Nr. 45 Erstes Blatt 189. Jahrgang Montag, 2v.5ebruar 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruL und Verlag: vrShIsche Univtrfitätrdruckerei K. Lange in Sieben. Schristleitung «nd SeschSstrstelle: Schulstratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81 /.Uhrdes Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Nps.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/<» mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B DerAußenministerderRangking- Regierung inSchanghai ermordet Schanghai, 20. Febr. (DRV. Funkspruch.) Der 63 Jahre alle Außenminister der Nanking-Regierung L h e n - £ u wurde in der Nacht zum Montag ermordet. Chen-Lu feierte im Kreise seiner Familie in seinem Hause in der Vuyucn-Rood, die in dem von Japan kontrollierten Gebiet Schanghais liegt, das chinesische Neujahrsfest, als eine Gruppe chinesischer Terroristen in das Haus eindrang, die Leibwache, die später entführt wurde, entwaffnete, und den Außenminister durch einen Kopfschuß tötete. Die Mörder entkamen unerkannt. von Sachsen bestritten. Mit seinen hochwertigen Verbrauchsgütern ist Sachsen ein starker Devisenbringer. Sachsens leistungsfähige Landwirtschaft sorgt im Verein mit anderen Gauen, daß diese Devisen nicht für Nahrungsmittel wieder ins Ausland gehen. Sachsens Bauer ist damit eine starke Stütze für die sächsische Industrie. nahmen ergriffen, und auch die japanischen Truppen im Norden und Westen von Schanghai hatten strenge Vorkehrungen getroffen, um neue Unruhen zu verhindern. Der Außenminister der japanfreundlichen Nanking-Regierung, Chen-Lu, nxir vor mehreren Tagen in geheimer Mission nach Schang- h a i gekommen, wo er anscheinend dauernd von chinesischen Verschwörern beobachtet worden ist. Seine Mörder hatten das von Chen-Lu bewohnte Haus an der Grenze des von Japanern überwachten Stadtgebietes u m st e l l t und waren in den Salon eingedrungen, wo sie den Minister erschossen. Nach den Feststellungen der Polizei haben sich die Terroristen nicht auf das Gebiet der Internationa- len Siedlung geflüchtet, sondern befinden sich auf japanischem Gebiet. Mit diesem Mord hat die nationalistische chinesische Geheimgesellschaft, die schon feit der Besetzung Schanghais durch die Japaner am Werke ist, zum erstenmal eine hochgestellte japanfreundliche chinesische Persönlichkeit beseitigt. Chen-Lu galt als ein gemäßigter Politiker, der für die Herbeiführung einer Verständigung zwischen seinen Landsleuten und den Japanern eingetreten ist. Königsberg, 20. Febr. (DNB.) Zum Abschluß seines Besuches in Königsberg sprach Reichsleiter Rosenberg in einer Massenkundgebung der NSDAP, in der KdF.-halle. Alfred Rosenberg kennzeichnete die innere Unwahrhaftigkeit des politischen Katholizismus und die Zusammenarbeit der Prälaten mit dem atheisttschen Marxismus. Er betonte ferner, daß ein Nachgeben in dem vom Weltjudentum entfesselten Kampf uns nicht als Vernunft und Stärke, sondern als Schwäche ausgelegt werden würde. Die Judenfrage werde für uns erst dann gelöst sein, wenn d e r letzte Jude Deutschland verlassen habe. Auch würden die Völker Europas friedlich nebeneinander leben, wenn der Kontinent von dem Judentum, das sich vor tausend Jahren nach Europa hereinschmuggelte, befreit sei. Stärksten Eindruck hinterließ die Stellungnahme Rosenbergs zur Frage der evangelischen Kirche. Es sei ein Ehrentttel der evangelischen Kirche, daß sie in den Jahrhunderten der Entwicklung des preußischen Staates mit den preußischen Königen marschiert sei. In den Schicksalsstunden von 1918 sei sie jedoch gelähmt gewesen, und 1933 habe sie die Chance verpaßt, ihrer Tradition entsprechend auch jetzt mit den besten Kräften Deutschlands zu gehen. Stattdessen habe sie Vorbehalte gemacht und sich in Fraktionskämpfen zersplittert. Die NSDAP, trage daran keine Schuld, und sie Der englische Wahlkonsul in San Sebastian freigelaffen. London, 20. Febr. (Europapreß). Der englische Wahlkonsul Ernest G o l d i n g, der zusammen mit seiner spanischen Frau seit sieben Wochen in Burgos festgehalten wurde, ist am Sonntag vorläufig auf Ehrenwort auf freien Fuß gesetzt worden. Golding war im Dezember vorigen Jahres in die Aufsehen erregende Spionageasfäre von Jrun verwickelt. Nationalspanische Behörden fanden in dem Diplomatengepäck Goldings, das nach Frankreich befördert werden sollte, wichtige Schriftstücke, die den damals bevorstehenden Angriff auf Katalonien betrafen. Golding wurde erlaubt, an seinen früheren Wohnsitz San Sebastian zurückzukehren, wo er sich zur Verfügung der Behörden halten muß. Maßgebliche Kreise Schanghais befürchteten bereits, daß das chinesische Neujahrsfest Anlaß zu neuen Bombenanschlägen und Morden geben könnte. An zuständigen Stellen lagen bereits Informationen vor, daß solche Anschläge geplant waren. Die Polizei der Internationalen Niederlassung und der französischen Konzession hatte deshalb Vorsichtsmaß- Mathematik als dem eigentlichen guten Gewissen einer wahren Wissenschaft bekannt, und ebenso unbefangen habe er festgestellt, daß der Mensch teilhabe an einer ganz anderen Welt, die aus der Mechanistik nicht deutbar sei, sondern ihr autonom gegenüberstehe. Schon die Idee des „Sollens" sei der Beweis, daß es eine solche Welt der Freiheit gibt. Denn daß wir wollen, d. h. eine Pflicht überhaupt nur denken können, sei ein Beweis, daß wir nicht unter einem „M ü s s e n" stehen. Nur sei diese Entdeckung eben nicht das, was wir Wissenschaft nennen, sondern das instinktive Erleben einer inneren, ganz anderen, aber ebenso tatsächlichen Welt. Auch der kategorische Imperativ Kants sei einfach die Feststellung einer Tatsache der inneren Erfahrung. Aus dieser- inneren Erfahrung erwachse erst rein die Idee der Persönlichkeit zu einem unsentimentalen, deshalb aber noch grandioseren Erlebnis. Wenn Kant erkläre, „die Persönlichkeit ist die Freiheit und Unabhängigkeit von dem Mechanismus der ganzen Natur", so setzte er der ebenso konsequenten Mechanistik des Weltalls die ebenso folgerichtigen Kräfte des inneren Menschentums entgegen. Abschließend erklärte der Reichsleiter, eines vor allem fei es, was wir alle als unmittelbares Erbe in der Haltung der großen Forscher antreten könnten: jene gekannte Unbekümmertheit des Urteils als Zeichen des freiheitlichen Wollens Acht ernähren Hundert. Vom sächsischen Bauern MV' die sächsische Exportindustrie. Eigener Äericht des Gießener Anzeigers. und jene heutige Anerkennung des Entdeckten als Zeichen einer inneren Wahrhaftigkeit, Anerkennung auch dann, wenn manche scheinbar lieben wissenschaftlichen und weltanschaulichen Traditionen durch eine solche Entdeckung begraben werden. Gefahr bestehe nur bann, wenn eine fremde Dogmatik ein solches Wahrheitsforschen hindere und mit einer weltpolitischen Arroganz ohne jede Rücksicht auf den forschenden Menschengeist und auf den artgebundenen Willen einer Menschenart glaube, ihre Gesetze noch immer als unantastbar hinstellen zu können. Seiner Art gemäß leben und die Werte seiner Art schirmen und verteidigen, das ist der Imperativ unseres Zeitalters. Wenn wir dieser Haltung der Wahrhafttgkeit des Coppernicus und dem hohen Sinn Kantschen Denkens folgen, bann würben wir in ber Erneuerung unserer Zeit beibes zu vereinigen vermögen in ber Verteibigung ber Lebensgebote un - serer Epoche als einer neuen Grunblage zu einer vertieften Erforschung bes Menschenwesens unb zu einer Neugestaltung einer artbebingten Lebensorbnung. Dann erst haben wir begriffen, so schloß Rosenberg, was Freiheit tjt, unb bann erst haben wir eine Persönlichkeit verwirklicht als Voraussetzung, baß nach bem Absterben alter Weltanschauungen eine neue sich anschickt, Besitz vom ganzen beutschen Menschen zu ergreifen. * Wenn Sachsen in den Stand gesetzt ist, einen großen Teil seines Bedarfes an Nahrungsmitteln aus der eigenen Erzeugung bereitzustellen, so mutz das um so willkommener sein, als der Gau bei ber Art seiner Industrie-Erzeugnisse ganz aus Export eingestellt, ja zum Export gezwungen ist Man hat Sachfen einmal den Spezialisten der Weltwirtschaft genannt und damit die Vielseitigkeit n Arbeit bezeichnet: Meißner Porzellan, Gashuttr Uhren, Dresdner Optik, Adorfer Teppiche, Limbacher Handschuhe, Chemnitzer Maschinen Leipziger Bucher, westsächsische Kleiderstoffe und Lausitzer Le nen. Das ist aber nur em Teil der Musterkarte, auf ber wir auch Kunstblumen aus Sebnitz, Po>achen- ten aus Annaberg, Spitzen aus Plauen und vieles andere finden. Alles ist Exportware, unb me deutsche Ausfuhr mancher Erzeugnisse wird allem Eckpfeiler des Kontinents. Alfred Rosenberg sprach auf einer Kundgebung der NGDAp. H. A. S r e 5 b e n, im Februar 1939. „Sachsen — ein Bauernlan b", dieses Wort mußte einmal dem Begriff: „Sachsen, die Werkst a t t D e u t s ch l a n d s" entgegengehalten werden. Denn das Bild von Sachsen als dem am dichtesten besiedelten Land des deutschen Reiches, als dem Sitz einer Industrie von seltener Vielfältigkeit — dieses Bild ist unvollständig. Ein Beweis dafür ist das Antlitz der sächsischen Landschaft. Da dehnen sich weite Flächen Ackerland mit schmucken Dörfern und stolzen Erbhöfen. Dazwischen saubere, oft traditionsreiche, beileibe nicht große Städte. Lieblich ist das Tal der Elbe, von herber Schönheit das Erzgebirge, reizvoll das Vogtland, wo manche Städte fast ohne Unterbrechung sich aneinanderreihen und ganze Täler besetzt halten, Traulich erscheinen sie von den Höhen gesehen, und der Fremde ahnt kaum, daß in manchem Dorf eine ganze Reihe von Webstühlen oder Strickmaschinen gehen. Dieser Zweig der sächsischen Industrie hat das „Derlegersystem" des vorigen Jahrhunderts im Grundzug beibehalten. Mittwochs bringt der Strumpf- unb Handschuhwirker die fertige Ware zur Veredelung m die Fabrik unb empfangt neue Aufträge. Sachsens Jnbustrie hat ihre Grundlage nicht nur in einigen Großunternehmen mit weltbekannten Namen, sondern Tausende mittlerer und kleiner Betriebe tragen den Rus ber sächsischen Qualitätserzeugung in alle Welt. * Ebenso intensiv aber wie Sachsens Jnbustrie ist auch seine Bobennutzung. Der sächsische Bauer hat stärker kultiviert als es im Reichsburchschnitt geschieht. Im Düngekalkverbrauch steht Sachsen an der Spitze des Reiches. Er hat damit erreicht, baß die Erträge teilweise über bem Reichsdurchschnitt stehen. So vermag er den Bedarf des Landes an Brotgetreide zu 91 v. H. aus eigener Erzeugung zu decken. Bei der Kartoffel ist sogar ein lleberschuß vorhanden. Die Ackerwirtschaft ist zugleich die Grundlage für eine ausgedehnte Vieh» wirtschaft, die wiederum in der Milch- und Fleischversorgung zu hohen Erträgen führt. So wird der Bedarf an Fleisch zu 67 v. H., an Milch vollkommen gedeckt. Diese Erfolge sind um so höher zu bewerten, als ja Sachsen auf dem Quadratkilometer 347 Einwohner zählt, gegenüber 132 im Reich. Aber auch die Anbauflächen von Raps und Rübsen, Flachs unb Körnermais, diesen im Dierjahresplan so wichtigen Pflanzen, wurden erheblich vergrößert, und auch im Feldgemüsebau werden seit Jahren ausgezeichnete Erträge erzielt. Vielleicht konnten diese Aufgaben gerade darum so erfolgreich gelöst werden, weil Sachsens Landwirtschaft meist mittlere und kleinere, also ausgesprochene Fami- H enb et riebe ausweist, weder viel Großgrundbesitz, noch jene starke Grundstückszersplitterung, die die Erzeugungsleistung herabdrückt. * Das Bild von der Arbeitsleistung der sächsischen Landwirtschaft wird besonders klar, wenn man bedenkt, daß acht Landbewohner das Brot für 100 Menschen schaffen, denn der Anteil der Landbevölkeruna beträgt nur 8,3 v. H. gegenüber einem runden Viertel im Reich, lieber 67 v. H. ber Gesamtbodenfläche werden lanbwirtschaftlich genutzt. In diesem Gau ist durch die dichte Besiedlung jedes Stückchen Boden wertvoll geworden. So kommt es, daß es hier auch 5,3 v. H. mehr Ackerland gibt als im Durchschnitt des Reiches. Die Fischzucht liefert von 36 000 Morgen Wasserfläche mit 40 000 Zentner Speisekarpfen mehr, als die Ernte der gesamten deutschen Teichwirtschaft noch vor mehreren Jahren betrug. Und die steilen Hänge des Elbtales, die jeder anderen Nutzung widerstehen, sucht man durch einen vermehrten Weinbau auszuwerten. Etwas mehr als ein Viertel der Bodenfläche ist Wald gebiet, und in diesem Waldreichtum fand vor Jahrhunderten der Bergbau die Voraussetzung für seine Blute. Heute aber beherbergt ber Sachsengau ein Drittel ber deutschen Sägeindustrie. Er ist auch ber Hauptsitz der Papiererzeugung, deren heutige Grundlage, ber Holzschliff, vor hundert fahren in der sächsischen Weberstabt Hainichen von Frleb- rich Gottlob Keller erfunden würbe. Sehr deutlich erkennbar ist die Verflechtung der Landwirtschaft mit verschiedenen Industrien.- Aus der Ernte ber sächsischen Flachsanbaufläche können 5,5 Millionen Quabratmeter Leinwanb hergestellt werden. Ausgedehnte Schafzucht — bas oftfriefifche Milchschaf hat hier sein zweitgrößtes Verbreitungsgebiet — liefert der Textilindustrie weitere Rohstoffe. Oer Imperativ unseres Zeitalters. Seiner Art gemäß leben und die Werte seiner Art schirmen und verteidigen Aufruhr in Damaskus. Während der letzten Tage haben sich mit ber offenen Gehorsamsverweigerung der syrischen Regierung gegenüber den französischen Mandatsbehörden unb ihrem Rücktritt die Verhältnisse in Damaskus immer mehr zugespitzt. Man kann wohl sagen, baß bie Entwicklung des syrischen Problems jetzt in eine entscheidenbe Phase treten wirb. Da bies Problem nicht nur lokale Bebeutung hat, sonbern im Zusammenhang mit ber ganzen Mittelmeerpolitik Englands, Frankreichs unb Italiens gesehen werben muß, ist es wohl angebracht, sich seiner Ursachen unb treibenden Kräfte zu erinnern. Man wirb bann unschwer feststellen, baß bie syrische Frage in gewisser Weise nur einen Parallelfall zur Palästinafrage barstellt. Als bie Araber während des Weltkrieges nach hartem Wüstenkampf in Damaskus einzogen, glaubten sie ihr Ziel erreicht und ihren Freiheitstraum erfüllt. Denn sie bauten auf bie Zusage der Engländer, die ihnen als Belohnung für den Aufstand gegen die türkische Oberherrschaft ein selbständiges großarabisches Reich versprochen hatten. Unter den Palästinabokumenten, bie bisher in den britischen Archiven verschlossen lagen, unb beren Veröffentlichung nunmehr bie Araber auf ber Londoner Konferenz erzwungen haben, befinbet sich auch ber Vertrag, der im Jahre 1916 zwischen England unb bem Äraberführer Hussein geschlossen wurde. In diesem Vertrag heißt es: „Großbritannien verpflichtet sich zur Bildung eines arabischen Reiches, bas unabhängig sein soll in jeglichem Sinne des Wortes Unabhängigkeit, in seinen inneren wie in seinen äußeren Verhältnissen. Die Grenzen dieses Reiches sollen sein im Osten vom Meer des Persischen Golfs an, im Westen das Rote Meer, die ägyptische Grenze unb bas Mittelmeer, im Norden die Nordgrenze des Vilajets von Aleppo und von Mossul bis zum Euphrat, worauf bie Grenze längs des Tigris bis zu seiner Einmündung in bas Persische Meer geht, unter Ausschluß der Kolonie Aden, denn diese bleibt außerhalb dieser Grenzen." Auf dieses klare unb verpflichtende Versprechen vertrauten die Araber, als sie die Waffen gegen die Türkei unb damit auch gegen Deutschland erhöbe auch nicht bie Absicht, sich an diesen inneren Kämpfen ber verschiedenen Kirchengruppen zu beteiligen. Bereits zu Beginn seiner Rede hatte Reichsleiter Rosenberg zum Versagen jener Kräfte Stellung genommen, bie in ber Vergangenheit Träger bes Staates waren. Die Größe früherer preußischer Könige, so erklärte er, habe bnrin bestauben, baß sie sich als Vertreter ber Gesamtheit fühlten unb für bie Einheit von Volk unb Staat eintraten. 1918 habe ber letzte Kaiser biete Trabition verlassen. Er habe seinen Abgang mit bem Wunsch begrünbet, Blutvergießen zu ver- meiben, unb habe bamit zu erkennen gegeben, baß er sich nur noch als Vertreter eines Teiles seines Volkes fühlte. Mit biefem symbolischen Akt sei die Monarchie ins Grab gesunken, aus bem sie nicht wieder zu erwecken sei. Rosenberg schloß mit einem Ausblick auf die Neugestaltung Europas: Wieder sei Deutschland gegenüber ber bolschewistischen Weltgefahr ber erste Eckpfeiler bes europäischen Kontinents'. Die deutschen Kanäle, die den Ostseeraum mit bem Donaubecken unb bem Schwarzen Meer verbinben, seien bie Zeichen ber Neuordnung im europäischen Osten. — Alfreb Rosenberg schloß mit ber Hoffnung, baß auch die Völker des Ostens sich vom Finanzimperialismus bes Westens befreien unb ihre europäische Sendung erkennen. Eine Rede Alfred Rosenbergs. Auf der Kant-Coppernicus-Woche in Königsberg. Königsberg, 19. Febr. Die Kant-Copperni- cus-Woche der Königsberger Albertus-Universität erreichte ihren Höhepunkt mit eine Rebe Alfred Rosenbergs? Der Rektor ber Universität, Prof. Dr. von Grünberg, gab bekannt, daß Generalselb- marschall Göring auf Vorschlag bes ostpreußischen Gauleiters Erich Koch eine Coppernicus- Stiftung gegrünbet und als Anfangsbetrag die Summe von 10 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt hat. Diese Stiftung soll deutschen Naturforschern die Möglichkeit geben, über die Tagesaufgaben hinaus an der Erforschung b e r g r o e n Zusammenhänge zu arbeiten. Alljährlich am Geburtstage von Coppernicus, bem 19. Februar, sollen deutsche Naturforscher für besondere Leistungen durch Preise ausgezeichnet werden. Alfred Rosenberg führte bann aus, baß beibe, Coppernicus unb Kant, einmal ein Weltbilb gestürzt unb einem forschenden Menschentum gleichsam neue Augen geschenkt hätten. Wer tiefer sehe, dürfe sagen, daß sie den Menschen aus einer altgewohnten Geborgenheit gerissen hätten, .zugleich aber Wegbereiter einer neuen geistigen unb seelischen Geborgenheit eines wahrhaften Menschentums geworben seien. Beide schließlich seien an ihre Forschungen nut jener genialen Unbekümmertheit herangegangen, bie stets ein Zeichen des guten Gewissens unb ber charakterlichen Wahrhaftigkeit sei. Der Gebanke bes Coppernicus sein Triumph ber Forschung nach Gesetzlichkeit gegenüber einem Lebensstil, der burch Dämonie unb Magie 1500 Jahre jebes forschenbe Denken unterbunben habe. Das neue Bewußtsein größter Gesetzmäßigkeit habe sich trotz aller Verketzerungen mit einer tiefinnerlichen religiösen Ehrfurcht vor bem ftaunenb erfaßten Weltall verbun- ben. Ebenso habe Kants Philosophie bazu beige- tragen, bie strenge Mechanistik bes Weltalls nachzuweisen. Die Entbeckung eines „Müssens" auf ber einen Seite unb eines „Sollens" auf ber anberen erscheine als jene kritische Tat Immanuel Kants, bie ihn mit Coppernicus so eng verbinde. Kant habe bie „Geschwätzigkeit ber Jahrtausende beendet , indem er bie Vernunft unb ben Verstaub überhaupt auf ihre Erkenntnisfähigkeiten hin prüfte und Wesen, Möglichkeiten unb Grenzen biefer Fähigkeiten festlegte. Seine Erkenntnisse jiber Wesen und Inhalt ber Erfahrung können jeben vorsichtigen Denker unb jeben empirischen Naturforscher davor bewahren, sich in sogenannte hoturphilosophische Schwärmereien und Phantasiegebilbe zu verlieren unb biefe als Erfahrungen auszugeben. Kant habe gefochten, um bie Selbstbesinnung des Menschen herbeizuführen. Ihm sei es auf bie Trennung jener Tätigkeiten bes Menschen angekommen, die dank einem durch die Theorie herbeigefuhrten Durcheinander des Fühlens unb Denkens in feiner Weise mehr rein zur Darstellung gelangen konnten. Unb durum habe sich Kant zur Mechanistik unb hoben. An dieses Versprechen glaubten sie noch, als Feisal, der spätere Kömg des Irak, in Damaskus einzog. Aber es mar alles ein grausamer Irrtum. Denn im gleichen Jahre 1916 hatte England schon vorher mit Frankreich einen Ge- heinrvertrag, das sogenannte Sykes-Picot- Abkommen, geschlossen, worin die beiden West- rnächte das angeblich projektierte Großarabische Reich bereits unter sich aufgeteilt hatten. Und zwar wurde in diesem Abkommen beschlossen, daß Syrien zur französischen Einflußsphäre, die übrigen Gebiete, insbesondere Palästina, Transjordanien und Irak zur britischen Einflußsphäre werden sollten. Für Palästina wurde im Geheimvertrag aller- dinas eine Sonderregelung Vorbehalten, die denn auch prompt im Jahre 1917 durch das Balfour- Versprechen an die Juden erfolgte. Obgleich das geheime Sykes-Picot-Abkommen bereits im November 1917 durch eine Veröffentlichung der Räte-Regierung in Moskau aufgedeckt worden mar, glaubten die Syrer noch nach Weltkriegsschluß an die feierlichen Zusagen, die ihnen von den Alliierten gemacht worden waren. Sie errichteten deshalb 1919 unter Feisal eine selbständige nationale Regierung in Damaskus, wurden aber von den Franzosen mit militärischer Gewalt niedergeworfen. In der Schlacht von Misalun am 24. Juli 1920 verloren etwa 5000 Syrer ihr Leben, und seit diesem Zeitpunkt ist die Kette der Erhebungen und Ausstände gegen die französische Mandatsmacht nicht mehr abgerissen. Vor allem ist das Bombardement von Damaskus im Jahre 1926, mit dem die Franzosen ein unnötiges Blutbad unter der einheimischen Zivilbevölkerung anrichteten, bei den Syrern noch unvergessen. Als die Zustände immer unhaltbarer wurden und Teilerfolge der arabischen Freiheitsbewegung in anderen Ländern auch die Syrer zu neuen Aufstandsversuchen entfachten, sah man in Frankreich ein, daß hier mit Gewalt allein nichts mehr auszurichten wäre. Man bequemte sich dazu, den Mandatsbegriff so auszulegen, wie er auf der Konferenz von San Remo 1925, als Frankreich das syrische Mandat erhielt, gedacht war und wie ihn auch die Syrer immer ausgelegt hatten: nämlich als ein zeitlich begrenztes Ü e b e r g a n g s st a d i u m bis zur vollst Selbständigkeit. Dieser Auffassung wurde mit dem erstey französisch-syrischen Vertrag vom Jahre 1933 Rechnung getragen, der mit dem Eintritt Syriens in die Genfer Liga in Kraft treten sollte und eine Ueberqangszeit von vier Jahren vorsah. Aber der Vertrag ist bis heute nicht in Kraft getreten, da auf der einen Seite die Franzosen eine Lockerung ihrer Macht im östlichen Mittelmeer verhindern wollten, auf der anderen Seite die Syrer mit dem Vertrag nicht zufrieden waren. Dasselbe Schicksal erlitt ein zweiter Vertrag, der zwar am 16. November 1938 in Paris unterzeichnet, aber nicht ratifiziert wurde, weil die Franzosen wiederum eine Einbuße ihrer Macht befürchteten. Die syrische Regierung geriet dadurch in eine immer peinlichere Lage gegenüber ihren eigenen Volksgenossen, die mit Recht über Vie listige französische Verzögerungstaktik empört sind, und entschloß sich daher um die Jahreswende zur Aufstellung eines eigenen, aktivistischen Freiheitsprogramms. Der am 12. Februar in Damaskus erscheinende französische Oberkommissar wurde mit feindlichen Kundgebungen empfangen und seine Ankunft von der syrischen Regierung damit beantwortet, daß sie die Mandatsverordnung über die Gleichstellung aller Personen und Religionen einfach aufhob. Da dies das erste Mal ist, daß die syrische Regierung auf eigene Faust und gegen den Willen Frankreichs handelt, hat die Spannung nun ihren Höhepunkt erreicht. Die Sage der Franzosen wird noch dadurch bedeutend erschwert, daß die Engländer auf der Palästina-Konferenz in London den Gedanken in die Debatte geworfen haben, die alten Weltkriegspläne wieder hervorzukramen und aus Palästina Transjordanien und Syrien einen neuen Staaten- b u n b zu schassen, der unter leicht kontrolliertem Home Rule auch ein jüdisches Reservat mit umfassen könnte. Als Oberkontrolleur würde natürlich England fungieren, was wiederum den verständlichen Protest der Franzosen Hervorrufen müßte, lieber» Haupt wird schon das Auftauchen solcher Pläne in Paris sehr übel vermerkt. Denn die Syrier sehen an dem Beispiel des selbständig gewordenen Irak, daß es sich unter der Oberaufsicht der Engländer immer noch besser leben läßt als unter dem harten Regiment der französischen Kommissare. So wird die an sich schon schwierige Lösung des syrischen Problems noch weiter kompliziert durch die englisch- französische Rivalität. H. Ev. Die Kegierungskrisis in Damaskus. Die nationale Opposition erklärt Syriens Unabhängigkeit. Kairo, 19. Febr. (Europapreß.) Nach Berichten aus Damaskus ist mit dem Ministerpräsidenten Djemal Mardam Bey gleichzeitig die gesamte syrische Regierung zurück- getreten. Als Grund für den Rücktritt wird angegeben, daß sich eine Reihe Abgeordneter des hinter der Regierung stehenden „Nationalen Blocks" der Opposition angeschlossen hat. Der Führer der syrischen Opposition, Dr. S h a b a n b e a r, hat eine Unabhängigkeitserklärung für Syrien erla'sen. Mehrere aus dem „Nationalen Block" ausgeschiedene Abgeordnete sollen eine ähnliche Erklärung erlassen haben. Nach dem Rücktritt des Kabinetts fanden in Damaskus riesige Kundgebungen statt. Die ganze Stadt war auf den Beinen. Es bildeten sich große Demonstrationszüge. Fortgesetzt wurden Ruse gegen Frankreich ausgebracht. Immer wieder hörte man auch den Ruf „Syrien den S y r e r n !" Die ursprünglich aufgebotene Polizei wurde zurückgezogen. Die Gebäude der französischen Mandatsbehörde sowie die Banken standen unter starkem Polizeischuh Die syrischen Nationalisten fordern, daß der im Jahre 1936 zwischen Syrien und der damaligen französischen Dolksfrontregierung abgeschlossene und durch Zusatzabkommen aus den Jahren 1937 und 1938 erweiterte Vertrag, der Syrien die Unabhängigkeit bringen soll, jetzt unter allen Umständen in Kraft tritt. Die französische Regierung hat aber nicht die Absicht, den syrischen Forderungen im Augenblick nachzugeben. Man hofft in Paris, daß es dem neuernannten französischen Oberkommissar für Syrien, Puaux, gelingen wird, Frankreichs Stellung im Nahen Osten zu festigen Das syrische Parlament hatte am 31. Dezember 1938 eine Tagesordnung angenommen, in der es die Durchführung des Unabhängigkeitsvertrages mit Frankreich bis spätestens 1940 verlangte. Der Finanzminister gab sich seinerzeit mit diesem platonischen Beschluß nicht zufrieden und war deshalb aus der Regierung ausgetreten. Die syrischen Nationalisten forderten damals den Rücktritt der gesamten syrischen Regierung als Zeichen des Protestes gegen die Verschleppung der Einlösung der französischen Vertragsverpflichtungen. Die französischen Behörden in Syrien haben sich nun geweigert, eine Denkschrift der syrischen Regierung in Empfang zu nehmen, in der die Durchführung der Beschlüsse des syrischen Parlaments vom vergangenen Dezember, also die Verwirklichung der syrischen Unabhängigkeit, verlangt worden sein soll. Außerdem sind die französischen Behörden gegen eine Entscheidung des syrischen Parlaments ein» geschritten, durch die eine Verordnung des französischen Oberkommissars aufgehoben worden fei, die den nichtmohammedanischen religiösen Minderheiten die freie Ausübung ihres religiösen Bekenntnisses zusicherte. Die Verhandlungen des Präsidenten über die Neubildung des Kabinetts find noch im Gange. Bisher fanden Besprechungen mit dem Kammerpräsidenten, dem bisherigen Ministerpräsidenten und dem Führer der Unabhängigkeitspartei statt. Verhandlungspause in Burgos. Bsrard begibt sich nach San Sebastian Paris, 19. Febr. (Europapreß.) lieber die erste Unterredung, die zwischen dem französischen Senator Börard und dem nationalspanischen Außenminister General I o r d a n a bei des ersteren erneuten Besuch in Burgos stattgefunden hat, erfährt man, daß die Aufnahme, die der französische Unterhändler bei seinem zweiten Besuch in Nationalspanien gesunden habe, wesentlicb kühler gewesen sei, als bei feinem vorhergehenden Aufenthalt in Burgos. Heber zwei Dinge fei man auf national- spanischer Seite besonders verstimmt: erstens darüber, daß man Verhandlungen zwischen den führenden Männern Sowjetspaniens in der sowjetspanischen Vertretung in Paris geduldet habe, zweitens darüber, daß' die französische Regierung bisher immer noch nicht die von den sawjetspanischen Flüchtlingen auf französisches Gebiet mitgeschleppten national- spanischen Gefangenen frei gegeben und an die Grenze zurücktransportiert habe. Gegenüber diesen beiden Handlungen falle eine Anerkennung der nationalspanischen Regierung durch Frankreich weit weniger ins Gewicht, da diese Anerkennung heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstelle. Der nationalspanische Außenminister General Jordana hat am Sonntagnachmittag unmittelbar nach Beendigung des zweiten Gesprächs mit Senator Berard für mehrere Tage Burgos verlassen. Berard und feine Mitarbeiter Saint und B a r a d u c hatten am Sonntag eine lange Unterredung im Außenministerium mit dem Leiter der politischen Abteilung, Graf Casarojas. Anschließend erklärte ein Wortführer des Ministeriums: „Bitte, beachten Sie, daß man sich davor hüten muß, diesen Unterredungen eine übertriebene Bedeutung beizumessen. Es handelt sich nicht um Verhandlungen, sondern um einen einfachen Austausch von Gedanken und allgemeinen Informationen, die die Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwischen Nationalspanien und der Französischen Republik aufroerfen. Sie können im übrigen feststellen, daß die spanische Presse nicht davon spricht." Die Besprechungen zwischen Senator Berard und den Beamten des spanischen Außenministeriums wurden am Sonntag um 21.40 Uhr abgeschlos - s e n. Senator Berard erklärte, er glaube nicht, daß die Besprechungen vor Mittwoch wieder ausgenommen werden können. Doch werde er erneut mit General Jordana Zusammentreffen, der in der Zwischenzeit.General Franco gesprochen Haden werde. Montagvormtttag werde er mit dem britischen Geschäftsträger sprechen und sich anschließend nach San Sebastian und vielleicht über die Grenze nach Frankreich begeben. Es könne jedoch nicht die Rede davon sein, daß er sich vor feiner Rückkehr nach Burgos etwa nach Paris begeben würde. Wenn er sich mit Außenminister Bonnet in Verbindung setzen müßte, so würde dies auf telephonischem Wege vor sich gehen. Der „M a t i n" wendet sich in scharfen orten gegen die von der französischen Linken neuerdings verstärkt unternommenen Versuche, Neqrin in seinen Bemühunaen um die Fortsetzung' des Krieges in Spanien zu unterstützen. Das Blatt schreibt: Frankreich will nicht der Soldat Moskaus fein! Wohin will d-i^ Volksfront mit ihren Manövem zugunsten Negrins hinaus? Welches Spiel treibt sie? Will man deshalb nicht, daß der Krieg in Spanien zu Ende geht, um die Hoffnung zu bewahren, eines Tages werde der Krieg überall wüten? Wer sicht nicht ein, daß in der gegenwärtigen gefährlichen Spannung in Europa alle Welt ein Interesse daran hat, daß der spanische Brandherd so schnell wie möglich gelöscht wird? Frankreich kennt die Gefahr, der es durch die sowjetrussische Politik mit dem Ziel der Weltrevolution ausgesetzt war und noch ist. Wenn man hinterher sagt, daß Frankreich der spanischen Volksfront zu Hilfe kommen müsse, dann antwortet es: Frankreich soll der Soldat Moskaus, Stalins und Dimitroffs in Spanien, in den Alpen, am Rhein und anderswo sein? Nein! Niemals das!" Rote Varcelona-Greuel. Ein „Gerichtspräsident", der 1700 „Todesurteile" aussprach. Barcelona, 18. Febr. (DNB.) Die Verhandlungen der Militärgerichte für die bolschewistischen ©reueltaten in Barcelona ergeben erschütternde Ein- Theodor ging als Cowboy. Von K. 3R. Tleu&erf Theodor sah im Büro über feine Arbeit gebeugt und hörte, wie sich hinter ihm der kleine Müller und der dicke Brandt leise unterhielten. Es waren keine Angelegenheiten, die zum Geschäftsbetrieb gehörten. Zum drittenmal flüsterten sie heute von dem Kostümfest, bas sie am Samstag gemeinsam besuchen wollten. „Es wird pfundig, sag' ich dir!" raunte Müller. „Wenn mir der Alte bloß den Vorschuß bewilligt", meinte Brandt nachdenklich. Dank sparsamer Wirtschaftsführung hatte Theodor keine Geldsorgen, aber in diesem Augenblick beneidete er den dicken Brandt. Wenn er doch auch wieder einmal wie früher auf ein Kostümfest gehen könnte! Mit seiner Frau hatte er zwar im letzten Jahre ein Kostümfest besucht, doch Mathilde hatte ein peinliches Erlebnis mit einem angeheiterten Maharadscha gehabt und seitdem eine Abneigung gegen Kostümfeste. Außerdem ist das mehr eine Sache für junge, unverheiratete Leute", pflegte sie zu sagen. Der Gedanke, ohne Mathilde ein Kostümfest zu besuchen, hatte etwas Verlockendes. Müller und Brandt, die beiden Junggesellen, würden ihn gern mitnehmen, wenn er sie darum bat. In der Mittagspause war Gelegenheit dazu. Da Theodor gleichzeitig die Vorschußsorgen mit einem gönnerhaften Angebot beseitigte, waren die beiden jungen Leute begeistert. „Aber strengstes Stillschweigen!" verlangte Theodor. „Niemand darf etwas erfahren!" „Ehrensäbel!" sagte Müller. „O. k.!", sagte Brandt. Am Samstag spendierte Herr Schmidt seiner Frau ein Kinobillett. „Damit du dich nicht langweilst", meinte er, und während er schon in Hut und Mantel an der Tür stand, wandte er sich noch einmal um: „Uebrigens, Mathilde, die Sitzung wird heute wohl etwas länger dauern, furchte ich." „So?" erwiderte seine Frau gedehnt, „sei jedenfalls leise, wenn du heimkommst. Du weißt, daß ich bei dem geringsten Geräusch'aufwache" Ich werde schon leise sein, dachte Theodor und schloß aufatmenb bie Tür. So leichtfüßig war er lange nicht bie Treppen hinuntergelaufen. Am liebsten hätte er sich auf bas Geländer gefetzt und wäre wie ein Junge hinuntergerutscht. „Stimmung habe ich bereits", stellte er für sich fest. Auch Müller und Brandt waren schon in Stimmung, als Theodor, wie vereinbart, in der möblierten Bude von Müller ein» traf, um sich in fein Kostüm zu werfen. „Geld ober Leben!" zischte in der schlechterleuchteten Diele ein Apache: Es war der gutmütige Brandt. „Na, zehn Mark will ich Ihnen borgen", sagte Theodor trocken. Im Zimmer stand Müller in einem Tscherkessen- kostüm. Zehn Minuten später war aus dem Oberbuchhalter Theodor Schmidt ein verwegener Cowboy geworden. Kopfschüttelnd sah die Wirtin der merkwürdigen Gesellschaft nach, die ziemlich lärmend die Treppe' hinunterging. Auf der Straße riefen sie ein Taxi herbei. Ehe sie die schon von vielen Kostümen wimmelnden, farbensprühenden, musikdurchrauschten Säle betraten, vereinbarten sie, sich um zwei Uhr vor dem Portal zwecks gemeinsamer Rückfahrt zu treffen. „Nicht vergessen!" mahnte Theodor, dessen Zivil- Heibung ja in Müllers möblierter Bude lag. „Ehrensäbel!" sagte Müller. ,,O. k.!" sagte Brandt. Und so stürzten sie sich in das bunte Faschingstreiben. Eine Zeitlang blieben sie noch zusammen, bann war plötzlich Müller verschwunden und schließlich Brandt, Der Tscherkesse hatte mit dämonischen Blicken eine Spanierin betört, und der Apache versuchte sein Glück bei einem kleinen hübschen Matro- senmädchen. Indessen saß der Cowboy Theodor nicht allein am Tisch. Eine Haremsdame leistete ihm Gesellschaft und bewies eine erstaunliche Fertigkeit im Leeren von Sektgläsern. Ein Maharadscha entführte sie ihm, aber bald darauf flatterte ein goldener — übrigens auch goldiger — Schmetterling an feinen Tisch. Als auch dieser davonschwebte, nachdem er einigen Goldstaub feiner Schwingen auf der Hemdbluse des Cowboys hinterlassen hatte, war eine reizende, mollige Holländerin zur Stelle. Es waren an diesem Abend sicher noch mehrere, mit denen er tanzte und trank, er erinnerte sich später an nichts mehr. * Theodor blickte immer tiefer ins Glas. Als ein Tscherkesse an seinen Tisch trat und ihm auf die Schulter klopfte, erkannte er nur noch undeutlich, öaft es sich um den Büroangestellten Müller handelte. „Trinken Sie nicht zuviel, sonst merkt Ihre Frau etwas!" riet Müller, ehe er sich wieder in das Treiben stürzte. Der letzte Satz wollte nicht mehr aus Theodors xopf. Es begann sich auch alles schon um ihn zu drehen. Er fühlte, daß er mehr getrunken hatte, als er vertragen konnte. Er war ja immer so solide. Er konnte so wenig vertragen. Er mußte aufhören. „Sonst merkt Mathilde etwas", murmelte er und erhob sich. Er wankte hinaus „2 Uhr, Portal! Nicht vergessen!" lebte in seinem Unterbewußtsein eine Erinnerung. Schließlich saß er schon um ein Uhr mit notdürftig übergeworfenem Mantel vor dem Portal auf dem Treppenabsatz, ein erheiternder Anblick. Die Augen fielen ihm zu. Die Umstehenden, die sich inzwischen angesammelt hatten, rissen bereits ihre Witze. Theodor hörte nichts. Dann kam ein Portier und rüttelte ihn wach: „Hier können Sie doch nicht bleiben!" Theodor blickte sich verständnislos um. Da erkannte ihn ein Taxichauffeur, der hinzugetreten war. „Nanu, Herr Schmidt!" sagte er verwundert. „Sie haben ja ganz schön geladen!" „Sie kennen den Hexrn?" fragte der Portier. Wollen Sie ihn nicht in Ihr Taxi setzen und nach Hause bringen? Sie sehen doch, in welchem Zustand er ist!" „Na ja!" meinte der Taxichauffeur, „bezahlen wird er ja, er wohnt in meinem Hause." Als sie zu Hause ankamen, war Theodor im Wagen eingeschlafen. Der Chauffeur schleppte ihn mühsam die Treppen empor. „Es geht schon", murmelte Theodor im ersten Stock. „N-nett von Ihnen, Müller", lallte er im zweiten. „Ich bin doch der Chauffeur Krause!" versuchte der Mann ihm klarzumachen. Theodor lächelte nur selig. „Ich kriege Geld von Ihnen!" sagte der Chauffeur. „N-nett von Ihnen, Müller!" war die Antwort. Da schob er ihn sanft in die Wohnung, die er mit dem Schlüssel, den er in Theodors Manteltasche fand, geöffnet hatte. So mußte er eben mit Frau Schmidt reden. Er drehte in der Diele das Licht an, zog Theodor den Mantel aus und blieb wartend zurück, während Theodor sich an der Wand ins nächste Zimmer hineintastete. „Sie wird schon aüswachen", grinste der Chauffeur. Und sie wachte auf, als Theodor einen Stuhl umstieß. Sie knipste die Nachttischlampe an und schrie im nächsten Augenblick entsttzt auf. Ein Cowboy stand vor ihr. Da er aber mit einer wohlbekannten Stimme um Entschuldigung lallte, löste sich ihre Erstarrung im Nu. „Wie kommst du in dieses Kostüm?" schrie sie empört. Theodor sah sein Bild im Ankleidespiegel und wurde in diesem Augenblick nüchtern. . Was nun folgte, ist Theodors Geheimnis. Selbst der Chauffeur zog es vor, zu verschwinden und die Sache mit Theodor am nächsten Tag persönlich abzumachen ..." zelheiten. Der Angeklagte Barriobero, der ehe. mals „Präsident" des bolschewistischen „Gerichts- Hofes" in Madrid und später in Barcelona war, wurde überführt, 1700 Personen schuldlos in den Tod geschickt zu haben. Außerdem wurde festgestellt, daß er f ü n f Millionen Pe- feten ins Ausland verschoben hatte. Er spiegelte den „Angeklagten" seines Gerichtes den Freispruch gegen Bezahlung hoher Geldsummen vor, um sie dann, nach Erhalt des Geldes hinrichten zu lassen. „Kontrollpatrouillen", die die Aufgabe hatten, „politisch Verdächtige" zu verfolgen, besaßen das Recht, die Wohnungen ihrer Opfer vollständig auszuplündern. So gab es z. B. einen Hauswart, der alle Familien seines Hauses als „Faschisten" »denunzierte, um sich deren Möbel aneignen zu können Außerdem konnte diesem Mann ein Mord an einem achtjährigen Kinde nach gewiesen werden. Ein Angeklagter gab zu, eigenhändig 17 0 M »rde aus geführt zu haben. 60 v. H. aller Morde find erwiesenermaßen nicht aus politischen Motiven, sondern aus rein persönlich e n Gründen erfolgt, in den meisten Fällen, um die Opfer ungestört ausplündern zu können. Es wurde festgestellt, daß dabei äuch über 150 schwangere Frauen ermordet wurden. Oer tschecbo-Nowakischc Generol^absckek zvrückaetreien. Prag, 18. Febr. (DNB.) Armeegeneral K r e s c i hat den Staatspräsidenten aus Gesundheitsgründen um Enthebung vom Posten des General st ab^chefs der Wehrmacht ersucht. Der Präsident hat diesem Wunsch entsprochen. Mit seiner Demission scheidet einer de r intimsten Freunde Beneschs und aktivsten Verfechter seiner Politik aus dem Amt. Die Ursachen seines Rückttitts liegen vor allem in dem Entschluß der Regierung, das Offizierskorps einer gründlichen Neuordnung zu unterziehen. So wurden bereits in den letzten Tagen sämtliche jüdischen Offiziere des tschechischen Generalstabs, die unter dem Benesch-Regime hochgekommen waren, entlassen. Ein Putschversuch in Peru niederqeschlaqen London, 20. Febr. (Europapreß.) In Lima, der Hauptstadt Perus, konnten Regierungstrupnen eine revolutionäre Bewegung rasch unterdrücken. Bei dem Sturm auf den Präsidentenpalast kam es zu einem kurzen Gefecht, bei dem der Anführer der Aufrührer, General Ramirez, getötet worden ist. Ramirez gehörte dem Kabinett als Polizei- und Innenminister an. Er versuchte, sich der Hauptstadt ih Abwesenheit des Präsidenten, Generals Oskar Benavidez, zu bemächtigen. Die Truppen weigerten sich jedoch, ihm zu folgen. Präsident Benavidez hat sein Amt seit der Ermordung seines Vorgängers Sanchez Cerrol im April 1933 inne. Oie Besichtiaunaen der brasilianischen £uft tnn ff wf o*nn Wt o ” Berlin, 18. Febr. (DNB.) Die brasilianische Luftwaffenkommission, die sich auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe in Deutschland aufhält und bereits vom Generalfeldmarschall Göring empfangen wurde, hat inzwischen ein reichhaltiges Besichtigungspro- gramm abgewickelt. Die Henschel-Flugzeugwerke zeigten Nah- und Fernaufklärer,, beim Bücker-Flug- zeugbau in Berlin-Rangsdorf wurden die neuesten Muster von den Siebei-Flugzeugwerken und dem Fieseler-Flugzeugbau vorgeführt. Bei den Ernst- Heinkel-Flugzeugwerken wurde Pros Dr. H e i n • k e l das Fliegerabzeichen der Luftwaffe des brasilianischen Heeres ehrenhalber überreicht. Die Arado- Flugzeugwerke sowie die Dornier-Merke konnten die Kommission in ihren Betrieben sehen. Neben hem1 Focke-Wulf-Flugzeugbau wurden dann die Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke und die Messerschmitt AG. besichtigt. In Trebbin wurden neuere Segelflugzeugmuster vorgeführt In einer Luftkriegsschule und in der Luftkriegsakademie wurde ein Einblick in die Ausbildungsstätten der Luftwaffe gegeben. Den Gang der fliegerischen Ausbildung für Land- und Seeflieger üerrrtittelte ein Besuch bei einer Fliegerschule an der Ostsee. Mit Die Wissenschaft von der Seifenblase. Die französische Akademie der Wissenschaften verlieh einem Forscher, der sein Leben lang nichts weiter machte als Seifenblasen, einen hohen Staatspreis, weil er über die Seifenblasen das Wissen der Kolloidchemie beträchtlich erweitern konnte. So ist die Seifenblase ein Gegenstand ernsthafter Forschung, denn.gerade an der buntschillernden Kugel, deren Zauber das Entzücken der Kinder bildet, lassen sich die molekulare Verteilung der Materie und ihre Eigenschaften besonders gut studieren. Was die Wissenschaft über die Seifenblase ermittelt hat, behandelt Fritz O. Peil in einem Aufsatz, der in „Reclams Universum" veröffentlicht wird. Die Seifenblase entsteht, wie man weiß, aus einem Tropfen Seifenlösung,, der an einem porösen Blasrohr oder Holz hängt. Für Forschungszwecke hat man Mischungen, bei denen Zucker oder Glyzerin der Seifenlösung zugesetzt wurden, gefunden, aus denen rrmn Seifenblasen von jahrelanger Lebensdauer herstellen konnte. Diese „wissenschaftlichen Seifenblasen" erzeugt man an Blasrohren, die einen Manometer besitzen, so daß man d'as Verhältnis von Luftinhalt und Druck unter Einbeziehung anderer Größen, wie der Temperatur, genau studieren kann, Der Druck der eingeschlossenen Luft ist um so größer, je kleiner der Halbmesser der Blase ist. Der Ueberdruck der eingeschlossenen Luft ist gleich der Oberflächenspannung der Blase, die bei Seifenlösung besonders groß ist: sie ist stets bemüht, den kleinsten Raum für die Seifenblase einzunehmen, und aus diesem Grunde sind die Seifenblasen kugelförmig. Sie kann auch die gesamte Luft wieder durch das Blasrohr hinausdrücken. Man kann auch mit etwas Geduld und Vorsicht Rauch in die Seifenkugel einblasen, und auch der Rauch wird durch die Oberflächenspannung der gefüllten Kugel wieder nach außen gedrückt, so daß es aussieht, als ob die Seifenblase rauchte. Erstaunlich ist die Tatsache, daß eine Seifenblase eine Wandstärke von nur wenigen 10 OOOftel Millimeter hat. Gerade diese außerordentlich dünne Wandstärke ermöglicht das wundervolle Farbenspiel der Seifenblase. Der Wechsel dieser Farben wird durch die ständige Veränderung der Wandstärke bedingt, die ihre Ursache in dem Abfließen der Seifenlösung nach den unteren Teilen der Seifenblase bat; man kann diesen Vorgang mit bloßem Auge sehr gut beobachten. C. K. den Jagdfliegern kam man beim Jagdgeschwader „Richthofen" zusammen, Küstenaufklärer und Fern- aiifklärcr wurden in ihren Standorten aufgesucht. Der Aufenthalt bei einem schweren Kamp^verband gab Gvlegenheit, den Aufbau dieser Einheiten zu studieren, und einen eindrucksvollen Abriß von der Arbeit der Sicherung des Luftraumes durch die Flak gab die Anwesenheit bei einem Schießen in der Flak-Artillerieschule. Don der Größe der Bauvorhaben des Dritten Reiches gab ein Rundgang durch die Neuanlagen des Flughafens Tempelhof einen Begriff. Oer politische Leiter. Breslau, 19. Febr. (DNB.) Reichsorganisa. tionsleiter Dr. Ley erklärte auf einem Ausbil- d u n g s a p p e l l der Politischen Leiter Schlesiens, Mut, Tapferkeit, Disziplin und Berantmortungsfreu- digkeit seien die inneren Merkmale, die sich selbstverständlich im persönlichen Auftreten des einzelnen ausdrücken müßten. Der Glaube, der alle erfülle, habe sich in blinden Gehorsam umzusetzen. Der Politische Leiter genieße heute in den breitesten Schichten des deutschen Volkes nicht nur große Achtung, sondern man empfinde auch die von ihm geleistete Betreuungsarbeit als segensreich und notwendig. Kein Volksgenosse dürfe unverrichteter Dinge eine Ortsgruppe, einen Block, eine Zelle besuchen. Gerade die kleinen Sorgen des schaffenden deutschen Menschen verdienten die größte Aufmerksamkeit und Beachtung des Block-, Zellen- und des Ortsgruppenleiters. Was hier von den ehrenamtlich tätigen Männern der Partei geleistet werde, sei bewunderungswürdig. Die mehrfache Anerkennung des Führers verpflichte auch in den nächsten Monaten zu erhöhtem Einsatz. Was am deutschen Volke früher vor der Machtübernahme durch Adolf Hitler durch die sogenannten Parteiführer gesündigt worden sei, müsse heute doppelt gut gemacht werden. Der politische Führer von. einst sei ein egoistischer Zivilist gewesen, der nichts mit politischem Soldatentum gemeinsam hatte. Der politische Leiter von heute trage keine Talare, keinen Regenschirm und keinen Zylinder, sondern der politische Soldat Adolf Hitlers trage Schaftstiefel, ein straffes Koppel und habe das Herz, voller Freude für den unbekannten deutschen Volksgenossen schaffen zu dürfen. Die Abwicklung der Getreideernte. Preiszuschläge auch bei Weizen. Berlin, 18. Febr. (DNB.) Aus nationalpolitischen Gründen ist seinerzeit der Aufbau einer umfangreichen Brotgetreidereser.ve in Angriff genommen worden. Die große Ernte 1938 hat den Ausbau dieser Reserve stark beschleunigt. Aus technischen Gründen kann die Aufnahme der noch bei Erzeugern und Verteilern befindlichen Ernteüberschüsse nicht in wenigen Wochen vor sich gehen. Um denjenigen, deren Getreide in den nächsten Wochen noch nicht abgenommen werden kann, die Möglichkeit späterer Ablieferung oder Einlagerung zu geben, ohne daß sie dabei Verluste erleiden, wird eine Verordnung ergehen, durch die auch beim Weizen Preisaufschläge, wie sie beim Roggen bereits festgesetzt sind, eingeführt werden, und zwar: im März 1939 statt des Zuschlages von 15 Mark nunmehr 17 Mark je Tonne, im. April statt des Zuschlages von 15 Mark nunmehr 19 Mark, im M a i statt des Zuschlages von 13 Mark nunmehr 20 Mark, i m Juni statt des Zuschlages von 13 Mark nunmehr 20 Mark. Die Mehrkosten werden nicht auf die Verbraucherschaft abgewälzt. Den Mühlen soll ein angemessener Ausgleich für die höheren Einstandspreise geschaffen werden. Um die Versorgung der Mühlen bis zur neuen Ernte zu erleichtern, wird die Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft die Bestimmung, daß Getreideabschlüsse nur zwei Monate voraus getätigt werden dürfen, bei Roggen und Weizen aufheben und schon jetzt den Kontraktabschluß für die Monate Mai und Juni zulassen. Die Weizenpreise ab 1. Juli 1939 werden neu festgesetzt werden. Es ergeht nunmehr die Aufforderung an Bauern, Landwirte, Genossenschaften und Landkaufleute, alle geeigneten Lagerräumlichkeiten in den Dienst der Sache zu stellen, um die Reichsstelle für Getreide in den Stand zu setzen, die Restmengen ordnungsgemäß vor Ende des Wirtschaftsjahres abzuwickeln. Oie HL.-Heinibeschaffung. Partei und Staat geben Zuschüsse. Berlin, 18. Febr. (DNB.) Die Reichsregierung hat jetzt das von Minister Frick bereits angekündigte Gesetz zur Förderung her HI. - Heimbeschaffung verkündet. Danach liegt die Errichtung und Unterhaltung der Heime der Hitler- Jugend den Gemeinden ob. Partei und Staat beteiligen sich an den Baukosten nach Maßgabe der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Soweit die Gemeinden Mittel für die Heimbeschaf- . fung nicht unmittelbar aus dem ordentlichen Haushalt aufbringen können, sind sie verpflichtet, eine Rücklage anzusammeln. Auch den Landkreisen wird eine Rücklage zur Pflicht gemacht, deren Mittel durch Kreisumlage aufgebracht werden Der Landkreis gewährt den Gemeinden aus der Heimbefchaffungsrückluge Beihilfen zur Bestreitung der Baukosten. Der Reichsschatzmeister der NnDAP. gewährt im Einvernehmen mit dem Reichsjugend- fuhrer für das einzelne Bauvorhaben m i n d e st e n s eine Beihilfe in Höhe der Hälfte des Betrages, der der Gemeinde vom Kreis gewährt wird. Eine neue Aeicbsqaragenordnung. Berlin, 18. Febr. (DNB.) Die neue Reichsgaragenordnung, die am 1. April 1939 in Kraft treten wird, bestimmt, daß künftig bei der Errichtung von Wohnstätten, Betriebsund A rb e i t s st ä t t e n oder bei Um- und Erweiterungsbäuten, die den Wert solcher baulichen Anlagen erheblich steigern. Einstell- platz für die vorhandenen oder die zu erwartenden Kraftfahrzeuge der Bewohner, des Betriebes und der Gefolgschaft auf dem Grundstuck oder m dessen Nähe freigehalten wird. Es wird verlangt, daß die Kraftfahrzeuge da, wo sie regelmäßig längere Zeit stehen, also bei den Wohnungen und bei den Arbeitsstätten, außerhalb der öffentlichen V e r k e h r s f l ä ch e n untergebracht werden. Die Laternengarage soll durch einen Einstellplatz auf dem Grund st uck des Kraftfahrzeugbsitzers ersetzt werden. Es wird jedem Kraftfahrzeugbesitzer überlassen blei- Oer Führer an der Bahre Hubert Klausners. Rudolf Heß halt die Gedenkrede für den ersten Gauleiter Kärntens. Klagenfurt, 18. Febr. (DNB.) Zur Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten für den verewigten Gauleiter von Kärnten Hubert Klausner traf der Führer am Samstagmittag mit dem Sonderzug in Klagenfurt ein. Die ganze Ostmark hatte Trauerbeflaggung angelegt. Im Wap - p e n s a a l des Landhauses ist der Leichnam des letzten illegalen Landesleiters und später des ersten Gauleiters Kärntens im Großdeutfchen Reich aufgebahrt. Die Ehrenwache stellt die ---Verfü- gungstruppe. Vor dem Sarge, der mit der Flagge des Dritten Reiches bedeckt ist, liegen die Mutze, die Orden und der Degen des Verstorbenen. Ein nestger Holzleuchter mit sechs Kerzen überragt die öahre. Das Gausinfonieorchester leitet die Trauer- eier mit dem 2. Satz aus Beethovens Eroika ein. Darauf nimmt der Stellvertreter des Führers, Reichsmimster Rudolf Heß, von dem alten Kampfer in bewegten Worten Abschied. Er führte aus: Kärntner Erde nimmt heute den sterblichen Teil eines ihrer besten Söhne wieder in sich auf. Ein Mannesleben hat sich auf seinem Höhepunkt vollendet, das beispielhaft war für einen deutschen Soldaten der Ostmark und einen großdeutschen Kämpfer. Als blutjunger Offizier im Weltkriege teilt Hubert Klausner tapfer seinen Mann. Es war elbstverständlich, daß er dann, als es galt, im Kärntner Freiheitskampf deutschen Boden zu retten, unter den Freiheitskämpfern zu finden war und einer ihrer wenigen Führer wurde. Seinen Kärntnern Jägsrn war es nur denkbar, daß Hubert Klausner sie führte. Und keinen seiner Kameraden wunderte es, daß dieser gleiche Klausner frühzeitig chon in der Bewegung des Führers seinen Platz fand, dort, wo er wiederum kämpfen tonnte, nicht nur, daß der Heimatboden deutsch bleibe, sondern auch, daß, er eingehe in das große Deutsche Reich! In das große Deutsche Reich, an das er felsenfest glaubte, von dem er wußte, daß es kommen müsse und daß es Wirklichkeit werde durch den deutschösterreichischen Landsmann jenseits der Grenze. Er ging als Nationalsozialist den Weg so vieler Gefolgschaftsmänner des Führers, die sich mit Leib und Seele Adolf Hitler Hingaben, seiner Idee und dem großen Ziele. Ostentativ hatte sich der aktive Offizier m einem besonders bedeutungsvollen Augenblick für die Bewegung in den Gem^inderat der Stadt Klagenfurt als Nationalsozialist berufen lassen. Der Schwerkriegsverletzte erlitt alle Verfolgungen, die damals Nationalsozialisten erlitten. Er wurde gejagt) und gehetzt. Er mußte in die Gfängnisse der Systemregierung. Je schlimmer die Verfolgung wurde, desto verbissener wurde sein Einsatz. Als im neroenzerreibenden Kampf der illegalem Zeit neben all den tapferen Kämpfern, die durchhielten, auch manch einer wankte, mancher zweifelte und zauderte, da war dieser stille Mann des geraden Weges, des unbeirrbaren Glaubens, des unbestechlichen Instinktes, dieser Mann mit dem gütigen Soldatenherzen ein ruhender Pol der Zuversicht, Hoffnung und Siegesgewißheit. Da zeigte sich eine Seite an Klausners Wesen, die so unendlich viele in den Strafanstalten und Gefängnissen, aber auch so viele andere im Elend, Hunger und Not daheim getröstet und wieder aufgerichtet hatte: sein gütiger und herzenswarmer männlicher Humor, ein Humor, der aus dem Glauben kam, ein Humor, der Glauben hab, ein Humor, der über das Elend des Augenblicks über die Not der Stunde, ja über Hunger und Verzweiflung hinwegführte in das visionäre Bild einer Zukunft, die für ihn so sicher kommen mußte, wie der Morgen folgt der Nacht. Hubert Klausner hat seinen deutschen Landsleuten in den Zeiten der Not Glück geben können. Die Machtergreifung in Oesterreich war auch für ihn die Krönung des irdischen Lebens. Mit der Frau, die ihm in den Jahren des schweren politischen Kampfes treu und aufopfernd zur Seite stand, ja, die buchstäblich mit ihrer Hände Arbeit materielle Not fernhalten half, hat er die großen Tage der deutschen Ostmark geschaut, die Tage der Heimkehr ins Reich. Sie haben, mein Führer, einst, als einer Ihrer alten Gauleiter hinschied, das Wort gesprochen: „Ich will, daß die Namen der ersten Apostel eingehen in die Ewigkeit der deutschen Geschichte. Das ist der Dank für ihre Treue, das haben sie verdient!" Unter diesen Namen, die in die Ewigkeit der deutschen Geschichte eingingen, wird der Name Hubert Klausner mit obenan stehen. Wir, Ihre Gefolgsleute, mein Führer, wissen, wie sehr her Tod eines Ihrer Getreuen Sie schmerzt. Wir fühlen mit Ihnen und wir trauern mit Ihnen. Wir trauern mit Ihnen um den ersten Gauleiter Ihrer ostmärki- schen Heimat, der von uns gehen muß. Die Trauer aber wird verschont durch den Trost, daß es ihm vergönnt war, noch die Erfüllung seines Hoffens, Wünschens und Kämpfens zu erleben, denn er starb, nachdem Großdeutschland geboren wurde." Nach Beethovens Coriolan-Ouvertüre spricht der Führer den Angehörigen sein Beileid aus. Er tritt dann vor den Sarg und nimmt Abschied von Hubert Klausner. Unter den Klängen des Kärntner Heimatliedes wird der Sarg in den Hof des Landhauses getragen und auf die Lafette eines Feldgeschützes gehoben. Das Trauergefolge eröffnete mit den Angehörigen des Verstorbenen die Reichsleiter, Reichsminister, die Führer der Gliederungen, die Reichsstatthalter und Gauleiter, Offiziere der Wehrmacht und die Mitkämpfer und Kameraden des Ver- storbeiren aus den Kärntner Abwehrkämpfen. Sie tragen Kärtner Heimattracht und das Kärntner Kreuz. Die Trauerparade stellt das 1. Bataillon des Gebirgsregiments 139, das die Tradition des Khe- venhüller-Regirnents aufrecht erhält, bei dem Klausner Offizier war. An der Stadtgrenze wird her Sarg auf eine motorisierte Lafette gehoben, um nach Villach gebracht zu werden, wohin die Kameraden Klausners dem toten Gauleiter das Geleit geben. Es hämmerte schon, als der Leichenkonhukt vor dem Friedhof anlangte. Unter dumpfem Trommelwirbel wurde der Sarg, dem der Kranz des Führers vorangetragen wurde, zum Grabe gebracht. Ihm folgte, geleitet von dem steierischen Gauleiter Uiber- reither und Gauleiter a. D. Globocnik, die Witwe des Verstorbenen. Der stellvertretende Gauleiter von Kärnten, Kutschern, erinnerte daran, daß in guten und bösen Tagen Klausner her geliebte Füh rer und her beste Kamerad der österreichischen Nationalsozialisten gewesen war. „(Bauleiter Klausner", schloß er, „ist nicht tot. Durch seine Arbeit und seine Leistung ist er mitten unter uns und bleibt unserer Gemeinschaft unlösbar und immerbar verbunden " Drei Salven einer Ehrenkompanie der ^-Standarte „Der Führer" gaben dem Toten letzten Salut, und unter dem Dröhnen der Schüsse sank der Sara in das Grab. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Ru d o l f H e ß , erhob die Hand zum letzten Gruß und drückte dann noch einmal der Witwe sein Beileid aus. Nach ihm nahmen Gauleiter B ü r ck e l und Reichsstatthalter Seyß-Jnquart Abschied von ihrem toten Mitkämpfer. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beendeten den weihevollen Staasakt. ben, ob er seinen Einstellplatz mit einem Schutz dach sichert ober ob er auch eine Garage baue will. Es besteht auch die Möglichkeit, die Einstellplätze und Garagen nicht auf dem Baugrundstück selbst zu schaffen, sondern sie in der Nähe gesondert ober auch als Gemeinschaftsanlage zu errichten. Diese Fragen sollen künftig schon in ben Bebauungsplänen geklärt werben. Die Bau- und die Betriebsvorschriften bringen 'rhebliche Erleichterungen, namentlich für die Klein- Garagen, deren Grundfläche 100 Quadratmeter nicht überschreitet. Es ist zu erwarten, daß dadurch eine wesentliche Bewilligung eintreten wird. Auch sind künftig Benzinabscheider nur noch da notwendig, wo bei Einstellplätzen ober Garagen Kraftfahrzeuge aus Tankanlagea mit Kraftstoff versehen ober mit brennbaren Flüssigkeiten gereinigt werden. krMahrzeughandwerk und Mlonsierung. Berlin, 19. Febr. (DNB.) Das Kraftfahrzeughandwerk hielt seine 4. Reichstagung ab. Neichs- innungsmeister Stupp betonte, daß durch die enge Gemeinschaft zwischen dem NSKK. und dem Kraft- fahrzeughandwerk Entscheidendes für die Verkehrstüchtigkeit, die Verkehrssicherheit und die Stärkung der motorischen Abwehrkräfte der Nation geschaffen worden sei. Das Kraftfahrzeughandwerk sei die Vorhut des modernen deutschen Handwerks geworden und stelle einen wichtigen Eckpfeiler der Motorisierung dar. Reichsleiter Korpsführer Hühnlein erklärte: In den Meistern, Gesellen und technischen Einrichtungen des Kraftfahrzeughandwerks ständen dem Korps für seine umfassende Schulungsarbeit wertvolle,Lehrkräfte und Lehrmittel zur Seite. Jene Meister des Kraftfahrzeughandwerks, die schon in der Kampfzeit in den Reihen der motorisierten Gliederung der Bewegung standen und ihre Werkstätten und Wagen für den politischen Kampf selbstlos und opferfreudig zur Verfügung stellten, seinen auch heute diejenigen, die dafür Sorge trügen, daß sich nirgendwo Materialismus durch einen idealistischen Mantel tarne, sondern daß alle Kräfte von gleichem Geist getragen auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet würden. Das NSKK. fördere die Arbeit des Kraftfahrzeughandwerks und vermeide es, sie durch seine eigenen Werkstätten und technischen Einrichtungen, die ausschließlich Schulungszwecken und der Erhaltung des eigenen Fahrzeugparks dienten, zu beeinträchtigen. Oberst von Schell wies auf die Notwendigkeit hin, die Anzahl der Typen auf ein Mindestmaß zu verringern. Diese Bestrebungen hätten schon heute sichtbare Erfolge zu verzeichnen, gebe es doch auf der jetzigen Automobilausstellung trotz ihrer Erweiterung durch bas Hinzukommen ostmär- kischer und subetendeutscher Firmen 8 1 Innen weniger als auf her vorjährigen. Noch stärker trete biese Typenverringerung bei ben Last - fra.ftmagen in Erscheinung, es würben jetzt nur 28 Lastkraftwagen-Typen auf der Automobil- ausstellung gezeigt, gegen 72 im vorigen Jahr. Don ben 335 verschiedenen Typen, die es in bezug auf Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Dreiräber und Krafträber in Deutschlanb heute gebe, würben allein in diesem Jahre etwa 270 verschwinden. Das bedeute eine ungeheure Ersparnis und nicht zuletzt eine wesentliche Erleichterung her Arbeit des Kraftfahrzeughandwerks. Notwendig fei eine solche Vereinfachung auch in Bezug auf die Zubehörteile. Sicherstellung -es Kräftebedarfs für staatspolitisch wichtige Ausgaben hältnis darf nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes gelöst werden. § 3. Zur Vorbereitung auf die Dienstleistung kann der Dienstpflichtige zu einer Schulung herangezogen werden. § 4. Der Dienstpflichtige hat dem Arbeitsamt auf Verlangen alle notwendigen Unterlagen vorzu- legen sowie alle erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Das Arbeitsamt kann auch das persönliche Erscheinen anordnen. Der Dienstpflichtige hat die Pilicht und das Recht, Sachen, die sich in seinem Besitz ober Gewahrsam befinben, auf Verlangen des A'b"itsomtes bei her Dienstleistung zu verwenden. § 5. Wer auf Grund dieser Verordnung ^zu einer Dienstleistung verpflichtet ober zu einer Schulung herangezogen wird, die länger als drei Tage dauert, und infolgedessen gezwungen ist, von seiner Familie getrennt zu leben, kann auf Antrag zur Sicherung des angemessenen Lebensbedarfs feiner Angehörigen Unterstützung vom Arbeitsamt erhalten. Wenn es zur Sicherung her wirtschaftlichen Lage erforderlich iff, kann Unterstützung auch unabhängig von den Voraussetzungen des Absatzes 1 gewährt werden. § 6. Die Unterstützung ist keine L e i st u n g der öffentlichen Fürsorge und kein Arbeitsentgelt, sie ist nicht zu erstatten und unterliegt nicht der Pfändung. Abschnitt II. — Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels. § 7. Aus besonderen staatspolitischen Gründen kann der Reichsarbeitsminister die Lösung von Arbeitsverhältnissen auch in anderen Fällen als denen des § 2, Absatz 5, von der Zuftim - rnung des Arbeitsamtes abhängig ma= Die neue Verordnung der Reichsregierung „zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung" hat folgenden Wortlaut: „Abschnitt I. — D i e n st p f l i ch t. § 1. Für Aufgaben, die der Beauftragte für den Vierjahresplan als besonders bedeutsam und unaufschiebbar bezeichnet, kann das Arbeitsamt Bewohner des Reichsgebiets zur Dienstleistung verpflichten. Hierzu kann privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen vom Arbeitsamt die Abgabe von Arbeitskräften auferlegt werden. Ausländische Staatsangehörige sind nicht zu Dienstleistungen heranzuziehen, soweit für sie auf Grund von Staatsverträgen ober‘oon anerkannten Regeln des Völkerrechts Befreiungen bestehen. § 2. Dienstverpflichtete, die in einem B e - fchäftigungsverhältnis stehen, gelten bei zeitlich begrenzter Verpflichtung als beurlaubt. Während der Beurlaubung darf bas bisherige Beschäftigungsverhältnis nicht gekünbigt werben. Der Dienstverpflichtete hat währenb her Dauer der Beurlaubung keinen Anspruch auf Gewährung von Arbeitsentgelt unb sonstigen Bezügen aus einem bisherigen Beschäftigungsverhältnis. Im übrigen gilt hie Zeit her auf Grund dieser Verordnung erfüllten Dienstverpflichtung als Beschäftigungszeit in der bisherigen Arbeitsstelle. Bei Verpflichtung zu Dienstleistungen von unbeschränkter Dauer erlischt das bisherige Beschäftigungsverhältnis. Für bas Dienstverhältnis des Verpflichteten gilt b i e für hie neue Arbeitsstelle 3 u ft ä n b i g e Tarif-, Betriebs- ober Dienftorbnung. Verliert ein für unbegrenzte Zeit Verpflichteter Ansprüche aus feinem bisherigen Beschäftigungsverhältnis, bie burch die . ., Ansprüche aus bem Dienstverhältnis nicht ausge- chen. Er kann auch anorbnen, daß die Einstellung alichen werden, so kann zur Vermeidung besonderer und Beschäftigung von Arbeitern und Angestellten Härten hem n"i'"n Betrieb auferlegt werben, ben a n bie $11 ft immun# bes Arbeitsamtes .verpflichteten schadlos zu halten. Das Dienftver-jge h undeü isL- Adschnitt III. — Schlußb^stimmung. § 8. Alle öffentlichen unb privaten Betriebe unb Verwaltungen sinb verpflichtet, den im Vollzüge biefer Verorbnung an sie gerichteten Ersuchen her Arbeitsämter zu entsprechen. Die Ersuchen können sich sowohl auf den einzelnen Fall als auch auf allgemeine Feststellungen erstrecken. § 9. Die zur Durchführung unb Ergänzung dieser Verordnung erforderlichen Vorschriften erläßt ber Reichsarbeitsminister. Dieser kann auch alle Maßnahmen treffen, die auf bem Gebiete bes Arbcits- rechts, des Arbeitsschutzes unb ber Reichsversicherung notwendig sind, um diese Verordnung durchzuführen. § 10. Diese Verordnung tritt am Tage ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig treten außer Kraft: bie Verorbnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung vom 22. Juni 1038, bie zweite Verorbnung zur Sicherstellung bes Krältebebarfs für Aufgaben von befonberer staatspolitischer Bedeutung vom 30. Juni 1938." Die farm der Gmchisfitzunaen. Zur einheitlichen Regelung her äußeren Formen, bie bei Abhaltung ber Gerichtssjtzungen zu wahren sinb, hat ber Reichssustizminister eine Verfügung erlassen. Sie bestimmt, baß zur Aufrechterhaltung von Drbnung unb Würbe im Gerichtssaal ber Vor- sitzende bes Gerichts berufen ist. Er macht bar- über, baß alle Beteiligten in Der vorgeschriebenen ober sonst angemessenen Kleibung erscheinen, sowie baß in ihrem Auftreten auf den Ernst ber Handlung Rücksicht genommen unb ihr ungeteilte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Vor Sitzunasbeginn nehmen alle Anwesenden im Saal ihre Plätze ein. Sie ert heben sich bei Erscheinen des Gerichts unb entbieten ihm ben beutschen Gruß, ben bas Gericht erwidert, sobald alle Richter an ihren Plätzen angelangt sind. Während einer Eidesleistung, in Strafsachen auch während ber Verkündung bes entscheidenden Teils des Urteils, erheben sich alle Anwesenden einschließlich des Gerichts von den Plätzen. Ebenso erheben sich bei Schluß ber Sitzung alle Anwesenden zugleich mit den Richtern unb erwidern ben non den Richtern zu erweisenden deutschen Gruß. Die Anwesenden bleiben im Saal, bis das Gericht ihn verlassen hat. Als selbstverständlich bezeichnet bie Verfügung, baß bie Richter, Staatsanwälte unb Urkunbspersonen strenge Anforberungen an ihr eigenes Auftreten stellen, bie Bestimmungen über bas Anlegen ber Amtstracht sorgfältig beachtet werben unb nur bie jeweils an b^r Verhandlung beteiliaten Personen sollen sich im Sikunassaal vor dem Richtertisch aufhalten. Die übrigen Anwesenden sind auf die für Zuhörer bestimmten Plötze, ober, insbefonbere wenn sie an einer sväteren Ver- hanblung teilnehmen wollen, in bie Warteräume 3U verweisen. Eine UeberfüHuna bes Sitzungssaales ist zu Dcrmeibcn. Mit b'*r Bekanntaobe biefes reichseinheitlichen Zeremoniells für unsere Gerichtssäle hebt her Minister bie bisher in ben Lönbern geltenden Best'mm'>n""n gleicher Art auf. Kleine politische Nachrichten. Auf feinem Hof in Suckow bei Stuer am Plauer See in Mecklenburg ist der ehemalige Reichsminister für Ernährung unb Landwirtschaft unb frühere ßanbbunbpräfibent Dr. h. c. Martin Schiele im 70. Lebensjahre geftorbeh. * Reichsminister Dr. Goebbels veröffentlicht in ber Sonntags-Ausgabe bes „V. B." unter bem Titel „Köpfe unb Hohlköpfe" einen Leitartikel, in deip er bie Diskussion über ben Intellektualismus weiter fortsetzte. * Auf Einlabung ber polnischen Regierung traf ber Chef ber Deutschen Polizei, Reichsführer jf H i m m° l e r mit Ober-Jägermeister Scherping , Ober« jägermeister Menthe unb seinem Chefabjutantey, ^-Oberführer von Alvensleben, zu einem Jagdbesuch in Warschau ein. Er wurde auf bem Bahnhof vom Chef ber polnischen Polizei, General Z a m 0 r s k i, begrüßt unb begab sich abenbs im । Anschluß an einen Empfang in der deutschen Bat- Nachdruck verboten Ohne Gewähr Katharina Klingelhöfer 18. Februar 1939 13. ZiehungStag Sn der heutigen Vormtttagsziehung wurden gezogen im 89. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Klingelhöfer. 5633 12699 13226.14532 1241D 150 RM. gezogen. wurden gezogen i Leonhard Kröcker 36293 SAMT SEIN D - Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Max Bertram. 168263 Gießen (Landmannstraße 8), den 20. Februar 1939. 3370 4528 5033 5372 300 RM. 220 Gewinne zu 11419 16292 19251 34111 34283 35946 65796 66208 66755 80419 86562 1246D Kaloderma-Gelee Außerdem wurden 4604 Gewinne zu je I242D Wi 145567 244279 318807 134079 209785 253607 323871 370322 21411 100176 149591 203774 270383 340528 121428 242562 278485 397153 134041 198480 249970 316442 360457 100817 153249 238180 302215 340893 134828 169981 181237 192925 207760 234246 266362 286389 313290 348768 357673 390148 23513 36449 68918 89684 113431 179842 264337 323890 349419 139080 170576 182897 194234 222203 248631 270592 287473 322094 349303 364974 391063 252516 334091 15105 27699 43332 72559 92318 114327 187076 268744 328057 396273 147785 173795 187102 199349 224519 253312 273793 305481 323712 351349 378008 392536 259145 388260 20861 48226 44261 29273 47903 72978 92570 61396 116739 153088 174277 187468 201239 230768 255880 274858 307031 328204 351692 383518 398368 26295 108046 205884 261579 395902 25213 239241 315138 352857 385417 DAS SPEZIALMITTEL j| ZUR PFLEGE DER HÄNDE j 79177 101723 125363 141657 158174 170365 187058 199124 213138 229024 254862 293774 323444 352072 131366 164778 180587 192011 202849 232996 259817 €78292 312390 345885 355054 386385 145964 251740 329016 500 RM. 126061 266660 48045 139696 202111 354706 107260 156339 254965 305930 343602 FRAU LISA HAT SCHON WlE'i OER EINEN NEUEN RING " SIE SOLLTE MAL HEBER. ETWAS FÜR IHRE HANDE TUM-| DIE MACHEN JA DEN SCHÖN'| STEN SCHMUCK ZU SCHANDEN.1 30520 61346 77004 98022 118900 138561 156556 166080 181806 197140 209419 225746 249884 289230 320306 348342 390733 gezogen. Nach kurzem Kranksein entschlief heute nacht unsere geliebte Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Die Einäscherung hat bereits in aller Stille stattgefunden. Für erwiesene Teilnahme herzlichen Dank. schast zur Teilnahme an einer Jagd in die Forsten von Bialowieza. wurde am 15. Februar von seinem langen und schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. 102554 130973 147056 158866 170636 190510 199564 213707 241105 261370 296903 334929 356082 WENN SIE NOCH HEUTE ABEND IHRE HÄNDE MIT KALODERMA-GELEE EINREH ßEN WERDEN SIE MORGEN SO ZART UND GLATT 161865 225296 258363 326366 375842 164734 225323 296673 339421 378257 113625 135603 154283 164544 180959 196727 203735 222350 248251 288398 315304 347569 390166 150 RM. familiendrucksachei. Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. ? 103640 133749 149074 160421 175830 191182 201716 217680 241505 286439 300865 337876 360292 104413 135473 151926 161763 178360 194332 202129 220212 246860 287500 310059 339826 377282 230452 298801 350894 383507 TUBEN RM-.27J RM-.4Su RM-.9Q i | Kaufgesuche Garten oder Grundstück mittlerer Gröhe, zu kauf, gesucht. Lchr. Angeb. u. 0841 a. d. G. A. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Februar, vormittags 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Außerdem wurde« 4660 Gewinne zu je 1 In der heutigen Nachmittagsziehung /eji-fjicfj tc futcn. gcfj/iJ.figcH Gießen (Bleichstraße 37) und Friedberg, den 18. Februar 1939. Gewinnauszug 5. Klaffe 52. Preußisch-Süddeutsche (278. Preuß.) Klassea-Lotterie Wanne-Eickel, auf dem verbotswidrig 14 Personen befördert wurden, die an einer Karneoalsfeier teilgenommen hatten, fuhr gegen einen Straße n b a u m. Sämtliche Insassen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Neun von ihnen mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Lieferwagen wurde vollständig zertrümmert. Der Fahrer war infolge Trunkenheit und Uebermü- dung am Steuer eingeschlafen; er wurde festgenommen. ihm erst ausgehändigt, wenn alle Schäden behoben sind. Für die Teilnahme an Fahrten und Märschen ist das sanierte Gebiß Voraussetzung, desgleichen für die Kurse an Führerschulen, Haushaltungsschulen und vor allem auch für die Teilnahme am Landdienst. Auch die NSV. macht bei ihren Verschickungen die vorherige Gebißsanierung zur Bedingung. Für den Einsatz in den Lagern stehen motori- si erte Zahnstationen zur Verfügung, die sich besonders in Nürnberg außerordentlich bewährt haben, bei dem Adolf-Hitler-Marsch wurde im letzten Jahre mit Hilfe der Zahnärzteschaft der zahnärztliche Dienst in der Weise organisiert, daß an jeder Station des Marsches auch ein Zahnarzt für den Einsatz bereit stand. Eine zahnärztliche Ueberwachung der Jugend muß spätestens mit dem schulpflichtigen Alter beginnen und während der Unterrichtszeit durchgeführt werden. Die Zahnärzteschaft in ihrer Gesamtheit ist für diese wichtige Aufgabe der Gesundheitserziehung heranzuziehen. Besondere Maßnahmen werden sich für die 16- bis 17jährigen als notwendig erweisen. Der Erfolg der Ueberwachuug hängt natürlich von der gleichzeitigen Sicher st ellung der Behandlung ab. An der Finanzierung wird die Lösung dieser Aufgabe nicht scheitern dürfen, denn nicht nur Partei, Staat und Wirtschaft, sondern auch die Sozialoersicherungsträger selbst haben das größte Interesse daran, das Krankheiten durch vorbeugende Maßnahmen verhütet werden. Statt besonderer Anzeige. Unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Aos jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in de« beiden Abteilungen I und II Plötzlich und unerwartet ist am 13.Febr.1939 meine liebe Frau,unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Sophie Dött geb. Röhr im 68. Lebensjahr von uns gegangen. Die trauernden Angehörigen: Adolf Dött Karl Dött Mathilde Dött, geb. Bierau Ilse und Ute Dött Gießen, Münster i. W., 17. Febr. 1939. Die Trauerfeier hat in aller Stille stattgefunden. Für die uns bewiesene Anteilnahme sprechen wir gleichzeitig unseren herzlichsten Dank aus. 142752 144015 145862 163236 174130 216712 239877 253949 309883 353346 F »WOLFF & SOHN • KARLSRUHE Aus aller Welt. Oie Mainzer Zaffenacht. Das goldene Mainz hat offiziell seine Fassenacht durch die Uebergabe der Stadtschlussel an das hohe närrische Ministerium als den Vertreter des Prinzen Karneval eröffnet. Oberbürgermeister Dr Barth übergab dem närrischen Ministerpräsidenten die auf blauem Kissen ruhenden Stadtschlüssel. Lebhafte Helaus dankten ihm für die ver- ständnisvolle Tat. Aus der Hand des Ministerprasi- den empfing der närrische „Kriegsminister" Fritz Eberhardt die Stadtschlüssel und eine Urkunde. Mit ihr bewaffnet betrat er den Balkon des Stadthauses, um die Proklamation zur Verlesung zu bringen. Es war die Anordnung der sofortigen närrischen Mobilisierung. Mit eindringlichen Worten rief der „Kriegsminister" auf zum Kampf gegen Philister und Muckertum. Die Vereidigung der Rekruten konnte erfteulicherweise bei gutem Wetter stattfinden. Die Rekruten erschienen zum Teil mit ihren Bräuten und sperrten Ohren und Münder auf, als ihnen der Kriegsminister klar machte, daß „Määnzer Blut kä Buddermilch" sei und sie sich mit Weck, Worscht*und Woi für den Prinzen Kar- Fremden- zimmer auch mit Koch- gelegenheit, je- erzeit [meD „Gambrinus", Wetzsteingasse 10 DER RING IST WUNDERBAR - aber ich möchte wis* SEN, WARUM SCHMUCK BEI ANDEREN FRAUEN IMMER SO VIEL BESSER AUS5IEMT ALS BEI MIR... 14 Gewinne zu 3000 RM. 87180 165408 176219 192188 298515 10 Gewinne zu 2000 RM. 22949 306546 363199 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1 000 000 RM, 2 zu je 200 000, 2 zu je 100 000, 2 zu je 50 000, 8 zu je 30 000, 8 zu je 20 000, 64 zu je 10 000, 88 zu je 5000, 188 zu je 3000, 538 zu je 2000, 1622 zu je 1000, 2720 zu je 500, 5522 zu je 300 und 122234 Gewinne zu se 150 NM. 3m 3