Nr. 270 Erstes Blaff 189. Jahrgang Keitag, 17. November 1939 Erlchemr rügllch, außer Sonntags und Feiertags Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Rrantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruÄ und Verlag: vrühlsche Univerfitättdruckerei «.Lange in Stehen. Schrtftleitung und Seschäftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeige« ffli die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg.25°/v mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rps. Mengenabschlüsse Staffel B Englische Wirtschastssorgen von — R. E. Spürbarer Mangel an Futtermitteln. - Starkes Anziehen der Kleinhandels-, Gas- und Strompreise. rung ist zusammengetreten, um über die Moskauer Verhandlungen zu beraten. Hierzu sind auch die Führer der Parlamentsgruppen hinzugezogen worden. Die finnischen Gegenvorschläge werden erst veröffentlicht, wenn sie eine eventuelle Weiterführung der russisch-finnischen Verhandlungen nicht mehr ungünstig beeinflussen können. Japan verschärft Blockade der britischen Konzession in Tientsin. die Einfuhr gewisser Genußmittel wie Apfelwein und Einmachgurken verboten. Finnische Berteidigungsanleihe überzeichnet. Sztcll) Glowny. t .... Soweit der über die Absichten des englischen Kriegsschiffes außerordentlich gut informierte polnische Gesandte. Was ergibt sich hieraus? 1. Schon am 19. August rechnete England so bestimmt mit dem Ausbruch eines Krieges mit Deutschland, daß es in das ferne Brasilien einen Kreuzer zur Abschneidung der deutschen Zufuhr aus diesem Lande volle 14 Tage vor Kriegsausbruch schickte. Daß dabei davon die Rede ist, daß N e u y o r k, 17. Nov. (Europapreß.) Die japanischen Militärkreise haben, wie „New York Times" aus Schanghai meldet, die Blockade der britischen Konzession von Tientsin verschärft. Den Engländern würden neue Demütigungen bereitet. Die japanischen Wachen verlangten jetzt von den Engländern die Bezahlung einer Durchfahrtsgebühr von hundert Dollar für jeden Lastwagen, der die Blockade passiere. Zn Peking seien Flugschriften angeschlagen worden, die die Abreise aller Eng- der für solche Zwecke bestimmte Kreuzer „Asax" sich ungefähr 14 Tage in Rio de Janeiro aufhalten würde, ist hierbei besonders pikant, da dies ein schlagender Beweis für den Willen Englands auf Kriegs beginn anfangs September 1939 ist. 2) England war schon im Fr i ed e n, unabhängig von irgend welchen deutschen Prisen- und U-Bootsmaßnahmen, fest entschlossen, völkerrechtswidrig die Lebensmittelzufuhr Deutsch» lands von Südamerika abzuschneiden und einen erbarmungslosen Krieg gegen die Frauen und Kinder Mitteleuropas zu führen. Englands Erklärungen, es handele sich bei seinen völkerrechtswidrigen Aushungerungsmaßnahmen um Repressalien, sind völlig hinfällig. England hat den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland systematisch geplant, ym ihn sofort mit Ausbruch des Krieges mit aller Schärfe einfetzen lassen zu können. 3. Es ist deutscher, kaufmännischer und technischer Tüchtigkeit und der Güte der deutschen Waren in den letzten Jahren im wachsenden Maße gelungen, einen wichtigen Platz im südamerikanischen Wirtschaftsleben einzunehmen. Der amerikanische Handel wurde durch die deutsche Handelsausdehnung in Südamerika praktisch in keiner Weise getroffen, fo sehr auch von interessierter englischer Seite das Gegenteil behauptet wurde, um Amerika gegen Deutschland aufzuhetzen. Aus dem vorliegenden Dokument ergibt sich, daß der Krieg für England ein hochwillkommener Anlaß war, um in Südamerika den deutschen Handelseinfluß möglichst auszuschalten und selbst an seine Stelle zu treten. Wie »eine Ironie wirkt allerdings der Schlußsatz des Berichtes, ans dem sich ergibt, daß die Brasilianer sich bemühten, für den von England ab gedrosselten deutschen Handel nichtEngland eintreten zu lassen, sondern dafür die Vereinigten Staaten von Nordamerika einzuschalten, so daß die englische Rechnung wiederum wie im Weltkrieg sich als emo völlige Fehlrechnung erweisen wird. Russisch-japanische Verhandlungen Versuch zu einer Verständigung aus breiterer Grundlage. ftoffen und Lebensmitteln nach Deutschland Und Italien zu unterbinden. Eine eventuelle Blockade der Küste Brasiliens würde sich sehr negativ auf die Versorgung der Achsenmächte mit ausländischen Rohstoffen auswirken. Wie nämlich die Gesandtschaft schon mitteilte, wird ein Drittel des deutschen Bedarfs an Baumwolle und Kaffee durch Brasilien gedeckt. Das gleiche gilt — jedoch in geringerem Maße — für solche Artikel nne Früchte, Oelfamen, Fette, Wolle, Reis, Gefner- fleisch, Eisen- und Manganerze, deren Ankäufe durch Deutschland in Brasilien während der letzten Monate sehr gestiegen sind ... Im Zusammenhänge hiermit kann man neuerdings Bemühungen maßgebender brasilianischer Kreise dahingehend feststellen, nähere Handelsverbindungen mit den Vereinigten Staaten auszunehmen, um dort einen Ersatzmarkt zu erwerben; so z B. für die Ausfuhr brasilianischer Rohstoffe wie für die Einfuhr von industriellen Artikeln, die Brasilien wegen seiner schwach entwickelten inländischen Industrie nicht produziert. Der Gesandte der Republik Polen Dr. Tadeuß Stowronski. Abdrucke: M. S. Z. D. D. K. Sk/Se _ „ , An den Herrn Außenminister in Warschau In den Hafen von Rio de Janeiro lief in diesen Taaen der englische Kreuzer „A j a x ein, der nach Informationen der Gesandtschaft der Republik Polen sich im hiesigen Hafen ungefähr vierzehn Tage au halten wird. Bezeichnend ist, daß die Besatzung des'Kreuzers Ajax" sich f° verhalt als befärLe sie sich im Zustand äußerster Bereitschaft, wobei die Verproviantierung des Schiffes täglich erneuert wird. Nach m Rio umlaufenden Gerüchten soll tm F alle desK r t eg 5» ausbruches der Kreuzer „Ajax neben anderen britischen Flotteneinheiten den P atro uil^ lendienst längs der brasilianischen K üst e übernehmen, um somit die Zufuhr von Roh- Aufschlußreicher Ookumentenfund in Warschau England hat die Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Kinder schon im August geplant und vorbereitet. Schanghai, 16. Nov. (DNB.) Westlich Pakhoi im Golf von Tonking sind japanische Truppen an mehreren Stellen glatt gelandet. Der Zweck dieser Operation in Südchina ist, durch die Provinzen Kwantung und Kwansi bis weithin nach Dünn an vorzustoßen und dort die letzten großen Zufuhrwege für China abzuschneiden. Diese weit gesteckten Ziele des japanischen Operationsplanes erregen in Schanghai, von wo immer noch viele Geschäftsverbindungen über Jndochina nach Tschungking bestehen, aroßes Aufsehen, während in chinesischen Kreisen Zweifel laut werden, daß Japan imstande ist, die Truvpenmasse, die angesichts der Entfernungen, des schwierigen Geländes und des Widerstandes der gut ausgebildeten Kwangsitruppen notwendig ist, frei zu machen. Die japanischen Truppen drangen, ohne nennenswerten Widerstand zu finden, 50 Kilometer in nördlicher Richtung landeinwärts vor. Der Hafenort Pakhoi wurde ohne Kampf besetzt. Die chinesischen Truppen, deren Stärke auf 100 000 Mann geschätzt wird, ziehen sich aus dem flachen Küstengebiet zurück. A m st e r d a m, 16. November. (DNB.) Infolge ' wes deutschen U-Bootkrieges und des damit England aufgezwungenen umständlichen Geleitsystems sft, wie „News Chronicle" meldet, in weiten Gebenden Englands ein solcher Mangel an Fut- ermitteln — insbesondere an Oelkuchen — aufgetreten, daß die Bauern bereits dazu überge- zangen find, Milchkühe abzuschlachten. Das Landwirtschaftsministetium gebe zwar eine gewisse Futtermittelknappheit zu, behauptet jedoch, daß Niefer Zustand „nur vorübergehend" sei. „Financial News" warnt erneut vor einer I n - l a t i o n in England. Es sei gegenwärtig in Groß- •ritannien einfach unmöglich, irgend eine Gattung )*on Derbrauchsgütern ausfindig zu machen, die iion dem allgemeinen Ansteigen der Preise unbe- geblieben seien. „Kaufe fetzt, bevor die Preise nsteigen", das sei das Schlagwort der britischen Kleinhandelsgeschäfte. Die beträchtlichen Preiserhöhungen für die wichtigsten Lebensmittel seien begleitet gewesen von einer höheren Besteuerung des Zieres, des Tabaks, aber auch Salz, Mehl und Käse seien teuerer geworden. Eine weitere Be- lllstüng stelle die Erhöhung der Kohlenpreise dar and das scharfe Anziehen des Gaspreises um 25 v. H. Die Strompreise werden ebenfalls steigen, weil wie Produktionskosten erheblich ansteigen. Der Kleinhandel in London fei um nahezu 28 v. H. zurück- begangen. In der Hauptsache infolge der Evakuie- -‘urrg und der Verdunkelung. Diese habe zu einer cheblichen Abnahme d e s Stromverbrauches geführt. Auch haben die Londoner Lichtfpiel- cheater große finanzielle Nachteile erlitten. Die Der- ''unkelungsmaßnahmen in London verursachten chnen im Jahr einen Schaden von 25 000 bis 30 000 Pfund Sterling. Die LlSA.-SHissahtt tyürt die Folgen der Aufhebung des Waffenembargos. Washington, 16. Nov. (Europapreß). Die Wirtschaftsnöte der neutralen Länder Europas, wie ve durch das kürzlich erfolgte Ersuchen Irlands, -ine Häfen von der für USA.-Schiffe gesperrten Kriegszone auszunehmen, klar in Erscheinung Taten, rücken nach den Besprechungen des bel- ifdien Botschafters mit UnterstaatssekretarSumer Wells in den Mittelpunkt des politischen Interesses. In Regierungskreisen wird der Versuch ge- -iacht, diese Wirtschaftsnöte in kräftigen Farben zu -tcden, um so trotz der Weigerung Roosevelts doch Lod) eine Genehmigung für den Flag- : enwechsel herbeizuführen. Isolationistische »reife weisen allerdings mit Nachdruck darauf hin, !.aß die Beweisführung dieser Kreise lückenhaft sei. Sie unterschlage völlig, daß die eigen t l i ch e Ursache der von ihnen ins Treffen geführten Schäden in der Aufhebung des Waffen- Ausfuhrverbots zu erblicken sei. Erst diese Aufhebung des Waffenembargos habe infolge der üarry-Klaufel die jetzt so lebhaft bedauerte Denach- Liliauna der nord amerikanischen Schiffahrt zur Folge gehabt. Der Besuch des belgischen Bot- ihafters im Staatsdepartement diente, wie vermutet, einer umfassenden Besprechung der durch :-as Neutralitätsgesetz geschaffenen Lage. Ein dänischer Bericht von der englischen „Front". auch in Tokio in einer „besseren Atmosphäre" stattfinde als bisher. Der Sprecher ließ dabei die Möglichkeit zu, daß in der Fortentwicklung auch die Lage in China und Handelsvertragsmöglichkeiten erörtert werden könnten. Manischer Vorstoß in Südchma. Truppenlandung bei Pakhoi. Tokio, 16. Nov. (DNB.) Der japanische Außenminister Nomura hatte eine Unterredung mit dem russischen Botschafter Smotanin. Dieser soll die grundsätzliche Bereitschaft Moskaus zur Regelung der politischen und wirtschaftlichen Fragen erklärt haben, die bereits Gegenstand von Verhandlungen zwischen Botschafter Togo und Molotow gewesen seien Ausgehend von der bevorstehenden Konferenz in Tschita zur Regelung der Grenzen zwischen Mandschukuo und der Äußenmongolei, würden auch die übrigen ©re ns frag en einer Revision unterzogen. Gleichzeitig würden in Moskau und Tokio fortlaufende Besprechungen zur vertraglichen Neuregelung der Fischerei- und Oelkonzessionen geführt werden. Da beide Seiten zum Ausgleich grundsätzlich bereit seien, sei die Voraussetzung zu einer späteren Verständigung auf breiterer Grundlage gegeben. Ein großer Teil der japanischen Presse bespricht die Erfolg aussichten der japanisch-sowiet- russischen Verhandlungen. Sie drückt dabei die Bereitwilligkeit Japans aus, in einen Ausgleich mit der Sowjetunion zu kommen. Tokio Nitschi Nitschi sagt, die Zeit für die Bereinigung der Beziehungen' beider Länder sei reif. Hotschi Schimbun hebt hervor, daß Amerika und England anscheinend versuchten, die Lage Japans im Stillen Ozean und im Fernen Osten mög- lichst schwierig zu gestalten. Verhandlungen mit Amerika und England würden lediglich bedeuten, daß Japan Beschwerden und Klagen entgegenzunehmen habe. Der Sprecher des japanischen Außenamtes betonte auf Anfragen von amerikanischen Pressevertretern, daß die japanisch-sowjet- russifche Unterhaltung sowohl in Moskau als Freihandel in Fesseln. Es ist noch gar nicht lange her, daß England sich mit geblähtem Stolz rühmte, das klassische Land des Freihandels zu sein. Mit dem Hochmut des reichen Mannes sah England auf alle anderen Staaten herab, die sich — gewollt oder gezwungen — zu einer anderen Wirtschaftsordnung bekannten. Was der Vater der liberalistischen Freihandelslehre, Adam Smith, einstmals im Jahre 1776 als richtig erkannt zu haben geglaubt hatte, daran hielten die Engländer in ihrer gewohnten konservativen Strenge fest. Es muß allerdings zugegeben werden, daß für lange Perioden der Welt- aeschichte dieser treu gehütete Freihandel für England sehr einträglich war und der Londoner City die Stellung eines Weltbankiers verschaffte. Hoch über allen Währungen der Erde thronte das Pfund und war der alleinige Maßstab, an dem sich der gesamte Welthandel ausrichtete. Aber schon im Jahre 1931 mußte England den Goldstandard verlassen und das Pfund abwerten, was die erste Verwirrung in den zum sogenannten Pfundblock zusammengefaßten Ländern hervorrief. Anfangs des Jahres 1939 erfolgte eine Aenderung in der Bewertung der Goldbestände der Bank von England, wodurch abermals neue Beunruhigungen auf dem internationalen Geldmarkt hervorgerufen wurden. Der Pfundkurs ging zurück. Die Machtstellung, die sich der Dollar langsam zu erringen gewußt hatte, wurde dadurch erheblich gestärkt, was in den ungeheuren Goldverschiffungen nach den USA. sichtbar zum Ausdruck kam. Bedeutete dieses Aufrücken des Dollars bereits eine starke Fessel des englischen Freihandels, so traten zu dieser einen noch weitere Fesseln hinzu, als England anfangs September 1939 erklärte, mit Deutschland im Kriegszustand zu stehen. Die erste Auswirkung dieses uns aufgezwungenen Krieges war für England, daß ein flucht artiges Verlassen des Pfundblockes einsetzte. Mitte 1938 hatten zu diesem Pfundblock noch folgende Länder gehört: Aegypten, das Britische Reich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irak, Iran, Island, Japan, Lettland, Mandschukuo, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Siam. Im Oktober 1939 war der Pfundblock auf die folgenden fünf Länder zusammengeschrumpft: Aegypten, Britisches Reich, Frank- reich, Irak, Portugal. Nichts kann wohl die Einengung des englischen Freihandels und den Niedergang der englischen Wirtschaft besser aufzeigen als diese nüchterne Aufstellung. Aber es kam für England noch schlimmer. Zur Flucht aus dem Pfundblock und zum weiteren Absinken des Pfundkurses kam die von England amtlich eingeführte Devisenkontrolle. Mit wie viel Hohn hatte doch England gerade die Devisenkontrolle anderer Staaten übergossen! Nun mußte das stolze England diese einschneidende Finanzmaßnahme selbst einführen! Die Ereignisse in der englischen Wirtschaft überstürzen sich aber noch mehr: Warenüberwachung, Nahrungsmittelkontrolle, Treibstoffkontrolle und Ausfuhrüberwachung waren weitere Folgen des Kriegszustandes. Auch ein Kopenhagen, 17. Nov. (Europapreß.) Vier Iranische Journalisten, die vor 14 Tagen London »erließen, um sich a u f E i n l a d u n g d e s en g = ischenKriegsministerium 5 an die West- iront zu begeben, sind nunmehr aus Frankreich aus tyre Londoner Posten zurückgekehrt und habest Ihren Lesern einen Abschlußbericht vor gelegt. Die Berichte lassen erkennen, daß die englischen Lrup- ^en vor einer Gefahr stehen, die zu bannen die rfte Aufgabe der Offiziere ist: D e m o r a l i s i e - •ung infolge Kampfesunlust. Der Der- ireter von „Politiken" sagt in seinem Bericht: »Nachdem die englischen Stellungen gegraben worben sind, lassen die Offiziere die Gräben wieder juwerfen, damit die Soldaten beschäftigt werden und nicht dem Müßiggang zum Opfer fallen. Die ersten Tage des Feldzuges waren ziem- üch verschleiert von den politischen Erklärungen, dieser Krieg sei ausschließlich gegen den Hitlerts- mus gerichtet, aber ein englischer Soldat stehe nicht Tag und Nacht Wache, nur well man ihm erzählt nabe, daß das deutsche Volk einen Führer bekommen habe, für den es zu gut sei. Der Korrespondent :ier „National Tidende" vertritt die gleichen Ansichten. London hebt die Lebensmitteleinsuhrzölle aus. Washington, 17.Nov. (Europapreß^) Nach -iner Mitteilung der amerikanischen Botschaft m London hat die englische Regierung angesichts üer wachsenden L e b e n s m i t t e l k n a p p- । e i t bis auf weiteres sämtliche Einfuhrzölle und innere Einfuhrbeschränkungen auf fast alle Lebensmittel, darunter Fleisch, getrocknetes Gemüse, Früchte und Fruchtsäfte aufgehoben. Dagegen wurde B e r l i n, 16. Nov. (DNB.) Amtlich wird verlautbart: Trotz der systematischen Aktenvernichtung die das polnische Außenministerium vor der Einnahme Warschaus voraenommen hatte, um alle wichtigen diplomatischen Akten beiseite zu schaffen und zu beseitigen, sind eine Reihe interessanter Dokumente in die Hand der deutschen Behörden gefallen, die tm Augenblick einer gründlichen Durchsicht unterzogen werden. Eines der ersten Dokumente, das uns m die Hände fiel, ist der nachstehend in fernen wichtigsten Teilen ab gedruckte Bericht des ehemaligen polnischen Gesandten in Rio d e I a n e i r o vom 19. August 1939. Es heißt hier wörtlich: Gesandtschast der Republik Polen in Rio de Janeiro. Rio de Saniert), den 19. August 1939. Rua Cosme Velho 95. Z/Br/24 betr. die eventuelle Abschneidung Deutschlands von der südamerikanischen Rohstoff- zusuhr tm Kriegsfalls Surier Kopie — mit Luftpost. Geheim. Helsinki, 16. November. (Europapreß.) Die Zeichnung der finnischen 500 - Millionen - Anleihe ist abgeschlossen worden. Don verschiedenen Danken sind allein am letzten Tage 50 Mill, gezeichnet worden. Die Einzeichnungslisten liegen noch nicht vor, aber es ist heute schon anzunehmen, daß die Anleihe mit mindestens 100 Millionen „ . überzeichnet wurde. — Die finnische Regie-'länder aus Nordchma verlangten. Schiffahrtsminister wurde ernannt, der nichts an» deres darstellt als den Diktator der englischen Handelsflotte! Welchem Engländer mag sich bei dieser Fesselung des überlieferten und heiligen Freihandels nicht das Herz im Leibe umgedreht haben? Indessen tröstete man sich in England damit, daß man ja nunmehr alle jene Maßnahmen ergriffen hätte, die den autoritären Staaten zu neuer Wirffchafts- blute verhalfen hatten. Doch bis auf den heutigen Tag wartet England auf ein Wiederaufblühen feines Handels. Und so kommt es zu den lauten und aufbegehrenden Klagen der englischen Wirt- schaftswelt, wie sie tagtäglich aus den englischen Zeitungen zu uns herüberklingen. Woran liegt es nun, daß die Wirtfchaftsmaß- nahmen, die den autoritären Staaten zum Segen gereichen, in England so jäh versagen? Die Antwort ist leicht zu geben: England verwechselt Zwangswirtschaft mit Wirt- schaftslenkung! Wenn sich England über die deutsche „Zwangswirtschaft" lustig gemacht hat, so hat es eben nie den Sinn einer organisch gewachsenen, auf weltanschaulicher Grundlage beruhenden Wirtschaftslenkung und Marktordnung begriffen. Das bekannte Wort: „Oft kopiert — nie erreicht!" muß daher auf alle englischen Maßnahmen so lange zutreffen, als England nicht von einem festen Führerwillen regiert wird und in sich ein geschlossenes Volk darstellt. Wie weit England davon entfernt ist, bedarf nicht der Ausführung. Nun wird Englands Wirtschaft gewiß nicht auf einen Schlag wie ein angeschossener Fesselballon zusammenbrechen. Dennoch gleicht der höher und höher steigende Dollar einem Warnsignal, das den kommenden Sturm ankündigt, der auch über „Old England" dahinbrausen wird: der Sturmwind der neuen Zeit, vor der England wie der Vogel Strauß den Kopf hartnäckig unnb verbissen in den Sand steckt. D. S. Oie Selbstverwaltung der gewerblichen Wirtschaft. Tagung der Handwerkskammerpräsidenten Berlin, 16. Nov. (DNB.) Auf der Arbeits- tagung der Handwerkskammerpräsidenten gab Reichshandwerksmeister Schramm einen Heber- blick über die Leistungen und die Entwicklung des Handwerks und umriß die Grundlagen und Gegenwartsfragen der handwerklichen Selbstverwaltung. Ergänzt wurden seine Ausführungen durch Arbeitsberichte eines Landeshandwerkmeisters, eines Kammerpräsidenten und eines Reichsinnungsmeisters (Samer« Frankfurt a. M., Michel» Hannover, Feuerbaum - Dortmund). Staatssekretär Dr. Land fried bekannte sich restlos zum Gedanken der Selbstverwaltung in der gewerblichen Wirtschaft, und zwar zu einer richtig verstandenen Selbstverwaltung, die im großen Rahmen verantwortlich wirkt und sich für das ganze einfetzt, wobei sie vom zuständigen Reichsminister geführt und betreut wird. Die Krieasaufträge müßten so weit wie möglich gestreut werden; der handwerkliche Betrieb würde dabei nicht zu kurz kommen, zumal das Handwerk in vorbildlicher Weise schon in den Jahren vor Kriegsausbruch den Weg der Bildung von Gemeinschaftseinrichtungen beschritten habe. Niemand dürfe Aufträge übernehmen, deren Er- fullung er nicht gewachsen fei; wo sich ein Vermittlerunwesen oei Kriegsaufträgen zeigt, werde es entsprechend den eindeutigen Befehlen des General-Feldmarfchalls Göring mit Stumpf und Stiel aus gerottet werden. Bei der Rohstoffverteilung habe die Organisation der gewerblichen Wirtschaft mit aller Sorgfalt und Umsicht dafür zu sorgen, daß stets der dringlich st e Bedarf bevorzugt berücksichtigt werde. Arbeitstagung der Hochschulrektoren. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Reichsminister R u st hatte die Rektoren der wissenschaftlichen Hochschulen des Großdeutschen Reiches zu einer Arbeitstagung nach Berlin zusammengerufen, die unter der Leitung von ^-Oberführer Ministerialdirektor Professor Dr. Mentzel stand. Sie hatte u. a. die Ausgaben zum Gegenstand, die sich aus der Fortsetzung des Unterrichts- und des ForschPigsbetriebes wSH- rend des Krieges ergeben. Hierbei wurden die notwendigen Maßnahmen, die in der Zwischenzeit getroffen worden waren, eingehend besprochen. Reichsminister R u st gedachte zunächst des an Der Ostfront gefallenen Rektors der Technischen Hochschule Hannover, Simons, und der anderen an der Front gefallenen Hochschullehrer und begrüßte erstmalig als Teilnehmer dieser Arbeitstagung den Rektor der Technischen Hochschule und Dekan der Medizinischen Akademie in Danzig. Mit packenden Worten gab der Minister sodann einen Ueberblid über die politische Lage, wobei er die Aufgaben betonte, die der Rektor heute als verantwortlicher Führer feiner Hochschule hat. Anhand einer Rückschau in die deutsche Geschichte wies er als ihr entscheidendes Problem das treue Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft nach. Am Schluß der Arbeitstagung wurden ihre wesentlichen Ergebnisse in einigen Leitsätzen zusammengefaßt. Kleine politische Nachrichten. Der sozialistische Abgeordnete Barthe hat einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem verlangt wird, daß alle Ausländer, die in Frankreich seit drei Monaten vor dem Kriegsbeginn ansässig waren, zum Militärdienst herangezo« g e n werden sollen. Im Falle der Weigerung hätten diese Ausländer Frankreich innerhalb eines Monats zu verlassen. * Wie Associated Preß aus Honolulu (Hawai) tnek bet, fuhren sechs neue U-Boote der USA. am Mitd woch nach Manila (Philippinen) ab, um das Ost- asiengefchwader zu verstärken. Ein U-Boottender ging bereits in der vorigen Woche ab. Die Verlegung der U-Boote nach Manila mar seit langem geplant. Wie das ägyptische Blatt „Misri" meldet, soll der türkische Staatspräsident Ismet Jnönü die Absicht haben, Bagdad, der Hauptstadt des Irak, einen Besuch abzustatten. Auf der Rückreise soll er auch die Libanonrepublik^besuchen. Nach Meldungen aus Addis Abeba sind in bei Gegend von Dfchimma 50 Kleinbauernsiedlungen fertiggestellt worden. Man erwartet in Kürze die Ankunft von 50 Bauernfcrmilien mit insgesamt 500 Köpfen aus Italien, die den Kern der Kolonisation in diesem Gebiet bilden sollen. ♦ Brasilien beging heute in zahlreichen Festlichkeiten die 50-Iahr-Feier der Grün« düng der Republik. In Rio de Janeiro wurden die Feiern durch eine große Militärparade vor Präsident Vargas, dem Diplomatischen Korps und Sonderdelegationen der Heere Chiles und Columbiens eingeleitet. Zur Teilnahme an dieser Parade hatte USA. sieben Großkampfflugzeuge mit einer USA.-Militärmission an Bord schicken wollen. Diese Flugzeuge wurden aber durch Regenwetter in Assuncion zurückgehalten. ♦ In Kürze werden in Czernowitz Vertreter der Deutschen Reichsbahn, der sowjetrufsischen Staatseisenbahn und der rumänischen Eisenbahnverwal« tuna zusammentreten, um über die Wieder- erof f nun g des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Czernowitz—Lemberg—Krakau zu verhandeln. Ferner soll über Erleichterung für den rumänischen Export gesprochen werden. Starker Andrang zur vormilitärischen Ausbildung der SA. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Auf Befehl bei Stabschefs haben die Hauptämter, Führung und Verwaltung der Obersten SA.-Fährung, in den letzten Tagen Besprechungen mit den SA.« Gruppen abgehalten, wobei alle Fragen des Einsatzes der SA. an der inneren Front und vor allem die Richtlinien für die vormilitärische Ausbildung eingehend erläutert wurden. In allen Gruppen konnte festgestellt werden, daß die Bereitwilligkeit der militärisch noch nicht ausgebildeten Männer über 18 Jahr, sich neben ihrer beruflichen Arbeit bei der SA. auf den Waffen gang vor zu bereiten, außerordentlich groß ist. Neutrale Verkehrsflugzeuge erhalten orangefarbenen Anstrich. Amsterdam, 17.Noo. (DNB.) Wie der „Te- legraaf" berichtet, werden ab 1. Dezember die holländische Luftfahrtgesellschaft K. L. M., die b e l- gische Luftfahrtgesellschaft „Sabena" und die schwedische Gesellschaft AETA ihre Flugzeuge, um sie als neutrale Verkehrsflugzeuge zu kennzeichnen, mit Orangeanstrich versehen. E§ wird angenommen, daß auch die dänische Luftfahrtgesellschaft dieselbe Regelung treffen wird. Das holländische Kabinett prüft die internationale Lage. Amsterdam, 16. Nov. (Europapreß.) Das holländische Kabinett trat zu einer Sitzung zusammen, um die internationale Lage, insbesondere im Hin- Ausgezeichnete Hackfruchternte. Ein neuer Erfolg im Abwehrkampf gegen die Aushungerung. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt mit: In dem Abwehrkampf gegen den englischen Aus- hungerungswillen ist ein neuer großer Erfolg errungen worden. Nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes hat die Hackfruchternte 1939 in Großdeutschland ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die gesamte Kartoffelernte 1939 wird nach den vorliegenden Schätzungen 56,3 Millionen Tonnen betragen, d. h. ebensoviel wie die sehr gute Ernte 1938, obwohl die diesjährige Anbaufläche um 113 000 Hektar ober 3,5 v. H. kleiner war als im Jahre 1938. Bei den Zuckerrüben wird in diesem Jahr mit insgesamt 17,4 Millionen Tonnen ein Rekordertrag erwartet, obwohl auch fyber die Anbaufläche aus Mangel an Arbeitkräften etwas zurückging. Die Vorjahrsernte belief sich auf 17,2 Millionen Tonnen. Die Futterrübenernte 1939 ist ebenfalls gut ausgefallen, erreicht allerdings mit 39,5 Millionen Tonnen nicht ganz die besonders gute Ernte 1938. Gegenüber der Zeit vor der Erzeugungsschlacht, die in den Jahren 1928/35 im Altreich einen Durchschnittsertrag von 42,1 Millionen Tonnen aufwies, bedeutet die diesjährige Kartoffelernte mit 51,5 Millionen Tonnen Mtreich) eine Ertragssteigerung um 9,4 Millionen Tonnen. Die Zuckerrübenernte 1939 übertrifft im Altreich mit 15,6 Millionen Tonnen die Durchschnittsernten der Zeit vor der Erzeugungsschlacht (1928/35) von 10,2 Millionen Tonnen um 5,4 Millionen Tonnen. Die F u 11 e r r ü b e n e r n t e 1939 liegt im Alt- reich mit 36,5 Millionen Tonnen um über 4,6 Millionen Tonnen über dem Durchschnitt (1928/35) der Ernten vor der Erzeugungsschlacht. Die ausgezeichnete Hackfruchternte des Jahres sichert demnach nicht nur bie Versorgung Deutschlands mit Eßkartoffeln und Zucker, fonbern schafft über die Sicherung der Futterversorgung unserer Vieh- unb vor allemSchweine bestände auch bie Voraussetzungen für eine befriegenbe Versorgung mit Fleisch unb Schweinefett im Winter 1940/41. Allein ber Kartoffelmehr- ertrag von 9,4 Millionen Tonnen im Jahre 1939 gegenüber ber Zeit vor der Erzeugungsschlacht macht bie Einfuhr von 2,37 Millionen Tonnen Futtergetreide entbehrlich. In dem gleichen Sinne stärkt auch neben der Sicherung unserer Zucker- versorgung die ausgezeichnete Zuckerrübenernte unsere Futterversorgung. Besonders zu würdigen ist bie Tatsache, daß bie Kartoffelernte trotz u n - günstig st er Witterung im Oktober und trotz des Mangels an Arbeitskräften und Gespannen jetzt praktisch, von kleinen Resten abgesehen, als beendet betrachtet werden kann. Diese außerordentliche Leistung ist neben den zahl- reichen Hilfskräften vor allem dem unermüdlichen Einsatz unseres Landvolkes zu danken. Einheitliche Regelung der Pflichtversicherung für Kraftfahrer. Berlin, 16. Nov. (DNB.) Ein neues Gesetz über die Haftpflichtversicherung bestimmt, baß vom l.Juli 1940 ab jeher Halter eines Kraftfahrzeuges — Kraftwagen, Motorrad — ober eines Anhängers gegen Haftpflicht versichert sein muß. Die Versicherung muß auch die Haftung des berechtigten Fahrers mit umfassen. Es wird nicht eine öff entliche Zw an gs Versicherung-- anftalt geschaffen, die Versicherung wickelt sich vielmehr auf privatrechtlicher Grundlage zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer ab Die Mindestoersicherungssumme wird in einer Durchführungsverordnung geregelt werden. Dabei werden die einzelnen Fahrzeugarten verschieden behandelt werden. Die Benutzung eines nichtversicherten Fahrzeuges wird strafrechtlich geahndet werden. Künftig muß jeder Haftpflichtversichei^e ein Schaden ser ei gnis, das Ansprüche eines Dritten jur Folge haben kann, binnen einer Woche seiner Versicherungsgesellschaft anzeigen. Er darf also wie nach bisherigem Recht abwarten, bis der Geschädigte an ihn herangetreten ist. Ohne Zustimmung des Geschädigten kann die Haftpflichtversicherungssumme nicht mehr an den Schädiger gezahlt werden, sie verbleibt also immer dem Geschädigten. In allen Fällen, in denen der Versicherer an sich an den Versicherungsnehmer nach dem Vertrage nichts zu leisten vrauchte, bleibt er in Ansehung des Geschädigten zur Leistung verpflichtet. Dafür kann der Versicherer sich aber an den Versicherungsnehmern schadlos halten. Der G e • schädigte muß im Falle der Pflichtversicherung künftig ebenfalls dem Versicherer Anzeige machen, wenn er den Schädiger in Anspruch nimmt. Den Versicherer kann der Geschädigte bei den zuständigen Behörden leicht feststellen. Außerdem muh ber Geschädigte dem Versicherer Auskünfte über den Unfallhergang und bie Höhe seines Schabens erteilen. Wenn der Geschädigte den Schädiger gerichtlich in Anspruch nimmt, oder einen Vergleich mit ihm schließen will, wird er den Versicherer hiervon zu verständigen haben, damit er nicht die Gefahr eines doppelten Prozesses läuft. Bisher konnten die Insassen eines Kraftwagens im Falle eines Unfalles nur dann Ansprüche gegen den Wagenhalter erheben, wenn sie ein Verschulden des Fahrers nachweisen konnten. Das wird jetzt für diesenigen öffentlichen Verkehrsmittel, die Fahrgäste entgeltlich befördern, geändert, d.h. Unternehmer von Kraftfahrdroschken, Autobussen usw. haften ihren Insassen gegenüber auch ohne Verschulden, wie dies bereits bisher bei Eisenbahn und Straßenbahn ber Fall ist. Für Schwarzfahrten des angestellten Chauffeurs oder solcher Personen, denen er den Wagen überlassen hat, soll der Halter stets haften. Das bisherige Recht, nach dem auch in solchen Fällen nur der Schwarzfahrer haftete, erschien unbillig, da es die Interessen der Verkehrsopfer nicht berücksichtigte, die hiernach nur Ansprüche gegen den regelmäßig mittellosen Schwarzfahrer hatten, d. h. p r af tisch völlig unentschädigt blieben. Die Frage, ob stillgelegte Fahrzeuge dem Dersicherungszwang unterliegen, wird aus Anlaß der Durchführungsvorschriften mitgeregelt werden. Oas Echo. Von Hans Stistegger. Was ein Echo ist? Die Wissenschaft erklärt es leicht und geschwind. Zumal einem, der es ohnedies schon weiß. Aber es einem zu erklären, der es noch nicht weiß und es noch niemals selber aus- probiert hat, dieses Beginnen kann einen einfachen, nicht mit den Waffen der Wissenschaft ausgerüsteten Menschen schon arg in Bedrängnis bringen. Man sollte das nicht für möglich halten. Ich aber habe es an einem heißen Sommertag mit eigenen Ohren gehört. Das war in einer kleinen Bahnstation, die einsam zwischen Feldbreiten daliegt, möglichst weit weg von der Orffchaft, deren Namen sie trägt. Der Schienensttang, der von dort aus nach entgegengesetzten Himmelsrichtungen auseinanderläuft und zwischen dem schönes Gras in üppigen Büscheln wächst, macht bie kleine Station nur noch einsamer, obwohl er vorgibt, sie mit ber großen Welt zu verbinden. Genauer gesagt ist die Station nur eine Haltestelle, ohne „Bahnamt", nur mit einer Bretterhütte, nach drei Seiten geschlossen, gegen den Bahnkörver offen. Sie ist mit einem Sommerfahrplvn geschmückt, der an der Holzwand klebt. Während mein 3eiae finger auf diesem Fahrplan die mutmaßliche Ankunftszeit des nächsten ber drei täglichen Züge suchte, stieß mein Blick auf einen an den weißen Rand geschriebenen Vers. Eine Kinderhand hatte ihn in eckigen Buchstaben mit Bleistift hergekritzelt, und er verdient festgehalten zu werden, auch wenn jener Sommerfahrplan inzwischen bereits vom Winterfahrplan zugedeckt sein sollte: „Anna Matz ist hier gesessen Und hat ein Mugl Brot gegessen." Da sage noch jemand, es gäbe keine Volkspoesie mehr! Ich verbrachte die erste Viertelstunde der Wartezeit damit, mir Anna Matz vorzustellen. Sie ist ein Schulmädchen mit einer Stubsnase unb mit steifgeflochtenen weizengoldenen Zöpfchen. Zwar fährt sie nur eine einzige Station weit, nur nach Zintcing, um nach^uschauen, wie es der Großmutter geht. Nichtsdestoweniger ist sie mit einem ordentlichen Keil Brot als Wegzehrung ausgerüstet worden. Jetzt wartet sie auf den Zua, und bie Zeit wirb ihr lang. Da beginnt sie aus Langeweile ihr Brot zu essen, und es schmeckt ihr, und sie hofft, daß derweil, bis sie schön langsam fertig wird, der Zug kommt. Dies erweist sich aber\ als eine trügerische Hoffnung, und so sitzt sie wieder langweilig da. Nun entdeckt sie in ihrem Schämen- täschchen ein kleinwinziges Stück Bleistift. Mit dem könnte man etwas schreiben. Wohin? Ci, hier klebt ein weißer Papierstreifen an der Wand. Was? Nun, das nächstliegende Ereignis: Daß Anna Matz hier gesessen ist und ein Mugl Brot gegessen hat. Der tausend, das reimt sich gar! Siehe da, Anna Matz ist eine Volksdichterin geworden. Für die zweite Viertelstunde der Wartezeit war mir eine noch köstlichere Unterhaltung beschieden. Da hörte ich oas Gespräch über das Echo. Ein Mann näherte sich auf einem Feldwege der Haltestelle, überschritt ohne jegliche Achtung auf den Zug" die Schienen und setzte sich neben mich auf die Bank. Er dachte eben nach, ob er mit mir ein Gespräch über das Wetter oder lieber eines über die Eisenbahn beginnen sollte, als von der anderen Seite gleichfalls ein Mann eintraf, so daß die Haltestelle überfüllt ausschaute. Sie grüßten sich mit schallender Freude als alte Bekannte, Deren Lebenswege sich vor etlichen Jahren getrennt hatten. Der Erstgekommene war nämlich in eine andere Gegend ausgewandert und hatte nun der alten Heimat einen kurzen Besuch abgestattet, um eine Erbschaftssache zu regeln. „Hast es schön dort, wo du jetzt bist?" fragt der einheimische Freund. „3a, alles voller Wald und Gebirg. Net so brettel- eben wie da." „Pfui Teuxel, bös roaar nix für mi, so a buglate Gegend, allweil auf und ab." „Red net! Mei Liaba, überall bös guate Wasser! Gl ei bei mein Häusl hiebei kimrnt a Quell'n aus’n Stvan." „Dank schö. Wann koa Wein außarinnt .. „Und an Echo glei vor'n Häusel." „Wer?" „An Echo." „Wer is Denn bös?" „Woaßt du net, was an Echo is? Hast du no nia foan Echo g'hört?" „A so, a Vogl. Woaßt, i los net auf so Viecher auf. ©ingan ma lang guat." „Na. An Echo is koa Vogl. An Echo is ... an Echo ist, wann ma zum Berg hinschreit. Da kimmt an Echo z'ruck." „Wer schreit denn hin?" „I. Oder du. Wer halt grab mag." „I mag g'wiß net." „Also guat. Aber i schrei alte Tag a paarmal." „So? Warum?" „No, daß an Echo z'ruckkimmt. Verstehst?" „Na. Dös versteh i gar net." „I schrei hin und 's Echo schreit z'ruck." „Was schreit er dir denn z ruck, der Echo?" „Was ich hingschrian hab." «Allerweu dös gleiche?^ „Freili. I schrei ja selber z'ruck. Neamt anderer." „Ma denn dös? Du schreist hin und schreist Dir selber z'ruck?" „Akkurat a so." „Hörst, mei Alte rebt a mit ihr selber bei ber Nacht. Aber sie braucht foan Echo bazua." „Dös is ganz was anders. Da kimmt nix z'ruck. Sie Horts nur oanmai. I hör's AmoamaL" „Sie hört's gar net, weil's schlaft." ,^I schrei oanmai und hör mi zwoamal. Dös haßt ma an Echo." „Zu was horst di denn zwoamal, mann's allweil dös nämliche is?" „No, z' wegen an Echo, ’s zweitemal hör i ja nimmer mi selber, da hör i ja ’s Echo." „Na, na, mei Liaba, du hast g'fagt, du schreist Dir selber z'ruck." „Wia kann Denn i mir von Berg z'ruckschrei'n, wann i bei mein Häusl hiebei steh?" „Was woaß Denn i? Aber g’fagt hast es." Nun standen schon Schweißperlen auf der Stirne Des Echo freundes, und in seinen Zügen malte sich eine tiefe Kümmernis. Er sah ein, daß alle feine Mühe vergeblich gewesen war, daß er sich mit seinen Erklärungen in ein stacheliges Gestrüpp verwirrt hatte, das ihn nicht mehr loslassen wollte. Plötzlich fiel ihm noch eine letzte Möglichkeit ein. „Paß auf!" sagte er. schrei jetzt und Du schreist mir z'ruck." „I? Warum Denn i?" „Weil da foan Echo ist. Wann da an Echo war, müassast Du net schrein." „3 muaß a so a net." „Freili net. I bitt Di aber drum. „Alsdann guat. Was soll i denn schrei'n?" „Was i schrei. Grad Dös gleiche. Paß auf! ... Hollero!" „Höllero", sagte ber Freund ohne Begeisterung. „Sixt, was jetzt Du g'macht hast, Dös macht bei mir Dahoam ’s Echo. Da braucht ma foan Menschen dazua. „No weg'n den! Wann ma dös will, findt ma allaweil leicht oan, Der nachischreit. I reiß mi net Drum. Mei Alte, Die hätt alleweil gern 's letzte Wurt. I leiD ’s aber net." In diesem Augenblicke meldete sich ber Zug mit einem Dumpfen Pfiff. „Sixt", sagte ber Echofreund, „wann jetzt da a Berg mit an Echo war, so pfeifat's jetzt no oamal." „Mir hört's aufs erschte Mal guat gnua", antwortete ablehnend der Echofeind. Mr fliegen alle drei ein. Ade, Anna Matz, Du kleine Dolksdichterin! Ade, echolose Haltestelle, die du tief in deine alte Feld- einsam feit versankest. , »Hochzeitsreise zu Drift* Paul Hörbiger tröstet in diesem Film sich unb andere mit Dem Chanson: ,/pir wird im Leben nichts geschenkt, und oft erscheint ber Wea unendlich weit, doch wer am Ziel ist, Der wird sehen: Ein bisserl Warten macht das Glück erst schön!" Das ist bas Motto dieser Hochzeitsreise, die ein junges Frauchen allein antritt, weil der für sie ausersehene Mann nicht zur rechten Zeit das Büro mit dem Standesamt vertauschen kann. Zum Glück findet die so schnöd Behandelte auf dem Schiff nach Dalmatien einen charmanten jungen Herrn, der es unternimmt, sie zu trösten und im weiteren Verfolg Der Reise ihr Die 3nftitution der Ehe wieder schmackhaft zu machen. Daß Dies nicht ohne einige Schwierigkeiten und Verwickelungen vor sich geht, ist selbstverständlich, zumal in Dubrovnik, Dem Ziel der „Hochzeitsreise", eine Tante die jungen Leutchen erwartet, die feinen Sfandal wünscht und deshalb eifern an Der Fiktion des Hochzeitspaares festhält, bis bann schließlich alles in die beste DrDnung kommt und Das Auftauchen des einst verhinderten Bräutigams den letzten Anstoß dazu gibt, daß die rechten Paare sich finden. Heiter und unbeschwert wie der Himmel Der Adria, dessen Mondschein- romantif im Hintergrund steht, hat Hubert Mari schka nach einem Roman von F. B. Cortan diese Hochzeitsreise zu Dritt arrangiert. So voll witziger Einfälle wie die wirklich hübsche, ganz vom üblichen banalen Schema abweichende Programm- anfünbigung ist auch das Spiel. Begeistert gehen die Darsteller auf die heitere Beschwingtheit der Regie ein. 3ohannes Riemann verwandelt sich mit Draufgängerischem Elan aus einer burschikosen Reisebekanntschaft in einen charmanten jungen Ehemann, Maria Andergast ist das energische junge Frauchen, deren Resolutheit aber in Riemanns Kur schnell dahinschmilzt, Grethe Weiser, zwischen Lachen und Weinen die Tante, deren Berliner Esprit und dazugehöriges Mundwerk schließlich alles zurechtrückt, freilich nicht ohne die uneigennützige Hilfe Theo Lingens, der mit unwiderstehlicher Komik als Hotelportier den Amok spielt. Paul Hörbiger, ein herzensguter, gefühlvoller Professor, selbstverständlich aus Men, Günther Lüders, ein Trottel, dem zu Recht die Braut Davonläuft, Leo P e u k e r t ein höchst beweglicher fturbireftor und Minni Shorp als liebesdurstige Chansonette, tun das ihrige, das Spiel zu einem Wirbel ausgelassener Fröhlichkeit zu machen. Fr. W. Lange. ;5 l'lö1, 2 % ^ienbt, e, ian0{t. Hbf dietz S,N 'N bk! nsi-b Met i- ifr ! Ren [ollen, 0rüh, ro Qlib ■obetti Rot« inb 1 bielfl luge nti tüollfr »etter i eter btt Staats, perwob 'eben hrsmii ZN vri> für h nsch« I-Hl!w mg Uli den (et, n TL« lgen d« unb üci he Aus. in @rup. eitwilliz. geb!!, h nebst uf bk' erorbeu!. t In* der > bie hol> die bk- und bi lugzeK zu fern eben. fi che ßuft' wird. t je. Das hob ufaw im i gen ft* t unb b* aares W1 i Drimurt chi^' t, daß^ nb^y Ion big* tert ® S ott« S- * ftert/K LZ >u<”f *4 5^ L M »> HE ti ,'Ä kS' A unenb chen: ®e önl“ ft» in fW» iserW mit b<$ ii(f R nach D* >er es n Berfa, ,e wiebel )ne ein'? Ich fliege so gerne! Heimaibn'efe und Frontberichte gebnis. Geboten wurde so lebhaft, daß die ange= botenen Kunstgegenstände f a ft restlos verkauft wurden und die geschätzten Werte u m d a s Doppelte und Dreifache Überboten wurden. Unter den Gemälden erzielte ein Bild von Franz L e n b a ch mit 3000 RM. den höchsten Preis des Tages. Ein Werk von Gustave Cour- b e t brachte 1200 RM., Hermann B a i s ch 520 RM., Wilhelm Schreuer 1320 RM. und ein italienischer Meister 1600 RM. Hohe Gebote erzielten auch die F a y e n c e n. So kostete ein Ansbacher Walzenkrug 110 RM., ein Paar Berliner Flöten- Dasen 460 RM., eine Durlacher Terrine 215 RM. Don den Porzellanen brachte eine Höchster Gruppe 690 RM., ein Meißener Speiseftrvice 1120 An der Bahre Michael Schmeidls. Würdige Trauerfeier für das achte Opfer des ruchlosen Anschlages im Bürgerbräukeller kn, manchmal sehr anschaulich. Auch die fest« Hal- tung, die aus allen Antworten sprach, war sehr erfreulich. Keiner beschwerte sich, keiner meckerte. Das Gefühl, daß Heimat und Front Zusammenhalten müssen, sprach aus allen Briefen. „ ... Don Ihrem Schreiben habe ich auch meine Kameraden in Kenntnis gesetzt, und wir sagen alle, daß es Ihnen und diesem Brief wohl gelungen ift, die Brücke von der Heimat zu ihren in der Ferne stehenden Soldaten zu schlagen ..." „Ihr lieben Lang-Gönser! Euren Brief und Die Ansichtskarte habe ich heute erhalten. Es freut mich sehr, daß Ihr an Eure Kameraden denkt, die das Vaterland schützen müssen. Wie Ihr schreibt, geht ja alles seinen Gang in unferm Dorfe weiter, und wir werden das Vaterland verteidigen bis zum Letzten, wir werden den Sieg davontragen, wenn wir es vielleicht auch nicht mehr erleben ..." „ ... Haben wir Soldaten doch die Gewißheit, daß die Heimat nie kapituliert, daß auch uns die notwendigen Arbeiten in der Heimat erledigt werden. Und mögt Ihr zu Hause von uns dasselbe glauben! Was auch dann immer die Zukunft bringen mag, man wird uns bereit finden ..." Das sind nur ganz wenige Proben aus den Frontbriesen. Sie geben uns aber schon ein kleines Bild von der Stimmung und dem Einsatzwillen unserer Soldaten. — Im ganzen werden jedesmal 130 Briefe versandt. Es gingen bis jetzt nahezu 100 Antwortschreiben ein. Daß daneben auch noch Heimatzeitungen gesammelt und an eine bestimmte Kompanie gesandt werden, das sei hier noch nebenbei erwähnt. Auch die Büchersammlung zeitigte ein sehr gutes Ergebnis. Promenade gekommen war, die Böschung herunter und stürzte über die hohe Stützmauer auf die Braubacher Straße. Er erlitt schwere Verletzungen, die seinen Tvd zur Folge hatten. Unter dem Dach einer Moschee begraben. In Istanbul stürzte aus noch nicht geklärter Ursache das Dach der Moschee Hagi Tahir em. Zahlreiche Gläubige, die gerade ihre Andacht in der Moschee verrichteten, wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden drei Tote und zehn Schwerverletzte geborgen. hohe Preise auf dem Kunstmarkt. Die zweitägige Kunstauktion bei Hch. Hahn (Frankfurt) hatte ein außerordentlich günstiges Er- * Lang-Göns (Kreis Gießen), 17.Nov. Auf Anregung der NSDAP, gehen von der hiesigen Ortsgruppe in gewissen Zeitabständen Briefe an alle Soldaten aus Lang-Göns. Im ersten Schreiben hieß es: „Wir wissen, daß Ihr gar oft an Euer Heimatdorf zurückdenkt und Euch fraat: Was werden sie dayeim machen? Wie werden sie mit der Arbeit fertig? u. a. m. Wir wollen deshalb von Zeit zu Zeit an alle Lang-Gönser Kameraden einen Brief senden, der die Verbindung mit der Heimat aufn-ehmen soll. Die Heimat denkt an Euch und Ihr an die Heimat! Da sollen nun die Briefe, die wir Euch senden, eine Brücke fein, die Euch und uns verbindet, und sie sollen allen helfen, die ernsten Zeiten leichter zu tragen Darauf folgen dann die Nachrichten. Dabei wird versucht, ein Gesamtbild von dem zu geben, was für alle von Bedeutung ist. Darüber hinaus sollen diese Briefe die Verbindung zwischen Heimat und Front immer inniger und fester gestalten. Schon auf den ersten Brief gingen nun so viele Antworten und freudige Zustimmungsschreiben ein, daß die Ortsgruppe zunächst einen gedruckten Schulungsbrief der Partei hinaussandte, dann aber einen zweiten Brief verfaßte und absandte. Diesem zweiten Brief wurden Ansichtskarten von unserem Dorf beigelegt, die die Schulkinder gekauft und gestiftet hatten. Dafür schrieb jedes Kind einen besonderen Gruß an „seinen" Soldaten. Auch diesmal gingen so viele Dankschreiben ein, daß demnächst ein neuer Brief folgen soll. Die Briefe von der Front waren keineswegs nur kurze Mitteilungen, sondern es waren sehr lange Schilderungen darunter, die von dem Leben und Treiben der Soldaten draußen an der Front erzähl- Das Roie Kreuz im Dienst der Erhaltung der Wehrkraft. Kriege sind heute nicht mehr denkbar ohne die segensreiche Hufstätigkeit des Roten Kreuzes, dem auch jetzt wieder umfassende Aufgaben zugewiesen worden sind. Dabei handelt es sich durchaus nicht nur um die Pflege der Opfer der Waften, sondern auch uni die Verbreitung der Hygiene und um den Schutz unsere rSoldaten vor Seuchen. Der Seuchenschutz ist sogar von entscheidender Bedeutung, denn wir wissen von Kriegen früherer Jahrhunderte, daß sie allein wegen der vielen an Seuchen gestorbenen Soldaten abae- brachen werden mutzten. Die Zahl der Seuchenopfer betrug ein Mehrfaches der Zahl der Waffen- opfer, ein Zustand, der sich erst änderte, als 1870/71 das deutsche Heer erstmalig mit einem eigenen Sanitätswesen in den Krieg zog. Immerhin kam auch damals noch auf zwei Gefallene ein an Krankheiten gestorbener Soldat. Im Weltkrieg waren die Fortschritte auf diesem Gebiet schon so groß, daß bei rund zwei Millionen Gefallenen nur noch 200 000 Soldaten, also ein Zehntel, an Krankheiten starben. Die Zahl der täglich an alle Fronten zurückströmenden ausgeheilten Verwundeten erreichte die Stärke einer Division. Nicht zuletzt hat das Rote Kreuz als Hilfsorganisation des Heeres entscheidenden Anteil an diesen Erfolgen gehabt. Rund 110 000 Männer und über 92 000 Frauen waren im Weltkriege in der Kranken- und Verwundetenpflege tätig. Das Rote Kreuz verwaltete in diesen vier Jahren 3 5 5 5 Dereinslazarette und Genesungsheime mit fast 200 000 Betten, ferner 89 Lazarettzüge und 12 Lazarettschiffe. Und die Gesamtleistung: über 27 Millionen verwundete und erkrankte deutsche Soldaten wurden im Weltkriege behandelt. 98,4 Prozent wurden dem Leben und der Arbeitsleistung, 9 5,8 v. H. dem Wehrdienst erhalten. In welchem Maße diese Segensarbeit auch Opfer forderte, zeigt die Zahl der Verluste der Rotkreuz-Organisation: 1783 Aerzte, 18183 Sanitätsunteroffiziere und Mannschaften, 620 Krankenträger und -Pfleger, 243 Schwestern und Hilfsschwestern ließen ihr Leben für die Zukunft der Nation. Jetzt ist das Deutsche Rote Kreuz wieder zum Dienst für die Nation an getreten, und Hunderttaufende haben sich wieder in die Front dieses einzigartigen Hilfs wertes eingereiht. Organisation unb Arbeitsmethoden sind inzwischen weiter verbessert worden. Neben die Tatkraft der kämpfenden Truppe reiht sich würdig das stille Heldentum der Helfer und Helferinnen des Roten Kreuzes, im Dienste nicht nur einer fegnsreichen Hilfstätigkeit, sondern damit auch der Erhaltung und Stärkung der Wehrkraft. im See ertrunken. Schwere Unwetterkatastrophe in der Provinz Buenos Aires. Infolge anhaltender Regengüsse ist das Gebiet von Rauch in der Provinz Buenos Aires in Argentinien von einer Ueberschwemmung heimgesucht worden, lieber 18 000 Hektar Land stehen unter Wasser. Die Stadt Rauch ist vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. — In Tucuman wütete ein heftiges Gewitter. Mehrere Häuser wurden zum V i n st u r z gebracht, und die Saat ist zum großen Teil vernichtet. Es fielen Hagelkörner, die mitunter ein Gewicht bis zu 400 Gramm hatten. Mehrere Verletzte mußten in die Krankenhäuser gebracht «werden. Englisches Flugzeug in die Seine gestürzt. Ein englisches Flugzeug ist bei Villeneuf in die Seine gestürzt. Alle drei Insassen sind er- ttrunten. Der Unfall ist auf Geschwindigkeitsverlust zurückzuführen. Die Pariser Feuerwehr will Iben Apparat aus dem Strom holen. Grohseuer in Marseilles. In einem der größten Maislager in Marseille brach Feuer aus, das sich mit großer Geschwindig- teit auf den gesamten Gebäudekomplex ausdehnte. -Sämtliche Feuerwehren eilten zur Brandstätte, um gu verhindern, daß sich die Flammen auf die umliegenden Wohnhäuser ausdehnten. Erst nach stundenlangen Bemühungen gelang es, dies zu verhindern. Der ganze ungeheure Komplex ist jedoch sein Raub der Flammen geworden. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Dor den Zug gelaufen. Auf der Station Heimbach (Nahe) lief ein verheirateter, in den 20er Jahren stehender Mann mon auswärts über die Eisenbahngleise. Dabei wollte er einem von Nohen kommenden Zug aus- iweichen, achtete nicht auf das Nebengleis und lie (direkt in einen von Hoppstädten kommenden Zug. Der Lokomotivführer versuchte noch zu bremsen, (doch konnte er das Unglück nicht mehr verhüten. Der Mann wurde erfaßt und auf der Stelle tot- gefahren. Todesstürze in der Dunkelheit. In Weidenau irrte auf dem Heimweg von seinem Dienstgang in den Abendstunden der 36 Jahre ulte Amtssekretär Stark offenbar infolge der Dun- lecheit vom Wege ab und geriet auf das Gelände (des Reichsbahnhofs, wo man ihn am andern Morgen tot auffand. Stark war zu Fall gekommen und so unglücklich aufgeschlagen, daß er infolge eines Schädelbruchs starb. In Bad Ems rutschte unterhalb der Kaiser-Wilhelm-Kirche ein ortskundiger Mann, der in der Dunkelheit von der Hindenburg- blick auf die deutsche Antwort zum Friedensschritt zu überprüfen. Es steht zu erwarten, daß etwaige Beschlüsse der Regierung über die Fortsetzung oder Einstellung der Friedensbemühungen erst nach einer persönlichen Berichterstattung durch den holländischen Gesandten in Berlin sowie nach einer Fühlungnahme mit Brüssel gefaßt werden. Aus aller Welt. Straßenräuber zum Tode verurteilt. Das Sondergericht Nürnberg-Fürth verurteilte drei Tage nach Verübung der Tat den am 15.2.1913 zu Kottenheim bei Koblenz geborenen ledigen Walter Cornelius Mohr, wohnhaft in Nürnberg, wegen eines Verbrechens des schweren Raubes, begangen unter Ausnutzung der zur Abwehr von Fliegergefahr getroffenen Maßnahmen, was zugleich einem Verbrechen gegen die Verordnung über Volksschädlinge entspricht, z u m Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer. Der Angeklagte, der noch nicht vorbestraft war, befand sich, obwohl er aut verdiente, dauernd in Geldverlegenheit. Diesem Zustand ist es auch zuzuschreiben, daß er auf den «Gedanken kam, sich durch einen Raubüber- (fall Geld zu verschaffen, um seinen Derpflich- Itungen nachkommen zu können. Am vergangenen Sonntag, 12. November, trieb sich Mohr, ohne einen Pfennig Geld zu besitzen, in der Innenstadt herum. «Gegen 2 Uhr morgens gelangte er in die Luitpold- straße, wo aus einem Cafe ein Mädchen heraus- tarn, das dem Angeklagten auch bekannt war. In tbem Glauben, daß das Mädchen viel Geld bei sich habe, folgte er ihm nach und entriß ihm blih- ßchnell die Handtasche. Die lauten Hilferufe der Ueberfattenen riefen eine Polizeistreife herbei, der der Angeklagte direkt in die Hände lief. Entgegen seinen früheren Angaben verlegte sich (der Angeklagte vor Gericht aufs Leugnen. Durch (seine früheren Aussagen und die Beweisaufnahme tonnte der Angeklagte jedoch eindeutig überfiihrt werden. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten auf Grund der Verordnung über Volksschädlinge zum Tode zu verurteilen. Das Son- (dergericht schloß sich dieser Auffassung an. In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewresen, daß gerade gegen solche Elemente, die unter Ausnutzung d e r gegen Fliegergefahr g e ° itroffenen Verdunkelungsmaßnahmen Raubüberfälle auf ihre Mitmenschen unternehmen, unbarmherzig und mit größter Strenge vorgegan- nen werden müsse, um die Sicherheit auf der Straße trotz der Verdunkelung 3u gewährleisten. Obwohl der Angeklagte noch nicht vorbestraft sei, müffe sein Verbrechen doch so schwer beurteilt werden, daß nur die Todesstrafe verhängt werden tonnte. Weitere Ausdehnung des Petroleumbrandes am Maracaibo-See. Der Riesenbrand auf der kleinen Insel La Gunillas in Venezuela hat nun auch auf die Ufer des Maracaibo-Sees übergegriffen. 300 Hütten, die an ben See ufern stehen, wurden von den Flammen er- ffaßt. Ein großer Teil des Arbeiterdorfes Las Gunillas ist bereits völlig niedergebrannt. Auf dem von dem Feuer bisher verschont gebliebenen Teil der Insel haben sich die Ueberlebenden Licht gedrängt versammelt; da nicht genügend Boote auf dem Maracaibo-See vorhanden sind, «vor es noch nicht möglich, ihnen Hilfe zu bringen. Nur 200 Personen konnten von einem Boot gerettet werden, das in eine Bucht einfuhr, bie von dem Brand noch verschont worden ist. Die Jndentifizie- nmg der Leichen bietet große Schwierigkeiten, da bie meisten völlig verkohlt sind. Nach den bisherigen Feststellungen dürste bei dem Brandunglück fein Ausländer ums Leben gekommen fein. Don den 1200 Häusern von Las Gunillas ist kaum eines unbeschädigt geblieben; über 600 Häuser wurden völlig eingeafebert. Bei der Feuerbrunft handelt es sich um eine oer schwersten Katastrophen, die Denezuela jemals heimgesucht hat. Die Blätter vergleichen das Unglück mit dem Erdbeben von 1929. Mel Arbeiter, die vor den Flammen flüchteten, sind hinter mir habe, werde ich hohnlachend an derlei lächerlichen Volksbelustigungen Vorbeigehen, die gar nichts weiter bedeuten, als für einen Spatzen das Spazierengehen. „Mia wars gnua, für an solchen Schmarren no a Geld auszugeben", so werde ich einmal in echt bayrischem Dialekt meinen Sohn um diese kindlichen Klippen der Sehnsucht herumzusteuern versuchen und ihm beibringen, daß er warten soll, bis ihm beim Barras die höheren Gefühle des Nervenkitzels umsonst geboten werden. Auch ein Grund! Daß so ein Flug von längerer Dauer und in größten Höhen mit Sauerstoff auch seinen Obolus fordern kann, hält mich nicht davon ab, trotzdem so gerne zu fliegen. Richtig durchgedreht von einem Flug zurückkommen ist so der letzte alley Gründe, die mich immer beim Rollfeld magnetisch zu allen Maschinen hinziehen, die startfertig gemacht werden. Selbst wenn man nicht allzu viel von einem solchen Flug mit nach Hause bringt, hat man doch wenigstens den nicht unbedeutenden Ruhm, von seinen Kameraden komisch betrachtet zu werden, und hinter dem eigenen Rücken wird getuschelt, Auf diese Art kommt man zu einer ungestörten Nachtruhe, denn das Mitleid der eigenen Stuben genossen überträgt sich auf den ganzen Flur. In einer solchen Nacht haben Soldaten keine „Genagelten" art, sondern seidenweiche Filzpantoffel, nach einer herrlich durchschlafenen Nacht wird man sogar noch vom UvD. zärtlich geweckt und nach feinem Befinden gefragt. Engel. sondern es sprach aus ihm der unbändige Einsatzwille eines echten Nationalsozialisten, der bereit ist, bis zum letzten Atemzug Einsatz zu predigen und Einsatz zu fordern für die deutsche Nation. Ob wohl England die Stimme dieses durch jein Verbrechen vernichteten Nationalsozialisten hört? Wir glauben es nicht, denn es hat bis jetzt noch nie jene Stimme der Toten und Gemordeten gehört, die im Lause der Geschichte von ihm vernichtet wurden. Wir Deutschen aber hören die Stimme unseres Michael Schmeidl, und wir werden sie nie vergessen, und mit uns Deutschen wird diese Stimme sicherlich gehört bei jenen Völkern dieser Erbe, die genau so wie mir durch England leiden mußten und durch England leiden. Während die Wetse vom guten Kameraden erklingt und Ehrensalven krachen, legt der Gauleiter den Kranz des Führers an der Bahre nieder, widmet dem Toten eine Minute stillen Gedenkens, grüßt ihn dann zum letztenmal und drückt den Hinterbliebenen die Hand. Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied beenden den Trauerakt. Gemessenen Schrittes bewegt sich der Trauerzug zur Gruft. Unter den Klängen des Liedes „Hakenkreuz am Stahlhelm" wird der Sarg in die Gruft gesenkt. Allmähliche Besserung im Befinden der Opfer des Sprengstoffanschlags. München, 16.Nov. (DNB.) Das DNB. stellt fest, daß die Besserung der Verletzten, allgemein gesprochen, fortschreitet. Der leitende Chirurg im Krankenhaus rechts der Isar berichtet, daß das Befinden der dort liegenden Verletzten an sich zufriedenstellend, und daß bei keinem der Opfer eine Verschlimmerung eingetreten ist. Von allen Seiten erhalten die Verwundeten Briefe und Spenden, vor allem auch von Soldaten an der Front. Aehnliches hört das DNB. aus der Chirurgischen Klinik, die noch vier Opfer des Anschlages beherbergt. Auch bei diesen vier schwerer Verletzten, I zwei Männern und zwei Frauen, bessert sich der Zustand fortschreitend. PK. Es ist etwas schwer, einem Laien den Eindruck richtig begreiflich zu machen, den das Fliegen vermittelt. Wenn mich jemand fragt, dann erinnere ich mich immer an eine junge, charmante Dame, die ich nach einer Italienreise fragte, wie es denn in Italien gernefen fei? „Wie im Kino", kam damals die begeisterte Antwort, die aber bei mir aus gewohnter Höflichkeit nur innerlich die ganze Wirkung erzielte. Heute, wenn ich nun gefragt werde, wie das Fliegen ist, muß ich immer an die junge Dame denken, denn meine Zunge ist nicht fähig das zu schildern, was man bei einem Flug eben alles erlebt. Am liebsten würde ich auch „wie im Kino" antworten, denn es war doch jeder schon im Kintopp, wo er eine bildliche Kostprobe des Fliegens in Dutzenden von Wochenschauen bekam. Die Landschaft huscht merklich dahin, die der Filmmann mit seinem Zauberkasten einfing, und der Film gibt das fast naturgetreu wieder. Das wäre also das Fliegen und ein Hauptgrund, warum ich es so liebe. Der zweite Grund ist rein militari« cher Art, und Zivilpersonen, die den Barras nie kennengelernt haben, werden ihn nicht verstehen. Kameraden begreifen dafür um so schneller, wenn ich nur die Andeutung mache, daß durch das Fliegen selbst ein General zum „i"-Dipferl wird, je höher so eine Luftkutsche steigt. Aha! Kapiert! Der dritte Grund ist wieder jedem begreiflich, denn wer ist noch nicht Achterbahn gefahren? Jetzt allerdings, wo ich mit tausendpferdigen Maschinen Sturzflüge RM. Sehr stark geboten wurden auch alte Mö - b e l und Teppiche, die ebenfalls alle zu guten (Eine seltsame Ausstellung. Autogramme, Liebesbriefe, die seltsamsten Zeichnungen — und das alles in Holz — bilden eine der eigenartigsten Ausstellungen, die augenblicklich in Basel zu sehen ist. Bei den Ausstellungsgegenständen handelt es sich um die alten 11 fd) • platten des Universitätsgebäudes. Auf diesen Platten befinden sich die Namenszüge bekannter Kapazitäten und ehemaliger Studenten der Alma mater der alten Rheinstadt. Daß Basel nicht nur eine Dreiländerecke ist, sondern auch Ziel von Studenten aus aller Herren Länder der Welt war und ist, zeigen die „Eintragungen" in Sprachen aller Erdteile. Man beabsichtigt, die Tischplatten zu verkaufen, aber nicht en gros, sondern en detail, d. h. man will je nach Wunsch der Interessenten aus den Tischplatten später das her-' aus sä gen, was dem Käufer gefällt. Neben den Widmungen und den Ergüssen an die Studentenliebchen finden besonderes Interesse die Schnitzarbeiten, die von manch langweiliger Vorlesung und auch von scharfen Messern zeugen. (Eine „Gesellschaft zur Förderung der Meeresforschung in Frankfurt. Auf Anregung von Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs wurde eine „Gesellschaft zur Förderung der Meeresforschung" gegründet. Die Gesellschaft, der neben anderen Persönlichkeiten der 51*1- senschast und des öffentlichen Lebens Professor Dr. Richter von der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, der Ordinarius für Geographie an der Universität Professor Dr. Behrmann und der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt angehören, bezweckt die Entwickelung und Verwirklichung neuer Gedanken und technischer Möglichkeiten auf dem Gebiete der Meeresforschung einschließlich der Tiefseeforschung sowie die Veröffentlichung und Auswertung der Forschungsergebnisse. vochschulnachrichten. Der Führer hat den «bisherigen Oberarzt der Psychiatrischen und Nervenklinik an der Philipps- Universität Marburg, Professor Dr. med. Friedrich Mauz zum außerordentlichen Professor und zum Direktor der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Königsberg i.Pr. ernannt. München, 16. November. (DNB.) Mit einer ergreifenden Trauerfeier nahm die in München anwesende Führerschaft der Partei, nahmen die alten Kämpfer und viele Hunderte von Volksgenossen, Abschied von dem Blutordensträger, Standartenführer Michael Schmeidl, der als achtes Opfer des 8. November im Nordfriedhof an der Seite seiner bei dem feigen Anschlag im Bürgerbräukeller hin- gemordeten Kameraden feierlich zur letzten Ruhe oeigesetzt wurde. Politische Leiter tragen den Sarg, den das rotjamtene Hakenkreuztuch deckt. Marschierer vom 9. November 1923 begleiten ihn aus der Halle und heben ihn auf den Katafalk. Hinter dem Sarg trägt Obersturmbannführer Grimminger die Vlutfahne, dahinter steht die Standarte „Gerhard Wagner", deren Ehrenführer Michael Schmeidl war. Zu Füßen des Sarges halten zwei alte Kampfgefährten Adolf Hillers den Kranz des Führers, weiße Chrysanthemen auf grünem Lorbeer. Gauleiter Adolf Wagner, barhäupttg und im schlichten Braunhemd mit dem Blutorden, spricht die Gedenkworte. Wir tragen, so sagt er, heute unseren Altparteigenossen Michael Schmeidl zu Grabe. Und im Geiste ist hier bei uns die ganze deutsche Natton. Und im Geiste ist in dieser Stunde hier bei uns der Führer, der mich beauftragt hat, dies zu sagen und Mitzuteilen. Schmeidl hatte kurz vor seinem Tode einen erhabenen Trost, denn b e i ih m war der Führer, und er konnte dem Führer sagen, wie glücklich er fei, daß das Attentat den Führer nicht getroffen habe Er sagte ihm, daß sein Leiden und selbst sein Sterben bedeutungslos sei, wenn nur der Führer lebe. Er sagte aber in jener Stunde weiter, daß ihn der Wunsch beseele, daß die verbrecherischen Täter gefunden werden und insbesondere, daß ihn nur ein. Wunsch beseele, daß die Anstifter und die Urheber des Verbrechens, daß England getroffen und bestraft werden möge. Ich stand in dieser Minute neben dem Führer am Bett Des alten Parteigenossen. Es ist erschütternd, was aus ihm sprach, aus feinen Augen, die schon im Sterben waren, glänzte nicht nur die Freude über den Besuch des Führers, sprach nicht nur das Sehnen und Wünschen für Volk, Führer und Reich, Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. TB. in G. Nach bürgerlichem Recht erbt der Ehegatte neben den Eltern des verstorbenen Ehegatten die Hälfte des Vermögens des verstorbenen Ehegatten. Außerdem erhält der überlebende Ehegatte neben den Eltern des verstorbenen Ehegatten einen sog. Voraus in Gestalt der zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände und der Hochzeitsgeschenke. Die erwähnten Rechte des überlebenden »Ehegatten entfallen, wenn der verstorbene Ehegatte zur Zeit seines Todes auf Scheidung wegen Verschuldens des anderen Ehegatten zu klagen berechtigt mar, und die Klage auf Scheidung oder Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erhoben hatte. Hauptschriflleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Haupffchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton unb bie Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport! Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenletter: Han, Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen; Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags Wirtschaft sind die Uebungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Die Gießener Eissportmannschaften müssen immer wieder neu aufgebaut werden. Wegen mangelnder Uebung konnten sich die Gießener Eissportler nicht an den in Kassel ausgetragenen Gauwettkämpfen beteiligen. Im kommenden Winter sollen die Gauwettkämpfe in Kronberg im Taunus ausgetragen werden. Im letzten Winter haben zwei Mitglieder an Lehrgängen für Kunstlauf im Harz teilgenom- dann am Montanmarkt Mannesmann mit 104 (102,50), Verein. Stahl mit 97,40 (96), im übrigen blieben die Erhöhungen unter 1 v. H. JG.-Farben weiter still und unv. 159,25, dagegen Metallgesellschaft 112,50 (111), Rütgerswerke 146,50 (145,50). Don Elektroaktien kamen vorerst nur Bekula mit 154 (151) zur Notiz. Etwas niedriger lagen Demag mit 140,50 (141), Heidelberger Zement mit 136,50 (137) und nach Pause DDM. mit 147,50 (149). Am Rentenmarkt waren insbesondere verschiedene Reichsschatzanweisungen und Steuergut- scheine gefragt, ferner fanden Pfandbriefe, Industrie-Obligationen und verschiedene Auslosungswerte Irhein-Mainifthe Börse. Jeff. Frankfurt a. M., 16. Nov. Das Kaufinteresse der Kundschaft zeigte eine weitere Steigerung, so daß die Börse erneut in fester Haltung verkehrte. Auch die Umsatztätigkeit bat am Aktienmarkt eine mäßige Belebung erfahren, obwohl Angebot nur in kleinem Umfange herauskam. Indessen be- Schlittschuhlauf im Schuliurnen. Jahreshauptversammlung des Gießener Eisvereins. Dm Verlaufe blieb die Haltung aus gespro chen fest, die Umsatztätigkeit zeigte aber keine Aus. dchnuna. AG. für Verkehr 110 nach 108,50, Rhem« stahl 132 nach 131,25, Derem. Stahl 97,50 nach 97,40, Licht & Kraft 134,75 nach 134,25. Auch bet den erst später notierten Papieren stellten sich vor. wiegend Steigerungen von 1 bis 2 v. H. ein, Aschaffenburger Zellstoff kamen schließlich mit 102,50 (97,50) zur Notiz. Vereinzelte Abschwachun- gen gingen kaum über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Der Freiverkehr lag bei gehaltenen Kursen ruhig. Tagesgeld unv. 2 v. H. gcanhurter Schlachtmehmorkt. Frankfurt a. M., 16. Nov. Auftrieb: Großvieh 1212 (gegen 1403 am 9. 11.), darunter 129 (217) Ochsen, 176 (190) Bullen, 630 (612) Kühe, 277 (384) Färsen. Kälber 558 (629), Schafe 183 (211), Schweine 1912 (1648). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43,50 bis 45,50 (44 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (40,50 bis 42,50), c) 35 bis 37,50 (36,50 bis 37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (37,50 bis 40,50), c) 34 bis 35,50 (35 bis 35,50). Kühe a) 42 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 38 bis 40,50 (36,50 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (28 bis 34,50), d) 14 bis 25 (15 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (43,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (39 bis 41,50), c) 35 bis 36,50 (34 bis 36,50), d) 28 (28). Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hammel a2) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 bis 48 (44 bis 48), c) 32 bis 40 (42). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 37 bis 39 (33 bis 39), c) 28 bis 32 (25 bis 32). Schweine a) 56 (56) bl) 56 (56), b2)56 (56), c) 55 (55), d) 52 (52), e) 50 (50), Sauen gl) 56 (56). Marktverlauf: zugeteilt. men. Dm abgelaufenen Dahr wurde auch eine neue Musikanlage im Dereinshaus angeschafft. Dm Anschluß an die Berichte sprach Dr. Pfeffer dem bei den Soldaten befindlichen Dereinsführer, den Vorstandsmitgliedern Deml und Fischer, den Dank des Vereins für die wertvollen Dienste, die sie dem Verein und vor allem der Stadt Gießen durch die Erhaltung der Eisbahn geleistet haben, aus. v _. Im kommenden Winter wird der Betrieb der Eisbahn unverändert weitergeführt. Don der Verwendung der Turnstunden der Schulen für den Eislauf verspricht sich der Verein neue Anregungen, die bei günstiger Witterung zum Ausbau seiner Du- gendgruppe führen können. friedigten die Banken aus früher übernommenen Beständen das Anlageinteresse wie auch z. T. aus Limiten einige Beträge frei wurden. Trotzdem ergaben sich durchschnittliche Steigerungen von 0,50 ----- , bis 1,50 v. H. und vielfach auch darüber hinaus, weiteres Interesse. Kursmäßig ergaben sich nur Besonders Zellstoffaktien waren gesucht, Feldmühle hin und wieder geringe Veränderungen, fest jeooch Papier 111 (108,50), Waldhof 118 (116,50), Aschas- 6 v. H. DG.-Farben mit 125,40 (124.25), auch em= 1 ferrburaer ca. 100 (97.50). Beachtlich fest lagen so- zelne Liaui-Pfandbriefe zogen bis 0,25 v. H. an. Die Jahreshauptversammlung des Gießener Eis- vereins, unter der Leitung von Studienassesior Dr. Pfeffer, im Dereinshäuschen an der Schlageter- anlage ergab zunächst die erfreuliche Tatsache, daß die Eisbahn erhalten bleiben wird und für diesen Winter den Hinweis an die Schulen, die Ium« stunden mit Eislauf auszufüllen. Der Eisverein erwartet dadurch eine rege Benutzung feiner Eisbahn. Zu diesem Zwecke werden, wie bisher, rund 2000 Freikarten an die Gießener Volksschulen verteilt. Für klassenweisen Besuch werden ermäßigte Eintritts gebühren erhoben. Die Vorarbeiten für die Benutzung der Bahn sind bereits im Gange. Nach dem Jahresbericht waren im Vorjahr die Eisverhältnisie günstiger als in früheren Jahren. Es wurden 14 Eistage gezählt. Der Besuch war sehr rege. Es macht sich in den letzten Jahren eine starke Zunahme Jugendlicher im Eislauf bemerkbar. Wie aus dem Jahresbericht zu entnehmen war, hat die Mitgliederzahl keine wesentliche Aende- rung erfahren. Der Kassenbericht wies geordnete finanzielle Verhältnisse auf. Auf Vorschlag des Prüfers wurde dem Rechner, Lehrer Demi, Entlastung erteilt Der Bericht über die sportlichen Verhältnisse beschränkte sich auf eine Uebersicht des Eissportes überhaupt. Da die Witterungsverhältnisse nicht günstig waren und der Gau Hessen keine Kunsteisbahn r— — ----; - > . , . - , wie die Gaue Mittelrhein und Westfalen besitzt, > fenburger ca. 100 (97,50). Beachtlich fest lagen so- zelne Liqm-Pfandbrtefe zogen ü O ffirhöchste Ansprüche Fertigkleidung für Herren und Knaben Photo Kreuzplatz 9 Sammelrnf 8168 6854A BlÄusbnrgr, bei. 6860D So haben Sie j zum Verkauf stehen. 06059 Seife 1 Stellenangebote! Gießen-Wieseck und Leihgestern, 17. November 1939. . Kaufgesuche"] o S Kleiderkarte. 6856Ü Heute Stadttheater Grobes Stoff lager / Effekten / Erste Referenzen Vertrags - Schneiderei des Standortes Gießen Schr. Ang. unt. 05061 a.d.G.A. Denn es mH der Wasche eilt, hält man die Äumus-Lösung handwarm und deckt den Äottich zu. So wird Äurnus schnell den meisten Schmutz lö-n, der Erfolg zeigt sich auch in geringerem Seifenverbrauch. 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Schwarz im Alter von 35 fahren. Die trauernden Hinterbliebenen; Karl Rein und Kinder Elisabethe Schwarz Wwe. und Kinder. Sein Leben war Arbeit und Pflichterfüllung. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharina Menn Wwe., Saarbrücken, ä Zt. (Heben, Neustadt Familie Job. Menn jr., Saarbrücken, z. Zt Frankfurt a. Main Karl Menn und Frau, Frankfurt a. Main Familie Willi Menn, Saarbrücken, z. Zt. Kaiserslautern Familie Alois Menn, Saarbrücken, z. Zt Kaiserslautern Familie Heinrich Menn, Saarbrücken, z. Zt Bad Salzschlirf Else Menn, Davos (Schweiz) Andreas Paul und Frau Mina, geb. Menn, Saarbrücken, z. Zt. (Heben und Anverwandte. Die Beerdigung findet Samstag, den 18. November 1939, vormittags 11.45 Uhr, auf dem Friedhof in Gießen (Lahn) statt Marktplatz GIESSEN Marktplatz 6851A Nachruf. Am 13. November 1939 verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser Ehrenmitglied Heinrich Ehrhardt 30 Jahre stand der Verstorbene in unseren Reihen. Wir verlieren einen lieben Freund und Sangesbruder, dem wir ein ehrendes Gedenken bewahren werden. Bauerscher Gesangverein. ___________________________6852 V Lassen Sie Ihre Bilder vergrößern! Vom größeren Bild im Album oder als Wandschmuck haben Sie wirklich mehr! Dabei sind die Kosten minimal. Kommen Sie einmal mit Ih- renAufnahmen zu mir, damit ich mit Ihnen gemeinsam die bestgeeigneten Negative heraussuche ! Mein Photo-Labor ist uneingeschränkt im Betrieb! Mösev & DeMerr Telefon Herborn 485. Bekanntmachungen. Die Verordnung über die Verbrauchsregelmrg für Svinnstoffwaren verkündet. — Die bisher bezugscheinfreien Svinnstoffwaren nur noch gegen Ein Quell d. Frruve fürden Naturfreund BMdites Leven Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto ‘Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie» deren T-erwelt mit er» läuternden Bildunter» schriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. 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November 1939, 16.30 Uhr, Univ.-Aula Erstes Solistenkonzert Klavier-Abend Claudio Arrau Ab Samstag, 18. November haben wir in den Stallungen des Gasthauses Lehr, Herborn einen Transport rote Iahrochftn (zugfest und gute Gänger) UonhläoOQ von3 b,s 20v.H. erhalten Sie bei wieder* IldLniuuuU holten Veröffentlichunaen einer Anzeigei Fern seiner geliebten Heimat verschied nach kurzer Krankheit in der Med. Klinik in Gießen am 15. November 1939 mein herzensguter Mann, unser treuer, Heber Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel, der Kaufmann Johann Menn Saarbrücken, z. Zt Gießen. m gebraucht, groß, geeignet f. -volz- feuerung, kauft MlamMeSen Moltkestratze 3. 20.00—23.00 Uhr 8. Freitag-Miete Das Wintermärchen Preise von RM. 0.60 bis RM. 3.10 Ergänzende Mitteilungen zur Reichskleiderkarte. Ausgabe der Karten am 20. November. Zur Beseitigung von Unklarheiten über die Handhabung der Anrechnung bisher ausgegebener Bezugscheine auf die Kleiderkarte wird darauf hm- gewiesen, daß von einem Abschneiden der Punkte für bisherige Bezugscheine bei Knaben und Mad- chen nur insoweit abgesehen wird, als der Bezugschein vor dem 1.11.1939 ausgestellt worden ist. Ab 1.11. 1939 gilt, bekanntlich die Neuregelung, d. h. die Bezugscheine, die nach dem 1.11.1939 für Knaben und Mädchen noch ausgestellt worden sind, werden auf die Reichskleiderkarte angerechnet. Bei dieser Gelegenheit wird von zuständiger Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß aus technischen Gründen mit der Verteilung der Reichs- kleiderkarten erst etwa ab 20. Novem^r. begonnen werden kann. Die Austeilung der Reichsklerder- karten wird sich auf einen Zeitraum von Zwei bis drei Wochen erstrecken. 68571) Arbertslosenunterstiihung und Familienunterhalt. Arbeitslosenhilfe wird nicht gewährt, soweit ein Anspruch auf Familienunterhalt, besteht. Damit ist, wie der Reichsarbeitsminister m einem Bescheid feststellt, klargestellt, daß der Familienunterhalt m allen Fällen der Gewährung der Arbeitslosenhilfe vorgeht. Arbeitslosenhilfe kann somit auf Antrag Familienunterhaltsberechtigten nur in den Fällen gewährt werden, in denen die Leistungen der Arbeitslosenhilfe über die Leistungen des Familienunterhalts hinausgehen, und auch in diesen Fällen nur in der Höhe, um den ihre Leistungen die des Familienunterhalts übersteigen. Soweit die Arbeitsämter bisher anders verfahren haben, kann von einer Mckerstattung bereits gezahlter Beträge Abstand genommen werden. «soD Gesucht wird für sofort jüngere weibl. kbeilskralt für das Büro eines Gießener Fabrikunternehmens. Sicheres Rechnen Bedingung. Schriftliche Bewerbungen unter 6858D an den Gießener Anzeiger erbeten. Trumeausviegel Wandspiegel Wanduhr 1 Tisch 1 Gasherd Zflammig mit Ständer Einkoch avvarat sowie [05054 Galeriestangen zu verkaufen. Lndwigstralie33H.p. 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Dieses gilt also für Krawatten, Äsitzrgenröcke, Gummimäntel, Turnhosen und TurnheMtzen ohne Aermel, Büstenhalter, Hüfthalter, Strumvfhalter- gürtel, Korseletts, Schals, Svinnstoffwaren für Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr und Arbeits- und Berufskleidung. Diese Svinnstoffwaren, die also bisher bezugscheinfrei waren, dürfen nur noch gegen die Reichskleiderkarte bzw. bei Arbeits- und Berufs- üeidung gegen Bezugschein abgegeben werden. w Hepötnlnten billig I 5930D M. Siebter Kreuzvlatz2. | Mietgesuche | Möbl. Zimmer mit zwei Betten u. Kochgelegenheit sofort von Angestellten ge-