Nr. HO Erstes Blati 189. Jahrgang Montag, 19. Juni 1939 Erschein! täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . w -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei N. Lange in Gießen. Schriftleilung und Geschaftrftelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittag» Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25"/, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- 1L behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Moskauer Besprechungen unterbrochen. Oer Kreml fordert schriftliche Festlegung der Fernost-Verpftichtungen Englands. Strang erbittet neue Instruktionen. Warschau, 18. Juni. (DNB.) Wie die Agentur ATE. berichtet, sind die Moskauer Besprechungen mit dem Sonderbeauftragten des Foreign Office, Strang, für kurze Zeit unterbrochen worden. Mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen sei frühestens am Montag zu rechnen. Strang habe sich nach langen Beratungen von den Botschaftern Englands und Frankreichs mit London in Verbindung gesetzt. Er habe um neue Instruktionen unter Hinweis auf die Vorbehalte gegeben, die von sowjetrussischer Seite zum Projekt des Dreierbündnisses gemacht werden. Die Warschauer Agentur bezweifelt nicht, daß Strang seinen Aufenthalt in Moskau, für den ursprünglich drei bis vier Tage vorgesehen waren, verlängern muß. Von anderer gut unterrichteter Seite wird dem Deutschen Nachrichtenbüro hierzu bestätigt, daß in erster Linie die schwerwiegenden Meinungsverschiedenheiten über die Frage der Fernostver- p f l i ch t u n g e n Mr. Strang dazu veranlaßt habe, aus London neue Instruktionen einzuholen. Man hatte sich in London, als man Strang mit der Moskauer Mission betraute, der Hoffnung hingegeben, daß allein schon die Entsendung eines solchen namhaften „Sonderbotschafters" genügen würde, Moskau von seinem Verlangen auf schriftliche Skizzierung der Bedingungen des Dreierpaktes abzubringen und es mit nagen Z u - sichern n gen britischen Hilfsbereitschaft f ü r den Fall von Konflikt en im Fernen Osten zufriedenzustellen. Wie sich jedoch nunmehr im Laufe der Verhandlungen immer mehr erwiesen hat, verlangt Moskau ganz stur die Fe stlegung der britischen Verpflichtungen im Falle von Verwicklungen im Fernen Osten, was natürlich praktisch für Großbritannien den Verlust auch des letzten Restes seines P r e st i g e s im Fernen Osten bedeuten würde, und was es außerdem gerade jetzt angesichts der Vorfälle in Tientsin in eine sehr unangenehme Lage Japan gegenüber bringen würde. In Moskauer politischen Kreisen ist in diesem Zusammenhang bezeichnenderweise der Hinweis auf die Erfahrungen der Tschecho-Slowakei aufgetaucht, die ebenfalls im Besitz von unbestimmten englischen Zusicherungen war, die aber bekanntlich in keinemAugenblick auch nur im geringsten zur praktischen Auswirkung kamen. Aus dieser keineswegs beneidenswerten Lage weiß nun Mr. Strang keinen anderen Ausweg, als sich vom Foreign Office neue Instruktionen zu erbitten, da er natürlich allein aus eigner Verantwortung die Folgen eine etwaigen schriftlichen Skizzierung der brittischen Verpflichtungen im Fernen Osten, die England solange wie möglich unbedingt vermeiden will, nicht auf sich nehmen kann. In Moskauer amtlichen Kreisen bewahrt man demgegenüber im Bewußtsein der stärkeren Position gegenüber den krampfhaften Eiertänzen der britischen Außenpolitik eine eiskalte Ruhe, und man will im Kreml selbst- verständiich seine evtl. Beteiligung an der britischen Einkreisungspolitik so teuer roie nur möglich 'verkaufen. Wachsende Nervosität in London. Die britisch-japanische Spannung. Dr.Li. London, 19.Ium. Die neue Woche hat begonnen, ohne daß in der seit fünf Tagen zu beobachtenden Nervosität über die Lage in Tientsin auch nur die geringste Abschwächung eingetreten wäre. Das Gegeni^il scheint der Fall zu sein. Denn Presse und politische Kreise beschäftigen sich am Montag nicht nur mit Tientsin, sie kommentieren auch angebliche anti- britische Vorgänge in Amoy, Kanton, Schanghai und anderen chinesischen Städten mit enalischen Konzessionen oder Internationalen Niederlassungen. Es heißt, stellenweise seien in China Gruppen einer „a n t i b r i t i s ch e n patriotischen Liga" aufgetaucht. Diese würden in Druckschriften und Reden die chinesische Bevölkerung gegen England einzunehmen versuchen. Die japanische Haltung habe bereits Schule gemacht und an anderen Stellen zu den ersten Anzeichen einer sich auch hier am bahnenden englisch-japanischen Spannung geführt. White-Hall, Downing - Street und Westminster werden am Montag völlig im Zeichen der englisch- japanischen Spannung stehen. Der Außenpolitische Ausschuß des Kabinetts wird sich vormittags mit der Lage in Tientsin beschäftigen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Ministerbesprechung in größerem Rahmen folgen wird und Chamberlain sich noch Montag entschließt, eine Konferenz des G e - samtkabinetts zusammen zu berufen. Aus der Vielzahl der angedeuteten „Druckmaßnahmen" gegenüber Japan wird erneut folgende Linie kenntlich: Auf wirtschaftlichem Gebiet erwägt London die Kündigung des englisch-japanischen Handelsvertrages vom Jahre 1911. Man spielt mit dem Gedanken der Einführung von Strafzöllen für die japanische Ausfuhr nach England, und schließlich läßt man sich die Tür für weitere Chinakredite offen, um nach dem Muster der anfangs dieses Jahres gewährten Fünf- Millionen - Pfund - Garantie den chinesischen Silberdollar zu ungunften der von Japan eingeführten neuen chinesischen Währung z u stütze n. Als weitere Druckmaßnahme dürfte London, wenn Andeutungen der Presse stichhaltig sind, schiffahrtspo^itische Druckmaßnahmen im Auge haben, lieber den Charakter derartiger Schritte wird noch nichts Genaueres gesagt^ jedoch scheinen politisch interessierte Kreise sich Positives von den in Singapur anberaumten englisch- französischen Beratungen zu versprechen. Mit einem drohenden Unterton schreibt der „Daily Telegraph": „Die englischen Kriegsschiffe im Fernen Osten sind jederzeit bereit, gegebenenfalls nach neuen Stationen auszulaufen." Die bereits in der vergangenen Woche besprochene Sperre englischer Häfen für die japanische Schiffahrt wird auch wieder angeschnitten. Bemerkenswerterweise werden diese und ähnliche Drohungen jedoch von dem Hinweis begleitet, das englische Kabinett sei nach wie vor bereit, die Entwicklung in Tientsin als örtlichen Zwische.nfall gelten zu lassen und ihn dementsprechend zu behandeln. Das „Unabhängige Dreier- Komitee" scheint noch immer nicht als Basis einer Beilegung des Zwischenfalls aufgegeben worden zu fein. Die Presse bemüht sich, ein möglichst schwarzes Bild der Lage zu zeichnen. Sie spricht von einer nahezu ausgehungerten Bevölkerung in der englischen Niederlassung von Tientsin, von Leibesvisitationen auf offener Straße, Beleidigungen und Tätlichkeiten an einem englischen Mädchen, einer zunehmenden antienglischen Propaganda der japanischen Stellen und einer Engerziehung der „Hungerblockade". Der Zweck derartiger Meldungen wird erleuchtet durch die redaktionellen Kommentare, die die Berichte aus Tientsin begleiten. Diese laufen darauf hinaus, von der englischen Bevölkerung die Sanktionierung schärfster englischer Maßnahmen gegen Japan zu erlangen. In fast allen Leitartikeln kommt diese Tendenz zum Ausdruck. So schreibt die „Times": ,„Es ist noch zu früh, zu sagen, daß die japanische Diplomatie sich der Lage angenommen hat: wenn sie es getan hat, um so besser. Andernfalls darf man annehmen, daß die englische Regierung mit Umsicht aber ohne Zögern in der Verteidigung britischer Interessen im Fernen Osten handelt. Die englische öffentliche Meinung verlangt cs von ihr." Auch die „Daily Mail" fordert „drastische englische Maßnahmen", auch wenn England diese Maßnahmen allein durchführen müsse. Wenn Landon in Tientsin die Waffen strecke, würde der englische Einfluß und die Achtung im Fernen Osten, im Mittelmeer und Nahen Osten „und gar nicht zu sprechen von Europa" zusammenschrumpfen. Die Tlorvchina-Negierung gegen Englands Haltung. Nanking, 19. Juni (Europapreß). Die unter japanischem Schutze stehende nordchinesische Regierung hat in einer von dem Außenminister Chen Lu herausgegebenen Erklärung die englische Haltung scharf angegriffen und eine vollst ä n d l g e Revision der „egoistischen englischen Politik" gefordert. London wird weiter beschuldigt, Marschall Tschiangkaischek zu helfen, indem es in der englischen Niederlassung von Tientsin und in der Internationalen Niederlassung von Schanghai fragwürdigen chinesischen Elementen Unterschlupf biete und der neuen chinesischen Währung feindlich gegenüberstünde. Das deutsche Oauzig will zum Reich. Reichsminister Or. Goebbels sprach aus einer spontanen Treuekundgebung der Bevölkerung des deutschen Oanzigs. Danzig, 17. Juni. (DNB.) Auf dem Luftweg von Berlin kommend, ist Reichsrnmister Dr. G o e b b e l s am Samstagabend in Danzig eingetroffen, um an den Schlußveranstaltungen der Gaukulturwoche teilzunehmen. Dem Minister wurde bereits auf dem Flughafen ein sehr herzlicher Empfang zuteil. An der Seite des Gauleiters fuhr Dr. Goebbels unter dem Jubel der sich drängenden Menge ins Hotel nach Zoppot. Von Zoppot aus traf Reichsminister Dr. Goebbels um 20 Uhr nach einer erneuten Jubelfahrt durch das heilrufende deutsche Danzig in dem im Festschmuck prangenden Staatstheater ein, wo die Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses Berlin ein Gastspiel „Tanz in die Welt" gab. Ehe noch die Pause beginnt, brausen die Rufe der Zehntausende über den Platz: „Wir wollen Dr. Goebbels sehen!" „Dr. Goebbels soll reden". Ein Begeisterungssturm bricht aus, als bekannt wurde, daß'Dr. Goebbels nach Schluß der Theatervorstellung zu den Danzigern sprechen werde. Bald standen Zehntausende auf dem Platz, auf den angrenzenden Straßen, an den Fenstern der umliegenden Häuser. Die Theatervorstellung ist beendet. Da tritt Reichsminister Dr. Goebbels auf den Balkon des Staatstheaters. Eine Welle der Begeisterung brandete ihm entgegen. Minutenlang dauerte es, ehe der Minister zu sprechen vermag. „Deutsche Männer und Frauen!" so sagte der Minister, „Danziger! Ich komme aus dem Reich, um euch die Grüße des Führers und des deutschen Volkes zu überbringen. Ich siehe hier auf dem Boden einer deutschen Stadt, vor mir Zehntau- sende deutscher Menschen und ringsum ungezahlte Zeugen deutscher Kultur, deutscher Sille, deutscher Art und 4. K j i MM ► E M O deutscher Baukunst. Ihr Danziger sprecht die deutsche Sprache wie wir im Reich. Ihr entstammt derselben Rasse und demselben Volkstum. Ihr seid mit uns in einer großen Schicksalsgemeinschaft verbunden: Ihr wollt deshalb heim zum Reich. Eure Entschlossenheit zur Rückkehr zur großen Blutter unseres gemeinsamen Vater- EMiossen zur Heimkehr. Das Wochenende, das die Danziger Bevölkerung am 17. und 18. Juni erlebte, wird für immer ein denkwürdiges Datum in der Geschichte dieser schwergeprüften und seit zwanzig Jahren vom Reichskörper losgerissenen Hansestadt bleiben. Denn in diesen Tagen, da Dr. Goebbels als Abgesandter des Führers in Danzig das Wort ergriff, hat das Volk von Danzig die absolute Gewißheit erlangt, daß seine politische Zukunft wie seine staatsrechliche Zugehörigkeit überhaupt keine „Frage" mehr darstettt, sondern grundsätzlich bereits entschieden ist. Nun haben zwar die Danziger das ihnen auferlegte Schicksal als „Freistaat" unter Genfer Kontrolle niemals anders als murrend und widerwillig ertragen, aber eine geschäftige demokratische Presse hat es neuerdings so darzustellen versucht, als ob erst die nationalsozialistische Propaganda den Gedanken der Heimkehr ins Reich und die Kritik an den bisherigen Zuständen hervorgebracht habe. Diesem Verleumdungsfeldzug hat die spontane Massenkundgebung vom Samstag endgültig den Garaus gemacht, denn wer die in Chören, Rufen und Gesängen machtvoll aufbrechende Dolksleidenschaft dieses Abends miterlebt oder nur am Rundfunk mit» gehört hat, der weiß, daß es für Danzig niemals ein anderes Ziel gegeben haben kann als die Heimkehr ins Reich. Diesen Eindruck kleidete Dr. Goebbels angesichts der wilden Begeisterung, die ihm entgegenbrandete, in die Worte: „Eure Entschlossenheit zur Rückkehr zur großen Mutter, unseres gemeinsamen Vaterlandes, ist stark und unüberwindlich. Nur eine mißgünstige, neiderfüllte und verständnislose Welt kann den Versuch machen wollen, sich diesem unaufhaltsamen Drang von Volk zu Volk zu widersetzen." Auch diese demokratische Welt des Neides und der Mißgunst, von der Dr. Goebbels sprach, ist Zeuge der impulsiven Volkskundgebungen in Danzig gewesen. Sie hat den Schrei der vierhunderttausend deutschblütigen Menschen dieser Stadt vernommen und kann nun nicht mehr mit dem von Warschau gelieferten Argument angeln gehen, als ob Danzig eine polnische Stadt sei oder mindestens 3um „polnischen Lebensraum" gehöre. Gehört denn Rotterdam etwa zum deutschen Lebensraum, so fragte der Minister und gab damit den Falschmünzern der internationalen Diskussion eine Belehrung, die sie hoffentlich beherzigen werden. Wie überhaupt festzustellen war, daß die überlegene, oft ironische Art, mit der Dr. Goebbels die Machenschaften unserer weltpolitischen Gegner wie auch die polnische Politik kennzeichnete, die hellste Begeisterung bei den Zuhörermassen hervorrief. Die Danziger wissen nun, daß das mächtige deutsche Reich hinter ihren Forderungen steht, sie haben den Gruß des Führers und die erneute Versicherung empfangen, daß sein Wort aus der deutschen Reichstagsrede „Danzig ist eine deutsche Stadt und sie wil 1 zu Deutschland" keine leere Phrase, sondern eine Verheißung war, die so oder so ihre Erfüllung finden wird. Was besagen demgegenüber die lächerlichen polnischen Versuche, durch Truppenaufmärsche an der Grenze des Freistaates, durch Entsendung von schlechtgetarnten Provokateuren und Spionen, durch wirtschaftliche Druckmaßnahmeux und ähnliche Mätzchen die felsenfeste Ruhe und Zuversicht der Danziger Bevölkerung erschüttern zu wollen? Es sind Mückenstiche, es sind die Attacken von kleinen blutdürstigen Plagegeistern, die man mit einer Hand verscheucht, wenn sie allzu lästig werden. landes ist stark und unüberwindlich. Rur eine mißgünstige, neiderfüllte und verständnislose Welt kann den Versuch machen wollen, sich diesem unaufhaltsamen Drang von Volk zu Volk zu widersehen. lieber Nacht ist nun eure Stadt zu einem internationalen Problem geworden. Ihr habt das vorher gar nicht gewußt und auch gar nicht gewollt. Was ihr immer wolltet, was ihr heute wollt und was ihr in aller Zukunft wollen werdet, ist klar: ihr wollt zum großen Deutschen Reich gehören. Euer Wille ist verständlich, klar, eindeutig und, wie ich an eurer Haltung feststellen kann, unerschütterlich. Ihr habt nun das Pech, daß eure schöne Stadt Danzig an der Weichselmündung liegt; und nach der Warschauer Theorie gehören Städte an den Flußmündungen immer zu den Ländern, durch die diese Flüsse fließen. Darum gehört z. B. auch Rotterdam zu Deutschland, da es an der Rheinmündung liegt, und der Rhein ein deutscher Strom ist. Diese Beweisführung ist, wie ihr zugeben werdet, und wie die Welt auch weiß, lahm und sie entbehrt nicht der Komik. Darüber ist man sich selbstverständlich auch in Warschau klar. Und weil man dort weiß, daß man Unrecht bat, deshalb schimpft man. Die polnischen Scharfmacher fordern neuerdings von Deutschland O st preußen undScblesien; Polens demnächstige Grenze sott nach ihnen d i e Oder sein. Man wundert sich, warum sie nicht die Elbe oder gar den Rhein für sich reklamieren: denn da treffen sie sich dann gleich mit ihren neuen Bundesgenossen, den Engländern, deren Grenze bekanntlich auch am Rhein liegt. Die polnischen Chauvinisten erklären, sie wottten uns Deutsche in einer kommenden Schlacht bei Berlin zusammenhauen. Ich brauche darüber überhaupt fein Wort zu verlieren. Zum Zusammenhauen gehören zwei, einer, der zusammen- haut und einer, der s i ch zusammenhauen läßt. Wohin ich auch blicke, ich entdecke augenblicklich weder den einen noch den anderen, wenigstens soweit dieses Ereignis sich bei Berlin ab- spielen soll. — Darum nehmen wir im Reich, wie ihr das wohl auch tun werdet, diese polnischen Großsprechereien nicht ernst. Sie sind gewissermaßen politische Pubertätserscheinungen, die nach einer gewissen Zeit wieder von selbst verschwinden. tonhon will, wie der englische Außenminister Lord Halifax vor einigen Tagen noch vor dem Unterhaus erklärte, die Danziger Frage in freundschaftlichen Verhandlungen belgelegl wissen. Darum hat auch England Warschau einen Blankowechsel zur Verfügung gestellt und macht augenblicklich den Versuch, dos Reich und Italien einzukreisen, um die Politik von 1914 aufs neue aufznnehmen. Aber man irrt dort, wenn man glaubt, ein schwaches, ohnmächtiges, bürgerliches Deutschland vor sich zu haben. Das nationalsozialistische Reich ist nicht schwach, sondern stark. Es ist nicht ohnmächtig, es besitzt vielmehr augenblicklich die imponier e n b ff e Wehrmacht der Welt. Und es wird auch nicht von feigen Bourgeois regiert, sondern von Adolf Hitler. Deshalb halten wir die Redensarten in Warschau und in London für lauter K l o p f f e ch t e - reien, die mit vielen Worten den Mangel an Macht und an Entschlossenheit verbergen sollen. Und was bekümmert das euch? Ihr Danziger wollt heim zum Reich! Aus der spontanen Begeisterung, die ihr mir, als dem Abgesandten des Führers, entgegenbringt, spricht die blutsmäßige Verbundenheit des Danziger Volkes mit unserem Großdeutschen Reich, mit unserer deutschen Heimat, spricht aber auch die Entschlossenheit, komme was mag, dem gemeinsamen Vaterland unverbrüchlich die Treue zu halten. Es ist nicht das erste Mol, daß ich euch so vor mir sehe. Vor meiner Erinnerung ziehen vorbei die großen Reichsparteitage. das Sängerbundes- und das Deutsche Turn- und'Sportfest in Breslau und nicht zuletzt mein vorjähriger Besuch bei euch. Ich will damit nur sagen, daß euer Gefühl der Zusammengehörigkeit mit dem Reich nicht neueren Datums ist, wie das die englische oder französische Presse euch zu unterstellen beliebt, sondern seit dem Tage ?n euch lebendig ist, an dem euch das schwere Unrecht der Trennung vom Reich angetan wurde. Seid nun überzeugt, daß jeder in Deutschland eure Wünsche kennt, diese Wünsche im tiefsten Herzen teilt und mit der gleichen unbedingten Treue zu euch steht, mit der ihr dem Großdeutschen Reich anhängt. Das wir also im Reiche wollen, das ist ebenso klar, wie das, was ihr wollt. Der Führer Hal es in feiner letzten Reichstagsrede gänz unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, als er sagte: Danzig ist eine deutsche Stadt u n d 's i e w i l l z u D e u t s ch l a n d. Das sollte die Welt doch, wie man meinen möchte, verstanden haben. Und die Welt müßte auch aus vergangenen Erfahrungen wissen, daß der Führer keine leeren Worte spricht. Sie befindet sich jedenfalls in einem sehr gefährlichen Irrtum, wenn sie glaubt, daß er vor Drohungen zurück- fchreckt oder vor Erpressungen kapituliert. Davon kann überhaupt keine Rede fein. Darum dürft ihr, deutsche Männer und Frauen von Danzig, getrost in die Zukunft schauen. Das nationalsozialistische Reich steht an eurer Seite, wieihrzuihm fteht. Die ganze Welt schaut nun voll Spannung auf diese nächtliche Dolkskundgebung, die ihr auf diesem weiten Platz veranstaltet. Es gibt in Pans und London eine kriegshetzerische Lügenpresse, die behauptet, ihr wolltet gar nicht heim zum Reich. Ihr habt ihr am heutigen Abend die richtige Antwort gegeben. Ich nehme sie als Vertreter des Reiches mit tiefem Dank entgegen. Ich bin gekommen, um euch in eurer Entschlossenheit zu bestärken, und nun habt ihr mich gestärkt. Und so fordere ich euch denn auf, auch in Zukunft mutig, tapfer und aufrecht zu bleiben. Deutschland ist überall da, wo Deutsche stehen, also auch bei euch. So laßt uns denn in dieser festlichen Stunde aus übervollem Herzen rufen: Es lebe unser Führer! Es lebe unser deutsches Danzig! Es lebe unser Großdeutsches Reich! Danzig, pslegeWe deutscher Kultur. Or. Goebbels unterstreicht die deutsche Kultursendung der Stadt Danzig. Reichsbevölkerung. um mehr als 4 v. H. zugenommen. 80 Millionen Durch Geburtenüberschuß Berlin, 17. Mai. (DNB.) Nach dem soeben im Statistischen Reichsamt zusammengestellten ersten vorläufigen Ergebnissen der Volks- Zahlung vom 17. Mai 1939 beträgt d i e orts- anwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches ohne M e m e l l a n d , wo die Zählung nicht durchgeführt wurde, 79,6 Millionen Einwohner. Zusammen mit den rund 153000 Einwohnern des Memellandes, in dem die Zählung demnächst nachgeholt wird, beziffert sich die Reichs- bevölkerung auf 79,8 Millionen Einwohner. Rechnet man hierzu die rund 6,8 Millionen Einwohner des Protektorats Böhmen und Mähren, so ergibt sich, daß auf dem Gebiet des Großdeutschen Reiches rund 86,6 Millionen Einwohner leben. Gegenüber den letzten Zählungen (Altreich ohne Saarland: 16. 6.1933; Saarland: 25.6.1935; ehemaliges Oesterreich: 22.3.1934; sudetendeutsche Gebiete: 1.12.1930) hat die Reichsbevölkerung (ohne Memelland und das Protektorat Böhmen und Mähren) um rund 3,2 Millionen oder mehr als 4 v. H. zugenommen. Diese Zunahme ist hauptsächlich auf den Geburtenüberschuß im alten Reichsgebiet zurückzuführen. Bon'der Gesamtbeoölkerung des Reiches entfallen 38,8 Millionen auf das männliche und 40,8 Millionen auf das weibliche Geschlecht. Der Frauenüberschuß ist, wie bei allen Zählungen nach dem Weltkrieg zu beobachten, weiter zurückgegan- g e n. 1939 fopimen auf je 1000 Männer noch 1050 Frauen gegenüber 1060 im Jahre 1933, 1073 im Jahre 1925 und 1101 im Jahre 1919. Die Bevölkerungsdichte ist von 131,0 Einwohnern je Quadratkilometer auf Grund der letzten Zählungen auf 136,4 Einwohner je Quadratkilometer 1939 g e - fliegen. Von den europäischen Staaten weisen lediglich Belgien, die Niederlande, England und Italien eine höhere Bevölkerungsdichte auf. Der absoluten Bevölkerungszahl nach ist das Reich nach Sowjetrußland der volkreichste Staat Europas. Bei feiner Neugründung im Jahre 1871 hatte das Deutsche Reich rund 41 Millionen Einwohner. Nach den Ergebnissen der letzten Dorkriegs- zählung 19 10 betrug die Bevölkerungszahl im damaligen Reich 64,9 Millionen und stieg bis Mitte 1914 auf 67,8 Millionen. Bei der ersten größeren Nachkriegszählung 1 925 wurden auf dem durch das Diktat von Versailles erheblich verkleinerten Reichsgebiet 62,4 Millionen Einwohner ermittelt, bis 1 93 3 stieg die Zahl wieder auf 65,2 Millionen. Durch die Wiedereingliederung uralter deutscher Gebiete unter der Führung Adolf Hitlers ist die Bevölkerung des Reiches (ohne Protektorat Böhmen und Mähren) nunmehr auf fast 80 Millionen angewachsen, mit dem Protektorat Böhmen und Mähren auf fast 86,6 Millionen. Ironlgeneralion und deutsche Jugend. Alfred Rosenberg sprach auf der Northeimer Tagung der NSKOL. Danzig, 18. Juni. (DNB.) Am Sonntag sprach Reichsminister Dr. Goebbels auf der die Danziger Kulturwoche abschließenden Kundgebung im Staats- theater. Unter dem stürmischen Beifall der Kundgebungsteilnehmer dankte Gauleiter F o r ft e r Dr. Goebbels für die am Vorabend gehaltene Ansprache, in der er die unzertrennliche Verbundenheit des Reiches mit Danzig deutlicher, als es jemals geschehen sei, zum Ausdruck gebracht und neue Kraft und Zuversicht in die Herzen der Danziger gesenkt habe. Auch für die vielfältige und reichhaltige Unterstützung der kulturellen Bestrebungen Danzigs, die auf fruchtbaren Boden gefallen sei, brachte er dem Minister den Dank der Kulturschaffenden seines Gaues zum Ausdruck. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte er Dr. Goebbels eine von einem Danziger Künstler angefertigte Uhr aus Bernstein. Der Gauleiter verkündete sodann die Preisträger des Kunstpreises des Gaues Danzig der NSDAP. Den Preis für Dichtkunst erhielt der Danziger Ehrenbürger Max Halbe, den Reichsminister Dr. Goebbels noch persönlich beglückwünschte, den Preis für Malkunst der Leiter des Städtischen Museums in Danzig, Prof. Drost (für ein kunstgeschichtliches Werk über Danzig), den Musikpreis die Komponisten Johannes Hannemann und Alfred P a e t s ch, den Preis für Malerei Prof. Pfuhle und schließlich den Preis für Kunsthandwerk Dr. Bruno Fendrich. Dann nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort. Es könne wahrhaftig nicht allzu schwer fein, so führte er aus, auch dieses Mal von der innigen Verbundenheit Danzigs mit dem deutschen Vaterlande im Kulturellen zu zeugen. Denn wenn auch politische Grenzen sich zeitweilig verschöben: ewig und unverrückbar seien die Grenzen, dke von Sprache, Rasse und Blut gezogen würden. Stürmischer Beifall begleitete jedes Wort des Ministers, als er dann feststellte, daß er sich selbstverständlich hier in Danzig von Deutschland umgeben fühle, daß er mitten im deutschen Volksraum und damit nach seiner Auffassung nicht jenseits der deutschen Grenzen weile. Dieser unverrückbaren und unleugbaren Tatsache gegenüber könnten beispielsweise wirtschaftliche Erwägungen doch nur eine ganz untergeordnete Bedeutung haben. Hier, inmitten dieser Stadt, erscheine es wie Narretei und Wahnwitz, wenn jemand den Versuch machen wollte, den rein deutschen Charakter Danzigs abzuleugnen. Die Kultur müsse aufstehen, um vor aller Welt gegen Unverstand und Lüge zu zeugen. Denn die Kultur könne in ihrer durch die Jahrzehnte hindurch stets gleich jugendlichen, ungebrochenen Kraft am ehesten und leichtesten die kurzsichtige Politik des Tages widerlegen. Im neuen nationalsozialistischen Deutschland gehe der Aufbau der Macht mit dem Aufbau der Kultur Hand in Hand. Buch und Schwert als die Symbole von Geist und Kraft bildeten in unserem Volke eine wunderbare Einheit. Als eine geizige Nation in Waffen träten wir, die neue junge Weltmacht, vor das Gesicht der anderen Völker. Der nationalsozialistische Staat selbst habe die Aufgabe übernommen, über der kulturellen Entwicklung in Deutschland zu wachen. Durch großzügige Förderungsmaßnahmen wolle er der Kultur ein freies Entwicklungsleben gewährleisten. Der Staat habe sich gewissermaßen wie der Gärtner betätigt, der das Unkraut ausjäten müsse, damit die echte Frucht wachsen, reifen und gedeihen könne. Die Entwicklung selbst freilich werde auch auf kulturellem Gebiete durch die gesunde Kraft des Volkstums bestimmt. Dieser Entwicklungsprozeß, der sich organisch in Jahren und Jahrzehnten vollziehe, müsse möglichst ungestört bleiben. Nur da, wo eine wahre Dolks- gefahr zu entstehen drohe, müsse man sofort ein« greifen. Auf dem weiten Feld der Kunst harrten unser eine Fülle von Aufgaben, die Fanatismus und Arbeit erforderten. Deshalb appelliere er auch immer wieder an den Fleiß, an die Disziplin, an die reine und ungebrochene Schaffensfreude und die schöpferische Selbstsucht insbesondere des jungen künstlerischen Nachwuchses. Kunst werde nicht geschaffen durch Theorien, das Leben müsse die letzte, entscheidende Auslese vornehmen, die durch keine Schule und durch keine Prüfung ersetzt werden könne. Dem Staate falle deshalb dem Nachwuchs gegenüber nur die Aufgabe zu, dem wirklichen Talent die Möglichkeit zu geben, mit (einen Werken vor die Oeffentlichkeit zu treten. Dort müßten sich dann die wirklichen Könner und echten Künstler herauskristallisieren und an die Spitze des künstlerischen Schaffens Überhaupt stellen. Die Kunst könne aber auch nicht aus dem Nichts schaffen, deshalb müsse der Staat als Mäzen und Auftraggeber ihr warmherziger Förderer sein. Wie töricht wirke es, wenn die Demokratien gegenüber unseren kulturellen Leistungen die Behauptung aufstellten, in den autoritären Staaten werde die Freiheit des Gei st es unterdrückt. Gewiß habe diese Freiheit des Geistes bei uns da eine Begrenzung gefunden, wo sie sich mit den nationalen Interessen stoße. Was aber sei denn für den geistigen Arbeiter angenehmer und ehrenvoller: seine geistige Arbeit dem nationalen Wohl eines ganzen Volkes oder den anonymen kapitalistischen Interessen einer kleinen Geldclique unterzuordnen? Jedenfalls könnten wir mit Fug und Recht behaupten, daß der deutsche Geist kaum je eine breitere Entwick- lungsmöglichkeit gefunden habe, als im Zeitalter des Rationalsozialismus. Es träfe auch keineswegs zu, daß der einzelne, die die individuell bestimmte künstlerische Persönlichkeit in Deutschland aller Freiheiten und Rechte beraubt wäre, wie die Demokratien der Wett weismachen wollten. Persönlichkeit und Volk ständen sich in Deutschland nicht etwa in diametralem Gegensatz gegenüber, sie bedingten sich vielmehr auf das Sinnvollste. So sei der Künstler die kraftvollste Repräsentation des Kulturbewuhtseins unseres Volkes. Im übrigen bewiese der Erfolg stets am besten die Richtigkeit eines eingeschlagenen Weges. Unsere kulturellen Leistungen aber brauchten sich vor den Demokratien nicht nut nicht zu verstecken, sondern wir hätten ihnen gegenüber einen Vorsprung errungen, der gar nicht mehr eingeholt werden könne. Dr. Goebbels erinnerte an die soeben beendete Reichstheaterfe st woche inWien, die den Beweis erbracht habe, daß wir dem großen Ziel des deutschen Volks - und Nationaltheaters wieder einen wesentlichen Schritt näher gekommen seien. Den Film, der früher das typische Gesicht eines anomymen Geschäftsunternehmens hatte, habe der Nationalsozialismus als ein besonders wichtiges und in der Wirkung tiefgreifendes Erziehungsinstrument des Volkes seiner Führung unterordnen müssen. Er sei davon überzeugt, daß gerade wir Deutschen aber auch den letzten entscheidenden Vorstoß zuili künstlerischen Film machen würden. Der Rundfunk fei ein charakteristischer Ausdruck des 20. Jahrhunderts, und bei seinem Einfluß auf die öffentliche Meinung und Bildung verlange er gebieterisch nach der Führung durch den Staat selbst. Gr. Goebbels gedachte dann der Reichsmusik- f e st t a g e in Düsseldorf, die aufs neue vor Augen geführt hätten, daß fein Land und kein Volk der Welt einen solchen Schatz an wirklich großen musikalischen Meistern aufzuweisen habe wie gerade wir Deutschen. In jeder Beziehung- habe Deutschland seinen Rang als erstes Musikland der Welt gewahrt und behauptet. Im guten Buch habe der Nationalsozialismus von seinem Anfang an eine starke Waffe für die neue Volksgestaltung und eine Quelle der geistigen Kraft der Nation gesehen. Außerordentlich groß sei die ständig wachsende Anteilnahme des deutschen Arbeiters am guten, und zwar gerade am politischen Buch. Das zeige sich vor allem in dem rapiden Aufschwung der deutschen Werkbüchereien. Auch das deutsche Buch sei längst über den Bezirk einer kleinen, literarisch interessierten Gemeinschaft heraus- gehoben und zur Sache der ganze nNation gemacht worden. Ein Volk aber, das feine Bücher hebe, beweise damit, daß es seine geistige Existenz in der Welt behaupten wolle. Mit dem Bekenntnis zum guten Buch verband Dr. Goebbels ein Bekenntnis zur deutschen Sprache als zu einem nationalen Heiligtum. Man müsse sorgfältig und liebevoll mit ihr umgehen, und erster Grundsatz des Sprachgebrauchs müsse stets die Forderung nach Klarheit sein. Ha n n o o e r, 17. Juni. (DNB. Funkspruch.) Bei der Eröffnung der Reichsarbeitstagung der NSKOV. in Northeim gab Reichskriegsopferführer Oberlindober einen Rückblick auf die erfolgreiche Arbeit der Organisation für die Versorgung und Betreuung der im Kriege Verletzten und der Hinterbliebenen der Toten. Heute erlebe der kriegs- beschädigte Soldat von einst die Genugtuung, Kinder und Eltern unserer Toten wirtschaftlich gesichert zu sehen. Mit der NSDAP, zusammenzuarbeiten und ihre Weltanschauung durch Taten in den eigenen Reihen zu erhärten, sei für die NSKOV. nicht ein Entschluß aus Gründen der organisatorischen Zweckmäßigkeit gewesen, sondern ein Befehl des Gewissens. Das Braunhemd, das die marschierenden Kolonnen der NSKOV. feit einigen Wochen an le gen, trügen sie darum als Ehrenkleid mit gleichem Stolz wie einst den feldgrauen Rock. Als Vertreter des Reichsarbeitsminist^ums hob Ministerialdirektor Dr. Engel die bedeutenden Fortschritte hervor, die in den letzten Jahren in der Versorgung erreicht worden sind. U. a. nannte er die AusdehnungdereinfachenAusgleichs- Zulage auf alle Beschädigten und Hinterbliebenen, die Erhöhung der Einkommensgrenze bei Anwendung der Ruhensvorschriften sowie die Beseitigung der Notverordnungen von 1930 und 1932. Durch die am 1. Juli 1939 in Kraft tretende Krankenversicherung der Kriegshinterbliebenen sei die Heilbehandlung in weitgehendem Umfange durch besonders günstige Bedingungen sichergestellt. Dadurch seien die Witwen, Waisen und Kriegereltern von einer schweren Sorge befreit worden. Aber noch seien mannigfache Fragen der Verbesse- Die Leistungen auf dem Gebiet der A r ch i t e k - t u r schließlich zeigten eine ungeheure Vielgestaltigkeit, die aber doch immer von einem beherrschenden Geist getragen werde. Der Führer s e l b st, auch in feiner staatsmännischen Schaffensweise den deutschen Künstlern nahe verwandt, gebe der gesamten deutschen Architektur die zusammenfassende Planung. In seiner Person sei das gewährleistet, was der Vergangenheit überall gefehlt habe: die Einheitlich- keik, die Konzentration der Wittel und die durchschlagende Kraft der Projekte. So erhalte die aufstrebende Weltmacht des Reiches ihr monumentales architektonisches Gesicht, und das deutsche Volk nehme in seiner Gesamtheit daran Anteil. Doll Stolz könnten wir auf die Fülle sichtbarer Zeichen eines kulturellen Aufbauwerkes schauen, das einzigartig in der Welt des 20. Jahrhunderts fei. Das deutsche Volk stehe inmitten internatiönaler Hetze und Kriegshysterie sicher und fest in seiner eigenen Kraft, und im Schutze feiner Waffen fei auch unsere deutsche Kultur wieder blühend und groß geworden. Wir seien stolz darauf, daß über dem Reich, feiner Wirtschaft, feiner Politik und auch seiner Kultur wieder eine starke Wehrmacht stehe, und daß ein starkes Schwert über Deutschland wache. Als Vertreter dieses starken, mächtigen Reiches, so schloß Dr. Goebbels, sei er nun hierher nach Danzig gekommen, als deutscher Minister in eine in ihrem tiefsten Kern und Wesen deutsche Stadt. Ergriffen lauschten die Massen, als Dr. Goebbels erklärte, daß das gesamte deutsche Volk im Geiste bei den Menschen dieser Stadt und bei ihrem Schicksal stehe. Beifallsstürme begleiteten jeden seiner Sätze, als er die feierliche Versicherung abgab, daß derFiihrer fe I b ft über der gemeinsamen Zukunft wache. Ihm könnten wir alle in unbeirrbarem Glauben vertrauen, in feiner Hand fei Großdeutschland wahrhaft in guter Hut. Keine Macht der Welt brauchten wir zu fürchten, denn vor uns stehe groß, stark und mächtig das Reich, hinter uns stehe das Volk und über uns der Führer. Der Abschluß der Gaukulturwoche. Bekenntnis der Jugend - Fest der Künstler Die Gaukulturwoche in Danzig klang am Sonntagnachmittag aus mit einem Aufmarsch der Hitler-Jugend auf dem Langen Markt. Der Führer der Hitler-Jugend in Danzig, Hauptbannführer Goepfert, gab - für die Danziger Hitler- Jugend die Versicherung, daß sie sich in ihrer Treue zum Führer und zum deutschen Volkstum von niemandem übertreffen lassen werde. Vizepräsident Huth wies die Jungen und Mädel auf die Heiligkeit des von Danzig geführten Kampfes um feine deutsche Freiheit hin. Nach Abschluß der Gaukulturwoche fand im Zoppoter Kurgarten das ,, F e ft der Künstler " statt. Gegen 21 Uhr erschien Reichs- rung der Versorgung offen. Der selbst schwerkriegsbeschädigte Reichsarbeitsminister Seldte werde sich daher, wie bisher, unermüdlich für den weiteren Ausbau der Versorgung einsetzen. Den Höhepunkt der Tagung bildete die Kundgebung am Sonntagvormittag auf dem Kühlen- anger, zu der 30 000 Volksgenossen zusammen» geströmt waren. Reichskriegsopferführer Ober» l i n d o b e r hieß insbesondere Reichsleiter R'o f e n - berg und Stabsführer Hartmann Lauterbacher willkommen. Die Anwesenheit so vieler junger Kameraden sei ein weiterer Schritt zur Verbindung der Frontgeneration des großen Krieges mit' der zum Kampf um Deutschlands Zukunft stets bereiten Jugend. Reichsleiter Alfred Rosenberg ging in seiner Ansprache von dem großen Ringen des'deutschen Volkes im Weltkriege aus. Internationale Finanzmächte hätten die. letzten in Europa vorhandenen Widerstände niederschlagen wollen, um die ganze Welt in einen einzigen Profittrust zu verwandeln. Dieses große Ringen fei 1918 nicht zu Ende gegangen, sondern habe sich über den ganzen Erdball verbreitet. Der Wille zu einer vertieften Volksgemeinschaft sei das große Vermächtnis, das die Jahr 1914 bis 1918 der deutschen Nation überlieferten, und wie hier in Northeim sich die Kameraden des Weltkrieges mit der deutschen Jugend vereinten, so stehe die ganze Volksgemeinschaft in einer Front, die heute schon umwittert fei von vielen Kämpfen und Opfern. Die große Prüfung unseres Volkes habe uns so als würdig erwiesen. Wir seien stolz darauf, Bannerträger' einer neuen Zeit zu fein. Minister Dr. Goebbels. Er wurde von den Tausenden jubelnd begrüßt. Gauleiter Forster hatte Sonntagmittag zu Ehren von Reichsminister Dr. Goebbels im neugeschaffenen Festsaal im Haus der Deutschen Arbeitsfront ein Essen gegeben. Im Anschluß unternahm der Minister eine Hafenrundfahrt. Nach feiner Rückkehr nach Zoppot ließ sich Dr. Goebbels die Anlagen der Zoppoter Waldoper zeigen. In Danzig trafen unter Führung von Ober» regierungsrat Dr. Hesse vom Propagandaministerium zwölf Auslandsjournalisten aus Berlin ein, die an den beiden erhebenden Tagen in Danzig teilnahmen. Gauleiter Forster gab den ausländischen Journalisten ein Essen. Herrschen oder führen. Eine Rede Gauleiter Bürckels. Wien, 18.Juni. (DNB.) Bei einer Kundgebung der Politischen Leiter des Gaues sprach Gauleiter Bürckel über den Begriff des H e r r s ch e n s an dem Beispiel vergangener deutscher Geschichte. Dem Herrschen stellte er das Führen gegenüber. „Wer herrscht, steht außerhalb der Gemeinschaft und will der Gemeinschaft — in guter oder schlechter Absicht — einen fremden Willen aufzwingen. Wer führt, steht in der Gemeinschaft und muß sich als bester Erponem der Gemeinschaft verpflichtet fühlen. Führung ohne Zwang ist bei der menschlichen Unzulänglichkeit und dem Wesen des Staates nicht möglich. Wenn dieser Zwang gegen die asozialen Elemente des Volkes und gegen jene Elemente angewendet wird, die das Volk und den Staat in seinen gesunden Grundlagen bedrohten, dann ist die Anwendung des Zwanges eine gesunde Gemeinschaftsfunktion und schützt somit die Gemeiurschaft in ihrem Bestand. Wer wirklich im Sinne der gesunden Gemeinschaftsfunktionen führt, wird sich seiner Aufgabe mit letzter Treue hingeben, denn er kämpft für d i e Sache seines Volkes, mit dem er durch seine Führungsfunktion innig verbunden ist. Wer von seiner Führungsverpflichtung in der ganze Schwere erfüllt ist, der wird die Gemeinschaft seines Volkes immer stärker bejahen und immer stärker mit dieser Gemeinschaft verwachsen. In dieser Verwurzelung liegt die Kraft zur Führung! Beisetzung der Blutzeugen des Gaues Essen im Gauehrenmal. Essen, 18. Juni. (DNB.) In einer erhebenden nächtlichen Feier wurden die Toten der Bewegung des Gaues Essen in der Ehrengruft des Ehrenmals beigesetzt, das der Gau nach den Plänen von Professor Fahrenkamp und Professor E n s e l i n g seinen im Kampf für Volk, Führer und Reich gefallenen Helden errichtet hat. Vom Adolf-Hitler-Platz inmitten der Stadt wurden die mit Hakenkreuzbanner und Lorbeerkranz geschmückten Särge auf Geschützlafetten der Wehrmacht in feierlicher Trauerparade zum Ehrenfriedhof am südwestlichen Rande Essens übergeführt. Am Ehrenmal würdigte Reichsführer ff Himmler in einer kurzen Ansprache Leben und Sterben der gefallenen Helden. Nqch dem feierlichen Namensauftuf der 71 Todesopfer beim Untergang des französischen U-Bootes „phenix". Sie werden das Geheimnis des Unterganges für immer bei sich behalten.^ 15 Blutzeugen des Gaues senkten sich die Fahnen zum letzten Gruß, und mit erhobener Hand grüßten die Zurückbleibenden die toten Helden, die nun in der Ehrengruft die Ewige Wache beziehen. Den toten Kameraden sprach Gauleiter Terboven Worte des Abschieds. Nachdem die Lieder der Nation verklungen waren, begaben sich Reichsführer ff Himmler und Gauleiter Terboven m das Ehrenmal und verweilten in stillem Gedenken noch ein« mal vor den Grüften der toten Kameraden. „Bannerträger einer großen Zukunst." Alfred Rosenberg sprach auf der Sonnwendfeier in Stedingsehre. Bootholzberg, 18.Juni (DNB.) Die niederdeutsche Gedenkstätte Stedingsehre stand in der Nacht zum Sonntag im Zeichen des Festes der Sonnenwende des Gaues Weser-Ems, an dem über 50 000 Volksgenossen aus allen Teilen Nordwestdeutschlands teilnähmen. Alfred Rosenberg entwarf ein packendes Bild von den Kräften, die im Laufe der Geschichte im deutschen Volke wirksam wurden. „Heute leben wir", so schloß er, „in dem entscheidenden Bewußtsein, daß mit den alten Mächten tatsächlich ein altes Zeitalter zu Ende gegangen ist, daß mit Adolf Hitler und seiner Bewegung ein neues Zeitalter begonnen hat nicht nur für die Geschichte Deutschländs, sondern für die Geschichte des gesamten europäischen Kontinents! Wir alle, ganz gleich, wo wir auch stehen mögen, können stolz daraus sein, die Fahne dieser Zulunft in der Hand zu tragen und die Bannerträger einer großen deutschen und europäischen Geschichte zu sein!" Mit der Entzündung des Holzstoßes und einem Riesenfeuerwerk fand die nächtliche Feier, die von Darbietungen von Massenchören und Orchestern sowie gemeinsamen Gesängen umrahmt war, ihren Abschluß. Die Westfalenfahrt der Alten Garde. Beim Bergmann unter Tage. Abschluß in Münster. Gelsenkirchen, 17. Juni. (DNB.) Am Sams- tagoormittag fuhren die Altgardisten, zu denen inzwischen auch Reichsführer ff Himmler gestoßen ist, in vielen kleinen Gruppen in Schächte des engeren Gelsenkirchener Bezirks. Hier leistet der Bergmann seinen unmittelbaren Beitrag zum Vierjahresplan, wenn er zusätzlich je Schicht 45 Minuten länger werkt. Gauleiter Meier, der selbst aus dem Bergbau hervorgegangen ist, versicherte seinen Arbeitskameraden unter Tage, daß die an der Westfalenfahrt teilnehmenden Altgardisten geschlossen zu ihnen gekommen sind, um die Achtung des Nationalsozialismus vor chrem Beruf und die Verbundenheit mit dem Bergmann zu unterstreichen. Nach der Triumpffahrt durch die Gaue Westfalen- Süd und Westfalen-Nord trafen die 700 Alten Kämpfer in der Provinzial- und Gauhauptstadt Münster ein. In der Schlußkundaebung aus dem Prinzipalmarkt betonte Stabschef Lutze, daß genau so wie die Alte Garde, das ganze deutsche Volk zusammenstehe, um dem' Führer die Durchführung seiner Aufgabe zu ermöglichen. Dr. Ley bezeichnete abschließend die Westfalenfahrtals neuen Anlaß zum Stolz, zur Freude und zur Gewißheit, daß der Nationalsozialismus das Schicksal des deutschen Volkes fest in den Händen hält. Er habe nur den Wunsch gehabt, daß einige ausländische Staatsmänner Zeugen der Fahrt gewesen wären. Wenn die Einkreiser sie miterlebt hätten, würden sie ihre Einkreisung lassen. Das deutsche Volk gehöre Mols Hitler an. DernalionalsozialifiischeVeamte Ilmenau, 17. Juni. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhardt führte auf einer fachwissenschaftlichen Tagung der Zollbeamten in Ilmenau u. a. aus: Jeder Beamte muß bestrebt sein, auf seinem Arbeitsplatz im Rahmen der ihm zugewiesenen Obliegenheiten stets das Bestmögliche und Größtmögliche zu leisten. Es darf keine Arbeit geleistet oder verlangt werden, die überflüssig ist. Der Beamte muß'allen Volksgenossen ein Vorbild treuester Pflichterfüllung sein, und er muß von wahrem Arbeitskameradschaftsgeist und von wahrem Volksgemeinschaftsgeist durchdrungen •fein. Ein Mensch, der zu Ueberheblichkeit und Dünkel neigt, ist nicht geeignet, im heutigen Staat Beamter zu fein. Eindringlich wies der Staatssekretär darauf hin, daß für jeden Beamten, ganz gleich in welcher । Stellung, das einfache Kleid der nationalfozialisti- : schen Kampfformationen, das ihn mit den Volks- > genossen anderer Stände in einer Front zusammen- ' stehen läßt, die beste Gewähr dafür sei, nicht volks- : fremd und nicht zum Bürokraten zu werden. Der Volksgenosse, der nicht Beamter ist, muß sich stets bewußt sein, daß der Beamte Hoheits- iträger des Staates ist und das berufliche !Tun und Lassen eines Beamten stets im Inter- «esse des Vplkes gelegen ist. Das Wesen des > Staates bedingt, daß alle Gesetze nach na- ttionalsozialistischer Weltanschauung ,a u s g e l e g t werden und alle vorkommenden Tat- Ibestände nach dieser Weltanschauung beurteilt wer- iden. Es kann demgemäß im nationalsozialistischen Staat Gesetze nur richtig anwenden und Tatbestände inur richtig beurteilen, wer mit den Erkenntnissen iund Leitsätzen unserer Weltanschauung durchaus ivertraut ist und demgemäß ein national- js o z i a l i sti s ch e s Hirn und ein Nationalsozialist isches Herz sein eigen zu nennen ,vermag. Der Beamte muß die Gewähr dafür bieten, 'daß er sich jederzeit rückhaltlos für den national« jsozialistischen Staat und die den Staat tragende ^Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ein* stetzen wird. „Rückhaltlos" heißt: Ohne jeden Vor- Sbehalt, ohne jedes Wenn und Aber. Nationalfozia- Mttscher Staat und Nationalsozialistische Deutsche ^Arbeiter Partei stellen eine Einheit dar, die -unter einem Hoheitszeichen besteht. Die funda- i mentale Grundlage dieser Einheit ist nicht der Staat, sondern die Partei. Es hat sich nicht die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei unter Idas Hoheitszeichen des Staates, sondern der Staat .'unter das Hoheitszeichen der Nationalsozialistischen ^Deutschen Arbeiterpartei begeben. Es kann dern- z gemäß nicht Beamter in unserem Staat werden -.oder bleiben, wer nicht das Vertrauen der MS DAP. genießt. Für die Beurteilung eines 'Beamten ist auch maßgebend, ob er seine K i n - ib e r nach nationalsozialistischen Grundsätzen erzieht jurtb sie infolgedessen freudigen Herzens den natio- Iralsozialistischen Jugendeinrichtungen anoertraut. Paris, 17. Juni. (DNB.) Das französische Kriegsministerium gibt heute vormittag eine Mitteilung aus, die besagt: Die Besorgnisse um das U-Boot waren leider gerechtfertigt. Der Befehlshaber der französischen Seestreitk'räfte im Fernen Osten, der die Nachforschungen selbst leitet, hat mitgeteilt, daß das U-Boot als verloren betrach- t e t werden muß. Die Nachforschungen durch sämtliche verfügbaren Flotten- und Luftfahrteinheiten MNGf Q 2 VON1 ; i am •» Lo d. ui MEH MERGUl- i je y Das Kreuz bezeichnet die Cam-Ranh-Bucht vor Jndochina, wo das U-Boot „Phönix" gesunken ist. — (Scherl-Bilderdienst-M.) werden fortgesetzt. Eine Untersuchungskommission wurde eingesetzt. — Der Bericht stellt est, daß sich am 15. 6. früh bei schönem Wette die U-Boot-Sektion „Phenix" und „Espoir" auf der Höhe von Camranh bereit hielt, um eine Angriffsübung auf den Kreuzer „Lamotte-Picquet" auszu- ühren. Beide U-Boote hatten am Vortag eine An- ;riffsübung unter normalen Umständen durchge- ührt. In dem Bericht wird schließlich mitgeteilt, daß das U-Boot in einer Diese von 100 Meter liegt und nur ein Oelfleck die Untergangsstelle bezeichnet. Die Besatzung besteht auf 71 Offizieren und Mannschaften. „Die Toten der ,Phenix^ werden das Geheimnis des Unterganges ihres Schiffes wahrscheinlich für immer für sich behalten." Diese Ansicht wird nunmehr in Paris vertreten. Der französischen Englisch-französische Fabelmeldungen. Keine deutschen Truppenzusammenziehungen bei Mährisch-Ostrau. Berlin, 17. Juni (DNB.) Presse und Rundfunk in Frankreich und England wußten neuerdings ihren Lesern und Hörern zu berichten, daß die 8., 28. und 31. Infanteriedivision, die 4. Panzerdivision und die 118. schwere Artilleriedivision des deutschen Heeres bei Mährisch-Ostrau zusammengezogen wurden. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, sind diese Angaben völlig unzutreffend. In der Gegend von Mährisch-Ostrau haben keinerlei Truppen- zusammenziehungen oder auch nur Truppenverschiebungen stattgefunden. Die Haltlosigkeit dieser und ähnlicher Meldungen über angebliche Truppenzusammenziehungen an der deutsch-polnischen Grenze bei Mährisch-Ostrau geht schon daraus hervor, daß z. B. die in den französischen und englischen Meldungen erwähnte 118. schwere Artilleriedivision nur diesen Quellen bekannt sein kann, da das deutsche Heer über eine derartige Arttlleriedivision überhaupt nicht verfügt. Auch die von der „Times" neuerdings verbreitete Meldung über eine angeblich erlassene Verkehrssperre zwischen Jglau und Brünn gehört, wie alle sonstigen Meldungen dieser Art, in das Reich der Fabel. Oer Führer besichtigt die fahrende Verkehrsschule des NSKK. Berchtesgaden, 18. Juni. (DNB.) Der Führer ließ sich am Sonntag a u f dem Obersalz- bera die fahrbare Verkehrsschule des N S K K. vorführen, die er dem NSKK. zum Zwecke der öffentlichen praktischen Verkehrserziehung zum Geschenk gemacht hat. Im Auftrage des Korpsführers gab NSKK.-Standartenführer Dr. S ch i f f e r e r Erläuterungen über die Einrichtung des Schulwagens, der auf seinen Fahrten durch Großdeutschland bereits hervorragende Erfolge in der Verkehrsschulung und der anschaulichen Unterrichtuna der Öffentlichkeit übe'r die Verkehrsregeln, vor allem auf dem flachen Lande, aufzuweisen hat. Ein Volkswagen für Generalfeldmarschall Göring. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Nachdem Reichsleiter Dr. Ley kürzlich dem Führer einen Volkswagen übergeben hatte, erhielt nunmehr den zweiten Volkswagen Generalfeldmarschall Göring. Gemeinsam mit Professor Porsche und Dr. L a f f e r e n z übergab Reichsleiter Dr. Ley in Karinhall den Wagen — einen offenen Typ der Serienkonstruktion — dem Generalfeldmarschall. Nach einer eingehenden Besichtigung des Wagens und nach einer sich anschließenden Fahrt mit Dr. Ley durch die Schorfheide, bei der Generalfeldmarschall Göring den Wagen selbst steuerte, beglückwünschte der Generalfeldmarschall Dr. Ley und Dr. Porsche zu dieser einzig dastehenden technischen Leistung. Erschließung des Hochrheins. Konstanz, 18. Juni. (DNB.) Hn Konstanz fand eine Rheinschiffahrtstagung statt, zu der die zuständigen Behörden des Deutschen Reiches und der angrenzenden schweizerischen Kantone sowie zahlreiche Schiffahrtsoerbände und Wirtschaftsorganisationen ihre Vertreter entsandt hatten. Im Mttelpunkt stand das Projekt der E r s ch l i e ß u n g des Hochrheins von Basel bis zum Bodensee als Kraftquelle und Großfchiffahrts- ft r a ß e. Die Neugestaltung der großdeutschen Verkehrsbedürfnisse drängt d azu, die im Binnenschifffahrtswesen noch vorhandenen großen Reserven aufzuschließen, und hierzu gehört in erster Linie auch die Rhesnschrffahrt. Die deutsche Regierung hat vor Admiralität ist zwar der ungefähre Untergangsort bekannt: aber selbst wenn es gelingen sollte, den genauen Lageort der „Phenix" ausfindig zu machen, wird es selbst Spezialtauchern nicht möglich sein, zu dem Schiff zu gelangen; die See tiefe ist zu gewaltig- — Frankreich hat seine Flaggen aufHalb- m a ft gesetzt. Ministerpräsident Daladier gedachte am Samstagmittag in einem Aufruf an das Land her 71 Franzosen, die in Erfüllung ihrer Pflicht an der äußersten Grenze des französischen Imperiums für ihr Vaterland gefallen sind. Ganz allgemein dringt die Ansicht immer mehr durch, daß die „Phenix" auf einMnterwas- serriff gelaufen sei, bei dem Anprall eine Havarie erlitten habe und auf den Meeresgrund ab gesackt sei. Der „Jntransigeant" schreibt, während das amerikanische U-Boot „Squalus" wahrscheinlich durch schlechtes Funktionieren des Wasserballastaus- gleiches untergegangen und die britische „Thetis" infolge eines offen gebliebenen Torpedorohres voll Wasser gelaufen sei, handele es sich bei der „Phönix", die schon seit Jahren im Dienst gewesen sei und ein vollständig aus gebildetes Personal gehabt habe, nicht um derartige Fehler. Für die „Phenix" müsse auf jeden Fall ein nicht vorhergesehe- ner Zwischenfall eingetreten sein, z.B. das Auflaufen auf ein Unterwasserriff. * Die „Phenix" ist das siebente Unterseeboot, das die französische Marine in Friedenszeiten durch Unfall verloren hat. Die Kette der Unfälle wurde am 6. Juli 1905 durch die „Far- fabet" eröffnet, die auf der Höhe von Bizerta mit siebzehn Mann sank. An der gleichen Stelle ging ein Jahr später, am 16. Oktober 1906, die „Lutim mit sechzehn Mann unter. Am 26. Mai 1910 sank auf der Höhe von Calais die „Pluviose" mit 27. Mann. Arn 8. Juni 1912 folgte ihm am Cap de la Hague die „Vendemiaire" mit 24 Mann. Am 30. Oktober 1928 sank die „Ondine" an der portugiesischen Küste mit 43 Mann, und am 7. Juni 1932 ging auf der Reede von Cherburg die „Promsthee" mit 70 Mann unter, von denen sich nur 7 retten konnten. Das Beileid des Führers. Berlin, 17. Juni. (DNB.) Der Führer hat dem Präsidenten Frankreichs telegraphisch seine und des deutschen Volkes Anteilnahme an dem schweren Unglück, das die französische Kriegsmarine durch den Untergang des U-Bootes „Phenix" be- troffen hat, zum Ausdruck gebracht. kurzem das Ersuchen an die Schweiz gerichtet, Verhandlungen über die Kanalisierung des Hochrheins aufzunehmen. lieber den Stand dieser Pläne sprach Staatssekretär Königs. Appell der Technischen Nothilfe. B e r l i n, 19. Juni. (DNB.) Aus Anlaß der geseh- lichen Verankerung der Technischen Nothilfe und ihrer Erhebung zur Körperschaft des öffenllichen Rechts hielt die T.N. in allen Ortsgruppen Großdeutschlands einen allgemeinen Appell ab. Beim Appell der Berliner Landesgruppe im Saalbau Friedrichshain gab der Ehef der T. N., ^-Gruppenführer W e i n r e i ch, einen Ueberblick über die Entwicklung der T. N., ihre heutigen Aufgaben, ihre Stellung zu Staat und Partei sowie über die aus dem Gesetz der T. N. sich ergebenden Anforderungen. Dabei richtete der Chef der T. N. an alle Nothelfer die Mahnung, auch in Zukunft ft e t s einsatz- bereitzu sein und dort zu helfen, wo es nottue. Freischärlerkämpfe bei Nanking. S ch a n g l) a i, 17. Juni. (Europapreß.) Aus einem hier vorliegenden Frontbericht aeht hervor, daß noch immerchinesischeFreischärlerin den Gebieten zwischen Nanking und Schanghai in Aktion sind. Bei Kuyuyg, etwa 50 Kilometer östlich von Nanking an der Straße nach Schanghai, soll es zu heftigen Kämpfen mit japanischen Truppen gekommen sein. Das japanische Truppenkommando hat, wie berichtet wird, einen konzentrischen Angriff gegen die Freischärler durchgeführt, die sich zurückziehen mußten. Auf der Flucht wurden ihnen durch die japanische Artillerie erhebliche Verluste Zugefügt. Kleine politische Nachrichten. Am Samstagnachmittag wurde der Sondergesandte des Königs Ibn Saud von Arabien, der Kgl. Rat Khalid Al Hud, vom Führer auf dem Berghof in längerer Audienz zum Tee empfangen.* Der Unterftaatsfefrefär im italienischen Marineministerium, Admiral Cavagnari, wird auf Einladung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, mit diesem am 20. und 21.Juni in Friedrichshafen am Bodensee Zusammentreffen und einige die beiden Kriegsmarinen berührende Fragen besprechen. ♦ Im Auftrage von Reichsminister Dr. Goebbels hat der Reichsintendant des deutschen Rundfunks, Dr. G l a s m e i e r, den bisherigen Sender Melnik nunmehr als Reichsfender Böhmen in den Schutz, die Führung und Verwaltung der Reichsrundfunkgesellschaft genommen. Zum Intendanten wurde der frühere Leiter der Abteilung Zeitgeschehen am Deutschlandsender und Reichssender Berlin, Hans-Günther Marek, zum Sendeleiter Sedlaschek ernannt. * Reichspressechef Dr. Dietrich hielt vor einer geladenen Zuhörerschaft im Delegattonssaal des ungarischen Abgeordnetenhauses einen Vortrag über das Thema ^Die Presse im Kampf unserer Zeit". Unter den Zuhörern befand sich auch der ungarische Unterrichtsminister Dr. Homan. Der Massenmörder Eugen Weidmann, der fünf Morde begangen hat, ist am Samstagfrüh vor dem Justizpalast in Versailles hingerichtet worden. * In Kingston auf Jamaica führten erneut ausgebrochene Streikunruhen zu einer schweren Straßenschlacht. Erst nach Warnschüssen der Polizei konnten die Unruhen beigelegt werden. Vier Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe verletzt. Die Straßenlampen wurden zerschmettert. Vielfach kam cs auch zu Versuchen, die Häuser in Brand zu stecken« Aus aller Wett. Schweres Autobusunglück am Großglockner. heiligenbluk, 19. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Auf der Abzweigungsslrahe von heiligenblut auf die Glocknerslrahe stürzte in einer von einer Mauer gesicherten Kurve am Sonntag nach 17 Uhr ein großer Reiseautobus der Wiener Firma Zuklin über die Böschungsmauer 20 Meter tief ab. Das Unglück forderte bisher 10 Tote und 16 Schwerver- e h te. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert und blieb mit den Rädern nach oben am Hang liegen. Höllenmaschine in einem jüdischen Kaffeehaus in Prag. In dem jüdischen Kaffeehaus Riva in der Langen Gasse der Prager Altstadt explodierte eine Höllenmaschine. Durch die Explosion ist die Inneneinrichtung des Cafes völlig zerstört worden. Vier Personen wurden schwer verletzt und mußten ins Krankenhaus geschafft werden, 15 erlitten leichtere Verletzungen. Sämtliche Verletzte bis auf zwei sind Juden. Die tschechische Staatspolizei hat, wie es im Polizeibericht heißt, angestrengte Nachforschungen nach den Tatern eingeleitet. Schwere llnwetterschäden in Böhmen und Mähren. Die Regengüsse der letzten Tage haben in großen Teilen Böhmens und Mährens lieber schw ein - mungen hervorgerufen. In der Gegend von Kladno wurde ein Drittel der Gemeinde Tuchlowitz überschwemmt. Die Berau führt Hochwasser. In Brünn wurden einige Gassen überschwemmt. Auf dem Lande führten Blitzschläge eine Reihe von Bränden herbei. In der Umgebung von Vschettn ertrank in dem hoch angeschwollenen Bache ein sechsjähriger Knabe. Ein älterer Junge wollte ihn retten, kam aber dabei selbst ums Leben. Der Schaden auf den Feldern und an den Häusern ist groß. Kunst und Wissenschast. Gutenberg-Festwoche und Kulturpreis- Verleihung in Mainz. Arn Sonntag wurde in Mainz die Gutenberg- Festwoche eröffnet. Im Festoortrag behandelte Oberarchivar Dr. Diepenbach „Das Stadtbild von Mainz im Wandel der Zeiten". Oberbürgermeister Dr. Barth erklärte anschließend die Gutenberg-Festwoche für eröffnet mit dem Wunsche, daß sie ein würdiger Auftakt für die nächstjährige Reichsseier werde. Der Oberbürgermeister gab dann bekannt, daß der erstmals zur Verteilung kommende Mainzer Kulturpreis im Einvernehmen mit (Bauleiter Reichsstatthalter Sprenger an Profefi sor Wilhelm Härter in Mainz verliehen wurde. Der Oberbürgermeister würdigte die Verdienste des Preisträgers, der sich durch sein 35jähriges Wirken als hervorragender Brückenbauer in der ganzen Welt einen Namen gemacht hat. Tagung der Eichendorfs-Stiftung. Die 1931 gegründete Deutsche Eichendorfs- Stistung hielt ihre Jahresversammlung in Neiße ab. Dank der Unterstützung des Oberpräsidenten und des Landeshauptmanns von Schlesien konnte die Gesellschaft weiter ihre Aufgaben erfüllen und einige einmalige Projekte verwirklichen. Auf der Tagung wurde die Absicht bekundet, die Veranda des Schlosses Sedlnitz im Kuhländchen, in der der Dichter besonders gern weilte, zu einem Erinnerungsraum auszugestalten. Auch der Festsaal des Schlosses Lubvwitz, wo Eichendorfs geboren wurde, soll zu einer Weihestätte für den Sänger des deutschen Waldes hergerichtet werden. Das Eichendorff- Mufeum in Neiße soll einer baulichen Umgestaltung unterzogen werden. Man denkt an die Schaffung eines Zimmers der deutschen Landschaft, in dem die Dinge der Eichendorffschen Umwelt ausgestellt werden, an die Errichtung eines Heidelberger Zimmers, das dem Andenken an den jungen Eichendorff dient und schließlich an ein drittes Zimmer als Gedächtnisraum für andere Dichter, die in Neiße lebten. Dichlerlreften in Bad Neuenahr. Am 24. und 25. Juni findet in Bad Neuenahr das diesjährige rheinische Dichtertreffen statt. Es spricht der Träger des Kunstpreises des Westmarkgaues Werner Beumelburg. Ministerialdirigent Berndt wird zu dem Thema „Der deutsche Osten und die deutsche Kultur" das Wort ergreifen. Für den 25. Juni ist die Eröffnung der Heinrich-Lersch-Ausstellung im Kurhaus vorgesehen. Ferner wird eine Heinrich-Lersch-Gedenkstunde veranstaltet; im Mittelpunkt steht eine Rede des Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Staatsrat Hanns I o h st. Wetterbericht Die Großwetterlage ist gekennzeichnet durch Hochdruckgebiete über Nordvst- und Südwesteuropa und eine sich dazwischen von Nordwest nach Südost erstreckende Tiefdruckrinne. Im Bereich der letzten kommt es vor allem über Nord- und Mitteldeutschland zu Niederschlagstätigkeit, während wir im Grenzgebiet häufig aufgeheitertes Wetter haben. Der Zustrom feuchter Meeresluft von West bis Nordwest bedingt jedoch auch für unser Gebiet eine leichte Unbeständigkeit. Vorhersage für Dienstag: Veränderlich, mit häufiger Aufheiterung, aber auch Neigung zu einzelnen teilweisen gewittrigen Schauern, bei lebhaften Winden um West nur mäßig warm. Vorhersage fürMittwoch: Bei Luftzufuhr aus West vielfach heiter und doch nicht beständig. Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 16,2 Grad; am 19. Juni: morgens 15,8 Grad. Maximum 22,6 Grad, Minimum heute nacht 13 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juni: abends 24,1 Grad; am 19. Juni: morgens 19,4 Grad. — Sonnenscheindauer 7,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt); i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsdezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. IgLORIas L PQLQST . Giessen l Neuaufführung! Heute Montag bis Donnerstag Friedrich Kayßler, Karl Schönböck Ein Ufa-Film mit Gina Falkenberg Maria Koppenhöfer ............................... iiiiiiiii „Anna Favelti“ ist ein Film, der mit seiner vertieften gefühlsbetonten Handlung, mit der Eindruckskraft seiner alpinen Schauplätze und mit der fesselnden Kunst seiner Darsteller zu den reifsten Werken deutschen Filmschaffens zu zählen isti Ufa-Wochenschau Kulturfilm Täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr 4396A 4394C 03056 Gießen, den 19. Juni 1939. 4395V Kochvorführungen 17. Juni 1939 Dormittagsziehung wurden gezogen am 5000 RM. 187450 4000 RM. am 77822 im Cafe Leib, Gießen, Walltorstraße 4389V Gießen, den 19. Juni 1939. 4391D Eintritt frei« ist. Sie werden manche nützliche Anregung erhalten. In der heutigen Nachmittagszfehung wurden gezogen 217694 170292 216111 Die führende natnrknndliche Monatsschrift^ 87545 188106 132773 122220 89452 272783 245394 243249 zugsstoffe. 439?D durch 4393D 115034 108076 107147 RM. niiininmniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiM [Lichtspielhaus! Ausschneiden! Reiben.BürsleD.SlaniDlen u. Aiiswringen derWäsflie ühsrllüssig! Aus dem Waschtag entsteht die Wasdistunde Regie: Viktor Janson. Anzeige erscheint nur einmal! v JEN Aer GLASWERK SCHOTT & GEN., JENA 211101 285379 374127 201010 276220 360603 106085 132796 160081 182798 210891 221823 232439 262188 274687 288759 316212 329994 370285 Alle Hausfrauen, Ehemänner und Interessenten ladet freundlichst ein General vertrieb: Paul Kalusche, Heppenheim a.d. B., Fernruf 336 114118 125994 150422 180676 197187 228002 267052 286153 307727 349330 368213 386643 und doch verläßt die Wäsche blütenweiß und tast bügeltrocken die Waschküche Daher kommen Sie alle u. betrachten Sie sich den Waschtag von morgen. Alles Nähere im Vortrag! Eintritt frei! 1000 RM. 278943 500 RM. 164298 211785 312287 380069 117022 126290 154791 183498 201092 232194 269145 287460 321687 349595 379088 389243 145297 164364 195870 212853 223260 235835 267967 277494 301290 319921 343222 379389 132244 162689 190086 216933 238294 280637 287500 322024 350735 379283 393301 146771 172682 200119 213167 224994 242628 258562 279918 306302 322548 356013 381101 133168 164472 191467 219488 265505 281808 291838 324378 360517 381172 394984 162052 174725 204419 215679 228297 246019 263154 280963 308432 328502 360142 392240 208947 358637 156658 180534 206266 217742 230044 249762 270500 283323 313269 329735 361092 393347 Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen 105626 138863 161604 185568 211052 222774 232738 255336 275160 294894 316563 341502 373531 395763 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Beiprogramm und Ufa -Ton-Woche. Täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. 4390A Einspaltige Kleinanzeigen werden rum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. WrdleMllimeler. teile veröffentlich! Achtung! Hausfrauen I Mittwoch, dem 21. Juni um 20 Uhr Donnerstag, dem 22 Juni um 16 Uhr und 20 Uhr 2. Ziehungstag In der heutigen 3 Gewinne zu 6 Gewinne zu 90465 109477 124084 144883 168285 192850 222942 260657 285151 294217 339547 365230 384824 397738 Mädchen inWeiß 112162 124886 149708 176239 196015 223763 263618 285586 304999 348135 366958 385762 Gießen (Krofdorfer Straße 9), München, Offenbach a.M., Wächtersbach, Neujork, den 17. Juni 1939. Scharmann, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstrabe 2, Tel. 3108. Achtung! Ehemänner! Eine glänzende Ausstattung, eine packende Handlung und eine hervorragende Besetzung machen diesen Film zu einem schönen Erlebnis! 213298 249664 271931 318887 341783 349042 388670 389682 396749 Auf jede gezogene Nummer find drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen I, ö nnb IH Keineautgewaschenen Hände, geschwollenen Handgelenke. Rückenschmerzen, Gliederreißen, zerrissene Wäsche und 'zerbrochenen Knöpfe mehr Ist kein Sprudelapparat oder Stampfer, auch keine Wäscheschleuder oder Wringmaschine. Gießen, den 17. Juni 1939. Der Oberbürgermeister: Ritter. 4072 204948 Gewinnauszug 2. Klosse 1. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 20. Juni, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Lwaussvevsteigerung Dienstag, den 20. d. M., sollen im Verkaufslokal Hartmetz, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal- zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Schreibmaschinen Nähmaschinen, Warenschränke, Bilder, Uhren, Bücher, 1 Klavier, 1 Kassen- schrank, 1 Schnellwaage, 1 Schau - bekalbum mit Briefmarken, An- Nachdem wir unsere liebe, teure und uns unvergeßliche Gattin und Tochter zur letzten Ruhe gebettet haben, drängt es uns, für die Anteilnahme und den herrlichen Blumenschmuck sowie für das Geleit zur letzten Ruhestätte unseren innigsten, tiefgefühlten Dank auszusprechen. Dies alles war uns ein Trost in den so schweren Tagen. In tiefer Trauer: Rudolf Schickedanz Marie Küspert Wwe. Nur 2 Tage / Heute Montag u. Dienstag Neuaufführung! Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. * Gretel Abel und Kind Familie Heinrich Abel. 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Welche Hausfrau spart nicht gern, wenn ihr dieses Sparen zugleich angenehme Erleichterung bringt! Eine erfahrene Dame der Hauswirtschaft wird Ihnen zeigen, wie man in feuerfestem Jena*' Glas backen, braten und dünsten kann und wie reizvoll das Arbeiten mit diesen schönen Geschirren li. Kirchner, Makler, Bleichstratze 18. Verkäufe Wil mit Hintergebd., gute Lage, zu verkaufen durch H. Kirchner, Makler, I Bleichstrake 18. Nach einem arbeitsreichen Leben ist Freitag abend um 7.30 Uhr meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Frau Katharine Goffelmeyer geb. Huck kurz vor Vollendung des 71. Lebensjahres nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden für immer von uns gegangen. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Gs ffi Zett diese Woche noch könnenSie Ihren Bedarf an 4398a rttütken decken. Versand auch n. auswärts. Gietzenev Zoo Seltersweg 6, Telefon 3292. 396240 ------ Außerdem wurden 664 Gewinne zu le 150 und 6498 Gewinne zu je 90 RM. gezogen. MDurax JENAer GLAS Nr. 140 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Genrral-Anzetger für Gberheßen) Montag. 10. Juni MO Aus der Stadt Gießen. Traum und Wirklichkeit. In der kurzen Geschichte eines großen Dichters unserer Zeit war erzählt, wie ein Lykomotivsührer viele Jahre lang, wenn er seinen dröhnenden, klirrenden weißwolkigüberflaggten Zug an einem bestimmten Siedlerhäuschen vorbeilenkte, eine Frau aus dem Hause treten sah. Sie pflegte zu winken. Erst hatte sie ein Kind auf dem Arm. Dann klammerte sich das gleiche Kind an ihre Hand. Später winkte es schon allein mit. Schließlich waren es zwei Kinder. Wenn die Winkenden einmal fehlten, schien dem Lokomotivführer der Tag nur halb so gut. Eines Tage fügte es ein Urlaub, daß er in die Gegend konnyen konnte, die er so oft auf dem weiten Schienenwege des Expreßzuges berührt hatte, die Gegend des kleinen Siedlerhäuschens. Er dachte es sich wunderbar und köstlich, den Menschen einmal gegenüberzlistehen, die ihm so oft zugewinkt hatten, mit der Hand, die verrußt und ölig war, den Gruß zurückgewinkt. Er war, so kam es ihm vor, ein ferner Freund dieser fremden Menschen geworden. Dann also kam er an. Er klopfte. Er stand der Frau gegenüber. Aber^ie war gar nicht freundlich, sie war mürrisch und mißtrauisch, sie kannte ihn nicht. Sie hatte gewinkt, gewiß, aber es war eine müde Gewohnheit gewesen, weiter nichts. Es gab keine Brücke zwischen diesen Menschen. Sie hielten ihn fast für einen Narren. Er empfahl sich linkisch. Das Ergreifende an dieser schlichten Geschichte ist ihre tiefe Wahrhaftigkeit. Zwischen Gebärde und Wahrheit klafft eine Gruft. Zwischen Vorstellung und Wirklichkeit steht eine Wand, oft häßlich wie die geschwärzte Backsteinwand eines Grostadthinter- hauses. Du freust dich wochenlang auf ein Geschehnis. Du siehst elektrische Kerzen flammen, hörst weiche Musik, du siehst strahlende Frauen, sie schauen dich alle an. Dann kommt der Abend. Er ist Gähnen, Enttäuschung, Katzenjammer. Du hast dein Leben lang in eine Landschaft gewollt, die dir fern lag, unnahbar fast. Dann kam die Chance. Du steigst am Bahnhof aus. Es regnet. Du wärest besser zu Hause geblieben. r. k. Dornoiizen. Tageskalender für TNonkag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Anna Favefti". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Mädchen in Weiß". Aenderunq der Sommer- und Herbstferien au den Schulen der Sladl Gießen. Durch Verfügung der Landesregierung vom 15. Juni 1939 tritt in der Ferienordnung der Gießener Schulen insofern eine Aenderung ein, als die Sommerferien u m 5 Tage verkürzt werden, und zwar zugunsten der Herbftferien. Die Sommerferien dauern nunmehr vom 8. Juli bis 10. August einschließlich, die Herbstferien vom 8. bis 18. Oktober einschließlich. Finanz- und Kaffenlage der Stadt Gießen ausgeglichen. Der Oberbürgermeister unserer Stadt gibt bekannt, daß die Finanz- und Kassenlage der Stadt Gießen auch im zweiten Halbjahr des Rechnungsjahres 1938 als ausgeglichen bezeichnet werden kann. Bei regelmäßigem Steuereintzang konnten sämtliche Ausgabe-Verpflichtungen erfüllt werden. Die vorhandene Stetigkeit in der Finanzentwicklung hat auch weiterhin angehalten, irgendwelche Erschütterungen, die evtl, hätten Fehlbeträge verursachen können, sind nicht eingetreten. 7IS.-Frauenschast Sießen-Nord. K i n d e r g ru p p e : Morgen, Dienstag, den 20. Juni, Kinder-Ausflug nach Wieseck. Abmarsch 15 Uhr von der Schillerschule.• Leistungsappell der politischen Leiter in Gießen. - Der gestrige Sonntag sah sämtliche Politischen Leiter des Kreises Wetterau der NSDAP, zu einer großen Leistungsgemeinsck>aft, zu einem Kreisappell in Gießen vereinigt. Vor der Volkshalle, am Schützenhaus und auf dem Universitätssportplatz bestimmte die braune Uniform das Bild. In einem stattlichen Fahnenblock waren die Fahnen aller Ortsgruppen des Kreises zusammengefaßt. Insgesamt traten zu dem Appell 1 4 3 5 Politische Leiter an, die sich ,ynn Teil schon zu früher Morgenstunde auf den Weg nach Gießen begeben mußten. Den Auftakt für den Kreisappell bildeten Fahnenhissung und Morgenfeier. In weitem Viereck, unterteilt in Bereitschaften, traten die Politischen Leiter an. Kreisausbilder Siegfried (Großen-Linden) meldete dem Kreisleiter die Kameraden, und Kreisleiter' B a ck h a u s schritt daraufhin unter den Klängen des Spielmanns- und Musikzuges des Kreises (Leitung: Musikzugführer Schleuse) die Fronten ab. Nach einem Vers des Liedes „Heilig, Vaterland", nach einem Vor- spruch und nach der feierlichen Hissung der Fahne hielt Kreisausbilder S i e g f r i e d die Ansprache zur Morgenfeier. Er betonte, daß' die Politischen Leiter der nationalsozialistischen Bewegung eine Kampftruppe in der Hand des Führers darstellten, daß sich in ihnen die Idee des Führers verkörpere, und daß die Politischen Leites der ausstrahlende Kem für das deutsche Volk sein müßten. Vom Politischen Leiter werde erwartet, daß er klar und fest im Leben stehe, daß er ganz der nationalsozialistischen Weltanschauung geöffnet sei, daß ihn ein geschlossener Wille erfülle, daß er vorzuleben ver- nlöge, wenn er Erzieher sein solle. Er müsse erfüllt sein von dem Glauben, daß Blut und Boden der Urgrund unseres völkischen Seins sind, er müsse aber auch erfüllt sein von dem Glauben an ein ewiges Deutschland. Er forderte dazu auf, mit allen Kräften diesem Deutschland zu leben, den Dienst am Volk als Gottesdienst aufzufassen, den^ Dienst am Volk als Religion anzusehen. Dem ^chicklal aber solle man sich immer dankbar dafür wissen, daß es uns den Führer gab, der in uns wieder das Bewußtsein der großen Bedeutung der Volksgemeinschaft habe lebendig werden lassen. Der Redner forderte abschließend dazu auf, durch Pflichterfüllung, durch äußere und innere Haltung, durch die soldatischen Tugenden Treue, Gehorsam, Disziplin, durch Ehre und Kameradschaft wahrhaft nationalsozialistische Haltung zum Ausdruck zu bringen. Mit dem Gesang des zweiten Verses des Liedes „Heilig Vaterland" fand die Morgenfeier ihren Abschluß. Sodann rückten die Bereitschaften zum Teil zum Universitätssportplatz ab. Leibesübung der politischen Leiter. In den vergangenen Monaten haben sich die Politischen Leiter einer systematischen Leibesübung unterzogen, um ihre Leistungsfähigkeit und Spannkraft auch auf diesem Gebiete zu beweisen. Die sportliche Betätigung umfaßte eine Reihe von Aufgaben. So mußte jeder eine vierstündige Marschleistung in guter Verfassung hinter sich bringen, an sechs Sportausbildungsstunden teigenommen, sich im Kleinkaliber- und im Pistolenjchießen geübt haben, außerdem war ein 15-Kilometermarsch und Uebungen im Weitsprung, Keulenziel- und Keulenweitwurf, im Medizinballstoßen verlangt, und einen 1000-Meter-Lauf zu bestreiten. Uebungen der Ordnung und der Disziplin in der Marschkolonne wurden ebenfalls bewertet. Für den gestrigen Tag des Kreisappells waren lediglich noch der 1000-Meter- Lauf, der Keulenzielwurf und die Ordnungsübungen zu erledigen. Die siebzehn Mannschaften der Bereitschaften traten in Stärke von je acht Mann zunächst zum 1000-Meter-Lauf an. Der' fünfte Mann jeder Mannschaft, der das Ziel passierte, wurde gewertet und seine Zeit war für die Mannschaft maßgebend. Es war erfreulich, zu sehen, wie sich hier die Politischen Leiter aller A l t e r s st u f e n für den Sieg ihrer Mannschaft einsetzten. Es ergab sich — jeweils starteten drei Mannschaften — mancher verbissene Kampf um den Sieg. Mit Begeisterung und Einsatz waren die Wettkämpfer am Keulenzielwurf beteiligt und gespannt folgte man den Leistungen eines jeden Kameraden. Im 1000-Meter-Lauf konnten beachtliche Zeiten, im Keulenzielwurf (liegend und stehend) gute Ergebnisse erzielt werden. Auf dem Trieb marschierten die Bereitschaften zu den Ordnungsübungen auf. Man gewann rasch den Eindruck, daß die Politischen Leiter auch in der Marschkolonne düs zeigen, was von ihnen erwartet werden kann. Besichtigung. Nach der Mittagspause traten die Teilnehmer des Appells zur Besichtigung an. Dazu war der Gauausbildungsleiter Bender erschienen, der zunächst die Fronten abschritt und dann in der Gemeinschaft mit dem Kreisleiter und dem Kreisausbilder eine eingehende Be-sichtigung der einzelnen Bereitschaften vornahm, die etwa eine Stunde in Anspruch nahm. In einer kurzen Ansprache wies der Gauausbildungsleiter auf den Zweck und den Sinn dieser Kreisappelle hin, sprach von der Bedeutung der Unisorm und den Verpflichtungen, die ihrem Träger auferlegt sind, er sprach von der Notwendigkeit einer gründlichen Ausbildung, schon im Hinblick auf die Tage von Nürnberg, außerdem von der Notwenigkeit der vorbildlichen Haltung des Politischen Leiters, die zu erreichen nicht zuletzt der Sinn dieser Ausbildung sei. Siegerehrung. Der Siegerehrung ging eine Ansprache des Kreisleiters Backhaus voraus. Er bezeichnete den Kreisappell der Ausbildung als einen Anfang und betonte, daß es wichtig fei, auf dem beschrittenen Wege weiter zu marschieren. Er erinnerte daran, daß über alle Arbeit des Aufbaues bisher nur wenig Möglichkeit zu einer sportlichen Betätigung gewesen sei, daß der Politische Leiter in der Kampfzeit zwar auch seinen Mann in mancher Saalschlacht gestanden habe, jetzt aber müsse immer mehr erstrebt werden, den Menschen zu einer geistigen, seelischen und körperlichen Einheit zu formen. Es gelte mehr als je, daß jeder an sich selbst arbeite, daß er das große Wollen, das unsere Nation nun beseelt, erfasse, daß er in Treue zum Führer stehe, sich vorbildlich betätige und soldatische Haltung bewahre. Sodann nahm Kreisleiter Backhaus die Siegerehrung vor. Von Behörden der Städte und der Kreise, wie auch von verschiedenen Firmen, waren wertvolle und für den Ausbildungsdienst sehr zweckmäßige Preise gestiftet worden, die nunmehr mit Worten der herzlichen Anerkennung durch den Kreisleiter überreicht wurden. Oie Ergebnisse: 5. Bereitschaft 1. Bereitschaft 2. Bereitschaft Bereitschaft Bereitschaft 3. 4. 6. 7. 8. 9. 10. Bereitschaft Bereitschaft Bereitschaft Bereitschaft Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte Punkte. G i e ß e n - O st Gießen-Süd Gicßen-Nord Bad-Nauheim Friedberg Lollar Okarben Grünberg Asscnheim Laubach 2550 2446 2253 2104 1762 1562 1462 1448 1311 918 Die Gesamtleistung der einzelnen Bereitschaften in den verschiedenen Disziplinen des Ausbildungsdienstes war durch Punktwertung ersaßt. Folgende Bereitschaften wurden ausgezeichnet: 4 1 3 13 14 5 16 6 15 7 Bereitschaft Bester Einzelschütze im Pistolenschießen wurde Hellmuth Scheller (Gießen-Nord) mit 64,9 Punk- Oben links: Kreis- leitcr Backhaus überreicht dem Führer der besten Bereitschaft, Ortsgruppenleiter K r e u d e r (Gießen-Ost), den von der Stadt Gießen gestifteten Ehrenpreis. Nebenstehend: Die 17 Bereitschaften der Politischen Leiter stellten je 8 Mann zum 1000-Meter-Lauf. Eine der Läufergruppen unmittelbar nach dem Start. (Aufnahmen |2|: Neuner, Gießener Anzeiger.) - r Zwischen Oorn und Korn. Dem Heimatdichter Heinrich Lohnreh zum 80. Geburtstage. Wenn man am 19. Juni den achtzigsten Geburtstag Heinrich S o h n r e y s , des hannöverschen Heimatdichters, Dolkstumsforschers und Sozialpolitikers feiern wird, dann sei auch einmal des kämpferischen und ertragreichen Lebens dieses Mannes gedacht, der stets bescheiden hinter seinem Werk zurückgetreten ist. Vor fünf Jahren hat Sohnrey einen umfassenden Rechenschaftsbericht veröffentlicht. „Zwischen Dorn und Korn" so hat er diese Lebenserinnerungen genannt. Die schwer durchdringlichen Dornenhecken, in denen „manchmal auch so ein Flöckchen von meinem Leib und Leben hängen geblieben", sind ja längst auf dieser langen Wanderung zurückgetreten, und sein Lebcnspfad führt nun „Zwischen "lauter fülligen Getreidefeldern". Der Dorf- junge aus Jühnde ist nicht nur Professor, mehrfacher Ehrendoktor und Träger der Goethe-Medaille geworden. Er hat die Genugtuung gehabt, daß das neue Deutschland anerkannte, was er jahrzehntelang als Prediger in der Wüste gelehrt und verteidigt hatte: die völkische Kraft des deutschen Bauerntums. So hat Heinrich Sohnrey sich denn auch freudig und rückhaltlos zum Deutschland Adolf Hitlers bekannt. Diese Lebenserinnerungen bilden keine geschlossene Biographie. Es ist ein Kranz zwangloser Geschichten, in denen wir einem bunten Reigen von Gestalten begegnen: Dorflehrern und Bauernmeistern, Berühmtheiten des Berliner Cafes Josty und Politikern der wilhelminischen Aera, wie Friedrich Naumann und dem Hofprediger Stöcker, vorbildlichen Beamten und bürokratischen Landräten, die in ihrem Bezirk die Osterfeuer als Holzverschwen- duna untersagten. _ w . Der verknöcherte Geheimrat bei der Regierung in Hannover machte ein sonderbares Gesicht, als er den Wunsch des neunzehnjährigen Schulamtskan- ditaten hörte, der da vor ihm stand. Da war also mal einer, den es nicht in die Stadt zog, der in ein Dorf wollte mit Berg und Tal und weiten Waldern. So etwas wie ein Lächeln kam in feine Zuge wie er da Karten und Listen aus feinen Akten- fchränken kramte und schließlich auf ein Dorf im Grunde des Wesergebirges deutete, in das niemand hinmochte, weil es so „aus der Welt" läge. 3n diesem entlegenen Ackerdorf, in welchem der Lehrer die einzige Amtsperson war, hat Sohnrey dann sechs. Jahre verbracht als Schulmeister, Leichenredner, Sonntagsnachmittagsprediger, Montagsbet- stunde-Halter, Gesangvereinsdirigent und Schiedsmann. Nach diesen sechs Jahren „gab es kein Sprichwort, keine volkstümliche Redensart, keine Sitte und Sage, fein ,Stippstörchen' und keinen Aberglauben, Überhaupt keinen Ausdruck des örtlichen Volkstums, den ich nicht sorglich verwahrt hatte". In mehreren Büchern hat Sohnrey später Sitten und ■ % A (Scherl-Bilderdienst-M.) Bräuche, Geschichten und Sagen aus dem Sollinger Walde gesammelt. Damals hat er aber auch viele der bäuerlichenn Schicksale miterlebt, die er später in seinen Dorfgeschichten erzählt hat. Seine volkskundlichen Zeitungsaufsätze machten den Germanisten in Göttingen auf ihn aufmerksam, und er bestärkte den jungen Dorfschulmeister in seiner Absicht, die Universität zu besuchen. „Ich studierte Philosophie", Germanistik, Geschichte und Li- tefatur und — schriftstellerte daneben über die Maßen ... Meine Geldmittel verflüchtigen sich, und die erhofften Honorare blieben größtenteils aus. Es ist die Zeit, in der das Buch entstand, an das man noch heute zuerst denkt, wenn von dem Schriftsteller Heinrich Sohnrey die Rede ist: die köstliche Geschichte von „Friedejinchens Lebenslauf". Er heiratete ein Mädchen aus dem Solling, ging auf das Flehen der Mutter wieder ins Schulamt zurück und sprang „nach kurzer Zeit kopfüber, kopfunter wieder ins Leere". Bis mit der Ueber- nahme der Schristleitung einer Freiburger Zeitung sein Dasein eine gesicherte Grundlage bekam. Damals schrieb er das Buch „Der Zug vom Lande und die soziale Revolution". „Als Junge hatte ich noch die Uebervölkerung des Dorfes gesehen, das Wohnungselend und die wirtschaftlichen Nöte der besitzlosen Tagelöhner kennengelernt. Ich hatte die Zustände vor der Verkoppelung der Feldmarken und nach der Verkoppelung vor Augen: ich sah die erheblichen Nachteile, die für alle besitzlosen Leute daraus entstanden, mochten ihre Geschlechter auch schon hundert Jahre und länger im Dorfe sitzen. Die Tagelöhner büßten ihre althergebrachten Gerechtsame ein, sie verloren vielfach ihre Gärten, ihr Gemeindepachtland, und es blieben ihnen nur die neuen Straßen und Wege, die dafür so schön breit und glatt geworden waren, daß sich sehr bübsch darauf wandern ließ. Was Wunder, daß die Arbeiter ohne Haus und Scholle auf diesen so bequem gewordenen Straßen davon- wanderten." In der Stadt aber verfielen sie der Proletarisierung, die Sohnrey mit dem Fenriswolf der nordischen Mythe verglichen hat. Die Landflucht zu bekämpfen, zu der auch Verwahrlosung und Vernichtung des heimatliä^en Brauchtums beitrug, hat sich Heinrich Sohnrey zur Lebensaufgabe gemacht. In diesem Sinne schrieb er 1893 als Geleitwort für die von ihm begründete Zeitschrift „Das San d" die programmatischen Worte, die uns heute selbstverständlich klingen: „Jeder Staat, der sich vor Entartung und Verderben bewahren will, muß seine erste Aufgabe darin sehen, den Bauernstand groß und kräftig zu erhalten." In seiner ersten Erzählung, in welcher er den Baron von Raufen als Anhänger eines neuen sozialen Denkens einem Vertreter der patriarchalischen Wohltätigkeit gegenüberstellt,, sagt er: „Nicht den reifen Weizen, sondern Acker und Pflug sollen wir dem Volke geben, daß es von der eigenen Ernte mahlen kann ..." Dieses neue Denken faßte er in drei Programmpunkten zusammen: Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Zustände: Pflege des Volkstums und Förderung des bäuerlichen Sied- lungswefens. Diesen Aufgaben hat Sohnrey seine ganze Lebensarbeit gewidmet, in ständigem Kampfe gegen die Verständnislosigkeit des „Zeitalters der Maschine", das eine Arbeiterfrage nur in den Industriegebieten kannte. An feinem sechzigsten Geburtstage, der in dunkle Tage fiel, hatte er sich noch zwei Jahrzehnte Leben und Schaffen gewünscht, um sein Teil an der Wiederaufrichtung des deutschen Volkes mithelfen zui können. Sie 'wurden ihm gewährt. „Muß ich", so schließt fein Erinnerungsbüch, „muß ich es nicht als eine große Gnade Gottes preisen, daß ich diese kaum recht faßbare Wandlung Deutschlands im meinem Alter noch erleben durfte?" Walther Schwere! tfeger. Seltsame Berufe. In England gibt cs eine ganze Anzahl Berufe, von denen die große Oeffentlichkeit keine Ahnung hat. Zu ihnen gehört der des Krötenzüchters, der einen guten Markt im Lande hat, da die Gärtner diese nützlichen Tiere kaufen, um durch sie die schädlichen Insekten von Blumen- und Gemüsebeeten fernzuhalten. Etwas Besonderes ist es auch, wenn jemand seinen Lebensunterhalt mit dem Anzünden von Streichhölzern verdient. Diesen Beruf gibt es in den großen englischen Streichholzfabriken, wo eine Person nur damit beschäftigt ist, Öen Inhalt der Streichholzschachteln durch das Anzünden des ersten besten Hölzchens zu prüfen. Der Verkäufe? von Eselsmilch ist ebenfalls Vertreter eines seltsamen Berufes; es gibt aber in England Leute, die auf die gesundheitliche Wirkung der Eselsmilch schwören. London besitzt auch einen Moossammler. Dieser Mann fährt allwöchentlich zweimal mit seiner Ware nach einem etwa 30 Kilometer von der Stadt entfernten Ort, sammelt dort frisches Moos und verkauft es bann zu Schmuckzwecken. Bei der englischen Berufszählung wurde auch der Beruf eines Rauchküfers genannt. Das find Leute, die ben Rauch von brennenbem Hickory-Holz in Flaschen sammeln; ber Rauch wirb bann zu verschiebenen Zwecken verwenbet, hauptsächlich zum Räuchern von Schinken. Der Sammler von Walroß-Schnurrbart* haaren ist ebenfalls ein fonberbarer Geschäftsmann, aber seine Sammelleibenschaft hat einen praktischen Hintergrunb, benn bic Scynurrbarthaare bes Walrosses werben zu Zahnstochern verarbeitet. Seh? eigenartig ist ber Beruf bes Champagner-Reinigers; sein Amt besteht barin, bie Champagnerflaschen von bem sich bilbenben Satz zu befreien, ohne daß etwas von bem Inhalt verloren geht. Die Flaschen werben zunächst mit bem Kork nach unten auft gestellt, so baß sich ber Satz am Korken sammelt, bann wirb ber Korken so herausgezogen, baß de? Satz beseitigt werden kann, ohne baß auch nur ein Tropfen des Weines verloren geht. ten; bester Einzelschütze im Kleinkaliberschießen wurde der gleiche Schütze mit 106 Ringen: an zweiter Stelle folgte Ebersohn (Bereitschaft 11, Butzbach) mit 104 Ringen. Vorbeimarsch. Den Abschluß des Kreisappells bildete der Vorbeimarsch in der unteren Kaiserallee. Die Bereitschaften kamen in tadelloser Geschlossenheit vorbei. Ein prächtiges Bild bot der Fahnenblock, der im Schein In übtzcher Form hielt die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschufge- s e l l s ch a f t) am Samstag im Universitätsgebäude ihre Jahrestagung ab. Nach einer Sitzung des VerroaUungsrats fand in der kleinen Aula die Hauptversammlung statt. Hier konnte der Vorsitzende, Dr. M e e s - mann, Se. Magnifizenz den Rektor Professor Dr. S e i s e r als Vertreter der Universität und Oberbürgermeister Ritter als Vertreter der Stadt Gießen besonders begrüßen. Dann erstattete Dr. M e e s m a n n denIahres- bericht d e s Vorstandes. Daraus ist u. a. folgendes mitzuteilen: In den Vorstand der Gesellschaft sind Fabrikant Karl Banninger und Landrat Dr. Lotz neu eingetreten. Fabrikant Karl Bänninger schied infolgedessen aus dem Verwaltungsrat aus, ebenso der Geheime Kirchenrat Professor Dr. Krüger, der zugleich stellvertretender Vorsitzender mar, infolge Krankheit, und Land- gerichtspräsLent i. R. Dr. Jungk durch Tod. Geheimrat Professor Dr. Krüger wurde in Anbetracht der Verdienste, die er sich um die Hochschulgesellschaft, namentlich in den ersten Jahren ihres Bestehens und solange sein Gesundheitszustand es erlaubte, erworben hat, am 11. Juni 1938 zum Ehrenmitglied ernannt. Der Vorsitzende sprach ihm in der Hauptversammlung für das der Hochschul- gesellschaft stets entgegengebrachte und betätigte Interesse herzlichen Dank aus. Als Nachfolger von Geheimrat Krüger im Amt des stellv. Vorsitzenden des Derwaltungsrats wurde Professor Dr. Rudolph gewählt. Don der Universität wurden in den Derwaltungsrat neu entsandt die Professoren Baader, Frölich, Gerthsen, Hildebrandt, Rudolph und Schauder; damit erreichte die Zahl der von der Universität zu entsendenden Mitglieder wieder die satzungsmäßige Höhe. Inzwischen sind die Professoren Baader und Gerthsen durch ihre Berufungen nach Göttingen bzw. nach Berlin wieder ausgeschieden. Die Entwicklung des Mitgliederbestandes war im Berichtsjahr erfreulicher als in den vorhergehenden Jahren. Am 1. Januar 1938 betrug die Zahl der Mitglieder 405, neu gewonnen wurden 45 Mitglieder, 24 schieden aus, so daß am Jahresschluß ein Bestand von 426 Mitgliedern M verzeichnen war. Die Erhöhung der Mitgliederzahl konnte durch rege Werbearbeit, die sich hauptsächlich auf die Alteherrenoerbände erstreckte, erreicht werden. Einige Kreise wurden durch die Bemühungen des Landrats Dr. Lotz neu- bzw. wiedergewonnen. Der Ausfall der Beiträge der aufgehobenen Vrovin- zialverwaltungen in Oberhesien und Rheinhessen mit zusammen 325 Mark konnte noch nicht wieder eingeholt werden, da die Regierung dem Wunsche der Hochschulgesellschaft, diese Beiträge auf die Staats- der Nachmittagssonne zu einem einzigen roten Leuchten wurde. Den Vorbeimarsch nahmen Gau- ausbildung-leiter Bender und Kreisleiter Backhaus ab. Auch dieser Vorbeimarsch wurde noch einer besonderen Bewertung durch den Gauausdildungs- leiter unterzogen. Am besten schnitt dabei die Bereitschaft 6 (Grünberg) unter der Führung des Bereitschaftsleiters Stein ab. Die Bereitschaft wird ebenfalls einen Preis und durch den Kreisleiter eine Auszeichnung erhalten. kaffe zu übernehmen, bis jetzt nicht nachgekommen ift. . Die Einnahmen beliefen sich insgesamt aus 6673,74 Mark; davon entfallen auf die Mitglieder- beiträge 5313 Mark. Die Ausgaben bezifferten sich insgesamt auf 7950,66 Mark. Zuwendungen an Universitätsinstitute wurden im Berichtsjahr in Höhe von insgesamt 4734,25 Mark, gemacht. Für die „Nachrichten" der Hochschulgesellschaft, Vorträge und Derwaltungskosten wurden insgesamt 3216,41 Mark ausgegeben. Seit der Stabilisierung der Währung bis Ende 1938 sind von der Hochschulgesellschaft insgesamt 191 734 Mark ausgezahlt worden. Das Vermögen belief sich Ende 1938 auf 45 473,50 Mark gegen 47 735 Mark am Ende des Vorjahres. _ . Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Seifer sprach der Hochschulgesellschaft und insbesondere deren Vorsitzenden Dr. M e e 5 m a n n den herzlichen Dank der Universität für die Förderungsarbeit im Berichtsjahr aus. Ferner zeigte er an einigen kurzen Beispielen, wie auch die Universität selbst alle Kräfte einsetzt für ihre Zukunft, ebenso gab er einige Anregungen für die weitere Werbung von Mitgliedern. Dr. Meesmann dankte dem Rektor für seine anerkennenden Worte. Der Jahresbericht wurde einstimmig gutgeheißen, ebenso einstimmig wurde Vorstand und Verwaltungsrat Entlastung erteilt. Bei den Wahlen wurden die turnusmäßig aus dem Vorstand ausscheidenden Mitglieder, Bankdirektor i. R. Grießbauer (Gießen) und Fabrikant Dr. Leitz (Wetzlar), einstimmig wieder- gewählt. Landgerichtspräsident i. R. Neuenhagen (Gießen) hatte aus Gesundheitsrücksichten Im Kafferfaal der Burg hielt am Samstag der Gleibergverein seine Generalversammlung ab. Der Führer des Vereins, Landrat Dr. Lotz, hieß die Mitglieder wollkommen, begrüßte besonders den Kreisleiter Backhaus und gab feiner Freude darüber Andruck, daß sich auch die Partei für die Aufgaben des Gleibergvereins interessiere. Ferner hieß er den Vertreter des Landrats Grillon (Wetzlar), Regierungsafsessor Becker, den „ Vertreter der Studentenschaft Gießen, den Bürgermeister von Krofdorf und die übrigen Gäste willkommen. In kurzen Ausführungen kennzeichnete er die Aufgaben des Vereins, die in der Erhaltung der Burg bestehen, die zum Bilde der Heimat, insbesondere zum Bild der Stadt Gießen gehöre und aller Pflege wert sei. Der Verein leiste mit Freude und innerer Genugtuung diese Arbeit. Darüber hinaus habe es der Gleibergverein für notwendig erachtet, gebeten, von feiner Wiederwahl abzusehen. Ihm wurde für seine langjährige fruchtbare Mitattieit von dem Vorsitzenden herzlicher Dank ausgesprochen. An seiner Statt trat durch einstimmige Berurung der Hauptversammlung Oberbürgermeister sJi i 11 e r (Gießen) in den Dostand der Hochschulgesellschast ein. Die aus dem Verwaltungsrat turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder wurden ebenfalls einstimmig wieder in ihre Aemter berufen. Damit war der Arbeitsstoff der Hauptversammlung erschöpft. Nunmehr folgte im großen Horsaal die Festsitzung. Das Collegium musicum der Universität unter Leitung von Prof. Dr. Temesvary leitete die Feier mit einem Orchestervortrag ein. Danach hielt Prof. Dr. E. Koch vom Kerckhoff-Jnstitut in Bad-Nau- Heim den Festvortrag über das Thema „Neue r e Ergebnisse der Kreislaufforschung, wobei er auch eine Anzahl Lichtbilder zeigte. Der Vortragende berichtete über die erstaunlichen Erfolge, die in der Kreislaufforschung während der letzten 20 Jahre erzielt worden sind. Nach kurzen Vorbemerkungen über'die allgemeine Bedeutung des Blutkreislaufs im Gesamtleben des Körpers wurde zunächst die heutige Lehre der Blutströmung besprochen. Die Erkenntnisse sind auf diesem Gebiete soweit vorgeschritten, daß man jetzt in der Lage ist, aus dem Ablauf der Druckschwankungen in den Schlagadern mittelbar zu berechnen, wieviel Blut aus dem Herzen bei jedem Schlage in Umlauf gesetzt wird. Sodann wurde die „Betriebsordnung" des Kreislaufs behandelt. Neue Untersuchungsverfahren haben hier zu tieferen Einblicken in die Zusammenhänge von Blutversorgung und Tätigkeit der Organe geführt: Die Größe des Gesamtkreislaufes paßt sich immer genau den Bedürfnissen des Körpers an, und die Vlutverteilung auf die einzelnen Körper gebiete richtet sich ftreng nach dem Leistungsprinzip". Schließlich wurden noch die neu entdeckten S i - cherheit ^Vorrichtungen besprochen, mit deren Hilfe einerseits dem Gesamtkörper eine ausreichende Kreislaufgröße gewährleistet und anderseits der Kreislauf selbst vor lleberbelaftung geschützt wird. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Dorttag, herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden an den Redner und an das Collegium musicum und einer weiteren Darbietung des Orchester fand die Festsitzung ihren üblichen Abschluß. die Burg auch in den Dienst des Geistes der neuen Zeit zu stellen und ein Schulungslager eingerichtet. In seinen weiteren Ausführungen gab Land rat Dr. Lotz einen Rückblick auf das Jahr 1938. Der Verein habe mit aller Reeller und wirtschaftlicher Kraft auch im vergangenen Jahre dem Gleiberg gebient Leider habe der Burgbesuch etwas nachge- lassen. In der Zukunft werde versucht, den Gleiberg wieder mehr zu einem beliebten Ausflugsziel zu machen. Um dies zu erreichen, halte es der Gleiberg- oerein für notwendig, eine bessere Bewirtschaftung der Gäste zu ermöglichen. Dies solle durch einen Umbau geschehen, der die jetzigen Verhältnisse grundlegend ändert, dem Wirt die Arbeit erleichtert und eine raschere und zweckmäßigere Bedienung der Gäste ermöglicht. Familienleben des Pächters und Bewirtung der Gäste sollen sich in Zukunft völlig getrennt vollziehen können. Die baulichen Aenderungen, die in feinet Weise die äußere architektonische Form des Nast sauer Baues beeinflussen werden, sollen so ge» schehen, daß sie in jeder Beziehung dem Geiste entspricht, in dem die Räume der Burg gestaltet sind. Oberinspektor Mohr, der bauliche Betteuer ber Burg, legte nach den grundsätzlichen Ausführungen von Landrat Dr. Lotz die Pläne vor und erläuterte sie. Aus diesen Plänen geht hervor, daß das neben der Küche liegende Schlafzimmer des Burgwirts, geräumt und zu einem Schankraum umgeftaU tef werden soll. Der Wirt bekommt dafür zwei Zimmer im Dachgeschoß über dem Schulungslager. Der Flur soll verbreitert werden. Dec Schankraum wird mit zwei großen Schiebefenstern ausgestattet, so daß mehrere Personen zu gleicher Zeit bedient werden können. Die Küche soll unterkellert werden. Der Hofausschank soll ganz verschwinden. Der Plan sieht ferner vor, daß der eigentliche Aufgang zum Kaisersaal bzw. zum Obergeschoß, wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Es ergibt sich dabei die Möglichkeit, eine schöne altdeutsche Diele zu schaffen und damit auch der schönen Treppe zu bester Wirkung zu verhelfen. Die bisherige Waschküche soll für weitere Bedürfnisanstalten nutzbar gemacht werden. Ein weitgehender Plan sieht vor, daß im Dachgeschoß des Albertusbaues, also über dem Schulungslager, sieben Fremdenzimmer geschaffen werden. Oberinspektor. Mohr hatte einen Kostenvoranschlag ausgestellt, der den Betrag von 10 000 Mark als notwendig vorsieht. e Im weiteren Verlauf hörte man den Kassen-» bericht, da das Ergebnis der Rechnungsablage den Mitgliedern den Eindruck vermitteln sollte, ob der Umbau in Angriff genommen werden kann. Für den erkrankten Lehrer Praß erstattete Herr Hämmle den Kassenbericht, der überaus günstig ad schloß. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Geschäftsjahr 2851,65, die Ausgaben beliefen sich auf 1369,08 RM., so daß ein erheblicher Überschuß verblieb. Das Vermögen weist einen Bestand von 6197,82 und Verpflichtungen in Höhe von 1922,80 RM., somit ein Reinvermögen von 4275,02 auf. Der Voranschlag für 1939 sicht in Einnahmen und Ausgaben 2800 Mark vor. Da man hofft, daß von den laufenden Ausgaben wieder einiges eingespart werden kann, würden für den Umbau an eigenen Mitteln rund 7000 Mark zur Verfügung stehem Dem Rechner, Lehrer Praß, und dem Vorstand wurde nach der Rechnungsablage einstimmig Ent« laftung erteilt. Im weiteren Verlauf der Versammlung mürbe über den geplanten Umbau gesprochen und beraten, wie das fehlende Kapital von 3000 RM. zu beschaffen sei. Nach mancher gegebenen Anregung stand für die Versammlung fest, daß der Umbau unternommen werden könne. Vor einer endgültigen Beschlußfassung sollen aber die notwendigen Schritte unternommen werden, den fehlenden Betrag zu beschaffen. Regierungsassessor Becker sagte im Auftrag des ßanbrats des Kreises Wetzlar wohlwollende Förderung der Sache des Gleiberg zu. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde bann über die Abhaltung des Gleibergfestes 1939 gesprochen, das in diesem Jahre — am 23. Juli — wieder in der althergebrachten Form begangen werden soll. Ein Ausschuß soll die notwendigen Dorbereitungsarbetten in Angriff nehmen. Das Fest soll in ber Gemeinschaft mit N S G. „Kraft durch Freude" durchgeführt werden. Landrat Dr. Lotz schloß die Versammlung mit Worten des Dankes an feine Mitarbeiter und gab dem Wunsche Ausdruck, daß es gelingen möge, den Gleiberg wieder mehr als seither zu einem Ausflugsmittelpunkt für weiten Umkreis zu machen. Zchreslagung ber Gießener Hochschulgesellschast. Mitgliederzuwachs. - Gute Förderung unserer Universität. Der Gleibergverein vor neuen Aufgaben. Vorstandssihung und Generalversammlung. MMnnwiklsOOMm Roman von Konrad Trani Eopgrlght by Carl Ouncker Verlag, Berlin W35 19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,Lch bilde mit nicht ein, die Tiefen der menschlichen Seele aus jedem Gesicht ablesen zu können. Ich halte den jungen Dilden für einen netten Menschen und keineswegs für den Typ eines Mörders. Aber den Raub des Del Sarto würde ich ihm ohne weiteres zutrauen. Dazu gehört aber keine besondere Technik. Nur Frechheit. Ich könnte mir denken, daß es seine Nachtruhe nicht stört, wenn ein wildfremder Engländer auf diesem Umweg um gute taufend Pfund leichter geworden ist. Woher sollte er plötzlich soviel Geld haben? Warum lügt er das Blaue vom Himmel herunter, um die Quelle nicht zu verraten, aus der es ihm zufloß?" „Das gibt mir auch zu denken", nickte der alte Herr. „Wo kann er nur in der Geschwindigkeit einen Hehler aufgetrieben haben?" wunderte sich Peter. „Das ist nicht so leicht." Er überlegte eine Weile. „Wer ist eigentlich dieser Nase? Käme der für unlautere Ankäufe in Bettacht?" , „Unsinn! Haushoher Unsinn!" wehrte Vater Voigt ab. „Nase würde sofort die Polizei anrufen. Nase ift ein armer Krüppel, der genug zu leben hat. Nase ist ein Händler, fein Sammler, der macht sowas nicht ..." Herr Voigt wurde doch ein bißchen verlegen, als er in die lachenden Gesichter der andern sah. „Ich würde natürlich auch niemals ein Stück erwerben, dessen Herkunft nicht über allen Zweifel erhaben ist." „Was die Signatur anbelangt, nicht wahr, Vater?" neckte sein Sohn. „Der letzte Besitzer wäre viel weniger interessant." „Sei still, du Frechdachs!" sagte der alte Voigt. „Ich sehe dich, Vater, wie du dich bei versperrten Türen, tief in ber Nacht, heimlich unrechtmäßig erworbener Blätter erfreust", entgegnete Hans. Mit der einfachen Behauptung, er wäre ein Frechdachs, war er nicht zum Schweigen zu bringen. Aber als er sah, daß Vater wirklich einen roten Kopf bekam, streichelte er ihm versöhnend die Hand. „Nein, allen Ernstes, ich bin weit davon entfernt, einen unbekannten armen Teufel für einen Verbrecher zu halten, noch viel weiter aber davon, meinen alten Freund Gottfried zu verdächttgen. Die Welt ist groß und voll von schlechten Menschen. Es muß einen dritten geben!" „Wo hat er aber wirklich das viele Geld her?" erkundigte sich Peter. „Vielleicht hat er ein Schmuckstück versetzt, und es war ihm unangenehm, es einzugeftehen", meinte Hans. „Bevor ich mich einsperren lasse, zücke ich seelenruhig den Pfandschein", erwiderte Peter entschieden. „Kh darf Gottfried morgen besuchen. Ich werde ihn auf Ehre und Gewissen fragen!" erklärte Hans. Er sollte eine Enttäuschung erleben. Gottfried blieb bei seiner sofort aufgefteilten Behauptung und war durch nichts davon abzubringen. Auch die Polizei hatte bei ihm kein Glück. Er sei weder ein Räuber noch ein Mörder, erklärte er sehr heftig, und das Geld stamme von seinem Onkel Otto. Statt ihn zu quälen, möge die Behörde sich fteundlichst bemühen, Onkel Otto herbeizuschaffen. Er lege großen Wert darauf, ihm seine Herzensmeinung zu sagen. Madeleine war ungewöhnlich schweigsam gewesen. Sie mischte sich in keine der erregten Debatten ein. Sie horchte und lächelte freundlich. Erst spät am Abend, als es schon Schlafenszeit war, da lächelte sie besonders berückend. „Pierre, ich habe nichts zum Anziehen!" sagte sie schlicht. „Dein Schrank hängt voller Kleider", knurrte Peter. Madeleine machte eine wegwerfende Bewegung. „Lauter Dinge von anno Schnee ... Ich brauche ein paar Sommersachen. In all der Aufregung deinetwegen habe ich meine Garderobe vergessen. Und hier in Neukirchen kann ich mich unmöglich ausstatten. Am besten fahre ich nach Berlin." Das Gesicht des Gatten wurde immer sorgenvoller. „Wieviel wird es kosten?" erkundigte er sich vorsichtig. „Gib mir fünfhundert Mark!" schlug Madeleine vor. „Falls ich mehr brauche, erlege ich den Restbetrag aus meiner Privatschatulle." So sind die Frauen, dachte Peter. Da habe ich eine sehr unangenehme Zeit hinter mir — wenn sie wirklich schon hinter mir ist. Ich traue dem Landfrieden nicht recht ... Ein junger Bursche, ein Freund guter Freunde, sitzt jedenfalls sehr in der Patsche. Und Madame muß verreisen und Sommerkleider kaufen! Dabei hat der junge Dilden ihr gut gefallen. Aber er gab Madeleine die verlangten fünfhundert Mark und begleitete sie zur Bahn, wie es sich für einen guten Ehemann gehört. Er machte große Augen, als die Turachzwlllin ge au stauchten und Madeleine stürmisch begrüßten. „Ist bas ein glücklicher Zufall ober Verabredung?" fragte er. „Wir brauchen auch Sommerkleider", erklärte Hilde. „Und Madeleine soll uns beraten." Drei hübsche junge Gesichter neigten sich aus dem Wagenfenster, nickten und lachten ... „So sind die Frauen!" wiederholte Peter für sich, als er den Bahnsteig verließ. „Ich hätte geschworen, daß der einen an Gottfried Dilden viel gelegen ist!" Dann streifte er Öen Herrn in Zivil, der interessiert der Verabschiedung gelauscht hatte, mit einem rafdjen Blick. Das mar der sehr konsistente Schatten, der ihm von Kommissar Ruhle verliehen worden war. Er überlegte, ob er sich bei ihm erkundigen sollte, was die Polizei von Gretchen Neues wußte .. Das Schicksal seiner Sekretärin bereitete ihm Sorge. "Nein, lieber nicht", entschied er. „Entweder er weiß es nicht oder er sagt es mir nicht. Außerdem w,rd es ihn kranken, wenn er merkt, daß ich genau weiß, wer er ist." Dann ging er in die Fabrik und nertiefte sich in seine Arbeit. Nur hie und da dachte er an die vergnügten Frauengesichter, die sich auf die Großstadt und die neuen Fähnchen freuten. „Das hätte ich nicht von Madeleine gedacht!" seufzte er, als er in später Nacht in sein einsames Haus heimkehrte. Er tat Madeleine bitter unrecht. Madeleine und den beiden Mädchen. Natürlich wollten sie nebenbei Kleider kaufen, aber etwas anderes war ihnen viel wichtiger ... Madeleine hatte sich in die Debatte,Jst der junge Dilden schuldig oder nicht?' in keiner Weise eingemengt. Für ihre eigene Person hatte sie bereits die Entscheidung gefällt: Gotffried war unschuldig! Ein so netter junger Mann mit so vergnügten blauen Augen, mit einem solchen Schopf hellblonder Haare ift fein Verbrecher. Das konnte ihr niemand einreden. Dagegen hatte Madeleine eine unvernünftige Abneigung gegen Krüppel. Unb Herr Heinrich Nase war ihr ungeschaut nicht sehr sympathisch. Er kam ihr in den Berichten auch zu häufig vor. Sie wollte sich Heinrich Nase ansehen. Der Mann hatte einen offenen Laden, also war es nicht schwierig, zu ihm vorzudringen. Und vielleicht fand sich unter seinem Kram ein Stück alter Samt oder Brokat, bas man für einen Abendumhang verarbeiten konnte. Sie hatte die Turachmädchen ins Geheimnis gezogen, weil sie bei ihnen vollstes Verständnis erwartete. Sie fand es. Irmgard, die eine Nacht lang gemeint hatte und den Tag über in elender Laune gewesen war, bekam leuchtende Augen, als sie von Madeleines Absicht erfuhr. Das war das Richtige! Nicht hier in Neukirchen herumsitzen und zusehen, wie der arme Junge von der Polizei gequält wurde. Nicht Herrn Voigt anhören müssen, wie er Gottfried verdächtigte. Hikde hatte sich natürlich der Expedition ange- schlofsen. Erstens trennte sie sich ungern von der Schwester, zweitens witterte sie ein Abenteuer, und drittens brauchte sie ja auch neue Kleider. „Ihr müßt mir aber in die Hand versprechen, daß ihr keinen Unfug machen werdet!" sagte Madeleine ernst, als sie sich in den Abteil häuslich niedergelassen hatten. ,Hhr müßt mir folgen!" „Natürlich. Das ist ja sonnenklar!" nickten eifrig die blonden Köpfe. Sie hatten zu Madeleines Energie und ihrem klaren Kopf volles Vertrauen. „Schließlich trage ich die Verantwortung für euch, euren Eltern gegenüber. Und was würde Hans sagen?" Sie sah die beiden forschend an. Eine wurde rot, also war das Hilde ... „Wir spielen nicht Indianer, geliebte Mädchen!" schloß sie streng. „Nein, mir wollen Gottfried helfen", sagte Irmgard ernst, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Am nächsten Vormittag machte sich Madeleine auf den Weg. Sie wollte sich Herrn Nase zuerst einmal ansehen, ohne durch die aufgeregten Mädchen behindert zu werden. Madeleine hatte ein sehr elegantes Leinenkostüm an. Um den Hals trug sie eine kleine, aber ausgesucht schone Perlenkette. Hie machte den Eindruck einer reichen jungen Frau, der man größere Einkäufe 311 traut.' Die Gegend, durch die sie gehen mußte, gefiel ihr gor nicht. Uralte Häuser mit vielen dunklen und winkligen Höfen. Hier wohnen arme Leute. Und Armut ist zwar keine Schande, aber eine große Versuchung", dachte sie. Sie warf einen erschrockenen Mick in die Sargtischlerei des Mathias Holle. Dann war ihr Ziel erreicht. Sie stellte sich vor die schmale Auslagenscheibe, betrachtete die hübsche Bernsteinkette, die Miniaturen ... Schräg zur Straße war ein kleiner Spiegel angebracht, ein „Spion", wie ihn die neugierigen! Frauen vergangener Jahre vor ihren Fenstern liebten. Madeleine hatte sich gut in der Hand. Sie zuckte nicht, als sich der grüne Seidenvorhang langsam verschob. Sie sah ihn nicht, aber er sah sie — durch den Spiegel. Nach einigem Zögern trat sie ein. Der Laden war dunkel, nur der Platz hinter dem Pult, dicht neben der Auslage, stark erhellt. Hinter dem Pult stand ein Zwerg mit einem grauen Schnauzbart und einer blauen Brille. Wie Madeleine Menschen haßte, die dunkle Brillen trugen! Sie wollte jemanden in die Augen sehen, sie wollte wissen, wie ein Gesicht wirklich aussah. Mit dunklen Brillen war es kein Gesicht, war es eine Maske. „Womit kann ich Ihnen dienen?" fragte Herr Nase. „Ich wollte mich nach dem Preis ber Bernsteinkette erkundigen." Sie wandte sich um und strich prüfend über ein Stück Brokat, das über einen Lutherstuhl hing. „Syaben Sie noch andere Brokate oder Samte?" Der kleine Mann öffnete eine Lade unö stellte sie auf das Pull. Was er für lange Arme und große Hände hatte! dachte Madeleine und betrachtete ehre Rolle Brokat nach der anderen. Er gefällt mir gar nicht ... Alle Laden und Schränke waren so angeorbnek daß Nase sie öffnen konnte, ohne seinen Platz hinter dem Pull zu verlassen. Der übrige Raum im Laden war mit Möbeln und Bildern angefüllt. Und dunkel war es! Dabei schien draußen die Sonne. Es war ja eine enge Gasse, aber so dunkel mußte es nicht sein. Das kam wohl von dem dunkelroten Farbanstrich der Wände und den vielen dunklen Möbeln. Madeleine unterschied mit Mühe, daß eine schmale Tür gegenüber dem Eingang in eine Wohnung führte. „Ich möchte mir gerne den blauen Samt bei Tageslicht besehen? Wollen Sie mich begleiten?" fragte sie. „Da müssen sich die Dame allein bemühen", sagte der Zwerg. „Mir fällt das Gehen schwer." Madeleine trat aus dem Laden und bettachtete die Rolle Samt, die sie in der Hand hielt. Beim Eintreten und beim Verlassen des Geschäftes hatte eine Ladenglocke blechern gebimmelt. Und Nase ließ sie nicht aus den Augen. „Was machen Sie aber, wenn Sie ausgehen müssen, wenn Ihnen die paar Schritte schon schwerfallen?" erkundigte sie sich, als sie wieder vor dem Pult stand. ,Zch habe einen guten, selbst lenkbaren Rollwagen", sagte der Zwerg. Er war sehr kurz angebunden. Mit dem ließ sich nicht harmlos plaudern» stellte Madeleine mißvergnügt fest. Es war nur noch von Preisen die Rede. (Fortsetzung folgt.) Verlach und Georg Seiner!, Aus -er engeren Heimat Nach längeren Verhandlungen ist nunmehr der Verkauf des Schützenhauses an die Stadt abgeschlossen worden. Die Stadt übernimmt das Haus mit allen seinen Einrichtungen. Desgleichen werden von der Stadt auch die Schießstände übernommen, für iDeren Erhaltung gesorgt und eine Erweiterung erwogen wird. Die Schießstände übergibt der Schützen- Derein ohne jegliche Forderung. (Das Gelände, aus dem sich die Schießanlagen befinden, sind von jeher städtischer Besitz). Die Erweiterung der Schießanlagen wird deshalb in Betracht gezogen, weil durch die notwendige Wehrertüchtigung unseres Volkes iben Organisationen der Partei, und den Vereinigungen unserer Stadt (Jägerschaft, Kriegerkameradschaft usw), soweit sie den Schießsport pflegen, eine Gelegenheit gegeben werden soll, den. Schießsport •auf breiterer Basis zu betreiben. Bisher sind insgesamt 34 Schießstände vorhanden, von denen 18 für das Kleinkaliberschießen bestimmt sind. Der Schützenverein selbst erfährt durch die Abgabe sowohl des Hauses, wie auch der Schießstände, eine erhebliche wirtschaftliche Entlastung. Durch die Freiwerdung von Mitteln, die der Verein bisher für die Instandhaltung der Schießstände zurückstellen mußte, besteht nun die Möglichkeit, den Schießsport innerhalb des Vereins noch tatkräftiger als seither zu pflegen. Gleichzeitig will der Verein die Mit- gleidsbeiträge senken. Man erhofft sich dadurch eine Steigerung der Mitgliederzahl. Der Kaufvertrag zwischen der Stadtverwaltung und dem Schützenverein wurde am vergangenen Donnerstag durch Oberbürgermeister Ritter und dem Führer des Schützenvereins Willy Georg abgeschlossen. brettern, eine neuzeitliche Wasserrutschbahn, ein Kinderplänschbecken, sowie über 50 Umkleidekabinen. Eine Erfrischungshalle, die letztes Jahr erbaut wurde, wurde am heutigen Sonntag in Betrieb genommen. — Unser Mitbürger Landwirt Georg Heinrich Lotz kann am Montag, 19. Juni, bei verhältnismäßig guter Gesundheit seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist Ehrenmitglied der Sänger- vereinigung „Cäcilia" und besuchte noch bis vor zwei Jahren als aktiver Sänger regelmäßig die Singstunden. Verleihung des Treudienst-Ehrenzeichens. In Anerkennung langjähriger treuer Dienste hat der Führer den nachstehenden Beamten und An- jgestellten des Staates das Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Das Treudienst-Chrenzeichen für 40- lährige treue Dienste erhielten: Regierungs- ffiaurat Friedrich Kuhlmann, Bauoberinspektor «Georg Mohr, die Dauinspektoren Ludwig Kögel, «Georg Maringer, Georg Martin, Daniel Polster, Johannes Sälzer und LeoNharg Treusch, sowie der Angestellte Heinrich Herrmann, sämtlich in Gießen. Mit dem gleichen Ehrenzeichen wurde and) der Bauinspektor Georg Wilhelm Essel in Homberg Bedacht. Das Treudienst-Ehrenzeichen für 2 5jährige in die 6ary mar ihr Z"l ale Auslagen- isteinkette, bie itiung wurde aergfestes ahre — am achten Form soll die nab Angriff neh- ft mit 9166. führt weckn. rmmlune mit ‘.[ter uri F ’n mogr>n inem Aus« . Umkren Unfälle auf dem Lande. Die 17jährige Marie Funk aus Leihgestern zog ijch bei einem Sturz vorn Fahrrad einen Bruch des inten Armes zu. — Auch die 13jährige Hildegard y ä u ß e r aus Reiskirchen kam durch die gleiche Ursache ebenfalls zu einem Armbruch. — Der 32jäh- ■äige schmied Heinrich Ungefug aus Glashütten im Kreis Büdingen glitt beim Ausladen schwerer äiferner Träger aus und erlitt im Sturz schwere innere Brustverletzungen. — Der Arbeiter Heinrich 3t n e u 6 e I aus Rainrod im Kreis Alsfeld zog sich md) einen Unfall schwere Schnitt- und Sehnen- jerletzungen am linken Arme zu. Landkreis Gießen. + Grüningen, 18.Juni. Auch hier hat das deutsche Rote Kreuz mit feinen Arbeiten begonnen jnb einen Grundausbildungslehrgang durchgeführt, ser unter der Leitung von Dr. med. A. Heil in Watzenborn-Steinberg und dem DRK.-Vorhelfer liSlaum stand. Am Samstag fand im Rathaus lie Ab chlußprüfung statt, die durch Medizinalrat :»r. Trautmann von der DRK.-Kreisstelle Gleisen abgenommen wurde. Zehn Anwärterinnen und frei Anwärter bestanden die Prüfung mit Erfolg, lcm Anschluß an die Prüfung wurde in der Wrrt- Mst Bender ein Gemeinschafts-Abend durchgesuhrt, m dem sich auch die DRK.-Einheiten Watzenborn- Steinberg, Leihgestern und Hausen beteiligten. HRK.-Hauptführer Röhr überbrachte die Grüße Iss DRK -Kreisführers und sprach in dessen Namen Isn ausbildenden Personen sowie den Teilnehmern !«n Dank für ihre Mühewaltung und ihr Interesse cms Gleichzeitig schilderte er in großen Zügen die Aufgaben des DRK? und die damit im Zusammen- tnng stehende Notwendigkeit der Ausbildung von belfern in jeder einzelnen Ortschaft. Lich, 18. Juni. Das hiesige vor zwei Jahren erbaute Waldschwimmbad im Albacher Teich cfreut sich auch in diesem Jahre wieder an den tiarmen Tagen eines sehr starken Besuches, vor allem auswärtiger Badegäste. Im Laufe der letzten Wochen ri'urden durch die Stadt wieder bebeuteniie Erweite- inngen vorgenommen. So wurde der Damm, der las Bad von der Liegewiese trennt, mit Platten fcelegt, die gegenüber dem Sand, den man in den r ergangenen Jahren hier angefahren hatte, dem Bad einen viel schöneren und sauberen Anblick verleihen. Weiter konnte dieser Tage die schon im Vorfahr o»plante Wasserrutschbahn zur Aufstellung c langen, die sich bei der Jugend größter Beliebtheit erfreut. Nach all diesen Fertigstellungen verfügt das 5'wd nunmehr über drei Brausen, einen Sprung- Urm mit einem 5rMeter< und zwei 2Meter-Sprung- Vrünewald, die Wirtschaft. 3n 6 Jahren 2,5 Milliarden RM. neue Bankeinlagen. Die Summe der Einlagen bei den allgemeinen deutschen Kreditbanken, sowohl Groß- als auch Regionalbanken, hat sich zwischen^Ende 1932 und Ende 1938 um 900 Mill. RM. auf 9,7 Milliarden RM. vermehrt. Seitdem hat eine weitere Aufwärtsentwicklung stattgefunden-, die 10-Milliarden-Grenze ist seit einiger Zeit überschritten. Die tatsächliche Zunahme der Einlagen bei den Banken ist aber wesentlich höher, als aus dieser ganz allgemeinen Zusammenfassung hervorgeht. Es ist aus dem Prozeß der Einlagenbewegung nämlich zunächst einmal die Bewegung der Einlagen von Kreditinstituten untereinander auszugliedern. Die Einlagen von Provinzbanken bei den hauptstädtischen Instituten sind seit 1932 um etwa 400 Mill. RM. zurückgegangen. Außerdem hat sich das Volumen bet Auslanbsgelber bei ben beutschen Banken um 1700 Mill. RM. oerminbert, teils infolge von Währungsrückgängen, teils aber auch burch echte Abzahlungen. Dieser Prozeß ber Rückbildungen ist nun burch einen stänbigen Zustrom neuer Einlagen kompensiert worden, ber sich nach Berechnungen bes „Bank-Archivs" auf etwa 2,5 Mrb. RM. beläuft. Die echten Kunbschaftseinlagen finb feit 1932 von 4,7 auf 6,4 Mrb. R. gestiegen, bazu kommt eine Zunahme ber Spareinlagen um runb 700 Mill. RM. Die Spareinlagen haben sich seit 1932 bei ben privaten Banken etwa verboppelt, die Kunbschafts-De- positen um runb 40 v. H. zugenommen. Diese echten Zuwachsziffern, bie sich nach Ausglie- berung ber Gegenbewegungen ergeben, zeigen, baß bie Entwicklung ber Bankeinlagen gleichen Schritt mit ber allgemeinen Fortentwicklung ber Probuktion gehalten hat. teilet V, £Qs nebelt ^Ur9Witt5 dSL "-N. ''Menfttru unter. . 9*3 Ktl ■ der M Ober. Wn und k !°ll fü? ^cht Dxr. daß ini über dem ! MNen 1 ÄO]tenDori con loooo den Kassen. Mlage ben Ee, ob ber 1 kann. Für Eete j)err raus günstig vergangenen beliefen sich r lleberschutz Bestand von von 1922,80 4275,02 auf. nehmen und •fft daß von eingespart an eigenen Mg stehen, m BorstaiÄ lirmnig Ent* alung wurde und beraten, Ä zu bett Anregung der Umbau r endgültigen lügen Schritte . Betrag zu Auftrag bes llenbe Förde- Verkauf des Schützenhauses an die Stadt Gießen Ausbau der Schießstände geplant. "tian Müller, bie Bauinspektoren Peter (Subers und Heinrich Seim, sämtlich in Gießen. Ferner mürben Damit ausgezeichnet: Die Bauinspektoren Johannes schott in Büdingen, Simon Walter in Alsfeld, Karl Jeckel in Lauterbach, Heinrich Konrad Schmier n Laubach, Philipp Brenner in Nidda, der Kafsen- nspektor Heinrich Dechert, ber Derwaltungs-Ober- cEretär Joseph Herbert, ber Verwattungsafsistent Karl Weißbäcker, sämtlich in Gießen, ber Maschinist Dtto Fritz in Bab Salzhausen, bie Sttaßenwärter Johannes Junck in Lehrbach unb Adam Metzger in Nonnenroth, ferner die Angestellten Wilhelm Mahr und Georg Arnold in Gießen. — Die Polizei- Dienstauszeichnung für 25jährige treue Dienste erhielten bie Polizei-Hauptwachtmeister Heinrich Farr und Christoph Stech in Gießen. Hitler-Jugend Bann 116. Fliegergefolgschaft 1/116. Heute, 19. Juni, treten sämtliche Junggenossen, bie 11939 noch nicht untersucht worben finb, ab 19 Uhr nn der Msbizinischen Klinik zur Nachuntersuchung nn. Mitzubringen ist bas Flugbuch. BDM.-Llntergau 116 Gießen. Betr. Handballspiele. Dienstag, 20. Juni, »eginnen wir wieder mit unserem Handballtraining. Üllie Mädel, bie sich bazu gemeldet haben, und wer nch noch melden will, tritt am Dienstag, um 20 Uhr pünktlich, auf dem Universitätssportplatz mit Sport- ;;eug an. Betr. BDM. - Werk - Gruppe la/116. Sie ganze Gruppe tritt am Dienstag mit Sport- ,eug ebenfalls um 20 Uhr am Universitätssportplatz ;in. Dazu gehören auch alle Mädel, die sonst in Gymnastik sind. Am Dienstag, ben 27. Juni, ist um 20.15 Uhr .1 m Universitätssportplatz zum Grupp en appell »reue Dienste erhielten Oberbaurat Martin Regierungsbauräte Joseph ßeinert, Bauamtmann Seba- Antreten. Nur schriflliche Entschuldigungen werden berücksichtigt. Kreisschießwettkampf des NS.-Neichskriegerbundes. Am Sonntag wurde ber Kreisschießwettkampf im Kleinkaliberschießen bes Kreisoerbandes Gießen des NS.-Reichskriegerbunbes ausgetragen. Zum Teil waren einige Kameradschaften an einem Ort zu- sammengekaßt. Auf dem Schießstanb am Schützen- haus in Gießen trug der größte Teil der Gießener Kameradschaften die Uebungen aus. Schon frühzeitig herrschte reger Betrieb. Die technische Leitung hatte Schießwart Merlau von der Kriegerkameradschaft 1874. Im Laufe des Vormittags wohnte auch Kreisfchießwart H a n f f dem Wettschießen in Gießen bei und beteiligte sich selbst bar an, um dann anbere Kamerabschaften aufzusuchen. Da durch ben Appell ber Politischen Leiter verschobene Kameradschaften nicht vollzählig antreten konnten, werden diese Kameradschaften ihre Wettkämpfe nachhosen. Am gestrigen Sonntag beteiligten sich 70 Kameraden ber Klasse A, unter 50 Jahre und 80 Mann der Klasse B über 50 Jahre. In der Klasse A waren 15 Schuß in drei Anschlagsarten und in der Klasse B 10 Schuß liegend abzugeben. Die Auswertung ber Ergebnisse erfolgte durch bie Schießwarte Merlau, Schönau unb Heinrich Kern. Die Bekanntgabe erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. An biefem ersten Tage war die Beteiligung eine sehr rege. Amtsgericht Gießen. Dr. H. E. in Lich erhielt einen Strafbefehl über 50,— RM. wegen fahrlässiger Körperverletzung. Er hat am 22. November 1938 in Watzenborn-Steinberg in einer Straße mit seinem Personenkraftwagen geparkt, ist alsdann nach der Straßenmitte zu rückwärts gefahren, wobei er einen Unfall mit einem anderen Fahrzeug verursachte. Gegen ben Strafbefehl legte ber Angeklagte Einspruch ein. In ber Hauptverhanblung würbe er einmanbfrei überführt unb erhielt bie gleiche Strafe. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten finb ohne Verbinblichkeit der Schriftleitung.) DL TS. in G. Ihr Umbauvorhaben stellt einen Ausnahmefall bar. Wir empfehlen Ihnen, einen Antrag mit näheren Angaben (auch Zeichnungen) über ben Umfang des Umbaues unb über den auf» zuwendenden Betrag, beim Stabtbauamt einzureichen. — Einen Reichs- ober Gemeindezuschuß zum Herrichten ber Außen front gebt es nur für ben Fall, daß es sich um ein altes fyaus, das unter Denkmalschutz steht, handelt. r Spiegel an- e neugierigen r -and. LöodjangW - er sah ft - ti Der 2* nter dem F.1 te i*« n mar >- fragte 5er* der!Bemft*J ■*r* 5»? ,iU N * ar j;5! ir p Aa5 W sMch O6 feg '»fü'"1 fite Natürliche Wunder vollbringt der Holunder! Aus dem Schatzkästlein deutschen VolköwiffenS vom Holderbaum. Von Werner Lenz. Anno 1670 fang Casper von Lohenstein, der Poet des „Arminius", zugleich ehrsamer Ratsherr und Syndikus der guten Stadt Breslau, dem volkstümlichen Hollerbüjche ein wahlberechtigtes Preislieb: „Es möchten alle Länder der Welt ihre Arznei- bäume rühmen wie sie wollen — so reichte doch keiner hierinnen unserem an allen Zäunen und Gräben wachsenden Holder-Baume das Wasser!" Lohenstein baut — wie gleich ersichtlich werben soll — auf alter hauswirtschaftlicher Erfahrung auf; unb ba mag es in einer Zeit, ba Deutschland sich mehr und mehr von ausländischen Erzeugnissen ftei- macht, unb zu einer Jahreszeit, wie es unser ber« zeitiger Juni als ber Hochblütezeit ber jetzt viel zu sehr mißachteten Nutzpflanze ist, nicht unangebracht sein, im Volke — unb zumal bei seiner hauswirtschaftlichen Treuhänberin, ber Familienmutter — an einige Erfahrungen zu erinnern, bie unseren Großmüttern zum Segen gereichten. Unb ba gerabe Sonnwendzeit unb Johannistag nahen — mit Denen ber Baurn ber Frau Holba eng verknüpft ist —, so darf auch ein wenig Volksmystik mit unterfließen. Denn diese ist ja selbst Ausfluß der Erkenntnis natürlicher Kräfte, die in diese unverwüstlich wuchernde, aber nie wucherische, sondern stets gebefreudige Baumstaude gebannt sind. In Oesterreich sagt man seit alters: „Man soll ben Hut norm Holunder abnehmen, denn alle seine Gaben sind nützlich. Wer rücklings an ben Stamm tritt, wird schon durch dessen Nähe von allerlei liebeln kuriert, zum Beispiel von Kreuzweh, Rückenstichen, Steifnackigkeit." Hier geht phantastische Verehrung mit natürlichpraktischer Erfahrung Hand in Hand. Hören wir einen Wissenschaftler aus ftiderisianischer Zeit: „Die Bluhmen, die Beeren, die Rinde oder der Bast und fast alle andere Stücke sind zur Artzeney dienlich, wie denn bas Wasser unb Muß (Mus) bie gewöhnlichsten Hausmittel finb... Die Blätter heilen Wunben unb gifftiger Thiere Bisse und Stiche, zerqwettschet und auffgeleget Sie haben die Eigenschaft, bie von Brenn-Nessel verursachte Blasen unb Schmertzen zu vertreiben. Holunber-Beeren- Spiritus mit Zucker ist ein sehr bienliches Mittel in bem kürtzesten Äthern. Die gebörrten Beeren haben herrliche Tugenb in ber Wasser-Sucht. Sie machen auch die allzufetten Personen mager, eines Quentleins schwer in weißem Wein etliche Tage nacheinanber eingenommen unb ein klein wenig Zimmet baruntergethan." Das genannte Holunbermus ist basfelbe, was man in Nieberbeutschlanb Fliederkräube nennt, ba Holunder auch mit Flieber — fälschlich, aber volkstümlich — übereingesetzt wirb. Dies Mus ist feit unabmeßbarer Zeit ein Wohltäter in der Familie gewesen, das sich bei allen möglichen Uebelbefinden bewährt, wie schon aus der neuzeitlichen Forschung hervorgeht, die in den zur Musbereitung benötigten Holunderfrüchten folgende Substanzen feststellte: ätherisches Del, Zucker, Bitterstoff, Apfel-, Gerb-, Baldrian-, Essig- unb Weinsäure, Harz, Wachs, Gummi. Das ist sicher eine Bestätigung ber Nützlichkeit ber „Flieberkräube", des „Holunber- syrups" ober ber „Holbersälz", von der anno 1620 ein alter Gelehrter äußerte: „Obschon sie eine Bauernarzney zu seyn scheinet, so hat sie doch große Krafft und Tugendt, ben Schweiß zu treiben. Unb magenftärfenb ist sie auch! Zumal wenn sie mit Zucker ausgekocht ist! Die Blüten geben ben — nieberbeutsch sogenannten — „Fliebertee". Man sammelt sie jetzt im Juni, trocknet sie recht schnell unb entstielt sie, inbem man sie durch ein Teesieb reibt. Der Aufguß ergibt den Fliedertee, den unsere pommerschen Jungen besingen: „Mutter, koch mir Fliedertee, denn mir tut ber Bauch so weh!" Nämlich — wenn bie Rasselbande zu viel Aepjer beim Nachbarn geflaut hat; drum wird sich der Fliedertee im Hause auch gerade zur bevorstehenden Obstzeit als rechte Remedur empfehlen. Er rührt ab, ist schweißtreibend unb eignet sich vortrefflich auch zum Inhalieren! Vielerorts wurde der Holundertee als Wundlinderungsmittel sowie als Mund- unb Gurgelwaffer mit Nutzen angewandt. Rinbe und Blatt finden Verwendung bei Nieren- unb Leber- leiden. Ein beliebtes Sommergericht der Hausfrau war vielerorts eine Holunderkaltschale sowie kalte Holundermilch, die beide noch in Kochbüchern erklärt werden. Zumal in bayerischen, böhmischen, alemannischen Landen weil verbreitet sind — als Sonnwendspeise oder Johannistagsgebäck — die „Holderhatteln" oder „Hollerküchlein", die Fieber und Zahnweh vertreiben und überhaupt Wohlbefinden garantieren sollen; man pflückt die frische Blütendolde vom Hollerbusche, taucht sie in einen Eiermehlteig und bäckt sie in siedendem Schmalz. Uralt ist Des schlichten Menschen Bekanntschaft und Freundschaft mit dem Holunderstrauche. Der gelehrte Römer Plinius empfahl als Sympathiemittel gegen d i e Masern, die erkrankten Kinder mit Holunderzweigen zu schlagen. Daß unsere germanischen Ahnen bereits die Gaben ber Holber- beere anwandten, bezeugen Funde von Holunderkernen in Pfahlbauten der Steinzeit! Unb, bei solcher Verwurzelung im Volkstum ist es selbstverständlich, daß man die Pflanze auch im Kult, später im Aberglauben hochstellte. Die alten Preußen sagten, unter dem Holderbusche wohne der Erdgeist, unb opferten ihm unter dem grünen Laubbache Brot unb Bier. In Schweben goß man noch in ber Neuzeit Milch an die Wurzeln des Holunderstrauches als Opfergabe für die Hausgeister. Dor den Stall gepflanzt, wehrt der Busch die Hexen ab, was durch seine starken Duft um so glaubhafter erschien. In Böhmen macht man mindestens den Stallriegel aus Hollerholz, weil ihn die Unbolbin, die Hexe, nicht zurückschieben vermag. Holunder- zweige steckt man in England und Niederösterreich auf bie Wiese, um bie Maulwürfe und anbere lästige Wühler — Hexenplagen! — zu oertreiben. Wer einen Holunberstrauch umhaut, hat Aerger zu befürchten; unb wenn ber „Ellhorn" oerborrt, so besagt das auch nichts Gutes für das Haus, zu dem er gehört. Wo ein Holunderstrauch steht, sagt man feit langen Jahrhunderten, ist ein Schatz verborgen? Wir möchten — nach ben knapp dargestellten Vorzügen des Holunderbaumes sagen: wd ein Holunder- busch steht, blüht und grünt, ist ein wahrer Schatz sichtbar; denn ber Holunder, sambucus nigra, ist — wie ein berühmter Volkskundler sagt — „die lebendige Hausapotheke des deutschen Einödbauern". Q.JL-fport Neuer Sieg der NSKK.-Mannschast. Mit ihren schönen weißen DMW.-Sportwagen. der Zweiliterklasse schlug sich bie NSKK.-Renn- mannschast beim 24-Stund euren neu von Le Mans ganz ausgezeichnet. Gegen Wagen mit weit größerer, ja doppelter Motorstärke belegten Ostubf. Prinz Schaumburg/Wenscher in der Gesamtwertung den fünften Platz, Ostuf. Röse/Heinemann den siebten und Briem/Scholz denn neunten Platz. Das Rennen wurde mit ber neuen Rekordleistung von 3350,744 Kilometer und einem Durchschnitt von 139,781 km/st von Wimille/Deyron (Frankreich) auf dem Bugatti-Kompressor gewonnen. Die drei deutschen BMW. wurden überlegene Sieger ihrer Klasse. Saarbrücken—Frankfurt a.M. 15. Etappe der Deutschland-Rundfahrt. Die 15. Etappe der intematiohalen Großdeutschland -R ad rund f ahrt von Saarbrücken nach Frankfurt am Main über 263,4 Kilometer brachte am Sonntag erst auf ben letzten 30 Kilometer erbitterten Kampf. 44 Fahrer waren am Morgen in Saarbrücken gestartet. In ber Verpflegungskontrolle Ludwigshafen (132,1 Kilometer) führte ber Bielefelder Langhoff, ber es auf eine Spurtprämie abgesehen hatte, mit drei Sekunden Vorsprung vor dem geschlossen nachfolgenden Felde. Ueber die Bergstraße gelangten die Fahrer bis kurz vor Langen, wo dann die Entscheidung fiel. Niemand glaubte mehr daran, daß auch diesmal eine Massen- antunft zu vereiteln fein würde. Da traten ber kleine Magdeburger Weckerling unb Der schnelle Düsseldorfer Fischer an. Sie enteilten beibe bem bunten Troß und erkämpften sich bis zum Ziel fast einen Vorsprung von zwei Minuten. In verbissenem Endspurt, ben ' der Magdeburger offenbar etwas zu früh anzog, siegte der Düsseldorfer Fischer nach einer Fahrzeit von 7:28:24 Stunden mit Handbreite vor Weckerling. In 7:30:08 führte der Schweizer Olympiadritte Nievergelt weitere fünf Mann ins Ziel. Die Spitzenreiter der Gesamtwertung, Unibenhauer, Scheller, Zimmermann, Dübron usw. lagen in der Hauptgruppe, so daß sich in ber Gesamtwertung nichts geändert hat. Neue deutsche Leichtathletik-Nekorde. Drei deutsche Rekorde fielen beim Leichtathletik- Sportfest in Erfurt vor 7000 Zuschauern. Äakob (Berlin) verbesserte den 1000-^Meter-Rekord Dr. Pelzers von 2:25,8 auf 2:25,0, ber KTD. Wi11en - berg lief bie 3X1000 Meter in 7:31,9 gegenüber 7:33,2 ber alten Bestleistung, unb bie Frauen bes S C. Charlottenburg schraubten den 4X100- Meter-Rekord des Dresdner SC. von 48,7 auf 48,1 Sekunden. Hitler-Ägend in Vannsportweiikämpfen. Der gestrige Sonntag sah noch einmal die Hitler- Jugend des Bannes 116 zu ben oerschiebensten Wettbewerben im eblen Wettstreit. Ruderer, Radfahrer, Schwimmer und Wehrsportfünfkämpfer rangen um den Sieg. Bei den Radfahrern. Während die Bannmeisterschaft über 50 Kilometer als auch die Austragung des „Ersten Schrittes" am kommenden Sonntag im Rahmen _ des „Großen Straßenpreises von Gießen" durchgeführt wird, fanden gestern die beiden anderen Disziplinen der Radsportwettkämpfe statt. Zunächst wurde eine Stafette über 50 Kilometer gestartet. Zwei Mannschaften zu je sechs Mann stellten sich dem Starter. Die Strecke führte vom Schützenhaus in Richtung Reiskirchen bis zum Kilometerstein 6 (Nähe Wasserwerk) und zurück. Diese Streife mußte von jedem Fahrer durchfahren werden. Der Stabwechsel erfolgte jeweils am Schützenhaus. Die beiden Kefolg- schäften 2/116 und 4/116 lieferten sich einen erbitterten Kampf. Insbesondere stellte ber Wasserwerksberg an bie Teilnehmer große Anforderungen, ber auch bie Entscheidung in diesem Wettbewerb brachte. Bei den beiden ersten Stabwechseln konnte noch bie Mannschaft ber Gefolgschaft 4/116 mit einigem Vorsprung in Führung bleiben, bann aber holte bie Gefolgschaft 2/116 auf unb konnte in einer Fahrzeit von 1,49 Stunben den Sieger stellen. Die Mannschaft der Gefolgschaft 4/116 benötigte 1,50 Stunden. Nachdem die Stafette gestartet war, erfolgte der Start zur Geländeorientierungsfahrt. In diesem Wettbewerb mußte eine Strecke von etwa 8 Kilometer durchfahren werden. Zunächst mußte jede Mannschaft vor dem Start sich von einer Karte bie genaue Streckenführung abzeichnen. Sodann führte die Strecke vom Schützenhaus in Richtung Reiskirchen bis zur Dritten Schneise, von ba in Richtung Fliegerhorst zur Sandgrube. Hier mußte von jeder Mannschaft ein Ballon abgeschossen werden. Wetter ging Die Fahrt auf schlechten Feld- unD Waldwegen nach Wieseck, von hier in Richtung Gießen bis zur Feuerbachftraße nach dem Phllo- sophenwald zur Liebigshohe. Hier mußte aus jedem Vorderrad die Luft abgelassen und dann wieder aufgepumpt zum Ziel gefahren werden. Es muß besonders hervorgehoben werden, mit welcher Begeisterung in Diesem Wettbewerb hier die jungen Pimpfe bei ber Sache waren, unb bie Ergebnisse beweisen, welche Energieleistung von den Jüngsten aufgebracht wurde. Bei dieser Hebung wurde bie reine Fahrtzeit und Die geschlossene Ankunft Der vier Fahrer jeder Mannschaft gewertet. Insgesamt gingen zehn Mannschaften an den Start. Den Sieger stellte bie zweite Mannschaft des Fähnleins 2/116 mit einer halben Minute Vorsprung von ber ersten unb zweiten Mannschaft des Fähnleins 3/116. Die Leitung ber Rabsportwettbewerbe hatte Sann- fachwart Emil Muhl. Die Ergebnisse: Stafettenfahrt über 50 KNometet bei HI.; Sieger Gefolgschaft 2/116, 1,49 Stö» M * H;* ■<' * '< -A . "^- < ■ * IjÄ -iMHi E?;.- L, gespielt I Der Schalke - Buch- rische Vertei! .... ____- 1 SU/lff ?MC fort Klodt Schalke 04: Schmeißfurt Bornemann Urban Vogl Marischka Buchberger A d m i r a : in Gellesch Eppenhoff Szepan Schilling Durspekt Honreiter Was selbst die leidenschaftlichsten Schalke-Anhänger nicht erwartet hatten, traf am oonrttog im Berliner Olympia-Stadion im Kampf um die erste großdeutsche Fußball-Meisterschaft ein. Schalke 04 ließ all sein strahlendes Können funkeln und schlug Admira Wien, den stolzen Meister der Ostmark, mit und Kuzorra nach vorn und zu K a l w i tz k i ( worden, dessen Fernschuß auf 20 Meter für berqer ungünstig kam und ins Ziel ging. Jain war Schalke nicht mehr zu halten. Zn erster Linie war es der Angriff, der die Wiener Läuferreihe einfach überrannte'und durch ein verwirrendes Flachpaßspiet durcheinander brachte. So dauerte es nicht lange, bis Schalke in der 13. Minute mit 2:1 in rfront lag. Blitzschnelles, pausenloses Zuspiel lief über Läuferreihe und Jnnensturm zu Urban, der nach kurzem Lauf beherrscht und sicher einschoß. Admira war gegen die große Klasse des Gegners nicht wicder- zuerkennen. Das besserte sich nur für eine kleine Weile, solange Schalke sich sichtlich eine Atempause gestattete. Der Kampf wurde offener, und die Wiener, die sich nun gefunden hatten, spielten fogor leicht überlegen. Zn diesen zehn Minuten bewahrte sich die Schalter Abwehr. Klodt, Tibulski und die beiden Verteidiger setzten sich gegen die wuchtigen Torschüsse von Hahnemann und Dursprekt erfolgreich durch. Dann kam Schalke zum ersten Eckball, der ebenfalls abgewehrt wurde. Der Ball kam aber nicht aus dem Strafraum der Wiener hinaus. K a L= witzti spurtete herbei und erhöhte mit Bombenschuß auf 3:0. Auch dabei blieb es nicht lange. In der 30. Minute brachte Szepan einen unvermuteten Schuß an. Der Ball sprang vom Pfosten zurück, und wiederum nahm K a l w i tz k i die Gelegenheit zum vierten Treffer wahr. Zn einer halben Stunde war Admira somit hoffnungslos geschlagen, denn über den Ausgang des Spieles bestand kein Zweifel mehr. Admira stellte um. Aber alle Bemühungen, die Tordifferenz zu verkleinern, scheiterten an der wirkungsvollen Deckung der Schalter. (Schon bei der Pause entschieden! . Schalke begann den Kampf mit Elan. Die Mann- chaft fand sich sofort. Schon in den ersten Minuten war das Tor der Wiener bedroht. Noch schlugen sich aber die Wiener Verteidiger Marischka und Mir- chitzka ausgezeichnet. Sie konnten aber nicht verhindern, daß Schalke schon in der 7. Minute in Führung ging. Bestechend schön war der Ball von Urban Pokalspiel in Heuchelheim. Heuchelheim I. — Lützellinden L 7:9 (3:6). Heuchelheim und Lützellinden waren die beiden Mannschaften, die sich um die Ermittlung des Vor- schlußrundenteilnehmers gegen Garbenheini am Sonntag in Heuchelheim gegenüberstanden. Wenn man schon allgemein den Gästen die besseren Chancen einzuräumen glaubte, um so mehr hätte dies noch für Heuchelheim ein Ansporn bedeuten müssen. Heuchelheim erkannte diese Lage nicht, der Sturm spielte zu eng und oft zu eigensinnig. Heuchelheim hatte Anwurf, den die Gästeläufer- reihe abfing: der Gegenangriff brachte eine Ecke für Lützellinden, die verschossen wurde. Nach etwa sieben Minuten kam Bork frei auf Rechtsaußen zum Schuß, und der Ball landete in der langen Ecke. Einen anschließenden Freiwurf verwandelte Bork auf 2:0. hoßbach erhöhte weiter, und erst dann konnte Heuchelheim durch Hardt den ersten Gegentreffer anbringen. Kaum eine Minute später verkürzte Stahlhut auf 3:2. Beide Mannschaften waren sich im Feldspiel ebenbürtig. Dann ließ der Heuchelheimer Torwart einen schwachen Ball passieren. Hardt stellte für die Platzmannschaft die alte Tordifferenz wieder her, und zwei weitere Würfe von Allendörfer und Bork brachten den Halbzeitstand. Auch in der zweiten Spielhälfte blieb das Spiel verteilt, und wiederholt lag für Heuchelheim der Ausgleich in der Luft. Die Mannschaft konnte sich auf 7:6 heranarbeiten. Da erhielt Heuchelheim einen Freiwurf zugesprochen; Hardt verwandelt, aoer der Linksaußen stand am Wurfkreis? Zwei Freiwürfe von Allendörfer stellten den Sieg sicher, und em abschließendes Tor von Hardt brachte das Endergebnis. boten. Das Boot des GRCl. „hassia" siegte vor der GRG. 1877. Am „Anfänger mit Steuermann" ten die GRG. 1877 mit zwei Booten und die tionalpolitische Erziehungsanstalt Oranienstein Boot 1 der GRG. 1877, besetzt nsit Zungen Ochser „Wirbelwind" umspielte die gegne, ll|U/c Verteidigung und den Tormann und trug den Ball ins leere Tor. Das war das 6:0! Den Mannern, die der vierten Meisterschaft entgegensteuerten, glückte nun alles. Da hatten die Wiener nichts zu bestellen, zumal ihnen jedes Ouäntchen Glück zu fehlen schien. Dagegen schlug es auf der Gegenseite zum siebten Male ein. Als Buchberger einen scharfen Schuß von Urban wiederum nur abschlagen tonnte, war Kalwitzki wieder da und stellte den einzigartigen Rekord von fünf Toren in einem Endspiel auf. Durch Kuzorra lautete es in der 85. Minute 8:0 und zwei Minuten später war endlich Szepan mit einem neunten Treffer an der Reihe. Vorher hatte sich der Wiener Verteidiger Marischka bei einem Zusammenstoß mit Eppenhoff verletzt und schied aus. Fast im gleichen Augenblick sauste der Rechtsaußen Vogl nach einem sch-men Flankenlauf über die Eckfahne hinaus und verletzte sich an der Umrandung. Bei den beiden letzten Schalke-Erfolgen hatten die Wiener also nur neun Mann auf dem Spielfeld. Unter riesiger Aufregung und Begeisterung ging der große Kampf zu Ende. Schalkes Meisterelf nahm unter dem Zubel der 90 000 vor der Ehrentribüne den großen Lorbeerkranz aus den Händen des Reichssportführers in Empfang. 4/116 vermochte sich hier vor dem 2. Boot der GRG. und den Gästen aus Oranienstein durchzusetzen. Im Gig-Vierer m. St. errang die Mannschaft der NPEA. Oranienstein den Sieg über den GRCl. „hassia" (M.-HI. und 3/116). Zm Zweierfaltboot, Klasse B, behauptete das Boot des Wiesecker Kanu-Clubs (N. 1/116) vor dem der Paddler-Gilde Gießen (Nachr.-Gefolgsch.) den Vorrang. — Zm Einer-Faltboot, Kl. B, war die GRG. (Helm. Eller, 3/116) Sieger. Zm zweiten Gig-Vierer m. St. starteten ein Boot der GRG. (Motorgef. Fliegergef. 4/116 und DZ.-Fähnl. 2/116) erfolgreich, da die Stammmannschaft der NPEA. Oranienstein durch ihren Sieg im 1. Gig-Vierer nicht mehr startberechtigt war. Das Rennen Zweier-Faltboot, Kl. A, F. 2, gewann die Paddler-Gilde (DZ.-Fähnl. 5/116) gegen den Wiesecker Kanu-Club, dessen Boot aufgeben mußte. Den Z u k u n f t s ö i e r e r m. St. für HZ., die nach dem 1. September 1922 geboren und bis zum Beginn der Regatta noch nicht gesiegt hat, errang die GRG. (2. Boot), — Deutsches Zungvolk — gegen das 2. Boot der GRG. Der e r ft c Achter (Rennboot) der GRG. fuhr ein schneidiges Rennen und gewann sicher vor dem GRCl. „hassia". Den Abschluß bildet«' ein a n n = schastskanadier, der im Alleingang der Paddler-Gilde Gießen zufiel. Bei der Preisverteilung konnte Bannfachwart h. Rübsamen den Siegern wertvolle Andenken überreichen. Der HZ.-Wehrsportfünfkampf. Für den Wehrsportfünfkamps der HZ., der am Sonntag ausgetragen wurde, bestanden die Mannschaften aus sechs Zungen und einem Führer. Die Hebung begann von der Volkshalle aus mit einem Orientierungsmarsch mit 10 Kilogramm Gepäck. Die Aufgabe bestand darin, an Hand einer Geländekarte eine Skizze der Marschroute anzufertigen und dann den Marsch anzutreten. Von der Volkshalle aus führte der Weg über Annerod, durch den Fernerwald, über den Altenberg nach der Ganseburg. Dort mußte eine Hebung im Kartenlesen ausgeführt werden. Der Marsch wurde in Richtung Großen-Buseck fortgesetzt. Zwischen Rödgen und Großen-Buseck mar als weitere Hebung ein Entfernungsschätzen und ein Zielansprechen durchzuführen. Der Marsch endete in der Sandgrube in der Nähe der früheren „Waldesruh". hier wurden die Schießübungen erledigt, und zwar mußten zwei Schuß mit dem Kleinkalibergewehr, und zwar mit Zimmermunition liegend freihändig und kniend abgegeben werden. Schließlich wurde auf dem Hinteren Trieb ein Keulenzielwurf auf 35 Meter Entfernung vorgenommen. Den Abschluß bildete das Hindernislaufen auf dem Hniversitätssportplatz über eine 200-Meter- Bahn. Dadurch, daß Mindest- unt) Höchstleistungszeiten vorgeschrieben waren, deren Unter; oder Ueberschreitung Verlustpunkte nach sich zog, waren Heberanstrengungen von vornherein ausgeschaltet. Die Mannschaften haben verhältnismäßig gute Leistungen erzielt. An 1. Stelle stand die Gefolgschaft 3/116 mit den besten Punktwertungen, an 2. Stelle folgte die Gefolgschaft 2/116 der HZ. Noch fünf Tore — Obwohl der Kampf praktisch schon entschieden war, nahm er nach dem Wechsel an Härte zu. In der 52. Minute gab es das erste große Foul. Klacl geriet mit Szepan zusammen und schlug den „blonden Fritz", obwohl der Ball bereits fort war, mit einer schweren Rechten zu Böden. Klacl wurde sofort des Feldes verwiesen, aber auch Szepan mußte hinausgetragen werden. In der 55. Minute hieß es bereits 5:0 "für die Knappen. Bei einem Freistoß prallte der Ball von einem Wiener Abwehrspieler ins eigene Tor. Drei Minuten später machte Schweissurth im Strafraum der Schalter Hand, aber Schilling zielte „zu genau" und jagte den Ball an den Pfosten. Bei dem folgenden Schalter Angriff setzte sich K a l w i tz k i in den Besitz des Balles. (Meilinger, Bellos, Brandl, Schmidt, Nutzenberger, Schleenbecker); 2. Gefolgschaft 4/116, 1,50 Std. GeländeorientierungsfahrtdesJV.: Sieger Fähnlein 2/116, 2. Mannschaft, 21,30 Min. (Wolkewitz, halbroth, Kreiling, Küthe); 2. Fähnlein 3/116, 1. Mannschaft, 22,00 Min., und Fähnlein 3/116, 2. Mannschaft, gleiche Zeit; 3. Lehrfähnlein, 1. Mannschaft, 22,30 Minuten. Bannmeisterschasten im Nutzern und Kanu. Auf der Lahn wurden die Bannmeisterschaften im Rudern und Kanu ausgetragen, die für die Banne und Zungbanne 88, 116, 253 und 303 bestimmt waren, an der aber außer der Mannschaft der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Oranienstein bei Diez nur der Bann und der Jungbann 116 beteiligt war. Die Leitung hatten für das Rudern Bannfachwart Hans Rübsamen und für den Kanusport Bannfachwart O. E i d m a n n. Die Länge der Bahn betrug für das Rudern 1200 Meter und für Kanu 600 Meter in der Klasse A und 400 Meter in der Klasse B. Die Mannschaften der einzelnen Gefolgschaften setzten sich aus Mitgliedern der GRG. 1877, des Ruderklubs „hassia", der Gießener paddler- Gilde und des Wiesecker Kanu-Clubs zusammen. Die Nachrichtengefolgschaft hatte die Fernsprech- und Lautsprecheranlagen aufgestellt. Die Feldschergefolgschaft 4/116 hatte einen Sanitätsdienst eingerichtet. Das 1. Rennen war ein Leichtgewichts- vierer m. St., bei dem sich die Boote des Gießener Ruderklubs „hassia", besetzt mit Jungen von 2/116 und M.-HI. und der GRG. 1877 (DJ.-Fähn- Ausschnitt von dem vollbesetzten Stadion, und zwar Schalter, die in großer Zahl nach Berlin gekommen waren, um den Triumph ihrer Mannschaft mitzuerleben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) dem schier unglaublichen Ergebnis von 9:0 (4:0) Toren. Zum vierten Male ist den Knappen der Griff nach der Meisterkrone geglückt. Schon kurz nach 14 Hhr füllten sich die Ränge des weiten Ovals. Bald herrschte hie richtige Stimmung eines großen sportlichen Ereignisses. Die ersten Jugendmannschaften von Schalke 04 und Admira' standen sich zunächst gegenüber. Sie lieferten sich ein hervorragendes Spiel. Die Jugend- mannen der Schalter siegten verdient mit 4:2 (1:1) Toren. Kaum war der Kampf beendet, da liefen schon die beiden Mannschaften bcifaüumbrauft in das Stadion. Der Dresdner Schiedsrichter Schulz rief die Spielführer Kuzorra und Hahnemann zur Wahl. Der Wiener gewann das Los, und Sekunden später begann das erste großdeutsche Meister- schaftsendspiel. Die Mannschaften standen wie folgt: Deutsche Handball-Meisterschaft der Männer. Die Rückspiele der Vorschlußrundenkämpfe um die deutsche Handballmeisterschaft der Männer brachten am Sonntag nur in einem Falle eine endgültige Entscheidung. Der Titelverteidiger M T S A. Leipzig gewann zu Hause den zweiten Kampf gegen den Bayernmeister P o st - S V. München ganz überlegen mit 14:2 (8:2) Toren. Der MTSA. hat damit die Endrunde erreicht. Der Gegner der Leipziger ist aber noch nicht ermittelt, da der MSV. Hindenburg Minden auf eigenem Platze den Lintforter SV. 4:3 (2:1) bezwang. Da Lint- fort im Vorkampf überlegen erfolgreich geblieben war, ist Entscheidungsspiel notwendig geworden. Vorschlußrunde der Frauen. Die Teilnehmerinnen am Endspiel zur sechsten deutschen Handballmeisterschaft der Frauen stehen nun fest. Erwartungsgemäß setzten sich der T v d. Eimsbüttel und der V f R. Mannhei m durch. Die Hamburgerinnen schlugen in Düsseldorf die Stahlunion-Els sicher 5:2, und der VfR. fertigte die Magdeburger Frauen 12:0 (!) ab. Neidet untz Stahlhut in Darmstadt erfolgreich. Am Samstag fand in Darmstadt das 2. reichsoffene Abendspörtfeft der (Bfti. Darmstadt statt. Am Start waren eine ganze Reihe hervorragender Spitzenkönner aus dem Reich. Die mustergültige Ausrichtung durch den Darmstädter Großverein wurde belohnt durch hervorragende Leistungen. Es gab durchweg harte Kämpfe, besonders auch über 5000 Meter, wo Franz Neidei (2. JR. 116), Heuchelheim, 'am Start war, weiter sahen wir hier noch Fornoff, sowie Haag (Darmstadt), den alten deutschen Rekordmann. Es war von vornherein klar, daß sich das Rennen nur zwischen diesen dreien abspielen konnte. Neide! drückte von Beginn an sehr auf das Tempo, um auf jeden Fall eine gute Zeit herauszulaufen. Dieses hatte ihm aber doch wohl zuviel Kraft gekostet, denn Mitte der Strecke konnten Fornoff und Haag an ihm vorbeigehen. Er eroberte sich aber den zweiten Platz zurück und verteidigte ihn energisch gegen die harten Schlußangriffe von Haag. Neideis Zeit 15:26,2 bedeutet persönliche Bestleistung. Im Hochsprung bewährte sich einmal mehr bas solide Können von Stahlhut. Obwohl auch hier Kräfte aus Köln, Karlsruhe und Darmstadt dabei waren, gelang es keinem der Mit- Zeitscbnften. — Im Juni-Heft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Verlag Berlin SW. 68) erscheint zu Beginn ein grundlegend wichtiger Beitrag unter dem Titel „Das ganze Volk Hilst dem Bauern"; er ist ebenso wie der folgende Aufsatz „Lob der kleinen Stadt" mit guten, lebensnahen Aufnahmen bebildert. In einer Abhandlung „Verlorenes Blut" folgt Dr. G A. Küp» pers den Spuren der Völkerwanderung an der unteren Donau. Auch dieser Beitrag ist mit volks- und rassenkundlich aufschlußreichen Abbildungen ausge- stattet. „Merkbuch der Zeit", Notizen aus aller Welt und die Bücherecke bringen eine Menge wertvollen und aufklärenden Lesestoffes. „ Klacl Hrbanek Mirschitzka ■ Kritische Würdigung. Schalke bot in diesem denkwürdigen Fußball- Endkampf des Jahres 1939 eine Leistung, die über jeden Zweifel erhaben ist. Niemals zuvor wartete eine deutsche Vereinself in einem Kampf um die höchste Ehre des deutschen Fußballmeisters mit einem so stürmischen, zwingend schönen und praktischen Spiel auf, wie es Schalke an diesem 18. Juni in Berlin tat. Der Held des Tages — so kann man ihn wohl bezeichnen — war der kleine, temperamentvolle Kalwitzki, der seine Leistung mit fünf wunderbaren Toren frönte. Doch nicht er ober das Schwagerpaar Szepan-Kuzorra haben diesen Kampf gewonnen, sondern die ganze Mannschaft. Die Wiener Admira ließ sich in der ersten Viertelstunde überrumpeln und jedes Selbstvertrauen rauben. Sie lieferte ein ausgesprochen schwaches Spiel. Das galt vor allem von der Läuferreihe, in der fein Ersatzmann stand. Die Außenläufer konnten ihre Gegenspieler weder halten, noch decken, und Mittelläufer Klacl gab dem Schalter Jnnensturm viel zu viel Freiheit. Tibulski Berg Kalwitzki Kuzorra Stoiber Hahnemann beroerber, 1,70 Meter zu überspringen. So wurde Stahlhut ohne große Mühe mit 1,75 Meter überlegener Sieger. Iußball-Aufstiealpiele in Heffen. Hanau 60 schaffte es! Von großer Bedeutung waren am Sonntag die vier Fußball-Aufstiegsspiele in Hessen. Der TSV. 1860 Hanau schlug Phönix Bad Vilbel sicher mit 2:0 (1:0) und erwarb sich damit bereits ^die neue Gauligawürde, da Teutonia Watzenborn-Steinberg in Wirges 1:4 (0:3) unterlag und mit seinen Spielen fertig ist. In der Gruppe Nord stieg der große vorentscheidende Kamps '.wischen Tura Kassel und Borussia Fulda. Die Fuldaer hatten ihre Niederlage gegen Bebra offenbar schnell überwunden und bezwangen die Kasseler überlegen mit 4:1 Toren. Fulda übernahm damit wieder die Tabellenspitze und liegt im Torverhältnis bereits so günstig, daß nur eine hohe Niederlage in letzter Stunde noch für Tura Kassel entscheiden konnte. (Bau Sübrocff. Aufstiegsspiele: Opel Rüsselsheim gegen GfL. Darmstadt 3:1; VfR. Frankenthal — 1. FC. Kaiserslautern 1:0. Freundschaftsspiele: FSV. Frankfurt gegen VfR. Mannheim 3:3; VfL. Homburg — Rapid Wien 1:3; Kreis Offenbach — Kreis Frankfurt 4:1; Wörmatia Worms — Karlsruher FV. 7:1; ^>pDg. Seligenstadt — FC. Hanau 93 2:3. Gau Bayern. T s ch a m m e r p o k a l: Neumeyer Nürnberg gegen Austria Wien 2:0; Wacker München — Vienna Wien 2:7. Spielvereinigung 1900 Sietzen. Die Blau-Weißen beteiligten sich gestern beim Jubiläums-Pokal-Turnier des Spiel- ' und Sportvereins „Dranicn" Frohnhausen, das dieser anläßlich senies 25jährigen Stiftungsfestes veranstaltete. Ein Erfolg, d. h. der Gewinn des Pokales, stellte sich nicht ein, da die zu bestreitenden Spiele nur unentschieden gestaltet werden konnten. 1900 — Naunheim 2:2. Nach fünf Minuten gingen die Blau-Weißen durch einen. Strafstoß von Quick in Führung. Durch ein Selbsttor verhalf Schneider den Naunheimern zum Ausgleich. Nach der Pause war es die Naunheimer Verteidigung, die bei einem Angriff ber' 1900er den Ball ins eigene Tor lenkte. Hattert erwischte wenig später eine Vorlage des Rechtsaußen Eine Szene aus dem spannenden Kampf zwischen Schalke 04 und Admira Wien, der überlegener Weise von den Knappen gewonnen wurde. Hofer Bild zeigt Urban im Angriff auf das Admira-Tor, bei dem er sich mit den beiden Admira-Verteidigern (links) auseinander, setzen mußte. — (Sck)erl-Bilderdienst-M.) tra- Na- on. von lein 5 und 2/116 Fliegergef. und 4/116) Konkurrenz dem und konnte erneut ausgleichen, hierbei wurde Fischer erheblich am Kopfe verletzt und mußte für den Rest ausscheiden. Bei einer Ecke hatten die Blau-Weißen nochmals eine Chance, der Kopfball von Kraft ging jedoch an den Pfosten. 1900 — Sinn 1:1. Die ©inner, die im Vorspiel gegen die Reichsbahn-Sportgemeinschaft Gießen ein Unentschieden errungen hatten und gegen die Naunheimer bereits einen l:O-Sieg zu verzeichnen hatten, fegten von allem Anfang ein betont körperliches Spiel an den Tag. Der Erfolg war, daß bis zur Paule eine 1.0-Führung zustande kam. Nach dem Wechsel kamen die Blau-Weißen jedoch mehr und mehr zur Geltung und fünf Minuten nach dem Wechsel stand es durch Heuser 1:1. Die sich kurz darauf ein» stellende Gelegenheit wurde jedoch ausgelassen. ' 1900 — Reichsbahn-Sportgemeinschaft Gießen H Im letzten Spiel standen sich die beiden Gicßenck Vereine gegenüber. Obwohl durch die vorchergehen' den Spiele bereits stark ermüdet, strengten sich die Spieler mächtig an, denn bis jetzt stand der Gc> wion des Pokals noch offen. Wohl hatte Sinn die Führung in der Wertung. Reichsbahn-Sportgemeinschaft brauchte ein Unentschieden und 1900 mußte mindestens einen 3:0-Sieg zustande bringen. In der 12. Minute konnte Heuser im Anschluß an eine vorbildliche Vorlage von Kraft 1900 in Führung bringen. Und da nach dem Wechsel die Blau-Weißen bergab spielen und hierdurch eine kleine Feldüberlegenheit erzielen, hofft man, daß sich auch weitere Torerfolge einjtellen. Dies tritt jedoch nicht ein, ja Sekunden vor Schluß setzt Heß einer Vorlage nach und erzwingt den Ausgleich, womit der Gewinner des Pokals zugunsten der Reichsbahn-Sportgemein» schäft Gießen entschieden wurde. Fnßballmeisterschastskamps - eine Sensation! Admira Wien im Endspiel mit 9:0 (4:0) geschlagen.