Rr.N5 Erstes Blatt 189. Jahrgang 5reitag,19.Mail9Z9 Lrschetnl tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Kietzen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrM und Verlag: Srühlsche llniverfitätzdruckerei «.Lange in Siehe«. 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Am Montagvormittag findet im Votschaftersaal der Neuen Reichskanzlei die feierliche Unterzeichnung des deutsch- italienischen Abkommens durch den Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, und den italienischen Außenminister, Graf Liano. in Gegenwart des deutschen Botschafters in Rom. von Mackensen, und des italienischen Botschafters in Panzerab- an greise n- mischt sich mit dem Hellen Bellen der wehrkononen, die ihr Zielfeuer auf die den Stoßtrupps abgeben. Mit aller Wucht drängt „Rot" nach Berlin, Allolico, statt. Ferner sind mehrere Besprechungen und Veranstaltungen vorgesehen. In Begleitung des italienischen Außenministers befinden sich il a. ^>er Ministerialdirektor für politische Angelegenheiten für Europa beim italienischen Außenministerium Gino B u t i, Ministerialdirektor für allgemeine Angelegenheiten beim italienischen Außenministerium Graf Leonardo Vitetti, der Lhef des Protokolls, Andrea Geisser L a l e s i a di Vegliasco, sowie der stellvertretende Ministerialdirektor für ausländische Presse beim italienischen Ministerium für Volkskultur. Graf Liano wird ferner von einer Reihe namhafter italienischer Journalisten begleitet sein, die als Gäste des Reichsaußenministers an den Veranstaltungen aus Anlaß des Staatsbesuches teilnehmen. Zwei Landesverräter hingerichtet. Berlin, 17. Mai. (DNB.) Amtlich wird mit- geteilt: „Die vom Reichskriegsgericht wegen Landes- verotes zum Tode verurteilten Emil Zeidler, geboren am 20. April 1901 in Groß-Schönau (Kreis Zittau) und Martin Richter, geboren am 6. August 1905 ebenda, sind heute hingerichtet worden. Beide haben durch Vermittlung eines hoch- und landesverräterisch tätigen Emigranten jahrelang mit einem ausländischen Nachrichtendien st in Verbindung gestanden und mit ihm landesoerräterische Beziehungen unterhalten. Dabei haben sie militärisch geheimzuhaltende Dinge gegenEntgeltverraten. Die gerechte Strafe hat sie nun getroffen. Artillerievorbereitung bis in die Sperrzone vorgear beitet. Nun sollen sie unter Benutzung aller nur verfügbaren Mittel einzelne Festungswerke aus der Panzerfront heraus- brechen und den Weg nach vorn öffnen--- Ohrenbetäubend ist das Krachen und Bersten der Granaten aller Kaliber, ununterbrochen hämmern MG., und das dumpfe Krachen der Handgranaten Nordeuropa fühlt sich nicht bedroht. Gesicherte Basis für den Frieden zwischen Deutschland und den nordischen Staaten. Berlin, 18.Mai (DNB.) In Verfolg dec Er. klärungen des Führers in seiner Reichslagsrede vom 28. April über die Bereitschaft Deutsch, lands zum Abschluß von Nichtangriffspakten haben Verhandlungen zwischen der deutschen Regierung und den Regierungen von L st - land. Lettland, Dänemark. Norwegen. Schweden und Finnland zum Abschluß solcher Pakte stattgefunden. Die Verhandlungen m i l E st land und Lettland stehen vor dem Abschluß. Mit Dänemark besteht grundsätzliches Einverständnis über den bal- digen Abschluß eines gegenseitiges Nichtangrisfs- Paktes. Mit Schweden, Norwegen und Finn- land ist der Gedankenaustausch mit folgendem Er. gebnis beendet: die schwedische und norme, gische Regierung haben der deutschen Regierung aufs neue erklärt, daß ihre Länder s i ch von Deutschland nicht bedroht fühlen und daß sie unter Aufrechterhaltung des Prinzips der Neutralität, Integrität und Unabhängigkeit die Absicht haben, mit keinem Land Nichtangriffs, pakte abzuschließen. Sie halten daher ein Abkommen dieser Art nicht für erforderlich und sind mit der Reichsregierung übereingekommen, von einer weiteren Verfolgung des planes Abstand zu nehmen. Zu dem gleichen Ergebnis haben auch die Verhandlungen mit der finnischen Regierung geführt. Zweitägiger Staatsbesuch -es italienischen Außenministers in Berlin. Unterzeichnung des Mailänder Paktes. — Besprechungen und Veranstaltungen. Sumpfstreifen werden überwunden, auch die Wasser- aräben werden in schwerstem Feuer überschritten. Aber dann gerät der Angriff schon ins Stocken. Die Verteidigung nebelt sich ein, läßt aber das Vorfeld frei, über das nun unablässig das tödliche Feuer der MG. dahinstreicht. Granattrichter reicht sich an Granattrichter. Noch steigen Erd- und Wasserfontänen bei jedem neuen Einschlag empor. Tapfer werfen sich die „roten" Truppen, jede Möglichkeit ausnutzend, nach vorn. Die Besatzungen der vordersten Betonwerke haben, inzwischen ihre Panzergewölbe verlassen und werfen sich nun, frisch und ausgeruht und von dem wochenlang auf sie niedergegangenen Vernichtungsfeuer nicht im geringsten zermürbe, dem schon erschöpften Gegner entgegen, der nun mit letztem menschlichem Einsatz sich verzweifelt vorankämpft. Er erreicht zwei kleine Werke. Seine Flammen- roerfer'treten in Aktion. Eine Feuerwoge schießt auf die beiden umkämpften Panzerwerke zu, die tarnenden Sträucher und Büsche im Augenblick in Brand setzend. Aber während noch um diese beiden Objekte, in denen sich jetzt feine Besatzung mehr befindet, der Anariff abmüht, treten im Schutze der eigenen Vernebelung und, während die Artillerie jetzt Sperrfeuer auf'den Gegner legt, die verteidigenden Truppen zum Gegen st oß a n und überwältigen den müden und in seinem Feuer ganz zersplitterten Gegner ganz und gründlich. Der Angriff ist abgeschlagen. Die letzten Reste der „roten" Stoßtrupps flüchten zurück und suchen vergeblich hinter den TankhindernissLN noch English season in Warschau Von unserem X H.-Korrespondenten. beste und einträglichste Industriezweig, dessen Aufnahme die bescheidenen Ergebnisse der staatlichen Wirtschaftsankurbelung in den tiefsten Schatten drückt. Dazu kommt die alte Spekulation auf die polnische Begehrlichkeit nach weiterem Land an der Ostsee. Wurde die Propaganda für den Aufbau des Hafens von Gdingen seinerzeit mit dem Schlagwort genährt, Danzig müsse aus dem polnischen Seehandel ausgeschaltet werden, so heißt es heute, Polen brauche Danzig, weil Gdingen einst den Anforderungen des steigenden Umschlages nicht mehr gewachsen sein könnte. Und die halbamtliche „Gazeta Polska" versteigt sich dazu, Ostpreußen, als „geographisch und polittsch einem anderen als dem deutschen Raum zugehörig" für Polen zu reklamieren. Die Anspielungen der Tagesblätter sind deutlich, allzudeutlich und werden vom Leser mit Augenzwinkern zur Kenntnis genommen. Sie gehören in das Arsenal der Stimmungsmache, mit der man den kritischen Denker, der angesichts solcher Bedenkenlosigkeit nur stumm den Kopf schüttelt, zum Defaitisten stempeln möchte. Wer trotzdem nicht schweigt, wird wegen Defaitismus auf Wachen ins Kittchen gesperrt. Diese hemmungslose Überheblichkeit, die von der dumpfen Ergebenheit der breiten Masse des Bauern- volkes um so krasser absticht, kann selbst vom wohlwollendsten Mitteleuropäer nicht mehr als Kinderkrankheit eines jungen Staates abgetan werden. Bedenken erregt sie besonders im Hinblick auf die Absichten, die Großbritannien in Polen verfolgt. Die wenigsten Polen sind sich darüber klar, wie sehr sie Werkzeug der internationalen Mächte geworden sind. Die freundlichen Worte von Karlsruhe, 17. Mai. (DNB.) Der vierte Tag der Inspektionsreise des Führers brachte eine eingehende Besichtigung der Luftverteidigung s- zonen, die sich hinter den Linien der Forts und Panzerwerke in großer Tiefe erstrecken. Generaloberst Milch, Generalmajor Bo den schätz, der Befehlshaber der Luftverteidigungszone West, Generalleutnant Kitzinger, der Höhere Kommandant der Festungsflakartillerie, Generalmajor Dr. Weißmann, sowie der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Oberst Jefchonnek,- treten zur Meldung beim Führer an. Rasch geht die Fahrt ostwärts in die blütenprangende Landschaft der S a a r p f a l z hinein. Schon nach kurzer Zeit treffen wir aus die ersten F l a k st ä n d e, schwer betonierte Stellungen, die sich dicht geschlossen in voller Frontbreite dahinziehen. Geschützstellungen wechseln mit großartig gegen jede Fliegersicht getarnten Mannschaftsunterkünften, Befehls- und Beobachtungsständen, Gesechtswerken, Sperren und Tankabwehrstellungen. Ein großarttges Bild entsteht mit einem Schlage, als auf Kommandos aus allen Bauwerken der Luftverteidigungszone in diesem Raum ein Magne- f i u m f e u e r aufflammt. Die Landschaft verwandelt sich in Sekundenschnelle in ein ungeheures Panorama großartigster Art. Es ist, als leuchteten Hunderte und aber Hunderte roter Lampen mit einem Schlage auf. Soweit das Auge reicht, bis auf d?e fernsten Hügel und Bergketten, reiht sich ein Magnesiumlicht an das andere. Hier ist eine Luftverteidigungszone geschaffen worden, die in doppelter Tiefe des eigentlichen Westwalles nicht nur das Reich vor jedem Luftangriff aus dem Westen beschützt, sondern gleichzeitig noch einmal einen zweiten Westwall auch für den Erdkampf darstellt. Eindrucksvoll zeigt sich dies bei einer Alarm- Übung der Festungsflakabteilung 33. Noch sind die eingesetzten „roten Flugzeuge' nicht heran, und schon bellen die schweren Flakgeschütze los und erfüllen den Luftraum mit einem geschlossenen Geschoßvorhang. Wehe dem Flugzeug, das in dieses vernichtende Sperrfeuer hineingerät! Die eingeietzten „großen Maschinen" drehen denn auch rasch ab, um nicht in die Geschoßgarbe, die unablässig und dicht I nebeneinander, zum Teil sich fünf- un1> sechsfach | überdeckend, in die Luft hinaufjagen, zu geraten. Aber die Luftabwehr beschränkt sich ja nicht nur auf den Einsatz der Flak. Jagdverbände stürzen sich auf den bombentragenden Gegner und zwingen ihn zur Umkehr oder in die tödliche Geschoßgarbe der Flak hinein, Ballonsperren hindern seinen Flug und bereiten ihm das Los eines unrühmlichen Absturzes. So schützen die Werke der Luftoerteidigungszone das deutsche Land. Aber auch gegen jeden überraschenden Erdangriff sind sie bestens gewappnet. Dies demonstriert eine zweite Alarmübung, der die Annahme zugrundeliegt, daß plötzlich feindliche Panzer vor der Lustabwehrzone erscheinen würden, nachdem sie das praktisch ja unmögliche Kunststück doch vollbracht haben sollten, durch den ganzen Westwall durchzustoßen. Nur kurze Zeit dauert es, bis auch'diese Alarmübung mit dem Resultat endet, daß der feindliche Angriff vor den Panzerstellungen der Luftzone elend liegen bleibt. Dabei fand diese llebung in der sogenannten „leichten Zone" statt. Ihr zugeordnet ist noch eine „schwere Zone" in großer Tiefenausdehnung. An Zahl übertreffen die Panzerwerke dieser beiden Zonen die Werke der eigentlichen Frontlinie des Westwalles um mehr als das Doppelte. Gegen Mittag geht die Fahrt wieder westwärts, der lothringischen Grenze zu. Kurz nach 12 Uhr trifft der Führer in einer besonders hervorragenden Riegelstellung ein. Vierfach hintereinander liegen hier Tankfallen ungeheuren Ausmaßes, die sich kilometerweit hinziehen. Steinstufen und Steilabsälle, Sumpsttreisen und Höckerlinien, wuchttge Stahlgürtel, Wassergräben und Minenfelder schützen undurchdringlich und unüber- schreitbar das Gebiet. Hier trifft der Führer die Reichsleiter und Gauleiter, die gleichfalls den heutigen Tag im saarpfälzischen Raum auf ihrer Besichtigungsreise durch die Westwallbefestigungen verbringen „Rote" Truppen vom Infanterie-Regiment 118 haben sich — unter Verzicht aus Tankeinsatz — nach wochenlanger schwerster Englands Verhandlungen mit Moskau. Wieder auf einem toten Punkt. London, 19. Mai. (Europapreß.) Der Stand der englisch-sowjetrussischen Verhandlungen ist im wesentlichen unverändert. Wie aus unterrichteten Kreisen verlautet, wurden dem Sowjetbotschafter M a i s k i bei seinen Unterhaltungen mit Sir Robert Vansi11art verschiedene Fragen vorgelegt, die der Botschafter nach Moskau weitergeleitet hat. In London erwartet man jetzt eine Antwort aus Moskau. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" wird Maifki dem diplomatischen Berater der Regierung, Sir Robert Dansittart, eine Botschaft zur Kenntnis geben, in der die sowjetrussische Regierung erklären dürfte, daß sie kein Interesse an einer Beistandsoerpflichtung habe, falls England nicht eindeutig den Grundsatz dervollenGegenseitig- k e i t zustimmen würde, Andere englischen Blätter sprechen wieder von einem toten Punkt. „Daily Herold" berichtet, am Donnerstagabend sei in der Londoner Sowjetbotschaft die Moskauer Antwort auf telegraphischem Wege eingetroffen; sie lehne angeblich die letzte englische „Formel" glatt ab. her Themse schmeicheln der polnischen Eitelkeit, die längst vergessen hat, daß gerade Deutschland den ersten Schritt zur Anerkennung Polens als Großmacht getan hat. Der große Marschall Pilsudski hat einmal in feinen letzten Lebensjahren gesagt: „Ich habe das Examen meines Lebens bestanden. Ich möchte wünschen, daß jeder meiner Soldaten ... von sich das gleiche behaupten kann." Wenn man die leichten Worte, mit denen Warschau heute über schwere Aufgaben hinweggleitet, auf die Waage legt, dann scheint man sich das „Examen des, Lebens" sehr bequem zu machen. Die entscheidenden großen Aufgaben des Staates, die Lösung der Judenfrage, die Befriedung der Minderheiten, die Industrialisierung, die Bauernfrage, die Europäisierung werden in den Warteraum gestellt. Man tut dies um so lieber, als sie Zähigkeit und Beharrung verlangen. Dafür freut man sich, daß der neue Wind aus London die Segel mächtig aufbläht. Die „English season" macht blind, und nur wenige Einsichtige bemerken mit Beklemmung, daß das polnische Schiff nach rückwärts treibt. Warschau, Mai 1939. Warschau ist d i e StadtdesNahenOstens, in her sich Europa und Asien am engsten berühren. Während sich in den Kaffeehäusern und in den Theatern raffinierteste Eleganz entfaltet, treibt diese tragische Mischung östlichen Blutes mit westlichem Geist zuzeiten die Wogen der Leidenschaft so hoch, daß sie Maß und Vernunft über Bord schwemmt. Wer in diesen Tagen nach Warschau kommt, kann eine solche Erscheinung eben jetzt beobachten. Während die Landbevölkerung, in ihr karges Los ergeben, ruhig der Arbeit nachgeht, berauscht sich die polnische Hauptstadt ay dem Bewußtsein, heute einer der Brennpunkte der Weltpolitik zu fein. Die Kreise, die ehrlich um eine Derstän- digung mit dem deutschen Nachbar im Westen bemüht gewesen sind, waren immer sehr klein und Jind daher um so leichter an die Wand gedrückt worden. Staunen aber muß es erwecken, in wie kurzer Zeit man in Warschau die Ernüchterung, ja tiefe Enttäuschung über die Nachkriegspolitik Westeuropas vergessen hat, das für Polen nie mehr als höfliche Gesten übrig gehabt hat. Während die polnischen Handelsleute chre Geschäfte mit Deutschland machen, klatscht Warschau heute vor Bewunderung, wenn in den Kinos ein englisches Schiff auf der Leinwand erscheint oder wenn auf der britischen Botschaft die Flagge hochgeht. War vor und nach dem Kriege Französisch Trumpf, so ist es heute Englisch. So wechselt die Mode. Der richtige Warschauer geht mit der Zeit. Während er im Alltag beim Einkauf daraus achtet, daß auf dem Messer die Marke SoUngen steht, lernt er für den Feiertag Englisch. Es ist noch nicht lange her, seit der polnische Wunsch nach einer gemeinsamen Grenze mit Ungarn in Erfüllung gegangen ist. Die darin geknüpften Hoffnungen nach der Herstellung eines Staatenblockes zwischen Deutschland und Sowjetrußland mit Warschau als Mittelpunkt sind ober'längst verrauscht. Läng st vergessen sind die stürmischen Sympathiekundgebungen vor dem Gebäude der ungarischen Gesandtschaft, und die Presse spart nicht mit Vorwürfen an den südlichen Nachbarn, der sich verstimmt der Warschauer Freundschaft entzogen hat, als er merkte, wohin die polnische Außenpolitik steuert. Nun suchte sich der Warschauer ein neues Objekt für feine Liebesbezeugungen. Das gleiche Litauen, das man noch vor einem Jahr mit Krieg überziehen wollte, hätte es sich nicht zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Polen bequemt, hat jetzt einen besonderen Platz in dem Tempel der polnischen Gunst erhalten, und der litauische Generalstabschef R a s z t i k i s hatte alle Hände voll zu tum, um für den Beifall zu danken, den er bei feinem jüngsten Besuch in Polen erntete. Aber Litauen ist zu klein, um die Beifallssucht der in den Straßen leidenschaftlich politisierenden Warschauer zu befriedigen. Die „English season", die große'Mode des Frühjahres, läßt alle Sensationslüsternen auf ihre Rechnung kommen. Sie wurde durch typisch polnische Gesten eingeleitet. Man verbrannte die deutschen Zeitungen und tat, als existiere Deutschland nicht mehr, obwohl es nur einige Schnellzugsstunden westlich von Warschau liegt und obwohl die neue Flugverbindung Warschau—London in Berlin eine Zwischenlandung Vorsicht. Eine weitere Maßnahme, mit der man den Beginn der „English season" in Warschau feierte, war der Boykott des deutschen Films, der feit wenigen lagen in allen Kinos verbannt ist. Dafür läuft der Warschauer, der etwas auf Mode hält, begeistert in den englisch-amerikanischen Film, den er zwar nicht versteht, dafür aber um so eifriger mit Beifall bedenkt. Es sind dies die gleichen Filme, die noch vor einigen Wochen von dem Standartblatt der Deutschfeindlichkeit, der „Polska Zachodnia", als „wertlose Schmierenerzeugnisse dreister Hollywooder Filmmagnaten, tue ihre künstlerische Laufbahn als Heringsverkaufer begonnen haben", bezeichnet wurden. Aber das tut nichts zur Sache, denn es handelt sich hier n i ch t u m K u n st, wie beim Besuch des deutschen Films, sondern um Politik. _, , , ., s Der Wandel drückt sich auch i m S t r a ß e n b l l d aus. Wochenlang wurde dem Warschauer in grellen Plakaten und Lichtreklamen die Pflicht zur Zeichnung der L u f t v e r t e i d l g u n g s a n l e i h e ein« gehämmert. „Wir marschieren zu den Kassen! Ihr Ergebnis, knappe 200 Millionen Mark, istrucht überwältigend. Im ersten Ansturm der Begeisterung konnte das Zeichnungsergebnis zu einer gewissen Höhe hinaufgetrieben werden, aber „die gesammelte Summe ist nicht groß im Vergleich zu den N°tw-n- ingfeiten einer modernen Armee , schreibt offenher. ziq der konservative „Czas". Darüber denkt der Durchschnittswarschauer jedoch nicht nach Er nimmt die kräftigen Worte seiner Politiker für bare Münze und fühlt sich stark ,°> stark wie nach nie zuvor Er übersieht, daß Warschau noch nicht Polen ist und daß die Geographie noch immer eine stärkere Komponente des Schicksals ist als die üppigste Phantasie. Das dumpfe Gefühl von Memel bis zu den Karpathen an den d e u t s ch e n L e b e n s- raum zu grenzen, übertönt die Presse mit den großspurigen Zahlen von der Überlegenheit der englifch-sranzösischen Armee über jene ber Achse, mit schaurigen Schilderungen von Hunger m Deutschland und mit Prophezeiungen über den baldigen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft — wegen Mangels an Arbeitskräften. Die Oreuel- märchenindustrie in Polen ist.heute der weitaus Deckung. Noch einmal deckt sie das konzentrische Feuer aller Abwehrwaffen zu, dann ist von dem roten Angriff nichts mehr übrig. Leer liegt wieder das Gelände, übersät mit Granattrichtern, aber fest in der Hand der Verteidigung. Schon eine halbe Stunde später ist der Führer wieder auf der Fahrt. Nun gilt die Inspektion der Pfälzer Südgrenze. Dicht wie die Bäume des Waldes stehen hier die Werke nebeneinander, oftmals noch nicht zehn Meter voneinander entfernt. Werk liegt neben Werk. Und vor diesen Werken er- sirecken sich die Sperren und die Fallen, Gräben und Mauern, die jeden Panzerwageneinsatz unmöglich machen, in mächtiger Tiefenausdehnung. Schon dunkelt der Abend. Noch immer prüft der Führer und inspiziert, beugt sich über Karten und Baupläne, um dem deutschen Volk den Frieden zu erhalten. Erst die völlige Dunkelheit beendet die heutige Inspektion. Don der Bevölkerung jubelnd begrüßt, trifft der Führer schließlich i n Karlsruhe ein, das festlich zum Empfange geschmückt ist. Der Führer im Kreise von Partei und Wehrmacht. Der Führer verbrachte den Mittwochabend in Karlsruhe imKreise derReichsleiterund Gauleiter der NSDAP., die anläßlich des Abschlusses ihrer Besichtigungsreise zu den Westbe- festigungen Gäste des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch , waren. Dieser begrüßte den Führer mit einer Ansprache, in der er von der engen Verbundenheit von Par- tei undWehrmacht sprach, die diese Fahrt der Parteiführerschaft zum Westwall zu einem besonderen inneren Erlebnis habe werden lassen. Die beiden tragenden Säulen des Reiches, Partei und Wehrmacht, seien ausgerichtet nachdem gemeinsamen Vorbild, das soldatisches und politisches Führertum in höchster Vollendung in sich vereine. Der Generaloberst schloß mit dem Ausdruck des gemeinsamen Gelöbnisses, für olle Zukunft in u n e r s ch ü t t e r l i ch e r D e r b u n - denheit hinter dem Führer zu stehen. Im Verlauf des Abends ergriff dann der Führer das Wort zu Ausführungen, in denen er einleitend die Bedeutung des gewaltigen Schutzwalles im Westen umriß. Nach einem Ueberblick über die politische Lage gab er in eindrucksvollen Worten s-einerZuoersicht undseinem Glauben an die Unüberwindlichkeit des Reich es Ausdruck. Wie er, so seien Volk. Partei und Wehrmacht von diesem Gla'uben erfüllt. Der Führer schloß mit einem Sieg- Heil auf die Zukunft des deutschen Volkes, in das die versammelte Führerschaft von Partei und Wehrmacht begeistert einstimmte. Zwischen Schwarzwald und Rhein Der Führer und Oberste Befehlshaber inspizierte am Himmelfahrtstage die Verteidigungsanlagen i m Raume zwischen Karlsruhe und Kehl. Bereits die ersten Morgenstunden bringen uns an den Rhein heran. Mächtig rauscht der gewaltige Strom dahin, eingerahmt von den weiten grünen Wiesen und den zahllosen Gehölz- und Gebüschgruppen, den vielfältig verschlugenen Altwasser- und Sumpfgebieten, die den Rheinauen links und rechts des Stromes ein charakteristisches Gesicht verleihen. Die erste deutsche Befestigungslinie verläuft u n m i t t e Pb a r a m Stromufer. Schwere und schwerste Werke wechseln in kürzesten Abständen miteinander auf der ganzen Länge des Stromufers ab. Allein schon zahlenmäßig übertreffen die deutschen Befestigungsanlagen dieser vordersten Linie die gegenüberliegenden französischen um ein Vielfaches. Ein einziger Blick beweist diese Tatsache. Zwischen den deutschen Panzeranlagen ziehen sich außerdem Sperren besonders hin. Hinter dem Panzerwerk staffeln sich in großer Tiefe weiter« vier hervorragend ausgebaute Abwehrlinien, die an Mächtigkeit und geschickter Benutzung und Steigerung der natürlichen Hindernisse den großen Sperr- l'mien, die wir an den voraufgegangenen Besichtigungstagen kennenlernten, nichts nachgeben. Gegen Mittag schwenkt die Fahrtroute vom Rhein ostwärts sich in den Schwarzwald hinein. Hier liegen außer den großen Riegelstellungen der Panzerwerke und Gefechtsstände die Batteriestellungen, die Geschütze schwerer und schwerster Kaliber verbergen. Die Fahrt führt von einer Artilleriestellung zur anderen. Immer schwerer werden die Geschütze, bis schließlich Geschütze größten Kalibers einen besonderen Höhepunkt bilden. Mehrfach holten in den einzelnen Werken sowohl der Kommandierende General der Grenztruppe, General der Infanterie Waeger, als auch der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General der Infanterie von W i tz l e b e n , dem Führer eingehend Vortrag. Dann geht die Fahrt wieder dem Rheine zu. Kehl ist das Ziel, die Stadt, die Straßburg gegenüberliegt. Die Plattform des das Stadtbild beherrschenden Werkturmes einer Zellftoffabrik ist ein willkommener Platz, um von ihrer Höhe aus einen umfassenden Ueberblick über die deutschen Der- teidigungsanlagen in diesem Sektor zu gewinnen. Lange verweilt der Führer auf diesem Turm und betrachtet aufmerksam das Gelände, während die tosenden Heilrufe der Kehler Bevölkerung selbst bis in diese Höhe des Turmes hinaufschallen, wo der Führer steht, ein aufmerksamer Wächter über die Zukunft der deutschen Lande am Rhein, über die Sicherheit des großdeutschen Reiches. Madrid zur Siegesfeier gerüstet. Madrid, 18. Mai. (Europapreß.). Seit Mittwoch ist Madrid in ein Meer von Flaggen getaucht. Die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt Spaniens schickt sich an, mit ungeheurer Begeisterung den Einzug der siegreichen Truppen des Generals Franco bei der am Freitag erfolgenden großen Siegesparade zu feiern. Aus allen Schaufenstern grüßen Bilder des Caudillo und des von den Rotspaniern ermordeten Gründers der Fa- lanae, Ios6 Antonio Primo de Rivera. Hundert- tausende sind aus allen Teilen Spaniens in Madrid zusammengeströmt, um der Siegesparade beiwohnen zu können. Man schätzt die Zahl der bis Himmelfahrt in die Hauptstadt gekommenen Menschen auf 500 000; sie wird sich ,edoch am Freitag noch dadurch wesentlich erhöhen, daß dann auch die Bewohner der weiteren Umgebung der Hauptstadt in Madrid eingetroffen fein werden. Die Presse aller Länder ist vertreten. Ferner nehmen alle fremden Diplomaten teil. An der Parade sind unter Führung von Generalen, deren Namen nach 32 Kriegsmonaten aller Welt bekannt geworden sind, Abordnungen aller Armeekorps in einer Stärke von über 200 000 Mann beteiligt. Einen besonderen Ehrenplatz werden die deutschen und italienischen Freiwiligen einnehmen. Die Parade wird angeführt vom Oberbefehlshaber der Zentralarmee, General S a l i - q u e t. Die historische Bedeutung dieser Heerschau geht aus der Teilnahme aller Traditionsfahnen der spanischen Geschichte hervor, unter denen Spaniens Unabhängigkeit geschmiedet wurde. So wird man die historische Fahne des Cid, die Fahne von Lepanto mit den Wappen des Columbus, sowie die Fahnen der einstigen spanischen Kolonien sehen. Unter den Fahnen aus dem letzten Kriege werden die Fahne des Alkazars von Toledo, sowie die Fahne der Belagerten von Oviedo getragen werden. Der spanische Innenminister hat den 19. Mai zum „Tag des Sieges" erklärt. Er wird in allen spanischen Städten und Dörfern festlich begangen. Am Vortage sollen religiöse Feiern veranstaltet werden. Am „Tage des Sieges" selbst wird in allen spanischen Garnisonen die Proklamation, die General Franco vor Beginn des Kampfes in Spanien an das Volk gerichtet hatte, und der letzte Heeresbericht mit der Meldung des endgültigen Sieges ücrlefen werden. Der Gauleiter zumTag des Deutschen Handwerks Männer und Frauen des deutschen Handwerks In einer Zeit von gewaltiger geschichtlicher Bedeutung für unser Volk versammeln sich in der alten Reichs- und Handwerkerstadt Frankfurt a. M. erstmals im Rahmen des Großdeutschen Reiches die Vertreter des deutschen Handwerks. Ihnen gilt mein Gruß. Mit besonderer Freude begrüße ich die ins Reich zurückgekehrten deutschen Brüder aus dem Sudetenland, aus Böhmen und Mähren und aus dem Memelland. Unser deutsches Volk hat seit dem letzten Reichshandwerkertag eine große Bewährungsprobe durchlebt und sie in stärkstem Einsatz durch Deutschlands Wehr- und Wirtschaftsfreiheit b e ft a n b e n. Auch das deutsche Handwerk hat an dem großen Geschehen tätig mit- gearbeitet. Mit feinen Leistungen bei der Errichtung des Westwalles, beim Ausbau einer einsatzbereiten Organisation in der wieder zum Reich zurückgekehrten Ostmark und im Sudetenland hat es seine Leistungskraft, seinen Wert und Nutzen fü-r Volk und Reich unter eindeutigen Beweis gestellt. Die (Erneuerung des Handwerks ist Wirklichkeit geworden. Sie ist das Werk der natio- nalsozialistischen Idee, das Werk des Führers. Nur unter nationalsozialistischer Führung gemäß den Grundsätzen von Arbeit und Ehre und durch Leistungssteigerung auf allen Gebieten konnte das Handwerk wieder ein wichtiges und wertvolles Glied der deutschen Wirtschaft werden. Leistungssteigerung: das muß auch immer weiter das bestimmende Ziel des Handwerks sein. Alle Kräfte müssen für die ständige Verwirklichung dieser nationalsozialistischen Grundforderung eingesetzt werden. Im Gau Hessen-Nassau war das Handwerk an den großen Aufgaben unserer Zeit beteiligt. Viele Betriebe haben als Einzelunternehmer oder als Arbeitsgemeinschaften mit anderen Betrieben mit ihrer Gefolgschaft im Westen gearbeitet. Landeslieferungsgenossenschaften und Bauträgergesellschaften haben weiterhin als Instrumente zur Bewältigung von Groß-Aufträgen sich bewährt. Um die Leistung jedes einzelnen Handwerkers zu steigern, wird in unserer Gauhauptstadt demnächst die Landes- Gewerbeförderungsanstalt des rheiP- mainischen und kurhessischen Handwerks erstehen, tn der die Handwerker fachliche Förderung und Schulung erhalten werden, und die mit dazu beitragen wird, der handwerklichen Wertarbeit ihren Anteil an der deutschen Produktion zu sichern und zu erweitern. Die geschlossene Betriebseinheit der im Handwerk Schaffenden ist weiter vertieft worden durch die Betreuungsarbeit der handwerklichen Dienststellen in der DAF. Im Rahmen der deutschen Schicksalsgemeinschaft werden auch in unserem Gebiet soziale Selb st Hilfegemeinschaften des Handwerks ins Leben treten. Sie geben die Gewähr, daß der Handwerksbetrieb in gemeinschaftlicher Arbeit die Lage seiner Berufsangehörigen in jeder Hinsicht fördern und verbessern kann. Die leben» die Einheit von Meister, Gesell und Lehrling, getragen und geführt von der völkischen Schicksalsgemeinschaft wird das deutsche Handwerk befähigen, auch die kulturellen Aufgaben, die immer fein Wesen bestimmten, zu erfüllen, denn ohne Leistung gibt es keine Kultur. So wird der Reichshandwerkertag 1939 die neuen Aufgaben und das ständige Ziel des Handwerks Herausstellen, ein wichtiges Glied im Kampfe des deutschen Volkes und seiner Wehr- und Wirtschaftsfreiheit zu fein, zugleich aber auch ein wertvoller Träger deutscher Kultur im Rahmen der Volksgemeinschaft. Gez.: Sprenger, Gauleiter und Reichsstatthalter. Oie Leistung der Reichsbahn. Erfolge und Pläne im Spiegel Der Geschäftsbericht der Deutschen Reichsbahn für 1938 enthält wieder interessante Einzelheiten. Das Jahr war insofern auch für die Reichsbahn von geschichtlicher Bedeutung, als ihr die Angliederung der Ostmark und des Sudstenlandes große Aufgaben übertrug, nicht nur durch den Transport der Truppen, sondern auch durch die Eingliederung neuer Strecken, wodurch sich technisch erhebliche Leistungen ergaben, die noch längst nicht abgeschlossen sind. Das Streckennetz hat durch die Gebietserweiterung und durch den Ankauf einiger Privatbahnen um 17,4 v. H. auf über 64 000 Kilometer sich erweitert. Auch wirtschaftlich gesehen war 1938 ein Jahr der Erfolge. Der Personenverkehr stieg um rund 12 v. H., der Güterverkehr um 10,1 v. H. Der Personalbestand der Bahn stieg um 10,4 v. H. 75 000 Eisenbahner hat die Ostmark der Reichsbahn zugeführt, 32 000 das Sudetenland. Ende 1938 waren insgesamt 922 000 Volksgenossen bei ihr beschäftigt, davon 38,8 v. H. als Beamte. Die Personalausgaben betrugen rund 3091 Millionen, sie bilden den größten Posten der Abrechnung. Die Frage, was dieser Großbetrieb „verdient" hat, ist nicht leicht zu beantworten. Die Betriebsrechnung weist für das Altreich und das Sudeten- des Geschäftsberichts für 1938. land einen Ueberschuß von 310 Millionen auf, für die Ostmark einen Fehlbetrag von 58 Millionen, durch die Angleichung der Tarife an die niedrigeren des Altreiches sowie die Heraufsetzung der Löhne und Gehälter auf Reichsstand. Dazu aber kommt die Beförderungssteuer, die die Reichsbahn an das Reich abliefert mit rd. 286 Millionen RM., ferner die Abgabe an die allgemeine Reichskasse mit 120 Mill. RM. Außerdem zwingt der Umbau der großen Bahnhöfe in Berlin und München zu einem beschleunigten Tempo in der Abschreibung der alten Anlagen, was wiederum in den Abschlußziffern zur Auswirkung gelangt. Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann man sagen, daß der Gewinn der Reichsbahn zwischen 800 bis 900 Mill. RM. liegen wird. Ein Ergebnis, wie es in der Welt einzigartig dastehen wird. Dabei wird aber immer der Grundgedanke beachtet, daß die Bahn fein Erwerbsunter- nehmen ist, sondern in erster Linie der Allgemeinheit dient. Mancher mag die Frage aufwerfen, tvas die Reichsbahn im Durchschnitt von den Reisenden für den Kilometer Bahnfahrt einnimmt. Es find das 2,37 Pfennig, obwohl der niedrigste Fahrpreis 4 Pf. pro Kilometer beträgt und die 1. und 2. Klaffe darüber hinaus bezahlt wird. Dieser Abstand zwischen Fahrpreis und durchschnittlicher Einnahme entsteht durch die vielen Verbilligungen, die in steigendem Maße durch Ausnahmetarife eingetreten sind. Der Arbeiter- und Vorortverkehr, die Ferienkarten, die Urlauberkarten und andere soziale Vergünstigungen drücken auf die Einnahmen, daß nicht einmal der niedrigste Preis der 3. Klasse als Durchschnitt erreicht wird. Aehnlich ist es beim Güterverkehr, rund 70,6 v. H. aller beförderten Güter wurden zu verbilligten Ausnahmetarifen gefahren, im Personenverkehr wurden 72,7 v. H. aller Reisenden zu ermäßigten Tarifen befördert. Abgesehen von dem Zuwachs aus der Ostmark hat sich der Bestand an Fahrzeugen nur wenig erhöht, der Fahrzeugpark bedarf also einer Erneuerung. Während nun seit 1935 die Kapitalinvestitionen und die Schuldentilgung der Reichsbahn aus eigener Kraft erfolgen konnte, ist dies jetzt in Anbetracht der neuen Aufgaben nicht mehr möglich. Zur Finanzierung der Neubaurechnungen muß sich also die Deutsche Reichsbahn an den Kapitalmarkt wenden, nachdem dessen Sperrung aufgehört hat. Es dürfte im Laufe des Sommers mit einem zusätzlichen Kapitalbedarf der Reichsbahn in Höhe von mindestens 500 Millionen Mark zu rechnen fein. Es werden für rund 635 Millionen Mark Fahrzeuge aller Art im Jahre 1939 gebaut werden, darunter 1094 Dampflokomotiven, 44 elektrische Lokomotiven, rund 700 Triebwagen, 1121 Personenwagen, rund 11 500 Güterwagen und 8000 Kraftfahrzeuge. Auch an diesem Programm kann man ermessen, was die Reichsbahn in der zweiten Hälfte 1938, ohne daß ihr diese erst im Jahre 1939 zur Ablieferung kommenden Fahrzeugbestände zur Verfügung standen, geleistet hat. Die dabei auch von der Ge- folgschaft vollbrachte Leistung wird in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn ein Ruhmesblatt darstellen, ein Zeugnis für die Disziplin und Einsatzbereitschaft einer Riefengemeinschaft von 922 200 Männern und Frauen, von denen jeder wußte, was von seiner Einsatzbereitschaft obhing. Das englische Königspaar in Kanada. London, 19. Mai (Europapreß). Das englische Königspaar hat am Mittwochmorgen in Quebec kanadischen Boden betreten und damit, wie die englische Presse schreibt, „einen historischen Schritt" getan. Zum Empfang hatten sich sämtliche Mitglieder der kanadischen Regierung eingefunden. Ministerpräsident Makenzie King begrüßte den König und die Königin. Anschließend schritt das Königspaar eine Ehrenfront ab und begab sich dann im offenen Kraftwagen ins Parlamentsge. bäube. In Chateau Frontenac veranstaltete die kanadische Regierung zu Ehren des Königspaares dann ein Essen, bei dem König Georg eine erste Ansprache hielt, die von sämttichen kanadischen und amerikanischen Sendern verbreitet wurde. Der König dankte» für die Begrüßung und bezeichnete es als «in historisches Ereignis, daß zum ersten Mal« in der britischen Geschichte ein englischer König den Atlantik überquert habe. Die Reise sei gleichzeitig der erste Besuch, den ein englischer Souverän einem überseeischen Dominion abgestattet habe. Anschließend sprach im Namen des Parlaments in französischer Sprache der Vertreter der Regierungs- Partei, Senator Dandurand, worauf König Georg in französischer Sprache dankte und die enge Verbundenheit zwischen Kanada und dem Mutterland feierte. Bei den Empfangsfeierlichkeiten in Montreal waren auch eine Anzahl Rothäute mit ihren Häupt- lingen vertreten, die in ihre „Kriegsrufe" ausbrachen. Allein diese Indianer sind in chrem Zivilberuf Arbeiter der Montrealer Stahlwerke. Sie hatten wohl zum ersten Male in ihrem Leben die blauen Kittel abgelegt und sich mit Kriegsfarben bemalt, die Gewänder ihrer Vorväter angezogen und sich Adlerfedern in die Haare gesteckt. Das englische Königspaar befindet sich auf dem Wege nach Ottawa. Deutschland fordert mit seinen Kolonien deutsches Eigentum zurück. Witter von Epp auf der Gchlußkundgebung des Reichskolonialbundes in Wien. W i e n t 18. Mai (DNB.) Mit einer Kundgebung auf dem Helden platz erreichte die Tagung des Reichskolonialbundes ihren Abschluß. Die Feier begann mit dem Einzug der Fahnen und Standarten. Die Ehrenzeichen des Reichskolonialbundes tragen schwarzen Trauerflor, bis die Kolonien wieder zum Reiche zurückgekehrt sind. Der Bundesführer Reichsleiter General Ritter von Epp ging in seiner Ansprache davon aus, daß der Führer in unermüdlicher Arbeit das Schanddiktat von Versailles Zug um Zug außer Kraft gesetzt und damit die Grundlagen für einen Frieden der Gerechtigkeit in Mitteleuropa aeschaffen habe. Aber die Schaffung Großdeutschlands schwächt den seit langem bestehenden Anspruch des deutschen Volkes nach Besitz eines Eigentums in Ueberfee keineswegs ab, sondern sie macht ihn erst recht dringlich. Diese besondere Dringlichkeit ergibt sich daraus, daß die dem Reich nun wieder angegliederten Teile genau so dicht, zum Teil noch dichter, besiedelt sind, als der Durchschnitt Deutschlands, und daß die Menschen durch Fleiß und Tüchtigkeit auch in diesen Teilen ihren Raum bis zum Letzten ausgenutzt haben. Das geschlossen beieinander lebende W-Millionen-Dolk der Deutschen verlangt nach Völkerrecht und Naturrecht den ihm zustehenden Anteil an den R e f e r d e r ä u m e n der Welt. Auf diese Teilhaberschaft, auf seine Mitarbeit und auf die ihm zustehende Nutzung will und kann es niemals verzichten. Der Anspruch ist lebensnotwendig für das deutsche Volk. Das Großdeutsche Reich und sein Führer wollen und erstreben eine Wiederherstellung Deutschlands und eine Konsolidierung der Welt auf Grundlage der Lebensnotwendigkeiten der Volker. Darauf ist die Politik des Führers gerichtet. Daraus ergibt sich fein Kampf um die Beseitigung des Unfriedens von Versailles, daraus seine Forderung der Rückgabe des uns dort geraubten überseeischen Lebensraumes. Hinter dieser Forderung steht Großdeutschland. Durch den Führer spricht ein politisch und weltanschaulich geeintes Volk von 80 Millionen Men- s ch e n, ein Volk, das durch Leistung und Können zu den ersten Kulturvölkern der Welt zählt, ein Volk auch, das durch Bündnis und Freundschaft verbunden ist mit dem ihm benachbarten, im faschistischen Sinne geeinten italienischen Volke, das darüber hinaus mit all den Völkern freundschaftliche Beziehungen pflegt, die die gleichen politischen und weltanschaulichen Ziele zur Grundlage ihres Handels gemacht haben und noch machen. Dieses deutsche Volk ist darauf angewiesen, und zwar lebensnotwendig, zu dem, was es aus eigenem schafft, Güter aus anderen Räumen zum Unterhalt heran- zubringen. Seine in Ueberfee gelegenen Räume können den Bedarf weitgehend befriedigen, die Lage Deutschlands wesentlich erleichtern. Deutschland zählt heute seine Kolonien zu seinem Eigentum. Sie sind friedlich und nach geltendem Recht einwandfrei erworben, durch deutschen Fleiß und deutsches Kapital entwickelt und ausgebaut. Darüber hinaus wurden sie durch den Heldenkampf deutscher Soldaten und ihrer eingeborenen Helfer und Freunde zu deutschem Boden. Unser überseeisches Eigentum ist reich an allen Gaben der Natur. Wir wissen, daß «s unter unserer Herrschaft einmal weiter entwickelt werden wird, wie wir auch wissen, daß es uns nur vorenthalten wird, um uns zu schwächen, um unseren Zustand der Abhängigkeit zu erhalten. Dem Kampf um den lebensnotwendigen Besitz entspringt die deutsche Kolonialforderung. Der Führer hat sie zu' wiederholten Malen, mit ganz besonderem Nachdruck aber in seiner letzten Red« vom 28. April gestellt. Sie ist eine Forderung an die Räuber unseres überseeischen Lebensraumes zur Herstellung der Gesetze eindeutig verletzten Völkerrechts, zur Aufhebung einer niederträchtigen Ehrverletzung des deutschen Volkes. Diejenigen, die fein Eigentum im Besitz haben, haben es hinzuqenom- men zu an sich schon gewaltigen Uebersee-Reichen und halten es in Händen mit der schlechten Legitimation „V e r s a i l l e s". Sie bilden eine Gruppe non Mächten, die sich als Herren der Räume ohne Volk der Wiederherstellung eines natürlichen Gleichgewichts durch eine Befriedigung der Existenzbedingungen widersetzen und so dem Zustandekommen friedlicher Verhältnisse. Sie glauben, dem natürlichen Beoölkerungsdr.uck durch Einkreisung begegnen zu können. So steht es um Forderung und Verweigerung. So ist die Lage. Die Kolonialforderung und Kolo- nialpolitik ist ein Teil der Gesamtpolitik. Di« Gesamtpolitik ist eine Angelegenheit des Führers. Im Zuge feiner Gesamtpolitik hat er die Verfolgung unserer Kolonialforderung ausgenommen. Wir haben, so schloß Ritter von Epp, die absolute Zuversicht, daß auch diese Frage, die auf uns lastende Frage des Lebensraumes von heute und mehr noch von morgen, von den unvergleichlich geschickten Händen des Führers zu einem guten Ende gebracht wird. Auftakt zuni.Tag des deutschen Rechts^ Der „Tag des deutschen Rechts", der vom 19. bis 21. Mai 20 000 deutsche Rechtswahrer in Leipzig vereint, erhielt seinen Auftakt durch eine Ehrung der Ermordeten der Bewegung. Der Reichsführer des NS.-Rechtswahrer- bundes, Reichsleiter Reichsminister Dr. Frank, legt« im Ehrenhain der Bewegung auf dem Sud- friedhof^. wo 200 Mann alte Gard« angetreten waren, einen Kranz nieder. In der Alten Börfe wurde dann die Ausstellung „Film und Recht" eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Spoerl wies nach, in welch hohem Maße das Recht und feine Einflußnahme auf das Leben eines jeden einzelnen im Film zur Darstellung kommt. Mehr als di« Hälfte vller Filmstoffe rühre irgendwie an Dinge des Rechts. Abends fand im Rathaus ein Empfang statt, an dem der Reichsführer des NS.-Rechtswah- rerbundes Reichsminister Dr. Frank aus Anlaß der 10. Wiederkehr des Gründungstages des 915.» Rechtswahrerbundes von der Stadt Leipzig in Anerkennung feiner Verdienste um die 9ceugeftal« hing des deutschen Rechts zu ihrem Ehrenbürger ernannt wurde. Oer Feldherr Franco. Von Erhard Wegeli, Oberstleutnant a. D. (Schluß.) Franco war sich bei diesem weitausschauenden Plan von vornherein darüber klar, daß ein Angriff aus der schmalen Teruel-Front allein nicht zum Ziele führen, sondern, in der^Nord- und Südflanke bedroht, voraussichtlich vor Erreichen der Küste zum Stehen kommen würde. Er erkannte auch richtig, daß nur eine vorherige Offensive an einer für die Roten lebenswichtigen Front dorthin ge* nügend feindliche Kräfte ablenken würde und daß gleichzeitig die Ängriffsfront verbreitert werden und wenigstens eine Flanke des zum Meere strebenden Angriffskeiles gesichert werden müßke. Er konnte keine günstigere Angriffsfront dafür wählen als die in Aragonien nördlich des Ebro,'wobei ihm wohl schon damals als Endziel die Eroberung Kataloniens mit Barcelona vorschwebte. Mitte März brach ein wohlvorbereiteter Angriff nördlich des Ebro ostwärts Saragossa bis zu den Pyrenäen los. Er führte in etwa zwei Wochen an den Segre-Fluß beiderseits Lerida und bei Balaguer und gewann auch weiter nördlich bis zu den Südausläufern der Pyrenäen westlich Andorra Raum. Er erreichte den Zweck, sehr starke Kräfte der Roten zu binden, die dann an anderer Stelle fehlten. Demgegenüber begnügte er sich mit dem Erreichen starker leicht zu verteidigender Abschnitte und erlag nicht der Versuchung, die Offensive gegen die starken roten Kräfte schon jetzt mit dem Ziel Barcelona fortzusetzen. Dagegen sah er jetzt mit unfehlbar sicherem Blick den Augenblick gekommen, den Durchbruch zum Meere südlich des Ebro durchzufuhren. Dazu zog er alle nördlich des Ebro und an anderen Fronten verfügbar zu machenden Kräfte zwischen Teruel und dem E5ro zusammen und griff in den ersten Tagen des April an. Schon am 16. April erreichten die vordersten Stoßgruppen die Küste bei Dinaros südlich der Ebro-Mündung und in den folgenden Tagen wurde der Angriffskeil nach Süden zunächst bis Torreblanca erweitert. Das große Ziel, die Tren- nungder Roten in eine Gruppe in Katalonien und eine zweite Gruppe in Andalusien, einen Teil von Granada, Valencia, Murcia und Neu-Kastilien war erreicht. Damit war der Endsieg in bester Weise vorbereitet. Jetzt fragte es sich für Franco, wie die Operationen fortzusetzen seien. Gewiß lockte die Eroberung Kataloniens, die mit einem Schlage den Endsieg bringen konnte. Aber Franco sagte sich mit Recht, daß er hier auf eine gefestigte Front mit sehr starken Kräften stoßen würde, die von den Franzosen und Russen in den letzten Wochen mit reichlichem Material ausgestattet waren. So war hier ein ergebnisloses Abringen der Kräfte zu befürchten. Anderseits war der zur Ostküste vorgetriebene Keil nach recht schmal und konnte von Norden und Süden aus eingedrückt werden. Folgerichtig entschloß sich Franco dazu, aus der Linie Teruel— Torreblanca die Offensive in Richtung Valencia fortzusetzen und so zum mindesten die Küstenfront zu verbreitern. Fiel dabei die für die Versorgung der Hauptstadt Madrid von See aus wichtige Hafenstadt Valencia in seine Hand, so war damit ein großer politischer, moralischer und bis zu gewissem Grade auch militärischer Erfolg erreicht. Die Kämpfe in dem schwierigen, mit betonierten Befestigungen gespickten Gebirgsgelände waren schwer und brachten bis Ende Juni nur geringen Raumgewinn. Immerhin wurde die Küstenfront bis Nules, etwa 90 Kilometer von der Ebrofront entfernt, verbreitert. In dieser Lage unternahmen die Roten Ende Juni einen überraschenden Angriff mit mindestens sechs Divisionen über den Ebro zwischen der Segre- Mündung und Tortosa. Die schwache nationale Flußsicherung wurde zurückgedrängt und so konnte für die rückwärtigen Verbindungen der gegen Valencia operierenden Truppen eine sehr ernste Lage entstehen. Hier bewährte sich wieder die Entschlußfähigkeit und ruhige, klare Ueberlegung Francos. Blitzschnell warf er unter Einstellung der Offensive gegen Valencia starke Kräfte dem Angreifer entgegen. Er begnügte sich aber nicht mit der halben Maßnahme, den Gegner zum Stehen zu bringen, sondern faßte den Entschluß, ihn anzugreifen und zu vernichten. Die rote Seite, in der ungünstigen Lage mit dem Ebro im Rücken, war genötigt, immer neue Verstärkungen heranzuziehen, wollte sie nicht angesichts des tätigen Gegners, der durch andauerndes Fernfeuer und Bombenflieger immer wieder die Ebro-Uebergänae zerstörte, den schwierigen Rückzug über den Fluß antreten, £er zur Katastrophe ausarten konnte. So wurde in diesen Kämpfen, die sich zu einer fast drei Monate dauernden Materialschlacht auswuchsen, in der alle taktischen Vorteile auf Seite der Nationalen lagen, eine rote Division nach der anderen zerschlagen. Gerade diese Kämpfe führten zur Aufreibung der katalanischen Armee. ., _ , Franco hat diese Lage ebenso richtig beurteilt, wie sein Urteil in allen vorhergehenden Abschnitten des Krieges von einer bewundernswerten Klarheit war, und darauf den Endsieg aufgebaut. Nach Vertreibung der letzten roten Kräfte vom westlichen Ebro- Ufer gruppierte er so schnell wie möglich alle irgend verfügbaren Kräfte zum entscheidenden Angriff a u f K a t a l o n i e n um. Trotz rauher Bitterung brach er in den Weihnachtstagen mit drei starken Armeen zum Angriff über den Segre-Fluß und nördlich davon bis zu den Pyrenäen vor. Mustergültig waren seine Anordnungen zum Zusammenwirken der verschiedenen Angriffsgruppen im bewährten Zangenangriff unter Aussparung der schwierigsten Stellen, die dann durch Umfassung f e len. Die Offensive traf, wie Franco richtig voraus« gesehen hatte, einen durch die vorhergehenden Kämpfe am Ebro zermürbten @egner und führte seine siegreichen Truppen in überraschend kurzer Zeit nach Barcelona. Damit war jeder Widerstand m Katalonien gebrochen. Völlig erschüttert sich di? Reste der Roten über die französische Grenz-, dicht gefolgt oon den Nationalen, bi em wenigen Wochen ganz Katalonien in ihre Hand br^annco war Überzeugt, daß die in Madrid und den Prooinzen Neu-Kastilien, Va encia Murcia Andalusien und Granada noch stehenden roten Truppen durch seinen Sieg in Katalonien moralisch so erschüttert sein würden, daß es nur eines kurz aber trä tiqen Zupackens bedürfen wurde, um auch die Hauptstadt und die restlichen Hand zu bekommen. Aber er^wollte auch für d-ft letzten Operationen so star k wi e mo$ $ 1 und jeden Mißerfolg vermeiden melleicht di gesunkene Moral der Roten hatte beleben können. Daher zog er gewaltige Kräfte nordostwärts und südwestlich Toledo zusammen, umdurch Zan genangriff unter Schonung der Hauptstadt d f- 3 Fall zu bringen. Alle Versuche der roten Rumpf- Englands neuer palästina-plan. Li. London, 18. Mai. Die englische Regierung veröffentlichte am Mittwochabend in Form eines Weißbuches eine Erklärung über ihre künftige Palästinapolitik. Als Ziel dieser Politik wird in dem Weißbuch die Errichtung eines unabhängigen palästinen- ischen Staates im Laufe von zehn Jahren angegeben. Die jüdische Einwanderung soll auf eine Gesamtziffer von 75 000 während der nächten fünf Jahre begrenzt werden. In der Frage der Landkäufe soll der Oberkommissar dH Vollmacht erhalten, nach eigenem Ermessen und nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit eine Regelung zu treffen. In dem Kapitel über die künftige Verfassung Palästinas wird festgestellt, es könne nicht der Sinn der Balfour-Erklärung gewesen sein, Palästina g e - gen den Willen feiner arabischen B e - völkerung in einen jüdischen Staat zu verwandeln. Die englische Regierung würde eine olche Umwandlung als Bruch ihrer Verpflichtungen gegenüber der arabischen Bevölkerung Palästinas betrachten. Die Regierung habe ihre Verpflichtungen aus der Balfour-Erklärung erfüllt, da seit 1922 mehr als 300 000 Juden nach Palästina eingewon- dert seien, so daß sie zur Zeit nahezu ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachten. England als Mandatar habe die Verpflichtung, die Entwicklung Palästinas zu einem unabhängigen Staat in möglichst kurzer Frist herbeizuführen. In diesem unabhängigen Staat sollten sich die Araber und Juden in der Weise in die Verantwortung teilen, daß die Interessen beider Volksgruppen gewahrt würden. Für eine solche Entwicklung sei eine Uebergangszeit erforderlich. Es fei daher das Ziel der englischen Regierung, innerhalb von zehn Jahren Palästina zu einem unabhängigen Staat zu entwickeln, zu dem England in solchen vertraglichen Beziehungen stehe, die die wirtschaftlichen und strategischen Erfordernisse beider Länder befriedigend berücksichtige. Das Ziel fei die Leitung sämtlicher Berwaltungs- zweige durch Einwohner von Palästina unter Mitwirkung englischer Ratgeber. Die Beteiligung von Arabern und Juden an der Verwaltung solle entsprechend ihrem Anteil an der Ge- famtbeöölkerung erfolgen. Zur Frage der Einwanderung stellt das Weißbuch fest, der entscheidende Maßstab hierfür müsse die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas fein. Gleichzeitig bestehe kein Zweifel daran, daß die arabische Bevölkerung eine unbeschränkte jüdische Einwanderung fürchte, und daß hierauf die Unruhen in Palästina weitgehend zurück- zuführen feien. Unter diesen Umständen würde eine Fortsetzung der Einwanderung bis zur Grenze der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit die Lage in Palästina andauernd verschlechtern und den Gegenstand ständigen Streites im Nahen und Mittleren Osten bilden. Die englische Regierung habe daher beschlossen, die Einwanderung für die nächsten fünf Jahre, beginnend mit dem April d. I., auf insgesamt 75 000 festzusetzen. Auf jedes Jahr sollten 10 000 jüdische Einwanderer entfallen, zu denen als Beitrag zur Lösung des jüdischen Flüchtlingsproblems insgesamt 25 000 hinzukommen sollen. Nach Ablauf von fünf Jahren darf eine weitere jüdische Einwanderung nur mit Zustimmung der arabischen Einwohner erfolgen. Durch diese Regelung betrachte die englische Regierung ihre Verpflichtungen aus der Balfour- Erklärung als erfüllt. Niemand befriedigt. „Das Palästina-Weißbuch bringt keine L ö - jung von Dauer. Es wird- sowohl die Araber wie. die Juden verärgern." Dies ist der Nenner, auf den im Grunde alle Leitauffätze der Presse abgestimmt sind. Der „Daily Telegraph" spricht von einer undankbaren Aufgabe und von ärgerlichen Fragen, die die englische Regierung hätte lösen müssen. Schon die Londoner Konferenz hätte keine der beiden Seiten befriedigen können. „Daily Mail" sagt: „Laßt uns zugeben, daß der Plan sowohl die Araber wie die Juden enttäuschen wird. Das größte Geschrei wird von den Juden kommen." Aber auch die Araber hätten viel weniger erhalten als ihre Unabhängigkeit. Das „News Chronicle" äußert, das eigentliche Palästinaproblem liege in der Weigerung von Arabern und Juden, in Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Die englischen Juden, so meint „Daily Expreß", sollten den Plan unterstützen. Der Friede in Palästina sei wichtig für die englische Weltmacht. „Wenn England fällt", schreibt das Blatt, „wird die jüdische Rasse in der ganzen Welt bedrückt, gejagt, verfolgt und vielleicht sogar vernichtet werden." „Daily Herold" spricht von einer Opferung der Juden durch die englische Regierung. Der Zionistenführer Chaim W a i z - mann hielt am Donnerstagabend in London eine Rede, in der er den Palästina-Plan der englischen Regierung als „einen schweren Schlag für Sie jüdischen Hoffnungen" und als den „Bruch eines vor 22 Jahren feierlich gegebenen Versprechens" bezeichnete. Waizmann warnte die englische Regierung davor, daß die neue Politik die Verwaltung von Palästina mit den Kräften des wirtschaftlichen Fortschrittes in Konflikt bringen müffe, und setzte hinzu, daß die Juden ihre Arbeit in Palästina auch ohne Unterstützung der englischen Regierung fortsetzen würden. Mas Antwort. Schwere Ausschreitungen in Tel Aviv und Jerusalem. Jerusalem, 18. Mai. (DNB.) In Tel Aviv, der Hochburg des Palästina-Judentums, kam es in der Nacht zum Donnerstag zu wüsten Ausschreitungen jüdischer Horden. 5000 Juden stürmten das Bezirksamt und setzten es in Brand. 25 Personen wurden dabei verwundet. Heber ganz Tel Aviv ist Ausgehverbot verhängt. Ueberall hört man Niederrufe auf Waizmann, dem Schlappheit vorgeworfen wird, und Hochrufe auf den radikalen Revisionisten-Anführer Jabo- tinsky. Das Bezirksamt macht einen völlig verwüsteten Eindruck: Tore und Türen sind erbrochen, die Möbel zerschlagen, ein Teil der Einrichtung wurde aus dem Fenster geworfen. Auf dem Dach wurde die britische Flagge heruntergeholt und an ihrer Stelle die Judenflagge gehißt, die inzwischen allerdings wieder entfernt wurde. Auch das Katasteramt und das Einwanderungsamt in Tel Aviv wurden beschädigt. Der Bürgermeister, der den Versuch machte, die Menge zu beruhigen, wurde mit Steinen beworfen und verletzt. — In Jerusalem stürmten die Juden die Einwande- rungsbüros der Regierung und richteten beträchtlichen Schaden an. Die Unruhen in Haifa ähneln in ihren Ausmaßen jenen von Tel Aviv und Jerusalem. Die Polizei interessiert sich besonders für die Bedeutung eines Aufrufs an alle Juden im Alter von 18 bis 35 Jahren, in dem diese von den Leitern der jüdischen Organisation aufgeforbert werden, sich „im Register" einzutragen und sich „jüdischen Behörden" zur Verfügung zu stellen, um die neue Palästina-Politik Englands zum Scheitern zu bringen. Die Ausschreitungen der Juden in Palästina haben bei der englischen Regierung einen überaus schlechten Eindruck gemacht. Es wird vermerkt, daß die blutigen Zwischenfälle der letzten 24 Stunden ohne arabische Beteiligung sich ereigneten und daß das Strebertum bisher durchweg eine außerordentlich zurückhaltende Stellung eingenommen hat. -- regierung, einen Kompromißfrieden zu schließen, wobei sie durch England und Frankreich warm unterstützt wurden, wies er zurück. Er wollte eine ganze Entscheidung, entweder bedingungslose Unterwerfung ober Vernichtung aller der Kräfte, die noch Widerstand wagten. Da der rote General Miaja und seine politischen Hintermänner nicht die Unterwerfung annahmen, sondern versuchten, durch Verhandlungen Zeit zu gewinnen, griff Franco am 25. März 1939 mit überwältigenden Kräften an. In wenigen Tagen brach er den letzten Widerstand der Roten und gewann damit fast kampflos Madrid und die noch in roter Hand befindlichen Provinzen. So war nach 2 ^jährigen Kämpfen der Endsieg errungen. Die kurze Darstellung der wesentlichsten Phasen des svanischen Bürgerkrieges sollte die Feldherrn- eigenschaften Francos ins Licht setzen. Wir haben gesehen, wie er in kühnem Entschluß den Kampf gegen die inneren Feinde seines Vaterlandes mit einer Handvoll Männer begann, wie er von Erfolg zu Erfolg geschritten ist, einzelne Rückschläge durch kräftige Gegenmaßnahmen in Siege verwandelte ynd in wohldurchdachten, ausgezeichnet vorbereiteten und geführten Operationen den Endsieg errungen hat. Ihm sind die Eigenschaften gegeben, die den Feldherrn ausmachen: Kühnheit, Derant- roortungsfreubigfeit, schnelle Entschlußfähigkeit, Festigkeit auch in schwersten Lagen, klare, kühle, unfehlbar sichere Beurteilung der jeweiligen Lage, Folgerichtigkeit in der darauf Gegründeten Durchführung der Operationen, Organisationsgabe, psychologisches Verständnis für die Seele der von ihm geführten Menschen, daher Gewinnung des unbedingten Vertrauens seiner Unterführer und Mannschaften. Daneben richtiges innen- und außenpolitisches Urteil, das ihn in keinem Augenblick des an Hindernissen und Schwierigkeiten überreichen Bürgerkrieges im Stich läßt/ Die Kriegsgeschichte der Zukunft wird ihm, davon dürfen wir überzeugt fein, den Lorbeer eines großen Feldherrn zuerkennen. Sein Vaterland schuldet ihm unendlichen Dank und wird, so hoffen wir, unter seiner Führung einer neuen Blüte entgegen gehen. Die deutschen Freiwilligen, die auf Grund eines hochherzigen Entschlusses und der richtigen Erkenntnis der Lage unser Führer dem General Franco zur Verfügung gestellt hat und die an dem Einzug der siegreichen Truppen in Madrid teilnehmen dürfen, können es sich zur Ehre anrechnen, unter der Führung eines solchen Mannes zum Siege beigetragen zu haben. Japan und die Demokratien. Truppenlandung und Flottendemonstration vor Amoy. London, 18. Mai. (Europapreß.) Englische, amerikanische und französische Kriegsschiffe haben in der Internationalen Niederlassung von Amoy, Ku- langsu, Truppen gelandet. Nach dem Abtransport japanischer Truppen befinden sich nur noch 42 Japaner in Kulangsu. Von englischer Seite wird in Aussicht gestellt, die englischen Truppen würden proportional dem Abtransport der japanischen Besatzung aus der Niederlassung zurückgezogen. Zur Zeit sollen fünfzig Kriegsschiffe in Amoy stationiert sein. Japan gegen Einmischung dritter Staaten. T o k i o , 19. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes erklärte, alle Gerüchte über Verhaftungen und Untersuchungen Angehöriger dritter Mächte, die Vie Landung eng- lisch-sranzösisch-amerikanischer Marinesoldaten notwendig gemacht habe, seien völlig unzutreffend. Der größte Teil der japanischen Marinetruppen sei bereits zurückgezogen worden. Die Zurücknahme der Truppen sei nach erfüllter Aufgabe, jedoch nicht in Zusammenhang mit den in der britischen Protestnote erhobenen Forderungen des internationalen Stadtrates von Kulangsu erfolgt. Zu der amerikanischen Note hinsichtlich der Frage der internationalen Niederlassung in Schanghai erklärte der Sprecher, daß die japanische Regierung auf ihre dem internationalen Stadtrat übermittelten Vorschläge zur Neuorganisation der Verwaltung keine Antwort von den Regierungen dritter Mächte erwartet habe. Japans Ansicht über 2frt und Ausmaß dieser Neu- Organisation könne nicht durch D r 111 e Staaten beeinflußt werden. Die Besprechungen mürbe» durch die japanischen Lokalbehorden und den internationalen Derwaltungsrat in Schanghai weitergefuhrt. ., „ „ Die gesamte japanische Presse druckt ihren stärksten Unwillen über die „vereinigte Demonstration Englands, Amerikas und Frankreichs gegen Japan" aus. Die Flottendemonstration bei Amoy richte sich nicht allein gegen die japanische Landung auf Kulangsu, sondern fei auch dazu bestimmt Japans Haltung in Verbindung mit Der internationalen Lage und der Frage der fremden Niederlassungen in Schanghai und Tientsin zu sondieren. Japan müsse entschiedene Schritte als Gegenmaßnahmen gegen diese "Demonstrationen unternehmen, denn sonst wurde Japans Politik gegenüber der Frage der internationalen Niederlassunben einfach mißachtet. „Tokio Asahi Schimbun" bezeichnet Amerikas schroffe Ablehnung der japanischen Vorstellungen auf Neuordnung des internationalen Verwaltungsrates in Schanghai als unverständlich. Hoffentlich werde die japanische Regierung ihre Bemühungen um die Neugestaltung der Lage in Schanghai unverändert fortsetzen. Die überhebliche Haltung Englands uyd der Vereinigten Staaten erfordere eine starke Stellungnahme Japans. „Kokumin Schimbun" fordert ebenfalls eine starke Haltung der Regierung gegenüber den unberechtigten Protesten. Außenminister A r i t a hatte eine Unterredung mit dem nach Amerika zurückkehrenden Botschafter Grew. Er hat ihm erklärt, daß ein bloßer Notenwechsel zwischen der japanischen und amerikanischen Regierung wenig zur Klärung der zwischen beiden Ländern schwebenden Streitfragen um China beitragen werde. Er sei vielmehr der Ueberzeugung, daß durch direkte Verhandlungen zwischen Japan und Amerika unter Ausschaltung internationaler Konferenzen zahlreiche Probleme freundschaftlich gelöst werden könnten. Voraussetzung sei, daß Amerika Japans Standpunkt im Fernen Osten anerkenne. Japans Plan des Aufbaues und der Neuordnung Dftafiens fei nicht so „engherzig und unvernünftig", um die künftige Entwicklung der amerikanischen Interessen in China zu hindern, wie auch anderseits die mögliche Entfaltung Japans in Den fernöstlichen Gebieten außerhalb Chinas nicht mit Den amerikanischen Interessen zusammenstoßen werde. Ein japanischer Nilliarden-plan für Mandschnkno. Peiping , 19. Mai (Europapreß). Ein neuer japanischer Ausbau- und Derteidigungsplan für Mandschukuo in Hohe von einer Milliarde $en wird in Meldungen aus Hsingking bekannt. Danach soll die südmandschurische Eisenbahn die Hälfte dieser Summe aufbringen, die zum Bau strategischer Bahnlinien rings an den Grenzen Ma ndschukuos verwendet werden soll. Die andere Hälfte soll der E r - richtung von Befestigungswerken dienen. In dem Plan sollen ferner 7 000 Kilometer neue Straßen und die Instandsetzung von 6000 Kilometer bestehender Straßen vorgesehen fein. Hinzukommen soll die Errichtung eines Fern» sprech- und Kabelnetzes von 40000 Kilometer Länge, ferner Die Elektrisi zierung sämtlicher Grenzortschaften, Die Erschließung von 250 000 Hektar AckerlanD für junge Wehrfi e D l e r in Den Grenzgebieten unD der Neubau von 35 Krankenhäusern. Die Ausführung Dieses Planes fei auf Drei Jähre festgesetzt worden. Kunst und Wissenschaft. hermann-LönsGesellschaft in Hannover. Auf GrunD einer Anregung Des Oberbürgermeisters ist in Hannover eine Hermann-Löns- Gesellschaft gegründet worDen. Die Gesellschaft hat Die Aufgabe, dem Werke Hermann Lons' Gelu. macnT rri cne femtweiche -Häut tung zu verschaffen, Erinnerungsstücke xm den Dichter zusammenzutragen, seine Werke in volkstümlicher Weise allen Freunden des Dichters nahezubringen und Löns-Stätten in ihre Obhut zu nehmen. Bei Der Wiederkehr des 25. Todestages des Dichters am 26. September 1939 wird eine festliche Gründungsversammlung stattfinden und erstmalig ein Hermann-Löns-Preis vergeben. 96. Versammlung Der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte. Die 96. Versammlung der Gesell schaftdeut- scher Naturforscher und Aerzte findet vom 22. bis 25. September 1940 in Frankfurt a. M. statt. Wetterbericht Während sich im Osten einströmende wärmere Luft aus Südosten bemerkbar macht, liegt unser Gebiet wieder vollkommen im Bereich der über England auf das Festland einströmenden Meeres- faltluft. Das Gegeneinander der beiden gegensätzlichen temperierten Luftmassen bedingt sehr unbeständiges Wetter und verbreitet Niederschlag. Voraussichtlich wird sich zunächst wieder mehr wechselnd bewölktes Wetter mit Schauerniederschlägen einstellen. Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit zu niedrig. Vorhersage für Samstag: Wechselhafte Bewölkung mit weiteren meist schauerartigen Nie- derschlägen, bei lebhaften Winden aus West bis Nord für die Jahreszeit zu kalt. Vorhersage für Sonntag: Zeitweilig aufheiternd, doch immer noch unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, tagsüber leichte Wärmezunahme. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Drühlsche Universitäts- Druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit Der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unD Samstags 15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis- liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Geprüfte S P O RT- ANZÜGE SPORT-SA KKOS Sacharbeit Gießen, Neustadt-Ecke Bahnhofstr DÜSSELDORF zu überaus vorteilhaften Preisen für Sie bereithalten. 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Mai 1939 20.15 Uhr, findet nichts. Burg Hof, sondern im klein. Hörsaal d.land- wirtschaftl. Instituts, Senkcn- bergstr. 17, statt. Gäste könn. ein« geführt werden. Gewinnavs-ug 1. Klasse 1. Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen ______________ I, II und III 2. Ziehungstag 17. Mai 1939 In der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen 3 Gewinne zu 50 OOO NM. 307191 3 Gewinne zu 5000 RM. 64896 3 Gewinne zu 4000 RM. 394280 9 Gewinne zu 3000 RM. 35866 243340 328683 9 Gewinne zu 2000 RM. 154098 186053 323872 33 Gewinne zu 1000 RM. 95268 142440 171828 192625 207065 232000 308534 317059 361850 380621 392642 78 Gewinne zu 500 RM. 11155 14691 24562 25587 32756 36026 40607 55641 62543 65914 66651 67920 73024 79374 169898 170815 183679 220938 251868 285440 292646 302225 311088 364247 371686 388928 318 Gewinn« zu 200 RM. 1729 10639 12161 14490 14827 23354 31442 33639 38333 42077 46713 49029 49486 54748 56123 69321 76646 84317 93627 107431 108495 109589 111639 119846 120245 121548 125977 128834 138659 138716 142517 143905 153291 154799 155728 165107 169328 169836 179772 182596 182717 188283 190147 200916 203344 203795 203980 206127 207470 208010 208079 209686 211654 213555 215190 215828 225977 228491 230195 233779 234089 236805 240169 243455 245517 256540 266794 260939 266777 269967 270627 279554 283131 284232 235239 290093 290720 291440 . 296364 297844 301070 305376 320647 325231 332763 332949 337450 337486 338375 342096 343188 349597 350352 362981 357857 367796 371989 375226 378096 381158 381646 381890 384199 387759 391854 399588 Außerdem wurden 525 Gewinne zu je 100 RM. «eb 6519 Gewinne zu je 60 RM. gezogen. In der heutigen NachmittagSziehung wurden gelegen 3 Gewinne zu 10000 RM. 65128 9 Gewinne zu 4000 RM. 17725 292269 331823 6 Gewinne zu 3000 RM. 89596 243046 15 Gewinne zu 2000 RM. 119304 171028 354253 361355 392621 27 Gewinne zu 1000 RM. 96662 110064 123392 143089 303707 309165 310831 336219 365252 69 Gewinne zu 500 RM. 8297 48259 48264 73931 83940 140657 146615 184912 198934 212434 215629 231054 266249 266539 279782 311306 322473 323481 332633 335864 344369 363981 364279 312 Gewinne zu 200 RM. 2662 9470 10107 11011 11130 18214 18447 20865 25123 25567 30288 37661 39556 41902 43930 44437 44544 44616 56647 61200 69168 76131 79996 80687 86124 86667 89718 90120 91729 102918 109973 119810 121523 124241 127226 137659 138168 145661 149754 164613 166679 156647 157229 157604 158329 169326 169829 190688 194813 198220 199619 202149 206218 209176 211252 214926 215916 220310 224833 236606 237934 238624 238700 240222 247853 250249 253069 268218 261430 263705 265390 267766 276339 280726 280979 281377 285110 291574 291899 292072 304929 309212 311736 313422 316266 322384 326025 330744 337587 344142 347348 348436 350466 350528 361750 364590 367384 372364 374696 380292 387778 388063 390586 398877 Außerdem wurden 483 Gewinne iu te 100 RM. und 6676 Gewinne zu je 60 RM. gezogen. Die Ziehung der 2. Klasse 1. Deutsche Relchslotterie findet am 16. und 17. ssuai statt. Bekanntmachung. Der Herbstmarkt (Schaumesse) findet vom 30. September bis einfchl. 8. Oktober 1939 in Gießen auf dem Oswaldsgarten statt. Auf die Ausschreibung in den Fachblättern „Komet" und „Das deutsche Wandergewerbe" wird verwiesen. Meldefrist: 17. Juni 1939. Näheres ist im Stadthaus Bergstraße 20 (Zimmer 18) zu erfahren. 3633C Gießen, ben 20. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nieolaus, Beigeordneter. Mehr Freude an der Natur durch Äermühier-Äücher! 3628 A »half. Atlas, n,. Spitze kräftig., Trikot ^ö^h.ttpter; - tu .kräftig, , 125 ®eidc- Äi?*“»-. Charmeuse" Meine Mutter nimmt für alle Wäsche immer dasrotePaket Dr.Thompsons - Sch iSSd TchnmnMlser Jetzt nur 22 T>Iq.. 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In dem englischen Waffen- und Munitions-Arse- nal Woolwich ereignete sich in der Ueberprüfungs- anstalt für schwere Geschütze eine heftige Explosion. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden sieben Kanoniere getötet. Der Unfall er- m. US Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Die mechanischen Apparate für die Erdbebenmes- Kleine politische Nachrichten für die Regelung der Aus aller Welt die dem Führer in den Eltern des Füh- noch vor Pfingsten nach Kiel zurückzukehren. In Libau erwartete eine große Volksmenge, darunter viele dort heimische Deutsche, den seltenen Besuch auf dem Reiche, das zuletzt im Jahre 1932 den Kreuzer „Königsberg" mit vier Zerstörern nach diesem lettischen Hafen entsandt hatte. Herrlich erfrischend gründlich reinigend und dabei den Zahnschmelz schonend. Stoße Tube 40 TI., kleine Tube 25 TL viel z u große G es ch windig keil des Zuges anzusehen ist. Der D-3ug fuhr durch den Bahnhof und über die zahlreichen in das Gebiet des Gülerbahnhofs führenden Weichen mit einer Stun- dengeschwindigkeil von 80 bis 90 Kilometer. Das ist eine Geschwindigkeit, mit der kein großer Bahn- Hof, geschweige denn der sehr stark mit Weichen und Gleiskreuzungen versehene hauptbahphof in Danzig durchfahren werden kann. Augenzeugen bemerkten, wie die Waschine in wilden Stößen über die Gleise sprang, ins Schwanken geriet und schließlich entgleiste. Line Erklärung dafür, warum der Zug mit so großer Geschwindigkeit über Weichen und Kreuzungen hinwegjagte, läßt sich noch nicht geben. Es sind dem Zuge an sich 20 Kilometer Stunden- geschwindigkeit für diese Durchfahrt vorgeschrieben! Durch den Unfall sind sämtliche Gleise nach ! Lü'dveutschland, und durch ähnliche Institute drau- s.en in der Welt unterstützt, mit denen wir ständig unsere Messungen und andere Aufzeichnungen aus- ckuschen. Unsere 6röbebentarten erfassen alle Geriete, in denen überhaupt einmal Erdbeben aufgebeten sind. Nicht einmal in den betreffenden Ländlern selbst gibt es Karten, 'die sich mit den unseren Hessen können." Bei einem Rundgang durch das Gebäude der ?ueichsanstalt lernen wir zuerst das sorgsam • - tütete Kleinod, den Seismometerraum, irnnen. Vier Seismometer (Erdbebenmesser) glitzern b ihren Glasschränken. Alle sind verschieden kon- fruiert. Da sehen wir einen Seismometer, der be- Inders empfindlich für Nahbeben ist. In einem ! mderen Schrank steht ein Seismometer, der beson- A ters gut auf langsame Bodenbewegungen reagiert. Ä ls'in Seismometer besteht aus einem schweren frei- H schwingenden Pendel, das durch die ankommenden D-3ug Warschau—Gdingen in Danzig entgleist. Auf dem Gelände des Danziger Haupt- b a h n h o f s , dicht neben der Straßenüberführung am Olivaer Tor, entgleiste am Donnerstag- morgen der D-Zug Warschau — Gdingen, der den Danziger Bahnhof ohne zu halten etwa um 7 Uhr früh durchfährt. Die Entgleisung erfolgte bei sehr hoher Geschwindigkeit. Die Lokomotive drehte sich fast 180 Grad um ihre Achse. Die nach- folgenden wagen stürzten um und schoben sich in- und übereinander. Trohdem wurden lediglich der Lokomotivführer und der Heizer des Zuges schwer verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, daß als Ursache des Unglücks mit Sicherheit die er nach Italien und arbeitete in Rom in der Werkstatt des Alemannen Alexander Trippel, ferner in den Museen des Kapitols und des Vatikans, hier lernte er die einfache Schönheit der Antike kennen in ihrem ursprünglichen Sinn, den er — das ist charakteristisch für sein Schaffen — mit naturwah- rer Wiedergabe zu verbinden wußte. Im Jahre 1788 gewann er für seine Plastik „Befreiung der Andromeda" einen Preis und erhielt daraufhin den Auftrag zu einem Entwurf für ein Denkmal Friedrichs des Großen. Der Entwurf wurde angekauft und gefiel so, daß man den Vierundzwanzigjährigen als Hofbildhauer nach Berlin berief. Seine erste Berliner Arbeit war das Grabmal für den mit neun Jahren gestorbenen Grafen von der Mark. Dann modellierte er die schöne Gruppe der damaligen Kronprinzessin Luise von Preußen und ihrer Schwester Friederike, die, eigentlich für Porzellan gedacht, bann doch in Marmor ausgeführt wurde. Zwischendurch unternahm er Reifen nach Kopenhagen, Stockholm und Petersburg, um Studien über die Technik des Bronzegusses zu machen. In den Jahren 1789—1794 schuf er fein bekanntestes Werk, die Quadriga auf dem Branden- burger Tor-, der in Kupfer getriebenen Siegesgöttin mit dem Viergespann blieb ja bekanntlich eine besondere Rolle in der preußisch-deutschen Geschichte vorbehalten. Voller Leben sind die vielen Bildnis- statuen und Büsten Schadows; er war der erste, der viele bedeutende Zeitgenossen naturgetreu im Kostüm ihrer Zeit barstellte; zu nennen wären Fried- r i ch der Große für Stettin, Leopold von Dessau und Zielen für Berlin, ein Kant- Denkmal und ein Luther-Monument für Wittenberg. Eine Ausnahme bildet die Blücher-Statue für Rostock: hier stellte er den alten Haudegen im antiken Gewände des Herkules mit der Löwenhaut dar, und zwar auf den Wunsch Goethes, der den Spruch zu diesem Denkmal geschrieben hatte. — In späteren Jahren widmete sich Schadow ausschließlich der Lehrtätigkeit und der Abfassung von Schriften; seine Erinnerungen gab er unter dem Titel „Kunstwerke und Kunstansichten" heraus. Unter seinen Zeichnungen sind viele, um die ihn ein Me n - z e l beneidet hat. Er starb in Berlin, hochgeehrt, hn Jahre 1850, als Direktor der Akademie der Künste. Hans Sturm. enn die Erde bebt... Ein Besuch in der Reichsanstalt für Erdbebenforschung. Don unserem W.-K.-Mitarbeiter. Erdbebenwellen — für menschliche Augen allerdings unsichtbar — in Bewegung gesetzt wird, und das diese Bewegung durch einen Hebelmechanismus mit mehrhundert- oder mehrtausendfacher Vergrößerung auf einen Papierstreifen überträgt. Dieser Streifen rollt auf einem Zylinder gleichmäßig und ununterbrochen in der Minute 60 Millimeter vorwärts, so daß je ein Millimeter auf dem Papier einer Zeit- fefunbe entspricht. Mit einer Normaluhr wird zu jeder Minute ein Zeitzeichen gegeben, das sich auf das Papier überträgt. So ist es möglich, auf die Zehntelsekunde genau festzustellen, wann die Wellen eines Erdbebens Jena erreicht haben. Die Erd- bebenforscher können auch feststellen, aus w e l - Hochschulnachrichten. Professor Dr.-Jng. Otto F u ch s, seit 1935 Ordinarius für chemische Technologie an der Technischen Hochschule D a r m st o d t, ist aus feinen Antrag entlassen worden. Kranz des NS.-Reichskriegerbundes nieder in Gegenwart von in Leonding ansässigen Kameraden des NS.-Reichskriegerbundes, seiner frühesten Kindheit und rers nahegestanden haben. Der Generalbevollmächtigte Illen Deutschlands Erdbeben nicht gerade selten t). Erst im Jahre 1935 hat in Obevschwaben ein >ßes Erdbeben schwere Schäden angerichtet." » deutsche Erdbebenzone umfaßt das ganze Nie- rheingebiet von Aachen bis zum Ruhrgebiet (der uptbrennpunkt liegt am Nordrand des hohen nn), die Gegend zwischen Köln und Bonn, das amte Oberrheingebiet zwischen Mainz und Basel» i 14. Jahrhundert forderte in Basel ein Beben nberte von Toten), die Schwäbische Alb, bann iefonbers bas Vogtland, den Südabfall des Erzgebirges, das Alpenvorland der Ostmark und schlietz- : Ich die Alpenlängstäler bis ins Donaubecken hin- tin. Don den zwei großen Erdbebenzonen, die den Erdball überziehen, geht die eine durch die Mittel- ! neere (Mittelmeer, Persien, Südindien, Nieder- j lindisch-Jndien, Neuguinea, australische Inselwelt, । quer durch den Pazifischen'-Ozean, Mittelamerika), »ährend die andere den Großen Ozean umrandet. Am Mittwoch sind die Flotten st reitkräfte nach Beendigung der Auslandsausbildungsreise, die sie in die spanischen Gewässer führte, wieder in ihre Heimathäfen zurück gekehrt. ♦ Der Erste Seelord und Chef des britischen Marinestabes, Admiral Sir Roger Bakhouse, ist aus gesundheitlichen Gründen von feinem Posten zurückgetreten. Zu feinem Nachfolger wurde Admiral Sir Dudley P o u n d ernannt, bisher Oberkommandierender der britischen Mittelmeerflotte. Vizeadmiral Cunnin.gham wurde Nachfolger Pounds, Admiral Phillips an Stelle Cunninghams stellvertretender Chef des Marineftabes. * Die „Liberte, das Blatt Doriots und der französischen Volkspartei, kündigt an, daß sie ihr Erscheinen aus finanziellen Gründen einstellt. In einem offenen Brief an die Leserschaft läßt die herausgebende Gesellschaft durchblicken, daß „einflußreiche Gegner" der Zeitung in letzter Zeit alle Einkünfte mit Beschlag belegt hätten. sung, so genau und so wertvoll sie sind, haben doch einen Nachteil: sie sind zu unhandlich, um transportiert werden zu können. Deshalb wurde jetzt auch eine optische Registrierung erfunden, die mit Filmen und Spiegeln arbeitet und den Vorteil hat, daß die Apparate klein, leicht und gut zu transportieren sind. Alle in der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena verwendeten Meßgeräte werden in einer eigenen mechanischen Werkstätte hergestellt. Zu Versuchszwecken werben (5rbbeben hervvrgerufen. Diese Modellversuche auf dem Schütteltisch (denn bas sind Jenas künstliche Erdbeben) hoben über das wissenschaftliche Interesse hinaus volkswirtschaftlichen Wert. Sie geben wertvolle Aufschlüsse über die für Erdbebengebiete günstigste Bauweise von Häusern, Fabriken usw. Oft holen sich deutsche Firmen, die Bauaufträge in Erdbebenländern erhalten, vorher bei der Jenaer Reichsanstalt Rat. Auch eine Art künstlicher Erdbeben wird von den Wissenschaftlern des Jenaer Instituts Die Rede des Reichsminister Dr. Goebbels auf der kulturpolitischen Tagung anläßlich der Reichsmusikfesttage in Düsseldorf am 21. Mai 1939, um 16 Uhr, wird von allen deutschen Sendern mit Ausnahme des Deutschlandsenders übertragen. * Bei der Besichtigungsreise durch die Ostmark legte der Reichskriegerführer, ^-Gruppenführer General der Infanterie Reinhardt, am Grade der Eltern des Führers in Leonding einen unb wenn man anfangs — in den Szenen dis etwa zur Mitte des Buches — den Eindruck geromnt, sie habe die schroffen, realistisch harten Konturen in de Costers Charakterzeichnung ein wenig gemildert unb sogar stellenweise durch leisen Humor versöhnt, so wird man finden, daß ihre Gestaltung gegen Ende eine unheimliche Steigerung erfährt und der Figur der Schwiegermutter (die bei uns fast ausschließlich in den Niederungen plattester und billigster Komik angesiedelt ist) einen Schein echter tragischer Größe verleiht. Angela Salloker ist die vom Tode zum Leben, zur Liebe, zum Gluck er- weckte Grietje, eine zarte, zärtliche, lieblich anzu- sehende Braut und junge Frau, Mathias W i e - man sehr ruhig, gütig und geduldig der Dr. Goethals. Unter den Nebenfiguren heben sich EU- sabeth Wendt (Gräfin Amelie), Carsta Lock (Siskä) und Paul Dahlke (Bouffart) lebendig heraus. — (Ufa.) Im Vorprogramm: die Wochenschau (Tobis), ein Vorspann zu dem Lustspiel „Ich bin gleich mieber da" unb ein Kulturfilm „Räuber unter Wasser , hier sieht man seltene, mit großer Geduld und Sachkenntnis gewonnene Bilder aus dem Leben des Hechtes. Hans Thyriot Schlüter und Schadow. Zwei deutsche Bildhauer. Am 20. Mai jährt sich der Geburtstag Schlüters zum 275. Male und der Geburtstag Schadows zum 175. Ttcrle. . ' Andreas Schlüter wurde am 20. Mai 1664 m Hamburg als Sohn des kaum bekannten Bildhauers Gerhard Schlüter geboren Die erfte kunstleri che Ausbildung dürfte er m der väterlichen Werkstatt erhalten haben. Noch in den Knabenjahren des angehenden Künstters fiedelte fein Vater mit der Familie nach Danzig über; ein genaueres Datum steht nicht fest. Bei dem Danziger Bildhauer David «a- vovius soll sich Andreas Schlüter wettergebildet Hoden, aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch nur im rCISone?689^bi5 1693 wirkte Schlüter in Warschau mit an dem Schlosse Willanow und an dem Palais Krosinski, und zwar als Bildhauer und Architekt, diese mit französischen und italienischen Meistern verbrachten Jahre bedeuteten für ben deutschen Bildhauer noch Lehrzeit. 1694 wurde er als hof- bi[Mauer nach Berlin berufen, mo er bald eine reiche Tätigkeit entfaltete; feine Erfolgs brachten ihm ein Jahr später das Amt eines Mitdirektors de7 Akademie ein. Im Jahre 1695 unternahm Schlüter eine längere Reife nach Italien, wo er sich, wie ein Biograph sagt, „eine letzte Reife holte". heimgekehrt, schuf Schlüter das Bronzestandbild des Kurfürsten Friedrich III., bas heute den Platz vor dem Schloß in Königsberg ziert; diese Arbeit zeigt als erste des jungen Meisters eigenwilliges Künstlertum, das wohl französische und vor allem italienische Plastiken kannte und schätzte, jedoch seinen Arbeiten die aus deutschem Denken und Empfinden gewonnene Eigenart gab. Um btefe Zeit — um 1698 — begann er bas Denkpial des Großen Kurfürsten zu modellieren; früher hat man dem Künstler vorgeworfen, er habe dieses Monument bem Reiterstandbilbe Ludwigs X\V. nachgebildet, heute wissen wir, baß Andreas Schlüter in seiner meisterlichen Schöpfung bem verweichlichten „grand Dauphin“ bie wiedererwachte politische Willenskraft bes damaligen nördlichen Mitteleuropas (Brandenburg-Preußen) markant gegenüberstellen wollte. Dieses Reiterstandbild blieb das bedeutungsvollste unter allen neueren deutschen Monumenten dieser Art. Seit 1698 leitete Schlüter ben Ausbau des Berliner Zeughauses, für das er neben kleineren plastischen Zierstücken bie zweiundzwanzig Masken sterbender Krieger modellierte. Gleichzeitig arbeitete er als Bildhauer am Berliner Schloß und wurde 1699 zum Schloßbau- bireftor ernannt. Bis 1705 vollendete er den Bau der östlichen Schloßhälfte und war auch an der Ausschmückung der Jnnenräume entscheidend beteiligt. Außer mehreren Privatbauten errichtete er im Lustgarten Berlins einen Münzturm, der bald Risse und Bruchstellen zeigte; ttotz seiner Gegenmaßnahmen mußte das Bauwerk abgebrochen werden; er selbst mußte Eosander, seinem heftigsten Gegner, weichen. Sechs Jahre hörte man nichts mehr von ihm. 1713 ging er nach Petersburg, um für Peter den Großen tätig zu fein. Was er dort geschaffen, wissen wir nicht, er soll sich dort mit der Erfindung des Perpetuum mobile besaßt haben. Arn 30. Mai 1714, vor 225 Jahren, starb er, fünfzig Jahre alt. Genau hundert Jahre nach Schlüters Geburt wurde der zweite große Plastiker geboren (20. Mai 1764), Johann Gottfried Schadow, dessen Arbeiten einen neuen Markstein in der Geschichte der deutschen Bildhauerkunst bedeuten. Nach kurzer Lehrzeit bei einem Steinmetzen arbeitete er in der Werkstatt des Meisters Taf fae r.t. Als er hier nichts mehr lernen zu können glaubte, dazu wegen seiner Verlobten allerlei Unzuträglichkeiten erdulden mußte, verließ er eines Tages plötzlich mit ihr seine Vaterstadt, zog nach Triest und gründete dort, einundzwanzigjährig, den eigenen Herd. Dann ging „Die Hochzeitsreise." Lichtspielhaus. Dor 60 Jahren starb Charles d e C o st e r. Er ge- chrte zu denen, bie, wie er selber sagte, zu warten H wissen: er gehörte auch zu den Dichtern, bie bet Leb- I ’?iten nicht gekannt und nicht gelesen werden. Erst Mirage nach Costers Tode und erst in Deutschland wur- icn seine Bücher, in denen sich die Dichtung Belgiens ' Zar Weltliteratur erhebt, wirklich verbreitet und ! brem Range entsprechend gewürdigt: vor allem der I .Menspiegel", den man die nationale Bibel des beb . cischen Volkes genannt hat. Drei Jahre nach dem i! ,Uilenfpiegel" war 1870, mitten im Kriege, „Die Hochzeitsreise" erschienen, nach de Costers eigenen 'Sorten „der Roman zweier junger verheirateter I Liebender ... Alles sind Szenen der Liebe, alles ist 1 ter Natur entnommen ..." Und als das eigentliche : ri)ema, welches das Idyll zum Charakterdrama (roßen Stiles erhebt: .. Die es süße Gluck , diese iihönen Torheiten werden durchkreuzt von der Elfe lieht einer geizigen Mutter." In den knappen Tatzen de Colters ist der ganze Inhalt, bie ganze Icbensfülle dieses Romans enthalten, eine echte Volksdichtung und ein Stück Weltliteratur und es it gewiß eines der schönsten Verdienste M ; flmung, wenn das bewegte Bild den Beschauer zum Buche hin oder womöglich zuruckführt und ihn Ms neue zum Leser macht. Der Spielleiter Karl Sitter (der auch mit Felix ß u tz k e n ö or f fle- itGinfam das Drehbuch geschrieben hat) st ohne Zweifel einer der begabtesten und künstlerisch fei i fen Regisseure, die wir heute besitzen. Er ist m der ■ Liedergabe, wovon man sich beim Lesen ube Mgen kann, dem Buche mit großer Treue und Ge- ivuigkeit gefolgt; er hat mit ganz geringen und ge- I i ngfiigigen Ausnahmen Szene um Szene besD - I nans ins Bild übertragen, und man fpurt. m jebem | Liner Bilder die Ehrfurcht und das Verantwor- J t^ngsgefühl, mit dem er sich der Drchtung genähert I hat: die Szenen bes Films, von Gunther A n d e r s J nu tergültig photographiert, sind von großer Scho - I W in ihnen P in der Tat etwas von der eigen- ff bm'lichen Atmosphäre des Romans gefangen. ! unb manche von ihnen wirken wie Au sch , I a ten Niederländern ober aus sranzosrschen Jmv - I sdnisten. Die Witwe Roosfe van SteelandtMpielt I ?ranCoife Rosay, die wir aus den .Klugen | flauen" und aus dem „Fahrenden Volke I fie ist eine große, überlegene Schauspie enn, sth^ II scher unb sehr kultiviert in ihren Mitteln, - f-embe Akzent ist kaum noch zu Horen Sre füllt de H Losters Gestalt wirklich aus als eine Tragödin der f| Beirrten Mutterliebe, des Gerzes und bes Dayes, Bauwirtschaft, Generalinspektor Dr.-Jng. Tobt, hat in einem Merkblatt Nummer 3 bas aus den Baustoffkontingenten zu deckendes „Eisen für Bauvorhaben" nach der Zweckbestimmung und den Sorten abgegrenzt. Gleichzeitig ist der Umfang der Kontinaentspflicht der Kontingentsträger für dieses Eisen festgelegt worden. Das deutsche Artillerieschulschiff „Brummer" ist nach zweitägigem Aufenthalt in Memel in Libau eingelaufen, von wo es am Sonntag nach dem finnländifchen Hafen H a n g ö weiterfährt, um erzeugt. Nämlich Sprengungen (geophysikalisches che r Richtung die Wellen kommen, und sie föm I neh bie Entfernung bes Herbes errechnen. Lagerstätten nutzbarer Mineralien fei stellt. eignete sich, als. sich eine Reihe von Akademieschülern mit der Prüfung eines schweren Geschosses beschäftigte. Der Schaden dürfte erheblich sein. Auch rechnet man mit einer größeren Anzahl von Schwer- und Leichtverletzten. Bereits am Tage vorher hatte sich in'her Patronenfüllabteilung des Arsenals eine Explosion ereignet, bei der zwei Arbeiter getötet und zwei weitere schwer verletzt worden waren. Feuer in einer Drogen Handlung. In Hannover brach im Keller einer Drogenhand- fung ein Feuer aus. Durch bie sich entwickelnden Gase erfolgte eine Explosion mit einer 20 Meter hohen Stichflamme, wodurch größte Gefahr für die umliegenden Häuser entstand, die aber vorsorglich von der Polizei geräumt worden waren. Zur Adlöschung des Brandes wurden insgesamt 700 000 Liter Schaum in den brennenden Keller geschleudert. Schließlich wurde auch bas Kohlensäurespezialver- fahren eingesetzt, um bie letzten Brandherde zu beseitigen. Ein Brandmeister und ein Feuerwehrmann erlitten schwere Brandverletzungen, während, andere Wehrmänner leicht verletzt wurden. Lin Toter unb sechs Verletzte bei einem Fußballspiel in Argentinien. Während eines Fußballspiels in einem Vorort von Buenos Aires, Lanus, ereigneten sich schwere Tumulte mit blutigen Zwischenfällen. Die mit einem Schiedsrichterfpruch unzufriedenen Zu- schauer durchschnitten die Drahtgitter und strömten auf ben Platz. Ein Polizeibeamter feuerte einen Warnungsschuß ab. Aus ber Menae wurde mit mehreren Schüssen geantwortet. Die Lage spitzte sich zu, als der größte Teil des Publikums daraufhin panikartig den Ausgängen zudrängte unb fie verschlossen fand. Nur mühsam konnte bie Ruhe wieder- hergestellt werben. Bisher wurden ein Toter und sechs Verletzte festgestellt. Der Tob in ber Babewanne. Als ber Sahn bes Gießereidbermeisters Paul Schneider in seine elterliche Wohnung in Saarbrücken zurückkehrte, fand er seinen 61 Jahre alten Vater tot in ber Badewanne sitzend auf. Man nimmt an, daß in dem Badeofen eine Explosion erfolgt ist, und daß ber alte Mann ein Opfer des ausftrömerrben Gases geworden ist. versuche mit einem Ultrarapib-Llektrozug in Italien. Auf der Eisenbahnlinie Mailand—Florenz-^Rom werden Versuchsfahrten mit einem Ultrarap id- Elektrozug durchgeführt, der bei einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometer die Strecke Rom—Mailand in nur vier Stunden sechzehn Minuten zurücklegen wird. Wenn die Probefahrten günstige Ergebnisse liefern, soll diese neue Schnellverbindung am 15. Mai aufgenommen werden. Die Schnellzüge zwischen ben beiben italienischen Großstäbten brauchten bisher sechs Stunden. Die normale Fahrt beträgt sieben bis acht Stunden. Jena, im Mai. Erdbeben pflegen nicht so liebenswürdig zu sein, hre Besuche vorher anzumelden. Urgewaltig aus >unflen Erdtiefen rasen sie über ben Erbball. Furchtbar ist ber Tribut, ben sie Jahr um Jahr 'i b-er Menschheit abfordern, aber erst spät hckben sich yie Gelehrten mit diesen Naturereignissen befaßt. Die Erdbebenforschung ist gewissermaßen i'as Küken ber modernen Wissenschaften. Dieses Küken wurde am 17. April 1889 in Potsdam geboren. Damals registrierte der deutsche Forscher ernft von Rebour-Paschwitz zum erstenmal iin Fernbeben. Dem Göttinger Geheimrat W i Die Deutscne Arbeitsfront M NSG. „Krall durch Freude“ Einrichtungshaus und Möbelfabrik KARL HAHN Löberstraße17Ausstellung:Goethestraße6 Der Mutter zum Muttertag DOPPELHERZ eine Köstlichkeit, eine Wohltat Flasche 1.75, 3.30 u. 4.20 AufWunsch Probeflasche gratis _ /*"S 3649 A V M^ymenmnn iimasBi V Quf 2135« Muttertag ein Fläschchen Kölnildi Waller oder Parlflm ein Fläschchen Likör oder Wein oder eine hübsche V er gröber un g eines Familien-od. Kinderbildes Kommen Sie rechtzeitig! 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Preise: RM. 0.60-3.10. lssss^ Nr.l15 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 8reitag,l9.MaiMY Aus der Stadt Gießen. Wie schützt man sich vor Blitzgefahr? Lpd. Jetzt ist häufiger mit Gewittern zu rechnen. Da ist es gut, zu wissen, wie man sich schützt, falls man einmal im Freien vom Gewitter überrascht wird. Kann man sich in ein nahegelegenes Haus flüchten, dann können einem in der Regel Blitze nichts mehr anhaben. Es ist jedoch auch unter Dach und Fach bei Gewittern darauf zu achten, daß kein Durchzug im Raum herrscht. Richt ratsam ist es, sich dicht an eine Wand zu stellen, weil der Blitz bei einem möglichen Einschlagen an dieser vorbeifährt. Zweckmäßig hält man sich daher in der Mitte des Raumes auf und vermeidet es, in Gruppen dicht beieinander zu stehen. Bedenklicher ist es, wenn man im Freien oder im Gebirge von Gewittern überrascht wird. In diesem Falle legt man sich glatt auf die Erde, unbekümmert darum, daß die Kleidung beschmutzt wird. Eine Reinigung ist noch nicht so schlimm, als sich einer Lebensgefahr auszusetzen. Denn es ist bekannt, daß gerade auf dem Felde arbeitende Leute und auch die im Freien sich aufhaltenden Tiere am stärksten unter Blitzgefahr stehen. Beachtet man die erforderlichen Verhaltungsmaßregeln, dann braucht man keine Angst zu haben. Natürlich ist es auch verkehrt, sich bei stärkeren Gewittern unter Bällmen vor den Regengüssen in Sicherheit zu bringen. Gefährlich ist besonders der Aufenthalt unter solchen Bäumen, die höher als die anderen sind, oder die emporsteigende trockene ober abgestorbene Aeste aufweisen. Aber nicht alle Bäume sind gleich blitzgefährdet. So wirken die vielen Haare der Buche sogar blitzablenkend, so daß man sich in Buchenwäldern schon bei Gewittern aufhalten kann. Dagegen ziehen-die glatten Blätter der Eichen, die Nadeln der Tannen und Fichten, ferner Pappeln, und Lärchen viel stärker den Blitz an. Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: „Der Alte geht um". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Gouverneur". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Hochzeitsreise". — Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten, Standort Gießen: 20.15 Uhr im Kleinen Hörsaal des Landwirtschaftlichen Instituts, Senckenbergstraße 17, Vortrag. Sladllheaker Gießen. Heute abend findet eine Wiederholung des Volksschauspiels „Der Alte geht um" von Karl Ruckels- hausen statt. Spielleitung Hans Geißler, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 32. und letzte Vorstellung der Freitag- Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Bezirksverwaltungsgericht Gießen. Das Bezirksverwaltungsgericht Gießen hat in feiner Sitzung vom 15. Mai folgende Entscheidungen getroffen: Die Klage des Karl H o l l e r II. in Echzell gegen den Bescheid des Landrats in Büdingen wegen Versagung der Legitimationskarte für 1939 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. In der Sache: Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadt Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeoerband Landkreis Friedberg wegen Fürsorge für Eugen Schweinstz wurde der Beklagte zum Kostenersatz verurteilt. Die Klage des Philipp Karl Vömel in Vilbel gegen den Bescheid des Landrats in Friedberg wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1939 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. , Die Klage der Maria Klein in Ilbenstadt gegen den Bescheid des Landrats in Friedberg wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1939 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen. Neuer Höchststand der Beschäftigung im hessischen Wirtschaftsgebiet. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen in Frankfurt a. M. teilt mit: Der Monat April war arbeitseinsatzmäßig einerseits gekennzeichnet durch ein weiteres A n - wachsen des> Arbeitskräftebedarfs in verschiedenen, namentlich den mehr saisonabhängigen Wirtschaftszweigen, anderseits durch den Neuer nsatz einer großen Zahl von zusätzlichen Arbeitskräften, insbesondere von Jugendlichen, Ausländern, bisher nicht Erwerbstätigen, zuletzt erkrankten Personen und auch noch — wenn auch in verhältnismäßig sehr geringem Umfang — von arbeitslosen Kräften. Beide Tendenzen waren ungefähr gleich stark, so daß im ganzen eine nennenswerte Entspannung im Arbeitseinsatz nicht eingetreten ist. Der Schulentlassenen- Jahrgang 1939 ist bereits — soweit die Jugendlichen für eine Arbeitsaufnahme in Betracht kommen — zum überwiegenden Teil in die Wirtschaft eingegliedert. Die stacke Zunahme der B e - chäftigung um rund 44 0 00 ist hauptsächlich hierauf und auf die Heranziehung von Kräften aus dem Ausland und dem Protektorat (Italiener, Tschechen, Slowaken usw.), weiterhin auch auf den Rückgang des früher sehr überhöhten Krankenstandes (■—10 000) zurückzuführen. Die Gesamtbeschäftigung im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen erreichte Anfang Mai mit einer Zahl von 1 066 000 Arbeitern und Ängestellten einen bisher noch nicht erreichten Höchststand; sie liegt nunmehr bereits um 35 000 über dem letzten Höhepunkt von Anfang August 1938 und um nicht weniger als 72 000 oder rund 7 v. H. über der Höhe des 'Vorjahres. Besonders bemerkenswert ist dabei für den Monat April die sehr st a r f e Zunahme der Frauenarbeit, die allein in diesem Monat um über 16 000 oder um rund 6 v. H. tugenommen hat, ein Zeichen für die erfolgreichen Bemühungen um eine möglichst vollständige Erfassung der schulentlassenen Mädchen im Rahmen des Pflichtjahres und um die weitere Gewinnung von bisher nicht erwerbstätigen Frauen für den Arbeitseinsatz. Von den 1939 schulentlassenen Mädchen sind bisher zum Dftcrtermin (Monate März und April) schon über 10 000 als Pflichtjahrmädchen in der Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz gekommen, die verhältnismäßig geringe Zahl der außerdem noch zur Verfügung stehenden Mädchen wird in Kürze vermittelt werden. In fast allen Wirtschaftszweigen, namentlich in den großen Mangelgruppen, ist die Arbeitseinsatzlage nach wie vor stark angespannt. Es fehlt an Fach- und Hilfsarbeitern aller Art. Die Landwirtschaft im besonderen hat trotz des Einsatzes von 6000 Pflichtjahrmädchen, 1100 italienischen Landarbeitern, sowie von zahlreichen männlichen Jugendlichen aus dem Landdienst der HI. und von Arbeitsmännern und Soldaten immer noch einen erheblichen Bedarf an Arbeitskräften, der mit den bisher üblichen Mitteln nicht zu decken ist; besondere Maßnahmen sind deshalb in Vorbereitung. In der Bauwirtschaft hat der Mangel an Baufach- und -Hilfsarbeitern eine Zurückstellung oder Einschränkung, von weniger vordringlichen Bauvorhaben notwendig gemacht. Auch im Metallgewerbe mangelt es weiterhin an Fach- und Spezialarbeitern aller Art, obwohl im Monat April wiederum viele berufsfremde Kräfte in ihren alten Beruß zurückgeführt und Berufsangehörige aus den Ueberschußberufen nach vorheriger Umschulung in den Metallbetrieben eingesetzt worben sind. Gau Heffen-Tlassau stellt vier Reichssieger im Handwerker-Wettkampf 1939. Sonderbericht des Gießener Anzeigers. y. Frank furt a. M., 19. Mai. Arn heutigen Freitag vormittag eröffnete Reichsorganisations- leiter Dr. Ley die R e i ch s a u s st e l l u n g „Handwerke r-W ettkampf 1 939" und verkündete zugleich unter Ueberreichung einer Ehrenurkunde die Reichssieger, die als beste Könner ihres Berufes aus der großen Ausscheidung des gesamten deutschen Handwerks hervorgegangen sind. Unter den Reichssiegern befinden sich auch vier aus dem Gau Hessen-Nassau. In der Leistungsklasse der Meister konnte den Titel eines Reichssiegers der Frankfurter Uhrmachermeister August S p l t e r erringen, der zwar nicht ein selbständiges Geschäft führt, aber als Meister und Werkstattleiter in einem der bekanntesten Frankfurter Uhrengeschäfte tätig ist. Der 43jährige Reichssieger ist gebürtiger Sachfenhäuser. Dor dem Krieg besuchte er eine damals weltbekannte Uhrmacher-Lehrwerkstätte in Kurhessen. Schon als junger Mann konnte er vor dem Krieg durch die Anfertigung einer Präzisions-Taschenuhr die höchste Auszeichnung des Deutschen Uhrmacherbundes erreichen. Am'Weltkrieg hat er als Kriegsfreiwilliger vier Jahre teilgenommen. Vom Feld zurückgekehrt, widmete er sich wieder seinem Beruf als Uhrmacher, legte 1926 in Frankfurt die Uhrmachermeisterprüfung ab und betätigte sich dann in den Jahren des Niedergangs des Handwerks auch auf* Uhren-induftriellem Gebiet. Als mit dem Nationalsozialismus die Wiederbelebung des deutschen Handwerks begann, kehrte er zu feinem ursprünglichen Beruf zurück und trat als Meister in diese Frankfurter Handwerkfirma ein. Schon beim ersten Hand- merfertag zählte seine Arbeit zu den drei besten aus dem ganzen Reich. Dor zwei Jahren hat er außer Konkurrenz für den Handwerkertag ein besonderes Uhrmodell gearbeitet, und bei der Internationalen Handwerkerausstellung im letzten Jahr höchste Auszeichnung erlangt. Seine Meisterarbeit, die er jetzt für den Handwerker-Wettkampf 1939 geliefert hat, ist das Uhrwerk für eine Herrenarmbanduhr, das von ihm ganz aus dem Rohmaterial aufgebaut wurde. Es ist ihm dabei gelungen, für das Kernstück des Werkes, in der Fachsprache „Kaliber" genannt, eine neue Form zu finden, die es ermöglicht, ein so konstruiertes Werk sowohl in ein längliches, als in ein rundes Gehäuse einzubauen. Das Uhrwerk selbst ist nur 3,5 Millimeter hoch und weist außerdem noch manche andere beachtliche technische Neuerung auf, wie auch die Derwendung neuer Werkstoffe bei der Konstruktion erprobt wgrde. Uhrmachermeister Söller ist auch der Kreis- und Gausachschastswalter der DAF. für das Uhrmacher-Handwerk. >- Als Meisterin ihres Gewebes konnte die kaum 30jährige Putzmachermeisterin Eva Franke-, Weißgerber aus Darmstadt Reichssiegerin werden." Diese Meisterin, die im Sudetenland, in Karlsbad, geboren wurde, hat erst vor drei Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt, nachdem sie 1932 in Darmstadt ihr eigenes Geschäft eröffnet hat. Für den Handwerker-Wettkampf hat sie einen Hut geliefert, der schlechterdings als eine Spitzenleistung * geschmacklicher Formgebung und handwerklicher Verarbeitungskunst zu bewerten ist. Es ist ein kleiner Aufschlaghut aus schwarzer Spitze, der am besten zu einem schwarzen Spitzen-Nachmittagskleid zu tragen ist. Die ganz feinen Fachkenner der Damenhutmode wollen sogar wissen, daß der Hut dann am schönsten wirke, wenn er von einer Frack mit rotblondem Haar getragen wird. Das handwerklich Wesentliche an diesem duftigen Gebilde ist die Versteifung des hauchdünnen Spitzenmaterials, die dadurch erreicht wurde, daß die etwas ein» gehaltenen Randteile mit Peddigrohr eingefaßt wurden. Auch zwei Gesellen aus dem Gau Hessen- Nassau konnten in ihrer Leistungsklasse den ehrenden" Titel eines Reichssiegers erringen. So wurde in der Berufsgruppe der Beschlagschmiede der Geselle Reinhard Adler, der zur Zeit als Feldwebel bei dem Artillerie-Regiment 33 in Darmstadt steht, für feine vorbildliche Arbeit Reichssieger. Dieser Erfolg des Feldwebels Adler knüpft gewissermaßen an die große Tradition an, die vor dem Krieg schon und auch in der Nachkriegszeit sich die Wehrmacht gerade auf dem Gebiete des Pferdebeschlagwesens gesichert hatte. Die Meisterleistung des Feldwebels bestand in der unter Aufsicht durchzuführenden völlig einwandfreien Beschlagung eines Pferdes. Eine Arbeit, bei der es ja nicht nur darauf ankommt, dis notwendigen Kenntnisse für den Umgang mit dem Eisen zu haben, sondern nicht minder auch, das Tier richtig behandeln zu können. Der.zweite Geselle aus Hessen-Nassau, der Reichs«, sieger wurde, ist der Klempnergeselle Fritz G Ö l 3 t der in einem Frankfurter Betrieb beschäftigt ist. 1912 wurde Fritz Gölz in Schlüchtern geboren, kam schon als Kind nati) Frankfurt und erlernte hier zunächst das Spenglerhandwerk. Seit sieben Jahren ist er jetzt auch in einem Unternehmen tätig, und hat bei dem Handwerkermeister dieses Betriebes auch das Jnstallationshandwerk hinzugelernt. Zum ersten Mal hat er sich am Handwerkerwettkampf beteiligt. Er schuf ein Werkstück, das heute nur noch selten von Handwerkern hergestellt wird, eine Geldkassette mit Einsatz, für die er Weißblech als Material verwandte. Die von ihm selbst entworfene und in allen Einzelheiten ausgeführte Arbeit erreichte die Auszeichnung einer Reichssiegerarbeit, weil sie durch ihre gefälligere und günstigere Form sich von früher üblichen Kassetten unterscheidet, und zudem auch für die praktische Arbest größere Zweckmäßigkeit bietet. Mit der Eröffnung der Reichsausstellung „Handwerkerwettkampf 1939" und Ehrung der Reichssieger durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley nahm der „Tag des Deutschen Handwerks" am Freitagvormittag feinen Anfang. Insgesamt 6000 Arbeiten waren zu diesem Reichsentscheid eingegangen. 211 Handwerker erhielten für ihre Leistung das Prädikat „Reichsbeste", und von diesen, wurden 1 2 2 Reichssieger. Außerdem wurden 1289 Wettkampfteilnehmer mit der Plakette für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Unter den Reichssiegern befinden sich 54 Meister und 45 Gesellen. In 23 Fällen konnte der Reichssiegertitel von Arbeitsgemeinschaften er-, rungen werden. Reichssportwettkampf der Hitler-Zugend. Am 3. und 4. Juni findet der Reichssportwettkampf der Hitler-Jugend statt. Hierbei werden unsere Jungen in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte messen können. Die Wettkämpfe zerfallen in zwei, Gruppen, in Einzelkämpfe und Mannschaftskämpfe, Ausgetragen wird ein Dreikampf: für Pimpfe 60- Eine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Versuche doch, mich zu verstehen, Joe!" bat sie eindringlich. „Ich bin immer ein . schwerfälliges Menschenkind gewestn. Du weißt, wie Vater war, und meine Mutter starb zu früh für mich. Da kamst du, das ganz große Erleben, das sich jedes Mädchen erträumt; ich hatte nie geglaubt, daß es so etwas, wirklich gibt. Diesem großen Gefühl habe ich nachgetrauert, nicht dir. Aber das weiß ich jetzt erst. Wäre unsere Ehe bestehen geblieben, so wäre es wahrscheinlich im Laufe der Jahre langsam ab- geklungen. Aber das Zusammensein war kurz, und die Erinnerung hat es an sich, daß sie das Schlechte rascher verblassen läßt. Gestern, als du mich küßtest, da begriff ich erst, daß mein Fühlen m diesen Jahren mit dir nichts mehr zu tun hatte. Du bist mir ganz fremd." „ „Herr Holk dürfte dir desto naher stehen „Das tut- er!" sagte sie offen. „Aber ich wäre nie zu ihm gegangen, ehe ich mir über mein Empfinden für dich völlig klar mar. Auf einer „Unaufrichtigkeit kann man fein Glück aufbauen. Mikeny starrte sie an, als sähe er sie zum ersten Male. Er müßte eigentlich empört sein, daß fte ihm den Laufpaß gab und sich zu feinem Rivalen bekannte in dem gleichen Augenblick, in dem er stcy am Ziel glaubte; aber so seltsam es war, er brachte keine Empörung auf. Eher war es wie ein schmerz in ihm. eine schmerzliche Enttäuschung, d>e dl-smal nicht einem Fehlschlag äußerer Dmge galt. 3n oieler Stunde begriff er endlich, daß die Frau da vor ihm das Beste und Wertvoll,te war^ was er m fernem Leben gehabt hatte. Und der Mann, beflen ganzem Dasein Lüge und Unaufrichtigkeit gewesen war, streikte die'Massen vor ihrer Wahrhaftigkeit „Ich wollte, meine Mutter wäre wie du gewefen! sagte er leise. (E^erhob^sich^'.Jch gehe. Aus deinem Leben verschwinden, das ist wohl das einzige, was ich für dich noch tun kann." , - h.ri ' „Nicht bitter werden, Joe! bat ste. ,,Du findest so viele Frauen, die dich glücklich machen^ • ' mehr als ich mit meiner Schwerblutigkeit e l vermocht hätte. Und ich wünsche dir von Herzen, daß du glücklich wirkst." Er faßte ihre Hand und zog sie an die Lippen. „Leb wohl, und auch für dich — Glück!" Dann war er gegangen. Dina blieb noch einen Augenblick sitzen -und ließ ihren Kopf auf die Sessellehne finken: nun mar Joe Mi.keny endgültig und unwiderruflich Vergangenheit geworden. Sie fühlte sich matt und erschöpft wie nach schwerer körperlicher Anstrengung und" gleichzeitig wunderbar leicht und zufrieden. Nun waren sie doch in Frieden auseinander gegangen; fein häßlicher Abschied würde ihre Zukunft belasten. Sie gab sich einen energischen Ruck und stand auf. Hatte sie so viele Jahre an diese Erinnerung verloren, so wollte sie jetzt nicht mehr eine einzige Stunde barangeben und nur noch vorwärts denken. Sie verließ das „Claridge" und ging zum Reisebüro. „Kann ich morgen einen Platz im Züricher Flugzeug haben» Strecke Berlin?" „Wollen Sie bis Berlin durchfliegen?" Dina zögerte 'einen Augenblick. Holk würde sehr überrascht sein; es war noch feine Woche seit ihrer Trennung vergangen. Ihr Kommen durch Biringen zeigte ihm, daß sie mit Mikeny fertig war; die Folgerung zu finden, mar seine Sache. Darum mar es richtiger, nach Berlin durchzufliegen und es ihm zu überlassen, ob er am nächsten Tage — zum Wochenende — Nachkommen mürbe. Sie vereinbarte, baß sie den Flugschein nach Berlin am nächsten Morgen in Zürich im Büro in Empfang nehmen würde. Im Kulm angekommen, bat sie um die Rechnung und ging auf ihr Zimmer um fertigzupacken. Sie war noch dabei, als Margit erschien. Ihre Kusine gebrauchte fast dieselben Worte rote Mikeny: „Du willst abreisen? Das ist doch nicht dein Ernst?" Und fast mit den gleichen Worten entgegnete Dina ihr: „Das kann dich doch nicht überraschen, da du es seit Montag weißt." t „Ja, aber ich dachte ..." Margit mar tatsächlich aus der Fassung gebracht. . „Und roas dachtest du?" fragte Dina eiskalt. Margit begriff, daß ihr Plan mißlungen mar. „Du bist verrückt!" sagte sie wütend. „Warum? Weil das Geld der Großtante nicht von Mikeny verspielt werden wird? Ist dir sonst noch nie eine Intrige mißglückt, daß du so außer dir bist?" . r „Was ist bas für ein Ton? Wie sprichst du zu mir?" ., „Immer noch höflicher, als du es um mich verdient hast!" war die schneidende Antwort. Margit war so leicht nicht einzuschüchtern .Beabsichtigst du, mir eine Szene zu machen? fragte sie herausfordernd. Dina drehte sich ihr zu und musterte sie von oben bis unten. „Nein", sagte sie nur, aber es flirrte eine derartige Verachtung in ihrem Ton, daß Margit rot wurde wie nach einer Ohrfeige. „Ich habe es doch nur gut gemeint! versuchte sie die Gekränkte zu spielen. Dina hatte die ganze Zeit weitergepackt und schloß jetzt ihren Handkoffer zu. Sie mar nicht sonderlich aufgeregt, höchstens ein bißchen erstaunt, daß Margit auch jetzt noch Komödie spielte. Eine Art, die gottlob im Aussterbtzn begriffen ist! fielen ihr Mikenys Worte ein. Welch vernichtendes Urteil von diesem Frauenliedling und Frauenkenner! Im übrigen zählte für sie die Cousine ebenfalls zu den Dingen, die endgültig der Vergangenheit angehörten. Sie mar fertig und wandte sich zur Tür. „Ich will fein Aussehen hier in dem Kreis, der uns kennt", sagte sie mit völliger Ruhe, „ich werde mit dir lunchen und mich so von dir verabschieden, wie man es erwartet. Aber damit ist unsere Verbindung gelöst. Sollte ich dir später noch einmal begegnen, kenne ich dich nicht mehr." Hätte Dina gehabt und eine Szene gemacht, Margit hätte dennoch bas letzte Wort gefunben. Dieser gleichgültigen Höflichkeit zeigte sie sich nicht gewachsen. Stumm folgte sie Dina in ben Speise- saal. Der Noeberfche Kreis, soweit er im Kulm wohnte, ließ es sich nicht nehmen, Dina zur Bahn zu bringen, und sie war dankbar für die Begleitung, die es ihr ersparte, mit Margit allein zu sein. So fiel es nicht weiter auf, daß die beiden Cousinen kaum miteinander sprachen. Man hatte Dina Blumen und Konfekt gebracht und tauschte die bei solcher Gelegenheit üblichen Redensarten, als im Augenblick der Abfahrt Mister Griffin erschien. ,Lch wäre untröstlich gewesen, Sie verpaßt zu haben", sagte er und atmete heftig wie ein Mensch, der in großer Eile ist. „Ich habe eben erst in Ihrem Hotel erfahren, baß Sie mit diesem Zuge reisen. Darf ich bitten?" Er überreichte Dina einen Blumenstrauß von beachtlichen Ausmaßen, festgebunden auf einem kleinen Damenschirm. Dina wußte nicht, wie sie sich verhalten sollte. „Aber, Mister Griffin", begann sie zögernd, „das kann ich doch unmöglich ..." „Bitte, Platz nehmen!" rief der Schaffner, und sie sah sich im Zuge, ehe sie überhaupt wußte, wie ihr geschah. Noch ein Winken und Grüßen, dann fuhr die Bergbahn an. Erst nach einer Weile merkte sie, daß sie immer noch die Abschiedsgabe des Mr. Griffin unter den Arm geklemmt hatte. Schade um die schonen Blumen: sie wurden ganz zerdrückt. Sie betrachtete den kleinen Schirm: so viel Geschmack hätte sie diesem Spießer gar nicht zugetraut. Ein hübsches schwarz- graues Muster und der Grifs aus stumpfem Glas — in einer merkwürdig bizarren Form. Sie besah ihn interessiert. Sieht fast aus wie Bergkristall, dachte sie dabei, und ist sicher nicht billig gewesen. Ein Unsinn, solch kostbaren Ersatz für ben alten Schirm zu geben! Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich ihn bestimmt nicht genommen. Aber nun ist es zu spät. Nun war es zu spät, wie Mr. Griffin richtig gerechnet hatte, als er vor bem Bahnhof wartete, um atemlos in letzter Minute auf den Bahnsteig zu stürmen. Während Dina Wegner in bei Bergbahn zu Tals fuhr, einem neuen Abschnitt ihres Daseins entgegen, saß Joe Mikeny oben im Praetschli. In einer plötzlichen Aufwallung hatte er die Skier genommen und war über ben Tschuggen heraufgekommen, fein erster selbständiger Ausflug auf den Brettern, und der sonst leichte Ausstieg hatte ihn müde gemacht. Man hatte ihm etwas zu essen gebracht, aber er hatte bald ben Teller von sich geschoben und rauchte nun eine Zigarette nach der anderen. Er fühlte sich auf eine seltsame und unerklärliche Weise verändert, ohne dennoch zu begreifen, was.eigentlich mit ihm vorgegangen war. Diese Flucht in das Alleinsein, dieses Bestreben, über sich selbst klar zu werden, das hatte ec bisher nie gekannt. Der oberflächliche Joe Mikeny hat bis zu diesem Tage nicht gewußt, daß er auch so etwas wie eine Seele hat; zwar eine schwache und verkümmerte nur, aber doch eine Seele. Die Aussprache mit Dina hat die Bande zerrissen, die Leichtsinn und Charakterschwäche um fein besseres Ich gelegt haben, nun zwingt es ihn gebieterisch zur Auseinandersetzung mit sich selbst. Diese Frau hat feine Pläne zerschlagen und ihn abgewiesen, und dennoch fühlt er weder Haß noch Zorn gegen sie. Was gibt ihr solche Macht?! Sie ist stärker als du, weil sie ein großer Mensch ist! antwortete seine befreite Seele. Nur große Menschen stellen sich so ehrlich ihren Problemen, ringen so bitter um Klarheit mit sich selbst, und dir hat sie ein Gefühl abgezwungen, das du noch nie einer Frau gegeben hast, weil es keine verdiente außer ihr: Achtung! Das mar es. Man kann eine Frau nicht hassen, deren tiefen Wert man erkannt hat, wenn auch erst in dem Augenblick, in dem sie endgültig verloren war. (Fortsetzung folgt.) in VDM.-Werkgruppe 4a, Werkschar. Aus der engeren Heimat Mit Wirtschaft hingewiesen, der gegenwärtig im Bei- es Gloria-Palastes in Gießen KU sehen wäre s?" lSL30d-5St£5d 6AMUUHAIIIR der um Die regelmäßige Massage mit dem milden Schaum dieser mit Palmen- und Olivenöl hergestellten Schönheitsseife erhält Ihrem Teint die Jugendfrische. ‘WiMiToifi'pia PALAVOin wurde, fand die Verpflichtung der Dereinsführer auf 3 weitere Jahre durch den Kreisführer statt. Die Kundgebung fand nach einer kurzen Schlußansprache des Ortsgruppenleiters Naumann (Laubach) mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen ihr Ende. Bei Gesang und Tanz blieben die Sänger noch einige frohe Stunden in den Sälen beisammen. Schweres Verkehrsunglück im Tiunus. Drei Tote und zwei Schwerverletzte. — Ursache: Zu hohe Geschwindigkeit und Alkoholgenuß. LPD. Frankfurt a. M., 18. Mai. In den ersten Morgenstunden des Donnerstags, gegen 1.40 Uhr, ereignete sich in der Nähe des Sandplackens in der Kurve an der Buchbornschneise ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit ' fünf Personen besetzter Kraftwagen aus Frankfurt a. M., der von Reifenberg kam, wurde in der Kurve aus der Fahrbahn getragen, rannte mit höchster Geschwindigkeit gegen einen Baum, überschlug sich und stürzte in den Abgrund. Der Wagen wurde vollständig zer- Die hautpflegenden Eigenschaf ten der mit Olivenöl hergestell ten Palmolive-Rasierseife las sen Sie Ihrer morgendlichen Ra sur unbesorgt entgegensehen. MIT Am Sonntag, 21. Mai, treten alle Mädel jverkschar mit Turnzeug und Trainingsanzug 7.30 Uhr an der Dolkshalle zu den Sportwettfalls gruppenweise» Sonntag, 21. Mai, um 7.45 Uhr morgens vor dem Universitätssportplatz an, Kluft, mit Sportzeug, evll. Trainingsanzug. nis entgegen bringt. „Wer war es?" Es sei auch an dieser Stelle noch einmal auf den von der Terra herausgebrachten Kulturfilm „W e r Programm des ist. Der Film führt den Beschauer in volkstümlicher, kämpfen an. Erlebnisse auf derHessen-Aaffau-Iahrt Vier Mädels aus dem Kreise Gießen fuhren mit t auf Hessen-Nassau-Fahrt. Unser Fahrtenziel ging in 'den Westerwald. Da wir unsere Fahrtführerin nicht trafen, fuhren wir mit bis nach Niederlahnstein. Dort wurden wir einer anderen Gruppe zuaeteilt, die an den Rhein fuhr. So kamen wir durch Zufall an den herrlichen Rhein, den noch keine von uns gesehen hatte. Wir haben schon die Marksburg, Burg Lahneck, die Loreley und Burg Rheinfels besichtigt, lieber« nachtet haben wir in der Jugendherberge in Nieder- lahnstein, in Braubach, in Dachsenhausen in Privatquartieren, wo es uns sehr gut gefallen hat, und nun in der herrlichen Jugendherberge in St. Goar. Von hier aus fahren wir mit einem Dampfer nach Lorch. Wir haben herrliches Wetter für unsere Fahrt. Immer wieder bereitet man uns neue Freuden. Sogar ein begeisterter Engländer lud uns auf Burg . Rheinfels zum Kaffee ein. Es tut uns allen sehr leid, wenn die zehn Tage hreum sind. Drum Mädel, fahrt nächstes Jahr mit uns auf Hessen-Nassau-Fahrt, damit ihr eure schöne deutsche Heimat kennenlerntl Hanni Will, Stangenrod. Keine Ladenzeitverkürzungen im Einzelhandel. Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf; für Hitlerjungen 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Keulenweitwurf. In Gießen werden die Wettkämpfe für Hitler- Jugend und Jungvolk getrennt durchgeführt. Am Samstag, 3. Juni, wird das Jungvolk feine Wettkämpfe austragen, während die Hitlerjungen am Sonntag, 4. Juni, ihre Kräfte messen werden. Sch. BOM.-llntergau 116 Gießen. An die Eltern unserer hessewNassau-Fahrt-Teilnehmerinnen. Der Sonderzug unserer Hesfen-Nassau- F a h-rt - Teilnehmerinnen kommt am 2 2. Mai in Gießen um 17,11 Uhr, in Großen- Buseck um 17.36 Uhr, in Reiskirchen um 17.44 Uhr, in Grünberg um 17.58 Uhr an. Stelle für Leibeserziehung. Betr.: Reichssportwettkämpfe. Alle Junamädel des Standorts Gießen treten Samstag, 20. Mai, um 14.45 Uhr gruppenweise an der Volkshalle in Kluft und mit Sportzeug, evtl. Trainingsanzug an. Alle Mädel des Standortes Gießen treten eben- Jranffurfet Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Mai. Alle Notierungen unverändert. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a.M., 17.Mai. Auftrieb: Rinder 1139 (gegen 1246 am 11. Mai), darunter 198 (208) Ochsen, 184 (223) Bullen, 544 (545) Kühe, 213 (270) Färsen. Kälber 390 (516), Schafe 21 (29), Schweine 1060 (373). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44,50 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 39,50 bis 42,50 (41 bis 42,50), c) 37,50 (37,50). Bullen a) 42,50 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 4(7,50 (40 bis 40,50), c) 34,50 (35,50). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (41,50 bis 44,50), b) 38,50 bis 40,50 (36,50 bis 40,50), c) 28 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 17 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (44,50 bis 45,50), b) 41 bis 41,50 (41,50), c) 36 bis 36,50 (36,50), d) 28 (—). Kälber andere a) 63 bis 65 (62'bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (30 bis 40). Hämmel und Schafe nicht notiert. Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt. *♦ Gendarmeriepersonalie. Gendarmerieobermeister Schupp in Gießen, der die Gendarmerieinspektion Gießen seit 1933 leitete, wurde nach Karlsbad (Sudetenland) versetzt. Der scheidende Beamte konnte sich bei seinen Vorgesetzten und bei seinen Berufskameraden, ebenso auch in weiten Be- oölkerungskreisen in Stadt und Kreis Gießen wegen seiner ausgezeick)neten dienstlichen und menschlichen Eigenschaften großer Wertschätzung erfreuen. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in der Zeit vom 5. bis 15. Mai in Gießen: 5. Mai Babette Günther, geb. Leffer, ohne Beruf, 69 Jahre alt. Am Nahrungsberg 4. 6. Mai Ludwig Hainebach, Pfarrer a. D., 85 Jahre alt, Ludwigstraße 29; 6. Mai Gertrud Weber, geb. Röhmig„ ohne Beruf, 32 Jahre alt, Steinstraße 19; 7. Mai Angelika Dieringer, ohne Beruf, 22 Jahre alt, Buddestraße 4; 6. Mai Anna Deibel, geb. Scholl, ohne Beruf, 55 Jahre alt, Läufertsröderweg 24; 7. Mai Lieselotte Magel, 8 Jahre alt, Alter Krosdorfer Weg 17; 8. Mai Doris Heimann, 2Ve Monate alt, Weserstraße 4; 10. Mai Fritz Reich, Friseurmeister, 63 Jahre alt. Neuen Bäue 2; 15. Mai Helene Thun, geb. Köhnen, ohne Beruf, 57 Jahre alt, Bruchstraße 15. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 5. bis 11. Mai ein: gegen Kraftfahr- zeugsuhrer mit 6 Anzeigen und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 15 Anzeigen und 1 gebührenpflichtige Verwarnung; gegen Radfahrer mit 9 Anzeigen und 17 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen. ** Die Stadtkasse mahnt. Eine öffentliche Mahnung zur umgehenden Bezahlung rückständiger Steuerfälligkeiten und öffentlich-rechtlicher Beiträge richtet die Stadtkasse heute an die säumigen Zahler. Es sei dringend geraten, dieser Zahlungsaufforderung sofort Folge zu leisten. ** Der Herbstmarkt (Schaumesse) findet vom 30. September bis einschließlich 8. Oktober statt. Großer Brückenbau auf der Reichsautobahn Gießen - Montabaur. Im Zuge der Reichsautobahn Gießen—Montabaur—Bendorf—Trier werden zahlreiche bedeutsame Bauwerke entstehen. Eines der größten und wichtigsten Bauwerke wird bei Höhr-Grenzhausen die Talbrücke unterhalb von „Kühns-Mühle" sein. Der Entwurf der zuständigen Stellen sieht eine Brücke von neun Brückenbogen einschließlich der Widerlager rund 350 Meter vor. Mit 44 Meter höchster Erhebung über dem Talboden und einer Breite von 23 Meter wird sie zu den größten Bauwerken am Mittelrhein zählen, die seitens der Reichsautobahn errichtet werden. Der Kern der Pfeiler wird selbstverständlich in Eisenbeton ausgegossen. Der Brex- bach und einige Straßen müssen an der Baustelle verlegt werden. Vorbildliche Gemeinschaftsarbeit. △ Großen-Linden, 18. Mai. Dieser Tage hat sich in unserer Gemeinde ein gemeinnütziger Verein gebildet, der sich zur Aufgaben gemacht hat, die Mittel zur Errichtung eines würdigen Gefallenen-Ehrenmales zu sammeln. Es sind einmalige Spenden, sowie monatliche Beiträge nach eigenem Ermessen vorgesehen. Zwar ist in den Nachkriegsjahren bereits auf dem Friedhof ein Gefallenendenkmal errichtet worden, aber nur in Gestalt eines schlichten Gedenksteines. Nunmehr soll ein der gebrachten Opfer und auch der Größe unseres Ortes würdiges Ehrenmal erstehen. Von einerLokomoüve tödlich überfahren LPD. Wetzlar, 18. Mai. Der Bulldoggfahrer Albert Wohlfahrt aus Altenberg wurde, als er auf dem Werksgelände der Buderuswerke mit einem Bulldogg und einem Anhängerfahrzeug kurz vor einem Güterzug das Gleis überqueren wollte, mit feinem Fahrzeug von einer Güterzugloko- motioe erfaßt und überfahren. Der Mann erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er einige Stunden später ft a r b. Wertungssingen des Sängerkreises,Ehattia^ in Laubach § Laubach, 16. Mai. Am vorigen Sonntagvormittag trafen sich im Saale des „Solmserhofes" 20 Vereine des Sängerkreises „Chat- t i a" zum diesjährigen Wertungssingen. Zunächst begrüßte Kreisführer Rinker (Nonnenroth) die weit über 500 erschienenen Sänger, insbesondere Prooinzführer Wendler (Bad-Nauheim). Sodann hieß Bürgermeister Högy alle Festteilnehmer namens der Stadt willkommen und wünschte dem Kreisliedertaa einen guten Verlauf. ' Bei dem folgenden Wertungssingen war Musiklehrer Blaß (Gießen) als Wertungsrichter tätig. Nachdem alle Sänger ihr Können gezeigt hatten, unterzog er die einzelnen Vereine einer lobenden Kritik und gab gleichzeitig wertvolle Anregungen. Nach der Mittagspause bewegte sich ein großer Festzug der Sänger mit ihren Vereinsfahnen durch die flatzgengeschmückten Straßen Laubachs nach dem Marktplatz, wo eine Kundgebung des Sänge r k r e i f e s „C h a 11 i a" stattfand. Nach einem Massenchor „Hör uns Hymne" sprachen Vereinsführer Hch. S i l ß (Laubach), sowie Kreisführer Rin - k e r (Nonnenroth) zu den Sangesbrüdern und gaben ihrer besonderen Freude über den Verlauf des Kreisliedertages Ausdruck. Prooinzführer Wendler (Bad-Nauheim) nahm sodann im Auftrage des Gausängerführers die Ehrung zahlreicher verdienter Sänger vor. Den Ehrenbrief und die Ehrennadel in Gold des Deutschen Sängerbundes erhielten für 50jährige treue Mitgliedschaft Friedrich Högy und Jakob B ö ch e r aus Ruppertsburg. Sodann wurden weitere Auszeichnungen für 40-- und 25jährige Mitgliedschaft vorgenommen. Nach einem weiteren Chor „Nun ade", der unter der Stabsüh- nmg des Kreischorleiters Stein (Lich) gesungen Jahr um Jahr darauf hinzuweisen, welcher Schaden durch die Plünderung der Vogelnester angerid)« tet werden kann, denn die Singvögel sind nützliche Helfer im Kampf gegen die schädlichen Insekten. Der eigene Nutzen zwingt uns also schon dazu, den Nachwuchs der Vogelwelt zu schonen, ja, den Vögeln so weit wie möglich das Drutgeschäft zu erleichtern. Das wichtigste dabei ist, sobald die Tiere mit dem Nestbau begonnen haben, sie vollkommen in Ruhe zu lassen. Vor allem schaue man nicht nach, ob das Weibchen heute wiederum ein Ei gelegt hat, berühre nicht die Eier, lasse auch die Jungen in Ruhe! Allzu leicht geben die Alten, wenn der Mensch den Bau berührt hat, das Nest auf, und damit entfällt zum Schaden des Menschen wiederum eine Brut. Man soll keinesfalls, wenn man ein Nest entdeckt hat, es den Kindern zeigen! Neugierde und falsch angewandte Tierliebe führen die Kinder immer wieder zu dem Brutplatz, mögen die Erwachsenen sie noch so streng ermahnen. Weiter soll man aber auch den Vögeln möglichst viel und gute Nistgelegenheit bieten. Wenn man bei der Wahl der Bäume und Sträucher Pflanzen nimmt, die nicht allein gute Niststätten abgeben, sondern auch eine Weide für die Bienen, oder wie bei Maulbeeren Laub für die Seidenraupen bieten, so nutzt man in doppelter Weise der Wirtschaft und sich, selbst. Gießen-Klein-Linden. In geistiger und körperlicher Frische begeht am kommenden Sonntag der Landwirt und Kohlenhändler i. R. Wilhelm Jung III. im Kreise seiner sämtlich noch lebenden 8 Kinder, 2 Söhne und 6 Töchter, ferner 16 Enkel und 4 Urenkel, seinen 8 0. Geburt s ta g. Der alte Herr hat seinen Humor, der ihm über manche schwere, Lebenslagen hinaus geholfen hat, bis auf den heutigen Tag erhalten. Dem Jubilar, einem langjährigen treuen Bezieher des Gießener Anzeigers, unseren herzlichen Glückwunsch. Rundfunkprogramm Samstag, 20. Mal. 5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf. An- schließend: Nachrichten. 6: Morgenspruch. Gymnw stik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25:. Deutschland — Kinderland: Ich hab' so Angst! Zwiegespräch von Dr. Berta Geißelbrecht. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Freikorps auf Wache vor Deutschland. Eine Hörfolge von der Befreiung Rigas im Jahre 1919. Von Paul Adam. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Abschalten — kommt nicht in Frage! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Die Vogelhochzeit. Allerlei Lustiges von unseren gefieberten Sängern, im Walde erlauscht von unseren Jungmädeln. 16: Nachmittagskonzert. Einlage: 17 bis 17.10: Eifelrennen auf dem Nürburgring: Der letzte Trainingstag. 18: Die Wehrmacht musiziert. Einlage: Ein Besuch beim Jnf.-Rgt. 14, Konstanz. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: 'Nachrichten. 20.15: Meister deutscher Unterhaltungsmusik (Ernst Fischer). 22: Nachrichten. 22.15: Eifelrennen auf dem Nürburgring: Wie sie morgen starten! 22.30 bis 24 Uhr: Don Stuttgart (aus der Reichsgartenschau): Tanzmusik. trümmert. Don den fünf Insassen, drei Männer und zwei Frauen, war einer sofort tot, ein zweiter st a r b auf dem Transport in das Kreis- krankenhaus Bad Homburg, eine der beiden Frauen erlag am Donnerstagnachmittag ihren schweren Verletzungen. Die beiden übrigen Mitfahrer wurden 'schwer verletzt. Nach den Feststellungen der Polizei ist das Unglück auf übermäßig hohe Geschwindigkeit und auf Alkoholgenuß zurückzuführen. Landkreis Gießen. Li ch, 19. Mai. Der älteste aktive Sänger der Sängervereinigung „C ä c i l i a", Weiß- binbermeifter Karl Schäfer, kann heute Freitag, 19. Mai, bei bester Gesundheit seinen 7 8. Geburtstag feiern. Der Jubilar gehört in diesem Jahr 60 Jahre dem Verein als aktiver Sänger an und konnte für diese treue Dienste im Laufe der Jahre u. a. mit dem Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes und der goldenen Ehrennadel des früheren Lahntalsängerbundes ausgezeichnet werden. Wann darf man auf der Eisenbahn die Fahrt unterbrechen? Ndz. Zur Reisezeit ist eine Aufklärung über die Fahrtunterbrechungen, die die „Reichsbahn-Be- amten-Zeitung" veröffentlicht, von Interesse. Danach ist nicht jeder Reisende auf Grund feines Fahrtausweises berechtigt, die Fahrt zu unterbrechen. So dürfen Fahrgäste mit Kurzarbeiterwochenkarten, Fahrkarten für Kleingärtner, Zehnerkarten, Sonderzugkarten bei Fahrt im Sonderzug. Fahrtausweisen, die zur freien Rückbeförderung gültig geschrieben sind, umgeschriebenen Fahrtausweisen die Fahrt nicht unterbrechen. Mit allen anderen Fahrtausweisen ist innerhalb der Geltungsdauer der Fahrtausweise Fahrtunterbrechung beliebig lange gestattet. Eine Unterbrechung verlängert die Geltungsdauer des Fahrtausweises aber nicht, es fei denn, daß der Fahrtausweis vom Aufsichtsbeamten bei Zugversäumnis um einen weiteren Tag gültig geschrieben worden ist. Die Zahl der erlaubten Fahrtunterbrechungen ist verschieden. Bei manchem Fahrtausweisen sind hinsichtlich der Unterbrechungen auch noch Unterschiede zwischen Hin- und Rückfahrt gemacht. Bei Fahrtunterbrechungen behalten Zuschlag-, Uebergangs- und Umwegkarten ihre Gültigkeit zur Weiterreise. Nach einer Fahrtunterbrechung kann die Reise auch von einem anderen, dem Bestimmungsbahnhof näher gelegenen Bahnhof desselben Weges fortgesetzt werden. Bei Fahrtausweisen, die wahlfrei für mehrere Wege gelten, darf nach einer Fahrtunterbrechung die Reise aber nur auf dem unterbrochenen Weg fortgesetzt werden» Als Fahrtunterbrechung gilt nicht: a) das nur durch den Fahrplan bedingte Erwarten des nächsten Anschlußzuges, selbst bei Uebernachtung; b) der Uebergang aus einem auf dem Bestimmungs- ober Unterwegsbahnhof nicht haltenden Zug in den nächsten dort haltenden Anschlußzug; c) der Uebergang in einen Zug, mit dem das Reiseziel früher oder billiger erreicht werden kann, als mit oem vorher benutzten Zuge. Diese Bestimmungen gelten auch für Fahrtausweise der Auslandsverkehre für die deutschen Strecken; den Buchfahrkarten sind die für sie geltenden besonderen Bestimmungen aufgedruckt. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Erlaß vom 1.4.1939 ist die Reichswirtschaftskammer angewiesen worden, dafür Sorge zu tragen, daß Ladenzeitverkürzungen im Einzelhandel nicht mehr oorgenommen werden. Veranlassung dazu gab die erhebliche zusätzliche Beanspruchung, die heute zahlreiche Volksgenossen auf sich nehmen müssen und mit der es sich nicht verträgt, wenn ihnen die an sich schon durch diese Arbeitsbeanspruchung verkürzte Zeit für die Erledigung ihrer Einkäufe noch weiter beschnitten wird. Es wird erwartet, daß der Einzelhandel diesen Maßnahmen vollstes Derständ- Rbein-Mainische Börse. Hlitlagsbörfe: kleine Veränderungen. Frankfurt a. M., 17. Mai. Die Börse blieb am Aktienmarkt weiter vernachlässigt. Seitens der Kundschaft bestand weder nennenswerte Nei- S zu Anschaffungen, noch solche zu Abgaben. nders anregende Momente lagen überdies nicht vor, so daß sich wieder nur in wenigen Werten kleinstes Geschäft abwickelte. Dabei wiesen die Kurse weiterhin kein einheitliches Gepräge auf, die Veränderungen betrugen wieder nur Bruchteile eines Prozentes. In der chemischen Gruppe lagen IG. Farben mit 150 unverändert, Metallgesellschaft 0,50 v. H. höher mit 114,50, aber Rütgers werke nach Pause 1 v. H. ermäßigt auf 140,50. Von Elektro- roerten stiegen Schuckert um 1 v. H. auf 180, Betula auf 159,75 (159), andererseits Gesfürel leicht angeboten und 132 (132,50). Montanwerte lagen nahezu unverändert, Vereinigte Stahl 0,50 v. H. erhöht auf 102,50. Maschinen- und Motorenwerke tarnen gleichfalls fast unverändert zur Notiz. Am Rentenmarkt war das Geschäft im allgemeinen ebenfalls ruhig. Verstärkte Nachfrage verblieb in Reichsschatzanweisungen. Auch Steuergutscheine I waren weiter gesucht. Reichsaltbesitz ein wenig gebessert auf 132,10 (132), Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 121,65, Dekofama I 0,13 v. H. abbröckelnd auf 135,75. Pfandbriefe notierten bei kleinem Geschäft unverändert. Von Industrie- Obligationen bröckelten 5 v. H. Gelsenbenzin auf 99,65 (100) ab. Stadt anleihen lagen ruhig, 1927er Mannheim nach Pause 98,50 (97,90). Im Freiver- kehr gingen Kommunal-Umschuldung mit unverändert 93,60, II. Steuergutscheine mit 98,55 um. Abendbörse still. An der Abendbörse kam es kaum zu Umsätzen, zumal wegen der Verkehrsunterbrechung durch den Feiertag. Am Aktienmarkt war die Haltung behauptet. Im einzelnen notierten: Buderus 101,50, Mannesmann 106,25 (106,13), Rheinstahl 134,50 (134,75), Vereinigte Stahl 102,40 (102,50), Adlerwerke 102, BMW. 145, Bemberg 136, Demag 142,75, Deutsche Erdöl 123,50, Scheideanstalt 204, IG. Farben 150, Gefürel 131,50, Junghans 95, Main kraft 89,50, Metallgesellschaft 114,50, Maenus Maschinen 125, Schuckert 179,50 (180), Schöfterhof 185,50, Neue Bauges. Wayß & Freytag 162, Commerzbank 105,50, Deutsche Bank 111,50, Dresdner Bank 105,50. Am Rentenmarkt wurden Reichsaltbesitz zu 132,15 (132,10) und Reichsbahn-Vorzugsaktien zu unverändert 121,65 gefragt; 6 v. H. IG. Farben hatten bei unverändert 123,75 kleinen Umsatz, ebenso im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung zu unverändert 93,60. Auch für Steuergutscheine verblieb Interesse. anschaulicher und eindringlicher Form die außerordentlichen Gefahren fahrlässigen Landesverrates vor Augen und weist aufklärend, warnend und abschreckend auf die unabsehbaren Folgen hin, die leichtfertige und verantwortungslose Schwätzereien für Staat und Volksgemeinschaft nach sich ziehen können. Es ist zu wünschen, daß möglichst viele Besucher diesen oolkserzieherisch wichtigen Film kennen lernen. Schülerwettbewerb des NS.-Lehrerbundes. NSG. Dor Beendigung des Schuljahres fand ein freiwilliger Schülerwettbewerb des NSLB. in Kurzschrift und Maschinenschreiben statt. Trotz großer Belastung durch den Reichsberufswettkampf und die Abschlußprüfungen beteiligten sich die Schüler von 19 Kreisen. In Kurzschrift beteiligten sich am Richtigschreiben 4606 Schüler und Schülerinnen, am Maschinenschreiben 1042. In den verschiedenen Ge- schwindigteiten nahmen teil bei: 60 Silben 1527 Teilnehmer, 80 Silben 1112 Teilnehmer, 100 Silben 649 Teilnehmer, 120 Silben 574 Teilnehmer, 140 Silben 306 Teilnehmer und 160 Silben 28 Teilnehmer. 93 v. H. aller Arbeiten waren erfolgreich und tonnten durch eine Anerkennungsurkunde des ©au« Walters des NSLB., Ministerialrat Ringshau « sen, ausgezeichnet werden. Die Beteiligung am Wettbewerb im Maschinenschreiben war in diesem Jahre bereits dreimal so groß als 1938. Das ist um so bemerkenswerter, als in Maschinenschreiben außerordentlich hohe Anforderungen gestellt wurden. "Es beteiligten sich am Maschinenschreiben 1042 Teilnehmer, davon auch 93 v. H. mit Erfolg. Schutz den Singvogelnestern. Der Mai uüd der Juni sind die hauptsächlichsten Brutmonate iHtferer Singvögel. In den Wäldern, in den Hecken, in den Obstbäumen und in den Gar- tensträuchern bauen sie ihre Nester. Wenn auch nirgendwo der Vogelschutz so ausgebaut ist wie in Deutschland und auch nirgendwo wie bei uns der Mensch schon aus eigenem Antrieb für die Erhal- tung der Vogelbrut sorgt, ist es doch notwendig,