WM «HB ' ,vz> S WV« " z' m. 242 Erstes Blati 189. Jahrgang Montag, 16. Oktober 1939 Im Geiste Otto Weddigens men Das britische Schlachtschiff „Royal Oak". — (Scherl-Archiv--M.) ®et dem geglückten Angriff auf den englischen Mugzeugträtzer „Courageous" waren in Skandinavien bereits Stimmen zu vernehmen gewesen, in denen das höchste Lob für die Tapferkeit und den Wagemut der deutschen U-Boot-Besatzungen zum Ausdruck kamen. Die „Royal Oak" war in Schweden und Norwegen besonders bekannt, da * angebiÄ Mh der Hub besondere mit Rücksicht auf die uns durch die russischen Zufuhren gegebenen Möglichkeiten. Inzwischen stehen uns genügend Vorräte zur Verfügung, um den zusätzlich notwendig werdenden Rüstungsbedarf zu erfüllen. Aber wir können heute schon mit einer gewissen Sicherheit annehmen, daß es uns bei einem auch lange dauernden Kriege gelingen wird, das deutsche Außenhan- d e l s v 0 l u m e n mit 80 v. h. seines bisherigen Umfanges aufrechtzuerhalten. Auch können wir heute bereits die Gewißheit haben, daß die deutsche wirtschaftliche Produktionskraft im Kriege von Jahr zu Jahr nicht schwächer, sondern stärker wird. Mit dem Ausbruch ' des Krieges steigt naturgemäß der Kriegsbedarf gewaltig, und es müssen für ihn alle Rohstoffe und Waren, alle Arbeitskräfte und Betriebskapazitäten zur Verfügung gestellt werden, während der private Derbrauchsfektor stark zusammenschmilzt. Dies hat weitgehende Eingriffe in die Wirtschaft zur Folge. Es müssen Arbeitskräfte und Materialien verlagert, Betriebe umgestellt oder auch stillgelegt werden. Alle Zweige der Verbrauchsgüterwi.rt- schäft werden hiervon besonders empfindlich getroffen. Die Rationierung der Lebensmittel und der lebenswichtigen Waren macht noch besondere Maßnahmen in der Bewirtschaftung und Verteilung notwendig. Zur Durchführung aller dieser kriegswirtschaftlichen Maßnahmen sind naturgemäß Behörden und Organisationen mit bestimmten, genau festgelegten Richtlinien und Plänen erforderlich. Diese Pläne wiederum müssen auf einem genau fest- gelegten Bedarf und ebenso festgelegten Maßnahmen im einzelnen für die Lenkung von Arbeitskräften, Rohstoffen, Materialien und Betrieben basieren. Nun kommt aber im Kriege meist vieles anders als vorgesehen. Und in diesem Kriege ist dies in ganz besonderem Maße der Fall, und zwar in Zur Versenkung der „Royal Oak" wird uns von besonders unterrichteter Seite geschrieben: Die Versenkung des britischen Schlachtschiffes „Royal Oak" durch ein deutsches U-Boot bedeutet eine Sensation für die heutige Seekriegführung. Ort, Zeit und nähere Einzelheiten dieses Seegefechtes sind zur Zeit noch nicht bekannt. Ob die näheren Umstände, die zu dem von der britischen Admiralität gemeldeten Totalverlust dieses kapitalen Schiffes führten, den in erster Linie interessierten Fachleuten und darüber hinaus weiteren Kreisen der zur Zeit an allen Kriegsereig- nissen lebhaften Anteil nehmenden breiten Öffentlichkeit noch im Verlaufe dieses Krieges bekannt werden, kann bezweifelt werden. Die Tatsache indes allein spricht für sich uni) verliert dadurch nicht an Bedeutung: allein unter dem Gesichtspunkt, daß sich für die Baukosten einer „Royal Oak" (einschließlich Ausrüstung und Armierung) bei vorsichtiger Schätzung wohl eine Flottille von etwa 20 für Hochseever- wendung geeigneten U-B 0 oten bauen ließe und daß die Bauzeit für eine solche Flottille kaum ein Viertel der Zeitspanne benötigen würde von derjenigen für den Neubau eines Schlachtschiffes. Wien, 14. Okt. (DNB.) Auf einer Kundgebung der ostmärkischen Wirtschaft machte am Samstag der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft, Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk über die Organisation und die Aufgaben der deutschen Kriegswirtschaft im wesentlichen folgende Ausführungen: Ebenso wie in der militärischen haben mir auch in der wirtschaftlichen Richtung vor unseren Gegnern einen weiten Vorsprung. Nicht nur die politischen und militärischen, auch die wirtschaftlichen Rechnungen unserer Feinde sind falsch gewesen und durch die mit R u ß l a n d getroffenen Vertrage vollends über den Haufen geworfen worden. Durch die E r 0 b e r u n g P 0 l e n s ist das deutsche Kriegspotential noch sehr wesentlich verstärkt worden. Daß wir wirtschaftlich so stark und wohl vorbereitet in den Krieg hineingehen konnten, verdanken wir in erster Linie depi D i e r j a h r e s - plan. Durch dieses einzigartige nationale Aufbauwerk ist es gelungen, unsere Ernährungsgrundlage und unsere Rohstoffbasis für den Krieg 'sicherzustellen und darüber hinaus noch die militärische Rüstung in einem Tempo voranzu- treiben und in einer technischen Vollkommenheit durchzuführen, daß heute die ganze Welt diese Erfolge und Leistungen voll Bewunderung und, soweit ie uns feindlich gesinnt ist, mit Neid und Furcht zu ihrem Leidwesen anerkennen muß. Dabei ist der Vierjahresplan bei Ausbruch des Krieges erst am Beginn seiner ungeheuren Auswirkungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Im nächsten Jahre werden die hier geschaffenen Produktionskräfte sich erst richtig auszuwirken beginnen und zum Teil erst ein oder zwei Jahre spater die volle Leistungsfähigkeit entfalten, so daß die deutsche Rohstoffgrundlage von Jahr zu Jahr größer und stärker wird. Die uns durch den Krieg aufgezwungene 11 m - Lagerung unseres Außenhandels wird sich ebenfalls erst nach einem gewissen Zeitraum voll auszuwirken vermögen, ins- * J Organisation und Aufgaben der deutschen Kriegswirtschaft Eine Rede des Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft, Reichsministers Funk. 15- $ m I. w, r nntrtih !c- mit h 'nen, fr W 5Me t, m zu k 11 Sonri} er tro^ b« sein, 4 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer vis8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise fürs mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Bretts 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» U. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüss e Staffel B einer für Deutschland höchst erfreu» Iichen Weise. Die vorher festgelegten Pläne find daher jetzt vielfach zu ändern, und zwar in dem Sinne, daß das wirtschaftliche Leben nicht in dem vollen Umfange urngestellt zu werden braucht, wie dies die Mobilmachungspläne vorsahen. Wenn eine Organisation ohne Leben aufgestellt wird, so wird dies immer nur auf statischer Grundlage geschehen können. Das wirtschaftliche Leben aber ist dynamisch, und deshalb muß auch die Organisation, wenn das Leben sie erfüllt, diesen Bedingungen angepaßt werden. Dies geschieht jetzt. Wir haben den Notwendigkeiten der Wirtschaftspraxis von vornherein dadurch Rechnung getragen, daß wir der praktischen Wirtschaft mtt ihrer Selbstverwaltung einen Einfluß auf die Gestaltung der Wirtschaft durch die Kriegswirtschaftsbehörden eingeräumt haben und auch mit der Deutschen Arbeitsfront auf allen den Gebieten eng Zusammenarbeiten, die ihr Aufgabengebiet berühren. Die Deutsche Arbeitsfront hat die besonders wichtige Aufgabe, den deutschen Arbeiter über Zweck und Ziel und die Notwendigkeit unserer kriegswirtschaftlichen Maßnahmen aufzuklären und feine verständnisvolle Mitwirkung hierbei sicherzustellen. Aber es bleiben zahlreiche tief einschneidende Veränderungen und Umstellungen, die notwendig sind. Wenn der Kriegsbedarf gewaltig steigt, muß der private Bedarf entsprechend eingeschränkt werden. Im anderen Falle leben wir von der Substanz des Volksvermögens und werden ärmer. Wir müssen jedenfalls versuchen, die volkswirtschaftliche Bilanz auch im Kriege aufrechterhalten, um eine Entwertung des Volksvermögens zu verwei- d e n. Der Schlüssel hierzu liegt in der Art, wie der Krieg finanziert wird. Dabei ist selbstverständlich das Vertrauen zur Staatsführung das wertvollste Kapital, das ein Volk besitzt. Dieses Kapital besitzen wir Deutsche in einem Maße wie kein anderes Volk der Welt. Der b e q u e m ft e Weg der Kriegfinanzierung ist der inflationistische. Man laßt Preise und Neben der Tatsache der Zerstörung hoher materieller militärischer Werte wiegt die des Verlustes äußerst wertvollen und nur schwer und in langer Ausbildungszeit ersetzbaren Personals. Die „Royal Oak" (im Frühjahr 1916 3um ersten- mal in die englische Flotte eingereiht) stand schon in der Skagerrak schlacht als einer der damals modernsten und stärksten Vertreter des britischen Schlachtschifftyps in der englischen Gefechtslinie, und zwar im Verbände des 4. Schlacht- schiffgefchwaders (Geschwaderchef Vizeadmiral Sir D. Sturdee, englischer Seebefehlshaber in der Falklandsfchlacht). Dieser Schiffstyp galt bis heute als nahezu „u n s i n k a b 1 e“, d. y. als sinksicher gegen schwere Artillerie und Torpedotreffer, zumal auch die „Royal Oak" inzwischen nach den Erfahrungen des Weltkrieges modernisiert und im besondern ihre Sinksicherheit durch Einbau eines Torpedowulstes erhöht wurde. Der deutsche U-Boot-Kommandant, der die „Royal Oak" trotz des ihr jedenfalls beigegebenen starken Zerstörerfchutzes tödlich traf, tritt vollwertig in die Reihe feiner bedeutendsten Vorgänger aus dem Weltkrieg. Wir denken dabei in erster Linie an Otto W eddi gen, dessen Kriegsruhm nicht dadurch geschmälert wird, daß er nach einer Reihe er» folgreichster Unternehmungen im März 1915 beim kühnen Angriff auf einen Verband englischer Schlachtschiffe mit seiner Besatzung den Heldentod fand. Nach Versenkung des englischen Kreuzers „Hawke" zwischen Schottland und Norwegen durch Weddigen im Oktober 1914, d. h. genau vor 25 Jahren, folgte nach dem Geständnis eines namhaften englischen Marineschriftstellers in seiner 1938 erschienenen Studie über den Seekrieg „Eine Periode, von der man nicht zu viel sagt mit der Behauptung, die deutschen U-Boote hätten die Nerven der englischen Flotte ruiniert: ... sie sah sich aus der Nordsee vertrieben und suchte Schutz in west- schottischen und nordirischen Häfen ..." Solange unsere Kriegsmarine über U-Boot-Führer dieses Schlages verfügt, liegt die deutsche U-Boot-Waffe in bester Hand. W. Der britische Friedensrat hält die Erklärung Chamberlains für vollkommen unbefriedigend. London, 14. Okt. (DNB.) Eine Entschließung des von Lloyd George geschaffenen Friedensrates sagt u. a.: Der Rat sehe die Erklärung Chamberlains im Unterhaus als vollkommen unbefriedigend an, da in ihr die britischen Kriegsziele nicht angegeben feien und auch auf die weitgehenden Folgen der sowjet- rus fischen Intervention nicht bezuggenommen werde. Nach gewissen Zugeständnissen an die von Chamberlain vorgebrachten Darlegungen appelliert der 'Friedensrat an die Regierung, eine vollständigere und genauere Erklärung dem Unterhaus und dem Lande vorzulegen, in der die Bereitwilligkeit der Regierung zum Ausdruck gebracht werdet ihre Ziele und Wünsche einer Ko nferenz zu unterbreiten, an der Kriegführende und Neutrale teilnehmen, damit man zu einem dauernden Frieden gelange. Die Versenkung der „Royal Oak". Schwerer Schlag für die britische Seemacht. - Großer Eindruck in aller Welt. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttätsdruckerei «.Lange In Siehen. Schristlettung und Seschästsftelle: Schulftraße 7 sie die sterblichen Ueberrefte der norwegischen Königin Maud im vorigen Jahre von England nach Norwegen überführte. In schwedischen Marinkreisen weist man darauf hin, daß nach englischen Angaben das versenkte Schlachtschiff einen besonders starken U n - terwasserschutz hatte. Daraus müßten sich ernste Konsequenzen für die britische See- kriegsführung ergeben. Auch der von England geplante Konvoi-Schutz für die Handelsschiffahrt erscheine damit in seinem Wert immer fragwürdiger. Conbon, 14. Off. (DRV.) Die britische Abmi- alität teilt mit: Der INarineminister bebauert, miteilen zu müssen, baß S 2H. Schiff „Royal Vak" — wie man glaubt — burch ein U-Voot - versenkt worben ist. Eine Liste ber Ueber- beuben wirb sobalb wie möglich ausgegeben. * „Royal Oak", auf deutsch „Königliche Eiche", war üit seinen 29 150 Tonnen eine der stärksten Ein- eiten der britischen Flotte. Es war 1914 vom Sta- el gelaufen und später umgebaut worden. Bei die- cm Umbau erhielt das Schiff besondere „T o r- edo w ülst e" über der Außenhaut, die es gegen orpedoschüsse sichern sollte. Die deutschen Torpedos aben dem Riesen gleichwohl so große Wunden ge- ssen, daß er nicht mehr schwimmfähig blieb. Die Royal Oak" war bestückt mit 8 Geschützen von 2-cm-Kaliber, 12 Geschützen von 15,2 cm, 8 Ge- shützen von 10,2 cm und zahlreicher Flak und Klein- llrtillerie. Das Schlachtschiff hatte eine Besatzung von rund 1150 Mann und eine Höchstgeschwindigkeit von 22 Seemeilen oder 40,7 Kilometern in der ßtunde. Die Gesamtstärke der britischen Heimatflotte an Troßkampfschiffen, d. h. an Schlachtschiffen und kchlachtkreuzern zusammengenommen beträgt 15, vach dem oben genannten schweren Verlust also nur noch 14. Die Gesamtverluste der britischen Hei- watflotte weisen jetzt außer diesem torpedierten Schlachtschiff noch trotz des hartnäckigen Leugnens Herrn Churchills zwei torpedierte Flugzeugträger auf, „Courageous" (22 500 Sonnen) und „A r c Royal" (22 600 Tonnen), fo- aie schwere Schäden auf denjenigen Schlachtkreu- zirn und Kreuzern, die an der norwegischen Küste von sechs schweren und vier mittleren Bomben getroffen wurden. Unter den beschädigten Großkampf- slhisfen befindet sich auch das größte englische Kriegsschiff überhaupt, der 42 000-Tonnen-Schlacht- deuzer „H o o d". Man darf annehmen, daß die schwerbeschädigten Schiffe mindestens auf Monate aus der englischen Flotte ausscheiden mußten. Bisher nur 370 Bann der „Royal Oak" gerettet. ter Sonntagsbericht des Oberkommandos. Berlin, 15. Okt. (DNB.) Das Oberkommando dir Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten keine besonderen Ereignisse. 3m 2V est en schwaches Störungsfeuer feindlicher Artillerie, das erwidert wurde. Am 13. 10. ist in der Gegend von Birkenfeld ein weiteres Ik endliches Flugzeug abgefchoffen worden. Am 14.10. keine feindliche und eigene Augtätigkeit von Bedeutung. Die die britische Admiralität schon durch Rund- smk bekannt gab, wurde das Schlachtschiff ot)al Oak" durch ein deutsches U-Voot versenkt. Bisher konnte die britische Admiraliat die Zahl von nur etwa 370 Ueberlebenden delanntgeben. 3n der Rächt vom 14. zum 15.10. über norddeutschem Gebiet vernehmbares INotoren- lnäufch hat an einigen Stellen eigenes Alak- leu er ausgelöst. Meder erhebliche Schwachen bei der Grand Fleet? Betrachtungen amerikanischer Sachverständiger. Neuyork, 15.Okt. (DNB.) Die Torpedierung englischen Schlachtschiffes „RoMl Oak" durch M deutsches U-Boot beschäftigt We amerikanische bluntagspresse in stärkstem Maße. In den Zei- tuigen erörtern Marine-Sachverständige die Frage, Hit sich ein großes Kriegsschiff gegen U-Bootan- jriffe schützen kann. In der „New '2)orf Herald Trr- toite" wird ausgeführt, entweder sei der U-Bootschutz der britischen Flotte äußerst Unzulänglich oder sie sei der Taktik der deuten U-Boote nicht gewachsen. „New York «nies"' meldet aus Washington, in Kreisen der -Marine sei man über die Versenkung der -Nal Oak" sehr erstaunt und äußere sich skeptisch, es England möglich sein werde, weitere solche । ^luste aufzuhalten, ohne die Nord s e e r a u - Jen zu müssen. Auch mache man Zweifel an der ^Häßlichkeit der englischen Schiffskonstruktlonen Kllmd. Die Versenkung des „Courageous und «r „Royal Oak" durch deutsche U-Boote keßen die ^eglichkeit zu, daß bei der britischen Flotte wieder- ?n erhebliche Schwächen beständen, wie V einst bie Skagerrrakschlacht enthüllte. Unfalls seien die lauten britischen Ankundlgun- Sn vom Schutz gegen U-Boot-Ueberraschungen we- vertrauenswürdig. Starter Eindruck in Schweden. ; Stockholm, 14. Oktober. Die Versenkung des 'Mischen Schlachtschiffes „Royal Oak" hat m Mehrschen Marinekreisen großes Aufsehen erregt. ErscheMi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-vezugspreis: Mtt 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 auf die Zukunft verlagern. Ueber allen, lich geregelte Einschränkung weitaus Zm K g?r /ch ter f, h in ?e el- und h"en7mungriose D^ken und Handin der uaen um Geldentwertung Wir wollen dem Volk aber soll die Mi« Verpachtung dchen,.die un, En bes seine Ersparnisse auch im Kriege er- der Führer auferlegt hat, Äs er M ms Feld - noch den halten. Wir werden auch nicht die Verluste, die gmg: Wenn der Soldat an der Front kämpft, soll iten einen jeder Krieg während seiner Dauer mit sich bringt, memanb un Kriege Wenn d^ SoldÄ n nnn ofort noch in der Krieaszeit sich voll auswirken an der Front fallt soll sich Memand zu Hause seiner Pflicht entgehen. Di Die Oie Beweise für die Vernichtung des zweiten britischen Flugzeugträgers internationalen Verhandlungen ge° l ö st werden, wobei es völlig klar ist, daß bei diesen Problemen die politischen und die wirtschaft- liehen Auswirkungen wechselseitig bedingt sind. Hier sichert der Frieden den Erfolg der Wirtschaft und die Wirtschaft den Erfolg des Friedens. gesetzlich festgelegte, aber freiwillige Leistungen für die Kriegsgemeinschaft der Deutschen in/--- dahin nicht bekannten Umfange aufbringen, um auf diese Weise die großen finanziellen Lasten des Staates zu erleichtern. Wir haben bisher noch den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten einen weiten Spielraum gelassen, aber wir werden von dem Grundsatz nicht abgehen, daß eine staat-- ne un i$m ! ingübi tertran iorteig i btn >elai sofort noch in der Kriegszeit sich voll auslvirken lassen, vielmehr die Lasten soweit als möglich „Arc Royal" ist weg! st üblich zutreffend und durchaus korrekt war" und daß an den deutschen Behauptungen kein wahres Wort fei. Damit war der tatsächliche Sachverhalt glatt auf den Kopf gestellt. Es wurde von Deutschland und auch vom neutralen Ausland aus an den Ersten Lord der britischen Admiralität Winston Churchill, immer wieder die eine Frage gestellt: W o i st die „Arc RoyaI", der modernste Flugzeugträger, den die britische Kriegsmarine besitzt? Die ganze Angelegenheit wurde zu einer wahren Groteske, als von deutscher Seite mit der Veröffentlichung des Erlebnisberichts des Flugzeugführers geantwortet wurde, der am 26. September den Angriff gegen den britischen Flugzeugträger in der mittleren Nordsee flog. Der Gefreite Franck e, der für seine hervorragende Leistung inzwischen zum Leutnant befördert worden war, schilderte genau den mehrfach wiederholten Anflug, den Abwurf der ersten Bombe, die 20 Meter neben dem Schiff niederfiel, und den der zweiten Bombe, die als Volltreffer steuerbords laß. Die Begleiter des Flugzeugführers schilderten den Feuerschein und die dichten schwarzen Rauchwolken über dem Flugzeugträger. Diese Mitteilungen wurden auf Geheiß des Lügners Churchill vom Londoner Rundfunk als lächerlich abgetan. Das britische ßügenminifterium suchte sich auf eine sehr üble Weise aus der außerordentlich peinlichen Affäre herauszuziehen. Es erklärte rund heraus, daß man jetzt die ewige Fragerei nach dem vermißten englischen Flugzeugträger satt habe und nicht mehr darauf antworten werde. Zn diesem Falle allerdings hat das britische Lügenministerium seine Rechnung ohne den Wirt, d. h. ohne die deutsche Neugierde gemacht. Wir sind unterdes nicht müde geworden, die Frage nach der „Arc Royal" immer wieder aufs neue aufzuwerfen, und es ist uns mittlerweile gelungen, ganz klare Beweise dafür zusammenzutragen, daß die „Arc Royal" tatsächlich das Schicksal ereilt hat, das die deutschen Berichte dargestellt hatten. 1. Nach einwandfreien Feststellungen ist der modernste britische Flugzeugträger „Arc Royal" nach dem fraglichen 26. September nicht mehr bei dem Kriegsschiffverband gesichtet worden, mit dem sie in der Zelt vor dem 26. September operierte. ircrier! ei Wie ivssau ieziirn H ! icmstc Icupro litsträ mits t nb e lerohr Inner tu Wl fetzen, tri eit »Pai 1 erfül 5n d hiessen Ütirzt" IliM 1 Mlden ... dee neuen, toi hch Schlag Sa feie a; Utn. ierkn, Jjtrüi ”:i9en lujt $ ^fen tttiibig, l'ikisch ! h ! J-Uti Mr!j i Phe I 3'-Iben 9e( ’M durch die Kriegseinwirkungen nicht gestört wird. Selbstverständlich muß jeder deutsche Volksgenosse, der nicht ins Feld zieht und nicht für das Vaterland fein Leben zum Einsatz bringt, ein Kriegsopfer bringen. Dies geschieht in Gestalt ft art erhöhter Kriegs steuern und beim Arbeiter im besonderen durch den Verzicht auf ' d i e bisherigen Zuschläge für Mehrarbeitsstunden für die Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, deren Aufkommen ebenfalls an den Staat zum Zwecke der Kriegsfinanzierung abgeführt werden. Diese Zuschläge sollen auch nur im Kriege fortfallen und im Frieden wieder gezahlt werden. Sie können daher auch nicht zu Preisfen- Zungen verwendet werden, weil sie ja später wieder echte Kostenelemente werden. Auf der anderen Seile sollten alle diejenigen, die von diesem Kriegsopfer betroffen werden, stets eingedenk der Tatsache sein, daß der nationalsozialistische Staat die Fürsorge für die Familie der im Felde kämpfenden Volksgenossen in einer so großzügigen Weife geregelt hat, wie dies bisher wohl einzig in der Welt dasteht. Darüber hinaus ist dafür gesorgt, daß auch der Geschäftsmann, der ins Feld zieht, die Gewißheit hat, daß fein Substanzwert erhalten bleibt, und daß der Arbeiter und Angestellte nicht zu befürchten braucht, daß, wenn er aus dem Felde zurückkehrt, ein anderer, der in der Heimat geblieben ist, seinen Arbeitsplatz eingenommen Hal. Für die Betriebe, die infolge der notwendigen Kriegsumstellungen und der sonstigen Einwirkungen des Krieges in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wird durch eine umfassende Kreditaktion gesorgt, die auf Grund einer Solidarhaftung der gesamten Wirtschaft durchgeführt wird. Auch in dieser Hinsicht ist der nationalsozialistische Staat neue Wege gegangen, die dem verpflichtenden Bewußtsein der Volksgemeinschaft entsprechen. Wirft man einen Blick auf die Maßnahmen, die die feindlichen Staaten getroffen haben, um den wirtschaftlichen Folgen des Krieges zu begegnen, so findet man dort allenthalben bereits heutedie schwersten Erschütterungen des Wirtschaftslebens und anderseits derart drakonische Ein- schränkungs- und Einschnürungsmaßnahmen, wie sie in Deutschland unbekannt sind. Bei uns kommt tm übrigen das Vertrauen in die deutsche Staatsführung am deutlichsten dadurch zum Ausdruck, daß unser gesamter Geld- und Kreditapparat reibungslos funktioniert, daß auch der Kapitalmarkt nach vorübergehend leichten Schwankungen sich wieder stabilisiert hat und die Einzahlungen bei den Banken und Sparkassen die Auszahlungen längst schon wieder übersteigen. Hier findet auch die überschüssige Kaufkraft ihre volkswirtschaftlich nutzbringendste und sicherste Anlage, anstatt in unsinnigen Hamsterkäufen sich zu ergießen, die bestimmt einmal erhebliche Verluste bringen werden und im übrigen diejenigen schädigen, die einmal einen echten Bedarf in diesen Dingen haben. Wir wissen nicht, wie hoch der Finanzbedarf dieses Krieges für Deutschland fein wird. Das deutsche Volk aber wird gemäß der Mahnung des Führers bei der Eröffnung des Kriegs-Wintechilfswevkes Berlin, 14. Oft. (DNB.) Die britische Admiralität hat am 14. Oktober dem Eingeständnis der Versenkung des Schlachtschiffes „Royal Oak" durch ein deutsches U-Boot die Bemerkung angefügt, daß dies nach der Denfenkung des Flugzeugträgers „Coura- geous" derzweite schwere Verlust sei, der die britische Kriegsmarine treffe. Hier bediente sich der britische Marineminister einer offensichtlichen Lüge, die jetzt endgültig aufgeklärt werden muß. Am 27. September meldete das OKW., daß am Vortag bei einem deutschen Luftangriff auf schwere britische Seestreitkräfte in der mittleren Nordsee ein britischer Flugzeugträger vernichtet worden sei. Daraufhin, erklärte das britische Marineministerium, daß es keinen Bericht über ein Seegefecht in der Nordsee erhalten habe. Ein solcher Bericht würde eingegangen sein, wenn ein Seegefecht stattgefunden hätte. Als diese Lügenmeldung, die etwas Dementierte, was über- hauptnicht behauptet worden war, sogar in England auf Zweifel stieß, teilte der Erste Lord der Admiralität, der weltbekannte Lügner Winston Churchill, noch am selben Tage im Unterhaus mit, 20 deutsche Flugzeuge hätten in der mittleren Nordsee britische Seestreitkräfte angegriffen, darunter einen Flugzeugträger, verschiedene Kreuzer, Zerstörer und ein Großkampfschiff-Geschwader. Keines der britischen Schiffe sei getroffen worden, und auf englischer Seite habe es auch keine Opfer gegeben. Ein deufiches Seeflugzeug dagegen sei abgeschossen und ein anderes schwer beschädigt worden. Ein weiteres deutsches Flugzeug sei in die See gestürzt und die vierköpsige Besatzung in Gefangenschaft geraten. Darauf enthielt der Tagesberichtdes OKW. vorn 28. September die kategorische Feststellung, daß bei dem Luftangriff vom 26. September eine deutsche 500-Kilo-Bombe als Volltreffer a u f den englischen Flugzeug - träger fiel. Darüber hinaus wurde bekannt, daß alle an dem deutschen Angriff beteiligten Flugzeuge völlig unvrsehrt zurückgekehrt waren. Daraufhin wurde noch am Abend des 28. September in London die gänzlich ungewöhnliche amtliche Erklärung ausgegeben, daß der Bericht des Ersten Lords der Admiralität im Unterhaus »chuch- Wien, 15. Oktober. (DNB.) In Wien wurde die 37. Wiener Internationale Messe als erste Kriegsmesse Großdeutschlands vom Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft, Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk eröffnet. — Gauleiter Bürckel begrüßte die Ehrengäste, darunter die Vertreter der an der Messe beteiligten Staaten, Minister a. D. Prantsch, Rumänien, Gesandten Cernak (Slowakei) und Nickel (Ungarn) sowie die Generalkonsuln und Konsuln von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Holland, der Schweiz und der Türkei. Bürckel betonte, die Messe sei ein Ausdruck des ehrlichen Wollens Deutschlands, mit allen Völkern wirtschaftlich zusammen- zuarbeiten, soweit sie sich nicht des Krieges gegen Deutschland schuldig machten. Abschließend sprach Reichswirtschaftsminister Funk, Weil Versailles o sagt er dank der genialen Taten Adolf Hitlers zuschanden ging, soll Deutschlands Vernichtung nunmehr in einem zweiten Waffengang versucht werden. Zur „Humanisierung" dieses Vorhabens soll ein B l o ck a d e r i n g um Deutschland dienen, um Deutschlands Güteraustausch möglichst abzudrosseln. Daß bei dieser Gelegenheit notwendigerweise auch das Wirtschaftsleben d^r neutralen Staaten Schaden nehmen muß, bekümmert unsere Gegner nicht. Ja, es ist ihnen dies sogar rin nicht unwillkommener Anlaß, die Völker der nicht- kriegführenden Staaten auch noch für ihre Interessen einsufpannen. Dieser Versuch muß ebenso erfolglos bleiben, wie die Blockade I Ier ff«1 & Su. h ■ e° ff tu Oie deutsche Exportwirtschast wird trotz Krieg und Blockade ihre Auslandsbeziehungen fördern. Reichswirtschastsminister Funk eröffnet die Wiener Herbstmeffe. Löhne steigen, die aufgeblähte Kaufkraft stürzt sich au; die Waren. Er erfolgen wilde Preissteigerungen, eine ständig verschärfte Rationierung wird erforderlich, die Finanzierung erfolgt durch Kreditschöpfung und durch die Notenpresse. Diesen Leidensweg ist Deutschland im Weltkrieg und in der Nachknegszit gegangen und es ist selbstverständlich, daß das nationalsozialistische Deutschland diese Methoden a b l e h n t. Ein anderer Weg ist der deflationistische. Es werden die Steuern so weit erhöht, daß alle über dem Existenzminimum liegenden^ Einkommensteile fortgesteuert werden, Löhne und Preise werden rigoros gesenkt. Diese Methode bringt eine Einschränkung und Schrumpfung des Wirtschaftslebens und der gesamten Lebenshaltung des Volkes. Sie führt zu schweren wirtschaftlichen Erschütterungen, Geld- und Kapitalverlusten und zu einer Illiquidität, die die Leistung der Wirtschaft schwer behindert und im Kriege mit seinem Zwang zu größtmöglicher Leistungssteigerung überhaupt nicht anwendbar erscheint. Das nalonalsozlalistische Deutschland wird keine derartigen Methoden anwenden und es braucht dies auch nicht. Wir haben vor den Wirtschaften unserer Gegner und auch der meisten neutralen Länder, die durch die Kriegseinwirkungen mehr oder minder schwer betroffen wurden, den Vorteil, daß wir bereits mit einer weitestgehend reglementierten und staatlich gelenkten Wirtschaft in den Krieg hineingegangen sind. Wir haben die Preise und Löhne fest in der Hand und können die Aufträge sowohl wie den Geld- und Kredit- slrom so dirigieren, wie wir es für notwendig halten. Dabei haben mir keineswegs stur und mechanisch an wirtschaftlichen Bindungen festgehalten. Wo es notwendig und volkswirtschaftlich berechtigt war, haben wir auch Preis- und Lohnerhöhungen zu- gelasfen. Allein im Jahre 1938 hat sich das Ar- beitseinkommen gegenüber dem Vorjahr um 2 5 Milliarden RM. bei den Arbeitern und mehr als eine Milliarde RM. bei den Angestellten^e r- höht, und zwar bei einem Zugang von 977 000 Arbeitern und 209 000 Angestellten. Dabei ist das Einkommen der Arbeiter, die jährlich mehr als 2500 RM. beziehen, allein um 2,3 Milliarden RM. bei einem Zuwachs von 850 000 Beschäftigten g e - stiegen. . Der Krieg bringt mit feinem gewaltigen Ansteigen der Produktion auf dem Rüstungssektor und bei allen Wirtschaftszweigen, die für den Heeres- bebarf arbeiten, naturgemäß starke Auftriebstendenzen. Die Preis- und Lohnkontrolle muß daher auf diesen Gebieten be - sonders scharf gehandhabt werden und es müssen Löhne, die außer jedem Verhältnis zur Leistung als reine Konjunktur- und Locklöhne aufgrund des Seltenheitswertes des Arbeiters entstanden sind, wieder in eine gerechte und gesunde Relation zu dem gesamten Lohnniveau gebracht und Preise aus dem Rüstungs- sektor, die nicht der schärfften Kalkulation aller Unkostenelemente standhalten, gesenkt werden. Dies muh schon aus kriegspsychologischen Rücksichten geschehen, und um das Entstehen von Kriegsgewinnen von vornherein abzufangen. Aber im allgemeinen werden wir die bisherigen Grund- rinien der deutschen Wirtschaftspolitik beibehal - t e n können und nur schärfer als bisher darau achten müssen, daß die Kontinuität und Stabilität des deutschen Wirtschaftslebens 1 elbft. Wohl haben sie uns zu Verdunkelungsrnaßnahmen gezwungen, denen beispielsweise auch die Kölner Herbstmesse zum Opfer fiel, dafür strahlt aber das Schaufenster unserer Wiener Messe umso Heller und bemerft den Besuchern, daß wirt- chaftskiche Arbeit in Deutschland noch a e ft e i g e r t wird. Die Bedeutung der Wiener Veranstaltung wird noch dadurch unterstrichen, daß sich Italien, die Slowakei, Ungarn, Bulgarien und die Türkei mit eigenen Sonderschauen beteiligen und der Messe Hierdurch rin imposantes, internationales Gepräge verleihen. Diese Schau ausgesuchter Qualitätserzeugnisse ist gerade in heutiger Kriegszeit eine machtvolle Kundgebung für den friedlichen Aufbauwillen, der alle Staaten des mittel- und südosteuropäischen Raumes beseelt. Daß insbesondere das nationalsozialistische Deutschland vor diesen Gedanken und Gefühlen erfüllt ist, beweist wohl nichts so eindrucksvoll wie der Vorschlag unseres Führers für eine wirtschaftliche Friedenssicherung und eine neue wirtschaftliche Ordnung der Welt, die der Förderung des Wohlstandes der Völker durch wirtschaftliche Zusammenarbeit dienen soll. Gerade diejenigen Wirtschaf tsfragen, die die Wett seit dem Kriege vergeblich zu lösen suchte, nämlich die Währungsfragen und die mit ihr in ursächlichem Zusammenhang stehende Neugestaltung der Welt- märkte können am besten und erfolgreichsten in Wir haben auch in der Handelspolittk neue Wege beschritten, neu allerdings nur hinsichtlich der Anwendung um zwischenstaatlichen Verkehr, denn die Erkenntnisse, nach denen unser Außenhandel ausgerüstet wurde, entsprechen uralten s o - liden Kaufmannsgrundsätzen. Trotzdem entrüstete man sich in den Ländern, in denen man dank eines großen kolonialen Besitzes und infolge eines enormen Kapitalreichtums noch nach den hergebrachten außenhandelspolitischen Spielregeln arbeiten konnte, darüber, daß wir es überhaupt wagen konnten, als erste zeitgemäße und zweckmäßige Lösungen für die Ueberwm- bung unserer Wirtschaftsnöte zu finden. Das Bessere ist ja immer der Feind des Guten. Multilaterale Handelsverträge, Meistbegünstigung und Freizügigkeit des Zahlungsverkehrs find gewiß hervorragende Instrumente der Förderung des Welthandels. Noch vorteilhafter für die Pflege der Wirtschaftsbeziehungen wäre jedoch nach unbestrittener Meinung aller Völker der Erde eine lange Periode der friedlichen Zusammenarbeit gewesen. Solange man sich skrupellos über diese unbestrittenen Erkenntnisse hinwegsetzt, können und müssen wir ruhig bei unseren sehr umstrittenen Handelsmethoden bleiben. Das bilaterale Vertragssystem Deutschlands ist auf den natürlichen Voraussetzungen der gegenseitigen Bedarfsdeckung und Bedarfsbefriedi. ■gütig aufgebaut und orientiert sich an den wirtschaftlichen Ergänzungsmöglichkriten der vertragschließenden Parteien. Die Vorteile sind beiderseitig. Das ist das Geheimnis dieses Erfolges, den mir vor allem bei der Ausgestaltung unserer Wirtschaftsbeziehungen zum Südosten verzeichnen können, eines Erfolges, den man uns in den Ländern nicht verzeihen kann, die den Welthandel in Erbpacht zu haben glauben. Es bleibt jedem Lande unbenommen, ähnliche Vereinbarungen zu treffen. Stattdessen überließ man den Wrizenbauer auf dem Balkan dem Spiel des Zufalls oder des Weltmarktes, der den Weizenpreis nach allen möglichen Gesichtspunkten, aber nur nicht nach den Interessen des Balkans reguliert. Am einfachsten wäre es natürlich für die Gegner der deutschen Handelspolittk, sich erst gar nicht mit den Wirtschaftserzeugnissen der Vertrags- länder zu beschweren, die man ja infolge des eigenen kolonialen Besitzes sowieso nur hätte Weiterverkäufen können und gewährte stattdessen lieber hochrentable Kapital anleihen. Politisch gesehen führen solche Anleihen immer zu einer Beeinträchtigung der nationalen Selbständigkeit, wirtschaftlich gesehen haben sie die Schwierigkeiten niemals beseitigt, sondern höchstens vertagt. Deutschlands Schicksal bis 1933 ist ein warnendes Beispiel für solche finanzpolitischen Transaktionen. Die Diktatur des Geldes hat namenloses Elend über viele Völker der Erde gebracht. Es war die Zeit, wo das Geld allein oder fast allein Politik machte. Das Kernproblem der deutschen Ernährungswirtschaft liegt in dem knapp vorhandenen Nahrungsraum einerseits und in der wachsenden Bevölkerung mit einem hohen Lebensstandard anderseits. Die Erzeugungsschlacht hatte eine Stabilisierung unseres Einfuhrbedarfs zur Folge, so daß wir unseren ausländischen Lieferanten den Absatz ihrer Erzeugnisse in einer bestimmten: mengen- und wertmäßigen Höhe sogar vertraglich garantieren konnten. Einer Reihe von Agrarländern gelang es, durch eine Anpassung des Cr- zeugungsumfanges an das im voraus bestimmte Ausfuhrvolumen die Weltwirtschaftskrise zu überwinden. Als weitere Folge ergab sich darauf für diese Länder die Möglichkeit, durch Aenderung ihrer Arbeitsmethoden sowie durch eine teilweise Umstellung ihrer Erzeugung vom Getreide- zum lohnenderen Jndustriepflanzenanbau eine größere Rentabilität zu erzielen. Durch diese Wirtschaftsverträge werden wertvolle brachliegende Wirtschaftskräfte mobilisiert. Ihre Erschließung roirli zur Festigung des gesamten Wirtschaftsgefüges beitragen und eine Kaufkraftsteigerung zur Folge haben, die nicht nur die Handelsbeziehungen zu Deutschland, sondern auch zu dritten Ländern befruchten wird. Verständnisvolle Zusammenarbeit. Steigerung des Außenhandels durch Tausch der beiderseitigen Prodnktions- Überschüsse, das ist Deutschlands handelspolitische Parole. An dieser Politik wird auch der Krieg nichts ändern, ganz im Gegenteil, denn gerade in Kriegszeiten wird sich erwei- fen, daß die vielfälttgen wirtschaftlichen Ve- Ziehungen und die Freundschaftsbande, die uns mit dem Südosten verbinden, auf natürlichen Voraussetzungen beruhen und deswegen von Dauer find. Deutsche Initiative und deutscher Wagemut lassen sich nicht tot- schlagen. Die deutsche Technik und die deutsche Industrie stellen nicht nur unsere eigene Versorgung sicher, sie behalten auch nach wie vor ihre überragende Bedeutung für den wirtschaftlichen Fortschritt in der Welt. Technischer Fortschritt aber ist ein Lebenselement des Außenhandels. Die deutsche Exportwirtschaft wird trotz Krieg und Blockade ihre Auslandsbeziehungen auf- recht erhalten und sorgfältig pflegen. Der Verlust überseeische Absahverbindungen wird zwar Umstellungen und Umlagerungen nötig machen, jedoch keinesfalls unsere Energie lähmen können. Die zum Erstaunen unserer Feinde durch bliharttge militärische und diplomattsche Aktionen in kürzester Zeit erzielte Befriedung des Ost raumes schafft der Wirtschaft unseres Landes und aller übrigen angrenzenden Staaten die Möglichkeit zu einer ungeahnten Kräfteentfaltung. Ein geruhsames Rentnerleben war dem deutschem Volke noch nie beschieden. Aber auch fatalistisch« Resignation ist noch nie deutsche Art gewesen. Arbeit lautet die Losung des Führers, denn Arbeit ist Reichtum! In dem durch natürliche und schicksalhafte Verbundenheit entstandenen Großwirtschaftsraum Mittel-, Ost- und Süd- Osteuropas findet der deutsche Außenhandel ein ständig an Bedeutung wachsendes Betätigungsfeld«, das den hundertprozentigen Einsatz technischen Erfindungsgeistes, kaufmännischen Wagemutes und deutscher Qualitätsarbeit lohnt. Mu 2. Trotzdem ist der Verband, mit dem die „Am Royal" bis zum 26. September operierte, auch noH diesem Tage mehrfach festgestellt worden, aber, tvi« gesagt, ohne die „Arc Royal". 3. Zu diesem Verbände, der bis zum 26. Sep» lmber mit der „Arc Royal" fuhr, gehört nunmeh« nach einwandfreiesten Feststellungen feit dem 28. September der britische Flugzeugträger „F u r i o u s“. 4. Zu den Schottland-Streitkräften der Hom« Fleet, von der der erwähnte Verband nur ein Teil! ist, gehörten bis zum 26. September zwei Flugzeugträger. Seit dem 27. September gehört zu dieser Gruppe nur noch ein Flugzeugträger, eben die obengenannte „Furious". Auch ia den benachbarten Gewässern wurde kein weiterer Flugzeugträger nach dem 27. September troß eingehender Nachforschungen festgesiellt. Es ergeben sich hiermit wiederum nun folgende Fragen: 1. Wenn nach dem 26. September die „An Royal" nirgendwo mehr gesichtet werden tonnte, w o anders kann sie sich befinden als auf beim Grunde der Nordsee? 2. Welche andere Erklärung gäbe es fm die Tatsache, daß die „Arc Royal" nicht mehr m dem Verband feftgefteüt worden ist, mit dem D bis zum 26. September operierte? i 3. Welchen anderen Grund als den bes_ Un' tergangs der „Arc Royal" formte es für dar Tatsache geben, daß die „Arc Royal" durch ofli Flugzeugträger „Furious, ersetzt worden ift’ 4. Wo anders kann die britische Admiralität neriorengegangenen zweiten Flugzeugträger o£ Schottlandstreitkräfte der Home Fleet verbergen d-5 in den Wogen des Meeres? Die Antworten auf alle diese Fragen liegen auf der Hand. Es verhält sich so, wie die deutschen Berichte es dargestellt haben. Es sieht einwandfrei fest, daß die deutsche Erklärung vom 27. September, die die Vernichtung eines brittschen Flugzeugträgers meldete, richtig isi, und daß der Erste Lord der brittschen Admiralität Winston Churchill am gleichen Tage vor dem Unterhaus bewußt gelogen hat. icentui w mn de ileten jamme ür oo or ist, \* Wen C Hl in tzt we Ser - «n Le in Io insooi jtirnmi herum tut sei urigen dem 'Nld d leses f n> lesen?. «tonnt rüste I >er I Hou Handrij, sird aut Öegenleü, ch NT chen Bt. mbt, fet na (fit. >hen ng| 3nlllafi« nicht Io1, e devifch, ie Her|ot. vertl^ °n C 9 bes^. brstniitz ju ita 2®ni ve'sr Uj L 3um teu WÜj Ns k rur I4 R« Stimmung im englischen Volk nicht sinken lassen. Darum griff der Erste Lord der britischen Admiralität seiner Natur, seinem Charakter und seinen bis- hingen politischen Gepflogenheiten gemäß wiederum zu dem alten Mittel der dreisten Lüge. Wie lange mrd die Weltöffentlichkeit sich die Schwindeleien dieses famosen Marineministers noch gefallen lassen, md wann endlich wird das englische Volk selbst diesen zweifelhaften Herrn, dessen Lügen nun weltbekannt und sozusagen sprichwörtlich sind, in die Aüste schicken? Ql Sollte aber Mr. Churchill nach der im Weltkriege X ’l h 6 Or Goebbels beim Wehrmachtwunschkonzert r°r Minister stiftete 1500 Volksempfänger für die Wehrmacht Berlin, 16. Okt. (DNB.) Im Verlaufe des ! Wehrmachtswunschkonzertes des fos am Sonntagnachmittag erschien Relchsmimster Bauleiter Dr. Goebbels im Großen Sendesaal tes Rundfunkhauses vom Reichsintendanten Dr. ^smeier als Chef hes großdeutschen Rundfunks tem u. a. die Durchführung dieser letzt Zweimal wöchentlich stattfindenden Konzertfolgen zu danken t herzlich willkommen geheißen. Lebhaften Bestall Ws es aus, daß Dr. Goebbels aus Anlaß feines Ruches 1500 Volksempfänger gelt mei k °°n denen je 500 für di- Soldaten der W still'. der Ostfront und je 250 für die Kriegsmarine Mie für hie Luftwaffe bestimmt sind. Wahllos waren wieder die Wunsche unserer F Berlin, 15. Okt. (DNB.) Die erste Straßen- !ch!acht für das Kriegswinterhilfswerk 1939/40 ist schlagen. Sämtliche Stadtteile standen im Zeichen ter Sammelaktion. Hochbetrieb herrschte insbeson- tere an .der historischen Kranzlerecke Unter den üinben. Hier waren, während Musikzüge konzer- üerten, fünf dampfendeGulaschka nonen «ngerückt. Für 50 Pfennige konnte jeher einen gehörigen Schlag aus her Feldküche erhalten. Die 1D0 Portionen waren in kürzester Zeit ausoer- laift. Auch Dr. Ley, der in den Mittagsstunden nut»1' >»W I* 7. 5^ \«N. ei«”'1 '' lt ft! brr 'kV tli „Royal Oak" und „Athenia". Znkeresiante Vergleiche amerikanischer Marinefachleute. — Churchill im eigenen Lügenneh gefangen. Washington, 15. Okt. (DNB.) Amerikanische Marinefachleute beschäftigen sich mit den Einzelheiten her Versenkung her „Royal Oak" unh ziehen gemifte interessante Vergleiche mit anderen Schiffsversenkungen her letzten Zeit. Insbesondere macht man daraus aufmerksam, daß nach dem Eingeständnis her britischen Admiralität e i n deutsches Torpedo genügte, um eines her größten Schlachtschiffe her britischen Flotte in wenigen Minuten mit dem größten Teil seiner Besatzung versinken zu lassen. Man hebt hervor, haß hie britische Admiralität hier ungewollt eine Wirkung eines deutschen Torpedos zugegeben hat, hie in ausfallendem Wiherspruch mit her Wirkung angeblich Q n b e r e r deutscher Torpehoschüsse, hie hie britische Ahmiralität behauptete, steht. Man erwähnt hier vor allem b e n Fall „Atheni a". Dieser Dampfer, der nach Behauptung her britischen Admiralität auch von einem deutschen Torpedo getroffen wurde, konnte sich noch stundenlang schwimmend erhalten. Dieses Urteil amerikanischer Marinesachverständiger beweist, daß Herr Winston Churchill sich immer tiefer in fein Lügengewebe verstrickt. Nachdem er ein Argument auf bas andere getürmt und so ein sehr wenig stabiles Lügengebäude aufgerich- tet hatte, brechen nun seine eigenen Lügen über ihm zusammen. Herr Winston Churchill hatte behauptet, daß her Dampfer „Athenia" von einem beutfdjen Torpedo getroffen worden fei. Er hielt an dieser Behauptung fest, obwohl von amtlicher deutscher Seite mitgeteilt wurde, daß in dem fraglichen Gebiet überhaupt keine deutschen Seestreitkräfte vorhanden gewesen feien und daß die den deustchen Seestreitkräften gegebenen Befehle eine solche Torpedierung ausschlossen. — Dieser angeblich deutsche Torpedo, der die „Athenia" nach her Behauptung des Herrn Churchill Mittschiffs getroffen haben soll, hat diesen Handelsdampfer nur so beschädigt, daß er noch einige Stunden über Wasser gehalten und daß die Mehrzahl der Passagiere und her Besatzung gerettet werden konnte. Derselbe Herr Winston Churchill gibt nun zu, baß eines her stärksten Schlacht- schisse her britischen Kriegsmarine, die „Royal Oak", von einem deutschen Torpedo so schnell vernichtet wurde, daß her größte Teil der Besatzung mit ihr in den Fluten versank. Dabei ist die „Royal Oak" noch vor kurzer Zeit mit erheblichem Kostenaufwand mit Schutzvorrichtungen gerade gegen die Wirkung von Torpedoangrisfen ausgerüstet worden. Hier hat sich, bas kann nunmehr festgestellt werben, ber ehrenwerte Erste Lorb ber britischen Admiralität in feinem eigenen Lügennetz gefangen. Er hat ungewollt schließlich das z u - gegeben, was wir Deutschen längst wußten, unh was das neutrale Ausland ebenfalls bereits als Wahrheit anerkannt hat, daß es nämlich keinesfalls ein deutscher Torpedo gewesen fein kann, der die „Athenia" traf. Nun bleibt zu klären, Herr Winston Churchill, wer die Katastrophe ber „Athenia" inszenierte unh mit welchen Mitteln sie herauf beschworen würbe; war es ein englischer Torpedo? Fand ber ErsteLorb ber britischen Ahmiralität einen englischen U-Boot-Kommqndanten, ber sich bazu hergab, aus politischen Grünben auf ein eigenes Schiff zu schießen unb bas Leben von anbert» halbtausenb Menschen in Gefahr zu bringen? Wir glauben es nicht! Wir finb ber Ueberzeugung, baß bezahlte bunkle Hilfskräfte des Herrn Winston Churchill eine Höllenmaschine an Borb ber „Athen! a" anbrachten. Nur so erklärt sich auch ber eigenartige Umftanb, baß am Ort ber Katastrophe ber „Athenia" unb im Augenblick ihrer Versenkung genügenb Hilfsschiffe zur Hanb waren, um wenigstens hie Mehrzahl ber Menschenleben zu retten. grauen an den Deutschlanbsenber. Die steigende Beliebtheit dieser Veranstaltung äußert sich in dem ungeheueren Eingang an Gelb- und Sachspen- b e n. Man verzeichnet u. a. viele Erholungsaufenthalte in Kurorten unb Freiplatzspenden. Für jebes Zwillingspärchen unb barüber hinaus für 25 weitere Kinder wurden vom NS.-Reichskriegerbund ein Sparbuch auf je 100 Reichsmark gespendet. Eine Deutsch-Schweizerin will für die Kinder von zwei gefallenen Soldaten lebenslänglich sorgen. ch oinj ei H) laßt Lielle, fdjief fr o-lsehei be Hzr We Sti vp bnbe 1 Dine do lichen lassen, eine erhöhte Zuteilung von Butter und Brotaufstrichmitteln an Kinder durchzuführen. Es erhalten, wie das Landesernährungsamt bekanntgibt: Kinder bis zu sechs Jahren statt bisher 320 Gramm Butter für vier Wochen 450 Gramm Butter und für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und vom 20. November bis 18. Dezember je 125 Gramm Kunsthonig. Der Kunsthonig ist auf den Einzelabschnitt F 3 der Reichsfettkarte für die Kinder bis zu sechs Jahren auszugeben. kleinen Abweichungen, wobei aber schließlich erneut Rückgänge in der Mehrzahl waren. Nach Pause kamen am Elektromarkt Siemens 2,25 v. H. höher mit 200,75 zur Notiz. Ge'sfürel unv. 131, AEG. 1 v. H. schwächer mit 113. Montanwerte bröckelten zumeist etwas ab, Mannesmann 98,50 (99,50), Verein. Stahl 90,50 (91,50), Rheinstähl 124,75 (125), Ho e sch 104,13 (105), Deutsche Erdöl 128,75 (129). In der chemischen Gruppe blieben IG.-Farben mit 156,13 (156) gut behauptet, hingegen Scheideanstalt 205 (206), Metallgesellschaft 109,50 (110). Von Maschinenwerten verloren Daimler 1,25 v. 5). auf 109,25, Rheinmetall 0,50 v.H.auf 110, während Adlerwerke mit 88 und BMW. mit 137 behauptet blieben. Im einzelnen gaben Westdeutsche Kaufhof auf 76,50 (77,50), AG. für Verkehr auf 101 (102), Salzdetfurth auf 161 (161,50) ufvb DDM. ex 14,50 v. H. Bezugsrecht auf 140 (155) nach. Schweinemarkt in Alsfeld. Alsfeld, 16. Oktober. Auf dem heutigen Schweine markt waren 116 Ferkel aufgetrie. ben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 1.4 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 22 RM. pro Stück. Der Verkauf war etwas schleppend, es ver. blieb geringer Ueberstand. Am Samstag, dem 14. Oktober, 17 Tage nach dem Hinscheiden ihrer Tochter, entschlief nach kurzer Krankheit meine liebe, arbeitsame, unvergeßliche Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Kath. Elisabeth Kreiling, geb. Renner Winke zur Verdunkelung. Vom Reichslustfahrtministerium wird mitgeteilt: Die immer früher einsetzende Dunkelheit erfordert eine Reihe Derdunkelungsmaßnahmen auch dort, wo sie bisher entbehrlich waren. So müssen z. B. nunmehr auch die Geschäftsinhaber, die früher ihr Geschäft noch bei Helligkeit schloffen, für genügende Verdunkelungseinrichtungen sorgen. Soweit in einzelnen Städten Verdunkelungserleichterungen zugelassen sind oder werden, gelten diese nur für öffentliche Straßenbeleuchtung und besonders bestimmte Betriebe. Die Verdunkelung der Jnnenbeleuchtung der Häuser ist daher nach wie vor aufs peinlichste durchzuführen, die Vorschriften für die Beleuchtung der Verkehrsmittel find ge> naueftens zu beachten. Das bedeutet u. a., daß die anfangs häufig benutzten behelfsmäßigen Verdunkelungseinrichtungen nunmehr gegen emögültige aus. gewechselt werden müssen. Auch in endgültiger, dauerhafter Form können die Derdunkelungseinrich- tungen für die Wohnung und für Geschäfte ohne Schwierigkeiten und ohne besondere Kosten selbst hergestellt werden. Zur Verdunkelung der Scheinwerfer an Fahrzeugen sind die mit vorschristsmätzi- gen Lichtschlitzen versehenen Kappen zu beschaffen. Mit diesen Kappen kann der Kraftfahrer außerhalb von geschlossenen Ortschaften mit Fernlicht fahren, wobei er selbstverständlich bei Gegenverkehr abblenden muß. Innerhalb von geschlossenen Ortschaf, ten ist mit Abblendlicht, also nicht mit Standlicht zu fahren, Aufblenden ist hier verboten. Die. Kontrollorgane find entsprechend angewiesen worden. Zur Erleichterung des Fußgängerverkehrs sind im Straßenhandel und in einschlägigen Geschäften Leuchtknöpfe, Leuchtstäbchen oder ähnliche Leuchtzeichen zu geringen Preisen erhältlich, die sich in dunklen Nächten aufs beste bewährt haben. Taschen- lampen sind dadurch weitgehend entbehrlich geworden. Wer sie dennoch verwendet, muß darauf achten, daß die Taschenlampen vorschriftsmäßig abgeblendet sind — farbiges Licht ist verboten — und daß der Lichtschein auf den Boden fällt, nicht aber entgegen« 1 kommende Passanten blendet. Edgar BORRMANN Reich Ui 2as ktultzc rrardjei kchmr Ijiireni Emitet liberfe Tiihne A N Ö'Wi V- We Dlich Dchrni ftchrr ir-chtzt Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen Großstädtisch ausgestattetes Nachschlage werk von 624 Seiten Umfang, mit Stadtkreis Gießen, acht Städten und 75 Landgemeinden von mehr als 111000 Einwohnern Stadtplan Gießen einschl.Klein-Lindenu.Wieseck, ergänzt bis in die letzte Zeit Sorgfältig bearbeitete Anschriften-, Straßen- und Geschäftsverzeichniste, Abschnitt über NSDAP., Äehörden, Vereine, Standes-, öffentliche Einrichtungen usw. OberhessischerAdreßbuchverlag Gießen Bekanntmachung. Die Zentrale des Ernährungsamts der Stadt Gießen, Abt. B, Liebigbau, Liebigstraße Nr. 16, ist von heute ab unter nachstehenden Nummern an das Fernsprechnetz angeschlossen: (6402C 2972, 2973. £e$ ObeMrgermeister. Ernährungsamt Abt, b. Gießener Konzertverein Einladung zur Platzmiete für die 9 Konzerte 1939/40 Es sind vorgesehen: 4 Solistenkonzerte und zwar: Poldi Mildner (Klavier) — Gertrude Pitzinger (Alt) — Das Quartette di Borna — Ilse Bernatz (Cello) und Georg Kuhlmann (Klavier) 4 Orchesterkonzerte: Das Städtische Orchester mit vorzüglichen Solisten 1 Chorkonzert: Brahms Requiem. Aenderungen vorbehalten. Der Beginn der Konzerte wird den jeweiligen Verhältnissen angepaßt. 6404V Preise d. Platzmiete: 1.PI.RM.20.25, 2.PLRM. 15.25. Annahme von Anmeldungen, Prospekte sowie jede gewünschte Auskunft bei Challier, Neuenweg 10. Erstes Ordiesterkonzert Donnerstag, 26. Okt. 1939, 20 Uhr, im Stadttheater. Das Städt. Orchester,Leitung Prof. S.Temesväry, Sollet: Helmut Bolofi (Klavier). Mozart Jupiter- Sy m phonie - Beethoven Klavierkonzert Es-dur. 3n k h =5 bet “hm t wmne »ist Wjkli üi «l l!ä? He »in |Wohnungstausch| Wohnungstausch! Moderne 4-Zimnißr-Wolin. gegen kleinere zu tauschen gesucht. Schr. Ang. unter 04663 a.d.G.A. W > s jllisnl lodt; fi^ (Jin neue jep Mn. zaniin - die Sc liiltzUN! einem -aber, i' nKber Mi Straße [jimufj 8 .Misst derlei 3-:rn ! Crfjniui Mittwoch, den 18. Oktober, morgens von 8 bis 2 Uhr meine auf Lautstärke regulierbaren, nahezu unsichtbar zu tragenden neuesten Hörinstrumente zur unverbindlichen Ausprobe ausstelle Neueste Dankschreiben! Ihr Apparat hat mir vortreffliche Dienste geleistet. Zur großen Freude höre ich wieder gut. JJL Rutsch, Neckargemünd. — Mit dem Apparat bin ich fern zufrieden. Habe guten Erfolg. G. Möhrle, Riedhausen. — Ihr Arzt soll Sie beraten. r. Meliert, Hörtechnische Hilfsmittel, Konstanz -Bodensee- Arbeitsgemeinschaft Liederkranz-Sängerkranz Gießen. Beginn der Singstunden: Mittwoch, den 18. Oktober abends 8%Uhr, im „Burghof“ Sangesfreunde, die an den Singstunden teilnehmen wollen, sind herzlich willkommen. 04665 Wichtig für den neuen Versorgungsabschnitt Am Rentenmarkt fanden Liqui- und Gold- pfandbriefe weitere Nachfrage, mdbei erftere weiter anzogen, insbesondere Meininger auf 102 (101,50). Reichsaltbesitz 0,25 v. H. niedriger gefragt mit 133,50, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. ermäßigt auf 123,40. Industrie-Obligationen wenig verändert, ebenso Staats- und LänderaNlei'hen. Don Stadtanleihen notierten nach Pause 4,50 v. H. Darmstadt von 26 93,50 (93), 4,50 v. H. Heidelberg 94,50 (94). Freiverkehrsrenten lagen still. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft mehr und mehr ein, so daß weitere Notierungen kaum erfolgten. JG.-Farben leicht schwan'kend mit 156,25 bis 156,13 nach 156,13. Die erst später festgestellten Kurse wiesen überwiegend Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H. auf, etwas höher Demag Mit 131,25 (130,50). Ab 23. Oktober wieder Einmachzucker. NSG. Wie das Landesernährungsamt mitteilt, können in dem neuen, vom 23. Oktober bis 19. November laufenden Versorgungsabschnitt alle Ver- brauchergrupppen — vom Kleinkind bis zum Schwerstarbeiter — auf die Reichskarte für Marmelade und Zucker statt 400 Gramm Marmelade für vier Wochen 160 Gramm Zucker beziehen. Die Wochenration beträgt also 100 Gramm Marmelade oder 40 Gramm Zucker und, wie bisher, 250 Gramm Zucker. Auf die einzelnen Abschnitte der Reichskarte für Marmelade und Zucker können folgende Mengen bezogen werden: 1. Auf die Abschnitte „Marmelade" je 100 Gramm Marmelade (Marmeladen, Apfelnachpreßgelee, Apfelkraut oder Rübenkraut) oder je 40 Gramm Zucker. _ 2. Auf die Abschnitte „Zucker" je 250 Gramm Zucker. Erhöhung der Kindersähe bei Butter,Marmelade und Kunsthonig. NSG. Für den neuen Versorgungsabschnitt, d. h. für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November 1939, hat es sich auf Grund der Versorgungslage ermög- Gut erhaltener Wlfei 1,7-Litr.-Lim. preiswert abzugeben. 6400D Anzusehen bei Lind & Co. Gießen Bleichstraße. Gute schwarze Hofe für 10 Mark zu verkaufen. 046ei Ml Ak. All. \d5bhd auf die Zukunft erst zu verwirklichen im kommenden Frieden, wenn die Belieferungsmöglichkeiten mit Gasflaschen und entsprechendem Gerät wieder normal geworden sind. Aber dann wird den bekannten Kohlensäure-Flaschen der Gastwirte in den Gasflaschen für den Allgemeinverbrauch ein bemerkenswertes Gegenstück entstehen. Wirtschaft. Neue Schweinepreise. Nach einer Anordnung der HV. der deutschen Viehwirtschaft vom 27.9.1939 gelten im Bereich des Diehwirtschaftsverbapdes Hessen-Nassau in der Zeit vom 16. Oktober bis 31. Dezember 1939 an den Schlachtviehmärkten Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Worms folgende Schweinepreise: Schlachtwertklasse a) 150 Kilogramm und mehr, 55 bis 56, bl) 135 bis 149, 5 Kilogramm 55 bis 56, b2) 120 bis 134, 5 Kilogramm 55 bis 56, c) 100 bis 119, 5 Kilogramm 54 bis 55, d) bis f) unter 100 Kilogramm, bis 52, gl) fette Specksauen, bis 56, g2) und h) andere Sauen und Eber, bis 52, i) Altschneider, bis 56 RM. je 50 Kilogramm Lebendgewicht. — Die Preise für Rinder bleiben unverändert. Am Mittelmarkt Wetzlar liegen die Preise für Schweine in allen Schlachtwertklassen 1 RM. darunter, ebenso ermäßigen sich die bisher geltenden Preise für Rinder in der Zeit vom 16. Oktober bis 31. Dezember 1939 um 1 RM. in allen Schlacht- wertklassen. ♦ Bausparkasse Mainz A G. Bei der Monatszuteilung für September konnten wiederum an 57 Bausparverträge 468 000 RM. zugeteilt werden. Die Gesamtzuteilungen der Bausparkasse Mainz stiegen damit auf 3389 Bausparverträge mit 31525 000 RM. Davon wurden allein im Jahre 1939 zugeteilt: 570 Bausparverträge mit 4 733 500 Reichsmark. Rhein-Mainische Börse. Aktien uneinheitlich. Frankfurt a. M., 14. Oktober. Das Geschäft an der Wochenschlußbörse entsprach etwa dem der Vortage, zeigte also keine Belebung. Wohl lagen wieder kleine Kaufaufträge vor, wie aber anderseits sich auch mäßige Glattstellungen fortsetzten. Am Aktien m a r k t entwickelten sich die Kurse daher wiederum uneinheiMch bei im allgemeinen Stellenangebote] Keine Zeugnisse In Urschrift 1 andern ain Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- Ngen müssen zur Ver- meidung von Verlusten aus ver Rückseite Namen und Anschrift oes Bewerbers traaenl 2. Kinder von sechs bis 14 Jahren für je zwei Wochen 100 Gramm Marmelade sowie für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und vom 20. November bis 18.Dezember 1939 je 125 Gramm Kunsthonig. Die Zuteilungen erfolgen auf die Reichsfettkarte für Kinder von 6 bis 14 Jahren, und zwar ist die Marmelade auf die zwei hierfür vorgesehenen Einzelabschnitte und der Kunsthonig auf den Einzelabschnitt F 3 abzugeben. Hiermit ist den Anregungen aus kinderreichen Bevölkerungsteilen Rechnung getragen worden. Eine geringe Verminderung der Maraarinezuteilung an Erwachsene mußte freilich zum Ausgleich der Ge- samtversorgungslage dafür in Kauf genommen werden. Jahre altes Rind und ein 04659 IÄ*m zu verkaufen. Daubringen Großgasse 9. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grund, preis von 5 Pf. fürdleMllimeter. teile veröffentlicht Freiwilliger Berkaus. Morgen Dienstag, 17.Okt., ab 10 Uhr norm, verkaufe ich wegen Geschäftsaufgabe im Rcstaur. Stadt Mainz, Kreuzplatz: 1 Hupfeld-Piano, 1 Kafsee- Maschine(Rowenta) ,einen Glas-Ausstellschrank,einen groß. Lautsprecher, großen Küchentisch; Betten, Schränke, Sofas, Wasch- ».Nachttische, sonst. 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Das ist ein Ausruf, der jeder Mutter heute einen Seufzer entlockt: denn he weiß, wie notwendig unsere Soldaten alles, was mit Leder zusammenhängt, gebrauchen und welch empfindliche Ausgabe ein Paar neue Schuhe bedeutet. Aber durch richtige Pflege laßt sich mancher Schuhkaus weiter hinausschieben. Ein Rezept aus Großvätertagen sagt, man solle neue Schuhe mit Lederöl tüchtig und oft einfetten besonders die Sohlen, die dadurch viermal so lange halten. Daß unsere Kleinen wahre Reißteufel in bezug auf Schuhsohlen sind, weiß jede Mutterdarum soll s,e den Jungens ruhig Eisenzwecken auf die Sohlen geben lassen. Das vermindert die Abnutzung der Sohle um ein Bedeutendes. Außerdem macht sie dem Jungen damit noch eine Freude- mit einem festen Schritt rückt er seinem größten Wunsch näher, er marschiert jetzt wie ein Soldat! Ist das Kind zu Hause, zieht man ihm selbstverständlich Hausschuhe an, damit es mit seinen Eisenzwecken iveder zu viel Lärm macht noch Teppiche und Fuß- »öden ruiniert. Außerdem schont es damit die Straßenschuhe. Bringen Vater und Kinder recht chmutzige Schuhe nach Hause, dann wird die kluge Hausfrau nicht erst warten, bis der Schmutz daran rocken wird, um ihn dann mit einer scharfen, das )berleder angreifenden Bürste zu bearbeiten, son- ern sofort nach dem Ausziehen, solange der Schmutz noch feucht ist und sich leicht entfernen läßt, vird sie die Schuhe mit einem nassen Lappen von iem Schmutz reinigen, trocken reiben und dann kehen lassen, bis sie auch von innen ausgetrocknet ind. Natürlich darf das keinesfalls am Ofen ge- chehen. Leder muß langsam und nicht in der Hitze rocknen. Dann läßt sich am nächsten Morgen der ^chuh mit Schuhkrem behandeln und wird blitz- lank. Ein anderes Sorgenkind sind die schiefgetretenen Absätze, denn man muß sie zum Schuster bringen, bgleich sie eigentlich noch gar nicht kaputt sind, i-eilich liederlich aussehen. Dagegen gibt es ein anz einfaches Mittel: sind die Absätze neu gemacht, 0 läßt man sie vom Schuster an der verfänglichen stelle, das heißt dort, wo man sie schnell wieder chief treten würde, mit kleinen Holzstiften ganz dicht ersehen, möglichst in zwei Reihen nebeneinander, as beeinttächtigt die Eleganz des Schuhes in kei- ier Weise, der Absatz aber bleibt viel länger gerade. Sei Sportschuhen kann man sogar die schief zu tre- tnde Stelle mit kleinen Nägeln versehen lassen, chne daß der Schuh darunter leidet. H. v. L. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Reichstheaterzug: 20.15 Uhr im Cafe Leib. — Glo- Üa-PaPast, Settersweg: „Heimatland". Uraufführung im Gießener Stadttheater. Das Stadttheater Gießen — Intendant Hermann chultze-Griesheim — hat Shakespeares „Winter- lärchen" in der neuen Übersetzung von Hedwig »chwarz zur Aufführung erworben, die in der Jn- zenie'-ung von Dr. Hannes R a z u m bereits vor- ereitet wird. Damit kommt die neue Shakefpeare- ebersetzerin zum erstenmal auf der deutschen Sühne zu Wort. Anträge auf Wiedereinstellung -in die Wehrmacht. Auf Grund zahlreicher Anfragen wird darauf Angewiesen, daß Anträge auf Wiedereinstellung in fee Wehrmacht nur an die für den Antragsteller öttlich zuständigen Wehrbezirkskommandos oder Wehrmeldeämter zu richten sind. Don der Vorlage sclcher Anträge an die Oberkommandos der Wehr- iwchtsteile ist abzusehen. Kleine Herbstsinfonie von der Bergstraße. Allegro moderato. In der kühlen Frühe schwelt um die Hänge und hohen der aufsteigende Nebel wie schwerer Dampf As den Tälern, wo er sich gleich der Nacht mit ihrem tiefen Dunkel jeden Abend früher und hart- mckiger einnistet. Aber noch immer muß er der Bonne weichen, die groß und prächtig erscheint, bts geraffte Gewölk beiseite schiebt und mit ihren fangen Strahlen bis an die Himmelsenden verdrängt. Leuchtende Bläue überspannt die Hügel Ad Perge und rückt die daran gelehnten Dörfer urb Städtchen in zauberhafte Nähe. Um ihre ziegelroten Dächer schwelgen die Gärten in den bun- ien Feuern und Gluten der lodernden Spätblüten lind des festlich prunkenden Laubs. Marienfeide N)t über den Weg. Unzählige betaute (Spinnern vkben glitzern zwischen Halmen und Hecken wie tonftooö gespannte zierliche Perlenstickereien. Alles ist still, Bäume und Gräser hatten den Atem an, als lauschten sie auf jeden dumpfen Fall eines hongengebliebenen Apfels oder das leise Nieder- fcrfen gewelkter Blätter. An den Seitenpfaden zu Wingerten und Wald hin, die schmale, tiefe Mulden bilden, prangen die Tildsträucher in den bunten Lichtern ihrer Fichte urb Beeren. Korallen- und karmesinrot: Geißblatt, biafferchütchen und Hagebutten, schwarz und blau- Ichwarz: Hartriegel, Schlehen und nachgereiste Brombeeren, die für den Bedarf mancher Hausfrau Asreichen würden. Dann werden überraschend die üppigen mauerhohen Hecken von Bäumen abge- W, die ihre Wipfel nach der Mitte des Pfades Men und ihn sanft wie ein gewölbtes Kirchen- P'rf eindunkeln: man ist im Wald. Aber immer Jod) begegnet einem da und dort ein einzelner Eßbaum, den Häher oder Eichhörnchen absrchts- fai pflanzten, als sie sich von den Feldern unb Mtplantaaen Wintervorräte sammelten unb Die ^steckten Fruchte selbst nicht mehr alle wieder- Men. Andante con grazia. t Ts ist ein weiches, schier geräuschloses Gehen auf kn durchfeuchteten, faft schwarzen Waldboden, per juiveilen von nieder gewehten Blattern grell und tot betupft iff. Man erkennt Ahorn-, Eschen-, Lm= tat« und Hasellaub, während die Buchen lyre Guter Austakt des Kriegs-WHW. in Gießen. Mit dem Goldenen Treudienst-Ehren reichen ausgezeichnet. 75000 Abzeichen im Kreise Wetterau restlos verkaust. Am Samstag und am gestrigen Sonntag stand auch unsere engere Heimat ganz im Zeichen der Eröffnung des Kriegs-Winterhilfs- werks 1 9 3 9/40. Die ersten Sammler für dieses neue große Werk unserer Volksgemeinschaft stellte die Deutsche Arbeitsfront. Ihre Männer, die Be- triebsführer, Gefolgschaftsmitglieder und Angehörige der Werkscharen standen in vorderster Front, ihnen zur Seite standen in unserer Stadt die Männer mehrerer Musikkorps der Luftwaffe und des Musikzuges der SA.-Standarte 116 als eifrige Helfer. 7 5 0 0 0 Abzeichen waren zum Verkauf im Kreis Wetterau bestimmt. Erfreulicherweise kann man heute berichten, daß diese große Menge von Abzeichen nicht nur völlig ausverkauft wurde, sondern schon bis zum frühen Samstagnachmittag restlos abgesetzt war. Bereits am Freitagnachmittag konnte man viele Volksgenossen mit den schönen, deinen Bildheftchen als Spendezeichen am Rock in Öen Straßen sehen, ein Beweis dafür, daß die Sammelarbeit in den Betrieben durch die Betriebs- führer, Gefolgschaftsmänner und Werkscharmänner tatkräftig eingesetzt hatte. Betriebsappelle am Samstagfrüh stellten in zahlreichen Betrieben diele rrste Sammlung und die große Bedeutung des Kriegs-WHW. erneut in den Vordergrund der Aufmerksamkeit und der Opferbereitschaft der Volksgenossen. Daß der Appell an alle Männer und Frauen starken Widerhall gefunden hatte, konnte man im Laufe des Samstags und des gestrigen Sonntags sichtbar feststellen. Diele Männer und Frauen ttu- gen zwei, drei, ja noch mehr Spendezeichen, keinen sah man, der nicht wenigstens eines dieser Büchlein als Beweis seiner Spendefreudigkeit trug. Die Sammlung der Spenden gegen Abgabe der kleinen Heftchen trat am Samstagnachmittag in den Straßen der Stadt eigentlich kaum noch in Erscheinung, denn bis zu diesem Zeitpunkt war der ganze Vorrat der Abzeichenheste in Gießen bereits ausverkauft. Soweit die Sammler ihre Tätigkeit dennoch fortsetzten, wurden ihnen von allen Volksgenossen „immer noch einmal" Spenden in die Büchsen gegeben, denn jedermann war sich über die Bedeutung dieser Sammlung und über die Größe der besonderen Verpflichtung des Kriegs-WHW. im klaren. Daher stossen denn auch die Spenden unermüdlich, auch ohne Abzeichen. Zusammenfassend kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß diese erste Sammlung für das WHW. ein guter Auftakt für die weitere Betätigung des Gemeinschaftssinnes im Dienste des WHW. war. Die Musikkorps zweier Abteilungen der Luftwaffe und der Musikzug der SA.-Standarte 116 erfreuten am Samstagnachmittag bzw. am Sonntagvormittag die Straßenpassanten mit Platzkonzerten. Die ausgezeichneten musikalischen Darbietungen fanden bei allen Hörern mit Recht eine sehr beifallsfreudige Aufnahme und waren zu ihrem Teile ein erfolgreiches Stück Mitarbeit für die erste Sammlung zum Kriegs-WHW. Ebenso wie alle Sammler und Spender können auch die Angehörigen der beiden Wehrmacht-Musikkorps und des Musikzuges der SA.- Standarte 116 mit Genugtuung auf diesen ersten erfolgreichen Einsatz für das WHW. zurückblicken. Die Briefträgerinnen in Gießen. Die Kriegsoerhältnisse finden im Straßenbild auf mancherlei Art ihren Ausdruck. U. a. sind die Briefträgerinnen eine interessante „Neuerscheinung". Die schmucke neue Mütze, die sie als Angehörige der Reichspost kennzeichnet, fitzt den jüngeren keck und unternehmungslustig auf dem Kopf, und daran kann auch die ernste dienstliche Eigenschaft nichts ändern, die durch diese Mütze ausgedrückt werden soll. Die neuen Briefträgerinnen nehmen ihre Ausgabe so ernst wie ihre männlichen Kollegen, mit denen sie, jeden Vormittag zweimal, bepackt mit Briefen, Drucksachen und Päckchen Auszug halten aus dem Haus der Hauptpost in der Bahnhofstraße, um sich auf den Dienstweg zu begeben. Einige von ihnen steigen an der Haltestelle Ecke Liebigstraße/Bahnhofstraße gleich in die Straßenbahn, um auf diese Weise ihren entfernten Dienstbezirk am Stadtrand zu erreichen. Der Weg, der dabei zu gehen ist, ist genau vorgeschrieben und bleibt stets der gleiche. Als sich die Briefträgerinnen zum ersten Male auf den Dienstweg begaben, geschah es in Begleitung männlicher Kollegen, die die Ausgabe hatten, die Berufskameradinnen in den Dienst einzuweisen und ihnen im Einzelnen zu sagen, wie man es am schnellsten, am geschicktesten und am zuverlässigsten macht, die Briese und die übrige Post loszuwerden und damit die auf-getragene Pflicht zu erfüllen. Der Dienstgang wird an jedem Vormittag zweimal unternommen. Dabei sind jeweils etwa 6 Kilometer Strecke zurückzulegen, so daß die beiden Dienstgänge einen „Ausflug" über etwa 12 Kilometer Strecke darstellen. Dabei gilt es natürlich auch einige „Steigungen" zu nehmen, die in Gestalt von Treppen überwunden werden müssen. Der Nachmittag ist für die Briefträgerinnen frei, während ihre männlichen Berufskameraden noch in anderen Stellen des Postbetriebs tätig find. Wie wir heute auf Anfrage beim Postamt hören, haben sich unsere Gießener Briefträgerinnen bereits sehr gut bewährt, so daß die Gießener Bevölkerung überzeugt fein darf, daß die Briefzustellung in besten Händen liegt. Es hat bisher noch keine ernste Beanstandung gegeben. Diese Tatsache stellt dem Pflichteifer und der Sorgfalt der als Briefträgerinnen tätigen Frauen und Mädchen das beste Zeugnis aus. Eine der Trägerinnen ist übrigens jetzt zum zweiten Male habet, denn schon während des Weltkrieges stellte sie sich in dieser Weise in den Dienst des Vaterlandes. Eilpostzustellung auf Krafträdern. Eine weitere Neuerung wird demnächst bei unserer Gießener Post eingeführt. Da in letzter Zeit der Umfang der beim Postamt eingehenden Eilpost für Gießener Empfänger erheblich gestiegen ist, wurde von der Reichspostdirektion die Verwendung von Krafträdern genehmigt, so daß also in absehbarer Zeit die Eilpost von Briefboten auf den roten Krafträdern der Reichspost auf raschestem Wege zu gestellt werden wird. Diese Neuerung wird sicherlich begrüßt werden. Der Eilbriefzustellungsdienst für den Stadtbezirk Gießen wird von drei Kraftradfahrern versehen werden. N. Einführung de« neuen Rektors der Universität. Morgen Dienstag, 17. Oktober, 11 Uhr, findet in der Neuen Aula der Universität die feierliche Amtseinführung des Rektors der Ludwigs-Universität Professor Dr. Kranz, der aus dem Felde vorübergehend zurückgekehrt ist, durch den Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger statt. Als geladene Gäste werden Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Landesregierung, der Wehrmacht, der Behörden usw. und Angehörige der Universität teilnehmen. Ordnung der Feier: 1. Einzug der Fahnen. 2. Musikstück. 3. Ansprache des Prorektors. 4. Amtseinführung durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger. 5. Ansprache des Rektors Prof. Dr. Kranz. 6. Lieder der Nation. 7. Auszug der Fahnen. Der Führer hat dem Direktor der Landes-Heil, und Pflegeanstalt in Gießen, Obermedizinalrat Dfc Hermann Schneider, das Goldene Treudienstq Ehrenzeichen für 40jährige treue Dienstzeit verliehen. Die Auszeichnung wurde Obermedizinalrat Dr. S ch n e i d e r am Samstag im Auftrage des Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger von Landrat Dr. L 0 tz feierlich überreicht. KdF.-Variete im Ease Leib. Am heutigen Montagabend gibt die Künstlerschaft des Reichstheaterzuges im Cafe Leib ein Gastspiel, das der Gießener Bevölkerung wieher' einmal Gelegenheit geben soll, gute Varietekunst kennenzulernen. Sicherlich werben die Künstler (die! schon vielen Arbeitern des Westwalls Freude bereiteten und die nun unterwegs sind, um den Soldaten an der Front die Zeit zu verkürzen) auch auf ihrer Reisepause in Gießen ein dankbares Publikum finden. Wichtiges von der Brotkarte. NSG. Es sind verschiedentlich Zweifel aufge» treten, ob die wahlweise Abgabe von Brot oder Mehl auf die Abschnitte der Neichsbrotkarte sich aus sämtliche daraus befindlichen Abschnitte bezieht. Dazu teilt das Landesernährungsamt mit, daß Mehl nur auf die Abschnitte abgegeben werden kann, die den Vermerk „Brot oder Mehl" tragen, Aus lediglich mit „Brot" bezeichnete Abschnitte gibt es also nur Brot, oder Brötchen, oder Zwieback, ober Paniermehl. Die auf ben Kleinkinberbrotkarten mit einem Kreuz versehenen Abschnitte berechtigen zum Bezug von Mondamin ober Maizena, das auf anders Abschnitte anderer Karten nicht abgegeben wird. Wohl aber können auf diese Kleinkinderabschnitts mit Kreuz wahlweise auch sonstige Nährmittel abgegeben werden. Der Einsatz der Kraftfahrzeuge. Das Reichsleistungsgesetz gibt den Fahrbereit^ schaftsleitern die Befugnis zur schärfsten Ausnützung aller Kraftfahrzeuge, und zwar nur für Aufgaben innerhalb folgender Gruppen von Transporten: 1. Bahnhofsräumung: 2. Lebensmittelversorgung; 3. Bedienung der W-Betriebe: 4. Bedienung her W-Baustellen. Alle anderen unwichtigen Transporte haben zu unterbleiben. Privatbauten z. B. dürfen nicht mehr bedient werden. Den Einsatz aller Lastkraftwagen in seinem Bezirk verbürgt der Fahrbereitschaftsleiter beim Lanbrat. Im Sinne bes Reichsleistungsgesetzes ist er berechtigt, die Besitzer von Besörberungsmitteln, Vorspann und dergleichen, insbesondere bie Inhaber einschlägiger Gewerbebetriebe, zu beauftragen, Beförderungen auszuführen ober ausführen zu lassem Die im Dienste der Besitzer von Beförderungs- mitteln stehenden Arbeiter und Angestellten sinb zur Mitwirkung bei her Leistung im Rahmen ihres üblichen Tätigkeitsbereiches verpflichtet. Den An- forberungen bes Fahrbereitschaftsleiters ist unbedingt Folge zu leisten. Der Fahrbereitschaftsleiter hat auch bas Recht, Fahrzeuge bes Werkverkehrs im Einvernehmen mit den für die Wirtschaft zustänbigen Stellen (Wirt» schaftsamt, Crnährungsamt — beim Landrat ober Oberbürgermeister —) für Beförderungsleistungen, über bereu Art und Umfang er zu bestimmen hat, in Anspruch zu nehmen. Es wird erwartet, baß bie Fahrbereitschaftsleiter von ihren Befugnissen mit Nachdruck Gebrauch machen. Dem Fahrbereitschaftsleiter steht zur Durchführung seiner Aufgaben hie Polizeigewalt bes Landrates ober Oberbürgermeisters zur Verfügung. Die Lanbräte und Oberbürgermeister werben bie Fahrbereitschaftsleiter nachdrücklich unterstützen. Zu- widerhandlungen gegen bie Leistungspflichten sind her Bestrafung zuzuführen. Fälle, in b;nen polizeilich eingeschritten werden mußte, sind in her Ortspresse zu veröffentlichen. braunrot leuchtenden Blätter noch lange wie festliche Wimpel in den hohen Wipfeln hatten und nur ihre vierzipflig aufgesprungenen Früchte abwerfen. Abseits, zwischen den schlanken Säulen der vagen- ben Stämme fallen unter anderem zierlichen Grün die großen Gesellschaften des Waldmeisters und her Maiglöckchen auf und man freut sich, die Frühlingskinder so spät noch im Jahr wiederzufinden, wenn auch die Maiblumenblätter jetzt fahl sind und langsam der Dergängnis verfallen. Sie zeigen untrüglich, wie die Natur sich nach außen zu verschließen beginnt und ihre Säfte hinab zu den Knollen und Wurzeln schickt. Es ist in jeder Jahreszeit reizvoll, auf diesen Höhen zu stehen und den freien Ausblick zu genießen. In schön und weit geschwungenen Schleifen und Kurven laufen die Wege um bie Berge herum, hinaus und hinab, und selbst in ben Tälern lieben sie es, einen mit vielen Winbungen zu gängeln unb ungeahnte Ueberrafchungen zu bereiten. Nirgenbs hat dieses lanbschaftliche Profil harte und scharf- geschnittene Linien, vielmehr ist alles in weichen anmutigen Formen gelagert, in denen, im Gegensatz zu der bescheidenen Schlichtheit der Ortschaften, eine barodene Lebensfreude wogt. Darum verschenkt sich hier auch die Sonne mit südlicher Leidenschaft und reift köstliche Mandeln, Feigen und Kastanien. Scherzo. In einer Lichtung spielen etliche schwarze und fuchsrote Eichhörnchen in der Sonne. Da sie meine Schritte hören, rascheln sie fauchend davon und flitzen die Stämme hinauf in bas sichere Geäst. Am Walbrand hin streichen von einem Weinberg zum andern rauschenbe Starenschwärme. Sie finben an ben Pfirsichbäumen, die zwischen den Rebstöcken stehen, noch übersehene Früchte genug. Em paar Rehe ' die wie angewurzelt am Wegsaum in die Feme äugten, machen, plötzlich Gefahr witternd, kehrt unb flüchten mit leichten Sprüngen ms schützenbe Gehölz. Ein aufgescheuchter Häher schimpft laut rätschend hinter mir her. Ein Rubel zierlicher Distelfinke begleitet mich zwischen den Feldern. Bald schaukeln die behenden entzückend bunten Vögelchen auf den kaum sich beschwert fühlenden Distelstengeln, bald stieben sie n leicht gewellten Fluglinien davon und sitzen im nächsten Augenblick im Nachbargestrüpp, um dort schmackhafte Sämereien aufzustöbern. Hinter einem Erdhügel, wohl bei dem Auswersen einer Miete entstanden, knattert mit schwerfälligen Flugelschla- aen eine kleine Kette feister Rebhühner hoch. Sie erschrecken einen zufrieden in einer Ackerfurche hm- hoppelnden Hasen, so daß er wie gehetzt seine Läufe wirft. Aber schon bald gönnt er sich eine Atempause und setzt sich lauschend und witternd auf feine Hinterpfoten. Es scheint zum Glück weder ein Hund noch ein Jäger in der Nähe zu sein. Doch die Zeit der Hege ist vorbei, und eines Tages wird er vor Pfiff und Knall um sein Leben laufen müssen. Finale. Eine holpernde Fuhre holt mich dorftvärts ein. Es wird rasch dunkel, unb der Nebel verschleiert ben Horizont. In ben Gassen verschließen bie Häuser ihre Lüben, baß kein Lichtschimmer nach außen bringt In ben Kurven unb Kreuzungen schimmern an den Bordsteinen der Gesteige mit gedämpftem blauen Licht kleine Laternen auf. Schritte kommen näher und stapfen hart vorüber. Aus einem Seitengäßchen schlendert pfeifend ein Junge mit einem Korb am Arm. Es sieht nur so aus, als ob das Dorf schliefe. Denn noch ist die Nacht nicht herein- gebrochen, unb erst vereinzelt beziehen die Sterne ihre himmlischen Wachtposten. Peter Bauer. Gießener Giadiiheater. „Die Tochter von Houlihan." Das Gießener Stadttheater brachte gestern mit der 2. Morgenfeier eine Veranstaltung besonderer Art. Getragen von großem Ernste in Wort unb Szene wurden den aufmerksamen Zuhörern Charakter unb Geschichte eines Landes (und seiner Bevölkerung) nahegebracht, das in jüngster Zeit viel von sich reden- machte unb im besonderen her deutschen Aufmerksamkeit gewiß ist: Irland! Vor bas geistige Auge her Besucher dieser zweiten Morgenfeier trat jenes Irland, das feit Jahrhunderten England als feinen grimmigsten Widersacher betrachten muß unb im Kampf gegen diesen Feind schon Ströme seines besten Blutes geopfert hat. Dem Gedanken einer bedingungslosen Opferbereitschaft seiner Söhne ist die Dichtung gewidmet, die gestern auf der Bühne unseres Gießener Stadttheaters ihre deutsche Uraufführung erfuhr. Es geht darum, daß ein Sohn dieses Landes weder Vater unb Mutter noch Braut sieht ober hört, die ihn zur Hochzeit am anderen Tage festhalten wollen, während ihn doch zur Stunde das Vaterland ruft, das Vaterland, als Schicksal verkörpert in der legendären Gestalt der „Tochter von Houlihan". Der Szene liegt eine irische Sage zugrunde, der der Dichter William Butler P e a t s Worte verliehen hat. Sk sicherlich schwierige Ueber-, setzung in bie deutsche Sprache geschah durch Henry von H e i s e l e r. Aus her Künstlerschaft unserer Bühne bemühten sich Karl V 0 l ck, Frau Rose Stirl, Hans Caninenberg, Hilde Kneip, Siegfried Lowitz und Jngeborg Riehl mit aller Zurückhaltung im Wort unb im mimischen Aus- bruck, bie bie Dichtung fordert, um die sinngemäße Aufführung der Legende. In einem tiefgründigen Vortrag umriß vorher der derzeitige Leiter unseres Stadttheaters, Dr. Hannes Razurn (in dessen Händen auch die Spielleitung für diese Uraufführung lag) nicht nur ben Charakter der irischen Lanbschaft, sondern auch bie Geisteshaltung des irischen Volkes, das, so sagte er u. a., in Träumerei unb mystischer Der- sponn-enheit befangen, bisher kaum bie eigenen praktischen und politischen Notwendigkeiten zu beherrschen vermochte. Gleichzeitig gab der Vortragende eine klare Schilderung des Dichters W. B. Peats unb feiner Bedeutung für die irische Literatur auf dem Wege zu neuer Weltgeltung. Die Wiedergabe einiger Verse aus dem Schaffen Peats' ließ rasch einen Einblick in bie geistige Grundstimmung bes irischen Menschen gewinnen. Ein Ueberblick über die Geschichte Irlands, gegeben in großer und auf bas Wesentliche gerichteter Schau, förderte das tiefere Verständnis für bie Uraufführung erheblich. Heinrich Ludwig Neuner. 3eiffcftriften — In her Oktoberfolge von Westermanns Monatsheften gibt Dr. Johannes S. Horstmann einen Ueberblick über die Tragöbie des polnischen Staates von einst: im Wandel der Jahrhunderte hat Polen wieder und wieder seine staatsführende Unfähigkeit erwiesen, und wie oft war es dann die deutsche Ordnungskraft, die in das selbstverschuldete Chaos eingreifen mußte! Eine andere Aufgabe fiel dem Deutschtum, dem deutschen Geiste in Südosteuropa zu. Dr. Janko Janesf folgt dem geistesgeschichtlichen Zug der Deutschen nach derMünbung der Donau in seinem Aufsatz „Süd- osteuropa und die deutsche Romantik". Die sittlichen Grundlagen des deutschen Wehrgedankens werden von Hans Otto Glahn klar herausgearbeitet. Deutscher medizinischen Leistung ist bie Schil- herung „Kampf gegen ben Tod" gewidmet. Mit vielerlei Aufnahmen spricht bie Veröffentlichung an, die bas Hilfswerk „Mutter und Kind" in her großartigen Fülle feiner Aufgaben würdigt. Als eine her besten neuen Arbeiten Hans Friedrich Bluncks ergreift die „Sage von Dante Alighieri, der die Menschen unsterblich machte." Umfangreiche Molkerei-Erweiterungen vor £>em will» onuurmenveH ajvuwijiuturc*. LT™17 ----------' . . ,. ' gerettet und befördert den Ball 50 Meter weit ins Billmann genommen wird, macht nicht di« geringste yKicuKi uuy vc|u«.vt.i ____ utr Offimofir itrrh -fn erreicht Las Leder Feld zurück, wo der lange Dresdener auf der Lauer Die Ergebnisse der Wball-Rvndenspiele zu (Nachdruck verboten.) 16. Fortsetzung. schwerem Schuß auf das jugoslawische Tor feuert. Jugoslawien läßt sich aber nicht einschüchtern. In der 33. Minute eilt Conen nach einem Fehler des jugoslawischen Mittelläufers Jazbinschek mit dem Ball davon, hat aber das Pech, Glaser anzuschießen. Acht Minuten später schießt Conen, der überall dort auftaucht, wo sich eine Torgelegenheit bietet, knapp am Tor vorbei. Das deutsche Stürmerspiel wird immer zügiger. Hin und wieder erscheinen aber auch die Jugoslawen im deutschen Strafraum. Bier Tore in 15 Minuten! Nicht wieder zu erkennen nach den Leistungen von Budapest war das Spiel der deutschen Mann-- chast am Sonntag in Agram, wo ihr ein überaus eindrucksvoller und jederzeit sicherer 5:1= (1:0) Sieg über Jugoslawiens Fußballelf gelang. Wie sehr man in Agram von den Leistungen der deutschen Auswahl begeistert war, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß mit dem Schlußpfiff Tausende auf den Platz stürmten, unsere Spieler umringten und Szepan als Spielführer der deutschen Mannschaft schließlich auf den Schultern vom Platz trugen. Mehr als 20 000 Zuschauer füllten den Concordia- Platz in Agram. Beste Stimmung herrschte im Stadion, als Barlassina den zweiten deutsch-jugoslawischen Fußball-Länderkampf anpfiff, den folgende Spieler bestritten: Die Mannschaften. Deutschland: Tor: Klodt; Verteidigung: Janes, Dillmann; Läuferreihe: Kupfer, Sold, Kitzin- ger; Sturm: Lehner, Schön, Conen, Szepan, Urban. Jugoslawien: Tor: Glaser: Verteidigung: Belosevic, Matosic; Läuferreihe: Manola, Jazbinschek, Lechner: Sturm: Medaric, Hittec, Lecnik, An- Deutschlands Fußballelf gewinnt 5:1 MDliMöerDlnöe Roman dos Walther kloepstr lloMlgh! öy Carl vumker Verlag <■ Berlin w sr wartet. Der DfB.-Reichsbahn hatte schwer „ kämpfen. Hart war der Kampf in Lollar. Leihgestern führte sich durch einen BoMbensieg in die Rundenspiele ein. Die ersten Minuten nach der Pause gehören wieder den Jugoslawen, die noch einmal versuchen, durch stürmische Angriffe dem Spiel eine Wendung zu geben. Aber die deutsche Hintermannschaft ist äußerst sicher. In der 47. Minute schießt Szepan knapp über die Latte. Innerhalb von zwei Minuten erzielen dann die Jugoslawen drei Eckbälle. Alle bleiben ohne Erfolg. Dann ist das Spiel innerhalb einer Viertelstunde entschieden. Deutschland erkämpft sich in dieser knappen Zeitspanne vier Treffer, und zwar zwei durch Szepan und zwei durch Schön. Drei Minuten vor Schluß kommen die Jugoslawen dann doch zu ihrem längst verdienten Ehrentreffer. Kitzinger hat etwas leichtfertig den Ball im Mittelfeld verspielt. Der jugoslawische Halblinke Antol- kovic ist sofort zur Stelle und schießt beherzt aufs deutsche Tor. Klodt, dem die Sicht von Sold und Bestellscheine der neuen Lebensmittelkarten sofort anmelden. NSG. Vom 16. bis 21. Oktober werden die Le- , bensmittelkarten für den neuen Versorgungsabschmtt j ausgegeben. Sie tragen mit Ausnahme der Nähr- mittelkarte (die bisher Lebensmittelkarte hieß) und , der Brotkarte wieder Bestellscheine, die den Versor- . gungsberechtigten für die Dauer der Gültigkeit der Karte an einen bestimmten Kleinverteiler binden. Das Landesernährungsamt weist darauf hin, daß 1 diese Bestellscheine umgehend bei den Ladengeschäften usw. zur Anmeldung zu bringen sind, da diese auf Grund der Bestellscheine ihre Waren zugeteilt erhalten. Wenn die Anmeldung erst in der ersten Woche der Gültigkeit der neuen Karten oder gar am Ende dieses Zeitabschnittes erfolgt, können dadurch Stockungen in der Belieferung eintreten, die sich selbstverständlich für die verspäteten Anmelder der Bestellscheine unangenehm bemerkbar machen müssen. Der Zeitpunkt der Kartenausgabe in der Stadt Gießen wird vom Gießener Ernährungsamt in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Den Erlaß dieser Bekanntmachung warte man ab. * ** Ein Dreiundachtzigjähriger. In aller körperlichen und geistigen Rüstigkeit kann am heutigen Montag, 16. Oktober, der Schmiedemeister Ernst D ö l l, Liebigstraße 57, seinen 83. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstage. ** Die Zentrale des Ernährungs- amts Gießen, die sich jetzt im Liebigbau befindet, ist mit zwei.Rufnummern an das Fernsprechnetz angeschlossen. *♦ Unfall. Der Spediteur Reinhard Lang aus Gießen-Kl ein-Linden wurde beim Einladen von Frachtgut von einem stürzenden Bündel Eisen- stcrngen getroffen und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, sowie Platzwunden am Kopf. Landkreis Gießen <£ Leihgestern, 16. Ott. Seinen 82. G e - burtstag kann am morgigen Dienstag, 17. Oktober, der Schuhmachermeister Johannes Dietz in guter Gesundheit begehen. * Steinbach, 16. Oktober. Der hiesige 27sah- rige Zimmermann Ludwig R e i n s ch m i d t erlitt einen schweren Unfall. Bei seiner Arbeit stürzte ihm ein Stück Kantholz in den Rücken. Der bedauernswerte Mann erlitt eine Lendenwirbelverletzung und eine Gehirnerschütterung. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. _ Z Steinbach, 16. Okt. Am 17. d. M. feiert Karl Nikolaus Wagner II. in guter Gesundheit seinen 7 4. Geburtstag. Am gleichen Tage feiert Frau Katharine Margarete Nicolaus Wwe., geb. Roth, ihren 7 6. Geburtstag, ebenfalls in guter Gesundheit. Den beiden Geburtstagskindern unsere Glückwünsche. Am 18. d. M. wird Ludwig Becker 7 4 Jahre alt. Auch er erfreut sich noch guter Gesundheit: auch ihm unsere Glückwünsche. Z Alb ach, 16.Okt. Am 18. b. Tt. kann Ludwig Neeb seinen 70. Geburtstag feiern. Der Ge- sundheitszustand des alten Herrn ist erträglich. Wir gratulieren zum Geburtstag. Kreis Alsfeld. < D e ck e n b a ch, 16. Okt. Am morgigen Dienstag, 17. Oktober, kann unser Mitbürger Johannes Reiß II. im Kreise feiner 5 Kinder und 10 Enkelkinder seinen 81. Geburtstag feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch! Kreis Dehlar. tolkovic, Perlic. Die Südländer haben Anstoß und warten sofort mit stürmischen Angriffen auf. In der 9. Minute fällt das erste Tor durch Schön. Klodt hat gerade vor dem wild anstürmenden Mittelstürmer ßesnic „Ein großer Mist", murmelt Weinzierl unzufrieden. „Zünftig, was?" sagt Herr Muggenthaler halblaut. Das Stück, der dicke Herr Silberhorn, die gut aufgezogene Fabri, alles findet feine Anerkennung. Severin beschaut nachdenklich diese neue Maria, die auf der Leinwand tollen Unsinn treibt und mit schiefgerollten Augen Verwirrung unter den Männern stiftet. In Wirklichkeit ist sie ganz anders, tröstet er sich: und das fit halt so ihre Rolle, und übrigens hat das nun ein Ende. Und daneben ist er ein wenig stolz auf sie und sehr, sehr verliebt. Dann ist der Film aus, und schwarze Menschenklumpen drängen sich aus den Türen. Es ist fast acht Uhr. Dr. Severin wirft seinen Zigarrenstummel weg und macht sich auf den Heimweg. Schön war es. Heller hat eine ehrende kleine Rede auf ihn als Kolonnenarzt gehalten, wer hätte das von Heller gedacht? Auch die andern waren vollzählig da bis auf den Pfarrer und Friedrich. Weinzierl, die andern Lehrer, Utz, der Kommissar, der Stadtsekrejär, ja sogar Herr von Depenau. Und die Arbeiter waren reizend. Honold, der den Stier verkauft hat, hat heute früh seine Rechnung bezahlt. Desgleichen die dürre Silberhorn. Es sind keine erschütternden Beträge, aber immerhin ein Anfang uno ein Erfolg von Fräulein Ferbers Finanzfeldzug. Ein helles Köpfchen hat die! Wer die einmal angelt, ist nicht angeschmiert. Der Strebhannes hat eine Schlachtschüssel geschickt. Es ist, als ob ganz Eschel- brunn sich zum Nettsein verschworen hätte. Jetzt, wo er fortgeht. Dr. Severin stolpert über einen herausstehenden Katzenkopf, das Straßenpflaster stammt noch aus der Schwedenzeit. Nun ist er angelangt. „Guten Abend, Fräulein Ferber. Was los? Nichts? Das ist ja großartig; denn heute will ich meine Ruhe. Was gibt’s denn zu essen?" „Etwas Aufgewärmtes vom Mittag. Ich habe in der Laube gedeckt. Hoffentlich ist es nicht zu kühl. Die Kinder wollten durchaus ihre Lampions aufhängen: da hab' ich nachgegeben." „So verpimpelt sind wir nicht. Ich habe heute mal wieder zuviel geraucht; da tut frische Luft ganz gut." Nach dem Abendbrot meint er aufgeräumt: „Wie wär's mit einer Flasche Wein? Haben Sie Lust, Fräulein Ferber?" „Immer. Ich bin doch vom Rheins Im Keller liegen seit vielen Jahren vier Flaschen. Zwei Dürkheimer, zwei Deidesheimer, die Spende einer dankbaren Patientin. Severin entscheidet sich für Deidesheimer und setzt große Hoffnungen in die verstaubten Flaschen. Aber der Wein entpuppt 1900 — Großen-Linden 2:2, Großen-Vuseck — VfV.-Reichsbahn 3:3, Lollar — Steinbach 1:2, Leihgestern — Londorf 10:1. Die Spiele, die unter ttostlosen Platzverhältnissen zum Austtag kamen, brachten keinerlei Ueber- raschung, lediglich das Unentschieden der Blau- Weißen gegen Großen-Linden hatte man nicht er- 1900 — Großen-Linden 2:2. Waren die seitherigen hohen Torunterschiede und zweistelligen Torergebnisse die Überraschungen der Rundenspiele, so dürste diesmal das Unentschieden Trotz schlechter Wetterverhältnisse konnte man gestern einen spannenden Kampf der beiden Gegner miterleben. Don Anfang an ging Regen nieder. Der glitschige Boden machte den Spielern viel zu schaffen. Die Lollarer Elf hatte eine Verhältnis- mäßig gute Besetzung in der Aufstellung: K. Ziegler; Rudolf, Reich; Jung, Will, Diez; Hch. Ziegler, Anthes, Haas, Sommer, Zaubert. Die beiden Jugendspieler, die schon vorher in ihrer Mannschaft einen Kampf bestritten, hielten sehr gut durch. Lollar spielte zunächst etwas überlegen und konnte nach zehn Minuten durch Haas den Führungstreffer erzielen. Nun gingen auch die Gäste mehr aus sich heraus und antworteten mit heftigen Angriffen. Die Aufmerksamkeit der Lollarer Hintermannschaft ließ aber vorerst keine Erfolge zu. So wogte der Kamps äußerst temperamentvoll auf und ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang den Gästen der Ausgleich. Das Spiel ging ohne Pause weiter. Beide Mann» schäften waren beftrebt, den Sieg an sich zu bringen Aber vorerst glückte es auf keiner Seite. Die Gäste ermüdeten aber anscheinend weniger und konnten immer wieder durchbrechen. Doch zu Erfolgen reichte es durch die gute Abwehr immer noch nicht. Erst nachdem ein Lollarer Spieler zwanzig Minuten vor Schluß verletzt ausschied und ein weiterer den Platz verließ, bekamen die Steinbacher die Oberhand. Aber die Lollarer Elf kämpfte ebenfalls zäh und verbissen. Der «Siegestreffer der Gäste fiel fast: mit dem Schlußpfiff, zusammen. 9:7 für Deutschlands Ungarn im Vox-Länderkamps besiegt. Im 9. Länderkampf standen sich am Samstagabend' die Amateurboxstaffeln von Deutschland und Ungarn: in Budapest gegenüber. Mit 9:7 Punkten eroberten, die Deutschen im voll besetzten Zirkus der ungarischen: Hauptstadt einen knappen Sieg, der dber durchaus: verdient war. Der deutsche Amateurboxsport kann: auf diesen Erfolg um so stolzer fein, weil er mit einer fast durchweg aus Nachwuchskämvfern bestehenden Mannschaft über Ungarns erprobte Natio- nalboxer errungen wurde. Neben drei deutschen Siegen gab es drei Unentschieden und zwei Niederlagen: unserer Vertreter. Besonders erfreulich waren di« beiden entscheidenden Erfolge durch Pepper und« ten Hoff, \ durchweg im Auftrag der jeweiligen ländlichen Molkerei-Genossenschaften umgebaut bzw. erweitert, erfahren aber auch eine starke Förderung durch die Bäuerlichen Kreditgenossenschaften, darüber hinaus durch das Reichsernährungsministerium in der Form von Bauzuschüssen. . Bei der architektonischen und bettiebstechmschen Gestaltung der Molkerei-Erweiterungen wird von vornherein berücksichtigt, daß alle Voraussetzungen geschaffen werden, um den neugestalteten Molkerei- betrieben ein hohes Verarbeitungsvermögen zu sichern. Besonders stattlich wird die Molkerei D ft« heim-Niederweisel erstehen. Die bisherigen Gebäude (an der Bahnlinie Butzbach—Bad-Nau- Heim) werden niedergelegt und an der gleichen Stelle ein Neubau errichtet. Da der Milchanfall dort tn der Umgebung ziemlich stark ist, wird die Molkerei auf ein Verarbeitungsvermögen von etwa 30 000 Liter täglich eingerichtet. Die Molkerei Schotten, die anschließend an das bisherige Molkereigebaude (an der Haarnadelkurve der Rennstrecke) erstehen wird, soll ein Verarbeitungsvermögen von 15 000 Liter erhalten. Die übrigen neu zu schaffenden bzw. zu erweiternden Molkereien sollen auf ein Leistungsvermögen von 20 — 30 000 Liter täglich eingerichtet werden. Die Molkerei Mornshausen a. d. Dautphe (bei Biedenkopf) ist bereits im Bau. Der Architekt, der mit der Gestaltung der Neubauten beauftragt worden ist, ist bestrebt, die Neubauten dem jeweiligen örtlichen Charakter angu« passen. N- der Blau-Weißen gegen den Turnverein Großen- Linden das auffälligste Resultat sein. Der Verlauf gab es den Platzbesitzern mehr als einmal in die Hand, das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden, denn fast über die ganze Strecke hatten die Blau-Weißen ein kleines Uebergewicht, das sich mitunter in einer deutlichen Feldüberlegenheit aus- drückte, liebertriebene Kombination oder der große Eifer der Gäste, hauptsächlich aber der schwere Boden hemmten den Lauf des Balles derart, daß die noch so klaren Torchancen ergebnislos verliefen. Die beiden Treffer entsprangen unbedingt zwingenden Tor« fituationen, während die der Gäste aus kraftvollem Einsatz resultieren. Bei Großen-Linden war es der Elser, der zu dem Resultat beitrug, während es bei den Blau-Weißen das übertriebene auf Kombination abgestellte Spiel war, das es nicht mehr als zu dem Remis kommen ließ. Großen-Vuseck — VfV.-Reichsbahn 3:3 (0:1). Die Grün-Weißen gaben in der ersten Spielhälfte den Ton an. Der Gegner, dessen Veneidi. gung stark beschäftigt wurde, setzte sich verzweifelt zur Wehr. Erst in der 30. Minute gelang den Grün. Weißen der erste Erfolg. Köppers verwandelte eine Vorlage von links zum Führungstreffer. Das war der Auftakt für stürmisch vorgetragene Angriffe der Platzherren, die vorerst aber nichts erreichen konnten. Nach dem Wechsel sah man Großen-Buseck in Front, das aber erst in der 60. Minute durch einen Freistoß ausgleichen konnte. Kurz daraus fiel die abermalige Führung in Form eines Handels, meters an die Grün-Weißen, der von Leutheuser glatt verwandelt wurde. Die Freude sollte nicht lange dauern, dann glich der Halblinke von Großen. Buseck aus. Einen Handelfmeter verursachte Kraft, der in der 80. Minute die abermalige Führung für die Platzherren ergab. Das war den Grün-Weißen zuviel und die Angriffe wurden in der Schluß- minute durch ein Kopftor von Godglück belohnt, der von Fröhlich gut bedient wurde. Lollar — Steinbach 1:2 (1:1). -s- Krumbach, 16. Okt. Am vergangenen Samstag, 14. Oktober, konnte unser Mitbürger Georg Weber VI. in geistiger und körperlicher Frische feinen 9 2. Geburtstag feiern. Noch bis vor kurzem war es ihm möglich, in der Landwirtschaft seiner Tochter prakttsch tätig zu sein. Er ist der älteste Einwohner unserer Gemeinde und gleichzeitig auch der älteste Veteran des Krieges 1870/71 in der engeren Umgebung. In lebhaftem Bewußtsein erinnert er sich der Kriege, die in seine Lebenszeit fielen. Noch heute verfolgt er die Ereignisse unserer Zeit mit großer Aufmerksamkeit. Nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Zur Sicherung der Dolksernährung, insbesondere der Fettversorgung, steht auch unsere heimische Molkereiwirtschaft vor besonders großen Aufgaben. Es gilt, die anfallende Milch so zu verwerten, daß sich für die Volksgemeinschaft der denkbar größte Nutzen ergibt, die Milch wirtschaftlich bis zum äußersten für die menschliche Ernährung heranzu- ziehen, sei es in Form der Frischmilch, in der Bitt- tergeroinnung, in der Verarbeitung zu Käse usw. Die Notwendigkeit dieser Ausnützung setzt voraus, daß die technischen Einrichtungen dementsprechend sind. v ,.. . , .. Die verantwortlichen Stellen und Behörden lassen es sich deshalb besonders angelegen sein, die Molkereibetriebe unserer engeren Heimat auf einen Stand zu bringen, der sie den großen Aufaaben der Gegenwart gerecht werden läßt. Im Zuge dieser Bemühungen liegt auch die Schaffung neuer Molkereien, die Erweiterungvon Molkereibetrieben und die Ausstattung dieser Betriebe mit den besten technischen Hilfsmitteln. In diesem Zusammenhang ist heute zu berichten, daß demnächst eine stattliche Anzahl Molkereien neu gebaut wird bzw. bereits im Bau befindlich fit. So werden die Molkereien in Nieder-Gemünden, Schot- ten, Ostheim-Nieder-Weisel, Mornshausen (bei Biedenkopf), Ufingen, Weilmünster und Gelnhausen neugebaut und zum Teil erheblich erweitert. Die Pläne für diese Molkereien, die in allen Ein- zelhetten bereits festliegen und auch in Modellen anschaulich dargestellt sind, stammen von Architekt Schwan (Gießen). Die Molkereien werden fast sich als mäßig, schmeckt säuerlich und nach Stöpsel. Nikotine versucht sich zu enfiinnen, wann sie das letztemal Wein getrunken hat. Wein ist ganz fd)önw aber er gehört nicht zu ihren „drei Wünschen", dis sie als heftige, aber in weite Ferne gerückte Träume mit sich herumträgt: Mohrenköpfe schnabuliere^ bis sie nicht mehr kann — eine Schlangenhauttasche mit Lippenstift — und Autofahren mit Dr. Severin. Dieser schenkt bereits zum zweitenmal die Gläst« voll, hohe, unpraktische Stengel, und summt vergnügt: „Fein, fein schmeckt uns der Wein..." „Warum so luftig heute?" „Es sind einige Gründe da, Fräulein Ferber. Nicht so hastig trinken, Luis, sonst kriegst du einem Schwips! Herrgott noch einmal, säuft das Mädel!! Jetzt Abmarsch. Gute Nacht (Sternpfeie! (Damit P Alto gemeint, aber er hört es nicht gern, er will! nicht dick fein.) Gute Nacht, Zigeunerin!" Zwei nicht sehr reinliche Küsse, und die Kinde« toben ins Haus. „Magisch, diese Lampions", sagte Severin M Nikotine. Er fit heute wunderbar aufgelegt, unö sie findet das herrlich. Sie mag das, wenn er Jo aus sich heraus geht und plaudert und fröhlich ifc während er früher nur immer halb bei jedem Gespräch war und rücksichtslos an unverstäiMchm Problemen herumkaute. Nikotine hat ein hübsches Zierschürzchen um, noch aus ihrer guten Zeit, un® zupft emsig daran herum. Sie sieht famos aus, Ihr dünkt alles vergnüglich, dies ZufammeNsenu, die Laube, der ganze Abend. „Dars ich nochmal eingießen?" fragt sie. ,Liber Sie müssen mitfyatien", erwidert er um legt seine Hand auf ihren bloßen Arm. „Und tw beschummeln. Brüderlich teilen." „9a", lacht sie glücklich! eigentlich ist diese Laut'! noch schöner als Autofahren. Er stößt mit ihr an und schaut ihr in die Augen blanke, strahlende Augen von der Farbe braunn Kastanien mit spitzbübischen Brauen darüber. ,,»M Ihr Wohl, Hausmütterchen. Ich muß Ihnen seM ein Geständnis machen, ein wenig Feierlichkeit bitt1* ich mir aus." Nikotine hat Herzklopfen und versucht, feietliÄ auszusehen. Wie nett er sein kann! Noch nie hat < ■ diesen aufgeschlossenen, warmen Ton in der Stimm gehabt. Ihre Gedanken machen Sprünge. Was Vla jetzt kommen? „Ich ziehe fort von Eschelbronn. Nach Münchem Ich habe Mich nämlich mit Fräulein Fabri verlor» Sie sind die erste die es erfährt." (Fortsetzung folgt) Hinterher hält Leinfelder den Atem an und bereut. Zehn Sekunden lang ist es mäuschenstill im Saal. Severin macht sich Vorwürfe, Leinfelder ist verblüfft und schielt unschlüssig zu Parsunke hinüber, und Parsunke nickt unmerklich mit Kops und Augen. „Na schön, also fünfzehnhundert. Ein bißchen viel. Ich schreibe Ihnen einen Scheck. Auf die Quittung setze ich: für ein altes Oelgemälde, darstellend Frau mit Bohnenblüte, Meister unbefannt. Darf ich bitten, zu unterschreiben. Das Bild nehme ich gleich im Wagen Mit; packen Sie an, Parsunke." Dr. Severin sagt zu allem ja, noch immer verstört von dem ganz unfaßbaren Dufet. „Sie sammeln Wider, Herr Leinfelder?" „Was heißt sammeln? Man tapeziert eben so seine Zimmer. Mal hat man Glück, mal Pech. Von dieser Dame wollen wir das erstere hoffen. Ich empfehle mich, Herr Dotier." „Gut Fahrt, Herr Leinfelder. Sie entschuldigen mich, ich habe zu tun." Draußen vor dem Wagen holt LeinfeDer seine Brieftasche hervor. Er überreicht Parsunke einen Hundertmarkschein ,Lsch denke, so ist es recht. Ich will keine Schulden haben. Wir sind quitt." „Sie sind ein ausgekochter Teufelsbraten, Herr Leinfelder", grinst Parsunke respektlos. Der Architekt überhört diese Frechheit und das Auto rollt vornehm davon. Der zurückgelassene Parsunke kratzt seine Vogelnase und vertiert sich in Betrachtungen: „Verrückt is die Welt! Da hat dieser Severin sowas Piekfeines im Haus — und weiß es nicht. Das ist die Strafe für's Raus schmeißen. Und der andere? Das ist ’n schofler Hund. Hundert Märker sind schofel für so ’nen Tip. Und wie schnell er mir wegbezahlt hat, der Schuft!" 9. Kapitel. eine goldene Schlange auf den Achselstücken und unterhält sich mit Oberlehrer Weinzierl und Bürgermeister Heller. Die Reden sind vorüber, es ist gut gegangen, und nur der Schmied Schladerer ist einmal stecken geblieben. Die Verlosung ist vorbei, und Dr. Severin hat eine Wichsbürste und einen Farbendruck ,Kriegers Abschied" gewonnen. Hörmanns ßma, ein blonder, üppiger Flederwisch, macht dem Doktor verliebte Augen, aber der bemerkt das gar nicht. Der ist wie'die andern alle gespannt auf den Höhepunkt der Veranstaltung, den Film. In diesen Film setzen vor allem zwei Herren große Erwartungen, Dr. Severin und Oberlehrer Weinzierl. Der eine, weil Maria Fabri sich dann präsentieren wird, der andere, weil das Arrangement mit dem Film sein Verdienst ist. Am Saal- ausgang zapft Herr Schühlein, einer von den drei- zehn Wirten Eschelbrunns, ein frisches Faß an, was nicht ohne Lärm und Gepolter von statten geht. Im Hintergrund schraubt der fremde Herr an dem Vorführungsapparat herum und ersucht den Gendarm Hä'berlein, er soll jetzt das Rauchen verbieten. Eine Kellnerin zwängt sich zu Dr. Severin durch; denn draußen fit eine Frau in gesegneten Umständen ohnmächtig geworden. Severin seufzt, flucht im Stillen, weil das gerade jetzt passieren muß, und schiebt sich dann an Herrn Muggenthalers Bauch vorbei zum Ausgang. Er horcht ein wenig an der Patientin herum, die schon wieder mobil ist, und läßt sie nach Hause schaffen. Dann bohrt er sich wieder zu seinem Platz durch. Der Meßnerpeter steht ehrerbietig auf, um Severin vorbeizulassen, und der Landwirt Hahn, schon leicht angeschneit, lobt des Doktors Kunsffertigkeit mit lauter Stimme. Die Hörmann Lina verdreht sich den Hals, und der Bürgermeister prostet ihm zu — einfach nett sind die Leute zu ihm, man kann es nicht anders sagen. Und dann wird es dunkel. Der Film spielt in Wien, hat einen wehmütigen Titel und viele Kassenerfolge hinter sich. Er ist einer von den ausrangierten, flimmert abscheulich und zuweilen reißt der Zelluloidstreifen. Fräulein Maria Fabri rangiert in der Darstellerankündigung nicht als Star, zum Verdruß von Oberlehrer Weinzierl, sondern unter „Ferner wirken mit". Sie fä)rt als muntere Bardame einen beleibten, älteren Herrn, der zum Gaudium der Eschelbrunner Burschen große Aehnlichkeit mit Bäckermeister Silber- Horn yctt, zwei Akte lang an der Nase herum — sie macht das sehr drastisch — und dann fit ihre Bedeutung für das Stück erschöpft. Der Dichter hatte es so beschlossen. Die jungen Leute lachen un- ,TCIU dulua, „u -------Bewegung zur Abwehr, und so erreicht ->o- Leder steht, den Ball annimmt und sofort mit unheimlich unbehindert das Siel. Die Freiwillige Sanitätskolonne von Efchelbrunn feiert Gründungsfest. Der große Poffiaal, gerappelt voll, ist mit Tannengrün und Fähnchen geschmückt. Durch eine dicke Lust von Tabaksrauch und Mer- dunst schallt Lärm, Ausgelassenheit und das Klappern von Bierdeckeln. Dr. Severin, heute in Uni- , ..... form, sitzt am Ehrentisch dicht vor der Bühne, hat geniert und prusten heraus. 16./17. September 1959 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) r. 217 Drittes Blatt (Genaue Anschrift des Bestellers) mgen (Feldpostanschrlst genau angebm) Oie Äezugsrechnung zahlt: inen werde, n der 1*5 muh, Worte rba. id und ldpost- .. Auch resoer« lurbe feiine Einrichtung angeordnet. Daß diese Raßnahrne, mit weit vorausjchauendem Blick ge- plant, gut und segensreich ist, erwies sich bereits Jm ersten Tage der Tätigkeit dieses neuen Amtes. 3'öem Volksgenossen wurde mit gerechtem Maß das Seine zuerkannt und gesichert, so daß jedermann die Gewißheit hat, nach Recht und Gerechtig- ftit seinen lebensnotwendigen Bedarf zu erhalten. allen Volksgenossen unserer Stadt die Schätze der dramatischen Weltliteratur in vorbildlicher Bühnengestaltung darzubieten. Es war unser Bemühen, nicht nur zur Unterhaltung oder zur Vertreibung der Langeweile beizutragen, sondern die Traurigen aufzuheitern, die Müden zu neuer Arbeit zu begeistern, den Suchenden neue Wege zu innerer Erfüllung zu zeigen und den Zweifelnden neue seelische und geistige Kräfte zu eröffnen. Wir glauben, daß die höchste Ausgabe des Theaters darin besteht, allen Volksgenossen neue Lebenskraft für ihr all- Taten erhebt. Damit stellt sich das Theater in die vorderste Front der deutschen Soldaten. Es kämpft um die Erhaltung der deutschen Kultur, es kämpft um die Größe des deutschen Volkes, es kämpft um den kraftvollen, mutigen deutschen Menschen. In diesem Kampf brauchen wir Sie als die Träger unseres Theaters. Wir haben unsere Kräfte aufs äußerste angespannt, um Ihnen das zu bieten, was Sie in diesen Tagen suchen. Kommen Sie zu uns, besuchen Sie unsere Aufführungen, bestellen Sie eine Platzmiete. Es sind alle Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Ihnen zu einem ungestörten Genuß der herrlichen Werke deutscher Kunst zu verhelfen. Wir beginnen die neue Spielzeit am Freitag, 29. September, mit Hebbels „Agnes Bernauer'. Wir bitten Sie, Ähre Platzmiete umgehend anzumelden, damit wir Ihnen gute Plätze sichern können. beiden letztgenannten Fällen die Zustimmung eingeholt werden. Eine Kündigung ist ohne Zustimmung des Arbeitsamts nur dann zulässig, wenn die beiden Beteiligten sich über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses einig sind, wenn ein Betrieb stillgelegt werden muß, wenn ein zur Aushilfe oder Probe Beschäftigter innerhalb eines Monats entlassen wird oder wenn die Beschäftigung nur in gelegentlichen oder geringfügig bezahlten Arbeitsleistungen bestand (bis zu einem Drittel des Ortslohnes), die nicht krankenversicherungspflichtig sind. Wer hiernach ohne Zustimmung des Arbeitsamtes kündigen darf, hat aber die Pflicht, sich unverzüglich nach seinem Ausscheiden beim Arbeitsamt zu melden. Die neu eingeführte Meldepflicht aller frei gewordenen Arbeitskräfte sichert dem Arbeitsamt den vollständigen Ueberblick über den Arbeitsplatzwechsel. Es liegt im Interesse jedes Betriebsführers und jedes Beschäftigten, die neuen Vorschriften genau zu beachten, da Verstöße gegen die Verordnungen ober Umgehungen der Bestimmungen bestraft werden. wiesen, Verstöße zu verfolgen. Auf die auf allen Bahnhöfen ausgehängte Bekanntmachung „211 a r m" sei besonders aufmerksam gemacht. Oberregierungsrat i. 2R. Heß t« Am gestrigen Freitag ist im Alter von 62 Jahren der Oberregierungsrat i. R. Dr. jur. August Heß nach längerem Leiden gestorben. Der Verewigte war in Gießen geboren. Er be* suchte hier die Vorschule und bis 1895 das Gymnasium. Dann studierte er in Gießen, Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft. Im Sommer 1898 legte er sein Referendarexamen ab. Seine weitere Ausbildung erhielt er bei den Gerichten in Butzbach und Gießen, beim Kreisamt in Mainz und böi-h einigen Rechtsanwälten. Danach bestand er sein Staatsexamen upd promovierte. Nach längerem Aufenthalt in England und Frankreich war er von 1905 ab als Regierungsassessor an verschiedenen Kreisämtern tätig. Vom 15. April 1912 bis 1. März 1920 wirkte er als Regierungsrat und Kreisamtmann beim Kreis amt in Lauterbach, dann kam er als Regierungsrat an das Kreisamt Gießen. Hier erfolgte später seins Ernennung zum Oberregierungsrat, bis er im Sommer 1933 nach Darmstadt in die Verwaltung der Hessischen Drandversicherungskammer versetzt wurde. Dor einigen Jahren kehrte er nach seinem Uebertritt in den Ruhestand nach Gießen zurück. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Regierungsrat und als Oberregierungsrat bei dem Kreisamt Gießen widmete er sich mit besonderer Liebe auch der Arbeit für das Rote Kreuz, das in ihm einen allezeit tatfrohen Förderer hatte. Durch feine Amtstätigkeit kam er auch mit weiten Bevölkerungskreisen in Stadt und Land in Berührung, denen er im Rahmen seiner Möglichkeiten immer gerne mit Rat und Tat beistand. Bei seinen Mitarbeitern im Kreisamt und bei zahlreichen Volksgenossen, die mit ihm durch sein Amt, durch das Rote Kreuz oder durch andere Körperschaften und Vereine in Berührung kamen, genoß er alle Wertschätzung, die auf seinem freundlichen Wesen, M- :rnte gibt iut iere5 alten ünb. ’ als uerii * legen, t ■ M: Lever Wechsel des Arbeitsplatzes genehmigungspflichtig. Meldepflicht für freiwerdende Arbeitskräfte. MMposMM des SieSemMeigels hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und Arbeitsdienstmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! - Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen ober Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt. Aus der Stadt Gießen. Zwei Wochen Crnährungöamt. Am morgigen Sonntag vollendet sich die zweite Woche des Wirkens des Ernährungsamtes. Völlig lüieimartet vor der breiten Oestentuchkeit und aucy ö0n den mit dieser Arbeit betrauten Beamten An den Betlag des Siebener Anzeigers. Sieben Versenden Sieden GießenerAnzeiger zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat unter folgender Anschrift: flügelschlagend und schreiend voraus. Und aus allen Höfen wurden wir herzlich begrüßt. Wir fuhren dann weiter nach dem Forsthaufe Lindenberg. Durch unabsehbar-flache Felder ging die Fahrt, wieder dem Walde zu. Das Nadelholz drängte schon langsam vor, die Nähe der Tuchler Heide meldete sich damit an, jener Heide, die wohl zu den schönsten Heiden Deutschlands gehörte. , Dann lud uns das Forsthaus Lindenberg em. Das war kurz vor dem Weltkrieg. Westpreußen ist eine mächtige Waldprovinz, aber ber Wald wird immer wieder von breiten, bebauten Strichen Landes unterbrochen. Wie gewaltige Flächen sind diese ernsten Dörfer und ihre anliegenden weiten Feldern aus den Wäldern herausgeschnitten. , . _ .. ,, Der Gang der Jahreszahlen gcht rote ein Gedicht über das westpreußische Land hin. Auch die Winter sind von unbeschreiblichem Zauber. Bis nahe an die Häuser tritt in den strengen Wintern das Getier des Waldes heran. Wie dieses Forfthaus Lindenberg, so ist das ganze Land ein Märchen aus Wald und Feld, in hinreißend schöner Harmonie aufgebaut. Walter Schimmel-Falkenau. Besucht Vas Stavttheater! Don Dr. Hannes Razum, stellv. Intendant. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Sensationsprozeß Casilla". Tageskalender für Sonntag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Sensationsprozeß Casilla". Beim Aufenthalt auf Bahnhöfen beachten. Eisenbahnanlagen gehören zu besonders luftgefährdeten Teilen eines Ortes. Es liegt daher im eigensten Interesse der Bevölkerung, derartige Gebiete nur aufzusuchen, wenn dies notwendig ist. Es muß also jeder unnötige Publikumsverkehr auf den Bahnhöfen unterbleiben. Die Züge werden durch Herabsetzung der Beleuchtungsstärke und durch Zuziehen der Vorhänge verdunkelt. Es ist im Interesse der Sicherheit der Reisenden unbedingt erforderlich, daß diese Verdunkelungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Das Zugbegleitpersonal ist ange- .W hten W jtfjrieW ollte tfcnöun* Wbol' lrupPet1 tu vek' eiE unfl ö.e o eifl die^ nur um , A Auf einem Bergrücken liegt es wie eine uralte Festung mit Mauern und Wehrtürmen: Püschen, ein altes deutsches Bollwerk gegen polnische Machtgier. Eine Erinnerung und zugleich ein Wahrzeichen. Seit Jahrhunderten. Reiche Dörfer ziehen sich hm, wie beispielsweise Skalung, Jordansmühle, Golkowitz, Dörfer, deren Mittelpunkt der Herrensitz ist, schloßhast ragend. Donnernd fahren die Züge durch das Land, kohle- tragend, güterbringsnd. , Dunkelgrün wie fette, unendliche Wiesen leuchten die Rübenfelder. Die Dörfer sind wie Obstgarten, unter den tragenden Wipfeln blühen die Beete. 21uf- recht sind die Menschen, arbeitsfam, bis zum letzten Mann, bis zur letzten Frau voll und ganz im Diente bes reichen Landes. Die Erntefeste sind Jubetiage. Die breiten Dorfstraßen hallen wider vom Lärm der Erntefuhren, die Maschinen donnern, die Scheunen erzittern unter ihrer Arbeit. Gespann um Gespann ist von früh bis tief in die Abende hinein zur Zeit der Ernte unterwegs. _ Freundlich und sauber sind die Gehöfte, und Feiertage sind für ihre fleißigen Bewohner die Tage der Stadtfahrt, in besonderen Fallen nicht nur m die Kreisstädte wie Kreuzburg oder Rosenberg oder Oels, sondern nach 'Breslau. Das landwirtschaftlich so reiche mittelschlesische Land hat hier an der Grenze im Often em bezwm- aend tindrucksvolles Bild deutschen Bauernsteißes geschaffen, hier an dieser Grenze im Osten, wo sich nach dem Süden hin allmählich die mächtigen Kiefernwälder Oberschlesiens zu ihrer Wanderung auf- richten und so weiter, über die Grenze hinaus das Lmd unter der schlechten Pflege feiner pofe]toen Besitzer immer mehr verwildert und verwahrlost. Idyll in Westpreutzen. Es ist überall das gleiche, fruchtbare Land wie »ftlich von Kreuzburg. Leicht gehügelt dehnt es sich. I Feld stoßt an Feld; in den Sommern ist das Land in der-Grenze hell im Scheine der reifenden Jtog« »en- und Weizenfelder. Waldstücke unterbrechen die Flucht der Felder« bald MijchMald^ bald z Greifen. in der Zentrale der Bevölkerung alle Beratung und Aufklärung zuteil, es empfiehlt sich aber, stets zunächst die Bezirksgeschäftsstelle aufzusuchen. In den letzten Tagen hat das Ernährungsamt allen Haushaltungen Formulare zugehen lassen, die als Antrag auf Ausstellung eines Personal-Ausweises für die Zuteilung von Lebensmittelkarten dienen sollen. Diese Formulare sind bis zum heutigen Samstag auszufüllen und den BeZirtsgefchäfts- stellen des Ernährungsamtes einzureichen, damit sie die Grundlage für die Ausfertigung der neuen Bezugsscheine bilden können. Etwa zu Ende der nächsten Woche werden die Ausweiskarten mit den neuen Bezugsscheinen für die Haushaltungen bereitliegen. Damit wird die organisatorische Grundlage für die Versorgung während der weiteren vier Wochen nach Ablauf des jetzigen Scheines vorhanden sein. - Wie bisher, werden unsere Hausfrauen im Besitze der neuen Ausweise auch künftighin alle ihre Käufe mit Ruhe und Gelassenheit vornehmen können in dem Bewußtsein, daß dank der weisen Vorsorge für alle stets der Tisch gedeckt ist. Donnernd fährt der Zug über ine Weichselbrucke b»i Thorn der Festung. Die kleinen sauberen Hauser der deutschen Stadt bilden gepflegte Straßen, große Plätze, einen weiten Markt inmitten des Deicht- Jagdwagen Onkel Gechands der uns von der Bahn abhatte, fuhr uns bald aus der Stadt hinaus, in das schwermütige westpreußische Land hinein. Wälder warteten auf uns, L°ub- und Na- höthnij nt reichem Nti schwalb vereinigt. Breit führte d-? W/g Ündurch uÄ mächtige Wpfel bildeten ^U^°"dann°'d°s Darf, Lonkarfz htetz « Sang- ^streckt wie alle Dörfer im Osten, Gehöfte vielfach aus rotem Backstein. Stattliches Vieh auf den Weiden pralle Schweine an den dampfenden Mist- Hamen.' Hübner. Gänse und Enten ragten uns unb ichde. ■frtttn [ der über. ' i, die! tägliches Dasein zu schenken. Diese Aufgabe ist in der Gegenwart noch größer geworden. Denn wer könnte heute auf die tiefen Kraftquellen verzichten, die in den Werken unserer Dichter und Musiker verborgen sind? Hier finden wir Trost und Ermutigung, hier erwächst uns Freude und Glück, hier erheben wir uns an den heldenhaften Gestalten der Dichtung zu eigenem Heldentum und zu starker männlicher Bewährung. Mut und Kraft, Heldentum und Große aber brau= I 2iefe Gewißheit hat denn auch sofort allenthalben vol- Ä t le- Vertrauen und vorbehaltlose Zustimmung zu den z, Nnährungswirtschaftlichen Maßnahmen der Staats- 1*€r< I fthrung ausgelöst und damit besonders unfern S'c' : Hausfrauen das beruhigende Bewußtsein gegeben, I diß sie sich um die Versorgung ihrer Familien mit L" fcni ausreichenden Bedarf für das tägliche Leben mi0, künerloi Kopfschmerzen zu machen brauchen. Ja, 8 in zahlreichen Fällen ist es sogar so, daß viele l. I gamilien in mancherlei Lebensrnitteln und bezugs- -r I Minpflichtigen Bedarfartikeln mehr bekommen, als W \ fj, vorher bei der regulären Deckung ihres Bedarfs Ä i eingetauft haben. Diese Tatsache wurde schnell er- U! 1 ftnnt und fand ebenfalls volle Zustimmung, weil I « auf diese Weife ermöglicht wird, in mancherlei olden r f -■ - • ' -........r-..........v Die Umstellung der Wirtschaft auf die Kriegsaufgaben hat es notwendig gemacht, daß der gesamte Arbeitsplatzwechsel von den Arbeitsämtern erfaßt und planmäßig gesteuert wird. Die Verordnung des Ministerrates für die Reichsverteidigung vom 1. September 1939 und die dazu ergangene Durchführungsverordnung vom 6. September 1939 bestimmt deshalb, daß alle Einstellungen von Arbeitskräften und alle Kündigungen der vorherigen Zustimmung des Arbeitsamts bedürfen. Eine Künbigung, die ohne diese Zustimmung erfolgt ist, ist rechtsunwirksam, gleich, ob sie vom Betriebsführer oder vom Beschäftigten ausgesprochen wurde. Die Bestimmungen gelten sowohl für die Beschäftigung von Arbeitern, Angestellten und Lehrlingen als auch von Praktikanten, Volontären und sogar mithelfenden Familienangehörigen. Ein Zustimmung zur Einstellung ist nur dann nicht erforderlich, wenn Kräfte von Betrieben der Landwirtschaft, des Bergbaues und von Haushaltungen mit Kindern unter 14 Jahren neu beschäftigt werden sollen; zur Einstellung von bisher in der Landwirtschaft Tätigen muß jedoch auch in den Rund um den Souffleurkasten. Devrienk wollte die klassischen Rollen, die er schon viele Male gespielt hatte, und auswendig konnte, ohne Souffleur spielen. Diesem Wunsch des Künstlers, daß der hilfsreiche Geist im Kasten ganz verstummen sollte, wenn er die Bühne betrat, konnte jedoch nicht immer entsprochen werden, da die Mit- Spieler Devrients den Anschlag brauchten. Als Deorient nun bei einer Aufführung der „Braut von Messina" sich durch den Souffleur gestört fühlte, bedeutete er ihm auf verschiedene Welse, daß er den Mund halten solle. Schließlich ging er bis nahe an den Kasten heran und sagte halblaut: „Schiller? Schiller!", womit er andeuten wollte, daß man ScMer auswendig können müsse. Und der Souffleur wagte nicht mehr, auch nur den leisesten Ton von sich zu geben. Da wollte es er Zufall, haß Deorient steckenblieb und doch den Anschlag brauchte. Er zögerte die Szene hin uitd wartete vergebens auf den Einhelfer. Schließlich fah er den Souffleur durchdringend an und sagte ermunternd: „Nun, nun!" Anstatt zu soufflieren gucfte der Souffleur aus seinem Kasten freundlich lächelnd zu dem Künstler empor und sagte leise: ,'Schmer. Schiller!" ... Schließlich hatte ex aber doch Er- Hinsicht einen guten Ausgleich vorzunehmen und damit die Gesamtversorgung in vollkommen aus= rnchendem Maße zu befreiten. Nach dem Verlauf dr beiden ersten Wochen der bezugsscheinpflichtigen Versorgung kann man jedenfalls die erfreuliche Feststellung machen, daß der nunmehr schon seit Sagen in allen Teilen gut eingelaufene Apparat vidungslos funktioniert und sein Wirken zur all- «meinen Zufriedenheit aller vernünftig und gerecht Unkenden Volksgenossen verläuft. In Gießen mußte, wie überall, die Organisation fcs Ernährungsamtes geradezu aus dem Boden gsttampft werden. Durch die weitschauende Agrar- und tzrnährungspolitik des Relchsbauernführers, Reichs- irinifters Darre, war auch für diese Maßnahme in der von ihm geschaffenen Marktordnung In ausgezeichneter Weise der Grund gelegt worden, |o daß der Apparat über Nacht entstehen konnte. Zaum war die Anordnung der Reichsregierung ergangen, so wurde mit aller Beschleunigung der lrganisatorische Unterbau in seinen wichtigsten Tei- In geschaffen. Am Montag, 4. September, früh- rorgens, konnte man das in der Nacht vorher irganifierte Ernährungsamt bereits an der Arbeit schen. Es ging zwar in den ersten Stunden etwas hastig und durcheinander, aber noch ehe es Mittag tturbe, lief der Apparat bereits in guter Weife auf rollen Touren. Im Sitzungssaal der Ratsherren uar die Zentrale des Amtes eingerichtet worden, der iann im Verlaufe des weiteren Aufbaues in einigen mgrenzenden Zimmern die Vervollständigung folgte. Das Bezugsscheinverfahren bürgerte sich außer- rrdentlich schnell ein, da jedermann erkannte, daß in den Geschäften alles zu haben war, was nach tem gerechten Maß zufteht, und vor allem, daß Einerlei Grund zu irgendwelchen Angstkäufen vorhanden war. Diese Gewißheit hat sich im Verlaufe ier beiden Wochen noch mehr verbreitet, so daß es |?ute für jedermann felbftverständlich ist, daß er an rdem Tage und überall auf seinen Bezugsschein as erhält, was zu feiner Versorgung erforderlich fit, und daß er zu keiner Zeit irgendeine Besorg- ' ris zu hegen braucht, die zu Angstkäufen Anlaß töte Um der Bevölkerung die Sache weiter zu erleichtern, hat unser Gießener Ernährungsamt schon nach wenigen Tagen die gute Einrichtung der Be- ürksgeschäftsstellen geschaffen, damit die Volksgenossen bei Wünschen und Anfragen nicht immer den Veg zum Stadthaus in der Bergstraße zu machen brauchen, sondern möglichst nähe gn ihrer Woh- rung Gelegenheit finden, sich nach jeder Richtung Hn aufklären zu lassen bzw. ihre Anträge in bequemer Weise vorzubringen. Die Dezentralisation । ber Verwaltungsarbeit hat sich als sehr zweckdien- ?ch erwiesen. Selbstverständlich wird nach wie vor barmen mit 'Devrient und half ihm aus der 23er* legenheit. Auch der Schauspieler Döring behauptete immer, daß er den Souffleur nicht brauchte, während er in Wirklichkeit von dem Einhelfer abhängiger als irgend ein anderer war. Ueberaü wo er gastierte, war darum sein erster Weg der zum Souffleur, dem er folgende Weisung gab: „Mein Lieber, ich brauche Sie gar nicht. Ich habe meine Texte ganz sicher. Geben Sie mir darum von jedem Satz nur das erste Wort sehr scharf, den Mittelsatz recht deutlich und dann noch das Verbum —ja, das Verbum! Und dann noch vernehmbar den Ansatz zum Schluß!" C. K. Hochschulnachrichten. Ernannt wurden zum außerplanmäßigen Pro* fessor die Dozenten: Dr. med. habil. Günther B u - delmann in Hamburg; Dr. med. habil. Heinrich yj einlein an ber Universität Bonn; Dr. med. habil. Hans Hellner in der Medizinischen Fakultät der Universität Münster; der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. phil. habil. Heinz Kirsch* bäum in Aachen; die Dozenten Dr. med. habiL Johannes Ko ch in Halle (Saale); Dr. phil. habil. Robert Mertens in Frankfurt a. M.; Dr. med. habil. Heinz O e 11 e l in Berlin; Dr. Peter Paulsen in Berlin; Dr. med. habil. Arthur Pickh a n in Berlin; Dr. med. habil. Helmut Richter in Erlangen; Dr. med. habil. Heinz-Gerhard Riecke in Kiel; Dr. med. habil. Bernhard Simons in Jena; Dr. med. habil. Gustav Störring in Göttingen; Dr. med. Odorico v. Susani in Graz; Dr. phil. und Dr. med. habil. Hags Vogel in Hamburg; Dr. phil. habil. Theodor W a g n e r -, I a u r e g g in Frankfurt a. M.; Dr. phil. habiL Hermann Wenzel in Kiel. Es ist übertragen worden: dem ao. Professor Dr. med. Amr eich in Innsbruck der Lehrstuhl für Geburtshilfe an der Universität Wien; dem Professor Dr. Ludwig Bergmann der Lehrstuhl für Physik an der Technischen Hochschule Breslau; dem städtischen Klinikdirektor Ormed Fünf* gelb in Magbeburg der Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universität Köln; bem Stabtbaurat Bruno Lehnemann in Stettin der Lehrstuhl für Städtebau an der Technischen Hochschule Hanno* ner; dem Oberreichsbahnrat Wilhelm Staufer in München der Lehrstuhl für Eifenbahnmafchinen- wesen an der Technischen Hochschule Breslau; dem Oberregierungrat Otto U h d e n der Lehrstuhl für landwirtschaftlichen Wasserbau an der Technischen Hochschule Hannover* Das Gießener Stadttheater hat in den vergange-1 chen wir dringender als je in diesen großen Tagen, ncn Jahren seine höchste Aufgabe darin gesehen,' da Feindschaft und Haß uns entgegenschlagen und ~ v t unser deutsches Volk sich zu neuen weltgeschichtlichen Oeuisches Land im Osten. In den ostoberschlesischen Wäldern. Wie ein ferner Gesang hinwandernder Wälder IIfliegt das feierliche Rauschen der Kiefernwipfel über ler Landschaft nördlich des oftoberschlesi chen Industriegebietes. Kleine Dörfer find in diese unend- üchen Äälder eingebettet. Dörfer, deren Bewohner vornehmlich vom Walde leben. Frauen und Man- ‘ ner arbeiten in den Kulturen und sind unter Aussicht der Forster mit den Walbarbelten beschäftigt, ; mit bem Stecken der Pflanzen, dem Bauen der 33ege, den Arbeiten in den Schlägen. Der Kulturball vereint sie alle im Spätsommer um Feste. Das kleine Dorfgasthaus kann dann die Menge der Fröhlichen gar nicht fassen.- Eine be- cheidene Dorfmusik spielt bis in die tieje Nacht Yin- j (in zum Tanze auf. . Etwas Verträumtes liegt über diesem deutschen, waldreichen Lande und etwas Verträumtes he^t euch in den Augen seiner Bewohner. Weit, fast endlos scheint es, führen die Wege durch die Forsten, i 'rindige Wege, in denen die Räder der schweren Wagen mahlen. _ Weiche Lieder klangen durch die Abende. Die Dörfer sind nicht reich. Hühner, Enten und Ganse »eleben die Dorfstraße, Pferde und Kühe sind selten । und bedeuten Wohlstand. , . , . x Die Winter freilich sind still, tiefvereinsamt und voller Schnee. Die Spinnräder schnurren, h^r uno i da noch ein Webstuhl, dessen Schiffchen leine Reise macht, und um Spinnrad und Webstuyl ! itzen Frauen und Mädchen in ihren weihen ftop.i5 ! üchern und fingen alte Lieder ober hären zu, rote I eine Alte erzählt. Man geht hierzulande m Den langen, tiefen Winterabenden gern „zum Lichten iueinanber. ... .. . I, Sommer und Winter aber steht über diesen Wai- ' d-em des ostoberschlesischen Landes ein Heller, I^u- bin strahlender roter Schein am Himmel: Das lodernde Zeichen der Gruben, des Industriegebietes, b-es Kohlenlandes, das Zeichen der Städte Beuthen, Tleiwitz, Kattowitz und Könrgshütte. Deutsches Grenzland in Mittelschlesien. sieht schau, n dar ! solche tifeln! I Zwei- n| st er. n der renze. Gifte r gründ * scher wil« Bec Optiker am Balmhaf Ein Appell zur strengsten Verkehrsdisziplin (Nachdruck verboten!) 34 Fortsetzung. m-ap« seinen vortrefflichen Charaktereigenschaften und seiner allezeit hilfsbereiten Gesinnung begründet war. Dem Heimgegangenen wird daher in weiten Kreisen der Bevölkerung unserer engeren Heimat ein dankbares Andenken bewahrt werden. Noch immer verwirrt vor Ueberraschung, andererseits aber mit klopfendem Herzen in der Erwartung des Kommenden folgt Joachim dem Alten. „Wir suchen uns ein Abteil in der Mitte des broke ... Gott sei Dank! ... „Komm! Und fetze gefälligst deinen Hut auf, damit sie dich nicht noch im letzten Augenblick schr— pen!" befiehlt Friedrich Hellmers und geht voran. Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. Alles ernten? Eine so reiche Gemüse- und Obsternte, wie sie dieses Jahr gebracht hat, verführt leicht dazu, das Abernten nicht mit der Genauigkeit durchzuführen wie in anderen Jahren. Man hat ja — so ist die Ansicht vieler Gartenbesitzer — schon so viel -geerntet, daß es auf ein paar Früchte, die am Baum oder aus den Beeten bleiben, nicht mehr antommt. Ob ein hoher oder niedriger Ertrag, im Garten ist alles bis aufs Letzte abzuernten, ganz besonders in der heutigen Zeit, in der wir uns über jede gute Ernte dopvelt freuen wollen. Haben wir gerade in den Erntewochen selbst Ueberfluß an Obst, so finden wir bestimmt im Bekanntenkreise freudige Abnehmer. Selbst Mangel an Zeit ist kein Grund, das Obst nicht völlig abzuernten. Wie gerne wäre zum Beispiel mancher Familienvater bereit, bei der Ernte mitzuhelfen, wenn seine Arbeitszeit in Form von „überflüssigem" Obst bezahlt würde, das seine Kinder mit Vergnügen essen. Was nicht sofort verzehrt wird, wird eingekocht oder in Form von Dörrobst und Dörrgemüse haltbar gemacht oder zu Marmelade, verarbeitet. Im Winter freut man sich doppelt, nrtnn man den Küchenzettel abwechselungsreicher gestalten kann. Darum: Alles ernten und für unsere Ernährung verwenden! Die Zeit der Obstversteigerungen. Die Obstversteigerungen in den Dörfern der näheren und weiteren Frankfurter Umgebung, aber auch die Versteigerung des Obstes an den Reichsund Landstraßen hat begonnen. Da die Spätobsternte überall gut ausfällt und die Nachfrage nicht nur vom Handel, sondern auch von privaten Stei- gerern groß ist, können die Gemeinden und die übrigen Baumbesitzer schöne Einnahmen buchen, die einen gewissen Ersatz für d-en völligen Ausfall der Obsternte im vergangenen Jahre bieten. Durch Dorschätzungen fyat man bei vielen Versteigerungen dafür gesorgt, daß das Obst zu einem erträglichen Prelis abgegeben und nicht sinnlos hincvufgesteigert wird. Neuregelung des Milchverkaufs und der Landbutterberstellung. NSG. Die Hauptvereinigung der deutschen Milch- und Fettwirtschaft hat durch eine Anordnung vom 6. September 1939 eine für das gesamte Relchsgebiet geltende Regelung getroffen, nach der sämtliche Genehmigungen, die Milcherzeugern für den Verkauf von Milch ab Hof durch die Milch- und Fettwirt- schaftsverbände erteilt wurden, ungültig sind. Nur diejenigen Erzeuger sind in Zukunft berechtigt, Vollmilch ab Hof zu verkaufen, die eine neue Genehmigung durch den Milch- und Fettwirtschafts- verband erhalten. Diese Erzeuger sind verpflichtet, die Bezugsscheine von den Verbrauchern einzuziehen und an von den Ernährungsämtern zu bestimmenden Terminen (wöchentlich, 14tägig oder monatlich) an die Ernährungsämter abzuführen. Alle übrige Milch ist, soweit sie nicht im Betriebe des Erzeugers zur Selbstversorgung benötigt wird, an ine zuständige Molkerei abzuliefern. Entgegen den bisherigen Anordnungen über die Milchablieferungspflicht ist es ferner den Milch- erzeugern heute nicht mehr gestattet, Landbutter zum eigenen Bedarf herzustellen. Sämtliche Milch- erzeuger sind heute verpflichtet, die für ihren Betrieb benötigten Buttermengen ausschließlich von ihren Molkereien zu beziehen. Die Herstellung von Landbutter kann nur dann erfolgen, wenn seitens des Milch- und Fettwirtschaftsverbandes im Einvernehmen mit dem Ernährungsamt (Kreisbauernschaft) eine Genehmigung hierfür erteilt wurde. Es kann sich hier aber nur um Ausnahmefälle handeln, die ihre Begründung in der Unmöglichkeit der Milch- erfasfung finden. lassen werden dürfen, eine rote Schlußbeleuchtung führen müssen. Es genügt eine kleine Lampe, die selbstverständlich nach oben abgeschirmt sein muß. — Dem Huhgänger kann nicht oft genug eingeschärft werden, daß er die Fahrbahn nur dann betreten soll, wenn sich kem Fahrzeug nähert. Lieber einige Sekunden länger auf dem Bürgersteig warten, als direkt in den Tod hineinzulaufen. Es ist sehr schwer, die Entfernung und das Tempo eines herankommenden Kraftwagens oder Radfahrers bei völliger Dunkelheit abzuschätzen. Das Ueberqueren des Fahrdammes soll nach Möglichkeit nur an Straß en kreu- jungen erfolgen, da hier der Fahrzeuglenker nut ganz besonderer Aufmerksamkeit fahren muß. Insbesondere bei der Verdunkelung empfiehlt es sich — wie auch sonst — auf freier Landstraße links zu gehen. Dadurch kann entgegenkommenden Fahrzeugen leicht ausgewichen werden, und durch Heber« holen der Fahrzeuge sind die Fußgänger auf der linken Straßenseite sowieso nicht gefährdet. Der Appelle zur strikten Verkehrsdisziplin sind genug an die Öffentlichkeit gerichtet. Es gibt jetzt nicht mehr die Ausrede, die Verordnungen nicht zu kennen, und auch mit einem Hinweis auf angebliche Unklarheiten kann sich heute feiner mehr rein waschen. Bremswirkung überprüfen können. Durch den Wegfall der Straßenbeleuchtung gibt es keine Laternengaragen. Wer fein Fahrzeug nicht auf einen Parkplatz oder abseits der Straße abstellt, sondern auf der Fahrbahn stehen läßt, muß es unter Beachtung der Verdunkelungsmaßnahmen beleuchten, darf jedoch auch hier kein blaues Licht benutzen. Verkehrswichtige Straßen müssen unbedingt von parkenden Fahrzeugen freigehalten werden. — Auch für die Radfahrer gilt die Warnung, vorsichtig und mit einer den Verhältnissen angepaßten Geschwindigkeit zu fahren. Sie dürfen nicht darauf losbrausen im Glauben, schnell und sicher ausweichen zu können, um an der nächsten Ecke auf einen Fußgänger raufzubrummen. Spazierfahrten während der Dunkelheit sind zu unterlassen, und den Ausflüglern wird dringend empfohlen, ihre Heimfahrt noch vor Eintritt der Dunkelheit beendet zu haben. Die Eltern müssen mit aller Strenge darauf achten, daß ihre halbwüchsigen Kinder während der Dunkelheit nicht den augenblicklichen Verkehrsschwierigkeiten besteht die Gefahr, daß trotz größten Bedarfs an Der« packungsmaterial sich dasselbe mehr als bisher bet den Verarbeitungsbetrieben und Verteilern anhäuft und dort zu verkommen - droht. Dies muß unter allen Umständen vermieden werden. Die Haupt« Vereinigung der Deutschen Gartendauwirtschaft be* müht sich deshalb durch Verhandlungen mit der Reichsbahn die bevorzugte Transportierung von Verpackungsmaterial zu erwirken. Verschiedene Reichsbahndirektionen haben den Wünschen der Hauptvereinigung bereits Rechnung tragen können, in anderen Bezirken wird mit einer Verringerung der Beanspruchung der Reichsbahn der Transport von gebrauchtem Verpackungsmaterial ebenfalls erleichtert werden. Bis dahin ist es unbedingt not« menbig, daß die Verarbeitungsbetriebe und Verteiler das gebrauchsfähige oder wieder instandsetz« bare Leergut sorgfältig aufbewahren und vor Verderb schützen. Der dafür benötigte Raum muß unbedingt freigestellt werden. Es ist sicher zu erwarten, daß in kurzer Zeit der Rücktransport des Leergutes überall möglich fein wird, und die Rücknahme zu angemessenen Preisen geregelt ist. Deshalb gebrauchtes Verpackungsmaterial aufbewahren! Gießener Wochenmarktpreije. ♦ Gießen, 16. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Y*x kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 1214, B 12, C 1114, D 10^, Wirsing, 14 kg 4 bis 7, Weißkraut 3 bis 5, Rotkraut 5 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 13 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 20, gelb 15, Erbsen 20 bis 25, Feldsalat, t/io 10 bis 15, Tomaten, 14 kg 10 bis 13, Zwiebeln 8 bis 12, Kürbis 8, Pilze 45, Kartoffeln, 14 kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, 14 kg 15 bis 28 Rpf., Falläpfel 5 bis 7, Birnen 10 bis 25, Pfirsiche 35, Zwetfchen 10 bis 15, Mirabellen 12 bis 18 Rpf., Hähne 1,10 bis 1,20 RM, Suppenhühner 90 Rpf. bis 1 RM., Tauben, das Stück 50 bis 70 Rpf., Blumenkohl 10 bis 35, Salat 5 dis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 wagen, Fahrrädern und anderen Fahrzeugen u n - ter jagt. Wer einen starken Lichtschein übermalen will, kann es mit schwarzer Farbe tun. Während auf freier Landstraße mit Fernlicht (natürlich bei abgedeckten Scheinwerfern) gefahren werden darf, ist es streng untersagt, bei Gegenverkehr und in geflossenen Ortschaften aufgeblendet zu fahren. Du Sitte an Straßenkreuzungen statt durch Hupen durch kurzes Aufblenden Signal zu geben, fällt ebenfalls unter dieses Verbot. Besondere Bedeutung hat Punkt 5 des Appells, der ausdrücklich darauf aufmerksam macht, daß nur mit größter Vorsicht und mit geringer Geschwindigkeit gefahren werden darf. Da der Kraftfahrer jetzt des öfteren in den verdunkelten Straßen fein Fahrzeug auf den Meter zum Halten bringen muß, ist es selbstverständlich, daß Hand- und Fußbremsen vollkommen in Ordnung sind. Die Polizeibeamten haben eine Reihe von Prüfapparaten in die Hand bekommen, durch die sie an Ort und Stelle die Dir bitten unsere Mitglieder der Gießener Ortsgruppen, ihre Beitragsmarken bei nachstehenden Ortswaltungen zu kaufen: Gießen-Nord: Dalltorstraße 16. Sprechstunden: Montags, Mittwochs und Freitags abends von 20 bis 22 Uhr. p , . Gießen-Süd: Friedrichstraße 1. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. Gießen-Ost: Licher Straße 19. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. 58960 Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen-Mille können ihre Beitragsmarken auf der Berwaltungs. stelle, Schanzenstraße 18, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags erhalten. . , ,, . ... Ls ist Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes, ,ich seine Beitragsmarken bei den angegebenen Stellen z' taufen, falls der Kassierer nicht bei ihm kassiert. Die Deutsche Arbeitsfront Kreiswaltung 24 HJetferau Abts. Verwaltungsstelle Gießen. Keine Schweine unter 2 Zentner Lebendgewicht. Für die Versorgung mit Schweinefleisch und -fett ist es unbedingt nötig, daß die Schweine richtig aus« gemästet werden. Tiere, die nicht schlachtreif sind, bedeuten keinen Gewinn für die Versorgung, wenn sie vorzeitig in die Schlachthäuser wandern. Der Leiter des Landes-Ernährungsamtes, Lanüesbauern- führer Dr. Wagner, hat daher angeordnet, daß Schweine unter einem Lebendgewicht von 100 Kilogramm nicht geschlachtet werden dürfen. Für diese zu leichten Tiere werden in Zukunst keine Schlachtscheine mehr aus- gegeben. Sinngemäß gilt diese Anordnung auch für Hausschlachtungen. Hier ist vor Ausstellung des Schlachtscheines das Stück Vieh amtlich zu wiegen und zu kennzeichnen. Der Metzger muß sich den Schlacht- und Gewichtsschein vorlegen lassen. Wo keine Gemeindewaagen vorhanden sind und der Antransport Schwierigkeiten macht, kann ein amtlicher Verwieger bestellt werden. Es muß auch in Zukunft der Dauer, wenn er selbst schlachtet, einen Schlachtschein haben. Im übrigen ist die Fleischversorgung ausreichend. weil niemand da ist, der ihm helfen könnte macht er kurzen Prozeß, holt tief Luft und stößt aus vollem Herzen heraus: „Also .. das ist eine ganz gemeine Schweinerei!" So. Das wäre gesagt. Ihm ist wohler. Er hat sich ja eigentlich eine Rede, sozusagen eine Ansprache, zurechtgelegt, aber die ist zum Teufel. Soll sie's sein! Ihm ist sowieso unheimlich zumute, wenn! er nicht reden kann, wie ihm der Schnabel ge* wachsen ist. Lächelnd sicht Vivian zu dem Alten auf. Dann drückt sie ihn sanft, aber bestimmt in den Sessel, der hinter ihm steht. „So, lieber Morell! Und nun sparen Sie sich alle Formalitäten und reden Sie freiweg ... gerade wie Sie's tun würden, wenn wir zwei in Ihrer Laube im Grünen säßen." „Gott sei Dank!" stöhnt der alte Werkmeister. „Es wäre mir auch höllisch schwer gefallen, eine Rede zu halten, aber die andern meinten, das müsse so sein." „Wer ist denn das: die andern?" „Nu, so ziemlich alles aus ’m Betrieb, was nicht vernagelt ist. Natürlich die Herren Direktoren faselten da was von »schwebendem Verfahren^ und so. Die waren bloß froh, daß sie sich drücken konnten. Aber ich erkläre Ihnen, Mrs. Holgerson, das ist die bloße Schadenfreude! Den Kerlen hat der Doktor immer zu scharf auf die Finger geguckt, darum sind sie froh, daß sie ihn los sind. Das ist der ganze Witz! Aber wir, wir aus dem Betrieb, sind der Meinung, daß da was geschehen muß! Wir können doch unfern Doktor nicht so einfach im Dreck sitzen lasten! Denn daß an dem Gerede von Mord und dergleichen 'fein Wort wahr ist, das merkt doch 'n unmündiges Kind! Die Polizei soll man einpacken! Vivian schießt es feucht in die Augen. Herrgott, was sind das für anständige Kerle, und wie muffen sie »ihren Doktor* lieben! Hier fühlt sie es wieder ganz deutlich: wenn sie Hellmers richtig kennen- lernen will, dann muß sie seiner Arbeit nachspüren. Arbeit und Mensch... sie sind untrennbar miteinander verbunden. Er ist ein Mann, der nicht von sich spricht, dessen Wesen nur in seinem Werk klar und hell wird. Da ist feine ganze Liebe, da lebt und wirkt seine Kraft ungebrochen, da sind sie eins: Mann und Werk! (Fortsetzung folgt«) „Hast du den Paß auch gut weggesteckt? Habe ihn noch auf Vorrat aus Pqris Mitgebracht ... Merk dir bloß den Namen: Renee Dunois, Ge- schäftsr eisender aus Lille. Der Teufel soll dich holen, wenn du auch nur mit der Wimper zuckst! „Du roirjt sehen ..." „Pjsst! Ich kenne deine schlappe Art. Du kannst Mnen alten Hut durch den Zoll schmuggeln ohne 'blaß und zittrig zu werden wie 'ne alte Jungfer..! Der Zug steht schon bereit. Das Reisepublikum ist stark mit Ausländern vermischt, man merkt, daß es die letzte Verbindung zum Boot Harwisch—Hoek van Holland ist. Joachim sieht sich die Augen aus--Pembroke ist nicht zu entdecken. Herr des Himmels, wie soll denn dieses entsetzliche Spiel weitergehen? Was soll er denn ntit dem Alten anfangen? Vielleicht ist Pembroke erst in Harwich am Boot? Was hast du denn? Guck dich doch mcht so blöde um!" zischt der Alte. „Willst wohl erst jeden nachdrücklich auf dich aufmerksam machen? Los, vorwärts! Nimm beinen' Koffer! Ich hole mir noch ein paar Zigarren! Warte am Zug!" Während der Alte schnell in den Verkaufsstand huscht, späht Joachim noch einmal suchend umher: aber wie er sich auch den Hals verrenkt — kein Pembroke ist zu sehen. „Darf ich Sie um Feuer bitten? Gedankenlos und verärgert über die Störung reicht er dem Jüngling Feuer, der da mit einem riesigen Rosenstrauß auf seine Tanzstundendame oder seine erste Liebe wartet. „Schönen Dank, Mister Hellmers! Und bleiben Sie bitte ganz ruhig! Linkerton nimmt Ihren Partner am Zuge fest! ... Vielen Dank, mein Herr'/ Vollkommen verstört greift Joachim zum Hut, der Jüngling lächelt höflich und geht an ihm vorbei durch die Sperre. ... Natürlich, das war er, das ist Allan Pem- Wagens. Ich fahre nicht gern über den Achsen." „Ganz wie Sie wünschen, Herr Hellmers!" tönt eine volle Stimme hinter ihm. Und ehe Friedrich Hellmers sich umwenden kann, fühlt er eine Hand auf seiner Schulter, flucht unter einem schmerzhaften Griff auf — dann schnappen schon Stahlbänder um feine Gelenke. „Nicht ich ... der da ... das ist der Mörder!" kreischt der Alte wild. „Was wollt ihr von mir? Greift ihn doch, den entsprungenen Mörder!" „Das lassen Sie nur unsere Sache fein!" lächelt Linkerton verbindlich. „Und nun ab!" „Das ist doch der Falsche!" schreit da eine Stimme, und über den Köpfen wedelt eine Abendzeitung. „Unerhörter Fehlgriff!" „Pumpt euch bloß nicht auf! Scotland-Vard weiß schon Bescheid! Also los ... weitergehen!’ Zwischen zwei Beamten acht Friedrich Hellmers den gleichen Weg zurück, den er vor kurzem so siegessicher angetreten hat. Die Zuschauer der Szene aber wundern sich des Todes über den seltsamen Polizeimann, der dem „Mörder" freundschaftlich die Hand drückt, und plaudernd mit ihm davon geht. „Und so was nennt sich nun Polizei!" stöhnt ein Dicker und wischt sich den Aufregungsschweiß schnaufend von der Stirn. „Da hat man doch bestimmt den Falschen verhaftet!" „Klar!" nickt ihm ein halbwüchsiger Zeitungsboy zu. „Den Richtigen haben sie hier stehen lassen, damit er sich den Schweiß abwischen kann, weil's sonst ’n Fettfleck gibt." Worauf es der Dicke vorzieht, schimpfend m sein Abteil zu verschwinden. Langsam rollt der Zug aus der Halle ... der kleine Zwischenfall ist bald vergessen. 29. Morells Ansprache. „Mrs. Holgerson! Ich stehe hier nicht allein ... Das heißt, ich stehe hier doch allein ... aber ich will damit besagen, daß ich eigentlich nicht allem stehe, weil, gewissermaßen die andern alle bei mir sind, sozusagen im Geiste ... denn wir können hier natürlich nicht tausend Mann hoch 'rauftrampeln, es genügt, wenn Ihnen einer die Diele dreckig macht ... ja, also ... ich wollte ... ich mochte ..." Der graue Hüne steht sich hilfesuchend um» aber Obwohl durch die starke Einschränkung der Treibstoffabgabe ein sehr großer Teil der Kraftfahrzeuge aus dem Straßenbild verschwunden ist, obgleich zahlreiche Hinweise von amtlicher Stelle auf richtiges Verhalten während der Verdunkelung gegeben wurden, ist in dieser verkehrsarmen Zeit leider kein entsprechender Rückgang der Verkehrsunfälle, besonders der tödlichen, zu vermerken. Diese bedauerliche Tatsache hat den Reichsführer h*l als Chef der deutschen Polizei veranlaßt, noch einmal einen Appell an die Öffentlichkeit zu richten, der feine neue langatmige Verordnung dar stellt, sondern klar und eindeutig alles herausstellt, was jetzt von jedem Verkehrsteilnehmer strikt und ohne Einschränkung erfüllt werden muß. Nur so wird es möglich sein, uns vor Opfern an Blut und Gut zu bewahren, die in dieser kritischen Zeit unter allen Umständen vermieden werden müssen. Den Appell des Reichsführers jf soll sich jeder ausschneiden und aufbewahren, d. h. öfter einmal wieder Wort für Wort durchlesen und ihn genauestens befolgen, um sich und andere Volksgenossen vor Schaden zu bewahren. Zunächst ein Wort an den Kraftfahrer. Für ihn muß oberster Grundsatz fein, das Fahrzeug vor jeder Fahrt genau zu prüfen, ob alle Lichtquellen auch noch richtig verdunkelt find. Damit nicht durch eine versehentliche Bedienung das Nebellicht, Kurven-, Rückfahrt- und Suchscheinwerfer betätigt werden, sind sie durch Kabelunterbrechung oder Entfernung der Sicherung außer Betrieb zu setzen. Die Lichtquelle des amtlichen Kennzeichens darf nicht ganz abgedeckt fein, damit es erkennbar bleibt. Es ist auch unzweckmäßig, die Scheinwerfer nur mit Papier zu überkleben, das vom nächsten Regen bestimmt abgespült wird. Der fünf bis acht Zentimeter lange Ausschnitt an der Scheinwerferkappe muß waagerecht liegen. Denkt daran, daß eine zu starke Lichtquelle, auch wenn sie angeblich nur auf die Straße fällt, aerobe von regennasser Fahrdecke, besonders vom Asphalt, nach oben reflektiert wird. . Das Führen von blauem Licht ist Privat- „Nur, was ich auf dem Leibe trage." Jomm!" Er winkt einer Taxe. In Hast kaufen sie einen Koffer, füllen ihn mit den notwendigen Dingen. „Das ist natürlich später zu verrechnen!, bemerkt Hellmers und schreibt auf, was er ausgelegt hat. ,Zch sehe keinen Grund, dir Geschenke zu machen! „Wurde auch nicht erwartet!" In einer stillen Nebenstraße läßt er halten. „Kay Broothers, Advocats", liest Joachim und gibt sich Mühe, den Namen zu behalten, ihn sich fest einzuprägen. , „ Was kann er hier noch so spät zu tun haben? Es geht auf sieben Uhr, die Geschäfte beginnen zu chließen. Die Kanzlei der Juristen muß langst ge° «lassen fein. ... Als der Alte zurückkehrt, tragt er eine dicke schweinslederne Tasche unter dem Arm. Joachim hütet sich, danach zu fragen. Er weih, was darin ist. Seine Pläne. Wieder hat Pembroke richtig gerechnet. Der alte Fuchs hat sie an einer Stelle deponiert, an der sie niemand gefunden hatte. Seine Hochachtung vor dem Kombinationstalent des unscheinbaren jungen Mannes, der wie ein Pennäler aussieht, wächst von Stunde zu Stunde. Gegen neun Uhr fährt der Zug nach Harwig jum Kanalboot. Jetzt darf Pembroke nur nicht auf dem falschen Bahnsteig stehen ... nur das nicht Aber das ist wohl ausgeschlossen, es kommt nur dieser eine Bahnsteig in Frage; nämlich der auf dem dieser Zug abfährt, 'der alle Reisenden nach dem Kontinent aufnimmt. . . Im stillen betet Joachim letzt em Stoßgebet Trubel rundum, Unruhe, Geschrei, hastende Menschen m izu Wettfahrten antreten oder noch eine „kleine Bummelfahrt" unternehmen. Der Rückstrahler am Rad hat heute noch nicht seinen Sinn verloren, er muß aber gerade jetzt peinlich sauber gehalten werden um wirksam zu bleiben. Mit besonderem Nachdruck wird darauf hingewie- sen, daß alle Fahrzeuge, außer Fahrrädern, also selbst der kleinste Handwagen, das Bauernfuhrwerk ober bie Ackergeräte, die übrigens auf keinen Fall unbeleuchtet auf den Landstraßen stehen ge« FOTO-Arbeiten preiswert 277D Foto-Ruhl, Seltersweg 67 Bezugscheine für Tierhalter. Stehen Tierhaltern zur Versorgung der Tiere nicht genügend Futtermittel zur Verfügung, so erhalten sie von den Ernährungsämtern auf Grund der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von Getreide, Futtermitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom 7. September 1939 Bezugscheine, die zum Bezug von Futtermitteln auf Gründ der vom Reichsministere für Ernährung und Landwirtschaft festgesetzten Höchstmengen berechtigen. Gewerbliche ober sonstige nicht landwirtschaftliche Tierhalter haben den Ernährungsämtern Art und Menge ber Futtermittel anzugeben, die aus dem eigenen Betrieb an fallen und zur Versorgung der Tiere zur Verfügung stehen. Das Er- nährungsamt beftimmt nach näherer Anweisung des Landes- oder Provinzialernährungsamtes Art und Menge der Futtermittel, die von den Tierhaltern trotz der Beschlagnahme innerhalb eines von ihm bestimmten Zeitraumes verfüttert werden dürfen. Verpackungsmaterial für Obst und Gemüse aufbewahren. Sämtliches Verpackungsmaterial muß heute Pfleglich behandelt und möglichst oft verwendet werden, denn es besteht aus dem wertvollen Rohstoff Holz. Vernichtung ober Beschädigung durch mangelhafte Aufbewahrung ift Verschwendung. Die Hauptvereinigung ber Deutschen Gartenbauwirtschaft wird deshalb ihre früheren Bestrebungen fortsetzen, und bei den dafür zuständigen Behörden verstärkt darauf hinwirken, daß eine Rückkauforganisation das gesamte gebrauchte Verpackungsmaterial zu angemessenen Preisen aUkaUft. Es soll dann ausgebessert, von den Verbrauchs gebieten in die Erzeugergebiete zurücktransportiert und dort den Erzeugern wieder zur Verfügung gestellt werden. Zwar wurde bisher ein Teil des gebrauchten Leergutes schon mehrfach verwendet, ein wesentlicher Teil jedoch verdarb? oder wurde bei den Obst- und Gemüsever- teilem ober Verarbeitungsbetrieben vernichtet. Bei [killt Tödlicher llnglücksfall. »t« 's«: glücksfall. Der 56jährige Hch. M e n g e l II. aus Reis- art 167 * er bie ’tnunj inimts 1L5 8“ Mf btt ■H sich bt jetzt Große Strafkammer Gießen >r reo rmgelegt hatte. Er war beschuldigt, am 17. Dez, 1Ö38 in Großen-Buseck als Führer einer Zugmaschine, beim Zurückstoßen durch Fahrlässigkeit ihren Mann angefahren und verletzt zu haben. In der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Gießen am 9. Juni wurde der Angeklagte überführt und zu einer Geldstrafe von 120,— RM. verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. In der Berufungsverhandlung vertrat der Sachverständige den Standpunkt, daß der Angeklagte chiedew die erforderliche Sorgfaltspflicht außer Acht ge- len be lassen habe. Der Verteidiger beantragte Frei- entsprechend wurde die Berufung des Angeklagten wUf seine Kosten als unbegründet verworfen. m muB Landkreis Gießen. ' zu er- Leihgestern, 16. Sept. Ihren 82. G e - port de- b u r t s t a g kann am nächsten Montag, 18. Septem- ie Rüt der, Frau Christine K e ß l e r W w e. bei guter Gesundheit begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch. Kreis Büdingen. § Schotten, 14. Sept. Etwa eine Woche lang vorzüglichen Organisation waren sie in Bürger quartieren untergebracht, wo man sich liebevoll ihrer 25, Feld- i bis 13, uichtet wurde. Für die Kranken und Kinder war Gewinnauszug Ohne Gewähr 35, Sck! «gurken 1 Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen ITT nnh ITT i, n und in tte mH U5 üO^ 12. September 1939 । gemein 9. Ziehungstag Vn der heutigen Dormittagsziehung wurden gezogen ■. & M 252716 237234 ute, Mi« tabd r 270 Gewinne zu 500 RM. 7238 8286 12220 11 pvtzerdem wurden 6570 Gewinne au Je 150 RM gezogen« 143303 320321 26352 44553 53839 77277 94560 100559 123683 178781 224814 232756 246995 269316 284289 295907 310306 341888 384214 99051 305695 76395 136429 212704 279751 89680 90832 183541 112552 122697 311298 96590 114681 168344 216262 231270 245190 259340 280353 295324 298849 323092 365593 97312 119233 172476 220242 232316 246639 266985 281811 295394 303679 334975 369160 100472 139336 222988 296229 396259 126583 179275 225852 235922 257190 271052 288938 296113 310845 353029 386159 23094 38824 48672 65149 90209 1944 369347 352315 24482 44361 > 52831 I 71881 93327 122219 143264 155680 164711 184221 204413 207675 216303 223889 241844 253698 266220 280450 292654 300836 309251 325146 349876 357943 370542 380262 395704 123986 143437 157214 168755 187069 204632 210980 216568 233171 242631 256293 268343 281428 292958 302034 309774 325481 350996 358501 373898 383708 110760 135010 148129 158221 172078 195668 206601 212144 219273 236300 251200 261991 271206 288608 297792 307872 317840 343029 353848 362019 375773 385472 104307 143370 227719 297592 107941 131788 206507 228827 237789 257364 277153 290129 296324 316012 358153 386272 95687 114260 163711 210416 230780 237899 258545 278421 295028 297026 320075 362751 107672 124105 146396 157922 170244 187301 206081 211743 217771 233402 243483 256829 269467 283666 295117 307157 313457 338033 353315 361144 374036 384125 137705 154242 158621 174293 195766 206809 213309 222116 237185 251303 262644 275286 288637 299374 308515 322973 343366 354023 366835 378171 385498 15819 23655 42579 60032 68129 92659 119252 138874 155500 163438 179866 201321 207002 213513 222699 237975 252249 264114 279445 292432 300364 309155 323928 348045 355294 368379 379012 388410 28085 44887 54711 79613 29063 45344 58792 80126 21501 38701 46377 64710 84366 ist. Der- wchren! 516 Gewinne zu 300 RM. 17760 18423 18577 20257 Up der aif. W Ich"1 Hebet. 55856 62885 74018 74583 89176 89331 ----- ----- ----- ------ 103964 1uieuJiuiie rtU VW JV-ui. tWV • ■ —- ■ : AAAÖ 19900 22257 24160 26056 27026 40225 46293 “ - - - — " * “ । yo 1 om 392220 ------ 4556 8795 11367 17115 5. Klasse 1. Deutsche Reichslotterie " c Nachdruck verboten Gestern gegen 20.30 Uhr ereignete sich auf der Straße zwischen Gießen und Wieseck ein schwerer Un« besteht n Der. h-r bei anhäust j unter Haupt- )ch be. M dn ng von lN,! i * j •einen t n ge. . Kraß, lkelheit 9 Gewinne zu 4000 RM. 12 Gewinne zu 3000 RM. 899180 30 Gewinne zu 2000 RM. 279851 288466 302176 360905 78 Gewinne zu 1000 RM. 108409 116386 135071 162805 194727 195108 235772 251382 275229 317990 317991 325271 länger n Xob rti .. 4 r 4 3 Gewinne zu 50000 RM. 262490 12 Gewinne zu 5000 RM. 13605 ! 824033 kämen, ngening MSport salls et- rgt not- tb Der« id,£D & Wochen- iO RL . bis 10, C 11K : 3 bis 5, :e Wen i bis 10, onnahrn. Jede Familie setzte ihre Ehre darein, den Sesuchern zu helfen. Das Mittagessen wurde in der Turnhalle gemeinsam eingenommen, das von Hilfskräften, die sich gern zur Verfügung stellten, her- ireii. . er mit ' • 3ns. sich - f 0 bis 15, „20 R^, iben, da; oer®*6 fobe J klein, chinnt waren in unserer Stadt zahlreiche Säfte aus dem Grenzgebiet untergebracht. Dank einer ** Stadtverschönerung. Seit einiger Zeit sind Arbeiter der Stadt damit beschäftigt, das ehemals mit Blumen ausgestattete dekorative Beet in der Anlage am Ludwigsplatz so umzugestalten, baß es demnächst als Zierbrunnen Verwendung finden wird. Das Becken dieses künftigen Springbrunnens ist bereits ausgemauert. Gegenwärtig werden die Wasser-Zu- und -Ableitungen verlegt. Nit der Anlage dieses Springbrunnens erfährt der Ludwigsplatz eine schöne Belebung. ** Die Bezirksgeschäfts st elle Nord des Ernährungsamtes der Stadt Gießen befindet sich ab kommenden Montag in der Schillerschule, Schillerstraße 8. 'ktottNs ,n< uni r tt koE das ist Wölber r1 bis 5, Endivien 8 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. bemerkt hatte. Er wurde heftig zu Boden geschleudert und erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Er wurde sofort in eine gegenüberliegende Gastwirtschaft gebracht, wo ihm erste Hilfe zuteil werden sollte. Jedoch trat wenige Minuten später der Tod ein. Die Ermittlungen über die näheren Umstände des Unfalles sind noch im Gange. kirchen geriet, als er aus einem Hause trat, gegen eine Straßenbahn, deren Herannahen er anscheinend nicht ** Ob st Versteigerungen an Reichs^ und Landstraßen. Das Straßenbauamt gibt bekannt, daß in der Zeit vom 21. September bis 3. Oktober Obstversteigerungen an den Reichsstraßen und an den Landstraßen I. und II. Ordnung statt- sinden. ** Für Motorradfahrerfreigegeben. Der Oberbürgermeister weist darauf hin, daß die 5. Schneise des Stadtwaldes von der Grünberger Straße bis zur Straße nach dem Schiffenberg bis auf weiteres auch für Motorradfahrer freigegeben ist. Ph. L. A. in Beuern hatte einen Strafbefehl über 120,— RM. erhalten, gegen den er Einspruch sprechung, da dem Angeklagten eine Schuld nicht nachgewiesen sei. Wenn überhaupt fahrlässig gehandelt worden sei, dann sei dies von dem Verletzten geschehen. Dem Antrag des Anklagevertreters Auf jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die «cht w > geblicht . artoffdn, >45 RM, 5 bis 7, eine fr ufel. für besondere Milchbelieferuna gesorgt worden. Die Gäste fühlten sich dank der herzlichen Gastfreundschaft, die man ihnen in Schotten gewährte, außerordentlich wohl. Beim Abschied sprachen sie tiefsten Dank für diese treue Für orge aus. — Ein nächtlicher Feldschluß it für die Erntezeit angeordnet worden. Allen Per onen ist während der Dunkelheit das Betreten der Feldgemarkung verboten. ßitt drastisches Mittel. LPD. Alzey, 14. Sept. Der Bürgermeister gibt bekannt, im Interesse der allgemeinen Sicherheit werde er jeden von der elektrischen Stromversorgung ausschließen, der die Anordnungen über die Verdunkelung nicht befolgt. SJ.-fpori Fußball-Länderkampf Deutschland—Budapest. Die deutsche Fußballelf zum 14. Länderkampf gegen Ungarn, der am Sonntag, 24. September, in Budapest ftattfinben wird, wurde wie folgt aufgestellt: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Schmaus (Vienna Wien); Kupfer (Schweinfurt 05), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (Schweinfurt 05); Lehner (Schw. Augsburg), Sze- pan, Kalwitzki (beide Schalke 04), Schön (Dresdner SC.), Peffer (Rapid Wien). x Wie man sieht, ist Deutschland in der Lage, gegen die Magyaren eine überaus starke Mannschaft ins Feld zu stellen. Fast alle bewährten Nationalspieler sind verfügbar, und so ist eine Mannschaft auf die Beine gekommen, die das restlose Vertrauen der deutschen Fußballgemeinde verdient. Mit dem eisernen Schlußdreieck Jakob, Janes Schmaus und der großartigen bayerischen Läuferreihe werden wir in der ungarischen Hauptstadt, wo einer deutschen Nationalelf bisher noch kein Sieg vergönnt war, bestimmt Staat machen. * Das Reichsfachamt Fußball hat die Absicht, alle vorgesehenen Länderspiele durchzuführen. Das Treffen gegen Schweden, das schon am 27. August ftattfinben sollte, soll balb nachgeholt werden. Am 15. Oktober folgt in Belgrad der Kampf gegen Jugoslawien. Das am gleichen Tage vorgesehene Spiel gegen die Schweiz wurde von den Eidgenossen, bei denen der Spielverkehr ruht, abgesagt. Handball der Jugend. Spvg. 1900 1. Jugend — Tv. Beuern 1. Jugend. Nachdem die Blauweißen in der vergangenen Runde fast alle Spiele auswärts ausgetragen haben, benutzen sie die jetzige Pause bis zum Beainn der Spiele um die Bannmeisterschaft, um Heimspiele zu bestreiten. Der sonntägliche Gegner ist nicht zu unterschätzen, denn die Mannschaft von Beuern besitzt erheblichen Kampfgeist und verfügt über einen guten Sturm. Die Blauweißen stellen eine Elf, die vom Torwart bis zum Außenstürmer gut eingespielt ist. Nach den am Sonntag gezeigten Leistungen kann man mit einem eindeutigen Sieg von 1900 rechnen. Die Mannschaft der Blauweißen sei nachstehend aufgeführt: Theis (Flieger-Gef.); Schuld! (Gef. 1/116), Bischoff (Fhl. 4/116); Michel (Fhl. 4/116); Döll (Fhl. 1/116), Jor (Fhl. 4/116): Freitag (Gef. 23/116), Wolkewitz (Fhl. 4/116), Engel (Gef. 25/116), Korell (Fhl. 4/116), Schneucker (Fhl. 2/116). Spott der inneren Front. Aufruf des Neichssportführers. In einem Aufruf an bie Gefolgschaft des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen stellt der Reichsfportführer von Tschammer und Osten fest, wie Deutschland in Friedenszeiten ehrlich und begeistert dem völkerverbindenden Sport gedient hat, daß aber jetzt im Krieg eine Umstellung erforderlich ist. Schon macht sie sich bemerkbar. Im Gegensatz zu 1914 wird dem Volk aus Turnen und Sport jede darin verborgene Möglichkeit heraus- geholt. „Sport bezeichne ich als einen unerläßlichen Faktor der körperlichen, geistigen und seelischen Gesunderhaltung des Volkes im Kriege! Sport ist weiter die unerläßliche Voraussetzung für bie Erziehung der Jugend zu Wehrkraft und Wehrwillen! Die Zeit ist gekommen, in der wir zu beweisen haben, daß es wirklich dem Baterlande galt, wenn wir zu spielen schienen. Beweisen werden mir das aber nicht nur durch Leistungen unserer Kameraden im Felde, sondern — und das ist jetzt für euch das Entscheidende — durch den Einsatz aller Zuhausegebliebenen. Zu denen gehören auch die, die in den letzten Jahren ihre Plätze Jüngeren überließen. Sie sind jetzt mit dem reichen Schatz ihrer Erfahrungen, die nicht ihnen, sondern ihrem Volk gehört, unentbehrlich und müssen herangeholt werden. Ich rufe euch auf zu diesem Einsatz, meine Freunde, und ich weiß, daß man euch nicht vergeblich ruft.. Mit allen meinen Mitarbeitern werde ich euch unterstützen, um die neuen Formen und die Mittel zur Weiterführung eurer Arbeit zu schaffen. Das Beste aber müßt ihr selbst tun! Nur eines werde ich Übelnehmen: kleinlich-bürokratische Gesinnung und Haltung, die Sonderinteressen vor Volksinteressen setzt! Gerade jetzt hat der Volksgenosse den Volksgenossen wie Bruder und Schwester zu achten und zu lieben. Rücksichtslos werde ich dazwischen- fahren, wo ich die Anfänge solcher verbrecherischen Reste deutscher Eigenbrötelei bemerke! ____________ Fünf Punkte liegen dem Reichssportführer besonders am Herzen: 1. Haltet Verbindung mit euren Kampfern an den Fronten. Schickt ihnen ihre Svortzeitschriften und kleine Geschenke und sorgt, daß sie die herzliche Verbundenheit auch spüren, die wir alle empfinden. Besorgt euch alle Anschriften eurer Soldaten? 2. Schließt euch jetzt erst retht eng an Partei und Staat an. Unterstützt ihre Maßnahmen, wo ihr könnt. 3. Kümmert euch um Vereinsangehörige, die Rat und Hilfe bedürfen. Jetzt muß sich die Gemeinschaft bewähren. Holt bedürftige oder einsame Volksgenossen und Volksgenossinnen, auch wenn sie nicht zahlen können. So mancher Kamerad wird für sie gern ein Opfer bringen. Das fei euer eigenes Hilfswerk im Kriegswinter. Sonst habt ihr m auch als Gemeinschaft geopfert. 4. Dazu gehört auch, daß ihr euch um die Verwundeten in den Lazaretten und im Erholungsurlaub kümmert, daß ihr sie zu Euren Veranstaltungen und zum Sport einladet, der sie gesund und fröhlich machen hilft. Haltet auch die Verbindung mit den Ersatztruppenteilen durch sportliche Wettkämpfe und kameradschaftliche Zusammenarbeit. 5. lieber allem aber zeigt durch eure Haltung eines NSRL.-Angehörigen", daß deutsche Leibesübungen Männer und Frauen schafft, die jeder Lebenslage gewachsen und in jeder Lebenslage Nationalsozialisten sind. Der Reichssportführer legt die sich auftürmenden Schwierigkeiten dar und zeigt den Weg zu ihrer Ueberwindung: Wo ein Kamerad ins Feld geht, springt ein Alter in die Bresche, wo kein Aelterer mehr zur Verfügung steht, springt ein ganz Junger ein, vor allem aber werden die Frauen die Lücken zu schließen haben. „So werden wir's schaffen! Durch ein Jahrhundert hat sich die deutsche Leibesübung entwickelt zu ihrer heutigen Größe. Aus den Befreiungskriegen 12. September 1939 9. Ziehungstag In der Hängen Nachmittagszlehung wurden gezogen 205154 214459 246735 268833 351985 197441 136787 247625 294115 352604 247877 251717 254546 294922 330356 335534 367723 378730 397204 51668 183543 243631 257420 348614 3 Gewinne zu 500000 RM. 162092..... 9 Gewinne zu 10000 RRt. 53686 154111 310830 6 Gewinne zu 5000 RM. 126702 159360 9 Gewinne zu 4000 RM. 91576 157694 21 Gewinne zu 3000 RM. 31303 39945 157522 165357 176576 224464 48 Gewinne zu 2000 RM. 759 W731 18483 18969 48656 80642 107913 140693 145717 187944 191010 204644 252332 254767 345129 345631 108 Gewinne zu 1000 RM. 1855 8974 15958 17025 ----- 53257 63457 67450 90826 171471 179596 ------ ------ 222526 232288 241105 1034 1655 14450 17767 140662 132537 144759 180752 222225 246906 286331 322434 349684 370512 158941 192303 227294 252354 296689 327320 355521 389494 161466 199160 229158 270270 297676 337106 359931 391444 164812 202934 229537 272259 308268 340610 365012 134446 153720 191067 225821 252125 291479 323471 355016 374985 77271 119585 141230 173669 209548 244628 281174 320583 348650 367751 398104 1 ,52?$13i6282Ö-66897- 62079 77162 — ~ 8542.6. ..88698 .89483 B700 ^94338 118993 2569 4864 8914 110747 150 RM gezogen. wurden 6489 Gewinne zu je Außerdem Prämien zu je je 50 000? 6 zu je 40 000, 6 u je 30 000, 27 zu je L* "Uuuu, °ju « n 5000. 240 au e 20 000 93 ru je'10000, 204 zu je 5000 240 zu je 118958 132709 146856 169065 181061 190649 203473 211686 221375 240151 250479 259195 265912 272580 283650 289947 295689 317505 332435 347780 365247 375253 388113 13495 24481 44196 66383 78757 91637 98656 29992 47685 69524 79229 21932 35626 55095 73633 90177 95294 13199 24021 38191 60679 77534 91122 98488 $ 105999 114231 126295 138110 162850 176865 184443 200091 209043 218127 226548 245861 255874 263213 271354 276466 287558 293918 302979 322998 336835 353361 372094 385198 397890 25114 46804 66540 78758 122723 136759 150523 172340 181942 198964 205592 212395 224709 242045 252893 259972 269315 272600 285628 290718 296044 320080 333555 348736 366979 378768 388782 11955 22384 37501 65865 74964 91086 98010 105434 112967 123029 137850 162142 173334 182720 199744 207096 216876 226109 242813 253626 261463 270582 274585 287333 293800 300592 321158 336555 351712 370589 380700 392491 107286 114888 129761 144800 163650 177924 186611 201302 210728 219187 235513 246655 258056 263663 271791 280773 288560 293920 307011 329414 344736 359010 373303 386766 19658 31358 49190 72301 84007 95194 108896 118086 132659 145224 166726 178876 190043 203285 211062 219649 236263 250088 258402 264180 272183 281394 289496 294818 315634 33011 0 344761 362704 374862 386132 694 Gewinne zu 300 RM. _. ---- ----- 16686 18431 4000 585 3U ie 3000, 1089 zu je 2000, 3255 zu je X K e 500, 14 850 zu je 300, 197.139 zu £ je 150 BW. 94247 94662 ----- ----- 99104 99283 100045 100680 ------ 112796 Hm Gewinnrade verblieben: 3 Prämien zu je 500 000 NM, 3 Gewinne zu I- IOC10001 9®l, 9 zu Gewinnauszug 5. Klasse 1. Deutsche Reichslotten'e Ohne Gewähr_________________Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind drei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den drei Abteilungen i, n und ui 10. Ziehungstag 13. September 1939 Ln der heutigen DormittagSziehung wurden gezogen 9 Gewinne zu 10000 RM. 204035 299962 304168 3 Gewinne zu 6000 RM. 35261 3 Gewinne zu 4000 RM. 272719 18 Gewinne zu 3000 RM. 14001 80414 139106 328391 329566 361214 33 Gewinne zu 2000 RM. 38745 48181 89192 102856 124621 196421 199332 211672 270286 186893 299240 119726 133618 196320 199634 231692 331613 168338 212587 310196 182691 222209 310598 225004 328875 72425 105027 137976 154941 202135 217157 228458 249888 275852 302965 335932 364801 286217 ------ ------ ------ ------ 343620 362976 371906 373722 385246 252 Gewinne zu 600 RM. 8869 10550 12996 16715 17830 31512 44754 47436 47775 53320 55344 322962 378298 102 Gewinne zu 1000 RM. 5132 37376 45721 62644 66463 72953 79818 94263 100980 109291 114461 ----- ------ ------ ---- —- 190645 3355 90194 93888 98607 102340 103659 111663 116953 122124 124188 130175 147694 148483 160298 164119 154681 159234 160077 167224 168373 189340 204053 205186 205277 212116 217108 219974 220703 223230 225405 227740 229445 231653 241501 243638 247526 250836 250903 263471 267097 271415 284149 288654 289304 297233 298008 303360 312633 315388 324282 334605 338856 341063 343162 354697 355248 365011 377480 386854 389002 397839 622 Gewinne ju 300 RM. 6698 6980 8068 8507 9565 9933 12625 13720 14488 15731 15949 17481 18593 20843 21685 22454 22970 24539 28754 37126 40760 41490 47434 49729 49746 67644 61216 67609 68811 76248 87020 87140 96990 97922 98888 103958 107222 113494 113505 114913 116404 117199 118979 129876 136077 137595 137826 142422 143062 143631 145193 147780 148644 166002 157486 158054 160123 160226 160351 162664 166501 167028 167268 168736 174070 174867 175048 176063 179054 180001 181340 183630 184085 184160 186698 186783 187174 188214 195976 198306 199662 200086 201002 201859 203854 204236 206952 208723 209331 214261 215610 216416 217613 217725 221074 222135 223377 223618 224916 225273 225476 225980 227248 227856 233220 233800 238180 238907 242519 243400 250664 266280 261036 261069 264937 265478 267213 281145 283604 286705 288215 289339 293643 294387 294599 296208 296236 299678 301766 302250 302522 308459 308868 311965 316793 315891 315964 317785 319420 321031 323423 323804 324488 325980 327258 331782 334534 335588 335933 338065 344473 346258 346763 362345 356685 358600 369534 361899 363731 364122 364662 367410 367722 371860 373060 374723 376398 377793 391978 395938 398088 381342 390290 390345 Außerdem wurden 6558 Gewinn« ju je JPP KM gezogen. des 19. Jahrhunderts sind Jahn die Gedanken einer politischen Leibeserziehung zugeflossen, die sich in unserem Jahrhundert unter der Regierung Adolf Hitlers durchsetzen. So ist es für uns, mehr noch als für alle anderen, schicksalhaftes Gebot, Kameraden vom NSRL-, alle Kräfte des deutschen Sports in diesem Krieg einzusetzen bis zum letzten für unser Volk — für unseren Führer!" Gründet Rotsportgemeinschasten. Es gibt wohl feine Wettkampfmannschaft mehr, die noch vollzählig beisammen ist, sie alle haben Kameraden, die ihr Sportkleid mit dem feldgrauem Rock vertauschten. Trotzdem soll der Sport, nach dem Wunsch des Reichssportführers weiter betrieben werden. Freundschaftskämpfe treten an die Stells der Meisterschaftswettbewerbe. Für den Fall, daß einzelne Gemeinschaften feind vollständige Mannschaft mehr zur Stelle haben, empfiehlt der Gaufachwart für Fußball im Gau Berlin-Brandenburg, SA.-Standartenführer Stöhr, Notsportgemeinschaften zu bilden. Zwei oder noch mehr Vereine, deren Mannschaften durch die Einberufung von Spielern kampfunfähig geworden sind, schließen sich zusammen und bilden neue, spielfähige Mannschaften. Auf jeden Fall muß jedem Fußballspieler, wie jedem Turner, Spieler und Sportler überhaupt, Gelegenheit gegeben werden, sich sportlich betätigen zu können, solange er noch in der Heimvtfront steht. Wirtschaft. Oie Güterwagengestellung im Herbstverkehr. Restlose Ausnutzung der Tragfähigkeit unbedingt erforderlich. Fwd. Der einsetzende Herbstverkehr stellt an die Reichsbahn hinsichtlich der Güterwagengestellung außerordentliche Ansprüche, namentlich Mit Beginn der Kartoffel- und Zuckerrüb erlernte. Es wird, wie alljährlich, seitens der Reichsbahn alles getan, um die reibungslose Abwicklung des Güterverkehrs zu gewährleisten, aber auch an alle Benutzer des Güterwagenvertehrs, unter denen in den nächsten Monaten die Landwirtschaft an hervorragender Stelle steht, ergeht der Appell, ihrerseits die Bemühungen der Reichsbahn nach Kräften zu unterstützen. Dazu gehört einmal die beschleunigte Entladung der eingetroffenen Güterwagen. Weiterhin muß für den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse die restlose Ausnutzung der Tragfähigkeit der Güterwagen angestrebt werden. Vielfach wird gewohnheitsmäßig noch an dem früher üblichen Ladegewicht von 300 Zentner festgehalten. Es wird daher darauf hingewiesen, daß eine Belastung über das an den Wagen vermerkte Ladegewicht hinaus bis zu der gleichfalls an den Wagen verzeichneten Höchsttragfähigkeit zulässig ist, wenn nach der Beschaffenheit der Transportgüter nicht zu befürchten ist, daß durch WitterungseinMsse während der Beförderung eine Ueberbelastung eintritt. Hierbei ist noch zu beachten, daß die außerdeMschen Wagen nur eine einzige Kennzeichnung über die Belastungsgrenze tragen, die dem Ladegewicht der deutschen Wagen entspricht. Diese Gewichtsgrenze darf bei außerdeutschen Wagen bis zu 5 v. H. überschritten werden. Durch Beachtung dieser Richtlinien kann die deutsche Landwirtschaft erheblich zur resllvsen Ausnutzung des verfügbaren Laderaumes und damit zur Beschleunigung des Güterverkehrs beitragen. Wichtig für die Apfelweinhersteller. FWD. Die HV. der deutschen Gartenbauwirtschaft hat eine Anordnung Nr. 24/39 vom 9. September 1939 erlassen, in der u. a. auch eine wichtige Bestimmung für die Hersteller von Apfelwein, schwäbischem Most (auch württemberaiscken und badischem Most sowie Frischmost, süßen Apfelwein) enthalten ist. Hiernach dürfen diese im Herstellungsjahr 1939 nur die Mengen an Aepfel zu diesen Erzeugnissen derarbeiten, die sie im Herstellungsjahr 1938 auf Grund der von der HV. ausgegebenen Freigabe- scheine verarbeitet haben. Die gewerblichen Her- 10. Ziehungstag 13. September 1939 On der Willigen Nachmittagszlehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 5000 RM. 320728 347424 3 Gewinne zu 4000 RM. 398888 21 Gewinne zu 3000 RM. 21639 22826 123166 166060 193356 316737 356074 30 Gewinne zu 2000 RM. 21004 130621 203080 256367 296596 302348 316020 334946 361613 354283 349256 2397 6489 6509 8086 117838 121962 164951 227144 250953 336896 380065 348177 399043 107900 136824 162024 180373 207414 233133 263832 298194 326522 349777 367698 109197 145611 166773 188348 210794 238789 266496 305622 326944 350150 390515 112631 147121 172302 189473 211497 239929 271506 306079 331913 352616 394135 150400 175268 195063 216767 240573 284503 309675 332878 356899 399391 99118 127613 160946 179607 198177 224887 254469 295554 318516 349613 359116 173457 232700 293105 346639 397278 153702 178455 1967641 2206841 247651 288467 316739- 338929 357887 296804 296946 324694; ----------- 353946- 132 Gewinne zu 1000 RM. 9678 33682 44099] 50301 55322 66335 61049 78091 81768 90208- 100105 120394 123891 128814 138264 141102s 161338 ------- 1o