Samstag, 18./Sonntag,19. November 1959 189. Jahrgang Ur. 2Z1 Erstes vlatt England soll seinen Krieg selbst finanzieren Zum Besuch des französischen Jinanzministers in London. Annahme von Anzetge» für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittag- Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Test- anzeigen von 70 mm Breite bORps.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg. 25"/«, mehr. Lrmätztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps.. Familienanzeigen, Bäder«, Unterrichts« u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüste Staffel B Gießener Anzeiger General-Anzeiger sür Oberhessen Dru& und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleilung und SelchSstrftelle: Schulstratze 7 Trschemt täglich, außer Sonntags und Feiertag» Betlagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monarr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzeo postscherNonlo: Krantsurt am Main 11686 2er französische Finanzminister Paul Rey - ^aud ist zum Besuche des englischen Schatzkanz- Lrs Str John Simon in London einaetroffen. Er Mrd auch die Großbankiers der City sprechen. Zwei Umstände geben dieser Reise eine besondere Zarbentönung: einmal wird Reynaud nicht nur mit uer englischen Regierung und den ihr nahe stehenden Grohfinanziers Fühlung nehmen, sondern auch mit den Vertretern der englischen Opposition Sin- lair und Attlee, was schon darauf deutet, aß etwas „Großes" im Zuge ist. Und zweitens , jt die Reife Reynauds nach London so geleat wor- en daß unmittelbar nach seiner Heimkehr die Haushalts aus schlisse der Kammer und des ■ Senats ihre Beratungen ausnehmen, worauf dann Lnde November ein oder zwei Tage lang auch ' Plenarsitzungen des Parlamentes stattfinden. Unter solchen Umständen gehört nur wenig Phan- i «sie dazu, den Zweck der Reise Reynauds nach London zu entschleiern. Die englische Finanzpresse verweist darauf, daß Frankreich infolge ferner urn- «ssenden Mobilisation von 5 Millionen Mann inanziell schwerste Lasten auf sich ge- ! Kommen habe. Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zu Deutschland. Frankreich mit seinen , =2 Millionen Einwohnern hat seit der Kriegserklä- • unq an Deutschland eine M a s s e n m o b i l i f l e- ung durchgeführt. 5 Millionen Franzosen unter >en Fahnen bedeuten ebensoviel, als wenn das - Froßdeutsche Reich mit seiner ungefähr doppelt so [ großen militärpflichtigen Bevölkerung 10 Millionen Mann unter die Waffen gerufen hätte. Davon kann ' eine Rede sein. In Deutschland liegt gegenüber der ranzösischen Allgemeinmobilmachung nur eine Teil- mobllmachung vor und vom ersten Kriegstage ist »er größte Wert darauf gelegt worden, daß Deutsch- and wirtschaftlich leistungsfähig bleibt, besonders m Außenhandel. Wenn der englisch-französische und iium Teil der Ueberseemarkt wegfällt, so wird der ^ord- und südosteuropäische Handel Deutschlands im so stärker gepflegt und die enorme Erhöhung pes Wirtschastsaustausches mit Sowjetrußland ist ein zusätzlicher Faktor. Die Allgemeinmobilmachung n Frankreich hat dagegen das Wirtschaftsleben verheerend getroffen. Teilbeurlaubungen haben fett» yer an diesen Tatbeständen wenig ändern können. Der andere gewaltige Unterschied liegt aber darin, vaß Frankreich seine nördlichen und östlichen Departements und Paris weitgehend geräumt hat. Die Flüchtlinge sind in den wirtschaftlichen Kreis- auf nicht eingegliedert. Sie fallen also als Steuerträger völlig aus und stellen im Gegenteil enorme Ansprüche an die Staatskasse. Unter diesen Umständen darf es nicht Wunder nehmen, daß der Zivilhaushalt Frankreichs für 1940 Ausgaben in Hohe Don 70 gegen 40 Milliarden im Vorjahre vorsieht. Dazu kommt ein monatlicher Fehlbetrag von 5 Mil- iarben bei Gemeinde und Gemeindeverbanden sowie 5ei den schwer notleidenden französischen Eisen« bahnen. Und dann kommt erst der zusätzliche Rriegsetat der aus 20 bis 25 Milliarden Franks (ein Frank etwa 6,5 Rpf.) im Monat ge° schätzt wird. Das große Kreuz ist dabei, daß Frankreich zum Ausgleich dieser Fehlbeträge rem sachlich dieselben kriegswirtschaftlichen Maßnahmen wie Deutschland durchführen müßte, daß es aber vor diesem Schritt zurückschreckt, um nicht bet der Nach- cchmung — Nachahmung heißt französisch ,^unta- ttion4' — des „Nazismus" und des ,Hitlerdeutsch« Lands" ertappt zu werden. Also zieht sich die französische Regierung aus der Märe,indem sie den Engländern sagt: Wenn nmr schon die Heere stellen und die Blutopfer anif uns nehmen, so ist es an euch, euren Geld« Deutel zu zücken und so viele Pfunde „auszu- spucken", als es eurem von euch selbst besungenen Reichtum geziemt! Finanzielle Dinge sind immer etwas nrtt dem Much der Langweiligkeit geschlagen. An sich sind s^ ggar nicht langweilig, aber sie fe|jen üoraus, baß man über sie nachdenkt und diese Mühewaltung macht sie manchmal „langweilig". Uebersetzt man «rber den finanzpolitischen Vorgang, der sich mit Lern Besuche Reynauds in London verknüpft, etwas Drastisch in gemeinverständliches Deutsch, so läßt sich Kein Sinn in dem Worte zusammenfassen: „Bezahlt sturen Krieg gefälligst selbst!" »England erwägt Zwangsanleihe Rom, 18. Nov. (Europapreß). Schon nach so kurzer Kriegsdauer stehen nach den Berichten der iLondoner Korresporchenten der römischen Presie Frankreich und England vor finanziellen Schwierigkeiten. In London hören die Kor-1 irespondenten, Frankreich und England hätten die OEinsetzung eines gemeinsamen Obersten Wirtschaftsrates beschloßen. Ein gleichartiger Schritt sei von den Alliierten im Weltkrieg erst mach zweieinhalbjähriger Kriegsdauer untemom= mren worden. In London werde gegenwärtig der jFinanzierungsplan des ehemaligen Schatz- nninisters Keynes besprochen, der die Aufstape- llung der schon in kürzester Zeit notwendig werdenden Geldmittel ermöglichen solle. Von Gehältern runb Löhnen sollten nach diesem Plan Zwangs- iabzüge gemacht und in Sparbüchern eingelegt noerden, die der Besitzer erst lange nach Beendigung Des Krieges kündigen dürfe Abhebungen feien nur iin den seltensten Ausnahmefällen zulässig. Keynes lhabe den Ertrag auf jährlich 400 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Dieser Plan, der einer .Zwangsanleihe gleichkomme, finde entgegen .aller Erwartung in der Volkspresse eine günstigere 'Aufnahme als in jener der konservativen Kreise. Neuer Erfolg im Kaperkrieg. Britischer Tanker an der Ostküste Südafrikas versenkt. Amsterdam, 17. Nov. (DNB.) In englischen Marine- und Schiffahrtskreisen haben Telegramme aus Kapstadt besondere Beachtung hervorgerufen, in denen gemeldet wurde, daß ein „bewaffnetes Kaperschiff" den britischen Tankers „Africa Shell" versenkt habe. Die Londoner Reedereivertreter des „Asrica Shell" teilen mit, daß | der Kapitän P. G. Dove, der von den Deutschen interniert worden sei, aus London stamme. Wie die in dem portugiesischen Hafen Lourenco Marques in Ostafrika gelandete Mannschaft des versenkten britischen Tankers „Africa Shell^ berichtet, erhielt ihr Schiff von dem deutschen Kriegsschiff Befehl, z u ftoppen. Das Kriegsschiff feuerte einen Schuß ab. Einige Deutsche kamen an Bord des „Africa Shell" und beschlagnahmten die Lebensmittelvorräte. Die Besatzung mußte sodann in die Boote gehen. Der „Africa Shell" wurde dann mit zwei Bomben versenkt, die ein großes Loch Amsterdam, 18. November. (DNB.) Mangels ehrlicher Kriegshandlungen, die die englischen Hetzer nicht schätzen, entblöbet man sich nicht, im Londoner Unterhaus von angeblichen „Heldentaten" zu prechen, die bewaffnete britische Han - )elsdampfer bei Angriffen auf de u t - che U-Boote vollführt hätten. Man hält es also scheinbar nicht einmal mehr für notwendig — oder vielleicht auch für hoffnungslos — vor der Welt eine der brutalsten Dölkerrechtsverletzungen Englands zu verbergen. Der Abgeordnete Ropner, gleichzeitig Direktionsmitglied einer Reederei, brüstete sich im Parlament ganz offen mit gemeinen Attacken seiner Schiffe. Einer dieser Dampfer habe vor kurzem dank feiner starken Bewaffnung ein mehrstündiges Gefecht mit einem deutschen U = in den Schiffsboden rissen. Der Inspektor der Lloyd- Versicherungsgesellschaft berichtet, daß der „Africa Shell" kieloben auf dem Wasser liege und daß ein kleiner Teil des Schiffes noch sichtbar fei. Eine Bergung fei ausgeschlossen. Englands Schiffahrt verschwindet ans dem amerikanischen Verkehr. Neuyork, 17. Nov. (Europapreß). Ein Beweis dafür, daß die englische Schi, >ahrt immer mehr die Folgen des von England provozierten Krieges zu spüren bekommt, ist die Tatsache, daß jetzt eine wichtige Schiffsverbindung zwischen Neuyork und Südamerika eingestellt werden muß, die bisher von englischen Schiffen betrieben wurde. Die Neuyorker Vertretung der englischen Furneß- Schiffahrtsgesellschaft hat erklärt, daß ihre vier Passagierdampfer, die vor Ausbruch des Krieges zwischen Neuyork und Südamerika verkehrten und seitdem stillgelegt waren, nunmehr endgültig diese Verbindung e i n ft e 11 e n. In Kreisen der US^..-Schiffahrt hofft man, diese Verbindung zwischen Nord- und Südamerika nunmehr mit amerikanischen Schiffen aufrechterhalten zu können. Dies soll gleichzeitig ein gewisser Ersatz für die durch die Neutralitätsgesetzgebu.ig verursachte Lahmlegung der amerikanischen Schiffahrt nach Europa fein. Boot geführt und während dieser Zeit noch funkentelegraphisch einen englischen Zersti r herbei- gerufen. Auch ein zweiter „Handelsdampfer dieser Ropner-Flotte habe ein anderes deutsches U-Boot angegriffen und in die Flucht geschlagen. Unter dem Beifall des Hauses pries der Abgeordnete am Schluß den „ungeheueren Mut" feiner Besatzungen. Von diesem traurigen Mut dürfte wahrscheinlich nicht sehr viel übrig bleiben, wenn unsere deutschen U-Boot-Kommandanten, deren Ritterlichkeit höchste Bewunderung in aller Welt gefunden hat, den hinterhältigen Angriffen der Piratenschlfte die einzige richtige Antwort geben sollten. Es stünde dann allerdings zu bezweifeln, ob man sich in dem sehr erlauchten Parlament noch einmal so offenherzig mit britischen Schurkentaten brUften könnte. Kampf bis zum Sieg. Das Vermittlungsangebot der Königin der Nie. berlaube unb des Königs der Belgier ist von den beiden westlichen Demokratien zwar m der Form durch einige vernebelnde Phrasen und überhebliche Sophistereien verklausuliert, aber der Tatsache nach völlig eindeutig ab gelehnt worden. Das war auch kaum anders zu erwarten, nachdem unmittelbar nach Bekanntwerden der holländisch-belgischen Initiative sowohl der britische Außenminister Lord Halifax wie sein Marinekollege Churchill m öffentlichen Reden erneut als Englands Kriegsziel verkündet hatten, den „Hitlerismus" zu vernichten und damit Deutschland und das deutsche Volk wieder in die Sklaverei von Versailles zurückzufuhren. Wenn dabei Lord Halifax versuchte, mit scheinheiligen, von falscher Moral triefenden Redensarten England von der Schuld am Ausbruch des Krieges reinzuwaschen und vom wahren Kriegsziel ber Vernichtung Deutschlands durch die lächerliche Behauptung abzulenken bemüht war, daß die Alliierten „für einen redlichen und dauerhaften Frie- ben der Zusammenarbeit aller Völker auf der Grundlage der Gleichheit, Selbstachtung und gegenseitigen Toleranz" kämpften, während der massivere Churchill mit gewohnter Brutalität offen das Kind beim Namen nannte, fo ist das nichts anderes als ein Spiel mit verteilten Rollen, in dem Halifax sich vornehmlich an die Oeffentlichkeit des neutralen Auslandes wendet, das durch die skrupellosen Methoden des britischen Wirtschaftskrieges, unter denen es selbst am meisten zu leiden hat, bereits schwer verärgert ist und deshalb mit hochtrabendem heuchlerischem Friedensgesäusel und der Genfer Mottenkiste entnommenen Plattheiten besänftigt werden sollte während Churchill für den Hausgebrauch sprach, um die in breiten Kreisen Englands noch immer nicht gerade stürmische Kriegsbegeisterung durch hemmungslose Schönfärbers der Kriegslage und eine robuste Haßpredigt gegen das deutsche Volk aufzupulvern. . Beide Reden hatten die Antwort Englands und Frankreichs auf das Vermittlunasangebot der Königin der Niederlande und des Königs der Belgier schon vorweggenommen. Es bedurfte kaum noch des auf den gleichen Tenor der bis zur endgültigen Vernichtung Deutschlands verkündeten Kriegsbereitschaft ab gestimmten Echos der englischen und französischen Presse, um zu wissen, daß tn den herrschenden Kreisen Englands und Frankreichs der blinde Dernichtungswille und sinnlose Haß der Kriegsmacher über die hier und da vielleicht noch laut gewordenen Stimmen der Vernunft und der Billigkeit triumphiert haben. Diesem Rahmen angepaßt waren selbstverständlich auch die Antworten, mit denen der König von England und der Präsident der französischen Republik das Angebot ber beiden neutralen Souveräne, ihre guten Dienste meffene und dauerhafte Lösung finden tonne. Es ei kein Wunder, daß Adolf Hitler die britische Regierung ersucht habe, ihre Ehrlichkeit dadurch zu beweisen, daß sie Indien als freie Nation anerkenne. Was man auch immer von Hitler sage, so ei doch nicht zu leugnen, daß ferne Forderung ehr angemessen gewesen fei. Man solle auf alle Fälle die englische Oeffentlichkeit wissen lassen, daß die Forderung der Kongreßpartei unwiderruflich sei und daß man sie auch erfüllen könne, vorausgefetzt, daß der Wille bestehe, vom Imperialismus zu lassen. Der Arbeitsausschuß werde am 19 November in Allahabad zusammentreten um den nächsten Schritt zu erwägen. Es sollte daher kein Mißverständnis in dieser Frage bestehen. Sollte es zu einem Kamps zwischen England und ber Kongrehpartei kommen, so müsse diese genau wissen, worum er gehe. Aehru, Wllionarssohn und öolkssijhrer. Pandit Jawaharlal Nehm, der Präsident des indischen Nationalkongresses, der jetzt zum zweitenmal die völlige Unabhängigkeit Indiens verlangt hat, erhob schon vor 10 Jahren, am 31.12.29 die Forderung, Indien zum selbständigen Dominion zu erheben. Der 4lljährige Nehm ist ein Millionärssohn, Rechtsanwalt von Beruf wie fein Vater, der einst die Hälfte seines Vermögens unter die Armen verteilte und sich wie später der Sohn der Lehre Gandhis widmete. Nehm fährt in ber Eisenbahn dritter Klasse und geht agitierend zu Fuß von Dorf zu Dorf. Während Gandhi früher stets zu Kompromissen neigte, war Nehm Sozialist und Fanatiker von reinstem Wasser, in seinen Forderungen stets radikal. Er hat in Oxford studiert und vertritt die Meinung, daß das europäische England nur durch seine eigenen Waffen zu schlagen ist. Sein Ideal ist ber bewaffnete Aufstand, ohne baß er je davon spricht, sein Ziel ein Arbeiter- unb Bauernstaat, in bem er sich selbst, ber Aristokrat unb Brahmane, als Staatsoberhaupt sieht. Währenb Gandhi mehr konservativ eingestellt ist, hat die von Nehm geführte Partei der Swarajisten sozialistisch-revolutionären Charakter; ihrem linken Flügel werden Beziehungen zum Kommunismus nachgesagt. Nehm ist in seinen national-indischen Forderungen ganz gewiß nicht zur Nachgiebigkeit gestimmt worden dadurch, daß die Engländer ihn zweimal zu zweijährigen Kerkerstrafen verurteilten, einmal wegen Verletzung der Salzgesetze unb einmal wegen ber Unruhen vom Dezember 1931. Dabei ist Nehm einer ber Unterzeichner bes sogenannten Delhi-Manifestes vom November 1929, durch bas sich bie Unterzeichner zur Teilnahme an ber ersten inbisch-englischen Konferenz am Runden Tisch bereiterklart Hattern (Sin indischer Freiheitsführer spricht. R WM, - ■ Vy Z- - <> --- % AM M Urtfer Bikd zeigt beit Präsidenten des indischen N°tionÄkongr«ss-s, Pandit 31 c b ru, während einer Ansprache bet ber Eröffnung eines Ausbildungslagers für Frauen in ^rnbay, bie sick? freiwillig der indischen Freiheitsbewegung zur Verfügung stellten. — (Assoelated-Preß-M.) England vor einem Llliimaium Indiens Anerkennung Indiens als unabhängige Nation Vorbedingung jeder Einigung. Rom, 17. Nvv. (DNB.) „Popolo die Roma meldet aus London, daß dort eine offiatelie indische Erklärung ultimativen Charakters vorliege, in der es heißt „Indien kann 3ur Aufrechterhaltung des britischen Imperialismus keine Hilfe beisteuern. Angesichts der Meige- runq der britischen Regierung, die nationalen Forderungen des indischen Nationalkongresses zu ersul- len, herrscht in ganz Indien nunmehr der Gert unb ber Zustand ber „Nan-Co°peratwn („Nichtzu- fammenarbeit"). Sollte bis zum 19. November ber tote Punkt in den englisch-indischen Beziehungen nicht überwunden sein, so besteht kein e 21 u s - icht mehr, in Indien gewisse Wunsche durchzu- setzen. Es gibt keine Möglichkeit der Einigung Zwischen England und Indien, sofern nicht die britische Regierung bie drei Hauptforderungen der Mehrheit der Inder erfüllt; 1. Eine erschöpfende Erklärung über bie englischen Knegsziele, 2. eine bindende Verpflichtung Englands, Indien seine Unabhängigkeit zu gewähren, 3. die sofortige Anerkennung, daß Indien m einer verfassunggebenden Versammlung seine Verfassung beschließt. In einem Telegramm an bie „News Chromcle hat Gandhi den Standpunkt der Kongreßpartel gegenüber ber anmaßenden und verständnislosen Haltung des britischen Imperialismus nochmals klar umrissen. Es gehe um die Frage, ob England Indien als unabhängige Nation anerkennen wolle. Acht Provinzen von insgesamt elf hätten bereits nachdrücklich erklärt, daß sie am Kriege nicht teilnehmen wollten. Die vor- geschlagene verfassungsmäßige Nationalversammlung sei bie einzige Körperschaft, die eine ange- Britische Handelsdampser greifen deutsche U-Boote an. Deutsche Kriegsgefangene in England. Ihre Siegeszuversicht und Treue zum Führer machen selbst auf die Wachmannschaft großen Eindruck. für eine Vermittlung zur Verfügung zu stellen, ab» gelehnt haben. Es ift für ihren ganzen Charakter kennzeichnend, daß in beiden Noten ebenso wenig wie übrigens auch in den Reden der britischen Minister oder in den Kommentaren der englischen und französischen Presse auch nur ein einziges Wort verloren wird über den auch in der gesamten neutralen Welt als von großen konstruktiven Gedanken erfüllten, beispiellos großzügig und unvoreingenommen anerkannten Friedensplan des Führers. Statt dessen findet man in dem Brief des englischen Königs neben den abgegriffenen Propagandalügen, daß England erst zu den Waffen gegriffen habe, als jede' mögliche Bemühung für eine Rettung des Friedens unternommen war, und England kämpfe, um Europa von der ewig wiederholten Angst vor einem deutschen Angriff zu befreien, die lächerliche Forderung nach „Garantien" für ein deutsches Wohlverhalten. Wie solche Garantien in den Gehirnen britischer Staatsmänner sich ausmalen, hat das deutsche Volk vor zwanzig Jahren in Versailles an seinem eigenen Leibe erfahren, und es ist eisern entschlossen, diesen britischen Weltverbesserern nicht n'och einmal Gelegenheit zu geben, ihre famosen Garantierezepte für einen ewigen Frieden und eitel Wonne auf Erden auf Kosten des deutschen Dolkskörpers und der deutschen Lebensnotwendig- feiten in die Tat umzusetzen Wenn sich der englische König mit allgemeinen Andeutungen begnügt, um für eine Friedensaktion, die seine Minister bereits torpediert hatten, als sie kaum erst bekannt geworden war, nun auch sozusagen offiziell den Grabgesang anzustimmen, so ist sein französischer Kollege, der Präsident Lebrun, diesmal abweichend von der bisherigen Gepflogenheit der französischen Politik, sich im Schatten der britischen Initiative zu halten, mehr aus sich herausgegangen. Er hat tatsächlich die Katze aus oem Sack gelassen, wenn er in seiner Antwort an die Königin der Niederlande und den König der Belgier als Vorbedingung für irgendwelche Friedensverhandlungen von der „territorialen Wiederherstellung" nicht nur Polens und der Tschecho-Slowakei des Herrn Benesch, sondern auch — man höre und staune — von der Oesterreichs zu sprechen wagte. Otto, der Sohn der intriganten Bourbonin Zita, die in Paris jetzt alle Minen springen läßt, um sich den Alliierten in empfehlende Erinnerung zu bringen, ist anscheinend dazu ausersehen, das deutsche Volk der Ostmark mit seiner Herrschaft zu de- alücken. Diese selbstsüchtigen, korrupten und vaterlandslosen Ränkeschmiede meinen schon, ihren Weizen blühen zu sehen. Von dem Sieg der alliierten Waffen, auf den sie, wie sich zeigen wird, etwas voreilig ihre Karten gesetzt haben, versprechen sie sich nicht nur die „Restauration der Habsburger" sondern die endliche Durchführung des alten Plans der Errichtung des „größeren Oesterreich", das alles Land südlich des Mains unter Ottos Zepter ver- einigen soll. Womit die in ihrem Deutschenhaß und Verfolgungswahn ganz hemmungslosen und folae- richtigen Dernichtungspolitiker des französischen Lagers einst in Versailles nicht durchgedrungen sind, der Aufteilung des westlichen und südlichen Deutschlands in eine Reihe kleiner Pufferstaaten, das soll jetzt endlich nach der Niederwerfung des nationalsozialistischen Deutschlands Wirklichkeit werden. Mit brutalem Zynismus und größter Schamlosigkeit enthüllen hier die geistigen Nachfahren eines Richelieu ihre wahnwitzigen Pläne, die auf nichts anderes hinauslaufen, als auf die blutige Zersetzung des lebendigen deutschen Volkskörpers. Durchaus ebenbürtig stellen sich die französischen Imperialisten, die solchen Plänen ihre Unterstützung leihen, weil sie noch immer im Traum der europäischen Vorherrschaft Frankreichs befangen sind, ihren britischen Kollegen zur Seite, die an einem starken selbstbewußten Großdeutschen Reich die unumschränkte britische Weltherrschaft alten Stils zerbrechen sehen. Was in diesen Hirnen gefährlicher politischer Narren spukt, ist keine „Wiederherstellung", sondern der verbrecherische Versuch, das Rad der Weltgeschichte auf den Stand des Dreißigjährigen Krieges zurückzudrehen, nach dem Deutschland ausgeblutet und ohnmächtig am Boden lag und bis zur Bismarck- scheu Reichsgründung eine quantitg ndgligeable in der großen Politik, der Kriegsschauplatz für die Streitigkeiten der anderen Völker blieb. Deutschland über den Stand von.Versailles hinaus in unvorstellbare politische Erniedrigung und wirtschaftliche Sklaverei zurückzuwerfen, das ist dos wahre Kriegsziel der westlichen Demokratien, wie es sich aus der Debatte über den holländisch-belgischen Friedensschritt scharf herausschält. Es hat daher auch nirgendwo überrascht, daß nach den Reden von Halifax und Churchill, die offensichtlich neuen bewußten Provokationen Deutschlands gleichkompien, und nach den offiziellen Antworten der Staatsoberhäupter Englands und Frankreichs, die den unverminderten Kriegswillen der Westmächte mit dem Ziel der Vernichtung Deutschlands nicht zu verschleiern vermögen, die deutsche Reichsregierung die Friedensaktion der beiden neutralen Souveräne ebenfalls als erledigt betrachtet. Eine andere Stellungnahme war nach der brüsken Ablehnung der Vermittlungsvorschläge durch die andere Seite gar nicht möglich. Daran vermögen alle Verdrehungsmanöver der Pariser und Londoner Presse nichts zu ändern, so sehr man auch dort bemüht ist, durch willkürliche Vertauschung von Ursache und Wirkung die Schuld an dem Fehlschlag der Friedensaktion Deutschland in die Schuhe zu schieben. Wie man seinerzeit in den gleichen (Baretten den Friedensplan des Führers behandelt hat, sagt genug für die wirkliche Ueberzeugung dieser Schreiberlinge, die unter Frieden Unterwerfung, unter Gerechtigkeit Demütigung und Ohnmacht, unter Freiheit Fronarbeit und Helotentum verstehen. Das deutsche Volk hat den ihm in frevelhafter Ueberheblichkeit hingeworfenen Fehdehandschuh aufgenommen. Es beantwortet die jetzt mit zynischer Offenheit enthüllten Absichten feiner Feinde auf erneute Zerstückelung und Versklavung Deutschlands mit dem gleichen unerschütterlichen Dernichtungswillen. Die Welt muß von der anmaßenden Vormundschaft der Briten für immer befreit werden, wenn die Völker wieder atmen wollen und ihre natürlichen Lebensrechte das neue Weltbild formen sollen. An die Stelle der britischen Plutokratie, die 500 Millionen, fast ein Viertel der ganzen Menschheit, in ihre Fron gezwungen hat, wird Deutschland die aufrichtige Zusammenarbeit freier Völker setzen. Das ist seine Mission in diesem Kriege und das deutsche Volk fühlt die unbezwingbare Kraft in sich, seinen Willen burchzu- setzen. Das deutsche Schwert hat sich schon in diesen ersten Wochen des Kampfes als die scharfe Waffe erwiesen, die Deutschlands Feinde auf die Knie zwingen kann. Der Brite selbst hat schon auf den Meeren, die er bislang als feine eigenste Domäne betrachtet hat, einen schweren Stoß nach dem andern Hinehmen müssen, ohne daß Herr Churchill darauf anders als mit verlegenem Gestammel und keifenden Beschimpfungen zu antworten wußte. Britannien wird nun am eigenen Leibe zu spüren bekommen, was eine im Glauben an ihren Führer Madrid, 17. Nov. (DNB.) Die englischen Behörden haben anscheinend den Berichterstattern der neutralen Länder die Erlaubnis erteilt, einige deutsche Kriegsgefangene zu besuchen, um auf biefe Weise, wie man wohl meint, die Welt über die humane Behandlung der Kriegsgefangenen zu unterrichten. Ein Bericht des Korrespondenten der spanischen Zeitung „ABC." erzählt, daß die deutschen Kriegsgefangenen gut untergebracht seien, anständig zu essen bekämen, mit Deutschem" Lesestoff versorgt würden, ihre Freizeit mit Sport und allen möglichen Zerstreuungen verbringen, alles Dinge also, die bei der Behandlung von Kriegsgefangenen unter zivilisierten Völkern eine Selbstverständlichkeit bedeuten. Sehr aufschlußreich sind die Angaben des neutralen Chronisten über die Moral und Siegeszuversicht der gefangenen Deutschen, die sogar auf die englische Wachmannschaft großen Eindruck mache. In den Räumen des Lagers hingen Bilder von Hitler und Göring. Die Kriegsgefangenen hätten sich anfangs immer mit dem Deutschen Genf, 17. Nov. (Europapreß.) Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes hat sofort nach Kriegsausbruch feine Tätigkeit wieder aufgenommen und hiervon die Regierungen und Rote-Kreuz-Orga- nifationen der kriegführenden und neutralen Staaten verständigt. Wie im Weltkrieg ist auch diesmal eine Auskunftsstelle für Kriegsgefangene gegründet worden, deren Büros sich im Genfer Palais du Conseil G6n6ral, befinden. Bereits heute laufen 3000 bis 6000 Briefsendungen pro Tag ein. Deffnen und Dorsortieren werden von Pfadfindern durchgeführt. Die weitere Behandlung der Post- endungen verlangt aber umfassende Kenntnisse, da neben Anfragen aller Art, Berichte der Delegierten und die zum Austausch bestimmten Listen der Ge- angenen und Internierten eingehen. Die mit diesen Arbeiten betrauten Angestellten müssen also über umfassende Sprachkenntnisse verfügen. Bis jetzt sind mehrere hundert Personen in der Auskunftsstelle beschäftigt. Die meisten haben ihre Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Sektion „P ölen" hat bis jetzt die meisten Anfragen, ungefähr 50 000, zu verzeichnen. Es werden Auskünfte über in Deutschland kriegsgefangene aber in neutralen Staaten internierte Polen gewünscht. In der französischen Sektion liegen bereits von ber beutschen Regierung eingefanbte Listen über gefallene, verwundete oder verstorbene Flieger vor, so daß man auf Grund dieses Materials Anfragen noch am selben Tage beantworten konnte. Die britische Sektion hat auch schon umfangreiches Listenmaterial von Oie Antikriegspropaganda in Frankreich. Rom, 18. November. (Europapreß.) In den Berichten ihrer Pariser Korrespondenten befassen sich die römischen Abendblätter eingehend mit der Offensive gegen den Krieg in Frankreich. Diese Offensive lasse sich immer bedrohlicher an. Unmassen von Propagandamaterial seien zwar aufgefunden worden, doch dieses Material scheine un- erschöpftick zu sein. Der Pariser Korrespondent der „Dribumr berichtet, in ganz Frankreich würden täglich Tausende von pazifistischen Flugblättern verteilt, die in geheimen Drucke- reien gedruckt würden. Den Nachforschungen der Polizei gelinge es nicht, diese Druckereien aufzu- püren. Auch die „Humani16", das Blatt der ranzösischen Kommunisten, werde sogar in einer tarf verkleinerten Ausgabe täglich in den wichtig- ten Großbetrieben verteilt. Auf dem offenen Lande eien Agenten in voller Tätigkeit und in den öffentlichen Lokalen mehrten sich geheime Ser« fammlungen. Wie bedrohlich sich diese Propaganda für die Festigkeit der inneren Front Frankreichs erweise, geht aus einem Bericht des Pariser Korrespondenten des „Giornale d'Jtalia" hervor. Um wenigstens die Fronttruppen vor den Einwirkungen dieser Propaganda zu bewahren, seien von der Regierung besonders strenge Maßnah. men im engeren Kriegsgebiet getroffen worden. * Das Pariser Militärgericht hat am Donnerstag wieder drei Defaitisten" — also Franzo- sen, die sich bewußt sind, daß ihr Land nur für britische Geldsackinteressen kämpft — zu Gefängnisstrafen bis z u vier Jahren ver- urteilt. Zwei von ihnen sollen „defaitistische Aeuße- rungen" getan haben, während der Dritte Flug- schriften verteilt hatte. Fliegeralarm in Ostfrankreich und Mitlelenqland. / Pari s, 18. Nov. (DNB.) An verschiedenen Stellen in Frankreich wurde am Freitag Fliegeralarm gegeben, so von 12.30 bis 13.25 Uhr in der Gegend von Poitiers; im Gebiet von Clermont-Ferrand von 9.45 bis 10.30 Uhr und von 13.30 bis 14.25 Uhr, in der Gegend von Cha- tolerautt von 12.40 bis 13.25 Uhr und in der Gegend von Dünkirchen um 10.10 Uhr. In Nines (Südfrankreich) wurde Freitag um 11 Uhr Fliegeralarm gegeben, der bis 12.20 Uhr dauerte. Ein zweiter Fliegeralarm wurde um 14.15 Uhr in derGegendvon Lyon gegeben. Schon bei Beginn des Alarms konte man das Feuer der Abwehrgeschütze hören. Auch in der Gegend von Marseille erging um 11.30 Uhr Fliegeralarm, der um 12.15 Uhr wieder aufgehoben wurde. In der Gegend von Annecy (Savoyen) wurde ebenfalls zweimal Fliegeralarm gegebefi und die Luftabwehr alarmiert. Die Sirenen wurden bis nach Genf hinein gehört. Schließlich wurde morgens im Südwesten von Lancashire Fliegeralarm gegeben. Gruß gegrüßt, was der Lagerkommandant aber später verboten habe. Man könne eine gewisse Niedergeschlagenheit bei den Deutschen darüber feststellen, daß sie nutzlos umhersitzen müßten, während draußen der Krieg weitergehe, von dessen glücklichem Ausgang für Deutschland sie überzeugt seien. Es sei bezeichnend für die Gesinnung der deutschen Kriegsgefangenen, daß sie kürzlich die Sendung einer englischen Dame mit deutschen Büchern und Zigaretten abgelehnt hätten, weil im Begleitbrief davon gesprochen worden sei, daß „das englische Volk keine Feindschaft gegen das deutsche Volk, sondern nur gegen die deutsche nationalsozialistische Führung hege'. „Wir wollen keine Gefälligkeiten annehmen von einem Volk, das so falsche &>een über Deutschland hegt , hätten die Gefangenen geantwortet. Der Lagerkommandant selbst fei zu dem Schluß gekommen, daß alle Deutschen hundertprozentige Nationalsozialisten seien. Deutschland zur Verfügung gestellt bekommen, wobei es sich hauptsächlich um Flieger, die auf deutschem Gebiet gefallen find oder in Lazaretten verpflegt werden und um Kriegsgefangene in deutschen Sammellagern handelt. In der deutschen Sektion gehen, da außer den in England und Frankreich selbst lebenden Deutschen, die nicht rechtzeitig ^urückgekehrt sind, auch die in den französischen und englischen Kolonien und Dominien ansässigen interniert wurden, Briefsendungen aus den entferntesten Erdteilen ein. Daneben werden auch, soweit dies möglich ift, alle Auskünfte über Kriegsgefangene, Gefallene usw. erteilt. Sehr viel Arbeit und Zeit bedingen die von Zivilpersonen einlaufenden Korrespondenzen. Eine direkte Korrespondenz zwischen den kriegführenden Ländern ist natürlich nicht gestattet. Erlaubt ist nur Korrespondenz durch Vermittlung des Internationalen Komitees, und auch diese muß sich lediglich auf Nachrichten über den Gesundheitszustand beschränken. Für finanzielle Hilfeleistung an Kriegsgefangene, Internierte, Evakuierte usw. besteht ebenfalls eine besondere Abteilung, die Weiter-' leitung eingehender Geldbeträge wird durchgeführt, soweit dies die internationalen Clearing-Abkommen erlauben. Auch an Kriegsgefangene bestimmte Postpakete werden prompt befördert; solche an Zivi- listen müssen jedoch den gewöhnlichen Postweg unter Berücksichtigung der üblichen Zollvorschriften gehen. fä(igfeit Britische Neutralitätsverlehnng mit Bruchlandung in Belgien. Brüssel, 17. Nov. (DNB.) Ein zweimotoriges britisches Jagdflugzeug, das wieder einmal das neutrale Belgien überflog, mußte am Donnerstag nicht weit von Gent n o t l a n d e n und ging hierbei zu Bruch. Die Maschine wurde beschlagnahmt und die dreiköpfige Besatzung interniert Die Engländer nehmen immer mehr die Gewohnheit an, bei ihren Flügen nach ober von Frankreich ihren Weg über Belgien zu nehmen. Um die belgische Neutralität scheint man sich in England kaum noch zu kümmern. Bekanntlich haben e r ft d o r zwei Tagen drei englische Apparate Belgien überflogen unb mußten auf neutralem Boden landen. Das Erdölgebiet am San. - Bereits 901>. H. derFriedensproduktionerreicht Wie die „Warschauer Zeitung" meldet, nahm der Generalgouverneur für die befetzten polnischen Gebiete, Reichsminister Dr. Frank, eine Besichtigung des Erdölgebietes im Bogen von Neu-San- dez bis zum San vor. Aus dem Gebiet wurden vor dem Krieg jährlich 150 000 Tonnen Erdöl gefördert. Eine Menge, die etwa 25 v. H. der gesamten Jahresgewinnung des Reiches darstellt. Die Auswertungsmöglichkeit liegt jedoch um etwa 30 v. H. höher als bei dem deutschen Erdöl und ergibt ein Drittel Benzin, ein Drittel Dieselöle und ein Drittel technische Oele. Schon nach knapp sechs Wochen deutscher Bewirtschaftung sind trotz der Kriegsschäden jetzt wieder 90 v. H. der Friedensproduktion erreicht worden. Diese Produktion wird in kurzer Zeit bedeutend gesteigert werden können, da die vorhandenen polnischen Anlagen äußerst primitiv find und ein bedeutender Teil des Grbölgebietes überhaupt noch nicht erschlossen ist. Es ift bamit zu rechnen, baß mit beut- scher Tatkraft bie gegenwärtig vorhandenen 5 00 Bohrlöcher in einigen Monaten bas Doppelte erreicht haben werden. Diefe Tatsache bringt eine weitere Stärkung auf diesem Gebiete der deutschen Kriegswirtschaft mit sich. Verstärkte Schießausbildung in der Hitler-Jugend. Nach ber neuen Ausbildungsvorschrift der Hitler- Jugend für die Leibeserziehung in der Kriegszeit wird neben dem Gelänbedienst auch bie Schießausbilbung ber letzten brei HJ.-Jahr- gänge in verstärktem Maße begonnen. 20 000 Schießwarte stehen zur Verfügung. Monatlich werden etwa 4000 HJ.-Schießauszeichnungen verliehen, insgesamt sind es schon über 50 000. Darüber hinaus wurde im vorigen Jahre die besondere Auszeichnung für Scharfschützen geschaffen, die schon von 5000 Hitlerjungen erworben worden ift. Als die neue Ausbildungsvorfchritt ber HI. erlassen mürbe, stauben bereits weit über eine Million Hitlerjungen im Schießbienst. Jetzt gilt es. besonders auch die 16- und 18jährigen zu erfassen. Auch die Reichsschießwettkämpf- dec Hitler-Jugend werden während des Kneges fortgesetzt. Neben der Grundausbildung läuft auch der Leistungssport im Kleinkaliberschießen weiter. Oes Führers Oank an das Landvolk. Berlin, 18. Nov. (DNB. - Funkspruch.) Der Führer hatfolgendekundgebung an bas deutsche Landvolk erlassen: Die Erntearbeil dieses Jahres ift nunmehr beendet. Die Saat für das kommende Jahr befindet sich trotz schlechten Detters und des Mangels an Arbeitskräften bereits wieder in der Erde. Das deutsche Volk dankt seinen Bauern für die große Arbeit, die in dem uns aufgezwungenen Kampf von entscheidender Bedeutung ist. Mit Hilfe des Allmächtigen wird d l e d e u t s ch e V o l k s er n ä h r u n g aus eigener Scholle damit auch für das kommende Jahr fichergestellt fein. gez.: Adolf Hitler. Knegsfürforge für Mutier und Kind Die Leiterin der Hauptstelle Mütter-, Säuglings- und Kleinkinberfürforge im Hauptamt für Volkswohlfahrt, Bertha Finck, sagt im „NS.-Volks- bienst": Eine der wichtigsten Aufgaben ber Gegen- wart ist bie Hilfe für bie werde nben Mütter u n b Wöchnerinnen. Trotz ber nohnenbigen Kontingentierung von Lebensrnitteln geht bie Ernährungshilfe für Mutter und Kind weiter, allerbings unter Anpassung an bie gegenwärtigen Verhältnisse. Die Weitergewährung von Ernährungsbeihilfen für Obst und Gemüse ist babei eine Selbstverständlichkeit. Dazu kommt die Sorge, baß die werb enden und stillen- ben Mütter sowie die Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern die Möglichkeit erhalten, bie zusätzlich bewilligten bezugscheinpflichtigen Lebensrnittel, wie Milch und Nährmittel, auf jeden Fall zu beziehen. Das Kriegs-WHW. hat bie Finanzierung übernommen. Bezugfcheinfreie Säug- lingswäfche wird weiterhin aus gegeben ober in Form von Wertgutscheinen des Kriegs-WHW. zur Verfügung gestellt. Auch ein verstärkter Einsatz von Haushalthelfertnnen zur Entlastung der erwerbstätigen, kinderreichen Mutter und ber Mutter mit Säuglingen unb Kleinkindern erfolgt zusammen mit der Nachbarschaftshilfe ber NS.'Frauenfchast, den Jugenb- g nippen des Deutschen Frauenwerks und dem weiblichen Arbeitsdienst. Auch Mitglieder des BDM. unb die vorzeitig entlassenen Abiturientinnen können zu leichten Haushaltsarbeiten herangezogen werden. Die Hebammen sind verpflichtet, alle werdenden Mütter, die der Betrriiung durch bie NSV. bedürfen, rechtzeitig der Hilfsstelle zuzuführen unb eine dreimalige kostenlose Untersuchung vorzunehmen. Mit Entschiedenheit wirb auch ber Kampf gegen bie Säuglingssterblichkeit wei-tergeführi. Im Rahmen der Mütter- erholungspslege werden in erster Linie er« holungsbebürftige Soldatenfrauen, knegshinterblie- bene und erwerbstätige Mütter verschickt und Landfrauen betreut werden. Weibliche Amtsbezeichnungen für weibliche Beamte. Wie der Reichsarbeitsminifter erklärt, erscheint eine gleichmäßige Handhabung der Form der Amtsbezeichnungen für weibliche Beamte in allen Verwaltungszweigen geboten. Bisher sind erst einige Verwaltungen dazu übergegangen, die weibliche Form, z. B. Postsekretärin, Studienrätin ober Lehrerin, zu gebrauchen. Die Verwendung der männlichen Form der Amtsbezeichnung für weibliche Beamte widerspreche dem gesunden Sprachempfinden. Künftig sind Amtsbezeich- nun gen, die in den Besoldungsordnungen in der männlichen Form vorgesehen sind, für weibliche Beamte nur in ber weiblichen Form an- zuwenden. Wir roetben danach also künftig z. B. neben der Studienrätin auch bie Regierungsrätin und neben dem Inspektor die Inspektorin haben. Erweiterte Oisziplinarstrasgewalt beim Heer. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat m Erweiterung der Difziplinarftrafgewalt die Disziplinär- vorgesetzten bis auf weiteres ermächtigt, auch Straftaten von Unteroffizieren und Mannschaften — mit gewissen Ausnahmen — im Rahmen ihrer Disziplinarstrafgewalt im Disziplinarweg zu ahnden, wenn dies für ausreichend gehalten wird. Der Oberbefehlshaber erwartet, daß diese erweiterten Machtbefugnisse in voller Gerechtigkeit gehandhabt werden mit dem einen Ziel, die Manns- zücht und damit bie moralische Schlagkraft der Truppe auf voller Höhe zu halten. Drei Landesverräter hingerichtet. Die Justizpresfestelle beim volksge- richkshof teilt mit: Der 29jährige Ewald L a ko- ta und der 26jährige Johann Sroka, beide aus Beuthen, die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrates zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilt worden find, sowie der vom Volksgerichtshof am 9. 10. 39 ebenfalls wegen Landesverrates zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilte 33 jährige Robert Schimpf aus kehl am Rhein find heute h i n g e r i ch l e t worden. Lakota und Sroka traten aus Geldgier mit dem Rachrichtendien st einer fremden Macht in Verbindung und belieferten ihn anfänglich mit gefälschten Rachrichten. Später gingen sie dazu über, ihrem Auftraggeber auch zutreffende Berichte zu übermitteln, bie im Inkerefse der Sicherheit des Reiches geheim zu halten gewesen wären. Ein von Sroka gedungener Helfershelfer hat feinen verrat bereits mit dem Tode gebüßt. Um sich Geldmittel zur Befriedigung seiner wettleiden- schäft zu verschaffen, ist der mehrfach vorbestrafte Schimpf durch Vermittlung eines aus Deutschland geflüchteten Juden mit dem Rachrichtendienst einer fremden Macht in Verbindung getreten. In dessen Austrag hat er bis Rovember 1938 zahlreiche Ansspähvngsfahrten lm Reichsgebiet unternommen und über die Ergebnisse dieser Reifen seinem Auftraggeber geheim zu Hal- lende Mitteilungen gemacht, So arbeitet das Internationale Rote Kreuz in Gens. geeinte Nation, zum äußersten entschlossen, mit I Der WehrMacktSbencht VVM Freitag Zähigkeit unb Mut zu vollbringen vermag, wenn es um Ehre, Leben unb Zukunft gebt. Berlin, 17. Rovember. (DRB.-Funkfprnch.) Dr. Fr. W. Lange. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen bei schwachem örtlichen Artillerie- Stürungsfeuer keine nennenswerte Kampf- 3m« ’w« rr i u m e au Deutschlands Stellung zum Seebeuterecht Waner. «reicht. Sie tri owie an der unmittel- u r t c r en mnmentirbell mit Was ist eine „Tonne"? Frachtschiffe v. H. der B ruttore durch. unschädlich, naturgemäß durch die auch In tt u n q Baren Stadt !ben worden. Aangtschena von den Japanern beseht. Kleine politische Nachrichten. Der Reichssportführer von Tschammer und Oft e n traf In B u ka r e st ein. um dem am Sonn- Aus aller Welt. Todesstrafe für schweren Diebstahl an einem Aronlfoldalen. je nach Art des Schiffes 60 bis 65 v. $). der Brutto- tonnage. Die Nettoregistertannen werten bei der Berecmnmg von .fyifen- und Lotse nabgaben 511 und als Ehoufseur i finntfchen Käufer 1 6 Q| hiernach macht es keinen Untersdsied, ob die Zufuhr zum Feinde u n in 111 e I b a r erfolgen oder ob das Gut zwischendurch in einem neutralen Karelien Militärdienst tut, ist für die Dauer der Reise beurlaubt worden. Leiden Sie am Weller? Der Kaiser von Iran weihte heute die 200 ^Kilometer lange neue Straße ein. die vom «Kaspischen Meer über Astrabad Schahrud er- Betragen" überraschen. Peruanisches Militärflugzeug abgestürzt. Aus Canete wird gemeldet, daß ein Militärflugzeug bei einem Uebungsflug auf unbekannter tonne. Die Tonne ist das Maß für die Größe eines Schiffes. Kriegsschiffe werden nach Gewicht gemessen, Handelsschiffe nach ihrem Rauminhalt. Das Gewicht eines Schiffes ist gleich hem Gewicht des von ihm verdrängten Was- >r bt. ueti 6 auf. ■Ohltig litt, idfltt oUH1' ilb £«"' Klbt •*l n Cflnb» nbtn * « Lh<, f aue ( ivord^ mH6'*, enW«*' *s ttfUW hat * i(j i» erschck! ?r timl* len Dkl' st einim «veiblch «der fleh* -r mim meibH* funbifl itsbezeich- n in den Ehrenrechte ver- lurteilt Bernitt hatte am 11. und 17. Oktober zwei ®efüllte Scheunen in Brand gesteckt. Arauenmörder zum Tode verurteilt. itagnachmittag ftattfintenten FußballWettkampf zwischen den Auswahlmannschaften terl pk gestrigen Nachmittag konnten im Lust- Städte Berlin und Bukarest beizuwohnen. Aus dein I rffum über X zwei feindliche Bomber von unseren Flughafen wurde der Reichsfportführer von zahl- Jägern abgeschossen werden, während südwestlich reichen Persönlichkeiten des rumänischen Sport- ^n ter Stadt V ein seindliches Aufklärungsflug. leben« begrüßt. zeug von einer Flakbatterie zum Abschuß gebracht Kleiner Brief aus Budapest. Budapest, Ente Oktober. Wenn auch ter Krieg selbst nur sein Echo hierherwirst, so bedeutet das nicht, daß Ungarn von allen Krieg» folgen verschont wäre. Zwar an den Dingen des unmittelbaren Lebensbedarfs herrscht kein Mangel. Die meisten Feld-undGarten- s r ii ch t e stehen au« her 0 ige n versor g u n g he« Lande« und dank ter guten Ernte reichlich zur Verfügung. In der zweiten Oktoberhälfte schob sich gar vom Mittelmeer eine Hitzewelle nach Ungarn herein, mit Temperaturen, wie sie seit sechzig Jahren nicht mehr beobachtet wurden. 0'» mar ein gesegneter Spätherbsti Er verlieh z B ten Trauben dieses Weinlande» einen Rekord an Fülle uud Siiszc. Sorgen macht man siili dagegen wegen geivisser i n d u st r I e 1 i e r R o 1) st o s s e und Fertig- m a r e ii, die Ungarn elnführen muß Und natürlich auch wegen her aus liebersee stammende«« Ge- nußmittel, wie Tee und Kaffee; in diesem südöstlichen Lande her Kaffeehäuser, die ein »Straße von , lv ■ . in ad) Afghani st an führt. Mit dem Bau dieser d e n t des »Straße wurde 1935 begonnen. Die au titerminten- Awl---x ten Geländeschwierigkeiten waren febr groß. 200 «Eisenbetonbrücken, von denen die längste 110 Meter Spannweite hat, mußten gebaut werden. t ht 6p iszlPliM b W"»' im M pHnanDti aeholtt" daß erecW* >e en mit Ihren Gläsern dauernd teil Lustraum ab, versuchen, auch das leiseste Motorengeräusd) auszunehmen. — Feindliche Flugzeuge fliegen über die Grenze! Im Augenblick sind . . zig Gläser gen Himmel gerichtet , .. die Feldtelephone rasseln die Zentralen werden alarmiert I „Drei Eindecker au» Richtung X gesichtet, vermutlich» Höhe 2500 Meter!- So etwa meldet lebe Flugwache ihre Beobachtungen der zuständigen Zentrale, die sofort die notwendigen Abwehrmaß- nahmen trifft Nur wenige Sekunden - und schon weiß da» ii ä d) ft c Fiasko in ui a n d o Bescheid, kann die Batterien auf die ungefähre Richtung eln- richten lassen. Die Kanoniere stehen schußbereit an ihren Geschützen. Boni nädyfkm Feldslughasen unserer Jäger starten sofort nach Erhalt der alarmierenden Nachricht l>hireid)enb Maschinen, uni den Gegner zu stellen. Aber nicht hnmer wird der Nachrichtenmann draußen in ter vorgeschobenen Flugwache über die „Strippe- Verbindung bekommen. Feindliche» Artilleriefeuer und MG -Garben haben ten Draht in Fetzen geschossen. Wo« dann? — Nun, dann hilft de r F u n k! Ihm kann her Feind keine Drähte zusammenschießen. Seine Meldungen werden nicht Getroffen. Das ist der Krieg hinter den Kulissen, schaut man fld) die Gesichter dieser Jungen« an, die angestrengt horchend vor ihrem Gerät sitzen, dann weiß man, daß feder von ihnen „flöppd)cnN hoben muß und hat! Oft ist eine solch» Nach ridstenkompanie der Luftroasfe auf ein großes Gebiet verteilt, auf .Kommandostellen ner- schiede «ist er Aufgabengebiete, deren Nachrichtenzentren von diesen Männern beherrscht werden müssen. Wenn mir deshalb sehr oft dahin schauen, wo die Batterien dröhnen, wo die MG.» In her Luft hämmern, wo Flugzeuge sich im Lustkamps messen, bann wollen mir nicht die Männer mit den braunen Stiefeln vergessen, die solche Erfolge erst „einge- fädelt" haben. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschristleiterv: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und bl« Bilder: l)r. Fr. W. Lange, für Stadt Gießen, Pro- vinz und Wirtschaft: Ernst Blmnschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Dans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: BrÜhlste Universitätidruckerei, R. Lange, K.-G., lämtlld) In Gießen. Monatobezugsprelo 2,05 RM einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierte«! 15 Pf. mehr Elnzelverkaufsprei« 10 Pf. und Samstag» 15 Pf., mit ter Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur MA-JtoiU W äfM Die Nachrichten tee See- und Handelskrieges haben den Begriff ter Tonne In den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Das in Scapa Flow versenkte Schlachtschiff „Roßte Oak" hatte eine Wasserverdrängung von 29 150 Tonnen, in den ersten acht Wochen des Handelskrieges haben deutsche Unter- und Ueberwasserstreiikraste eine halbe Million Brutto-Registertonnen an Schiffsraum ver- senkt. Was ist eine Tonne? Im ersten Fall ist sie eine G e w i ch t s t o n n e, im zweiten eine R a u m- etwas weniger. Die Ladefähigkeit wird ebenfalls In Ge- michtstonnen zu 1000 Kilogramm bered)net. Man erhalt sie dadurch, daß von her Traasahlgkelt die Ausrüstung für den Betrieb des Schiffe«, also Brennstoff, Wasser, Proviant ustv. abgezogen wird. Diese Betriebaausrüstung oeträat 6ei Fracht- dompsern acht bis neun Prozent der Tragfähigkeit, sie sdMankt bei Dassagierdampfern zwischen vier und Iß Prozent. Äm allgemeinen kann die Ladefähigkeit eines Handelsschiffes auf etwa 140 Prozent der Bruttoregistertonnage angenommen werten. Ein Fradstdampser von 10 000 Bruttoregister- tonnen befördert also 14 000 Tonnen Ladung Mit den 500 0Ö0 Bruttoregistertonnen, die unsere See- streitkräfte In den ersten beiden Kriegsmonaten versenkt haben, dürften also 700 000 Tonnen für England vestimmte Waren den Weg in die Tiefe genommen haben. Von einem Sondergericht wurde am Freitag ter Maurergehilfe Franz B o g n er wegen bc0 Berbrc-«gieid) dem Gewicht he» von ihm veroraugien wap «chens vollbrachten und des versuchten tückischen sers. Bei Handelsschiffen interessiert nicht dos Oie- Mordes zum Tode verurteilt. Der Angeklagte hatte wicht, sondern die Größe des umbauten Raumes ii m Burgenland drei Ueberfälle auf Frauen unter und über Wasser. Die Registertonne ist werübt und eines seiner Opfer durch einen Schuß also ein Raum- oder Hohlmaß, kein (Üewichtsmaß. fln den Kops getötet. Bogner gab als Grund Ent- Eine Registertonne sind 100 englische Kubikfuß ober ttäufchung und Erbitterung über feine Erfolglostg- im Dezimalsystem 2,38 Kubikmeter. tkeit bei Frauen an. Zur Messung von Handelslchi sei« dient die Verbrecherkönig Al Eapone B r u 11 o r e g i st e r t o n n e und «« ZettontMerv wegen „guten Vetragens" vorzeitig frelgelassen. tonne. Der gesamte HoWaum de» SchM" in Regi- Al dapon«, btt ameritoitifdje Brullotonnagk mirü Per nor elmgen Jahren flu einer anflen 3uAtf>au»- [f n(1 gt11| bcr flur Untcrbrinflunfl »on Strafe verurteilt worden war, «st jetzt vorzeitig frei-1 ;Brenn|t0QU( Wasscrballast, Proviant und Vorraien, sgelassen worden, offenbar u n t e r d e m ® 1 n H y, h I (^dvif fofiinruna und Besatzung verwendet wird. Da- gewisser jüdischer Kre se tec: Ini' des reinen Lade- Departement einen starken Ein luß besitzen, ©eneral- 9 be0 für Fahrgäste benötigten Raumes, Paatsanwalt Murvies begründete die oorzettige Nutzraum Die Nettotonnage bettägt Freilassung Al Eapones mit „gutem Betragen" teö|aIl0 Den Aerbrecherkönigs. Außerdem seien bei Al Gapone ieM^e***i^^™*-^*i"-^****^*-*^^* Zeichen eines Hirnleid-ng festgestellt worden. Die Areilafsung des bertichtigten Verbrechers hat in ,weiten Kreisen der amerikanischen Bevölkerung starke Beunruhigung ausgelöst. Die Unzu- Ifriebenbeit mit der Maßnahme des Justizdepartements spricht auch aus der Presse, die feststellt, an- Gesichts der Schwere der Perbrechen müsse eine vorzeitige Entlassung des Verbrechers wegen „fluten lung und Ausarbeitung der Fragebogen wurde eine M e t e o r o p a t h o l o g i i ch e Abtei, lung gesdiafsen. Aud) einige Gesund« werden in ten Kreis her Befragten einbezogen, um fest- zustellen, wie weit gesiinte Menschen mctterempmib- ild) sind. Selbstverstä«idlich werten and) alle Krieg»- in । h l|lcn ri |. 11,1, ine in i' i 11 <■ i Vmic lllllci 'IV.ellrl- sd)«nerzen an vernarbten Münden zu leiden haben. Jeder wetterempfindliche Mensch kann setzt mit- helfe«! an dem Kamps gegen die ^Wetterschmerzen, der von dem Frankfurter Institut begonnen worden ist. Der 71UI auf dem Stahlhelm. Den Dänen ist ein neuer Münchhausen erstanden. Der Geburtsort Ist der Truppen Übung»- platz Viborg und der Name de« Helden ist „Ge- meiner Nr. 214". Bei einer Hebung Im Handgra- natenwerfen verlor der Nebenmann von Nr. 214 die Nerven, zog die Zündschnur seiner Granate und vergaß dann die Olraiiate fortzuschleudern. Ja, vor Erstaunen ließ er sie fallen, ivöhrendtessen die Siynur immer roelterbronnte Kaltblütig und geistesgegenwärtig warf Nr. 214 seinen Stahlhelm über die zischende Granate und setzte sich außerdem auf feine Kopfbedeckung. Die Granate explodierte, aber Der Helm gab nicht nach: da» tat nur der Gemeine N 214. Jedenfalls erzählten seine Kameraden, 214 sei nahezu zwei Meter hochgeschleudert worden, um bann unversehrt neben seinem Helm । zu „landen". Stück Familienleben festhalten, geradezu eine „Kul- tur"-Sorge. 0'» gibt zwar noch immer Kaffee, aber weil die Regierung die Vorräte ntdjt rationieren wollte, griff jle zu einer eigentlich noch drastischeren Spartnaßnahme. Sie versügie ans jede» Kilo Kaffee einen B e rkaufoaufs ch l a g von zwanzig Penflö — ungefähr fünfzehn Mark • zugunsten h'» Staates. So entstehen Kasseevreise, die man hier als „kannibalisch" bezeichnet, die nur noch wenige erschivingen können. Die „M ischu n g" kommt a auf Umwegen zu Ihrem Recht. Kürzlich bcnd>- iete eine Zeitung von folgendem lustigen Preivai««- Hang eine» Kasseehauses: Feiner Kaffee 50 Heller Feinster Kaffee 00 Heller Kaffee 80 Heller! (für eine Tasse). Und nun ein Sprung vom Kaffee zu einem Jubiläum. an dem jeder Budapester und and) mancher Ausländer aufrichtigen Anteil nimmt. Dieses Jubiläum begeht die ,.K e 11 e n b r ü rf e", die weltberühmte, berrlld) geschwungene Verbindung zwischen dem Pester Stadtkern und dem Ofener Donau- Ufer. Sie feiert dieser Tage Ihren 90, Geburtstag. Einmal, ganz kurz vor ihrer Fertigstellunfl, ist sie militärischer Vernichtung entgangen. Während heg ungarischen Frelheltskampse» gegen die Habsburger, im Jahre 1840, wollten [le die Oesterreicher In di e Luft sprengen. Dav Bulversaß lag am Pfeiler, aber al» her österreichische Oberst Ain och mit einer brennenden Lunte da« Pulverfaß zur Explosion brad)te, da wurde er zwar selbst getötet, die Kettenbrücke ober blieb unverletzt. So ge- sd)ehen vor neunzig Jahren ... tt •M Öcßcik nd„ ch dl! 'Mittel er uni bi< ^firun« ) (Hf. ■ N« Wen. ton uni Lande umgeladen werden soll. Die Londoner Seerechtvdeklaration non 1009 Hot Im wohlverstandenen Interesse de« neutralen Handels bei bedingtem Banngut das Prinzip der fortgesetzten Reise verworfe««. England hat jedod) entsvreche«id feiner alten Praxis aud> im Kriege 1014/18 für bedingtes Banngut das Prinzip der fortgesetzte«, Reise stets angewandt. Die neue deutsche Priß'nordnung hält im Interesse der Neutralen gleid)»vohl — allerdings unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit - an der Regelung ter Londoner Deklaration fest. Sie bestimmt daher, daß unter der Voraussetzung gleich- artigen Verhalten« des Gegners die auf der Liste bedingte«« Bannguts stehenden Oiegenstände und Stoffe nicht als Banngut angesche«« werden, wenn sie in einem neutralen Hafen auoge- laden «verben sollen. Allgemein bemerkt Präsident Dr. Kriege noch, daß eine Reihe weiterer Ausnahmen für neutrale Fahrzeuge und ihre Ladung auf der Erwägung beruhen, daß ein neutrales Fahrzeug durch gewisse Handlungen feinen neutralen Charakter auf neben kann. Solche Handlungen find das Fahren unter b e in Geleit feindlicher Kriegsschiffe forole der gewaltsame W i d e r st a n d gegen die Ausübung des Prlsen- red)to und die Begehung einer fei n b seligen Unterstützung. In allen diesen Fällen unterliegt das Fahrzeug und das auf ihm befindliche feltiblldK Gut der Aufbringung (Befchlagnahnie) und Einziehung. Das neutrale Geleit wird von der deutschen Prisenordnung anerkannt: neutrale Aahrgeuge unter hem Geleit ihrer eigenen Kriegsschiffe werden weder angehalten noch dnrch- Ursache abgestürzt ist. Die sechs Insassen fönten sämtlich den Tod. Jteue Erdölfunbe auf der Halbinsel Krim. ______ , Angesichts ter großen Erfolge der deutschen See- 'fs^ hier auf die große internationale I kriegführung steht die deutsd)e Prisenordnung im Teheran nach Mesdched, die weiter Mittelpunkt öffentlichen Interesses. Der PräsI - — ' k j Oberprisenhof», Dr. Walter überwinden- [Kriege, äußert sich hierzu in der „Zeitschrift ter Akademie für Deutsches Recht". Nach der deutschen Prisenordnung, so sagt er, unterliegen feindliche Fahrzeuge und ihre feinblld>e Ladung dem See- beutered)t. Neutrales Gut an Bord feindlicher Fahrzeuge foroie neutrale Fahrzeuge und das auf ihnen befindliche febiblidye und neutrale Gut find frei. Diese Grundsätze der Prlsenordming erleiden aber zahlreiche Ausnahmen, bei denen neutrales Gut auf feindlichem Fahrzeua forole neutrale Fahrzeuge und ihre Ladung aufgebracht bzw. beschlagnahmt und eingezogen roerten können. Von besonderer Bedeutung ist dabei die B a n n - g u t f r a fl c. Unbedingte« Banngut ist alles, roas unmittelbar der Rüstung des Gegners dient. Eine Lifte bedingten Banngutes hatte die Reichsregierung zunächst überhaupt nickst heraus- gegeben. Erst in Erwidermig des englische«, Vor- geyens veröffentlichte sie eine der englischen Liste entsprechende Bekanntmachung über bedingtes Banngut. Die auf den Listen erwähnten Güter sind [aber nicht schon an sich Banngut. Vielmehr muß hinzutreten, daß die Güter eine feindliche Bestimmung haben. Selbstverständlich Ist eo zwar bei beiden Arten von Gütern ausreichend, wenn sie für die feindliche Streitmacht bestimmt sind. Darüber hinaus aber wird hie feindliche Bestimmung bei Gütern des unbedingten Bannguts schon angenommen, roem, sie für dav seind- 11 d) e Gebiet bestimmt sind, bei Gütern des bedingten Bannguts aber nur, wenn sie für d e n Gebrauch der Verwaltungsstellen des Ä Ä . wurde!" — Nur wenige Worte, mit denen im amt- Der Generalgouverneur für Ne tefesten polni- (|*en Heeresbericht in sachlicher Art davon berichtet scheu Gebiete, Reid)»mi,,ister Dr. Frank, hat durch ll)ic unsere Jäger und die Flak wieder ein- eine Verordnung die Arbeltspfll cht ter pol- |nti( „folgreich tätig waren. Aber nicht» ist zu nischen Bevölkerung eingeführt. h-fen davon, daß n o d) weit m ehr M e n s ch e n Ä M , ..... Ä m daran beteiligt roaren, den Gegner so schnell In XB r o mb e r fl fanb für ben Ärei» 5 r o m • .u steten; denn sehr oft erhalten unsere Jäger und b e r g d e r NS D A P. eine CBnii,hunfl»verbuntn- Kic einzelnen Flakbatterien erst von anderer SÄte lung statt. Kreisleiter Kampe teilte mit, daß in k t n ick) 11ge n Tip — das Wann, Wie und Bromberg zunächst fünf Ortsgruppen errichtet wer- w äbrh, „igen. (Tat Io», begab sich gemeinsam mit den, neuen "'wn o«c ijaorre 3« flen. Ehef der deutschen Heeresmission in ter Slowakei, Klaffend schlägt die Tür de» Bunker» aus Dicke Generalleutnant Otto, in da« Zipser Gebiet, Filzgewebe bedecken den Boden, macken unsere um das dort stationierte Volksdeutsche Ba- Schritte unhörbar. — „Ruhe!" In fetten Buch- taillon der slowakischen Wehrmacht zu staben steht diese« Wort an einer der Türen, durch besichtigen. die roir in den Hauptraum gelangen Ein Wand- ♦ tisch neben tem anderen. Vor ihnen, die Kops- Vor tem Sondergericht München^ das .m Augsburg tagte, hatten sich zwei neunzehnjährige Vurschen zu verantworten, die einen Frontsoldaten in besonders gemeiner Weise bestohlen haben. Die freiten Gauner Peter Gastl und Josef Schmal- Hofer, die schon frühzeitig in die Verbrecherlauf, frahn geraten nnb, haben in der Sck)lafkammer des Schmalhofer, die vorher von einem jetzt an der Krönt stehenden Metzgergehilfen bewohnt war, den Bbarln befindlichen verschlossenen Schrank des Solldaten erbrochen und ausge raubt. Unter »anderem fielen den Einbrechern Mäntel, Anzüge, 8)emten, Strümpfe und ein Der Braut des Bestohlenen gehöriges Sparkassenbuch über 1700 RM. in frie Hande. Das Sondergericht brandmarkte die Wemeinheit der Taugenichtse, die einen Frontkämpfer unter Ausnützung der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse ausplünderten, und ver- urteilte beide Angeklagte zum Tode. er b«i Nitiniw '(Wn lei, all, urd) bi, ZuzusHH. r|ud)tin; nid) btr rblirf). litte«' ünic fr- | Interblib ii ib Öonb’ feindlichen Staate» bestimmt sind. Wichtig für die feindliche Bestimmung ist auch fud)t. das Prinzip der sog. „fortgesetzten Reise". Der Sonterderichterstatter de» Reuterbürov bei Typen auf das fdnnale Papier1>and. Mas geht hier Iber britischen Expeditionsarmee in Frankreich mel- vor sich? idet. daß der englische Kriegsmlnister Höre Sehr oft werden wir uns in ten vergangenen ji s h a am Frei ta gab end mit dem Zug« wenige ^gock^en und Tagen gefragt haben, wie ist es rnög- Meilen vom Obersten Hauptquartier entfernt emge- telß unsere Flak und unsere Jaadverl'ände rtroffen sei. (Er ®urte ooin britischen Oberkomman- L m m f r wußten, au» welcher Richtung Iblerenten in Frankreich Discount Gort empfangen. » feindliche Flugzeuge zu erwarten, rote groß * I ist die Anzahl und wann ist mit ihrem (Eintreffen Drr letzte nordamerikanische Ueberteebampfer k|,pr rechnen? Wie ist es möglich, daß auf hem .^President Harding" hat am Donnerstag tenfbar kürzesten Wege sämtliche 21 b roehrn« aß - •einen englischen Hafen unter der Flagge der 23er- nab m e n getroffen roerben können? Fragen, he- •einigten Staaten zur Heimfahrt verlassen. 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Manche Herren aus dem Reich fühlten sich, Iftevor sie sich etwas ,chaltisiert" hatten, durch die I kräftige Eigenart ihrer baltischen Kollegen merkwürdig berührt. Ich erinnere mich, wie zu meiner I Studentenzeit ein neuer reichsdeutscher Professor ■ ruf einer Abendgesellschaft in der immer lebhafter i ewordenen Debatte schließlich verzweifelt ausrief: Aber meine Herren Kollegen, Sie find ja alle noch I ie alten Schwertritter!" Zur Ordenszeit war Dorpat ein reichsunmittel- (ar es Bistum, das wohlhabendste in Livland. Daran zeugt noch die Ruine der doppeltürmigen Kathedrale, ein Bau, der an Größe nur wenigen in Deutschland nachstand. In ihrem ausgebauten Thor ist die Universitätsbibliothek. untergebracht, der Dom steht auf einer Anhöhe in einem alten Aart mit wunderschönen Alleen. Vor seinem Por- lal geht es steil hinab, und auf dem freien Platz .rrten feierten die deutschen Studenten alljährlich mit brennenden Holzstößen und feucht-fröhlichen Zurschenliedern die Mainacht. Als ich jetzt die Stätte wiedersah, waren Tennisplätze darauf ein- gerichtet. Sic transit ... Die Studentenschaft ist jetzt zumeist estnisch, und mit der Repattiierung werden auch die letzten deutschen Burschen Dorpat verlassen. Es hat bis jetzt noch einige deutsche Verbindungen gegeben, aber sie waren nur noch ein letzter Abglanz der Zeit, da Dorpat das baltische Jena war. Wir verstanden zu arbeiten, aber es ging manchmal auch bunt genug her. Auf einem Kommers, als die Fidelitas schon vorgerückt war, fuhr mir einmal das geschliffene Rapier eines begeistert tak- tterenden Kommilitonen durch Fuß und Sttefelsohle in den Boden, sodaß ich buchstäblich angenagelt war. Ein älteres medizinisches Semester machte schnell einen Verband, aber der Stiefel blieb verschwunden; ich sah ihn nie wieder. Nach meinem Examen ging ich nach Deutschland, um zu promovieren. Ich dachte wicht als Historiker in Dorpat zu habilitieren, aber als ich zurückkam, erklärte mir der Universitätskurator Kapustin (mit- lerweile hatte die Russifizierung eingesetzt): „In Kasan oder Tomsk könnten Sie uns willkommen sein, in Jurjew wollen wir keinen Deutschen mehr haben!" So lenkte ich meine Schritte ins Reich zurück. Einmal aber habe ich doch auf dem klassischen Katheder in der Aula gestanden, vor der ich als Student so ost gesessen hatte. Das war im Herbst 1918 während der deutschen Okkupation. Damals wurden wieder deutsche Vorlesungen an der Universität eingerichtet, und auch ich war zu einem Vortrag aufgefordert worden. Acht Tage vorher hatte in Brüssel einer unserer Heerführer zu mir gesagt: „Elsaß-Lothringen wird es wohl kosten, aber dafür werden wir uns im Osten erholen!" Man rechnete schon mit einem Verzicht im Westen, aber mit keinem Zusammenbruch. Heute arbeiten wir in einem größeren „Dften". Nun bin ich noch einmal über den Domberg, um die Universität mit ihrem mächtigen, klassizistischen Säulenportal und über den stattlichen Marktplatz bis an die steinerne Embach-Brücke gegangen, die Katharina II. den Bürgern von Dorpat schenkte. Ihre Inschrift steht noch auf dem vorderen Brückentor. Ich sah wohl heut zum letzten Mal das dunkle .Wasser unter der Brücke hindurch seinen Weg zum jPeipus-See nehmen. Fregatte ahoi! Altertümliche Namen in der modernen Marine. Von £)r. 3- Rudolf. Aka. Einen „Major", „Oberstleutnant" oder „Oberst" gibt es bekanntlich unter den deutschen Seeoffizieren nicht; das sind Dienstränge von Stabsoffizieren des Heeres. 23ei der Marine entsprechen ihnen der .Korvettenkapitän", der „Fregattenkapitän" und der .Kapitän zur See". Run ist ein Kapitän nach der vollen Bedeutung seines Namens der Kommandant eines Schiffes. Also müßte der Korvettenkapitän eine Korvette, der Fregattenkapitän eine Fregatte führen. Aber vergeblich würden wir unter den Schiffen der deutschen Kriegsmarine eine Korvette oder Fregatte suchen. Diese Schiffstypen sind mit Ende der Segelschiffepoche ausgestorben. Dabei besaß die K o r ü e 11 e mit die älteste Tradition unter den Schiffen überhaupt. Denn der Name „corbita" oder „corbata" kommt aus dem Lateinischen. Anfangs war sie allerdings noch ein breit gebautes Lastschiff, das sich durch seine Stärke für die Mitbenutzung zu militärischen Zwecken im Kriegsfall — als „Hilfskreuzer" — empfahl. Später verstand man unter „Korvette" ein kleineres Kriegsschiff von etwa 600 Tonnen Wasserverdrängung, das mit 18 bis 26 Kanonen bestückt war. Diese Geschütze wurden einfach auf Deck des Schiffes hinter der ziemlich hohen aus starken Balken gezimmerten Reling aufgebaut. Schlua ein feindliches Geschoß in das Segelrverk des Schiffes, so flogen die Splitter von Rahen und Spieren den Gefchützmannschaf- ten um die Köpfe. Sehr groß war der Kampfwert der Korvetten in einer Seeschlacht nicht. Sie hatten mehr Aufklärungsdienst zu leisten und den Gegner zu beunruhigen. Diese verhältnismäßig kleinen Schiffe hatten eine große Besegelung, drei Masten mit den breiten viereckigen, quer zur Richtung des Schiffes gestellten „Rahfegeln". Ebenso voll getakelt, aber weit größer und schnittiger gebaut war die „Fregatte". Diese schlanken, scharf die Flut durchschneidenden Schnellsegler sind uns heute der Inbegriff des Segelschiffes und feiner Romantik auf den Weltmeeren. Woher ihr Name stammt, weiß man nicht genau. Es gibt aber einen „Fregattvogel" an den tropischen Meeren, der mit seinen langen spitzen Flügeln einer der ausdauerndsten und schnellsten Flieger unter den Vögeln ist. Vielleicht hat der „ftegata Aquila" dem Schiffstyp den Namen gegeben? Aber Öiefe Fregatten waren durchaus nicht die Hauptkampfschiffe der Segelepoche! Auch sie hatten ursprünglich nur eine Reihe von 30 bis 60 Geschützen, die auf einem besonderen „Deck" ihre Rohre aus den Schießluken der Schiffswand steckten. Später bekamen die Fregatten dann meist noch einen besonderen Geschützstand darüber, eine gedeckte Batterie, trugen auch noch Kanonen auf dem Oberdeck. Zu einer Zeit, in der die Seekriegskunst darin bestand, an dem feindlichen Schiff vorüber zu segeln und dabei ihm eine volle „B reitseit e" in den Schiffsrumpf zu feuern, war die Fregatte als Schlachtschiff nicht stark genug. Die Wendigkeit und Schnelligkeit dieses Schiffstyps wurde vor allem im Kreuzerkrieg gegen die Handelsschiffe des Gegners benutzt. Die Fregatten errangen die „See- Herrschaft" für ihr Land, weil sie überall auftauchten, eroberten, wieder verschwanden. In der Seeschlacht aber hielten sie sich in der Hinteren Linie, wenn sie die nötige Aufklärungsarbeit besorgt hatten. Sie nahmen dann die Flaggensignale der Schlachtschiffe auf und gaben sie weiter. Im Jahre 1338 erhielt das englische Kriegsschiff „Ehristophe" als erstes Schlachtschiff der Welt drei eiserne Kanonen an Bord. Damit war im Seekrieg eine neue Zeit angebrochen. Seit den Seeschlachten der Römer, die mit Galeeren ausgefochten wurden, bestand die Taktik darin, am feint)1 liehen Schiff längsseits zu fahren und es zu „entern": Mit Haken und besonders geformten Beilen kletterten die Mattosen außen an der hölzernen Schiffswand empor und eroberten das Deck im Kampf Mann gegen Mann. — Mit den Geschützkugeln ließen sich nun die Masten und das Steuer zerschlagen, die Schiffswände zertrümmern, die Segel in Brand schießen. Deshalb gab man den Linienschiffen oft bis zu 13 0 Kanonen, die in drei Decke übereinander angebracht waren. Da „lohnte sich" wenigstens eine Breitseite, wenn sie das feindliche Schiff richtig traf! „Linie ns chisfe" wurden sie genannt, seitdem der holländische Admiral de Ruyter die für den Geschützkampf auf See geeignete Taktik ersonnen hatte. De. Ruyter war einer der berühmtesten Seehelden, der 1667 sogar die Themse hinauf fegelte und vor London mit seinen Schiffen den Frieden von Breda erzwang. Er sagte sich: Es ist besser, eine ganze Reihe von „Breitseiten" nacheinander auf den Feind schleudern zu können, als daß jedes einzelne Schiff für sich kämpft. So ordnete er die schwer bestückten, freilich langsam segelnden Großkampfschiffe zu einer langen Linie hintereinander ynd ließ sie an der feindlichen Flotte vorüber fahren, um ihre Geschosse „abzuladen". Einen .KinienschiffSkapitän" hat es als. Dienst- rang wenigstens in der österreichischen Marine zeitweilig gegeben. Mer die Schiffsgattung, deren Namen das Kriegsschiff bedeutete, hat nirgends einem Seeoffizier den Titel gegeben. Oder kannte man bei irgendeinem Seefahrervolk . die Dienstbezeichnung „Briggkapitän"? — Die Brigg mit ihren beiden Rahsegel-getaketten Masten hält man heute gewöhnlich für eines der Handelsschiffe alter Zeit. Den Namen führen viele auf die altspanische Stadt Driganttum zurück, ohne aber zu erklären, was das kleine wendige Fahrzeug mit jenem Ort zu tun haben sollte. Andere bringen die Die englische zehlrechmmg. Von Konteradmiral z. V. Gadow Man hat gesagt und empfunden, daß das deutsche Volk in diesen zweiten deutsch-englischen Krieg nut ariderer Haltung und Gemütsäußerung eintrat als in den von 1914. Aber das ist erklärlich: Zum zweiten Mol in gleicher Sache gehen die Wogen der Begeisterung nicht gleich hoch, damals wirkte auch als besonders aufpeitschend der von den meisten nicht erwartete Kriegseintritt Englands, und die diesmal hinter uns liegende schwere Zeit des Kriegsverlustes und der Nachkriegsjahre hat un= vermeidlich ihren Stempel auf unserem Gemüt und Wesen hinterlassen. Als weiteres Moment der Gefaßtheit hat aber ohne Frage die ruhige Sicherheit mitgesprochen, mit der die Leistungen des äußeren und inneren Aufbaues, die mächtigen außen- polittfchen Erfolge des Führers feit 1933 und die eindrucksvolle Organisation unserer Verteidigung jeden erfüllen konnten. Welche Aussichten hat Demgegenüber der von England entfesselte Krieg? Wir sehen seine Fehlrechnung in einer Reihe von Punkten unter möglichster Vermeidung von Illusionen. Die erste Enttäuschung mußte naturgemäß d i e schnelle Vernichtung Polens sein, auf dessen Widerstand England und Frankreich für mindestens 2V2 Monate gerechnet hatten, während deren ste am Westwall und von Süden und Südosten an- § reifen wollten. Dabei spielten noch unbestimmte .Öffnungen auf Rußland mit, die freilich schon am 23. August ihre Erledigung fanden. Von hier ab ist England sehenden Auges auf dem betretenen Wege fortgeschritten, ohne, wie Lloyd George der Regierung entgegenrief, den Wahnsinn des Unterfangens zu erkennen. 2. Die Garantie an Polen und Rumänien — Griechenland konnte nur unter der Voraussetzung Sinn haben, daß Rußland mit- wirken würde. Statt dessen stellt Rußland seinen Besitzstand von 1914 in Polen und an der Ostsee wieder her, und auch die Garantie für Rumänien hängt in der Luft. Der Norden, Osten und Südosten Europas sind nicht nur aus der Einkreisung herausgelöst, sondern vielmehr dem mitteleuropäischen Block zuzurechnen. Die Garantien sind bloßgestellt, englisches Ansehen geschädigt. 3. Der Feldzugplan hatte vorgesehen, Italien zu Wasser und zu Lande zu überfallen und Brigg und ihre Abart, die „Brigantine" mit den italienischen Briganten in Zusammenhang und nennen die Brigantine kurzweg ein „Seeräuberschiff", wie die Briganten Sttaßenräuber waren. Sehr wahrscheinlich hängt diese Schiffsbezeichnung aber mit dem italienischen Wort „briga", das heißt „Unruhe" oder „Streit" und dem italienischen „brigare" — streiten zusammen und bedeutet einfach „Kampf- schiff". Aber alle diese Schiffstypen sind entschwunden, seitdem die Dampfmaschine den Sechandel und den Seekrieg unabhängig von Segel und Wind gemacht hat. Am 20. Oktober 1827 vernichteten die englischen, russischen und französischen Linienschifte und Fregatten die türkische Flotte, die nichts Böses ahnend neben ihnen im Hafen von N a v a r i n a an der grichischen Küste lag. Damit wurde der griechische Freiheitskampf gegen die Türkei entschieden^ Aber es war auch die letzte Seeschlacht, die überhaupt von Segelschiffen ausgetragen wurde! — Doch der Seemann hält fest am Ueberkommenen: Das Segelschiff ist die Schule geblieben auch für den künftigen Kommodore eines Überseedampfers und und die großen ober kleinen Panzerkreuzer führt ein Fregattenkapitän, bzw. Korvettenkapitän in die Schlacht. er KU. ÄN CHEN t,-*axAAepyl*x6< Von der Ehrfurcht. Don Josef Maqnus Wehner. Ehrfurcht ist nicht die Furcht eines feigen Herons, sondern jener Schauder, den Goethe der Menschheit bestes Teil nennt. Sie ist also nach dem ciesetzgebenden Worte des Meisters, der wie kein coberer in den glühenden Zusammenhang der Welt chaute, eine Regung des Menschengemüts von iiächftem 2ldel, von feinster Leuchtkraft, ja der '-»tzte Hauch menschlicher Vollendung im All selbst. Sie ist eine Furcht, die ehrt. Der Mensch, der durch die Geburt in die geheimnisreiche Welt der Dinge und Mächte gestoßen, ist ilvm ersten Atemzuge an dieser strömenden Welt verbunden. Schmerz und Freude bilden sein Wachs- Lim, er schreitet, kühn oder schüchtern, in die ge= bunte Welt hinein, und hat er einen fremden Aaum durchmessen und ist in ihm heimisch geworden, 'v baut sich dahinter ein neuer Raum auf; er geht wie das Kind im Märchenschlosse von Tür zu Tür, Mg oder gelassen, er öffnet auch die verbotene Tür, hinter der sein Schicksal brennt und wird schuldig. Und plötzlich erkennt er die Unendlichkeit tses Alls, dessen Sterne ihn umschwirren, in einer Ferne von zweihundert Millionen Lichtjahren zur Rechten und zur Linken, über feinem Haupte und (ii feinen Füßen. Schaudernd erlebt er den unge- heuren Abstaitt), den grenzenlosen Raum und die meisterhafte Spannung zwischen dem unendlich Braßen und dem unendlich Kleinen. Er steht am Tore unzugänglicher Bezirke, das Reich der Müt- i»r tut sich vor ihm auf, der Zauber des Unberührbaren, Göttlichen, den nur der Frevel brechen Innn, berührt sein Herz mit süßer Gewalt, und er trugt sich voll Ehrfurcht vor dem Uebermenschlichen, ins mit Feuer und Dunkelheit seine eigene Sehens- jiamme umgibt. Im Angesicht des Uebermächttgen wird die Ehrfurcht geboren und senkt sich nun für immer in die fülle Furche des Gewissens ein und hilft die mensch- l»che Sendung vollenden. Ehrfurcht.wird zur Furcht nor den Gesetzen, auf denen der Bau der Welt ruht. Und wie die Ehrfurcht im kosmischen Raume gleichsam die Sterne in ihren Bahnen hält, daß sie richt übereinander stürzen, sondern in der Musik 2er Sphären aneinander vorüberziehen, wie grüßende Schiffe mit ihren Lichtern in der Schwärze des nächtlichen Meeres, so schafft auch die Ehrfurcht im menschlichen Bereiche jenen Abstand des Einzelnen von den höchsten Erscheinungen des Menschengeistes, von den letzten Dingen des Menschseins, die gerade dadurch den ewigen Bestand der Gemeinschaft verbürgt. Der Jüngling, der das verhüllte Bild von Sais entschleierte, mußte sterben. In Zweiem Gleichnis liegt der wetterhaltende Sinn der Ehrfurcht beschlossen. Es gibt Dinge, die wir Menschen nur schweigend verehren dürfen, Sterne, die man nicht begehren, innerste Heiligtümer des Volkes, die niemand ungestraft mit der Diebslaterne ehrfurchtsloser und gewissenloser Neugier betreten, Gefühle und völkische Bindungen, in die sich kein anderes Volk einmischen darf, ohne zu verbrennen, Lebensräume, die nicht verschoben oder gestört werden können, ohne daß der menschliche Kosmos in Flammen aufgeht: an den Stellen solch ehrfurchtloser Einmischung entsteht dann jener Kurzschluß, an dem der Dämon des Krieges seine Fackel entzündet. Ehrfurcht läßt verstummen; der Mensch nimmt sich gleichsam in sich selber zurück und hält vor dem höheren Atem den eigenen Atem an. Solche Ehrfurcht etwa schafft der Tod, wenn er mit fernem Geisterknöchel an unser Lebensgehause Hopft Wer vor einem toten Menschen, und läge er auch nach einem Verkehrsunfall erbarmungswürdig auf der nackten Straße, nicht seinen Hut abmmmt, hat weder Gewissen noch Ehrfurcht. Denn der. Tod schafft einen heiligen Raum, vergleichbar jenen Räumen, in denen Das Unbegreifliche wohnt. So gibt es tausend Erscheinungen, an denen sich die wahre Ehrfurcht beweist, jene Ehrfurcht die nichts anderes ist als die Antwort des Menschen auf den übermenschlichen Aufruf zur Erhaltung der Welt. In diesem Lichte erhätt das Stucklem Brot, das unter den Tisch fällt und das die gute Mutter aufbebt feinen verklärenden Sinn, das Kleinste wird zum Größten wie der als Bettler verkleidete Gott. Die Mutter, die ihr Kind stillt, die schwielige Hand des Vaters, die zitternde Hand des Großvaters, der fein Essen verschüttet, der Knecht, der werft sein Vieh füttert, der Reiter, der zuerst fein Pferd versorgt, ehe er an sich selbst denkt wer kennt nicht diese rühenden Gestalten alter Erzählungen, die der tätigen Ehrfurcht vor dem Leben entsprungen sind? . Die Denkmäler hoher Baukunst, die Leinwand des Malers, die Handschrift der Dichter oder geliebter Menschen, der Blick der Unschuld, die Gestalten des Volkstums, die Sitte, das Alter, der Anblick eines sittlichen Menschen, ein Volkslied, die Stätten der Arbeit im Bergwerk oder vor dem Hochofen, die unberührbaren Wildnisse der Natur, der hilflose treue Hund, Der Vogel im Winter am Fenster, die stehende Frau in der Straßenbahn, der Mensch der Schmerz oder Liebe trägt, ein gestürzter Wagen, ja Der Fetzen Abfallpapier im WalDe oder auf Der Straße, all Die hunDert schutzbeDürf- tigen Bildchen des Alltags schwingen in demselben großartigen und herzbewegenden Kreise des wachsenden und blühenden Lebens, Das uns immer wieDer heimliche Winke gibt, voll Ehrfurcht an Das Ganze zu denken, Das unserer Obhut anvertraut ist. Hier scheidet sich Der Gewissenlose vom Menschen des Gewissens, Der Ehrfurchtslose vom Ehrfürchtigen. Wer Ehrfurcht hat, steht im großen Zusammenhänge, im Ring Der Menschen unD Mächte, im heimlichen, wortlosen Liebesspiele Des Sichtbaren und Des Unsichtbaren. Wir wissen, wie unsere Vorfahren etwa Den Baumfrevel bestraften und wie sinnfällig sie gegen Wucher und Fälschung vorgingen. Wir Deutsche als Das große Mittlervolk haben Diese Ehrfurcht vor Dem gewachsenen Leben auch Der anderen Volker tausendfach bewiesen: weil wir Diese Vergangenheit hatten, haben wir diese Zukunft, Der Dank Der schaffenden Mächte ist uns gewiß, denn Ehrfurcht ist auch die Scheu, Das wachsende Leben, Den Schlaf Der Welt zu stören und das Geheimnis nicht aufzuheben, es blühe Denn selbst aus Der dunklen Wurzel zum Lichte empor. Darum ist Die Ehrfurcht eine eigentümlich deutsche TugenD. Wir wissen, alle Strome entspringen in Der Nacht Des Berges, wer Den Berg abträgt, zerstört Die Quelle. So entstehen alle wahrhaft großen Dinge, Die Dann mächtig zur Tat roerDen, im unbewußt bildenden Schoße der Mutter; jeder Held war einst ein träumendes Kind, und nichts hat wohl in den letzten Tagen tiefer an die Seele gerührt als jener Gruß eines deutschen Soldaten im Wunschkonzert Der Wehrmacht an seine blinde Mutter. Das ist Ehrfurcht. Sie wollen wir hüten als Unser bestes Teil; Denn sie ist jene unbewußte Weisheit, Die uns mit Der hellen Nacht der Gotthett verbindet. Don Ehrfurcht umwittert möge unser Schicksal Dem Tag Der Große, dem deutschen Tage entgegenwachsen! WM KM W UL WW > IW WWA in schnelle Bewegung offensichtlich recht, bald Sei unseren Lustspm- und Fesselballonen im Westen r Höhen geführten Kämpfe in unseren Besitz gelangte. I- Die Bedeckung der gefangenen Franzosen hat uns nur ganz kurz einweifen können. Sie haben es eilig, schultert, als wir unter Ausnutzung einer Feuer- über Die Hohe zu gelangen, auf die immer wieder pause den unter schwerem Beschuß durch die fran- aut gezielte Lagen der französischen Artillerie ein- zösische Artillerie liegenden Ort erreichen, der im schlagen. Ihr fanzosischer Sprachschatz „Allez vite, Verlauf der um die südwestlich Pirmasens gelegenen allons“ genügt aber auch durchaus, die Gefangenen ,ange. Soeben haben 6 französische Gefangene unter der Bedeckung einiger leichtverwundeter deutscher Soldaten einen ihrer schwerverletzten Kameraden ge- Kasimir Edschmid: Italien, Inseln, Römer und Caesaren, mit 22Bildern. Preis in Ganzleinen gebunden 7,50 RM. (Sozietäts-Der- lag, Frankfurt a. M.) — (292) — Auch in diesem dritten Band seiner Italienbücher zeigt der Verfasser seine ungewöhnliche Gabe, die Geschichte aus den von ihr hinterlassenen Spuren wieder lebendig werden zu lassen. Dichterische Phantasie und eine in die Details vorgedrungene Sachkunde lassen aus den Trümmern ein Bild des antiken Rom vor uns zu bringen! Ihnen ist es aus dieser Gegend ju ver. Zeitschriften. — Fsiegeralarm! — Was nun? So heißt das diesjährige große Preisausschreiben der „Sirene". Es stellt 20 interessante Fragen aus dem Selbst« schütz, die nicht allzu schwer zu beantworten sind, wenn man sich jede Aufgabe genau überlegt. Die neue „Sirene^ enthält außerdem „Ein offenes Wort" des Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie v. Schröder, in dem allerlei Luftschuß°„Sünden" aufs Korn genommen werden. auszuschalt en — nebenbei ein tollkühnes Vorhaben — und über den Brenner oder Saloniki oder Konstanza in den Mittelraum einzubrechen. Die Neutralität Italiens zerstörte diese Möglichkeiten, ließ für uns eine zusätzliche Versorgung offen und bildet den Ausgangspunkt für eine Zusammenfassung der neutralen Mittelmeerländer. Die erste Wirkung war die Neutralitätserklärung selbst der Türkei und Aegyptens, beide trotz stärksten englischen Einflusses. 4. Das Kaiserreich Japan erkannte sehr schnell die Tragweite der deutsch-russischen Verständigung und folgte ihr, ohne das „weltpolitische Dreieck Berlin—Tokio—Rom" zu verlassen, wie die Feinde hämisch erwartet hatten. Ein riesenhafter tonhnen- taler Block von der Nordsee bis zu den japanischen Inseln gehört nicht mehr zum Unvorstellbaren. 5. Die T ü r k e i mußte den bereits eingegangenen Bündnisvertrag abschließen, als dessen Ziel die De fr nung der Meerenge und die Einflußnahme am Balkan, neben dem Gewinn von Häfen und Stütz« punkten im östlichen Mittelmeer für England — Frankreich leicht zu erkennen war. Der Tadel Rußlands brachte das alles ins Schwanken, auch die Türkei selber. Das Bündnis ist im Falle türkischer Verwicklung mit Rußland unwirksam, also im wesentlichen unterhöhlt. Die Wirkung erstreckt sich auf alle Balkanstaaten. 6. Das Bestreben Englands — viel weniger Frankreichs — die N e u t r a l e n so unter Druck zu setzen, daß sie ihre Schiffahrt und Wirtschaftskraft Deutschland völlig versagen und dafür England zur Ver« fügung stellen, stößt auf wachsenden Widerstand. Drei Großmächte, die im Weltkrieg gegen uns standen, kommen dafür überhaupt nicht in Betracht, |on- dern sind unsere stillen Partner. Eine vierte, die USA., wird stärker gehemmt als damals. 7. Die Wirkung der Propaganda, des Aufrufs zum „Kreuzzug" gegen die Angreifer, des deut« schen Volkes gegen die „Diktatur", schematisch derjenigen des Vorkrieges angepaßt, hat völlig versagt. Sie erreicht das deutsche Volk überhaupt nicht, bei den anderen Nationen findet sie eine mel kritischere Aufnahme. 8. Die militärische Rüstung Englands war n i ch t f e r t i g , als man leichtsinnig den Krieg auslöste. Die Luftwaffe ist besonders zuruckge« blieben, das Heer hat für feine Verstärkung von ; 6 auf 19 Divisionen keine Ausrüstung, die Flotte beherrscht nicht mehr die Meere, weder Nordsee, noch Mittelmeer, noch chinesisches Meer. El" unangreifbares Deutschand erwidert durch die Dffenslve seiner Luftwaffe und Kriegsschiffe den Handelskrieg und vergilt Blockade mit Blockade. Die Wirkung auf England wurde in 8 Wochen fühlbarer als in Deutschland. Deutschland selber ist blockadefest und von drei Seiten versorgt, sein wirtschaftlicher oder politischer Zusammenbruch ausgeschlossen. 9. Die Waffenfolge des Empire enttäuschte stärkstens: Irland neutral und eher englandfeindlich, Indien ablehnend, Südafrika, Australien, Neuseeland, Kanada schicken keine Hillskorps; nur nominelle Unterstützung ist zu- aesichert.' In Südaftika Loslösungsbewegung der Buren. 10. Die britische Kauf- und Kredit kraft zur Finanzierung von Kriegskäufen ist .ernsthaft vermindert, neue Pfundentwertunug setzte ein, sobald Kontrakte mit Amerika für Schiffahrt und Waffen tn Sicht kamen. Das Nationalvermögen ist bereits halbiert, viele Auslandswerte sind eingefroren, zinslos und unverkäuflich. Die innere Desorganisation senkt die Ausführkraft weiter. Alles in allem zeigt ein Ueberblick, daß England noch nie unter fo ungünstigen Verhältnissen einen Krieg begann. Gewiß ist noch vieles im Fluß, und die materielle und politische Widerstandskraft des Weltreiches zu unterschätzen, wäre verhängnisvoll. Aber dafür hat sich das deutsche Kriegspotential noch nicht im entferntesten voll entfaltet. Wir stehen erst am Anfang, und was noch im Schwanken ist, mag durch wichtige Ereignisse entschieden werden. „Das britische Empire", sagte Abg. Babson vor der Handelskammer in Boston, „hat seine Aufgabe erfüllt und keinen polifischen Zweck mehr". Das soll dieser Krieg des näheren beweisen. hört das Aüfheulen der Motoren, das Knattern der Maschinengewehre, eifern bleiben bie 3äger hinter ihren Gegnern. Dort, der Linke, den sich der Schwarmführer vorgenommen hatte, geht aus dem Kurbeln plötzlich in einen wilden Sturzflug über, weit zurück bleibt ein Fallschirm, einer hatte aus- steigen können; unten zerschellt die Maschine, eine Stichflamme zuckt hoch. . Aehnlich war es mit dem rechten der Drei ergangen. Unerbittlich hatte ihn sein Verfolger gejagt und mit gutgezielten Feuerstößen erledigt. Dem mittleren aber wurde plötzlich eine Hilfe zuteil. Der ftanzösische Jäger von vorhin hatte sich wieder herangepirscht und versuchte nun seinen Kameraden zu befreien. Unser Jäger roar wirklich in eine Zwickmühle geraten. Ganz nahe, fast auf Rammentfernung, ging er jetzt an den Gegner heran und jagte ihm nochmals eine dicke Ladung in den Bauch; die gab ihm dann auch den Rest. Auch erledigt. Als er sich jetzt nach dem französischen Flieger um- sah, konnte er eben noch beobachten wie der abgedreht hatte und abhaute. Heute war ihm scheinbar bei den Deutschen die Luft zu dick. Immer lebhafter war die Erzählung geworden, einer ergänzt den andern. Die Erinnerung hat sie in ihren Bann geschlagen. Eben waren sie wieder fort und morgen werden sie wieder fliegen und alle Tage; denn sie sind deutsche Jäger, und die sind auf der Wacht. Brade Geleitwort versehen. Wer sich vor Augen hält, daß er diese Kostbarkeit für 80 Reichspfennige in seinen Besitz bringen kann, wird immer wieder erstaunt sein, wie es möglich war, würdigste Ausstattung und höchste drucktechnische Leistung bei denkbar geringstem Preise zu vereinen. Dr. Fr. W. Lange. — Festschrift des Bücherwurms zu Beginn feines 25. Jahrgangs, dem Herausgeber gewidmet von Freunden und Mitarbeitern, besorgt von W. G. Oschilewski (Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig), 2,50 RM. — (258) — In erlesener Gestalt, wie sie dem festlichen Anlaß entspricht, sind hier Beiträge wesentlicher Mitarbeiter der bekannten literarischen Zeitschrift zusammenge- faßt worden zu einem Almanach, der jedem Bücherfreund ästhetischen Genuß und darüber hinaus vielfältige Anregung vermittelt. Die Autoren zu nennen, würde den Rahmen einer kurzen Anzeige sprengen. Die Worte, mit denen sich viele ständige Mitarbeiter der Zeitschrift an den Herausgeber Karl Rauch wenden, zeugen von einer Arbeitsgemeinschaft, deren schönste Frucht diese Festschrift darstellt. Fr. W. Lange. — Josef Hofmiller : N o rd i s ch e Märchen. Zweite vermehrte Auflage. Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig. Preis geb. 3,60 RM. — (261) — Josef Hofmiller, dessen ungemein vielseitiges und anregendes Wirken eigentlich erst jetzt durch die von Karl Rauch geförderte Gesamtausgabe seiner Werke einer breiteren Oeffentlich- feit aufgeht, war nicht nur ein feiner Kenner moderner Literaturen, sondern hatte auch tiefites Verständnis für das Wesen der Volksdichtung, zumal in feiner eigenartigsten Form, dem Märchen. Diese Bearbeitung der von Svend Grundtvig in Dänemark gesammelten nordischen Märchen zeigt Hofmiller als einen Meister der Sprache, dem die Gabe der Einfühlung ebenso zu eigen ist, wie die Kraft persönlicher Prägung. Sein Sinn für wahr- „Aahkamps mit Bajonett und Handgranaten." PK.-Sonderbericht von Willi Stöhr. Büchertisch. — Klaus Erich Bverner: Dasunw andelbare Herz, Roman einer deutschen Familie. Preis in Leinen geb. 9,80 RM., drosch. 7,50 RM. Verlag Holle 8- Co., Berlin. — (243) — Die Angst des deutschen Lesers vor der Weitläufigkeit umfangreicher Familienromane gehört der Vergangenheit an. Das angelsächsische Beispiel hat Schule gemacht und trotz des auf Konzentration drängenden Tempos unserer Zeit ist heute auch in Deutschland wachsende Bereitschaft zur Vertiefung in die wechselvollen Schicksale einer ganzen Geschlechterfolge festzustellen. Boerners Roman spielt zum Teil in Frankfurt, zum Teil auf dem Boden der Mark, im Lande Fontanes und knüpft damit an eine Tradition an, deren Verpflichtung der Verfasser sich bewußt ist, wenn er auch eigene Wege geht und andere Formen sucht und findet. Etwas breit und ins einzelne aus» spinnend beginnt Doemer mit der Schilderung des Lebens eines alten märkischen Adelsgeschlechts, erst nach dem ersten Drittel wird das Problem sichtbar und dann mit wachsender Wärme packend gestaltet: die unwandelbare Treue eines Frauenherzens zu haften Humor und fein feines Ohr für alles Echte in alten Dolksüberlieferungen haben ihm bei dieser Nachschöpfung nordischer Märchen Pate gestanden. Dr. Fr. W. Lange. Familie und Scholle. Der Roman umspannt etwa die Epoche von 1880 bis 1930. Der Wandel in der geistigen Lage Deutschlands während dieser Zeitwende klingt in vielen Gesprächen an. Aber wesentlicher ist die sichere Charakterisierung einer Reihe scharf umriffener Persönlichkeiten und die feine psychologische Deutung einer Frau von besonderem Schlag und ihrer Schicksale. Das Leben selbst gab hier den Stofs und aus feiner Fülle gestaltete Der Erzähler einen Familienroman von Rang, dessen heitere, trotz allem Schweren und Problematischen mutig zum Leben ja sagende Besinnlichkeit den Leser lange gefangen hält. Fr. W. Lange. — Bettina E w e r d e ck : Angela Kolde- w e y. Roman einer jungen Aerztin. Preis in Leinen geb. 5,80 RM. Verlag Neues Volk, Berlin SW 68. — (297) — Mit großer künstlerischer Kraft ist hier Die ergreifende Lebenstragödie einer jungen Aerztin gestaltet worden, die an der gleichen unteilbaren Krankheit zugrundegeht, deren Erforschung und Bekämpfung sie ihr Leben gewidmet hatte. Ihr bedeutete der Ärztberuf eine Berufung, die kein persönliches Glück neben sich duldet. So löst sie sich aus der Liebe zu einem Künstler und gibt sich mit fast verzehrender Inbrunst ihrer Arbeit hin, um Dann in furchtbarem Erschrecken die ersten Anzeichen der heimtückischen Krankheit, die sie erforscht, an sich selbst zu spüren. Um ein Kind äu haben, das ihren Eltern Trost sein kann und In schwinden. Vorsichtig in Den Ort eindringend, stoßen mir bald auf eine feste Scheune, in der die Reserve, gruppe eines Zuges mit Dem Zugführer Unterschlupf gefunden hat. Der Zugführer, em Leutnant, Der bereits Den Weltkrieg mitgemacht hat, ist gerade dabei einen Melder für feinen Kvmpameführer ab- zufertigen. Die Auskünfte, Die uns inzwischen Die Männer feines Zuges über die Eindrücke dieser Nacht und des soeben überstandenen Handgemenges mit den Franzosen geben sollen, sind zunächst sehr karg. Schwer hat ihnen das ununterbrochene Artilleriefeuer zugesetzt, dem sie ohne große Deckungsmöglichkeit standhalten mußten. Als der Franzose dann die deutsche Stellung für sturmreif hielt, kam es zum Handgranaten- und Bajonettkampf. ,/Do hoabns gestanden, meine Buabn!" entfuhr es' dem Leutnant. Die Bemerkung war nicht für uns gemacht. Der Leutnant schrieb, ohne aufzusehen, an seiner Meldung weiter. Aber der Stolz aus seine Leute leuchtete noch auf seinem übernächtigten und durch die Anstrengungen abgezehrtem Gesicht. In diesem Nahkampf hatten die Franzoien nichts mehr zu bestellen. Das war etwas anderes, als untätig Dem Artilleriefeuer standzuhalten. Der Erbitterung Der Deutschen SvlDaten hielt Der Angriffsgeist Der Franzosen nicht lange stand; weit über Die befohlene Linie brachte Der Gegenstoß Den eingesetzten Zug. Die Zahl Der Gefangenen betrug hier insgesamt 25. Die Ausbeute an erobertem Kriegsgerät war groß. Ein französischer Granatwerfer mürbe bereits ein» gehendem Studium unterzogen. Es ist nicht Daran zu zweifeln, Daß Der Franzose mit seinem eigenen Material bearbeitet roorDen märe, wenn er an diesem Tage noch die Lust verspürt hätte, weiter an- zugreifen. An ein französisches Maschinengewehr hatten sich ebenfalls zwei Spezialisten zur Wiederinstandsetzung herangemacht. Ihr Bedauern war groß als das Gewehr scheinbar funktionierte, aber eine Schraube übriggeblieben war, die sie nicht mehr unterbringen konnten. erstehen so farbig und plastisch, daß Die politischen unD sozialen Kräfte, Die Damals vom Mittelpunkt Der Alten Welt ausstrahlten, Dem Leser ganz gegenwärtig werden und er vorn gesellschaftlichen und geistigen Leben Der Hauptstadt Der Caesaren einen ungeheuren geschlossenen unD umfassenden Eindruck empfängt. Die Gestalt Des Caesar als Mensch und Staatsmann in seiner geistigen Weite und historischen Wirkung bis in unsere Tage rückt uns Ed- schmid in einer scharf umriffenen Porträtstudie nahe. Seine Nachfolger, vor allem Augustus, wach» fen als Persönlichkeit in ihrem Wirken unD in ihren Ausstrahlungen aus ihren Bauten vor uns empor. Aber auch das ewige Rom, der Magnet für Dichter, Künstler und Forscher aus aller Well findet in Der liebevollen Betrachtung Edschmid» seinen Platz. Einleitend wird — ein besonders schönes Kapitel — auf Elba Der Schatten Napoleons lebendig, auf Caprera folgen wir den Spuren Garibaldis, zum Schluß sehen wir in Ostia das Neuyork Der antiken Welt wieDer erstehen und in Den (Strusferftäbten Die älteste Kultur Der Halbinsel erwachen. Die Liebe zu Rom macht Edschmid zu einem beredten Deuter seiner großen Denkmäler, Dem man gern auf seinen Wanderungen folgt. Dr. Fr. W. Lange. — Tannenberg. Ein Bericht von P. C.Et- t i g h o f f e r. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebunden 2,85 RM.) — (214) — Die Ereignisse im Osten um die Monatwende August/September haben einen Gedenktag in Den HintergrunD treten lassen, Den zu begehen Das deutsche Volk sich an* schickte: Die Erinnerung an Die große Schlacht von Tannenberg. Diese Schlacht mit all ihren Einzelheiten läßt Der bekannte Kriegsschriftsteller P & Ettighoffer in Dem vorliegenden Buche in packender Weise vor Dem geistigen Auge Des Lesers lebendig werden. „Eine Armee wird zu Tode marschiert", diese Kennzeichnung stellt Der Autor an Die Spitze feines auf umfangreichen Materials ausgearbeiteten Berichts. Der alte Frontkämpfer M-t Dabei dem Leser ein ungeheuer fpannenbes Bild von Der großen Schlacht, Deren Dramatischer Verlauf in allen seinen Wechselfällen für beide Fron- ■ ten überaus packend zutage tritt. So hat Ettia- 1 Hoffer mit seiner reichen Erfahrung in der schrill' i stellerischen Auswertung kriegsgeschichtlichen Mats- 1 rials und mit seiner künstlerischen Oeftaltungstraft > ein Buch über Diese gewaltige Schlacht geschrieben, I das jedem Leser auch heute noch ein sehr wert- ‘ voller Besitz und eine bleibende Erinnerung an i jene große deutsche Zett sein wird. i Ernst Blumscheiifc Dem sie selbst eine sinnvolle Fortsetzung ihres so ( grausam vor Der Zeit beendeten Lebens sieht, < chließt sie mit einem jungen Arztkollegen Die Ehe, eine innige Zuneigung bald aufrichtig erwidernd. \ Die immer wilder aufkeimende Hoffnung, sie könne sich doch getäuscht haben, wird nack wenigen Jahren : des Glucks Durch den akuten Ausbruch Des Leidens zunichtegemacht. Nun übernimmt ihr Gatte mit fanatifdjer Hingabe ihr geistiges Erbe. Seine Forschungen werden zum Wettlauf mit Dem ToDe, aber als er Das Ziel in greifbarer Nähe sieht, erlischt die Lebensflamme der geliebten Frau. — Nur schwer löst man sich aus der Teilnahme an diesem Schicksal, das hier mit eindringlichem Ernst und feinem menschlichen Verstehen dargestellt wurde, zugleich ein hohes Lied auf Die große Mission des wahren Arzttums. Dr. Fr. W. Lange. — Georg Grabenhorst: Die Reise nach Luzern. Erzählung. Preis in Seinen geb. 3,80 RM. Verlag Albert Langen/Georg Muller in München. — (291) — Die Geschichte einer späten Liede, eines Abschieds von der Jugend erzählt Grabenhorst mit einer anmutigen Grazie und einer Fröhlichkeit des Herzens, die Die Wehmut Des end- Sn Verzichts in tiefes Glücksgefühl und frohe arkeit wandelt. Was hier ein norddeutscher Kunstgelehrter, noch jugendlich gestrafft, doch schon an der Schwelle Des mittleren Alters, auf der Reise zu Schweizer Freunden erlebt an betörender Liebe unD stiller Entsagung, von Der Jugend selbst belehrt, und wie er dann nach feiner Rückkehr in Die Wirklichkeit im Schoß Der Seinen zu friedevollem Glück zurückfindet, das nimmt Der Leser auch als eigenes Erleonis dankbar in sich auf. Fr. W. Lange. — Albrecht Dürer: Aus dem Gebetbuch Kaiser Maximilians. 24 farbiae Tafeln, Jnsel-Bücherei Nr. 550. Preis geb. 80 Rpf. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (347) — Unter Den hier schon mehrfach mit besonderer Freude angezeigten farbigen Bändchen der Jnsel-Bücherei nimmt diese meisterhafte Wiedergabe des Gebetbuchs Kaiser Maximilians, des letzten Ritters, des „Romanttkers unter den Cäsaren", mit den köstlichen Randzeichnungen Albrecht Dürers eine besondere Stellung ein. Mit schwebender Leichtigkeit hat Dürers Feder um Das herrlich klare und monumentale Bild des Textdrucks allegorifch-sym- bolifche Figuren gerankt, wie sie wohl Der phantasiereichen Vorstellungswelt feines kaiserlichen Herrn entsprechen mochten, aber der frei gestaltenden schöpferischen Laune des Künstlers entsprungen sind. Karl Heinz R e i s s i n g e r hat aus dem Werke Dürers besonders schöne und zusammenhängende Stücke ausgewählt und mit einem aufschlußreichen Brüllend jagen die Iagdmaschinen über Den Flugplatz, kreisen einmal in weitem Bogen über Das FelD und setzen Dann zur ßanDung an, holpernd rollen sie an ihren Platz, dorthin, wo wir schon wartend stehen. Schutzfenster werden auf- geklappt, die Piloten klettern aus Den Maschinen, lassen sich von Den hinzugelaufenen KameraDen aus Den Fallschirm gurten befreien und dann stehen sie vor uns. Zuerst zögern sie noch etwas, denn sie sprechen nicht gern über ihre Taten, aber Dann erzählen sie Doch. Gestern haben sie Drei Franzosen ab- geschossen. Das war so gekommen: Ein «chwarm Jagdflieger beim Grenzüberwachungsflug. In Der Gegend von Saarbrücken taucht ein französischer Jäger auf, Der Die Grenze überfliegt. Ge- rabe, als man ihn als Feind erkannt hat, kommen in entgegengesetzter Richtung nochmals Drei Franzosen Daher; balD kann man sie ausmachen: alle Drei Aufklärer vom Typ Potez. Der Führer Des Schwarmes stürzt auf Den feinDlichen Jäger zu unD zwingt ihn mit einigen wohlgezielten Feuerstößen abzudrehen unD in Richtung Frankreich zu verschwinden. Kurz wird zum Angriff formiert und eingeteilt. Blitzschnell muß jetzt gehandett werden, Denn Die Drei Gegner haben Die Jäger bereits auch erkannt unD versuchen zu entkommen. Mit Steilkurve unD Abschwung gehen sie auseinanber, aber jeher treulich gefolgt von unseren Männern. Eine tolle Kurbelei beginnt, man Bezeichnend für die Geistesverfassung Der französischen Führung und Truppe ist einmal der Befehl, Die französische Truppe erst Dann zu verpflegen, wenn sie ihr befohlenes Angriffsziel erreicht hat, und zum anderen Die geradezu kindische Angst der ranzösischen Gefangenen vor Mißhandlungen. Sie baten die deutschen Soldaten durch Gesten und Zeichen, ihnen nicht Die Hände abzuhacken oder Die Gurgel abzuschneiDen. Erstaunen und Unsicherheit malte sich dann auf ihren Gesichtern, als Die Deut- schen Soldaten Zigaretten mit ihnen teilten und Die Fürsorge Der deutschen Sanitäter für Die schwerverletzten Franzosen nicht geringer war als für Die verwundeten deutschen Soldaten. Demgegenüber schossen an Der gleichen Stelle vor einigen Tagen französische Soldaten noch auf einen bereits verletzt in seinem Fallschirm hängenden deutschen Flieger, Der aus feiner beschädigten Maschine ab- gesprungen war. Es gelang noch, Den Flieger zu bergen, aber zu seinen bereits erlittenen Verletzungen hatte er Durch Diese Beschießung neuerer- wundungen erhalten. Wir haben nicht verfehlt, Die französischen Gefangenen auf diese unterschiedliche Behandlung verwundeter Gegner aufmerksam zu machen. Unser Bildberichterstatter besuchte einen Der gegen Fliegersicht gut getarnten Aufstiegsplätze für Lufi- fperr- und Fe selballone an der Westfront. Hier wurde ein Ballon im Schutz eines Buchenwaldes in kürzester Zeit von Der Bodenmannschaft gefüllt. — (Presse-Hoffmann-M.) Abschuß dreier französischer Fernaufklärer durch deutsche Läger. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Kr.271 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) I8./19. November 1959 Aus der Stadt Gießen. Feldpostbriefe. Es machte uns doch immer eine Freude, wenn r-ir nach Hause kamen und auf unserm Schreib- sch der Brief eines Freundes lag. Wir griffen $im Brieföffner und nahmen das Schreiben wie en Geschenk aus dem Umschlag. Aufmerksam, mit läsem Lächeln, lasen wir die Mitteilungen. Ja, so kannte nur er erzählen! Wir lasen den Brief den Familienangehörigen vor... Nun haben sich die Zeiten geändert. Das Brief- Treiben hat auf einmal einen ganz andern Sinn bekommen. Schreibfaule werden nun zu emsigen Lriefoerfassern. Der Krieg hat ihnen einen Sohn, Lm Bruder, den Gatten oder auch den Freund entführt. Familienangehörige, die seit Jahrzehnten zisammenroohnten und lebten, wurden auseinander- ^rissen. Die Kinder sehnen sich nach dem Vater, de Frau entbehrt den Gatten, und der Vater bnkt an seinen Sohn. Und doch bleibt es nicht nur beim Gedenken an nufere Lieben. Nachrichten von der Front in die Leirnat und umgekehrt flattern herüber und hinter. Sie sind die Verbindungsfäden zwischen allen butschen Menschen. Dazu kommen kleine Pakete, von der Liebe erzählen sollen, die wir unfern Eoldaten entgegenbringen. Jedes Lebenszeichen, das mir von der Front kchalten, läßt unser Herz schneller schlagen. Es väre unbegreiflich, wenn wir nicht sofort die Feder ir die Hand nähmen und unseren Soldaten schrie- bit... Und so sitzen täglich, stündlich Hunderte, Dau- sride von deutschen Menschen und schreiben ihren Leben ausführliche Briefe. Feldpostbriefe! Sie sind doch etwas arideres r e „gewöhnliche" Briefe. Wir sollten sie deshalb sivr sorgsälttg aufheben, um später noch einmal d rin lesen zu können. Dann werden Erlebnisse o fgefrischt, an die wir vielleicht gar nicht mehr buken. In meinem Schreibtisch lißgt ein dickes Bündel sfttdpostbriese aus den Jahren 1914/16, von mei- n:m jüngsten Bruder. Ich hielt sie heute in der j>nö und las lange darin, las von feiner ersten Serrounbung, von dem Vorgehen der deutschen €3Ö)üten u. v. a.... Er stand wieder vor mir, fcr kleine, tapfere Kerl, mit seinen hellen Augen A d seiner Siegeszuversicht. Die letzte Karte oben- ette, und antwortete ernsten Gesichts: „Mann, das ird Gottesttänen! Die trinkt Mit Andacht!" Dar- ifer verwunderte sich der redliche Schwabe schr irD rief, die Augen zum Himmel erhebend: „Ach, iu lieb's Herrgöttle, warum hast du nicht auch in Äser Ländle g'weint!" Der Arme im Geiste des Weines! Er wußte licht, daß die „Gottestränen" auch auf die deutsche hDe gefallen waren, hier Mie «in dichter Sommerer en, dort träufelnd als ein kleiner Spritzer. * Stellt man sich für das deutsche Land einen >l!rrebstock" vor, der alle Lagen in sich birgt, bann unt die Wurzel dieses mächtigen Weinstocks am Klidensee, das Rebholz wächst längs des Rheines iiin seiner Landschaften durch Baden, Pfalz, tzk sen, Rheinhessen und Rheingau hinunter bis zum Mbengebirge,während sich die fräftigen Ranken inD Seitentriebe durch die Täler der Rheinneben- lüi'fe schwingen, an den Hängen von Neckar, Main, ähe, Mosel, Ahr. Ein paar verwehte Blätter dieses Rostocks aber grünen in nordöstlicher und östlicher ßgenb, in Guben zwischen Berlin und Breslau, in der thüringischen Saale, bei Meißen in Sachsen inn endlich noch im Schlesischen bei Grünberg. Daß die Worte Wasser und Wein die gleichen Irfangsbuchstaben haben, ist ein reizendes und ferlich nicht nur zufälliges Klangspiel der deut- tz n Sprache. Auch daß sich das Wort Wein, das ) euchtend und flüffiq anmutet, auf die Namen der e zströme des deutschen Weinlandes reimt, auf fein und Main, ist eine liebenswürdige, sprach- Merkwürdigkeit. „Der Rhein und der Main M der Stein (Mainwein)", heißt es in einem Ziingedicht, „sind die Kammerherm vom Wein". I2 diese schönen und reichen Flüsse sind Paladine t‘ von den Sonnenhügeln flutenden Weinsttomes. r Wein wurde immer als geheimnisvoll, erlaucht in» weihevoll begriffen. Die Antike erwies der m göttliche Ehren; das Mittelalter setzte in bie muh enteilen am Rhein und bU Beschützer des Weinbaus Urban und Kilian, und die neuere Zeit bezeugte ihr, so in Frankreich, militärische Ehren. Eine Zeitlang war es dort Brauch, daß die Truppen beim Vorbeimarsch gewissen Weinbergen der Bordeauxrebe soldatische Ehrenbezeigungen erwiesen. Die Flamme des Weins verbindet die Erde mit dem Himmel. Im Mittelalter hielt man den Wein für wirkliches Gold in flüssiger Form — Gold, Sonne und Rebe glaubte man miteinander verwandt. Daß sie miteinander verschwistert sind, scheint kein Irrtum zu sein. Wer also eine Fahrt zum Wein unternimmt, um ihm feine Ehrenbezeigung zu erweisen, reift zur Sonne in ihre hellsten und feurigsten Gaue. Der Wein verlangt noch immer diese Ehren. Nach einer alten lateinischen Formel, C O S, den Anfangsbuchstaben der Wörter colore, odore, sapore, Farbe, Geruch, Geschmack, vollzieht sich der feierliche Ritus der Weinprobe. Die drei ftrengen Richter äuge, Nase und Mund beurteilen den Wein und weisen ihm den eingeborenen Rang an. Der Wein ist der schlimmste Feind des Verstandes, und eben deshalb gehört zum Weintrinken Verstand. Aber auch Begabung, Erfahrung und lange Liede. Bekannt ist die kleine Geschichte jenes Wein- schlürsers, dessen große Kennerschaft einmal von seinen Freunden geprüft wurde, wozu sie ihm die Augen verbanden. Eine Probe nach der anderen verkostete der Prüfling bedächtig, den vorgeschriebenen Ritus bis auf den Buchstaben „c", der die Farbe bedeutet, genau beachtend. Er nannte alle die verkosteten Weine beim Namen, wie wenn er gute, liebe Bekannte grüße. Erdener Treppchen! rief er und stellte das Glas weg. Bernkastler Doktor begrüßte er ein zweites. Escherndorfer Lump! nannte er das dritte. Schwarzer Herrgott! lobte er beim vierten. Deidesheimer Maushöhle — Würzburger Stein — Wachenheimer Gerümpel — Johannisberger — wunderbare Namen, herrliche Sorten! Er kannte sie alle. Zuletzt reichte ihm ein Schalk em mit Wasser gefülltes Probegläschen. Der hocherfatz- rene Kenner roch am Glasrand, schmeckte, schlückerte, rätselte — endlich schüttelte er den Kopf und sagte, sich geschlagen gebend: Die Sorte sei ihm leider unbekannt. Derlei habe er in seinem ganzen Leben noch nicht getrunken! Farbe, Blume, Körper und Harmome der im Wein gebundenen Kräfte sind es nicht allein, die auf ein hingebungsvolles Weingemüt so bezaubernd wirken. Die leiseste und innerste Stimme des Weines, die heimlichste Offenbarung seines Wesens ist der Geist feiner Geburfelandschaft, den er m das Blut sendet, seine Urtümlichkeit, das Mld und den Geschmack seiner Heimat und Herkunft. Freundliche und gut geführte Weinstuben gibt es unzählige im Reich. Die meisten dürften in Wem- jMtea um Wasser liegen. In Laren Dächten, wenn der Mond in den Wellen schimmert und sein Licht die Weinberge überspinnt, ist es gut zu setzen, wie der unermüdliche Wirt die Flaschen aus dem Keller holt — doch nicht eisgekühlte Flaschen: Cis tötet die Blume und jeden Frühling!, sondern kellerkühle, damit der Wein seine volle und edle Würze entfalte! Und wer dann trinkt, probt und prüft, mag in Gedanken einstimmen in den guten Weingruß: Gott grüß dich, du lieber Landmann! Keinen bessern Gesellen ich je gewann. Gott behüt den Berg, den Stock und die Reben, Daran du heuer gewachsen bist, Gott geb deinem Stock Pfähl, Band und Mist Und Sonne und Regen und auch einen Mann, Der dich wohl fchneiden und hacken kann! Das vergrabene Herz. Don K. H. Waggerl. Das ist die Geschichte von einem Mädchen, das sein Herz vergraben hat. Wirklich, ein Mädchen, ganz allein in der Welt, ganz arm und verlassen. Wozu trage ich dieses Herz mit mir herum, denkt das Mädchen, es klopft und liegt mir wund in der Brust, ich habe nur Kummer von meinem Herzen. Und dann geht es also hinaus und sucht einen Stein auf dem Felde, du sollst mein Herz sein, sagt das Mädchen. Es ist ein runder schneeweißer Kieselstein, den vergräbt es nachts in der Erde, und zuletzt pflanzt es noch einen Baum darüber, damit er das Herz behüte und mit feinen Wurzeln festhalte. Ja, und nun hat das Mädchen also kein Herz mehr in der Brust, nun muß doch alles gut fein. Es geschieht dann, daß nachts jemand an das Haus kommt und klopft, ein fremder Mensch. Oder vielleicht ist es der Bruder, doch, vielleicht hatte das Mädchen noch einen Bruder in der Frernde, der ist jetzt heimgekehrt und will bleiben, das Herz hätte es wissen müssen. Aber das Herz ist vergraben, und darum geht der Bruder wieder und wandert traurig fort in die fremde Welt. Im andern Jahr ist es eine Frau, die abends am Brunnen vor dem Haufe fitzt, das Gesicht in der Hand verbirgt und weint. Ich bin deine Schwester, sagt sie, sei barmherzig! Das Mädchen läuft in der Nacht auf das Feld und fragt den Baum, fragt den Stein in der Tiefe — ist es die Schwester? Aber das Herz ist zu tief vergraben, es schweigt auch dieses Mal. Geh wieder, sagt das Mädchen zur Frau am Brunnen. Ich kenne dich nicht. Und das Haus bleibt lange leer. Die Vögel ziehen alle fort, sogar die Blumen am Fenster Der« welkem das. Mädchen sicht mit toten Augen zu. wie ringsumher alles stirbt. Sie ist verflucht, meinen die Männer. Nein, sie hat kein Herz im ßeibe* sagen die Frauen, die es besser wissen. Aber einmal im Frühling ist es so weit, daß der Baum auf dem Felde zu blühen anfängt, und da geht ein junger Mensch vorbei, der sieht den Baum, wie er blüht, weiß und rot und über und über. Und darum tritt der junge Mensch an das Fenster des Mädchens, um zu fragen. Wie kommt das, fragt er, warum blüht nur dieser einzige Baum auf dem Felde und alle anderen sind kahl?, Und warum hast du so traurige Augen, bist dil verflucht? Das Mädchen schweigt. Der junge Mensch hat nach dem Baum gefragt, nach ihrem Herzen unter dem Baurn, das rührt sie seltsam an. Sie fan-n ihn nicht bitten, daß er bleibe, aber sie sieht nicht gern, daß er geht. In der folgenden Nacht kommt der junge Mensch wieder an das Fenster. Ich liebe dich, sagt er jetzt und lächelt ihr zu. Ja, du gefällst mir, mit deinem blühenden Baum! Allein das -Mädchen kann ihm auch dieses Mal nichts antworten, es ist das Herz, das die Worte gibt, und das Herz liegt begraben. Das Mädchen hört den Schritt des Fremden in der Nacht verhallen. Geh nicht fort, denkt das Mädchen, verlaß mich nicht! Vielleicht ist alles gut, der Baum blüht ja doch. Komm wieder, vielleicht ist mein Herz noch nicht tot, wenn es blühen kann! Und in der zweiten Nacht wartet das Mädchen gar nicht mehr auf den klopfenden Finger, es läuft auf das Feld und kniet hin und gräbt mit den Händen in der Erde, sucht und gräbt. Aber der Baum gibt das Herz nicht zurück, o nein. Er Hütt es fest mit allen feinen Wurzeln. Und so kommt der fremde Mann zum letzten Male in der dritten Nacht. Er klopft gar nicht mehr — ich gehe jetzt! ruft er laut durch das Fenster. Du hast kein Herz im Leibe, sagt er, und dein Baum hat abgeblützt! Nein, bleibe doch! ruft das Mädchen in feiner Angst, aber der Mann hört es nicht mehr. Er steht auf dem Felde vor dem Baume und schneidet einen Zweig heraus, einen Stock für den Weg, weil er doch seine Liebe verlassen und wandern muß. Und nun springt plötzlich ein Brumren Blut au5 dem Baum, o mein Gott, ein breiter Brunnen Blut! Darüber erschrickt der Mann, und er läuft zurück in das Haus. Was ist das, will er sagen, dein Baum blutet ja, sieh her! Aber das Mädchen liegt schon still und weiß auf seinem Bett. Er schnitt nur einen Stock für die Wanderschaft aus ihrem Baum, da rann ihr ganzes Herzblut üt das Gras. Ja, still und tot, das ist die Geschichte von dertf Mädchen, das fein Herz vergrub. zu Strome. *♦ Strafkammer Gießen Meta Brix Roman von CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN (Nachdruck verboten.) 5. Fortsetzung. (Fortsetzung folgt.) RM-.27-45 U.-.9O Schröder. Wagner. Lortzing. Strauß. 1. 2. 3. 4. 5. 6 a) b) ►erbte Bekanntmachung Nr. 3 hierzu, die die schon an- gekündigte Neuregelung des Verkehrs mit Nähmitteln enthalten. Hiernach werden Nähmittel künftig auf Bezugsabschnitte abgegeben, für die durch eine Sonderbekanntmachung der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete der Sonderabschnitt 5 der Reichskleiderkarte bestimmt ist. Auf jeden Sonderabschnitt 5 werden für je 20 Rpf. Nähmittel abgegeben. Diese Bezugsmöglichkeit steht jedem Inhaber einer Kleiderkarte, also praktisch allen Haushastsangehörigen zur Verfügung. Als Nähmittel gelten Nähfaden, Stopfgarn, Stopfwolle, Nähseide und Leinenzwirn. Der Verbraucher kann auswählen, welche von diesen den Plan treten wollen. Es möge daher rechtzeitig und sehr nachdrücklich auf sie hrngewiesen werden. Es ist z. B. beobachtet worden, daß obskure Photoverarößerungsunternehmen Reisende umherziehen lassen, die Aufträge auf Herstellung von Vergrößerungen zu erlangen suchen. Ganz abgesehen von der Gefühlsroheit, mit der der Schmerz der Hinterbliebenen um ihre gefallenen Soldaten als Geschäftsanlaß wahrgenommen wird, werden von Unternehmungen der gedachten Art in der Regel minderwertige Bilder zu übersetzten Preisen geliefert. Wer das Bedürfnis fühlt, sich eine Bildvergrößerung des Kriegs gefallenen Herstellen zu lassen, sollte einen anerkannten Fachphotographen damit betrauen, die Reisenden unbekannter Unternehmen aber abweisen und ihre Namen der Deutschen Zentralstelle melden. Gewarnt werden soll ferner vor den Versendern sog. Andenkenmappen. Diese Unternehmen schneiden die Anzeigen über im Kriege Gefallene aus Tagesund blau), ___ ab 29. 11. 1939 für die Sonderab schnitte der Reichskleiderkarte für Männer und Knaben (gelb und grün), ab 14. 12. 1939 für die Sonderabschnitte der Reichskleiderkarte für das Kleinkind (rosa). Die Zuteilung erfolgt für einen voraussichtlichen Zeitraum von drei Monaten. Unabhängig davon gelten die Abschnitte solange, wie die Kleiderkarte Gültigkeit hat. Es kann deshalb jeder mit dem Kauf von Nähmitteln solange warten, bis ein tatsächlicher Bedarf vorliegt. Für die Belieferung gewerblicher Betriebe und die Belieferung öffentlicher Stellen sind Sonderbestimmungen getroffen worden, die diesen Betrieben durch ihre Organisation unmittelbar zugehen. schen zum Geburtstag. *♦ Die Stadtkalse mahnt. Die 7. und 8, Dorauszahlungsrate der Grundsteuer und die 3^ Vorauszahlungsrate der Gewerbesteuer 1939 und die 4. Rate der Bürgersteuer werden von der Stadt« kaffe zur Zahlung angemahnt. „Deutschlands Ruhm", Marsch Ouvertüre zu der Oper „Rienzi' Holzschuhtanz aus der Oper „Zar und Zimmermann" „Morgenblätter", Walzer „Schön ist's bei den Soldaten" Potpourri HL. und BOM. fingen und spielen zum Tag der Hausmusik. nicht alle am 21., dem Tag der deutschen Hausmusik, stattfinden können, sondern einige Tage früher oder später — beteiligen an dem großen Hinhorchen und Lauschen unseres Volkes auf die Melodien und Tone unserer Meister, so stellt sie sich damit in bie nteiben der kulturellen Organisationen und der Beruss- musikerschaft, sowie ungezählter Scharen begeisterter Musikfreunde in Stadt und Land, die den Tag der Hausmusik einen besonderen Kraftquell für unser Volk werden lassen wollen. Ob es nun Mozartsches Beschwingtsein ist oder die warme und herztiefe Schlichtheit der Volksweisen, ob fröhlich-straffe Sol- datenlieder klingen, oder die Innigkeit altdeutscher Flötenmusik: in allen Klängen offenbart sich die seelische Kraft und die künstlerische Begabung unseres Volkes. Alle diese Abende, die die Hitler-Jugend in größerem Rahmen aufziehen wird, sind mi^etra- gen von Konservatorien oder Iugendmusikschulen. Und die Gemeinschaftlichkeit des Einsatzes will dazu dienen, die Liebe zur Musik noch über den geschlossenen Kreis der Jugend hinaus in viele Hauser zu tragen und diese Liebe auch in den Familien z" wecken, in denen sie lange eingeschlafen war. wandte Gebiete veröffentlicht im Reichsanzeiger Nr. 269 vom 16.11.1939 eine Anordnung Bk 9 und Oie Versorgung mit Nähmitteln Ausgabe künftig auf Bezugsabschnitte. Oie bisherigen Eintragungen in die Kundenliste ungültig. „Unter dem Hoheitszeichen", Marsch „Der Siegesmarsch von Sieradz". Beide Märsche sind von dem Dirigenten des Konzerts, Obermusikmeiste» H. P. Schmidt, komponiert. Ein Einund achtzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 19. November, kann der Rentner Karl Busch, Neuenweg wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische seinen 81. Geburtstag feiern. 18 Jahre hat er als Serviermeister auf Textors Terrasse auf der Hardt gedient. Er war Mitbegründer des ftüheren -Gießener Kellnervereins und war dabei stets um die Besserung per sozialen Verhältnisse der Kellner bemüht. Wir beglückwün« Wenn es in den letzten Jahren schöner Brauch geworden ist, alljährlich im November den Tag der deutschen Hausmusik zu feiern, so ist wohl immer gerade die Jugend mit vollem Herzen zu diesem Fest herbeigeeilt. Das Gemeinschaftsleben in Hitler- Jugend und BDM. hat weite Kreise junger Menschen — ohne Unterschied des Herkommens — für Lied und Musik gewinnen können. Sonderformationen mußten aufgebaut werden, um den Bedürfnissen einer musikfreudigen Jugend gerecht zu werden. Auch im Gau Hessen-Nassau bestehen nicht nur in den Großstädten, sondern in manchem Landort Sing- oder Spielscharen: in einigen der mittleren und Kleinstädte sind, wie in Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt, Iugendmusikschulen im Aufbau begriffen. Auch gibt es in einigen Einheiten kleine Orchester, in denen die Jungen oder Mädel unter fachkundiger Leitung arbeiten, sich selbst und ihren Kameraden und Kameradinnen zur Freude. Wenn sich die hessen-nassauische Hitler-Jugend und der BDM. auch in diesem Jahre mit einigen Veranstaltungen — die aus örtlichen Verhältnissen Luise überflog ein Frösteln. Sw sagte: „Du kannst dich beruhigen, Konni — sie geben mir mein Kind nicht." „Das ist entschieden?" „Ja. Kemmrich rief mich gestern abend an. Und heute morgen sprachen wir auch noch einmal. Er meinte, es wäre nicht mehr zu machen. Mein Sohn bleibt also in der Ordnung eines bürgerlichen Lebens." Das klang zornig, aber dahinter faß der Schmerz. Brehm fühlte es. Nun war ihm die Veränderung die Luise zeiate, erklärlich. Er wollte beruhigen, aber Luise wehrte ab: „Was willst du ... die Leute haben natürlich recht ..." „Weißt du, Luise, wie man gegen Leid und Enttäuschung ankämpst? Mit Arbeit! Mit Arbeit, die gar nicht zum Grübeln kommen läßt!" Er sah die Frau an. Ihre Hände hingen schlaff herab, die Finger spielten nervös mit den Falten des Kleides. Er dachte man muß ihr doch helfen! Ihre leidvolle Haltung ergriff ihn. „Hör' zu, Luise: Mir wurde von Berlin die Spielleitung eines großen Films angeboten. Ich hatte Sestern nacht noch das Manuskript gelesen. Ich hätte ust, die Sache zu machen. Und dann nehme ich dich und Moravitzky mit hinein ..." „Nein, Konni ..." Luise unterbrach in hastig. „Nein ..." Sie strich mit ihren Fingerspitzen über ihre Schläfen. Der Schmerz bohrte unerträglich... Brehm sah sie verständnislos an. „Was heißt denn das ... nein ...?" „Lieber Konni", bat Luise. Es klang fast de- scheiden, sie bereute ihre Heftigkeit wirklich. „Versteh doch — ich kann im Augenblick wirklich nicht an neue Pläne denken. Ich danke dir vielmals ... wir sprechen noch darüber ... Aber laß uns jetzt arbeiten. Komm. Sehr viel Kraft habe ich heute nicht ..." „Gut. Gehen wir nach vorn. Und reiß dich ein bißchen zusammen, Luise. Morgen haben wir hier den letzten Drehtag. Dann spannst du aus ... fährst weg ... irgendwohin ... Aber einen Rat, Luise, bernde Frau ... ich mag sie furchtbar gern!" „So ..sagte Heilseld höflich. Diese Muschi interessierte ihn nun wirklich nicht. Er hörte dem leichten Geplauder nicht mehr recht zu. Sylvia legte ihre kleine Hand auf seinen Arm: „Sie hören mir ja gar nicht melu zu, Herr Doktor Heitfeld!" Es klang etwas vorwurfsvoll. „Verzeihung mein gnädiges Fräulein .. Sylvia stand auf? „Gehen wir einmal zur Tom- bola hinüber ..." Heitfeld war bereit. Die kleine Schauspielerin war bezaubernd. Und Waldemar Heitfeld blieb noch lange in der heiteren, ungezwungenen Gesellschaft. Am anderen Tage, als Heitfeld sich zu der Wohnung Jäckels begab, hatte er eine merkwürdige Begegnung. Das Wetter war schön, und er bummelte langsam durch die Stadt. An der Kreuzung der Kärnter Straße stieß eine Dame an ihn an, so heftig, daß er unwillkürlich beide Arme ausbreitete und die Unbekannte gegen ihn fiel. Er sah ein schönes Gesicht ... hineingetupft ein paar zarte Sommersprossen ... sah kastanienbraunes Haar unter dem kleinen Hut schimmern ... sah in ein paar erschrockene dunkle Augen ... „Verzeihen Sie ... ich war so in Gedanken..." bat eine tiefe, warme Stimme. Heitfeld ließ die Arme sinken und gab die Frau frei. Er zog den Hut und sagte in heiterer Verbind- lichkeit: „Es war mir ein Vergnügen, meine Gnä- digste!" Die junge Frau errötete leicht. Sie nickte chrn zu, mit einem Lächeln um den schön geschwungenen Mund, und ging rasch weiter. Waldemar Heitfeld sah chr nach, aber die schlanke, hochgewachsene Frau verlor sich sehr schnell im lebhaften Verkehr der Straße. „Schade ..." sagte Heitfeld halblaut vor sich hin. Einen Augenblick durchzuckte ihn der Wunsch, um» zukehren und durch den Verkehr zu stürmen, um vielleicht die Unbekannte noch einmal zu sehen ... ihr vielleicht zu folgen ... Aber noch während seines Gespräches nachher mit Jäckel und auch später noch manchmal sah er in Gedanken die Unbekannte vor sich, wie er sie in seinen Armen gehalten hatte. Er war ein großer Kerl, aber sie war ihm mit ihrer hochgewachsenen Gestalt fast gleich gewesen. Er sah das schimmernde Haar ... die erschrockenen Augen ... Der Abend bei Jäckel brachte Heitfeld sehr fesselnde Stunden. Er bewunderte die außerordentlichen Fachkenntnisse dieses Mannes und darüber hinaus das tiefe Wissen um die Kunst der Bühne und des Films. Jäckel besaß eine Bibliothek kunsthistorischer Werke über Zcheatergeschichte, Kostüm- Zeitungen aus, kleben sie in schwarz eingebundene, mehr oder weniger geschmacklose Mappen und senden diese Mavpen ohne Bestellung den Hinterbliebenen unter Anforderung eines Geldbetrages von einigen Reichsmark zu. Niemand ist verpflichtet, derarttge unbestellt zugesandte Erzeugnisse zu erwerben und zu bezahlen. Es besteht nicht einmal eine Pflicht zur Rücksendung. Der aufdringliche Lieferant möge sie bei den Empfänaern wieder abholen. Im übrigen mache man auch in solchen Fällen Meldung bei der Deutschen Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen e. V., Hamburg 11, Trostbrücke 4 II, ober bei der Zweigstelle der Deutschen Zenttalstelle, Berlin N 65, Lin- dowerstraße 6. Gießener wochenmarttpreise. * Gießen, 18. Noo. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 5 bis 10, Der Friedrich Haßler in Gießen hatte sich wegen Körververletzung mit Todesfolge zu verantworten. (Er‘bat am 9. Juli d.I. dem Ehr. Dietz in Gießen mit der Faust unter das Kinn geschlagen so daß dieser zu Boden fiel und sich schwere D, letzungen zuzog, an deren Folgen er einige Tage darauf verstarb. Die Tat gab der Angeklagte zu, er wollte aber angeblich mit einem gewissen Göbel abrechnen, der ihm am Tage vorher in einer hiesigen Wirtschaft ins Gefickt geschlagen habe und den er für den Verletzten hielt. Der Anklagevertreter führte aus, daß es sich bei dem Verletzten um einen fleißigen Arbeiter handelte, der für feine Frau und sein Kind sorgte, und bei dem Angeklagten um einen arbeitsscheuen, gewalttätigen Menschen, der in ein Konzentrationslager gehöre, und beantragte eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren. Der Verteidiger beantragte, dem Angeklagten mildernde Umstande zuzubilligen und auf eine Gefängnisstrafe zu erkennen, da der Angeklagte doch künde, Künstlerbiographien. Darunter befanden sich Werke, die einmalig waren und die man wohl inl keiner Bibliothek fand. Diesem gediegenen Wissen Jäckels gesellte sich btd Aufgeschlossenheit für alle Neuerungen, über die et sich in erstaunlichem Maße unterrichtet zeigte. Nach Abschluß der geschäftlichen Besprechungen sagte Balthasar Jäckel: „Und nun möchte ich noch etwas bei Ihrer Firma anbringen ... bet Ihrem Herrn Vater .. „Und das wäre?" fragte Heitfeld höflich. Er maM nicht neugierig. „Ich glaube, ich habe eine Sekretärin für Jhreil Herrn Vater." Der Doktor, nickte zufrieden: „Ausgezeichnet, Hers Jäckel! Das Fräulein hatte schon eine ähnliche Stellung? Ist aus der Branche? Eine Wienerin^ die nun zu uns nach Berlin möchte ...?" Jäckel sah zu dem blonden Mann hinüber. „Nein", erwiderte er. „Weder das eine noch das andere. Die Dame hatte bisher noch keine berartigfl Stellung." „3a ... aber dann weiß ich doch nicht recht .. meinte der junge Heitfeld zweifelnd. Jäckel fuhr fort: „Ich habe gemeint, ich würds ausführlich nach Berlin darüber schreiben, da Sie selbst, doch von hier gleich weiterfahren. Und bann mag Matthias Heitfell) entscheiden, ob er den Ver« such mit der Frau Somtat machen will." „Frau ...?" „Sa. Geschieden. War bisher Filmschauspielerin.* Der erfahrene Menschenkenner sah die Ablehnung im Gesicht seines Gastes. Er nickte: „Ick weiß genau, was Sie denken, Herr Doktor ... komische Ideen hat der alte Jäckel! Aber es liegen tiefere Gründe vor, die den seltsamen Sprung der Frau von einer künstlerischen Zukunft in eine unbekannte kaufmännische Tätigkeit verständlich machen. Ich bin übrigens der Ansicht, diese sehr kluge und sehr gewandte Frau kann Ihrem Geschäft und Ihrem Herrn Vater vor allem eine wirkliche Hilfe werden Um so mehr, als sie sich doch in den Bedürfnissen und Geschmacksrichtungen der Verbraucher gerade Ihrer Erzeugnisse natürlich sehr gut aus kennt." „Na gut ..." meinte der Juniorchef der großen Berliner Parfümerie. Sein Vater mochte da ent« scheiden. Obwohl ... „Ich hüte Ihnen Frau Domkat gerne vorgestellt", sagte Jäckel weiter. „Eine halbe Stunde, bevor Sie kamen, war sie bei mir. Aber sie hatte noch ein paar abendliche Außenaufnahmen, zu denen mußte ahr allein. Nimm den Moravitzky nicht mit. Ich meine es nur gut mit dir ..." „Danke schön, Konni — ich weiß —" Ja, dachte Luise, ich fahre dann fort ... Doktor Waldemar Heitfeld hatte bei seinem Aufenthalt in Wien zwei Begegnungen, die ihm — wenn auch in ganz verschiedener Richtung — starken Eindruck machten. Am ersten Abend begab er sich wirklich noch in den Zauberkreis der .^Lustigen Nacht der Künstler". In den Räumen und draußen in einem wundervollen, alten Garten tobte eine ausgelassene Fröhlichkeit. Er war in diesem Kreise ein Fremder. Er hatte auch nicht mit einem längeren Verbleiben gerechnet. Er wollte nur einmal durchgehen — vielleicht eine Flasche Wein trinken und sich das Fest besehen und — nun, das weitere konnte man vielleicht einem freundlichen Zufall überlassen ... Aber dann rief man ihn von einem Disch an: „Doktor Heitfeld! Wo kommen Sie denn her?" Ein Geschäftsfreund saß da, wie Heitfeld Juniorchef eines angesehenen Wiener Hauses. Er war in lustiger Gesellschaft und ließ Heitfeld natürlich nicht mehr los. Sogleich vermittelte er die Bekanntschaft mit ein paar entzückenden Frauen, Künstlerinnen von Bühne und Film ... Waldemar Heitfeld nahm die ftohen Stunden des Lebens, wie sie sich eben ergaben. Weite Reifen hatten ihm die natürliche Ungezwungenheit und Unbefangenheit eines weltgewandten Menschen gegeben. Er plauderte sehr unterhaltend und tanzte vorzüglich. Odilö Msry und Sylvia Marquardt waren entzückt. Und als er mit der schmalen, dunklen Sylvia tanzte, geschah es, daß ein anderer Tänzer der Künstlerin zuwinkte. Heitfeld sah den Mann an — sah einen markanten Kopf — schmal und rassig ... Als man wieder am Tisch saß, erkundigte er sich bei Sylvia nach dem Mann. Sie gab bereitwillig Auskunft; es war ein Bekannter von ihr. „Kennen Sie den Schauspieler Franz von Moravitzky nicht aus seinen Filmen? Er hat doch in der letzten Zeit große Erfolge." „Ja, Doktor Heitfeld", sagte der Geschäftsfreund, „den letzten Film mit dem Moravitzky müssen Sie sich anschauen!" „Moravitzky scheint heute ohne Muschi hier zu sein", plauderte Sylvia weiter. „Muschi ist nämlich seine Partnerin im Film. Und so ein Film-Liebespaar erwarten die Leute natürlich auch bei allen Veranstaltungen zusammen zu sehen. (Sine bezau- Nähmitteln er kaufen will. Hiernach entfallen z. B. auf einen Sonderab- schnitt 200 Meter Baumwollnähfaden oder 50 Meter Nähseide und 5 Gramm Stopfgarn, oder 20 Gramm Stopfgarn oder sonstige Nähmittel, die beliebig zusammengestellt werden können und deren Bezug sich natürlich in entsprechendem Umfang vergrößert, wenn die Haushaltung aus mehreren Personen besteht. Um die Belieferung sicherzustellen, werden die Einzelhandelsgeschäfte mit Nähmitteln in dem zur Deckung der Bezugsrnöglich- keiten erforderlichen Umfange beliefert, so daß jeber Sorttofuen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Hochzeitsreise". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Gern hab ich die Frauen geküßt". Tageskalender für Sonntag» Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Gasvarone". — Gießener Konzertverein: 16.30 Uhr Universitäts- Aula Klavier-Abend Claudio Arrau. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Hochzeitsreise". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Gern hab ich die Frauen geküßt". Spielplan des Stadttheaters vom 19. bis 26. November. Morgen Sonntag, 19 Uhr, findet eine Wiederholung der Operette „Gafparone" von Karl Millöcker statt. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Harry Grüneke. Chöre: Richard Boeck. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Mete statt. Ende 22 Uhr. Dienstag, 21. November, 20 Uhr: Erstaufführung , Die Mutter", Schauspiel von Walter Stanietz. Spielleitung Hans Geißler. 8. Vorstellung der Dienstag-Miete! Mittwoch, 22. November, 19.30 Uhr: Zum letztenmal: „Das Wintermärchen", Tragikomödie von William Shakespeare. Spielleitung Dr. Hannes Razum. 8. Vorstellung der Mittwoch-Miete. Donnerstag, 23. November, 20 Uhr: „Die Mutter", Schauspiel von Walter Stanietz. Spielleitung Hans Geißler. Diese Vorstellung findet als 9. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Samstag, 25. November, 20 Uhr: KdF.-Feier- abenbring 2. Vorstellung „Gasparone". Kein freier Kartenverkauf! Sonntag, 26. November, 14.45 Uhr: Theaterring der Hitler-Jugend 3. Vorstellung „Agnes Bernauer", Schauspiel von Hebbel. Kein freier Kartenverkauf. — 19 Uhr: Zum letztenmal „La Traviata", Oper von, G. Verdi. Musikalische Leitung: Richard Boeck, Spielleitung: Bernhard Schmitz. polizeikommiffar a. O. Kimmel 80 Lahre alt. Arn kommenden Montag, 20. November, kann der im Ruhestand lebende frühere Polizeikommissar Ludwig Kimmel, Marburger Straße 75 wohnhaft, seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar wurde am 20. November 1859 in Großen-Buseck geboren. Am 9. Juli 1887 trat er nach längerer Militärdienstzert als provisorischer Schutzmann bei der Polizei in Gießen ein, am 10. Oktober desselben Jahres wurde er definitiv an gestellt. Am 20. Januar 1910 wurde er zum Polizei-Oberwachtmeister und am 16. Februar 1921 zum Polizeikommissar beför- bert. In dieser Eigenschaft stand er dem 1. Polizeirevier, das damals noch in der Weidengaffe war, vor. Seine Versetzung in den Ruhestand erfolgte im Januar 1925. Der alte Herr hat sich während seiner langen Dienstzeit bei der Gießener Polizei allgemeine Wertschätzung erworben. Er war stets bestrebt, seine d mstlichen Pflichten in bester Weise in Einklang zu bringen mit den Wünschen und Erwartungen der Bevölkerung. Dabei zeigte er immer weitgehendes Verständnis für den Standpunkt der Volksgenossen, mit denen er dienstlich zu tun hatte. Er war auch allezeit bemüht, bei allen feinen Diensthandlungen in weitgehendem Maße menschliche Rücksichtnahme zur Geltung kommen zu lassen und dadurch jene enge Verbundenheit zwischen Behörde und Bevölkerung herzustellen, die immer zum Nutzen beider Teile gewesen ist. Daher wurde dem verdienten Beamten stets von allen Volksgenossen uneingeschränkte Hochachtung zuteil, die ihm auch seinen Lebensabend freundlich gestaltete. Zu seinem 80. Geburtstag wird chn sicherlich mancher Glückwunsch erreichen. Auch wir beglückwünschen den Jubilar herzlich. Warnung vor Kriegsschmarohern. NSG. Schon im Weltkrieg 1914/18 mußte die Deutsche Zentralstelle vor üblen Geschäftemachern warnen, die die Trauer von Volksgenossen um ihre im Kampf gefallenen Angehörigen geschäftlich auszuschlachten suchten. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß solche Konjunkturhyänen wieder auf Eier, Klasse A 12, Klaffe B IM, «Wfe D 10, Wirsing, % kg 6 bis 7 Rpf., 50 kg 6 RM* Weißkraut, % kg 5 bis 6 Rpf., 50 kg 4 RM., Rot. kraut, A kg 7 bis 8 Rpf., 50 kg 7 RM., gelbe Rüben, kg 7 bis 8 Rpf., rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 40, Feldsalat, Vio 10 bis 15, Zwiebeln, % kg 10, Meerrettich 35 bis 60, Schwarz, wurzeln 20 bis 35, Kürbis 6 bis 8, Kartoffeln, £kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,15 bis 3,45 RM., Aepfel, kg 15 bis 25 Rpf., Birnen 15 bis 20, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8, Endivien 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 dis 15, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Rpf. Platzkonzert am Stadttheater Am morgigen Sonntag, 19. November, findet in der Zett von 11 bis 12 Uhr in der Anlage an der Ecke Bismarckftraße und Hindenburgwall, unweit dem Stadttheater, ein Platzkonzert statt, das von der Regimentsmusik eines Infanterie-Regiments unter Leitung von Obermusikmeister H. P. Schmidt ausgeführt wird. Für das Konzert ist folgendes Programm vorgesehen: FWD. Die Reichsstelle für Kleidung und ver- s damit rechnen kann, Nahmittel in den Geschäften, • - ............. ~ " in denen er vor Kriegsausbruch gekauft hat, zu erhalten. Eine Eintragung als Kunde in den Ge- schäften ist nicht mehr notwendig, die bisherigen Eintragungen sind ungültig. Es soll jedem die Mog- lichteit geboten werden, falls er in dem einen Geschäft Nähmittel durch Zufall nicht erhalten sollte, diese in einem anderen Geschäft zu kaufen. Um einen allzu starken Andrang in der ersten Zeit zu verhindern, ist ferner bestimmt, daß die Belieferung erst von folgenden Zeitpunkten ab erfolgen darf: Ab 15. 11. 1939 für die Sonderabschnitte der Reichskleiderkarte für Frauen und Mädchen (orange n h 2 P s a e l< 2 0 ii ! t i 1 c I Aus der engeren Heimat Schwestemarbeii unter Führung der ASV Last gelegt. Der Kriminalbeamte, der die Sache aufgedeckt hatte, sagte als Zeuge aus, daß der Angeklagte als Ortsfremder unter die der Wilddieberei beschuldigten Leute.geraten und daran anscheinend Gefallen gefunden habe. Der Angeklagte entschuldigte sich mit Krankheit, er habe sich Fleisch verschaffen wollen und auch nur von feinem außerhalb des Dorfes befindlichen Haufe aus auf ein Reh, einen Hasen und ein Rebhuhn geschossen. Er wurde zu einer Gesamtstrafe von 5 Monaten Gefängnis unter AnrechniDkg der Untersuchungshaft ziales Element, eine gan- empfindliche Strafe treffen müsse. Biehmarktverlegung in der Butztagswoche. Fwd. In der Woche vom 19. bis 25. November 1939 finden die Diehmärkte in Frankfurt a. M., Mainz, Wiesbaden und Worms am Dienstag, 21.11., und Donnerstag, 23.11., in Darmstadt und Wetzlar nur je ein Markt am Dienstag, 21. 11., statt. nicht den Verletzten, sondern einen gewissen Göbel habe treffen wollm, der ihn, den Angeklagten, am Tage vorher geschlagen habe. Der Angeklagte wurde des Verbrechens der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig erkannt und zu einer Zuchthaus st rafe von 4 Jahren, abzüglich 4 Monaten Untersuchungshaft, verurteilt. Straferschwerend wurde berücksichtigt, daß der Verletzte nicht den geringsten Anlaß zu der schweren Tat gegeben hatte und den Angeklagten als aso- wirkung blieb. Der Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen e. V., der die selbständige Besttrn- mung über den Berufsweg seiner Schwestern freiläßt, will für die wirtschaftliche Sicherstellung seiner Schwesternschaft weitestgehend sorgen. Er wünscht, daß den vielen Frauen und Mädchen, die diesen Berus aus dem Verlangen ihres Herzens, ihrem Volk dienen und helfen zu können, ergreifen, eine würdige Lebenshaltung gewährt werden kann, aber auch anderseits die Sorgen im Alter in Fällen von Krankheit und Invalidität erspart bleiben. Mitglied können alle diejenigen freiberuflich tätigen Schwestern und Pflegerinnen werden, die hinsicht- lich ihrer Abstammung den Bedingungen zur Erlangung des Reichsbürgerrechtes entsprechen, die ledig und nicht vorbestraft sind. Die Ausbildung erfolgt in staatlich anerkannten Krankenpflege- bzw. Säuglingspflegeschulen. Nähere Auskunft erteilt in jedem Falle die Gauvertrauensschwester bei der Gauamtsleitung der NS.--Dolkswohlfahrt, Darmstadt, Steubenplatz 17. Jn den kommenden Dinier- seldzug gehen wir gerüsteter als igit. Das deutsche Heer besitzt die besten Waffen und seine Heimat ist getragen oom Opfergeist für das Kriegs.whw. die, wie gerade auch unser Gau Hessen-Nassau, in strengstem Maße den Einsatz der Schwesternschaft erforderten, haben sich unsere blauen Schwestern hervorragend bewährt. Ein Beispiel der höchsten Einsatzfähigkeit war auch die Besetzung des nunmehr übernommenen Robert-Ley-Krantenhauses, die in dem kurzen Zeitraum von drei Tagen notwendig wurde. Reibungslos verlief die Uebernahme des Krankenhauses, ohne daß die geringste Störung in der Pflege der Pattenten eintrat. Die trotz der Kürze der Zeit sorgfältig ausgewählten Schwestern waren derart befähigt, daß ihr persönlicher Einsatz in einer fremden Umgebung ohne schädliche Nach- NSG. Am Mittwoch wurde das Robert- Ley-Krankenhaus in Hanau von Schwestern des der NS.-Dolkswohlfahrt unterstehenden Reichsbundes der Freien Schwestern und Pflege- rinnen e. D. übernommen. Das mit 300 Betten aus- gestattete Krankenhaus wurde dabei mit rund vierzig Schwestern und dazu 25 Schülerinnen der Schwesternschaft des Reichsbundes besetzt. f Die Wirkungsmöglichkeiten dieser Schwestern- Organisation sind denkbar vielseitig. In der Krankenanstalt muß die Schwester neben den allgemein krankenpflegerischen Arbeiten noch eine beträchtliche Anzahl von Spezialgebieten beherrschen: so die Operationsschwester, Ne Röntgenschwester, die Büro- schwester und die Hausschwester. In Säuglingspflegeanstalten werden staatlich anerkannte Säuglingsschwestern und Milchküchenschwestern stark verlangt. Gute Aussichten auf Betätigung in Krankenhäusern und Sanatorien hat auch die Diätküchenschwester. Das Gebiet der Privatpflebe ist fast unübersehbar vielseitig, und eine tüchtige, gut ausgebildete Kranken- oder Säuglingsschwester kann gerade in der Familienpflege gute Dienste leisten. Die Schwesternschaft der Freien Schwestern und Pflegerinnen hat im Gau Hessen-Nassau drei Jung- schwesternheime, sechs Krankenhäuser, zwei Heilstätten, fünf Kinderheime und eine Kinderklinik mit ihren' Schwestern belegt. Außerdem hat der Reichsbund ein Schwesternheim für Schwestern der Privatpflege. Von den rund 600 Schwestern, bie in unserem Gau dem Reichsbund angeschlofsen sind, sind über 150 vertraglich gebunden, d. h. also, daß sie von der NSV. fest verpflichtet und besoldet werden. Eine Stellenvermittlung sorgt auch für den Einsatz der nicht vertraglich gebundenen Schwestern, deren Inanspruchnahme von privater Seite durch diese Vermittlungsstelle ohne Vermittlungsgebühren möglich gemacht wird. Die Einsatzfähigkeit dieser Schwestern hat sich schon feit den ersten Kriegslagen, ähnlich wie diejenige der NS.-Schwesternschaft bei der riesigen Arbeit der NSV.-Bahnhofsdienststellen bewiesen. Im Osten sowohl, als auch in den westlichen Gauen, —.— Homberg (Ohm), 15. Nov. Um für die erste Hilse gut ausgebildete Hilfskräfte zur Verfügung zu haben, wurden bereits an größeren Orten besondere Kurse zur Ausbildung geeigneter Personen durchgeführt. Im unteren Rathaussaal findet gegenwärtig ein gleicher Kursus statt, der der Ausbildung von Lai-enyelferinnen dient. Die Leitung des Kursus liegt in den Händen von Dr. Luft bzw. der NSD.-Schwester Mathilde. — Der hie- fige Wanderverein führte eine Wanderung nach Bleidenrod durch. Der Anmarsch führte über Neuhaus und durch den „Freien Mann", lieber Büßfeld erfolgte der Rückmarsch. 18 Mitglieder nah- kürzlich in Herborn 6 Leute ab geurteilt worden, und gegen andere Verdächtige aus dem hiesigen Landgerichtsbezirk steht die Verhandlung noch aus. Schweinemarkt in Homberg. Homberg, 16. Nov. Der Austrieb zum gestrigen Schwein em arkt betrug 96 Stück Ferkel. Für 5 bis 7 Wochen alte Ferkel zahlte man 13 bis 15 RM., für 7 dis 9 Wochen alte 15 bis 17 RM. und für 9 bis 11 Wochen alte Ferkel 17 bis 19 RM. pro Stück. Der Marktverlauf war ruhig, es verblieb kein Ueberftanb. Kreis Alsfeld. Schadenfeuer in Ober-Gleen. * Ober-Gleen (Kreis Alsfeld), 18. Nov. Am gestrigen Freitagvormittag gegen 11 Uhr wurde unser Dorf durch Feueralarm in Unruhe versetzt. In der Scheune des Landwirts Karl Kirschner II. war Feuer ausgebrochen, das rasch um sich griff. Die Ortsfeuerwehr war in kurzer Zeit am Brandherd, gleichzeitig wurden auch die Feuerwehr von Kirtorf und die Kreismotorspritze von Alsfeld herbeigerufen. Da in der Scheune viel Heu und Stroh lag, hatte das Feuer reiche Nahrung. Die Wehren mußten sich deshalb darauf beschränken, die anliegenden Gebäude zu schützen. Es konnte aber nicht verhindert werden, daß die Scheune und außerdem auch das Maschinenbaus, in dem sonst die Dreschmaschine steht, den Flammen zum Opfer fielen. Die Dreschmaschine blieb erhalten, da sie gerade für die Drescharbeit unterwegs ist. Der Schaden ist erheblich und um so bedauerlicher, als der ganze Weizen, der unausgedroschen in der Scheune lag, mitverbrannte. Die Ermittlungen über die Ursache des Feuers sind noch im Gange. Wilddiebereien und Jagdfrevel im Hinterland. Lpd. Marburg, 15.Nov. Im Zusammenhang mit den zum Teil viele Jahre zurückreichenden Wilddiebereien in den Waldungen des westlichen Teiles des Kreises Biedenkopf und Des angrenzenden Dillkreifes, die, wie schon berichtet, durch eine umfangreiche Aktton der Frankfurter Kriminalpolizei und der Gerichtsbehörden aufgedeckt wurden und zur Festnahme von Der- Mächtigen führten, standen zwei Verhandlungen vor dem Amtsgericht. Als Angeklagte wurden zwei Männer aus Breidenbach, S. und P., aus der Hast vorgeführt. Ersterer war in Sträflingskleidung, Denn bei der Untersuchung hatte sich ergeben, daß er vor 13 Jahren eine Brandstiftung begangen chatte, weshalb ihn das Marburger Schwurgericht zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilte. Es wurde "beiden Angeklagten zur Last gelegt, ein Reh, das -sich angeblich in dem Lattenzaun einer total aus- geplünderten verlaßenen Jagdhütte verfangen hatte, mit einem Taschenmesser abgeschlachtet und mitgenommen zu haben. Beide waren geständig und fugten hinzu, daß sie bei einem Abendspaziergang iort lagernde Kohlen, die sie geschenkt bekommen hatten, abholen wollten. Bei der Gelegenheit fei ihnen das Reh in den Weg gerannt und mit dem Kopf zwischen zwei Latten stecken geblieben. Wegen Jagdvergehens wurde S. zu 5 und der noch unbestrafte P. zu 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Dem folgenden Angeklagten K. aus Breidenbach, der auch lange in Untersuchungshaft sitzt, wurde Jagdfrevel in vier Fällen, auch Schlingenlegen, zur verurteilt. »utneiwpquiMi« w» umumuii Bekanntlich sind wegen der Fälle im Dillgebiet men an der Wanderung teil. Ulmdftmkprogramm Sonntag, 19. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Wir fingen den Sonntag ein! Ausführung: Der Frauenchor der Frankfurter Singakademie. 8.40: Dichter unserer Zeit. Br. Brehm: „Die wahre Welt . 9: Wie schön ist so ein Feiertag! 10; Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag — ,Ln unseren Herzen wird der Feind geschlagen". 10.50: Kleine Zwischenmusik. 11: „3um Sehen geboren — zum Schauen bestellt". Ein Goethezyklus. 12: Mittagskonzert. 12.30: Nachrichten. 12.50: Zwischenmusik. 13: Wehrmacht singt und spielt. 14: Nachrichten. 14.15: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15: Für unsere Kinder. „Die Reise zur Sonne". Ein Spiel nach einem alten Volksmärchen. 15.25: Volkstum und Heimat. .„Bauernland am Westwall" 15.50: Sport des Sonntags. 16: Großes Wunschkonzert für die Wehrmacht. 17 bis 17.10: Nachrichten. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. Montag, 20. November: 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.1-0: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Schulfunk (Grundstufe). „ „Der Regenwurm — ein Bauer unter der Erde." Eine naturkundliche Hörfolge. 10: Frohe Weifen. 11: Kammermusik. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Schloßkonzert Hannover. Es spielt Mütter! Wtebrottotfg Kitt I Gegen 2 mit einem X bezeichnete Nährmittel» abschnitte der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 6 Zähren erhalten Sie 2wöchentlich ein Paket — 250 g Maizena, das feit über 70 Zähren bewährte Säuglings- und Kindernährmittel. MAIZENA das Niedersachsen-Orchester. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch... 15: Aus einem Rüstungsbetneb- Nachmittagskonzert in Verbindung mit der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude". Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. 17.50: Sport. 18: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichsfenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 19.10: Musik zum Feierabend. Dazwischen Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandfender. Dazwischen: 22 bis 22.15: Nachrichten. Eigene Maßschneiderei für Anzüge und 6580 A 5399 A lte em ab lager ober Werk Eugen Dürr & Eo., Gießen x Uniformen in höchster Vollendung v im Alleinverkauf Markenkleidung v. Weltruf Lodenfabrik Frey München Nadel- und Laubholz, Schnittmaterialien aurf eigenen großen Produktionen Ostpreußisches Kiefernschnittholz Sperrholz - Isolierplatten - Furniere Hartplatten für Fußboden ufw. Mutti photographiert ihr Kleines. Die schönsten Bilder und die nettesten Erinnerungen für später sind die Kinderphotos. Die Agfa-Karat und der Agfa- Isopanfilm verhelfen Ihnen zu dieser Freude. Lassen Sie sich beraten von Photo-Geller Vahnhof Am 12. Nov. ist zu Neustadt im Odenwald im St. Marienkranken- haus nach schwerer Krankheit unsere liebe, gute Mutter. Schwiegermutter. Großmutter. Urgroßmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Frau Karoline Eger Wwe. verw. Pukallus, geb. Löffler Inhaberin des Goldenen Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter im Alter von 75 Jahren für immer von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenent Franz Szczepaniak und Frau Karoline, geb. Pukallus. Gießen. Frankfurt, Berlin. Saarbrücken. Darmstadt. Offenbach a M., Bartochow, Weimar. Bad Köstritz. Trusen, Singen, Kleinblittersdorf, den 18. November 1939. Die Beisetzung der Verstorbenen fand in der Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. __________6865V Erweiterung der Rundfunkgebührenbefreiuug. — Auch die Angehörigen der Einberufenen werden berücksichtigt. Im Hinblick auf die gegenwärtig erhöhte Bedeutung des Rundfunks hat der Reichsvostmimster die Rundfunkfreistellen vermehrt, damit bei der Befreiung von der Rundfunkgebühr kmderrerche Familien sowie die minderbemittelte Bevölkerung ländlicher Bezirke, vor allem aber auch dre, Angehörigen der zum Wehrdienst Einberufenen m stärkerem Matze als bisher berücksichtigt werden können. Der Reichsarbeitsminister hat deshalb neue Beitrm- mungen über-die Befreiung von der Rundfunkgebühr erlassen. Kinderreiche Volksgenossen können von der Zahlung befreit werden, wenn chr Einkommen bei Familien mit drei oder Witwen nut zwei Kindern den dreifachen Betrag des Richtsatzes der allgemeinen Fürsorge, bei größeren Familien den vierfachen Betrag nicht übersteigt. Von der Zahlung der Rundfunkgebühr können ferner Volksgenossen befreit werden, deren monatliches Einkommen bestimmte Beträge nicht übersteigt, und zwar beim Haushaltsvorstand oder Alleinstehenden in den verschiedenen Ortsklassen 48 bis 54 RM. Hierzu sind die Zuschläge für die weiteren Haushaltsangehörigen zu berücksichtigen. Für Empfänger von Familienunterhalt gilt eine höhere Em- kommensgrenze. Die können von der Rundfunkgebühr befreit werden, wenn das monatliche Einkommen der Ehefrau des Einberufenen 100 RM. und sonstiger Angehöriger als Haushaltsvorstand oder Alleinstehender 60 RM. nicht Übersteigt.. Zu diesen Beträgen treten die Zuschläge für weitere Haushaltsangebörige. Die Ausgaben für Miete dürfen von dem Einkommen nicht abgezogen werden, dagegen bleiben die laufenden Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien autzer Ansatz. Wenn eine besonders begründete wirtschaftliche Notlage vorliegt, können von der Rundfunkgebühr auch Voltsgenossen befreit werden, deren Einkommen die ge- ■ nannten Einkommensgrenzen um nicht mehr als । 15 Prozent überschreitet. 6855D Bekanntmachungen. Schokoladenabgabe zunächst nur für Kinder. In der Zeit vom 20. November bis 17. Dezember 1939 findet widerum eine Abgabe von Tafelschokolade, Pralinen und Lebkuchen statt. Die Abgabe hat im Lande Hessen und int Regierungsbezirk Wiesbaden unter Beachtung der nachstehenden vom Landesernährungsamt aufgeitellten Richtlinien zu erfolgen: 1. Zunächst werden in der Zett vom 20. bis 25.11. 1939 an Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahre 100 g Tafelschokolade oder 125 g Pralinen und dergleichen abgegeben. 2. Die Abgabe erfolgt mit Ausnahme an Kmder von Selbstversorgern auf Grund der Fettkarte, bei Kindern von Selbstversorgern auf Grund der Nährmittelkarten. Letztere müssen auf der oberen Hälfte der Vorderseite des Stammabschnittes mit einem Stemvelaufdruck oder einer Aufschrift „Selbstversorger-Kmd" und dem Dienststemvel der die Karte ausitellenden Stelle versehen sein 3. Der Einkauf 'kann von der Verbraucherschaft in allen Schokoladen- und Sutzwarengeschaften, Lebensmittelgeschäften, Konditoreien uiw. vor- aenommen werden. Eine Gewahr dafür, datz der Verbraucher in jeder Verkamsitelle die fraglichen Erzeugnisse gerade in dem oben angegebenen Verhältnis oder bestimmte Erzeugnisse einer von ihm angegebenen Marke oder Hentellerfirma erhält, kann nicht gegeben werden. 4. Die auf eine Karte entfallende Menge an Schokolade oder Pralinen kann nur in eurer Verkaufsstelle entnommen werden. 5 Die Abgabe der Erzeugnisse hat gegen Abstempelung mit dem Firmenstempel auf der Rückseite des Stammabschmttes der zum Bezug berechtigten Karte zu erfolgen. Dem ^Firmenstempel ist handschriftlich oder mittels Stenwel- aufdruck bei Abgabe von Schokolade der Vermerk „Sch. I", bei Abgabe von Pralinen der Vermerk „P. I" berzufugen. 68931) für gute Herrenkleidung Verständnis für individuelle Wünsche Schreinerei gesucht, welche die Anfertigung von Rahmen aus Nadelschnitt- holz übernimmt. Laufende Abnahme gesichert. Verlangen Sie nähere Angaben unter 6883D an den Gießener Anzeiger. Verlobüngs^Anzeigen liefert BrOhl'sche Druckerei X ,, . weil Sie gerade von Sicherheit sprechen, fäLU mir eine Geschichte ein, die ich neulich bei mir in der Bank erlebte. Kommt da ein langjähriger Kunde zu uns und will für seine Urlaubsreise einen größeren Betrag abheben. Wir machen ihm den Vorschlag, sich doch besser ein Akkreditiv oder einen Reisekreditbrief ausstellen zu lassen, um vor Verlust oder Diebstahl geschützt zu sein. Unser Vorschlag wird nach einigem Zögern angenommen. Gleichzeitig raten wir dem Kunden, etwaige zu Hause liegende Wertpapiere uns anzuvertrauen. Deichend lehnt der Kunde den Vorschlag ab; seine Effekten seien zu Hause genau so sicher wie bei uns. Nach 10 Tagen kommt er ganz aufgeregt wieder und erzählt, man hätte ihn telefonisch aus dem Urlaub zurückgerufen ; in seine Wohnung sei eingebrochen worden. Natürlich sind auch seine ganzen Wertpapiere verschwunden. Nun sah er - leider zu spät - ein, daß er besser getan hätte, dem Rat seiner Bank zu folgen. * Die Bank gibt Deinem gesunden Unternehmen Kredit • Die Bank steht Dir in allen Fragen des Wirtschaftslebens zur Seite. • Die Bank gewährleistet die schnelle Abwicklung aller Geldgeschäfte. • Die Bank berät Dich bei der Anlage Deines Kapitals, e X Die Bank verbürgt die Sicherheit Deines Eigentums. Mietet :iet SJ.-fpor/ Handball um den Lahnpokal! . < 229/30 - 2/4. MoMhaux SRuhl festgelegt worden. Wir im Kreis VIII (Gießen) werden ein recht umfangreiches Programm zur Abwicklung bringen, und zwar am 22. und 26. November. Einzelheiten ergehen noch. Eine Ueberfchneidung mit den Veranstaltungen des Fachamtes Fußball findet nicht statt. Es werden folgende Kämpfe ausgetragen: 22. 11.: Garbenheim — Münchholzhausen, Hörnsheim — Mto. Gießen, Dornholzhausen — Ebersgöns, Katzenfurt — VfB.-R. Gießen, Holzheim — 1900 Gießen, Dutenhofen — Hochelheim, Launs- bach — Krofdorf, Londorf — Großen-Buseck, Heuchelheim — Atzbach, Klein-Linden — Lützellinden, Großen-Linden — Hörnsheim/Hochelheim. ' 26. 11.: Garbenheim — Mto. Gießen, Hochelheim — Hörnsheim, Dornholzhausen — Großen- Linden, Großen-Buseck — Londorf, Beuern — VfB.-R. Gießen, Krofdorf — Launsbach, Atzbach — Heuchelheim, Dutenhofen — Lützellinden, Münchholzhausen — 1900 Gießen, Katzenfurt — W.-Nie- dergirmes, Ebersgöns — Holzheim. WHW.-Fußball-Stcidtekampf Gießen-Wehlar. Die Gießener Mannschaft. Für den bevorstehenden Städtekampf zu Gunsten des Kriegswinterhilfswerkes auf dem Waldsportplatz am kommenden Buß- und Bettag ist als Stadtoertretung Gießen folgende Mannschaft genannt worden: Dinges (1900) Möhl (VfB.-R.) Goß (1900) Carstens (1900), Leutheuser, Kraft (beide VfB.-R.) ÄonaMs Fleischhauer, Köppers Kraft Heuser (1900) (VfB.-R.) (1900) Das Fachamt Handball im Dienste des WHW. vetzr ift auch der Termin für die WHW.-Spiele des Fachamtes Handball und Baskettball endgültig verkehr führen würden, werden nicht weiter ver« ^3^'Volksgenossen und Volksgenüssinnen, die vom NSRL. oder seinen Gemeinschaften im Rahmen der Rechts- und Strafordnung des NSRL. oder der Satzungen der Gemeinschaften dauernd ausgeschlos« sen worden sind, können in die Gemeinschaft des NSRL. wieder ausgenommen werden, sofern sie bis spätestens 31. Dezember 1939 ihre Wiederzulas« jung beantragen. Die Anträge werden wohlwol» lend geprüft, wenn nicht ehrenrührige Verfehlungen gegen Staat, Partei und den Sportgeist den Ausschluß veranlaßt haben. 4. Ausschlüsse aus dem NSRL., die entsprechend den Satzungen der internationalen Verbände aus* gesprochen wurden, bleiben bestehen." Gegner. Schon manche Mannschaft hat dort Punkte lassen müssen. Wenn die Mtver dann doch gewannen, so war das der größeren Spielerfahrung zu verdanken. Die Londorfer haben aber in der Zwischenzeit dazugelernt und werden sich am Sonntag bemühen, die erlittene Schlappe wettzumachen. Ob ihnen das allerdings gelingt, ist fraglich, wenn nicht gar unmöglich. Die Mannschaft des Mtv. hat in der Pokalrunde eine so beständige Leistung gezeigt, daß nur unvorhergesehene Umstände zu einer Niederlage führen könnten. Der Sieg in diesem Spiel, das die Mtver mit einer starken Els sieht, würde gleichzeitig den Staffelsieg bedeuten. Dor diesem Spiel treffen sich die 2. Jugend- Mannschaften der Spvg. 1900 und des Mtv. Die bisher ausgetragenen Spiele (2) sahen jedesmal die Turner erfolgreich. 1900 Jugend — VfV-.Reichsbahn I. Am Sonntag trifft die 1. Jugend in den Spielen um den „Lahnpokal" auf die 1. Mannschaft des RfB.-R. Im Vorspiel konnten die Blauweißen einen deutlichen 10:0 Sieg davon tragen. Ob es diesmal wieder dazu kommt, muß abgewartet werden. Die Blauweißen, die am Sonntag gegen die kaum zu schlagende Els des Mto. hoch unterlagen, dabei aber doch ausgezeichnet spielten, dürften auch in diesem Treffen gegen den VfB. die Oberhand behalten. Die 2. Jugend trifft wiederum auf die 2. Jugend des Mtv. und dürfte um eine knappe Niederlage nicht herumkommen. Dor spannenden Rundenkämpfen des Sonntags. 1900 — Krofdorf Steinbach — VfB.-Reichsbahn Großen-Buseck — Leihgestern Großen-Linden — Watzenborn-Steinberg Die Rundenspiele werden demnächst durch die Im Lahnpokal geht es nun auch in den Staffeln 1 und 2 in die Rückrunde, nachdem die „erste Halbzeit" restlos abgeschlossen werden konnte. Die Spannung wird onhalten und das Interesse an den Spielen keineswegs nachlassen. Der kommende Sonntag sieht folgende Paarungen vor: Tv. Hochelheim — Tv. Hörnsheim. To. Lützellinden — To. Dornholzhausen. Tv. Münchholzhausen — To. Holzheim. Tuspo W.-Niedergirmes — Tv. Garbenheim. Tv. Katzenfurt — Tv. Atzbach. Mto. Gießen — Tv. Londorf. VfB.-R. Gießen — 1900 Gießen. Die Hochelheimer wollen diesmal unter allen Umständen gewinnen, um die Vorherrschaft des Meisters zu brechen. Ob und inwieweit das gelingt, hängt von der Verfassung ab, in der sich beide Gegner befinden. — Wird Lützellinden seinen Vorspielsieg wiederholen können oder wird es der jungen Elf Dornholzhausens möglich sein, diesmal Sieger zu bleiben? Das ist die Frage, die diesmal ihre Beantwortung erfahren wird. Wir wissen wie stark die Gäste sind und welchen Schwankungen vor allen Dingen Lützellinden bis jetzt unterworfen war. Das aber dürfte diesmal sicherlich ausschlaggebend sein. Wenn sich Münchholzhausen nicht zusammenreißt, wird es auch diesmal wieder zu einer Ueberraschung kommen. Dazu aber ist eine starke gegnerische Mannschaft erforderlich. Ob es möglich sein wird, die Voraussetzungen für eine Wiederholung des Vorspielsieges zu schaffen, liegt einzig und allein bei Holzheim. — An einem Sieg der Garbenheimer Mannschaft ist auch in Niedergirmes nicht zu zweifeln. — Ebenso ist auch kaum anzunehmen, daß Atzbach in Katzenfurt gewinnen wird. 7Nlv. I. — Tv. Londorf I. Der Tabellenerste und der Dabellenzweite treffen sich am Sonntag zum fälligen Pokalspiel. Im Vorspiel hatten die Mtver in Londorf einen schweren Stand. Die Londorfer sind zu Haus gefährliche Kriegsmeisterschaftsspiele obgelöst. Vorerst aber gehen die Kämpfe weiter und auch morgen dürsten einige Ueberraschungen fällig sein. Das spannendste Treffen kommt in Großen-Buseck zum Austrag. Die Partner sind als gleichstark anzusprechen, ein erbitterter Kampf wird zu erwarten sein. Die Teutonen treffen in Großen-Linden auf einen Gegner, der erst nach hefttger Gegenwehr verlieren sollte. Spielvereinigung 1900 — Krofdorf. Die Blauweißen haben am morgigen Sonntag auf dem eigenen Sportplatz die Mannschaft von Krofdorf zu Gast. Den Gastgebern sollte hier ein Sieg ohne Zweifel möglich sein, denn die Kros- dorfer sind bisher noch nicht so recht in Schwung gekommen und haben bei allem aufgewandten Elfer bisher noch mit wenig Glück gekämpft. Die Mannschaft ist noch nicht die Einheit, die ihr wohl selbst erstrebenswert erscheint. Aber was nicht ist, kann noch werden! Daß die Blauweißen das Spiel auf die leichte Schulter nehmen, erscheint nicht Zweckmäßig. Ueberraschungen liegen in der gegenwärtigen Runde dauernd in der Luft. Bei aller Annahme, daß sich die Platzbesitzer den Sieg sichern durften, ist doch zu berücksichtigen, daß die Elf der Spiel- vereiniguna bei allen bisher auch erzielten Erfolgen noch nicht befriedigend spielte. Besonders die Niederlage in Leihgestern gab zu denken. Die Mannschaftsaufstellung ist voraussichtlich die des Dorsonntags. Sporlgemeinde Steinbach I. — VfV.-Reichsbahn I. Am Sonntag empfängt die Mannschaft der Sportgemeinde ihre Gäste aus Gießen zum fälligen Rundenspiel. Die Mannschaft des Gastgebers wird m ihrer Aufstellung eine wesentliche Aenderung ersah - ren und wird alles versuchen gegen den starken Gegner ein ehrenvolles Ergebnis herauszuholen, dumm die Gäste etwas geschwächt antreten müssen. Man glaubt (wenn keine Enttäuschung einttitt) an einen knappen Sieg der Gäste und rechnet mit einem schönen und spannenden Kampf. Londorf I. — VfV.-rr. II. Die Grün-Weißen haben eine zweite Mannschaft aufgestellt und tragen in Londorf das erste Spiel der Kriegsmeisterschaft aus. Die Gastgeber haben bewiesen, daß sie kämpfen können. Da die Reserve lange nicht gespielt hat, dürste eine Niederlage nicht zu vermeiden sein. Watzenborn-Steinberg 1. Jgd. — VfV.-R. 1. Igo. Die Jugendmannschaft trägt ihr fälliges Rückspiel gegen die Teutonen aus. Im Vorspiel mußten sich die Grün-Weißen knapp geschlagen bekennen. Gnadenerlaß des Reichssportführers. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten gibt bekannt: „Die seit Ausbruch des uns aufgezwungenen Krieges in so reichem Maße bewiesene Opferbereitschaft und Einsatzfreudigkeit aller Kameraden und Kameradinnen des NSRL. veranlassen mich, auch denjenigen NSRL.-Mitgliedern, die gegen die sportlichen Gesetze verstoßen haben, allein jetzt gewillt sind, in opferbereitem Verantwortungsbewußtsein wieder mitzuarbetten, dazu Gelegenheit zu geben. Ich erlasse daher folgende Anordnunyen: 1. Zum Sportverkehr werden alle Mitglieder des NSRL., die mit zeitlicher Sperre vom Sportverkehr bestraft worden sind, wieder zugelassen. 2. Alle Verstöße gegen die Sportgejetze, die vor der Veröffentlichung dieser Anordnungen begangen wurden und zu einer zeitlichen Sperre vom SportWirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Tendenz sehr fest. Frankfurt a. M., 17. Nov. An der Börse setzten sich die Kurssteigerungen kräfttg fort und die Haltung war allgemein augesprochen fest. Die starko Geldfülle bewirkt weiterhin Anlagekäufe, anderer- seits fließt das Angebot nur spärlich im Verhältnis zur Nachfrage. . . Am Aktienmarkt konnte sich das Geschäft teilweise weiter beleben. Auf nahezu allen Gebieten lagen die ersten Kurse 1 bis 1,50 v. H. im Durchs schnitt höher. Bevorzugt wurden erneut Montan^ aktien, Verein. Stahl 98,75 (97,50), Rheinstahl 133,25 (132), Buderus 97 (95,50), Hoesch 110,90 (110), Mannesmann 105 (104,50). Ebenso zogen! Maschinenaktien weiter an, etwas mehr Adlerwerks auf 93,25 (92) und Eßlinger nach Pause auf 105,25 (103). JG.-Farben gewannen 0,75 v. H. auf 160N Im übrigen gewannen u. a. Aschaffenburger Zeitz stoff 3 v. H. auf 105,50, Allg. Lokal 6- Kraft 2,25 v.H. auf 136,75, Bemberg 1,75 v. H. auf 125,50, Salzdetfurth 1,65 v.H. auf 162,65 und VDM. 1,50 v. H. auf 149. Elektrowerte schienen vernachlässigt, sie waren zunächst ohne Notiz. Etwas leichter lagen! Heidelberger Zement Mit 136 (136,50). Auch der festverzinsliche Markt blieb fefy wenn gleich das Interesse zur Zeit mehr bei ben neu aufgelegten Industrie-Emissionen liegt. Reichs^ altbesitz 136,45 (136), Reichsbahn-DA. 125,13 (124,75), später 125,25. Reichsschatzanweisungeq wurden gefragt, auch Pfandbriefe weiter gesucht, Stadt- und Länderanleihen wenig verändert. Im dustrie-Obligationen uneinheitlich bei kleinen Ab« weichungen, nur 4,50 v. H. Main-Kraft n. P. 95,25 (96,25). Liqui-Pfandbriefe ruhig und bis 0,25 v.H, nachgebend. Freiverkehrsrenten waren wenig verändert. Im Freiverkehr war die Haltung ebenfalls fest. Elsäss. Bad. Wolle 80 bis 82 (zuletzt 77), Verein. Fränk. Schuh 66 bis 68 (65,50), Growag 76 bis 78 (75). Tagesgeld leicht anziehend auf 2,25 (2) v. H._____________________________________* Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Jngeborg Seybold Dr. Gustav Reitz Heeresbaumeister, LV d. R. Gießen Lehnheim Gr. Steinweg 23 z. Z. im Felde 3m November 1939 05062 Ihre Vermählung zeigen an Karl Schmidt Oretel Schmidt geb. Laule Heuchelheim bei Gießen Gießener Straße 94 Gernsbach (Baden) Blumen weg 2 18. November 1939 6877V J Allen Verlobten und zukünftigen Eheleuten in Gießen und Umgebung gewidmet ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Praktische Winke und Ratschläge für die Hausfrau Kostenlose Vermittlung des Buches nur an Verlobte durch die Geschäftsstelle des Verlages Schulstraße 7. 3hre Vermahlung geben bekannt Walter Geck Gertrud Geck, geb. Bauer Lüdenscheid Gießen, Gießen . Marburger Straße 119 18.11.1939 05079 3hre Vermählung geben bekannt Arnold Jung Llffz. in einem Jnf.-Reg. Else Jung, geb. Dalek z. Z. im Felde Gießen, Neustadt 45 den 17. November 1939 6889d| Or. Karl Schaum Gertrud Schaum, geb. Schuchard Vermählte Kirn a. Nahe Gießen 18. November 1939 6874V Wir haben uns verlobt Else Heller Karlheinz Etz Gießen Mainz im November 1939 05083 Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Schlitt Llffz. in einem Btl.-Stab eines Fnf.-Reg. Hilde Schlitt, geb. Hexamer Wehlar Gießen z. Z. im Felde Asterweg 6 18. November 1939 05074 Denken Sie schon jetzt an Ihren WEIHNACHTSBEDARF Sie werden gut beraten in der MODESTUBE KÖRNER jetzt Seltersweg 62 6903 D Telefon 3783 Bahnhofstraße innenden Kürze nehmen it entgegen. 6864V noch weite Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! NEUERÖFFNUNG föa'tfiü.fne’de 'Doll aus Saarbrücken hat ihren Betrieb nach Gießen verlegt und eröffnet heute Marktstraße 28 Telefon 3695 Spezialhaus größten Stils für feine Parfümerien, Seifen, kosmetische Präparate, Toiletten- u. Geschenkartikel, sanitären Damenbedarf 6882A