. Mittwoch-Miete, 32. Vorstellung! Freitag, 26. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr: „Seltsamer 5 Uhr-Tee", Lustspiel von Koselka. Spielleitung: Hannes Razum. Außer Miete. NSD.'Dozentenbund und Volksbildungsstätte. Am kommenden Dienstag beginnt die dritte der vom NSD.-Dozentenbund und dem Deutschen Volksbildungswerk der NSG. „Kraft durch Freude" ver- anftalteten Vortragsreihe. Es spricht im Hörsaal des Botanischen Jnstttuts der Direktor des Bota- nifchen Instituts, Prof. Dr. E. K ü st e r über: „Deutsche Gärten". Zu diesen Vorträgen ist jedermann herzlich ein geladen. BOM.-tlntergau 116 Gießen. Vetr.: Reichssportwettkämpfe. Alle IM. des Standortes Gießen treten heute mittag 14.30 Uhr gruppenweise an der Volkshalle in Kluft, mit Sportzeug, evtl. Trainingsanzug an. Die für Sonntag, 21. Mai, angesetzten Reichssportwettkämpfe der Mädel des Standortes Gießen werden auf Sonntag, 4. Ium, verschoben. Nähere Anweisungen dazu ergehen noch. Ser Butterweg an allen Tagen frei. Vom Standortältesten der Garnison Gießen wird uns folgendes mitgeteilt: Auf Wunsch der Gießener Bevölkerung wird der Butterweg nach Annerod für Spaziergänger an allen Tagen freigegeben. Bei scharfschießender Truppe auf dem Standort- Übungsplatz muß der Weg aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Den Anweisungen der Posten ist dann auf alle Fälle Folge zu leisten. Beschränkungen im Expreßgutverkehr vor Pfingsten. Sperrige und unhandliche Güter ausgeschlossen. Zur Sicherstellung einer reibungslosen Abwicklung des Reise- und Expreßgutverkehrs zu Pfingsten müssen in den letzten Tagen vor dem Fest Sendungen, deren Behandlung beim Ein- und Um» laden Schwierigkeiten bereitet, vorn Expreßgut- und beschleunigten Eilgutverkehr ferngehalten werden. Es werden daher in der Zeit vom 22. bis einschließlich 29. Mai folgende Güter von der Annahme als Expreßgut und beschleunigtes Eilgut ausgeschlossen: 1. Sperrige Güter (gemäß Anl. 7 des Deutschen Effenbahn^Personen- und Expreßgutdienstes); 2. uneinmal jemand auf den „Affen", daß er überhaupt zugeht. Endlich ist man fertig, und es kann los- gehen. Vater und Mutter und alle Geschwister stehen am Fenster und vor der Türe und winken und winken, bis auch der letzte Zipfel von uns verschwunden ist; denn viele gehen ja das erstemal auf Fahrt. Am Bahnhof stehen schon sehr, sehr viele Jung- mäbel. Das finb ja rninbestens 200. Und wie luftig sie alle sind! Aus jeder Ecke der großen Bahnhofshalle tönt ein anderes luftiges Lied. Schon stellen sich die einzelnen Fahrtengruppen auf. Wir gehören zur Fahrtengruppe 4/116. Die Mädels kennen sich unter sich noch nicht, denn jede ist ja aus einem anderen Dorfe. Aber es dauert nicht mehr lange, so wissen sie schon alle, wo die anderen Madel her sind, und wie sie heißen. Und kaum sind die Tornister im Gepäcknetz, als schon ftohe Lieder erklingen. Nun rollt der Zug mit uns durch das schöne, deutsche Land. Bald sind mir in Wetzlar. Hier steigen noch Mädels zu uns in den Zug, und wieder geht es weiter an der herrlichen Lahn entlang nach Weilburg. Dort steigen schon wieder einige Mädel aus, denn sie wollen von hier ihre Wanderungen beginnen. Froh winken sie uns nach. Bald grüßt von ihrer stolzen Höhe die Burg Run- k e l zu uns herunter. Gleich darauf sind wir in Limburg. Von hier aus wollen wir ein sehr schönes Gebiet Deutschlands, das Lahntal, durchwandern. Wir wollen das Land und seine Leute kennen- und verstehenlernen. Frohgestimmt beginnen wir unseren Fahrtenweg mit unserem „Leib- und Magenlied" auf den Lippen: Die Wanderschaft ist schöner noch - Als sitzen Ml zu Haus. Und pfeift der Wind ins Aermelloch, Er pfeift auch wieder 'raus. G. Schmeltzer, Fahrtengruppe 4/116. handliche Güter, z. B. größere Möbelstücke, große Ballen, lebende Pflanzen, Leitern, Stangen usw. von mehr als drei Meter Länge; 3. Güter im Einzelgewicht über 50 Kilogramm. Es empfiehlt sich, derartige Sendungen vor Inkrafttreten der Sperre auszuliefern oder von der Eilgutbeförderung Gebrauch zu machen. Alte Gardisten fahren gemeinsam nach Berlin. Die ehemaligen Regimenter: 3. Garde-Regt. z. F. mit dem 2. Garde-Res.-Regt., das 4. Garde-Regt. z. F. mit dem Res.-Jnft.-Regt. 93, bas Königin-Elisabeth- Garde-Grenadier-Htegt. Nr. 3, das Kaiserin-Augusta- Garde-Grenadier-Regt. Nr. 4, das 2. Garde-Drago- ner-Regt., sowie die Fußartillerie-Schießschule Jüterbog einschl. 2. Garde-Fußartillerie-Regt. und Artillerie-Prüfungskommission werden vorn 4. bis 6. Mai 1940 in Berlin ihre Jubiläumsfeier veranstalten. Dazu treffen die genannten Truppenteile die bereits im Gange befindlichen Vorbereitungen, wie 1935, gemeinsam, um in der Hauptsache in den wichtigen Fragen der Transportgestaltuna, der Quartierbeschaffung und des Aufmarsches günstige Bedingungen und geldliche Erleichterungen zu erzielen. Wenn mit diesen Feiern auch nicht ein allgemeines Treffen der ehemaligen Gardisten beabsichtigt ist, so wird sich für die Kameraden der anderen Garde-Regimenter doch die Beteiligung an dieser Reise empfehlen. Oie neuen Strompreise für die Landwirtschaft. Die Stadtwerke Gießen, Abteilung Elektrizitätswerk, bringen heute die neuen Strompreise für die Landwirtschaft zur öffentlichen Kenntnis. Diese neuen Preise finb sehr einfach gestaltet worben und lassen sich daher leicht merken: Die Grundpreismin- deftgebühr beträgt bis zu einer genutzten Fläche von 2,5 Hektar 3 Mark. Jeder weitere Hektar genutzte Fläche kostet 20 Pf. mehr. Der Arbeitskreis beträgt 8 Pf. für die kWh, und Arnar für sämtliche Verwendungszwecke. Für Abnehmer, die außerdem Heißwasserspeicher, Futterdämpfer, Speicheröfen usw. in Betrieb haben, wirb ein Nacht- strompreis von 4 Pf. pro kWh in der Zeit von 22 bis 6 Uhr eingeräumt. Erforderlich ist für die Einräumung dieser neuen Tarife für die Landwirtschaft ein besonderer schriftlicher Antrag an die Stadtwerke Gießen, Abt. Elektrizitätswerk. Sortrog im Reichstreuburw. Der Standort Gießen des Reichstreubunbes hatte den Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Professor Dr. S e s s o u s , für einen zweiten Lichtbilderoortrag gewonnen, der am gestrigen Freitagabend in dessen Institut in der Senckenbergstraße stattfand. Der Standorfführer, Obersteuerinspektor S ch w e n b e r , konnte eine stattliche Anzahl Kameraden und deren Angehörige begrüßen. Nach seiner früheren Schilderung von Land und Leuten der Insel Samoa sprach Professor Dr. S e s s o u s . diesmal über feine Erlebnisse in eng» Uscher Kriegsgefangenschaft und zeigte dazu eine große Anzahl von Lichtbildern Im Juli d. I. werden es 25 Jahre sein, als sich die Deutschen zusammen mit den anderen Europäern der Südsee- insel Samoa zu einem Gedenken für die vor Samoa untergegangenen Seeleute verschiedener Nationen vereinigten, das durch den bann ausgebrochenen Krieg die letzte gemeinsame Kranzniederlegung wurde. Professor S e s s o u s gab im Plauderton die Eindrücke wieder, die die Europäer in jenen entscheidenden Tagen hatten. Durch einen von einem deutschen Ingenieur erbauten Funkturm waren die Deutschen in der Lage, ständige Der- binbung mit der Umwelt aufrechtzuerhalten. Leider bewahrheitete sich die Auffassung, daß dieser Krieg in Europa ausgetragen würde, nicht, und nur zu bald mußten die Deutschen die wahren Absichten der Engländer kennenlernen. In großen Zügen schilderte der Vortragende das schamlose Vorgehen der Engländer, die die Deutschen auf der Nordinsel Neuseelands, der Auckland-Insel internierten, auf der ihnen trotz manchen frohen Erlebnisses ein stumpffinniges Dahinvegetieren blühte. Als der Krieg zu Ende war, zeigte sich erst das wahre Gesicht der Engländer, die durch stete Schikanen die Abreise der Deutschen immer wieder verzögerten, so daß erst im Mai 1919 die Beftemngsstunoe für sie schlug. Standorfführer Kamerad Sch wende r dankte dem Redner für seine Ausführungen und verband damit den Wunsch, daß möglichst das ganze Volk Lprei^stnnden Der 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstagnach' mittag geschloffen. einen Begriff von dem Krämervolk jenseits des Kanals erhalten könnte, damit es immer mehr begreife, wo die Urheber der Einkreisungspolitik sitzen. Gietzener wochenmarktpreiie * G i e ß e n , 20. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, J4 kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A 10^, B 10, C 91/«, D 8%, Enteneier 9)4 bis 10)4, Schnittkohl, x/i kg 20, Wirsing 25 bis 30, gelbe Rüben, alte 15 bis 18, neue, das Bündel 30 bis 40, rote Rüben 15, Spinat 18 bis 25, Spargel, 1. Sorte 80 bis 82, 2. Sorte 70, 3. Sorte 60 bis 64, 4. Sorte 38, Unterkohlrabi 8 bis 9, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 16 bis 18, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 15 bis 20, Kartofeln, neue, % kg 29 Pf., alte, XA kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Suppenhühner, Vi kg 90 Pf. bis 1 Mark, Salat 20 bis 35 Pf., Salatgurken 35 bis 80, Oberkohlrabi 15 bis 25, Lauch 5 bis 15, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, das Bündel 20 bis 30, Radieschen 10 bis 15 Pf. ** Günter Winkel zur Ufa verpflich- te t. Wie aus dem Stadttheater-Büro mitgeteilt wird, wurde der Dramaturg unseres Stadttheaters Günter Winkel ab sofort an die Ufa in Berlin verpflichtet. Herr Winkel gehörte seit 1936 dem Vor- band unseres Stadttheaters an und war gleichzeitig auch als Spielleiter tätig. ** Nicht abgeholte Zählbogen der Volkszählung sind von den in Betracht kommenden Einwohnern auf dem Stadthaus Berg- Bei nervösen Herzstörungen, die häufig mit Schlaflosigkeit verbunden sind, wirkt Klosterfrau-Melissengeist ausgleichend auf die Herztätigkeit und sorgt für einen geregelten Puls, vor allem, wenn durch Genuß starken Kaffees, schwerer Zigarren, übermäßige körperliche und geistige Anstrengungen oder seeliche Aufregungen Beschwerden auftreten. Man trinke in solchen Fällen dreimal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist mit einem Eßlöffel Wasser verdünnt. Herzaufschläge mit halb Klosterfrau-Melissengeist und halb Wasser unterstützen die Wirkung. Verlangen Sie Klosterfrau-Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten. Nur echt m der blauen Packung mit den drei Nonnen; Flaschen zu RM. 0.90, 1.65 und 2.80 . 3mV straße abzuliefern. Dort müssen sich auch diejenigen Volksgenossen melden, die überhaupt keine Zähl» bogen erhalten haben. ** Ma i e n b l a s e n. Beim heutigen Maienblasen vom Turm der Joh anneskirche wird folgendes dargeboten: 1. „O Gott, du frommer Gott"; 2. „Abschied vom Walde"; 3. „Der Lindenbaum". ** Der Reichs-Theaterzug kommt nach Gießen. Am morgigen Sonntag gibt der Reichs-Theaterzua ein einmaliges Gastspiel in Gießen. Er spielt besonders in den Orten an der West« grenze, im Sudetenland und in der Ostmark. Da er anläßlich des Reichshandwerkertages in Frankfurt am Main weilt, hat sich das Gastspiel in Gießen ermöglichen lassen. Die Besetzung weist hauptsächlich Varietödarbietungen auf. Rundfunkprogramm Sonntag, 21.2Rai. 6 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert an Bord des Dampfers „Europa" des Norddeutschen Lloyd. 8.10: Wie schön ist so ein Feiertag! Frohsinn auf Schall- platten. 8.45: Deutsche Meister: Ludwig van Beethoven. Einlaae: Dem Treuen bleibt die Erde treu. Von Max Sidow. 9.30: Dichter unserer Zeit: Helene Voigt-Diederichs: „Meine Mutter". 9.45: Wenn etwas Gutes in mir ist, dann weil du meine Mutter bist! 10.45: Großkundgebung des Deutschen Handwerks zum ersten Großdeutschen Handwerkertag. 12.15: Unterhaltungsmusik. Dazwischen: Berichte vom Eifelrennen auf dem Nürburgring. 15.30: Für unsere Kinder: Zu deinem Festtag, hebe Mutter! 16: Von Königsberg: Nachmittagskonzert. 18: Aus dem Opernhaus zu Frankfurt a. M.: „Lohengrin". Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Zn der 1. Pause 19.05 bis 19.25: Berichte vom Handwerkertag, Nachrichten und Sportberichte. In der 2. Pause 20.55 bis 21.20: Nachrichten und Sportberichte. 22.40 bis 24: Unterhaltung und Tanz. Hlontag, 22. Mai. 5 Uhr: Von Breslau: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf! 6.05: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für den Garten. 8.40: Von Breslau (aus Görlitz): Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk: Weiße Schlange rettet die Kartoffelernte. Ein luftiges Kinderfunkspiel von Otto H. Müller. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Hamburg (aus Hannover): Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Immer wenn Soldaten fingen, freu’n sich die Mägdelein! 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Sehnsucht und Erfüllung. Zum Ausklang des 1. Großdeutschen Handwerkertages. 18.30: Zwischen Saat und Ernte. Hörbericht von der Arbeit unserer Bauern. 19.15: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Von Stuttgart: Stuttgart spielt auf. 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du? 22.30 bis 24: Don Königsberg: Unterhaltungs- und Tanzmusik. Dienstag, 23.2!tai. 5 Uhr: Von Königsberg: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk' auf! 6.05: Präludium und Fuge in e-moll von Joh. Seb. Bach. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Von München: Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk. Zwei Völker finden sich. Eine Hörtolge zum deutsch-italienischen Kulturabkommen. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Heren"- Meister der Kleinkunst. 16: Von Königsberg: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unter» wegs? 18: Die Hochschule des neuen Deutschlands. Die Heimat des jungen Studenten. 18.30: „Baltisches Land". Hörfolge mit Texten baltischer Dichter und Musik baltischer Komponisten. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Diel Freuden mit sich bringet die fröhlich Maienzeit ... Eine Sendung unserer Mädel um den schönen Maien. 20: Don Stuttgart: Nachrichten. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Hausgerichte. 22: Nachrichten. 22.20: Dorp Deutschlandsender: Politische Zeitunasschau. 22.35 bis 24: Von Köln (aus dem „Rheinhotel Dreesen" in Bad Godesberg): Großer Tanzabend des Reichssenders Köln. O.jl.-'Spoti 1900 I. Jugend-Mannschaft Favorit des Bannmeistertitels. In Grünberg: Spvgg. 1900 1. Igd. — Tv. Homberg 1. 3ab. 4:0 (2:0). M 1900s 1. Jugend-Mannschaft kann man heute schon den Titel des Bannmeisters zusagen, obwohl das Endspiel noch nicht stattgefunden hat. Bevor das Endspiel stattfindet, müssen noch die beiden Friedberger Vertreter, Butzbach und Ober-Rosbach, gegeneinander spielen. Dieses Spiel findet am kommenden Sonntag statt. Der Sieger dieses Spieles bestreitet dann das Endspiel gegen die Blauweißen. | 2)ie 1900er brauchen keine Befürchtungen mehr zu haben, denn Butzbach und Ober-Rosbach haben in den vergangenen Runden schon Spiele verloren, während die Blauweißen ungeschlagen sämtliche Spiele beenden konnten. Infolge des schlechten Platzes konnten sich beide Mannschaften in den ersten Minuten nicht recht finden. Doch bald beginnen die Blauweißen mit dem gewohnten Zusammenspiel, das aber zuerst keine Erfolge bringt. Erst als nach 15 Minuten Spielzeit Kraft I. einen Strafstoß verwandelt, ist der Bann gebrochen. Von dieser Zeit ab sind die Blauweißen bis zum Ende des Spieles in der Hälfte von Homberg. Die Aktionen von Homberg werden sämtlich zerstört, und der Tormann der Blauweißen wird dazu verbannt, dem Spiel als Zuschauer beizuwohnen. Durch Kraft II. fällt in der 40. Minute der zweite Treffer. Mit diesem Er- gcbnis geht es zur Pause. In der zweiten Halbzeit kommt die Ueberlegen- heil von 1900 noch mehr zum Ausdruck. Ein fabelhaftes Kombinationsspiel bekommt man zu sehen, doch vorerst fehlen die weiteren Tore. Diese scheitern durch die noch schlechtere Spielhälfte und durch den ausgezeichneten Tormann von Homberg. In dem weiteren überlegenen Spiel der Blauweißen fallen die beiden letzten Treffer durch Kraft II. und durch Launsbach. Den Leistungen der Blauweißen entsprechend ist dvs Endergebnis zu niedrig. Beide Mannschaften in der Kritik: Zu beklagen war, daß man auf einem Fußballplatz spielen mußte, der mit allen Unebenheiten „gesegnet" war und Schlaglöcher keine Seltenheit waren. Aus diesem Grunde war ein technisch hochstehendes Spiel sehr schwer. 1900 bot, wie immer, eine ausgezeichnete Partie, die dadurch unterstrichen wurde, daß seine Technik weit über Hombergs" hinausreichte. Homberg wardie Mannschaft, die den Blauweißen körperlich stark überlegen war und die ihre technische Schwäche durch ungeheuren Kampfgeist aus- zügle ich en versuchte, was allerdings mißlang. Schiedsrichter h i l l e b r e ch t leitete einwandfrei. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird 1900 den Bann 116 bei den Gebietsmeisterschaften im Fußball vertreten, die an Pfingsten beginnen. Schalke, Kickers und DSL? Die letzten Gruppenspiele der FußbaN-Meifferschast. Die Endrundenspiele um die deutsche Fußball- Meisterschaft werden am kommenden Sonntag in den Gaugruppen zu Ende geführt. Von den vier Teilnehmern an der Vorschlußrunde steht bisher lediglich der Hamburger SV. fest, der sich die Meisterschaft der Gruppe 1 bereits am vergangenen Sonntag sicherte. Die aussichtsreichsten Anwärter auf die drei anderen Plätze der Vorschlußrunde sind Dresdner SC., Stuttgarter Kickers und Schalke 04, doch sind die letzten Entscheidungen den Spielen-des kommenden Sonntags vorbehalten. In der Gruppe 2 hat der DSC. den Rückkampf geaen Fortuna Düsseldorf im Düsseldorfer Rhein- stadion zu bestreiten, wobei er darauf bedacht sein muß, eine Niederlage mit mehr als zwei Toren Unterschied zu vermeiden, denn er gewann den ersten Gang mit 4:1. In der Gruppe 3 ist die Lage für die Stuttgarter Kickers nicht ganz so günstig. Sie müssen in Halle gegen den Mitte-Meister Dessau 05 mindestens unentschieden spielen, um den Gruppensieg sicher zu haben. Im Falle einer Niederlage käme der Ostmark-Meister Admira Wien, der das bessere Torverhältnis hat, auf den ersten Platz. In der Gruppe 4 bringt der Kampf zwischen Schalke 04 und Vorw.-Ras. Gleiwitz die Entscheidung über den Gruppensieg. Beide Mannschaften stehen punktgleich, aber die „Knappen", die schon das Vorspiel gegen den Schlesienmeister gewannen (dann aber in Dortmund von Wormatia Worms geschlagen wurden!), haben die Annehmlichkeit, in heimischer Umgebung kämpfen zu können, und da sollte -der Ausgang nicht zweifelhaft fein. Gibt es ein Unentschieden, bann ist Schalke dank seinem besseren Torverhältnis ebenfalls der Sieger. Der Spielplan für Sonntag lautet im einzelnen: G r u p p e 1: In Osnabrück: VfL. Osnabrück — Hamburger SV.; in Berlin: Blauweiß Berlin — Hindenburg Allenstein. Gruppe 2: In Düsseldorf: Fort. Düsseldorf — Dresdener SC. Gruppe 3: In Halle: Dessau 05 — Stuttgarter Kickers. Gruppe 4: In Gelsenkirchen: Schalke 04 — Vorw.-Ras. Gleiwitz; in Hanau: SC. 03 Kassel — Wormatia Worms. Tschammerpokalspiete in Hessen. Die sechs Begegnungen um den Tschammerpokal stehen, wenn man vom Endrundenspiel zwischen Kassel 0.3 und Wormatia Worms in Hanau absieht, im Vordergrund der fußballsportlichen Ereignisse in Hessen. Die besten Aussichten, eine Runde weiterzukommen, haben Großauheim, Wachenbuchen, SpD. Kassel, Kurhessen Kassel und VfB. Friedberg, sowie Borussia Fulda. Es wäre eine Ueberraschung, würde sich beispielsweise Tuspo. Rodheim, ein Vertreter der Kreisklasse, gegen Friedberg behaupten, eher könnte schpn eine der Bezirksklassenmannschaften im Kampf mit der Gauliga triumphieren. Die Paarungen lauten: VfB. Großauheim — Germania Niederrodenbach, Kewa Wachenbuchen — Sportfreunde Frankfurt, GsL. Wilhelmshöhe — SpV. Kassel, TSG. Rodheim — VfB. Friedberg, Borussia Fulda gsgen Kickers Obertshausen, Kurhessen Kassel gegen SD. 06 Alsfeld. _ . , . . In der Aufstiegsrunde gibt es zwei Spiele: m der Gruppe Nord empfängt Tura Kassel den FD. Breidenbach und in der Gruppe Süd spielt Phönix Bad Vilbel gegen Teutonia Watzenborn-Steinberg. VfL. 1860 Marburg I. — VfB.'Reichsbahn I. Nach dem klaren Sieg gegen die Elf aus Bad- Nauheim tragen die Grün-Weißen morgen ein Freundschaftsspiel gegen ihren früheren Namensvetter, den jetzigen VfL. aus. Die Marburger, die früher der Gauliga angehörten und in den folgen- den Jähren Meister der Bezirksklasse wurden, konnten in diesem Jahre nur Tabellendritter werden. Die Mannschaft hat aber inzwischen durch Soldaten guten Zuwachs erhalten und ist als sehr spielstark anzusehen. Die Grün-Weißen werden daher vor einer sehr schweren Aufgabe stehen und müssen mit allem Ernst bei der Sache sein, wenn em Erfolg errungen werden soll. Aufstiegspiel Phönix Vilbel - Teutonia Steinberg. Am morgigen Sonntag müssen die Teutonen zum Aufstiegspiel nach Vilbel. Die Platzbesitzer greifen zum erstenmal in die Aufstiegspiele e.n und werden bestimmt mit allen Mitteln versuchen S g und Punkte in Vilbel zu behalten. Spieleni die Teutonen wieder mit dem gleichen Elan, wie geaen Worms dann dürfte es wohl kaum zweifelhaft hm, daß die Steinberger ihren ersten Sieg m den Aufstiegspie len verzeichnen. Aus den bisherigen Erae sf hat sich noch keine klare Formulierung ergeben, und es ist noch jede Mannschaft Anwärter für den Aufstieg in die Gauklasse. Lollar I — GrohenLinden I. Auf eigenem Platz empfangen die Lollarer zum letzten Spiel in der Aufstiegsrunde die spielstarken Gäste aus Großen-Lmden Das Smel hat zwar keinen Einfluß mehr für den Aufsiieg der beiden Gegner, da die aufsteigenden Vereine in Burgsolms und Dillenburg bereits feststehen. Trotzdem dürfte der Kampf an Spannung nichts ein- büßen, da die Gäste über eine junge, temperamentvolle Elf verfügen und ebenfalls schon manchen beachtlichen Sieg erringen konnten. Das Vorspiel konnte Lollar nur mit großer Mühe für sich entscheiden. Wenn die Lollarer Elf wieder an ihre letzte Leistung anknüpfen kann, die sie in Dillenburg zeigte, so dürfte ih- auch morgen der Sieg kaum streitig gemacht werden können. Garbenleich I — Lich I. Zu einem Lokalkampf wird es am Sonntag in Garbenteich kommen, wo die Rasenspieler auf die dortige Erste treffen werden. Schon viele Male haben beide Mannschaften miteinander gekämpft und nie konnte der Sieger vor dem Schlußpfiff vorausgesagt werden. Konnten zwar die Rasenspieler ihren Gastgeber in den Pflichtspielen beide Mal schlagen, so werden sie doch in diesem Treffen auf einen Gegner stoßen, der alles aufbieten wird, um diese Niederlagen wieder wettzumachen. Die Grünweißen werden wahrscheinlich in folgender Be- setzung das Spiel bestreiten: Gilbert, Albach, Lotz, Höpfl, Merle, Rau, Stark, Fey, Baier, Kaiser und Werner. Sporfgemeinbe Steinbach I. — Heenes I. 3:1. Die Gäste von Heenes stellen eine stabile Kampf- mannschaft ins Feld. Steinbachs Elf ist flinker und kann bereits bis zur Halbzeit zweimal erfolgreich sein, während die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. Halbzeit 2:1 für den Gastgeber. Nach der Pause spielen die Gäste etwas überlegen, können aber zu keinen Erfolgen kommen, denn der Torhüter Deuker hatte einen guten Tag. Noch einmal kommt der Steinbacher Sturm wunderbar durch und stellt nun durch feinen Mittelstürmer Kemmler das Endresultat von 3:1 für Steinbach sicher. Teutonia FI — 1900 Gießen II. Die 2. Elf der Teutonen empfängt die gleiche von 1900. Es dürfte sich ein spannendes Treffen entwickeln, das erst beim Schlußpfiff entschieden fein dürfte. (Spielbeginn in derFaussball-Gauklasse Am kommenden Sonntag beginnen die Spiel- reihen um die diesjährige Gaumelsterschaft im Faustball. Aus räumlichen Gründen hat man die Gau- klasse in drei Gruppeü unterteilt, die in mehreren Spielrunden die Gruppensieger feststellen. Die drei Gruppensieger ermitteln bann den Gaumeister. Die Südgruppe mit den Mannschaften von Licht- Luft Hanau, Turngemeinde Friedberg und Bad Homburg und schließlich dem Gaumeister To. 1846 Gießen tritt am Sonntag auf dem Unioersitätssport- platz zur ersten Spielreihe an. Diese vier Mannschaften gehören zu den spielstärksten des Gaues. Nach den früheren Begegnungen ist anzunehmen, daß sich auch jetzt ausgeglichene Kämpfe entspinnen werden. Außer Homburg waren alle Mannschaften bereits Gaumeister; auch bas spricht für gute fport- liche Leistung. Trotzbem kann man der Gießener Mannschaft als ber in ihren Leistungen beständigsten gewisse Vorteile einräumen. Die Technik des Faustballspiels bringt es mit sich, baß es langjähriger Hebung und Wettkampferfahrung bedarf, um hier eine gute Mannschaftseinheit auf die Beine zu bringen. Weniger als in anderen Spielarten wachsen hier Meistermannschaften sozusagen über Nacht aus dem Boden. Der Gießener Turnverein hat hierbei den Vorteil, sich auf zuverlässige, seit langem bewährte Kräfte zu stützen. Den Kampf am Sonntag werden bestreiten: Dr. König, Rieringer, Dr. Pfeffer, Trapp, Michels. Diese Aufstellung dürfte für einen Sieg gut sein. Deutscher Treiballon-Gieo beim Internationalen wettsliegen in Zürich. Der Internationale Freiballon-Flug in Zürich endete mit einem deutschen Siege. Der von Dr. Buschmann und Dr. Trapmann geführte Ballon „Schlesien" übertraf mit einer Flugstrecke von 85 Kilometer sämtliche Mitbewerber. Schnee, Regen und Kälte erschwerten den Flug außerordentlich. Als die beiden Deutschen nach verwegener Fahrt an der Säntiswand vorbei in der Ueblisschlucht nieder- gingen, hatten sie nur noch einen halben Sand Ballast an Bord, der zudem völlig eingefroren war. Die vorgeschriebenen 75 kg Ballast waren aller- dings unangetastet. Die beiden Deutschen gewannen den Ehrenpreis des Bundesrates und den Preis der Landesausstellung Zürich. Deutsche Handball-Misterschast. Wer gewinnt Vas Nennen in der vierten Gruppe? Nachdem der vergangene Sonntag in drei von vier Gruppen bei den Kämpfen um die deutsche Handball-Meisterschaft bereits Klarheit geschaffen hat, fällt am kommenden Sonntag auch in Gruppe 4 die Entscheidung. Post München unb der Wiener AC. haben noch die Möglichkeit, sich neben dem MTSA. Leipzig, Hindenburg Minden und dem fiintforter SV. für die Vorschlußrunde zu qualifizieren. Wem wird der große Wurf gelingen? Gruppe 1: MTSA. Leipzig — Polizei Stettin (19:4), Hindenburg Bischofsburg — MSV. Carlowitz (—). Den Endsieg hat Leipzig bereits errungen. Der deutsche Meister wird die Gruppenkämpfe ungeschlagen beenden und sich zu Hause die letzten Punkte gegen die Stettiner Polizisten, die schon im Vorspiel 4:19 unterlagen, nicht entgehen lassen. Zum erstenmal treffen Hindenburg Bischofsburg und der MSV. IR. 49 Carlowitz zusammen. Der Schlesien-Meister sollte hier gewinnen. Gruppe 2: Oberalster Hamburg — MSV. Lüneburg (6:8). Auch in der zweiten Gruppe ist nach dem Rück- tritt des MSV. Weißenfels die Entscheidung bereits zugunsten des MSV. Hindenburg Minden gefallen, der am nächsten Sonntag gegen Weißenfels kämpfen sollte, nun aber spielfrei ist. Den letzten Kampf der Gruppe bestreiten nun Oberalster Hamburg und der MSV. Lüneburg. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen sollte der Nordmark-Meister auf eigenem Platze die Vorspiel-Niederlage wettmachen., Gruppe 3: ff Arolsen — TSG. 61 Ludwigshafen (11:8), VfB. 08 Aachen — Lintforter SV. (3:12). Die beste Mannschaft der Gruppe 3 wird auch in Aachen durch den VfB. kaum gefährdet sein, ff Arolsen, der Meister des Gaues Hessen, erwartet zu Hause die bisher mit noch feinem Pluspunkt „belastete" TSG. 61 Ludwigshafen. Gruppe 4: Post München — TV. Altenstadt (12:4), ST. Waldhof — Wiener AC. (8:9). Voll Spannung sind die Endkämpfe nur noch in der vierten Gruppe. Beide Spiele sind von größter Wichtigkeit. Post München und der Wiener AC. sind Anwärter auf den Gruppensieg. Von den beiden Favoriten hat der Bayern-Meister Post-SV. München die Annehmlichkeit, den entscheidenden Kampf auf eigenem Gelände austragen zu können, und zwar gegen den TD. Altenstadt, der schon im Vorspiel eindeutig 12:4 geschlagen wurde. Sehr schwer hat es der Wiener AC., der nach Mannheim zum SV. Waldhof reisen muß. Unterlagen die Waldhöfer in Wien nur knapp 8:9, so könnten sie zu Hause möglicherweise den Spieß umdrehen — und dann wäre Post München Gruppensieger. Handball-Meisterschaft der Frauen. Acht Borrundenkämpfe. Nachdem die Kämpfe um die deutsche Handball- Meisterschaft bei den Männern bereits in ein entscheidendes Stadium getreten sind — drei von vier Gruppen-Siegern stehen schon fest — beginnen am kommenden Sonntag auch die Frauen mit den Vorrundenspielen um die „Deutsche", die von der Turn- gemeinde in Berlin verteidigt wird. An acht verschiedenen Orten des Reiches wird gekämpft um den Eintritt in die Zwischenrunde. Der. Spielplan laufet: In Frankfurt: Eintracht Frankfurt — DfR. Mannheim. In Kassel: Hessen-Preußen Kassel — Brinck- mann Bremen. In Fürth: Tv. 1860 Fürth — Tv. Bad Cannstatt. In Berlin: Tib Berlin — Asco. Königsberg. In Magdeburg: Magdeburger FSC. — Fortuna Leipzig. In Breslau: Schlesien Breslau — Post-SV. Wien. In Münster: SC. 08 Münster — Eimsbüttel Hamburg. In Köln: Kölner BC. — Stahlunion Düsseldorf. Wer steigt in Hessen auf? Auch in Hessen wird am nächsten Sonntag wahrscheinlich in beiden Gruppen die Frage bes Ausstiegs zur Handball-Gauliga entschieden werden. In Gruppe Nord tritt der mit 6:0 Punkten führende MSV. Fulda in Kassel an und braucht gegen den PSV. nur unentschieden zu spielen, um den Aufstieg zu ermöglichen. In Gruppe Süd benötigt der Tv. Kirch-Göns ebenfalls nur. noch einen Punkt, um einen Platz in der Gauliga sicher zu haben. Wahrscheinlich wird Kirch-Göns aber zu Hause gegen den MSV, Barbara Gießen ganz klar gewinnen. Im zweiten Spiel der Gruppe treffen Tgd. Hörnsheim und Tgd. 37 Hanau zusammen. Uebrigens wird am 21. Mai in Hessen auch das letzte rückständige Meisterschaftsspiel der Gauliga zwischen dem To. Kesselftadt und CT./Hessen-Preu- ßen Kassel ausgetragen, das die Tabelle aber nicht mehr ändern kann. Handball-Pokalspiele im Kreis Gießen Der Mtv. Gießen hat dringender Umstände wegen von einer weiteren Teilnahme Abstand nehmen müssen. Dadurch ist Niedergirmes eine Runde weitergekommen. Im übrigen gab es folgende Ergebnisse: Vorrunde. Tv. Katzenfurk — Barbara Gießen 6:7 (4:3), Tv. Dutenhofen — Tv. Garbenheim 7:11 (4:6). 1. Zwischenrunde. Tv. Hörnsheim — Tv. Lich 14:5 (9:3), Tv. Lützellinden — To. Holzheim 12:6 (9:3). Manzenberg I — kirchGöns I. Der Sieger der Bezirksklasse Friedberg mußte am Himmelfahrtstag gegen di« in der Kreisklasse spielende Mannschaft des To. Münzenberg antreten. Beide Mannschaften mußten mit Ersatz antreten. Gleich bei Spielbeginn ging Kirch-Göns mit, drei Toren in Führung, aber Münzenberg fand sich allmählich, und kurze Zeit später stand das Spiel 3:3. Kirch-Göns hatte in der Folge mehr oom Spiel und konnte bis zum Wechsel auf 6:3 erhöhen. Nach dem Wechsel mußte sich Kirch-Göns sehr anstrengen, um den Sieg mit nach Hause nehmen zu können. Das Spiel nahm an Härte zu. Münzenberg drückte sehr auf das Tempo, aber oom Schubpech verfolgt mußten sie mit 11:9 Toren den Gästen den Sieg überlassen. Münzenberg scheidet aus der Pokalrunde aus, kann aber für sich in Anspruch nehmen, ehrenvoll verloren zu haben. Um die Äebietsmeisterschast im Handball. Dann 88 (Dehlar) — Bann 116 (Gießen). Die Spiele um die Gebietsmeisterschaft im Handball werden in 4 Gruppen zu je 3 Mannschaften in einer Pokalrunde durchgeführt. Die Gruppe 3 umfaßt die Bann« 116, 88 und 166. Im ersten Spiel Bann 88 — Bann 116 konnte der Bannmeister des Bannes 88, Garbenheim, den Meister das Bonnes 166, Eddersheim, mit 8:5 bezwingen und somit den Bonn 1'66 von den weiteren Spielen ausschalten. Das letzte Spiel zur Ermittlung des Gruppensiegers steigt nun am kommenden Sonntag in Gar- öenheim. Der Bannmeister 116, Tv. Münzenberg, muß in Garbenheim gegen den Sieger aus dem kostspielige Experimente mit feinen Schuhen anzustellen, dazu ist jetzt nicht Zeit. Der Kluge versucht nicht lange, sondern wählt ein feit Jahrzehnten bewährtes Schuhpflegemittel mie Erdal. Das pflegt die Schuhe. Die Schuhe halten länger und bleiben langer schön. 1633V Spiel gegen Bann 166 antreten. Es ist schwer für die Mannschaft von Münzenberg, diesen Gang anzutreten, denn erst am letzten Sonntag konnte die Bannauswahl des Bannes 88 beweisen, die sich übrigens aus einer großen Anzahl Garbenheimer Spieler zusammensetzte, daß sie über eine ganz be» achtliche Spielstärke verfügt. Hinzu kommt für Garbenheim noch der Vorteil des eigenen Platzes. Gut in der Mannschaft find zweifellos die Verteidigung und der Sturm. Auch Münzenberg konnte im letzten Spiel angenehm gefallen, und nur dank der Geschlossenheit der Mannschaft war es ihr möglich, Meister des Bannes 116 zu werden. Möge die Mannschaft auch am kommenden Sonntag so zusammenstehen und mit demselben Eifer und Einsatz dieses entscheidende Spiel beginnen und durchhalten, dann dürfte sie auch diesmal in der Lage fein, ihren Siegeszug fortzufetzen. Schiedsrichter ist Herbert, DfB.-R. Gießen. Zubiläums-Handbaltturnie. des Tv. Holzheim. Eine der ältesten Handballabteilungen unseres Kreises und eine derjenigen, die mit die größte Pionierärbeit geleistet hat, begeht am kommenden Sonntag die Feier ihres 10jährigen Bestehens in Gestalt eines Jubiläumsturniers: der T V. Holzheim. Die Handballer des TV. Holzheim haben sich einen Stamm treuer Anhänger geschaffen, der hinter ihnen steht. Das Handballturnier hat mit Rücksicht auf die guten Beziehungen, die Holzheim mit fast allen Kreisvereinen pflegt, eine recht gute Besetzung gefunden. 10 Mannschaften werden in zwei Gruppen um den Turniersieg im Rundensystem kämpfen. Es spielt also jede gegen jede Mannschaft; Sieger wird, wer die meisten Punkte auf sich vereinigt; wertvolle Plaketten winken als Auszeichnung. Es haben gemeldet: Gruppe 1: MTV. Gießen, 14 /JR. 116, Tufpo Butzbach und TD. Wohnbach; Gruppe 2: TV. Hochelheim, TD. Lich, Niederweisel, Gambach sowie TD. Münchholzhausen und TD. Lützellinden. Die Gruppe 1 dürfte ziemlich gleichwertig fein. Wenn man auch annehmen kann, daß der MTD. und die beiden Butzbacher Mannschaften die Entscheidung unter sich ausmachen werden, so ist trotzdem eine Doraussage nicht möglich. — In der Gruppe 2 hat Hochelheim zweifellos Aussichten, wenn nicht Gambach oder aber Lützellinden, das wieder einmal stark ersatzgeschwächt fahren muß, für eine Ueberraschung sorgen. Münchholzhausen wird auf Grund seiner Spielstärke der 1. Gruppe zugeteilt werden müssen. Saumeisterschasten der hessischen Fechterinnen. Das Gaufachamt Fechten im NSRL. Gau Hessen führt am Sonntag in Bad-Nauheim die Gau- Meisterschaften im Frauen-Florett durch. Es nehmen die folgenden bekannten Fechte- rinnen daran teil: Frau Christel Drebes, Else Wirth, C. Castein, H. Hahn vom Tv. 1846 Gießen, Frau Dr. Pfeiffer, E. Mulch vom Tv. Wetzlar, Frau Erna Kutscher von der Tgm. Bad-Nauheim, Th. Lengemann, Finke und R. Schiebeler von der C. T. Hessen- Preußen Kassel. Die Teilnehmerzahl ist zwar gering, aber es sind die besten Fechterinnen des Gaues, die in den dies- jährigen Aufstiegskämpfen zur Gauklasse ihre Teilnahmeberechtigung an den Gaumeisterschaften erhalten haben. Der Ausgang der Kämpfe ist völlig offen, da es fast durchweg alte Rivalinnen sind, die an den Start gehen. Kurze Gporinotizen. 214000 Mark beim Opferschießen. Das Opfertagsschießen des Deutschen Schützenverbandes im NSRL. erbrachte im Jahr 1938/39 das stolze Ergebnis von 214 000 Reichsmark. Der Reichssportführer und der Derbandsführer des DSV., SA- Obergruppenführer Iüttner, haben den Gemeinschaften des Deutschen Schützenverbandes Dank und Anerkennung ausgesprochen. Der Münchner Libl, der am vergangenen Sonntag die Radfernfahrt „Rund um Frankfurt" gewann, kam am Himmelfahrtstag zu einem neuen Erfolg. Er siegte in „Rund um Stuttgart" (170 km) in 4:39,03 Stunden vor Pirner (München), Mäß (Frankfurt a. M ), Hofmann (Nürnberg) und Sommer (Schweiz). Die Hochschul-Wettkämpfe im Handball und Fußball wurden am Donnerstag in Heidelberg zu Ende geführt. Die Universität Bonn siegte im Fußball und qualifizierte sich für das Endspiel gegen die Universität Breslau, und im Handball war die Universität Wien erfolgreich, die nun den Endkampf gegen Berlin bestreiten wird. Die Endkämpfe finden am 28. Mai in Würzburg statt. Eine sensationelle Niederlage bezog Englands Fußballelf am Donnerstag in Belgrad im Fußball-Länderkampf gegen Jugoslawien. Die Gast- fieber siegten vor 30 000 Zuschauern mit 2:1 (2:0) Toren. Ihre Vermählung geben bekannt D>pl.-Ing. August Faber und Frau Else, geb. Spies Giefcen-Wieseck, den 20. Mai 1939 Gießen, den 20. Mai 1939 3722D 3720D Wiesbaden (staatl. konzessioniert). 2928V NSD-Dozentenbund und Volksbildungsstätte Gießen Vermählte Gießen lSchützenstraße 13), den 20. Mai 1939 02514 Trauringe echt Goid 66 W „intiWe hört zo“ e Se/tefsweg 47 732D W U ist stets S UM 1 da beliebt, Stunden PFINGSTEN! Utoo/Z» Es ist- höchste ated- Belr.: 3709C Gießen, den 19. Mai 1939. Keller 14 Tage KAUFE 21 Tage DAS GESCHÄFT DER GUTEN SCHUH REPARATUR 4. 9.-24. 9. 2.10.-22.10. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen, insbesondere Herrn Dekan Sattler für die trostreichen Worte am Grabe unseren innigsten Dank 40 40 40 30 7.50 6 — 6 — J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb Str 24 Svezial-Reva- raturwerksfätte Zu folgenden Lehrgemeinschaften werden angenommen' Einwohner, die Zählbogen für die Volks-, Berussund Betriebszählung am 17. Mai 1939 nicht erhalten haben, oder deren Zählbogen nicht abgeholt wurden, werden ersucht, dies alsbald hierher — Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 17 — mitzuteilen. Wieseck, Gieß. Str. 73. . 95»D Tel.3975 ÄatblüHe von z di» 20 o. 6. erhallen 6tt bei wiederholten Auf» oflbmcn einer änietsi Genießen Siedle kom menden Sommertage und schaffen Sie sich dafür jetzt an, schöne Gartenmöbel, Gartenschirme, Liegestühle. Alles kaufen Sie gut und preiswert bei 10 — 10.— 8 — 8 — a) Borbereitung auf die Bilanzbuch- balter-Prüfung (Abschlußtechnik).. d) Englisch I ..................... c) Gutes Deutsch................. d) Plakatschrift I (Anfang)......... wo es viel zu säubern $ibt» Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 17. Mai 1939. Bekanntmachung. Innere und äußere Hämorrhoiden, Afterfisteln, Afterfissuren, Mastdarmvo.fall, Afterekzem, Opstipation. Prosp. durch das Sekretariat d. Sanatoriums, Wies baden 15, Taunusstr. 5 noch Anmeldungen Gebühren: Gehilfen Lehrlinge Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus, Zählungskommissar. Die Danzeisens-Bruchheilpatcntc erhielten 1930 eine lobende Anerkennung und 1931 die goldene Medaille für hervorragende Verdienste auf dem Gebiet der operationslosen Bruchheilung! Zeugnis: Herzlichen Tank für Ihre Hilfe, Herr Backhaus. Da ich mein Bruch- leiden auf so einfache Weise mit dem Danzcisens-Patent heilte, bitte ich, auch meinem Sohn einen Apparat bestellen zu wollen. Wir werden Sie und Ihr Patent immer empfehlen. Rodenbach bei Kaiserslautern, Hindenburgstraße 3, den 15. 12. 1938. gez. Frau Anna Karfusehr. Bruchlcidende, verlangen Sie gratis ärztliche Gutachten und Dankschreiben Geheilter vom Kind bis zum Greis. Zu sprechen bin ich: Frankfurt a. M. 23. 5. Hotel Hansa Rohal 9—17 Uhr: Friedberg 24. 5. Hotel Deutsches Haus 9—11.30 Uhr: Gießen 24. -5. Hotel Hindenburg 14—18 Uhr; Wetzlar 25. 5. Hotel Nassauer Hof 8.30—11.30 Uhr: Dillenburg 25. 5. Hotel Hirsch 14—18 Uhr: Weilburg 26. 5. Hotel Deutsches Haus 9>—11 Uhr: Limburg 26. 5. Hotel Nassauer Hof 15—18 Uhr. Jede Beratung ist kostenlos! Wilhelm Backhaus, Neustadt a. d. Weinstraße, Hetzelplatz 3. Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Samstag, den 20. Mai 1939, 18 Uhr: Empfang an und in der Kirche Sonntag, den 21. Mai 1939, 6 Uhr: hl. Messe mit Kommunion; 7 Uhr: Bischöfliche Messe mit Kommunion; 8 Uhr: hl. Mess e m. Kommunion; 9.30 Uhr: feierliches Hochamt, Predigt des H. H. Bischofs Albert? Firmung: 15 Uhr: Kinderlehre und Andacht mit Schlußsegen Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Lücher' Zu diesem Vortrag, mit dem die dritte gemeinsam veranstaltete Vortragsreihe eröffnet wird, ist jedermann herzlichst eingeladen. ' 3699V Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. attoleppef Möbelwerkstätten Wieseck-GieBen. Ausstellungsräume Giel3ener Straße. Ruf 4096 _ "^Giesser Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen laden ein zu dem am Dienstag, dem 23. Mai, um 20.15 Uhr im J^rsaal des Botanischen Instituts (Brandplatz 4) stattfindenden Vortragsabend (Linnö-Feier des Botanischen Instituts). Es spricht Prof. Dr. E. Küster: „deutsche Gärten“ 23. 7.-29. 7. 13. 8.-19. 8. 10. 9.-16. 9. 7 Tage Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Hofmann ..fiecpStörungen? Atemnot, Herzschwäche u. Herz- Unruhe? Depressionen u. Erschöpfungszustände? >Das Herz durch I ..Hcrzkraft" schonend stärken! Fla- J.B.HÄUSER Gießen, am Oswaldsgarten (Parkplatz) • Ruf 2145-2146 Personenwagen Lastkraftwagen / Omnibusse GEGEN KASSE Walter Eggers Feldwebel 4.(M.G.)-Komp. Gretel Eggers, geb. Habicht Pveiswevte Snrnibus-Reisen 9. 7.-22. 7. 1. 8.-14. 8. 3. 9.-16. 9. loh. Häusler / MM a. M. Neue Mainzer Straße 25 — Telephon 26897 BMW- und. Steyr-Vertretung ______ 3713V 10.7.-23.7. 6. 8.-19. 8. 10. 9.-23. 9. 14 Tage Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete,. reich bebilderte Haus- und Kochbuch Katholische Gemeinde Gießen nut in Apotheken. Firmung und Visitation j s durch den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Mainz ( | Herzkrcrf11 Sv. Albert Stohv denken Sie an. SCHUH-HANSA BERGFREUNDE! Ein neues Buch von gedtwitz: Gams in ihrer Bergheimat Lin Lebensbild der Gemse im Wechsel der Jahreszeiten von Franz Graf Iedtroitz Insgesamt 137 Seiten mit 94 Abbildungen nach Naturaufnahmen. □n Leinen gebunden RM 4.80. „Das wissenschaftlich und darstellerisch beschwingt geschriebene Buch von d utscher Berglandschaft und -tierwelt verdient in den Kreisen der Jäger, der Freunde der Berge und der Natur, in den Schul- und Volksbüchereien weiteste Verbreitung." Aus der Natur Heft 2/39. Ausführliches bebildertes Werbeblatt kostenlos! Bezug durch jede Buchhandlung! Hugo Berinühler Verlag Berlin-Lichterfelde Jeder hat — ich möchte wetten, Irgendwo noch alte Ketten, Etuis, Gehäuse, alte Ringe, Und andere unbrauchbare Dinge. Denken Sie mal richtig nach — Die Werte liegen doch nur brach! Ich kaufe alles gegen bar, Was aus Gold und Silber war. CarlSdimidt Gleisen, Bahnhofstr. 10 Ank.-Gen. Nr. C. 25 947. [n8iD Veranstalter: „Rheinland“ Autobus-Ges. Wiesbaden. Auskunft, Anmeldung und Prospekte beim Havagvelsebüvo Gletzen Seltersweg 89 — Telefon 2396 [3724d Rest Bergschenke Groß.schattig. Garten,Terrassen rW^ i \T Neuzeitliche I |X| Ä Kristallglas- ■ * * Leuchtdiele Dienstag. Mittwoch Samstag u. Sonntag. 8 Uhr Hartbrennhvlz, ä, Wagen 5 Mk., 'Anmachholz ä Wagen 6 ML, 1 Sack'Anmachholz 1 Mt frei $6iw.etiWe Hämorrhoidalkranke Ronöinok- Geräte flöhten Reparaturen durch 549gA Radio-Kögel Bahoholslrafio 39 Telephon 2980 Trat der ideale Bausverputz liefert ab Lager und Fabrik H.GIatlhaarSSohn Fi ankf.Straße!9 Mühlstraße 18 Telefon 3144/3145 KleineAnzelgev im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und aeleien denn Erleichterung bei' fjAi Dß2/bringt| r die leichte] von | Die Anmeldungen müssen sofort auf der Dienststelle der DAF, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 22 (täglich von 7—12.30 und 14.30 bis 18 Uhr, außer Samstag nachmittag) vorgenommen werden. Beginn der Maßnahmen direkt nach Pfingsten. Anmeldungen müssen vor Beginn vorliegen. 3700D «LJ Die Seoiime ütBeiisltoRi Berufserziehungswerk Uebungsttätte Gießen Marktplatz 2 3672A Marktplatz 2 Lindau-St. Moritz-Comer See-Mailand- Lugano - Gotthardpaß - Vierw aldstätter See-Luzern-Schwarzwald-Freiburg Preis RM. 105.— zuzügl. feef.St. RM. 2.80 Innsbruck - Brenner - Bozen - Gardone- Mailand- Genua-San Remo-(Monte Car- lo-Nizza )-Turin-Lago Maggiore - Corner See-St. Moritz-Lindau Preis RM. 189.— zuzügl. Bef.St. RM. 3.20 Innsbruck - Brenner - Dolomiten-Venedig-Rom-Neapel - Capri-Pompeji-Flo- renz-Bozen-Meran-Reschenpaß-Fernp. Preis RM.219.— zuzügl. Bef. St. RM. 3.30 OberitaUenische Seen - Mailand-Genua- Riviera-Pisa-Florenz-Siena-Rom-Nea- pel-Assisi -Perugia - Ravenna -Venedig- Dolomiten Preis RM. 300.— zuzügl. Bef.St. RM. 3.30 Verlobungs-Anzeigen iefert BrOhl'sche Druckerei Eine Pferdekur? I wo, da sind Sie auf dem Holzwege» Sie merken gar- nichts l „Lebewohl" beseitigt Ihre Hühneraugen schnell und schmerslos» Blechdose (8 Pflaster) 65 Pf. in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Medli.-Drogerie Hane Hindenburg H. Ligen, Seltersweg 68a.— Löwen- Drog. W. KUblnger N!lg., Seltern*. 66 renovierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)__________________2O./2f.HTai|959 Seltene Handwerke in Gießen. Eine Llmschau zum Tag des deutschen Handwerks 1939. GD früh wach geworden und wollte nun die Engagementsverhandlungen regeln. Um ins Büro zu gelangen, mußte er am Kassenschalter vorbei, und dort stand Mr. John Griffin — nicht in der sonst üblichen Sportkleidung, sondern im Reiseanzug. Er schien eine Rechnung bezahlt zu haben und wandte sich gerade um, als Mikeny vor ihm stand. Im ersten Augenblick ging es wie Erschrecken über sein Gesicht, dann zuckte er die Achseln und lächelte herausfordernd. Mikenys Stimmung war ohnehin nicht die beste, und als er dieses unverschämte Lächeln sah, ging seine Wut auf diesen Mann mit ihm durch. „Darf man hoffen, daß du abreist, oder ist der Gedanke zu schön, um wahr zu sein?" fragte er mit einer Kopfbewegung nach der Hotelquittung, die Mr. Griffin in der Hand hielt. Dieser vergewisserte sich durch einen Rundblick, daß niemand sie beobachtete, und verwandelte sich aus dem bieder-freundlichen Herrn in den echten Sam Hewitt. „Du bist schlechter Laune, mein Lieber. Kann ich verstehen nach der Abfuhr, die man dir verpaßt hat." Mikeny verschlug es für einen Augenblick die Sprache. „Hast du Schuft denn überall deine dreckigen Pfoten?" zischte er wütend. „Was zum Teufel geht dich das an?" „Mehr als du denkst, mein Söhnchen.' Wenn sie dich auch hat abblitzen lassen, mir ist sie darum doch sympathisch, denn ohne sie könnte ich immer noch nicht aus diesem verdammten Rest heraus" „Ohne Frau Wegner? Was willst du damit sagen?" fragte Mikeny, von unbestimmtem Schreck ^aftr."©riffins kalte Augen glitzerten in höhnischer Ueberlegenheit. Dieser Kerl hatte ihn zappeln lassen. Bis zu Bitten hatte er sich erniedrigen müssen, er, das Chamäleon, vor dem sonst die Leute gitterten. Run konnte er ihm den Meister zeigen, der auch ohne ihn fertig wurde, und daß ausgerechnet Mikenys frühere Frau ihm dazu verhalf, verlieh der Sache einen besonders pikanten Anstrich. Griffin hatte ursprünglich heimlich verschwinden wollen wie die Klugheit es gebot Nun er den Kapellmeister so plötzlich vor sichsah,uber^annttn Haß und Trimnphgesuhl. i)ie sonst geübte Vorsicht. Eine Frau mit Herz Noman von Hedda Lindner kopyrlght by Carl Duncker Verlag, Berlkn 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Gr würde nicht an gebrochenem Herzen sterben, das nd)t Aber anders als bisher sollte sein Leben doch arrden, nahm er sich vor, und es waren diesmal licht die üblichen guten Borsätze, die jeden Spiel- -rlust zu begleiten pflegten; es war ein fester, ern- iir Entschluß. Als er auf sein Zimmer zurückkam, fand er die Btte der Hotelleitung, im Büro vorzusprechen. Sen hatte die ganze Woche schon auf lhn emge- redet, sein Gastspiel zu verlängern, und er war i-her der Entscheidung ausgewlchen, weil er sich lcht festleqen wollte, ehe die Angelegenheit mit ■iner früheren Frau geklärt war. Jetzt allerdings eite, er weniger Neigung als je, hier oben zu bler- (rt. Das beste war überhaupt, einmal auszuspan- in, dachte er und fühlte ein brennendes Heimweh cch seiner Vaterstadt, nach Budapest. Mal wieder ter den Donaukai bummeln, mal wieder von der i!!cherbastei auf die Stadt hinuntersehen, mal rme- e- in den Kaffeehäusern sitzen, die seine ersten Er- )lse mitangesehen hatten, das war es, was er rsuchte. Vielleicht war das „Claridge emverstan- e-i, daß Sarga die Kapelle dirigierte; unter der foingung könnte er verlängern. Aber das wollte r am nächsten Tage besprechen; heute war er nicht 1 der Stimmung zu geschäftlichen Verhandlungen. Beim Abendkonzert sah er Frau von Boeder. Sie !kg mit einem Herrn ziemlich dicht am Podium orüber, und er setzte schon zu einer Eßenden Verengung an, da wandte sie ostentativ ^en ^ ksi 3 Im ersten Augenblick war er.verblusst dann ihelte er spöttisch, und Margits Laune hatte sch x hrscheinlich noch mehr verschlechtert, hatte sie seine ^Lanken lesen können. Mm nächsten Morgen erschien Mikeny, der sonst li vor zehn Uhr aufzustehen pflegte, schon "w neun ,\i. in dsr Halle. Er. war nach unruhigem Schlaj So finden wir z. B. in unserer Stadt noch einen M e t a l l b i l d h a u e r an seinem charakteristischen Arbeitsplatz. Er muß nach den Ergebnissen seiner Arbeit dem Kunsthandwerk zugerechnet werden. Die Arbeitstechnik ist aber stark an das Handwerkliche gebunden. Herr Küchel widmet sich mit aller tiebc der Gestaltung künstlerischen Schmuckes, schöner Erinnerungszeichen und mancher anderen Dinge, die geeignet sind, kulturelles Wollen in den Alltag 3U tragen, oder aber einem persönlichen Geschmack Ausdruck zu verleihen. Wir sahen in seiner Werk- ftatt prächtige getriebene Schalen schön geschnittene Die Arbeit des Seilers. Aus mehreren Schnüren wird ein Seil. Hätten wird aber altes Gewerbe noch Holzdrechslerei rig gepflegt. Gerade als die eif- die- hat Der Metallbildhauer mit Hammer und Punzen an der Arbeit trieb erfahren. In den Möbeln, die heute mehr als je in bäuerlicher Art gerne gesehen werden, aber auch in den neuen deutschen Möbeln, die ganz auf Materialgerechtigkeit abgestellt sind, hat die Holzdrechslerei Die Holzbildhaue- r e i ist in Gießen noch in zwei Werkstätten vertreten, und zwar in den - Werkstätten Kürschner und B e r l e. Von der Holzbildhauerei soll diesmal allerdings weniger die Rede fein, denn wir berichteten schon bei früheren Gelegenheiten darüber. In einer der beiden Holzbildhauerwerk- Ringe, Schmucksachen in harmonischer Kombination von Metall und Edelstein, gehämmerte und ge- punzte Armreife, Schnallen, Kettchen in phantasie- vollen Formen und vieles andere mehr. Aus allen diesen Dingen, von dem Metallbildhauer selbst entworfen (viele Entwurfsskizzen schmücken übrigens seine Werkstatt) spricht eine sichere und vielseitige handwerkliche Technik Gerade die Technik läßt erkennen, daß der Schöpfer dieser Dinge mit einem inneren Anteil bei seiner Arbeit ist, der jene Kunsthandwerker ausgezeichnet hat, die vor 400 und 500 Jahren den Ruhm deutscher Handwerksarbeit in die Welt trugen. scr Handwerkszweig neuerdings starken Auf- Der Kunstglaser am schönen Werkstück. Der „Tag des deutschen Handwerks", der vom 19. >is 21 Mai die Führer des deutschen Handwerks in Frankfurt a M. vereinigt, lenkt den Blick der Oef- entlichkeit wieder auf diesen Zweig der deutschen L:rtsck)aft, auf das Handwerk, das wir auch als men wesentlichen Teil unseres kulturellen Lebens on Alters her zu betrachten pflegen. Gerade von llters her? Die deutsche Kultur, die seit Jahrhun- orten vom Handwerk mitgetragen wird, spricht ja eute noch in vielen Dingen handwerklichen Schaf- rns zu uns, die einem offenen Auge immer wieder chtbar werden, sei es in einem schön geschnitzten iachwerk, im steingehauenen Ornament, im schmiede- ;fernen Gitter, im vielfach profilierten oder kunst- oll eingelegten Schrank, oder in berückend bunten nrchenfenstern. Wie schön ist es, daß sich unsere leit dieser handwerklichen Kultur wieder entsinnt, aß das Handwerk seine Arbeit neu und deutsch- ewußt beseelt, und wie schön ist es and), daß jetzt ! jeder öfter als in Jahren des Niedergangs der lünftler neben dem Handwerker ehrlich um Ge- izdtungen ringt Doch: tm Laufe der letzten Jahr- ihnte, nicht zuletzt durck) die Industrialisierung, ist manches Handwerk selten geworden. Von einigen liehen seltenen Handwerken, soweit sie in Gießen pd) betrieben werden, soll hier die Rede sein. ein reiches Arbeitsfeld gefunden. Darüber hinaus werden gegenwärtig viele Beleuchtungskörper aus Holz hergestellt, die burd) ihre einfachen Formen ausgezeick)net gefallen können, und wiederum dem Drechslermeister Gelegenheit bieten, seine Kunstfertigkeit einzusetzen, seine Drehbank schnurren zu lassen. Unser Bild zeigt einen Drechsler- meister von altem Schrot und Korn aus der Werkstatt Kürschner, der sichtlich mit viel Liebe bei seiner Arbeit ist. * Wer entsinnt sich nicht gerne, wenn einmal die Rede auf die Kunst gl oserei kommt, der herrlichen Glasgemalde in vielen Kirchen unseres deutschen Vaterlandes Zwar kann es nicht Aufgabe der Bleiverglaler bzw. der Kunstglaser unserer Gegenwart fein etwa gleiche Kunstwerke dieser Art anzu- ftreben oder gar nachzsiahmen (dazu wäre kaum eine Voraussetzung mehr gegeben), erfreulich aber ist, daß auch dieser Handwerkszweig wieder ein reicheres Arbeitsfeld findet. In vielen Bauten, z. B. der Wehrmacht, findet man jetzt wieder manche schöne und stilvolle Kunstglaserarbeit, die sowohl dein entwerfenden Künstler, als auch dem aussüh- renden Handwerker alle Ehre macht Die Technik der Arbeit ist mit geringen Unterschieden gegenüber früheren Jahrhunderten fast unverändert geblieben. Nur regiert nicht mehr das kräftig bunte, sondern das fein farbig getönte Glas In Gießen arbeiten Kunstglasermeister Hirz und „G l a s k o n t o r". Ein seltenes Handwerk, das ausschließlid) praktischen Zwecken dient, ist das Seilerhandwerk. Die einzige Werkstatt dieser Art in weitem Umkreis befindet sich im Besitz des Seilermeisters N e b h u t h, dessen Arbeit sich in einem langen Hos vollzieht, der dafür zur Verfügung stehen muß. Hans- oder Jute- fäden, mehr oder weniger stark, werden dabei über Böcke ausgespannt und mit einem Ende an einer mechanischen Vorrichtung befestigt, mit deren Hilfe und durch Motorkraft jeder einzelne Faden in drehende Bewegung gebracht werden kann. Durck) ein sinnvoll konstruiertes hölzernes Instrument werden dabei die sich drehenden Schnüre zu einem einzigen festen Seil vereinigt, dem eine gehörige Leistung zugemutet werden kann. Das Material muß, je nach dem Verwendungszweck des Seiles, sehr sorgfältig ausgewählt werden. Zur Arbeit des Seilers gehört es übrigens auch, Drahtseile zu bearbeiten, sie zu endlosen Seilen zu verflechten oder aber zu festen Tragschlingen zusammenzuarbeiten, die für eine bestimmte und oft ungeheure Taglast Sicherheit bieten müssen. Eine verantwortliche Arbeit! * Noch ein sehr interessantes und in unserer Landschaft überhaupt seltenes Handwerk ist in Gießen vertreten: das des Glasbläsers! Die Tätigkeit eines Glasbläsers in unserer Stadt ist durch den starken Verbrauch von Glasgeräten, Glasinstrumenten und Meßgeräten in den Laboratorien unserer Universität verständlich und notwendig. Herr Kühner, ein erfahrener Fachmann und Universalist auf dem Gebiete der Glasbläserei (er stammt aus Thüringen), ist mit seinem .Namen und seiner Arbeit in weitem Kreis der Wissenschaftler deutscher Universitäten bekannt In manchem, wissenschaftlichen Werk ist sein Name genannt, weil er die für manchen neuen wissenschaftlichen Versuchsgang notwendigen und eigens erdachten Glasgeräte durch feine geschickte handwerkliche Tätigkeit erstehen ließ. Manches dieser Geräte ist in wissenschaftlichen Zeitschriften und Büchern bildlich wiedergegeben worden. So entstanden unter seinen Händen viele komplizierte und empfindliche Instrumente, die dem Forscher bei seinem Ringen um neue Erkenntnisse wertvolle Hilfe leisteten. Manches Thermometer mit feinsten Gradeinteilungen und für die Messung extremer A i M Mit innerer Anteilhaftigkeit ist der Drechslermeister bei seiner Arbeit. (Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.) Temperaturen bestimmt, ging aus seiner Hand hervor. Ein Blick "in die Werkstatt des Meisters ist eine Ueberraschung. Es bietet sich dem Auge nicht sonderlich viel Glasröhren, Glaskolben, kugelförmige Gebilde, Geräte in verschiedenen Zuständen und ein flackernder Gasbrenner (dessen Flamme durch einen motorischen Luftkompressor zur scharfen Stichflamme getrieben werden Fann), das ist so ungefähr alles! Wesentlich usid ausschlaggebend find die sichere Hand, die untrüglich messenden Augen des Meisters, das Gefühl für das Material „Glas" und dessen Bearbeitungsfähigkeit. Im Zusammenwirken dieser Faktoren und unter dem Einsatz jahrzehntelanger' Erfahrung entstehen hier Röntgenröhren; Kolben, Beckmannsche Thermometer, Destillationshilfsmittel, Vakuumröhren ufw. Die Arbeit vollzieht sich auf vielfältige, Art Die Glasröhre wird an einer bestimmten Stelle erhitzt, zur Rotglut und Zähflüssigkeit gebracht, sie wird gedreht (fortwährend und gleichmäßig), es wird geblasen und gezogen, so daß sich das Werkstück an der zähflüssigen Stelle erweitert — ganz nach dem Willen des Meisters — und im Erkalten jene Form erhält, die erforderlich und erstrebt ist. Manches Werkstück wandert oftmals über die Flamme wird immer weiter entwickelt, ändert immer mehr und je nach der Zweckbestimmung Form und Aussehen, wird vielleicht mit anderen Teilen verbunden, bis schließlich die endgültige Form gewonnen ist und Am Werktisch des Glasbläsermeisters. „Was ich damit sagen wi,?" erklärte er gedehnt, um den anderen noch mehr auf die Folter zu spannen. „Ich konnte doch nicht weg, ehe ich den ,Blue ntai)' nicht über die Grenze kriegte; und es fing an, hier höllisch ungemütlich zu werden." „Weiter!" drängte Mikeny, als Griffin eine Pause machte. „Du wolltest mir nicht helfen, obwohl du mir so viel verdankst. Da habe ich ihn einfach der Wegner mitgegeben." Mikeny starrte ihn an, als ob er chinesisch spräche. Dann begriff er langsam. „Du bist verrückt! Niemals wird sie .. „Bewahre! So ist das auch nicht gemeint. Sie weiß natürlich nichts davon." „Das ist ja Quatsch! Ich Idiot falle auf diesen Blödsinn rein!" Mikeny fuhr sich aufatmend nut einem Tuch über die Stirn. „Ihr kannst du keine Geige in die Hand drücken!" „Eine Geige nicht, aber einen Regenschirm", erklärte Mister Griffin gelassen, und als Mikeny ihn entgeistert mit offenem Mund anstarrte, kostete er seinen Triumph voll aus. „Sie fliegt doch über Biringen, und dort ist der auch dir bekannte Herr Holk. Die Freundin des ersten Flugleiters verdächtigt niemand, selbst jetzt nicht, da sie alle so verrückt sind mit ihrer Grenzüberwachung. Als ich hörte, daß sie fliegt, habe ich leider ihren Regenschirm zerbrochen; es war gar nicht leicht, der Stock war ziemlich dick. Und natürlich habe ich ihr einen Ersatz überreicht, im letzten Augenblick, sie mußte ihn nehmen, verstehst du?" „Diamanten — in einem Regenschirm!" murmelte Mikeny verstört. „Nicht im Schirm", berichtigte Mr. Griffin wohlwollend, „der Griff ist es, ein wunderhübscher Bergkristall. Keine Katze wird auf die Idee kommen, daß dieser Bergkristall ein Rohdiamant ist. Ist doch ein Gedanke, was?" Er hatte recht, niemand würde vermuten, daß Claudine Wegner, dieser saubere ehrliche Mensch,, der Handlanger eines Verbrechers war. Es war grauenhaft raffiniert und gemein. Mikeny sah Griffin stumm an. Selbst der abgebrühte Gangster hatte ein unbehagliches Gefühl vor dem Haß, der ihm aus diesen Augen entgegen» funkelte. „Mach keine Dummheiten!" warnte cc darum. „Wenn du pfeifst, gehst du mit ms Zucht-, haus, darüber bist du dir wohl klar!" „Ich gäbe zehn Jahre meines Lebens darum, könnte ich dick) auf der Stelle erwürgen", sagte Mikeny leise, aber mit furchtbarer Deutlichkeit. Griffin hatte längst die Hand in der Rocktasche. „Das wirst du dir verkneifen müssen. Notwehr gibt es auch im Schweizer Gesetzbuch. Und ich weiß wirklich nicht, warum du so ein Theater machst um eine Frau, die von dir nichts mehr wissen will. Um aber deine pietätvollen Gefühle zu schonen, kann ick) dir nur sagen, daß ihr nichts passieren wird. Springer fliegt mit und behält sie im Auge. In Berlin vertauscht er den Schirm mit einem gleichartigen, nur mit richtigem Bergkristall, und die Sache ist ausgestanden. Um halb elf 'geht das Flugzeug." Er blickte aus die Uhr. „Jetzt schaukelt sie wahrscheinlich schon nach Dübendorf, und wenn du heute nachmittag den ersten Foxtrott fiedelst, ist alles erledigt. Ich muß mich jetzt leider von dir trennen — aber wir begegnen uns schon nach maL Bye, bye, mein Junge/ mach keine Dummheiten:" warnte er nochmals, als Mikeny unwillkürlich eine' Bewegung machte. „Sei froh, daß du so leidjt davonkommst, du Kneifer!" Mikeny lehnte noch an der Wand des Ganges^ als Griffin längst gegangen war. Sein Gesicht mar aschfahl; große Schweißtropfen standen auf seiner Stirn. Ein Page kam vorbei. „Ist Ihnen nicht gut, Herr? Kapellmeister?" fragte er teilnehmend Er hatte den Mann, der so sck)ön Musik machte und der immer freundlich war, gern. „Nein! Dock)! Danke!" sagte Mikeny hastig und riß sich zusammen. Er ging mit künstlich gestrafften! Schritten zum Lift und ließ sich nach oben fahren^ Ader in seinem Zimmer angelangt, trugen ihr? seine Beine kaum noch bis zum nächsten Stuhl. Das Gefühl, das ihn zunächst überwältigt hatte', war Empörung, maßlose, kochende Empörung über die Frechheit, mit der das Chamäleon feinen Wille it durchgesetzt hatte. Aber gleich darauf kam noch rtmas anderes hinzu: Angst! Angst um die Frau, mit der er sich soeben für alle Ewigkeit getrennt hatte. (Fortsetzung folgt.) Ver Optiker am Acchrchof lag Gla- rnirb. F höher mit 121,75. Im Freiverkehr hatten Steuergutscheine weiterhin lebhaftes Geschäft: Serie II gingen erneut zurück auf 98,45 bis 98,30 (98,50). Pfandbriefe und Staatspapiere lagen ruhig, ebenso Stadtanleihen: 4,5proz. Darmstadt von 26 97 (97,25), do. von 28 97 (97,13). Industrie-Obligationen wichen nach beiden Seiten etwa 0,13 bis 0,25 v. H. ab, 5proz. Hoesch 100,20 (100,50). Im Verlaufe war die Haltung überwiegend schwächer. IG.-Farben 149,75 nach 150, später etwa 149 bis 149,50, Verein. Stahl 101,65 nach 102, AEG. 113,25 nach 113,75, anderseits Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v.H. erholt auf 103,75. Bei den später notierten Papieren ergaben sich fast ausschließlich Rückgänge bis 1 v. Sy, schwach lagen Th. Goldschmidt mit 129,25 (132) und Eßlinger Maschinen mit 110,50 (112), anderseits Thür. Lieferung Gotha 116,50 f 115,25). Im Freiverkehr nannte man Dingler Maschinen mit 112,50 bis 114,50 (113 bis 115), Elsass. Bad. Wolle mit 93 bis 94 (93,50 bis 95,50). Tages- gelb 2,25 (2,50) v. Sy Abendbörse ruhig. Die mangelnde Beteiligung der Bankenkundschast führte auch an der Abendbörse nur vereinzelt zu kleinstem Geschäft bei im großen und ganzen wenig veränderten Kursen. Schwächer lagen allerdings Schuckert, die mit 178,50 (179,50) noch 0,25 v. Sy unter Berlin lagen. Nicht ganz behauptet waren ferner Buderus mit 101 (101,25), Mannesmann mit 106 (106.25), Adlerwerke mit 101,50 (101,75), Daimler mit 131,75 (132), Demag mit 142 (142,50) und Metallgesellschaft mit 114,25 (114,50). Dagegen verbesserten sich Verein Stahl um 0,40 v. H. auf 102, Meinstohl um 0,25 v. Sy auf 134,25. Bemberg auf 135,25 (135) und Holzmann auf 152 (151,75). Gut behauptet waren u. a. IG.-Farben mit 149,50, Scheideanstalt mit 202, Reichsbank mit 178,50, Ges- fürel mit 131,75, Felten mit 136,75 und Westdeutsche Kaufhof mit 105. Am Rentenmarkt blieben Reichs- altbesitz und Reichsbahn-VA. zu den Mittagskursen von 132,13 bzw. 121,90 gefragt. Frankfurter Pferdemarkt. Der Frankfurter Pferdemarkt wird in diesem Monat am kommenden Dienstag auf dem Gelände Landwirtschaftliche Halle in Frankfurt a. M. abgehalten. Der Markt wird voraussichtlich eine große Zufuhr aufweisen, auch wird die Landwirtschaft vor her Saisonarbeit zahlreich als Käufer auftreten. Für Tauschgeschäfte und für den Absatz von Schlacht- pserden bietet der Markt gute Gelegenheit. Lieferant auch Ihrer Krankenkasse kurrieren. Nachdem das Handwerk von dem zersetzenden Geist der früheren Wirtschaftspartei be- freit ist, kann es sich seinen Platz t r a f t J e * \ eigenen Leistung wieder erobern. Die Partei hit ihm den neuen Weg gezeigt. Es muß der alte Handwerker stolz wieder erweckt werden. weiterhin sehr still. An den Aktienmärkten war kaum Kundschaftsbeteiligung vorhanden. Es lag eher kleines Angebot vor, das bei der herrschenden Zurückhaltuna einen leichten Kursdruck verursachte, so daß Abschwächungen in der Mehrzahl waren. Im allgemeinen hielten sich die Veränderungen wiederum in engen Grenzen. Etwas mehr ermäßigt waren am Elektromarkt Licht und Kraft mit 130 (131,50), ferner kamen Siemens nach Pause mit 190,25 (191,50) schwächer zur Notiz. Am Montanmarkt stellten sich Mannesmann auf 106,50 (106,25), hingegen Verein. Stahl auf 102 (102,40) und Deutsche Erdöl auf 123 (123,50). Bon Maschinenaktien gingen Rheinmetall weiter zurück auf 125,40 (126,25), Daimler lagen nach netto 6,75 v. H. Dividendenabschlag mit 132 (138) 0,75 v. H. fester. JG-Farben blieben mit 150 weiterhin gut gehalten, ferner Holzmann mit 151,75 und Reichsbank mit 178,50. Aschaffenburger Zellstoff bröckelten auf 103,25 (104) ab. Renten lagen im wesentlichen ebenfalls still und kaum verändert. Reichsbahn-BA. 0,13 d. Sy Aus der engeren Heimat. Gauwandertag in Schotten. o Schotten, 18. Mai. Die Stadt Schotten war heute der Ort des 5. Gauwandertags der NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude". Don allen Seiten waren mehrere tausend Wanderer zugeströmt. Mit Musik und einem Halali der Waldhörner der hiesigen Försterschuler wurden die Gäste herzlich empfangen. Ein Umzug durch die Stadt bis zum Festplatz auf dem Bockzahl, der festlich hergerichtet war, schloß sich an. Nach Aufstellung der Wandergruppen und Meldung der Orts- und' Kreiswanderwarte an den Gauwanderwart Pg. Schwab (Frankfurt), fand eine große Kundgebung statt, die Ortsgruppenleiter Zeschky mit herzlichen Worten der Begrüßung eröffnete. Pg. Schwab sprach dann über Sinn und Zweck des Gauwandertages, der alle schaffenden Menschen aus Stadt und Land, aus allen Schichten nach des Tages Arbeit zur lebensfrohen Feier vereinen soll. Diesmal sei der schöne Vogelsberg gewählt, auf dessen Schönheit Pg. Schwab ein treffliches Lob sprach. Kreisleiter Görner unter» strich die Idee des gemeinsamen Wanderns, die zu echter Volksverbundenheit führe. Er dankte dem Gauwanderwart dafür, daß der Vogelsberg als Wanderziel gewählt worden sei. Seine Ansprache klang aus in ein begeistert aufgenommenes Sieg- Heil auf den Führer. Die Lieder der Nation erklangen. Nach der Kundgebung erfrischten sich die Wanderer in den verschiedenen Lokalen der Stadt, viele unternahmen kleinere und größere Gänge in die Umgebung und sprachen sich begeistert aus über die Schönheit unseres Gebirges, das leider vielen noch so wenig bekannt sei. Nachmittags fand auf dem Bockzabl die Fortsetzung des Wandertages, em großes Volksfest, statt. Ein Singewettstreit einer Reihe von Wandergruppen aus Darmstadt, Mainz, Offenbach, dem Odenwald u. a. m. . wurde ausgetragen, die Preisverteilung schloß sich an. Spiele und Tänze wurden aufgeführt. Bürgermeister M e n g e l dankte und überreichte dem Gauwanderwart in Dankbarkeit ein Bild von Schotten. 5n der Turnhalle wurde das Fest bei Gesang, Spiel und Tanz fortgesetzt. Abends brachten die Sonderzüge die Wanderer nach frohem Abschiednehmen wieder in die Heimat zurück. Großes WolmungSbauprojekt in Wetzlar. gehend Gebrauch zu machen. Uhein-Mainische Börse. TNittagsbörfe Aktien eher schwächer. Frankfurt a. M., 19. Mai. Die Börse Lpd. Gladenbach, 19. Mai. Die Stadt denbach hat die Anlage eines Erholun gs - Parks für die Bürgerschaft in die Wege geleitet, der jetzt in gemeinsamer Arbeit der Einwohnerschaft entsteht. Jeden Abend ziehen die Einwohner hinaus und helfen das der Allgemeinheit dienende Werk vollenden. In Verbindung hiermit stehen auch die umfassenden Bauarbeiten zur Aus- gestaltung der Burganlage Blankenstein bei Gladenbach, die dem Fremdenverkehr erschlossen polnischer v Zug durch den Danziger Bahnhof gerast und entgleist Die Handwerksfamilie Vorbild der Velriebsgemeinschafi. Dr. Ley eröffnet den Tag des deutschen Handwerks in Frankfurt mit einer Ehrung der Neichssieger im Handwerkerwettkampf. NSG. In Anwesenheit von Gauletter und Reichs- statthalter Sprenger wurde der Großdeutsche Handwerkertag in Frankfurt a. M. mit der Ehrung der Reichssieger des Handwerkerkampfes und der Eröffnung der „Reichsausstellung Handwerkerwettkampf 1939" durch Reichsorganisationsleiter D r. Ley eröffnet Dazu hatten sich im Haus der Moden außer den Reichssiegern des Handwerkerwettkampfes zahlreiche Gäste und Vertreter . aus Partei, Staat, Wehrmacht und Behörden eingefunden. Der Leiter des Handwerkerwettkampfes, Schäfer, ging auf die Bedeutung dieses Wettkampfes ein, der nicht nur die fachliche Leistung, sondern auch die ck-arakterliche Haltung, das politische Wissen und das sportliche Können wertet. Diesmal haben etwa 100 000 Handwerker, also doppelt soviel als im Vorjahr, teilgenommen, von denen 6000 zum Reichsentscheid gekommen waren. Aus diesen mürben 211 Reichsbeste und 121 Reichssieger ausgewählt: 1351 wurden mit der Plakette für hervorragende Leistung ausgezeichnet. Aus dem Gau Hessen-Nassau stammen fünf Reichssieger, 154 Handwerker wurden mit der Plakette für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Augenoptikergeselle Franz Skulima, Niederlahnstein, den Sonderpreis des Reichsführers ff Himmler und der Elektro- maschinenmeister Friedrich Barth aus Sandbach im Odenwald den Sonderpreis von Generalfeldmarschall Göring. Der erste Tag des Großdeutschen Handwerkertages wurde mit Fachtagungen des Bau- und Holzhandwerks, Metallhandwerks, modeschaffenden Handwerks fortgesetzt. Den Abschluß bildete ein Empfang von Abordnungen der Handwerker aus allen Gauen ohne daß er zum Standesdünkel wird. Der Handwerker muß aus seiner Lethargie aufwachen und nach immer Neuem, was auch gut und zweckmäßig ist, sinnen und trachten. Wir haben in letzter Zeit vielfach Lehrwerkstätten einrichten müßen, um den Mangel an fähigem Nachwuchs zu überbrücken. Grundsätzlich halten wir jedoch daran fest, daß der Lehrling zu dem Gesellen und Meister in den Handwerksbetrieb gehört. Wenn das Handwerk sich wieder auf feine Bedeutung beginnt, die in feinen schöpferischen Kräften liegt, dann erhält es auch wieder seine alte Stellung. In der Handwerksfamilie haben wir das schönste Vorbild unserer Betriebsgemeinschaft. Das Handwerk ist das tragende und schöpferische Moment in der Mittelschicht des deutschen Volkes. des Reiches durch den Oberbürgermeister der Stadt des Deutschen Handwerks, Staatsrat Dr. Krebs, im Bürgersaal des Römers. Die feslliche Veranstaltung erhielt eine besondere Note durch die Anwesenheit von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter Sprenger, Reichshandwerksmeister Schramm und den Leiter des Deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront, Reichsamtsleiter Sehn er t. In seiner Begrüßungsansprache gab Oberbürgermeister Dr. Krebs bekannt, daß er in diesem Jahre fünf weiteren Männern, die sich um den Aufbau des Handwerks besonders verdient gemacht haben, den von der Stadt des Deutschen Handwerks gestifteten Ehrenring verleihen kann. Diese Auszeichnung erhielten Relchswirtschaftsminl- ster Funk, der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Hans Sehnert, der Leiter und Schöpfer des Handwerkerwettkampfes, Hauptabtei- lungsleiter Schäfer, der Landeshandwerksmeister von Bayern, Uhrmachermeister M a u r i c e und der Reichsinnungsmeister der Schuhmacher, SA.-Grup- penführer Schuhmachermeister Heß. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nahm die Ehrung der Reichssieger vor, indem er ihnen Urkunde und Plakette überreichte. Dann wandte er sich der Aufgabe des Handwerks zu, das ftüher einmal durch seine Kraft die tragende Schicht des Reiches bildete. Auch heute hat das Handwerk feine Stellung nicht verloren, da es von der Industrie nicht ab gelöst werden kann. Erst jetzt hat das Handwerk durch seine Arbeitsgemeinschaften am Bau des Westwalles seine Kraft und feine Fähigkeiten bewiesen. Es kann, wenn es sich richtig zusammen- setzt, jederzeit mit der Industrie ton» Freigabe des Vorverkaufs von Schnitzeln der Erzeugung -1939/40 Fwd. Um den erhöhten Bedarf für Futtermitteln für die Schweinemast zu decken, hat die H. V. der deutschen Zuckerwirtschaft die Zuckerfabriken schon jetzt ermächtigt, aus der Erzeugung des kommenden Wirtschaftsjahres 1939/40 40 v. Sy der Mengen an Schnitzeln aller Art vorzuverkaufen, die im Wirtschaftsjahr 1938/39 insgesamt verkauft worden sind, da gegen Ende der diesjährigen Schweinemastperiode nicht im gleichen Umfang wie im vergangenen Jahr Futtermittel zur Verfügung stehen werden. Von dieser Freigabe sind nicht nur die vollwertigen Zuckerschnitzel, sondern auch Steffen-, Brüh- und andere Schnitzel mit mindestens 28 v. H. Zuckergehalt, Trockenschnitzel usw. erfaßt. Mit der Freigabe ist der Derteilerschaft die .seit Wochen erwartete Möglichkeit gegeben, sich jetzt schon ihren Schnitzelbedarf aus neuer Ernte einzukaufen, um die rechtzeitige Belieferung der Verbraucher in den Hauptmastmonaten (Oktober bis Dezember) zu sichern. Den Verbrauchern wird empfohlen, von der sich bietenden Gelegenheit des Vorkaufs weiteft- das Werkstück nach strenger fachmännischer und selbst- krittscher Prüfung des Meisters aus der Hand gelegt werden kann. Aber auch das Schleifen von Glasröhren, die oft dem stärksten Vakuum ausgesetzt werden müssen, obliegt dem Glasbläsermeitter und erfordert seine ganze Geschicklichkeit. * So zeigt sich in diesen Gießener Werkstätten eine Fülle des Sehens- und Wissenswerten. Heb er all wird der Laie den Eindruck gewinnen, daß die vollkommene Arbeit herauswäihst aus dem ernsten Willen des Handwerkers zur Leistung, aber auch aus der Fülle der handwerklichen Techniken, die über großem Zeitraum entwickelt und erarbeitet wurden und niemals das Ergebnis des Schaffens eines einzelnen fein konnten. So wurzelt das Handwerk der Gegenwart tief in Traditionen der Vergangenheit, im Können der Vorfahren, die ja in ihren Werken bewiesen, daß sie auch dem Handwerk des zwanzigsten Jahrhunderts Vorbild [ein können. LPD. Wetzlar, 19. Mai. Unter Betreuung der Nassauischen Heimstätten GmbH. Frankfurt a. M. soll in Wetzlar ein großes Wohnungsbau- Projekt durchgeführt werden, das die Errichtung von 150 Wohnungen vorsieht. Als erster Bauabschnitt soll die Schaffung von 50 Wohnungen in Angriff genommen werden. Landkreis Gießen. = Steinbach, 19. März. Am Himmelfahrts- tag, an dem vom frühen Morgen bis in den späten Abend sehr starker Verkehr durch unser Dorf ging, ereignete sich ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer aus Garbenteich nahm die Kurve bei der Einfahrt in die Kreisstraße anscheinend mit zu großer Geschwindigkeit, so daß er an das Haus auf der rechten Seite stieß. Das Motorrad wurde dabei schwer beschädigt, während der Fahrer ohne Schaden davon kam. + Or ü n b e r g, 19. Mai. Zur Zeit wird an der Straßenbeleuchtung eine Aenderung vorgenommen. Die seither an Den Häusern angebrachten Straßenlampen erhalten jetzt ihren Aufhängplatz über der Straßenmitte. In dieser Weise waren vor einigen Jahren schon die an den Straßenkreuzungen befindlichen Lampen aufgehängt worden. Da hierdurch eine Verbesserung der Beleuchtung festzustellen war, entschloß man sich, diese Aenderung bei allen Straßenlampen vorzunehmen. — In der Theo-Koch-Straße wird gegenwärtig der Fußsteig neu hergerichtet. Die vor einigen Jahren vorgenommene provisorische Herrichtung mit Grus konnte nicht mehr länger beibehalten werden. Die angrenzenden öffentlichen Gebäude, wie Finanzamt, Landwirtschaftsamt und Bezirkssparkasse, die einen starken Verkehr bedingen, ließen es wünschenswert erscheinen, hier eine Verbesserung vorzunehmen. Auch die starke Verunreinigung, welche die Fahrbahn dieser Straße durch die hier verkehrenden Fuhrwerke mit Bauxit erfährt, erforderten die Anlage eines guten Fußsteiges. Da nun am Finanzgebäude der Staat als Hauseigentümer schon vor einigen Jahren den Fußsteig mit Plattenbelag hergerichtet hatte, wird der Einheitlichkett wegen in der ganzen Straße der Fußsteig mit Platten belegt. ED Weickartshain, 19. Mai. Am gestrigen Himmelfahrtstag machte die hiesige Krieger- kameradschaft mit den Familienangehörigen einen Ausflug nach der Wartburg. Nach etwa vier- stündigem Aufenthalt, bei dem die Anlagen der Wartburg mit dem Lutherhaus besichtigt wurden, wurde die Rückfahrt angetreten. Es fuhren zwei bis auf den letzten Platz gefüllte Omnibusse mit 69 Mitgliedern. Anlage eines Erholungsparks in Gemeinschastsarbeit. Technik schaffen weitere Bauaufgaben. Durch verminderte Zuweisungen an die vorhandenen Rücklagen und Rückstellungen verbleibt für 1938 ein höherer Betriebsüberschuß von 31,55 (28,92) Mill. Mark. Alle anderen Erträge zusammen erhöhten sich auf 1,22 (0,87) Mill. Mark. Unter den Aufwendungen beanspruchten u. a. Löhne und Gehälter 18,75 (17,41), soziale Abgaben 2,63 (2,31) und Steuern und Abgaben 6,06 (5,26) Mill. Mark. Nach Abschreibungen auf Anlagen von 2,75 (2,72) und anderen Abschreibungen von 0,75 (0,01) Mill. Mark verbleibt zuzüglich 0,25 (0,21) Mill. Mark Vortrag ein Reingewinn von 1 247 996 (1 431 608) Mark, auf dem der HV. am 5. Juni die Ausschüttung von wieder 5 v. H. Dividende vorgeschlagen wird. Auf neue Rechnung werden 0,12 Mill. Mark vorgetragen. In der Bilanz erscheint das Anlagevermögen bei 3,96 (4,78) Mill. Mark Zugängen unter Berücksich- tigung der Abschreibungen mit 16,20 (15,0) Mill. Mark. Beteiligungen sind mit 1,09 (1,89) Mill. Mark bewertet, wobei ein größerer Abgang den Buchwert von zwei durch Übertragung des Gesamtvermögens auf Buderus zur Auflösung gekommenen Tochtergesellschaften darstellt. Heber die Tochtergesellschaften und Beteiligungen wird u. a. berichtet, daß bei der Buderus sche Handelsgesellschaft mbH. Wetzlar wieder 5 v Sy Dividende ausgeschüttet werden, obwohl der Umsatz zurückging. — Der von den Breuer- Werke GmbH. Frankfurt a. M.-Höchst erreichte Umsatz von 4,485 Mill. Mark in 1938 be« deutet eine Steigerung von 41,7 v. H. gegenüber dem Vorjahr. Der Rohgewinn wird größtenteils zu Abschreibungen verwandt. Die Nachfrage nach allen Erzeugnissen des Unternehmens fei nach wie vor sehr rege, so daß das laufende Jahr voraussichtlich eine weitere Umsatzsteigerung bringen werde. — Bei der Stahlwerke Röchling-Buderus AG. Wetzlar (Beteiligung 50 v. H. von 3,0 Mill. Mark Kapital) erfuhr der Umsatz 1938 noch eine geringe Steigerung. Die Geschäftslage sei weiterhin befriedigend, ein großer Teil des Bauprogramms sei durchgeführt, ein neuerrichteter Betrieb werde im laufenden Jahr die Erzeugung aufneh- men, auch die übrigen Hauptprojekte werden voraussichtlich im Laufe 1939 fertiggestellt werden. Von einer Dividendenzahlung, die nach der Geschäftslage gerechtfertigt wäre, soll abgesehen werden, um alle Mittel zur innneren Stärkung zu verwenden. — In der Ostmark hat die AG.-Buderus die Triumph-Werke Herd- und Ofenfabriken GmbH- Wels, an dem bereits ein Minderheitsanteil bestand, erworben. Ebenso wurden bei der Hochofen- schwemmsteinfabrik Oberscheld GmbH. Oberscheld die restlichen Anteile (bisherige Beteiligung 62,5 v- Hl erworben, die Gesellschaft durch Vermögensübertragung auf Buderus aufgelöst. — Eine Betern- gung von 51 v. H. (restliche 49 v. H. bei Harpener Bergbau AG.) besteht noch an der Gewerkschaft des Steinkohlen- und Eisensteinbergwerkes Siebenplaneten, Dortmund. AG. Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar Fwd. Bei der AG. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar, konnte die Leistungsfähigkeit der Rohstoffbetriebe im Geschäftsjahr 1938 restlos ausgenutzt und die Erzförderung, sowie Roheisenerzeugung gegenüber dem Vorjahr erhöht werden. Den im Gießereibetrieb entstandenen Ausfall bemüht sich die Gesellschaft durch Aufnahme neuer Fabrikationszweige und Verwendung von Austauschwerkstoffen nach Möglichkett auszugleichen. Im einzelnen wurden gefördert bzw. erzeugt: Eisen- erz 0,40 (0,32), Roheisen 0,19 (0,18), Zement 0,209 (0,207) und Erzeugnisse aus Guß- und Schmiedeeisen 0,15 (0,17) Mill. Tonnen; ferner Strom 0,080 (0,078) Mill. kWh. Der Umsatz betrug 1938 58,3 Mill. Mark, gegen 61,0 Mill. Mark in 1937. Die Ursache für den Rückgang in Höhe von 4,4 v. H. ist ausschließlich in der Herstellungsbeschränkung für sog. Bauguß zu erblicken, die für die meisten der Gießereien ein Ausmaß von durchschnittlich 30 v. H. erreicht. Die Ausfuhr lag mit 5,3 Mill. Mark um 11 v. H. über der vorjährigen. In das neue Geschäftsjahr ist die Firma mit einem großen Auftragsbestand ein« getreten. Der Bedarf bleibt weiterhin lebhaft, so daß die Beschäftigungsausfichten günstig beurteilt werden können. Die starke Inanspruchnahme der Erzeugungsanlagen ruft einen über das bisher gewohnte Maß hinausgehenden Umfang an Instandhaltungsarbeiten hervor. Die fortschreitende Erforschung und Auswertung der Bodenschätze und deren Maschinenarbeit zwingen zu Neuinvestierun- gen. Modell» und Konstruktionsänderungen zum Zwecke der Eifeneinsparung, Umstellung auf neue Werkstoffe, sowie die Aufrechterhaltung des Anschlusses an die unaufhaltsame Entwicklung der Auf dem Gelände des Danziger Hauptbahnhofs, dicht neben der Straßenüberführung am Olivaer Tor, entgleiste — wie schon gemeldet — der V-Zug Warschau —Gdmgen, der den Danziger Bahnhof ohne zu halten durchfährt. Die Ursache des Unglücks sieht man darin, daß der Zug aus unerfindlichen Gründen mit einer 80- bis 90-Kilometer-Stunden- geschwindigkeit in die Kurve des Bahnhofs ging, obwohl er nur mit 20 Kilometer Stundengeschwindigkeit fahren durfte. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Wirtschaft.