Nr. 193 Erstes Man Samstag, 19./$onntag,2O. August 1939 189. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Driitft und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Lchulftratze 7 Erschetttt tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezngspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11688 Annahme von Lnzetge« für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Te^l« anzeigen von70 mm Breite 5ORpf.,Platzvorschrc 3U stiften und in unverantwortlicher Weise eine weitere Trübung der internationalen öffentlichen Meinung herbeizuführen. Das Deutsche Nachrichtenbüro ist ermächtigt, festzustellen, daß Graf Csaky seit seinem privaten Besuch bei Reichsaußenminister von Ribbentrop am 8. August weder mit dem Führer noch mit dem Reichsaußenminister von Ribbentrop Besprechungen gehabt hat. Mussolini empfängt Graf Csaky. Rom, 19. August. (Europapreß.) Mussolini hat am Freitagnachmittag den ungarischen Außen- Kesselheizer Viktor Kopietz: Als dieser nachts mit seiner Frau nach Hause ging, wurde er vor dem Gasthaus von dem im Ort übel beleumundeten Polen Woznikowski, der ihm aufgelauert hatte, a n - gefallen. Er erhielt mit einem eisernen Notenständer einen wuchtigen Schlag über den Kopf und brach sofort bewußtlos zusammen, so daß er in das Nikolaier Krankenhaus transportiert werden mußte. Auf dem Wege dorthin starb er. Der polnische Mordgeselle wurde formell zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er hat diese Strafe b i s heute noch nicht angetreten. Alle diese Berichte der Flüchllinge enthüllen das Grauen, das der tierische Haß der polnischen Chauvinisten über das Deutschtum in Polen gebracht hat. Ehrliche, brave Menschen, die niemand etwas zuleide taten, die dem polnischen Staat loyale Bürger waren, sind Freiwild, das man hetzt und jagt. Ihr Eigentum wird zertrümmert, ihre Angehörigen werden verschleppt, und sie selbst sind froh, das nackte Leben gerettet zu haben. 3m polnischen Gefängnis zu Tode geprügelt. DNB. G l e i w i tz, 18. August Aus Oftober- fchlesien treffen Meldungen über die Verhaftungen von mehr als 100 führenden Volksdeutschen ein. Die Verhaftungen erfolgten im Anschluß an durchgeführte Haussuchungen, unter den nichtigsten Vorwänden. Sie wurden beispielsweise auch dann vorgenommen, wenn veraltete und vollkommen gebrauchsunfähige Waffen, die nur noch Mufeumswert haben, vorgefunden wurden. Aus Bielitz werden weitere Verhaftungen von 10 Amts- leitern der Jungdeutschen Partei und anderen Volksdeutschen Organisationen gemeldet. Der auf Grund haltloser Verleumdungen verhaftete Volksdeutsche Thomalla wurde mit Knüppeln und Fäusten blutig und besinnungslos geschlagen und erst nach zwei Tagen, die er ohne Wasser und Nahrung verbringen mußte, freigelassen. Thomalla hat infolge der Mißhandlungen ernsten Schaden genommen. Der Volksdeutsche Valetta aus Piekar, der bei den von Polen provozierten Grenzzwischenfällen in diesem Ort am Montagabend verhaftet wurde, ist d e n schweren Mißhandlungen, die er im Gefängnis erdulden mußte, erlegen. Die Frau des erschlagenen Kaletta ist von den Polen ins Gefängnis geworfen worden. Am Dienstagabend drang polnischer Pöbel nach einer Hetzkundgebung in die Wohnung des Kaletta ein, wo sich nur das Kind des Ehepaares und dessen Großmutter befanden. Der Mob verwüstete d i e gesamte Wohnungseinrichtung und warf das Kind aus dem Fenster. polnische Polizei mißhandelt politischen Leiter der AO. Berlin, 18. Aug. (DNB.) Wie die NSK. meldet, haben die U Übergriffe der polnischen Behörden auf Volksdeutsche in den letzten 24 Stunden For- N. F. London, 18. August. Die an die beiden letzten Besuche Sir Robert Craigies bei dem japanischen Verhau dlungs- führer Kato geknüpften Hoffnungen auf eine baldige Wiederaufnahme der Tientsin-Verhandlungen in Tokio scheinen sich zunächst kaum zu verwirklichen. Von englischer Stelle wird mitgeteilt, der Botschafter habe neue Instruktionen erhalten, die er in seiner Besprechung am Freitag mit Kato der japanischen Regierung übermittelt habe. England erklärt die japanischen Forderungen, wonach der Gebrauch der nationalchinesischen Währung in der britischen Niederlassung in Tientsin verboten und die auf 800 000 Pfund Sterling bewertete Silberreferve aus den chinesischen Banken dcr Niederlass >!g entfernt werden soll, könnten nicht im Rah inen von englischjapanischen Verhandlungen geregelt werden, sondern berührten die Interessen anderer Mächte. Deswegen fei man der Ueberzeugung, nützliche Ergebnisse könnten in diesen Punkten auf einer rein englisch-japanischen Grundlage nicht erreicht werden. Wenn Japan die weitere Diskussion biefer wirtschaftlichen Vorschläge fordere, müßten nach englischer Meinung alle Unterzeichnermächte desNeunmächte-Vertrages her- angezogen werden. Gegenüber diesem Einwand gegen die grundsätzlichen japanischen Wirtschafts- minifter Graf Csaky im Palazzo Venezia empfangen. An der längeren Unterredung nahm der italienische Außenminister Graf C i a n o teil, der bereits vorher eine Besprechung mit dem ungarischen Außenminister gehabt hatte. Graf Csaky hatte sich von München aus im Flugzeug nach der italienischen Hauptstadt begeben. Geheimnisvoller Doknmenten-Diebsiahl in Sofia. Sofia, 18. August. (Europapreß.) Ein geheimnisvoller D'iebstahl diplomatischer Dokumente hat in Sofia Aufsehen hervorgerufen. Der rumänische Hauptmann Paolicu, der diplomatische Schriftstücke von Sofia nach Bukarest bringen sollte, bemerkte, daß der Koffer mit den Dokumenten aus feinem Kraftwagen verschwunden war. Als er den Fahrer zur Rede stellte, erklärte dieser, Paolicu habe den Koffer doch f e I b ft aus dem Wagen genommen. Es stellte sich heraus, daß ein Mann, der dem Hauptmann zum Verwechseln ähnlich sah und ebenso gekleidet war, den Koffer entfernt hatte. Der rumänische Ge- sandte in Sofia, Filoti, und Hauptmann Paolicu begaben sich sofort zur Polizeidirektion, um Anzeige zu erstatten. Beim Verlassen der Polizeidirektion richtete Hauptmann Paolicu plötzlich einen Revolver gegen sich und schoß sich eine Kugel in hie Schläfe. Er wurde sterbend in ein men angenommen, die an Chauvinismus nicht zu überbieten find. Die Bestialität, mit der deutsche Frauen und Mädchen mißhandelt wurden, zeigt die ganze moralische Minderwertigkeit der Polen. Daß sie darüber hinaus instinktlos genug sind, um Aus« länber zu mißhandeln, beweisen die jünasten Ereignisse. Diese Uebergriffe schlagen jedem Anstand und jeder nationalen Gepflogenheit, nach der Ausländer, so lange sie nicht ausgewiesen sind, Gastrecht genießen, ins Gesicht. In den letzten 14 Tagen sind über 100 Mitglieder d e r Auslandsorganisation der NSDAP, verhaft etund schikaniert worden. Allein 11 politische Leiter der AO., darunter ein Kreisleiter und acht Ortsgruppenleiter, wurden ins Innere des Landes verschleppt, niemand weiß, wo sich heute befinden. Die polnischen Behörden gaben nicht einmal den Angehörigen Auskunft über deren Verbleib. Von fünf Ortsgruppenleitern vermutet man, daß sie in Warschauer Gefängnissen sind, von allen anderen f e h l t j e d e Spur, so daß die An- gehörigen auf alles gefaßt sein müssen. In Katto- witz hat eine Polizeistreife am späten Nachmittag des 17. August einen Angehörigen des deutschen Konsulats vor dem Konsulatsgebäute festgenommen und ebenfalls ins Landesinnere verschleppt, auch von ihm fehlt jede Nachricht. Ungeahnte Folgen der Setze. Lebensmittelhamster und Kleingeldmangel Hindenburg, 18.August. (DNB.) Die polnische Kriegshetze und das brutale Vorgehen gegen alles Deutsche in Ostoberschlesien haben auch Folgen, die sich der Wojewode Grazynski und die on- oeren polnischen Hetzer nicht dachten. So hat sich der polnischen Bevölkerung eine regelrechte Panikstimmung bemächtigt. Sie hamstert Lebensrnittel, um im Kriegsfälle" eingedeckt zu fein. Die Auswirkungen sind ein ständiges Steigen der Preise und die Verknappung einer Reihe von Artikeln des täglichen Bedarfs. Bemerkenswert ist auch, daß Regierungsbeamte und andere führende Polen in Ostoberfchlefien in aller Eile ihre Familien ins Innere des Landes schaffen, ihre Wohnungen räumen sowie Möbel und alles Wertvolle, wie z. B. Silber usw., sicherzustellen suchen. Das Wirtschaftsleben in Ostoberschlesien wird weiterhin auf das Empfindlichste von dem allgemeinen Hartgeldmangel beeinträchtigt. Es ist fortan nicht möglich, mit Banknoten zu zahlen, da niemand in der Lage ist, auf einen 20-Zloty- Schein das nötige Kleingeld herauszugeben. Die „Polonia" nennt das Kleingeldhamstern „eine gefährliche Kriegserscheinung". Obwohl sich die polnische Presse, die jeglichen Beweis dafür schuldig geblieben ist, krampfhaft bemühte, „bezahlte Hitler- agenten" für den Kleingeldmangel verantwortlich zu machen, häufen sich jetzt die amtlichen Meldungen über ständige Verhaftungen von Juden wegen dieses Vergehens. Allein in Ostoberschlesien und im Olsagebiet wurden bisher etwa 200 tuben in diesem Zusammenhang festgenommen. forderungen dürfte es kaum ins Gewicht fallen, wenn von englischer Seite betont wird, in den Verhandlungen über die Zusammenarbeit mit den Japanern zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der englischen Niederlassung in Tientsin seien beträchtliche Fortschritte erzielt worden. Im Anschluß an die Unterredung zwischen deck Vertreter Japans und dem britischen Botschafter fand eine längere Beratung des japanischen Außenamtes statt, an der Außenminister Arita, Vizeaußenminister Sawada, Gesandter Kato und auch Vertreter der Armee teil- nahmen. Daraufhin erklärte Kato dem britischen Botschafter Craigie, daß die Haltung Londons die japanische Regierung schwer enttäuscht habe. Japan könne, wie es schon wiederholt betont habe, keine getrennte Behändlung der Währungsfragen und der Frage der öffentlichen Sicherheit zulafsen. Es stehe England frei, sich mit dritten Staaten über die Währungsangelegenheiten zu verständigen, aber es müsse mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß England genügend Zeit gehabt habe, um eine Entscheidung über das Verbot der chinesischen Währung zu treffen. Abschließend forderte Gesandter Kato die sofortige Wiederaufnahme der Besprechungen, da sonst mit einem Abbruch der Verhandlungen gerechnet werden müsse. Krankenhaus gebracht. — Die bulgarische Polizei hat umfangreiche Nachforschungen eingeleitet. Bisher sind jedoch alle Bemühungen erfolglos geblieben. Am Freitagnachmittag traf aus Bukarest einer der besten rumänischen Kriminalisten ein, um sich an den Nachforschungen zu beteiligen. Bereits am 11. Mai sind drei Koffer verschwunden, die ein Mitglied der rumänischen Gesandschaft auf dem Bahnhof in Sofia aufgegeben hatte. Die Koffer waren von Unbekannten aus ge!oft worden, von denen bisher jede Spur fehlt. Die Zeitung „Mir" meint, es könne sich bei dem Doku- mentendiebftahl auch um eine internationale Intrige handeln. Es fei daher Pflicht der Polizei, alles aufzubieten, um den Fall zu klären. Oer italienische Kronprinz berichtet über seine libysche Inspektionsreise. Rom, 18. August. (Europapreß.) Mussolini hat am Freitag den italienischen Kronprinzen zur Berichterstattung über dessen Inspektionsreise bei verschiedenen Divisionen des Mutterlandes und in Libyen empfangen. Der Kronprinz machte dem Duce Mitteilung über die bei dieser Inspektion bei den Grenzbefestigungen in Libyen unverhoffte Probemobilisation. Mussolini empfing ferner den General Bergia, der stellvertretender Generalftabschef der territorialen Luftabwehr ist. Bergia berichtete dem Duce über die Kritisches Stadium in den englisch-japanischenVerhandlungen MM MM ■Sie MM- E rl Grenzen auch weiter in bk Dtf 4. 5. 5* 2. 3. M k «i Hauptstadt, die bis nach Berlin 640 km betrage, fertiggestellt seien. Gauleiter und Reichsstatthalter Sauckel dankte dem Generalinspektor für die Fetrigstellung der Strecke. Für Thüringen, so betonte er, wo noch vor Jahrzehnten das Prinzip der kleinendeutschen Staaten herrschte, hätte die Reichsautobahn größte Bedeutung. Der Kleinstaaterei, die einst zu einem wesentlichen Faktor der Politik gegen Deutschland wurde, habe der Führer ein für allemal e i n Ende bereitet. Die Reichsautobahn lege für alle Zukunft Zeugnis von der Unteilbarkeit aller deutschen Lande ab. Sie verbinde aber nicht allein die Gaue, sondern sie habe auch für den deutschen Soldaten große Bedeutung und stelle ein Mittel in der Hand des Führers dar, auf schnellstem Wege Verteidiger des Vaterlandes dort aufmarschieren zu lassen» wo er es für notwendig halte. gewaltigem Ausmaß feinen kulturellen Aufbau durch. Im Laufe dieses Jahres werde der 40 0 0. Kilometer der Reichsautobahnen programmgemäß dem Verkehr übergeben werden. Die Straßen des Führers seien Ausdruck der unbedingten Sicherheit und des Vertrauens des deutschen Volkes in Adolf Hitler. Heber den Anschluß Weimars an das Autobahnnetz habe die neue Strecke auch insofern Bedeutung, als nunmehr 500 km der Verbindung vorn Südwesten des Reiches zur Reichs- Die 750 Meter lange Steinbrücke, die in 20 Meter Höhe das malerische Saaletal überkreuzt. Die 17 Oeffnungen der Brücke haben Spannweiten von 26 bis 32 Meter. — (Scherl-M.) Jena, 18. August. (DNB.) Die 26 km lange Reichsautobahn st raße Jena — Weimar und mit ihr die gewaltige Saalebrücke bei Göschwitz, die das Tal in einer Länge von 750 m überquert, wurde durch den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, dem Verkehr übergeben. Während rings um Deutschland, so sagte er, tiefste politische Aufregung herrsche, führe das Reich nach der endgültigen Sicherung seiner k fr olgt um 17.30 Uhr auf dem Flughafen Königs trg. Oer Internationale Weinbaukongreß Dom 21.-30. August in Bad Kreuznach. Von Landesbauernführer Dr. Wagner. Wie die Deutsche Zeppelin-Reederei mitteilt, wird Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin" am Samstag, 2.. August, unter Führung von Kapitän Albert ||iammt eine Ostpreußenfahrt durchführen. Ins Luftschiff wird um 11.30 Uhr über dem !n»eichsehrenmalTannenberg kreuzen. Im eiteren Kurs wird um 12.45 Uhr Allenftein, um IH.15 Uhr Insterburg und um 15 Uhr Tilsit be= W- Das Memelland sieht den „Graf Zeppelin" ? Ilm 16 Uhr über der Stadt Memel. Die Landung Weinproduktion; in der Erzeugung von Qual itätsw ein en; in der Aufrechterhaltung angemessener Preise für den Erzeuger ; in einer umfassenden Propaganda für den Absatz von Wein, Süßmost und in einer wissenschaftlichen und medizinischen Aufklärung und Propaganda gegen die bestehenden Ansichten der schädigenden Emwir- kunaen des Weingenusses auf den menschlichen Organismus. Diese Propaganda muß in die breitesten Bevölkerungsschicht^n getragen werden und über die bekömmliche und wohltuende Wirkung des mäßigen Weingenusses Aufkla- Dann folgen Argentinien, Griechenland, Bulgarien, die Schweiz, Brasilien, die Türkei, ferner die englische Weinproduktion in Australien und in den südafrikanischen Ländern. Wenn auch die Umweltbedin- gungen, tierische und pflanzliche Schädigungen jährliche Schwankungen der Weinerträge in den einzelnen Ländern verursachen, so beweisen immerhin die statistischen Erhebungen der letzten Jahrzehnte, daß dank der Fortschritte der Weinbauwissenschaft und ihrer praktischen Betriebszweige die Weltweinerzeugung gewaltig zugenommen hat und noch im Steigen begriffen ist. Für den Internationalen Weinbaukongreß 1939 in Bad Kreuznach arbeiten schon seit Monaten die bedeutendsten Fachleute und Wissenschaftler aus allen Ländern an der Abfassung der Kongreßberichte, die besonders aktuelle Fragen des Weinbaus, der Kellerwirtschaft und des Weinabsatzes in neun verschiedenen Sektionssitzungen zum Vortrag bringen. In weiteren acht Sondervortägen mit anschließenden Aussprachen werden Referate über den gegenwärtigen Stand und die neuesten Probleme der Weinbauwissenschaft, der Weinbautechnik, der Kellerwirtschaft, des Winzergenossenschaftswesens und der Weinwirtschaft von führenden Männern und Spezialisten dieser Betriebszweige gehalten. In einer dieser Sektionssitzungen werden die Probleme der R e b z ü ch t u n g von international anerkannten Fachleuten behandelt. Ihre Vorträge dürften, besonders für die deutschen Rebenzüchter nach dem Zusammenschluß sämtlicher Rebenzuchtbetriebe zur Reichsrebenzüchtung, von besonderem Interesse sein. Während die Europäerrebenzüchtung die Verbesserung der wirtschaftlichen Eigenschaften sowie die Widerstandsfähigkeiten gegen pilzliche als auch tierische Schädlinge zum Ziele hat, ferner ertragsreiche, ertragssichere und qualitativ hoch stehende Sorten auf dem Wege der Kombinationszüchtung hervorzubringen verfolgt, strebt die Unterlagenzüchtung nach einer Adaption an die schwierigsten Weinbergsbvden, an eine gute Affinität von Edelreis und an volle Widerstandsfähigkeit vor allem gegen die Reblaus. Beide Zuchtziele kombiniert erstreben die Ideal- re b e, die die besten Eigenschaften der Europäerrebe in sich vereinigt. Weitere Vorträge der Sektionssitzung 3 geben Aufschluß über den heutigen Stand der Schädlingsbekämpfung und zeigen neue Wege erfahrener Spezialisten auf diesem Gebiet, die bestrebt sind, die Schädlingsbekämpfungsarbeiten einfacher, wirtschaftlicher und erfolgreicher zu gestalten. Besonders der Vortrag von Professor Stellwaag, (Deutschland), über „Die Bekämpfung der Traubenwickler" dürfte die Weinbaugebiete, die unter starkem H^u- und Sauerwurmbefall zu leiden haben, sehr interessant und lehrreich sein. Ein umfassendes Gebiet des Weinbaues nimmt schon seit über 50 Jahren die Reblausbekämpfung ein. Hierzu werden in der Sektionssitzung vier, Dr. Börner (Deutschland) und ein Vertreter von Griechenland sprechen. Wenn sich auch der praktische Winzer weniger um die bahnbrechenden Arbeiten Börners kümmert, so bilden sie doch für den gesamten Pfropfrebenbau die Grundlage, auf der äufgebaut werden muß. Von den Ausführungen des Referenten von Griechenland sind aufschlußreiche aus der Praxis vorliegende Erfahrungen zu erwarten, die sicherlich auch Antwort geben auf die deutschen Fragen über die Ursachen des Zurückgehens älterer und jüngerer Pfropfrebenbestände in den verschiedenen Weinbaugebieten. Auch die Kellerwirtschaft faßt ihre Sve- 'zialisten in einer Sektionssitzung zusammen. Die Seit faft 50 Jahre» ist die Weltweinerzeugimg ständig im Steigen b-grist-rn Wahrend die Erneugunq um das Jahr 1910 147 Millionen -ekto- fiter betrug, stieg sie bis zum Jahre 1930 im Jahresdurchschnitt auf 172 Millionen und vermehrte sich im Durchschnitt der folgenden Jahre bis 1938 auf 190 Millionen Hektoliter. AmJahr.e 1938 wurden 200 Millionen Hektoliter Wem m den wem- bautreibenden Ländern erzeugt. Daran sind vornehm- lich folgende Staaten bele,1,9t:6rtrag5f[äd)? Frankreich mit Algier rund 4 000 000 ha Jt°st°.n " 3 400 000 Ungarn 377 000 Katastralfoch W 350 000 ha Rumänien " UMO „ Kalifornien " *00 000 „ Jugoslawien „ 1A 000 „ Deutschland „ 125 000 „ Chile „ 102 000 „ Meine politische Nachrichten. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring Drille in München und hat dort die Große deutsche Kunstausstellung 1939 ein- -chend besichtigt. Er hat sich dann wieder in sein Lcmdhaus auf dem Obersalzberg zurückbegeben. * Meichsminister Dr. Goebbels sandte dem rteigenossen Graf Ernst zu Reventlow |U." Vollendung seines 70. Lebensjahres ein in herzig en Worten gehaltenes Telegramm. Mit dem Wunsche für das persönliche Wohlergehen verbindet !):- Goebbels die Hoffnung, daß dem Grafen Re- xntloro, „einem der ältesten politischen Journalisten irr> verdienten nationalsozialistischen Vorkämpfer ir eine planvolle Außenpolitik", noch viele Jahre ir'rechten Kämpfertumes beschieden sein mögen. orzügliche Arbeit des italienischen Luftabwehr- :erbandes. Vor einer neuerlichen Abwertung des englischen Pfundes? N. T. ß o n b o n, 18. August. In City-Kreisen verlautet, bei dem bevorstehenden Zesuch des amerikanischen Schatzsekretärs Morien t h a u in London werde zwischen ihm und der inglischen Regierung die Frage einer Abwertung des Pfundes gegenüber dem Dollar irortert werden. Die Stützung des Pfundkurses bei dem gegen- DÖrtigen Stand von etwa 4,68 Dollar nimmt er- tebliche Mittel des englischen Währungsausgleichs, bnbs in Anspruch. In maßgebenden Kreisen wird is nur als eine Frage der Zeit betrachtet, wann Üe englische Währungskontrolle ihre Stüt- ungsaktion aufaeben und das Pfund einen niedrigeren Kursstand suchen lassen wird. Wenn die inglische Regierung, bevor sie sich hierzu entschließt, üe Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch mit :em amerikanischen Schatzsekretär wahrnehmen will, 3 geschieht dies aus politischen Gründen. Ils das Pfund unter vielfachen Schwankungen im Laufe des letzten Winters zeitweise den Tiefstand :on 4,62 gegenüber dem Dollar erreichte, wurden :cm amerikanischen Schatzamt schwere Vorwürfe legen die englische Regierung erhoben, weil man In Wajhington in der englischen Haltung einen l» erstoß gegen das englisch-französisch-amerika- -ische Währungsabkommen erblickte. Da- Inals ließ sich die englische Regierung durch die imerikamschen Kritiken nicht beeinflussen. Als das l.fund im Laufe der Entwicklung wieder steigende Tendenz zeigte, hielt die englische Währungskon- rvlle die Aufwärtsbewegung bei dem gegenwärtigen fürs von 4,68 an. Mit Rücksicht auf die gespännte iiternationale Lage nimmt man aber jetzt in City- jreifen an, daß die englische Regierung eine neue ! erstimmung der Vereinigten Staaten wegen !?r Währungsfrage nach Möglichkeit vermeiden vill. Jedenfalls wird in den Besprechungen mit llorgenthau versucht werden, den amerikanischen öchatzsekretär von den zwingenden wirtschaftlichen Bünden zu überzeugen, die es England auf die i auer unmöglich machen, einer weiteren Pfundab- r ertung durch amtliche Stützungskäufe entgegenzu- teten. Nur noch Tage trennen uns von dem großen Treffen der Weinfachleute aus aller Welt in der tausendjährigen Stadt an der Nahe. Eine große Anzahl ausländischer Vertreter aus den weinbautreibenden Ländern Italien, Spanien, USA., Portugal, Jugoslawien, Japan, Frankreich, Rumänien, ^Bulgarien, Ungarn, Griechenland, Chile u. a. haben ihr Erscheinen zugesagt. Die früheren Kongresse, der 14. Internationale Weinbaukongreß in Bukarest, die dann folgenden Kongresse in Barcelona, Rom, Paris, Lausanne, der letztjährige in Lissabon haben bewiesen, daß auf dem Gebiet des Weinbaues und der Weinwirtschaft die internationale Z u - ammenarbeit unbedingt notwendig ist, um den Schwierigkeiten auf den verschiedensten Gebieten, sei es in der Weinbauwissenschaft, der Weinbautechnik, der Kellerwirtschaft, der Weinchemie und nicht zuletzt auf dem Gebiet der Heil- und Ernährungskunde wirksam und erfolgreich entgegentreten zu können. Nur eine einheitliche Ausrichtung aller weinbautreibenden Länder und eine strikte Befolgung der getroffenen Vereinbarungen und Entschließungen kann den schwer um seine Existenz ringenden Weltweinbau und dabei dem schwierig st en und intensivsten Betriebszweig der Landwirtschaft zum Erfolg verhelfen. Die Ausführungen des Präsidenten des Internationalen Weinamtes, Eduard B a r t h e, auf dem 18. Internationalen Landwirtschaftskongreß in Dresden gaben zu erkennen, daß sich der internationale Weinbau gegenwärtig in einer ernsten Krise befindet, deren Lösung nicht nur im Interesse der Produktionsländer, sondern auch der Verbrauchsländer erforderlich erscheint. Die wesentlichen Probleme, die sich aus der internationalen Lage des Weltweinbaues ergeben, bestehen: 1. in der Sicherung eines Ausgleiches in der Die Mchsautobchn Zena-Weimar eröffnet. Vor einer serbo-kroatischen Einigung. London, 19. August. (DNB. Funkspruch.) Der ngoslawifche Ministerpräsident Z w e t k o w i t s ch rflarte einem englischen Pressevertreter, er glaube, Infi er mit dem Kroatenführer Dr. Matschet ime Basis für die Regelung der serbisch-kroatischen /ragen gefunden habe, die für die Kroaten, für Serben und für Prinzregent Paul annehmbar ii. Die Sachverständigen müßten nur noch die (nzelheiten der Regelung ausarbeiten, die dann i m Prinzregenten ' vorgelegt und veröffentlicht terben könnten. Beide Seiten hätten Zugeständnisse cmacht, so daß die Schwierigkeiten auf ein jrringfügiges Maß verringert worden |i en. Er zweifle nicht daran, daß man jetzt zu her völligen Einigung gelange. Das ^kommen werde ziemlich bedeutsame A ende- langen in der Organisation des Staates mit sich bringen; obschon es bei der p genroartigen internationalen Lage schwierig wäre, Neuwahlen abzuhalten, habe man eine Lösung für bas Problem gefunben, bas sich aus ber Weige- •jng Matscheks. mit bem augenblicklichen Senat nb Parlament zusammenzuarbeiten, ergeben habe. FmGrenzzwischenfall bei ©oorlaufern. Berlin, 18. August. (DNB.) Am 16. August, mijchen 16 unb 17 Uhr ereignete sich bei Lei- liingen, westlich Saarlautern, zwischen zwei Heeresbeamten, bie versehentlich die deutsch- nanzösische Grenze überschritten hatten, mnb einem französischen Zollbeamten ein Drenzzwifchenfall. Eine amtliche Untersuchung ist so- A>rt eingeleitet worben. Strenge Bestrafung zweier Wirtschastsparasiten. Berlin, 18. August. (DNB.) Der Reichskom- inissar für Preisbilbung hat am 15. August 1939 : egen zwei Personen in Saarbrücken, üe sich in unzulässiger Weise in ben H a n b e l m i t ia b r i tn euen Kraftfahrzeugen einge- thaltet haben, eine Orbnungsstrafe von je I 0 0 0 00 Reichsmark verhängt unb ihnen zugleich für bauernb jebe Tätigkeit auf bem Gebiet bes rianbels untersagt. Die Bestraften haben unter Aus- riutzung ber außergewöhnlichen Nachfrage nach Kraftfahrzeugen im Zusammenhang mit ben Ar- IZeiten am Westwall bie Preise unter Verletzung $r Preisvorschristen fortgesetzt wesentlich erhöht. Ostpreußenfahri des „Grafen Zeppelin". Gesetze unb Verordnung zur Durchführung der Marktordnung in den einzelnen weinbautreibenden Ländern werden in einer Sektionssitzung mit einem umfassenden Referat von dem Geschäfts- ührer des Internationalen Weinamtes Douarche, (Paris), vorgetragen. Douarche gehört zu den großen Kennern der Weltweinwirtschaft, so daß von ihm besonders wissenswerte Ausführungen zu erwarten sind. Deutschland darf hierzu mit Stolz betonen, daß seine Marktordnung nicht allein auf dem Gebiet der Weinbauerzeugnisse, sondern auch auf anderen Gebieten, bahnbrechend ist und ich auch praktisch bestens bewährt hat. Um den Kongreßteilnehmern Gelegenheit zu geben, die Weine aller weinbautreibenden Länder kennen zu lernen, werden die typischen Produkte dieser Staaten in einer besonders dazu veranstalteten Weinprobe aufgestellt und probiert. Be» richte aus den verschiedensten Ländern, die in den Sektionssitzungen vorgetragen werben, bie Sonber- vorträge unb bie sich baran anschließenben Aussprachen werben ben internationalen Gebankenaus- tausch, ber auf früheren Kongressen ausgegriffen würbe, noch vertiefen unb Richtung gebenb sein, um Schwierigkeiten aus bem Wege zu räumen unb bie gemeinsamen Probleme ber Lösung nähei zu bringen. Aus aller Wett. Hermann Slehrs Gattin gestorben. Frau Hebwig Stehr, bie Gattin bes Dichters Hermann Stehr, ist in ihrem Hause in Ober- Schreiberhau im 60. Lebensjahre g e ft o r b e n. Zirkusbireklor Albert Schumann f. In Neuenhagen bei Berlin starb, 82 Jahre alt, Albert Schumann, ber Senior ber beut- chen Zirkusbirektoren. Schumann war ein Meister ber Pserbebressur. Zu seinen Vorführungen kamen Zirkusbirektoren aus ber ganzen Welt. Nach bem Kriege zog sich Schumann in ben Ruhestanb zurück, hielt sich aber noch einen Rennstall unb hatte mit seinen Pferben manchen Erfolg. In bem Gebäube bes einstigen Zirkus Schumann in Berlin befinbet sich heute bas Große Schauspielhaus. Flüchtiger TNörber geslelll unb erschossen. Der flüchUge Schwerverbrecher Kurt Reese, ber, wie gemeldet, im Gau Oberdonau drei Polizeibeamte in Ausübung ihres Dienstes niedergeschossen und tödlich verletzt hatte, ist in der Nacht zum Samstag in Niederwaldkirchen gestellt und e r - schossen worden. Der Verbrecher hatte vermutlich auch den Mord an einem Bankbeamten in Gckrmisch- Partenkirchen auf dem Gewissen. Sieben Menschen ertrunken. Am Strande der Normandie — in Jsigny-sur- Mer und in Gouville-sur-Mer — ereigneten sich zwei bedauerliche Unglücksfälle, die sieben Menschenleben forderten. In Jsigny wurden drei dreizehnjährige Kinder beim Ballspiel am Strande von einer plötzlichen Sturzwelle erfaßt und i n s Meer gerissen. Ein 19jähriges Mädchen versuchte die drei zu retten, die sich jedoch an ihm festklammerten, so daß alle vier ertranken. — In Gouville wurden drei Brüder, als sie in der Nacht heimkehrten, von der Flut überrascht und ertranken ebenfalls. Kraftradfahrer verschuldet ein Eisenbahnunglück. Bei Barndeis an der Elbe stieß an der Bahnüberfahrt über die Straße P r a g - M e l i k ein Kraftradfahrer so heftig auf die geschlossene Schranke auf, daß diese sich quer über das Gleis stellte. In diesem Augenblick passierte der Motorzug die Stelle und fuhr in vollem Tempo auf die in das Gleis ragende Schranke auf, von der die Seitenwand eines Wagens durchstoßen wurde. Hierbei wurden zwei Personen, darunter der Zugführer, getötet und neun Reisende verletzt. Von den Schwerverletzten ist ein 18jähriges Mädchen gestorben. Der Kraftradfahrer und sein Mitfahrer, die das Unglück verschuldeten, aber unverletzt blieben, wurden verhaftet. Der Pariser GemäldediebstahL Die Entwendung des Watteau-Bildes „L’In- different" aus dem Louvre durch den Maler Bogusflaosky scheint sich immer mehr zu einer rein kriminellen Angelegenheit zu entwickeln. Der Täter, der aus künstlerischen Beweggründen gehandelt haben will, wird nun von der Pariser Presse offen als Dieb bezeichnet. Die Untersuchungen ergaben, daß eine Reihe von Personen um den Diebstahl gewußt haben. So der Schauspieler Despres, der die Rückgabe des Gemäldes inszenierte, die frühere Frau Bogusslavskys, jetzige Frau Desprss, und eine Pariser Schauspielerin, die den Maler bei der Tat unterstützt zu haben scheint. „Le Soir" spricht die Vermutung aus, Bogus- slavsky und seine Kumpane hätten ursprünglich beabsichtigt, das Bild zu verkaufen. Erst als sich das als ' unmöglich erwiesen habe, sei man auf den Gedanken gekommen, das Werk zurückzuerstatten und aus der damit verbundenen Reklame Nutzen zu ziehen. Die Sachverständigen der Louvre- Direktion wollen übrigens die Uebermalung Bogus- slavsfkys, die sie als äußerst schlecht bezeichnen, wieder beseitigen. Wetterbericht Die Luftdruckoerteilung über Europa hat sich nur wenig geändert. Die in den unteren Lustschichten in den letzten Tagen eingetretene Wärmezunahme, die gleichzeitig Luftdruckverflachung über Mitteleuropa begünstigt, bewirkt auch weiterhin die Ausbildung gewittriger Störungen. Im Grunde bleibt jedoch der Schönwettercharakter erhalten. Vorhersage für Sonntag: Stellenweise Frühnebel, sonst vielfach heiter, doch Neigung zur Ausbildung örtlicher gewittriger Störungen, tagsüber recht warm, Winde meist um Ost. Lufttemperaturen am 18. August: mittags 26 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 19. August: morgens 15,9 Grad. Maximum 26,5 Grad, Minimum heute nacht 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. August: abends 23,6 Grad; am 19. August: morgens 18,4 Grad. — Sonnenscheindauer 11,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzel. Verkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. t, rtlich lu mte in en. eine die n i n q iigt ie p "19*1 id) ff die । hat ii ju 5 >en W den; jml dons ht h )nt h er $ n Sic ;en, ie .P Stet 05 g Die ,5g* icm1 male da, mee ktio"'! iitbtf achte M noerh- s L» 5635 V Einige Gärtner Ordentliche und Hilfsarbeiter Für Gchlachtpferde Mädchen 5626D Photo — Kino 664sA Krenzplatz 9 Neuausgabe zu 42 — Reichsmark [Vermietungen | Adreßbuch in Stadtkreis und Landkreis Gießen Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Fernsprecher 2251 Schulstraße 7 Suche zum 1. Okt. oder 1. 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Wie hätte wohl der Orakelspruch eines Sehers gelautet, der vor 25 Jahren das deutsche Heer, aufs beste zum Kampfe vorbereitet, durch Belgien und Nordfrankreich auf Paris marschieren sah, um den genialen Plan des Grafen L ch l i e f f e n durchzuführen. Wir wissen heute, daß er. wie seine großen Vorgänger König Friedrich der Große und der alte Moltke, einen Flügel des Gegners zerschlagen und möglichst bis in den Rücken des Feindes ausholen wollte, um mit einer Umgehung des feindlichen Heeres, im Vorstoß westlich Paris, die endgültige Entscheidung herbeizu- füyren. Wie überrascht war die militärische Welt, als das belgische und französische Festungssystem mit Hilfe unseres 42 cm Mörsers zusammenbrach, und unsere Armeeführer im sicheren Handeln gegen frontal anrennende oder bereits zurückweichende französische Armeen die Schlacht bei Mülhausen, dann die Schlacht in Lothringen, weiterhin die Schlachten bei Longwy, Neufchateau, Maubeuge, Cambrai, Namur und schließlich bei St. Quentin, Reims und Verdun gewannen! Welch gewaltiger Erfolg war Anfang September erzielt, als wir nicht eine Einzelschlacht, sondern ein Dutzend von Schlachten siegreich bestanden hatten. Das war ein Gesamterfolg, der in taktischer Hinsicht niemals durch das nun kommende Ringen an der Marn e ausgelöscht werden konnte! War es doch überflüssige Vorsicht, als der Sieger einen erfolgreichen Kampf ab brach und seine Armeen vom Feinde absetzte; denn er konnte seine auseinandergezogenen Kräfte zu einem neuen Vorstoß zu- sammenziehen. Aber politischem englischem Geschick eröffnete sich nun die Gelegenheit, das Abbrechen des Kampfes zu einem politischen Progagandawun- der auszubauen. Trotz alledem fehlte, wie die folgenden Kämpfe bei dem deutschen Vorstoß am Argonner Walde und auf St. Mihiel beweisen, den französischen Armeeführern der Glaube an ihre Kraft zu siegen. Nach einer schon zu den Zeiten Napoleons L verworfenen Schlachtentheorie stellten die französischen Armeeführer weitab vom Schlachtfelde starke Kräfte bereit, um hiermit von Anfang an auf den Schlachterfolg mit Einsatz aller Reserven zu verzichten, aber sich unbedingt die Möglichkeit zum Rückzug offenzuhalten. Inzwischen erfüllte der Sieg von Tannenberg im Osten die größten Hoffnungen, die man für ein Ringen deutscher Armeen hegen konnte. Tannenberg ist in seiner taktischen Anlage dem Sedan des Krieges 1870 vergleichbar; nur daß es als Teilerfolg nicht die Tragweite jener Schlacht gewann, weil der Kampf gegen die Hauptkräfte des Feindes im Westen das Schicksal des Gesamtkrieges entscheiden mußte. So schält sich hier der Gedanke einer großen Schlachtentscheidung im Westen heraus, die dem Leuthen des Siebenjährigen Krieges verglichen werden konnte und all die vielen kleineren Schlachten nur als vorbereitende Kämpfe rür eine solche Entscheidung hinstellt. Werfen wir die Frage auf, ob eine solche Schlacht im Weltkriege stattfand, so zeigt sich uns ohne weiteres am Horizont des Weltkriegsschauplatzes im Westen das Ringen des Jahres 1918. Doch wollen aoir kurz die Entwicklung von 1915/17 streifen, um uns noch einmal zu vergegenwärtigen, daß der Feind in diesen Jahren in Wirklichkeit nicht einen einzigen großen Offensiverfolg aufzuweisen hatte. Zunächst sehen wir den Sieger von Tannenberg mit der Schlacht an den Masurischen Seen im Jahre 1914 die Verfolgung der Russen durchführen, die bereits die Flucht ergriffen, bevor eine Umgehung durch deutsche Truppen wirksam werden konnte. Kurz darauf zeigte sich in einem Ausweichen Hindenburgs und Ludendorffs aus der Gegend von Warschau nach Nordwesten einer ihrer strategischen Meisterzüge, als sie dann mit der Armee Mackensen den 45 anrückenden russischen Armeekorps in die rechte Flanke fallen konnten. Eine Auswirkung deutscher Erfolge war es fernerhin, wenn die Oesterreicher jetzt mit einem Siege bei Li rnanowa gleichfalls endlich die Russen zurückschlagen konnten. Mit der Fortsetzung des Siegeszuges im Osten gewann ein bei Tannenberg Gestalt annehmender operativer Gedanke einen weiteren Ausbau, als im Februar 1915 der russische Nordflügel in der W t n- terschlacht in Masuren umfassend angegriffen, und die hier stehende russische 10. Armee eingekreist wurde. Dieses Ansetzen entsprach in Verbindung mit einer nun erfolgenden deutschen Offensive an allen K a r p a th e n p ä s s e n dem operativen Vorgehen gegen beide Flügel der russischen Hauptkräfte. Im Mai zeitigte diese Idee einen der größten Erfolge, als die Armee Mackenfen bei ©Dritte den an die unwegsamen Karpathen angelehnten Südflügel der russischen Hauptkräfte zerschlug. Ein Vorgehen der Heeresteile Mackensen, Woyrsch und Gollwitz über die obere Weichsel und die Grenze Südostpreußens waren bereits Folgewirkungen, und hierzu kam der Vorstoß Hindenburgs bei Wilna, der gegen die nördliche russische Heeresflanke gerichtet war und die Russen auf Riga zurückwarf. Tannenberg — Gor- lice sind das Ergebnis der Kriegsjahre 1914/15, während im Westen trotz scharfen Ringens der Kampf stand. Das Wettrennen nach der Nordseeküste konnte ebensowenig eine Entscheidung im Westen bringen wie der vergebliche Versuch der Franzosen im Februar 1915, in der Champagne durchzubrechen. Wenn mir jetzt Unternehmungen betrachten, deren Grundlagen an des ersten Napoleon operative Versuche erinnern, die Engländer in Aegypten am Wege nach Indien zu treffen, fo müssen wir diese Operationen als eine Unterstützung des Entscheidungskampfes im Westen werten. Das Vorgehen eines deutsch-arabischen Korps von Syrien nach dem Suezkanal fesselte starke englische Kräfte, und eine übereilte englische Gegenoffensive führte zur Niederlage eines englischen Korps bei Ktesiphon und Einschließung dieses Korps bei Kut e I Amara. Noch eine weitere englische Gegenoffensive, die sich gegen die Dardanellen richtete, mißglückte vollständig, und nun konnte zur Sicherung der nach Konstanttnopel laufenden Verbindungen der glänzende Feldzug deutsch-bulgarischer Armeen gegen Serbien erfolgen, um den Feind bis Saloniki zurückzuwerfen. Um die feindlichen Massen im Westen zu zermürben, bevor eine Entscheidungsschlacht eingeleitet wurde, kam der neue Führer des deutschen Heeres, General von Falkenhayn im Jahre 1916 auf den Gedanken, den Gegner bis zur Erschlaffung gegen die deutschen Linien anrennen zu lassen. Der Feind griff nun nicht lediglich bei Verdun an, das von einem deutschen Vorstoß bedroht wurde, sondern sandte auch an der Somme Truppen auf Truppen gegen ein 40 km breites Frontstück. Außerdem mußten die Russen unter Brussilow in Galizien und schließlich auf der gesamten bis zur Ostseeküste bei Riga reichenden Front in das Feuer deutscher Armeekorps laufen, die allerdings zunächst wie ein Fels im branbenoen Meer standen, bevor neue Reserven die russische Kriegswalze anhielten. Ein glanzvoller deutscher Feldzug gegen Rumänien wurde in diesem Zeitpunkt ausgelöst, als Rumänien in falschem Vertrauen auf russische Kraft den Krieg erklärte. Inzwischen wurde Hindenburg, der das Vertrauen des deutschen Volkes genoß, zum Chef des Großen Generalstabs ernannt, und das Zurückwerfen rumänischer Armeen in den Schlachten von Hermann st adt und Kronstadt durch deutsche, bulgarische und österreichische Stteitkräfte unter den Generalen Mackensen und Falkenhayn bildete den vorläufigen Abschluß eines Ringens, das bei Verdun ausgelöst war. So war in diesem Jahre keine den Ausgang des Krieges entscheidende Schlacht geschlagen, und auch zur See bildete die Skagerrak-Schlacht lediglich ein Messen deutscher und englischer Kräfte, wenn auch die Leistungen der deutschen Flotte die Welt überraschten. Aber mit dem Ausbleiben einer großen Waffenentscheidung schien sich der Krieg in die Länge zu ziehen, und so konnte sich der Schatten einer mißgünstigen Zukunft auf die Widerstandskraft des Volkes legen, das von einer Lebensmittelnot bedroht wurde. Die Engländer und Franzosen suchten im Jahre 1917 d i e Materialschlacht fortzusetzen, die ihnen politische Auswertungsmöglichkeiten bot. Jeder Kilometergewinn, wo der Verteidiger elastisch auswich, wurde als eine gewonnene Schlacht der Welt übermittelt, und biese riesenhafte Propaganda drückte auch bisweilen auf die deutsche Stimmung. Ein bei Arras im April gegen ein Frontstück von 25 km Breite vorgetragener englischer -Angriff kostete dem Angreifer 200 000 Mann Verluste; das war hoppelt fo viel, als die hier kämpfende deutsche Armee verlor. Ein gleichzeitig angesetzter französischer Angriff unter Führung des neuen französischen Generals Nivelle, der 1% Millionen Mann und 3500 Geschütze für seinen Vorstoß vereinigt hatte, brach völlig zusammen. Ihm schwebte eine Art Taktik vor, wie sie Napoleon 1809 bei Wagram gegen die Oesterreicher angewandt hatte; aber Napoleon I. irrte hier, als er seinen Einbruch in das Zentrum des Gegners betonte, statt der mit den Truppen des Marschall Davoust erzielten Umfassung den'Erfolg zuzuschreiben. Nun suchten die Engländer trotz der Siege des deutschen Verteidigers im Juli und August den Kampf in Flandern, fortzusetzen, wo sie mit riesenhaften Sprengungen bei Wytschaete die Materialschlacht von neuem aufnahmen, ohne daß ihnen der Durchbruch gelang. Alle die zahlreichen Großangriffe, die bis zum November andauerten, mißglückten den Engländern ebenso wie ein im Herbst bei Cambrai erstrebter Durchbruch, wo deutsche Truppen in einer zweiten Cambrai-Schlacht einen schönen Waffenerfolg erzielten. — Gleichzeitig mußten die Russen wieder bis zum D n j e ft e r vorstoßen, wo der Brüssilowsche An- Ernst Haeckel als Mensch. Zum 20. Todestage Ernst Haeckels veröffentlicht ein Neffe des Forschers Dr. Konrad Huschte persönliche Erinnerungen. In „W estermanns Monatsheften" erzählt er unter anderem von feinem berühmten Onkel: „Um ihn voll zu genießen, mußte man ihn im Familienkreise sehen. Ich habe schon in jungen Jahren seine sprühende, von Witz und Laune durchtränkte Lebendigkeit erlebt und sein helles Lachen gehört, das so oft zu einem köstlichen Lachduett mit dem ebenso ansteckenden Lachen der wunderhübschen, kreiselrunden Frau Professorin zusammenklang, dieser später soviel verkannten und. schief beurteilten klugen und feinsinnigen Frau, der Tochter eines einst berühmten Jenaer Anatomen und Physiologen, der schon ahnend erschaut hatte, was Darwin und Haeckel dann zum Reifen brachten. Namentlich im Garten der Haeckel-Villa beim Bocciaspielen ging es oft zwerchsellerschütternd fröhlich zu, und unter den vielen sonstigen herzerfrischenden Gartenszenen ist mir besonders die eine unvergeßlich geblieben, wo der berühmte Verfasser der generellen Morphologie und der Schöpfungsgeschichte hinter dem kleinen braunen Köter einer frohgemuten Schwägerin, der ihn angeknurrt hatte, wie ein Schuljunge lachend durch den Garten und um die Villa herumstürmte und trotz seiner langen Beine und turnerischen Gewandtheit den kürzeren zog, denn der Köter war ihm an Fixigkeit noch über. Und köstlich war es dann, wenn der Hausherr bei Tische, von neuen schöpferischen Gedanken überrascht, die Schüsseln und Teller an den unmöglichsten Stellen (hinter sich auf dem Klaviersessel, neben sich auf dem Fußboden usw.) absetzte und so manches Mal auch die Serviette in der Tasche verschwin- grifs bereits erledigt wurde. In deutscher Gegenoffensive, in der Reserven aus dem Westen eingesetzt wurden, konnten Galizien und die Bukowina den Russen entrissen werden. Kennzeichen eines allgemeinen Sieges im Osten waren die Einnahme von Riga durch deutsche Truppen und die Ueberseeexpeditton nach den baltischen Inseln, wo überlegene russische Streitkräfte von einer deutschen Division mit Unterstützung der Flotte eingekreist wurden. Die bedeutendste Offensive des Jahres 1917, die eine Grundlage für den endgültigen Sieg im Westen schaffen konnte, wenn es gelang, eine Offensive in der Champagne durch einen Vorstoß von Jtali en h er zu unterstützen und den Südflügel der französischen Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Hauptkräfte zwischen Paris und Lyon anzupacken, bildete die Offensive von Tolmein. 180 000 Gefangene und 1500 Geschütze fielen in die Hand deutsch-österreichischer Armeen. So war das Jahr 1918 herangekommen, wo mit den Schlachten von Amiens, Soissons, N o y o n und schließlich Reims der Höhepunkt eines großartigen deutschen Sieges erzielt wurde, ohne in letzter Linie einen restlosen Erfolg zu erzielen. Aber nur ein voller Sieg hätte uns den Gewinn des Weltkrieges bringen können, da jetzt IV2 Millionen Amerikaner eingetroffen waren. So haben wir schließlich doch die große Entscheidungsschlacht geschlagen, aber die Früchte eines Sieges nicht ernten können, weil wir den Gegner nicht restlos zu vernichten vormochten. Tannen- berg, ©orlice und Amiens bestimmten den Ausgang des Weltkrieges, der mit dem Abmarsch der deutschen Armeen in die Antwerpen- Maas-Stellung endete. den ließ, dann aber, wieder zum Alltag zurückgekehrt, mit seinen geist- und humorvollen Einfällen die ganze Gesellschaft belebte. Wir Kinder bekamen als Trank eine „kostbare" Mischung von Wein, Wasser, Früchten und Kompott, die er meist selbst braute und hoch im Bogen von oben herab mit unfehlbarer Sicherheit in die Gläser beförderte. Auf den Wanderungen trug er mit Vorliebe feinen berühmten, ungewöhnlich großen und breitrandigen Schlapphut, den „Schöpfungshut", denn aus Liebe zur „Schöpfungsgeschichte" schickte ein Hutmacher von weit draußen im Reich jedes Jahr solch ein Prachtstück, das dem gewaltigen Umfang des Haeckel-Kopfes gewachsen war. Der Film vom Wettlauf zwischen Hase und Igel. In der Zeitschrift „Film und Bild" berichtet Dr. Paul Diehl: „Der neue Puppenfilm der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm ,Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel' darf nach dem Urteil aller Fachkreise als der erste wohlgelungene Versuch an» sehen werden, die Tierfabel im Filrn zu gestalten. Es waren zunächst starke Zweifel laut geworden, ob es überhaupt möglich sein würde, Geschöpfe, die wie Tiere wirken und doch keine Tiere sein sollen, die wie Menschen handeln und sich bewegen, ohne Menschen zu sein, so zu gestalten, daß sie absolut überzeugend wirken, daß sie als organische Wesen vom Beschauer empfunden werden. Die Entwürfe zu den Puppen vermochten aber diese Bedenken alsbald zu zerstreuen. Darüber hinaus erschien es nicht minder zweifelhaft, ob sich eine wirklich befriedigende Lösung für das technisch schwierigste Problem in diesem Film, das Laufen Der Hinweis - ein Blick in die Zeitschriften. Nachts unter Baumen. Von Karl Heinrich Waggerl. Es ist wunderbar, nachts unter einem Baurn zu kauern, ganz in sich selbst verkrochen, wie es die Tiere machen, die Rehe im Wald. Auch die Kinder kennen dieses Gefühl heimlicher Geborgenheit — mir waren doch einmal Kinder? Der Mond jagt durch das lichte Gewölk, in seinem Schein bewegt sich alles, Busch und Baum, und auf der Esche klappern die Früchte im Wind. Man hört den eigenen Atem gehen und das Blut im Leibe klopfen, aber das ist nicht so gewiß, es kann auch in der Erde selbst sein, dieses klopfende Blut. Die Welt liegt weithin ausgebreitet mit gelosten Gliedern unter dem Himmel wie eine mütter- i Uiche Frau, du ruhst in ihrem Schoße. Wenn du singen könntest, sängest du jetzt. Es nnußte ein recht vergnügtes kleines Lied sein, von MÜnem Pferdchen vielleicht, auf dem du abends in Der Dämmerung zur Tränke reitest. Und da säßen Die Mädchen am Wasser, ja, viele Mädchen, schöne darunter. Aber eines von ihnen wäre nur deinetwegen gekommen. Dieses Mädchen spräche nicht mit öir und grüßte dich auch nicht, und erst, wenn du weit in den See hinausschwämmest, immer weiter n das gefährliche Wasser hinein, da vergäße sie -ndlich ihren Stolz und riefe nach dir mit angstvoller Stimme. Und nun könntest du ja immer weiter schwirn- iien, daran läge dir gar nichts, an diesem Ruf! Du ionnteft am anderen Ufer noch einmal winken und : onbannen reiten für immer. Aber das klänge vielleicht gar zu traurig in l einem Lied. Nein, vielleicht kehrtest du doch wieder irrn auf deinem weißen Pferdchen, abends in der Sömmerung, und dein Mädchen liefe vor Dir her nit fliegenden Röcken, und du holtest sie dennoch «n auf ihrer angstvollen Flucht, und das geschähe seit draußen im Felde, wo die Büsche dunkel am Wasser stehen. Du kannst nicht singen, früher einmal konntest ■u es, in jungen Tagen. Ach, damals war die Welt weit am anderen Ufer! Wie klein ist sie jetzt, dieses Fleckchen Erde, wie einsam und verloren! Man sieht den spitzen Kirchturm aus dem milchigen Sunfel ragen, das schiefe Dach der Säge und ein paar Häuser, die sich im Schlaf umklammern. Es laßt sich nicht gut sagen, wie merkwürdig es ist, daß sv vieles gleichzeittg geschieht. Daß in diesem Augenblick hunderttausend Schreie ■jim Himmel aufsteigen, Schreie der Lust, der Klage, Schreie des letzten und des ersten Atemzuges. In dieser Minute kniet ein Hirt in der Wüste auf seinem Teppich und verneigt sich neunmal vor seinem Gott. Anderswo steht jemand vor einer Tür und denkt an Mord, es ist ein Mensch mit einem blonden Bart und mit einer grünen Halsbinde, genau so. Städte liegen jetzt strahlend in der Sonne, aber im Norden, mitten im Eis, kämpfen ein Mensch und ein Rudel Hunde um das Leben, dort ist Kälte und erbarmungslose Nacht. Und das alles geschieht wirklich und wahrhaftig jetzt, bedenkt das einen Augenblick; und dabei ist doch jeder Mensch allein, seine Not und seine Freude ist das Einzige, das Wichtigste in der Welt. Ja, diese Welt ist unermeßlich groß, wir aber halten unsere Grenzen für die ihren. Wir sind so wahr in uns selbst wie ein Baum, wie em Kornhalm allein, nun wollen wir die Wahrheit wissen, darin liegt das Uebel. Denn wir sollen die Wahrheit nicht suchen, wir sollen sie sein. Der Mensch ist ein zertrümmerter Spiegel, aus den Scherben notdürftig wieder zusammengeflickt, und darum verwirrt sich alles in ihm. Ja, denkst du, so ist der Mensch. Unvergeßliche Adele. Erinnerungen an eine Schauspielerin. In diesen Augusttagen hätte die vor einiger Zeit verstorbene berühmte und durch den Film volkstümlich gewordene Schauspielerin Adele Sandrock ihren 75. Geburtstag feiern können Wir erinnern uns ihrer mit einigen jener vielen kleinen Gefchich- ten, die schon bei ihren Lebzeiten über sie im Schwange waren. In ihrer Glanzzeit als Tragödin schied Adele Sand rock vom Wiener Burgtheater unter der Direktton Schlenther mit einem der sur sie typischen Krachs. Ein Berichterstatter, der sie kurz danach aufsuchte, wurde von ihrer Mutter mit dem Bescheid abgewiesen, ihre Tochter sei vor Aufregung fo krank, daß sie niemanden empfangen konnte Bei einem zweiten Besuch hieß es sogar, SIbele liege bereits in Agonie. Da griff der Reporter zu einer List Er wußte, daß Adelens Schlafzimmer nebenan lag und rief unter Aufbietung feiner gan- zen Lungenkraft: „Die arme Adele! Wenn sie wüßte, was mir Schlenther eben alte über fte gesagt hat!" „Was hat er gesagt? Mit diesen Worten, die wie die Stimme einer verwundeten Löwin klangen, erschien die fast Totgesagte im Türrahmen. Der Berichterstatter konnte Mitteilen, daß Adele noch lebe und noch über den großen dramatischen Ton verfüge. Im Filmatelier war in einer Spielpause vom Aberglauben die Rede. „Aberglauben ist Blödsinn !" ertönte plötzlich Adeles tiefe Stimme. „Ich verachte den Aberglauben. Gestern bin ich morgens früh einem alten Weib begegnet. Da hab ich einfach dreimal ausgespuckt und bin weitergegangen." Eine junge Kollegin klagte darüber, daß sie täglich körbeweise Liebesbriefe bekäme und noch nicht jeden zehnten beantworten könnte. „Sie sollten jeden beantworten", ließ sich Adele vernehmen. „Aber bann käme ich überhaupt nicht mehr zum Filmen!" Adele streifte die junge Dame mit einem vernichtenden Blick und sagte gelassen: „Eben deshalb, junge Freundin!" B. Zeitschriften. — In der August-Folge von „Westermanns Monatsheften" schildert u. a. ein Beitrag über „Schienen und Bahnen" den totalen Reiseweg, d. h. alle Beförderungsmittel, die die Reichsbahn dem Reiselustigen zur Verfügung stellt. In vielen bunten Aufnahmen, die dazu gezeigt werden, sprechen die Farben der Landschaft uns an. Ein anderer Beitrag, der von dem „Unbekannten Ostpreußen" erzählt, wirb den Leser ebenso fesseln, zumal hier die vielen Tiefdruckbilder eine beredte Sprache sprechen. — Im Volkskundlichen wurzelt die Arbeit „Sippenzeichen und Sippenglaube", die uns die Bedeutung der Sippe bei unseren Vorfahren widerspiegelt. Beispiele von der Ausgestaltung alter Hausmarken zum Wappen geben zeitgemäßen heraldischen Bemühungen neue Anhaltspunkte und Anwendungen. — Ein Beitrag „Die Entwicklung des Bildungsgedankens" von Heinrich Guthmann verzeichnet die großen Stufen deutschen Bildungsstrebens, vom Volkstum her gesehen. — Ein Sprung in die Technik tun wir mit dem Beittag „Werkzeugmaschinen" von Dr. Gartenhof, zu dem Carl Großberg ausgezeichnete farbige Bild-, darstellungen gibt. — Zum künstlerischen Schaffen unserer Zeit bringt das Heft eine Würdigung Anton Gräuels mit einigen feiner Plastiken in guter Wiedergabe. — Zum 20. Todestage Ernst Haeckels zeichnet Dr. Konrad Hufchke das menschliche Bild dieses bedeutenden Mannes. — Als neuem Roman begegnet man dem jüngsten Werk des Deutsch- Schweizers Karl Friedrich Kurz, der am Söndfjord in Norwegen lebt. — Von dem übrigen erzählenden Teil ist der Schluß von Carl Emil Uphoffs volksechter Erzählung,Lie Reife nach Amerika" zu nennen. Das sind so Sächelchen! Anekdoten von Peter Peppermint. Als Goethe das erste Konverfationslexikon vor rund hundert Jahren vorgelegt bekam, war gerade der Komponist Zelter bei ihm. Goethe ließ das Ganze zunächst auf sich wirken, während Zelter, begierig zu wissen, was das Buch über seinen eigenen Ruhm verkünde, sofort nach dem letzten Band griff. Er blätterte und blätterte. „Zahl — Zar — Zebra — aha, Zel ..." und Goethe las dem leicht erblassenden Zeitgenossen vor: „Zelter: mittelalterliches Roß." * Der alte Ziehe, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Garnisonpfarrer in Berlin war, sprach einmal in einer Predigt von dem Engel im weißen Kleid. Er wandte sich an feine Kürassiere: „Wenn ihr auch ein weißes Gewand habt, dürft ihr nun nicht etwa denken, daß ihr alle Engel seid!" Als die berühmte Sängerin Lilli Lehmann m Berlin die Isolde sang — es wird in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gewesen sein — wurde ihr als Tristan einmal ein recht junger Partner zugeteilt, der, von einer Provinzbühne kommend, fiir den erkrankten Sänger des Tristan rasch eingesprungen war. Er war begeistert, mit der gefeierten Sängerin spielen zu dürfen. Vorher wurde rasch eine Stellprobe angesetzt. „Und wo werden sich die gnädige Frau heute abend bei dieser Szene hinstellen?" fragte der Eingesprungene die Routinierte. / „Das kann ich Ihnen jetzt nicht genau sagen — jedenfalls finge ich an einer Stelle, wo es nicht Zieht!" Der Dichter Conrad Ferdinand Meyer ging auch mal zu einem Arzt, als es ihm nicht gut mar. Der Arzt untersuchte ihn gründlich und fragte: „Klagen Sie auch sehr über Durst?" „Aber nein, im Gegenteil, verehrter Doktor, ich freue mich» stets darüber!" In der Gaststätte im Keller des Stadttheaters zu Fr. bedient seit Jahren ein Unikum von Oberkellner. Wenn man ihn fragt: „Na, was gibt’s heute?", sagt er beispielsweise: „Oben Kabale und Liebe, unten Sauerbraten mit Thüringer Kloß!" Die HZ.-Mrschiereraus demGauHessen-Aaffau Mn tragen sie ihre Jahnen durch deutsches Land. NSG. Nachdem der Marschblock Hessen-Nassau des Adolf-Hitler-Marsches am Donnerstagabend m Darmstadt feierlich verabschiedet worden war, führte die erste Marschstrecke die Bannfahnen und ihre jungen Träger nach P f u n g st a d t zu dem Grabe des ermordeten HI.-Kameraden Crößmann. Vor Beginn des zweiten Marschtages fand an dem Grab eine kurze, aber eindringliche Gedenkfeier statt, bei der Kreisleiter Dr. Schilling den Hitlerjungen die Kampfzeit erstehen ließ, um ihnen daraus das Werden unserer heutigen Einheit und Größe klar zu machen. Vor dem eigentlichen Beginn des zwei Wochen dauernden Marsches nach Nürnberg war diese Gedenkfeier ein tiefer symbolischer Akt. Die Fahnen, die sich an dem Grabe des in treuester Pflichterfüllung gefallenen jungen Kameraden senkten, werden in langen Tagesmärschen zum Führer getragen, um ihm von der gleichen Treue der gesamten deutschen Jugend zu künden. Voll Stolz tragen die hundert besonders ausgewählten HI.-Führer die Fahnen nach Nürnberg, wo sie nach dem Eintreffen aus allen deutschen Gauen als einzige HI.-Einheit vor dem Führer vorbeimarschieren dürfen. Die Fahnenträger und Fahnenbegleiter aus dem Gebiet Hessen-Nassau wurden vor Beginn des Marsches in der Gebietsführerschule besonders für den Marsch ausgerichtet, damit der aus allen Bannen zusammengestellte Marschblock zu einer festen Einheit wurde. Außerdem wurden in dem Lager bereits die Vorbereitungen für die Dorfgemeinschaftsabende getroffen, die in allen lieber« nachtungsorten mit der Bevölkerung zusammen durchgeführt werden. Die tägliche Marschleistung beträgt 25 Kilometer, so daß noch genügend Seit für Sport und Schulung bleibt. Außerdem sind mehrere Ruhetage eingeschoben. Die Teilnahme am Adolf-Hitler-Marsch gilt in diesem Jahr als Besuch der Gebietsführerschule. Die Hitlerjungen legen während des Marsches die Prüfungen für das HJ.-Leiftungsabzeichen ab und können sogar den Lehrschein für Geländesport erwerben. Das Ziel des zweiten Marschtages ist Ober- Ra mstadt, tags darauf wird in Höchst oder König übernachtet, wo auch der erste Ruhetag eingelegt ist. Am Montag verläßt dann die Marscheinheit den Gau Hessen-Nassau und nimmt ihren weiteren Weg durch den Gau Mainfranken. Unsere Wervcdaren für Nürnberg. NSG. Auf Befehl des Reichsorganisationsleiters der NSDAP., Dr. Ley, nehmen am Reichsparteitag 1939 die Werkscharen in einer Stärke von etwa 7000 Mann teil. Hiervor stellt der G a u Hessen- Nassau über 300 Mann. Die Werkscharen werden in Nürnberg in dem Zeltlager der KdF.-Stadt untergebracht, und zwar das Hauptkommando zusammen mit den KdF.-Urlaubern und das Sonderkommando im Wachlager. Das Sonderkommando trägt zum ersten Male die Uniform der Politischen Leiter, während das Huuptkommando noch die alten Werks'charmützen mit den Spiegeln eines Politischen Leiters trägt. Außer den beiden Kommandos fährt eine Abordnung der Nationalsozialistischen Muster- betriebe mit der goldenen DAF.-Fahne nach Nürnberg: sie besteht aus den Betriebsobmännern und je einem Fahnenträger. Durch sie werden die sieben Nationalsozialistischen Musterbetriebe des Gaues Hessen-Nassau vertreten sein. Mit dem Hauptkommando fährt auch der Musikzug der Werkschar Nr. 119 des Reichsbahnausbesserungswerkes Nied zum Reichsparteitag. der Puppen (in diesem Falle des Hasen) finden lassen würde. Bevor daher der Film endgültig in Auftrag gegeben wurde, mußten Vorversuche angestellt werden, die schließlich auch in diesem Punkt ein einwandfreies Ergebnis brachten. Und so entstand ein Film, der in seiner Art als ein neuer Typus angesprochen werden darf. Er ist weder photographierte Natur, noch Nachahmung naturgegebener Formen und darum, wenn man vom zweidimensionalen Zeichenfilm absieht, ein erstes, wenn auch schlichtes Dokument eines von den Fesseln des Naturalismus restlos befreiten Filmes. Ein absoluter Film insofern, als hier tote Materie ausschließlich und allein durch die Mittel des Filmes Leben und Bewegung erhält." Drei oder vier Kinder? In der bevölkerungspolitischen Aufklärungsarbeit beit wird als Mindestfamiliengröße eine Familie mit vier Kindern bezeichnet. Wie die Zeitschrift „Neues Volk" erklärt, geht diese Forderung auf folgende Berechnung zurück: Auf 100 000 Mädchen werden 106 500 Knaben geboren. Dazu kommen 5500 Totgeborene, das sind zusammen 212 000 Kinder. Von 100 000 Mädchen erreichen das 16. Lebensjahr 90 211. Von 100 000 Mädchen sind bis zum 45. Lebensjahr verheiratet 79 033. 10 v. H. der Ehen sind kinderlos. Es bleiben an fruchtbaren Ehen 71130. Um den Bestand zu erhalten, müssen diese 71130 Frauen wieder 212 000 Kindern das Leben schenken. Notwendige Kinderzahl der Ehe 3,0. Ein Volkswachstum tritt nur ein, wenn jede Ehe vier oder mehr Kinder hat. Zeitgeschichte auf Schallplatten. Das im Verlag Kurt Vowinckel erschienene „Handbuch des Deutschen Rundfunks" enthält eine Fülle des Wissenswerten aus allen Rundfunkgebieten. So erfährt der Leser aus einem Beitrag von K. v. Brauchitsch, daß das Schallplattenarchiv des Deutschen Rundfunks bereits 140 000 Platten enthält und daß ein Teil davon sämtliche wichtigen politischen Ereignisse im Reich seit 1933 aufzeichnet und jeden Augenblick sendebereit bewahrt. Es ist dafür gesorgt, daß die späteren Generationen die Möglichkeit haben, das große Erleben unserer Zeit mit seinem starken Echo im deutschen Volk nacherleben zu können. Die politischen Geschehnisse seit 1933 liegen lückenlos auf Schallplatten vor, das heißt, daß nicht nur die Reden der leitenden Staatsmänner festgehalten sind, sondern auch die politischen Ereignisse in ihrer Ganzheit, an denen das deutsche Volk über den Runkfunk teilnehmen kann. Wir denken hierbei beispielsweise unter anderem an die Durchführung der Tage der Nationalen Arbeit am 1. Mai jeden Jahres, in denen nicht nur die von der Regierung durchgeführten Veranstaltungen festgehalten sind, sondern auch die Feiern innerhalb der Betriebe, an denen es dem Rundfunk an den einzelnen Stellen Deutschländs möglich war, teilzunehmen. Wir sind beispielsweise heute auch in der Lage, alle Reichsparteitage seit 1933 oder auch die großen politischen Ereignisse des Jahres 1938 in einer Form wiederzuerleben, wie es mit Hilfe von Schrift und Bald allein niemals möglich wäre. Geschichten aus aller Welt im Ich der Traum würde es mir einfallen, dich zu heiraten." „Naja", sagte er. Es schien, er nahm es sehr gleichmütig, auf. „Ich meinte ja nur, ich hab' es nur so geschrieben, ich dachte: zu Weihnachten." Sie lachte hell hinaus. „Von was wolltest du denn mit mir leben?" „Von was ich leben wollte? Von dem, was ich verdiene." „Und was verdienst du?" „Was ich verdiene?" — Es kam ihm jetzt selbst etwas unbedeutend vor, was er verdiente, obwohl, als Baggermann, der er geworden war, verdiente sie fragte, was sie denn gehabt habe, bekam sie im Nu nasse Augen, verbarg ihr Gesicht an seiner Brust und flüsterte, ohne daß er es recht begriff, es hätte doch auch sein können, daß sie ihn gar nicht liebe, sie wisse es doch selber vielleicht nicht genau, wie sie es denn wissen solle. „Das weiß man doch", sagte er, „ich weiß es doch auch." „Ja, du", sagte sie und gab zu verstehen, daß sie bei ihm eine reiche Erfahrung auf diesem Gebiet vermute. Er schwieg. Er hatte wohl noch weniger Erfahrung als sie, aber aus irgendeinem Grunde hütete er sich, ihren Glauben in dieser Hinsicht zu zerstören. „Den Brief?" fragte Niddy zurück, „welchen? bekomme viele Briefe." „Das kann ich mir denken", knurrte Bert, nicht wußte, ob ihm die Laune vergehen sollte. „Und daß du es weißt", sagte sie, „nie er recht schön; andere hatten weniger. Er sagte es. Und es wird mehr werden", fügte er hinzu. Sie entgegnete nichts. Sie liefen eine Weile tumm nebeneinander her. Es war eine Sommernacht. Das Heu auf den Wiesen duftete, die Grillen zirpten, es war warm, eine herrliche, warme Nacht. Er hatte sich das anders oorgestellt. Er spürte sie neben sich, ab und zu streifte er unabsichtlich mit der Hand an ihrem Rock vorbei, so daß es raschelte. Er hätte sie so gern geküßt. „Schlag dir nur das aus dem Kopf", sagte sie nach einer Weile, „wenn wir Freunde bleiben wollen. Ich und dich heiraten!" „Naja", sagte er wieder, „ich wollte es nur wissen, darum hab' ich geschrieben, es war doch so ausgemacht." „Ausgemacht?" Sie blies hohnlachend den Atem von sich, ihr war offenbar nichts davon bekannt. „Seit' wir klein waren, war es so bestimmt", beharrte er, „und du hast dich auch oft genug von mir küssen lassen. „Wie du nur so etwas Schamloses aussprechen magst", sagte sie. „Und du hast mich sogar wiedergeküßt", fuhr er triumphierend fort. Er überlegte, ob er es wagen konnte, daran anknüpfend, jetzt um einen Kuß zu bitten, aber es war vielleicht nicht der rechte Augenblick. „Jedenfalls sieht man deutlich, was du für einer bist!" sagte sie gekränkt. „Sehr hübsch von dir, mit solchen Sachen anzufangen!" „Wieso?" Er verstand nicht. „Wenn ich das gewußt hätte!" rief sie. Ihrer Stimme war anzuhören, daß sie dem Weinen nahe war. „Aber was ist denn dabei?" „Ach?!" Sie fuhr herum. — „Bei dir ist wohl nichts dabei, wie? Du küßt wohl jeden Tag eine andre, nicht?" „Blödsinn!" entfuhr es ihm. Unklar fühlte er, daß ihr Vorgehen nicht gerade streng logisch sei, aber in der Eile konnte er den Punkt nicht entdecken, von dem aus sie ihn anscheinend erfolgreich ins Unrecht setzen wollte. Er fing an, sich zu ärgern. Da er nicht dahinter kam, wie er die Sache einrenken konnte, stieg richtiger Aerger in ihm hoch. Diese Weiber! dachte er. Es fiel ihm ein, daß fein Vater, wenn er sich über irgendwelche Frauenzimmer ärgern mußte, die Debatte gern mit dem Ausruf: Blöde Weiber! abschloß. Vielleicht war es nicht ungeschickt, Niddy zu zeigen, daß er auch ein Mann sei. „Blöde Weiber!" brummte er leise, sehr leise und vorsichtig, aber es wurde doch gehört. Es kam auch grade ein Radfahrer, der sie mit ; seiner Laterne beleuchtet, so daß Niddy stehen blei- Junge Leute. Von Rudolf Schneider-Schelde. Sie kannten sich schon so lang, zehn Jahre, zwanzig Jahre, eine ganze Ewigkeit, nein, zwanzig Jahre waren es noch nicht, denn so alt war Niddy noch gar nicht, aber sie waren nebeneinander im selben Dorf groß geworden, und jetzt war Bert auf Urlaub nach Hause gekommen und wollte endlich wissen, woran sie miteinander seien. Er hatte ihr am Nachmittag einen Brief geschrieben, denn in gewissen Sachen ist die schriftliche Form das einzig Richtige, und jetzt war es Abend. Sie mußte den Brief, wenn irgend etwas an ihr war, hinter dem Scheunentor gefunden und gelesen haben und mußte jetzt auf seinen Pfiff warten, der ihr anzeigte, daß er sie abholen kam. Er ging zu chrem Haus und stellte sich unter den Hollunderbaum am Zaun und pfiff. Nach einer Weile kam sie richtig heraus. Es schien, sie war eine große Dame geworden, feit er sie zuletzt gesehen hatte, allerdings schien es auch, daß sie nicht in rosiger Laune war. „Ach, da bist du ja", sagte sie nur und sah direkt an ihm vorbei. „Fein siehst du aus", sagte er und richtete seine glänzenden Augen auf sie. „Hast du meinen Pfiff gehört?" — Das war nun eine dumme Frage, und sie gab gar keine Antwort darauf. Sie gingen nebeneinander her. Sie gingen die Dorfstraße entlang und dann einen Seitenweg zu den Hügeln. Ab und zu mußten sie jemand grüßen, aber es ging gut, niemand blieb stehen oder schloß sich ihnen an. Bert hätte gern von dem Brief angefangen, aber wie? Schließlich fragte er direkt heraus: ,J)aft du den Brief bekommen?" (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Gesunder Schlaf. Ndz. Neuyork. Man muß dem 22jährigen amerikanischen Matrosen Paul Worshau zugestehen, daß er eine Art Weltrekord im gesunden Schlaf aufgestellt hat. Denn er hatte es fertig bekommen, zwischen den Schienen der Neuyorker Untergrundbahn fest zu schlafen, während die Züge über seinen Kopf hinwegdonnerten. Ein Angestellter der U-Bahn sah morgens um 7 Uhr, als er zum Dienst kam, den Matrosen zwischen den Schienen liegen. Er nahm an, daß es sich um einen Toten handele, einen Verunglückten oder einen Selbstmörder. Dies meldete er dem Fahrdienstleiter. Im gleichen Augenblick fuhr ein Zug in den Bahnhof ein und wiederum über den .Leichnam" hinweg. Als der Zug ausgefahren war, hoben Angestellte der U-Bahn den Körper von den Schienen. Erft hierbei stellte sich heraus, daß es sich um einen „lebenden Leichnam" handelte, daß der Matrose nur geschlafen hatte. Er erwachte und hatte außer zwei Schrammen an den Beinen keine Verletzung davongetragen. Nach dem Zustand seiner Kleidung zu urteilen, muß der Mann mehrere Stunden zwischen den Schienen geschlafen haben. Denn es hatte sich eine dicke Staubkruste auf seinem Anzug gebildet. Er selbst kann sich daran nicht erinnern. Sein Bewußtsein hatte ihn verlassen, nachdem er, wie es in den Zeitungen heißt, dem Alkohol allzu reichlich zugesprochen hatte. 59 Stunden am Klavier. C. K. Washington. Einen Wettkampf der Ausdauer und des Gedächtnisses, wie er nur in Amerika möglich scheint, haben sieben Klavierspieler des Musikkonservatoriums von Minneapolis durchgeführt. Der erste mußte bereits nach 23 Stunden aufgeben, nachdem er 200 Musikstücke aus dem 18. Jahrhundert gespielt hatte. Der zweite und der dritte Wettbewerber waren am Ende ihrer Kräfte, als sie 29 Stunden gespielt hatten. Der Vierte kam bedeutend weiter, denn er spielte 41 Stunden hintereinander Kompositionen von Verdi. In der 44. Stunde waren also nur noch ein deutscher und zwei holländische Musiker im Wettbewerb. Der erstere bekam einen Fieberanfall und mußte aufgeben, während die beiden letzten in zwei getrennten Zimmern noch lange Stunden hindurch ihr Konzert fortfetzten. Nach Ablauf der 48. Stunde wurden die beiden Kämpfer von allen ihren Studiengenossen sehr gefeiert, und sie begannen nach Kinder Canellas. Die brasilianischen Behörden werden demnächst die Entscheidung treffen. Das Testament als Flaschenpost. Ndz. London. Im Herbst 1896 verschwand der englische Segler „Kent" mit 22 Mann Besatzung auf der Fahrt von Valparaiso im Stillen Ozean. In diesem Jahr wurde von einem Fischer an der samoanischen Insel Upolu eine von diesem Schiff stammende Flaschenpost gefunden, die nach England weiterbefördert wurde. Der Inhalt der Flaschenpost war ein Bericht des Kapitäns über das Scheitern des Schiffes und zugleich das Testament des Kapitäns. Da dieser keine Verwandten hatte, hinterließ er in diesem Testament sein gesamtes Eigentum dem Sohne eines Kameraden, der sich damals auf der Navigationsschule befand. Der Nachlaß bes vor mehr als 40 Jahren im Beruf gestorbenen Schiffsführers war gar nicht gering. Sein Bankkonto beläuft sich jetzt mit Zins und Zinseszins auf über 600 000 RM. in deutschem Geld. Nach langen Bemühungen ist es nun auch gelungen, den Erben auhuspüren. Der ikhemalige Navigationsschüler ist jetzt em alter Mann, der sich vom Seemannsberuf zurückgezogen hat und seine bescheidene Rente verzehrt. Er hat aber von dem ihm so plötzlich in den Schoß gefallenen Reichtum keinen persönlichen Gebrauch gemacht, sondern das Geld einem Heim für alte Seeleute überwiesen. Die Taucher-Krankheit. Ndz. Kopenhagen. Vor Seelands-Riff liegt gegenwärtig eine große Steinfischerflotte, bei der sich dieser Tage ein Fall von Taucherkrankheit ereignet hat. Der 30jährige Taucher Christensen hatte je vier Stunden vormittags und nachmittags in 12 bis 13 Meter Tiefe auf dem Meeresboden gearbeitet. Einige Zeit danach begann feine Haut zu prickeln, der Blutdruck stieg, und es stellte sich eine starke Uebelfeit ein. Man schaffte schnell einen Arzt von Nyköbsng herbei, der an dem Patienten alle Anzeichen der Taucherkrankheit feststellte. Da die Temperatur inzwischen auf 41 Grad gestiegen war, bestand unmittelbare Le- ben und Bert wie aus großer Ferne anblicken konnte. Auf alle Fälle", sagte sie sehr steif, „verbitte ich mir, daß du mich mit deinen ordinären Wirtshausausdrücken beleidigst." Bert sah sie erschrocken an. Sie war sehr befriedigt, sowohl von der Wirkung ihres Satzes, als auch von ihm selbst. Er stammte zwar nicht ganz aus ihr, sondern war eine hübsche Erinnerung an eine miterlebt Eheschlacht, aber das konnte Bert schließlich nicht wissen. Niddy war eigentlich jetzt mit einemmal in ganz guter Laune. Sie wußte nicht, wie das kam, und war zu schlau, es ohne weiteres zuzugeben. „Hier riecht es gut", sagte sie nach einer Weile, als sie wieder im Dunkeln gingen. Bert brummte etwas. „Also?" sagte sie etwas später ohne rechten Uebergang. „Was also?" fragte er unsicher und mürrisch zurück. ,Zch dachte, du wolltest etwas sagen. „Ich — nein." Er überlegte, aber er war zu unsicher und kam zu keinem Ergebnis. Meinte sie es jetzt ernst? Ach, es war wohl besser, zu schweigen. Es war wohl besser, schweigend sein Los als Mann zu tragen, und am besten war es wohl, sich dieses unverständliche Mädchen völlig aus dem Kopf zu schlagen. Er würde in die weite Welt gehen und sie vergessen. Mochte die Sommernacht duften, mochte er, der Teufel wußte, warum, sich eingebildet haben, sie würde seine Frau werden, er würde sich vornehmen, sie zu vergessen. „Also zu Weihnachten, dachtest du", sagte sie plötzlich ohne jede Spur einer Verlegenheit. „Ich dachte", sagte er ziemlich überrumpelt. „Und wie kommst du auf Weihnachten?" fragte sie freundlich. „Ich dachte es mir eben so", sagte er noch einmal, wobei er möglichst viel abgeschlossenen Verzicht in feine Stimme zu legen versuchte. „Hm", sagte sie und kam etwas näher zu ihm heran. „Vielleicht wäre es an Weihnachten wirklich sehr hübsch, was meinst du?" Sein Herz, das vor einer Minute die Welt als einzige Trübsal gefühlt hatte, begann zu jubeln, aber er wagte noch nicht, daran zu glauben. Er bemühte sich nun, möglichst nahe neben ihr zu gehen, ohne daß es auffällig war. Plötzlich stolperte sie. Er mußte nach ihr fassen, damit sie nicht fiel. Sie war sehr weich in seinem Arm, so bewunderungswürdig weich, daß er sie unwillkürlich an sich zog. „Ach", sagte sie nur. Dann küßten sie sich. Etwas später, als er glücklich, stolz und strahlend neben ihr auf einem Baumstamm saß und Fahrers, daß er die Ruhe behielt und trotz ber gefährlichen Situation die richtigen Rettungsmafr nahmen traf. Sein erster Geoanke war, die Tür des Wagens zu öffnen, was sich aber selbstverständlich wegen des hohen Wasserdrucks als unmöglich erwies. Dagegen gelang es ihm, das hinterste Fensier des Wagens oben zu öffnen, so daß das Wasser in den Wagen strömte. Unterdessen zog sich Dorgen aus. Als der Wagen fast bis oben mit Wasser gefüllt war, machte er noch einen'tiefen Atemzug mit der letzten Luft, die unter dem Dach des Wagens zurückgeblieben war, stieß bann die Tüv auf und suchte die Wasseroberfläche zu gewinnen. Dies gelang ihm auch mit vier Schwimmstößen. Trotz der gewaltigen Anstrengung kam er gesund an Land. Das neue Tobis-Programm Wir haben bereits vor kurzem an dieser Stelle einen kleinen Ueberblirf über die neue Produktion der Tobis und ihr Programm für die Spielzeit 1939/40 veröffentlicht. Der Verleih-Chef der Tobis legt jetzt ein starkes, üppig ausgestattetes und reich bebildertes Buch vor, das eine lückenlose Zusammenstellung der neuen Filme enthält. Wir entnehmen daraus, unsere frühere kurze Vorschau ergänzend, u. a., daß Hannings in vier neuen Filmen zu sehen sein wird: neben „Robert Koch^ und dem „Letzten Appell" erscheinen „Der Vater (Friedrich Wilhelm I.) und „Flachsmann als Erzieher" nach dem Lustspiel von Otto Emst- Al ber s spielt nicht nur „Percy auf Abwegen", sondern auch den Panduren Trenck zur Zeit der Maria Theresia. „Tiefland" heißt eine Verfilmung nach d'Albert, „Die unheimlichen Wünsche" wurden nach einem Roman von Balzac, „Eine kleine Nacht' musik" Nach Mörikes Novelle „Mozart aus der Reise nach Prag" gedreht. Im Sonderverleih erscheint ein Zeitungsfilm „Die 7. Großmacht. „Melodien, die jeder kennt" bringt ein Paul-Lincke- Film. In „Traummusik" hat Kirsten Hei berg die Hauptrolle. „Die Nacht ohne Abschied" spstll auf einer einsamen Insel. Ein Variete-Film heißt „Wir tanzen um die Welt". „Kopf hoch, Johannes" ist die Geschichte eines vierzehnjährigen Jungen. „Segen der Arbeit" erzählt von den Schicksalen eines Dorfes. „Lord Burnleys Affäre" mit Karl Ludwig Diehl in der Titelrolle behandelt einen Spionagefall. „Aus erster Ehe" nennt sich ein Film mit Franziska Kinz. Theo Lingens lustiges Kriminalstück „Was wird hier gespielt erscheint nächstens auch auf der Leinwand. — Dies ist eine zweite, noch immer nicht erschöpfende Vorschau auf das reichbestellte neue Tobis-Programm, das überdies durch eine Reihe interessanter Kulturfilme und Wochenschauen ergänzt wird. einer Stunde der Ruhe ihren dritten Tag. Als die 52. Stunde ihrem Ende zuneigte, zeigte der Pianist Smidson unverkennbare Anzeichen der Erschöpfung, und, obgleich er versuchte, sich nicht übermäßig anzustrengen, indem er leichte Musik aus dem 18. Jahrhundert spielte, überfiel in eine Krisis, und er mußte aufhören. Der letzte hätte sich nun schon als Sieger ansehen können, aber er zog es vor, fortzufahren, um seine Ueberlegenheit zu unterstreichen, und er konnte tatsächlich noch bis zum Schluß der 59. Stunde weiterspielen. Die letzte halbe Stunde, die »dieser Sieger im Dauerklavierspielen leistete, wurde durch den Rundfunk gesendet und auf eine Schallplatte aufgenommen, die im Archiv des Konservatoriums von Minneapolis aufbewahrt werden soll. Van Loon, so heißt er, ist heute in Amerika ein berühmter Mann. Nachspiel zum Fall Canella-Bruneri. Ndz. Ric> de Ianeiro. Vor einigen Jahren befaßte sich die ganze Welt mit dem Kriegsteilnehmer, der sein Gedächtnis verloren hatte und von zwei Frauen beansprucht wurde. Kurz nach Kriegsende wurde in Italien ein Mann in ein Krankenhaus ein geliefert, der jede Erinnerung verloren hatte und für dessen Identität kein Anhaltspunkt vorlag. Das Bild ging durch die ganze Weltpresse, bis sich eines Tages die Frau des italienischen Professors Canella meldete und den Mann als ihren verschollenen Gatten wiedererkannte. Diese Angabe wurde von anderer Seite bestritten, und es wurde behauptet, daß es sich um den Turiner Typographen Mario Bruneri handele. Es sand ein Prozeß statt, der damit endete, daß der Mann ohne Erinnerung als der Typograph Bruneri festgestellt wurde. Frau Canella kümmerte sich nicht um diese Entscheidung, sie wanderte kurzerhand mit dem vermeintlichen Gatten nach Brasilien aus. Wie brasilianische Blätter melden, hat der Mann inzwischen seine Erinnerung wiedergewonnen und Frau und Kinder erkannt. Die Familie erhielt Zuwachs, und Professor Canella leitete Schritte ein, um endlich auch wieder als Canella anerkannt zu werden. Er ist jetzt schwer erkrankt und hat den Wunsch, daß er nicht als Mario Bruneri sterben muß. Die brasilianischen Behörden sollen den Fall entscheiden. Hierzu liegt ein Gutachten von Professor Silva vor, das die italienische Entscheidung als irrtümlich bezeich- net. Für die Identität Canellas lägen so viele Beweise vor, daß feine Zweifel mehr möglich seien. Der sicherste Beweis liege in den übereinstimmenden Bluttypen der in Italien und Brasilien geborenen bensgesahr. Der Arzt setzte sich entschlossen mit dem Marineministerium in Kopenhagen in Perbinduna, das schleunigst ein Flugboot entsandte. Aus diese Weise gelang es, innerhalb weniger Stunden den Patienten nach Kopenhagen zu schaffen, wo er einer besonderen Behandlung durch Marineärzte unter- zogen wurde. In einer Kammer wurden die gleichen Druckverhältnisse hergestellt, denen der Taucher auf dem Meeresboden ausgesetzt war. Die Kur glückte, und das Leben des Tauchers ist gerettet. Nach Mei- nung der Aerzte ist der Taucher zu schnell vom Meeresboden aufgestieaen, denn er hat nur eine halbe Minute für den Aufstieg aus 13 Meter Tiefe gebraucht. Rettung aus der Tiefe. Ndz. Stockholm. In Halmstad verfehlte ber Straßenbaumeister Torgen aus Stockholm ben Weg unb fuhr mit seinem Wagen in ben Nissanfluß. Das Auto sank in sieben Meter Tiefe ab. Es war das Glück des FOTO-Arbeiten preiswert 727D FotO-Rllhl, Seltersweg 67 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen irg. Die das Gesicht der Stadt bestimmen, Museen fehlen lus bij lelangt, fährt man durch Geisenheim, dessen j^uhm durch die botanische Lehranstalt begründet i't. Rüdesheim bedarf keiner Erwähnung mehr, Einspaltige Nervös - Erschöpfte - ... \ mäßigten Srnnd« Spezialkuranstalt Hofheim 15 (Taunus) erCffl von s Pf. vreis von s Pf. und 10°/o Bedienungsgeld. 8808Ö für öle fflfOlmeten reüe veröffentlicht r glück«! ach K ult DO! nur eir. stet Jin ■ aus ihä Dies gt- Trotz bi: i fianb. wen /eg 67 hol«. aumeife fuhr ie luto for! Zlück ki span» ’n kN« N«ir h N» und Interessantes gibt es dort zu sehen! Von Eltville bis Rüdesheim drängen sich Städtchen und Dörfer, am Ufer des Flusses gedeiht das Obst, während die Hügel und Hänge rechts der Straße unzählige Reben in sauberen, geraden Reihen tragen. Roch gibt der Taunus dem Leben am lifer einigen Raum, das Auge schaut über nahe Hügel zu ferneren Höhen, und Schlösser und Kirchen schmücken die Landschaft. Manche Denkwürdigkeit ist hier in Stadt und Dorf verborgen; das ?in Name ist mit der Freude am Rhein und Jtieirt identisch, und das Nationaldenkmal auf dem Niederwald bildet eine ständige Sehenswürdigkeit. Flensungerhof ^vriitlich.Erholungsheim foft und Station Mücke in Oberhessen. — Werbeschrift auf Verlang. ln tau nb0 x SonbJ. ’plife '««Ittr ’hlifr 05 ich »* i) iliti. zusammen treffen. Wie Worms und Oppenheim ihre romantische und gotische Pracht gezeigt haben, so empfängt dann Mainz den Besucher mit einem seltenen Reichtum an geschichtlichen und prunkvollen Bauten. Es ist nicht allein der Dom, es sind auch das Kurfürstliche Schloß und zahlreiche Adelshöfe, .mfangreiche Freilegungen und Erneuerungsarbei- !»n durchgeführt sind. Bevor man nach Rüdesheim Staubfreie, sonnige Lage — Laub- und Nadelwälder — Höhenluft — Zentralheizung — Liegehalle. Tagespreis RM. 3.00 bis RM. 3.50 bei Frankfurt am Main. Telefon 214 Mäßige Preise. S.-R. Dr. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarzt im Laufe der Entwicklung des Badelebens von selbst eine gewisse Geselligkeit herausgebildet, die sich auf sportliche Spiele bezieht. Etwas wird also auch der Behäbigste — ober er müßte ein unverträglicher Außenseiter sein — zur Bewegung gezwungen. Doch gilt es heute auf diesem Gebiet der allgemeinen Gesundheits- und Erholungskuren och vielmehr zu tun. Sehr aufschlußreich war in dieser Beziehung eine kürzlich von den Nord- und Ostieebadern einberufene Tagung auf der Insel Langeoog, auf der man überein kam, daß das gesamte Strandleben eine gewisse Neuausrichtunq erfahren müsse, die namentlich der Intensivierung des Spiel, und Sportbetriebes dienen soll. Wenn man von den großen Bädern vielleicht absehen kann, so gibt es doch eine Menge kleinerer Ortschaften, die Strandbetrieb haben und sich mehr und mehr zum Seebad entwickeln. Diese kleinen Bäder an der westlichen und mittleren Ostsee, aber auch an der Nordsee sollen Gerätschaften erhalten und für die Anlage von Sprel- und Sportplätzen sorgen. Nach Möglichkeit ist auch an die Einstellung von Sportlehrkräften gedacht. Man ist überzeugt, daß der gesunde sportliche Sinn, der heute vorherrscht, unwillkürlich auch die allzu Bequemen veranlaßt, am fröhlichen sportlichen Spiel teilzunehmen. Wenn diese Leute sich nur einmal jeden Tag eine Vierteloder Halbe Stunde sportliche Bewegung schaffen, ist das Ziel im gesundheitlichen Sinne schon erreicht. Es kommt bei diesen Planungen nicht nur darauf an, den sportlichen Gedanken und den Nutzen der körperlichen Betätigung auch in den Ferien und insbesondere an der See zu fördern, sondern es muß gewissen Gepflogenheiten Einhalt geboten werden, die in jedem Jahr viel Unheil anrichten. An erster Stelle ist hier die Leidenschaft des Sonnen- b a de n s zu nennen. Es gibt gerade am Strand zahllose Badegäste, die stundenlang, ja tagelang in ltbh der Sonne liegen, um „brau n" z u werden. Trotz der katastrophalen Folgen, die dieses Sonnenbaden unter Umständen schon an Ort und Stelle auslösen kann, trotz der vielen gesundheitlichen Benachteiligungen, die sich auf weite Sicht ergeben können, läßt diese krankhafte Angewohnheit nicht nach, sie wird vielmehr noch immer „moderner". Niemand will dem einzelnen die äußerliche Genugtuung verübeln, möglichst gesund — worunter man „braun" versteht — nach Hause zurückzukehren, aber warum verschafft man sich diese Bräune nicht auf normalerem und wesentlich zuträglicherem Wege? Auch in dieser Beziehung will die Organisation des Spiel- und Sportbetriebes einen gewissen Einfluß nehmen. Nicht das starre „Brüten" in der Sonne bräunt den Körper, sondern der bewegliche Aufenthalt i n der salzigen Seeluft in Verbindung mit Wind und Sonne. Darum ist daran gedacht, in den Seebädern, die über sportliche Einrichtungen noch nicht verfügen, für' F r e i l u f t- sportplätze zu sorgen, die diesen Gedankengängen entsprechen, sich auch an Altersschichten unter den Besuchern zu wenden, die für diese Einrichtungen besonders empfänglich sind, so daß man einerseits dem Wahnsinn des Sonnenbadens steuert, andernteils die aUgemeine sportliche Betätigung fördert. Außer den sportlichen Einrichtungen für Tennis und Leichtathletik sollen Kegelbahnen, Schießstände und Rollschuhbahnen im Freien errichtet werden. Man ist überzeugt daß diesen Betätigungsmöglichkeiten auch der ganz bequeme Herr aus der Stadt ein gewisses Interesse entgegenbringt, denn er findet hier ja Dinge wieder, die er zu Hause in seiner Freizeit als schönste Erholung befrachtet. Der grundlegende Unterschied zwischen „zu Hause" und an der See liegt nur darin, daß er an der See im Freien, in der frischen, bewegten Luft sich sportlich betätigt. er ehw | e unitt. 11 ! gleich» l ruf ihrer Weine verlockt, den Versuch unternommen, neue Hänge der Rebe dienstbar zu machen, aber wo die Natur dem Boden den Muschelkalk versagt, da fehlte dem Wein die letzte Köstlichkeit, die wir am Frankenwein preisen, wie er reich genug für uns alle auf den Hügelketten zwischen Karlstadt und Schweinfurth wächst. Frankenland ist ältester Kulturboden. Und so alt wie seine Geschichte, ist auch die seines Weines. Mit den ersten Klostergründungen, deren Spuren wir heute noch in Kitzingen, Frickenhausen oder anderen Orten finden, grünt in Franken auch die Rebe. Schon die Karolinger kannten die Güte des Frankenweines und förderten die Häcker, die den Weinbau pflegten. So alt der Frankenwein ist, so alt ist auch sein guter Ruf, der schnell Wohlstand ins Land brachte. Die vielen Schlösser, die prunkvollen Bürgerhäuser, die stolze Wehr der kleinen Städte und die Ueberfülle des Reichtums der zahllosen Barockkirchen, die mit ihren Zwiebeltürmen überall ins Land ragen und der Landschaft ihr Gepräge geben, legen heute noch davon Zeugnis ab. Es muß ja nicht gerade „Leisten" oder „Stein" sein, in den kleinen Dörfern scheint die Sonne mit der gleichen Kraft, und der Wein ist nicht schlechter. Und wer an Ort und Stelle Bekanntschaft mit ihm macht, dessen Glück ist noch größer. In der niedrigen Winzerstube von Escherndorf kann man in Gesellschaft des weitgerühmten „Escherndorfer Lump" ein echt fränkisches Fest feiern. Auch „Eulengrube", „Kirchenstück" und „Fürstenberg" werden in der Gesellschaft nicht fehlen. Und wer einmal gekostet hat, wird mit langsameren Schritten weiterwandern und mit andächtigen Schlucken trinken. * Wie ein Märchen aus dem Mittelalter hat sich Sulzfeld erhalten, behütet und umschlossen von schützendem Gemäuer mit Wehr und Türmen. Volkach, das uralte Frankenstädtchen, birgt das schönste der frännkischen Bürgerhäuser des 16. Jahrhunderts, das Schelfenhaus. Droben, mitten in den Rebenhängen, steht die Kapelle „Maria im Weinberg", in der Riemenschneiders Rosenkranzmadonna die'Arbeit der frommen Häcker segnet. Auch in dem benachbarten, von trutziger Wehr umschützten Somme r a ch wächst ein guter Wein. Dettelbach grüßt mit seinen 52 alten Türmen und Toren. Der weinfrohe Wanderer wird Iphofen nicht vergessen, eine PMe im Kranz der fränkischen Weinorte, in dem Riemenschneiders herrlicher Johannes den Sinn nicht weniger erfreut als der edle Wein und die verträumte Romantik des Städtchens. Weingeruch erfüllt auch Randersacker, ein echtes Häckerdorf — „Hobuch", „Pfülben" und „Teufelskeller" heißt hier die hohe Gesellschaft der Bocksbeutel. Rebenumkränzt grüßen Frickenhausen, Sommerhausen, Rödelsee und all die hübschen Orte, die sich wie Perlen zu einer Kette reihen. Man kann sie nicht alle aufzählen — die Weinorte Frankens. * - Frankenland ist Weinland. Ein Leuchten geht über Hügel und Zwiebeltürme, über Fluß und Brücken, über Sie Madonnen des fränkischen Bildschnitzers und das frohe Antlitz der Häcker, über das ganze Land. Blaßgold fließt der Frankenwein aus dem dickbauchigen Bocksbeutel in das Glas des Zechers. Beim ersten Schluck ist es, als ob er sich noch versage. Man ahnt erst den Duft und die Würze. Die Liebe zum Frankenwein'will erobert sein. Aber dann macht sie glücklich. Wer so mit offenen Augen und offenen Sinnen durch die kleinen Städte und Dörfer des Frankenlandes wandert, in den Kirchen unter den Zwiebeltürmen Rast hält, abends mit dem Häcker feinen Wein aus den seltsamen Flasche trinkt — der hat es erlebt, das Land des Barock und des Bocksbeutels — unvergeßlich wie eine tiefe beglückende Freude. Adolph Meuer. d /K int',, fr Erholung und gute Verpflegung finden Sie nicht nur in der Ferne, sondern auch in den Sommerfrischen und Gaststätten der Heimat Schloß von Eltville hat Erinnerungen an Gutenberg aus Mainz, in Winkel steht las Graue Haus als ältester profaner Steinbau Deutschlands und das Haus der Brentano; )as helle Schloß Johannisberg liegt wie iine Löwenpranke auf dem weinbestandenen Hügel, rnd weitet landeinwärts — schon von Hattenheim :us zu erreichen — ersteht das mächtige Kloster 5 derbach in alter Schönheit wieder, nachdem Meingau und INittelrhein. Von Or. Paul Neumair. Die sprichwörtliche Rheinlandschaft ist die Landschaft der edlen Weine und der alten Burgen: Rheingau und Mittelrhein. Wenn der Fluß das Tor von Mannheim und Ludwigshafen passiert hat, strebt er auf Worms zu, das als älteste Stadt deutscher Gründung am südlichen Eingang von Rheinhessen liegt. Linksrheinisch breitet sich der Wonnegau aus, dessen Weinbau Jahr um Jahr gute Erträge bringt, auf dem Weg nach Mainz steht hoch am Hier die Mharinenkirche und die Ruine Landskron' als Zierden der alten Reichsstadt Oppenheim, und wo der Main sich mit dem Rhein vereinigt, liegt das goldene Mainz im Schmuck seiner Türme und Kuppeln. Der Taunus drängt vom gegenüberliegenden Ufer den Rhein zu einer scharfen Linkswendung, und die südlichen Hänge dieses Höhenzuges sind die Heimat des edelsten Rheinweines. Rheingau heißt die Landschaft von Biebrich bis zum Mäuseturm bei Rüdesheim und Aßmannshausen, ein wundervolles Fleckchen Erde voll Kultur und Romantik! Sehenswürdigkeit reiht sich an Sehenswürdigkeit. Gewiß ist überall am Rhein die große Vergangenheit noch sichtbar, schwerlich aber wird man anderswo so viele Denkmäler deutscher Art und Kunst auf engem Raum tny.k' W7-' ürK Mii- Äeisewmke. Das Postsparbuch ein praktischer Reisebegleiter. Die Deutsche Reichspost hat im Monat Mai 1939 rund 100 000 und damit seit Aufnahme des Post- sparkassendienstes (2. Jan. 1939) insgesamt 570 000 Postsparbücher ausgestellt. Aus diese Bücher sind bisher 96,3 Millionen RM. eingezahlt und 29,7 Millionen RM. ausgezahlt worden. Der tägliche Einlagezuwachs beträgt etwa 783 000 RM. Das Postsparbuch ist ein unentbehrlicher Reisebegleiter. Es macht die Mitnahme größerer Barmittel auf Reisen entbehrlich. Mit dem Postsparbuch, gleichgültig, wo es ausgestellt worden ist, kann man b e i allen Postämtern und Amts st eilen der Reichspost in Großdeutschland beliebige Beträge bis 100 R M. täglich (insgesamt bis 1000 RM. im Monat) abheben. Größere Beträge bedürfen der Kündigung. Das Postsparbuch darf ohne besondere Genehmigung auch bei Reisen ins Ausland mitgenommen werden. Bei der Rückkehr ins Reich besteht dann die Möglichkeit, sich durch Abhebung aus dem Postsparbuch bei dem nächsten Postamt sogleich wieder mit deutschem Bargeld zu versorgen. Ruhe im Kurviertel. Der Kur- und Verkehrsverein Wiesbaden hat eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die sich ausschließlich mit den Maßnahmen zur Sicherung der Ruhe im Kurviertel befaßt. In der Erkenntnis, daß von der Lösung dieser Frage die weitere Entwicklung der Kurstadt entscheidend abhängig ist, wird an- geftrebt, das Kurviertel von jedem vermeidlichen Straßenlärm, besonders vom Motorenlärm der Omnibusse, Lastkraftwagen und Motorräder, frei zu halten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß das Kurviertel für Kranke und Erholungsbedürftige be» stimmt ist und der Verkehr der Großstadt in keiner Weise mit den Bedürfnissen der Kurgäste in Einklang tu bringen ist, wird man bei den zu ergreifenden Maßnahmen keine Kompromisse machen können. Der Kur- und Verkehrsverein will kein Mittel unversucht lassen, um an der erfolgreichen Lösung dieser wichtigen Frage mitzuwirken. Das jüngste deutsche Bad. Die Stadt Honnef am Rhein, am Fuße des Siebengebirges malerisch gelegen, hatte im vergangenen Jahre mit ihren auf der Rheininsel Grafenwerth durchgeführten Quellenbohrungen guten Erfolg. In 700 Meker Tiefe wurde eine mineralische Thermalquelle erbohrt, die auf Grund wissenschaftlicher Begutachtung als hochwertiges Heilwasfer an- gesprochen werden darf. Die Quelle wurde zunächst zur Speisung eines Thermalschwimmbades benutzt, das schon 1938 von 40 000 Besuchern ausgesucht wurde. Inzwischen ist noch ein Schwimmbecken für die Jugend erbaut worden. Der Gedanke, den gepflegten Kurort wieder zu einem Bad mit Trink- und Badekuren zu machen, wurde schnell verwirklicht. Binnen weniger Monate entstanden innerhalb des Kurgartens Trinkhalle, Badehaus und Wandelhalle, die kürzlich der Oeffentlichkeit übergeben werden konnten. Honnef, das durch den Reichsfremdenverkehrsoerband als „Bad" anerkannt worden ist, vereinigt die Heilkraft seines Wassers Pit einer überaus reizvollen Lage. . „Wir woll'n zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren ..." Der Sommer schenkt dem Wanderer die Glut der Rebenhänge, den Sonnenglanz der gesegneten Landschaft, den Schatten der Wälder, das wohlige Naß des Mainwassers oder die angenehme Kühle still und einsam träumender Dorfkirchen, in denen der Wanderer zur Mittagszeit ein Stündlein rastet und über den unerwarteten Glanz der überreichen Barockaltäre fast erschrickt, wenn ein Sonnenstrahl das hell aufflammende Gold des Gewandes einer der vielen Figuren trifft. Der Sommer öffnet den Mantel dieser überreichen Landschaft, er enthält ihr Geheimnis, zeigt sie in ihrer Lust und in ihrem liebermut. Nur wer sie belauscht, wenn der Sommer mit seiner Glut die Trauben kocht, der kann das Glück des Franke n l a n d e s erleben. Aber er muß schon abseits gehen von den großen Heerstraßen, wenn er die verborgenen Kostbarkeiten finden roUF, wo die kleinen Städte mit ihren Tortürmen und Mauer- ünnen, mit ihren Schlössern und Bürgerhäusern heute noch wie vor Jahrhunderten stehen, wo in einsamen Kirchen auf weit entlegener Höhe eine Madonna des deutschen Bildschnitzers Tilman Riemen schneider, der aus dem Frankenland seine Kräfte schöpfte, den überraschren Wanderer entzückt. * Würzburg ist ein großartiger Höhepunkt, zu dem Landschaft, Kunst und Natur sich vereinen, aber man muß den tausendjährigen Bischofssitz mit dem blendenden Prunk seiner Residenz, der verwirrenden Fülle seiner Barockkirchen, seinem berühmten „Stein" und „Leisten" und dem frohen Rokoko des Falken-Hauses hinter sich lassen, wenn man so recht ins Land der Franken kommen will. — Wenn von Seligenstadt aus, weit hinter 'Würzburg, uns ein museal anmutendes Dampfroß einer Kleinbahn über eine uralte Brücke nach Volkach bringt, dann müssen wir den Asphaltstaub des Großstädters aus unseren Kleidern schütteln. Denn wir sind mitten im gesegneten Frankenland. Mit dieser Brücke hat es seine Bewandtnis — sie ist wie eine Barriere vor dem Paradies. Alles drängt über sie, Radfahrer, Autos, Schafherden, Fußgänger, Kuhwagen, und wenn das Dampfroß, das die gleiche Brücke benutzt, ankommt, muß der Brückenwärter, der zugleich den Brückenzoll heute -noch wie ehemals einkassiert (5 Rfg. von jeder „freigehenden" Person) mit Fahne und Nebelhorn alle anderen Wegebenutzer von der Brücke zurückhalten, bis der Zug sie passiert hat. Das rasende Tempo der Zeit gilt hier nicht. Diese Landschaft trägt ihren eigenen Rhythmus m sich, in den früchteschweren Hängen, im großen Schwung des Flußlaufes, in den zarten Linien der bewaldeten Höhen. Und wie die Landschaft in sich ruht, fest verankert, gläubig und vertrauensvoll — so sind auch die Menschen, ehrlich und gerade, naturhaft, heiter, fleißig und mit einem starken Sinn für das Wesentliche. * Die fränkischen Winzer nennen sich „Häcker". Wo sie wohnen — das ist ein rechtes, echtes Hackerdorf, voll Weingeruch, mit breiten Türen zu tiefen Kellern mit köstlichem Inhalt. Die Häcker find em stilles aber frohes Volk, und wenn des Tages Arbeit hinter ihnen liegt, bann glättet her Frohsinn jede Miene und lauter erschallt am Abend aus den Weinschenken und Bocksbeutelstuben das befreite Lachen Sie wissen, wo. der feurigste Wein wachst, und wenn man sie fragt, warum dieser oder jener fianq keine Reben trägt, schütteln sie weise lächelnd den Kopf. Nur wo Muschelkalk ist, sei er m.t Ton und Mergel oder Buntsandstein vermischt, fei es, daß er als dichtere Schicht dem Boden aufliegt, nur da gedeiht das, was wir F r a n k e n w e i n nennen. An manchen Orten haben die Häcker, von dem Welt- cht W e ihn gc leicht B eiß es V stehen, sein >d) wem!’ >m ®[UV [er W Wanderfahrten. Wetzlar — kalsmunt — Magdalenenhausen — Oberndorfer Hütte — Braunfels. Mit Sonntagskarte Braunfels fahren wir nach Wetzlar, durchschreiten die alte Reichsstadt, um beim Schutzengarten auf schwarze Dreiecke zu stoßen. Diese führen uns in mäßigem Anstieg auf die Ruine Kals- munt, von deren Bergfried sich ein prachtvoller Rundblick bietet. Zu unseren Füßen lehnt sich die Stadt mit dem hochragenden Dom an den Berghang, lieber das Lahntal hinweg grüßen die Burgen Gleiberg und Vetzberg mit dem Dünsberg. Ferner sehen wir Greifenstein, Dianaburg, das Braunfelser Schloß, den Stoppelberg und die Höhen des Taunus mit dem Feldberg. Die Zeichen leiten uns durch eine Senke hinauf zum Magdalenenhäufer Hof (Gastwirtschaft). Hinter dem Anwesen nimmt uns der Wald auf, an dessen Ausgang wir einen überraschenden Blick auf das auf stolzer Höhe thronende Schloß Braunfels haben. Bald erreichen wir die im Tal liegende Oberndorfer Hütte (gute Einkehr) und steigen einen Feldpfad empor, der uns nach Braunfels bringt. Hier können wir das herrliche Schloß mit feiner reichhaltigen Gemälde-, Kunst- und Altertums- fammlung besichtigen, die prächtige Fernsicht bewundern und dem nahegelegenen Tierpark mit feinen zahmen Hirschen einen Besuch abftatten. Don der am Fuße des Städtchens liegenden Obermühle (bekannte Gaststätte) führt unser Weg durch den reizenden Mühlengrund zur Station Braunfels, von wo wir heimfahren. Wanderzeit 3% Stunden. Ehringshausen — Lemptal — üölschhausen — Aßlar — Wetzlar. Diese Wanderung ist, da sie wenig Schatten bietet, für die kühlere Jahreszeit geeignet. Wir fahren nach dem im Dilltal gelegenen Ehringshausen. Vor der Dillbrücke haben wir einen schönen Blick auf Dillheim, Greifenstein und Hirschbergkoppe. Nachdem wir das ansehnliche Dorf bis zum Westende durchschritten haben, folgen wir schwarzen Dreiecken, die uns auf der Landstraße das Lemptal aufwärts über Kölschhausen an der Grundmühle vorbei nach Nieder- Lemp bringen. Hier verlassen wir das seitherige Wegezeichen und gehen jetzt den blauen Strichen nach, die uns zuerst über die Lemp, sodann über einen bewaldeten Höhenrücken nach Bechlingen am Fuße des Adlerhorstes, hierauf durch das breite Bechlinger Tal nach Aßlar führen. Ohne Zeichen wandern wir von hier über Hermannstein nach unserem Endziel Wetzlar. Wanderzeit 5 Stunden. ebenfalls nicht und vertiefen die kulturellen Züge, mit h' Von Mainz fetzen wir nach Kastel und nach bindW Wiesbaden-Biebrich über, um so auf die hrf J chäne rechtsrheinische Uferstraße zu kommen. Diese .Sonnenstraße am Rhein" führt den Wanderer beim letzten Schloß der nassauischen Herzöge in Biebrich in den Rheingau, und wieviel Schönes Spott am Meeresstrand. Man spricht in den Ferien oft von einem „süßen Nichtstun". Darunter versteht man im landläufigen ioinne, daß nicht nur jede berufliche Arbeit ausgeschaltet ist, sondern auch jede körperliche Betätigung. Wenn man im Dienst war, mußte man chließlich viermal täglich den Weg ins Büro machen. Ob zu Fuß, zu Rad ober mit einem Verkehrsunter- lehmen, es war immerhin eine körperliche Bergung damit verbunden. Auch auf diese Art Bergung möchte man während der Ferien verzichten, man will sich den ganzen Tag in die Sonne legen, näßere Wanderungen kommen nicht in Frage, man v'tll dick und rund werden und nachher zu Hause wirklich „erholt" aussehen. Das ist die Meinung ton vielen tausend Nichtschwimmern, die sich für | re Ferienfahrten den Nord- ober Ostsee- F r a nb ausgesucht haben. , Es sollte eigentlich überflüssig sein, in unserer ?eit des KdF.-Sports und Betriebssports noch f lche falschen Anschauungen zu brandmarken, trotzdem ist es nötig, denn viele Menschen und Mistens gerade diejenigen, denen das „Liegen auf d r Bärenhaut" am wenigsten zuträglich ist, plegen im Bad eine Ruhe, die gewiß nicht mehr as gesundheitsfördernd anzusehen ist. Nun hat sich Während der sagenhafte Mäuse türm aus dem Ahein aufsteigt, biegt die „Sonnenstraße" scharf nad) rechts, wir verlassen den Rheingau und treten im das Gebiet des Mittelrheines über. Ehren- Sfeis ist die erste Rheinburg, die hoch über uns »erscheint, und unten setzt Aßmannshausen ö>ie Reihe der bekannten Weinorte fort. Das Tal iist nun sehr eng geworden, dicht an das Ufer [schieben sich die felsigen Schieferwände heran, und Ihinter den Häusern steigen Weinberge ober schroffe iHänae empor. Zu beiden Seiten des Stromes be- Iginnt allmählich bie große Parade der Burgen tunb Schlösser, bald aus bewaldeten Kuppen ragend, nneist aber als Kranen hochansteigender Weinberge. 'Wie vorher der Mäuseturm, so erscheint jetzt bas rreijenbe Bauwerk der Pfalz bei Kaub am tRhein, bann tritt das Massiv der Loreley übrängenb und gewaltig in die Straße, bis es nach über Kurve an einer neuen Reihe schönster, alter Würgen zur Marksburg über Braubach Kcht und weiter zum Lahn eck. Hier langt von "weiter Reise die Lahn an, um im Rhein aufzu- «ehen, hier hat auch die sprichwörtliche Rhein- Momanfik ihr natürliches Ende. «... ins Land der Franken fahren!" Weinfrohe Bilder ans dem Bocksbeutel-Paradies. em I >e fieber H ,L Kerlsh. 7 es M 1 ' fommerbad (Braunfels Schwimmbad mit erwärmtem Quell wasser Luft-, Licht- u. Sonnenbad am Waldesrand. Auch Sonntags geöffnet. In nächster Nähe der Obermühle, Schloßbrauerei. 4471D ne nm liefet , ProdU!>-, ie Spih' perl®/ WÄ Wil 6 .» * 'vier- ,Der inn alr Otto 8 j AM !ur E rts i sK O Ä hoch, Das nervenberuhigende Heilbad l Sal-, Lithium-, Schwefel- u. Stahlquellen DUW JmI&I NUdV1^0221 Herz- u. Gefäßleiden - Rheuma ' Pauschal- ü. Vergünstigungskuren! Auskft.d. 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Die im Stadtkreis Gießen wohnhaften deutschen Staatsangehörigen, die die Staatsangehörigkeit int Zusammenhang mit der Schaffung des Protektorates Böhmen und Mähren und feiner Erklärung zum Bestandteil des Großdeutschen Reiches erworben haben, werden hiermit aufgefordert, sich in der Zeit vom 27. bis 31. August 1939 zum Zwecke ihrer Erfassung bei mir zu melden (Dienststelle: Neuen Bäue Nr. 22, Zimmer 4). 5623D Die aus dem Sudetengau stammenden Personen sowie die unmittelbaren Protektoratsangehörigen kommen für diese Erfassung nicht in Frage. Gießen, den 15. August 1939. Der Polizeidirektor. M. d. F. b.: Hellwege-Emden. Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aus eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Mesernschnitiholz Sperrholz - Isolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden usw. liefern ab Lager oder Derk 5399A Eugen Dürr & Co., Gießen Heinrich Balser Gießen, Kaiserallee 68 Fernsprecher 2184 Heinrich Faber Gießen, Hillebrandstraße 12 Fernspr. 2961 Karl Schmandt III. 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Zimmermann Gießen, Roonstraße 6 20. 2 Ihre Verlobung geben bekannt Elsa Gundel Friedrich Witte ^-Obersturmführer in der tf-Iunkerschule Braunschweig Braunschweig-Gießen 1939 561OD Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Herbert Linke Agnes Linke, geb. Schneider Wehlar / Lahn z. Z. auf Reisen 19. August 1939 03944 Anm Heidenreich Willi Götz * geben ihre Verlobung bekannt Dintesheim (Rheinhessen) Gießen, Friedrichstraße 14 20. August 1939 03964 SELTERSWEG 47 > TELEFON £373 lieber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Dernrühler Verlages, Derlin- Llchterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler dsa ausführliche bebilderte Merkblatt „Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" Empfehlungen Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 2738D J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Familiendrucksachei' Verlobungsanzelgen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? 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B., Gießen, Schanzenstr. 18, Zimmer 22, persönlich vorgenommen werden. Letzter Anmeldetermin 31. August 1939. Die Gebühren müssen mit der Anmeldung entrichtet werden. ___________________________5568D W-r. „älterer" «a ? Das Wort mit bitterem Belgeichmadt! Weisen KrSfte In der Hast des Alltags stark In Anspruch genommen werden. Wer auch Im Alter jung und leistungsfähig sein will, nehme regelmäßig; OUlCKmit Lezithin für Herz und Nerven mit den großen Vorzügen General vertrieb Bsdids & Treibig Gießen Bahnhofstr. 26 Ruf 3700. [1328A Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling vorn. Hoger Nacht Bandaßistenmeist Marktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Geeichte Waagen und Gewichte aller Art. Baby-Waagen zu verleih. seiaD KarlSchmidt, Gießen, Löberstratze 19. Rest Bergschenke Groß.schattig. Garten,Terrassen rp < w T Neuzeitliche I Z-L g Kristallglas- 1 VB. 1 Leuchtdiek Mittwoch Samstag u. 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Aber reizvoll war es doch, einen solchen grotesken Gedankengang in die Tat umzusetzen! Vorher wurde vom „Schreiber dieses" und seinem Wanderkameraden in Fellingshausen der Schlüssel zum Turm bestellt und mitternächtlicherweile aus dem verabredeten Winkel an der Gartenpforte abgeholt. Laut hallte der Schritt in schweren Schuhen durch die stillen Gassen des Dorfes. Massig lag der Dünsberg vor den beiden abenteuernden Ausflüglern und hob sich undeutlich von dem nur wenig helleren Nachthimmel ab. Bald nahm der Wald mit seinem undurchdringlichen Dunkel die Wanderer auf, die vorsichtig dahinschritten, um nicht in Gräben oder über Wurzeln zu fallen, Hals und Kragen zu brechen und damit dem Ausflug ein frühes und unrühmliches Ende zu bereiten, Hin und wieder schoß der schmale Lichtstrahl einer Taschenlampe wie eine Sensation in das Dunkel, ließ für Augenblicke den Weg zur Höhe erkennen oder den roten Strich auf weißem Feld, das Markierungszeichen des VHC., aufleuchten und die Richtigkeit iS & Sol" traß^^ riS „Gewiß", bestätigt Hellmers. „Wir konnten einfach nicht früher anfangen, weil die Spinnmaschinen noch nicht fertig waren." „Das hört sich so herrlich einfach an, wenn Sie das so sagen, Herr Doktor, antwortet sie lächelnd, „na, aber wenn ich mir das hier so ansehe ... dann iffs* doch ein ziemliches Unternehmen! Ich Tmeine, schon diese Halle allein! Meinst du nicht auch, ÄZivie?" Vivie heißt sie, denkt Hellmers, und in diesem Augenblick sieht er, wie sie die Handschuhe abstreift mnd an ihrer Rechten ein schmaler glatter Reif aufblitzt. Sie ist verheiratet! Sie gehört längst einem «andern, du Narr ...! Plötzlich scheint ihm der Himmel grau und fahl. „Hallo, Herr Doktor! Wollen wir hier anwachsen?" Die energische Schwester tippt ihm auf die Schulder und schüttelt lächelnd den Kopf. „Ich wette meine Brille gegen ein Einmachglas, daß Sie zwar mit Ihrem Leibe bei uns sind, aber Ähre Gedanken...? Du lieber Himmel! Wahrscheinlich erfinden Sie wieder, stimmt's? Die kleine rotblonde Dame am Telephon im Empfangszimmer singt ja wahre Heldenepen von Ihnen!" „Entschuldigen Sie, gnädige Frau ... aber tat- ächlich bin ich von einer sehr wichtigen Arbeit weggelaufen ..." stammelt er und wartet darauf, daß man ihn wegschicke; denn wenn das so weitergeht, Dann ist's bald aus mit seiner Sammlung und Be- 'innnug, dann wird er Unsinn zusammenschwatzen oder alles verraten und sich und diese Frau ... Du lieber Himmel, ein Königreich für eine Viertelstunde Einsamkeit! „Was meinst du, Vivie, wenn wir den zerstreuten Doktor beurlauben, sofern er uns Ersatz schickt?" 180? ilB ? DanoP ältlich )tbeken^ W gleit h eltorajtz zuni^. Mobf> «t Etl* eütr.E n$I lehörtz Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar meister, Weröau L Sa. Schiffenbergs Altan! Ein Begriff! Wer säße nicht gern an den Tischen auf dieser Terrasse, sähe nicht gern hinunter nach den breit hingelagerten Dörfern Watzenborn und Steinberg oder hinüber nach der „Grüninger Warte", die klar am südlichen Horizont in den Himmel ragt und ehemals eine — Windmühle war?! Angenehm kühl fühlt sich an heißen Sommertagen die Messingplatte an, auf der Namen und Richtungen all der schönen und rühmenswerten Punkte unserer Heimat verzeichnet sind. Immer wieder zu einer beschaulichen Stunde auf dem Schiffenberg sucht man mit den Augen den Hausberg bei Butzbach, den Winterberg bei Bad-Nauheim oder den Feldberg. An schönen Tagen sieht man gut den neuen Fernseh-Sendeturm auf dem Feldberg, das modernste Bauwerk im Dienste der modernsten Technik. Aber die Phantasie wird von hier oben aus auch leicht zurückgeführt in die Vergangenheit. Um 2000 Jahre etwa! Damals standen noch die Römer da, wo heute Watzenborn-Steinberg liegt, standen hinter den Palisaden des Limes, den der Kundige von der Höhe des Schiffenbergs sehen kann ... Wenn der Schiffenberg einen schönen Ausblick auf die höchste Erhebung des Taunus und feine östlichen „Wie du denkst, Claire..." Ihre Stimme ist dunkel und verhalten. Es klingt viel Musik darin. „Also, wenn Sie Besseres zu tun haben, sind' Sie in Gnaden entlassen!" Joachim verbeugt sich. „Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar! Morell wird Sie führen!" Und wie erlöst eilt er davon. Claire mußte lachen. „Der hat's aber eilig, von uns wegzukommen! Komischer Kauz! Und auf ihn soll der Vater so große Stücke gehalten, haben!? Sieht ihm ähnlich! Er selbst war ein Alleingänger, seine Vertrauten werden nicht gerade Geschäftsmenschen sein. Komm, Vivie, wir sind arme, bedauernswerte Geschöpfe. In unferm eigenen Betrieb läßt man uns einfach ... stehen." Aber da näht zum Glück Morell im Laufschritt. Pustend und keuchend baut sich der große, bärtige Hüne vor den beiden Damen auf, grüßt militärisch und meldet: „Werkmeister Morell, von Herrn Doktor Hellmers als Führer für die beiden Damen bestellt Der Herr Doktor bittet nochmals, ihn zu entschuldigen... aber..." ein Schmunzeln geht über fein Gesicht, „...er war gerade dabei, ferne Erfindung praktisch auszuprobieren. Da werden eie begreifen meine Damen, daß er nicht freundliche Worte gemurmelt hat, als er plötzlich abschwirren mußte. Na, und schließlich kommt s Ihnen ja zugute, wenn die Sache klappt. Vivie mußte lächeln. Den Graukopf kennt sie von frU/5d)einen Dank für Ihre Ansprache Mister Morell" sagt sie frennblid). „Aber wir fmi> megen des Tausches nicht böse. Erinnerst du dich nicht mehr. Claire? Mister TOoreU ifl ein guter alter Bekannter aus unseren Kindertagen! Er hat doch damals Vaters Garten instandhalten müssen. Stimmt'" Jetzt fällt es auch Claire ein, wohin sie" den Riesen stecken solll „Sie t)aben mal b« Wasserleitung bei uns im Garten heimlich abgestellt und dann haben wir alle -zusammen gelacht, als Vater den Rasen sprengen wollte und es kam kein Wasser! Sehen Sie, nun sind aus den beiden kleinen radaulustigen 'Mädels zwei ausgewachsene Frauenzimmer und Sie inzwischen grau geworden. „Tja, das kann man wohl sagen, Fräulein Claire", nickt Morell, „und aus Ihres Vaters Fabrik ist eine Firma geworden, die sich sehen lassen kann. Das darf man auch nicht vergessen, wenn man schon damals und heute vergleicht!" „Sie sind noch immer im Dienst?" fragt Vivie. Der Alte schaut fast entrüstet drein. „Das soll wohl sein, Mrs ... Mrs ..." Er weiß ihren Namen nicht und Vivie muß ihm schnell auf die Sprünge helfen. „Mrs. Holgerson! Richtig! Singt ja oft im Rundfunk, der Herr Gemahl. Daher hatte ich so 'n Dunst. Aber was die Arbeit betrifft... nee, da müssen sie mich hier 'raustragen, früher streckt der alte Morell nicht die Waffen. Gucken Sie mal um sich! Ist das nicht was? Diese Hallen, dieser Betrieb? Das ist Leben, das ist das einzig Wahre:... Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit! Und nun kommen Sie ... Ich werde Ihnen zeigen, was Ihr Herr Vater geschaffen hat! Der und ... unser Doktor!" „Doktor Hellmers meinen Sie?" „Natürlich!" entgegnet Morell beinahe gekränkt. „Wir haben zwar noch einen Haufen Doktoren da vorn, aber wenn wir hier ,Doktor^ sagen, dann meinen wir immer Hellmers. Ohne den sähe es hier anders aus. Und nun folgen Sie mir mal bitte hier nach Halle A, da läuft unsere erste Zehntonnenstraße." „Zehntonnenstraße?" „Jawoll. Zehn Tonnen Spinnfaser in vierundzwanzig Stunden. Daher der Name. Und nun, bitte, hier eintreten!" Je länger der Rundgan^ durch die Werke dauert,, um so mehr beginnen die Schwestern die Größe dessen zu begreifen, was ihr Vater da geschaffen hat. Es ist schon spät am Nachmittag, als sie endlich wieder da stehen, wo Morell seine Führung begonnen. Der Lärm der Maschinen dröhnt noch in ihren Ohren. Die Füße brennen von den endlosen Wegen. „Es ist schade, daß man nicht früher so... in Vaters Lebensarbeit hat hineinblicken können. Manches hätte man dann wohl auch mit andern Augen angesehen", meint Mrs. Holgerson nachdenklich und wirft einen streifenden Blick auf die mächtigen Gebäude, die sich weit über das Gelände verteilen. Turm und Unterkunftshaus auf dem Dünsberg. Als wir auf der Plattform standen und in die Weite lauschten, war ihr eindringliches, schauerliches „Schuh—u—u—u!" der einzige Laut über den Wäldern. Es verging kaum eine halbe Stunde, da wurde es — es war nun gegen 4 Uhr morgens — im Osten hell und heller. Die Landschaft, tief und weit unter uns, geriet in ein ungewisses Licht, Nebel erschienen in Grau und Weiß, lagen nur in den Tälern, während die Höhenzüge über das milchige Gewoge herausragten. Kein Haus, keinerlei Menschenwerk war zu erkennen. U r - weltlich lag die Landschaft unter uns (so wie sie sich in ihren großen Formen schon vor vielen Jahrtausenden gezeigt haben mag) und wurde zu einer Offenbarung. Eine halbe Stunde verbrachten wir noch auf dem Aussichtsturm des Dünsbergs. Dann erst wichen wir einer plötzlichen Kühle, wie sie oft in frühen Morgenstunden aufzutreten pflegt, schlossen die knarrende Tür des Turmes und stiegen, jeder in eigene Gedanken versunken, wieder zu Tal. * Wie ganz anders ist ein Ausflug zum Gleiberg und ein ■ Ausblick von dessen Turm jetzt an einem der hellen Sommernachmittage, wie sie die vergangene Woche brachte. Das leuchtende Gelb der Erntefelder bestimmt das Gesicht der Landschaft, die Getreidehaufen sind wie punktierte Linien über den Stoppeläckern, von überall leuchten die schneeweißen Kopftücher der Bauersfrauen. Oder man sieht gar die Erntewagen nach dem Dorfe Gleiberg ober nach Krofdorf zu schwanken. Die Türme von Vetzberg und Gleiberg stehen wie Wächter über dieser Landschaft der Reife und des Friedens. Rot und lebhaft leuchten viele Dächer von Krofdorf herauf, von Gießen her blinken Fensterscheiben, Flugzeuge schwimmen im Blau des Himmels, dann folgen die Augen wieder gern den bewegten grünen Linien der Höhen jenseits des Biebertales. des Weges bestätigen. Das undurchdringliche Dunkel, die fast vollkommene Hilflosigkeit, zu der die Augen verdammt waren, und allein Hände und Füße über das Tastgefühl die Herrschaft hatten, das war ebenfalls von eigenartigem Reiz an diesem nächtlichen Aufstieg. Erst als die Höhe erreicht war, der Himmel sichtbar wurde, löste eine Spur Helligkeit das abgründige Nachtschwarz unter den dichtbelaubten Bäumen ab. Aufatmend vSn der zurückliegenden, wenn auch erträglichen Anstrengung standen wir vor dem Turm, dec in Umrissen vor uns aufragte. Dann kreischte der Schlüssel im Schloß, wir stiegen die enge Wendeltreppe hinauf, und zwar mit gleicher Vorsicht, die schon am Berg geübt worden war. (Sine Eule fuhr fauchend, sichtlich wütend über die Störung, aus eineyi der Löcher im oberen Teil des Turmes und schwang sich auf die nächste hohe Fichte. Der Aussichtsturm auf der Ruine Ulrichstein. Vorberge erschließt, so läßt die Burg Münzenhera — nur der östliche Turm des „Wetterauer Tintenfasses" ist als Aussichtsturm zugänglich — einen großartigen Ausblick auf das Bergmassiv des Vogelsberges zu, wie es sich breit und mächtig aus der Wetterau erhebt. Da kann es leicht sein, daß es im zeitigen Frühjahr um die alten Mauern der Burg Münzenberg schon blüht und duftet und von der Heide am Hoherodskopf her noch die Schneefelder schimmern. Fällt der Blick steil abwärts in den Burghof, dann ruht das Auge von der lichterfüllten Weite auf dem prächtigen grünen Rasen, der den Hof wie ein samtener Teppich bedeckt, wundersam aus. Wenn nicht die alten Mauern der trutzigen Burg die Gedanken in die Vergangenheit und in den Glanz einer versunkenen Ritterherrlichkeit zurückführen, dann sicherlich der Anblick des Pallas, der Anblick der edlen romanischen Fensterbögen und ihrer Säulen mit den reichverzierten Kapitälen. Die vielen Dörfer der 19./2Ü.AugUsN939 Morell bekräftigt ihre Ansicht. Und ob das besser gewesen wäre! „Auf alle Fälle! Sir John hat sehr darunter gelitten, daß er eigentlich so reineweg keine Seele hatte, die ihn so richtig verstand, seitdem Lady Per- kins tot war. Der einzige war ... unser Doktor. Ein feiner Kerl, sage ich Ihnen!" z „Wenn man Sie so hört, Morell, dann klingt es beinahe wie Schwärmerei. Sie reden sich ja ordentlich in Hitze, wenn es um Mister Hellmers geht." Verlegen zuckt Morell die Achseln. „Mag wohl sein, aber er ist's auch wert. Wenn der morgen ginge, und sagte Morell, kommen Sie mit?' ... ich würde mich keine Minute besinnen. Und fünfzig andere auch nichts Er deutet mit der Hand ins Gelände. „Sehen Sie dort drüben ... das niedrige Haus etwas abseits? Da sitzt er oft bis in den frühen Morgen hinein und knobelt neue Sachen aus. Augenblicklich, da ... halt, Morell!" Er klappt sich selbst mahnend vor den Mund. „Jetzt wäre ich beinah ins Plaudern gekommen! Aber da soll mich eher der Teufel selbst kleinhacken, als daß mir einer die Zähne auseinanderbringt!" „Wir sind doch keine Fremden!" „Tut mir leid! Vom alten Morell ist nichts zu erfahren. Glauben Sie's nur: Maulhalten können ist eine schöne Kunst!" Dagegen wissen nun auch die beiden Schwestern nichts zu sagen. Im Gegenteil: das leuchtet ihnen sogar ein. „Er imponiert mir auf seine Art und Weise, der Alte!" gibt Claire auf dem Heimweg ganz unumwunden zu. „Wenn die andern Männer von derselben Sorte sind, dann hat Vater eine sehr gute Nase gehabt. Meinst du nicht auch?" „Ich meine überhaupt, liebe Claire, wir beide beginnen erst jetzt, nachdem Vater nicht mehr da ist, ein klein wenig von ihm zu verstehen." Stumm nickt die Schwester. Später fragt sie ganz beiläufig: „Und was hältst du von Hellmers?" „Er gleicht Vater auf eine seltsame Art." Das ist alles, was Claire von ihr über den wichtigsten Mann der Perkins-Werke zu hören bekommt. (Fortsetzung folgt.) Mächtiger Ausfichtsturm auf dem Stoppelberg. (Aufnahmen [6J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Einer der Türme der Burg Münzenberg. nördlichen Wetterau, die vom Aussichtsturm der Burg das Auge zu überschauen vermag, sind ein einziges symbolisches Bild des Friedens in deutschen Landen. •* Einer der schönsten Aussichtstürme (was die architektonische Gestaltung angeht) steht auf dem Stoppelberg. Der Berg gibt weithin dem Lahntal den Blickpunkt. Er schließt das Gießener Becken eindrucksvoll gegen Westen ab. Er erhebt sich in sanften Linien zu stattlicher Höhe und wird schön durch den Aussichtsturm gekrönt. Der Turm, ganz aus heimischer Grauwacke erbaut, zeigt sich im Stil eines römischen Wachtturms, die ja ebenfalls, wenn auch mit anderen Zielen und Gedanken, der Ausschau auf die Landschaft gewidmet waren. Zur Zeit der Kirschenblüte und von Wetzlar aus lohnt der Aufstieg ganz besonders. Da blüht das „Kirschenwäldchen" in reiner Pracht. Auf halber Höhe etwa läßt sich eine Pause einlegen, in einer heimeligen Gaststube ober im Garten eine Tasse Kaffee trinken — dann führt der Weg um den Berg herum zum Turm. Nichts hemmt den Blick in weiter Runde. Weniger bekannt ist der Aussichtsturm von Ulrichstein. Organisch erhebt sich der Turm als ein lieber« IIK »HAUS Die Veterinar-Mlute und -Kliniken der LlniverW Gießen. Große Bedeutung für die Wissenschaft und die heimische Wirtschaft. reff der verfallenen Burg aus den Fragmenten ehemals mächtiger Mauern. Oft ist er von dichten Nebeln umbrout und ragt dann düster und einsam, fast weltverloren, in den Raum. Selten lassen sich die Einheimischen auf der Höhe blicken, aber die VHC.er aus weitem Umkreis halten bei gutem Wetter immer wieder einmal Ausschau von dieser Warte. Nach Westen und nach Süden öffnet sich ein schöner Ausblick. Nach Norden und nach Osten zu beschränken die weiter ansteigenden Höhen und die Wälder den Ausblick. Der zartgliedrige Turm der Kirche zu Ulrichstein ragt nahe vor dem Schauenden auf und läßt die Weite und die Großlinigkeit der Vogelsberglandschaft doppeU klar empfinden. Zu Winterszeiten fegen rauf) der Nord- und der Nordwestwind um den Turm, und hinter den Mauern liegen dann oft tiefe Mächten lockeren Schnees. Zur Sommerszeit und gerade jetzt weiden die gedrungenen Vogelsberger Kühe um das alte Gemäuer. * Diese Schilderung von Aussichtstürmen unserer Heimat erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein. Noch mancher schöne Aussichtspunkt lohnt den Besuch! Nur eines wollen Worte und Bilder nahelegen: von den Aussichtstürmen aus lernt man die Heimat in immer neuer und begeisternder Schau kennen, erlebt sie von hoher Warte aus in ihren größeren Linien und in mancher Schönheit, die anders ist als jene der stillen Wald- und Feldwege. N. Aus der Stadt Gießen. Glücklicher Sonntag! Jeder Alltag hat seine kleinen Freuden. Sie sind oft zu unscheinbar, daß mancher achtlos an ihnen vorübergeht. Aber wer sich richtig umschaut und einen empfänglichen Sinn hat für alles, was sich am Rande unserer täglichen Straße begibt, dem zeigen sich diese kleinen Freuden gern und willig. An ihnen kann er sich ergötzen und aufheitern, so daß er immer wieder neue Kraft gewinnt, um das Pensum an Pflicht und Verantwortung, das ihm der Werktag auferlegt, gern und freudig zu erfüllen. Nicht jeder ist jedoch ein solcher Lebenskünstler. Die Natur verteilt ihre Gaben unterschiedlich, und wem es etwa an einer frohgemuten Betrachtungsweise mangelt, dem ist vielleicht die Fähigkeit in die Wiege gelegt worden, in der praktischen Arbeit Außerordentliches zu leisten. Ein Tag in der Woche aber übt zweifellos auf alle eine starke Anziehungskraft aus: der Sonntag. Er ist wie ein immer wiederkehrendes leuchtendes Gestirn, dessen Schein noch im Untergehen frohe Gefühle erweckt, und dessen Wiederkommen schon vorahnend die Freude hervorzurufen vermag. Ob wir einer optimistischen Lebensauffassung huldigen oder ob wir sehr nüchtern den Vorgängen des Lebens gegenüberstehen, über den Sonntag gibt es im allgemeinen keine geteilte Meinung. Er ist für alle gewissermaßen der Glücksbringer, der von Woche zu Woche das Tor zur behaglichen Lebensfreude öffnet. Gewiß, die Art und Weife, wie der einzelne den Sonntag verbringt, ist recht verschieden voneinander. Während der eine keinen größeren Genuß kennt, als am Sonntagmorgen ordentlich auszuschlafen, ist der andere schon beim ersten Sonnenstrahl auf den Beinen, um sich in seinem* Garten zu ergehen. Noch Gewitztere genießen von der sonntäglichen Glückseligkeit von vornherein einiges mehr, indem sie bereits zum Wochenende hinausstreben aus der alltäglichen Umwelt. Aber nicht jeder kann schon am Samstag in seinen Wagen steigen, und nicht jedem erlauben es die Verhältnisse, am Sonntag seiner Wohnung fernzubleiben. Dafür kann er indessen mit großem Genuß am Frühstückstisch sitzen und sein Frühstück mit der Gemütsruhe eines Menschen einnehmen, dem kein Maschinenlärm, keine Betriebsuhr und keine Ladenklingel etwas zu bestellen hat. Wenigstens nicht für diesen Tag. Und so wird diese Stunde am Frühstückstisch zu einem wahren Labsal für alle, die an den Wochentagen nur in hastiger Eile ihr erstes Frühstück einzunehmen pflegen. Doch dann steht der lange Sonntag erst noch bevor. Was läßt sich bei sorgfältiger Einteilung nicht alles mit ihm anfangen. In dieser Jahreszeit verlockt er noch zu Spaziergängen in die nähere und weitere Umgebung, man kann Freunde besuchen oder sich mit ihnen verabreden. Dieser geht frohgemut in seinen Schrebergarten, jener strebt zu seinem Verein, der eine nimmt sein Angelgerät zur Hand, der andere macht sich an seiner Bastelei zu schaffen, kurz: es findet jeder nach seiner Neigung ausgiebige Gelegenheit, dem Sonntag jene Werte abzugewinnen, die zu seinem persönlichen Glücksempfinden gehören. Und darum ist jeder Sontztag ein glücklicher Sonntag, was er auch dem einzelnen bringen mag. H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Mann für Mann". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich bin Sebastian Ott". Tageskalender für Sonntag. Bergschenke, Gießen: 15,30 Uhr bis 19 Uhr, Großes Luftwaffenkonzert. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Mann für Mann". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich bin Sebastian Ott". — Kriegerkameradschaft 1874: 16 Uhr Karlsruhe. Hitler-Jugend Bann 116. Alarine-Gef. 1/116. Am Montag, 21. 8., 20 Uhr, Antreten zum Gefolgschaftssport am Mtv.-Sportplatz. Dienstanzug: weißes Arbeitspäckchen mit Sportzeug. palucca-llraufführung in Gießen. Intendant Hermann Schultze-Griesheim hat die Tänzerin Palucca zu einem Tanzabend im Stadttheater verpflichtet, bei dem Frau Palucca neue Tanzschöpfungen zur Uraufführung bringen wird. Die Uraufführung wird besondere Aufmerk- keit erregen, da hier zum erstenmal eine Tänzerin große musikalische Werke ohne Verkürzung oder Veränderung gestaltet, wie die Händelvariationen von Brahms und die Ls-clur-Sonate von Mozart. Außerdem tanzt Palucca eine Folge „Spanische Fantasien" Cubana, Andalusische Serenade, Fiesta, „Ungarische Melodien" und den Rosenkaoalier- walzer. Auf einem großen Grundstücksblock in der äußeren Frankfurter Straße in Gießen befinden sich die meisten Institute und Kliniken der V e t e r i n ä r m e d l z l- Nischen Fakultät der Universität Gießen geschlossen beieinander. Von diesen Instituten und Kliniken reichen vielfältige Bande der wissenschaftlichen Arbeit und der wirtschaftlichen Beziehungen hinaus in die engere Heimat und weithin ins Reich. Die hohe Bedeutung dieser Institute und Kliniken wird allein schon daran erkennbar, daß sie im Raume zwischen Hannover, Leipzig und München die einzige Veterinärmedizinische Fakultät im ganzen südwestlichen Deutschland darstellen. Aus einer Unterredung mit der zuständigen Stelle ist über das Arbeitsgebiet dieses Teilabschnittes unserer Gießener Universität Folgendes zu berichten: Die Institute und Kliniken unserer Veterinärmedizinischen Fakultät sind in vorklinische und klinische Arbeitsgebiete gegliedert. Die Veterinärmedizinische Fakultät verfügt über folgende Institute und Kliniken: das Veterinär-Anatomische Institut, das Veterinär-Pathologische Institut, die Chirurgische Veterinärklinik, die Medizinische und Forensische Beterinärklimk, die Ambulatorische- und Geburtshilfliche Veterinärklinik. Zur Chirurgischen Deteri- närklinik gehört auch die Lehrschmiede, die zugleich Hufbeschlagschule für das ganze Land Hessen ist. Mit jeder der drei Kliniken ist eine Poliklinik für kleine und große Haustiere verbunden. Zur Deteri- närmedizinischen Fakultät gehören ferner das Veterinär-Hygienische- und Tierseucheninstitut, das eben- alls in der Frankfurter Straße auf einem Grund- tück für sich untergebracht ist, und das Institut für tierärztliche Nahrungsmittelkunde, das sich in dem Deterinär-Untersuchungsamt in der Marburger Straße befindet. Das veterinärmedizinische Studium dauert acht Semester; davon sind drei vorklinische und fünf kliniscye. Die Ausbildung der Studierenden ift eine naturwissenschaftlich-medizinische. Die naturwissen- chaftlichen Fächer (Botanik, Zoologie, Physik, Chemie) hören die jungen Deterinärmediziner in Gemeinschaft mit den Studierenden der Humanmedizin in den entsprechenden Universitäts-Instituten. Physiologie hören sie zur Zeit im Physiologischen Institut der Medizinischen Fakultät bei deren Physiologen und ferner bei dem im vorigen Semester neuberufenen Professor für Veterinärphysiologie. Die Arzneimittellehre (Pharmakologie) wird im Pharmakologischen Institut der Medizini- schen Fakultät gehört; die Errichtung einer außerordentlichen Professur für Veterinärpharmakologie und -Toxikologie ist in Aussicht genommen. Die Tierzuchtlehre wird im Tierzuchtinstitut, die Landwirtschaftslehre in den landwirtschaftlichen Instituten vorgetragen. Die Ausbildung in der Praxis der Fleischbeschau erfolgt im Städtischen Schlachthof. In die praktische Veterinärpolizei werden die Studierenden von dem Regierungs-Oberveterinärrat des Kreises Gießen eingeführt. Ferner gehört in den Kreis dieser Mitarbeit, vom nächstjährigen Sommer ab, auch das Lehrgut Selgenhof bei Ulrichstein, auf dem — wie wir am Donnerstag bereits berichteten — alljährlich Lehrkurse während des klinischen Studiums durchgeführt werden sollen. — Im Veterinär-Anatomischen Institut und im Tier- seucheninstttut wird Unterricht auch an die Studierenden der Landwirtschaft erteilt. Erweiterungsbauten und Neubaupläne. Gegenwärtig wird auf dem geschlossenen Grundstücksblock der Veterinärmedizinischen Institute und Kliniken an der Frankfurter Straße ein Erweiterungsbau für d i e Chirurgische Veterinärklinik und der dazu gehörigen Hunde- klinik errichtet. Mit der Fertigstellung dieses Baues ist im Lause des Sommers nächsten Jahres zu rechnen. Das an das Grundstück der jetzigen Veterinärkliniken nach Süden zu anschließende Gelände (gegenwärtig noch in der Nutzung der Gärtnerei Bernhardt und des Baugeschästs Dern & Co.) bis zum Wasserturm der Reichsbahn, auf der rechten Seite der Frankfurter Straße, ist für E r weite r u n g s b a u t e n für d i e Veterinärmedizinische Fakultät vorgesehen. Auf diesem Gelände soll zunächst ein Neubau für d i e Ambulatorische und Geburtshilfliche Veterinärklinik errichtet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dort auch noch andere Institute und Erweiterungsbauten der Kliniken der Veterinärmedizinischen Fakultät, sowie Wirtschaftsgebäude ihren Platz finden. Außerdem sollen dort auch die erforderlichen Ausläufe für kranke Großtiere eingerichtet werden. Die Verflechtung mit der heimischen Wirtschaft. Zu dem Betriebe der Veterinär-Institute und -Kliniken gehören über 100 Personen. Naturgemäß ist die Verbindung dieser Institute und Kliniken besonders mit dem Landvolk sehr eng und sehr weitreichend. Man denke nur daran, daß viele kranke und krankheitsverdächtige Tiere aus der engeren und weiteren Umgebung unserer Stadt den Veterinär-Kliniken der Universität zugeführt werden. Als Maßstab dafür, wie weitreichend diese Verbindungen sind, sei erwähnt, daß kranke Tiere sogar aus Köln, Kassel, Frankfurt a. M., Aschaffenburg usw., also aus einem Radius von 200 bis 250 Kilometer um Gießen, mit der Bahn oder mit dem eigenen Lastkraftwagen für Großtiertransporte unserer Kliniken zur veterinärärztlichen Behandlung hierher befördert werden. Die Besitzer dieser Tiere nehmen dann vielfach an den Sonntagen Gelegenheit, ihre vierfüßigen Arbeitskameraden in den Kliniken aufzusuchen; an manchen Sonntagen herrscht dadurch in dem Gelände der Veterinärkliniken geradezu Großbetrieb von Landbewohnern. In diesem Zusammenhangs sei erwähnt, daß durch die Operationen und Behandlungsmethoden in den Veterinärkliniken und -Instituten alljährlich große Tierbestände erhalten bzw. wieder arbeitsfähig und nutzbar gemacht werden. Daher ist es denn auch erklärlich, daß sich unsere Bauern und Landwirte mit diesen Männern der Wissenschaft und der Praxis, sowie mit chren Arbeitsstätten eng verbunden fühlen, zumal auch bäuerliche Werkschulen, Ortsbauernschaften usw. diese Stätten zur Ausbildung und zur Raterteilung und Belehrung gern aufiuchen. Den Oberklassen unserer Schulen sei die Besichtigung dieser Jiistitute und Kliniken ebenfalls empfohlen. Von Bedeutung ist fernerhin, daß die Ambulatorische Veterinärklinik in verschiedenen Gemeinden der Umgegenb® von Gießen tierärztliche Praxis an Ort und Stelle ausübt. Rein wirtschaftlich gesehen haben die Veterinärkliniken für die Landwirtschaft in Oberhessen dadurch besondere Bedeutung, daß sie Großabnehmer in Futtermitteln der verschiedensten Art sind, die sogar noch aus den Gemeinden des Vogelsbergs in erheblichen Mengen angeliefert werden. Wissenschaft und Praxis der Veterinärmedizin treten vereint auch noch auf einem anderen Arbeitsfeld zum Nutzen unserer engeren Heimat mit weitreichender Wirkung in Erscheinung. Zum Bei- piel sei nur darauf hingewiesen, daß im Institut für Nahrungsmittelkunde in allen Zweifelsfällen die bakteriologischen Fleischuntersuchungen von geschlachteten kranken oder krankheitsverdachtigen Tieren vorgenommen werden. Diese Untersuchungen haben es bisher schon in zahlreichen Fällen ermöglicht, erhebliche Werte an Fleisch für den menschlichen Genuß als brauchbar und unbedenklich zu bezeichnen und dadurch volkswirtschaftliche Werte zu erhalten. Die mit der Fleischbeschau beauftragten Tierärzte in allen Teilen Oberhessens wenden sich in Zweifelsfällen stets an dieses Institut, von dem sie innerhalb kurzer Zeit einwandfreie Gutachten über die Verwertbarkeit des Schlachtgutes erhalten. Weiter fei hier das Wirken der Lehrschmiede und der Hufbeschlagschule erwähnt. Die Lehrschmiede der Chirurgischen Veterinärklinik dient zur Ausbildung der Studierenden der Veterinärmedizin in der Huf- und Klauenbeschlagskunde. Die mit der Lehrschmiede verbundene Hufbeschlagschule, die von dem Regierungs-Oberveterinärrat des Kreises Gießen geleitet wird, hat die Ausbildung der Hufbeschlagschüler, die die Prüfung für die selbständige Das herrliche Wetter — von dem man nicht wissen kann, wie lange es anhält — ist Veranlassung für unsere Bauern, die Erntearbeit mit allen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln und Arbeitskräften vorwärts zu treiben. Was in den Scheunen liegt ist gesichert! Oftmals kann der Bauer ganz allein mit feinen Angehörigen die Arbeit nicht schaffen. So ift es im Geiste der Volksgemeinschaft eine Selbstverständlichkeit, daß sich auch die Bevölkerung der Stadt dem Bauern verpflichtet weiß, der für unsere Ernährung sorgt und dazu manchmal nicht genug Hände hat, um alle feine Aufgaben erfüllen zu können. Durch das Arbeitsamt Gießen wurden deshalb vielen Lauern und Landwirten in den umliegenden Dörfern Erntehelfer vermittelt, die aus den Betrieben und aus den Aemtern heraus auf das Land gingen und für einige Stunden den Schraubenschlüssel, den Hammer, den Federhalter oder die Schreibmaschine mit dem Rechen und der Gabel vertauschten und sich nach besten Kräften nützlich machten. Der Kreisleiter und seine Mitarbeiter, die Behörden vom Amtsvorstand bis zum Lehrling, Betriebsführer, Angestellte, Meister, Ge- NSG. Auf der großen Ausstellung „Wille und Tat" in Wiesbaden tritt auch das Raffenpolitifche Amt des Gaues Hessen-Nassau mit einer wertvollen Ausstellung an die Öffentlichkeit. Nachdem sich die Arbeit des Rassenpolitischen Amtes in den vergangenen Jahren nicht so sehr an der Oeffentlichkeit abgespielt hat, zeigt es nun als Summe seiner aufbauenden und erzieherischen Tätigkeit eine Ausstellung, die bereits in verschiedenen Städten unseres Gaues mit großem Interesse und Erfolg gezeigt wurde. Der Besucher der Ausstellung soll erkennen, daß wir nur dann ein Recht haben, von der Ewigkeit des deutschen Volkes zu sprechen, wenn die lebendige Substanz dieses Volkes zahlen- und wertmäßig über Generationen hinaus erhalten wird. Die Ausstellung beginnt deshalb mit der Entstehung des Lebens und den Arten der Fortpflanzung. Sie zeigt den elementaren, naturgegebenen Auslefegrundfatz und die Gegenauslese der sogenannten Zivilisation, die sich in einem dauernden Geburtenrückgang bemerkbar macht. An der bevölkerungspolitischen Statistik, die anschaulich. dargestellt wird, können wir die Entwicklung der Bevölkerungsbewegung feit 1932 verfolgen. Dabei tritt die praktische Erb- und Rassenpflege, die seit der Machtergreifung einen grundlegenden Wandel gebracht hat, sichtbar in Erscheinung. Die Gegner des wiedererweckten rassischen Denkens, die bei den politisierenden Kirchen und Juden zu finden sind, werden von der Ausstellung schonungslos ge- Kleine Strafkammer Gießen. Der W. I. in Friedberg hatte einen Strafbefehl über 15 RM. erhalten. Er wurde beschuldigt, am 27. Dezember 1938 mit einem Lastkraftwagen auf der schneebedeckten Straße Berstadt—Wölfersheim einen Radfahrer aus Melbach mit einer Fahrgeschwindigkeit von 30 bis 40 Kilometer überholt und dabei den Radler an Rücken und Arm beschädigt zu haben. Gegen den Strafbefehl hatte I. Einspruch eingelegt. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsge- Ausübung des Handwerks des Hufbeschlagschmiedes ablegen wollen, durchzuführen. Die Gesellen dieses Handwerks erfahren hier eine gründliche Ausbildung, deren Vorteile sich bei der Pferde- und Rinderhaltung zum besten wirtschaftlichen Nutzen der Viehbesitzer auswirkt. Das Veterinarhygienische und Tierseuchen-Jnstitut der Universität Gießen ist als Hersteller des Impfstoffes gegen die Bornasche Krankheit der Pferde und Schafe weithin in Deutschland bekannt geworden. Dieser Impfstoff wird bis jetzt allein in diesem Institut hergestellt und von hier nach allen Teilen Deuffchlands versandt. Die Geburtshilfliche Deterinärklinik genießt auch durch ihre diagnostischen Untersuchungen zur Früherkennung der Trächtigkeit von Stuten in weiten Bezirken Deutschlands besten Ruf bei den Pferdezüchtern, die an dieser wissenschaftlich-praktischen Arbeit natürlich besonders interessiert sind. Dem Veterinär-Pathologischen Institut wird aus Iägerkreisen auch viel gefallenes Wild zur Feststellung der Todesursachen eingesandt, lieber notwendige Maßnahmen zur Verhütung von Wild- krankheiten werden die Jäger durch dieses Institut beraten. Der Tierschutz und alle Bestrebungen zu seiner Förderung haben natürlich in den Veterinär-Instituten und -Kliniken eine besonders eifrige Mitarbeiterschaft. Wie könnte es auch anders sein, denn ein Deterinärmediziner, der nicht zugleich warmherziger Tierfreund ift, dürfte wohl überhaupt nicht aus innerer Berufung feiner Arbeit dienen. Aus die Tierschutzarbeit und -bestrebungen werden die Studierenden der Veterinärmedizin immer wieder hingewiesen, und dabei wird ihnen die praktische Mitarbeit besonders ans Herz gelegt. So finden wir in den Veterinärmedizinischen Instituten und Kliniken unserer Universität die Wissenschaft und die Praxis vereint am Werk für einen hohen Gedanken und eine edle Aufgabe, nämlich: zu arbeiten im Dienste der Volksgesundheit, der Volkswirtschaft und zugleich auch zum Besten der Tiere. b. fetten und Lehrlinge aus vielen Betrieben unserer Stadt vertauschten frohgemut den angestammten Arbeitsplatz mit der freien Natur und dem sonne- überstrahlten Erntefeld. Eiftig wurde beim Garbenbinden, beim Zusammenrechen der Aehren, beim Aufftetten der Garben zu Haufen, beim Aufladen sowie beim Abladen in den Scheunen geholfen, und wenn dabei auch mancher Schweißtropfen vergossen wurde, so war doch jedermann bei der Heimkehr von tiefer Befriedigung erfüllt über die Arbeit, die er während einiger Stunden leisten durste. Der Bauer aber weiß den Erntehelfern Dank, die, wenn sie auch in seinem Sinne nicht als „Facharbeiter" angesprochen werden können, ihm doch nützliche Hilfe leisteten. Der gute Wille, der allenthalben im Einsatz der Erntehelfer zum Ausdruck kommt, gibt der ganzen Aktion über die unmittelbar geleistete praktische Bedeutung hinaus ihren inneren Wert. Auch her heutige Samstag und der morgige Sonntag werden wieder zahlreiche Erntehelfer auf den Feldern sehen. Insbesondere wird die SA. der Standarte 116 in verschiedenen Orten des Kreises Gießen eingesetzt. Ausstellung S' i«e und Tal". Rassenpolitik — eine der großen nationalsozialistischen Grundlagen. Aus den Gießener Gerichtssälen. brandmarkt. Den Erfolgen und den Grundsätzen nationalsozialistischer Siedlungspolitik, der segensreichen Tätigkeit des Mütterdienstes sowie der natio« nalsozolistischen Wohlfahrtspflege ist ein breiter Raum gewidmet. An all dieser Arbeit, die von den verschiedenen nationalsozialistischen Organisationen: NS.-Frauenschaft, HI., NSV., Arbeitsdienst, Reichsbund der Kinderreichen usw. geleistet wird, erkennen wir, wie ernst heute die raffen- politischen Fragen angepackt und in die Tat um» gesetzt werden. Stadt und Kreis Gießen auf der Ausstellung. Auf der Ausstellung „Wille und Tat" sind auch die Stadt Gießen und der Landkreis Gießen als Aussteller vertreten. Die Stadt Gießen bringt u. a. eine Großphoto-Montage „Gießen als Liebig- Stadt", weiterhin Photos, die den Aufbau der Stadt Gießen während der letzten Jahre zeigen, u. a. Altstadt-Sanierung, Siedlung usw. Der Landkreis Gießen zeigt im Mittelpunkt feiner Ausstellung eine verkleinerte Darstellung des Hüttenberger Hoftors als eines der hervorstechendsten Teile der Hüttenberger Hofreite. Weiterhin gibt der Landkreis in Großphotos und sonstigen Bildern Aufschluß über Land, Leute und ihre Tätigkeit. In einer Vitrine zeigt er die nutzbaren Steine, Erze und Erden des Kreises. Dazu kommen noch einige kleinere Gegenstände kultureller Art. richt Friedberg am 23. Mai d. I. erhielt der Angeklagte die gleiche Strafe, wie im Strafbefehl. Gegen das Urteil legte er Berufung ein. Die Beweisaufnahme ergab kein klares Bild. Der Anklagevertreter führte aus, es sei nicht einwandftei festgestellt, daß der Angeklagte der Täter fei, und er beantragte Freisprechung mangels ausreichenden Beweises. Das angefochtene Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen, unter Belastung der Reichskasse mit den Kostern Erntehilse-Etnsah auf breiter Front. Für alles Zarte und Feine die schonende Persil-Kaltwäsche! Persil wäscht alles, was waschbar ist! SJlxfpori en 50 Zähre Professor. August 1889, also vor nunmehr 50 Am 10. Ber Optiker Vor dem Beginn der Akademischen WeWele IIUI Ul | UUlll .. — r ■■ - am Start erscheinen. Zum erstenmal werden im ^nstvolle fts zugute Eanitätsrat Dr. Zakob-Becker- Sttstung für die Langemarckschule. Tätigkeit und die Schwere seines Dien« ! gehalten. n 3n. wissen, einen mlich: t, der n der B. mserer lnmten tonnt* arbtn= beim iflobtn n, uni rqoffen imkehr Arbeit, ie. Der , wenn beiter* Uch 'tz bc anz« iW M fite A 11U »xröe der Angeklagte zu einer Geldstrafe von J) R M., ersatzweise vier Tage Gefängnis, ver- uceilt Dem Manne wurden seine langjährige ver- prletzt. Segen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. £un Antrag des Anklagevertreters entsprechend mb außen als n bringt > 2iebig: btiU b« idsähin fegens- r natio- breiter lie oon rganijo- örbsits1 geleistet rasten- 'at um- In Finnland wurde nach dem mit der Olympischen Goldmedaille in Berlin ausgezeichneten Roman von Urho Karhumaki ein Olympia-Film „Yrjö der Läufer" gedreht. Die Hauptrolle des Läufers Yrjo spielt Kulleroo Kalske, ein finnischer Polizei- meister und ausgezeichneter Läufer. Man sieht ihn hier in einer. Schlußszene des Films im Olympia« Stadion Helsinki. — (Schirner-M.) Ein Nutzend Iußboll-Länderspiele in der kommenden Spielzeit. rerschiedener Gläubiger gepfändeten ungefähr 3800 Stück selbst geerntet heraufgesetzt worden ist, um für den Zeitverlust durch einen Umweg in Oesterreich — die Groß- glocknerstraße wurde fallengelassen und dafür der Weg über den Katschberg und die Tauernhöhe gewählt — wieder einzuholen. „tzrjö der Läufer/- ter w ten^ er La^ 11* Jn und * kleinerr ier W ehl- Die 5 DerL sei, •ei< Reichöbund-Zahnen über Grünberg 1500 treten zum Wettkampf an. 48. Lebensjahr das Reichssportabzeichen in Gold! erringen konnte. Der bewährte Turner blieb auch, soviel sich Gelegenheit bot, während des Weltkriegs I der Turnsache treu. Er", der den Weltkrieg von Anfang bis zum Ende zum Teil in vorderster Front miterlebte, schuf einmal in einer Ruhestellung im Priesterwald eine Reck- und Barrenriege, die es zu sehr beachtlichen Leistungen brachte. Für diese turnerische Tätigkeit wurde ihm von hoher Stelle aus alle Anerkennung zuteil. Seine besondere Liebe und der Einsatz seiner idealistischen Kraft galt der Förderung des Turnens auf dem Lande. Er hielt in den dörflichen Turnvereinen manche Turnstunde ab. Lange Zeit wirkte er innerhalb der Gießener Turnerschaft als Vorturner und Turnwart und Tausende junge Menschen wurden durch ihn für die edle Turnsache gewonnen und zu guten Leistungen geführt. Karl Müller war Gründer und Leiter der Militär-Turn- abteilung des -Znf.-Rgts. 116, die insbesondere bei der Jubiläumsfeier des Regiments im Jahre 1913 mit schönen Darbietungen hervortrat. Seit fünf Jahren ist der Jubilar Vereinsführer des Männer- turnoereins Gießen und als solcher ein treuer Sachwalter des Vereins und der turnerischen Sache. Unter seiner Initiative wurde den 48 im Weltkrieg gefallenen Kameraden des Män.nerturnvereins auf dem Platz am Heegstrauchweg ein Ehrenmal geschaffen. Unter vielen persönlichen Opfern arbeitet er am Ausbau des herrlichen Platzes. Dem treuen und verdienten Turner wurde manche verdiente Ehrung zuteil. Er erhielt u. a. den Ehrenbrief des Turngaues Hessen und den Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft. D.M. HL in Steinfurth hatte einen Strafbefehl Ker eine Gefängnisstrafe von drei Wochen erhal« M. hatte von den durch den Gerichtsvollzieher frr Auftrage verschiedener Gläubiger 1 Velbuschro jiiö verkauft. Karl Müller (MTV.) - 50 Jahre aktiver Turner. Eine markante Persönlichkeit im turnerischen Leben unserer Stadt, der Vereinsführer des Männerturnvereins Gießen, Verwaltungsoberinspektor i. R. Karl Müller, kann am Freitag, 25. August, auf eine 50jährige aktive Turnertätigkeit zu- rückblicken. Karl Müller, ein gebürtiger Gießener, ist seit seiner frühen Jugend Turner. Die erste Grundlage für sein reiches Wirken im Dienste der Leibeserziehung legte Lehrer i.R. Karl Schmidt. Er war dem jungen Turner ein Vorbild und noch heute weiß der Jubilar ihm dafür herzlichen Dank. Es konnte nicht ausbleiben, daß Karl Müller bald bei turnerischen Wettkämpfen hervortrat. Im ! Jahre 1890, als 15jähriaer, errang er sich beim | Gauturnfest in Schotten seinen ersten Eichenkranz. Die nächsten Jahrzehnte brachten ihm eine Fülle der Siege, der Ehren und Auszeichnungen, denn bei vielen Bergfesten, bei größeren turnerischen Veranstaltungen war er dabei und sicherte sich manchen Sieg. Er nahm an fünf Deutschen Turnfesten teil und kam auch dabei stets zu Ehren. Beim Deutschen Turnfest in Nürnberg im Jahre 1903 errang er als erster Gießener Turner einen Sieg im Zwölf-Kampf. Noch im vergangenen Jahre nahm er am Neun-Kampf aktiv in Breslau teil. Einen weiteren Erfolg sicherte er sich vor kurzer Zeit beim Gau-Alterstreffen in Heuchelheim, bei dem er in seiner Klasse Dreikampfsieger wurde. Besonders bemerkenswert ist, daß sich Karl Müller im Segen den Strafbefehl hatte er Einspruch ein- *eegt. In der Hauptverhandlung vor dem Amts- fl,.-id)t Bad-Nauheim am 13. April 1939 wurde die Hfängnisftrafe auf zwei Monate erhöht. Segen das Urteil legte der in vollem Umfange ständige Angeklagte wegen der Strafhöhe Beru- fatg ein. Der Verteidiger führte aus, die Rosen Un nur verkauft worden, weil der Angeklagte eine iHv Gebotene Verkaufsgelegenheit, die auch im grtereffe der Gläubiger gelegen habe, benutzen flpUte; die Strafe fei zu hoch, mit einer Geldstrafe, jii den Angeklagten bei feiner wirtschaftlichen Lage nch hart treffe, könne der Sträfzweck erreicht wer- hn. Der Anftagevertreter beantragte, die Berufung 5i verwerfen. Das angefochtene Urteil wurde dahin abgeändert, -ß an Stelle der Gefängnisstrafe auf eine Geld - flrflfe von 100 R M., ersatzweise 20 Tage Ge? fngnis, erkannt wurde. Die Berufungsverhandlung liß die Tat in einem milderen Lichte erscheinen. Amtsgericht Gießen. Tin Straßenbahnwagenführer hatte einen Straf- b-'ehl über 20 RM. erhalten. Am 24. Januar ü. I. |ii)r er mit seinem Straßenbahnwagen aus der als Soppstraße gekennzeichneten Neuen Säue in Richtig Ludwigsplatz. Dabei hat er sich nach der An- benn tl: ge nicht so verhalten, daß er keinen anderen lärm* scädigen konnte, indem er einem die Fernverkehrs- nicht i , staße Hitlerwall — Hindenburgwall benutzenden ' Prsonenkraftwagen die Vorfahrt nicht überließ, so - es zu einem Zusammenstoß kam. Dabei wurde in dem Personenkraftwagen mitfahrende B. bahn, auf den Ständen der Schützen, aus der Matte der Ringer und auf der Rundstrecke der Radfahrer. Im Fußball, Handball und Basketball werden harte Kämpfe entbrennen, die aber nicht die Ritterlichkeit ausschließen, sondern so geführt werden sollen, daß es an der werbenden Wirkung für die Leibesübun-I 25 000 deutsche Fußballmannschaften werden in gen nicht fehlen soll. In Mehrkämpfen die schon k.ßfßr Spielzeit wieder an den Start gehen. Es heute nachmittag beginnen, werden die Teilnehmer ßin ausgedehnter Spielbetrieb zu erwarten, der, beweisen, daß ihnen an der umver etten Ausbildung der NS.-Reichsbund für Leibesübungen mit« und Herausforderung ihrer körperlichen Kräfte und I Geschicklichkeiten liegt. Jn den volkstümlichen Wettkämpfen, wie im Kampf an den Geräten, gibt es hierzu reiche Möglichkeiten. Jene, die sonst nur im Dreß des Fußball- oder des Handballspielers den Kampfplatz betreten, werden in Grünberg ebenfalls zu einer umfassenderen Leistung, und zwar in einem Dreikampf, herausgefordert. Und die Jugend ist dabei? Die Hitler-Jugend und der BDM. entsendet Hunderte von Kameraden und | _ MonÖ€rs in bßr Spitzenklasse die Kräfte be- Kameradinnen, die ,e nach^"Ersklasst zu Drei- Ansprüchen wird. Das Länderspielprogramm steht kämpfen antreten und damit das Bich vervollstandi- bft b;5t)er Kämpfe gegen Schweden, gen, Has ein Bundesfest des NS.-Reichsbundes ur g« Utb.^he Kampfe $q[; ß^besubunflen bieten miife wenn‘^em ®ebanfeTi D£)r ^Wahrscheinlich werden noch ein bis zwei Ein Volk in ^be^bungen ^echt^ ™ ; weitere Kämpfe hinzukommen. Das Frühjahr dürfte Es muß alle Altersklassen umiassen und zum Ein cjnen starken Spielverkehr bringen, so daß fa^ auf rufen! ..mit einem Dutzend Länder kämpf en auch in der Aus der Fülle einer stillen, vorbereitenden Arbeit . Svielieit iu rechnen iü erwächst die Gestaltung des Bundessestes in Grün- kommenden d-p-elzett zu rechnen i|t. berg! Nach allen Anzeichen ist dem Feste das Wet- ter beschieden, um das sich im Hinblick auf die JUlnVIUlUprOgraHUH große Veranstaltung viele Gedanken bewegten. Und Sonnfag, 20. August. da alle, die nach Grünberg kommen, im Geiste einer 6 u^r: Hafenkonzert. Auf dem Dampfer „Gene- freubigen Erwartung und innerer Bereitschaft, mit L.q( osorio". 8.10: Wir fingen den Sonntag ein! Der beizutragen zum Gelingen des Festes, so kann es Nundiunkchor unter Leitung von Günther Bruch- auch nicht daran fehlen, daß das erste Bundesfest h^s. 8.40: Dichter unserer Zeit: Otto Gmelin: Der des NSRL.-Kreifes 8 zu dein Erfolg wird, der ber Eine Kurzerzählung. 9: Deutsche Mei- großen Sache der deutschen Leibesübungen würdig Mozart — Brahms — Liszt. (Jndustrie-Schall- ist. | platten und Eigenaufnahmen.) 10: „Gläubiges deutsches Herz". Eine Stunde der Besinnung am Feier- tag. 10.50: Zauber der Melodie. Hugo Wolf. (In- dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 11.15: „Hoher, schweigender Wald". Hörfolge. 12: Flug- , Hafenkonzert. Musikkorps der Fliegerhorstkomman- Rahmen einer großen Sportveranstaltung Segelflug- dantur Wiesbaden-Erbenheim. Dazwischen: Berichte Wettbewerbe ausgetragen. Auch hier werden bie POm Start bes Luftschiffes „Graf Zeppelin" zur deutschen Studenten, gemäß der führenden Stellung Fahrt nach Essen-Mülheim. 14: Für unsere Kinder, des deutschen Segelflugsports überhaupt, wohl die Die Prinzessin Tulipan. Ein Märchenspiel. 14.30: Uns besten Flieger stellen. gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melo- /v • • • -xy_____ dien. 15.15: Volkstum und Heimat: So lachen die Training IM Berner Bremgarrenivaio. Ein fröhliches Hörbild. 16: Sport und Un- Einen kleinen Vorgeschmack auf das bevor- terhattung. Dazwischen: Berichte vom Leichtathletik, stehende Rennen um den Großen Autopreis der Länderkampf Deutschland — England m Köln. Vom Schweiz bekam man am zweiten Tag des Trai- Großen Automobilpreis der Schweiz in Bern. Dom ninas im Berner Bremgartenwald. Die deutschen Fürstenberg-Rennen m Baden-Baden. Vom Inter- Spitzenfahrer konnten ihre Dortagsleistungen durch- nationalen Reit-, Spring- und Fahrturnier m Bad weg verbessern. Hermann Lang (Mercedes-Benz) Aachen. Großer Preis des Landkreises Aachen — unterbot seine Zeit vom Donnerstag um vier Jagdspringen. 18: Musikalische Stimmungspillen. Sekunden und war mit 2:35,7 Minuten für die (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 19: 7 8 Kilometer lange Strecke mit einem Mittel von Das Tier und wir. Unterhaltsames und Belehrendes 168 l