Nr. 65 Erstes Man 189. Jahrgang Freitag, U. März 1939 Erlchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gienener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpret»: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höhere- Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Lietzen poftschecNonto: Frankfurt am Main 11688 Gietzener Anzeiger Generai-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße X Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' /,Uhr des Dormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Testanzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,PIatzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/0 mehr. 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Von Jahr zu Jahr vergrößerte sich die -Gesahr. daß aus diesem Räume heraus — wie schon .einmal in der Vergangenheit — eine neue ungeheuerliche Bedrohung des euro- °väischen Friedens kommen würde. Denn 3)en tschecho slowakischen Staat und seinen Machthabern war es nicht gelungen, das Zusammenleben der in ihm willkürlich vereinter» Völker- gruppen vernünftig zu organisieren und damit Sos Interesse aller Beteiligten an der Aufrechterhaltung ihres gemeinsamen Staates zu erwecken mnd zu erhalten. Er hat dadurch aber seine innere Lebensuufähigkeit erwiesen und off deshalb nunmehr auch der tatsächlichen A u s - stösuug Versalien. Das Deutsche Reich aber kann in diesen für Seine eigene Ruhe und Sicherheit sowohl als für das allgemeine Wohlergehen und den allgemeinen Irieden so entscheidend wichtigen Gebieten keine andauernden Störungen dulden. Früher «der später mühte es als die durch die Geschichte und geographische Lage am stärksten interessierte Imnd in Mitleidenschaft gezogene Macht die Schwersten Folgen zu tragen haben. Es entspricht daher dem Gebot der Selbsterhat- tu ng, wenn das Deutsche Reich entschlossen ist, iur Wiederherstellung der Grundlagen einer vernünftigen mitteleuropäischen Ordnung entscheidend I sinzugreisen und die sich daraus ergebenden Unordnungen zu treffen, denn es hat in feiner tausendjährigen geschichtlichen Vergangenheit Bereits bewiesen, daß es dank sowohl der Gröhe als auch der Eigenschaften des deutschen Volkes allein berufen ist, diese Aufgaben zu lösen. Erfüllt von dem ernsten Wunsch, den wahren Interessen der in diesem Lebensraum wohnenden Völker zu dienen, das nationale Eigenleben des deutschen und des tschechischen Volkes sicherzustellen, Bem Frieden und der sozialen Wohlfahrt aller zu »ntzen, ordne ich daher namens des Deutschen Reiches als Grundlage für das künftige Zusammenleben »er Bewohner dieser Gebiete das Folgende an: Artikel I. (1) Die von den deutschen Truppen im März 1939 »esehlen Landesteile der ehemaligen Tschecho-Slo- ivakischen Republik gehören von jetzt ab zum Gebiet des Grohdentschen Reiches und treten als „Protektorat Böhmen und Mähren" unter besten Schuh. (2) Soweit die Verteidigung des Reiches es er- ,ordert, trifft der Führer und Reichskanzler für inzetne Teile dieser Gebiete eine hiervon abweichende Regelung. Artikel IL j(l) Die Volksdeutschen Bewohner des Droteftorats werden deutsche S taatsan gehörige und nach den Vorschriften des Reichs- ßürgergesetzes vom 15. September 1935 (RGB. 1 L Seite 1 146) Reichsbürger. Für sie gelten daher cuch die Bestimmungen zum Schuhe des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Sie unterstehen !! eutf cher Gerichtsbarkeit. (2) Die übrigen Bewohner von Böhmen und Nähren werden Staatsangehörige des Protektorats Böhmen und Mähren. Artikel III. (1) Das Protektorat Böhmen und Mähren ist l u t o n o m und verwaltet sich selbst. (2) Es übt seine ihm im Rahmen des Protektorats zustehenden hoheitsrechte im Einklang mit den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Belangen des Reiches rus. (3) Diese hoheitsrechte werden durch eigene Organe und eigene Behörden mit eigenen Beamten wahrgenommen. Artikel IV. Das Oberhaupt der autonomen Verwaltung des Protektorats Böhmen und Mähren genießt den Schuh und die Ehrenrechte eines Staatsober- l a u p t e s. Das Oberhaupt des Protektorats bedarf |3r die Ausübung seines Amtes des Vertrauens i®s Führers und Reichkanzlers. Artikel V. (1) Als Wahrer der Reichsinteressen ernennt der Führer und Reichskanzler einen „Reichsprotektor in Böhmen und Mähren". Sein Amtssitz ist präg. (2) Der Reichsproteklor hat als Vertreter des Führers und Reichskanzlers und als Beauftragter der Reichsregierung die Aufgabe, für die Beachtung der politischen Richtlinie des Führers und Reichskanzlers zu sorgen. (3) Mitglieder der Regierung des Protektorates werden vom Reichsprotektor bestätigt. Die Bestätigung kann zurückgenommen werden. (4) Der Reichsprolektor ist befugt, sich über alle Maßnahmen der Regierung des Protektorats unterrichten zu lasten und ihr Ratschläge zu erteilen. Er kann gegen Maßnahmen, die das Reich zu schädigen geeignet sind, Einspruch einlegen und bei Gefahr im Verzüge die im gemeinsamen Interesse notwendigen Anordnungen treffen. (5) Die Verkündung von Gesehen. Verordnungen und sonstigen Rechtsvorschriften sowie der Vollzug von Verwaltungsmahnahmen und rechtskräftigen gerichtlichen Urteilen ist auszusehen, wenn der Reichsprotektor Einspruch einlegt. Artikel VI. (1) Die auswärtigen Angelegen - heiten des Protektorats, insbesondere den Schuh seiner Staatsangehörigen im Auslande nimmt das Reich wahr. Das Reich wird die auswärtigen Angelegenheiten so führen, wie es den gemeinsamen Interessen entspricht. (2) Das Protektorat erhält einen Vertreter bei der Reichsregierung mit der Amtsbezeichnung „Gesandter". Artikel VII. (1) Das Reich gewährt dem Protektorat den militärischen Schuh. (2) In Ausübung dieses Schuhes unterhält das Reich im Protektorat Garnisonen und militärische Anlagen. (3) Für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit und Ordnung kann das Protektorat eigene Verbände auffteUen. Organisation, Stärke, Zahl und Bewaffnung bestimmt die Reichs- regierung. Artikel VIII. Das Reich führt die unmittelbare Aufsicht über das Verkehrswesen sowie das p o ft - und Fernmeldewesen. Artikel IX. Das Protektorat gehört zum Zollgebiet des Deutschen Reiches und untersteht seiner Zollhoheit. Artikel X. (1) Gesetzliches Zahlungsmittel ist neben der Reichsmark bis auf weiteres die ftrone. (2) Das Verhältnis beider Währungen zueinander bestimmt die Reichsregierung. Artikel XI. (1) Das Reich kann R e ch t s vo r f d) t i f t e n mit Gültigkeit für das Protektorat ertasten, soweit das gemeinsame Interesse es erfordert. (2) Soweit ein gemeinsames Bedürfnis entsteht, kann das Reich Verwaltungszweige in eigene Verwaltung übernehmen und die dafür erforderlichen reichseigenen Behörden einrichten. (3) Die Reichsregierung kann die zur Auf- rechterhaltung der Sicherheit und Ordnung erforderlichen Maßnahmen treffen. Artikel XII. Das zur Zeit in Böhmen und Mähren geltende Recht bleibt in Kraft, foroeit es nicht dem Sinne der Uebernahme des Schuhes durch das Deutsche Reich widerspricht. Artikel XIII. Der Reichsminister des Innern erläßt im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern die zur Der Führer auf der Prager Burg. Unsere Aufnahme zeigt den Führer bei einer Besprechung mit dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel (links), und General der Infanterie Blaskowltz (neben dem Führer). — (Preste-Illustrationen-Hoffmann-M.) Durchführung und Ergänzung dieses Erlasses et«. forderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften. präg, den 16. März 1939. Der Führer und Reichskanzler. Gez.: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern. Gez.: Dr. Frick. Der Reichsminister des Auswärtigen. Gez.: von Ribbentrop. Der Reichsmiüister und Chef der Reichskanzlei. Gez.: Dr. Lammers. * Der Reichsmiüister des Auswärtigen von Ribbentrop hat den Erlaß des Führers über das Protektorat Böhmen und Mähren im Auftrage des Führers von Prag aus durch den Rundfunk verkündet. Die Slowakei unter dem Schutz des Großdeutschen Reiches. präg, 16.März. (DNB.) Der slowakische Ministerpräsident Tiso hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: „3m starken Vertrauen auf Sie, den Führer und Reichskanzler des Großdeutschen Reiches, unterstellt sich der slowakische Staat Ihrem Schuhe. Der slowakische Staat bittet Sie, diesen Schuh zu übernehmen. (gez.) Tiso." Der Führer hat daraus geantwortet: „Ich bestätige den Empfang Ihres gestrigen Telegramms und übernehme hiermit den Schuh des slowakischen Staates. (gez.) Adolf Hitler." Oer Führer dankt denTruppen Prag, 16. März. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Oberbefehlshaber des' Heeres, Generaloberst von B r a u ch i t s ch , folgenden Erlaß gerichtet: An den Oberbefehlshaber des Heeres! Das Heer hat am 15. März durch die rasche Besetzung der wichtigsten Städte Böhmens und Mährens altes Reichsgebiet unter die Hoheit Großdeutschlands gestellt. Trotz der Unbilden stürmischer Wintertage und schwieriger Wegeverhältnisse haben die Verbände des Heeres und die Ihnen unterstellten Einheiten der Luftwaffe wenige Stunden nach Ausgabe des Befehls die Grenzen überschritten und ihre Marschziele erreicht. Truppen, die ich auf der Fahrt nach Prag antraf, machten trotz der hinter ihnen liegenden Anstrengungen einen vorzüglichen Eindruck. Ich spreche Offizier und Mann für ihre Leistung und Haltung meine besondere Anerkennung aus. (gez.) Adolf Hitler. Dank an die Lufiwaffe. Prag, 16. März. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an den Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring folgenden Erlaß gerichtet: An den Oberbefehlshaber der Luftwaffe. .Die Luftwaffe hat am 15. und 16. März 1939 bei der Besetzung Böhmens und Mährens durch ihren kühnen Einsatz trotz ungünstig- ft er Wetterverhältnisse höchste Einsatzbereitschaft und persönlichen Mut bewiesen. Ich spreche Offizier und Mann für ihre Leistung und Haltung meine besondere Anerkennung aus. Gez.: Adolf Hitler. Gemeinsame Arbeit für Frieden und Aufbau. Die Prager Presse zur neuen Lage. Prag, 16. März. (DNB.) Die Prager Presse veröffentlicht Berichte über den Einmarsch der deutschen Truppen in Böhmen und Mähren. Ueberein- stimmend wird festgestellt, daß sich die deutschen Sonaten bei ihrem Einmarsch in das tschechische Gebiet vollkommen korrekt benommen haben. Die ,Lidove Noviny" schreibt, daß die Uebernahme der Aemter in vollster Ordnung erfolgt sei. Der Einmarsch der deutschen Truppen habe sich ebenso blitzartig vollzogen wie seinerzeit in Oesterreich. Alle Blätter rufen die Bevölkerung zur Einhaltung der Ruhe und Ordnung auf. In zahlreichen Blättern erscheinen bereits Ausnahmen über den Einzug der Truppen in Prag. Das „Prager Tagblatt" schreibt: „Prag, die alte Hauptstadt des Römischen Reiches deutscher Nation, steht zum ersten Male seit Jahrhunderten unter der deutschen Fahne. Das bedeutet nicht nur ein stolzes und großes Bewußtsein, es ist auch eine Verpflichtung für uns. Die freundschaftlichen Beziehunden zwischen den Tschechen und uns Deutschen im böhmischen Raum sind nie ganz zerstört gewesen. Wir wollen auch jetzt und gerade jetzt diese Verbundenheit pflegen. Aufrichtig wollen wir gemeinsam am Frieden und wirtschaftlichen Aufbau arbeiten. Der tschechische nationalistische Ausschuß Cesky N a r o d n y V y b o r, der für die Herstellung guten Einverneh,mens zwi- scheu dem tschechischen und dem deutschen Volke eintritt, erhielt am Donnerstag eine große Zahl von Beitrittserklärungen der verschiedensten tschechischen Körperschaften und Wirtschaslsgruppen, vor allem vom Tschechischen Nationalrat, von zahlreichen Ar- beiterverbänden und geroerbetreibenben Organisatio- nen Zum Zeichen der guten Absicht für die künftige Gestaltung der deutsch-tschechischen Beziehun- gen veranlaßte der „Cesky Narodny Vybor", daß nufdemPragerParlamentzwei große Hakenkreuzsahnen neben der Staatsfahne gehißt werden. Ruhe in Böhmen und Mhren. Berlin, 16. März. (D71B.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „3m Laufe des 16. März haben die Truppen der Heeresgruppe 3 und der Heeresgruppe 5 im wesentlichen die als endgültige Ziele zugewiesenen Räume ohne Zwischenfätie erreicht. Die Ruhe und S i ch e r h e i t in den Ländern Böhmen und Mahren i st d a m i t h e r g e st e t l t. Mit wetterverbefferung überflogen mehrere Geschwader der deutschen Luftwaffe die Länder Böhmen und Mähren. Die Verbände berührten nachmittags Prag und Brünn. Sr. Krick zur Klärung der staatsrechtlichen Kragen nach Prag berufen. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat sich auf Befehl des Führers zur Klärung der staatsrechtlichen Fragen im böhmisch-mährischen Raum am Donnerstag im Flugzeug des Führers nach Prag begeben. Gulaschkanonen der NGV. verpflegen die notleidende Bevölkerung Oer Einsatz der NS.-Bolkswohlfahrt begleitet die Truppen. Olmütz, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Ueberall im böhmisch-mährischen Land, dessen Gesamtgebiet die deutsche Wehrmacht nunmehr fest in ihrer Hand hält, zogen mit den Truppen die Hilfskolonnen der NSB. Auf allen Landstraßen tauchen ihre großen Lastwagen auf, die auf großen Plakaten die Aufschrift „Nationalsozialistische Volks- wohlsahrt" tragen, Lastwagen, auf denen f a st alle Lebensmittel zu haben sind. Genau so wie beim Einmarsch der deutschen Truppen in den Sudetengau sind in nahezu allen Gebieten innerhalb von 24 Stunden Lebensmittelläger angelegt worbest, die sich unaufhörlich leeren und wieder aufgefüllt werden. Tausende von notleidenden Menschen werden verpflegt. In Hunderten von Städten stehen auf den Marktplätzen neben den Panzerwagen, Geschützen und Maschinengewehren friedliche Gulaschkanonen. Die Helfer der NSB haben alle Hände voll zu tun, um die herandrängenden Menschen zu befriedigen und den Hunger der Armen und Arbeitslosen zu stillen. Die Tschechen stehen vor diesen Werken der tätigen Hilfsbereitschaft wie vor einem Wunder; sie wissen offenbar nicht, was sie mehr bestaunen sollen, die Schnelligkeit, mit der diese Hilfe einsetzt ober die Selbstverständlichkeit, mit der sie allen, natürlich auch den hllfsbedürftigen Tschechen, dargeboten wird. Dankbar nehmen sie, die zum Teil schon lange arbeitslos lind, und die nie eine solche großzügige Hilfsbereitschaft kennengelernt haben, die Hilfe der Deutschen an. Allein in Nord- und Ostmähren sind für die Bewältigung dieser Arbeit hundert NS.-Schwe- ft e r n und etwa 20 Amtsleiter eingesetzt worden. In allen Städten entstanden im Hanoumdrehen Ausgabe st eilen, wo alles zu finden ist, was zum nötigsten Lebensgebrauch gehört. In Olmütz und in Mährisch-Ostrau allein wurden an einem einzigen Tage 1250 Kilo Fleischkonserven, 3000 Kilo Roggenmehl, 1600 Kilo Zucker, 3000 Kilo Reis, 750 Kilo Nudeln, Tausende von Broten und zahlreiche andere Lebensrnittel zur Verteilung gebracht Außerdem wurden in mehreren Städten den Bäckereien große Aufträge gegeben, für die von der NSV. d«s Backmaterial zur Verfügung gestellt wurde. Für Gebiete, in denen teilweise große Armut und viel Arbeitslosigkeit herrscht, bedeutet diese Hilfe ungeheuer viel. Besonders große Freude hat sie bei denjenigen Deutschen ausgelöst, die von den tschechischen Unternehmern wegen ihres. Bekenntnisses zum Deutschtum entlassen worden waren, und die gar nicht mehr wußten, wovon sie leben sollten. Der tatkräftige Emsatz der NSV. kommt vielleicht am besten dahin zum Ausdruck, daß fast überall in wenigen Stunden nach dem Einmarsch der Truppen die E f f e n s a u s g a b e erfolgte. Aus Gulaschkanonen, die um 5 Uhr früh in Troppau aus den Güterzügen ausgeladen wurden, wurde schon um 12 Uhr mittags in Olmütz, also 70 Kilometer entfernt, das Esten ausgegeben. In ganz Böhmen und Mähren steht bereits heute die Organisation der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt in vollster Arbeit. Die Stadt Brünn begrüßte die deutschen Soldaten mit einer überwältigenden Freude. Die Straßen, durch die die Truppen zogen, waren von der Volksmenge dicht gedrängt, die vielfach Hakenkreuzfähnchen schwenkte und die Hand zum Deutschen Gruß erhob. — (Scherl-M.) V / U r * ■ W x Die Deutschen prass huldialen dem Führer. Prag, 16. März. (DNB.) Kurz vor 12.30 Uhr begab sich der Führer auf den Balkon der Burg, um die feit den frühen Morgenstunden vor der Burg zu Tausenden versammelten Deutschen Prags zu grüßen. Als der Führer den Balkon betritt, braust ihm ein tausendstimmiger Ju- belschrei der Deutschen entgegen. Minutenlang dauern die Kundgebungen, die immer wieder von Sprechchören „Führer, wir danken dir" unterbrochen werden. Immer wieder dankt der Führer sichtlich bewegt. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, erstattete kurz nach 12 Uhr dem Fiihr,er und Obersten Befehlshaber auf der Prager Burg Meldung über den Verlauf der Aktiv n d e s H e eres. Beim Eintreffen des Oberbefehlshabers des Heeres auf der Burg erwies eine Kompanie des JR. 102, das die Burgwache übernommen hat, die Ehrenbezeigungen. Generaloberst von Brauchitsch nahm die Meldung des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe III, General der Infanterie B l a s k o w i tz , und der Kommandierenden Generale des IV. Armeekorps, General der Infanterie von Schwedler, und des XVI. Armeekorps Generalleutnant H ö p n e r, entgegen. Am Nachmittag verließ der Generaloberst Prag und begab sich zu weiteren am Einmarsch beteiligten Truppen Der Führer empfing mittags in der Prager 'Burg die Vertreter der Prager Stadtverwaltung und der deutschen Volksgruppe in Prag. Der Primator der Hauptstadt Prag Dr. Klapka begrüßte den Führer im Namen der Stadt Prag und seiner Bevölkerung. Er bat den Führer, die Stadt Prag und das tschechische Volk unter feinen Schutz zu nehmen. Er gab die Versicherung einer loyalen Zusammenarbeit ab und sprach die Hoffnung aus, daß bi* Zusammenarbeit zum Segen beider Völker gereichen werde. Der Primator-Stellvertreter Professor P f i tz n e r begrüßte den Führer namens der Deutschen Prags, die auf einem heißurnkämpften Vorposten bis zur Stunde der Befreiung und zum Emzug ihres Retters ausgehalten hätten und heute namenlose Freude über ihre 'Befreiung empfänden. Fritz Pawellek entbot dem Führer den Gruß der deutschen Sprachinseln und gab ebenfalls der übergroßen Freude der deutschen Volksgruppe über ihre Befreiung durch den Führer Ausdruck. Der Führer dankte in einer kurzen Erwiderung und verhieß der Stadt Prag sowie den Ländern Böhmen und Mähren eine länge Zeit des Friedens und der kulturellen Entwicklung. Der Führer empfing nachmittags gegen 14.30 Uhr Staatspräsident Dr. Hach a. Vorher hatte der Reichsminister von Ribbentrop Staatspräsident Dr. Hacha ausgesucht und ihm den vom Führer proklamierten Erlaß über die Errichtung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren überreicht Am frühen Nachmittag des Donnerstag find in dem Vorhof der Prager Burg im weiten Viereck d i e Studenten der deutschen Hochschulen aus Prag angetreten, im blaugrauen Hemd und schwarzen Schlips. Eine ganze Anzahl mit verbundenem Kopf, Studenten, die in den letzten Tagen überfallen wurden. Sie führen die Fahne des NS.-studentenbundes aus Prag mit. Seit 1927 führen sie diese Fahne. Dann mußten sie sie nach Deutschland herüberschaffen, als sie im Jahre 1933 aufgelöst und verboten wurden. Erst zu Beginn dieses Jahres haben sie die Fahne von Reichs- studentenführer Scheel wieder verliehen erhalten. Mit den Studenten find angetreten die Politischen Leiter der bisherigen Landesgruppe der NSDAP, in Prag und eine Schar deutscher Mädel. Eine Ehrenkompanie mit Musikkorps schließt das weite Viereck. Draußen auf dem weiten Vorplatz drängen sich Tausende von deutschen Volksgenossen aus Prag; die Kinder winken mit ihren Fähnchen, und schnell haben sich die Jungen und die Alten zu dem Sprechchor zusammen- gefunden: „Wir wollen unseren Führer sehen!" Unentwegt schallt der Sprechchor über den Platz. Kommandos ertönen: „Stillgestanden!" und kurz darauf: „Präsentiert das Gewehr!" Der Führer betritt den Vorhof. Der Präfentiermarsch wird übertönt von dem brausenden Iubelsturm, mit dem die vielen tausend Menschen ihren Führer grüßen. Der Führer nimmt die Meldungen entgegen und schreitet langsam die Fronten ab. Hier drückt er einem verwundeten Studenten die Hand, dort klopft er einem anderen auf die Schulter und spricht freundliche Worte mit diesen jungen deutschen Kämpfern. Unaufhörlich subeln die Deutschen Prags dem Führer zu, als er den Wagen besteigt. Langsam setzt sich die Kolonne in Bewegung, den Hradschin herunter. Der Führer hat Prag verlassen. Die böhmisch-mährische Mrischast. Mit dem Zusammenbruch der Tschecho-Slowakei ist auch ein wirtschaftliches Gebilde zur Aufteilung gelangt das in der Zeitspanne feines Bestehens feine Lebensfähigkeit nicht beweisen konnte Durch die Grenzbereinigung im Herbst vorigen Jahres war, wie die ständige wachsende Zahl der Arbeitslosen dort deutlich beweist — sie stieg von 62 000 im September 1938 auf über 142 000 am Jahresende —, so manche Verschiebung entstanden, die Probleme aufwarf, denen der Mosaikstaat längst nicht mehr gewachsen war. Während die K a r • patho-Ukraine und die Slowakei Überwiegend Landwirtschaft treibende Gebiete sind, sind in Böhmen und Mähren, den unter den Schutz des Reiches genommenen Gebietsteilen, wichtige Industrien zu Haufe. Die wichtigsten Industriestädte sind Prag, Pilsen, Brünn und Mährisch-Ostrau. Prag weist eine ausgedehnte Maschinen- und Glaswarenindustrie mit großen Eisenbahnwagen- und Kraftwagenwerkstätten, ausgedehnte Webwaren-, Papier- und Lederindustrie und zahlreiche Brauereien auf; in Pil - s e n sind neben den weltbekannten Stahl- und Geschützwerken (Skoda-Werke) und den ebenfalls in der ganzen Welt bekannten Brauereien eine ausgedehnte Glas- und Tonindustrie ansässig; Brünns wichtigste Industrien sind Tuch-, Leder- und Maschinenfabriken; Mährisch-Ostrau und Umgebung geben weiten Steinkohlenbergwerken, Hochofen, Walzwerken und der chemischen Metallindustrie das wirtschaftliche Gepräge. An Bodenschätzen befinden sich neben der Steinkohle vor allem bedeutende Eisenerzvorkommen und Silber-, Blei« und Zinks vor komm en. Zwei Drittel der in der Tschecko- Slowakei gewonnenen 110 000 Tonnen Silber, Blei- und Zinkerz fallen hier an. Neben den genannten Industrien und Industriegruppen ist vor allen Bingen eine hochentwickelte Textillederindu- fi r i e , in der über 70 000 Menschen beschäftigt sind, eine sehr bedeutende Nahrungs-, Genußmittel- und Getränkeindustrie mit über 28 000 Beschäftigten, eine bedeutsame Holzindu - ftr i e mit über 24 000 Beschäftigten und eine graphische Industrie mit über 16 000 Beschäftigten zu nennen Trotz der Vormachtstellung der Industrie in Böhmen und Mähren ist auch die Landwirtschaft von erheblicher Bedeutung in diesem Gebiet Denn von der landwirtschaftlichen Nutzfläche von 9,91 Millionen ha lag die Hälfte, nämlich 4,96 Millionen ha, in Böhmen und Mähren-Schlesien, 3,06 Millionen ha dieser Fläche sind Ackerboden Wiesen, Gärten und Weinländereien. Daneben treffen mir in diesem Gebiet weite Wälder an die nur wenig hinter dem Forstbesitz der Slowakei Zurückbleiben und die rund 40 v. H des gesamten Forstbestandes der früheren Tschecho-Slowakei ausmachten. Zuckerfabriken, Zichorien- und Kartoffeltrocknereien, Stärkeindustrien und Milchindustrien treffen wir hier an. Als sehr bedeutsam sind in der Landwirtschaft der Obst-, Wein-, Hopfen - und Tabakanbau zu nennen. In den letzten Jahren wurde der Weizenanbau sehr vergrößert. Fast ein Sechstel aller Felder dient heute dem Weizenanbau. Der Roggenanbau ist in den letzten Jahren zurückgegangen, aber immer noch im westlichen Mähren und in der Pilsener Gegend bedeutend, ebenso der Anbau von Zuckerrüben, Gerste und Kartoffeln. Die Obshzucht ist alt, und besonders die böhmischen Zwetschen sind berühmt. Die Karpacho-Llkraine wird dem ungarischen Giaaisverband eingegliedert Eine Erklärung Telekis. — Die militärische Besetzung des Landes. Herstellung der gemeinsamen Grenze mit Polen. Weitreichende Autonomie in Aussicht genommen. B u d a p e st, 16. März. (Europavreß.) Unter unbeschreiblicher Begeisterung des gesamten Abgeordnetenhauses, ohne Unterschied der Partein, verkündete Ministerpräsident Gras Paul Teleki am Donnerstagmittag den Entschluß der ungarischen Regierung, das gesamte karpatho-ukrai- n i s ch e Gebiet militärisch zu besetzen und unter Gewährung einer weitgehenden Autonomie für das Land einzugliedern. Er wies zunächst auf die in der letzten Zeit vorgekommenen ständigen politischen und militärischen Ausschreitungen der Tschechen in der Karpatho-Ukraine hin. Die Karpatho-Ukrainer haben in ihrer verzweifelten Lage zunächst am Dienstag und dann am Mittwoch d i e ungarische Regierung um Hilfe ersucht und um die sofortige militärische Besetzung des gesamten karpatho-ukrainischen Gebietes gebeten. Die ungarische Regierung habe die Bitte des karpatho-ukrainischen Volkes erfüllt, und die ungarische Honved sei nun im Begriff, das gesamte karpatho- ukrainische Gebiet zu besetzen, um Leben und Eigentum der ungarischen und karpatho-ukrainischen Bevölkerung dieses Gebietes sicherzustellen. Die Worte des Ministerpräsidenten lösten einen minutenlang anhaltenden Begeisterungssturm aus. Die Abgeordneten des bereits an Ungarn zurück- gegliederten südlichen Teils der Karpatho-Ukraine sprangen von ihren Sitzen auf und begaben sich zum Ministerpräsidenten, dem sie tief gerührt die Hände schüttelten. Sowohl dem Ministerpräsidenten wie dem Honvedminister Bartha sprachen sie den Dank der befreiten Karpatho-Ukraine aus. Der Ministerpräsident konnte in dem Jubel, der sich in Hochrufen auf den Reichsverweser und die ungarische Honved Luft machte, seine Rede minutenlang nicht fortsetzen. Er teilte sodann unter sich immer wieder erneuernden Begeisterungsausbrüchen des Abgeordnetenhauses mit, der Einzug der ungarischen Truppen gehe planmäßig vor sich, und es bestehe die berechtigte Hoffnung, daß die Besetzung des gesamten karpatho-ukrainischen Gebietes ohne Blutvergießen vollzogen werden könne. Mit großem Nachdruck betonte der Ministerpräsident, Ungarn werde das Gebietderbenachbarten Staaten nicht gefährden. Die ungarischen Truppen hätten strengste Weisung erhalten, auch nur den leisesten Anschein einer solchen Gefährdung zu vermeiden. Durch die Besetzung werde die Karpatho-Ukraine, die seit tausend Jahren zu Ungarn ge° hörte, und an die sich ungarische Lebens- interejfen knüpften, wieder dem alten Mutterlande zurückgegliedert. Dem Volk der Karpatho- Ukraine werde innerhalb des ungarischen Staatsverbandes eine Selbstregierung gewährt werden. Am Schluß der Rede des Ministerpräsidenten kam es erneut zu begeisterten Kundgebungen der Abgeorbrnten In einer Mitteilung des ungarischen Außenministers Graf Csaky an die Presse heißt es, daß der Vormarsch der ungarischen Honved im karpatho- ukrainischen Gebiet selbstverständlich nicht im geringsten das Gebiet oder die Grenzen der Nachbarstaaten der ehemaligen Karpatho-Ukraine gefährden werde. Der Außenminister hat diese Erklärung gleichzeitig der italienischen Regierung zur Kenntnis gebracht, ferner die polnische Regierung informiert und hiervon dem Budapester Gesandten Rumäniens sowie dem in gutnachbarlichen Verhältnis lebenden Jugoslawien Mitteilung gemacht. Der Preßbur - g e r Regierung wurde die Erklärung durch das dortige ungarische Konsulat übermittelt. In einem offenbar inspirierten Artikel schreibt der „P e st e r Lloyd", es fei der unabänderliche Entschluß Ungarns, die große politische Aufgabe, die es im Interesse des karpatho-ukrainischen Volkes auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes übernommen habe, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln auch durchzuführen. Die Neuordnung geschehe im Einverständnis mit allen Freunden Ungarns. Man könne die berechtigte Hoffnung haben, daß das Ziel der Herstellung enger freundschaftlicher Beziehungen z u allen Nachbarn reibungslos vor sich gehen werde. An dem Tage, da die Truppen der ungarischen Honved die historische Grenze Unaarns erreichten und die rotweißgrüne Flagge des Stephansreiches auf den Karpathenkämmer hissen würden werde der Augenblick gekommen fein, den festen Entschluß der ungarischen Regierung zu verkünden, alle ©rennen der Nachbarländer z u respektieren, aber auch die ^'Uercffen der am nächsten betroffenen und mit Len neubefetzten Gebieten am engsten verbundenen Staaten in allen Belangen sicherzustellen. Aus ungarischer Hand solle dem Volk der Karpatho-Ukraine die Selbstverwaltung im vollsten Maße eingeräumt und sichergestellt werden. Ministerpräsident Graf Teleki soll sich Abgeordneten gegenüber dahin geäußert haben, die Karpatho-Ukraine werde volle Autonomie in der Verwalt u n g unb auf kulturellem Gebiet genießen. Außenpolitik, Heerwesen und Finanzen würden dagegen gemeinsame Angelegenheiten der Karpatho-Ukraine und Ungarns bilden. Der Vormarsch der ungarischen Truppen B u d a p e st, 16. März. Der ungarische Generalstab meldete am Donnerstag um 20 Uhr über die militärischen Operationen in der Karpatho-Ukrame: Die ungarischen Truppen erreichten im Theißtal um 19 Uhr C h u st und bringen zur Zeit weiter nach O st e n vor. Im Borsava-Tal wurde die Ortschaft B i l k e genommen und der Vormarsch nach Doh fortgesetzt. Die polnische Grenze wurde von der ersten Gruppe der von Munkacs aus vordringenden ungarischen Truppen nordöstlich von Volocz um 18 Uhr, von der zweiten motorisierten Truppe bei Verecze um 14.15 Uhr erreicht. Die im Ungtal vordringenden Einheiten erreichten unter schweren Rückzugsgefechten der Tschechen die Ortschaft Perecseny. Die militärischen Operationen werden durch die Ungunst der Witterung vor allem durch starke Schneefälle und Schneestürme stark behindert, wickeln sich aber trotzdem programmäßig ab. Wie der amtliche ungarische Nachrichtendienst mitteilt, kam es am Donnerstag vor der picht an der polnischen Grenze gelegenen Ortschaft Niicni W e - r e ck y zu einem heftigen Z u s a ni m e n st o ß zwischen ungarischen Truppen und kar^vatho-ukrai- nischen Abteilungen. Die ungarischen Truppen zersprengten eine von Artillerie unterstützte gegnerische Kolonne. Die Ukrainer sollen zahlreiche To.te, 48 Gefangene sowie mehrere Geschütze und Ma fchinenge- wehre verloren haben. Weiter wird berichtet, daß sich ukrainische SIC. - Verbände i m Gebirge verbarrikadiert haben und Widerstand leisten. Die Lage der Ukrainer wird jed'och als ziemlich hoffnungslos bezeichnet, da sie im Rücken die polnische Grenze und in der rechten Fla nke die slowakische Grenze haben. Die drei a n b e r (• n ungarischen Kolonnen setzten ihren Vormarsc'y noch fort. Die norhlich von Ungoar marschierende K^olonne hat nach einem kurzen Gefecht die zwanzig Kilometer von Unanar liegenbe Ortschaft Perecin besetzt- Die zwischen Munkacs unb Chust vorrückende ö,Kolonne hatte am Donnerstagabend die Hälfte iy» rer Marschroute zur polnischen Grenze zurückgelegt /D"ve am rechten Flügel oorrückenbe Kolonne hatte ^Chust am Vormittag hinter sich gelassen unb setzt biiee Besetzung bes 0 stlichen Teiles ber Kar patho- Ukraine fort. y* Die gemeinsame Grenze. Ungarische Truppen werden im polnischen Grenzort begrüßt. Warschau, 16. März. (DNB.) Donne" rstag- mittag um 13.25 Uhr erschienen die ersten ungarischen Truppen, eine aus fünf Mann beftts 'hende Kavalleriepatrouille, in b e m polnifl chen Grenzort Beskib. Die ungarischen Truppen würben von polnischer Seite e n 11) u f i a ft tWf d) begrüßt. Der Patrouille folgte eine größÄ« Militärabteilung mit entrollten Fahnen unter b3| Führung eines Obersten. Sie mürbe von bem polnischen General 'Boruta Spiechowiecz begrüßt Später traf auf bem Tucholka-Paß der ungarische Felbrnarschalleutnant G e r o b e Nowak ein. Bon ihm unb bem Führer ber polnischen Truppen mürbe in Ansprachen bie erreichte gemeinsame polnisch - ungarische Grenze geroürbigt. Am Nachmittag muri bieses Ereignis in Beskib von ber Bevölkerung M feiert. Donnerstagabenb fanb vor ber ungarisch» Gesanbtschaft in Warschau eine große Freund schastskundgebung statt. Das Lager ber Nationale, Einigung veranstaltet überall besondere Feiern. Das Ausland zum Umbruch im böhmisch-mährischen Raum Englands Aufrüstung zur See Umfangreiches Bauprogramm für die Flotte. aus innerpolitischeu Gründen entgegenstellen würden. Soweit bisher bekannt ist, sollen diesem Staats- rat sämtliche Mitglieder des Geheimen Staatsrates, die im Unter- oder Oberhaus sitzen, angehören. Don bekannteren englischen Politikern gehören dazu neben Eden vor allem Churchill, Dufs-Caoper, Lord Baldwin, Lloyd George, Attlee, Sir Archibald Sinclair und Lord Samuel. Ferner verlautet noch, daß Eden in seiner Besprechung piit Lord Halifax Einblick in alle Nachrichten erhielt, die dem Auswärtigen Amt über die außenpolitische Lage oorliegen. Der „Star" gibt Gerüchte wieder, nach denen Ministerpräsident Chamberlain möglicherweise Eden sowie den im September letzten Jahres zurückgetretenen Marineminister Duff-Cooper in das Kabinett berufen soll. Die Rede, die Eden am Mittwoch im Unterhaus behalten hat, so schreibt das Blatt, habe in konservativen Kreisen ein gutes Echo, gefunden. Man halte es dort für wünschenswert, daß Eden nicht außerhalb des Kabinetts stünde. Eine englische Anfrage in )tom. London, 17. März. (Europapreß.) In politischen Kreisen herrscht Verwunderung darüber, daß die englische Regierung ihre römische Botschaft erneut angewiesen hat, eine Anfrage an die italienische Regierung wegen der Verstärkung der Garnisonen in Libyen zu richten. Auf Grund dieser Weisungen ist der englische Geschäftsträger in Rom, Sir Noel Charles, am Donnerstagabend beim italienischen Außenminister London, 16. März. (Europapreß.) Im Unterhaus fand am Donnerstag die Aussprache über die Flottenvoranschläge statt. Der parlamentarische Unterstaatssekretär im Marineministerium Geoffrey Shakespeare erinnerte daran, daß die Flottenvoranschläge im vergangenen Jahr 12 5 Millionen Pfund (etwa eineinhalb Milliarden RM.) betragen hätten, denen die Voranschläge für dieses Jahr in Höhe von 14 9 Millionen Pfund gegenüber stünden. Im kommenden Jahr würden 2 0 0 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 870 000 Tonnen a u f Kiel gelegt, darunter neun Schlachtschiffe, sechs Flugzeugträger, 25 Kreuzer, 43 Zerstörer und 19 U-Boote. Im letzten Jahre seien 43 Kriegsschiffe in Dienst gestellt worden. 1939 sollten 60 Schiffe in Dienst gestellt werden. Shakespeare begründete hierauf besonders den Bau der zwei Schnell-Schlachtschiffe von 4 0 0 0 0 Tonnen mit 40,6- Zentimeter - Geschützen. Die Zahl der Großkampfschiffe werde Ende 1943 sich auf 21 stellen. Das Bauprogramm für 1939 sehe auch Schiffe zum Schutze des Handels vor, darunter zwanzig Begleitschiffe eines neuen Typs, die etwa Mai 1940 fertig fein würden. Die Nüstungsfähigkeit des Landes habe ungeheuer zugenommen. Dank ber Arbeiten der letzten drei Jahre habe sich die Produktion schwerer Geschütze verzwanzigfacht, die mittlerer Geschütze verfünffacht und die leichterer Geschütze verachtfacht. Die Panzerplattenproduktion habe sich verzehnfacht. Entsprechend sei auch die Produktion an Ausrüstungsgegenständen und Munition gestiegen. Der Staatssekretär erklärte sodann besonders, daß die Flotte in der Lage sei, lebenswichtige Zufuhren nach England zu fid)ern. Es sei ein umfangreiches Convoy-und U-Boot- abwehrfyftem geschaffen worden. Auch seien genügend U-Boot-Abwehrgeschütze für Handelsschiffe eingelagert worden, und 2000 Mann' sind zum sofortigen Einsatz bereit, lieber 9000 Offiziere und Mannschaften der Handelsmarine seien insgesamt im Convoy-System oder im Funken ausgebildet worden. Das Personal der Marineluftwaffe sei von 3000 auf 6000 gebracht worden. Die Marineluftwaffe werde mit einer Reihe neuer Typen ausgerüstet werden. Hierfür seien insgesamt 11,8 Millionen Pfund gegenüber 5,7 Millionen Pfund im Vorjahre vorgesehen. „Wir glauben", so fuhr Shakespeare fort, „daß unsere Flotte heute so stark ist, daß sie zuversichtlich eine Herausforderung zur Schlacht für xj c b e Kombination von Feinden aufnehmen könnte." und auch im Militardepartement stelle man fest, daß die Ereignisse im Osten Deutschlands keine un m i 11 c I b'a r e Einwirkung a u f die Schweiz haben. So lange die Westmächte nicht eingriffen — und daß sie es nicht tun, sei offenkundig —, würden die Geschehnisse die Schweiz nicht direkt berühren. Die geographische, politische und historische Situation der Schweiz lasse irgendwelche Analogien zum Schicksal des jetzt unter- gehenden Staates nicht zu. Diese Einsicht sei seit dem Anschluß Oesterreichs und der sudetendeutschen Gebiete in der Schweiz immer stärker geworden und trage dazu bei, daß auch die neuesten Ereignisse ruhiger aufgefaßt werden könnten als die früheren. Weniger sachlich sind die Kommentare der Zeitungen, die in letzter Zeit wieder stark unter dem Eindruck der von den westlichen Demokratien erneut geweckten tschechischen Hoffnungen standen. Nach rührseligen Betrachtungen über das Schicksal des durch Eigene Schuld zugrunde gegangenen unnatürlichen Staatswesens fordern die Blätter allgemein eine Beibehaltung und Verstärkung der schweizerischen Neutralitätspolitik. Die „Neue Zürcher Zeitung" stellt fest, aus dem Konflikt zwischen der Prager Zentralgewalt und der slowa- kischen Regierung habe sich mit der reißenden Schnelligkeit einer Lawine eine neue territoriale Umwälzung in Mitteleuropa und Süd- Osteuropa entwickelt. Auch der „Berner Bun b" spricht von einem laroinenartiaen Niebergeh e n großer Ereignisse in Mitteleuropa. Geschenk, das den Polen von fremden Mächten gemacht wurde, er sei in den Kämpfen der polnischen Legionen und in der siegreichen Abwehr der bolschewistischen Armee entstanden. Der Wille des polnischen Volkes zur Freiheit habe den polnischen Staat vom ersten Augenblick der Gründung seiner Unabhängigkeit an den Charakter eines selbständigen Subjektes der Geschichte gegeben. — ,Kurjer Poranny" schreibt, daß das polnische Volk durch die Weisungen und die Schule Marschall Pilsudskis zum Glück davor bewahrt worden sei, sich die Tschechen in politischer, wirtschaftlicher und verfassungsmäßiger Hinsicht zum Vorbild zu nehmen. Das Scho in her Schweiz Genf, 16. März. (DNB.) Der Zerfall der Tschecho-Slowakei ist in der Schweiz ruhiger aufgenommen worden als seiner Zeit der Anschluß Oesterreichs und die Befreiung der sudetendeutschen Gebiete. Man betrachtet die jüngste Entwicklung als eine unvermeidliche Folge des Münchener Abkommens und stellt mit Genugtuung fest, daß sie sich ohne Gefährdung des europäischen Friedens vollzogen hat. Die Zeitungen berichten, im Politischen Departement Kein Verständnis in London. London, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Blätter beschäftigen sich sämtlich eingehend mit ber durch die Schaffung des Reichsprotektorats in Böhmen und Mähren entstandenen Lage, wobei allerdings positive Gesichtspunkte und sachliche Argumente kaum zu verzeichnen sind. Aus den Kommentaren spricht die „moralische Entrüstung" darüber, daß der Einfluß und die „guten Ratschläge" der westlichen Demokratien nun für immer in einem Gebiete ausgeschaltet sind, das auf Grund seiner geographischen Latze und tausendjährigen geschichtlichen Verbundenheit nur im engsten Zusammenleben mit dem deutschen Volk und Reich blühen und gedeihen kann. Daneben halten es die Blätter für notwendig, alle möglichen anderen Länder vor den angeblichen deutschen Absichten zu warnen und in diesem Zusammenhang die sinnlosesten und abenteuerlichsten Kombinationen zu erörtert. Daß das deutsche 80-Millionen-Volk einen berechtigten Anspruch auf den ihm aeschichtlich zu- stehenden Lebensraum hat, findet bei der Mentalität englischer Leitartikler keinerlei Derständ- nis, und auch die klare Tatsache, daß das deutsche Vorgehen dem durch die verbrecherischen Methoden von Versailles zerstückelten mitteleuropäischen Raum endlich Frieden und wirtschaftlichen Aufstieg bringen wird, geht über das Begriffsvermögen ber englischen Zeitungsschreiber. Der französische Staatsbesuch in ber kommenben Woche wirb von ber Londoner Morgenpresse eingehenb erörtert. Die „Times" stellt fest, daß die „Bedeutung des Besuches durch das Ende der Tschecho-Slowakei erhöht werde". — „Daily Mail" hält es für wahrscheinlich, daß auch Daladier nach London kommt, da die Zeit für eine „umfassendere Überprüfung ber europäischen Lage" gekommen sei. „Sine logischere Einteilung Mitteleuropas." Amerikanische Blätter zur Auflösung der Tschecho-Slowakei. Ne uy o rk, 17. März. (DNB. Funkspruch.) Die jüngsten Ereignisse in Mitteleuropa nehmen in der amerikanischen Presse einen breiten Raum ein. Trotz ber Tatsache, daß Amerika Taufpate der jetzt nicht mehr existierenden tschecho-slowakischen Republik war und die Blätter daher vielfach ihre gewohnte Sprache führen, würdigen doch verschiedene Zeitungen die geschichtliche Entwicklung. So stellt der „Christian Science Monitor" fest, die Auflösung der Tschecho-Slowakei entspringe geschichtlichen Vorgängen, die heute viele Länder bedauerten, nämlich dem ungerechten Versailler Diktat. Die mit über 2Va Millionen Tagesauflage größte Neuyorker Zeitung „New Daily News" schreibt: „Unter den Kommunisten und ihren Weggenossen in Amerika herrscht zwar großes Geschrei über das Schicksal der Tschecho-Slowakei, aber es besteht kein Grund, weshalb sich die Amerikaner darüber auf- regen sollten." Die Tschecho-Slowakei sei ein künstliches Gebilde gewesen, das aus egoistischen Motiven geschaffen wurde, um Deutschland fortdauernd bedrängen zu können. Wenn der Führer'jetzt diese künstlichen Grenzen abbreche, so stelle er damit eine viel lo g i s ch - r e Einteilung Mitteleuropas her. Für Amerika sei das nur ein interessantes Schauspiel, aber kein Anlaß, s i ch einzumisch en. VolleWürdiaunginZugoslawien Belgrad, 16. März. (DNB.) In politischen Kreisen der jugoslawischen Hauptstadt verfolgt man die Entwicklung im mitteleuropäischen Raum und die erfolgreiche, ungehinderte Durchsetzung ber deutschen Ordnung weiterhin mit größter Anteilnahme und Ruhe. Man gibt ber Hoffnung Ausbruck, daß sich bie deutsch-jugoslawische Freundschaft in Zukunft noch vertiefen möge. Da die frühere Tschecho-Slowakei hinter Deutschland an zweiter Stelle im jugo- slawischen Außenhandel stand, erwartet man auf wirtschaftlichem Gebiet eine noch engere Zusammenarbeit als bisher. Die Blätter berichten seitenlang, vermeiden jedoch jede Sensationsmache. Die kroatischen Zeitungen beschränken sich auf eine sachliche Darstellung ber Vorgänge. „Obzor", das Blatt ber Agramer Intellektuellen, bemerkt, man müsse bie Feststellung machen, daß an diesen ganzen Ereignissen die übrigen Großmächte desinteressiert sind. — Die in Split erscheinende „Novo Doba" bemerkt, daß heute jeder Staat nur seine eigenen Interessen wahrnehme. Der Laibacher „Slovenec" macht darauf aufmerksam, daß das Deutsche Reich nunmehr mit einer Einwohnerzahl von annähernd 90 Millionen so viel Bewohner besitze, wie Frankreich und England zusammen. Außerdem sei Deutschland jetzt der größte Industriestaat der Welt, in dem 18,7 Millionen Menschen gegen 13,4 Millionen in USA. und 10,45 Millionen in England in der Industrie beschäftigt seien. Rumänien lehnt Protektoratsersuchen Woloschins ob. B u f a r e , 17. März. (BHB.) Die rumänische Regierung hielt am Donnerstagabend einen INinisterrat ab, in dem, einer amtlichen Verlautbarung zufolge, INinisterpräsident C a l i n e s c u über die internationalen Ereignisse und die von Rumänien getroffenen Entschlüsse berichtete. Von unterrichteter Seite hört man hierzu, daß Woloschin die rumänische Regierung ersucht hatte, das Protektorat über die karpatho-Ukraine zu übernehmen. Dieses Ersuchen hat Rumänien a b - gelehnt. Oie tschechischen Gesandtschaften in Budapest und Bukarest von den deutschen Gesandten übernommen. Budapest, 16. März. (DNB.) Auf Grund der Proklamation des Führers vom 16. März, nach der das Deutsche Reich die Auswärtige Vertretung des Protektorats Böhmen und Mähren übernimmt, hat der deutsche Gesandte in Budapest, von Erdmannsdorff, am Donnerstag die hiesige tschechische Gesandtschaft übernommen. — In Bukarest übernahm der deutsche Gesandte Dr. F a b r i c i u s am Donnerstagnachmittag die Geschäfte der bisherigen tschechischen Gesandtschaft. HealiWe Beurteilung in Polen W-ar s ch au, 16. März. (Europapreß.) Die polnischen Blätter beschäftigen sich ausführlich mit den Ereignissen der letzten Tage. Das Regierungsblatt „Expreß Poranny" schreibt: „Vor unseren Augen rollen gesckstchtliche Ereignisse ab. Deutschland hat in zwei Jahren eine Schlüsselposition in Europa errungen, und sein Führer hat unter dem Schweigen ganz Europas Werke vollbracht, die den Charakter von Umwälzungen besitzen. Wir erwachten auf hen Trümmern der gestrigen Grenzen von Mitteleuropa." Als einen Hauptgrund der Kraft und Stärke des Erreichten sieht das Blatt die deutsche Wirtschaftspolitik an, welche die Kraft des ganzen Volkes und des ganzen Menschen zum Einsatz bringe. Das ebenfalls der Regierung nahestehende Blatt „Kurjer Poranny" meint, die Ereignisse des Lebens hätten sich als stärker erwiesen, als papierne Konzeptionen. Die Abendblätter betrachten die H e r st e l l u n g der gemeinsamen Grenze zwischen Polen und Ungarn als das für beide Staaten wichtigste Ergebnis. Der regierungsfreundliche „Kurjer Czervonny" spricht von einem Akt der geschichtlichen Gerechtigkeit. In diesem Sinne begrüße Polen seinen neuen Nachbarn herzlich. „Gazeta Polska" erklärt, das ethnographische Prinzip erfordere auch die Berücksichtigung gewisser realer Faktoren, ohne die der nationale Grundsatz keine genügende Fundierung besitze. Das Blatt stellt fest, daß sich die Tschecho- Slowakei stets auf andere verlassen habe. Im. Gegensatz hierzu sei der polnische Staat nicht ein Ein außenpolitischer Staatsrat in England. Rückkehr Edens und Duff Coopers in das Kabinett'? London, 16. März. (Europapreß.) Der frühere Außenminister Eden stattete am Donnerstag Lord Halifax einen Besuch ab, nachdem dieser vorher eine längere Unterredung mit Ministerpräsident Chamberlain gehabt hatte. Eden hatte bei der Aussprache im Unterhaus die Bildung einer Einheitsfront aller Parteien gefordert. Wie jetzt verlautet, will er die E r r i ch t u n g eines Staa tsrates zur Unterstützung der Re« aierung in außenpolitischen Fragen Vorschlägen. Dieser Plan dient der Umgehung der Schwierigkeiten, die sich in der Bildung einer Koalitionsregierung aus allen Parteien NG.-Reichsknegerbund Kreiskriegerverband Gießen. Befehl zum Tag der Wehrmacht. Die von den Kriegerkameradschaftsführern des Standortes Gießen zum Sammeln am Tag der Wehrmacht bestimmten Kameraden melden sich zum Empfang der Sammelbüchsen und Abzeichen am Freitag, dem 17. März 1939, ab 20 Ubr ober am Samstag, dem 18. März, vormittags zwischen 9 bis 11 Ubr, auf dem Geschäftszimmer des Kreiskriegerverbandes Gießen, Hindenburgmall 7 vart. Der KreiSkricgerfiihrer:Dr. Monnard. öechättsdracksachen Rechnungen BrlefblMter Briefumschläge Postkarten GeschÄftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Mietgesuche Ruhig. 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An dem Anstrich werden Sie noch lange Ihre Freude haben.“ Was Sie auch immer anstreichen lassen wollen, ob drinnen oder draußen, verlangen Sie von Ihrem Malermeister stets, daß er Ducolux nimmt. Er wird cs gern tun, weil Sie dann mit seiner Arbeit besonders zufrieden sein werden. Erhältlich bei dem Fachhandel. Bezugsquellen weist unsere Bezirksvertretung nach: Otto Seyfried, Frankfurt / M.-Süd, Burnitzstraße 7 Fernruf 61 066 DAS HAUS DER GUTEN QUA Gtf61 Der gestern m/sek. m/sek. m/sek. und dem 9 36 81 225 m m m m 30 60 90 150 17 25 42 Bremsweg gemäß Faustformel km/st km/st km/st km/st Wetterbericht zwischen Schottland Geschwindigkeit wegen der gegenseitigen Ueberholung der Lastzug- auf 30 km/st herabsetzen, so ist jetzt leicht zu ersehen, welche nicht ganz unbeachtliche Strecke er dazu braucht, d. h. auf welche Entfernung er sich alsa zur Herabsetzung seiner Geschwindigkeit bereits entschlossen haben muß. Bremsweg 120 km/st bis zum Stillstand - 144 m etwa, Bremsweg aus 30 km/st bis zum Stillstand = 9 m. Auf 144 — 9 = 135 m Abstand etwa muß also der schnelle Wagen b e. reite mit d er Bremsung begonnen haben, um noch vor Erreichen der Lastzüge seine Geschwindigkeit genügend herabmindern zu können. Die hohen Geschwindigkeiten fordern also auch auf gerader freier Strecke ein schnelles Doraussehen der sich möglicherweise entwickelnden Derkehrslage sowie rasche und richtige Beurteilung der Bewegun« gen und Geschwindigkeiten der anderen Verkehrs« teilnehmer. Die dem Kraftfahrzeug innewohnende Wucht steigert sich mit dem Quadrat der Geschwin« digkeit, bei doppelter Geschwindigkeit die vierfache Wucht, bei dreifacher Geschwindigkeit die neunfache Wucht. Bei 120 km/st hat das Fahrzeug die 16fache Wucht in sich aufgespeichert als wie bei 30 km/st, und man kann dann nicht so einfach mit ihm „herumhantieren". . . Die amtliche Verkehrsunfall st ati st lk stellt fest, daß etwa 96 v. H. der Derkehrsunfall- Ursachen auf ein „Versagendes Menschen" entfallen und nur 4 v. H. etwa auf ein „Versagen des Kraftfahrzeuges" Darum also Kraftfahrer, „erkenne dich selbst , bevor du schnell fahren willst. Beförderungen bei der Wehrmacht. Berlin, 16. März. (DNB.) Der Führer In einer Reaktivns- sekunde ungenutzt zurückgelegte Wegstrecke 8,5 m/sek. Oer Mensch und die Geschwindigkeit Was der Kraftfahrer wissen muß. vom Oberkommando der Kriegsmarine, Fischer (Ernst) Kommandeur der 10. Schisfsstammabterlung. Mit Wirkung vom 1. Februar 1939: Zum Kapitän zur See (Ingenieur) den Fregattenkapitän (Ingenieur) Schenitzki, Verbandsingenieur beim Befehlshaber der Panzerschiffe. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit Wirkung vom 1. März 1939 befördert: in der Luftwaffe: zu Obersten die Oberstleutnante Kreszmann, Luczny, Haenschke, Hantelmann. Mit Wirkung vom 1. März 1939 erhalt den Charakter als Ober st der charakterisierte Oberstleutnant Würtz. Mit Wirkung vom 1. März 1939 wird befördert zumOberstarztder charakterisierte Oberstarzt Dr. Matthiaß. zur Einhaltung hoher Geschwindigkeiten und zur Unterstützung dieser Geschwindigkeit. Hierin liegt eine gewisse Gefahr, deren man sich bewußt sein soll. Allerdings ist Geschwindigkeit an und für sich noch nicht gesahrsetzend, wenigstens nicht so stark, wie ängstliche Gemüter annehmen möchten. Gefahrsetzend aber ist jeder Geschwindigkeitsunterschied. Wenn auf der Reichsautobahn z. B. sämtliche Wagen bei trockenem Wetter mit etwa 120 km/st Geschwindigkeit fahren würden, so wäre darin noch keine Gefahr zu sehen. Aber es fahren auch Wagen mit nur 30 bis 50 km/st Geschwindigkeit. Wenn sich nun gerade zwei solcher langsamen Straßenbenutzer, vielleicht lange Lastzüge, gerade überholen, so kommt ein mit etwa 120 km/st fahrender Wagen von hinten recht schnell heran, seine Ueberholung der beiden sich überholenden Lastzüge wird ihm dann durch seine hohe Annäherungsgeschwindigkeit sozusagen aufgezwungen. Fahren beide Lastzüge so weit rechts wie nur möglich, so wird er ungehindert vorbeifahren können; manchmal aber ergibt sich auch eine Situation, die eine Ueberholung nicht ratsam erscheinen läßt. Run muß der nachfolgende Wagen beispielsweise seine hohe Geschwindigkeit auf etwa 30 km/st herabmindern. Dazu gehört aber ein gewisser B r e m s a b st a n d , d. h. der Fahrer muß sich dann dazu „auf weite Sicht" rechtzeitig entschließen. Nimmt man aber einmal an, daß, als der nachkommende Wagen noch so weit entfernt war, ein Beginn der gegenseitigen Ueberholung der beiden Lastzüge noch nicht klar erkennbar war, so kann jetzt sehr schnell eine Gefahrenlage entstehen. Hier ist es gut, sich einige phystatische Zusammenhänge zwischen Geschwindigkeit und Bremsweg vor Augen zu halten. Eine alte „Faustformel" sagt: Bremsweg (in Metern) Geschwindigkeit X Geschwindigkeit (km/st) ler, Schelleri, Leister, von Kropff, von der Cheval- lerie, von Scotti, Stumpfs, Herzog; zum Generalarzt: den Oberstarzt Dr. Oehlmann. zu Obersten: die Oberstleutnante: Huffmann, Karst, Koenig, Hasse, von ©enger und Etterlin, von Webern, Sensfuß, Dr. Grobholz, von Daerst, Freiherr von Roman, Metz (Eduard), Zutavern, Knecht, Winter, Just, von Borries, Braxator, Neidholdt, von Koenig, Dech; zu Oberstärzten: die Oberfeldärzte: Dr. Baumeister (Wilh.), Dr. Straub (Ernst),. Dr. Bohrmann (Robert), Popken. In der Kriegsmarine: Mit Wirkung vom 1. Januar 1939 zu K a p i t ä n e n zur See: die Fregattenkapitäne Machens, Admiralstabsoffizier beim Kommando der Marinestativn der Nordsee, Heye und Skandi« navien gelegene Wirbel hat sich unter weiterer Der-' tiefung rasch nach Südosten hin verlagert und liegt heute früh mit seinem Kern über dem Rheinland. Die aufgleitenden milden Meeresluftmassen haben im Westen des Reiches bis zum Flachland herab Schneefälle gebracht. Das Tief wird sich weiter nach Südosten hin verlagern, später ist wieder mit wech« selhaftem Wetter und einzelnen meistens schauer- 100 Diese Formel unterstellt stillschweigend eine mittlere Bremsoerzögerung von b = etwa 4 m/sek.2 entsprechend normal guter Straße und normalen Bremsen. Auch unter den denkbar günstigsten Straßenverhältnissen und bei denkbar besten Bremsen wird die Länge des Bremsweges nicht mehr als um die Hälfte dieses aus der Faustformel sich ergebenden Wertes herabgesetzt werden können. Bei glitschiger Straßendecke, bei der auch die besten Bremsen nichts nutzen, weil ja die Haftreibung der Räder auf der Straßendecke hier das letzte Wort spricht, aber werden sich die Werte der Faustformel verdoppeln und bei vereister Straße sogar verdreifachen. Muß in dem vorher erwähnten Beispiel der mit 120 km/st fahrende Wagen seine Geschwindigkeit Als früher die erste Eisenbahn geschaffen wurde, da lagen schon Sachverständigen-Gutachten von Kapazitäten vor, welche klipp und klar bewiesen, daß diese neue Erfindung ein Unding sei, da die Menschen solche ungewohnten Geschwindigkeiten niemals würden aushalten können. Der Anblick der vorbeisausenden Züge würde z. B. schon genügen, die draußen stehende Bevölkerung wahnsinnig zu machen. Diese Prophezeiungen sind glücklicherweise nicht eingetroffen. Wir haben uns vielmehr ganz gut an Geschwindigkeiten höherer Ordnung gewöhnt. Der Ausdruck „schnell wie der Wind" sttmmt schon lange nicht mehr. Die Windstärke 8, ein recht ordentliches Lüftchen, weht nur mit etwa 60 km/st Geschwindigkeit, und der Orkan bläst auch nur etwa eine „140", der Weltrekord des Kraftwagens nähert sich aber schon den 450 km/st Geschwindigkeit und der des Flugzeugs den 750 km/st. Wir haben uns an Geschwindigkeiten eben gewöhnt. Wir brauchen nun aber gar nicht an Rekord- geschwind ig ketten zu denken. Ein moderner schneller Kraftwagen fährt heute aus der Reichsautobahn schon mit annähernd „Orkan- geschwindigkeit", ohne daß sich die Insassen immer bewußt sind, welche Massenkräfte jetzt dem Wagen und den Insassen innewohnen. Der gesteigerte Fahrkomfort, die gute Straßenlage, die weiche Federung, die Geräuschlosigkeit, die Breite der Straße usw. lassen uns die Geschwindigkeit nicht in der wahren Größe empfinden. Dies ist kein Wunder, denn der Mensch hat keinen ausgesprochenen Sinn für Empfindung von Geschwindigkeit, wie etwa für rot und grün, süß und sauer oder ähnliches. Er schätzt die Geschwindigkeit unter Zuhilfenahme vieler anderer Faktoren und unterliegt dadurch häufig gewissen Täuschungen. Taucht ein Kraftwagen „plötzlich" in unserem Gesichtsfeld auf, so wird seine Geschwindigkeit in der Regel überschätzt, wie die Zeugenaussagen bei Derkehrsun- fällen stets beweisen. In härter gefederten, womöglich offenen kleineren Kraftwagen kommt die gefahrene Geschwindigkeit weitaus höher vor als im weich gepolsterten, gut gefederten, gegen den Luftzug geschlossenen großen Reisewagen. Auf enger Straße mit dicht am Fahrzeug vorbeihuschenden Straßenbäumen glaubt man schneller zu fahren dis bei gleicher Geschwindigkeit auf breiter, freier baumloser Strecke. Bettachtet man die jetzige Entwicklung des Kraft- fahrwesens, breiteste Autostraßen, starke, bequeme, fast erschütterungsfreie Wagen, so darf man sich nicht wundern, wenn man plötzlich Menschen auf freier Strecke eine Geschwindigkeit einhalten sieht, die zu der Fahr fertigten und Reaktionsfähigkeit dieses Menschen in einem beachtlichen Mißverhältnis zu stehen scheint. Unsere so weitaus verbesserten Fahrzeuge und Straßen verleiten leicht artigen Niederschlägen zu rechnen. Vorhersage für Samstag: Zunahme noch weiterer Niederschläge, zum Teil noch als Schnee, später wechselhaft, aber immer noch leichte Niederschlagstätigkeit, kühl, nachts leichter Frost, nordwestliche Winde. Vorhersage für Sonntag: Unbeständig und kühl. Lufttemperaturen am 16. März: mittags 3,5 Grad Celsius, abends —0,2 Grad; am 17. März: morgens 1,2 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum heute nacht —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. März: abends 2 Grad> am 17. März: morgens 2,5 Grad. — Niederschläge 1,8 cm Schnee. — Sonnenscheindauer 8,7 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Emst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder! Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei R. Lange, K-G , sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mefc Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat mit 1. Marz 1939 ernannt: den General der Infanterie Wäger zum Kommandierenden General der Grenztruppen Oberrhein; den Generalleutnant R a f ch i ck zum Kommandierenden General der Grenzttuppen Eifel; mit Wirkung vom 1. März 1939 befördert: zum Generalleutnant: den Generalmajor Graf von Brockdorff-Ahlefeldt; zum Generalstabsarzt: den Generalarzt Dr. Z i a j a ; zu Generalmajoren: die Obersten Lechner, Zeh- G r a f Ciano vorstellig geworden. Man fragt sich in London, warum die englische Regierung von Rom weitere Zusicherungen verlange, nachdem erst kürzlich erklärt worden sei, die italienischen Erläuterungen seien zufriedenstellend ausgefallen. Das Fahrzeugbeschaffungsprogramm der Reichsbahn. Berlin, 16. März. (DNB.) Die Reichsbahn gibt ihr Fahrzeugbeschaffungsprogramm für di e Jahre 1940 bis 1 943 bekannt, das sie in die Lage versetzen wird, allen Aufgaben, die ihr künftig geftellt werden, gerecht zu werden. Es sieht den Bau d o n 6 0 0 0 Lokomotiven, 10 000 Personenwagen, 112 000 Güter- und Gepäckwagen und 17 300 Kraftwagen und Anhänger vor. Die Finanzierung erfordert insgesamt 3'/2 Milliarden Mark, jährlich also 875 Millionen Mark. Die Fahrzeugbauanftalten und die Zubringerwerke haben bereits die verbindliche Mitteilung erhalten, daß das Fahrzeugbauprogramm in dem genannten Umfange ausgefuhrt wird, so daß sie in der Lage sind, durch rechtzeitige Erweiterung der Anlagen oder Bestellung von Werkzeugmaschinen den ab 1940 zu stellenden Anforderungen gerecht zu werden. Für 1 939 ist dieser Industrie bereits ein weiterer Zusatzauftrag zu dem Bauprogramm für 1939 (620 Millionen Mark) erteilt worden, um die volle Kapazitätsausnutzung zu garantieren. Um aus dem Fahrzeugbau die größte Leistung herauszuholen, wird der Bau der Lokomotiven und Wagen in Serien erfolgen. Großdeuischlands Opfergeist. Berlin, 16. Marz. (DNB.) Die von den Beamten. Handwerkern und den Antts- ttägern des Reichsluftschutzbundes durchgeführte fünfte Reichs ft raßenfammlung erbrachte im Gesamtreich eine Summe von 7 178 044,91 RM., gleich 9,35 Rpf. je Kopf der Bevölkerung. Auf das A l t r e i ch entfallen von dieser Summe 5 536104,98 RM., gleich 8,32 Rpf. je Kopf der Bevölkerung. Die O st m a r t konnte 1 251 939,90 RM. sammeln und damit je Kopf der Bevölkerung 17,66 Rpf. erzielen, während das Sudetenland mit 390 000 RM. je Kopf der Bevölkerung 12,49 Rpf. zu verzeichnen hatte. Gegenüber der gleichen Sammlung des Vorjahres hat das Altreich ein Plus von 1 016 842,47 RM. zu verzeichnen. Dies entspricht einer Steigerung von 22,50 Prozent. Das Ergebnis der 5. Eintopssammlung (Februar) betrug 7 756 519,62 RM., d. h. je Haushalt 3 7,31 Rpf. Davon entfallen auf das Altreich 6 692 477,28 RM., gleich 37,02 Rpf. je Haushalt, auf die Oftmark 806 734,88 RM., gleich 43,20 Rpf., je Haushalt, und auf das Sudetenland 257 307,46 RM., gleich 30,56 Rpf. je Haushalt. Gegenüber der gleichen Sammlung im WHW. 1937/38 ergibt sich für das Altteich eine (Steigerung von 956 586,77 RM., gleich 16,68 Prozent. Frau Annemarie v. Grolman geb. Schmidthals. SPO R T - A N Z U G E Gabard.-, Cheviot-, Gummi-, Loden- u. Popeline-Mäntel in der bekannt großen Auswahl. SAKKO-ANZUGE in dunklen und helleren Farben 34.- 56.- 72.- 85.- 98. in flotten Formen und Farben 34.- 48.- 56.- 69.- 84 Am 16. März 1939 verstarb nach längerem Leiden im 76. Lebensjahr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter In tiefer Trauer; Christian v. Grolman, Finanzrat a. D. Anneliese Koch, geb. v. Grolman Kurt Koch, Dr. med., Frauenarzt Hedwig v. Herff, geb. v. Grolman Max V. Her ff, Oberstleutnant und Adjutant XVII AK. Ernst Ludwig v. Grolman, Hauptmann u Komp.-Chef im LR. 66 sowie sechs Enkel. Gießen, Wien, Burg b. Magdeburg, den 17. März 1939. Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir Abstand zu nehmen. Die Feuerbestattung findet in aller Stille statt. 18840 (Ein Quell d. Freude I für den Naturfreund BeloWs Eenen Kleine Kreatur in Wager, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen T erwelt mit er- 'äutcrndcn Bildunterschriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profels. Dr. 'Deegener. Universität Berlin Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und B^lb> folgen aus dem reichen (eben der zahllosen Kleineren Lebewesen Aus der Freude am Be. obachten ist ein wertvolles naturgeschicht- iiches Urkundenbuch geworden, da» hervor- ragend geeignet ist. die Liebe auch »um kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken Gebunden RM. 4^0 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebilb. WerbeblLtter! Das Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen! 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Anz.) 60 P' solido: aus und In sich und ö Der nördliche Seitenflügel stellt die Unterstellhalle für mehr als 100 Stück Großvieh bar. Diese Halle ist 20X30 -Meter groß und in .eine Reihe von Ständen eingeteilt. Hier befindet sich auch ein Ueber- nachtungsraum für einen Tierwärter, der zur Stelle sein muß, wenn Tiere zur Uebernachtung verbleiben. Die Halle besteht einem Mittelbau zwei Seitenflügeln, der Mitte befindet Wohnzwecken ist untersagt. Bauten für andere Zwecke bedürfen der besonderen Genehmigung. Kraftwagenhallen können nur an der für sie vorgesehenen Stelle genehmigt werden. Die Entfernung der Gebäudeblocks von der Nachbargrenze hat mindestens fünf Meter zu betragen. Die Bebauung der gesamten Ningallee ist nach einheitlichen Gesichtspunkten durchzuführen. Es ist die offene Blockbauweise in Form von Doppelhäusern vorgeschrieben. Die Wohngebäude sind dreigeschossig zu errichten, d. h. außer dem Kellergeschoß sind drei Vollgeschosse vorzusehen. Der Ausbau des Kellergeschosses zu Wohnzwecken ist verboten. Die Gebäude müssen in ihren Grund- Oberbürgermeister Ritter hatte am gestrigen Donnerstagnachmittag die Ratsherren der Stadt Gießen zu einer Sitzung einqeladen. Mit Oberbürgermeister Ritter waren von der Verwaltung Bürgermeister Professor Dr. Hamm und Beigeordneter Nicolaus erschienen. terrassenförmigem Aufbau die Plätze für etwa 600 bis 700 Besucher angeordnet sind. Dem Vorführungsraum und den Besucherplätzen vorgelagert ist ein zweigeschossiger, nach außen durch einen zweiten Giebel kenntlicher Gebäudeteil, in dem die Räume für Kasse, Bankgeschäfte, Aerzte usw. untergebracht sind. Die Halle ist in vollkommen freitragender Holzkonstruktion ausgeführt. Nach der gestrigen Ratsherren-Sitzung statteten Oberbürgermeister Ritter, die Beigeordneten, die Ratsherren, Vertreter der Landesbauernschaft und eine Reihe von Gästen der Dieh-Ver steigerungshalle Rhein-Main und der daneben gelegenen Bauernschenke auf dem Gelände unseres großen Viehmarktplatzes einen Besuch ab, um die Anlagen der Viehversteigerungshalle zu besichtigen und die Bauernschenke einzuweihen. Die Viehverstei- gerungshalle steht inmitten eines großen Platzes, der vor dem Haupteingang zu der Halle als Anfahrtsplatz für Autos und als Zugang für Fußgänger dient. Auf der Rückseite der Halle befindet sich die neuangelegte große Eisenbahnrampe zum Abladen des Viehs aus den Güterwagen und aus den Lastautos. Anschließend daran befindet sich der Parkplatz für Lastkraftwagen, atj dem später noch die Desinfektionsanlage errichtet werden soll. Bürgermeisterversammlung in Giehen. Die Kreisabteilung Gießen desDeut- schen Gemeindetages veranstaltet am kommenden Dienstag, 21. März, im Sitzungssaal des Landratsamtes am Landgraf-Philipp-Platz eine Bürgermeister - Versammlung. Ortsgruppenleiter Link (Haarheim) spricht über das Thema „Unser Dorfbuch", und ein Referent des. Rassepolitischen Amtes der NSDAP, wird über die „Förderung rasse- und bevölkerungspolitischer Aufgaben" sprechen. zihl hlntei den Jiä/iiie/d Schöne weihe Zahne bieten nach nicht die Gemäht dafür, daß sie rückwärts genau (o aussehen. Oft verbirgt sich hinter ihnen der häßliche Zahnstein. Bekämpfen Sieihn mit Salibot Zahnpasta! Durch den Geholt on Sulforisin-Oleat wirkt sie gegen Zahnstein, erhält die Zähne fest und gesund. ZAHNPASTA Gießener Viehmarkt wird Mittelmarkt. Ratsherren und Vertreter der Landesbauernschast besichtigen unsere Viehversteigerungs hatte Rhein-Main. — Einweihung der Bauernschenke. rissen und Ansichten allseitig gut durchgebildet und architektonisch einwandfrei'sein. Die Einfriedigungen der Grundstücke sind nach den Anordnungen der Baubehörden einheitlich zu gestalten. Die Bepflanzung der Vorgartenflächen ist so durchzuführen, daß die Verkehrsübersicht in jeder Weise gewährleistet wird. Zweiter Rachkragshaushallsplan für 1938. Zunächst brachte Oberbürgermeister Ritter den Ratsherren einen II. Nachtragshaushaltsplan für bas R,. 1938 zur Kenntnis, ber im ordentlichen Haushalt in Einnahme unb Ausgabe mit 86 200 NM. und im außerordentlichen Haushalt mit 203 900 NM. in Einnahme und Ausgabe abschließt. Damit wird der Nachtragshaushaltsplan im ordentlichen Nachtragshaushalt in den Einnahmen auf 6 815 721,77 RM., gegenüber 6 729 521,77 RM. im ordentlichen Haushalt, in Einnahme und Ausgabe, und im außerordentlichen Haushaltsplan in den Einnahmen auf 2 508 429 RM., gegenüber 2 304 529 RM. im außerordentlichen Haushaltsplan, in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. In dem II. Nachtragshaushaltsplan ist für Zwecke des Sicherheits- und Hilfsdienstes im Rahmen der Ausgaben der Polizei als einmalige Anschaffung eine Mehrausgabe von 35 000 RM. vorgesehen. An die 'Gemeinnützige Wohnung s b a u - G. m. b. H. sollen als nicht rückzahlbarer Zuschuß zur Finanzierung des Projektes der Altstadtsanierung I (Ülndenplatz, Kirchenplatz, Schloßgasse) 51 200 NM. gezahlt werden. Für die Erweiterung des Wasserwerks in Queck- b o r n, wo zur weiteren Sicherstellung der Wasserversorgung unserer Stadt drei neue Brunnen er- bohrt worden sind, und für feinen Anschluß an das Stromnetz unteres Elektrizitätswerks sowie für die Umstellung der Maschinenanlage auf Elektrizität ist neben dem bereits vorgesehenen Betrag von 70 000 NM. eine weitere Ausgabe von 178 900 RM. erforderlich. Die V e r - legung der Straßenbahngleise in der Kaiserallee sowie der Einbau einer neuen Weiche in der Licher Straße macht neben dem vor- aesehenen Betrag von 50 000 RM eine weitere Ausgabe von 25 000 RM. erforderlich. Auf der Einnahmeseite sind Deckungsmittel in der gleichen Höhe wie diese Ausgaben in den Nachtrags- Haushalt eingestellt, wobei als Einnahmequellen eine Rücklage, ferner die Konzessionsabgaben vom Elektrizitätswerk und vom Wasserwerk' sowie die Erneuerung und Erweiterunqsrücklagen des Wasserwerks und ber Straßenbahn in Betracht kommen. Nach einigen Erläuterungen von Oberbürgermeister Ritter setzte er diesen Nachtragshaushalt in Kraft. Erlaß einer neuen Wert;uwachssteuer-Satzung. Wie Oberbürgermeister Ritter mitteilte, handelte es sich hierbei um die Anwendung einer vom Reich herausgegebenen Mustersatzung, die für alle Städte künftighin Gültigkeit haben muß. Als Neuerung kommt dabei in Betracht, daß bei der Veranlagung der Einheitswert und nicht mehr der gemeine Wert zu Grunde gelegt werden muß, die Veranlagung der Steuer nach den Vorschriften dieser neuen Satzung vom Finanzamt vorzunehmen ist. Da die Stadt Gießen diese Steuer bisher schon vom Finanzamt hat veranlagen lassen, ändert sich in unserer Stadt hinsichtlich der Veranlagunqsbehörde nichts. Die Neuordnung gilt ab 1. April 1938. Randstrahe am Sporlgelande. Sodann beschäftigten sich die Ratsherren mit dem Fluchtlinienplan für die Durchführung der Rand- itraße am Sportgelände, für das die großen Wiesenflächen hinter dem Gericht unb ber Moltkestraße vorgesehen sind, im Zuge der Wolf- Straße bis zur Straße „Am Sandfeld". Die Rats- Herren nahmen von dem Bebauungsplan und der entsprechenden Ortssatzung Kenntnis. Der größte Teil des Geländes befindet sich be- | Die in ber Mitte bes Raumes aufgestellten Futter- | krippen sind transportabel hergeftellt unb können entfernt werben, so baß die Halle auch für andere Zwecke nutzbar gemacht werden kann. Der südliche Seitenflügel ist ber Unterstellraum für Schweine. In dieser 20X20 Meter großen Halle können 100 bis 140 Schweine in Buchten untergebracht werben. Die Fenster in ben Dächern ber beiden Unterstellhallen finb mit blauer Farbe angestrichen, um bic Wirkung bes grellen Sonnenlichtes auf bic Tiere möglichst abzuschwächen. Seitlich von der großen Versteigerungshalle in ber Achse des gesamten Nutzoiehmarktes liegt bas Haus ber Bauernschenke, bas breigeschossig errichtet wurde. Im Kellergeschoß befinden sich die Aufbewahrungsräume für Futteroorräte unb die Räume zum Futterkochen, ferner die Abortanlagen. Das Erdgeschoß enthält die gemütlich ausgestattete Bauernschenke, in der 100 bis 120 Besucher Platz finden; anschließend an den Hauptraum befindet sich ein Nebenzimmer, bas für Sitzungszwecke vorgesehen ist. Im Obergeschoß ist die geräumige Wohnung des Hallenmeisters eingerichtet. Die Bauern- schenke ist mit hübschen unb zweckmäßigen Holzmöbeln nach bäuerlicher Art ausgestattet. Die Möbel würben von einer Firma in Alsfeld hergestellt. Der Gastraum ist so beschaffen, baß er auch von solchen ber Vorführungs- Versteigerungsraum, zu besten beiden Seiten in 290000 RM. für neue wichtige Arbeiten der Gtadt Die Randsiraße zum Gießener Sportfeld im Entwurf vorgelegt. reits in städtischem Besitz. Es sind nur noch einige private Grundeiaentümer an dieser Stelle vorhanden, mit denen die erforderliche Regelung zu treffen ist. Zur Vorbereitung der Grundlage für das Sportgelände ist u. a. vorgesehen, einen Kanal zu legen, der das Wasser der Wieseck aufnimmt und ableitet. Für die Randstraße am Sportgelände sind Gewerbebetriebe, die durch Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß, Wärme, Staub, Geräusche, Erschütterungen usw. Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, grundsätzlich verboten. Die Einrichtung von Seiten- und Hintergebäuden zu Leben im Böhmer Wald. Von Adalbert Stifter. Großvater und ich waren zu einer Mauer aus I losen Steinen gelangt, jenseits welcher eine grüne I Wiese mit dem weißen Fußpfade war. Der Groß- »ater stieg über den Steigstein, indem er seinen l Stock unb feinen Rock nach sich zog und mir, der j ich zu klein war, hinüberhalf, und wir gingen dann Qiuf dem reinen Pfade weiter. Ungefähr in der Mitte der Wiese blieb er stehen und zeigte auf die Erde, wo unter einem flachen Steine em klares Wässerlein hervorquoll und durch die Wiese fort- nann. „Das ist das Behringer Brünnlein", sagte er, .nvelches das beste Wasser in der Gegend hat, ausgenommen das wundertätige Wasser, welches auf iiem Brunnberge in dem überbauten Brünnlein ist, in dessen Nähe die Gnadenkapelle zum guten Wasser sieht. Manche Menschen holen sich aus diesem 8»rünnlein da ihr Trinkwassir, mancher Feldarbeiter Eht weit herzu, um da zu trinken, und mancher S ranke hat schon aus entfernten Gegenden mit einem S rüge hierher geschickt, damit man ihm Wasser (ringe. Merke dir den Brunnen recht gut!" „Ja, Großvater!" sagte ich. Nach diesen Worten gingen wir wieder weiter. Vir gingen auf dem Fußpfade durch die Wiese, bnnn auf einem Wege zwischen Feldern empor unb fernen zu einem Grunbe, ber mit bichtem, kurzem, fast grauem Rasen beberft war, unb auf bem nach ; allen Richtungen hin in gewissen Entfernungen von- ! emanber Föhren standen. „Das, worauf mir jetzt gehen", sagte der Groß- Diter, „finb die Dürrfchnäbel. Es ist ein seltsamer ! Warne. Entweder kommt er von dem trockenen, bnrren Boden ober von bem mageren Kräutlein, I bes taufenbfältig auf bem Boben sitzt, unb besten Uüte ein weißes Schnäblein hat mit einem gelben - ' Zünglein darin Siehe, bie mächtigen Föhren! Sie hc ben bie Nabeln nicht in zwei Zeilen, fonbern in Scheiden wie grüne Borstbüfchel. Sie haben das gißchmeidige, fette Holz; sie haben das gelbe Pech; । (ii streuen sparsamen Schatten, und wenn ein schwaches Lüstchen geht, so hört man bie Nadeln ;riQ)ig und langsam sausen!" I; Ich hatte Gelegenheit, als wir weitergingen, die llohrheit dessen zu beobachten, was der Großvater qdfagt hatte. Ich sah eine Menge der weißgelben Z ümlein auf dem Boden: ich sah den grauen Rasen; >ä sah auf manchem Stamme das Pech wie goldene Topfen stehen; ich sah bie unzähligen Nadelbüfche auf ben unzähligen Zweigen gleichsam aus winzigen, bunflen Stieselchen herausragen, unb ich hörte, obgleich kaum ein Lüstchen zu verspüren war, bas ruhige Sausen in ben Nabeln. Wir gingen immer weiter, unb ber Weg würbe ziemlich steil. Aus einer etwas höheren und freieren Stelle blieb ber Großvater stehen unb sagte: „Sv, ba warten wir ein wenig!" Er wandte sich um, und nachdem wir uns von der Bewegung des Aufwärtsgehens ein wenig ausgeatmet hatten, hob er feinen Stock empor und zeigte auf einen entfernten, mächtigen Waldrücken in der Richtung, aus der wir gekommen waren, und fragte: „Kannst du mir sagen, was das dort ist?" „Ja, Großvater", antwortete ich, „bas ist bie Alpe, auf welcher sich im Sommer eine Viehherde befindet, die im Herbste wieder herabqetriebev wird!" „Und was ist das, das sich weiter abwärts von der Alpe befindet?" fragte er wieder. „Das ist der Hüttenwald", antwortete ich. „Und rechts von der Alpe und dem Hüttenwalde?" „Das ist der Philippsgeorgsberg." „Und rechts von dem Philippsgeorgsberg?" „Das ist der Seewald, in welchem sich das dunkle unb tiefe Seewaffer befindet." „Unb roieber rechts von bem Seewalbe?" „Das ist ber Plöckenstein unb der Sefselwald." „Und wieder rechts?" „Das ist der Tuffetwald." „Und weiter kannst du sie nicht kennen. Aber da ist noch mancher Waldrücken mit manchem Namen Sie gehen viele Meilen weit in die Länder fort. Einst waren die Wälder noch viel größer als jetzt. Da ich ein Knabe war, reichten sie bis Spitzenberg unb an die vorderen Stiftshäuser. Es gab noch Wölfe darin, und die Hirsche konnten wir in ber Nacht, wenn eben die Zeit war, bis in unser Bett hinein brüllen hören. Siehst du die Rauchsäule dort, die aus dem Hüttenwalde aufsteigt" „Ja, Großvater." „Und weiter zurück wieder eine aus dem Walde der Alpe?" „Ja!" „Und aus den Niederungen des Philippsgevrgs- berges wieder eine?" „Ich sehe sie, Großvater!" „Und weit hinten im Kessel des Seewaldes, den man kaum erblicken kann, noch eine, bie so schwach ist, als wäre sie nur ein blaues Wölklein?" „Ich sehe sie auch, Großvater!" „Siehst bu, diese Rauchsäulen kommen alle von den Menschen, die in dem Walde ihre Geschäfte treiben. Da finb zuerst die Holzknechte, bie an Stellen bie Bäume bes Walbes umsägen, baß nichts übrig ist als Strünke unb Strauchwerk. Sie zünden ein Feuer an, um ihre Speisen daran zu kochen unb um auch bas unnötige Reisig unb bie Aefte zu verbrennen. Dann finb bie Kohlenbrenner, bie einen großen Meiler türmen, ihn mit Erbe unb Reisern bebecken unb in ihm aus Scheitern die Kohlen brennen, bie bu oft in großen Säcken an unserem Hause vorbei in bie ferneren Gegenden hinausführen siehst, bie nichts zu brennen haben. Dann sind bie Heusucher, bie in ben kleinen Wiesen unb in ben von Walb entblößten Stellen bas Heu machen ober es auch mit Sicheln zwischen bem Gesteine schneiden. Sie machen ein Feuer, um ebenfalls baran zu kochen ober baß sich ihr Zugvieh in ben Rauch lege unb bort weniger von den Fliegen geplagt werde. Dann sind die Sammler, welche Holzschwämme, Arzneidinge, Beeren und andere Sachen fuchen und auch gern ein Feuer machen, sich daran zu laben. Endlich sind die Pechbrenner, die sich aus Walderde Defen bauen ober Löcher mit Lehm überwölben unb daneben sich Hütten aus Waldbäumen aufrichten, um in den Hütten zu wohnen und in den Oefen und Löchern bie Wagenschmiere zu brennen, aber auch ben Teer, ben Terpentin unb anbere Geister. Wo ein ganz dünnes Rauch^ädlein aussteigt, mag es auch ein Jäger sein, ber sich fein Stücklein Fleisch! bratet ober ber Ruhe pflegt Alle biefe Leute haben keine bleibenbe Stätte in bem Walde, denn sie gehen bald hierin, bald dorthin, je nachdem sie ihre Arbeit verrichtet haben ober ihre Gegenstände nicht mehr finden. Darum haben auch bie Rauchsäulen keine bleibende Stelle, und heute siehst du sie hier und ein anderes Mal an einem andern Platze. Das ist das Leben ber Wälber. Aber laß uns nun auch das außerhalb betrachten? Kannst bu mir sagen, was bas für weiße Gebäube finb, die wir da burch die Doppelföhre hin sehen?" „Das sind die Pranghöfe!" „Unb weiter von ben Pranghöfen links?" „Das finb bie Häuser von Vorher- und Hinter- stift." „Unb wieder weiter links?" „Das ist der Glöckelberg." „Und weiter gegen uns her am Wasser?" „Das ist bie Hammermühle und der Bauer David." „Und die vielen Häuser ganz in unserer Nähe, aus denen die Kirche emporragt und hinter denen ein Berg ist, auf welchem wieder ein Kirchlein steht?" „Aber, Großvater, das ist ja unser Marktflecken Oberplan, unb bas Kirchlein auf bem Berge ist das Kirchen zum guten Wasser." „Unb wenn bie Berge nicht wären unb bie Anhöhen, bie uns umgeben, so würbest bu noch viel mehr Häuser unb Ortschaften sehen: bie Karlshöfe, Stuben, Schwarzbach, Langenbruck, Melm, Hvnnet- schlag unb auf ber entgegengesetzten Seite Pichlern, Perneck, Salngu unb mehrere anbere. Das wirst bu einsehen, baß in diesen Ortschaften viel Leben ist, und daß dort viele Menschen Tag und Nacht um ihren Lebensunterhalt sich abmühen und die Freude genießen, die uns hiemeden gegeben ist. (Aus Adalbert Stifters „Granit".) Zeitschriften. — Das Märzheft der im Verlag F. Bruckmann, München, erscheinenden Monatsschrift „D i e K u n ft" zeigt in hervorragenden Reproduktionen alter unb neuer Meisterwerke bas künstlerische Gesicht Oesterreichs. Heinrich Leporinis Aufsatz: „Alte Kunst in Oesterreich" schmücken Wiebergaben besonbers em- brucksvoller Kunstwerke: bie Abmonter Mabonna (steierisch, um 1320), das urdeutsche Haupt des hl. Michael vom Grieser Altar des Michael Pacher, ein Bildnis Kaiser Sigismunds von einem unbekannten Meister um 1430 sowie „Kreuzigung" 6on Hans von Tübingen, lieber „Oesterreichs bildende Kunst im 19. und 20 Jahrhundert" hören wir Kurt Blauen- steiner zu Bildern von Waldmüller, Canon, Romako, Mader, Dobrowfky. Zu einer Abbildung des berühmten Kefermarkter Altars lesen wir von Adalbert Stifter eine seinem Werk „Nachsommer" entnommene Deutung. Oskar Schülers Essay: „Das künstlerische Gesicht der deutschen Ostmark" würdigt Oesterreichs Anteil an der Deutschen Kunst. Der zweite Teil des Heftes steht unter dem Motto: ,33 Einfamilienhäuser von 10 000 bis 40 000 RM." unb vermittelt Bauherren unb Bauausführenben mannigfache Anregung. — Auch heute noch hört man im Ausland den Vorwurf, Deutschland sei kolonial-untüchtig. Es habe z. B. den Weltkrieg auf die Kolonien ausgedehnt und so für alle Zeiten das Ansehen des weißen Mannes geschädigt. Das neueste Heft der „Sirene" geht dieser Frage auf den Grund. Ein aufschlußreicher Bildbericht schildert, wie schon Bismarck einem Kolonialkrieg vorbeugte, wer 1914 in Afrika losschlug, wie sich Lettow-Vorbeck verteidigte und warum er unbesiegt blieb. Außerdem bringt „Die Sirene" einen interessanten Artikel über die Ausbildung der RLB.- Amtsträger unb über weitere Verwendungsmöglichkeiten des Dreiecktuches; daneben interessante Bildberichte über Luftschutz in ejner Haushaltsschule und über Amerikas Luststrcitkräste. Besuchern, die direkt aus den Ställen kommen, ohne weiteres betreten werden kann. Die Wände des Gastraumes sind mit einer Anzahl schöner Malereien geschmückt, die weibliche und männliche Track-- lenträger aus unserer umliegenden Landschaft darstellen. Erläuternde Sprüche, von Georg Heß verfaßt, geben Aufschluß über die Wandmalereien. Alle diese Bauten wurden in den Jahren 1936 bis 1938 errichtet und haben einen Kostenaufwand von etwas über 200 000 Mark erfordert. Einweihung der Vauernschenke. Nach der Besichtigung versammelte Oberbürgermeister Ritter die Ratsherren und die Gäste in dem gemütlichen Gastraum der Bauern schenke zur Einweihung dieses Hauses um sich. Er begrüßte hier mit besonderer Freude den Landesobmann Weintz als Vertreter der Landesbauernschaft, den Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Dr. Wagner, den seit vielen Jahren auf dem Gießener Biehmarkt tätigen Leiter des Kreisveterinäramts Gießen, Oberveterinärrat Dr. M o n n a r d , Professor Dr. K ü st als Vertreter der Universität und der Veterinärmedizin, Landrat Dr. Lotz als Leiter des Landkreises Gießen und alle übrigen Gäste mit herzlichen Worten. Dann erinnerte er daran, daß die Stadt Gießen viele Aufwendungen für den Auf- und Ausbau der Märkte gemacht hat, um mit dieser Einrichtung vor allem auch der Landbevölkerung zu dienen. Daneben sei die Stadt aber auch bemüht, durch vielerlei gute kulturelle Einrichtungen auch dem Landvolk Gelegenheit zur Erholung nach harter Arbeit zu bieten. Nach einem kurzen Hinweis auf den in Deutschland führenden Stand unseres früheren Gießener Zuchtviehmarktes, der leider durch die Maul- und Klauenseuche schon seit längerer Zeit zum Erliegen ge-. kommen ist, machte Oberbürgermeister Ritter die erfreuliche Mitteilung, daß der Reichsnährstand und die Stadt Gießen im Einvernehmen — alle zuständigen Stellen des Reichsnährstandes haben ihre Zustimmung bereits gegeben — einen Mittelmarkt in Gießen einrichken werden. Um die erforderlichen Anlagen für diesen Mittelmarkt zu schassen, stellt der Oberbürgermeister einen Betrag von 250 000 Reichsmark bereit, damit im Anschluß an den Schlachthof die notwendigen Stallbauten errichtet werden können. Bon diesem Mittelmarkt aus werden dann die Stadt Gießen und 23 Gemeinden der Umgegend ständig mit Schlachtvieh versorgt werden können. Am Schlüsse seiner kurzen Ansprache wies der Oberbürgermeister auf die herrliche Größe unserer Zeit und gerade wieder der jetzigen Tage hin und schloß mit dem freudig aufgenommenen Gruß des Dankes und der Treue an den Führer. Landesobmann W e i n tz als Vertreter der Landesbauernschaft brachte mit Worten der hohen Anerkennung zum Ausdruck, wie vortrefflich unsere Gießener Viehmarktanlagen eingerichtet sind und wie wertvoll der Dienst ist, den die Stadt Gießen mit diesem Werk unserem Landvolk leistet. Er würdigte diesen Dienst der Stadt für das Land mit dankbaren Worten und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch weiterhin zwilchen Gießen und den Landorten immer die besten Beziehungen herrschen möchten. Bornotizen. Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis gegen 23 Uhr: „Der fliegende Holländer". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Nanon". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht der Entscheidung". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Erstaufführung „Der fliegende Holländer" im Sladltheaker. Heute, um 20 Uhr, findet die Erstaufführung von „Der fliegende Holländer", romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner, statt. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Gert Buchheim. Leitung und Einstudierung der Chöre: Heinz Markwardt. — Die Vorstellung .findet gleichzeitig als 24. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ende gegen 23 Uhr. 2300 Kreissieger stehen zum Gauwettkampf bereit NSG. Aus den 8000 Kreisbesten des Reichsberufswettkampfes im Gan Hessen- Nassau wurden durch den Gaubeauftragten, Bannführer Becker, 2300 Kreissieger und Kreissiegerinnrn festgestellt. Dies war eine schwere Arbeit, weil eine außerordentlich gewissenhafte Prüfung der einzelnen Leistungen vorgenommen wurde. Die Kreissieger nehmen nun am Gauentscheid teil, der vom 24. bis 28. März in Frankfurt a. M. durchgeführt wird. Zum Gauwettkampf sind alle Berufssparten zu- gelassen, die auch an den Kreiswettkämpfen teilgenommen haben. Aus ihnen werden die Gaubesten und in der Nachwertung durch die Reichsprüfungs- stelle des RBWK. die Gausieger festgestellt. Die Gausieger nehmen dann am Reichswettkampf in Köln teil. Der Gauwettkamps beginnt am 24. März um 18 Uhr mit einer EröffmmgSkundgebung im Schumann-Theater in Frankfurt a. M., auf der Gauleiter Sprenger und der Leiter des Reichsberufswettkampfes, Obergebietsführer Axmann, sprechen werden. Don 19 bis 20 Uhr bringt der Reichssender Frankfurt eine Sendung „Was geschieht mit den Begabten"? Arn Abend sind die Gauwettkarnpsleiter und führende Persönlichkeiten des Gaues Gäste des (Bauleiters. Der Leiter des Reichsberufswettkarnpfes, Obergebietsführer Axmann, spricht dabei über das Thema „Die sozialpolitische Jugendarbeit und der Berufswettkampf". Am Samstag werden die praktischen und für die weiblichen Teilnehmerinnen die hauswirtschaftlichen Wettkämpfe durchgeführt. Am Sonntag folgen die theoretischen Aufgaben und die weltanschauliche Prüfung, bei der natürlich im Gauwettkampf erhöhte Anforderungen gestellt werden. Am Montag erfüllen die Teilnehmer ihre drei Sportaufgaben auf verschiedenen Sportplätzen in Frankfurt a. M. Der Abend ist gemeinsamem Theaterbesuch gewidmet. Am Dienstag erfolgt vormittags um 10 Uhr auf der Abschluß kund geb ung in der Montagehalle der Adler-Werke die Siegerverkündung. Es sprechen hier der (Bauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Becker, und der Gebietsführer Brandt. Für einige Berufe werden die praktischen Wettkämpfe außerhalb Frankfurts durchgeführt. Der Bergbau kämpft in Bad Ems, Leder in Offenbach, ein Teil der Bekleidung im Odenwald, der Nähr- stand in Reichelsheim (Kreis Büdingen), Nahrung und Genuß in Lampertheim und Stein und Erde im Odenwald. Arbeitstagung der Landesfachschasten Getreide und Mehl. Die Landesfachschaften Getreide und Mehl beim Getreidewirtschaftsverband Hessen-Nassau hielten für ihre Mitglieder im erweiterten Gießener Bezirk im „Cafe Leib" zusammen mit der Reichs-Landhandelsschule eine Arbeitstagung ab, die sehr gut besucht war. Der Landesfachschaftsleiter (Getreide), Ulbrich, Frankfurt a. M., konnte hierzu eine Reihe Vertreter der Landesbauernschaft des Reichsnährstandes begrüßen. Geschäftsführer Dr. Sauer, Koblenz, referierte über „Düngungsfragen, indbesondere über die Düngekalkbeschaffung und dessen Verteilerspannen". Seine Ausführungen waren eine Feststellung dafür, daß nach der Festsetzung des Reichseinheitspreises, für Düngekalk eine gleichmäßige Verteilung an Aufträgen organisiert werden muß, um die Lieferungen der Kalkindustrie zu steigern, eine unnötige Belastung der Reichsbahn zu vermeiden und dem Bauern eine sachgemäße Düngung nahezulegen. Zur Erreichung dieses Zieles soll der Händler nach Möglichkeit eine stete Ergänzung seiner Lagerbestände vornehmen. Landschaftsrat Dr. Matthes ergänzte diese Ausführungen noch dahin, daß hie Ergänzung der Lagerbestände zu richtiger Zeit auch auf die phosphorhaltigen Düngemittel angewendet werden muß. Er gab bekannt, daß Stickstoff für die Nachdüngung der Weiden im Juni/Juli bevorzugt geliefert werden kann und empfahl weiterhin den Getreidekaufleuten für den Vogelsberg und die Wetterau, wie für alle Landschaften in gleicher klimatischer Höhenlage nur Lösch- oder Brandkalk zu liefern, weil kohlesaurer Kalk nur für leichtere Böden geeignet ist. In einer Ansprache wurden die besonderen Wünsche der Getreidekaufleute des Gießener Bezirks vorgebracht. Weiterhin wurde genaue Buchführung als Ausweis gegenüber den Kreisbauernschaften empfohlen, damit bei einer Veränderung in der Belieferungsquote entsprechende Rückschlüsse möglich werden. Der Vertreter der Hauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Landwirtschaftsrat Dr. Matthes sprach dann über „Saatgutfragen" und schilderte die schwierige Arbeit, die notwendig war, um z. B. aus 2000 K^ rtoffelsorten die zur Zucht geeigneten 400 bis 500 Sorten herauszufinden und die Bereinigung allen Saatgutes durchzuführen. Gleichzeitig wurde der Handel mit Saatgut neu geregelt, damit kein unkontrolliertes Saatgut zu dem Erzeuger gelangt und nur beste Qualität und ausgesuchte Sorten für den Anbau zur Verfügung stehen. Der Redner ging näher auf die Sortenfrage ein, um den Getreidekaufleuten einen Einblick in die durch die Landesbauenschaft anerkannten Sorten für Raps, Hafer, Weizen, Roggen und Braugerste zu geben und hob die Bestimmungen über den Verkehr mit Saatgut hervor. Dr. Brückner, Berlin, vom Institut für Müllerei des Getreideverarbeitungsverbandes sprach in ausgezeichneten Ausführungen über „Die Getreidebehandlung und Lagerungstechnik". Seine auf wissenschaftlichen Beobachtungen gestützten Schilderungen der biologischen Voraussetzungen für eine Veränderung des Getreidekornes erbrachten wertvolle Hinweise auf eine zweckmäßige und praktische Lagerung der reichlichen Erntevorräte. Der Vertreter der Reichs-Landhandelsschule, Dr. Obermeier, Berlin, sprach über die Notwendigkeit einer fachlichen Schulung des Getreidekaufmannes und über die Einrichtung einer geeigneten Berufsschule in Warberg bei Braunschweig. Zum Schluß behandelte Landesfachschaftsleiter Ulbrich dringende Fachschaftsangelegenheiten. Er wies auf die Notwendigkeit hin, daß sowohl die Getreidekaufleute, wie auch die Bauern alle noch verfügbaren Heubestände zur Sicherung des Bedarfes der Wehrmacht anzudienen haben. Für die sehr reichlich verfügbaren Futtermitteln ist eine Vorratswirtschaft anzuraten. Zur Sicherung der überaus reichen Getreideernte ist ein großer Bedarf von Lagerräumen erforderlich, so daß Getreidekaufleute, die von sich aus Lagerhäuser errichten wollen, auf Antrag bei der Dienststelle der Fachschaft, für gewisse Bautypen die erforderliche Genehmigung -und sofortige Materialzuteilung erhalten -können. Abschließend betonte der Landesfachschaftsleiter, daß mit den Genossenschaften ein friedliches Zusammenarbeiten gepflegt, aber in bezug auf die Warenbewegung reinliche Scheidung beachtet werde. post für unsere Soldaten in Böhmen und Mähren. An die Angehörigen der Wehrmacht, die an der Besetzung von Böhmen und Mähren teilnehmen, können Briefe und Postkarten versandt werden. Die Anschrift dieser Sendungen muß außer der Postnummer auch die Angabe der Postleitstelle enthalten. Freizumachen sind die Briefe und Postkarten nach den Jnlandgebührensätzen. Ausgeschlossen von der Beförderung sind bis auf weiteres Pakete, Päckchen, Einschreibbriefe und Wertbriefe. Lebensweisheit. Wieder einmal ist mir etwas „auf den Schreibtisch geflattert", ein Buch, Lebensweisheit heißt es. Diele solcher Bücher habe ich schon in der Hand gehabt, viele habe ich ernst oder lächelnd durchgeblättert, über manchen kühnen Satz war ich erstaunt, oft sagte ich mir: Siehst du, wenn du das damals gewußt hättest, eigentlich wäre bann wohl alles anders gekommen. Weisheit über die Frauen, über die Liebe, über Willenskraft und Mut am rechten Platz, über Klugheit und Freunde, über Not und Ruhm. Die großen Sätze, wohlgefügt und untadelig, nichts ist über sie zu sagen, von Seneca bis Nietzsche und bis zu den Unbekannteren: die Weisen haben gewußt, wie man das Leben anpackt. Und du stehst im Strudel und machst Dummheit auf Dummheit, verschnupft! deine besten Freunde und lobst deine Feinde, statt auf sie zu schimpfen, glaubst zuviel an die Güte statt an die Schläue, bist grob, wo es besser wäre, zart und behutsam zu fein, läßt dich kränken von Dingen, die gar nicht kränken dürfen, tadelst, wo es besser wäre zu schweigen nein, Kamerad, du bist nicht genug mit der Lebensweisheit gesättigt, die man dir doch immer wieder üb er-eicht, gebunden und broschiert, in Leder und Seinen, Zierden des Bücherbords, die dich alle überleben werden, schon rein äußerlich. Ach, es wäre noch beschämender, wenn du nicht wüßtest, daß auch die Weisen, die alle jene großen Worte gesprochen haben, vielerlei törichte Dinge getan haben, daß auch sie im Sturm des Lebens schwankten, daß ihnen mancher Trunk, den ihnen das Leben braute, bitter bekam, daß mancher Wind sie an die Mauer wehte, viele Verzagtheit in ihre Seelen kroch, jede Weisheit ehrlich bezahlt werden mußte. Ja. daß sie am Ende einsahen, mit den gedruckten Sprüchen, so gut sie sich auch anhören möchten, sei am Ende doch nicht viel Staat zu machen. Denn das Leben sei in jeder Minute immev wieder neu. r. k. Hitler-Jugend Zungbann 116. Achtung, Jahrgang 28/29. Sprechstunden für die Eltern, deren Jungen am 20. April in bas Jungvolk ausgenommen werden sollen, finden heute, Freitag, 17. März, zwischen 14 und 15 Uhr in der Hautklinik statt. Aufnahmeuntersuchungen. Die Aufnahmeuntersuchungen für den Pimpfenjahrgang finden um 14 Uhr in der Hautklinik statt. Wochenendsckulnnq der Zugendgruppe Gfs. Am kommenden Samstag und Sonntag findet in der Jugendherberge in Gießen die erste Wochen- endfchulung der Jugendgruppe des Kreises Wetterau statt. Am Samstag treffen sich die Mädchen um 18 Uhr in der Geschäftsstelle der Kreisfrauenfchaft, Gießen, Frankfurter Straße 1, und gehen dann gemeinsam zur Jugendherberge. Der erste Abend ist der Gemeinschaft gewidmet. Der nächste Morgen beginnt mit der Flaggenhif- sung. Dann werden die Kreisfrauenfchaftsleiterin Frau Wred-e, Kreisleiter Backhaus und die Gau-> jugendgruppenführerin Frl. Sußlik zu den Mädchen sprechen. Nach dem Mittagessen soll erst einmal frohes, gemeinsames Singen die Mädchen erholen und stärken. Dann wird Frau Duseberg einen interessanten Vortrag über Rasse und Staat halten. Diese Tage bedeuten für die Angehörigen der Jugendgruppen eine große Bereicherung an Starrte* radschaft und Wissen, und die Mädels werden eine feste weltanschauliche Ausrichtung mit auf den Weg bekommen. Nos WSchen Marie. Human von Walther Kloepffer. <1oppright bg Earl Duncker Verlag,Aeclin>VZ5 22. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Scheuer! hatte feine morgendliche Spritze bekommen. Sein geschrumpftes Schmerzensgesicht war gelöst .und fast glücklich zu nennen. Er schwebte in jenen federleichten, freundlichen Bezirken, die das Morphium gütigerweise vermittelt. Holl kratzte überlegend, sein Kinn und schlug sich mit einem plötzlichen Einfall herum. Wie wäre es denn, wenn er rasch mal nach Seesham zurückführe? Es war, laß sehen, genau 6.30 Uhr. Er hatte nämlich im Labor die ganze Nacht vertrödelt: die Stunden waren nur jo geflogen, und er hatte es nicht gemerkt. Dennoch fühlte er sich ziemlich frisch; einem jungen Menschen durfte eine um die Ohren geschlagene Nacht nicht so viel ausmachen. Er überlegte: wenn ich gleich fahre, gut fahre, bin ich in einer Stunde in Seesham. Dann müßte ich Maxie herausttommeln und mit ihr wieder Handelseins werden. Denn so kann man diese Geschichte nicht lassen. Ich erzähle ihr, wie schlimm es dem Scheuerl geht und welche Freude er über mein Kommen hatte; ich bin nett zu Maxie, und Maxie sieht alles ein. Schluß und Küß. Um zehn Uhr, allerspätestens halb elf Uhr, bin ich wieder hier. So lange hält die Morphiumwirkung an. Holl suchte befriedigt sein Zimmer auf, zog die Lederjoppe an, sagte der Schwester Bescheid, holte sein Motorrad und brauste los. So eine Fahrt in aller Herrgottsfrühe war herrlich. Als er vor der „Neuen Post" bremste, schlug die Kirchenuhr acht. Die meisten Gäste schliefen noch. Holl bestellte Kaffee und strich vor dem Spiegel im Bierstüderl sein Haar zurecht. Während er so dastand erschien Hegemann in der Tür. Er hatte sein Badezeug unterm Arm. „Guten Morgen, Doktor! Auch schon auf? Recht haben Sie. Bei solchem Wetter muß man aus den Federn. In diesem Sommer muß man dem lieben Gott für jeden schönen Tag auf den Knien danken. Meine Tochter ist schon eine halbe stunde unterwegs. Sie will zu einer Fxeunbin. Sie sehen, ich gehe jetzt baden. Um diese Zeit sind die anderen Pintscher noch in der Falle, und da ist es am schönsten, plauderte Hegemann und gab Holl die Hand. Holl erwiderte mit ein paar Redensarten. Feine Ueberraschung, dachte er ärgerlich und stürzte seinen Kaffee hinunter. Maxie war also doch fort, und mit der Aussprache war es nichts. Die ganze Fahrt war umsonst gewesen. Er ging in Gedanken nach der Garage. Der gelbe Wagen des Barons fehlte. „Suchen Sie etwas?" fragte der Käptn, der mit seinem Teertiegel aus einer Ecke kam, erstaunt. Er konnte sich Holls Anwesenheit nicht erklären. „Ich suche Fräulein Hegemann." „Die ist vorhin mit bem' jungen Baron weggefahren. Ich verstand den Namen Gattersee. Ich haben den beiden noch geholfen, das Verdeck abzunehmen." Also doch! Holl knurrte: „Danke!" und ging rasch davon. Er hatte ein ganz tolles Gefühl in der Herzgegend. Maxie ist mit Tinser nach Gattersee, sagte er laut vor sich hin. Nette Verlobte, die sich beim ersten Krach mit einem anderen tröffet... Holl marschierte betäubt zur Badeanstalt und schwang sich wütend auf das hölzerne Geländer des Stegs. Einige Schritte von ihm unterhielt sich Hegemann mit dem Bademeister Weinzierl und verschwand dann in seiner Kabine. Holl starrte finster ins Wasser. Diese Maxie! Da redete sie große Töne von Pferdestehlen und sich totschlagen lassen, und bann zog bieser Fratz bei der ersten Miß- Helligkeit einfach mit Tinser los. Ausgerechnet mit Tinser, ber nicht nur ein Auge, fonbern alle zwei auf sie hatte. Das sah boch ein Blinber, baß ber in Maxie verknallt war. Holl bekam ein ganz bunfles Gesicht vor Zorn unb Eifersucht. Da sitzen sie jetzt im Auto unb nachher in Gattersee bei der „prachtvollen Wirtin" zusammen, und weiß der Kuckuck, was alles geschieht, denn der Tinser, dieser Kerl, ist ein Draufgänger — malte er sich aus und wurde immer unglücklicher und immer wütender. Das kam davon, wenn man den Frauen so viel Platz in seinem Herzen einräumte. Holl kauerte mit hängenden Schultern auf dem Geländer unb sah die Welt in den düstersten Farben. Plötzlich streifte ein fremder Aermel den seinen. Der Aennel gehörte jenem zweifelhaften Herrn, der gestern bei Tinser im Wagen gesessen hatte. Nanu, ber? Der Unbekannte ging summend den Steg entlang, drückte seine Zigarre aus, blieb vor einer Badekabine stehen und steckte einen Schlüssel ins Schloß. Als die Tür aufging, verschwand er ins Innere. Das wäre an sich nichts Auffallendes ge- wesen. Merkwürdig wurde die Sache nur dadurch, daß es sich um Hegemanns Kabine handelte. Das wußte Holl bestimmt. Während er noch an diesem. Geheimnis herumrätselte, kam ber Fremde wieder heraus, schloß hinter sich zu, warf Holl einen versteckten Blick zu unb strich roiegenben Schrittes an ihm vorüber. Es mar ein Mann um bie Fünfzig, mit orbinärer Eleganz gekleidet und mit einem unangenehmen Gesicht. Der Unbekannte schritt erst langsamer, bann schneller auf bas Hotel zu. Was wollte denn ber bei Hegemann? Der Geheimrat war längst im Wasser und die Kabine also leer. Diese altmodischen Babehütten hatten an der Seeseite eine kleine Oeffnung, durch die man, ohne bie Tür benutzen zu müssen, ins Wasser konnte. Was tat ber Unbekannte volle zwei Minuten in ber fremben Kabine? In Holl erwachte ein unbestimmter Verbacht. „Kennen Sie zufällig ben Herrn ba vorn?" fragte er einen vorüdergehenben Hoteldiener. „Den? Nein. Der wohnt nicht bei uns. Warum?" „Ach, nur so", sagte Holl unb sprang vom Ge- länber. Was kümmern mich anbere Leute, wo ich genug mit mir selber zu schaffen habe, bachte er ärgerlich. Er ging zu feinem Motorrab unb hetzte in bie Stabt zurück. Seine (Bebanten waren während der Fahrt bei Maxies schmählichem Benehmen. Er sah sie mit Tinser in jener Geißblattlaube sitzen, die sie ihm so schwärmerisch geschildert hatte. Wie vergiftete Pfeile waren alle diese Gedanken. Scheuerl empfing ihn mit einem so traurigen Blick, ber diesmal bedeutete: Wo warst du denn so lange? Schick dich und hilf. Das Wehtun fängt schon wieder an, unb mit bem Schnaufen ist es auch schon mieber schlimmer. Ja, schau nur, bachte Holl. Deinetwegen habe ich diese Schererei mit Maxie. Aber er lieh seiner üblen Stimmung keine Worte, sondern band seine Arztmaske vor, sein hoffnungsvolles Gesicht und fein forgenverfcheuchendes Lächeln, und tröstete, obzwar er selber des Trostes bedürftig war. Was für Menschen, kam ihm in ben Sinn, finb doch wir Aerzte! Wenn unsere Patienten nur die Hälfte von uns wüßten! Einige Zeit später begegnete ihm der Hausmeister Gieseke im Hof. Er führte das Mannderl an der Hand, und nebenher ging, als fei das immer so gewesen, die Paula. Holl begrüßte die drei und wunderte sich. Er erfuhr, daß die Paula etliche Tage in München bliebe, unb baß ber Hausmeister ihr Vater wäre. Komisch, bachte er, jetzt taucht ba plötzlich ein Vater auf. Er wanbte sich an ben Hausmeister: „Ich komme eben von Seesham. Da habe ich ein seltsames Erlebnis gehabt. Ich bin gespannt, was Sie von ber Sache halten. Sie sind doch ein halber Kriminalist, Herr Gieseke." Unb er berichtete von dem unbekannten Herrn in Hegemanns Kabine. „Ich mache mir jetzt Vorwürfe, baß ich das dem Chef nicht gleich mitgeteilt habe. Aber ich darf zu meiner Entschuldigung anführen, daß ich cs eilig hatte." „Ach, vielleicht war das Ganze nur ein Irrtum von dem fremden Herrn. Solche alte Badeschlüssel tragen oft keine Nummer unb schließen mehrere Türen", meinte Gieseke. „Möglich. Mir ist nur verdächtig, daß er so lange ba brinnen blieb. Unb außerdem — ber ganze Mann gefiel mir nicht. Uebrügens habe ich rhn gestern abend slüchttg mit Herrn von Tinser beisammen gesehen." „Das sollte Sie eigentlich beruhigen"", lächelte Giesecke. ,Lch habe mir noch gebacht: daß ber mit so einem Bruder verkehrt, mit so einem verbotenen." „Es wird wahrscheinlich irgendein Bittsteller gewesen sein. Man kann über, so etwas nicht ohne weiteres urteilen", sagte Paula mit einer gewissen Schärfe im Ton. „Auf den Baron darf man nichts kommen lassen: das ist ein famoser Mensch", stimmte ihr der Hausmeister bei. „Misten Sie was, Herr Doktor? Ich muß Hegemann heute sowieso noch anrufen. Da kann ich das Vorkommnis ja erwähnen. Sind Sie jetzt beruhigt?" „Gut!" erwiderte Holl und dachte verstimmt: Na, das ist ja eine dicke Freundschaft zwischen den (Bie- sekes unb Tinser. Als Holl außer Hörweite war, jagte Paula zu ihrem Vater: „Doktor Holl scheint etwas gegen Tinser zu haben. Sein Ton war für ben Baron gerabezu verletzend." „Das bildest du dir wohl bloß ein, Paula. Himmel, aber etwas anderes fällt mir ba ein! Hegemann hat immer ben Tresorschlüssel bei sich. Ich erzähle bir später, wenn ber Bub nicht babei ist, was es bamit für eine Bewanbtnis hat. Er wirb boch hoffentlich vorsichtig fein unb ihn nicht herumliegen lasten. Mein guter Hegemann ist manchmal vergeßlich Diefer Holl hat mich mit feinem Geunke selber ganz verbreht gemacht. Na, im äußersten Fall bin ich ifl noch ba. Paula, ich binde dir auf die Seele, daß btt nachts unsere Wohnung gut abschließt. Du warst immer schon ein wenig leichtsinnig in solchen Dingen Du mußt beide Schlößer versorgen und den Riegel vorschieben. Merke dir bas, solange bu hier bist Nicht, baß uns einer nachts in bie Wohnung kommt! Derstanben?" „Ja, Vater." (Fortsetzung folgt!) VON HAMBUf^r Nach Vancouver ochenende im Zeichen -er Wehrmacht eitr Aus der engeren Heimat # Alle ndo r f (Lahn), 14. März. Der Ge- ' o. ng verein „Einheit" hielt bei Gastwirt H. Horr sein Wintervergnügen ab. Vereinsführer Luh hielt eine Ansprache, in der er an die großen Er- eignisse des vergangenen Jahres erinnerte, er sprach von Dem reichen Gedankengut im deutschen Lied und ermahnte die noch fernstehenden Volksgenossen, sich den Sängern anzuschließen und sich aktiv zu betätigen. Der erste Teil des Abends war ausschließlich dem Gesang gewidmet. Volkslieder, Walzer und Märsche gelangten unter der Leitung des Dirigenten Karl Degen zum Vortrag. Besonders gefiel der „Radetzky-Marsch" von Johann Strauß, der wiederholt werden mußte. Der zweite Teil des Abends brachte solistische Darbietungen, luftige Ter- 3ctte und eine Theateraufführung. Die Vorführungen lösten lebhaften Beifall aus. wg. Großen-Buseck, 14. März. Der Ziegenzuchtoer ein Großen-Buseck hatte ans Anlaß seines 30jährigen Bestehens seine Mitglieder zu einem Unterhaltungsabend in das Gasthaus „Germania" eingeladen. Vereinsführer Ludwia Scheid gedachte dabei eingangs der Frauen, n*il fit es ja in erster Linie sind, die die Ziegen zu betreuen haben. Sodann gab er einen Ueberblick über die Geschichte des Vereins und erinnerte dabei an genommen, wie auch an vielen Stellen der Stadt von den Feldküchen in Empfang genommen werden kann. Ueber alle Einzelheiten dieser Essenausgabe haben wir bereits am Mittwoch, 15. März, ausführlich berichtet. Die Hausfrauen brauchen also an diesem Tage einmal nicht zu kochen. Es gibt Erbsen mit Speck, das alte bewährte und nahrhafte Soldatenessen! Der Sonntagabend wird dann insbesondere die reifere Jugend in mehreren Sälen der Stadt vereinigen. Die Soldaten laden für den Sonntagabend Zu Manöverbällen ein! In den Räumen des Gesellschaftsvereins ist das Infanterie-Regiment 116 der Gastgeber, im Saalbau Liebigstraße ist es die Artillerie-Abteilung, und im Cafö Leib werden die Flieger ihre Gäste willkommen heißen. Selbver- ständlich werden die Abende nicht ausschließlich durch Tanz ausgefüllt sein, vielmehr werden die Soldaten durch allerlei Vorführungen, die ausschließlich von Humor und Fröhlichkeit getragen fein sollen, zu unterhalten wissen. Mit diesen kameradschaftlichen Veranstaltungen wird der „Tag der Wehrmacht" ausklingen. Fremdenwerbung. Seinen lehrreichen Vortrag ergänzte er durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder aus "Laubach und einigen anderen oberhesfischen ©tarnen sowie aus der Reichsgartenschau in Essen. Anschließend nahm er die Verteilung der 131 Prägen vor. Jeder Preisträger erhielt einen blühenden Blumenstock. Der Ehrenpreis der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wurde dem Weißbinder Wilhelm Schmidt VIII. zuerkannt. Auch wurden noch weitere 15 lobende Anerkennungen ausgesprochen. Die Lose für die als Gewinne ausgesetzten 200 Topfpflanzen waren schnell ausverkauft. Der schön verlaufene Heimatabend wurde durch den gemeinschaftlichen Gesang von Volksliedern umrahmt. Landkreis Gießen. kaserne und im Fliegerhorst werden gleichzeitig allerlei Vorführungen verbunden fein, bei denen unsere Soldaten Ausschnitte aus ihrem täglichen Dienst zeigen werden. Dabei wird es für die Besucher und Gäste in den Kasernen manche Möglichkeit geben, sich selbst zu betätigen, zu schießest, zu reiten ober zu fahren, durch Scherenfernrohre zu beobachten und an Führungen teilzunehmen. Selbstverständlich wird sich dabei diesmal besonderes Interesse dem Fliegerhorst zuwenden, der das erste Mal der Oeffentlichkeit zugänglich ist. Für gute Verkehrs- und Zufahrtsverhältniste zum Fliegerhorst ist gesorgt. Mit der Straßenbahn kann bis zur Volkshalle und dann durch Umsteigen in Omnibusse bis zum Fliegerhorst gefahren werden. Unmittelbar vor dem Fliegerhorst auf einem Sportplatz links im Walde, wird ein bewachter Parkplatz eingerichtet und durch ein „P" gekennzeichnet. Den Höhepunkt des Gemeinschaftstages von Volk und Wehrmacht wird dann das gemeinsame Eintopfessen fein, das sowohl in den Kasernen und in engster Kameradschaft mit den Soldaten Belobigungen für einen Lebensretter. LPD. Darmstadt, 16. März. Der Reichs- latthatter in Hessen, Gauleiter Sprenger, spricht m „Anzeiger der Hessischen Landesregierung" dem Zurolehrling Werner Ott in Ruttershausen nd dem Schüler Fritz Battenfeld in Rut- etshausen eine öffentliche Belobi ° u n g aus für die Rettung eines zehnjährigen »ungen vom Tode des Ertrinkens. fünfjährige Zwillingsbrüder verirrten sich. LPD. Marburg, 16. März. Zwei fünf* Mhrige Zwillinge der im Burgwalddorfe ! berrosphe wohnhaften Familie Schäfer sollten nachmittags ihrer Mutter entgegengehen, delche sich mit einem Fahrrad nach Reddehausen k-geben hatte. Anscheinend sind die Kinder vom Wege abgekommen. Als sie bei Anbruch der Dunkel- h'it noch nicht zurück waren, gingen alle abkömm- lchen Dorfbewohner mit Laternen auf die Suche. Im Mitternacht mußte diese ergebnislos abgebrochen Daerben. Man hofft, die Kinber bei Tageslicht zu fnben. Heimatabend in Laubach. i(D Laubach, 16. März. Am Dienstag fand ir bem bis auf ben letzten Platz gefüllten, reich fr::t Blumen geschmückten Saale der „Traube" ein Heimatabend statt, mit dem die Preisoer- icllung des Blumenschmuckwettbewerbs ii? 1938 verbunden war. Nach einem Musikstück Schon feit geraumer Zeit sind die verschiedenen Truppenteile unseres Standortes damit beschäftigt, die Vorbereitungen für den „Tag der Wehrmacht" zu treffen, der in der vorgesehenen Form in allen seinen Teilen durchgeführt werden soll. Wenn das Wetter keinen allzu starken Strich durch die Rechnung macht, sollen auch die Vorführungen und Veranstaltungen der Flieger in der vorgesehenen Form statt- findtzn. In einer gedrängten Ueberschau sei noch einmal dargelegt, was der „Tag der Wehrmacht" — eigentlich sind es ja zwei Tage — alles bringen soll. (£s ist eine solche Fülle der Veranstaltungen vorgesehen, daß es kaum möglich fein wird, überall dabei zu fein. Den Auftakt des Tages wird am Samstag ein Marsch durch bie Stadt bilden, an dem alle hiesigen Formationen der Wehrmacht teilnehmen werden. Man wird also Schützen, Panzerabwehr, Maschinengewehr-Kompanie, Reiterzug, Artillerie und Flieger zu sehen bekommen und damit einen Eindruck gewinnen, wie vielfältig sich die Truppenteile unseres Standorts zusammensetzen. Dann werben an verschiedenen Plätzen der Stabt, in den Anlagen, vor dem Liebigbau und auf bem Platz der ^A.-Standarte 116 (Senckenbergstraße) verschiedene Vorführungen staitfinden, die sicherlich alles Interesse finden werden. Dor dem Liebigbau wird die Artillerie Hebungen zeigen.; auf dem Platz der 'SA-Standarte 116 wird der Reiterzug (IR. 116) Jein Können beweisen. Während des Marsches und iwährend der Vorführungen werden die Kameraden .des NS.-Reichskriegerbunbes mit der Sammelbüchse nn der Hand die Schlacht für das Winterhilfswerk mnb für die NSV. schlagen helfen. Mit Musik wer- Kben die verschiedenen Einheiten von ihren Dorfüh- llrungsplätzen wieder abgeholt. Im Stadttheater und im Cafs Leib werden in der 'Zeit von 20 bis 24 Uhr Militärkonzerte ijtattfinben. Der Sonntagmorgen bringt bann das große Wecken, an dem das Musikkorps des Infanterie- Regiments 116, wie auch das Mufikkorps der Flieger teilnehmen werden. Ab 9 Uhr find dann Die Kasernen zur Besichtigung frei. Mit diesen Besichtigungen in der Bergkaserne, in der Bleidorn- Heimische wildwachsende Heilkräuter werden gesammelt. FWD. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Heil- pflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung (RfH.) führt im Auftrage des Amtes für Roh- und Werkstoffe (Vierjahresplan) bie Sammlung der heimischen wildwachsenden Heilkräuter durch. Wie aus einer amtlichen Mitteilung hervorgeht, hat im Jahre 1938 der freiwillige Einsatz der deutschen Erzieher im Land Hessen bereits ein nach Menge und Güte beachtliches Ergebnis gezeitigt. In Anerkennung dieser bereits bewiesenen Bereitschaft soll nunmehr die verstärkte Durchführung dieser Viersahresplanarbeit dadurch weitestgehend gefördert werden, daß alle Schulen un Rahmen der zur Verfügung stehenden Freizeit sich für die Heilkrautersammlung neben ihrer sonstigen Mitarbeit am Vierjahresplan (Sammlung von Aehren, Bucheckern, wildwachsenden Beerenfrüchten, von Altmetall, Knochen usw.) einsetzeii. Die Erfahrung hat gelehrt, daß durch den planmäßigen Einsatz der schulen unter sachkundiger Führung in einer Gesamtsammelzeit von 30 bis 40 Stunden während einer Sammelperiode (März bis Oktober) ein namhafter Beitrag zum Vierjahresplan geleistet werden kann. Die Sammeltätigkeit ist im Benehmen mit den Kreissachbearbeitern durchzuführen, als welche in fast allen Kreisen mit Unterstützung der Gauwaltung des NSLB. und der deutschen Apothekerschaft geschulte Erzieher oder Apotheker eingesetzt sind. Flurschäden müssen jedoch unter allen Umstanden vermieden und Pflanzen, die unter Naturschutz stehen, sorgfältig geschont werden. * * ** Silberne Hochzeit. Am morgigen Sams-, tag, 18. März, können der Hotelier Ludwig Kling- I e r und Frau Marie Antoinette, geb. Breitbarth, Inhaber des Hotels Schütz in Gießen, das Fest der sllbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in Gießen: 1. März D. Dr. Leopold Cordier, nid Dorspruch hielt Bürgermeister Högy die Be- pußungsansprache und dankte allen Einwohnern, Vv-. im vergangenen Jahre durch Anlegung von sichern Blumenschmuck mitgeholfen hatten, das cubtbiÜ) wesentlich zu verschönern. Dabei richtete ir an die Volksgenossen den Appell, auch für die J.Ifunft an dem begonnenen Werke der Stadt- u« vstriu/iu/iv ues Vereins uno erinnerte oabet an irschönerung, insbesondere durch Freilegung die Männer, die bis in die Gegenwart die Sache te- zahlreichen Fachwerkhäuser und Sauberhaltung der Ziegenzucht und ben Verein leiteten. Bürger* r' StraKnr.“n? Höfe, mitzuwirken. Nach einem meister Schwalb gründete den Verein im Jahre »Lteren Musikstück sprach Obstbau-Inspektor Met* 1909 und führte ihn bis 1912. 1912 bis 1913 waren carn td) (Bübingen) über Blumenschmuck und Weißbindermeister Wilhelm G r ö ß c r III. und von Unwersitatsprofessor, 51 Jahre, Großer Steinweg 15; 2 März Katharina Arndt, ohne Beruf, 85 Jahre, Kirchstraße 13; 3. März Ludwig Müller IV., Bäckermeister, 67 Jahre, Bahnhofstraße 54; 4. März August Waag, Kaufmann, 64 Jahre, Seltersweg 60; 5. März Johann Wilsch, Lokomotivoberheizer i. R., 69 Jahre, Kleine Mühlgasse 7; 6. März Katharine Schenk, geb. Lindenstruth, ohne Beruf, 88 Jahre, Kaplansgasse 25; 7. März Anton Schmitt, Ober- malzer, 80 Jahre, Blcichstraße 42; Peter Dölzing, Invalide, 92 Jahre, Steinstraße 21; 8. März Kaspar Beith, Bautechniker, 58 Jahre, Steinstraße 9; Katharina Kühn, Hausgehilfin, 28 Jahre, Steinstraße 62; ID.März Eduard Sack, Metzgermerster, 58 Jahre, Horst-Wessel-Wall 54; Heinrich Müller, Invalide, 75 Jahre, Sandgasse 33. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 3. bis 9. März ein: gegen Krastsahr- ,3GU9fü!)rer mit 23 Anzeigen; gegen sonstige Fahr- Zeugführer mit einer Anzeige und einer gebührenpflichtigen Verwarnung; gegen Radfahrer mit 15 Anzeigen und 4 gebührenpflichtigen Verwarnungen. Kleine Strafkammer Gießen. H. M. in Usenborn wurde durch Urteil des Amtsgerichts Ortenberg vom 3. Januar 1939 wegen fal- |d-)er Anschuldigung und übler Nachrede zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. M. war beschuldigt, am 12. Juli 1938 ober um diese Zeit einen anderen des Diebstahls verdächtigt und durch diese Handlung wider besseres Wissen eine unwahre Tatsache behauptet ober verbreitet zu haben, bie geeignet war, ben Mann verächtlich zu machen unb in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. In der Berufungsverhandlung konnte dem Angeklagten die Schuld nicht nachgewiesen werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft stellle die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts. Es erging Urteil: Auf die Berufung des Angeklagten wird das Urteil des Amtsgerichts Ortenberg vom 3. Januar 1939 aufgehoben und der Angeklagte frei gesprochen. Wirtschaft züchterischen Ziele auch weiterhin zu verfolgen. Den Höhepunkt des Abends bildete die Vorführung von Filmen über Rasfenpslege und über die Vererbung in der Ziegenzucht. Kreis-Ziegenzuchtwart S t i e - b i g gab die erforderlichen Erläuterungen. Von den Gründern des Vereins find heute noch Ludwig Scheid V., Ludwig Hoffmann, Balthasar Pfeiffer L, Heinrich Pfeiffer XIV., Heinrich Pfeiffer VIII., Wilhelm Scheid III., Heinrich Wagner XVIII., Wilhelm Pfeiffer VII. und Heinrich Wagenbach VI. aktiv als Züchter tätig. ab auf 134 bis 133 (134,50). Auch die erst später festgestellten Kurse neigten überwiegend bis zu 1 v. H. nach unten. Im Freiverkehr nannte man Dinglcr 0,50 v. H. hoher mit 107,50 bis 109,50, anderseits Verein. Fränk. Schuh 80,75 bis 82,75 (81 bis 83). Tagesgeld uno. 2,75 v. H.. Abendbörfe still. Die Abendbörse knüpfte an den stillen Mittags- verkehr an, zumal Aufträge der Kundschaft weiterhin fast fehlten und nach wie vor die politischen Ereignisse das Bild beherrschen. Am Aktienmarkt gingen die Kurse teilweise noch ein wenig zurück, verschiedentlich handelte es. sich um Anbleichungen an den Berliner Schluß- stand. So bei Gessürel, die gegen den Einheitskurs vom Mittag 1,25 v. H. nachgaben, auf 133 bd einem Berliner Kurs von 132,75. Ferner gingen Deutscher Eisenhandel zum Cinheitskurs von 140 um 1,50 v. H. niedriger um. Von Bergwerkspapieren lagen Buderus 0,50 v. H. höher mit 104,50, Hoesch im gleichen Ausmaß leichter mit 106,50, auch Vereinigte Stähl und Deutsche Erdöl nur knapp gehalten mit 109,75 (110) bzw. 123 (123,25); Mannesmann und Rheinstahl blieben mit 109,50 bzw. 134 unverändert. IG. Farben notierten wie am Mittagsschluß mit 149, desgleichen u. a. Adlerwerke mit 106,75, DDM. mit 180, Metallgesellschaft mit 114, Scheide- anstatt mit 201, Licht und Kraft mit 131 und Daimler mit 133,50. Am Einheitsmarkt lagen Bankaktien unverändert. Von Renten kamen 6 v. H. IG. Farben mit unverändert 121 und Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 123,13 (123,25) zur Notiz. Kommunal-Umschulduna hörte man mit unverändert 93,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. März. Auftrieb: Rinder 1224 (gegen 1304 am 9.3.), darunter 324 (334) Ochsen, 151 (142) Bullen, 513 (578) Kühe, 236 (250) Färsen. Kälber 463 (541), Hämmel und Schafe 89 (138), Schweine 525 (776). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44,50 bis 46,50), b) 40 bis 42,50 (41 bis 42,50), c) 37,50 (37,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40 bis 40,50). Kühe a) 41,50 bis 42,50 (41,50 bis 44,50), b) 36,50 bis 40,50 (38 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 17 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 43,50 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 40,50 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 36,50 (—). Kälber andere a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) ,56 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 40 (30 bis 40). Hämmel bl) 49 bis 50 (49 bis 50), b2) 44 (45 bis 48), c) 42 bis 43 (40 bis 44). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (33 bis 39), c) 15 bis 32 (18 bis 30). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. 1913 bis 1915 Heinrich Keßler Vereinsführer. Vom Jahre 1915 ab leitete Sattlermeister Scheid die Vereinsgeschäste. Während er im Felde war (1916 bis 1919) wurde er durch Wagnermeister Heinrich Pfeiffer oertreten. In der Folge beteiligte sich der Verein an verschiedenen Prämiierungen, an Landes- und Reichsausstellungen, bei denen gute Erfolge erzielt werden konnten. Den Ortsvor- ständen wurde Dank gesagt für die stetige Bereit- stelluna von Mitteln zur Förderung der Ziegenzucht. Der Verein verfügt über ein erstklassiges Zucht- material. Der Vereinsführer forderte dazu auf, die Ansteigen der Spareinlagen. Die 35 Spar- und Girokassen Hessens, die Mo- natsausweife veröffentlichen, hatten im Februar 1939 ein Ansteigen der Spareinlagen auf 371,41 (369,11) Mill. RM. zu verzeichnen. Die Einzahlungen betrugen 10,195 (17,007), Zinsgutschriften nur noch 0,004 (3,158) Mill. RM., Auszahlungen sanken auf 7,867 (13,315) Mill. RM., während durch sonstige Um» buchungen ein Abgang von rd. 39000 (im Vormonat Zugang von 0,264 Mill. RM.) eintrat. Auch hier sind die flüssigen Mittel weiter erhöht, eigene Wertpapiere stiegen auf 112,787 (109,478), Guthaben bei anderen Kreditinstituten auf 70,854 (69,388) Mill. RM., während Schuldner auf 83,31 (82,65) Mitt. RM. anstiegen. Auf der Passivseite zeigen dagegen Gläubiger eine Erhöhung auf 46,479 (44,214) Mill. RM. Rhein-Mainische Börse. rNillagsbörse Aktien knapp gehalten. Frankfurt a. M., 16. März. In Enttäuschung über die ausgeblichenen Aufträge der Bankenkundschaft schritt der Berufshandel nach den gestrigen Vorkäufen zu Glattstellungen, so daß die Börse am Aktienmarkt bei weitgehender Geschäftsstille mit überwiegend leicht rückläufigen Kursen einsetzte. Die Abschläge hielten sich meist unter 1 v. H., doch kamen zunächst nur wenig Papiere zur Anfangsnotiz. JG.-Farben und Scheideanstatt ließen je 0,50 v. H. nach auf 149,50 bzw. 201, dagegen Rittgers- werke gut behauptet mit 139,25 (139). Don Berg- bauroerten ermäßigten sich Mannesmann auf 109,90 (110,65), Verein. Stahl auf 110,25 (110,75) und Hoesch auf 107 (107,25), während Rheinstahl gefragt wurden und 1,50 v. H. gewannen auf 135; Laurahütte blieben mit 13,75 behauptet. Don Elektropapieren gaben RWE. 1 v. H. nach auf 114,75, während AEG. mit 114,90 (114,75) gut gehalten blieben, ebenso einige Nebenwerte. Don Maschinen- altien fielen Moenus auf 121 (122) und Eßlinger auf 110,50 (111), Rheinmetall uno. 131,75. Im einzelnen schwächten sich Aschaffenburger Zellstoff auf 101,65 (102,50), Reichsbank auf 178 (178,-50) und AG. für Verkehr auf 119,25 (119,50) ab. Der Rentenmarkt lag sehr still. Reichsbahn- VA. kamen 0,13 v. H. höher an mit 123,25. Im Freioerkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 93,25 und 4proz. Rentenbank-Ablösung bei kleinen Umsätzen mit 89 gehalten. Reichsaltbesitz gingen auf 129,90 (130,20) zurück. Liquidationspfandbriefe lagen teilweise etwas höher, Franks. Hyp. 101 (100,75), Rheinische 101,10 (101). Stadtanleihen lagen wenig verändert. Von Industrie-Obligationen gingen 5proz. Gelsenbenzin unter pari auf 99,90 (100) zurück, 5 v. H. Eisenbahn-Bank weiter erhöht auf 89 (88,50). Der weitere Verlauf war äußerst sttll, die Kurse bröckelten überwiegend weiter etwas ab. IG.-Farben 149 nach 149,50, Verein. Stahl 110 nach 110,25, Rheinstahl 134 nach 135, AEG. 114,25 nach 114,90, Bemberg gaben ihren Gewinn der Abendbörse ganz Schulranzen aus Leder schon von 4.75 RM. an Lefler BöDriQ, Nenstam 43 jfialasiris Gesundheits-Korsett 13. —17. März 1672A persönliche Beratung Korseltmoden esebw. Hieraus Gießen Selters weg 59 „'Dai ist mein Grun-soh: Keine Wäsche ohne Burnus — es löst so schön und spart die halbe Wascharbeit." 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Dem Spielausschuß des VfB.-Reichsbahn ist es gelungen, am ersten Feiertag die bekannte Mannschaft des Sportvereins Union Niederrad zu einem Freundschaftsspiel auf dem Waldsportplatz zu verpflichten. Oer Film von Breslau kommt nach Gießen. Im Juli 1938 gab es für die deutsche Turn- und Sportwelt, ja für die ganze deutsche Oeffentlichkeit nur ein Wort: Breslau. Beim 1. Deutschen Turn- und Sportfest in der Hauptstadt des Schlesierlandes befand sich die geeinte deutsche Sportbewegung zu einem begeisternden Fest zusammen. In einem noch nie gelegenen Nahmen traten das deutsche Turnen und der deutsche Sport im Hermann-Göring-Sportfeld an. Darüber hinaus aber zeigten die politischen Großkundgebungen dieses Festes, wie sehr im nationalsozialistischen Staate die Leibeserziehung zu einem Grunbegriff des gesamten nationalen Lebens geworden ist. Alle großen Stunden von Breslau wurden mit der Kamera eingefangen. Dr. B r i e g e r, der schon im vorigen Jahre den Werbefilm schuf, der die deutschen Turner und Sportler nach Breslau rief, gestaltete auch diesen Film. Aus 15 OOO Meter.aufgenommenen Filmstreifen wählte er 2300 Meter, um daraus einen Film zu schaffen, der das Prädikat „staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" erhielt und gleichzeitig ein einzigartiges Bilddokument darstellt. Wir weisen schon jetzt auf die Veranstaltung hin. Er wird nicht nur alle Turner und Sportler zusammenrufen, söndern allen Volksgenossen einen Einblick geben, was Breslau 1938 für uns bedeutet, und was zu erleben jenen vergönnt war, die damals dabei fein konnten. Zweites llebungsspiel des Frankfurter Lehrgangs. Auf dem Frankfurter Eintracht-Sportplatz am „Riederwald" trugen die am Frankfurter Lehrgang beteiligten Nachwuchs-Fußballer ihr 2. Uebungsspiel aus, das die A-Mannschaft mit 1:0 (0:0) gegen eine 8-Mannschaft gewann. Insgesamt traten diesmal in den zweimal 45 Minuten 27 Spieler in Aktion. Unter den kritischen Augen des Reichstrainers kam es zu einem sehr schönen Spiel, in dem weitaus bessere Leistungen geboten wurden, als beim Treffen am Dienstag. Die Stürmer konnten allerdings auch diesmal nicht resllos überzeugen. Die Zusammenarbeit war zwar durchweg recht aut, aber der harte und genaue Torschuß fehlte vollständig. MV. Gießen Vasketball-Gaimeisier. Die Basketballmannschaft des Männerturnvereins konnte am Mittwoch in Marburg die erstmalig durchgeführte Gaumeisterschaft erringen. Im Endspiel stand sie in der Universitätsturnhalle in Marburg in der Aufstellung Krausch I, Krausch II, Möckel, Rau, Pfeiffer, Winter dem Militärsportverein Hofgeismar gegenüber. Das Ergebnis 26:22 für den Mtv. spiegelt zwar in keiner Weise die gezeigten Leistungen wider, zeigt aber, daß fehlende Technik durch riesigen Eifer fast ausgeglichen wird. Die technische Ueberlegenheit der Gießener war im gesamten Spiel unverkennbar, und besonders in der 1. Halbzeit trat dies hervor. Nach flüssiger Kombination war es in erster Linie R. Krausch, der die meisten Erfolge verbuchte. Mit 17:8 ging es in die Pause. Die zweite Halbzeit stand wohl auch im Zeichen der Männerturner, doch leisteten die Soldaten zähen Widerstand. Dazu kam, daß die Gießener erschreckend unsicher in den Freiwürfen waren:'auch das schlechte Abspiel verhalf dem Gegner zu billigen Erfolgen. Allerdings war der Vorsprung der Männerturner so groß, daß ihr Sieg nie gefährdet war. Mit 26:22 wurden sie Gaumeister. Die Mannschaft trifft nun am 1. und 2. April in der Gauppenmei st erschüft auf die Meister der Gaue Westfalen, Mittelrhein und Südwest. Wenn in eifrigem Training das noch Fehlende ergänzt wird, sollte sie in der Lage sein, auch hier erfolgreich zu bestehen. Deutsche Namen für Turnierpferde. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat kürzlich eine Anordnung erlassen, nach der für Dienstpferde der berittenen Ordnungspolizei lit Zukunft Namensbezeichnungen deutschen Ursprungs zu verwenden sind. Die Oberste Behörde für die Prüfungen von Warmblutpferden ist diesem Bei, spiel gefolgt und hat in die Turnierordnung folgenden Passus ausgenommen: „Bei der Namensgebung an junge Pferde ober beim Umtaufen solcher, die an Turnieren teilnehmen sollen, sind möglichst nur deutsche Namen zu wählen. Zumindest soll daraus dep deutsche Ursprung ersichtlich fein." Kleines Handball-Spielprogramm. Mit Rücksicht auf den Tag der Wehrmacht sind bis auf eine einzige Ausnahme alle für Sonntag angesetzten Spiele abgesagt lvorden. Lediglich Katzensurt und Hörnsheim stehen sich gegenüber, weil die Spiele der an der Spitze stehenden Mannschaften unter allen Umständen gefördert werden müssen. Die Staffel IV der Bezirksklasse hat inzwischen eine Aenderung insofern erfahren, als die Mannschaft des VfL. 1860 Mgrburg wegen dreimaligem Nichtantreten ausgeschlossen werden mußte. Damit sind alle bereits ausgetragenen und etwa noch auszutragenden Treffen gegenstandslos geworden. Ebenso kann naturgemäß auch eine Wertung nicht vorgenommen werden. Tv. Katzensurt — Tv. Hörnsheim. Die Katzenfurter haben in letzter Zeit in ihren Leistungen außerordentlich stark nachgelassen. Die Mannschaft, die zu Beginn der Runde mit einem bewunderungswürdigen Elan alle Spiele gewann, ist heute durch Spielerabgänge stark geschwächt. Immerhin ist sie noch stark genug, um vor allen Dingen auf eigenem Gelände gerade für die Mannschaften der Spitzengruppe gefährlich werden zu können. In Wetzlar mißt im Rahmen des Tages der Wehrmacht eine verstärkt spielende Stadtmannschaft ihre Kräfte mit verschiedenen Standortmannschaften, und zwar im Rahmen eines kleinen Blitzturniers. Die restlichen Spiele der Rückrunde in. den beiden Staffeln der Bezirksklasse werden wie folgt neu angesetzt: Staffel IV. 26. 3. 39 Luftwaffe — Mtv. Gießen Ockershausen — MSB. Barbara 2. 4. 39 1900 Gießen — Ockershausen 23. 4. 39 1900 Gießen — Mtv. Gießen Staffel V. 26. 3. 39 Lützellinden — Hörnsheim Wetzlar — Niedergirmes 2. 4. 39 Lützellinden — Niedergirmes Wetzlar — Katzensurt 10. 4. 39 Katzensurt — Lützellinden Diese Termine sind- endgültig und müssen unter | allen Umständen eingehalten werden. Rundfunkprogramm Samstag, 18. TNärz. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh« konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30; Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland: Osterküken. Mutti geht mit ihren Kindern spazieren. 10: Schulfunk: Die „kleine Exzellenz", der große Arbeiter. Hörszenen aus dem Leben Adolf Menzels. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert I: Es spielen die Wiener Sinfoniker. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wie es euch gefällt! (Unterhaltsame Musik.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Wer angibt, hat mehr vom Leben. Unsere Pimpfe haben hier allerlei zu sagen. 16: „Wie einst im Mai ..." Schmunzelnde Rückerinnerungen an fröhliche Klänge vergangener Tage. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.20: Zum Tag der Wehrmacht: Bei der Kavallerie. 18.30: Blasmusik. Ausgeführt von dem Musikkorps des Infanterie-Regiments 81. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Hallo, Hallo — heut sind wir froh ... (Buntes musikalisches Programm.) Neue Stoffe Gießen lz.Z.Kath. Schwesternhaus), ben 16.^'^1939 1879t) dazu wird Gießen „Ja“ sagen 3.55 6.80 strickt 2.70 GiEteDMMiHlerSiraßel? 1887 A l