Samstag, IL/Sonntag, 18.3um.l959 Nr. 159 Erstes Blatt 189. Jahrgang Erscheint lüg ltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Metzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschaftsftelle: Zchulftrahe r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8' /.Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps.. für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschcist nach vorh. Dereinbg. 25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellens, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps.,Famllienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Die Presse-Amazonen von Paris L.-Korrespondenten rungen abgeben zu lassen. Molotow soll jedoch missar verschiedene Fragen stellte und Erläuterun- l Uliycil wvyvvv». ! >----V “ l"---- ------------ bedingungslos auf eine klare und eindeutigegen- forderte. Der stellvertretende Außenkomissar schriftliche Skizzierung der britischen Bei-1 Potemkin diente als Dolmetscher. Auch Frankreich von einer Ll-Voolskalastrophe betroffen Wahrscheinlich 63 Menschen umgekommen Ll-Boot „phenix" in Indochina gesunken Paris, 17. Juni. (Europapreß.) lieber Dreier-Besprechungen vom Freitag zwischen Vertretern Englands, Frankreichs und dem die den sow- Paris, 17. Juni (Europapreß). Das französische Unterseeboot „Phenix" ist am Freitag- morgen an der indochinesischen Küste in der Nähe von Saigon gesunken. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht bekannt. An Bord befanden sich 63 Mann. Das U-Boot gilt als verloren. Es liegt nach den bisher bekannt gewordenen Nachrichten in einer so großen Wassertiefe, daß die an Bord befindlichen Rettungsapparate nicht verwendet werden können. Diese Apparate sichern zwar die Atmung der Austauchenden, schützen diese jedoch nicht vor dem riesigen Wasserdruck. Die Trauerbotschaft oon der Katastrophe des U-Bootes „Phenix" Hal in der französischen Presse vom Samstag allgemeine Bestürzung hervorgerufen. Obwohl das Kriegsmarineministerium immer noch mit einer endgültigen Verlautbarung über die Tragweite des Unglücks zügerl, hegen die Blätter keine Hoffnung mehr, daß die über 60 Mann Hatte Besatzung der „Phenix" noch am Leben ist. Man würde es in Paris als ein Wunder empfinden, wenn noch eine Nachricht über die Bettung aller ober einiger Insassen des U-Bootes eintreffen sollte. Die französische Oeffentlichkeit, die in den Abendstunden des Freitags von dem Unglück unterrichtet wurde, fiebert weiteren Nachrichten aus Jndochina entgegen. Großes Bedauern herrscht darüber, daß die Taucherglocken, die bei der Rettung der Mannschaft des amerikanischen U-Bootes „oqualus" zum Teil erfolgreich verwendet werden konnten, noch nicht bei der französischen Marine eingesetzt werden können. Diese Taucherglocken, vorläufig vier Stück, sind zwar bestellt, aber noch nicht geliefert jetrusfifchen Außenkommissar Molotow in Moskau lag in den Nachtstunden zum Samstag nur eine spärliche aus der Umgebung des Quai d'Orsay stammende Mitteilung vor. Danach hat der sowjetrussi- sche Außenkommissar „die Hoffnung liusgedrückt, dem englischen und französischen Vertreter i n Bälde eine Antwort geben zu können". Die Besprechung war, wie weiter verlautet, damit ausgefüllt, daß die französischen und englischen Vertreter ihre Gegenvorschläge hinsichtlich der etwaigen Hilfeleistung an die baltischen Staa - t e n vortrugen und' der sowjetrussische Außenkom- L o nd on, 16. Juni (DNB.) Das Deutsche Nachrichtenbüro erhält über die hintergünde der Schwierigkeiten in den englischsowjel- russischen Verhandlungen von einer höheren Stelle aus maßgeblichen Kreisen in London folgende interessante Aufklärung, die sich mit den Meldungen, die von anderer Seite in London sowie aus Moskau vorliegen, deckt: Die Frage der Garantie der baltischen Staaten besitzt nur untergeordnete Bedeutung. England ist bereit, wenn notwendig, die baltischen Staaten nicht nur gegen ihren Willen zu garantieren, sondern sogar unter gewissen sowjet- russischen Zusicherungen ganzaufzugeben. Dies aber ist nicht die entscheidende Forderung Sowjetrußlands. Die sowjetrussischen Unterhändler verlangen vielmehr vor allem eine bindende englische Zusicherung für den Fall, daß Sowjetruhland im Zuge der Erfüllung feiner Beistandsverpflichtungen in Konflikt mit Japan geraten sollte, außerdem überhaupt eine bindende englische Erklärung für eine Unterstützung Sowjetruhlands im Falle eines Konfliktes mit Japan. Auch dazu soll die englische Regierung sich i m Prinzip bereit erklärt haben; sie soll jedoch unter keinen Umständen gewillt sein, diese ihre Zusicherungen schriftlich zu fixieren. Daher versuchte sie auch die sowjetrussischen Bedenken durch die Absendung Strangs nach Mos- kau zu zerstreuen, um durch ihn noch einmal mündlich die entsprechenden britischen Versiche- dem französischen Kriegshafen Toulon eine B e - stätigung dieser Hiobsbotschaft melden. Der Kommandierende Admiral des Mittelmeergeschwaders habe den Kriegsmarineminister oon dem Unglück in Kenntnis gesetzt, der sofort ergänzende Informationen verlangt habe und noch in der Nacht ein längeres Kommunique ausgeben würde. Auf Grund der bisher eingegangenen Informationen fei der anormale Verlauf' des Tauchverfuches, von dem das U-Boot feit über 36 Stunden nicht wieder aufgetaucht fei, auf einen Materialschaden zurückzuführen. Die Marinepräfektur in Toulon bewahre absolutes Stillschweigen über diesen schmerzlichen Zwischenfall, der — nach den Katastrophen des amerikanischen U-Bootes „Squalus" und des englischen U-Bootes „Thetis" — große Besorgnisse ausgelöst habe. Man meldet in Toulon, daß man mit 51 Toten zu rechnen habe. Auch die Rundfunksender haben ihre Darbietungen unterbrochen, um den Hörern die Nachricht durchzusagen. Ein Rundfunksender präzisiert, daß an Bord des verunglückten U-Bootes 47 Mann Besatzung und vier Offiziere waren. In einer Havas-Verlautbarung wird mitgeteilt, daß sich an Bord des verunglückten U-Bootes 71 Mann Besatzung, darunter vier Offiziere, befunden häben. Die „Iustice" stellt fest, daß die französische Marine bereits eine Reihe solcher Unglücksfälle, wie die des „Lutin", des „Tarfadet" und des „Pluviose", zu erleiden gehabt habe. — Die „Agenture Indopazifique" teilt mit, die Meerestiefe in der Gegend, wo man das verschwundene U-Boot vermute, betrage etwa 100 Meter. Obwohl man befürchtet, die Besatzung nicht mehr retten zu können, gingen die Sucharbeiten weiter. Brandung des politischen Streites steuert und dafür erst kürzlich mit dem Kreuz der Ehrenlegion geehrt wurde. Frankreichs Zeitungskönigin aber ist unbestritten Mme. Helene Dupuy, die Besitzerin des „E x c e l s i o r". Amerikanerin von Abstammung, wurde die reiche Erbin Helen Browne Französin durch Heirat mit dem Verleger Paul Dupuy, nach dessen Tode sie die Leitung seiner Zeitungsbetriebe übernahm. Der „Excelsior" und verschiedene in seinem Verlag erscheinende Unterhaltungsblätter gehören ihr allein und von den Geschäftsanteilen des „Petit P a r i f i e n" befindet sich die Mehrheit in ihrem Besitz, wenn sie auch hier mit den Intrigen des einflußreichen Lyoner Bankhauses Gillet rechnen muß. Mit ihrer Londoner Kollegin Lady A st o r, der Beherrscherin der „Times" hat sie zwei Dinge gemeinsam: ihre amerikanische Abstammung und'die Zugehörigkeit zu der angelsächsischen Sekte „Christian Science", wegen derer sie sich übrigens dauernd im Konflikt befindet mit den katholischen Mitinhabern des „Petit Parisien". Ans ihrem „Er- celsior" hat sie eine frische, moderne, stark bebilderte Tageszeitung gemacht, die von ben breiten Massen gern gelesen wird. Die „Presse-Amazonen" von Paris, Journalistinnen, Chefredakteurinnen und Verlegerinnen, sind ein Faktor, mit dem der Ouai d'Orsay stark zu rechnen hat. standsverpflichlungen in Ostasien bestehen. Wau fürchtet nun in London, sich durch ein Bekanntwerden einer solchen Verpflichtung schweren Rückschlägen in Ostasien auszusehen bzw. sich durch ein solches Dokument in eine unhaltbare Abhängigkeit Sowjetrußlands gegenüber zu begeben. , Wie einleitend bemerkt, ist dem Deutschen Nachrichtenbüro diese Nachricht nunmehr von zwei anderen Seiten, die als genau unterrichtet anzusehen sind, bestätigt worden. Bolotow stellt baldige Antwort Bestürzung in Paris worden. Die Angehörigen der Besatzungsmitglieder der „Phenix" sind in den Abendstunden des Freitags von dem Unglück verständigt worden. Durch ein am Freitagabend vom französischen Marineministerium ausgegebenes (Kommunique wird der Untergang des Unterseeboots bestätigt. Die bisherigen Meldungen über den Verlust des Bootes werden noch dahin ergänzt, daß die „Phenix" bereits am 15. Juni in der Bucht von Cam- ranh untergegangen ist. Das Boot führte an diesem Tage eine Tauchübung durch, ohne wiederaufzutauchen. Die in Indochina stationierten französischen Seestreitkräfte und Wasserflugzeuge wurden sofort zur Suche eingesetzt, und die Rettungsarbei- t e n wurden nach Auffindung des Bootes unverzüglich aufgenommen. Sie scheinen jedoch keinen Erfolg gehabt zu haben. Denn die Verlautbarung des Marineministeriums, die aus nur wenigen Zeilen besteht, schließt mit der vielsageichen Bemerkung, die Angehörigen der Besatzung der „Phenix" seien von dem Untergang des Unterseebootes unterrichtet worden. — Das gesunkene Unterseeboot gehörte zu einer Klasse von vier gleichen Booten, die in den Jahren 1930/31 von Stapel gelassen wurden. Es hatte eine Wasserverdrängung von 1379 bzw 2060 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 20 Knoten über und 10 Knoten unter Wasser. Die Hiobsbotschaft hat sich in den Abendstunden in Paris, nachdem schon in den Zeitungsvierteln und den Redaktionsstuben das Gerücht umgelaufen war, wie ein Lauffeuer verbreitet. Einige Blätter, darunter der „Paris Soir", warfen gegen 21 Uhr Sonderausgaben auf die großen Boulevards mit den Schlagzeilen Das französische U-Boot „Phenix" ist untergegangen und ruht 30 Meter tief in Höhe Saigon. — 51 Tote." „Paris Soir" läßt sich aus obern. Denn Mme. T a b o u i s ist keineswegs die einzige, wenn sie auch in ihrem engeren Fachgebiete, als „Chronisqueuse" internationaler diplomatischer Ereignisse nur männliche Konkurrenz hat. Daß sie sich die bedeutende Position, die sie beim radikal sozialistischen „D euere" innehat, überhaupt erobern konnte, dankt sie allerdings ebenso sehr ihren „com- binaisons“, ihren gesellschaftlichen Beziehungen wie ihrer skrupellosen Verlogenheit. Als Nichte des berühmten französischen Botschafters C a m b o n und Gattin des großen Elektrizitätsmagnaten Robert T a b o u i s verfügt sie über ein Netz weitgespannter Verbindungen, die ihr nicht nur unaufhörlich „Informationen" zufließen lassen, sondern sie auch decken, wenn sie gelegentlich mit ihrer Redaktion und den Lesern des „Oeuvre" wegen allzu phantastischer Be- bfluvtungen und wegen der oft unerträglich sensa- tionell-feuilletonistischen Form ihrer Artikel in Konflikt kommt. Neben ihr und fast als ihr Gegenstück arbeitet am „Oeuvre" Madeleine Jacob. Da sie keine gesellschaftliche Attraktion zu bieten hat, hat sie es bedeutend schwerer. Aeußerlich unscheinbar, aber voll Klugheit und fraulicher Güte ist sie Frankreichs beste Gerichtssaal- und Sozialreporterin, ihre Kampagnen gegen die Kinderzuchthäuser und manche andere üble Mißstände haben chrem Namen einen guten Klang verschafft. Das Publikum verschlingt ihre Artikel und, was noch schöner für sie ist: dank ihrem mutigen Auftreten ist manches Unrecht wieder gutgemacht worden. Als ebenso scharfsinnige wie witzige Beobachterin des politischen Lebens Frankreichs hat sich Odette Pannetier einen Namen gemacht, ihre literarischen Porträts führender französischer Politiker, die sie in dem Wochenblatt „Candid e" veröffentlicht, gehören mit zum Besten dieses Genres. Nicht geringer ist die Kunst der großen Reportage von Ti t a y n a, der ersten Reporterin des „Pari s- S o i r" Ob sie über Reisen in wenig erschlossene Länder berichtet, als Schlachtenbummlerin an den neuralgischen Punkten des Weltgeschehens weilt ober die großen Männer unserer Zelt interveniert, immer ist es reizvoll, ihre Eindrücke zu lesen. Kein Wunder, daß manche kleine, tapfere Anfängerin die sich bei einem Blatte zweiter Klasse die erstell Sporen er- kämpft, vom Ruhme der Titayna träumt ... Aber die Aktivität der Frauen Frankreichs im Zeitungsleben beschränkt sich keineswegs auf die Rolle der Journalistin aller Grade. Mehr als eine sieht als Herausgeberin oder Chefredakteurin einer Zeitung vor. Zwei Pariser Tageszeitungen und zwei Wochenblätter stehen absolut unter weiblichem Kommando, eine dritte Tageszeitung wird maßgeblich von einer Frau beeinflußt, die gleichzeitig über einen ganzen Konzern von llnterbaHungsbfattern, Fachblättern usw. regiert. Und — der männliche Berichterstatter muß es zugeben — es sind wirklich nicht die schlechtesten Zeitungen, die von Frauen geleitet werden Da ist das temperamentvolle Wochenblatt der Rechten „C h o c", dessen Direktorin Mme. Guillaume, die Gattin des Obersten Guillaume, es verstanden hat, sich mit ihrer Zeitung trotz schärfster Konkurrenz durchzufetzen, und deren außenpolitischen Kommentaren auch beim Quai d'Orsay oft Beachtung geschenkt wird. Mit Tardieu eng verbunden hat der „Choc" der Mme. Guillaume, deren Gatte in der Zeitung die nicht immer beneidenswerte Stellung eines Prinzgemahls und „Sitzredak- tcurs" innehat, durch feine allwöchentlich erscheinende Auswshl der 100 besten inner- und außenpolitischen Informationen", von denen allerdings die Hälfte besser als Indiskretionen bezeichnet werden können, das Massenpublikum der Neugierigen schnell er- °b£ine ganz andere Aufgabe hat sich Madeleine Le Verrier, die Leiterin der Wochenschrift „E u r o p e Nouvelle" gestellt. Sie ist heute vielleicht die liebenswürdigste und scharmanteste der französischen Zeitungsleiterinnen, und wahrscheinlich braucht sie auch ihren ganzen Scharm dem ihre intellektuelle schwarze Hornbrille am Arbeitstisch keinerlei Einbuße tut, um ihre bunte Mitarbeiter- Equipe gut zusammenzuhalten. Denn „Europe Nou- velle", diese hauptsächlich außenpolitischen Fragen gewidmete und sich an eine geistige Leser-Elite Don unserem PH. Die „Lommandeusen" von Frankreichs öffentlicher Meinung Jntcrpreß Copyright Bericht. Paris, im Juni 1939. (Sorge um Ostasien. Hintergründe der Schwierigkeiten in den Moskauer Verhandlungen Snaiands. Die berechtigten deutschen Beschwerden gegen die französische Journalistin Genevieve T a b o u i s , deren Wirksamkeit übrigens auch in ihrem Heimatland sehr geteilter Beurteilung unterliegt, und die wenige Monate vorher auch non dem schweizerischen Buckdesrat Motta in öffentlicher Parlamentsrede sehr scharf kritisiert wurde, hat das Interesse auf die Tätigkeit gelenkt, die heute eine Anzahl von Frauen in der französischen Presse entfalten. Wir denken dabei weniger an die übliche eifrige Frauen- Iournalistik, die in den Redaktionen der eigentlichen Frauen-Zeitungen und der Modejournale geleistet wird, obwohl sie für viele weibliche Journalisten das Sprungbrett zur großen Reportage abgibt und für andere das sichere Brot der stets gebrauchten Alltagsarbeit darftellt, die im übrigen angesichts der Bedeutung der Pariser Modeindustrie auch für das gesamte Wirtschaftsleben des Landes äußerst wichtig ist. Wir wollen von jenen Frauen sprechen, denen es gelungen ist, sich in den Spalten der Zeitung, die im allgemeinen von ihren männlichen Kollegen beherrscht werden, führende Plätze zu er? Tientsin. Seit Mittwoch find die britische und die französische Niederlassung in Tientsin, der bedeutendsten Handelsstadt Nordchinas, von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten. Japanische Truppen haben beide Niederlassungen vollständig umzingelt und halten sämtliche Zugänge zu den anderen Stadtteilen Tientsins unter scharfer Kontrolle, wobei Engländer, Franzosen und Chinesen sich beim Betreten oder Verlassen der Niederlassungen sogar ein Kreuzverhör und Leibesvisitation nach verborgenen Waffen gefallen lassen müssen. Da in diesen Niederlassungen die großen Banken, Geschäftshäuser und Speicher der Engländer, Amerikaner, Franzosen und anderen Nationen liegen, bedeutet die Blockade durch die japanischen Truppen das Stocken jeglichen Verkehrs in diesem für den internationalen Handel in Nordchina wichtigsten Platz. Einzelne Handelshäuser haben sich bereits genötigt gesehen, außerhalb der ausländischen Niederlassungen Filialen einzurichten, um ihr Geschäft in Gang zu halten. Aber es ist leicht einzusehen, daß die Dinge einer schnellen Entscheidung zutreiben, wobei festgestellt werden fanru daß Japan insofern am längeren Hebelarm fitzt, als es olyne wesentliche Veränderung seiner Lage abwarten kann, zu welchen Entschlüssen sich England durchringt, wobei man sich in London gewiß darüber klar ist, daß nicht nur ungeheure wirtschaftliche Interessen Englands auf dem Spiele stehen, sondern es sich für das Empire auch darum handelt, „das Gesicht zu wahren", also den Konflikt mit Japan, wenn man ihn nicht mit den äußersten Mitteln bis zum letzten durchpauken will, nicht soweit auf die Spitze zu treiben, daß ein Rückzug ohne einen neuerlichen schweren Prestigeverlust Englands in Ostasien nicht mehr möglich ist. Zudem verdient der Zwischenfall von Tientsin auch im Zusammenhang mit den britisch-sowjetrussischen Paktverhandlungen besondere Beachtung. Der Ausgang der Moskauer Sendung Strangs wird auch der japanischen Regierung nicht gleichgültig sein, zumal England anscheinend bereit ist, sich zu immer neuen Zugeständnissen zu bequemen, um die Sowjetunion in das ^inkreisungsnetz gegen die autoritären Möchte einzuspannen. Jedenfalls hält man in Tokio diesen Augenblick erheblicher diplomatischer Schwierigkeiten Englands für geeignet, die Frage der fremden Niederlassungen in China grundsätzlich zu klären, denn anders ist die Auslassung des japanischen Sprechers in Tientsin nicht zu deuten, der von England enge Zusammenarbeit in «China forderte, und anders ist sie in London auch nicht verstanden worden. Wie ist es nun zu dem Zwischenfall oon Tientsin gekommen, und was hat es überhaupt mit den internationalen Niederlassungen in China auf sich? Sie sind der wesentlichste Bestandteil der Konzessionen politischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Art, die die fremden Nationen in ihrem Handelsverkehr mit China während der letzten hundert Jahre diesem abgezwungen haben. Voraussetzung dafür war der Niedergang der Mandschu-Herrichast zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Die dis dahin von den Mandfchus geübte Abschließung Chinas von fremdem Handel und fremden Einflüssen, begründet in der alten konfuzianischen Kultur Chinas und begünstigt von der geographischen Lage des Landes, die eine autar- kische Wirtschaft durchaus gestattete, konnte nicht mehr aufrechterhalten werden, nachdem England im Opiumkrieg 1840—42 die Abtretung Hongkongs und die Freigabe von fünf sogenannten wendende Zeitschrift, vereinigt unter ihren Mitarbeitern die prominentesten Außenpolitiker der französischen Tagespresse, deren außenpolitische Ansichten weit auseinandergehen, und die sich in den Spalten ihrer eigenen Zeitung heftig bekämpfen. Der berüchtigte P e r t i n a x der Rechten gehört zu diesem Mitarbeiterstab der „Europe Nouvelle" so gut wie Pierre Dominique oon der russenfeindlichen, radikalen „Republique", die alle Wandlungen Daladiers brav mitmacht, und andererseits der russenfreundliche extreme Sozialist Pierre Brossolette, der außenpolitische Leitartikler des „Populaire". Und obwohl diese drei soiveit auseinander strebenden Männer laufend an der „Europe Nouvelle" Mitarbeiten, erscheint jede Nummer dieser Wochenschrift wie aus einem Guß gefügt. Wie dos möglich ist? Ja, das ist eben das Geheimnis des weiblichen Scharmes der Mme. Madeleine Le Verrier. Zwei Frauen endlich leiten große Zeitungsverlage. An der Spitze des „Oeuvre" fleht Odette Le- r o y, eine ausgezeichnete Geschäftsfrau, die nut souveräner Sicherheit ihr Zeitungsschiff durch die Lage gefallen Die Be- Eine Polen in der Rolle der Tschechen Polens Lustwaffe in den Kriegsplänen der „Friedensfront". auf eigene Konsulargerichtsbarkeit und Zolloorrechte, nachdem es schon mit dem Eintritt Chinas in den Weltkrieg 1917 seiner eigenen Niederlassungen in Tientsin, Hankau und anderen Orten oerlustig gegangen mar. England dagegen beanspruchte mehr und mehr das ganze Stromgebiet des unteren und mittleren Jangtjekiang als seine eigenste wirtschast- liche Interessensphäre, F r a n k r e i ch sah in der südlichen Grenzprovinz Jünnan ein geeignetes Ausdehnungsfeld, und die Amerikaner haben wesentlich in Nordchina ihre Interessen konzentriert. Man darf diese freilich nicht überschätzen, das im handel mit Japan investierte amerikanische Kapital «st beträchtlich größer als die amerikanischen Interessen in China, woraus sich vielleicht auch erklärt, daß die Vereinigten Staaten im gegenwärtigen China-Konflikt es niemals zu so schroffen Ausein- anderseßungen mit Japan kommen ließen wie Eng- land und man sich auch in Tokio bemühte, die Amerikaner nicht unnötig zu reizen. Daß das System der fremden Niederlassungen in China durch die Besetzung des gesamten chinesischen Küstengebiets und des Iangtsebeckens bis nach Han- kau hin durch japanische Truppen erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden mußte, lag auf der Hand. Schon rein stimmungsmäßig konnten die Japaner für die Sonderrechte der Westmächte keine anderen Gefühle aufbringen als früher die Chinesen, mochten sie auch einst diese Rechte selber besessen haben. Aber mit ihrem Anspruch auf Einigung Ostasiens unter japanischer Führung sind die ausländischen Vorrechte unvereinbar. Zudem mußten sic sehen, daß die Engländer vor allem ihnen nicht nur die gleichberechtigte Mitverwaltung der internationalen Niederlassungen, z. B. in Schanghai, dem weitaus bedeutendsten Handelszentrum E. F. Paris, 16. Juni. . Durch die immer enger werdende französisch-englische diplomatische und militärische Zusammenarbeit ist auch die Frage des Baues eines Tunnels unter dem A e r m e l - K a n a l, der von Calais nach Dover führen würde, wieder aufgetaucht. Der „Excelsior" kündigt die baldige Verwirklichung dieses Planes an. Der außenpolitische Kammerausschuß beschäftige sich gegenwärtig mit einem Entwurf, der von dem lothringischen Abgeordneten Marcel Boucher stamme und die Regierung auffordere, sofort mit der englischen Regierung in Verhandlungen über den Tunnelbau einzutr^ren. Der Abgeordnete sei der Ansicht, daß der Tunnel in verhältnismäßig kurzer Zeit mit einem Kostenaufwand von vier bis fünf Milliarden Franken gebaut werden könnte. Vor allem wurde auf die militärischen Vorteile eines solchen Tunnels hingewiesen und erklärt, der Aermelkanal sei trotz der englischen und französischen Küstenbatterien zu beiden .Seiten des Kanals verwundbar. Das Hauptargument für den Tunnelbau sei, daß durch ihn der Transport von Kriegsmaterial, Soldaten, Lebensmitteln und Rohstoffen in beiden Richtungen mit der größtmöglichen Schnelligkeit und Sicherheit ausgeführt werden könnte. Die Befürworter dieses Planes glaubten, der gegenwärtige Zeitpunkt fei aus psychologischen Gründen für die Verwirklichung dieses Planes günstig. In London fand, wie der „Excelsior" weiter meldet, dieser Tage eine Sitzung ber Compagnie de Tunnel sousla Manche statt, in der der Vorsitzende, Baron von Erlanger, seine Zuversicht über die baldige Verwirklichung des Planes ausdrückte. Erlanger habe erklärt, die englische Regierung prüfe mit Interesse diese Frage. Außerdem sei der frühere französische Generalissimus Wey- g a n d in das französische Komitee dieser Gesellschaft eingetreten. C o t die Aufgabe hatte, Deutschland in den Rücken zu fallen und durch die Bereitstellung seines Gebietes an die alliierten Luftflotten einschließlich der Bombengeschwader aus der Sowjetunion die deutsche Industrie zu zerschmettern. Durch die eherne Entwicklung wurden alle diese Pläne überholt. Daß sie aber n i ch t tot sind, beweisen die erwähnten Ausführungen des „Temps" von neuem. Sie enthüllen restlos die verbrecherischen Absichten der Einkreiser, die den salbungsvollen „Friedensreden" ihrer Staatsmänner zum Trotz kaltblütig die Aktionen zur Vernichtung Deutschlands berechnen. Oie Oeutschenhetze im Olsa- Gebiet und in Wolhynien. Nationen führte. Damals wurden weitere Vertragshäfen dem fremden handel geöffnet, darunter auch Tientsin, die Zulassung fremder Gesandtschaften in Peking wurde erzwungen — bis dahin hatte es die kaiserliche Regierung für unter ihrer Würde gehalten, mit ausländischen Diplomaten auf dem Fuße der -Gleichberechtigung zu verkehren —, die freie Schifffahrt auf dem Jangtse, freie Betätigung der Missionare in ganz China und schließlich in der Folge eine der wesentlichsten und einschneidendsten Eigentümlichkeiten der fremden Konzessionen in China, die Konsulargerichtsbarkeit, wie sie , später in ähnlicher Form auch in der Türkei und . bis vor kurzem noch in Aegypten bestand. Sie entzog alle Streitigkeiten nicht nur der Fremden untereinander, sondern auch solche zwischen Fremden und ' Chinesen, den chinesischen Gerichten und wies sie i den britischen bzw. französischen Konsulargerichten , zu. In den Dertragshäfen, deren Zahl mit der Zeit , auf 58 anstieg, durften die Fremden ferner Grundstücke erwerben und eigene Handelsfirmen unterhalten. — Eine weitere starke Einschränkung der chinesischen Staatshoheit zu Gunsten der Fremden war die Gründung des Seezollamts 1863 unter ausländischer Verwaltung. Ursprünglich diente es der Sicherstellung der Kriegsentschädigung, die England und Frankreich im Vertrag von Tientsin gefordert hatten, dann wurde es jedoch durch die Ausdehnung feiner Befugnisse auf die Binnenzölle, auf Instandhaltung der'Leuchtfeuer, auf die Hafenverwaltungen, auf die Post, deren moderne Organisation eigenstes Werk des Seezollamts ist, unter der Leitung des englischen Generalinspektors Sir Robert hart von größter Bedeutung für die ganze chinesische Finanzverwaltung und eine moderne Wirtschaftspolitik. Auch alle' genaueren statistischen und wirtschaftswissenschaftlichen Angaben über China verdanken wir den Arbeiten des Seezollamts. Aber es konnte nicht au5b(eiben, daß das chinesische Volk alle diese Sonderrechte der Fremden, mochten sie nun im einzelnen den eigensüchtigen Interessen des fremden Handels dienen oder auch den Chinesen selbst von Nutzen sein, als Demütigungen empfand. So führten Ermordungen von Fremden zu immer neuen „Zwischenfällen", die den ausländischen Nationen, vorweg England und Frankreich, willkommenen Anlaß boten, von den schwachen chinesischen Regierungen neue Vorrechte zu erzwingen, zuletzt noch nach dem bekannten Boxeraufstand von 1000, in dem sich die chinesischen Volksmassen, von 'fremdenfeindlichen Geheimgesellschaften fanatisiert, gegen das ganze System der ausländischen Pachtungen, exterritorialen Niederlassungen, Konzessionen für Eisenbahnen, Bergwerke, Salzmonopole und anderen Ausgeburten eines dem chinesischen Volkscharaktcr fremden modernen Kapitalismus wandten. Aber erst nach dem Sturz der Manbschu- dynastie 1911 und dem Werden eines einheitlichen chinesischen Nationalgefühls dank der Reformbewegung Sunyatsens wird der Widerstand gegen das weitere Eindringen fremder Einflüsse zur Lebensmaxime des Chinesen. Freilich praktisch waren die Wirren der Revolution und der fortdauernden Bürgerkriege nur dazu angetan, die fremden Nationen zu ermuntern, unter der Hand ihre wirtschaftliche Stellung und zu deren Sicherung auch ihre macht- politischen Positionen in China immer mehr auszu bauen. Lediglich Deutschland verzichtete in dem Friedensabkommen mit China vom 22. Mai 1921 tif und des Dierjahresplans machten diese enge Verbindung erforderlich und nützlich. Durch die Richtlinien des Führers vom Januar 1939 war die fernere Entwicklung klar oorgezeichnet. Sie sollte im Sinne des Gesetzes von 1937 weitergehen und die Reichsbank zu einer Notenbank um« gestalten, die der Souveränität des Reiches untersteht, wie es nationalsozialistischen Grundsätzen entspricht. Damit war nicht gesagt, daß die Bank verstaatlicht werden sollte. Das ist in dem neuen Gesetz auch nicht geschehen. Es ist jedoch festgelegt, daß die Inhaber der Anteilscheine Staatsbürger fein müssen, also nicht Ausländer und Nichtarier fein können. Der Besitz der Anteilscheine wird der Spekulationsmöglichkeit entkleidet, indem festgelegt wird, daß die Dividende (rückwirkend bis 1938) höchstens 5 v. h. betragen darf. Die ausscheidenden Anteilseigner erhalten gute Um« tauschmöqlichkeiten in Schatzanweisungen. Ausländer in Vorzugsaktien der Golddiskontbank. Dem nationalsozialistischen Prinzip entsprechend, gelangt der Führergrundsatz zur Anwendung. Dem Führer des Großdeutschen Reiches untersteht die Reichsbank unmittelbar. Er gibt seine Weisungen durch den Reichsbankpräsidenten, der von Beschlüsse?! des Direktoriums unabhängig ist. Das bisherige Direktorium bleibt bestehen, hat aber keine Beschlußrechte, sondern die Aufgaben des Vorstandes einer Gesellschaft. Die Hauptversammlung ist fernerhin die Vertretung der Anteilseigner, hat jedoch feinen Einfluß auf die geschäftlichen Angelegenheiten der Reichsbank. Sie wird am 30. Juni die formelle Zustimmung zu den Abfindungen bisheriger Anteilseigner erteilen. Die Bestimmungen über Notendeckung und Betriebskredite des Reiches liegen ausschließlich beim Führer. Seine Politik hat die Sicherung der deutschen Währung geschaffen, allen düsteren Prophezeiungen der Gegner zum Trotz. Die Reichsbank wird in ihrer neuen gesetzlichen Grundlage allein nach den Interessen des Volkes, dem Willen des Führers entfvre- chend, ausgerichtet sein. B. R. Ausfuhrziffern des Monats Mai beleuchtet die Rolle der Vereinigten Staaten als Weltlieferant von Kriegsmaterial. Im ganzen sind demnach f ü r z e h n Millionen Dollar Kriegsmaterial im Mai ausgeführt worden. Die Hauptkunden sind Großbritannien, Mexiko, Holland und Niederländ'sch- Indien. England kaufte für 2,75 Millionen Dollar, Mexiko für 2,1 Millionen Dollar. An dritter Stelle steht Holland, dann folgen Frankreich, d i e Sowjetunion, Brasilien, China und schließlich Polen, das für 167 000 Dollar' Kriegsmaterial bezog. Schadensersatzansprüche aus dem Melttrieq. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Zur Entscheidung über Schadensersatzansprüche aus dem Weltkrieg war durch einen Staatsvertrag aus dem Jahre 1922 eine Deutsch-Amerikanisch Gemischte Kommission in Washington eingesetzt worden. Die amerikanischen Mitglieder dieser Kommission, in der die Stelle des deutschen Kommissars zur Zeit unbesetzt ist, haben Donnerstag eine „Entscheidung" bekanntgegeben, nach der die Verantwortlichkeit des Reiches für die Zerstörung einer M n - nitionsfabrik und eines Bahnhofes in N e u y o r k in den Jahren 1916 und 1917 behauptet wird. Die „Entscheidung", die offenbar lediglich die Einleitung eines neuen Feldzuges deutschfeindlicher Agitation bezweckt, ist unter Verletzung der Verfahrensvorschriften der Kommission ergangen und daher natürlich für die deutsche Regierung nicht verbindlich. — Die deutsche Regierung behält sich die geeigneten Schritte vor. Entscheidungen zu fordern. Tientsin, wo mit Hilfe einer regelrechten Blockade um diese Entscheidung gerungen wird, ist mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern nächst Schanghai wohl die bedeutendste Handelsstadt Chinas. Der Peihofluß verbindet sie mit Peking und der Küste, die hier durch die schon erwähnten Taku- Forts geschützt ist, hier mündet auch der beruynue Kaiserkanal, eine Binnenwasserstraße, die seit Jayr- hunderten Schanghai mit Tientsin und Peking verband, jetzt aber seine Bedeutung an die Pu kau— Tientsin-Eisenbahn hat abtreten müssen. Auch nu Peking und Mukden, der ehemaligen Hauptstadt der Mandschurei, steht Tientsin in Bahnverbindung. Tientsin hat zwei Hochschulen, eine ausgedehnte Industrie, namentlich der Texttl- und Maschinen- branche, und einen regen handel, zu dem auch die großen fremden Niederlassungen beitragen. In der britischen Konzession sollen etwa 3000 Engländer, 2000 andere Ausländer und 25 000 Chinesen leben, in der französischen etwa 1000 Franzosen und 60 000 Chinesen. Daneben bestehen noch eine japanische und eine italienische Konzession mit (1932) 15000 bzw. 6000 Bewohnern. Die deutsche Niederlassung ist, wie schon gesagt, 1917 aufgehoben, trotzdem wohnen auch heute noch zahlreiche deutsche Kaufleute und Gewerbetreibende in Tientsin, die von einem deutschen Generalkonsul betreut werden, eine deutsche Handelskammer nimmt Deutschlands wirtschaftliche Interessen wahr, eine deutsche Realschule steht den Kindern der Tientsin-Deutschen zur Verfügung. So ist Tientsin ein Mittelpunkt des innternationalen Lebens in China, der nun zum Schauplatz der Auseinandersetzung zwischen Japan und den westlichen Demokratien über die Frage Zusammenarbeiten oder Entgegenwirken bei der Befriedung Chinas geworden ist. Fr. W. L. Oie llnteriunnelung des Aermelkanals «in alter plan in neuer Auflage. Washington, 16. Juni. (Europapreß.) _____ Veröffentlichung des Staatsdepartements über die war noch zu einer Zeit, als man sich zwischen Paris und London wie Hund und Katze stand. Aber selbst nach der Entstehung der Entente cordiale von 1907 brachte Lord Kitchener das roieberaufgelebte Kanalprojekt mit den gleichen Argumenten wie fein Vorgänger zu Fall, Dasselbe Schicksal erlebte der Kanalplan 1924 und 1929, als sich die britische Reichsverteidigungskonferenz mit ihm befaßte. Das Projekt selbst ist bereits 137 Jahre alt; es stand auch in diesem Frühjahr, im Januar und März, wiederum besonders in Paris zur Debatte. Während im 20. Jahrhundert stets die Franzosen es waren, die den Engländern das Kanalprojekt schmackhaft zu machen versuchten, will es der Treppenwitz der Weltgeschichte, daß nicht ein Franzose, sondern ein Engländer auf den Einfall der Untertunnelung der Straße Dover—Calais kam und diesen Vorschlag nach dem Frieden von Amiens damals Napoleon unterbreitete. Die ersten regelrechten Pläne stammen von dem französischen Ingenieur Mathieu. Der Franzvse Albert de Lap- parent stellte dann in den 70er Jahren durch 7000 Sondierungen einen geeigneten Baugrund fest, und 1882 begann tatsächlich der Bau. Er mußte, wie gesagt, eingestellt werden, als er noch nicht einmal zwei Kilometer lang mar. (Strecke Dover—Calais 38 Kilometer.) Noch heute sind an der französischen Küste die tiefen Baugruben, halb verfallen, und die verrosteten Reste einiger Maschinen zu sehen. Da der Tunnel, um gegen jeden Wassereinbruch in den Freibrgen Grund des dortigen Meeresbodens unter allen Umständen sicher zu sein, in einer beträchtlichen Tiefe unter der Kanalsohle angelegt werden müßte, würden auch seine beiden Ein- und Ausfahrtrampen eine ungewöhnliche Länge haben müssen. Die Gesamtstrecke des Tunnels dürfte sich auf 50 bis 55 Kilometer ausdehnen, was die Be- und Entlüstungsschwierigkeiten noch wesentlich erhöht. Selbst wenn man sich über die Durchführung des Projektes und die Verteilung der Kosten einigen würde, so würde die Ausführung selbst eine lange Reihe von Jahren beanspruchen. Oie Bereinigten Staaten als Kriegslieferont. Die Polen plakatieren jetzt jeden Tag Zahl und Bedeutung des V o l k s d e u t s ch t u rn s i n P o l e n. Denn die meisten Binnendeutschen glauben ja leider nur, daß in den früheren preußischen Provinzen Posen und Westpreußen Pommerellen-Deutjche wohnen. Aber das ist ganz falsch. Wir sprachen schon neulich von den 200 000 Deutschen im Lodzer Raum, und jetzt wird gemeldet, daß 50000 Volksdeutsche in Wolhynien aller ihrer Organisationen beraubt worden sind bis auf eine Kreditgenossenschaft. Jawohl! In dieser östlichen Provinz Polens leben seit m*- als 100 Jahren deutsche Dauern und Kleingewerbetreibende, die schwer um ihre Schulen ringen, die schon seit Jahren den Polen ein Dorn im Auge sind. Dann werden polnische Griffe ins deutsche Eigentum aus dem Olsa - Gebiet gemeldet. Das ist die Landschaft am Olsa-Fluß, etwa von der Stadt Tesch en bis zur Stadt D herbe r g , die sich die Polen — reichlich mühelos — Ende September 1939 „übereignet" haben. In Te- schen und in Oderberg ist mindestens die Hälfte der Bevölkerung deutsch. In Oderberg wurde zur Vertuschung dieses Tatbestandes eine kommissarische „n ati o n a l pol ni sche" Stadtverwaltung eingesetzt. Teschen hat, als Gesamtgemeinde beiderseits der Olsa, 25 000, Oderberg mit seinen Vororten etwa 14 000 Einwohner. Zertragshäfen", Amoy, Kanton, Mugpo, Futschau ^nd Schanghai, für den fremden Handel mit Waffengewalt erzwungen hatte. Die aus Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen und politischen Zuständen in Verbindung mit religiös-mystischen Vorstellung von Geheimgesellschaften genährte Tai- ping-Rebellion gegen die Mandschu-Herr- schaft konnte nur mit Hilfe der Fremden niedergeworfen werden — the ever victorious army, die „immer siegreiche Armee", nannten sich ruhmredig die von den Fremden Schanghais angeworbenen chinesischen und malaiischen Truppen, die unter Führung von Amerikanern und später unter dem Befehl des als Verteidiger von Chartum im Mahdisten- aufftanb berühmt gewordenen englischen Obersten Gordon erst Schanghai vor den belagernden Tai- ping-Rebellen schützten und sie dann vor die Tore von Nanking zurücktrieben, wo sie 1864 von Man dschugeueralen vernichtet wurden. Die bedeutsame Rolle, b ie-.ii ie Fremden in diesem furchtbaren chinesischen Bürgerkrieg spielten, stärkte ihre Stellung, aber die Völksstimmung blieb ihnen feindlich. Die Ermordung eines französischen Missionars in Kwangsi und die Niederholung der englischen Flagge von einem chinesischen Fahrzeug, einer Lorcha, das sich unter Schutz der englischen Flagge der Steuerhinterziehung schuldig gemacht hatte, führten 1857 zum sog. Lorcha-Krieg zwischen China, England und Frankreich, der -nach der Erstürmung Kantons und der Taku-Forts an der Mündung des Peiho unterhalb von Tientsin — also dem Schauplatz des augenblicklichen Konflikts — und nach einer barbarischen Plünderung und Brandschatzung der herrlichen, mit unschätzbaren Kostbarkeiten altchinesischer Kunst gefüllten kaiserlichen Sommerpaläste vor den Toren Pekings durch französische Truppen im Frieden von Tientsin 1860 zu einer neuen und sehr erheblichen Erweiterung der Vorrechte der fremben hören war. Der nationalsozialistische Umbruch mußte auch hier weitgehende Veränderungen einleiten. Aus der Reichsbank mußte eine „Bank des Reiches gemacht werden, doch ist auch hier schrittweise verfahren worden. Nachdem die Kontrollen gefallen waren, verschwand auch der „Generalrat". Die Be- timniung des Reichsbankpräsidenten war nicht länger von den Instanzen der Bank mehr oder roe- niger abhängig, sondern wurde zur Sache der voli- tischen "Führung des Reiches. Daß die Reichsbank enger als bisher an die staatlichen Aufgaben heran« geholt wurde, ergab sich aus der veränderten Leitung. Zunächst war der Reichsbankpräsident Dr. Schacht mit der Führung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragt, später wurde das Amt des Reichswirtschaftsministers unter Walter Funk mit dem des Reichsbankpräsidenten in Personalunion verbunden. Die erhöhten Aufgaben der Devisenpoli- Reichsbank und Führerprinzip Mit dem neuen Reichsbankgesetz beginnt die Deutsche ReichslTink einen neuen Abschnitt ihrer Geschichte. Sie L'eibt, was sie immer war: die Zentralnotenbank Deutschlands nut der Aufgabe, den Geldumlauf im gesamten Reichsgebiet zu regeln, die Zahlungsausgleichungen zu erleichtern und für die Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals zu sorgen. Durch bas neue Gesetz tritt aber noch klarer hervor, baß bic Reichsbank ein In« titut bes Reiches ist, nicht ein solches der privaten ober gar ber internationalen Wirtschaft. • Schon Bismarck hatte bei der Gründung der Reichsbank 1875 dahin gewirkt, daß die Reichsbank „unter Aufsicht und Leitung" des Reichskanzlers stand. Das ist auch im Grund- atz so geblieben. Während des Weltkrieges hatte die teichsbank die Aufgabe, die Mittel zur Kriegführung zu beschaffen. Dann aber kamen die Zeiten der Inflation, und in deren Verlauf wurde die Reichs- banf eine „Geldpapierfabrik". Der Neuaufbau 1924 erfolgte zum großen Teil durch fremdes Kapital, das sich gewisse Sicherheiten verschaffen wollte. So entlaub bie ausländische Kontrolle und )ie Einführung eines „Generalrats", der zur Hälfte aus Ausländern bestand. So kam es, daß die Unabhängigkeit der Reichsbank eingeschränkt wurde. Anderseits waren Bestimmungen vorhanden, die einen el'ten Satz zur Deckung in Gold und Devisen forderten oder die die Höhe der Betriebskredite, die an das Reich gegeben werden konnten, begrenzten. Waren diese Beschränkungen auch zum Teil deshalb geschaffen, um die Ausgabenfreudigkeit des parlamentarischen Systems zu dämpfen, so blieb doch die Tatsache bestehen, daß das Reich nicht der Herr über seine Notenbank war. Während der Kreditkrise im Laufe der Jahre 1931 bis 1933 traten die ersten Abänderungen ein. 1934 betrug das Grundkapital der Reichsbank 150 Millionen Mark, die in Anteilen zu 100 und 1000 Mark vergeben waren. Die Besitzer der Anteile hatten einen Anspruch auf eine Verzinsung von 8 o. H. Die privaten Anteilseigner fanden eine besondere Vertretung durch den Zentralausschuß der Reichsbank, ber in allen wichtigen Angelegenheiten zu Ungeheuerliche Enthüllungen des „Temps". Paris, 16. Juni (DRV.) Ein mit drei Sternen bezeichneter Artikel des „Temps" fordert, daß im gemeinsamen Interesse die polnischen Cuftftreitfräfte auf einen Stand gebracht werden mühten, der es ihnen ermöglichen würde, die Vorteile ihrer geographischen Ca - g e auszunuhen. Polen müsse hierzu bei seinen europäischen verbündeten oder durch deren Vermittlung bei den Vereinigten Staaten bie nötige Hilfe finden. Jedes neue Luftgeschwader, das in der Weichselebene geschaffen würde, würde die „Friedenaussichten" heben. Denn die polnischen Flugstreitkrafte könnten im Falle eines Konfliktes eine große Anzahl deutfcherRüftungs- fabriken bombardieren und ihre Arbeit lahmlegen. Ebenso könnten sie olle deutschen Ostseehafen angreifen und die Versorgung der deutschen Industrie mit skandinavischen Erzen stören. Schließlich könnten sie im Vedarfsfalle „Vergeltungsmaßnahmen" ausüben, da die Hauptstadt des Reiches weniger als 3/< Flugstunden von der Grenze entfernt sei- * Diese ungeheuerlichen Darlegungen beweisen mit eindringlicher Klarheit die wirklichen Absichten der „Friedensfront" und die Rolle, die Polen bei der Einkreisung zu spielen hat. Wenn auch die geplante Bombardierung Berlins, deutscher Jndustriewerke und Ostseehäfen im Ernstfälle an der unüberwindlichen Derteidigungs- organifation der deutschen Luftab - w e h r zerschellen würbe, so entschulbigt das bie böse Absicht nicht. Die Absicht ist und bleibt mörderisch. Polen soll also endgültig die Rolle der ehemaligen Tschechoslowakei übernehmen, die nach den Erklärungen besz französischen Ministers Pierre Chinas, verweigerten, sondern auch noch duldeten, < baß diese Niederlassungen unter dem Schutz britt- cher Bajonette und Maschinengewehre zu Schlupfwinkeln der chinesischen Terroristen wurden, bie mit Gift, Dolch und Pistole alle einem Ausgleich nut Japan geneigten chinesischen Kreise in panischen Schrecken halten und damit Japans Bestreben, in den verschiedenen von japanischen Truppen besetzten Teilen Chinas Provinzialregierungen und chließlich auch eine neue verhandlungsfahige Zentralregierung auf die Beine zu stellen, immer wieder zunichte machen. Daß England und Frankrerch überdies Tschiangkaischek bei fernem Widerstand gegen Japan immer wieder mit Waffen und Geld großzügig unter die Arme greifen, bekommt die japanische Armee vielleicht in der gegenwärtigen Pha e des Krieges besonders zu spuren, wo bei erstarrten Kampffronten die ganze Weite des von )en Japanern besetzten Gebietes zum Schauplatz ständig irgendwo neu aufflackernder Schießereien und lieberfälle von Banden und Regulären geworden ist Die Sicherung einer ungeheuer ausgedehnten und unübersichtlichen Front, die Befriedung des Hinterlandes, in dessen großen Städten Ausländer, durch ihre Sonderrechte geschützt, mit den japan- feindlichen Chinesen sympathisieren, und dazu die tänbige Beobachtung bes sowjetrussischen Nachbarn, dem man, wie bie Vorgänge in der Aeußeren Mongolei und an der mandschurischen Grenze gezeigt haben, nicht über den Weg trauen kann, das alles zusammen genommen ist eine Aufgabe, bie bie ganze moralische, militärische unb wirtschaftliche Kraft des japanischen Volkes aufs äußerste anspannt. Es ist daher wohl begreiflich, daß man einerseits in Tokio wohl einen offenen Konflikt mit den Westmacht en ober auch nur eine schärfere Friktion wenn irgenb« möglich vermeiben möchte, daß aber andererseits die in China dazu zwingt, von England klare Nicht weniger als viermal hat England das Kanalprojekt reaelrecht umgebracht, jedesmal unter Berufung auf seine militärische Sicherheit. Zum erstenmal 1882, als die erste Teilstrecke von insgesamt 1842 Meter an ber französiischen Küste bereits fertig war und mitten in ber Arbeit auf Einspruch bes damaligen englischen Oberbefehlshabers General Wolserey eingestellt werden mußte. Das Sie Infanterie nach wie vor Träger des Kampfes. General Aranda über die Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der spanische General Ara n da, der Führer des Galicischen Korps, sprach vor Offizieren des Heeres im großen Saal des Oberkommandos der Wehrmacht in Berlin über seine Erfahrungen im spanischen Bürgerkrieg. Ex stellte fest, daß die Roten stets zwei bis drei Jahrgänge mehr als die Nationalen unter den Waffen gehabt hätten, d. h. einen um 15 bis 20 Prozent höheren Effektivbestand. Ende 1938 seien auf roter Seite alle 17- bis 45jährigen, auf nationaler Seite alle 18- bis 31jährigen Männer eingezogen gewesen. Das habe auf beiden Seiten eine Effektivstärke von je etwa 700 000 Mann ergeben. Von Beginn der Kämpfe an sei die Initiative auf Seiten der Nationalen gewesen. Jedesmal, wenn die rote Führung versucht habe, die Initiative an sich zu reißen, sei die Durchführung mißlungen. Sowohl im Angriff wie in der Verteidigung habe stets die Moral der T r u p p e n , die bei den Nationalen im felsenfesten Vertrauen auf ihren gerechten Kampf niemals ins Wanken geraten sei, bei den Roten aber überhaupt nicht vorhanden gewesen sei, die Entscheidung gebracht. Die Erfahrungen aus dem Kampfe gegen die Roten hätten ergeben, daß die klassische Infanterie beweglich und ongriffsbereit, hart und anpassungsfähig, stets die Basis des Kamp- f e s gewesen sei und in Zukunft sein werde, so wichtig das Eingreifen der Artillerie und der Begleitwaffen und so groß die Wirkung eingesetzter Panzerkampfwagen im Angriff auch gewesen sei. Die motorisierten Einheiten, Radfahrer, Kavallerie usw. hätten die Infanterie nur für kurze Zeit und in außergewöhnlichen Fällen ersetzen können. Habe der Verteidiger standgehalten, dann habe Artillerievorbereitung allein nicht genügt, um eine tiefe Verteidigungszöne zu durchstoßen, dann habe der Jnfanterieangriff vorgetragen werden müssen, um den Sieg zu erringen. Das dichteste Vorbereitungsfeuer der nationalen Artillerie wurde auf zwei Kilometer Frontbreite von 150 Batterien, d. h. drei Geschütze auf zehn Meter, erzielt. Bei dem größeren Vorberei- tungsschießen wurden etwa 30 000 Schuß abgegeben, während der 100 Tage der Ebroschlacht insgesamt 1,5 Millionen Schuß Artilleriemunition verfeuert. Die Panzerkampfwagen wurden von den Roten anfänglich zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt. Diese Art des Einsatzes führte jedoch nicht zum Erfolg, da die rote Infanterie nicht mitging. Auch die später erfolgte Verwendung von Panzerkampfwagen n Gruppen von 15 bis 30 Stück a l s bewegliche Batterien brachte den Roten keine Erfolge. Auf nattonaler.Seite ergab sich als beste Verwendungsmöglichkeit von Panzerkampfwagen ihr Einsatz für den Durchbruch und zur Säuberung des eroberten Geländes. Oer Oder-Donau-Kanal. Gl ei witz, 16. Juni. (DNB.) Auf der Tagung des Vereins zur Wahrung der Oderschiffahrtsinteressen in Gleiwitz erklärte Staatssekretär Königs vom Reichsverkehrsministerium: Die politischen Grenzen im Westen und Süden Schlesiens, die Wirtschaft und Verkehr zerschnitten, sind gefallen. Die Verkehrsferne, die schwer auf Schlesiens Industrie und Landwirtschaft lastete, ist gewichen. Die Oder ist dazu bestimmt, die wirtschaftlichen Kräfte des Ostens zu sammeln und zu binden, dem Verkehr das Rückgrat zu bieten und dem Seehafen Stettin das tiefe Hin-eingreifen in sein natürliches Hinterland bis nach Mähren zu ermöglichen. Der Adolf-Hitler-Kanal wird im nächsten Jahr dem Verkehr übergeben werden. Zum gleichen Zeitpunkt wird auch der Hafen Gleiwitz fertiggestellt sein. Zu diesen Wasserstraßenbauten tritt als neues, größtes Unternehmen der Bau des Oder-Donau-Kanals, der Schlesien die unmittelbare Verbindung mit dem südost- europäischen Raum bringen soll. Der Kanal, der in dör March endet, erhält eine Abzweigung nach Wien und bekommt dadurch einen doppelten Ausgang, von dem der eine nach Wien und der zweite nach Preßburg führt. Der Oder-Donau- Kanal ist der sinnfällige Ausdruck für die große Verkehrseinheit, die mit dem Fallen der politischen Grenzen zwischen Schlesien und der Ostmark entstanden ist, und wird sich zu einem mitte-l- europäischen Verkehrsweg ersten Ranges entwickeln. * Die Bedeutung der Oder für ganz Ostdeutschland ist schon bisher durch die beherrschende Tatsache umschrieben, daß sie der einzige Strom ist, der ganz Ostdeutschland vom Süden nach Norden auf eine Länge von 776 Kilometer allein im Altreich durchfließt und der zugleich von Oberschlesien bis Stettin schiffbar ist. Allein hier stock' ich schon. Mit der Schiffbarkeit hat es seinen Haken. Im Sommer liegen die Kähne durch niedrigen Wasserstand oft wochen-, ja monatelang fest und im Winter hemmt der Eisgang. Dazu gibt es noch ein Problem für die Anwohner der Oder: die oft wiederkehrenden Ueberschwemmunaen, wenn in dem sehr großen „Einzugsgebiet" des Flusses, zu dem ja die schlesischen Gebirge vom Jsergebirge bis zu den Kar- pathen gehören, sehr starke Regenfälle niedergehen. So ganz einfach sind die Fragen der Flußschiffahrt überhaupt nicht, wie sich das manche Deutsche vorstellen, die nicht in unmittelbarer Reichweite des Stromes wohnen. Nun aber erwächst für die Oderschi f fahrt noch eine ganz große Ausgabe durch den Bau des Donau-Oder-Kanals, der zwei Mündungen erhalten wird: bei Wien und bei Preßburg. Das große Staubecken von Ott-- m a ch a u hat schon in den letzten Jahren ausgeholfen ; weitere Talsperren in Malapane, an der Klodnitz und im Weistritztal kommen in den folgenden Jahren in Tätigkeit und werden bei Wassermangel Zuschuß liefern und bei Hochwasser überschüssige Fluten aufnehmen. Aber mit diesen Staubecken aber ist das Problem der Hochwasserbekämp- fung in Schlesien auch nicht annähernd gelöst. Es bleibt die Aufgabe der Wasserwirtschaft, zur Bekämpfung des Hochwassers an den Nebenflüssen der Oder und in ihrem Quellgebiet weitere Staubecken anzulegen. Oie Erntehilfspflicht der Studenten. Einzelheiten zu der neuen Anordnung des Reichsstudentenführers. Der Aufruf des Reichsstudentenführers, mit dem er die Einführung der Erntehilfspflicht für alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft im Sommer 1939 verkündete, ist vom deutschen Landvolk lebhaft begrüßt worden. Es begrüßt damit aber nicht nur die praktische Hilfe, die es durch diese Maßnahme bei seiner Arbeit erfährt, sondern erkennt, daß in der Studentenschaft ein tiefes Verständnis für die Bedeutung und die Aufgaben des Bauerntums lebendig ist. Die Einführung der Erntehilfe bedeutet für viele deutschen Studenten nicht die erste Betätigung in der Praxis der Landwirtschaft. Seit Jahren schon hat die Reichsstudentenführung diesen Einsatz auf dem Lande und besonders im deutschen Osten als eine wesentliche politische Erziehungsaufgabe angesehen und dementsprechend auch den seit 1934 eingeführten Landdienst immer weiter ausgebaut. Standen in diesem Landdienst im Sommer 1934 hundert Studenten und Studentinnen, so waren es im Sommer 1938 bereits 4850. Zu diesem Sommereinsatz kam seit dem Jahre 1937 ein Einsatz im Frühjahr, bei dem sich im Jahre 1938 1100 und in diesem Jahre 1300 Studenten beteiligten. Es wird damit zu rechnen sein, daß jährlich etwa 5000 bis 6000 Studenten die engere Einrichtung des Landdienstes durchlaufen. Während des Frühjahrseinsatzes find die Studenten die ganzen Semesterferien, also vier Wochen, auf dem Lande und beim Sommereinsatz sechs Wochen. Dieser Landdienst ist und bleibt eine freiwillige Einrichtung. Die Studenten kommen hier nach besonderer Vorbereitung und einem mehrtägigen Einführungslager im Einzeleinsatz zu den Bauern des deutschen Ostens. Zu diesem Landdienst, dessen Ableistung eine Voraussetzung ist für die Aufnahme in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund, tritt die jetzt verkündete Erntehilfspflicht für alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft. Auch eine Erntehilfe auf dem Lande ist im Grundsatz für die Studenten nichts Neues. Im Jahre 1937 wurde sie zum erstenmal neben dem Landdienst durchgeführt. Während diese Erntehilfe bisher aber freiwillig war, ist sie für dieses Jahr nun zu einer Pflicht geworden. Damit werden sich natürlich auch die Teilnehmerzahlen erheblich erhöhen, denn von der Erntehilfsoerpflichtung sind nur die Studenten und Studentinnen ausgenommen, die in einem Abschlußexamen stehen, die körperlich behindert sind oder die durch Wertarbeit sich ständig ihr Studiengeld verdienen. Ebenso können natürlich die Studenten, die während der Sommermonate gerade ihrer Dienstpflicht bei der Wehrmacht nachkommen, keine Erntehilfe leisten. Es ist damit zu rechnen, daß in diesem Jahre schon etwa 250 00 Studenten für d i e Landarbeit eingesetzt werden können. Diese Dienstpflicht wird vier Wochen betragen. Der Einsatz erfolgt, je nach den gegebenen Verhältnissen, einzeln oder in Gruppen. Dieser Einsatz der Studenten, wie er jetzt in verstärktem Maße durchgeführt wird, wird sicherlich einen Erfolg zeitigen, der weit über die reine Arbeitshilfe hinausgeht. Die Studenten werden durch die eigene praktische Arbeit zur Achtung vor der Leistung des deutschen Landvolkes erzogen, sie lernen dessen Sorgen und Leben kennen, während die Bauern anderseits die in diesem Einsatz zum Ausdruck kommende Volksgemeinschaft freudig anerkennen. Die zukünftigen Lehrer, Aerzte, Rechtswahrer usw. werden darüber hinaus aber erfahren, w i e wichtig i h r Einsatz später a u f dem Lande sein wird. Aber auch wenn sie sich in der Stadt niederlassen, so ' wird die während ihrer Studentenzeit auf dem Lande abgeleistete praktische Arbeit, die sie in die volkspolitischen und wirtschaftlichen Fragen des Landes und besonders des deutschen Ostens eingeführt hat, ihre nachhaltige Wirkung nicht verfehlen. Oie: estfalenfahrt der Alien Garde. Wiedenbrück, 16. Juni. (DNB.) Am Freitag vermittelte das Widukindland der Alten Garde unvergeßliche Eindrücke. Erinnert doch der Kreis Herford an den unbeugsamen Sachsen Widukind, an dessen Grab in Enger Dr. Ley einen Kranz niederlegte. Auch diesen Tag verschönern die Jungen- und Mädelgruppen, die Trachten- und Tanzgruppen, die in ihrer Arbeitskleidung und mit ihren Erzeugnissen angetretenen Belegschaften der Industrie und des Handwerks. Zahlreich sind auch die Gruppen des Larckwolkes, nicht zuletzt die Abordnungen der Garnisonen mit Musik auf den Durchfahrtstraßen. Oft begleiten Ketten und Staffeln von Flugzeugen der Luftwaffe die Reise der Alten Garde. In Werther wird vor der alten Apotheke ein westfälischer Bauernhochzeitszug vorgeführt. In einer Schlucht im Teutoburger Wald wickelt sich vor den Augen der Alten Garde ein Opfcrfest der Göttin Tanvala ab. In Halle begrüßt der „Gras von Ravensburg" mit Ritterdamen und Edelknaben in der Tracht vom Jahre 1300 die Teilnehmer. Im Taten- hausener Wald hat sich die Lebensmittelindustrie unter dem Motto: „Kreis Halle — Land der Schlaraffen" mit einer sinnvollen Schau der Bodenerzeugnisse aufgebaut. In Brockhagen schließlich tagt das „Hagen"-Gericht auf freiem Platz. Gütersloh zeigt eine wundervolle Ausschmückung des Platzes vor dem Rathaus, wo sich junge Mädel im Volkstanz wiegen. Der zweite Fahrttag findet in Gelsenkirchen mitten im Ruhrgebiet einen glanzvollen Höhepunkt. Die Stadt mit ihren Hochöfen und Fördertürmen zeigt heute im Schmuck der Fahnen, Girlanden und Ehrenbögen ein völlig verändertes Bild. Da stehen die Arbeiter zu vielen Tausenden an Straßen und Plätzen, den alten Kämpfern des Führers unauf- '91 ochsende Spannung in Ostafien. Dr. Li. London, 17. Juni. Die äußerst gespannte Lage im Fernen Osten wird England nicht das gewünschte ruhige Wochenende bringen. Eine Sondersitzung des Kabinetts, die sich mit der Frage von Gegenmaßnahmen beschäftigen soll, hält man für das Wochenende nicht für ausgeschlossen. Die von der englischen Presse bereits am Freitag angekündigten Gegenmaßnahmen sind vorläufig noch nicht beschlossen worden, da man in London noch immer die Hoffnung hat, daß die japanische Aktion zeitmäßig begrenzt ist und ein aktives Eingreifen Englands durch wirtschaftliche Gegenmaßnahmen und die Entsendung weiterer Kriegsschiffe nach dem Fernen Osten sich erübrigen würde. Die Feststellung des amerikanischen Staatssekretärs Hüll, wonach die Vereinigten Staaten nicht bereit feien, eine sofortige Aktton Englands zu unterstützen, und daß der amerikanische Generalkonsul in Tientsin keinen amtlichen Auftrag erhalten hat, sich an der Bildung des von England vorgeschlagenen Schlichtungs-Ausschusses zu beteiligen, haben in England Mißfallen erregt. Das engliscye Außenamt hat am Freitagabend eine längere Erklärung zur Lage in Tientsin abgegeben. Die Erklärung geht erneut auf die vier von Japan des Mordes an einem chinesischen Beamten beschuldigten Männer ein und erwähnt das englische Angebot eines „unabhängigen beratenden Ausschusses" zur Untersuchung der Frage, ob genügend Beweismaterial vorliege, um die Auslieferung der Beschuldigten zu rechtfertigen. Trotz der inzwischen von japanischer Seite verhängten Blockade sei, so heißt es in der Erklärung weiter, das Angebot, das Beweismaterial diesem beratenden Ausschuß zu unterbreiten, nicht zurückgezogen worden. Aber die japanischen örtlichen Behörden in China zögen weit ernstere Fragen in (Erroägung, die die Vertragsrechte ausländischer Mächte in China ernstlich bedrohten. Man verlange, „daß die britischen Behörden mit Japan zusammenarbeiteten, um eine neue Ordnung im Osten aufzurichten", und zwar durch das Fallenlassen ihrer „Pro-Tschiangkai- schek-Polittk" einschließlich des Schutzes antijapanischer und kommunistischer Elemente. Weiter werde das Ende der Unterstützung des chinesischen Dollars durch die Ausgabe der Bundes- bantnoten (Federal Reserve Banknotes), Monopolisierung der Rohstoffe und schließlich das Aufhören der Duldung des Rundfunkaebrauches durch ungesetzliche Elemente und der Verwendung antijapanischer Schulbücher gefordert. Das würde die Aufgabe der von der britischen Regierung in der Vergangenheit befolgten Politik bedeuten, die derjenigen anderer Großmächte mit Interessen im Fernen Osten entspreche. Die Erklärung bringt bann die Hoffnung zum Ausdruck, die japanische Regierung möge die zur Lokalisierung des Falles gemachten Vorschläge weiter erwägen. Wenn man aber unglücklicherweise auf den van offiziellen japanischen Stellen in Nordchina umri^enen neuen Forderungen bestehen werde, dann müsse sich eine überaus ernfte Lage ergeben. Die britische Regierung würde dann zu erwägen haben, welche Schritte sie ergreifen könne für den Schutz britischer Interessen in China. In der englischen Presse von Samstag wird fest- gestellt, der Freitag sei in Tienffin verhältnismäßig ruhig verlaufen. Allerdings mache sich, so berichtet z. B. die „Times", bereits ein Mangel an frischen Lebensmitteln bemerkbar. Der englische Generalkonsul in Tientsin habe deshalb am Freitag erneut gegen das japanische Vorgehen Protest eingelegt. Der „Daily Telegraph" meldet, die Märkte in der britischen Konzession seien am Freitagmorgen geschlossen worden, da die Zufuhr von frischem Fleisch und Gemüse unterblieb. Die Vorräte an Gefrierfleisch und Konservengemüse seien begrenzt. In der Nähe der englischen und französischen Konzession von Tientsin habe man drei Tote und vier Verwundete festgestellt. In der japanischen Konzession und im chinesischen Stadtviertel sollen Tausenhe von Flugblättern verteilt worden sein, in denen die Chinesen aufgefordert werden, die Ausländer aus den Konzessionen zu vertreiben, um sich die Gebiete wieder sichern zu können, die ihnen genommen worden seien. „Exchange Telegraph" meldet, die englischen Kriegsschiffe „Decoy" und „Lowestoft" befänden sich von Tschingwangtao nach Tientsin mit Lebensmitteln unterwegs. Es wird die Frage gestellt, ob die englischen Kriegsschiffe die Blockade durchbrechen können und die Japaner die Löschung der Lebensrnittel zulassen werden. Der „Daily Telegraph" berichtet ferner noch, die englisch-japanische Spannung habe am Samstag auch auf Kanton und Kulangsu, die internationale Niederlassung von A m o y, übergegriffen. Auch dort sei die Lage krittsch, besonders wegen der Lebensmittelversorgung. Selbst die Reis-Vorräte hätten infolge der japanischen Kontrolle rationiert werden müssen. Die Londoner Blätter verzeichnen schließlich noch Berichte aus Tokio, in denen festgestellt wird, das japanische Kabinett billige die von den japanischen Behörden in Tientsin getroffenen Maßnahmen in vollem Umfang. In Tokio vertrete man die Auffassung, es handele sich bei dem Konflikt nicht mehr um die Forderung nach Auslieferung der vier Chinesen, sondern darum, daß Japan A n - spruch aus Zusammenarbeit Englands zur Herstellung einer neuen Ordnung in China erhebe. Der Sprecher des japanischen Außenamtes habe auf die Frage, ob Japan nicht gru n d f ä tz - lich die Beseitigung aller Konzessionen und inter- befreit schnell Togal. Viels begeisterte Dank- und Aner-> kennungsschreiben. Von Ärz« ten und Kliniken geprüft. Keine Gewöhnung, keine unange-, nehmen Nebenwirkungen! In allen Apotheken. Preis M 1.24t nationalen Niederlassungen wünsche, erklärt, daß die Konzessionen und Niederlassungen ch i n e si s ch e s Gebiet seien, daß aber die Lösung der Gesamtfrage der Zukunft überlassen werden müsse und daß hierüber eine neue chinesische Regierung zu entscheiden habe. Der Aufbau einer neuen Ordnung in Ostafien müsse zwangsläufig zu einer Neuordnung der Frage der internationalen Niederlassungen führen. Japan werde China dabei jede Hilfe angedeihen lassen. Der Sprecher erklärte abschließend, daß es nur im Interesse dritter Staaten liegen könne, wenn sie dem Zuge der neuen Zeit möglichst bald Rechnung trügen. Zurückhaltender Kurs der Vereinigten Staaten. Washington, 17. Juni. (Europapreß.) Staatssekretär Hüll hat sich über die Lage in Tientsin der Presse gegenüber sehr zurückhaltend geäußert. Er hat erklärt, von irgendeiner P r o t e ft • a 11 i o n der Regierung der Vereinigten Staaten im gegenwärtigen Augenblick sei nicht die Rede, da die Regierung die weitere Entwicklung der Lage in Tienffin a b ro a r t e n wolle. Jmerhin verfolge die Regierung die Lage mit gespanntester Aufmerksamkeit. Sie habe den amerikanischen Diplomaten in China und Japan weitgehende Anweisungen zur sofortigen Regelung etwaiger lokaler Zwischenfälle gegeben. Die amerikanischen Vertreter in Tienffin und Amoy hätten mitgeteilt, für die amerikanischen Staatsangehörigen bestünde zur Stunde keinerlei ernste Gefahr. hörlich zujubelnd. Der Gau Weftfalen-Nord vermittelte in der Ausstellungshalle nochmals plastisch durch Nachbildung bekannter Bauwerke und Bauernhöfe und der Erzeugnisse der Arbeit des Landes feinen Gästen bleibende Eindrücke. Am Samstagnachmittag endet die Fahrt in Sintern, wo eine Kundgebung die Westfalenfahrt abschließt. Die Tradition der „Imker-Verbände". Berlin, 16. Juni. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des> Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, die Tradition der „Imker"- Verbände der Heeresfrei- willigen in Spanien dem Panzerlehrregiment und der Heeresnachrichten- und Versuchsabteilung verliehen. Die Tra- ditionstruppenteile tragen als äußeres Abzeichen über dem rechten Aermelauffchlag ihrer Uniform ein den spanischen Farben entsprechend gelb eingefaßtes rotes Band mit der Aufschrift: „Spanien 1936 — Spanien 1939". Deutschland bekommt ein Raffenmuseum. Berlin, 16. Juni. (DNB.) Auf Anregung des Rasfenpolitischen Amtes der NSDAP, hat der Reichsminffter für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung der Deutschen Gesellschaft für Rassenforschung den Auftrag zur Ausarbeitung von Vorschlägen über die Errichtung eines Rassenrnuseums erteilt. Das Rafsenrnufeum, das in Berlin errichtet werden soll, wird vor allem auch der wettanschaulich-politischen Bedeutung des Rassegedankens Rechnung tragen. Oie Außenpolitik derGlowakei Die deutsche Garantie von größter Bedeutung. Preß bürg, 16. Juni (DNB.) Der Außenausschuß des slowakischen Parlaments nahm gestern einen Bericht des Außenministers Dr. Durcansky entgegen. Es fehle nicht an böswilligen Stimmen in der Welt, die zu beweisen versuchten, daß die slowakische Republik fein souveräner Staat sei. Der Minister erklärte, daß auch andere Staaten bestimmte politische Bindungen eingegangen wären. Syabe es in Prag nicht 20 Jahre lang eine fremde Militärmission gegeben oder hätten sich auf dem Gebiet der tschechoslowakischen Republik nicht sow- jetrussische Soldaten befunden? Habe män deswegen die Souveränität dieses ehemaligen Staates bestritten? Warum also könne nicht eine Zusammenarbeit mit den deutschen militärischen Stellen bestehen, wenn das die Sicherung der Unabhängigkeit des selbständigen slowakischen Staates erfordere. „Wir sind uns voll bewußt", so sagte der Minister, „daß Deuffchland nichts im Wege gestanden wäre, wenn es sich entschlossen hätte, die Slowakei zu annektieren. Wenn es nicht zu diesem Schritte gegriffen hat, hat es einen neuerlichen Beweis dafür geliefert, daß es nicht die Unterjochung der kleinen Völker verfolgt, wie das die Mächte zu behaupten bemüht sind, da sie in Deutschland eine Gefahr für ihre Stellungen, die sie beherrschen, erblicken. Deuffchland hat gerade im Gegenteil die Garantie der Grenzen und der politischen Unabhängigkeit der Slowakei auf sich genommen. Wir wissen diese Tat sehr gut zu schätzen, denn gerade die jüngste Vergangenheit hat uns überzeugt, daß von allen Garantien für uns nur d i e deutsche Garantie die größte Bedeutung haben kann. Richtig rft, daß Deutschland uns auch in wirtschaftlichen Beziehungen entgegenkam, damit die An- fangsschwierigkeiten leichter und rascher überwunden wurden, was für die Festigung unserer Selbständigkeit von großer Bedeutung war." Wetterbericht Die mit kräftigem Luftdruckfall verbundene Wärmezunahme hatte, begünstigt durch die Entwicklung der Gesamtlage, einen neuen Einbruch kühler und feuchter Meeresluft nach Deutschland vorbereitet. Er erfolgte in der Nacht zum Samstag und hat dabei auch unserem Bezirk von Westen her Unbeständigkeit mit Neigung zu teilweise gewittrigen Niederschlägen gebracht und wird über Mitteldeutschland noch stärker zur Auswirkung kommen. Trotzdem eine na drollige Wetterverschlechterung bei uns vorerst kaum zu erwarten ist, so wird sich doch beständiges Wetter nicht wiederherstellen. Vorhersage für Sonntag: Wieder vielfach aufheiternd und nur vereinzelt auftretende Schauer, bei lebhaften Winden um West tagsüber nur mäßig warm, späterhin wieder zunehmende Un- beständigkett. Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 18,8 Grad: am 17. Juni: morgens 15,1 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum heute nacht 11,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Juni: abends 23 Grad: am 17. Juni: morgens 18,5 Grad. — Sonnenscheindauer 11,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 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Müller, Alten-Bufeck. Nr. 159 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 1Z./18.3unH959 Wehrraum und Lebensraum. Von Horst von Mehsch, Generalleutnant z V. Zum deutschen Stolze unserer läge gehört, einen Wehrraum zu besitzen, dem wesentliche größere Ver- lcidigungsmöglichkeiten anhasten, als 'das einstige Kleindeutschland sie hatte: Das österreichische Vorfeld deutschfeindlicher Mächte ist als solches nicht mehr vorhanden. Jugoslawien, einst als Bindestück feindlicher West- und Ostmächte gedacht, ist freundschaftlich der Achse angenähert. Die tschechoslowakische Minenkammer- i|t ausgeräumt. Hunderte von zu deckenden Grenzkilometer längs Schlesien, Sachsen und Bayern können durch die kleine Grenzstrecke zwischen Oberschlesien und der Ostmark gedeckt werden. Vor der Militärzone zwischen Preßburg und dem Jablunka-Gebirge liegt die Slowakei als räumlicher Schutz, und südlich davon breitet sich Ungarn als eine der befreundeten Antikomintern-Mächte aus. Das benachbarte Italien ist militärisch verbündet. Die Adria ist seit der italienisch-albanischen Personal-Union in einen Hafen verwandelt, dessen langgestreckte Küsten nur noch am schmalen Südausgang, der etwa siebzig Kilometer breiten Straße von Otranto, geschützt zu werden brauchen. Und inanches verkehrstechnische Problem zwischen Hamburg und Budapest oder zwischen Stettin und Triest ober zwischen Schlesien und Baden ist gelöst oder reift feiner Lösung entgegen. In wie vielen einstigen Kriegen ist um viel Geringeres recht viel kostbares deutsches Blut geflossen! Wir sehen ganz ab von dem gewaltigen Plus an Widerstandskraft, das der Führer durch die Westbefestigungen geschaffen hat. Wir verzichten auch auf eine Erörterung der zahlreichen Einzelmittel, die ein erweiterter einheitlicher Raum zur Steigerung seiner Wehrstärke bietet. Uns kommt es nur auf den Hinweis an, daß zwischen der Helgoländer Bucht und dem Ionischen Meer oder zwischen der Ostsee und der lybischen Wüste ein Wehrraum entstanden ist, der mehr als eine Achse, der eine Abwehrzone von achtunggebietender Widerstandskraft ist. Gewiß, sie hat auch Schwächen, Wir brauchen sie nicht zu nennen. Wir können es dem Ausland überlassen, sie zu entdecken. Aber die mit der Lupe nach solchen Lücken suchenden Einkreisungsmächte wissen nur allzu gut, um wieviel die Stärken überwiegen und was der räumliche Zusammenhang, die unmittelbare Nachbarschaft und das Hineinragen der beiden Achsenmächte in drei Meere wehrpolitisch bedeuten. Dennoch dürfen wir uns nicht darüber täuschen, daß der Wehrraum als Lebensraum zu klein ist, daß er also 'der wirtschaftlichen Ergänzung von außen her bedarf. Nicht so zwar ist das gemeint, daß wir Deutsche von einem caiichemar d’isolation, von schlotternder Angst vor einer zweiten Weltkriegsblockade gepeinigt sein müßten. Es gibt heute ganz andere und auch zahlreichere blockadebrechende Mittel als 1918. Wir wollen nur darauf Hinweisen, daß sich die Nation, auf den Wehrraum beschränkt, wohl behaupten, aber nicht entfalten, das heißt ihren Lebensstandard nicht heben kann. Darin liegt ja doch das Unvernünftige, man kann auch sagen: das Unsittliche der englischen Einkreisungsidee, daß der Engländer — zum Beispiel — den rumänischen Weizen kauft, nicht weil England ihn braucht, sondern damit Deutschland ihn nicht erhält. Oder: Hudson und Stanley bogen von Berlin nach Warschau ab, nicht weil die englisch-deutschen Wirtschaftsveryandlungen aussichtslos wären, sondern weil das aufstrebende Reich in wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit gestoßen werden soll. Leith Roß, der erste Wirtschaftsberater des britischen Empire, nimmt lieber verärgerte Dominien, denen das Mutterland nicht genügend äb- nimmt, in Kauf, statt den guten deutschen Kunden am englisch-deutschen Güteraustausch erstarken zu sehen. Roosevelt läßt sich lieber den unrentablen wirtschaftlichen Druck auf die ibero-amerikanischen Staaten angelegen sein, als einem südamerikanischdeutschen Handel Vorschub zu leisten, der sowohl für die ABC-Staaten wie für das Deutsche Reich recht rentabel sein könnte. ~ Die Einkreisung bedeutet also wirtschaftliche Schrumpfung für alle Beteiligten, weil keiner sich auf seinen Wehrraum beschranken kann, vielmehr jeder nach einem wirtschaftlich erweiterten Lebensraum trachten muß. Wer den Frieden ernsthaft will und den Krieg wirklich zu vermeiden sucht, muß daher den Lebensraum, nicht den Wehrraum für das Entscheidende halten. Wer nicht von solcher Friedensliebe erfüllt und durchdrungen ist, fordert heraus, daß zusammengepreßte wirtschaftlich not- leidende Völker nicht ruhen und nicht rasten, bis sie das Ziel: Wehrraum = Lebensraum erreicht haben. Das wußte schon Clausewitz. Das könnten Neville Chamberlain und seine Leute auch wissen. Aber das will man in London nicht wahr haben, weil man das irreführende Gesicht der defensiven Einkreisung als einer angeblich harmlosen Abwehraktion wahren will. Vergebliches Bemühen! Kein Gott wird aach- weisen können, daß der englisch-türkisch Beistandspakt, der der englischen Flotte die Dardanellen öffnen soll, damit man in Warna oder Constanza merke, wohin Rumänien und Bulgarien gegebenenfalls die Front zu nehmen haben, irgendwie lebensnotwendig für Großbritannien fei. Jeder Sterbliche wird dagegen um "so leichter begreifen, daß der europäische Südosten und die deutsche Mitte sich lebensnotwendig brauchen, ohne den britischen Lebensraum dadurch auch nur im geringsten zu gefährden. Damit ist der Kernpunkt aller deutsch-englischen Spannungen umschrieben. Sie können nur bann endgültig gelöst werden, wenn man in England anerkennt, daß der deutsche Lebensraum über den festländischen deutschen Wehrraum hinausragen muß und in das britische Empire hineinragen kann, ohne dessen Wehrbelange irgendwie zu beeinträchtigen. Wenn schon die nachgerade traditionell gewordene militärische Invasionssorge der Bevölkerung von London unbegreiflich ist — die britische Furcht vor einer beutschwirtschastlichen Invasion in das britische Weltreich ist es erst recht. Sie hat vor nunmehr fast fünfundzwanzig Jahren die Katastrophe aus- gelöst, an der die Völker noch heute kranken. Der tragische Vorgang muß sich wiederholen, wenn das unvermeidliche Sichüberschneiden der Lebensräume der großen Nationen nur noch durch ein hemmungsloses Sichübertrumpfen im Rüsten lösbar erscheint. Eine so miserable kurzsichtige Politik ist durch die besten Waffen nicht gutzumachen. Eine weisere müßte die Räume zum Leben anders, das heißt gelassener und kühler, sehen, als die Räume zum Kämpfen. Polens industrielle Rüstung. In der polnischen Presse ‘nimmt man zu der schweren wirtschaftlichen Belastung, die die ständige Mobilisierung dem Lande auferlegt, Stellung und gibt den großen Besorgnissen für die Zukunft Ausdruck. Zu den riesigen rein militärischen Ausgaben zählen jedoch auch diejenigen für den Aufbau der Rüstungsindustrie. Die Industrialisierung des Agrarstaates Polen ist vor etwa zwei Jahren mit dem Beginn des Ausbaues eines neuen zentralen Industriegebietes in ein neues Stadium getreten. Das industrielle Schwergewicht des polnischen Staates von 1918 lag in den ehemals reichsdeutschen und österreichischen Gebieten, in der ostoberfchlesi- sch en Schwerindustrie und in der galizischen Oel- und Kaliförderung. In Kongreßpolen selbst waren lediglich Lodz mit seiner bedeutenden Textilindustrie und Warschau mit Betrieben der verschiedensten Branchen industrielle. Zentren von einigem Gewicht, während der weite Osten des Landes wirtschaftlich und industriell wenig erschlossen war. Wenn man mit der Planung des neuen zentralen Industriegebietes auch das Ziel der Herstellung eines besseren Gleichgewichtes der Kräfte innerhalb des Landes anfteuerte, so sind dabei von entscheidender Bedeutung doch die rüstungspolitischen Erwägungen gewesen, ging man doch von vornherein hm auf aus, hier im Zentrum Polens fernab von allen Grenzen rüstungswichtige Betriebe zu errichten. Die Voraussetzungen für eine stärkere Industrialisierung gerade dieses zeytral- polnischen Gebietes schienen auch sonst in erheblichem Maße gegeben zu sein, weil sich hier reiche Bodenschätze finden, weil als Energie- querten Wasserkräfte, ferner Kohle und Erdgas aus den benachbarten Gebieten reichlich zur Verfügung stehen. An Bodenfchätzen finden sich in diesem rund 50 000 qkm großen, von fünf Millionen Menschen besiedelten Gebiet Eisenerze, Kupfer-, Zink- und Bleierze, Pyrit, Phosphorite, Ton, Bausteine u.a.m. Neben den schon lange bekannten Eisenerzlagern bei Kielce find insbesondere die Erzvorkommen im Süden des Gebietes im Karpathenvorlande zwischen Tarnow und Rzeszow von Bedeutung, die erst jetzt neu erschlossen sind. Da von einer Erforschung der Bodenschätze in diesem Gebiet erst seit zwei Jahren die Rede sein kann, darf hier noch mit weiteren Funden gerechnet werden. Wenig güystig sind vorläufig noch die Verkehrsverhältnisse im neuen Industriegebiet. Die wichtigste Verkehrsader des Gebietes ist die Weichsel, an deren Regulierung mit dem Zwecke der Schiffbarmachung für größere Einheiten schon seit zwei Jahren gearbeitet wird. Auch das Straßennetz (es handelt sich um einen ehemaligen russischen Grenzbezirk) ist durchaus ungenügend und muß ausgebaut werden. Die Dichte des Eisenbahnnetzes beträgt nur etwa ein Drittel derjenigen von Posen und Pommerellen, lieber Aus-. B/ALYSrOK Baranow tscnj POSEN WARSCHAU IVA • BREST-LJ TONSK LODZ • CNSLM BRESL. OPPELN NtJELEC Ölmutz KfelCE • L Sa / JAROSLAW -p • LEMBERG PRZEMVSL • HRUB/ESZOW ZAMOSC» ' , 'BUSOW k \ RADOM OPOCZNO- • KRAKAU 1 dauprojekte ist man aber noch nicht hinausgekommen. Wesentlich günstiger steht es um den Ausbau der Energiewirtschaft, der schon stärker gefördert werden konnte. Die Hauptgrundlage der Elektrizitätswirtschaft sollen die Wasserkräfte der Gebirgsflüsse San und Dunajec bilden. Mehrere Großwasserkraftwerke sollen über das neue Industriegebiet hinaus Süd- und Mittelpolen mit Strom beliefern. Das Wasserkraftwerk Noznow am Dunajec, das voraussichtlich im Lause des nächsten Jahres betriebsfertig fein wird, soll die angeblich größte Talsperre Europas erhalten. Der Hauptstrang des Erdgasleitungsnetzes ist bereits über Sandomir hinaus in Richtung Warschau bis Lubieni ausgebaut. Verschiedene Zweigleitungen sind ebenfalls schon in Betrieb. Bereits vor der Inangriffnahme des neuen Industrieplanes bestanden im zentralen Industriegebiet einige Rüstungsbetriebe, in denen Pulver, Munition, Flugzeuge und Gasmasken hergestellt werden. In den letzten Jahren sind dort mehrere bedeutende Betriebe teils auf privater, teils auf staatlicher Kapitalgrundlage neu erstanden. Da ist vor allem das Edelstahlwerk der „Süd werke", die neue Waffenschmiede Polens, 30 km südwestlich von Sandomir, zu nennen, das bereits im letzten Jahre teilweise in Betrieb genommen wurde. — Nach Möglichkeit soll der industrielle Ausbau des zentralen Industriegebietes von der privaten Initiative getragen werden. Aber bei dem verhältnismäßig geringen Umfang der privaten Kapitalbildung und dem Fehlen eines leistungsfähigen Kapitalmarktes t fbc'erfoönkgnkaffe amffaljnhofl .kann letztlich doch nur der Staat der Haupt- träger einer planmäßigen Industrialisierung mit dem Ziel einer Rüstungsstärkung sein. In der -Lat wird von den beträchtlichen Jnvestitionssummen, die im Staatshaushalt laufend vorgesehen sind (in diesem Jahre sollen aus öffentlichen Mitteln rund 1,25 Milliarden Zloty investiert werden), der größte Teil für die Stärkung des Rüstungspotentials der polnischen Wirtschaft aufgewendet. (Zeichnung: H. Betkowski — Scherl-M.) Die Kornblume im Glanz -es Fischsilbers. Der Volksbund fürdas Deutschtum im Ausland veranstaltet am 24. und 25. Juni aus Anlaß des „Tags des deutschen Volkstums" eine Straßensammlung, bei der achtzehn verschiedene Abzeichen aus Gablonzer Glas vertrieben werden. Zehn dieser Abzeichen stellen Trachten des auslandsdeutschen Volkstums dar: Gottschee, Siebenbürgen, Zips, Schleswig, Wolhynien, Banat, Hartau-Harta, Wolgadeutsch, Batschka und Baltikum — das sind die Heimatsländer der Trachtenfiguren, die auf weißem, mattierten Glas sich farbenprächtig ad- heben. Hinzu kommen fünf verschiedene K o r n « blumenmufter, ein Edelweiß, ein A b - Zeichen „Deutsche in Heberfee" und ein Abzeichen mit dem mit einer Aehre geschmückten D V A.- S i g n u m. Ein Abzeichen aber strahlt einen ganz besonderen Glanz aus: eine Kornblume, die im Hellen Silberschein glitzert. Die Gablonzer Glasindustrie hat sich hier eines uralten Verfahrens bedient: Das Silber, das auf die gläserne Kornblume aufgespritzt ist, ist nichts anderes als Fifchsilber, das von den Schuppen des Ukelei ober des Silberfischchens -gewonnen wird. Zu Beginn der kalten Jahreszeit werden Millionen Zentner des Ukelei, eines winzigen Fischchens, gefangen. Millionen Zentner dieser kleinen Fifchchen sind nötig, um aus den silberglänzenden Schuppen in einem höchst verwickelten Arbeitsvorgang das Besuch bei Heinrich Lersch. Zum Todestage des Dichters am 18. Juni. Und wenn du mal nach Gladbach kommst, hatte Freund Hein gesagt, bann kommst du auch nach Neuwert heraus und besuchst mich da. Unsere Werkstatt liegt gleich an der Haltestelle der Straßenbahn. Du brauchst nur nach Lerschs Kesselschmiede zu fragen. Jedes Kind kann dich führen. Ja, statte ich geantwortet. Sobald es sich machen laßt, komme ich nach Gladbach und besuche dich. Nun fuhr ich endlich. Da lagen die fruchtbaren Felder des Kempener Landes mir zur Seite. Hoch und golden stand das Korn. Lange" Pappelreihen wechselten ab mit grünen Ellerbüschen, Sandgruben mit Wassergräben. Dann rückten die ersten Fabriken heran. Baumwollspinnereien. Es war eben Mittagspause, und junge Spinnerinnen in ihrer kleidsamen Arbeitstracht standen vor allen Toren, gingen auf allen Wegen. Mir war, als müßte ich sie kennen. So oft hat Hein Lersch von ihnen erzählt. Nun bin ich in Glabbach. Gleich links am Bahnhof vorbei geht es zur Nei)dter Straße. Ein Stück bie Bahn entlang, bann geht es links ab, unb nun stehe ich vor der alten Schmiede. H. u. P. Lersch ist an dem großen Tor zu lesen, hinter dem gleich die Welt der Arbeit beginnt. Eine große Walze steht da, bereit, bie schweren Kesselbleche zu biegen. Ein Kettenkran hängt in der Luft. Eisen liegt herum und kündet von der Arbeit, die hier getan wurde und anderer Arbeit, die noch getan werden soll. Drüben eine Wellblechbaracke unb über der Werkstatt bie schmalen Fenster, hinter benen Der Dichter so viele Jahre seines Lebens gelebt. Unten liegt bie Schmiede. Da hängen bie Zangen in langer, wohlgeordneter Reihe. Die Bohrmaschine steht da und neben dem Anüwß liegt der Hammer, den Heins Hand so oft umfaßte. Da brennt auch bas Feuer, in dessen Leuchten die Sehnsucht nach der Glut der Sonne Italiens lebendig wurde in dem jungen Dichter, der Drang in die weite Welt, nach der er sich verzehrte, wenn er neben dem Vater stand und Schlag auf Schlag auf das glühende Eisen herniederfiel. Und vor dem Tore der Werkstatt, ach ja, da sind die guten Straßen noch, die nach Holland und Belgien hineinführen. Die alten Straßen, auf denen Hein Lersch mit Freund Leishelm nach Antwerpen marschierte, damals, lange vor dem Kriege. Und bie anberen Straßen gehen von hier fort, die zum Rhein führen und von da weiter durch das schöne Deutschland bis nach Wien hinunter, wo der junge Handwerksbursche zum erstenmal ein Gedicht aus seinem Herzen nicht nur las unb fühlte, fonbern auch roch; benn auch das war für ihn einmal das höchste Glück: ein junges Werk, frisch aus der Druckerei kommend, in bie Hand nehmen unb bie noch nicht trockene Druckerschwärze riechen zu bürfen. Ja, soviel ist zu erzählen von bieser kleinen Schmiede, bie noch ganz so eng unb verwinkelt ist wie sie immer war, soviel im Laufe ber Jahre auch hinzugekom- men ist. Ja, es ist alles noch so, wie ber Dichter es geschildert hat, wie es in seinem Werk lebendig wurde auch für den, ber nie einen Fuß hierhergesetzt. Nur bie Nietkolonne, bie ihren' Hellen Takt in ben Tag hineinhämmert wirb man heute vergebens suchen. Dafür zischt ber Brenner bes Schweißapparates über bie Kanten ber Bottiche, bie für die Webereien Gladbachs bestimmt sind. Bruder Leo, der dem Dichter so ähnlich sieht, wie nur ein Bruder dem Bruder ähnlich sehen kann, ist gerade dabei, eine Platte, aus ber ein Behälter geschweißt werden soll, mit dem Schneidbrenner zu zerschneiden. Da sprühen die Funken unb vermischen auf bem kühlen Boben unb bie Haare fallen bem Arbeitenden, so kühn ins Gesicht, baß man einen Augenblick glauben kann es ist Hein, ber ba schafft, wie er ehebem hier schaffte. Aber es ist ber Dichter nicht. Nur bas Blut in biesem Manne ist bas gleiche, bie Lust am Dröhnen ber Kessel unb bie Freude am Pink-pink bes Hammers auf bem flingenben Amboß. Unb ber ewige Himmel, ber über bem Hof sich wölbt unb bas Singen ber Vögel, bie braufeen vorüberfliegen. Der aber, ber einst hier gesungen, daß ganz Deutschlanb ihn hörte, liegt lange stumm und schweigsam braufeen an ber Diersener Straße in bem wunberschönen Park, in bem bie Gladbacher ihre Toten bestatten. Ein paar Wacholderbüsche stehen neben bem Grab, das mit Rosen bedeckt ist und duftet, wie eben der Sommer duftet. Und Sommer war es, als Hein Lersch den stummen Notweg hier herausgefahren wurde. Sommer in der Natur unb Sommer auch im Leben des Dichters, in bem alles in Reife ftanb unb bereit war, bie Ernte einzubringen für ben Herbst unb Winter, ber ba kommen sollte. Heinrich Lersch hat den Herbst nur ahnen können und der Winter des Lebens blieb ihm, ber ben Wintern ber Heimat so oft entfloh, weil seine Lunge bie kalten Winde nicht vertrug, erspart. lieber sein Grab hin fingen bie Vögel bes Sommers und ein Freund bringt einen stummen Gruß. Wie ein Gebet so still und so voll Anbach. Ja, Freund Hein, ich bin gekommen, dich zu besuchen. Zu spät zwar für den Lebenden, aber nicht zu spät, bes Gestorbenen zu gedenken und seines Werkes. Und den Geist deines Werkes zu atmen in einer Umgebung, die deine Welt war und die nun für uns alle eine freie Arbeitswelt geworden ist. Erich Grisar. Berühmte alte pflanzenbilder eines hessischen Botanikers. Eine Sammlung von Pflanzenbildern, die der Botaniker Johann Jakob D i l l e n i u s bei feinem Tode im Jahre 1747 hinterließ, wurde in England wieder aufgefunöen unb sofort von bem Britischen Museum für Naturgeschichte erworben. Sie würben entberft, als man eine Anzahl alter Familienpapiere orbnete, unb von ben Botanikern bes Museums als die feit 200 Jahren fehlenden Zeichnungen, die in der Geschichte der Botanik eine große Rolle spielen, erkannt. Dillenius war im Jahre 1687 in D a r m st a d t geboren und studierte an der Universität Giefeen, an der er auch Professor wurde. Im Jahre 1721 wurde er nach England berufen und erhielt,die erste Professur für Botanik an der Universität Oxford. Seine Zeichnungen, Briefe und Manuskripte wurden nach seinem Tode von seinem Nachfolger Professor Sibt Horpe angekauft, verschwanden dann aber, und obwohl die Gelehrten von ihrem Vorhandensein und von ihrer Bedeutung wußten, war es bisher nicht möglich gewesen, sie wiederzufinden, so daß sie in den botanischen Werken als unwiderruflich verloren bezeichnet wurden. Es sind im ganzen nahezu 700 Zeichnungen, die Dillenius als Pflanzenzeichner von hohem Range zeigen, und die von großer historischer Wichtigkeit sind. Besonderes Interesse darunter haben Zeichnungen und Notizen über seltene Pflanzen, die während einer Reise durch Wales im Jahre 1726 von Dillenius gefunden wurden; darunter befinden sich auch das insektenfressende gemeine Fettkraut und eine Anzahl Enziane. Eine grofee Zahl der Zeichnungen sind die Originale für die Illustrationen der dritten Ausgabe von Rays „Synopsis stirpium Britanni- carum11, die von Dillenius herausgegeben wurde; die Zeichnungen lassen deutlich die Merkmale ihrer Benutzung für Kupferstiche erkennen. In der Sammlung befindet sich auch ein Manuskript von 29 Seiten über Wasserpflanzen, das in den bisher veröffentlichten Werken des großen Botanikers noch nicht gefunden werden konnte. Zeitschriften. — „Das Innere Reich". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Alverdes. Verlag Albert Langen /Georg Müller, München. — Das Juni-Heft wird eingeleitet, mit Adalbert Stifters Versöhnungswunsch für Böhmen. Danach lesen wir aus Josef Weinhebers Weihespiel „Die hohen Zeichen" den Teil „Die Reichsinsignien". Wilhelm Schäfer erzählt fünfzehn neue Anekdoten. Ernst Bertram hat aus seinem Weilburger Merkbuch eine Spruchsammlung „Ausblicke" zusammengestellt. Paul Schmitthenner, der mit dem Erwin-von-Steinbach-Preis ausgezeichnete Stuttgarter Architekt, umreißt Wesen unb Bedeutung des „Unscheinbaren in ber Baukunst"; elf Ab- bilbungen veranschaulichen seine Ausführungen. Ebgar Maaß betreibt in seinem Aufsatz über „Thoreau" Möglichkeiten unb Verlust bes Ameri-' kanertums. Mit ben ersten brei Akten seiner neuen Tragöbie „Rebellion um Preußen" beschliefet Frieb- rich Bcthge bie Reihe ber großen Beiträge. Gebichte von Siegbert Stehmann, Ernst Bertram, Friedrich Bischoff unb Georg Britting vertiefen ben Einbruck einer schönen Mannigfaltigkeit, ben bieses Heft bietet. — A u.s ber Natur" („Der Naturforscher"), Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelbe. Berufene Sachkenner unb Forscher kommen auf ihren Sonbergebieten im Juni-Heft zu Wort. In seinem Aussatz „Die Pslanzenheilkunbe einst unb jetzt" zeigt Hugo Hertwig, baß es möglich unb nötig ist, bie alte beutsche Kräuterkunbe neu zu beleben. Der Vogelkunbler Friebrich von Lucanus spricht über bie Kunst ber Vogelnester, bie gerabe in jetziger Jahreszeit roieber zu berounbern ist. Erna Mohr berichtet über ben neuesten Stanb ber Zucht von Wisenten unb Wisentbastarben. E. Schuhmacher, Teilnehmer ber Sübamerika-Expebition von Professor Dr. Krieg, hat bas „Murmeltier" ber südamerikanischen Kor dilleren entdeckt. Professor Dr. Bersin (Marburg) gibt einen Ueberblirf über kristallisierte Fermente unb führt bie Wirkstoffe in reinster Form vor Augen. Die Frage „Wie steht es heute um den Walnußbaum?" beantwortet Werner Cronbach. Günther Olberg gibt in seiner Anregung „Pflanzenaufnahmen für wissenschaftliche Zwecke" praktische Anleitungen zur Naturphotographie, bie mit Beginn bes Sommers geeignete Motive sucht. Das Juni- Hef wirb abgerunbet burch kleine Beiträge aus allen Gebieten ber Naturwissenschaften, Berichte über Forschungsergebnisse, Bücherbesprechungen, bie Liste der Neuerscheinungen und die Preisfrage. Der Gesundheilsappell der deulschen Tugend. Fischsilber zu gewinnen. Mähend die entschuppten Fische in den Fischmehlfabriken zu Düngemehl verarbeitet werden, werden die Schuppen getrocknet In einem chemischen Verfahren wird den Schuppen das Silber entzogen und dieses dann mit allen möglichen Flüssigkeiten gemischt. In einem langen Verfahren ist die gläserne Kornblume entstanden. Die Kornblumen, die mit dem Fischsilber überzogen werden sollen, wandern in die Spritzerei der Fabrik, wo sie in einem mehrmaligen Spritzverfahren allmählich mit dem Fischsilber, das stark und scharf riecht, und mit dem Kremserweiß gespritzt werden. Ist das geschehen, dann ist die Kornblume -mit dem Silberglanz der Ukelei fertig. Naiionalpoliiische Erziehungsanstatten. Gegenwärtig finden in Naumbura a. d. Saale die Sommersonnwend-Kampfspiele der Na- tionalpolitischen Erziehungsanstalten für 1939 statt, an denen 500 Jungmannen und ihre Erzieher teilnehmen. Diese Veranstaltung gibt Veranlassung zu einem Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Ihr Schirmherr ist Reichsminister R u st, der Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten ist ^-Obergruppenführer Heißmeyer. Dieser hat vor kurzem über die Geschichte der Anstalten folgendes ausgesagt: Die Gründung der ersten drei Institute in P 0 ts- d am, Köslin und Plön erfolgte durch Reichsminister Rust am Geburtstag des Führers 1933. Diese drei Anstalten waren früher preußische Kadettenhäuser, später staatliche Erziehungsanstalten. In den folgenden Jahren wurden weitere Anstalten errichtet, und zwar in Preußen: in Wahlstatt in Schlesien, in Naumburg a. d. S., in Berlin-Spandau, in Oranienstein a. d. Lahn, in Densberg bei Köln, in Ilfeld im Hirz, in Stuhm (Westpr.) und m Neuzelle bei ben. W a h l st a t t mußte wegen ungeeigneter bauricher Verhältnisse wieder aufgelöst werden. Naumburg, Oranienstein und Densberg waren früher Kadettenanstalten. S ch u l p f o r t a kann sich an Alter und Ehrwürdigkeit mit den ältesten englischen Anstalten messen Ilfeld war eine alle Klosterschule, Stuhm, das sein Gesicht nach Osten wendet, entstand aus früheren Kasernenbauten. Hier wirkt der Olympiasieger S t ö ck als Lehrer. Die S p a n d a u e r Anstalt ging aus dem Lichterfelder Kadettenhaus hervor und ist in der ehemaligen Hochschule für Leibesübungen untergebracht. , , . In Sachsen ist eine Anstalt in Klatsche bei Dresden, Württemberg hat Anstalten in Backnang und in Rottweil und Anhalt in B alle nstedt und Köthen. Vier frühere österreichische Staatserziehungsanstalten werden .ebenfalls zu Nationalpolitischen Erziehungsanstalten umgewandelt, darunter eine solche für Mädchen. Im Sudetenland wird auf Schloß P l o s ch k o - witz bei Leitmeritz eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt neu eingerichtet. Neugründungen sind geplant in Hirschberg in Schlesien, in Trier und für den B ü ck e b e r g bei Hameln, in Erwägung gezogen sind Neubauten für Salzburg und Kärnten. Bei der Auswahl der Jungen spielt das Geld und der Stand der Eltern keine Rolle. Der Stand ihres Wissens ist nicht entscheidend, sondern ihr geistiger, körperlicher und charakterlicher Gesamtzustand. Zur Zeit werden etwa 400 Jungmänner jährlich entlassen, ein großer Teil von ihnen sucht die Offizierslaufbahn in der Wehrmacht. Unterhaltsträger der Anstalten sind die einzelnen deutschen Staaten, bei den österreichischen und sudetendeutschen Anstalten in Zukunft das Reich. In den letzten Wochen wurde in allen Gebieten der große Gesundheitsappell der Hitler-Jugend durchgeführt. Die Durchführung ist in diesem W)re aus organisatorischen Gründen noch örtlich verschieden, sowohl nach Zeit und Ort der Veranstaltung, der Appell soll aber in Zukunft nach Möglichkeit alljährlich in einem bestimmten Monat einheitlich abgehalten werden. Mit Turnhose oder Turnhemd bekleidet treten die Jugendlichen zu dieser großen ärztlichen Musterung an, für die der Hitler-Jugend neben den HJ.-Aerzten alle Aerzte des Hauptamtes für Volksgesundheit zur Verfügung stehen. Natürlich kann es sich hier nicht um eine gründliche Untersuchung handeln, denn dann würde der Gesundheitsappell über fünf Millionen Arztstunden erfordern. Sie ist auch nicht allgemein nötig, da die deutsche Jugend überwiegend gesund ist. Nur diejenigen werden zur Nachuntersuchung ausgesiebt, die Beschwerden beim Dienst haben, die ernstere Krankheiten überstanden haben oder die sonst dem geschulten Blick des Arztes als besonders anfällig erscheinen. Neben dem Führer der Einheit, der jeden einzelnen kennt, steht hierbei dem Arzt die Elternschaft zur Seite. Dank dieser lebendigen Zusammenarbeit zwischen Arzt, Jugendführer und Elternhaus ist ein genaues Bild vom Leistungszustand der Jugendlichen möglich. In den zur Nachuntersuchung bestimmten Fällen erfolgt eine Untersuchung mit allen fachärztlichen Methoden, und alle notwendigen Fälle werden Heilmaßnahmen zuge- sührt, wie ärztlicher -Behandlung, Heilverschickung usw. Der Arzt teilt schriftlich den Eltern den Befund der Untersuchung und die notwendigen Maßnahmen zur weiteren Veranlassung mit. Die Durchführung wird sorgfältig kontrolliert und zu diesem Zweck eine -besondere Nachuntersuchungs« kartei geführt. Soweit andere Kostenträger nicht in Frage kommen, wird die Beseitigung der Schäden durch öffentliche Fürsorgemaßnahmen oder tue NSV. sichergestellt. Mit dem Gesundheitsappell ist in diesem Jahre erstmalig ein Zahngesundheitsappell verbunden, um die Gebißschäden sestzustellen und entsprechende Behandlung zu veranlassen. Das Ziel dieser in Deutschland einzigartigen Gesundheitsfürsorge ist eine gesunde deutsche Jugend. Daß die deutsche Jugend im wesentlichen gesund ist, hat bereits der Gesundheitsappell des vorigen Jahres gezeigt. Es wurde dabei, wie Bannführer Dr. med. Kitzing, der stellvertretende Chef des Amtes für Gesundhettssührung der Reichsjugendführung, erklärte, im wesentlichen nur die allgemeinen Zioi- lisationsschäden festgestellt, wie sie bei anderen Völkern noch viel stärker auftreten, Zahnschäden, Haltungsfehler, Fußschäden usw. Nur neun bis zehn v. H. aller vom Gesundheitsappell erfaßten Jugendlichen wurden nachuntersucht oder für gesundheitsführende Maßnahmen vorgesehen, was aber nicht bedeutet, daß bei allen Nachuntersuchten nun auch wirklich Heilmaßnahmen notwendig waren. Das Ergebnis des diesjährigen Gesundheitsappells, das erst nach Monaten zu übersehen ist, wird dank der fortschreitenden Gesundheitserziehung der Jugend vielleicht noch günstiger sein, und einen weiteren Fortschritt erhofft das Amt für Gesundheitsführyng von dem in der Jugend begonnenen Kampf gegen die Genußgi'fte Alkohol und Nikotin, von der Förderung der Leibesübungen und der Durchführung einer vollwertigen Er näh- rung. K irtschastsprobleme -es Ruhrgebiets. Neue Industrien für Frauenarbeit.-Bevölkerungsaufbau und Gteuerleistung. Von unserem B. G.-Miiarbeiier. Essen, im Juni 1939. Zunächst eine auf den ersten Blick merkwürdig anmutende Zahlenangabe: Während im Reichsdurchschnitt auf je 100 Einwohner 49,5 erwerbstätige Personen entfallen, sind es im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen nur 45, in Städten wie Herne, Castrop-Rauxel oder Wanne-Eickel, also an den einseitig auf den Bergbau und die Großeisenindustrie eingestellten Plätzen sogar'nur 37,7 bzw. 36,8 bzw. 36,4. Wird also im „Revier" weniger gearbeitet als in anderen Gegenden Deutschlands? Oder sind hier besonders viele Rentner, Invaliden oder noch nicht erwerbsfähige Kinder vorhanden, die von ihren verdienenden Familienmitgliedern unterhalten werden müssen? In gewissem Umfange trifft dies in der Tat zu. Aber bei näherer Bettachtung der Sachlage ergeben sich Ursachen, Zusammenhänge und Schlußfolgerungen, die nicht nur für das Ruhrgebiet selbst, das doch geradezu als eine Verkörperung des Begriffs, der Arbeit (und sogar der Schwerarbeit!) gilt, sondern für Has Verhältnis von Bevölkerungsauf- bou und Arbeitsleistung im ganzen Reich sehr aufschlußreich sind. Die Frage nach dem Kinderreichtum bringt bereits eine erste, wenn auch noch unzulängliche Erklärung für den relativ geringen Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbeoölkerung im Revier. Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1933 hatte jede Familie im Ruhrgebiet eine durchschnittliche Größe von 3,61 Personen, in den übrigen Groß- und'Mittelstädten dagegen nur 3,23. Berlins Familien waren damals im Durchschnitt sogar nur 2,88 Personen groß. Es kommt hinzu, daß die Bergleute aus ihrem anstrengenden Beruf frühzeitiger ausscheiden, als dies in anderen Berufszweigen der Fall ist, so daß beim Bergbau das Verhältnis der in Arbeit Stehenden zu den Pensionären und Invaliden besonders ungünstig ist. Aus den Berichten der Ruhrknappschaft, die die aus- geschiedenen Bergleute zu versorgen hat, ergab sich, daß auf zwei in Arbeit Stehende fast genau ein Versorgungsberechttgter kommt. Aber auch diese Er- ttärung genügt noch nicht. Des Rätsels Lösung ist vielmehr der geringe Anteil der Frauenarbeit. Von 100 weiblichen Einwohnern waren nämlich zur Zeit der am 25. Juni 1938 durchgeführten Arbeitsbucherhebung in der Provinz Westfalen nur 16,8 und im Gau Essen 17,8 berufstätig. Besonders deutlich wird das Bild, wenn man typische Schwerindüstrie- städte solchen gegenüberstellt, in denen beispielsweise die Textilindustrie vorherrschend ist. So kamen auf 100 weibliche Einwohner in einer Stadt wie Herne nur 9,6 berufstätige Frauen, in Krefeld, der Seidenstadt, dagegen 25,1 oder in Bielefeld mit seiner bekannten Textilfabrikatton sogar 36,5! Man mußte ganz neue Wege suchen, um die im Industriegebiet in recht beträchtlichem Maße vorhandenen Reserven an weiblichen Arbeitskräften zu mobilisieren. Das geschieht dadurch, daß man Betriebe anderer Industriezweige hier ansiedelte, um den im Industriegebiet doch gewiß nicht weniger arbeitsbereiten Frauen und Mädchen Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Vor kurzem konnten die ersten Betriebe dieser Art mit Hilfe von Stadtverwaltungen, die Grund und Boden oder leerstehende Fabrikräume zur Verfügung stellten, um mit Hilfe der Arbeitsämter, die sich um die Beschaffung der erforderlichen weiblichen Arbeitskräfte bemühten, in Gang gebracht werden. So siedelte sich beispielsweise in Recklinghausen unter der Leitung eines erfahrenen Fachmannes ein Fabrikattonsunternehmen größeren Ausmaßes an, das Herrenwäsche, Schürzen und Berufskleidung herstellt. Aber nicht nur Betriebe der Textilindustrie, auch solche der Schwach- st r o m i n d u st r i e, die weitgehend auf Maschinenfertigung eingestellt ist, Betriebe der Papier- verarbeitung und Leder verarbeitende Unternehmungen sind solche, die in starkem Maße weibliche Gefolgschaftsmitglieder beschäftigen können und die daher für eine Ansiedlung im Ruhrgebiet in Betracht kommen. Die Städte erhoffen sich von dieser,,natürlich nur ganz allmählich fortschreitenden Entwicklung noch einen anderen Erfolg. Die Steuererträge stehen im großindustriellen Bezirk Hes Ruhrgebiets vielfach im umgekehrten Verhältnis zu den Anforderungen, die an die Städte z. B. im Schulwesen gestellt werden. Bekanntlich bezahlen gewerbliche Unternehmungen, die städtischen Steuern nicht dort, wo sich der Betrieb, sondern dort, wo sich die Verwaltung befindet. Dieser Umstand war es ja auch, der in der Systemzeit zu den bekannten Kämpfen einzelner Stadtverwaltungen untereinander führte, die einander den Sitz dieses, ober jenes Konzerns streitig machten. Auch das Einkommen je Kopf der Bevölkerung wird natürlich in einer überwiegend von Arbeiterbevölkerung besiedelten Gegend sehr viel geringer fein als in einer Stadt mit zahlreichen Klein- und Mittelbettieben gewerblicher Unternehmer. Das Einkommen je Einwohner beträgt im Ruhrgebiet 475 RM. gegenüber fast 700 RM. in den übrigen deutschen Groß- und Mittelstädten und 874 RM. in Berlin. Im Ruhrgebiet gibt es nur 195 Steuerzahler je 1000 Einwohner, in Berlin dagegen 313. Auch diese Gegensätze würden sich etwas ausgleichen lassen, wenn es gelingt, im Ruhrgebiet mehr und mehr Betriebe mittel st änd le rischen Charakters anzusiedeln. Es wird abzuwarten sein, welche Erfolge diese Bemühungen haben werden. Daß mit sofortigen, großen Ueberraschungen keineswegs zu rechnen ist, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Einmal weisen nämlich solche Städte, die wie Bielefeld oder Krefeld oder Aachen seit langem stark nach der Texttl- industrie orientiert sind, einen ganz erheblichen Frauenüberschuß auf (so hat beispielsweise Krefeld 11 000 Frauen mehr als Männer), während in einigen Städten des Reviers Frauenmangel besteht. Daraus geht hervor, daß Frauen und Mädchen sich ihren Arbeitsplatz auch bisher schon zu suchen pflegten, auch wenn sie sich dabei von Heimat und Familie ttennen muhten. Ferner lassen sich die Gewohnheiten der Bevölkerung nicht von heute auf morgen ändern. Auch die Verkehrsmög» lichkeiten spielen eine Rolle, denn eine verheiratete Frau, die ihren Haushalt zu versorgen hat, kann nicht neben der eigentlichen Arbeitszeit noch mehrere Stunden auf der Eisenbahn oder Straßenbahn verbringen. Für die Kleinkinder müssen Unterkünfte geschaffen werden. Für die Männer, die durchweg in Wechselschicht arbeiten und einmal zu dieser, einmal zu jener Tages- oder Nachtzeit versorgt werden müssen, würden sich ebenfalls ganz andere Notwendigkeiten ergeben als etwa für Büroangestellte, die regelmäßig um eine bestimmte Zeit kommen und gehen. Kurz, die Dinge liegen nicht ganz so einfach. Immerhin ist das, was sich augenblicklich im Ruhrgebiet anzubahnen scheint, ein neuer, interessanter und aussichtsreicher Weg, um möglichst viele noch nicht voll ausgewertete Arbeitskräfte für die gesamtdeutsche Erzeugung zu gewinnen. Menschenökonomie in Wirtschaft und Verwaltung. Düsseldorf, 16. Juni (DNB.) Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk eröffnete in Düsseldorf den Neubau des Oberfinanzpräsidiums. Der Minister betonte, daß eine wirtschaftliche Arbeit nur möglich sei, wenn eine räumliche Zusammenfassung erfolge. Dieser diene der neue Bau. Die Frage einer wirklichen Menschenökonomie in Wirtschaft und Verwaltung sei bei der heute immer stärker werdenden Menschenknappheit eine sehr wichtige. Man höre ost, man solle die Menschen dort abbauen, wo sie nicht genügend zu tun hätten. Dieses Gerede sei aber falsch, denn heute gebe es kaum noch solche Leute. Die Aufgabe heiße nicht, einfach Menschen weg- nehmen, sondern den überlasteten Menschen und Stellen die Aufgaben zu vereinfachen und abzunehmen. Dieser Satz gelte auch für die Steuerverwaltung. — Schließlich unterstrich der Minister, daß bei allem Tun des Steuerbeamten unbedingte Gerechtigkeit und wirtschaftliches Verständnis wichtige Erfordernisse seien. Geschichten ans aller Welt Ndz. Neuyork. Es ist kein Wunder, daß in dem großen Neuyork die Ansichten auch über Erziehungsfragen weit aus- einandergehen. Hier ist in Gestatt einer kleinen Tragikomödie wieder einmal ein Beispiel dafür, daß der „Schmelzttegel" nicht so ohne weiteres die nationalen Temperamente in ein USA.-Einheits- temperament umzuformen vermag. Auf dem Kampfplatz, einer Neuyorker Straße, platzten ein naturalisierter Franzose, Hubert, und ein zufällig in Zivil befindlicher Polizeibeamter irländischer Herkunft, namens John, aufeinander. Den Anlaß hatte Joachim war, daß der Junge am nächsten Tag den Schulweg antrat mit einem Plakat auf Brust und Rücken, auf dem zu lesen stand: „Ich bin ein Dieb, ich habe Mutters Geld gestohlen!" Der Junge war noch nicht weit gekommen, als der Schutzmann Johnes ihn bemerkte. Er hatte wieder ganz andere Auffassungen über Kindererziehung, und er empfand die Tafeln als unwürdig und riß sie dem Jungen herunter. Vater Hubert jedoch, der seinen Sprößling begleitet hatte, um die Bestrafung zu überwachen, ging ohne weiteres mit feinen Fäusten auf den fremden Zivilisten los, und ehe auch nur wenige Minuten vergangen waren, hatte Schutzmann Jones drei Zähne auf dem Kampfplatz gelassen. Das ganze endete vor dem Polizeirichter, vor dem indessen alles ein verhältnismäßig gutes Ende nahm. Der Polizeibeamte bat selbst um Milde für Vater Joachim, der ihn in Zivil ja nicht als Polizeimann erkannt hatte: Vater Joachim wiederum versprach, die häßlichen Plakate zu zerstören, und Joachim jr. gelobte feierlich, in Zukunft ein anständiger Junge zu fein. Da blieb dem Richter nichts anderes übrig, als den hitzigen Hubert mit Bewährungsfrist heimzuschicken. Das Lhr als Hochzeitsgeschenk. Ndz. Stockholm. Im Serafinerlazarett in Stockholm hat der Chirurg Dr. Allan Ragnell einen jun an Mann, der seit seiner Geburt nur eine Ohrmusä el hat, die zweite Ohrmuschel angesetzt. Ragnell -at bereits einmal eine solche Ohren-Uebertragung mit Erfolg durchgeführt. Unter Hinweis auf diese Fall fyatte nun eine ältere Frau den Arzt geb etc , ihre eigene Ohrmuschel abzuschneiden und dami: den Schönheitsfehler ihres Sohnes auszugleich n. Der Sohn steht nämlich vor der Heirat, und die Mutter wollte ihm ihr Ohr als Hochzeitsgeschenk opfern. Der Spatz als Verkehrshindernis. C.K. Kopenhagen. Auf den Spuren einer untergegangenen Tierwelt. AS. Adelaide. In die Simpson-Wüste ist kürzlich unter Leitung von Dr. Cecil Madigan eine wissenschaftliche Expeditton aufgebrochen. In diesem aus 400 Kilometer wasserlosen Wüstengebiet, das in Südaustta- lien liegt, kam im Jahre 1848 der deutsche Naturforscher Ludwig Leich Hardt um, der die erste ■ Durchquerung des australischen Erdteils versucht hatte. Im vergangenen August wurden in einem Teil der Simpson-Wüste die Skelette von acht Männern gefunden, wahrscheinlich die Ueberrefte der Leichhardt-Expedition, nach der alle Nachforschungen jahrzehntelang vergeblich gebfieben waren. Dr. Madigans Forschungsreise dient wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, ob sich die Wüste zurückzieht oder ausdehnt. Ferner soll nach Spuren einer untergegangenen Tierwelt geforscht werden, namentlich nach dem Dipttodoton, dem Riesenkänguruh, und einer wahrscheinlich ehemals in Australien beheimateten Krokodilart. Die Forschungsgesellschaft besteht aus einem Geologen, einem Biologen, einem Botaniker, einem Bodenspezialisten, einem Funker und einem Fotografen. Um die wasserlose Wüste zu durchqueren, wird sich die Expeditton der Hilfe von siebzehn Kamelen bedienen. Gegen übertriebenen Aufwand bei Hochzeiten. B. Istanbul. Der türkische Innenminister hat die Provinzbehörden angewiesen, ein „Gesetz über überflüssige Ausgaben bei Hochzeiten" streng durchzuführen. Die Bestimmungen lauten im einzelnen: 1. Es sollen feine Hochzeitsfestlichkeiten mehr stattfinden. 2. Es sollen nicht mehr als fünf Wagen der Brautkutsche folgen. 3. Es soll keine Verlobungsfeier im Hause der Braut stattfinden. 4. Mitgiften und Hochzeitsgeschenke sind verboten. 5. Die Hochzeitsfeiern dür- ... „ , ..____ fen nur einen Tag dauern. 6. Alle, die sich diesem Hubert jr. gegeben. Der Junge hatte feiner Mutter Gesetz nicht unterwerfen, sollen bestraft werden. In einen kleinen Geldbettag entwendet. Sein Vater, den letzten Tagen wurden in Istanbul drei Hoch- der darüber sehr aufgebracht war, v ' '' zeitsfestessen kurzerhand von der Polizei beendet, seinen Erziehungsprinzipien zu strafen. Die strengen Gesetz- gegen die Hochzeitsfeiem schienen notwendig, weil bei diesen ein immer größerer Aufwand getrieben wurde. In manchen Fällen ahen sich Eltern gezwungen, fast ihren ganzen Beiß zu verpfänden und sogar zu Geldleihern Zulucht zu nehmen, um die Hochzeit in einer Weise auszurüsten, die zwar nicht mit ihrem Lebensstandard üb er einstimmte, in letzter Zeit jedoch allgemein üblich wurde. Die Hochzeitsfeier war so kostspielig geworden, daß in vielen Familien die Pflicht, eine Hochzeit ausrüsten zu müssen, als ein Unglück angesehen wurde, das kaum weniger ernst als eine Feuersbrunst oder ein Erdbeben war. Giraffenjagd auf hoher See. A. S. Kapstadt. Eine aufregende Giraffenjagd fand an Bord eines englischen Frachtdampfers zwischen Kapstadt und Neuyork statt. Das Schiff brachte einen größeren Tiertransport nach USA. und geriet dabei in einen schweren Sturm. Während des Unwetters brachen die Giraffen aus ihren Käfigen aus und rannten erschreckt auf dem Deck des Schiffes umher. Die Mannschaft war stundenlang bemüht, die Tiere wieder einzufangen, doch gelang ihr dies erst, nachdem sich das Unwetter gelegt hatte. Allerdings wurden nur zwei Tiere lebend gefangen, während das dritte bei der Jagd „an einem Nervenschock" einging. Schutzmann John mußte drei Zähne lassen. wurden auf feine Not aufmerksam und riefen zunächst den Tierschutz an, aber da dessen Leute keine genügend lange Leiter hatten, um bis zu dem Vogel hinaufzukommen, mußte eine Abteilung Feuerwehr alarmiert werden, die ihre Leiter so hoch schrauben konnte, so daß ein Feuerwehrmann den gefangenen Spatz befreien und fliegen lassen konnte, worauf der Verkehr wieder ausgenommen wurde. Abenteuer eines Ehepaares int Urwald. C. K. Melbourne. Eine abenteuerliche Reise, die beinahe übel geendet hätte, hatte ein englisches Ehepaar zu überstehen, das von So er ab a ja auf der Insel Java auf einem Zweimastkutter mit Hilfsmotor nach Port Darwin in Australien segeln wollte. Drei Tage lang befand sich das leichte Fahrzeug in der Gewalt eines furchtbaren Zyklons, so daß die Segler von ihrem Kurs abgetrieben wurden. Da ihnen das Benzin ausging, kamen die beiden nur wie durch ein Wunder bis zu der oben Westküste Australiens, wo sie an Land gingen. Fünf Tage lang irrten die beiden Schiffbrüchigen in einem dichten Urwald, viele Kilometer von dem nächsten Wohnort entfernt, umher. Der geringe Wasseroorrat, den sie aus ihrem Schiffbruch noch gerettet hatten, war bald erschöpft. Daß sie überhaupt gerettet wurden, verdanken sie nur dem Umstande, oaß ein eingeborener Bote zufällig das verlassene Boot an der Küste entdeckte. Auf dem Deck bemerkte der Austtalier eine Kreideinschrift, die besagte: „Wir sind ohne Lebensmittel, helft uns." Der Eingeborene konnte zwar nicht lesen und schreiben, aber er war intelligent, und er malte geduldig mit einem Bleistift die aeheimnisvollen Zeichen auf der Rückseite eines Umschlags ab. Auf diese Weise erhielten die Behörden von Broome, dem nächsten Ort, die aufregende Botschaft, und sie sandten sofort eine Polizeistreife ab, die bei einer Nachprüfung an Bord des Bootes eine Angabe der Richtung fand, die die Schiffbrüchigen eingeschlagen hatten. Als man weiter suchte, fand man zunächst die Frau, die auf dem Marsch aus Erschöpfung ohnmächtig zusammengebrochen war. Der Mann hatte sich, um Hilfe zu holen, in das Innere gewandt, und als er auf eine Telegraphenlinie stieß, hatte er die Leitung durchschnitten, um die nächste Station aufmerksam zu machen. Auch er konnte am nächsten Tage auf gefunden und in Sicherheit gebracht werden. In Kopenhagen hat ein einzelner Sperling den Verkehr im Mittelpunkt der Stadt aufgehalten, eine gute halbe Stunde lang Leute vom Tierschutz mobilisiert, eine ganze Abteilung Feuerwehr beschäftigt und Hunderte von Personen ausgehälten, ganz abgesehen von dem unfreiwilligen Halten der Kraftwagen und der Straßenbahn. Der Sperling ouici, batte sich in eine Schnur verwickelt, die zwischen gedachte ihn nach den Zweigen eines hohen Baumes gespannt war, strafen. Die Folge | und konnte nicht wieder freifommen; einige Bürger Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten Reste einer stauflichen Kaiserpfalz Kapelle, Die der der Die hohe Gisel. Von Or. Karl Neurath. Lstpreutzen-Reisen unbehindert. Bei allen Reiseauskunftsstellen zeigt sich erfreulich reges Interesse für Reisen nach Ostpreußen. Es werden jedoch hin und wieder Besorgnisse geäußert, ob die Durchfahrt durch den Korridor durch die politische Lage nicht irgendwie erschwert oder gefährdet sei. Demgegenüber ist festzustellen, daß Klagen über unfreundliche Behandlung von reichsdeutschen Reisenden durch polnische Grenz- oder Zollbeamte nicht vorliegen. Es soll sich daher niemand von dem Besuche Ostpreußens, dieses herrlichen deutschen Landes, abhalten lassen. _____________________________ Privat-Sommerfrische in sckwn.Lage d.Vogels- bergs, Höhenlage 460 Mtr., eig.Landwirtschaft, gut einger. Fremdenz.m.fl.Wass.,el.Licht u Bad, 8 Min. vom Hause eig. Badestelle mit Liegeplatz am großen See, gute Verpfleg, bei 4 Mahlz., 3.50 und 4.- Mk. Friedrich Jöckel, Nieder-Moos. Bildvrosp.aufWunsch. Grtinberg. Die Sommerfrische an Wald und Wasser, malerisch am Fuße des Vogelsberges gelegen. Herrliche Spaziergänge in den Tälern, in prächtigen Tannen- und Laubwäldern, Ausflüge nach dem hohen Vogelsberg. Eisenbahnknotenpunkt. Gute Gaststätten. Großes Waldschwimmbad. Prospekt durch die Stadtverwaltung. Den auch nicht weit entfernten und unberührteren Ammersee in Ehren — aber seinen See schlechthin muß der Münchener den Starnberger nennen, der ihm noch eigentlicher vor den Toren seiner Stadt zu liegen scheint. Ein leichtes Auto, ein Zweisitzer, trägt mich aus der Stadt heraus. Auf der Forstenriederstraße geht es über fahrtglatte Bahn zwischen den zurücktretenden Rändern des Forstes, und schon hebt uns das Gelände über die Seeniederung. Wir sinken nicht zu ihr hinab, wir bleiben oben. Der Bismarckturm, kurz seitab vom Wege und dem Wagen erreichbar, ist der erste Aufenthalt. Wie die Halle oder der Söller einer Burg nehmen die offenen Steinbögen seines Umgangs die Landschaft in sich auf, parkartig kommt der Wald bis heran, weitere Wälder und Wiesen fließen mit dem duftigen Zug der fernen Berge ineinander, der See fließt wie ein Fjord hinein, und Land und Wasser sind von Sommerwolken überbaut. Zwischen Gärten und durch Wiesen geht es nach Ammerland hinunter. Schloß Ämm erlaub stößt. zweitürmig und park- umbauscht vom Ufer ab: das Pocci-Schloßchen. So habe ich nun den See erreicht, der bisher nur aus der Tiefe winkte, und ich bleibe ihm in einer Uferwanderung für den Rest des Tages treu. Die Straße von hier über Ambach kann auch der Wanderer noch lieben, sie blieb verkehrsarm, schmal und ländlich, nur vereinzelte, meist ältere Landsitze liegen an ihr. Diese Straße mit ihren Wiesen und Anwesen ist noch sichtlich aus dem Walde herausgehauen, in einem Streifen blieb er längs des Strandes stehen, meist ist es nur ein Schleiersaum, aus Weiden gestickt, oder eine Birkenreihe, hinter denen das Wasser anbrandend mitgeht, von den fernen Bergen übertanzt. Und wenn diese Promenade schließlich in die breitere Wagenbahn übergeht, die von den Münsinger Moränen herabkommt und die wir auf ihrer ersten Strecke ja auch gern mit dem Auto befuhren, dann rettet uns ein Fußpfad vor ihr in breiter werdendem Gehölzrand, in echten Uferbusch und Auenwald. Wo am Ende der dichte Wald auf der einen Seite zur Bucht, auf der anderen zum Dorfrand und wirtshäuslichen Hain sich lichtet, schläft in seinem Kirchlein St. Heinrich der Klausner. Hier kann man, hinausrudernd, den Tag ausklingen lassen. Kaum stößt du. in die ruhige Abendfläche hinaus, und alles Menschenwerk versinkt, der See ist wieder, was er vor und seit Jahrtausenden war: ein Schöpfungsdreiklang von Flut, Urwald und Alpen- gebirg. Du scheinst selbst der heilige Waldbruder zu sein, der den ersten Rodungsstreich in die Wildnis legte, denn der Wald biegt noch immer seinen ungeheuren geschlossenen Ring um den weiten lebenden, atmend gedehnten Spiegel. Er und das Wasser wären allein, wenn südwärts über den Wald nicht fast schreckhaft die Wucht der himmeltragenden Mauer aufspränge, vom Land her die Bogenzinnen der Benediktenwand und Nachbarwände, weiter die langgezogenen Joche vom Herzogstand und Heimgarten, der Ammergau er Berge bis — wieder landein — zur auszipfelnden Vorwarte des Preißenbergs, und dahinter die weißen Oder der Tag mag noch weiter, am letzten Ende des Sees, sein Ende finden. Seeshaupt, unser Ziel, überragt die ganze Länge des Sees, und doch lockt unwiderstehlich noch ein Blick hinter das Ziel, ein Blick aus die nahen Osterseen, diese verlandenden Abschnitzel des großen Wassers, die aus Wald und Filz herüber nah an den Ort unö seine Wiesen und eFlder dringen. Und gehen wir auch nur bis zu dem Hügelsaum des Seeshaupter Rückens, der sich über jener Niederung geheimnisvoller Wasseraugen erhebt, so ist doch wieder einmal der Vorhang aufgezogen vor dieser neuen und altvertrauten Welt. Die unvergeßliche Eichengruppe festigt und schirmt ihren feuchten Rand; wild und gewaltig ineinandergewunden, umarmt sie die Weiher der Tiefe und den Himmel und die Berge der Höhe. Dann bleibt die letzte Schiffsverbindung zur Heimkehr. Im Zug der verlöschenden Berge wird der See mehrfach überquert von Brücke zu Brücke, von Ufer zu Ufer, von Ort zu Ort. Heber Leoni und Schloß Berg sinkt schon die Nacht, das Starnberger Ufer wächst heran im zitternd gespiegelten Lichterschw^ll, und über dem Halteplatz des Bootes Gießen — Rödgen — Eiche am Bergwald — Blinkturm — Großen-Bufeck. Eine hübsche Wanderung in nächster Nähe Gießens, die höchstens drei Stunden beansprucht, ist die folgende: Wir g-ehen am Trieb, hierauf am Flughafengelände vorüber nach unserem Nachbardorfe Rödgen. Vor den ersten Häusern treffen wir bei einem Laufbruniren rote Ringe, die uns nach rechts in die Höhe leiten. Nach einiger Zeit erreichen wir den Wald, wo sich uns bei einer Jagdhütte eine schöne Aussicht bietet. Wir sind hier auf der Straße Rödgen—Annerod, die wir bis an das Ende des Waldes verfolgen. Hier steht eine mächtige, viel- hundertjährige naturgeschützte Eiche, die von dem Rödgener Gemeindeförster in dankenswerter Weife mit einer Umzäunung und Sitzgelegenheit sowie einem sinnigen Spruch versehen worden ist. Wir gehen jetzt, die Zeichen verlassend, den Waldrand in nordöstlicher Richtung aufwärts und gelangen im Verlaufe des Weges nach dem hochliegenden Blinkturm, vor dem die Gemeinde Rödgen einige Ruhebänke angebracht hat. Von dieser Stelle erschließt sich uns eine prachvolle Aussicht auf einige Dörfer des Busecker Tals mit dem Hangelstein, über das Lahntal mit den Burgen und dem Dünsberg, über einen Teil von Gießen und den Stoppelberg im Hintergrund. Unser Weg führt uns alsbald an den Sagen aus längst vergangenen Tagen, da Mensch noch abergläubisch und furchtsam vor Natur stand, sind lebendig geblieben durch alle Zeiten und haben auch die schöne Eifel in den Ruf gebracht, daß sie unwirtlich wäre und finster, rauh und gefährlich. In den hohen rauschenden Wäldern, so ging die Rede, hausten unheimliche Druden, über die wuchtigen Basaltkuppen geisterten die wilden Jagden der vertriebenen Götter, in den einsamen Hochmooren lauere die böse Muhme und in den Lauterbach (Oberhessen), das idyllische Landstadtchen im lieblichen Tal der Lauter, am Hang des Vogelsberges, umgeben von weiten, stillen Buchen- und Tannenwäldern und von sanften Höhenzügen. Sommerfrische. Malerisches M-Lau^rbach,. Heimatmuseum. Großer Stadtpark (30 Morgen). Mod. Freischwimmbad. Frequenz des bewährten Heilbades für Katarrhe, Asthma und Herzleiden hat sich in diesem Jahre gegenüber dem Stande des Vorjahres um die gleiche Zeit um rund 24 v. H. gesteigert. Der neuerbohrte Warmsolsprudel (34 Grad Celsius) wird bereits für die Bereitung der herzheilenden, natürlichen kohlensauren Sprudelbäder dienstbar gemacht. schließt. Kähne liegen am Ufer, Netze hängen zum Trocknen da, denn der See ist reich an Fischen. Weiterhin, nach Sonnenaufgang, bas Puloermaar, zwischen 70 Meter hohen Wänden eingeschlossen und gerade so tief. Die alten Sagen erwachen und greifen ans Herz, daß es leise zuckt. In grausiger Tiefe leuchtet der See dunkel und drohend. Grabesruhe schwebt darüber, keine Welle lebt darin, wie erstarrt liegt er zwischen den Schründen; heute — seitdem die Urfttalsperre mit ihren riesigen Ausmaßen errichtet wurde — ein schroffer Gegensatz zum Gemündener Maar, wo ehedam die Welt auch in Einsamkeit und Stille versunken war ... Nicht sehr weit davon verläuft der Nürburgring. Stäubende Wagen blitzen dahin, jubelnde Fanfaren gellen herüber. Urzeit und Gegenwart rücken dicht zusammen, dazwischen steht der Mensch, erschüttert und klein zwischen unbändigen Gewalten, und doch stolz und erhoben von all der Schönheit rundum, von dem unendlichen Zauber der Einsamkeit und von dem Siegesgeschmetter einer neuen, einer köstlichen Zeit ... Der Starnberger See Von Hans Brandenburg. Rand des Waldes, wo wir nochmals einen reizvollen Blick auf Großen-Buseck und die umliegenden Höhen haben, und das wir bald darauf auf einem Feldweg erreichen, um von hier heimzufahren. Sinn — Rennweg — Bellersdorf — Groh-Atten- städlen — Hohensolms — Bieder. Wir fahren nach dem industriereichen Städtchen Sinn. Von hier verfolgen wir die Straße nach Ballersbach, die steil ansteigt, aber prächtige Rückblicke bietet in dos Dilltal mit Sinn, (Ebingen und Fleißbach, auf Burg Greifenstein, den Hinstein und die Hirschbergkoppe. Bald erreichen wir den Wald, wo wir auf das gelbe Kreuz des Rennwegs stoßen. Dem Zeichen folgen wir nach rechts auf alten Waldwegen durch den großen Forst, Hörre genannt. Wiederholt bietet unser Weg reizvolle Ausblicke in Aar- und Lemptol. Nach geraumer Zeit erreichen wir Bellersdorf, wo wir gute Unterkunft finden. Unser Zeichen leitet uns weiter nach Bermoll. Vor dem Ort jedoch verlassen wir die Zeichen, wenden uns links und kommen durch Groß-Altenstädten in kräftigem Anstieg hinauf nach dem hochgelegenen Hohensolms, wo sich uns wiederum hübsche Fernblicke auftun. Der Weg zum Endziel Bieber geht durch Königsberg, dessen Ruine wir noch einen Besuch ab- ftatten können. Wanderzeit 5 Stunden. Schneeburgen des Karwendels und dann des W e 11 e rst e i n s , der in der Mitte unseres Beckens mit dem alles beherrschenden gewaltigen Sockelsturze der Zugspitze seinen Thron errichtet. Das Licht zerrinnt in Scharten und verblüht auf Firn- kissen. Die Landung führt in golddämmernde Hafenruhe. Der rasige Strandplatz ist fast als Viereck ausge- reutet, die Luftdecke darüber hängt die ersten silbernen Sternbilder hinein. Vor unseren Bänken haben wir Netzpflöcke stehen, kleine Stege laufen über einmündende Bäche, der Auenwald verdeckt mit dunkler Wand das Dorf, Weiden vergittern den See, der glucksend unter die Hütten schlägt und leis die Boote gegen die Planken stößt. Reckarsahrt. Von Ernst Wilhelm Saltzwedel. Der Neckar ist ein Kind des Schwarzwaldes, dessen südöstlichen Ausläufern er entspringt, um zunächst dem Rande der Schwäbischen Alb zu folgen, sich bann nordwärts zu wenden und endlich vor den Hängen des Odenwaldes scharf nach Westen, dem Rhein zu, abzubiegen. Er ist nur ein Fluß — kein Strom. Aber wo in Deutschland gibt es einen Fluß, der sich an Lieblichkeit der Ufer, zugleich an geschichtlichen Erinnerungen mit ihm messen könnte! Heilbronn — hier begegnet das Schwaben der Väter dem der Heutigen. Um den vom Renaissancebau des Rathauses gezierten Marktplatz drängen sich die Gassen mit Erinnerungsstätten an die Deutschherren, an Karl V., an den gefangenen Götz von Berlichingen. Außerhalb des Stadtkerns, der in feiner ganzen Anlage getreu das Leben vergangener Jahrhunderte widerspiegelt, dehnen sich die Stätten modernen Gewerbefleißes. Hier schweigen die holzgeschnitzten Altarfiguren der Kilianskirche als edelste Zeugen einer weltüberwindenden Geistigkeit, dort tönt aus dem Räderwerk der Fabriken das Lied der Arbeit und des Fortschritts. Flußabwärts, wo Kocher und Jag st chre Wasser einströmen lassen, liegt in dem sich weitenden Tale das Solbad Friedrichshall- Jagst- f e I b hingebreitet. Jenseits am Ufer lugt die früh- gottsche Stiftskirche aus dem Flecken Wimpfen im Tal, während auf den nähen Höhen das türmereiche Wimpfen am Berg als mächtige Silhouette in den Himmel ragt. Dieses Wimpfen ist eine lange Reife wert. Steil über dem Neckar erheben sich die und gute Verpflegung I l/UIUliy in den Sommerfrischen und Gaststätten der Heimat totstillen Maaren der böse Feind ... War aber alles nur Menschentreiben, was den Wanderer schreckte, waren Räuber und Schmuggler, Diebe und manchmal auch Mörder, wie der Schinderhannes, die sich hier bargen in unzugänglichen Schlupfwinkeln fern der Welt, wo auf steilen Waldsteigen des Menschen Fuß kaum noch einen Halt finden kann am jähen Hang, auf bröckeligem Basalt ... Lautlos wird der Schritt auf den dichten Polstern der Tannennadeln, der duftenden Thymianstauden, der rosig blühenden Heidekrautbüschel. Einsamkeit ist hier, ergreifende Stille weit und breit, nur der Ruf eines Hähers schrillt manchmal durch die Dämmerung der Wipfel, das Knurren eines hungrigen Fuchses, das tiefe Gurren eines verliebten Täubers ... Und das Singen des Wassers, das unter Brombeer- ranken und Farnfahnen traumhaft durch das Schweigen riefelt. Es ist ein Klingen in der Luft wie von silbernen Glöckchen, so tönen die Steine, die Felsplatten, die schimmernden Kiesel im Spiel der strömenden Wellen ... Immerzu, immerzu. Und dann wieder plätscherts und fullerte und gischtets irgendwo im Gesträuch, und zwischen gefallenen Stämmen und Felsgewirr springt die Flut kopfüber in die Tiefe und zerstäubt im Sprung zu perlmutternem Dunst, aus dem glasklare Tröpfchen" wie Demanten funkelnd, in die Luft spritzen. Und dann wieder gleitet es leicht und lustig dahin, das liebe lebendige Wasser, und wird Nette genannt ober Kyll oder Elz ober Ahr oder Gott weiß wie sonst. Köstlich die Aussicht von den hohen Kuppen der sanftgeschwungenen Berge. Sie heißen Hochkelberg oder Erresberg, Nürburg oder Hochsimmer ober Gänsehals und erreichen in der Hohen Acht mit 746 Meter ihre höchste Erhebung. Weithinaus über Wälder und Berge und Täler und Dörfer geht der Blick, schaut tiefe Schluchten und hochragende Kreuze bis fernhin zu den Höhen des Siebengebirges ober in die Ardennen hinein, die in blauen Fernen verdämmern. Da ist Mayen, die Stadt, die sich einer Geno- vefaburg rühmt, voll aller deutscher Romantik, nicht weit davon Monreal, das sich unter den wuchtigen Trümmern des Schlosses der Dirneburger scheu an den Felsen drückt, dessen Fuß die Elz mit dünnem Wässerlein umschmeichelt. Da ist G e r o l st e i n , das sich inmitten seiner Gottesschönheit behaglich des Lebens freut. Basaltkegel und Schlackenvufkane umgeben es mit ihren schroffen Zacken, dahinter dehnt sich unendliche Heide; über dem Städtchen prunken die großartigen Reste des Schlosses, auf einem mächtigen Kalkfelsen, jenseits der Kyll die wilden Dolomitentürme der Auburg und der Munterlei. Es war schon zu Zeiten der Romer gut sein in diesen Gauen. Die Reste eines Landhauses, die man zu Anfang des Jahrhunderts im Garten des evangelischen Pfarrhauses ausgrub, sind dessen tteuliche Zeugen ... Da ist Daun, der Mittelpunkt der vulkanischen Eifel, lieblich gelagert im freien Talgrund, mit dem Stammschloß des Feldmarschalls von Daun, der die Oesterreicher gegen den Alten Fritz führte. Heilkräf- tige Quellen entspringen hier wie mancherorts in der Eifel und finden viel Zuspruch von Einheimischen und Fremden, Daun ist ein sehr besuchtes Bad ... Im Jahre 1352 haben es die Erzbischöfe von Trier und Köln zerstört, denn damals waren die geistlichen Herren im Sattel eben so fest wie im Schwertschlag und Becherlupf ... Ein kleines Stück weiter an der Lieser, mit Basteien und Burgen und Felsen und Hängen, Manderscheid. Hoch darüber Belvedere, eine Felsbrüstung, auf der einst Kaiser Friedrich gern verweilte. Unweit davon die Reste des Klosters Himmenrod, heute von einem stattlichen Neubau umzogen ... Friedeinsamkeit in herrlicher Waldesstille. Und da ist vor allem, in dem 90 Kilometer langen herrlichen Ahrtal, das die hohe Eifel im Norden mit seinen zahlreichen Weinbergen reizvoll begrenzt, das schone und viel besuchte Bad Neuenahr, ein weltbekannter Kurort, in sehr schöner und sehr geschützter Lage, ein ausgesprochenes Heilbad mit vorzüglichen, ganz neuzeitlichen Einrichtungen und hervorragenden Kurerfolgen. In der südlichen Eifel liegt das ebenfalls weltbekannte Bad Bertrich mit feinen warmen Natronquellen im lieblichen Ueßbachtal, das milde Karlsbad genannt, viel besucht und viel gepriesen, natürlich auch mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen ... Weniger bekannt ist das kleine Bad Tönnis- st e i n am Brohltal, das über die einzige Natron- Lithionquelle in Deutschland verfügt und nur aus einigen wenigen Häusern mit ein paar Zehnern von Einwohnern besteht ... Zur Eifel und zum Rhein zugleich aehoren Bad Godesberg, ein beliebter, vornehmer Kurort, bann Remagen mit seiner berühmten Apollinaris- kirche, Rolandseck mit dem viel befangenen Ro- landsbogen, Namedy, schon auf einer Rheininsel gelegen, mit dem gewaltigsten, mehrmals am Tage aufaeigenben Geyser Europas, dann die schöne Stadt Andernach am Fuße des Krahnenbergs, den eine Zahnradbahn erklimmt, Niedermendig mit feiner großartigen, tief in die Erde hineingetriebe- nen Sana grub en, die als bewährte Bierkeller dienen ... Und wie sie alle heißen, die Städtchen und Dörfer, die heute, wo man nicht mehr an den Spuk der Vorzeit glaubt, alle fehr befuchte und gepriefene Sommerfrischen geworden sind ... Und die Schlosser all und die Burgen; darunter Bürresheim an der Nette und Burg 'Elz, die schönste von allen, auf hoher Kuppe, unweit der FOTO-Arbeiten preiswert 727d FotO-Ruhl, Seltersweg 67 Wirtschaftsh aus, roter und blauer Turm und, ein- gezwängt und beeinträchtigt durch neuere Bauwerke, zwei Reihen byzanttscher Arkaden als letzte Zeugen des Palastes. Glanz und Untergang des deutschen Kaisertums sprechen aus den bröckelnden Mauern zu dem, der hier mit offenen Sinnen verweilt und, des Abends etwa, ins dämmernde Tal hinabblickt, aus dem verwehende Geräusche heraufdringen. Die Stadt, eng an die Pfalz gelehnt, ist eine hessische Exklave auf . der Grenze zwischen Württemberg und Baden. Die verschlungenen Gassen mit ihren Giebelhäusern, die raunenden Brunnen, metallen schlagende Uhren und nicht weniger das Schweigen im Kreuzgang des ehemaligen Dominikanerklosters scheinen die Zeit auszuschalten. Die Hügel schließen sich enger um den Fluß. Links Ehrenberg und Guttenberg, zwei ehrwürdige Burgen, rechts das Städtchen Gundelsheim mit der Deutschherrenfeste Hc> rneck. Dem sauberen Schif- ferborf Haßmersheim gegenüber eine ragende Ruine: Homberg, der Sitz Götz von Berli- ch i n g e n s. Schon war das Land feines Namens voll, als er zum väterlichen Jagsthausen diese Burg kaufte. Hier heiratete er, ruhte von seinen KrieAbzügen, hier schrieb er fein Leben auf, hier starb er. Noch steht der Bergfried nebst allen Mauern und redet eine eindringliche Sprache von der Be- festtgungskunst und Lebensweise seiner reisigen Besitzer. Rebenhänge umspinnen den Berg. Am jenseitigen Ufer aber ragt ein anderer Turm, aus besten Zinne schwarzer Rauch quillt. Hier blicken alle und neue Zeit einander an und werfen ihr Bild auf die Wellen des gleichen Flusses. Sanft gleiten die Wasser von einem Stauwehr zum anderen. Schifte drängen sich in den Schleusen. Jede Windung erschließt neue Reize. An Neckarelz und Neckargerach, am wohlerhaltenen und herrlich gelegenen Schloß Zwingenberg vorüber erreichen Fluß, Landstraße und Schienenweg das an den Fuß des Odenwaldes sich schmiegende Eber- bad). Hier biegt der Fluß im rechten Winkel nach Westen ab, von Osten her mündet eine wichtige Straße ein, ein Schienenstrang windet sich durch Felsengänge und über Abgründe zu den romantischen Tälern des Odenwaldes hinauf. Stiller als dieser vielbesuchte Ort, der das unverdorbene Abbild einer mittelalterlichen Bürgersiedlung ist, zwängt sich das Städtchen Hirschhorn zwischen Fluß und Berg. Ein Gang durch die wunderliche Hauptstraße, mehr noch ein Aufstieg zur Hohe des anderen Ufers, von der Blick über die Giebel hinweg auch Schloß, Kloster und grüne Hohe umfaßt, macht einem die Bildhaftigkeit dieses (Erben» Winkels zum unvermeßlichen Erlebnis. In Hirschhorn spielt Schrnitthenners Roman „Das deutsche Herz", in dem westlich davon gelegenen Neckarsteinach Julius Wolfs „Recht der Hagestolze". Hier erheben sich über dem Tal die vier Burgen des gleichen Rittergeschlechtes, von denen die am kühnsten gebaute, das „Schwalbennest", den inttmsten Charakter bewahrt hat. Auch gegenüber, auf dem Dilsberg, faßen mächtige Grafen. Don ihrem fett’ famerroeife kreisrunden Schloß find noch die Außenwände, der Turm und der mehr als hundert Meter tiefe Brunnen erhallen, und heute noch hat das eng gebaute und von einer Ringmauer umgebene Dorf den Charakter einer Festung. Tilly bestürmte sie einst vergebens, fpäter war sie Gefängnis und auch Karzer für die Heidelberger Musensöhne. Don Neckarsteinach abwärts wird die Landschaft immer mehr zum Garten, immer dichter bedecken Landhäuser die Ufer und Hänge. Buntsand- ftein und Granit werden aus den Bergen gebrochen. Neckargemünd, Ziegelhausen mit ihrem Kem altertümlicher Häuser und dem Kranz behaglicher Neubauten schmiegen sich an die letzte große Schleife des Flusses, bann spiegelt er vor dem Ausfall in die Rheinebene die letzten Berge und mit ihnen Schloß und Türme von Heidelberg. An dieser Stelle findet das Neckartal in mehr als einem Sinne feine Vollendung, hier verschmelzen Natur und Geist zu einer einzigartigen Begegnung. Konig- stuhl, Philosophenweg, Schloß, Kirchen und andere Erscheinungen sind Merkmale des Charakters dieser vielbesungenen deutschen Stadt. Mosel; Burg Kochern, schwer und wuchttg über dem stillen Fluß und doch lieblich und anheimelnd, und viele, viele andere, deren Reste von vergangenen großen Zeiten künden ... Das ergreifendste Wunder der Eifel aber sind die Maare, die großen Seen in erloschenen Kratern, von denen es weit über 200 in diesen Bergen gibt.. Das größte ist der L a a ch e r See, nicht weit von Andernach. Rings umschließen ihn vulkanische Berg- kegel, tiefes Schilfgehege umfängt feine weiten Ufer. Daraus wächst die romantische Klosterabtei gewaltig heraus, kernhaft und urdeutsch ... Die anderen Maare liegen in der Umgebung Dauns. Das Weinfelder Maar, das einsamste und stillste, das die Leute dort auch Totenmaar nennen. Aus dem schmalen Stteisen Landes zwischen Vulkangestein und See wogt spärlicher Hafer; über den hohen steilen Uferroänbern trauert das einfame Kirchlein mit seinem stillen Friedhof und seinen ärmlichen Kreuzen ... Ein paar Schritte über die Straße hinaus und man steht erstaunt vor dem Sch alten mehrer Maar, das ein Kranz fruchtbarer gelber um- ■> ■ — Das nervenberuhigende Heilbad KHnArlljllllI Sol-, Lithium-, Schwefel- u. Stahlquellen \ DUU Herz- u. Gefäßleiden - Rheuma ‘ Pauschal- u.Vergünstigungskureni Av.kft.d. Hessisch. Bgd.dir.kHon E r s ch ö p f u n g S z u S t ä n d e - K □ t a r r h e hält der Münchener Zug. Reisewinke. Bad Soden am Taunus. Zhre Verlobung geben bekannt Margot Pfeiffer Herbert Heym Friedrich Schäfer im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen; 18. Juni 1939 02998 Gießen. den 16 Juni 1939. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 03024 Zum Umzug schöne Gardinen Gießen, den 17. Juni 1939 Mutter, Schwiegermutter und Großmutter von Frau Elisabethe Lotz, geb. Vogel Sefir. Seelbach 02993 In tiefer Trauer: Ludwig Lotz I. und Kinder Seltersweg 20 nebst allen Angehörigen. Ihre Vermählung geben bekannt Um ändern und Auf hängen billigst Otto Wack Fachmännische Beratung Feldwebel der Luftwaffe Illustrierte Prospekte kostenlos Helene Wack, geb. Niemann 4362 A Hannover Besuchen Sie das 4353A Rest Bergschenke 17. Iuni 1939 afe-Restaurant„Rheingold‘ 4332V Groß.schattig. Garten,Ter rassen < W T Neuzeitliche I /X 1X1 f Kristallglas- * ** *■ Leuchtaiele Bente polizeiliche Verlängernng! 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Juni, 21.30 Uhr, entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Gattin, unsere hebe . . V. r« 1 ;________ ..t* r.rnR 119083 146252 166923 210892 225028 248677 254820 286088 315093 338991 355034 378682 394077 156571 176317 189793 284179 328819 346627 399770 15 Gewinne zu 1000 RM. 285314 395127 DOPPELHERE vu4 -dw^ßn- jcuuwu^ip J. Wellhöfer. Telephon 2313, Marb,Str,24, Ihren kmeh Gkßen Chemnitz Läufer,Bettumrandungen Polstermöbel, Möbelbe- werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht 18 Gewinne zu____... 299484 347824 354741 v Elektro- Leuchten-/ Radios 135450 159218 177154 210586 231237 257184 272957 302142 331576 347594 367049 397555 •teilen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man •teilt sich die Beschaffenheit ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen, Ge- eehüftskarten Ihres Hauses beurteilt. — Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Druckarbelton. 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Deutsche Reichslotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Alles Küchen Inventar Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Juni, nachmittags 2’/3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Frau Elise Schäfer und Kinder. Kunstharz- oder Nitrocclluloscfarbe R AL 46, dunkelgrau matt bis seidenmatt Zu anerkannt besten Qualitäten erhalten Sie diese Farben von der zugelasscnen Dienstag, Mittwoch * Samstag u.Sonntag, 8Uhr Dann Dr. Diehl-Schuhe Sdiuhhaus Bernhardt Inh« Willi» Germann -16. Juni 1939 wurden gezogen Gießen Weserstraße 23 Kurt Kling vorm. Ketzer Nacht. Bandaßistenmeist. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte .Gesellschaftsreisen ■ nach Bayrischzell RM. 82.- an Zell am See . RM. 98.- an Seefeld.....RM. 105.- an einschl. Bahnfahrt(3.Kl. D-Z.) ab und bis Frankfurt. Abfahrt ist das vornehm ausgestattete, reich bebilderte Haus- und Kochbuch Lloyd-Reisebüro Frankfurt a.UIain Vertr. H. Kretzschmar Gießen, Seltersweg 24. habe durch denselben 14 Pfund abgenommen, fühle mich in meinen annähernd 50 Jahren viel jünger und elastisch.* So schreibt Frau G. Ibrom, Berlin, Cöpenickerstr. 16 am 20.6.38 über aDr.ERNST RICHTERS Frühstückskräutertee I fügende "DK II J Fachgeschäft IX rX. W In der neuen Wohnung 4343 A Polsterwerkstätte A.Wehrheim, Löberstraße17 o o (Gold 1 F32D ien Wh len inb Ä. t 02993 lir. 159 Drittes Blatt Aus Der Stadl Gießen. Dom unverzagten Kampfgeist. Von Hans Hartmann. Sonniagsbctradjtungen sind der Stille und der inneren Vertiefung gewidmet. Seltener ist vom tnriTi der Schlachten und des Kampfes darin die febe. Aber durch das Heldentum der „Legion Conbor" veranlaßt, bas in diesen Wochen dem knutschen Volke und aller Welt sichtbar geworben ist, 1 lpben wir uns den morgigen Sonntag einmal cjuaucr betrachtet. Dabei finden wir, daß drei schlachten von geschichtlichem Ausmaß gerade an dsiem Tage geschlagen wurden. 2lm 18. Juni 1675 hat der Große Kurfürst über a Schweden bei Fehrbellin gesiegt. Am 18. Juni 157 haben die Oesterreicher Friedrich dem Großen b> Kolin eine schwere Niederlage beigebracht. Am ll Juni 1815 haben Blücher und Wellington gegen dkR korsischen Löwen Napoleon I. die endgültige, vrnichtende Schlacht bei Waterloo gewonnen. Wir gehören nicht zu denen, die ihr Weltbild nur ors Beschauliche und Beruhigende ausrichten. Wir rv |'en, wie die Geschichte der Völker von großen Eügnissen, von Entscheidungen, von unerbittlichen S^gen und Niederlagen erfüllt ist. Sie gehören zivi Bild des Lebens und damit zum Gesamtbild vti. Daseins ebenso wie die Versenkung der Mensen in Gott, die Versenkung großer Geister in Aeder kann helfen! Durch einen Ferienplatz für ein erholungsbedürftiges Kindl »orst/O. fr.izz A332D di Mysterien der Wahrheit und Erkenntnis, wie di Bewältigung der Natur durch Wissenschaft und Tthnik. Sie haben das Antlitz der Erde gestaltet, fi, haben den Völkern die Lebensmöglichkeit ae- fic$rt oder zuweilen erst gegeben. Und wer an die S 'lacht bei Wien denkt, die kurz nach der Schlacht bk Fehrbellin geschlagen wurde und Europo von dk Türken und damit vom Islam befreite, 6er wkd sich seine besonderen Gedanken machen. Er wid fühlen, wie gewaltig eine solche Entscheidung w",. in der es hckrt auf hart ging, und in der die ifirten Werte abendländisch-christlicher Kultur vor ben Ansturm einer unvorstellbaren und wesens- ni rigen Ueberfremduna gerettet wurden. Der diese Dinge in sein Weltbild und damit in dc Bereich seiner höheren Betrachtungen ein- be eht, der fühlt, daß solche Entscheidungen nur ge offen werden können bei höchstem Einsatz und be der Bereitschaft, alles, auch das Letzte, hin- zu^ben, wenn es notwendig ist. Die Männer, die in'jenen drei Schlachten ihren Führern und damit MN Völkern die Treue hielten, haben uns damit dos Leben gesichert und sollten immer aufs neue unsren Dank erfahren. Wir können ihn diesen QHmnern selbst nicht abstatten, aber wir können bereit sein, uns in allem und jedem ihrer würdig zllLrweisen. Der Verfasser dieser Betrachtungen hat ?irmal auf dem Schlachtfeld bei Fehrbellin ge- 'lai*ben, mit einer Gruppe wehrpolitisch eingestellter Runer, denen von berufener Seite die Schlacht erhärt wurde. Es zeigte sich, daß die Truppen- nd)t auf beiden Seiten nicht groß war, daß Kom- ien noch Entscheidungen herbeiführen konnten. Übiir gerade darum bewunderten wir die Zähigkeit »r- kleinsten Unterführers und des geringsten Manin durch die eine für Preußens Aufttieg ent- chlbende Schlacht gewonnen wurde. heben dem Wert des persönlichen Heldentums »rengt sich aber noch ein zweiter Gedanke auf, »em wir die drei am 18. Juni geschlagenen Schlach- cn in weltgeschichtlicher Beleuchtung ansehen. Die ■io ersten wurden zwischen rassisch und völkisch ni Verwandten geschlagen, die bei Kolin entsprang >tr unseligsten Bruderzwist der deutschen Geschichte, »esi jetzt zum Segen der deutschen Volksgemeinschaft ei, Ende gefunden hat. Die dritte aber galt bereits orr-deutschen Einheit und Größe, die alles Fremde ^scheidet, um der eigensten Aufgabe zu leben. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) 17./I8.3uni 1959 Das Studentenwerk als wichtiger Aufbaufaktor. Aus dem Frynierleben entstanden. — Im Dienste der jungen studentischen Generation. Eine Unierredung des Gießener Anzeigers beim Studentenwerk in Gießen. Das Studentenhaus am Leihgesterner Weg ist in Stadt und Land weithin bekamtt. Dort hat das Studentenwerk in Gießen feinen Sitz. Heber die Entstehung und die Aufgaben dieser Einrichtung des studenttschen Lebens haben wir uns mit dem Leiter des Studentenwerks Gießen (Dienststelle des Reichsstudentenwerks),Dipl.-Volkswirt Grebe, unterhalten, nach dessen Darlegungen folgendes zu berichten ist. Die Einrichtung des Studentenwerks ist aus dem großen Erleben der Frontaeneration entstanden. Als Selbfthilfeeiprichtung des Studen- tentums geschaffen, hatte die damals als „Gießener S t u d e n t e n h i l f e" örtlich aufgebaute Or- gamfation in den Jahren nach dem großen Kriege stark fürsorgeartigen Charakter, weil es in jenen Jahren eine der wichtigsten Aufgaben war, der unmittelbaren Not in der Studentenschaft entgegenzuwirken. An der Spitze dieses Hilfswerks wirkte viele Jahre lang Professor Dr. Eger, der wegen seiner außerordentlich umfangreichen und allezeit selbstlosen, von bestem Erfolg gekrönten Arbeit zur Bekämpfung der Not in der Studentenschaft sich des uneingeschränkten Vertrauens der Studenten und aller mithelfenden Stellen erfreuen konnte, als äußeres Merkmal des Dankes von den Studenten auch den Ehrentitel „Gießener Studentenvater" erhielt. Nach einer Reihe von Jahren segensreicher, rein lokal aufgebauter Fürsorgearbeit wurde die Gießener Studentenhilfe in die Dachorganisation des „Deutschen Studentenwerks in Dresden" einbezogen, die aber nur eine rein vermittelnde und organisierende Aufgabe hatte, vor allem zur Beschaffung von Beihilfen aus Reichsmitteln für die Erfüllung der örtlich verwalteten Aufgaben der Studentenhilfen. In jenen Notjahren entstanden auch in Gießen im Zusammenhang mit der Studentenhilfe mancherlei handwerkliche Einrichtungen als Nebenbetriebe zur Erfüllung der fürsorgerischen Ausgaben. Mittlerweile sind diese Ergänzungseinrichtungen schon lange wieder abgebaut worden. In jenen Jahren ergab sich auch in Gießen die Notwendigkeit, die verschiedenen Selbsthilfeeinrichtungen der Gießener Studentenhilfe zusammenzufassen und zur zweckmäßigen Verwaltung in einem Haus zu vereinigen. Aus diesen Erwägungen heraus wurde das Studentenhaus am Leihgesterner Weg gebaut, das ini Jahre 1930 in Benutzung- genommen wurde. Im Verlaufe jener Jahre trat schon eine Umwandlung in den Aufgaben ein, da sich immer mehr die Notwendigkeit der Einzelfür- so r ge für Studenten und in Verbindung damit die Verpflichtung zur Auslese der zum Studium kommenden jungen Männer mit dem Ziele, nur d i e Begabtesten und Besten durch die Förderung 3um Studium zu bringen, ergab. Eine grundlegende Wandlung im gesamten Aufgabengebiet brachte das Jahr 1933. Von diesem Zeitpunkt ab wurde die Betreuung der Studierenden durch die Studentenhilfe zugleich eine politische Aufgabe, gestützt auf Punkt 20 des Parteiprogramms, nach dem jeder volksdeutschen Begabung ohne Rücksicht auf Herkommen und wirtschaftliche Kraft der Weg zur Hochschule zu bahnen ist. Im Rahmen dieser Verpflichtung bestehen jetzt für die Förderung durch das Studentenwerk st)l- gende wichtige Voraussetzungen: der Geförderte muß überdurchschnittlich begckbt sein, aus wirtschaftlich engen Verhältnissen kommen, seine körperliche und politische Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt haben und sich weltanschaulich als zuverlässig erweisen. Also eine ausgesprochene Lei- ftungsförberung. Im Jahre 1934 wurde das Deutsche Studentenwerk zum Reichsstudentenwerk erhoben, womit es eine Anstalt des öffentlichen Rechts wurde, während die örtlichen Studentenwerke immer noch in der Form von Vereinen bestehen blieben. Damals wurde die „Studentenhilfe e. D. Gießen" um- gewandelt in den „Verein Studentenwerk c. V.". Die Organisation und die Bindungen an das Rei chsstubentenwerk hinsichtlich der Beschaffung von Geldmitteln wurden weiter ausgebaut. Auf dieser Grundlage vollzog sich die weitere Arbeit, die den Charakter der studentischen Selbsthilfeeinrichtungen, aus der sie heroorgegangen war, beibehielt. Die enge und lebendige Verbindung zur Studentenschaft kam dadurch zum Ausdruck, daß der Stube ntenfüh- rer und studentische Amtsleiter in den Verwaltungsrat und den Vorstand der örtlichen Studentenwerke berufen wurden, während die Verbindung zur Universität derart gestaltet wurde, daß der jeweilige Rektor Vorsitzender des Verwaltungsrats war und der Vorsitzende des Studentenwerks ein Dozent der Universität blieb. In Gießen wurde dieses Amt von Professor Dr. Eger seit 1921 versehen. Die wachsende Bedeutung der Aufgaben des Studentenwerks führte dazu,' daß im Juli 1938 das Reichsstudentenwerk in Berlin Mit Einschluß aller örttichen Studentenwerke zur öffentlich-rechtlichen Anstalt erhoben wurde. Durch diese Neuordnung wurde die Bedeutung der Studentenwerksarbeit in eindrucksvoller Weise vom Reich anerkannt und die Aufgabe der gesundheit- lichen und wirtschaftlichen Betreuung des deutschen Nachwuchses an unseren Hoch- und Fachschulen zu einem alleinigen und ausschließlichen politischen und staatlichen Auftrag an das Reichsstudentenwerk gemacht. Damit hörten, auch in Gießen, die ©tu« dentenwerk-Vereine als solche auf, und die gesamte örtliche Organisatton und Einrichtung wurde eine Dien ft ft eile des Reichs st ubenten- werks, die von einem Dienststellenleiter, in Gießen Dipl.-Volkswirt Grebe, verwaltet wird, der allein dem Reichsstudentenwerk verantwortlich Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! ist. Ihm steht ein Beirat zur Seite, in dem der Rektor, der Studentenführer, sowie Männer aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben beratend Mitarbeiten. Vier große Aufgabengebiete. Das erste Aufgabengebiet der Dienststellen des Reichsstudentenwerks umfaßt die Auslese und Förderung des Hochschulnachwuchses. Hier handelt es sich darum, allen begabten jungen deutschen Männern den Weg zur Hochschule zu ebnen. Die Partei und ihre Gliederungen, Schulen, Arbeitsdienst und Wehrmacht haben hierzu ein Vorschlagsrecht für solche junge Männer, die überdurchschnittlich begabt sind, aus eigener Kraft ein Studium nicht durch führen können, politisch und körperlich stets einsatzbereit find, sich ferner weltanschaulich als zuverlässig erwiesen haben. Die Förderung solcher jungen deutschen Männer auf der Hochschule besteht in einer planmäßigen und eiher außerplanmäßigen. Im Rahmen der planmäßigen Förderung erhält dieser Studierende vom Studentenwerk jeweils den Unterschiedsbetrag zwischen den Gesamtkosten feines Studiums und den Mitteln, die er selbst leisten kann, bzw. die andere Personen für ihn aufbringen. Dabei sind auch alle Aufwendungen für seinen Lebensunterhalt in der Zeit des Studiums eingeschlossen. Ferner wird ihm vollständiger Erlaß der Gebühren gewährt. Der Zugang zu der planmäßigen Förderung kann durch den Abiturienten selbst nicht erreicht werden, sondern steht nur auf dem erwähnten Wege des Vorschlagsrechts und nach erfolgreichem Durchlaufen eines Ausleselagers offen. Die außerplanmäßige Förderung umfaßt die Gewährung von Freitischen, teilweisen Gebührenerlaß, Sttpen- dien und einige andere Vergünstigungen. Zweites Aufgabengebiet ist der Gesundheitsdienst. Von ihm ist der Gesmidheitszu- stand der gesamten Studentenschaft laufend zu überwachen. Für die Studierenden im ersten und fünften Semester besteht die Einrichtung der Pflichtuntersuchungen, die durch den Vertrauensarzt des Studentenwerks vorgenommen werden. Ferner ist im Rahmen dieser Ausgabe die st u d e n - tische Krankenversorgung für ambulante und stationäre Kranke durchzuführen. Die hierfür entstehenden Kosten werden zu 70 v. H. von der Krankenversorgung getragen, 30 v. H. muß der Kranke selbst übernehmen; wenn er wirtschaftlich dazu aber nicht imstande ist, werden auch diese Kosten von der Gesundheitsförderung getragen. Ferner besteht die st u d e n t i s ch e U n f a l (Versicherung auf dem Wege eines Verttagsverhält- nisies zwischen dem Reichsstudentenwerk und einer Versicherung. Schließlich handelt es sich noch um die laufende Gesundheitsförderung auf dem Wege vorbeugender Maßnahmen und besonders bei-schweren Krankheitsformen. Die dritte Aufgabe umfaßt den Beratungsdienst. Dieser besteht erst seit einem halben Jahre. Er hat die Aufgabe, diejenigen Abiturienten zu beraten, die sich zum Studium entschlossen haben. Der Beratungsdienst führt seine Arbeit in Einzelbera- tungen und Schulberatungen durch, letztere werden gemeinsam mit der Berufsberatung der Arbeitsämter vorgenommen. Der Beratungsdienst des Reichsstudentenwerks unterhält Bezirksstellen am Sitz der Landesarbeitsämter, die örtlichen Dienststellen unterhalten eine Abteilung Beratungsdienst, die für alle Auskünfte und Fragen des Studiums (Dauer, Kosten ufro.) zuständig ist. Beim vierten Aufgabengebiet handelt es sich um den Wirtschaftsdienst. Hier kommt die Schaffung und Unterhaltung aller Einrichtungen in Be- tracht, die der Verbilligung der studentischen Lebenshaltung dienen. 11. a. sind hier die Speisungen, die Unterhaltung von Studentenhäusern mit Zimmern für Wohn-, Arbeits-, und Gemeinschaftszwecke ufro. zu nennen. In Gießen ist daS Studentenhaus im Laufe der Jahre zum Mittelpunkt des ganzen studenttschen Lebens und auch der Universität geworden, die hier mancherlei Veranstaltungen, wie Tagungen, Sitzungen ufro., durchführt. In diesem Hause wird aber auch eine politische Aufgabe erfüllt, da hier der Erziehungsgedanke im nationalsozialistischen Geist eine große Rolle spielt. Daher gebührt denn auch dieser Einrichtung allseitige Unterstützung. Die Geschäftsräume der Studentenführung, des NSDStB. und des Studentenwerks befinden sich sinngemäß im Studentenhaus. Die Arbeit des Reichsstudentenwerks und seiner Dienststellen wird durch Zuschüss e 'des Reiches, der Länder, der Kreise und der Städte sowie son- ftp tf! HubneT Frühstücks*66' n, fühle mich I.ÄS3 möbel. «2 ufa-di««”5* «bis 10 Tbi-.dl.A-?; J einanzeig6’ äßigten nden? .-{jglic- hnrfrHe> tsfRiicb in *d0?neAP"?S Pf. 10 X flaö» * l6^ Kleine Balkonfreuden. 23on Christian Bock IZeber Balkone und Balkonblumen wollte ich pichen, aber laßt mit eben erst von einem Mäd- ftr etwas erzählen, ihr werdet nachher sehen: es zh:rt durchaus hierher. Eie sicht aus Baden. Und nett sicht sie außerdem. Httann nicht dafür, sie spricht so, und ich muß es f ^schreiben. „Das sicht arg gut" sagt sie und ,8:2 heischt denn du mit'm Vorname? Wieso das nun mit Balkonbotanik etwas zu tun Iji, ist eine ganz ander Sache. Ich hatte einen Kann eingeladen, meinen Balkon anzusehen, einen, t>x:Don Gärtnerei und Landwirtschaft etwas ver- ijj. und ich wollte von ihm hören, was man da »tiinpflanzen kann: die Blumenkästen stehen noch äjk uni) leer im Gestänge, und in der Blumenerde jk letzten Jahr blüht noch nichts als hier und da iliie kalte Zigarette, die irgendein nachdenklicher jßif unter dem gbendlichen Frühjahrshimmel in l sii - Blumenkasten pflanzte. 5ir Mann also, den ich mir eingeladen hatte, M es wären nun für so einen Balkon wie imhen zweierlei gut: Wicken zuerst und dann eine 18-e.mdin, die sie rechtzeittg abschneidet, denn Wicken I Mirrn' so schnell die Wände herauf, daß man bei- iichi mit der Schere daneben stehen muß. Ergreift ihr nun, wie's zusammenhängt: das lAichen ist da, und es bleibt mir nun nichts mehr, 1 ll; sorglos die Wicken zu säen. Vor allem also, 1 ones eilig hat und das Wachsen nicht abroarten jloir soll Wicken säen und er kann dazu Winden l luß Feuerbohnen säen. Das wächst alles, daß mans 1 irrt Äem Zollstock nachmessen kann. tann gibt es Pelargonien und Geranien, unter Ibn «Geranien noch eine besondere Art: Hänge- • Serien, die man da hinpflanzt, wo sie lang nach intei wachsen können. Und bei dieser Gelegenheit 1 iniigab mir mein Gast eine notwendige Ermähne , die ich hier linker Hand weitergebe: Bepflanzt Balkone nicht nur für Augen und Nasen der iteii.?, die auf der Straße vorübergehen, bepflanzt Illi ror allem auch für euch selbst. Manchmal sehen \ öilione von außen wunderbar aus und: Haben die t ü tut! denkt man unten, aber so ein Balkon ist Hfi oft von innen her ein kahles Quadrat, in dem r m\ nur die Rücksette der Natur sieht, die Blumen s jif ^Fasfade. Laßt also Hängegeranien nicht nach ti'tei hängen, sondern noch innen, oder wenigstens 11.1)1 nad) innen. Aber wir sind noch lange nicht am Ende, es gibt eine Menge mehr. Wer kräftige Farbkleckse liebt, kann in den Ecken oder an einer Seite Sonnenblumen wachsen lassen. Man stellt sie, daß sie der Wind nicht bricht, auf den Boden hin, sie wachsen dann gerade so hoch, daß sie dir mit der großen maisgelben Blüte an die Nase reichen, und wenn du nicht gerade mitwächst, mußt bald auch du die Nase ein Stück heben, wenn du in die Blüten deiner Sonnenblumen hineinschauen willst. In die Ecken kann man noch Flieder und Jasmin stellen — jenen Flieder, der für die Schlagerdichter gleich unentbehrlich ist. Er hat diesen wunderbaren Duft, der einen lyrisch taumelig macht und er reimt sich auf so vieles. Und alles, Sonnenblumen, Flieder und Jasmin kann man dann mit etwas wildem Wein zusammenwachsen lassen. In bin in Gartendingen und in der einschlägigen Balkonbotanik nicht gerade weit bewandert, ich. will mich auch auf meine Badenerin nicht so ohne weiteres verlassen, denn wir müssen uns überhaupt erst ausführlicher miteinander besprechen über man« cherlei Dinge, und bis wir da zur Botanik kommen, ist noch ein weiter Weg — also ich fragte aus Vorsicht lieber schon meinen botanischen Gast, obwohl ich mich meiner hanebüchenen Unwissenheit etwas schämte, ich fragte: „Sagen Sie, was von alledem f ä t man nun, und was pflanzt man?" Die Antwort war für mich nicht wenig überraschend. „Wicken, Winden und Feuerbohnen", sagte er, „sät man, die anderen Blumen kauft man fertig. Man kann sie sich auch heranziehen, aber es lohnt nicht." Also, man kann Natur „fertig kaufen", ich habe solchen Ausdruck noch nie gehört — Daß die kaufmännisch« Sprache so wett in die Botanik hineinreicht —! Also, gut, kaufen wir uns das fertig: Flieder, Jasmin und Rasen, wir kaufen uns außerdem fertig dazu ein paar alte Margarinetonnen und fangen die Balkongärtnerei an. Wir können noch an einer Wand, wenn der Balkon nicht allzu schlank ist, ein schmales Stück Rasen anlegen, wir schichten Erde auf, etwa 10 Zentimeter dick, den Rand schließen mir mit etwas Schlacke ab (das sieht netter und gefälliger aus als Ziegelsteine). Damit der Rasen, der vorerst nur so heißt, auch ein Rasen wird, streuen wir natürlich Grassamen aus, ordentlich reichlich, daß er dicht wird und dann können wir da noch mancherlei hübsches anstellen. Wir können Nelken und Himmelsschlüssel säen, wir können da sogar Mais säen. Wir werden keine Maisernte ernten können, aber es sieht hübsch aus, und wenn der Balkon dafür Platz hat, kann man in dem übermannshohen Gras beinahe mit den Enkeln Versteck spielen. Sofern man Enkel hat. Zimmerblumen soll man nicht so früh auf den Balkon bringen, die sind im Zimmer verwöhnt und vornehm empfindlich geworden — erst, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kann man sie Herausstellen. Für Balkone, die sichon mehr Dachgärten sind, gibt es etwas, das auch in einem flachen Rasenstück wächst: Kürbisse. Diese dicken runden Kürbisköpfe sehen dekorativ aus und die Ranken dieser Gewächse schlängeln sich in wunderlichen Kringeln wie Telefonschnüre über den Rasen hin. Die Kürbisköpfe liegen auf dem Boden, als täten sie da weiter nichts, aber sie wachsen, ohne daß mans merkt, sie werden runder, als wollten ihnen die Backen platzen vor grüner Gesundheit, es wird von Tag zu Tag bedenklicher, ob man sie noch durch die Tür ins Haus bekommt und wer den mindesten Sinn fürs Groteske hat, der freut sich über diese dicken Kürbisleiber und ist nicht einmal böse, wenn sie am Ende nicht reif und eßbar werden. Also, sät und pflanzt (und vergeßt abends das Begießen nicht), wir haben den ganzen herrlichen Sommer vor uns und wir wollen manchen Tag und manchen Abend auf unserem Balkon zubringen mit guten Geschrächen, und manchmal steht vielleicht dabei etwas gutes zu trinken auf dem Tisch, daß wir vor Wohlbehagen in den Korbsesseln knarren. Und was meine ganz eigene Person angeht, so hoffe ich, die Badenerin sitzt in diesem Sommer manches Mal auf dem Balkon und sagt: „Das ischt aber arg nett bei dir." Romeo und Julia im Walde. Die rornanttsche Geschichte eines Jünglings und eines schönen jungen Mädchens aus dem türkischen Dorf Elaziz erzählen die Zeitungen von Istanbul. Auch hier gehörten die beiden Liebenden zwei Fa- mUien an, die seit langen Jahren um irgendwelcher Interessen willen in erbittertem Streit miteinander lagen, und sie hatten sich leidenschaftlich ineinander verliebt. Als die beiden Familien davon hörten, erklärten sie, diesmal einmütig, mit der größten Entschiedenheit, daß sie sich der Heirat der jungen Leute mit allen Mitteln widersetzen würden. Die Familie des Mädchens wollte noch ein übriges tun und beschloß, es mit einem vermögenden, aber bejahrten Manne, der ihm schon feit einiger Zeit den Hof machte, zu verheiraten. Die Hochzeit sollte in den nächsten Tagen stattfinden. Als der junge Mann das erfuhr, war er entschlossen, alles zu wagen, um die Geliebte solchem traurigen Schicksal zu entziehen; er überredete sie, mit ihm zu fliehen und in einem Walde Zuflucht zu suchen. Dort blieben sie zwei Wochen versteckt, ohne daß die Bauern, die die Gegend auf der Suche nach ihnen durchstreiften, sie entdeckt hätten. Der junge Bauer hatte zwar vor- forglid) reichlich Lebensrnittel mitgenommen, aber schließlich gingen diese doch zu Ende, und die beiden fanden im Walde nicht genug, um ihren durch das Leben in frischer Luft noch gesteigerten Hunger zu füllen, so daß ihnen schließlich nichts übrig blieb, als sich wieder in die Nähe ihres Dorfes zu fchlei- chen, in der Hoffnung, hier einen Freund oder einen Verwandten zu finden, der ihnen helfen würde. Statt dessen gerieten sie aber einer Streife von Gendarmen in die Hände, die sie festnahmen und in ein Gewahrsam überführte. Das Gericht, das sofort zur Entscheidung über den Fall angerufen wurde, verurteilte den jungen Bauer zu einer leichten Strafe und ordnete an, daß das Mädchen seinen Eltern zurückgegeben wurde. Damit war der Liebesroman aber nicht zu Ende. Das Mädchen erklärte, als es nach Hause zurück- gekehrt war, daß nichts es seiner Liebe untreu machen könnte, daß es niemals den älttichen Freier heiraten würde und daß es, wenn es den Geliebten, der jetzt allgemein im Dorfe der „Waldmensch" hieß, nicht heiraten dürfte, jede Nahrung verweigern und verhungern wollte. Vier Taae lang ließen die (Eltern es darauf ankommen und bestürmten das Mädchen unaufhörlich, nachzugeben, dann aber sahen sie ein, daß ihre Tochter ihre Drohung durchführen würde, und sie gaben endlich ihre Einwilligung zur Heirat der beiden, aber unter der Bedingung, daß der „Waldmensch" 300 türkische Pfund in einer Bank hinterlegen würde, um zu beweisen, was er bisher behauptet, aber nicht glaubwürdig gezeigt hätte, daß er eine Familie erhalten könnte. Der junge Bauer mußte zugeben, daß er bisher nur einen Teil der verlangten Summe besitzt, aber er kam auf einen Ausweg: er wandte sich an die Oef- fentlichkeit und schrieb eine Subskriptton aus, an der sich alle, die an dem Geschick des Liebespaares Anteil nähmen, beteiligen sollten. Da die Zeituna«n durch ausführliche Schilderungen das allgemeine Interesse an diesem türkischen Romeo und seiner Julia erweckt haben, so ist damit zu rechnen, daß noch mehr als die verlangte Summe eingehen wird und nach der großen Prüfung die Hochzeit der beiden Liebenden gefeiert werden kann. Hochschulnachnchten. Dr. med. habil. Martin Werner wurde zum Dozenten an der Universität Frankfurt für bas Fach der Inneren Medizin und Erbpathologie ernannt. leistet. Ein großes Werk. Gießener Gtu-ententag 1939 Möbelhaus ßuhl Wa^kiAt-Hiße 29/30 - ßaA/nfatfatr. 2/U. fördert. In Wagenklasse Dienstabteile vorzugsweise wird von der Reichsbahn besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Kinderwagen mit kleinen Kindern werden in den Traglasten-Nichtraucherabteilen frei be- nehmer des Studententages vereinigen. „Tag der Kameradschaft." Gtraßenbauarbeiien in Gießen. Nächste Woche Beginn der Verbreiterung der Licher Straße. stiger für die studentische Arbeit interessierter Stellen und Personen unterstützt. Hierbei ist auch die Beihilfe des Kreises der Freunde unseres Gießener Studentenwerks, der sich aus Personen in unserer Stadt und in der Umgebung gebildet hat, ein sehr schätzenswerter Faktor Die Studentenschaft selbst trägt zu den Kosten durch Beiträge bei, deren Höhe in jedem Semester neu bestimmt wird. Durch Gesetz ist die Verteilung der aufzubringenden Mittel verbindlich festgelegt und damit die pflichtmahige Förderung dieser gemeinnützigen Einrichtung durch Reich, Länder, Kreise, Gemeinden usw gewähr- beeren 40 bis 90 Pf., junge Hähne 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 40 bis 60, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 15, Salatgurken 20 bis 45, Oberkohlrabi 10 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ** Dienstjubiläum bei der Stadt Gießen. Am 15. Juni konnte der städtische Rottmeister Heinrich Jost auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 50 Jahren zurückblicken. In Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste erhielt der Jubilar ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters, nebst einem Treuegeldbetrag. ** Sterbefälle in Gießen. Es oerstarben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 16. Juni: 1 Juni Helene Albach, geb. Schaum, 85 Jahre alt, Marburger Straße 14; 2. Juni Adam Büttner, Eisendreher, 64 Jahre alt, Landmannstraße 12; 3 Juni Margarethe Hoffmann, geb. Wolff, ohne Beruf, 83 Jahre alt, Löberstraße 21; 4. Juni Therese Müller, geb. Kilbinger, ohne Beruf, 81 Jahre alt, Kreuzplatz 14; 5. Juni Valentin Brauer, Seiler- meister, 89 Jahre alt, Weserstraße 31; Wilhelm alt, Bruchstraße 24; 9. Juni Christian Staffel, 80 Jahre alt, Asterweg 63; Heinrich Konrad Kraft, 82 Jahre alt, Licher Straße 74; 10. Juni Sophie Steck, geb. Rothmann, ohne Beruf, 85 Jahre alt, Hammstraße 7; Marie Sckickedanz, einen Tag alt, Tannenweg 27; 11. Juni Wilbelm Ude, ohne Beruf, In der Zeit vom 26. bis 29. Juni unternehmen 7 Erzieher und eine 8. Klasse der Langemarck-Schule : eine Fahrt zu den flandrischen Schlachtfeldern. Diese Frontfahrt führt von Aachen über Brussel, Gent, Yper, Zeebrügge, Ostende, Gent nach Aachen zuruck. Besichtigt werden die Schlachtfelder und Heldenfriedhöfe auf Flanderns erinnerungsgeweihtem Boden, namentlich im Raume von Ypern und Langemarck. Der schöne Gedanke, alljährlich den Schülern der obersten Klasse der Langemarck-Schule Langemarck, das reinste Sinnbild vaterländischer Einsatzbereitschaft, als Erlebnis und Verpflichtung auf den Lebensweg mitzugeben, wird mit dieser Fahrt zum ersten Male in die Tat umgesetzt. Rechte und Pflichten im Reiseverkehr. Den Reichsbahndirektionen find kürzlich die im Jahre 1938 herausgegebenen Richtlinien für die Durchführung und Üeberwachung des stärkeren Reiseverkehrs in Erinnerung gebracht worden. Bei dieser Gelegenheit sind die Richtlinien durch einige in der Zwischenzeit eingetretene Einzelheiten ergänzt worden. Die Richtlinien enthalten in ersten Linie Anweisungen an die im Reisedienst tätigen Eisenbahnbediensteten; sie sind aber auch für die Oeffent- lichkeit beachtenswert, da sie in übersichtlicher Weise auf Rechte und Pflichten der Reisenden aufmerksam machen. Die Reichsbahn legt einer richtigen und klaren Auskunftserteilung an die Reifenden größte Bedeutung bei. Den im Reisedienst unkundigen Reichsbahngefolgschaftsmitgliedern (z. B. Rangierern, Wa- genaüfschreibern usw.) ist verboten, Auskünfte zu erteilen; ihnen ist vielmehr aufgegeben, die Reisenden an die für die Auskunft zuständige Stelle zu verweisen. Damit die Reisenden sich leichter zurechtfinden und um die Zugabfertigung zu beschleunigen, wird angestrebt, die Reisenden bereits vor dem Einlaufen des Zuges an die Stelle des Bahnsteiges zu verweisen, wo die für sie in Betracht kommenden Wagenklassen oder Kurswagen halten werden. In den Nichtraucherabteilen und in den Seitengängen der Nichtraucherwagen darf auch mit Zustimmung der Mitreisenden nicht geraucht werden. Die Zugbegleitbeamten sind angewiesen, das Rauchverbot streng durchzuführen. Der Betreuung von Müttern mit kleinen Kindern den D» und Eilzügen in der dritten werden möglichst in der Nahe der und des Gepäckwagens Sonderabteile für Mütter mit kleinen Kindern fr eibenen für jedes Kind ein besonderer 71 Jahre alt, Neustadt 45; Johanna Jhlefeld, Stepperin, 44 Jahre alt, Licher Straße 106; 12. Juni Hermann Haubach jr., Schlossergeselle, 41 Jahre alt, Löberstraße 3; Konrad Emmerich Zimmermann, 50 Jahre alt, Walltorstraße 23; 13. Juni Heinrich Jakob Euler, ohne Beruf, 87 Jahre alt, Döring- straße 15; Käthe Schickedanz, geb. Küsbert, 27 Jahre alt, Tannenweg 27; Heinrich Äbel, Justizangestettter, 37 Jahre alt. Wetzsteingasse 19; 14. Juni Michael Pint, Bürogehilfe. 46 Jahre alt, Werrastraße 14; 15. Juni Christine Elisabeth Haas, geb. Herrmann, ohne Berus, 73 Jahre alt, Dammstraße 39; 16. Juni Friedrich Schäfer, ohne Beruf, 77 Jahre alt, Wetzsteingasse 37. — Gießen - Wieseck: 14 Juni Luise Hunger, geb. Amend, 60 Jahre alt, Gießener Straße 142. gehalten, in Platz zur Verfügung steht. Zur Unterbringung von Handgepäck in den Personenwagen steht dem Reisenden nur der Raum über und unter dem Sitzplatz zu. Der Reisende darf beim Einsteigen für sich und gebracht werden. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Das Stadtbauamt steht im Rahmen seiner lausenden Arbeiten vor einigen größeren Aufgaben. Neben den Straßenunterhaltungsarbeiten, die ständig im Gange sind, wurden in den vergangenen Wochen auch einige Verbesserungen durchgefuhrt, die von der Bevölkerung, insbesondere von den Anliegern, begrüßt werden. Der Bürgersteig in der Gnauthstraße, der bisher nur mit Schlacken befestigt war, hat auf der einen Straßenseite einen Plattenbelag erhalten, für die andere Straßenseite ist die gleiche Arbeit noch im Gange. Der Bürgersteig auf der linken Straßenseite der Licher Straße erfahrt gegenwärtig eine Erneuerung. Don den größeren Vorhaben zur Verbesserung der Derkehrsverhältnisse in unserer Stadt ist zunächst die Durchführung der L o n y st r a ß e zu nennen die bisher keine durchgehende Straße war und durch Gartengelände mehrfach unterbrochen ist. In absehbarer Zeit wird auch hier Wandel geschaffen und die Straße ihrem eigentlichen Zweck zugänglich gemacht. Die Fortführung der Ufermauern derWieseck zwischen Goethestraße und Bismarck- straße ist im Gange. Die Auffüllung wird in den nächsten Wochen geschehen, nachdem bereite vor einiger Zeit die Bäume gefällt worden sind, die bis dicht an das Bachbett der Wieseck ihre Zweige erstreckten. Die Lonystraße wird, so geht aus den Plänen des Stadtbauamtes hervor, von der Gar- tenstraße bis zur Bleichstraße in gleichem Zuge durchgeführt werden wie die Löberstraße, so daß ** Anhänger müssen Kennzeichn haben!" In einer Notiz, die am Dienstag, der 13. Juni, unter dem vorstehenden Titel veröffentlich wurde, ist durch einen Buchstaben ein finnentfteUen der Fehler entstanden. In der drittletzten Zeil .mußte es nicht „ab 1.Oktober d.I.", sondern richt „Tag der Wissenschaft." I ab i. Oktober o. 3." heißen. Der Samstag, 8. Juli, gilt als „Tag der Wissen- ** Zur Auffindung einer Kinde» schast". Nach der Flaggenhissung findet vormittags lei che in der Lahn, über die mir bereits kur eine Hauptkundgebung in der Neuen Aula berichteten, veröffentlicht die Kriminalpolizei heut der Universität statt, mit der gleichzeitig die Er- eine Bekanntmachung, in der eine namhafte 2» öffnungdes 5. Reichsberufswettkamp- lohnung für sachdienliche Mitteilungen zur Aufklö fes der Deutschen Studentenschaft ver- rung des Vorfalles ausgesetzt wird. In der '& bunden sein wird. Am Nachmittag findet ein Tee des kanntmachung sind auch wichtige Angaben über ta Außenamtes statt, bei dem besonders die auslän- bisherigen Ermittlungen enthalten. dischen Studierenden mit den Führern der Kamerad- ** Durch die Explosion eine: schäften beisammen sein werden. Der Nachmittag Fruchtsaftflasche erheblich verletz, bringt außerdem eine Arbeitstagung des Am Donnerstagnachmittag ereignete sich in einer Studentenwerkes im Studentenhaus. Am Hause am Lindenplatz ein nicht alltäglicher Ünsal Abend wird ein Sommersest in sämtlichen Räumen und im Garten des Studentenhauses alle Teil- Im Singsaal der Langemarckschule hielt gestern die Fachschaft „Höhere Schule" im NSLB. eine Kreisversammlung ab, die einen aufschlußreichen und tief- grü. tiigen Vortrag brachte. Nach herzlicher Begrüßung durch Professor Dr. A d o l p h sprach Professor Dr. Boeck über das Thema „Das Lebensproblem und das organische Denken". Der Redner ging davon aus, daß die Biologie ein Kernfach sei und Ausgangspunkt für weltanschauliche und politische Bildung. Kenntnisse und Erkenntnisse seien dafür die Voraussetzungen. Der Mensch müsse biologisch und organisch zu denken bemüht fein. Die Begriffe Mensch, Volk und Staat seien erst auf der Grundlage organischen Denkens ganz zu verstehen. Der Redner stellte dann seine Zuhörer vor die Ausgangsfrage: „Was ist das Wesen des Lebens?" Er gab die Antwort vom Naturwissenschaftlichen her, indem er sagte, daß das Leben im Chemischen gekennzeichnet sei, daß sich das Leben erhalte über die Umsetzung anorganischer Stoffe (durch die Pflanze) zu organischen Stoffen, daß in den organischen Stoffen latente Energie enthalten fei, die durch einen Verbrennungsvorgang zu wirkender Energie umgestaltet werde. Er kennzeichnete den entscheidenden Einfluß des Sonnenlichtes im Dienste der Umwandlung anorganischer Stoffe in organische Stoffe und betonte, daß damit die Sonne als die eigentliche Lebensspenderin angesprochen werden könne. Der Redner sprach aber auch davon, daß die ursächlichsten Kräfte, die das Leben mit geringstem Kräfteaufwand in Gang halten, unbekannt seien. Seine weiteren Darlegungen widmete der Redner dem Aufbau der Lebewesen und führte im Geiste vom einzelligen Lebewesen zum Menschen, zu jenem erstaunlichen organischen Gebäude, das sich aus vielen Zellen und Geweben mit den verschiedenartigsten Funktionen aufbaue. Er sprach davon, wie ein Vogel ein Flugzeug von größter technischer Aus dem „Wochenspruch der NSDAP. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund tritt in den Tagen vom 6. bis 9. Juli mit einer größeren Veranstaltung an die Öffentlichkeit, und zwar mit dem Gießener Studententag, der eine stattliche Anzahl von Veranstaltungen bringen wird, die nach einer klar gegliederten Folge durchgeführt werden. Die (Eröffnung des Gießener Skudenlenlages erfolgt am Donnerstag, 6. Juli, mit dem Eintreffen der Kameradschaften und ihrer Altherrenschaften am Studentenhaus und der Aufftellung zu einem Fackelzug. In der Universität wird eine Totenehrung den eierlichen Auftakt bilden. Die eigentliche Eröffnung )es Studententages erfolgt auf Oswaldsgarten mit der Ansprache des Studentenführers Frank. „Tag des Sporkes." Der Freitag, 7. Juli, wird dem Sport der Studenten gewidmet sein. Morgens findet an den einzelnen Häusern der Kameradschaften die Flaggenhissung statt. Auf dem Universitätssportplatz wird dann bis etwa zur Mittagsstunde in den Vorentscheid u n g e n in den verschiedenen Disziplinen gekämpft werden. Der Nachmittag bringt die Ent- scheidungs- und Schlußkämpfe, an die sich die Siegerehrung anschließen wird. Zu abendlicher Stunde findet ein Empfang durch den Studentenführer statt. Der Sonntag, 9. Juli, wird ganz im Zeichen der Kameradschaft stehen. Für den Vormittag ist im Garten des Studentenhauses eine Volksdeut - s ch e Morgenfeier vorgesehen. Am Nachmittag werden sich die alten NSD.-Studentenbundsmänner im Nuhnzimmer des Studentenhauses treffen. qu gleicher Zeit veranstalten die Studentinnen Eine Frau wollte eine Fruchtsaftflasche offnen, m einen Tee-Nachmittag. Die Kameraden im NS.-Alt- aber im gleichen Augenblick mit großer Wucht zw Herrenbund finden sich zu einer Besprechung und platzte, da der Inhalt der Flasche in Gärung übe» Arbeitstagung ein. Am Abend finden überall in den gegangen war. Durch Glassplitter erlitt die i» Häusern der Kameradschaften Kameradschafts- dauernswerte Frau erhebliche" und hefttg blutend abenbe statt, mit denen der Gießener Studententag Verletzungen am Hals sowie an den Unterarme feien Abschluß finden wird. und mußte sofort durch die Sanitätsbereitschaft mn Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Äfeü! man also in absehbarer Zeit zu beiden Seiten der Wieseck gehen und fahren kann. . Ein weiteres großes Vorhaben ist die V e r v r e l- terung der Licher Straße, die ebenso wie । die Kaiserallee in der Fahrbahn auf eine Breite von | zwölf Meter gebracht werden wird. Die Arbeiten1 für diese Verbreiterung werden bereits in der nächsten Woche begonnen." Sie Vorgärten und der Bürgersteig auf der linken Straßenseite werden bestehen bleiben. Der Raum für die Verbreiterung der Straße auf der rechten Seite wird von dem bisherigen breiten Bürgersteig und von einem Teil der Anlage gewonnen. Neben der Fahrbahn wirb —- allerdings erst dann/ wenn die Straßenbahngleise ganz entfernt werden können —, der Radfahrerweg fortgesetzt, der am Ludwigsplatz beginnt und nach endgültiger Durchführung bis kurz vor Steinbach führen wird. Die Straße wird bis zur „Stadt Lich" in einer Breite von zwölf Meter gebaut, von der „Stadt Lich" bis zur Landes-Heil- und Pflegeanstalt wird von einer bisherigen Breite von 7,50 Meter auf 9 Meter verbreitert. Das Gelände dafür ist vorhanden. Das bisher landwirffchaftlich genützte Gelände vor der Landespflegeanstalt wird dafür in Anspruch genommen. Es ist deshalb in diesem Jahre nicht wieder bebaut worden. Etwas schwieriger gestaltet sich die Derbreiterungsarbeit vor dem Waldanfang, da dort eine Stützmauer aufgerichtet werden muß. Ueberblickt man nach diesen Darlegungen das gesamte Arbeitsfeld des Studentenwerks und feiner Auswirkungen zum Besten des studentischen Nachwuchses und unserer Hochschulen, so muß man sagen, daß es sich hier um ein großes Werk im Dienfte des gesamtdeutschen Aufbaues handelt, das der For-! berung durch alle aufbaufreudigen Kräfte wert ist. Unser Gießener Studentenwerk, das in seinen bisherigen mannigfachen Organisationsformen viel Gutes geschaffen hat, verdient nicht nur die selbstverständliche ideelle Anerkennung, sondern auch alle praktische Förderung, die einem Werk von w großer Bedeutung für unsere Volksgemeinschaft gebührt, b. Vornotizen. Tageskalender für Samstag. Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen: 17.30 Uhr im Großen Horsaal der Universität Fesffitzung mit Orchestervortragen und Vortrag Professor Dr. E. Koch, Bad-Nauheim, „Neuere Ergebnisse der Kreislaufforschung". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Deutsches Land in Afrika . — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die kluge Schwiegermutter". — Gleibergverein: 16 Uhr aus der Burg Gleiberg Jahreshauptversammlung. Tageskalender für Sonntag. NSRL., Turn- und Sportabzeichen, Radfahren: 7 Uhr Schützenhaus. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Deutsches Land in Afrika". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die kluge Schwiegermutter". Langemarckschule besucht Schlachtfelder in Flandern. lebe mit ihm reisende Person, die im Besitz eines Fahrausweises ist, je einen noch verfügbaren Sitzplatz belegen. Wer feinen Platz verläßt, ohne ihn deutlich sichtbar zu belegen, verliert den Anspruch darauf. Als Unsitte ist es Zu bezeichnen, wenn Reisende sich in den Gängen vor fremden Abteilen aufhalten und so den Insassen dieser Abteile die Aussicht versperren. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sauberkeit in den Zügen müssen die Reisenden selbst beitragen. Gießen - Klein - Linden. Das neuzeitliche Schwimmbad konnte, nachdem die Derbesserungsarbeiten beendet wurden, am Donnerstag zur Benutzung freigegeben werden. Am Donnerstagnachmittag konnten die oberen Schulklassen zum ersten Male wieder Schwimmunterricht auf- nehmen. Gießener wochenmarkkpreife. * G i e ß e n, 16. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 12%, B 12, C 11%, D 10%, ausländische, Klasse C 9, Wirsing, % kg 18 bis 20, Weißkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 18 bis 20, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 20. Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 52 bis 55 2. Sorte 44, 3. Sorte 40, 4. Sorte 19 bis 20, Erbsen 28 bis 35, Tomaten 50, Zwiebeln 15 bis 18, bas Bündel 15 bis 20, Rhabarber 15, Kartoffeln, neue, % kg 12 bis 15, alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Aepfel, kg 51 Pf., Kirschen 50 bis 65, Stachelbeeren 25 bis 30, Erd- Wirdübm-ssÄmd! jstzLWussmmres AfcCLF F11VLSH Das Lebensproblem und das organische Denken Kreisversammlung der Fachschaft „Höhere Schule-. INittagsborfe uneinheitlich. Feinheit darstelle, gegen das die Flugzeuge unserer Frankfurt a. M., 16. Juni. Die Abfindmz Zeit plump und ungefüge seien. Der Redner führte der Reichsbank-Anteilseigner und die Modalitebi weiter über das Einzelwesen hinaus zur Vielheit der neuen Gesetzgebung bildeten an der Börse M der Einzelwesen» zum Volk, zum Staat, sprach von Hauptgesprächsthema, zumal infolge der anhaltcr) der Organisation und der Arbeitsteilung im Bienen- geringen Kundschaftsaufträge nur wenig GesäM und im Ameisenstaat, von den Staatenbildungen Möglichkeiten geboten waren. Es lag sowohl ete.; der Menschen und vom Volke.als einer biologischen Nachfrage, als auch kleines Angebot vor, so Gesamtheit. Er sprach ferner von den Lebensäuße- die Entwicklung am Aktienmarkt uneinheilli rungen als einer ständigen Reaktion auf die Um- blieb. Im allgemeinen erreichten die Veränderumc weit, vom Leben als einen Kampf um das Dasein, wieder nur Bruchteile eines Prozentes. Verhält um einen Kampf des Organischen gegen die Ge- mäßig lebhaft waren IG. Farben mit IM fahren seiner Vernichtung. In Beispielen zeigte er, (150,25). Etwas höher setzten ferner Braubank welcher Art die feindlichen Einflüsse sein tonnen,hiß (115,50), Feinmechanik Jetter mit 98 (97,50) wie in der scheinbar friedlichen Natur ein stetiger Bemberg mit 128 (127,50) ein. Knapp behaus'"! Streit um den Lebensraum herrsche, ja, ein stetiges waren erneut Bergwerkswerte, Mannesmann 10U Auffressen an der Tagesordnung sei, dem anderer- (105,50), Verein. Stahl 100,75 (101,25), RheinslD! feite aber der unbändige Wille zur Erhaltung ber 133,50 (133,65). Niedriger lagen außerdem Arr Art gegenüberstehe. Das Stärkere behaupte sich in werke Füssen mit 125 (126), Feldmühle Papier rv natürlicher Auslese. Das Leben in seiner Gesamt- 101,50 (103), Westdeutsche Kaufhof mit 97,75 (985’ heit bedeute über die reine Eichaltung hinaus eine und Licht und Kraft mit 129 (129,50). Entwicklung vorn Primitiven zum Höheren. Der Rentenmarkt lag ruhig. ReichsaMI In feinen abschließenden Darlegungen wandte unverändert 131,75. Steuergutscheine I weiter ctet- sich der Redner dann der Erbbiologie zu, wies nach- ermäßigt auf 102,25 (102,35), dagegen Serie ll rt drücklich darauf hin, wie alle Aeußerungen unseres 98,40 kaum verändert. Juli - Stücke im Dttlvtt Lebens erbbiologisch bedingt seien, er sprach davon, 98,4772 und Serie I später bis 102,35 erhöht. wie im Menschen Körper und Geist eine Einheit, dationspsandbriefe der Gemeinschaftegruppe eine Ganzheit bildeten, die aber noch manche For- 0,13 bis 0,25 v. H. nachgebend, dagegen Rheins schungsmöglichkeiten biete. Der Redner zeigte aber hoi,10 (101). Industrie-Obligationen schwankten stauch die Grenzen auf, die der Biologie in der 0,50 v. H. Staats- und Länderanleihen sowie Forschung gesetzt sind. Der aus reichem Fachwissen anleihen und Pfandbriefe lagen unverändert, auf gebaute Vortrag vermittelte den Hörern einen Abendbörse still. tiefen Einblick in das Wesen der Biologie. An- Die schwache Kundschaftsbeteiligung gab auch/'' haltender Beifall war der Dank an den Vor- Abendbörse das Gepräge, an der weitgehendstes tragenden. Professor Dr. Adolph fügte dem Vor- schäftsstille herrschte. Ueberwiegend bliefe^r trag einige Gedanken an, in denen er das Lebens- Kurse auf dem Mittagsstand behauptet. Sch^'' Problem auch von anderen Gesichtspunkten her — lagen aber Scheideanstalt mit 201 (202,25) ’J- als denen der Biologie — verstanden wissen wollte. Gesfürel mit 131 (132), außerdem.bröckelten --- Lieferungen auf 129,50 (130), Hapag auf 48,50 j'1 und Verein. Stahl auf 100,50 (100,75) ab. '■ " “ Farben konnten sich neben einigen anderen Mettbach, Musiker, 15 Jahre alt, Walltorstraße 25; ren mit 150,65 (150,75) behaupten. Etwas E 1 6. Juni Luise Medebach, geb. Steinmüller, ohne wurden Bemberg zu 128,40 (128) und Westdeu^- , Berus, 78 Jah;e alt, Marburger Straße 22; 8. Juni Kaufhof zu 97,75 (97,50). Don Renten noti- ^ , Luise^ Deibel, geb. Sreunb, otpu J8eruf,^77 ^al)re|6 v. H. IG. Farben unverändert 123,75. St<^ * "" gutscheine I gingen im Verkehr von Bank zu mit 102,40 um, für Serie II nannte man in be|,;‘ Fälligkeiten einen Kurs von 98,45. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit den Schriftleitung.) Grünberg. Die Abteilung Beratungsdienst be5 * dentenwerks Gießen gibt folgende Auskunft: h Bewerbung Ihres Sohnes bei der höheren 6*1 behörde und Ableistung von Arbeits- und ö* dienst, letzteres bei oorgefchriebenen Truppen« beginnt die Hochschulausbildung, die 7 <5eni« dauert. Nach dem 3. Semester ist die Vorprl^ abzulegen. Anschließend findet eine praktische zeit von 7 Monaten statt. Nach der Hochschulabl^ Prüfung ist eine 2^jährige Vorbereitungszeit deren Abschluß die große Staatsprüfung zu w1*/. ist, abzuleisten. Die Gebühren für das Studwuu tragen etwa 1800 RM. Hinzu kommen . Kosten für die Lebenshaltung. Die nächstgelei! Universität, die in Frage kommt, ist Göttingen. an <•* - A -und NGKK-Führer im Heere daß sie als „Dr. Goebbels Wander-Bücherei" allen Memeldeutschen zugute kommen soll. iftflasche offner, t großer Wch he in Gärung: Hier erlitt bii und heftig blc in den Untere litätsbereitschaf Chirurgische 1 Kennzeilt ^Dienstag, | ^el veräffenü Reichspressechef Dr. Dietrich ist auf Einladung des ungarischen Außenministers Graf Czaky zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Ungarn einge- troffen. In seiner Begleitung befanden sich Ministerialrat Professor Dr. B ö m e r , der Leiter der Abteilung Ausland der Presseabteilung der Reichsregierung, die Oberregierungsräte Dr. Brauweiler und Bade sowie der Reichshauptstellenleiter Hänsle. Richard Strauß bittet um Bekanntgabe folgender Danksagung: Außerstande, die Menge der Glückwünsche einzeln zu beantworten, bittet Richard Strauß alle, die seiner zum 7 5. Geburts- t a g e in so herzlicher und ehrender Weise gedachten, auf diesem Wege seinen wärmsten Donk entgegenzunehmen. Aufruf an alle Pimpfe, Iungmädel, Hitlerjunaen und BDM.-Mädel sowie an die Angehörigen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit": „Am 24. und 25. Juni findet eine Haus- und Straßen- sammlung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland (VDA.) statt. Es ist unser aller Ehrenpflicht gegenüber unseren volksdeutschen Kameraden und Kameradinnen, durch unseren Einsatz und Sammeleifer am 24. und 25. Juni ein stolzes Bekenntnis zu diesen treuen Söhnen und Töchtern deutschen Blutes abzulegen. Ich erwarte von Euch, daß Ihr mit Euren Sammelbüchsen erfolgreich seid, denn Ihr sammelt für unser geliebtes Volk zur Freude des Führers und zur Ehre des Reiches! Ihr wißt, worum es geht! Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem M e - melland eine deutscheBücherei aus 1000 Bänden zum Geschenk gemacht, das wertvollstes deutsches Schrifttum der letzten fünf Jahre enthält, Bücher, die bisher in den Büchereien des Memel- landes nicht geführt werden konnten. ^-Oberführer Dr. Neumann übergab die Bücherei dem Gau- infpekteur des Memelkreises mit der Bestimmung, Die we auf unteren Schießständen u. dem Vorgelände ist billigst zu vergeben SdMenoetein (Siegen e. B. Näheres Reinig, Seltersweg 30 Box Tengor II -diese Kamera mit den zwei Bildformaten 4,5><6 und 6x9 cm, Sicherung gegen Doppel belich- tung, drei Blendenöffnungen u. kinderleichter Bedienung kostet nur RM. 15.- Die einfachere Box Kamera können Sie schon für RM. 5.- kaufen. Fragen Sie Ihren Fotofachmann (Eine Verwechslung ist gänzlich ausgeschlossen. Hier mutz Reinecke Fuchs ent- langqeschlichen sein: seine Spur verrät ihn. Übrigen» kann ja jetzt jeder Zier- und. Naturfreund, jeder Wanderer, ob jung oder alt, die Spuren unserer heimischen Tierwelt in Feld und Wald mit dem neuartigen Taschenbuch') sicher bestimmen. Man lernt damit die besonderen Merk- male von Fährten und Spuren, von Lo- jungen, Wechseln, Erdbauten, Gewöllen und anderen heimlichen Zeichen der wild- lebenden Tiere an Hand von ausge- zeichneten Naturaufnahmen kennen. •> Fahrten und Spuren am Wanderweg (Eine praktische Naturkunde für den Wanderer, Jäger und Iugendführer. Don Heinz Scheibenpflug. 124 Selten mit 29 Textzeichnungen und 83 Ab- bildungen nach Naturaufnahmen. Zn Ganzleinen gebunden . . - RM. 3,—. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Werbeblatt mit Bild- u. Leseprobe kostenl Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde ,'ner Kindl je mir bereits1 iminalpolizej h Hne namhaft«. ungen zur & vird. 3n der. Angaben übet ist. Ä heitlid). mi. Die W- die W- n an her M nioig«* nur wenig ©■ Es lag WW Angebot vor, p markt uneiib ,n di- teanta Srojentes. 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B. hinaus dürfen auf Antrag mit dem Ziele des Reserveoffiziers zur Verwendung im Truppendienst Au einer Auswahlübung von vier Lochen Dauer einberufen werden Offiziere a. D. . nb Offiziere d. B. a. D., die im alten Heer, im Seichsheer oder im neuen Heer gedient und minde- i eens den Dienstgrad eines Leutnants erreicht haben, sie dürfen nicht über 45 Jahre a l t sein. Jtit dem Ziele des Landwehroffiziers zur Oerwendung im Sonderdienst können die gleichen Oerstinenkreise ohne Altersbegrenzung Unberufen werden, Außerdem Unteroffiziere, die - ach mindestens 12jähriger Dienstzeit vor dem .April 1935 entlassen worden sind und nicht über 45 Jahre alt sind. , P;n fi„ ™ Zu einer Einstufungsübung von vier hriHt uCn ’ ven Dauer können über den Rahmen der geltenden Der englische „Cant". Soeben erschien eine Schrift von Hans Rörig „England und der englische Mensch", die in gedrängter Kürze aus genauer Sachkenntnis eine Fülle von Kenntnissen über das heutige England vermittelt. (Verlag Hermann Schaffstein.) Wir finden darin auch eine Definition des Begriffes „C a n t", die leider augenblicklich besondere Aktualität besitzt: „Wir Deutsche haben das Wort Realpolitik erfunden, ein Wort, das der Engländer ebensowenig besitzt wie die Worte Weltanschauung und Kultur und meist mit dem deutschen Wort wiedergibt. Aber in Wirklichkeit gibt es kein Volk, das so realpolitisch denkt wie das englische. Die englische Politik wird im Grunde von primitiven Trieben geleitet, das heißt von dem instinktmäßigen Gefühl für das, was gut und was schlecht für England ist. Höhere ethische Rücksichten kann der Engländer in der Politik mit erstaunlicher Leichtigkeit über Bord werfen. Da er aber ein persönliches Ueberlegenheitsgefühl gegenüber allen anderen Völkern besitzt, hat sich bei ihm die feste Ueberzeugung herausgebildet, daß jede seiner politischen Handlungen moralisch unanfechtbar sei. Wenn er diese Ueberzeugung in Worte kleidet, so hat man den englischen Cant vor sich. Cant ist die Maskierung eines selbstsüchtigen Motivs durch ein anderes, das zwar vorhanden, aber nicht entscheidend ist. Der Engländer ist empört, wenn man ihm den Vorwurf der Heuchelei macht, weil er eine solche subjektiv nicht empfindet, und er weist gern darauf hin, daß es der Franzose Moliere war, der die Figur des Heuchlers Tartuffe geschaffen hak. Sicherlich haben andere Völker auch ihre Schwächen. Aber das, was man unter Cant versteht, ist ein echt englisches Erzeugnis, eine dem englischen Volk innewohnende Charakterveranlagung. Politische Drahtzieher wissen natürlich diese Veranlagung für ihre Zwecke auszunutzen. Bei der überragenden Stellung der englischen Presse, der räumlichen Ausdehnung des britischen Reiches und der Verbreitung der englischen Sprache bedeutet die Ausnutzung des Cant für politische Zwecke eine beträchtliche Gefahr." Bon der Begabung der Völker. Die Begabung des einzelnen wird immer unerklärlich und ein Rätsel bleiben. Ebenso ist es mit der Begabung ganzer Völker. In einem Beitrag „Zur Metaphysik der Begabung" im Aprilheft der „Literatur" zeigt uns Richard Benz, daß über das Wesen der Begabung Anschauungen verbreitet sind, die sich bei näherem Zusehen als Irrtümer erweisen: „Man spricht von der vorwiegenden Begabung einzelner Völker für einzelne Künste. Wie aber kommt es bann, daß ein Volk einmal in einer Kunst das Höchste erreicht; und später nicht mehr die leiseste Begabung für sie zeigt; wie wieder ein andres für eine andere Kunst sich ursprünglich unfähig erweist, plötzlich aber in ihr dann das H ö ch st e leistet, was in ihr geleistet worden ist? — Im ersten Falle sind zum Beispiel die Italiener, die man vom 13. Jahrhundert bis ins 16. für das Volk der bildenden Kunst schlechthin erklären muß und die seit dem 18. Jahrhundert keinen Namen von Weltgeltung mehr in Plastik oder Malerei aufzuweisen haben, auch nicht die späte Wiederbringung der Kunst erleben, wie Deutschland sie in der Romantik erfährt; während ihnen noch im späteren 19. Jahrhundert die Wiederbringung der Musik durch ein Genie wie Verdi glückt. — Im zweiten Fall sind die Deutschen, die nach dem Zeugnis des Tacitus und noch der ausländischen Freunde Karls des Großen keine ausgebildete Kulturmusik ihr eigen nannte; deren Gesang, nach solchem Zeugnis, geklungen haben soll, wie wenn ein Wagen über Knüppeldämme fährt; und die im 18. Jahrhundert die größten Schöpfer dieser Kunst hervorbringen, die es je gegeben hat und die auch das andersgeartete Ohr des Auslands als Höchstes vernimmt —. Andere Male wieder scheint sich eine Kunst ganz plötzlich und unvorhergesehen in eine andere zu verwandeln: so ist die italienische Kunst der Oper, die Europa zwei Jahrhunderte beherrscht, fast unmittelbar aus der Blüte der malerischen Hochrenaissance heroorgebrochen — die Bild-Bühne hat sich in die Diihne der Musik verwandelt." Lebende Di'der. Das Bühnenstück „Das kleine Hofkonzert", das auch verfilmt wurde, fand mit feinen beschaulichen Bildern aus dem Biedermeier überall ein freundlich zustimmendes Publikum. Die Aufführungen des „Kleinen Hofkonzerts" und auch der Film lehnten sich ganz bewußt an Spitzweg'fche Bilder an. Ist eine solche Verwendung „lebender Bilder" wünschenswert? „Die Literatur" gibt in ihrem Mai he ft darauf die Antwort: „Was im Fall des Kleinen Hofkonzerts' als künstlerischer Selbstzweck seinen guten Sinn hatte, droht in anderen zu einer berechnend genutzten Regie konjunktur zu werden. Man sieht die innigen Bilder der Mannessischen Liederhandschrift als Mottve auf Vorhängen und Dekorationen. Man begegnet Dürer, Holbein und Cranach, nicht nur in den verschiedenen, meist recht vortrefflichen „Meistersinger" - Inszenierungen. Brueghelsches Bauemleben ward durch sorgsam eingeübte Statistenscharen eingefangen. Alles Bemühungen, die aus dem durchaus löblichen Gesichtspunkt der Werktreue heraus von kunstgeschichtlich wohl bewanderten Spielleitern und Bühnenbildnern erdacht und von Dekorationsmalern, Kostümschneidern und Perückemachern emsig in bildhafte Anschaulichkeit umgesetzt werden. Ob mit diesem Rückzug auf vergangene Kunstformen dem Geiste der Dichtung oder gar ihrer dramatischen Idee immer gedient ist, steht auf einem ganz anderen Blatte. Wie wäre es sonst möglich, Da waten wie T-aMeute &aw ewtaunt daß man mit einem kleinen Gasflämmchen Kälte und Eis erzeugen kann! Und doch ist es so 4- beim Electrolux SKÜHLSCHRANK Sehen Sie sich diesen „Zauberschrank" doch schnell einmal bei uns an. Ihr Kühlschrank- Fachmann kGas-GemeinstML Gieben SS )>nlu Dit W Bestimmungen hinaus zur aktiven Truppe einberu- *n werden: Gefreite, Unteroffiziere und Feldwebel !$r Reserve I und der Landwehr I, die bisher nicht um Reserveoffizier-Anwärter ernannt worden sind, *rner kurzfristig Ausgebildete (Reservisten II und Angehörige der Landwehr I), die nicht zum Reserve- ssfizier-Anwärter ernannt, aber mindestens zum Befreiten d. R. befördert worden sind. Die Bewer- !$r dürfen nicht über 40 Jahre alt sein. Unterführer- mwärter, die nicht zum Gefreiten d. R. befördert morden sind, dürften den Unterführeranwärter-Aus- \ iildungsgang in Ausnahmefällen wiederholen. Der Erlaß regelt weiter die Einberufung Her Reservisten II, deren Grundausbildung irfolglos abschloß, mit dem Ziele der Ernennung im Unterführeranwärter und bei Erfolg weiterer ■ usbilduna. Führer und Unterführer der SA. und Iss NSKK., die im Vewaltungsdienst ausgebildet ind, kommen in erster Linie für di e Lauf- ahn der Wehrmachtbeamten d. B. in betracht, für die Ausbildung zum Reserve- oder iiandwehroffizier jedoch dann, wenn sie nach 12jäh- i ger Dienstzeit aus dem Heere ausgeschieden sind, Menn sie Bereits in der Ausbildung zum Offizier I B. stehen, oder wenn sie nach erfolgreicher Aus- lilbung als besonders geeignet beurteilt werden. Der Erlaß bringt dann Übergangsbestimmungen für Führer und Unterführer der SA. und des s::SKK., die den Geburtsjahrgängen 19 0 1 I i 5 1913 angehören und als Führer von k»A. - Wehr Mannschaften vorgesehen sind. '. m 15. Mai 1939 zur Grundausbildung Eingestellte smd bei Eignung unter Ernennung zum Unter* .ihrer-Anwärter in die vom 18. Juli bis 17. Oktober sttttfindende Unterführe r-A nwärter-Aus- j i l d u n g zu übernehmen. Am 15. Mai zur Unter* fihrer-Anwärter-Ausbildung Eingestellte find bei I (iignung unter Ernennung zum Reserveoffizier- tinroärter und Beförderung zum Gefreiten d. R. rm 10. Juli zu entlassen. Führer und Unterführer der SA. und des NSKK., die ihre l-rundausbildung schon vor dem 15. Mai erfolgreich IO geleistet haben, können auf Antrag zum 18. Juli jii einem Untersührer-Anwärter-Ausbildungslehr- inng einberufen werden. Sie sind nach zwei- r o n a t i g e r Ausbildung z u entlassen, :.enn sie zur Ernennung zum Reserveoffizier-An- närter und zur Beförderung zum Gefreiten geeignet nd. Für die Ausbildung ungedienter M.-Führer und Unterführer der SA. und des ^SKK. dieses Personenkreises werden ab 18. Juli dt m a zwanzig E. - Einheiten für drei •ttonate freigemacht. Oie Jugend am Volksdeutschen Sammeltag. Berlin, 16. Juni. (DNB) Reichsjugendführer Wbur von Schirach wendet sich mit folgendem In 6 Tagen entfernt S A H U K O - Hühneraugen - Tropfen schmerzlos Hühneraugen, Ballen und hatte Haut mit Stumpf und Stiel. Packung RM. —.65. Zu haben bei: Drogerie Bornemann BahÄofstraße 17 Central-Drogerie Emil Kam, Schulstraße Löwen-Drogerie M. Pierenkemper, Seltersweg 69 Kreuz-Drogerie August Noll, Bahnhofstr.53 Ludwigsplatz-Drogerie Hans Noll, Ludwigsplatz Germania-Drogerie Carl Seibel Frankfurter Straße 39 > f i 0 n eii lich Derb . neie suh 'm ei i alltäglicher Ur Zur Reichsarbeitstagung des Hauvt- amtes für Kriegsopfer in der NSDAP, und der NSKOV. sind Teilnehmer aus allen Gauen des Reiches, darunter zum ersten Male aus der Ostmark, dem Sudetengau und dem Memelland, in Northeim eingetroffen. Bei einem Empfang der Reichsdienststelle und der Gauleitungen der NSKOV. verlieh der Reichskriegsopsersührer den Ehrenring der deutschen Frontdich- 'ter an Bruno Brehm, Fnedrich Bethge, Hein- rich Anaker, Karl Springenschmidt und Ulrich Sanier. Photo-Kino Kreuzplatz 9 Kleiner, rent. 2*2- od.2x3-Zirnmer- HAWS i.Gießen ob. Nähe?, kaufen gesucht Anzahl. 2500—3000 RM.Schriftl. Angebote mit allen näh. Angaben unt. 4360D a. b. Gieß.Anz. erbeten Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Schmerzen am Fuss ann zum Kirchenpl.5 Oie mit Recht so beliebten ■ Waschstoffe ■ und I Dirndl Stoffe U finden Sie in I größter Auswahl I zu überraschend billigen Preisen 1 im Modehaus j Carl NowackZ Gießen, Geltersweg 81 Ä gute Skiflk von Optikermeister Carl Leisler Gießen ?47sA Neuenwe^' 16 Lieferant aller Krankenkaffen Oflolepper Möbelwerkstätten Wieseck-Gißßeo. Ausstellungsräume Gießener Straße. 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Bevor Hans eine neue erregte Verteidigungsrede für Gottfried beginnen konnte, fiel Peter ein. (Fortsetzung folgt.) Ö.Jl.-'SVOTt Ein fabelhafter Weltrekord! Aor der 32. Gießener Ruder-Regatta. Nur noch 14 Tage trennen uns von dem ruber notie, Hch. Velten; Martini, Dach, Schäfer, Funk sportlichen Ereignis in Dor dem Start in Le Mans. Aus der engeren Heimat Lehrerbesuch bei Buderus in Lollar. lungerte Rennen. Darlehnsbetrüger Rundfunkprogramm Fußball-Sonnlag Sonntag, 18. Juni. UJUl vH jvuiiif/ | ^vyvn |, - 14:08,8 Minuten und verbesserte damit den alten Welttekord, den der Finne Lauri Lchtmen nut 14,17 Minuten hielt, ganz erheblich. Auch Pekuri kam mit 14:16,2 noch unter die alte Rekordmarke. unterwegs „hängen". NSU. hatte seine 35Oer-Kom- pressormaschinen wieder eingesetzt, um weitere praktische Erfahrungen zu sammeln. Rührschneck kam bis zur zweiten Runde, Bodmer mußte in der vierten Runde wegen Benzinmangels die Fahrt abbrechen und Herz erreichte sogar die siebente und letzte Borspielergebnis kann aber nicht als Maßstab dienen, da man bei Lokalkämpfen erfahrungsgemäß niemals der einen oder anderen Mannschaft sicher sein kann. Selbst der Vorteil des eigenen Platzes kann hier nicht als ausschlaggebend bezeichnet werden. Man erwartet daher ein anregendes fepiQ, das erst bei dem Schlußpfiff entschieden sein durste. Die Spielvereinigung wird durch folgende Els ver- Einen Erfolg, um den ihn die größten Motorradfahrer der Welt beneiden können, trug der Münchener Oberfeldwebel Meier am Freitag auf der kleinen Insel Man im Kampf um die englische Se- nior-TT. davon. Auf der schnellen */--Liter-BMW. siegte Meier nach einer unvergleichlich schneidigen Fahrt in der neuen Rekordzeit von 2:57:19 für die 420 Kilometer und errang damit den 12. großen Sieg in seiner kurzen, aber ruhmreichen Laufbahn als Motorradrennfahrer. Meier wird nun voraussichtlich beim Rennwagen bleiben. Er hat sich also einen ruhmvollen Abgang verschafft. Bis zum Jahre 1907 reicht die englische TT. zurück und bis zum Jahre 1938 gelang es keinem Nicht-Engländer, in dieser Güteprüfung der Menschen und des Materials einen Sieg zu erringen. Erst Oberfeldwebel Meier schaffte es auf der deutschen BMW., der zweiten nichtenglischen Maschine, die jemals auf der Insel Man zu TT.-Siegerehren kam. Die Bayerischen Motorenwerke kamen durch den Engländer auch noch zum zweiten Platz. Der Tag des großen Kampfes begann nicht sehr freundlich. Denn es regnete stark und Oberfeldwebel Meier erklärte, bei Regen keine Aussichten auf i Erfolg zu haben, da auf der glatten Strecke Runde. Meier war der vielgefeierte Mann des Tages. Sein überlegenes Können, feine blitzsaubere Technik und ruhige Sicherheit, mit der er die starke Maschine selbst bei höchster Geschwindigkeit beherrschte, riefen Helle Begeisterung bei den Zuschauern hervor. Durch zweimaliges Tanken verlor Meier etwas von seinem Vorsprung, aber fein überlegener Sieg stand niemals in Frage. Die deutschen Fahrer wurden überaus herzlich ausgenommen und bei der Siegerverkündung stürmisch gefeiert. sichten einräumen. HI. Gefolgfchaft 8/116 Watzenborn-Steinberg. Arn Sonntag, 18. Juni, hat der gesamte Standort Watzenborn-Steinberg um 9 Uhr bei der Volks- Halle Antreten. Der Dienst der Schar 1 besteht aus 25jährigen Bestehens des Vereins veranstaltetem Blitzturnier zu beteiligen. Die Mannschaft trifft dort auf Sinn, Naunheim und 1900 Gießen. Die Platzverhältnisse sind zwar denkbar ungünstig, aber auch die beteiligten Vereine müssen auf dem gleichen Platz spielen, so daß alle benachteiligt sind. Die Grün-Weißen, die auf ihre Soldaten und die neuen Spieler verzichten müssen, werden dort einen schweren Stand haben. Es ist kaum anzunehmen, daß sich die Mannschaft, die vorwiegend aus jungen Spielern besteht, durchsetzen wird. BfR. Lich in Ober-Bessingen. Für den kommenden Sonntag haben die Grün- Weihen für ihre Erste sowie für die Jugendelf eine Einladung nach dem benachbarten Ober- Bessingen erhalten. Der dortige im letzten Jahre gegründete Sportverein „Fortuna" Ober-Bessingen- Wetterfeld hat anläßlich seiner Platzeinweihung Pokalspiele ausgeschrieben. Da einige namhafte Vereine hierzu ihre Zusag« erteilt Haden, dürfte mit interessanten Spielen zu rechnen sein. Eine Voraussage über den Ausgang der einzelnen Spiele zu geben, dürfte sich erübrigen, denn es kommt bei diesem Wettbewerb vor allem daraus an, durch schöne Spiele die dortige Bevölkerung für den Fußballs port zu gewinnen. Die aktive Elf wird die Kämpfe in folgender Aufstellung bestreiten: Gilbert, Albach, Höpfl,' Meier, Merle, Rau, Weiter, Fey, Beier, Kaiser und Stark. Spogg. 1926 Leihgestern I. — TB. Grohen-Linden I. Für den kommenden Sonntag herrscht wieder Hochbetrieb auf dem Sportplatz an der Rindsm.ühle. Die 1. Mannschaft empfängt die 1. Mannschaft des • TV. Großen-Linden zum fälligen Rückspiel. Das > Vorspiel konnten die Spielvereinigungsleute in i Grohen-Linden mit 5:1 für sich Entscheiden. Das tu j^uujer. - , Dor dem Spiel des Lokalkampfes treffen sich me 1. Jugendmannschaften der Spieloereinigung 1926 und des DfB.-R. Gießen zum Gesellschaftsfpiel. Hier muß man den erfahrenen Gästen die größeren Aus- Die deutschen Mannschaften können das 24-stun- den-Rennen der Sportwagen auf der La-Sarthe- Rundstrecke am Samstag nicht in der vorgesehenen Besetzung aufnehmen. Don der NL-KK.-Mannschaft ist der Kölner Heinemann erkrankt, und fern Start ist sehr zweifelhaft geworden. Die Adlerwerke hatten das Pech, daß der 2,5-Liter-Wagen beim Training einen Ventilbruch erlitt und dadurch ausschied. Es starten nunmehr nur Paul von G u i 11 e a u m e und Otto Löhr mit dem l,5.ßiter=®agcn Sei der Abnahme am Freitag erwiesen sich 44 Fahrzeuge startbereit für das auf 2300 Kilometer ver- Neuer aufsichtsführender Richter in Lauterbach. Lpd. Lauterbach, 16. Ium. Donnerstag mittag wurde in einer Feier in Gegenwart des Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. S c r i b a (Darmstadt) der neue aufsichtführende Richter beim Amtsgericht Lauterbach, Amtsgerichtsrat Ziegler, durch Landgerichtspräsident T h ü r e (Gießen) in sein Amt eingeführt. Lanbgerichtspräsi- dent T h ü r e sprach in seiner Einführungsrede über die Bedeutung des Reichteramtes im nationalsozia- Deutscher Triumph in der Senior-TT. Feldwebel Meier fährt Rekord. im Heroen ver M Letztes Aufstiegfpiel zur Gauklaffe. AL. Wirges — Teutonia Watzenborn-Steinberg. I Zum letzten Spiel um den Aufstieg in die höchste Fußballklasse stellen sich morgen die Teutonen dem ] FC. Wirges. Unterzieht man die Aufstiegspiele einer näheren Betrachtung, so kommt man wohl zu der 1 Annahme, daß unser heimischer Vertreter den Kreis 8 gut vertreten hat. Reichen die erkämpften Erfolge auch nicht zum Aufstieg, so ist trotzdem der Beweis erbracht worden, daß die Steinberger mit allem Einsatz kämpften. Für morgen gilt es nun, alles daran zu setzen, um den 2. Tabellenplatz zu behaupten. Wirges ist aus dem Vorspiel her als eine Kampfmannschaft bekannt. Es gelang ihr sogar, in Steinberg einen Punkt zu erobern. In der letzten Zeit spielte die Elf eine etwas unglückliche Rolle. Gerade deshalb werden die Wirgeser morgen alles daransetzen, um wenigstens einen guten Abschluß herbeizuführen. Es wird also einer großen Energieleistung bedürfen, wenn die Teutonen Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen wollen. Bei der augenblicklichen Form würde es aber keine Ueberraschung sein, wenn Steinberg den Wirgesern das Nachsehen gäbe. Teutonia II — Grüningen I. Die 2. Elf der Teutonen empfängt den Lokalgegner aus Grüningen. Konnten die Steinberger bereits das Vorspiel für sich entscheiden, so hofft man doch, daß die Teutonen auf eigenem Gelände wiederum Sieger werden. DfB.-ReichSbahn Gießen. DfV.-Reichsbahn beim Blitzturnier in Frohnhausen. Die Grün-Weißen unternehmen eine Reise nach Frohnhausen, um M dort dem anläßlich des. 6 Uhr: Hafenkonzert in der Marineschule Mürwick j und an Bord des Dampfers „Neuyork" der Ham- burg-Amerika-Linie. 8.10: Wir fingen den Sonntag ein! (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 8.45: Bekenntnisse zur Zeit: Die Blauhemden Nationalspaniens. 9: Ewiges Deutschland. aufnahmen des Deutschen Rundfunks.) 10: Gläubiges deutsches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. 10.45: Funkstille. 10.50: Zauber der Melodie. Aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg". (Jndustrie-Schallplatten und Eigenauf- nahmen.) 11.15: „Zwischen Dorn und Korn". Hor- olge zum 80. Geburtstag des Dichters Heinrich Sohnrey. 12: Militärkonzert. Der Tag der schweren Artillerie in Koblenz. Es spielt in der Kaserne des Art..-Regts. 70 das Musikkorps des Pionier- Batls. 34. 13: Der Tag der schweren Artillerie in Koblenz. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Eine wundersame Reise. Gert und Hedi auf der Märchensahrt. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Volkstum und Heimat: Sang und Klang im Wiesental. Frohes Dorfsingen. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Sportereignisse des Sonntags. 18: „Mensch, ärgere dich nicht!" Lebensweisheiten, aus der Schule geplaudert von Willi Schönbein. 19: Das Tier und wir. Unterhaltsames und Belehrendes aus dem Frankfurter Tiergarten. 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Ufa-Komponisten dirigieren ihre Werke. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. 22.30 bis 24: Austauschsendung Frankfurt—Turin. Nachdem am vergangenen Sonntag unter starker Teilnahme der Hitler-Jugend des ganzen Bannes die leichtathletischen Wettbewerbe durchgekampft worden waren, steht der morgige Sonntag irn Zeichen anderer Disziplinen. Morgen treten die Schwimmer, die Radfahrer und die Ruderer auf den Plan. Außerdem wird ein Wehrsport-Fünfkampf ausgetragen. Die Schwimmer werden sich m Großen- B u s e ck ein Stelldichein geben und dort im schönen Freibad in Einzelwettkäm'pfen, wie auch in Staffeln in den verschiedenen Schwimmarten ihre Kräfte messen^ _ , Für die Radfahrer steht em Straßenrennen über 50 Kilometer auf dem Programm, außerdem wird auch eine Stafette gefahren, bei der jeder Teilnehmer Gepäck auf sich zu nehmen hat und über je eine Strecke von etwa 9 Kilometer startet. Das Jungvolk unternimmt eine Geländeorientierungsfahrt mit vielfältigen technischen Aufgaben und der Ueberwindung mancher natürlicher Hindernisse. Außerdem wird der sogenannte „Erste Schritt" gestartet, der einen Ueberblick gestatten soll über solche Radfahrer, die im Leistungssport vielleicht einmal an Rennen teilnehmen könnten. Die Radsportler der Hitler-Jugend starten um 8 Uhr von der Volkshalle aus. Zu gleicher Morgenstunde und am. gleichen Platz treten auch diejenigen Junggenossen an, die sich rennen uns von dem mer=| 6me ^artige Seit lief in' S is in Gießen Die Gießener Ruder- Taisto Ma kl über 5000 Meter. Er ^eiajie un r . ,.0. veranstaltet am 1. und 2.3uli Warfen Kampf gegen s°'n^ Landsmann Peku.^ und Hau Zwei Schwerverletzte bei einem Verkehrsunfall Lpd. Marburg, 16. Juni. Beim Ueberqueren ber Barfüßerstraße wurde eine in den siebziger Jahren stehende hiesige Einwohnerin, die schwerhörig fit und nur ein Auge besitzt, von einem anscheinend nicht von ihr bemerkten jungen Motorradfahrer überrannt. Sowohl die Frau als auch der Motorradfahrer wurden dabei mit großer Wucht aufs Pflaster geschleudert. Beide erlitten neben sonstigen kleineren Wunden schwere Schädel- verletzungen und wurden in die Klinik gebracht, wo der Motorradfahrer noch immer besinnungslos darniederliegt. Schweres Aerkehrsunglückin Offenbach Radfahrerin tödlich verletzt. LPD. Offenbach, 16. Juni. In der Biederer Straße ereignete sich am Freitagmittag em s chwerer Verkehrsunfall. Ein Personenkraftwagen erfaßte gn der Kreuzung Spießstraße eine Radfahrerin, die in die Biederer Straße einbiegen wollte. Der Lenker des Kraftwagens verlor dabei die Herrschaft über den Wagen, steuerte nach links auf den Bürgersteig, wo der Wagen eine weitere Passantin erfaßte und schließlich gegen einen Gartenzaun rannte, der eingedrückt wurde. Die Radfahrerin sowie die Fußgängerin wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort ist die Radfahrerin, ein 20jähriges Mädchen, ihren Verletzungen erlegen. Die Verletzungen der Passantin, einer 42jährigen Frau, sind zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich. Gesellschaft 1877 e--------------------- 1939 sluf der Lahn ihre 32. Ruderreaatte, die gleichzeitig als erste Regatta des Lahn-Regatta-Vereins stattfindet. Die Vorbereitungen hierzu sind in vollem Gange. Allabendlich trainieren die jüngeren und älteren Ruderer, um sich für die Wettkämpfe vorzubereiten. Der 1. und 2. Juli als Regattatermm dürfte als günstig zu bezeichnen sein, da im Gesamtbereich des Grotzdeutschen Reiches nur 3 Regatten stattfinden, in Berlin, in Bamberg und in Gießen. So ist wohl vor allem mit einer Beteiligung von Ruderern aus dem Rhein-, Ruhr-, Lahn- und Fulda-Gebiet zu rechnen. Das Main-Gebiet steht offen. Es hängt vor der Entscheidung der Beteiligten ab, ob sie die Main-Regatta in Bamberg ober die Lahn-Regatta in Gießen besuchen. Der Meldeschluß ist am Dienstag, 20. Juni. Abends um 20 Uhr findet auf dem unteren Bootshaus der GRG. die Startverlosung statt. Die Renn- leitung würde sich freuen wenn ein großer Teil ber dem Rudersport freundliche Gegenüberstehenden anwesend wären, da die Startverlosung öffentlich fit. haltungs- und Tanzmusik. Dienstag, 20. Juni. 5 Uhr: Frühmusik, Es spielt der Musikzug des ^-Oberabschnittes Nordost. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Ausführung: bas kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Rafichläge für Küche und Hcms« 8.40: Froher Klang zur Werkpaufe. 10: SckMfunk- Ich will zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittags können. Ausführung: Kurhesstsches Landesorchester Kassel. 1^ Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Feriengrüße aus Oberbayern. (Jndustrie- Schallplatten.) 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Volk und Wirtschaft; Großdeutsche Wasserstraßen. 18.15: Mutterglück M Gestüt Waldfried (II). 18.30: Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Diel Freuden mit sich bringet die fröhlich Sommerzeit. 20: Nachrichten. 20.15: „Afrikanische Hochzeit". Hörspiel. 21.15: Musikfreund! — Musikfeind!? (Jndustrie-Schallplatten und E:gen- aufnahmen.) 22: Nachrichten. 22.20: Politfiche 3^ tungsfHg^. 22.Z5 bis £4; Gpoßec Tanzabend. Mischen Staat. Gleichzeittg würdigte er anerkennend die verdienstvolle langjährige Tätigkeit des seitherigen aufsichtführenden Richters beim Amtsgericht Lauterbach, Oberamtsrichter Traber, der nad) 20jähriger Tätigkeit auf diesem verantwortungsvollen Posten auf seine Bitte hin, angesichts seines vorgerückten Alters, von dem seitherigen Amt entbunden und mit anderen Aufgaben betraut wurde. An der Feier nahmen zahlreiche Vertreter ber Partei und Behörden teil, an ihrer Spitze Kreisleiter Zürtz und Landrat Bon Hard. Mit dem Motorrad schwer verunglückt. Lpd. Lauterbach, 16. Juni. Am Mittwochabend Meßen am Ausgang des Kreisortes Grebenhain ein Auto und ein Motorrad m voller Fahrt zusammen. Dabei wurde der das Motorrad lenkende Lehrer P i t s ch aus Bermutsharn besonders am Kopf s ch w e r v e r l e tz t. Er wurde ms Lauterbacher Krankenhaus übergeführt, wo er m ernstem Zustande darniederliegt. Die auf dem Soziussitz des Motorrades mitgefahrene Braut des Schwerverletzten kam mit geringfügigen Verletzungen davon. Landkreis Gießen. ♦ Staufenberg, 17. Juni. Der 61fährige Landwirt Friedrich Müller von hier stürzte rrt ber Scheune so unglücklich ab, daß er mit einer Gehirnerschütterung, mit Rippenbrüchen, mit Lendenwirbel- und Wirbelsäulenprellungen liegen blieb. Der bedauernswerte Mann mußte sofort in die Klinik nach Gießen gebracht werden. ♦ Geilshausen, 17.Juni. Durch einen Sturz vom Heuwagen zog sich die hiesige Katharine Vogel einen doppelten Unterschenkelbruch zu. Schießen, während die Schar 2 Geländesport durchführt. Klein-Linden 1. 3gb. — Grohen-Linden 1. 3gb. Am Sonntag empfängt Mein-Lindens JugeiÄ die Jugend des benachbarten Turnvereins Grohen- Linden zu einem Freundschaftsspiel. Für Klein- Linden spricht der eigene Matz, dazu em guter Kampfgeist der Jugendlichen, so daß bet allem Em- \ satz der Hiesigen zum mindesten em Unentschieden erwartet werden darf. Sportgemeinde Steinbach 3gb. — Vetzberg 3gb. Am morgigen Sonntag treffen sich beide Jugendmannschaften zu einem Freundschaftsspiel m Steinbach. Da die Gäste in Steinbach noch nicht bekannt sind läßt sich über den Ausgang des Spieles erst nach dem Schlußpfiff des Schiedsrichters reden. Man hofft, daß die Jugend von Steinbach letzt, ! mehr Spielerfahrung hat, damit sie auch endlich einmal als Sieger den Platz verlassen kann. IHontag, 19. 3uni. 5: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied, Morgenspruch, Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine .Ratschläge jü; ben ßtafkiu 8.4tk Froher. Klang zur I Werkpause. Blasmusik. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 10: Schulfunk. Kinderliedersingen, Blatt 4. 11.40: Ruf ins Land. 12: Schloßkonzert I. Ausführung: Das Niedersachsen-Orchester. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert II. 14: Nachrichten (auch andern Sendebezirk). 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 16: Namittagskonzert. 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: Wenn Bauern ins Erzählen kommen ... 18.30: Menschen — Berufe — Schicksale. Meister der schwarzen Kunst. Zur Gutenberg- woche. 19.15: Tagesspiegel, u. a. Großdeutschland- Rundfahrt Frankfurt a. M.—Köln. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und , Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 22: Nachrichten, 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Unter- Betr.- Wehrsportkampf. Die Mannschaften der Burg treten am Sonntag, den 18. 6. 39, um 7.00 Uhr am regendem Schützenhaus an. Die Manschaftsführer haben heute, ergab. Samstag, 17.6.39, um 19.30 Uhr zum Abzeichnen Morfchfkizz- auf der ---Stelle öe- Bonnes zu Heiratsschwindler ILL°Gem7hre(KK.,^eu.Ms HpESÄSS Mannschaften treten um 8.00 Uhr an der -Volks- er auch allerlei Streiche, bis ihm die Polizei $aUe ön- Ians Leder ging. Bei feiner Verhaftung, die wegen des Heiratsschwindels in Wetzlar erfolgen sollte, riß er sich von dem Polizeibeamten los und ging flüchtig. Der Polizeibeamte sah sich genötigt, dem Ausreißer einen Schuß nachzujagen, durch den er offenbar auch verwundet wurde. Dennoch verstand es der Flüchtling, sich hinkend spurlos davonzu- ,, . . . ... । machen. Etwa einen Tag später tauchte er in der die Maschine nicht voll ausgefahren werden könne. DOn Reiskirchen (Kreis Wetzlar) auf, wo er Aber das Wetter belferte sich zusehends und Meß- Kindern noch neuen Nachrichten in der Uch lag herrlicher Sonnenschein über ber Strecke. Zeitung erkundigte. Dann setzte er seinen Fuß- Am Start fanden sich 47 Teilnehmer ein, die in marsch in Richtung nach Oberwetz fort, seitdem Abständen von 20 Sekunden den Kampf über die wurde er noch nicht wieder gesehen. Die Verfolgung 420 Kilometer aufnahmen. 17 von ihnen blieben des Burschen wurde in umfassender Wefie rn die unterwegs „hängen". NSU. hatte seine 350er-Kom- Wege geleitet. Nach einer Meldung aus Wetzlar * handelt es sich bei dem Flüchtigen um den 24 Jahre alten Herbert Schott aus Sechshelden (Dillkreis). . . Die mathematisch-naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des NSLB. führte, am Mittwoch eme Besichtigung der Buderus-Eisenwerke in Lollar durch. Trotz der frühen Nachtmittagsstunde hatten sich dazu 40 Teilnehmer eingefunden. Der Besuch Schwimmen,Radfahren,Wehrsport und Mm FZLNSNä» s 7 1 l den wirtschaftlichen und technischen Problemen eines Aannkvortwetikämpfe am morgigen Sonntag. solchen Betriebes. Dabei sollte die Möglichkeit ge- _. | geben werden, den Arbeiter an seinem Arbeitsplatz am Wehrsportfünfkampf beteiligen. reiner Tätigkeit zu sehen. Denn aus solch un- Gepäckwarsch mit mancherlei Orientierungsaufgaben, mittelbarem persönlichem Erleben findet der Lehrer der über 20 Kilometer führt, steht aus dem Pro- Kraft zu lebensnahem Gestalten seines Untergramm. Keulenwurf, Hindernislauf und Schietzen rilt5 Besonderes Interesse erregte die systematische gehören außerdem zum Fünfkampf. Die Lahn fit i b t[ar durchdachte Art, in der die Ausbildung des der Schauplatz der Wettkampfe der Ruderer. Ich Nachwuchses in der Lchrwerkstätte durchgeführt Vierer, im Doppelzweier und im Achter werden Die miri) 2Ran ^ed aus dem Werk mit großer Besungen Ruderer ihre Kräfte messen J frieöigung über die vortreffliche und sachkundige So ist der Sonntag für die Hitler-Jugend noch durch die Herren des Werks. Der Hütten- einmal ein Großkampftag. Die Wettkampfe ia1len I Dcru>a(tung gebührt aufrichtiger Dank, daß sie durch erkennen, daß es die Hitler-Jugend ernst nimmt nut Entgegenkommen einen nicht unwesentlichen Beider Förderung der Leibesübungen in ihren Reiyen. ^lir Förderung des naturwissenschaftlichen Un- Itann -116 terridjts an den höheren Schulen geleistet hat. An- VNier-^ZUgeno oann 11V. schließend verweilten die Teilnehmer noch einige Stelle für Leibeserziehung. Stunden in kameradschaftlichem Beisammensein auf Staufenberg, wo sich Gelegenheit zu an- Gedankenaustausch über das Erlebte