Nr. 16 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 19. Januar 1959 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen oonTOmm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach oorh. Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzea Postscheckkonto: ßrankfurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universitättdruckerei R. Lange in Gießen. 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Diese Feststellungen dürften sich insbesondere auf das M i t t e l m e e r beziehen. Der Ministerrat halt einstimmig die Erklärungen des Außenministers gebilligt. Auch über die Haltung Frankreichs in der spanischen Frage hat Uebereinstimmung geherrscht. Sie ist in den Mitte l p u n k t der Erörterungen getreten. Der frühere Ministerpräsident Blum hat bereits in einer kurzen Erklärung am Dienstagnachmittag die Forderung aufgestellt, daß Frankreich das Nichteinmischungsabkommen kündigen und die Pyrenäen grenze nach dem roten Spanien öffnen solle. Er wird diese Forderung in einer Rede während der außenpolitischen Aussprache in der Kammer noch einmal unterstreichen. Die französische Regierung kann sich auf ein solches Abenteuer, das ihre enge Freundschaft mit England gefährden würde, nicht einlassen. Das Aeußerste,' was die Regierung zulassen kann, ist, daß die Forderung nach einem wirksamen Schutz der französischen Interessen im M i t t e l m e e r auch im Falle des Endsieges General Francos in der Tagesordnung, mit der die außenpolitische Aussprache abgeschlossen wird, mit aller Schärfe vertreten werden wird. Dies entspricht auch der von der Radikal sozialistischen Partei am Sonntag angenommenen Entschließung. Es- wikd aller Voraussicht nach langwieriger Verhandlungen mit den Parteien bedürfen, um einen befriedigenden Text für eine solche Tagesordnung in der Kammer zu finden. Die Radikalsozialisten sind durch den Beschluß ihres Vollzugsausschusses vom letzten Sonntag für die Stimmabgabe zugunsten von Daladier festgelegt. Auch die Stimmen der Rechten werden in ihrer großen Mehrheit für die Regierung abgegeben werden. Die Soziali - st e n uni) Kommun i st e n dagegen werden a u f alle Fälle gegen die Regierung stimmen. Die große Mehcheit der Blätter warnt vor jeglicher Einmischung Frankreichs in die spanischen Angelegenheiten und fordert die strikte Beibehaltung des Nichteinmischungsgrundsatzes. Fast alle Zeitungen berichten, daß sich sowohl der französische Mini- sterrat wie auch der englische Kabinettsrat am Mittwoch ganz entschieden für eine Fortsetzung der Nichteinmischungspolitik ausgesprochen hätten. Der Matin schreibt, man könne sicher- fein, daß Ministerpräsident Daladier nicht im ge- ringsten im Zweifel darüber sei, welche Haltung seine Regierung künftig Spanien gegenüber einzunehmen habe. Sollte er aber dennoch irgendwelche Zweifel hegen, so müßte die Haltung Blums genügen, um Daladier umzustimmen. Denn wenn Blum heute eine Intervention in Spanien verlange, so Müsse man gerade das Gegenteil tun. Im linksgerichteten Homme Libre heißt es u. a., die Intervention in Spanien fei gleichbedeutend mit Krieg. Auf jeden Fall aber würde eine Intervention keine Lösung dxs Problems sein. In der Liberte fordert Doriot, der Führer der Volkssozialisten, die Entsendung eines fran- zöftschen Botschafters nach Burgos und erklärt, wenn der sadistische intellektuelle Leon Blum Frankreich auf den Kriegspfad führen wolle, so sei das gerade Gründ genug für die währen Franzosen, ihm nicht Folge zu leisten. Der Heeresausschuß der .Kammer bat mit zehn gegen fünf Stimmen bei zahlreichen Stimmenthaltungen einen von dem kommunistischen Abgeordneten Gitton eingebrachten Antrag ab gelehnt, in dem die französische Regierung aufgefordert wird, an Rotsvan ien Kriegsmaterial zu liefern. Die Abstimmung entspricht der Haltung der Regierung, die im Augenblick nicht die Absicht hat, von ihrer bisherigen Politik gegenüber Spanien abzugehen und das Nichteinmischungsabkommen 3u kündigen. Man erklärt jedoch gleichzeitig, daß die Regierung sich ihre zukünftige Haltung Vorbehalten und im Falle von Verletzungen der Nichteinmischungspolitik sich mit der englischen Regierung über ihre Haltung besprechen wolle. Frankreich werde auf jeden Fall in vollem Einvernehmen mit.England handeln. Außenminister Bonnet werde dies auch in feiner Kammerrede am Freitag zum Ausdruck bringen. Oer Flüchtlingssirom aus Katalonien Paris, 18. Jan. (Europapreß.) Von der fran- zöfisch-sowietfpanischen Grenze wird gemeldet, daß die Zahl der aus Katalonien in Frankreich ein treffenden Flüchtlinge mit jedem Tag größer wird. Am Mittwochvormittag sind mehrere Miliz s o l d a t e ii an der französischen Grenze eingetroffen; sie waren vollkommen erschöpft. Sie wurden verpflegt und gemäß ihrem Wunsche an die nationalspanische Grenze nach Irun weitergeleitet. Zahlreiche wohlhabende fatalo= Nische Familien sind im Kraftwagen mach Frankreich geflohen und haben gegenwärtig in der Gegend von Perpignan Unterkunft gefunden. Sie haben die Hoffnung ausgesprochen, der Krieg möge bald beendet sein, damit sie wieder in ihre Heimat zurückkehren könnten. Oie Stadt ponö von nationalen Truppen beseht. Salamanca, 19. Jan. (Europapreß.) Das nationale Hauptquartier teilt Mittwochabend mit: Trotz des schlechten Wetters haben die nationalen Truppen am Mittwoch erneuten feindlichen Widerstand gebrochen. Sie sind auf allen Kampfabschnitten der katalanischen Front durchschnittlich z e h n K i käme t e r t i e f vorgedrungen. Die als Knotenpunkt militärisch wichtige Stadt Pons wurde besetzt. Eine Reihe weiterer, strategisch wichtiger Stellungen wurden ebenfalls erobert. Insgesamt wurden am Mittwoch 2000 Gefangene gemacht sowie zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet. — An der Madrider Front herrscht vollkommene Ruhe. An der Südfront haben die nationalen Truppen Angriffe des Feindes abgewiesen und 300 Gefangene gemacht. Oie Engländer Verlagen Madrid. London, 19, Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung aus Madrid verlassen am heutigen Donnerstag 60 britische Untertanen Madrid, um sich n a ch Valencia zu begeben, von wo aus sie u n Bord des b r i t i s ch en Kreuzers Devonshire über Marseille in die Heimat zurück- abs. London, 19. Januar. In der regelmäßigen Mittwochsitzung des Kabinetts wurde dem Vernehmen nach die spanische Frage ausführlich besprochen. Chamberlain und Lord Halifax erstatteten dabei über ihren Rombesuch und insbesondere über die Haltung Mussolinis zum Spanienproblem Bericht. Die Arbeiterpartei, die Liberalen und die Kommunisten setzen die Regierung angesichts der für die spanischen Bolschewisten immer ungünstiger werdenden Lage unter schärfsten Druck, um in letzter Stunde noch eine Einmischung Englands zugunsten Sowjetspaniens herbeizuführeg. Der Leiter der Opposition im Unterhaus, A11lee, sandte Chamberlain einen Brief, in dem er die sofortige Einberufung des Parlaments und die Ermöglichung des Ankaufs von Nahrungsmitteln und Waffen durch die spanischen Sowjets fordert. Vor Beginn der Kabinettssitzung rotteten sich k o m m u n i st i s ch e Elemente in der Downing Street zusammen und empfingen die vor der Amtswohnung des Ministerpräsidenten vorfahrenden Minister mit Sprechchören wie „Waffen für Spanien". Die Polizei sah sich veranlaßt, Menschenansammlungen in der Downing Street zu verbieten und die Straße während der Ministerbesprechung zu räumen. Der Sekretär der Kommunistischen Partei, Harry Pollitt, erschien kurz nach elf Uhr an der Tür der Wohnung des Mini- Berlin, 19. Jan. (DNB.) Im Goethesaal des Har- nack-Hauses in Dahlem fand die Eröffnungsfeier der Deutsch-Italienischen Studienstiftung statt. Der italienische Botschafter Attolico dankte Reichs- erziehungsminister R u st für seine großen Verdienste um den Abschluß des Kulturabkommens zwischen Italien und Deutschland. Die Studienstiftung gründe sich auf den großzügigen Beitrag deutscher Industrieller. Beiäe Länder setzten ihre ganzen Kräfte ein für die Selbstversorgung, die lediglich dahin strebe, dem Volke auch in den Stunden der Gefahr eine Existenz zu garantieren und das Vaterland zu schützen gegen internationale Bedrängungen, wie sie Italien in der Zeit der Sanktionen erfahren habe. Junge Wissenschaftler und Techniker beider Länder möchten durch die Deutsch-1 Italienische Studienstiftung den Wert praktischer Erfahrungen und einer herzlichen Zusammenarbeit aus eigener Anschauung erkennen. Reichserziehungsminister R ü ft betonte, daß das deutsche und das italienische Volk für die Kultur der Menschheit unermeßliche Werte geschaffen habe. Deutschland und Italien haben heute ihre gemeinsame historische Mission erkannt auf dem Gebiete des politischen Wollens und auf dem des kulturellen Schaffens. Der Präsident des Istituto Nazionale per le Re- lazioni Culturali con.l’Estero, Onorevole Alessandro Pavolini, der Präsident des neugegründeten Institutes für die kulturellen Beziehungen mit dem im Auslande in Rom und Präsident der Confede- razione Fascista dei Professionisti e Arfisti (Kammer der freien Berufe) in Rom ist, behandelte dann das Thema „Die Achse und die kulturellen Beziehungen". Die. Kulturverträge sind eine Neuheit befördert werden sollen. Wie man hört, verlassen diese Engländer Madrid, weil die Lebensmittelversorgung derart schlecht geworden ist, daß selbst auf dem vielseitigen Kurierweg nicht mehr für genügend Nahrungsmittel für die britische Kolonie gesorgt werden kann. Das französische Imperium. Paris, 18. Ian. (Europapreß). Die Bestrebungen zahlreicher politischer Kreise, das französische Imperium feierlid) auszurufen und verfassungsmäßig die Titelführung sowie die amtliche Bezeichnung zu verankern, nehmen von Tag zu Tag zu. So hat der sozialistische Marseiller Abgeordnete Daher in der Kammer einen Antrag eingebracht, demzufolge der französische Staatspräsident künftighin den Titel „Präsident der französischen Republik und des französischen Imperiums" führen soll. Ferner haben eine Anzahl Abgeordneter aus den französischen Kolonialgebieten verlangt, daß das französische .Imperium zu einer unanta ft baren Einheit erklärt werden soll. Von der Kammer soll feierlich erklärt werden, daß ebenso wie das kontinentale Frankreich alle Teile des französischen Imperiums mit ihren Bevölkerungen unter den Schutz des französischen Mutterlandes gestellt werden sollen. Weiter soll festgelegt werden, daß die Souveränität Frankreichs unteilbar sei und eine Übertragung an andere Länder nicht stattfinden könne. Vor einigen Tagen war bereits gemeldet worden, daß die französischen Besitzungen in Nordafrika und die Protektoratsgebiete zu einer Einheit zusammenqeschlossen und unter eine militärische Verwaltung gestellt werdqn sollen. Der derzeitige Generalresident von Marokko solle den Oberbefehl über die so zusammengeschlossenen französischen Gebiete in Nordafrika erhalten. Der Zweck dürfte der sein, die bisher nur lose miteinander zusammenhängenden Gebiete zusammenzuschweißen, um ihre Verteidigung zu erleichtern. Dies gilt besonders für Tunis. sterpräsidenten und verlangte Chamberlain "3'u spreche n. Pollitt; der von einem Sekretär des Ministerpräsidenten abgewiesen wurde, wollte ein Schriftstück, in dem ein Eingreifen zugunsten Sow- jetspäniens verlangt wird, überreichen. In seiner Antwort hat Ministerpräsident Chamberlain nicht nur die vorzeitige Einberufung des Parlaments, sondern auch eine Aenderung der englischen Politik gegenüber dem spanischen Bürgerkrieg im Sinne einer Aufhebung des Waffenausfuhrverbots nach Spanien als gefährlich abgelehnt. Der Ministerpräsident fügte hinzu, die Verhandlungen mit anderen Staaten, insbesondere mit den Vereinigten Staaten von Amerika, hätten gezeigt, daß eine internationale Aktion zur Abwendung. einer Hungersnot in Sowjetspanien sich als aussichtslos erwiesen habe. Aus diesem. Gebiet werde die englische Regierung wie bisher sortfah- ren, mit nichtamtlichen Organisationen zusammenzuarbeiten; im übrigen beobachte sie die Lage in Spanien weiterhin mit Aufmerksamkeit. Der Entschluß des französischen Kabinetts, die Grenzsperre für Waffenlieferungen nach Sowjetspanien aufrechtzuerhalten, findet in der englischen Morgenpresse beträchtliche Beachtung. Vernon Bartlett, der diplomatische Mitarbeiter des „News Chronicle", vertritt die angeblich aus zuverlässiger Quelle stammende Auffassung, die englische Regierung habe Frankreich bei der in dieser der modernen Diplomatie. Der reichhaltigste ist der zwischen den beiden Mächten der Achse. Er wendet sich an die beiden Völker in allen ihren Ständen von der Sprache bis zum Buch, vom Theater bis zum Rundfunk und vernachlässigt keine Ausdrucksmög- lichkeit sowie keine Mittel und Wege zur Verbreitung der Kultur. Je mehr eine Kultur ihrem eigenen geschichtlichen und natürlichen Genius treu bleibt, um so leichter kann sie mit anderen Kulturen, die ebenfalls rein sind, Zusammenarbeiten. Aus diesem Grunde steht das Sichberufen auf die lebendige Kraft der eigenen Tradition nicht im Widersprach mit dem Bestreben der geistigen Annäherung zwischen den beiden Völkern, sondern ist vielmehr deren Voraussetzung und Grundlage. Der Präsident der Deutsch-Italienischen (Studienstiftung, Dr. Ludwig von Winterfeld, sprach dann über das Thema „Die europäische Bedeutung der neuen Wirtschaftsformen in Deutschland und Italien". Nach der Machtergreifung fanden sich Deutschland und Italien in der gleichen doppelten Frontstellung zusammen: In dem Anspruch auf Gleichberechtigung gegenüber den Westmächten und im Kampf gegen den Bolschewismus. Mit der Ausnutzung der wirtschaftlichen Machtstellung zu einem Werkzeug politischer Gegnerschaft wurde für Deutschland und Italien ein Wirtschaftssystem zur Notwendigkeit, das die eigenen Wirtschaftskräfte von Störungen durch das Ausland unabhängig macht. Der Staat gab in beiden Ländern den nationalen Wirtschaftskräften eine planvolle Erprobte Freundschaft. Ungarns Außenminister Graf Csaky hat die Reichshauptstadt wieder verlassen, nachdem er in den Tagen seines Besuches sowohl mit Außenminister von Ribbentrop wie auch Generalfeldmarschall Goring und dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, wiederholt verhandelt hatte. Der berühmte Schiedsspruch von Wien, der. für Europa Geschichte gemacht hat, hat auch insofern eine politische Neugestaltung vollzogen, als der Schwerpunkt der Geschehnisse und Entschlüsse in Mittel- und Südosteuropa nicht mehr in Genf oder bei den westlichen Demokratien liegt, sondern bei der Achse Berlin — Rom. Ungarn ist das Land, das von den ruchlosen Pariser Vorort-Verträgen besonders hart mitgenommen wurde, wobei offensichtlich die Absicht im Spiel war, Ungarn von innen auszuhöhlen, um es staatlich und wirtschaftlich in sich zusammenbrechen zu lassen. Ungarn hat dieser Absicht widerstanden, in seinen schweren Stunden, in denen es oft um das Geschick von Staat und Volk ging, erhoben sich immer wieder Staatsmänner von Rang, um das Schlimmste abzuwenden. So war es mit Admiral Horthy, dem Reichsverweser, so war cs mit dem unvergeßlichen Staatsmann und Patrioten Göm- bös, so war es auch mit dem greifen Grafen Apponyi, der in Genf nicht müde wurde, für die nnverjährbaren Rechte des grausam verstümmelten Ungarn zu streiten. Ungarns Staatsmänner waren es auch, die rechtzeitig erkannten, daß das Heil des Landes nicht in Genf liegen konnte, daß es vielmehr darauf' ankam, mit den Mächten in Fühlung zu kommen, ohne die sich ein Mitteleuropa mit seiner Fortsetzung im Süden und Osten nicht denken läßt. So entstand das Verhältnis Zu Deutschland und Italien, das sich besonders eng gestaltete, seitdem in Deutschland der Führer die Macht an sich genommen hatte, um nun für Deutschland und damit für Mitteleuropa einen Weg Frage zu fällenden Entscheidung freie Hand gelassen. In Frankreich war in den letzten Tagen das Gerücht in Umlauf, Außenminister Lord Hali- f a x habe dem französischen Außenminister Bon - n c t eine Warnung gegen die Absicht einer Grenz- Öffnung zugeleitet. Ein solcher Schritt ist nach dem Eindruck englischer Beobachter in Paris und Londoner unterrichteter Kreise niemals erfolgt. Der Pariser Korrespondent des „Daily Telegraph" führt den Entschluß auf den Wunsch der französischen Regierung zurück, Italien zur Zeit nicht vor den Kopf zu stoßen. Erhebliches Aufsehen erregt die Tatsache, daß der ehemalige Ministerpräsident Lord Baldwin um 13.30 Uhr vor der Amtswohnung des Ministerpräsidenten Chamberlain vorfuhr und bei Chamberlain zu einem Frühstück zu Gast war. Baldwin hak in der letzten Zeit vor allem auf innerpolitischem Gebiet hinter den Kulissen eine bedeutsame Rolle gespielt. Er soll sich wiederholt für die Bildung einer nationalen Regierung auf breite ft er Grundlage eingesetzt haben. Die Zusammenkunft, die er im Dezember zwischen König Georg und sieben oppositionellen Abgeordneten üermiltelt hatte, wird in politisch interessierten Kreisen als ein Zeichen dafür angesehen, daß Baldwin fein Ziel mit verstärkter Energie verfolgt. Ordnung unter Einbau der Privatinitiative durch Zusammenarbeit von Wirtschaftsbehörden und Selbstverwaltungsorganen. Als Deutschland seine Arbeitslosigkeit überwand, seine Produktion von Jahr zu Jahr steigerte und durch energische Aufrüstung seine Souveränität wiedererrang und auf Großdeutschland erstreckte, als Italien den abessinischen Feldzug und die Sanktionen durchstand und sein Imperium begründete, bestaunte man die darin enthaltenen Wirtschaftserfolge wie ein Wunder. Deutschland und Italien haben die Donau ft aa» ten nicht nur vor den schlimmsten Auswirkungen des Bolschewismus und des internationalen Liberalismus durch feste Handelsbeziehungen bewahrt, sie haben ihnen auch das Beispiel dafür gegeben, wie man in einem kapitalarmen Lande die heimischen Wirtschaftskräfte bis zum Letzten ausnutzen kann. Sie haben Europa das Beispiel einer leistungsfähigen Volkswirtschaft gezeigt, die sich auf heimischen Boden und Fleiß gründet und nicht auf den Schultern fremder Völker in Ueberfee steht. Das Geheimnis dieser Erfolge ist ihre S y st c in a t i f, die einen lebendigen Kreislauf der Kräfte schafft, der nationale Erneuerungswille, der aus einem unerträglich gewordenen Notstand heraus alle Vorurteils durchbrach und Schritt für Schritt die Wirtschaftskräfte dem Ordnungssystem einglieberte. Diese neuen Wirtschaftsformen haben aegenüber den Ueberfee» Mächten eine selbständige Wirtschafts- und Staatspolitik Kontinentaleuropas ermöglicht und in ihrer europäischen Wesensverwurzelung und Leistungsfähigkeit den Bolschewismus auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu einem Zwittergebilde der europäischen Randzone deklassiert. Chamberlain gibt dem Druck der Opposition nicht nach Oie Deutsch-italienische Gtudienstiftung eröffnet. Erfahrungsaustausch in freundschaftlicher Zusammenarbeit von Wissenschaft und Technik. L AI -M W: W 5Ä Beförderungen in der Wehrmacht werden soll. Cs wurde enge Verbundenheit des garn in gleicher Weise italienischen Veziehngen auch Am Die Bombenanschläge in England. Die ersten Verhaftungen. - Neue umfangreiche Schutzmaßnahmen. kommen werde, wie sie Syrien in d,en Jahren 192.5 und 1926 und zuletzt noch im Frühjahr 1936 erlebt hatte. — Der frühere sozialistische Unter- staatssekretär Pierre V i e n o t, der im Herbst 1936 den Unabhängigkeitsvertrag mit Syrien abgeschlossen hatte, hat sich jetzt mit einer Aufsatzreihe im „Populaire' zu rechtfertigen gesucht und dabei u. a. darauf hingewiesen, daß verschiedene rechtsstehende Politiker, als sie seinerzeit an der Macht waren, wie Tardieu und Flandin, ebenfalls sich mit dem Gedanken getragen hätten, Syrien die Unabhängigkeit zu verleihen. Berlin, 18.San. (DNB.) Der Führer hat den Korpsführer des NSFK. Friedrich Christiansen mit Wirkung vom 1. Januar 1939 zum General b c r Flieger befördert. Mit dieser Beförderung zeichnete der Führer einen alten Pour-le-merite* Flieger aus, der sich in gleicher Weise im Einsatz für die neu erstandene Luftwaffe als auch durch die Gründung und den Ausbau des Nationalsozialistischen Fliegerkorps außerordentliche Verdienste erworben hat. General der Flieger Christiansen vollendete am 12. Dezember 1938 das 59. Lebensjahr. zu öffnen, der unter genialer Ausnutzung aller Gegebenheiten ins Freie geführt hat Der Wuner Schiedsspruch, der unleidlich gewordene Verhältnisse und Zustände neu geregelt tot ist ein Beweis^ da- sür, daß die Völker und Staaten Mittel- und -süd- osteuropas sich aus ihre eigenen L e b euere chte 'besonnen haben Ungarn ist entschlossen, sich in diesem Sinne zu betätigen, was auch durch die Reise des Außenministers Gras Csaky noch Berlin unterstrichen wird Zwischen Deutschland und Ungarn gibt es weder Reibungsflächen noch Möglichkeiten, die irgendwelche 'Mißverständnisse zulassen, was ausdrücklich deshalb gesagt werden muß, weil es immer noch Leute gibt, die es für möglich halten, aus Mittel- non bedroht werde und unter ihr leide. Auch für die Landwirtschaft habe das Wort Geltung, daß in zehn oder zwanzig Jahren diejenigen Betriebe die beste Bewertung erfahren, die für das Durchstehen der deutschen Volkswirtschaft am meisten getan haben. dieners betreten werden. Auf dem Römisch-katholischen Kirchhof der nordirischen Hauptstadt B e l f a st ist in der Nacht auf Donnerstag eine Bombe explodiert, durch die ein dort in Form eines keltischen Kreuzes ausgestelltes Denkmal beschädigt wurde. Die das Kreuz umgebenden Eisengitter wurden völlig zerstört. Obschon Polizeibeamte den Friedhof die ganze Nacht bewachten, konnten die Täter unerkannt entkommen. Das Denkmal ist erst vor kurzem fertiggestellt worden. Mit seinem Bau hotte man im vergangenen Oktober begonnen, und zwar unter ständiger polizeilicher Aufsicht, da die an der gleichen Stelle errichteten früheren Denkmäler durch Bombenanschläge z e r st ö r t worden waren. Die Polizei, die zunächst der Auffassung war, daß diese Tat als eine Fortsetzung der Anschläge der letzten Tage zu werten sei, steht in diesem Falle vor einem Rätsel, weil es sich bei dem Gedenkstein um ein (Erinnerungsmai für d i e Irische Republikanische Armee handelt. Es ist also kaum anzunehmen, daß der Anschlag aus Kreisen verübt wurde, die der in Nordirland verbotenen Irischen Republikanischen Armee nahestehen. Berlin, 18. 3an. (DKB.) Der ungarische Minister des Aeuheren, Graf Csaky, lral am Mittwochvormittag mik den Herren seiner Begleitung die Rückreise nach Budapest an. Zur Verabschiedung waren u. a. der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, mit dem Staatssekretär Freiherr von Weizsäcker, der ungarische Gesandte S z t o j a y , der italienische Botschafter Attolico und der japanische Bot- schafler Oshima erschienen. Der Führer hat den ungarischen Staatsmann am 16. d. Al. empfangen. Ferner hatte Graf Csaky mehrere eingehende Aussprachen mit dem Reichs- Minister des Auswärtigen von Ribbentrop. Er hatte Gelegenheit, führende Männer von Partei und Staat und bei den verschiedenen zu seinen Ehren gegebenen Veranstaltungen zu sprechen. Am gestrigen Tage stattete er Generalfeldmarschall Göring einen Besuch ab. Ferner besuchte Graf Csaky den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und besprach mit ihm Fragen der deutschen Volksgruppe in Ungarn. Die Unterhaltungen mit dem Reichsminister des Auswärtigen gaben dem ungarischen Gast Gelegenheit, sich über alle das deutsch- ungarische Verhältnis berührenden Fragen eingehend auszusprechen. Die Unterhaltungen wurden ger, Dr. Gärtner. In der Kriegsmarine: zum Vizeadmiral: den Konteradmiral Marschall, Befehlshaber der Panzerschiffe. Den Charakter als Vizeadmiral Hot erhalten der Konteradmiral Wolf, Admiral der Kriegs- morinedienftstelle Hamburg. Weiter sind befördert: zum Konteradmiral: der Kapitän z. S. Warzecba, Chef des Morinewebramts im Oberkommando der Kriegsmarine: zu Kapitänen z. S.: die Fregattenkapitäne Iorf.z, von Friedeburg, Rollmann (Heinrich), Flies. In der Luftwaffe: zu Generalen der Flieger: die Generalleutnante: Volkmanry Klepke, Christiansen; z u Generalmajoren: die charakterisierten Generalmajore: Schwub, von Stuben- rouch, von Kotze: die Obersten: Schubert. Carlsen, Dipl.-Volksw. 'Weigand, Cranz, Ritter, Siburg, Muszhoff, Mahncke, Ritter von Mann Edler von Tiechler, Lech, Bruch, Krocker, Kolb, Vierling, Schulz, Doerstling, Koeler, Pflugbeil, Süszmann, Koch, Somme, Ritter von Pohl, Deszloch, Fischer, Haehnelt, Dr. Weißmann, Witting: z u Ober st en: die Oberstleutnante: Schulze, Franz, Behrends, Boettge, Krahmer. Freiherr von Boenick, von Stut- terheim. Fischer, Funcke, Dipl.-Ino. Mälzer, Dr. Fis- ser, Müller-Kohle, Divl.-Jng. Riesch, Tschoeltsch, Scywold, Müller (Gottlob), Bülowius, Kommhuber, Köchy, Czech, von Chamier-Glisczinski, Fütterer, von Hevking, Pfeiifer, Abernetty, Sattler, Stapelberg, Buchholz, Piftorius, von Gerlach, Dauber, Deünert, Wolff, Roesch, Cbristenn, Weyert, Carga- nico, Bernhardt, Nowok, Müller (Fritz), Freiherr von Wangenheim: zu O b e r st ä r z t e n : die Oberfeldärzte Dr. Knörr, Dr. Gebler, Dr. Sabersky- Mußigbrodt. Oer jüngste Offtziersiohraang der Wehrmacht bei seinem Obersten Befehlshaber. Berlin, 18. Ian. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing am Mittwochnachmittag in Anwesenheit der drei Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile und des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht die Leutnante des Off i z i ersjahrganqes 19 3 8 von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe. In längeren Ausführungen sprach der Führer in der Nach Beendigung seiner Berliner Besprechungen erklärte Graf Csaky dem DNB.: Mein Berliner Aufenthalt — die erste Auslandsreise, die ich als Außenminister unternommen habe — verschaffte mir viel Freude und Befriedigung. Freude, weil ich mich auf deutschem Boden befand und wieder einmal Zeuge des pulsierenden Lebens des mächtigen Dritten Reiches und der ganz außerordentlichen Entwicklung seiner wunderschönen Hauptstadt sein konnte. Befriedigung, weil meine Unterredungen in Berlin sich in einer äußerst herzlichen und ganz wolkenlosen Atmosphäre bewegten. Daher konnte ihr Resultat natürlicherweise auch nichts anderes fein, als die Feststellung einer der engen Verbundenheit unserer beiden Länder angemessenen harmonischen Zusammenarbeit. Diese auf. gegenseitiges Vertrauen auf- gebaute Zusammenarbeit, die nicht getrübt werden soll, Hot bereits in der nahen Vergangenheit ihre Früchte getragen, sie wird Früchte tragen auch in der Zukunft zur weiteren Befriedung der Völker Europas. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf Hinweisen, daß — wie ich mit Bedauern sehe — eine gewisse Presse in Westeuropa, so wie es bei fqst jeder Auslandsreise ungarischer Minister geschah, ' wieder einmal den Versuch gemacht hat, meinem jetzigen Besuch in Deutschland eine Bedeutung zu unterschieben, die den sichtbaren Zweck verfolgt, das Verhältnis zwischen Ungarn und seinen Nachbarn z u trüben. Diese Störungsversuche sind um so auffallender, als diese Presse wissen müßte, daß das Ziel Ungarns ebenso wie das Deutschlands die Erhaltung des Friedens und die Anbahnung guter b;w. normalnachbarlicher Beziehungen mit den angrenzenden Staaten ist. Und es ist auch nicht anzunehmen, daß die Politik der westlichen Großmächte, die selten eine Gelegenheit versäumen, um ihrem Wunsche zur Befriedung Europas Ausdruck zu verleihen, bem Weltfrieden gegenüber anders eingestellt märe. europa ein Trümmerfeld zu machen. Diese haben die Entwicklung gründlich verschlafen, zumal es gerade in dem Verhältnis zwischen Deutschland und seinen Nachbarn im Donauraum, also Ungarn an erster Stelle, nur reale Tatsachen gibt, die sich gegenseitig ergänzen und unterstützen. Das gewähr- leytet ein tiefes Verständnis, damit ober auch eine starke Freundschaft die sich bisher schon in allen Gefahren und Nöten erprobt hat. Sie wird das in Zukunft erst recht tun, zumal die junge Generation von Staatsmännern und Politikern, tue in Ungarn in den Vordergrund getreten ist, die Ueber- zeugung in sich trägt, daß Mitteleuropa zusam- m e n b a 11 e n muß unter der Führung der Achse Berlin — Rom. O. o. Zum General der Flieger ernannte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht den Generalleutnant Klepke, der vom 1. Dezember 1930 bis zum 1. Oktober 1932 Kommandeur des I. Ba» taillons des Infanterie-Regiments Nr. 15 in G i e • h e n war. Klepke trat 1903 als Leutnant beim Jn- fanterieRegiment 67 in Metz ein, war 1912 bis 1914 zur Kriegsakademie kommandiert und genoß im Frühjahr 1914 seine Ausbildung bei der Fliegertruppe Döberitz. Den Krieg hat der damalige Oberleutnant Klepke an der Oft- und Westfront bei der Fliegertruppe mitgemacht. Er war der letzte Korn« manbeur des Reichswehrfliegerhorstes Königsberg. Bei Errichtung der neuen Wehrmacht trat er wieder zur Luftwaffe über. (Scherl-Bilderbienst M.) Korpsführer Christiansen zum General der Flieger befördert. Deutschlands Rahrunasteiheii Tagung des Reichsfachamtes „Nahrung und Genuh". Innsbruck, 18. Jan. (DNB.) Am Mittwoch- vormittag mürbe die Arbeitstagung des Reich s - fachamtes „Nahrung und Genuß" mit einem Vortrog des Staatssekretärs im Reichsernährungsministerium Willikens über die Lage und Leistungsiähigleit der' deutschen Landwirtschaft eröffnet. Für die gewaltige Leistung der deutschen Landwirtschaft seit der Machtübernahme spreche nichts deutlicher als nüchterne Zahlen. Während beispielsweise in dem als „Jahr der Hochkonjunktur" aeltcnden Jahr 1927 die Ernährung des deutschen Volkes auf dem eigenen Ernährungsraum nur 6 5 v. H. betrug, mar fiß im Jahre 1938 schon 3u 82 v. H. aus eigenem Boden g e- deckt, obwohl der Ernährungsroum um 650 000 Hektar' Anbaufläche verringert war. Für diese außerordentliche Leistungssteigeruna seien vor ollem ansschlogebend: Erzeugungsschlacht und Marktordnung. Die Getreideernte des Jahres 1938 brachte trotz verringerter Anbaufläche mn rund vier Millionen Tonnen mehr als die des Jahres 1933, die damals aleidsialls als Rekordernte bezeichnet werden konnte. Die Getreiberzeu- mma 'n Deutschland erhöhte sich mengenmäßig um 17 v. H., während ganz Europa eine Steigerung um mir 8 v. H. aufzuweisen hat. Deutschland hat nun einen Vorrat ,von einigen Millio - neu Tonnen Getreide und kann auf magere "Zähre oder unvorhergesehene ernstere Zeiten mit Mosaikhalle der neuen Reichskanzlei zu feinen Leutnanten über pflichten und Aufgaben des beut- chen Offiziers in der großdeutfchen Wehrmacht. Im Anschluß an die Ansprache des Führers waren alle Leutnante Gaste des Führers in den Räumen der neuen Reichskanzlei. General her Flieger Klepke. Kaiserslautern hie neue Gauhauptstaht her Saarpfalz. Äaif er 6 lautern, 19. Jan. (DNB.) In einer Kundgebung der Partei in Kaiserslautern.mochte Gauleiter B ü r ck e l die Mitteilung, daß Kaiser s- lautern zur Gauhaupt st adt der Soarpfalz erhoben morden fei. Die neue Gau Hauptstadt mit über 63 000 Einrnohnern ist die zweitgrößte Stadt der Pfalz und liegt im Herzen des Pfälzer Waldes. Sie besitzt eine hochentwickelte Industrie, namentlich Textil, Eisen und Holz. Zur Begründung der Verlegung der Gauhouptstadt von Neustadt nach Kaiserslautern sagte Gauleiter Bürckel: Es müsse Rücksicht genommen werden auf die Parteigenossen an der Saar, denen nicht immer die weite Reise nach Neustadt zugemutet werden könne, zumal Kaiserslautern oerkehrspolitisch am günstigsten im Gau liege. Kaiserslautern sei ferner der Sitz zentraler Behörden und hoher militärischer Stellen. Sieben neue Srenrlondschulen des 71SLB. Bayreuth, 18. Ian. (DNB.) Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter W ä ch t l e r, gab den Auftrag zur Errichtung von sieben neuen Grenz- londschulen des NSLB. Von diesen Schulen, mit denen der NSLB. den Typ des neuen deutschen Schulhouses der Zukunft herausstellt, und von denen schon eine Anzahl in den Grenz- aauen des Reiches fertiggestellt oder im Entstehen begriffen ist, soll eine im Hultschiner Ländchen, eine im Böhmer Wald und fünf weitere an der Südgrenze der Ostmark ihren Platz finden. Eine dieser Schulen wird in einem Tat der Karawanken, nabe der jugoslawischen Grenze bei Bad Villach, erbaut und damit die südlich ste Schule des Großbeutschen Reiches werden. Oie Dorbereiiuna des näcbsten Weli-^reizeii-KonqresteS. London, 18. Ion. (Europapreß.) Der Inter» nationale Vorbereitungsausschuß für den nächsten Weltkongreß für Erholung und Freizeitge- staltung wird vom 6. bis 8. Februar in London zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht die Festsetzung des Tagungsortes für den werten Weltkongreß im Jahre 1940. Die bisherigen Tagun- gen hatten in San Franzisko, Hamburg und Deutschen Reiches mit Un- wie die engen ungarifch- die beste Gewähr für die des europäischen Oie deuisch-ungarische Freundschaft Der ungarische Außenminister hat Berlin wieher verlassen. Fortentwicklung Defriedigungswerkes darstellen. in freundschaftlichem, offenen Geist geführt und ergaben, baß die Ansichten über die zu führende Außenpolitik völlig überein stimmen und daß die altbewährte Freundschaft zwischen beiden Ländern weiterhin vertieft erneut festgestellt, daß die Schwierige Stellung Frankreichs in Syrien Um hie Durchführung hes Unabhängigkeitsvertrages. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers Rübe blicken. Um die Versorgung an Fett und Fleisch zu verbessern, werbe durch den Zwilch e n f r u d) t a n b o u die Erzeugung gesteigert Die Steigerung der Fetterzeuaung habe eine Senkung der F^tleinfubr im Vergleich zum Jahre 1933 um etwa 10'bis 15 v. H. ermöglicht. Während in den fahren 1928'32 die Buttererzeugung 387 000 Tonnen betrug, stieg sie im Iobre 1938 auf 496 000 Tonnen, also um 25 v. H. Hier liege allerdings eine weitere mengenmäßige Steigerung ohne gründliche Aenberung der arbeitstechnilcsien Voraussetzungen nicht mehr im Bereich des Möglichen. Die Hochseefischerei bat im abgelaufenen Jahre 5,5 Millionen Dovvelzentner Fische eingebracht gegenüber 4.21 Millionen Doppelzentner im Jahre 1936. Mit dieser Entwicklung habe der Verbrauch bedauerlicherweise bei w e i.t e m nicht Schritt gehalten. Staatssekretär Willikens ermähnte den um 260 v. H. erhöhten Verhauch an Düngemitteln sowie den bedeutend vermehrten Einsatz an landwirtschaft- lich-n Maschinen und Geräten. Die größte Schwierigkeit bilde die Landflucht, und auch hier sei es wieder der Kleinbauer, der am meisten da- Berlin, 18. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat befördert: Mit Wirkung vom 1 Dezember 1938: Z u Ober« t e n : den Oberstleutnant des Generalstabes Frer- herrn von Funck, die Oberstleutnante Diplomingenieur Castorf und Bülowius. Mit Wirkung vom 1. Januar 1939: z u Generalleutnanten: d'.e Generalmajore: Geib, Olbricht, Reinhardt: zu Generalmajoren : die Obersten: Satorn, Engelbrecht, Mehnert, Kempf, Jahn, Buschmann, v. Böck- mann, Reinecke, Paulus, Neuling, v. Knobelsdorff: zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Meinar- dus; zum Generalveterinär: den Oberst- veterinär Dr. Rathswann; zu Obersten: die Oberstleutnante: Neumann-Silkow, Buhle, Becker (Franz), Diplomwirtsch. Hauger, von Blücher, von Groddeck, Riedel, Freytag, Scholz, Hoszfeld, Pflug- beit, Höcker, von Arnim (Harry-Bernd), Diplomingenieur Hartmann (Wilhelm), Faulenbach, Hen- rici (Rudolf), Souchay, von Einsiedel, Diplomingenieur Werner (Günther), Röhricht, Schopper, Lucius, Eisenstuck, Hesselbarth, Holzhausen, Müller (Vinzenz), Deckmann, Breith, Peter (Emil), Kame- nicky, Pawel, Lancelle, Stephan, Perl-Mückenber- gcr, Iungermann, Geiger, Klemm: zum Oberst (W.): den Oberstleutnant (W.) Rudolph: zu Oberst- ärzten: die Oberfeldärzte Dr. Löschte, Dr. Richter (Helmuth), Dr. Apel, Dr. Graeter , z uOberst - veterinären: d>e Oberfeldveterinäre: Dr. Hartmann (Hans), Dr. Wehrwein. Dr. Maus, Dr. Lan- L ss. Paris, 18 Januar. Der Austritt des Finanzministers Lutfi Haf- f a r au« der syrischen Regierung, bem sich auch der Transportminister angeschlossen haben soll, beleuchtet die Zuspitzung der politischen Lage in dem von Frankreich verwalteten syrischen Mandatsgebiet. Der neue von Frankreich entsandte Oberkommis- sar von Syrien, P u a u r, findet keine reine Freude an seinem Amt. Er ist vor drei Wochen wohl m dem christlichen Libanon-Gebiet, das ja von • dem eigentlich syrischen Gebiet ausdrücklich abgetrennt morden ist, herzlich begrüßt morden, um so unfreundlicher war dagegen der Empfang, den er in Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, gefunden hat. Die syrischen Nationalisten fordern, daß der im Jahre 1936 abgeschlossene und durch Zusatzabkommen aus den Jahren 1937 und 1938 erweiterte Vertrag mit Frankreich, der Syrien die Unabhängigkeit bringen soll, jetzt unter allen Umständen in Kraft gesetzt werden soll. Die Parteien des französischen Parlaments, vor allem die Parteien der Rechten, sind hierfür jedoch offenbar ebensowenig wie früher zu haben, da sie die Stellung Frankreichs im Nahen Osten nicht preisgeben wollen. Sie lehnen den Vertrag als eine Erbschaft der Volksfrontregierung Blum ab. Wie die Dinge in Syrien sich weiter entwickeln sollen, weiß in Frankreich niemand. Man hält es in manchen Kreisen nicht für ausgeschlossen, daß es zu einer Wiederholung der Unruhen r abs. London, 18. Januar. Nachdem die Polizei von Manchester in der Nacht zum Mittwoch sieben Iren im Alter von 21 bis 33 Jahren verhaftet hatte, kam es bereits wenige Stunden später vor einem Polizeigericht zu den ersten mehrstündigen Vernehmungen. Die Verhafteten waren wegen unerlaubten Besitzes größerer Mengen von Sprengstoffen angeklagt. Sie sollen mit den Attentaten in Verbindung stehen, die sich am Montag und Dienstag in Manchester ereigneten und die neben größerem Sachschaden ein Todesopfer gefordert hatten. Die Verhöre wurden überaus stürmisch, als sich einer der Angeklagten längere Zeit weigerte, seine Personalien anzugeben. Nach ihrer Vernehmung wurden die Verhafteten in ein Untersuchungsgefängnis abgeführt. Dabei protestierten die Iren in lauten Rufen gegen die Besetzung Irlands durch England. Scotland Pard erklärte, man habe Beweise dafür in Händen, daß sie zu einem „Ring von Attentätern" gehörten. Die Polizei führte dem Polizeirichter in der Bow- ftreet am Mittwochnachmittag sieben weitere Männer vor, die sie in verschiedenen Stadtteilen Londons verhaftet hatte. Es handelt sich allem Anschein nach durchweg um Iren. Nach Angabe der Polizei wurden bei der Durchsuchung der Wohnun- gen der Verhafteten mehrere Revolver und Muni- tion, sowie Säcke mit Sprengstoff gefunden. Scot- -land Yard wird überschwemmt mit anonymen Briefen, in den Warnungen vor angeblichen weiteren Bombenanschlägen ausgesprochen werden. Die polizeilichen Schutz'vorkehrungen find daraufhin weiter ausgdehnt morden. Anscheinend befürchtet man Anschläge auf die W e st m i n st e r - A b t e i. Mittwoch waren nur zwei Zugänge zu der Kirche geöffnet, die von Polizisten bewacht wurden. Personen, die Pakete tragen, wurden beim Betreten der Kirche untersucht. Die Kapelle mit den Konigs- gräbern darf nur in Begleitung eines Kirchen- Auf jeden Fall ist es eine Tatsache, daß jetzt Puaux die unangenehme Aufgabe hat, die. alte Stellung Frankreichs als Mandatsherr in Syrien auch gegenüber den Nationalisten von Damaskus w i e d e r h e r z u st e 11 e n. Das syrische Parlament hat darauf am 31. Dezember bereits mit einer Tagesordnung geantwortet, in der es die Durchführung des Unabhängigkeitsoertrages mit Frankreich verlangt, der spätestens im Jahre 1940 in Kraft treten soll. Der Finanzminister und der Transportminifter wollten sich aber mit diesem platonischen Beschluß nicht zufriedengeben und sind aus der Regierung ausgeschieden, nad^cm sie den Rücktritt der gesamten Regierung als Zeichen des Protestes gegen die Verschleppung des Vertrages nicht hatten erreichen können. Eine Spaltung bei den syrischen Nationalisten kann also die weitere Folge der Entwicklung sein. Rom stattgefunden. Die Bedeutung, die man den Arbeiten des Kongresses beimißt, geht schon daraus hervor, daß Ministerpräsident Chamberlain in der Eröffnungssitzung am 4. Februar die Mitglieder dos Vorbereitungsausschusses, die zwanzig Nationen angehoren, begrüßen wird. Am 7. Februar wird König Georg die ausländischen Delegierten empfangen. Kommt ein Versicherungszwang für Kraftfahrzeuge? Lon unterer Berliner Echristleitung. Das Problem der Unfallverhütung im Straßenverkehr steht im Vordergründe des Interesses, denn die Allgemeinheit kann den jähr- .ichen Verlust von 8000 wertvollen Menschenleben mfolge tödlicher Unfälle nicht tatenlos ansehen. Nicht minder wichtig ist die Frage der Wiedergutmachung von Schäden infolge Verkehrsunfalles. Zahllose Volksgenossen werden jährlich auf Wochen und Monate an das Krankenbett gefesselt, weil sie einem Äerkehrsunfall zum Opfer fielen, sie büßen Lobn und Gehalt ein, ihre Familien kommen in Not, falls der an dem Unfall schuldige Teil zahlungsunfähig oder nicht versichert ist. Jedenfalls ist die Frage der Entschädigung zahlreicher schuldlos verunglückter Volksgenossen ein soziales Problem geworden, mit dem sich die Auf- sichtsbe^rden befassen. In der „ D e u t s ch e n Justiz" weist Kammergerichtsrat Thees darauf hin, daß gewisse Gruppen von Verkehrsteilnehmern im Altreich schon jetzt in einer Haftpflichtversicherung sein müssen: Fahrlehrer, Unternehmer eines gewerbsmäßigen Linien- oder Gelegenheitsverkehrs und die Unternehmer im Güterfernverkehr. Daüber hinaus wird durch Erlasse der zuständigen Ministerien ein Druck auf die Kraftfahrer ausgeübt, indem derjenige Fahrer, der ein Unglück verursacht, ohne versichert zu sein, den Führerschein verlieren soll. Er wird als unzuverlässig angesehen, weil er es au der nötigen Vorsorge fehlen ließ. Kammergerichtsrat Thees übersieht nicht, daß es auch Gründe gibt, die gegen einen Versicherungszwang sprechen. Er gelangt aber abschließend zu dem Ergebnis, daß die Gründe für die Einführung des Versicherungszwangs bei weitem überwiegen. Der Versicherungszwon'g wäre rechtlich nicht in'die Form der Zwangsoersicherung, sondern in die der Pflichtversicherung zu gießen. Ihm hätte vorau^zugehen eine Angleichung der Haftungsgrundlogen zwischen dem Altreich, Oesterreich und den sudetendeutschen Gebieten. Ausreichend für den Schutz des Geschädigten ist die Einführung des gesetzlichen Pfandrechts oder einer dieses vollwertig ersetzenden Verfügungssperre über den Versicherungsanspruch zugunsten des Verletzten. Ueberwachungsmaßnahmen der Polizeibehörden hätten dafür Sorge zu tragen, daß kein Fahrer ohne Haftpflichtschutz sein Fahrzeug benutzt. Namentlich wäre kein Fahrzeug ohne' Versicherungsschutz neu zuzulossen. ^Die Regelung könnte in ihren wichtigsten Zügen, was «die Ausgestaltung des Haftpflichtrechts anlangt, im Derficherungsoertrags- gcsetz ihren Platz finden. Eröffnung des ersten slowakischen Landtags. Preßburg, 18. Fan. (Europapreß.) Fn der Aula der Universität von Preßburg fand die konstituierende Sitzung des ersten gesetzgebenden slowakischen Landtages in Anwesenheit des Vorsitzenden der Zentralregierung, Beran, des Staatsministers S i d o r, Nationalverteidigungsminister Syrovy und des Vorsitzenden de»s Prager Senats, Soukup, statt. Der Vorsitzende des Klubs der Abgeordneten und Senatoren der Slowakischen Volkspartei Hlinkas, Abgeordn-eter Buday, hielt die Eröffnungsansprache. Nach tausend Fahren, so führte er aus, sei nun der zweite slowakische Staat durch die Einigkeit des gesamten slowakischen Voltes gegründet worden, wie sich dies in dem am b. Oktober in Sillein geschlossenen Abkommen widerspiegele. Als er die Verdienste Hlinkas, den er den Vater des Volkes nannte, hervorhob, brach die Versammlung in tosende Beifallskundgebungen aus. Das gleiche geschah bei der Nennung des Namens Bazus, des verstorbenen Führers der evangelischen Autonomisten. Den Aufbau der Nation auf nationaler und religiöser Grundlage bezeichnete Buday als die Hauptaufgabe des gesetzgebenden Landtages. Die Einheit des Volkes, die nationale Tradition, die Gerechtigkeit, das friedliche Zu- sammenleben mit den Volksgruppen und schließlich ein korrektes Verhältnis zu den anderen Staaten würden die Richtlinien des Landtages sein Nach der Rede Budays erfolgte die Verlesung des Wahlprotokolls und der gewählten Abgeordneten. Bei de? Namensnennung der deutschen Abgeordneten wurden Name, Beruf und Wohnsitz in deutscher Sprache verlesen. Sowohl die Verlesung des Namens des deutschen Abgeordneten Karmasin als auch des zweiten deutschen Abgeordneten Stein Hübel, wurde gleich denen der führenden Slowaken mit Beifallskundgebungen aufgenommen. Der Vereidigung der Abgeordneten folgte die Wahl des Generalsekretärs der Slowakischen Volkspartei Hlinkas, Dr. Martin Sokols, zum Vorsitzenden des Landtags. Bei seiner Schlußansprache kündigte Dr. Sokol an, er werde ein Gesetz mit dem Wortlaut „Andrej Hlinka hat sich um die slowakische Nation verdient gemacht", einbringen. — Ein ähnliches Gesetz hatte die Prager Nationalversammlung für Masaryk anläßlich seines Rücktrittes vom Amte des Staatspräsidenten beschlossen. Nach Schluß der Sitzung begab sich die Regierung in das Hotel Carlton, wo sie vom Balkon aus einem Vorbeimarsch der Hlinka-Garde, der Hlinka-Ju- gend, des Freiwilligen Schutzdienstes d e r D e u t s ch en P o r t e i, der in Braunhemden aufmarschierte, sowie der slowakischen Flüchtlinge aus Oberungarn beiwohnte. Aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Landtages fand in Preßburg eine Vereidigung des 1. Regiments d e r Hlinka-Garde statt, das rund 3000 Mann stark ist. Oie erste groheLustschutzübung in Paris Paris,19. Fan. (Europapreß). Am Mittwochabend fand an zwei Punkten in Panis, i m Aufterlitz-Bahnhof sowie in den daneben gelegenen Weinhallen und außerdem in den Schlachthäusern von La Billette, die erste große Luftschutzübung in Berlin statt, an der die Pariser Feuerwehr sowie die Luftschutzorganisationen neben mehreren tausend Zivilpersonen teilnahmen. Im Austerlitz-Bahnhof war die Aufgabe * gestellt, in kürzester Frist etwa 2000 Zivilisten in Sonderzügen aus Paris wegzuschaffen. Nach den amtlichen Angaben wurden bei der Uebung in zwölf Minuten 1750 Personen in zwei Sonderzügen untergebracht. Gleichzeitig wurden G a s s ck u k ü b u n g e n abgehalten. In den Schlachthäusern von La Billette fanden ähnliche Hebungen statt. Oer Aufbau des italienischen Heeres. Rom, 18. Fan. (Europapreß.) Die italienischen Blätter bringen, gestützt auf eine große Karte, Mitteilungen über den Aufbau des italienischen Heeres. Danach ist das Heer in 21 Armeekorps g e - aliedert, von denen vier Sp.ezialkorps (Panzer-, Alpen- und motorisierte Truppen) sind. Eingeschlossen in dieser Zahl ist das Armeekorps, das in der unlängst mit dem Mutterland vereinigten lydischen Küstenprovinz steht. Das „Gior- nale d'Ftalia" meist darauf hin, daß dieses Heer noch durch die Sturmdivisionen der Schwarz. Hemden verstärkt werde. Dieser Kräfteblock, der durch das gemeinsam in Abessinien und Spanien vergossene Blut zusammengeschweißt worden sei, bilde die sicherste Garantie für den Frieden und die Zukunft Ftaliens. Vier neue amerikanische Flugzeugstützpunkte. Washington, 18. Fan. (DNB.) Der Militärausschuß des Unterhauses begann am Mittwoch mit der Beratung des sich über einen Betrag von 552 Millionen Dollar erstreckenden Wehrprogramms Roosevelts. Hierbei erklärte Generalmajor Arnold, der Leiter des Fliegerkorps der Bundesarmee, daß zur Derstärkung der Landesverteidigung innerhalb der nächsten zwei Fahre vier neue Flug zeug st ützp unkte gebaut würden, und zwar auf P o r t o r i c o im Karibischen Meer, auf Alaska im äußersten Nordwesten des Kontinents und zwei auf dem Fe st l a n d der Bereinigten Staaten. Arnold forderte dann auch die Erweiterung des Flugzeugstützpunktes auf Hawai. Wie verlautet, hat Kriegsminister Woodring dem Militärausschuß empfohlen, Bonds im Betrage von 200 Millionen Dollar auszugeben zur Finanzierung des Baues einer dritten Gruppe von Schleusen des P a n a m a k a n a l s. Die Tilgung der Bonds könnte durch die Einnahme der Kanalgesellschaft erfolgen. Die neuen Schleusen würden unter Benutzung der natürlichen Seen einen neuen Wasserweg der Kanalzone, etwa ein bis vier Meilen vom jetzigen Kanal entfernt, schaffen. Kleine politische Nachrichten. Der tschecho-slowakische Außenminister C h w a l - kovsky wird am Samstag, 21. Fonuor, zu einem kurzen Aufenthalt in Berlin eintreffen, um mit dem Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, Besprechungen zu führen. * Das Reichsgesetzblatt enthält eine Durchführungsverordnung zu den Bestimmungen über den Ein - s a tz des jüdischen Dermögens. Danach werden u. a. als öffentliche Ankaufsstellen für Gegenstände aus Gold, Platin, Silber usw. die öffentlichen, von Gemeinden betriebenen Pfandleihanstalten bestimmt. Für den Erwerb von sonstigen Schmuck- und Kunstgegenständen im Einzelpreis von mehr als 1000 Mark ist für das gesamte Reichsgebiet die öffentliche Ankaufsstelle für Kulturgut zuständig. Fm Sudetenland wurde der Landes- kriegerverband Gau Sudetenland errichtet. Der Landeskriegerführer hat seinen Sitz in Reichenberg. Der Reichskriegerführer, ^-Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhardt, hat den ^-Standartenführer Oberst a.D. Freiherrn von der Goltz zum Landeskriegerführer Gau Sudetenland ernannt. Mit diesem neuen Landeskriegerverband umfaßt der NS.-Reichskriegerbund nunmehr 16 Landeskriegerverbände. * Der Präsident der Bereinigung Deutscher Frontkämpfer-Verbände* NSKK.-Obergruppenführer Ge- neral Herzog von Coburg, stattet in seiner Eigenschaft als Präsident der Permanenten Fnter- nationalen Frontkämpfer-Kommission dem Präsidenten des italienischen Nationalkomitees, Carlo D e l c r o i x, in Rom einen Besuch ab. Fn seiner Begleitung befindet sich der Generalsekretär der Permanenten internationalen Frontkämpfer-Kommission, der polnische Frontsoldat Kazimier Smo- g o rz e w s k i. Chamberlain hat Mussolini persönlich mitgeteilt, daß die englische Regierung die Teilnahme Großbritanniens an der Meltaus st ellung in Rom 1 9 4 2 beschlossen hat. Wetterbericht Die Umgestaltung der Großwetterlage macht weitere Fortschritte. Dabei kann auch in Deutschland mit fortschreitender Abkühlung, aber noch nicht mit dem Abschluß der unbeständigen Witterungsperiode gerechnet werden. Vorhersage für Freitag: Wolkig bis de- deckt, vielerorts auch dunstig, zeitweise Niederschlag, Abkühlung, abslauende in Richtung veränderliche Winde. Vorhersage für Samstag: Noch immer unbeständig, 3u weiteren Niederschlägen geneigt, fortschreitende Abkühlung. Lufttemperaturen am 18. Fanuar: mittags 10,4 Grad Celsius, abends 9,9 Grad: am 19. Fanuar: morgens 7,4 Grad. Maximum 12,2 Grad, Minimum heute nacht 7,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Fanuar: abends 8,2 Grad: am 19. Januar: morgens 7,5 Grad. — Niederschläge 1,2 mm.— Sonnenscheindauer 1 Stunde. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Dlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Fnhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig, Sparen bei der Deutschen Reichspost iHffll Das Postspttkassenamt in Wien, die Zentrale des deutschen Postsparkassendienstes. Ein* und Rückzahlungen bei allen 80000 Postämtern und Amtsstellen in Großdentschland • Das Deutsche Reich haftet für Ihre Einlagen mit dem gesamten Sondervermögen der Reichspost. • Sämtliche Aufträge werden zuverlässig, schnell und gebührenfrei ausgeführt. • Ihre Einlagen sind nicht nur sicher vor Diebstahl, Unterschlagung oder Feuer — sie werden darüber hinaus mit 2% % verzinst • In Großdeutschland gibt es rund 80000 Postämter und Amtsstellen (Postagenturen, Poststellen, Posthilfsstellen und Landzusteller). • Bei jedem Postamt und jeder Amtsstelle können Sie sich Ihr Postsparbuch ausstellen lassen, bei allen 80 000Ämtern und Amtsstellen Großdeutschlands Einzahlungen und Abhebungenyornehmen D Auch kleine und kleinste Pfennigbeträge können Sie durch die zusätzliche Einrichtung der Postsparkarte in Form von Briefmarken sparen. • Abhebungen bis zu RM 100.- können ohne Kündigung vorgenommen werden, insgesamt bi^zu RM 1000.- in einem Monat Verlangen Sie noch heute von Ihrem Postamt die ausführliche „Anleitung für Postsparer“ und lassen Sie sich ein Postsparbuch ausstellen. Deutsche Reichspost Semmelweis und die Desinfektion. Zu dem letzt^ Aufsatz unserer Serie „Chemie erschließt die Welt" geht uns ein Schreiben von M e d.- R a t P r o f e s s o r Dr.med. Walther zu, in dem festgestellt wird, daß nicht Semmelweis im Jahre 1865 in der Wiener Frauenklinik Versuche mit Karbolsäure als Desinfektionsmittel gemacht hat. In dem Schreiben heißt es dann weiter: 1. Semmelweis hat (leider!) nie die Karbolsäure gekannt! Er war 1865 in Budapest als Direktor der Geburtshilflichen Klinik, aber -schon im Zustande geistiger Umnachtung, so daß er in die Jrrenheilanstalt in Döbling bei Wien übergeführt werden mußte, wo er im August 1865 starb. 2. Semmelweis hat hauptsächlich 1845 bis 1849 in der Geburtshilflichen Klinik zu Wien feine Studien über Ursache und Verbreitung des Kindbettfiebers betrieben und hatte zur Reinigung der Hände Seifen- und Chlorwaffer- Waschungen benutzt, und zwar mit dem Erfolg, daß die Sterblichkeit im Kindbett von über 10 v. H. auf 2 v. $)., sogar auf 0,5 v. H. sank. Das Desinfektionsmittel, das er benutzte, war also Chlor in Form des Chlorwassers (aqua chlorata), später auch der billigere Chlorkalk zu Waschungen. 3. Semmelweis kam 1854 als Professor nach Budapest und hat hier sogar bei gynäkologischen Operationen diese Desinfektionsmethode mit Erfolg angewandt. Semmelweis war also der Erste, der zur Dechütung der Wundinfektion neben der gründlichen Seifenwaschung der Hände, ein, wenn auch noch nicht vollkommenes Desinfektionsmittel „Chlor- waffer" einführte. Leider fand er bei den Geburtshelfern der damaligen Zeit nicht nur keine Anerkennung, sondern nur Ablehnung, das ist das tragische Schicksal von Semmelweis. 1864 wurden aus der Naturforscheroersammlung zu Speyer seine Lehren von den damaligen Geburtshelfern einstimmig „abgelehnt". 4. Die Karbolsäure wurde also nicht von Semmelweis, sondern von John Lister, dem englischen Chirurgen, zunächst in die Chirurgie ein- gesührt (nicht in die Geburtshilfe), im Jahre 1867 erschien seine erfte Veröffentlichung, aber es dauerte noch lange, bis die Chirurgen hierzu Karbol- wäfchunaen einführten, selbst im Kriege 1870/71 wurde Karbol nur hier und da benutzt — erst nachdem die Chirurgen die Karboldesinfektion eingeführt hatten, kamen die Geburtshelfer und wandten sie zur Händedesinfektion an, diese hielt sich noch recht viele Jahre. Lister hatte mehr Glück als Semmelweis mit seinem Desinfektionsmittel. Semmelweis bleibt aber das große Verdienst, daß er als Erster das Wesen des Kindbettfiebers erkannt und durch die Chlorwasserwaschungen die Bekämpfung der Sterblichkeit im Kindbett eingeleitet hat! Ihm als Deutschen (Deutsch-Oesterreicher) gebührt das Hauptz- verdienst in puncto: Verhütung des Kindbettfiebers, erstmalige Anwendung eines Desinfektionsmittels in Form der Chlorwasserwaschungen. Kunst und Wissenschaft. Prüfungsinstilul für biologische Heilmittel in Nürnberg. In Nürnberg wurde das neugegründete P r ü - fungsinstitut für biologische Heil- mittel in Gegenwart des Gauleiters Julius Streicher eröffnet. Unter den Ehrengästen sah man auch den Beauftragten Mussolinis für Rasse- und Gesundheitsfragen, S a l v o t t i. Prof. Koet - schau umriß die Aufgaben des von ihm geleiteten Instituts, das den biologischen Heilmitteln den ihnen gebührenden Platz verschaffen solle. Abschließend betonte der Frankenführer Julius Streicher, daß das Gute, das die Medizin errungen habe, niemals aufgegeben werden dürfe; es müßten aber auch die Erkenntnisse, die von Laienärzten gewonnen wurden, gebührend gewürdigt werden. Aus aller Wett. Internationale Vrieflauben-Ausstellung in Köln. Auf dem 1. internationalen Kongreß der Brieftaubenzüchter, der im Vorjahre m Brüssel stattfand, wurde beschlossen, den nächsten Kongreß und gemeinsam mit ihm die 2. Internationale Brieftaubenausstellung in Deutschland zu halten. Der Deutsche Reichsoerband für das Brieftaubenwesen hat für den 26. bis 30. Januar die Brieftaubenzüchter der Welt nach Köln eingeladen, weil in Köln und Umgebung die Brieftaubenzucht besonders gepflegt wird. Reichsinnenminister Dr. Frick hat die Schirmherrschaft dieser Ausstellung übernommen, zu welcher rund 6000 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet werden. Gleichzeitig mit der internationalen Ausstellung wird die erste deutsche Verbandsausstellung zu sehen sein, und aus allen Teilen des Reiches werden die geflügelten Briefträger in Köln zum Wettbewerb antreten. Ilm die Weltmeisterschaft im Tanzen. Das vielfältige Programm des Münchener Faschings erhält noch eine Bereicherung durch das internationale Tanzturnier, bei dem die W e l t- meisterschaft im Tanzen am 5. und 6. Fe- Zu den vielfältigen Ueberraschungen, welche die bevorstehende Grüne Woche ihren Besuchern bescheren wird, gehört auch das Dorf — Rund- funkhausen. Es liegt in der Halle 6 des Ausstellungsgeländes am Funkturm, die in ihrer ganzen Ausdehnung in ein verblüffend naturgetreues Dorf verwandelt wurde. In diesem Dorf wird d>e Reichsrundfunkgesellschaft täglich von 11 bis 18 Uhr Sendungen der deutschen Reichssender mit den bekanntesten und beliebtesten Solisten und Kapellen veranstalten. Dadurch soll insbesondere den bäuerlichen Besuchern aus dem Reich Gelegenheit gegeben werden, einmal den Sendcbetrieb aus nächster Nähe anzusehen und die schon vom Hören bekannten Rundfunkkünstler persönlich kennen zu lernen. Ein vorzüglicher Gedanke, zumal noch die sehr anheimelnde Gaststätte , ,Z u r nassen Welle" zu längerem Verweilen einlädt. So wird also in den Ausstellungstagen vom 27 Januar bis 5. Februar Berlin auf der nassen Welle zu hören sein. Da nun zu dieser Zeit in Berlin die schäumende Bockbiersaison auf ihrem Höhepunkt bruar ausgetragen wird. Diese tanzsportliche Veranstaltung wird durchgeführt vom Deutschen Kasino in München und steht unter der Schirmherrschaft des Gauleiters Staatsministers Adolf Wagner. Die Weltmeisterschaft weist eine glänzende Besetzung auf. Ihre Beteiligung haben bisher zugesagt die Meisterpaare von England, Italien, Norwegen, der Tschecho-Slowakei, von Holland, Frankreich, Danzig und Irland. Verschiedene andere Nationen haben außerdem ihre Zusage gegeben, aber vorläufig die Meisterpaare noch nicht benannt. Als Schiedsrichter werden fungieren der Präsident der Reichstheaterkammer, Körner, und der Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, Frauenfeld. (Der Reichsverband zur Pflege des Gesellschaftstanzes ist Mitglied der Reichstheaterkammer.) Bei der Meisterschaft werden bewertet: Langsamer Walzer, Wiener Walzer, langsamer Foxtrott, Foxtrott und Tango. Georg Dietrich Wusica gegen Bürgschaft freigelassen. Der stellvertretende Präsident, der Drogenfirma McKesson und Nobbins, Georg Dietrich Musica, der das Hauptwerkzeug des verstorbenen Rekord- betriigers Philip Musica alias Coster in seinen Schwindelaffären war, wurde gegen Stellung einer Bürgschaft von 10 000 Dollars auf freien Fuß gesetzt. Georg Dietrich Musica war bereits in der letzten Woche von den Bundesbehörden freigelassen, bann aber von der Stadtpolizei wieder verhaftet worden. Der Goldschatz im Kamin. Im Kamin eines alten Hauses in Reichshofen (Elsaß) hat ein Schornsteinfeger einen reichen Goldschatz gefunden. Bei Reinigungsarbeiten stellte er fest, daß der Schornstein mit einem riesigen Sack verstopft war. Er schnitt den Sack auf und war nicht wenig erstaunt, als plötzlich ein wahrer Regen alter Dukaten und anderer Goldstücke auf ihn herabfiel. steht, so werden die nassen Wellen umso höher schlagen, und man wird auf ein recht vergnügtes Geplätscher gefaßt fein können, aus dessen Feuchtfröhlichkeit die Rundfunkkünstler wohl nur mit großer Mühe ihren trockenen Humor werden retten können. * Da jeder 20. Berliner im Besitz eines Kraftfahrzeuges ist, so herrscht in der Reichshauptstadt eine sehr große Garagennot. Aus diesem Grunde wird gern von der „Laternengarage" Gebrauch gemacht, d. h. man stellt seinen Kraftwagen nachts unter die der Wohnung am nächsten gelegene Laterne und — fertig ist die Garage! Nach den „Berliner Wirtschastsberichten" hat es die Motorgruppe Berlin des NSKK. vor kurzem unternommen, während einer Nacht sämtliche Berliner Straßen nach nächtlicherweile parkenden Kraftfahrzeugen abzusuchen. In dieser Nacht wurden 13 0 0 0 Laternengaragen fest ge- st e 1 l t! In 2000 Straßen parkten je ein bis zehn Wagen, in weiteren 183 Straßen 11 bis 20 Wagen. Es gab aber auch Straßen mit 80 bis 100 und noch mehr Laternengaragen. Asti stärksten war der Kurfürstendamm mit 156 Fahrzeugen besetzt, während in der Friedrichstraße nur 43 Personen-- unb 18 Lastkraftwagen gezählt würben. Bei dieser starken Nachfragen nach Berliner Straßenlaternen kann es übrigens zu unliebsamen Zwischenfällen kommen, wenn nämlich die als Garage dienende Laterne aus irgenbeinem Grunde zufällig nicht brennt unb es baher wegen Nichtbeleuchtung bes parfenben Autos einen polizeilichen Denkzettel gibt. Was zu bem widerspruchsvollen Ergebnis führt, daß jeder Kraftwagenbesitzer, der eine Laternengarage benutzt, sich freut, wenn seine Garage brennt! * Am 15. Januar konnte die ältefte Berlinerin, Frau Wilhelmine Haussen, ihren 106. Geburtstag in voller Frische begehen. Der Führer, Ministerpräsident Göring, Oberbürgermeister Dr. Lippert ließen ihr ehrende Glückwunschschreiben, Gaben und Geldgeschenke überreichen. Auch von der Berliner Bevölkerung wurde bas Gedurtstagskinb beglückwünscht unb gefeiert. Frau Wilhelmine Haussen, die mit ihren 106 Jahren älter als die deutsche Eisenbahn ist, ist übrigens nicht die einzige Einwohnerin Berlins über hundert Jahre. Noch drei Frauen und einen Mann, die 103, 102 und 101 Jahre alt sind, birgt Berlin in seinen Mauern. Diese fünf „lieber* Hundertjährigen" strafen die Behauptung Lugen, baß man in Berlin nicht alt werde. „Im Gegenteil", sagt Frau Hanfsen, „Berlin erhält jung!" Getreu ihrem Wählspruch „Ich hebe bas Leben!" hat sie sich auch niemals dem rasch pulsierenden Tempo Berlins entzogen. So sind also keineswegs länbliche Zurückgezogenheit und beschauliche Ruhe die Vorbedingungen für em hohes Alter. Vielmehr — Eine kleine Ueberlegung, Und wir finden dann alsbald: Nur in ständiger Bewegung Bleibt man jung und wird man alt. Auch für den „Nachwuchs" der Hundertjährigen in Berlin ist bestens gesorgt. Nächster Kandidat ist der älteste Düppel st ürmer Berlins, der Kleinrentner Berthold Heckert, der am 12. Februar dieses Jahres 99 Jahre alt wird. *. Daß Bewegung jung erhält, erfuhr auch eine andere ältere Berlinerin, die allerdings erst 66 Lenze zählt: die goldene Viktoria aufder Siegessäule. Während von der ehemaligen Siegessäule auf bem Königsplatz nur noch ein niebriger Mauerrest übrig bleibt, reckt sich die neue Siegessäule auf bem Großen Stern bereits zu voller Höhe empor. Und schon in dieser Woche wird damit begonnen, die in 16 Teile zerlegte Viktoria auf der schwindelnden Höhe der neuen Plattform wieder zusammenzufetzen. So wirds nicht lange mehr dauern, bis die vom Königsplatz zum Großen Stern bewegte Viktoria allen Berlinerinnen zeigen wird, wie man durch Bewegung jung und schön bleibt. Wobei aber doch nicht verschwiegen werden soll, daß man der alternden Viktoria etwas frisches Blattgold „aufgelegt" hat. Kaum aber waren die 16 Teile der Viktoria in die Höhe gewunden, da bemächtigte sich ihrer schon der Berliner Volkswitz. Als man einen soeben von einer Grippe genesenen Berliner fragte, wie es ihm ginge, antwortete er kurz und bündig: „Bei mir Viktoria!" Nach dem Sinn seiner dunklen Worte gefragt, gab er die Erklärung ab: „Wieder oben auf!" Berlin auf der nassen Welle. Llnd dann noch Bockbiersaison! — 13000 Laiernen-Garagen. — Steifer als die Eisenbahn. — Bei mir Viktoria! Don unserer Berliner Schristleitung. Für die beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Frau Kunigunde Rath Wilhelm Schäfer Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 19. Januar 1939. | VermietungenPA« Große, helle . Küche, Bad Lediger Maire ) Suche so fort gesucht. Schrift!. Ang. u. d. Geschäftsst. b. unt.373Danben 0296 an d.G.A.lGieß.Anz. lsoMlGieß. Anzeiger. durch die Werbe-Drucksachen bei Brübl, Schulstr. 7 Größeres, modernes B, Zuverlässiges Ha btags-Mädchen nicht unt. 18 I., in kleinen Haushalt zum 1. Febr. gesucht. Zn erfragen in d. Ge- schäftsst. d. G.A. Freitag, 20. Jan., ab 10 Uhr. verkaufe Erste leistungsf. ich Neuenweg 28 (Eing.d.d.Hof) folg.: ZulleriMle/ZMIl erwiesene Teilnahme, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Becker, sowie die Kranz- und Blumenspenden, den Schwestern des Evangelischen Schwesternhauses für die liebevolle Pflege unseren herzlichsten Dank. Frau 7.um Putzen gesucht. 0277 Hindenburg- wall 22 II. mit Garten in guter Lage gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 378 D an den Gießener Anzeiger erb. Gut empfohlen. Halhlagsitichen f. 2 kleine Haushaltungen in eilt. 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Vorzeigen des Mitgliedsausweises, Nicht- Mitglieder zu RM 1.25 bei Challier u.a.d. Abendkasse. Studentenkarten an 40 Pf. bei Hausverwalter Becker, Universitätsgebäude. BlUilär und Schüler 30 Pf. 370d | Mietgesuche"] MN NIMM. MM möglichst mit fließend. Wasser oder Badbennt- zung in bester Wohngegend sofort vor: junger Dame gesucht. Oberh. GesellschaH f.Natur-u. Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) leulsch.BiologenverbandOrtsgr.Gießen EiBBellctn „Volkstum und Heimat“ Freitag, den 20. Januar, 20 Uhr, im „Forstinstitut“, Braugasse Herr Professor Funk: 37 iD Neue Wege in der Erforschung d. Laubblattes Henneberg, Ankel, Vorsitzende • Tüchtiges Mädchen gesucht. I374D Näheres in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. 0282 Baue gut.... mit Abermann Vortragsabend des NSD.-Dozentenbundes, zusammen mit dem Reichskolonialbund (Kreisverband Wetterau) am Samstag, dem 21. Januar 1939» 20.15 Uhr, in der Aula der Universität: Dr. HECHT. Referent im Rassenpol. Amt der Reichsleitung der NSDAP.: „Kolonialproblem und Rassengedanke“ Zu diesem Vortrag ist jedermann herzl. eingeladen. Eintritt frei. 376 D Meine Sprechtage in Lieh finden Montags und Donnerstags von 14 bis 17 Uhr im Hause des Herrn Bäckermeisters Alb ach statt Hans Werner Notar in Hungen. 379 D Kaufgewuche Herrschaftliches Wohnhaus oder Villa mit größeren Räumen, nicht unter 8 Zimm., sofort zu kaufen gesucht Schriftliche Angebote u. 375D an den Gießener Anzeiger erbet. 3türiger, gebr. Kleidatiranlt zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0285 an den Gießen. Anzeig. Gut erhaltener emaillierter Küchenherd und mod. kleiner Ofen zu kauf, gesucht. Schr. Angeb. mit Preis unter 0290 an d. Gieß. Anz. Verkäufe Beigefarbiges Olympia* Kabriolett 1,3 Str., in tadellosem Zustand, 50000 km gelauf. sof. gegen bar für RM. 1300 zu verkaufen. Näheres zu erfragen [0239 Seeper Molkerei overmetz Tel. Schmalbach (Kr. Wetzlar) 10. Gut erhaltenes Wklavier billig zu verkauf. Schr.Angeb.unt. 0294 and. G.A. 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Wahrnehmung Mädchens nur in seiner Hand formte. glücklich, daß die Behinderung des eine vorübergehende und der Stock nur ein ungewohnter Nothelfer sein P.B. Straßenbahnschienen zu entfernen, wie auch das Strahenbahngleis vom Marktplatz ab durch die Neuen Bäue endgültig verschwinden wird. Der Straßenbahnbetrieb der Zukunft wird sich in folgender Weise abwickeln: Die Linienführung geht (wie bisher) vom Bahnhof aus durch die Liebigftraße—Frankfurter Straße—Seltersweg— Kreuzplatz — Marktplatz — Lindenplatz — Walltor — Marburger Straße — Wieseck bzw. Friedhof auf dem Rodberg. In dieser Richtung werden die Straßenbahnwagen vom Bahnhof aus durch die Stadt verkehren. In umgekehrter Richtung, also vom Bahnhof bzw. von Wieseck her, werden die Straßenbahnwagen bis zum Marktplatz auf der jetzigen Linie fahren, dann aber wird die weitere Fahrt durch die Marktstraße — Bahnhofstraße — Bahnhof gehen. Damit wird auch der bisher schon immer als völlig überflüssig angesehene Parallelverkehr der Straßenbahn zwischen Marktplatz und Bahnhof verschwinden, es werden aber weder der Seltersweg, noch die Bahnhofstraße auf den Straßenbahnbetrieb verzichten müssen, so daß also beide „ihre" Straßenbahn behalten werden, nur je- weil in einer Fahrtrichtung. Die Oberleitungsomnibusse werden künftig den Verkehr an Stelle der bisherigen „roten Linie" übernehmen, allerdings mit wesentlichen Steuerungen und Erweiterungen der Strecke. Zur Einrichtung dieses neuen Verkehrsmittels, das nicht an Schienen gebunden, also freibeweglich im Raume der Fahrbahn ist, werden zwei Oberleitungen geschaffen, durch die der elektrische Strom für den Antrieb der Omnibusse zugeführt wird. Diese Omnibusse, deren zunächst vier. Stück in den Verkehr eingesetzt werden sollen, können als schienenlose Fahrzeuge ausweichen und bis an die Bürgersteige heranfahren, so daß also gar manches „Verkehrsgedränge" in den Straßen, das bisher mit allerlei Gefahren für die ein- und ausfteigcn- den Fahrgäste verbunden war, in Zukunft aus geschaltet sein wird, weil eben die Omnibusse bis an den Bürgersteig zum Ein- und Aussteigen heranfahren. Diese Omnibusse werden auch die Fährverbindung durch die Kaiserallee bis zum Fliegerhorst, ferner durch die Licher Straße bis hinaus zur W a l d k a s e r n e Herstellen. Erfreulicherweise ist also damit nun auch die Möglichkeit vorhanden, — da der schienenlose Omnibus den Bahnkörper überqucrcy darf, im Gegensatz zur schienengebundenen Straßenbahn —, den Soldaten in der Wald- kaserne ein von der Stadt aus bis vor das Kasernentor fahrendes Verkehrsmittel zur Verfügung zu stellen.. Den Anschluß dieser Außenbezirke im östlichen Stadtteil'an die Stadtmitte stellen diese Omnibusse ebenfalls her. Da von den Ostbezirken aus aber auch oft mit außerordentlichem Derkehrsandrang zu rechnen ist, sog. Stoßverkehr, bei dem große Menschenmengen in kurzer Zeit befördert werden müssen, sind auch A n - Hängewagen für die Omnibusse vorgesehen, so Aus der Stadl Gießen. Ein Spazierstock fällt auf. Er stand im Schaltervorraum eines Postamts neben einem Schreibpult ein wenig schräg gegen die Wand gelehnt. An dem Pult schrieb ein junges schlank aufgeschlossenes Mädchen in sehr geschmackvoller Kleidung einen Brief. Handtäschchen und Handschuhe, beide schwarz wie das keck sitzende Spitzhütchen und der modern garnierte Mantel, lagen neben dem zart rosa getönten Briefbogen. Das Gesicht des Mädchens, in dem zwei dunkle Augen träumerisch glänzten, war von einer inneren Freude wundersam erhellt. Es sprach von einem heimlichen Beglücktsein, das vielleicht ein empfangener Brief verursacht hatte, auf den jetzt aus überströmendem Gefühl sich die Antwort formte. Das Mädchen war ganz in sein Schreiben vertieft, konnte also kaum wahrgenommen haben, wer den Stock da hingestellt hatte. Möglicherweise war er sogar eher dagestanden als die hübsche Schreiberin. Von den Leuten, die vor mir oder an den übrigen Wilhelm Schäfer liest in Gießen. Am Montag, 23. Januar, wird der Dichter Wilhelm Schäfer auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins in Gießen aus eigenen Werken lesen. Aus dem reichen literarischen Schaffen des 70jährigen Dichters sei hier nur genannt sein großes geschichtliches Werk „Dreizeyn Bücher der deutschen Seele". Wilhelm Schäfer wird auch in Gießen zu einer großen und dankbaren Zuhörerschaft sprechen können. Die Dichterstunde wird eine eindrucksvolle Umrahmung erhalten, da es gelungen ist, die Pianistin Hilde Sander zu gewinnen. Zur Einleituna des Abends wird die Künst- Straßenbahn - Trollomnibus - Diefelomnibus in Gießen Großzügige Umgestaltung her städtischen Verkehrseinrichtungen mit gleichzeitiger Verkehrserschließung neuer Stadtteile. Um so auffälliger mußte noch nicht vermißt und geholt worden war. Es gab nur eine Erklärung und Lösung des Rätsels: der alte Herr oder die alte Dame, die cm dem Stock bedächtig zu gehen pflegte, war im Schalterraum einem guten Bekannten oder einer Freundin begegnet und man hatte sich nach herzlicher Begrüßung und in anregendem Gespräch Arm in Arm entfernt ohne den treuen Begleiter beim Schreibpult, der stumm und geduldig wartete, auch nur noch eines Blickes zu würdigen. Jedenfalls beschloß ich, vor meinem Weggehen, den Stock am Schalter abzugeben, damit er ordnungsgemäß aufbewahrt würde. Als ich mich an- schicktc, meinen Vorsatz auszusühren, war die schöne Briefschreiberin gerade dabei, ihre Handschuhe anzuziehen. Dann streckte sie den linken Arm nach — dem Stock aus, faßte jedoch ein wenig ungeschickt zu, so daß der Silbergriffige umfiel. Ich bückte mich rasch und gab ihm dem Mädchen in die Hand, das über seine holde Unbeholfenheit errötend mit einem kleinen Lächeln dankte und — langsam und schwerfällig auf den Stock gestützt und das linke Bein nachziehend, zum Briefeinwurf ging. Betroffen sah ich einen Augenblick der schlanken wohlgewachsenen Gestalt nach, dann machte mich die ferin die Klaviersonate in B-dur Nr. 16 von Beethoven spielen. Anschließend wird Wilhelm Schäfer seine Anekdote „Beethoven und das Liebespaar" lesen. Naturwissenschaftlicher Vortragsabend. Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde veranstaltet in der Gemeinschaft mit der Ortsgruppe Gießen des Deutschen Biologenverbandes am morgigen Freitag, 20. Januar, im Forst- institut, Braugasse, einen Vortragsabend. Professor Funk spricht über das Thema „Neue Wege in der Erforschung des Laubblattes". Schaltern zerstreut abgefertigt wurden, 'war niemand so alt oder gebrechlich, daß er als Besitzer des Stocks in Frage gekommen wäre. Denn dieser kräftige schwarze Stecken, von einer handfesten silbernen Krücke gekrönt, trug an seinem Ende eine dicke Gummihülse über der Zwinge, wodurch ein Fortgleiten der zweifellos bei jedem Schritt aufgestoße- '' ' v ihre Zuverlässigkeit er- Dornotizen. Tageskatender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Lauter Lügen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Menschen, Tiere, Sensationen". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15: Universitäts-Aula, Lichtbildervortrag Professor Klute „Oesterreich, die deutsche Ostmark, in Natur, Kultur und Wirtschaft". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Kolonialproblem und Rassengedanke. lieber dieses Thema spricht am Samstag, 21. Januar, 20.15 Uhr, in der Aula der Universität Dr. Hecht, der Referent im Rassenpolitischen Amt der Reichsleitüng der NSDAP., in einem vom NSD.- Dozenten^und und dem Reichskolonialbund veran- Auf dem Wunschzettel der Gießener Bevölkerung und der Verwaltung unserer Stadt steht schon seit Jahren der bedeutsame Punkt: Straßenbahn und Verkehrserschließung in den neuen Stadtvierteln. Der „Gießener Anzeiger" hat bereits in früheren Jahren wiederholt auf diese, für die weitere Entwicklung unseres Gemeinwesens geradezu als Aufgabe ersten Ranges zu bezeichnende Aufgabe hingewiesen. Niemals ist man sich im Zweifel darüber gewesen, daß diese Neugestaltung unserer städtischen Verkehrseinrichtungen in der Rangfolge der kommunalen Arbeit mit zu den Angelegenheiten gehört, für die man in jedem Jahre nach einer Möglichkeit der Lösung Umschau hielt. Leider ergaben sich bis zur Zeit der Machtübernahme dafür keine positiven Anhaltspunkte, und auch in den bisherigen Jahren des großen Aufbauwerkes standen andere, noch wichtigere Aufgaben zur Lösung, für die alle Kraft eingesetzt werden mußte. Nunmehr ist aber auch die Angelegenheit der Neugestaltung des Straßenbahnbetriebs und der Erschließung weiterer Stadtgegenden durch neuzeitliche Verkehrsmittel in das Stadium der Verwirklichung eingetreten. Seit einigen Wochen wissen wir von unterrichteter Seite unserer Stadtverwaltung, daß 'm Jahre 1939 die sog. Straßenbahnfrage in Angriff genommen und einer baldigen Lösung zugeführt werden soll. Aus besonderen Gründen mußte bisher über diese sehr bedeutsame Angelegenheit noch Stillschweigen bewahrt werden: auch eine Tagung von Fachmännern des Straßenbahn- und Omnibusver- kehrswesens, die in der vorigen Woche in Gießen stattfand, konnte sich deshalb nur im Rahmen einer internen Aussprache abwickeln, obwohl bei jener Besprechung der Fachmänner die Gießener Neuordnung der Verkehrseinrichtungen mit im Mittelpunkt der Tagungsarbeit stand. Heute kann nun Näheres über die großzügigen Umgestaltungspläne der Stadtverwaltung zur Befriedigung der feit Jahren bestehenden Verkehrswünsche mitgeteilt werden. Künftighin wird unsere Stadt zwei öffentliche Verkehrsmittel besitzen: die Straßenbahn und einige Oberleitungsomnibusse, sog. Trollomnibusse. Allerdings wird die Straßenbahn gegenüber dem jetzigen Zustand eine wesentliche Einschränkung ihrer Strecke erfahren, denn das Gleis vom Marktplatz über den Ludwigsplatz bis zur Bleidorn- (Artillerie-) Kaserne wird in Fortfall kommen. Aus diesem Grunde werden auch bei der weiteren Umgestaltung, d. h. der Verbreiterung der Licher Straße von dem Kreuzungspunkt an der Moltkestraße/.Kaiserallee bis hinauf zur „Stadt Lich" die Straßenbahnschienen jetzt schon nicht mehr gelegt, sondern völlig ausgeschaltet werden. Natürlich sind nun auch die bei den Umbauarbeiten während der letzten Monate in der Gartenstraße, am Ludwigsplatz und in der unteren Kaiserallee neu verlegten daß die Möglichkeit gegeben ist, bei einer einzigen Fahrt des Omnibusses mit Anhänger glatt rund 100 Personen, vielleicht auch noch etwas mehr, befördern zu können. Das Warten an Haltestellen kommt dann auch nicht mehr in Betracht, da diese Fahrzeuge natürlich bei der doppelten Stromführung auf einen entgegenkommenden Wagen nicht zu warten brauchen, sondern aneinander vorbeifahren können. Der Verkehr wird also auch flüffiaer werden. Der Trollomnibus, der die dienstliche Bezeichnung „Obus" (Oberleitungsomnibus) führt, soll in folgenden Straßen fahren: vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße, Ecke Horst-Wessel-Watt, (Eafe Hett- ler, Hindenburgwall, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Fliegerhorst bzw. (Gabelung der Linie) Ludwigsplatz, Kaiserallee untere, Licher Straße, Verdun-Kaserne und umgekehrt. Zur Erschließung des Südviertels, die ebenfalls schon seit Jahren ersehnt wird, sollen gleichfalls Omnibusse eingesetzt werden, die allerdings durch eigene Motorenkraft bewegt werden. Diese Omnibusse sollen in ihren Raumverhältnissen ebenfalls so gestaltet sein, daß sie weitgehenden Ansprüchen genügen können, auch dann, wenn Massenverkehr zu bewältigen ist. Vor allem wird hier zunächst das Klinikviertel mit seinen anliegenden Straßen als Nutznießer in Betracht kommen, aber auch unser Vorort Klein-Linden, als Gießener Stadtteil ab 1. April, wird davon in vorteilhafter Weise berührt werden. Diese Omnibuslinie 'wird natürlich in engste Beziehung zur Straßenbahn und zu den Trollomnibussen gebracht werden, io daß der Fahrgast jederzeit die Möglichkeit des Umfteigens von dem einen Fahrzeugtyp in den anderen bekommen wird. Auch in der Zeitfolge des Wagenverkehrs wird alles geschehen, damit der Verkehr glatt und « flüssig bleibt, d. h. das 7V- - M i n u t e n p r i n z i p wird bewahrt bleiben. Mit diesem Fahrzeug Omnibus wird aber auch eine gute Fahrverbindung durch dje Stadtmitte eingerichtet und dieser Teil der Stadt dadurch in Fährverkehr mit dem Südoiertel gebracht. Die Linie dieses Fahrzeugs ist wie folgt vorgesehen: Ausgangspunkt Ludwigsplatz (Umsteigen vom Trollomnibus), Marktplatz, Lindenplatz, Dammstraße, Wernerwall, Horst-Hessel-Wall, Frankfurter Straße, Klinikviertel, Uhlandstraße, Röntgeystraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz bzw. Gegenverkehr in der umgekehrten Richtung. Der Zeitpunkt für den Beginn der Verte h r s u m g e st a l t u n g dürfte wohl in nicht allzu weiter Ferne liegen, denn sobald die Genehmigung der Aufsichtsbehörde (Landesregierung) vorliegt, soll mit der Verwirklichung dieses Projekts begonnen werden. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Arbeiten vielleicht in der Zeit des Spätfrühlings oder Frühsommers beginnen und dann in so rascher Folge abgewickelt werden, daß der Verkehr mit den neuen Einrichtungen noch i m ßaüfe des Sommers oder Spätsommers aufgenommen werden kann. -------—---- Hauswirtschaft, und bei allen Arbeitsämtern des Gaues Hessen-Nassau erteilt. Kartoffeln gesund und billig! I merksam gemacht, erschien plötzlich Uebungsfahrt begriffene Groß^Mo- bi Die Schrottsammlung der DAI. schafft Roum für ungehinderte Arbeit! Ql ru I'l (Ei die auf einer Uebungsfahrt begriffene Groß^Mo- torspritze der Feuerschutzpolizei Gießen an der Unfallstelle. Unter dem Kommando des Brandingenieurs Lenz von der Feuerschutzpolizei Gießen wurden die Bergungsarbeiten von den Berufsfeuerwehrmännern sofort in Angriff genommen, und mit freudiger Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehrmänner der Gemeinde Roth durchgeführt. Dank der vielseitigen Ausrüstung der Motorspritze konnten die beiden Lastkraftwagen in kürzester Zeit den Fluten entrissen werden und ihre Fahrt nach vierstündiger Verzögerung fortsetzen. vermeiden, daß die Hauptnährwerte weggeschält oder gekocht werden. Denn die wertvollsten Stoffe sitzen unmittelbar unter der Schale. Deshalb sollte man sie möglichst mitkochen. Also Pellkartoffeln! , " _ Gibt es Leute, die da ein Gesicht ziehen? Denen sei gesagt: es ist die gesündeste Art der Zubereitung der'Kartoffel, denn alle guten und wertvollen Nährstoffe bleiben dabei erhalten. Außerdem ist sie so am sparsamsten und leichtesten zu schälen. Und mannigfach sind die Derarbeitungsmöglichkeiten der Pellkartoffel: Kartoffelbrei, Klöße, Auflauf, Salat, Pfan- ncnspeisen usw. — eine einigermaßen findige Hausfrau kann da nie in Verlegenheit geraten. Sie wird sich nicht die Sache dadurch erleichtern, daß sie einfach Bratkartoffeln daraus bereitet. Sie wird bei der notwendigen Einschränkung unseres hohen Fettverbrauches gewiß andere und abwechslungsreiche Einfälle hoben und ihre Familie immer wieder mit neuen, schmackhaften Gerichten überraschen. Muß die Kartoffel aber unbedingt geschält sein — dann jedoch nur sehr dünn — so sollten wir sie zu Brei verarbeiten, da sich dabei wenigstens das Kochwasser mit den Nährstoffen verwenden läßt. Man darf auch nie unnötig viel Wasser nehmen — eben nur, daß es die Stücke knapp bedeckt. Oder man bereitet ,Lusammengekochtes". Das ist Gemüse und Kartoffeln durcheinander. Da sich auf diese Weise alle Nährwerte im Kochgut erhalten, ist es die empfehlenswerteste Form der Zubereitung. Würzt und schmelzt man ein solches Gericht gut und schmackhaft ab, so bedarf es durchaus nicht der Fleischbeilage, um es wohlschmeckend zu finden. Und es ist gesund und billig! §175 StGB, in vier Fällen eine Gesamtge« fängnis strafe von 3 Monaten. 68 Tage Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten, der noch nicht vorbestraft war, auf seine Strafe an- gerechnet. Der Staatsanwalt hatte gegen ihn ein-e Gefängnisstrafe von 7 Monaten beantragt. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten G. H. wurde eingestellt. Gießener Studenten fahren nach der Ostmark. Im Rahmen des 4. Reichsberufswettkampfes der Deutschen Studentenschaft bearbeitet die Theologische Fachschaft der Landesuniversität Gießen das Thema „Die geistigen und religiösen Grundlagen der Los-von-Rom-Bewegung in Oesterreich". Um null einen unmittelbaren Eindruck von den Verhältnissen in der Ostmark zu bekommen, haben die in Frage kommenden Teilnehmer am Reichsberufs- wcttkampf unter Leitung von Prof. D. Vogelsang (Gießen), dem Dekan der theologischen Fakultät, zu Beginn des Jahres eine Studienfahrt nach der Ostmark angetreten. Die Studenten werden hierbei die Gelegenheit haben, Männer kennenzulernen, die damals die Bewegung getragen haben, und persönliche Unterrichtung von ihnen emvfangen. Gießener Großmotorspritze brachte Hilfe in höchster Not. Am Dienstag in den Nachmittagsstunden gegen 16 Uhr kamen zwei Lastkraftwagen ier Viehverwertungs-Genossenschaft Marburg beim Befahren der durch Hochwasser überfluteten Straße Wenkbach-Roth vom Fahrdamm ab und kippten in den durch Hochwasser morasti ewordenen rechten Straßen- Oer Führer als Ehrenpate. Lpd. D i e b u r g, 18. Ian. Der Führer hat bei dem neunten Kind, dem fünften Mädchen, der Familie Adam Menges in Dieburg die Ehrenpatenschaft übernommen. Fahrradmarder in Sicherungsverwahrung. Sp§. sm a r b u r g, 18. Ian. Das Landgericht Mar. bürg erkannte am 30. September v. I. gegen den 39 Jahre alten Karl Schütz aus Neustadt wegen Rückfallbetruges und wegen Rückfalldiebstahls auf eine Zuchthausstrafe von vier Jahren. Außerdem ordnete das Gericht gegen den gefähr- lichen Gewohnheitsverbrecher die^ S i ch e r u n g s- Verwahrung an. Sein Tatgenosse, der 52jährige Karl Berk, erhielt wegen fortgesetzter gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei 1V» Jahre Zuchthaus. Dieses Urteil ist nunmehr rechtskräftig geworden, nachdem das von den Angeklagten angerufene Reichsgericht ihre Revisionen als unbegründet verworfen hat. Der Angeklagte Schütz hatte insgesamt 3 5 Fahrräder g e st o h l e n, die er an Berk weiter veräußerte. Außerdem war eine geschiedene Frau, mit der er verlobt war, durch ihn dadurch geschädigt worden, daß er ihr nach und nach einen Betrag von 400,— RM. abschwindelte. Einem Bauer in Erksdorf bei Kirchhain sandte Schütz einen Brief des Inhalts, daß er bei verbotenem Handel mit Butter und Eiern in Marburg bemerkt worden sei. Zwecks Vermeidung einer Anzeige möge er sofort postlagernd 130,-r RM. noch Marburg senden. Der Bauer übergab aber das erpresserische Schreiben der Polizei, die alsbald in Schütz den Schreiber der anonymen Zeilen feststellen konnte. Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. Lpd. Darmstadt, 17. Jan. Zwei junge Leute aus Lindenfels, die mit dem Motorrad nach Reichelsheim fuhren, gerieten in einer Kurve bei Groß- Gumpen gegen einen Baum. Dabei wurde der Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stuck 4 bis 9, Wirsing, N kg 12 bis 16, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 17 bis 18, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat, Vto 10 bis 15, Tomaten, kg 30 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, H kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 40 bis 50 Pf., Nüsse 50, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. Wer kann Lehrfrau sein? Wie in jedem Beruf, so ist es auch im hau;- wirtschaftlichen Beruf notwendig, daß alle vorkommenden Arbeiten von Grund auf gelernt werden. Jeder Handwerker, Kaufmann oder Bettiebs- führer ist für die Heranbildung seiner Fachkräfte selbst verantwortlich. Er muß sich einen jungen Menschen erst durch die Lehrlingsausbildung zu einer Hilfskraft selbst erziehen. Nur die Hausstau verlangt ausgebildete Kräfte und macht sich keine Gedanken darüber, wer die Ausbildung übernehmen soll. Jede Hausfrau stnuß aber ihren Stolz darein setzen, ein junges Madel in ihren Haushalt als Lehrling aufzünehmen und ihm von ihrem Können abzugeben. Das Mädel legt am Schluß der Lehrzeit die Prüfung als staatlich geprüfte Hausgehilfin ab. Hauswirtschaftlich ausgebildete Kräfte sind sehr gesucht und haben gute Aussichten. Außerdem ist die hauswirtschaftliche Lehre die Grundlage für viele aussichtsreiche Frauenberufe. Auch wenn das Mädel heiratet, kommt es ihm sehr zugut, wenn es die Führung eines Einzelhaushalts ober den Wert eines geordneten Familienlebens kennengelernt hat. Lehrfrau kann jede deutsche Hausfrau fein, die ihren Haushalt gut führt, volkswirtschaftliches Denken gelernt hat und danach, handelt. Sie muß das Mädel in allen vorkommenden Arbeiten an- ternen können. Der Lehrling soll nach der Lehrzeit die häuslichen Arbeiten, wie Kochen, Flicken, Waschen, Reinemachen usw. so beherrschen, daß er nach zwei Jahren unter Anleitung der Hausstau selbständig arbeitet. Auskunft über alle Fragen der hauswirtschaft- tichen Lehre wi " des ~ NGLB.. Bezirk Gießen-Land. Am gestrigen Mittwochnachmittag hielt der Bezirks-Verein Gießen-Land des NSLB. feine erste Versammlung im Jahre 1939 im „Burghof" zu Gießen ab. In seinen Begrüßungsworten gab der Vorsitzende, Rektor Siegfried (Großen-Linden), dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit in der Schule im neuen Jahre von Erfolg begleitet sein und weiterhin hfr Bedeutung der Schule immer mehr erkannt und geschätzt werden möge. Er erinnerte dabei an die auch im „Gießener Anzeiger" erschienene Nachricht, daß den Behörden und parteiamtlichen Hoheitsträgern der Besuch der Schulen empfohlen wird, um einen Einblick in die Erziehungsarbeit zu erhalten. Anschließend hielt Pg. Groß (Leihgestern) einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Weltanschauliche Fragen für die Erziehungsarbeit". Der zweite Teil der Tagung war mit vorbereitenden gesanglichen Hebungen für die Feiergestaltung der demnächst stattfindenden Kreisversammlung ausgefüllt. Die Tagung wurde dann wie üblich geschlossen. Gießener Wochenmorktpreiie. * Gießen, 19. Jan. Auf dem heutige LPD. Warnung vor Abmagerungs. Mitteln mit Borsäure. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum^schutze der Volksgesundheit wird von zuständiger Stelle davor gewarnt, Abmagerungsmittel, die Borsäure frei ober gebunden enthalten, ohne ärztliche Heber« wachung anzuwenden. Borsäure und ihre Verbindungen, die sich bei wiederholter Zufuhr wegen ihrer langsamen Ausscheidung im Körper anreichern, sind, auch in Zubereitungen mit Harnstoff ober Dextrose (Traubenzucker), für den Menschen keineswegs gefahrlos, sofern sie in Mengen von mehr' als einigen Bruchteilen eines Grammes ausgenommen werden. Große Gtrafkannner Gießen. Wegen widernatürlicher Hnzucht hatten sich der E. I. und der G. H., beide aus Gießen, vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Die Angeklagten waren im wesentlichen geständig, sich im Sinne des §175 StGB, vergangen zu haben. Der Angeklagte E. I. erhielt wegen Vergehens gegen Unser neuer Vornan. Nachdem wir in der gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers den Roman „Wohin gehst du, Elisabeth?" von Hubert Rausse zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Ausgabe unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder durchschlagenden Erfolg ver- ■ sprechen, dürfen. Die früher erschienenen Romane unserer neuen Autorin, die bisher noch nicht bei uns zu Worte gekommen ist, erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit und weiter Verbreitung. „Schuh im Funkhaus" von Maria Cberlin heißt der neue Roman, mit dessen Veröffentlichung wir in der vorliegenden Nummer beginnen. Die Schilderung führt den Leser in ein neues, bisher kaum behandeltes Gebiet gegenwärtigen Ledens, in den exakt und reibungslos ineinanbergreifenben Arbeitsbetrieb eines Funkhauses. Die Handlung setzt mit der Aufdeckung eines Mordanschlages sogleich mit einer außergewöhnlichen Spannung ein und hält den Leser bis zur letzten Szene in Atem. Die Untersuchung des rätselhaften Kriminalfalles bringt die merkwürdigsten Begebenheiten und Zusammenhänge ans Licht und deckt eine Anzahl menschlicher Schicksale auf, an deren Schilderung sich Maria D b e r I i n 5 Phantasie und weiblich feinfühlige Erzählergabe auf das liebenswürdigste entfalten. So dürfen wir gewiß sein, auch mit diesem neuen Roman allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land eine rechte Freude zu bereiten und ihnen eine genußreiche, ungewöhnlich fesselnde Hnterhal- tung zu bieten. Lahn: Hochwasser 1,42 Meter über Normal! Die Lahn hat gegenwärtig einen außerordentlich hohen Wasserstand erreicht. Die Wasser rauschen mächtig dahin, haben längst J5ie Ufer überschritten und weite Flächen überschwemmt. Das Hochwasser hat gestern gegen 17.30 Uhr seinen bisher höchsten Stand erreicht. Der Wosserstand liegt, wie wir auf Anfrage beim Kulturbauamt hören, um 1,42 Meter über dem normalen Wasserstand. Er betrug gestern ® zu der genannten Zeit am Pegel, also an der Meßstelle, insgesamt 2,04 Meter. Heber Nacht ist das Wasser um 2 cm gefallen. Da aber Marburg in der vergangenen Nacht ein weiteres Steigen des Waffer- standes um 10 cm feststellte, ist damit zu rechnen, daß sich auch der Wasserstand der Lahn in unserem Gebiet weiter erhöhen wird. Der gegenwärtige Was- serstand liegt aber immer noch um 50 cm unter dem Wasserstand, den die Lahn am 12. Januar 1920 erreichte. NSG. Sollte man es für möglich halten, daß es Leute gibt, die noch immer nicht hinter den hohen Wert der Kartoffel gekommen sind? Wert in verschiedener Hinsicht: wirtschaftlich, ernährungspolitifch und gesundheitlich. WirtsäMlich, das leuchtet notfalls gerade noch ein — denn die Kartoffel ist ja so billig. Aber ernährungspolitisch — ach, darüber hatte man noch gar nicht so recht nachgedacht. Und vollends gesundheitlich? Derrn wenn man ehrlich sein wollte — also, da war man doch früher eigentlich anders belehrt worden. Hieß es da nicht, daß die Kartoffel fast nur aus Wasser bestünde und keinerlei Nährwert habe? „Die haben einen Kartoffelbauch", sagte man — und der kam natürlich vom Wasser. Die Kartoffel wurde höchstens dem „kleinen Mann" als Hauptnahrung zugedacht. Auf den „situierten" Mittagstisch kam neben der großen Bratenplatte und dem Gemüse wohl nur ein winziges Schüsselchen Kartoffeln dazu. Mehr als kleine Geste und zur Vervollständigung. Etwa so, wie man mitunter einen Brotkorb auf die Tafel stellt, der dann doch kaum Beachtung findet. Denn wer würde sich, angesichts guter Dinge, den Magen voll Brot stopfen? So war es mit der Kartoffel auch. Es war glücklicherweise so! Denn heute wissen wohl die meisten Menschen um den großen Nährwert der Kartoffel, dieses für uns hochwichtigen Ernährungsfaktors. Man weiß auch, daß es da unendliche Möglichkeiten der Zubereitung gibt. Nicht mehr nur die übliche Salzkartoffel, der durch das Schälen und durch das Abgießen des Kochwassers die besten Stoffe entzogen werden. Gewiß kommt sie auch heute noch auf den Tisch. Aber im allgemeinen versucht man doch, zu Neigung bis zu den Pritschen im Wasser lagen, konnten sich mit eiaener Krast aus dieser heiklen Lage nicht befreien. Die Hilfe eines dritten Lastkraftwagens und der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Roth konnte ebenfalls die Wagen dem nassen Element nicht entreißen. Da das Wasser stetig stieg, hatten die Kraftfahrer der eingebrochenen Wagen bereits auf den Autodächern Zuflucht genommen. Als Retter in höchster Not, durch Straßenpafsanten auf die Notlage der beiden Lastkraftwagen aufmerksam u tt Z K 8> u r Aus -er engeren Heimat. Züchterabend des Kleintierzüchtervereins Holzheim. * Holzheim, 18. Jan. Der hiesige Klein- tierzüchterverein veranstaltete im Saale Sames — wir berichteten gestern bereits kurz darüber — einen Züchterabend, der der weiteren Schulung der Vereinsmitglieder diente. Vcreinsdiener Wilhelm Jung IX. hieß die Züchter willkommen und betonte, daß für jeden Züchter die Parole „gesteigerte Leistung" oberstes Gesetz sei. Das Ziel der deutschen Geflügelzucht sei es, daß pro Huhn und Jahr 140 Eier zu verzeichnen sind. Diese Leistung könne praktisch durch die Verjüngung der Bestände und durch zweckmäßige Fütterung und Unterbringung erreicht werden. Für die Kaninchenzucht sei die Forderung unserer Zeit die Einstellung auf Wirtschaftsrassen. Im weiteren Verlauf des Abends sprach Preisrichter May (Lang-Göns) über die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Rasse-Geflügelzucht ".m Rahmen des Vierjahresplanes. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß in Holzheim die Rassegeflügelzucht stets stärkstes Interesse gefunden habe und verband damit den Wunsch, daß in Holzheim die Tradition auf diesem Gebiete gewahrt bleiben möge. Anschließend nahm er die Beurteilung einer Anzahl der von den Züchtern mitgebrachten Tiere vor. Anhand des fachmännischen Urteils konnten die Züchter einen Ueberblick über den Stand ihrer bisherigen Bemühungen gewinnen. Preisrichter Haas (Friedberg) nahm die Bewertung einiger Kaninchen vor und wies darauf hin, daß die Vereinsrasse „Weiße Wiener" jede Förderung verdiene und jedem zur Zucht zu empfehlen sei. Im Besitz der Mitglieder des Vereins befindet sich eine Reihe ganz hervorragender Tiere dieser Rasse. Der Verein wird bei den nächsten Kreis- schauen in Lollar und Daubringen mit seinem Material an die Oeffentlichkeit treten. Nach der Erledigung des fachlichen Teil des Züchterabends blieb man noch geraume Zeit bei guter Musik und manchem humorvollem Vortrag beisammen. Zuchtberater Heinrich Mehl dankte allen, die sich für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatten, und schloß mit dem Wunsche, daß der Verein bei seiner Jubiläumsschau aus Anlaß seines 20jähri- gen Bestehens mit einer eindrucksvollen Schau hervortreten könne. Landkreis Gießen. ch Staufenberg, 18. Jan. Die hiesige Sah weineoersicherung hielt in der „Burg" ihre Generalversammlung ob. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Heinrich Vogel IV., wurde der Kassenbericht erstattet, der einen günstigen Stand der Kasse auswies. Aus dem Vorstand schied Ph. Moos aus. Wilhelm Geißler wurde in den Vorstand berufen. Die übrigen Vorstandsmitglieder blieben im Amt. 4= Daubringen, 18. Jan. Der hiesige Gesangverein „Sängerlust" hielt bei Gastwirt Schäfer seine Jahresschlußversammlung ab. Vereinsführer Opper erstattete den Jahresbericht. Der bisherige Vorstand bleibt im Amt, er wurde lediglich um einen Notenwart und den Jnventar- vermalter ergänzt. Vereinsrechner Karl O p p e r erstattete den Kassenbericht, der günstig lautete und in Ordnung befunden wurde. Am 4. Februar soll ein Konzert für das Winterhilfswerk stattfinden. Im März wird der Verein außerdem einen Konzertabend veranstalten. A Treis a. d. L d a., 18. Januar. Am gestrigen Dienstag konnte die Witwe Frau Anna Katharine Zecher, geb. Will, Hauptstraße, in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 3. Geburtstag feiern. 5 Albach, 19. Jan. Am morgigen 20. Januar feiert Frau Helena Schäfer, geb. Neeb, Ehefrau von Christian Schäfer, ihren 71. Geburtstag. Frau Schäfer war ein Menschenalter lang hier Hebamme und trat vor einem Jahre in den Ruhestand. Wir gratulieren. 5 Steinbach, 19. Jan. Frau Maria Louisa Haas, geb. Schäfer, die am 13. Dezember 1938 ihren 9 0. Geburtstag feiern konnte, ist am Dienstagabend an Altersschwäche gestorben. Ihr Mann Jacob Haas I. starb schon 1905. Sie war die Zweitälteste Einwohnerin unseres Dorfes. # Allendo rf a. d. Lahn, 18. Januar. Der Schweine - V'ersicherungsverein vereinigte bei Gastwirt Richard Wagner seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. Der Vorsitzende Ludwig Wagner II. erstattete den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß im vergangenen Jahre 1400 Tiere mit einer Versicherungssumme von 164 000 Mark erfaßt wurden. Die Einnahmen betrugen 1521*71 Mark, die Ausgaben 1070,60 Mark. Der Kassenbestand beläuft sich somit auf 451,11 Mk. Der Verein zählte am Jahresschluß 112 Mitglieder. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Der bisherige Vorstand bleibt unverändert im Amt. — Auch der Rindoiehversicherungsverein hielt (bei Mitglied Henkelmann) seine Generalversammlung ab. Vorsitzender Konrad Glock erstattete den Geschäftsbericht. 160 Stück Großvieh waren mit insgesamt 48 000 Mark versichert. Die Verluste waren im vergangenen Jahre gering. Künftig wird nur noch % v. H. Prämie erhoben' Das Vereinsvermögen beträgt 670 Mark. Zwei Neuaufnahmen konnten im Mitgliederstand verzeichnet werden. Zum Kassierer wurde Philipp Heep ernannt. 8. L a n g - G ö n s, 18. Jan. Im Rahmen der Arbeit der N2.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" fand in der hiesigen Turnhalle ein Gastspiel des Darmstädter Volkstheaters statt. Am Nachmittag wurde in einer Kindervorstellung „Schneewittchen" gegeben, die von fast allen Kindern und zum Teil auch von ihren Müttern sehr gut besucht war und außerordentlich gefallen hat. Am Abend fand das lustige Stück „Schwarzarbeiter" eine sehr dankbare Zuhörerschaft. Der Besuch am Abend war ebenfalls sehr gut. lH Laubach, 18. Jan. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete im Saale des „Schützenhof" eine gutbesuchte Zusammenkunft. Der Vogelschutz ist Herzenssache, nicht eine Angelegenheit kalter Berechnung von vermeintlichem Nutzen und Schaden der uns umgebenden Vogelwelt. Die recht irrige Auffassung, daß alle Insekten schädlich und somit alle Kerbtierfresser unter unseren Vögeln nützlich seien, ist auch heute noch nicht überwunden. Wer sich aber ernstlich bemüht, die Schädlichkeit oder Nützlichkeit einer Tierklasse zu ermitteln, gerät bald ins Uferlose. Wenn der Tierfreund im Winter Futter streut, so soll er es tun aus ideellen Gründen. Die Hilfe, zu der es den Menschen treibt, weil er mit den.notleidenden Geschöpfen fühlt, ist sittlich viel höher zu bewerten, als die, die er gewährt," weil er für sich aus seiner kleinen Leistung Nutzen erwartet. Die früher zur Winterfütterung fast ausschließlich verwendeten Oelsaaten (besonders Hanf) sind in unseren Zeiten knapp und teuer. Wir sind daher gezwungen, uns nach geeigneten Ersatzstoffen umzusehen. Schon im Herbst können wir in diesem Sinne Vorräte sammeln, wenn wir die schwarzen Holunderbeeren und die schönen, roten Früchte der Ebereschen heimholen und trocknen. Das ist ohne viel Mühe möglich, wenn wir die sehr wasserhaltigen Holunderbeeren, in Büscheln zusammengebunden, erst an einer Schnur an geschützter Stelle aufhängen und später in der Küche, etwa auf dem Schrank, nachtrocknen. Die Ebereschenbeeren sind noch leichter in luftigen Räumen, z. B. auf dem Speicher, haltbar zu machen. Die Beeren werden von A m - sein und Staren angenommen, auch wenn sie zuerst von den Tieren nicht sehr geschätzt werden. Wenn aber Schnee oder Rauhreif wirkliche Not bringen, werden sie schnell und resllos aufgezehrt. Neuere Versuche haben gezeigt, daß wir daneben in grob gequetschtem Hafer, der als Futter - haferflocken billig zu kaufen ist, eine zweckmäßige Wintergabc besitzen. Nicht nur dieFinken- vögel und die seltener am Futterplatz erscheinenden B r a u n e l l e n fressen ihn, sondern auch M e i- sen, Stare, Amseln und selbst Rotkehlchen. Leiter der Wehr, Hauptbrandmeister Hrch. Kopp, konnte neben den Feuerwehrmännern und ihren Angehörigen auch den Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) begrüßen. Den ersten Teil des wohl- aelungenen Abends bestritt das Streichorchester der Laubacher Feuerwehrkapelle mit schönen Konzertstücken, die reichen Beifall fanden. Am Schluß des offiziellen Teiles sprach Bürgermeister Högy zur Wehr, indem er allen Feuerwehrkameraden für die seither gezeigte Einsatzbereitschaft dankte, und wies auf die besondere Stellung der Feuerwehren hin, die nunmehr mit polizeilichen Funktionen ausgestattet sind. Die Veranstaltung verlief in kameradschaftlicher Weise. <> Saasen, 18. Jan. Der hiesige Gesangverein „E i n tr a ch t" hielt im Gasthaus „Zum Bahnhof" seine Jahreshauptversammlung ab. Ver- einssührer Hermann Wagner erstattete den Jahresbericht, sprach von der Beteiligung beim Sänger- fest in Flensungen und rief auch das kameradschaftliche Treffen mit dem Großen-Busecker Gesangverein „Liederkranz" in die Erinnerung zurück. Am Himmelfahrtstag soll dem Großen-Busecker Verein ein Gegenbesuch abgestattet werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Vereinsführer in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine Ehrenurkunde überreicht. Der Vorstand bleibt unverändert im Amt. Für regelmäßigen Singstundenbesuch wurden mehrere Sänger mit der silbernen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Der Kassenbericht wurde in bester Ordnung befunden. Dem Rechner H o r st wurde Entlastung erteilt. Dank und Anerkennung wurde ferner dem Dirigenten D o l ck (Großen-Buseck) für seine Verdienste um die Förderung des Dereins- chores zuteil. Kreis Büdingen. § Steinberg, 18. Jan. Alle Einwohner unseres Dorfes find bereits in Allgemeinausbildungslehrgängen im Luftschutz geschult. Nachdem auch der erste Fachausbildungskursus für die Hauswarte vorüber ist, beginnt jetzt ein. zweiter Lehrgang für die Hausfeuerwehr. 26 Frauen nehmen daran teil. Ein weiteres, häufig aus Not gereichtes Futtermittel, ist die Kartoffel, von der wir genügend Vorräte haben. Der Gedanke, sie zu verwenden, liegt nahe, weil sie auch sonst bei der Fütterung unserer Haustiere, z. B. der Hühner, eine Rolle spielt. Auf der anderen Seite wurde in der Dogelschutzliteratur vor der Verwendung der Kartoffel vielfach gewarnt. Sie sollte, besonders in gefrorenem Zustand, gefährlich sein. Schließlich fressen die Vögel aber auch im Freien zeitweise nur gefrorenes Futter. So ist denn der Nachweis der Schädlichkeit in der Tat nirgends zu finden. Um die strittige Frage nach dem Werte und der Verwendbarkeit der Kartoffel zu klären, wurden jetzt von zuständiger Stelle Versuche gemacht. Im letzten Heft des Jahrgangs 1938 der „Deutschen Vogelwelt" berichtet darüber Dr. Mansfeld, der Leiter der Vogelschutzwarte Seebach, Kreis Langensalza. Ueber das Ergebnis verdient die vogelfreundliche Bevölkerung in Stadt und Land unterrichtet zu werden: „Anfang Dezember 1937 wurden 6 Kohlmeisen zu je zweien in Versuchskäfigen in ungeheizten Räumen eingewöhnt und mit bepi üblichen Weichfutter, dazu Sonnenblumenkerne, Hanf, Mehlwürmer und Fett (Schmeinenabel), gefüttert. An Frosttagen wurde kein Wasser, sondern nur Schnee geboten und auch gefressen. Wasser entbehren die Vögel also bei Schneefall nicht. Als um die vergangene Weihnachtszeit eine dichte weiße Decke unsere Fluren überzog, konnte der aufmerksame Beobachter dieselbe Feststellung machen: Ueber- all pickten die Vögel eifrig am Schnee, um den Durst zu löschen. Vielfach ist noch zu lesen, daß man an Frosttagen am Futterplatz kein Wasser aufstellen dürfe, weil es die Tiere zum Baden verleite und dann das Gefieder zusammenfriere. Kältetod soll die unausbleibliche Folge sein. Für solche Behauptungen fehlen jedoch jegliche Beweise. Kein Vogel würde baden, wenn ihm diese Gefahr drohte. Sein Instinkt bewahrt ihn davor. In der Tat sehen wir, daß Vögel auch bei erheblichen Kältegraden fröhlich und munter baden. Ein Gang die Wieseck oder den Klingelbach entlang, kann uns schnell davon über« Zeugen. Uns friert bei solchem Anblick. Aber was wissen wir von den Bedürfnissen eines Dogelkör- pers? Warum badet überhaupt der Vogel? Offenbar aus andren Gründen wie wir Menschen. Doch zurück zur Fütterung! Vom 13. Dezember an erhielten die Meisen im Käfig I zusätzlich geriebene, ungesalzene, in der Schale gekochte Kartoffeln, soweit vermischt mit Haferschrot, daß eine ziemlich trockene und krümelige Masse entstand. Die Meisen nahmen die Mischung gut an. Die Vögel erhielten vom 14. bis 25. Dezember nur noch Kartoffel-Hafcrschrot. bxi zwischen 1 und —11 Grad Celsius schwankenden Temperaturen. Im Käfig II erhielten die Meisen seit 16. Dezember ebenfalls das Gemischs daneben konnten sie in beiden Käfigen vom Schweinenabel Fett aufnehmen. Alle 6 Vögel blieben lebhaft und glatt. Vom 26. Dezember an wurde in Käfig I reine Kartoffel geboten, dazu der Schweinenabel. Am 28. morgens waren beide Meisen tot. Dom 26. bis 28. herrschte Tauwetter. Die Kartofselfütterung führte also schon ohne Frost nach zwei Tagen zum Tode. Nachdem die Meisen im Käfig H 22 Tage ohne Nachteil mit der Kartoffel-Hafermischung gefüttert und damit doch offenbar schon besser an die Kartoffeln gewöhnt waren, erhielten sie ab 12. Januar nur noch Kar- tvffeln und waren ebenfalls nach zwei Tagen tot. Die beiden letzten Vergleichsvögel erhielten inzwischen seit 25. Dezember gleichfalls die Kartoffel- Hafer-Mischung, daneben aber noch das Eingewöh- nungsfutter. Sie erhalten nun am 14. Januar reine Kartoffeln und Schweinenabel, sträuben am 16. morgens stark die Federn und find matt, erholen sich aber ziemlich schnell bei Darbietung der Kartof- fel-Hafer-Mischung. Am 17. erhalten sie wieder reine Kartoffeln, worauf am 18. eine Meise tot ist. Die letzte erhält nun wieder das Gemisch und bleibt dabei munter bis zu ihrer Freilassung am 25. Fe- bruar 1938. Die reine Kartoffel wirkte also selbst bei gleichzeitiger Darbietung von Fett tödlich. Wir dürfen daraus schließen, daß an den seitherigen Warnungen vor der Kartoffelfütterung ein Kern Wahrheit steckt. Wenn auch das Gefrieren dabei offenbar keine Rolle spielt, so muß doch die Darbietung der reinen Kartoffel unterbleiben. Das Gemisch mit grobgequetschtem Hafer ober Haferflocken darf hingegen als durchaus bekömmlicher Ersatz für fehlende Oelsaaten empfohlen werden. Wer rrotzdem die Verwendung von Kartoffeln vermeiden will, kann eine gleichfalls mit gutem Erfolg erprobte Mischung aus Haferflocken und Fett zu gleichen Teilen Herstellen. Den häufig gebrauchten Rindertalg können die Vögel bis zu etwa 0 Grad abpicken, bei tieferen. Temperaturen wird er aber zu hart und damit unbrauchbar. Ist die Kälte stärker, muß man ihn- (am besten auf einer Reibfläche) zerkleinern. Schweineschmalz wird an milden Tagen gern und schnell verzehrt. Bei — 5 Grad bietet es dem Vogelschnabel aber schon so viel Widerstand, daß die Futterstellen nicht mehr ausgesucht werden. Auch die Mischung mit Rindertalg ist dann nur in zerriebener Form für die Vögel genießbar. Sollen die mit Fettbestandteilen ausgestatteten Futterplätze auch bei stärkstem Frost nicht leer bleiben, so müssen mir, wie Versuche aus jüngster Zeit ergeben haben, zu Pferdeschmalz greifen. Es hat die Eigenart, daß es nur schwer erhärtet. Erst nach einem Zusatz von Rindertalg wird es bei 0 Grad fest. Ungemischt wird es in einer Schale bei großem Frost nach zwei Stunden genießbar. Es hat so die angenehme Eigenschaft, daß es bei —15 Grad noch nicht versagt. Viel Pferdeschmalz mit wenig Rindertalg vermengt und unter Beigabe der gleichen Menge Haferflocken in etwas erkaltetem Zustand über Zweige, z. B. eines alten Christbaums gestrichen, wirkt auch bei tiefen Temperaturen auf die Vögel immer anziehend. An solchen Kältetagen aber ist die Fütterung besonders wichtig. Bei gewöhnlichem Winterwetter hingegen sollten wir nur recht knapp füttern, damit die Vögel gezwungen sind, sich an die natürlichen Nahrungscsuellen in Garten, Feld und Wald zu halten. Ueberhaupt ist die Winternot unserer gefieberten Freunbe bei weitem nicht so groß und bitter, wie die allzu vermenschlichende, landläufige Betrachtung es wahrhaben möchte. Meisen z. B. sind nur an Tagen mit Rauhreif oder Glatteis ernstlich gefährdet. Winterfütterung unserer heimischen Vögel Von £. Gebhardt. Von Ver Wildform zur Kulturpflanze. Nützliche und künstliche Auslese. - Die Schöpfung der Kulturpflanzen gehört zu den gewaltigsten Leistungen, die der menschliche Geist vollbracht hat. Die wirkliche Größe dieser Tat wird jedoch nur von den wenigsten in ihrer ganzen Bedeutung erkannt und gewürdigt. Dies kommt nicht zuletzt daher, daß wir gewöhnt sind, unsere hoch gezüchteten Kultursorten als gegeben hinzunehmen, und daß wir darum nur selten die Unterschiede bedenken, die zwischen ihnen und den Wildarten bestehen, aus denen sie sich durch die unendlich lange und unendlich mühselige Züchtungsarbeit entwickelt haben. Diese Unterschiebe zwischen ben Wildarten und den Kulturpflanzen erklären sich durch die äußerst ungleichartigen Verhältnisse, unter denen Wildpflanze und Kulturpflanze leben und durch die verschiedenen Anforderungen, die an beide gestellt werden. Wildpflanzen wie Kulturpflanzen sind mit allen ihren Eigenschaften und Fähigkeiten Ergebnisse der Auslese. Die Art der Auslese ist jedoch bei beiden verschieden. Die Wildpflanzen sind durch die Einwirkung der natürlichen Auslese entstanden, die durch iben Kamps ums Dasein hervorgerufen wird. Die Kulturpflanzen dagegen sind aus ihnen hervorge- . gangen durch die künstliche Auslese durch den Menschen. In der freien Natur bewirkt der Daseins- I kämpf, daß alles das ausgemerzt wird, was nicht «genügend lebenskräftig und widerstandsfähig ist. Demgemäß sind die Wildpflanzen in allen lebens- iwichtigen Eigenschaften an das Leben in der freien Matur mit allen seinen Ansprüchen und Gefahren Ausgezeichnet angepaßt. Sie werden den Anforde- irungen gerecht, die Boden und Klima an sie stellen, Issie sind durch die Eigenarten ihres Baues und ihrer (Entwicklung der Konkurrenz anderer Pflanzenarten gewachsen, sie sind häufig durch Dornen, Stacheln, starke Behaarung, Bitterstoffe und Gifte vor Tier- ifraß geschützt, und eine reiche Samenerzeugung und Zahlreiche Hilfsmittel zur Verbreitung dieser Samen sorgen für die Erhaltung des Lebens der Art über Das Leben des Individuums hinaus. Das Beispiel der jüngsten Kulturpflanze. Ganz anders sind die Auskesebedingungen, die toitrd) die Menschen geschaffen werden. Hier ist die pflanzen ändern ihren Charakter. Brauchbarkeit der Pflanze oder bestimmter Teile der Pflanze für den Menschen der oberste Wertmahstab. Auch die Lebenskraft, das Angepaßt- sein an bestimmte Lebensverhältnisse hat hier nicht die Bedeutung wie bei den in freier Natur wachsenden Wildpflanzen. Im Gegenteil, viele Eigenschaften, die ben Bestand der Pflanze in der freien Natur auf das äußerste gefährden würden, machen sie erst für den menschlichen Genuß und für den Anbau durch den Menschen geeignet. Sehr schön zeigt dies das Beispiel unserer jüngsten Kulturpflanzen, der ßupinenarten. Die weiße, die blaue und die gelbe Lupine find ja Zwar schon seit vielen Jahrzehnten in Deutschland angebaut worden. Die Pflanzen enthielten aber in den Blättern wie in den Samen eine so starke Menge giftiger Bitterstoffe, daß sie für die Verfütterung ober gar für die menschliche Ernährung unbrauchbar waren und nur für die Gründüngung. verwendet werden konnten. Um aus den Lupinenarten brauchbare Kulturpflanzen zu gewinnen, mußte also zu-, erst diese unerwünschteste Eigenschaft, der hohe B i t> ter stoffgehalt, beseitigt werden. Nun besitzen auch bei anderen Hülsenfrüchtlern, die schon lange kultiviert werden, die Wildformen einen bitteren Geschmack, der sie für den Menschen unbrauchbar macht, die Kulturformen dagegen, die sich aus ihnen herleiten, sind wohlschmeckend und bitterstofffrei. Es müssen in diesem Falle also aus bitteren Ausgangspflanzen nicht bittere Formen entstanden und vom Menschen zufällig entdeckt und vermehrt worden sein. Auf Grund dieser Tatsachen konnte angenommen werden, daß auch bei den Lupinen zuweilen Pflanzen austreten, die bitterstofffrei sind. Hunderttausende von pflanzen wurden untersucht. Um diese Formen zu finden, wurden mit Hilfe chemischer Methoden planmäßig viele Hundert- taufe n ö e von Pflanzen untersucht. Es gelang hierdurch in der Tat sowohl bei den gelben, wie bei den blauen und ben weihen Lupinen eine Reihe von Pflanzen zu finden, die nur noch so geringe Spuren des Bitterstoffs enthielten, daß sie sowohl als Futtermittel wie für die menschliche Ernährung verwendbar waren. Mit der Auffindung ber bitterstofffreien „Süßlupine n" war aber erst bie erste, wenn auch wichtigste Etappe bes Weges, der von der Wildart zur Kulturpflanze führt, erreicht. Diese bitterstoffarmen Pflanzen besaßen noch eine Anzahl von Merkmalen, die — wie der vor Tierfraß schützende Bitterstoffgehalt — für ihre Erhaltung in der freien Natur sehr wesentlich, für ihre Nutzung durch den Menschen dagegen recht unerwünscht waren. Dazu gehört z. B. die sogenannte Hartschaligkeitder Samen, die dazu führt, baß nur ein Teil der ausgesäten Samen sofort auf- geht, während der Rest erst nach und nach in den folgenden Jahren zur Keimung kommt. Bei einer Wildart ist diese Eigenschaft sehr wesentlich, da dadurch bie Erhaltung ber Art weitgehend gesichert wirb. Gehen nämlich im Jahre der Aussaat alle ober fast alle Keimlinge zugrunbe, so sorgen die erst in ben nächsten Jahren feimenben Pflanzen dafür, daß bas Leben ber Art dennoch erhalten bleibt. Für ben Menschen aber ist diese Eigenschaft wegen des Ausfalls von Saatgut und wegen der Verunkrautung bes Ackers in den folgenden Jahren wenig erwünscht. Es mußten also aus dem vorhandenen Pflanzenmaterial Formen ausgelesen werden, die diese Hartschaligkeit nicht zeigten. Hülfen mit „Platzverschluß". Eine weitere, für eine Kulturpflanze äußerst unerwünschte Eigenschaft war ferner bas Platzen ber reifen Hülsen, bas bie Lupinen zunächst Zeigten. Auch hier handelt es sich um eine Eigenschaft, die für bie Erhaltung unb Verbreitung ber Pflanzen in ber freien Natur außerorbentlich wichtig ist. Die reifen Hülsen ber Lupinen besitzen einen Mechanismus, ber beim Austrocknen bewirkt, baß die Nähte zwischen ben herben Hülsenhälften plötzlich aufgerissen werben. Durch biese plötzliche Bewegung werden die Samen aus den Hülsen herausgeschleudert und fallen in größerer ober geringerer Entfernung zu Boden. Es' ist ohne weiteres ver- ftäiiblid), daß diese Eigenschaft für die Verbreitung der Pflanze in ber Natur wichtig unb notwendig ist. Für eine Kulturpflanze ist das Platzen der Hülsen wegen der damit verbundenen hohen Verluste an Samen jedoch eine sehr unerwünschte Eigenschaft. Es war deshalb für den Züchter eine wichtige Aufgabe, Pflanzen zu finden, die dieses Merkmal nicht besitzen. Auch diese Aufgabe konnte durch Untersuchung einer sehr großen Zahl von Pflanzen gelöst werben. So werben durch bie Züchtung bie Eigen- schäften ber Pflanze verändert, die Pflanze wird für den Menschen immer wertvoller u^ib brauch- barer, andererseits aber auch immer weniger an das Leben in der freien Natur angepaßt unb diesen Ansprüchen gewachsen. Oie Leistung des Züchters. An der Lupine können wir in der Gegenwart verfolgen, wie sich eine Pflanze unter den Händen bes Züchters langsam von einer Wildart in eine Kulturpflanze umwanbelt. Bei den meisten anderen Kulturpflanzen ist diese Entwicklung bereits abgeschlossen, unb wir können nur bie bereits fertig entwickelte Kulturform mit ber Wildart — soweit diese überhaupt bekannt ist — vergleichen. Dabei wirb bas beutlich, was sich schon bei ber Lupine zeigte, baß nämlich viele ber Merkmale, die den eigentlichen Wert der Kulturpflanze ausmachen, für bie Erhaltung ber Pflanze in der freien Natur durchaus nachteilig find. So werden die Pflanzen durch den Verlust der Dornen und Stacheln, Bitter- und Giftstoffe ben Angriffen ihrer tierischen Feinde schutzlos ausgesetzt: bie ben Menschen häufig erwünschte unb durch die Züchtung erzielte Zartheit der Blätter unb Wurzeln macht diese auch den Tieren begehrter. Unsere Kulturpflanzen sind also zweifellos in ihrer heutigen, Form ohne die Hilfe des Menschen nicht lebensfähig, unb je mehr sie durch die Züchtung verbessert unb in ihren Leistungen gesteigert werben, um so abhängiger werben sie vom Menschen, um so weniger vermögen sie sich selbst in ber freien Natur zu erhalten. Die Züchtung hat in ben hinter uns hegenben Jahrhunberten unb Jahrtausenben Gewaltiges geleistet und ber Menschheit viele wertvolle Gaben geschenkt. Dieser Vorgang der Kulturpflanzenwerbung ist, wie wir an dem Beispiel ber Lupinen sahen, auch heute noch nicht abgeschlossen, so daß man zweifellos in vielleicht nicht allzu ferner Zu- funft Kulturpflanzen kennen unb besitzen wirb, von benen wir heute noch nichts ahnen. Schwan itz-Müncheberg. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Georg Dähm, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Kriminalpolitik an der Universität Kiel, hat einen Rus an die Universität Leipzig erholten. Professor Dahm ist Mitglied der Akademie für Deutsches Recht und der amtlichen Strafrechts-Kommission. SJ.-fpori Opferschwimmen für das Winterhilfswerk. Dieser Tage fand im Wetzlarer Hallenschwimmbad ein Opferschwimmen für das Winterhilfswerk statt, zu dein mehrere Vereine aus den Städten des südlichen Gaues 12 gemeldet hatten. Schwimmer aus Gießen, Hanau, Friedberg, Marburg und Wetzlar waren am Start. Der Gießener Schwimmverein beteiligte sich dabei mit guten Erfolgen an einzelnen Rennen. Nachstehend einen Auszug aus der Siegerliste für Rennen, in denen unsere Gießener Schwimmer beteiligt ro-aren: 6 Bahnen Frauen - Jugend - Brust- schwimmen, Klasse 2: 1. Margot Spörhase, Marburger SV., 1:29,07; 2. Ilse Runk, Gießener SV., 1:30,6 Min. Klasse 3: Lilo Pfeiffer 1:41; Gretel Kirstein 1:44,6; Trude Plank 1:46,4 Min. (Sämtlich Gießener SV.) 6 Bahnen Männer - Rückenschwimmen, Klasse 2: 1. Fertsch, Tgm. Friedberg, 1:19,2; 2. Willfried Amend, Gießener SV. 1:22 Min. Klasse 3: 1. Otto Oßwald,. Gießener SV. 1:32 Minuten. 6 Bahnen Frauen - Bru st schwimmen, Klasse 3: 1. Ruth Fiedler, Marburger SV. 1:36; 2. Gisela Loh, Tv. Wetzlar, 1:43; 3. Elisabeth Plank, Gießener SD., 1:43,6 Min. 6 Bahnen Männer - Kraulschwimmen, Klasse 2: 1. Karl-Heinz Hofmann, Gießener SV. 1:07; 2. Adolph Geuß, Hanau, 1:10; Theo Therbooen, Hanau, 1:10 Min. 6 Bahnen Männerjugend - Brust- schwimmen, Klaffe 3: 1. Otto Maus, VfL. Marburg, 1:26,4; 2. Fritz Schuchardt, Gießener SD., 1:27,4; 3. Ernst Reiß, Hanau, 1:28,2 Min. Wasserball: Marburg-Hanau — Gießen- Wetzlar komb. 2:6 (1:1). Oie deutschen Hallentennis Meisterschaften. henkel greift ein. In der Bremer Tennishalle wurde bereits am Mittwochoormittag wieder eifrig um Sieg und Titel gekämpft. Dabei gab die Turnierleitung bekannt, daß unser» Spitzenspieler Henner Henkel ebenfalls am Start erscheinen wird. Er traf zwar bereits am Mittwoch in Bremen ein, erhielt aber noch einen Ruhetag zugebilligt und tritt erst am Donnerstag in Aktion. Werner Menzel, der am Mittwoch sein erstes 'Spiel lieferte, brauchte drei Sätze, um den Norweger Bjurstedt zu schlagen. Nach seinem 3:6 6:0 6:0-Siege trifft Menzel nun auf den Ungarn Asboth. Für die erste Ueber- raschung des Tages sorgte dann der Ungar C s i - kos, der den Franzosen Bolelli, den Sieger der Skandinavischen Meisterschaften in Stockholm, 6:4 6:1 glatt ausbootete. Eine weitere Ueberraschung bereitete der Berliner Rolf G opfert, der den Jugoslawen Mitic 6:4 7:5 schlug. Göpfert war großartig aufgelegt, trieb seinen Gegner mit langen Dörhandschüssen auf der Grundlinie hin und her und streute zwischendurch Lobs ein. In der unteren Hälfte hatte Pelizza nicht viel zu tun, um den Berliner Werner Beuthner 6:2 6:3 zu schlagen. Die letzten Acht bei den Frauen wurden am Mittwoch ebenfalls ermittelt und lauten: Svan, Roberg, Gulbrandsson (alle Schweden), Werring (Norwegen), Wheeler (USA.), Somogyi (USA.), Kovac (Jugoslawien) und als einzige Deutsche die Berlinerin Hamel. Im Männerdoppel kamen W. Menzel- Göpfert ohne Spiel in die nächste Runde. — Mit der deutsch-amerikanischen Kombination Hamel- Wheeler kam das erste Frauendoppel ohne Spiel unter die letzten Vier. Im übrigen siegten die Paare Svan-Werring, Smith-Genzsch in der oberen und Roberg-Gulbrandsson in der unteren Hälfte; hier kamen Rosenow-Rosenthal kampflos weiter. — Eine Reihe von Kämpfen war auch im „Mixed" an der Reihe. h. Henkel und R. INenzel in Paris. Im Anschluß an die Internationalen Hallentennis-Meisterschaften von Deutschland, die zurzeit in Bremen abgewickelt werden, begeben sich Henner Henkel und Roderich Menzel nach Paris, um dort an den französischen Meisterschaften teilzunehmen. Großeinsatz der deutschen Eissportler. Um Europameisterschaften. Der deutsche Eissport wird bei den kommenden internationalen Kämpfen und Meisterschaften durch seine Besten vertreten sein. Maßgebend für die Auswahl sind die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften. Lydia Deicht, Hanne Niernberger, Martha Musilek und Emmy Puzinger vertreten Deutschland bei der Europameisterschaft in London und der Weltmeisterschaft in Prag. Faber, Rada, Lorenz und vielleicht auch Loichinger — also nicht Weltmeister Felix Kaspar — starten bei den entsprechenden Titelkämpfen der Männer in Davos und Budapest. Für die gleichen Meisterschaftskämpfe im Paarlauf in Zakopane und Budapest entsendet Deutschland Her- ber-Baier, die Geschwister Pausin und Koch-Noack. Wazulek und Stiepl, die beiden Eisschnelläufer der Ostmark, die alle deutschen Rekorde innehaben, nehmen an der Europameisterschaft in Riga und an der Weltmeisterschaft in Helsinki teil. Sollte Deutschland auch noch für die Eisschnellaufmeisterschaften der Frauen melden, so kommt nur Ruth Hiller in Frage. Kurze Gporinotizen. Die Tschecho-Slowakei nimmt in diesem Winter an ausländischen Schiveranstaltungen nicht teil und wird daher auch den Weltmeisterschaften in Zakopane fernbleiben. Als Grund wird der Mangel an Trainingsmöglichkeit angegeben. * Hessens Gaumei st erschaft im 4 0 = k m = Schi-Dauerlauf wurde jetzt zum 12. Februar nach Gersfeld (Rhön) ausgeschrieben. Die Veranstaltung ist reichsoffen. Der R e i ch s i n n e n m i n i st e r Dr. Frick hat für die vom 3. bis 5. Februar in Reichenberg stattfindenden 8. Europa-Rodelmeisterschaften 2 Ehrenpreise für die siegreiche Mannschaft im Männer- Doppelrodeln gestiftet. beginn der Mckriinde zur Vannmeisterschast im Handball. 19 00 I — V f B.- R e i ch s b a h n. Die 1900er Jugendspieler sollten, obwohl das Vorspiel einen unentschiedenen Ausgang nahm, in der Lage sein, dieses Jugendlokaltreffen siegreich zu beenden; wohl dürfte der Vorteil des eigenen Platzes und nicht zuletzt die größere Spielerfahrung für das Ergebnis ausschlaggebend fein. . Mtv. I— Heuchelheim. Schon das erste Auf- einandertressen in Heuchelheitti brachte den Männerturnern einen zweistelligen Sieg. Dank der selbstlosen Arbeit insbesondere des Spielführers konnten durch Neuwerbungen stets Lücken und Mängel ausgebessert werden, so daß die Mannschaft in ihrer derzeitigen Form wohl kaum einen Gegner zu fürchten braucht. Klein-Linden — 1 9 00 II. Offen ist der Ausgang in Klein-Linden; wenn schon die Gäste in dieser Staffel die Tabelle anführen, so ist doch eine Ueberraschung auf fremden Platze nicht ausgeschlossen. Mtv. II — Großen-Buseck. Großen-Buseck hat in der Vorrunde etwas enttäuscht. Hoffen mir, daß in den künftigen Spielen der Mannschaft durch etwas mehr Lebensgeift und vor allem Einsatz der Spieler günstigere Ergebnisse beschieden werden. Lang-Göns — Hausen. Beide Mannschaften sind etwa auf einen Nenner zu bringen; unentschiedener Spielausqang der Vorrunde wird beiden den notwendigen Siegeswillen mitgeben. Der Spielausgang dürfte für diese Staffel die zukünftige Gestaltung der Tabelle bringen. Holzheim — Grüningen. Grüningen wird wohl in Holzheim nichts ausrichten können. Die Holzheimer Jungen machen tatsächlich ihren An- bännern alle Ehre! In bezug auf Leistung kann sich die Mannschaft sehen lassen. Der SegeWg als Olympischer Wettbewerb. In das Pryaramm der Olympischen Spiele 1940 ist als neue Sportart auch der Segelflug aufge- nommen. Bei den Spielen 1936 in Berlin umfaßte das Programm zwar schon den Segelflug als Vorführung, aber nicht als offiziellen Wettbewerb. Die olympischen Segelflugwettkämpfe in Finnland 1940 werden mithin die ersten in der Geschichte der Olympischen Spiele sein. Der Wettbewerb wird in Jämijärvi abgehalten. Das Kirchspiel Jämijäroi ist eine typisch finnische Landgemeinde. Don Helsinki fährt man nach Jämijärvi mit dem Zug drei Stunden, dann mit Autobus weitere zwei Stunden. Mit Flugzeug dauert die Fahrt 55 Minuten. Längs der Landstraße beträgt die Strecke von Tampere nach Jämijärvi 89 Kilometer. Die Segelflugschule Jämijärvi ist in einer naturschönen Gegend in einer Entfernung von 7,5 Kilometer vom Kirchdorf Jämijäroi gelegen. Das Gelände des Flugfeldes mißt im ganzen 147 Hektar und wird durch einen von Nord ost nach Südost ziehenden Landrücken in zwei Teile geteilt. Der Landrücken steigt 219 Meter über Meereshöhe und 117 Meter über die Oberfläche des Sees Jämi- järm. Das Gelände ist sandig und bewachsen mit Heidekraut. Im Sommer ist die Stärke der Bodenthermik gut, die größte festgestellte Aufstiegmöglichkeit ist 12 m/sek. 3U den Gebäuden der Segelslugschule gehören zwei Segelflugzeughallen, welche beide für'30 bis 35 Maschinen Platz haben, ferner eine Motor- slugzeughalle, in der drei Schleppflugzeuge untergebracht werden können, und ein Wirtschaftsgebäude, in dessen Speisesaal gleichzeitig 100 Personen ihre Mahlzeit einnehmen können. In dem Schülerinternat können 150 Personen cinquartiert werden, und außerdem finden sich noch Einzel- wohnungen für Lehrer, ein Kludlokal u. dergl. Zieht man ferner in Betracht, daß in der nahen Umgebung Huberte von Teilnehmern mit ihren Gehilfen untergebracht werden können, so dürste die Einquartierung der Segelflieger keinerlei Schwierigkeiten bieten. Besonders ist zu bemerken, daß die Schule ihr eigenes vorzügliches finnisches Badehaus (fauna) besitzt, und daß sich in der Nachbarschaft ein ausgezeichneter Badestrand befindet. Von den Gebäuden der Segelflugschule sei noch erwähnt das sog. technische Gebäude, das eine Reparaturwerkstatt, ein Ersatzteillager, einen Trocken- und Lüftungsturm für Fallschirme, eine Wetterbeobachtungsstation usw. umfaßt. Im Turm des Gebäudes befindet sich die Wettbewerb- und Flugleitung. Das Programm des Segelflugwettbewerbs der Olympischen Spiele 1940 wird von der Federation Aeronautique Internationale in ihrem Kongreß in Paris am 5. Januar 1939 bestätigt. Uefcer 3000 Eeaelfliecer in Finnland. Der Segelflug in Finnland ist noch sehr jung, aber die Zahl der Anhänger ist in stetem Wachsen, da er sich auch hier wie überall größter Zustimmung erfreut. Seit 1934 werden in allen Teilen des Landes Segelflugklubs gegründet, die unter der Führung des finnischen Luftwehrverbandes stehen. Zur Zeit beträgt die Zahl der aktiven Segelflieger etwas über 3000. Man sieht alljährlich die Schulung weiterer 500 Flieger vor. So kann man sagen, daß sich Finnland, nach Deutschland und Polen, an dritter Stelle der Segelflugnationen befindet. Die finnische Segelflugschule ist in Jämijärvi in Mittelfinnland gelegen. Der derzeitige Leiter der Schule ist Fliegerhauptmann T.Nis- s i n e n , der im Jahre 1938 die „Harmon-Statue" erhielt, die jährlich dem verdienstvollsten Flieger Finnlands verliehen wird. Eine sehr interessante Beobachtung machte man in der Feststellung, daß die begabtesten Segelflugschüler gleichzeitig gute Schispringer sind. Neuer Vorschlag zum Marathonlauf. Im Interesse der Sportler und des Publikums wird Finnland der IAAF, vorschlagen, daß der Marathonlauf bei' den Spielen in Helsinki anders als bei den bisherigen Spielen geregelt würde. Nachdem man nun schon seit dem Jahr 1912 das Prinzip Marathon—Athen (= Windsor—London bei den Spielen 1908, bzw. Inn—Boston-beim Erinnerungslauf voll Paul Revere) nicht mehr befolgt hat, kann man gemäß den Anforderungen der Gegenwart zugleich noch etwas weiter gehen: Der Helsinki- Marathonlauf wird auf einer langen Runde von acht Kilometer in einem das Stadion umgebenden Parkgelände durchgeführt. Von den Anhöhen bei dieser Talbahn können dem Wettbewerb bis 200 000 Menschen folgen. Und nicht genug damit, man kann da2 Passieren der Läufer mindestens fünfmal sehen. Auf einem sehr bedeutenden Teile der Bahn sieht man die Läufer zehn- ja sogar elfmal. Die Hauptsorge gilt aber dem Wettkämpfer. Er soll alle Dinge zu seiner größten Zufriedenheit vorfinden. So hat man die Marathonstrecke in einem schönen Parkgelände festgelegt, in dem den Läufer nicht der Verkehr des täglich flutenden Lebens umgibt. Hier trifft er einen Pfad ober Weg an, der wohl dem Weg von Marathon nach Athen gleichen kann. Olympisches Turnen neu gestaltet. Im weiteren Verlauf ihrer in Bafel abgehaltenen Tagung faßte die Technische Kommission einige weitgehende Beschlüsse, die für die internationale Wettkampftätigkeit von einschneidender Bedeutung sind. Von größter Wichtigkeit ist, daß die Pflichtübungen nicht mehr wiederholt werden dürfen. Bisher konnte jede Pflichtübung an den Geräten noch einmal geturnt werden, und ttonn wurde die beste Ausführung bewertet. Um die lange Wettkampfdauer herabzusetzen und die Kraft der Turner zu schonen, soll in Zukunft an jedem Gerät nur eine Pflichtübung geturnt werden.. Diese Bestimmung dürfte sich bei den internationalen Turnwettkämpfen sehr stark auswirken. Der großen Bedeutung dieses Beschlusses war sich auch die Technische Kommission bewußt und hat aus diesem Grunde die für die Olympischen Spiele in Helsinki festgesetzten Pflichtübungen etwas leichter gestaltet als sie 1936 in Berlin waren. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die bereits festgelegte schwere Barren-Pflichtübung nachträglich abgeändert wurde. Weiter prüfte die Technische Kommission die Frage des Kampfgerichts. Sie beschloß, in Zukunft bei internationalen Turnkämpfen für jedes Gerät vier Kampfrichter einzusetzen. Abweichend von den bisherigen Bestimmungen kann jetzt von Note 0 bis 8 mit Viertelpunkten, darüberhinaus bis zur Höchstnote 10 mit Zehntelpunkten gewertet werden. Die höchste und die niedrigste Note werden gestrichen. Aus den beiden restlichen Noten ergibt sich bann die Durchschnittsbewertung ber einzelnen Uebung. Diese neuen Anträge bedürfen allerdings noch ber Genehmigung bes Kongresses, ber im Herbst in Brüssel tagt. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. rNitiagsbörfe überwiegend schwächer. Frankfurt a. M., 18. Jan. Die Börse entbehrte nahezu jeglicher Anregung Insbesondere ging von der Kundschaft keine Unternehmungslust aus, so daß auch die Berufskreise wieder eine sehr abwartende Haltung eingenommen haben. Arn Aktienmarkt war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, es überwogen jedoch Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H. im Durchschnitt. Das- Angebot hat sich, zusammengesetzt aus meist 1000 RM.-Beträgen, vermehrt und fand nur zögernd Aufnahme. Von den führenden Papieren eröffneten IG.-Farben mit 148,75 (149,65), AEG. mit 115,75 (116,65), Verein. Stahl bei merklich kleiner gewordenen Umsätzen mit 107,75 (108,25), Mannesmann mit 108,50 (109) und Reichsbank mit 188,75 (189,25). Schwach lagen am Elektromarkt Lahmeyer mit 114,50 (117,50) und von Maschinenwerten waren Rheinmetall stärker ermäßigt auf 129,25 (130,50). Etwas fester lagen lediglich Metallgesellschaft mit 119.90 (119). Auch nach den ersten Kursen dauerte die Zurückhaltung an, was vielfach zu weiter leichten Abbröckelungen führte. Der Renten markt konnte sich bei ruhigem Geschäft im wesentlichen behaupten. Etwas höher lagen Reichsbank-DA. 123,50 (123,40), Reichsaltbesitz uno. 128,50. Im Freiverkehr schwächten sich die in letzter Zeit gefragten Schuldbuchforderungen bis 0,40 v. H. ab. Kommunal-Umschuldung hielten sich mit 92,90 bis 92,95 ziemlich unverändert. Liquidationspfandbriefe zogen vorwiegend etwas an, Franks. Hyp. 101,25 (101,05), Pfälzische 101,65 (101,25). Industrie-Obligationen wenig verändert, Stadtanleihen teilweise etwas leichter, 4,50 v. H. Heidelberg 97 (97,50), 1927er Pforzheim 97 (97,50), Mainzer v. 28 96.75 (97). Reichsbahn-DA bröckelten auf 123,40 nach 123,50 ab. In der zweiten Börsenstunde ruhte das Geschäft fast vollkommen, und unter diesem Eindruck ließen die Kurse teilweise weiter nach. IG.-Farben 128,50 nach 128,75, Bereinigte Stahl 107,25 nach 107.75, Mannesmann schwankend mit 108,75 bis 108,50 nach 108,50, Reichsbank 188,50 nach 188,75, Rheinstahl 132,50 bis 132 (133). Die später notierten Werte kamen meist 0,50 bis 1 v. H. niedriger an, Scheideanstalt verloren 2,50 v. H. auf 197,50, anderseits Demag und Licht & Kraft je 1,50 v. H. befestigt auf 147 bzw. 132. Don Großbankaktien Commerzbank 112,25 (112,40), Dresdner Bank 111,25 (111,65). Abendbörse still und nachgebend. Unter dem Eindruck der starken Zurückhaltung und Geschäftsstille bröckelten die Kurse am A k - t i e n m a r f t überwiegend noch leicht ab, wobei in den meisten Fällen ein Umsatz nicht stattfand. Vereinzelt lag indessen noch mäßiges Angebot vor. Die Erhöhung bei IG. Farben auf 148,75 (148,50) beruhte auf einem Zufallsauftrag. Von Montan- werten ermäßigten sich Verein. ötal)l auf 106,75 (107,25), Mannesmann auf 108 (108,75), Hoefch auf 106,75 (107,25) und Deutsche Erdöl auf 121,50 (122,40). Leicht rückläufig waren außerdem Adlerwerke auf 104 (104,25), Gesfürel auf 132 (132,50), Metallgesellschaft auf 119,25 (119,40), Bemberg auf 135,50 (136) und Westdeutsche Kaufhof auf 101,75 (102,25) sowie Reichsbank auf 188,25 (188,50). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 206, WH 208, W 12 209, W13 210, W16 213, W 18 215, W 19 217, W 20 219, Roggen R 11 191, R 12 192, R 14 194, R 15 195, R16 197, R17 198, R18 199, R 19 201 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20 (Kreis Worms) 29,90 plus 0,30 RM. Fracht-Ausgleich. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45. R15 22,80, R 16 22,95, R18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 !E,90, W17 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95. R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40. R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wielen- Heu, gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund trocken 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt, 3,00, Hafer- und Gerste st roh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachkviebmorkt Frankfurt a. M., 19. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1527 Rinder (322 Ochsen, 150 Bullen, 734 Kühe, 321 Färsen), 433 Kälber, 90 Hämmel, 44 Schafe. 218 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 46,50 Mark, Dullen 35 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,W bis 58,50 Mark. Marktverlauf: Rinder, Kälber. Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Wie Koscheike gefaßt wurde. LPD. Frankfurt a. M., 18. Jan. lieber die bereits gemeldete Festnahme des Schwerverbrechers Koscheike in Remagen gibt die Kriminalpolizei- leitstelle Frankfurt a. M. folgende Darstellung: Nachdem die umfassenden Warnungs- und Verfolgungsmaßnahmen gegen den entwichenen Zuchthäusler Oswald Koscheike zwar mehrere Spuren ergeben, aber nicht zur Festnahme geführt hatten, ist der Verbrecher am Dienstag in Remagen festgenommen worden. Die Festnahme ist das Ergebnis der umfassenden Fahndungsmaßnahmen, die von der Kriminalpolizeitleitstelle Frankfurt a. M. in Zusammenarbeit mit allen Zweigen der Polizei, Jägerschaft und nicht zuletzt mit Unterstützung der Formationen der Partei durchgeführt worden sind. Da sich auch Rundfunk und Presse der Fahndung in weitem Ausmaße zur Verfügung gestellt hatten, hat die Bevölkerung die Polizei sehr rege unterstützt. Selbstverständlich hat die Kriminalpolizei in diesen Tagen jeden Einbruchsdiebstahl besonders sorgfältig bearbeitet und Vergleiche mit der früheren Arbeitsweise des Koscheike angestellt. Auch in der Nacht zum Dienstag, 17. Januar, als wiederum ein Einbruch in der Nähe von Mainz gemeldet wurde, tippte die Polizei nach der Art der Ausführung sofort auf Koscheike als Täter. Die Kriminalpolizei in Mainz stellte umfassende Ermittlungen an und gab vor allen Dingen auch die Vermutung, daß Koscheike sich rheinabwärts gewandt habe, den zuständigen Polizeidienststellen bekannt. Ferner wurde die Reichsbahn benachrichtigt, die daraufhin ihrerseits die Weitergabe der Meldung und die erforderlichen Fahndungsmaßnahmen veranlaßte. So ging denn auch gegen 15 Uhr die Mitteilung von der wahrscheinlichen Flucht des gesuchten Verbrechers mit der Reichsbahn in Richtung Köln bei der Ortspolizei in Remagen ein. Hierauf begaben sich zwei Beamte der Ortspolizei zum Bahnhof und überholten die Züge. Dabei stießen sie in dem um 15.18 Uhr eingetroffenen Zuge auf eine Person, die ihnen nach den veröffentlichten Lichtbildern verdächtig erschien. Obwohl sich Koscheike ordnungsgemäß mit gestohlenen Papieren ausmies, schöpften die Beamten Verdacht und stellten durch geschickte Fragen fest, daß der Inhaber der Papiere nicht der rechtmäßige Besitzer war, Sie nahmen ihn hierauf fest, durchsuchten ihn und stellten fest, daß er Unterwäsche einer Strafanstalt und weiteres Diebesgut bei sich führt. Er wurde gefesselt und zur Polizeiwache gebracht und dort verhört. Hierbei stellte es sich dann heraus, daß es sich bei dem Festgenommenen um den gesuchten Schwerverbrecher Koscheike handelte. Koscheike wurde noch in der Nacht wieder in das Zuchthaus Freiendiez eingeliefert. Jude betrügt das Kürsorgeamt. Lpd. Frankfurt a. M., 18. Jan. Wegen Betrugs zum Nachteil des Fürsorgeamts hatte sich vor dem Frankfurter Schöffengericht der 51jährige Jude Berthold S e l i g m a n n zu verantworten, der seit 1933 unterstützt wurde. Er wohnte mit seiner Schwiegermutter zusammen, die 1935 nach Berlin zog, nach zwei Jahren zurückkehrte und wieder in seiner Wohnung aufgenommen wurde. Dem Für- forgeamt gab der Jude an, daß er eine Untermieterin beherberge, die 10 Mark Miete entrichte. Er hätte aber angeben müssen, daß es sich um seine Schwiegermutter handele, die zur Familiennotgemeinschaft zählt, so daß die Rente ber Schwiegermutter in Höhe von 34 Mark in Anrechnung gekommen wäre. Der jüdische Betrüger wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. GRunftfunfvrogramm Freilag, 20. Januar. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpaufe. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 10: Schulfunk. Die treue Schwester. Ein Hörspiel. 10.30: Hallensport. Aus der Arbeit der Leichtathleten. 11.30: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Dem Opernfreund. Gounod — d'Albert — Puccini. 15: Kleines Konzert. 15.30: Die Familientruhe. 16: Musik am Nachmittag. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Ewiger Stundenschlag der Uhr! Dom Menschen und von ber Zeit. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Abend-Konzert. 21: Meister ber deutschen Unter» hgltungsmusik. Willy Octleb. 22: Nachrichten.