Nr. 269 Erstes Blatt 189. Jahrgang Donnerstag, 16. November 1939 Lrlchemi tägltd), autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: *Dte Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfilStsdru-kerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSftrstelle: Schulsttahe 7 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis8'/.Uhr des Vormittags Grvndpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text» anzeigen von 70 mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh Dereinbg. 25°/e mehr. trmäfotgte Grundpreise: Stellen-, Derems-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Verdunkelungsübung in der Schweiz. eigen nähme zwischen dem italienischen Botschafter und der türkischen Regierung Nervosität erregt Man betrachtet das Festessen, das der italienische Botschafter zu Ehren des türkischen Außenministers Sara- coglu gegeben hat, als ein Anzeichen für die Besserung der italienisch-türkischen Beziehungen. Oie Vertreter Belgiens und Hollands beim Reichsaußenminister. Berlin, 15. Nov. (DNB.) Reichsaußenminister von Ribbentrop empfing heute den belgischen Botschafter und den holländ 1 - d)en Gesandten. Er teilte den Vertretern Belgiens und Hollands im Kamen des Führers mit, daß nach der brüsken Ablehnung des Friedensschrittes des belgischen Königs und der Königin der Niederlande durch die englische und französische Regierung auch die deutsche Reichsregierung diese Vorschläge damit als erledigt ansähe. England ist schuld an der Desorganisation der Schiffahrt Oer heutige Wehrmachtsbericht. Berlin, 16. Nov. (BTiB. Zunkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Keine besonderen Ereignisse am gestrigen Tage. Der Durchbruch zu den Shetlands -Inseln Die Shetlandinseln liegen noch nördlich der Orkneyinseln, also noch weiter entfernt als der Bereich von Scapa Flow. Es sind insgesamt 117 kleine Inselchen, die zusammen nur 1426 Quadratkilometer groß sind und rund 23 000 Einwohner mühsam ernähren. Nur 34 Inseln sind bewohnt. Es handelt sich um überwiegend kahle Felsinseln mit bescheidenen Anbaumöglichkeiten für Kartoffeln, Hafer, Gerste und Flachs. An Vieh halten sich nur Schafe und Schweine sowie die bekannten kleinen Shel- land-Ponys. Die Inseln kamen 1469 durch heirat an die schottische Krone, nachdem sie bis dahin norwegischer Besitz gewesen waren. Tatsächlich sind die Einwohner überwiegend norwegischer Herkunft, was sich noch an einigen Sprachresten zeigt. Llngarisch-jugoslawische Annäherung Gegen die Vereinfachung der Balkanprobleme. Von unserem boe.-Korrespondenien. geschlagen habe, bis Kriegsende keine Terr i t orialansprü che gegenüber Rumänien vorzubringen und über diese Frage erst nach Kriegsende zu verhandeln. In Rom sei man der Ansicht, daß hierdurch eine weitere Annäherung Bulgariens an die übrigen Balkanstaaten ermöglicht werde, was in Rom mit Befriedigung begrüßt würde. Schlachtschiff ,3mperoz' vom Stapel gelaufen. Rom, 15.Nov. (Europapreß). Der Stapellauf des neuen italienischen 35 000-Tonnen-'vchlacht- schiffes „Jmpero", der schon am 28. Oktober hätte stattfinden sollen, damals aber wegen des ungünstigen Wetters verschoben wurde, erfolgte am Mittwoch bei schönem Wetter und ruhiger See. Das Schiff wird nach Sampierdarena^ geschleppt, wo es seine Ausrüstung erhält. Das Schlachtschiff „Impero" ist 232 Meter lang. Es verfügt über eine Motorenstärke von insgesamt 130 000 PS. und über eine Geschwindigkeit von 30 Knoten. Die „Impero" wird mit neun Geschützen von 381 Millimeter und zwölf Geschützen von 152 Millimeter bestückt werden und außerdem zwölf Flakgeschütze erhalten. Drei Wasserflugzeuge werden ebenfalls zu dem Schlachffchiff gehören. England beugt das Recht der Henlraicn. Von Kapitän zur See Prof. v. Wal deyer-Harh. Im Sinne des Völkerrechts sind rechtsfähig nur Staaten, niemals Einzelpersonen. Diesem fundamentalen Grundsatz zufolge muß daher alles Völkerrecht in seinen Satzungen und deren Anwendung derart abgeftimmt sein, daß es dem Eigenleben neutraler Staaten im Kriegsfälle möglichst keine Gewalt antut. Unter allen Umständen hat überall dort Rücksichtnahme zu walten, wo seitens neutraler Staaten keine Verletzung des herrschenden Völkerrechts zu Gunsten oder Ungunsten einer der kriegführenden Parteien vorliegt. Wird hiervon abgewichen, zwingt mit anderen Worten eine der Kriegsparteien neutralen Staaten ihren Willen auf, dann wird die absolute Neutralität praktisch beseittgt. Denn jede Handlung, die von der Mittellinie des Rechtsweges abweicht, stellt ftteng genommen schon eine Neutralitätsverletzung dar. hieran kann auch der Umstand nichts ändern, daß der Schritt abseits vom Wege nicht freiwillig, sondern unter Zwang ausgeführt wurde. Unser Vaterland hat — wir dürfen es voller Oenugtung bekennen — von jeher eine gefunöc Fortentwicklung des Neutralitätsrechts angestrebt; wobei ihm als Ziel vor Augen schwebte, einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Kriegführenden und Neuttalen herzustellen. Daß sich ein neutraler Staat jeder mittelbaren oder unmittelbaren Unterstützung kriegerischer Maßnahmen oder kriegerischer Geschäfte enthalten muß, gilt uns hierbei als selbstverständliche Voraussetzung. Ja, wir gehen insofern in unseren Erwartungen noch weiter, als wir beanspruchen, daß sich eine echte und aufrichtige Neutralität auch jeder Beteiligung am Propagandakrieg enthält. Da Völkerrechtsverletzungen nur von Staaten begangen werden können, müssen die Staatsorgane dafür Sorge tragen, daß Verstöße jedweder Art innerhalb ihres Staatswesens nicht Vorkommen, oder falls es geschehen ist, unterdrückt werden. hält man diesen unseren Grundanschauungen entgegen, was englis cherseits verkündet und getan wird, so ergibt sich ein derart klaffender Unterschied, daß man geneigt ist, von unüberbrückbaren Gegensätzen zu sprechen. Auch der britische Premierminister Chamberlain hat erneut die alte Weise gesungen, England kämpfe für nichts anderes als fiir die „Freiheit und Sicherheit zur See". Wer in der Geschichte der Völker zu Hause ist, weiß, daß britischer Dünkel hierunter seit Jahrhunderten nichts anderes verstanden hat, als die uneingeschränkte Beherrschung der Meere durch den Union Jack. Wenn je Mars die Stunde regierte, dann hat noch immer auch die britische Tat unter dem gleichen Zeichen gestanden. Brutalste Abschnürung des Handels neutraler Staaten, soweit er nicht dem britischen Weltreich zugute kam; schärffte Heber- wachung der gesamten neutralen Schiffahrt und Kopenhagen, 15. Nov. (Europapreß.) Die Armierung englischer und französischer Fracht- und Passagierdampfer hat in den neutralen Staaten einen denkbar schlechten Eindruck gemacht, da man sich im klaren darüber ist, daß die Behandlung solcher Schiffe als Hilfskreuzer zwangsläufig die gesamte Handelsschiffahrt beeinträchtigen muß, da von englischer Seite nun einmal Anlaß zu einem begründeten Mißtrauen gegeben worden ist. Arn internationalen Frachtenmarkt macht sich daher eine zurückhaltende Tendenz d e r Reeder bemerkbar, und das in einem Augenblick, in dem England einen Druck auf die Neutralen ausübt, um sie zu veranlassen, zu billigeren Frachtraten zu fahren, obwohl durch die englische Seefahrtspolitik die Risiken beträchtlich angewachsen sind, hinzu kommt noch, daß sich die Reedereien gar nicht um Aufträge zu bemühen brauchen, da der Beschäftigungsgrad der neutralen Tonnage durchaus zufriedenstellend ist. Teils belegt die eigene und neutrale Versorgung einen großen Teil der Tonnage mit Beschlag, teils ist auch reichlich zu tun auf den Linien, auf denen Trampschiffe in normalen Zeiten keine Möglichkeit einer Beschäftigung hatten. Wenn daher auf gewissen Routen, und nicht zuletzt auf den England- und Frankreich-Routen Tonnageknappheit herrscht, so begründet man dies folgendermaßen: Die normale Reisedauer wird infolge der oft notwendigen Umgebung der Gefahren- und Sperrzonen verlängert. Außerdem verzögert der zwangsweise Aufenthalt in den englischen Kontrollhäfen die Weiterleitung der Frachten oft um Wochen und bewirkt darüber hinaus häufig ein plötzliches Eintreffen mehrerer Dampfer im gleichen Bestimmungshafen, wodurch die Abferti- gung der Schiffe verzögert werden muß. Diese Umstände erklären die Steigerung der Frachtsätze. Ein Beweis hierfür ist die Lage auf den östlichen Märkten, die in den letzten Tagen eine kaum zu befriedigende Nachfrage aufwiesen. Die Zurückhaltung der neutralen Reeder wirkt sich dahin aus, daß trotz der englischen und französischen Klagen die Notterungen fast täglich steigen, wie die in Szekszard die 500. „Landesfahne" feierlich einge- 1 »veiht. Ungarn will auch heute nicht ohne wei- teres vergessen. An diese Bekenntnismaie und Zeremonien erin- nert man sich, da sich in den letzten Wochen die ! Zeichen der Annäherung zwischen U n = Igarn und Jugoslawien in auffallender Weife . mehren. Auch Jugoslawien erbte ein Stück des nach dem Weltkrieg verstümmelten Ungarn mit einer an- , I sehnlichen ungarischen völkischen Minderheit. Trotz- »dem hat in beiden Ländern über alle heimlichen I Stimmungen und Verstimmungen die Realpolitik ( | gesiegt, und die Nutzlosigkeit, sich in gefährlichen j Sackgassen abzuschließen, ist überall erkannt. Die ( | praktische Annäherung datiert seit dem Tage, da I Italien seine Beziehungen zu Jugoslawien auf ver- I trauensvolle Zusammenarbeit ab stellte und nun, I als Freund beider Länder, jedem Bemühen Dor- I schub leistete, auch das ungarisch-jugoslawische 23 er- I hältnis zu einem Faktor südöstlicher Friedenspolitik ßu gestalten. In letzter Zeit häufen sich die Beuche ungarischer politischer Persönlichkeiten im Nachbarlande zwecks Vertiefung des kulturellen und wirtschaftlichen Austausches. Es wurde sogar ange« Pünbigt, der jugoslawische Handelsminister werde die bevorstehenden jugoslawisch-ungarischen Vertragsver- ;; Handlungen mit einem persönlichen Besuch in Budapest einleiten. Das wäre seit Jahren der erste ugoslawische Ministerbesuch in Ungarn. Viel bemerkt wurde auch die Auszeichnung des Leiters V Der Presseabteilung im ungarischen Außenministerium, Legationsrat von Hllein-Reviczky, mit einem hohen jugoslawischen Orden, ein Akt der Anerkennung für den freundschaftlichen Ton der gegen« eitiaen Presfepolitik. Ungarn und Jugoslawien jaben sich die Hand gereicht, um in erster Linie I eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu \dyx\-- I fen, die notwendig ist für die Behandlung aller zwischenstaatlichen Fragen im Geiste des Wohlwollens. Diese zweiseitigen Bemühungen um Entspannung vom Nachbarn zum Nachbarn stellen, nach ungarischer Auffassung, die einzige Möglichkeit dar. Den südöstlichen Raum fortschreitend zu entgiften und HU befrieden. Der „Pester Lloyd" wandte sich vor "urzem in mehreren Artikeln, mit denen er zweifel-- iO5 die Meinung des ungarischen Außenministeriums »iedergab, gegen „vereinfachende Betrachtungsweisen" der Auslandpresse, die den harten Tatschen der balkanischen Realität nicht immer gerecht würden. Einer solchen „vereinfachenden Anschauung" entspringe z. B. der Ausdruck „Balkan- -lock". Aber die balkanischen Fragen bildeten '•eine unauflösliche Einheit. Sie setzten nef) vielmehr aus verschiedenen konkreten Beziehungen und Wechselwirkungen zusammen. Das Problem yabe verschiedene Seiten, und die richtigen Lösungen i.eien nicht diejenigen, die über ihren vielseitigen Tharakter achtlos hinweggingen. Indem bald von Dieser, bald von jener Seite ein von Sonder-. 7nteressen eingegebener Wunsch in die Bettachtung yineinspiele, entstehe das gefälschte Bild, das im ' rasch fertigen Schlagwort feinen Ausdruck finde. §5 gebe, so betonte der „Pester Lloyd", Länder -uf dem Balkan, für die es vor allem wichtig sei, nicht durch eine Verflechtung der Interessen in einen Konflikt der Großmächte einbezogen zu werden. Mit dieser Politik glaubt Ungarn den „neutralen" und am wenigsten gefährdeten Mittelweg zu zehen zwischen den geschichtlichen Belastungen des Südostens und aus den ureigenen Wechselbeziehungen auf der einen Seite und dem im Balkan wieder deutlicher spürbaren Kräftespiel der Großniächte undererseits. Gelingen möglichst viele Brücken- chläge von Land zu Land, so könnte in dieser ’ Schicksalswende Europas auch der Südosten am heften eine Region des Friedens bleiben und auch im aktiven Sinne dadurch zum Frieden beitragen, «aß der europäische Krieg nicht noch größere Ausmaße annimmt. Wieder jugoslawische Bauxitausfuhr nach Deutschland. Belgrad, 15. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die jugoslawische Bauxitausfuhr aus Dalmatien nach Deutschland wurde wieder aufgenom- ! men. Die Beförderung erfolgt jetzt auf dem Landwege. Eine große Zahl dalmatinischer Bauxitarbeiter findet dadurch wieder Beschäftigung. 6in rumänischer Vorschlag an Bulgarien. Belgrad, 15. Nov. (Europapreß.) Der römische Korrespondent der „Politika" unterstreicht den günstigen Eindruck, den in römischen Kreisen die Meldung des „Lavoro Fascista" aus Bukarest hervor- lerufen hat, nach der Rumänien Bulgarien oor- Schon der vor einiger Zeit erfolgte Angriff deutscher Flieger auf den Firth of Forth erregte in England größte Beunruhigung. Die Entfernung von Firth of Forth bis zur deutschen Nordseeküste beträgt 700 Kilometer. Bis zu den Shetlandinseln sind es sogar 1000 Kilometer Luftlinie, wozu noch die Entfernung von der deutschen Küste bis zum Ausgangspunkt des Fliegerangriffs hinzu- gerechnet werden muß. Die deutsche Luftwaffe hat damit erneut den Beweis gebracht, wie begründet der Satz war, den Adolf Hitler in der letzten Reichstagsrede mit Bezug auf England sprach: „Es gibt keine Inseln mehr." „Mil der Liebe zum Kriege geboren." Churchill im amerikanischen Urteil. Neuyork, 15. Nov. (Europapreß). Die Verantwortung Winston Churchills für den Ausbruch des englischen Krieges stellt das Blatt mit der größten Massenauflage in USA. „N e w Port Daily New s", eindeutig fest. Nach der Schilderung des Lebensweges des Hauptexponenten der englischen Blockadepolitik, der, wie „New Port Daily News" erklärt, „mit der Liebe zum Kriege geboren zu fein scheint", fährt das Blatt fort, Churchills diplomatische Geschicklichkeit einer ebenso sachlichen wie vernichtenden Kritik zu unterziehen. Churchills Ziele, seine .Großtaten" des Weltkrieges wie die Antwerpen-Expedition im Oktober 1914 und die Dardanellen-Kampagne von 1915 hätten einen eklatanten Mißerfolg geerntet. Weiter heißt es dann: „Als der zweite europäische Krieg außerhalb innerhalb eines Vierteljahrhunderts ausbrach, konnte kein Zweifel darüber bestehen, daß Churchill eine derartige Entwicklung begrüßte." Km den Flaggenwechsel von LIGA -Schiffen. Keine Uebertragnng in das Schiffs- Register von Panama. London, 15. Nov. (Europapreß). In den letzten vierundzwanzig Stunden sind die Hoffnungen auf die Ueberführung einer größeren Anzahl amerikanischer Schiffe in das formelle Eigentum Panamas stark herabgemindert worden. Obwohl Präsident Roosevelts Aeußerungen in der Presse- Konferenz noch keine endgültige Entscheidung in der Frage der elf Schiffe der United States Line, für die eine Uebertragung beantragt war, bedeutet, lassen sie doch erkennen, daß sich der Präsident den Standpunkt des Staatssekretärs Hüll zu eigen gemacht hat. Die Aussicht, daß das Schifiahrtsamt der Vereinigten Staaten die Genehmigung zu der Uebertragung der Schiffe in das Register von Panama geben wird, fft noch weiter durchaus herabgemindert worden, daß diese Behörde eine enffprechende Erlaubnis für mehrere Schiffe der Pacific Steamfhip Line verweigert hat, auch wenn erklärt worden ist, daß diese Weigerung nicht ohne weiteres als em Präzedenzfall für die bevorstehende Entscheidung über den Antrag der United States Line zu betrachten ist. Die Entscheidung wird von großer Bedeutung [em für den Transport der in den USA. für alliierte Rechnung angekauften Kriegsmaterialien. Jtolkniftfc'ürhfdie üilunqnahme Rom, 15. Nov. (Europapreß.) In London haben ; Meldungen aus Ankara über die Fühlung- Ausweise des Londoner Frachtenmarktes in den letzten Tagen beweisen. Die englische Kontrollpolitik scheint somit langsam wie ein Bumerang zu wirken, die neutralen Reeder werden nämlich kopfscheu und entgegen den Londoner Wünschen ziehen die Frachtsätze an. Man hört, daß Zuckernotierungen von Kuba nach Bordeaux heute mit 16 Dollar angesetzt werden, was das Vierfache der Septembernotierungen dar- stellt. Allein die Kriegsversicherung für diese Reise beträgt für neutrale Dampfer 12,5 v. H. der Fracht. Die eigene SchUahrl in größte Schwierigkeiten gebracht. Ein klares Eingeständnis aus London. London, 16. November (DNB.) Die Nöte der britischen Handelsschiffahrt brachte eine Rede des Vorsitzenden vieler großer englischer Schiffahrtgesell- schasten, Lord Essendon, zum Ausdruck. Auf der Generalversammlung der Prince Line Limited sagte er, daß die hohen Kriegsrisiko- Versicherungssätze schwer auf der britischen Schiffahrt lasteten. Auch müßten an die Besatzungen der einzelnen Schiffe höhere Löhne gezahlt werden, und die Brennstoffe der Schiffe seien teurer. Zu allem komme noch, daß das Konvoisystem unvermeidlicherweise eine Verzögerung in der Schiffahrt mit sich bringe. Diese Verzögerung belaufe sich manchmal auf die doppelte Reisedauer eines Schiffes. Auch sei es sehr kostspielig, wenn ein Schiff verlorengehe. Lord Essendon führte einen Fall an, in dem die Eigentümer eines abgesunkenen Schiffes für das Ersatzschiff 6 5 v. H. mehr hätten zahlen müssen als das erste Schiff gekostet habe. Die einheitlichen Sätze, die die Regierung für die Frachten festgelegt habe, seien zu niedrig, sie müßten derart heraufgesetzt werden, daß die einzelnen Reedereien ihre Handelsschiffe im Betrieb halten könnten. Vor allem erhielten die neuttalen Schiffe für ihre Frachten günstigere Preist. Basel, 15. Nov. (Europapreß.) In der Nacht zum Mittwoch fand im größten Teil der Schweiz auf Befehl des Armeegenerals eine Verdunkelungsübung statt. Die Grenze der Derdunkelungszone stimmte nur im Süden gegenüber Italien mit der Landesgrenze überein, während sie gegenüber dem Reich und Frankreich durch einen Streifen, der stellenweise bis fünfzig Kilometer breit ist, ab gegrenzt wurde. Die Nichtverdunkelung eines Streifens längs der Grenzen der kriegführenden Staaten enffpricht einer schon Monate vor dem Kriege in einem Teil der Schweizer Presse vertretenen Auffassung, die sich auch der Armeegeneral zu “ gemacht hat. Budapest, November 1939. Auf dem weiten, von Monumentalbauten gesäumten „Freiheitsplatz" in Budapest weht die ungarische „Landesfahne" ständig auf Halb- m a ft. Sie versinnbildlicht die aichaltende Trauer um die im Frieden von Irianon verlorenen Landesteile. Quert ein Autobus den Platz, *fo erinnert der Schaffner mit lautem Zuruf die Fahrgäste an das vorbei gleitende achtunggebietende Zeichen. Grüßend legt er die Hand an die Mütze und die männlichen Fahrgäste lüften den Hut. Solche Halbmastfahnen find überall in ungarischen «Groß- und Kleinstädten als Mahnmale aufgepftanzt und immer neue kommen dazu. Dieser Tage wurde die Oer Keldposiflieger von Przemysl. Von Arthur Heinz Lehmann. kriegswlnlerhilfswerkes auf 50,74 Rpf., d. h. mehr als eine halbe Reichsmark. Auf das Alt re ich entfielen von der Gesamt- summe 9 781 601.22 Reichsmark, d. h. je Haushalt 50,56 Reichspfennig, auf die Ostmark 1 038 767,61 Reichsmark oder je haushalt sogar 56,56 Rpf., während der noch stärker im Aufbau begriffene Sudetengau mit der Summe von 383602,23 RIN. je haushalt ein Aufkommen von 42,79 Rpf. erzielte. Welche soziale Kraft in dieser Summe steckt, ergibt sich aus der Tatsache, dah das deutsche Volk mit dem Aufkommen des ersten Opfersonntages der RS.-Volkswohlfahrt die Möglichkeit gegeben hat, nicht weniger als 1 3 0 0 Kindertages st alten mit rund 50000 Kindern zu errichten Berlin, 15.Rov. (DRV.) Rachdem schon die Einzelergebnisse aus den deutschen Gauen erkennen liehen, dah ebenso wie die e r st e Reichs- st r a h e n f a m m l un g, der an die Stelle des Lintopfsonntages getretene erste Opfersonntag des Kriegswinterhilfswerkes ein überzeugender Beweis für die Opferbereitschaft des deutschen Volkes sein werde, wird diese Auffassung nunmehr durch das Gesamtergebnis bestätigt. Die von den deutschen haushalten in den Listen des Opfersonntages gezeichneten Linzelbeträge ergaben die Summe von 11 203 971,06 Reichsmark. Gegenüber dem ersten Lintopffonntag des vorjährigen Dinterhitfswerkes mit 8 524 942,87 RIN. ist das eine Steigerung In der Vollkraft des Könnens gibt Nicolai so Ureignes; ungemein graziöse feingeistige Themen Hellen die Situationen schlaglichtartig auf, betonen, unterstreichen, vom Ostreichen Konservieren bis zu innigsten Herzenstönen, vom kernigen, zuweilen auch grotesken Humor bis zur zerfließenden Romantik. Kontraste mannigfaltigster Art bindet er mit fast spielender Leichtigkeit; glücklichste Einfälle verknüpft er im kunstreichen Tonsatz; reichen Ausdrucksmöglichkeiten des harmonischen vereint sich vielgestaltige Pointiertheit des Rhythmischen, gehoben und plastisch geprägt durch die Farbigkeit des Orchesterklanges. Die Aufführung ließ das Werk in unmittelbarer Ursprünglichkeit und packender Nähe lebendig werden: das Shakefpearfche Lustspiel im Lichte der musikalischen Durchdringung Otto Nicolais. Das wurde bestimmend für die Spielleitung Harry G r ü n e k e s , der das ganze voller Beschwingt- heit, Humor und Grazie aus den Bedingtheiten der Partitur heraus formte, jede Gebärde, jede Bewegung von dem Musikalischen her intensivierte. Der einheitliche szenische Rahmen (Karl L ö f f 1 e r) öffnete den Blick des Hörers für die Zusammenhänge. 3m Schlußbild aber geisterte romantisches Der erste Opfersonntag brachte 11203 971,06 2Rart. Ein neuer Beweis für die Stärke der inneren Front Großdeutschlands. von nicht weniger als 31,43 v.h. Während im vergangenen Jahr je haushalt ein . Betrag von 38,61 Rpf. gezeichnet wurde, steigerte | u n b ein Jahr lang zu unterhalten. sich dieser Betrag am ersten Opferfonntag des -- ist, um die Stadt zu befreien. Die Armee, die zum Entsatz herbeigeeilt ist, kann aus strategischen Gründen noch nicht angreifen, aber es wird beschlossen, den belagerten Truppen moralische Hilfe zuteil werden zu lassen. Ein Flieger soll ihnen Post und Zeitungen bringen. „Freiwillige vor!" kommandiert der Hauptmann des Fliegerlagers. Diele melden sich. Die Entscheidung fällt auf zwei Piloten, den Oberleutnant Aladar Taußig und seinen Kameraden Feßl. Beiden schlägt der Hauptmann vor, das Los entscheiden zu lassen. Sie zipfeln mit Zündhölzern. Oberleutnant Taußig zieht lang, er darf fliegen. Mit einem Hauptmann als Beobachter startete er am 1. Oktober 1914 morgens um 3 Uhr. Es ist kalt. Regen hängt in der Lust. In einer höhe von 1400 Meter gerät das Flugzeug in eine Waschküche; Nebel, Wolken und Regen hüllen die Maschine ein, die aus nichts weiter besteht als dem' Motor und einer Flügelkiste aus Sperrholz und Wachstuch mit Drahtverspannung. In der milchigen Briche kann sich Oberleutnant Taußig nicht mehr orientieren, er muß auf 800 Meter herunter- I gehen. Aus vierzig Kilometer ist der Flieger an die Festung heran, da fangen die Russen an zu schießen. Aus fünfzehner, achtzehner und einund- zwanziger Geschützen funken sie hinaus. Der Flieger muß Deckung suchen in den Wolken. Sobald er wieder heruntechößt, gleich empfängt ihn der Feuerhagel der Batterien. Zwei Stunden lang muß er berummanoperieren, bis es ihm gelingt, über die Festung Przmysl zu gelangen. Aber noch weiß :! er nicht, wo er landen soll. Schließlich geht er in steiler, scharfer Spirale herunter zwischen den Drähten der Feldtelephone und Telegraphen durch. ' Die Landung gelingt. Der Begleiter, der Hauptmann, überbringt Auf- i Zeichnungen und Befehle für den Festungskomman- I bauten, aber nicht schriftlich. Er hat sie sich ein- - geprägt, damit die Russen im Falle eines Ab- i schusses nicht in den Besitz militärischer Geheimnisse - kommen sollen. Ein ungeheurer Jubel wird unter : den Besatzungstruppen laut, denn der Flieger = bringt Zeitungen und Feldpost, und er will wied?r Post' mitnehmen. Oberleutnant Taußig brinat auch Auszeichnungen für vier Unteroffiziere mit, Die sich Jeder durch deutsche Seestreitkräfte in Ausübung des Prisenrechtes geschädigte Neutrale hat unbedingt die Möglichkeit, sich an den deutschen Prise nh o f in Hamburg zu wenden, der in seiner Be- etzung mit völlig unabhängigen Richtern alle Gewahr dafür bietet, daß in Beschwerdefällen nicht nur Recht gefunden, sondern auch Recht verkündet wird. Als ungemein wichtig würde es ferner bei uns empfunden werden, wenn von den neutralen Staaten die Schiffahrt dahingehend unterwiesen würde, sich im Falle eines Zusammentreffens mit deutschen Seestreitkräften aller unvorsichtigen, ver- dachterweckenden oder gar widersätzlichen Maßnahmen zu enthalten. Je glatter das Anhalteverfahren gemäß Prisenordnung und die Einbringung eines neutralen Dampfers in einen deutschen Hafen zwecks endgültiger prisenrechtlicher Entscheidung erfolgt, desto eher darf auch mit Erledigung aller Prüfungen gerechnet werden. Es wird dies um so leichter möglich fein, als Deutschland nicht daran denkt, „Prisengelder" zu berechnen und an die Besatzungen seiner Seestreitkräfte auszuzahlen: ein Verfahren, daß Alt-England — man muß sich fast schämen, es auszusprechen — auch in diesem Krieg überlieferungsgemäß wieder eingeführt hat. Unsere Offiziere und Matrosen sind demgegenüber keine „Seeräuber auf Provision"; sie denken nicht daran, aus dem Krieg ein Geschäft zu machen. Britische Hinterlist. Wechsel der Schiffstarnung zur Anlockung von U-Booten. Neuyork, 15.November. (DNB.) Das neueste Beispiel hinterlistiger britischer Methoden liefert der britische Dampfer „C a m e r o n i a", der mit 93 Fahrgästen, darunter 34 Amerikanern, aus England kommend, in Neuyork einlief. Der mit einem dreizölligen und einem sechs- zölligen Geschütz beftürftc Handelsdampfer, der auf seiner letzten Reise noch kriegsschiffsgrau gestrichen war, hatte diesmal ein neues Farbenkleid 'angelegt: Aufbauten grau, Schiffshülle lederfarben und Bug schwarz. Ein Mannschaftsmitglied erklärte, daß die Tarnung geändert wurde, um die britische Nationalität des Schiffes zu verbergen. Die neue Tarnung locke d i e U - Boote an die Oberfläche um festzustellen, ab die „Cameronia" neutral sei oder nicht, und dann, so erklärte das Mannschaftsmitglied wörtlich, „können wir dem U-Boot Saures geben". Wie „New York Herold Tribüne" mitteitt, hatte der britische Gießener Stadttheater. Nicolai: „Die lustigen Weiber vonWindsor" Otto Nicolais musikalische Entwicklung, die ihre Grundlegung in Berlin durch Zelter empfangen hatte, ließ die Vielseitigkeit seiner Veranlagung als Sänger, als Klavierspieler, als Komponist organisch sich aufbauen. Schon früh ftnden wir bei ihm Shakespeare-Vertonungen, ein ausgedehnter Aufenthalt in Italien läßt ihn dort die Oper und das Gesangswesen in Vorzügen und Mängeln erkennen. Barni, der Kapellmeister der Sixtina, führt ihn m die alte Vokalmusik ein, er besucht Donizetti und läßt sich von Rossini beraten. In der Reife des Mannesalters ist er nach mannigfachen Opernversuchen, die z. T. in die italienische Richtung schlagen, nun imstande, nach der Ueber- windung eigner Sentimentalität das Geistvoll- Sprühende Shakespeares einzufangen und der Entwicklung der Komischen Oper vor Wagners „Meistersingern" einen entscheidenden und nie wieder erreichten Höhepunkt zu geben. Sein musikalisches Idealbild, Mozart, hat ihn den Weg zu der überaus feinen treffenden charakterisierenden Durchgestaltung, zumal des Finales, finden lassen. Lortzings humorvolle Zeichnung der Männerfiguren war auf ihn nicht ohne anregenden Einfluß. Ueber Lortzing aber hinaus, in geistiger Verwandtschaft mit Weber, erschloß sich ihm die Märchenspyäre der Romantik mit Elfen und Geisterspuk. Mit kindlicher Gläubigkeit ruft sein deutsches Gemüt diese Zauberwelt mit ihrem leisen Erschauern wach. des neutralen Außenhandels; Anhalten von Schift fen in neutralen hoheitsgewäsfern; Zulassung von Einfuhr von Rohstoffen und Waren in neutrale Länder nur in kontingentierten Mengen, damit ja kein Pröbchen bis zum Feinde Vordringen konnte; Festhalten neutraler Handelsschiffstonnage in britischen Häfen und schließlich die Beschlagnahme solcher Tonnage zu Englands Gunsten — das sind in Stichwortangabe die Segnungen, mit denen Albion die „Freiheit und Sicherheit zur See" immer wie- der gehegt, gepflegt und garantiert hat. Rücksicht- l nähme auf neutrale Wünsche und Interessen kennt । das Britentum nicht. Vom Völkerrecht will es nur j dann etwas hören, wenn eine Kongruenz mit eng- ( lichen Vorteilen vorliegt. , Diese Tatsachen — sie sind bereits in den kurzen ■ Wochen des neuerlich von England wider unser ( Vaterland gepredigten „Kreuzzuges" mehr als em- mal, und zwar in krassester Form hervorgetreten — machen es uns ganz gewiß nicht leicht, an der Fortentwicklung des Völkerrechts auch m Kriegs- : zeiten mitzuarbeiten; eine Aufgabe, der Deutschland sich praktisch von Kriegsbeginn an im vollen Umfang zugewandt hatte und selbst heute noch zuwenden möchte. Wie soll aber ein gerechter Ausgleich zwischen den Interessen der Neutralen und Kriegführenden hergestellt werden, wenn der Brite es sich angelegen fein läßt, die Wünsche, Forderungen und Verbindlichkeiten fremder, am Kriege unbeteiligter Mächte hochmütig zu übersehen und an Stelle eines für alle Völker verbindlichen Rechtes eine Gesetzestafel unverhohlenen Eigennutzes zu fetzen? Solch Vorgehen muß in seiner Auswirkung Wege verbauen, die vom deutschen Volk, in voller Würdigung der Lebens- Notwendigkeiten neutraler Staaten, ehrlich und gern beschritten worden wären. Mit allem Nachdruck sei daher festgestellt, daß die ungestörte Fortsetzung neutralen Warenaus- tausches über See lediglich dadurch erschwert wird, daß England uns durch die bedingungslos über Deutschland verhängte Handelssperre zum Ergreifen von Gegenmaßnahmen zwingt, die allein schon durch das Notwehrrecht mehr als gut begründet find. Wenn wir Schiffe mit Holz und Zellulose aufbringen, deren Zielhäfen in England liegen, dann darf man uns unter keinen Umständen einen Vorwurf aus solchen Maßnahmen machen. Zellu- lose ist der Grundstoff zur Herstellung von Spreng- stoffen, und ohne Grubenholz kann auch in England kein Kohlenbergwerk bestehen. Daß die Kohle aber ein Kernstoff aller Kriegsindustrie ist, dürfte unbe- streitbar sein. So handelt es sich in beiden Fällen um unbedingtes Banngut. Wer hieran noch zweifeln sollte, mag sich der Mühe unterziehen, die britische Bannwarenliste durchzusehen. Sie enthalt in aller Breite und Ausführlichkeit die Feststellung, daß „Materialien und Bestandteile, die zur her- ftellung von Sprengstoffen gebraucht werden, sowie Brennstoffe aller Art" als absolute Konterbande zu gelten haben. Kein Neutraler kann daher erwarten, daß sich Deutschland einem Vorgehen nicht anschließt, das von der britischen Admiralität ur- sächlich eingeleitet worden ist. Da England ferner „alle Arten von Nahrungsund Lebensmitteln, von Samen, Futter und Futtermitteln" als bedingte Konterbande bezeichnet hat und auch entsprechend behandelt, soll man sich in den nordischen Ländern des weiteren nicht wundern, wenn Deutschland abermals — nicht freiwillig, son- dern wiederum durch die,Umstände gezwungen — in die Front britischer Gewalt einschwenkt. Im übrigen muß daraus hingewiesen werden, daß Lebens- und Futtermittel schon aus dem Grund keine „private Ware" darstellen, als die Beschlag- nahmeverordnung und Preiskontrollen der englischen Regierung eindeutig klar erweisen, daß es sich letzten Endes um eine Art von „Staatsgütern" handelt, die der „privaten Hand" also entzogen sind. Troll allen uns aufgenötigten passiven und aktiven Härten ist Deutschland nach wie vor bereit, der neutralen Welt größtes, ja man darf Janen uneigennützigstes Entgegenkornrneen zu beweisen. vor dem Feind verdient gemacht und nie daran gedacht haben, daß ihnen die Orden vom Himmel fallen. Die Aufträge sind rasch erledigt, aber am einen Rückflug am Abend des 1. Oktober ist nicht zu denken. Das Flugzeug ist völlig durchnäßt, das Holz ist teilweise aus dem Leim gegangen, di« Maschine ist reparaturbedürftig. Fünf Tage lang wird an dem Flugzeug gearbeitet. Spezialisten gibt es wenige, höchstens ht den Fliegerlagern, man flickt die Kiste notdürftig zusammen. Im Kartensalon des Caf6sSti>eber. das den militärischen Mittelpunkt von Przemysl bildet, übernachtet Oberleutnant Taußig. Am 6. Oktober 1914 steigt er mit dem Hauptmann in der wackligen Kiste auf. Wieder gilt es einen Kunstflug, um durch die Drähte hindurch unbeschadet sofort eine möglichst große Höhe zu gewinnen. Die Russen haben alle Vorbereitungen getroffen, um den ihnen einmal entwischten Flieger nun auf dem Heimweg zur Strecke zu bringen. Sie wissen, daß die Nachrichten, die die Flieaer zurückbringen, weitaus wichtiger sind als die Meldungen, die sie in die Festung gebracht haben. Mit 1200 Meter höbe geht es über die feindlichen Stellungen, deren Batterien sofort ein mörderisches Feuer mit Granaten und Schrapnells eröffnen. Kaum 40 Meter unter der Maschine vlatzen die Geschosse. Gerade ist die Maschine dem Feuer entronnen, da gerät sie in einen Schneesturm, der von Minute zu Minute zunimmt und das Flugzeug in allen Fugen krachen und ächzen läßt. Oberleutnant Taußig und sein Beobachter haben keine Sicht mehr, die Zelluloidbrillen frieren ihnen zu, die Maschine liegt nicht mehr, sie fängt an zu schwanken und zu taumeln. Fast scheint es, als sollte das bis jetzt geglückte tollkühne Unternehmen im Tosen der Elemente ein klägliches Ende finden. Ueber zwei Stunden ist die Maschine schon über die normale Zeit in der Luft. Der Treibstoff wird knapp, der Motor setzt aus, aber zuletzt lacht i dem Oberleutnant Taußig doch das Fliegerglück. Nach diesem Blindflug im wahrsten Sinne des Wortes erreicht er doch sein Lager wieder. Das Wetter hat sich geklärt. Im eleganten Gleitflug setzt er zur Landung an. Der Hauptmann überbringt die Nachrichten aus der Festung. Wieder hat er alles im Kopfe, und Oberleutnant Taußig, der kühne Feldpostflieaer, bringt 1500 Feldpostkarten mit, die nun ihren Weg in die Heimat nehmen. Taußig macht nicht große Worte um seine Tat, seine ganze Sorge gilt der braven fliegenden Drahtkommode. Zu einem Monteur sagt er: „Richten's mir das Kisterl wieder und füllen's den Tank gut auf, sonst dörrt der uns noch aus vor Trockenheit!" In die Annalen des Weltkriegs ist der kühne Flug des Oberleutnants Taußig nicht eingegangen. Der ungarische Kriegsberichterstatter Göza herczeg hat ihn ausgeschrieben, und wir haben den Bericht in diesen Tagen wieder । entdeckt. Passagierdampfer „M a u r e t a n i a mit einem hundertpfünder das größte Geschütz aller feindlichen Handelsschiffe, die seit Kriegsausbruch Neuyork bisher anliefen. Oie Kongreßyartei sammelt Indien. Amsterdam, 15-Nov. (DNB.) In London ist ein Telegramm Nehrus, des Führers der indischen Kongreßpartei, eingegangen, in dem es heißt: Es sei unmöglich, irgendeinen Vorschlag zu erwägen, der nicht auf folgenden Punkten basiert: Völlige Klarlegung der Kriegsziele, Unabhängigkeit Indiens mit unmittelbarer Uebertragung der tatsächlichen Macht an das Volk und Uebereinstimmung in der Frage eines kon- ftitutioneHen Parlaments. Am Sonntag werde der Aktionsausschuß der Kongreß- partei in Allahabad die Lage prüfen, die durch den Rücktritt von elf Kongreßministern entstanden ist. Lord Zetlands Rede im Oberhaus werde als eine Ablehnung der Forderungen der Kongreßpartei ausgelegt. Die Kongreßpartei könne nicht an der britischen Politik mitarbeiten. Gandhi und die Kongreßpartei seien eins. Zahlreiche Minderheiten, darunter die Sikhs, die indischen Christen und die Radikalen, unterstützten die Kongreßpartei. Es treffe auch nicht zu, daß die Mohammedaner des Pun- dschab gegen den Kongreß seien. Auch neben den Mohammedanern, die im Kongreß vertreten seien, gebe es mächtige mohammedanische Organisationen, die die Kongreßpartei unterstützen. Im nordwestlichen Grenzgebiet der Provinz gebe es eine überwiegende Mehrheit für den Kongreß. Portugal löst sich vom Pfund. Die portugiesische Regierung hat wegen der andauernden Pfimdschwäche, über die wir wiederholt berichtet haben, ihre Währung verselbständigt und betrachtet den amerikanischen Dollar als Standardwährung. Die Lösung von dem Pfunde ist bereits in den meisten Staaten erfolgt, ein deutliches Zeichen, daß das Pfund feine Weltgeltung rapid verliert. Im Fall Portugal ist aber das Abspringen von dem sog. Sterling-Block besonders bezeichnend, weil England mit Portugal durch einen Handelsvertrag von fast 600 Jahren Dauer verbunden ist. Dieser Methuen-Ver- trag wurde 1703 in eine neue Fassung gebracht, die wohl den portugiesischen Weinen den englischen Markt erschloß, umgekehrt aber auch die porhiate- fische Wirtschaft dem übermächtigen Wettbewerb der englischen Industrie aussetzte. Eine Sonderklause! dieses Vertrages bestimmte, dah der Transport englischer Waren nach Portugal und seiner Kolonien nur auf englischen Schiffen erfolgen sollte. Das war der Anfang des Zusammenbruches des eigenständigen portugiesischen Kolonialhandels, der dann durch mehr als zwei Jahrhunderte völlig in englischen Händen lag. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten hat Portugal eine Politik der Verselb- ständigung mit Erfolg eingeleitet, aber, wie natur- lief), dauert es lange, bis sich das Land aus der wirtschaftlichen Ueberlegenheit Englands löst. Diese Entwicklung wird indessen durch die jetzt erfolgte Abkehr Portugals von dem Sterling-Block wesentlich beschleunigt. „Kitt" oder Hofe? „Patzt das Schottenröckchen nicht mehr in die moderne Kriegführung?" London, 15. Noo. (Europapreß.) Der Mei- nungsftreit über den „K i l t", das kurze schottische Röckchen, als Uniformstück schlägt in Schottland hohe Wellen, feit die Leitung des britischen Heeres verordnet hat, daß auch die hochla n d - Regimenter ihr traditionelles Kleidungsstück gegen die Hosen des neuen „Battle dress vertauschen müssen. Die Hochlandsklans hatten eine Protestversammlung nach Glasgow einberufen. Die Frage „Kitt oder Hose?" wird nicht nur nördlich des Tweed eifrig diskutiert, sie beschäftigt auch die Londoner Zeitungen, in denen es an Zuschriften über den Kitt und seine Abschaffung nicht fehlt. Ein Hochlandshäuptling schlägt in der „Times" sogar eine Art von Volksa bst i m m u n g unter allen schottischen Soldaten darüber vor, ob sie die lange Hose ober den Kitt vorziehen. Auch der angesehenste schottische Soldat der älteren Gene- ration, General Sir Jean Hamilton, hat sich einem Vertreter des „Evening Standard" gegenüber geäußert. Sir Jean sieht die Frage nicht so sehr unter sentimentalen, sondern unter praktischen Gesichtspunkten an. Nach seiner Auffassung ist der Kitt für lange Märsche, „b e spielsweise im Falle eines Rückzugs , der Hose vorzuziehen, weil er größere Bewegungsfreiheit ermöglicht. Dagegen sollen die Untersuchungen, die das Kommando des schottischen Wehrbezirkes vor einiger Zeit durch eine Kommission hat vornehmen lassen, ergeben haben, daß für motarifierte Truppen der Kilt weniger ge- eignet ist als die Hofe. Und so kommt auch Sir Jean Hamilton zu dem Schluffe, daß wahrscheinlich das viele Sitzen auf kaltem Stahl und Eisen, welches die Motorisierung mit sich gebracht hat, die Beseitigung des Kitts aus dem kriegsmäßigen An- zug rechtfertige. Englische Sensation für Paris. Dor wenigen Tagen erst wurde in der Pariser Rechtspresse an die Regierung das sehr deutliche Ersuchen gerichtet, sie möge doch dafür sorgen, daß beim nächsten Schub englischer Truppen über den Kanal eine geschlossene Einheit durch Paris marschiere, damit die Hauptstadt die Bundesgenossen in voller militärischer Form sehen könne. Man hat sich beeilt, diesen Wunsch zu erfüllen. Am letzten Sonntag paradierte ein Bataillon des Waliser Garderegimentes vor den Stammgästen der großen Boulevardcafes und gab vor der Oper eine Art Militärkonzert, das mit dem Sing-Sang Lambeth Walk eingeleitet wurde. Nachher bekamen die englischen Soldaten eine reichliches Menü als Kostprobe der französtschen Küche vorgesetzt und schließlich widmeten sie sich dem sight-seeing, d. h. sie machten eine Rundfahrt durch Paris, und zwar in den Galaautobussen, mit denen vor dem Kriege nur Pariser Hochzeitsgesellschaften befördert wurden. Die französischen Mädchen und Frauen werden sich bei der Veranstaltung „ihr Teil" gedacht haben, Erleben, Märchenspuk löste sich aus der Szene und fand durch die Gruppe Thea Maaß tänzerisches Wesen und Gestalt. Ein geradezu ideales Zusam- menfinben aller bedingenden Faktoren gewährleistete so einen Hochstand der Wiedergabe, wie er in dieser Geschlossenheit, Ausgeglichenheit und Individualisierung nicht stets erreicht werden fann; um so berechtigter ist hier uneingeschränkte Anerkennung am Platze. Ganz besonders aber trug Paul Walter bestimmenden Anteil an der Auswirkung, im grundmusikalischen Eindringen und feingeistigen Eingehen das Band zwischen Bühne und Orchester gewährleistend. Außerordentlich war seine symphonische Ausdeutung der Ouvertüre mit schwebend geheimnisvoller Stimmungskraft, sorgsamer und doch so natürlicher Durchgliederung, mit bewußten Ein- haltepunkten; gesunde Romantik, gestützt auf feinstem Klangsinn; in der Koda brillant und doch nicht überstürzt, überhetzt; dabei trefflich unterstützt an den einzelnen Pulten. Konzentrationspunkt der Handlung waren Anni A s s i o n (Frau Fluth) und Ilse W i n h o l d (Frau Reich) mit Lebendigkeit und sprühender Laune; im engsten Ausgleich z. B. im Eingangsduett bis auf die Symmetrie o-er Bewegung. Anni Affion, das erste Finale mit voluminöser Stimme überstrahlend, Ilse Winhold mit feiner musikalischer Ausprägung und schelmischem Spiel. Eine herzhafte Anna gab Friedel Fornallaz jung-mädchenhaft und sich doch nicht im Sentimentalen verlierend. Zum besonderen Höhepunkt wurde ihr Duett (Solovioline) mit Fenton (Christoph R e u l a n d), dessen prächtiges stimmliches Können im Verein mit eindringender Gestaltungsgabe den berechtigten Wunsch nahelegt, diesen Künstler möglichst oft zu den Aufgaben der Oper heranzuziehen. In Erregbarkeit der Eifersucht ließ Gustav Bley den Herrn Fluth zu dramatischer höhe sich auswachsen, gemessen und ausgeglichen in Gebärde und Gesang. Seine Szene mit Falstaff im Wirtshause war fesselnd durch das gegenseitige Ausspielen der Trümpfe. Bernhard Schmitz stellte einen Falstaft von markanter Vitalität hin, ohne jede Uebertreibung und mit voller Wahrung der für diese Gestalt geltenden darstellerischen Bedingungen; die Trinkszene wirkte so nicht nur durch das Trinklied allein in überzeugender Echtzeit. Sehr beachtlich durch sein volles farbkräftiges Stimmaterial war Gustav Brunn als Herr Reich, sich in der Iäger-Herne-Szene zu beschwörender Kraft erhebend. — Treffend gezeichnet in Gesang und Darstellung waren Junker Spärlich (Harry G r ü n e f e) und Dr. Casus (Max Schnei- ■ b e r • D e st). Der (Eingang des Schlußbildes war in । seiner Stimmunaskraft durch den fülligen Chorklang getragen (Richard Boeck). Das Haus folgte i der hochstehenden Aufführung mit vollster Be° . geisterung. Dr. Hermann Hering. Ende September 1914. Die Russen belagern Festung Drzemysl, in der die Bevölkerung der Stadt und die österreichisch-ungarische Besatzung eingeschlossen ist. Seit dem 18. September wird die Stadt beschossen. Ein Parlamentär hat die Ueber- gäbe verlangt, aber General Kusmanek weist ihn ab. Er weiß, daß eine Armee auf dem Marsche Fliegeralarm!!! I r ®. uni Vubierte in VENEZUELA GUAYANA KOLUMBIEN Das gute Kinder-Nährmittel Gustin Dr.AuaustOetker. Bielefeld 3 3Pfg. re in e r Maisstärke-Puder In der Luftoerteidigungszone Feuerbereit sind die Geschütze der en Flakbatterie auf dem Höhenzug, h Sir schein» Eisen, it, die n Anwar in »ge nur den. werden haben, daran chmml undrs- tonne. n. Am s Säen her er eine j Lorn-1 len bie: s Rott- schließ- bekommen Sie jat Zeit oaf 6ie mit einem Je bezeichneten 4 Abschnitte der Rcithibtolhacle für Kinder bi» zu 6 jähren und zwar Innerhalb 4 IDothoo für lebet filnb 2 Päckchen. 0 «bin gen Sie Dos KezepSrloR |Sr SLuyKnz»» «d fittnkinfr Ernährung von h bet Äene. tsi1894) seine Forsetzung fand. Gering trat in dieser Schrift nachdrücklich für landwirtschaftliche Schutziw lle ein. Nach seiner Rückkehr aus Amerika hatte sich Gering in Bonn als Privatdozent habilitiert. 1889 wurde er an die landwirtschaftliche Hochschule in ' Berlin berufen. Unter seiner Leitung ist dann an r Ser Universität Berlin das Forschungsinstitut für Agrar- und Siedlungswesen entstanden. Für die bäuerliche Siedlung grundlegend wurde fein Werk /Die innere Kolonisation im östlichen Deutschland" >1893), in dem er sich gegen die Fideikommisse aus- Srach. Gegen Ende des Krieges entwarf er ein Reichssiedlungsgesetz, aus dem dann das Gesetz vom 5. .1.8.1919 hervorging. Sering hat sich dann in leinen weiteren Werken wieder mehr weltwirtschast- , i chen Fragen zugewandt, darunter den Ursachen her Weltwirtschaftskrisen sowie Fragen der inter- ■ ationalen Preisbewegungen. Kurz vor seinem 15. Geburtstag gab Sering noch ein Werk „Deut- Max Sering wurde 1857 in Barby geboren. Er 7udierte in Straßburg und Leipzig Rechtswissenschaften und war dann von 1879 bis 1882 im Verwaltungsdienst des Elsaß tätig. 1883 unternahm er sine Reise nach Nordamerika zum Studium der I ortigen Landwirtschaft. Diese Reise wurde zum Wendepunkt in feinem Leben. Ihr äußeres Ergebnis war ein Werk über „Die landwirtschaftliche Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. 5r. 9B. Sange; für Stadt Gießen. Provinz uni) Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Simstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. in einer dichten Wolke verschwinden. Der Augenblick genügte aber, um festzustellen, daß es sich um deutsche Maschinen handelte. Automatisch wird das Kommnadogerät weitergedreht, und als die Flugzeuge wieder aus der Wolke hervorkommen, da sind alle Werte peinlich genau eingestellt. Es bedarf nur einer kurzen, den Bruchteil einer Sekunde erfordernden Korrektur. Die Geschützrohre sind dauernd mitgegangen, und es wäre jetzt nur ein Druck auf den Knopf der Feuerglocke notwendig, um die „stählernen Grüße" in die Höhe zu jagen. Aber die Feuerglocke schweigt, denn ehe die Flugzeuge in einer anderen Wolke verschwinden, hat man sie erneut einwandfrei als deutsche Maschinen erkannt. Durch die Batterie geht der Befehl „Feuerpause". Enttäuscht werden die Rohre zurückge- dreht — die Tarnung wieder angebracht. Wieder ist man nicht zum Schuß gekommen. Daß die Kanoniere um so enttäuschter waren, als sie später erfuhren, daß wenige Stunden zuvor in einem anderen Abschnitt ihre Kameraden einen Gegner he runter geschossen hatten, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Nun hoffen sie weiter, ein andermal zum Schuß kommen zu können! Jütte. In Helsinki traf, von einer großen Volksmenge am Bahnhof empfangen, die fünfköpfige finnische Delegation aus Moskau ein. Für 11 Uhr vormittags war eine Kabinettssitzung ein- berufen, der auch Staatpräsident Kallio beiwohnen wird. foenn in Frankreich wird allgemein darüber geklagt, daß die eigene Truppe nur Urlaub in die Etappe, nicht aber in die Heimat erhält. Allmählich spricht sich auch herum, wo sich eigentlich die Engländer in Frankreich aufhalten. Das Geheimnis ist dadurch herausgekommen, daß der Besuch der nordfranzösischen Industriestadt Lille mit nur Jnlandspässen gestattet ist. Die Industriellen und Großkaufleute von Lille werden kaum begeistert fein, aber sie müssen sich nun einmal mit dieser empfindlichen Verkehrsbeschränkung abfinden. Än Lille liegt das Hauptquartier des britischen Expeditionskorps. Den englischen Truppen wurden Stabt quartiere zugeteilt, deren sich die französischen Regimenter an der Maginotlinie nicht zu erfreuen haben. Der Wagenpark der englischen Armee ist ungewöhnlich groß, weil die englischen Truppen mit möglichst vielen Bequemlichkeiten versehen werden, auch wenn zu Kriegsanfang der gute Vorsatz gefaßt wurde, die englische Verpflegung der viel bescheideneren französischen Verpflegung weitgehend anzupaffen. Bezeichnend ist, daß die Engländer sich derartig als die Herren fühlen, daß ssie gar nicht daran denken, nach der französischen 'Parkordnung rechts zu fahren, sondern die in England übliche Fahrweise auf der linken Seite beibehalten. Folgen der Evakuierung in Frankreich. Schulunterricht durch Brief und Radio. Paris, 15. Nov. (Europapreß.) Die teilweise Evakuierung von Paris und einigen größeren französischen Provinzstädten und die Unterbringung der Evakuierten Frauen und Kinder auf dem Lande oder iin kleinsten Orten hat in Frankreich zu einer starken Desorganisation des Unterrichtsbetriebes geführt. Teilweise können die Kinder von ihren neuen Wohnorten aus die nächstgelegenen Schulotie wegen der allzu großen (Entfernung nicht erreichen, zum Teil sind in kleineren Provinzstädten Vie Schülerzahlen plötzlich derart in die Höhe geschnellt, so daß die Schulen nur einen Teil der ^chulpflicktigen aufnehmen können, wenn in den ohnehin überfüllten Klassen noch ein Unterrichtsbetrieb möglich fein' soll. Aus diesem Grunde hat Der Unterrichtsminister Poon Delbos sich enftchlos- en, für diejenigen Schüler, die nunmehr seit Monaten keine Schule mehr besucht ijjaben, und aus den obengenannten Gründen auch >els, \N leib, 'tüt. her Explosion einer Benzinlampe in der Bar Caracas verursacht worden zu sein. — Der Staatspräsident hat eine dreitägige Landestrauer angeordnet. Furtwängler dirigierte in der Schweiz. Wilhelm Furtwängler dirigierte je ein Konzert in Winterthur und in Zürich. Das Winterthurer Konzert, bei dem Beethovens Dritte und Vierte Sinfonie sowie die Coriolan-Ouoertüre zur Aufführung gelangten, gestaltete sich zu einem ebenso überragenden Erfolg für den Meister wie das Konzert in Zürich, das trotz Verdunkelungs- Übung bis in die Nebensäle hinein ausoerkauft war. Zum Vortrag gelangten „Don Juan" von Richard Strauß, die Vierte Sinfonie von Schumann und die Erste Sinfonie von Brahms. Frau Marie Hamsun bereist Deutschland. Frau Marie H a m s u n , die Gattin des norwegischen Dichters Knut Hamsun, traf auf Einladung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck ein. Frau Marie Hamsun wird in über 30 deutschen Städten aus Werken ihres Mannes und eigenen Werken lesen. Ein 400jähriges Rathaus niedergebrannt. In B i s ch o f ft e i n (Ostpreußen) brach in einem der Häuser, die an bas Rathaus angebaut sind, durch Unvorsichtigkeit ein Feuer aus, das bald auf das 400jährige Rathaus Übergriff. Die Feuerwehr mußte wegen der kolossalen Rauchentwicklung im Schutze der Gasmasken arbeiten. Der größte Tejl des Rathauses wurde vernichtet, ebenso die neben dem Rathaus liegenden Häuser. Sieben Familien sind obdachlos. Der Händler Korioth, in dessen Wohnung das Feuer auf Farn, wurde feftgenommeru Er ist ein asozialer Mensch, der unter Alkohol stand. Erbschaftsschwindler streng bestraft. Vor der Großen Potsdamer (Straffammer wurde die Beweisaufnahme im Prozeß gegen den Erb- schaftsfchwindler Christian Baetzold aus Poks- dam geschlossen. Baetzold mußte sich wegen besonders hinterlistigen Betruges und schwerer Urkundenfälschung verantworten. Mit der Aussicht auf eine angebliche Erbschaft des 1794 in Amerika verstorbenen Generals Friedrich Wilhelm von Steu- b e n hatte sich der Angeklagte größere Darlehen geben lassen. Er hat seine Opfer um 54 0 0 0 RM. betrogen. Mit gefälschten amerikanischen Briefen und Telegrammen, in denen die Auszahlung einer von Steudens chen Erbschaft angekündigt wurde, hat er die Geldgeber in Sicherheit gewiegt. Der Schwindler wurde zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der jüdische Oberbürgermeister von Dong Veach erschossen. Der jüdische Oberbürgermeister des bekannten Neuyorker Badeortes Long Beach, Edwards, und ein zweiter Beamter, wurden in der Privat- wohnung des Bürgermeisters von einem städtischen Polizisten namens Doolitle e r • schossen. Eine tausendköpfige Menge versuchte den Täter zu lynchen. Dieser stellte sich freimütig der Polizei. Er hat auf dem Polizeipräsidium gefolgt: „Ich habe diesen jüdischen Schweinehund erschossen." Edwards hatte vor zwei Wochen bei der Wahl des Vorsitzenden eines Polizeiverbandes, einen Ehrenposten, den der Polizist Doolitle seit vier Jahren inne hatte, seinen Kandidaten wählen lassen und habet das Gerücht ausgestreut, daß jeder Polizist, der gegen diesen stimme, degradiert oder entlassen werde. Edwards war nebenher ein wohlhabender Farben- fabrikant. Drei französische Polizeibeamte ermordet. Drei Polizeibeamte sind ein einem Gasthaus auf einer Seine-Insel im Südwesten von Paris von Verbrechern getötet worden, als sie den Versuch zu ihrer Verhaftung machten. Zwei gewerbsmäßige Fahrradiebe, die in den letzten Tagen in den großen Auto- und Flugzeugfabriken an der Seine gearbeitet hatten, sollten in den Abendstunden in dem Gasthaus von den drei Polizeibeamten verhaftet werden. Die Verbrecher empfingen die Beamten mit einem wahren Hagel von Ge- schossen aus ihren Revolvern. Zwei der Beamten waren sofort tot, während der dritte auf dem Wege nach dem Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Sturm an der südnorwegischen Küste. An der südnorwegrschen Küste herrscht ein schwerer Südweststurm, der bereits großen Schaden an- «hat. Der Küstenverkehr ist völlig lahmge- n Dienstag trieb ein halb mit Wasser gefüllter englischer Sperrballon an Land, den die norwegische Marine in Gewahrsam nahm. Am Mittwoch wurden noch zwei weitere englische Ballons durch die Lust angetrieben. Die Stahltaue, die sie hinter sich herschleisten, beschädigten Telephon- und elektrische Stromleitungen. Eine Gemeinde bei Bergen mußte eine unfreiwillige mehrstündige Verdunkelung über sich ergehen lassen. Das norwegische Militär verfolgte die treibenden Ballons im Kraftwagen. Ein Ballon geriet bei der Abmontierung in Brand. Dabei erlitt ein Soldat so schwere Brandverletzungen, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Oetker sstächeTuder ustinf'33' ddinqe.Flammeris “ •nSoßenTortenu.w glich bewqhitinder I qs u Kinderernährung | Karibisches cUeer=5 - ^Caracas = PANAMA’ Brasil > Caracas MaracaiboJL W VENEZUELA WieKldwebel Simon das Eiserne Kreuz erwarb. PK.-Sonderbericht von Konstantin p,nk Besonderheiten bei der neuen ^ebensmittelzuteitung. Der bienfttucntie Unteroffizier war gerade zu dem Leiter der Dienststelle hineingegangen, um mich zu einer Besprechung für den nächsten Einsatz anzu- melden, da betritt eine Ordonnanz die Schreibstube und meldet dem anwesenden Hauptmann, daß Feldwebel Simon der 1. Kompanie vom 1. Bat- taillon des Jns.-Rets. Nr. .. sofort mit einem französischen Gefangenen komme. Alles reckt die Hälse zur Tür. Das Schreibmaschinen- aeklapper verstummt, und der Schreiberhengst, der Vervielfältigungen eines Divisionsbefehles durch den Apparat dreht, läßt die Kurbel für einen Augenblick ruhen. Das seltsame Paar — der große stämmige Thüringer und der kleine Südfranzose — betreten den Raum. Der Feldwebel führt seinen Gefangenen mit einer Behutsamkeit, wie man etwa einen kleinen Schoßhund an der Leine führt. Dann machte er eine zackige Meldung, wie, wo und bei welcher Gelegenheit Der Gefangene gemacht wurde. Der Hauptmann brachte die Meldung in das anschließende Arbeitszimmer zum Leiter der Dienststelle, einem Major des Generalstabs, und wir hatten unterdessen Muße, den Poilu, der nun allein dastand und um den sich kein Mensch kümmerte, einer kurzen Musterung zu unterziehen. Er war klein, sehr blaß, hatte einen spärlichen Dollbart, der seinem jungen Gesicht einen älteren Ausdruck verlieh, und er hatte für sein Alter schon recht scharfe Krähenfüße um die Augen. Seine Blicke glitten ängstlich und fragend und doch mit einer gewissen Verwunderung im Raume umher, in den Gesichtern der deutschen Soldaten lesend, mit der stummen Frage in den Augen, was nun mit ihm geschehe. Armer Poilu, was mögen sie dir drüben alles über die bösen Deutschen vorgeschwindelt haben. Unter dem Arm, in eine Decke eingewickelt, hielt er krampfhaft ein großes rundes Brot eingeklemmt. Man muß ihm wohl gesagt haben, daß wir Deutschen nichts zu essen hätten, vielleicht auch, daß wir ihn gleich > erschießen würden. Das war der ganze jämmerliche Ausdruck seiner äußeren Erscheinung. So ein Schwindel, so eine Gemeinheit. Mit Lug und Trug hetzten diese demokratischen Kriegshetzer erst die Völker aufeinander, und dann ist iynen das Schicksal der Völker vollkommen gleichgültig. Da geht die Tür auf, der Feldwebel und sein Gefangener werden gerufen. Die Vernehmung dauert eine geraume Zeit. Dann wurde der Feldwebel nochmals hineingerufen, die Tür stand halb offen und ich sah, wie der Kommandierende General dem tapferen Feldwebel das Eiserne Kreuz an die Brust heftete. Donnerwetter! Alle Hochachtung, dieses Spähtrupp-Unternehmen muß unter ganz besonderen Umständen durchgeführt worden sein. Denn für die Gefangennahme eines einzigen französischen Soldaten erhält man sonst doch nicht das Eiserne Kreuz. Wir hatten auch bald Gelegenheit, eine Schilderung des Feldwebels für seine wackere Tat zu erhalten. In einer Gegend, in der die Franzosen einmal als Vergeltung für die Sprengung eines notgelandeten französischen Flugzeuges etwa dreihundert Granaten in die nächste Umgebung der Trümmer gejagt haben, ist auch ein Berg, dessen Gipfel und Zufahrtswege noch bis zur jüngsten Zeit von der französischen Artillerie ausgiebig mit Granaten bedacht wurde. In dieser windigen Ecke also, nur wenige Kilometer von der Reichsgrenze entfernt, liegt ein Ort, vor dem bis vor kurzem noch die französischen Stellungen verliefen. Einige Tage vor der Gefangennahme des Poilu beschossen die Franzosen am Abend die deutschen Vorposten und die deutschen Stellungen, wobei ein deutscher Vorposten verwundet wurde. Das veranlaßte Feldwebel Simon mit einem Artillerieleutnant noch in der gleichen Nacht ein kleines „Spähtrupp- Unternehmen gewissermaßen zu Zweien" durchzuführen, um festzustellen, was in diesem Ort los ist. Mit Handgranaten und Pistolen bewaffnet, machten sich die beiden auf den Weg und pirschten sich, des öfteren auf verdächtige Geräusche achtend, an den Ort heran. Kein Schuß fiel, und es herrschte in der stockfinsteren Nacht eine unheimliche Stille. Nachdem sie die ersten Häuser erreicht hatten und vom Gegner keine Spur vorfanden, drangen sie vorsichtig in eines der nächstgelegenen Häuser ein, um hier Umschau zu halten. Da packte der Leutnant plötzlich den Feldwebel am Arm und flüfterte: „Hören Sie es auch?" — Beide rührten sich nicht und lauschten. Ein leises Tick-Tick-Tick klang aus einem Nebenraum. Eine Uhr? — Eine Auslösemechanismus für eine Schreckladung? — Teufel, der Sache mußte sofort auf den Grund gegangen werden. Sofort, ehe es zu spät war. Die Türklinke wurde ganz vorsichtig heruntergedrückt, die Tür gibt nach, ein Streichholz flammt auf, der Blick fällt aus eine große Wanduhr — Die Uhr geht! Und wo eine Uhr geht, sind oder waren vor kurzem noch Menschen, also französische Soldaten? Diese Feststellung genügte vorläufig. Vorsichtig wurde deshalb der Rückzug angetreten und die Meldung an die Kompanie weitergegeben. Vom Bataillon wurde nun befohlen, in der folgenden Nacht einen Spähtrupp unter Führung von Feldwebel Simon und fünf Mann nach dem Ort loszuschicken. Sie sollten sich dort 1 bis 2 Tage estsetzen und warten, bis ein französischer Spähtrupp in den Ort käme. Dieser Spätrupp wäre dann unter allen Umständen abzufangen. Zwei Tage und Nächte haben sie gewartet. Es kam keiner. Am Samstag früh haben sie dann den ganzen Ort ausgekundschaftet. Einige Mann sicherten den Rückmarsch. Beim Durchstreifen des Ortes mit entsichertem Gewehr, wurfbereiten Handgranaten und schußbereiten Pistolen kamen sie auch zur Kirche, deren Turm man gerade besteigen wollte, um einen besseren Ueb erb lick zu erhalten. Da hörten sie plötzlich in dem neben der Kirche stehenden Pfarrhaus Schritte. Tapp — Tapp ging es die Treppe hinauf. Was war das? -r- Wer befindet sich da in dem Haus? — Die beiden, der Feldwebel und ein Unter- ofsizier, betraten leise das Haus, schlossen die Haustür von innen ab und suchten nun die einzelnen Zimmer nach dem geheimnisvollen Bewohner des Hauses ab. So gelangten sie auch in die oberen Räume und schließlich in das Dachgeschoß. Da sehen sie durch die halbgeöffnete Türe einen französischen Soldaten mit dem Rücken zum Fenster gewandt, das Gewehr in beiden Händen und den Blick starr auf die Tür gerichtet. Hier hilft nur größte Geistes- gegen wart und raschester Entschluß. Die beiden Feldgrauen stürmen in wilder Entschlossenheit mit vorgehaltenem Gewehr in das Zimmer. Der Poilu warf vor Schreck sein Gewehr weg und nahm beide Hände hoch. Er war gefangen! Die übrigen „Formalitäten" waren rasch erledigt. Er durfte sich noch ein großes rundes Brot und eine Decke mit nehmen und wurde dann abgeführt. Interessant dürfte noch sein, daß der Pvilu, wie eine Durchsuchung der übrigen Räume des Pfarrhauses ergab, kurz vor seiner Gefangennahme ge- rade dabei war, sich eine Katze zum Mittagessen zu braten. Dor dem Genuß dieses höchst „delikaten" Bratens wurde er allerdings durch die Gefangennahme bewahrt, und erhielt dafür als Ersatz einen kräftigen Schlag Nudeln ntit Gulasch aus der Küche der deutschen Soldaten. Gut aetornfe Laufstege an her Westfront Unsere Pioniere an der Westfront kennen keine Schwierigkeiten, die unüberwindlich wären. Hier haben sie ein Sumpfgelände durch Laufstege überbrückt, die gegen die Sicht des Feindes gut getarnt fini), — (PK.-Eckart-Scherl-M.j W- v - i Es ist bereits bekanntgegeben worden — ogl. Gießener Anzeiger Nr. 261 vom 7. November —, daß eine Verbesserung der Fettz u t e ilung und eine Reihe besonderer Zuweisungen für den W e i h n a ch t s m o n a t erfolgen konnten. Neben den Sonderbewilligungen für Schwer- und Schwerstarbeiter wurde jetzt auch eine Zulage- Karte eingeführt für gewisse Gruppen von Arbeitern, die zwar nicht Schwer- oder Schwerstarbeiter sind, aber wegen langer Arbeitszeit, wegen langer Wege zur Arbeitsstätte oder im Hinblick auf Nachtarbeit eine besondere Berücksichtigung erfordern. Diese Gruppen von Arbeitern bekommen auf die Zulagekarte F l e i s ch und Fett über das Kontingent für Normalverbraucher hinaus. Die Zulagekarte enthält für heisch oder Fleischwaren vier Einzelabschnitte über je 100 g und für Fett (Margarine oder Kunstspeisefett oder Speiseöl) einen Abschnitt über 80 g. Die Äuluge- mengen sollen in erster Linie der Erleichterung der Werkküchenverpflegung menen. Im übrigen kann die Zulage-Karte aber auch wie andere Fleisch- oder Fettkarten verwendet werden. Schwer- und Sch wer starb eiter bekommen ab 20. November 1939 die für die Normalverbraucher bestimmten Brot-, Fleisch- und Fettkarten und außerdem die nen eingeführten Zusatzkarten, die auf ihre zusätzlichen Rationen lauten und deren Emzel- abschnitte ebenfalls die Belange der Werkküchen- Verpflegung berücksichtigen. Die Zusatz- und die Zulage-Karten werden durch die Betriebe ver- Für alle Verbraucher von Interesse ist, daß die Reichskarte für Marmelade und Zucker zu einer Reichs karte für Marmelade, Zucker und Eier erweitert worden ist. Es ist nun auch ein Bestellschein für Eier im voraus für vier Wochen bei dem Verteiler abzugeben. Ißegen der natürlichen Schwankungen der Eierproduktion war es hier allerdings nicht möglich, die Bestellscheine von vornherein auf bestimmte Mengen abzustellen. Die bereits angekündigten 125 g Ha» kaopulver für Kinder bis zu 1 4 3 a h > ren werden auf die dafür vorgesehenen Einzel- abschnitte der Reichsfettkarte abgegeben. Die Sonder- Zuweisung von 250 g Butter für alle Versorgungsberechtigten im Dezember erfolgt zu je 125 g vom 4. bis 17.12. und vom 18. bis 31.12. auf die hierfür vorgesehenen Einzelabschnitte der Relchssett- karte Gerüchte über eine bevorstehende Einführung einer Kartoffelkarte sind unzutreffend. Aus der engeren Heimat. Oie älteste Kriegerfahne Deutschlands verläßt Hessen. Wie mir am Dienstag in einem Bericht über den Appell der Kriegerkameradschaft Lollar bereits mitteilten, wird die älteste Kriegerfahne Deutschlands, die Traditionsfahne der Kriegerkameradschaft Lollar, von Lollar nach dem Kyffhäuserdenkmal überführt, um dort in der Ehrenhalle aufbewahrt zu werden. Die Aufbewahrung dieser 200 Jahre alten Bürgergardefahne in dem Denkmal geschieht zusammen mit anderen ältesten Fahnen deutscher Kriegerkameradschaften. Die Fahne der Kriegerkameradschaft Lollar hat eine besondere Geschichte. Während und kurz nach den Schlesischen Kriegen von 1740 und 1763 trieb sich in den Wäldern bei Lollar zahlreiches lichtscheues Gesindel herum, das, durch die Kriegsjahre verroht, Leben und Eigentum der friedlichen Bürger bedrohte. Gegen dieses Räubergesindel bildeten sich in Lollar und in anderen Orten die sogenannten Bürgerwehren, denen von den Fürsten Fahnen verliehen wurden. Etwa 100 Jahre später wurde eine dieser Fahnen wohlerhalten auf dem Speicher des Hauses des damaligen Bürgermeisters Geißler in Lollar gefunden. Der Deteranen- verein erkor sie sich als Panier, und bei der Beerdigung eines Kameraden im Jahre 1846 wurde diese Fahne der Kameradschaft zum ersten Male voraus- getragen. Seitdem befindet sich die Fahne im Besitz des Veteranenvereins, der jetzigen Kriegerkameradschaft, in treuer Obhut. Im Jahre 1926 wurde sie in Berlin bei der Reichstagung des früheren Kyff- häuserbundes von dessen damaligem Leiter, dem verstorbenen General der Artillerie von Horn, mit einem goldenen Fahnennagel geschmückt und bei dem Vorbeimarsch der alten Soldaten vor dem Generalfeldmarschall von Hindenburg an der Spitze der Marschkolonnen getragen. . Landkreis Gießen △ Großen-Buseck, 15. Nov. Der V H C.° Zweigverein „Buseckertal" hat seine Sporttätigkeit, die durch die Kriegszeit seither eingestellt war, nun wieder aufgenommen. So erfolgte am letzten Sonntag eine Wanderung über Alten- Büseck, Trohe und Rödgen, die eine gute Beteiligung auf wie s. Der Reiz des Tales, das von den im herbstlichen Schmuck sich zeigenden Höhen des Hangelsteins einerseits und der Hohe Wart und des Galgenberges anderseits begrenzt ist, trat deutlich hervor und erinnerte an den Heimatgesang der Bewohner: „Ach wär ich einmal im Buseckertal." * Saubringen, 15. Nov. Der hiesige Gesangverein „S ä n g e r l u st" beschloß in seiner jüngsten Versammlung u. a., an einem der nächsten Sonntage ein Lazarett-Singen zu veranstalten. Ferner soll auch in diesem Winter, wie in jedem Jahre, ein Gesangskonzert veranstaltet werden. Trotzdem 22 aktive Sänger unter den Fahnen stehen, werden auch weiterhin die Gesangsstunden IÜUn b o r f a. d. L d a., 15. November. Ein stattlicher Trauerzug bewegte sich heute durch unser Städtchen. Es galt, den im Alter von 67 Jahren verstorbenen Nachtwächter Georg Pfeiffer zu Grabe zu tragen. Seit 21 Jahren versah er Den Dienst des Nachtwächters, seit 19 Jahren auch den Dienst des Totengräbers. Die Gemeinde verliert m ihm einen pflichttreuen Bediensteten. — In geistiger und körperlicher Frische kann am morgigen Donnerstag der hiesige Landwirt Christoph R ein« Hardt 9. seinen 79. Geburtstag feiern. Noch täglich vermag er in der Landwirtschaft tätig zu sein. (Wir beglückwünschen!) — Der A u sbil- dungskursus für Laienhe l f e rinnen, der von Dr. med. Augst begonnen worden war, wurde durch Regierungsmedizinalrat Dr. Traut- mann abgeschlossen. Die Abschlußprüfung zeitigte gute Ergebnisse. — Der am heutigen Mittwoch ckb- gehaltene Nickelsmarkt war nur schwach besucht. # Alle ndorf (Lahn), 16. Nov. Am morgigen Freitag, 17. November, kann der Landwirt Jakob Rinn, Hintergasse, in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar, ein Mann von altem Schrot und Korn, bearbeitet trotz seines hohen Alters zur Zeit noch allein seine 20 Morgen große Landwirtschaft, da der Schwiegersohn dem Ruf unter die Fahne gefolgt ist. Unermüdlich arbeitet er in Feld und Stall. Selbst abends ruht er nicht, sondern nimmt seine „Stricke" vor, denn er ist sehr geschickt im Stricken von Strümpfen und Wämsen. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag. Jlunöfunfprogramm Freitag, 17. November. 6 Uhr: Landvolk, merk' auf! 6.10: Morgengym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Gymnastik. 9.10: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: „Es kamen bunte Vögelein". 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Sendereihe: „Wirtschaft und Politik". „Rohstoff Kohle." Hörfolge. 10: Frohe Weisen. 11: Kammermusik. 12: Stadt und Land — Hand in Hand. 12.10: Mittagskonzert. Das große Orchester und der Chor des Reichssenders Köln. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Das Stündchen nach Tisch ... (Industrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen.) 15: Unterhaltungskonzert. 17: Nachrichten. 17.10: Sport Der Woche und für den Sonntag. 17.20: Musikalische Kurzweil. Es spielt Das große Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 18: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung Des Reichssenders Frankfurt für Die KameraDen am Westwall. In Zusammenarbeit mit Der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". 19.10: Zum Feierabend. Es spielt Das Orchester Otto Do- brinDt. Dazwischen: Berichte. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. 22 bis 22.15: Nachrichten. r.'XY< ;ilN DEUTSCHLAND HERGESTEt-LT F -'fc Jo-wer die „Astra* raucht, kann wirklich sch mm» zeln! Man schmeckt es garnlcht.wie leicht die,, Astro® ist — so voll ist ihr Aroma. Kein Wunder, daß immer mehr genießerische und überlegende Raucher zue ^Astra“greifen. Do heißt es dann: Versucht-geschmeckt - und treu geblieben I Denn auch die .Asfro- selbst bleibt sich In ihren Vorzügen stets gleich. Besonderes Wissen um den Tabak und seine edelsten Provenienzen, dato besondere Tobab- Mischkunst - beides Im Hause Kyriozl schon in der dritten Generation verwurzelt - sorgen dafür. Kaufen Sie noch heute eine Schachtel „Astro" und bedenken Sie« Eine Cigarette, die so viel verlangt wird, kommt auch stets frisch in die Hände des Boucher» So werdet) alle Ihre Wjyucjja wm der jUtta* ergifli- Rauchen Sie„Astra"-dann schmunzeln Sie auch! M ' Reinhold 6ernt Drei gute Gründe zaubern es hervor: Jeder weiß: Jetzt kommt das Die „Astra" ist aromatisch! • Die „Astra" ist leicht! • Die „Astra" ist frisch! WM Mi) und H ohne Mdstck. ---------1- Nr. 269 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag. 16. November 1959 Schöne Serien aus der Sammlung Winterhilfs-Abzeichen. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) über Einsamen eine feste Gemeinschaft bilden, wollen Meta Brix Roman von CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN (Nachdruck verboten.) 3. Fortsetzung. Gesunde Zähne Gesunde, blendend weiße Zähne durch storkwirksame Zahnpflege mit Spiegel der Opserbereitschast. Sehenswerte Sammlung sämtlicher Winterhilfe-Abzeichen i^4Opr die große Tube die kleine Tube 25M Er stieg die hochstusigen Treppen des alten Hauses empor. Hier befanden sich die Arbeits- und ^Lagerräume seines Geschäftes. Hier in diesem alten Hause, nahe dem Burgtheater, hatten zeitweise berühmte Schauspieler gewohnt. Hier wehte Theaterluft. Jäckel hätte sein Geschäft längst in ein modernes Haus verlegen können, aber das wollte er nicht. Hier hing die alte Ueberlieferung in allen Winkeln. Hier fühlte er sich wohl. Oben im Kontor kam ihm die junge Stenotypistin entgegen. Sie meldete, der Herr Doktor Heit- feld aus Berlin sei da, schon sett einer halben Stunde. „Nanu — Doktor Heitfeld? Wieso denn der Junior und nicht der alte Herr —?" fragte Jäckel und hängte seinen Hut auf. Das Mädchen lachte ein bißchen albern und meinte, ja, das wüßte sie auch nicht. Aber Jäckel war schon in den kleinen Empfangs- T93. R 17 194. R 18 195, R 19 197 Gr°h- fassen: 1900 Gießen, VfB.-R. Gießen. FC. „Teuto- Handelspreise der Mühlen der genannten Prelsge- die in der Mehrzahl von dem Seidenbauer selbst hergestellt werden können, vorgeführt. Nach einer kurzen Pause folgten im zweiten Teil der Tagung weitere Lichtbilder, die alle vom Redner erläutert wurden. Es erschien eine Bilder- reihe, die die Entwicklung der Seidenraupe vom Ei bis zur Kokonbildung geigte, ebenso wurden noch einmal die verschiedenartigsten Geräte und besonders die Fütterung der Seidenraupen herausgestellt. Die Behälter, in denen die Raupen untergebracht werden, können in jedem Schulsaal stehen. Es wurde ferner auf die Temperatur in den Auszuchtsräumen, auf den Schnitt der Maulbeersträu- cher, besonders auch auf die Heranzucht von Maul- beerhalbstämmen hingerviesen Betont wurde weiterhin, daß man mit dem Bezug von Raupeneiern warten müsse, bis die Maulbeerbüsche drei Jahre alt seien, weil sonst nicht genügend Laub vochan- den sei, um die gefräßigen und schnell wachsenden Raupen zu sättigen. Der Vortrag und die Vorführung der Bilder fanden den Beifall der Tagungsteilnehmer. Nachdem noch einige Fragen gestellt worden waren, die vom Referenten beantwortet wurden, dankte Schulrat Walter dem Redner und wies darauf hin, daß alle kriegswirtschaftlichen Aufgaben, die zur Zeit von der Schule verlangt würden, mit Zähigkeit, Ernst und starkem Willen durchgeführt werden müßten, daß auch die Sammlungen von Heilkräutern, Knochen, Altpapier usw. in der schulfreien Zeit vorgenommen werden müßten. Der Unterricht dürfe unter dieser Tättgkeit nicht leiden. Alle Lehrer — besonders aber die auf dem Lande — ermahnte er, ihre ganze Kraft in den Dienst der Volksgemeinschaft zu stellen und die Fahne der Ehre, der Freiheit und der Gerechtigkett hochzuhalten, wenn auch einmal dunkle Tage kommen sollten. Mit dem Gruß an den Führer, den uns das Schicksal in so wunderbarer Weise erhalten hat, gingen die Teilnehmer auseinander. Frankfurt a. M., 15. Nov. Kleine Anlage- käuse der Kundschaft gaben der Börse ein weiterhin festes Gepräge, zumal anderseits Angebot kaum herauskam. Neben der starken Geldflüssigkeit boten verschiedene Dividendenerklärungen etwas Anregung. Das Geschäft hielt sich allerdings in dem feit Tagen üblichen engen Rahmen. k t zeigten die wenigen Er- rgenü Besserungen von 0,25 Die Erzeugung von Rohseide ist von größter kriegswirtschaftlicher Bedeutung. Im Rahmen der getroffenen Maßnahmen ist es wichtig, daß auch die Schulen hierbei mithelfen. Ein Erlaß des Reichserziehungsministers R u ft weift darauf hin und fordert, daß sich alle Schulen mit der Seidenraupenzucht befassen. Um einen Ueberblick über die Ziele und Aufgaben des Seidenbaues zu geben, fand am gestrigen Mittwoch in der „Schillerschule" zu Gießen eine Tagung statt, die von rund 80 Lehrern und Lehrerinnen aus allen Gemeinden des Kreises Gießen besucht war. Kreisschulrat Walter begrüßte die Erschienenen und gab sodann das Wort dem Referenten des Reichsnährstandes, Herrn Seelbach. Dieser gab in einem Vortrag einen allgemeinen Ueberblick über die Geschichte des Seidenbaues in den europäischen Ländern, besonders über die Unterstützung durch FriMüch den Großen. Weiter wurde geschildert, welckMBedeutung der Erzeugung von Rohseide zukommt und wie zur Zeit die Seidenraupenzucht in Deutschland betrieben wird, daß bei der Anpflanzung von Maulbeerbäumen, der Futterpflanze für die Raupen, besonders Grundstücke der öffentlichen Hand berücksichtigt worden wären. (Eisenbahndämme, Parkplätze, Einzäunungen von Friedhöfen, Siedlerstraßen und -Gärten usw.) Es wurde auch erwähnt, daß vor Jahrzehnten die Seidenraupenzucht in Deutschland dadurch zurück ging, daß eine Seuche unter den Tieren aus- brach. In der Hauptsache kämen als Seidenbauer Rentner, Invaliden und Siedler, aber auch Kinder, in Frage, da die Arbeiten der Fütterung nicht allzu schwierig seien. Nach dem Vortrag wurden Lichtbilder vorgeführt, die in anschaulicher Weise die Anpflanzung der Maulbeerbüsche, ihre Pflege und Düngung, die Bodenbearbeitung und Veredlung zeigten. Ebenso wurden Bilder von Aufzuchtsräumen und Geräten, Der Schiklub Gießen hat die Winterarbeit genommen. Nachdem bereits schon vor 14 Tagen mehrere Kameraden eine Wanderung auf Schiern im hohen Vogelsberg unternehmen konnten und damit eigentlich die ÄZinterarbeit einen sinngemäßen wuu uh „\s.u»» Auftakt erfahren hatte, fand nun gestern abend in . Die erste Unterrichtsstunde machte allen die dabei der Reithalle am Brandplatz die erste Unterrichts-j waren (auch den vielen Zuschauern) sichtliche Freude. biete. Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40; do. Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55; do. Type 1600 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50, alles zuzüglich 0,50 RM. Frachtausgleich; Weizenfuttermehl 13,60; Weizenvollkleie W 19 11,60, Weizen- fiele W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation; Roggenfuttermehl R 18 12,90; Roggenvoll- kleie R 18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstation; Treber —, Wiesenheu, handelsüblich 5,20 bis 5,40, do. gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,40; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,80 bis 7,00; Kleeheu, handelsüblich 6,60 bis 7,20, do. gut, gesund, ttocken 7,00 bis 7,90; Luzerneheu, handelsüblich 7.20 bis 7,60, do. gut, gesund, trocken 7,70 bis 8,20; Weizenstroh, bind faden gepreßt oder gebündelt, 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeugerverladestation. Tendenz ruhig. stunde im Trockenschikurs statt. Mit aller angebrach- Südd. Zucker 1 v. H. auf 218. IG.-Farben lagen ten Vorsicht steuerten die angehenden Schiläufer mit■ mit 159 (158,90) behauptet, Verein. Stahl 0,25 v. H. ihren langen Hölzern und im zünftigen Dreß in der । höher mit 95, ebenso AEG. plus 0,25 v. H. auf im Zusammenhang mit den am 3 Dezember d. I. stattfindenden Opferspielen in Vor- und Rückspielen ^Fo/gende WHW.-Spiele werden ausgetragen: 1. Stcüstmannschaft Gießen — Stadtmannschaft Wetzlar; 2. Steinberg — Leihgestern; 3. Rodheim gegen Krofdorf. Zugendfußball Oer Gpielvereimgung 1900. Wehlar 1. Jugend — 1900 1. Iug-nd 1:1 (1:0). 1900*5 Iugend-mannschaften fuhren am Sonntag nach Wetzlar. Der 1. Jugend war eine komplette Aufstellung nicht möglich. Die Wetzlarer vermochten nach 30 Minuten der ersten Halbzeit den ersten Treffer durch einen Elfmeterball zu erzielen. Die Blauweihen, die wohl im Feldspiel überlegen waren, mußten sich zunächst mit Ecken und Latten- schlissen begnügen. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Blauweißen auf, drängten und erzielten schließlich auch den Ausgleich. Die Mannschaft spielte in der Aufftellung: Flick; Stiehler, Bötz; Theiß, Heeg, Dahmer; Reustng, Schmück, Weniger, Deeg, Barschel. Wehlar 2. Jugend — 1900 2. Jugend 2:0 (1:0). Die 2. Jugend muhte mit Ersatz an treten, während Wetzlar eine sehr spielstarke Elf ins Feld stellen konnte. Die Blauweißen, die in der ersten Hälfte zwei sichere Vorgelegenheiten vergaben, kamen nach der Pause nicht mehr recht zum Zuge und mußten sich dem besseren Gegner beugen. bildung vom 27. September 1939 veröffentlicht worden. Durch diesen Erlaß sind zwar nicht die Mietpreisbildungsbestimmungen als solche, wohl aber die Verfahrensvorschriften in Mietpreisbildungssachen über Wohnräume im Kriege abgeändert worden. Nach dem neuen Rund erlaß sollen nur noch die bis zum 1. September 1939 bei den Preisbehörden eingegangenen Anträge auf Mietzinssenkung oder Mietzinserhöhung für Wohnräume gemäß den bisherigen Vorschriften bearbeitet werden. Alle nach dem 1. September 1939 eingegangenen Anträge sind den Antragstellern kurzerhand zurückzugeben. Dieser Runderlaß findet auch für die Anträge auf Umlegung des Wafsergeldes auf die Miete Anwendung, so daß praktisch eine solche zur Zeit nicht mehr erfolgen kann. Sprecht «udcn Der »^knon. 11.30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstagnach- mittags geschlossen. Trotz mannigfacher Schwierigkeiten ist es ge= I wird oder wer absteigt, ist an sich nur von interner hingen, wieder zwei Gruppen der Bezirksklasse zu x s:* bilden. Diese Tatsache ist besonders erfreulich, da dies von der jahrelangen tatkräftigen Arbeit, die von den verantwortlichen Stellen geleistet wurde, 6842V Oppenrod, den 15. November 1939. Die Beerdigung findet Freitag, den 17. November, nachmittags 2yz Uhr statt Aus einem Leben voll treusorgender Liebe entschlief heute nacht 2% Uhr infolge eines Schlaganfalles meine liebe, gute Frau, meine liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Balser, geb. Brück im 64. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Balser V.» Werkführer a. D. Familie Wilhelm Schäfer. CU Imam (W8 bleibt alles länger warm. Ohne umzufüllen kommen die Speisen im gleichen Gefäß vom Herd direkt auf den Tisch. Zum Kochen, Dünsten, Backen und Braten gibt es vielerlei Formen. Sie werden Ihnen gern gezeigt J.B.Häuser ! Gießen, a.Oewaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Hr. 2145-2146 Vermietungen ! Familiendrucksachei Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. Im städt. Haus LicherStraße45 ist der Laden mit Wohnung bestehend aus Ladenraum, Lagerraum, 3 Zim., Küche m.Speise- fammer, Dachkammer, Bad, Balkon u.Keller, los. zu vermiet. Ansrag.sind a. d. Vermessungs- u. Grundstuüs- amt Gießen Bergstraße 20 Zimmer 5 zu richten. haoD Tüdite zuverh Mäddien mögl. nicht uni. 22 Jahr., in allen Hausarb. erf., bei günstig. Beding, in gutes Haus zu drei Pers, gesucht. Hilfe vorhand. Angeb. mit Bild u. Zeugn. an Fra» Maria b'nnrim, Worms, Dalbergstraße 24. 6m9D | Mietgesuche| Feldwebel sucht schöne OSO« ZVa-ä-ZinL-WohiL eventl. mit Bad, Kasernennähe bevorzugt, mögl. zum 1.00.15.12. Näh. Angab. an H öeikr. Sieben, Tannenrveg 27. Möbl. Zimmer evtl.mit Pension gesucht. Sckriftl. Angeb. u. 68461) an d. Gieß. Ans. Junges Ehepaar (techn. Angest.) sucht Nähe der Kaserne «S45v mölWoljH. Sdilohimmet m. Kochgelegenheit. Angeb. an Caf6 Huber, Seltersweg. Grches leeres Zimmer mit.KochgelegeN' beit a. l. m. Heizung zu mieten gesucht. Sehr. Ang. unt. 05050 a.d.G.A. GLORIn 1 PQLQST____Giessen Ab heute Donnerstag, den 16. November, bis einschl. Sonntag, den 19. November: Ein entzückendes Lustspiel nach dem bekannten Roman von F. B. Cortan DARSTELLER: Maria Andergast lohannes Riemann » Theo Lingen Paul Hörbiger * Grethe Weiser Günter Lüders * Herbert Ernst Groh Ferner: 6837A BeiproSiänuD und Ula Ton-Wodtensta 68400 Tanz- Unterricht Montag, den 20. Nov., 20 Uhr, beginnt ein NEUER KURSUS Einzelstunden zu jeder Tageszeit Tanzschule Bäulke Schule für Gesellschaftstanz Wolfstraße 31 Gießen Ruf Nr. 8885 Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift Evern nm Zeugnisabschriften vem B«. werbungSschreiben beilegen ! - Lichtbilder unoBeivervungSunter» tßen müssen ;ur Ber> «eidung von Bertui'tev aus der Rückseite 5R» men und Änschrilr oe» Bewerbers kragen I öürohilfe f. Dauerstellung gesucht,evtl.Anfängers in). Bedingung: Etwas Fertigkeit in Stenographie u. Schreibmaschine. Bewerbung.unt. 68291) a.d.G.A. Ein Arbeiter gesucht. 684