Ur.295 Erste? Matt 189. Jahrgang Samstag, 16./§omltag,17. Dezember 1939 Gießener Anzeiger acht. * Zum Llchsieg der deutschen Merschmitt-Mschmen Unser Bild zeigt eine Messerschmitt-Maschine Me 109 im Fluge. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 10 der Heul- leben und Irma und en Abzug ert ir in btr er, btt B erlitt, 15. Dez. (D31B.) Das 0 b e r f o tn - manbober Wehrmacht gibt bekannt: (Ein einzelnes britisches Bombenflugzeug, bas gestern ben Fliegerhorst Borkum ohne Bomben zu werfen anflog, würbe burch unsere Flugabwehr vertrieben. Zwei weitere britische Kampfflugzeuge versuchten, bie Insel Sylt auzugreifen. Vier abgeworfene Bomben fielen außerhalb ber Insel ins Bleer. Größeren Umfang nahm in ben Nachmittags- stunden ein Luftkampf an, bet sich aus bem Angriff britischer Kampfflugzeuge im Gebiet der o st friesischen Inseln entwickelte. Deutsche Jäger schossen von ben 20 Angreifern zehn ab. Lin beutsches Flugzeug mußte auf See niebergehen. Im Westen keine besonberen Ereignisse. Zwei britische Flugzeuge bei der Rückkehr der „Bremen" abgeschoffen. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Als der Lloyddampfer „Bremen" glücklich in seinem Heimathafen einlief, versuchten britische Flugzeuge in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden aber durch die Erdabwehr von den Nordseeinseln abgewiesen, so daß sie unverrichteter Dinge wieder zurückfliegen mußten. Wie sich jetzt durch die inzwischen getroffenen Feststellungen ergibt, sind bei den Anflügen zwei englische Flugzeuge abgeschossen worden. gewesen ist. Er war verschiedentlich auch in höheren Stäben, u. a. im damaligen Reichskriegsministerium, kommandiert. Bor Antritt seines jetzigen Kommandos (im Oktober 1938) war er Erster Admiralstabsoffizier des Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte und Erster Admiralstabsoffizier beim Flottenkommando. Die Luftkämpfe über den friesischen Inseln, britische Kampfflugzeuge abgeschossen. e wartelr. TH )»' i Fensta, >r die W knarrend 40pi I yofe W , kleme TA 25" geboren. Er verbrachte seine Jugend- und Schulzeit am Niederrhein, vornehmlich in Düsseldorf. 1912 trat Langsdorfs als Seekadett in die ehemalige Kaiserliche Marine ein. Während des Weltkrieges fand Langsdorfs, der im März 1915 zum Leutnant zur See befördert worden war, ausschließlich bei I Bordkommandos Verwendung. So nahm er z. B. im > Verband des damaligen I. Geschwaders auf' dem! Linienschiff „Großer Kurfürst" an der Skagerrak-! schlacht teil. Die letzten beiden Jahre des Weltkrieges war der jetzige Spee-Kommandant in Torpedoboot-1 und Minensuchflottillen als Kommandant tätig. In: dieser Eigenschaft hat er auch noch nach dem Weltkrieg in der III. Torpedobootshalbflottille Dienst getan, deren Halbflottillenchef er von 1929 bis 1931 Die Genfer Abstimmung. Nur eine kleine Mehrheit für den Ausschluß Rußlands. Brüssel, 15. Dez. (Europapreß.) Recht aufschlußreichen Einblick in das Verhältnis der Stim- men bei der Genfer Abstimmung über den Ausschluß Sowjetrußlands aus der Genfer Liga geben die französischen Blätter. Sie berichten, daß der Ausschluß nur durch eine kleine Mehrheit in Kraft getreten sei. Griechenland, China, Finnland und Jugoslawien hätten sich d^r Stimme enthalten, während Peru, Iran und die Sowjetunion gar nicht vertreten gewesen seien. Auch die Schweiz und die skandinavischen sowie die baltischen Länder hätten sich der Stimme enthalten. Auch Bulgarien habe seine Stimme nicht für den Beschluß abgegeben. Für die Haltung Rumäniens ist bezeichnend die Erklärung des Bukarester Blattes „Curentul". Danach sind die Stimmenthaltungsentschlüsse von Jugoslawien und Griechenland, die beide die Interessen der Balkanstaaten im Genfer Rat vertreten, mit Zustimmung der übrigen Balkan st aaten gefaßt worden. Staatssekretär Hul über das Seegefecht. Washington, 15. Dez. (DNB.) Staatsfeire- H u l l wurde aus der Pressekonferenz gefragt, das Seegefecht bei Montevideo eine Der- ^ung der panamerikanischen sicher- hs t s z o n e darstelle. Er antwortete, daß Hm DeuWe Rückwanderung. Eine der wertvollsten positiven Erkenntnisse des Weltkrieges war die der volksdeutschen Siedlung im ganzen weiten Raum des europäischen Ostens. Ueberall, wohin deutsche Truppen auf ihrem Siegeszug nach Osten oordrangen, ins Baltenland, nach Litauen, über den Narew, tief nach Kongreßpolen hinein, stießen sie auf deutsche Landsleute, die hier als Großgrundbesitzer, Pfarrer und Gelehrte, Industrielle, Kaufleute und Handwerker oft schon seit Jahrhunderten ansässig waren. Die größte Ueber- raschuna war es aber für die meisten deutschen Soldaten, sogar noch viel weiter nach Osten hin auf ihrem Vormarsch durch Ostgalizien und Wolhynien in schmucken, sauberen Dörfern in der Sprache der deutschen Heimat, oft noch dialektgefärbt mit schwäbischem oder pfälzischem Idiom, begrüßt zu werden. Es waren die geschlossenen deutschen Bauernsiedlungen, die über das ganze Land verstreut lagen und sich in polnisch-ukrainischer Umgebung i >re J- Scho» 'Iche jun. iur W ar kW 5 heitfei zur N pn M innte. t nicht«' iten, dis entiiiieM ntfN' ilgen- « hi etj* ; fcs |M di! » * ‘'M S«. $in. mehren io dah er Sranttn- imiitlun. bei bem Witte, r Staats* keungts* jährlicher wird unb Anbruch- lung oer* ?ch hatte, tayen in1 inb rächen I der Der-1| 6imbru<* j । baren Nahe ber britischen Küste bis in bie ent- ■ ferntesten Winkel bes Atlantik hinein. Wien. An Borb bes „Admiral Graf Spee“ würben, wie n Sams- 'El Pueblo" auf Grunb von britischen Mtteilungen ichreibt. eine wahre Kamerabschaft zwischen der Besatzung bes Panzerschiffs unb ben Besatzungen ber von ihm aufgebrachten Dampfer gepflegt. Die beutsche Kriegsmarine, so betont bas Blatt, hat i* di, *ben. (t, Tuffe «Seit nnuetaj5 "enstvrr. .^.örgtr* °eit, um. 5OOOO Tonnen wurden vom Panzerschiff „Admiral Graf Gpee" versenkt. Die britischen Kapitäne über die ritterliche Behandlung an Bord des Lobes voll Annahme von Anzeigen für Die Mittagsnummer bis8* ,,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf. für Textanzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf. Wiederholung Malstaffel I Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrist nach vorheriger Vereinbarung 25 °/o mehr. Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen unb behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf. Sprache, ihren Glauben und ihr deutsches Volkstum , ! bewahrt hatten Nur wenige waren in die Städte tobgewandert, d'e meisten waren der bäuerlichen j | Scholle erhalten geblieben zum Unterschied von dem I Deutschtum im Baltenland und in Kongreßpolen, das in seiner Mehrheit das geistige und gewerbliche Leben der Städte befruchtet hat. Die Geschichte dieser deutschen Volksgrupven in Ottgalizien und len- verschloß infam * len Ä auf JLJ bei Ä"' I A ’aA -em " mochte । fort jW ZHonteoibeo, 16. Dez. (Luropapreß.) 50 101 lonnen britischen Schiffsraums hat allein nach ben Beobachtungen ber freigelassenen englischen Kapitäne bas Panzerschiff „Abmiral Graf Spee" ver- im Ju. lenkt. Die fabelhafte Kamerabschaft unb ber ritter- htsmoch | liche Geist ber Besatzung bes „Abmiral Graf Spee" ‘ handel f werben einstimmig von ben Kapitänen unb Offi- lnbe »er Zieren, bie ber beutsche Kreuzer als Kriegsgefangene >on 5 bi- I mit sich führte, anerkannt. Der „Abmiral Graf n ■ ;l Spee“ hat nach ihren Aussagen über ein Bier- Äii I. ,eI 3at)t bic britische Schis,ahr, emp- 1 finblich gestört, unb zwar von ber unmittd- bei ber Versenkung von Schiffen wie bei ber Be- )anblung ber Feinbe alle Ritterlichkeit be- viesen. Unter ben von „Abmiral Graf Spee" terfenften Schiffen befinben sich, nach Angaben ber reigdaffenen britischen Kapitäne, folgenbe britische Dampfer: „Rewton Beach". „Tairoa". „Trevanion". .African Shell". ,Huntsman“, „Bork Star“, .Streons hall". 3n Rio be Janeiro ist ber eng- fche Dampfer „Alcantara" eingelaufen, ber em Geleitzug angehört hat, ber von bem beut- hen Panzerschiff angegriffen worben war. Der Dampfer scheint burch Geschühfeuer beschäblgt unb um Aufsuchen bes brasilianischen Hafens gebrannten worben zu fein. „Exeter" schwer beschädigt auf eine Sandbank gesetzt. Berlin, 15.Dez. (DNB.) Zu dem am 13.12. W9 an der Küste von Uruguay stattgefundenen Seegefecht zwischen dem deutschen Panzerschiff „Admiral Graf Spee" und dem schweren britischen kreuzer „Exeter" sowie den beiden leichten Kreu- j:rn „Ajax" und „Achilles" wird ergänzend titgeteilt: Nach vorliegenden Meldungen sind die B e s ch ä - igungen auf dem schweren britischen r e u z e r „Exeter" noch größer als bisher an- inommen werden konnte. Es liegen sichere Untergen darüber vor, daß der Kreuzer schwere reff er im Vorschiff erhalten hat, die die itben vorderen Geschütztürme zum Schweigen gelacht haben. Ein weiterer Treffer mit starker randwirkung wurde im Brückenaufbau er- rll. Außerdem haben schwere Treffer offenbar die s s s e l a n l a g e beschädigt, denn nach diesen Tref- ern drehte „Exeter" ab und mußte aus dem Ge- cht ausscheiden. Diese schweren Beschädigungen fflären, daß der Kreuzer „Exeter" am nächsten argen mit starker Schlagseite in der -Plata-Mündung beobachtet wurde und daß er nach inzwischen eingetroffenen Meldungen aus ntevideo — schließlich gezwungen worden ist, ch auf eine Sandbank zu setzen, um 'ht abzusinken. Trotz englischer Llebermacht. merikanischeBerichte über dasSeegefecht. Rewyork, 16. Dezember (DNB. Funkspruch.) amerikanische Presse betont die zahlenmäßige acht und höhere Geschwindigkeit der Eng- irder beim Treffen vor dem La Plata. Der Kreu- i» „A j a x" habe den französischen Passagier- 'cmpfer „F o r m o s a" nach Montevideo begleiten Een, als er vom „Admiral Graf Spee" angegrif- worden sei. Der „Ajax" habe sofort funken- elegrapyisch Hilfe herbeigeholt und , «s deutsche Schiff angegriffen. Bald seien „E x e - le7" und „Achilles" aufgetaucht. Mer Stunden i j&e man, zum Teil vernebett, ein laufendes f e d) t auf verhältnismäßig geringe I^tfernung geführt. Nachdem der „Admiral 6tif Spee" von der „Exeter" getroffen worden fei, Ne der Kommandant des „Admiral Graf Spee' schlossen, zunächst diesen stärksten Gegner außer ^l'echt zu fetzen, was ihm schließlich gelun- ien sei. Die .Exeter" sei ausgefallen, nachdem r „Admiral Graf Spee" das Feuer seiner schwe- vn Geschütze allein auf dieses Schiff konzentriert einen Panzerturm buchstäblich le$gertffen habe. Nachdem der englische Äreu= auch noch weitere Beschädigungen erlitten habe, n er aus der Gefechtslinie ausgefal- If r. Lrlcheml lag lich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biepener Familienblatter HeimatBild Dieöcholle Monatr-Vezugspreis: Ml 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: fironffurt am Main 11688 General-Anzeiger für Oberhessen Drutfe und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R.Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7 Wolhynien ist verhältnismäßig jung. Freilich in den großen galizischen Städten, die zum Tell wie Krakau auf deutsche Gründung zurückgehen und nach deutschem Recht verwaltet wurden, blickt die deutsche Kultur auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Aber das flache Land, das unter polnischer Herrschaft gänzlich verödet war und durch die Teilungen Polens in trottlosem Zustand an Oesterreich fiel, wurde erst von Maria Theresia und Joseph II. mit deutschen Handwerkern, Beamten und Kaufleuten. vor allem aber mit deutschen Bauern durchsetzt. Die Mehrzahl von ihnen stammte aus Württemberg, Hessen und der Pfalz, aber auch aus Böhmen suchten damals hier viele eine neue Heimat. Rosig war die Lage des galizischen Deutschtums auch in der österreichischen Zeit nicht. Dor allem als nach dem Sieg des föderalistischen Prinzips in der Verfassung von 1867 der Einfluß der österreichischen Zentralregierung zugunsten der autonomen । Provinzialbehörden stark beschnitten wurde, machte sich hier in Galizien unter der Statthalterschaft des Grafen Aaenor Goluchowski der volniscbe Einttuß hemmungslos breit und die deutsche Sprache in Kirche und Schule wurde mit allen Mitteln zurück- gedrängt. Auch wirtschaftlich hotten bie Deutschen bitter zu leiden, so daß eine starke Abwanderung vor allem nach Amerika einsetzte und die Zahl der Deutschen erschreckend zurückging. Immerhin ?äblte Galizien vor dem Weltkriege bei einer Gesamtbevölkerung von 8 Millionen noch etwa hunderttausend Deutsche, von denen an die 60 000 in rund 170 rein deutschen Dörfern lebten. Der Weltkrieg k k N. i $2. (Be. I Einzelheiten über die Vorgänge noch nicht be- 1 könnt seien. Die Sicherheitszone sei geschaffen worden, um bie Neutralität und die Sicherheit der amerikanischen Länder nach Möglichkeit zu schützen. Man habe aber niemals die Anwendung gewaltsamer Methoden zur Durchführung dieses Zieles geplant. Auch habe seines Wissens keine kriegführende Macht auf die Bekanntgabe der Sicherheitszone geantwortet. So weit er im Bilde sei, dürfe das deutsche Panzerschiff mindestens 48 Stunden in Montevideo bleiben. Falls Reparaturen notwendig seien, könne man den Aufenthalt auch verlängern. Verstärkter Wachldrenst an der La-plaia-Mkidung. Buenos Aires, 15. Dez. (Europapreß.) Eine umfangreiche Verstärkung des von der argentinischen Regierung unterhaltenen Wachtdienstes zum Schutze der argentinischen Hoheitsgewässer ist sofort nach dem Bekanntwerden des Seegefechts von Montevideo erfolgt. An die Liegestelle der auf das deutsche Panzerschiff lauernden englischen Kriegsschiffe wurde das argentinische Kanonenboot „Jndependen- c i a" entsandt, um irgendwelche englische Ueber- griffe im Keim zu ersticken. Da die La-Plata- Mündung Hoheitsgebiet ist, kann das deutsche Panzerschiff nicht von feindlichen Seestreitkräften angegriffen werden, wenn es die Absicht hätte, von Montevideo nach Buenos Aires auszulaufen. Der britische Marineattache hat den Mavineminister um Erlaubnis gebeten, etwa 100 verwundete britische Matrosen von der Besatzung des „Exeter" in Bahia Bianca an Land setzen zu dürfen. Die Regierung hat ihre Genehmigung erteilt. Die englischen Beamten waren aber nicht in ber Lage, dem Kreuzer „Exeter" diese Mitteilung zu übermitteln, da die Funkanlage an Bord des Kreuzers zerstört ist. Der „Exeter" soll daher die Verwundeten zu den Falklandinseln bringen. Vegeistelung in Montevideo. Montevideo, 15. Dez. (Europapreß.) Das deutsche Panzerschiff „Admiral Gras Spee" und seine Besatzung haben hier eine schnelle Popularität gewonnen, die in den wiederholten begeisterten Huldigungen für die Deutschen zum Ausdruck kommt. Den ganzen Donnerstag über bis in die späte Nacht hinein umkreisten zahlreiche Barkassen und Motorboote das Schiff, unb ihre Insassen brachen immer wieder in jubelnde Begeisterungsrufe aus. Auch den Offizieren des deutschen Schiffes wurden bei ihrem ersten Erscheinen im Stadtbild von Montevideo mehrfach sehr freundliche Demonstrationen zuteil. Um so größer ist die Nervosität und Enttäuschung in den britischen Kreisen am La Plata angesichts des Mißerfolges der britischen Kriegsschiffe. Ueber die Verluste, die die drei britischen Kreuzer in dem Kampf gegen den „Admiral Gras Spee" erlitten haben, werden von englischer Seite immer noch nähere Angaben verweigert. In den Nachtstunden ist hier jedoch aus Buenos Aires bekannt geworden, daß der englische Kreuzer „A j a x" mit nicht weniger als ISOBerrounbeten in Puerto Belgrano ein- getroffen ist. Ueber die Zahl der Toten werden keine Angaben gemacht. Das Segrabms in Montevideo. Grotze Anteilnahme der Bevölkerung. Montevideo, 16. Dez. (Europapreß-Funk- spruch.) Die Gefallenen der „Admiral Graf Spee" wurden auf dem Friedhof von Norte unter Beteiligung des deutschen Gesandten und des Marineattaches, sowie der gesamten Besatzung des Panzerschiffes beigesetzt. Der ergreifende Trauerakt gestaltete sich zu einer riesigen Kundgebung der ganzen Bevölkerung zu Ehren der deutschen Matrosen. Das Zentrum der Sttadt sowie die Straßen der Vorstädte, die zu dem Nordfriedhof führen, waren schwarz von Menschen. Schon seit den frühen Morgenstunden hatte sich auf dem Friedhof eine vieltausendköpfige Menschenmenge angesammelt. Eine Viertelstunde nach 12 Uhr kündigten Gewehrsalven die Ankunft des Trauerzuges an. Die deutsche Ehrenabordnung präsentierte das Gewehr. Die Bordkapelle intonierte einen Choral und tausende Arme streckten sich empor zum deutschen Gruß. Die Gefallenen des „Admiral Graf Spee" sind auf dem Gemeindefriedhof del Norte in einem gemeinsamen Grabe beigesetzt worden. Die ganze deutsche Kolonie hat geschlossen dem Trauerakt bei- aewohnt. Die Anteilnahme des uruguayischen Volkes fand Ausdruck in Hunderten von Kranzspenden, die aus allen Kreisen der Bevölkerung der diplo- ! mattschen Vertretung bes Reiches zugingen. Der Kommandant des „Admiral Graf Spee". Der Kommandant des Panzerschiffes Admiral Graf Spee", Kapitän zur See Hans Langs- J dorsf, ist 1894 in Bergen auf der Insel Rügen hat auch die Deutschen Galiziens schwer getroffen, viele sind verschleppt worden, ihre Gehöfte nieder- gebrannt, aber ihre ungeheure Doltskraft, die sich in einem außerordentlich hohen Geburtenüberschuß kundgibt, Hal auch diesen vasiag überwunden und selbst den Verfolgungen der Polen, die nach dem Spruch von Versailles Galizien wieder in Besitz nahmen, zäh widerstanden. Einst waren die deutschen Ansiedler vorwiegend in Westgalizien angesetzt worden, sie hatten sich aber hier nur solange behaupten können, wie der österreichische Staat seine schützende Hand über sie hielt. Dann rückte der Schwerpunkt der deutschen Siedlung immer mehr nach Often. In Gemengelage mit Ruthenen, Polen und Juden, mit katholischen, griechisch-unierten und armenischen Christen haben sich die deutschen Bauern in Gemeinden, die oft dreißig und vierzig Kilometer voneinander entfernt lagen, behauptet. Wer keine eigene Wirtschaft hatte, wurde Handwerker, die deutschen Schmiede und Wagner waren gesucht. Auch das kulturelle Zentrum der galizischen Deutschen schob sich mehr und mehr nach Osten. In der Großstadt Lemberg bedeuteten die 3000 Deutschen nur ein unbedeutendes Einsprengsel, wenn es auch immer noch eine deutsche evangelische Kirche, Prediger- und Diakonissenheim, Gymnasium und Volksschule, ein deutsches Alumnat und eine deutsche Zeitung gab. Aber der Mittelpunkt des Deutschtums in Ostgalizien war S t a n i s l a u geworden dank der zielbewußten Arbeit des Pfarrers D. Theodor Zoeckler, der vor etwa vierzig Jahren als Prädikant der dänischen Judenmission hier- her verschlagen worden war und aus dem Juden- missionar zum Erwecker und Sammler des eigenen Volkstums geworden ist. Die zahlreichen von ihm in unermüdlicher Arbeit ins Leben gerufenen deutschen Wohlfahrtsanstalten wurden zum Halt des Deutschtums in Ostgalizien, zumal in der Zeit des Wiederaufbaus nach den Verheerungen des Weltkrieges. So sind es trotz aller wirtschaftlichen und politischen Bedrückung unter der Polenherrschast noch etwa 50—60 000 Galiziendeutsche, an die nun der Ruf des Führers erging zur Heimkehr in das neue Großdeutsche Reich, das alle feine Söhne braucht. Etwa gleich stark an Kopfzahl, aber an Volks- kraft ihren galizischen Brüdern noch überlegen ist die Gruppe der Wolhyniendeutschen, zu 90 v. H. Bauern, die vor etwa hundert Jahren in dies damals russische Grenzgouvernement gekommen waren, als die russische Regieruna deutsche Dauern und Handwerker in den verschiedensten Gegenden des weiten Reiches ansiedelte. Vor dem Weltkrieg mögen es mehr als 250 000 Deutsche gewesen, sein, die in 500 Kolonien weit über das Land zerstreut waren. Auf gerodetem Waldboden errichteten sie ihre Musterwirtschaften und brachten es zu erfreulichem Wohlstand. Wie ihre schmucken Dörfer und Einzelhöse, so zeigte ihr kulturelles Leben ganz deutsches Gepräge. Alle Kolonien wiesen eine deutsche Schule auf, die von den Kolonisten mit eigenen Mitteln erbaut worden war und auch von ihnen unterhalten wurde. Ein eigenes Lehrerseminar sorgte für den Nachwuchs. Wolhynien ist das Grenzgebiet zwischen Wald und Steppe. Im Norden stößt es an das große westrussische Sumpfland der Polesje, das der Pripet durchfließt, im Süden an die politische Steppenregion. Hierhin kamen die ersten deutschen Kolonisten zu Anfang des 19. Jahrhunderts, meist hatten sie schon eine oder zwei Generationen an der unteren Weichsel oder im Netze- und Warthetal gesessen und waren dann, soweit sie nicht im Cholmer Land östlich von Lublin eine neue Heimat fanden, auf der großen Heer- ftrafje südlich der Sumpfregion über Kowel nach Wolhynien gezogen. Nachkommen dieser Siedler sind vielfach noch weiter nach Osten gewandert und finden sich in Westsibirien, in der Kirgisensteppe und nördlich des Kaukasus. Nach dem erften polnischen Aufstand, zu Beginn der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, verließen wiederum viele deutsche Dauern Kongreßvolen, wo sie sich durch ihr Beiseitestehen bei den Polen unbeliebt gemacht hatten, und zogen nach Wolhynien, wo sie sich zwischen Kowel und Luzk an- siedelten. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft in Rußland im Jahre 1861 verpachteten viele russische Gutsbesitzer, die ihre bäuerliche Arbeitsbilfe verloren hatten, Teile ihres Landes an deutsche Kolonisten. Sie wurden die Lehrmeister des umwohnenden russischen Volkes, das sie erft mit dem eisernen Pflug und der Bodendüngung bekannt machten. Aber schon unter dem deutschfeindlicken Kurs Alexanders III. zu Ende des vorigen Jahrhunderts wurden viele von ihnen verdrängt. Von der 2Igrar= reform Stolypins nach der ersten russischen Revolution im Jahre 1905 blieben sie ausgeschlossen, unb im Wettkriege wurde ihr Gebiet durch die Kämpfe schwer in Mitleidenschaft gezogen. Damals wurden schon viele Tausende wolhynische Flüchtlinge von der deutschen Heeresleitung nach Deutschland übergeführt. Die hinter den russischen Stellungen verbliebenen deutschen Kolonisten wurden vielfach ausgewiesen und nach Sibirien vertrieben, von wo sie erst nach Fried en sschluß zurückkehren durften. Nach dem russisch-polnischen Krieg wurde Wolhynien im Vertrag von Riga 1921 zwischen Polen und Rußland geteilt, Ost-Wolhynien rouroe mit der Sowjetukraine vereinigt. Nach dem Zerfall LTs polnischen Staates hat Rußland nun wieder ganz Wolhynien in Besitz genommen. Dor einigen Tagen trafen die Unterkommissionen der deutschen Delegation zur Umsiedlung der Deutschen aus Weißrußland und der Westukraine, zu der Ostgalizien und Wolhynien nach der Trennung der deutschen und russischen Interessensphären im 'Gebiet des ehemaligen polnischen Staates gehören, in ihren Bestimmungsorten ein, um hier ihre Arbeit nach den Richtlinien des deutsch-russischen Umsiedlungsabkommens aufzunehmen. Damit werden die deutschen Kolonisten, die hier ohne Zusammenhang mit der alten Heimt als Inseln inmitten fremden Volkstums in hartem Ringen um chr Dasein in einer Zeit, die auch hier im Osten das völkische Bewußtsein weckte uno den Nationalitätenkampf neu entfachte, auf verlorenem Posten standen, vor eine neue fruchtbarere Aufgabe gestellt. Sie werden Träger einer neuen deutschen Ostkolonisation, die aus den wiedergewonnenen deutschen Provinzen Posen und Westpreußen, den heutigen Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Warthegau ein Bollwerk des Deutschtums machen soll, eine wahre deutsche Ostmark. Aus der alten Kornkammer des Reiches soll deutsches Bauernland werden, und das zähe, harte Geschlecht der im Kamp um Scholle und Volkstum gestählten deutschen Kolonisten aus Ostgalizien uni) Wolhynien wird hier eine neue Heimat finden. F. W. Lange. Bei den volksdeutschen Rückwanderern. Posen, 15. Dez. (DNB.) Der Reichsführer f Und Chef der Deutschen Polizei Himmler über* zeugte sich in den letzten Tagen im Wart Hegau persönlich, daß alles getan wird, um die Rückwanderung schnell und reibungslos durchzuführen. Er besuchte mehrere der wohnlich ausgestatteten Durchgangslager in Posen, in denen unsere volksdeutschen Kameraden solange Unterkunft finden, bis ein geeigneter Arbeitsplatz für sie ermittelt ist. Auch der Einwandererzentrale in Posen stattete der Reichsführer ff einen Besuch ab. Durch persönliche Aussprache mit Rückwanderern, die bereits Arbeit und Wohnung gefunden haben, konnte sich der Reichssührer ff davon überzeugen, daß selbst bei schwierigen Verhältnissen alles ge- schieht, um den Rückwanderern bald eine neue Hei- mat im Großdeutschen Reich zu geben. Schließlich besichtigte der Reichsführer ff die großen Sammellager in Lod sch, die zur Aufnahme unterer Volksgenossen aus Wolhynien und Galizien bestimmt sind. Die Volksdeutschen aus diesen Gebieten werden in den nächsten Tagen eintreffen und hier eine vorläufige Aufnahme finden, bis auch sie in den Arbeitsprozeß organisch eingegliedert werden können. Oer Krieg im nordischen Winter. Russische Erfolge am nördlichsten Frontabschnitt. — Große Brände bezeichnen die finnische Rückzugslinie. - Gesamtmobilmachung in Finnland. Helsinki, 15. Dezember. (Europapreß.) Sal- mijärvi und die Nickelstadt Kolasjoski im nördlichen finnischen Frontabschnitt sind nun endgültig von d e n Russen eingenommen worden, nachdem die Mutigen Kämpfe am Donnerstag durchdenEinsatzrussischerLuft- treitkräfte bestimmt wurden. Die Finnen zogen sich langsam auf neue Stellungen weiter südlich zurück. Als die Nacht hereinbrach, standen die vordersten russischen Truppenkolonnen auf dem Eismeerwege nördlich von Svanvik, hart an der norwegischen Grenze. Dor ihrem Rückzug, der in geordneter Weise geschah, steckten die Finnen die Ortschaften in Brand, die sie zu verlassen gezwungen waren. Bereits in der Nacht zum Donnerstag war die russische Offensive gegen Salmij ärvi und den Nickelgrubenbezirk eingeleitet worden. Die russischen Infanteriekolonnen wurden Mit großem Erfolg von den russischen Fliegern unterstützt, die von Kriegsschiffen aus — die in der Petsamo- bucht vor Anker lagen operierten. Eine große Rolle piette auch das umfangreiche Aufgebot von Panzerwagen, die eine besondere Dorrichtung besaßen, um Hindernisse — wie Schneewehen — leicht überwinden zu können. Diese leichten Pan- zerwagenabteil'ungen waren in der Lage, f i n n i • ch e Schitruppen davon abzuhallen, den vorderen russischen Kolonnen in die Flanke zu fallen, da sie das Gelände in weitem Umkreis durch ihre Maschinengewehre beherrschten. Der russische Angriff entartet ette sich mit großer Schnelligkeit. Alles deutet darauf hin, daß es ein wvhlvvrbreite- ter Vorstoß war, den die Russen mit gut ausgerüsteten und schlagkräftigen Truppen durchführten. Salmijärvi wurde in den Abendstunden des Donnerstags in Brand gesteckt, der bis Frei- tagvormittag noch nicht gelöscht werden konnte. Auch Kolasjoski und die Ortschaften Töllevi, Koivalata und Koivoranta stehen in Flammen. Die Russen sollen östlich von Gvvernoerikorski kaum 20 Kilometer von der norwegischen Grenze Artillerie in Stellung gebracht haben. Das Gros der finnischen Truppen zieht sich in guter Ordnung zurück und läßt kleine Abteilungen zurück, um den Vormarsch der Russen aufzuhatten. Sowjetrussische Tanks sollen die Straße Boris — ©leb erreicht haben, die nördlich von Svanvik ganz nahe an der norwegischen Grenze verläuft, während die sowjetrussische Infanterie die Stadt Kaulotunturi (westtich von Kuutsjärvi 15 Kilometer von Svanvik entfernt) stark bedrängt. Bei Kirkenes drängen die Russen östlich von Ge- vernoerikorski sehr hart vorwärts. Die Finnen ziehen sich südwärts zurück. Die Erfolge der sowjetrusfischen Truppen in Nordfinnland .werd en von amtlicher finnischer Seite nicht bestritten'. Sie haben am Freitag zu einer G e - samtmobilisierung Finnlands geführt. Alle wehrfähigen Altersklassen wurden zu den Fahnen gerufen, so daß jetzt etwa 10 v. H. der gesamten finnischen Bevölkerung für die akttve Verteidigung des Landes eingesetzt sind. Außerdem wurden durch ein Dekret weitere Gebiete Finnlands als Gefahrenzone erklärt, was mit sich bringt, daß die Zivilbevölkerung ihre Wohnsitze in den nächsten 48 Stunden verlassen muß. Am bedeutendsten ist die Tatsache, daß sich die Regierung zur Evakuierung der Aalands-Jnsel- Gruppe entschlossen hat, die eine Bevölkerung von etwa 30 000 Personen zählt. Die südsinnische Stadt W i b o r g wird in den nächsten Tagen vollkommen von der Zivilbevölkerung geräumt werden. Die verschärfte Zwangs-Evakuierung muß vorgenommen werden, nachdem es sich gezeigt hat, daß ein Teil der Bevölkerung die Stadt freiwillig noch immer nickt verlassen will. Die Maßnahmen werden mit aller Schärfe durchgeführt. In drei Tagen darf sich keine Zivilversvn mehr ohne besondere Genehmigung in Wiborg aufhalten. Wiborg soll bei russiscAn Luftangriffen besonders gefährdet sein. Die Tatsache, daß Helsinki in den letzten 14 Tagen nicht ein einziges Mal von russischen Flugzeugen bombardiert wurde, hat dazu geführt, daß ein Teil der Einwohner aus den Wäldern wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt ist. Die Behörden sind machtlos gegen den Strom der Zurückkehrenden. Alle Ausfallstraßen Helsinkis sind mit Pattvuillen besetzt, die die Zurückkehrercken aufzuhalten suchen. Innenpolitische Schwierigkeiten Daladiers. Paris, 16. Dez. (Europapreß.) In der französi- chen Innenpolitik herrscht neuerlich Bewegung. Die Sozialdemokraten haben es anscheinend nicht verwinden können, daß ihr Vorstoß gegen die Regierung Daladier anläßlich der Beratung des Vollmachtengesetzes am 30. November, wo sie geschlossen gegen die Regierung gestimmt hatten, ohne Erfolg geblieben ist. Sie verlangen jetzt die Abhaltung- einer Geheimsitzung der K a m m e r, und ^war benutzen sie als Anlaß hierzu das in der kommenden Woche zur Beratung gelangende Gesetz über die Militärausgaben für das erste Vierteljahr 1940. Das Zivilbudget für bas kommende Jahr ist in erster Lesung von der Kammer bereits genehmigt. Es weist in Einnahmen und Ausgaben 79 Milliarden Franken auf,während die Kriegsausgaben sicherlch um ein Vielfaches höher fein werden. Gleichzeitig sieht sich die Regierung Daladier jedoch auch gewissen Schwierigkeiten takttscher und persönlicher Natur von feiten der Rechten ausgesetzt. Die Schwierigkeiten taktischer Natur beziehen sich aus das Verhalten in dem russisch-finnischen Konflikt. Große Teile der Rechten verlangen eine aktive Unterstützung Finnlands mit Kriegsmaterial und Entsendung englisch-französischer Kriegsschiffe nach der Murman- Küste. Hand in Hand damit äußert sich die Unzufriedenheit bei der französischen Rechten mit der Haltung Norwegens und Schwedens. Die Unzufriedenheit personeller Natur, die auf der Rechten herrscht, richtet sich gegen den Innenminister Sarraut, der in der radikalen Partei sehr mächtig ist. In der Kammersitzung vom Donnerstag ließ der baskische Abgeordnete Pb am6« g a r a y , Vorsitzender der Sozialpartei, über eine Stunde lang das Trommelfeuer seiner Beredsamkeit auf Sarraut niedergehen, weil dieser nach seiner Ansicht nichtenergischgenug gegen die fron- zösischen Geheimsender und ähnliche Dinge vorgehe, die der Kriegsbereitschaft Frankreichs ab- träglid) sein könnten und weil er überhaupt nicht für eine genügende Kriegsbegeisterung der Franzosen sorge. Dieser Sturm ist noch nicht abgeschlagen. Pbarnegaray wird im Januar die Einberufung einer Geheimsitzung der Kammer verlangen, wenn bis dahin nicht tatkräftige Maßnahmen ergriffen worden sein sollten. Die erste Sitzung des deutschen Prisengerichtshofes. Hamburg, 15. Dez. (DNB.) Am Donnerstag, wurde im Hamburger Strafjustizgebäude die erste: öffentliche Sitzung des zu Ausbruch des Krieges! errichteten Prisengerichtshofes in Hamburg eröffnet. Die Verhandlung beschäftigte sich mit der Ausbringung mehrerer ausländischer Schiffe. Der Präsident des Prisenhofes Oberlandesgerichtspräsident Dr. R o t h e n b e r g e r, der zugleich deutsches Mitglied des Ständigen Internationalen Schiedshofes im Haag ist, eröffnete die Sitzung. Neben ihm hatten als Beisitzer die Prisenrichter Oberlandesgerichtsrat Dr. Segelten, Legationsrat Dr. Lohmann und Konteradmiral K l aa f e n, an der Querfeite des Richtertisches der Reichskommissar beim Prisenhof Hamburg Vizeadmiral Werth Platz genommen. Präsident Dr. Rothenberger machte vor Eintritt in die Verhandlung einige grundsätzliche Ausführungen über die deutsche Prisengerichtsbarkeit. Eine deutsche Prisenrechtssprechung, so sagte er, hat es in den letzten 20 Jahren nach Beendigung des Weltkrieges nicht mehr gegeben. Das freie Meer ist nicht nur eine allen Mitgliedern der Völkergemeinschaft zugängliche Verkehrssttaße, sondern ebenso ein allgemeiner, allen zugänglichen Kriegsschauplatz, ja, zur Zeit der Kriegsschauplatz. Durch prisenrechtliche Maßnahmen auf dem Meer wird daher ebenso wie der Feind auch der Neutrale getroffen. Gegenstand der Prisengerichtsbarkeit ist nun die N a ch - Prüfung der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen. In Deutschland liegt diese Aufgabe nicht wie in vielen anderen Ländern pvlittschen Verwaltungsbehörden ob, sondern einem mit allen Garantien eines Gerichts ausgestatteten Prisenhofe. Der Prisenhof hat vier Mitglieder. Drei Prisenrichter — darunter der Vorsitzende — müssen die Befähigung zum Richteramt haben, ein Prisenrichter ist Seeoffizier. Alle haben die Rechte und Pflichten richterlicher Beamter. Sie urteilen unabhängig und genießen den besonderen Schutz der Mitglieder des Reichsgerichts. Schiff und Ladung werden von einem deutschen Kriegsschiff auf hoher See angehalten, durchsucht und in einen deutschen Hafen eingebracht. Der Reichskommissar sorgt dann für sachgemäße Aufbewahrung der Prise und für Unterkunft und Verpflegung der zurückgehaltenen Personen, die zur Klärung des Sachverhaltes erforderlich sind. Ergibt sich, daß die Beschlagnahme der Prise nicht den Voraussetzungen der Prisenordnung entspricht, so kann der Reichskommissar sie freigeben. Er kann aber Anträge beim Prisenhof stellen. Der Vorsitzende des Prisenhofes macht die Einleitung des Verfahrens bekannt, so daß alle Beteiligten ihre Anträge beim Prisenhof einreichen können. Das Urteil des Prifenhofes wird in öffentlicher Sitzung verkündet. Sowohl der Reichskommissar als auch die Beteiligten können Berufung an den Oberprisenhof in Berlin einlegen. Die deutsche Prilengerichtsbarkeit ist also nach Form und Wesen kein Stück der Kriegführung, sondern eine wahre Gerichtsbarkeit. Wir sind uns bewußt,' daß eine Prisenrechtsprechung anders als jede andere Rechtsprechung weit in die Rechte der Neutralen eingreift. Wir befinden uns aber in der glücklichen Lage, in der deutschen Prisenordnung eine Grundlage unserer Rechtsprechung vor uns zu haben, die in einer klaren übersichtlichen und sicheren Form die internationale Vertrags- und Staatenpraxis zusammenfaßt. Die deutsche Prisenordnung stellt nichts anderes dar eine Kodifikation des völkerrechtlichen allgemein anerkannten Seekriegsrechtes. Das ttmsiedlungswerk der deutschen Volksgruppe Lettland« abgeschlossen. Riga, 15. Dez. (DNB.) Am 15. Dezember bestiegen die letzten volksdeutschen Siedler aus Lettland, rund 1Ö00 Personen, den deutschen Dampfer „Sierra Cordoba", um in bas Reich heimzukehren. Mit diesem letzten Transport schließt das große Umsiedlungswerk der deutschen Volksgruppe Lettlands ab. In 45 Tagen sind rund 50 000 Volks» deutsche aus Lettland mit ihrer gesamten bemea- liehen Habe umgesiedelt worden, eine Leistung, die nur dank der vorbildlichen Zusammenarbeit zwi- chen reichsdeutschen und volksdeutschen Organisationen und der korrekten Haltung der lettischen Behörden möglich ryar. Wer kann Bauer im deutschen Osten werden? Zu der Frage, wer in denheimgekehrten Provinzen Posen und Westpreußen, also in den Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Warthegau, in erster Linie als Dauer angesetzt wer- den soll, nimmt Staatssekretär Willi kens vom Reichsernährungsministeri'mn im „Völkischen Beobachter" bas Wort. Ein Raum, der früher als die Kornkammer des Deutschen Reiches bekannt mar, der dann durch die Polenwirtschaft in seinen Er- trägnissen erheblich zurückging, stehe nun wieder dem deutschen Bauern zur Bearbeitung zur Verfügung. Dieses deutsche Land solle, sobald es die Umstände erlauben, wieder die Existenzgrundlage für Zehntausende tüchtiger deutscher Bauern« samilien werden, zur Klärung müsse aber mit allem Nachdruck gesagt werden, daß selbstverständlich auch hier die Grundsätze der nationalsozialistischen Agrar- Politik durchgeführt werden. Nur der könne Eigentümer des wieder errungenen Bodens werden, der dessen würdig ist. Der deutsche Boden sei keine Ware und nicht dazu da, Kapitalsanlage für irgendwelche interessierten Kreise zu bilden. In erster Linie sei der deutsche Soldat, der diesen Boden mit der Waffe in der Hand und mit seinem Witte zu- rückgewonnen hat, berechtigt, Ansprüche anzumelden. Daraus folge, daß, solange der uns im Westen auf« gezwungene Kampf nicht siegreich beendet ist, an eine Ansetzung deutscher Dauern als Eigentümer in den neuen Provinzen nicht gedacht werden könne. Dis batym müsse also die bisherige treuhänderische Bewirtschaftung des Bodens beibe- halten werden. Lediglich den bäuerlichen Fanrilien unter den auf den Ruf des Führers zurückkommen, den Volksdeutschen müsse schon vorher in diesem Raum eine neue Heimat und neue Existenz gegeben werden. Dr. Goebbels spricht am 22. Dezember zu den Rückwanderern. Berlin, 15. Dez. (DNB.) In allen Gauen inden Feierstunden für diejenigen Volksgenossen tatt, die um des Vaterlandes willen ihre Hei. nat verließen. Es sind die Volksgenossen, die aus den gefährdeten West gebieten in andere deutsche Gaue übergeführt wurden und die Volksdeutschen aus den B altenlan- b e r n , aus Wolhynien und Galizien, die dem Rufe des Vaterlandes folgend im Gau Danzig, Westpreußen und im Warthegau eine neue Heimat finden sollen. Zu ihnen spricht Reichsminister Dr. Goebbels am 22. Dezember im Rahmen einer Feierstunde. * Eine noch innigere Beziehung zur Familie erhält die Feier für d i e vom WH W. betreuten Volksgenossen in diesem Jahre dadurch, daß die Hoyeitsträger der Partei gemeinsam mit den Beauftragten des WHW. diese Familien besuchen. Sie bringen ihnen dabei die Geschenke des deutschen Volkes, in der Hauptsache Spielzeug und Lebkuchen für die Kinder, so daß die Bescherung in diesem Jahre im engsten Famllien- kreis stattfindet. Darüber hinaus hat das Kriegs- winterhilsswerk schon seit Anfang Dezember durch eine verstärkte Zuteilung von Wert- scheinen, die im Rahmen der allgemeinen Kontingente zu Käufen berechtigen, dafür gesorgt, daß auch im Kriegswinter 1939/40 kein deutscher Volksgenosse hungert oder stiert. Zuchthaus für Abhören ausländischer Sender. Berlin, 15. Dez. (DNB.) Vom Sondergericht in Düsseldorf wurde der Johann Dorbert aus Leverkusen-Rheindorf auf Grund des Verbotes des Abhörens fremder Sender zu 1 Jahr Zuchchaus verurteilt, weil er wiederholt den Nachrichtendienst ausländischer Sender eingestellt und abgehört hatte. Weiter beschäftigte sich das hanseatische Sondergericht in Bremen mit einem Angeklagten, der am 7. September Öen Strasburger Sender abhörte, der damals das Lügenmärchen verbreitete, daß der Westwall durchstoßen sei und französische Truppen sich bereits am Rhein und an der Mosel befänden. Der Angeklagte erzählte diese Schauergeschichte am nächsten Tage in seinem Betrieb. Nun war das Gesetz, welches das Abhören ausländischer Sender verbietet, am 7. September, also dem lag, an dem der Angeklagte Straßburg abhörte, verkündet worden. Er wurde deshalb auch nicht wegen des Abhörens verurteilt, wohl aber wegen der Verbreitung dieser gefährlichen Lügen, und zwar wurde gegen ihn eine Zuchthausstrafe von 1/4 Jahren erkannt. Die von den Sondergerichten verhängten Zuchthausstrafen stellen eine eindringliche Warnung an die Unbelehrbaren dar, die immer noch glauben, den propagandistischen Einflüsterungen des feindlichen Auslandes aus Neu? gierde oder Verständnislosigkeit ihr williges Ohr leihen zu müssen. Kleine politische Nachrichten. Ministerpräsident Chamberlain ist am Frei' tagmorgen in Frankreich angekommen. Er wirb sich einige Tage in Frankreich aushalten und den britischen Truppen an der Front einen Besuch ab- statten. Die Vettern des Königs von Italien, derHerzog von P i st o j a und der Herzog von Der- g a m o , sind zu Armeekommandanten ernannt uno zur Verfügung des Generalstabschefs des Heeres gestellt worden. Das Schwesterschiff des „Pilsudski", der polnische Ueberfeebampfer „Batho r y", ist in einen kanadischen Hasen geflüchtet. Der Dampfer ist auf Veranlassung des Erbauers, der Cantieri Riunti dell- Adriatieo, wegen einer Restschuld von 400 000 Dollar von den kanadischen Behörden beschlagnahmt worden. Die italienische Schiffswerft fordert die so' fertige Bezahlung der auf dem Dampfer lastenden Hypothek oder die Versteigerung dieses Uebersee' dampfers. 'en? -8Z tottr nen ** 'bald „ Mich, Nm. ?>n "ch QUA }>b ®UJentü. *Mh weN Awelche Slniefi a" * wnelbt! sten aut« 61 tümer in ?J5nne. Hande, 15 beide, tfanflitt 'tommei. ocher in Uten, zembtt i (Bauen 'sgenofa re hej. lassen, di< eten ii i und di, :en(än. ien.die u Dnnlii ie heiinci aister Di. nen eim tifie erhäl! treufei )mch, M jemeinftm ! Fainil dabei dl faupffat o dah dl Familie? 15 Äritp iher dult i Merlinen Ser- iforgt. M her So!!;- ‘enitr, >ndergei>4l Dorbeil s Deckli- Zuchlh^ n Nach' Sendü Weiter de rgerich!'' am 7.$r , r abd^l ie, dnp ie W 1 besäB . WPl iar das »■ Zender iq, an di- 'Sndet r en des^ ber 8< i qsE vergeh eine «>; s ’5 aus Me^ r«S- iet-kA •sfr der pS* einem Schiff berührt wirb. Die Minentechniker der verfchiedenen Länder sind natürlich bemüht gewesen, die Zündvorrichtungen der Minen so zu verfeinern, Satz die Treffergebnisse möglichst erhöht werden. So entwickelten Zhe Amerikaner im Weltkriege eine so- genannte „A n t e n n e n m i n e", bei der durch ein Drahtseil an einer unter Wasser schwimmenden Boje r-* l!L£c l(^roc.te Mine gegen vorbeisahrende schisse erweitert werden sollte. Die Engländer war- sen in Flandern „G r u n d m i n e n", oie auf dem Meeresgrund blieben und mit Hilfe der Ablenkung einer Kompaßnadel durch die Eisenmasse eines darubersahrenden Schiffes magnetisch gezün- wurden. Als sehr fähige Minentechniker ermiß- len sich damals auch die Russen. Wir brauchen mcht besonders zu betonen, daß das deutsche Minenwesen sich im Weltkriege als sehr hoch entwickelt erwiesen und den Gegnern schwere Verluste beigebracht hat. Die Minensperren dienen entweder dem Schutze der eigenen Gewässer vor der Annäherung vl ®e,Sn€r.?' oder sie werden offensiv in die feind- uchen Gewässer getragen. Für das Legen der Minensperren, die im Weltkrieg insgesamt Hunderttausende von Minen umfaßt haben, wurden Kriegsschiffe der verschiedensten Klassen verwendet. Es gab besondere Minenleger, aber auch durch Kreuzer und Hilfskreuzer, durch Zerstörer und dann auch durch U-Boote wurden Minen geworfen. Don 1914 bis 1918 hatten die Minenverluste einen sehr hohen Anteil an den Kriegsverlusten aller krieg- Ährenden Länder. Bei den Schlachtschiffen und Kreuzern war ein Viertel der Verluste den Minen zuzuschreiben, bei den U-Booten noch etwas mehr, bei den Zerstörern und Minensuchbooten mehr als die Hälfte aller Verluste. An Handelsschiffen gingen während des Weltkrieges weit mehr als eine Million Tonnen durch Minen unter. Natürlich wuchs mit der Vervollkommnung der Mine auch die Abwehr. 3m Weltkriege wurden Me Minensuchgeräte immer mehr verbessert. Auch die einzelnen Schiffe erhielten gewisse Schutzvorrichtungen zur Abweisung von Minen. Diele hundert Minensuchfahrzeuge und Minenräumboote waren auf beiden Seiten im Weltkrieg eingesetzt. Allein die Verluste betrugen in England während des Weltkrieges über 200 Fahrzeuge. Der Weltkrieg hat aber der technischen Fortentwicklung der Seeminen auch angesichts der gesteigerten Abwehr noch kein Ende bereitet. In dem Seekrieg, den England und Frankreich 1939 gegen Deutschland vom Zaun gebrochen haben, hat sich die Seemine bereits wieder als eine scharfe Waffe erwiesen. Die Seemine, eine scharfe Waffe des Seekrieges Auffab über die Ä-mln° macht. jP bie Seemine bas einzig Kampfmittel, das 2 Meeresteile auf längere Dauer sperren kann nh«» d°ß stch »"t ständig Kriegsschiffe aufhalten Die Seeminen find Dor rund 150 Jahren erfunden worben. 3m narb am e r i! a n i [ dj e n Bur" g"kr,eg vor 75 Jahren wurden ie zum erften- mal "> größerem Umfange verwendet und spielten dann 1904 im russisch, apaniscken Ar in Aasten eine erhebliche Rolle. Aber die techn sch? Entwicklung der Seemine zu einem scharfen Kampf- mittel tft erst wahrend des Weltkrieges richtig er- ^as ist eigentlich eine ©eemine? 6ie bestellt aus einem kugelahnlichen Behälter, der in einer bestimmten Tiefe unter Wasser verankert ist Er enthüll eine wirksame Sprengladung und eine Zündvorrichtung. Wenn eine Mine sich vor ihrer Verankerung losreißt, dann soll sich nach den inter- nationalen Regeln die Zündung entschärfen so daß eine treibende Mine keine Gefahr für die SMahrt bildet Trotzdem haben die Engländer un,Weltkriege verschiedentlich Tr e i b m i n e n v e r - wendet, die von den Meeresströmungen fort- getragen mürben. Wenn in dem jetzigen Seekrieg verschiedentlich von Schlffsuntergängen durch Treibminen gesprochen worden ist, so können es keine deutschen gewesen sein, denn die deutschen Mnen werden entsprechend der internationalen Ueberein- funft felbfttätig entschärft, falls sie sich von ihrer Verankerung loslösen. Dagegen hat sich bei englischen Minen, die an den Küsten neutraler Staaten angetrieben waren, mehrfach erwiesen, daß sie nicht entschärft waren. Im Weltkriege haben die verankerten Mi- nen das Feld des Seeminenkrieges beherrscht. Dabei handelte es sich zum kleineren Teil um .Beobachtungsminen", zumeist aber um „Kon- taktminen". Die Beobachtungsminen wurden vor den Küsten ausgelegt. Sie sind durch elektrische Kabel mll Beobachtungsstellen an Land verbunden, so daß sie von dort bei der Annäherung eines feind- licken Schiffes gezündet werden können. Die Kontaktminen, die im Weltkriege hauptsächlich aufgelegt wurden, betonieren selbsttätig, wobei im allgemeinen für die Zündung der Stoß ausgenutzt wird, den die Mine erhält, wenn sie von Der Verpflegungsnachschub unseres Feldheeres. Unterredung mit dem Chef des Berpflegungswefens der Wehrmacht. Einer unserer Mitarbeiter wurde von dem Chef des Verpflegungswesens der Wehrmacht, Heeres- intendant Geheimrat P i e f z c z e k, über das außerordentlich wichtige Nachschubproblem bei der Verpfle. gung unseres Feldheeres unterrichtet. Geheimrat Pieszczek führte aus, daß es weder im Altertum noch im Mittelalter einen Nachschub der Verpflegung gegeben habe. Die Heere konnten bei ihrer geringen Stärke und ihren verschiedenen Ansprüchen aus dem Lande leben ober marschierten in für bie Verpflegung günstigere Gebiete. Friedrich der Große richtete Magazine ein, um bie sich seine Kriege abspielten. Napoleon traf für feinen Marsch nach Moskau nicht ausreichenbe Vorbereitungen und verlor den Krieg. Dann kam die Zeit der Landlieferungen, erst der Weltkrieg mit seinen Millionen-Heeren brachte ein neuzeitliches, wenn auch dem Aufmarsch zu sehr angepaßtes und daher zu starres Nachschubsystem. Unter dem Nachschub der Verpflegung zu den Feldheeren wird die Bereitstellung der erforderlichen Lebensrnittel in der Heimat und ihre Beförderung zu den Feldküchen verstanden. Es handelt sich also um ein Beschasfungs-, Lager- und Transportproblem. Bedingung ist größte Beweglichkeit und Unabhängigsein der Heeresleitung in ihren Entschlüssen. Die Heeresverwaltung hat daher Deutsckland mit einer großen Zahl von Verpflegungslagern mit Gleis- und teilweise auch Wasseranschlüssen überzogen, in denen die nachzuschiebenden Verpflegungsmittel eingelagert und von denen aus sie versandt werden. Wir haben so große Vorräte und eine derartige Zahl von Lagern mit Gleis- unb auch Wasseranschlüssen, daß nach jeder Richtung, selbst bei zahlreichen und erheblichen Störungen ausreichende Versendungen vorgenommen werden können. Die Lager sind insbesondere so eingerichtet, daß eine größere Zahl von Eisenbahnwaggons ober einzelne größere Kähne in kürzester Zeit ordnungsmäßig belaben werden können. 3m allgemeinen werden E i se n b a h nz ü g e ab= gesandt. Dabei wird zwischen Typenzügen und Zügen, die nach dem jeweiligen Bedarf beladen werden, miterschieden. Bei den Typenzügen gibt es wieder Verpflegungszüge — Normal; mit Backmaterial, Mundverpflegung und Pferdefut- tar, Derpflegungszüge: Mundoerpflegung ohne Mehl, also ohne Mehl und ohne Pferde futter, und reine Futterzüge. Die Züge sind so beladen, daß Re geteilt werden können und in den Teilen täe verschiedenen Lebens- und Futtermittel enthal- len. Der Beladung mit Mundoerpflegung werden ’eftimmtc Speisezettel zu Grunde gelegt urtb bei diesen wieder für Abwechslung gesorgt. Die Züge werden bann unter bestimmten Fahrt-Nummern über eine Verteilungsstelle oder unmittelbar der Armee oder einer Division zugeführt. Die Fahrt- Nummer ist bie Bezeichnung des Zuges, unter der er von der empfangenden Stelle verfolgt wird, um ihn jederzeit richtig leiten und über ihn verfügen zu können. Auf feiner Endstation werden die Bestände des Zuges von den Organen der Armee oder der Division übernommen und auf Kolonnen oder Verpflegungstrossen vorgeführt: Backmaterial unmittelbar oder über Armeeoerpflegungslager zu den Bäckerei-Kompanien, Mundoerpflegung unmittelbar oder über Armeeverpflegungslager zu den Ausgabestellen. Die Bäckereikompanien backen aus dem Backmaterial Brot und schieben es mit ihren Kraftwagen zu den Ausgabestellen vor. Es kann Vorkommen, daß die Bäckereikompanien nicht imstande find, den ganzen Bedarf zu decken, dann wird Brot von der Heimat oder aus Reservebeständen der Armee in Form von Zwieback, Dauer- oder frischem Brot nachgeschoben. Fleisch wird als Konservenoder Rauchfleisch in den Verpflegungszügen oder gefrorenes Fleisch in besonderen Kühl-Kraftwagen oder Schlachtvieh, sofern es nicht dem Operationsgebiet entnommen werden kann, in besonderen Viehzügen zu den Schlächtereizügen nachgeschoben. Die Schlächterzüge schlachten das Vieh und schieben das frische Fleisch mit ihren Kraftwagen zu den Ausgabestellen vor. Sofern es die militärische Lage zuläßt, stellen sie unter Mitverwertung der Innereien auch frische Wurst her und liefern sie bei den Ausgabestellen ab. Von den Ausgabestellen wird die Verpflegung mit den Verpflegungstrossen z u den Feldküchen vorgebracht. Die den Nachschub leitenden Organe dürfen niemals nach einem bestimmten Schema handeln. Auf allen Kriegsschauplätzen sind die Verhüttnisse verschieden, oft sogar auf demselben Kriegsschauplatz an feinen verschiedenen Stellen. Bei der starren Front liegen die Verhältnisse am einfachsten. Hier genügen teilweise stationäre Einrichtungen. Schwieriger sind die Derhältnisie schon bei einem langsamen Bewegungskrieg. Der Krieg i n P o l e n hat infolge des sehr schnellen Vordringens der Truppen besondere im Verpflegungsnachschub noch nie dagewesene Verhältnisse gezeitigt. Die getroffenen Maßnahmen konnten häufig nicht zu Ende geführt werden und mußten durch neue im Heimatgebiet beginnende ersetzt werden. Oft kamen die Bäckereikompanien und Schlächtereizüge bei der Schnelligkeit des Vormarsches nicht zum Backen ober Schlachten, so daß Brot und Fleisch unmittelbar aus der Heimat nachgeführt werden mußte. Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Truppen in Polen ausreichend und gut mit Verpflegung versorgt worden. Anläßlich des Weihnachts- f e ft e s sind besondere Vorbereitungen für die Verausgabung von Pfeffernüssen, Keks', Schokolade und frischen Aepfeln getroffen worden. Verpflichtung der Hitler-Jugend. Lod sch, 14. Dezember. (DNB.) Aus seiner Ost. reise traf der Reichsjugendführer — von Krakau kommend — in Lodsch ein, um die deutschen Jun- gen und Mädel in die Gemeinschaft der Jugend des Großdeutschen Reiches xu übernehmen, lieber 5000 Jungen und Mädel bereiteten Baldur von Schirach in der Sporthalle einen begeisterten Empfang. In der Stadt Lodsch mit ihren über 300 000 Juden, so sagte der Reichsfugendführer, habe lhnl die deutsche Jugend den Glauben an den Wiederaufbau des Reiches und die Auferstehung des Deutschtums im Osten gegeben, die Jugend, die hier einen ungeheuer schweren Kampf zu führen hatte und trotz der Juden- und Polenherrschaft die Fahne des Führers im Herzen trug und ihr Deutschtum zäh und treu bewahrte. Das danke ihr heute die Jugend Großdeutschlands. Anschließend nahm Baldur von Schirach einen Vorbeimarsch der Hitler-Jugend und des Jungvolkes ab. Es marschierten außerdem zehn Lodscher Gefolgschaften und Fähnlein, eine größere Formatton aus Pabianice, die Führerschaft der umliegenden Städte und Dorfgemeinschaften, der erste Führerlehrgang der Lodscher Hauptbannschule sowie ein Spielmannszug der Hitler-Jugend und der Fansarenzug des Jungvolkes. Die Ausstellung „Frau und Mutter". »Lebensquell des deutschen Volkes." Berlin, 15. Dez. (DNB.) Am Freitagvormittag wurde im Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin die Ausstellung „Frau und Mutter — Lebens- quell des deutschen Volkes" unter der Schirmherrschaft des 6teÜbertreters des Führers, des Reichsministers Rudolf Heß, in dessen Anwesenheit eröffnet. Die Festfolge wurde eingeleitet mit einem alten Volkslied aus der Mitte des 16. Jahrhunderts an die deutsche Nation. Der Chor der HI. leitete dann zu den Festansprachen über. Reichs- organifationsleiter Dr. Ley betonte die Berechtigung und Notwendigkeit dieser Schau und fuhr fort: „Die deutsche Frau stellt sich in dem Ringen um das Schicksal unseres Volkes würdig an die Seite des deutschen Mannes. Wir haben Mangel an Arbeitskräften, wir haben Mangel an Menschen, um all das zu vollbringen, was diese große Zeit von uns verlangt. Da stellt sich die deutsche Frau in die Lücke, die das Schicksal gerissen hat. Es wird unsere vordringlichste Sorge fein, immer wieder zu prüfen, ob die physische Kraft der deutschen Frau aushält, deshalb werden wir alle Fürsorge dieser schaffenden deutschen Frau angedeihen lassen, die sie benötigt. Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholz-Klink, sagte, diese Ausstellung sei ein Geschenk bes Mannes und zeige, daß gerade im nationalsozialistischen Deutschland dieses der Frau die ebenbürtige Stellung einräume. Es handele sich nicht um eine öde Gleichmacherei wie in der liberalen Zeit, sondern es sei ein Ausdruck der Anerkennung der weiblichen Besonderheit. Die Frauen leben das Leben an der Seite des Mannes, und in diesem täglichen Geben läge der tiefe Sinn und die tiefste Belohnung ihres Wirkens. Da Reichsleiter Rosenberg durch Krankheit verhindert mar,^an der Eröffnung der Ausstellung teilzunehmen, verlas Reichsamtsleiter Hagemeier eine Ansprache. Diese Ausstellung über Arbeit und Leben des deutschen Frauentums soll eine positive nationalsozialistische Antwort darstellen auf all jene Angriffe, denen unsere Bewegung ausgesetzt geroe- fen ist. Es ist wahr, wir haben in der Kampfzeit gegen viele Persönlichkeiten urtb Anschauungen der vielgestaltigen fo genannten Frauenbewegung gekämpft und inmitten dieses Streites sind manche scharfen Worte gefallen. Unser Kampf galt der gesamten demokratischen Lebensform des 19. Jahrhunderts, und es ist dabei selbstverständlich, daß auch die Frauenbewegung dieser Zeit einer kritischen Untersuchung unterzogen werben mußte. Es ist aber nicht s o, als ob wir nun tiefere, unveräußerliche Rechte der Frau an sich angegriffen hätten, sondern wir haben gerabe auch die angeblich männlichen Ideen und Lebensweise der gleichen Epoche scharf bekämpft. Wie immer haben wir uns dabei ehrlich bemüht, in die Tiefe der Probleme hinabzudringen und sind, wie auf anderen Gebieten so auch hier, zu den Gesetzmäßigkeiten der Natur gelangt. Es liegt im Wesen der Frau, der Natur und dem Leben gegenüber pflegend, hütend und bewahrend und von dieser Seite her einsatzbereit in schweren Tagen 3U sein. Diese Aufgabe muß getragen sein jedoch von den gleichen Werten, die den Mann kämpferisch vorwärtstteiben. Im Zeichen dieser alle ver- pflichtenden einmütigen Haltung und in gemeinsamer Anerkennung der höchsten Volkswerte von Ehre und Freiheit steht bann bie Arbeitsteilung, welche die Natur beiden Geschlechtern als ihr Gebot auferlegt hat. Diese Ausstellung soll einen Dank der nationalsozialistischen Semegung an die deutsche Frau in Vergangenheit und Gegenwart darstellen und ihre Leistung im Verlauf der deutschen Geschichte in faßbaren Bildern und in sie begleitenden Worten und Urkunden aufzeigen. — Darauf erklärte der Stellvertreter des Führers Rudvlf Heß, die Ausstellung für eröffnet. Aus aller Well. Todesurteil vollstreckt. Am 15. Dezember 1939 wurde der am 10. April 1903 in Bonn geborene Oskar Schmidt hinge- richtet, der vom Besonderen Senat des Reichsgerichtes wegen eines Verbrechens nach 8 "2 der Verordnung geg$n Dolksschäblinge vom 5. September 1939 zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Der bereits vorbestrafte Oskar Schmidt hatte in Köln unter Ausnutzung der Verdunkelung und unter Bedrohung mit einer Waffe an einem noch Jugendlichen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen nach 8 175 des Strafgesetzbuches begangen. Gattenmörder zum Tode verurteilt. Arn 18. November hat der 55jährige Konrad Sperling feine Ehefrau durch drei Messerstiche in die Lunge tödlich verletzt. Er wurde von der Großen Strafkammer des Landgerichts Gera zum Tode verurteilt. Auto stürzt in den Main. In Marktheidenfeld geriet ein Auto am Ufer des Mains ins Rutschen und überschlug s i ch. Dabei stürzte das Fahrzeug in den Main. Der Fahrer sowie ein Mitfahrer ertranken, während weitere Insassen des Kraftwagens sich durch Abspringen in Sicherheit bringen konnten. Felsrulsch im Ardennengebirge. Än der Nähe von Rochefort (Belgien) sind große Gesteinsmassen ins Rutschen gekommen, so daß die Straße von Rochefort nach Jemelle gesperrt werden mußte und mehrere Häuser gefährdet sind, man nimmt an, daß die starken Regenfälle, die in Belgien schon seit einigen Wochen anbauern, den Felsrutsch veranlaßt haben. Die Brüchigkeit des Gesteins in den Arbennen macht die Besteigung der harmlos aussehenden Felsen besonders gefährlich. Erst in diesem Jahr ereignete sich wieder ein schwerer Unfall, bei dem mehrere junge Leute den Tod fanden. Auch König Albert, der ein geübter Bergsteiger war, stürzte infolge dieser tückischen Eigenschaft des Gesteins der Ardennenfelsen seinerzeit tödlich ab. Die Welt-Goethe-Ausgabe wird fortgesetzt. Die Arbeit an der Welt-Goethe-Ausgabe, eine Sammlung des gesamten Lebenswerks Goethes, geht unvermindert weiter. Soeben ist der 7. Band erschienen. Die bedeutendsten Spezialisten und Fachgelehrten arbeiten an dem Werk mit, das an Vollständigkeit und Wortechtheit alle bisherigen Goethe- Ausgaben übertreffen wird. Das Werk ist eine Ge- meinfchaftsleistung des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar und der Gutenbergstadt Mainz. Als Herausgeber zeichnen Anton Kippenberg, Julius Petersen und Hans Wahl, gedruckt wird es auf der Mainzer Presse. Die ganze Ausgabe umfaßt 50 Text- und Registerbände. Bisher erschienen sieben Bände. Es sollen jährlich fünf Bände oorliegen, so daß die Ausgabe 1949 vollständig abgeschlossen sein wird. Ein Aeffchen — so groß wie ein Daumen. Im Frankfurter Tiergarten ist ein kks^ nes Wunder auf die Welt gekommen: ein Silberäffchen hat ein Junaes bekommen. Das Silber- äffchen, auch Krallenäffchen genannt, weil es statt Nägel Krallen hat, gehört zur Familie der Zwergäffchen, von denen der Frankfurter Tiergarten eine besonders reiche Sammlung hat. Die Zwergäffchen unterscheiden sich noch durch eine besonders nette Eigenschaft von den großen Affen, sie brüllen nicht, sondern zwitschern wie Vogel. Nun hat ein Silber- öffchen, zum erstenmal wohl überhaupt in Gefangenschaft, ein Junges zur Welt gebracht. Der Mut- terinftinkt war bei dieser ersten Geburt offenbar noch wenig entwickelt. Jedenfalls wußte die Mutter mit ihrem Affenkind nichts anzufangen, ließ es auf den Boden fallen und kümmerte sich nicht darum. Das winzig kleine Aeffchen war glücklicherweise nicht verletzt, so daß es vom Wärter geborgen werden konnte. Mit einem kleinen Milchfläschcyen wird das Affenbaby aufgezogen. Bei der Geburt wog es 26 Gramm, jetzt nach einigen Tagen beträgt sein Gewicht schon 41 Gramm. Da es normalerweise im zottigen Fell der Mutter getragen wird, hat man ihm einen Fuchsschwanz gegeben, in dessen buschiges Haarkleid das Affenkrnd sich nun hineinkuschelt. Nach 27 Tagen ist das winzige Afsenkind selbständig und wird dann im Frankfurter Tiergarten zu sehen sein. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig. Kattaeiner A««? Nicht nur überbrühen, fondern richtig kochen, Sjilinuten lang/ (ßtei^eftmall Münchner Löwenbräu hell u.dunkel Erstes Kulmbacher hell und dunkel Dortmunder Union Export und Pils gesucht 05488 Niederlage der Mainzer Aktien - Bierbrauerei 7438D PurginobProspekt mit dem neuartigen Plan. 630a 7392 A Stadt« Name« Straße und Nm ■£ottetfig gesucht. 7429D Verkäufe Samstag | Sonntag | 726 A Grammophon Ofen Mus. Leitung: [05492 weg 60 nI r. Blinddarm DOPPELHERZ Haben Sie offene Füße? zEISs Stadttheater die leichte UH6MACHER u JUWEIIER CIEHEN • NEUENWEG > empfiehlt für die Feiertage die bekannten Edelbiere: Gebinde in allen Größen nach jeder Bahnstation. 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DEZEMBER /MM Nr 205 Zweites Blatt Gießener Anzeiger tGeneral-Anzetgsr für Mberheffen) lb./i 7. Dezember 1959 3ur Kriegslage. Uon Major a D von Seifer. Blockadebestirnmungen auf die Ausfuhrwaren deutschen Ursprungs auf neutralen Schiffen, die nicht nur einen Bruch des Völkerrechts bedeutet, sondern auch die nichtkriegführenden Großmächte Italien, Nicht anders steht es z u r S e e , wo sich die brutale britische Waffe des Hungerkrieges mehr und mehr gegen England selbst zu kehren beginnt. Die Nordsee und auch die übrigen Meeresteile rings um Großbritannien werden nicht mehr von englischen Seestreitkrästen beherrscht, wie die fortschreitende Vernichtung britischer Kriegsschiffe in ihren Häfen und auf hoher See durch deutsche See- und Luftstreitkräfte klar beweist. Und wie stark England die dauernd steigenden Verluste seiner Handelsschifffahrt durch Torpedoschüsse und Minenexplosionen empfindet, beweist u. a. die Ausdehnung seiner __-......... _..r h öer ®ef‘fron h-rrscht weiterhin f a ft oolltae Waffen ruhe. Wer im Weltkriege ot lange Monate hindurch dem Feinde kampflos hat gegenuberltegen mu||cn, weih, welches Opfer die es Grabenleben, das heute in dem wohlausaebauten Westwall einen fast kafernenartigen Charakter am genommen hat, für ein tatenfreudiges Soldatentum bedeutet. Aber c,n großer Unterschied herrscht doch zwischen damals und heute. Im Weltkrieae begann der Stellungskrieg erst, nachdem unsere große, so hoffnungsvoll begonnen- Offensive in der Marnefchlacht gescheitert war, er bedeutete einen erzwungenen B-rzich, aus den Angriff, er war ein Ausdruck der Schwäche. Die immer weiter ausgedehnten Stellungsfronten in Wc t und Oft konnten nur mit größter Anstrengung einem weit überlegenen Feinde gegenüber ausreichend besetzt und armiert werden. Heute dagegen steht das deutsche Heer mit den auf den Schlachtfeldern Polens bewahrten Kampfmitteln auf verhältnismäßig kurzer Grenzlinie in und hinter der stärksten Befestigungslinie der Welt, bereit zur Abwehr. Immer aber bleibt diese Westfront, diese lebendige Mauer von Millionen deutscher Soldaten der eiserne Kern unserer Kriegführung, der die Heimat unangreifbar macht und unter dessen Schutz sich überhaupt nur alle die Vorbereitungen vollziehen können, die den Kampf gegen unseren gefähr- lichsten Feind England zur See und in der Luft gelten. Und daß die Abwehr unserer tapferen Westwallverteidiger alles andere ist als ein Verkriechen in Betonklötzen und Höhlen und nichts gemein hat etwa mit dem angstvollen Versteckspiel der britischen Flotte in ihren Häfen, das beweisen die vielfachen Spähtruppunternehmungen, die immer erneut dem Feinde auf den Leib rücken und das Vorfeld unbedingt beherrschen. Wie sehr, das zeigt u. a. die vom Oberkommando der Wehrmacht berichtete Gefangennahme von einem französischen Offizier und 19 Mann durch einen einzilgen deutschen Unteroffizier. Uebrigens auch ein charakteristisches Merkmal für die begreifliche Unlust der französischen „Poilus" für diesen Krieg der „Tornmies", die sich in der Etappe gütlich tun, ihr Leben einzusetzen. In der Luft zeigt sich immer von neuem die Ueberlegenheit der deutschen Flieger und Flaks über die feindlichen Flugzeuge. Freilich wollen wir keineswegs in den Fehler verfallen, unsere Gegner zu unterschätzen. Aber je höher wir die Leistungsfähigkeit der gegnerischen Luftwaffen, besonders der britischen, einschätzen, um so mehr spricht die Tatsache, daß die Verluste von feindlichen Flugzeugen ein Mehrfaches der deutschen Verluste betragen, sowohl durch Abschuß im Luftkampf wie von der Erde aus, für die Vortrefflichkeit unserer eigenen Luftwaffe. Dor allem aber ist der Beweis der deutschen Luftüberlegenheit darin zu erblicken, daß deutsche Flieger über ganz England und den britischen Gewässern sowie über ganz Frankreich mit sehr geringen eigenen Verlusten aus- klaren dürfen, während die feindlichen Flugzeuge sich kaum über den Westwall hinauswagen und, wo sie von See her kommen, fast immer schon im Küstengebiet von deutschen Jägern vertrieben werden. Ohne jede Uedcrtreibung kann daher gesagt werden, daß die Initiative der Luftkriegführung unbeschränkt in deutscher Hand liegt. Rußland und Japan in scharfen Gegensatz zu Großbritannien bringt. Wenn England trotzdem diesen Schritt, geaen den sich sogar die Vereinigten Staa- ten gewandt haben, gewagt hat, so offenbar deshalb, weil es sich nickt mehr anders zu helfen weiß, als feine großen Einfuhroerlufte durch eine steigende Beschlagnahme neutraler Schiffe und Waren auszugleichen, und zwar in der stillen Hoffnung, dadurch schließlich die Neutralen an seine Seite zu zwingen. Jedenfalls scheinen die britischen Staatsmänner nachgerade begriffen zu haben, daß der Wirtschaftskrieg sich heute erheblich anders abspielt als 1914/18 und daß Englands wirtschaftliche Lage sich von Tag zu Tag verschlechtert, diejenige Deutschlands aber verbessert. Und wenn auch der gewaltige britische Schiffsraum eine aewisse Zeit hindurch starke Verluste aushalten kann, so bedeutet doch seine Verminderung um fast eine Million Tonnen in einer Zeit von drei Monaten eine schwere Belastung der britischen Wirtschaft. Dazu kommt dann 99 m ei 4 • * 4- Don Or. pa in. 3n Deffaretien. Bitolj, Dezember 1939. Deffaretien (vom griechischen Wort tessara — vier) ist ein Vierjeenland im innersten Herzen der Balkanhalbinsel. Am berühmtesten ist derOchrida- see. Er ist fast so groß wie der Bodensee, von hohen Gebirgen umgeben und sehr tief. Die Landschaft ist voll von Naturschönheiten und historischen Erinnerungen. Die Seen liegen im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Albanien: bei ihnen schneiden sich heute die Grenzen Jugoslawiens, Griechenlands und Albaniens. 1912, nach dem Balkankriege, mußte die Türkei auf diese Gebiete verzichten. West-Mazedonien ging an Serbien und Griechenland verloren, Albanien wurde ein eigenes Fürstentum. Der Ochridasee ist zum größten Teil serbisch. Es war ein alter Wunsch von mir, Ochrida zu besuchen. Früher wäre eine Reise hierher schwierig gewesen; jetzt kann man von Belgrad bis Skoplje oder Bitolj mit der Bahn fahren und hat dann die Wahl zwischen Schmalspurbahn oder schwieriger Fahrstraße von Skoplje und einer guten Straße von Bitolj aus, um Ochrida zu erreichen. Die Kleinbahn kommt für den Touristen nicht in Frage, da sie 18 Stunden fährt und unterwegs alle Dörfer bedient. Zunächst ist man angenehm Überrascht Über die Bequemlichkeit des Reisens und der Unterkünfte selbst in dieser entlegenen Ecke. Zwischen Bitolj unb Ochrida z. B. verkehrt zweimal täglich ein komfortabler Autobus. Die 70 Kilometer lange Straße führt über zwei Gebirgsrücken. Oben kam ich beide Male durch weißen Winter, in den Tälern dagegen stand das Laub an den Bäumen noch in voller Herbstpracht. In dem Städtchen Ochrida gibt es drei Hotels „Bellevue", „Turist" und „König von Serbien", in denen allen Deutsch verstanden wird, mit sauberen Zimmern und guten Betten. Die Leute hier nennen si h Mazedonier und sprechen eine Mundart zwischen Serbisch und Bulgarisch. Es gibt aber auch Türken, wahrscheinlich islamisierte Slawen, die Türkisch als Sprache angenommen haben. Neben den Kirchen stehen überall noch die Moscheen. Das Land ist stark bevölkert. Die wannenförmigen Einfenkungen zwischen den Bergen haben fruchtbaren Boden, aber die Gebirgsdörfer sind arm. Daher aibt es eine starke Auswanderung, sogar bis nach Amerika. Mit Rückwanderern von dort, die sich von dem ersparten Geld ein Stückchen Land oder einen Kramladen gekauft haben, kann man ohne weiteres Englisch sprechen. Ein intereffanter Ort in den Bergen ist Gali t sch nik, ein echtes Gebirgsdorf. Die Männer verbringen den größten Teil des Jahres als Händler und Gewerbetreibende in der Fremde, aber zu einem bestimmten Tage im Mittsommer, den 12. Juli, kehren alle in den Heimatort zurück, und noch der erhebliche Warenausfall infolge der nach England bestimmten versenkten oder explodierten neutralen Schiffe und die sehr begreifliche, fortschreitende Weigerung der neutralen Staaten, ihre Schiffe England zu Liebe der Vernichtung auszusetzen. Es ist eben diesmal umgekehrt wie im Weltkriege: heute spricht die Zeit aegen England und für Deutschland, dessen wirtschaftliche Lage gewiß auch nicht leicht ist, das aber niemals ausgehungert werden kann, weil ihm außer dem eigenen Lebensraum der gesamte Norden, Osten und Süden Europas für feine Versorgung offen steht, während England ausschließlich auf seine überseeische Zufuhr angewiesen ist. Je mehr diese eingeschränkt wird — und dafür werden U-Boote und Minen sorgen — desto verderblicher wird sich Großbritanniens früher als Sicherheitsfaktor so hoch gepriesene Jnsettage auswirken. f l Rohrbach. an diesem Datum werden alle fälligen Ehen geschlossen. Dies ist zugleich der Tag großer Festlichkeiten für den ganzen Ort, an denen alt und jung mit Gottesdienst, Reigentänzen, Böllerschüssen, ganzen Gewehrsalven und sehr viel Sli.ooitz teilnimmt. Im Frühjahr pflegen bann die Buben und Mädel von Galitschnik das Licht der Welt zu erblicken. Als die Römer im 2. Jahrhundert v. Ehr. Mazedonien unterwarfen, bauten sie eine Heerstraße, die Via Etznatia, vom heutigen Durazzo am Adriati- scheu Meer bis nach Thessalonick. Diese Straße führte auch über Ochrida, im Altertum Lynidos; Spuren von ihr sind noch in der Nähe zu sehen. Im 9. Jahrhundert wanderten Slawen ein und Ochrida wurde eine Stadt des Großbulgarischen Reiches, bis zu dessen Zusammenbruch am Anfang des 11. Jahrhunderts. Die Trümmer einer altbulgarischen Königsburg sehen noch heute von einem steilen Hügel, mit wunderbarem Rundblick über den See und die Berge, auf die engen Gassen des Städtchens mit ihren im Oberstock fast zusammenstoßenden Häusern herab. Ochrida blieb auch zur Türkenzeit, bis 1767, der Sitz des bulgarischen Patriarchen, obwohl es nach dem Rückgang der bulgarischen Macht zum serbischen Zartum gehörte. Bei etwa Karneval am Die Republik (Seni A. G. Gens, Dezember 1939. Wenn man heute von der Stadt des Reformators Calvin spricht, denkt man auch an die Genfer Liga, auf die die Welt so viele Hoffnungen gesetzt und durch die sie wie noch nie enttäuscht worden ist. Gerade heute denkt man wieder gern an Genf als den Sitz des. Internationalen Roten Kreuzes, das leidlindernd von hier aus wieder seine weltumspannende Arbeit auf genommen hat, um Genf aufs neue seinen alten Glanz als Stadt „zwischen den Nationen" zu verleihen. Es wird aber allzu leicht vergessen, daß diese schönste Stadt am Lac Läman eine eigene Geschichte heroischer und großer Taten und Ereignisse ihr eigen nennt. Einmal im Jahr wird ein Stück der glorreichen Vergangenheit besonders lebendig, wenn in der ersten Hülste des Dezember in allen Vierteln der Stadt und vor allem in den schmalen und winkligen Gassen der Altstadt, die hügelauf und hügelab klettern, Masken und Vermummte auftauchen. Einmal jedes Jahr sehen die steinernen Türme auf einen tollen Faschingswirbel herab, der seinen Höhepunkt am 11. und 12. Dezember erreicht, wenn Genf die nunmehr 337. Wiederkehr seiner Befreiung aus der Gefahr der Knechtschaft und die Wiederkehr der Erhaltung seiner Unabhängigkeit feiert. Das Wunder der Errettung von dem nahen Feind erlebte die Stadt in jener Winternacht des Jahves 10 000 Einwohnern hat Ochrida etwa zwanzig alte Kirchen, manche nur winzig klein, einige auch schon verfallen, aber sie sind fast alle für den Historiker interessant durch ihre eigentümliche Bauweise und ihre 3um Teil erhaltenen Fresken und Ikone aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Kunstgeschichtlich ist hier noch viel zu entdecken, und in Belgrad wird eifrig an der Bekanntgabe dieser und anderer Schätze aus altserbischen Kirchen und Klöstern ge* arbeitet. Uratle Klöster spiegeln sich in den Wellen des Sees. Ueberall wird der fremde Besucher gastfrei empfangen. Erst wird das Heiligtum gezeigt, dann kommt der wunderbare türkische Kaffee. Der See ist eins der fischreichsten Gewässer der Welt, seine Aale gelten als die wohlschmeckendsten und feine Lachsforellen als die größten, die es gibt. Man ißt sie mit einet Zukost aus Reis, Tomaten, Paprika und einem mir unbekannten orientalischen Gemüse. Es schmeckt prachtvoll! Ich weiß nicht, ob es wirklich nirgends größere Forellen gibt, aber ich habe sicher nie eine Platane von größerem Umfang gesehen, als in Ochrida. Füunfundzwanzig gemessene Schritte habe ich um den Stamm gezählt, und in seinem hohlen Innern ist eine kleine Slivovitz- und Kaffeestube. Im Sommer ist viel Badeleben am See. Es kommen Gäste bis von Belgrad her, für einen Pensionspreis von 60 Dinar gleich etwa 4 Mark. Nichtserben sind noch eine Seltenheit. Die Beschließerin im Hotel Bellevue redete mich aber gleich deutsch an. Auf meine Frage, woher sie Deutsch könne, erwiderte sie: „Mein Vater war ein Serbe und meine Mutter eine Deutsche, wie sott ich da nicht Deuffch sprechen!" Auch hier hat die Mutter die Sprache bestimmt. Hinter der steinernen Hafenmole lag ein schmucker kleiner Kutter der jugoslawischen Marine, die auf dem See den Zoll- und Polizeidienst versieht. Von drüben schauen die Berge Albaniens herüber. In einem Kloster am See, das nur wenige hundert Meter von der Grenze entfernt liegt, erzählte man mir mit Betonung, der Grenzposten sei nicht mit Albanern, sondern mit Italienern besetzt. Auch im entlegenen Deffaretien wird über die europäische Politik debattiert. Meist kommt dann die Versicherung: „Wir bleiben heraus aus dem Krieg!" — und schließlich die Frage, die der Gast aus Deutschland so wenig beantworten kann, wie der türkische Kaffeewirt vonOchrida: Wie lange der Krieg noch dauern wird! Alles klagt über die zunehmende Teuerung, die vom besinnungslosen Aufkäufen der Engländer herrührt. Genfer See. feiert ihre Freiheit. 1602, als der Herzog von Savoyen, der Erzfeind der Caloinistischen Republik, tückisch den verbrieften Gottesfrieden brechend, Handstreich und Heb erfaß auf die Hochburg des Caloinismus plante. Der Ueberfall nahm ein klägliches Ende. lieber Stadt und See lag in jener historischen Nacht ein dichter Nebel, als in seinem Schutz ein Söldnerhaufen des Savoyer Herzogs unbemerkt bis an die Mauern und Tore der Stadt vordringen konnte. Auf Leitern erstürmten die ersten Lands- knechte die Mauern und Bastionen, wo sie von den Genfer Wachen nicht sofort erkannt wurden. Erst als sie einen innerhalb des Bastionsringes wacht- Kranke Zähne vergiften den Körper. Deshalb ist tägliche, gewissenhafte Zahnpflege ein Gebot der Gesundheit. CHLORODONT DemGirgUei'WeihüaWsreid'. Von Eise Zung. Die Kreszenz Achleitner ist eine stattliche Wittib, iirtb das ganze Dorf hat einen Pfundsrespekt vor ihr. Einmal darum, weil die Achleitnerin im Dorf etwas vorstellt: Ihr Sach', die größte Kramerei am Drt, hat sie gut beinand', da feit si nix. Ums andre Mal aber hat die Kreszenz das größte Mundwerk, itnb wenn das ins Reden kommt — no, i will nix z'sagt Ham. Der Achleitner-Franzl selig, so erzählen die Leut', vird schon gewußt haben, warum er sich so zeitig druckt und die Kramerei samt der Kreszenz mit tinem besseren Jenseits vertauscht hat. „Ois zweg'n dem Mundwerk", sagen die Leit', und es wird schon «in wahres Wörtl dran sein. Fragt nur den Achleitner-Girgl und die Müller- Steff, die können ein Liedl davon fingen. Die haben's au schmecken gekriegt, das Mundwerk der Kreszenz, öhre ganze junge Liebe hat es ihnen zerredet und arrpfiückt, daß schier nix mehr davon übrig geblieben wär, wenn nicht die Rest so treu an ihrem birg! festgehalten hätt'. „Schau , hat der Girgl gesagt, „wos soll mit uns zwoa werd'n. D' Muatta leid's do net.' Die Ml hat geantwortet: „Macht nix, Girgl, fimmt Seit, fimmt Rat. Amal wird sie scho nachgeb'n." Darüber ist Sommer geworden Und Herbst. Darüber ist der Krieg gekommen, und der Girgl hat einrüden müssen. Seitdem steht die Kreszenz Ach- liitner allein in ihrem Laden, und weil sie sich mit ten Karten für Lebensmittel, Zucker und Mehl, mit ten Bezugsscheinen für Stoffe, Strümpfe und bchuhe gar nicht auskennt, hat sich die Muller- Ml ihrer erbarmt und sich als Aushilfe angeboten. „Wennst moanft, daß d' mit de Mark! firtl wirst, n»cha kost kemma", hat die Kreszenz gesagt, und richt grantig hat sie getan, als ob sie eine Gnad vergeben hätt'. Die Rest hat sich nicht drum gekränkt, hat die Ar- biit und die Markln angepackt und ist mit allem fertig geworden. Auch mit der Achleitnerin schafft Re's, denn die Kreszenz is a bisserl stader 9 worden, feit ihr Einziger, der Girgl, im Feld drauß ist. D Hin, sie jammert nicht, und wenn die Dorfleut nach hem Girgl fragen, reckt sie sich auf und sagt: „Guat M's eahm, schreib'n tuat er a fleißig. Der wird s wie Engländer schon zoag'n." Aber ganz heimlich — die Rest hat scharfe Ohren — seufzt sie manchmal, und man sieht ihr's an, daß sie voller Sorgen an ihren Buam denkt. Die Rest sagt nix, und vom Giral redet sie auch nix. Noch kein einziges Mal hat sie nach ihm gefragt. Sie weiß auch so Bescheid, denn der Girgl jchreibt ihr fast noch fleißiger als der Mutter. „Guat if's, daß as a Feldpost gibt", denkt die Rest, und das Sach', das sie dem Girgl in kleinen Packerin schickt, kauft sie in einem Kramerladl, damit die Kreszenz nix spannt. Die Achleitnerin ist zufrieden mit der Rest, aber sie zeigt es nicht. Das Madl ist anstellig und sauber. Diel weniger Arbeit hat sie, seitdem das Dirndl bei ihm schafft, und die Kundschaft ist auch größer geworden. Kennt sich halt keiner so schnell und so gut mit den Markt und Scheinen aus wie Resl, und hat auch keiner das Herz so auf dem rechten Fleck und ein paar tapfere Wörtl bei der Hand wie sie, wenn einmal dem einen ober andern die viele Sorg' das Herz abdruckt und er im Laden davon zu sprechen anfängt. „Werd' scho ois recht werd'n, ßeutl’n", sagt die Rest, ober: „Unsere Solbaten berpack'n scho, und unsa Führer woaß, wo da Weg 'nausgeht." „Freili, freili", sagen dann die Leut' und schämen sich ein bisserl ihres Kleinmutes. Die Kreszenz hat jo ihre Gedanken dabei, und manchmal sieht sie die Resl ganz eigen an, wenn die nicht graö' herschaut. Langsam gehfs auf Weihnachten zu. Arbeit gibt's genug aber die Rest lacht nur, rennt umananö’ und nix wird ihr zu viel. Immer stader wird die Kreszenz. Weihnachten ohne ihren Buam, das geht ihr hart ein. Fast ift's unheimlich, daß sie so still ist und umhergeht, als mär’ einer gestorben. Da kommt eines Tages ein Brief vom Girgl, em ganz wehleidiger. „Woas Hot da Bua g'schrieb'n? Des ßeb’n g’freit’n ntmma, 's war' eahm scho recht, wann a Kugel kam' und eahm derschieaß'n tat?" D mei, die Kreszenz ist ganz ausanand' über den Brief Sie weiß nur zu gut, warum ihren Einzigen das ßeben nimmer freue. Verstohlen sieht sie zur Rest hin, und da begreift sie sich eigentlich selber nicht mehr. Mit einem Male sitzt sie da und schluchzt, daß das Dirndl alles stehen und liegen läßt und fragt: „Ja, wos host denn, Frau, wos woanst denn gara so?" Die Kreszenz schneuzt sich heftig, holt aus ber Schürzentasche den Brief vom Girgl und schiebt ihr das Blattl hin. . , r Die Resl lieft, und im verborgensten Herzwmkel steckt ihr ein ßaeffen. Gut Hofs der Girgl gemacht, grab' so. wie fie's ihm geraten hat ,Meid' |o arg net sei mit m Lebensüberdruß. Achleitnerin", tröstet sie. „Schickst eahm hall a schön's Weihnachtspackeri und schreibst eahm am liab's Briaferl dazua." Die Kreszenz trocknet ihre Tränen. „Moanst?" fragt sie und ijt schon ein wenig ruhiger. Und weil's doch Weihnachten ist und der Girgl ihr Einziger, und weil die Resl so ganz anders ist als sie geglaubt hat, sagt sie noch etwas: „Moanst net, Rest, daß er si mehra frei’n tat, wann b u eahm a Brieferl schreibst — glei hell' — und wann ma eahm ’s Weihnachtspackerl mitananb* schick'n tat'n?" Und da hat die Resl das Weinen angefangen, hat unter Tränen gelacht und gesagt: „A schönere Weihnachtsfreid' kost dem Girgl net macha ... und mir aa net ... Muatta!" Der Weihnachiskuchen. Von Eva Schauwecker. Fritz und Frieder hatten schon manchen Schelmenstreich ausgeheckt. 2lber als sie den Weihnachtskuchen backten, da fielen sie selbst in die Grube, die sie gegraben hatten. Und das kam so: Fritz und Frieder, die beiden Lausbuben, hatten eine gemeinsame Feindin, das alte Fräulein Mecht- hilda von Tant, eine im Grunde recht gutmütige alte Jungfer, aber ohne alles Verständnis für Jungen und ihre Streiche. Fritz und Frieder ärgerten die alle Dame, sie beschwerte sich über die beiden, es war ein Kleinkrieg, der kein Ende nahm. Da stehen die beiden Jungen im Schuppen, rühren und kneten, haben klebrige Finger und sind voll Eifer dabei etwas zu fabrizieren, das sie dann schließlich in eine alte Napfkuchenform pressen, die sie in der Rumpelkammer gefunden haben. Sägemehl und Leim haben sie zusammengerührt, den Teig bann zum Kuchen geformt, nun malen sie ihn appetitlich braun an, bepudern ihn mit Kalkstaub anstatt mit Puderzucker, ja — und nun sieht das Ding wirklich aus wie der leckerste Weihnachtskuchen nur aussehen kann. Mit verschmitztem Lächeln stehen sie nun da und betrachten ihn eine Weile, packen ihn bann sorgsam in einen Bogen Seidenpapier und malen einen Zettel: „Mit den besten Weihnachtswünschen von unbekannter Hand! Und darauf tragen sie das Machwerk zu Fräulein von Tants Tür, klingeln und verstecken sich hinter dem Ireppenpfeiler. Aks die Türe aufgeht, beobachten sie bas alte Dämchen, wie es sich erstaunt umblickt, dann bas Paket gewahrt, es aufhebt, den Inhalt bewundert. „Nein, welch eine Liebenswürdigkeit! So ein schöner Kuchen ..." Dann fällt die Türe zu, die beiden Jungen laufen fort, froh über den gelungenen Spaß. Der Kuchen aber hat ein seltsames Schicksal. Fräulein von Tant, nachdem sie ihre Freude an ber Güte bes unbekannten Spenbers und an dem appetitlichen Aussehen des Kuchens hatte, jagt sich: „Morgen ist Helligabend. Ich möchte der Haus- wartsfamilie gern eine kleine Freude bereiten, und für mich ist dieser Kuchen viel zu groß. Ich werbe ihn zu Glasers hinüberbringen!^ Das tut sie denn auch noch am gleichen Nachmittag. Und Glafers sind sehr gerührt, daß das alte Fräulein an sie denkt und ihnen sogar einen Kuchen gebacken hat, nehmen chr den Kuchen ab und stellen ihn in den Schrank. Dann aber sagt Frau Glaser am Abend zu ihrem Mann: „Weißt du, Erich, so sehr sind wir beide ja eigentlich nicht für was Süßes. Was meinst du wohl, wenn wir den Kuchen zu dem alten Herrn Geheimrat hinauftragen? Er gibt dir immer fünf Mark zu Neujahr; da können wir ja auch mal, nicht?" Und so wird denn ber Kuchen eine Treppe hoch bei Herrn Geheimrat Stüber abgegeben. Der Herr Geheimrat ist sehr froh, denn dieser Kuchen hilft ihm aus einer großen Verlegenheit. Er nimmt ihn gleich heute am Weihnachtsabend zu seiner Nichte mit, die im Nebenhaus wohnt. Sie kann ihn gut gebrauchen, denn sie hat zwei Jungen, Zwillinge, die mit ihren dreizehn Jahren über einen ganz erheblichen Appetit verfügen und denen er früher immer je eine Stolle auf den Bunten Teller legte. In diesem Jahr hatte der Herr Geheimrat außer den Spielsachen keine Gabe für die Jungen. Aber da ist nun ber Kuchen, ben können sie sich teilen und in ben Festtagen verzehren. Ja, und bann stehen Fritz und Frieder, nachdem sie sich über ihre verschiedenen Geschenke gefreut und sich dafür bedankt haben, äußerst kleinlaut vor dem Weihnachtskuchen eigenen Fabrikats, der wie ein fehlgegangener Bumerang nun zu ihnen zu- rückgekehrt ist, und sind sehr verlegen. Anfangs versuchen sie die Geschichte zu vertuschen, bann aber kommt doch alles heraus und sie haben zum Schaden noch den Spott. Fräulein von Tant aber und Glasers haben ein durchaus befriedigendes Gefühl an diesem Weihnachtsabend, wenn sie an die empfangenen und gespendeten Freuden zurückdenken. Rundfunkprogramm Sonntag, 17. Dezember. ganz in Al Ägten. Die ren Musik Zu Weihnachten für die Mutter eine Nähmaschine Musikhaus Busch Gießen / Marktstraße 21 7405V Drogerie Beleuchtungshaus Wolkengasse 21 Plockstraße 4, Fernruf 4066 Kreuzplatz 10 7404 A 7403 D "in, alle U/eiknacltäeinlaufr neue Modehaus Spezlalhaus Sc Lut abet 741OD RUHL Photo Radio und Hemden und Krawatten für den Herrn vom bekannten Spezialhaus Otto Georg Carl Becker Löwer&Bechstein c.o.Reuter Bahnhofstraße 16 GIESSEN Seltersweg 61 74170 \ '«<<<<<<<<<<<(<(<<< 7416 D ' Nur diese 2 Sonntage noch ist mein Geschäft Kunsthandlung und> Einrahmungen bie Ihre bis heute bewahrte Frechett feiern. Rur die Kimbern dürfen Masken tragen. Sie, die noch nichts ober wenig von all bem Leib, bas über bie ganze Welt gekommen ist, verspüren und verstehen, jagen unb tollen burch die Gassen und Straßen ber Stadt, als ob sich nichts geändert habe. Unb es ist recht so! Vielleicht werden sie morgen die Eskalade wieder in all ber Lebenslust und Lebensfreude feiern, wie ihre Vorfahren durch Jahrhunderte zuvor. träger, Arkebusiere, Bürger und Bürgerinnen von 1602 schreiten ernst und ergreifend im Scheine hell lodernder Fackeln durch die alte Stadt. Die Trompeten stimmen das alte Eskcrlade-Lied an, in das die Klänge ber großen Glocke „Elemente" vom Dom St. Pierre feierlich einstimmen. Ist der Festzug vorüber, dann wälzt sich ein unentwirrbarer Menschenknäuel mit Musik, Klappern, Schellen und buntem Geflitter durch die Straßen. Das kalte und trockene Genf sprüht über vor Lebenslust und Lebensfreude. Troh Calvin und Advent ist diese Maskerade mitten im Winter so fest in den Herzen ber Genfer verwurzelt, daß sie alle Uneinigkeiten im Lande, Verbote und Notzeiten überstanden hat. Auch der Krieg hat den Genfern dieses ihnen liebste Fest nicht aus dem Herzen zu reißen vermocht. Eine stille Eskalade wird bie alte CitL am Lac Löman erleben — vielleicht aber schöner und inniger denn je zuvor. Maskenbälle und Verkleidungen sind für Erwachsene zwar untersagt, aber der historische Zug, der jedes Jahr durch die Stadt und bis vor die Portale der Kathedrale führte, füllt auch dieses Jahr die engen und steilen Gassen mit seinem bunten Gedränge, den Lichtern der tausend brennenden Fackeln und all den frohen Herzen, habenden Posten passierten, wurden sie erkannt; aber als der erste Alarmschuß die schlafenden Bürger weckte, waren die Feinde schon in den Straßen und ersten Häusern. In der Rue Corraterie, die von dem Neuen Tor in die Stadt führte unb auch heute noch eine der Hauptverkehrsadern der Stadt ist, kam es zum blutigen Nahkampf. Haus um Haus wurde umkärnpft. Notdürftig bekleidet, einige nur im Hemd, so wie sie aus den Betten gesprungen waren, unb mit irgendeiner Waffe in der Hand, stürzten die Genfer aus ihren Häusern und drängten die Feinde zur Stadt hinaus. Die Chronik weiß von der „M^re royaume", einem tapferen Mütterlein zu erzählen, die von dem Stadtturm aus den Eindringlingen kochende Suppe auf die Köpfe goß. Nur wenige Stunden dauerte der Kampf. Noch vor Tagesanbruch zog sich der favoyardische Heerführer zurück. Durch ihren Mut hatten sich die Genfer ihre Gewissensfreiheit erhalten. Die wunderbar« Rettung der Stadt wird jedes Jahr gefeiert. Groß und klein, jung und alt, nehmen an diesem Fest ber „Eskalade , Eskalade bedeutet: „Erstürmung mit Leitern", teil. Während dieses Festes kennt man Genf und die Genfer nicht wieder. Es ist ihr größtes Fest, und doch wurde die Eskalade niemals im Laufe der Jahrhunderte zum aefetzlichen Feiertag. Am Vormittag des 11. Dezember wird überall, selbst in den Schulen, wie gewöhnlich gearbeitet. Aber gegen Abend scheint die Stadt ihre Einwohner gewechselt zu haben. Wilde Savoyardenmasken durchtoben die Straßen, halten Seltersweg 22 von innen gesehen. Plauderei. 9: Gläubiges beut- sches Herz. Eine Stunde der Besinnung am Feiertag. „Paul de Lagarde und sein deutsches Bekennt- toteit! Irnich Ms M Gießen / Schulstraße 4 7406 A kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30: Schulfunk (Grundstufe). „Münchhausen, der Lügenbaron". Hörspiel. 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportberichte. 11: Musik am Vormittag. 11.50: Stadt und Land — Hand in Hand. 12: Schloßkonzert Hannover. Es spielt das Niedersachsen-Orchester. 12.30: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Dom Rhein zur Saar. Gedichte und Erzäh- hingen aus der saarpfälzischen Heimat. 16: Nach- mittagskonzert. Das große Orchester des Reichs- senders Hamburg. 17: Nachrichten. 17.10: Musikalische Kurzweil. 17.45: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung des Reichssenders Frankfurt für die Kameraden am Westwall. 19.10: Zur Unterhaltung. Dazwischen: Berichte. 20: Nachrich- ten. 2)0.15: Übertragung vom Deutschlandsender. mrs mi; fcmir u: lWcht< GIESSEN Setters weg Nr. 67 die Wehrmacht. 17: Nachrichten. 19.10: Bericht 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutsch- landsender. 22: Nachrichten. 24: Nachrichten. Montag, 18. Dezember. 6: Morgengruß. 6.10: Weckruf der Arbeit — Morgengymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrich. ten. 8: Landvolk, merk auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: auch schöneZubehörteile wie Lampen usw. von Krawatte erfreut jedesmal, wenn die Krawatte persönlichen Geschmack verrät. Verständnisvolles Eingehen auf Ihre Wünsche erleichtert Ihnen die glückliche Wahl einer sehr schönen Krawatte von Man muß „Ihm" oder „Ihr" nur jenes Bud) schenken, dar seine oder ihre besondere Neigung anspricht. Erzählen Sie uns etwas über „ihn" Passende Geschenkartikel in gr. Auswahl mit und ohne Punktei 6 Uhr: Hasenkonzert. 7: Nachrichten. 8: singen den Sonntag ein! Ausführung der des Reichssenders Frankfurt. 8.40: England für die Tochter oder den Sohn ein Fahrrad qZ noch nicht, was er sehen- w ken soll ? Kommen Sie ein- qZ fach zu uns, denn in sol- V, eben Fällen einen guten K Vorschlag zu machen, ist 6 die Spezialität von lung aus dem Jahre 1915. 10: Meisterkonzert für die Jugend. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. 11: Zwei Ouvertüren von Christoph Willibald Gluck. 11.15: Übertragung nach Köln: „Der betrogene Kadi". Komisches Singspiel in einem Akt. 12.15: Mittagskonzert. 12.30: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 14.45: Für unsere Kinder: Engel, Bergmann, Schornsteinfeger. Ein vorweihnachtliches Märchen mit Kinderliedern. 15.25: Volkstum und Heimat: „Am Rande der Dorfstraße". Höfe und Aecker. 16: Großes Wunschkonzert für Große Auswahl in Harmonikas, Zithern Violinen, Mandolinen Gitarren, Blockflöten sowie allen anderen Musikinstrumenten ein kleines Möbelstück • bedeutet manchem Paar viel Glück - Wer schenken will und schenken kann - der schaut sich unsre Auswahl an; Möbelhaus Buchhandlung der Pilgermission GmbH. Gießen 74oic vorm. H. Kühn Seltersweg Kluge Weihnachtsmänner denken auch an was Nettes z.b Schöne Wäsche für die Dame DemFptofreund es he Flasche Parfü ist einj persönlich I ¥ i I I I I- I i x I I I I W I I Geschenk Wichtigkeit I t II eine Freude zu machen, ist nicht schwer bei der Auswahl und fachlichen Beratung imFotohaus Reizvolle Geschenkvorschläge macht Ihnen bereitwillig das LederWarenhaus daran, daß ein gut gewähltes Bild eine Seltene und deshalb um so mehr geschätzte Erinnerungsgabe ist Füllhalter, Füllbleislifte.Sqhreiogärni' luren von erlesenem Geschmack— aus Metall oder Marmor — in d.en ver-, schiedenstenPreislogen bei Soll’s etwas von Leder sein,? rener Beratung erfahren Sie in der Dauernd erinnert eine gute Uhr an den freundlichen Spender. Uhren mit schönen Gehäusen und zuverlässigem Gang vom Uhrenfachgeschäft Porzellan bietet so viele Ge- schenkmöglich- keiten! 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Solche Wünsche erfüllt stets: Mütterehrungen in den Gießener Ortsgruppen Am morgigen Sonntag veranstalten die Orts- Lebensmittel Gramm Gramm Brot od.375gMehl 125 g Quarg e 21 I r 5 Weihnachts-Inseln. atten md!- Schwerarbeiter Gramm 625 325 125 Schwerstarbeiter Gramm bis 3 Jahre Gramm 375 375 Normalverbraucher Gramm 375 250 •) Siehe Fußnote Zucker Eier.. 625 250 250 62,5 62,5 oder 2900 und 500 g Brot em len ten m n hen, der :hen aus 3900 und 500 g Brot 1100 oder 600 g Brot u. 375 g Mehl 1100 oder 600 g Brot u. 375 g Mehl Kinder 3—6 Jahre 16—14 Jahre 2400 oder 1900 g Brot u. 375 g Mehl 1125 250 380 125 62,5 oder 125 g Quarg 62,5 oder 125 g Quarg % Liter 1325 250 505 437,5 62,5 oder 125 g Quarg bezeichneten Abschnitt , 50 g Brot 100 od. 40g Zucker 250 nach Aufruf inef Jettes 10 100 ob. 40 g Zucker 250 nach Aufruf 200 od. 40 g Zucker 250 nach Aufruf 100 ob. 40g Zucker 250 nach Aufruf 100 ob. 40g Zucker 250 nach Aufruf 100 ob. 40g Zucker 250 nach Aufruf ■ alte, heute ablaufende Nährmittelkarte notiert wor- den sind; die heute ablaufende Nährmittelkurte ist zwecks Abholung dieser Sonderzuteilung aufzuheben und mitzubringen. Die neue Nahrm-ittelkarte beginnt mit der Hälfte ihrer Abschnitte am 18.12. Gültigkeit zu erlangen, die andere Hälfte der Abschnitte gilt ab 1. Januar 1940. Die Zuteilungen sind auf der Nährmittelkarte ersichtlich. 62,5 oder 125 g Quarg % Liter 62,5 oder 125 g Quarg % Liter Fleisch ob. Fleischwar. Butter............. Margarine od. Oel... Schmalz ob. Speck... Käse.............. llhW! ei nehmen unsere Mütter für die Säuglings- und Kleinkinder««-, rung mit Vorliebe Mondamin, Das ihnen ja schon vom Gebrauch e Balser, ßäufertsröber meg 43, Marie Baumann, Lindengasse 18; Minna TMwI' beV Schießgärten 14; Karoline Dehus, Krofdorfer Straße 14; Karoline Engert, Brandgasse 3; Luise Gelsebach, Am Sandfeld 27; Merkwürdigerweise ist Weihnachten, das Fest der Feste, bet den geographischen Benennungen auf der Landkarte recht stiefmütterlich behandelt worden. Außer eimaen Ortsnamen gibt es nur drei Inseln in den verschiedenen Weltteilen, die auf diesen yiamen getauft sind. Die kleinste und am wenigsten bekannte liegt gerade gegenüber dem Kap Breton. Wichtiger ist die zweite Weihnachts-Insel, die jedoch auch nur 108 Quadratkilometer groß ist und nicht mehr als 700 Einwohner hat. Es ist ein Fleckchen Land im Indischen Ozean, einige 100 Kilometer südlich von Java, das sich aus Meerestiefen von 2000 Metern terrassenförmig bis zu einer Höhe von 350 Meter aufbaut und mit dichtem Wald bedeckt ist; sie enthält viel phosphorsauren Kalk und phosphor- saure Tonerde und liefert Dünger. Die größte und bekannteste der drei Weihnachtsinseln liegt mitten im Stillen Ozean, etwa 2 Grad nördlich vom Aequator und gehört zu der Gruppe der Fanmng- mseln. Diese Laguneninsel von 607 Quadratkilometern Fläche, die am 25. Dezember 1777 von Cock entdeckt wurde, ist trotz ihrer guten Häfen und obwohl man sie schon lange kennt, fast völlig unbewohnt. Das Land ist unfruchtbar, die Küste bietet rnien wildzerklüfteten und zerrissenen Anblick, das Meer ist ringsherum sehr tief, und so macht dieses Weihnachtseiland ganz im Gegensatz zu seinem Namen einen recht unwirtlichen Eindruck. Im Jahre 1888 nahmen die Engländer die Insel in Besitz und legten eine Niederlassung an. Sie fanden bas Ländchen von Vögeln bevölkert, die so zahm waren, daß sie durch nichts zum Fortfliegen bewegt werben konnten. Tauben ließen sich wie Schmetterlinge mit 6 der Brotzu teil ung für Kinder über 6 Jahre besteht folgende Anordnung: Kinder von 6 hren erhalten pro Woche 1700g Brot oder 1200g Brot und 375 g Mehl Kinder üb er 1 0 Satire gelten als Normalverbraucher, d. h. sie erhalten wöchentlich 2400 g Brot oder 1900 g Bwt und 375 g Mehl l straße 65; Elisabeth Lotz, Asterweg 22; Margarets i Leß, Rittergasfe 10; Katharina Mittendorf, Aulweg - 28; Marie Möller, Am Riegelpfad 56; Maria i Meier, Läufertsröderweg 65; Anna Müller, Aster-. , weg 16; Christine Narz, Katharinengasse 12; EÜ- : sabeth Ockel, Lindenplatz 1; Anna Maria Rull- 1 wann, Rodheimer Straße 58; Anna Emilie Sack, Leimenka>uterweg 19; Anna Silbernagel, Sonnen- straße 14; Marie Schmidt, Rodheimer Straße 40; Elisabeth Schmidt, Sandfeld 15; Emilie Schmidt, Leimkauterweg 41; Elsbeth Schmitt, Läuferts- röberweg 67; Elisabeth Schöning, Steinstraße 70; Katharine Scheer, Sonnenstraße 3; Elisabeth Schäfer, Hillebranbstraße 14; Käthe Steller, An ber Kläranlage 62; Margarete Weber, Am Riegelpfad 20; Maria Westbrock, Läufertsröderweg 13; 'Marin Wilhelm, Schottstraße 37; Auguste Wagner, Glaub, rechtstraße 10. III. Stufe. Regine Arnold, Wetzlarer Wea 11; Johanna Alt- baus, Kaiserallee 9; Lina Albach, Krofdorfer Straße 13; Wilhelmine Althaus, An der Kläranlage 82; Friederike Becker, Katharinengasse 18; Eli- beth Beck, Lahnstraße 15; Johanna Böhling, Sonnenstraße 3; Martha Brakhahn, Bruchstraße 30; Mathilde Becker, Läufertsröderweg 8; Elisabeth Bachmann, Läufertsröderweg 9; Elise Berk, Ste- phanstraße 41; Henriette Boller, Frankfurter Straße 58; Sophie Dülfer, Neustadt 40; Paula Elrich, Mühlstraße 3; Marie Fritzius, Frankfurter Straße 136; Maris Fuchs, Schützenstraße 10; Hedwig Feuster, Läufertsröderweg 29; Paula Franste, Asterweg 68; Philippine Fölsing, Schwarzlach. weg 37; Karoline Günter, Kleine Müblgasse 8; Käthe Goß, Läufertsröderweg 25; Else Gregorius, Steinstraße 78; Lina Heimer, Hindenburgwall 10; Emilie Hofmann, Stephanstraße 49; Ottilie Her- ter, Läufertsröderweg 55; Amalie Hilz, Ludwig- straße 29; Elsbeth Edle von Jaschke, Klinikftraße 28; Augnste Junk, Kaiserallee 50; Mathilde Koch, Sei- Abweg 63; Margarete Luise Kuhn, Kirchenplatz 12; Elotilde Kühne, Aulweg 44; Annemarie Keiner, Glaubrechtstraße 9; Elsiabeth Krausmüller, Läu- sertsröderweg 31; Emilie Keil, Läufertsröderweg 26; Emma Krug, Buchnerstraße 2; Maria Knothe, ©roher Stemweg 4; Luise Kaufmann, Fröbelstraße 26; Anna Kaiser, Marburger Straße 36; Maria Lang, Buchnerstraße 1; Emilie Lange, Bahnhofstraße 24; Elisabeth Leipold, Asterweg 48; Lina Lotz, Lud- Wkgsplatz 15; Katharine Müller, Bahnhofstraße 54; Elisabeth Müller, Hessenstraße 2; Helene Müller, Wernerwall 49; Elisabetha Möhl, Läufertsröderweg 47; Emilie Martin, Werrastraße 9; Katharine Möll, Anneröber Weg 8; Emmy Niederhausen, Bahnhofstraße 49; Anna Nuhn, Läuferts- roderweg 20; Lukretia Opalka, Gartenstraße 26; Caroline Oberlies, Leimenkauterweq 31; Katharine Philipp, Krofdorfer Straße 24; Lina Pfaff, Läu- v , ob.375gMehl sowie für jeden mit a u. b Es läßt sich nicht leugnen: der schöne d-r W°-chnachtsp°°si- wird im mefSXn t-sttmmt durch die Vorfreude die ihr.L r.-n Glanz bereits verbreitet, wenn das " einiger Ferne ist. Schon die ersten Anieicben^o'? Weihnacht,ichen Geschehens genüU, uÄ ®X Merfl£rf.martUn9 w°chsurr-f-n. das immer wieder neue Nahrung zu stnden weist. Ein Blick in weihnachtlich ausgesbattetes Schaufenster 6 ™ B. i-gnung mit einem paketbeladenen Passanten fk reifen mitunter aus. um die (Ermartunqsfr^e Bieter neu zu entfachen, die dann die alltäattchen „■•■v »| -tunden in prachtvoller Weise verschönt ® » ! I Aus den Lichtzauber, den die Geschastsstraben in g, | >-n Abendstunden in früheren Jahren um die Weih" sJal6i : lachtszeit auvstvahlten, haben wir diesmal ver- Sr««!. , ichtm muffen. Aber die Verdunklung vermag nickst M ji| h« Erwartung-steude zu trüben, ja, vielleicht wistd dD -raxe 6,e Dunkelheit zu einem Element, das die freute um fo mehr weckt. Der ganze romantisckie weihnachtlichen Erlebens ergibt sich dA, :u5 ^."rgang, daß mitten in tiefer Dunkelheit la-..Helle Licht erstrahlt. Und wenn es sich dabe 'wachst auch nur um einen chmbolifchen Vorgang AU ' ?"telt. der im Glanz der Adventskerzen sichtbaren II '.usdruck hübet, fo spuren wir dabei immer wieder r he tiefe Bedeutung des Geschehens Mit innigen Gefühlen grüßen wir deshalb auch V H Abgesandten des deutschen Waldes, wenn wir k cn einem Verkaufsftand für Wechnachtsbäume vor- \ / immergrüne Tannenbaum, der zum I V ftst des Lichtes geschmückt in unserer Stube steht H k gewi sermaßen das Unterpfand unseres Glaubens < n b'ie sieghafte Kraft des Lichtes und zugleich das AfÄ khmblld unserer germanischen Wälder, in denen drsere Vorfahren dereinst zur Zeit der Winterson- \ renwende gleichfalls der Wiederkchr des Lichtes 'ZZ/n, ^ldigten. Der Gruß an die in irgendeinem Hoß ßiwkel stehenden Weihnachtsbäume gehört darum ptwendigerweise zur Stimmung froher Erwar- |ng, die uns jetzt beschert wird. reinste Erwartungsfreude lebt freilich in der Hnderwelt. Sie zu beobachten und zu nähren, zählt j den schönsten Erlebnissen, die der Erwachsene V) bereiten kann. In der stillen Stube daheim ter auf einem Gang durch die Geschäfte vermag » Zeuge dieses Kinderglücks zu werden, das ihn » die alten Zeiten erinnert, wo er selber noch als feiner Bub bzw. als kleines Mädel von der großen »Weit des Weihnachtstages träumte. Und dieses Ktgenießen und Nachempfinden kindlichen Froh- Kkens weitet die schönen Freuden der Erwartung, itt denen uns die letzten Tage vor dem Fest so IMUlken. H. W. Sch. ' Und eingedenk des lateinisch-n Unterrichts, der den Plinius durchpaukte: „Die Völker des Morgenlandes führen ihre Kriege mit Rohren, indem sie an diese durch ihre Widerhaken gefährliche Spitzen befestigten", und eingedenk ber Jnbianerschmöker, Labsal an regnerischen Nachtnittagen, ja eingebenk dieser daumenbeschmutzten Hefte, die knallige und bifl? baffen^hrfh-^er ^nabe iuuhwh. -Ltiuuen ließen P0) wie Schmetterlinge mit bie besten Rohrschaste ab, um sie bej der Indianer-teinem Netz, ja sogar mit dex Hand sangen. CK, Vollmilch.......... i/2~£iter, “ nur für werdende u. stillende Mütter, Wöchnerinnen für die Dauer von 6 Wochen, ferner für besondere Berufe Marmelade der- halllose Anerkennung. I licht Der» Mi Es Mcbeihcuii fhihl MwkU&afie. 29/30-1liofaiko/it*- 2:u S-ge van 6r Sagt bcha Stich Schn De «» MS' De firas- gerlii De Angc tragt De Nac letzten Sb wie alt ich bin." Franz Pegel hebt beide Hände: „Aber, Fräulein Wegner, Sie versündigen sich. Wie können Sie so über das Land sprechen, das Sie lieben? Haden nicht Sie erst den Birkenhof zu dem gemacht, was er heute ist?" dir b kamt drr 2 Dei vorbk lchlech baren W geb. Schmidt. NG-Irauenschaff/Hrauenwerk. Der Gemeinschaftsabend der Ortsgruppe Mitte findet am Montag, 18.12., um 20 Uhr im „Burghof" statt. B uiw üon Kl tag «lei s In nwr iB voll' W W iui Derr burt »♦ lag. Lui feier freie Mi Verschiedentlich haben Gaststätten die 50-Gramm- Abschnitte der rechten Seite der Reichsfleischkarte nicht angenommen mit der irrigen Begründung, daß nur Abschnitte der Reise- und Gaststättenkarte zu- gelassen seien. Diese Auffassung ist unzutreffend. Die rechte Seite der Reichsfleischkarte ist nicht an den Bestellschein gebunden und kann auch zur Einnahme von Mahlzeiten in allen Gaststättenbettieben Die Ni] bplt[ „Frühlingssahrt ins Mittelmeer." Vortragsabend beim NG.-irechtswahrerbund. ist gesetzliche Pflicht aller Hausgenossen, zu den Einrichtungen beizutragen, die für die Luft- Wvt ■’n, h, Kn prchm 1900 .Vor ko eigene N emige: Mdm mera bahn-I zirl-kl Aie n J4 de fern Jtt 9t uuzeir men nbirra wendet werden. Warum gerade mein Keller für den Lustschutz? trennen, die gehören zu chr, wie feder Mauerstein noch guter Gesundheit und aller geifhgen Frische erfreut, war lange Jahre Kammerdiener bet dem Grasen Oriola-Budesheim Mr beglückwünschen den alten Herrn zum Geburtstag und wünschen einen weiteren schönen Lebens- abend. ,»ln9Ür2fu"M‘«bai8 Jahre alt. 2Im morgigen Sonntag, 17. Dezember, kann ber Dienst- mann Philipp B sum Bruchstraße 3 wohnhaft, n voller Gesundheit und Frische [einen 75. Geburtstag begehen Der Jubilar versieht seinen Dienst, den er ($on feit °>elen Jahren ausiibt, auch heute noch unnngetorantt Seit rund 45 Jahren zählt er auch SU den treuen Beziehern des „Gießener Anzeigers" Dem Jubilar bringen wir zu feinem morgigen Geburtstag unseren herzlichen Glückwunsch bar , "^^E>zig Jahre alt. Am heutigen Sams, lag, 18. Dezember, kann un er Mitbürger Ludwig Luh, Wetzlarer Weg 55, seinen 70.'®ebuÄ feiern. Seit über 40 Jahren gehört er zum Befer, (reis bes „Gießener Anzeigers". Wir beglück- wünschen den Jubilar herzlich zum Geburtstag » Berke hrs, und er. Die Polizei schritt in ber Zeit vom 1. bis 7. Dezember ein: Gegen Kraft- sahrzeugsührer mit 4 Anzeigen unb 1 gebühren- M-Mg-n Verwarnung: gegen sonstige Fahrzeug, fuhren mit 5 gebührenpflichtigen Derwarnungen- gegen Radfahrer mit 41 gebührenpflichtigen Ver- Warnungen. Strafkammer Gießen. (Frid> Piotrowski in Hopfgarten war ange= vagt, am 4. September d. I. in Hopfgarten dem Schäfer Schn, mit einem Taschenmesser mehrere Stiche beigebracht zu haben, an deren Folgen Schn, alsbald verstorben ist. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig, er will aber in Notwehr gehandelt haben. Ein Tat- zeuge war nicht zugegen. Der Anklagevertreter beantragte eine Zuchchaus- strafe von acht Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß der Angeklagte in Notwehr gehandelt habe und beantragte seine Freisprechung. Der Angeklagte wurde des Verbrechens des Tot- schlags schuldig erkannt und zu einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren, abzüglich drei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Gondergericht in Alsfeld. Das Darmstädter Sondergericht hatte in Alsfeld gegen den Albert Schmidt von Alsfeld verhandelt Der Angeklagte war eines versuchten und einer vollendeten Notzuchtstat beschuldigt. Das Sondergericht verkündete am gestrigen Freitag in Gießen folgendes Urteil: Der Angeklagte ist des Verbrechens gegen § 2 der Verordnung gegen Volksschädlinge in zwei Fällen schuldig und wird in dem einen Falle zum Tode und in dem andern Falle zu 10 Jahren Zuchthaus oerurteilt. Dem Angeklagten wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt und seine Entmannung (letztere für den Fall der Begnadigung) angeordnet. Der Angeklagte ist trotz seiner Jugend einschlägig vorbestraft und steht in sittlicher Beziehung in einem schlechten Ruf. Die zur Verhandlung stehenden strafbaren Handlungen hat er unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen. G. A.-Sport. Fußball-Mristerschaft«kcimp-«beginnen , 1900 — Burgsolms. Nach einiger Verzögerung, die der Erledigung der letzten Formalitäten diente, beginnen nunmehr im Sportkreis Gießen die Spiele um die Kriegsmeister- schast. Die Blauweißen, die zu Beginn sich auf eigenem Platze vorstellen, empfangen Den VC. 1920 Burgsolms, lieber die Gäste ist man auch schon einigermaßen unterrichtet. Denn es ist wohl noch bekannt, daß sich die Burgsolmser bei den im Sommer abgewickelten Aufstiegspielen, oben dem Reichs- bahn-Spv. Dillenburg, die Zugehörigkeit zur Be- zirksklasse erkämpft haben. Für die Blauweißen ist die Aufgabe wohl nicht als unlösbar zu bezeichnen. Wie man aber hört, hat Burgsolms noch so ziemlich den alten Stamm zusammen. Bei den Platzbesitzern ist dies zwar nicht der Fall. Im Gegenteil, ber Rest der verbliebenen aktiven Spieler ist mit Jugendlichen vermischt. Mit welchem Erfolge, das haben die Rundenspiele gezeigt. Wenn auch nicht überragend, dann aber doch so, daß man mit dem Ab schneiden zufrieden sein konnte. Bei der morgigen Aufstellung kann man sogar noch eine Verbesserung verzeichnen, denn mit Balz, seither Wacker 04 Berlin, hat der Sturm eine wesentliche Verstärkung erfahren. Die Aufstellung lautet: Dinges, Schneider, Goß, Carstens, Jäger, Hain, Bonarius, Balz, Koch, Pechauschek, Heuser. 1900 1. Jgd. — Watzenborn-Steinberg 1. 3gb. Morgen fährt die 1. Jugend der Blauweißen zu einem Freundschaftsspiel nach Watzenborn-Steinberg. „Teutonia" gilt als eine sehr starke Mannschaft. Dies bestätigen die beiden Spiele, die gegen den Lokalgegner ausgetragen wurden. Bei 1900 wird wieder der Mittelstürmer Kraft II. Mitwirken, her der Mannschaft eine sehr gute Stütze ist. Nach normalen Spielverlauf sollte man den 1900ern eine Gewinnchance einräumen. 2. Igd. 1900 — In. Londorf 1. 3gb. Die Jüngsten vom Trieb fahren ebenfalls nach auswärts. Ihr Gegner ist der Tv. Londorf. In dem voriährigsn Verbandsspiel verloren die hiesigen das Spiel Nun gilt es, diese Niederlage wettzumachen. Volksgemeinschaft ist Gchicksalsgememfchaft. Aus der Tätigkeit freiwilliger Helferinnen der NSV. Mtt freudiger Bereitschaft und schlichter Selbst. Verständlichkeit haben Tausende deutscher Frauen mit Beginn des Krieges überall dort chre Hilfe zur Verfügung gestellt, wo frauliches Verstehen und Einfühlen, umsichtiges Wirken und tatkräftiger Emfatz nötig sind. Nicht immer kann die hilfsbe- 2Mrau ein besonderes „Amt" übernehmen, denn Pflichten für Haus und Familie oder Grenzen des Alters legen gewisse Einschränkungen auf. Und doch möchte keine abseits stehen, möchte sich jede mit emrechen in die starke Front der Heimat. Gerade für die vielseitige Arbeit in der NS.- Volkswohlfahrt, die durch die besonderen Aufgaben des Krieges noch umfassender geworden ist, wird die Mithilfe der Frau in dieser Zeit höchsten nationalen Einsatzes dringend gebraucht, und wenn der Aufruf erging „Freiwillige vor", so blieb er nicht ungehört. Die unzähligen Meldungen oder Anfra- gen bei den Dienststellen der NS.-Frauenschaft- Deutsches Frauenwerk, die in organisatorischer Zu- sammenarbett mit der NSV. den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen regelt, sind Beweis dafür. So unendlich vielseitig und kaum zu überblicken das Arbeitsgebiet auch sein mag, alle Rädchen im gewaltigen Werk nationalsozialistischer Wohlfahrtsarbeit greifen ineinander über. Wir brauchen nur hineinzublicken in das Geschehen dieser läge, um an zahllosen Anspielen zu erkennen, wie das Schick- sal des einen Menschen zum Erleben des Anderen wird. Die kleinen Augenblicksbilder des Alltags geben Kunde davon. In einer Familie ist der Mann zum Heeresdienst einberufen, und seine Frau muß nun feine beruflichen Aufgaben übernehmen. Wer aber sorgt während ihrer AbwOisenheit für die Kinder? Die Block- walterin der NSV. weiß Rat. Sie unterhält sich darüber mit den Bewohnern des Hauses und der näheren Nachbarschaft und nach Rücksprache mit den zuständigen Dienststellen der NSV. und NS.- Fvauenschaft ist bald Klarheit geschaffen. Das kleinste Kind, ein Säugling, kommt in die sorgende Obhut einer älteren Witwe. Diese freiwillige Helferin ist über die Fragen neuzeitlicher Säuglings- pflege und Kindererziehung unterrichtet, denn sie hat bereits an einem der Kurz kur se des Mütter- dienstes teilgenommen und kann nun gewissenhaft chre Pflicht erfüllen. Die beiden älteren Buben sind gut aufgehoben in einer Kindertagesstätte der NSV., deren geschulte Leiterinnen mehr denn je auf die Mithilfe der Frauen aus der NS.-Frauenschast und der tatkräftigen Mädel aus dem BüM. angewiesen ^d. Eine pensionierte Lehrerin sorgt tagsüber für 5 schulpflichtige Töchterchen, bereitet ihm die Mahlzeiten und beaufsichtigt die Schularbeiten. Die Mutter kann unbekümmert neuen Pflichten nachgehen, die das Vaterland jetzt von chr fordert. Die besondere Fürsorge, die materielle Unter- stützung und seelische Betreuung einschließt, gilt natürlich der werdenden Mutter, deren Ernährer im Felde steht. Da ist z. B. eine junge Frau, der noch manches fehlt zur Bekleidung des kommenden kleinen Erdenbürgers. Die ehrenamtlich eingesetzten geschulten Frauen in den Hilfsstellen „Mutter und Kind" wissen in herzlichem Verstehen Rat. In den Nähstuben des Deutschen Frauenwerkes i>st manche erfahrene Mutter, die belehrende Anweisungen gibt und Nadel und Faden zu handhaben weiß. Dabei bleibt die sorgende Liebe, die Mutter und Kind umgibt, nicht auf den Augenblick beschränkt, die kleine Hilfeleistung, das mitfühlende Wort zur rechten Zeit schlingen häufig Bande herzlicher Freundschaft. Das hat sich ganz besonders in der Arbeit des NSV.- Bahnhofsdienstes gezeigt, der heute Aufgaben nie gekannten Ausmaßes zu lösen hat, die ohne den unermüdlichen Einsatz ehrenamllicher Helferinnen zur Unterstützung der dort tätigen Dolkspflegsrinnen und Schwestern gar nicht zu bewältigen wäre. Schicksalsbilder mannigfaltiger Art haben süd bei der Ankunft und Durchfahrt der Züge abgespielt. Die Dienstbücher, in denen über die Tätigkeit des NSV.-Bahnhofsdienstes laufend Protokoll geführt wird, geben davon Kunde. Die blaffe Frau, die mit Schmerzen aus dem Zug in die Klinik überführt wurde und inzwischen einem Kinde das Leben geschenkt hat, weiß, daß der Besuch chrer hilfsbereiten Geleiterin am Wochenbett nicht der einzige bleiben wird. Der verwundete Soldat, der sicher gestützt wurde und von geschäftigen Händen einen Er- Finanz-,Lohn-, Gehalts-, Betriebs-, Lager-Buchhaltung für Ha d- u. Maschinen-Durchschrift BezlrksstPlIe Wetzlar, Naubomer»tr.14B, Ruf 1344 srischungstrunk entgegennahm, wartet im Lazarett mit freudiger Spannung auf die persönliche Anteilnahme feiner Helferinnen an den Fortschritten feiner Genesung. Der Gruß der scheidenden Flüchtlinge, die in ihre Heimat im Osten zurückkehrten, klang nie aus in einem gleichgültigen .Lebewohl", sondern im frohen „Auf Wiedersehen", und mancher Brief festigt die Bande gegenseitigen Verstehens. Immer weiter ließen sich die Beispiele fortsetzen, denn unerschöpflich sind die Möglichkeiten, an rechter Stelle zu helfen und zu wirken. Bei der Gemeinschaftsverpflegung im Lebensmittelhandel zur Unterstützung alleinstehender Frauen und überlasteter Verkäuferinnen, bei der Betreuung der Familien der geräumten Gebiete, überall werden unzählige helfende Hände gebraucht. Wohin wir auch blicken mögen, der freiwillige Ehrendienst unserer Frauen in Stadt und Land beweist, was es heißt: „Volksgemeinschaft ist Schicksalsgemeinschaft!" Ehringshausen I — VfV. Reichsbahn I. Der VfB.-Reichsbahn fährt am morgigen Sonntag nach Ehringshausen zum ersten Punktespiel. Die Leute aus Ehringshausen sind nicht unbekannt, denn im Vorjahre kreuzten beide Mannschaften wiederholt die Klingen. Die Gastgeber stellen eine schnelle, wuchtige Mannschaft, die vor allem mit Eifer bei der Sache ist. Ob sie komplett antreten werden, ist hier nicht bekannt, auf jeden Fall sind sie nicht zu unterschätzen. Die Grün-Weißen, die am Sonntag ein schwaches Spiel lieferten, können mehr; sie muffen sich voll einsetzen, damit die ersten Punkte in Gießen bleiben. Wir hoffen, daß es der Elf gelingen wird, die Gegner zu bezwingen und rechnen mit einem svannenden Spiel. Die Grün-Weißen treten mit folgender Mannschaft an: Heeg; Fleischmann, Schlitz II.; Bruck, Leut- Heuser III., Kraft; Berghöfer, Solowski, Köppers, Pantalon, Fröhlich. Handball im Männer-Turnverein. 2Ntv. I spielt in Holzheim. Am morgigen Sonntag werden die Spiele der Gauklasse ihren Anfang nehmen. Der Männerturn- oerein trifft gleich zu Beginn der Runde auf einen starken Gegner und steht trotz feiner sich augenblicklich in gutem Schwung befindlichen Mannschaft vor Bücher unter dem — Ewiges Deutschland. Ein deutsches Hausbuch. Jahresbanü 1940. Herausgegeben vorn Winterhistswerk des deutschen Volkes. 352 Seiten mit vielen Holz- und Linolschnitten. Ganzleinen 3,— RM. Verlag Georg Westermann, Braunschweig. — (389) — Es war eine glückliche Idee, das Hausbuch „Ewiges Deutschland", das vom Winterhilfswerk des deutschen Volkes herausge- geben, nun zum zweiten Male erscheint, in die Form eines immerwährenden Kalenders zu kleiden. So wird vor allem einmal das Jahr lebendig, mit Anstieg, schwebender Höhe, Abstieg und Tod. Das freilich wäre für ein solches Buch zu wenig. Es will ja mehr, und es erreicht es auch. Ja, es spiegelt sich in diesem Hausbuch wohl so etwas wie ein „Ewiges Deutschland". Die deutsche Geschichte, glückhaft und unqlückhaft im Wandel der Jahrhunderte, schlägt die Augen auf, die starken Geister, die sie schufen, sprechen zu uns: Soldaten, Politiker, Denker. Die deutschen Stämme reden zu uns nach ihrer Art und Sprache, und über all dem Bunten deutscher Fülle, deutscher Kraft und deutschen Versagens begreifen mir, daß all dies deutsche Geschehen nur ein ungeheurer Umweg war, bin zu dem Manne, der nun das deutsche Schicksal in feiner begnadeten Hand hält, es zu lösen aus einem jahrhundertealten Leid. Das ist der Sinn dieses Buches, daß es uns Deutschen wieder einen Begriff gibt von der Herrlichkeit und Größe dessen, was unsere Besten als Traum davon im Herzen trugen. Das Deutsche in der Welt ist fühlbar gemacht in diesem Buche. Ein solches Buch, an das gesamte Deutschtum sich wendend, will stärken, tröffen, indem es zeigt, wie stark wir sind, wenn wir nur wollen. Es möge denn hinausgehen ins deutsche Volk, zum deutschen Soldaten an jeglicher Front, zur deutschen Frau und Mittler. Sie alle sollen daraus erkennen das ewige Deutschland. — D i e Letzten von Jnsk. Ein Reiterroman von Hans Pflug-Franken. (Zentralverlaa der NSDAP., Franz Eher Nachf., München.- Preis gebunden 3,75 RM. — (337) — Der Autor widmet diesen fesselnden Roman den letzten Reitern des Großen Krieges. Man darf ihn aber auch als ein wertvolles Geschenk für das ganze deutsche Volk bezeichnen. Denn hier schreibt ein Mann, der durch und durch Soldat ist und darum bei unserer jetzt wieder soldatisch denkenden Nation mit dieser Erzählung aus dem Soldatenleben von Ende 1918 starke Sympathien aus- lost. Der Roman führt den Leser in das östliche k£Qnöoolh-fironhßnhilfß Achtung tonönolhL Ärankenversicherungsverein a. 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