Mittwoch, ly.ZuIlM 189. Jahrgang r. 166 Erstes Blatt rin. lichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranlfurl am Main 11686 . 2:0 6o| 0:2 „ U 2:1 „ sig. 2:0 „ ). 2:0 tag im KlubhW und Städten wie auch besonders von den Arbeitern auf den Bauplätzen und den Soldaten — obwohl | er völlig überraschend kam — mit spontanem Jubel und herzlichen Kundgebungen empfangen. Ls dürfte jedoch das Schönste für die Arbeiter und Soldaten des Westwalls gewesen sein, des Feldmarscholls besondere Befriedigung über das Gesehene zu hören. Der Feld- marschall brachte ihnen zum Ausdruck, wie stolz sie alle darauf sein können, zu dem Bau dieses größten und gigantischsten Verteidigungswerkes, das ein Volk sich je geschaffen hat. den entscheidenden Beitrag für eine glückliche Zukunft unseres Volkes wie auch zum Frieden der Well geschaffen zu haben. 3m Anschluß an die Besichtigungsfahrt, die ihren Abschluß bei den Anlagen in der Rhein- ebene fand, begab sich der Feldrnorschall im Kraftwagen nach Mannheim, wo er am späten Abend unter dem Jubel unübersehbarer Arbeitermassen an Bord seines Motorschiffes ..Karin H“ stieg. 3m weiteren Verlauf seiner Reise wird der Generalfeldmarschall nunmehr die Verkehrs- und Fahrtenverhältnisse auf dem Rhein besichtigen. Berlin. 19. 3uti. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring erreichte am Dienstag im weiteren Verlauf seiner Besichtigungsreise der westdeutschen Wasserstraßen und Kanäle Wiesbaden und Biebrich am Rhein. Von hier begab sich der Feldmarschall, in das westliche Grenzgebiet, um die dort zum Schuhe des Reiches errichteten Luft- Verteidigungsanlagen sowie die diesem Abschnitt vorgelagerten Verteidigung s- werke des Westwalls einer eingehenden Be- sichtigung zu unterziehen. Der Feldmarschall ließ sich in der Cuftnerkibi- gungszone durch Generalleutnant K i h i n g e r über die dort von der Luftwaffe errichteten Vertkidigungs- anlagcn genauesten Vortrag abstalten. um dann noch' notwendige Anweisungen zu erteilen, die Deutschlands Grenzen im Westen auch in der Luft unüberwindlich gestalten. 3m Anschluß daran begab sich der Generalfeldmarschall an die Hauptkampflinie des Westwalles, die der Kommandierende General der Saarpsalz. General Kunhen, eingehend erläuterte. Ueberall. wo der Feldmarfchall erschien, wurde er sowohl von der Bevölkerung in den Ortschaften °s man leid! 'Im. [ to* Führuü 1 lange mäljrt »ener Clfmet, 'N" so trennt hervorgehobr beider Man, weiteres Aelk! hier wird no! die Würdige den Schied; leben, nicht m derzeitigen d 1 auch beionbüi n dem Schied; oft Miselh^ e im umgelt): i sind. er. R. Gießen. »Mannschaft te ung des Fliege lach harten ti k glatte fonr? 'g erzielen. I. Mich, !onr \ tnappe& WW \ Doppr:,- rch zwei w. verringern. General Lronside in Warschau. Warschau, 18. Juli. (DNB.) Der Ches der britischen Ueberseestreitkräfte, General Jronside, stattete dem Generalstabschef und dem Kriegs- minister sowie Marschall Rydz-Smigly und Außenminister Beck Besuche ab. Bon Warschau aus wird er sich in den sogenannten zentralen Industrie bezirk begeben, in dem vor allem mit französischem Kapital eine polnische Rüstungsindustrie entstehen soll. 10000 Braunhemden am Start Zum Beginn der Reichswettkämpfe der SA. in Berlin. Don unserer Äerliner Schriffleitung. Kämpfende Nordostmark. 900 Kilometer Grenze ohne Berührung mit dem Reich. Von unserem re.-Sonderberichterstatter. Annahme von Anzeigen Pir die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test- anzeigen von7Omm Brette 50 Rpf. .Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.250/o mehr. Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder», Unterrichts» u. behordlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B pariser Gorgen. Berhandlunqspättse in Moskau und Schwierigkeiten des Polcnpakts. E. F. Paris. 19. Juli. Ministerpräsident D a l a d i c r unterhielt sich mit Außenminister Bonnet über den Stand der französisch-englischen Verhandlungen mit der Sowiet- union. In sranzsifchen Kreisen zeigt man fid) ausgesprochen pessimistisch, nachdem in den dreieinhalb- Monaten seit Beginn der Verhandlungen immer wieder eine zuversichtliche Auffassung über die Aussichten der Besprechungen mit Sowjetrußland zu Schanden geworden ist. „Journal" erklärt, England und Frankreich hätten alles getan, was möglich fei, um die Sowjetunion in ein gemeinsames Sicherheitssystem einzugliedern. Nun glaubt man jedoch, die Verhandlungen mit Moskau würden zwar nicht formell abgebrochen werden, ohne Zweifel würde aber eine lange Der Handlungspause eintreten, da man keine Möglichkeit mehr sehe, auf welcher Grundlage weitere' Besprechungen stattsinden sollten. Aber nickst nur die Ergebnislosigkeit der bisherigen Paktverhandlungen mit der Sowjetunion macht den Franzosen Sorge, sondern auch die Schwierigkeiten, die sich der N e u f a s s u n g d e s polnisch- französischen Bündnisvertrages entgegenstellen, durch die der losere, bisher gültige Vertrag ersetzt werden sott. Die sich ergebenden Schwierigkeiten sind nicht so sehr politischer als wirtschaftlicher und f i n <1 n z 1 e l l e r N a - t u r. Der geplanten Steigerung des gegenseitigen Warenaustausches steht der Umstand entgegen, daß Frankreich als landwirtschaftlicher Selbstversorger polnische Agrar Überschüsse nicht auf. zunehmen vermag. Frankreich hat aber auch Bedenken, Polen neue Anleihen zu gewähren, da die schwache und sehr angespannte polnische Wirtschaft bereits für die bisher gegebenen Anleihen den Zinsendienst kaum auf zu bringen vermag. Nachdem der polnische Botschafter m den vergangenen Wo'chen in einer Reihe von Besprechungen mit dem französischen Außenminister B 0 n- n e t verhandelt hat, erörterte er am Dienstagnachmittag mit Finanzminister Reynaud^ Über die finanziellen Fragen. Holz in das ostpreiißische Derarbeitungsgebiet gebracht. Eine der schlimmsten Folgen des Korridors war die enorme Steigerung der Frachten, die für Ostpreußen eine jährliche Mehrbelastung von 20 Millionen Mark ausmachte. Parallel damit lief eine immer stärkere Zurückhaltung der Finanzinstitute aus dem Reich gegenüber Ostpreußen, das für sie unter dem Eindruck der Gleichgültigkeit der Systemregierungen ein allzu unsicheres Anlagegebiet, ja so gut wie ein aufgegebener Fall geworden war. Oie Kriegsfchüler auf Ostpreußens Schlachtfeldern. Königsberg, 18. Juli. (DNB.) Auf der Oft- preußenfahrt der Kriegsschulen des Heeres weilen die deutschen Fähnriche in diesen Tagen bei präch- i°pp°t vor ’>«e) 5 re • Unser Lil ** Kennzeichen der ostpreußischen Vorkriegswirtschast war ein außerordentlich weit ausgedehnter Transit- yandel. Aus Rußland kamen Getreide, Flachs, Hanf, Linsen, Oelprodukte, Wolle usw.; nach Rußland gingen über Ostpreußen, vorzugsweise über Königsberg, Maschinen, ferner riesige Mengen Heringe aus Schottland und Skandinavien, Salz, Düngemittel jim. Dreiviertel der seewärtigen Ausfuhr Königsbergs waren vor dem Frieden Produkte und Rohstoffe russischer Herkunft. Der wichtigste Einfuhrartikel Königsbergs, die Heringe, füllten damals jährlich 600 000 Faß, von denen rund 400 000 per Bohn weiter nach Rußland gingen. Dazu kam, daß Königsberg der einzige für die russische Ausfuhr in Frage kommende eisfreie Hafen an der Ostsee mar, tzaß es an dem strategisch wichtigen Punkt liegt, wo üie uralte Handelsstraße nach dem Osten den Pregel -chneidet. Einst war der Hansegeist von Königsberg ,1115 bis Moskau und bis Odessa vorgedrungen, das heutige Königsberg verfügt u. a. über die größten Silos des Kontinents. Diese Stadt, die 1806/07 zum Mittelpunkt des Widerstandes gegen Napoleon wurde und 1813 Dorks Aufruf an die Stände zu gemeinsamer Abwehr erlebte, hat in der Neuzeit nicht viel Zeit gehabt, sich von ihrer Aufgabe als Vorort der deut- ichen Nordostmark auszuruhen. Erst 1900 konnten ifoie letzten Schulden aus den Freiheitskriegen ab- ,clöst werden. 14 Jahre später brachte der Krieg i*te Verheerungen der russischen Einfalle. Versailles ; I nahm der Provinz dann das Memelgeb,et und das Soldaner Land ohne jede Abstimmung. Zwischen Ostpreußen und dem Reich liegt seitdem der Korridor in einer Breite von 90 bis 225 Kilometer. Bei einer Grenzlänge von insgesamt 900 Kilometer hat Ostpreußen keine einzige gemeinsame Grenze mehr mit dem Reich. Die Provinz wurde von dem ehemaligen wirtschaftlichen Hinterland, R u ß l and, abgeschnitten. Seit der Wegnahme des Wilnage- öietes durch den polnischen General Zeligowski hat auch das benachbarte Litauen keine direkte ■; Grenze mehr mit Sowjetrußland gemeinsam. Der Memelstrom war für die Holzflößerei aus Sowjetrußland gesperrt — vor dem Kriege hatte die Memel jährlich 2 Millionen Festmeter „Kraft durch Freude" zeigt seine Leistungen. Oer Gau Hesien-Naffau im festlichen Programm der Hamburger Reichstagung Berlin, 18. Juli. Auf dem „Reichsparteitag des Friedens" werden die NS.-Kampf spiele zum drittenmal zur Durchführung gelangen. Der Führer selbst hatte die Veranstaltung dieser Wettkämpfe ungeordnet und mit ihrer organisatorischen Durchführung Di e SA. beauftragt. Diese NS.-Kampfspiele, die auf dem Gebiet der Leibeserziehung etwas völlig Neues dar- ftellen und wie kaum eine andere Aufgabe dazu geeignet sind, in intensiven Hebungen Geist und Körper zu chulen, halten sich ganz bewußt im Rahmen der Erziehungsaufgabe, die die SA. übernommen hat, und die niemals beendet fein wird. Denn es soll die ganze deutsche Jugend in diesem SW-Geist erzogen iverden. Es ist die vordringlichste Aufgabe der SA„ ihr Bekenntnis zum Wehrgeist durch Beispiel und Tat über die eigenen Reihen hinaus tief in das Volk ^Der^rotz- (Erfolg, der bei den NS.-K°nip!spi°len der beiden vergangenen Jahre erzielt werden konnte, hat alle bei ihnen mitwirkenden Gliederungen der Bewegung, die SA., ff, NSKK., NSFK. und HI., die Wehrmacht, die Polizei und den Reichsarbeits- zen. inen Ehre» chaft des sfhiik der italienW 1 >r am Samste termettfämpfe k Magen wird- Inion-ReM hohen Preis r tag auf dem 51 jtrb ihn steuern aschungenZ ^nnismeister^ niet verlor N ken-NationalsB und unser früh- (fiamburg) I* -; Inberfon ebh dienst zu immer neuem Einsatz angespornt. Wenn man sich erinnert, mit welchem Eifer m Nürnberg die einzelnen Mannschaften um die Palme des Sieges gekämpft haben, wie feder einzelne bemüht mar, das Letzte herzugeben, um ein besseres Abschneiden der Formation, für die er eingesetzt war, zu ermöglichen, dann können wir uns unschwer vorstellen, daß Die NS.-Kampfspiele des bevorstehenden Reichsparteitages noch eine Steigerung bringen werden. Wer ist der Beste in jeder einzelnen Formation, wer ist berufen, sie auf dem Reichsparteitag im Angesicht des Führers zu vertreten? Um diese B e ft e n zu ermitteln, haben in den letzten Wochen und Monaten im ganzen Reich eine Unzahl von Ausscheidungswettkämpfen stattgesun- den, die bei der SA. im Rahmen der Gruppenwett, kämpfe durchgeführt wurden. Don jeder der 2o ö21.« Gruppen Großdeutschlands sind die besten Manner ausgewählt worden, die sich vom 18. bis 23. -juit in der Reichshauptstadt zu den großen Reichswettkämpfen der SA. Sufammenf m den 3n diesen Tagen werden > über 10 000 ^^l.Nlonne. in den wehrsportlichen und sportlichen Disziplinen l’Ä kN zum *rll । “115 neuen ÖP- 18,30: Sfl 5 M W asik Generatfeidmarfchait Göring am Westwall. Deutschlands Verteidigung auch in der Luftabwehr unüberwindlich. Gemeinschaft „Kraft durch Freude" während der Tage in Hamburg. Die ganze Welt, die nut starken Abordnungen vertreten ist, blickt voll Jnterefse auf diese Demonstration friedlicher deutscher G e st a 11 u n g. In der Lebensbejahung und der Freude, die tief in dem Ethos der Arbeit wurzelt, werden hier Brücken zwischen den Völkern geschlagen, die deshalb so dauerhaft sind, weil sie von Herzen zu Herzen führen. Freude und Arbeit als die tragenden Kräfte allen Sems feiern in Hamburg erneut einen Triumph gegenüber haßerfüllter Profitsucht, die die Freiheit der Völker auf alle Zeiten in ihre goldenen Fesseln legen will. Die ganze Welt blickt an diesem Wochen- ende auf Hamburg, wo Deutschlands Freunde für die Dauer der festlichen Tage beim schassenden deut» sehen Volk zu Gast sind. c- Volksgruppen bieten, die durch ihre Anwesenheit zur Vertiefung des Derständnifses zwischen den einzelnen Völkern beitragen. Den Höhepunkt der Reich'stagung bilden die Veranstaltungen am Sonntag. Der Festzug wird rwyi Stunden lang die Blicke der Zuschauer in Bann halten. Am Nachmittag treffen sich die Tagungsteilnehmer und die Hamburger bei dem Volksfest, das neben den KdF.-Volksfesten anläßlich des Reichsparteitages in Nürnberg und des Handwerkertages in Frankfurt a. M. richtungweisend für die Entwicklung ist, die unseren Volksfesten ganz allgemein wieder eine größere Tiefe und Verbundenheit mit dem bodenständigen Volkstum geben wird. Den Abschluß bildet das große Feuerwerk auf der Binnenalster. Geballte Lebensfreude zeigt so Die N^.- NSG. Wenn der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley zur Reichstagung der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" einlädt, dann schaut heute die ganze Welt auf die Leist un gs - ch a u der nationalsozialistischen Freizeitorganisation in Hamburg. So ist es auch jetzt wieder. Aus allen Ländern der Welt haben sich Ehrengäste und Pressevertreter eingefunden, die Zeuge dessen sein wollen, was das neue Deutschland auf diesem Gebiete seiner Neugestaltung zeigt. Fast alle Völker haben Volkstums- u n b Trachten gruppen abgesandt und nur England, Frankreich und Polen haben es vorgezogen, durch ihr Fernbleiben unter Beweis ,u stellen, daß sie an dieser friendlichen Zusammenkunft der Völker nicht teilhaben wollen. Ein f e ft l i d) e s Programm füllt die Tage von Hamburg. Spitzenleistungen auf allen Gebieten nationalsozialistischer Freizeitgestaltung werden :n Ausschnitten aus der Arbeit der NS.-Gememschast „Kraft durch Freude" gezeigt. Das neue Flaggschiff der KdF.-Flotte E. S. „R 0 b e r t L e y ist m Hamburg und nimmt die Ehrengäste für die Dauer der festlichen Tage auf. Eine große A u s st e 11 u n g gibt einen Einblick in die Fortschritte der Arbeit Der KdF.-Wagen wird wieder zu fehen ein. Ausschnitte aus der F e i e r a b e n d- und Volk s- bildungsarbeit, Beispiele der Gestaltung nach den Richtlinien des Amtes „Schönheit der Arbeit" reiches Anschauungsmaterial aus allen Arbeitsgebieten vom Laienschaffen über den Sport zur Dolkstumspflege zeigen die Erfolge und die Fortschritte der gestaltenden Arbeit. Im Reichswettbewerb messen sich die KdF.- Sportgruppen aller (Baue. H essen -N a s - s a u wird dabei gut vertreten sein und hofft erfolgreich abzuschneiden. Auch die, (3 a u m u ft er- 0 r u p p e n werden ihr Können zeigen Em W e r k s k 0 n z e r t soll in der Programmgesta tung muftergültiq für biefes Arbeitsgebiet etn „Sott PL j eit für Volk", ist das Motto für die Darbietungen der Dolkstumsgruppen be, denen das Nh ein-Main-Gebiet mit 12 Paaren vertreten ist, die aus zwei Trachtengruppen des Gaues Hessen-Nassau ausgewahlt wurden Gute , Dergleichsmöglichkecken Zwischen der Dolkstums- arbe9it Deutschlands und der der anderen Volke ■ werden die Darbietungen der ausländischen SS- erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter jeimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezngspreis: Vlit 4 Beilagen RM.1.95 )hne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 lud) bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern nfolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Inschrift für Drahtnach» I. Königsberg, im Juli 1939. ' Ostpreußen, politisches Jnselbollwerk des Reiches \n Nordosten erlebt begreiflicherweise die große r.olitik mit besonderer, geradezu persönlicher An- ilnahrne, seitdem die Diskussion um die Danziger e|hnd die Korridor-Frage in Fluß gekommen ist. Ostpreußen war die von den Systemregierungen am neiften vernachlässigte Provinz, war aber auch die, Lc im Verlauf der Arbeitsschlachten des neuen Deutschlands als erste unter allen Provinzen mel- !rn konnte. Ostpreußen hat keine Erwerbslosen iiehr Heute kann der Oberpräsident und Gau- 1 iter Erich Koch bei feinem kürzlichen Ueberbhrf ifcer den Stand dieses hart arbeitenden Gaues mit- ilen, daß in Den wenigen Jahren feit Der Macht- -areifung in Dem einst (0 gut wie rein lanDwirt- haftlichen Gebiet bereits 137 Fabriken eu errichtet murDen, und Daß sich Der Z u - rom an T 0 u r i st e n unD Ur laubsre i f e n- e n gegen früher auf Das Vier- bis Fünf - □ di e gesteigert hat. Und sagen wir es gleich mw: man braucht gar nicht ein VierteljahrhunDert 1 er gelebt zu haben wie Der Verfasser Dieser Zei- tn, braucht Ostpreußen nur einmal cm paar Lochen lang kreuz und quer durchstreift zu haben, im die unbeschreiblichen Schönheiten dieser unenD- bd) mannigfachen Landschaften nie wieder zu ver- pffen '2Iber lassen wir uns nicht von Erinnerungen oder icn eben neu gewonnenen Eindrücken beeinflussen, :c2dcn wir lieber von Dem harten Schicksals- und 'Arbeitsrhythmus Dieses Gaues, Der im Zusammenhang mit Den beiDen obengenannten Fragen und m Zusammenhang mit den kürzlich verösfentlichten Mitteilungen über Die Errichtung Des Ostwalles tirfer als je unsere Aufmerksamkeit drinnen im Reid) beanspruchen Darf. Man vergißt zu oft, daß Ostpreußen noch in IS üiesem Jahrhundert dreimal von fremden Gruppen besetzt war, zweimal im Kriege und bann wieder ein ganzes Jahr lang vor Der Bolks- Mtnnmung vom 11. Juli 1920, Die eine einmütige Bekundung Des uralten Deutschtums dieses Gaues nar. Schließlich sind mit Dem Namen Ostpreußen hlche Deutschen Namen vorbunDen wie Kant, Simon Vach, HerDer, E. T. A. Hoffmann, Zacharias Wer- 7 er, GotscheD, SchenckenDorff, SuDermann, Agrres Siegel General von Boyen, GeneralfelDmarschall Ion der Goltz. Ostpreußen birgt das Stammgut Des [eremigten GeneralfelDmarfchalls und Reichsprast- ienien von Hindenburg, birgt auch bei Hohenstein bas Reichsehrenmal, das Tannenbergdenk- na l, Dessen schönen neuen Landschaftsrahmen wir 1. och vor einigen Tagen sehen konnten. Wohl keinem deutschen Gebiet hat Das Versailler Diktat so übel mitgespielt wie Der Provinz Ostpreußen. Wie mit einem fürchterlichen Axthieb trennte : ie Rachgier Der Entente, veranlaßt Durch gefälschte Unterlagen, Ostpreußen vom Reich. Was Das für )ien 0stpreußischen Verkehr bcDeutete, Den mit einem schlage nicht weniger als 164 LanDstraßen, Ehaus- teen und Eisenbahnlinien durchschnitten wurde, havon wird später noch zu erzählen fein. Erinnern wir uns nur Daran, Daß Der größte ostDeutsche Ha- cn, Königsberg, vor Dem Kriege feine Ver- 'ninDungen bis nach Sibirien und bis hinunter zum Schwarzen Meer hatte ausDehnen können. JDas | tigern Hochsommerwetter auf den Gefechtsfeldern Iber Schlacht bei Tannenberg. Die Fähnrikye werden jeden Tag von ihren verschiedenen StanbguarticiXn auf mehr als 160 Kraftfahrzeuaen Durd) bas Ge- fänbe geführt. Offiziere Des I. Armeekorps, Die f c l b ft vor 25 Jahren an diesen Stellen m 11gekämpft haben, vermitteln in dem meist wenig veränderten Gelände Den Fähnrichen lebenDige Eindrücke Des Kampfes. Offiziere der Kriegsschulen schildern Die Zusammenhänge Der Gefechte. Alle Kriegsschulen besuchen auch die weihevolle Stätte, wo 'i m Jahre 1410 gerade in Diesen Iulitagen Der Feldmeister Des Deutschen Ritterordens den Heldentod fand. „Im Kampf für beutsches Wesen und deutsches Recht." Und ihr Weg führt sie aud) an Hindenburgs Gut NeuDeck vorbei zur. M a r i e n b u r g , jenem eindrucksvollen Bau, der so deutsch ist, wie nur irgendeine der Burgen und Dome Großdeutschlands. Den Höhepunkt der Tage wird am 20. Juli Die gemeinsame Feier aller Kriegsschulen im R e i chs e h r e n m a l Tannenberg bilden, bet 1 der der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst : von Braucht tfch selbst zu den zukünftigen Offi- t zieren des deutschen Heeres sprechen wird. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: vrühljche Univerfitätrdruckerel «.Lange in Giehen. Schristleitung und SeichäftLftelle: Schulsttatze 7 Jugoslawisch-bulgarische Kreundschast. Von unserem v. M-Korrespondenten. Belgrad, im Juli 1939. Die Belgrader Zeitung „Politika", die in der letzten Zeit Sprachrohr des jugoslawischen Außen- amtes geworden ist, behauptet, die Begegnung des bulgarischen Ministerpräsidenten K \ o f s e iro a nass mit dem jugoslawischen Außenminister Zinzar- Markowitsch in dem schönen jugoslawischen Alpenkurort Bled werde eine starke Wirkung auf die Entwicklung der jugoslawisch-bulgarischen Freundschaft und die Festigung des Friedens aus dem Balkan haben. In allen maßgebenden Krisen Jugoslawiens ist man derselben Ansich^ und auch m Bulgarien scheint man sie zu teilen. Nach der Begegnung von Bled beginnen sich die Umrisse einer neuen Mächtegruppierung am Balta n zu zeigen, die bisher noch niemals so deutlich zum Ausdruck gelangt war. Der amtliche Bericht der nach den Besprechungen von Bled aus- gegeben wurde, spricht klar von Dotier Ue bereit! ft i m m u n g der beiden Staaten zu den internationalen Fragen. Denn die beiden Minister stellten fest, daß ihre bisherige Politik am b eften den Interessen Bulgariens und Jugoslawiens und somit denen des Balkans entspräche, daß außerdem beide Regierungen ihre bisherige Politik guter und freundschaftlicher Beziehungen zu allen Nachbarn weiterführen wurden. Daß sie sich darüber hinaus noch bemühen wollen, ihre gegenseitigen Beziehungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu vertiefen, muß selbstverständlich auch ihre Zusammenarbeit auf außenpolitischem Gebiet noch verstärken. Die Gedanken, die in dieser amtlichen Verlautbarung zum Ausdruck gelangten, sind nicht neu. Neu ist lediglich die Form, in der sie zum Ausdruck gebracht wurden. Seit 1935 bereits verfolgt Jugoslawien die außenpolitische Linie von Bled: Freundschaft und Zusammenarbeit mit allen Nachbarn vor allem den großen Nachbarn Deutschland und Italien, und Nichteinmischung in die Auseinandersetzungen der Großmächte. Diese Einstellung zu den internationalen prägen führte logisch w9 einer Politik der Neutralität, die auch tatsächlich seit vier Jahren ohne Schwankungen von Jugoslawien eingehalten wird. Dem Beispiel Jugoslawiens folgten im großen und ganzen auch die anderen Staaten des Balkans. Der Grundsatz der Neutralität wurde die Richtschnur der Politik des Balkanbundes und Bulgariens. Zwar ist in den letzten Monaten eine gewisse Schwankung in der Politik einiger Balkanstaaten eingetreten. Jugoslawien und Bulgarien aber folgten diesem Beispiel nicht. Es ist deshalb natürlich, daß diese zwei Balkanstaaten sich in der Verfolgung ihrer Außenpolitik noch enger z u s a m m e n s ch l i e ß e n mußten. Das sichtbare Zeichen dieser Annäherung ist die Begegnung von Bled. Es ist in der Form neu, weil hier zum ersten Mal von einer gemeinsamen außenpolitischen Linie des jugoslawischen und bulgarischen Staates gesprochen wird. Was bisher de facto bestanden hatte, wurde nunmehr in Bled formell bestätigt. Daß die neue enge bulgarisch-jugoslawische Zusammenarbeit keine vorübergehende Erscheinung, sondern auf lange Sicht berechnet ist, beweist eine Erklärung des bulgarischen Ministerpräsidenten Kjosseiwanoff "in der Belgrader „Politika" nach der Begegnung in Bled. Kjosseiwanoff sagte dort u. a.: „Die Entwicklung der internationalen Ereignisse, die ihre Auswirkungen auch in unseren beiden Ländern zeigen könnte, wird vielleicht noch stärker die große geschichtliche Bedeutung des Vertrages ewi- ge r Freundschaft zwischen Bulgarien und Jugoslawien zum Ausdruck bringen. Dieser Vertrag ewiger Freundschaft wird den beiden Brudervölkern die'Möglichkeit geben, volle Ruhe in diesen Weltereignissen zu wahren und gemeinsam ihre gemeinsamen Interessen zu beschützen." der Reichswettkämpfe am Start fein. Sie werden eine umfassende Leistungsschau der gesamten wehrhaften Mannschaft unseres Volkes bieten. Auf zah - reichen Kampfplätzen werden die Besten ermittelt werden, die dann, wenige Wochen spater, die Sturmabteilungen des Führers auf dem Reichsparteitag vertreten. Das oberste Grundgesetz der gesamten N«.- Kampfspiele stellt die M a n n s ch a f t s l e l st u n g bar. Damit wird zielbewußt die Richtung unserer gesamten Leibeserziehung betont, deren größte Aufgabe es ist, nicht irgendwelche Sportkanonen zu züchten, was man früher als die Hauptsache angesehen hatte, sondern einen wesentlichen Teil des Volkes so zu stählen, daß er allen Strapazen gewachsen ist. So fällt bei den Kämpfen — wenn natürlich auch dem einzelnen genug Gelegenheit gegeben ist, sein Können zu beweisen — in erster Linie die Entscheidung zwischen den Mannschaften Ueberaus vielgestaltig ist das P r o g r a m m der Wettkämpfe auf dem Reichssportfeld. An der Spitze der Wettkämpfe in Uniform ist der Wehrmann- schasts kämpf mit 1:36 Teilnehmern zu nennen. Nach Erprobung der Schießfähigkett und der Marschfähigkeit' des einzelnen wird zum Schluß noch eine Einsatzübung auf. der Wettkampfbahn mit abschließendem Handgranatenzielwurf und Kleinkaliberschießen auf Kopfscheiden durchgeführt. Es ist unmöglich, im Rahmen dieser Ausführungen auch nur einen annähernden Uederblick über tue einzelnen Wettkampfarten zu geben, die in Berlin zur Durchführung gelangen. Da gibt es den Mannschafts-Fünfkampf, den 400-Meter-Hindermslam, Handgranaten-Weitwerfen, Modernen Fünfkampf, SA.-Fechtmeisterschasten, Weitsprung, Kugelstoßen, Schleuderball, schwimmsportliche Wettkämpfe, Boxkämpfe, Mannschafts-Gewichcheben, Handball und anderes mehr. .. , Ungeschrieben steht über all diesen Kämpfen das Wort des Führers aus „Mein Kampf": „Die körperliche Ertüchtigung ist im völkischen Staat nicht eine Sache des einzelnen, auch nicht eine Angelegenheit, die in erster Linie die Eltern angeht, und die erst in zweiter und dritter Linie die Allgemeinheit interessiert, sondern eine Forderung d e r S e l b st e r h a l t ung des durch den Staat vertretenen und geschützten Volkstums." Mit diesem Aus- fpruch hat der Führer der Körpererziehung em Pro- gramm gesetzt, das feine Erfüllung nicht in einer begrenzten Zeit finden kann, sondern eine ewige Aufgabe sein wird, wie der Nationalsozialismus selbst. Wer an die Geschichte der SA. zurückdenkt, der weiß, baß in ben harten Jahren des Ringens um die Macht nur wenig Zeit blieb, um eine systematische Körper- crtüchtigung zu treiben. Dennoch wurden im Laufe der Zeit die Grundformen eines Kampfsportes gefunden, die in Stil und Ziel von einer wehrhaften Prägung find, und die in ihrer Entwicklung hingeführt Haden zu den NS.-Kampfspielen, die jetzt aus der körperlichen Ertüchtigung unseres Volkes nicht mehr wegzudenken sind. . Ey. Nie Altersversorgung des Handwerks. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Zu dem Gesetz über die Altersversorgung für das deutsche Handwerk ist die Durchführungsverorbnung erschienen. Für die Berechnung der Beiträge zur Ange- stelltenversicherung ist der im letzten Einkommensteuerbescheid nachgewiesene Gesamtbetrag der Einkünfte vor Abzug der Sonderausgaben maßgebend. Will ein Handwerker durch eine Nachzahlung Lücken in seinem früheren Versicherunasverhältnis schließen und dadurch zugleich höhere Leistungen aus der Ange-, stelltenoersicherung erhalten, so ist für ihn wichtig, daß für Die Nachzahlung einheitlich die Klasse C (8 Mark monatlich) und für Halbversicherte die Klasse B (4 Mark monatlich) vorgesehen ist: die Versicherung in einer höheren Klasse ist natürlich zulässig. Hat ein Handwerker vor dem 1. Juli 1939 den Abschluß eines Lebensversicherungsvertrages beantragt, so kann er Versicherungsfreiheit oder Halboersicherung noch mtt Wirkung vom 1. Januar 1939 geltend machen, wenn der Vertrag noch vor dem 1. Oktober 1939 ab» geschlossen wird. Entspricht ein vor dem 1. Juli 1939 abgeschlossener Vertrag nicht in allen Punkten den Vorschriften, so besteht noch bis zum 1. Oktober 1939 die Möglichkeit einer Abänderung: der abgeänderte Vertrag gilt bann als rechtzeitig abgeschlossen. Höchstpreise für Obst und Gemüse. Berlin, 18. Juli. (DNB.) Der Reichs kam. m i f f a r für die Preisbildung hat sich anläßlich der diesjährigen Ernleenlwicklung veranlaßt gesehen, die Erzeugerpreise für 0 b ff und Gemüse nach dem Preis st ande vom Jahre 1937 auszurichten und dadurch eine Herabsetzung der Preise gegenüber dem Borjahres- slande und den Preisen der letzten Wochen herbeizuführen. Außerdem hat er die Verdien st span, nen des Handels erheblich gekürzt, um der Verbraucherschaft tragbare Einkaufspreise zu sichern. Die Festlegung von Höchstpreisen durch die Preisbehörden bedeutet nicht, daß diese Preise vom handel immer genommen werden dürfen. Bei billigerem Einkauf ist der handel zu entsprechender Herabsetzung seiner Preise verpflichtet. * In einem erheblichen Teile der Obsternte stecken wir mittendrin ober haben sie gar schon hinter uns. Die Süßkirschenernte dürfte mit 15,9 Kilogramm je Baum etwas größer als der Durchschnitt der Jahre von 1933 bis 1937 gewesen sein und hebt sich jedenfalls sehr erquicklich von dem schlechten Obstjahr 1938 ab. Im Reichsdurchschnitt ist auch eine gute A p f e l e r n t e zu erwarten. Nur zeigt sich auch in diesem Jahre wieder die eigentümliche Tatsache, daß immer nur etwa die eine Hälfte Deutschlands eine gute Apfelernte hat. Im Jahre 1937 mußte, wie vielleicht noch in Erinnerung, eine eigene Aktion in Gang gesetzt werden, um den Apfelfegen, besonders Württembergs, wirtschaftlich zu verwerten. In diesem Jahre ist der Fruchtansatz von Aepfeln besonders gut in Norddeutschland von Mecklenburg bis Bremen: dagegen wird ein minderer Fruchtbehang in Schlesien, Sachsen und auch teilweise in Süddeutschland gemeldet. Die Birnenernte ist nicht ganz so vielversprechend wie die Apfelernte. Hier Dürften besonders gut ebenfalls Norddeutschland und dann die Ostmark abschneiden. Pflaumen und Z wetschen stehen stark im Hintertreffen, haben durch den Abfall junger Früchte im Juni gelitten und dürften nur eine knappe Ernte ergeben. Das Pflichtjahr der Mädchen. Ilm den Mangel an weiblichen Arbeitskräften in der Land-- und Hauswirtschaft zu mindern, wurde im vorigen Jahr, zunächst für bestimmte Berufs- gruppen" das Pflichtjahr für Mädchen eingeführt. Ab 1939 ist bas Pflichtjahr auf alle lebigen weiblichen Arbeitskräfte ausgedehnt worden, die noch nicht als Arbeiterinnen oder Angestellte beschäftigt waren und eine solche Beschäftigung außerhalb der Land- und Hauswirtschaft aufnehmen wollen. Dc> Reichsarbeitsminister legt soeben eine erste Pflichtjahrbilanz für die Monate März bis Mai, die Haupteinsatzmonate nach der Schulentlassung, vor. Auf Grund von Zustimmungen des Arbeitsamtes sind danach in diesen drei Monaten 1 7 4 7 4 5 Pfl.ichtjahrmäd- chen zur Ableistung des Pflichtjahres eingestellt tporben. lieber 70 000 oder 40,4 Prozent kamen in die Landwirtschaft, fast 97 000 oder 55,4 Prozent in d i e Hauswirtschaft. 6649 wurden in hauswirtschaftliche, 613 in landwirtschaftliche Schulen eingewiesen. Etwa die Hälfte aller Pflichtjahrmädchen nahm nicht die Vermittlung des Arbeitsamts in Anspruch, sondern suchte sich mit Hilfe der Eltern f e I b ft die Pflichtjahrstellen, die dann vom Arbeitsamt anerkannt mürben. Nicht einbezoge*n in diese Statistik sind die Einstellungen in den Arbeitsdienst, in Land- dienst und Landhilfe, ländliche Hausarbeitslehre, hauswirtschaftliches Jahr und bestimmte Lehrgänge, da diese auf das Pflichtjahr a n g e r e d) n e t wer- den. Ebenso ist nicht einbezogen der Antritt einer dem Pflichtjahr gleichstehenden Tätigkeit als Hilfs- kraft im Gesundheitsdienst der Wohlfahrtspflege. — Der Bericht teilt schließlich noch mit, daß von März bis Mai 14 300 Befreiungen vom Pflichtjahr ausgesprochen wurden, davon 8400 befristet. Vom Pflichtjahr sind heute allein di e Mädchen noch ausgenommen, bie nach der Schulentlassung zu Hause bleiben. Aber auch die Haustöchter sollen, wie der Reichs- arbeitsminister ankündigt, bald einbezogen werden, so daß das Pflichtjahr dann für alle deutschen Mädchen gilt. Oer Adolf-Hitler-Marsch begann in Danzig. Danzig, 19. Juli. (DNB.) In allen Gauen Großdeutschlands beginnt jetzt der Bekenntnismarsch der deutschen Jugend zum Führer. 34 Marsch, einfjeiten bringen aus allen Gebieten der Hitlerjugend die Bannfahnen zum Reichsparteitag nach Nürnberg. Eröffnet wird der Adolf- Hitler-Marsch 1939 vom Gebiet Ostland-Dan. zig. Auf dem Langen Markt in Danzig verabschiedete Obergebietsführer Stellbrecht von der Reichsjugendführung den Bannerblock. Er wies dabei auf die tiefe Symbolik dieses Marsches hin. Jedes Jahr strebten die Adler der deutschen Jugend nach der Stadt der Reichsparteitage. So wie die Jugend Ostpreußens und Danzigs marschiere sie nach Nürnberg aus allen anderen Gebieten des Großdeutschen Reiches. Sie alle zusammen seien ein einziger Block de r deutschen I u- genb. Die 112 Hitlerjungen mit 28 Fahnen marschieren zunächst zur Albert-Schlageter-Jugendher- berge nach Prangenau. Dann verlassen sie zu Schiff das Danziger Land, um von Pommern aus nach Nürnberg zu marschieren. Oie Hermann-Göring-Werke in der Ostmark. Wien. 18. Juli. (DNB.) Im Auftrag des Gene- ralfeldrnarschalls Göring besuchte Staatssekretär Körner als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hermann-Göring-Werke die Bettiebsstätten dieser Werke in der Ostmark. Nach der Besichtigung der Eisenhütte in Linz, deren Aufbau in den 16 Monaten gewaltige Fortschritte zu verzeichnen hat, weilte er in Begleitung des Generaldirektors P l e i g e r und des Ministerialdirigenten Marotzke in Eisenerz und überzeugte sich vom Stand der Arbeiten am steierischen Erzberg, die mit dem Ziel einer beträchtlichen Leistungssteigerung im vorigen Jahr in Angriff genommen wurden. Er ließ sich auch die neuen vorbildlich ausgebauten sozialen Einrichtungen sowie die großzügig angelegten Wohnsiedlungen für die Gefolgschaft zeigen. Seine besondere Aufmerksamkeit wandte er den Unfallversicherungsmaß. nahmen zu, die bei der Art des Betriebes von größter Wichtigkeit find. Oas Wahrzeichen Königshüttes von Polen zerstört. Königshütte, 18. Juli. (DNB.) In der Nacht zum Dienstag wurde von polnischen Horden das weit über Oberschlesien hinaus bekannte Denkmal des Grafen Reden auf dem Redenberg, ein sechs Meter hohes Bronzestandbild, vom Sockel gestürzt und schwer zugerichtet. Im Auftrage des Königshütter Magistrats wurde das Zerstörungswerk am Dienstagvormittag voll« endet. Städtifche Arbeiter brachen den Marmorsockel und die Umfriedung ab und schafften sie fort. Das Denkmal war 1853 zum Gedenken an den Begründer bes schlesischen Bergbaus, den Grafen von Reden, von Gruben- und Hütten- Das Glück kommt unverhofft. Don Heinrich Zerkauten. Peter Gundel hat sich einen wunderschönen Briefkasten an den Gartenzaun gebaut, hoch und viereckig, mit breitem Schlitz, daß ordentlich viel hinein» geht: Aufträge — Aufträge — Aufträge. Er ist Architekt und versteht etwas vorn Bauen. Da es ihm gut ging, haben er und feine Frau Barbara gespart, Scheinchen um Scheinchen. Die Freunde machten derweilen schöne Reisen und freuten sich des Lebens. Die beiden haben nur geträumt davon und — gespart. Und nun taten beide etwas, das allgemeines Kopfschütteln hervorrief. Peter Gundel überzählte die gesparten Scheinchen, und bann hielt er mit Frau Barbara großen Rat. Für bieses Bündel Scheine könnte man vielleicht zehn Jahre lang leben, wenn es gutging. Ober man konnte sich ein Haus bauen. Also siedelte man sich am Rande der Stabt an und baute mitten in einen Garten hinein fein kleines Haus. Mit diesem hohen und viereckigen Briefkasten am Gartenzaun, mit einem breiten Schlitz, daß ordentlich was hineingeht: Aufträge — Aufträge — Aufträge! Run geht Pekkr Gundel über den Streifen Erde, der fein Eigentum ist. Gras wächst darauf, und vier alte Linden wölben sich zu einem Dach. Eine junge Birke hat ihm ein guter Freund gestiftet. Aber an die zwanzig Jahre wird es wohl dauern, ehe man von einer wirklichen Birke sprechen kann. Zwanzig Jahre — eine Kleinigkeit. Peter Gundel lacht. Zuerst erklärte er Frau Barbara, er werde hier achtzig Jahre alt. Dann erhöhte er die Jahre freiwillig auf fünfundachtzig. Jetzt hat er -die Altersgrenze ganz aufgehoben und will Überhaupt nicht mehr sterben. Jedenfalls stehen die Dinge nun so, daß bie täglichen Erkenntnisse sich geradezu überstürzen. Daß Peter Gundel die Welt und bie gelebten Jahre von einer ganz anderen Ecke aus betrachtet. Daß er mitunter darüber erschrickt, was ihm alles einfällt, mehr nämlich, als einem Architekten dienlich zu fein braucht. Sein Haus erscheint ihm als Zauberschloß, der Tag ein Kreislauf durch alle zwölf Monate des Jahres. Er denkt und redet: baut, Kinder! Baut euch solch einen kleinen Kotten! Nicht, weil ich Architekt bin, nur, weil ich plötzlich so jung geworden, weil ich plötzlich Herr über einen Streifen Erbe bin. Weil der Himmel über mir mein Himmel ift, weil der Sturm, der durch meine v er Linden braust, mir gehört. Weil ich die Luken schließe, wenn her Regen auf mein Dach trommelt, und weil ich mir bei all dem vorstelle, ich fahre durch Gottes | Güte. Legt doch mit Hand an, Freunde, siedelt! Um es gerade heraus zu sagen: Peter Gundel hat sich aufs Predigen verlegt. Frau Barbara hält sich die Ohren zu. Er sollte lieber Bauangebote hinaus schicken, rennen, stürzen, laufen. Doch da poltert er los. Ganz recht — so hieß bis jetzt bie berühmte Losung vom Geld auf der Straße. Nein — umgekehrt — fort von der Straße und ihrem Drecksgelb. Zurück auf den Streifen Erde, zurück unter die vier alten Linden. Mitsingen im Hymnus der Vögel, mitftürmen im Sturm der Wolken! „Bringt dir die Schwärmerei etwas ein? Kann man davon leben? Kann man das Haus essen?" höhnt die Barbara. Da klingelt ein Mann draußen. Noch einmal laut und nachdrücklich. Peter Gundel und die Barbara sehen durch die (Sardine, daß es der Briefträger ist. Peter Gundel schreit hinaus, warum er seine Post nicht in den Briefkasten werfe, der Schlitz sei doch groß genug. Und überhaupt Post — es käme ja doch nichts Gescheites. Von Aufträgen keine Spur. Aber der Briefträger lacht. Er winkt wie ein Junge, steckt seine Nase in ben Schlitz des Briefkastens, winkt noch einmal. Da kommen sie beide, Peter Gundel und die Barbara. Alle drei umstehen den Kasten, lieber Nacht ift Laub und Moos und Federzeug hineingeschleppt worden, es liegen zwei kleine, runde Eier darin, das Vogelnest im Briefkasten. JDtan dürfe es um Himmels Willen nicht ausräumen, meint der Briefträger. Die Nachbarsfrau kommt gelaufen und stimmt ein. Fußgänger gesellen sich hinzu. Schließlich hält ein ganzer Menschenhaufen vor dem Briefkasten. Alle haben sie auf einmal Zeit. Nichts erscheint ihnen im Augenblick so wichtig wie das Vogelnest im Briefkasten. Das Idyll triumphiert über das Tempo. Es ift, als horche jeder in sich hinein. Bis endlich der Briefträger mit tiefem Ernst meint, es bedeute ein unerhörtes Glück! Glück? Peter Gundel schielt fein Häuschen an, den Streifen Erde, bie vier Linden, die junge Birke, die Barbara. Noch mehr Glück? Ist das alles — die Kinder eingerechnet — nicht Glück genug? Gut, er hat Kunden geworden und auf Anzeigen geschrieben. Er hat sich beteiligt an dem Preisausschreiben für eine Stadtrandsiedlung, er hat sich umgetan, an Fleiß hat es ihm nicht gefehlt. Glück? Die Menschen verlaufen sich wieder. Der Briefträger verabschiedet sich. Jeder mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Peter Gundel erwacht au? feiner Träumerei, Er will dem Briefträger eine dumme Antwort nachrufen: er glaube nicht an derlei Mätzchen, wie Geld auf der Straße und Glück im Vogelnest. Er nicht. Da sieht er den Brief auf dem Kasten liegen, den der Postbote nicht in ben Schlitz werfen wollte, weil--— Peter Gundel reißt ben Umschlag gedankenlos auf, lieft und muß plötzlich laut lachen. Er versteht nichts von dem, was in dem Brief geschrieben steht, er fühlt einen leisen Schwindel. — Frau Barbara sieht ihrem Manne ratlos nach. Wie ein Pfeil schießt er ins Haus, um gleich darauf mit einem Farbtopf in der Hand zurückzukommen. Er pfeift wie eine Kohlm^je. „Was hast du denn auf einmal f " fragt bie Barbara. „Den ersten Preis für die Stadtrandsiedlung", schreit Peter Gundel und malt mit ungelenken Buchstaben, weil er vor Freude und Ueberraschung zittert, über ben breiten Schlitz feines Briefkastens: „Achtung — Vogelnest!/ „Aächte in Neapel.- Dem neuen Film, der im Gloria-Palast gezeigt wird, läßt sich ernste Aufmerksamkeit nicht versagen. Zwar beschränkt sich die Handlung ausschließlich auf bas für ben Film immer dankbare Thema Liebe, jedoch so, wie der Ton die Musik, so macht die Art der Behandlung des Themas den Film. Es geht um eine leidenschaftliche Frau unbekannter Herkunft, bie als blinder Passagier von Kalifornien nach Neapel kommt und durch Zufall und Laune in einen kleinen Kreis von Menschen gerät, denen es ernst umeinander ist. Trotzdem gelingt es dieser Frau, zwei Freunde zu entzweien, den einen, den jungen Sänger Marion, an sich zu fesseln und so weit zu bringen, daß er anstatt zu der vorgesehenen eigenen Hochzeit zu fahren, mit ihr das Weite sucht und ein kurzes leidenschaftliches Glück genießt, bis er erfährt, daß von ihr keine Beständigkeit erwartet werden kann. Er stößt sie, die mit anderen Männern hemmungslos flirtet, von sich und kehrt zurück zum Freund und zu der Braut, die ihm ihre Liebe bewahrt hat. Der Film — übrigens französischen Ursprungs — läßt es an Szenen einer Glaubhaftigkeit nicht fehlen, obwohl er dabei an unsere innersten Bezirke nicht zu rühren vermag. In manchen Szenen wird etwas stark aufgetragen. Die Darstellung folgte der Linie der Regie. Vivianne R o m a n c e als Lolita, die abenteuernde Frau, gibt sich ungewöhnlich leidenschaftlich und ihrer Siege über Männer sehr sicher. Tino Rossi, der Sänger Marion, steht ihr zurückhaltend gegenüber und gibt im übrigen Anlaß feine .'Stimme in schönen Liedern zu bewundern. Wichel Simon zeigt als der etwas grobschlächtige, gründ» ehrliche Freund die schauspielerisch stärkste Leistung. Miraille Balin als Marions bescheidene und treue Braut ist die sympathischste Figur des Films. Es fällt nicht schwer, den Film mit Aufmerksamkeit zu verfolgen, schon weil es interessant ist, zu sehen, auf welchem Niveau er dem deutschen Film ähnlicher Thematik gegenübersteht. Im Beiprogramm sieht man einen Film, der einen Einblick in das fröhliche und unbeschwerte Leben gewinnen läßt, das in der Frauensegelschule am Chiemsee herrscht. Dabei gibt es herrliche Landschaftsbilder zu bewundern. In der Ufa-Tonwoche imponiert besonders eine Angriffsübung deutscher schwerster Tanks. Heinrich Ludwig Neuner. Wunderbare Rettung. Der seinerzeit berühmteste Dichter von Schauerromanen, der Schriftsteller Ponson du Terail, kam eines Abends ins Cafä und traf dort den Bildhauer Millet, der ihn sofort ansprach: „Höre, Ponson, wollen wir eine vergnügte Badereise nach Boulogne zusammen machen?" „Selbstverständlich!" rief der stets in Geldnot befindliche Schriftsteller. „Gewiß hast du das große Los gewonnen?" „Das nicht. Aber hör mich an. Mein Onkel verfolgt mit gespannter Aufmerksamkeit deinen neuen Rowan. Du ließest diesen Morgen in der letzten Fort- fe^ung die Baronin in einer äußerst gefährlichen ßage zurück. Sie ist in einen Hinterhalt geraten. Man legt Hand an sie. Wird sie sterben?" „Ja!" erwiderte der Verfasser des Unheils mit düsterer Stimme und Miene. „Sie ist sogar schon tot. Von fünf Dolchsttchen durchbohrt!" „Also keine Rettung mehr...?" „Keine!" „Nun, bann ist es allerdings nichts mit unserem Ausflug, denn mein Onkel hat das gegen meine eigene Ueberzeugung auch befürchtet und mit mir gewettet, daß die Baronin unter den Händen der Räuber stirbt. Ich wettete dagegen, daß sie heil davonkäme." „Eine hohe Wette?" „Zwanzig Louisdor!" „Donnerwetter!" rief Ponson du Terail aufgeregt und sah auf seine Uhr. „Jetzt ist es zehn Uhr — ich habe gerade noch Zeit, die Baronin zu retten. Ich springe in einen Fiaker und rase in die Druckerei. Auf Wiedersehen — morgen fahren wir nach Bor- logne!" In der nächsten Fortsetzung gelang es her Kunst von vier Aerzten, die von fünf Dolchstichen durchbohrte Baronin zu retten. Ferdinand Sjlb^reis^ schen Wirtschaft und Direktor Dr. Jlgner al- Werke Rüttes Aus aller Welt IMemelnlW Ä Stoff ioriDWe ilächtige, flrunb- tärkste Leistmz »idene und treue des Films, ö: lfMrtsamkeit js ift, zu WM» Film ähnliche .Film, der eine >ejchwerte Leb» enfegelf*" herrliche Lm r Ufa.ToE chbung beuW idwig Neuner. der deutschen Wissenschaft durch die Auswertung der bisherigen Forschungsergebnisse Wilhelm Filch» ners und Sicherung seiner künftigen Arbeiten errichtet. Dem Vorstand gehören Reichsminister Dr. Lammers, Ministerialdirektor Kriebel, Professor Hunke, Dr. Jlgner und Direktor G r a e. m e r an. • Der Relchsgarlenbaulag am 13. August. Der Reichsgartenbautag, der jeweils in Verbindung mit der Reichsgartenschau durchgeführt wird, findet in diesem Jahr am 13. August, und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am 20. August in Stuttgart statt. Vom 21. bis 30. Juli wird auf der Reichsgartenschau Stuttgart eine neue Sonderschau „Blumenbindekunst" eröffnet, die die schönsten Erzeugnisse gärtnerischer Handfertigkeit zeigen wird und einen Einblick gibt in den heutigen Stand des Blumenbindens. Die Schau wird eine Menge Anregungen für den Fachmann, wie für den Blumenfreund enthalten. 25 Schweine und 100 Hühner kamen in den Flammen um. Bei Dejen wurde ebenfalls ein Bauernhof zerstört, während bei Veste der Blitz in den Dieh- tall eines Hofes schlug. Hier wie auch an zahlreichen anderen Stellen wurden bei den Feuersbrünsten große Mengen Vieh getötet. Drei Kinder beim Streichholzspielen verbrannt. Drei Knaben im Alter von fünf und sechs Jahren waren in der Nähe von Oppeln in Schlesien auf einem über einem Stall gelegenen sehr niedriyen Heuboden geklettert. Beim Spielen mit Streichhölzern setzten die Jungen das auf dem Boden lagernde Heu in Brand. Infolge der starken Rauchentwicklung konnten sich die Kinder nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen, zumal die kleine Bodentür verschlossen war. Die Feuerwehr konnte nur noch die verkohlten Leichen der'drei Knaben bergen. Wieder ein Autounglück auf der Glocknerstrahe. Auf der Großglocknerstraße stürzte auf der Talfahrt ein Personenwagen etwa 2 0 bis 30 Meter tief über einen Steilhang ab. Der Fahrer Edmund Ulbricht aus Dresden und sein Mitfahrer wurden mit schweren Verletzungen von einem vorüberkommenden Reichspostauto ins Krankenhaus gebracht. Der „Gesundheitsatlas" von Großdeutschland Ein künftiger Ratgeber für den schaffenden Menschen und seine Erholung. Ein furchtbares Unwetter suchte den Westen Schleswigs und Südfütlands heim. Durch die gewaltigen Regengüsse und Hagelschauer wurde unermeßlicher Schaden angerichtet. Durch Blitzschläge wurde zahlreiches Vieh auf den Weiden getötet und Telephonmasten zersplittert. Der Telephonverkehr war stellenweise völlig lahmgelegt. In Lovrup brannte ein großer Hof mit allen Nebengebäuden infolge Blitzschlags bis auf die Grundmauern nieder. Alles Inventar einschließlich der Die zweite Unterredung in Tokio. Japan lehnt Kompromisse ab. : otio, 19. Juli. (DNB. Funkspruch.) Heber i Besprechungen des Außenministers Arita mit )Oer dritte Jahrestag der nationalen iHebung gegen die rote Schreckensherrschaft drrde in ganz Spanien durch nationale irndgebungen, Hochämter und Veranstaltungen ilhr Art feierlich begangen. In Mellila in Spanisch- feroffo fand eine Massenkundgebung statt, an der 'Uiderttausend Personen teilnahmen. * Die Londoner Blätter melden, daß die britische figierung eine Gesetzesvorlage ausgearbeitet habe, J: ausschließlich gegen die Aktionen der fischen Republikanischen Armee ge- ici'tet fei. Durch das neue Gesetz werde die Regie- ; feg größere Vollmachten zum Kampf gegen die ntchen Aktivisten bekommen. * Aach einer Meldung der „Times" wird das eng» ■feie Schlachtschiff „ Warspite " mit dem Chef » Mttelmeergeschwaders, Sir Andrew C u n - Dh 3rt polnist en hinaus» den auf ba stonzestaiM oer zugerichk igistiots mitit oormittag ml- ben MarM hassten sie fort henken an btn , Bergbau«, n- und Hütten' ifdie Außenminister Bonnet hat dem Abgeordneten Boirgeot auf seine Anfrage mitgeteilt, in welcher ükse die Rückbeförderung der rot- f panischen Flüchtlinge nach Spanien des (Bene. Staatssekrch stchtsrates btt sftätten dich, W'Gung d« Aufbau in bet 3U verzeichn« teneralbirefars onten Marotzk! h vom Stand I, die mit hm Steigerung in n würben. & h ausgebaut« Wie die gch 'gen für Aufmerksam^ rungsmatz. Betriebes doi ber hlt' i3 Partei, bker N DnrQb* ffrDOn M7.wres da. ,(len ^gend te0 wie di- Miere flt öabreten bts ammen fei« ^en 3Ul uahnen man "/Sugendh,,. fi, „ Pvmmern ningham, an Bord am 2.August Istanbul anlaufen. Am gleichen Tage wird das Schlacktschiff „ M a l a k a " den Hafen von Smyrna besuchen. Kunst und Wisfenschast. Dr. Goebbels an Ricarda huch. Reichsminister Dr. Goebbels sprach Frau Ricarda Huch anläßlich ihres 75. Geburtstages telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche aus. Line Wilhelm-Filchner-Stiftung. Der Führer hat dem Forscher Wilhelm F i l ch- n e r den Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft für das Jahr 1937 verliehen. Nunmehr haben mit Billigung des Führers der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers als Vertreter des Deutschen Reiches, Professor Dr. Hunke als Präsident des Werberates der deut- .ItraÜ-N AS sS'5 ung. « °°n 64* du lernt!J- ttben«-1“ °ergM- * [ft du d°s e* :einDnlel”< ■Mi* K 1 IW oelen und den Knappschaften Schlesiens errichtet dc ben. Es bildete seitdem das Wahrzeichen der Zn' ustriestadt Königshütte. Mit dem Redendenkmal st das letzte deutsche Denkmal in O st - , be r s ch l e s i e n dem Haß polnischer Chauvinisten pin Opfer gefallen. Das Problem drr rotspanischen Flüchtlinge. England und USA. verweigern den Franzosen jede Hilfe. S. a r i s , 19. Juli. (Europapreß.) Der franzö- be-i britischen Botschafter, Craigie am Mittwoch- mnnittag wurde eine 'amtliche Verlaut-! bnung herausgegeben, die besagt, Craigie habe di! Ansicht seiner Regierung über die allge- m inen Fragen, die den Hintergrund der Tsentsinfrage bilden, erläutert, während der launische Außenminister die Ansichten Japans klar- gc.gt habe. England scheint zu beabsichtiaen, in Ei-zelfällen nachzugeben, ohne jedoch grundsätzlich st seine besonderen Interessen ausdrücklich zu oer» fci:ien oder die im Neunmächtevertrag festgelegten jichte und Verpflichtungen preisMgeben. Da Ja- pc Kompromisse, die als Zugeständnisse an (Eng» (cd gewertet werden könnten, ablehnt, wird in Ti io die heutige Besprechung als zwecklos ange- n, sofern nicht von englischer Seite Vorschläge fä-ien, die genügend Garantien für eine bickonte Neutralität im Chinakonflikt ent» ren haben. Das heißt allerdings nicht, daß Deutschland auf Beweise seiner fliegerischen Kriegskunst überhaupt keinen Wert legt. Vielmehr werden wir zur gegebenen Zeit schon zeigen, wie weit unsere Bomber mit ihren schweren Lasten fliegen können. Und was chließlich den Schutz des deutschen Luftraumes durch Flak- und sonstige Sperrwaffen wie auch durch andere Hilfseinrichtungen betrifft, so dürfen unsere westlichen und östlichen Nachbarn versichert fein, daß sie noch Jahre brauchen würden, um in hren Ländern ein ähnlich vollkommenes Luftver- teidigunassystem aufzubauen. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß im spanischen Krieg überall dort, wo deutsche Flaks und Jagdflieger auftauchten, sich kein feindlicher Flieger mehr sehen ließ, auch wenn sein Apparat aus englischen oder französischen Fabriken stammte. Aus allen diesen Gründen sind die britischen Reklameflüge auch im Hinblick darauf, daß sie den kleinen neutralen und „garantierten" Staaten die angebliche Macht Englands zeigen wollen, ein riesengroßer Bluff. Sie mögen wohl politische Kinder, nicht aber erwachsene Völker erschrek- ten. H. Ev. Fahrt zur R e i ch s g a r l e n s ch a u. Am 22. 7. bis 23. 7. 1939 fährt ein Sonderzug nach Stuttgart. Abfahrt 22.7.. abends 23 Uhr, Rückkunft 23.7., 22 Uhr. Teilnehmerpreis 9,50 RM. Anmeldungen Seltersweg 60. 4991D Wetterbericht lieber Mitteleuropa hat sich eine großzügige Süd- strömung herausgebildet, die unter ansteigender Temperatur zu zunehmender Schwüle führt. Gleichzeitig hat aber auch die Nähe der atlantischen Störungstätigkeit zeitweise stärkere Bevölkung zur Folge. Zeitweiliger Vorstoß kühlerer vuftmaffen von Westen her wird zwar zu gewittrigen Störungen führen, doch ist eine länger anhaltende Witterungsänderung nicht wahrscheinlich. Voraussage für Donnerstag: Veränderliche Bewölkung, zeitweise auch aufgcheitert, gewittrig-warm und schwül, südwestliche Winde. Vorhersage für Freitag: Im ganzen freundliches, aber nicht beständiges Wetter.________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: l)r. Hans Thyriot (beurlaubt), i. D.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A.VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs, preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Jllu- ftrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 £dqi 1, SeptLmörr 1951 gültig. ftandene Staubschichten der Bodenatmosphäre in der Nacht durch entsprechende „Ortswinde" vertrieben und durch reine Luft ersetzt werden. Anderseits kann ein Kurort ein schlechtes Prädikat erhalten, wenn er eine Erholungsviertel, die Pensionen, an ungünstigen Stellen des Landschaftsgebietes besitzt. Früher wußte man nichts von den gesundheitsschädlichen Eigenarten des Regionalklimas, sondern bewertete nur die schöne Lage der Häuser. Man dachte nicht daran, daß in dem romantischen Tal mit seinem Buschwerk und den anliegenden grünen Wiesen der kalte und nasse Bodennebel abends und morgens sein Unwesen treibt. Solche Bodennebel, die zähe, oft nur wenige Meter hoch, über der Talniederung schweben und sich bis an die Fenster- reihen des 1. und 2. Stockwerkes heben, bilden für viele Erholungsbedürftige, auch wenn es sich nur um leichte Fälle von Erkrankungen der Atmungs- organe bzw. um rheumatische Krankheiten handelt, geradezu eine Katastrophe. Heute weiß man, daß ich in einem Kurort Tag und Nacht gesunde Luft nur an den Hängen befindet, wo ein ständiger Austausch der Luftmassen im Gange ist, wo Temperaturextreme sich nicht bilden und insbesondere auch Nebelschwaden sich nicht halten können. Der Kinderschreck. Wie aus Athen gemeldet wird, sollen demnächst englische Kriegsschiffe die griechischen Inseln Korfu und Kreta sowie Itaka und Thessaloniki anlaufen, um dort „Beschützer" zu spielen. Gleichzeitig hören wir aus London, daß man noch immer mit dem Gedanken umgeht, die Reklameflüge der britischen Luftwaffe auch auf Polen auszudehnen. Laut und vernehmlich rasselt also der friedfertige Chamberlain mit dem Säbel. Daß diese Demonstratiönchen in Deutschland oder Italien auch nur den allergeringsten Eindruck machten, das bildet sich der britische Premier doch hoffentlich nicht ein. In militärischer Hinsicht sind solche Spielereien ja völlig belanglos, höchstens, daß sie Zeit und Geld kosten. Im Ernstfall säßen die englischen Schiffe in den griechischen' Buchten wie in einer Mausefalle, und das Einkreisungsnetz zwischen Gibraltar und Suez wäre durch Einwirkung der italienischen Waffen schnell zerrissen. Nicht anders verhält es sich mit der polnischen Position, die gleichfalls vom ersten Augenblick an keine Verbindung mit den britischen Inseln hätte. Ader abgesehen von diesen Ueberlegungen, stellen auch die kontinentalen Spazierflüge der britischen Bombenstaffeln als solche keine fliegerische Sonderleistung dar. Vielmehr sind ihre Ergebnisse, bei Lichte betrachtet, eigentlich recht beschämend für die Veranstalter. Wenn beispielsweise in französischen Zeitungen rühmend hervorgehoben wird, daß die britischen Bomber mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometer geflogen wären, so vergißt man offenbar, daß die deutschen Bomber eine Marschgeschwindigkeit haben, die mindestens um die Hälfte höher liegt. Nicht weniger kraß sind die Unter- schiede zwischen demokratischen und deutschen Flugzeugen hinsichtlich ihrer Reichweite, ihrer Bewaffnung und technischen Ausstattung. Man braucht sich ja nur an die letzten Schnelligkeits- und Langstreckenrekorde der deutschen Luftwaffe zu erinnern, denen wohl Italien, aber keine der Westmächte auch nur annähernd Gleichwertiges an die Seite zu stellen hat. Wir gestatten es uns des« halb, auf solche armselige Propagandaflüge zu verzichten, zumal wir angesichts unserer gewaltigen Aufbauarbeit auch gar keine Zeit für solche Schnur- SS Us9ononi Ä i.fc.S begani, Die kur klimatische Forschung und Aufteilung der deutschen Gaue nach modernen Gesichtspunkten be- rücksichtigt natürlich, auch alle Besonderheiten, die. sich aus der verschiedenen Höhenlage, aus den Einfallmöglichkeiten rauher Winde und aus der besonderen Wirkung der ultravioletten Strahlen der Sonne ergeben. Der beste und wichtigste Heilfaktor ist nach wie vor die Sonne, und so wird bei der Klassifizierung immer der Grad der Sonnenstrahlung im Vordergrund stehen. Bei der Wechselhaftigkeit unseres verhältnismäßig wolkenreichen ozean'.- schen Klimas können wir unsere Ansprüche natürlich nicht so hoch stellen, wie man es etwa gegenüber dem Mittelmeerklima tun kannte, aber gerade darum kommt es darauf an, diejenigen Plätze unb Gegenden jim deutschen Raum zu entdecken, wo die besten Möglichkeiten gegeben sind. Bekannt ist z. B. in dieser Beziehung die walkenauflösende Wirkung hes Windschattens vom Harz. Während es auf der West- und Nordseite des Harzes meistens trübe ist, verzeichnet die Ost- und Südostseite weit mehr blauen Himmel, der dadurch entsteht, daß die auf dem Osthang des Harzes zum Abstieg gezwungenen feuchten Westwinde ihren Feuchtigkeitsgehalt ähnlich wie der Föhn verlieren. Dieses Beispiel im Großen läßt sich zweifellos auf viele ähnlich gelagerte Plätze anwenden, die man noch nicht kennt. So ist der „Gesundheitsatlas" von Großdeutsch- land, wie er aus der kurklimatischen Erforschung unseres Vaterlandes im Interesse der Gesunderhaltung des Volkes entstehen wird, ein Nachschlagebuch, das nicht nur dem Arzt ein überaus wertvolles Hilfsmittel ist, sondern auch ein Wegweiser für jeden Menschen, der die Sicherheit haben will, daß der gewählte Platz ihm die gewünschte Erholung ge- währt. 'ÄS' pyen Erziehungsanstalten, ^-Obergruppenführer q r n n h. T) n m n f e r Berlin" dessen Eß m e y er:, iunter ^I.^^Eung des Vize-Jnspek- Erosions-Unglück gan3 Deutschland in herzlichem jrrs, - Sturmbannführer Callreb, eine Mitgefühl beklagt, wurde 1924/25 auf der Vulkan- ^“ng ber ß et ter aller 91 a 11 o n a I p o J i5 nnerff jn Bremen erbaut. Das Schiff, das für ins- !l chen Erziehungsanstalten Deutsch- , f . 11,, ft iff 167 Me- ftatt - R-ichsrmmst°r . Gruppenführer Ml°mt 1122 breit Die Innenausstattung mhh3" U t e ber Ia0Un0 geht noch auf Entwürfe von dem verstorbenen Pro- S(1U$ ab._ . sessor Tro ost zurück. Die „Berlin", die im Herbst Sier deutsche Torpedoboote die,eit dem 15. Mi ^5 fcSRtga geankert hatten haben Lettland -erlassen,UPtr”u®t ungünstigsten Wetteroerhältnissen ein tt sie eine sehr freundliche Aufnahme ^wohl bet Frises &unqsm6rt auf hoher See durch- h: Regrerungs-, Manne- und Militär kreisen als aeirfmeten ficb öa» -9 b- der Bevölkerung gefunden hatten. I^^b^ntrs°a^ klk°P'u^"Nicht!.'Lung aröfeter Lebensgefahr die Passagiere des englischen Dampfers „Vestris" rettete, der gesunken war. Japanischer Dampfer nach Explosion gesunken. Der 8619 Tonnen große japanische Frachter „B 0 - kuyo Maru", der sich mit Chilesalpeter an Bord von San Franzisko unterwegs nach Japan befand, ist 1125 Meilen östlich von Yokohama nach Brand und Explosion gesunken. Der amerikanische Dampfer Associated" konnte die Passagiere und die Mannschaft vollzählig retten. Nur ein Matrose ist bei dem Brand ums Leben gekommen. Es wird angenommen, daß die Brandursache m der Selbst- entzündung der Salpeterladung zu suchen ist. Deutsche Verkehrsflugmaschinen in Brüssel. Der Brüsseler Flughafen zeigte am Dienstag bei herrlichstem Flugwetter ein interessantes Bild aus der Welt der internationalen Luftfahrt. Aus Anlaß fünften macht. Die Fachstudien der Balneologen und Klimatologen in Verbindung, mit der Medizin gehen darauf hinaus, einen ,,G efundheitsatlas" von Großdeutschland herzustellen, in dem jede Gegend und jeder Ort mit seinen heilenden Einflüssen auf Erholungssuchende aller Konstitutionen verzeichnet ist. Es ist begreiflich, daß die Arbeiten auf diesem Gebiet nicht von heute auf morgen zu erledigen sind, denn es gibt weite Gegenden Großdeutschlands, deren Klima, abgesehen von dem üblichen Normalstand, in den so wichtigen Spezialarten und ihren Wirkungen noch gar nicht untersucht wurde. Die heutigen Hilfsmittel der Wissenschaft ermöglichen es zwar, in zwei ober drei Jahren einen derartigen „Klima- steckbrief" herzustellen, doch handelt es sich bei der Weite der Räume und der verhältnismäßig geringen Zahl von Fachwissenschaftlern um eine recht mühselige Arbeit. Immerhin besitzt man heute schon eine | Reihe von Grundregeln, die es gestatten, einen Ge- sundheitsgtlas zu skizzieren. Wenn ein Platz als Kurort die notwendigen Heilvoraussetzungen besitzen soll, so müssen viel Sonne, reine Luft und wenig Nebel vorhanden sein. Es kommt also keine Gegend in Betracht, die als „Regenloch" gilt, wie der Dolks- ipund sehr oft entsprechende. Gebiete treffend getauft hat. Ferner zählt zu den Voraussetzungen eines Kurortes im Sinne des Gesundheitsatlasses daß ein [reger Austausch von ßuftmajfen von [Tag und Nacht vorhanden ist. Dieser Austausch ist so zu verstehen, daß im Lause des Tages ent» M ihr Abtransport in andere Länder fortge- Vertreter der JG.-Farbenindustrie AG. eine Wil» Kutten ist. Nach Bonnets Angaben sind 249 000 helm-Filchner-Stiftung zur Förderung lotspanifche Flüchtlinge nach Spanien zuruckge» I teEt. 251 000 Rotspanier befinden sich n 0 ch 1 n Frankreich. Von diesen werden 180944 ehe- itu ige Milizsoldaten in Konzentrationslagern zusammengehalten. Don allen Ländern, in die sich die französische Regierung wegen der llwcrstützung bei der Unterbringung der Rotspa- n 'r ,7^0 f e n A e i^e Glückt*»! Es ist beim Menschen so, daß nach einer bestimm» h n\ nuf9 nhmnhMi^hP Staaten ihre aufrichtige ten Zeit angestrengter Arbeit die 501061^1^01)19= ro 9 h apkob“°^!lbe ?I t«t geaen Krankheitsanfälle und damit die Sei» Dl arbeit bei der Losung dieser schwierigen Frage » » nachläßt Aus der Nichtbeachtung scherten. Ein größeresoft ein völlige? Zw Erbe bisher n u r v 0 n M ex 'ko auf genommen ber ben Verlcht der Arbeitskraft auf pi So w 1 etunl? n nahm bisher «65 Führer d r fid) ^ht. Solche Ausfälle, die auch Ipmlschen Kommunisten ausVene zu elabrache nod) alljährlich in die Hunderttausend« gehen, &0 rotspanlsche Flüchtlinge unter und verpflichtete & cq Arbeitseinsatz von erheblichem Nächst weitere 20M vn^uaehmen Hundert ^o^pan'er W^üen^rbeits^s ber £ rasn in die B alt' s Reiskirchen, 19. Juli. Am Sonntagnach. mittag fand im hiesigen Gemeinschaftshaus die Verteilung der M u 11 e r ° E h r e n k r e uze durch Ortsgruppenleiter Sack statt. Zu der Feier, stunde war die hiesige Frauenschaft zusammen- gekommen. Pg. Sack sprach in kurzen Zügen über den Sinn und die Verleihung des Ehrenkreuzes. Vorerst konnte er neun Kreuze an die ältesten Finberreidjen Mütter ausgeben, ber Rest der Ehren« kreuze soll am 1. Oktober, zum Erntedankfest, Der« liehen werden. Mit Stolz ließ sich jede der neun Mütter bas Kreuz mit bem Band um den Hals legen. Nach ber Feierstunde sah man sie mit strah. le n Den Augen nach Hause gehen. <£ Leihgestern, 18. Juli. Der hiesige G e« fangoerein „Lieberkranz" veranstaltet, am Samstag und Sonntag eine Rheinfahrt. $ Jugenheim (Rheinhessen) würbe, wie bei einet Fahrt vor dreizehn Jahren, bei den Dortigen San- gesfreunben übernachtet. Dort gab bie Sängerschar unter Leitung ihres Dirigenten, Reallehrer Blaß, ihren Gastgebern am Samstagabend ein Konzert. Am Sonntag folgte nach Besichtigung des National« benkmals auf bem Nieberwalb eine Dampferfahrt von Aßmannshaufen nad) Koblenz, von wo am Abenb bie Heimreise durch das Lahntal angetreten würbe. )) Lich , 18. Juli. Der nicht nur in unserer Stadt, sondern auch Darüber hinaus in Bauernkreisen bekannte Schmiedemeister Karl M ä r l e , „Erfurter" genannt, konnte bei bester Gesundheit feinen 7 0. Geburtstag feiern. Der „alte Erfurter", wie man ihn allgemein nennt, war jedem Bauern und Landwirt während seines langen Lebens, solange er noch seinen Beruf ausübte, auf dem Gebiete der Pferdepflege ein treuer Berater. Die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke zeugen von ber Wert« schätzung, die ber Jubilar in unserer Stadt genießt. * Bellersheim, 19. Juli. In der verstosse« neu Nacht gegen 24 Uhr wurde Die hiesige Pflicht« feu erwehr von bem Kreisfeuerwehrdezernentc/t bes Kreisamts Gießen, Regierungsrat Dr. tfufjr, und bem Kreisfeuerwehrführer Bouffier über» raschend alarmiert. Trotz ber mitternäcMchen Stunde waren die Feuerwehrmänner in sehr kurzer Zeit zur Stelle und fetzten sich mit aller Kraft bei ber Hebung ein. Als Brandobjekt war das Hofgut angenommen. In ber Kritik bes Kreisfeuerwehr« Dezernenten mürben bie Schnelligkeit ber Wehr« männer bei bem Alarm, sowie ihre Ruhe und Exaktheit beim Verlauf ber Hebung in gebührender Weife anerkannt. Kreisfeuerwehrführer Baus» fier sprach sich bann nachdrücklich für Die Bilbung einer Freiwilligen Feuerwehr in Bellersheim aus, Da hier nach den Eindrücken ber bisherigen Feuerwehrarbeit alle Voraussetzungen für eine Freiwillige Feuerwehr gegeben seien. | Mietgesuche~| [Stellenangebote] Geburtsanzeigen b«i Brühl, Gießen Tanzschule Kieferdorf 2^-Zimm- Wvhnung mit Heizung und Bad in ruhigem Hanfe und bester Lage zu vermiet. Schriftliche Anfragen u. 4986D an d. Gies;. Sinz. 3-4 Zim.-Wohn. zu sofort oder 1. August in Gießen oder Wieseck ges. Miete bis 60NM. Schr.Angeb.unt. 03552 a.d.G.A. Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene Einzelunterricht 4077d Gen. Anmeldung und Auskunft jederzeit 1 Keine Zeugnisse in Urschrift iimbern nur Zeugnis- obldjriften Dem Bewerbungsschreiben besiegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- ^gen müllen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Varn en und Anschrift veS Bewerbers trauen i ________________4024D | Vermietungen"! Jhcringstraße 5 1. Stock eine geräumige, neuhergeriditete Zwei 3-4-Zimmer- Wosimmgcn mit Küche u.Bad (Neubau),ruhige Lage, in Groß.- Buseck zu verm. Näheres L970D Kaiserstraße 13. Wilhelm Nattmann. _______________________43991) W. Schweitzer,Braunfels Ruf 261. MWMlMk oöerteltioetln für das Wohngebiet rechts der Lahn gesucht. Radfahren erwünscht. Näheres in der Geschäftsstelle des Gießener An- Zeigers, Schulstraße. 4OG1d Kinderwagen in großer Auswahl. I 5694Ä Fr, Groß Neuenwegs. MMnMW Lieferung ver Kraftwagen frei Haus. Leergut wird abgebolt. Für Lokale 7» Liter Karaffeu- fullungen ultd Literflaschen. Süßmostkelterei ß-Zim.-Wolmg. mitBaderaum u. sonstig. Zubcbvr, sofort beziehbar, zu vermieten. Näheres («gsiD Hess. OoiWuomi id, 5-Zim.Wßhng. m. Hzg., Bad, in frei., sonn. Lage, z. 1. 8. 39 z. mit. Schr. Ang. unt. 4902O a.d.G.A. Junges WWN für Hilfeleistung' von MmkariW gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. jetzt BahaholMe 42 Ehepaar sucht z. 15. Aug. oderl.Septemb. LZimmer und Küche. Schriftliche Angebote u. 03558 an den Gießener Anzeiger erbet. BütbldfiC von 3 Mb 20 v. 6. erhalten Eie bei wiederholten Aus« nahmen einer Anreise ZigminliniH und WikImih sofort gesucht Rest Bergschenke Groß.schattig. Garten,Terrassen TT A 1^.1 Neuzeitliche I /X |X| # Kristallglas- 1 1 Leuchtdiele Mittwoch Samstag u.Sonntag,SUhr Stimmer und Küche mit Bad an ruhige Leute z. 1. Aug. zu vermieten. Preis 50 RM. Bromberger »traue i. ÖL NIVEA ULTRA Wer wird am schnellsten braun? Das kommt auf die Methode an! Die natürlichste Methode ist die: die Haut allmählich an die Sonne gewöhnen (und gut mit NIVEA-CREME einreiben!) Wer aber schneller braun werden will, der nimmt NIVEA-ULTRA-OL. Dann kann man vom ersten Tag an länger in der Sonne bleiben und bekommt trotzdem keinen Sonnenbrand — denn: schluckt die verbrennenden Strahlen und läßt die bräunenden durch) O2Q5a für richtiges Sonnenbaden 3 Tips 2 lÄvfW daß =in * O'- fdm sichtbar ist. wiederholen, Schlachl-pserde -> ... Schlachi-Iohlen werden ständig zu Markt- Höchstpreisen angekauft. Täglich frisches Fleisch nnd vrima Wurstwaren. Sei Rotschlachtungen schnelle u.reelle Bedienung! GeschwMev StwMttg Gießen und Unna (Wests.) — Tel. Gießen 3547. Ordentliches MW bei hohem Lohn sof. gesucht. 4969D Zu erfragen in d. Geschäftsstelle desGieß.Anzeig. Koch- Aushilfe auf 14 Tage für Restaurant ges. Zu erfrag, in der Geschäftsst. Des Gieß. Anz. 1987D Suche für sofort oder später zuverlässiges Mdchen nicht u. 18 Jahr., für klein. Haus- bnlt. 03556 C'hallier Neuenweg 10. iilllllllllllllllllllllllllli Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er« mäßigten Grund, preis von 5 Pf. für dieMllimeter« teile veröScnlliwI MIUMWMW [Stellengesuche) । Kauf9esuche I ’ Gebr.,guterhaÜ. Kaufmann ausgebildet. Geschäftsmann, sucht wegen Geschäftsaufgabe Stellung in Industrie. Schriftl. Angeb. unter 03530 an Den Gieß. Anz. Herd zu kauf, gesucht. Wo, sagt die Ge« schäftsstelle des Gieß. Anz. osru ! Empfehlungen Biiro-Mein- Sdjreiümofdjinen Verkäufe 4/20 PS Opel-Limousine steuerfrei, in gut. Zustand, wegen Anschaffung ein. größer. Wagens für 300 RM. zu verkaufen. 49330 Franz Günther Bäckermeister Schwarz Kreis Alsfeld. Elegantes Doppel- Schlafzimmer (Mahagoni) sowie einfache Küche u.Kuvfcr- gasbadeofen zu verkauf. 03557 Zu erfragen in d. Geschäftsstelle Des Gieß. Anz. vermietet LissD Hans Cnrt Scheer Büromaschinen Lauterbach/H.Ruf 201 Neue Sendung eingetroffen Offenbacher Lederwaren C. Röder Jlänsbnrg H" Geeichte 49850» Waagen u.. Gewichte aller Art. Baby - Waage« zu verleihen. Karl Schmidt, Gießen, Lobcrstrgße 19« Mi WMnuiai mit Opekta Mittwoch.ly.ZulilyZY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) r.lb6 Zweites Blatt Aus dem Reiche der Krau Kaulquappen herauskommen?" „Na selbstverständlich!" „Nur dann, mein Sohn, wenn sie vorher befruchtet sind. Ein weiblicher Frosch hat die Eier gelegt, ein männlicher Frosch must seinen Samen darüber gießen. Dann vereinigt sich das Ei und die Samenzellen, die liebe Sonne brütet das Ganze aus und so erwacht» neues Leben aus diesen glasigen Kügelchen. Wie aus dem kleinen Kirschkern ein groster Baum wird, so wird aus diesem winzigen Bläschen ein großes Tier mit all den gleichen Eigenschaften wie sie seine Eltern hatten. In jedem dieser Pünktchen ist in der Anlage schon alles enthalten. Kopf und Augen, Maul und Brust, Herz, Magen und Beine mit Muskeln und Schwimmhäuten und allen Feinheiten, die man sich nur denken kann ..." Dann gingen sie in den Hühnerstall hinüber. Da hatte die Frau Sanitätsrat ein Ei liegen lassen, das zwar bebrütet, aber nicht ausgekrochen war. Vierzehn mollige, winzige Küken piepsten bei der Glucke, nur aus diesem Ei war nichts herausgekommen. Jetzt öffnete der Sanitätsrat das Ei. Man sah ein fast fertig entwickeltes, winziges Hühnchen, eng gepreßt in der Schalenhülle liegen. Während der Entwicklungszeit war irgendeine Störung eingetreten, es war abgestorben. „Seht ihr, so liegt Leben und Entwicklung in jedem Ei. Das Eigelb ist die weibliche Keimzelle, die im Körper der Henne gebildet wird. Vom Hahn kommt der männliche Anteil hinzu. Dann bildet sich die harte Kalkschale zum Schutz. Das Eiweiß ist die erste Ernährung für das neu erwachende Leben. Und so wie die Sonne die Froscheier ausbrütet, so besorgt die Glucke mit ihrer in der Brutzeit gesteigerten Körperwärme die gleiche Aufgabe. Ist das kleine Wesen reif, dann zerpickt es die Schale und tritt ins Leben ..." So ganz neu war den Geschwistern das alles nicht. Aber immerhin, so hübsch ausführlich an so treffenden Beispielen hatten sie es noch nie erklärt bekommen. Sie ahnten auch, worauf ihr guter Onkel Doktor hinaus wollte. „Wie ist's denn aber bei den Menschen?" fragte zaghaft und schüchtern die Aelteste. Leberecht Klug, der Vater, bekam einen kleinen Schreck und sah den Sanitätsrat an. Der schmunzelte: „Die Frage habe ich erwartet, Kinder! Jedes vernünftige und gesunde Kinder muß sich ja eines Tages diese Frage vorlegen ..." Jetzt mischte sich Leberecht Klug ein: „Hör mal, lieber Sanitätsrat, ist das wirklich die richtige Unterhaltung für Kinder?" „Ja, mein Lieber! Das ist durchaus eine richtige Unterhaltung mit Jungen und Mädeln in diesem Alter. Da ist nichts vorhanden, was man verbergen und verheimlichen müßte. Man darf es nicht einmal verschweigen, denn es ist das Schönste und Größte in der Natur und im Leben, es ist das Heiligste Druckknöpfen zu schließende Tasche aufgearbeitet ist. In einer leichten Geldtasche, die mir in ihr versenken, trckgen wir sicher großes Geld. Kofferschlüssel vom aufgegebenen Koffer, Gepäckschein. So haben mir, wie der Mann, alles Wichtige in sicherer Hut bei u ns. Wir fühlen uns auf der Fahrt sorglos und ruhig, und wenn mir dann noch, um kein größeres Geld im Hotel- oder Pensionszimmer zurückzulassen, an Ort und Stelle gleich gegen Quittung anzahlen, so macht der Pensions- oder Hotelinhaber ein erfreutes Gesicht, und wir bleiben weiter ohne Aengstlichkeit. Wir können natürlich, reichen wir mit dem Geld tür unsere Sonderausgaben einmal nicht, uns gegen Quittung non dem eingezohlten wieder etwas auszahlen lassen. nenröckchengeschniirt wird. Auch der Gürtel ist ein zu kleinen Schleife gebundenes Röllchen. Aus altrosa Leinen ist das schlichte, nut drei großen Stoffknöpfen geschlossene Sportkleid rechts. Es ist durchgehend in vier Bahnen (leichtglockig) geschnitten und hat vier eingeschnittene Taschen mit Patten. Hals- und Taschentuch sowie der geknotete Gürtel sind aus dunkelblauem, altrosa getupftem L a v a b l e. H. und das Gewaltigste!" Er wandte sich wieder zu den Kindern: „Vielleicht seid ihr schon „aufgeklärt", vielleicht hat euch schon ein Freund ober eine Freundin dies oder das zugeflüstert, euch wichtigtuerisch eines Tages Einzelheiten aus dem Geschlechtsleben erzählt, die sie gerade irgendwo auf- geschnappt ober gelesen haben. Dann könnt ihr, wenn euch das nochmal passieren sollte, die aufdringliche Person überlegen lächelnd beiseite schieben und sagen .Wir brauchen deine sogenannte Aufklärung gar nicht!' Besonders, wenn Unanständiges oder Schmutziges damit verknüpft ist, weist es zurück. Denn an diesen Dingen ist nichts Häßliches. Es ist etwas ebenso Natürliches, daß aus der Vereinigung des Männlichen und Weiblichen beim Menschen ein neues Lebewesen entsteht, wie es natürlich und selbstverständlich ist, daß bei der Pflanze aus der Vereinigung von Weiblichem und Männlichem die Frucht, beim Tier aus Vereinigung von Männlichem und Weiblichem das junge Tier enfteht." v , „Aber", fiel Leberecht Klug ein, „das sind doch nicht Dinge, über die man so alltäglich redet ..." „Da hast du recht, mein guter Leberecht! Es ist nichts Alltägliches, sondern das Schönste, Gewal- tigste und Heiligste in allem Naturgescheben." Er wandte sich wieder zu den.Kindern: „Ueberlegt nur, ist es nicht ein herrliches Gefühl zu wissen, daß jedes von euch einmal so am Herzen der Mutter geruht hat? Vom Blut euerer Mutter habt ihr gelebt, seid ihr gewachsen neun Monate lang, bis sie euch qualvoll in schmerzhafter Geburt das Leben gab. Müßt ihr aus solchem Wissen heraus nicht das Geld auszahlen lassen. Auch nachgesandte Pakete bekommen mir ohne weiteres auf einen Postausweis hin ausgehändigt. Zum Postausweis brauchen wir ein Paßbild, zu seiner Ausstellung genügt die Bestätigung imferer Person durch einen Briefträger, der uns kennt. Das Ausstellen kostet 50 Pfennig, der Paß hat drei Jahre Gültigkeit. Nun zu dem Geld, das wir unterwegs und fürs erste brauchen. Kleingeld für die Reife kommt natürlich in die Handtasche ober in eine Mantel- ober Jackettasche, die zugeknöpft werden kann. Was darüber ist, kann in einem B r u st b e u t e l ruhen. Da aber die um den Hols liegenden Bänder leicht sichtbar sind, ist es praktischer, auf der Fahrt eine Untertaille aus nicht zu zartem Stoff zu tragen, auf die in gleichem Material eine mit w unserer 6tt! Bauernkrchn l °rle, „Ersiv noheit seinen i te Erfurter", v ebem Bauern n 1 Lebens, [olr 1 den, Gebiete! •• Die zahlM en von der K rer Stabt gm In ber oech' Hiesige Pf kl, 'welMznnk. »rat Dr. & ouU'itr. m'üternäy? ner in sehr fc nit aller fiior t war das fy- *5 Kreisserin ligfeit der B ire Ruhe unb Gr. g in gebührck -hriührer 8od; ;dj für die M- rrwehr in Jk en Eindrücken k e DorausfehW gegeben feien. topfehW WM» Ä? ■2SS& 1""" \ihi ft Vt A Ifeges- thifc ■Ms» «te an® der Ehl, linstest, > $ i-d- b". b bin i lan s'e mit fa « .‘»Äff ' ®’e bei eii M dortigen h eollehrer!8|c ,enb ein Äon; Un9 des Ratio: 'ne Dampfech mz, von wo: ^dntal angetrn ^t-M M Iwreilen «M* riut« ffinri#* । reeDeSebieiwb WM . ;el. Gießen $ Platten ausrollt. Mit einer Platte wird eine gefettete Auslaufform ausgelegt. Dann füllt man 50Q bis 750 Gramm gedünstetes, mit Salz und grünen Kräutern gewürztes Gemüse ein und legt den Deckel der Pastete auf. Die Pastete wird verfeinert, wenn man würflig geschnittene Fisch- ober Fleischreste unter das Gemüse mischt. Man läßt im Ofen gold- brau überbacken und reicht grünen Salat dazu. Seefisch in grüner Tunke: 750 Gramm beliebigen Seefisch oder Filet (sehr gut z. B. mit Rotbarsch) läßt man — nachdem man ihn ge ändert, entgrätet, in Stücke geteilt hat — gesalzen und gesäuert, eine Stunde stehen. Aus je einem Eßlöffel Fett und Mehl bereitet man eine Helle Einbrenne, füllt mit Wasser und Milch aus, laßt durchkochen und gibt den Fisch hinein, der in der Tunke garziehen miiß. Man würzt mit Salz und je einem Eßlöffel gehacktem Dill, gehacktem Schnittlauch, sowie Petersilie. F i s ch s a l a t m i t T o m a t e n : Die entgräteten Fischreste werden mit gut gewaschenen, in Scheiben geschnittenen Tomaten gemischt und mit einer Salattunke angemacht. Kohlrabi salat: Rohe, geschälte Kohlrabi werden auf einer Rohkostreibe gerieben, nut Mayonnaise und Kräutern gut gemischt und einige Zeit durchziehen lassen. . . Fischpfannkuchen: In Eierkuchenteig gibt man Fischfiletstückchen und bäckt sie in einer Pfanne von beiden Seiten hellbraun. Leichte Gerichte für warme Tage. Grüne Erbsen auf rheinische Art: Auf 500 Gramm grüne Erbsen rechnet man einen mittelgroßen Salatkopf. Die Erbsen werden in wenig Wasser und etwas Fett kurz gedünstet. In einem besonderen Topf läßt man etwas Fett heiß werden, gibt eine kleine, würflig geschnittene Zwiebel sowie den gesäuberten, streifig geschnittenen Salat hinzu und läßt durchdünsten. Dann schüttet man die Erbsen mit der Brühe hinzu, läßt noch kurz kochen und würzt mit Salz und gewieater Petersilie. Dazu Kartoffelbrei, Röstkartoffeln oder ein anderes Kar- t0® c9müje auflaufmit Käsetunke: Man braucht ein Kilo Gemüse von Kohlrabi, Möhren, grünen Erbsen, Bohnen oder was sonst gerade auf dem Markt zu haben ist. Das vorbereitete Gemüse laßt man in Salzwasser gar, aber nicht zu weich kochen. Aus je 40 Gramm Fett und Mehl bereitet man eine Mehlschwitze, die mit Gemüsewasser auf gefüllt, nut Salz und 50 Gramm geriebenem Käse abgeschmeckt wird. In die Tunke gibt man noch em verquirltes Eigelb, unterzieht ein steif geschlagenes Eiweiß und gießt dann die Tunke über das Gemüse, das in eine vorbereitete Auflaufform gefüllt wurde Man laßt im Oien überbacken und reicht dazu Kartoffeln. G e m ü s e p a st e t e : Einen Eßlöffel zerlassenes Fett vermischt man mit 250 Gramm gekochten geriebenen Kartoffeln, 250 Gramm Meist, einer Prise Salz, arbeitet einen Teig daraus, den man zu & 'er. M . rer jn ■ QUs wko,t °hs bSU Das Land ist stärker. Da steht sie wieder vor mir, die Arbeitskameradin rm früher! Ich am Zeichenbrett, sie als Anlegerin oi der Presse, so waren wir einander oft genug hgegnet — damals in der Druckerei. Man mußte |nmcr froh werden, wenn man in ihre klaren b aunen Augen sah! Ihr Mutterwitz erhellte auch du trübsten Tag, selbst bann, als es kaum noch vos zu lachen gab. Die dauernde Arbeitseinschrän- tiLiig in der Systemzeit brachte den jüngsten Ar- b iterinnen zuerst die Kündigung — sie war dar- iiiter. Fest gab sie mir die Hand zum Abschied: Irgend etwas muß sich doch finden!" Ein halbes §nhr verging — es hatte Deutschlands Auferstehung gebracht. Da traf ich sie noch einmal im Gedränge d r Stadt. War das Mädel schmal geworden! Aber jis lachte wieder hoffnungsvoll. „Morgen fahr' ich €9 und geh' a l s Landhelferin hinaus .Na, jily werd's schon schassen!" Dazwischen liegen nun sechs Jahre! Heute hat sie aritf) besucht und hatte soviel zu erzählen. Wie schwer L zuerst gewesen, wie mühsam die ungewohnte Arbeit. Wie es dann besser ging und die Freude Ihm, zuerst am Vieh, das ihrer Sorge anvertraut rar. Dann schmeckte auch die Feldarbeit. Die Men- hen im Dorfe tauten auf, wurden Freunde. So sei st geblieben auf dem Hof, gern und freiwillig, zullst als Landhelferin, dann als Magd. „Na, und hnn war ja auch noch der Karl da, unser Gespann- iihrer. Zum letzten Weihnachten haben wir ge- ’• tratet. Als nämlich unseres Bauern Aeltester vom XXW sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS emgeu „ I>ed«*L c. Militär kam, sah Karl sich in der Nachbarschaft um mb kam auf das Gut nahebei Nun ist er Hofmeister dort: da konnten wir *ut heiraten. Zwei ! ibsche Stuben habe ich und eine weiße Küche, i eine Hühner und zwei Schweine im Stall. Auch will durch die Läden bummeln, ein- f Inufen ... Was gibt es nicht alles! Unb so geht jw, bereit, in vollen Zügen die entbehrte Stadt v\ genießen, ganze sechs Wochen lang. „Aber bevor 'S) abfahre, komme ich nochmals zu Ihnen." Es hat nur 14 Tage gedauert, bis ich sie wieder- i I«h. Ein bischen müde sah sie aus und lange nicht mehr so begeisterungsvoll. „Ich fahr' heim! Meißen Mann will ich überraschen zum Samstagabend! r schreibt keine langen Briefe, aber ich weiß doch, t hat Sehnsucht unb ich auch. Ruhe hab' ich auch i[ hinc, wissen möchte ich, ob die Schweine gut zu- lehmen unb wie es im Garten ausschaut. Mein Hann besorgt ja alles so gut, aber mich leibet’s iicht mehr. Es war lieb von Karl, daß er mich seifen ließ. Nun bin ich doch die dumme Sehnsucht ns, für immer. Im Herbst krieg' ich zudem was Inders zu tun, da sind wir nicht mehr allein!" Stolz und voll inneren Glückes sagte sie das. Irene Below-Patzelt. Wo kaffe ich mein Geld auf der Reise? Von Elsa Schwahn. Der Mann trägt auf Reisen das große Geld ii Körperfühlung in einer Brusttajche, innen ■ein-- izarbeitet, das kleinere hat er in der Börse in der Hosentasche, auch schwer erreichbar für unberufene ringer. Vielleicht hat er ein paar lose Groschen ii der äußeren Westentasche für den Schnell- tEebraud). So, mit guter Einteilung des Geldes, |»tzt er ruhig unb sorglos im Abteil. Anders die meisten grauen. In der Handtasche — ein Lesen für sich, das liegen bleiben, das sich sonstwie edieren kann, ja, das sogar sorgsam in der Hand getragen am Bügel abzuschneiden ist, ruhen bei iielen die ganzen Reisefinanzen. Daß manche Frau inch am Reiseziel nicht weiß, wohin mit dem Geld . nd selbst dort ihr Hab und Gut in der Hand- usche spazieren trägt, das beweisen die in und :iei Kurorten verloren gegangenen Handtaschen mit Beträgen, die man nie einem „Ding für sich" an» vertrauen sollte. Sein Geld so untergebracht zu rüsten, gibt nicht das Gefühl der Ruhe und Sarg- wsigkeit, das man ganz besonders in der Aus- :ponnzsit zur Erholung braucht. Eine Handtasche sollte nie so viel Verantwortung Tit sich tragen, daß ihr Verlust unersetzlich ist. Jede Frau sollte ihr Geld auf Reisen so untergebracht wissen, daß kein Verlust zu fürchten sein kann. Entweder sie nimmt einen Reisepoftscheck oder Lßt sich weiteres Geld n a ch s ch i ck e n. Ein Reise- nostscheck hat den Vorzug, daß man, sobald man Held braucht, es jederzeit abheben kann. Es ist !»azu eine Summe bei der Post einzuzahlen, die !>urch 25 teilbar ist. Denn mit dem Scheckbuch finnnen dann Beträge abgehoben werden, von j.‘5 Mark an, immer durch 25 teilbar. Mit dem I Ostscheckbuch kann auf jeder Postanstalt des Deutschen Reichs abgehoben werden — für das Ausland neben ©onberbeftimmungen — man kommt also auf Rundreisen nie in Geldverlegenheit. Die Unkosten betragen eine Mark. Erst von eintausend Mark Ein- Mhlung an ist zum Abheben des Geldes ein Post- z nusroeis nötig. Wer sich Geld n a ch s ch i ck e n läßt, tut gut, :i ch vorher einen Postausweis zu besorgen. Mancher Ausflug muß aufgegeben werden, weil nielleicht der Postbote das erwartete Geld bringt; tommt es an dem Tage noch nicht, so muß man am nächsten Vormittag zu Hause bleiben, weil die Wirtsleute es nicht allein in Empfang nehmen [rönnen Mit dem Postausweis ist man unabhängig, hnn sobald und so lange die Post auf ist, sich dort Wie sag' ich's meinem Kinde? Da war neulich Leberecht Klug mit seinen zwei Jungen und dem Mädel zu seinem Freund Sanitätsrat Weise gegangen. Sie hatten im Garten gesessen, Kirschen gegessen, und der Sanitätsrat hatte den Kindern von dem Kirschkern erzählt, aus dem ein großer Baum wird, dann von den Blüten, wie sie bestäubt werden müssen, damit die Frucht entstehen kann, und die Kinder hatten gut zugehört. Dann stand er auf und rief: „Kommt alle mal zum Teich herüber ..." Am anderen Ende des Gartens lag ein kleiner Tümpel. Seerosen und Binsen wucherten neben dem Bootssteg. Der Sanitätsrat suchte nur kurze Zeit, bann sagte er: „Seht mal her, was ist das?" Kleine Ballen von gallertartigen Klümpchen schwammen da im Wasser zwischen den Schlingpflanzen. „Wißt ihr, was das ist?" fragte er. „Das sind Froscheier, man nennt es Laich." „Ja, rief eines der Kinder dazwischen, „dann kommen die kleinen Kaulquappen nachher raus. Sie haben zuerst nur einen Schwanz, bann wachsen ihnen erst Beine, der Schwanz fällt ab, und dann werden es erst richtige kleine Frösche." „Das stimmt schon", sagte Weise, „aber wenn du nun diese Froscheier vorher herausnähmst und in dein Aquarium tätest, glaubst du, daß dann auch Drei einfache, praktische Hochs omni e r k l e i d e r zeigen wir heute. Das Bourette- kleid links im H e m d b l u s e n s ch n i t t hat e i n g e l e s e n e Dorder-Rücken- und Rockteile, kleine Perlmutterknöpfe und einen roten Leber- q ü r t e 1. v Das blaßgelbe Leinenkleid in der Mitte hat breit aufgesteppte Glockenbahnen und ein ebenso markiertes West ch e n, das mit einem L e i- Aus der Stadt Gießen Steins Garten im Wandel -er Zeiten Jamilientag Happel 4939. In Gießen traten am 15./16. Juli 40 Mitglieder des Happel-Verbandes zusammen, um sich von Professor Dr. med. Paul Happel (Hamburg) über den Stand der Happel-Forschung berichten zu lassen. Der Vortragende wies darauf hin, daß Dr. Hans Braun, der bekannte hessische Familienforscher, seit Jahrzehnten an dem Thema Happel arbeitet, weil eine seiner Ahnfrauen den Prof. Wigand Happel (geb. Marburg 1522, t 1572) geheiratet hatte. Happels kommen heute überall im Deutschen Reiche vor, ihre Blutbahn aber führt immer nach Hessen. Es ist festgestellt, daß die Stämme Holzhausen, Kehlnbach, Bellnhausen, Herzhausen nach Diedenshausen führen, um dann in den Hauptstamm Marburg um 1499 einzumünden. Wahrscheinlich gehört auch der Kirchhainer Stamm zu dem Marburger. Aus Kirchhain ist gebürtig der Hamburger Gelehrte Eberhard Werner Happel, der im 17. Jahrhundert unter dem Namen „der Teutsche Karl" bekannt war. Die Forschung soll alle Happel-Stämme umfassen. Professor Dr. Paul Happel (Hamburg) machte besonders auf folgende Ahnengemeinschaften aufmerksam: mit Johann Reuchlin, dem Humanist Hütte zu einem l es sich mit anderen.............. _ . , „ Plötzlich versank das Mädel hilferufend in den Fluten. Die anderen Kinder riefen sofort nach Hilfe, bis diese aber eintraf, war das Kind schon von der Strömung abgetrieben. Nach etwa zweistündigem Suchen konnte das bedauernswerte Mädchen nur noch als Leiche aus dem Wasser geborgen werden. rung ausgleichen wollen, können wir sie gut gebrauchen. Es ist auch gar nicht so schwer, Süßmost im eigenen Haushalt herzustellen, und die kleine Mühe wird sich später reichlich lohnen. In einen großen Topf oder Kessel wird ein gelegt, wenn wir nicht Verfügung haben. Dar- Die hessische Volkstumsgruppe aus dem Hüttenberg bzw. aus Oberrosbach, die am Samstag — wie von uns berichtet — zu früher Morgenstunde in Omnibussen der Deutschen Arbeitsfront aus ihren Heimatorten durch Gießen in der Richtung nach Hamburg fuhr, ist dort nach zehnstündiger herrlicher Fahrt über Göttingen, Hannover und durch die Lüneburger Heide wohlbehalten eingetroffen. Die Verpflegung unterwegs war durch das Reichsamt „Kraft durch Freude" auf das denkbar beste geregelt. Die gesamte hessische Volkstumsgruppe (26 Burschen und Mädchen) ist in Hamburg in einer Privatpension untergebracht worden, fühlt sich dort sehr wohl und erhält ihre Verpflegung in einem großen Speisehaus, in dem auch die Volkstumsgruppen aus Ostpreußen, Danzig, Memelland und aus Schlesien einfinden. Eine enge Freundschaft zwischen den Hessen und den Burschen und Mädchen aus dem deutschen Osten hat sich in den wenigen Tagen der schönen Gemeinschaft bereits angebahnt. Durch die täglich neu ankommenden Trachten- Reiseleiter, Sangesbruder Betz, sorgte für vortreffliche Unterhaltung, so daß die Stunden nur zu schnell vergingen. Gegen 23 Uhr kam der Verein wohlbehalten in Gießen an. Allen Teilnehmern wird die schöne Fahrt in bester Erinnerung bleiben. Ein Kind beim Baden in der Lahn ertrunken. Unsere Hüttenberger Volkstumsgruppe in Hamburg. Gießener Gchlachtviehmarkt. ,Lum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehverstei- eerüntj5$a^e Rhein - Main in Gießen wurden 5 Ochsen, 4 Bullen, 34 Kühe, 20 Färsen, 129 Kalber 317 Schweine und 7 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 41,5 bis 45,5 Pf., Bullen 41 bis 43,5 Pf., Kühe 19 bis 43,5 Pf., Färsen 41,5 bis 44;o Pf., Kälber 30 bis 65 Pf., Schafe 43 bis 46 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,22 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,20 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,10 RM., Klasse d—f (unter 100 kg) t04 RM., Klasse gl (fette Specksauen) 1,20 RM-, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,08 NM., Klasse i (Altschneider) 1,18 RM. ^Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, -schafe und Kälber ausverkauft. gruppen färbt sich das Bild der Straßen von Hamburg immer bunter. Hamburg erwartet über 20 000 angemeldete Gäste und Zuschauer. Große Tage voll der eindrucksvollsten Erlebnisse stehen den Teilnehmern der Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bevor. Die Proben, an denen auch unsere hessische Volkstumsgruppe teilnimmt, nahmen am Montag mit kurzer Unterbrechung durch die Mittagspause, den ganzen Tag in Anspruch. Die Proben ließen unsere Hüttenberger Burschen und.Mädchen schon erkennen, welche gewaltigen Volkstumsveranstaltungen für den Samstag und den Sonntag vorgesehen sind. Der Festabend am Samstag soll darüber hinaus eine reiche Schau geben von dem Schatz deutschen tums und Brauchtums, das heute noch lebendig ist. Unter dem Titel „Volk spielt fürs Volk!" wird am Samstag in der Hanseatenhalle ein großes Heimatspiel aufgeführt werden, in dem insbesondere die Gruppen aus der Ostmark, aus dem Sudetenland, von Memel und Danzig hervortreten werden. An die Ausführungen in Nr. 160 des ,)Gießener Anzeigers" vom 12. 7. 39, die sich mit dem Schicksal von Steins Garten seit dem Kriegsbeginn 1914 befassen, seien hier einige Angaben aus dessen früherer Geschichte angeschlossen. Als Gießen Festung war (1533—1805), durfte das Gelände vor den Werken nicht bebaut werden: es bestand, soweit es nicht brach lag, aus Ackerland und Gärten: als aber die Feuerwaffen immer besser wurden und damit die Bedeutung der Festung mehr und mehr sank, wurde das alte Verbot nicht mehr streng durchgeführt: es entstanden hier und da Häuser ringsum. So erwarb schon im Jahre 1763 der Stadtkommandant General Christoph von Drechsel am Südabhange des Nahrungsbergers ein größeres Grundstück, auf oem er ein Lundhaus errichtete und dabei einen Park anlegcn hip, der sich, dem Terrain angepaßt, terrassenförmig nach der Stadt zu erstreckte. Drechsel starb schon 1765. Das Haus mit Park wurde von Joseph Philipp Busch erworben, der einem alten Wirte- und Brauergeschlecht angehörte: er gestaltete das Ganze zu einem großen Vergnügungslokal mit Garten um, indem er anliegende Grundstücke hinzukaufte und dem Wohnhaus die erforderlichen Nebenbauten anfügte: in dem ersten Gießener Adreßbuch 1840 tft das Etablissement beim Bezirk II unter „Litera B Vor dem Neuenwegertor Nr. 124" angeführt: es hieß allgemein nur der „Busche Garten": 1864 kam es von der Familie Busch an Adolf Zinßer, doch wollte sich der neue Name „Zinßers Garten" nicht recht einbürgern. Dagegen wurde die Bezeichnung „Wenzels Garten" bald populär, weil fein Besitzer, der den Spitznamen „Aschanti" hatte, selbst es ver- stand, sich populär zu machen, nachdem er, aus Amerika zurückgekehrt, das Grundstück an der Gartenstraße erworben hatte; es lockte ihn aber wieder nach Amerika zurück und so verkaufte er den „Garten" an Kaspar Stein; dieser leitete es unter dem Namen „Steins Garten" mit Geschick und Erfolg weiter. Der nächste Besitzer, Bues, taufte es in „Neuer Saalbau" um. Der Name fand aber keine Aufnahme, es blieb nach wie vor bei „Steins Garten"; von Bues kaufte es 1920 die Stadt. - Früher ging vom Neuwegertor aus der „Große eteinröeq" nad) Grünberg (also heute etwa Gartenstraße—Kaiserallee; später wurde er verlegt: von öer Moltkestraße aus lief er hinter dem Gaswerk her nach der Oftanlage); hinter der (damals sehr primitiven) Wieseckbrücke bog von dem Steinweg ein Fußweg nach Osten ab, er endete bei dem Tor des „Buschegarten"; wohl mit Bezug auf dielen ^(Barten" erhielt der (später ausgebaute) Weg den Namen Gartenstraße. Als bemerkenswertes Ereignis sei noch folgendes erwähnt: am 31. 7.1846 hielt öer Tanzlehrer Hummel in Buschegarten ein Tanz- kranzchen ab, an dem natürlich auch zahlreiche Studenten beteiligt waren; ein nicht teilnahmeberechtia- tcr Student suchte das Vergnügen zu stören und Kleines Vogelparadies. Die emsig betreuten Kulturen der Kleingärtner prangen unter dem warmen Blau des Mittags- Himmels Alle Farben der kleinen Garten schun- mern mit frischem Glanz, als habe sie der Pmsel eines genialen. Malers eben erst hingetupft Das Laub der Bäume und Sträucher zeigt eine vielfache Tönung an überschwenglichem Grün und spielt leicht bewegt und lebendig wie Mädchenhaar im leisesten Windhauch. Wipfel und einzelne überragende Zweige zaubern phantastische Schattenbilder auf Boote und Wege, deren scharf geschnittene Umrisse dem bekannten Braun des Erdreichs eine fast blendende Helle geben. Eine sanfte Stimmenwirrnis gedampfter Vogel- stimmen erfüllt die idyllische Abgeschiedenheit und Stille, durch die es lautlos huscht und flattert. Auge und Ohr sind reizvoll gefesselt von immer neuen Überraschungen, die an die rasch wechselnden Aufwartungen einer bunten Bühne erinnern. Wie überall zeigen sich auch hier die Sperlinge als Komödianten und Spaßmacher. Sie Hüpfen mit steifen Beinen und dennoch leicht wie Gummibälle hintereinander her oder drücken sich überraschend mit offenen Flügeln und aufgeplustertem Gefieder an den Erdboden und mimen im Sande buddelnd eine lustige Badeszene wasserfroher Schwimmvögel. Ein andermal führen sie mit kreischendem Geschilpe Zweikämpfe und Ueberfälle mit solcher Heftigkeit aus, daß man glauben könnte, es müsse einer wenigstens flügellahm oder sonst hilflos auf dem Platze bleiben. Aber im nächsten Augenblick stieben sie davon wie fortgeblasen. Aus den Zweigen zweier benachbarter Pfiichchbäumchen zwitschern sich zwei Buchfinken ihre kecken Strophen einander zu. Einer nützt die Pause des andern und wiederholt ihn, als könnte er es besser. Aber Sie kommen bei ihrem kleinen Wettstreit nicht aus der Ruhe, sondern schmettern mit bewundernswerter Ausdauer und Unermüdlichkeit. Ein Schwalbenpärchen zeigt in tollkühnen Schleifen und Kurven zwischen Bäumen und Hecken hin erstaunliche Flugkünste. Im flinken Husch streifen sie den Erdboden, gleiten spielerisch leicht und lautlos auf und nieder wie von der geschickten Hand eines Artisten geworfen. Eine Bachstelze hat den Wasserspiegel eines vollen Brunnenfasses als Jagdbezirk. Ihre schlanke Hochbeinigkeit und das wie ein Trikot eng anliegende schwarzweißgraue Federkleid geben ihr die anmutige Beweglichkeit einer Tänzerin. Einer Tänzerin, die wie auf hohem Drahtseil mit flinken Schrittchen über dem Faßrand trippelt und dabei zierlich mit dem langen Schwänze wippt, als halte sie sich mit einer Balancierstange im Gleichgewicht. Keinen Augenblick gönnt dieses tänzerische Temperament seinem kleinen, schmalen Körper Ruhe, und jede Bewegung ist vollendet schön. Wenn sie erscheint, hat das entzückte Auge nur noch Blicke. für sie. P. B. Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Steins Garten (Stadthaus, Bergstraße): 17 Uhr Platzkonzert. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Nächte in Neapel". Sank und Anerkennung für vorbildliche Arbeit. Der Reichsbeamtenführer Pg. Hermann N e e f hat dem Leiter des Amtes für Beamte Kreis Wetterau, Pg. Gustav Ulrich, und dessen langjährigen Mitarbeitern zum Abschluß der ersten fünfjährigen Arbeitsperiode der nationalsozialistischen Beamteneinheitsorganisation Urkunden des Dankes und der Anerkennung für die auf dem beamtenpolitischen Kampfabschnitt der Bewegung geleistete Arbeit verliehen. Kliegeralarmübungen in Gießen. Im Laufe des morgigen Donnerstag werden in Gießen zwei Fliegeralarmübungen durchgeführt. Die Polizeidirektion unterrichtet heute in einer Bekanntmachung die Bevölkerung noch einmal eingehend über alle Notwendigkeiten und Zweckmäßigkeiten, die beim Verlauf der Uebungen zu beachten find. Jedermann ist auf Grund des Luftschutzgesetzes verpflichtet, der Polizei und den eingesetzten Kräften des Reichsluftschutzbllndes unbedingt Folge zu leisten. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die Bevölkerung alle Anordnungen in sorgfältiger Weise durchführt und damit zum vollen Gelingen der Uebung wesentlich beiträgt. Kinder fahren zur Erholung. Im Rahmen der Kinderlandoerschickung der NSV. fuhren am gestrigen Dienstagmittag 54 Kinder aus dem Kreise Wetterau nach dem Gau Westfalen-Nord ab, wo sie in Bad Oeynhausen und in den umliegenden Orten bei Familien untergebracht werden. Ueber- morgen, am 21. Juli, werden weitere 36 Kinder aus dem Kreise Wetterau nach Schleswig-Holstein zur Erholung fahren und dort in Schönberg und in Nachbarorten als Gäste von Familien Aufnahme finden; diese Kindergruppe wird am Freitzig um 17.42 Uhr in Richtung Fulda aus Gießen abfahren. Am morgigen Donnerstag, 20. Juli, werden rund 200 Kinder aus dem Gau Groß-Berlin auf dem Gießener Bahnhof eintreffen, um zum Teil in Gießener Familien, zum Teil in Familien der verschiedensten Orte des Kreises Wetterau untergebracht zu werden. Der Zug mit diesen Kindern wird um 18.44 Uhr auf dem Gießener Bahnhof eintreffen. Sämtliche Kinder, die von der NSV. von hier aus nach anderen Teilen des Reiches zur Erholung geschickt oder von ihr zu dem gleichen Zwecke in unserem Kreise Wetterau empfangen werden, bleiben für die Dauer von vier Wochen als Gäste der Familien, die sich in dankenswerter Weise zur Aufnahme der kleinen, erholungsbedürftigen Besucher bereiterklärt haben. Sommerfahrt -er „Bauern". Am Sonntag unternahm der Bauersche Gesangverein bei zahlreicher Beteiligung seinen diesjährigen Sommerausflug mit vier Omnibussen von KdF. Die Fahrt führte zunächst über die Reichsautobahn bis Ober-Mörlen, von dort über Ziegenberg, Ufingen nach der herrlich gelegenen Saalburg und weiter nach Bad Homburg. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten brachte der Verein im Verlaufe des Mittagskonzertes im Kurpark einige Chöre 3U Gehör, die von den Kurgästen mit großem Bei- wll ausgenommen wurden. In Bod Homburg wurde gemeinschaftlich zu Mittag gegessen, bann ging die Vfabri weiter durch den schönen Taunus nach Weil- burg zum Endziel Braunfels Dort wurde in der traueret Wahl eine längere Rast gemacht. Der umgestülpter tiefer Teller t . gerade ein Drahtkisten zur Verfügung haben. _ auf stellen wir eine tiefe Schüssel oder einen Topf aus Ton, Porzellan, Email oder Aluminium. Dann nehmen wir ein etwa 1 Quadratmeter großer Tuch, das vorher ausgekocht und durch heißes Wasser gezogen worden ist, und legen es wie einen Beutel in das schwimmende Gefäß hinein. Ein zweites, ebenso großes, nur etwas gröberes Tuch wird darüber gelegt, nur nicht so tief in den Topf hineingedrückt. Wir binden beide Tücher am Rande dös Topfes fest. Dort hinein kommt nun das Obst, selbstverständlich gründlich gewaschen, von faulen Stellen befreit, aber nicht geschält. Aepfel und Birnen werden gut zerkleinert. Dann wird Zucker darauf gestreut, die Menge richtet sich nach dem Säuregehalt des Obstes. Wir können auch verschiedene Obstsorten mischen, z. B. süße und saure Kirschen, Johannis- und Himbeeren, Johannisbeeren mit Birnen usw., genau wie wir es zu Kompott oder Marmelade mischen. Walderdbeeren und Süßkirschen allein eignen sich nicht für Most. lieber das Obst wird ein großes Pergamentblatt gedeckt, das über den Topfrand hinausreichen muß, damit das Tropfwaster des Deckels abgefangen wird. Nun kommt der Deckel darüber, die Tücher werden am besten kreuzweise über dem Deckel zusammen- gebunben. Dann wird das ganze aufs Feuer gestellt. Durch den aufsteigenden Dampf werden die Früchte entsaftet, der Saft tropft in das Auffanggefäß durch die Seihtücher hindurch. Weichobst muß eine Stunde dämpfen, Hartobst eineinhalb Stunden. Jetzt kann das „flüssige Obst" in Flaschen gefüllt werden. Dabei muß aber der Reinigung der Flaschen besondere Beachtung geschenkt werden, damit nichts verdirbt. Mit heißem Sodawasser und der Flaschenbürste müssen sie sehr sorgfältig ausgebürstet werden, danach 24 Stunden lang in reinem, kaltem Wasser liegen, und kurz vor dem Gebrauch kommen sie in warmes Wasser, aus dem sie erst zum Einfüllen herausgenommen werden. Zum Verschließen nehmen wir Korken ober noch besser Gummikappen, bie ebenfalls sehr gut gereinigt werden müssen und vor dem Gebrauch in Alkohol getaucht werden, damit sie keimfrei sind. Auch Trichter und Kelle zum Einfüllen müssen ausgekocht fein. Flaschen mit Korken werden zum Ad- kühlen auf den Kopf gestellt, Flaschen mit Gummi- kappen aufrecht. Da sie langsam abkühlen müssen, werden sie mit Tüchern zugedeckt und später stehend aufbewahrt. Die in den Tüchern zurückbleibenden Obstreste sind zu Marmelade, roter Grütze usw. verwendbar. Mit einem gehörigen Vorrat des flüssigen Obstes in der Speisekammer können wir getrost den Winter erwarten. V. A. Bezepte für sommerliche Nachspeisen. Johannisbeeren mit Q u a r g. 500 Gramm gesäuberte, von den Stielen befreite Johannisbeeren läßt man dick eingezuckert einige Zeit stehen. 500 Gramm durchgerührten Quarg vermischt man mit V« bis 3/s Liter entrahmter Much, schlägt kräftig mit dem Schaumschläger und gibt zum Schluß die Johannisbeeren hinzu. Man kann noch einige Blatt vorgeweichte, in wenig heißem Wasser gelöste Gelatine unterziehen und die Speise erstarren lassen. W a r m e K i r s ch s p e i s e. Ein Liter entrahmte Frischmilch läßt man — mit einer Prise Salz, Zucker und Vanillezucker nach Geschmack gewürzt — aufkochen, streut 125 Gramm Sago hinein und läßt klar kochen. 500 Gramm entsteinte Kirschen werden dick eingezuckert einige Zeit stehen gelassen. Nun gibt man in eine vorbereitete Form die Hälfte der Sagomasse, legt die Kirschen darüber, bedeckt mit bem Rest des Breies. — Im Ofen überbaden laffi'h Äalte Kirschspeise. Ein Liter Buttermilch vermischt man mit bem Saft einer Zitrone, ca. 250 Gramm Zucker und je 8 Blatt weiße und rote Gelatine, die man vorgeweicht und in wenig heißem Wasser gelöst hat. Zum Schluß gibt man 500 Gramm entsteinte Kirschen (man kann auch Süßkir- schen nehmen) hinzu. Die Speise läßt man portionsweise in Gläsern ober passenden Förmchen erstarren. Man kann sie auch in einer Glasschale erstarren lassen. Verfeinerung: mit gesüßtem, schaumig gerührtem Quarg bespritzen. N o t e Grütze a u f Hamburger Art. xan braucht entweder 750 Gramm Johannisbeeren ober 500 Gramm Johannisbeeren und 250 Gramm Kirschen. Die Beeren werden von den Stielen be= freit, bie Kirschen entsteint, in Wasser weichgekocht unb durch em Sieb gerührt. Nun mißt man den Saft, fugt noch so viel Wasser hinzu, baß man einen Liter Flüssigkeit erhält, gibt Zucker unb Vanillezucker nach Geschmack hinzu unb läßt nochmals aufkochen Dann quirlt man 125 Gramm in wenig Vesser Slattgeruhrtes Kartoffelmehl hinein, läßt einige Male aufkochen und gibt dann die Masse in eine Glasschale zum Steifwerben. Einige Früchte kann man zur Garnitur zurückbehalten' Ob st pastete: 125 Gramm Zucker, 50 Gramm Butter, 1 Ei, schaumig rühren, 250 Gramm Mehl Gewürz, eine halbe Tasse Milch, ein halbes Päckchen Backpulver, schnell und kalt zu einem Teig zusammenrühren, eine Stunde kühl stehen lassen Dann rollt man ihn aus unb legt eine Auflauf- form gut mit bem Teig aus, gibt ein Kilogramm gemischtes, gezuckertes Obst hinein, deckt bie Form mit einem dünnen Teigdeckel zu, durchlöchert ihn, damit der Dampf entweichen kann, unb bäckt die Pastete ungefähr 1 Stunbe im Backofen. Am gestrigen Dienstagnachmittag ereignete sich in der Nähe der Margarethenhütte ein tragischer Unglücksfall, bem leiber ein Kind zum Opfer fiel. Em 13 Jahre altes Mädchen einer Familie im Slnneröber Weg hielt sich bei Verwandten an der Margarethen- Nachmittagsbesuch auf. Dabei begab ren Kindern an die Lahn zum Baden. mit Philipp Melanchthon, unb mit Horst Wessel, dessen väterliche Ahnen auch im Hessenlanbe hoben- ständig waren. Hitler-Jugend zum Erholungsurlaub in der Derdun-Kaserne. Mit einem ausgezeichneten Gedanken bereitete der Kommandeur des II. Bataillons unseres Infanterie- Regimentes 116, Oberstleutnant Cäsar, der Hitler- Jugend eine große Freude. Durch ihn unb das Offi- zierkorps wurden zwanzig Hitlerjungen, die einer Erholung bedürfen, in die Kaserne eingeladen, um dort zwölf Tage bei gutem Essen, bei viel Bewe- gung in freier Luft, bei Sport usw. zu verbringen. Die wirtschaftliche Sicherung dieser Aktion übernahm das Offizierkorps. Die Hitlerjungen nahmen während dieses Urlaubs die Gelegenheit wahr, die Prüfungen für das HI.-Leistungsabzeichen abzu- legen. Im Rahmen des Urlaubs wurde auch eine interessante Nachtwanderung unternommen, ein weiterer Ausflug fand nach Kloster Arnsburg statt, am heutigen Mittwoch soll den Gästen der Soldaten die Freude zuteil werden, eine Vorstellung der Marburger Festspiele besuchen zu dürfen. Gestern abend fand auf bem hinteren Trieb eine befonbers reizvolle Veranstaltung statt. In Ge- meinschaft mit der Hitler-Jugend (soweit sie sich nicht auf Hessen-Nassau-Fahrt befinden) wurde Biwak gehalten. Zwei Feuer wurden entzündet, Zelte mürben aufgestellt, unb es entwickelte sich bald eine prach. tige Stimmung. Ein Erzähler-Wettstreit, bei dem auch Preise verteilt wurden, trug sehr zur Unterhaltung bei. Manches schöne Lieb wurde gemeinsam gesungen. Im ernsteren Teil des Abends sprach Leutnant Ebers über die soldatischen Tugenden, während Oberscharführer Emrich für bie Hiller- Jugend sprach, den Kameraden der Wehrmacht herzlichen Dank sagte unb bavon sprach, daß das Beispiel des II. Bataillons Nachahmung finden möchte. Gegen 23 Uhr rückte die Hitler-Jugend unter bem Gesang froher Marschlieder wieder in die Stadt bzw. in die Kaserne ein. * * ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 7. bis 13. Juli ein: Gegen Kraftfahrzeugführer mit 11 Anzeigen und 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeuge mit 2 Anzeigen; gegen Radfahrer mit 2 Anzeigen und 25 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 1 Anzeige und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen. kam mit der Polizei in Konflikt; btfbei erhielt er auf Befehl des Polizeirats Zulehner von bem Polizei- Sergeanten Keßler einen Säbelhieb, der fein Gesicht traf; das erweckte den Protest der Studenten, es kam zu Unruhen, so baß Militär aus Butzbach herbeigeholt wurde; daraufhin zog die Studentenschaft am 7. August nach dem Staufenberg aus; am 9. August erfolgte auf Grund von Verhandlungen die Rückkehr; Unioerfitätsfenat und Polizei hatten nachgeben müssen, da die Bürgerschaft auf Seiten der Studenten stand und mit diesen sogar einen Kommers auf dem Staufenberg gefeiert hatte. Sehr beliebt waren bie Abonnementskonzerte, bie vor bem Kriege bie Regimentsmusik 116 unter ihrem Dirigenten Krause während der Sommerzeit an sechs Donnerstagabenden in Steins Garten veranstaltete; sie fanden ein dankbares Publikum nicht nur in bem Garten, sondern auch außerhalb desselben; dort wandelten nämlich immer bie Zaun» gäfte in sehr großer Zahl in der Gartenstraße auf unb ab ober auch um das ganze Gelände herum. Besonderen Anklang fanden die Solovorträge; bei einigen wurde das Echo ober ein Teil des Ganzen nicht im Garten, sondern vom Nahrungsberg her vorgetragen; das hörte sich sehr hübsch an unb veranlaßte sogar die Zaungäste, die größte Stille zu wahren; zum Schluß gab es bann kräftigen Beifall. Manchmal spielte bei diesen Konzerten der bekannte Pistonbläser Kümmel (Solist) als Gast mit; im übrigen Ijatte bie Kapelle selbst verschiedene gute Kräfte, bie sich als Solisten hören ließen. _ Atzt also finb diese ehemaligen Abendkonzerte in iSeltalt der Mittwochnachmittagkonzerte wieder zum Leben erwacht, nur kostet ihr Besuch auch im Garten nichts. phg noch viel mehr Liebe und Dankbarkeit zu ihr empfinden, als wenn ihr an das gute, alte törichte Storchenmärchen noch glauben solltet?" Die Kinder nickten mit roten Köpfen. ♦ Dies in unserer Wiedergabe etwas gekürzte Kapitel aus dem Heft „Die wundersamen Geschichten des Sanitätsrat Weise" ist nur eines unter 35 anderen, die es sich zur Ausgabe machen, der Jugend die Funktionen des Körpers unb bie dazu nötiae Gesundheitspflege auf unterhaltsame Art verständlich zu machen. Zahlreiche Bilder beleben den Text. Das Büchlein es ebenso ausgezeichnet für Eltern und Erzieher wie für die Jugend selbst geeignet. Es ist das dreizehnte in der Schriftenreihe „Hilf mit!", die von der Reichswaltung des NS.- Lehrer- bundes herausgegeben wird. E. Schauwecker. Flüssiges Obst. Es ist noch viel zu wenig bekannt, wieviel verschiedenartige, wohlschmeckende Getränke man a u s S ü ß m o st Herstellen kann: Punsche, Fruchtmilch, Kalte Enten usw. Gerade in den heißen Sommermonaten können wir unsere Gäste damit erfreuen. Gerade jetzt ist die Zeit gekommen, an die Herstellung der Fruchtsäfte zu denken. Und nicht nur für frohe Geselligkeit, sondern auch für die Wintermonate, in denen wir den Vitaminmangel der Nah- 5r naud) Wte i Oberer !F: D-ge Äir- * Wch ! > MM KRütf Iß jiinb ü hab ? $ei I ioi i dcu l fff I W' ürbf $ etzten ünaö e* jjpnefl ß :iFe Bfe K? Ter Ijeit« 6 i: IM n hii Lu flefl fom flen ni für De tlc bi, Pa € A bi Ü- Ok wc @a bi T Sri «int Pie I Bo &ei Uir Übe fta ein vor. i ®etj i bem ! fjau ■ uni) eine ^ao er' BK lot Haushalt der Arbeitskräfte ses nicht erfüllt. Wirtschaft uppe eiten mit 94,25 (94,05 bzw. 94) und später zum halb- amtlichen Kurs von 94,10 um, August auf 94,20 (93,90) befestigt. Kommunal-Umschuldunu nur knapp gehalten mit 93,55 (93,65). Industrie-Obligationen uneinheitlich, meist aber 0,13 bis 0,25 v. H. abbröckelnd. Von Stadtanleihen 1926er Darmstadt 95,50 (96), sonst behauptet. Liquidationspfandbriefe zogen teilweise 0,13 v. H. an. Von unnotierten Werten erholten sich Dingler Maschinen um 1 v. H. auf 101 bis 103. Tagesgeld unv. 2,50 v. H. Gegen die F. R. und den A. I., beide in Gießen, wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ver- handelt, und Zwar gegen die R. wegen versuchter Abtreibung, gegen den I. wegen Beihilfe zum Abtreibungsversuch. Die Angeklagten wurden je anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. Hroße Strafkammer Gießen. Segen den $. M. in Ober-Mockstadt wurde unter Abschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Der An- gc agte hat in den Jahren 1935 bis 1938 mit Per- sosn unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vor- gr lammen. Er wurde zu einer G e s a m t g e f ä n g- nsstrafe von zehn Monaten, abzüglich füff Monate 23 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. 2- Schutz des § 51II StGB, wurde dem Ange- tlflten zugebilligt. Abendbörse weiter befestigt. Im Anschluß an den Mittagsverkehr nahm auch die Abendbörse einen weiter befestigten Verlauf, da ich kleine Kundschaftskäufe fortsetzten, deren Auswirkung sich in überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. anziehenden Kursen zeigte. Das Geschäft war stellenweise etwas belebter. IG.-Farben gewannen 0,75 vorn Hundert auf 143,75, ferner erhöhten sich u. a. Verein. Stahl auf 99,75 (99,25), Buderus auf 92,50 (92,25), Mannesmann auf 103,75 (103,50), Bem- berg auf 128 (127,50), Scheideanstalt auf 205,50 (205,25), Westdeutsche Kaufhof auf 95 (94,50), Gesfürel auf 126 (125,75), Licht und Kraft auf 127,75 (127,50), AG. für Verkehr auf 111,50 (111), Adlerwerke auf 97,50 (97,25) und Hapag auf 42,25 (42). Je 0,50 v. H. niedriger gefragt wurden Daimler mit 118 und Reichsbank mit 180. Am Rentenmarkt gingen Reichsaltbesitz zum erhöhten Schluß- kurs von 131,75, 5 v.H. Gelsenberg mit unv. 99,25, Reichsbahn-VA. mit unv. 121,90 um; 6 v. H. IG.- Farben wurden zu unv. 119,25 gefragt. Steuergut- scheine lagen ruhig und behauptet, Serie II in allen Abschnitten 94,10, Serie I etwa 99,15. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 18.Juli. Auftrieb: Kälber 932 (gegen 745 am 11. Juli), Hämrnel und Schafe 265 (217), Schweine 4231 (2909). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 dis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämrnel bl) 48 bis 50 (48 bis 50), b2) 44 bis 47 (43 bis 47), c) 40 bis 42 (37 bis 42), d) 25 bis 34 (28 bis 32). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 34 bis 39 (35 bis 39), c) 18 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 62 (59), bl) 61 (58), b2 60 (57), c) 56 (53), d) 53 (50), Sauen gl) 61 (58). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämrnel und Schafe mittel. 5*n von ho«, et Über 206)] oße Tage doH i den Teilnch inschaft „N hessische» i Montag mil lagspause, ta ließen uns«! t)on erfennn mgen für br »n sind, ? hinaus i asichen & h lebendig', olt!" mirbö großes Heimt> sbesondere ki i SudeteM werden. der neue Pächter davon hörte, wäre er die längste Zeit hier Tankwart gewesen ... Vallendar schlenderte den Gang herunter. Mächtig früh heute! wunderte sich Fritz. Na ja, heute kam alles früher. Das sollte wohl so sein. „Guten Morgen, Huckemann!" Als Vallendar vor ihm stand, gkoß, kräftig, mit seinem frischen, strahlenden Gesicht, kam es Fritz vor, als würde alles heller, einfacher. „Fräcklein Sandner kommt wohl gleich?" Vallendar blickte auf den kleinen Zweisitzer. „Nee, die ist weg. Herr Schmitz fährt sie hin. Ihr Wagen ist kaputt." Ein Schatten flog über Vallendars Gesicht. „Schade! Was ist denn mit ihrem Wagen? Er lief doch gestern noch." Huckemann fiel plötzlich etwas ein. Vallendar — das war der richtige Mann! Vallendar — dem konnte man sich anvertrauen! „Ich muß Ihnen etwas erzählen, Herr Vallendar! Denken Sie: Heute nacht waren Spitzbuben bei uns in der Garage! Die ganzen Wagen in C sind beschädigt; beim ,Ftäu- lein' haben sie sogar die Kabel durchgeschmtten. Was sagen Sie dazu? Und ich bin doch verantwortlich! Wenn ich Mühsam das melde — der holt sofort die Polizei. Und stellen Sie sich das vor: heute kommen die Pachtbewerber! Und dann: Polizei in der Garage? Wenn ich das noch bloß vermeiden Wie'elektrisiert hörte Vallendar zu. „Was: Spitzbuben —?" Er überlegte. „Zornacks Wagen auch? „Ja, da haben sie den Drücker ab gefeilt; aber sie konnten das Schloß nicht aufbekommen. „So? und Schmitz ist für Fräulem Sandner em- gesprungen?" Also, dann schießen Sie mal los, Huckemann!" Fritz erklärte, zeigte und schimpfte dabei. „Was wird das für Unannehmlichkeiten geben, wenn die anderen Besitzer, kommen!" ... ., , Vallendar reckte sich. Das war etwas für chn4 „Wo hat Burds Wagen gestanden? Dort doch Ässsru-r «*» ä Sä“**? ä SezWWffengerich« Gießen. Die Gebrüder E. G. und H. G. in Vadenrod hatten sich gestern unter der Anklage der Urkundenfälschung zu verantworten. E. G. wurde beschuldigt, am 10. ober 11. November 1938 in Almerod versucht zu haben, eine ^schritt h, "»stich. ''bchr-iWch. UrWge mit Zeigen uni ' Mn Fuß, Okenpflichtig^ a.(gebrochen!" t ... Der Fluch ließ sich nicht unterdrücken: .Hlmmel- hirrgottsakrament!" Richtig: die Krampe von Box 2]i war ßerausgebrochen! Er knipste das Licht an. 24ar der Wagen gestohlen? Heute wäre alles mög- Ich ... Gott sei Dank, er stand noch da! Hucke- roann riß den Schlag auf. Sein Atem ging freier; ev- schien nichts weiter geschehen zu sein.^„Lassen Nie den Wagen mal anspringen, Herr Schmitz^ Der junge Schriftsteller war völlig sprachlos. „So emas! Da bezahlt man seine teure Pacht, damit nxm sicher ist ... Dann hätte ich auf der Straße purfen können!" Er stieg in den Wagen. ie. r, be ?.etlb b(. > u A»i°n > nqen ‘ -it A Eichen9;?1' ’öe auch 0®eit sie? -ltc tour- •Ä meti, »d°s Beispj^ ?? ®.elQn? bzw. m bi Huckemann war verwirrt. „Der »Garage? Ja, an dem Abend, als das Unglück geschah, stand er dort, setzt steht er hinten im kleinen Stall ... Nun mutz ich «rauf und Mühsam einweihen! Das ist kerne Augenblicks Huckemann! Wer von den Angestellten könnte verdächtig sein?" . „Von der Belegschaft? Da lege ich meine Hand für ins Feuer! Für jeden! Don der Belegschaft kommt niemand in Frage!" Richttg, das meine ich auch. Also ist es em The- ter'__ einer der neuen Mieter." Vallendar machte, einen Rundgang und schnippte habet mit den Fingern. „Huckemann — die Sache klaren wir auf! Wir beide gemeinsam! Ich fühle es schon m den Flnger- spitzen wie alles zusammenhangt? Horen Sie zu. Heute abend rufen Sie die Belegschaft zusammen. i erhielt er auf n dem Polizei- her sein Tesch identen, eslaut Etzbach herbei- Studentenschaii ierg aus; am BerhaMungen Polizei hatlel B auf Seiten ?n sogar einen eiert hatte, uitskonzerte, di- 116 unter ihrem Sommerzeit ® Garten veM Publikum NW außerhalb mer die Zaun- Zartenstraße auf Aelände.herm olooortrage; w (eil des litfi an und ver Igete Stille fäftigin Seil* en W b-'-ms ließen. Ibendkonzerte erte wieder * ““phg. hm-rN. der pW? - °uix7 -nd- K',f» ehr^ ^'^sse \ lasse (1Oo kjl (*20 E ul*. ^Unwillkürlich ballten sich die Hände de- Tank. warts zu Fäusten. Das mußte ihm wlherfahren! Gerade jetzt! Um zehn erschien her erste Pachtbewerber — und Polizei, Kriminale in der Garage! In her Garage, in her er, Huckemann her - — ----- Wenn das Hilde erführe ! fahren, Fräulein Sandner! Da müssen neue Kabel ’rein — der Wagen muß repariert werden ..." „Ich muß doch aber ins Geschäft!" rief sie, nun auch empört. „Ich muß in fünf Minuten dort sein! Ich komme zu spät!" , Der Schokoladenvertreter Zornack tauchte auf. Ist Ihnen auch etwas am Wagen zerstört wordey? Mein Drücker ist durchfeilt. Glatt durchfeilt. Ich habe ein'Sicherheitsschloß, das niemand so leicht aufbekommt. Ich muß nämlich meine Ware im Wagen lassen. Aber ich werde die ©aragenleitung verantwortlich machen, wenn etwas fehlt!" ,Lch drehe durch!" stöhnte Huckemann. Ein neuer Wagen fuhr an C vorbei. Schmitz hielt und stieg aus. Er lächelte schon wieder. „Gott fei Dank: ich bin mit einem blauen Auge davongekommen! Mein Wagen ist in Ordnung. Man hat nur mein Vorlegeschloß beschädigt... Ist hier auch eingebrochen worden?" ,Sieht einer mit dem Krückstock!" schimpfte Zornack. „Aber meine Ware scheint da zu sein. Nee, meinen Wagen haben sie nicht aufbekommen. Patentschloß, meine Herrschaften! Sieht man doch, wo- 3U Ihre^Tür'haben Sie nicht aufbekommen?" Mißtrauisch sah Fritz ihn an. „Aber den Drücker abgefeilt? Merkwürdig! Wozu denn?" „Darum sollten Sie sich kümmern, Herr Hucke- Ich muß eine Droschke nehmen .. " Charly sah auf die Uhr. „Lassen Sie meinen Wagen ausbessern, Huckemann!" Ihr kleiner Aerger war verflogen Es war ja so gleichgültig. Was lag an dem Wagen-' Morgen, morgen — im Achtzylinder! Den Hut in her Hand, kam Schmitz auf sie zu. Darf ich Sie vielleicht mitnehmen, gnädiges Fraulein? Ich muß nämlich zu meinem Verleger, aber ich brauche nicht so pünktlich zu sein. Er lachte ^^Sehr liebenswürdig, Herr Schmitz! Ich nehme Aus den Gießener Gerichtssälen ^D^Brummen seines Motor- Derfdjlang Hucke- monns empörte Antwort. Zornack entschwand ,m Sonst zu feinem Menschen ein Wort! Auch nicht zu Mühsam! Mühsam ist ein ängstlicher alter Herr. Sie haben recht: her würde gleich die Polizei rufen. Und dann gäbe es schockweise Unannehmlichkeiten ... Wir, Huckemann und Vallendar — verstehen Sie — wir beide werden uns den Burschen greifen. Ich komme heute abend früh zurück. Werde alles vorbereiten. Ist her Raum hinten frei? Ja? Also wundern Sie sich nicht, wenn gegen Nachmittag em Last- wagen hier Unterkunft sucht. Weisen Sie ihm den Platz an! Tun Sie ganz harmlos! Verlassen Sie sich auf mich! Es geht, hier um mehr als nur darum, einen Spitzbuben zu fangen ... Begriffen, Huckemann?" Sein Temperament war unwiderstehlich. „Wenn Sie meinen, Herr Vallendar —?" „Ich meine! Wie wär's, wenn Sie morgen Mühsam erzählen könnten: Das und das ist geschehen, aber wir haben den Halunken, und fo und so heitzt er, wir haben ihn festgenommen!?" Fritz strahlte. „Ja, bas wäre aüerbmgs grotz- ar,h(3ut, abgemacht! Hanbschlag, Huckemann! Ich fahre jetzt los. Komme heute zeitig zurück. Schreiben Sie alles auf, was sich ereignet hat! Aber im übrigen halten Sie ben Munb!" Er brückte bem Tankwart bie Hanb unb holte seinen Achtzylinder. Na ja! bachte Huckemann unb beschwichtigte feine Bebenken. Es wäre schon am besten so! Mühsam würbe ganz aus bem Häuschen geraten. Unb der Herr Vallendar — der wußte schon, was er wollte. Der würde die Sache schon fingern! Und dabei rieb sich Fritz die Hände, als habe er ben Missetäter dazwischen. „Wirb gemacht!" rief er Vallendar zu, der eben an ihm vorbeifuhr. Die Gedanken Vallendars aber gingen wieder einmal krause Wege. Schmitz —! Wie kam Schmitz ausgerechnet gestern abend in Ruffos Weinstube? Er hatte gelächelt Lag in dem Lächeln nicht ein geheimes Zugeständnis: Sie wissen schon, warum ich hier bin, Herr Vallendar? Also wurde Charly von der Polizei bewacht. Schmitz war Kriminalbeamter — natürlich! Und heute früh hatte er Charly selbst ins Geschäft ge- «tie Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufs- f ■cHung unb Betriebsführung, fetzte am gestrigen 1 )i(istagabenb mit einem weiteren Vortrag bie Wrte Vortragsreihe vor Betriebsführern unb fuh- . arten Mitarbeitern der Wirtschaft fort. Zahlreiche Mörer fanden sich dazu im Hotel Hindenburg em. )el Leiter der Fachabteilung Handel in her DAF., zy Erich Bittner, hieß Redner und Zuhörer erlich willkommen. 2er Redner Hans Budian (Berlin), ein Mtt- itbiter des Statistischen Reichsamts, sprach über )a5 Thema „Haushalt der Arbeitskräfte". Er be ape einleitend, daß die Frage des Haushalts her Irbeitsfräfte in der Wirtschaft nicht eine Frage jarieüe, die ausschließlich gegenwartsbedingt sei. ks handle sich nicht um. ein Problem allein der eksn Jahre, sondern um ein Problem, das schon ieil bem Kriege zur Aussprache stehe, unb das nur rvUbergehenb durch die Arbeitslosigkeit während yei Systemzeit überdeckt gemefen sei. Die Frage iatj leistungsfähigen Menschen berühre alle Na- lior en, die am Kriege teilnahmen, in gleidjem M-ße. Deutschland habe durch den Krieg 2 Mil- ionen Männer verloren, viele Mettschen seien wah- feiiD der vier Kriegsjahre ungeboren geblieben^ber £ri;g habe außerdem eine biologische Schwächung iui Folge gehabt, deren Auswirkung bis in unsere Hm fühlbar sei. Ein Krieg, eine Naturkatastrophe INI Leben eines Volkes, wirke immer in solcher fn ben Jahren nach dem Kriege sei leider nicht M ein quantitativer, fonbern auch ein qualitativer Riff gang der Arbeitskraft unseres Volkes zu ver- icchnen gewesen. Durch bie lange Arbeitslosigkeit eiiit viele Menschen der Arbeit entwöhnt worden mt, im Leistungsniveau zurückgefallen. Außerdem haie die Ausbildung des Nachwuchses in fast allen Bi-ufen während der Zeit der Arbeitslosigkeit nicht so ntensiv erfolgen können, wie es im Interesse der deitfchen Volkswirtschaft dringend notwendig gewißen wäre. Der Mangel an arbeitsfähigen Men- Mm überhaupt, wie auch der Mangel an qualisi- jifiien Facharbeitern werde sich noch über geraume Zck hinweg bemerkbar machen. a seinen weiteren Darlegungen zog der Redner (ein bas Problem her lleberalterung unseres Volke: in ben Kreis feiner Betrachtungen. Mit beson- bei»m Interesse folgte man ferner ben Ausführun- get über die Möglichkeiten der Behebung des Men- zelnen sei. Es habe sich zwar schon ein erfeulicher Gesinnungswandel angebahnt, der Wunsch zum Kinde sei lebendiger geworden, selbst in älteren Ehen werde eine größere Zahl Kinder geboren, als es noch vor Jahren der Fall war, aber noch fei das Soll unseres notwendigen Bevölkerungszuwach- 65 Mer ist doch selbstverständlich, daß man sich ilft!" Sein Wagen fuhr zur Ausfahrt hmaus Ich muß losmachen! grollte Zornack. „Ich ver säume mich! lieber den Schaden rede ich nachher n- Büro Das Schloß muß mir ersetzt werden. Mßerbem - scheid ja eine" nette Wirtschaft hier Vallendar fuhr jetzt an einem Buchladen vorüber unb hielt. Stieg aus, ging auf bas Schaufenster zu unb betrachtete bie Bücher. .. „Leihbücherei", stand aus kleinen Würfeln, d>e abenbs von innen erhellt würben. Vallenbar suchte. Unter einem Zettel „Neuerscheinungen" fanh (»r, mas er suchte, unb was er hoch nicht vermutet hatte: „Hans Schmitz: Das Tal der Verbannung. . Er las ben Titel ein paarmal. Dann wäre ia alles Unsinn, was er erklügelt hatte? Em Kriminal- beamter schrieb hoch keine Romane! Schmitz war also wirklich ein junger Schriftsteller, ber vielleicht hoffte' er könne burch ihn einen Filmstoff verkaufen. Was ftl®an3 ©ebanfen versunken, stieg Vallenbar wieher in seinen Wagen. (Fortsetzung folgt.) Privaturkünde, bie zum Beweise von Rechten unb Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, zu fälschen ober fälschlich anzufertigen urtb von ber Urkunde zum Zwecke ber Täuschung Gebrauch zu machen, unb in bie Wohnung ober in bas befriebete Besitztum eines anderen wiberrechtlich eingebrungen zu sein; H. G. unb E. G. waren beschulbigt, gemeinschaftlich einen anberen durch Gewalt ober burch Bebrohung zu einer Duldung genötigt zu Haden. An dem fraglichen Tage kamen die Angeklagten in bie Hofreite des Bauern Sch., um helfen Kuh abzuholen, bie biefer zum Gesamtpreis von 343,56 RM. an ben Ernst G. verkauft hatte, lieber ben ,______. Abschluß bes Kaufs hatte ber Angeklagte Ernst G. In Andettacht der gesamten Sachlaoe sei es not- einen Schlußschein ausgestellt, ben er mit bem wendig, die vorhandenen Arbeitskräfte auf bas h^arrien des Bauern Sch. als Verkäufer unterzeich- forgfälHgfte an b e n Punkten unserer Wirtschaft ein- nef hatte. Er legte ben Schluß!chein mit einem zusetzen, bie für bie Nation als lebensnotwendig zu Geldbetrag, ber kleiner als ber ausgemachte Kaufbezeichnen sind. An Hanb eines umfangreichen und preis war. in die Wohnung des Sch. Eine Ab- intereffanten statistischen Materials gab der Redner schrift von diesem Schlußschein hat die Kreisbauern- Aufschluß über die Gliederung ber Berufe innerhalb schäft nicht erhalten. Da Ernst G. den vollen Kaus- der deutschen Volkswirtschaft, er ließ aus anschau- preis nicht zahlen wollte und nur 342 Mark gab, lichem Zahlenmaterial die soziologische Struktur ein- erklärte Sch., er gebe die Kuh nicht eher heraus, meiner Berufe und Berufsgruppen erkennen, und bis der Kaufpreis vollständig bezahlt fei, und es sprach davon, in welcher Form die durch die 6ta= |Dme sich niemand unterstehen, ben Stall zu be- tiftif ermittelten Erkenntnisse für die zu treffenden treten. Als der Bauer Sch. sich in der Küche befand, Maßnahmen auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes um das Geld nachzuzählen, ging der Angeklagte ausgewertet werden können. Dor allem solle es ($rn[t G. in ben Stall, nachdem er vorher die Tür durch diese Erkenntnisse aus ber Statistik möglich mit Gewalt aufgerissen hatte, und führte die Kuh sein, in Zukunft die Fehlleitungen von Arbeitskräften heraus. Sch. lief den beiden Angeklagten, bie sich zu vermeiden und schon von der Lehrlingszuweisung schon mit der Kuh auf ber Straße befanben, nach her ben Arbeitseinsatz so zu lenken, daß den Inter- und versuchte, bem Ernst G. bas Tier zu entreißen, essen ber Nation am besten gedient ist. Die Ve- Heinrich G. jagte zu seinem Bruder: „Schlag ihm rufswahl sollte dabei durchaus auf dem Grunde ^ch den Stock auf den Kopf." Es gelang Sch. auch, der Freizügigkeit bestehen bleiben. die Kuh zu bekommen, er wurde aber von bem Für alle Parteibienststellen unb Behörben, für Angeklagten Ernst G. zur Seite gestoßen, her bie alle, die hier mitzuarbeiten berufen seien, sei es Kuh wieder an sich nahm. Dabei wirkte ber An- notwendig, bie Erziehungsarbeit so auszurichten, geklagte Heinrich G. mit. daß dem jungen Menschen, der vor der Berufswahl Der Angeklagte Ernst G. gab zu, ben Namen steht, Derstänbnis für volkswirtschaftliche Notwendigkeiten nahegebracht wirb. Der junge Mensch müsse solchen Berufen zugeführt werden, in denen er nicht nur ber Volksgemeinschaft unmittelbar wertvoll sei, sondern auch mit Lust und Liebe arbeite unb daburch mit einer Leistung aufzuwarten ver-, . möge, bie über das Maß ber Pflichterfüllung hin- AheM-MmNlsche Dökse. ausgehe. , . Mttagsbärse überwiegend freundlich. In seinen abschließenden Worten appellierte ber Frankfurt a. M., 18. Juli. Die Börse behielt Redner unmittelbar an feine Zuhörer, indem er Jie I }ng freundliche Grundtendenz. Seitens der Kund- aufforberte, mit bestem Willen an ber Behebung ber ,. würben mäßige Anlagekäufe fortgesetzt, die Nöte auf bem Gebiete des Arbeitseinsatzes mit^u« Qm Aktienmarkt überwiegend zu weiteren arbeiten und der Gesamtlage gegenüber alles Der- Besserungen um etwa 0,50 bis 1 v. H. führten, ftänbnis zu beweisen. Allerdings fehlte es auch weiterhin nicht an eben» solchen Rückgängen, doch waren sie nur vereinzelt anzutreffen. Die Umsatztätigkeit vermochte sich kaum zu beleben, was auch in zunächst nur außerordentlich wenig notierten Papieren zum Ausdruck kam. wobei er eine Glasscheibe zur Veranda eingeschla- IG.-Farben lebhafter mit 143,25 bis 143 bis 143,25 gen, die Türe zur Küche gewaltsam geöffnet, sechs (142,50). Fest lagen am Montanmarkt Rheinstahl Truhen und Spinde ausgebrochen und ebenfalls eine mit 135,40 (134,25). Hoher setzten ferner u. a. Reichs- Reihe von Gegenständen entwendet hat. Der An- bank mit 180,50 (180), Rheinmetall mit 113,75 geklagte war teilweise geständig. Sein als Zeuge (113,50), Gesfürel mit 125,75 (125) J-tn' wogegen vernommener Tippelfreund erschien sehr verdächtig, AG für Verkehr auf 111 (111,75) i auf ber Unbekannte zu sein. 97,25 (97,50) und Scheibeanstalt auf 205 25 (206) Der Angeklagte würbe eines schweren Diebstahls zurückgingen. Am Einheitsmarkt wurden die kurz- im Rückiall in zwei Fällen schuldig erkannt und lich in den amtlichen Börsenverkehr elngefuhrten unter Freisprechung im übrigen zu einer Gesamt- Ada-Ada-Schuh-Aktien bei größeren Umsätzen mit Zuchthausstrafe von zwei Jahre und 122 erstmals notiert. sechs Monaten verurteilt. Von ber Unter- Der Rentenmarkt lag unverändert ruhig suchungshaft werden drei Monate auf die Strafe und wies kaum Abweichungen auf. Reichsaltbesitz angerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden unv. 131,60, Dekosama I unv. 136,25. ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. In scheine I wurden mit 99,25 bis 99,35 (99,20) be= d-r Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der wertet. Don Serie II gingen Ium und Juli zunächst Angeklagte ein haltloser Mensch sei, auf ben auch' <" -»«; (qa ak form 94) nnd Ivater xum halb- bie schweren Zuchthausstrafen, die er bereits verbüßt hat, keine Wirkung gehabt haben. •Qltei U/e6ten Roman von Harald Baumgarten (oopyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35 19. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) .„Hat sich bei ber „Gemüsekraft" angesteck^, lichelte Fritz. Nur nicht ben Humor verlieren! Er tiat an ben Wagen und öffnete die Haube. Griff i- ben Motor hinein. Seine Finger kannten jebe Lthraube; er brauchte gar nicht hinzusehen ... Jioer jetzt erblaßte er. „Die Kabel sind durchge- jcinitten; da tann ber Wagen nicht anlaufen." »Charly beugte sich aus dem Wagen. „Die Kabel d.irchgeschnitten? Sie sind wohl nicht recht bei Ii-ofte, Herr Huckemann?" Mit der flachen Hand schlug er auf ben Kühler; bis Wut zersprengte ihn fast. „Ist nicht bas einzige! Die meisten Wagen aus ber Sammelgarabe C fri b kaput! Weiß ber Kuckuck, wer bas gemacht hat! Ci sie bem alten Pachter einen Streich spielen rollten?" .„Tankwart!" ertönte eine Stimme aus dem $nng. Hetzt kommen die Boxen dran, durchzuckte es z-jtz. Ich habe es gewußt! Natürlich — da hatte ;ixer bem alten Pächter einen bösen Stteich gelt eit ... „Bitte, wer ruft denn da?" Man konnte es schlecht verstehen, weil in A ein iJiotor ijeufte. Der Fahrer ließ ben Motor im Verlauf mächtig auf Touren kommen. Eigentlich rar bas verboten; bie Gase d erb ar ben bie Luft. !I»er Fritz griff heute nicht ein. „Tankwart!" Die Stimme klang beinahe Hag- lig. ,Ha, ich komme! Ach, Sie sind es, Herr rchmitz? Was ist denn los?" ___ „,Da hat einer hie Krampe von meinem Schloß bes Verkäufers Sch. unter ben Schlußschein geschrieben zu haben. Dies soll aber bei Schreib- übungen, bie er zu Hause gemacht haben will, geschehen (ein, unb ber Schlußschein, ben er zufällig bei sich gehabt habe, sei ihm offenbar in ber Wohnung bes Sch. aus. der Tasche gefallen. Im übrigen bestritten bie Angeklagten jegliche Schulb. Die Ehefrau Sch. bekunbete als Zeugin, baß sie von Ernst G. aufgeforbert worben sei, ben Schlußschein zu unterschreiben, was sie aber abgelehnt habe. Bezüglich ber weiteren Beschuldigungen, wurden bie Angeklagten überführt. Der Vertreter ber Anklage beantragte gegen Ernst G. eine Gesamtgefängnisstrafe von vier Wochen unb eine Gelbstrafe von 50 Mark, gegen Heinrich G. eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen. Die Angeklagten Ernst G. unb Heinrich G. wurden der gemeinschaftlichen Nötigung und Ernst G. des Hausfriedensbruchs schuldig erkannt und verurteilt: Ernst G. zu Geldstrafen von 200 und 50 Mark, zusammen 250 Mark, Heinrich G. zu einer Geldstrase von 200 Mark. Der Angeklagte Ernst G. roufbe von der Anklage der schweren Urkundenfälschung freigesprochen, -straferschwerend kam besonders das Verhalten der Angeklagten während der Verhandlung in Betracht. Die Kreisbauernschaft wird — wie ber Vorsitzenbe bes Gerichts betonte — sich mit ber Angelegenheit noch zu befassen haben, da ihr ein Schlußschein überhaupt nicht zugestellt würbe. llnton Heinrich Aretz in Mainz, mehrfach ein- fdügig vorbestraft, hatte sich wegen Einbruchbieb- fhols zu verantworten. Er hat gemeinschaftlich mit eism Unbekannten brei Einbrüche in ber Nacht trt-ri 10./11. Oktober 1938 ober um diese Zeit in ber ßigenb von Butzbach ausgeführt, unb zwar: 1. in len Häuschen des Pflanzgartens her Försterei Stufen, wobei er einen Fensterlaben ausgehängt ir* die Fensterscheiben eingeschlagen hat, sodann äigeftiegen ist und eine Axt entwendete; 2. tn bem ^gdhaus eines Fabrikanten von Butzbach, wobei tx an ber einen Tür ein Vorhangschloß mit Ge- wllt abgebrochen unb bas Fenster aufgerissen hat, ' (oiiann eingestiegen ist unb eine Reihe von Gegenwinden entwendete; 3. in einem Wochenendhaus, schenmangels in unserem Volke. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Frage des Wachstums unseres Volkes eine weltanschauliche Frage für jeden ein- OJixfpoit Der moderne Mnskamps und die SA. Von SA.-Obergruppenführer Beckerle. Bei den Olympischen Spielen in Berlin konnte Lnan feststellen, daß der moderne Fünfkampf bei den anwesenden SA.-Angehörigen größte Beachtung fand. Dieselbe Beobachtung konnte man bei den SA.-Reichswettkampfen und den NS.-Kampfspielen der letzten Jahre machen. Die Begründung hierfür liegt nicht etwa in der Einstellung, die jedem Mehrkampf gegenüber am Platze erscheint und die in seinem körper- und charakterbildenden Wert begründet liegt. Richt etwa in dem Gefühl, das den König von Schweden bei der Fünften Olympiade 1912 in Stockholm zu dem Sieger im Zehnkampf, dem Indianer Thorpe, sagen ließ: „Sie sind der wunderbarste Athlet der Welt!" Richt etwa in dem Empfinden, wie es solche gewaltige und begeisternde Leistungen auslösen. Es ist vielmehr die Erkenntnis, die ihren Niederschlag fand, daß wir hier einen Wettbewerb vor uns haben, der wie kaum ein zweiter rein wehrsportlichen Charakter trägt. Diese Erkenntnis wird auch durch die Geschichte des modernen Fünfkampfes bestätigt. Ganz klar kommt der wehrsportliche Charakter zum Ausdruck, wenn man das „Pentathlon" in das Auge faßt, das zur Begründung dos modernen Fünfkampfes Veranlassung gab. Es stand im Mittelpunkt der Olympischen Spiele und bestand aus Weitsprung mit Anlauf, Wettlauf über eine Stadionlänge, Diskuswerfen und Ringen. Aristoteles bezeichnet die Fünfkämpfer als „die schönsten Leute, da ihr Körper zur Kraftleistung und zur Schnelligkeit in gleicher Weise befähigt ist." Mit Recht sahen die Hellenen im Pentathlon den für die Wehrertüchtigung wertvollsten Wettbewerb ihrer Olympischen Spiele, in dem die Wehrhaftigkeit besonders zu erproben war. — Es war bezeichnend, daß es hauptsächlich Spartaner waren, Angehörige dieses wehrstarken, gestählten, kriegstüchtigen Stammes, die den Sieg im Fünfkampf er- ranaen. An Stelle der Waffen der Soldaten der alten Zeit find die Waffen des Soldaten der Neuzeit getreten, an Stelle der für den griechischen Soldaten zur Slählung und zur Erhaltung seiner Wchr- tüchtigkeit dementsprechend wichtigen Hebungen die dem Soldaten unserer Zeit gemäßen. Diese Erkenntnis hat sich immer mehr durchzusetzen begonnen. Man liest immer mehr von Bezeichnungen als militärischer Fünfkampf, als dem Fünfkampf der Soldaten, man findet Vergleiche mit den Wettkämpfen der Ritter des Mittelalters. Der wehrsportliche Charakter des modernen Fünfkampfes zeigt sich in seiner Entwicklung seit der Einführung bei der Olympiade in Stockholm 1912 aber auch darin, daß die Sieger seither stets Offiziere waren und daß man unter den Teilnehmern neben einer Heben zahl von Soldaten nur ganz vereinzelt Zivilisten finden konnte. Ein Rückblick auf die Geschichte und die Entwicklung des modernen Fünfkampfes unterstreicht die Erkenntnis von seiner wehrsportlichen Eigenart. Sehen wir uns doch nun die Wettbewerbe einmal im einzelnen an. Der moderne Fünfkampf besteht aus: 1. Reiten (einem Geländeritt von 5000 Meter in wechselndem Gelände mit Hindernissen). 2. Fechten (Stoßdegen). 3. Schießen (20 Schuß in 4 Serien zu je fünf Schuß, mit Pistole oder Revolver, auf Mannscheibe in 25 Meter Entfernung). 4 Schwimmen (300 Meter Freistil). 5. Laufen (4000 Meter Geländelauf). Bei dem Reiten fällt uns besonders die Bestimmung auf, daß die Pferde vom Träger der Orga- nisation gestellt und dann von den Teilnehmern ausgelost werden, die sie vor dem Wettkampf nicht reiten dürfen. Gegen diese Bestimmung ist immer wieder Sturm gelaufen worden, weil dadurch „alles zu einem Spiel des Glückes gemacht werde", da der beste Reiter sich mit einem schlechten Pferd sich nicht durchsetzen könne und das Los allein den Ausgang des Wettkampfes entscheiden müßte. Wir SA- Ängehörigen haben gar keine Veranlassung, für oder gegen solche Begründungen Stellung zu nehmen. Wir bejahen die Bestimmung der Auslosung an sich schon deswegen, weil auch darin ein wehrsportlicher Gedanke verankert ist. Man muß auf jedem Pferd reiten können, wenn es darauf ankommt, und bei dem Einsatz, als dessen Spiegelbild wir ja den modernen Fünfkampf ansehen, kommt es eben darauf an, daß man auch auf irgendeinem fremden Pferde reiten kann. Unb aus demselben Grunde bejahen wir es auch, daß im Gegensatz zu dem sonst bei Fechtkämpfen üblichen nur ein Treffer entscheidet. Denn auch hier kommt es darauf an, eben diesen einen ersten Treffer zu setzen, der den Gegner unschädlich mad)t und außer Gefecht setzt. Während wir aber über das Pistolenschießen, das Laufen und das Schwimmen als Wettbewerbe des modernen Fünfkampfes nichts zu sagen haben, beschäftigen uns auch Erwägungen, die das Reiten und das Fechten angehen, Erwägungen, die teilweise schon von anderer Seite oft an- gestellt wurden. In der Klasse B des modernen Fünfkampfes hat man feit 1937 bei der Wehrmacht, bei den SA - Reichswettkämpfen und bei den NS.-Kampfspielen das Kraftradgeländefahren an Stelle des Reitens durchgeführt, um auch den nicht berittenen Soldaten unb den Nicht-Reitern die Möglichkeit zu geben, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Unb wir fin- ben auch sonst die verschiedensten Versuche in Ordnung, den wehrsportlichen Fünfkampf den Bedürfnissen anzugleichen, die die Einsatzgesichtspunkte auferlegen. Die SA. hat einen Fünfkampf für SA.- Führer eingeführt, bei dem neben Pistolenschießen und 3000-Meter-Geländelauf Weitsprung, hand- granatenzielwurf unb 100-Meter^Schwimmen gefordert wird. Alle diese Versuche sind zu bejahen und zeigen nur, daß das Wesen des Pentathlon im nationalsozialistischen Deutschland richtig erfaßt worden ist. Die Wettbewerbe des modernen Fünfkampfes können eben nicht feststehend sein für alle Zeiten, sondern sie müssen sich im Gegenteil von Zeit zu Zeit ändern unb anpassen, um eben den Charakter dieses Wettkampfes zu erhalten. Wie bei allen wehrsportlichen Kämpfen sind die Waffentechnik und die Ausbildungsnotwenbigkeit der Armee maßgeblich. Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß wir SA.-Angehörigen den modernen Fünfkampf als wehrsportlichen Mehrkampf anerkennen müssen. Wie kaum ein zweiter ist er würdig und geeignet, der Wettkampf des SA.-Führers zu werden. Er umfaßt Wettbewerbe, in denen jeder SA.-Führer Meister sein muß, die vor allem von jedem Nachwuchsführer beherrscht werden müssen. Infolge seiner besonders körper- und charakterbildenden Bedeutung ist er darüber hinaus für weitere SA.-Ange- hcirige, die die Möglichkeit haben, ihn zu pflegen, erstrebenswert. Infolge feiner Entstehung, seines Wesens und seiner Ableitung in unserem Sinne bietet er die Grundlage, für Sonde re in heilen, wie z. B. die Marine-SA., umgebaut zu werden und gegebenenfalls den Anschauungen einer vielleicht nahen Zukunft gemäß entwickelt zu werden. Im Rahmen des Wehrsportes der SA. wird er eine sinnvolle Entwicklung erleben können. Es wird auch zu prüfen sein, ob nicht sofort eine Durstführung bei den Wettkämpfen der SA. nach den für uns maßgeblichen Altersklassen erforderlich wird. Das dürfte um so wichtiger sein, als ja gerade die Erhaltung der Wehrkraft mit Hilfe des Wehrsportes bis in das höchste Alter hinein den Wert eines solchen Wettbewerbes besonders für das SA.-Führer- korps ausmacht. Wir wollen uns deshalb aufrichtig freuen, daß der Stabschef bestimmt hat, daß der moderne Fünfkampf unter die von der SA. betriebenen Lei. besübungen aufgenommen wird. Er hat mich damit beauftragt, die Ausbildung der Fünfkämpfer der SA. zu leiten. In Lehrgängen auf den Sportschulen der Gruppe Hessen in Frankfurt a. M. wird die Grundlage für diese Ausbildung gelegt. Wir können auf eine sehr günstige Entwicklung innerhalb der SA. hoffen. Wir erstreben fte sehr bald, um uns schon in den nächsten Jahren mit unseren Kameraden von der Wehrmacht, der Polizei und der ff, die auf diesem Gebiete einen großen Vorsprung haben, unter gleichen Voraussetzungen messen zu können. Wir freuen uns auch deshalb darauf, weil wir glauben, auch der großen Zahl der heldischen unb kämpferischen Männer der SA. in Zukunft auch einen Teil des Nachwuchses stellen zu können, aus bem der von dem General Reichenau geführte deutsche Fünfkämpferaiisschuß diejenigen bestimmt, die die deutschen Farben im Kampf mit anderen Na- Honen vertreten. Die Kreismeisterschasts-Rölkrunde im Zaustball der Altersklasse I. Zu der Rückrunde waren am Sonntag auf dem Hof der Zeughaus-Kaserne in Gießen sämtliche vier Mannschaften, die fchon die Vorrunde bestritten hatten, angetreten. Bei gutem Wetter konnten die erforderlichen sechs Spiele reibungslos abgewickelt werden. Da immer nur zwei Mannschaften spielten, hatten die beiden spielfreien Mannschaften Gelegenheit, ihre Gegner auch von außerhalb des Spielfeldes zu beobachten. Wie zu erwarten m,ar, hatten sämtliche Mannschaften die Zwischenzeit benutzt, um ihr Können zu verbessern und auch durch Einstellen neuer Spieler ihre Schlagkraft zu erhöhen. Im ersten Spiel standen sich Nauborn und Niedergirmes gegenüber. Nauborn war von Anfang an überlegen und konnte in der zweiten Halbzeit' das Spiel' mit größerem Punktvorsprung für sich entscheiden. Im nächsten Spiel zeigte sich Wetzlar den Gießener Polizisten gegenüber stark im Vorteil, zumal die Polizeimannschaft in der zweiten Halbzeit keinen Widerstand mehr leistete. Dieses Spiel konnte infolgedessen Wetzlar mit der geringsten Fehlerzahl gewinnen. Wohl das spannendste Spiel war wieder das Zusammentreffen von Nauborn und Wetzlar, in dem sich keine Mannsck)aft der anderen überlegen zeigte. Mit wechselndem Punktvorsprung sah es ausgangs des Spieles so aus, als ob Nauborn gewinnen sollte. Jedoch brachten einige Fehler in der letzten Minute den Ausgleich, so daß das Spiel unentschieden beendet wurde. Das Treffen zwischen Niedergirmes und bei; Polizei konnte die erste Mannschaft, nachdem sie ständig leicht geführt hatte, für sich entscheiden. Im Spiel Nauborn gegen Gießen spielte die Nauborner Mannschaft völlig zerfahren, so daß die Polizei in der Halbzeit mit vier Punkten Vorsprung führte. In der zweiten Halbzeit machte jedoch Nauborn nur noch fünf Fehler und gewann mit drei Punkten Vorsprung. Zum Schluß lieferten sich Niedergirmes und Wetzlar ein sehr verbissenes Spiel, wodurch gerade auf beiden Seiten viele Fehler entstanden. Wetzlar gewann mit einem Punkt. Die Zpielergebnisse: Niedergirmes — Nauborn (12:17) Wetzlar — Gießen (25:11) Nauborn — Wetzlar (14:15) Niedergirmes — Gießen (16:12) 24:36 50:18 25:25 34:27 Nauborn — Gießen (14:18) 28:23 Niedergirmes — Wetzlar (19:19) 35:36 Tabellenstand von Vorrunde und Rückrunde: Wetzlar ..............11 Punkte Nauborn ........- . - - 9 Punkte Niedergirmes 4 Punkte Gießen ...........- . 0 Punkte Die Mannschaft des Turnvereins Wetzlar hat nunmehr den Kreis bei den Gaufpielen zu vertreten. Es wäre jedoch bei dem geringen Kräfteunterfchied der Nauborner Mannschaft zu wünschen, daß sie als zweiter Vertreter des Kreises an diesen Spielen teilnimmt. Runhfunfprogramm Donnerstag, 20. Juli. 5 Hhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP., Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Fantasie in g-moll von Joh. Pachelbel. Morgen, spruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das kleine Dresdner Orchester. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. „Ohne Sorgen jeder Morgen." Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders Königsberg. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. (Liederblatt 8.) 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Leichte Mittags- mufit.14: Nachrichten. 14.10: „Schwarz-Weiß"-Künft- ter. (Jndustrie-Schallplatten.) 14.45: Für unsere Kin- der: Wir erzählen euch Märchen aus dem Spessart. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Rundfunkorchester Leipzig. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nachrichten. 2. Die zusätzliche Gefolgschaftsversorgung. 18.30: Ein fröhlicher Feierabend. Solange noch die Sonne scheint ... Hoch Paddellust und Fröhlichkeit. Heitere Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Mit 500 PS durchs Reich der zehnten Muse. Bunter Abend am ersten Trainingstag zum Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Beliebte Rennfahrer sagen an. 22: Nachrichten. 22.15: Spor/» nachrichten in Kürze. 22.20: Großer Preis von Deutschland. Die besten Rennfahrer der Wett auf dem Nürburgring eingetroffen. 22.30 bis 24: Volks- und Hnterhaltungsmufik. Biber in Deutschland Don Professor Dr. Gustav Hinze 75 Seit. m. 9 Textabbildungen u. 62 Abbildung, auf Kunstdrucktofeln nach Naturnrbundcn des deutsch. Bibervaters Amtmann Behr Herausgegeben von der Reichsstelle für Naturschutz, Berlin 3n Leinen gebunden RM. 3,00 Wie Wisent und Elch, so gehört auch der Biber zu jenen Tierarten, die einst in Deutschlands (Bauen weit verbreitet waren, aber durch das unnachsichtige Eingreifen des Menschen mehr und mehr der Vernichtung anheimfielen. Es gehört heute zu den wichtig, sten Aufgaben allerIreunde unserer heimischen Tierwelt, dieses seltsame Nagetter.vor dem Aussterben zu schützen und die wenigen in Deutschland noch vorhandenen Biber zu erhalten und zu hegen. Ein hervorragender Kenner gibt hier in trefflichen Schilderungen und herrlichen Natururkunden ein anschauliches Lebensbild vom deutschen Biber. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde 49800 Heute nacht 1 % Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, meine liebe, gute Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Marie Clara Staus geb. Döring im Alter von 38 Jahren. In tiefer Trauer: Ernst Staus Familie Döring nebst Angehörigen. Gießen, Bottenhorn, den 18. Juli 1939. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 20. Juli, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Gießen (Liebigstr. 80), den 19. Juli 1939. 03556 Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die Blumenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Wißmann bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Daniel Polster sagen wir allen unseren tiefgefühlten Dank. Madeleine Polster und Kinder. Bekanntmachung. Vetr.: Ehrenkreuz der Deutschen Mutter. Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter können noch gestellt werden, auch von Müttern unter 60 Jahren. Das Ehrenkreuz wird verliehen an Mütter, die mindestens vier Kinder lebend geboren haben, falls die Eltern der Kinder deutschblütig und erbtüchtig sind, und die Mutter der Auszeichnung würdig ist. Antragsvordruck wolle alsbald beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14) in den Sprechstunden werktags von 8 bis 10 Hhr und 15 bis 16 Uhr - mittwochs und samstags nur vormittags — abgeholt werden^ Meldeschluß: Montag, 31.Jnli 1939. An diesem Tage müssen alle Vordrucke ausgefüllt und von der zu ehrenden Mutter unterschrieben beim Standesamt eingegangen sein, andernfalls Verleihung zum 1. Oktober 1939 (Erntedanktag) nicht mehr vorgeschlagen werden kann. G ic ß e n, den 5. Juli 1939. 4789 C Trohe, den 19. Juli 1939. 03554 4982D Der Oberbürgermeister. I. V.: Vogt, Beigeordneter. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Tochter Irmgard Heuser sowie für die Kranzspenden, den Schul kameraden und dem Herrn Pfarrer Naumann sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Heinrich Heuser. [ Einspaltige | werden zum ermäßigten Arbeitsvergebung. ~*c. Erd , Maurer» und Jsolicrungsarbeitcn zum Erweiterungsbau der medizinischen Poliklinik der Universität Gießen sollen im öffentlichen Wettbewerb auf Grund der V.O.B. vergeben werden. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Mittwoch, den 26. Juli 1939, vorm. 19 Ubr, auf dem Neubaubüro des Hess. Hochbauamts Gießen in der Klinikstraße 32 (Verwaltungsgebäude) einzureichen, wo die Eröffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Bewerber stattfindet. Die Leistungsverzeichnisse kön- nen, solange Vorrat reicht, in der Zeit von 7 bis 13 I und 15 bis 18 Hhr im Neubaubüro .Klinikstraße 32 abgcholt werden. Tort liegen auch die Pläne zur Einsicht offen. Klpinan?pinpn 6'undprcis von 5 Pt ,ür die j vi°ß°», is.3uii iro. MvlliaiUvIlM MJiiimetef$sUe veröffentlicht! 1 . tzejj, tzMftUMKM Bekanntmachung. Fliegeralarmübung in Gießen. Am Donnerstag, dem 20. Juli 1939, werden in Gießen zwei Fliegeralarmübungen durchgeführt. Die Bevölkerung der Stadt Gießen wird aufgcfor- dert, die nachstehend aufgeführten Anordnungen, die bereits durch den Reichsluftschutzbund in allen Kursen gelehrt worden sind, genauestens zu beachten. 1. In allen Gebäuden: Da die Alarmübungcn am Tage durchgeführt werden, erfolgt keine Verdunkelung der Räume. Die luftschutzmäßige Herrichtung der Häuser wird nicht durchgeführt. Beim Ertönen der Großalarmgeräte (Sirenen) sind alle Fenster zu öffnen. Vorhandene Fensterläden sind zu schließen. Das Schließen der Fensterläden bzw. Rolläden muß aus Hebungsgründen unbedingt erfolgen. Sämtliche Bewohner, mit Ausnahme von schlafenden Kindern und Kranken, müssen in die Schutzräume. Die Heberwachung dies,- Anordnung ist Aufgabe der Luftschutzwarte, die für hic Durchführung verantwortlich sind. Die Bewohner bleiben in den Schutzräumen bis zur Entwarnung, die ebenfalls durch Sirenensignal bekanntgegeben wird. Der Aufenthalt in der Wohnung und an den Fenstern ist strengstens verboten und wird in jedem Falle bestraft. Die Haustüren müssen zu, jedoch nicht verschlossen sein. 2. In den öffentlichen Lokalen und Geschäften: Beim Ertönen des Alarms dürfen keine Personen die Gebäude verlassen. Der Verkauf ist für die Dauer des Alarms einzustellen. Tie Gebäude sind wie zu 1. herzurichten. Soweit Rolläden an den Schaufenstern vorhanden, sind diese zu schließen. Anwesende Personen (Käufer u. dgl.) sind, soweit Schutzräume vorhanden sind, in diese zu bringen. Es ist Pflicht eines jeden Geschäftsinhabers, zu überprüfen, ob seine Schutzräume für das anwesende Publikum ausreichen. Bei der Entwarnung ist der Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen und das anwesende Publikum kann auf die Straße entlassen werden. 3. Auf her Straße und öffentlichen Plätzen: a) Fußgänger: Beim Alarm müssen sämtliche Personen die Straßen räumen. Soweit öffentliche Schutzräume in der Nähe sind, sind diese aufzusuchen. Alle anderen Personen müssen sich in Toreinfahrten oder Häuser unterstellen. Kinderwagen sind, soweit möglich, untcrztl- stellen. b) Fuhrwerke: Die Fahrzeuge sind, wenn möglich, unter Bäumen abzustellen und zwar so, daß der Verkehr auf der Fahrbahn nicht behindert wird. Tiere (Pferde oder Kühe) sind auszuspannen und in Hallen oder unter Bäumen unterzustellen. Sie müssen angebunden werden. Die Fahrer stellen sich an geeigneter Stelle unter. An den Fahrzeugen sind die Bremsen anzuziehen. Lebens- und Futtermittel auf den Fuhrwerken sind gegebenenfalls abzudeckcn. c) Kraftfahrzeuge: Sämtliche Kraftfahrzeuge haben beim Ertönen des Marms-anzuMtev. Md M.jo.(mjaujteüen, daß per Verkehr nicht gestört wird. Soweit möglich, sind die Fahrzeuge unter Bäume zu stellen. Die Bremsen sind anzuziehen und die Motore abzustellen. Die Fahrer bzw. Insassen begeben sich in die nächsten Schutzräume bzw. Toreinfahrten. d) Radfahrer: Die Radfahrer müssen die Fahrräder in Höfen oder Gärten abstellen. Die Radfahrer selbst müssen in die nächsten Schutzräume oder Toreinfahrten gehen. e) Oeffentliche Verkehrsmittel. Alle öffentlichen Verkehrsmittel müssen beim Ertönen des Alarms sofort anhalten. Straßenkreuzungen müssen srcigemacht werden. Die Fahrgäste müssen aussteigen und die nächsten Schutzräume oder Häuser aufsuchen. Omnibusse sind so aufzustellen, daß der Verkehr nicht gestört wird. Die Verkehrsmittel sind durch Anziehen der Bremsen und Abstellen der Maschinen zu sichern. 4. Erweiterter Selbstschutz: In allen erweiterten Selbstschutzbetrieben sind die Maßnahmen wie in den Wohnungen, unter Berücksichtigung der besonderen Anweisungen für den Betrieb, durchzuführen. Entlassung der Belegschaft darf erst bei der Entwarnung erfolgen. 5. Wertluftschutzbetriebe: Die Werkluftschutzbetriebe haben sich, soweit Maßnahmen nach außen in Betracht kommen, der Hebung anzuschließen. Für die Maßnahmen innerhalb der Betriebe sind die für den Werkluftschutz erlassenen Bestimmungen maßgebend. Die Gefolgschaft darf während des Alarms nicht aus dem Betrieb entlassen werden. 6. Oeffentliche Luftschutzräume: Die öffentlichen Luftschutzräume sind durch Hinweisschilder kenntlich gemacht. Den Lustschutzraum- ordnern ist unbedingt Folge zu leisten. Das Rauchen in allen Schutzräumen ist verboten. 7. Dienstfahrzeuge der Wehrmacht, Polizei, Feuerwehr, Aerzte und des Sanitätsdienstes: Diese Fahrzeuge können während des Alarms zur Durchführung ihrer Aufgaben ungehindert passieren, wenn sie als solche zu erkennen sind oder die Fahrer bzw. Insassen die Dienstfahrt glaubhaft nachweisen. 8. Alarm- und Entwarnungssignale: Der Alarm erfolgt durch die Großalarmgeräte (Luftschutzsirenen). Alarmsignals 2 Minuten lang dauernd unterbrochener Heultom Entwarnungssignal: 2 Minuten lang tiefer Dauerton. 9. Personen mit ansteckenden Krankheiten: Personen mit ansteckenden Krankheiten dürfen nicht in die von anderen Personen besuchten Schutzräume gehen bzw. ausgenommen werden. Sie sind jedoch verpflichtet, sich in anderen geeigneten Räumen unterzustellen. Den eingesetzten Kräften der Polizei und des Reichsluftschutzbundes ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Luftschutzgesetzes vom 26. 6. 1935 und den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen bestraft. Gießen, den 17. Juli 1939. Der Polizeidirektor. M. d. F. b.: Heinackcr Hauptmann her^chutzpol^ei.