Nr. 90 Erstes Slan 189. Jahrgang Dienstag, 18. April 1939 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und GeschSstrftelle: Lchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.» für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B um zu schreien! Klagen heraus am 19. und 20. April Berlin. 17. April. (DKB.) Der Reichsminister für Bolksaufklärnng und Propaganda fordert die Bevölkerung auf, zum 50. Geburtstag des Führers am 19. und 20.April zu flaggen. die Rückreise anzutreten. Tagesbefehl des Führers an die Heeresgruppe 5. St. Pölten, 17. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat sich am Sonntagabend in die Ostmark begeben, um sich vom Ausbildungsgang des in der Ostmark eingezogenen jung st en Jahrganges zu überzeugen. Der Führer traf, von München kommend, in den Morgenstunden des Montag i n S t. Pölten ein, wo er vom Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitjch, und dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5, General der Infanterie Lift, empfangen wurde. Nach Abschreiten einer Ehrenkompanie begab sich der Führer zum Kavallerie- Schützen -Regi- ment 1 0, wo er in den Vormittagsstunden dem Dienst beiwohnte. Der weitere Besuch des Führers gilt Einheiten der Infanterie, Pioniere, Artillerie und Kavallerie in verschiedenen Standorten von der Heeresgruppe 5 unterstellten Teilen des XVII. AK. und der 4. Leichten Division. Die Truppen, die der Führer in St. Pölten inspiziert, sind durchweg junge Rekruten des dort stationierten Ka v a ll e r i e-Sch ü tz e n-R e g i m e n t s, die erst im Dezember eingerückt waren. Man sieht die Schützen beim Angriff, bei der Tankabwehr, bei den schweren und leichten Granatwerfern, man sieht, wie sie mit Blitzesschnelle Waldsperren aufrichten. Dann wieder brausen mit unglaublicher Wendigkeit die geländegängigen Wagen des Steyrwerks vorbei. Die Freude der Truppen über den Besuch des Führers ist grenzenlos. Keiner wußte noch eine halbe Stunde vorher, daß ihm dieses große Glück bevorftünde, aber trotz ihrer inneren Erregung klappt alles wunderbar. Don St. Pölten geht die Fahrt des Führers über die Hügelkuppen des Alpenvorlandes in das in vollem Schmuck der Blüten prangende Donautal nach Krems am Eingang der Wachau. In eiliger Hast strömen die Einwohner zusammen und jubeln ihrem Befreier zu. Der Führer begibt sich auf den südwärts der Stadt gelegenen Pionierübungsplatz au der Donau. Auch hier kann sich der Führer von dem hohen Grad der Ausbildung der erst wenige Monate dienenden Soldaten überzeugen. Nirgends ist mehr ein Unterschied zwischen ihnen und ihren Kameraden im Altreich festzustellen. Besonders vermerkt zu werden verdient die glänzend gelungene Umschulung der Offiziere und Unteroffiziere des ehemaligen österreichischen Heeres. Der Führer prüft vor allem die Ausbildung des einzelnen Mannes und die Arbeit des Soldaten im kleinsten Verbände. Auf dem Das ist Herr Roof evett! Von unserer Berliner Schriftleitung. E. S. Berlin, 18. April. Arn 6. April nannte der amerikanische Senator Hamilton Fish den Präsidenten seines Landes kurzweg den Kriegstreiber Nr. 1, und seitdem hat Roosevelt alles getan, um diese Bezeichnung zu verdienen. Der Teufel, weirn er ins Weihwasserbecken gefallen ist, macht absonderliche Sprünge. Daher ist es nicht zu verwundern, daß ausgerechnet Roosevelt an dem einen Tage an das amerikanische Volk eine Radio-Hetzbotschaft richtete, die nach der gewiß unverdächtigen New sl)orf Herald Tribüne in einer „bombastischen Sprache, die grotesker Lächerlichkeit nahekommt" von den deutschen Hunnen erzählt, um am nächsten Tage sich als Friedensfreund und Moralprediger eben an die deutsche Adresse zu wenden. Roosevelt braucht für seine Neuwahl die Aura eines wirklichen Friedensfreundes, um das amerikanische Volk weiter für Macht in sich vereine. Was Frankreich anbelange, so seien nach der Aufkündigung des Abkommens von 1935 bedeutsame koloniale Fragen zu regeln, die der Duce in seiner Rede vor den alten Kämpfern mit den Namen Tu nis, Dschibuti und Suez-Kanal präzisiert habe. Frankreichs erste Antwort sei negativ gewesen. Wenn es diese Haltung nicht ändere, werde sich der Bruch zwischen den beiden Nationen erweitern und nicht durch Italiens Schuld unheilbar werden können. In der Erwartung, die berechtigten Genugtuungen zu erhalten, weigere sich Italien jedwede internationale Verpflichtung auf Rüstungsbeschränkungen zu unterzeichnen. Die autoritären Staaten würden von den Demokratien der Kriegspolitik bezichtigt, sie hätten dagegen durch die Tat bewiesen, daß sie das Menschenmögliche tun. um den Krieg, den sie nicht fürchten, zu bannen. Die Erschließung des italienischen Imperiums erfordere große Aufwendungen an Arbeitskräften und Geld, was ein weiteres stichhaltiges Argument für den italienischen Friedenswillen darstelle, der allerdings kein falscherPazifismus sei. Italien sehe im Frieden die Frucht steter Anstrengungen und ernsthafter Vorbereitungen. Deshalb wolle Italien zu Lande, zu Wasser und in der Luft stark gerüstet sein, um auch als Freund gesucht und als Feind gefürchtet zu werden. Berlin, 18. April. (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber hat an die Heeresgruppe 5 folgenden Tagesbefehl erlassen: Soldaten der Ostmark! Mit stolzer Freude habe ich mich heute in einer Reihe von Standorten von eurem guten Ausbildungszustand überzeugen können. Ich habe festgestellt, daß die Ausbilder mit Fleiß, Ve,rständnis und Ernst, die Rekruten mit voller Hingabe ihren Ehrendienst für Volk und Vaterland versehen. Adolf Hitler. Generaloberst Li,i. Der vom Führer in Anerkennung seiner in der Ostmark geleisteten Aufbauarbeit zum Generaloberst beförderte Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5 wurde 1880 zu Oberkirchberg in Württemberg geboren. 1898 trat er beim 1. bayerischen Pionierbataillon als Fahnenjunker ein. 1908 wurde List zur Kriegsakademie kommandiert. Den Krieg machte Lift als Hauptmann in Generalstabstellen mit. Nach Kriegsschluß wurde er als Major in die Reichswehr übernommen. 1923 wurde Lift Kommandeur des 3. (Jäger-) Bataillons JR. 19 in Kempten. 1927 folgte unter Beförderung zum Oberst die Versetzung nach Berlin ins Reichswehrministerium als Leiter der Heresausbildungsabteilung. 1930 wurde List Kommandeur der Jnfanterieschule Dresden, in welcher Stellung er zum Generalmajor und am 1. Oktober 1932 zum Generalleutnant befördert wurde. Am 1. Oktober 1933 wurde er Kommandeur der 4. Division in Dresden, 1935 kommandierender General des IV. Armekorps und bald darauf General der Infanterie. Nach der am 4. Februar 1938 er- Der 20. April 1939 Nationaler Feiertag. Berlin, 17. April. (DRV.) Der Reichsminister des Innern gibt bekannt: Auf Grund des heute im Reichsgesehblatt veröffentlichte Gefehesübereinmalige Son- d erfrier tage hat der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit den zuständigen Reichsministerien aus Anlaß des 5 0. Geburtstages des Führers verordnet, daß der 2 0. April 1939 in Großdeutfchland Rational- Feiertag ist. Die Lohnzahlungsbestimmungen für den 1. Mai finden, wie dies in dem Gesetz über einmalige Sonderfeiertage ausdrücklich ausgesprochen wird, entsprechende Anwendung. Die Verordnung gilt auch im Protektorat Böhmen und Mähren. Vereidigung der politischen Leiter durch Rudolf Heß im Berliner Sportpolast. Berlin, 14. April. (DNB.) Wie alljährlich, findet am Tage des Geburtstages des Führers im ganzen Reich die Vereidigung der Politischen Leiter statt. Die Vereidigung erfolgt durch den Stellvertreter des Führers R u d o l f H e tz , der diesmal vom Berliner Sportpalast aus sprachen wird. Die Vereidigung wird von 20 bis 21 Uhr über olle deutschen Sender als Reichssendung übertragen. Es sprechen der Gauleiter Reichsminister Dr. G o e b- bels und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley vor Eintreffen des Stellvertreters des Führers, der dann die Vereidigung vornehmen wird. Großdeutschlands Jugend feiert des Führers Geburtstag. Berlin,15. April. (RJP.) Der Geburtstag des Führers wird vor allem für die Jugend wieder zu einem tiefen Erlebnis werden. Arn 18. April werden im großen Remter der Marienburg 14 2 Jungbannfahnen durch Reichsjugendführer Baldur von Schirach ihre Weihe erhalten, und wiederum wird es wie in den Vorjahren das schönste Geburtstagsgeschenk fein, wenn die Zehnjährigen als jüngste Gefolgschaft des Führers zum Dienst in der Hitler-Jugend antreten Am Vorabend des 20. April wird die deutsche Jugend der ganzen Welt dem Führer in einer Ringsendung der Hitler-Jugend ihre Treue, ihr Vertrauen und ihre Liebe bekunden. her Truppe. hochgehenden Donaustrom werden von den jungen Leuten mit der Präzision altgedienter Soldaten die schwersten Uebungen vorgeführt, wie das Verankern der Einzelpontons, das Bocksetzen, Aufstellen eines Brückenkopfes, das Legen von Laufstegen ufw. In S t o ck e r a u erwartet der Kommandierende General des XVII. AK., General der Infanterie Kienitz, den Führer. In der Kaserne nimmt der Führer einen kurzen Imbiß ein und begibt sich dann auf den Standortübungsplatz. Hier führt zunächst eine motorisierte Schwadron ihre Hebungen vor. Mit außerordentlicher Wendigkeit brausen die Kradschützen über die Sturzäcker, blitzschnell werden die Panzerabwehrkanonen dem angenommenen Feind entgegengeworfen. Besonders gelungen ist die Vorführung einer Radfahrertruppe, die auf dem schwierigen .Gelände sich in exakter und schneller Fahrt auf das gegebene Ziel zuarbeitet. Handgranatenwerfer zeigen, daß sie gelernt haben, aus gedeckter Lage heraus mit tödlicher Sicherheit ihr Ziel zu erreichen. Der Führer schreitet das Gelände ab, sich immer wieder die Truppen bei der Arbeit ans eßend. Er beobachtet, wie auf einem Baurn ein Maschinengewehrnest eingerichtet roirt> und wie schon wenige Minuten nach dem erteilten Befehl im Astwerk die Waffe zu arbeiten beginnt. Kurz darauf können auch die jungen Artille- r i ft e n dem Führer zeigen, was sie gelernt haben. Am späten Nachmittag tritt der Führer durch die jubelnde Menschenmenge die Fahrt zum Standortübungsplatz Strebersdorf des jetzigen Wiener Infanterieregiments Nr. 134 an, das die Tradition des berühmten Wiener Hausregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 hütet. Die Strahlen der scheidenden Sonne tauchen den Wienerwald, die Höhen des Leopold- und Kahlenberges in goldfunkelndes Licht. Der Regimentskommandeur stellt eine Aufgabe, deren Lösung die Soldaten erst mündlich beantworten und dann ausführen müssen. Da hieß es z. B. u. a. einer schwer bedrängten Truppe zu Hilfe zu eiten, die Panzerabwehrkanonen dem Feinde entgegenzuwerfen, die Taktik des Fliegerabwehrmaschinengewehrs zu erklären und dann die Waffe zu bedienen. Aber der Führer prüft nicht nur die Arbeit in dem kleinsten Verband, er prüft auch den einzelnen Mann. Da muß der einzelne hintreten vor den Führer und seine Gewehrgriffe kloppen, er muß zeigen, ob er den Parademarsch gelernt hat. Aber auch die Sangeskunst dürfen die Wiener vor dem Führer zeigen. Eine Kompanie zieht an ihm vorbei, ein altes Soldatenlied auf den Die Achse Berlin-Rom stärkste Waffe gegen die Einkreisungspolitik. Der italienische Senat in seiner Antwortadreffe aus die Thronrede. Die Einberufung des Deutschen Reichstages Oer Führer antwortet dem amerikanischen Präsidenten im Namen des deutschen Volkes. Berlin, 17. April. (DRV.) Der amerikanische Präsident Roosevelt hak an den Führer in einem Telegramm die Bitte gerichtet, zu b e st i m m t e n Fragen Stellung zu nehmen. Der Führer hält diese Angelegenheit für eine so wichtige, daß er sich entschlossen hat, die Antwort dem Herrn amerikanischen Präsidenten namens des deutschen Volkes vor dem Reichstag bekanntzugeben. Er hat daher den Deutschen Reichstag zum 2 8. April zur Kenntnisnahme dieser Erklärung ein beruf en Der Führer bei Truppen der deutschen Ostmark. Anerkennung des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht für den hohen Ausbitdungsstand dem außenpolitischen Strohhalm. Die Lage der Farmer ist geradezu verzweifelt. Alle Hilfsmittelchen Roosevelts und seiner Gehirn- trustjuden können sie nicht von ihren unverkäuflichen Weizen- und Baumwollüberschüssen befreien. Milliarden Dollars sind für unnütze Experimente aus- gegeben worden, aber die Lage des Nährstandes ist. immer schlimmer geworden. Dazu kam die Radikalisierung der Arbeitergewerkschaften, die unter Roosevelts Patronage den Kampf gegen die alte Arbeitsverfassung und die alten Gewerkschaften mit bolschewistischen Mitteln aufnahmen. Es ist bezeichnend daß der parlamentarische Untersuchungsausschuß des Abgeordneten Dies einwandfreies Material für die kommunistische Geistesrichtung der engsten Mitarbeiter Roosevelts und seines Arbeltsimm- sters lieferte, ohne daß Roosevelt sich auch nur von einem einzigen dieser jüdischen Plutokraten zu tien= nen vermocht hätte. Die Baruch, Morgenthau und andere Gesinnungsfreunde des Präsidenten, die im Weltkrieg als Manner der Hochfinanz die amerikanischen Massen in den Krieg führten und verbluten ließen, lediglich damit ihr goldenes Kalb gut pflügen konnte', hoffen nun auf eine Neuauflage der Wilsonpolitik, der Roosevelt sich verschrieb! Das ist der andere Kern. . Roosevelt wird in der Geschichte den Beinamen eines Förderers des Weltjudentums Haden welches das amerikanische Volk in seine kapitalistischen Fes- fehen schlug wie niemals vorher, und besten Ar- beitsbeschaffungspläne lediglich Judas Taschen füllen. Vergeblich hat Roosevelt Milliarden über Milliarden für solche Plane ausgegeben Sie sind irgendwo versickert, aber die Tatsache besteht, daß heute die amerikanische Arbeitslosigkeit um.ein Drittel stärker ist als zu Beginn der Rooseoeltschen Amtszeit, daß nach amtlichen Angaben rund 70 v.H. der Bevölkerung im gesegneten Amerika nichts zu verlieren haben als ihr Elend, daß nach Roosevelts ebener Bchauptung ein Drittel von Gottes eigenem Volke überhaupt nichts hat, um seine ®Ip6en 3U bedecken, ein zweites Drittel kümmerlich fortvegetiert, und vom letzten Drittel nur em winziger und zumeist jüdischer Bruchteil im Ueberfluß der Dollarmilliardäre lebt! w t1 Diese Tatsachen sind eine flammende Anklage gegen bie Regierungskünste Roosevelts, fu» fmO bas Schandmal seiner Innenpolitik. Es ist durum nicht zu verwundern, daß als einziger von allen Staatsoberhäuptern Herr Roosevelt einem anderen Tyrannen, dem Herrn des bolschewistischen Chaos und des' roten Massenmordes, Stalin, telegraphisch seine Glückwünsche aussprach, denn auch Stalin ist Ausführungsorgan der jüdischen Drahtzieher. Di Mngste Depesche, in der wiederum Kalinin als Präsident der Sowjetunion dem USA.-Prastdenten ouc Anlaß der „Friedensbotschaft feme„ „tiefe Sympathie und die herzlichsten Glückwünsche "ber- mittelt bedeutet nur eine Bestätigung der alljudi- ,chm G°ist°s->°rw°n.dt!ch°ft zwischen Moskau und ®aff)ington. Und dieser de: d.« frei- sende Korruption in seinem Lande nicht bannen kann und der qan» Jbero-Amerika den Machtge- lüsten des amerikanischen Dallarkap. °ilr> °ushan- digen will, hat die ungcheuerliche Dreistigte t, seine Gangstermanieren als Frledcnstaden IN alle Welt seine heillosen Zwecke einzufangen. Diese Methode ist drüben auch erkannt worden. Die Oeffentlichkeit in den USA. wurde später informiert als Sowjetrußland, England und Frankreich, und sie reagiert teilweise sehr sauer auf die sogenannte „Friedensbotschaft", die sie nur als Reklametrick wertet, allerdings als einen Reklametrick von einem bis dahin unerhörten Zynismus. Als einst die französische Generalität dem dritten Mpoleon ihre Neujahrsglückwünsche aussprach, sagte sie: „Sire, die Armee langweilt sich, geben Sie ihr Beschäftigung!" Und der Bonaparte ging hin und entlud die innere Unzufriedenheit außenpolitisch in ebnem Kriege gegen Deutschland, das ihm gebührend heimzahlte. Roosevelt aber ist in einer viel schlimmeren Lage. Als er 1931 zur Macht kam und mit ihm seine plutokratischen Juden, sprang er von Experiment zu Experiment, um die Arbeitslosigkeit zu bannen, die Farmer der Verelendung zu entreißen und die USA.-Wirtschaft wieder lebenskräftig zu machen. Aber er stolperte von Miß erfolg zu Mißerfolg, und deshalb greift er jetzt nach Lippen. Später folgt ein Epielmannszug. der alte österreichische Soldatenmärsche erklingen läßt. Am Schluß der Uebungen erklärt der Führer vor dem versammelten Offizierkorps dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5, General List, daß er ihn in Anerkennung des hervorragenden Ausbildungsgrades der in der Ostmark stationierten Teile der' Wehrmacht zum 20. April zum Generaloberst befördere. Es beginnt fast schon zu dämmern, als er sich nun zu dem Sonderzug begibt, Italiens Friedenswille kein schwächlicher Pazifismus. Rom, 17. April. (DNB.) Der italienische S e n a t hat am Montagnachmittag die Antwortadresse aus die Thronrede des Königs und Kaisers einstimmig genehmigt, die in ihrem außenpolitischen Teil vor allem erklärt, die Achse Rom — Berlin, auf die sich die politische Aktion Italiens und Deutschlands gründe, sei eine ausgedehntere und stabilere Konstruktion als eine Allianz. Die beiden Rationen trennen den Kontinent mit ihrem überlegenen Block militärischer Kräfte, gegen den eine Wiederholung des jahrhundertealten Manövers der Einkreisungskoalition nicht mehr möglich fei, in zwei Teile. „Die Achse wird fortbestehen, weil ihre Lebensfähigkeit nicht nur in einen Parallelis- mus der Positionen und der Ziele besteht, sondern vor allem in der wesentlichen Verwandtschaft der beiden autoritären Regime und der Notwendigkeit der beiden Revolutionen, fich gegen die Feindseligkeit der Demokratien und das Gift des Bolschewismus zu verteidigen." Die antibolschewistische Funktion der deutsch-italienischen Zusammenarbeit habe zum Antikomin- ternpakt geführt, der mit Rom, Berlin, Tokio, Mandschukuo, Budapest und Spanien eine gewaltige folgten Ernennung zum Oberbefehlshaber ©nippe 2 in Staffel wurde List nach der Wiedervereinigung Oesterreichs im März 1938 Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 5 (Wien). Der militärische Schuh Böhmens und Mährens. Ständige Standorte im deutschen Siedlungsgebiet. Berlin, 17. April. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch , hat gemäß dem Erlaß des Führers zur Eingliederung Böhmens und Mährens ins Reich, wonach das Deutsche N.eich den militärischen Schutz der Länder Böhmen und Mähren übernimmt, nähere Anordnungen getroffen. Hiernach ist im Protektorat Böhmen und Mähren eine ständige Belegung mitTruppen- teilen des Heeres unter Wahrung der Territorialhoheit des Protektorates vorgesehen. Truppen des Heeres werden in ständigen Standorten, in dem deutschen Siedlungsgebiet in-1 nerhalb des Protektorates untergebracht. In überwiegend tschechischen Sprachgebieten werden sie in gewissen Zeitabschnitten a u s gewechselt. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe sowie dem Reichsführer jf und Chef der deutschen Polizei seinen Dank ausgesprochen für die Leistungen der dem Heere unterstellten Telle der Luftwaffe, der ff» Verfügungstruppe und der Polizei anläßlich des Einmarsches in Böhmen und Mähren und für die kameradschaftliche Zusammenarbeit. Ferner hat Generaloberst von Brauchitsch ein Schreiben an den Stellvertreter des Führers gerichtet, in dem er für die Unterstützung dankt und besonders die schnelle Einsatzbereitschaft der Gliederungen der Partei, vor allem der SA. der Grenzaaue, der NSV. und des Hilfszuges Bayern hervorhebt. Dank und Anerkennung hat der Oberbefehlshaber des Heeres auch den Reichsbehörden und unterstellten Dienststellen, insbesondere dem Zollgrenzschutz, ausgesprochen, die das Heer bei der Durchführung der vielseitigen Aufgaben während der militärischen Verwaltung des Protektorates tatkräftig unterstützt haben. Wachsende Opposition gegen Roosevelts Kriegshetze. Washington, 18. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Berliner Ankündigung, derzufvlge der Führer den Reichstag einberufen hat, um Roosevelt die Antwort zu erteilen, war das große Ereignis des Montag. Die Kriegshetzer machen allerdings lange Gesichter, denn es wäre ihnen lieber gewesen, wenn sich ihre „Voraussage", der Führer werde die Rooseoeltsche Herausforderung unbeachtet lassen, erfüllt hätte. Ihre Absicht ging ja dahin, die Anhänger der Jsolierungspolitik, deren Haltung in den letzten Wochen etwas schwankend geworden war, endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Die Absicht wird sich jetzt nur ziemlich schwer verwirklichen lassen. Der Republikaner Hamilton Fish, der zu den „Isolationisten" gehört, die Roosevelt durch seinen heuchlerischen „Friedensschritt" mundtot machen wollte, erklärte am Montag im Abgeordnetenhaus, er bezweifle, ob Roosevelts „Friedensappelle" mehr als eine sensationelle Geste bedeute. Roose^ velt habe vorher die autoritären Staaten als „Vandalen" und „Gangster - Nationen" bezeichnet, und das schließe jede Annahme von ihm kommender Friedensoorschläge aus. lieber ein Jahr lang hätten Roosevelt und sein Kabinett Hitler und Mussolini in heftiger und provozierender Sprache angegriffen. Zum ersten Male in der amerikanischen Geschichte erlaube sich die Außenpolitik der Vereinigten Staaten Drohungen und Angriffe auf die Regierungssormen und die Oberhäupter ftemder Nationen. Dies stelle ein erstaunliches Abweichen von der amerikanischen Ueberlieferung dar und habe im Inland wie im Ausland Kriegshysterie rzeugt. Er sei überzeugt, sagte Fish, daß England und Frankreich schon lange auf friedlichem Wege ein Abkommen erzielt hätten, wenn Roosevelt sich nicht in die europäischen Dinge ein- ge mischt hätte, indem er England und Frankreich glauben machte, Amerika werde sich für sie einsetzen. Auch General Johnson erklärte, Roosevelt verletze die Monroedoktrin, deren erster Satz laute: Amerika wolle sich nicht in europäische Krisen mischen. Was Roosevelt jetzt sage, bedeute aber, daß er sich das Recht anmaße, nach Belieben in Europa einzuschreiten, aber jede Einmischung Europas in die Verhältnisse Amerikas mit Gewalt bekämpfen wolle. Vor dem Außenausschuß des Abgeordnetenhauses, der die Vorschläge Zu einer Aenderung des Neutralitätsgesetzes berät, wandte sich der frühere Präsidentschaftskandidat Norman Thomas gegen den Antrag, den Präsidenten zu ermächtigen, die Angreiferstaaten zu bestimmen und wirtschaftliche Sanktionen anzuwenden. Thomas erklärte, Amerika habe kein Recht, einen Wirtschafts- friegin Aussichtzu nehmen, außer es erwarte einen militärischen Krieg. Er befürwortete dann ein Handelsverbot für Waffen und bestimmte Rohstoffe, das in Friedenszeiten gelten soll. Gebührende Abfuhr in Italien. R. G. Rom, 17. April. Die Botschaft des Präsidenten Roosevelt findet auch in der römischen Presse eine ausgesprochen ablehnende und ironische Aufnahme. Sie wird hier politisch als ein weiteres Glied in der Kette der zweifelhaften „Initiativen" angesehen, die seit den Zeiten des Präsidenten Wilson Europa habe über sich ergehen lassen müssen. Man bemerkt hier, daß auch diese neue Botschaft aus dem Westen ihren geistigen Ursprung da habe, wo alle ihre Vorläufer sie gehabt hätten, in den Einflüssen der Pluto- fratie und in den Ideologien des Wilsonschen Katechismus. Damit wird in römischen Kreisen auch schon zum Ausdruck gebracht, daß die Botschaft in hohem Maße Ausdruck innerpolitischer amerikanischer Bedürfnisse ist, d.h. von den Bedürfnissen eines Mannes diktiert worden fei, der demnächst wieder gewählt zu werden wünsche. Heber die außenpolitische Bedeutung gibt sich Rom keinem Zweifel hin. „Messaggero" bringt das mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Wir laffen uns nicht täuschen von den beredten Worten des Präsidenten. Die Botschaft Rooosevelts ist ein Akt, der in den weitgespannten Kriegsplan gehört, den seit einiger Zeit die Demokratien gegen die nichtbesitzenden Nationen in Bewegung setzen. Die unmittelbaren und zukünftigen Rückwirkungen der Botschaft sind nicht schwer zu begreifen für den, der die persönliche Politik Roosevelts seit zwei Jahren verfolgt hat. Wer wüßte und sehe nicht, daß es der Aufmarsch der Vereinigten Staaten zugunsten einiger europäischen Nationen im Falle eines Konflikts ift? Wenn aber die Absichten Roosevelts wirklich die wären, die er zum Ausdruck bringt, so würde er seine Vorschläge nicht einem öffentlichen Dokument anvertraut haben, das die Empfänger durch die Zeitungsageyturen früher erfahren haben als auf dem normalen Wege der Diplomatie. Die Einkreisungspolitik, die die europäischen Demokratien gegen die autoritären Mächte betreiben, findet in der Politik Roosevelts Ermutigung." „Giornale d'Jtalia" faßt die italienische Haltung zu der Erklärung des Präsidenten Roosevelt in vier Punkten zusammen. Im Punkt 1 erklärt Gayda: „Italien kann Roosevelt kein moralisches Recht und keinen politischen Rechtstitel einräumen, in den europäischen Streitigkeiten zu intervenieren. Für Italien bedeutet Roosevelt nicht das ganze Amerika. Italien wünscht im Gegenteil seit längerer Zeit, diesen Mann, den die Geschichte unter die unheilvollsten Persönlichkeiten einreihen wird, von der Masse des amerikanischen Volkes, das er mit seinen wahrhaft diktatorischen und unkontrollierten Handlungen tyrannisiert, isoliert zu betrachten." Weiter heißt es in Punkt 2, die Erklärung Roosevelts enthülle sich nur als ein neues, aber schlecht berechnetes Manöver. Roosevelt habe sich vor allem inder Ad resse geirrt. Indem er sich nur an Deutschland und Italien gewandt habe, enthülle er das Manöver, diese beiden Mächte in Europa moralisch und politisch isolieren zu wollen. Unter Punkt 3 schreibt Gayda: „Aus dem seltsamen Verzeichnis der Länder, denen Deutschland und Italien ihre Garantie versprechen sollen, wird ersichtlich, daß Roosevelts Manöver nur den Zweck verfolgt, den Eindruck einer kolossalen Bedrohung derjenigen Mächte zu erwecken, die in der einen oder anderen Weife an der großen Einkreisung der internationalen Plutokratien (gegen Deutschland und Italien) teilnehmen sollen." In Punkt 4 heißt es: „Das Manöver Roosevelts weicht aber auch dem aus, was in der Zusammenfassung die lebenswich- tigen Probleme der beiden Staaten sind. Es spricht zwar von Abrüstung und Neuordnung der Weltwirtschaft, läßt aber das dritte und h a u p t säch- l i ch st e Problem vermissen: die Gleichheit der moralischen Rechte. Das Dokument ist nur eine Karte mehr, welche die Vereinigten Staaten in das europäische Feuer werfen, um die Flamme zu schüren, ohne die Folgen ermessen." pariser Geschäftigkeit. E. F. Paris, 18. April. Die Einberufung- des Reichstags auf den 28. April bildet am Montag die Sensation der Pariser Nachmittagspresse. Wie vor jeder großen Rede des deutschen Reichskanzlers ergeht sich die Pariser Presse auch diesmal in mehr oder minder vagen Kombinationen darüber, was Adolf Hitler erklären werde. Dort, wo man die Gedankengänge der französischen Außenpolitik wiedergibt, begnügte man sich mit der Feststellung, man habe einen neuen Zeitgewinn erlangt. Anscheinend meint man damit einen Zeitgewinn für die Fertigstellung der von Frankreich und England eingeleiteten Einkreisungspolitik gegen Deutschland in Südost-Europa. Darauf läßt auch die eindeutige Feststellung im halbamtlichen „Temps" schließen, der sagt, der Abschluß der von Frankreich in Südost-Europa vorbereiteten Bündnisse müsse weiter betrieben werden. Trotz oller geflissentlich zur Schau getragenen Zuversicht in dieser Hinsicht kann man nach wie vor keine Einzelheiten über den Charakter der Sowjetrußland hierbei zugedachten Rolle erfahren. Man gibt zu, daß die Modalitäten des sowjetrussischen und türkischen Beistandes an Polen und Rumänien immer noch nicht endgültig festgesetzt werden konnten, weil Polen und Rumänien weiterhin Bedenken zu haben scheinen. Es wird für möglich gehalten, daß erst die Besprechungen des rumänischen Außenministers G a f e n c u in Paris vom 26. bis 28. April eine Klärung in diesem oder jenem Sinne bringen werden. Ministerpräsident Dalodier hat für Dienstag« vormittag einen Ttini ft errat einberufen. Der Ministerpräsident soll weitere Verordnungen zur Verstärkung der nationalen Verteidigung ausgearbeitet haben, die nun vom Ministerrat gebilligt werden müssen. Zweifellos wird sich Daladier auch über die außenpolitische Lage äußern. Er hat am Montagnachmittag eine Besprechung mit dem amerikanischen Botschafter Bvllit über die Initiative Roosevelts und ihre Aufnahme in Deutschland und Italien, gehabt. Auch hat Daladier mit Finanzminister R e y n a n d wirtschaftliche und finanzielle Fragen besprochen, deren Verknüpfung mit der außenpolitischen Lage immer enger werde. Schließlich hatte Daladier eine Besprechung mit Außenminister Bonnet über die internationale Lage. Französische Seeflreitkräfte in Gibraltar. London, 18. April (Europapreß.) Die französischen Seestreitkräfte, die sich in Gibraltar auf- hatten, wurden am Montagoormittag durch zwei F l o t t i l l e n - F ü h r e r s ch i f f e und einen Zerstörer verstörkt. Zwei oder drei weitere fron- Die deutsche Gerichtsbarkeit im Protektorat Böhmen und Mähren. Berlin, 17. April. (DNB.) Nach dem Erlaß des Führers über das Protektorat Böhmen und Mähren unterstehen die deutschen Staatsangehörigen im Protektorat deutscher G e- richtsbarkeit. Neben der deutschen Gerichtsbarkeit bleibt die Gerichtsbarkeit des Protektorats, das im Rahmen feiner autonomen Verwaltung seine Hoheitsrechte selbst ausübt, u n - berührt, soweit ihr nicht Interessen des Reiches entgegenstehen. Der Reichsminister der Justiz hat gemeinsam mit dem Reichsminister des Innern den Aufbau der deutschen Gerichte im Protektorat geregelt und ihre Zuständigkeiten gegenüber den Gerichten des Protektorats abgegrenzt. Danach werden das deutsche Oberlandesgericht Prag, die deutschen Landgerichte Brünn und Prag und 12 deutsche Amtsgerichte nach den im Reich geltenden Vorschriften verwaltet und Recht sprechen im Namen des deutschen Volkes. Für die deutschen Staatsangehörigen im Protektorat gilt das deutsche Strafrecht; ihre Straftaten werden von den deutschen Gerichten verfolgt. Die Straftaten aller anderen Personen, also auch der Ausländer und der Staatenlosen, werden von den Gerichten des Protektorats nach dem Strafrecht des Protektorats geahndet. Nicht deutsche Staatsangehörige unterstehen der deutschen Gerichtsbarkeit, wenn sie, eine Straftat begehen, die gegen d i e Interessen des Reiches im weitesten Sinne gerichtet ist, z. B. einen Hochverrat oder Landesverrat, I eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze, eine Beschimpfung des Reiches oder der NSDAP., ober wenn sich die Tat gegen die Wehrmacht ober gegen den Träger eines deutschen Amtes oder eines Amtes der NSDAP, richtet, ferner wenn sie einen erpresserischen Kindesraub oder einen Straßenraub mittels Autofallen begehen, wenn big Tat in einem deutschen Dienstgebäude begangen ist, oder ein deutscher Staatsangehöriger gegen sie eine Privatklage, z. B. wegen Beleidigung, Körperverletzung, erhebt. In bürgerlichen Rechts st reitigkeiten ist die deutsche Gerichtsbarkeit begründet, wenn an dem Verfahren ein deutscher Staatsangehöriger als Partei beteiligt ist. Exekutions-, Konkurs- und Ausgleichsverfahren gehören zur deutschen Gerichtsbarkeit, wenn der Verpflichtete, der Konkursschuldner oder der Schuldner, der den Ausgleich beantragt hat, deutscher Staatsangehöriger ist. Schließlich ist die deutsche Gerichtsbarkeit im Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit begründet, wenn das anzuwendende Recht davon abhängt, welche Staats- angehöriakeit die an dem Verfahren beteiligten Personen besitzen, und diese Personen deutsche Staatsangehörige sind. Hierhin gehören namentlich Dor- mundschafts- und Nachlaßsachen, nicht aber z. B. Grundbuchsachen. In solchen Rechtssachen, die den Personenstand einer Partei betreffen, namentlich in Ehesachen, erstreckt sich die deutsche Gerichtsbarkeit auch auf Ausländer und Staatenlose. zösische Zerftörer werden im Laufe des Montagabends erwartet. Insgesamt werden sich dann die beiden Schlachtschiffe „Bretagne" und „Lorraine" (beide 22 OOO Tonnen), die Flottillen-Führerschiffe „Audacieux" und „Volta", die vielfach als leichte Kreuzer angesprochen werden, sowie fünf oder sechs Zerstörer im Hafen von Gibraltar befinden. Nachdem der englische Schlachtkreuzer „R e p u l s e" Gibraltar am 13. April verlassen hat, befinden sich nun — abgesehen von kleineren Hilfsfahrzeugen — keine englischen Kriegsschiffe im dortigen Hafen. Chamberlain wieder in London Bor einer neuen NnLerhaus-Erklärung. abs. London, 17. April. Ministerpräsident Chamberlain ist in Begleitung seiner Gattin am Montagmittag von Windsor nach London zurückgekehrt, wo er an einem Gedächtnisgottesdienst für den verstorbenen australischen Ministerpräsidenten Lyons teilnahm. Vor seiner Abfahrt von Windsor hatte der Ministerpräsident noch eine längere Unterredung mit dem König und dem amerikanischen Botschafter Kennedy. Dabei sollen die Pläne für die Amerika-Reise des Königspaares besprochen worden sein. Unter den Gästen des Königs auf Schloß Windsor während des Wochenendes befand sich auch der Sohn des amerikanischen Präsidenten, James Roosevelt, der mit dem amerikanischen Botschafter Kennedy noch bis Montagnachmittag auf Schloß Windsor verblieben ist. Der sowjetrussische Botschafter Maiski sprach amMontag im Foreign Office vor, wo er in Abwesenheit viM Lord Halifax von dem Leiter der Abteilung Nord- und Nordosteuropa C o l l y e r empfangen wurde. Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, wird sich Maiski in den nächsten Tagen nach Moskau begeben, um feiner Regierung Bericht über die in London geführten Gespräche zu erstatten. Ein weiterer Besucher im Foreign Office war der französische Botschafter Corbin. Das Unterhaus tritt am Dienstag wieder zusammen. Ministerpräsident Chamberlain wird auf Anfrage der Opposition vermutlich eine kurze Erklärung über die internationale Lage abgeben. Nachdem bereits in der Montagnachmittagspresse diesbezügliche Meldungen aufgetaucht waren, stellt Preß Association jetzt die kuppe Behauptung auf, R u - mänien sei jetzt bereit, den Durchmarsch sowjetrussischer Truppen zu gestatten. Die Bearbeitung der Türkei durch die englische Diplomatie wird mit aller Hartnäckigkeit fortgesetzt um der Türkei einen Garantievertrag nach bekanntem Muster aufzudrängen. Don den türkischen Erklärungen, daß die Türkei auch ohne fremde Hilfe in der Lage sei, sowohl ihr Gebiet als auch die Sicherheit ihrer Meerengen zu schützen, lassen sich die Einkreifungshetzer keineswegs stören. In Wirtschaftskreisen redet man von neuen englischen Kreditangeboten, um die englischen Verlockungen den Türken schmackhafter zu machen. Hinsichtlich der englisch-fowjetrusfischen Besprechungen müssen die Blätter zugeben, daß sie nur sehr langsam vorwärtskommen. So stellt der diplomatische Korrespondent der „Times" lakonisch fest, Chamberlain werde dem Unterhaus wahrscheinlich mitteilen können, daß die „Besprechungen über die Organisierung der Sicherheit in Osteuropa", wie das Blatt die britische Einkreisungspolitik im Südosten irreführend bezeichnet, einen zufriedenstellenden Verlauf nehmen. Zweifelhafte Garantie. Schweden hält an strikter Neutralität fest. Stockholm, 17. April (DNB.) „Aftonbladet" untersucht den Wert der Garantie der Westmächte für Schweden und kommt auf Grund einer Betrachtung über die Verwendbarkeit, Verfügbarkeit und Schlagkraft der Flotten der Westmächte und der Staaten des Antikominternpaktes zu dem Schluß, daß man den Eindruck erhalte vom Unvermögen der West möchte, insbesondere Englands, solchen Garantien im praktischen Falle nach zu- ko' m m e n. Eine Garantie, die nicht erfüllt werden könne, sei doppelt gefährlich; einmal würde z. B. dem schwedischen Volk ein falsches Sicher- heitsgesüh 1 eingeimpft, und andererseits würde die Garantie bei den südlichen Nachbarn Mißstimmung und Mißtrauen Hervorrufen. Schweden könne unter keinen Umständen davon absehen, daß es ein O st s e e st a a t sei. Deutschland aber beherrsche die Ostsee. Deutsche Verärgerung könnte verhängnisvolle Folgen haben. Der Weg Schwedens sei und müsse bleiben die Neutralität. Auch der Friedensappell Roosevelts könne das schwedische Volk von seinem Dilemma nicht befreien, in das es durch ein Garantieangebot der Westmächte versetzt werden würde. Auch „Nya Do-ischlst Allehcmda" meint, Schweden müsse es sich gerade jetzt angelegen sein lassen, zu unterstreichen, daß es sich bedingungslos dem Spiel der Großmächte fernhalten wolle und daß es feine Verpflichtung (Engagement) auf sich nehme, ganz gleich, welcher Großmächteblock dies wünschen sollte. Es wäre vielleicht angezeigt, wenn auch die schwedische Regierung eine ähnliche Neutralitätserklärung abgeben 'würde, wie dies soeben in Kopenhagen und Oslo geschehen sei. Der Tenor macht Hefiame. Der polnische Tenor Jan Kiepura hat für den polnischen Verteidigungsfond 100 000 Zloty, also etwa 50 000 Mark, gestiftet und für die polnische Armee zwei Automobile zur Verfügung gestellt. Das alles ist selbstverständlich sein gutes Recht als polnischer Staatsbürger. Anders sind aber die Neben- umftänbe zu bewerten: Er hat diese Spende wähMan nimmt Des- -4711 zur täglichen Hautpflege -.25 -45. -9Q rend eine ^Konzertreise in den Vereinigten Staaten gemacht, wo heute die Kriegshysterie die absonderlicl)sten Blüten treibt; er hat seine Spende mit einem schwülstigen Telegramm, das sofort veröffentlicht wurde, an die große Glocke gehängt. Wer so heftig den Glockenklöppel in Bewegung setzt, muß cs sich gefallen lassen, wenn ihn nicht reine Gefühle der Selbstlosigkeit und Vaterlandsliebe unterstellt werden, Als Besitzer eines Luxustalents in der Tatra hat Jan Kiepura seine Reklametalente bereits brillieren lassen. Am Rande vermerken wir, daß er einen aut Teil seines Vermögens und feines Ruhmes auf deutschen Opernbühnen und in deutschen Filmen erworben hat und mit der deutschen Filmschauspielerin Martha Eggert verheiratet ist. Eine Stimme der Besonnenheit. London, 16. April. (Europapreß.) Der bekannte Dirigent Sir Thomas Beecham bezeichnete seine Landsleute in einer Rede als „eingebildete P e s s i rn i st e n". Sir Thomas wandte sich gegen die Leute, die fortgesetzt von außenpolitischen Krisen redeten. Er erklärte, er glaube nicht, ein Optimist, sondern nur ein Realist zu sein, wenn er in den kleinen Nadelstichen, die England von verschiedenen Seiten erhalte, keine Krisen sehen könne. Er fügte hinzu, feine Haltung fei durch die Ereignisse gerechtfertigt. „Nichts i st passiert, und ich bin vollkommen sicher, daß auch in Zukunft nichts passieren wird, wenn wir nur darauf achten, daß nichts passiert." Sir Thomas Beecham gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß unter der fortgesetzten Krisenstimmung das Kunstleben leide. Die englische Regierung solle sagen, wie weit der Kreis und das Einflußgebiet des britischen Empire reiche, und daß sie nicht darüber hinausgehen wolle. England solle sofort aufhören, an die Vereinigten Staaten von Amerika wegen Hilfe zu appellieren, solange es seine eigenen Hilfskräfte noch nicht erschöpft habe. Es sei an der Zeit, daß England aus dem lächerlichen und demütigenden Zu st and dauernder Angst herauskomme. Englands Lebensmittelversorgung im Kriegsfälle. London, 17. April. (DNB.) Für die lieber» wachung und Sicherstellung der lebenswichtigen Materialien und Produkte für den Kriegsfall hat sich die britische Regierung die Erfahrungen des Weltkrieges zueigen gemacht und ihren neuen Plänen die Organisation zugrundegelegt, wie sie im Jahre 1918 bestand. Alle Vorbereitungen sollen bereits getroffen sein, damit bei einem plötzlichen Kriegsausbruch sofort von der Regierung der Groß- und Kleinhandel von Lebensmitteln sowie auch die für die Ernährung der Bevölkerung wich' tigen Zweige des Handels und der Industrie überwacht werden können. Die notwendigen Formulare und Lebensmittelkarten (etwa 60 Millionen) sollen bereits gedruckt sein. 1400 örtliche Ausschüsse für die Lebensmittelüberwachung seien organisiert. Man habe Pläne ausgearbeitet, um die Lebensmittellieferungen im Falle eines feindlichen Angriffes zu sichern. Vorräte an Getreide, Zucker und Oel seien geschaffen worden, um bei Unterbrechungen der Lebensmittelzufuhr die Lücken ausfiillen zu können. Die Ein- und Ausfuhr von Rohstoffen aller Art wie auch die Herstellung von Rohstoffen werde unter Kontrolle gestellt. Die Preise mürben sofort Übermacht Eine besondere Abteilung sei vorgesehen für die Organisation des Ankaufes von Lebensmitteln von Ueberfee. Nach den Plänen werde die Regierung nicht nur der Käufer fein, sondern auch den Schiffstransport übernehmen. Kurzum, der gesamte britische handel, ili»erhalb und außerhalb des Empire, werde im Kriegsfälle sofort unter Staatskontrolle gestellt werden. Belgiens Nauerkrisis. Die neue Regierung Pierlot von den Sozialisten torpediert. Brüssel, 17. April. (Europapreß.) Die Sozialistische Partei hat mit 310 000 gegen 248 000 Stimmen eine Beteiligung an der soeben gebildeten Regierung Pi er lot ab gelehnt. Damit dürfte über das Schicksal dieser Negierung, bei der fünf Ministersitze von Sozialisten besetzt waren, bereits wieder entschieden sein. Man war in Brüssel der Ansicht, die Sozialisten würden sich in der Mehrheit bereitfinden, an ihrem Teil mitzuhelfen, die seit drei Monaten bestehende Regierungskrise zu beenden. Das Ergebnis des Kongresses hat darum in den politischen Kreisen eine ziemliche Bestürzung hervorgerufen. Ministerpräsident P i e r - l o t betonte, daß er die als Dreiparteien-Kabinett gebildete Regierung in ein aus Liberalen und Katholiken bestehende Zweiparteien-K abi- nett umwandeln werde, das mit 102 Stimmen unter 202 Abgeordneten nur eine knappe Kammermehrheit besitzen würde. Der Finanzminister Gutt werde auf leben Fall auch im neuen Kabinett vertreten sein. Gutt, der als Vertreter des belgischen Kapitalismus anzusehen ist, ist der Verfechter eines umfassenden Sparprogramms, über das die erste Regierung Pierlot vor den Wahlen zu Fall gekommen war. Das hauptsächlichste Augenmerk richtet Gutt auf den baldigen Ausgleich des belgischen Staatshaushalt, dessen Defizit im neuen Jahre bereits 200 Millionen Franken erreicht hat und insgesamt für 1939 im günstigsten Falle auf 8Ö0 Millionen Franken geschätzt wird. Gegen eine Zweiparteien-Regierung hatten sich am Sonntag bereits die Liberalen ausgesprochen, weil ihnen in einem solchen Falle für die flämischen Liberalen der wallonische und für die wallonischen Liberalen der flämische Einfluß zu groß erscheint. Skepsis in Belgien. Brüssel, 16. April. (DNB.) Die belgische Presse berichtet mit einer gewissen Zurückhaltung über den Schritt des amerikanischen Präsidenten. „Ving- tieme Siecke" weist auf die unkonsequente Haltung Roosevelts hin. Roosevelt habe bisher „nur polemische Reden gegen die autoritären Staaten geführt, nun wolle er sie plötzlich für seine Pläne gewinnen". „Nation Belge" schreibt, daß die Botschaft Roosevelts angeblich zwar von „gutem Willen zeuge", aber gleichzeitig von einer großen Naivität. Das Beispiel Wilsons und anderer amerikanischer Präsidenten zeige, daß es Europa selten gut bekomme, wenn sich der Chef der Vereinigten Staaten in die europäischen Angelegenheiten einmische. Keine April-Entlassungen beim holländischen Heer. Amsterdam, 15.April. (DNB.) Durch königlichen Beschluß wurde verfügt, daß die Dienstpflichtigen der holländischen Armee, die im April zur Reserve entlassen werden sollten, vorläufig bei der Truppe bleiben. Diese Verfügung wird mit den politischen Spannungen in Europa begründet. Wie der „Telegraaf" berichtet, handele es sich nur um eine Maßnahme von geringem Umfang, da lediglich von ihr eine Anzahl von Unteroffizieren der Artillerie und motorisierten Truppen betroffen werde. Glänzende Truppenparade vor Franco in Sevilla. Sevilla, 17. April. (DNB.) Am Montag fand bei strahlendem Frühlingswetter und unter riesiger Anteilnahme der Bevölkerung die große Parade ider Südarmee vor General Franco statt, der von einer marokkanischen berittenen Leibgarde eskortiert war. An seiner Seite bemerkte man den Befehlshaber der Südarmee, General Queipo de Llano, zahlreiche Minister und Generale. Die Parade eröffnete General Yague als Befehlshaber des marokkanischen Armeekorps. Es folgten je eine Division der Armeekorps Marokko, Estremadura, Granada, Cordoba und Andalusia, anschließend eine Kavalleriedivision, Pioniere, Tanks, Panzerwaoen, Panzerabwehr, Flakartillerie An der Parade nahmen etwa 70 000 Mann teil. Besonderen Eindruck hinterließen die motorisierten Abteilungen. Probealarm von Schwarzhemden-Bataillonen. R o m , 17. April. (Europapreß.) Z u U e b u n g s > zwecken hat in 4 Städten der Umgebung Roms ein Probealarm der Schwarzhemdenbatail- fone stattgefunden. Die aufgerufenen Schwarzhemden fanden sich innerhalb von sechs Stunden in der italienischen Hauptstadt ein,.wo die Ba- [■ taillone vor dem Generalstabschef der Miliz, General Russo, vorbeimarschierten. Wie die italienischen Blätter melden, sind sieben Bataillone Schwarzhem- den nach Albanien eingeschifft worden. Oie kroatische Frage. A g r a m , 17. April. (Europapreß.) Die Verhand- ' iungen zwischen dem jugoslawischen Mmisterprasi- oenten Zwetkowitsch und dem Leiter der kroatischen Bauernpartei, Dr. Matsch e k hab -men vorläufigen Abschluß gefunden. Es wurde -ine amtliche Mitteilung ausgegeben. wonach sowohl Zwetkowitsch als auch Matschet t h r• e! B ot - Schläge zur konkreten Losung der kroatischen Sra« ausgetauscht haben und diese nun pru- len wollen. Noch im Laufe dieser Woche wollen leide Staatsmänner wieder ^usammenlom. inen, um ihre Besprechungen formen Man I sofft, daß die Verhandlungen dann rasch zu einer ! Lösung der kroatischen Frage fuhren werden. Kleine politische Nachrichten. Generalfeldmarschall G Öring hat am Man log im Sonderzug die Ruck reis e n ) ^getreten. Zur Verabschiedung des Generalfelo ui ar falls und feiner Gemahlin waren auf dem Zahnsteig erschienen Außenminister Graf Cian iinb der Minister für Volksbildung, Al fier . Der Führer hat dem Generalmajor a. D. ff» Brigadeführer von Massow zu seinem 70. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm ge» andt: ,Zu Ihrem heutigen 70. Geburtstag spreche ich Ihnen in dankbarer Würdigung Ihrer in Krieg und Frieden dem deutschen Volke geleisteten Dienste meine herzlichsten Glückwünsche aus. * Zum Nachfolger des langjährigen Präsidenten des Aeroklubs von Deutschland, Wolfgang von Gronau, ernannte der Reichs- minister für Luftfahrt den General der Flieger z. V. Zander. Oberstleutnant von Gronau tritt in den nächsten Tagen seinen Posten als Luftattache bei der deutschen Botschaft in Tokio an. * Der politische Außenminister Beck begab sich am Montag zur Begrüßung des rumänischen Außenministers G a f e n c u , der, um nach Berlin zu gelangen, über Polen reift, nach Krakau. Beck hatte mit dem rumänischen Außenminister, den er bis Kattowitz begleitete, eine einstündige Besprechung. * Der Oberbefehlshaber der estnischen Armee, General Laidoner, ist auf Einladung des Mar- challs Rydz-Smigly zu einem Besuch in Warschau eingetroffen. Am Bahnhof wurde General Laidoner von Marschall Rydz-Smigly und verschiedenen Militärattaches begrüßt. Zum 6. Jahrestage der Gründung des Reichsluft- chutzbundes findet am 28. und 29. April in Berlin die 1. Großdeutsche Führertagung des R L B. statt. Damit verbunden ist die Einweihung der neuen Reichsluftfchutzschule in Berlin- Wannsee. * Die französische Regierung hat der rumänischen Regierung mitgeteilt, daß sie die Bukarester Gesandtschaft in den Rang einer Botschaft erhoben habe. Gleichzeitig hat die französische Re- sierung um das Agrement für den bisherigen Gesandten Thierry als dem neuen Botschafter nach- gefucht. Neuer Vimpsenjahrgang in den Schulen Adolf Hillers. C r ö f f t n f c e, 17. April. (DNB.) In der Ordensburg Cröffinfee fand die Einweisungsfeier zu dem neuen Jahrgang der Adolf-Hitler-Schüler tatt, die als dritter Jahrgang der Schulen am Geburtstage des Führers in Dienst treten. Es sind 3 7 0 Pimpfe aus allen Gauen des Reiches und aus allen Volksschichten. Unter ihnen 30 Pimpfe aus der Ostmark, 10 aus dem Sudetengau und 2 aus dem Memelland. Baldur von Schirach erinnerte die Pimpfe an die Zeit, wo er so alt war wie sie und der große Krieg sich vollzog, wie er dann als Junge den Führer kennen gelernt habe und zur Bewegung gestoßen fei. Damit für alle Zeit eine politische Führungsschicht dem deutschen Volk gegeben wird, die das Werk fortsetzt und das Erbe bewahrt, hat der Führer diese Schulen gegründet und ihnen seinen Namen gegeben. Das heißt nicht, daß ihr die fünftigen Minister werden müßt, aber das heißt, daß i h r f i e werden könnt, durch eine harte Zucht und durch vorbildliche Pflichterfüllung. Es muß die Fahne, der ihr folgt, ein Bekenntnis eures Herzens und ein Ausdruck eures Willens sein. Dadurch werdet ihr des Namens wert fein, den ihr tragt. Darauf sprach Dr. Ley: Die Jungen, die hier vor uns sitzen, sind Söhne aus allen Schichten des deutschen Volkes — einzig und allein ausgesucht nach den Gesetzen unserer Rasse. Das Bewußtsein, daß unsere Kinder den Weg in unserem Volk offen haben, erfüllt uns mit Stolz und Glück. „Ihr Jungens, die ihr aus strengster Auslese hervorgegangen seid, seid vielleicht nicht immer die besten Schüler, aber bestimmt die härtesten. Nur die fanatischsten und zähesten können sich auf unseren Ordensburgen halten. Kein Nachwuchsmangel für den Rechtswahrerberuf. Nach dem Bericht des Präsidenten des Reichs- justizprufungsamtes haben im Jahre 1938 im Alt- reich 2881 Referendare d i e große Staatsprüfung abgelegt. 85,25 v. H. haben die Prüfung bestanden, in einem Falle mit „ausgezeichnet"/in 56 Fällen mit „lobenswert", in 409 Fällen mit „gut", in 858 Fällen mit „befriedigend" und in 1132 Fällen mit „ausreichend". Die Zahl der geprüften Referendare hat sich erstmalig merklich, nämlich um 8,66 v. H., vermindert. Ein stärkeres Absinken wird für 1940 erwartet, da sich dann der feit 1929 eingetretene erhebliche Rückgang der Studierenden der Rechtswissenschaft fiihlbar machen wird. Indessen steht aus den zurückliegenden Jahren ein Ueberschuß an Assessoren zur Verfügung. Auch im laufenden Jahr deckt die Zahl von rund 2400 Assessoren den Bedarf. Außerdem stieg der Zugang zum juristischen Studium von 757 im Jahre 1936 auf 1335 im Jahre 1938. Wetterbericht Im Rücken eines ostwärts abziehenden Tiefdruckwirbels ist in großer Ausdehnung kältere Meeresluft auf das Festland oorgedrungen. In ihrem Bereich ist bei uns weitere Abkühlung eingetreten, auch setzt sich die Schauertätigkeit zur Zeit noch fort. Bei einem Zwischenhoch kann zunächst mit Wetterberuhl- aunq, aber auch mit starker nächtlicher Abkühlung gerechnet werden. Beständiges Wetter für längere Zeit ist jedoch noch nicht zu erwarten. DorherfagefürMittwoch: Zunächst zeitweise heiter und meist trocken, nachts sehr snjch, in höheren Lagen sogar Frostgefahr. Tagsüber nur geringe Wärmezunahme, späterhin wieder Bewölkungszunahme, abflauende nördliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Voraussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit bei leichter Wärmezunahme. ______ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Bech Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. HI 39. 10 200 Druck und Verlag: Brühlsche Universitats- vruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis JOT 2 05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, nutzer Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit.ist Preis, liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Drittens: Große billige Tabakblätter sind sehr dünn. Kleine wertvolle Blätter sind immer etwas dicker. Woreinfeines Gefühl in den Fingerspitzen hat, kann an der Dicke des Tabakfadens erkennen, welchen Qualitätsgrad das verarbeitete Tabakmatenal besitzt. RC,q- her9Q Ch A ""ttif-äS».. ff » • LTätl Tuben zu 50 und 80 Rpf Erhaitl.i Fachgeschäften | Verschiedenes! In der Straßenbahn (gr. Linie) bis Wieseck gelbes Damen- Portemonnaie liegengeblieben. Geg. Belohnung abzugeben. 2832D Caf6 Bettler. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.l in Gemeinschaft mit Dr. Oetker um 20 Uhr im Cafe Leib, Walltorstraße — Es spricht bei den praktischen Vorführungen FräoL Steinmetz-Bielefeld über: Schönes und Nahrhaftes aus dem Gasbackofen nach Oetker-Rezepten Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst- geliebte treue Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Kätchen Reuter von ihrem schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Heinrich Becker, Polizeihauptwachtmeister und Frau Emma, geb. Reuter, und Kinder Susanne Reuter. Gießen (Schulstraße 3), 16. April 1939. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. 2840 D Lastwagenfahrer seit Sevtemb. an Westgrenze gef., sucht^telle. 2835v Schmidt Dernbach Kr. Biedenkopf. Ordentlich.,saub. Halbtags- oder Tagesmädchen nicht u. 18 Jahr., ab 1. Mai für 4-Zimm. - Haushalt gesucht. 01955 Schiff enberger __Weg 16 1_ Erfahrenes, ehrliches MM mit guten Zeugnissen zum 1.Mai gesucht. 01959 Fran Hahn Samenhandlung Braves Bausmädcheu und ein ZiHNnädcbeD für sofort gesucht Kurhaus Sanatorium Dr. Walzer Bad-Nauheim Rittershaus- straße 5. loios? Saubere Putzfrau l-2mal wöchentlich gesucht. oi968 Bismarckstr.201 b'9 r Aen.^eS „ye ander«- 109 e^'^sor'c'e Fleißiges, saub. Miel» für Bäckerei- Haushalt sofort gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [2838p 80dl-2“6 fdiflletinaen auch für Diätküche zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Freie Station wird gewährt. Meldung, an Verwaltung der Klinischen Universitätsanstalten Franks. 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März 1939 Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium, so hat auch Reichsminister Funk am 30. März das Wort „abtasten" gebraucht. Die Reichsregierung behält sich vor, Aenderungen am neuen Finanzplan und damit am neuen binnenwirtschaftlichen Kurs vorzunehmen, wenn es durch die Umstände geboten sein sollte. Mehr Erfahrungen liegen auf außenwirtschaftlichem Gebiet vor, über das Reichsminister Funk zu Beginn seiner Rede vom 30. März gesprochen hat. Seit Jahren zieht Deutschland die Folgerung aus der Erkenntnis, daß den im Aufbau begriffenen Ländern „das Spiel mit silbernen Kugeln" und die „politischen Anleihen" nicht frommen. Man sagt uns, wir hätten aus der Not eine Tugend gemacht. Das bedeutet keine Disqualifizierung unserer Politik. Es mag fein, daß wir nicht oder noch nicht auf den Gedanken gekommen wären, uns von den internationalen Finanzintrigen zu befreien, wenn wir im Kreditverkehr der Völker geblieben wären. Gewiß haben wir den Naturalaustausch wieder ausgenommen, weil uns die Devisen zum freihändigen Kauf der erforderlichen Rohstoffe und Lebensmittel auf dem Weltmarkt fehlten. Aber wie so oft ist der Zwang ein weiser Lehrmeister gewesen! Es ist nicht das Wesentliche, daß zwei Länder ohne Zwischenrechnung in Devisen und Valuten Handel treiben, sondern daß sie sich a l s Glieder einer Großraumwirtschaft fühlen und danach handeln. Das hat Reichsminister Funk in seiner Rede vom 30. März klar erkennen lassen. Die kapitalstarken Westländer, die an der freien Marktpolitik festhalten und uns unser System zum Vorwurf machen, haben versucht, die Verwirklichung unseres neuen außenwirtschaftlichen Systems dadurch zu stören, daß sie unseren Partnern im südöstlichen Europa einflüsterten, uns seien die Wirtschaftsabmachungen nur das Sprungbrett zum Angriff auf die staatliche Selbständigkeit der mittleren und kleineren Länder Europas. Rumänien hat sich dadurch nicht beirren lassen und jenen Vertrag mit uns abgeschlossen, der eine nahe wirtschaftliche Zusammenarbeit auf viele Jahre verbürgt. Reichsminister Funk hat Zweifel geäußert, ob es den Westländern, insbesondere England, mit der Verdammung unserer Methode ganz ernst ist, ober ob es sich nicht vielleicht um eine Rückzugskanonade handelt. Wir haben in den letzten Wochen recht scharfe Auseinandersetzungen mit England gehabt. Der Führer ist in seiner großen Rede auf dem Rathausplatz zu Wilhelmshaven. den britischen Staatsmännern und der Presse des Jnselreichs nichts schuldig geblieben. Aber die Erfahrung lehrt, daß gerade England sich erfolgreiche Methoden anderer schnell anzueignen versteht. In den nächsten Jahren wird der Beweis erbracht werden, daß der neue Weg Deutschlands in der Außenwirtschaftspolitik tatsächlich der große Fortschritt ist. als den ihn das deutsche Volk erkannt hat. Das kommt vom Jndianerspielen. Operationen am Herzen. — Eine Stichwunde am Lebensquell wird genäht. Fortschritte in der Ehirurgie. Der weitere Ausbau der Ost-West-Achse wird sich unmittelbar anschließen. Nachdem der große Erweiterungsbau der Reichskanzlei vollendet ist und der Neubau des Hauses des Deutschen Fremdenverkehrs bereits im Rohbau emporwächst, die U-Bahn- und S• Bahnbauten Fortschritte machen und weitere Neubauten wie die Industrie- und Handelskammer begonnen sind, wird sich nunmehr im Zuge der Ost-West-Achse die Neugestaltung des Adolf-Hitler-Platzes, des H i n ö e n • burgplatzes und des Brandenburger Tores anschließen. Dem Ost-West-Derkehr, dem in der Straße Unter den Linden und der Charlottenburger Chaussee in jeder Richtung nunmehr rund 14 Meter zur Verfügung stehen, wird durch ein Auseinanderrücken der später a n gebauten Wachhäuser der notwendige Durchlaß geschaffen werden. Mit dieser Maßnahme wird eine würdige Umgestaltung der beiden Eckbauten des Pariser Platzes Hand in Hand gehen. 4m aller Welt. 60 Jahre Soldat. Am 12. April vor 60 Jahren wurde als Zögling der Hauptkadettenanstalt in die Armee eingestellt u. a. auch Generalleutnant a. D. Ernst v. Reuter in Schadges (Kreis Lauterbach). Er ist bekannt geworden durch die berühmte Zabern-Affäre. Er war damals Kommandeur des Infanterie-Regiments 99 in jenem kleinen elsässischen Städtchen und Auch am Tage die Haut gut pflegen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie. Der Stich ins Herz galt in den Zeitaltern des Nahkampf-Krieges mit als das sicherste Mittel, sich seines Gegners zu entledigen. Zur Zeit der Krieger und Landsknechte mag das noch richtig gewesen sein, heute kann der geschickte Chirurg auch bei solchen, früher absolut tödlichen Wunden, noch helfen, wie der Fall eines kleinen Jungen zeigte, über den Fischer (Berlin) auf der Tagung der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft berichtete. Die Sache liegt schon dreieinhalb Jahre zurück und der inzwischen völlig geheilte kleine Patient konnte sich als gut gewachsener, kräftig entwickelter junger Bursche der Versammlung der Chirurgen vorstellen. Zugetragen hatte sich das Unglück beim Jndianerspielen. Um den Krieg zwischen den Trappern und den Apachen recht realistisch zu gestalten, hatten sich die Jungens mit Messern versehen. Im Kampfget'ünmel hoben die feindlichen Parteien die heftig geschwungenen Waffen gegeneinander und ehe man sich's versah, hatte einer der Trapper mit spitzem Messer den Indianerhäuptling in die Brust getroffen. Der Knabe sank zu Boden, ein Blutstrahl schoß aus der Wunde, Kameraden riefen öen entsetzten Vater zu Hilfe. Dieser handelte rasch, brachte den Jungen in eine Chirurgische Klinik und gab dem Operateur volle Handlungsfreiheit, so daß dieser schon 20 Minuten nach dem Unglück eingreifen konnte. Zwei Nähte am Herzen. Auf dem Operationstisch wurde nun das Herz freigelegt, nach Oeffnung des Herzbeutels konnte man sehen, daß der Stich bis ins Herz gegangen war. Nun legte der Operateur rasch zwei Nähte und schloß damit die Herzwunde. Dann räumte er bas starke Blutgerinnsel weg unb hatte die Freube, noch während des Eingriffs zu sehen, wie der Blutkreislauf wieder in Gang kam und das Herz feine rhythmische Tätigkeit immer kräftiger wieder aufnahm. Die Wunde heilte sehr rasch. Schon nach 19 Tagen konnte der Junge entlassen werden, und heute ist er wieder völlig gesund, arbeitet und turnt, als ob es nie beim Jndianerspielen eine so lebens« gefährliche Wunde gegeben hätte. Nur bei einer sorgfältigen Prüfung des Elektrokardiogramms, der Herzstromkurve, die bekanntlich alle Unregelmäßigkeiten des Herzens enthüllt, kann man gewisse kleine Abweichungen feststellen. Drei Schrotkörner durch das Herz. Auch von anderen Herzverletzungen und ihrer chirurgischen Beseitigung wurde berichtet. So hat eine Klinik in den letzten Jahren nicht weniger als 23 solcher Herzoperationen ausgeführt, von denen 16 gut geheilt sind. Es waren alte unb junge Menschen, ja, sogar eine 74jährige Frau darunter. Einer der Vortragenden berichtete von einem 17- jährigen jungen Mann, der eine volle Schrotladung in die Brust bekommen hatte. Bei Freilegung des Herzens zeigte sich, daß dieses drei Löcher hatte. Alle drei sind gut geheilt, das Herz hieU durch, und der. junge Mann ist heute so gesund wie andere auch. Da bei solchen Herzoperationen natürlich alles auf schnelle Arbeit ankommt, wurde die Schaffung einer besonderen Organisation vorgeschlagen, die dafür sorgen solle, daß solche Herzverletzten möglichst rasch geübte Hilfe eines Spezialisten finden. Die Diskussion ließ aber erkennen, daß die Technik der Herzoperationen heute schon so weit entwickelt und bekannt ist, daß jeder gute Chirurg bei schnellem, überlegtem Eingriff helfen kann. Uebermmpelte Bakterienabwehr. Bekanntlich hilft sich der Körper gegen ein gedrungene Krankheitserreger durch besondere Abwehrtruppen, biex aus dem Knochenmark stammen. Es gibt nämlich eine besondere Art von Zellen, die keine andere Aufgabe haben, als die in das Blut gelangten Bakterien aufzufresfen. Diese besondere Aufgabe des Knochenmarks, bas im übrigen zu ben blutbilbenben Organen gehört, kann ihm aber zum Verhängnis werben, sobald durch einen äußeren Schaden — oder durch anhaltende lleberanftrengung — dieses wichtige Gewebe geschwächt wird. Dann kann es eintreten, daß die Angreifer die Verteidiger überwältigen, und es entsteht die gefürchtete K n o ch c n m a r k c n t z ü n - düng, eine der schwersten und hartnäckigsten Krankheiten, über deren Urfadje und Behandlungsmöglichkeiten Prof. Löwen (Königsberg) sprach. Lebertran wird in den Knochen gefüllt. Oft ist das einzige Hilfsmittel gegen das Wüten der Eitererreger im Knochenmark eine Ausräumung der befallenen Knochen auf chirurgischem Wege. Man kann sich dabei — vor allem bei Jugendlichen — meist darauf verlassen, daß der Knochen sich nach der Operation selbst wieder ergänzt. Knochen junger Menschen zeigen eine außerordentliche Wachstumstendenz und füllen die Operationslücken meist rasch wieder aus. Ist nun aber durch Entfernung des kranken Gewebes im Knochen eine Höhlung entstanden, so muß diese schwere Wunde natürlich auch verwahrt werden. Prof. Löhr (Magdeburg) verwendet zu diesem Zweck ein eigenartiges Verfahren. Er füllt nämlich die Höhlung mit Lebertran, der offenbar auf den Knochen eine wohltätige, das Zell wachs tum anregende Wirkung ausübt. Andere Chirurgen benutzen zu ähnlichem Zweck aus Muskelteile, ober Fettgewebe. Die operative Behandlung der Knvchenmarkentzünbung hat teilweise sehr gute Erfolge. Prof. GJairmont (Zürich) konnte in Lichtbildern junge Burschen zeigen, die solche schweren Knochenoperationen hinter sich hatten unb mit den inzwischen gefunbeten Glied- maßen mieber eifrig Fußball spielten. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Die Neugestaltung Berlins. Seneralbauinspektor Speer über den Ausbau der Ost-West-Achse. Berlin, 17. April. (DNB.) Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Professor Albert Speer, veröffentlicht unter bem Titel „Die Ost- West-Achse" im „V. B." einen Aussatz über die Baugeschichte dieses monumentalen Straßenzuges und gibt gleichzeitig einen Einblick in seine Pläne für eine würdige Ausgestaltung einiger bedeutsamer Plätze ber Reichshauptstabt. Er schreibt: Die erste Etappe der Neugestaltung Berlins hat mit dem Ausbau des heute fertiggestellten Teilstückes der Ost-West-Achse unmittelbar an die Berliner Tradition angeknüpft, ist doch der Straßen- zuq der von Westen her über die Charlottenburger Chaussee und die Straße Unter den Linden zum Lustgarten führt, von jeher die festliche Ein- ,u as straße schon der Hauptstadt Preußens gewesen Wenn auch durch die Schaffung des großen geplanten neuen Achsenkreuzes eine Ber- [ a a e r u n g der Bedeutung von der Ost-West- Achse auf die N o r d - S ü d - A ch s e erfolgen wird, so galt es doch zunächst, den in großen Teilen schon vorhandenen ost-westlichen Straßenzug würdig um zu gestalten, da er noch auf Jahre hinaus der Schauplatz festlicher Ereignisse fein wird und auch später im Bilde ber neugeformten Reichshauptstabt mit an der Spitze steht. . Da die Ost-West-Straße spater sowohl iw Westen als auch im Osten an den R c i ch s a u t o b a h n. ring angebunden sein wird, wurde ihre Breite unb Profilgestaltung dem hieraus zu erwartenden späteren Verkehr angepaßt. Schon jetzt wurde derjenige Teil der großen Autotunnelanlage an der Kreuzung mit der späteren Nord-Süd- Straße eingebaut, der unter der Charlottenburger Chaussee liegt, so daß ein späteres Aufreißen der Straße nicht mehr nötig fein wird. Durch die einheitliche Profilgestaltung und Begradigung der früheren starken Erhöhung an der Charlottenburger Brücke bildet bas 7,4 Kilometer lange Straßenstück vom Abolf-Hitler-Platz bis zum Hinbenburgplatz eine einheitliche Straße. Dieser Eindruck wirb vor allem noch bestärkt durch die neue großzügige Straßenbeleuchtung, deren 703 Maste eine Lichtfülle entwickeln, die Die bisherige Beleuchtung der Straße Unter den Linden um das Sechsfache übertrifft. Der Große Stern ist zu einem würdigen Gedenkplatz des Zweiten Reiches erweitert und umgestaltet worden. In seinem Mittelpunkt hat die Siegessäule ihren neuen und endgültigen Standort gefunden, da sie auf dem Königsplatz vor dem geplanten Neubau der Volkshalle völlig wirkungslos geworden wäre. Zwischen Bahnhof Tiergarten und Charlottenburger Brücke ist der Neubau des Hauses des Deutschen Gemeindetages im Rohbau nahezu fertiggestellt. wurde, nachdem ihn das Kriegsgericht freigesprochen hatte, als Kommandeur des Grenadier-Regiments 12 nach Frankfurt a. O. versetzt. An dessen Spitze rückte er 1914 ins Feld. Im weiteren Verlauf des Krieges war er Kommandeur der 34. Infanterie- und Der 88.Reserve-Jnfanterie-Brigade sowie der 17. Reserve- und der 84. und 93. Infanterie-Division. Bismarcks „Ccibgenbarm“ 95 Jahre all. Der Gendarmerie - Wachtmeister a. D. August Wilhelm feiert dieser Tage in Kolberg seinen 9 5. Geburtstag. Er ist der „Leibgendarm" des Fürsten Bismarck gewesen. Noch jetzt ist er geistig frisch unb körperlich rüstig. Während seiner Dienstzeit war er in Friebrichsruh stationiert, und er dürfte der letzte Ueberlebende aus der näheren Umgebung des Altreichskanzlers sein. Aus jener Zeit, da er den Eisernen Kanzler täglich sah, weiß er interessant zu plaudern. Noch heute ist er besonders stolz darauf, daß Bismarck die bei besonderen Anlässen nach Friedrichsruh entsandten Berliner Kriminalbeamten stets wieder heimschickte, weil er vollauf seinem „Leibgendarm" vertraute. Deutsches Apolhekenmuseum in Frankfurt. Da die notwendige räumliche Erweiterung des Deutschen A p o t h e k e n m u s e u m s in München nicht möglich ist, wird bieses Museum jetzt nach Frankfurt a. M. verlegt. Die Stadt hat das nötige Gebäude zur Verfügung gestellt unb ben Umbau übernommen. Dem Museum wird ein Institut für Arzneimittelgeschichte ungegliedert. Hierfür wird eine Professur nn der Frankfurter Universität geschaffen, deren Besetzung erstmalig vom Reichs- apothekenführer vorgeschlagen wird. Das neue Museum wird im Herbst eröffnet werden. In Zukunft wird bann alle drei Jahre der Deutsche Apothekertag mit einer großen Apothekermesse in Frankfurt am Main abgehalten. Rundfunkteilnehmer in Großdeutschland. Am 1. April 1939 waren im Großdeutschen Reichsgebiet insgesamt 12415121 Rundfunkgenehmigungen erteilt, bas sind 158 317 (oder 1,3 v. H.) mehr als im Vormonat. Die Gesamtzahl verteilt sich auf bas Altreich einschließlich Sudeten- gau mit 11 653 644 und das Land Oesterreich mit 761 477 Empfangsanlagen. Don ber Rundfunk- gebühr befreit waren am 1.4.39 im Altreich und Sudetengau 761041, im Lande Oesterreich 29 644 Rundfunkteilnehmer. Schwere Sturmschäden in USA. Der Wirbelsturm, der — wie bereits gemeldet — schon in Oklahoma schweren Schaden angerichtet hätte, fegte am Sonntag auch über die Staaten Texas, Louisiana und Arkansas hinweg, zerstörte mehrere Dörfer und richtete überall furchtbare Verwüstungen an. In Haynesville riß der Tornado mitten im Geschäftsviertel eine breite Gasse, alle Häuser bem Erdboden gleichmachend. Bisher würben 4 7 Tote unb 218 Verletzte gezählt. Der Sachschaben geht in bie Millionen. In Collin (Arkansas) brachte die Winbhose eine Kirche zum Einsturz, in ber 200 Menschen zur Andacht versammelt waren. Das Kirchen- bad) wurde weggerissen, Turm unb Mauerwerk stürzten auf die Kirchgänger. Bisher sind die Leichen des Pfarrers und von 30 Gemeindemitgliedern geborgen worden. Der Gesamtschaben, ben bas Unwetter angerichtet hat, ist noch nicht zu übersehen. Schweres Eisenbahnunglück in Vritisch-Jndien. In D ft Bengalen, 66 Meilen von Kalkutta, ereignete sich bei der Station Nadia ein Zugzusam- menstoß, bei dem 26 Personen getötet unb 26 verletzt würben. Fünf Kinder vom Blitz erschlagen. In ber Nähe des mexikanischen Ortes S a l t i l I o würben fünf Kinder einer Familie durch einen Blitz getötet. Die unglücklichen Eltern, die sich ganz in der Nähe ber Unglücksstelle befanden, mußten zusehen, wie ihre Kinder verbrannten. 5 Personen durch Gase im Brunnenschacht erstickt. In Gambola in dem Apennin fielen fünf Personen einem eigenartigen Unglück zum Opfer. Ein 38jähriger Mann, ber in einen tiefen Brunnen hinabgestiegen war, um bort Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen, würbe durch Gase getötet. Vier weitere Personen, die nacheinander in den Brunnen fliegen, um ihren Vorgängern $ilfc zu bringen, erlitten das gleiche Schick- sal. Unter außerordentlichen Schwierigkeiten gelang es einer Gruppe beherzter Männer, die sich die Gesichter mit Tüchern verhüllt hatten, die fünf Verunglückten zu bergen. Aus der engeren Heimat. Jubiläumsfeier der Firma Georg Dietrich Bücking in Alsfeld. △ Alsfeld, 15. April. Am gestrigen Freitag konnte Herr Georg Dietrich Bücking, Seniorchef der Firma Mechanische Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking, seinen 8 0. Geburtstag feiern. Dem Jubilar, der Ehrenbürger der Stadt Alsfeld ist, ging eine große Anzahl Glückwünsche aus allen Teilen des Reiches zu, ixk von der großen Bedeutung der Firma für die Textilbranche Zeugnis ablegen. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld und die Sängeroereinigung „Liederkranz-Harmonie", denen Herr Bücking seit langen Jahren angehört, brachten dem Jubilar einen Fackelzug und ein Ständchen. Bei der Feier für die Gefolgschaft, die im großen Saal des „Deutschen Hauses" stattfand, gab Prokurist Reul in seiner Ansprache einen Ueberblick über die Entwicklung der Firma Georg Dietrich Bücking. Die Firma hat im Jahre 1907 in ganz kleinen Anfängen mit sechs Maschinen ihren Betrieb begonnen. Heute beschäftigt der Betrieb, der zu den führenden Kleiderfabriken in Deutschland gehört, etwa 700 Angestellte und Arbeiter und besitzt Zweigwerke in Grebenau, Schlitz und in der benachbarten preußischen Stadt Neukirchen. Der Georg-Dietrich-Bücking-Stiftung wurde anläßlich des Jubiläums von den Inhabern ein namhafter Betrag überwiesen, so daß sich der Gesamtbetrag der Stiftung aus etwa 60 000 Mark beläuft. Die Stiftung dient der Attersversorgung der Angestellten und Arbeiter des Werkes. Die Feier, die von musikalischen und gesanglichen Vorträgen und humorvollen Darbietungen umrahmt war und an der der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Alsfeld sowie Bürgermeister Dr. V ö l s i n g und Bürgermeister Ritter von Neukirchen als Gäste teil- ncthmen, zeigte ein schönes Bild guter Kameradschaft. Ehrung für ein Eisernes Hochzeitspaar LPD. Büdingen, 15.April. Reiche Ehrungen sind dem 6 5 Jahre verheirateten Paare Gemeinderechner i. R. Ludwig Friedrich Nagel und Frau Elise, geb. Geist, im nahen Büches zu ihrem am 12.April begangenen Tag der eisernen Hochzeit zugegangen. In erster Linie waren es der Glückwunsch und eine namhafte Geldspende seitens unseres Führers, die das alte Paar erfreuten. Die Kreisleitung Büdingen der NSDAP, gratulierte mit einem Glückwunschschreiben des Kreisleiters Görner und einem Geldgeschenk. Ebenso lagen herzliche Glück- und Segenswünsche vor vom Reichskriegerführer General Reinhard, der dem alten Mitkämpfer von 1870/71 ebenfalls eine Ehrengabe hatte überweisen lassen. Zahllos waren die Aufmerksamkeiten, deren sich das im Alter von 90 und 86 Jahren stehende Jubelpaar aus der Dorfgemeinschaft erfreute. Werkzeug-Diebstähle an der ^ieicksautobahn. * Reiskirchen, 18. April. In der Nacht zum Sonntag wurden auf der R e i ch s a u t o b a h n zwischen Alsfeld und Gießen (Steinbach) mehrere Werkzeugwagen einer gegenwärtig an der Strecke arbeitenden Kölner Firma erbrochen. An vier verschiedenen Stellen wurden die Wagen von den Dieben heimgesucht und dabei Werkzeuge, Zelte, Zeltdecken, Lötlampen, Kanister nsw. gestohlen. Der Wert der gestohlenen Dinge beläuft sich auf etwa 1 0 0 0 Mark. Die Gendarmerie-Station Reiskirchen ist mit den Nachforschungen beschäftigt. Landkreis Gießen. 3) Lich, 17. April. Nachdem im Laufe des Winters in der hiesigen Brauerei Jhring-Mel- ch i o r eine Betriebssportgemeinschaft gegründet wurde, stellte nunmehr die Betriebsführung die sog. „Osterwiese" am 'Schloßgarten, in unmittelbarer Nähe der Brauerei, den Sportlern als U e b u n g s st ä t t e zur Verfügung. Bei einer kleinen Feier am Samstag übergab der stellv. Be- triebsführer, Diplom - Brauereiingenieur M a i d - Hof, dem Betriebsobmann T r e ch s l e r den Platz in die Obhut der Betriebsgemeinschaft und wies in einer kurzen Ansprache auf den Sinn und Zweck der sportlichen Betätigung innerhalb des Betriebes hin. Betriebsobmann Trechsler dankte der Betriebsführung für die Bereitstellung des Geländes sowie allen Kameraden, die in den letzten Wochen den Platz herrichteten, ferner gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich im Laufe des Sommers auch die älteren Gefolgschaftsmitglieder sportlich betätigen mögen. Unter Leitung von Sportwart Gilbert fanb anschließend ein erstes Training statt. — Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde Lehrer Schön, der einige Monate an der Volksschule Friedberg Dienst versah, wieder an die hiesige Schule versetzt. An Stelle von Lehrer Moffert übernahm er die neuen Schulrekruten. )—(R uppertsburg, 16. April. Unter Leitung des Kameradschaftsführers W. Seipp II. fand gestern abend bei Gastwirt Schlörb die 63. ordentliche Hauptversammlung unserer Kriegerkameradschaft statt. Zunächst gedachte man des im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden W. M e u e r. Aus dem Rech e n fcha ftsbericht, den der Schriftwart Ehr. H ö gy II. verlas, ging hervor, daß die Kameradschaft bemüht war, ihre Aufgaben, die ihr als NS.-Gemeinschaft gestellt sind, voll und ganz zu erfüllen. Neueintritte sind erfolgt, so daß die Zahl der Mitglieder jetzt 53 beträgt. Der Kassenwart W. Lehr II., der schon 28 Jahre mit größter Gewissenhaftigkeit sein Amt versieht, zeigte durch seine Rechnungsablage, daß auch das Kassenwesen in bester Ordnung ist. Schießwart Hch. B e ck e r erstattete einen eingehenden Bericht über das Schi eß - wesen und ermahnte zu besserer Beteiligung. Zum Schlüsse wurde noch beschlossen, im Sommer wieder einen eintägigen Ausflug zu machen. Vorgesehen ist eine Fahrt nach Kassel und Wilhelmshöhe. Kreis Büdingen. h. Schotten, 17. April. Obersteuerinspektor O. Hertel, eine geborener Laubacher, Inhaber des goldenen Parteiabzeichens, wurde als Steueramtmann nach Mainz versetzt. Ihm zu Ehren fand gestern eine Sitzung des Gemeinderats, dem er schon über 6 Jahre angehörte, statt, in der der Bürgermeister ihm herzliche Dankes- und Abschiedsworte widmete und als Aufmerksamkeit ein Bild der Stadt gab. Pg. Hertel dankte für die Ehrung in herzlichen Worten. —» Die Leitung des neuen Stra - ßenb auamtes wurde Assessor Enders (Gießen) übertragen. Das Amt hat feine Tätigkeit bereits ausgenommen. Auch die hier neu eingerichteten Aemter, das Feldbereinigungsamt und das Kulturbauamt, haben mit den Arbeiten begonnen. In nächster Woche finden hier und in den umliegenden Orten unter Leitung des Feldbereinigungsamtes Versammlungen statt, in denen die Wahl der Vorstände der Teilnehmergesellschaften vorgenommen wird und Besprechungen über das in Angriff zu nehmende Feldbereinigungsverfahren ftattfinben. — Die Stadt hat die freien Plätze um Kirche und Rachaus mit Kleinpflaster versehen lassen. Die Arbeiten sind beendet und haben eine wesentliche Verschönerung gebracht. Auch das Rathausgebäude wird eine Auffrischung erhalten. Ebenso werden der alte Friedhof, der alte Turnplatz vor dem Postamt neu hergerichtet und eine Reihe weiterer Stadtver- schönerungen vorgenommen. — Die hiesige Zigar- renfabrik A. Weber ging durch Kauf in das Eigentum der Zigarrenfabrik I. B. Noll (Gießen) über, die hier einen Zweigbetrieb unterhält. — An Stelle des nach Alsfeld versetzten hiesigen Medizinalrates Dr. Jockel wurde Dr. E i ch e l s - b ad) er vom Gesundheitsamt Darmstadt hierher versetzt und mit der Leitung des hiesigen Gesundheitsamtes beauftragt. Kreis Alsfeld. -ß Mücke, 17. April. Die Orts fach sch oft Imker für Mücke und Umgebung hielt in der Gastwirtschaft Baist ihre Jahresversammlung ab. (Sin Herz für Hunde. Eine Geschichte von Peter Matiheus. Seit zwei Wochen mahnten Herr und Frau Alling im Kurhotel des Badeortes. Sie hatten eines der besten Zimmer mit einem anstoßenden kleinen Salon als Tagesraum. Er war ein gut aussehender Fünfziger, sehr gepflegt und sehr — wie man bemerken konnte — seiner Gattin zugetan. Sie war eine hübsche Frau, die durch ihre sanfte Freundlichkeit jeden Gast und jeden Angestellten des Hotels bis zum Direktor hinauf für sich einnahm. Man sah die beiden stets zusammen. Außer ihnen waren nur noch wenige Gäste da. Die Saison war schon weit vorgeschritten. An einem Spätnachmittag — es dunkelte bereits, und " ein seiner Regen fiel — kehrten die Allings von einem Spaziergang zurück. Sie näherten sich dem Hotel von der Seite her, wo die Wirtschaftsräume lagen. Und da erblickten sie den Hund. Es war eine Art Schäferhund mit buschigem Schwanz und grauem zottigen Fell, das durch die Nässe etwas ruppig aussah. Er lungerte am Küchen eingang umher, stieß ab und zu die Nase in die Luft und bellte kurz und jaulend. Als er die Allings kommen hörte, wandte er sich um und starrte ihnen entgegen. Jeder Mensch hat seine Schwäche. Frau Allings Schwache waren Hunde. Sie liebte Tiere im allgemeinen; aber Hunde liebte sie besonders. Der Gedanke, ein Hund könnte sich verlaufen haben und obdachlos und ohne Nahrung durch die Straßen irren, versuchte ihr Qualen.' Herr Alling wußte das. Er war darum auch nicht erstaunt, als feine Frau jäh stehen blieb und feinen Arm ergriff. „Oh — ein Hund!" sagte sie. „Ein herrenloser Hund! Sieh nur, wie verhungert er aussieht." „Nun, verhungert...", sagte Herr Alling zweifelnd. „Er sieht ein bißchen struppig aus. Aber verhungert ... ?" „Gewiß verhungert!" beharrte sie. „Wie dürr er ist, der arme Bursche. Und wie naß!' Bitte — ich möchte ihn mit hinauf nehmen. Du erlaubst es mir, nicht wahr? Du hast doch nichts dagegen?" Ihr Blick war so flehend, daß Herr Alling nur stumm den Kopf schütteln konnte. Sie lockte den Hund, und er kam. Vertrauensvoll trottete er heran und rieb die Schnauze an ihrem Knie. Das entschied die Sache vollends. Mit strahlendem Lächeln wandte sie sich um uni) ging voran, der Hund lief hinter ihr her, und Herr Alling bildete den Beschluß. In dieser Reihenfolge betraten sie das Hotel. Der Portier sah erstaunt aus. Während Frau Alling und der Hund schnurstracks die Halle durchquerten, blieb Herr Alling in leichter Verlegenheit bei ihm stehen. ,F)m — ein herrenloses Tier", sagte er etwas abgerissen. „Trieb sich draußen im Regen umher. Meine Frau — hm — hat ein Herz für Hunde. Man kann den armen Kerl bei diesem Wetter doch nicht draußen lassen, wie?" Damit lüftete Herr Alling hastig den Hut und eilte seiner Frau nach, die mit ihrem Schützling gerade hinter der Biegung der Treppe verschwand- Es entging ihm auf diese Art, daß der Portier noch viel erstaunter aussah als vorher. Ein erstauntes Gesicht machte auch der Zimmerkellner, als er — durch ein Klingelzeichen herbei- gerufen — den Hund auf einer Reisedecke vor dem Kamin des kleinen Salons liegen sah. „Aber —" begann er. „Ich weiß!" unterbrach ihn Herr Alling liebenswürdig. „Es ist eigentlich verboten, fremde Hunde mit ins Hotel zu bringen. Aber in diesem Falle müssen Sie schon eine Ausnahme machen. Meine Frau bringt es nicht übers Herz, das arme Tier draußen zu lassen." „Ja", begann der Kellner von neuem, „aber —" ,/O bitte!" unterbrach ihn Frau Alling. „Es ist ein guter Hund, und er wird sehr brav fein. Besorgen Sie uns jetzt etwas Futter für ihn. Viel Futter, ja. Lassen Sie's auf unsere Rechnung -setzen." Der Kellner verschwand, sandte jenseits der Tür einen verzweifelten Blick gen Himmel und kehrte mit einer tiefen Schüssel voller Küchenabfälle zurück. Der Hund fraß alles auf. Er schien wirklich sehr verhungert zu sein. Dann rollte er sich mit einem zufriedenen Seufzer auf der Reisedecke zusammen, wedelte dankbar mit dem Schwanz und schloß die Augen. Braver konnte sich kein Hund benehmen. Spät am Abend führte ihn Frau Alling noch einmal hinunter. Die übrigen Gäste schienen schon zu schlafen. Mitten in der Halle stand ein stoppel- bärtiger alter Mann in einem verschossenen grünen Radmantel und starrte Frau Alling finster an. Sie hatte den Mann noch nie gesehen. Etwas ängstlich nahm sie den Hund beim Halsband und eilte mit ihm hinaus. Als sie nach einiger Zeit zurückkehrte, war der alte Mann verschwunden. Der Hund verbrachte die Nacht sehr ruhig auf der Reisedecke im kleinen Salon. Musterhaft ruhig. Nur zweimal schnarchte er so laut, daß Allings davon erwachten. Dem Frühstück, das auf dem Zimmer eingenommen wurde, brachte er reges Interesse entgegen. Anschließend machte er mit den Allings einen langen Spaziergang, der sich bis zum Mittagessen hinzog. Diesmal durfte er mit in den Speisesaal. Es waren nur so wenig Tische besetzt, daß Herr Alling meinte, es verantworten zu können. Der Hund recht- l fertigte das Vertrauen durchaus. Er saß still zwi- Ortssachschastsvorsitzender Erb gedachte zunächst des verstorbenen Mitgliedes Konrad D ö l z i n g aus Kirschgarten, als des ältesten Mitgliedes und letzten Mitbegründers des Vereins. Sodann wurde über das ab gelaufene Rechnungsjahr Bericht erstattet. Durch aufklärende Versammlungen wurde erreicht, daß ein zufriedenstellendes Ernteergebnis erzielt wurde. Anschließend behandelte Lehrer Becker (Lardenbach) die Pflege und Behandlung der Bienenvölker von der Auswinterung bis zur ersten Honigentnahme. Durch praktische Winke über die Erweiterung des Brutnestes mit, Kunstwabe und Ueber- fuhrung in den Honigraum gab er lehrreiche Aufschlüsse für die kommende Honigzeit. Die anschließende Rechnungslegung ließ die gesunde Finanzlage der Ortsfachschaft erkennen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Sommer soll in einem Gemeinschaftsausflug ein mustergültiger Betrieb besichtigt werden. Kreis Wetzlar. <> Dutenhofen, 17. April. Schon feit nahezu zwei Jahren sind in unserem Orte umfan grei che Sraßenbauarbeiten im Gange. Die Hauptstraße unseres Ortes, die Reichsstraße Koblenz—Gießen, die täglich von 600 bis 800 Kraftfahrzeugen passiert wird, entsprach nicht mehr den Anforderungen. Von der Dorfmitte bis zum westlichen Ortsausgang wurde die Straße schon im vergangenen Jahre neu angelegt, außerdem wurden auch Bürgersteige geschaffen. Diesen Straßenbauarbeiten ging die Kanalisierung durch die Gemeinde voraus. Einer 8-Kurve inmitten des Dorfes wurde durch Verbreiterung ihre Unübersichtlichkeit genommen. Die Straßenkreuzung an der Groh- und Kirchgasse wird durch die Niederleguna eines Anwesens zu gegebener Zeit übersichtlich gestaltet werden. Die Arbeiten des Straßenanbaues werden nun bald wieder ausgenommen. Die Materialien sind bereits angefahren. Die Ortsdurchfahrt wird nach Beendigung der Arbeiten überall gepflastert fein. Die Fahrbahnbreite beträgt sieben Meter, die der Bürgersteige je zwei Meter. Die Bürgersteige liegen erhöht und sind durch Bordsteine von der Fahrbahn abgesetzt. Kreis Biedenkopf. T Nordeck, 17. April. Unter großer Beteiligung wurde hier der Küfermeister Friedrich A r ° nold zur letzten Ruhe getragen. Er stand im 74. Lebensjahre und konnte seinem Berufe bis vor wenigen Jahren nachgehen. In unserer Gemeinde war er 40 Jahre lang als Ortsdiener angestellt, ferner bekleidete er 25 Jahre lang das Amt als Kirchenvorstand unserer Kirchengemeinde. Amtsgericht Gietzen Die M. Sch. in Gießen war beschuldigt, am 2. Dezember 1938 im Büro eines Rechtsanwalts in Gießen aus einem nicht verschlossenen Schreibtisch einen Zwanzigmarkschein gestohlen zu haben. Die Angeklagte, die geständig war, wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von fünf Wochen zu einer Geldstrafe von 105 R M. verurteilt. KoinmimalpolUche Tagung des Kreises Alsfeld (D Alsfeld, 17. April. In der unter Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g , im „Deutschen Haus" in Alsfeld durchgeführten Arb eitstagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeinde- t a g e s , die fast von allen Bürgermeistern des Kreises Alsfeld besucht war, sprach als erster Referent der geschäftsführende Direktor der Landes- dienMelle Hesfen/Hessen-Nasfau des Deutschen Ge- meindetages in Frankfurt a. M., Dr. Göb , über den Sfanb der Gemeindefinanzen. In feinen einführenden Bemerkungen ging der Redner davon aus, daß man, um zu einer richtigen Beurteilung der Gemeindefinanzen zu kommen, ausgehen müsse von den großen historischen Ereignissen der letzten Zeit, der Schaffung von Großdeutschland durch die Angliederung von Oesterreich und des Sudetenlandes, wodurch die Lage der Gemeindefinanzen entscheidend beeinflußt werde. Es fei selostverständlich, daß diese großen Ereignisse und die Maßnahmen zur Stärkung unserer Wehrmacht und zur Sicherung der Westgrenze erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen. Diese Vorgänge stehen in engstem Zusammenhang mit den Finanzen des Reiches, der Länder und der Gemeinden. Es könne festgestellt werden, daß seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus eine wesentliche Gesundung und Besserung der Gemeindefinanzen eingetreten fei, jedoch wäre es falsch, zu glauben, daß die Gemeinden nun im Geld schwimmen würden. Die durch das Dritte Gesetz zur Aenderung des Finanzausgleichs vorn Reich getroffenen steuerlichen Maßnahmen feien notwendig gewesen. Es fei nicht zu erwarten, daß die von der Reichsregierung hierzu getroffenen Maßnahmen, durch die verschiedene Steuern auf das Reich übergegangen sind, in absehbarer Zeit abgeschwächt werden könnten, so lange die großen Aufbauarbeiten des Reiches noch nicht abgeschlossen seien. Was das Bild für den Gemeindehaushalt für das Rechnungsjahr 1939 anbelangt, so fei eine grundsätzliche Aenderung der Lastenverteilung wahrscheinlich. Es müsse damit gerechnet werden, daß bei dem außerordentlich ft arten 21 n ft i e g der Real st euere innahmen der Gemeinden, insbesondere der Gewerbesteuer, die Reichssteuerüberweifungen weiter gekürzt oder unter Umständen vollständig wegfallen würden. Nach dem neuen Finanzausgleich werde der Grundsatz der Steuerkraft der Gemeinden stärker, in Berücksichtigung gezogen. Es gelte der Grundsatz, daß Ü i e ft euer ft arte Gemeinde der ft euer» schwachen z u helfen habe. Für das Haushaltsjahr 1939 könne mit einer Erleichterung der Gemeindefinanzen nicht gerechnet werden. Es müsse alles im Gemeindehaushalt zurückgestellt werden, was nicht unbedingt notwendig ist. Für das Rechnungsjahr 1939 wird mit einer Lockerung des Sperrverbots für di e Aufnahme von Krediten durch die Gemeinden zu rechnen fein. Um in der Bevölkerung das Verständnis füx diese Maßnahmen zu wecken, bedürfe es der Mitarbeit der Gemeinderäte. Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte müßten nach außen hin ein geschlossenes Bild zeigen und die Öffentlichkeit aufklären. Die sehr eingehenden und interessanten Ausführung gen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Anschließend machte Kreisleiter Zürtz einige ergänzende Ausführungen über die Tätigkeit der Bürgenneister und über verschiedene wirtschaftliche Fragen. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an die Bürgermeister, alles Trennende auszugleichen. Der nächste Vortragende, Ortsgruppenleiter Link (Harheim), sprach im Aufttag der Gaudienst- stelle des Deutschen Dolksbildungswerks in der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" über „Das Dorfbuch und feine Bedeutung". Der Redner wies darauf hin, daß man früher die deutsche Geschichte in einseitiger Weise geschrieben, die ein ganz falsches Bild von dem deutschen Volk und dem germanischen Volkstum gegeben habe. Die Geschichte des Dritten Reiches werde in anderer Weise geschrieben werden. Das Dorfbuch dürfe keine Chronik für den Bücherschrank werden. Es solle ein Stück des Lebens der Dorfgemeinschaft fein. Seine Einrichtung und Führung verursache der Gemeinde nur ganz geringe Kosten. Der Redner gab alsdann auf Grund von Bildern und Urkunden über die Entwicklung feiner Gemeinde Harheim seit der Machtübernahme durch den Nationalsozia- Itsmus praktische Beispiele für die Führung des Dorfbuches über die Geschichte feiner Gemeinde. Das Dorfbuch soll die Gemeinde so zeigen, wie sie früher war und wie ihre gegenwärtige Entwicklung ist. fchen Herrn und Frau Alling und blickte bald ihn und bald sie voller Spannung an. Wenn ein Kellner an den Tisch kam, bewegte er sachte den Schwanz, als wollte er sagen: Lieber Herr — nett, daß Sie da sind. Aber stören Sie mich nicht. Sie sehen, ich bin beschäftigt! Frau Alling war glücklich. Sie ließ den Hund nicht von ihrer Seite. Und Herr Alling war glücklich, daß seine Frau glücklich war. Der Hund, der Erreger von so viel Glück, schlief, fraß und ging spazieren. Es war kein schlechtes Leben, das er führte. Er nahm Frau Allings jähe Zärtlichkeitsausbrüche gelassen hin und hörte höflich zu. wenn Herr Alling mit ihm sprach. Und doch blieb etwas Fremdes zwischen ihnen. Eine Schranke, die nicht weichen wollte. Frau Alling spürte es mehr als ihr Mann und zerbrach sich den Kopf darüber. Aber erst der Abend sollte die Lösung des Rätsels bringen. Als an diesem Abend die 2Hlings mit dem Hund von einem späten Spaziergang zurückkehrten, stand in der Halle wieder der alte Mann mit dem verschossenen Radmantel, den Frau Alling schon tags zuvor gesehen hatte. Diesmal* war er nicht allein. Der Portier des Hotels und der Direktor standen bei ihm. Und der Direktor löste sich von der Gruppe und ging dem Ehepaar entgegen. „Es tut mir leit), gnädige Frau", wandte er sich an Frau Alling, „daß ich'Ihnen Schmerz bereiten muß, aber der Hund---" „O Gott! Sie wollen mir doch nicht den Hund nehmen?" rief Frau Alling kläglich. „Diesen braven, wohlerzogenen Hund, der —" „Herr Direktor", mischte sich Herr Alling ein, „es sind so wenig Gäste im Hotel, und der Hund benimmt sich so gut, daß ich nicht verstehen kann —" Der Direktor hob verzweifelt die Schultern. „Aber wir brauchen ihn doch!" stieß er hervor. „Wie? Sie brauchen ihn?" rief Frau Alling. „<5ei brauchen diesen herrenlosen Hund, der mir zugelaufen ist?" „Es ist kein herrenloser Hund", sagte der Direktor bekümmert. „Durchaus nicht! Es ist doch der Hund unseres Nachtwächters." Glorio-palast: „Menschen vom Variete." Das Variete ist neuerdings beim Film ein beliebtes Motiv geworden. Man hat entdeckt, daß das Wesen des Varistös, worauf ja schon der Name hindeutet, dem Wesen des Films bis zu gewissem Grade entgegenkommt: der schnelle Wechsel der Szenen, der Gesichter, der Darbietungen, das Farbig-Bewegte und Improvisatorische, das dieser Gattung innewohnt, entspricht den Ausdrucks- und Wirkungsmöglichkeiten der Kamera. Das beginnt beim kleinen unterhaltsamen B erst Im, der ein paar hübsche, abwechslungsreiche Nummern zusammen- faßt und meist gerne gesehen wird. Das führt konsequenterweise dazu, ein großes, abendfüllendes Programm zu photographieren und auf die Leinwand zu zaubern; das führt, im Sinne des Spielfilms, ganz folgerichtig weiter dazu, das bunte, bewegte Außenbild zu durchbrechen und von der Kehrseite zu zeigen: das ist der berühmte, feit langem beliebte und immer wieder wirksame Blick hinter die Kulissen; das interessiert allemal, ob es sich um Theater oder Filmatelier oder Varietebühne handelt. Mit diesem Blick eröffnet sich zugleich der Einblick ins Menschliche: man sieht die Artisten nicht nur auf der Bühne, bei der Arbeit, sondern auch hinter der Bühne, in der Garderobe, auf der Probe, in der Künstlerpension, im Privatleben. Und siehe, da taucht das alte Motiv „Lache, Ba- jazzo" im ganz modernen Gewände eines großstädtischen Programms wieder auf, und auch dieses hat nichts von feiner Anziehungskraft verloren. Das Drehbuch von Erich W i 11 k e ist von Josef von B a k y geschickt und filmwirksam ins Bild übertragen. Das Thema Variete erweist sich nicht nur im rein artistischen Sinne als sehr brauchbar für die Kamera, die im schnellen Wechsel und effekt- reichen Ueberblenbungen bald das Außenbild (vom Zuschauerraum aus), bald das rückwärtige und innere Bild ergänzend aufzeigt. So ergibt sich ein sehr bewegtes Durcheinander auf und hinter der Bühne mit Liebe und Eifersucht, mit Probenkrach und Kontraktschwierigkeiten, mit Kameradschaft und Intrigen, mit Nervosität und allerhand Spannungen, die sich zuletzt in einem regelrechten Ariminal- sall mit Mordverdacht und Verhör hinter der Szene verdichten. Zum Glück klärt sich zuletzt alles in schönster Harmonie. Dem bewegten Szenenbilde entspricht eine lebendige und abgestufte Darstellung. In den weiblichen Rollen heben' sich Christi Mar - da yn und Karin Karin Hardt heraus, die beide mehr zu spielen haben als La Jana, der Tanz- star Silvia Castellani. Unter den männlichen Artisten: Attila Hörbiger, Jack Trevor und Will Schur, ©ehr hübsch Viktor Janson als der dicke nervöse Direktor und vor allem Hans Moser als Inspizient Miller, luftschnappend, aufgeregt, atemlos. Gut, knapp und menschlich zugleich Rudolf Klein-Rogge als Kommissar. — (Mär- kifche-Panorama-Schneider-Südost.) Dazu die Wochenschau, ein Kulturfilm (Sachsen als Industrie- und Agrarland), und eine parodistische Bühnennummer, die amerikanisch aufgemacht ist, aber ebenfalls hörbar aus Sachsen stammt. Hans Thyriot. S.J.-fpori Erstes Bahnradrennen 1939 in Gießen. Der Gießener Radsport, vertreten durch die Gießener Radfahrervereinigung, hat es verstanden durch die Abhaltung größerer Radsportveranstaltungen in den letzten Jahren eine führende Rolle im Sportleben unserer Stadt und darüber hinaus im Gau Hessen zu erringen. Auch in diesem Jahre wird es an den größeren Radsportveranstaltunaen in Gießen nicht fehlen. Die Eröffnung der Rädsport- zeit 1939 bedeutet das am Sonntag, 30. April auf dem Waldsportplatz stattfindende Bahnradrennen. Obwohl der Meldeschluß erst Ende der Woche ablauft, so sind doch bereits Fahrer für das Rennen verpflichtet worden. Einige alte Bekannte der Gießener Bahnrennen werden auch beim ersten diesjährigen Bahnrennen vertreten fein. Zu ihnen gehören Franz Gasfen- mener (Offenbach), Hch. Schneider (Köln), Willy Paduschek (Köln) und Matthias Kneller (Bonn). Sämtliche sind den Gießener Radsportfreunden keine Fremden mehr. Insbesondere ist der Bonner Matthias Kneller, der neben dem Kölner Meister Jean Schorn die Sympathien besitzt und im vergangenen Jahre gut gefallen konnte. Kneller ist auf Grund seiner Siege im vergangenen Jahre Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und Deutschlands bester Amateurmannschastsfahrer. Außerdem wurden inzwischen verpflichtet: Speck- Hardt (Offenbach), Huppertz (Köln), Kleinsorg (Köln). Ferner die beiden Solinger Hans Matthies und Ernst Schröder, die schon in diesem Jahre zu Erfolgen aus Sommerbahnen kommen konnten. Olympische Winterspiele mit Militär-Schipatrouille. Unter Vorsitz seines Präsidenten Marcel Hen- n i n g e r hielt das Schweizerische Olympische Komitee in Bern eine Sitzung ab, auf der auch die Programmgestaltung der Winterspiele 1940 in St. Moritz besprochen wurde. Im Gegensatz zum Organisationskomitee nahm des SOK. den Standpunkt ein, auf schisportliche Demonstrationen solle verzichtet werden. In einer offiziellen Erklärung heißt es, an den Olympischen Winterspielen 1940 in St. Moritz wurden weder Schi-Wettkämpfe noch Schi- Demonstrationen stattfinden, mit Ausnahme des Militär-Patrouillenlaufes. Es sei denn, es erfolge in den nächsten Monaten noch eine Einigung zwischen dem IOK. und der FIS. Vier große Rundflüge 1939. 2ln Stelle des Deutschland-Rundsluges, der erst 1940 wieder durchgeführt wird, haben die deutschen Sportflieger in ihr Jahresprogramm vier andere Rundfliege ausgenommen. Am 20./21. Mai findet der Ostpreußenflug statt, der Nordostdeutsche Rundflug am 10./11. Juni führt von Rangsdorf nach Breslau, der Westdeutsche Rundflug am 24.Z25. Juni wird in K o n st a n z gestartet und endet in Köln, den Beschluß bildet am 15./16. Juli der Mitteldeutsche Rundflug mit Start in Dresden und Ziel in Braunschweig. An den einzelnen Wettbewerben werden bis zu 32 NSFK.-Standarten beteiligt fein. Deutsche Tennisspieler in Taormina. Pech hatten die Deutschen, die beim Tennisturnier in Taormina bis zur Endrunde gekommen waren, bei den Schlußkämpfen. Nicht ein einziger Sieg glückte hier unseren Vertretern. Frau Hein- Muller unterlag im „Mixed" mit Taroni 3:6, 4:6 gegen Wheeler (Tanacescu. Die Berliner Beuthner-Göpfert scheiterten im Finale des Mannerdoppels 5:7, 3:6, 1:6 an den Italienern Vi do-Taroni. Im Fraueneinzel wurde die Amerikanerin Gracyn Wheeler überraschend von Frl. Parakowa 4:6, 6:4, 6:2 geschlagen. Bei den Manern triumphierte Quintaoalle 2:6, 8:6, 6:2, 6:2 über Tanacescu. Mit 7 0 Km.-Std. die Marmolata hinab Auf der Marmolata, der „Königin der Dolomiten", fand der klassische Schi-Abfahrtslauf statt, an dem auch einige Deutsche teilnahmen. Der Sieger von 1937, Giovanni Sieger (Cortina), gewann in 2:39,2 Minuten und erreichte auf der schweren Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 Kilometern. Vittorio Chieronni benötigte sechs Sekunden mehr und wurde Zweiter vor La- cedelli und Mühlbacher (Wien) als besten Deutschen. Beer (Wien) kam auf den sechsten und Lücke (Kufstein) auf den achten Rang. „Großer Slraßenpreis des Saarlandes." Bartoskiewicz-Berlin Spurtsieger. Der Große Straßenpreis des Saarlandes, der am Sonntag zum zweitenmal im neuen Rennjahr die Nationalmannschaft unserer Amateure mit den tüchtigsten Fahrern aus dem Reich vereinte, fand beim Publikum wieder starken Anklang. Längs der neuen, 75 km langen Strecke von Saarbrücken über Völklingen, Heusweiler, Illingen, St. Jnahert zum Ausgangspunkt zurück standen die Radsportfreunde in Hellen Scharen, um dem spannenden Kampf zu folgen, einem Kampf, der erst auf den letzten 100 m entschieden wurde. Der Berliner B a r t o s k i e ° w i c z fing den enteilten Chemnitzer Preiskeit am Ziel ab und siegte nach einer Fahrzeit von 4:18,45 Stunden vor Preiskeit, Meurer und Jrrg a n g. Der Frankfurter H. N o ß errang in der G-Klasse den Sieg nach 4:51,00 Stunden. Die Vorentscheidung des 150 km langen Rennens fiel bereits nach etwa 50 km am Galgenberg bei Illingen. Die ^.-Fahrer Preiskeit (Chemnitz) und Schenk (Tilsit) sowie sechs Fahrer der gerade eingeholten 8-Klasse — Kittsteiner (Nürnberg), Benk- ner, Rehmer (beide Frankfurt), Oberquelle (Bielefeld), Schmidt (Schweinfurt) und Heiler (Kesdick) — zogen davon und erkämpften sich bis zum Ende der ersten Runde einen Vorsprung von rund 4 Minuten, der bei der zweiten Ersteigung des Galgenberges auf 2 Minuten zusammengeschmolzen war. Nun machten sich die großen Anstrengungen bemerkbar. Benkner und Rehmer fielen zurück, Heiler mußte mit einem Sattelbruch die Waffen strecken. Heller (Schweinfurt) und Meier (Chemnitz) mußten gleichfalls die Hauptgruppe ziehen lassen, während Jrrgang und Bolte (Chemnitz) einen Ansturm auf die führende Fünfergruppe unternahmen, ohne allerdings zum Ziel zu kommen. Immer näher rückte die Hauptgruppe an die Führenden heran. Da trat der Chemnitzer Preiskeit an und ließ auch seine letzten Begleiter bei St. Ingbert (10 km vor dem Ziel) hinter sich. Schnell machte er Boden gut, und bald betrug fein Vorsprung 2 km. Während schon alles an einen Sieg des wackeren Chemnitzers glaubte, machte sich der Berliner Bar- toskiewicz 5 km vor dem Ziel von der Hauptgruppe frei und begab sich allein an die Verfolgung. In einem machtvollen Endspurt erreichte er den verdutzten Preiskeit 100 m vor dem Band und siegte noch ganz überlegen. Meurer (Köln) führte in 4:19,45 den zweiten „Schub" ins Ziel. Auch in der G-Klasse war der gefürchtete Galgenberg zur Lösung aller Fragen berufen. Naß (Frankfurt), Götz (Wiesbaden) und Walch (Schweinfurt) traten in der letzten Runde am Galgenberg an. Unangefochten zogen sie dem Ziel entgegen, wo sich dann N o ß als der spurtschnellste Fahrer erwies. Handball-Pokalkämpfe im ASM.- Kreis 8. Tv. Lirchgöns — TB. Hörnsheim 9:3 (3:2). Für vidle mag dieses Ergebnis überraschend kommen. Es ist auch eine Bombenüberraschung! Hörnsheim ging mit den besten Aussichten in den Kampf, zumal die Platzbesitzer in der letzten Minute noch zwei ihrer besten' Spieler ersetzen mußten. Wenn trotzdem die llchance, die zweifellos vorhanden war, nicht ausgenutzt wurde, so liegt das keineswegs an der Mannschaft als solche. Jeder Mann tat seine Pflicht, der Sturm nur vergaß bei aller Anerkennung seiner Leistungen, das Schießen. Man muß allerdings auch berücksichtigen, daß die gegnerische Hintermannschaft in Ordnung war. Immerhin hatten Tore erzielt werden müssen. Dieser Umstand aber war es, der Kirchgöns so hoch gewinnen ließ. Seine Fünferreihe lief besonders in der zwetten Halbzeit zu einer hervorragenden Form auf und dehnte den ursprünglichen Abstand von ein oder zwei Toren immer mehr aus. Man darf gespannt sein, ob Hörnsheim die Lehren aus der letzten Niederlage zieht. Man sollte annehmen, weil anders ein erfolgreiches Eingreifen in den Aufstiegsspielen nicht möglich wäre. MSV. „Barbara" Gießen — Tgde. Hanau 4:11 (3:8) Die Gäste aus dem Kreis 12 waren zweifellos unterschätzt worden, lieber das Spiel berichteten wir bereits ausführlich. Die Überraschungen, mit denen man allgemein in der Pokalrunde gerechnet hatte, blieben aus. Die Mannschaften der oberen Klassen konnten sich fast ohne Ausnahme durchsetzen und so den Eintritt in die erste Zwischenrunde erreichen. Das ursprüngliche Programm ließ sich leider nicht durcy- führen. Verschiedene Absagen in letzter Minute machten Aenderungen notwendig, die dann auch zu einer beschränkten Anzahl von Spielen führten. Es standen sich u. a. gegenüber: TV. Dutenhofen - TD. Garbenheim 5:9 (3:5); TV. Hochelheim — TV. Lützellinden 2:9 (0:5), TV. Holzheim — TV. Grumngen 14:7 (7:1), TV. Lich — Spvg. 1900 Gießen 10:6 (5.4), TV. Dillenburg — TV. Katzensurt 5:5. Während Garbenheim trotz reichlichem Ersatz eine hervorragende Gesamtleistung bot, mar Dutenhofen gegenüber feinen sonst gezeigten Leistungen mcht wieder zu erkennen. Die Elf spielte zerfahre kam so in keinem Augenblick ^u einer e.nhettlichen Leistung. — Hochelheim mar dem Ansturm oes Altmeisters nicht gewachsen. Lützellinden brach nie um den Sieg zu bangen. Die Leistung verdien ein Gefamtlob, während die Gastgeber diesmal nicht gefallen konnten. — Holzheim sowohl als auch Grüningen hatten reichlich Ersatz in ihren Reihen. Trotzdem entwickelte sich ein flottes Spiel, das die Platzbesitzer verdient für sich entscheiden konnten. — Die Spvg. 1900 trat in Lich nur mit 8 Mann an und mar so von vornherein schon im Nachteil. Es kam noch hinzu, daß die Einheimischen ein hervorragendes Spiel zeigten und immer etwas im Vorteil waren. — Krofdorf, anscheinend wieder im Kommen, schlug W.-Niedergirmes knapp aber vollkommen verdient 6:5 (4:2). Wenn auch der amtliche Schiedsrichter nicht zur Stelle war, so dürfte an dem Ergebnis trotzdem nichts mehr zu ändern fein. Die beiderseitigen Juqendmannschaften trennten sich mit einem 4:2 für Krofdorf. Launsbach 3gb. — Heuchelheim 3gb. 19:5. Nachdem der Turnverein Launsbach fett geraumer Zeit feine Handballabteilung zugunsten der Fußballabteilung aufgelöst hatte, trat am vergangenen Sonntag der Verein mit einer Jugend - Handb alle! f wieder auf den Plan. Gegner war die Jugend des Turnvereins Heuchelheim, die sich nach einem schönen Kampf der körperlich besseren Mannschaft des Platz- besitzers mtt 19:5 Toren beugen mußte. Die Launs- bacher Mannschaft spi-elte in der Aufstellung: E. Bechthold, H. Mandler, E. Lichau, W. Reinhardt, A. Winter, H. Bechthold, Fr. Bechthold, Fr. Mandler, O. Rolshausen, O. Volk und H. Bechthold. Fußball: Heuchelheim—Allenbors (Lahn) 4:1 (2:1). Heuchelheims 1. Jugend empfing am Sonntag die gleiche von Allendorf zum fälligen Rückspiel. Allen- borf Ijatte den Wind zum Bundesgenosien, aber trotzdem konnte Heuchelheim eine leichte Feldüberlegenheit herausarbeiten und bis zur Pause mit 2:1 führen Nach dem Wechsel wurden die Gäste vollständig in ihre Hälfte zurückgedrängt. Heuchelheim war noch zweimal erfolgreich und stellte fo das Endresultat von 4:1 her. 3u lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. SPD. Frankfurt a. M, 15. April. Die Justizpresseftelle Frankfurt (Main) teilt mit: Der Führer hat die vom Schwurgericht in Wiesbaden zum Tode verurteilte, im Jahre 1879 geborene Johannette Bondorf zu lebenslanger Zuchthaus ft rafe begnadigt. Die Verurteilte hat am 29. August 1938 in Wiesbaden an der 61 Jahre alten Lehrerin i. R. Valerie Fischer einen Mord verübt. Erste Deutsche Reichslotterie Zahlreiche große Gewinne: 20000 Besonders viele ansehnlicheMittelgewinne: Außerdem 3 Prämien von je KM 500 000 Preise der Lose je Klasse 174 x KM 378 x KM 480 x KM 1OOOO 5000 4000 KM KM KM KM 50 000 40000 30000 35000 34 15 21 12 1020 x KM 3000 1980 x KM 3000 5460 x KM 1 OOO Lose und den amtlichen Gewinnplan erhalten Sie überall dort, wo Sie bisher Ihr Klasienlos kauften. Außerdem sind alle Staatlichen Lotterie- Einnahmen und Verkaufsstellen der Deutschen Reichslotterie durch ein rundes, grün°weiß°rotes Schild besonders kenntlich gemacht. 500000 300000 300000 1OOOOO 39 x KM Am 16.Mai 1939 beginnt die Ziehung der ersten Klaffe der 1.Deutschen Reichslotterie. Die Deutsche Reichslotterie vereinigt die bisherige Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie, die Sächsische Landeslotterie, die Hamburgische Klaffenlotterie und die Ostmärkische Klaffenlotterie. Sie bedeutet also eine Konzentration der Mittel und Möglichkeiten, die den Spielern in mannigfacher Form durch den Ausbau des Gewinnplans zugutekommt. Vor allem ist im neuen Gewinnplan ein besonders harmonisches und glückliches Verhältnis zwischen großen, mittleren und kleineren Gewinnen erreicht worden. 3 x KM 3 x KM 3 x KM 18 x KM GRÖSSTE GEWINNE im günstigsten Falle. (§2, III deramtlichen Spielbedingungen.) Die Ziehung der ersten Klaffe der 1. Deutschen Reichslotterie beginnt am 16. Mai 1939. Sichern Sie sich rechtzeitig ein Los! Auf die 1200000 £ofe, die im Spiel sind, werden in 5 Klaffen insgesamt 480 000 Gewinne und3Pramien ausgespielt. DieGewinne sindeinkommen- steuerfrei. Die Prämien werden in allen ZAbteilungen dem höchsten Gewinn des letzten Ziehungstages der 5. Klasse zugeschlagen, bei mehreren Höchstgewinnen gleichen Betrages dem zuerst gezogenen. Die Gesamtsumme aller Gewinne beträgt KM 103.899.760.- flAivC Überall, woSie dieses Zeichen am Schaufenstersehen, erhalten Sie die Lose zur ersten Deutschen Reichslotterie. 3 Millionen RM a u f ein dreifaches Los 1 Million RM auf ein ganzes Los Deutsche Neichslotterle Lose Zr/^rerhälflich Der Präsident der Deutschefi/Reichslotterie . d. S. b. 2 Millionen RM auf ein Do p pello s Es geht um mehr als!«« Millionen! RM 3.- RM 6.- RM 12.- RM 24.- RM 48.- RM 72.- für 7« Las für 74 Los für 7- Los für Vi Los für ein Doppel- Los für ein dreifaches Los 'IX' irtfchast. Aus dem Gießener Handelsregister Äm Handelsregister des Amtsgerichts Gießen «Pjls6 eingetragen: Firma Heinrich Conrad II. Jcamf. (Sägewerk und Zimmerei), Kommanditgesellschaft in Treis a. d. Lda.: Carl Conrad m Clirn- bacf) ist aus der Kommanditgesellschaft ausgeschieden, und diese erloschen. Die Firma ist geändert in „Friedrich Ortwein (Sägewerk und Holzhandlung) Treis a. d. Lda." Inhaber der Firma ist Friedrich Ortwein, Holzhändler in Treis a. d. Lda. — Firma Heinrich Reger Nachf., Inhaber Fr. Heinrich Müller, Lich: Die Firma ist geändert in: „Heinrich Reger Nachfolger, Inhaber Franz Vogt jun. Lich." (Fabrikation von Eisschränken, Kühlanlagen, Schankbüffets, Kühlraumtüren, Eiskisten, sowie verwandte Geschäftszweige). Inhaber: Franz Vogt jun., Kaufmann in Gießen. Die Prokura des Karl Müller, Lich, ist erloschen. Der Uebergang der in dem Betrieb begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf den Erwerber ist ausgeschlossen. — Fir- nia Gebrüder Noll, Gießen. Die Firma ist erloschen. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse still. Frankfurt a. M, 17. April. Die neue Woche eröffnete sehr still. Aufträge lagen nur wenige vor, und die Kurse am Aktienmarkt neigten zur Schwäche, wobei die Ermäßigungen sich im Rahmen von 1 v. H. hielten. Am Aktienmarkt gaben JG.-Farbenind. bei kleinem Umsatz um 0,75 v. H. auf 147,75 nach 148,50 nach, auch Dt. Erdöl —0,75 v. H. (124,75). Montanaktien fast durchweg um 0,25 (so Hoesch mit 108 nach 108,25) bis 0,50 v. H. (Mannesmann mit 110,50 nach 111, Buderus mit 104 nach 104,50) abgeschwächt. Der. Stahlwerke mit 103,25 nach 103,50 ebenfalls nur knapp gehalten. Von Autowerten waren Adlerwerke dagegen mit 107 um 0,50 v. H. gebessert, auch Daimler zum letzten Kurs genannt und gut behauptet. Von Elektroaktien hörte man Gesfürel wiederum um 0,50 v. H. auf 136 ermäßigt. Von sonstigen Werten waren Conti Gummi 216 nach 217. Der. Gothania Werke erschienen mit Minuszeichen an der Tafel, nachdem Mitte Februar letzmals ein Kurs von 148,5 zustandegekommen war. Am Rentenmarkt hörte man die Altbefitz- anleihe des Reiches mit ca. 131,65 nach 131,60. Nichtamtlich nannte man die späten Schuldbücher mit um). 99,40, Kommunalumschuldung mit ca. 93,45 nach 93,50 und 4 v. H. Reichsbankablösung zum letzten Kurs mit 89,65 gegen 89,75 leicht ab- aeschwächt. IG.-Farbenbonds lagen analog der Farbenaktie und der allgemeinen Beweaung nicht ganz behauptet. Sonst waren Jndustricooligationen lehr still. Auch Stadtanleihen gelangten auf bisheriger Basis zur Notiz. Pfandbriefemmissionen wurden zu letzten Kursen etwas umgesetzt. Reichsschätze wurden verschiedentlich gehandelt und blieben gefragt. Reichsbahnvorzüge unv. 124,25. Am Anleihemarkt ergaben sich im Verlaufe nochmals kleine Abschwächungen, so bei Hoesch, die erneut 0,25 v. H. abgaben.' Demag verloren 0,50 v. H., Cement Heidelberg mit 155 ebenfalls 0,50 v. H., auch RWE. zunächst 0,75, später nochmals 0,75 v. H. nachgebend auf 114,25. RWE. büßten 1 d. H. ein. Scheideanstalt wurden nach kurzer Unterbrechung 3 v. H. niedriger bezahlt. Fendelbezugs- rechte wurden im Freiverkehr mit wieder 4 v. H. genannt. Sonst lag dieser ebenfalls sehr ruhig, Rastatter Waggon wurden nicht gesprochen, Ufa- film ca. 77,50, Growag ca. 84,50 unv. Am E i n h e i t s m a r k t wurden 7 v. H. Großkraftwerk Mannheim Verzugsaktien gestrichen Brief notiert. Tagesgeld 2,25 v. H. wie bisher. Abendbörse still und wenig verändert. An der Abendbörse stagnierte das Geschäft vollkommen. Die zur Notiz gekommenen Papiere hatten meist nur nominellen Charakter und lagen nur wenig verändert zu den Mittagsschlußkursen. Eine Ausnahme machten VDM., die auf 175 um 1 v. H. nachgaben, IG.-Farben um 0,40 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt hörte man Kommunal-Umschul- dung mit unv. 93,45, Reichsaltbesitz unv. 131,50 v. H. U. a. notierten: Bankaktien unverändert, Mannesmann 110,40, Rheinstahl 135,50, 23er. Stahlwerke 103,50 (plus 0,25 v. H ), Adlerwerke Kleyer 107, MAN. 140, BMW. 147, Bemberg 136,90, Daimler 139, Demag 146,65, Deutsche Erdöl 124,50, Deutsche Linoleum 158,75, Feinmech. Ietter 103,50, Gesfürel 136, Holzmann 145,75, Junghans 96, Main kraft 89,50, Metallgesellschaft 114, Moenus 125, Rheinmetall 131, Westd. Kaufhof 103,75, Südzucker 215, AG. für Verkehr 120,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. April. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 9 212, W 11 214, W 12 215, W13 216, W16 219, W 18 221, W 19 223, W 20 225, Roggen RH 198, R12 199, R14 201, R15 2J2, R 16 204, R 17 205, R 18 206, R 19 208, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete; Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,85, W16 29,85, W 18 29,85, W 19 29,85, W 20 Kreis Alzey 29,85, Kreis Worms W 20 30,20 Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich; Weizenfuttermehl 13,60; Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,—, W 19 11,10, W20 11,20, Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,—, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Treber —; Wiefenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,40, do. gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu gut, gesund, | trocken 7,40 bis 7,80, Luzerneheu gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20, Weizenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Roggenstroh do. 3,—, Hafer» und Gerstenstroh do. 2,60 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. April. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1019 Kälber, 70 Hämmel, 58 Schafe, rund 5000 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 28 bis 50, Schafe 18 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverkauf: Schweine und Kälber zugeteikt, Hämmel und Schafe mittel. Nundfunkprogramm. Dienstag, 18. April. 12: Mittagskonzert I. Ausführung: Das Große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: O holde Frau Mufika. (Industrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Volk und Wirtschaft: Buchführung erspart dir Sorgen — heute, morgen, übermorgen. 18.15: Auf gut deutsch. 18.30: Klang der Landschaft. „Wo dunkle, stille Wälder träumen". Ein Vorfrühlingstag im hessischen Trachtenland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Denn wäre nicht der Bauer, so hättet ihr kein Brot. Eine Sendung der Jugend um den Dienst an der Scholle. 20: Nachrichten — Grenzecho. 20.15: Orchesterkonzert. Werke von Franz Schubert. Einlage: „Franz Schubert im Freundeskreis". 22: Nachrichten. 22.20: Politische Zeitungsschau. 22.35 bis 24: Nachtmusik und Tanz. Mittwoch, 19. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rheinische Landesorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Orchester des Oberschlesrschen Landestheaters. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Schillers Flucht in die Freiheit. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude . 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Ausführung: Das große Rundfunkorchester Suttgart. 14: Nachrichten. 14.10: Neue tänzerische Musik. (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 16: Musik am Nachmittag. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Saarbrücken. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrofon unterwegs. 18: Artisten im Rampenlicht. 18.20: Sport der Woche und für den Sonntag/ 18.30: Pflege deutscher Hausmusik. Es spielt die Spielschar Arheilgen-Darmstadt der Hitler-Jugend. 19: Fliegendes Deutschland. „Im Flugzeug für Deutschland." lp.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigen- aufnahmen). 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Aus dem Palmengarten zu Frankfurt a. M.: Heut' gehn wir dem Vergnügen nach... Frohe Musik aus dem Palmengarten. 22: Nachrichten. Donnerslag, 20. April. 5.50 Uhr: Bauer, merk' auf! 6: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rundsunkorchester. 7 bis 7.10: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. 10: Schulfunk. Feierstunde für die deutsche Jugend zum 50. Geburtstag des Führers. Es spricht Reichsminister Pg. Rust. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I. Es spielt das Unterhaltungsorche» ster. 13: Nachrichten. 13.1$: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten, Nachrichten aus dem Sendebezirk. 14.10: In gleichem Schritt und Tritt! (Eigenaufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 14.45: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. Es spielt das Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien. Einlage 17 bis 17.10 (Ffm.): Das Mikrofon unterwegs. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: Unterhaltungskonzert. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Festliches Konzert mit Werken von Richard Wagner. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien. „Aromatisch, leicht und frisch.. ifc - hl är" ' 4': 5' 2 , -'EWG : ... ...... probieren! Dann merkt man's fofortt ^Man sieht's einer Praline nicht an, was drin steckt", meinte schmunzelnd Lerr Lugo Fritsch, Fischbach. Weierbach, am 5. März 1939. „Aber wenn man probiert, dann weiß man, woran man ist, und wenn die Ware schmeckt, bleibt man dabei. Ich habe die „Astra" einmal probiert, und dann bin ich ihr bis heute treu geblieben. Denn diese Cigarette ist wirklich gut: sie schmeckt, sie ist aromatisch, sie ist leicht, sie ist frisch!" yamilientradition—zu Ihrem Vorteil. vermeiden. Mit dem Rauchen halte ich LS genau so: ich rauche eine sehr gute Cigarette die leichte und aromatische und genieße lieber mit Maß." „Astra" — immer die gleiche! »Ich habe die „Astra" hier am Ort ein- geführt, als sie neu herauskam", erzählte uns am 4. März 1939 Lerr Zosef Kirsch in Kirn a. d. Nahe, Steinweg 9. „Noch heute, nach all den fahren, habe ich viele Kunden, die der „Astra" treu geblieben sind und keine andere Cigarette rauchen. Der Kreis der „Astra"-Raucher vergrö- siert sich täglich. Ich bevorzuge die „Astra" auch selbst beim Rauchen. Sie ist stets gleichmäßig in ihrer Leichtigkeit und in rhrem Aroma. Sie ist auch stets frisch - einfach, weilsiekeineZeithat,altzu werben Tabakauswahl für die „Astra" und „Astra". Mischkunst - das verlangt besonderes Wissen um die Eigenart des Tabaks und seiner edelsten Löhenlagen. Denn Jahr für Jahr wechseln Klima und Ernten - die „Astra" aber muß gleich bleiben in Aroma und Leichtigkeit. Da heißt es oft, 100 oder 150 erprobte Provenienzen zu prüfen und zu sichten, um wenigstens 5 oder 10 zu finden, die wahrhaft für die „Astra" geeignet sind. Darum kann eine Clgarette wie die „Astra" gerade im Lause Kyriazi so vollkommen hergestellt werden. Denn hier paart sich die Technik der Orga- nlsation mit samiliengebundenem Wissen: ■ Vertrautheit mit dem Wesen des Tabaks ist nis. Im Saufe Kyriazi lebt sie nun, vom Großvater auf den Enkel vererbt, in dritter Geschlechterfolge als die erste und vornehmste Pflicht des Inhabers. - Rauchen Sie „Astra" eine Woche lang. Dann werden Sie bestätigt finden, daß sie aromatisch und leicht ist. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel „Astra". Sn der Beschränkung zeigt sich der Meister. Die Kunst der Edelsteinschleiferei in Idar. Oberstein ist weltberühmt. Der Achatschleiser Adolf Geiß, Idar-Oberstem, Adolf-Litler-Straße 202, meinte ganz mit Recht am 4. März 1939: e®° es, Fingerspitzengefühl haben, anspruchsvoll auch gegen sich selber sein und jedes Zuviel 8ier findet der Wunsch des modernen Rauchers «Erfüllung: Reiches Aroma und natürlich gewachsene Leichtigkeit in einer Cigarette vereint. Darum greisen täglich mehr und mehr genießerische und überlegende Raucher zur „Astra". Besondere Kennt- niS der Mischkunst und der Provenienzen ist das ganze Geheim- »Warum ich die leichte und aromatische ^Astra" rauche? Bitte fragen Sie mich — sehen und hören mich überall in Groß- Deutschland!" Adolf Mey, Conferencier, ------um vcm xvcien ues ^aoaie in 8- St Köln «-Rhein, Vurahof-Variett. selbstverftändlich saft von Kindesbeinen an. Z2. ty)cär4 1939. Nr. 90 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, (8. April (939 Aus der Stadt Gießen. Apriltage. „April, April, der macht, was er will!" sangen wir früher als Kinder, wenn uns der April mit seinen Wetterlaunen von unseren Spielen auf der Straße fortjagte. Und soviel sich auch seither auf dieser Welt geändert hat, der Apvil ist anscheinend geblieben, wie er war: einmal strahlt die Sonne warm vom seidig-blauen Himmel, dann wieder sind plötzlich dicke weiße Wolkenberge da oder gar schwarze, aus denen ein Regenschauer - herniederprasselt; einmal ist die Luft still, ein andermal weht heftiger Frühlingswind; einmal ist es kühl, ein andermal schwül, und es hat sogar schon geblitzt und gedonnert! Dem Kastanienbaum uns gegenüber scheint dieses Wetter sehr zu behagen. Letzte Woche war er noch kahl und traurig, dann bekam er Knospen, die — man konnte förmlich zusehen! — immer dicker und dicker wurden, und jetzt hat er schon richtige, grüne Blätter! Wie kleine hilflose Hände sehen sie aus. Der Balkon, monatelang übersehen und gemieden, wird plötzlich wieder ein durchaus beachtenswerter Aufenthaltsort. Und der Garten? Wie das blüht! Beinahe so schön wie auf den neuen Frühjahrshüten. Und wie es duftet! Die Bienen brummeln von den blauen Szillas zu den roten Hyazinthen, vom Lärchensporn zu den Beilchen. Hrnrnrn! Ein feine Sache! Die Hausfrau sieht nach dem Rhabarber und holt sich Schnittlauch und Sauerampfer. Und die rosa Pfirsichbäumchen sehen aus wie junge Mädels im Tanzstundenkleid! Man möchte gern spazierengehen, aber als verantwortungsbewußte Hausfrau hat man jetzt an den Frühjahrsputz zu denken. Warum der noch nicht fertig ist? Ich will es verraten: die Weißbinder waren in der Wohnung! Brauche ich da noch mehr zu sagen? Da wird uns Hausfrauen immer vorgeworfen, wir machten so'n Durcheinander, wenn wir putzen, na, ich weiß nicht, wer's besser kann! Nein, ich will wirklich nicht mehr davon erzählen. Ich denke, jeder hat's schon mal selber erlebt. Und wenn ein bekannter Schriftsteller fordert: „Schafft euch Erinnerungen!", dann hat er doch wohl andere gemeint! Also, setzt wird geputzt? Gestern hatte meine Tochter sogar einen Schulaufsatz über den Frühjahrsputz zu schreiben. Ich kann mir zwar nichts denken, was diesen zehnjährigen Mädels ferner läge, aber Einfühlung ist im Leben eine wichtige Sache. Der Vogel „Spitz dik Schar" — wie man hier in Hessen die Kohlmeise so hübsch nennt — ruft mit bewundernswürdiger Ausdauer. Ob es am Ende heißen soll: „Putz das Haus"? E. L. St. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" des Standortes Gießen: 20.15 Uhr im Studentenheim Eltern- nnd Gäftrabend. — Stadtheater: 20 bis nach 22 Uhr: „Einen Sommer lang". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Menschen vom Variete". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Gefährliche Mitwisser". — 20 Uhr im Cafe Leib Gas-Backabend. — Ober- hessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung hiesiger Künstler im Turmhaus am Brand. Stadltheater Gießen. Heute, um 20 Uhr, findet die erste Wiederholung des Lustspiels von Katharina Stoll „Einen Sommer lang" statt. Spielleitung Günter Winkel, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 28. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende nach 22 Uhr. BOM.-Untergau 116 Gießen. Zu unserem heute um 20.15 Uhr im Studentenheim stattfindenden Elternabend sind alle herzlich willkommen. Wir werden einiges aus der Arbeit des BDM. - Werks zeigen und damit unseren Gästen einen Einblick in die Arbeit des BDM.- Werks geben. Wir hoffen, daß die Eltern recht zahlreich er s chei ne n.___ Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Dunckcr Verlag, Berlin 5 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das habe ich, als Böninger es erzählte, erst auch gedacht. Aber es stimmt schon. Em einziger Mann hat tatsächlich alle „prominenten Juwelen- dicbe zu einem Unternehmen organisiert, das in allen Ländern arbeitet. Mal wird der eine oder andere gefaßt, dann füllt sich die Lucke wieder, und die Sache geht weiter." „ „Das klingt wie ein Schauerroman/ „Es ist einer", sagte Holl ernst „und ich kann verstehen, daß die Polizei alles daransetzt, diesen Mann zu fassen." „Kennt man chn denn? „Dann hätte man ihn wohl schon. Für die Polizei der beteiligten Lander ist er ein Begriff unter dem Namen „Chamäleon" wegen seiner unglaublichen Meisterschaft in der das wacht ihn so gefährlich. Oft, wenn man dicht daran war, ihn zu Lasten, verschwand er spurlos, um an einer anderen Stelle unter einer ganz neuen, harmlosen Maske den nächsten Zug oorzubereiten. „Und die Frau hat nichts verraten? "Nichts. Man kann ihr vorläufig nicht einmal Nachweisen daß sie die smarte Anita ist, denn ihr Paß stimmt. Solche Sachen stimmen bei dem Chamäleon immer", sagte Kommissar Weber, als Böninger zweifelte. Was geschieht denn nun mit ihr? "Vorläufig sitzt sie. Die gefundenen Ringe sind Grund genug. Man hofft, daß die Engländer e identifizieren können. Scotland Pard wird jedenfalls t.m« M-ch- Idiouen, in 6nfllnnb U °°k Th.m.i.nn “• SS IpWSfÄfywj!: ÄÄÄÖ’Äg Department. Sie können sich denken, wie Ccot Warb hinter dem Kerl her ist. Xusals „Und für die Gehilfin eines solchen Scheusals hat man mich gehalten!" Eporte sie sich. O weh, gerade das sollten Sie doch Bergeisen und unser Biringen nicht in so schlechter Erinnerung behalten. Wir wollen lieber von angenehmeren Das HZ-Heim der Stadt Gießen. Arn vergangenen Samstag berichteten wir bereits, daß mit dem Bau d e s HI. - Heimes in Gießen Anfang Mai begonnen werden wird. Der Bau gelangt nach den Plänen des Offenbacher Architekten Carl Müller zur Ausführung, der seinerzeit bei dem Wettbewerbs-Ausschreiben, das der Oberbürgermeister unserer Stadt zur Erlangung von Entwürfen für ein HI.-Heim erlassen hatte, unter 120 Entwürfen mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Das Heim wird aus Mitteln der Stadt Gießen errichtet, da nach dem Gesetz vom 1. Dezember 1936 der Hitler-Jugend der öffentlich-rechtliche Erziehungsanspruch zugestanden und den Gemeinden die Förderung der Hitler-Jugend zur Aufgabe gemacht wurde in einem ähnlichen Sinne, wie das Schulwesen die Pflege der Gemeinden erfährt. Wie der zuständige Referent im Bannstab der Hitler-Jugend uns erklärt, wird das nunmehr entstehende Heim am Wartweg nicht das einzige Heim bleiben können, das von der Stadt erbaut werden wird. So wurden z. B. schon die ersten Schritte für die Schaffung eines Heimes für die Marine-Hitler- Jugend unternommen, indem an der Lahn, unweit der früheren Militär-Schwimm-Badeanstalt ein Grundstück und ein Haus erworben wurden, um dort in absehbarer Zeit der Marine-Hitler-Iugend zur Verfügung gestellt zu werden. Die Gestaltung des Gießener Hitler-Jugend-Hei- mes wird, was seine äußere Form und seine innere Ausgestaltung anbetrifjt, von einer einheitlichen künstlerischen Linie bestimmt sein, denn wie die Pläne überhaupt, so obliegt auch die Innenausstattung dem beauftragten Architekten. Nachstehend sei — nach Aufzeichnungen des Architekten — ein Ueberblicf über das große Bauvorhaben gegeben. Die Lage. Die Lage und die Beschaffenheit des Bauplatzes lassen eine großzügige Anordnung der Gesamtplanung zu. Die Feierhalle an der Ecke des Wartweges und der Fichtestraße und als höchstes Gebäude der Anlage wird aus städtebaulichen Gründen schon allein diese Stelle einnehmen müssen. Von dieser Ecke aus wird auch der Zugang zu der Gesamtanlage geschaffen werden, und zwar zum Appellplatz,, zum Heim und zur Feierhalle. Da$ Heim ist als selbständiger Bauteil gedacht. Lediglich um den geschlossenen Eindruck zu erreichen, werden offene Hallen als Verbindung zwischen Heimbau und Feierhalle eingeschaltet. Die auf dem Baugelände vorhandenen Bäume will der Architekt zum Teil erhalten und zur Verschönerung in der Gesamtwirkung ausnützen. Am Abhang nach Nordosten wird eine Spielwiese mit Zugang vom Heim durch die Eingangshalle angelegt, nachdem die Anlage eines Sportplatzes an dieser Stelle nicht erforderlich ist. Durch Baumpflanzungen sind auf beiden Seiten des Heimes gegen Sicht von Straße und Nachbar Heimgärten für Erholungszwecke vorgesehen. Diese Heimgärten sollen als große Grünflächen, unterbrochen durch kleine Brunnen, Stauden und Blumenrabatten und in freier Verwendung durch Ausstellung von Sitzbänken angelegt werden. Für den Hausmeister wird ein Wohnhaus gebaut, außerdem auch ein Nutzgarten angelegt. Der Heim-Ban. Die gemeinsame Eingangs- und Fahnenhalle, die vom Äppellplatz zugänglich ist, verbindet die auf beiden Seiten angeordneten Schar-Räume für HI. und BDM. mit den dazugehörigen Werk- und Bastelräumen. Die Umkleideräume, die Brausebad- Anlagen, wie auch die Luftschutzräume, die in das Kellergeschoß verlegt werden, sind über zwei besonders angeordnete Treppenanlagen zu erreichen. Das Kellergeschoß erhält weiterhin einen gemeinsamen Raum zum Trocknen von durchnäßten Kleidern und Gepäck. Den Werkräumen ist ein besonderer Mate- rialiewKeller beigegeben. Im Erdgeschoß befinden sich je drei Schar-Räume und je ein Führerzimmer. Selbstverständlich sind auch die notwendigen hygienischen Einrichtungen zweckmäßig in bas Bauwerk eingefügt. In je zwei Schar-Räume können durch die grundrißliche Gestaltung Lese- und Spielecken eingefügt werden. Die Schar-Räume werden im Bemühen, sie heimelig und schön auszugestalten, mit Kachelöfen ausgestattet. Den Schar-Räumen sind Appellflure vorgelagert. Die notwendigen Fahrrad-Unterstellräume befinden sich in den nach der Appellplatzseite offenen Verbindungsbauten für HI. und BDM. getrennt. Die Feierhalle. Der Feier-Raum wird als große Halle mit sichtbarer Holzbalkendecke ausgebildet. Die in der Halle, dem Eingang gegenüberliegende Seite wird um fünf Stufen erhöht und als Fahnenpodest gestaltet. Im Blickpunkt des Raumes soll ein Wandgemälde oder ein Relief die Zweckbestimmung des Raumes Gestern abend fand im Haufe der Deutschen Arbeitsfront in der Schanzenstraße eine Arbeitssitzung des Wettkampfausschusses für den^ Schaufenster-Wettbewerb im Reichsberufswettkampf statt. Die Sitzung war sehr gut besucht und brachte vielfältigen Aufschluß über die Durchführung der Bewertung der Schaufenster, die am kommenden Freitag vorgenommen wird. Erfreulicherweise ist die Beteiligung am diesjährigen Schaufenster-Wettbewerb um 30 v. H. höher als im Vorjahre. Der Wettkampfausschuß wird insgesamt etwa 110 Schaufenster der verschiedensten Branchen zu bewerten haben. Nachdem Wettkampfleiter Steinel in kurzen grundsätzlichen Ausführungen über die Bedeutung der Schaufenster-Werbung gesprochen und dabei betont hatte, daß dem Einzelhandel mit dem Wettbewerb eine Möglichkeit gegeben sei, durch gesteigerte Leistung auf diesem Gebiete dem Führer einen Teil des Dankes abzustatten, wurden die einzelnen Bewertungsgruppen zusammengestellt. Jede Bewertungsgruppe setzt sich (für jedes Sachgebiet des Einzelhandels) aus drei Mitgliedern, und zwar aus einem Betriebsführer, einem Gefolgschaftsmitglied und einem Gebrauchswerber, zusammen. Die Bewertung der Schaufenster erfolgt nach vier grundsätzlichen Gesichtspunkten: nach Idee und Planung, nach Werbeinhalt und Werbewirkung, Beurteilung der Anwendung von Hilfsmitteln und nach technischer (handwerklicher) und kün st le rischer Ausführung. Die Wertung wird in Form einer Punktwertung vorgenommen, die die Feststellung eines exakten Ergebnisses ermöglicht. Die besten Schaufenster wer- Die Kriegsbeschädigten des Weltkrieges haben es schon öfter erfahren können, daß ihr Opfer an Blut und Gesundheit im Dritten Reich so gewürdigt wird, wie es dem großen Einsatz entspricht, den sie im Weltkrieg dem Vaterlande brachten. Diese Würdigung werden aus Anlaß des 50. Geburtstages des Führers die Kriegsbeschädigten erneut erfahren, indem ihnen ein festlicher Tag bereitet werden wird. Die in der Nationalsozialistischen Kriegsopferver- sorgung zusammengeschlossenen kriegsbeschädigten Kameraden werden am kommenden Donnerstag, 20. April, Gäste des DDAC. fein und geschlossen an der militärischen Feier teilnehmen, die auf dem hinteren Trieb stattfindet. Pünktlich um 9 Uhr wird man sich auf Oswaldsgarten zur Ausgabe 7>er DDAC.-Abzeichen einfinden. Von dort wird dann kennzeichnen. Der Fußboden wird voraussichtlich aus Zweckmäßigkeitsgründen mit Klinkerplatten belegt. Die Wände werden in rauhem Kalkmörtelverputz gehalten. Mit der farbigen Behandlung von Wandflächen und Decken wird dem Raum ein feierliches Gepräge gegeben. Das Aeußere soll in Bruchstein-Mauerwerk (Grauwacke) ausgeführt werden. Das Heim selbst und das Hausmeister-Wohnhaus werden aus Backsteinen erstellt und mit einem wetterfesten Verputz versehen. Um eine Beziehung des durch Material und Maßstab bestimmten Hauptgebäudes zu den übrigen Gebäudeteilen zu erreichen, wird eine Wiederholung des Bruchstein-Mauerwerks an den Ecken und Eingängen erstrebt. Das Hitler-Iugend-Heim Gießen dürfte nach seiner Fertigstellung nicht nur ein Schmuckstück für unsere Stadt bedeuten, sondern auch eine Stätte, in der der deutschen Zukunft ein Dienst erwiesen wird, weil dieser Dienst der Jugend und damit immer den kommenden Generationen gilt. Leistungsbeweis im Schaufenster. Wettkampfausschuß zum Schaufenster-Wettbewerb tagte. Festlicher Tag für Kriegsopfer. 71SKOV. als Gast des DOAL. eine Fahrt durch die Stadt zum Paradeplatz unternommen. Für die Kriegsbeschädigten sind besondere Plätze angewiesen, für die Schwerkriegsbeschädigten wird außerdem für Sitzgelegenheit gesorgt fein. Nach der Parade finden sich die Kameraden zu einem gemeinsamen Essen in den Gießener Kasernen ein, das vom DDAC. gestiftet worden ist. Im Anschluß an das Mittagessen wird Gelegenheit gegeben sein, die modernen Waffen zu besichtigen. Im Verlaufe des Nachmittags ist bann eine Fahrt zum Flughafen vorgesehen, der unter sachkundiger Führung besichtigt werden kann. Die Luftwaffe wird mit einigen Vorführungen die Kameraden zu unterhalten wissen. Ein kameradschaftliches Beisammensein wird anschließend die alten Kameraden mit den jungen Kameraden der jüngsten deutschen Waffe den auch in diesem Jahre wieder mit Urkunden ausgezeichnet, die von den Geschäftsinhabern im Schaufenster gezeigt werden können. Die Schaufenster, die zum Wettbewerb angemeldet sind, werden auch' in diesem Jahre wieder durch entsprechende Plakate gekennzeichnet sein. Für die Bewertung war die Un- l/avabel. ein Gewebe, um das sich’s dreht, in vielen eleganten Modedrucks, für schöne Frühjahrs- u. Sommer- (1 OE Kleider, ca. 95 cmbr., m 3*10,2.90, J Stoffspezialhaus Bernard & Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 2822A ferteilung in verschiedene Fachgruppen notwendig. In der Gruppe Textil sind 25 Schaufenster gemeldet, in der Gruppe Nahrung und Genuß ebenfalls 25, für Glas und Porzellan 10, für Eisen und Metall 15, für Schuhe und Lederwaren 8, Uhren und Schmuck 10, Raumgestaltung 8, Drogerien 6 und Buchhandel 4 Schaufenster. Es ist aber damit zu rechnen, das noch einige weitere Meldungen eingehen. Am kommenden Sonntag wird ein Rund gang ftattfinöen, zu dem von der Wettbewerbsleitung die Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden eingeladen werden. Die ganze Aktion des Schaufenster-Wettbewerbs läßt schon jetzt erkennen, daß sich der Gießener Einzelhandel energisch bemüht, den Forderungen der Gegenwart durch gute Schaufenster-Werbung gerecht zu werden und auch damit seine Leistungssähi"- keit zu beweisen. waren du nicht regelrecht hungern willst — es scheußliche Zeiten." „Denen nun hoffentlich um so schönere folgen werden", sagte er herzlich. „Hoffentlich. Bessere als bisher auf alle Falle, dank dieser Großtante. Aber jetzt haben wir die ganze Zeit nur von mir geredet, nun muffen Sie auch mal etwas von sich erzählen. Gehören Sie hier irgendwie zur Polizei — für Flugplätze Dingen reden. Mit Ihrer Reise scheinen Sie ja sonst zufrieden zu fein." „Dazu habe ich allen Grund." Sie sah ihn nachdenklich prüfend an. Er hatte unbedingt etwas Vertrauenerweckendes. Er war groß und hager, hatte scharfe helle Augen im eckigen Gesicht, und dieses Gesicht war bei aller Verschlossenheit sehr ehrlich; dazu kam, daß die ungewöhnliche Art ihrer Bekanntschaft sie vertrauter sein ließ, als es sonst in so kurzer Zeit der Fall gewesen wäre. Sie hatte sonst niemanden, zu dem sie sprechen konnte, und war so erfüllt von dem jähen Umschwung ihrer Lage, daß sie, entgegen ihrer sonstigen Art, aus sich herausging und Peter Holk von ihrem bisherigen Dajein und dem überraschenden Testament der Großtante erzählte. Er hörte mit aufrichtiger Anteilnahme zu. „Das klingt tatsächlich wie ein Märchen", meinte er bann, „aber immerhin — nach den Zeiten vorher braucht Ihnen nun wenigstens nicht mehr vor dem Neid der Götter zu grauen. Die haben doch anscheinend einiges an Ihnen gutzumachen." „Die letzten Jahre, feit ich die Stellung in der Buchhandlung bekam, waren erträglich, aber vorher ...", ihr Mund wurde schmal. Dann sprach sie ruhig weiter: „Ich bin auch früher niemals reich gewesen, aber es war doch alles da, was man braucht — und auch ein bißchen drüber. Und wenn es bann ganz plötzlich von heute auf morgen heißt: bis bamt* unb bann mußt bu Arbeit haben, wenn o^,/Nein. Ich bin der sogenannte erste Flugleiter dieses Platzes." , r,. ,,Aha! Sie sorgen dafür, daß die Maschinen richtig landen?" . . , , . Er' schüttelte den Kopf. „Zum Heremholen der Maschinen ist der Peilflugleiter.da. Aber von ihm, das heißt von »ber Funkstelle, bekomme ich Mel- bung, wenn ein Flugzeug kommt." „Ünb bann gehen Sie hinaus unb nehmen sie in Empfang?" _ , . Ich persönlich nicht. Das ist Sache des zweiten Fl'Ügleiters unb der Assistenten. Ich kümmere wich um die Einteilung der Flugzeuge, um die Ladelisten, die Buchungen und ähnliches." „Aber neulich waren Sie doch am Flugzeug?" Also hatte sie ihn draußen bemerkt und erinnerte sich — es war ein leises, angenehmes Streicheln, das zu wissen. „Das war ein Ausnahmefall", erklärte er. „Kommissar Weber war angekündigt, und um etwaige Spione des Chamäleons nicht stutzig zu machen, habe ich ihn an Stelle eines feiner Kollegen empfangen. Sonst habe ich mit Fluggästen persönlich nichts zu tun." „Ich bin also auch ein Ausnahmefall", lachte Dina vergnügt. Sie fühlte sich froh wie lange nicht mehr. Es war alles schön heute, die Sonne, der blaue, wolkenlose Septemberhimmel, das Leben auf dem Platz mit dem Kommen und Gehen der Menschen, dem Dröhnen der Maschinen — es war ein herrlicher Tag. Wie jung sie aussieht, dachte der Mann, und wie gut ihr das Lachen steht, ihr ganzes Gesicht wird von innen heraus hell. Viele Frauen sehen töricht aus, wenn sie lachen. „Aber einer, der gern zur Regel werden darf", gab er auf ihre Bemerkung zurück. „Sieh mal an, ^Komplimente machen Sie auch?" „Gelegentlich. Als Dienst am Kunden." „Sie enttäuschen mich." „Weil ich um Ihre häufige Wiederkehr bemüht bin?" „Im Interesse Ihrer Gesellschaft?" „Ich würde nie wagen, ein persönliches Interesse in den Vordergrund zu schieben", gab er prompt zurück. Dina wurde verlegen. Kokettieren lag ihr sonst wirklich nicht. Es war die glückliche Stimmung, die sie übermütig machte. Aber jetzt hatte sie sich festgefahren. „Sind Sie schon lange in Biringen?" Er ging sofort daraus ein. „Seit einem Jahr erst. Vorher war ich in Kolumbien, bei der Scadta, so heißt die dortige Fluggesellschaft, fügte er erklärend hinzu. „Ach so, auch als Flugleiter?" „Nein, als Pilot. Aber dann packte mich die Malaria; das Klima in Baranquilla, wo ich zuletzt stationiert war, ist ziemlich ungünstig für Europäer. Und da war es natürlich aus mit der Fliegerei." „Müssen alle Flugleiter Piloten sein?" „Müssen nicht. Aber es schadet nichts, wenn sie es sind. Man hat doch manchmal den Piloten Anweisungen zu geben, die ihnen, sagen wir, etwas unbequem sind. Und da ist cs ganz gut, wenn man selbst vom Fach ist." „Das leuchtet mir ein, und es..." Sie brach ab, denn der Lautsprecher rief die Fluggäste nach Berlin. „Schon?" sagte sie ungläubig und sah auf ihre Uhr. „Weiß Gott, die zwei Stunden sind um." „Tatsächlich!" Holk hatte zuletzt ebensowenig auf die Zeit geachtet, zumal er wußte, daß rechtzeitig aufgerufen wurde; nun war er genau so überrascht wie Dina, und in sein Erstaunen mischte sich gleichzeitig etwas wie Bedauern, er hätte gern noch ein Weilchen länger neben ihr gesessen. „Sie brauchen nicht zu eilen", beruhigte er, als sie hastig aufsprang. Bis zum Start ist noch reichlich Zeit. Darf ich erfahren, was Sie jetzt für Pläne haben?" fragte er, während sie nebeneinander zum Flugzeug gingen. „Bis zum ersten Januar bleibe ich in meiner Stellung, ich habe vierteljährliche Kündigung", sagte Dina etwas eilig, „bann werde ich vermutlich wieder in die Schweiz kommen, erst zum Notar nach Luzern und nachher irgendwo Schiläufen." „Sie erzählten, daß Sie in einer Buchhandlung arbeiten. Meine alte Dame lebt in Potsdam; tiß lieft gern und viel, und ich verstehe recht wenig von Büchern. Darf ich mich Weihnachten von Ihnen beraten lassen?" „Ader natürlich!" Dina freute sich wirklich, daß sic ihm gefällig fein konnte. „Die Adresse ist: Langen- dorffsche Buchhandlung, Filiale Cäcilienstraße. Ziemlich weit im Westen", fügte sie noch hinzu. Sie mußte jetzt lauter sprechen, denn die Motoren liefen bereits. Er nickte zum Zeichen, daß er verstanden hatte. Ein junger Mann ging in Begleitung eines älteren Herrn an Dina und dem Flugleiter vorüber zum Startplatz, sie mußten ebenfalls an dem Beamten vorüber, den Böninger auf alle Fälle zur Beobachtung des Flughafens angesetzt hatte. Der Beamte musterte sie wie alle Vorübergehenden und wandte sich dann gleichgültig ab: daß der Alte mit dem Stock, auf den er sich schwer stützte, echt war, sah man auf den ersten Blick, also war cs der Junge, der ihn so respektvoll geleitete, natürlich auch. Man tut dem Kriminalassistenten Meineke Unrecht, wenn man ihn nunmehr mangelnder Beobachtungsgabe zeihen will, denn auch Böninger selbst wäre an diesem Paar nichts Besonderes ausgefallen, es sei denn, er hätte einiges von ihrer Unterhaltung auffangen können. „Sie sind ganz sicher, daß Anita den Mund hält?" fragte der Jüngere in unverkennbarer Besorgnis. (Fortsetzung folgt.) Arbeitsschau des BDM erkes im Gau Hessen-Nassau NSG. Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. die Eröffnung der ersten Arbeits schau des B D M. - W e r k e s „Glaube und Schönheit" im Gau Hessen-Nassau statt. In den Räumen des Kunstoereins Frankfurt a. M. hat der BDM. eine Heine; auserlesene Ausstellung eingerichtet, die zeigen soll, wie das BDM.-Werk im ersten Jahr seines Bestehens den ihm vom Reichsjugendführer gewordenen Auftrag erfüllt hat. Nach Worten des Hausherrn sprach Obergauführerin Else Riese über den Sinn dieser Ausstellung, die in Ausschnitten von der Leistung der einzelnen Arbeitsgemeinschaften Kenntnis geben soll. Die ausgestellten Arbeiten wurden ausschließlich aus den Arbeitsgemeinschaften und der Werkschule Urberach zusammengetragen, wo sie von einfachen Mädeln, die keine besondere Eignung mitbrachten, angefertigt worden waren. Auch die Möbel — von einem HJ -Architekten entworfen — sollen zeigen, wie der BDM .sich bemüht, Stil und Geschmack der ihm anvertrauten 18- bis 21jährigen Mädel auszurichten und zu bilden. Die Hauptaufgabe des BDM.-Werkes liegt darin, die. Mädel in den Dingen zu lenken, die sie anziehen und mit denen sie sich umgeben, d. h. den Kulturwillen der HI. in den Alltag zu übertragen. Es soll dabei nicht immer nur Neues geschaffen, sondern auf dem Lande soll auch das Bodenständige wieder ausgenommen und weiter entwickelt werden. Zum Schluß ging die Obergauführerin auf die Ausführungsbestimmungen des Jugendgesetzes ein, nach dem die 10- bis 18jäh- rigen Mädel pflichtmäßig vom BDM. erfaßt werden. Als Gliederung der Partei erfaßt das BDM.- Werk- die Mädel freiwillig auch noch bis zum 21. Lebensjahr. Die Mädel des BDM.-Werkes ergänzen sich als Angehörige einer Partei-Gliederung nicht aus der allgemeinen, sondern aus der Stamm-HI. Nach diesen einleitenden Worten der Obergauführerin wurde die Ausstellung, die bis zum 23. April geöffnet ist, zur Besichtigung freigegeben. Alle Arbeitsgemeinschaften des BDM. kommen in der Ausstellung zu Wort, oder werden durch Sonderveranstaltungen und Borträge auf ihre Tätigkeit Hinweisen. Einen breiten Raum nehmen die Ausstellungen der Arbeitsgemeinschaften Hauswirtschaft und bäuerliche Berufserziehung, Persönliche Lebensgestaltung, Werkarbeit und Volkstumsarbeit ein. In einem großen Gemeinschaftsraum sind dann noch einmal alle Arbeitsgebiete des BDM. zusammengefaßt, und hier werden auch die Sondervorführungen der Arbeitsgemeinschaften Musik, Leistungssport und Gymnastik, Auslandskunde, Gesundheitsdienst usw. stattfinden. Das Prachtstück der Ausstellung und ein Beispiel wahrhafter Gemeinschaftsarbeit ist ein großer Wandteppich, den der BDM. dem Gauleiter zum Geburtstag geschenkt hat und zu dem jeder Untergau des BDM. ein handgesticktes Wappen stiftete. Gaukulturwoche Kreis Westerau Die Veranstaltungen in Friedberg. Während der Gaukulturwoche des Kreises Wetterap findet im Wetterau-Museum in Friedberg eine Kunstausstellung statt unter dem Motto: „ Z e i t g e n ö s s i.s ch e Maler und Bildhauer aus der Wetterau". Es stellen folgende Künstler aus: Richard Mager, Wilhelm Betz, Karl Schmidt, Georg Beringer, Albert Win- disch, Ludwig Roth, sämtlich aus Friedberg; Heinz Geilfuß. Otto Franz Kutscher, Haeberlin aus Bad- Nauheim, und aus Butzbach Margret Kranz und Walter Schubert. Leiter und Gestalter der Ausstellung ist der Museumsleiter des Wetterau-Muse- ums in Friedberg, Dr. Roth. In Friedberg findet außerdem eine Ausstellung „Heimisches Schrifttum" statt, die vom Stadt-Archiv und der Stadt-Bibliothek Friedberg veranstaltet wird. vereinigen. Der DDAC. hat dazu die Ausgabe von Würstchen mit Brötchen vorgesehen. Der DDAC. hat die Fahrt, die Betreuung und die Verpflegung der Kriegsbeschädigten mit aller Sorgfalt vorbereitet. Don dem Umfang der geplanten kameradschaftlichen Aktion kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man hört, daß die Ortsgruppe Gießen des DDAC. 50 Personenkraftwagen stellt und aus dem Kreis Gießen insgesamt etwa 100 Personenkraftwagen der Mitglieder des DDAC. nach Gießen kommen und dabei gleich die kriegsbeschädigten Kameraden aus den Orten des Kreises mitbringen; außerdem werden auch aus Wetzkar 60 Personenkraftwagen erwartet. Da jeder Wagen voll besetzt werden wird, ist mit einer Teilnahme von etwa 635 Kriegsbeschädigten zu rechnen. Hinzu kommen dann die Fahrer selbst, so daß sich mit über 800 Personen eine stattliche Teilnehmerschaft ergibt Nach dem Eintreffen der Fahrzeuge auf Oswalds- garten wird eine große Aufstellung aller Fahrzeuge erfolgen, so daß sich auch rein äußerlich ein eindrucksvolles Bild bieten wird. NSLB., Kreis Gießen. Fachschaft körperliche Erziehung. Arbeitsgemeinschaft Knabenturnen. Mittwoch, 19. April, 15.30 Uhr, in der Neuen Pe- stalozzischule zu Gießen: Arbeitsgemeinschaft. Referent NSRL.-Fachlehrer S o 11 o n g. Vortrag und Aussprache. Thema: „Fußball und vorbereitende Spiele". Alle Lehrkräfte der Volks- und der Höheren Schulen des Stadt- und Landkreises Gießen, die in den Leibesübungen unterrichten, werden gebeten, teilzunehmen. Musiklehrer i. N. Franz Bauer f. Nach langem, schweren Leiden ist am Sonntag- früh im Alter von 83 Jahren der seit etwa zehn Jahren im Ruhestand lebende Musiklehrer Franz Bauer verstorben. Mit ihm ist ein Mann heim- gegangen* * **, der einer weithin bekannten alten Gießener Musikerfamilie entstammte und der noch „auf dem Turm", d. h. auf dem Turm der Stadtkirche, als Sohn des damaligen Musikers und Türmers Bauer, das Licht der Welt erblickt hat. Als Musiklehrer und Musikpädagoge von feinem künstlerischen Empfinden, sowie als begeisterter Vorkämpfer des Chorgesangs hat Franz Bauer jahrzehntelang im Musikleben unserer Stadt und darüber hinaus eine hervorragende Rolle gespielt. Seiner Kunst und seinem pädagogischen Wirken verdanken nicht nur viele Männer und Frauen den schönen Besitz ihres musikalischen Könnens, sondern auch eine Anzahl Vereine des Männerchorgesangs verdanken dem unermüdlich schaffenden Chormeister Franz Bauer bedeutsame Beiträge -zu ihrer hochentwickelten Gesangskultur. Bei seinem Wirken stand für Franz Bauer der ideelle und rein künstlerische Gesichtspunkt immer sehr stark im Vordergrund, und von dieser Grundlage aus ist sein segensreiches Wirken im Dienste der Musik überhaupt und des Chorgesangs im besonderen zu einem großen Teile bestimmend für ihn gewesen. , Im Verkehr mit seinen Schülern und Schülerinnen sowie mit den Mitgliedern der seiner Stabführung anvertrauten Vereine, aber auch mit allen anderen Volksgenossen erfreute der nunmehr Verewigte immer durch seine vorbildliche Bescheidenheit und große Hilfsbereitschaft, sowie durch seinen lauteren und aufrechten Charakter. Daher erwarb er sich in breiten Bevölkerungsschichten in Stadt und Land hohe Wertschätzung und einen großen Freundeskreis. Das Andenken an diesen echt deutschen Mann, den allezeit tatfrohen Musiklehrer und selbst freudig musizierenden Mann, den immer liebenswürdigen Menschen wird in seinem weitreichenden Freundesund Bekanntenkreis in Ehren fortleb'en. Verleihung des Treudienst-Ehrenzeichens. Dem Kassenleiter des Finanzamts"Gießen, Obersteuerinspektor Sehring, wurde das vom Führer gestiftete Treudienst-Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienstleistung verliehen. Zugleich wurden ihm der Dank und die Anerkennung des Reichsministers der Finanzen und des Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darmstadt ausgesprochen. $ür Hausfrauen und Hausgehilfinnen NSG. Es wird Klage darüber geführt, daß Hausgehilfinnen ohne Einhaltung der Kündigungsfrist ihre Stellung verlassen oder eine Stelle annehmen und kurz vorher absagen. Dies darf nicht sein! Ein Versprechen, zu bestimmter Zeit einen Arbeitsplatz anzukreten, ist gleich dem Abschluß eines Arbeitsvertrages. Ein Arbeitsvertrag muß eingehalten werden. Er kann ordnungsgemäß gekündigt werden; die Kündigungsfrist ist aber einzuhalten. Die Nichteinhaltung ist unter Strafe gestellt. Die Hausgehilfinnen werden in den Heimabenden der • Deutschen Arbeitsfront, Fachgruppe Hausgehilfen, mit den Bestimmungen des Treuhänders der Arbeit bekannt gemacht. Der Treuhänder der Arbeit hat durch Verordnung vom 25. Februar 1939 verboten: ein Arbeitsverhältnis unberechtigt vorzeitig zu.lösen; Hausangestellte zu verleiten, die Arbeit vor rechtmäßiger Lösung des Arbeitsverhältnisses zu verlassen; Hausangestellte, von denen der Haushaltungsvorstand ober sein Stellvertreter weiß oder den Umständen nach annehmen muß, daß sie noch anderweitig zur Arbeit verpflichtet sind, einzustellen. Bei Hausangestellten, die sich ohne ordnungsmäßige Papiere vorstellen, kann angenommen werden, daß sie noch anderweitig zur Arbeit verpflichtet sind; das Nichtantreten ordnungsmäßig übernommener Arbeit. Zuwiderhandlungen gegen diese Verbote werden nach § 2 der Verordnung über die Lohngestaltung auf Antrag des Treuhänders mit Gefängnis- und Geldstrafen, letztere in unbegrenzter Höhe, oder einer dieser Strafen geahndet. Ebenso macht sich der Haushaltungsvorstand strafbar, der eine Hausgehilfin einstellt, welche an einem anderen Arbeitplatz noch verpflichtet ist. Ein Appell an die Frauen. Das Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront wen- dent sich mit einem Appell an alle Hausfrauen, von den Geschäften nicht zu verlangen, daß man ihre Einkäufe ins Haus bringe. Während es für die Hausfrau meist ein Leichtes fei, ihre Besorgungen selbst nach Haufe zu tragen, würden durch das Schicken entweder ein Lehrling oder eine Verkäuferin ihrer eigentlichen Arbeit entzogen und zum Laufboten gemacht. Der Lehrling solle seine Ausbildungszeit für Nützlicheres anwenden, und durch den vorübergehenden Ausfall einer Verkäuferin würden die übrigen überlastet und bei dem Arbeitsmangel die Bewältigung der Arbeit noch erschwert. Die einsichtige Hausftau werde darum gern non sich aus weniger „Dienst am Kunden" .verlangen und nur aus berechtigtem Anlaß sich Besorgungen zuschicken lassen. Eisenbahnertagung in Gießen. Am nächsten Samstag wird der Bezirksverdand der Eisenbahn-Vereine im Reichsbahndirektionsde- zirk Frankfurt a. M. seine Bezirksfurforgetagung in Gießen abhalten. Der Bezirksverband der Eisen- bahnoereine arbeitet unter der Leitung des Reichs- bühnoberrats Krug von der Reichsbahnd'irektion Frankfurt a. M. Im Zusammenhang mit dieser Tagung bzw. im Anschluß daran wird am nächsten Sonntag der Eisenbahnverein Gießen sein 40jäh- riges Bestehen feiern. DHE. Gießen auf Wanderung. Die Aprilwanderung des VHC. Gießen führte am vergangenen Sonntag in die Marburger Gegend. Das herrliche Frühlingswetter der vorhergehenden Tage hatte eine stattliche Wanderschar von über 80 Teilnehmern auf die Beine gebracht und so ging es denn von Fronhausen aus fröhlichen Sinns in den blühenden Frühling hinein. Auf dem Wege nach Bellnhausen, das zuerst durchschritten wurde, hatte man bei der ungemein klaren Luft hübsche Blicke auf Schloß Friedelhausen, den Altenberg, das Marburger Schloß und den Rimberg. Bald war Hassenhausen erreicht, das mit seinen schönen, zum Teil mit Kratzputz versehenen Fachwerkshäusern einen überaus schmucken Eindruck macht. Auch hatte man hier Gelegenheit, die Einwohner in ihrer kleidsamen Tracht beim Kirchgang zu beobachten. Hinter dem Ort wurde das von saftgrünen, mit frischen Frühlingsblumen bestandene, wiesenumsäumte Tal der Zwester Ohm überschritten, und aufwärts ging es zum schweigenden Bergwald, der für längere Zeit die Wanderer aufnahm. Beim Austritt aus dem Wald hatte man einen überraschenden Blick auf das Hauptziel der Wanderung, den ruinenbekrönten Frauenberg. Doch mußte erst noch das im Grunde liegende Berts- Hausen durchquert werden, um sodann auf steilem Ansteig den Berg zu erklimmen, wo man sich im unteren Gasthaus der wohlverdienten Ruhe hingab. Seiber hatte sich während der Rast der Himmel bezogen, und als man sich anschickte, die sonst so herrliche Rundschau von der Burgruine zu genießen, öffnete der Himmel seine Schleusen, um sie während des Restes der Wanderung nicht wieder zu schließen. Unter strömendem Regen ging es aus bekannten Waldpfaden zum Bahnhof Marburg- Süd, von wo die Heimfahrt erfolgte. Giehener lvochenmarktpreise. * G i e ß e n, 18. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, A kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Weißkraut, A kg 17, Karotten 15 bis 16,Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, Vio 12 bis 15 Pf., Tomaten, A kg 40 bis 50, Zwiebeln 40ff- ZAHN ■PA5XA 15 bis 16, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 32 bis 35, Kartoffeln, XA kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Blumenkohl, das Stück 35 bis 45 Pf., Salat 30 bis 40, Salatgurken 80,. Rettich 10 bis 15, das Bündel 40, Sellerie, das Stück 25 bis 65, kg 50 bis 55, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf. * ** Gin Fünfundachtzigjähriger. Am morgigen Mittwoch, 19. April, kann unser Mitbürger Lokomotivführer a. D. Konrad Wörner, Rod- heimer Straße 30, bei bester Gesundheit seinen 85. Geburtstag feiern. Lange Jahre stand er im Dienste der Reichsbahn und erfreute sich bei allen Kameraden großer Wertschätzung. Seit vielen Jahren gehört der hochbetagte Mann zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen den Jubilar herzlich zum Geburtstag. ** 79 Jahre alt. Der Arzt i. R., Sanitätsrat Dr. med. Hermann Fritz, hier, Memeler Straße 4, feiert heute feinen 79. Geburtstag. Der Jubilar war bis vor einigen Jahren jahrzehntelang praktischer Arzt in Grünberg. Während des Krieges hat er dort dem Lazarett, trotz seiner ausgedehnten großen Praxis, in uneigennütziger Weise vorgestanden, und er scheute keine Mühe, den kranken und verwundeten Soldaten ihre Leiden zu lindern und ihren Aufenthalt angenehm zu gestalten. Wie sehr die Soldaten ihren „Papa Fritz" verehrten, bezeugen die an ihn gerichteten Dankesbriese. Nicht minder schätzten ihn auch feine Privatpatienten und die übrigen Volksgenossen in Grünberg und Umgegend. Sein Weggang von Grünberg wurde damals allgemein bedauert. Seit vielen Jahren gehört der Jubilar zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. Dem liebenswürdigen alten Herrn auch unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag. ** Eine Siebzigjährige. Am heutigen Dienstag, 18. April, kann Frau Lina Schmoll, geb. Steuernagel, Marburger Straße 60, in aller körperlichen und geistigen Frische ihren 70. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau ist feit vierzig Jahren treue Leserin des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag. ** Neuverpflichtungen an dasStadt- theater Gießen. Für die Spielzeit 1939/40 wurden ferner an das Stadttheater Gießen verpflichtet: Hilde Heinrich (Staatstheater Dresden) als 1. Salondame; Raul Laporte (Neuß) als Chargenspieler; Bernhard Schmitz (Frankfurt) als 1. Baß und Opernspielleiter; Hans Schewe (Wuppertal-Barmen) als 1. Chargenspieler. ** Näch sten Do nnerstag kein Wochen- markt. Am kommenden Donnerstag, 20. April, fällt der übliche Wochenmarkt in Gießen aus. 6Ö Bemberg-Hemden Vornehm Persönlich Brühl'sche RASIERCREME Gr.Tube RM.O.5O Einspaltige Kleinanzeigen werben »um er. mähiglen Grund. Dreis von 5 Df. fürdieMillimeter« »eile veröffentlich» Selbstbinder knitterfrei und reine Seide, in großer Auswahl am Lager Baue gut.... mit Ab ermann Edgar Borrmann Bieten, Neostadt 5-7, Hol 41650.4156 ____________________________'_______________2821 A Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Pas gule u.preisgünslige Fachgeschäft fürSitbltruXItingariner Sporthemd aus Viskoiin CQQ besonders preiswert.....3 Sporthemd aus Bemberg AQ0 in mod. Ausmusterung .. U Sporthemd, Bemberg- Popeline, besond. elegant 090 und haltbare Qualität... O Oberhemd mit 2 Kragen, ’"775 Bemberg. ein Schlager .. / Oberhemd mit 2 Kragen, f)75 Bemberg, Bielef Qualität -z Die Eschenstammhviz - Versteigerung der Gemeinde Reiskirchen (Kreis Wetzlar) findet nicht Donnerstag, den 20., sondern Samstag, den 22. d. 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