Montag, 18. September 1939 189. Zahrgang r. 218 Erstes Statt Annahme von Anzeige« für die Miltagsnummer bis 8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u, behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche llniverfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. 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In den es durch seine unvernünftigen Führer gestürzt wurde, und polens Zusammenbruch Der Entschluß der Sowjetregierung, zur Wahrung der Interessen der Sowjetunion und zum Schutze von Leben und Eigentum der blutsverwandten weißrussischen und ukrainischen Minderheiten in Ostpolen die Rote Armee über die polnische Grenze marschieren zu lassen, dieser Entschluß kommt nicht von ungefähr. Während der letzten Woche hatte die Sowjetregierung bereits erhebliche Truppenkonzentrationen längs der russischen Westgrenze vorgenommen und mehrere Jahrgänge von Reservisten unter die Waffen gerufen. Auch die am Freitag getroffene Abmachung mit Japan über einen Waf- enstillstand an der mongolisch - mandschurischen Zrenze, von dem man in beiden Ländern eine endgültige Beilegung des Grenzkonflikts und in weiterer Zukunft eine umfassende Verständigung über die Interessenbereiche beider Mächte in Ostasien erhofft, darf als diplomatische Vorbereitung Rußlands für seine militärische Aktion in Ostpolen gelten. Es hat ich damit den Rücken freigemacht und englische Hoffnungen auf eine stärkere Bindung sowjetrussischer Kräfte im Fernen Osten durch den Gegensatz zu Japan enttäuscht. Moskau hat von seiner Handlungsfreiheit weisen Gebrauch gemacht. Ohne seine Stellung grundsätzlicher Neutralität im gegenwärtigen Konflikt preiszugeben, hat es alles getan, was seine Interessen ihm zu tun geboten. Und wenn die Sowjetunion ihr Vorgehen in Ostpolen darauf begründet, daß der polnische Staat aufgehört habe zu 3m Westen keine? nennenswerten Kampfhandlungen. Bei Saarbrücken wurde ein französisches Flugzeug von einem deutschen 3 äger abgeschossen. Luftangriffe auf deutsches Hoheitsgebiet haben am 17. September nicht stattgefunden. Kuino und Oeblin genommen. Der Heeresbericht vom Sonntag. Berlin, 17. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Säuberung Ostgaliziens schritt am 16.9. weiter fort. Lemberg ist von drei Seiten umstellt, polnischen Kräften zwischen Lemberg und Przernysl der Rückzug nach Südosten verlegt. Nördlich der San-Wündung dringen unsere Truppen in Richtung Lublin weiter vor. D e b l i n wurde genommen. 100 unzerstörte Flugzeuge fielen dort in unsere Hand. Bei Wlodawa südlich Brest haben sich die vordersten Aufklärungs- lruppen der aus Ostpreußen und der aus Oberschlesien und der Slowakei angesehten Armeen d i e Hand gereicht. Die Schlacht von Kutno nimmt ihren planmäßigen verlauf, von Westen her wurde kutno genommen, die Bzura nach Norden überschritten. Warschau ist eng umschlossen. Ilm die Bevölkerung der polnischen Hauptstadt vor schwerstem Leid und Schrecken zu bewahren, hat die deutsche Wehrmacht den Versuch unternommen, durch einen Offizier den polnischen Militärbefehlshaber von War- schau zur Ausgabe seines zwecklosen Wider st andes in einer offenen Millionenstadt 5u veranlassen. Der polnische Militärbesehlshaber in Warschau hatesabgelehnt.den deutschen Ofsi- Oer größte Teil Polens besetzt. Oie stärkste polnische Gruppe bei Wyszogrod vor der Auslösung. — Lublin eingenommen. Warschau schickte noch keinen Parlamentär. — Aufgabe der Lufiwaffe im Osten im wesentlichen erfüllt, große Teile zu anderweitiger Verwendung bereit. Der seit neun Tagen in der Bukowina als militärischer Befehlshaber weilende Unterstaatssekretar für Polizei, Gendarmeriegeneral M a r i n e s c u überwacht persönlich die Uebernahme und Registrierung der Flüchtlinge in Crisciatec. Gegen Abend trafen an der rumänischen Grenze einzelne polnische Militärabteilungen ein, die entwaffnet wurden, lieber die Gesamtzahl der polnischen Flüchtlinge steht bis jetzt noch nichts fest. Der bei S n i a t y n eindringende Flüchtlingsstrom ist schwächer, dagegen wieder sehr stark der Strom, der b e i K u t y über die Grenze kommt. Hier haben etwa 400 Kraftwagen die Grenze überschritten. Zum überwiegenden Teil waren sie mit den Negierungsmitgliedern, deren Angehörigen und ihrem Gepäck besetzt. -Auf allen Straßen der Nord- und Westbukowina bewegen sich lange Züge von K r a f t w a g e n und Autobussen in das Innere des Landes. Um 16.30 Uhr OEZ. haben die sowjetrussischen Truppen Zalesz- c z y k i besetzt. Vorher beschossen sie den Ort mit Artillerie. Der Bahnhof von Sniatyn wurde von russischen Fliegern in Trümmer gelegt. Auch die Stadt Kuty wurde bombardiert. Wie die Flüchtlinge erzählen, herrscht in Ostgalizien .größte Panik und Kopflosigkeit. Drei Flucht- lingszüae. die in der Nähe von Kolomea zusammengestellt wurden, haben nicht mehr die Grenze erreicht und sind unterwegs steckengeblieben. Der Einmarsch der Sowjetarmee in Ostpolen Oer Zerfall des polnischen Staates zwingt Moskau zum Handeln. Schutz der weißrussischen und ukrainischen Minderheiten. Schneller Vormarsch der Ruffen. Molodeczrw, Baranowicze, Tarnopol, Kolomea bereits besetzt. Moskau, 17. Sept (DNB.) Die erste sowjet- amtliche Verlautbarung über die Operationen der Hofen Armee in Ostpolen wird soeben bekannt- gegeben. Darin heißt es, daß am Morgen des 17. September die sowjetischen Truppen die sowje- tisch-polnische Grenze in deren gesamten Verlauf von der Düna im Norden bis zum Dnjesir im Süden überschritten haben. Nach Ueberroättigung des schwachen Widerstandes polnischer Vorposten rauften im Norden die Orf- chaften Glebockie, Molodeczno u. a. beseht 3n Richtung auf Baranowicze wurde der Njemen überschritten und die Ortschaften Mir und Snora sowie der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Baranowicze beseht. 3n der Westukraine wurde der Vormarsch der Sowjetarmee in bemerkenswertem Tempo durchgeführt: die Städte Rowno.Dubno.Tarnopol und kolomea sind bereits in russischer Hand. Durch den Vorstoß auf kolomea ist d i e G r e n z e z ra i s ch e n Polen und Rumänien von den Sowjettruppen bereits zum größten Teil abgefchnit- t e n. Von den sowjetischen Luftstreitkräften wurden ferner sieben polnische 3agdslieger und drei polnische Bombenflugzeuge abgeschossen. Begeisterte Zustimmung im ganzen Volke. Moskau, 17. Sept. (DNB.) 3n der Nacht vorn I Samstag auf Sonntag ist dem polnischen < Botschafter in Moskau, Grzybowski, eine Note der Sowjetregierung überreicht worden, in der ungeteilt wird, die Sorojetregierung sehe sich ge- ' iroungen, zur Wahrung ihrer eigenen Interessen und zum Schuh der weiß- russischen und ukrainischen Minderheiten in Ostpolen ihren Truppen den Befehl zu erteilen, am Sonntagmorgen um 6 Uhr Moskauer Zeit (4 Uhr MEZ.) die s o wj etisch- Po l- «ische Grenze zu überschreiten. Der Vormarsch der sowjetischen Armee wird a u f b e r ganzen Linie der Grenze, von Polozk im Norden bis kamenez—Podolsk im Süden gleichzeitig erfolgen. Die Note der Sowjetregierung, die auch den aus- önbijcheu Regierungen gleichlautend über alle ausländischen Missionen in Moskau zugegangen ist, hat iolgenden Wortlaut: „Herr Botschafter! Der p o ln i s ch - d e u t s ch e Krieg hat die innere Unhaltbarkeit des polnischen Staates erwiesen. 3m Laufe der eintägigen Operationen hat Polen alle fei n e Industriegebiete und kulturellen Zentren verloren. Warschau als Residenz- ßadt Polens besteht nicht mehr. Die polnische Regierung ist zerfallen und bekundet tei- lerlei Lebenszeichen. Das bedeutet, daß der polnische Staat und seine Regierung tatsächlich üus geh ö r t haben, zu existieren. Dadurch Haben die Verträge ihre Gültigkeit verloren, die zwischen der Sowjetunion und Voten bestanden. Sich selbst überlassen und ohne Führung geblieben, hat sich Polen in ein bequemes Feld für jegliche Zufälle und Ueberraschungen verhandelt, die eine Bedrohung für die Sowjetunion «Haffen können. 3nfolgebeffen kann die Sorojef- ' egierung, die bisher neutral war, sich nicht weiter leutral zu diesen Tatsachen verhalten. Die Sonref- ’egierung kann sich auch nicht gleichgültig dazu ver- ,alten, daß die mit ihr blutmähig verwandten Ukrainer und Weißrussen, »ie auf dem Territorium Polens leben und der Willkür des Schicksals ausgeliefert sind, schuhlos »leiben. Angesichts dieser Sachlage hat die Sowjetregie- !ung das Oberkommando der Roten Armee angewiesen, den Truppen den Befehl zu er- Die pMcheReKermg nach Rumänien geflohen Oer Flüchtlingsstrom durch die Bukowina nimmt kein Ende. ihm die Möglichkeit zu geben, ein friedliches Leben wieder aufzunehmen. Empfangen Sie, Herr Botschafter, die Versicherung ufro.“ 3n dem Begleitschreiben des Außenkommifsars Molotow an die hiesigen Missionen wird daran hingewiesen, daß die Sowjetunion eine Politik der Neutralität in den Beziehungen zu den betreffenden Staaten durchführen werde. zier zu empfangen. Der Versuch abgefprengter polnischer Truppen, über Sieblce nach Südosten zu entkommen, endete mit der Gefangennahme vonl2000Mann. 80 Geschütze, 6 Panzerwagen und 11 Flugzeuge wurden außerdem erbeutet. Bei weiter ungünstiger Wetterlage nahm die Luftwaffe ostwärts der Weichsel durch wiederholte Angriffe auf Iruppenanfammlungen und Marschkolonnen dem zurückflutenden Gegner die Möglichkeit, seine Verbände zu ordnen. Die Rundfunksender Wilna und Baranowicze wurden durch Luftangriffe zerstört. 3m Westen erlitt der Feind bei einigen Stoß- truppunternehmungen in der Gegend von Zweibrücken erhebliche Verluste. Ein feindlicher Fesselballon wurde abgeschossen. Luftangriffe auf bas Reichsgebiet fanden nicht statt. Der Warschauer Hölle entronnen Juden und Sträflinge plünderten gemeinsam. Amsterdam,'18. Sept. (DNB.) In der holländischen Presse werden zahlreiche Berichte polnischer Flüchtlinge, die sich aus Warschau hatten retten können, wiedergegeben. Sie enthalten furchtbare Einzelheiten über den Terror, der dort in den letzten Tagen geherrscht hat. In der Sloto-Straße wurde eitte ganze deutsche.Familie ermordet, nachdem zuvor die Frau und zwei Töchter geschändet worden waren. Zwei kleine Kinder seien aus dem vierten Stock auf die Straße geworfen worden. Weiter wurde berichtet, daß Banden von Juden und S t r ä f l.i n g e n die deutschen Wohnungen plünderten und die Deutschen nach fürchterlichen Mißhandlungen. Nischen Republik, M o s c i ck i, und des Generalissi- mus Rydz-Smigly sowie die Witwe des Marschalls Pilsudskl mit ihren Töchtern einaetrof- fen. Ferner kam in Bukarest Kardinal H l o n d , der Primas von Polen an, der nach Rom weiterreist. Auf der Durchreise kamen nach Bukarest Minister Koc, der Generaldirektor der Polnischen Nationalbank, Karpinski, sowie verschiedene höhere Beamte des Finanzministeriums, die nach Paris Weiterreisen wollen. Berlin, 18. Sept. (DNV.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Feldzug in Polen geht feinem Ende entgegen. Nach der völligen Umschließung Cember g s und der Einnahme von Lub- lin steht ein Teil des deutschen Ostheeres in der illgemeinen Linie L e mb er g —w lod- ,imierz — Brest — Bialystok und hat damit den größten Teil Polens beseht. U erfolgte an mehreren Stellen die Vernich- lung und Gefangennahme einzelner terfprengter Resie der ehemaligen polni- ichen Armee. Die st ä r k st e umschlossene polnische Kampfgruppe, und zwar ein Ziertet des polnischen Heeres ist f ü d w e st l i ch Dyfzogrod zwischen Bzura und Weich- iel auf engstem Raum zusammengepreßt und geht ieit gestern der Auflösung entgegen. Aus dem umschlossenen Warschau wurde am 17. September durch polnischen Sender die Bitte L das Oberkommando der Wehrmacht gerichtet, einen polnischen Parlamentär zu empfangen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat feine Bereitwilligkeit dazu erklärt. Bis jutn 17. September um Mitternacht hat sich kein Parlamentär bei unseren Truppen einge- itiunben. Die Luftwaffe griff die südwestlich Dyfzogrod eingeschlossenen polnischen Kräfte vicksam an. Polnische Fttegerkräfte traten an der ganzen Front nicht mehr in Erscheinung. Die deutsche Luftwaffe hat damit die ihr im Osten gelt eilte Aufgabe im wesentlichen erfüllt. Zahlreiche Einheiten der Fliegertruppe und Flakartillerie sind zusammengezogen und stehen f ü r möerroeife Verwendung bereit Bukarest, 17. Sept. (DNB.) Sonntag um 19.30 Rhr osteuropäischer Zeit sind der polnische Staatspräsident Moscicki und die ge- famte polnische Regierung, soweit sie sich noch in Polen befand, aus dem polnischen Grenzort Kull) über die die Grenze bildende Brücke über den -Fluh Ezeremos auf rumänisches Gebiet über ne tret en. Sie halten s-'Ä vorläüfig in Wischnih, dem gegenüber von Kuty am rechten Ufer oes ezeremos uegenben rumünijchen Gren^ocl ^Bukarest. 17. Sept. (DNB.» Auf dem Flughafen von Czernowitz find am S°nntagvormit- taq bis 13 Uhr etwa 6 0 polnische fluazeuge gelandet. Um 17 Uhr trafen auch Zahlreiche Militärflugzeuge em. Augenblicklich liegen auf dem Flughafen von Czernowitz etwa 2 00 polnische Flugzeuge von denen etwa die Hälfte militärische Apparate sind Von den polnischen Militärpiloten sind viele verletzt Auf dem Czernowitzer Flughafen führt eine rumänische Mili- tärmission die Uebernahme und Entwaffnung der volnischen Flugzeuge durch. Von dem am Dnjester gelegenen polnischen Grenzort R a l e s z c z y k i, der in den letzten Tagen der p o l n i s ch e n R e g i e r u n g als Aufenthalt diente, ermeßt sich seit Sonntagmorgen ein unge- b^urer Flüchtlingsstrom über die Grenze nach dem rumänischen Ort Crisciatec. will beute mehr als 1 0 0 0 K r a f t w a g e n gezählt haben. Es handelt sich fast ai^schließlich um Privatwagen, mit denen die polnischen polttiIchen Bankrotteure herüberkommen. Unter den Flucht- Ungen befinden sich u.a. zahlreiche diploma- t i i cb e Missionen, wie das Personal der Bot- EI'SZ ^ankreicks und Japans, der Gesandtschaf- L Len- Snd-, Schwedens und Bulgariens. In Bukarest find außer der Gatttn des Obersten Beck auch die Gattinnen des Präsidenten der pob Moskau, 17. September (DNB.) Der Ein- marsch russischer Truppen in Polen hält die ganze Bevölkerung ir Mlldsunkansprache Molotows. Oie ganze Bevölkerung der Sowjetunion steht hinter der Regierung. existieren, weshalb die mit Polen abgeschlossenen Verträge hinfällig seien, so stellt Moskau damit klar, nüchtern und ohne Umschweife vor aller Welt eine Tatsache fest, der sich unter dem Eindruck des völligen Zusammenbruchs der polnischen Armee unter den wuchtigen deutschen Schlägen und des Auseinanderfallens des ganzen staatlichen Gefüges in Polen sich schon in der vergangenen Woche niemand länger entziehen konnte. Sie wird noch besonders erhärtet durch die Flucht der bislang an der Spitze des polnischen Staates stehenden Männer, die außer Landes gegangen sind und in Rumänien der weiteren Dinge harren, die da kommen müssen. Sie haben damit in bitterer Stunde ihr Volk im Stich gelassen, das durch ihre Unfähigkeit und Verdung in die Katastrophe geführt worden ist. Der Führer hatte immer wieder versucht, ihnen Brücken zu bauen, um noch in letzter Minute aus der Sackgasse herauszukommen, in die sie ihre Politik, die im blinden Vertrauen auf England alle Maßstäbe verloren hatte, hineinmanöveriert hatte. Roch das letzte Verständigungsangebot des Führers harte die Lebensinteressen des polnischen Volkes und das politische Prestige seiner Regierung in wahrlich unverdienter Weise aeachtet. Aber die damaligen Machthaber in Warschau haben alle wohlgemeinten Warnungen in den Wind geschlagen. Sie fuhren fort mit ihrer PoliUk unerträglicher Provokationen, an gestachelt von größenwahnsinnigen Militärs wie Rydz-Smigly, der als ein rechter Prahlhans die deutsche Armee vor den Toren Berlins in Stücke hacken wollte und nun erleben muß, daß binnen 14 Tagen dieselbe Armee ganz Westpolen in fester Hand hält und vom polnischen Heer nur noch vereinzelte Gruppen ohne jeden Zusammenhang untereinander, eingekreist und von allen Reserven abgeschnitten, verzweifelt um eine ehrliche Niederlage ringen, während die Verantwortlichen für diese beispiellose Katastrophe über die Grenze flüchten. Sie haben in sturem Eigensinn die Lehren mißachtet, die ihnen der Gründer des modernen polnischen Staates, der Marschall Pilsudski, in seinem politischen Testament ans Herz gelegt hatte. Er wußte, welche Gefahren seinem Volke drohen mußten, wenn es nicht lernen würde, Maß zu halten und einem Chauvinismus Valet zu sagen, der sich in der polnischen Geschichte immer schon, als unheilvoll erwiesen hatte. Einer der engsten Mitarbeiter des Marschalls, Oberst Slawe?, hatte das Verderben klar vorausgesehen, das der Bruch mit der Politik Pilsudskis über Polen heraufführen mußte. Er hat in seiner Verzweiflung über die Verblendung der Epigonen seinem Leben ein Ende gemacht. Aber auch dies Menetekel blieb auf die Machthaber in Warschau ohne Eindruck. So konnte der Zusammen- bruch nicht ausbleiben, für dessen Folgen sich das polnische Volk nun bei seiner geflüchteten Regierung und den deutschen Scharfmachern bedanken muß, die statt zu weiser Mäßigung zu raten, immer und immer den damaligen Machthabern den Rücken steiften. > Der polnische Staat hat ausgehört zu exzistieren, diese lakonische Feststellung aus dem Munde des sowjetrussischen Außenkommissars trifft ein Gebilde, das seinen künstlichen Charakter niemals hatte verleugnen können. Die „Friedensmacher" in Versailles hatten nicht die moralische Kraft, den hemmungslosen Aspirationen der Polen Gründe der Vernunft entgegenzusetzen und so haben sie wider besseres Wissen und in der Ueberzeugung, den Keim zu neuer Konflikten zu legen, ein Gebilde geschaffen, das unter polnischer Herrschaft mindestens 40 v. H. fremde Nationalitäten umfaßte. 14 Millionen fremde Volksgruppen hätte auch ein innerlich stärkerer und konsolidierter Staat, als es das neue Polen war, nicht verdauen können. Nur zu bald sollte es sich zeigen, daß Polen sich übernommen hat. Der Ueberfall auf die West- Ukraine (die ostgalizischen Wojwodschaften) im Jahre 1919 und der der Sowjetunion 1920 aufge- zwungene Friedensschluß ließ die Polen auch nach Osten weit über ihre ethnographischen Grenzen hinausgreifen, wie sie ja schon im Westen Deutschland gegenüber sich altes deutsches Kulturland ungeeignet hatten. Mehr als 7 Millionen Ukrainer und über IV2 Millionen Weißrussen kamen unter die polnische Herrschaft und Polen sorgte ebenso wie in seinen neugewonnenen Westmarken auch hier in seinen Ost- und Südostprovinzen mit brutaler Niedertracht und gänzlicher Verständnislosigkeit für die Eigenart der fremden Volksgruppen dafür, daß das polnische Terrorregime auch bei Ukrainern und Weißrussen aus tiefste Erbitterung und wachsenden Widerstand stieß. Besonders die Drangsalierung der um alle Rechte der ihnen feierlich versprochenen Kultur- und Verwaltungsautono- mie schnöde geprellten Ukrainer ist aus zahlreichen Bluturteilen polnischer Gerichte in Lemberg, Tar- nopol und Stanislau bekannt geworden. Aber auch hier hat Polen auf keine Warnung hören wollen. So muß es sein ihm von unfähigen politischen Führern bereitetes Schicksal auf sich nehmen. Die deutschrussische Revisionsfront, die sich einst vor Jahren schon auf der Konferenz von Genua am politischen Himmel abzuzeichnen begann, ist Wirklichkeit geworden. Wie Deutschland mit seinem Feldzug in Polen nichts anderes will, als die Revision des unmöglichen Friedensdiktats von Versailles, so stellt nun der Zerfall des polnischen Staates, der unter der Wucht des deutschen Schwertes ebenso zerbrach, wie an seiner inneren Unwahrhaftigkeit, den russischen Nachbar vor die Aufgabe, die Interessen seiner Volksgruppen in Ostpolen in Schutz zu nehmen, um in diesem Raum damit ein völliges Chaos zu verhindern. Die deutsch-russische Zusammenarbeit wird hier jene Ordnung und jenen Frieden schaffen, der allen Völkern eine glückverheißende Zukunft sichert. Fr. W. Lange. polen verwendet Gelbkreuz. Flagrante Verletzung internationaler Abmachungen. Berlin, 16. Sept (DNB.) Das Oberkommando des Heeres teilt mit: Beim Wegraumen einer Baumsperre auf der 3 a f i 011 a - B r ü (f e in 3 af lo am 8. September gegen 20 Uhr durch eine Pionierkompanie kamen in die Brücke eingelassene Gelbkreuzminen zur Explosion. Zwei Pioniere starben kurz darau an schweren Gelbkreuz Vergiftungen, der eine an Luftödem und an schweren Verbrennungen an Scrofum, der andere an Lungenödem. Awöls Soldaten Hegen mit teilweise schweren Gelbkreuzschaden im Lazarett in 3asto. Davon ringt ein Pionier infolge schwerer Schädigung der Atemwege mit dem Tode. Eine Kommission, bestehend aus sachverständigen Offizieren, Aerzten und Chemikern, begab sich sofort im Flugzeug von Berlin nach 3aslo. Sie stellte au Grund eingehender Untersuchungen einwandfrei die Perwendung von Gelbkreuz Moskau, 17.Sept. (DNB.) Arn Sonntagvor- mittag hielt der sowjetrussische Regierungschef und Außenkommissar Molotow eine über sämtliche owjetischen Sender verbreitete Rundfunkan- p r a ch e, in der er den heute früh erfolgten E i n- marsch der Roten Armee in O st polen der Oeffentlichkeit bekanntgab. Nach einer kurzen Schilderung der durch den raschen Vormarsch der deutschen Truppen in Osteuropa entstandenen neuen Lage und des eingetretenen Bankrottes des bisherigen polnischen Staatsgebildes sagte der Außenkommissar, die letzte Phase des Zusammenbruches Polens habe einen für die Sowjetunion als Nachbarstaat Polens in zunehmendem Maße bedrohlichen Charakter angenommen. Trotzdem sei die Sowjetunion bis zur letzten Stunde neutral geblieben, aber sie könne der Entwicklung nunmehr nicht weiter tatenlos z u s e h e n. Außerdem könne niemand von der Moskauer Regierung verlangen, daß sie dem Schicksal der Unterdrückten und von den Polen entrechteten weißrussischen und ukraini- chen Bevölkerung Ostpolens gleichgültig gegenüberstehe. Die Moskauer Regierung halte es vielmehr für ihre heilige Pflicht, der flamme5= und blutsverwandten Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands ihre brüderliche Hand zur Hilfe zu reichen. In Anbetracht dessen habe die Sowjetregierung der polnischen Botschaft in Moskau eine Note überreichen lassen, worin mitgeteilt wird, daß das Oberkommando der Roten Armee angewiesen wurde, den sowjetrussischen Truppen den Befehl zu erteilen, die bisherige sowjetrussisch-polnische Grenze zu überschreiten, um Leben und Eigentum der Bevölkerung der Westukraine und des westlichen Weißrußlands unter ihren Schutz zu nehmen. VerlegenhettinpansundLondon London, 17. 9. (DNB.) „Preß Association" chreibt, das Foreign Office schenke den Berichten über die Ereignisse in Polen namentlich in bezug auf den russischen Einmarsch die größte Auf- me r k s a m k e i t. Man erwarte umfassendere, genauere Mitteilungen der diplomatischen britischen Vertretungen in Moskau und in anderen Hauptstädten. „Preß Association" bemüht sich so-- dann, in ausführlicher Form glauben zu machen, daß die englische und die französische Regierung über das sowjetrusiische Vorgehen nicht sonderlich überrascht^?!) gewesen seien. Die Pariser Agentur Havas versucht im Zusammenhang mit dem Einmarsch der russischen Truppen in Polen klarzumachen, daß diese Nachricht in Paris keine besondereUeberraschung ausgelösthabe.(!) Havas hat aber schon wieder vergessen, daß der größte Teil der französischen Presse in den letzten Tagen die Mobilmachung zahlreicher russischer Reserven als gegen Deutschland gerichtet darzustellen versuchte. Wir verstehen daher, daß die Agentur ihre Meldung mit den beschwichtigenden Worten beschließt: Außerdem rNüsse berücksichtigt werben, daß das Ziel Moskaus trotz des militärischen Eingreifens beschränkt sei. Denn Sowjet- rußland habe angekündigt, daß es in dem europäischen Konflikt neutral zu bleiben beabsichtige. Der Chef des diplomatischen Kabinetts des franzö- sischen Ministerpräsidenten, der ehemalige franz ö- ische Botschafter in Berlin, Coulondre, emp- ing am Sonntag den polnischen Botschafterin Paris. Es sicht außer Zweifel, daß die Unterredung der durch das Eingreifen Sowjetrußlands geschaffenen neuen Lage galt. Starker Eindruck in Tokio. Tokio, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Einmarsch der Russen in Ostpolen hat in Tokio starken Eindruck hervorgerufen. Militärische Kreise sind angesichts der neuesten große Erfolge der deutschen Truppen und des Eingreifens der russischen Streitkräfte davon überzeugt, daß der endgültige militärische Zusammenbruch Polens nur noch eine Frage von Tagen ist. Man ist in politischen Kreisen der Ansicht, daß der Einsatz der russischen Streitkräfte im Westen im Zusammenhang mit dem japanisch-russischen Abkommen für die Lage im Fernen Osten von entscheidender Bedeutung sei. Das Abkommen echalte dadurch noch ein besonderes Gewicht, daß nunmehr, wie auch der Sprecher des auswärtigen Amtes in der Pressekonferenz am heutigen Montag mitteilte, eine Wiederaufnahme der vor Jahren angestrebten allgemeinenGrenz- r e g e l u n g zwischen Japan-Mandschukuo und der Sowjetunion keineswegs ausgeschlossen sei. Der fest. Damit hat Polen das Gaskriegabkornmen vom 17.3uni 1925, das jede Verwendung von Kampfstoff verbietet, gebrochen. Die Türkei und Moskau. Zur Reise des türkischen Autzenministers. Ankara, 16. Sept. (DNB.) Auf Einladung von feiten der sowjetrussischen Regierung wird der türkische Außenminister Saracoglu sich nach Moskau begeben, um verschiedene in Ankara gemachte Besuche zu erwidern. Während seines Aufenthaltes in Moskau werden die beide Länder interessierenden Fragen besprochen werden. ♦ Die türkische Zeitung „Tan" schreibt: Die Erklärung des Ministerpräsidenten, daß unsere Beziehungen zur Sowjetunion freundschaftliche sind und bleiben werden, hat in der Bevölkerung Beruhigung ausgelöst. In einer noch so gespannten Zeit sind unsere Beziehungen zur Sowjetunion wichtiger als die zu den Völkern der ganzen Welt. Denn unsere Freundschaft stützt sich auf solide Grundlagen, und diese alte Freundschaft zwischen den beiden Völkern wird sich ohne Zögern fortsetzen und ist die beft e Garantie für die Festigkeit unserer Läge. Die Erklärung des Ministerpräsidenten beweist, daß selbst in noch so schweren Tagen die Politik der Türkei normal ist und daß die Türkei OS dans io dm Krieg eintreten würde, wenn Die Sowjetregierung wäre zudem immer bereit, dem polnischen Volk zu helfen, der furchtbaren Katastrophe zu entrinnen, in die es durch die abenteuerliche und gewissenlose Politik seiner Regierung geraten sei. Die der polnischen Botschaft bereits übermittelte Note werde gleichzeitig allen Regierungen zur Kenntnis gebracht, mit denen die Sowjetunion diplomatische Beziehungen unterhält, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die Sowjetunion gesonnen sei, gegenüber allen diesen Staaten auch weiterhin ihre Politik der Neutralität aufrecht zuerhalten. Die Role Armee, so fuhr Molotow fort, stehe jetzt vor einer ehrenvollen Aufgabe. Die Sowjetregierung fei gewiß, daß ihre Truppen diese Aufgaben in voller Disziplin und entsprechend ihrer ruhmvollen Tradition bewältigen werden. Die Bevölkerung der Sowjetunion werde aufgefordert, die Armee bei dieser Aufgabe durch ehrliche und aufopfernde Arbeit jedes einzelnen zu unterstützen. Die Regierung beabsichtige nicht, die Versorgung der Bevölkerung Mit Lebensmitteln oder anderen Waren Beschränkungen zu unterwerfen. Selbst in dem Falle, wenn die Operationen des Heeres sich längere Zeit hinziehen sollten. Die Regierung denke nicht daran, zur Einführung des Kartensystems auf Lebensmittel oder andere Waren zu schreiten, da die Sowjetunion mit allem Notwendigen ausreichend versorgt fei. Die ganze Bevölkerung der Sowjetunion stehe, so schloß Molotow, in «dieser Stunde hinter der Regierung und könne neuen, noch nie dagewesenen Erfolgen auf dem Gebiet des friedlichen Aufbaues ihrer Industrie und Landwirtschaft entgegensetzen, sowie neuen Ruhmestaten der Roten Armee an den Fronten des Kampfes. Sprecher des auswärtigen Amtes erklärte auf Anfrage, daß vorläufig keine Einzelheiten über das Abkommen bekannt seien. Eine sinngemäße Erweiterung des Abkommens auf die übrigen Grenzen sei jedoch durchaus möglich. Im übrigen betonen japanische Kreise, daß Japan fest entschlossen sei, sich vollkommen auf die Beendigung d e s Chinakonfliktes zu konzentrieren, wofür die Stillegung der ausländischen Hilfsquellen Tschiangkaischeks als wichtigste Voraussetzung angesehen wird. Rumänien wahrt seine stritte Neutralität Bukarest, 17. Sept. (DNB.) Wie der Vertreter des DNB. von maßgeblicher Seite erfährt, wird der Einmarsch der russischen Truppen in Polen keine Reaktion in Rumänien auslö- s e n. Rumänien ist zwar mit Polen durch einen Beistands- und Militärpakt verbunden, der bei einem sowjetrussischen Angriff auf Polen in Kraft treten soll. Rumänien vermag aber nach Kenntnisnahme der russischen Begründung aus dem unter voller Wahrung der russischen Neutralität erfolgten Einmarsch in Polen keinerlei A n - grisfshandlungen abzuleiten. Ferner liegt kein Anzeichen dafür vor, daß Polen gegen den russischen Einmarsch Widerstand leistet. Eine polnische Regierung bestehe de facto nicht mehr. Unter diesen Umständen bleibt Rumänien bei der bisher verfolgten Politik der strikten Neutralität. Litauens Haltung bleibt unverändert. Kaunas, 17. Sept. (Curopapreß). Der Einmarsch russischer Truppen in Ostpolen gibt der litauischen Regierung keinen Anlaß, ihre bisherige Neutralitätspolitik auf- zugeben. Sie wird vielmehr weiterhin an dem Grundsatz strikter Neutralität festhatten und ihre Ansprüche territorialer und sonstiger Art er ft bei der Friedenskonferenz geltend machen. Die Mttel zur Sicherung der Neutralität sollen jedoch in einer auch der neuen Situation angemessenen Weise v e r st ä r k t werden. Infolgedessen wurde die Einberufung von zwei Reservejahrgängen beschlossen, um den Grenzschutz wirksamer durchführen zu können. ♦ Wie aus Wilna gemeldet wird, haben sich verschiedene litauische und polnische Organisationen an die litauische Regierung gewandt mit der Bitte, das Wilnaer Gebiet in den litauischen Staatsverband aufzunehmen. sie selb st das Opfer eines Angriffes oder wenn ihreJnteressen bedroht wären. Lettland verstärkt Ueberwachung der polnischen Grenze. Riga, 18. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der lettische Gesandte in Moskau hat — ebenso wie die diplomatsichen Vertreter der übrigen Staaten --- die Versicherung erhalten, daß Sowjetrußland gegenüber Lettland die Neutralitätspolitik fortsetzen werde. Außer der bereits vollzogenen Verstärkung öer Armee treffe Lettland, so wird in diesem Zusammenhang betont, keine weiteren militärischen Maßnahmen. Die lieber« machung d e r lettisch - polnischen Grenze ist seit einigen Tagen beträchtlich verschärft worden und wird von den Militärbehörden ausgeübt. Bisher wurde aber kein b e • s 0 nderer Zustrom von polnischen Flüchtlingen festgestellt. Die lettischen Behörden werden keinen Versuch dulden, den in Lettland in Kraft befindlichen Gesetzen zuwider die Grenze zu überschreiten. Die strickte Neutralität Lettlands werde auch in diesem Falle bewahrt werden. Japanische Militärabordnuna in Berlin Berlin, 17. Sept. (DNB.) Am Sonntagabend traf der japanische General Graf Terauchi, von Italien kommend, mit drei hohen japa- njfchev Stabsoffiziexes in Bexliy ein« Er wurde am Anhalter Bahnhof von dem stellver. tretenden Chef des Protokolls, Legationsrat von H a l e m, sowie dem Referenten für Ostasien Lego- tionsrat von Knoll empfangen. Von feiten der Wehrmacht hatten sich der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, und Major von L 0 e b e l l eingefunden. Don japanischer Seite waren der Kaiserlich Javanische Botschafter Osbima und die Herren der Botschaft sowie zahlreiche Vertreter der japanischen Kolonie zugegen. Erfolgreicher deutscher Handelskrieg auf den Meeren. Berlin, 17. Sept. (DNB.) Die Kriegsmarine führte in Ost-und Nordsee und im Alla n- lik den Handelskrieg erfolgreich fort. 3n der Ostsee griffen Seestreitkräfte mit ihrer Artillerie in den Kamps gegen die letzten noch Widerstand leistenden polnischen Truppen bei Gdingen und Heia ein. Nach bisher hier vorliegenden Meldungen des Auslandes find bis einschließlich 15. September a n britischen Schiffsverlusten 30 Damp- fe r mit etwa 190 000 Bruttoregisiertonnen als versenkt zugegeben worden. Dieses Ergebnis wurde erzielt unter strikter Einhaltung der internationalen Bestimmungen für die Führung des Handelskrieges. Deutsches Ll-Bvvt schießt zwei englische Flugzeuge ab. DAS. Berlin, 17. Sepl. (Oft TD.) wie ein im Handelskrieg eingesetztes U-Boot meldet, hat es am 14. September während der gemäß Prisenordnung vorgenommenen Untersuchung des englischen Dampfers „Fanadhead" zwei angreifende Flugzeuge des englischen Flugzeugträgers „Ark Royal" zum Absturz gebracht und die Ueberlebenben (zwei Offiziere) der abgeschosfenen Flugzeuge gerettet. FranzösischesLl-Book in schwedischem Hasen interniert. London, 17. Sept. (DNB.) Ein beschädigtes französisches U-Boot ist, wie der Londoner Rundfunk berichtet, in einen schwedischen Hasen eingelaufen. Schiff und Besatzung wurden interniert. Gnadenerlaß des Führers für die Zivilbevölkerung. Berlin, 15.Sept. (DNB.) In Ergänzung seines kürzlich ergangenen Gnadenerlasses für die Wehrmacht hat der Führer auch für die Zivilbevölkerung eine A m n e st i e gewährt. Erlassen werden Geldstrafen, wenn die Ersatz- freiheitsfträfe drei Monate nicht übersteigt, Ordnungsstrafen bis 1000 RM., Hast- u nd Festungshaft st rasen sowie Gefängnis- und Arreststrafen von nicht mehr als drei Monaten, diese letzteren jedoch nur, wenn der Täter bei Begehung der Tat noch nicht oder nur mit Geldstrafe oder Haft oder mit Festungshaft-, Gefängnis- oder Arresistrase von insgesamt sechs Monaten vorbestraft war. In gleichem Umfang und unter denselben Voraussetzungen werden Strafverfahren wegen der vor dem Inkrafttreten der Amnestie begangenen und noch nicht rechtskräftig ab» geurteilten Straftaten niedergeschlagen. Kleine politische Nachrichten. Wie der Sowjetbotschafter in Berlin, Schk- w a r tz e w, dem slowakischen Gesandten in Berlin im Auftrage des Vorsitzenden der Volkskommissare der Sowjetunion und Kommissars für auswärtige Angelegenheiten, Molotow, mit- teilte, erkennt die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken die Slowakische Republik de jure und de facto an und beabsichtigt, mit ihr diplomatische Beziehungen anzuknüpfen. ♦ Der König von Afghanistan hat nach einem Beschluß der afghanischen Nationalversammlung sowie des afghanischen Herrenhauses beschlossen, die Neutralität Afghanistans in den gegenwärtigen europäischen Feindseligkeiten zu wahren. Dieser Beschluß wurde allen in Kabul weilenden ausländischen diplomatischen Vertretern mitgeteilt. ♦ Der bulgarische TO i n i ft errat beschloß folgende Neutralitätserklärung abzugeben: „Angesichts der durch den Lauf der Ereignisse geschaffenen internationalen Lage verfolgt Bulgarien eine Politik des Friedens und bleibt neutral." Das australische Kabinett, das als erstes unter den Ministerien der Dominien sich auf Chamberlains Seite gestellt hatte, hat den Haushalt für Landesverteidigung um 12 Millionen auf 45 Millionen erhöht und ferner beschlossen, „für Militärdienste in Australien und Uebersee insgesamt eine Freiwilligen armer von 20 000 Mann aufzustellen. ♦ Aus dem östlichen Kriegsschauplatz ist im Kampfe für Führer und Volk SA.-Obergruppenführer Meyer-Quade (Kiel) gefallen. * Der italienische Ueberseedcnnpfer „(Tonte dl Savoia" ist von Genua nach Neuyork ausgelaufen. Er war hauptsächlich mit amerikanischen Passagieren besetzt. Mit dem Dampfer reifte auch der amerikanische Sudpolforscher Lincoln Elsworth, der nach längerem Aufenthalt auf seinem Schloß Lenzburg in der Schweiz nach Amerika zurückkehrt, um eine Expedition in das Südliche Eismeer vorzub er eiten. Außerdem befanden sich berühmte italienische Musiker an Bord, die für die Winterspielzeit nach den Vereinigten Staaten reifen, darunter der Direktor des Symphonieorchesters von Detroit, Franco GH io ne. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Sport und Wirtschaft: Ernst Blumschein. An« zeigenleiler: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R Lange, K.-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 M Das Echo des russischen Einmarsches im Ausland. Karte zu den Kämpfen in Polen ---- LX" V MHMBaK»* 'dd&jlV \' '«9 Kandonka, 0 tlcx-skie m.sTcSüO JakowW* Drchtrsyri Osmolt/h vSobofn. Latowu -3 Osiedk < 0*( Krvnino Tomiszow^ Rozpncb Vkarzysko Kanuennc Korytru rdk Gorzk^ Goraj Jaros. )ubiecko Pruchnik . Such WILNA Detvu, Varcul* WARSCHAU a KU (Scherl-Bildecdienst'M.) (Aus Dem Debes-Handatlas — Mil Genehmigung des Lolumbus-Verlags) tes=^° Kilometer mit ihr iknM 'atlnt Ian. f Oft. äffen. uni i 3 fern« I Wehr-» lilbe-l r t. Ur- i Echtz-1 Ord- • UNdl gnis- ils drei t Tarn it Geld- ®efän$- Ronaten b unter i f Der« )er Am- ftig ab- hat nach rechnM' llses f>H listans eligkeite" in W iertretem 1 bei -r an itnp. oet. wurde bet' üt die !lt. abigtv Rund- )Müi wurden |ten. Echt- indten! den „bei I nmifiars m, mit-! Sowjei-i öött, ; «Bä. 1 5er. von $*' ihim0 i\ chloß fol' izugebeo: ipiffe P 8ulganr° il." 100 Kilometer in der Natur = 5 Zentimeter auf der Karte n M# >enf^ 06. rin im es am , VrU Uer- - 'fers ‘ ; 6« teditio^ ^erbeffi; M'to! ) den » rektor * , @^Ü als echt ul« ushoi'' Million einer ilien w® itarwe' *(t Sims Pl-r 1^4 gelt N r»«j r»t Rotjal' benbenj ge ge- 0**2! irt sff Gtogows ednszow body w« ji Mord) Jetow Kote szkz ynesxczete OmeLcadM 3\ js'c/SKa z(dil;o^ice Jadiwa VTtlLSZCZ edlce JGeazyrzec cyyzanowo .nenia-nv. vzy-a. Woran cnrd. 'Goldas TfiiJu oBa liebt. Saab Szcsorsc rtpMg. 0 Scha*‘ •3-\ iliaf&oA Kbit «oiy leidpribury [Dej-i vukl vdarrocL Mscibow Dato istncx Ost* ipsk. Hßian.1 Cit fafan Ostrc Kosse» Dobi -Modln tiiiece Wforo) Mbi rn Po* e wa. Glinne !LS Wgld Ot WCL janice 1Wodan oTroy* GPajdi Totowno. ’abara- tczno 'Kom -s. X Kiskup) 216" 01 rz$ au :z< [äznZ>< »cW- ürcurnOt LL^oI. iKhliLSZi So\ iWOT OÖN*^*/ IITAUEH. fadwöm Z(d idtz* 1568 - 2O5t iaiü lCUcni0vo W Ubot OS aoi JbZ S714Z iwkB Ö290 t - BI Szczuoii Osowieai LebÄdxtCTr .z-Jhtbßia, nTjfrtffiL ,N. (37*J Schmedes. -o O ° Jiaskarzew WARS( dWS1 ikonila, ° JibckjL ’ubacxö^ ^'-x_Mayierö*v 'Minsk 19 L / Zb< \orragy •W td^oZkc \ ZelwalX \ 126 y Pdtiorosk a •?, Z” 1 TV^Sn^V rgre»vt7 ,-6l \Opalin. iH” N"' rf'OWZ IfLipni 77urny^y -Ti d& pniiana «8 Biecz Stnfäw^ sautkiew. o US' kmo v ci / Ma dolcp- 2v V # '^dySyrodok /Zäei ^8rze__ tzLOl Bl Grcuvie V. Uhi L Z7 cCSokid goi^iczc LipSkb ■o r ,- JdzeBsvv ’.iskb (~staraS3& ^gtihno 0 W«! r«U ^K&=ry,et Zaznosc > i^jBodienty Mlce> 6i SZa&si (PcudiUML Zintett \ • w P2t-4)'Z7z^ o tgdziko rmpoLy ufriigiriw Y^jsjöza^r tka* xk. ° Roitma' Josianen teiame . O^/Kuznied Janaw i® °Sote»a yyv _5° OcLeldk V/ Z7z.fazr^^ OUaesz - Wr< °5*Ä»Z k r'Tritsl.fi 11 '“^>2 V *iaw® °— -vt£lud*>wT DlUÄr Sokoty nV 1213) Jhnzi J-Vd Jmc/io 1 ZA 4 loi'omdf . , \ * tLÖXTn^m^A '—'X?* o jjubn* zTcoV ' _, 5^' 3 Mw,aZf^x^L L1» > -J^zzM Sobaktnb Wanib/k GLDRIfl Ab morgen Dienstag bis einschl. Sonntag Heute letzter Tag Sensationsprozeß Casilla PALAST fi :x W Orbmmfl ist das halbe Leben - im LuWvh! Wochen alte Wochen alte schäft verlief im gegebenen Moment bestimmt irgend etwas Falsches erwischt, was zum Aufsuchen des Luftschutzraumes unbrauchbar ist! Darum ist es unbedingte Notwendigkeit: Jeden Abend Wäsche, Kleider, Strümpfe, Schuhe wie die Soldaten in Reih und Glied in erreichbarer Nähe zurechtgelegt, um sie im Alarmfalle sofort zur Hand zu haben und in größter Schnelligkeit ordnungsgemäß angezogen zu 25 bis 30 RM. pro Stück. Das Ge- langsam, es verblieb Ueberftand. fein! Jedoch nicht nur inbezug auf die Kleidungsstücke ist Ordnung im Luftschutz vonnöten. Auch alle Haushaltungsgegenstände müssen ihren festen Platz haben, so daß man nur zuzugreifen braucht, um aller notwendigen Dinge habhaft zu werden! Es gehört also auch peinlichste Ordnung in Schränken und Fächern dazu. Zwar soll damit nicht gesagt werden, daß man, um in den Luftschutzraum zu eilen, allerlei unnützen Kram mitnehmen soll. Nein, diese Dinge braucht man zum täglichen Leben, und nur die allgemeine Verdunkelung von Räumen, Nebenräumen, Korridoren usw. erschwert ein Suchen im unordentlichen Haushalt. sich meist Besserungen bis 1 v. H. Maschinen- und Autowerke gingen vielfach noch etyras zurück. Der R e n t e n m a r k t lag still und uneinheitlich bei kleinen Abweichungen. Industrie-Obligationen waren vorwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. befestigt, wäh- rend Liquidationspfandbriefe, ebenso Goldpfandbriefe und Stadtanleihen unverändert blieben, 4,50 v. H. Mainz 0,50 v. H. erholt auf 93,50. Auch un- notierte Rentenwerte nannte man unverändert. Jrn Freiverkehr fanden keine Abschlüsse statt. Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 18. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 152 Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 - ' '■ Tiere 16 bis 20 RM., 8 bis 10 Kreis Friedberg. * Kirchgöns, 17. Sept. Der hiesige 38jährige Beifahrer Gustav Ludwig Müller erlitt bei einem Verkehrsunfall schwere innere Verletzungen sowie einen Schulterbruch. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Fliegeralarm! Die Sirenen beginnen mitten in der Nacht zu heulen. In unseren schönsten Schlaf hinein. Jetzt heißt es: Sofort die Lufschutzräume aufsuchen! Da ist mehr als einer aufgeregt, und es läßt sich nicht leugnen, daß man aus dieser Aufregung heraus allerlei falsch machen würde, wenn nicht schon vorher alles'bedacht und zurechtgelegt wäre. Nun hat die Mutter nicht Zeit, erst ihre Kleider zusammenzusuchen, um nicht im Nachthemd in den Luftschutzraum eilen zu müssen, auch bleibt ihr nicht die Zeit, sämtlichen Kindern Strümpfe und Schuhe teils aus der Küche zu holen, teils unter dem Bett hervorzukramen, um sie bann unter Schwierigkeiten anzuziehen. Nein, für diesen Fall muß alles bereit sein. Jedes Familienmitglied hat seine Kleider und Schuhe beisammen, und zwar immer auf dem gleichen Platz zu haben, damit es im Ernstfall nicht anfangen muß, zu suchen und die anderen Familienmitglieder beim schnellen Ankleiden stört Durch Unordnung kann im Haushalt leicht eine Panik entstehen, ganz abgesehen davon, daß man Rhein-Mainische Börse. Etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 16. Sept. An der Wochen- fchlußbörse machte die gestern schon sich anbahnende Erholung der Aktienkurse leichte Fortschritte. Bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung überwogen Besserungen um etwa 0,50 bis 1 v. H. Das Geschäft war allerdings klein, da keine nennenswerte Kundschaftsbeteiligung oorlag, vielmehr meist die Kulisse das ermäßigte Niveau zu einigen Rückkäufen nutzte. Soweit noch Angebot herauskam, hatte es keinen größeren Umfang. Rückläufig waren noch DDM. auf 169 (172), Süddeutsche Zucker auf 220 (223) und Harpener auf 136,50 (138). Bemerkenswert erholt waren Rheinmetall auf 106,25 bis 107,75 (105,50). Siemens gewannen 1,50 v. H. auf 196,65, Salzdetfurth Kali 1,25 v. H. auf 160, Bem- berg 1 v. H. auf 120, Vereinigte Stahl 1 v. H. auf 91,50, Hoesch 0,65 v. H. auf 105,65, AG. für Verkehr 2 v. H. auf 102 und IG. Farben nach unverändert 155 0,25 v. H. auf 155,25. Im'Verlaufe verblieb eher kleine Nachfrage, das Geschäft erfuhr aber keine Ausdehnung, ebenso zeigten die Kurse nur vereinzelt kleine Abweichungen. Gesfürel insgesamt 1 v. H. höher mit 130 bis 130,75. IG. Farben schwankten zwischen 155,75 bis 155,75 bis 155. Bei den später notierten Werten ergaben ©Jixfport Oer Frauensport in den Betrieben von der Partei gefördert. NSG. In diesen Tagen wurde von der Partei durch das Gausportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in den Betrieben des Gaues Hessen-Nassau die Aufstellung von Frauensportgruppen in verstärktem Maße gefördert. Durch den zlusbau verschiedenartigster Sportkurse soll den Frauen die Möglichkeit gegeben werden, der starken beruflichen Anspannung einen gesunden Ausgleich entgegenzustellen. Lleberraschung im Großen Preis der Reichshauptstadt. Der Große Preis der Reichshauptstadt in Hoppegarten, das dritte der deutschen 100 000-RM.-Ren- nen und die letzte überragende turfsporttiche Prüfung des Jahres, endete mit einer großen Ueber- rafchung. Der Ebbesloher Hengst Elritzling schlug unter Altmeister Otto Schmidt die gesamte deutsche Spitzenklasse mit einer verblüffenden lieber« legenheit. Der Hengst erwies sich als der weitaus beste Steher über die 2400 Meter lange Strecke, die infolge des anhaltenden Regens stark aufgeweicht war, und selbst der Derbysieger „Wehr Dich", der zum Schluß etwas aufkam, konnte ihn nicht gefährden. Dritter wurde Octavianus vor Sonnenorden. Fußball-Ergebnisse aus den süddeutschen Gauen. G au Süd west: IG. Frankfurt — Eintracht Frankfurt 1:10; Union Niederrad — Reichsbahn Frankfurt 2:4. FSV. Frankfurt — Sportfreunde Frankfurt 12:0; VfL. Rödelheim — Germania Schwanheim 2:2; Germania 94 Frankfurt gegen SpVgg. 02 Griesheim 3:1; Kickers Offenbach gegen BSC. 99 Offenbach 8:0; Germania Bieber gegen To. Offenbach 3:2; SC. 07 Bürgel — VfB. 1910 Offenbach 3:3. Gau Bayern: SpVgg. Fürth — FSV. Nürnberg 5:2; 1. FC. Nürnberg — Neumeyer Nürnberg 7:0; DfR. Schweinfurt — Würzburger FV. 04 6:1; Kickers Würzburg — 1. FC. 05 Schweinfurt 1:9; Städtespiel Ingolstadt — Augsburg 4:2 (2:0). Gau Hessen: Kurhessen Kassel — SpVgg. Niederzwehren 1:4; SpV. Kassel — Tura Kassel 4:3; Sport Kassel — Tuspo 86/09 Kassel 8:3; SC. 03 Kassel — BV. 06 Kassel 3:3. Fußbail-Länderkampf der Skandinavier. Zwei Kämpfe um den nordischen Fußball-Pokal gab es am Sonntag. In Oslo blieben die Schweden über Norwegen knapp 3:2 (1:1) siegreich, und Dänemark schlug die Finnen in Kopenhagen überraschend hoch mit 8:1 Toren. In der Tabelle führt Norwegen nach wir vor mit 11:5 Punkten vor Schweden (10:6), Dänemark (9:5) und Finnland (2:16). Im Kampf der 8-Mannschaften waren die Schweden in Oerebro 4:1 ((2:0) gegen Norwegen siegreich. Bartati siegte mit 42,4 Klm.-Std. Eine Bombenleistung vollbrachten die 36 Teilnehmer des internationalen Kriteriums in Bologna. Gino Bartali ging aus der tollen Jagd als Sieger hervor und fuhr mit 2:21,30 Stunden für die 100 Kilometer das fantastische Stundenmittel von 42,4 Kilometer das phantastische Stundenmittel von 42,4 gleichen Zett den zweiten Platz vor Faccio, Cor- biert und Bizzi. Finnlands Leichtathleten in Weltrekordform. Finnlands Leichtathleten warteten am Sonntag mit zwei neuen Weltrekorden auf. Taisto Mäke legte in Helsinki die 10 0 0 0 m in der phantastischen Zeit von 29:52,6 33Hnuten zurück und verbesserte damit seine eigene noch nicht anerkannte Weltbestleistung von 30:02,0 und den noch bestehenden Rekord seines Landsmannes Ilmari Salminen von 30:05,5 beträchtlich. Einen zweiten Weltrekord erhielte Finnlands Nationalstaffel über 4X1 500 m mit P. und M. Salovaara, Sarkarna und Hartikka in Göteborg mit 15:54,8 Minuten. Englands noch anerkannter Rekord steht auf 15:55,6, vor wenigen Wochen liefen die Ungarn 15:55,5. Ohne Gewahr Nachdruck verboten Mittwoch, den 20. September 1939, findet die Obstversteigerung der Gemeinde Dorf-Gill statt. Zum Verkauf kommen u. a. eine größere Men Zwetfchen. 5990 Anfang der Versteigerung um 13 lifjr am Ort, ausgang nach Garbenteich. Der Bürgermeister: K n ö p p e r. Gewinnauszug 5. Klaffe 1. Deutsche Reichslotterie [ Einspaltige ~~| werden zum ermäßigten I». . . Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Millimeterzeile veröffentlicht« Deutsches Frauenwerk Hauswirtschaftliche Beratungsstelle Lindenplatz 11 (Neubau) Am Donnerstag, 21. September 1939, werden in den zukünftigen Räumen der Lehrküche des Deutschen Frauenwerks im Neubau Lindenplatz unentgeltliche Beratungsstunden für alle Hausfrauen eröffnet Sie finden statt: Dienstags, Donnerstags und Samstags, von 9 bis 12 Uhr 5996D Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift iraDern nm Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen 1 — Lichtbilder unvBewerbungsunter- ^lgen müssen zur Vermeidung von Verlustes aus der Rückseite Namen und Anschrift bä Bewerbers traaeul gesucht 04307 Huhn Rittergasse. Lehrling vonEisenwaren- handlg. gesucht. Angebote unter 5991V an den Gieß. Anzeiger. Tüchtige gesunde Hffljehii gesucht. 5993V Frau Anne Kleine, Gießen, Schla- geteranlagelQp. Zuverlässiges, älteres 5994V Utairicta mit Zeugnissen aus guten Häusern gesucht zum 1. Oktober. 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September 1939 verschied nach kurzem, schwerem Leiden Frau Anna DörrWwe., geb. Gehrke. In ihr betrauern wir Hessen eine deutsche Frau von bewährter Treue, die nahezu fünf Jahrzehnte mit unermüdlichem Fleiß und großem Geschick für die Aktiven des Corps Hassia und für unser Haus gesorgt hat. Ihr Andenken bleibt uns in hohen Ehren! 5992V Ein Film mit sonnigem Humor, einem flotten Tempo und mit einem Witz, der einschlägt! Darsteller: Hannelore Schroth, Paul Hörbiger Charlott Daudert Ferner: 69SSa Die hochinteressante, neueste Ufa-Wochenschau 14. September 1939 11. Ziehungslag 3n der ersteigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 11. Ziehungstag 14. September 1939 221540 175034 76825 tfa der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 306919 16112 13645 4492 32314 68016 5440 40659 75802 252020 264370 337637 339083 16443 17081 28301 239353 267677 9042 9539 18587 23328 31038 36249 40638 47300 48612 51903 69083 71778 73229 77957 78125 90502 880 3059 3358 4172 5745 500 000 NM, 3 Gewinne zu je 100 000 NM, 9 zu je Außerdem wurden 6510 Gewinne zu je .150 RM gezag«r. 108489 226518 68578 71767 83442 84868 88017 90423 95763 99126 105304 106270 109172 123612 101899 177377 232210 304841 352611 110936 180418 244977 331953 378757 125700 194689 250308 334591 550 22841 356169 54372 173662 214134 29577 43153 ■ 51538 67722 90517 104254 123614 25188 90973 113691 146002 157324 169777 210446 237650 253323 274049 327056 367262 383525 88874 176711 229258 299891 345703 125607 146289 197544 213667 233535 259071 304070 323952 354662 128122 147314 198359 214088 239159 263964 310616 327067 359104 130953 156494 200645 214620 241378 266019 312259 330215 363462 137721 159051 205477 215986 244046 272950 317688 332666 368730 27005 41948 64752 82745 1745 17135 37107 50469 58158 80945 92995 3000 RM. 396412 2000 RM. 195511 377236 1000 RM. 101743 23028 71401 95691 115364 149182 158378 173106 212895 237908 256966 277832 347764 367812 395152 106268 122481 151297 165719 178369 224106 244089 263032 293364 352294 371419 113206 135108 156146 169629 194635 231168 252529 265797 325070 365403 381479 272058 260460 313241 125410 231604 30091 44782 52047 68745 90571 . 2973 19430 39730 50553 59722 83682 98046 110781 119685 135581 145253 161997 172267 186718 197284 213178 220659 231260 240808 254507 271878 285247 298303 310190 325299 334143 357003 371849 390900 57484 90707 125062 143808 182159 207508 229387 255198 293136 321478 350103 36993 47977 57076 78901 92400 164764 210979 143044 166543 206094 219791 253928 289645 321222 343391 374577 106039 114678 130715 139623 157312 167751 176228 191095 207992 217372 223261 236734 246885 258737 282981 294528 305008 315126 330717 337287 361831 385510 396899 112276 124123 153030 168117 184028 230812 249672 265790 319769 364035 380183 106958 116783 132957 141277 158625 169639 183236 194393 211878 219271 226907 237773 253443 263519 283854 295368 307983 316337 333160 338258 368727 388542 399644 110439 119531 133275 145011 158990 171531 183827 195002 212959 220482 229647 238622 254322 267286 284328 297167 309290 319714 333579 354274 369920 390157 24505 40682 51173 63338 87457 99182 111751 124253 138618 147328 164832 172719 187148 201080 215976 220766 231666 243042 255628 273521 286881 299768 310735 326019 334828 359031 376839 391434 112638 128922 139000 156069 165742 175272 190111 207355 216753 221393 234516 245746 256830 280227 287943 301073 313768 330075 336793 360001 377563 393167 36504 44825 54216 76464 90762 33976 39276 39949 40135 40246 41017 45603 50683 53879 55362 56573 60745 67031 69958 71437 73832 73902 76055 97410 118774 149335 165459 177548 219615 238602 258690 278147 349750 370161 397166 1306 1644 79674 222082 18 Gewinne zu 283927 356645 36 Gewinne zu 141865 149104 373098 377060 Im Gewinnrade verblieben: 3 12 Gewinne zu 10000 RM. 102128 105857 318841 14135 16899 19446 20070 26172 486 Gewinne zu 300 RM. ___________ 5899 5981 6365 8782 19691 22071 23889 je 1000, 6456 zu je 500, 12 813 zu je 300, 170 931 ' ru le M BW., 3 Gewinne zu 20000 NM. 6 Gewinne zu 10000 RM. 9 Gewinne zu 5000 RM. 15 Gewinne zu ■ 4000 RM. 114471 212414 111 Gewinne zu _________ .— ----- — 34843 35914 37340 49357 50163 65113 77149 549 Gewinne zu 300 RM. ____ . _ . 5644 7645 8213 8450 10683 16480 234 Gewinne zu 500 RM. _ _ ____ 25205 31316 43927 53707 54328 56158 3 Gewinne zu 5000 RM. 18 Gewinne zu 4000 RM. 88314 102434 288634 12 Gewinne zu 3000 RM. 336077 50 000, 6 zu je 40 000, 6 zu je 30 000, 24 zu je 20 000, 66 zu je 10 000, 183 zu je 5000, 201 zu je 4000, 516 zu je 3000, 963 zu je 2000, 2823 zu Aus jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen i, n und ni 27 Gewinne zu 2000 RM. 64254 174455 193062 208794 239353 267677 87 Gewinne Zu 1000 RM. 3222 9026 10100 41357 757o9 82428 90420 105521 108952 165399 171349 184743 198893 207315 209341 212194 219138 2199.77 226750 230804 242559 256126 265689 28o918 286769 301322 303588 323385 393320 282 Gewinne zu 500 NM. 25 1531 5397 8882 9714 10203 10463 ----- ----- ----- ----- 150 RM gezogen. Prämien zu je 396563 Außerdem wurden 6582 Gewinne zu je 85417 86965 87968 109489 116519 119721 121324 123058 123343 125919 126718 127794 134176 134749 139981 140274 140389 140812 141200 141233 142615 142939 144172 148690 163417 166581 170690 175216 175428 176336 177265 179222 180257 180734 182087 185785 187152 188341 189735 190048 193812 202995 203561 204379 205448 214836 214919 215781 217736 218086 221700 228739 230166 232683 233848 237352 238392 241727 241951 248074 250459 257567 257959 259104 261599 263481 265773 267288 272332 274630 275197 277554 283162 283672 288709 289668 294392 297331 300355 302152 302246 303881 304064 305966 309905 311866 314328 317708 322777 324539 325037 325211 326387 328466 333321 334283 335730 336829 337268 338891 339931 343959 344153 345517 346045 348033 352921 354344 356026 361387 363831 364142 364688 371227 375002 376135 . 377774 382617 389204 390108 390766 391632 393557 393844 395102 395750 395956 Seine Intel-und WliM ölrlien großfallend 10Pfd.RM.1.45 Bich. Granewald Bahnhofstr. 27 Fernruf 3631 Mit ofleoen Außen Drei Jungen und ein Mädel entdecken ihre Waldheimat. Don Werner Siebold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde [Verschiedenes"! BlaneKinderjacke Ecke Marburger Straße—Friedhofsallee [04312 verloren. Abzug. Krengel, Asterweg Nr. 64. Montag, 18.5eptembeN9ZY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) llr. 218 Zweites Blatt Die Lebensmittel vom 17. bis 23. September öeutfches Srauenroerfc sie sich! So besuche jede Hausfraü, ehe sie ihre Markt- ? anae- einkäufe tätigt, die Beratungsstelle des Deutschen sie sich Frauenwerkes. Ots. WMUMW halten. (Nachdruck verboten!) 35 Fortsetzung. 30. teile bestimmt sind, müssen daher die volle Anschrift (d.h. Namen, Standort und Marineteil) er- DNB. Wie den deutschen Rundfunkhörern bereits bekannt ist, mutz aus militärisch-technischen Gründen ein Teil der deutschen Rundfunksender seinen Betrieb im Laufe des Abends und bei unsichtigem Wetter einschränken. Zur Herbeiführung einer kla- umsonst mit ihrem Wochenküchenzettel abgekämpft hat; sie fand für einen Tag selbst keinen Rat mehr und sie begibt sich einen Augenblick auf die Beratungsstelle. Es wird ihr hier gesagt: diese und jene Lebensmittel sind eben in Hülle und Fülle vorhanden, sie sind preiswert, und man kann vorzügliche Gerichte davon anfertigen. Bei diesem Gespräch bekommt sie auch gleich die dazugehörigen Rezepte überreicht. Alle bezugsscheinfreien Lebensmittel und diejenigen, die gerade am jeweiligen Markttag günstig abgegeben werden, werden dein verschiedenen Sprachen Deutschlandsender und dir und Danzig, ferner bis zu Reichssender Leipzig und dieser Zeit ihr normales treten an die Hausfrauen täglich neue Aufgaben heran, und wie gut wird es für die Hausfrauen sein, wenn sie einmal nicht alles ganz allein durchdenken müssen, sondern andere es für sie rn gründlichster und Überlegtester Weise getan haben und s'" nun Rat und Anregung holen können. Wie nehm wird es für eine Hausfrau sein, wenn sie sich Die Veralungsstimden des Deutschen Frauenwerkes für alle Hausfrauen NSG. Wie das Landesernährungsamt verbindlich für die Verbraucher und Verteilerorganisationen mitteilt, werden in der Woche vom 17. bis 23. September auf die Abschnitte der Ausweiskarten folgende Mengen verabfolgt: Mehl: Roggen- oder Weizenmehl auf Abschnitt 2 250 Gramm die Woche. Milch: auf Abschnitt 4 1,5 Liter je Woche bzw. 0,20 Liter pro Tag. Der Zusatzbezug für Kinder unter 6 Jahren ist mit 0,5 Liter Frischmilch je Tag, für werdende Mütter mit 0,3 Liter je Tag gegen Zusatzkarten festgelegt. M i l ch e r z e u g n i s s e , Oele und Fette: a) Butter auf Abschnitt 7 90 Gramm je Woche, b) Margarine, Fette und Oele auf Abschnitt 8 250 Gramm je Wochtz, c) Käse auf Abschnitt „Eier" 4 80 Gramm je Woche oder Quarg 160 Gramm je Woche. Fleisch und Fleischwaren (auch in Konserven) 500 Gramm die Woche. Auf Abschnitt 10 und 11 je 200 Gramm; auf Abschnitt 12 100 Gramm. In der Vorwoche konnten diese Mengen teilweise nicht überall ausgegeben werden, da für die Versorgung des Heeres aus den für die Zivilbevölkerung bestimmten Mengen gewisse Anteile herausgenommen werden mutzten. Es wird damit gerechnet, daß in dieser Woche solche Umstände nicht auftreten. Für Schwer- und Schwerstarbeiter ist eine Zusatzmenge von 70 Gramm je Kopf und Tag festgelegt. Zucker und Marmelade: Auf Abschnitt 4 Zucker 335 Gramm je Woche oder 280 Gramm Zucker je Woche und 110 Gramm Marmelade je der Dunkelheit zu unregelmäßigen Zeiten fenüet. Wenn die Wetterlage es gestattet, werden einige der sender Danzig, 10. Sender Prag der Protektorats» regierung, 11. Sender Warschau I (Welle 1339 m, 224 kHz), der in polnischer Sprache sendet. Zur S e n d e g r u p p e 2, die u n r e g e l m a tz i g sendet, gehören folgende Reichssender: 1. Rerchs- sender Berlin, 2. Reichssender Hamburg mit den norddeutschen Gleichwellensendern Stettin, Stolp, Magdeburg, Hannover, Bremen und Flensburg, 3. Reichssender Köln, 4. Reichssender Frankfurt mit den westdeutschen Gleichwellensendern Kassel, Koblenz und Trier, 5. Reichssender Saarrücken mit dem Sender Kaiserslautern, 6. Reichssender Stuttgart mit den Sendern Freiburg i. B. und Bregenz, 7. Reichssender Leipzig mit dem Nebensender Dresden, 8. Reichssender München mit dem Sender Nürnberg. Die Sendegruppe 1 und 2 senden deutsche Nachrichten zu folgenden Zeiten: 7.00 Uhr, 12.30 Uhr, 14.00 Uhr, 17.00 Uhr, 20.00 Uhr, 22.00 Uhr, die Sendegruppe 1 außerdem um 24 00 Uhr. Der Sender Warschau I gibt deutsche Nachrichten um 8.00 Uhr, 13.00 Uhr, 19.00 Uhr und um 21.30 Uhr, der Sender Prag der Protektoratsregierung Woche. Auf Kartoffelabschnitte 1, 2, 3 je 500 Gramm Zucker. Nährmittel: auf Abschnitt 4 150 Gramm je Woche Graupen, Grütze, Grieß, Haferflocken, Reis, Teigwaren u. ä. Kaffee-Ersatz und -Zusatz: auf Abschnitt 4 100 Gramm je Woche. Tee : auf Abschnitt A 1 20 Gramm für den Monat September. Verbrauchsregelung für Seife. FWD. Zur Vermeidung von Unklarheiten bei Handel und Verbraucherschast wird amtlich darauf hingewiesen, daß die Teilabschnitte „Seife 3" und ,Seife 4" in der Zeit bis zum 25. 9.1939 keine Verwendung finden. Es ist daher dem Handel untersagt, gegen diese Teilabschnitte Seifen aller Art zu veräußern. Einzelkarten statt Bezugsscheine. Ausgabe ab 25. September. Um die praktische Durchführung der Bezugsregelung für den Verbraucher bei den wichtigen Lebensmitteln wesentlich zu erleichtern, wird ab 25. September für die verschiedenen Lebensmittel nicht mehr ein einheitlicher Bezugsschein ausgegeben, sondern für die wichtigsten Nahrungsmittel bzw. Näh- rungsmittelgruppen Einzelkarten, z. B. eine Reichs- fettkarte, eine Reichsfleischkarte Usw. Die Karten werden von den bekannten Ausgabestellen rechtzeitig an die einzelnen Verbraucher ausgegeben werden. Nähere Einzelheiten werden noch in der Presse veröffentlicht werden. Keine Wiederholungsübung für das EA.-Wehrabzeichen. Von zuständiger Stelle wird bekanntgegeben, daß die zweite Wiederholungsübung für das SA.-Wehr- abzeichen des Jahres 1939 ausfällt. Die in den Richtlinien für die Wiederholungsübungen 1939 festgelegten Termine für die Einsendung der Teilnehmerkarten werden daher aufgehoben. Bereits ausgestellte Teilnehmerkarten der ersten Wiederholungsübung 1939 find bei den Einheiten für spätere Verwendung sorgfältig aufzubewahren. Die ersten Briefträgerinnen in Gießen. Jetzt hat auch unsere Stadt die ersten Briefträgerinnen. Bereits am Sonntag konnte man sie beobachten, wie sie von ihren männlichen Kameraden in ihren neuen Pflichtenkreis eingeführt wurden. Bisher wurden nur einige Briefträgerinnen in den Dienst der Reichspost eingestellt. Einige von ihnen waren schon während des Weltkrieges bei der Post Berlin senden während Programm ohne fremdsprachige Nachrichten. Wiederaufnahme des regelmäßigen Bauernfunks. Funksendungen zur Ernährungslage. NSG. Ab Montag, 18. September, werden vom Reichssender Frankfurt die in dieser Zeit für Stadt und Land gleich interessanten Sendungen des Bauernfunks wieder aufgenommen. Es werden täglich von 6 bis 6.10 Uhr unter dem Titel „Landvolk, merk auf" vornehmlich praktische Ratschläge für die Landwirtschaft gesendet. Dann folgen täglich von 12 bis 12.10 Uhr Sendungen „Stadt und Land — Hand in Hand", die in aufgelockerter Form wichtige Hinweise über die Dersorgungs- und Ernährungslage vermitteln. Dienstags und Freitags von 18'bis 18.15 Uhr werden in Form von Zwiegesprächen oder Übertragungen aus der Praxis die neuen Maßnahmen und Wege gezeigt, die das Landvolk zur Sicherung der Ernährung der Stadtbevölkerung jetzt einschlägt. Sonntags von 15 bis 15.20 Uhr sollen Hörberichte von bäuerlicher Art und Arbeit gesendet werden. Zu Beginn der neuen Sendereihen sprechen am Montag, 18. September, von 12 bis 12.10 Uhr der Leiter des Landesernährungsamtes Hessen-Nassau, Landesbauernführer Dr. Wagner, und der Leiter des Reichspropagandaamtes Hessen-Nassau, Gaupropagandaleiter S t ö h r und der Intendant des Reichssenders Frankfurt, Werber. um 22.30 Uhr. Hörer der Sendegruppe 2 werden aufgefordert, wenn sie einmal ihren gewohnten Sender nicht mehr empfangen können, sofort einen der Sender der Sendegruppe 1 einzustellen. Die deutschen Hörer werden ferner darauf aufmerksam gemacht, daß mehrere Rundfunksender zur Befriedigung des großen Bedürfnisses nach Berichten aus Deutschland täglich Nachrichten senden. Der Sender Böhmen, Brünn ihrem Sendeschluß die „Ich danke Ihnen, Vater Morell", sagt sie langsam und schaut ihn herzlich an. „Sie haben mir eine große Freude bereitet. Ich spüre es aus Ihren Dorten, wie sehr Sie an Doktor Hellmers hangen! „Das soll wohl'sein! So 'nen Mann können Sie mit der Laterne suchen. Danken sollte man ^hm kniefällig, statt dessen... sperrt man ihn ein! „Mr werden ihn wieder heraushauen! Das klingt so hell und zuversichtlich, daß Morell stutzt. „Haben Sie schon etwas gehört?" „Ich war heute morgen auf der Polizei. „Sie? Sie waren auf der Polizei?' „Ja. Und ich habe das gleiche getan, was Sie jetzt hier tun: Ich habe dem Inspektor zum drittenmal erklärt, daß der Verdacht gegen Doktor Hellmers unsinnig ist, daß hier eine Verwechslung, em Irrtum vorliegen muß ... irgendein furchtbares Versehen!" „Und was hat der Herr gesagt?" „Er hat gelächelt." .,, „Das verstehe ich nicht. Beim besten Willen nicht. Was gibt es denn dabei zu lachen, wenn s einem Mann an den Kragen geht? Das ist 'ne verdammt Der Junge schweigt und sieht schräg von unten auf zu den beiden Beamten hin, ein lebendes schlechtes Gewissen. Linkerton kann ein schnelles Grinsen nicht unterdrücken. . , , „Und da hast du Lausebengel den Bries einfach in "der Tasche behalten?" „ _ . „Ich habe mir einfach gedacht, der olle Schwede wird schon noch mal schreiben, wenn er's mit dem Expreßbrief so brandeilig gehabt hat." „So. Und daß du da vielleicht etwas sehr Wich- tiges unterschlagen hast, das ist dir dabei gar nicht klar geworden, was?" Doch'" druckst Bobby und dreht die Mutze in den Händen. „Ich habe schon gar nicht mehr schlafen können, und die Marke habe ich auch schon in meinem Album gehabt ... ja, und nun werde ich wohl gleich eingesperrt? Ich habe Mir ledensalls gleich 'n Nachthemd mitgebracht!" Linkerton schielt unter seinen gewaltigen buschigen Brauen streng zu dem Burschen hin, ruft etwas Unverständliches und öffnet dann den Brief „Mal sehen!" knurrt er. „Verdient hast du Bursche ja mindestens drei Monate ... wenn ou ... stockt, fliegt mit den Augen über den Text und erhebt sich erregt. „Ja, zum Teufel, Pembroke ... komm doch mal her!" . ... Linkerkon steht mit gerötetem Gesicht da auf beide Arme gestützt, den Brief hat er vor sich auf dem Schreibtisch liegen. , . „ Ueberraschung und Genugtuung wechseln an seinen Zügen. Indes Pembroke sich neugierig über den Brief beugt, packt er den armen Bobby Hart, der nicht weiß, wie ihm geschieht, und schüttelt ihn aus Leibeskräften. Du Lausebengel, du infamer! Hast du ein unglaubliches Schwein! Ich könnte dich glatt zerguet- schen vor Freude! frier hast du 'n Schilling! Er knallt ihm ein Geldstück auf den Tisch. "Kauf dir ’n Kintoppbillet oder meinetwegen Zigaretten dafür! Du hast uns mehr geholfen als hundert Beamte, die Tag und Nacht auf den Beinen waren. Was'sagst du nun, Pembroke?" Langsam legte er den Brief beiseite. Nun sehen mir erst ganz klar! Wurdest du die Güte haben, Linkerton, mir ein Flugzeug zu besorgen?" „Ein Flugzeug? Jetzt? (Fortsetzung folgt) Am Donnerstag dieser Woche wird die Beratungsstelle des Deutschen Frauenwerks für alle Hausfrauen eröffnet Es sei hier ausdrücklich betont: für alle Hausfrauen! Gerade in der heutigen Zeit Das Oberkommando der Kriegsmarine teilt mit: Besatzungsangehörige von Kriegsschiffen^ sowie die Besatzungen von Küstenbatterien der Kriegsmarine haben die gleiche Feldpostregelung wie das Feldheer. Bei diesen Marineangehörigen genügt jebod) die Angabe der fünfstelligen Feldpostnummer (also ohne Angabe der Postleitstelle). -'Feldpostsendungen an Besatzungsangehörige von Kriegsfahrzeugen oder Küstenbatterien können nur aufgegeben werden, wenn der Empfänger den Angehörigen seine Feldpostnummer mitgeteilt hat. Die Soldaten der genannten Einheiten haben Anweisung erhalten, die diesbezüglichen Feldpostnummern unverzüglich Zwei Seudegruppen des deutschen Rundfunks Ausschneiden und aufbeVahren! laubte! Und daß Sie das getan haben, daß Sie von sich allein hingegangen sind und den Leuten Bescheid gesagt haben... nein, wenn ich das meiner Alten erzähle!" „Ist dabei so Seltsames? , Nu, ich meine man ..." er stockt verlegen, ruert feinen Schlips und kann nicht recht weiter, so das; ihm Vivian zu Hilse kommen muß Sie meinen, weil ich die Frau des erschossenen Sängers bin?" Zwei harte Striche graben sich um ihre Mundwinkel. „Nein, Morell, Sie sind kerne Plaudertasche und kennen mich von klein auf. Sie können ruhig wissen: Ich hieß zwar noch M . Holgerson, aber ich war es schon langst nicht mehr. Ja, sehen sie mich nur entsetzt an, das ändert nichts an den Tatsachen. Ach, schweigen nur davon, er hat seine Schuld härter gesühnt als es notig wav Aber wer will von mir erwarten, daß ich nun in Sack und Asche herumlaufe?* Ich mußte lugen, wenn ich trauern sollte. Ein Mes Bedang em wenig Mitleid ... mehr bringe ich nicht für ihn aUkn mann j-doch. d-r da unschuldig im G°f°ng- nis sitzt, den achte und schätze ich sehr hoch. Und da sollte mich das dumme Gerede der Leute ab- halten das einzige Rechte zu tun, ihm zu helfen- Nein, Morell! Oder hätten Sie das von mir er- ^Fest'quetscht ihr der grauhaarige Werkmeister die Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, weröau L Sa. sprachen. Wie oft steht man in den Lebensmittelgeschäften, sieht die über das Maß beanspruchten Verkäufer und Verkäuferinnen, die noch dauernd mit Fragen überhaupt werden; was bekomme ich für diese und jene Marken. Auch das übernimmt nun die Beratungsstelle, jeder Hausfrau zu sagen, was sie in der Woche für ihre Marken bekommt. Welche Erleichterungen der Denkarbeit für Hausfrau und Geschäftsmann! Wieviele oft schädigende Fehler können vermieden werden. Und vor allen Dingen wird immer wieder auf den Kampf gegen das Verderben der Lebensrnittel hinaewiefen werden. So besuche jede Hausfraü, ehe sie ihre ernste Geschichte!" .« „Ich glaube, die Gefahr ist vorüber, Morell. Der Inspektor gab mir nämlich so gut wie kerne Antwort, sondern meinte nur, es wurde altes leinen Gang gehen. Der rechte Mörder wurde mit Sicherheit gefunden. Daraus schließe ich, daß m dort bereits eine bestimmte Spur verfolgt, man «schweigt nur, um nicht den wahren Täter vorzei g ^u warnen. Aber aus dem ganzen Verhalten o- Beamten habe ich deutlich gemerkt, daß sur H i mers keine Gefahr mehr besteht." „Donnerwetter... das ist ja... ich konn ।zu Freude meine Jacke zerreißen, wenns Mutter er ch ^°Si- sind 'ne seine Frau! Der alle Morell ver- aißt Ihnen das nicht, und die andern drüben tn he? Fabrik auch nicht. Aber nun haben nie wohl n ckts dagegen wenn ich auch mal aus die Polizei rücke. Die9 Herren sollen jedenfalls auch von unserer Seite merken, was an unferm Doktor dran ist. Aus der Stadl Gießen. (Stm ife aus dem Blumenbeet. Genau so wie der Erwerbsgärtner seinen Betrieb auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft umstellt und die Erzeugung von Blumen und Zierpflanzen auf das unbedingt notwendige Mindestmaß beschränkt, so müssen auch die Millionen Kleingärtner — im weitesten Sinne dieses Wortes —, also die Besitzer von Haus-, Klein- und Siedlergärten, aus ihren Ländereien mehr Gemüse und Obst als bisher herauswirtschaften. Welche Bedeutung der Selbstversorgergartenbau hat, wird erst klar, wenn man weiß, daß in Deutschland (Altreich) rund 5,5 Mill. Haushaltungen einen Garten bewirtschaften und daß die Fläche dieser Gärten die des Erwerbsgartenbaues um mehr als das Doppelte übersteigt. Der Selbstversorgergartenbau hat also eine große volkswirtschaftliche und ernährungspolitische Bedeutung, denn die im eigenen Garten erzeugten Obst- und Gemüseanlagen entlasten den Markt und die Verkehrs- und Transportmittel. In Kriegszeiten muß diese Bedeutung des Selbstversorgergartenbaues selbstverständlich noch steigen. Ein Beweis dafür ist das starke Anwachsen der Kleingärten in den Weltkriegsjahren 1914/18. Aus den damals gemachten Erfahrungen können wir für die heutige Zett die notwendigen Folgerungen ziehen. Die Ausweitung der kleingärtne- rjfch genutzten Flächen und die Intensivierung der vorhandenen Gärten muß richtig gelenkt und vor allem zur rechten Zeit erfolgen. Vorsorgen ist besser als Nachsehen! Deshalb steigern wir heute schon zu Beginn des Kampfes die Erzeugung von Gemüse und Obst aus unseren Gärten. Ohne die Blume als Symbol der Schönheit ganz aus dem Garten verweisen zu wollen, muß der Anteil der Zierflächen in den Gärten soweit als möglich verringert werden. Sind — besonders in großen Hausgärten mit landschaftlichem Charakter — die weiten Rasenflächen heute noch berechtigt? Können nicht auf ihnen die zur Eigenversorgung des Haushaltes erforderlichen Mengen von Gemüse erzeugt werden? Können nicht darauf Obstgehölze angepflanzt werden, Buschbäume, Spindelbüsche und Schnurbäume, die früher als Hochstämme einen Ertrag liefern? Selbst für den Kleingärtner ergeben sich noch Möglichkeiten, das zusätzliche Einkommen aus seinem Garten durch den Mehranbau von Gemüse zu steigern und neben der Sicherstellung des Frischverbrauchs Vorräte für den Winter zu gewinnen. Wer in seinem Garten ein Staudenbeet hat, kann auf die Sommerblumen verzichten. Und der schone Zierrasen kann ebenfalls umgestochen werden und dem Gemüseanbau ober der Futtererzeugung für Kleintiere dienen. Notwendig ist allerdings, daß mir bald mit der Umstellung beginnen. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Sensationsprozeß Tasilla". Feldposiregelung bei der Kriegsmarine. Bobby und die Schwedenmarke * Wenn das so weitergeht, kannst du 'ne Besuchs- Ka/ÄÄ zwe? AW-N.-N, fcann die Ar- beil±W?Ubrüat' Sinterten, denn das Klopfen fi* beim besten Willen nicht mehr überhören. l'L-lst denn los? fiabe ich nicht gejagt, SnUth, I ich bin nicht zu sprechen?. Sender der Gruppe 2 ihr Programm auch abends zeitweise fortsetzen. Zur Sendegruppe 1, die regelmäßig sendet, gehören folgende Sender: 1. Deutschlandsender 2. Reichssender Breslau mit den Sendern Görlitz und Gleiwitz, 3. Sender Kattowitz mit den Sendern Troppau, Krakau und Lodz, 4. Relchssen- der Königsberg mit den Sendern Königsberg!! und Memel, 5. Reichssender Böhmen mit dem Sender Brünn, 6. Reichssender Wien mit dem Sender Linz, 7 Reichs ender Graz mit dem Sender Klagenfurt, 8. die Sender Salzburg und Innsbruck, 9. Relchs- Der unglückliche Sergeant versucht vergeblich ein halbwüchsiges Bürschchen zurückzuhalten, das sich mie ein Wiesel gewandt zwischen seinem massiven Körper und der Türfüllung ins Zimmer drängt. „Du haben Sie's, Herr Inspektor!" zuckt er ent- sagungsvoll die Achseln. „Kein Respekt vor Rang und Alter. Der Bursche läßt sich Nicht zurUckhalten. Ist wie 'n Aal. Er behauptet, er hätte ne wichtige Aussage zu machen." . fiabe ich auch!" trumpft der Junge beleidigt auf und reckt sich im Bollgesühl feiner Bedeichung, „Mister Morell hat gefagt, ich soll mich nicht ab- *denn' in Gottes Namen!" stöhnt Linkerton. „Es ist gut, Smith. Beim nächsten, der. sich durch- moqelt, werden Sie abgesägt!" ,Jawohl, Herr Inspektor, werde ich abgesagt! wiederholte Swith II mit steinernem Gesicht, legt die Hand an die Mütze und geht. In der Mitte des Zimmers steht der !Junge und blickt halb trotzig, halb verlegen um sich. Er steckt in einer schmucken blauen Uniform, an seiner blauen Mütze glänzt das silberne „P" Also auch aus dem Werk! denkt Pembroke und kann kaum das Lachen verbeißen. Wenn die ahnten, daß Hellmers längst in feinem Bett schlaft —. Linkerton, der ihm die Gedanken offenbar von der Stirn ablieft, schießt einen wütenden Blick hinüber räuspert sich dann und herrscht den Jungen an er solle endlich seine Zähne auseinander tun und von sich geben, was er hier eigentlich wolle. Ich heiße Bobby Hart und will mich anzeigen. Ich habe einen Brief unterschlagen!" stoßt er endlich hervor. „Mister Morell bringt mich um wenn ich. den nicht schleunigst bei Ihnen abgebe. Er sagt jetzt muß alle Post erst recht nach Scotland-Yard! Da is er!" . m .____ Mit hörbarem Aufatmen legt er einen Brief auf den Tisch, der noch im Umschlag steckt. Ungeöffnet. * „Er ist schon vorige Woche gekommen ... der ist doch für Mister William Pe.rkms bestimmt? Wie kommst du denn zu dem Bries-' Och ... der ist expreß gekommen und ich sollte ihn 'raufbringen, und bann war Mister Perkms nickst da ... und dann habe ich mir gedacht. Die , Schwebenmarke wachste ab! Und bann sah bas , aber nachher so aus, daß es Wister Perkms ^doch gewerkt hätte, daß einer dran geknabbert hat! Der Geeräuberstaai läßt die Maske fallen. Anmaßende britische Note an die Neutralen. tätig, andere haben nur die Arbeit ihrer Männer ausgenommen und sind dadurch schon mit ihren neuen Pflichten bekannt. Bewohner der Westzone melden! Für Personen, die ihren Aufenthalt aus der westlichen Grenzzone infolge der gegenwärtigen Lage verlegt haben, ist, wie bereits gemeldet, beim" Polizeipräsidium in Berlin C 2, Alexanderstraße 10, Einwohnermeldeamt, eine Zentralauskunftsstelle eingerichtet worden. Sie erteilt über den jetzigen Aufenthaltsort und die neue Anschrift der in Frage kommenden Personen auf mündliche oder schriftliche Anfrage kostenlos Auskunft. Zu einer lückenlosen Auskunftserteilung ist diese Stelle natürlich nur dann imstande, wenn jede der abgewander- ten Personen ihr auch wirklich gemeldet wird. Außer der Meldung durch die zuständigen Polizei- bchörden kann sich aber auch jeder einzelne selbst bei der Zentralauskunstsstelle durch Brief oder Postkarte anmelden, hierbei muß er Familienname, Rufname, Beruf, Geburtsort, -tag, -monat, -fahr und seinen früheren Wohnort, vor allen Dingen aber seinen neuen Wohnort und seine neue Wohnung angeben. *♦ Einheitsgebühr für Soldatenpakete mit Kleidung. Rach einer Anordnung der Reichspost sind Pakete mit Bekleidungsstücken zum Heeresdienst einberufener Männer zur Einheitsgebühr von 50 Pfg. zugelassen, sofern die normalen Gebühren nicht niedriger sind. Auf Paketkarte und Paket müssen mit dem Dienstsiegelabdruck des Truppenteils und dem Vermerk Kleidungsstücke versehene Zettel angebracht sein. ** Sonderwertzeichen „Danzig". Dom 18. September ab werden bei allen Postämtern und Postamtsstellen — auch in Danzig — zur Erinnerung an die Wiedervereinigung Danzigs mit dem Reich am 1. September zwei Sondermarken herausgegeben Nach Entwürfen der Reichsdruckerei trägt die Sondermarke zu 6 Rpf. ein Bild der Marienkirche, das Wertzeichen zu 12 Rpf. eine Abbildung des Krantors in Danzig. ♦♦ Sterb e fälle in Gieß em Es vefttarben in Gießen in der ZeA vom 1. bis 15. September: 1. 9. Pfarrer a. D. Hugo Bingel, 78 Jahre, Käifer- allee 64; 2. 9. Klara Wiener, geb. Heß, o. B. 74 Jahre, Am Nührungsberg 41; Invalide Wilhelm Walter, 60 Jahre, An den Bahnhöfen 30; 3.9. Elfte Pröfcher, geb. Rausch, o. B., 81 Jahre, Sicher Str. 74; Karoline Lepper, o. B., 65 Jahre, Giehen- Wieseck, Grabenstr. 30; 5. 9. Toni TaschS, o. B., 71 Jahre, Wernerwall 61; 6. 9. Invalide Adolf Daum, 77 Jahre, Am Nahrungsberg 18; Studienrat Dr. Heinrich Fuhr, 42 Jahre, Wolfstr. 16; 7. 9. Johannes Altensen, o. B., 74 Jahre, Bruchstr. 12; 9. 9. Oberstudiendirektor Ludwig Poepperling, 54 Jahre, Dismarckstr. 40; 10. 9. Anna Mnnecker, geb. Hatz, Badewärterin, 59 Jahre, Sonnenstr. 11; 12. 9. Katharina Meier, o. B., 56 Jahre, Licher Str. 74; 14. 9. Heinrich Schmitt, Dersicherungsbe- amter, 65 Jahre, Friedrichstr. 5; 15. 9. Oberregierungsrat a. D. Dr. August Heß, 61 Jahre, Wil- helmstr. 41; Anna Dörr, geb. Gehrke, o. B., 77 Jahre, Hessenstr. 3. Freiwillige für die Luftwaffe! Berlin, 16. Sept. (DRV.) Unter dem Eindruck der gewaltigen Erfolge unserer Luftwaffe in Polen gehen täglich unzählige Gesuche um Einstellung als Freiwillige bei allen Dienststellen der Luftwaffe ein. Auch die vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebene Veröffentlichung, daß die Dienststellen vorübergehend keine Meldung mehr annehmen, hat den Zuspruch von Freiwilligen zur Luftwaffe nicht aufhalten können. Um dem überaus starken Wunsche unserer flugbegeisterten Jugend, Flieger zu werden, zu entsprechen, wird nunmehr die Einstellung von Freiwilligen jedoch ausschließlich für das fliegende Personal freigegeben. Wer eine Verwendung als Flugzeugführer, Beobachter, Bombenschütze zugleich Hilfsbeobachter, Bordfunker, Bordmechaniker oder Fliegerheckschütze erstrebt, kann sich also als Freiwilliger bei seinem zuständigen Wehrbezirkskommando melden. Voraussetzung ist ein Alter zwischen vollendetem 17. und 2 0. Lebensjahr. Oer Führer dankt dem Noten Kreuz. Führerhauptquartier, 17.Sept. (DNB.) Der Führer ließ sich am 16. September im Führerhauptquartier von dem Geschästsführenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, ^-Brigade- führer Dr. G r a w i tz , Meldung erstatten über den bisherigen Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes. Das neu aufgebaute Deutsche Rote Kreuz, dessen Schirmherr der Führer ist, führt bereits seine großen überlieferten Aufgaben durch und steht bereit zur Erfüllung aller seiner Pflichten gegenüber der Nation, insbesondere gegenüber der Wehrmacht und gegenüber den völkerrechtlichen Abmachungen. Der Führer sprach den Schwestern und den freiwilligen Helfern und Helferinnen des DRK. seine Anerkennung aus und erwartete weiter den Einsatz von Kräften aus dem ganzen Volke gerade für die jetzt erforderliche Arbeit des DRK. Er wies im Zusammenhang mit seinen Befehlen für eine den völkerrechtlichen Abmachungen streng entsprechende Kriegführung erneut auf die Bedeutung hin, die er uneingeschränkt den Grundsätzen des Roten Kreuzes und der Genfer Konvention beimiht. Verschärfte Strafen für Zuwiderhandlungen gegen die Lustschuhpflicht. Berlin, 16. Septentber (DNB.) Eine vom Ministerrat für die Reichsverteidigung erlassene Verordnung verkündet die Verschärfung der Strafen für Zuwiderhandlungen gegen die Luftschutz- pflicht. Während derartige Zuwiderhandlungen bis- her nur mit Haft und Geldstrafe bestraft werden konnten, kann jetzt in schweren Fällen auf Gefängnis und Geldstrafe und, wenn durch die Tat vorsätzlich Menschen oder bedeutende Werte gefährdet worden sind, auf Zuchthaus erkannt werden. Zur Luftschutzpflicht gehört sowohl die Luftschutzdienstpflicht, die von den einberufenen Kräften der verschiedenen Zweige des Luftschutzes zu erfüllen ist, als auch das luftschutzmäßige Verhalten aller, wie z. B. die vorschriftsmäßige Verdunkelung, die behelfsmäßige Herrichtung von Luftschutzräumen, die Entrümpelung, die Bereifttellung von Selbstschutzgerät und das Veryalten bei Fliegeralarm. Berlin, 16. Sept. (DNB.) Das Auswärtige Amt besitzt Mitteilung und Unterlagen, wonach die englische Regierung in den letzten Tagen an eine Reihe von neutralen Staaten, besonders die S t a a- ten der Oslo-Konferenz, Noten gerichtet hat, in denen diesen Staaten die englische Auffassung über wirtschaftliche Neutralität bargelegt wird. Die Noten bestätigen, daß England die Absicht hat, die neutralen Staaten rücksichtslos zu vergewaltigen und sich unbekümmert um Völkerrecht über die Lebensinteressen und Neutralitätsrechte dieser Staaten hinwegzusetzen. Der Ton der Noten ist sehr kategorisch. Ihr Inhalt übertrifft die schlimmsten Befürchtungen, die seit 14 Tagen in den neutralen Staaten auf Grund der Erfahrungen im letzten Weltkrieg und der jüngsten englischen Uebergriffe gehegt wurden. Hierzu schreibt der „Deutsche D i e n st": England entblößt sich in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit. Es läßtdieMaske fallen. Alle die englischen Schlagworte „Freiheit und Sicherheit der Meere", „Schutz der kleinen Nationen", „Verteidigung des internationalen Rechts, „Kampf gegen die Gewalt", erweisen sich als Heuchelei und Verrat. Deutschland hat bekanntlich als Recht und Pflicht der Neutralen aus der Neutralität ,chie Fortsetzung des normalen Warenaustaus ch e s und Warentransits" nach beidenSeiten bezeichnet. Deutschland befindet sich damit in Ueber- einstimmung mit dem Völkerrecht. Was verlangt England? Aus der umfangreichen englischen Note lassen sich drei wesentliche englische Forderungen herausschälen. Die eine Forderung lautet: „Die englische Regierung erklärt, daß sie der Auffassung ist, daß keine neutrale Nation damit fortfahren darf, den krieg führenden Ländern folgende Stoffe zu l ie f e r n: Kohle, Petroleum, Metalle, Nitrate und andere Rohstoffe, die zur Fortführung des Krieges verwendet werden können. Die neutralen Länder, die nach ihrer geographischen Lage ihren Handel mit Deutschland fortsetzen könnten, müssen die Ausfuhr der genannten Stoffe v o l l st ä n d i g unterbinden." Wenn die Sache 'für die Neutralen nicht so ernst wäre, wäre man versucht, über die echt englische Naivität zu lachen, mit der im ersten Satz eine allgemeine Neutralitätsregel aufgestellt und im zweiten Satz diese Neutralitätsregel einseitig nur gegen Deutschland anwendbar erklärt wird. Oie Schweiz auch wirtschaftlich neutral. Keine Handlangerdienste unter dem Druck der Alliierten. Basel, 16. September (DNB.) Während des Weltkrieges war die Schweiz gezwungen, um die für chre Bevölkerung notwendigen ausländischen Nahrungsmittel und die für die Industrie benötigten Rohstoffe zu erhalten, eine von den Alliierten kontrollierte Ueberwachungsgesellschaft zu errichten. Diese wurde abgekürzt bezeichnet als SSS. (So- ci^te Surveillance Suisse). Diese Organisation wachte darüber, daß an Deutschland und Oesterreich u s w. keine Ware weiter- gegeben wurde. Französische Meldungen deuteten in den jüngsten Tagen an, daß auch in diesem Kriege eine ähnliche Ueberwachungs- organisation für die schweizerische Wirtschaft gebildet werden müsse. Nach einer Information der „Basler Nachrichten" aus dem Bundeshaus ist der Bundesrat entschlossen, keine derartige Organisation anzunehmen. Er hat, so schreibt das Blatt, die notwendige Vorarbeit für eine autonome schweizerische Ueber- wachungsorganisation bereits vor Ausbruch des Krieges getroffen. Er wird in der Lage fein, die Innehaltung der mit dem Ausland getroffenen Vereinbarungen über die Zufuhr lebenswichtiger Güter nach der S ch w e i z zu garantieren. Er ftt gewillt, Verhältnisse, wie sie in den Jahren 1915 bis 1918 in der schweizerischen Wirtschaft bestanden haben, mit allen Kräften zu vermeiden. Der Berner „Bund" schreibt unter der Ueber- schrift „Wirtschaftliche Neutralität der Schweiz": „Unsere Behörden wissen, was sie der Schweiz und dem Ausland auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Neutralität schuldig find. Es wird streng darauf geachtet, daß nicht Waffen und Munition sowie andere zum Kriegführen gebrauchte Geräte an die eine oder andere Partei geliefert werden. Außerdem bürgen die Kontrollen des Exportes, der an Bewilligungen geknüpft ist, dafür, daß beide Parteien gleich behandelt werden, so daß von keiner Seite der Vorwurf der Parteilichkeit erhoben werden kann. In diesem Rahmen wird der Außenhandel, soweit es die Kriegsverhältnisse zulassen, nach allen Seiten aufrecht erhalten." Auch die „Basler N a t i o n a l z e i t u n g" sagt: „Wir lehnen jede Umdeutung und Mißdeutung unserer Neutralitätspflicht gegenüber Deutschland und jedem anderen Nachbarn ab. Unsere Neutralität war von jeher und wird immer auch" eine militärische^ sein. Wir garantieren Deutschland, daß über unser Gebiet hinweg es niemand angreifen kann, anders denn über die Leichen urtferer Wehrpflichtigen. Das ist unser Neutralitäts- Versprechen. Was die für den allgemeinen Lebensbedarf bestimmten Güter angeht, so wollen wir immer liefern, was wir aus eigener Erzeugung zu geben vermögen. Wir werden mit Deuftchland den normalen Austauschverkehr mit dem aufrechterhalten, was wir selbst erzeugen. Wir hoffen, ihm und seinem Volke die Blockade dadurch immerhin erträglicher zu gestalten. Kein Nachbarstaat darf uns zumuten, daß wir das von einer Partei als Konterbande erklärte Gut der anderen Seite vermitteln werden, wenn wir es selbst aus fremder Hand bezogen aben." polnische Kriegsgefangene nur für die Landwirtschaft. Berlin, 17. Sept. (DNB.) Eine Anzahl von Betrieben hat die Zuweisung polnischer Kriegsgefangener als Ersatz für fehlende Arbeitskräfte beantragt. Es wird darauf hin- gewissen, daß Kriegsgefangene zunächst ledig- flich in der Landwirtschaft zum Einsatz ge- Unb England selbst 7 Dürfen nach der allgemeinen Neutralitätsregel des ersten Satzes Belgien oder Jugoslawien Kupfer oder Schweden Eisenerze oder Finnland Holz und Zellulose nach England liefern? Dürfen Holländisch-Jn- dien oder Bolivien oder Siam Zinn, der Iran, Venezuela oder die Vereinigten Staaten Erdöl, Norwegen oder Ehile Stickstoff nach England liefern? Offenbar soll die allgemeine Neutralitätsregel nur dann gelten, wenn es sich um Lieferungen nach Deutschland handelt, und soll kein Neutralitätsbruch vorliegen, wenn neutrale Länder die in der englischen Note aufgezählten Rohstoffe nach England liefern. Die zweite Forderung lautet: „Die englische Regierung wird nicht gestatten, daß die genannten Rohstoffe im Warenaustausch neutraler Länder mit Deutschland durch andere Waren ersetzt werden. Vielmehr muß von der aus den letzten drei Jahren errechneten statistischen Gesamtzahl des Warenaustausches die Ausfuhr dieser Rohstoffe vollständig abgezogen werden." Die dritte Forderung lautet: „Der Transit von Handelswaren durch ein neutrales Land nach Deutschland wird von der englischen Regierung nicht zu gelassen." Das ganze wird unter die folgende Drohung gestellt: „Die Nichteinhaltung dieser Bedingungen wird als eine Verletzung der Grundsätze der Neutralität und als eine freundschaftlicheZusammenarbeitmit dem Feinde angesehen werden. Die englische Regierung kann keine Abweichung von den Vorschriften dieser Erklärung zulassen, denn von ihrer uneingeschränkten Anwendung wird nach ihrer Auffassung der Mißerfolg oder Erfolg des begonnenen langen Kampfes abhängen." Nach den zahlreichen mMtärftchen Neutralltäts- Verletzungen Englands in diesen zwei Wochen gegenüber Oslo-Staaten ftt diese Drohung nicht mißzuverstehen. Es ftt die Drohung mit Gewalt. Es ist bezeichnend für Englands Methoden, daß es dort, wo es nicht über Gewalt oerfügt, unbekümmert um die von chm aufgestellte Neutralitätsregel einen milderen Ton anschlägt. So gegenüber Finland, weil nämlich die Schiffsverbindung Finnland—England nicht von den Berlin, 16. 9. (DNB.) Amtlich wird mit« geteilt: Die französische und die britische Regierung haben bei Abbruch ihrer Beziehungen zu Deutschland eine gemeinsame Erklärung über die von ihnen beabsichtigten Methoden der Kriegführung veröffentlicht und der Reichsregierung zur Kentttts gebracht. Die französische Regierung hat dabei um eine Antwort der Reichsregierung gebeten. Die deutsche Antwort, die der französischen Regierung durch schwedische Vermittlung übersandt wird, hat folgenden Wortlaut: „Die Reichsregierung hat von der gemeinsamen Erklärung der sranzöstschen und britischen Regierung Kenntnis genommen, worin diese Regierungen gervisse Grundsätze anführen, die sie bei der Führung des Krieges, insbesondere des Luftkrieges, beobachten zu wollen behaupteten. Die Reichsregierung weist darauf hin, daß sie nach dem Scheitern der Abrüstungskonferenz als erste den Vorschlag gemacht hat, die gemeinsamen Bemühungen der Mächte auf das Zustandekommen bindender Vereinbarungen über eine möglich st weitgehende Humanisierung der Kriegführung zu richten. Diese Vorschläge haben damals bei anderen Mächten keinerlei Widerhall gefunden. Gleichwohl hat der Deutsche Reichskanzler bei Beginn der Deutschland aufgezwungenen Aktion gegen Polen in feiner Reichstags rede vom 1. September öffentlich bekanntgegeben, daß die Kampfhandlungen von deutscher Seite in Uebereinstimmuna mit jenen deutschen Vorschlägen durchgeführt und nicht gegen Frauen und Kinder gerichtet werden würden. Zugleich hat der Deutsche Reichskanzler bei dieser Gelegenheit den der deutschen Luftwaffe erteilten Befehl mitgeteilt, ihre Angriffe auf militärische Objekte zu beschränken. Dementsprechend hat die deuftche Regierung den Appell des Präsidenten Roosevelt begrüßt und in positivem Sinne beantwortet. Sie hat ferner der britischen Regierung auf ihre besondere Anfrage die Mitteilung zugehen lassen, daß D'euftchland die Bestimmungen des Genfer Abkommens vom Jahre 1925 über das Verbot der Verwendung erstickender, giftiger und ähnlicher Gase befolgen werde. Die deutschen Streitkräfte haben sich zu Lande, zur See und in der Luft auf das strikteste an diese deutschen Erklärungen gehalten. Selbstverständlich standen aber diese Erklärungen, wie schon bei ihrer langen. Eine Zuweisung solcher Arbeitskräfte an industrielle oder Handwerksbetriebe erfolgt nicht. Derartige Anforderungen sind daher z. Z. zwecklos. Tapfere Gegner zur letzten Ruhe gebettet. Saarbrücken, 16. Sept. (DNB.) Auf dem Saarbrücker Friedhof wurden zwei über deutschem Reichsgebiet abgeschossene franz ö- sische Fliegeroffiziere, Kapitän Jacques Rosignol und Leutnant Jean Sueur, beide vom 2. Aufklärungsgeschwader 551, mit militärischen Ehren b e i g e s e tz t. In einer kurzen An- sprach wies der deutsche Wehrmachtsgeistliche darauf hin, es sei ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Wehrmacht, daß einem ritterlichen Gegner auch ritterlich begegnet würde. Im Namen des Divisionskommandeurs legte dann ein höherer Offizier einen Kranz an den Särgen nieder. Beide Gegner, so betonte er, hätten tapfer ge kämpft und daher unsere Hoch- Schiffskanonen Englands beherrscht Mird. Finnland gegenüber hat England sich damit einverstanden erklärt, daß Finnland seinen nor. malen Handel mit Deutschland auf. r e ch t e r h ä l t in dem Wunsch natürlich, daß Finn- land das gleiche mit England tut. Das ist wirklich die Höhe des englischen Selbstdünkels, zu glauben, daß Deuftchland sich von den englischen Schiffs t an o nen im Handel mit der übrigen neutralen Welt geduldig abfchneiden läßt und daß Deutschland dort, wo es selbst den Schiffsweg beherrscht, großmütig den neutralen Handel mit Eng- land zuläßt. Nein! Deuftchland hat als erster der im Konflikt befindlichen Staaten zu der Frage des Wirtschaftsverkehrs mit den neutralen Staaten Stellung genommen. Es hat eine rechtlich unangreifbare, von den neutralen Staaten als einwandfrei anerkannte Haltung eingenommen. Wenn England aber die Regeln der Neutralität mißachtet, und die kleinen neutralen Staaten zum Schaden Deutschlands vergewaltigt, wird Deutschland nicht so harmlos sein, sich darein zu fügen. Glücklicherweise ist Deutschland gerade in dem geographischen Raum, an den die englischen Drohnoten gerichtet sind, nicht wehrlos. Es wird seine Machtmittel ebenso zu nützen wissen wie England. Der rechtswidrige englische Druck auf die neutralen Staaten wird, wenn diese Staaten sich diesem Druck etwa fügen, unvermeidlich den gleichen Gegendruck Hervorrufen. Dir warnen daher die Staaten, an die England seine Drohnoten gerichtet hat, davor, sich England zu unterwerfen. Wir warnen insbesondere die Minister her Oslokonferenz, die sich am 18. September in Kopenhagen zusammenfinden, um zu dem englischen Versuch einer Vergewaltigung Stellung zu nehmen. Deutschlands Wunsch war und ist es noch, die neutralen Staaten von dem Kon? flikl möglichst unberührt zu lassen. Dieser deutsche Wunsch ist aber nicht mit Schwäche z u verwechseln oder mit der Bereitwilligkeit, ein neutralitätswidriges Verhalten dieser Staaten, auch wenn es unter Zwang geschieht, hinzunehmen. Abgabe betont wurde, unter der Voraussetzung, daß die Gegner Deutschlands die gleichen Regeln der Kriegführung beachten würden. In dieser Beziehung muß die Reichsregierung feststellen, daß die Gegner Deutschlands ihre feierlichen Zusicherungen und Verpflichtungen schon jetzt vielfach in flagrantester Weise gebrochen haben. Die britische R egi erung hat sich im kras- sensten Widerspruch mit der in ihrer Erklärung enthaltenen feierlichen Versicherung, die Zivilbevölkerung schonen zu wollen, durch die von ihr verkündeten Bestimmungen über d i e Konterbande über alle anerkannten Regeln der Seekriegführung hinweggesetzt und damit in aller Form die Hungerblockade gegen Frauen und Kinder eröffnet. Ferner hat die polnische Regierung ahne jede militärische Notwendigkeit viele offene Städte zum Stützpunkt ihrer militärischen Operationen und damit zum Kampfgebiet gemacht. Sie hat darüber hinaus durch ihre Organe öffentlich die Zivilbevölkerung zum schrankenlosen Franktireur krieg gegen die deutsche Armee aufrufen lassen. An vielen Stellen hat die polnische Zivilbevölkerung diesem Aufruf Folge geleistet und sich die furchtbarsten Grausamkeiten gegen deutsche Soldaten zuschulden kommen lassen. Endlich haben polnische Truppen bei ihren Maßnahmen, wie authentisch nachgewiesen wurde, entgegen ihren vertraglichen Verpflichtungen Gelbkreuzgas verwendet. Die deutschen Streitkräfte werden auch künftig den vom Führer verkündeten Grundsätzen ritterlicher und humaner Kriegführung treu bleiben. Die Reichsregierung muß sich aber vorbehalten, jeden von ihren Gegnern begangenen R e ch t s b r u ch in der ihr geeignet erscheinenden Weise zu vergelten und im Hinblick auf den von England mit der Waffe der Hungerblockade gegen Frauen und Kinder geführten Krieg mit denjenigen Waffen zu antworten, die ihr hierfür zur Verfügung stehen und die auch dem Gegner die furchtbaren Folgen der von ihm gewollten Wethoden vor Augen führen." a ch t u n g verdient. Sieben deutsche Feldwebel senkten die Särge in die Gräber, drei Ehrensalven hallten dann über die letzte Ruhestätte. Abschied von Generalmajor Nöttiq. Am 10. September fiel der Generalinspek- teur der Gendarmerie, Generalmajor der Ordnungspolizei Wilhelm Röttig, im besetzten Gebiet beiTomaszow im Gefecht mit versvreng« ten polnischen Trupppen zusammen mit seinem Kraftfahrer. Die Beisetzung des in Krieg und Frieden bewährten Offiziers erfolgte im Krematorium Berlin - Wilmersdorf unter allen militärischen Ehren. Bei der Trauerfeier sprach in Anwesenheit von Minister Dr. Frick und hoher Offiziere der Polizei und Wehrmacht sowie Vertretern der Partei der Chef der Ordnungspolizei, ^-Obergruppenführer General der Polizei D a I u e g e, und gedachte seines alten bewährten Mitarbeiters, der auf entscheidendem Posten, im Verbände der Wehrmacht mit einer verantwortungsvollen Aufgabe betraut für Führer und Volk sein Leben gab. Abwehr von Hungerblockade und Irankkireurkrieg Flagrante Verletzung feierlicher Zusicherungen durch England und polen. Nechtsbrüche werden vergolten.