Dienstag, »r.Zanuar 1939 189. Jahrgang H Erstes Blatt f» ft (Eigener Bericht des Gießener Anzeigers EF. Paris. Januar 1939. v. M. Belgrad, 16. Januar 1939. Der ungarische Außenminister in Berlin trachter Ungartum neu« Probleme fefet liemsche Bollwerk Pantelleria im Entstehen begriffen. Im Hafen von Bizerta wird vor allem die Fahrrinne bis zu einer Tiefe von 12 Meter ausgebaggert, um sie auch für die größten Schlachtschiffe des Typs „Richelieu" fahrbar zu machen. Hierfür sollen im Laufe der Jahre nicht weniger als 85 Millionen Franken ausgegeben werden. Mers-el-Kebir soll mit der Zeit ein „franzo sisches Gibraltar" werden, und es kann nach dem Urteil der Fachleute sowohl auf Grund seiner natürlichen Küstenlage wie infolge seiner strategischen Bedeutung im westlichen Mittelmeer Anspruch hieraus erheben. Bis zur spanischen Küste (Cap de ©ata) sind es von hier aus nur etwa 150 Kilometer, so daß also Mers-el-Kebir so gut als Ergänzung zu Gibraltar, besonders im Zusammenwirken mit der britischen Flotte, für die Absperrung des westlichen Mittelmeers gedacht werden kann. Für das Jahr 1939 sind weitere Raten von acht Millionen Franken vorgesehen, die in Mers-el-Kebir für den Ankauf von Gelände, die Errichtung von Magazinen und den Bau eines großen ausgebaggerten Hafen- Das Bestreben Italiens und Jugoslawiens geht dahin, auch tzm nördlichen Teil des Sud- ostens solche Verhältnisse zu schaffen. Der erste Schritt in dieser Richtung wäre die Schaffung freundschaftlicher Beziehungen z w i s ch e n U n - und seinen Nachbarn. Jugoslawien. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/a mehr. 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Mengenabschlüsse Staffel B blchemr täglich, außer Sinntags und Feiertags Biilagtn: Die Illustrierte Ebener Familienblätter tzkimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Oitne Illustrierte , 1.80 Astellgebühr . . „ -.25 Azch bei Nichterscheinen vrn einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kanlsurt am Main 11686 Der Besuch des Grasen Ciano in Belgrad Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. boote, abgesehen von einer Anzahl Kanonenboote) auf die Dauer nicht durch die Kreuzfahrten einzelner, auf weiten Reisen befindlicher Einheiten ersetzt werden könne. r , Im ganzen zeigen sich die stanzosischen Admirale von der Bewilligungsfreudigkeit des Parlaments für die Flottenrüstungen sehr angenehm berührt. Der Marineminister hat nicht lange um seine Kredite zu kämpfen brauchen: das Parlament wär ja ohnehin im Zeichen des monatelang geübten Regimes der Notverordnungen mürbe geworden. Aber abgesehen davon stieß der Minister schon deswegen auf keine ernsthaften Schwierigkeiten, weil eben die Losung „Verteidigung des Imperiums um jeden Preis, zu Lande, zur See und m der Luft" zur Parole des Tages geworden ist. Inspektionsreise Gamelins nach Nordafrika. Paris, 16. Jan. (Europapreß.) Der Generalstabschef der französischen Wehrmacht, General G a- den Durchbruch des Volkstumsgedankens und damit der Gerechtigkeit brachte. Aber das ungarische Problem reicht viel tiefer und muß zunächst wohlwollend verstanden werden, bevor etwa einer Kritik das Wort gegeben werden kann. Wenn wir die Geschichte Ungarns m den letzten hundert Jahren richtig verstehen so spricht uns die Person des Begründers des modernen Ungartums, des Grafen Szechenyi, mächtig an. Er war ungarischer Magnat und österreichischer Offizier, der an der Schlacht von Leipzig teilgenommen hatte^ Seine Besinnung auf das angeborene Ungartum ist nicht ohne romantischen Einschlag: aber ganz unromantisch, sehr zielstrebig und auch opfervoll ist seine Tatenfreude. Er schuf die mächtige Kettenbrücke über die Donau bei Budapest, er widmete sich der Hebung der Landwirtschaft und Pferdezucht, er leistete Vorarbeit für die Schiffbarmachung der Donau über die Strudel des Eisernen Tores hinaus, das Ungarn vom Balkan scheidet. Der aufmerksame Be- w . . . . • s___ htßfoa mtfcprnrhpnf: Melin, und der Admiralstabschef der französischen! Flotte, Vizeadmiral Darlan, werden sich am 19. Januar an Bord des Kreuzers „Emile Berttn zu einer längeren Inspektionsreise in die noröafna konischen Besitzungen Frankreichs begeben. Die Besichtigung wird am 21. Januar in O r a n beginnen. Am 28. Januar werden Gamelin und Darlan in Casablanca eintreffen, von wo aus Darlan im Februar seine Inspektionsreise bis nach Da- k a r (Westafrika) fortsetzen wird. Die sogenannte Maqinotlinie der Wüste an der Grenze Zwischen Tunis und Libyen wurde von Gamelin bereits Ende des vergangenen Jahres in Augenschein genommen. Vor der Abreise Gamelins wird das tn Toulon stationierte französische Mittelmeerge- schwader zu einer längeren Uebungsfahrt tn die nordafrikanischen Gewässer auslaufen. Ein Teil des französischen Atlantik-Geschwaders wird an diesen Manövern teilnehmen, wahrend drer französische U-Boote eine Kreuzfahrt an der fyvi- • schen Küste durchführen werden. ungarische Aubenministe^G r^a f bassins verwendet werden. An der atlantischen Küste Afrikas sind die beiden Haupthäfen Frankreichs Casablanca und Da- kr- ierungen als in dieser kaum Zwanzig Jahre zurückliegenden Zeit. Die Forderung lautet: Schutz der überseeischen Verbindungswege um leben ^rei^ einschließlich der Verbindungen nach Jndochina uno Madagaskar. Deshalb mü||en die Schcke.bor allem bie Kreuzer, stärker gebaut und fd)netler fein. Die „Lektion vom August 1914 ein Alpdruck aut den Nerantw-Echen der Kriegsmarine. Der Marineminister .^ampinchi h erst vor kurzem auf die damals gemachten EfY rungen hingewlefen, die Frankreich r. Dispositionen für den Schutz der überstehenBer binbungen fo zu treffen, daß es auch ) England auskommen kann. Damals hat E g land nur die Verbindung bis 3um SaP ber Wüten Hoffnung im Atlantischen Oj"«’ & fiert, aber im Indischen O z e an, reich ebenfalls wichtige Interessen zu uert d g n bat, mar es auf sich allein und 'n bicfem Gebiet konnten damals die deutschen. z , nicht rneniger als 225 000 Tonnen chandelsfchM- m ( der BUck auf SU- J lien. Carnpinchi, der die Rnso^derung ^b(än= Ministeriums mit ,ugendlichem Elan I bifchem Temperament vertritt (er ist »arf-d ' abgesehen vom Schuh der Der &un?ne ^^che Aufgabe der französischen 51“116. “ U, „ 11 e auf ICornel gebracht: die feindliche i hoh - rSe ° aufz n f u ch en und fte Nichten. Dazu braucht b*n8feine Seerüftung und darum will es unter Umstan '[äf)r(id)en Zeitig steigern, daß es auch «»'™’ ^er Seerüftung punkt des Jahres 1942 gegen wird. Des- Äaliens nicht ins ^ntertteff n o Regime wegen sollen die Bauz e Voranschläge bis zu ber Vierzig-Stundenwoche »iett"oraa,^era abge- einem Jahr uberfchntien h , 6a5 zz 000 - kürzt werdem Am fewen Tage,^„ Stapel Tonnen-Schlachtfchlff J ■ weiteres 35000- läuft, am 17• “ir ©Umence au", atff Tonnen-Schlachtschlff, dem 2. Mai Kiel gelegt werden und ramm, das sich 1938 ist em einen Kreuzer und u. a. auf zwei SBachtschN bemiUigt um die Ge- fieben Unterseeboote en neaerlüber berjenigen Jta- famttonnage 5ran^re^ Ia9ne9n. Für das Jahr 1942 üens nicht absinken Z JVfanb üon 700 000 Tonrechnet man nnt ein Kriegsmarine, der nur nen für die..^ÄOnnage der französischen unwesentlich über der mirb. Marine in aushalt Jahres 1939 em» Die w den Sta h ^arine belaufen sich auf gesetzten ^ol-V m>iniarben Franken, und nicht we- insgesamt 8'17J^ie auf diesem letzteren Ge- s t u tz P unkre- Unsttengungen zielbewußt biet setzt Frantte^ch^ abgesehen von den 'ort- JHL?1 Heimathäfen, besonders die beiden französische^ jn Tunis und Mers-el- Kriegshafen -oAlgerien, denen die Haupt- Kebir.'w wefttichen^ig^ 25 arge fli»- u • ^gtzten Einbuchtung mr^! ßrift einer ber be ten Kriegshäfen der Welt, befindet, ist ei,ner11tf_mmen mit Malta die Durch- M3U best^mmtt Z f w öftnd^en Mittelmeer zu rabrt vom westlich^ zum Hwt zrnifch-n Afrika und Sizilien da- ita- igogeoier oev -------, . . - Ä-ÄÄ/Ä! SS* f»VLL ^rpL I kuch"auch o“ itlfchen Hi nt^e r’gmu d X Lage in Mitteleuropa hatte dieser Der. Berlin, 18.Januar. (DNB.f Am Montagvor. rnittoa traf der ungarische Außenminister Csaky auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein wo sich der Reichsminister des Auswarstaen u. Ribbentrop zur Begrüßung ^ngefunden hatte. Ferner waren der Berliner Gesandte Un garns Sztojay, Staatssekretär Weizs acker, der deutsche Gesandte in Budapest vE r dm an ns- dorff und der italienische Botschafter Attolico erschienen* Reichsminister Ribbenttop empfing mittags in Anwesenheit des Gesandten Sztojay den ungarischen Außenminister. Die zwei^ Stunden dauernde Aussprache, die m freundschaftlichem und herzlichem Geist geführt wurde, diente der emtzehen- den Erörterung der deutsch-ungarischen Beziehungen. Der Gesandte Sztojay gab em Mittagessen an dem neben dem ungarischen Außenminister Reichs außenminister v. Ribbentrop und der italienisch Botschafter Attolico teilnahmen. Ferner waren anwesend die Reichsminister Dr. Frick, Rust, Frank, Funk, Generaloberst Keitel, Reichspressechef Dr Dietrich, Reichsleiter Bouhler Relchsjugendfuhrer v. Schirach, Staatssekretär Generaloberst Milch, Staatssekretär Freiherr v. Weizsäcker^ General der Flieger Stumpff, Staatssekretär Keppler Oder- gruppenführer Lorenz und Gruppenführer Heydrich. Der F ü h r er enmpfmg im Besiem des Reichs- ministers des Auswärttgen, v o n R i b b e n t r o p , am Montagnachmittag m den Raumen der neuen Reichskanzlei den ungarischen ^ußemnlnlster G r a f Ciakn zu'einer Aussprache. Relchsmmlster von Ribbentrop gab am Montagabend ZU Ehren des unHsrifchen Außenministers em.Abendessen ,m Hotel Kaiserhof, an dem auch der.lapanische Bot. : schafter Oshima und der italienische Botschafter Attolico teilnahmen. U. a. waren anwesend d Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk, Rus, Frank, Funk, die Staatssekretäre Freiherr von ' Weizsäcker und Zschintzsch sowie andere namhafte | Dertreter von Staat, Partei und Wirtschaft Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrnck und Verlag: Lrühlsche Univerfilättdruckerei «.Lange in Sieben. Schristleilung und SeschSftrftelle: Schulsttahe 7 Zahlreiche Bombenanschläge in England TDRTOSA e ° Der Staat Mandschukuo hat eine Bevölkerung von runh 38 Millionen Menschen. Er hat mit einem Gebiet von 1300 000 Quadratkilometer eine Größe wie Großdeutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Ungarn zusammenge- nommen. Schon in den ersten Jahren seiner staatlichen Selbständigkeit wuchs unter der Anleitung Japans die Länge seiner Eisenbahnstrecken von 6000 auf 9500 Kilometer, die Strecken seiner Autobuslinien von 1000 auf 7500 Kilometer. Die Einlagen bei den Postsparkassen verzehnfachten sich. Das Land verfügt über eine Agrarreserve von minde- stens 20 Millionen Hektar und über einen Besitz von rund 22 Millionen Hektar an Wald. Zu seinen Bodenschätzen zählen Kohlenflöze von mindesten? 1,7 dürfe. Alle Mächte seien berufen, diese Organisa- tion in enger Zusammenarbeit auszurotten. Die Komintern habe bereits versucht, Spanien und Mitteleuropa zu bolschewisieren, sie sei aber durch Deutschland und Nationalspanien v e r t r i e« ben worden. In England und in Frank, reich habe sich die Komintern unter dem Deck- den Erfolg gehabt, daß die Antikomintern- Bewegung in ganz Europa an Stärke gewonnen habe. Jetzt habe sich auch Ungarn dem Antikomrnternpakt angeschlossen. In Ostasien habe zuerst Japan den Kampf gegen die kommunistische . Bedrohung ausgenommen. Durch den Beitritt Mondschukuos habe sich nun eine antibolschewistische Front gebildet, die sich über ganz Europa und Asien ausbreite. Japan begrüße herzlich den Hinzutritt zweier starker Glieder im Osten und Westen. Der Ernst der unterirdischen Tätigkeit Moskaus in Mandschukuo zeigt sich allein in der Tatsache, daß im Laus von drei Jahren nicht weniger als 500 Kommunisten wegen erwiesener staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet werden mußten. Um auch dem Lande selbst eine innere Abwehrfähigkeit zu geben, wurde noch im Jahre der Staatsgründung, also vor nunmehr sieben Jahren, eine Bewegung von betont antikommunistischer Richtung, die „H s i e h - h . H u i"° Bewegung gegründet. Sie fuhrt die Aufklärungsarbeit im ganzen Lande durch und veranstaltet alljährlich eine besondere Kamvfwoche gegen die Komintern. Armeekorps, das an der katalanischen Küste entlang in nordöstlicher Richtung gegen Barcelona vordringt, erklärte, außer einigen wenigen noch Widerstand leistenden Milizeinheiten befinde sich das Gros der katalanischen Armee aufder Flucht. Der Künste im Bunde. Auch Mandschukuo tritt dem Antikomintern-Abkommen bei. der Berübung von Untaten für politische Zwecke ein Ende zu setzen. Aufregung in Loudon. abs. London, 16. Januar. kelstein angeblich diesmal nicht nach Genf kommen wird. < Am ersten Tag beschäftigte sich der Rat nur mit der Frage der Zurückziehung nichtspanischer Kriegsteilnehmer. Die Zahlen in dem Bericht der Militärkommission, die diese Frage zu prüfen hatte, lassen die Buntheit des Dölker- gemisches in den Rechen der Rot-„Spanier" und den Umsang der Einmischung durch Angehörige fremder Staaten erkennen. Bezeichnend für die Stimmung, die in Rotspanien herrscht, ist die Feststellung der Kommission, daß allein in der Zone von Barcelona Hunderte von „Freiwilligen" i n sowjetspanischen Gefängnissen ermittelt wurden. Zur allgemeinen Verwunderung hielt der französische Außenminister Bonnet es für angebracht, in der Aussprache über diese Angelegenheit den rotspanischen Machthabern für die Unterstützung der Militärkommission zu danken. Der britische Außenminister Lord Halifax be-1 schränkte sich im wesentlichen auf sachliche Betrachtungen. Bonnet und Lord Halifax werden noch im Lause dieser Nacht Genf wieder verlassen. Genfer Ratstagung. Gens, 16. Jan. (DNB.) Aus der Tagesordnung der 10 4. Tagung des Rates der Genfer Liga, die voraussichtlich bis zum 21. Januar oauern wird, sind nur zwei Fragen von politischer Bedeutuna vermerkt, nämlich der chinesisch- japanische Streitfall und der spanische Bürgerkrieg. In beiden Angelegenheiten ist mit wichtigen Beschlüssen der Genser Liga nicht zu rechnen. Das Hauptinteresse der Tagung dürfte wieder in den Kulissenverhandlungen zu erblicken sein, an denen sich der englische Außenminister Lord Halifax und der französische Außenminister Bonnet beteiligen werden, wogegen der sowjetrussische Außenminister Litwinoff-Fin- Der ungefähre Frontoerlauf in Katalonien nach der Eroberung Tarragonas. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Fronteinbuchtung bestand — ihren Dormarsch durch einen bedeutenden Erfolg gekrönt, Cervera ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Den von Süden heranrückenden Divisionen und den auf der Straße Lerida—Barcelona operierenden nationalspanischen Truppen ist es am Montagabend gelungen, die strategisch äußerst wichtige Stadt I g u a l a d a einzunehmen. Damit haben die nationalen Truppen auch an dieser Stelle den Kamm des katalanischen Gebirges überschritten und dringen nun das Tal des Rio Noya abwärts immer tiefer in die katalanische Küstenebene mit Richtung aus Barcelona vor. General Franco hat am Montagabend über den nationalen Rundfunk einen Aufruf an die Katalanen gerichtet, jeden weiteren Widerstand aufzugeben, da er militärisch nutzlos sei und nur unnötiges Blutvergießen verursachen würde. General Yague, der Befehlshaber des marokkanischen etwas stümperhaften Terroraktionen gegenüber unD erwartet von den Ermittlungen Scotland Yards >eine volle Aufklärung der Hintergründe und die (Ergreifung der Täter. Daß man auf der Regierungsseite das größte Interesse an einem schleunigen Durchgreifen hat, geht schon daraus hervor, daß das Innenministerium von der Kriminalpolizei und der politischen Abteilung Scotlands Yards ständig auf dem laufenden gehalten werden muß. / Montag wurde auch in London, namenllich an den Anschlagtafeln vieler Kirchen, die Proklamation der Irischen Republikanischen Armee angehestet, die am Sonntag schon in Irland zu finden war und zu Gegenmaßnahmen der Regierungen von Irland und Ulster geführt hatte. In dieser Proklamation wird von England gefordert, daß es seine Streitkräfte, seine Zivilbeamten und Einrichtungen aus allen Teilen Irlands zurück zi e h e. Am Montagabend waren in allen größeren Städten Englands Polizeistreifen eingesetzt, die die Elektrizitätswerke, die Wasserwerke und Pumpstationen, bewachten. Beamte des Son- derdezernats von Scotland Yard waren am Dienstagmorgen unterwegs, um bekannte irische Revolutionäre in Haft zu nehmen. Doch sind bis zur Stunde noch keine Festnahmen gemeldet worden. Das läßt darauf schließen, daß mit der müßten Geheimhaltung vorge- gangen wird. Eine Reihe von Irländern haben die Aufforderung erhalten, umgehend England zu verlassen, wenn sie nicht deportiert werden wollen. Ein angesehenes Blatt, wie die „Daily Mail" gibt die halbamtliche Auffassung wieder, es handle sich um „sinnlose Ausschreitungen", die zwar aus politischen Gründen unternommen worden seien, aber keinen tieferen politischen Sinn hätten. Das Blatt glaubt an eine weitverzweigte Verschwörung mit dem Ziel, die Elektrizitätsversorgung großer Gebiete stillzulegen und verlangt zum Schluß: „Den bewaffneten Gangstern darf keine Gnade gezeigt werden." Hsingking. 17. Ian. (DRV. Funkspruch.) Die mandschurische Regierung gibt heule morgen offiziell ihren Eintritt in die Aatikominternfront bekannt, nachdem sie am Montag ihre Bereitschaft dazu bekundet hatte, dem Ersuchen der Antikominternmächte Folge zu leisten. * Langsam, aber sicher, weitet sich der Antikomin- ternpatt weltpolitisch aus. Nachdem wir eben den Beitritt Ungarns verzeichnen konnten, ist nun aüch Mandschukuo dem Pakt beigetreten. Wert und Wichtigkeit dieses Vorganges liegen vor allem in der Tatsache, daß damit zum ersten Male a u f de m osta statischen Fe st lande ein Staat eine ausgesprochen antikommunistische Linie vertritt und dadurch den japanischen Antikomintern-Pfeiler wesentlich verstärkt. Dieser Wert wird gesteigert dadurch, daß Mandschukuo in seiner ganzen geographischen Breite unmittelbar an die südsibirische Angriffsbasis Sowjetrußlands angrenzt und mit seinen eigenen modernen Befestigungsanlagen auch militärisch ein starkes Sperrfort gegen den bolsche- wisttschen Nachbarn b'ilhet. Seitdem nun infolge der japanischen Expansion auf dem Festlande in dem Gebiet südlich der Mandschurei ein gewaltiger Landkomplex der bereits eingefreffenen Bolschewisierung entrissen wurde, hängt auch die Linke (westliche) Flanke der Mandschurei nicht mehr in der Lust. Die äußere Front verläuft jetzt — ganz grob gesehen — ungefähr in einer Nordsüdlinie, die von der West- grenze des Kaiserreiches Mandschukuo ausgeht. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß dieser ersten Ausdehnung des Antikomintern-Paktes auf das fernöstliche Festland Erweiterungen folgen werden, früher oder später. Wie Ungarn, so weiß auch Mandschukuo sehr genau, was es von der Komintern und ihrer Zer- !^9spolitik zu halten hat. Bis zum 1. März 1932 also bis zur offiziellen Bildung des Staates Mandschukuo, hat Moskau nicht aufgehört, dieses Gebiet zu beeinflussen-, Mittel dazu waren im besonderen der Besitz der Ostchinesischen Bahn, die Durchsetzung des Landes mit Kominternagenten und die eigenen Provinzorganisationen der Kom- mumsten in der Mandschurei. Daß die durchweg Mlliaichen Tonnen, Eisenerze von 400 Millionen z Tonnen, Oelschiefer mit einem Gehalt von 6 h? 7 v. H., schließlich Vorkommen an Gold, Kupfer' Zinn, Zink, Silber und Magnesit. Die Ausfuhr des! jungen Staates stieg bereits von 1933 bis 36 «J 43 v. H. m Zwischen Deutschland und Mandsch^, kuo bestehen zahlreiche direkte Beziehungen, beteni beiderseitige Verpflichtung sich u. a. in den Gesandtschaften und Handelsdelegattonen verkörpern. gJ der Reichstagsrede vom 20. Februar vergangenen! Jahres gab Der Führer die offizielle Anerkennung Mondschukuos durch Deutschland bekannt. Reqe Handelsbeziehungen bestehen zwischen beiden Staaten. Die Mandschurei exportiert jährlich mehrere Millionen Tonnen an Sojabohne, von denen ein beträchtlicher Teil nach Deutschland geht. Dieses liefert seinerseits große Maschinenanlagen wie beispielsweise Löschvorrichtungen für den größten Hasen Mandschukuos, Dairen, Krananlagen, Kran- öampfer, Brückenbauten, Maschinen für Eisenhüttenwerke, Schienen, Diesellokomotiven usw. B. R. Japan begrüßt den Beitritt 1 Randschnkuos. politische Hintergründe. Irische Republikaner oder Kommunisten. London, 16. Jan. (DNB.) In London und Manchester ereigneten sich am Montagvvrmittag gleichzeitig mehrere schwere Explosionen. Die erste in der Nähe eines großen Elektrizitätswerkes im Südosten von London, außerhalb der Kontrollstation, von der aus ganz Südost-England mit Strom beliefert wird. Der Knall der Explosion, die von einer starken Stichflamme begleitet war, war meilenweit zu hören. Auf dem Vorplatz des Gebäudes wurde ein gewaltiges Loch in den Boden gerissen. In weitem Umkreis gingen Tausende von Fensterscheiben in Scherben. Verletzt wurde jedoch niemand. Die Kontrollstation selbst wurde nicht beschädigt, da sie während der Septemberkrise bombensicher gemacht worden war. In London ist ein zweiter Bombenanschlag verübt worden auf eine Stark st romleitung des Elektrizitätswerkes Willesden über den Grand-Junction-Kanal. In Manchester, wo sich gleichzeitig drei Explosionen an verschiedenen Stellen ereigneten, wurde ein Mann getötet und zwei verletzt. Das Straßenpflaster wurde aufgerissen. Elektrische Anlagen sind zerstört und Geschäftshäuser schwer beschädigt worden. Die Straßen waren mit Glasscherben ‘ übersät. Spät abends wurde dann noch aus Buckingham gemeldet, daß auch dort ein Bombenanschlag auf die Elektrizitäts- und Wasserwerke verübt worden ist. Ein Teil des Werkes soll beschädigt worden sein. Die. Polizei ist der Auffassung, daß es sich bei allen diesen Explosionen um Anschläge von organisierten Banden handelt. Wie verschiedene Zeitungen melden, scheint die Polizei irische N a - t i o n a l i st e n mit diesen Anschlägen in Verbindung zu bringen, jedoch muß in diesem Zusammenhang an die zahlreichen Sabotageakte yuf englischen Kriegsschiffen und Werften erinnert werden, Die sich vor einigen Monaten ereigneten, und die einwandfrei auf kommunistische Kreise zurückzuführen waren. Irgendwelche Ergebnisse haben die fieberhaften Untersuchungen der Polizei bisher noch nicht gezeitigt. Sämtliche Kraftwerke Englands sind in der Nacht zum Dienstag von starken Polizeiaufgeboten bewacht, da man mit neuen Anschlägen rechnet. Der nordirische Innenminister Sir Dawson Bates nahm am Montag auf die Proklamation Bezug, die namens einer fogenannten „Irischen republikanischen ^Regierung" und der Irischen Republikanischen Armee verbreitet worden ist. Bates erklärte, die Sprengung von sechs Zollhäusern an der Grenze zwischen Nord- und Süd-Irland müsse wohl als die erste Handlung in einer neuen Kampagne dieser Bewegung betrachtet werden. Der Innenminister fügte noch hinzu, die Regierung von Nordirland fei über das Bevorstehen derartiger Zwischenfälle unterrichtet gewesen und habe sich gerade aus die- Japan vermißt englischen Wirklichkeitsß'nn. Tokio, ,17. Jan. (Europapreß). Auf Anfragen aus europäischen Beobachterkreisen wurde die Mei- nung geäußert, daß die englische Note an Japan feinen „Wirklichkeitssinn" für den gegenwärtigen Gang der Fernost-Ereignisse aufweise. In. japanischen Kreisen ist man der Auffassung, von nun an seien alle Ostasien betreffenden Fragen im Lichte der Niederlage Chinas zu werten. Japans fester Wille, eine neue Ordnung aufzurichten, könne nicht einfach bei Seite geschoben werden. Man erwartet weitere Besprechungen zwischen dem englischen Botschafter und dem Außenminister Anita, doch dürfte sich an der japanischen Haltung nichts ändern. Den von England geltend gemachten Handelsinteresstn bringt man ein gewisses Verständnis entgegen, doch zeigt sich kaum irgendeine Neigung, die „offene Tür" in ihrer alten Form wieder erstehen zu lassen. Alles deutet darauf hin, daß Japan die Probe machen will, wie weit England und Amerika in der Durchsetzung ihrer Forderungen zu gehen bereit sind. Keine japanische Einheitspartei. Tokio, 16. Jan. (DNB.) Die Gründung einer japanischen Einheitspartei, auf die im vorigen Jahre hingearbeitet wurde, ist von der neuen Regierung fallen gelassen worden. Ministerpräsident Baron Hiranuma erklärte, daß er nicht die Absicht habe, Derartige Pläne weiterzuführen. Auch eine Reihe wichtiger Gesetzentwürfe, die der frühere Innenminister, Admiral Suyetsugu, für den Reichstag vorbereitet hatte, ist z u r ü ck g e st e l lt worden. Dabei handelte es sich u. a. um, eine Abänderung Der Pressegesetze und Die Einführung eines Schriftleitergesetzes. Es sei äußerst unwahrscheinlich. Daß Innenminister Kido das Reformprogramm seines Vorgängers noch einmal aufnehmen mürDe. Arabische Vorkonferenz in Kairo. Kairo, 16. Jan. (Europapreß.) Am Montagmst- tag traf in Kairo Der irakische Ministerpräsident Ruri es Said ein, der auf seiner Reise von Bagdad nach Kairo in der Hauptstadt Transjordaniens, Amman, Fühlung mit dem Emir Abdullah von Transjordanien und in Beirut mit dem Mufti vonJerusalem genommen hatte. Nuri es Said soll 'unmittelbar nach seiner Ankunft in Kairo eine Besprechung mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Mohammed Mahmud Pascha gehabt haben. Die erste Sitzung der internen arabischen Vorkonferenz, zu der nun alle Vertreter ein* getroffen sind, ist für Mittwoch in Aussicht genommen. Auf dieser Konferenz sollen die Vertreter der arabischen Nachbarstaaten Palästinas auf das Mindestprogramm der palästinensischen Araberführer festgelegt werden. Sollte sich das infolge englischer Vorstellungen bei Den arabischen Regierungen als unmöglich erweisen, so werde eine Beschickung der Londoner Palästina-Konferenz durch die Palästina- Araber als zwecklos betrachtet. Das arabische Komitee hat das Angebot Englands, die Kosten für Die Reife und Den Aufenthalt in London für Die arabischen Palästina-Delegierten der Londoner Palästinakonferenz zu bezahlen, strikt abgelehnt. In arabischen Kreisen hat dieser Beschluß des Hochkomitees größte Befriedigung ausgelöst. Englische Flottenübungen im Mittelmeer und Atlantik. L o n b o n , 16. Januar. (Europapreß.) Das soeben amtlich bekanntgegebene Programm der Frühlingsausfahrt der englischen Heimatflotte sieht vor, daß sich Die Einheiten, Die die Heimathäfen am 17. Januar verlassen, in Gibraltar sammeln. Der OberkommandierenDe wird in seinem Flaggschiff „Nelson" Malta besuchen. Zwei Schlachtschiffe erscheinen im Februar an der s r a n z o s i s ch e n R i' oiera. Andere Einheiten laufen weitere französische, ferner algerische und portugiesischc kommunistisch infizierten Räuberbanden in Der Mandschurei, die vor der Unabhängigkeitserklärung sich auf insgesamt 2,1 Millionen Mgnn beliefen, für Moskau die gegebene Partisanentruppe war, braucht man nicht weiter zu erläutern. Mandschukuo war nach seiner Selbständiakeitsertlärung an sich in einer schwierigen Lage insofern, als es im Norden und Westen den bolschewistischen Feind unmittelbar an der Grenze hatte und mit ihm die 20 Divisionen der sowjetrussischen Fernostarmee in Stärke von 400 000 Mann mit 2000 Flugzeugen und 600 Tanks, dazu die gewaltigen Ausfallbefestiaungen der Sowjets längs der Grenze und schließlich die starke Seefestung Wladiwostok mit 50 000 Mann Besatzung und Luftgeschwadern von 400 Maschinen. Eine Reserve dieser gewaltigen Armee bilden Die 50 000 ehemaligen Rotarmisten, die man im Grenzgebiet angesiedelt hat, und durch regelmäßige, militärische Hebungen schult. such nicht Den ' gewünschten Erfolg. Doch Jugoslawien, unterstützt von Italien, ließ sich dadurch nicht entmutigen, sondern setzte seine Bemühungen fort. Diese Bemühungen finden auch in Budapest volles Verständnis. Es soll dieselbe Prozedur angewen- Det werden, wie bei der Konsolidierung der Beziehungen zwischen Bulgarien und Den Staaken des Balkanbundes. Zuerst schloß Jugoslawien mit Bulgarien Freundschaft, die Dann auf alle anderen Mitglieder des Balkanbundes und Nachbarn Bulgariens ausgedehnt wurde. Nunmehr soll zuerst Jugoslawien mit Ungarn Freundschaft schließen als ersten Schritt zur Versöhnung Ungarns mit allen seinen Nachbarn. Graf Eiano, der in dieser Rich- hing bereits während feines Besuches in Ungarn, im Dezember 1938 vorgearbeitet hat, soll in Belgrad das Werk Der ungarisch-jugoslawischen Freundschaft zu Ende führen. Das bulgarische Beispiel hat gezeigt, daß Freundschaften zwischen einstigen Feinden bei gutem Willen auf beiden Seiten auch ohne ©ebietsabtretun-- gen und territoriale Revisionen auf feste Grundlagen gestellt werden können. Auch Die jugoslawisch-ungarische Freundschaft kann auf denselben Grundsätzen aufgebaut werden. Jugoslawien hat keinerlei Gebietsansprüche, ist aber ein festgefügter Staat, Der von feinem Gebiet nichts abtreten will. Dieser Grundsatz Der jugoslawischen Außenpolitik wurde oft. und mit Nachdruck von jugoslawischen maßgebenden Faktoren hervorgehoben Ausschlaggebend für Freundschaften im Südostraum, in dem Die Völker so stark untereinander vermischt leben, ist der Geist der Zusammenarbeit, den Jugoslawien stets gegenüber seinen Freunden bewiesen hat und Der Das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien einerseits und Jugoslawien und den Staaten des Balkans anderseits beherrscht. Die politischen Freundschaften führen auch zu besseren wirtschaftlichen Beziehungen. Der Südostraum einerseits und Deutschland und Italien anderseits sind Gebiete, Die sich wirtschaftlich ergänzen. Ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit kann noch weitgehend ausgebaut werden. Das wünschen auch. Deutschland und Italien. Während des Besuches des Grafen Eiano in Belgrad werden sicherlich auch diese Probleme her Verstärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zur Sprache gelangen. Alle diese Fragen und Probleme zeigen aber, daß Die Belgrader Zusammenkunft eine neue wichtige Etappe in Der politischen unD wirtschaftlichen Konsolidierung Des Südostens Darstellen roerDe. EmeunmißverstandlicheAntwott Französische Angriffe auf die Ehre der italienischen Soldaten. Rom, 16. Jan. (Europapreß.) Im Verlaufe Der römischen Ministerzusammenkunft hat Mussolini dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain erklärt, Daß eine italienisch-französische Aussprache auch nach Beendigung des die beiden Völker trennenden spanischen Bürgerkrieges nur Dann denkbar sei, wenn die französische Presse ihre gehässige und beleidigende Polemik gegen Italien e i n ft e 11 e. Gerade in Den letzten Tagen aber hatten die italienischen Blätter wieder reichlich Gelegenheit, einige besonders starke Auswüchse Dieser französischen Pressehetze anzuprangern. Auf einem im Pariser ,F) r D r e" mit Der Unter« schrift 'Prüf. Edouard Guyot erschienenen Artikel, in dem die Tapferkeit der italienischen Soldaten im Weltkrieg angezweifelt wird, hat der Präsident des Landesverbandes der italienischen Kriegsteilnehmer mit folgendem Telegramm geantwortet: „Der Offizier, der in gemeiner Weise Die trügerischen Tugenden des italienischen Soldaten verleumdet hat, ist ein Feigling und ein Dummkopf. Wenn dieser Offizier gar nicht existiert, sind Sie ein Feigling und ein Lügner. Jeder italienische Kriegsteilnehmer ist bereit, Ihnen die verdiente Lektion zu erteilen, (gez.) Amilcare Rossi." Ser Vormarsch auf Barcelona. Cervera und Jgualada besetzt. S a r a g o s s a, 16. Jan. (Europapreß.) Die nationalen Truppen haben am Montag den Ort Cervera auf Der Straße von Lerida nach Barcelona besetzt. Damit hat auch die Mittelgruppe der nationalspanischen Armee, die in den letzten Tagen in dieser Gegend auf härtesten feindlichen Widerstand gestoßen war — so daß hier eine ziemlich starke . . . e, . , Tokio, 16.Jan. (DNB.) Der Sprecher de? sem Grunde zu der Fortdauer der Inter- Außenamtes erklärte, di- Komintern als merung non „Rädelsführern" - der Irischen R-. Feind der Menschheit schmiede Ränke zur Ven pubkkamschen Arme- veranlaßt gesehen. Die nord- nichtung non Geschichte und Kultur und zur 3er. in ch- Regierung werde sich auch nicht taon ftörung der Ordnung jeder Nation. Es sei dah-i abschrecken lassen, notfalls zusätzliche Bollmachten selbstverständlich, daß diese Organisation in (ei. beim Parlament nachzusuchen, um der Tätigkeit nem Teil der Welt geduldet werben ungesetzlicher Vereinigungen engegenzutreten und D"-*- -......- So geringfügig Der Schaden durch Die Bomben- ■ mantel her Demokratie eingeschlichen und durch die anschläge in London unD anderen englischen Städten > Agitation Der linksgerichteten Elemente die Bol- roar, so ernst wirb Die in den Ausschreitungen lie-- schewisierung dieser Länder vorbereitet. Dies habe genDe Drohung genommen. England sieht sich rc*-t*T* ’“E *>»-«*■-« * • zum erstenmal organisierten, wenn auch vielleicht AUSTRAlktN syowe Gauletter Sprenger Ehrenbürger der Stadt Wehlar Wehr- l! lh i» die unterrichtlichen Asvurpmye, ipmeu Reinschrifthefte erfüllt werden müssen, nicht darunter leiden. __J f tf x i n? rö1 eit il- al en «f V <1 liir • B dl lii* >rl k Päjen an, während der Schlachtkreuzer „Rodney" nach Madeira abgeht. In Gibraltar werden durch kombinierte Festungs- und Flottenmanöver die Verteidigungsanlagen geprüft werden. LPD. F r a n k f u r t a. M., 16. Jan. Ministerialrat Dr. Ziegler vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda hielt in der Aula der Universität im Rahmen der Vortragsreihe über das Judentum einen Vortrag über „Die Juden in der Weltpolitik". Die Emanzipation habe das goldene Zeitalter der Juden eingeleitet im Anschluß an die französische Revolution. Während bis zum Jahre 1880 die Juden namentlich in Mittel- und Osteuropa wohnten, verbreiteten sie sich nunmehr schnell über die ganze Welt. Rach England wanderten innerhalb von 10 Jahren nicht weniger als 200 000 Juden aus und nach Amerika in den Jahren 1880 bis 1935 fast 4,5 Milloinen. In den Vereinigten Staaten war der Boden bearbeitet, die Eisenbahnen liefen, die Bergwerke waren erschlossen, die Arbeit war geschafft, und die Ernte konnte jetzt einsetzen. Da erschien der Jude und verstand es ausgezeichnet, zuerst die wirtschaftliche und dann auch die politische Macht an sich zu reißen. Die von den Juden in den letzten zwei Generationen angewandten Methoden haben das W e l t j u - dentum in die Erscheinung treten lassen. Dieses kam im Jahre 1860 mit der Bildung der Alliance Jsraelite Universelle auf die Weltbühne, 1878 traten die Weltjuden auf dem Berliner Kongreß für das Los der Juden in Rumänien ein und im Jahre 1903 die amerikanischen Juden für das Judentum in Rußland. Von da an nahm der Einfluß des Weltjudentums schnell zu. 1917 aber erreichte es den Höhepunkt seiner Macht, als es seinen Pakt mit der Entente schloß. Die Entente stand vor der drohenden Geldkrise und das amerikanische Ju- Der Verteidiger des Forts Daux gestorben. Zwei Landesverräter hirtgerichtet. Berlin, 17.3an. (DBB. Funkspruch.) Amt- l i ch wird milgeleilt: Am Dienstag sind die vom Reichskriegsgericht wegen Landesverrat zum Tode verurteilten Hein; koschan, geboren am 6.2Nai 1916 in Peih (Niederlausih) und Bernhard Kerfandt, geboren am 19. Januar 1913 in Danzig-Langfuhr, hingerichtet worden. —- Kofchan ist aus nichtigem Anlaß fahnenflüchtig geworden und hat sich ins Ausland begebtn, wo er sofort landesverraterische Beziehungen zu dem ausländischen Nachrichtendienst anknüpfte. Bach einiger Zeit wurde er in ein anderes, Deutschland benachbartes Land abgeschoben und trat auch hier wieder in Beziehungen zu dem Nachrichtendienst. Diesem hat er dann rückhaltlos sowohl mündlich als auch schriftlich alles mitgeleilt, was ihm während seiner Dienstzeit über geheime militärische Angelegenheiten bekannt geworden war. Durch diesen gemeinen Verrat hat er das Wohl seines deutschen Vaterlandes aufs schwerste gefährdet. — Kerf andt ist durch Zufall mit dem ausländischen Nachrichtendienst in Berührung gekommen und Hal dessen Angebot, für ihn tätig zu werden, angenommen. Lr hat dann über ein Jahr lang die landesverrälerischen Beziehungen aufrechlerhalten und dabei hemmungslos, lediglich getrieben von Geldgier, um einen leichtsinnigen Lebenswandel führen zu° können, Staatsgeheimniffe verraten. 270 Betriebe im Endkampf um die goldene Fahne. schaftlichen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Staaten noch weiter auszubauen. Oie Schiefertafel im Schulgebräuch. Spitzen der Behörden urch Vertretern der macht über die Aufgaben, die der Führer im neuen Jahr gestellt hat. Der Ausgangspunkt für die neue Arbeit sei die vom Führer geschaffene große deutsche Gefolgschaft, die eine Einheit der Tat sei. Die Grundlage dieser Einheit sei die Arbeit. Rur ein Betrieb, der dem Volk diene, Oie Juden in der Weltpolitik. Ministerialrat Or. Ziegler spricht in der Frankfurter Universität. (Scherl-Bilderdienst-M.) und war von dort zu der schwierigen Etappe nach Port Darwin gestartet. Die Strecke' führt vorwiegend über das offene Meer, davon 800 Kilometer über die wegen ihrer Haifischplätze berüchtigte Timorsee. Der Flugweg von 1800 Kilometer wurde abermals ohne Halt zurückgelegt. Das mit einem Hirth-Motor von nur 105 PS Höchstleistung ausgerüstete .Flugzeug hat somit seinen Flug über vier Erdteile in der vorgesehenen Zeit bewältigt, eine Leistung, die für Flugzeug und Besatzung als hervorragend bezeichnet werden muß. In Australien wird das deutsche Flugzeug noch eine Reihe von Städten besuchen, ehe es seinen Rückflug nach Deutschland antritt. Das „Arado"-Flugzeug ist trotz äußerst ungünstiger Witterung programmäßig auf dem Kingsford- Smith-Flugplatz in Mascot bei Sydney gelandet. Kleine politische Nachrichten. Reichswirtschaftsminister Funk hat den Diplomingenieur Seebauer zum LeiterdesReichs- a u s s ch u s s e s f ü r L e i st u n g s st e i g e r u n g ernannt Diplomingenieur Seebauer, der bereits seit längerer Zeit Leiter des Reichskuratormms für Wirtschaftlichkeit ist, ist einer der besten Kenner auf dem Gebiete der Rationalisierung. ♦ In Münster wurde dem Reichsleiter Alfred Rosenberg der Ehrenbürgerbrief der westfälischen Landeshauptstadt überreicht. ♦ Der Präsident der Tschecho-Slowakischen Republik, Dr. Hacha, hat den tschecho-slowakischen Armeegeneral L e v T r ch a l a zum M i n i st e r d e r k a r - patho-ukrainischen Landesregierung ernannt. Wie es heißt, soll in dieser Ernennung eine Anerkennung der Dienste der tschecho-slowakischen Armee liegen, die diese nach dem Wiener Schiedsspruch der Karpatho-Ukraine durch Bereitstellung von Verkehrsmitteln, den Bau neuer Straßen und Eisenbahnstrecken geleistet habe. In karpatho-ukramschen Kreisen hat die Ernennung eine gewisse Mißstlm- j mung hervorgerufen. Wetterbericht Das deutsch-türkische Kreditabkommen unterzeichnet. Berlin, 16. Jan. (DNB.) Seit dem 43anuar sind in Berlin zwischen einer türkischen Delegation unter Führung des Generalsekretärs des turkilchen Außenministeriums, Botschafter Numan Mene- mencioglu, und der deutschen Regierung Verhandlungen über ein Kreditabkommen geführt worden das nun von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherrn von Weizsäcker und Ex Numan Menemencioglu unterzeichnet worden' ist. Der türkischen Regierung wird m Deutschland ein Kredit von 150 Mill. RM. 3 um Berua deutscher In du strieer Zeugnisse eingeräumt. Es ist zu erwarten daß dieses Kreüi - abkommen dazu beitragen wird, die engen wirt- rtZufti Kochen von Gemüsen, ttülsenffüchten usw. MAGGI5 FLEISCHBRÜHE — es schmeckt viel kräftiger! letzten Jahren auch politisch tätig. Er hatte sich, allerdings ohne Erfolg, mehrere Male als Kandidat der Radikalsozialistischen Partei aufstellen lassen. Oberst Raynal war neben zahlreichen anderen Auszeichnungen auch das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion verliehen worden. Flug über vier Erdteile. - ,Strabo 19" in Australien. Die deutschen Flieger Oberleutnant Pulkow- sky und Leutnant Jennet haben mit ihrem Reiseflugzeug „Arado 79" das erste große Ziel ihres Fernfluges, Australien, erreicht. Sie landeten in der australischen Hafenstadt Port Darwin und berührten damit nach Europa, Afrika und Asien den vierten Erdteil. Don Soerabaja auf der Insel Java hat die „Arado 79" ihren Flug zur Insel Bali fortgesetzt Berlin, 16. Jan. (DNB.) Aus der Zahl von 160000 Betrieben, die sich am Leistungskampf beteiligten, sind 270 zum Endkampf um die goldene Fahne crusgesondert worden. Reichs- amtsleiter Dr. Hupfauer wird sie zusammen mit den zuständigen Fachamtsleitern überprüfen. Die höchste Auszeichnung wird nur der Betneb erhalten der durch eine wirklich nationalsoziabstische Be- triäisaestaltung,durch fine richtige Mensch en- sührung auf fernem Gebiet hervorragend an der Lösung der großen arbeitspolitischen Aufgaben rnitgearbeitet hat. Die sozialen Leistungen der Betriebe werden unter dem Gesichtspunkt „Steigerung der Arbeits- und Volkskraft" bewertet werden. Die F?ont der bisher ausgezeichneten 103 NS.-Muster- betriebe wird am l.Mai durch weitere Betriebe verbreitert werden. Dem Ziel, das der Leistungskampf stellte, "^e ganze deutsche Wirtschaft ein nationalsozialistischer Musterbetrieb , ruckt sie von Jckhr zu Jahr näher. Berlin, 16. Jan. (DNB.) Am 1. Dezember 1937 hatte der Reichserziehungsmimster angeordnet, daß im ersten und zweiten Schulerlehraang an Stelle des Schulheftes grundsätzlich die Schiefertafel zu gebrauchen sei. Ihr Gebrauch ist auch im dritten und vierten Schuleriahr- qanq qestattet worden. Dabei war darauf zu achten, daß nur rein deutsche Erzeugnisse verwendet würden. Gleichzeitig war vorgesehen, datz zu einer späteren Zeit Tafeln aus Austauschstoffen verwendet werden dursten. Die e Tafeln werden aus einem Kunststoff, der ebenfalls aus rein deutschem Material besteht, Hergesteilt. Sie haben m elftens eine weiße Schreib flache und können mit Kohle- und Bleistiften sowie teilweise auch mit Tinte und Buntstiften beschrieben werden Die Schreibflächen lassen sich wie die Schiefertafel mit einem feuchten Schwamm reinigen. Da die weißen Tafeln dem Papier sehr ah n l i ch sind, wird durch ihre Benutzung auch Schreib - papier erspart werden können. Jedoch ourpen die unterrichtlichen Bedürfnisse, soweit sie durch gemeinschaft. r , r, , . Betriebsführer und Gefolgschaft seren in allen sozialen und wirtschaftlichen Fragen auf daseng st emiteinanderverb und en, und das betreffe vor allem auch das Arbeitsentgelt, die Löhne. Die Pflichterfüllung und das Tragen, der Verantwortung fei die höchste Ehre des. Betriebsführers. Der Dierjahresplan, an dem jeder mit- fchaffen müsse, gebe uns auch die Lösung der Erfordernisse des Außenhandels. Hier müsse sich wiederum der Gemeinschaftsgedanke bewähren. Im Zusammenhang mit der Produktion besonders zu beachten sei der vernunftgemäße Einsatz des deutschen Menschen, für dessen Erhaltung die größte Oekonomie einzutreten habe. Es komme auf eine rationelle Arbeitsgestaltung an, zumal ein außerordentlicher Mangel an Facharbeitskräften bestehe. Zu diesem ganzen Zusammenwirken habe der Führer für das neue Jahr die besondere Aufgabe gestellt: jeder Deutsche solle ein guter Nationalsozialist sein. Eine andere Aufgabe sei die weitere Verstärkung der Wehrmacht. Es käme als Marksteine auf dem Wege in die Zukunft das Weiterschasten am Dierjahresplan hinzu. Das fei der Befehl des Führers für das neue Jahr. dentum vor der Gefahr, fein bisher der Entente vorgeschossenes Geld zu verlieren. Amerika trat in den Krieg ein. Aus den privaten amerikanischen Bankkrediten wurden jetzt Staatskredite, und obendrein bekamen die Juden die Zusage einer nationalen Heimstätte in Palästina. Das Judentum hatte das Genfer Institut, das ganz im jüdischen Sinne arbeitete, es hatte eine nationale Heimstätte, Die Arbeiter waren im jüdischen Sinne bearbeitet, Presse und Film standen unter feinem Einfluß, der Handel war in einzelnen Ländern vollkommen in seiner Hand, ebenso Industrie und Banken, kurz, die Juden waren auf der Höhe ihres Triumphes. Aber dasJahrl933 wird zu ihrem Verhängnis. Das Judentum wird aus einem Subjekt der Politik z u e i n e m O b j e k t d e r P 0 l i t i k, und zwar durch Adolf Hitler. Noch einmal rafft es feine Kräfte zusammen und proklamiert 1934 den Boykott gegen Deutschland, dann die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Italien, es holt zum Schlage aus gegen Goga; aber alle diese Schläge treffen nicht mehr. Adolf Hitler hat die Judenfrage in Fluß gebracht. Diese Bewegung wird nicht mehr aufgehalten werden können. Wenn sämtliche 16 Millionen Juden auf einem Gebiete untergebracht werden könnten, könnte die Judenfrage einmal gelöst werden, aber dafür besteht nur wenig Hoffnung. Was die Juden in den vergangenen 2000 Jahren nicht fertiggebracht haben, sich einen eigenen Staat zu gründen, das werden sie wohl niemals mehr fertigbringen, denn der Jude kennt nicht den Begriff von Volk und Staat, und darum wird er ewig unser Feind sein. habe eine Daseinsberechtigung. Innerhalb der Betriebsgemeinschaft komme es auf die Mitwirkung auch des letzten Arbeitskameraden an. Mit dem Vierjahresplan fei die Ueberwindung der letzten Reste alter liberalistischer Betrachtungsweise notwendig verbunden. Die neue Betriebs- und Arbeitsauffassung zeige sich auch in der gesunden Betrachtungsweise des deutschen schaffenden Menschen. Die Einheit des Betriebes fei erst mit der Erkenntnis gegeben, daß jeder Schaffende feine Wertung und Berechtigung im Rahmen des Betriebs.habe. Auf dieser Grundlage erhöben sich die Ansätze der Aufbauarbeit über die Lohnfrage hinaus zu den Maßnahmen „Schönheit der Arbeit", der Urlaubregelung usw. Der deutsche Arbeiter verkörpere den größten Wert im Betrieb, durch ihn und seine Gesunderhaltung sei Deutschland wieder stark geworden. Hierin liege der Grundgedanke zur nationalsozialistischen Wirtschaftsgestaltung und der neuen Betriebs- Der Gauleiter erwiderte, daß eine solche Ehrung auch eine Ehrung der Partei und schließlich eine solche Ad olf Hitlers sei. Ein jeder habe die Möglichkeit, durch sein persönliches Können sich die Anerkennung und Achtung einer Stadt zu erwerben. Das Chrenburger- recht sei aber die höchste Ehre, die eine Stadt verleihen könne. Im Anschluß an die Kampfzeit, die in Wetzlar besonders erschwerte Umstande tn Rechnung stellen mußte, hab auch hier die Zahl der Gefolgsmänner Adolf Hitlers immer mehr zu- genvmmen. Schließlich fei aber der wahre Durchbruch zur nationalsozialistischen Bewegung hier auch tzrst mit der Machtübernahme gekommen. Einst habe Wetzlar am Rande des Ruins gestanden, heute könne er stolz auf diese Stadt im Rahmen des Städtekranzes unseres Gaues fein. Wirtschaftlich und kulturell sei Wetzlar im besten Aufstieg begriffen. Das fei in allem bewiesen. Der Aufbauarbeit gelte die vollste Anerkennung. Auch weiterhin könne diese Stadt bester Förderung gewiß sein. Gauleiter Sprenger sprach dann am Montagabend im Schützengarten in Wetzlar vor Be- triebsführern, Betriebsobmännern, Vertrauensraten, 3 Würfel 9 Pf. Stange (6Würfel)18 Pf. In diesen Tagm ist Oberst Raynal, der tapfere Verteidiger des Forts Vaux, im Alter von 71 Jahren an den Folgen seiner Kriegsverletzungen in dem Pariser Villenvorort Bvustgne gestorben. Die Nachricht vom plötzlichen Tode des volkstümlichen Offiziers wurde von der ganzen französischen Presse mit längeren Kommentaren über die militärische Laufbahn und die Verdienste des Verteidigers des Forts Vaux begleitet. Besonders wird dabei an den mutigen Widerstand erinnert den der damalige Major Raynal als Befehlshaber des Forts in den dramatischen Tagen zwischen dem 1. und 7. Juni 1916 mit seiner nur noch 150 Mann betragenden Besatzung den deutschen Truppen geleistet hat. Fast tn allen Blattern wird dabei auch des ritterlichen Verhaltens des einstigen deutschen Gegners gedacht. Die Eroberer des Forts Vaux hätten, so wird hervorgehoben, den sich ergebenden Verteidigern beim Verlassen des Forts nicht nur die militärische Ehrenbezeugung erwiesen, sondern der deutsche Oberbefehlshaber tn diesem Abschnitt habe den tapferen Gegner persönlich beglückwünscht und chm seinen Degen durutfgegeben. Oberst Raynal, der trotz vorgerückten Alters 1919 noch bei den Kämpfen gegen die Aufständischen in Syrien seinen Mann stand, war tn den NSG. Im feMch geschmückten Rachaussaal empfing Montagabend Bürgermeister Kindermann in Anwesenheit von Kreisleiter Haus, Landrat G r i l 1 0 , den Ratsherren der Stadt, Vertretern der Behörden, der Wehrmacht und zahlreicher Ehrengäste Gauleiter und Reichsstatchalter Sprenger. Der Bürgermeister wies auf das große Verdienst des Gauleiters um die Aufbauarbeit nach der Machtübernahme hin. Durch die gütige und einfatzvolle Hilfe des Gauleiters fei es möglich geworden, die großen wirtschaftlichen und sozialen Nöte vielfältigster Art in der Stadt durch die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Gestaltung des Siedlungswesens, den Bau von Volksschulen, den Bau einer neuen Verkehrsader, der neuen Umgehungsstraße und schließlich Erhebung der Stadt zur Garnison zu beheben. Ueberall ist der Stadt Wetzlar kraftvolle Hilfe und großzügige Führung durch den Gauleiter zuteil geworden. Ein jahrhundertealter Vertrag ist aus dem Weg geräumt worden, um eine zeitgemäße VerkehrsgeMtung zu erzielen. Der Bürgermeister ernannte den Gauleiter in Auszeichnung feiner Verdienste zum Ehrenbürger der Stadt und überreichte ihm den Ehreübürgerbrief. Dann trug sich der Gauleiter als Erster in das neugeschaffene goldene Buch der Stadt Wetzlar Mit der lebhaften vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätigkeit fetzt sich auch bei uns das unruhige und unbeständige Wetter bei den für die Jahreszeit viel zu milden Temperaturen fort. , Vorhersage für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung mit wiederholten Regenfällen, far die Jahreszeit zu mild, lebhafte meist südliche Winde. Vorhersage für Donnerstag: Unruhig und unbestäüdig, mildes Wetter mit weiteren Niederschlägen. Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 11,5 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 17. Januar: morgens 7,8 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Gräd. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Januar: abends 6,9 Grad; am 17. Ja- nuar: morgens 6,6 Grad. — Niederschläge 4,6 mm. Wintersport-Wetterbericht. In allen unseren Nachbargebirgen bestehen keine Sportmöglichkeiten. Schwarzwald. Feld berg: Regen, 5 Grad, Gesamtschneehöhe 60 cm, Pappschnee, Schi gut, Rodel mäßig, Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, 4 Grad, Gesamtschneehöhe 18 cm, verharscht. Schi und Rodel gut.__________________________ 'Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: .nans Beck. Verantwortlich, für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 38: 10843. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten-15 Pf. mehr. Einzeloerkaufsprels 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Boffronfmörber auf der Anklagebank. Berlin, 16. Jan. (DNB.) In Karlshorft war am 29. Dezember 1928 der 22jährige Referendar Günther Schaffer von feigem Mordgesindel aus einem Demonstrationszug des berüchtigten Rot- Frontkämpfer-Bundes erstochen worden. Die Spuren des Täters wurden planmäßig dadurch verwischt, daß sich ein gewisser Herbert Meyer durch anonymen Brief selbst zu Unrecht der Täterschaft bezichtigte. Er wurde vom Schwurgericht Berlin am 22. Juni 1929 freigefpro- chen. Schließlich gelang es, den 35 Jahre alten vierzehnmal, zuletzt mit sieben Jahren Zuchthaus und Sicherungsverwahrung, vorbestraften Max Rothert als Täter zu überführen. Er hat sich jetzt wegen Mordes und schweren Landfriedensbruchs vor dem Schwurgericht III in Moabit zu verantworten. Rothert trat 1926 dem Rot-Frontkämpfer-Bund bei. Die RFB.-Abteilung, der Rothert angel)orte, war wegen ihrer Disziplinlosigkeit berüchtigt. Ihr Derkehrslokal war dieselbe Gastwirtschaft m der Dragonerftraße, in der ein Jahr später d er M0 rdplan an Horst Wessel ausgeheckt wurde. Der RFB. hatte für den 29. Dezember 1928 einen Aufmarsch in Karlshorft angesetzt. Als die Polizei einschritt, kam es zu Zusammenstößen Aus dem Rückweg kam der Demonstrationszug durch ine Treskow-Allee, wo der Referendar Schaffer zusammen mit einem Schüler am Zaun stand Einige die rote Horde begleitende Frauen riefen, den RFB.- ßeuten zu: „Das sind ja Faschisten!, Schlagt die Faschistenlümmel!", worauf das Mordgest^ mit erhobenen Fäusten und Spazierstocken auf Schafter unb ben neben chm stehenden Schuler embrangen. Wahrend der Schiller sich rechtzeitig ms Haus retten konnte, wurde Schaffer umzingelt. Rothert drang von hinten her auf ihn ein und versetzte ihm mehrere Messerstiche, als Schaffer sich bückte, um feine Brille unb seinen Hut, die bei der Schlägerei heruntergefallen waren, aufzuheben. Aus der Meute stellte eine Stimme fest: „Der ftt erledigt! , worauf die Angreifer abzogen. Schaffer hatte bereits so viel Blut verloren, daß er nicht mehr gerettet werden konnte. ^Ava 1 Große SevisenschiebulMn der Juden Sichel. Hohe Zuchthaus- und Geldstrafen gegen die Verbrecher beantragt. LPD. Mainz, 16. Ian. Vor einer Mainzer Strafkammer mürbe am Montag im Abwesenheits- Verfahren ein großer Devisenschieber-Prozeß verhandelt. Angeklagt sind die früheren Inhaber einer Mainzer Weinfirma, die vier Juden Sichel. Das Unternehmen, das zu den größten deutschen Weinhandlungen zählt, wird heute treuhänderisch verwaltet. In ihm stecken nach wie vor sehr bedeutende Werte, da es den ins Ausland geflüchteten Juden nicht gelungen ist, die raffiniert eingefädelte Schiebungsaktion völlig durchzuführen. In Amsterdam, Bordeaux und London hatten die Juden Sichel Konzernfirmen gegründet, deren finanzieller Aufbau so verschachtelt war, daß die deutschen Behörden möglichst keinen Einblick hatten. In einem Schreiben vom März 1938, nach ihrer Flucht ins Ausland, räumten die Juden Sichel zynisch ein, daß sie Alleininhaber dieser Firmen sind. Bereits 1932 wurde damit begonnen, in diesen Auslandsgesellschaften weit über Betriebsbedarf Vermögen zu binden. Mit dem Erlös der aus Deutschland ausgeführten Weine wurden bei der Bank von England 20 Barren Gold im Werte von 700 000 RM. gekauft, die in den Safes englischer Banken gelagert wurden. Die scharfen Devisenbestimmungen nach dem Umbruch durchkreuzten allerdings diesen Plan, und unter dem Druck eines von oer Frankfurter Zoll- fakmdungsstelle eingeleiteten Verfahrens mußten die gehorteten Werte über die Grenze zurückgeführt werden. Die deutschen Behörden verlangten nun, daß mit den im Ausland eingehenden Geldern Kredite abgedeckt werden sollten (die die Firma Sichel in größtem Umfange an ausländische Bezieher vergeben hatte), im übrigen sollte aber nur das unbedingt notwendige Betriebskapital in den Konzernsirrnen belassen werden. Die Juden Sichel verstanden auch, diese Bestimmung zu umgehen, und mit der Begründung, der Export deutscher Weine nach England sei sprunghaft angestiegen, wurden außerhalb der deutschen Grenzen gewaltige Lager ausgeführter deutscher Weine angelegt. In Wirklichkeit war der Export der Firma Sichel nach London zurückgegangen. Anfangs 1938 hatten die Juden Sichel insbesondere bei der Londoner Zweigstelle ein außerordentlich hohes Betriebsvermögen in ungezahlten Warenlieferungen, ungetilgten Darlehen und ausländischen Wertpapieren angehäuft. Im Juni 1937 kamen Anträge auf Devisengenehmigung zur Unterhaltung eines zweiten Wohnsitzes im Ausland für die vier Juden Sichel. Im Frühjahr 1938 wanderten die Sichel, ohne die Verhandlungen mit den ^deutschen Behörden abzuwarten, illegal aus. Zuvor hatten sie bedeutende Abhebungen auf ihren Bankkonten gemacht und das Geld über die Grenze mitgenommen. Die Verhandlung gegen die vier Juden, die sich heute wahrscheinlich in London aufhalten und eine Reche schwerer Devisenvergehen betraf, erstreckte sich bis in die Abendstunden. Der Staatsanwalt stellte folgende Strafanträge: Gegen Hermann Sichel wegen unerlaubter Ausführung der Anteilscheine der ausländischen Konzernfirmen und der Verwertung von Exporterlösen ohne Genehmigung der Devisenstelle eine Gesamtstrafe von fünf Jahren sechs Monaten Zuchthaus und, eine Geldstrafe von 1 900 000 RM., Hilfsweise für je 1000 RM. einen weiteren Tag Zuchthaus-, gegen Eugen Sichel wegen der gleichen Delikte sechs Jahre Zuchthaus und eine Geldstrafe von 1915 000 RM.: gegen Karl Sichel 6 Jahre drei Monate Zuchthaus und 1 960 000 RM. Geldstrafe: gegen Franz Sichel fünf Jahre sechs Monate Zuchthaus und 1 900 000 RM. Geldstrafe. Außerdem beantragte er, die Angeklagten zu den gesamten Kosten des Verfahrens zu verurteilen. Oie Hausfrau kaust nicht beim wilden Straßenhändler. VA. „Schnürriemen, meine Dame, Druckknöpfe, Mangelknöpfe, Stecknadeln!" Alles das preist der junge Mensch der Hausfrau an, die eben nach beendetem Einkauf ihrem Heim zustrebt. All' diese Schätze birgt sein kleiner „Bauchladen", den ar zugleich zuklappen kann, wenn es ihm geboten erscheint, schleunigst das Feld zu räumen. Aber jetzt Überzeugt ihn ein kurzer Seitenblick nach rechts und nach links, daß ihm keine Gefahr in Gestalt eines Polizeibeamten droht, und so kann er ruhig aufdringlich werden. Die Hausfrau aber. nur um ihn los zu werden, nimmt ihm etwas ab, nicht etwa, well sie die gekaufte Sache wirklich benötigte. Gewiß, diese „fliegenden Straßenhändler", die nur den anständigen Wandergewerbetreibenden in einen schlechten Ruf gebracht haben, sind in letzter Zeit dank durchgreifender Maßnahmen schon bedeutend weniger geworden. Aber daß sie gänzlich verschwunden sind, wird leider niemand feststellen können. Ja, liebe Hausfrau, und du trägst mit die Schuld daran, wenn sich noch immer hier und da dunkle Existenzen oder arbeitsscheue Elemente herumtreiben und dich bei deinen Einkäufen mit ihren Anpreisungen belästigen. Ganz besonders trägst du die Schuld, wenn du diesen Menschen noch etwas abkaufst. Aber auch, wenn du ihn nur duldest, wenn du still weitergellst, ohne dich um ihn zu kümmern, machst du dich schon mitschuldig. Du fragst, was denn du daran ändern kannst? Sehr viel. Große Reden allerdings nützen bei derarttgen Elementen nichts. Aber es gibt ein probates Mittel: Ohne überhaupt etwas zu sagen, machst du dir die kleine Mühe und gehst zum nächsten Polizeibeamten und du wirst sehen, daß der Bursche alsbald verschwunden ist. Das andere kannst du beruhigt der Polizei überlassen. Sie wird schon dafür sorgen, daß auch dieses arbeite» ; scheue Element bald einer nützlichen Tätigkeit zu- I geführt wird. Mancher aber, der seit Jahr und Tag der Arbeit entwöhnt war, wird, wenn er erst einmal die Arbeit wieder einmal richttg kennen und schätzen gelernt hat, ein ordentliches und nützliches Glied unserer Gemeinschaft werden. Frische Statt Karten. Fische Heute mittag entschlief mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater der Oberamtsrichter i.R. Mittwoch von der See eintreffend Friedrich Zimmermann in seinem 72. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Kabliaufilet Laubach (Oberhessen), Berlin und Friedberg (Oberhessen), den 16. Januar 1939. Die Beerdigung findet in Laubach am Mittwoch, dem 18. Januar, um %4 Uhr, vom Sterbehaus, In der Steinbach, aus statt 345D Mitglieder Eintritt frei. 334D gungsgedühr 1938 332C 333C 350D gesucht. 0260 Bahnhosstr. 8. 346 D I Verkäufe Gießen, Londorf, Bentheim, den 14. Januar 1939. SCHADE & FÜLLGRABE Meline Zimmermann, geb. Nies Friedrich Zimmermann, Regierungsbaurat im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Hanna Zimmermann, geb. Heß Dr. jur. Erich Zimmermann, Amtsgerichtsrat Hiltrud Zimmermann, geb. Scriba. werden hierdurch zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden muß. Gießen, den 14. Januar 1939. Ltadtkasse Gießen. .500 g 40 _________338 A Wohnung für sofort oder später gesucht 4—5 Zimmer, Küche und Bad. Schriftliche Angebote unter 0252 an denGießenerAnzeiger erbeten. SMeMmeMWerlii Branchekenntn. nicht erfordl., sow. V/ÄIW mit Küche ab 1. Februar zu vermieten. Frankfurter Straße 29. [343D Oeffeniliche Mahnung. Die 9./10. Rate Grundsteuer 1938 (Dezember- und Januarrate), die infolge endgültiger Veranlagung zu leistende Gewerbesteuernachzahlung I./III. Rate 1938, das 4. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreini- Mädchen für Haus- und Gartenarbeit Danksagung. Für die beim Hinscheiden unserer lieben Eltern Ludwig Mandler und Elisabethe Mandler, geb. Mandler erwiesene Teilnahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Teichmann sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Adalbert Mandler Familie Ewald Betzenberger. Kinzenbach, Dorlar, den 17. Januar 1939. merksam. Gießen, den 16. Januar 1939. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. MrrnöWii zu Ostern. Kohlen Koks mmD Briketts Eiform Happel&ßo. Kl. Mühlgasse 4 u. 6 Ruf 3925 Junge, tüchtige Sclwilerrc in allen Arbeiten bewandert, sucht baldigstStellung in einem Modesalon. Schriftl. Angeb. unt. 0250 an d. Gieß. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Emilie Besold danken wir herzlichst. Die trauernden Hinterbliebenen. Bekanntmachung. Auf die Verordnung der Hessischen Landesregierung vom 22.12.1938, „Die Bekämpfung von Blattfaugern, Schild- laufen und anderen Obstbaumschädlingen während der Winterruhe", erschienen im Amtsverkündigungsblatt Nr. 1 vom 11.1.39, mache ich die Eigentümer und Nutzungsberechtigten von Obstbäumen und Obststräuchern auf- Weitze Leghorn abzugeben. 0259 Näheres Werner-mall 3 n. DionA Verkauf ■ I Clll V" Vermieten 342 A Stimmen Schönau Bahnhofstr. 76, Ruf 3269 Zwei zusammenliegende SaM cu. 1450 qm am Nahrungsberg zu verkaufen. Näh. Schneider, Landgraf-Phil.- Matz 10. 0257 Goethe-Bund und KatimännischerVerein Voranzeige! Montag, 23. Januar 1939, abends 8 Uhr, Neue Aula: Wilhelm Schäfer liest aus eigenen Werken. Vorverkauf: Challier; Nichtmitglieder 1.25 RM., Kabliau ohne Kopf 5OOg 30 im ganzen Fisch 500 g 28 | Empfehlungen | Pelzwaren Pelz-Reparaturen billig. «609° M. Liebler Kreuzplatz 2. MetrreAnzeigev im Gießener Anzeiger werden von Tauienven beachtet und getejea. 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Mit diesem Blindflug im geschlossenen Raum wird einmal T r e i b st o f f g e s p a r t, zum andern kann der Lehrer mehrere Flugschüler hintereinander in kürzerer Zeit abfertigen. Das Arbeiten m diesem Üebungsflugzeug entspricht dem natürlichen Blindflug, weil auch das Schaukeln der Maschine bei starkem Wind, weil Gegenwinde und Seitenwinde durch entsprechende Bewegungen vorgetauscht werden können. Der zweite Teil des praktischen Unterrichts besteht im Flug selbst. Die Schule in Brandis besitzt alle bei der Luftwaffe gebräuchlichen Typen vom leichtesten bis zum schwersten Apparat. Die Flüge erstrecken sich meist über viele Stunden, gehen also fast immer in die Grenzgebiete, da das Reich angesichts der hohen Geschwindigkeiten der Maschinen viel zu klein ist, man also nach kurzer Zeit schon dort steht, wo man, um nicht auf Nachbargebiet zu geraten, Kehrt machen muß. Jedem Flug geht aber noch die eingehende W e t t e r'b e r a t u n g voraus, die durch eine Wetterwarte vorgenommen wird. Dieser Unterricht ist für den Flugzeugführer ebenfalls von erheblicher Madame Hancenaar, eine damals bekannte Pariser Modistin, überreichte Anfang 1880 dem Gatten der schönen Gräfin Potocki eine Rechnung über Lieferungen an die Gräfin in der Zeit von Juli 1878 bis Januar 1880. In diesen eineinhalb Jahren hatte die gefeierte Schönheit nicht weniger als 110 541,80 Goldfranken für ihre Klei- l dung aus gegeben. Die Geschworenen des Gerichtes in Hannover im Staate Virginia haben nunmehr Anklage gegen den früheren amerikanischen Botschafter in Berlin, Dodd, wegen Fahrerflucht und Verweigerung der Hilfeleistung erhoben. Podd hatte mit seinem Kraftwagen ein vierjähriges Negermädchen überfahren und war auf und davongefahren, ohne sich um das schwer verletzte Kind zu kümmern. Als Verhandlungstermin wurde der 2. März anberaumt, nachdem Dodds Anwalt unter Hinweis auf den angeblich ungünstigen Gesundheitszustand des früheren Botschafters vergeblich versucht hatte, den Prozeß noch weiter hinauszuschieben. Ein schottischer Fischdampfer gesunken. Der in Aberdeen beheimatete Fischdampfer „Chri- stabel Stephen" lief in der Cruden-Bucht auf die gefürchteten Klippen. Ein zweiter Fischdampfer, die „East Cost", nahm das gestrandete Schiff ins Schlepptau. Unterwegs traf eine mächtige Welle die „Eriftabel Stephen" seitlich und brachte sie zum Kentern. Das Schiff sank mit der gesamten Besatzung von neun Mann inne?halb von drei Minuten. Von der „East Cost" sprangen mehrere Seeleute in das eiskalte Wasser, mußten jedoch wieder an Bord genommen werden. Das Beiboot der „East Cost" konnte nur einen toten Matrosen der „Cristabel Stephen" bergen. Zahlreiche Opfer der Hitze und der Waldbrände in Australien. Nach den letzten Meldungen sind in Australien 110 Personen einOpferderHitzewelle geworden. Weiter wird mitgeteilt, daß den riesigen Wald- b r ä n d e n bisher 74 Menschen zum Opfer gefallen sind. Das Feuer, das auf einer Fläche von 70 000 Quadratmeilen wütet und viele Ortschaften restlos vernichtete, hat bis jetzt 2,5 Millionen Pfund Schaden verursacht. Die Blätter bezeichnen die Folgen der Hitze und des Waldbrandes als ein nationales Unglück. schwenkbares Flugzeug, in das der Schüler hineinsteigt. Der Deckel klappt zu, er sitzt mit umgeschnall- tem Kopfhörer im Finstern vor dem erleuchteten Jnstrumentenbrett, dessen Teile genau mit allen Instrumenten eines Kampfflugzeuges übereinstimmen. Was sonst durch Funk geschieht, wird hier mit dem Telephon gemacht, das von einem danebenstehenden Kommandotisch ausgeht, an dem der Lehrer sitzt. Er spielt das Personal des Peilhauses, das auf jedem Flugplatz ist, tue unterwegs befindlichen Maschinen genauestens kontrolliert und ihnen in jeder Weise zu Hilfe kommt. Dieser Lehrer hat nun vor sich auf dem Tisch eine große Karte mit dem Flugplatz. Angenommen ist als Beispiel das Hereinfliegen in den Flugplatz beim Fehlen jeglicher Sicht, also im Blindflug. Dem Schüler werden die jeweils erforderlichen Kommandos gegeben, hier fernmündlich also, er bedient sich seiner Instrumente, er orientiert sich, nimmt die erforderlichen Umrechnungen vor und begibt sich nun auf die sogenannte Grundlinie, die ihm normalerweise durch Funkpeilung vorgezeichnet ist und die für ihn die Brücke bildet, über die er zum Flugplatz gelangt. Sein Üebungsflugzeug dreht sich, richtet sich auf oder senkt die Spitze je nach den Bedingungen, die beim Hereinfliegen zu erfüllen sind. Eine kleine Maschine, die über die ausgebreitete Karte läuft, zeichnet alle Bewegungen dieses eingebauten Uebungsflugzeuges auf. Ist der Flugzeugführer „gelandet", dann steigt er aus seinem Kasten heraus, begibt sich zum Kommandotisch und erfahrt nun, ob er' den Kurs richtig innegehalten hat, ob er also auf dem Wege zum exakten Blindflieger ist. Riesige Wolkenbrüche in Argentinien. Nach der Tropenglut der letzten Tage gingen über der argentinischen Stadt Cordoba Wolkenbrüche von ungewöhnlichem Ausmaße nieder. Mehr als 100 Häuser wurden durch die Fluten zum E i n st u r z gebracht. Die Bewohner konnten sich vielfach nur noch auf die Dächer retten; man befürchtet, daß zahlreiche Todesopfer zu beklagen sind. Sämtliche Verkehrsverbindungen sind unterbrochen, das Geschäftsleben stockt. Zur Hilfeleistung sind sofort militärische Formationen aufgeboten worden. Vierlinge in Mexiko. In Saltillo (Nordmexiko) kamen dieser Tage Vierlinge zur Welt. Mutter und Kinder, drei Jungen und ein Mädchen, befinden sich bei bester Gesundheit. Der Vater ist ein deutscher Motorenschlosser. Anzahl von anderen Wegkreuzungen Warnlichtanlagen aufgestellt. An einer großen Zahl von Wegübergängen wurde die Sichtbarkeit der Schranken durch Einbau von Breitbehang und Scheinwerferleuchten wesentlich erhöht. An Schnelltnebwagen- strecken wurden die Bemühungen, fernbediente Schranken durch ortsbediente oder Anrufschranken zu ersetzen, mit Erfolg fortgeführt. Eliskases gewinnt auch die achte Partie. Die achte Partie des Schachwettkampfes zwischen! Bogoljubow und Eliskases wurde in Augsburg gespielt. Bogoljubow geriet durch Zugumstellung in ein für ihn ungünstiges Abspicl des angenommenen Damengambits. Trotzdem spielte er unbesorgt auf Gewinn und kam durch mehrfachen ungünstigen Abtausch in ein für ihn verlorenes Endspiel. Im 42. Zuge mußte Bogoljubow aufgcben. — Der Wettkampf steht nach der ' achten Begegnung: Eliskases 5 Punkte, Bogoljubow 3 Punkte. — Die neunte Partie wird ebenfalls in Augsburg ausgctragen. Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin wegen Fahrerflucht angeklagt. Lichtspielhaus: Menschen, Tiere, Sensationen/' Kuriositätenkabinett. Die Strominsel des Hudsonflusses, auf der das ursprüngliche Neuyork erbaut wurde, verkauften im Jähre 1668 die Indianer an die Holländer für 10 Hemden, 30 Paar Strümpfe, 10 Gewehre, 30 Kugeln, 30 Pfund Pulver, 30 Beile, 30 Kessel und eine kupferne Bratpfanne. Beide Teile glaubten dabei ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Ein sonderbares Kopfkissen besaß Prinz Ludwig, der spätere König von Bayern. Es war etit lauter Grenadierschnurrbärten gepolstert. Als er 1786 in Straßburg geboren wurde, wo sein Vater, Herzog Max Joseph von Zweibrücken, französischer General war, hatten sich nämlich die alten Grenadiere die Schnurrbärte abschneiden lassen, ein Kopfkissen damit gefüllt und es dem Neugeborenen geschenkt. gen, der ihnen bereits bei ihrer Staffel einigermaßen beigebracht worden ist, und zwar in der Weise, daß der Führerstand im Flugzeug mit schwarzen Gardinen verhängt wird, der Führer also lediglich nach seinen Instrumenten fliegen muß. Aus Gründen der Sicherheit besitzt, der Lehrer neben ihm freien Ausblick, um einzugreifen, wenn sich Fehler in der Navigation ergeben sollten. Auf der Blindflugschule wird in der gleichen Weise exerziert, nur wird hier das Blindfliegen mit allen seinen Feinheiten dem Flugzeugführer bei- gebracht. Er lernt die Instrumente genau kennen, deren Arbeitsweise und deren Bedeutung, er lernt in den Unterrichtsräumen an Hand von Karten bestimmte Blindflugaufgaben unter Zuhilfenahme aller Peilmöglichkeiten kennen, muß also fortlaufend ihm gestellte Aufgaben lösen (etwa ein Fernflug ohne" jede Sicht für den Flugzeugführer, weder nach unten, nach vorn, noch nach der Seite, von Brandis nach Helgoland, dort Wenden nach Kassel und zurück nach Brandis). Hinzu kommt das Hereinlotsen des Blindfliegers mit dem Funkpeiler in den Flughafen einschließlich Niedergehen und Landen. Dazu gehören selbstverständlich gewisse Berechnungen, die im ersten Augenblick verwirrend erscheinen, tatsächlich aber gar'nicht so schwer sind und kinderleicht werden, sobald sich erst der Schüler in der Durchführung derartiger Aufgaben auf der Karte mit ihnen vertraut gemacht hat. Das Verfahren ist übrigens so daß'jeder den Blindflug erlernen kann. Man muß doch schließlich bedenken, daß unsere Flugzeugführer der Luftwaffe nicht von technischen Hochschulen kommen. Jeder Soldat, der m die Luftwaffe eintritt und tauglich befunden wird, ein Flugzeug zu führen, wird auch Flue/uqführer. Da ist es gleichgültig, ob er als Gärtner oder Bäcker oder ■ Lohnbuchhalter gelernt hat. Der praktische Unterricht im Blindflug wird m Brandis in zwei Teile zerlegt. Da steht zunächst in ' einem Unterrichtsraum ein kleines dreh- und Aus aller Welt. Vis 1940 keine ungesicherten Bahnübergänge mehr. In dem Bestreben, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, hat die Deutsche Reichsbahn bis letzt etwa 400 Weg Übergänge durch Bau von lieber» oder Unterführungen oder durch Bau von Längswegen und dergleichen beseitigt. Für etwa 110 Kreuzungen zwischen Reichsbahnstrecken und Reichsstraßen, die bisher nicht mit Kreuzungsschutz ausgerüstet waren, ist die Aufstellung von Warnlichtanlagen angeordnet worden. Es ist zu Hbffen, daß bis zum Jähre 1940 sämtliche Kreuzungen zwischen Reichsbahnstrecken und Reichsstraßen mit Warnlichtanlagen oder Schranken gesichert sein werden. Außerdem wurden an einer Wichtigkeit. r Blindflugschulen sind Hochschulen unserer Luftwaffe, dazu bestimmt, die fortlaufenden technischen Verbesserungen dieser Waffe durch Steigerung der Leistungsfähigkeit des einzelnen Flugzeugführers zu ergänzen, damit die höchstmögliche Leistungssumme herausspringt. Denn nur eine Waffe, die in jeder Beziehung auf der Höhe ist, kann ihre Aufgaben im Ernstfall im Sinne der Nation lösen. In dieser Beziehung wird bei uns nichts unterlassen, was den Wert der'Luftwaffe zu heben vermag. v. 8. Um 20 Millionen Franken. ßitt spannender ErbschastSprozeß mit diplomatischen Verwicklungen. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Grimm-Feier. Professor Götze über Märchcnforschung. Die Philosophische Fakultät (I. Abteilung) der Ludooiciana hatte die Freunde der Universität zu einer Grimm-Feier eingeladen. Professor Dr. Rauch als Dekan hieß zu Beginn die Gaste herzlich willkommen; die heutige Feierstunde (es sollen später ähnliche folgen) gelte dem Andenken der Brüder Grimm, der Begründer der deutschen Altertumswissenschaft. Am 16. Januar vor hundert Jahren habe Jakob Grimm die bedeutsame Abhandlung Meine Entlassung" vollendet. Nachdem Professor Rauch auf die Aktualität des Werkes der beiden Brüder und auf die Bedeutung der Muttersprache ols des einigenden Bandes in der Zeit völkischer Zerrissenheit'hingewiesen hatte, ergriff der Vertreter der deutschen Philologie, Professor«Dr. G c.tz e das Wort zu einem Vortrage über Marchenforschung, dem wir u. a. Folgendes entnehmen» Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm haben als große hessische Gelehrte und als Begründer der Wissenschaft vom Deutsches auch> in der Marchenforschung neue Wege gewiesen. Ihr Werk erwuchs auf dem Boden der hessischen Heimat. Weihnachten 1812 erschien die schmale erste Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen; sie sind von den Grimms nicht geschaffen, aber entdeckt und gesammelt worden. Ihrer Tätigkeit war die Romantik als Entdeckerin der deutschen Vergangenheit die große ^eegerm. Die Andacht zum Kleinen, die Sammel-Lust, lyre wissenschaftlichen Gaben waren den Brudern die Jeder Verkehrsflieger muß im Blindflug $ perfekt sein. Das heißt: er muß im dicksten Nebel, i also ohne jede Sicht, und nur nach den Instrumenten sein 'Flugzeug dem Bestimmungsort sicher ent- qeq'enführen und mit Hilfe des Peiloerfahrens unter । den gleichen Bedingungen zu Boden bringen und । richtig aufsetzen. Das Blindfliegen erhöht die Sicherheit im Verkehrsflug. ' Aber auch die Luftwaffe kann auf den Blindflug nicht verzichten. Angenommen: für Bombenflieger würden sich im Ernstfall beim Gegner die denkbar besten Objekte ergeben, der heimische Fliegerhorst wäre aber so mit Nebel und tiefhängenden Regenwolken eingedeckt, daß man keine fünf Schritte weit sehen könnte, dann hätte man unter den früheren Fluqbedingungen auf den Start verzichtet. Man tonnte auch die Geschwader des hier in Frage kommenden Fliegerhorstes zur UnterstütMing der kämpfenden Truppe nicht einsetzen, man könnte keine Flugzeuge zur Abwehr feindlicher Flieger, die von ihrem Horst unter günstigeren Verhältnissen abge- floqen sind und gutes Flugwetter bis weit m deut- ches Gebiet hinein vorfanden, losschicken. Die deutsche Luftwaffe ist aber kein Schönwetterkampfmittel, sondern eine Waffe, die unter allen Umständen ihre Aufgaben zu erfüllen hat, also auch bei schlechte st e r Witterung. Um sie hierzu zu befähigen, lernt heute jeder Flugzeugführer das Blindflügen, also das Fliegen in Wolken, im Nebel und bei stock- f-.nfterer Nacht ohne Mond- und Sternenschein. Unsere Luftwaffe besitzt mehrere Blindflugschulen, die sich mit nichts anderem als nut per Vertiefung der Blindflugtechnik des Flugzeugführers beschäftigen. Eine dieser Schulen liegt in Brandis bei Leipzig. Ihre Besichtigung gewährte einen kleinen Einblick in den Arbeitsbereich dieses Institutes Hier wird sowohl der theoretische wie der praktische Unterricht erteilt. Alle Flugzeugführer, die hier zu sechswöchigen Hebungen zusammenkommen, haben natürlich schon eine Ahnung vom Blmdftie- Niederzwehren bei Kassel die bekannteste ist; ferner den Anteil beider am Ganzen, die wissenschaftliche Strenge Jakobs, die künstlerische Formung des Stoffes durch Wilhelm, und die Prinzipien des Märchenstils: Einfachheit des Satzbaus, einprag- ame Wiederholungen und Anschaulichkeit der Schilderung. (Auch Wilhelm Grimm hatte wie Luther, den Leuten „aufs Maul gesehen".) Obwohl spätere Auflagen nicht immer Verbesserungen brachten, ist doch die Sammlung eines der gelesen- sten Bücher in unserer Sprache geworden und das deutsche Volk den Brüdern Grimm allezeit zu Dank verpflichtet. Die moderne Forschung hat die wissenschaftliche Arbeit der beiden in den Grundzügen bestätigt. Die Märchen find nicht, nach romantischer Vorstellung, „vom Volke selbst" geschaffen, sondern im Geiste des Volkes, von einem einzelnen. Wir wurden heute in der Scheidung her Gattungsbegriffe (Schwank, Satire, Groteske) strenger fein Das Märchen als Sammelbecken und Fundstelle verschollener Götter- und Heldensagen zu betrachten, ist verfehlt. Die Herkunfts- und Ursprungstheorien wurden untersucht und gegeneinander abgewogen; als Erklärung für die weltweite Verbreitung des Märchenschatzes ist gemeinsamer, uralter Besitz Der Stoffe anzunehmen, der für die ewige Zusammen, gehörigk-eit der Kulturmenschheit zeugt. — Professor Rauch gab dem Dank an den Vortragenden Ausdruck und schloß die Feierstunde mit dem Gruß an den Führer. besten Helfer. ...» , „ (fine Gegenüberstellung ihrer Marchensammtung - mit dem ^olksliederbuche „Des Knaben Wunderhorn" von Brentano und Arnim ergab eine klarende Abgrenzung grundsätzlich verschiedener Auffassungen und Arbeitsweisen, auch der Wesensunterschiede zwischen Jakob und Wilhelm Grimm, die sich in ihrer Tätigkeit ausprägen. Die Schicksale der Grimmschen Märchensammlung wurden geschildert, der ungerechte Tadel, dem sie begegnete, das amtliche Verbot des Buches in Oesterreich wo man eine Förderung des Aberglaubens befürchtete, die Aus- nähme bei den Kindern wie sie einem Berichte von Görres anmutig geschildert wird. 1814 erschien der zweite Band; die Sammlung wuchs allmählich auf 200 Märchen und zehn Legenden Em dritter Band mit den Anmerkungen bildet noch immer em Grundwert aller Märchenforschung. Professor Götze schilderte die Sammeltätigkeit der Grimms im einzelnen, ihre Quellen und Gewährsleute, unter denen die Frau Diehmann aus D. Paris, Januar. Ganz Paris fiebert dieser Tage dem vor dem Seinegericht zum Austrag gelangenden Rechtsstreit um das Testament des vor einem Jahrzehnt in Paris gestorbenen steinreichen Argentiniers R i - cardo Garcia entgegen. Diese Spannung der Oeffentlichkeit ist nur zu verständlich, wenn man weiß, daß der nun schon seit Ende 1931 währende Kamps um das Erbe des reichen Argentiniers in seinen einzelnen Etappen eher einem Kriminalroman als dem Leben entnommen scheint. Garcias Testament, in dem dieser die beiden Nichten seiner ersten, mit dem früheren Staatspräsidenten der argentinischen Republik verwandten Frau, der zum französischen Hochadel zählenden M a r g u i ] c d o n Beaurepaire und deren Schwester, Fräulein von Guippeville, mit rund 20 Millionen Franken bedachte, wurde seinerzeit von zwei anderen französischen Verwandten Garcias, dem Schwesternpaar A u b e r t - A r n a u d . für ge alscht erklärt In dem am 22. Januar 1931 erstellten Testament seien vielmehr sie, die Damen Aubert-Amaud, als einzige Erben Garcias eingesetzt. Ganz Argentinien verfolgt feitbcm nut leiden- schaftlicher Anteilnahme diesen mit Zwischenfällen gewürzten Rechtsstreit, der im letzten Sommer durch die Verhaftung des mit der Verwahrung des Am Wrerfland Wer schwarzen Gardinen Wie unsere Kampfflieger den Blindflug lernen. Oie deutsche Luftwaffe kennt keinen „Schönwetterkrieg". Dies ist ein Harry-P iel - Film der Ariel und er hält in der Tat, was der Titel verspricht, vor allem mit Sensationen wird nicht gespart, Piel Je Iber erweist sich, wie schon bei früheren Gelegenheiten, als ein Artist von vielen Graden, als Tierbändiger, Reiter, Kunstschütze und sogar als „fliegen per Mensch" Ein ganzes Zirkusprogramm rollt so gleichsam im Dorübergehen ab, und es versteht sich, patz auch Liebe und Eifersucht in der bunten Welt des fahrenden Volkes im Film ihre gebührende Rolle spielen. Ein alter Artistengrundsatz heitzt: auf Schlamperei steht Todesstrafe, und wenn ein Artist nicht mit klarem Kopf und ganzem Herzen bei der Sache ist, wenn er etwa durch Gedanken an eine Frau abgelenkt wird, bann kann man leicht erleben, daß etwas schief geht. So hier, wo in der Tat Verschiedenes daneben gerät. Die hübschesten Szenen im ________1 ------------- fen; das sind drollige, menschenähnliche Kerle, denen man stundenlang zuschauen könnte. Aber auf einmal ist der jüngste von ihnen entwischt, macht sich elbständig, öffnet den Tigerkäfig, und eine Gruppe prachtvoller Raubtiere begibt sich — während draußen die Vorstellung im besten Gange ist — auf Entdeckungsreisen durch das Zirkusgebaude. Piels Glanzstück: den größten und gefährlichsten Tiger allein und ohne Waffe, nur durch gütliches Zureden, wieder hinter Gitter zu bringen. Ueberhaupt hat er eine ruhige, sympathische Art, mit Menschen und Tieren zu verkehren und fertig zu werden. Elisabeth Wendt hat, leider von früheren Filmen her auf einen bestimmten Frauentyp festgelegt, die wenig dankbare Aufgabe, eine von Eifersucht verehrte Hysterikerin zu spielen. Vom übrigen Ensemble seien Ruth E w e I e r , Edith O ß , Eugen R e x und Gerhard D a m m a n n genannt. Harry Piel schießt natürlich den Voael ab. Und dann die kleinen Schimpansen: schon ihretwegen lohnt es sich, diesen Film anzusehen. Im Beiprogramm gibt es nebst der Tobis- Wochenschau einen Kulturfilm „Kamele, Wüsten, Pyramiden", der interessant ist und ohne die überflüssige Musikbegleitung noch besser märe Hans Thynot. umstrittenen Testaments beauftragten Notars und der beiden Erbinnen, der Marquise und ihrer Schwester in Buenos Aires, eine ebenso unerwartete wie dramatische Wendung nahm. Der damals ebenfalls in Buenos Aires weilende Marquis von Beaurepaire, der Gatte der einen Erbin, konnte sich rechtzeitig dem Zugriff des argentinischen Untersuchungsrichters entziehen und kehrte vor kurzem erst nach abenteuerlicher Flucht über die Cor- dilleren, die er zu Fuß, nur von einem eingeborenen Führer begleitet, überschritt, aus der peruanischen Hauptstadt Lima nach Frankreich zurück. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die jetzt in Paris sich abwickelnde Phase des Kampfes um das Erbe Garcias zu einem diplomatischen Protest- schritt des Quai d'Orsay bei der argentinischen Regierung führen wird. Die Anwälte der Marquise und ihrer Schwester, die wegen angeblicher Urkundenfälschung nun schon seit Monaten im Frauengefängnis von Buenos Aires mit gewöhnlichen Strafgefangenen die Zelle teilen, haben nämlich noch vor Prozeßbeginn bei Außenminister Bonnet gegen die ihrer Meinung nach durch nichts begründete Festnahme ihrer Klientinnen und die ihnen zuteil werdende schlechte Behandlung im Gefängnis scharfen Einspruch erhoben. Im Jahre 1779 wurde im englischen Parlament bas folgende Gesetz eingebracht: „Alle Weibsleute, ohne Unterschied des Alters, Ranges ober Standes, gleichviel ob Jungfrauen ober Witwen, welche vor ober nach Erlaß dieser Akte irgendeinen her männlichen Untertanen Seiner Majestät in verräterischer ober betrügerischer Weise burch Schminken, Salben, Schönheitswasser, künstliche Zähne, falsche Haare, Spanische Wolle, Korsetts, Reifröcke, Hackenschuhe und gepolsterte Hüften zur Eingehung einer Heirat verlocken, machen sich der Strafe fchuldig, die das Gesetz über Vergehen und Zauberei verhängt habe, und soll eine solche Heirat nach Ueberführung des betreffenden Frauenzimmers für null und nichtig erklärt werden." In einer alten Tübinger Chronik steht zu lefent „Anno 1674, als die Bayern in der Festung gelegen, wurde von den Franzosen der Wall unterminiert und gesprengt, worin über achtzehn Personen bayrischer Besatzung umkamen, ist neben anderen auch ein Soldatenweib in die Luft gejagt worden, einige Ackerlängen weit ohne einigen Schaden zu Boden gefallen, wieder aufgestan» den und unversehrt baoongegangen, — hat aber arg geschimpft unb ist schlimmer Laun gewest.' Professor Dr. Johannes Meyer, der frühere Ordinarius für Praktische Theologie an der Universität Göttingen, begeht am 30. Januar seinen 7 0. Geburtstag. Nachdem er als Hilfs- prebiger in Deutschland und Italien gewirkt hatte, war er seit 1897 Pfarrer in verschiedenen Orten m Hannover unb folgte 1911 einem Ruf als Ordma- rius her Praktischen Theologie nach Göttingen, wo er 1912 zum Ehrendoktor ernannt wurde. Wegen Erreichung der Altersgrenze ist der Gelehrte 1935 in den Ruhestand getreten. Er hat sich besonders mit Katechismusgeschichts unb mit der Kirchengeschichte Niedersachsens beschäftigt. . Dem Dozenten Dr. med. Peter Holtz tn Greifswald wurde unter Ernennung zum ao Professor an der Universität R o st o ck der Lehrstuhl für Physiologische Chemie übertragen. Dem Dozenten Dr. Georg W e i p p e r t tn Königsberg wurde unter Ernennung zum ao. Professor an der Universität Königsberg der Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre übertragen. Der o. Professor für Chemie an der Technischen Hochschule Braunschweig, Dr. Walther Roth,! wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von den gan7°7gilm L°ri>7 Ä Schimpf । amtlichen ^rpfliWn entbunden. I Aus der Stadl Gietzen. Ilurgang im Januar. Gänzlich aprilhaft tändelt dieser Januar umher und spielt mit Regen und Wind, wo man sich doch sonst vor seiner grimmen Ungebärdigkeit, vor seinem Cis- und Schneetoben kaum warm genug in dicke Pelze und Mäntel einmummen kann. Er scheint vergessen zu haben, daß er der Wartung ist, der härteste der zwölf Monatsmänner, der mit seinem Frostatem durch die Landschaft fegt und allem Kränklichen und Ungesunden den sicheren Tod bringt. Der weiße Märchenwald, die leuchtenden Schnee- feider, die glitzernden Eisbahnen des Dezember sind tote ein fesselnder Traum verweht und haben grauschwarze, eintönige Wirklichkeit zurückgelassen, oder und ärmer, als sie im November war. Ueberall in den Gärten, wo das kahle Gezweig der Bäume und Hecken wie Reisig im Winde raschelt, wesen neben dem spärlichen Blattgrün überwinternder Stauden und den froststrotzenden Büscheln des Kraus- und Rosenkohls strohfahl und lederbraun die Reste erfrorener Gemüse und Herbstblumen. Wie böse Geschwüre bilden sie häßliche Flecken der Vergängnis aus dem braunen, regenzerweichten Erdretch der Beete. Aber es ist noch nicht die Zeit, mit kraftvollen Spatenstichen auszumerzen und umzugraben. Das wissen die angerosteten Blätterrosetten der Erdbeeren, die stumpf und verschlafen in den launischen Tag blicken, der bald mit kurzen Schauern über sie hintrommelt, bald mit verführerischem Sonnenlächeln sie anstrahlt, als habe er den Frühling zu verschenken. Sie bleiben mißtrauisch und halten ihre kleinen Herzen verschlossen. Auch Spinat, Rapünzchen und bifc zierlichen Wintersalatpflanzchen, deren frisches Grün das freudig überraschte Auge entzückt, fühlen sich nicht recht wohl in Regen und Wind. Zu früh wurde ihnen die üppige Schneedecke fortgerissen, sie haben sich nur halb ausgeruht, und ihre aufgestörten Kräfte kommen noch nicht zu sich. Die Schrebergärtner, die größtenteils neben ihrem Häuschen einen Hühnerstall und Hühnerpferch haben, füttern kopfschüttelnd über diesen ungewöhnltchen Hartung ihr Geflügel. „Hoffentlich zeigt er bald noch sein wahres Gesicht!", mehr wissen sie, bet sovtel Milde für ein frostiges Frühjahr fürchtend, nicht zu sagen. Andere wagen noch nicht einmal diesen nur allzu verständlichen Wunsch lautwerden zu lassen. Sie meinen: „Wir müssen's halt nehmen, rote es kommt!" Während die Sperlinge unbekümmert be rumschilp en und die Krähen mit behaglichem Krächzen auf den offenen Feldern landen, klingt der gelegentliche Lockruf einer Meise gar ängstlich und zaghaft. Sie möchte den Grimm des Eismonats nicht herausfordern. Aber jeder Tag wartet darauf, voll trüber Unsicherheit, daß er sich endlich die Maske des Laumanns vom Gesicht reißen und herrisch und hart sein klirrendes Frostzepter schwinge. P- B. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stydttheater: 20 bis nach 22 Uhr: „Hollywood". — Gloria-Palast, Seltersweq: „Geld fällt vom Himmel".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Menschen, Tiere, Sensationen".— Obechessischer Kunstverein:. 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Stadlthealer Gießen. Heute Abend findet die Erstaufführung von „Hollywood", Komödie in drei Akten von Roman Niewiarowicz, statt. Der Verfasser wurde in Deutschland durch sein erstes Bühnenwerk „Ich liebe dich", das über hundert Aufnahmen erreichte, bekannt. Das Stadttheater Gießen bringt die westdeutsche Erstaufführung. Spielleitung: Hannes Razum. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 16. Vorstellung der Diens- tag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Wilhelm Schäfer liest in Gießen. Am kommenden Montagabend wird in der Neuen Aula, auf Einladung des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins Gießen, Wilhelm Schäfer, der Dichter der „Dreizehn Bücher der deutschen Seele", aus eigenen Werken lesen. Wie überall auf seiner Vortragsfahrt, wird der Dtchter auch in unserer Stadt sicher vor einer großen und dankbaren Zuhörerschaft sprechen können._________ _ zeuge rouruen führen. jetzt und und in jedem das letzte für unser Volk. Erwerbt Netterschein! Wer von den JungreUern und Jungbauern seine Dienstpflicht beim Heer als Reiter oder Fahrer erfüllen, wer bei einer reitenden oder fahrenden Truppe dienen will, braucht hierzu den Reiterschein! Der Reiterschem wird auf Grund der Prüfungen erworben, die zu diesem Zweck von den Beauftragten des Reichsinspekteurs für Reit- und Fahrausbildung abgehalten werden. Die Bekanntmachung über Ort und Zeit der Reiterprüfungen, sowie die Bestimmungen über den Erwerb des Reiterscheines werden noch bekanntgegeben. Grundbedingung für den Erwerb des Reiter- scheines ist die Zugehörigkeit zum Nationalsozialistischen Reiterkorps (NSRK) oder zur ^-Reiterei. Näheres über die Reiterprüfungen und das NSRK. ist zu erfahren für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach bei der SA.-Reiterstcm- darte 147, Gießen, Wetzlarer Weg 37, für die Kreise Friedberg, Büdingen-Schotten bei der SA- Reiterstandarte 247, Bad-Nauheim, Burgstrahe 20, ober bei den Führern der SA.-Reiterstürme. Gardekameradschast Gießen. Die Gardekameradschaft Gießen hielt am Samstag im Hotel „Prinz Carl" in Anwesenheit zahlreicher Kameraden ihren Jahresschlußappell ab. Nach der Begrüßung gab Kameradschaftsführer R e t • chardt einen Rückblick auf das vergangene Jahr und gedachte zunächst des vor kurzem verstorbenen Kameraden Beuchert, dessen Andenken in roür« WHW. Ortsführunq Gießen-Süd. Am Dienstag, 17., und Mittwoch, 18. Januar, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Pfundfammlung für den Monat Januar 1939 durch die NS.-Frauenschaft statt. Die Einwohner- schäft der Ortsgruppe wird gebeten, die Pfundpäckchen bereitzühalten. Oie EntschrottungSakiion der Betriebe verlängert. NSG. Um auch das letzte Stück Schrott in den Betrieben zu erfassen, wurde die Entschrottungs- aktion der Deutschen Arbeitsfront im Gau Hessen- Nassau bis zum 31. Januar verlängert. Bei dieser Aktion kommt es nicht nur darauf an, regelmäßig anfallende Schrott- und Cisenmengen zu sammeln und zur Wiederverwertung abzuflchren. Diel wichtiger ist es, einmal in alle Ecken und Winkel zu sehen und die Schrottmengen hervorzuholen, die In feinen weiteren Darlegungen wandte sich der Redner der Arbeit des Reichsbundes der deutschen Beamten zu und betonte, daß es nun auch im RDB. weiterzuarbeiten und mitzuhelfen gelte, den Block unserer Volksgemeinschaft immer inniger zusammenzuschweißen. Der RDB. stelle für seine Mitglieder insbesondere die Forderung heraus, daß vor dem „Recht" immer erst die „Pflicht" komme. Der RDB. sehe eine seiner Hauptaufgaben darin, die Beamten zu Nationalsozialisten zu erziehen, in ihren Reihen wahrhaft sozialen Geist zu erwecken und sie für ihre Aufgaben als Beamte auszubilden. Daß sozialer Geist in den Reihen der Beamten auf breiter Front Eingang gefunden habe, sei schon dadurch bewiesen, daß sich alle Beamten freimiUig als Mitglieder der NSV. meldeten und alljährlich etwa 10 Millionen Mark an Beiträgen abführen. In weiteren Darlegungen sprach der Redner über die bisher geschaffenen eigenen sozialen Einrichtungen des RDB. und vermittelte durch Zahlenmaterial einen Einblick in den Umfang dieser Einrichtungen. Die Erziehungsaufgabe, die Schulungs- und die Propagandarbeit seien aber stets die Kernstücke der Arbeit im RDB. Es gelte noch manches beamtenpolitische Problem zu lösen. Hier sei es in erster Linie die Frage der Ausbildung und im Zusammenhang damit die Erfüllung der Forderung der Frühehe, die durch allzu lange Ausbildungsgänge allmählich verkommen. In unbenutzten Räumen, auf Höfen und Lagerstätten, unter Werkbänken, hinter Maschinen und Schränken liegen noch viele vergessene Metallteile. Betriebsfühver und Der« trauensrat stellen den Plan auf für den Einsatz einzelnen Betrieb. Das Ziel heißt: auch Stück Schrott zur neuen Verwendung Veamlenschast - eine Leistungsgemeinschast Schulung«!- und Gemeinschastsabend im Kreisabschnitt Gießen. den Fahrzeuge. Die Polizei und die NSKK.-Männer hatten da- be: alle Hände voll zu tun. Es galt, umfangreiche Ueberprüfungen anzuftellen. Die Papiere wurden nachgesehen, die Zulassungen mit den Kennzeichen der Wagen und Fahrzeuge verglichen, die Kennzeichen auf ihre Lesbarkeit und auf die vorgeschrie- bene Form hin untersucht, die Lichtanlagen überprüft, die Bremsen geprüft und besonderes Augenmerk auf die Rückstrahler gerichtet, die seit dem 1. Januar 1939 zusätzlich (außer dem Rücklicht und dem Stoplicht) vorhatrden fein müssen. Jeder Führer eines Kraftfahrzeuges erhielt einen Zettel aus« gehändigt, der die Kontrolle bescheinigte. Jene aber, die irgendwelche Mängel an ihren Fahrzeugen feststellen lassen mußten, hatten $u bezahlen, bekamen Quittungen und außerdem die Einladung in die Hand gedrückt, das Fahrzeug an einem der v-,rk— drei Tage in vorschriftsmäßigem Zustande Polizei nnb ASM. bei der Derkehrskontrolle Zahlreiche gebührenpflichtige Verwarnungen. Die Verkehrskonttolle brachte eine interessante zahlenmäßige Auswertung. Angehalten wurden 485 Kraftfahrzeuge, 38 Fuhrwerke und 426 Fahrräder. An Kraftfahrzeugen waren in 171 Fällen, an Fuhr- werken in 2 und an Fahrrädern in 34 Fällen Beanstandungen zu verzeichnen. Einfache Derwarnun- oen wurden 18 ausgesprochen, gebührenpflichtige Verwarnungen wurden 141 verhängt, 8 Verkehrsteilnehmer wurden zur Anzeige gebracht und zur Vorführung ihrer Fahrzeuge bei der Polizei wurden 73 Fahrzeugelenter aufgefordert. Zwei Fahrzeuge wurden sichergestellt, weil sie wegen ihres ~ " t im Verkehr belassen werden konnten. bisher kaum möglich wurde. Im Dienste der Durch- dringung der Beamtenschaft mit nationalsozialisti« schem Geiste seien Schulen im Bau und in der Planung begriffen. Der zusätzlichen Fachschulung gelte alle Aufmerksamkeit, denn die Beamtenschaft müsse eine Leistungsgemeinschaft darstellen, wenn sie tragende Säule im Staate darstellen wolle. Darüber hinaus müsse jeder Gemeinschastsabend dazu beitragen, die Kameradschaft und die praktische Volksgemeinschaft zu vertiefen. Nachdem sich der Redner noch mit Fragestellungen hinsichtlich Kirche — Staat — Beamtenschaft beschäftigt hatte, stellte er die Forderung heraus, daß der Beamte in erster Linie Deutscher zu sein und als solcher zu handeln habe. Für den deutschen Beamten gebe es auch dem Juden gegenüber nur eine kompromißlose Haltung. Dom Beamten werde erwartet, daß er erfüllt sei von dem Glauben an das deutsche Volk als einer gottgewollten Gegebenheit. Denn dann erst werde unser Volk herrlich dastehen, wenn es für jeden heiße: „Deutschland und nur Deutschland!" Der Dortrag wurde mit größter Aufmerksamkeit und mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach einigen weiteren musikalischen Darbietungen fand der Abend mit dem Gruß an den Führer und den Liedern der Nation seinen Abschluß. In den Spätnachmittagsstunden des gestrigen Montag unternahmen die Polizei unserer Stadt und Kameraden vom N2KK. eine großangelegte Verkehrskontrolle, die dazu dienen sollte, alle Kraftfahrzeugführer und Krastfahrzeughalter, wie auch die Radfahrer darauf hinzuweisen, daß die Verkehrsvorschriften unbedingt eingehalten und die Fahrzeuge in einem Zustand sein müssen, der den Vorschriften entspricht. An sechs verschiedenen Stellen der Stadt und an vier Stopstraßen wurden die Derkehrskontwllen durchgeführt. 34 Beamte der Polizei und 18 NSKK.- Kameraden wurden dafür eingesetzt. Schlagartig, auf die Minute pünktlich, setzte die Kontrolle ein. Alle Ausfallstraßen der Stadt waren von den Kontrollen besetzt, und 3roar Frankfurter Straße, Marburger Straße, Rooheimer Straße, Schiffenberger Weg, Licher Straße und Grünberger Straße. An- gehalten wurden vor allem die stadtauswärtsfahren- Der Kreisabschnitt Gießen des Reichsbundes Deutscher Beamten vereinigte am gestrigen Montagabend die Beamten der Stadt, des Staates, der Reichsbahn, der Reichspost usw. im Cafe Leid zu einem Gemeinschaftsabend. Saal und Bühne waren festlich geschmückt. Die Fahnen der Fachschaften waren vor der Bühne dekorattv zur Aufstellung gekommen. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann eröffnete den Abend mit einem Marsch, den in vorzüglicher Wiedergabe die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Teil" folgte. Lebhafter Beifall dankte den Musikern, die im weiteren Verlaufe des Abends auch mit einer Fantasie aus „La Traviata" einen starken Erfolg erzielten. Kreisabschnittswalter Pfeil hieß die Kameraden willkommen und gedachte der im Jahre 1938 verstorbenen Kameraden, zu deren Gedenken man sich von den Plätzen erhob. Die Musik spielte dabei das Lied vom guten Kameraden. Nach einem Vorspruch, in dem die Größe unserer Zeit und ihre Bedeutung für die Zukunft zum Ausdruck kam, hielt Studienrat Or. Noeschen-Buhbach einen Vortrag, in dem er über die Haltung des deutschen Beamten im Großdeutschen Reich sprach. Er schilderte das Jahr 1938 mit seinen großen Ereignissen als ein Jahr, das neben dein oer Machtergreifung im Jahre 1933 die größte Bedeutung für die deutsche Geschichte hat. Seien doch zehn Millionen Menschen in das Reich heimgeholt worden ohne einen Schwertstreich! Nicht etwa ein „Wunder" sei geschehen, sondern die große Tat sei allein der verdiente Erfolg eines zähen Einsatzes und der Erfolg der genial geführten Politik unseres Führers. In reifer Stunde hat der Führer, so sagte der Redner u. a. weiter, den gigantischen Einsatz gewagt, hat er zur totalen Mobilmachung nicht nur der Die Beamten mußten leider in vielen Fällen Fahrzeuge beanstanden. Hier fehlte der Rückstrahler, da war er falsch angebracht, hier war die Kontrollnummer des Fahrzeuges kaum mehr lesbar; an einem anderen Wagen war sie vollständig verschmutzt; hier funktionierte eine Bremse nicht, bei wieder einem anderen Kraftfahrzeug versagte einer der Scheinwerfer, ohne daß sich der Fahrer dessen bewußt war. An diesem Motorrad war das Rücklicht um 15 Zentimeter zu hoch angebracht, bei jenem Radfahrer versagte die Handbremse den Dienst. Bei der Konttollaktion befleißigten sich die Polizeibeamten aller sachlichen Strenge, ließen es aber an der notwendigen Höflichkeit und Zuvorkommenheit nicht fehlen, so daß sich die Kontrolle reibungslos vollzog. Auch die Kraftfahrzeugführer hatten alles Verständnis für die Maßnahme und folgten bereitwillig den Anweisungen. Die Kontrolle wird sicherlich dazu beigetragen haben, vielen Kraftfahrern erneut das Gewissen zu schärfen, sich ihrer Verantwortlichkeiten anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber bewußt zu sein. 3m Spieael der Zahlen. Waffen, sondern vor allem auch des Geistes der Herzen des deutschen Volkes aufgerufen, damit fei ihm der Erfolg befchieden gewesen. Der Vortragende wies weiter Darauf hin, daß nichts verkehrter (ein könnte als der Glaube, daß man jetzt auf den Lorbeeren ausruhen könne. Noch gebe es manche große Aufgabe, und jederzeit könne es kommen, daß die friedliebenden Staatsmänner der westlichen Demokratien auf einmal durch kriegslüsterne ersetzt würden. Nach dem Sieg heiße es auch jetzt: „Bindet den Helm fester!" Roman von Hubert Rausse. Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München. 33 Fortsetzung, (Nachdruck verboten!) Nun saßen zwei Glückliche in der kleinen Garderobe des Kurfürstendammtheaters, eine selige Frau, die der Rückkehr des Geliebten entgegenwartete, und eine selige Künstlerin, die das höchste Wunschziel ihrer Werdejahre als baldige Erfüllung vor sich sah. An jenem Neujahrstage, an dem Jago dem Stierkampf in Madrid beiwohnte, waren Jte und Elisabeth in der Nachmittags- und Abendvorstellung beschäftigt. Sie verließen in der Zwischenzeit gar nicht das Theater. Das Abschminken und wieder Neuschminken würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Und die alte rundliche Anna kochte selbst einen ausgezeichneten Tee und holte aus der Weinstube kaltes Fleisch und Brat und Butter. So gut war es der alten Anna selten gegangen wie in diesen letzten Tagen des Jahres. Und so gut war auch in diesem Haus selten gespielt worden. Das rechte Glück macht den Menschen besser in allem, was er ist und was er tut. In diesen Stunden zwischen den beiden Vorstellungen liefen die Telegramme aus Madrid im Theater ein. Als Brasky das seinige gelesen hatte, wußte er natürlich, was das Telegramm an , Elisa- beth Hellfahr enthiett. Er hielt es in der Hand und wog es sorgenvoll hin und her. Jago verunglückt! Es war entsetzlich! Elisabeth durfte das Telegramm erst nach der Vorstellung bekommen. Draußen kam mit ihren belegten Broten die alte Anna über die Straße. Brasky rief ihr vorn Fenster aus zu, daß die Fall sofort zu ihm kommen solle. Es sei wegen des Wiener Gastspiels. Jte warf unmutig ihren Bühnenmantel um und kam so, wie sie war, nach vorn in Braskys kleines Büro. Sie sah mit den grellen Schminkstrichen und den grbrannten Löckchen seltsam genug aus. „Was gibt es denn nur so wichtiges?" Die sclpvarzen Augen blickten bös. Wortlos reichte ihr Brasky sein Telegramm. Jte las und fiel auf einen Stuhl. Die arme Elisabeth, dachte sie; aber sofort und gleichzeitig dachte sie: Was soll geschehen? Wie war ein Ersatz zu bekommen? Harten war sofort nach der Berliner Premiere nach Leipzig gefahren und hatte dort die Regie des gleichen Stückes übernommen. Vielleicht war die dortige Darstellerin der Lady Childern schon verfügbar? — Jte las noch einmal: ,Hago Smid verunglückt. Lebensgefahr. Sofortiger Urlaub für Hellfahr bringend erbeten. lieber« weisen 5000 Peseten für Ersatz." Gott, ©ott! Was wird mit Elisabeth? „Du mußt Leipzig anrufen!" sagte Jte. Dann sank sie plötzlich in den Stuhl zurück und griff nach ihrem Herzen. Brasky bemühte sich um sie. „Sei tapfer, Jte! Die Hellfahr wird dich brauchen!" „Und du? Und bas Theater?" „Es gibt einen Ausweg?" Einen seltsamen Ausweg!" „Einen Ausweg?" sagte Jte. „So sprich doch!" Ihr Herz jagte. Sie zog fröftelnb den Mantel um ihre nackten Schultern. Die geschminkten Lippen brannten rot. „Schrecklich!" sagte sie. „Elisabeth liebte Don Jago! Elisabeth hat ihn immer schon geliebt! Sie hat es nur nicht gewußt. Sie war seiner zu sicher! Dann kam die Eifersucht auf diese spanische Tänzerin. Und erst in der Angst, ihn zu verlieren, wurde sich Elisabeth ihrer Liebe und seines Wertes bewußt. Und jetzt dieses Unglück, mitten in der Seligkeit des Glückes!" Jte liefen die dicken Tränen durch Puder und Schminke über die Wangen. „Du weißt einen Ausweg? So sprich doch, Brasky!" Er nickte. „Der Sekretär der Argesilla hat heute früh angerufen Sie war nach Stockholm verpflichtet, und dort hat es vorgestern einen Bühnenbrand gegeben. Sie kann also nicht anfangen. Und der Wintergarten, in dem sie bis gestern volle Häuser machte, beginnt heute sein neues Programm." Jte starrte Brasky an. „Die Argesilla?" „Ja! Ihr Sekretär sucht ein ganzes Theater zu mieten!" „Die Argesilla!" Jtes Stimme klang ganz bös. „Ausgerechnet die Argesilla! Und 50000 Peseten hast du auch!" Sie lachte, und sie erschrak über ihr eigenes Lachen. Sie sah mit dem verschminkten und verweinten Gesicht seltsam genug aus. Brasky sah sie fassungslos an. „Die Argesilla macht jetzt Elisabeth den Weg frei zu ihrem Jago hin. Dieselbe Argesilla, die vielleicht selber den Jago liebt und die erst, da sie als Nebenbuhlerin auftauchte, Elisabeth den Weg zu ihrem eigenen Herzen gezeigt hat. Seltsam, wie die Pfade der Liebe laufen! Aber so ruf doch schon an!" Eine halbe Stunde später war das Tanzgastspül der Argesilla am Kurfürstendamm vom 2. bis 15. Januar fest abgeschlossen. Die Abendzeitungen brachten schon die Einzelheiten über den Styckholmer Bühnenbrand, lobten den Direktor Brasky, der die plötzlich freiwerdende geniale spanische Künstlerin sich und seinem Theater förmlich über Nacht zu verpflichten verstand, und wußten auch von einem Gastspiel der Fall im Burgtheater und von einer plötzlichen Urlaubsreise der Elisabeth Hellfahr ins Ausland, noch Madrid. Die abendliche Aufführung war wie immer verlaufen. Dann, um die gleiche Stunde, da draußen die aus dem Haus strömenden Besucher bereits die dicken Schlagzeilen der Abendzeitungen studierten, dann erst erfuhr Elisabeth Hellfahr, was vorgegangen war. * Jte Fall stand ihr in dieser Nacht in schwesterlicher Freundschaft zur Seite. Elisabeths erster Gedanke war gewesen: Zu ihm, zu ihm! Was konnte ihm fehlen? Auch in ihrem Telegramm, das die Unterschrift „Jago" trug, war nur von einem Unglücksfall die Rede. Eisenbahnunglück? Auto? Flugzeug? „Laß das Grübeln, Elisabeth! Denk nur daran, wie du so schnell wie möglich an sein Krankenlager kommst! Und nicht nur so schnell wie möglich, auch so gefaßt wie möglich, ruhigen Herzens und mit dem festen Willen, zu tragen, was kommt, und zu helfen, wo es geht!" Elisabeth neigte still den schönen blonden Kopf. Ihr Herz war voll Dankbarkeit, daß der Weg in ihre Freiheit bereits gebahnt war. Kein Kontrakt hielt sie mehr. Ein höheres Schicksal hob sie an die Seite des Mannes, dem ihr Herz, ihre Liebe, ihr Leben gehörte. Was immer die Zukunft bringen mochte, alle bisherigen Wege waren zu Ende gegangen. Die großen Ziele: Heimat und Theater waren versunken und vergessen. Was würde sein? 1 Was würden die nächsten Tage bringen?, Stand am Anfang des neuen Weges der Tod? Elisabeth neigte den Kopf und weinte und betete. Sie ließ dem Schicksal freien Lauf. Sie wollte nichts Eigenes mehr. Sie folgte dem Ruf und dachte nur eines: zu ihm! Und ist es nicht oft, als wolle das Schicksal den sich Bäumenden zermalmen, indes es den Gedul- djgen und Ergebenen liebevoll ans Herz nimmt? Ernst ist Elisabeth, aber ihr Hei^z ist ruhig, denn es weiß, was es will. Wie sie mit Jte zum Zuge fährt, kleben an allen Säulen schon die Plakate, Die mit Riefenbuchstaben das Gastspiel der Argesilla im Theater am Kurfürstendamm ankündigen. Elisabeths blaue Augen fliegen gleichgültig darüber weg. Was ist mit Jago? Ihr Herz ist längst in Madrid. „Leb wohl, Jte! Und hab Dank für alles!" / „Was heißt ,Lebewohl?^ Ich habe Urlaub wie du. Und bis zu meinem Wiener Gastspiel sind noch zehn Tage, zwischendurch fahre ich leicht nach Madrid! Darf ich?" Die dunklen Augen sind tränenfeucht. „Jte!" * Gemeinsam trägt der Zug die Freundinnen hinaus. Jte macht sich am Gepäck zu schaffen, bis das Herz wieder ruhig schlägt und die Augen klar geworden sind. Sie fahren, sie fahren! Was hat Elisabeth von der Firma Jago Schmid aus Madrid schon gewußt? So gut wie gar nichts! Sie kannte ihren Jago, und das hatte ihr genügt. Aber nun meldete sich in Paris ein Vertreter der Firma und half den beiden Damen zum Südbahnhof. Oder zum Flugplatz? Er habe den Auftrag, alle Wünsche zu erfüllen. Dem kranken Senor Schmid gebe es übrigens besser, er habe soeben mit Don Manuel gesprochen, der in Madrid am Krankenlager sei. Sie fahren, sie fahren! In Bordeaux meldet sich der nächste Vertreter und fuhr bis zur Grenze mit nach Jrun. Dort bekam sie die Nachricht, daß das Fieber gefallen, die Krisis überwunden, das Leben des Kranken gerettet sei. Der Zug fuhr durch die Larckschaft Kastiliens. Zerfallene Burgen, über die braunroten Felsen kroch das Morgenlicht. „Seine Heimat!" sagte Jte. Elisabeth schüttelte ihren Kopf. (Schluß Wl) diger Weise geehrt wurde. In seinen Darlegungen rief der Kameradschaftsführer dann die großen politischen Ereignisse des vergangenen Jahres in die Erinnerung zurück. Im Hinblick auf die Tätigkeit innerhalb der Kameradschaft wies er auf die schön verlaufenen Ausflüge nach dem Vogelsberg usw. hin. Der Rechner, Kamerad Kramer, erstattete den Kassenbericht, der dank seiner umsichtigen Wirtschaftsführung sehr günstig lautete. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Zum Schluß der Versammlung wurde in reger Aussprache die Eingliederung in den NS.-Reichskriegerbund erörtert und insbesondere die dadurch bedingte Aenderung in der Wirtschaftsführung der Kameradschaft besprochen. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 17. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 13, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Erbsen 8, Grünkohl 17 bis 18, Rosenkohl 40, Feldsalat, */io 10 bis 15, Tomaten, % kg 30 bis 45, Zwiebeln 12 bis 13, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, % kg 40 bis 50 Pf., Hähne 1,25 Mark, Suppenhühner 1 Mark, Nüsse 50 Pf., Blumenkohl, das Stück 40 bis 50 Pf., Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf. ♦ ** Ein Achtzigjähriger. Herr Anton Meurer, Grünberger Straße 2 (Schützenhaus), konnte jetzt seinen 80. Geburtstag begehen. Der alte Herr versteht seit 19 Jahren das Amt des Schieß- standverwalters beim Schützenoerein Gießen zur größten Zufriedenheit seines Vereins, mit dem er sich eng verounden weiß. Den Schützen und Jägern ist er aufs beste bekannt, sie alle wünschen ihm, daß er auch weiterhin in Frische und Gesundheit sein Amt im Verein versehen kann. Dem alten Herrn gratulieren auch wir herzlich. ** Die Gießener Stadtkasse erinnert heute an die umgehende Zahlung von Grundsteuern, Gewerbesteuern und Gebühren. Wer sich von Nachteilen schützen will, versäume diesen letzten Zahlungstermin nicht. ** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 6. bis 12. Januar ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 4 Anzeigen und 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit sechs Anzeigen; gegen Radfahrer mit 3 gebührenpflichtigen Verwarnungen. Amtsgericht Gießen Ein hiesiger Kaufmann war, durch seine familiären Verhältnisse bedingt, in eine schlechte Geschäftslage geraten. Obwohl er wußte, daß er einen Offenbarungseid zu leisten hatte, nahm er dennoch Bestellungen bei einem Reiseoertreter vor. Seine Verpflichtungen konnte er aber nicht erfüllen. Er hatte sich nun vor dem Einzelrichter wegen Betrugs zu verantworten. In der gestrigen Hauptverhandlung stellte sich. heraus, daß der Mann, der inzwischen geschieden worden ist, nach Leistung des Offenbarungseides prompt seinen alten Verpflichtungen nachkommt. Das Verfahren gegen ihn wurde auf Grund des Straffreiheitsgesetzes eingestellt, da eine höhere Strafe als ein Monat Gefängnis nicht zu erwarten war. „Glaube und Schönheil" in Haushaltslageni. NSG. Um auch das Landmädel, das durch die örtlichen Verhältnisse keine Gelegenheit zur Tell- ncchme an den üblichen Arbeitsgemeinschaften hat, in das BDM.-Werk einzubeziehen, hat der Ober- gau Hessen-Nassau in enger Zusammenarbeit mit der Landesbauernschaft außer seinen achtwöchigen hauswirtschastlichen Lagern jetzt auch zehntägige Internats kur se vorbereitet, die am heutigen Dienstag in verschiedenen Untergauen beginnen. Die Mädel der Untergaue Gießen und Bad Homburg werden in der Jugendherberge Schloß- b o r n zusammengefaßt, die Mädel aus dem Untergau Wetzlar im Landjahrlager Bleidenstadt, die Limburger in der Jugendherberge Diez, die Mainzer im Haus „Nußberg" bei Niederwalluf. Die Mädel aus dem Vogelsberg kommen in der Jugendherberge Lauterbach und die Büdinger in der dortigen Jugendherberge zusammen. Der Untergau Worms nimmt feine Mädel in die bisherigen Räume der Haushaltsklassen auf. Jedes dieser Lager wird mit durchschnittlich 30 Mädeln belegt, die unter Leitung einer Führerin und zwei vorgeschulten Lehrkräften in wesentliche Fragen der Haushaltsführung, Volkswirtschaft und Ernährungslehre eingeführt werden und in zwei bis drei Gruppen praktisch arbeiten. Diese prak- tischen Hebungen im Kochen, Waschen, Nähen, Flik- ken usw. werden ergänzt durch verschiedene Referate von Seiten her Landesbauernschaft, so über Arbeitserleichterung im Landhaushalt, Gartenbau, Hühnerzucht, Milchwirtschaft u. ä. Ein sorgfältiger und bis Ins kleinste vorbereiteter Lehrplan und die Auswahl tüchtiger Leiterinnen und Lehrkräfte, Auflockerung durch Sport, Singen und Heimabend geben die Gewähr, daß die Mädel aus diesen zehn Lagertagen nicht nur ein frohes Erlebnis, sondern auch viel Wertvolles für den praktischen Alltag mit nach Hause nehmen. Damit wird das BDM.-Werk auch im letzten Dorf seinen Sinn erfüllen. 3n 14 Tagen looooo Lose mehr umgesetzt. NSG. Seit gut 14 Tagen sind die grauen Glücks- mihmer wieder in unsere Städte und Dörfer eingekehrt. Unermüdlich bieten sie die Lose der Mnter- hilfslotterie an, die ein Beittag zur großen Leistung des WHW. sind. 36 Millionen Lose stehen in diesem Jahr für das ganze deutsche Reich zur Verfügung, von denen 4 Millionen in den Gauen Hessen-Nassau, Saarvfalz, Koblenz-Trier, Kurhessen und Thüringen, deren Dienststelle des Amtes für Lotteriewesen der Reichsleitung der NSDAP, sich in Frankfurt a. M. befindet, abgesetzt werden. In jedem Jahr ist der Verkauf der WHW.-Lose eine Art von Wirtschaftsspiegel, in dem man den wirtschaftlichen Aufschwung ablesen kann. Obwohl der Verkauf der Lose auf die Zeit von drei Monaten berechnet ist, waren die Lose bisher immer in zwei Monaten ousverkauft. Auch in diesem Jahr hat der Umsatz der Lose an Neujahr einen verheißungsvollen Anfang genommen, der sich auch in den ersten Wochen gleich günstig fortsetzte. Vom 30. Dezember, an dem der Losverkauf begann, bis zum 14. Januar wurden in den fünf obengenannten Gauen 100 000 Lose mehr verkauft, als im vergangenen Jahr. Die WHW.-Lotterie hat sich also nicht nur gut eingebürgert, sondern der wachsende Wohlstand des deutschen Volkes macht sich auch hier deutlich bemerkbar. Der Frankfurter Dienststelle des Amtes für Lot- teriewefen unterstehen 35 Geschäftsstellen, 180 Los- depots und 2000 Verttiebsslellen mit 800 Losverkäufern, von denen 70 in der Gauhauptstadt Frankfurt a. M. tätig sind. Schon heute hat sich ein fester Stamm von Losverkäufern gebildet, die unermüdlich tätig sind. Ein mittelmäßiger „grauer Glücks- mann" verkauft am Tag einen Kasten mit 200 Losen, während z. B. an dem Stand im Frankfurter Hauptbahnhof am Tag acht Kästen mit 1600 Losen umgesetzt werden. Monatserste und Löhnungs- toge sind natürlich von nicht geringem Einfluß auf den Losoerkauf, und auch die Mentalität der Bevölkerung fällt stark ins Gewicht. In Sachsen und in Wien z. B. ist die Bevölkerung viel spielfreudiger als in anderen Gegenden des Reiches. Trotzdem aber stehen die Umsätze des Gaues Hessen-Nassau mit an der Spitze. Allein Frankfurt, das mit Gießen und Hanau als besonders rührig zu bezeichnen ist, erhält in diesem Jahr 450 000 Lose. Auch die Ergebnisse in den Städten Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind immer gut. In den ersten Wochen ist schon eine ganze Reihe ansehnlicher Gewinne gezogen worden. Aber noch steckt so mancher 500er und 1000er in den Kästen als ein Schatz, der gehoben werden muß. Jeder kann sein Glück machen, wenn er von den grauen Glücksmännern, die im Dienste der guten Sache des WHW. stehen, ein Los erwirbt — und jeder hilft dadurch unserer großen Volksgemeinschaft. Zeitsragen her deutschen Pferdezucht. Die am Sonntag veranstaltete 10. wissenschaftliche Sitzung der Veterinärmedizinischen Gesellschaft Gießen befaßte sich in zwei Vorträgen mit Fragen, die vornehmlich ins Gebiet der deutschen Pferdezucht einschlugen. Unter den Gästen sah man den Heeresgruppenvete- rinär 2, Generalveterinär Dr. Eckert (Frankfurt am Main). Im ersten Vortrag sprach Veterinärrat Dr. med. vet. habil. Otto Hofferber (Kassel) über „Blutgruppen bei Tieren". Daß beim Menschen Blutgruppen bekannt und häufig in Gerichtsentscheidungen von Bedeutung sind, weiß die Allgemeinheit aus zahlreichen Prozeß- berichten. Weniger bekannt dürfte sein, daß man auch bei den Tieren Untersuchungen auf das Vorhandensein solcher Blutgruppen angestellt hat. Allerdings steht die Forschung auf diesem Gebiete noch im Anfang, und es hat sich erst ein einziges Institut, das Tierärztliche Institut der Universität Göttingen, dem der Vortragende früher angehört hat, mit Blutgruppenforschungen größeren Stils befaßt. Beim Menschen hat man 4 Blutgruppen (A, B, AB, O) gefunden, die mit gewissen Ausnahmen auch beim Rind, Schaf und Schwein vorhanden sind. Im übrigen liegen die Verhältnisse beim Tier aus bisher unerfindlichen Gründen verwickelter. Der Hund hat 19, das Pferd fogar 486 Gruppen bzw. Gruppenstrukturen finden lassen. Wie beim Menschen, so haben die Blutgruppen auch beim Tiere eine große praktische Bedeutung. Sie sind nicht nur bei der Vornahme von Blutübertragungen zu Heilzwecken zu berücksichtigen, wenn unliebsame Zwischenfälle vermieden werden fallen, sondern spielen in der Tierzucht eine wichtige Rolle, wenn Zweifel über eine Vaterschaft, wie sie nach wiederholtem Decken eines wertvollen Zuchttieres auftreten können, entschieden ober Betrugsmanöver, wie die Unterschiebung von Fohlen u. a., aufgedeckt werden sollen. Auch die Zwillingsforschung macht von ihr Gebrauch, wenn auch noch nicht in dem Umfange, wie beim Menschen. Wertvoll für die planmäßige Zuchtwahl märe es, wenn man Beziehungen zwischen den Blutgruppen und bestimmten Zuchteigcnschaftcn finden könnte, doch ist dieser Wunsch der Tierzüchter noch nicht erfüllt worden. Es bleiben also auf diesem und anderen Teilgebieten der Blutgruppenforschung beim Tier noch viele Fragen zu lösen, so daß die Förderung gerade dieses Forschungszweiges im Interesse der deutschen Tierzucht und namentlich der für die Landwirtschaft und das Heer in gleicher Weise wichtigen Pferdezucht sehr zu wünschen wäre. Der lebhafte Beifall und die angeregte Wechselrede zeugten für das große Interesse, das die Ausführungen des Vortragenden gefunden hatten. „Zeitgemäße Fragen der deutschen Pferdezucht" behandelte der zweite Vortrag, den Professor Dr. Vogel, der Leiter des hiesigen Tierzuchtinstitutes, übernommen hatte. In der Öffentlichkeit besteht vielfach noch der Glaube von einem Machtkampf zwischen Pferd und Motor. Dem ist nicht fo. Die Fragebeantwortung muß lauten. Pferd und Motor. In den Nachkriegsjahren ist es im deutschen Pferdebestand, ebenso wie beim Menschen, zu einer bedenklichen Ueberalterung gekommen, die der Pferdezucht ernste Sorgen bereiten mußte. Als überaltert sind die über neunjährigen Tiere zu bezeichnen, die einerseits nicht mehr voll leistungsfähig sind und anderseits ihr Futter nicht mehr richtig verwerten, also in doppelter Hinsicht unwirtschaftlich sind. Erst die jüngste Tierzählung (1937) brachte wieder eine Zunahme der vollverwendungsfähigen Pferde, d. h. eine Verjüngung des Pferdebestandes. Die deutsche Pferdezucht ist, wie die hauptsächlichste Pferdehaltung, landwirtschaftlich orientiert. Ihre Aufgabe ist es, für jedes Landesgebiet das wirtschaftlich geeignetste Pferd heranzuzüchten. Bestanden früher züchterische Gegensätzlichkeiten bezüglich des Wirtschaft?- und des Soldatenpferdes, so wurde auf diesem Gebiet jetzt eine beiden Teilen gerecht werdende Uehereinftimmung erzielt. Die Zucht des Pferdenachwuchses für das Heer bildet kein Problem mehr. Dem Heer müssen aber darüber hinaus erforderlichenfalls diensttaugliche Pferde zur Verfügung gestellt werden können, an die be- sondere Forderungen gestellt werden: sie müssen das im emtretenben Falle gereichte Futter gut verwerten, leistungsfähig und hart auch dann fein, wenn ihrer Pflege weniger Sorgfalt geschenkt werden kann, und im Körperbau dürfen sie nicht zu groß und massig sein. Die deutsche Pferdezucht hat daher in letzter Zeit eine Reche von Leistungsprüfungen für Zug- und Tragtiere eingeführt, an den preußischen Gestüten werden auch die Zuchthengste solchen Prüfungen unterzogen, ehe sie zur Zucht Verwendung finden, und schließlich haben die Deutschen Reichsverbände für Warm- und Kaltblutzucht Leistungs-Herdbücher geschaffen. Sehr bedeutungsvoll ist die Frage der Fütterung, nachdem man bei den Arbeitspferden von der Hafergrundlage zu Hack- und Wurzelfrüchten übergegangen ist; dabei dürfen die Gesamt- nahrungsbedürfnisse insbesondere die Eiweißversorgung und der Mineralstoffbedarf, nicht außer Acht gelassen werden. Im deutschen Pferdebestand stecken noch unermeßliche Kraftreserven, die durch Verbesserungen in der Haltung (Beschirrung, Fahrzeugbau) nutzbar gemacht werden können. Weitere Förderung ist aus den Bestrebungen des Reichstierzuchtgesetzes zu erwarten. Zum Schluß seiner mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen ging Professor Vogel noch auf die besondere Lage in der deutschen Vollblut-, Warm- und Kaltblutzucht ein und erwähnte auch die durch den Anschluß an Oesterreich auf dem Gebiete der Pferdezucht neugeschaffenen Verhältnisse. Generalveterinär Dr. Eckert gab in der Wechsel rede einen. kurzen Einblick in die vom Standpunkte des Heeres wichtigen tierzüchterifchen Fragen. Aus der engeren Heimat. Gteinwurf und Selbstmordversuch. * Aßl" r, 15. Jan. Auf der Landstraße A ß - 1 ar — Bechlingen versuchte frühmorgens ein unbekannter Mann beim Herankommen eines Molkereiautos den Kraftwagenführer zum Halten zu veranlassen. Da der Unbekannte plötzlich aus einem Waldstück an der Straße austauchte, kam dem Kraftfahrer die Sache nicht geheuer vor, so daß er auf die Haltsignale des Mannes nicht reagierte. Aus Wut warf er einen Stein gegen den Kraftwagen und traf die Windschutzscheibe, die zertrümmert wurde. Zum Glück blieb der Fahrer unverletzt, so daß er davon fahren konnte. Einige Holzfäller hatten aus der Entfernung den Vorgang beobachtet und brachten es fertig, den Unbekannten zu ergreifen. Man vermutete, den vielgesuchten Koscheike erwischt zu haben. Nach Bechlingen zum Bürgermeister gebracht, wurde der Festgenommene in sicheren Gewahrsam gesetzt und der Gendarmeriebeamte in Aßlar schleunigst herbeigerufen. Als man nad) dessen Eintreffen den Mann zwecks Vernehmung aufsuchte, fand man ihn b l u t- überftrömt in der Stube liegend auf. Er hatte einen Selbstmordversuch unternommen und sich mit einem Rasiermesser schwere Schnittwunden am Halse beigebracht. In bewußttosem Zustande wurde er in das Krankenhaus zu Ehringshausen eingeliefert. Die Ermittlungen ergaben, daß es sich um einen 33 Jahre alten Man aus Lindenfels im Odenwald handelt. Die Beweggründe zu feiner Tat sind noch unbekannt. Landkreis Gießen. £ Wi eseck, 16. Jan. Im Zeichen des WHW. veranstaltete der Gesangverein „Eintracht" im Saale von Wilhelm D o r f e l d am Sonntag einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend. Nach Begrüßungsworten des Vereinsführers Otto Abel brachten die Sänger unter der Leitung ihres bewährten Chorleiters Fritz Leib (Gießen) drei Chöre zu Gehör, die reichen Beifall fanden. Im Mtttelpunkt des Abends standen ein Singspiel (das SangeSbrüder Karl Dorfeld ein- ftubierte) und ein Schwank. Die Zuhörer spendeten den Darstellern dankbaren Beifall. Den musikalischen Teil bestrttten einige Mitglieder des Vereins, die die Pausen mit guten Vorträgen aus» füllten. Dem Winterhilfswerk konnte erfreulicherweise der Reinertrag von RM. 92,— zugeführt werden. Der Abend war für den Verein ein voller Erfolg. ch Heuchelheim, 16.Jan. Unter starker Beteiligung seiner Mitglieder hielt am Samstag der Turnverein sein Winteroergnügen ab. Vereinsführer O. Rinn wies einleitend auf die Tatsache hin, daß nunmehr der Reichsbund für Leibesübungen ein der NSDAP, angegliederter Verband fei, und verlas im Zusammenhang damit den Neujahrserlaß des Reichssportführers. Der Vereinsführer brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß auch weiterhin in den Reihen des Vereins eifrige Arbeit im Dienste der körperlichen Ertüchtigung des deutschen Menschen geleistet werden möge. Unter starkem Beifall konnte er die Urkunden für drei Gaumeisterschaften und an fünf Breslaufieger überreichen. Turnerische Vorführungen, unterhaltende Darbietungen der Turnerinnen und der Turner, die Auffüh- rung eines luftigen Theaterstückes und Tanz sorgten für einige unterhaltsame Stunden. # Mainzlar, 16. Jan. Im Saale von Müller hielt der bekannte Geräteturner Bettin aus Wie- seck einen Kursus für Leibesübungen ab. Gymnastik, Boden- und Geräteübungen füllten die Stunden aus. — Durch den örtlichen Luftschutz- leiter wurden die Frauen und Mädchen des unteren Dorfes zu Hilfs- und Schuhtrupps eingeteilt. Die Einteilung für das Oberdorf folgt. # Staufenberg, 16. Jan. Die Schäfereigesellschaft hielt bei Gastwirt Zecher ihre Jah- resschlußversammlung ab. Der« seitherige Schäfer wurde wieder verpflichtet. 4h Daubringen, 16. Jan. Für die Laienhelferinnen im Luftschutz begann ein Kursus für Hilfsleistungen bei Unglücksfällen. Der gutbesuchte Lehrgang dauerte acht Doppelstunden. — Die hiesige Schäfereigesellschaft hat einen neuen Schäfer verpflichtet. Die Herde ist 110 Tiere stark. A Annerod, 16. Jan. Der Gesangverein „Heiterkeit" hielt am Samstag feine Jahreshauptversammlung bei Gastwirt Engelhardt ab. Vereinsführer Heinrich Wehrum hieß den Vertreter der Partei, Ortsgruppenleiter Schäfer, und die Sangesbrüder willkommen. Sodann gab er den Bericht über das abgelaufene Dereinsjahr, der mit Befriedigung aufgenommen wurde. Der von Rechner Ludwig Balser erstattete Kassenbericht ergab einen günstigeren Stand als der des Vorjahres. Für den stellvertretenden Vereinsführer Friedrich Schäfer, der fein Amt niederlegte, wurde das Vorstandsmitglied Heinrich Wietzner als Nachfolger bestimmt. In einer kurzen Ansprache wies Ortsgruppenleiter Schäfer auf die kulturellen Werte des deutschen Männergesangs hin. = Steinbach, 16. Jan. Auf Grund der Erfahrungen bei dem jüngsten Scheunenbrand wurde jetzt das ganze Ortswasserleitungsnetz an den Hochdruck an geschlossen. Ein Teil des Ortsnetzes wird regulär mit Wasser versehen, das frei von der Quelle, die hoch liegt, in die Leitung fließt. Die unliebsamen Folgen Des eingeschalteten Wassers aus dem Hochdruckbassin waren eine ganze Reihe von Rohrbrüchen und Keller voll Wasser. Die davon betroffenen Gemeindeglieder haben natürlich um diese Jahreszeit noch große Kartoffelvorräte in ihren Kellern, die nun im Wasser liegen. Die Ausbesserungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen, sind aber durch das gefrorene Erdreich und die starken Niederschläge der letzten Tage ziemlich schwierig. 1 Großen-Linden, 16. Jan. Der Zweig- ü erein „Hüttenb er g" vorn VHC. begann bas neue Jahr mit einem Gang nach Lang-Göns, wo in einer Versammlung der Mitglieder und ihrer Angehörigen das Jahr 1939 begrüßt wurde. Bei gemeinsamen Liedern, Gedichtoorträgen, der „poetischen" Iahresübersicht usw. verliefen die Stunden zu schnell. Für gute Wanderleistungen wurde bei dieser Feier VHC.-Kamerad Hofmann mit der silbernen Nadel ausgezeichnet. Am gestrigen Sonntag unternahm der Zweigverein ,Lüttenberg" die erste Wanderung, die nach dem Kleebachtal führte. Bei mildem Wetter verlief die Wanderung, an der sich viele Mitglieder beteiligten, sehr schön. Der Weg ging von Großen-Linden nach Lang-Göns, von da über Hochelheim, Dornholzhausen nach Nieder-KIeen, wo eine Kaffeepause eingelegt wurde. Die Aussicht von den Höhen war ausgezeichnet, ebenso schön war auch der Anblick des schäumenden Kleebaches, der infolge Schneeschmelze Hochwasser führte. Der Rückweg erfolgte von Nieder-Kleen über Lang-Göns nach Großen-Linden. <£ Leihgestern, 16. Jan. Seinen 76. Geburtstag konnte gestern, Sonntag, 15. Januar, der Grubenaufseher i. R. Johannes Heß XXII. in guter Gesundheit begehen. Herzlichen Glückwunsch. > Holzheim, 16.Jan. Der hiesige Verein für Schweineoersicherung hielt im Rathaussaal eisie Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Landwirt Jung, erstattete den Geschäftsbericht. Rechner Heinrich Grieb I. gab den Kassenbericht zur Kenntnis, aus dem hervorging, daß die Einnahmen 3626 Mark, die Ausgaben 3082,90 Mark, der Ueberschuß also 543,10 Mark betrug. Dem Vorstand wurde Entlastung zuteil; er bleibt unverändert im Amt. Eine Aussprache war organisatorischen Fragen gewidmet. H Lich, 16. Jan. In einer Rücksprache mit Bürgermeister Geil hatten wir in Nr. 306 des „Gießener Anzeigers" vom 31. Dezember 1938 bereits in einem Rückblick auf bie g ü n ft i g e Entwicklung der Stadt in baulicher Hinsicht hingewie- fen. Auch für das Jahr 1939 wird, soweit es sich jetzt schon absehen läßt, für die Baufirmen und Handwerker wieder reichlich Arbeit bringen. Neben zahlreichen Wohnungs-Neubauten wird die im Jahre 1937 begonnene Siedlung durch 15 bis 20 Häuser erheblich vergrößert. — Die schon feit einigen Jahren in der Volksschule durchgeführte Abgabe eines warmen Milchfrühstückes an bedürftige Kinder wird auch in den kommenden drei Monaten durchgeführt. — Dieser Tage wurde in der Brauerei Jh ring-Melchior eine Betriebssportgemeinschaft gegründet, der bereits 30 v. H. der Gefolgschaft angehören. Die Leitung der Sportgemeinschaft hat das Gefolgschaftsmitglied Heinrich Gilbert. * Ettingshausen, 17. Jan. Am morgigen Mittwoch, 18. Januar, begehen der Weißbindermeister Jakob Stabe! und Ehefrau Katharine, geborene Görnert, das Fest der Silberhochzeit. Dem Jubelpaar auch unsere herzlichen Glückwünsche. Jude betrog das Wohlfahrtsamt. LPD. Herborn, 16. Jan. Das Schöffengericht in Siegen verurteilte den Juden H. Süßkind aus Herborn wegen schweren Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, sowie zu drei Jahren Ehrverlust. Der siebenmal vorbestrafte Jude bezog vom Wohlfahrtsamt der Stadt Herborn Unterstützung, obwohl er im Besitz von 1050 Mark Bargeld war. Der Gesamtbetrag der Unterstützung betrug etwa 300 Mark. Wie mcht anders zu erwarten war, versuchte Süßkind sich auf echt jüdische Weise reinzuwaschen. Das Gericht glaubte aber die Märchen nicht, zumal noch andere Schwindeleien festgestellt wurden. jRunöfunfprogramtn Mittwoch. 18. Januar: 6 Uhr: Morgenlied — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause! 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Das Lied der Deutschen. Eine Hörfolge zum Todestage von Hoffmann von Fallersleben. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Wer freut sich da nicht mit? 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Bei den Buschmännern in Südwest. 15.30: Frauenschaffen der Gegenwart: Irmgard Müller, Aerztin und Schriftstellerin. 16: Nachmittagskonzert. In einer Pause, von 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: Franziska Kinz. 18: Ein Wort an alle. 18.10: 20 Minuten Wagenpflege — und er sieht wieder aus wie neu! 18.30: BDM.-Werk, Glaube und Schönheit. 19: Fliegendes Deutschland. Franz und Emil. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 21: Die Jahreszeiten. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus Wien. 24 bis 3: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. Sch. in G. Durch das Gesetz zur Aenderung her RDO., des Angestelltenversicherungsgesetzes und des RKnG. vom 29. 3.1928 — RGB.' I S. 117 — hat § 185 des ADG. folgende Fassung erhalten: „Bei der Weiterversicherung (§ 21) und Seldstversiche- rung (§ 22) sind Beiträge in der dem jeweiligen Einkommen entsvrechenden Gehaltsklasse, mindestens aber in Geyaltsklasse B, zu entrichten." Dieses Gesetz ist am 1. 4.1928 in Kraft getreten. Literatur und oberste Rechtsprechung stimmen darin überein, daß als Einkommen sinngemäß jede beliebige Einnahme (Gesamteinkommen) anzusehen ist. Danach gehört zum Einkommen im Sinne des § 185 AVG. nicht nur das aus „Gehalt oder Lohn", sondern auch dasjenige aus Grundbesitz, Renten, Kapitalvermögen usw. Gehaltsklafl? B fmvrmt l ien.ach nur bei einem Einkommen rnn m.n j v als 100 Mark monatlich in Frage. preis der „Nationalsozialistischen Erhebung". Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walther Darre, hat wie im Vorjahre, auch diesmal wieder für das Internationale Reit- und Fahrturnier, das während der Grünen Woche in der Berliner Deutschlandhalle stattfindet, den „Preis der Nationalsozialistischen Erhebung" gestiftet, der in einem besonders schweren Springen vergeben wird. Der Preis besteht aus zwei künstlerisch wertvollen Ehrenpreisen und 10 000 RM. Neuordnung des Zrauen-Walvlaufs. Reichsfachamtsleiter Dr. v. Halt hat folgende Verfügung erlassen: Mit sofortiger Wirkung werden alle Einzelläufe der Frauen bei Gelände- und Waldlauf-Veranstaltungen untersagt. In Zukunft dürfen in den Ausschreibungen dieser Veranstaltungen nur Mann- fchaftsläufe für Frauen erscheinen. Die Strecke wird auf 1200 Meter verkürzt. Ebenes Gelände hat in allen Fällen den Vorzug. Jede Mannschaft hat die letzten 20 Meter geschlossen, d. h. Hand in Hand zurückzulegen. Dieser 20-Meter-Raum vor dem Ziel muß für die Wettkämpferinnen deutlich gekennzeichnet sein. Mannschaften, die nicht in der vor- geschricbenen Form die letzten 20 Meter und das Ziel durchlaufen, werden nicht gewertet. Jede Mannschaft besteht aus mindestens vier Frauen. Auch 1939 Irauensportfest in Bad-Nauheim. Reichsfachamtsleiter Dr. Ritter von Halt hat in großen Zügen das Programm der deutschen Leichtathletinnen für das laufende Jahr bekanntgegeben, das sich im wesentlichen eng an das Programm der Männer anlehnt. Bei den großen Veranstaltungen sind hervorzuheben das Frauen-Sportsest am 21. Mai in Giengen, die Prüfungskämpfe am 28. Mai in Karlsruhe, der Länderkampf gegen Polen am 2. Juli und die Internationalen Frauen-Sportfeste am 22.Z23. Juli in München und am 29./30. Juli in Bad-Nauheim, sowie der Endkampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft am 2.73. September. Schulungstagung des Zachamts Handball. Die Lehrgangsarbeit des Fachamtes Handball nahm am vergangenen Samstag in Wetzlar ihren Fortgang. Die Vereine des politischen Kreises Wetzlar waren restlos vertreten und bewiesen durch rege Anteilnahme und in zwangslos'er Aussprache an allen zur verwaltungstechnischen Aufgabe stehenden Fragen großes Interesse. Kreis- fachwart L u h ließ noch einmal auf, die erste Serie die Derbandsrunde zurückschauen, behob die sich hier ergebenden Mängel durch richtungsgebende und klare Anweisungen, dankte allen Kameraden für ihren restlosen Einsatz zum vollen Erfolg der WHW.-Spiele und wies auf die bevorstehenden Spiele der Kreismannschaft und besonders auf dos Rückspiel der Gauelf gegen den Gau Mittelrhein im Frühjahr in Gießen hin. lieber die Gestaltung der Jugendpflichtspielreihen brachten die beiden Bannfachwarte, Becker-Gießen (116) und Linde n st r u t H-Niedergirmes (88) klare Ausführungen. Kreisschiedsrichter-Obmann Becker sprach über Leistungsstand und Ausbildungsarbeit der Schiedsrichter, wies auf die beiden in diesem Monat noch stattfindenden Lehrgänge in Gießen und Herborn hin und streifte das im Frühjahr geplante Hallen-Handball-Turnier. Alle diese verwaltungstechnischen Fragen ließen überleiten zu dem Hauptthema des Abends, dem längeren, ausführlicheren Vortrag des Kameraden Becker über Spielordnung, Schiedsrichterwesen und Jugendbe- stimmungen. Billardkampf Gießen — Mainz. Am 14. und 15.>Januar weilte der Verein der Billardfreunde Mainz beim Gießener Billard-Club zum Rückspiel zu Gast. Sechs Wettbewerber aus Mainz, darunter ein eifriger Billardfreund von 79 Jahren, maßen ihre Kräfte mit den Gießener Spielern. Es wurden 32 Partien auf Matchbillards und kleinen Tischen ausgetragen. Sieger des Turniers wurde Mainz mit dem knappen Vorsprung von 64 Bällen bei einer Gesamtbällezahl von 5969 gegen 5305, die die Gießener erreichten. Es wurden überraschend gute Leistungen auf beiden Seiten gezeigt, obwohl Gießen die spielschwächere Mannschaft auswies. So erreichte Herr Küchler (Mainz) die Höchstserie von 37, den besten Generaldurchschnitt von 4,218, und Herr Jakoby (Mainz) den besten Einzeldurchschnitt von 6. Besonderer Erwähnung bedarf noch der harmonische Verlauf und die ausgezeichnete Organisation, die lobend anerkannt wurden. Als weiteren Gegner in dieser Spielsaison hofft der Gießener Billard-Club den Kasseler Billard- Sportverein verpflichten zu können. Oie deutschen Hallentennis- Meiflerschasten. von TNetaxa schon ausgefchieden. Die internationalen Hallen-Tennismeisterschaften von Deutschland, die sich in diesem Jahre einer besonders guten Besetzung erfreuen, nahmen am Montag in der Halle des Bremer Tennisvereins von 1896 ihren Anfang. Neben schönen deutschen Dorrundenerfolgen blieben am ersten Tag auch Fehlschläge nicht aus. Eine recht unerwartete Niederlage bezog der Wiener Georg von Metaxa,der gegen den in Deutschland ziemlich unbekannten Norweger Sigurt Rinde in drei Sätzen mit 7:5, 4:6, 6:3 den kürzeren zog. Der Wiener machte einen müden, unsicheren Eindruck. Unsere übrigen Spitzenspieler kämpften, soweit sie auf den Plan traten, dagegen erfolgreich. Roderich Menzel hatte zwar gegen den mit großem.Einsatz spielenden Bremer F. W. Kulenkampff keinen leichten Stand, siegte aber doch sicher 7:5, 6:2. Auch die Berliner Rolf G ö p f e r t und Werner B e u t h n e r sowie der Ungar Petoe erreichten die zweite Runde. Bei den Frauen wäre der 6:3-, 6:3-Sieg der Berlinerin Thilde Hamel (früher Hanau) über Frau Opitz (Bremen) zu erwähnen. Die Ergebnisse der Kreisklassenspiele. Pokalspiele: Heuchelheim — Großen-Buseck kampflos für Heuchelheim. Steinbach — Hungen ausgefallen. I. Kreisklafse: Lollar — Klein-Linden 4:0; Großen-Linden — SA. 5:2. II. Kreisklasse: Grünberg — Göbelnrod 5:0; Oueckborn — Saasen 2:8; Treis — VsB.-R. III 2:7; Krofdorf — Staufenberg 15:1. Großen-Linden II — Grüningen, letztere nicht angetreten. Obwohl die Witterung nicht gerade einladend war und die Plätze sehr gelitten hatten, konnten alle Spiele bis auf eins ausgetragen werden. Bei den Pokalspielen verzichtete Großen-Buseck auf das Spiel und scheidet damit aus. In Steinbach mußten die Hungener unverrichteter Dinge wieder heimfahren, da der Platz unter Wasser stand. Lollar rechtfertigte seine Tabellenführung durch einen sicheren Sieg. In Großen-Linden mußte die SA.-Kampfspielgemeinschaft wiederum eine Niederlage einstecken, die leicht noch höher hätte ausfallen können, wenn nicht die Platzherren ihren Mittelstürmer durch Verletzung verloren hätten. Ebenfalls muß von jeder Partei ein Spieler auf Geheiß des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen. In Grünberg überraschten die Gastgeber ihre Anhänger wieder einmal durch einen sicheren Sieg, der über den Lokalrivalen Göbelnrod errungen wurde. Es wurden auch hier zwei Spieler herausgestellt, was sehr zu bedauern ist. Oueckborn leistete sich den Scherz, daheim gegen Saasen mit nur 10 Mann anzutreten und mußte sich eine derbe Niederlage gefallen lassen, die als Ueberraschung anzusehen ist. Der VfB.-Reichsbahn hatte die Mannschaft verstärkt und konnte in Treis einen überzeugenden Sieg herausholen. Mit nur acht Mann hatte Staufenberg beim Tabellenführer Krofdorf keine Chancen auf Sieg und mußte sich eine zweistellige Niederlage gefallen lassen. Grüningen trat in Großen-Linden nicht an und verzichtete damit auf die Punkte. I. Kreisklasse Gießen A. Lollar Spiele Gew. Unentsch . Verl. Pkte. 8 6 0 2 12:4 Großen-Buseck 7 5 0 2 10:4 Heuchelheim 7 5 0 2 10:4 Rodheim 6 3 0 3 6:6 Klein-Linden 6 1 0 5 2:10 Wißmar 6 0 0 6 0:12 I. Kreisklasse Gießen B. Die Spiele mit Muschenheim wurden gestrichen, da die Mannschaft nicht mehr an den Spielen teilnimmt. Großen-Linden Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 8 6 2 0 14:2 Leihgestern 7 6 0 1 12:2 Lich 7 4 0 3 8:6 Garbenteich 7 3 1 3 7:7 Steinbach 7 3 0 4 6:8 Hungen 7 2 1 4 5:9 SA.-Kampfgem. 7 2 0 5 4:10 Lollar II 6 0 0 6 0:12 Jahresversammlung des Sportvereins Steinbach. Der Sportverein Steinbach hielt seine Jahresschlußoersammlung ab. Vereinsführer Otto Schmitt erstattete einen Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr und hob hervor, daß dem Fußballsport stets die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden sei. Anschließend erstattete Kassenwart P s e i f f e r den Kassenbericht, der einen sehr guten Stand zeigte. Dann folgten noch die Berichte der Mannschaftsleiter. Der bisherige Vorstand blieb im Amte, allerdings wurden einige Aenderungen vorgenommen. Eine allgemeine Aussprache beschloß den geschäftlichen Teil der Versammlung. Kurze Sportnotizen. Die Nationalmannschaft der Schützen trainiert am 21./22. Januar in der Reichshauptstadt als Vorbereitung für den Königsberger Vierländerkampf gegen Schweden, Dänemark und Finnland am 11./12. März. * NSKK. -Scharführer Schäfer, der zusammen mit Hetlinger, Lenssen und Lippach Deutschland bei den Viererbob-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo vertritt, ist mit seiner Mannschaft bereits unterwegs, um noch trainieren zu können. * Französische Schwimmer waren am Wochenende in Aachen zu Gast. Frankreichs Wasserball- meister Tourcoing siegte über den SV. Aachen 06 mit 4:1 (1:1), aber den Schwimm-Klubkampf gewannen die Einheimischen mit 37:30 Punkten. Inge von der Forst, die beim Breslauer Turn- und Sportfest das 100-Meter-Brustschwimrnen der Klasse la gewann, konnte jetzt in ihrer Heimatstadt Santiago de Chile einen neuen Landesrekord aufstellen. Sie legte die 200-Meter-Brust in 3:09,8 Minuten zurück. ♦ Ausgezeichnete Lei st ungen gab es bei einer Schwerathletik-Veranstaltung in Wien. Anton Richter (Polizei Wien) schaffte im beidarmigen Reißen der Federgewichtsklasse 97,5 Kilogramm und stellte damit den Weltrekord des I_lZA.-Negers John Terry ein. * Die Technische Kommission des Internationalen Turnerbundes hielt in Basel eine Sitzung ab und setzte hier die Pflichtübungen für das olympische Turnen 1940 in Helsinki fest. Interessant ist, daß beim Pflicht-Pferdesprung eine Notenabstufung nach Sprungbrettabstand vorgenommen wird. * Frankreichs Fußballverband f)at beschlossen, naturalisierte Spieler erst dann in einer National- oder Auswahlmannschaft zu verwenden, wenn sie ihren militärischen Verpflichtungen in vollem Umfange nachgekommen sind. * Die britischen Schi-Mei st erschaften wurden in dem Schweizer Winterkurort Wengen zu Ende geführt. In der alpinen Kombination siegte bei den Frauen Isabel Roe, die den Torlaus gewann und die Abfahrtssiegerin Helen Palmer- Tomkinson auf den zweiten Platz verwies. James Palmer-Tomkinfon als überlegener Doppelsieger Abfahrt-Torlauf eroberte den Titel wieder bei den Männern in der Kombination. irischast. r r Auflösung von Werksparkaffen. Fwd. Nach dem Kreditgesetz vom 5. Dezember 1934 sind die Werksparkassen bis zum 31. Dezember 1940 aufzulösen. Daß auch irgendwelche Ersatzeinrichtungen unzulässig sind, zeigt eine Entscheidung des Reichskommissars für das Kreditwesen, der folgender Sachverhalt zugrunde lag: Eine Firma hat für ihre Gefolgschaft laufende freiwillige Zuwendungen gemacht, die aber nicht in bar ausgezahlt, sondern als Sonderkonten für die einzelnen Gefolgschaftsmitglieder eingerichtet wurden. Die Beträge wurden den Gefolgschaftsmitgliedern gutgeschrieben; sie blieben im Betrieb und wurden verzinst. Die Firma hat die Auffassung vertreten, daß eine Werksparkasse hier nicht vorlieae, da die Gelder nicht von den Gefolgschaftsmitglieoern eingezahlt werden, sondern vom Unternehmer stammen. In einem Bescheid hat der Reichskommissar die Werksparkasseneigenschaft dieser Einrichtung bejaht und u. a. aus- gesührt, daß es gleichgültig ist, von welcher Seite die Gelder herrühren. Der Begriff „Annahme von Geldbeträgen", der hier von Bedeutung ist, schließt sämtliche Vorgänge ein, durch die ein Konto erkannt wird, also neben Bareinzahlungen auch Gutschriften jeder Art. Die Firma ist angehalten worden, diese Konten aufzulösen und die Guthaben gegebenenfalls bei einem Sparinstitut für die Gefolgschaftsmitglieder anzulegen. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 16. Jan. Auch zum Wochenbeginn zeigte das Geschäft an der Börse nur kleinsten Umfang. Der Auftragseingang war sehr klein, soweit er den Großverkehr am Aktienmarkt betraf, während- für den Einheitsmarkt in einer Anzahl von Papieren weitere Anlagen erfolgten. Der Berufshandel betätigte sich nur wenig am Geschäft. Die Zahl der zunächst ohne Notiz gebliebenen Werte hat sich wieder stark erhöht. Bei den zunächst notierten Papieren war die Entwicklung uneinheitlich, wobei sich die durchschnittlichen Schwankungen unter 1 v. H. bewegten. Montanwerte setzten durchweg nur knapp gehalten ein, Hoesch 107,50 (108), Mannesmann 109 (109,25), Verein. Stahl 107,65 (107,75). IG.-Farben gingen nach 150 noch um 0,25 v. H. unter den Stand vom Samstag auf 149,25 zurück, ferner Geffürel von 133,65 auf 133 (134), auch AEG. nur knapp gehalten mit 116,50 (116,75). Anderseits befestigten sich Reichsbank auf 188,50 (187,50), Rheinmetall auf 131 (130,25) und RWE. auf 118,13 (117,40), sowie Lahmeyer auf 118 (117,75). Am Rentenmarkt blieb die Geschäftstätigkeit klein. Reichsaltbesitz etwas schwächer mit 128,50 128,90), ferner 5 v. H. Gelsenkirchener Berg mit 101,13 (101,25). Kommunal-Umschuldung halbamtlich unv. 92,90. Fest lagen Reichsbahn-VA. mit 123,65 (123,25). Liquidationspfandbriefe schwankten bis 0,25 v.H., im gleichen Ausmaß abweichend notierten Stadtanleihen und Industrie-Obligationen bei im allgemeinen kleinen Umsätzen. In der zweiten Börsenstunde blieb die Kursentwicklung unregelmäßig, das Geschäft. belebte sich nicht, da Aufträge fehlten. Hoesch waren mit unv. 107,50 angeboten, AEG. bröckelten auf 115,75 nach 116,50, Gesfürel auf 132,50 nach 133,65 ab, anderseits IG -Farben 149,50 nach 149,25 und RWE. bei größeren Umsätzen mit 118,25 nach 118,13. Die später notierten Papiere zeigten Abweichungen bis 1 v. H. Schwächer lagen aber Deutsche Erdöl mit 121,25 (134), Adlerwerke Kleyer mit 103 (105) und Felten mit 133 (135). Am Markt der unnotierten Werten waren Dingler Maschinen lebhafter mit 102,50 bis 104,90 (102 bis 104), sonst nannte man Elsäss. Bad. Wolle mit 92,25 bis 94,25 (93 bis 94) und Grvwag mit 83 Geld (82,25 bis 84,25). Der Geldmarkt war sehr flüssig, Tagesgeld wurde auf den sehr niedrigen Satz von 2 (2,25) v. H. gesenkt. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse hatte nur sehr kleines Geschäft, da Aufträge der Kundschaft fast völlig fehlten. Es kamen nur wenige Kurse zur Notiz, die im allgemeinen ohne bemerkenswerte Veränderungen waren. Von Montanwerken etwas schwächer lagen jedoch Buderus mit 107 (108), auch Hoesch 0,40 v.H. ermäßigt auf 107 und Mannesmann nur knapp gehalten mit 108,75 (109), anderseits Verein. Stahl 0,13 v. H. höher gefragt mit 107,75 und Rheinstahl sowie Deutsche Erdöl unv. 132,50 bzw. 121,25. Etwas erholt waren Gesfürel auf 133,25 (132,50). IG.-Färb en bei kleinen Umsätzen unverändert 149,25. Sonst notierten u. a. Adlerwerke mit 103, VDM. mit 179, Scheideanstalt mit 198, Bernderg mit 137, MAN. mit 137,50, Moenus mit 124 und Licht und Kraft mit 132 sowie Rheknmetall mit 130,50 (131). Bankaktien lagen ruhig und behauptet. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft, nur 5 v. H. Thyssen mit 100,90 (100,75) verzeichneten geringen Umsatz. Farben-Bonds waren zu unv. 119,50 gefragt. Im Freiverkehr nannte man Kommunal-Umschuldung unv. 92,90. Sranffurler Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 9 206, W 11 208, W 12 209, W 13 210, W 16 213, W 18 215, W 19 217, W 20 219, Roggen RH 191, R12 192, R14 194, R15 195, R 16 197, R 17 198, R 18 199, R 19 201 Groß- Handelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,55, W 16 29,55, W 18 29,55, W 19 29,55, W 20 (Kreis Alzey) 29,55, W 20 (Kreis Worms) 29,90 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung van Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R. 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,40, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich, Weizenfut« termehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00. W 19 11,10, W 20 11,20, Mühlenfest- preife ab Mühlenstation, Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation, Treber getr. —, Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,20 bis 5,40, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 6,20 bis 6,40, Kleeheu, gut, gesund, trocken, 7,00 bis 7,50, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,50 bis 7,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt ober gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3.00, Hafer- und Gerstenstroh, öo. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Jranffurfer Schlachtviebmarkt. Frankfurt a. M., 17. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 843 Kälber, 130 Hämmel, 185 Schafe, 2231 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mk., Hämmel 35 bis 50. Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mk. Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Oer Arbeitseinsatz im Dezember in Hessen Oie störenden Einwirkungen der Kälte auf die Außenarbeiten nicht übermäßig groß Lpd. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen in Frankfurt a. M. teilt mit: Die Beschäftigung, die bis Mitte Dezember 1938 weiter angestiegen war, ging in der zweiten Hälfte des Monats wegen der starken Schneefälle und des anhaltenden Frostwetters zurück. Fast alle Außenarbeiten im Baugewerbe und in den Baunebengewerben, sowie in der Steinindustrie mußten eingestellt werden. Die betroffenen Betriebe konnten jedoch infolge der für die faifonungünftige Zeit geschaffenen Sonderregelung (Schlechtwetterregelung, Ausfallunterstützung usw.) großenteils ihre Belegschaften durchhalten, so daß der Zustrom von Arbeitsuchenden zu den Arbeitsämtern wesentlich gemildert wurde. Von den trotzdem freigesetzten Kräften (insbesondere Bau-, Stein- und Erdarbeitern) konnten eine große Zahl sofort bei Holzfällerarbeiten eingestellt werden, die z. T. allerdings ebenfalls wegen der starken Schneefälle vorübergehend unterbrochen werden mußten; weitere Kräfte fanden in den Städten bei Schneebeseitigungs, und ähnlichen Aushilfsarbeiten Beschäftigung. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit bis zum Monatsende war deshalb im Verhältnis zur Stärke des Kälteeinbruchs und der störenden Einwirkungen auf die Außenarbeiten nicht übermäßig groß; sie betrug 14 600 gegenüber 17 200 im Vorjahr. Am Monatsende wurden bei den Arbeitsämtern insgesamt rund 25 500 Arbeitslose gezählt. Ein großer Teil dieser Kräfte fand jedoch schon im ersten Drittel des neuen Jahres wegen der Milderung des Winterwetters wieder Beschäftigung. Die Zahl der Beschäftigten lag im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen am Jahresende, trotz der saisonmäßigen Abschwächung mit rund 1005 000 Arbeitern und Angestellten, um etwa 59 000 über der Vorjahrshöhe. 2n den Industriebetrieben mit besonders angespannter Produktion hielt der Mangel an Fach« fräften an. Die Arbeitsämter setzten ihre Bemühungen um Rückführung berufsfremd Beschäftigter, um Umschulung von Kräften aus Ueberschußberufen, sowie um verstärkten Einsatz von Frauen mit guten Erfolgen fort. In der Land- und Hauswirtschaft machten sich die Abwanderungsbestrebungen nach wie vor sehr störend bemerkbar und verstärkten den schon bisher bestehenden Mangel an Arbeitskräften. Spareinlagensteigerung 1938: rund 2,3 Milliarden RM. Fwd. Nach den Monatsausweisen der deutschen Spa. lassen, Girokassen und Kommunalbanken sind bei diesen Instituten im Dezember 1938 = 614,4 (November 573,2) Mill. RM. Spareinlagen eingezahlt worden, gegen 520,4 Mill. RM. im Dezember 1937. Damit hat sich die günstige.,Spareinlagen- entwicklung der letzten Monate roe'iter fortgesetzt. Das Einzahlungsergebnis im Dezember wurde nur von demjenigen des üblicherweise stärksten Einzahlungsmonats Januar, sowie dem des Oktober, in dem bekanntlich besondere Umstände Vorlagen, übertroffen. Die Rückzahlungen waren im Berichtsmonat mit 540,8 Mill. RM., wie üblich, die höchsten im ganzen Jahr, abgesehen von denjenigen des September. Dem erhöhten Spareinlagenbestand entsprechend waren sie größer als im Dergleichsmonat des Vorjahres (459,7 Mill. RM.). Dank der günstigen Einzahlungsbewegung ergab sich im Berichtsmonat ein Einzahlungsüberschuß von 73,6 Mill. RM., der das Sparergebnis im Dezember 1937 um 13,0 Mill. RM. übertraf. Bis einschließlich 1936 hatte der Jahresschlußmonat in der Regel aus jahreszeitlichen Gründen einen Auszahlungsüberschuß bei den Spareinlagen mit sich gebracht. Daß seit Dezember 1937 nunmehr die Einzahlungen auch im Dezember über den Rückzahlungen liegen, ist ein besonders erfreuliches Zeichen für die günstige Entwicklung der Spareinlagen der letzten Zeit. Nach dem Vorliegen der Dezemberziffern ist ein Ueberblirf über die Einlagenbewegung bei den Sparund Girokassen im ganzen Jahre 1938 möglich. Einschließlich der am Jahresende gutgeschriebenen Zinsen, die allerdings zum großen Teil erst im neuen Jahr verbucht werden, werden sich die S pa r e i n - lagen im Jahre 1 9 3 8 schätzungsweise um 1 9 57 MilI. RM. (gegen 1451 Mill. RM. im Vorjahr) erhöht haben. Von dieser Spareinlagensteigerung entfallen 1312 Mill. RM. auf den Einzahlungsüberschuß, 520 Mill. RM. auf die Zinsgut- schriften und 125 Mill. RM. auf die sonstigen Veränderungen. Daneben sind die sonstigen Einlagen der Sparkassen im vergangenen Jahr um 3 4 2 Mill. RM. (gegen 293 Mill. RM. im Vorjahr) gestiegen. Insgesamt sind also den Einlagen der deutschen Spar- und Girokassen im vergangenen Jahr fast rund 2,3 Mrd. R M. zugewachsen (gegen 1,7 Mrd. RM. im Vorjahr). Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen.