ltt.296 Erstes Malt 189. Zahrgang Montag, (8. Dezember (939 e uru- ies 68 7383A mit von wenigstens 121727 Tonnen (Handelsschiffe) be- 73M1 en if eglO Mütze” wähl ardin» ■ imü"tel > und feierten fnbelnd die deutschen Matrosen Hochrufen auf Deutschland. könnt wurde, betragen die Verluste in beiden Dezemberwochen wenigstens 241 051 Tonnen, ohne Einrechnung der Zerstörer. Damit nähert sich die Mindestziffer der seit Kriegsbeginn im Zusammenhang mit der englischen Handelsschiff- fahrt gesunkenen Dampfer einer Million Tonnen, zumal in der Zeit von Kriegsbeginn bis 29. November — wie bereits mitgeteilt — der Untergang von mindestens 735 768 Tonnen sicher war. Einschließlich der von London vor einigen Tagen zugegebenen Verluste dex englischen Kriegsflotte in höhe von 74 045 Tonnen — die wirklichen Verluste sind zweifellos höher — beläuft sich der verlorengegangene Schiffsraum der englischen Kriegsflotte und der Handelsschiffahrt von und nach englischen Häfen bis 14. Dezember auf wenig st eus 1 050 864 Tonnen. Oft ml Wie der englische Kampsverband an der deuischen Küste zerstört wurde Berlin, 17. Dezember. (DBB.) Auf Grund englischer Teilgeständnisse und übereinstimmender Berichte in der neutralen presse sind in der zweiten Dezemberwoche (8. bis 14. Dezember) in den englischen Gewässern wenigstens 32 englische oder neutrale Handelsschiffe mit einer Gesamltonnoge von 119 324 Tonnen zugrundegegangen. Darunter befinden sich 2 4 englische Dampfer mit einer Gesamttonnage von 97 771 Tonnen und 8 neutrale Schiffe mit zusammen 21 553 Tonnen. Dazu kommt eine Reihe weiterer Schiffe mit „unbekanntem 'Hamen“, die entweder Minen zum Opfer fielen oder durch „Zusammenstöße", „Jeuer“, „Riffe" und „Sandbänke" zerstört wurden. Ferner wurde in der zweiten Dezemberwoche der Untergang von drei englischen Zerstörern mit einer Gesamttonnage von 4085 Tonnen zugestanden. Da in der ersten Dezemberwoche der Untergang 5.. SS.' Lieber eine Million Tonnen versenkt. Unvermindert schwere Verluste der britischen Kriegs- und Handelsflotte auch in den beiden ersten Dezemberwochen. Berlin, 18.Dez. (DBB.Funkspruch.) Die zur Wiederherstellung der Seetüchtigkeit des Panzerschiffes .Admiral Graf Spee" benötigte Zeit wurde von der uruguayischen Regierung verweigert. Der Zührer und Oberste Befehlshaber hat unter Mefen Umständen dem Kapitän zur See Langsdorfs den Befehl gegeben, das Schiff durch Gescheiterte Lustangriffe kauf Norderney und Sylt. Berlin, 17. Dez. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der W e st f r o n t keine nennenswerten Kampfhandlungen. Die Luftwaffe führte Aufklärungsflüge über Bordseegebieten durch. Versuche britischer Bombenflugzeuge, in der Bucht vom 16. auf 17. Dezember die Inseln Borderney und Sylt anzugreifen, scheiterten. Ein Anzahl Bomben fielen in See. Erfolgreiches Gtoßtruppuniernehmen im Mose1aebi->i. Berlin, 17. Dez. (DBB.) Am Samstag stieß ein Stoßtrupp im Grenzgebiet ostwärts der Mosel südwestlich Mandern vor und geriet in ein zeitweise recht heftiges Gefecht mit der Besatzung von sechs feindlichen Unterständen. Bei diesem Unternehmen, in das auch die Artillerie eingriff, wurden dem Gegner erhebliche Verluste zugefügt, während die eigenen Verluste gering waren. Zwei Mann des Stoßtrupps werden vermißt. Die eingebrachten Gefangenen ermöglichten wichtige Aufschlüsse über die Feindlage. Oie Gefangenen des »Admiral GrafSpee" ousgeliefert Montevideo, 16. Dez. Sechs Schiffskapitäne, neun Chefingenieure, 25 Offiziere und 21 Matrosen, die sich als britische Untertanen als Gefangene an Bord des „Admiral Graf Spee" befanden, wurden dem britischen Konsul in Montevideo übergeben. Sprengung zu vernichten. Die Durchführung des Befehls erfolgte außerhalb der Myifchen Hoheitsgewässer. verfügbaren Kräfte nach dort zusam- men: Flugzeugträger, Schlachtschiffe, schwere und leichte Kreuzer, Zerstörer und U-Boote lauern auf den Augenblick, wo sie sich auf das eine deutsche Schiff stürzen zu können glauben, das sie in offener Seeschlacht nicht bezwingen konnten. 36 Tote, 59 Verletzte. DNB. Berlin, 17. Dez. Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht eingetroffenen MeD-un- gen sind bei dem Seegefecht im Südatlantik 36 tapfere Besatzungsmitglieder des Panzerschiffes „Admiral Graf Spe?' den Heldentod g e st o r b e n. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt 6, die der Leichtoerletz- ten 5 3. Die Angehörigen der Gefallenen und der Schwerverletzten sind bereits benachrichtigt worden. ge n FaiW || Ueber die Beisetzung der Gefallenen des „Admiral Graf Spee", über die wir bereits am Samstag berichteten, erhalten wir noch folgende ergänzende Meldung aus Montevideo. Deutsche Matrosen trugen die mit Blumen überhäuften Särge ihrer Kameraden. Neben Landesgruppenlciter Dali, darf marschierte Landesgruppenleiter Müller (Argentinien) im Trauergefolge. Nach der Segenserteilung der beiden deutschen Ortsge'istlichen sprach der deutsche Gesandte Langmann: „Kameraden, Ihr habt mit Eurem Mut bezeugt, daß unser Treue- schwur kein leerer Wahn ist, sondern dem Gesetz unserer inneren Verpflichtung entspringt." Nach Dankesworten, die Langmann im Namen des Reiches den toten Matrosen nachrief, sowie nach Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B plahvorschrift nach vorheriger Vereinbarung 25 % mehr. Ermäßigte Grundpreise Däderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Erschetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags veilagen: Die Illustrierte Giestener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen PniA und Verlag: VrShlsche Unlversitatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleiftmg und Geschäftsstelle: Zchulstraße 1 „Admiral Graf Spee" durch eigene Sprengung vernichtet. Auf Befehl des Führers. - Uruguay verweigerte ausreichende Reparatursrist. Seine Aufgaben vorbildlich erfüllt. slls Handelszerstörer umfangreiche feindliche Seestreitkräfte gebunden. Berlin, 17. Dez. (DNB.) In erfolgreichem Handelskrieg hat neben anderen Seestrettkräften as P a n z e r s ch i f f,„A d m i r a l Graf Spee" nonatelang im atlantischen Raum operiert. Es hat i b e r 50 0 0 0 Tonnen Schiffsraum ver - enkt und seine Aufgabe als Handelsstörer auf en ozeanischen Routen erfüllt. Handelsstörer wer- n nicht herausgeschickt, um feindlichen Kriegsschif- n nachzustellen und sie zu bekämpfen, sondern in rster Linie, um gegen Handelsschiffe vorgehen und die Verbindungslinien des Feindes zu ören. Diese Störung beschränkt sich nicht auf das ersenken von Schiffen, vielmehr kommen die mit - elbaren Schädigungen des Feindes hinzu, as Zusammenstellen von Fahrzeugen in Geleit- ügen vermindert die Ausnutzung des feindlichen iffraumes, da sich die Geschwindigkeit des Ge- lntzuges nach der des langsamsten Schiffes richtet, eutrale Reeder werden durch die steigende Gefahr geschreckt, ihre Tonnage den Engländern zur 23er- igung zu stellen, und schließlich vermindert der andelsstörer die militärische Schlagkraft des Fein- s. Seit Monaten haben die Operationen unserer Panzerschiffe umfangreiche feindliche Seestreitkräste Kunden. Die britische Admiralität mußte d i e Wie Chamberlain sich unterwarf. Chamberlain, der Mann mit den zwei Seelen, schwankte von vornherein zwischen dem Pazifismus und der traditionellen britischen Haß- und Der- nichtungspolitik gegenüber Deutschland. Doch war dies nur ein Unterschied der Methode, das Ziel blieb immer die Erhaltung der englischen Vorherrschaft in Europa. Die eine Seele verlangte dringend das Münchener Abkommen vom 30. September 1938, in dem Chamberlain versprach, nie wieder Krieg gegen Deutschland zu führen, die andere ließ iyn drei Tage später in London jene Aufrüstungsrede halten, die den Münchener Pakt geradezu vernichtete. Diesen Wirrwarr in der eigenen Brust hat Chamberlain als Politik des britischen Empire bis zum Gipfel geführt. Hier liegt die psychologische Erklärung für den Umfall Chamberlains, für sein schließlich bedingungsloses Äapp tulieren vor den mit verrotteten Vorstellungen operierenden plutokrafisch-jüdisch verfilzten Kriegshetzern wie Eden, Churchill, Duff Covper, Lord Halifax. Das Weißbuch Nr. 2 der deutschen Reichsregierung bringt dafür aufschlußreiche Dokumente, u. a. in der Behandlung der tschechischen Frage. Nach der Bereinigung der fudetendeutschen Angelegenheit in München hatte England mit Frankreich eine zunächst provisorische Garantie für den tschechischen Reststaat ausgesprochen. Sir Thomas I n s k i p erklärte im Namen Chamberlains am 4. Oktober 1938 im Unterhaus, die englische Regierung halte sich daran gebunden, sie werde ,im Falle eines unprovozierten Angriffs auf die Tfchecho-Slowakei ... alle in ihrer Macht stehenden Schritte zur Wahrung der tschechischen Integrität" ergreifen. Am 14. März 1939, als sich erwies, daß Benesch auf Grund dieser britischen Zusage die gleichen Dummheiten machte, die später auch Polen in das Verderben stürzten, sagte Chamberlain im Unterhaus auf eine anscheinend bestellte Anfrage, diese Garantie habe sich gegen einen unprovozierten Angriff auf die Tschecho- Slowakei gerichtet. Am 15. März erkannte der britische Botschafter in Berlin, Henderson, die „vorwiegend deutschen Interessen im tschechischen Raume" an (Dokument 258), und an demselben 15. März, dem Tage, da der Führer mit dem tschecho-slowakischen Staatspräsidenten Dr. H a ch a übereinkam und Hacha „das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches" legte, sagte Chamberlain im Unterhaus, die Lage habe sich von Grund aus geändert, der tschechische Staat sei „von innen h er" zerbrochen, er habe sein Ende gefunden und damit seien die englischen Garantien für ihn hinfällig. Damit war also ganz klar, daß die englische Regierung mit der Tschechen frage nichts mehr zu tun hatte und auch nichts zu tun haben wollte. Sofort treten aber die Eden, Churchill, die gesamte Opposition gegen Chamberlain in die Schranken, und auch Außenminister Lord Halifax machte mit diesen Kriegshetzern gemeinsame Sache. Das Ergebnis war, daß Chamberlain schmählich u m f i e l und am 17. März in Birmingham eine Rede hielt, in der er plötzlich behauptete, „das Rheinland, der österreichische Anschluß, die Abtretung des Sudetenlandes, alle diese Ereignisse haben die öffentliche Meinung der ganzen Welt vor den Kopf gestoßen und beleidigt", und er stellte die motorische Frage: „Ist dies (womit er den Zerfall des Beneschftaates dem Dank an die anwesenden Vertteter der Regierung von Uruguay und des Diplomatischen Korps, schloß die Ansprache Langmanns mit dem Schwur, „zu leben und zu sterben für Deutschland". Danach sprach der Kommandant des Panzerschiffes „Admiral Graf Spee", Kapitän zur See Langsdorfs, der den Gefallenen den letzten Gruß der Besatzung des Panzerschiffes nachrief, „die vorbildlich kämpften und starben, damit Deutschland lebe." Dann ertönte das Lied vom guten Kameraden und nun senkten sich beim Dröhnen der Ehrensalven Sarg auf Sarg in die lange Reihe der Gräber. Unter den reichen Blumenspenden, die an den Gräbern niedergelegt wurden, befanden sich der Kranz des Führers, des Reich sau ßen- mimfters von Ribbentrop, des Großadmirals Raeder, des Gauleiters Bohle namens der Ausbandsorganifation der NSDAP, sowie der Landesgruppen Uruguay und Argentinien und schließlich Hunderte von Kränzen, die von Unbekann- t e n zum Zeichen ihrer Verbundenheit mit der deutschen Sache niedergelegt worden waren. Im Trauerzuge sah man auch viele Uruguayer mit schwarz-weiß-rotem Bande. Unter den Kranzspenden erregten schließlich noch besondere Aufinerk- sam'keit die Kränze der englischen Kapitäne, die sich bis zum Tage vorher als Kriegsgefangene an Bord des „Admiral Graf Spee" befunden hatten und vollzählig erschienen waren. Bei der Rückfahrt vom Friedhof an Bord wurden den deutschen Matrosen begeisterte Kundgebungen dargebracht. Tausende durchbrachen die Absperrung DNB. ... (P. K.) Wie der deutsche Wehrmachtsbericht meldete, versuchten am Donnerstagnachmittag modernste englische Bomber einen Durchbruch an der Küste. Von den englischen Maschinen wurden durch unsere leichten und schweren Jäger zehn Maschinen ab geschossen, während die übrigen mit schweren Treffern den Rückzug antraten. Es wird vermutet, daß manche dieser Maschinen nicht mehr ihren englischen Heimathafen erreicht haben, da die Treffer die Flugsicherheit bedeutend herabgemindert haben. Im einzelnen erfahren wir zu diesem schneidigen Angriff unserer Jäger folgende Ergänzung: Deutsche Jäger der Messerschmitt-Klasse flogen am Donnerstagnachmittag an der deutschen Küste Sperre. Die Sicht über See war dunsttg, so daß die Maschinen nur in geringer Höhe fliegen konnten. Gänzlich unvermutet traf ein Schwarm Jager einen starken englischen Kampfverband der aus den modernsten englischen Bombern des Wellington-Typs bestand. Nachdem em- wanüfrei feststand, daß es sich bei den entgegenkommenden Maschinen um feindliche Luftftreitkrafte handelte, gab der Staffelkapitän den kurzen Befehl: „Engländer! Feuer frei!" Unsere Jäger stürzten sich sofort auf den Gegner und wurden von einem wahren Feverlegen empfangen. Sie erwiderten das Feuer aus allen an Bord befindlichen Mafien. Ein Feldwebel, dem zwei Abschüsse gelangen, berichtet dar- Ub(3A flog sofort nach dem Feuerbefehl durch den Staffelkapitän die mir zunächst entgegenkommende Maschine seitlich an. Der Kampf mit dieser Maschine dauerte zwei Minuten, dann stürzte sie ab und schlug auf See auf. In kurzer Zeit lagen bereits zwei Maschinen in den Wassern der Nordsee, während eine Reihe anderer starke Treffer erhalten hatte. Die Engländer zogen sich in die Wolken zurück. Ich flog mit meiner Maschine nach, konnte sie aber in dem Dunst nicht ausmachen. Plötzlich hörte ich an meiner Seite Flak- feuer und sah es auch bald. Es kam von deutschen Kriegsschiffen. Ich vermutete die englischen Bomber an dieser Stelle, und zufällig er- wischte ist zwei abgesprengte Engländer. Während der eine sich in die Wolken retten konnte, flog ich den anderen an und biß mich an ihm fest. Ich habe ihm den Wanst so vollgeschossen, daß er im Zeitraum von einer Minute auf dem Bach auf- schlug. Dann flog ich noch verschiedene Kurven, um noch andere auszumachen, konnte aber keinen englischen Bomber mehr erwischen, darauf drehte ich zum Rückflug ab." Ein Leutnant gibt von einem Abschuß folgende Schilderung: „Die Engländer eröffneten aus 200 Meter das Feuer, das von uns sofort erwidert wurde. Ich war bei meinem Angriff etwas vor- gefommen und zog fo das Abwehrfeuer mehrerer feindlicher Heckschützen auf mich. Den mir am nächsten fliegenden Engländer griff ich an und brachte gut sitzende Treffer an. Da sich Wolken vorzogen, konnte ich meinen Abschuß selbst nicht beobachten, er wurde aber von meinem Staffelkapitän erkannt." Die Sprengung des englischen Kampfoerbandes war nunmehr möglich. Der Rest fiel einem anderen Jägerschwarm in die Hände. Don diesen Jägern wurden noch vier Abschüsse gemeldet. Andere Jäger schossen aus diesem Verband noch je einen englischen Bomber ab. IscN»1 ieimatflotte schwächen, um im Südatlan- iE die Verbindungswege unter militärischen Schutz i stellen. Seit Monaten befinden sich in den Über- rischen Gewässern viele britische Kriegschiffe auf der Suche nach Handels- lörern. Sie nutzen ihre Maschinen ab, verbrau- icn Treibstoff und die Dispositionen der britischen dmiralität im Kriege werden durch diese Sonder- anfgaben in einem Maße beeinträchtigt, wie man ß sich in London vorher nicht gedacht hatte. Das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" hat feine Aufgaben vorbildlich erfüllt. Es h.t sich darüber hinaus, als es bei der Erfüllung dieser Lfgaben mit einem an Tonnage, Geschützzahl und Iksschwindigkeit überlegenen Feind in Berührung fliriet, den Kampf mutig ausgenommen und den Kindlichen Kriegsschiffen schwer st en Schaden zugefügt, den die britische Admira- !tät vergeblich zu verheimlichen versucht. Es hat kmit die Eigenschaften unserer Panzerschiffe und ihre besondere Eignung für die über- heische Handels st örung unter Beweis ge- 'bllt und eine Leistung vollbracht, die für die , Kutsche Seekriegführung beispielhaft ist. Die britische Propaganda hat sich früher über mfere Panzerschiffe luftig gemacht, die unter ben «!'schränkenden Bedingungen des Diktates von Der- lniUes gebaut wurden, und gab ihnen den Spott-- ücmen „W e st e n t a s ch e n p a n z e r". Nachdem Mi Engländer nunmehr erlebt haben, wie ein sol- Panzerschiff modern st e b r i t i s ch e K r e u- sir zurichten konnte, suchen sie nun nach einer Ntschuldigung und sprechen von einem unglei» 1 hsn Kampf, den die britischen Kreuzer gegen fo gewaltigen Gegner bestehen mußten. Daß d r e i g e n einen standen, paßt nicht in diese Pro- I pozanda, die es vorzieht, der deufichen Schlsfsoau- i foft selbst unter Versailles eine ungewollte Aner- lernung zu zollen, statt die Mißerfolge und die 8fchädigungen der britischen Kreuzer zuzugeben. . 1 Di>fe Propaganda versucht nun auch die (Erfolge m erer Panzerschiffe im Handelskrieg dadurch herao- | Hetzen, daß sie erlogene Behauptungen über die A I -Üblich rücksichtslosen Methode n rueses & Handelskrieges verbreitet. An Bord des „Adnnral S < I fcaf Spee" befanden sich viele englische Ge- ; longene, darunter die Kapitäne von fiebert uer- .nhofS'f' taen Handelsdampfern. Alle haben sich nach ihrer frülaffung in Montevideo anerkennend über MW Vorgehen des deutschen Kommandanten 1^1 ki der Erfüllung seiner Aufgaben und Über ihre Handlung an Bord des deutschen Knegsschfises ftmßert. Die Kapitäne haben aus eigenem Antrieo tn der Beisetzung der deutschen Gefallenen teil- ! kommen und einen Kranz niedergelegt. 5n allen Punkten also straft die britische Pro- * sicanda sich selbst Lügen. Sie wird die große ^el- w fang des „Admiral Graf Spee" und seines Kom- ha'ibanten im Handelskriege und in der Bekamp- hg feindlicher Kriegsschiffe nicht verkleinern kon- ' pr, sondern die deutsche Seekriegfuhrung i n jken aktiven Entschlüssen nur be- l 1*ärEen. Nach dem Einlaufen des „Admiral Graf ■ ! herrscht. In diesem Zusammenhang wies Ciano nach, drücklich auf die lächerlichen Gerüchte und kranket haften Phantasien über die Gründe zurück, die Italien zu feiner wachsamen Haltung Gewehr bei Fuß bestimmt hätten, insbesondere die Unterstellung, als ob Italien den Krieg scheue. Er würdigte bann die Erklärung des Führers vor dem Reichstag und kennzeichnete scharf die Verantwortung der West möchte, die es mit dem Hinweis auf Polen, die Tschecho-Slo- wakei und auf Oesterreich unterließen, sich auf den Boden der Tatsachen zu stellen. „Man muß sich auf den Boden der Tatsachen stellen und auf ihm bleiben, denn sonst wird man Europa nicht den Frieden zurückgeben, sondern nur erreichen, baß die Gegensätze sich verschärfen und der Konflikt heftiger wird und vielleicht weiter um sich greift" Abschlie> . ßend brachte Ciano den Wunsch Italiens zum Aus- , druck, Ordnung und Frieden im Donau- raum undimBalkan aufrechterhalten und befestigt zu sehen, und schloß mit einer Kundgebung des unbeugsamen und festen Entschlusses Italiens, seine Interessen und seinen Verkehr auf dem Lande, in der Luft und zur See, seine Ehre und seine Zukunft als Großmacht zu schützen und zu verteidigen. Rom, 16. Dez. (DNB.) Der italienische Außenminister Graf Ciano hielt Samstag vormittag eine Rede vor der faschistischen und korporativen Kammer. Er gab in mehr als zweistündigen Aus- ührungen einen umfassenden Rückblick auf die italienische Außenpolitik seit 1935 und ihre Entwicklung, um bann in aktuellen Fragen zu erläutern, wie sie kurz im Tagesbefehl bes Großen Rates des Faschismus bereits verkündet worden waren. Graf Ciano wies einleitend darauf hin, daß der Duce bereits im Jahre 1927 oorausgefagt habe, daß sich Europa zwischen 1935 und 1940 an einem Wendepunkt seiner Geschichte befinden werde. Niemand anders als der Duce sei es gewesen, der rechtzeitig auf die Notwendigkeit einer Revision der ungerechten Friedensverträge hin- gewiesen habe und dabei immer der Formel begegnet sei: „Die Revision ist der Krie g". Italiens Bestrebungen, durch den Vorschlag eines Abkommens zwischen den westlichen vier Großmächten und durch die Vorlage eines entsprechenden Abrüstungsentwurfes dem verhängnisvollen Lauf der europäischen Politik Einhalt zu gebieten, seien geheitert. Unter diesen Umständen hatte Italien nur ‘ine Pflicht: Aus eigenem Willen und eigener Kraft ür die Verteidigung seiner Interessen und den Aufbau seines Reichssystems zu sorgen. Die Politik der Achse Nom —Berlin, die Ich während der abessinischen Krise angebahnt hatte, fand ihre erste konkrete Anwendung bei der nationalspanischen Revo. I u t i o n. In den Berliner Protokollen und bei der Begegnung mit Hitler in Berchtesgaden wurde die Grmcklage einer engeren deutsch-italienischen Zu- ammenarbeit festgelegt. Nach dem Besuch des Duce in Deutschland sei Italien dem Antikominternpakt beige treten. Nach einem Hinweis auf den Austritt aus dem Völkerbund ging Graf Ciano auf die Septemberkrise 1938 und die sich daran an- ' Meßende Münchener Zusammenkunft ein, deren Ziel nicht so sehr die Lösung einer natio- ,nalen Minderheitenfrage als vielmehr die Schaffung der Voraussetzungen dafür gewesen sei, daß eine Periode der VerstäMgung und der Zusammenarbeit zwischen den Nationen möglich werden sollte. Durch die Machenschaften jener Kräfte, die sahen, wie ihren Händen die Leitung Europas entglitt, und die nur von dem einzigen Wunsch der Der- । jeltung beseelt waren, sei jedoch auf München das Antimünchen gefolgt. Graf Ciano zählte bann die einzelnen Etapven der Einkreisungsaktion der Westmächte von der Ankündigung des englisch-französischen Garantieabkommens an Polen bis zum Türkenpakt auf. Auf diese Weise wurden die Glieder dieser Einkreisungsfront geschlossen, die dazu ausersehen war, die Blockade Deutschlands in Osteuropa und Italiens im Mittelmeer und auf dem Balkan zu vollenden. Nichts war natürlicher, als das Italien und Deutschland unter diesen Umständen in einen Meinungsaustausch eintraten, der am 6. und 7. Mai in Mailand stattfcmd und bei dem sich ergab, daß die Lage in Rom und Berlin absolut gleich beurteilt wurde. Als Ergebnis der Mailänder Besprechungen sei der Pakt am 22. Mai in Berlin unterzeichnet. Er stellte die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland auf gleichen Fuß, auf dem sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Großorltannien seit geraumer Zeit befanden. Kreuzer „Exeter" durch den „Admiral Graf Spee" außer Kampf gesetzt worden war. Jede Hilfe lehnte er mit den Worten ab: „Erst die anderen, dann ich. Denn bei mir hat es dock keinen Zweck mehr." Der Schwerverletzte verschied dann eine Stunde später. In einem anderen Falle erklärte ein verwundeter Bordflieger: „Laßt mich liegen, chießt weiter!" Mele Leichtverwundete meldeten erst am nächsten Tage ihre Verwundungen. Bis dahin harrten sie ttotz ihrer Wunden so im Dienste aus, als ob nichts geschehen wäre. Ueber ein Vierteljahr war das Schiff unterwegs. Die ganze Zeit über hetzte unablässig ein Rudel englischer Schisse hinter dem Panzerschiff her. Keine Werft, keine Reparaturwerkstätte, kein Hafen, und wenn er auch nur einer eclischen Entspannung der Besatzung dienen würde! Die EngläMer haben ja ein leichtes Spiel mit ihrer Riefen flotte, ihren zahlreichen zusammengeraubten Stützpunkten, wie in Südamerika z. B. die Mal- vinen, mit ihrem regelmäßigen Anlaufen von neutralen Häfen zur Ergänzung der Lebensmittel und zur Entspannung ihrer Schiffsbesatzungen. Demgegenüber lag „Admiral Graf Spee" über drei Monate in mehreren Weltmeeren, ohne Ruhe, ohne Pause, mit dem Wechsel des Klimas von der Antarktis bis zu den tropischen Zonen. In dieser Kreuzfahrt hat „Admiral Graf Spee" die Weltkriegstradition der heldenhaften „Emden" fortgesetzt. Eine Besichtigung des Panzerschiffes „Admiral Graf Spee" im Hafen zeigte den Besuchern aus der Ferne kaum etwas Ungewöhnliches. Erst bei näherer Besichtigung entdeckte man einige Ire f f et als Spuren des wacker bestandenen Seegefecht« gegen ein* dreifache Uebermacht. An Bord herrsch!« Ordnung und Sauberkeit, als wäre nichts geschehen Nur einige Schweißgeräte zeugten davon, daß hier emsige Arbeit geleistet werde. Uederall gingen blaue Jungens in gewohnter Ruhe ihrer Tätigkett nach. Unser Besuch galt zunächst den Verwundeten. Der Bordarzt führte uns in das geräumige Lazarett, das aus Verbandsplatz, Hospital, Operationszimmer, Laboratorium und Apotheke besteht. Alles erweckte den Eindruck, daß schon beim Bau des Schiffes für alles Nötige Vorsorge getroffen wurde. Die Verwundeten lagen in sauberen Betten. Die leichter Verwundeten lasen schon eifrig die Nachrichten aus der Heimat. Kein Wunder, denn vier Monctte waren sie ohne Briefe von ihren Angehörigen. Nicht all« Verletzten sind übrigens im Schiffslazarett verblieben. Einige Kameraden wurden in städtischem Krankenhäusern untergebracht, einer davon mW einer schweren Augenoerletzung, jedoch besteht bie Zuversicht, fein Augenlicht zu retten. Die Besichtigung an Bord zeigt manchen Treffer.-Die Kam« b ü f e ist ebenfalls beschädigt, doch zeigen bereite Stapel auskühlender Brote, daß Seeleute in schwieriger Lage sich stets zu helfen wissen. Es ist bemerkenswert, daß das Schiff mehr als einem Dutzend Torpedo auszuweichen verstand. Die Gasvergiftungen bei Verwundeten des „Admiral Graf öpee". Line neue Erklärung Prof. Dr. Walther Meerhoffs. Montevideo, 17. Dez. (Europapreß.) Professor Dr. Walther Me erhoff, der Direktor der Staatlichen Augenklinik in Montevideo, der bei den deutschen Matrosen des Panzerschiftes „Admiral Graf Spee" Anzeichen von Senfgasvergiftung festgestellt yat, hat unserem Korrespondenten noch einmal ausdrücklich feine Feststellung über die Gasvergiftung bestätigt. Der Professor war sichtlich erstaunt, daß fein von der Londoner Zeitung „News Chronicle" ausdrücklich a n g e f ordert e 5 wissenschaftliches Urteil nicht veröf - f e ntli ck t moroen ist. Irn Beisein eines zweiten uruguayischen Arztes überreichte dann Professor Dr. Walther Meerhosf unserem Korrespondenten folgende schriftliche Erklärung: „Am 14. Dezember, morgens «egen 3 Uhr, erhielt mein Bruder Dr. Arnold Meerhosf, der mein Assistenzarzt ist, einen Anruf, sich für einen augenoerletzten Matrosen vom „Admiral Graf Spee" bereitzuhalten. Um 7 Uhr operierte er in der Staatlichen Augenklinik, die ich leite, an Jrisprolaps das linke Auge, da ein Fremdkörper vermutet wurde, was die Röntgenaufnahme bestätigte. Es wurde ein Elektromagnet angewendet, aber leider vergeblich. Dieser Patient ist kein Gasverletzter, was 'wir vom ersten Augenblick an behaupteten und heute noch behaupten. Am 15. Dezember empfing ich folgendes lett- gramm der Londoner Zeitung „News Chronicle^li „Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns um- gehend per Kabel mitteilten, ob Sie bei der Untersuchung der Verwundeten des »Admiral Graf Spet' irgendwelche Spuren von Gas gefunden haben." Daraufhin untersuchte ich sieben vom den Verletzten, von denen der deutsche Gesandte behauptet haben soll, daß sie gasverletzb waren. Der Schiffsarzt, der zunächst die Bockverletzten zehn Minuten lang ohne Gummihandschuhe untersuchte — da er zuerst nicht an Go§ dachte —, hat eine f ü r © a s typische Wund« an einem Finger. Nack eingehender Untersuchung der sieben Fälle und Formulierung der Veobach* tungen fabelte ich als Ergebnis meiner Unter* suchung an „News Chronicle": „Angesichts der Verantwortung, die auf mir ruht, verzögerte ich bi® Antwort. Aus der sorgfältigen Prüfung der Mr genommenen Fotografien bin ich der Memung, ba§ die Verletzungen der Matrosen des ,Admiral Spee< typisch sind für kaustisches Dichl retbylsulfid-Gas aus Senf, obwohl wünschen möchte mich zu irren. Mit Genugtuung würde ich eine Kommission von Professoren W medizinischen Fakultät begrüßen, die auch ein Gutachten abgeben würde," Helsinki, 17. Dez. (DNB.) Von Flugzeugen Illen. Die Zahl der in der ersten Linie in diesem Üampfsektor stehenden Russen wird mit 50 000 «geben. Von der Suomussalmi-Front wird 18«Mm totes «WiteWutz» Dr.Oatker BackpuUw Oie Elsaß-Lothringer sollen weiterwandern. an- am des Gr- die un- (TkM and .Bachen5- ortun gemlfdrt onD auf eto BaAbrett (IMplalle) gefleht In dl» (Bitte wird eine Vertiefung eingedrückt. Zucker. Getouqe anö 6er werden hinein ge» geben und mit einem Teil des (Behls ju einem dicken Brei oerarbeitet Darauf gibt man die mit der Schale gehackten (Bandeln (fjafelnuflheme) und das in Meine (Dürfet gefchnittene Zitronat (Ban drückt alles ja einem Klofl jufammeo and verknetet von der (Bitte aus alle Zutaten schnell ju einem glatten Teig. Sollte er Heben, gibt man noch etwas (Behl hinzu. (TIan formt 3-4 Teigrollen in der Dicke eines Zweimarkstücke^ drückt Cie etwas platt bestreicht sie mit (Blick und bestreut sie mit In sehr feine Scheiben geschnittenen Mandeln (fjafelnuflhemen) und Danillinzucker. Die Rollen werden nicht ju dickt nebeneinander auf ein gefettetes Backbieck gelegt Lack,eit: Etwa 20 Minuten bei guter (Bitte lh Uze. Sogieick muh dem Backen werden dl» Oie russische Offensive in Nordfinnland. Der Führer hat dem Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin, Professor Dr. Fritz Stein, aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. 500 000 in Südfrankreich seit Januar d. I. inter- lierten rotspanischen Milizsoldaten haben in der ätzten Zeit mehr und mehr den Rückweg in ihre fieimat angetreten; es dürften gegenwärtig nur noch itroa 100 000 von ihnen in Frankreich vorhanden |dn. Elsaß-lothringische „Evakuierte" als Ersatz für panische Milizsoldaten...! bemüht. Oie Goethe Medaille für Professor Or. Fritz Stein. Paris, 18. Dez. (Europapreß.) Der „Malin" m?ü)et, im Ministerrat habe Ministerpräsident D eile b t e r ausführlich über die Art der Hilfeleistung gesprochen, die Finnland in Erfül- hing der Entschließung des Rates der Genfer Liga eistet werden könnte. Dazu schreibt General Duval im „Journal", do Petsamo am Eismeer von den Russen besetzt |ei, komme für den Augenblick der Seeweg für Iran»porte nicht in Betracht. Das „Petit Journal" slukbt, daß die skandinavischen Länder keinen Einbruch dagegen erheben würden, wenn die Mate- Noltransporte für Finnland durch Norwegen ’u b Schweden geleitet würden. Es gebe außerdem noch eine Möglichkeit, diese Lieferungen zu schleunigen: Man könnte von Oslo und Stockholm klangen, der finnischen Regierung aus ihren "genen Beständen alles überschüssige Kriegs- mterial zu liefern; dieses Material würde dann durch die anderen Länder wieder ersetzt werden. Kvischen Frankreich und England herrsche volles kirverständnis über die Hilfe für Finnland. Prak- lishe Beschlüsse würden nicht lange auf sich warten lauen. Fritz Stein wurde in Gerlachsheim in Baden als Sohn eines Taubstummenlehrers geboren. Er studierte ursprünglich Theologie, wandte sich dann aber der Musik zu und war Schüler Wolframs in Hei- rkchdi, '>"! intet. 3J!iel to ltes als i„i ■Oobei lieg auch dieser orberun.1 *ng, dies 1Septem. 5 in per. !LUnfl St* wano nach, und trank uck, die Z Geweh!- -sondere bld scheue, les Führe« mete schaßt löchte.dln lschecho-Slr.! sich auf ä wh sich aul e n und gitI ipa nicht btr| den, daß b!il flikt hestiW ft* AbM is zum M n Donoufl ilten und 6hl Kundgebunj I ses Italien! s : dem Banti nd seine Z: i verteidig!' nntag keine bedeutende Tätigkeit gemeldet. pariser Rezepte. Schweden und Norwegen sollen vorgeschoben werden. Werk bezeichnet. Auch um die Sammlung Sagenguts seiner Heimat hat sich Watzli-k mit folg..... >euen finnischen Verteidigungslinie inter Salmijärvi und Porojoki entgegengesetzt, lebereinstimmenden Meldungen von dem Frontab- hnitt auf der karelischen Landzunge zu- ilge sind die Russen am Taipaleenjoki aufgehalten orden, wobei sie große Verluste erlitten haben Rezept ahne Jett: Teig: 250 g LDerjcnmehl 3 g (Igelte TeeQDc-Oether.ßcuhtn-. 200 g Zucket 2 Tropfen Dc Oether Bachöl Bitterm anbei 2 gefh. TeeL gemahlener Zimt. 2 6er. 50 e Mandeln ober fafrinuflha«, 30g Jitronat Zum Beftreichen: Etwas entrahmte fci/chmildi. ••S '"A pe tfo .. lw hie “jerunflL und ihr^P ptäÄ| ^russisch, und ÄalA C1ner Gnb Südamerikanische Kriegssorgen Von unserem Hs-Korrespondenten. ?neu g Nativen^ 'M k Weihnachten in der Heimat durch Einsatz vonSonderzügen derOAF Berlin, 16 Dezember. (DNB.) Eine große Anzahl von Arbeitskarneraden und Arbeitsckcckiera- dinrren sind für di« Durchführung vordringlicher Arbeitsaufgaben des Reiches verpflichtet worden. Sie schaffen auf vorgeschobenem Posten, ost weit von ihrer Heimat entfernt. Um ihnen die Möglichkeit zu gelben, das Weihnachtsfest bei ihren Angehörigen zu verbringen, hat die Deutsche Arbeitsfront den Einsatz einer ausreichenden Anzahl von Sonderzügen in allen Gauen erreicht. Es werden 81 Sonderzüge für die Hinfahrt und 75 Züge für die Rückfahrt zur Verfügung stehen. Die Betreuung dieser Sonderzüge wird von Vertretern des Amtes „Reisen, Wandern und Urlaub" übernommen. Auch weiterhin starker Bedarf an Schwestern. Der ReichsbundderfreienSchwestern und Pflegerinnen kann auf eine dreijährige Tätigkeit zurückblicken. Er wurde geschaffen, um für die Lösung der Aufgaben der Volkspflege auch die im freien Beruf stehenden Schwestern und Pflegerinnen heranzuziehen, lieber 20 000 solcher Schwestern sind bisher vom Reichsbund erfaßt, doppelt soviel wie Ende 1938. Ein großer Teil der Schwestern fonrmt in Krankenan st alten zum Einsatz, ferner in Kuranstalten und Erh o- lungsan st alten der NSV. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen, die zahlreiche Gemeinde- s ch w e st e r n in das befreite Gebiet riefen, werden in verstärktem Maße auch Schwestern des Reichsbundes in der Gemeindepflege eingesetzt. Wenn künftig einmal für je 3000 Einwohner eine Gemeinde- 'M MBU MM f'fy M F Schwere Verluste auf dem kritischen Kreuzer „Exeter". ® “ e n ° 3 21 * r 3 8 - 17- Dezember. (DNB ) Bier drrtifche Aerzte und zehn Kwnkenschwestern ließen Buenos Aires, um fi* na* h.» Mnloinen (Falklandsmssln) zu beoeben Diele Sonitolskoloune, die zehn Liter Biut^ ür Tran Fusionen, ferner Medikamente und sieben Eamtats. autos nrrt sich fuhrt, mird auf der englischen Station Puerto Stanley dringend gebraucht, um die Schwerverletzten auf dem englischen Kreuzer „Exeter" zu pflegen. Ferner bat die britische Botschaft 180 Betten und Matrazen für da- Monnehofprtal auf den Maloinen gekauft und oeischifft. Die britische Brutalität gegenüber den eigenen Leuten aus Prestigegründen ift ungeheuer- lch. Ueber 150 Schmerverletzte müßen auf dem lancham fahrenden Kreuzer, der schwere Schlagseite Hot, tagelang die mühsame See. reise aushalten, lediglich um zu vermeiden, dasi die BevotkerunZ irgendeines argentinischen chasens das ,ämmerl,ch zusammengeschossene Schiss leben könnte. Das unmenschliche Verhalten dürste '' Zchl der Todesopfer an Bord der .Ereter" nötig -chöhen. ' 4 delbera und des Leipziger Konservatoriums. Don 1906 vis 1914 wirkte er als akademischer Musikdirektor an der Universität Jena. Don 1914 bis 1918 war er im Felde, anfangs als steiwilliger Fronten- pfleger in Laon, von wo aus er mit dem von ihm gegründeten „Deutschen Kriegsmännerchor Laon" viele Konzerte an der ganzen Westfront gab. Im Januar 1919 wurde er Universitätsmusikdirektor und außerordentlicher Professor an der Universität Kiel, 1925 städtischer Generalmusikdirektor und 1928 ordentlicher Professor für Musikwissenschaft. 1933 wurde er zum Direktor der Hochschule für Musik in Berlin ernannt Er ist auch Reichsleiter der Fachgruppe Musik im Kampfbund für Deutsche Kultur, Leiter des Amtes für Chorwesen und Volksmusik und Mitglied des Reichskultursenats. Er ist verheiratet mit einer Tochter des bekannten Heidelberger Chirurgen Czerny. Felix Dhünen f. In Germersheim (Pfalz) starb im 43. Lebensjahre der Dichter Felix Dhünen, der mit seinem richtigen Namen Franz Sondinger hieß. Gleich nach seinem ersten dichterischen Werk „Uta vonNaum- bur g", das seinen Ruf als Dramatiker begründete, folgten die Dramen „Traumspiel um St. Helena" und „Die Sonne Irland s". Die Goldmedaille des Olympischen Kunstwettbewerbs erhielt er für sein Gedicht „Der Läufer". Wiedereröffnung des umgebaulen Mainzer Stadttheakers. Am Dienstag wird mit der Festaufführung von Kleists „Prinz von Homburg" das Mainzer Stadt« theatev erstmals nach dem während des Sommers vollzogenen Umbau seine Pforten öffnen. Der Zuschauer raum wurde von allen überladenen Stuckarbeiten und Säulen, die durch rechteckige Pilaster' ersetzt wurden, und dem Korbbogen am Bühnen- rahmen befreit, ferner von der in Rot und BlaU gehaltenen Wandbemalung. Nun leuchtet der Raum in einem lichten Elfenbeinweiß, mit dem das goldene Leuchten der Verzierungen und das warme Weinrot des neuen Gestühls und des Bühnenvorhangs wundervoll zusammenklingt. Der Orchesterboden wurde tiefer gelegt, die Podeste für die Stuhlreihen im Parkett und auf den Rängen erhöht, so daß sich von allen Plätzen eine wesentlich bessere Sicht ergibt. Zu diesem Zweck wurden 200 Sitze eingespart, so daß der Zuschauerraum nunmehr 1200 Sitzplätze umfaßt. Ein Kunstereignis der Schweiz. Die Bundeshauptstadt Bern hatte am Wochenende einen großen Tag. Eine der besten privaten Gemäldesammlungen Europas ist zum ersten Male in den Räumen des Berner Kunstmuseums der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht worden. Vertreten war bei der Feier die ganze Schweiz, an der Spitze Bundespräsident Etter und alles, was im schweizerischen Leben Namen und Klang hat. Die Sammlung, das Lebenswerk Oskar Reinharts aus Winterthur, weist Spitzenwerte fast aller großen europäischen Meister der letzten Jahrhunderte auf. Der Wert der Sammlung wird vorsichtig auf zwanzig Millionen Schweizer Franken geschätzt Tleuer Oberbefehlshaber der nordschwedischen Truppen. Stockholm, 16. Dez. (Europapreß.) Amtlich wird betanntgegeben, daß General Oskar N y a r e n den Oberbefehl der in Nordschweden stehenden Truppen übernommen hat. In einem Tagesbefehl an die Truppen heißt es: „In einer für Schweden ernsten Stunde übernehme ich, dem Wunsche des Königs gemäß, den Oberbefehl über euch. Ihr seid zu den Fahnen gerufen worden, um an dem nördlich- sten Grenzgebiet Schwedens die Wache zu halten über unseres Volkes Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Möge jeder eingedenk sein des Ernstes und der Bedeutung dieser Ausgabe und bereit jein, alle seine Kräfte für dieses Ziel einzusetzen." John (Sanier Präsidentschaftskandidat. Washington, 17. Dez. (Europapreß. Funkspruch.) Vizepräsident John Garner, der Gegenspieler Roosevelts innerhalb der demokratischen Par. tei, der über eine erhebliche Anhängerschaft in den Südstaaten verfügt, erklärte feine Bereitwilligkeit zur Aufstellung feiner Präsidentschaftskandidatur. Es ist dies die erste öffentliche Erklärung, die Garner in den letzten sieben Jahre», seitdem er Vizepräsident der Vereinigten Staaten ist, abgegeben hat. John Garner ist als scharfer Gegner der Rooseveltschen New-Deal-^oHtit bekannt Paris, 17. Dez. (Europapreß.) Wie der „Jour" ankündigt, sollen die Hunderttausende von Elsaß- Lothringern, die unmittelbar nach Kriegsbeginn aus ihrem Heimatland nach Mittel- frankreich abtransportiert roorben waren, eine neue Wanderung antreten. Jetzt will man sie Mch den durch Geburtenrückgang entvölkerten Gebeten Südfrankreichs, vorwiegend nach der Aegend von Carcassonne, abschieben. In der Tat hatten sich die Derhältnisie, unter benen die Elsaß-Lothringer in Mittelfrankreich leben Wußten, als so katastrophal herausgestellt, daß sogar bie Oefsentlichkeit daran nicht vorbeigehen konnte, md mehrfach in den Pariser Zeitungen darüber ^Schilderungen veröffentlicht wurden, die sichtlich noch weit hinter der Wirklichkeit zurückblieben. Nicht nur find die Elsaß-Lothringer aufs äußerste zusammengepfercht, man hat ihnen auch Schwierigkeiten ge- Miacht, weil sie untereinander deutsch sprechen und »leie überhaupt nicht in der Lage sind, sich auf französisch verständlich zu machen. Es ergingen daher in den Zeitungen mehrfach Mahnungen, man Me die Elsaß-Lothringer wegen ihres deutschen .Dialektes" nicht als feindliche Deutsche behandeln. &n ähnlicher Weise hat man die Kinder der Elsaß- Lothringer in der Schule behandelt, sofern sie überhaupt Gelegenheit zum Schulbesuch haben. In Südfrankreich, wohin die Elsaß-Lothringer jetzt gebracht werden sollen, will man sie in d e r Landwirtschaft und im Weinbau beschäfti - f e n. Anscheinend sollen sie dort die Stelle der Lotspanier einnehmen, die man dort bis jetzt cls billige Arbeitskräfte eingesetzt hat. Denn die etwa feMs ‘ 9Qbe u ’S Unit, n "“»1 i?(ti i X Wen '?Qn^nJ S MW markt ist vollends durcheinandergebracht, was die Regierung dazu zwingt, immer neue Maßnahmen zur Erleichterung der Einfuhr zu ergreifen und eine allmähliche Lockerung der Devisenzwangswirtschaft in die Wege zu leiten. Drohenden Preissteigerungen sucht man mit dem System der Höchstpreise vorzubeugen, obwohl das bei Importwaren auf die Dauer wenig Erfolg zeitigen dürfte. Wegen der Kohlenversorgung bestehen nach wie vor große Sorgen, ebenso wegen der Versorgung mit Eisen und Stahl, und neuerdings auch wegen des Erdöls, da die Petroleumvorräte des Landes relativ klein sind und die eigene Förderung höchstens 60 v. H. des nationalen Bedarfs decken kann. Man überlegt deshalb die Einführung des Beimischungszwangs von Alkohol zum Benzin, da das Land mit seinen großen Maisernten für die Alkoholgewinnung bie nötigen Rohstoffe besitzt. Bei einem englischen Fleischauftrag an Uruguay in Hohe von 21 000 Tonnen sind die Preise, die England Uruguay für das ihm zu liefernde Fleisch zu zahlen gewillt ist, rund zwanzig Prozent niedriger, als die Preise des uruguayischen Fleischmarktes. Dies zwang die uruguayische Regierung dazu, den Fleischexport nach England aus eigenen staatlichen Mitteln zu finanzieren und den uruguayischen Exporteuren eine namhafte Exportprämie zu vergüten, um die Viehzucht des Landes wenigstens in etwa vor allzugroßem Schaden zu bewahren. Für den chilenischen Handel gilt in vollem Umfange das, was für die anderen füdamerikanisch en Staaten gesagt worden ist. Hier machen sich ähnliche Jmportschwierigkeiten bemerkbar wie in Argentinien und Uruguay. Es ist hier freilich nicht so sehr die Kohle; denn Chile besitzt ja eigene Kohlenbergwerke, wie vornehmlich das Erdöl, namentlich Benzin, das dem Lande fehlt. Die Preise für Benzin und Paraffinöl sind ständig im Steigen begriffen, und die Regierung befindet sich in großer Sorge, dem Land den dringend notwendigen Erdölimport zu sichern. Mit wenigen Unterschieden also ist in den meisten südamerikanischen Ländern das Bild das gleiche. Ueberall leidet man wirtschaftlich unter den Folgen dieses Krieges und überall fragt man sich deshall): Warum eigentlich? Kunst und Wisienschast. Oie Goethemedaille für Hans Watzlif. Der Führer hat dem Schriftsteller Hans W a tz l i k in Neuern im Böhmer Wald aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Hans Datzlik ist von Vaters wie Mutters Seite her aus deutsch-böhmischem Blut. Er ging in Bud- weis zur Schule und bildete sich in Prag als Volks- schullehrer aus. 1899 wurde er Lehrer in Andreas« berg,, 1905 in Kalchen und 1906 Fachlehrer in Neuem, wo er noch heute ansässig ist. Seit 1925 ist er freier Schriftsteller. 1938 mußte er vor dem tschechischen Terror Zuflucht im Reich suchen. Der Titel seines Romans „Oh, Böhmen!" (1917) ist bezeichnend für Watzliks aanzes Werk. In farbiger eigenwilliger Sprache schildert er in den meisten seiner Dichtungen den Böhmer Wald und seine Menschen. Den Roman „Das Glück von Dürrenstauden" hat der Dichter selbst als das ihm liebste BuenosAires,im Dezember 1939. 3n geradezu beängstigender Weise hat sich vor allem für die südamerikanischen Staaten seit Kriegsbeginn der vor ungefähr zwölf Wochen ausgebrochene Krieg für ihren Aus- und Ein- uhrhandel ausgewirkt. Dies gilt vornehmlich für die sogenannten ABC-Staaten (Argen- ttmen, Brasilien, Chile) und Uruguay, deren Handel mit Europa besonders groß war. Der Außenhandel dieser Länder mit lieberfee, also in erfter Linie mit Europa, ist gestört, und Ersatz für oen europäischen Ausfall etwa durch die Vereinig- ten Staaten ist nicht so rasch gefunoen. Vor allem ort UJ1 * n b war für diese Staaten ein guter Abnehmer. Brasilien rechnet beispielsweise damit, daß es insgesamt durch den Krieg den Absatz von rund drei Millionen Sack Kaffee im Laufe eines Jahres einbüßen wird. Das gleiche gilt von der Ausfuhr brasilianischer Baumwolle. Gerade Deutschland war für Brasilien hier ein be- sonders wichtiger Abnehmer; denn dank besonderer technischer Vollkommenheit seiner Maschinen war es als einziger Staat in der Lage, von Brasilien Baumwollsorten abzunehmen, die dieser Staat sonst nirgendwo verkaufen konnte. Diese besonderen Baumwollsorten werden deshalb vorläufig unverkäufiich bleiben und auf den brasilianischen Markt drücken. Infolge dieser Lage des brasilianischen Außenhandels yat deshalb Brasilien auch unmittelbar nach Kriegsausbruch die Schuldeu- vechandlungen, die mit England, Frankreich und USA. sowie mit Portugal begonnen worden waren, wieder abbrechen müssen, da ihm die Tilgung nur bei gründlicher Besserung des brasilianischen 2lußen- handels möglich ist, für die aber gegenwärtig so gut wie keine Möglichkeit besteht. Argentinien wiederum hat Sorge wegen des Absatzes seines Getreides. England und Frankreich sind offensichtlich nicht in der Lage, diese Waren auch nur annähernd in dem Umfang abzunehmen, wie Argntinien geglaubt hatte, so daß die argentinische Getreideoerjchiffung seit Kriegsbeginn nicht — wie man ursprünglich erwartet hatte — zu-, sondern abgenommen hat Die Exporte von Weizen, Mais und Leinsaat waren im September geringer als im August, und im Oktober wiederum kleiner als im September. Der Import- Hern aus tr rst bei ick eTress. See* Zord heM )ts gescheh? >on, daß h; gingen bÄ igkeit nach, nmbeten. !< :ige Lazaie itionsjinr* Ms ernxii > Schiffer» be. Die 8c Die lch achrichten c Jlonate W en. M- -lazarett« in städii^ 1 : davon t ch bestehl । : Die W ■? Die Mn W Ute in W | n- einem schwester zur Verfügung stehen soll, so bedeutet dies einen Bedarf von 30 000 Gemeindeschwestern. Der Reichsbund wird hier seine Schwestern zur Der« f igung stellen, bis d i e N S. - S ch w e st e r n s ch a ft zur Besetzung sämtlicher Stellen in der Lage ist. Schließlich haben auch Privatkliniken, Pri- vatheime und Familienpflege die freiberuflichen Kräfte in solchem Umfange nerldngt, daß der Bedarf nicht im entferntesten gedeckt werden konnte. Der Reichsbund sieht deshalb in der Förderung der beruflichen Aus- und Fortbildung der freien Schwestern und Pflegerinnen seine vordringliche Aufgabe. Einschränkung des Güterverkehrs mit Kraftfahrzeugen. Berlin, 16. Dez. (DNB.) Um die vorhandenen Treibstoffe und Bereifungen für die Bewältigung des Nahverkehrs zu sichern, soll Fernverkehr mit Kraftfahrzeugen nur noch dort zuaelassen werben, wo es sich um kriegswirtschaftlich wichtige Beförderungen handelt. Die Beschränkungen gelten für den gewerblichen Verkehr, den Werksverkehr und den Kraftverkehr der Reichsbahn. Wer solche Transporte durchführen will, bedarf der Genehmigung der Bevollmächtigten für den Nahverkehr. Aus aller Wett. Vrandstlfier hingerichtel. Am 16. Dezember 1939 ist der von der Strafkammer bei dem Deutschen Landgericht in Brünn wegen Verbrechens gegen die Verordnung gegen Volksschäblinge zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Franz Wagner hingerichtet worden. Wagner, ein arbeitsscheuer und vielfach vorbestrafter Landstreicher, hat am 15. Oktober 1939 in Halusitz (Protektorat) die Scheune seines Arbeitgebers in Brand gesteckt und dadurch für 100000 Kronen Erntevorräte, Maschinen, Werkzeug und Gebäude vernichtet. Ausbruch des Vesuvs. Aus Neapel wird ein starker Ausbruch des Vesuvs gemeldet. Im Innern des Kegels fließen zwei Lava- ströme von je fünfzig Meter Breite aus, die einen Hellen Feuerschein am Horizont verursachen. Es besteht keine Gefahr, so daß die Vesuvbahn und die Seilbahn ihren Betrieb unverändert aufrechterhalten. 3100 Kilometer in neuneinhalb Stunden. Drei Flugzeuge der neuen italienischen Po st Verkehrslinie R o m—Südame ri k a, die am 21. Dezember eröffnet werden wird, haben ttotz ungünstigen Wetters den Atlanttk von den Kapverdischen Inseln nach Pernambuco überquert Sie legten die 3100 Kilometer weite Strecke in neuneinhalb Stunden zurück. Vorläufig ist wöchentlich ein Flug in beiden Richtungen zwischen Rom und Rio de Janeiro vorgesehen. Landungen werden in Sevilla, Lissabon, Villa Cisnero und auf der Saalinsel vorgenommen. Vorläufig ist die Strecke für den Postverkehr bestimmt. In nicht allzu ferner Zeit sind aber auch Passagierflüge geplant. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Han- Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 NM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ift Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. ntersiützt wird die russische Offensive in lorbfinnlanb weiter erfolgreich oorgetragen. in den letzten 24 Stunden gelang es den Russen, tchs Kilometer südlich von Salmijärvi vorzu- ringen. Der Hauptwiderstand wird ihnen von der Pflichtjahrmädel nach der Dringlichkeit und Eignung der Haushalte. Zwischen der Reichsfrauenfiihrun-g und dem Reichsnährstand sind im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister Richtlinien für die Prüfung und Betreuung der ländlichen Pflichtjahr- st eilen, die städtische Jugendliche aufnehmen, ausgestellt worden. Ebenso sind analoge Richtlinien für das Pflichtjahr in d e-r Stadt entstanden. Danach werden zur Neuaufnahme der Pflichtjahrmädchen nach der kommenden Schulentlassung die im letzten Jahr besetzten Stellen sowie die wegen Mangel an Jugendlichen nicht zur Besetzung gelangten Stellen sorgfältig überprüft. Auf Grund dieser Prüfung werden die Stellen bezüglich des Grades der Dringlichkeit ihrer Besetzung und ihrer Eignung gekennzeichnet, um auch bei einer nicht ausreichenden Zahl von Pflichtjahrmädeln die gerechte Verteilung der Jugendlichen durch das Arbeitsamt vorzubereiten. Eine verstärkte Betreuung der Haushalte ist im Interesse beider Teile sichergestellt worden. Denkt beim Weihnachtseinkauf an die anderen! Wenn wir in diesen Tagen unsere Weihnachtbeinkäufe besorgen, so wollen wir auch an die Mitmenschen denken, denen wir durch unser Geschenk fröhliche Weihnachten bereiten. Das sind die Heimarbeiter im Thüringer Wald, die mit fleißigen Händen reizende Puppen und originelle Tiere basteln, die Holzschnitzer aus der Rhön, die wertvolle Sachen schnitzen, besonders geeignet zu Geschenken wie Buchstützen, Kerzenhalter, Obst- und Fruchtschalen, Ketten, Spielwaren, Schreibgarnituren und dergleichen Dinge mehr. Denkt aber auch an die Glasbläser aus dem Bayerischen Wald und die Spitzenklöpplerinnen aus dem Erzgebirge! Mit einem Wort: Denkt an unsere Heimarbeiter und wißt, daß für sie alle ein gutes Weihnachtsgeschäft Arbeit und Brot bringt, und wenn nur jeder von uns eine Arbeit der Heimarbeiter als Geschenk ersteht! So spenden wir dreifache Freude: den Herstellern des Geschenkes, dem, der das Geschenk erhält und nicht zuletzt uns selbst, weil es doch ein beglückendes Gefühl ist, anderen Freude zu machen. Denkt aber auch an die vielen Kinder, die vielleicht kein richtiges Weihnachten feiern können. Kauft ein paar Süßigkeiten oder Spielzeug, das sie bisher nur sehnsüchtig im Schaufenster bewundern durften. Denkt auch an Kleidung für sie. Noch ist genug Zeit, aus Altem auch etwas Neues zu machen, um andere damit zu erfreuen. Wenn wir bei jedem Einkauf nur ein paar Pfennige zurück- legen, können wir wenigstens einem Kinde auf dem Wege Über die NSV. die schönste Weihnachtsfreude bereiten. Und vor allem: denkt an unsere Soldaten im Felde und spendet Liebesgaben! Schickt Rauchwaren, Tabak, Zigarren, Zigaretten, schenkt Bücher, denn Bücher erfreuen manches Soldatenherz. Schenkt aber nur gute Bücher! So gilt für alle Weihnachsteinkäufe: Denkt nicht n*ur an euch — denkt auch an die anderen! Kampf der Ueberheizungsunsitte. Mahnung des Reichsgesundheitsamtes. Das Reichsgesundheitsamt veröffentlicht im „Reichs-GesundheitSblatt" eine gesundheitliche Mahnung, richtig zu Heizen. Darin heißt es: Schlecht Heizen ist keineswegs gleichbedeutend mit zu wenig Heizen. Genau so schlecht wird geheizt, wenn zu viel geheizt wird! Für gewöhnlich pflegen die üblichen Wohn-, Aufenthalts- und Arbeitsräume dann behaglich geheizt zu sein, wenn das Thermometer in der Aufenthaltszone 18 bis 19 Grad anzeigt. Schlafräume sollen stets wesentlich kühler gehalten werden. Kinder, ältere Personen und Leidende pflegen wärmebedürftiger zu sein. In für sie bestimmten Aufenthaltsräumen sind höhere Lufttemperaturen am Platze, die aber nicht über 21 Grad C als obere Grenze hinausgehen sollen. Es gibt fraglos auch unter gesunden Menschen solche, die besonders leicht frieren. Sie müssen diese persönliche Eigenart durch entsprechende Wahl ihrer Unter- und Oberkleidung ausAeichen. Es ist dagegen in Gemeinschaftsräumen, die gleichzeitig mehreren Personen zum Aufenthalt dienen müssen, ein nicht zumutbarer Zustand, wenn alle übrigen eines Fröstlings wegen schwitzen sollen, der es versäumt oder gar ablehnt, sich in seinem eigenen Interesse wärmer anzuziehen. Das gilt sinngemäß auch für die großen Mietshäuser mit ihren vielen Wohnungen. Es ist eine unbestrittene Erfahrungstatsache, daß in zentralbeheizten Häusern — und ganz besonders in Büro- und Geschäftsgebäuden — der Uebelstand der Ueberheizung geradezu die Regel ist. Temperaturen von 25 Grad C werden an getroffen; sie werden, einmal angewöhnt, dauernd verlangt und ängstlich eingehalten! Es liegt auf der Hand, daß solche Temperaturen nicht nur ausgesprochen abträglich für die Behaglichkeit und die Gesundheit sind. Ohne Uebertreibung kann sogar ausgesprochen werden, daß alle gesundheitlichen Nachteile, die der Zentralheizung nachgesagt werden, nur bei Ueberheizung bestehen. Jedenfalls trifft das uneingeschränkt für die heute für Wohn- und Aufenthaltsräume fast ausschließlich üblichen Warmwasserzentralheizungen zu, sofern sie technisch einwandfrei sind. Insbesondere werden die gelegentlich geäußerten Klagen über zu trockene Luft in zentralbeheizten Räumen rasch verstummen, wenn nicht überheizt wird. $ Ofenheizungen werden im Volke deshalb als gesünder empfunden, weil sie von dem einzelnen Benutzer vernünftig bedient werden und weit schwerer zu dauernder Einhaltung einer zu hohen Lufttemperatur in sämtlichen Räumen und Gebäudeteilen mißbraucht werden können, als es bei der Zentralheizung so überaus leicht möglich ist. Bei der Bekämpfung der Ueberheizungsunsitte müssen alle Beteiligten mitwirken. Vor allen Dingen kommt es auf denjenigen an, der die Heizung betreut. Tut er in verständnisvoller Weise seine Pflicht, so hat er Anspruch darauf, gegen unberechtigte Wünsche, Vorwürfe und Nörgeleien in Schutz genommen zu werden. Wärmevergeudung bedeutet neben Mehrausgaben Brennsto scher geuüung. Ob Friedens- oder Kriegszeit: unsere Kohlenvorräte sind ein wichtiger Teil unseres Volksvermögens, der in zunehmendem Maß auch als Rohstoff zur Herstellung vieler wichtiger Lebens- und Verbrauchsgüter dringend benötigt wird. Sie erheischen daher sparsamste Verwendung. Darum nochmals: Heizt richtiger! 9 Ji.-'Spott Fußball-Ergebnisse der Gauliga-Marmschasten. Hessen: Gruppe Süd: TSV. 1860 Hanau — Borussia Fulda 1:1; VfB. GroßMuheim — FC. Hanau 93 2:1; Kewa Wachenbuchen — Dunlop Hanau 3:3. — Gruppe Nord: SC 03 Kassel — Hessen Bad Hers selb 10:1; SpV. Kassel — BC. Sport Kassel 2:1; Dura Kassel — Kurhessen Kassel 2:2. Süd west: Main: Eintr. Frankfurt — Kickers Offenbach 1:4; SD. Wiesbaden — FSV. Frankfurt 0:1; Union Niederrad — Rotweiß Frankchrt 0:2. — Saarpfalz: Bor. Neunkirchen — GfL. Darmstadt 7:0; VfR. Frankenthal — Wormatia Worms 1:2; FK. 03 Pirmasens — 1. FC. Kaiserslautern 1:5. Bayern: 1. FC. Nürnberg — Neumeyer Nürnberg 5:0; FSV. Nürnberg — VfR. Schweinfurt 2:5; 1. FC. 05 Schweinfurt — 1860 München 6:0; Bayern München — BC. Augsburg 0:3; Jahn Regensburg — SpDg. Fürth 1:1. Gießener Fußball mit schlechtem Start 1900 — Burgsolms 1:3. Der Start der Blau-Weißen bei den Spielen um die Kriegsmeisterschaft war wenig verheißungsvoll. Hatte man doch infolge der als einigermaßen gut zu bezeichnenden Mannschaftsaufstellung insgeheim mit einem Erfolg gerechnet. Dies verstärkte sich noch, als kurz vor Spielbeginn bekannt wurde, daß nach längerer Pause Heilmann wieder in den Reihen der Blau-Weißen stehen würde. Trotzdem erfüllten sich die Hoffnungen nicht. Der Grund hierfür war hauptsächlich, daß man sich der Eigenart des Spieles der Gäste nicht entsprechend anzupassen wußte. Hinzu kam, daß die Gäste über eine überaus körperliche Mannschaft verfügten, was sich als ein großer Vorteil gegenüber den durchschnittlich kleinen Spielern der Platzbesitzer erwies. Der Beginn des Spieles ließ noch nicht ahnen, welch bitteren Geschmack das Ende für die Blau- Weißen bringen würde. Denn ohne den erforderlichen Einsatz tändelte man im Felde hin und her und als sich nach einiger Zeit der erste Erfolg ein» stellte, glaubte man, daß es mit diesem kraftlosen Spiel so weiter gehen könnte und die nächsten Erfolge einem so in'den Schoß fallen würden. Bei den Gästen war dies anders. Hier wurde um jeden Zoll Boden gekämpft und als auch hier sich der Erfolg einstellte, vermehrte sich der Eifer noch, was bald durch einen weiteren Treffer belohnt wurde. Es war daher weiter nicht verwunderlich, daß die Gäste bei her Pause mit 2:1 in Führung lagen. Nach dem Wechsel machte sich bei den Platzbesitzern eine Besserung bemerkbar. Der Erfolg war eine deutliche Feldüberlegenheit. Zu zählbaren Treffern ließ es die verstärkte Gästeverteidigung jedoch nicht kommen. Im Gegenteil, bei einem harmlosen Angriff wußten die Burgsolmser ihren Vorsprung auf 3:1 geschickt auszubauen. Dem Spiel jetzt noch eine Wendung zu geben, hätte bei dem Schlußangriff wohl möglich sein können, aber in der Hitze des Gefechts wüßte man selbst mit den klarsten und aussichtsreichsten Chancen nichts anzufangen. Ja selbst ein Elfmeter konnte nicht ausgewertet werden. Burgsolms hatte im Torwächter seinen besten Mann.' Verteidigung und Läuferreihe hatte ein Plus in der Körpergröße und im Sturm waren die beiden Außen am auffallendsten. 1900 in der Aufstellung Dinges, Schneider, Goß, Carstens, Jäger, Hain, Bonarius, Pechaufchek, Heilmann, Balz, Weiß war im Schlußdreieck nicht ohne Schwächen, worunter die Läuferreihe, besonders aber der Sturm zu leiden hatte. Ehringshausen — VfV.R. Gießen 7:1 (2:1). VfB.-R. mußte die Reise nach Ehringshausen mit 8 Mann antreten, weil 3 Spieler unentschuldigt fernblieben und 2 weitere abgesagt hatten. Dadurch war an einen Sieg nicht zu denken, und wenn noch der stark vereiste, kaum spielfähige Platz in Betracht gezogen wird, so muß doch anerkannt werden, daß sich diese 8 Mann bis zur Halbzeit sehr tapfer schlugen. Ehringshausen konnte komplett und mit bewährter Mannschaft antreten. Das Tor für Gießen schob Sokolowski. Rundfunkprogramm Dienstag, 19. Dezember. 6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8: Landvolk, merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Kleine Ratschläge für den Garten. 9.30: Schulfunk (Mittelstufe). Sendereihe: Lebendige Geschichte „Das ist England". 10: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Aus einem Rüstungsbetrieb: Werkskonzert. In Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft ,^raft durch Freude". 12.30: Nachrichten. 13: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.55: Bücher für unsere Soldaten. 16: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 17: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Berichte vom Landesernährungsamt. 18.25: Unterhaltungskonzert. 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender: 22: Nachrichten. 24: Nachrichten. Gießen, den 18. Dezember 1939. 7447 D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die guten Worte des Herrn Pfarrers, sowie für den schönen Gesang des Liederund Sängerkranzes sagen auf diesem Wege aufrichtigen Dank Familie Schwan Familie Seyfferth. Gut erhaltenes Klavier zu verkauf, ossie Hitler-Wall 491 Kaufgesuche Gebrauchte gut erhaltene Dezimalwaage zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 05520 a.d.G.A. Wtrötil (Paidibett) zu kaufen gesucht Schriftl. Angeb. unt.05519anden Gieß. Anzeiger. Verschiedenes Mhiitft von Hauvtpost- Schwarzlachweg verloren. helfen sie der Hausfrau. 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Schon am zeitigen Morgen trippeln seine kleine Füße die Treppen im Hause immer wieder hinauf und hinunter wobei er jedem, der ihm in den Weg lief bereit- wllllgst die große Neuigkeit berichtete: „Vati ist auf Urlaub gekommen mit einem Säbel und mit qan! großen Stiefeln. Jetzt schläft der Vati noch, aber nachher gehen wir zusammen fort." Und voller Eifer rannte er weiter, um seine wichtige Kunde an den nächsten Mann zu bringen, bis schließlich niemand mehr im Hause ausfindig zu machen war, so daß als einziger willfähriger Hörer nur noch Fritzchen blieb, dem das unerhörte Ereignis natürlich in allen farbigen Einzelheiten geschildert wurde. Tatsächlich wurde Vati am Nachmittag sichtbar, als er mit Frau und Sprößling den ersten Ausgang machte. Er machte in seiner Uniform eine gute Figur und hatte für alle Hausbewohner, die ihn freudig begrüßten, ein paar nette Worte. Das war aber nicht nach Peters Sinn, der an allen Gliedern zappelte und mit der Kraft eines Motors nach draußen strebte. Er mußte sich doch mit seinem Dati endlich auf der Straße zeigen, damit der Triumph weithin sichtbar wurde. Und als es dann wirklich soweit war, marschierte der kleine Peter so ernsthaft und stolz zugleich neben dem Urlauber her, als gelte es, direkt auf den Feind loszugehen. Dati hat natürlich Verständnis für den Eifer seines kleinen Jungen, und er erzählt ihm mit großer Bereitwilligkeit alles, was dem Wissensdrang des Vierjährigen gelegen kommt. Diese Berichterstattung ist begreiflicherweise nicht ganz einfach, denn Peter hat eine erstaunliche Fähigkeit im Aus- frageu. Es gibt nichts, was ihn nicht interessiert, ob es nun die Flugzeuge oder die Danks, die Unterseeboote oder die Flakgeschütze sind. Dabei macht er allerdings den Eindruck, als ob er seinem Vati die gesamte Kommandogewalt über alle Kriegsgeräte und Formationen zutraute^Der Vati schmunzelt vergnügt dazu, wie alle Vatis schmunzeln, wenn sie von ihren Sprößlingen solche Freundlichkeiten hören, und er genießt seinen Urlaub dov- pelt bei den Gesprächen mit Peter. Lange wird dieser Urlaub ja nicht ryähren, aber das stille Glück des Zuhause seins, das gegenwärtig mancher Soldat mit Peters Dati teilte, wird noch lange in der Erinnerung haften, wenn die schönen' Tage schon längst wieder verflogen sind. H. W. Sch. Vornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Verdacht auf Ursula^. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gold in New Frisco". — Oberhessischer Kunstverein: 15 bis 16 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. 60-pfennigstücke aus Aluminium. Die Reichsbank beginnt in diesen Tagen mit der Ausgabe von Fünfzigpfennigstücken aus Aluminium. Dese Münzen sind dazu bestimmt, die Fünfzig- Reichspfennigstücke aus Nickel, deren Einziehung zu . einem späteren Zeitpunkt vorgesehen ist, zu ersetzen. Vorerst behalten auch die 50-Reichspfennigstücke aus Nickel ihre Kaufkraft. Der Zeitpunkt der Außerkurssetzung der Nickelmünzen wird noch bekanntgegeben. Am gestrigen Sonntag fanden in den Ortsgruppen Gießen-Süd, Gießen-Nord und Gießen-Mitte F e i e r st u n de n zu Ehren von kinder- r e i chen Müttern statt, denen als äußeres Zeichen des Dankes des ganzen Volkes vom Führer das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter verliehen worden war. In der Ortsgruppe Gießen-Ost hatte der Ortsgruppenleiter im Hinblick auf die zur Zeit ge= nnge Zahl von auszuzeichnenden Müttern von einer Gemeinschaftsfeier Abstand genommen, dafür den in Betracht kommenden Frauen die Auszeichnung bei einem Besuch in den Wohnungen persönlich überreicht. Den Verlauf der Gemeinschaftsfeiern schildern die nachstehenden Berichte. Die Ortsgruppe Gießen-Eüb hielt chre Feierstunde im schön geschmückten Saale der „Stadt Wetzlar" ab. Die NS.-Frauenschaft hatte sur weihnachtliche Ausschmückung gesorgt, und die Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft leitete die Feier mit einem Schargesang ein. Belm Schein der Kerzen hielt Ortsgruppenleiter Gr a h l m a n n eine Ansprache an die kinderreichen Mütter, in der er von der heiligen Verpflichtung der Väter und Mütter, dem Volke Kinder zu schenken, ausging und hervorhob, daß die Unsterblichkeit emes Volkes in seinen Kindern zu erblicken ist. All die Arbeit und die Mühen der Eltern wären vergeblich, wenn nicht die Kinder den Segen davon hätten; denn alles Leben hat nur dann einen Sinn, wenn es auf die Zukunft, auf den Nachwuchs ausgerichtet ist. Der Ortsgruppenleiter wies auf die verschiedenen Einrichtungen hin, die der nationalsozialistische Staat geschaffen hat, um der Mutter und dem Kinde zu dienen, sie zu fördern und ihnen die Arbeit zu erleichtern. Deutschland wird nur dann weiterleben, wenn das Volk auch rassisch gesund ist. Em Volk kann sich aus volitischer Knechtschaft befreien, aber aus rassischer Verkommenheit gibt es keinen Aufstieg mehr. Ortsgruppenleiter Grahlmann würdigte die Mutter als den heiligen Quell des Volkes und gedachte mit bewegten Worten der Heldenmutter, die vielleicht schon im Weltkreig ihren Mann verloren haben und jetzt wieder ihre Söhne ausziehen ließen in den Kampf um die Freiheit des Volkes. Er sagte ihnen, daß auch die gefallenen Sohne im Volke fortleben werden, solange das Volk besteht, und richtete an alle, die bei der Wehrmacht stehen, die Grüße der Heimat aus. Aus Briefen der Frauen aus der Zeit der Freiheitskriege um 1813 las er Worte der Königin Luise-vor und stellte diese Frau der deutschen Mutter als Vorbild hin. Während eine Schar des BDM. Lieder sang, überreichte der Ortsgruppenleiter den kinderreichen Müttern die Ehrenurkunde, und die Leiterin der NS.--Frauenschqft, Frau Kranz, schmückte sie damit. Der BDM. und die Jugendgruppe der NS.- Frauenschaft beschlossen den feierlichen Akt mit einem gemeinsam gesungenen Lied. Dann gedachte der Ortsgruppenleiter der treuen Fürsorge des Führers für die deutsche Mutter und das deutsche Volk und schloß die Feierstunde mit dem Treugruß an den Führer. 24 M"tter wurden ausgezeichnet, 5 mit dem goldenen, f mit dem silbernen und 13 mit dem bronzenen Ehrenkreuz. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Eine stimmungsvolle Feier bereitete auch die Ortsgruppe Gießen-Mitte den 25 erschienenen Müttern im „Württemberger Hof". Die Mütter nahmen an weißgedeckten, mit Tannengrün und Kerzen geschmückten Tischen Platz. Ausgezeichnete musikalische Darbietungen leiteten die Feier ein. Ortgruppenleiter Weber hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er einleitend betonte, daß im Dritten Reich die Mutter als erste Staatsbürgerin gelte, da sie es fei, die den Bestand der Nation sichere. Der Führer habe auch durch viele Maßnahmen zum Ausdruck gebracht, daß die Familie als die Keimzelle des völkischen Lebens von größter Bedeutung sei und dementsprechend gewürdigt werde. In seinen weiteren Darlegungen sprach der Ortsgruppenleiter davon, wie im Falle eines Krieges immer von der Frau und Mutter die größten Opfer verlangt würden, indem sie Mann und Söhne dem Daterlande zur Verteidigung gebe und alle Sorge um sie trage. Mit nachdrücklichen Worten sprach der Redner ferner davon, wie der Führer alle Opfer der kinderreichen Mutter damit ehre, daß er den Müttern das Ehrenkreuz verleihe, das sie mit berechtigtem Stolze tragen dürsten. Sodann gelangten die Ehrenkreuze zur Verteilung. Während ein Mitglied der NS.-Frauenschaft den Müttern die Ehrenkreuze am seidenen Band überreichte, übergab Ortsgruppenleiter Weber gleichzeitig die Verleihungsurkunden und beglückwünschte die Mütter im Namen der Partei. Nach einer weiteren musikalischen Darbietung und nach dem Gedenken des Führers fand die Feier ihren offiziellen Abschluß. Ortsgruppenleiter Weber hatte anschließend die Freickie, die Mütter zu Kaffee- und Kuchen Einladen zu können, die durch opferbereite Angehörige der Ortsgruppe Gießen-Mitte zur Verfügung gestellt wurden. Zwei Mütter erhielten das goldene, 8 das silberne und 16 Mütter das bronzene Ehrenzeichen der deutschen Mutter. Die Ortsgruppe Gießen-Nord hielt ihre Feierstunde in dem weihnachtlich geschmückten Saale des „Aquarium" ab. Die Kapelle Krengel fpieTte einige Volksweisen, Pg. Wen- zel las dann Worte des Führers vor, in denen die Bedeutung der Mutter für das Volk gewürdigt wird. Ortsgruppenleiter Thomas begrüßte die Mütter und den Kreis Propaganda! eiter Rahner. Dann wurde ein weiterer Vorspruch gesprochen, und mit dem „Largo" von Händel leitete die Kapelle Krengel zur Mütterehrung über, zu der Ortsgruppenleiter Thomas sprach. Er erinnerte daran, daß zum zweiten Male, im Kriege, die deutsche Mutter geehrt und ihr das vom Führer gestiftete Ehren-' kreuz überreicht werden falle. Er schilderte die Friedensbemühungen des Führers und ging dann auf den Freiheitskampf ein. In diesem Zusammenhang erläuterte er, daß, wie für den Soldat für bewiesene Tapferkeit das Eiserne Kreuz, so jetzt durch den Führer für die tapfere deutsche Mutter das Ehrenkreuz gestiftet wurde. Die deutsche Mutter soll es mit Stolz als ‘ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit des Volkes tragen, denn ein Volk braucht tapfere Mütter, die ihm eine tapfere Jugend schenken. Was der Mann einsetzt an Heldenmut, setzt die Frau ein in ewig geduDigem Leiden und Ertragen. Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für Sein oder Nicht* ftin des Volkes. Aus diesem Grunde hat der nationalsozialistische Staat die Mutter wieder zu Ehren gebracht und hat durch die verschiedenen Maßnahmen, durch Müttererholungsheime, Kinderheime» durch manche Vergünstigung und Bevorzugung den Schutz von Mutter und Kind in den Vordergrund gestellt. Die höchste Ehrung für die deutsche Mutter' ist durch das vom Führer gestiftete, sichtbar zu tragende Ehrenkreuz der deutschen Mutter erfolgt. Während die Kapelle K r e n g e l Lieder aus der Jugendzeit spielte, überreichte Ortsgruppenleiter Thomas 21 Müttern das goldene, 29 das silberne und 30 das bronzene Ehrenkreuz und übermittelte' ihnen gleichzeitig die besten Wünsche für ihr Wohlergehen. Mit dem Treugruß an den Führer wurde die Feierstunde geschlossen. Hohe Nacht -er klaren Sterne." Feierstunde mit KdF. im Lazarett. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat es sich zur edlen Aufgabe gemacht, auch den Verwundeten und Kranken in den Lazaretten unserer Wehrmacht in bestimmten zeitlichen Abständen und auf die verschiedenste Weise Freude zu bereiten. So fand auch am gestrigen Sonntagnachmittag im Feiersaal unseres Standortlazaretts eine Feierstunde statt, bei der bestes deutsches Liedgut, deutsche Musik der begnadeten Meister und Worte deutscher Dichter in reichem Wechsel zum Vortrag gelangten. Der Feiersaal des Lazaretts, der der Veranstaltung einen einzigartig schönen Rahmen bot, war mit Tannengrün geschmückt und bot sich im milden Licht vieler Adventskerzen dar. Einige Orgeldarbietungen von Dr. Eberhard Born brachten Musik aus dem 17. und 18.Jahr, hundert von Pachtelbel und Johann Sebastian Bach. Ein Streichquartett des NS. • Studentenbundes Frankfurt a. M. bot Musik von Haydn und bereitete durch die überaus sorgfältige und einfühlende Wiedergabe besondere Freude. Eine Ängschar des BDM.-Untergaues 116 fang Weihnachtslieder („Weihnachtszeit kommt nun heran", „O Tannenbaum, du trägst ein' grünen Zweig", „Still, weil's Kindlein schlafen will" und „Hohe Nacht der klaren Sterne"). Die Mädchen fangen mit aller Andacht und haben damit den Soldaten sicherlich besondere Freude bereitet. Gauwart Alwin 9tüffer sprach herzliche Worte der Einführung, sprach aber auch in wenigen Sätzen über den wahren Sinn und das Brauchtum zu Weihnacht und zur Sonnwende und richtete damit die Gedanken auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes für unser deutsches Volk. Poesie und Prosa von Rainer Maria Rilke, von W. Lobsien, Inge Thomae, Annes Miegel und G. Schumann, von Alwin Rüsser und Jrmingard Seiser zum Vortrag gebracht, bereicherten die Vortragsfolge. Die Zuhörer dankten durch innige Anteilnahme an den Darbietungen, während die Kameraden, die sich nicht in den Feiersaal begeben konnten, in ihren Zimmern und über die Lautsprecheranlage des Hauses zu Teilnehmern der Feier wurden. Zahlreiche Schwestern nahmen ebenfalls teil. Stabsarzt Dr. K l e i n sagte der NSG. „Kraft durch Freude", insbesondere allen Mitwirkenden, herzlichen Dank für diese schöne Stunde, die den Patienten sicherlich eine schöne und lebhaft begrüßte Abwechslung nach all der langen Zeit der erzwungenen Ruhe bedeutete. Denke daran - handle danach: Chlorodont wirkt abends am besten! (Sinn her Weihnacht. Don Karl JRo&erf Popp Das Christfest stand vor her Tür. Hans Heilbrunn stützte den Kopf in die Hand und lauschte den hellen Stimmen seiner Lieben, die aus dem Nebenzimmer herüberklangen. Der kleine Peter sang mit der Muter die alten, lieben Weihnachtslieder, und dazwischen jubelte er vor freudiger Erwartung. Der Mann beneidete den Jungen fast um die Seligkeit, die das Wort Weihnachten in jedem Kinderherzen aufwachen läßt. Einmal wieder so jung fein dürfen! Die Tage zählen, die Adoentsfensterchen öffnen und abends mit klopfendem Herzen vor verschlossenen Türen lauschen, hinter denen es rauscht und aschelt .von Wunderdingen und Geschenken .. Jorbei. Ein bitterer Zug trat in das Gesicht des Rannes. So verliert sich jede Illusion, dachte er, Deihnachten? Was ist das schon: Weihnachten! Ein schenken auf Gegenseitigkeit, erhöhte Unkosten. Die Geschäfte und die Sorgen aber lausen weiter. „Morien, Kinder, wird's was geben ...", klang es von rüben herüber. Man muß dem Jungen noch eine efondere Freude machen, dachte Hans Heilbrunn, imit) da fiel ihm die alte Krippe ein. Im Sommer hatte er sie beim Entrümpeln ge- anden und einstweilen im Abstellraum unterge- racht. „Einmal werden wir noch wach ...".jauchzte Seter, und der Vater ging auf den Zehenspitzen iber den Dorsaal und holte sich das Krippenpaket. Vorsichtig löste er die Umhüllung und stellte die einzelnen Figuren der Krippe auf seinen Schreibtisch. Eigentlich schön, stellte er fest. Die Maria Hatte einen so mütterlich glücklichen Ausdruck im hinge schnitzten Antlitz, und der heilige Joseph sah Sanz so aus, wie man sich einen guten Vater oor- pellt. Einen Augenblick lang stutzte Hans Heilbrunn, als er das Christkind betrachtete. Warum hat der Tchnitzer eigentlich diesen wissenden Ausdruck in das kindliche Gesicht gelegt? Dann sah der Mann einen Hirten, und da wurde sofort seine eigene Kindheit wieder wach. Der Hirte lachte über das ganze Gesicht vor Freude, und Hans Heilbrunn entsann sich genau, wie er als Junge über den glücklichen Hir- I «n gelacht und gejubelt hatte, und wie der ihm |0 ganz besonders gut gefiel. Und er wuchs immer wehr in die vergangenen Tage hinein, je mehr Hirten und Engel er auspackte. Wie war das damals schön! Der Vater hatte die Krippe immer in tiner Ecke des Zimmers aufgestellt. Weshalb hatte u eigentlich den schönen Brauch nicht beibehalten? wußte keine rechte Antwort darauf zu geben. Zuletzt hob Hans Heilbrunn den hölzernen Boden ter Krippe aus dem Paket. Da sah er, daß der Loden aus zwei Brettern bestand, die ein wenig j auseinanderklafften. Wahrscheinlich waren sie einmal feucht geworden. Etwas Weißliches schimmerte zwischen den Brettern. Hans Heilbrunn erweiterte den Spalt und hielt den Boden dann schräg. Ein Brief rutschte heraus, ein alter, vergilbter Brief. Und wahrend im Nebenzimmer der kleine Peter „Ihr Kinderlein kommet ..." jubelte, überflog sein Vater, wundersam berührt von der Entdeckung, die fast unleserlich gewordenen Zeilen des Briefes: „An diesem heiligen Weihnachtstage, da der Welt unser Heiland geboren worden ist, hat mir mein liebes Weib den Sohn geschenkt. Hab deshalben beschlossen, in Dankbarkeit und Freude ein Krippen herzurichten und mit eigner Hand das liebe Christkind, Mariam und Josephen als auch Engel, Hirten und die Weisen aus dem Morgenland zu schnitzen, auf daß mein Bub, so er mit Gottes Gnade heran- wächset, eine rechte Freud an des Heilandes und seinem Geburtstag hab. Und soll selbige Krippe, so es Gottes Wille ist, noch manchen Buben und manches Mädel aus dem Geschlechte der Heilbrunn erfreuen. Werden dann die alte Wahrheit erfahren, so bis ans Ende der Welt bestehen bleibt: Die Liebe höret nimmer auf. Josephus Heilbrunn am Tage der Geburt unseres HERRN, siebenzehnhundertunddreiundneunzig Jahre nachher." Hans Heilbrunn sah über die alten Blätter hinweg zum Fenster hinaus. 1793! Also war der Bub sein Urahn, und als diese Zeilen geschrieben wurden, da lebten Goethe und Schiller, da deckte Friedrich den Großen erst sieben Jahre die Erde. 1793! Da sprach die Welt von der Französischen Reoolutton. Napoleon und die Freiheitskriege ruhten noch in ferner Zukunft. Da war ein einiges Deutschland noch ein Traum, und ans zwanzigste Jahrhundert dachte keiner! — Und hier lagen die Figuren der Krippe und waren lebendig und sprachen zur Seele wie am Tage ihrer Schöpfung! Hans Heilbrunn las den Brief des Ahnen noch einmal langsam und andächtig durch. Die Worte am Ende wiederholte er laut, und der Sinn der Weihnacht ging ihm darüber auf. Der Knabe da in der Krippe hing später am Kreuz. Wahre Liebe muß selbstlos sein, muß sich freudig verschenken können. Vor fast zweitausend Jahren kam diese Erleuchtung zur Welt, und nun wird sie ewig Licht verbreiten. Jahrhunderte kommen, Jahrhunderte vergehen, aber bas Wunder der Liebe bleibt lebendig in allen Zeiten. Des Mannes Augen leuchteten im Glanze der neuen Erkenntnis: Weihnachten, Fest der selbstlosen Liebe, Fest des beschenkten Kindes, aber erst recht Fest des schenkenden Vaters. Und Hans Heilbrunn vergaß seine Geschäfte und I Sorgen, denn er hatte ja den Eingang wiedergefunden in das Wunderland der Weihnacht. „O du früh. | liche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit ...", so fangen drüben Frau und Kind, und diesmal weckten ihre Stimmen freudigen Widerhall in der Brust des Mannes. Hans Heilbrunn baute die alte Krippe auf und lächelte fröhlich dabei. Hier, der Hirt brauchte eine neue Bemalung, und dem Engel da fehlten die Flügel! Der Mantel der Muttergottes mußte neu vergoldet werden, und Moos gehörte in die Krippe! Der Mann legte Figuren und Brief sorgfältig in seinen Schreibtisch. Dann zog er, immer noch lächelnd, seinen Mantel an und ging aus dem Zimmer. „Wo- i)in?"fragte seine Frau, und der Bub drängte sich an ihn. Da legte Hans Heilbrunn geheimnisvoll den Finger auf den Mund: „Pst! Zum Weihnachtsmann!" Weihnachts - Morgenfeier im Etadttheater. Die jüngste Morgenfeier unseres Stadttheaters war ganz umwoben von Geist und Stimmung der Vorweihnachtszeit. Sie brachte eine kleine Reihe gesanglicher und rezitatorischer Vorträge, in denen sich Ernst und Freudigkeit glücklich die Waage hielten. Der Chor unseres Stadttheaters sang zunächst einen schlichten Weihnachtschoral von Michael Prä- torius, der einen glücklichen Auftakt für die besinnliche Stunde darstellte. Gerhard Reuter las mit feinem Gefühl für Gehalt und Sprache Rudolf Bindings weihnachtliche Erzählung „Das Peitfch- chen", dem ein flandrisches Sprichwort und wohl auch eine Legende zugrunde liegt. Eine schöne Bereicherung der Stunde bedeuteten dann zwei Weihnachtslieder Engelbert Humperdincks, von Eva Eckert mit sympathischer Einfachheit gesungen. Reizvoll wurden die Lieder durch Harfenspiel (Luise Frank) begleitet. Ein besonders tiefes Erlebnis war schließlich die Lesung einer Novelle von Anton Coolen (J)eimroeg"), in der das Schicksal einer bäuerlichen Mutter geschildert wird, die am Weihnachtsabend die im Streit um den Hof lange entzweiten Söhne und Töchter wieder itr friedlichem Geiste beieinandersieht. Die'Novelle, btt eine Fülle feiner und aus dem Leben gegriffener Züge in sich vereinigt, hinterließ einen starken Eindruck und bereitete auch in der Klarheit und im Adel der Sprache der aufmerksamen Zuhörerschaft viel Freude. Friedrich G r ö n d a h k las die Novelle mit starker eigener Anteilnahme und brachte sie dadurch den Zuhörern besonders nahe. Ein weiterer Weihnachtschoral beschloß die Feierstunde. Die Leitung der Morgenfeier hatte Gerhard 9t e uter , hie musikalische Leitung Richard B o e ck. Heinrich Ludwig Neuner. Wachsendes Lesebedürfnis. Beim Ausbruch des Krieges konnten Verleger und Buchhändler sich für kurze Zeit fragen, was für sie denn nun zu tun fei. Schon nach wenigen Wochen aber ist allen denen, die das deutsche Buch betreuen, klargeworden, daß in diesem Kampf gerade Bücher eine wichtige, ja eine wachsende Ausgabe zu erfüllen haben und daß die künftigen Aussichten des Buches günstig und erfreulich sind. Im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" (Nr. 244) führt 21 h o I f Spemann unter dem Titel „Was sollen wir tun?" unter anderem aus: „Das Lesebedürsms aller Kreise wird sehr stark wachsen und wird vielleicht noch stärker werden als in den hinter uns liegenden Jahren. Zunächst die Wehrmacht: im Be- wegungskrieg kann der Soldat nicht lesen, um so mehr aber liest er im Stellungskrieg. Der Bewegungskrieg im Osten ist aber nach einem Siegeslauf ohnegleichen zu Ende; was im Westen bevorfteht, ist Stellungs-, ja Festungskrieg. Schon jetzt hungern unsere Soldaten im und Hinterm Westwall, die nun seit Wochen in Gefechtsbereitschaft warten, nach gutem Lesestoff. Alles mögliche geschieht für ihre geistige Verpflegung, aber das Buch ist dabei noch zu kurz gekommen ..." (Inzwischen sind schon wich- tige Schritte unternommen worden, um unseren Soldaten den nötigen Lesestoff zuzuführen.) Heber das Buch in her Heimat führt Spemcmn aus: „Wichtige Konkurrenten des Wuches sind weg- gefallen. Der gefährlichste war in den letzten Jahren das Auto. Das Wochenende, vor allem her Sonntag wurde vom Wagenbesitzer bei einigermaßen gutem Wetter auf einer Autofahrt verbracht — jetzt wird er sehr oft zu Hause bleiben und hat Zeit zum Lesen. An die Stelle der Geschäfts- oder Dienstreise im Wagen ist wieder wie früher die Eisenbahnfahrt getreten und damit die Möglichkeit, während der Fahrt zu lesen. Die abendliche Verdunkelung führt viele Menschen zu häuslicherem Leben; es ist nicht jedermanns Sache, in der abgehuntelten Stadt abends auszugehen. So wird häufig nun mancher abendliche Kunstgenuß oder die gewohnte Entspannung durch das Buch abgelöst werden. Das Buch trotzt her Verdunkelung; zu Hause lesen kann man immer. Eine große Zahl von Gegenständen des Bedarfs (und des Nichtbedarfs) ist bezugsschern- pflichttg und nur in begrenzten Mengen.käuflich. Bücher sind bezugsscheinfrei und sind dies auch in der schwersten Kriegs- und Nachkriegszeit geblieben. Das bietet einen starken Anreiz zum Kauf und hilft dem Buch von her Wirtschaftsseite her. Sowohl dis Erfahrung des Weltkriegs als innere und äußere Gründe sprechen also dafür, daß Bücher bald sehr stark gekauft werben, zum mindesten schöngeistige.^ W chsel in der Leitung de» Arvei S itn'eei ließen. Der Leiter des Arbeitsamtes Gießen, Oberregierungsrat Dr. L i st, tourte durch Erlaß des Reichsarbeitsministers mit der Leitung des Arbeitsamtes Kassel beauftragt. Oberregierungsrat Dr. List, ter seit 1933 an der Spitze des hiesigen Arbeitsamtes stand und in dieser Stellung eine segensreiche Tätigkeit zur Förderung unserer heimischen Wirtschaft entfaltete, wird sein neues Amt in Kassel alsbald antreten. Zu seinem Nachfolger in der Leitung des Arbeitsamtes Gießen wurde Regierungsrat Dr. Nonnenmann bestimmt, der fein Amt in Gießen ebenfalls in diesen Tagen antreten wird. Regie, rungsrat Dr. Nonnenmann war früher Leiter des Arbeitsamtes in Id ar-Oberstein und zuletzt Leiter des Arbeitsamtes in Gmunden (Salzkammer- gut), von wo er jetzt nach Gießen kommt. Gutes Weihnachtsgeschäft am Silbernen Sonntag. Der gestrige zweite Derkaufssonntaq vor Weihnachten, der Silberne Sonntag, brachte gegenüber dem Kupfernen Sonntag eine wesentliche Steigerung des Weihnachts-Verkaufsgeschäfts. Um die Mittagszeit kamen mit der Bahn große Mengen von Kaufinteressenten aus der Umgegend in die Stadt, und dazu gesellte sich während der verkaufsfreien Nachmittagsstunden die ebenfalls große Zahl der einheimischen Kauflustigen. Bei diesem starken Andrang entwickelte sich in den Ladengeschäften außerordentlich lebhafter Publi- kumsverkehr, der seinen Niederschlag in einer erheblichen Steigerung des Warenabsatzes fand. Zn manchen Geschäften war der Andrang so stark, daß die Eingangsturen zeitweise geschlossen werden mußten, um mit dem großen Käuferandrang nur einiger- maßen glatt fertig zu werden. Bei dem gestrigen lebhafteren Verkaufsaeschäft machte sich unverkennbar die mittlerweile fast restlos durchgeführte Ausgabe der Reichskleiderkarten förderlich geltend, denn man konnte gestern, im Geaensatz zum Kupfernen Sonntag, neben den Geschäften mit bezugsscheinfreien Sachen auch in den Geschäften, die bezugscheinpflichtige Waren führten, starken Käuferandrang bemerken, ja auch hier machte es sich zeitweise notwendig, die Eingangstüren der Geschäfte zu schließen. Im Straßenbild trat die Steigerung des Weihnachtsgeschäfts gegenüber dem Vorsonntag dadurch in Erscheinung, daß der hin- und herflutende Menschenstrom im Geschäftsviertel erheblich stärker war, vor manchen Geschäften sich geradezu Menschenansammlungen bildeten und schließlich in den späten Nachmittagsstunden eine wahre Völkerwanderung paketbeladener Männer und Frauen sich zum Bahnhof bewegte, um reich bepackt die Heimfahrt anzutreten. In diesen Massenverkehr auf der Straße brachten unsere Hillerjungen durch ihre vielseitige und außerordentlich rege, dabei auch originelle Werbetätigkeit zugunsten ihrer Sammlung für das Kriegs-WHW. eine stark belebende Note. Gebt überzählige Brotmarken der NSB. NSG. Wie schon wiederholt mitgeteilt wurde, tön. nm Überzählige Brotmarken der NS.-Volkswohlfahrt Überlassen werden. Es ist dafür gesorgt, daß sie solchen Familien zukommen, die einen stärkeren Bedarf an Brotmarken haben. Hierzu gehören in erster Qmie kinderreiche Familien sowie Lang- und Nachtarbeiter. Besondere Beachtung hierbei verdient der Umstand, daß auch bereits verfallene Marken abgegeben werden können. Die NS.-Volkswohlfahrt rechnet die durch die Blockwatter bei ihr abgelieferten Brotmarken mit dem zuständigen Emährungsamt ab und tauscht diese gegen Reise- und Gaststättenkarten um. Die auf diese Weise den Ortsgruppen zustehenden Brotmarken werden alsdann durch die Ortsgruppen an diejenigen Dersorgungsberechtigten verteilt, die einen zusätzlichen Brotbedarf haben. Mr-Zugend auf erfolgreicher Kapersahrt. Am Samstag und Sonntag beherrschte wieder einmal (wie alljährlich am Wochenende vor den Weihnachtstagen) die Hitler-Jugend und der BDM. das Feld. Die Jugend tat es diesmal wieder auf besonders originelle Weise. Sie führte Kaperkrieg und machte Jagd auf Groschen für das Kriegs- winterhilsswerk. Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Hitler-Jugend in die Fußtapfen der Kriegsmarine trat und eindeutige Erfoae erzielte. Mancher Geldbeutel wurde um die darin enthaltenen Groschen leichter, und viele Volksgenossen mögen am Samstag und Sonntag nach Hause gekehrt sein, ohne noch ein Geldstück von jener Art in der Tasche zu haben, auf das es die Hitler-Jugend besonders abgesehen hatte. Der Kaperkrieg — das lag in ber_ Natur der Sache — formte nicht etwa lautlos geführt werden. Sehr das Gegenteil! Die Hitler-Iugend vollführte den notwendigen Lärm. Schon am Samstagmor- gen zogen die Pimpfe durch die Straßen, traten sauber ausgerichtet auf, fangen ihre schneidigen Lieder und hatten dabei schon die leuchtend roten Büchsen mit und die Schachteln unter dem Arm, in denen sie diesmal wieder reizenden Ehristbaum- schmuck untergebracht hatten. Es dauerte nicht lange, da begegnete man in der Stadt kaum mehr einem Menschen, der nicht einen Schneemann oder Schornsteinfeger, einen Nikolaus oder einen Jäger im Knopfloch baumeln hatte. Die ganz Schlauen haben sich aus den Schachteln der HI. gleich ganze Serien dieses entzückenden und sinnvollen Baumschmuckes gesichert. Die Kinder werden sich über diese hübschen Figuren ganz besonders freuen. Während ein Teil der jungen Kameradinnen und Kameraden noch in eifriger Sammeltätigkeit begriffen war, marschierte das Jungvolk mit Trommeln und Pfeifen durch die Stadt und zog damit alle Aufmerksamkeit auf sich. Am Sonntag nahm der Kaperkrieg auf dem Kreuzplatz und im Trubel des stärksten Weihnachtsverkehrs besonders lebhafte Formen an. Die Gefolgschaft 4/116 hatte sich den Wagen des Überfallkommandos der Polizei gechartert und zum „U 4/116" umgebaut. Der Lautsprecher, der auf den Wagen montiert ist und irn allgemeinen der Verkehrserziehung dient, hatte diesmal die Aufgabe, durch beschwingte Melodien die Aufmerksamkeit auf den Kap er krieg der HI. zu lenken. Vor dem U-Boot (die Marine-HI. stand in weißer Uniform hübsche Staffage) war ein Tisch aufgebaut und darauf lag das „Goldene Buch der Stadt Gießen". Viele Ge- »eute unserer Stadt und viele Fußgänger, die eges kamen und den Unternehmungsgeist der Hitler-Jugend bewunderten, trugen sich in das Buch ein und erlegten dafür einige Märker. Die edlen Spender für die Sache des Kriegswinterhilfswerkes wurden dann jeweils mit großer Lautstärke über den Lautsprecher zur Kenntnis gegeben und als Beispiel zur Nachahmung empfohlen. Noch manche andere Spielart des Kaperkrieges hatte sich die- Hitler-Jugend ausgedacht und beherrschte damit die wildbewegten Meere des lebhaften Weihnachtsverkehrs in den Straßen unserer Stadt, lieber die gekaperte Tonnage werden wir zu gegebener Zeit berichten. Keine Angst vor der Verjährung. Nach Ausbruch des Krieges war das erste Bestreben der Staatsführung, die Wirtschaft wie auch den Einzelnen vor Schäden zu bewahren, für die sie keine SchuD traf. Zu den ersten Maßnahmen gehörte eine Verordnung des Ministerrates für die Reich sverteibigung, nach der die Vertrags fristen ab 7. 9. 1939 bis auf weiteres gehemmt waren. Diese Vorschrift wurde deshalb erlassen, weil von jedem Gläubiger erwartet wurde, daß er mit der Durchsetzung seiner Ansprüche gegenüber einem vom Kriege betroffenen Schuldner nachsichtig ist. Es wäre aber unbillig aewesen, wenn man den Gläubiger für seine Nachsicht mit der Verjährung seiner Forderungen hätte bestrafen wollen. Inzwischen hat sich gezeigt, daß diese allgemeine Regelung doch nicht allen Fällen der Praxis gerecht wird. Mit Wirkung vom 3. Dezember 1939 ab ist die allgemeine Hemmung der Verjährung nunmehr aufgehoben morden. Es wurden neue Vorschriften erlassen, die insbesondere die Personenkreise schützen, die ihre Forderungen nicht geltend machen können oder gegen die keine Forderungen geltend gemacht werden können. Die Verjährungsfristen sind gehemmt für und gegen: 1. Wehrmachtsangehörige, 2. Personen, die, ohne Wehrmachtsangehörige M sein, wegen der Auswirkungen des Krieges zu ständigen Dienstleistungen außerhalb ihres regelmäßigen Aufenthaltsortes henrngezogen sind, 8. Personen, Vve wegen der Auswirkungen des Krieges sick dienstlich im Ausland aufhalten oder sich als Gefangene oder Geiseln in fremder Gewalt befinden, 4. Personen, die gezwungen sind, ihren regelmäßigen Aufenthaltsort zu verlassen, und zwar infolge der behördlich angeordneten Räumung oder Freimachung von gefährdeten Teilen des deutschen Reichsgebietes oder von Wohngebäuden, oder infolge anderer auf den AuswirkUn- §en des Krieges beruhender, unabwendbarer Ereignisse. Im einzelnen ist bestimmt, daß bei den unter 1 und 2 genannten Personen die Hemmung mit ter Einberufung, bei den Personen unter 3 und 4 mit den dort bezeichneten Ereignissen beginnt. In allen Fällen wurde jedoch als frühester Termin der 2 5. August 1939 genannt. Aufgehoben wird die Hemmung der Verjährung durch den Wegfall der Gründe, auf denen sie beruht. Diese Zeit ist also bei ter Berechnung der allgemeinen Verjährungsfristen nicht Mitzuzählen. Im übrigen find durch die neue Verordnung wieder die allgemeinen Verjährungsoorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches in Kraft gesetzt morden. Allerdings ist der Zeitraum zwischen 7. September und 2. Dezember 1939 nicht mitzurechnen. Um diese 87 Tage Dertingern sich also die allgemeinen Verjährungsfristen. Forderungen, die ursprünglich am 31. Dezember 1939 verjähren sollten, verjähren demnach erst 87 Tage später, also mit Ablauf des 27. März 1940. Diese Regelung hat noch den Vorzug, daß- die Kaufleute bei Abschluß ihrer Bücher in Ruhe prüfen können, welche Forderungen für die Verjährung überhaupt in Betracht kommen. Keine 7!GV.-Fahrpreisermäßigungen für Weihnachten, Das Hauptamt für Dolkswohlfahrt der NSDAP, teilt mit, daß die bisher durch die NSV. gewährten Fahrpreisermäßigungen für Weihnachten eingestellt sind. Bruchteile von Punkten werden aufgerundet. Nicht immer werden Textilstoffe in ganzen Dieter- zahlen gekauft; fo braucht man z. B. häufig eineinhalb oder zweieinviertel Meter. In solchen Fällen kann es vorkommen, daß bei der für 1 Meter des betreffenden Stoffes angesetzten Punktzahl der Neichskleiderkarte die Umrechnung auf die gekaufte Menge Bruchteile von Punkten, also etwa 0,5 ober 0,2 Punkte ergibt. Der Kaufmann muß dann, wie der Pressedienst des Einzelhandels erklärt, für jeden angebrochenen Punkt vom Käufer einen vollen Punkt fordern. Das gleiche gilt, wenn beim Kauf von Strickgarnen die gewünschte Menge Bruchteile eines Punktes ergibt. Landesforstverwaltung und WtzW. Brennholz für bedürftige Volksgenoffen. . Zur tatkräftigen Unterstützung des Winterhilfswerkes waren die hessischen Forstämter durch die Forstabteilung der Landesregierung angewiesen morden, mie in den vorhergehenden Jahren auch im letzten Winter (1938/39) der Belieferung von bedürftigen Volksgenossen mit Brennholz erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Zufolge dieser Anordnung wurden aus den hessischen Staats- und Gemeinte- waldungen gegen mäßiges Entgelt im Wege der Selbstwerbung insgesamt 20 271 rm Brennholz an rund 5500 minderbemittelte, kinderreiche und bedürftige kriegsbeschädigte Volksgenossen abgegeben. Während die Menge des abgegebenen Brennholzes um etwa 15 000 rm ab genommen hat, ist die Zahl der zu beliefernden bedürftigen Volksgenossen im Vergleich zum Vorjahre um rund 3700 gesunken. Gießen-Wieseck. Die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzge- nossenschast hielt am Samstagabend bei Gastwirt Braun ihre Herbstgeneralversammlung ab. Der Dor- itzende des Aufsichtsrates, Karl Daupert, er« tattete den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, )aß die Genossenschaft sich im Jahre 1939 weiterentwickelt hat. Die Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat ergaben bie Wieberwahl ber statutengemäß ausscheidenden Mitglieder. In ber sehr regen geschäst- lichen Aussprache würben verschiedene geschäftliche Angelegenheiten besprochen und erlebigt. Maffendiebstähle im Hinterland. Lpd. M a r b u r g, 16. Dez. Im Verfolg der Aktion aegen Wilderer im westlichen Teile des Kreises Biedenkopf, mit denen sich schon die Gerichte beschäftigten, kam man außer einer bereits abgeurteilten Branbstiftungs fache auch einer ganzen Anzahl von Diebstählen, die wie die anderen Anklagesachen schon Jahre zurückreichen, auf die Spur. In einer umfangreichen Verhandlung beschäftigte sich die' Strafkammer oes hiesigen Landaerichts mit diesen Diebstählen, bei denen es sich besonders um Lebensrnittel handelte. Angeklagt waren elf Einwohner aus der ©egend von Breidenbach, von denen einige schon wegen der ersterwähnten Straftaten hinter Schloß und Riegel sitzen, während einige andere Angeklagte Untersuchungshaft hinter sich hatten. Die Verhandlung endete damit, daß die Hauptschuldigen mit Zuchthaus von 2V2 und 3 Jahren bestraft wurden.. Die anderen Mitschuldigen kamen mit Gefängnisstrafen ht Höhe von 2 Jahren bis 7 Monaten davon. Gegen einen Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewiesen, daß es sich meist um ältere Vergehen handelte, nach den heutigen Bestimmungen würden die ©trafen höher ausfallen. Kreis Bübingen. O Schotten, 18. Dez. Durch den Reichs- kriegerführer General der Infanterie Reinhard wurde dem Forstsekretär Heinrich Bing von ter hiesigen Kriegerkameradschaft in Anerkennung feiner Verdienste um den NS.-Reichskrieger- bunb das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klaffe verliehen. In rastlosem Einsatz hat sich Kamerad Sing, der schon viele Jahre lang dem Beirat ter hiesigen Kriegerkarneradschast angehört, erfolgreich betätigt besonders in seiner Eigenschaft als Fechttvart. Frankfurter Biehmärkte nach den Feiertagen. In der Woche nach Weihnachten findet am Frankfurter Schlachtviehmarkt nur ein Markttag, und zwar am Donnerstag, 28. Dezember, für alle Gattungen statt. Für die Woche „zwischen den Jahren" wurde ebenfalls nur ein Markttag für alle Gattungen angesetzt, der Donnerstag, 4. Januar 1940, statt- findet. Dtr ßd)t(! mann für BMcnljof RomsnoonMsMeM CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W 35 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Klarissa wendet sich vom Fenster ab. ,Zch werde euch schon noch zur Vernunft bringen", meint sie, „bie einzige, bie bisher vernünftig war, ist Kläre gewesen. Sie hat ihren Mann, die beiden Jungens und ist zufrieden, wie es sich gehört. Aber du, Franz Pegel und bie Anne, ihr habt euch den Deubel darum gekümmert, ob ich Runzeln kriege ober nicht. Ja, ja, euretwegen kriege ich Runzeln. Anne ist noch zu jung, ein halbes Kind, du lieber Gott, aber du, Franz Pegel ..." Klarissa läßt sich schwer auf den Platz des Verwalters fallen, sieht auf den Regulator, ter zwischen zwei Fenstern hängt und ernsthaft fein Ticken herunterschickt, und sagt mit einem hilflosen Blick auf Franz: „Zwischen acht und neun ruft bie Geheimrätin Schönemann an. Lieber Gott, Franz, ich bin in schrecklicher Stimmung! Der Schönemann-Enkel ist nun aus Indien da. Er will Annen kennenlernen. Was soll ich sagen, soll ich ihn hierher einlaben? Ich habe gar nicht gewußt, daß der Junge schon in diesem Jahr nach Deutsch- lanb kommt. Da springt Franz Pegel auf und fängt seinerseits an im Büro auf und ab zu gehen. „Quatsch", ruft er und noch einmal: „Quatsch!" Und er setzt hinzu: „Sie müssen mir schon verzeihen, Fräulein Wegner, aber Ihre Leidenschaft, Ehen zu stiften, ist grausam und fürchterlich. Sie haben mich verheiratet ..." „Das war dein Glück", ruft Klarissa dazwischen, „wenn ich nicht aufgepaßt hätte, wärst du mit Dem ersten besten dummen Mädel losgezogen!" ,Mso gut, sprechen wir nicht von mir. Aber Sie haben auch Kläre verheiratet." Doch ba kommt Klarissa in Harnisch. „Na, und", schreit sie, „ist Kläres Ehe etwa nicht mustergültig? Kläre ist reich, sie ist gesund, hat aefunte Söhne und einen Mann, ber sie verwöhnt? „Nebenbei ist er fünfundzwanzig Jahre älter als sie, und das ist reichlich viel .. „Papperlapapp", Klarissas Faust fäP wütend auf einen Haufen unerledigter Rechnungen. „Kläre hat mir selbst gesagt, daß sie glücklich und zufrieden ist. Sie führt ein großes Haus und verkehrt in den ersten Kreisen. Kläre hat sich hier und in unseren larckllichen Verhältnissen nie wohl gefühlt, das weißt b«, Fnmz, aber du redest wie ber Blinde von ter Farbe." Und plötzlich stemmt Klarissa beide Ellenbogen auf die Tischplatte, legt den Kopf in bie Hände und sagt Mit einer Stimme, die so weich ist, daß Franz Pegel erschrickt: „Du meinst, Ehestiften ist meine Leidenschaft? Vielleicht ja, vielleicht hast du recht, sicher hast du recht. Denn sieh mal. Junge, ihr seid fast alle als kleine Gören zu mir gekommen, und ich habe euch erzogen und habe euch geliebt. Aber weil ich euch liebe, will ich euch das ersparen, was im Leben das Schlimmste ist — die große Einsamkeit. Ich will, baß ihr um nichts in der Welt so einsam werden sollt, wie ich es bin. Dieser Hof und die nicht endenwollende Arbeit hat meine Stunden verschlungen und meine Tage und Jahre hingenommen, und jetzt geht ihr eure Wege, und ich bin allein. Die Arbeit wird mir schon schwer, sie fängt an, eine- Last zu werden, ja, ich bin alt. Verstehst du, Franz?" Aber bann poltert sie von neuem los: „Mit wem rede ich denn? Mit einem egoistischen, idiotischen Bengel. Los, Junge, stier mich nicht so an, kümmer dich um dein Hauptbuch, und wenn du heute mittag nach unten xu deiner Frau gehst, dann lobst du ihr Mittagessen, sonst kann es wirklich so weit kommen, daß ich dir Ohrfeigen verabfolge, die du in deiner Jugend zu wenig gekriegt hast. Na, und für bie Arbeit ist der heutige Tag doch verpfuscht, ich werde deine Frau besuchen. Wenn das Ferngespräch aus Berlin kommt, läßt du mich rufen. So, schneid kein Gesicht, sondern arbeite!" Klarissa stapft zur Tür, pustet und schnaubt ihr gewaltiges Seehundschnauben, während Franz Peael immer noch auf der gleichen Stelle hockt und in sein Hauptbuch starrt. Er ist hier groß geworden. Seine Mutter war Köchin bei Klarissa und starb bei seiner Geburt. Ja, er war richtig in den Hof und ins Haus hineingeboren. Den Namen seines Vaters kennt er auch nicht. Klarissa hat ihn dann aufgezogen und erzogen. Er weiß, daß er ihr Dank schuldig ist. Er arbeitet gut und ehrlich für sie, haßt sie aber auch zuweilen, vor allem dann, wenn sie sich in eine seiner persönlichsten Angelegenheiten mischt. Heulader hat sie zum erstenmal von sich gesprochen. Schwerfällig in Gedanken versunken hockt Pegel. Jetzt ist sie draußen. Die Tür schließt sich hinter ihr. Er hört ihre schweren, wuchtigen Schritte auf der Treppe. Er würde gern aufstehen, ihr nachgehen, ein paar gute Worte sagen. Kann man wissen, wie sie so etwas auf faßt? Nein, man kann es nicht miffen, und es ist gut, daß das Telephon läutet. Er nimmt den Hörer von der Gabel. „Sie werden von Berlin verlangt", schallt es an fein Ohr, und eine andere, hohe und schrille Frauenstimme gackert dazwischen: „Fräulein, es meldet sich niemand. Hier ist Frau Geheimrat Schönemann, Klarissa, bist du da? Fräulein, Fräulein, es meldet sich keiner." „Birkenhof, melden Sie sich doch", tadelt die Amtsstimme, und Franz Pegel sagt: „Einen Augenblick, gnädige Frau, Fräulein Wegner kommt sofort." Und da ist Klarissa schon, sie hörte das Läuten auf ber Treppe. Ihre Bewegungen find fahrig, ihr Gesicht ist blaß. Sie nimmt Pegel den Hörer ab. Franz sieht, daß Klarissas Hanb zittert. Dann sagt sie: „Bist du da, liebe Schönemann? Sieh, das ist nett von dir." Mehr sagte sie nicht, alles andere scheint bie Frau Geheimrat zu sagen. Franz hört bas Sprechen wie gleichmäßiges Knacken und Schnattern und manchmal wirft Klarissa „hm, hm" und „ja, gewiß" dazwischen, bas ist alles. Zum Schluß sagt sie: ,Laß es oir also gut gehen, liebste Schönemann, und wir machen es so, wie du vorgeschlagen hast." Das Knacken und Schnattern hört auf. Klarissa aber steht noch lange mit dem Hörer in der Hand und starrt auf die Wanb, wo ber kleine, schiefe Spiegel hänat. Als sie den Hörer endlich auf die Gabel legt, sagt sie: „Sinne wirb Ente Juli eine Seereise mit dem Dampfer „Columbus" vom Norddeutschen Lloyd machen. Die Fahrt geht über Schottland nach Norwegen. Anne hat sich immer gewünscht, bas Meer und die Welt zu sehen. Es ist gut, wenn sie mal so richtig unter Menschen kommt." Ihre Worte klingen wie eine Entschuldigung vor sich selbst. Franz hebt den Kopf. Klarissa steht groß und hager am Fenster. Sie hat sich mit dem rechten Arm gegen das Mauerwerk gelehnt, sieht über die Miesen, über bas weiße Haus und über den Hof, bis hin zu dem Birkenwäldchen. Ihre. Lippen sind hart und fest zusammengepreßt. Franz Pegel hat Anne heranwachsen sehen, er liebt sie, wie jeder auf dem Birkenhof Anne Wegner liebt, und er hätte gern näheres über die geplante Reise gehört. Als er aber Klarissas hartes und verschlossenes Gesicht sieht, weiß er, daß sie ihm nicht antworten würbe. Er hebt die Schultern, seufzt wieder ein bißchen und vertieft sich endgültig in bie Zahlenkolonnen seines Hauptbuches. Die Erde dampft. Das wette Land ist in weiten, nebligen Rauch gehüllt. In der Nacht hat es geregnet, doch scheint schon seit dem frühen Morgen die Sonne, liegt warm über den Aeckern und Wiesen und holt bie Feuchtigkeit aus dem Boden, aus ber Luft, es ist wahrhaftig schon wieder staubig geworden. Sinne Wegner denkt daran, daß Koni manchmal ebenso wie die Erde dampft, wenn sie im Winter nach scharfem Ritt heimkehrten. Koni scheint ihr wie bie Erde zu sein, warm, groß und wundervoll, ein königliches Geschöpf. Die Stute schnaubt und wiehert in den Morgen, schwingt bie langen Beine wie im Spiel; es ist ein ausgelassenes und mutwilliges Spiel. Wie ein aufgelockertes, bauschiges Tuch ist bas Sand leicht gewellt. Vielfarbig, mit kleinen Laub« wäldern, größeren Föhrenschonungen, Heibeflächen, mit Aeckern und Weiden, und mit fast gelben Fran« fen wiegender, wehender Kornfelder. Als Helles Tupfenmuster erscheint das grasende Vieh. Kleine Teiche und schmale Bäche wirken blaue Punkte und Striche in das Gewebe. Und der Duft, ber aus der Erde steigt, ist sommerlich und gut. Anne ist es gewohnt, zu reiten. Sie kann sich das Leben ohne Morgenrttt einfach nicht mehr vorstellen. Sie sitzt im Sattel und singt. Sie singt kein Lied. „Horrido" singt sie. Der Wind greift frech und unbekümmert in ihren Haarknoten, holt sich ein paar Strähnen hervor und stellt sie wie gelte Wimpel in die Luft. Sinne hat eine Baskenmütze in der Tasche, doch nie würde sie an einem solchen Morgen das lästige, blaue Ding über den Kopf ziehen. Jetzt find sie auf einer kleinen Anhöhe angefonv men, Sinne hebt sich in den Steigbügel, schließt bie Augen halb und blinzelt über Das Land und den großen See vor ihr, der wie eingebettet in Helle und dunkle Wälder liegt. Wenn sie fo mit halb- geschlossenen Augen über den See sieht, ist das gegenüberliegende Ufer nicht abzusehen und sie hat das Gefühl, daß da unten das Meer rauscht. Mit diesem Gefühl, das ihr eine prickelnde Freude bereitet, spielt Anne Wegner oft. Das Meer bedeutet für sie Endlosigkeit, Wette und Geheimnis, es bedeutet gleichzeitig eine erregende, unbekannte, fremde Welt, fremde Länder! Sich, Sinne weiß nur wenig vom Leben. Sie wohnen einsam auf dem Birkenhof. Klarissa hat wenig Freunde. Außer der Handvoll Menschen, die täglich um Anne sind, hat sie auch kaum kannte. Sin langen und grauen Wintertagen ist Sinne wohl manchmal ber (Bebaute gekommen, daß irgendwo, gar nicht mal in unerreichbarer Fern«, das Leben großer Städte braust und daß dieses Leben an ihr vorübergeht. Wenn aber bie Frage, ob sie für Wochen nach Hamburg oder Berlin sollte, austauchte, hat sie jedesmal Klarissa.himmelhoch gebeten, sie nicht vom Birkenhof wegzuschicken. Einmal ist sie freilich doch in Berlin gewesen, vor sieben Jahren war das, als der jüngste Sohn ihrer Schwester getauft wurde, und sie wird nie vergessen, welch eine trostlose Langeweile von den 9e* raten, sonntäglich stillen Straßenzellen zu ihr aufgestiegen war. (Fortsetzung folgt)