1244 erftts Blatt Mittwoch, |8.Mob-rMY 189. Zahrgimg ?Pl<* arft • - i: ■ 9 NORWEGEN ober die iwnooi 21 Deutschs neich ■tf SfMW. Uneins Bombe auf die Stadt Edinburgh umliegenden Ortschaften abgeworfen. ■ 8°8en v: °-h. 5h ;igt auf U t mschM & Äuei 78 bi; J wag mH Jagdflugzeug von unseren Bombern ab gegossen. Trotz schwersten feindlichen Flakfeuers ng es bis auf eine Maschine allen Deutschen, er unversehrt die Heimathäfen zu erreichen. je ganze Ostküste in Alarm. msterdam, 18. Oft (DftB. Funkspruch.) Die erländische Abendpresse hebt besonders hervor, im britischen Oberhaus die „B e s ch ä d i g u n g- „Iran Duke", Jellicoes Flaggschiff, zuge- n werden muhte. Weiter wird festgestellt, dah DANE e ^MARKt- Wen worden sind. Die „Southampton" ist erst im rü)jof)r 1936 und die „Edinburgh" sogar erst im Im gleichen Augenblick kommt das U-Boot in Sicht. Mit langsamer Fahrt nähert es sich der Hafeneinfahrt. Drei Hurras aus vielen deutschen Kehlen schallen den heimkehrenden entgegen. Dann erhebt sich ein Jubel, der vielen hundert Menschen, die die Hafeneinfahrt umsäumen. Das Musik- korps spielt die Nationalhymnen. Die Besatzung des U-Bootes ist in Paradeaufstellung auf dem Dor- und Achterdeck angetreten, auf dem Turm sieht man den Kommandanten. Die lachenden Mienen der Besatzung zeigen uns wie froh und stolz sie ist, nach dieser siegreichen Fahrt wieder in der Heimat zu sein. Nachdem das U-Boot festgemacht hat, kommt der Kommandant an Land und erstattet dem Oberbefehlshaber Meldung. Großadmiral Dr. Raeder schüttelt dem Kommandanten die Hand und beglückwünscht ihn zu dieser großartigen Tat. „Die Marine, ja das ganze deutsche Volk ist stolz auf Euch, tapfere U-Boot-Männer". Mit diesen Wor- etn heißt der Großadmiral die Besatzung in der Heimat willkommen. Dann betritt der Oberbefehlshaber, gefolgt vom Befehlshaber der U-Boote, Kapitän z. See Dönitz, der für seine hervorragenden Verdienste um die U-Boot-Waffe vom Führer zum Konteradmiral befördert worden ist, das U-Boot und richtet herzliche Worte des Willkommens an die Besatzung. Jedem einzelnen drückt er die Hand und überreicht ihnen im Auftrage des Führers ihre wohlverdienten Auszeichnungen, die Eisernen Kreuze I. und II. Klasse. Die Fahrt durch die Hafenanlagen bis zum Liegeplatz gestaltete sich zu einem wahren Triumphzug. Ueberall, an den Straßen, auf den Brücken uni/ Schiffen, stehen Menschen und jubeln den siegreichen Heimkehrern zu. Tücher werden geschwenkt und frohe Rufe schallen herüber. So wird der Liegeplatz erreicht, wo die Kameraden van den an» Berlin. 17. Oft. (DJIB.) Arn 17. Oftober ft i e- en deutsche Ouftftreitfräfte bis auf >(a p a 51 oro vor. Die in der Bucht liegenden Weiten der britischen Schlachtflotte wurden m i t kfolg angegriffen. Heben anderen Kriegs- Mailand, 18. DEL (Europapreß.) Wie der „(Karriere della Sera" aus London berichtet, Haden die englischen Blätter spannende Einzelheiten über den Luftangriff auf die englische Flottenbasis im Firth of Forth aus Edinburgh erhalten. Da die Behörden kein Signal gegeben hatten, blieb die Bevölkerung während des ganzen Kampfes a u f den Straßen, um das seltene Schauspiel besser verfolgen zu können. Obwohl die Flottenbasis a u f dem gegenüberliegenden Ufer der Bucht liegt, haben die Bewohner von Edinburgh vom Ernst des Angriffes erst Kenntnis erhalten, als der Lustkampf in vollem Gange war. Auf Anfrage hatten die Behörden erklärt, es handele sich um eine Uebung des Luftschutzes. Tausende von Bewohnern strömten daher aus die Straße und verfolgten stundenlang das Vorgehen der Jagdflugzeuge während die Luftabwehr m einem fort feuerte und weiße Wölkchen an den Horizont zeichnete. Um das Schauspiel zu genießen, stiegen viele Bewohner mit Feldstechern bewaffnet auf die Dächer oder begaben sich ie'n' Kreuzer „Southampton" und von den deutschen Bomben ge- etunben. j i Aujichz e> und P Tungtn» rmcht. k Weizen-, i imrchpM Xe erfte ji Edinburg war Zeuge des Luslangnffs aus die englische Menbasis. yx&e Havre o Paris FRANKREICH i nl» Englands am Dienstag in Alarm- ust and befunden habe. Der „Telegraaf" schreibt, s>ah das Eindringen in die Bucht von Scapa Flow eine ganz besondere Leistung sei, soulbe bewiesen durch die Lrflärung, die Lord ha t f i e! b im Oberhaus gemacht habe. Der 2Ui- lilftr habe mitgeteilt, es sei unbegreiflich, oie es dem deutschen U-Boot gelungen sei, den stseidigungsmitteln dieses Hafens zu trotzen. Er 01» »as Eindringen des U-Bootes als einen be- 10,50 (1| Sauft 38 25 (128,1) ft, ÜH * J et S ii"'A '■$< BELGIEN 'Calais^. Die Heldentat von Gcapa Flow. Das Unvorstellbare ist geschehen: mitten in dem sichersten Schlupfwinkel, den die Grand Fleet überhaupt besitzt, hat ein deutsches U-Boot den Feind angegriffen und zwei feiner stärksten Schiffe torpediert. Ein unerhörtes Ereignis, das eine strategische Revolution bedeutet, das in der Geschichte des Seekrieges einzig dasteht und umwälzende Folgen für die gesamte Flottenpolitik nach sich ziehen dürfte. Man muß sich erinnern, daß sich während der ganzen vier Jahre des Weltkrieges weder einem deutschen noch einem englischen U- Boot gelang, ein gegnerisches Schlachtschiff zu vernichten. Nur Handelsschiffe, Kreuzer und andere kleine Einheiten fielen den U-Booten zum Opfer. Die von Wed di gen am 22. September 1914 ver- senkten drei Panzerkreuzer, die ohne Begleitschiffe auf offener See nordwestlich hoek van Holland fuhren, hatten zusammen 30 000 Tonnen Wasserverdrängung, während die von Kapitänleutnant Prien torpedierten englischen Schlachtschiffe zusammen 60 000 Tonnen stark waren. Man muß auch wissen, daß S c a p a Flow gewissermaßen der Inbegriff höchster Sicherheit war, daß diese berühmte Bucht, die dem Gros der britischen Home Fleet als Ankerplatz diente, durch Minenfelder, Netzsperren, Beobachtungsposten, Patrouillen- und Wachtschiffe aufs äußerste geschützt ist. Die Engländer wähnten sich hier völlig unangreifbar. Freilich, es war nur ein Wahn. Und man versteht nun, warum der verantwortliche Marineminister Winston Churchill dem englischen Volk tagelang Ort und Art der Katastrophe verschwieg. Den Wissensdurst der britischen öffentlichen Meinung, die in ihren Zeitungen beschwörend, aber vergeblich nach den Jtin k W | *. b ««I, «stvmjtz ernt; ur ta ‘•M Wann * MeV ’d|bie gesamte 0ff f üff e Schottlands London £ Sovpr; „Noyal Oak" und „Nepulse" in der Bucht von Scapa Flow torpediert Oer siegreiche Llboot Kommandant berichtet. Straße möchte^ ' angentii r, N»' Llroar te M tW r ich A* ijt wn ® n«6* ts M? i W* nache^ t * Z [he?*!* 15 e doch * 0 ihn n AM !ts. ’ Ä SHad) Berichten aus den Vereinigten Staaten von lmrika, aus Holland und aus Schweden hat der rjogreiche deutsche Luftangriff auf die englischen tliigsschiffe großes Aufsehen erregt Amerikanische •AM” gLUfjtb ZXUIltVtrn dltyt. «tinci. 1 R holländische Blätter berichten, daß die moder - rauftnw. ; Ien britifd)en T Ml KNnburgh 56 WV o f£\ Hamburg und zu den schnellsten Schiffen der Welt gehörten. „Stockholm Tidningen" gibt eine fernmündliche Unterredung eines Londoner Korrespondenten mit dem dänischen Konsul in Edinburgh wieder, aus der hervorgeht, daß der deutsche Angriff offenbar vol - lig überraschend gekommen ist. Uebereinstim- mend berichten die Stockholmer Blätter, daß zivile Anlagen nicht von Bomben getroffen worden sind. Churchill berichtet dem englischen Parlament. Die Torpedierung der „Mepulse" wird noch immer verschwiegen. London, 18. Oft. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus gab Marineminister Churchill eine Erklärung über die Versenkung der „Royal Oak" ab, in der es u. a. heißt: Das Schlachtschiff „Royal Oak" wurde am 14. Oktober, etwa 1.30 Uhr, von einem deutschen U-Boot in Scapa Flow vor Anker versenkt. Man kann nur mutmaßen, wie es dem U-Boot gelang, die Verteidigungskette zu durchbrechen. Wenn mir bedenken, daß dieser Ankerplatz im ganzen letzten Kriege als immun gegen solche Angriffe galt, wegen der Hindernisse, die die Strömung und die Netzbarrikaden bildeten, müssen wir diesen Durch- Mitm'. und Sur besser e» bt Inka- lM trocken ken 6,201 6,60, bo. E Heu, W cken ym ab Srjeucr mgen wx Berlin, 17. Oktober. (BUB.) Nach der glück- lichen Rückkehr des deutschen U-Bootes, das das britische Schlachtschiff „R o y a l Oak" und den britischen Schlachtkreuzer „Repulse" torpediert hat, ist es möglich, über den Ort und die näheren Umstände dieser jüngsten Tat der deutschen Kriegsmarine einen offiziellen Bericht ,u geben. Kapitänleutnant Prien war mit feinem U-Boot in die Bucht von Scapa Flow eingedrungen. Er hat bann aus den dort vor Anker liegenden britischen Kriegsschiffen den Schlachtkreuzer „R e p u l f e“ und das Schlachtschiff „Royal Oak" mit seinen Torpedos herausgeschossen. Trotz Minen- und Neh- sperre ist es dem Kommandanten des U-Bootes und seiner Besatzung gelungen, sich der englischen Gegenwehr zu entziehen. Festlicher Empfang in der Heimat Großadmiral Racder überreicht der Besatzung die Eisernen Kreuze. Bensroerten Beweis von großer Tüchtigkeit des chen U-Bootfommanöanten gekennzeichnet. 6e Kreuzer „Southampton" und dinburgh" im Firth of Forth getroffen. bruch eines U-Bootes als bemerkenswerte Errungenschaft wagemutiger Tüch- t i g k e i t ansehen. In Scapa Flow ist jetzt eine Unterfuchungskom Mission tätig, die über alles, was sich ereignet hat, berichten wird, und alles, was ich hier sage, muß der Revision im Lichte der Schlußfolgerungen unterliegen, zu der die Kommission gelangt. Das Schiff lag am äußersten Ende des Hafens, weshalb viele Offiziere und Mannschaften ertranken, bevor von anderen Schiffen Hilfe kam. Eine Lifte der Ueberlebenben ist bereits veröffentlicht worden, und ich bedauere sehr, dem Hause mitteilen zu müssen, daß 8 0 0 Offiziere und Mannschaften ums Leben gekommen find. Die Admiralität hat den Verlust dieses Schiffes sofort mitgeteilt. Der Verlust ist schwer. Inzwischen hat eine intensive Durchsuchung des Hafens zu keinerlei Ergebnissen geführt. Es ist jedoch klar, daß der Hafen nach einer gewissen Zeit wieder für Klar erklärt werden kann, da jedes U-Boot an die Oberfläche kommen müßte um Luft zu fassen oder zu Grunde gehen würde. Es werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitsmaßnahmen zu erfüllen, die sich im letzten Kriege als wirkungsvoll erwiefen haben. Im übrigen muß ich den Bericht des Ausschusses abwarten, der jetzt den Vorfall in allen technischen Einzelheiten untersuchen wird. (Scherl-Bilderdienst-M.) NW 1938 vom Stapel gelaufen. Es handelt 1 '4 cif o bei beiden Schiffen um modernste E in* Ui! e n der Kreuzerklasfe. Die „Southampton hat WO Tonnen Wasserverdrängung und eme O>e= foinbigfeit von 32,5 Knoten. Die „Edinburgh : >? '<) 000 Tonnen und annähernd die gleiche Ge- Wnbigfeit. Die „Southampton" ist mit acht 10,2- ! ^0 eschützen und reichlicher Flak-Artillerie bestiickt 'To hat sie drei Seeflugzeuge nn Bord. Die .Miburgh" zählt zwölf 15,2-cm-Geschutze und '^iiülls starke Fllik-Artillerie. , holländisch- Presse stellt den Angriss der setzen Luslwasse aus englisch- Kriegschisse >m M of Forth groh heraus und behandelt ihn als 'n-id)tigftc Tagesmcldung. Auch werden Angaben ■A die beiden getroffenen englischen Kreuzer Ktthampton" und „Edinburgh" ver°,knlbchl. iMtders heruorgehoben wird, daß beide Kriegs- Ri modernste Einheiten der britischen Flotte sind deren U-Booten schon bereit stehen, um die tapfere Mannschaft zu bewillkommnen. Nun hebt ein Erzählen an, immer wieder wird die kühne Tat in allen Einzelheiten geschildert. Vor den Toren aber sieht man die weibliche Bevölkerung des Städtchens mit großen Blumensträußen wartend, die nun ihrerseits ihren Anteil an dem Empfang der U- Boot-Fahrer erwartet. Walter Köhler. Verluste wie die bisherigen auf die Dauer untragbar. Madrid, 18. Okt. (DNB. Funkspruch). Die letzten deutschen Waffenerfolge machten in Spanien nachhaltigen Eindruck. Das Zurückgehen der Franzosen und der Luftangriff auf die britischen Schiffe im Firth of Forth werden von den Zeitungen mit großen Schlagzeilen bekanntgegeben. „Jnformacio- nes" sagt, sowohl in Ker Luft wie auf dem Wasser habe Deutschland klar seine Ucberlegen- beit bewiesen. Verluste wie die bisherigen seien für die britische Kriegsmarine wie auch für die Handelsschiffahrt Englands auf die Dauer untragbar. Der Angriff auf den Firth of Forth habe gezeigt, daß die englische Flotte gegen Luftangriffe keinesfalls ausreichend geschützt sei. Damit sei auch Großbritanniens Stellung als „Herrin der Weltmeere" entschwunden. Die Churchillclique habe sich in einem gewaltigen Irrtum befunden, als sie zum Krieg trieb, als ob sich feit 1914 nichts geändert habe. Das zeige auch die scharfe Reaktion der neutralen Staaten gegen die britische Blockade. — Die Heilung „APC" bringt diese in Spanien herrschenden Auffassungen durch ein Bild Winston Churchills mit der Beschriftung: „Churchill, dessen Kriegsdelikte das Vorbild aller Kriegshetzer sind". „Harte Schläge gegen England" Holland unter dem Eindruck der deutschen U-Boot- und Flugzeugerfolge. Amsterdam, 17. Okt. (DNB.) In ihren Leitartikeln gibt die niederländische Presse den starken Eindruck wieder, der durch die wiederholten deutschen Angriffe auf britische Flottenstützpunkte und Marineeinheiten in Holland hervorgerufen wurde. Der „Standaard" schreibt u. a., in letzter Zeit hätten die Deutschen begonneji, harte Schläge gegen England zu richten. Die Angriffe der U-Boote und der Luftwaffe auf die britische Flotte hätten nun den Briten gezeigt, daß der Krieg keines- wegs ein Kinderspiel ist. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt, es habe den Anschein, als ob Deutschland durch diese Kampfhandlungen noch einmal deutlich zu erkennen geben wolle, daß die Antwort Daladiers und Chamberlains eine Ablehnung der Vorschläge Adolf Hitlers bedeutet hätten, und daß es mit Nachdruck die Warnung des Führers, es gäbe keine Inseln mehr, zu verdeutlichen wünschte. Der „Amsterdamer Telegraaf" sagt, daß die deutschen Bombenflugzeuge von den Engländern nicht von der englischen Küste ferngehalten werden können. Die Deutschen hätten große Unerschrockenheit an den Tag geleat, das beweise der Mut eines deutschen Piloten, der es gewagt habe, auf dem englischen Fe st lande zu landen, fein Flugzeug zu inspizieren und bann wieder aufzu- st e i g e n. Er habe damit ein solches Maß von Kaltblütigkeit gezeigt, das auch den sportlich veranlagten Engländern Anerkennung abzwingen müsse. In London müsse man feftftellcn, daß die Deutschen sich bei ihrem Angriff ausschließlich militärischen Zielen zugewandt hätten. mit Autos auf die Hügel rings um die Bucht. So entstanden ganze Menjchenansammlungen auf den Straßen. Plötzlich begannen jedoch mit ungeheurem Pfeifen Splitter der Luftabwehrgefchosse niederzufallen und man begriff, daß es sich nicht nur um eine Uebung handelte. Es war klar, daß das Feuer der Batterien gegen Flugzeuge gerichtet war, die in großer Höhe flogen, um ein kleines Ziel zu bilden, in alle Richtungen zerstreut waren und im Falkenflug über der Reede kreisten. Nach zweistündigem Kampf sah man zwei deutsche Flugzeuge tiefer kommen und knapp über den Häusern des Volksviertel Trinity hinwegfliegen. Die Menge nahm deutlich das Kreuz auf den Maschinen wahr. Mehrere britische Jagdflugzeuge nahmen die Verfolgung auf, doch waren die deutschen Bomber sehr rasch und verteidigten sich zudem mit Maschinengewehrfeuer. Während des ganzen Kampfes haben die Deutschen nicht „jron Duke", Jellicoes Flaggschiff m Scapa Flow von deutschen Bomben getroffen. Der Erfolg des deutschen Luftangriffs wird im britischen Oberhaus zugegeben. Am DienslagDormittag kehrte dos deutsche tcrlceboot in einen deutschen Hasen zuruck. Der Empfang des U-Bootes und [einer tapferen SBe- fahung erhielt ein besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des Oberbefehlshobers der deMsch^n Krieasmarine, des Großadmirals Dr. h. c. R a e x er9 21n den Molen haben Soldaten m Marineblau und in Feldgrau Aufstellung genommen, Seeleute der U-Boot-Waffe und des Küstenschutzes. Em Musikkorps der Kriegsmarine macht seine Instrumente klar. Hunderte deutscher Volksgenossen im b auen Arbeitskleid sind ebenfalls Zeugen des stier» (Fmnfanaes Der Großadmiral chrertet die Front aÄ9 be9ibt sich bann zum Molenkopf. Wfen erhielt ein englisches Schlacht- nbuftrieti schiff Treffer von Bomben schweren 'esitz slitt mb mittleren Kalibers. Bei dem darauf- ; ölenden Luftkampf wurde ein feindliches JiHjy ® ä Annahme von Anzeige« M für die Mittagsnummer ■ 4h jAl Ä AA A A, ■ A A A ▲ A A AÄ bis 8»/.Uhr des Vormittag, Gletzener Anzeiger Zs Iw Wy ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberheffen WW Druck und Verlag: SrShlsche UniverfiiStrdruckerei R. Lauge in Sietzen. Schristleitung und SeschSftsftelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel k Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag, Beilagen: Die Illustrierte ffießener FamUienblätter jeimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: it 4 Deilagen-RM.l.95 fl!)ne Illusttierte e 1.80 < siftellgebühr .. , -.25 Dch bei Nichterscheinen einzelnen Nummern »folg» höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe «ter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Kanlfurt am Main 11688 les Berlin, 17. Ott. (DNB.-Iunkspruch.) Das fliege durch Alakfeuer und Jagdflieger. wehr Southampton und „Cdinburg". Die Art des Angriffs wiederum richtet sich Haupt« mm .Southampton" und „Edinburgh" von deutschen Bomben getroffen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ■ erstenmal in der Kriegsgeschichte ist ein Im Laufe des 16. Oktober räumten ranzöfischen Truppen den größten des von ihnen bisher besetzten deutschen Bei der lleberwachung des deutschen Luftraumes wurden gestern fünf feindliche Flugzeuge, darunter zwei englische, abgesch offen. Nach Meldung des deutschen U-Bootkommandanten fanden die Torpedierungen des Schlachtschiffes „Royal Oak" und des Schlachtschiffes „R e - pulse" in der Bucht von Scapa Flow statt. Der Handelskrieg in Nord- und Ostsee zeitigte in der letzten Woche wirksame Ergebnisse. Im A l l a n t i k find nach englischen Quellen allein zwischen dem 13. und 15.Oktober sieben Dampfer mit 54396 Tonnen versenkt worden, darunter der größte französische Tankdampfer „Emile Miguel". bietes im Vorfeld unserer Befestigungen und gehen an und über die Grenze zurück. Die englischen Seestreitkräfte wurden gestern erneut und mit Erfolg angegriffen. Zwei von den im Firth of Forth liegenden englischen Kriegsschiffen erhielten Bombentreffer chwersten Kalibers. Diese Erfolge konnten erzielt werden trotz hefttgster feindlicher Gegen- di e Teil Seiet seien, den gegenwärtigen Konflikt zu verbrei» tern, statt die Idee einer Konferenz zur Beratung des Friedens aufzugreifen. Es sei und bleibe natürlich, daß Italien für eine Regelung der offenen Fragen durch Verhandlungen eintrete. klärung je zwei bis oier^B o r d f l u g z e u g e, die im allgemeinen mittels Schleuder vom Schiff aus starten. Es finden durchweg Seeflugzeuge Verwendung, also Flugzeuge, die von der Schleuder aus ihren Weg in die Lüfte nehmen können und auf dem Wasser niederzugehen vermögen. Die Einholung geschieht mit Hilfe eines Heißkranes. Die Angriffswaffen der Flugzeugträger sind die Flugzeuge. Eine Gruppe oder auch schon eine Staffel Bomber oder Torpedoflugzeuge ist für einen Kriegsschiffsverband ein sehr beachtlicher Gegner. Es ist sehr fraglich, ob Flugabwehrgeschütze imstande sind, z. B. eine größere Anzahl plötzlich aus großer Höhe in rasendem Sturzflug herniederstoßender Bombenflugzeuge mit Erfolg abzuwehren, zumal die Angreifer in unregelmäßigen Höhenabständen voneinander auf ihr Ziel zu- steuern. Außerordentlich schwer ist es allerdings um eine Richtigstellung dieser Meldung zu erzwin» gen. Das Lügenministerium hatte sich bereiterkläri, einen Vertreter von Hentzen zu empfangen. Alk dieser dann erschien, wurde er gar nicht erst in der Haus hineingelassen, sondern mit den dreistesten Vorwänden abgespeist, so daß die Firma, die oif Anständigkeit wesentlich mehr Wert legt als ein englischer Minister, ihre Richtigstellung direkt d iitbh ßeni( |«t oerk IW, itie, i „Englands Vorherrschaft in den nördlichen Meeren gebrochen." Starker Eindruck der Angriffskrast der deutschen Ll-Boote und Flugzeuge in Italien. Oer Heeresbericht vom Dienstag. Oie Franzosen gehen zurück. - Fünf feindliche Flugzeuge abzeschoffen. Oer Angriff im Firth of Forth. - Erfolgreicher Handelskrieg. Kamps zwischen Flugzeugen und Kriegsschiffen auf hoher See Oie Technik des Bombenwurfs auf schwimmende Ziele. ggi ll^ lijiv 8C Zum ...... Luftangriff a u f einen manövrierenden Flottenverband unternommen worden. Deutsche Flugzeuge haben englische Seestreitkräfte — Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer und Zerstörer — in der mittleren Nordsee angegriffen und mit Bomben belegt. Der Angriff war ein durchschlagender Erfolg für die deutsche Luftwaffe. Ein englischer Flugzeugträger wurde zerstört und ein Scylacytschisf durch mehrere Treffer schwer beschädigt. Während die Engländer bei ihrem Anfang September durchgeführten erfolglosen Luftangriff auf deutsche Kriegshäfen mehr als die Hälfte ihrer eingesetzten Flugzeuge verloren, ist es den deutschen Luststreitkräften gelungen, von ihrem erfolgreichen Unternehmen gegen die englischen Seestreitkräfte unversehrt zurückzukehren. Zum erstenmal hat sich in der Praxis ein Kampf zwischen Flugzeugen und Kriegsschiffen auf hoher See abgespielt. In diesem Zusammenhang ist es interessant, etwas über den Einsatz der Luftwaffe im Seekriege und über die Wirkung von Bomben auf Kriegsschiffe zu erfahren. Die zahlreichen Flugzeuge der Seeluftstreit- kräfte der großen Mächte finden sowohl an den Küsten als auch auf Schiffen Verwendung. Fast alle Großkampfschiffe und modernen Kreuzer führen heute jür Artilleriebeobachtung und Aufgelang, in dem ihnen bekannten Inselgewirr der | Bucht dem tapferen deutschen U-Boot den Rückweg abzuschneiden und es zu zerstören. Was vor allem j der Verlust des Schlachtkreuzers „R e p u l s e" für England bedeutet, das geht aus der ungewöhnlichen Wertschätzung hervor, die man im Sommer dieses Jahres dem Schlachtschiff zuteil werden ließ. Als damals der englische König seine Reise nach Kanada antreten wollte, war zunächst die „Repulse" für die ehrenvolle Aufgabe als Königsschiff ausersehen und bereits mit allen prunkvollen Einrichtungen für den ji nach Ll den Hanke tenhei Mchei fltif inj >M-r Bhie! iwiiobe W un k m ttiluna ii ihren i«crn ; Wchl Ätyigei Nhu 'M Jbpra N Mar «in ; H, niffyi "Nid; Met 8} b jungen Jttlpoli I* It in W Jintn ■ff": Bwiü 8it ’M I ■wn. ILÖ^ s M näheren Umständen des Unglücks fragte, hat jetzt das Deutsche Oberkommando befriedigt. Churchill aber steht ebenso hilflos wie ganz Britannien vor der Frage: Wenn unsere Flotte in Scapa Flow nicht sicher ist, wo — um Himmelswillen — ist sie denn überhaupt noch sicher? Mit dieser Frage sind Wert und Prestige der englischen Flottenmacht, ist die englische Seeherrschaft ernstlich erschüttert. Die erfolgreichen deutschen Luftangriffe auf den Firth of Forth haben ja gezeigt, daß auch an diesem Platz die englischen Kriegsschiffe keine ruhige Minute mehr haben. Wann also wird sich Churchill endlich entschließen, die Nordsee zu räumen und den kostbarsten Besitz seines Volkes, die Flotte, nach überseeischen Häfen wenige hundert Meter an das zu bombardierende Ziel herangebracht werden. Die Auslösung btr Bomben erfolgt im Sturzflug. Die im 700=Äilw« meter-Tempo herniederstoßenden Flugzeuge ein-tr Staffel z. B. würden auf ein Kriegsschiff einen wahren Bombenregen herunterprasseln lassen. 2>it Angriffsart kann aber selbstverständlich nur mit sehr fest gebauten, einmotorigen Zweisitzern aus» geführt werden. Bei einem Großbombenflu-g- zeug, das außer der Besatzung und mehreren Maschinengewehren eine gewaltige Menge an Brennstoff, Oel, MG.-Munition und schweren Bonn« den schleppen muß, können die Piloten nicht t*e Sturzflugtaktik der kleinen im allgemeinen mit mittlerer Abwurfmunition versehenen Zweisitzer an? wenden; denn die Riesenvögel sind für derartig präzise Sturzflüge zu schwerfällig und auch nich fest genug, um solche Gewaltprüfungen ohne Flugs!« bruch zu überstehen. Der Großbomber wird daher seine Wurfgeschosse aus dem normalen H o r i z o n t a l f l u g auf das Kriegsschiff fentyt Dabei wird er versuchen, in eine möglichst niedrig und Erfolg versprechende Bomben-Mwurfhöhe gn gelangen. Es ist selbstverständlich, daß mit der Hohem« Zunahme die Treffaussichten für Bomben ad« nehmen. Bei 4000 Meter Abwurfhöhe aus de n Horizontalflug muß man bereits mit einer gewissen Streuung des Bombenwurfs rechnen. Ein eng begrenztes Ziel ist schon aus mittleren Höhen niätt leicht zu treffen. Schwierig für den Erfolg ist wenn das anzugreifende Ziel — z. B. Schiffe - sich in schneller Bewegung befindet und 1*2 Bomben aus Abwurfhöhe von 3000 bis 4000 Metern, bei vielleicht noch ungünstiger Witterung, ihr Äiirl erreichen sollen. Bei dieser Betrachtung muß alletr« dings die gewaltige Wirkung einer neuzeitlichen Sprengbombe erwähnt werden. Schon eine M Kilogramm-Bombe ist imstande, ein Unterseeboot zum Sinken zu bringen. Für die Vernichtung eimti Zerstörers würde man Bomben von etwa Drei« fachem Gewicht benötigen. Einem leichten Kreuz'» kann die 300-Kilogramm-Bombe den Untergang bereiten. Für schwere Kreuzer würde wohl die 5N Kilogramm-Bombe die geeignetste sein. Zur 2«i' kämpfung von Großkampfschiffen hält man soguk noch weit schwerere Bomben bereit. Schwere Sprengbomben brauchen gar nicht Schiff direkt zu treffen, um es zu vernichten. D1» Angreifer ist auch zufrieden, wenn sie es nicht Direl treffen. Das klingt ungläubig, ist aber — zuminWi in bezug auf die großen Schiffe — berechtigt flp lagt. Durch direkten Treffer kann ein ungepanzerl'is Kriegsschiff, eventuell noch ein leichter geschützt:» Kreuzer versenkt werden, jedoch nicht eiin Schlachtschiff; denn schwere Sprengbombe vermögen wohl die Deckaufbauten der Großtarup' schiffe mehr oder minder zu zerstören, nicht dagegen die starken Panzerdecks dieser Schiffe zu durch schlagen. Schlägt eine derartige Bombe in uiy mittelbarer Nähe eines Schiffes ein, i» zerstört sie bei der Detonation unter Wassel mit Splittern und ungeheurem Wasserdruck den unäi« ren, nicht gepanzerten bzw. nur schwach geschützt«^ Schiffskörper und kann dadurch das Schm Berlin, 17. Okt. (DNB.) Das Londoner Liigm Ministerium bleibt seinen Methoden treu und fährt fort — mangels Siegesmeldungen der „Grach Fleet" — schamlose Verdächtigungen gegenüber füh. renden deutschen Persönlichkeiten zr? verbreiten. 2)e neueste Platte dieser selbst in England kaum ernft« genommenen Institution erzählte ein Märchen von englischen B u t t e r s e n d u n g e n an eine Anzahl führender Nationalso. zi al ist en. Eine Firma Hentzen in Bradford soll regelmäßig diese dicken englischen Butterpakeie nach Deutschland geschickt haben. Es lohnt sich kauni, auf dieses lächerliche Erzeugnis einer verdorbenen Phantasie einzugehen, wenn nicht bei dieser Gelegenheit wieder einmal eine riesige Blamage des Londoner Lügenministeriums offenbar geworden wäre. Während der englische Kabinetts« rat sich nicht scheute, die unerhörten Verdächtigungen aufzugreifen, um sie zum Gegenstand einer „amtlichen Untersuchung über den morc* zum Kentern bringen. , Deutschland als stärkste Luftmacht der Welt befi-5’ auch eine entsprechende Luftstreitmacht Zm See. Seine Küsten sind mit zahlreichen Sei« fliegerhorsten versehen, deren Fampffräjti^ Maschinen in Derbindüng mit unserer Kriegsflotte eine ungemein scharfe und wirkungsvolle Waffe o>is Seekrieges verkörpern. Daneben müssen aber am die vielen Fliegerhorste in Nähe der See genau t werden, auf deren Plätzen stets eine große Anzcw' schneller Land-Bomber bereit steht, um gegebene^ falls sofort gegen, einen Feind zur See eingreil« zu können. Daß die deutschen Schlachtschiffe uiro Kreuzer Bordflugzeuge führen, ist stündlich, und daß der erste große deutsche 51 ® zeugträger nach seiner oevorstehenden Dolm duna ein weiteres Glied in unserer militarW Kraft zur See darstellen wird, ist eine uns mit Stolz und der Gewißheit der Unüberw®^ ' *..... Kuö» auch für die Angreifer, bewegte, eng begrenzte Ziele — wie Schiffe es sind — erfolgreich mit Bomben zu belegen. Witterungsverhältnisse, Flughöhe und -geschwindigkeit des angreifenden Bombenflugzeugs, die Verfassung seiner Besatzung, die Größe und Sichtbarkeit des Zieles, alles das sind Faktoren, die für den Erfolg eines Bombenwurfs von entscheidender Bedeutung sind. Auch hängt viel von der Art des Angriffs ab. Ein Sturzangriff wird sich. „ anders auswirken als ein Horizontalangrifst barfeit erfüllt. Aufenthalt des Monarchen ausgestattet. Aber dann bekam man es plötzlich mit der Angst zu tun. Allenthalben forderte man, daß sich „Repulse" nicht von den heimischen Küsten entfernen dürfe, denn es sei das einzige Schiff, das die englische Seeherrschaft in der Nordsee garantieren könne. Nun, dieses Schiff i st nicht mehr. Es nützte ihm nichts, daß sich der König seinerzeit mit einem geraubten deutschen Passagierdampfer zur Ueberfahrt nach Kanada begnügen mußte. Angesichts des unschätzbaren Wertes, den „Repulse" für das englische Ansehen repräsentierte, hat Winston Churchill versucht, zuerst die Nachricht von der Torpedierung dieses Schiffes zu unterdrücken. Welch lächerliches und kurzsichtiges Unterfangen! Welch erbärmliches Vergnügen, das sich Churchill daraus machte, den zeitlichen Vorsprung von ein paar Stunden, den die englische Nachrichtengebung vor der deutschen natürlicherweise hatte, auszunutzen, um dem englischen Volk die Zerstörung der „Repulse" zu verschweigen und ihm Phantasiemel- dungen über den Untergang des angreifenden beut- schen U-Bootes vorzusetzen. Inzwischen ist die deutsche U-Bootbesatzung, die selbstverständlich in der Nähe der englischen Küste keine Funknachricht senden konnte, um sich nicht zu verraten, frisch und munter in ihrem Heimathafen angekommen, wo sie mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und von Großadmiral Raeder begrüßt wurde. Der Mann, der das deutsche U-Boot führte, ist Kapitänleutnant Prien. Sein Vorstoß in den Hafen von Scapa Flow gehört zu den kühnsten und kaltblütigsten Taten, welche die Seekriegsgeschichte kennt. Das dankbare deutsche Volk wird seinen Namen, der nunmehr in den Ruhmesblättern der Natton verewigt ist, nie vergessen. Es ist stolz auf diesen Mann und auf die deutsche Kriegsmarine, die sich ihrer Weltkriegstradition würdig erwiesen hat. Jene unbesiegte deutsche Flotte, die sich am ersten Tag von Scapa Flow, am 21. Juni 1919, durch den kühnen Versenkungsbefehl des Admirals von Reuter dem feindlichen Zugriff entzog und mit wehender Kriegsflagge unterging, hat in Der nationalsozialistischen Kriegsmarine des Großdeutschen Reiches eine würdige Nachfolgerin gefunden. H. Ev. Englands Lebenshaltungskosten steigen. London, 17. Oktober. (Europapreß.) Bereits in den ersten sechs Wochen des Krieges sind die Kosten der Lebenshaltung in England um zehn vom Hundert gestiegen. In der Oeffentlichkeit hat diese Verteuerung des täglichen Lebens Beunruhigung hervorgerufen, und man fragt sich, ob die Preise weiterhin in diesem Tempo in die Höhe klettern werden. Für die Teuerung gibt es vor allem zwei Gründe. Einmal ist dies die starke Abhängigkeit Englands von der Einfuhr. Infolge der gleich nach Kriegsausbruch ein- fetzenden Pfund-Entwertung- (gegenüber dem Dollar um 14 v. H.) und dann auch der hohen Kriegsrisikoprämien und Frachtkosten sind die Preise aller eingeführten Waren gestiegen. Bei den Lebensrnitteln beträgt die Steigerung sogar 12 v. H. Der zweite Grund sind die inflationistischen Einflüsse der riesigen Kriegsausgaben. Die bedrohlichste Folge der Preissteigerung sind die bereits verschiedentlich vorgetragenen Forderungen der Arbeiterschaft auf Lohnerhöhungen. Bisher sind es nur die Bergarbeiter und die Eisenbahner. Aber die anderen Industrien werden nicht lange auf sich warten lassen. Römischer Bericht aus Porte und London. Rom, 17. Okt. (Europapreß). Sehr wesentlich ab gekühlt zeigen sich, wie die Londoner und Pariser Korrespondenten der italienischen Presse berichten, die noch vor kurzem vor Kriegsbegeisterung und Dernichtungswillen gegenüber Deutschland rotglühenden Gemüter in Paris und London. Man spreche nicht mehr von Ro#itulation, von einem totalitären Sieg, von der Vernichtung des Nationalsozialismus. Heute würden sich England und Frankreich schon mit weit weniger begnügen, doch dies einzugestehen, fürchten sich die Regierenden in beiden Ländern. Sie fürchten die einflußreichen jüdischen Kliquen, die diesen Krieg gewollt haben und nun alles daran setzen, um eine rasche Beendigung zu verhindern. Doch das Fortdauern der gegenwärtigen Kriegslage, bemerkt „Regime Fascista", werde die Bevölkerung beider Weststaaten entnerven und chr Vertrauen zu den Regierungschefs werde schwinden. Daß die Gegenströmungen in England wach sind, beweist eine Meldung des „Tevere", die besagt, das bereits 300 Anfragen im Unterhaus angemeldet worden seien, die die Regierung zu beantworten haben werde. Wie die Berichte aus London erkennen lassen, ist eine beginnende Polemik der englischen Presse gegen die Haltung Italiens zu vermerken. Italien werde beschuldigt, daß es eine Führerrolle in dem neutralen Block der Donau - und Balkan st aaten erstrebe mit in der Friedens- frage Deutschland gleichgerichteten Zielen. In Rom heißt es Dagegen, Italien fahre in seiner Politik der Konsolldierung Osteuropas Rom, 18. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der deutsche Sufi angriff auf den Firth of Forth, wo nicht weniger als drei englische Kriegsschiffe von deutschen Bomben getroffen wurden, findet in der italienischen Presse starke Beachtung. Das Vorgehen der deutschen Luftgescbwader sei, wie der Londoner Vertreter des Messaggero unterstreicht, um so kühner, als es am he II e n Tag erfolgte und erneut die nunmehr auch in England klar erkannte Schlagkraft der deutschen Kriegsflugzeuge beweise. Die bisher versenkten Schiffe seien bereits ein recht deutlicher Beweis gewesen, während der Luftangriff auf den Firth of Forth zugleich gezeigt habe, mit welchem Mut und mit welcher Entschlossenheit die deutsche Luftwaffe, ihre Ziele anzugreifen und zu erreichen wisse. Stärksten Eindruck hat auch die Torpedierung der „Repulse" ausgelöst. Auch bei dieser Gelegenheit hat die britische Admiralität, wie „Messaggero" betont, offenbar versucht, die schweren Verluste der Marine wenigstens teilweise zu verheimlichen. Dies sei nur ein neuer Beweis für die auf Lüge basierende Taktik, die bereits bei der Versenkung des zweiten britischen Flugzeugträgers angewandt worden sei. Der große Doppelerfolg des deutschen U-Bootes bestätige die gewaltige Angriffskraft der deutschen U-Bootwaffe, die Tapferkeit der deutschen Matrosen, ihren Mut und ihren Angriffsgeist sowie auch die materielle Ueberlegenheit. Der Erfolg diene aber vor allem auch dazu, einen Eindruck zu verstärken, der sich seit einigen Tagen in ganz Europa und in der Welt und auch in Fachkreisen Bahn breche, daß nämlich die deutsche Flotte ttotz der anerkannten zahlenmäßigen Ueberlegenhett der englischen Marine in der Lage sei, chr erfolgreich entgegenzutreten. Bisher hätten nur Kriegsmarine und Luftwaffe Deutschlands Erfolge zu verzeichnen, so wie die Versenkung der „Royal Oak" und der beiden Flugzeugträger „Courageous" und „Arc Royal", sowie jetzt noch die Torpedierung der „Repulse". Deshalb erscheine auch die Behauptung von der verminderten Schlagkraft der englischen Kriegsmarine und vor allem von der gebrochenen Vorherrschaft in den nördlichen Meeren durchaus berechtigt. sächlich nach dem Typ der zum Angriff bestimmten । Flugzeuge. Besonders konstruierte S t u r z k a m p i, i flugzeuye, also Maschinen von hoher Bai«!., festigkeit können ihr Ziel im Sturzflug, Groh, iSi-8 bombe r z. B. dagegen nur im Horizontal- ob A meinen i ZweWn | für beic । ld auch'! 1 i ohne g!tz! I t wird b norme!! sschiss 1^ glichst nidr bwuhhch > ,er höh«! Bomben i! höhe E einer 9^' inen. n W Vollständige Blockade Deutschlands ein Ding der Unmöglichkeit. Feststellungen des sowjetrussischen Geekriegsspezialisten Zwanow. 1 Nnnir ndenntz. Hu et^ bereites angen. ; Mini « brtiilrl ma, O legt als 1 8 öirek, H einmal M t vie M n. Ä ;■*» .Mer lllmao- Sh lstm jj den.W 1 ent *‘8 jew, Ulds und eindeutig der Derantwortungsträger für die Anlernung fest gestellt, und zwar durch die Bestimmung eines besonderen Beauftragten. Dann seien geeignete „Anlerner" im Betriebe ausfindig zu machen, wie überhaupt im Interesse der Freistellung aller verfügbaren Kräfte, zuerst innerhalb des Betriebes eine Auskärnrnung für die Umbesetzung erfolgen müsse. Aus aller Welt. Hochwasser im INillelrheingebiel. Die Mosel stieg bei Trier in der Nacht auf Montag um weitere 60 Zentimeter, der Pegel erreichte Montag früh hier 4,40 Meter. Don Saar und Sauer wird gleichfalls steigendes Wasser gemeldet. Bei Trier, wo bereits der Hochwasserdienst in Tätigkeit trat, sind die Ufer an vielen Stellen überflutet und große Wiesenflächen unter Wasser. In den tiefer gelegenen Stadtteilen steht das Wasser bereits in den Kellern. Auch der Rhein i st st a r k gestiegen. Der Koblenzer Pegel zeigte Montagmorgen 4,74 Meter an, während der Pegelstand am Abend bereits 5,02 Meter betrug. Bei Neuwied, wo Montagabend 5,40 Meter gemessen wurden, steht der Strom bis zum Uferrand, bei Linz ist er bereits über die Ufer getreten und hat die Rheinanlagen überschwemmt. Vollkommen überschwemmt sind auch die Wiesen an der Ahrmündung in den Rhein. „Wilhelm Teil" im Posener Sladllhealer. Das Posener Deutschtum erlebte mit der Sluffül)- rung von Schillers Freiheitsdrama „Wilhelm Tell" durch das Schneidemühler Grenzlandtheater d i e erste deutsche Theateraufführung nach der Befreiung der Stadt, Zu diesem freudigen Ereignis waren die Deutschen aus Posen und der Umgebung in dem mit den Farben des Reiches geschmückten Stadttheater so zahlreich zusammengekommen, daß Hunderte keinen Einlaß mehr finden konnten. Diese Erstaufführung im befreiten Posen bildet zugleich den Auftakt des bereits in, Angriff genommenen großen Kulturprogramms, in dem u. a. die laufende Bespielung der Posener Bühne durch Gastspiele führender Theaterensembles aus dem Reich vorgesehen ist. Schweres Explosionsunglück in Nordfrankreich. Durch eine gewaltige Explosion wurde eine chemische Fabrik im Pas-de Calais in der Nähe von Lens zerstört. Die Explosionen waren so stark, daß das Fabrikgebäude auseinandergerissen wurde. In weitem Umkreis sind sämtliche Fensterscheiben geplatzt. Der Sachschaden soll sich auf Millionen belaufen. Bisher konnten aus den Trümmern nur zwei Leichen geborgen werden. Fünfzehn Arbeiter wurden schwer verletzt- zwei von ihnen dürften, falls sie am Leben bleiben sollten, das Augenlicht verlieren. Durch elektrischen Strom getötet. Im Garten eines Hotels in Langenlonsheim bei Kreuznach war durch Schwarzarbeit eine elektrische Installationsleitung fahrlässig und vorschriftswidrig angelegt worden. Dieser Leitungsdraht, dessen Querschnitt und damit Festigkeit viel zu schwach war, war gerissen und zu Boden gefallen. Der elfjährige Franz Peitz berührte die noch unter Spannung stehende Leitung und fiel tot zu Boden. Bei einer sachgemäß verlegten Anlage wäre der Unfall nicht entstanden und das junge Leben erhalten geblieben. Gold und Edelsteine im Wald gefunden. In einem Walde zwischen Königsfeld und Sobeschitz im Protektorat wurden vor einigen Tagen drei Blechbüchsen mit einem vollst ä n d i g e n Einbrecherwerkzeug, 100 verschiedenen Schlüsseln und einem Betrag von 20 000 Kronen sowie zahlreiche Edelsteine und die Wertgegenstände aus einem Diebstahl gefunden, der in eine Goldwarenhandlung vorgenommen worden war. Da alle Sachen unweit der Wohnung einer gewissen Mendel gefunden wurden, nahm man bei ihr eine Haussuchung vor und fand eine Empfangsbestätigung über 20 000 Kronen. Da die Mendel nicht nachweisen konnte, woher sie das Geld hatte, wurde sie in Haft genommen. Die Gesamt- diedesbeute aus . jener Goldwarenhandlung hatte einen Wert von 380 000 Kronen. Was Herr Churchill über den Luftangriff auf den Kirch of Horch zusammenlog Aus einem „Hund" und einer „zerbrochenen Fensterscheibe" wurden 15 Tote und zwölf Schwerverletzte. lischen Flotte, dieser „invincible armada“, durch die beruhigenden Versicherungen des Ersten Lords der Admiralität und des Luftfahrtministers vor dem Unterhaus kaum wiederhergestellt werden konnte. Gegenüber den amtlichen Erklärungen, mit Den deutschen Anfangserfolgen sei es nun vorbei, wirkten die rasch aneinanderfolgenden Nachrichten über die Torpedierung der „Roy al O a k" und der Repulse" und über den Angriff a u f den ftirtb of Forth um so vernichtender. Wie furchtbar die Folgen dieser deutschen Waffentaten auf die Stimmung im Lande sein müssen, zeigt am besten die Tatsache, daß in diesem Falle das britische Lügenministerium an Fal schm e I d uin - gen sich selbst übertroffen hat, was sehr Dienste ^Meldung des Lügenministeriums über den deutschen Angriff begann: „lieber dem nord- licken Bezirk van Edinburgh herrschte etwa 14.30 Uhr lebhafte Lufttätigkeit, aber es roaren feine Flugzeuge zu Horen und zu sehen. Dann folgt die Mitteilung: Drei feindliche Flieger sind, „rote es hHfü den Firth of Forth aufwartsgeflogen , wobei ku beachten ist daß später im gleichen Brustton der Ueberzeugung von den drei deutschen Flugzeugen sieben^ als abgeschossen gemeldet wurden. Der Londoner Rundfunk faßte dieses Ereignis zunächst ebenfalls in wenigen lakonischen Sätzen zusammen. Keck Sachschaden, kein Verlust an Menschenleben . aber Öie Methoden der Londoner Luaen- kennt ahnte sofort, daß die deut che Luft- £ wirSienf toton Erfolg verbuchen konnte. Watte Ar einen Mzen als dann der Londoner Rundfunk einen haßerfüllten Bericht daß die neuen Grundlagen einer Zusammenarbeit der baltischen Staaten mit ihrem großen östlichen Nachbarn auf außenpolittschem, strategischem und wirtschafttichem Gebiet verstanden werden. Für den baltischen Raum stehen die neuen politischen Gegebenheiten jetzt fest. Man ist daher in Estland, Lettland und Litauen entschlossen, die neuen Aufgaben anzupacken und in Frieden und Freundschaft mit jenen zu leben, die einen gemeinsamen Lebensraum mit den baltischen Völkern haben. Man erinnert sich nun wieder früherer Gemeinsamkeiten und erkennt, daß ein Teil der östlichen Ostseeküste jenem dienstbar gemacht werden muß, der ihn zur Wahrung seiner Lebensinteressen benötigt. Gewiß wird auch hier die Gewohnheit und die praktische Zusammenarbeit erst jenes Vertrauen schaffen, das unerläßlich ist zum reibungslosen Zusammenspiel der Kräfte. In jedem Falle jedoch sind die baltischen Staaten gewillt, auch ihrerseits zur Herstellung einer neuen Atmosphäre beizutragen. Der Urlaub während des Krieges. Zu der Kriegswirtschastsverordnung, wonach vorläufig die sonst gültigen Vorschriften und Vereinbarungen über den Urlaub außer Kraft treten, hat Der Reichsarbeitsminister in einem Erlaß an Die Reichstreuhänder Der Arbeit erläuternD Stellung genommen. Danach kann nur in Aus - n a D m e f ä 11 e n vom Unternehmer Urlaub ober — beim Ausscheiden des Gefolgschastsmitgliedes aus Dem Betriebe — eine Urlaubsabgeltung gewährt werden, wenn wegen der Kriegsverhältnisse die Gefolgschaft nicht mehr oder nicht voll beschäftigt werden kann. Sodann kann Urlaub in Einzelällen gegeben werden, wenn er zur Wiederher st elluna Der Gesundheit eines Gefolgschastsmitgliedes oder zur Vermeidung ge- sundheitlicher Schädigung — insbesondere bei Schwerbeschädigten, Frauen und Jugendlichen — zwingend notwendig ist. Schließlich ist ein kurzer Urlaub bei Todesfällen in Der engereh Familie Des Gefolgschaftsmitgliedes, bei Niederkunft der Ehefrau oder bei sonstigen dringenden Anlässen zulässig. Soll in Auswirkung von Betriebseinschränkungen oder Betriebsstillegungen eine Gruppe von Gefolgschaftsmit- gliedern beurlaubt werden, so ist die Zustimmung des Reichstreuhänders Der A r - beit einzuholen. Der Minister empfiehlt, sich auch in sonstigen Zweifelsfällen mit Dem Reichstreuhänder in Verbindung zu setzen. Bei Umbesetzung der Arbeitsplätze auf die Eignung achten! doch könne heute nicht mehr die Rede _ _ do n sein, daß ckie englische Blockade, wie dies im Weltkrieg Der Fall war, vollständig und deshalb effektiv genug sei. In Die Ostsee könnten die eng- lichen Seestreitkräfte bis jetzt nicht eindringen und werden dorthin auch in Zukunft nicht einbringen. Der deutsche Handel mit den Ostseestaaten bleibe also unbehindert. Von „ungeheurer Bedeutung" sei ferner für die Durchbrechung Der Blockode Die Neutralität Italiens sowie Die Herstellung Der gemeinsamen Grenze mit Der neutralen, jedoch mit Deutschland freundschaftlich verbundenen Sowjetunion, von der Deutschland Die ihm nötigen Rohstoffe erhal - t e n werde. In der gegenroärtigen Lage sei Die vollständige Blockade Deutschlands ttotz des zahlenmäßig starken Uebergewichtes Der feindlichen Ueberseeflotten ein Ding Der Unmöglichkeit. Die Berechnungen Der Gegner Deutschlands, ähnlich wie im letzten Krieg die kriegswirtschaftlichen Hilfsquellen Deutschlands durch eine lange Blockade abzurieaeln, haben sehr wenig Aussicht auf Verwirklichung. Andererseits hat Deutschland große Möglichkeiten, militärische Operationen gegen Die lebenswichtigen Verbindungslinien seiner Gegner, in erster Linie Englands, zu führen. w B. 6* -findet is 4000 rung, Ng M. - iW hon kint i llntch m *! w. en M. wohl ein. 3“-' ölt * n be< mir M oernW > es w [ u« *•« Vir «'S i« -»«V k tzhwung neue Entwicklungen aus. Die Ereignisse der letzten sechs Monate liehen Meirtig erkennen, daß nach Fortfall der Voraus- teungen für gutnachbarliche deutsch-polnische Beziehungen auch Der baltische Raum von Der weiten Entwicklung Der Dinge nicht unberührt blei- biri konnte. Denn Polen war mit zwei der balti- Äen Staaten direkt benachbart, während es mit bim Dritten eine Jnteressenpolittk verband. Der Nschluß von Nichtangriffspakten Deutschlands mit Die Neuordnung im baltischen Raum Von unserem W. B.-Korrespondenien. Die notwendigen Umstellungen auf Die Kriegswirtschaft haben Die Umbesetzung vieler Arbeitsplätze zur Folge und ebenso eine entsprechende Anlernung der Betroffenen für ihr neues Einsatzgebiet. Im Einvernehmen mit oem Reichsinstitut für Berufsausbildung und der Reichsaruppe Industrie hat für diese Ausgabe das Amt für Berufserziehung und Betriebsführung der DAF. eine „Ar b e it s a nw e i s u n g" her- au&gegeben, - Die betont, daß Die Anlernung nicht als eine abaekürzte Form Der Lehrausbildung angesehen werden Darf. Sie diene vielmehr dazu, Die Ausführung solcher Arb eit s aufgab en zu vermitteln, bei Denen Die Aufgabe als solche einfach ist, Das Grifftechnische verhältnismäßig schnell erlernen läßt und Die Selbständigkeit des Äusführenden eine weniger wichtige Rolle spielt. Unter Den Verhältnissen Des Notstandes solle zwar nicht Daran gedacht werden, jedenAnerlernplatz nur mit Bestgeeigneten zu in die Welt hinauskeifte, in dem er allzu auffällig unterstrich, daß keinerlei Schaden anaerichtet worden war. In diesem geradezu klassischen Musterbeispiel der Verdrehungskünste Churchills heißt es wörtlich: „Der ßuftangriff war gänzlich erfolglos. Fast (!) alle abgeworfenen Bomben fielen ins Meer." Und an einer anderen Stelle:, „Augenzeugen sahen, wie die meisten (!) Bomben nur Wassersäulen im Meer verursachten". Ja: „Der einzige Schaden, der angerichtet wurde, besteht in einer zerbrochenen Fensterscheibe, und das einzige Opfer des Luftangriffs war ein Hund!" Wenn nach dieser Darstellung des Londoner Rundfunks und des Lügenministeriums die „meisten" Bomben ins Wasser gefallen sind, wohin fielen bann b ie anderen? Alle auf den Hund? Den Heldentod b er zahlreichen britischen Seeleute, bie in tapferer Gegenwehr für Englanbs Kriegshetzer fielen, in biefer nieberträchtigen unb befchämenben Weise zu verunglimpfen, ist eine Geschmacklosigkeit, über bie ein Urteil zu fällen ber englischen Oeffentlichkeit überlassen bleiben mag. Es folgte bann eine amtliche Bekanntmachung, bie in ihrer Formulierung ungemein bezeichnen!) ist. Ihr Schlußsatz lautet nämlich: „Es würbe kein Sachschaben angerichtet, Zivilpersonen würben nicht verletzt". Man 'ließ nun vlötzlich bie Frage offen, ob — abgesehen von ber Zivilbevölkerung unb dem Hund — weitere Opfer zu beklagen waren. Eine schlechte Regie fügte es, daß in ber Sendung Des Londoner Rundfunks, in ber diese amtliche Bekanntmachung mitgeteilt wurde, gleichzeitig eine andere „amtliche Meldung" Der britischen Admiralität als Erwiderung auf die deutschen Fragen nach dem Schicksal der ^„Arc Royal" gegeben wurde, in ber sich ber Satz befindet: „Wenn bei ber britifefjen Flotte bisher irgenbwelche Verluste eingetreten sinb, würben biese aus ber Stelle unb völlig wahrheitsgemäß berichtet". Aus ber Stelle? Wahrheitsgemäß? Die Berichterstattung über den Riga, Oktober 1939. Wenige Wochen nur sind seit jenem 1. Septem- bir vergangen, ber bie Verwirklichung einer Neu- tzdnung im Osten und Nordosten Europas ein» litete, deren Ausmaße und Auswirkungen heute wch nicht restlos zu übersehen sind. Die ftaats» sichtliche Fundieryng Der baltischen Staaten basierte auf nach Dem Weltkriege getroffenen Abmachungen mit den großen Nachbarstaaten, denen Versailler flfDanfengänge zugrunde lagen. England und giankreich — zum Teil auch Die Vereinigten Staa- tn — galten als die Paten neuer Staatswerdungen iir baltischen Raum. 1939, das Jahr großer Ent- fteidungen in Deutschlands Geschichte, brachte Den eilten Anstoß zu neuen Ueberlegungen und Revi- stnen. Die außenpolitischen Erfolge Des wieder- tftanbenen Reiches lösten mit dynamischem Moskau, 17. Oktober. (DNB.) In Der sowjet- amtlichen ,Zsweslija" kommt Der Spezialist Der Leekriegstherorie und Mitglied Der Akademie ber Menschatten Iwanow zu bem Ergebnis, daß Deutschland wohl hnftanbe sei, schwere Schläge eegen Die S e e v e r b i n b u n g s w e g e bes britischen Imperiums zu führen, während UnglanD Die Blockade gegen Deutschland fei weitem nicht vollständig unb effef- tio genug durchführen könne. Die deutschen Unterseeboote hätten in der kurzen Zeit seit Iriegsbeginn nicht nur der Handelsschiff- fthrt ihrer Gegner schweren Schaden (pgßfügt, sondern auch der englischen Kriegsflotte überaus empfindliche Schläge versetzt. Durch Ereignisse wie die Der- ftifung Der „Courageous" und Der „Royal La k". Die man früher in der Seekrieastheorie nicht für möglich gehalten habe, hätte Die brutsche U-Boots-Wasse überzeugend demonsttiert, feh sie „eine sehr reale Bedrohung dar- stlle für Die Hauptkräfte Der englischen Flotte. Das wichtigste Mittel Englands im Seekrieg «gen Deutschland sei Die Blockade, für die den Engländern eine Der deutschen zahlenmäßig weit Verlegene Ueberseeflotte zur Verfügung stehe, je» felHanb und Estland (eine Nichtangriffsklausel wischen Deutschland und Litauen war bereits tm Akommen über die Rückgliederung des Memel» landes enthalten) stabilisierte Die politische Lage tm ^tischen Raum, stand jedoch natürlicherweise in tiinem Zusammenhang mit Auswirkungen der Ent- Vcklung des deutsch-polnischen Verhältnisses. Die featsch-russische Verständigung ließ ahnen, daß auch lür die baltischen Staaten eine neue Entwicklung^ ptriobe begonnen hatte. Der Zerfall Polens endlich stuf unverkennbar eine neue Situation. Es muhte natürlich erscheinen, daß eine Neu- »zelung des Verhältnisses Der baltischen Staaten zv ihrem gemeinsamen großen russischen N a ch- birn unerläßlich wurDe. Man sah sich vor Die Möglichkeit tiefgehender, friedlicher Losungen ge- wd)tiger Probleme gestellt, als anläßlich eftlanbisch- ssvjettussischer Wirtschaftsverhandlungen auch politische und strategische Fragen zur Missprache gelangten. Die Entwicklung der Dinge ist bekannt: in wenigen Tagen kam ein A b k o m - en zwischen Estland und Sowjetrußland zu- nbe, das mit einem Schlage eine neue Konzep- n schuf. Hiermit begann Die Verwirklichung einer .ürlichen Zusammenarbeit, Deren Grundlage Die angetastete Souveränität Der vertragsschließenden i(e mar. Was weder Versailles, noch zwanzig hre „bewährter" politischer Methoden zu voll- ngen vermochten, war hier durch leidenschaftslose olpölitik zustandegekommen. Anfängliche Besurch- itgen machten der Ueberzeugung Platz, daß eine it neuen politischen Denkens Losungen er- vglichte, deren Zustandekommen auf Grund dex icherigen Denkungsweise einfach unmöglich er« ’nen mußte. Das Schicksal der Völker > 20-22.30 Uhr 4. Freitag- Miete la Traviata Oper v.G. Verdi Preise: RM. 1.20-4.10. Der beliebte Kaffee und der V schwarze Tee sind nun einmal ' knapp geworden. Das schadet nichts, denn Winlerholls Deutscher Familienlee GehrMker Atmen 1 ¥2 bis 2¥2 Tonnen sofort zu kaufen gesucht- GmliSdimall.BlergroBöonöinoii AchtWMÄUK GIESSEN Volkstümliche Naturwissenschaft 'N reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, sowie für die Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen aller Angehörigen: Frau Anna Wallenfels, geb. Limberger Ar. 244 Zweites Blatt Mittwoch, 18. Oktober My Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus dem Reiche der Krau. Schöpferische Hausfrau. I 3itt Wesen der Frau liegt es oft, sich führen zu losen, die Verantwortung einem anderen zuzuschie- hin, konservativ am Althergebrachten zu hängen. Lese Einstellung aber ist nicht so häufig wirklickx? Lranlagung als Bequemlichkeit. Wird solch eine Kau zwangsmäßig in die Lage versetzt, eigene ö-tschliisse fassen zu müssen, sich selbständig urnzu- st. len, dann setzt eine andere wichtige weibliche Zzenschast ein, die Anpassungsfähigkeit, die Aus- da,er und Geduld. Und mit einem Male klappt al.'s ausgezeichnet. Wie oft erleben wir Fälle, in denen eine Frau, plizlick) aus dem gewohnten Leben herausgcriffen', vrivöhnt, unangelernt mit kleinen Kindern dem j Lldenskampf allein gegenüberstand und sich kräftig dpchsetzte. Sie entwickelte Eigenschaften, die vorher ftn Mensch in ihr vermutet hatte. Sie hatte es tfrn nicht nötig gehabt! Wie unendlich viel mehr Krte könnten durch Frauen geschaffen werden, WM sie nicht nur auf die große Not als Erwecke- rk ihrer Fähigkeiten sich verließen. »heute, in einer Zeit, da jeder seinen Mann stehen m.und weibliche Bequemlichkeit, Scheu vor selb- stiidigem Denken und Handeln unangebrachter als je sind, wird von der Frau erwartet, daß sie sich ct« allen Kräften mit Rat und Tat einsetzt, wo es An nötig, ist. Manche Lebensverhältnisse werden stt wandeln und meist wird es Sache der Frau sein, Nie Wege zu finden, unerwartete Möglichkeiten zu senken und zu schaffen. pb es sich darum handelt, in den Beruf des Man- M einzuspringen oder der überlasteten Nachbars- jtu zu helfen oder den Unterricht der Kinder in di. Hand zu nehmen oder sich in der Hausgcmein- flift nützlich zu machen, nicht aus dem Dollen und 8 i) befriedigend zu wirtschaften, ob eine ungeahnte aber praktische neue Tageseinteilung durch- uu'enfen ist oder was es sonst sei — die Frau von |ljite weiß, daß es auf sie, auf ihre schöpferische Ilnahme, aus ihre Anpassungsfähigkeit und idigkeit mit ankommt und wird ihren Ehrgeiz Mein setzen, keine Erwartung zu enttäuschen. Eva Leiter. .Lufischuh-Sviel" für Kinder. «lede verantwortungsbewußte Mutter wird vor o|m darauf bedacht sein, ihre Kinder bei etwaigen ; l?i umgriffen zu schützen. Ebenso wichtig tw die lliiungcn der Großen find die der Kleinen und Äiinften. Es muß für das Kind ebenso selbstver- Kidlich sein wie für den Erwachsenen, beim Er- :| tören der Sirene in voller Ruhe in den Luftschutz- äim zu gehen. Es ist nun nicht ganz einfach, die tber dazu zu bringen, so berichtet eine Mutter, i fortzufahren: „Meine beiden Jungen, drei und 1 Jahre alt, spielen am liebsten Soldaten. Diese diebc machte ich mir zunutze. Eines Tages er* Wen ich mit den Gasmasken und erzählte ihnen Wei, daß ich ihnen ein wunderbares neues Spiel- !>g mitgebracht hätte. So etwas hätte jeder richtige Sr'bat, jolglich müßten sie es auch haben. Doller Meisterung ließen sie sich daraufhin die Gasmaske »Hetzen und waren riesig stolz darauf, marschierten tvlch die ganze Wohnung und sangen sogar dabei. Mnn haben mir ,Luftschutz' gespielt. Mutti ging Eil die Küche und war »Sirene', eine Ecke des Mberzimmers »Luftschutzraum'. Mit schauerlichen NltÖnen gab Mutti »Alarm', die Kinder verstanden mit den Gasmasken in ihrer Ecke und lif en sich erst wieder bei der »Entwarnung' sehen. Ipeit Gewalt mußte ich schließlich das »schöne Spiel' »Arechen. Doll Freude konnte ich dann beim Probe- 11 drm feststellen, daß sie ohne jede Furcht und ganz ! INstverständlich mit in den Keller gingen, vergnügt I thi mitgebrachtes Brot futterten und sich wunderten, warum denn nur ihr kleiner Spielkamerad, der auch da war, so herzzerreißend weinte. Auch auf nächtlichen Alarm find sie vorbereitet. Am Bett find griffbereit Hausschuhe und Wintermäntel, die schnell ubergeftreift sind. An der Wohnungstür steht eine fertig gepackte Tasche, in der Strümpfe, Wäsche und Anzüge für die Kleinen bereit liegen. Wenn es im Keller nicht zu kühl ist, kann man sie dort ruhiger unb neffer anziehen, als in der Wohnung. Etwas Obst ist auch da, das gleichzeitig Hunger und Durst stillt, einige Riesentaschentücher und etwas Verbandzeug. Unten im Schutzraum steheck schon ihre kleinen Stühlchen, auf dem einen erwartet sie »Teddi)'. auf dem anderen »Molli', das Hündchen." AeneWolle aus altenStticksachen In jeder Haushaltung gibt es noch alte Moll- fachen, die, weil sie nicht mehr modern, beschmutzt, in der Farbe ausgelaufen oder an einzelnen Stellen von den Motten zerfressen sind, auf die Seite gelegt wurden. Die Bezugscheinpflicht hat Wolle für Strickwaren nicht ausgenommen. Wir haben also auch mit Wolle sparsam umzugehen. Es ist ganz abgesehen davon aber sowieso nicht sparsam gewirtschaftet, wenn man irgendwelche "Werte um- konnnen läßt. Sehr gut können sie in anderer, neuer Form wieder gebi-aucht werden. Die Art und Weise, nun aus solchen alten Wollsachen wieder neue Wolle zu gewinnen, das heißt, einen glatten, sayberen Faden herzustellen ist sehr einfach- man zieht die StNckwaivn auf, wickelt den jetzt krausen Wollfaden ans ein Brettchen, löst nun den Strang, bindet diesen an verschiedenen ^stellen ab. Nun legt man den Wollstrang in eine handwarm? Seifen brühe, die man von einer kleinen Wäsche übrig hat, knetet ihn leicht durch, wäscht ihn nochmals in einer zweiten Seifenlauge, spült gut und hängt den Strang mit leichter Beschwerung auf. Nach dem Trocknen von der Ofennähe entfernt, sieht die Molle tadellos neu aus, ist sauber und frei von Motteneiern. E. WAV. Weiße Kopse - rote Kopse. Von M A. v. Lüiqendorff. Beim Anblick eines zartgelblich-grünen Weißkrautkopfes denkt heute wohl kaum mehr jemand daran, welche gärtnerische Leistung es war, aus der ursprünglich unscheinbaren Wildpflanze die testen, schweren und doch so feinrivpigen Köpfe heranzuzüchten, die in unserer Gemüseküche unentbehrlich geworden sind. Der Weißkohl gehörte schon im frühen Mittelalter zu den Pflanzen, die mnn als Gemüse zog, aber er war damals nicht sonderlich geschätzt, weil man es noch nicht verstand, den „kochkohle", wie er hieß, in der den Blätterkern fest umschließenden Kopfform zu züchten. Noch im Kräuterbuch des im siebzehnten Jahrhundert lebenden Naturgelehrten Jakob Theodor von Bergzabern findet sich der Kopfkohl als ein ziemlich tnirftigeo Gewächs dargestellt, das überhaupt kaum eine rich tige Kopfbildung erkennen läßt. Immerhin war der Kohl schon im Altertum bekannt, da Plinius bereits mehrere Kohlarten er erwähnt, allein auch diese Arten müssen seiner Beschreibung nach noch wenig Nutzwert besessen haben, wie sie denn auch als Gemüse nicht sonderlich beliebt waren. Im alten deutsck^en Küchengarten pflegte man übrigens so ziemlich jedes eßbare Gemüse kurzweg als „Kraut" zu bezeichnen, so daß schließlich jeder Gemüsegarten einfach „Krautgarten" genannt wurde, ganz gleich, ob Kraut darin wuchs oder nicht. Wem die ersten Fortschritte in der Züchtung des Weißkrautes gelangen, weiß jetzt niemand mehr. Aber die einstige Mißachtung schwand immer mehr, je mehr es zum festen Kopfkohl mit den weichen, zartschmeckenden Jnnenblättern wurde Im Jahr 1934 waren 40 885 Hektar deutschen Nutzlandes mit Weißkohl bebaut, und diese Riesen- flächen dürften sich in den letzten Jahren noch wesentlich vergrößert haben. Nach einer neueren Berechnung werden im Deutschen Reich jedes Jähr weit mehr als eine Milliarde Weißkohlköpfe verzehrt. Mas natürlich auch durch die Verwendung des Weißkohls zu Sauerkraut bedingt wird. Wie bei allen Gemüsen, so besteht auch beim Weißkraut ein großer Teil seines Nährwerts in seinem Gehalt an lebenswichtigen Mineralstoffen, außerdem enthält es aber auch Eiweiß, Kohlenhydrate — besonders Zucker —, etwas Fett sowie das wachstumfördernde Vitamin A und das Vitamin B, durch dessen Mangel in der Ernährung nach neuen Untersuchungen die Entstehung der Zahnkaries begünstigt wird. Die Verteilung des Nährstoffgehaltes verhält sich in den einzelnen lei- len eines Krautkopfes nicht ganz gleich. Sowohl im Strunk als in den Rippen der Blätter findet sich mehr Zucker und Eiweiß, weshalb Strünke und Rippen unbedingt mitgekocht werden sollten/ wogegen das Blattgewebe wieder mehr Fett und andere Kohlehydrate enthält. Der Zuckergehalt der Krautblätter wechselt außerdem mit der Jahreszeit und ist im Juni starker als etwa im August, wobei es sich allerdings nur um sehr geringe Mengenunterschiede handelt. Der schmackhafte, schönfarbige Bruder des Weißkohls, das Rotkraut, tpuroe ebenfalls schon im späteren Mittelalter gepflanzt, doch ehe es soweit war, daß die dunkelroten Blätter den harten Kopf bildeten, dauerte es doch noch ein paar Jayr- Hunderte. Durch seinen das Weißkraut fast um das Doppelte übersteigenden Gehalt an Eiweiß und Zucker und seinen vermehrten Gehalt an Vitamin A ist der Rotkohl nun zwar nährstoffreicher als das Weißkraut, muß aber dennoch hinter dem Weißkraut zurückstehen, weil seine Anbaufläche in Deutschland „nur" 5000 bis 8000 Hektar umfaßt mit einem jährlichen Durchschnittsertrag von 210 Millionen Köpfen. Daß ein tiefdunkler Rotkohlkopf unwillkürlich die Eßlust reißt, hat seinen guten Grund, weil die kräftige' Färbung tatsächlich ein Beweis seiner Güte ist. Es ist ein hübsches Zusammentreffen, daß Rot- krantzeit auch Apfelzeit ist, denn nichts schmeckt zu gedämpftem Rotkraut so köstlich wie Apfelstücke oder Scheiben, die man, wenn das Kraut halbweich ist, mitkocht. Dadurch wird auch der Nährwert des Krautes gesteigert, weil sich nun zu seinen Vitaminen auch noch die in den Aepfeln enthaltenen Ergänzungsstoffe gesellen. Als Rohkost eignet sich seingeschnittenes Rotkraut ausgezeichnet; es ist in dieser Form nicht nur ein sehr gesundes und wohlschmeckendes Gericht, sondern durch feine prächtige Färbung auch eine Augenweide, die zum Zu- greisen verlockt. Mer sein eigener Versorger ist, sollte immer darauf achten, baß Blattgemüse, also auch Meih- und Rotkohl, nicht am frühen Morgen geschnitten werden, auch wenn sie noch so kernig frisch aussehen, sondern lieber gegen Abend. Gerade in den Morgenstunden enthalten die Blätter nämlich den geringsten Nährwert, weil unter dem Einfluß des Sonnenlichtes in den Blattgewebezellen Stärke gebildet wird und sie daher bis zum Abend ganz überfüllt sind mit diesen Stärkemassen! ■u Die unwiderstehliche Bohnensuppe. Nein Freund, Oberleutnant Franz H., erzählte lir folgendes Erlebnis aus dem Polenfeldzug, über ai das ganzp Bataillon drei Tage lang lachte. • Äei dem atemberaubenden deutschen Vormarsch im es öfters vor, daß sich im Rücken der beut- En Front noch versprengte polnische Truppenteile hielten. Dies mußte auch der Gefreite M. er- ren, als er feinen gefangenen Polacken nach ruck- 7ts abliefern sollte. Der Gefreite M. war beim fWmarjd) in einem stockfinsteren Wald über einen jÄoumstrun'k gestolpert, worauf der 'Baunnftrurn Mchakreff"! sagte, das Gewehr wegwarf und sich IS Pole gefangen gab. , .. K.Wirst mjich erschissen?" fragte der Pole nut M letzten Rest seines aus der österreichischen Mirschast herübergeretteten Deutsch. - ber (Befreite M. schüttelte den Kopf. „Du kommst ps Gefangenenlager und kriegst einen Teller Boh- Igtifuppe!" ,, . x .Bohnensuppe?" grinste der Pole schmatzend, W>oh, choh, js gut! @emma!" Es klon« beinah- ^Giinerisch. . m f . her Gefreite hängte sich das Gewehr des Polen k nahm den Mann mit festem Griff am Arm, N sie tappten sich zum Feldweg durch, an dem w Kompanie lag. , . ,,. Wer aber konnte man den Gefangenen nicht suchen. „Führen Sie den Mann nach rückwärts befahl der Leutnant. . M war der Gefreite M. mit seinem Gesänge- ktt keine zwanzig Minuten auf dem J? er sich plötzlich von versprengtem polnischen Mtär eingeschlossen sah. An Flucht war nicht zu krten. Auch der gefangene Pole erkannte feine Nfenbrüber, aber er schrie nicht etwa laut, so «ri überlegte. Der Krieg hing ihm offenbar zum Hß heraus, die Deutschen schossen verdammt gut, bi überhaupt ... >.-Bohnensuppe?" fragte er. 2>er (Befreite zwinkerte bestätigend. e j - -Mit Wurscht?" sagte der Polack sreudestrahl . ,M Gwehr cher! Weiß ick), wos ich moch! Und '■ chob den Gefreiten vor sich her und meldete sich ,TH0^^ch^^dajtscfa *&htinb gefangen, muß ich ritf- W"ts abliefern!/Z . e»_ |»Xaf!" faßte der polnische Leutnant. „Js guti ^"weiteren Verlaufe dieses seltsamen Marsches passierte der (Befreite M. mit seinem gefangenen Polacken noch zweimal deutsche und zweimal versprengte polnisck>e Truppenteile, wobei er je nach Bedarf (Befangenenmarter oder „(Befangener" war, was dank der lockenden „Wurscht" glänzend gelang. Er traf wohlbehcklten im Quartier des Bataillons ein. (Befreiter M erhielt eine Belobigung und der Polack zwei Schalen Bohnensuppe 'mit Wurscht. Kurt G. v. Fischer. Die Verdunkelungsanlage. Von K Spengler Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Auch, oder vielmehr erst recht, in der Ehe. Sie können auch durch kleine Dienstleistungen ersetzt werden. Dann kommen sie billiger und gelten fast genau t°(5ie kosten bloß Zeit und etwas Geschick. Ost ist freilich die Zeit, die Minuten, Viertelstunden, die man daran wendet, einen Dübel in die Wand zu gipsen, einen Steckkontakt zu erneuern kostbare Zeit, aber das ist nicht zu ändeni. Die Preise sind ?n diesem Fall fest. Die Gesamtsumme dieser kost- lick>en Minuten, Viertelstunden machen den Tribut der Ehe, das Deputat verbriefter Hilfsleistungen. Das Verdunkeln gehört jetzt auch dazu. Ich tue es nicht immer persönlich. Das besorgt nun t meine ftrau Aber die Verdunkelungsanlage ist in Idee und Ausführung von mir. Sie ist aus Papier, was ihren Ewigkeitswert beeinträchtigt. Die Hauptsache aber ist die Idee, der geniale Wurf ihrer Gestaltung; und der Geist steht denn docki Io meine ich, über der Materie. Zudem erwog ich bereits, sie aus einem besseren Stoff nachzubil- den Aus Pappe mindestens oder Blech oder ganz dünnem Sperrholz oder — ich will die Reihe der ncuci ffierfftoffc, hic ich aufjerben. in Grroagunfl „iAt anführen. Sic ist nahezu endlos, denn meine Erfindungskraft oerfiegt in solchen Fällen "'bin lenem Tage beschloß ich wleder einmal selb,, ■X&t Man muß hin und wieder Oel in» Nmochen der familiären Einlrachl gießen und der Hausfrau aeroi fc Arbeiten abnehmen. Meine ehe- W Hausfrau war zum Einkäufen »-«n. 1.-- 3Lu hpreits aber wir haben viele Fenster in Wohnung die den Tag bis zur Neige aus- unserer Wohnung, ™ fanden sie sperr- lit offen Der Hinweis auf die balsamische N d>- ÄW man ihn oft in R°- meinen findet, wäre hier angebracht. Ich unterdrücke ihn, weil es in Jener Dämmerstunde nicht um einen lyrischen Ausdruck für einen atmosphärischen Zustand ging, sondern um Hell und Dunkel. Die Verdunkelungsanlage stand üblicherweise zwischen dem Fensterbrett und einer Bank in der Küche, bloß an jenem Abend nicht. Ich wollte meine Frau mit der in vollem Betrieb befindlichen Apparatur überraschen und begann fieberhaft zu suchen. Unter dem Bett im Kinderzimmer fand ich drei Klicker und ein zerquetschtes Zelluloidpüppchen, mit dem meine Tochter einzuschlafen pflegt. Meine Tochter ist drei Jahre alt und wiegt 14 Kilo. Ein Zelluloidpüppchen hält das nicht aus. Eine wichtige Entdeckung gelang mir im Badezimmer. In einer Ecke hinter der Badewanne fand ich ein Stück Feinseife. Es wog, wie ich sofort auf der Küchenwaage feststellte, noch fünfundsechzig Gramm. Hinter dem stillgelegten Kachelofen in der Wohnstube tastete ich, es war inzwischen finster geworden, an etwas schwarzes, nachtgähnendes. Heureka! Nein, es war ein Regenschirm. Die verdunkelte Nacht setzte meinem Forsck>en ein Ende. Ich saß in der finsteren Küche, den Hemdkragen gelöst, balsamisckie Lüste strömten zu den Fenstern herein und umfächelten mich. So fand mich meine Frau. Später offenbarte sie mir, von meinen Augen sei ein phophoris- zierender Schimmer ausgegangen wie bei jenem Tiger im Dschungelfilm. Ich knurrte nach meiner Derdunkelungsanlage, dem sinnreichen Werk aus Papier, Stäbchen, Schlaufen und Häkchen. „Die ist im Oien", faqte sie kalt und fügte hin- ,pj: „Ich hab zwischen die Doppelfenster und -türe Pappendeckel geschoben, das ist viel praktischer als dein Krimskrams." Damit schloß sie die Fenster, das Oberlicht, die Balkontüre. Kein Sirius, kein Orion, keine Milchstraße fand mehr Zutritt. Dann knipste sie das Licht an. Es war alles höck)st einfach. Genau so, wie ich mir's immer schon im Geist vorgestellt hab«. Ich konnte nicht umhin, ich mußte ihrem Werk Beifall zollen, trojzdem es, Dehn Licht betrachtet, ein Plagiat meiner Gedanken war. Meine Frau hätte das nie zugegeben, was schon aus Ihrer Antwort hervorgeht, die sie mir an den Kops roarf: „Du bist ein Lappnachil" Mr Hausstauen und die Vezugsschelne. Die Einführung von Lebensmittelbezugsscheinen bedeutet lediglich eine vorsorgliche Maßnahme, die unser Staat gegen die Egoisten und Hamsterer rechtzeitig ergriffen hat, wie eine gerechte, vorsorgliche Mutter, die ihre Kinder gleichmäßig nach und nach versorgt. Die Mengen der Nahrungsmittel, die ausgegeben werden, entsprechen im wesentlichen dem. was eine neuzeitliche und vernünftige Hausfrau schon immer etwa verbrauchte. Für sie ist die llmstellung bei genauer Uebcrlegung nur gering. Die Mengen der rationierten Nahrungsmittel entsprechen im übrigen dem Nährstoffbedarf des Körpers nach der modernen Ernährungslehre und schadet es den wenig Unbelehrbaren nichts, wenn jie ßch zwangsweise umstellen müssen. Die Bezugsscheinpflicht fordert von uns Hausfrauen: 1. Genau zu überlegen, was mir auf unsere Bezugsscheine kaufen wollen, d. h. einen erbe n t- lichen Küchenzettel m a d) e n , über die ganze Woche alles gleichmäßig verteilen und nicht wahllos dies und jenes kaufen. 2. Uns anderseits ohne Murren n a ch d e m z u richten, was v o r Hand e n ist, ob wir einmal Rind- ober Schweinefleisch, Rinder- oder Kokosfett bekommen, ist gleichgültig, den Geschäftsleuten durch Freundlichkeit und Geduld ihre schwierige Aufgabe erleichtern. 3. Ausgiebigen Gebrauch von den ivlchllck; v o r • 1) a n bene n Nahrungsmitteln, vor allem Obst. Gemüse, Kartoffeln zu machen. Auf biese Weise tragen wir Frauen einen Teil bei zu ber Lösung ber großen Aufgaben, bie der gegenwärtige Kampf unserem Volk stellt. Einmachrezepte für Quitten. Das beliebte Quittenbrot stellen wir vor« teirhaf't von Saft und Mark zufammen her. Der Saft enthält am meisten Pektin und verursacht das rofd)c Gelieren. Deshalb gibt die Masse bann mehr aus als bei ber üblichen Trennung von Fruchtmark und Saft. Nur muß mnn bie Früchte knapp mit Wasser bedecken, um nicht zu viel Flüssigkeit zu ePlyol'teii. Da Geleekochen viel Zucker verlangt, kochen wir Quittensaft und Brot. 'Richt ganz reife Quitten abrei'ben, zerschneiden, V< des Gewichts können saure Spätäpfel sein, knapp mit Wasser bedecken (je Kilo Frucht etwa ’/a Liter Wasser), garkochen, auf Sieb Witten, den ersten Saft zu Fruckst« saft kochen (je Liter Saft 200 Gramm Zucker), das Mark mit dem übrigen Saft durchschlagen, je Kilo Masse nur '/> Kilo Zucker nehmen unb dazu ganz wenig kristallisierte Zitronensäure. Diese gibt den s-einfäuerlichen Gefchmack feiner Frucht Pasten. Nun rasch bei stetem Rühren kochen, bis ein Tropfen auf kaltem Teller rasch erstarrt. Die Masse fast kalt rühren, auf ganz dünn geölte Platte zum Erstarren geben. Erst nach dem Stürzen auf ein mit Puderzucker dünn beliebtes Brett mit Formen aus- stecken ober in Stücke schneiben. Diese einige Tage im Warmen trocknen lassen iinb zwischen Pergamentpapier in Blech oder Porzellan auf heb en. Nach Belieben kann man nach dein Kochen grüne ober rote Küchenfarbe in das Mark geben, um es zu färben. Dasselbe nochmal in grobem Zucker zu wenden, tft Zuckerverschwendung und auch vielen zu süß. Wer bie ganzen Platten bis zum Gebrauch aufheben will, legt sie zwischen Pergamentbogen wie di« Figuren. Q u i tt e ii \ a f t : Je Liter Saft 200 Gramm Zucker rasch zum Kochen bringen und tüchtig kochen und fchäumen. Dadurch wirb ber Saft schön rötlich. Oer preußische Znfiuilw. Wie König Friedrich 2vilhelni III.. so liebte auch ber nachmalige Kaiser Friebrich, ber zur Zeit bieses Geschichtchens noch Kronprinz war, den Infinitiv als kürzeste Form ber militärischen Kürze. Einmal hatte er einen neuen Lakaien bekommen, einen ausgedienten Unteroffizier, ber sich immer so stramm benahm, wie er bas im Dienste seit eh und je gewohnt war. Strammheit im Dienste ist etwas sehr sästines, im täglichen Leben aber kann allzu große Strammheit and) auf die Nerven gehen. Und wenn ein Kammerdiener gar zu stramm ist, so ist das mandjmal nicht schön. Deshalb nahm sich ber Kronprinz ben Mann einmal vor, und sagte ihm: „Sind nicht mehr Unteroffizier! Jetzt Kammer- bleuer! Nicht so stramm benehmen! Kammerbienek muß legerer sein!" Na, unser Kammerbiener merkte fid) bas. Als der Kronprinz einige Tage später einmal vom Dienste ins Kronprin^enpalais kam, wo fid) um diese Stunde der alte König Wilhelm als Gast äuge jagt hatte, stand der neue Lakai im Hausflur. Der Kronprinz, der fick; verspätet hatte, kam eilig herein und fragte: „Majestät schon da?" „Legerer!" ging es unserem Lakai durck; den Geist. Und deshalb gab er die dem Kronprinzen etwas unerwartete Antwort: „Papachen ist im Nebenzimmer!" Dem Kronprinzen blieb über soviel ßegerhelt, wie man zu sagen pflegt, die Spucke roeg! Schnell trat er an den verblüfften Lakaien heran und flüsterte ihm ärgerlid) zu: „Wohl betrunken!" Und ber über so viel Vertraulichkeit aus so hohem Munde nod) perplexe Lakai flüsterte ebenso vertraulich zurück: „Hab nichts gemerkt, Königliche Hoheit!" LinkolnS Pfote. Als ber zu dem berühmtesten unb bedeutendsten amerikanischen Präsidenten gewordene Abraham Lincoln nod) ein Schuljunge war, entdeckte sein Lehrer eines Tages bei Schreibunterricht, daß Lincolns „Pfote" vor Schmutz geradezu starrte. Erbost fuhr er auf ihn los und brüllte ihn an: „Du vermaledeiter Taugenicksts und Schmutzfink du, wenn hier in der Klaffe nod) eine dreckigere Hand zu finden Ist, dann sollen dir die wohlverdienten Prügel erspart bleiben!" Da zeigte ber kleine Lincoln seine bis bat)In verborgen gehaltene linke Hand — und die ihm ziigebacksten Prügel blieben aus. Olav Sölinimd. (III mJ Abel. uIW' ZS Deiommi Oer -öerDraucger in 08* u. 23. Oktober bis 19. November je 25^ EjL toff.elftärfemehl uiw. >-h° Sann «Men n Mei otabttl Ne mierni der Kinder von 6 bis 14 Jahren. Berliner Uraufführungen ar. - lü Dun Wlsgen S,' s Zeit vom ‘ Sago, Kartoffelstärkemehl usw. Die erfolgt die kaffeezuleilung? Kaffee-Ersatz oder -Zusatzmittel werden auf bU Nährmittelkarte in folgender Form zuge> teilt: 1 bis 10 gibt es vom 23. Oktober bis 19. November je 25 g Nährmittel, ebenso auf die Abschnitte 11 bis 26 in der Zeit vom 6. bis 19. November. Aus 11, 12, 27 und 28 bekommt der Verbraucher in der [ibt in die Mitte ge. MM auf die Zuckerabschnitte. Kinder bis zu ... Nli ®5ortj( ►Sie c l-: jfm ® ITibrid) m Dl schmecken. Die Suppe vom Feuer nehmen, evtl, mit Eigelb legieren oder die Milch zugeben und gehackt« Petersilie überstreuen. Vielseitige Kartoffel. äs gibt es auf die neuen Lebensmittelkarten? Büchertisch. — Emil Witting: Frate Nicolae, der siebenbürgische Karpathenbär. Eine Lebensgeschichte. In Leinen 4,80 RM. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. — Was uns Witting diesmal geschenkt, ist das Porträt des ausgewachsenen Bären in seiner ganzen Urigkeit, Wildheit und furchtbaren Kraft. Der wirkliche und wahrhaftige Roman eines gewaltigen Recken, dessen Werden, Leben und Verlöschen wir von seiner Felsenwiege bis zum Grabe vor unserem Auge sich vollziehen sehen in § itli Ut, vom 6. November bis 19. November. Die Denge ist aufgedruckt. Ljuen i Kempei W L !Bi Eje ri Eie, t | ’M' U in r Mer lerere Win 2 I, M' L und fcniine |r 8* ittrinql | Iahlo Jin, ha M S« 125 g auf 13 vom 23. Oktober bis 19. November, 25 g auf 14 in der gleichen Zeit, je 125 g auf 29 vom 30. Oktober bis 19. November und auf 3d 14 w Argi ,1! M »e Ad & berg b. Leipzig. Preis göb. RM. 7,50 —260— Drö Uederfetzungen Henry von Heifelers sind ein wesem liches Stück seiner Lebensarbeit; nicht nur als Bo weife feinhörigen sprachlichen Nachschaffens, auch als Zeugnisse für das ost-westliche Mittlertum, dar dieser Dichter durch die ganze Art seines Daseim; ?;eübt hat. Wie er den Dramatiker Puschkin durch e'ine Nachdichtung den Deutschen offenbarte, so tut er hier an einigen hervorragenden russischen Ei' zählern. Zugleich wird ein Weg der russischen SeeL« — ein geheimer, von den Zeiten noch verschüttetsk — in diesem Buch erkennbar: vom klassisch gehlü« tenen Stil Turgöniews, durch den Rußland an einer europäischen Tradition teilnimmt, zu den grau« samen Aufhellungen, Verstörungen, Erschütterungen Dostojewskijs, und darüber hinaus in die ländlich weite, wundersam tiefe und wahre, von Humwc und Frommheit überglänzte Welt des großem Ljesiköw. — Um Carl Maria von Weber und einer Reihe herrlicher, mit der Wärme des echten Naturfreundes empfundenen, in wunderbar dichterischer Sprache geschriebenen Skizzen. Wir bangen um bas Schicksal der von ihrer Bärinmutter abgesprengten Jungen, freuen uns über die immer reichere Entfaltung des naturgewollt und am Beispiel sich entwickelnden Jnstinktlebens der Bärenkinder, begleiten Rauhbautz auf erfolglos-frühe Brautfahrt, sind erregt bei dem ersten selbständigen Einbruch des angehenden Bären in die Hürde und erschüttert im Anblick des Kampfes naturgehegter Urkraft des Hauptbären mit dem gewaltigen Stier, dem mutigen Beschützer der Herde. — Lilly Gräfin z u Rantzau: „Der weiße Esel". Roman. Preis Ganzleinen 4 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — Ein junger Mediziner aus baltischem Adel, der durch alle Entbehrungen des Werkstudententums hindurchgeht, nur von seiner experimentellen Arbeit besessen, und eine junge, vermögende Deutschamerikanerin, die ihn liebt, nicht, wie es zuerst scheint, aus Laune, sondern aus tiefstem Gefühl, und die nicht ruht, bis sie mit ihm verheiratet ist, das sind die Menschen, die in diesem Roman sich begegnen, sich vereinigen, sich entfremden, ourch einen tragischen Irrtum sich verlieren. Erschütternd ist ein Nebenmotiv: das der Mapie Staven, die in seelischer Wirrnis es unternimmt, die schöne und reiche Feindin zur Rechenschaft zu ziehen und durch die Zärtlichkeit der Rivalin entwaffnet wird. — Josef Hofmiller. Franzosen. Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig. Preis geb. RM. 7,50 — 259 — Josef Hofmiller hat sich in immer neuem Bemühen und leidenschaftlicher Hingabe mit dem Erfassen des französischen Schrifttums, seiner kritischen Untersuchung und Deutung beschäftigt. Der vorliegende Band umfaßt die großen Essays, die Hofmiller einzelnen Erscheinungen der Literatur des Nachbarvolkes und ihrer Gesamterscheinung widmete. Es bekundet sich in ihnen eine liebevolle Zuneigung, die bei aller Hingabe und Begeisterungsfähigkeit doch niemals sich in Abhängigkeit oder Frankophilie verirrt. Die Gesamtheit der hier gesammelten Arbeiten, insbesondere die umfangreichen „Bemerkungen zur französischen Literatur' nebst deren Ergänzungen aus dem Nachlaß bekunden deutlich, wie jedes einzelne feiner Urteile einer fundamentalen Sachkenntnis, einer überlegenen Bildung entspringt und zugleich — auch da, wo es für ihn nur Ablehnung gibt — immer durch eine echte Liebe zum Gegenstand (wenn auch zuweilen eine solche des enttäuschten Herzens) geadelt wird. — Russische Erzähler, deutsch von Henry von Hei feier, Verlag Karl Rauch, Markklee- Apselkartoffeln bereitet man aus rohe» Kartoffeln, die man schält und in Scheiben schneidet. Dann schält man ebenso viel Aepfel wie Kartoffeln, entfernt das Kernhaus, schneidet die Aepfel zu Ria. gen. Nun setzt man in einer geräumigen Pfanne Fett zum Feuer, schneidet auf je drei mittlere Kar. toffeln eine kleine Zwiebel hinein, mischt Kartoffeln mit den Aepfeln zusammen, gibt kleine Prisen Salz Pfeffer und Zucker daran, legt alles ins heiße Feh und läßt 35 Minuten unter öfterem Schwenken gardämpfen. Als Beilage — wenn es fein muß - eignen sich Seefisch koteletten dazu. Gertrud Abel. Kartoffelpa st ete, die man aus den Resten von Rührkartoffeln herstellt, ist besonders schmack. haft. Man streicht dazu eine Backform mit Feil aus, füllt Boden und Rand mit einer gleichmäßigen Schicht des Kartoffelbreis, gibt in die - wässerte kleingeschnittene Heringsfilets, . , welche man weichgekochte Zwiebelringe legt un) spritzt ein dichtes Gitter von Kartoffelbrei darüber das man an den Kreuzungen mit Fettflöckchen belegt Gründlich durchbacken.' Als Ergänzung dazu Salat, besonders geeignet Bohnensalat. Zweitens aber achte man auf die Unterbringung der Seife. Die soll hohl liegen, sodaß sie sich nie im Nassen befindet, sondern möglichst schnell ttock- net. Nasse Seife verwäscht sich um ein vielfaches schneller als ttocken gehaltene Seife, ohne daß sie auch nur eine Spur mehr Nutzen stiftet. Eine tief gerippte Schale oder eine solche mit Löchern, schließlich auch ein Netz sind als Seifenbehälter geeignet. Unansehnliche, unhandliche Seifenreste werden ent- weder zusammengeschmolzen oder in ein dünnes MullbeUtelchen gefüllt. Man kann aber auch solche Reste auflösen uyd in einem Fläschchen auf den Waschtisch stellen. Solcher flüssigen Seife bedient sich die Reichsbahn schon lange in ihren Wasch- räumen zur Zufriedenheit der Reisenden. Gertrud Heißer Quittentranf ist bei Halserkältungen vor- züglich. Apfelmarmelade mit Quitten saft: Dickes Apfelmus von sauren Spätäpfeln wird je Kilo mit 600 Gramm Zucker vermischt und tüchtig gekocht, bis es bräunlich wird. Dann kommt, Dicksaft von Quittenschalen und Kernhaus (Rückstände von Quittenschnitzen, siehe oben!) dazu, der brausend vier Minuten mit durchgekocht wird, dann die Marmelade fast kühl rühren, um recht viel Dampf zu entfernen, eingefüllt und erkaltet zuge- bunben. Wie sparen wir ©trumpfe? Auf die richtige Behandlung kommt es an. „Wenn nur die Strümpfe nicht so schnell kaputt gingen!" Dies ist ein Ausruf, den man von den Frauen gerade in diesen Tagen besonders zahlreich vernehmen konnte. Warum yaben eigentlich unsere Strümpfe meistens eine so kurze Lebensdauer? Weil sie in der Regel nicht richttg behandelt werden. Die Strümpfe verlangen nämlich Verständnis für die Webart und Maschenfestigkeit. Man darf keinesfalls mit ihnen achttos umgehen, weder mit den neuen Strümpfen noch mit den schon im Gebrauch befindlichen. Besonders die neuen Strümpfe sind überempfindlich. Wenn man sie sofort anzieht, nachdem man sie gekauft hat, darf man sich nicht wundem, wenn sie schnell kaputt gchen. Neue seidene und kunstseivene Strümpfe sollen vor dem ersten Anziehen kurze Zeit durch lauwarmes Wasser gezogen werden. Das entfernt die Appretur und macht die Fäden elastischer. Uebrigens bekommen Strümpfe, die nicht vorgeweicht wurden, im Regen häßliche Flecke, abgesehen davon, daß sie sich nicht glatt überziehen lassen und Falten werfen. Das dauernde Abgleiten der Maschen kann man verhindern, wenn man bei neuen Strümpfen unterhalb des Knies mit feinem Seiden- garn in der Farbe des Strumpfes den Faden ein paar Mal durchsteppt. Den Stich darf man natürlich nicht zu fest spannen. Wer trotzdem, vielleicht durch etwas starke Waden, an vielen Laufmaschen „leibet", sollte — und das sei besonders berufs- tätigen Frauen empfohlen — ein kleines Fläschchen Nagellack bei sich zu führen. Spürt man das geheimnisvolle Riefeln oder gibt es den gefürchteten Knacks, dann schnell die gefallene Masche lacken — sie läuft dann keinesfalls weiter. Eine praktische Hausfrau, die immer Strümpfe Qnzuziehen hat, niemals die verpönten Berge von zerrissenen Strümpfen ober gar Riesenlöcher aufzuweisen hat, erzählte, daß sie jeden Abend vor dem Schlafengehen ihre Strümpfe nachsieht und kleine auftauchende Schäden sofort aus- bessert. Ein Rat, der befolgt, sich geradezu als wun- derwirkend erwiesen hat. Wer dazu neigt, daß sich der Fuß schnell warm und feucht läuft, sollte sich zur Regel machen, feine Strümpfe jeden Abend leicht in Essigwasser durch- zuspülen, ohne reiben und kneten, dann im klaren Wasser schwenken, nachdem man vorher in leichtem Seifenwasser gewaschen hat. Ein Mal waschen mehr, schadet dem Strumpf nichts, dagegen ist das Tragen von hartgewordenen Strümpfen ungesund und diese sind dem Zerreißen wett mehr aus- gesetzt. Die Vorbedingung zur Strumpfwäsche selbst ist -lauwarmes Wasser; in heißem Wasser wird der Seidenfaden unnötig angegriffen und reißt dann leichter. Dor allem aber niemals Strümpfe lange Zeit im Wasser liegen lassen. So gepflegt, kann man die Lebensdauer der Strümpfe erheblich verlängern — eine Sparmaßnahme, die sich nicht nur am Geldbeutel erfreulich auswirkt, sondern die heute für jede Frau zur selbstverständlichen Pflicht geworden ist. L. P. Aund um die Seifen-Schale. . Achtungsvoll behandelt die Hausftau ihr Seifenpulver, ihre Kernseife bei der großen Wäsche. Leider hat sich die Toilettenseife noch lange nicht so -viel Aufmerksamkeit zu erringen verstanden; bescheiden liegt sie neben der Waschschüssel, neben der Badewanne und wird gedankenlos verschwendet. Besondere Maßnahmen im Umgang mit der Toiletten» seife? Daraus kommen nur wenige. Und doch gibt es eine ganze Menge kleiner Tricks, durch die man Richard Wagner. Novellen. Verlag «Streifet & Schroeder, Stuttgart. Mit sechs Bildtafeln. 3in Leinen RM. 3,60 — (282) — Den beiden SanM' hingen musikalischer Novellen „Um Haydn mv Mozart" und „Um Vach und Beethoven" folgt M ein weiterer Band mit Erzählungen um zwei bet größten deutschen Musiker des neunzehnten IM' Hunderts: Der Lebensgang von Carl Maria von Weber führt auch über den deutschen Süden, i®3 er in Stuttgart als eleganter Kavalier ein in Saus und Braus führte. Der ungerechte M»' dacht, junge Burschen ihrer Soldat en pflicht entzogen zu Haden, führte zu feiner Verhaftung. Die Ur' tersuchung brachte zwar seine Unschuld zutage, führt» aber doch zur Ausweisung aus Württemberg. Iemr qualvollen Tage im Gefängnis reiften den funjp Sausewind zum ernsten Mann. In der Novelle Wende" zeigt M. Gerster diesen seelischen Uffy schwung. i Findeisen schildert in der kleinen „Aufforderung zum Tanz" die Entstehung diept berühmten Komposition in Klein-Hosterwitz. Rovm Hohlbaums Novelle „Damiels Ende" führt rn Berliner Kämpfe zwischen den Anhängern Italieners Spontini und des Deutschen Weber, mit dem Sieg des „Freischütz" enden. Berlioz ena* lich zeigt das groteske Ende eines Weber-Gegneru, dessen Gerippe die Wolfsschlucht als Gespenst v«- wahren muß. Zdenko von Kraft bringt zwei fpanncn Episoden aus dem Leben von Richard Wagm-' Hohlbaum zeigt den Flüchtling in Paris, wo „Tannhäuser" von Chauvinisten niedergepflllA wird. Karl Söhles biedermännische Erzählung heMge Gral" läßt die Wunder der PaLftÄ-MM vor weltfernen Menschen erblühen. i MM v ist ei fte tro Toilettenseife schonsam behandeln kann. Als erstes Gesetz hat zu gelten: Niemals unter fliehendem, womöglich unter warmem Wasser ein» seifen, ganz gleich ob man sich die Hände wäscht oder habet. Das ftänbige Bespülen schmilzt von der Seife unverhältnismäßig viel fort und erweicht das Stück so, daß es sich weit schneller verbraucht, als es im trockenen Zustande der Fall ist. Wir waschen uns also nach folgendem Rezept: Wir feuchten die Hände. gut an, nehmen dann die trok- kene Seife, reiben damit so weit wie möglich die Hände ein, spülen schnell den Schaum von der Seife ab, schwenken die Tropfen von ihr und legen sie in die Schale zurück. Nun kann das Hände- waschen nutzbringend vor sich gehen. Baden wir mit dem Schwamm, so haben wir Meist eine gewisse Neigung, den «Schwamm derart einzuseifen, daß nachher die Seife kaum herauszubringen ist. Auch hier Mit Vorsicht zu Werke gehen! Wenn wir überlegen, daß bei einer Familie von vier Personen täglich 12 bis 15 Mal die Seife benutzt wird, so kann man ungefähr ermessen, wie groß schließlich die Einsparung ist, falls man sich jedesmal ein wenig in acht nimmt. Tuen wir das diesmal auf ganz billige Art und Weise'! Dazu sollen uns nun die vier Ecken der Bettlaken dienen. Es ergibt sich meistens aus einer Ecke ein Trockentuch von 70 cm Länge und 60 cm Breite. Die Tücher werden nach dem Zuschneiden gesäumt und gebändert und können in der Küche für alle Zwecke Verwendung finden. M. L. L. Empfehlenswerte Rezepte. Einfaches Tomaten-Pilzgericht:500 Gramm Tomaten, 500 Gramm Pilze, 500 Gramm gekochte in Scheiben geschnittene Kartoffeln, Salz, gehackte Petersilie, Fett oder Speck zum Schmoren, 1 bis 2 Zwieoeln. Die vorbereiteten Pilze in Fett mit der feingehackten Zwiebel in eigenem Saft gar schmoren. T)ann etwas Wasser auffüllen, die in Scheiben geschnittenen Tomaten und zum Schluß die gekochten Kartoffeln dazu geben. Das Ganze nochmals kurz durchschmoren lassen und mit Salz und gehackter Petersilie abschmecken. Pilzsuppe: 250 Gramm Pilze, 2 Eßlöffel Fett, 4 Eßlöffel Mehl, Salz, gehackte Petersilie, i r^ Liter Wasser. Nach Belieben ein Eigelb oder etwas süße Milch. Pilze putzen, 4» bis 5mal waschen, fein hacken. Aus 2 Eßlöffel Fett und 4 Eßlöffel Mehl und Wasser eine Helle Mehlschwitze Herstellen, die Pilze hineingeben, 15 Minuten kochen, mit Salz ab- «Schließlich sei noch klar gestellt, daß unter ben Begriff „Kinder bis zu 6 Jahren" Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr zu verstehen sind. Da; Ungleiche gilt für Kinder dis zu 14 Jahren. Ein BeS- nir spiel: ein 6jähriges Kind gehört in die Grupp'« Die deutsche Versorgungslage gestattet es, bei der Durchführung des Kartensystems, für Lebensmittel für die Zeit vom 2 3. Oktober bis zum 19. Noll e m b e r 1939 eine Reihe von Verbesserungen durchzuführen. Die wichtigsten Aenderungen seien hier kurz zusammengestellt. Kinder erhalten mehr Butter. Die Monatsration an Butter für Kinder bis zu 6 Jahren ist von 320 g auf 450 g erhöht worden. Außerdem erhalten Kinder bis zu 6 Jahren zweimal je 125 g Kunsthonig, der einmal in der Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und ein zweitesmal vom 20. November bis zum 18. Dezember 1939 zugeteilt wird, und zwar auf Einzelabschnitt F 3 der Reichsfettkarte. Kinder von 6 bis 14 Jahren bekommen über die im übrigen unverändert gebliebene Ration hinaus noch für je zwei Wochen 100 g Marmelade, sowie für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und vom 20. November bis 18. Dezember je 125 g Kunsthonig. Kunsthonig gibt es auf Abschnitt F 3, die Marmelade auf die hierfür vorgesehenen Einzel- ab schnitte. Zucker zum Elnmachen. Um den Wünschen der Hausfrauen entgegenzukommen, mehr Zucker für die Zwecke des Ein- machens bereitzustellen, ist angeordnet worden, daß auf die Reichskarte für Marmelade und Zucker an Stelle von 400 g Marmelade in vier Wochen 160 g Zucker bezogen werden können. Mehr Buller stall Margarine. Die Wochenrationen an Fett sind neu festgesetzt worden. Die wesentliche Aenderung besteht darin, daß an Stelle von Margarine mehr B u t» t e r zur Verfügung gestellt wird. Die Butterratton beträgt für sämtliche Verbrauchergruppen 112,50 g. An Margarine oder entsprechenden Fetten bekommt künftig der Normalverbraucher 93,75 g, der Schwerarbeiter 156,25 g, der «Schwerstarbeiter 218,75 g und. Kinder von 6 bis 14 Jahren 93,75 g. Dazu kommen für den Normalverbraucher 62,50 g «Schweineschmalz oder Speck ober Talg, für. Schwerarbeiter 125 g, Schwerstarbeiter 408,75 g. Wie üblich werden ferner 62,5 g Käse oder 125 g Quark an alle Verbrauchergruppen ausgegeben. Dafür wird im Interesse der Vorratswirtschaft für Margarinerohstoffe die Zuteilung an Margarine oder Pflanzen- ober Kunst» speisefett ober Speiseöl entsprechend vermindert. Neu: Die Nährmillelkarle. Die „Lebensmittelkarte" ist in „Nährmittelkart e" umgetauft worden. Aus ihre Abschnitte Die Wintergarderode. Jetzt geht es ans Richten her Wintergardewbe, und diesmal geht es. ohne Neuanschaffungen! Laßt uns mal unsere Truhen und Schränke gründlich durchsehen! Ach, so manches Stück fällt uns da in die Hände, das wjr schon als nutzlos weggele-gt hatten, das sich aber bei näherer Betrachtung noch gut verwenden läßt. Da ist zum Beispiel ein alter Pullover ober eine alte Strickjacke, die unmodern geworden ist und deren Farben schon recht verblichen sind. Wir trennen sie auseinander, ribbeln die Teile auf und wi'k- keln dabei das Garn über ein Brett ober ein Buch (Größe des Brettes etwa 25 cm). Wenn wir ungefähr 80 bis 100 mal herumgewickelt haben — nicht mehr, da das Garn sonst zu lange zum Trocknen braucht —, reißen wir den Faden ab und binden bie aufgewickelte Wolle an zwei Stellen zusammen. Dann wird das Wollgarn in einer schwachen Setfenlösung gewaschen und gründlich gespült. In dem letzten SpÄwasser hat man eine ,Aaltfarbe" aufgelöst, zieht die Wolle mehrere Male langsam hindurch, spült in Essigwasser nach und hängt die Wolle an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Die auf diese Weise wiedergewonnene Wolle ist wie neu und läßt sich herrlich zu einem notwendigen, brauchbaren Stück verarbeiten. Genau wie Wolle ist auch Seide beim Umarbeiten zu behändfln. Auch viele, schon lange ausgediente «Strümp f e finden wir noch vor. Meistens sind die Füßlinge total hinüber; da machen wir bann eben aus zwei Paaren ein Paar gebrauchsfertig. Die Füßlinge werden abgeschnitten und als Schnitt benutzt, und zwar werden wir neue Füßlinge aus den meist noch recht guten oberen Teilen des zweiten Paares Strümpfe schneiden, und zwar so, daß die Spitzen den verstärkten doppelten Rand bekommen. Mit der Maschine nähen wir die Füßlinge zusammen und bringen sie bann mit der Hand kunstgerecht an die Längen. „Für das Haus" gchen diese «Strümpfe noch immer. Ja, und dann liegen da noch immer ein paar alte Bettlaken; es find reinleinene Tücher, häufig noch von Mutter oder Großmutter selbst gesponnen. Bis auf die vier Ecken, die noch sehr gut sind, läßt sich nicht mchr viel mit den Tüchern anfangen. Aber wir müßten ja eigentlich ein paar Trockentücher ober W i s chtücher ergänzen. Die Spielzett, die im ersten Kriegsmonat etwas zögernd begann, ist jetzt im vollen Gange. Drei Uraufführungen in wenigen Tagen; zuerst Hauptmanns neues Drama im Staatlichen Schauspielhaus, dann zwei weitere Uraufführungen an aufeinanderfolgenden Abenden. Das Renaissance- Theater hat sich mit Fritz Schwieferts Theaterstück „Die große Komödiantin" einen lange anhaltenden Serienerfolg erspielt. Der Titel verrat, worum es geht: um Anfang, Aufflug und Ruhm der Schauspielerin Anna Dürnstedt, um das beliebte „Theater im Theater". Die bekannten Theaterrequisiten werden aufgebaut, der Bühnenraum „hinter den Kulissen", die Garderoben und Boudoirs der Diva, Jntendanturzimmer und Probebühne der Wiener Hofburg. In diesem Rahmen, der schon um seines Milieus willen immer gefällt, läßt Schwiefert (der Autor von „Marguerite : 3") heftiges Theater los. Im ersten Teil, wenn die angftbebenbe Debütantin auf die Bühne gezerrt wird, wenn sie sich mit ihren Liebhabern balgt und ihren eigenen Selbstmord vorspielt, schlägt es ins Lustspielhaste, am Ende aber wird's schwer und ttagisch, wenn die Künstlerin sich anschickt, als Phädra auf die Bühne zu treten, tränenden Auges, weil sie eben die Nachricht vom Tode ihres Freundes erfahren hat: der sentimentale Bajazzo-Effekt, mit dem das Theater-Sluck angemessen enbet. Diese Anna ist, der Leser ahnt es schon, eine Bombenrolle, die eigens für Hilde Hildebrand geschrieben zu sein scheint. Dazu eine von Direktor Alfred Bernau ausgezeichnet aeleitete Aufführung, und die Begeisterung der Zuschauer ist unbeschreiblich. ♦ In eine ganz andere Welt führt Franz Streichers Schwank „Der verkaufte Großvater", der im Theater in der Saarland st raße herauskommt. In einen naturali- stifch-bayerischen Bezirk konstruiert der Autor eine schwankhafte Handlung, die an Unwahrscheinlichkeiten und Unklarheiten nicht eben arm ist. Man muß sich schon damit abfinden, daß der Haslinaer dem Kreithofer den nichtsnutzigen Großvater für bare tausend Mark abkauft, um sich nach dem Tode des Alten feine zwei Häuser zu erschleichen. Es gibt ein Hin und Her von List und Gegenlist, bäuerlicher Gaunerei und großväterlicher Durchtriebenheit, bis Großvater schließlich als rächender Richter dasteht, der die Guten belohnt, die Bösen ! * >£ in* ! 1 ■ < if5 b?nl »in 111*1(11 ■* Lt# bessert und nebenher noch eine Verlobung zwischen den Kindern der verfeindeten Hose stiftet, womit denn alles zum vorschriftsmäßigen guten Ende gediehen wäre. Eugen Klopfer stimmt die Aufführung auf derbes Volksstück ab, Josef Sieber spielt den verschmitzten Großvater mit schmunzelnder Laune, der Beifall ist stark. ♦ Während in den Hauptstädten anderer kriegführender Länder der Theaterbetrieb stockt, sind auch im verdunkelten Berlin die Vorstellungen ausgezeichnet besucht, weil hier immer noch vorzüglich Theater gespielt wird. Zwei Ereignisse von vielen seien mit wenigen Worten vermerkt. Im Kleinen Haus des Staatstheaters gibt es unter Leitung des jungen Spielleiters Ulrich (Erfurt!) eine wundervoll graziöse und tändelnd beschwingte Aufführung von Lope de Vegas Schelmenkomödie „D e r Ritter vom Mirakel", deren Helden, einen abenteuernden Aufschneider und Don Juan, Viktor de Kowa mit jungenhafter Ausgelassenheit und bestrickender Eleaanz darstellt. Mit dem Ergebnis, daß die Vorstellungen schon im voraus ausverkauft sind. Den gleichen Erfolg verzeichnet das Deutsche Theater, wo Heinz Hilpert eine wirklich klassische Einstudierung von Shakespeares „W a s Ihr wollt" zergt, die die beiden Teile des Lustspiels — die zarte Liebeskomödie und die derben Narrenszenen — zu einer wundervoll klingenden Harmonie vereinigt. Gisela v. C o l l a n d e und Eva Lifsa, Otto Wernicke, Wilfried S e y f e r t h , Paul Dahlke sind Hauptdarsteller. Zwei Aufführungen, die den Menschen aus dem Ernst einer harten Zeit in jene Bereiche der Kunst erheben, die vom Licht der Heiterkeit und Daseins- freude erfüllt sind. Gerhard Bohlmann. Vom Verbraucher wird dankbar begrüßt werden, daß in Zukunft bie einzelnen Tt engen, L^] die auf die Teilabschnitte bezogen werden können, auf gedruckt sind. Nur bei der „Nährmittelkarte' j (also der bisherigen Lebensmittelkarte) wird dou einem solchen Aufdruck abgesehen, weil die Arten ^ble und Mengen der Lebensrnittel von Fall zu Fall, |n entweder für das ganze Reichsgebiet, oder je naq X (ejt der Dersorgungslage getrennt. für die Bezirke der ejne Ernährungsämter beEanntgegeben werden. EL Ferner ist zu beachten, daß auf der Reichs« Miluc fclijos, ; Ms 05 Ml * Men fleisch karte für Kinder bis zu 6 Jahren o vier weitere Abschnitte mit den Ziffern 1 bis 4 erscheinen, auf die jedoch Zuteilungen noch vorbs« U m(r halten bleiben. Auch bei ben Reichsfettkart en ( für Äinb-er bis zu 6 Jahren und für Kinder bl; zu 14 Jahren sind vier neue Einzelabschnitte F 1 ; bis F 4 erschienen, von denen F1 und F 2 für Kinder von 6 bis 14 Jahren zum Bezug von 100 i $ un(., Marmelade berechtigen. Auf die übrigen Abschnitt ^2 bleiben Zuteilungen Vorbehalten. Die Reichskarte für Marmelade un b JcLJ Zucker enthält den Hinweis, daß der Verbraucher entweder 400 g Marmelade, oder 160 g Zucker nach seiner Wahl beziehen kann und dementsvrechen.b entweder den Bestellschein 1 für Marmelaoe, ober den Bestellschein 2 für Zucker abzugeben hat. Bs- stellschein 3 dient für den Bezug von 1000 g Zucker ld. iloo» lbschniüt Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger lS. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) was gro- Ihre Kinder-Photos mit einer Kamera von Photo-Geller, am Bahnhof, stellt hat, bereit und willens, alles zu tun, der Führer von chnen verlangt, Damit er fein ßes und gewaltiges Werk vollende. h ver!^ Wich A ,u M £ '