Ur. 138 Erstes Matt 189. Jahrgang Zreitag, 16. Juni 1939 Erschein! täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamUienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlöffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und SeschSftrftelle: Lchulftratze 7 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8ft,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/o mehr. 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Als einer aus ihren Reihen ging Lord Walter Runciman nach Prag, als die Sudeten-Krise in ihr akutes Stadium getreten war. Man verrät heute kein Geheimnis mehr mit der Tatsache, daß dieser aanz „inoffizielle ehrliche Makler" vorher {eine fest gelegte Marschroute hatte. Man weiß auch, daß es der „Regierungsberater" Sir Horace Wilson war, der seine überragende Macht in der Downingstreet heute hinter dem bescheidenen offiziellen Titel des Industrial Advrser" nur schlecht verbergen kann, der Chamberlain zu der Entsendung Runcimans in einem Stadium inspirierte, als „offiziell" die Idee einer Abtretung des Sudeten- Gebietes an Deutschland als absurd abgelehnt wurde. In der Links-Opposition, in dem Kreis um Churchill, in der Fronde der konservativen Opposition, die Chamberlains München-Politik aufs schärfste bekämpfen, ist Horace Wilson der bestgehaßte Mann. Sie nennen ihn den „appeaser Nr. I“, den „Kompromißler um jeden Preis". Aber alle Attacken und Jntriguen haben nicht vermocht, das herzliche Vertrauen, das Neville Chamberlain ihm entgegenbringt, zu erschüttern. Das ganze System der Berater bringt es mit sich, daß der Mann, der den Prime Minister zuletzt vor entscheidenden Reden oder Entschlüssen am historischen „Erb- Schreibtisch" im Chefzimmer Downingstreet 10 unter vier Augen spricht, psychologisch auch den größten Einfluß hat. Der Name Horace Wilson ist ein Programm. Als Chamberlain in der erregten Unter« Haus-Debatte in der letzten Maiwoche, sozusagen im „Kreuzverhör" zwischen Churchill und Lloyd George, in der Frage des Rußland-Paktes nicht mehr offen Farbe bekennen wollte, hieß es sofort: „Da steckt Horace Wilson dahinter!" Seit Tagen wußte man in London bereits daß Chamberlain beim Kampf um den „armoured umbrella“ (den bewaffneten Regenschirm), wie Churchill in derselben Unterhaus-Debatte das Hin und Her der Verhandlungen um den Rußland-Pakt bissig bezeichnete, seine „technische Nothilfe" wieder einmal in Betrieb setzen würde. Das große Rätsel war nur, wen der Premierminister als Sondergesandten nach Moskau schicken würde. Die Ernennung von Mr. William Strang hat in den Kreisen, die in der russischen Allianz eine unumgängliche Notwendigkeit für Englands Sicherheit sehen, nicht ungeteilte Befriedigung erweckt. Ob hinter feiner Berufung wiederum, wie im Falle Runciman, die mächtige Persönlichkeit und das Programm von Sir Horace Wilson stand, ist augenblicklich noch schwer zu entscheiden — ein „Draufgänger" und Anhänger eines Rußland-Paktes um jeden Preis ist William Strang in keinem Falle. William Strang, dem die wenig dankbare Aufgabe übertragen wurde, das zögernde Rußland unter den „armoured umbrella“ zu bringen, ist feit einigen Jahren seiner offiziellen Stellung nach der Leiter der Abteilung für Zentral- Europa im Außenministerium. Im Weltkrieg war er als Offizier an der Front, dann begann seine Karriere in Whitehall, die ihn bisher nicht übermäßig stark ins Scheinwerferlicht der Oeffentlichkeit stellte. Seine diplomatischen Sporen im Außendienst hat er sich bei der englischen Gesandtschaft in Belgrad erworben. Für die fachliche Seite seiner Ernennung wird die Tatsache eine Rolle gespielt haben, daß er 1930 Legationsrat an der englischen Botschaft in Moskau wurde und hier gelegentlich als Geschäftsträger maßgeblich eingegriffen hat. Mr. Strang gehört außerdem zu den wenigen Persönlichkeiten in Whitehall, die die russische Sprache fließend beherrschen. Das ist bei ihm nicht verwunderlich, denn man rühmt ihm nach, daß er eines der hervorragenden Sprachgenies des Foreign Office sei. Ausgedehnte Reisen in allen Ländern Zentral-Europas l>aben ihm reichlich Gelegenheit gegeben, feine polyglotte Passion zu pflegen. Mr. Strang hat durch (eine nüchterne und phantasielose Sachlichkeit häufig genug temperamentvolle Dis- kussionsgegner zur Verzweiflung gebracht. Vielleicht ist es gerade diese Chamberlain geistesverwandte Nüchternheit, die sich bei Strang auf ein fundiertes Fachwissen stützt, die ihm das besondere Vertrauen des Premierministers eingebracht haben. Er gehörte ja auch, neben Horace Wilson, zu den Auserwähl- ten, die Chamberlain bei seinen Deutschland-Flügen im September vorigen Jahres begleiteten. — Ob er der „hervorragende Kenner der russischen Psyche" ist, als den ihn einige Leitartikler der Fleetstreet preisen, oder nur eine Schachfigur Horace Wilsons, wie man es in den Kreisen der „Unbedingten" befürchtet, wird das Ergebnis seiner Moskau-Reise zeigen. Diesen Kreisen wäre es lieber gewesen, wenn an Stelle des etwa farblosen Mr. Strang noch einmal Mr. Hudson nach Moskau gefahren wäre. R. S. Hudson, Minister für überseeischen Handel, gilt in „eingeweihten Kreisen" als der eigentliche Motor des Rußland-Paktes. Tatsächlich hat er aus seiner Befürwortung besserer Beziehungen zwischen England und Rußland „in Wort und Bild" nie einen Hehl gemacht, man erinnert sich des Fotos, das ihn vor dem Start zu seinem Moskau-Besuch im Anfang dieses Jahres in freundschaftlicher Umarmung mit Iwan M a i s k y zeigte. Für den Sohn des Multimillionärs K. W. Hudson, Englands Sei- fen-König, erscheint zwar diese Liaison auf den ersten Blick etwas erstaunlich. Aber durch seine enge Verbindung zu Englands Trust-Magnaten und Großindustrie sieht er die Welt nur durch die kommerzielle Brille, als „Großbritanniens Handelsreisender" ist er ein Spezialist, der in jedem, der die englischen Märkte bedroht, einen Todfeind sieht. Seit Jahren ist er auf diesem Gebiete der Rufer im Streit. Vielleicht sieht er in dem „Konsortialvertrag" mit Rußland eine Möglichkeit, der unerwünschten Konkurrenz Deutschlands besser Herr zu werden, und deshalb gilt er als der Motor des „armoured umbrella“. Erste Fühlungnahme in Moskau. Bislang keine Annäherung in den wesentlichen Punkten. Dr. Li., London, 15. Juni. Nach Meldungen aus Moskau hatte der Vorsitzende her Volkskommissare und Volkskommissar für Aeußeres, Molotow, am Donnerstag eine Unterredung mit dem englischen Botschafter Sir William S e e d s , dem Abgesandten der englischen Regierung, William Strang, und dem französischen Botschafter N a g g i a r. Die Unterredung dauerte von 17 bis gegen 19.30 Uhr. Es heißt, daß in Moskau von keinem der Verhandlungspartner etwas über den Charakter dieser ersten sowjet- russisch-englisch-französischen Fühlungnahme nach der Ankunft Strangs zu erfahren ist. Es verlautet jedock), Molotow werde abends dem „Inneren Zirkel", dem sogenannten sowjetrussischen Kabinett, Bericht erstatten. Die Moskauer Blätter veröffentlichen ein kurzes amtliches Kommunique über die Unterredung. An der Unterredung hat auch P o t e m - k i n teilgenommen. In einem über zweistündigen Gespräch seien, so wird vermerkt, die „hauptsächlichen Fragen der Meinungsverschiedenheiten" zur Tientsin,' 15. Juni. (Europapreß.) Der zweite Tag der Blockade ist ohne größere Zwischenfälle verlaufen, obwohl es mehrere Male den Anschein hatte, als ob größere Zusammenstöße, u. a. zwischen englischen Truppen und chinesischen Zivilisten, unvermeidbar seien. An einer Stelle der Konzessionsgrenze versuchten 2000 Chinesen die Absperrung der Engländer zu durchbrechen, wurden jedoch zurückgedrängt. Die gegen Mittag herangezogenen Truppenverstärkungen wurden am Abend von den britischen Militärbehörden wieder in ihre Kasernen beordert. — Trotz englischer Vorstellungen bei den japanischen Behörden haben die letzteren einen am Mittwoch verhafteten englischen Photographen bisher noch nicht freigegeben. An einem der Eingänge zur internationalen Niederlassung hatten die Engländer die Stacheldrahtbarrikaden entfernt und, anscheinend in der Absicht, den Jsolie- rungsgürtel zu sprengen, Maschinengewehre in Stellung gebracht. Gleichzeitig bezog eine Anzahl britischer Soldaten und Polizisten die Stellungen. Noch ehe ein Zwischenfall entstand, fuhren die Japaner mit drei Tanks an der gefährdeten Stelle auf. Eine Anzahl ausländischer Handelshäuser hat sich genötigt gesehen, Nieder! assun- aen außerhalb des britischen Konzes- fionsgebietes aufzumachen, um die Geschäfte fortsetzen zu können. Man verzeichnet ein weiteres & n ft eigen der Le b e n smitte lp r e i s e im Niederlassungsgebiet um 70 bis 80 v. H. Eine in scharfem Ton gehaltene Protestnote wurde am Donnerstagabend von dem britischen Generalkonsul in Tientsin dem japanischen Generalkonsulat überreicht. In der Note wird Einspruch gegen d i e Leibesvisitationen und Kreuzverhöre von Engländern erhoben und um Nichteinmischung japanischer Behörden in die britische Flußschiffahrt auf dem Peiho ersucht. In den letzten 48 Stunden sollen nämlich verschiedene britische Schleppdampfer von Japanern an- gehalten und durchsucht worden fein. Der scharfe Protest hat zu einer weiterenVerschärfung der japanischen Maßnahmen in Tientsin geführt. Die internationale Brücke über den Peiho bleibt geschlossen. Die Kontrolle an den Ueb'ergängen in die englische und französische Konzession wird von den japanischen Soldaten streng ausgeübt. Die Engländer werden einem langen Kreuzverhör unterworfen und eingehend durchsucht. Auch zahlreiche Chinesen mußten sich wie einige Engländer und andere Europäer einer Leibesvisitation unterziehen. Die Lebensmittelzufuhr, die von den Japanern grundsätzlich gestattet war, macht den englischen Behörden weiterhin große Sorge, da kein Chinese es wagt, sich durch Uebernahme von Lebens- Sprache gekommen. Die englisch-französischen Formulierungen zu den Paktverhandlungen seien Molotow darauf überreicht worden. Das Kommunique schließt: „Die Ergebnisse der ersten Unterredung und der Untersuchung der englisch-französischen Formulierungen werden in den Kreisen des Außenkom- missariats als nicht ganz günstig eingeschätzt." Auch die „Times" schreibt, gemeinsame Formeln konnten noch nicht für folgende Punkte gesunden werden: a) Rußlands Forderung auf Garantie an Estland, Finnland und Lettland; b) Sowjetrußlands Wunsch, daß keiner der Partner einen getrennten Waffenstillstand oder Frieden im Falle eines Krieges, in den alle drei verwickelt sind, abschließt ; c) Sowjetrußlands Verlangen, daß das eigentliche Abkommen erst in Kraft tritt, wenn das zusätzliche Militärabkommen für gegenseitige Unterstützung ausgearbeitet ist, zumindest in seinen Hauptlinie; d) die exakte Form, in welcher Bezug genommen werden soll auf die Genfer Liga. Kein Propagandaministerium in England. London, 15. Juni. (Europapreß.) Die Errichtung eines Propagandaministeriums wird vorläusig von der englischen Regierung noch nicht für notwendig gehalten. Dagegen soll im Rahmen des Außenministeriums eine Abteilung für A u s- landspropaganda errichtet werden. Dissse Abteilung wird dasjenige Referat der Presseabteilung des Außenministeriums in sich aufnehmen, das bisher mit der Auslandspropaganda beschäftigt war. Für den Kriegsfall beabsichtigt die Regierung die sofortige Errichtung eines Nach- richtenministeriums unter Leitung eines Kabinettsministers und eines Generaldirektors. Für den Posten des Generaldirektors ist der bisherige Botschafter in Rom, Lord Perth, in Aussicht genommen, der bereits im Frieden die Arbeit der Abteilung für Auslandspropaganda gemeinsam mit Unterstaatssekretär Butler letten wird. Zur Begründung dieses Entschlusses verwies Chamberlain auf die Tätigkeit des British Council, des Rundfunks und der Presse. Das Außenptinisterium stünde mit allen diesen in enger Fühlung. Die Regierung halte eine beträchtliche Verstärkung der Propagandatätigkeit für möglich und habe deshalb die Errichtung der neuen P^opagandaabteilung beschlossen. Die Ausarbeitung von Plänen für das Nachrichtenministerium ist Innenminister Sir Samuel Hoare übertragen, der hierbei ebenfalls mit Lord Perth zusammenarbeiten wird. Chamberlein bemerkte, in Friedenszeiten würde das Nachrichtenministerium lediglich als Gerippe bestehen. Ziele und Grenzen der Einkreisung. Von Konteradmiral z. V. Gadow. Die Aktion der westlichen Mächte, in ihrem Cha» ratter dort ebenso hartnäckig geleugnet, wie bei uns als „Einkreisung" klar gekennzeichnet, ist nicht nur in ihren Verhandlungen mit Sowjetrußland auf Hindernisse gestoßen. Als ihr Ziel ist ohne Mühe das zu erkennen, was schon der Vorgängerin von 1906 bis 1914 zu Grunde lag: die Einengung der führenden mitteleuropäischen Mächte, um deren Einfluß auf die umgebenden Länder und damit eine Einbuße der eigenen politischen und wirtschaftlichen Stellung zu beschneiden. Im Falle England kommt hinzu die Besorgnis vor einer militärischen Revanche Deutschlands mit allem Risiko für die britische Weltstellung, während Frankreich weniger eine Revanche als eine Verdrängung aus seiner Mittelmeerposition und aus Nordafrika durch Italiens Aufttieg fürchtet. So ergab sich von selber und trotz der drei Friedensakte do^i München, Paris und Rom im vorigen Herbst die Verschärfung der — ebenfalls geleugneten — Gruppenbildung, deren Kennzeichen als „demokratische und autoritäre" dabei längst inhaltlos geworden ist. Zählt die Welt doch heute schon fast 20 „autoritäre" Staaten, von Sowjetrußland bis Bolivien, und selbst in den ältesten Demokratien beginnen Vollmachtsgesetze, Wirtschaftsplanung u. ä. die Regel zu werden. War die alte Einteilung der Hauptmächte in „Habenichtse und Haltefeste" noch überzeugender, so könnte man unter den anderen jetzt „Garantierte und Nichtgarantierte" unterscheiden. Und hier zeigen sich die Grenzen der Einkreisung. Beginnen wir am Südostende, so finden wir zunächst die Türkei anscheinend ins Gegnerlager abgewandert, obgleich sie kurz vorher durch Ismet Jnönü ihre Neutralität versick)ert hatte. Ader das englisch-türkische Bündnis — übrigens noch nicht ratifiziert — spricht nur von gemeinsamer Abwehr eines Angriffs im Mittelmeer. Wer will denn an greifen? Dazu kommt die großzügige Honorierung der türkischen Stellungnahme durch den englischen 16-Millionen-P fand-Kredit und die lieber« laffung des Sandschak. Solche Gelegenheiten konnte die türkische Politik unmöglich ausschlagen, umsomehr als das gleichzeitige Wirtschaftsabkommen mit Deutschland, einstimmig angenommen, ein schönes Gegengewicht bildete. Alte Animosität gegen Italien mag auch mitgesprochen haben, aber in erster Linie wird hier ein erfolgreicher Opportunismus sichtbar. Der türkische Schritt hat den Balkanbund, der auf Neutralität seiner Mitglieder au {gebaut war, erschüttert und zugleich viele Balkanprobleme neu Verschärfung der japanischen Blockade in Tientsin und Kulangsu mittel=ßieferungen sich als japanfeindlich hinzustellen. Somit ist die Lebensmittelzufuhr praktisch a b g e s ch n i 11 e n. Der Verkehr auf den Straßen der Konzession hat so gut wie aufgehört. Die japanischen Behörden haben nun auch gegen die Insel Kulangsu, auf der sich die Internationale Niederlassung des südchinesischen Hafens A m o y befindet, die Blockade verhängt. Die bereits feit Asch keine Entschlüsse Englands. Das Scho in London. Dr.Li. London, 16.Juni. Die englisch-japanischen Spannungen wegen der Blockade der Fremdenniederlassung in Tientsin haben sich am Donnerstag versteift, nachdem die japanischen Behörden am Donnerstag auch gegen d i e Insel Kulangsu, auf der sich die Internationale Niederlassung des südchinesischen Hafens Amoy befindet, die Blockade verhängt haben. Der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert C r a i g i e , hat japanische Regierung auf die „Gefahren" hingewiesen, die nach englischer Ansicht im Falle „provozierender" Handlungen der Japaner entstehen könnten. Der Botschafter hat weiter die japanische Regierung auf die ernsten Folgen aufmerksam gemacht, die sich aus der Erklärung des japanischen Sprechers in Tientsin ergeben können, derzufolge der Streitfall nicht durch die Auslieferung der vier beschuldigten Chinesen beigelegt werden könnte; das Ziel der Blockade sei vielmehr, eine breitere Form der Zusammenarbeit mit den britischen Behörden in China zu erreichen. Ministerpräsident Chamberlain erklärte dazu im Unterhaus, daß, gesetzt den Fall, daß diese Erklärung die Ansichten der Behörden in Tokio wie- dergebe, die Japaner offenbar den Vorfall dazu benutzten, um Forderungen zu stellen, die v i e l g r ö = ße r und weittragender seien, als die bloße Auslieferung der vier Männer. Nach seiner Meinung würden solche Folgerungen wichtige und grundsätzliche Fragen aufwerfen, die nicht mehr nur allein England beträfen. Chamberlain fügte hinzu, die englische Regierung stehe m i t Paris und Washington in eng st er Fühlung. Zur Zeit würde die Lage geprüft, die durch die japanische Weigerung, eine Untersuchungskom- miffion einzusetzen, und durch die Fortsetzung der Blockade entstanden sei. Die Situation sei unverkennbar ernst, aber die britische Regierung könne Tagen durchgeführte Unterbindung des chinesischen Dschunkenverkehrs vom Festland zur Insel wurde jetzt zu einem allgemeinen Verbot des Lebensmitteltransports nach Kulangsu erweitert. Da auf Kulangsu 50000 chinesische Flüchtlinge vom Festland Zuflucht gesucht haben, rechnet man mit einer baldigen Lebensmittelnot auf Kulangsu. noch keine Erklärungen über ihre künftigen Maßnahmen bekannt geben. In einigen Blättern wird nachdrücklich die Forderung nach wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen, d. h. die Verhinderung der japanischen Ausfuhr nach den englischen Gliedstaaten, erhoben, während die der City nahestehenden Blätter und vor allem die Regierung selbst für ein solches Vorgehen Englands große Schwierigkeiten sehen. Das angesehene Wirtschaftsblatt „Financial News" z. B. schreibt, ein Versuch, die japanische Ausfuhr ins Empire zu unterbinden, würde kaum die Billigung Indiens und Australiens finden. — Das englische Schatzamt wendet sich ebenfalls gegen wirtschaftliche Maßnahmen. Der Grund für diese Haltung ist offenbar der, daß man sich darüber im klaren ist, die Durchführung wirtschaftlicher Maßnahmen könnte nur dann einen Sinn haben, wenn England entschlossen sei, einen daraus möglicherweise entstehenden militärischen Konflikt durchzukämpfen. Diese Entschlossenheit besteht aber anscheinend zur Zeit in London nicht. Hierfür ist maßgeblich einmal der unzureichende Stand der englischen Rüstungen im Fernen Osten, und zum anderen die Befürchtung, daß ein militärischer Konflikt in Ostasien möglicherweise weitere Folgen nach sich ziehen würde. Die unmittelbare Auswirkung der Verschärfung der fernöstlichen Spannung wird nach Auffassung unterrichteter Kreise in London ein Versuch zu einer Beschleunigung der Paktverhandlungen mit Moskau sein. Man nimmt an, daß England angesichts der neuen Lage zu noch weitergehenden Zugeständnissen an die Sowjetunion bereit sein werde. „Daily Telegraph" schreibt, wenn die „Provokationen" von Japan nicht aufhörten, werde es die englische Regierung nicht bei formellen Protesten in Tokio und Tientsin bewenden lassen. „Daily Expreß" fordert die Bevölkerung Englands zum Boykott japanischer Waren auf, während „Daily Mail" und „News Chronicle" auf einen „scharfen Regierungs- kurs" drängen. Oer Neutschen-Terror in Polen finnischen eintragen Gerade 150 Als könnte. der Handel um diese Inseln, deren Bewirb. Reichsbankpräsident Funk stellte fest, daß die dargebotene Abfindung auch für die ausländischen Anteilseigner, deyen durch die Golddiskontbank ein besonderes Angebot gemacht wird, fair ist. Alle Anteilseigner haben zwecks Erlangung der Abfindung ihre Anteilscheine bei der Reichsbank einzureichen. n i e n statt, der unter Leitung von Prosessor Karl Ritter an allen spanischen Fronten gedreht wurde, wo die Legion Condor im Kampf gegen den bolschewistischen Weltfeind stand. Aus allen Teilen des Landes treffen täglich Berichte über Deutsche ein, die w e g e n „illoyalen Verhaltens^ von polnischen Gerichten zu Freiheitsstrafen verurteilt werden. Auch der „Dziennik Bydgoski" vom 15. Juni meldet die Verhaftung und Verurteilung von mehreren Dolksdeutsä)en wegen angeblicher „Beschimpfung" des polnischen Volkes oder Staates. Auf Anordnung der polnischen Wojewodschaft m Kattowitz wurde am Donnerstag die frühere B e r g s ch u l e der alten deutschen Bergstadt Tarn o witz beschlagnahmt und in polnischen Be- wurde. Wo immer es um die Entscheidung geht, ieht man deutsche Soldaten, deutsche Bomber, deut- che Kampfflugzeuge, deutsche Tanks, deutsche Ge- chutze, die den Internationalen Brigaden Tod und Verderben bringen. Dor allem die Aufnahmen vom Einsatz der Jagdflugzeuge und von den Angriffen der Bomber in der letzten entscheidenden Offensive vermitteln Bilder von eindringlicher Stärke. Als plastische Einführung in die Kampfhandlung selbst wird die furchtbare Leidenszeit Spaniens unter dem marxistischen Terror heraufbeschworen, der das ganze Geschäftsstellen fast sämtlicher Deutschtumsorgonisa- tionen, ein Jugendheim und große Versammlungsräume. Auch der deutsche Kindergarten wurde von den Polen enteignet. Mit dieser polnischen Willküraktion ist die gesamte Arbeit der deutschen Organisationen in Tarnowitz mit einem Schlage lahmgelegt worden. Auch in Wolhynien sind sämtliche politischen, wirtschaftlichen und anderen Organisattonen der dortigen 50 000 Deutschen bis auf eine Kredit- organisatton behördlicherseits geschlossen . bzw. den Organisationen jede Betätigung untersagt worden. In Oderberg wurde die bisherige deutsche Verwaltung der Gemeinnützigen B a u - und Wohnungsgenossenschaft aufgelöst. An ihre Stelle wurde eine kommissarische Verwaltung, die ausschließlich aus Nationalpolen besteht, gesetzt. Die enteignete deutsche Genossenschaft war Besitzerin von 21 Wohnhäusern mit rund 200 Wohnungen, die einen Gesamtwert von über 1,5 Millionen Zloty darstellen. Die Häuser wurden im Laufe vieler Jahre von den Spargeldern des alteingesessenen Olsa- deutschtums erbaut und stellen daher ausschließlich deutschen Besitz dar, der nun ohne jede gesetzliche Grundlage willkürlich den Polen überantwortet wurde. Oie Nürnberger Bauten auf dem Gelände -er Reichsparteitage den sich die Stufen der Tribünen bis zu einer Höhe von 80 Meter erheben. Die beiden Ecktürme, die die in Hufeisenform zu errichtenden Tribünenbauten abschließen werden, werden sogar 22 Meter höher sein als die Türme der Nürnberger Lorenzkirche. Von den insgesamt zu bewegenden zwei Millionen Kubikmeter Erdmassen sind bereits 700 000 Kubikmeter bewälttgt, so daß in Kürze mit den Fundamentierungsarbeiten begonnen werden kann. Das M ä r z f e l d , das künftige Aufmarsch- und VorfuhrungsgeländS der Wehrmacht, wird ringsum von Tribünen umzogen fein, die 250 000 Personen Platz bieten. In gleichen Abständen werden 24 je 38 Meter hohe Türme von den Tribünen aufragen. Die Innenfläche des Märzfeldes ist 610 Meter lang und fast einen Kilometer breit. Auf ihr können etwa 1,8 Millionen Personen Aufstellung nehmen. Neben der großen Führer- tribüne, gegenüber der Einmündung der großen Straße, wird eine Riesenplastik in Bronze von Professor Thorak das Märzfeld schmücken.. Don den sonstigen Bauten verdient vor allem der unterirdische Bahnhof in der Nähe der ^-Unterkunft heröorgehoben zu werden. Er dient dem Zweck, den Straßenverkehr störungsfre, in das Parteitagsgelände führen zu können. Auch die Reichsbahn tritt auf dem Reichsparteitagsgelände mit einem größeren Bau hervor. So wird in unmittelbarer Nähe des Lagergeländes ein Lager- b a h n h o f erstehen, der eine Front von 250 Meter haben wird. Oie Reichsbank unmittelbar -em Führer unterteilt ei viel von einer Atatürk-Linie geredet worden, die vom Schwarzen Meer bis zum Aegäischen Meer reichen solle. England solle das nötige Geld zur Finanzierung dieses Bundes liefern. Das Blatt ragt, ob der von Gafencu erwähnte Pakt mit die- em Plan in Verbindung zu bringen fei. Wenn Rumänien unter Verzicht auf jede Vorsicht auf die andere Seite abschwenken wolle, dann müsse man es vor einem unüberlegten Schritt warnen. Die Turiner „Stampa" schreibt, es sehe so aus, als ob in dem Raum zwischen dem Aegäischen und dem Schwarzen Meer ein gefährliches Spiel gespielt werde. Italien habe mit äußerster Geduld auf eine absolute Neutralität gerechnet und seinen Friedens- und Zusammenarbeitswillen bis zur Unterzeichnung des Montreux-Abkommens getrieben. Es könne aber niemals zulasien, daß die Freiheit der Meerengen zu einer Fiktion zugunsten bevorrechtigter Mächte gemacht werde oder daß Kräfteverschiebungen im östlichen Mittelmeer einträten. Der Zeitpunkt nahe heran, in dem Italien Aufklärungen fordern müsse. Oie polnischen Verhandlungen in London. London, 15. Juni. (DNB.) Die polnische Finanzabordnung, die in London weilt, nahm ihre Besprechungen mit Vertretern des Schatzamtes. des Foreign Office und der Abteilung für Exportgarantien auf. Reuter berichtet, daß diese Verhandlungen mit den Besprechungen der zur Zeit ebenfalls in London weilenden polnischen Militärabordnung im engen Zusammenhang stünden. Es handele sich um folgende drei Hauptpunkte: 1. Die Lieferung von schwerer Artillerie und Flugzeugen an Polen, 2. die Lieferung von Rohstoffen durch die brittschen Kolonien und Dominien an die polnische Industrie, 3. die Frage von Finanzkrediten für Warschau. Abschied von Kanada. Halifax, 15. Juni. (Europapreß.) Das englische Königspaar ist in Halifax, der Hauptstadt von Neuschottland, eingetroffen, um sich am Abend an Bord der „Empreß of Britain" nach Neufundland zu begeben. In Halifax nahm Lord Tweedsmuir, der Generalgouverneur von Kanada, vom Königspaar Abschied. Für seine Verdienste um das Königshaus verlieh ihm König Georg das Großkreuz des Viktoria-Ordens. Nachdem sich König Georg und Königin Elisabeth auch von dem Fahrpersonal des Hofzuges verabschiedet hatten, fand in der Stadthalle von Halifax eine offizielle Abschiedsfeier statt. König Georg ergriff hier nach einer Rede des Ministerpräsidenten von Neu-Schottland das Wort und bedankte sich beim kanadischen Volk für die ihm erwiesene Gastfteundschast. Auch Königin Elisabeth nahm in kurzen Worten von der kanadischen Bevölkerung Abschied. Land in den Zustand völliger Anarchie zu stürzen drohte. Aufnahmen von den Freudenfesten der befreiten Bevölkerung, von der Rückreise der Legion, ihrer Begrüßung in Hamburg durch ®61LeraI*eIßl Marschall Göring und schließlich von ihrem Empfang durch den Führer in der ReichshauptsE sowie von der Parade runden das Filmwerk ab. Nach der Ausführung brach das Publikum in langanhaltenden Beifall aus, der besonders Professor Karl Ritter galt. Gegen die polnische Leberheblichlett Eindringliche italienische Warnungen. Rom, 15. Juni (Europapreß). Die Ausbrüche des polnischen Chauvinismus, die sich neuerdings nicht mehr ausschließlich gegen Deutschland, sondern auch gegen Italien richten, Haden in Rom außerordentlich verstimmt. Der Boykott italienischer Zeitungen und die ausfällige Sprache der polnischen Blätter gegenüber Italien haben daher in Rom zu einer merklichen Verschärfung des Tones gegenüber Polen geführt. Das halbamtliche „Giornale d'Jtalia" stellt in einem Leitartikel „Polnischer Größenwahn" fest, der Rauschzustand, in dem sich Polen gegenwärtig be- Berlin, 15. Juni. (DNB.) Der Presse gab Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk Erläuterungen über das neue Gesetz über die Deutsche Reichsbank-, das mit dem 16. Juni in Kraft tritt. Es unterstellt di e Reichsbank unmittelbar dem Führer und stellt die uneingeschränkte Hoheit des Reiches über die beut« che Notenbank wieder her. Entscheidungen, die für )ie Währung von besonderer Bedeutung sind, ind ausschließlich dem F ü h r e r v o r b e h a l t e n, wobei es sich um bi/ Bestimmung der Höhe des von der Reichsbank dem Reiche zu gewährenden Be- triebskredites sowie um den Höchstbetrag an Reichsschatzwechseln, den die Reichsbank in ihren Händen haben darf, handelt. Ferner wird mit ihm das Führerprinzip nach den nationalsozialistischen Grundsätzen verwirklicht. Unter Beibehaltung des auch weiterhin vom Führer zu berufenden Reicksbankdirektoriums als Vorstand der Bank, ist die alleinige Entscheidungsbefugnis des Reichsbank- Präsidenten vorgesehen. Auch in der Verwaltung der Bank ist die autoritäre Stellung des Präsidenten überall durchgeführt, auf dem Gebiete der Personenverwaltung sind die Bestimmungen des Deut- chen Beamtengesetzes in das neue Gesetz eingebaut worden. Für die rechtsaeschäftliche Vertretung der Reichsbank ist an der Vertretung durch zwei Mitglieder des Reichsbankdirektoriums festgehalten worden, jedoch sind diese an die Entscheidungen des Präsidenten gebunden, so daß Mehrheitsentscheidungen ausgeschlossen werden. Um die unmittelbare Verbindung der Reichsbank zu Wirtschaft, Arbeit und Finanz sicherzustellen, wird von dem Präsidenten ein Beirat der Reichsbank ernannt. Tag des deutschen Volkstums. NSG. Am 24. und 25. Juni begeht das deutsche Volk den „Tag des deutschen Volkstums", der dazu dient, alle Volksgenossen auf den volksdeutschen Gedanken des Hundertmillionen-Dolkes hmzuweften. An diesem Tag bekennt sich bas gesamte deutsche Volk zu den 20 Millionen deutscher Bruder und Schwestern, die irgendwo in einem fremden Staat leben, und bringt damit seine Schicksalsverbunden. heit mit ihnen zum Ausdruck. Der Schirmherr die« es volksdeutschen Appells ist der S t e I I d e r t r e * ter des Führers, Rudolf H e ß, der am 24. Juni um 20 Uhr auf einer Reichskundgebung des VDA. auf dem historischen Marktplatz in 6g e r über alle deutschen Sender zum deutschen Dolk sprechen wird. In den Gauhauptstädten dcs Großdeut- chen Reiches finden zu gleicher Zeit Porallelkund- gedungen statt. Auf Anordnung der Schulbehörden inden in allen Schulen unseres Gaues an diesem Samstag Schulfeiern statt. Der diesjährige „Tag des deutschen Volkstums" indet in Verbindung mit einer Straßensammlung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland statt. Sie soll dem VDA. die Mittel zuführen, die er für die Erfüllung seiner Aufgabe, die lebendige Verbindung mit den Deutschen in aller Welt au f rechtzuerha 1 te n^ benötigt. Die Durchführung der Straßensamrnlung liegt in den Händen der NSV. Als Sammler haben sich freiwillig die Mitglieder der NS. -Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes sowie des Reichsbundes ür Leibesübungen, die Mitglieder des VDA. und die Beamten und Angestellten der Reichsbahn zur Verfügung gestellt. Außerdem werden im Gau Hessen-Nassau die Angehörigen des NS. - Studentenbundes und die Hitler- Jugend die Volksgenossen auch in den kleinsten' Orten unseres Rhein-Main-Gebietes um ihren Bei- trag bitten. Zum Verkauf gelangen schöne Abzeichen aus Glas, die die deutschen Volkstumsgruppen aus verschiedenen Ländern darstellen und in der Gablonzer Industrie hergestellt wurden. Sie werden durch ihre künstlerische Ausführmrg überall Anklang finden. Die Kapitalgrundlage der Reichsbank bleibt Millionen Reichsmark und zerfällt in Anteile. Anteilseigner sind jedoch in Zukunft nur noch deutsche Staatsangehörige (Reichsbürger) sowie juristische Personen und Unternehmen mit dem Sitz in Großdeutschland zugelassen. Die Reichsbank-Anteilscheine sind dadurch jeder Spekulation entzogen, daß sie den Inhabern mit Rückwirkung für das Jahr 1938 und für die Zukunft keinen höheren Gewinn als 5 v. H. erbringen werden. Der gesamte darüber hinaus erzielte Gewinn wird nach Vornahme der erforderlichen Abschreibungen dem Reiche zugeführt. Da das Grundkapital der Reichsbank nach dem neuen Gesetz in Privathand belassen wird, ist auch die Beibehaltung der Hauptversammlung als Organ der Anteilseigner vorgesehen. Sie wird aber ihres bisherigen Charakters als beschließendes Organ entkleidet. Die Vorschriften über die Gold- und De vi sende stände entsprechen dem mehrfach vom Führer aufgestellten Grundsatz, daß die Stabilität der deutschen Währung nicht auf der vorhandenen Menge an Gold und Devisen beruhe, sondern darauf, daß das von der Notenbank ausgegebene Geld i n einem angemessenen Verhältnis zu d e m U m s a tz der mit deutscher Arbeit geschaffenen Lebens- und Derbrauchsgüter gehalten sie sich von Deutschland bebroht fühlen und strichen sich damit ebenso aus Roosevelts alberner Liste der „Bedrohten", mtt der der Führer schon am 28. April im Reichstag abgerechnet hat, wie aus der der Garantieanwärter seitens England, Frankreichs oder Sowjetrußlands. Dieses letztere verlangt die Kollek- tivgarantie für Finnland, Lettland und E st l a n d , die sich das jedoch energisch verbitten, um nicht das Opfer eines „Präoentivbeistandes" zu werden, der Sowjetrußland die begehrten Ufer der Bucht samt den Aalands-Jnseln inbe, sei eine Folge der Ausstellung des 8lankowechsels durch die Garanten« t a a t e n. Als Beispiel für den polnischen Geisteszustand führt das Blatt eine polnische Propaganda- karte an, die die Grenzen Polens bis nach Berlin und Wien ausdehnt. Es schließt mit der Mahnung, Polen solle einmal in Ruhe über seine Interessen nachdenken. Die „Tribuna" schreibt, unter der englischen Führung habe Polen die deutschfeindliche Rolle übernommen, die bisher die verschwundene Tschecho-Slowakei gespielt habe. Warschau verliere immer mehr die Nerven. Es genüge aber noch lange nicht, 33 Millionen Einwohner, die nicht einmal gleicher Rasse seien, zu- ammenzuaddieren, um sich ohne weiteres als Großmacht zu betrachten. Die herausfordernde Haltung Polens gegenüber Deutschlands stehe in krassem Mißverhältnis zu der Stärke der beiden Länder. Italienische Warnung an Rumänien. Rom, 16. Juni. (Europapreß.) In Italien ist die Reise des rumänischen Außenmini- t e r 5 Gafencu nach Ankara mit großer Auf- merksamkit beobachtet worben. Die „Tribuna" wirst die Frage auf, welchen Weg Rumänien ein« chlage und ob man mit einem türkisch-rumänischen Militärbündnis rechnen müsse. Gafencu habe in einer Rundfunkbotsck)aft von einem Paktversuch mit der Türkei gesprochen, und man wisse, daff heutzutage der Ausdruck Pakt nichts anderes bedeute, als Militärbündnis. In diesen Tagen Nürnberg, 16. Juni (DNB.) Aus dem Reichsparteitagsgelände sind seit dem letzten Parteitag die Bauten des Führers ein gewaltiges Stück vorwärtsgetrieben worden. Neben den fertiggestellten Bauten im Luitpoldhain als dem Aufmarschgelände der Formationen der Partei, der LuitpoldHalle als dem vorläufigen Tagungsort der Par- 'teikongresse, dem Zeppelinfeld als dem Aufmarschplatz der Politischen Leiter und des Reichsarbeitsdienstes und dem als Aufmarschstätte für die Jugend dienenden alten Stadion wachsen die übrigen Bauten und Anlagen immer mehr empor. So ist der neue Kongreßbau, der neben der eigentlichen Kongreßhalle zahlreiche Nebenräume, darunter zwei Hallen von 24 zu 57 Meter Größe zur Aufstellung der Standarten und der Führerschaft aller Parteigliederungen vor Beginn der Parteikongresse, enthalten wird, bei einer Länge von über 275 Meter und einer Tiefe bis zu 265 Meter fast biszum 2. Obergeschoß fertig- gestellt. Die Schauseiten des Baues sind aus Granitquadern hergestellt. Der Jnnenraum des Kongreßbaues ist so groß, daß darin der Adolf- Hitter-Platz 2'/2mal Platz finden könnte. Auf dem inneren Säulengang wird die frei- gespannte Dachkonstruktion ruhen, deren Scheitelpunkt 86% Meter Über dem Gelände liegen wird. Ihre größte Spannweite wird 160 Meter betragen. Das Deutsche Stadion, zu dem 1937 der Grundstein gelegt wurde, wird 405 000 Menschen Platz bieten können. In fünf großen Rängen wer- Neulich gingen empörende Meldungen über grobe Ausschreitungen polnischer Aufwiegler gegen Volksdeutsche im Lodzer Raum durch die Presse. Damals anden die Ueberfälle und Zerstörungen in Tomas- zow und Kanstantynow statt. Ie tz t ist d e m d e u t- schen Männergesangverein in Lodz selbst jede weitere Tätigkeit untersagt worden; zugleich wurde sein Heim beschlagnahmt, in dem zugleich b e r größte Saalbau von ganz Lodz ist. Wie kommen die Volksdeutschen in Lodz zu einem so großen Saal? Richtiger wäre wohl, die Frage so zu stellen: Wie ist Lodz zu seiner gegenwärtigen Bedeutung gekommen? Denn im Jahre 1821 zählte das Dorf Lodz erst 788 Einwohner. Die damalige russische Regierung unter dem Zaren Nikolaus I. lud zahlreiche deutsche Weberfamilien aus Schlesien, Sachsen, Thüringen und Franken zur Besiedlung von Lodz ein; gleichzeitig wurden auch deutsche bäuerliche Siedlungen in der Umgebung gegründet. Der Ruf von Lodz als einer Großstadt der Textilindustrie ist also von Deutschen begründet worden. Die Zahl der Volksdeutschen im Lodzer Gebiet wird heute auf 200 000 geschätzt. Zahlreiche deutsche Bauerndörfer werden wegen ihrer Sauberkeit und ihres ordentlichen Zustandes in der an sich recht trostlosen Gegend von Lodz als Sommerfrische besucht. Niemals wurden diese Volksdeutschen unter der von den Polen so heftig bekämpften Zarenregierung derartig ickikaniert wie heute im „freien" Polen; es ist nun schon so, daß jemand, der an Freiheit nicht gewohnt ist, mit verblüffender Schnelligkeit Büttel- Allüren annimmt belebt. Jugoslawien hat gegen das türkischenglische Bündnis in diesem Sinne protestiert und erkennen lassen, daß es den Achsenmächten und ihren Zielen mehr vertraut als den von außen wirkenden Kräften. Rumänien muß bei einer Lockerung oder Sprengung des Bundes feine Isolierung befürchten, wofür die Versprechungen Englands und Frankreichs nur ein schwacher Erlatz sind, ba ihr Beistand an die höchst problematische Verkehrssicherheit durch bas östliche Mittelmeer gebunden ist, militärisch wie wirtschaftlich. In letzter Beziehung hat, wie zu erwarten, der Handelsvertrag mit England, gegenüber dem mit Deutschland, besonders enttäuscht. Mit Sowjetrußland wünscht man wegen Bessarabien nichts zu tun haben. Militärisch ist Rumänien schwach. England wie Frankreich sind für den Balkan einschließlich Türkei Gelegenheitsabnehmer, keine Dauerkäufer wie das Reich ober Italien, auch zu weit ab. Das merkt auch Griechenlanb, dessen Wein und Tabak im Westen nicht gesucht werden und das sich eine feindselige Einstellung zur Achse nicht gestatten kann. Das weiß ebenso Bulgarien, das außerdem noch Revisionsforderungen hat und daher als weiteres Sprengmittel mit Vorsicht betrachtet wird. So sieht man heute Rumänien bemüht, den Balkanbund zu halten, weil bei einem größeren Konflikt der Verlust der Dodrudscha an Bulgarien droht, ebenso Griechenland, das den Durchbruch Jugoslawiens nach Saloniki und Bulgariens nach Kawalla ober Dedeagatsch—Alexandro- pol befürchten muß, was auch für die Türkei einen Rückschlag wäre und sie betroffen auf die angerichtete Unruhe blicken läßt. Alles in allem ist hier die Einkreisung an einem kritischen Punkt angelangt In Italien besitzt die Achse eine Sperrspitze, die weit nach Süden reicht und unter Umständen, wie in Englands Fachschrifttum zugegeben wird, die ganze Mittelmeerherrschaft in Frage stellt. Spanien, das gewiß jetzt nach Neutralität und friedlichem Aufbau verlangt, steht immerhin als Mitglied im Antikomintern-Pakt und entfernt sich damit weiter von den Westmächten. Die Schweiz, Belgien und die Niederlande sind ebenso- viele Lücken im Ring, auf unbedingte Neutralität gestellt, daher weder zu überfliegen noch zu durchschreiten, öder im Kriegfall willig, sich noch einmal unter das Joch der Einfuhr-Blockade und „schwarzen Liften" zu bringen. Zum Gleichen hat sich der gesamte Norden bekannt: Dänemark schloß seinen Nichtangriffspakt mit dem Reich, die drei anderen SkanVinavier verneinten die Frage, daß An der Spitze der Ehrengäste sah man Generalfeldmarschall Göring, die Generalobersten Keitel und Milch, die Reichsminister Frick und Lammers, Staatsminister Meißner und Angehörige des Diplo- matischen Korps. In fesselnder Darstellung erleben wir die letzten entscheidenden Tage des Kampfes gegen den Bolschewismus, der gewiß nicht zuletzt durch den belbenmüticen Einsatz her ..Legion „ . . _ ............ Condor" mit dem Siege über den Weltfeind gekrönt l sitz genommen. In der Bergschule befanden sich die feftigung Moskau verweigert, und die englische Stimmen als Stütze der Blockade gegen Deutschland in sowjetrussischen Händen wissen möchten, hat im i Norden viele Augen geöffnet und den Willen zur echten Neutralität gestärkt. Das bedeutet eine weitere Lücke im Blockadering vom Skagerrak bis Reval und Helsinki, damit Atemraum für die deutsche Lunge. Was Sowjetrußland selbst betrifft, so hat sein zähes Feilschen und Zögern bei den Westmächten nicht gerade den Glauben an seine Bereitschaft und die Gradlinigkeit seiner Einstellung verstärkt, und französische Militärstimmen (besonders „France Militaire" und „Echo be Paris") werden nicht müde, die Betriebssicherheit dieser wieder ausgegrabenen Dampfwalze in Frage zu ziehen. — So barf man im ganzen sagen, daß die Bäume der feindlichen Politik nicht in den Himmel wachsen, uni) daß diese auf Polen und feinen exaltierten Chauvinismus allein keine überlegene Koalition bisher begründen konnten ober es wagen können, etwa um der Danziger Frage willen dieses System zu mobilisieren. Oie Heimkehr der italienischen Spanien-Flieger. Mailand, 15. Juni. (Europapreß.) Der Ueber« seedampfer „Duilio" mit dem aus Spanien heimkehrenden italienischen Fliegerkorps von 2800 Mann ist bei Tagesanbruch an der Küste von San Remo den Truppentransportbampfern „Pie- monte" und „Sardegna" begegnet, aus denen die zu Besuch nach Italien gekommenen dreitausend spanischen Legionäre heimkehren. Von Bord zu Bord wurden herzliche Grüße gewechselt. Die italienischen Flieger sind gegen 8 Uhr im Hasen von Genua eingetroffen, wo sie von den Stabt» beworben und im Namen der Regierung von Außenminister Graf Ciano sowie den Ministern Alfieri und Starace begrüßt wurden. Am Nachmittag sand vor dem Kriegsgefallenen-Denkmal die große P a • rade vor dem König und Kaiser statt, bei der Deutschland durch seinen Luftattachs bei der deutschen Botschaft in Rom, General von Bülow, vertreten war. — An der Spitze der Legionär- Flieger marschierte Fliegergeneral Monti mit seinem Stabe. Im Zuge marschierten auch sechzig spanische Flieger, die ihre italienischen Kameraden in die Heimat begleitet hatten. Nach der Varade zogen die Leaionärflieger unter dem Triumphbogen des Kriegsgefallenen-Denkmals hindurch und weiter durch die Hauptstraßen, wo ihnen die Bevölkerung begeistert zujubelte. „Im Kampf gegen den Wettfeind." Uraufführung des Films über den Einsatz der Legion Eondor. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Am Donnerstagabend fand im Ufa-Palast am Zoo die Urausführung des dokumentarischen Filmes vom Einsatz der deutschen Freiwilligen in Spa- eine allgemeine Senkung des Preises zu erzielen ver- lg Bedeutung. ie sieht es in -er Wirtschaft au«? Leibesübungen. * wÄ Wtok M l-M w W HME-» w* einaejüöu vor von Der rumänische Außenminister G a f e n c u ist am Donnerstagnachmittag an Bord des rumänischen Dampfers „Dacia" in Athen eingetrvffen. * Das Erste italienische Flottengeschwa. der wird in Begleitung einer Anzahl von U-Booten einer Reihe spanischer und Portugiesin scher ö fen sowie Tanger einen Besuch ab- statten. Dieser Flottenbesuch, der etwa drei Wochen dauern wird, Hot den Charakter einer Uebung und steht somit im Rahmen der normalen Tätigkeit der italienischen Seestreitkräfte. ♦ Wie jetzt bekannt wird, sind die „Reue Zürcher Zeitung" und der Berner „Bund" in Italien verboten worden. Don italienischer Seite wurde die Berichterstattung der Ausländskorrespondenten dieser Blätter beanstandet. * Staatspräsident Lebrunhat von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und fczn Helfershelfer des ^Massenmörders Weidmann, Million, begna- d i g t. Die Todesstrafe Millians ist in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewlurdeft worden. Million ljat er- Während die deutsche Erdbeerernte noch nicht eingesetzt hat, gab es zahlreiche und verhältnismäßig wohlfeile Erdbeeren in den Geschäften zu kaufen, die zumeist bulgarischer Herkunft waren. Erst im Jahre 1934 begann das Bauern- land Bulgarien, Erdbeeren zu exportieren, und zwar führte es damals 13 245 Kilogramm im Werte von 103173 Lewa aus, während es im Vorjahr schon 825 867 Kilogramm im Werte von 10 752 143 Lewa waren. Der wichtigste Abnehmer für diese neu- lien ist die enmini' roher N inien A* »rumä* n Me. vvn einem unb man nichts an- esen Tagen eredet wor- AegäW" lötige Geld Dos Blatt ikt mit die« Wenn t auf dir dann mu e aSchr'tt Oie landwirtschaftlichen Genossenschaften im Dienst de« Volkes. sein. Mit der Errichtung von Landdienstlagern und -Heimen in Zusammenarbeit mit der Reichsjugend.1 führung seien die Genossenschaften in den Dienst staatlicher und parteiamtlicher Maßnahmen getreten. Die hierfür erforderlichen Mittel müßten allerdings durch den Gesamtorganismus aufgebracht werden. Hinsichtlich des Maschineneinsatzes unter- strich der Redner die allgemein stark beachteten und anerkannten Leistungen der Genossenschaften. Er bemängelte die Tatsache, daß der Gründung von Dreschmaschinengenossenschasten oder dem genossenschaftlichen Betrieb von Dreschmaschinen zuweilen Schwierigkeiten bereitet würden, anderseits der Anschaffung von Dreschmaschinen durch jeden beteiligten Bauern nichts im Wege stehe. Bei dem heutigen Materialmangel sei eine solche Handhabung >ng des anten. Geistes, paoanba. ch Berlin Mahnung, Interessen ' der eng- h f e i n d. lisher die gchielt e Nerven, onen Einseien, zu- als Groh- e Haltung n krassem n Länder. kstums" hmm, lmAus. ^führen, ie leben- ler Welt -ung der !r NEV. Wieder ltschen rundes >er des lten der lußerdenz agen des )itler. kleinsten Iren Bei- Abzeichen PPen aus :r Gab- Sie wer« erall An- "nd-sTchA w zur v{ wische" Ä ie M >Ms, cr daw “Mn. putsche und ! Staat dunden. 'err die. ertre.. der am dgebunq 'Ege? °lkspre. roßdeut. Hel kund, ^hökben 1 diesem ehe so aus, Aegäischeu ihrlicher iit äuherstek .rechnet un tswillen lnr ommens (P en, dasi 611 tion zugur>' *e oder da An -L MN, in de" isse. ingen Die beiden größten deutschen Schiffsreedereien Hapag und Norddeutscher Lloyd haben nunmehr für 1938 ihr« Abschlußergebnisse veröffentlicht. Beide Reedereien haben einen gleich großen Rückgang der Betriebsergebnisse zu verzeichnen, wobei die Abschreibungen vermehrt wurden, und zwar zu dem Zweck, die deutsche Handelsflotte zu erneuern. Die Hamburg-Amerikanische Paketfahrt- AG. hat ein Betriebsergebnis von 32,12 Millionen gegen 36,52 Millionen im Jahre 1937, der Nord- deutsche Lloyd, der vor allem den Passagieroerkehr pflegt ein Ergebnis von 30,15 Millionen gegen 34,55'Millionen im Jahre 1937. Für die Hapag wird neben einem 36 000-Tonner für den Nordatlantik vor allem das mittlere Frachtschiff zwischen 4000 und 9000 BRT. gebaut werden, wobei auch auf die größere Schnelligkeit der Schiffe Bedacht genommen wird. Dagegen hat der Norddeutsche Lloyd zur Zeit keine" großen Baupläne, da der Geschäftsbericht betont, daß 60 Prozent der Lloyd- flotte jünger als zehn Jahre sind, während bei den übrigen Reedereiflotten, auch des Auslandes, das Verhältnis bedeutend ungünfttger ist. Fast ein Drittel der Welchandelsflotte besteht aus Schiffen, die über 20 Jahre alt sind. Die Neubauten werden von den beiden großen Reedereien selbst finanziert. Wichttg ist die K o st e n f r a g e geworden, die durch die Lohntariferhöhung in der Seeschiffahrt und an» | dere Umstände sich nach oben entwickelte. Zur Lage des Schiffahrtsgeschäfts im allgemeinen sagt der Bericht des Norddeutschen Lloyd: „So lange einem freien Wirtschaftsverkehr Deutschlands mit dem Ausland ständig Hemmungen durch handelspolitische Maßnahmen bereitet und außenpolittsche Spannungen zu wirtschaftlichen Wettbewerbsmaßnahmen zum Nachteil der deutschen Schiffahrt benutzt werden, wird mit einer grundlegenden Wandlung nicht zu rechnen sein." Umgekehrt aber führen nach dem Bericht solche Maßi^ihmen zwangsläusig dazu, daß die deutschen Schiffe noch stärker als bisher die von und nach Deutschland gehende La- düng erhalten müssen. Das wäre also so etwas wie die Rückkehr zur Navigattonsakte, die unter Cromwell in England zur Bekämpfung des damals Ke Krankenpfleg er., ------- stiege ganz allgemein. Sie bringen all die Emrich- !ungen von Staat und Partei zur Wohlfahrt und Vfleqe des Volkes zur lebendigen Erfüllung. Mtt eer Gemeindepflege erstreckt sich das Ausgabengevlet und der Wirkungskreis dieser bevölkerungspolitisch geschulten und erzieherisch wirkenden Frauen m :rster Linie aufs Land. Nach dem Stand vom| April 1939 umfaßt die NS.-Schwesternschaft heute inschließlich der Lernschwestern und Schülerinnen rnmb 11000 Mitglieder. Davon sind 2600 in den : 525 Gemeindepflege st a t i o n e n tätig, Uso in erster Linie auf dem Lande. Bei dem Einsatz nurben besonders diejenigen Gebiete des Reiches iserücksichttgt, die wirtfchafts- und qefundhettspolitisch im dringendsten der Hilfe und Betreuung bedurften, Uso nebes ausgesprochenen weis der Sachkunde und ihrer persönlichen Zuver-l lässigkeit besonders zugelassen seien. Den so ver-I standenen „Kundendienst" wolle der Einzelhandel sogar noch ausbauen, damit jeder an der Derbraucherfront stehende Kaufmann sich der Derantwor. tuna bewußt sei, die er bei jedem Wort hn Der« kaufsgespräch trage. Die in dem fachlichen Schulungsblatt der DAF. „Der Deutsche Kaufmann" gestellte Forderung: „Behandle deinen Kunden so, wie du von deinem Lieferanten und wie du selb st als Kunde wünsch st behandelt zu werden" solle der kategorische Jmperattv für jeden Kaufmann und Mitarbeiter im Einzelhandel sein. Alle 50 Kilometer Erfrischung«dienst an der Veichsautobahn. An den Reichsautobahnstrecken sind in jüngster Zeit die Erfrischungsmöglichkeiten erheblich vermehrt worden. Neben den eigentlichen Ra st an lagen wurden auch die Tankstellen systematisch mit Einrichtungen für Abgabe von Erfrischungen versehen. Der Erfrischungsdienst wird vom Tankwart mitbesorgt. Es werden Tabak- und Süßwaren geboten, meist aber auch Getränke, besonders M i l ch g e t r ä n k e , für die Gäste bereit gehalten. Heute ist bereits im gesamten Reichsautobahnnetz in Abständen von durchschnittlich 50 km eine Erfrischungsmöglichkeit vorhanden, so daß der Benutzer der Reichsautobahn in keinem Falle mehr gezwungen ist, zu den notwendigen Erfrischungsaufenthalten die Reichsautobahn zu verlassen. In der Regel ist der Erfrischungsbetrieb unmittelbar im Tankgebäude untergebracht, bei einer Anzahl von Tankstätten ist aber auch ein besonderes Erfrischungsgebäude vorhanden. t e n vor allem die ländlichen Gegenden. Don den drei großen deutschen Schwesternschaften, Reichsbund der Freien Schwestern und Pflegerinnen, Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes und NS.-Schwesternschaft, hat jede ihr besonderes Aufgabengebiet. Die NS.-Schwesternschaft findet ihren Arbeitsbereich in erster Linie in der Gemeindepflege. Sie hat darum für das Land und seine Bewohner erhöhte Bedeutung. Kundendienst hinter dem Ladentisch. Zu dem Appell des Frauenamts der DAF. an alle Hausfrauen, weniger Kundendienst zu verlangen, wo er nicht angebracht ist, nimmt nunmehr auch der Pressedienst des Einzelhandels von der Wirtschaftsgruppe her Stellung. Auch vom Einzelhandel fei schon darauf hingewiesen worden, daß man heute im Interesse eines besseren Arbeitseinsatzes Uebertreibungen im Zustelldienst eben-- I so ablehnen müsse, wie aus Gründen der Materialersparnis eine übertriebene Verpackung. Das heiße aber nicht etwa, daß man nun' Lieferungen ins Haus grundsätzlich ab schaffen wolle, denn in manchen Zweigen des Einzelhandels würden sie stets notwendig bleiben. Ueberhaupt richteten sich solche Aeußerungen keineswegs gegen den Kundendienst an sich. Im Gegenteil: gerade jetzt sei im Einzelhandel eine lebhafte Diskussion um die vorbildliche Kundenbedienung in Gang gekommen. Lehrlinge, Kaufmannsgehilfen und Kaufleute sollten aufklären, beraten, helfen und sich bei ihrer Tagesarbeit vor Augen halten, daß sie sich hinter dem Ladentisch „im Dienst" befänden, und zwar an I einer politischen Aufgabe, zu der sie durch den Nach- Kleine politische Nachrichten. Anläßlich der Verkündung,des Gesetzes über die Technische Nothilfe empfing Reichsminister Dr. Frick den Chef des Reichsamtes der Technischen Nothilfe, ^-Gruppenführer Wein re ich, und seinen ständigen Stellvertreter Hampe zum Be- richt über den Ausbau der T. N. zu einer weiteren Verstärkung der Einfatzmöglichkeiten. Der Minister sprach seine Anerkennung über die bisher von der T. N. geleistete Arbett aus, die durch das Gesetz ihre Bestätigung gefunden habe. Am 15. Juni fand im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung der Leiter und Sachbearbeiter der W a s s e r Wirtschaftsstellen statt. Hauptgegenstand der Tagung war die W a s s e r v o r r a t s w i r t s ch a f t. Bei der starken Anspannung unserer Wirtschaft durch den Vier« jahresplan hat sich die Bereitstellung des erforderlichen Wassers und seine Verteilung zu einem drin- genden Problem entwickelt. Nach einer eingehenden Aussprache über die bisher gesammelten Erfahrungen wurden die Richtlinien desnächsten Jahres festgelegt. Der Führer der portugiesischen Staats« j u g end, Staatssekretär Francisco Nobre Guedes, ist zu einem kurzen Aufenthalt in der Reichs- Hauptstadt eingetroffen. Die Mocidade Portu- guesa und die Hitler-Jugend stehen schon seit Jahren in engen freundschaftlichen Beziehungen. Staatssekre, tär Nobre Guedes besuchte verschiedene Einrichtungen der Hitler.Jugend sowie die Reichsakademie für Dos Neuses liahpl fl||| rfes ,rÄ Veränderungen im englischen Kabinett? London, 15.Juni. (Europapreß.) Größere Veränderungen im englischen Kabinett werden von der Äorkshire Post" für Ende Juni vorausgesagt. Lord ^unciman, der Lordpräsident des Geheimen Staatsrates, und Marineminister Lord S t a n - o p e würden aus dem Kabinett a u s f ch e i d e n. Gleichzeitig soll auch der Haupteinpeitscher der Regierungsparteien, Hauptmann Margesson, einen bisherigen Posten aufgeben, lieber die Neubesetzung der Stelle des Haupteinpeitschers äußert ich das Blatt noch nicht. Es wird lediglich mitge- »ilt, Chamberlain hätte noch nicht entschieden, ob r bei dieser Gelegenheit Männer wie Churchill .der Eden wieder ins Kabinett ausnehmen wolle. 0o« neue holländische Militärgeseh. D e n H a a g, 15. Juni. (DNB.) Die Zweite Kammer hat das neue Militärgesetz angenommen, das He Negierung ermächtigt, die Dienstzeit bis : u f zwei Jahre z u erhöhen. Durch einen sozialdemokratischen Zusatzantrag gilt das neue Ge- 7tz bis zum Jahre 194 4. Bon einer Erhöhung les Jnhreskontingents an Rekruten hat ■He Regierung im Hinblick auf die Erhöhung der j Unkosten abgesehen. Die Dauer der Reserve- libungen wird verdoppelt. In einer Dar- ^gunq der holländischen Rüstungspolittk betonte ZerteKkgungsminister van Dijk, daß durch das eue Gesetz der Schutz der Grenzen in kritischen Seiten wesentlich verbessert werde. Di« Regierung Derbe von der ihr erteilten Ermächtigung nur im Z alle derNot wendigkeit Gebrauch machen. Japanische Operationen an der Güdostküsie Schantungs. stündlich. Die im Laufe von rund 70 Jahren bis sieben Jahren erreichten Auswandsziffern Handels düngemitteln hätten sich in den letzten sieben Jahren verdoppelt. Die Errichtung von Lagerräumen für Düngemittel feil sowohl bei den Genossenschaften als auch bei den Bauern erzeuaungs- und wehrpolittsch notwendig. Gerade in wehrwirtschaftlicher Hinsicht komme, wie die Kriegsersahrungen von 1914—1918, die Ersah- rupgen der Marktordnung und der Erzeugungsschlacht gelehrt hätten, den Genossenschaften eine überragende Bedeutung zu. Ihre Stärke liege in der reibungslosen Abwicklung solcher Aufträge, der stark dezentralisierten Organisation, der zentralen Zusammenfassung der einzelnen Bezirke, der persönlichen Einsatzbereitschaft und Disziplin der Beteiligten und nicht zuletzt der wirtschafllichen Leistungs- fähigkeit. Für die Erfassung der Erzeugnisse und für die Versorgung der Landwirtschaft mit Bedarfsstoffen bleibe die Genossenschaft als Organisation vor allem der kleinen betriebe von entscheidender wurde. Daß eine solche deutsche Vergeltungsmaß« nähme Erfolg verspricht, ist klar, da Englands Anteil am Welthandel nur 12 o. H. beträgt, aber 40 v. H. des Welchandels zur See über britische Schiffe gehen. Mit der Subventionierung ihrer Schiffahrtsgesellschaften würden sich also die Nationen ins eigene Fleisch schneiden, da dann Deutschland z. B eine Art Navigationsakte als Adwehr- maßnahme einführen könnte. Die Neubau- politik ist aus diesen Zwangsgründen für Deutschland wichtig, obgleich die Welttonnage bedeutend größer ist als der Welthandel. Nur ein einziges Mal, während der kurzen Spanne von 1935 bis 1937, rft dieses Mißverhältnis aufgehoben worden, weil damals der Welthandel sehr stark wuchs, während die Welttonnage nur sehr geringfügig zunahm. In den nachfolgenden Jahren trat das umgekehrte Verhältnis ein. Immerhin ist die Lage insofern nicht ungünstig, als die Differenzierung der Lage des Frachtengeschäfts zugenommen hat, vor allem durch die infolge der neuen handelspolitischen Formen verursachte Zerspaltung der Handelswege. Während sich die Verschlechterung der politischen Beziehungen Deutschlands zu den USA. ungünftig auswirkte, hat sich der Handel mit Südafrika wesentlich besser behauptet. Die Stockungen im Ost asten* geschäst, über die besonders England klagt, sind für die beiden deutschen Reedereien kaum zu verspüren gewesen. In einem Vortrag vor dem Verein Berliner Kaufleute sprach Staatssekretär Reinhardt über die Finanzierungsaufgaben des Reiches und verwies darauf, daß die Finanzkraft des Reiches ständig steige, daß das Steueraufkommen i. I. 1932 nur 6,6, im Vorjahre bereits 17,7 Milliarden betrug und in diesem Jahre rund 22 Milliarden RM. erreichen wird. Von größter Bedeutung ist dabei die Tatsache, daß das Mehr des Steueraufkommens im Jahr« 1938 nur zu einem kleinen Teil auf die Steuererhöhungen des letzten Jahres zurückzuführen ist (Körperschaftssteuer). Die übrigen Steuererhöhungen erklären sich dagegen aus dem allgemeinen Aufschwung unserer Volkswirtschaft. Allein die Einkommen st euer erbrachte gegenüber dem Vorjahr 1,3 Milliarden RM. mehr. Die Umsatzsteuer hat sich ebenfalls weiterhin sehr gut entwickelt und gegenüber dem Vorjahr einen Mehrertrag von 603,1 Millionen RM. erbracht. Der stark erhöhte Beitrag aus der Reich sflucht- steuer (plus 261,2 Millionen RM.) hängt mit der verstärkten Auswanderung der Juden zusammen. Das Mehraufkommen an Bier st euer erklärt sich daraus, daß feit dem 1. Oktober 1938 die bisher von den Gemeinden erhobene Biersteuer direkt im die Reichskasse fließt. Bemerkenwert war in der Rede Reinhardts vor allem die Feststellung, daß nach der Einkommensteuer-Neuordnung vom Februar 1938 und der Mehreinkommensteuer nunmehr keine neuen Steuern oder Steuererhöhungen notwendig seien. Diese Absage an Steuererhöhungen ist vielleicht der Kernpunkt des Vortrages gewesen, volkswirtschaftlich wichtig bleibt aber vor allem auch die Feststellung, daß die Finanzierungsaufgaben des Reiches auf sehr graben Wegen verlaufen. Der Ersatz der Reichsanleihen durch die Einführung von Steuergutscheinen bringt dem Reiche eine Zinsersparnis, aber die Ermächtigung zur Aus« gäbe von Steuergutscheinen wird nicht voll ausgenutzt werden, denn Staatssekretär Reinhardt kündigt an, die Steuergutscheine II würden ab 1. April 1940 eingestellt ober nur in geringerer als der jetzigen Quote von 40 v. H. ausgegeben werden. Dis I Steuergutscheine II, die im 37. Monat bei Steuerzahlungen in Zahlung gegeben werden können, sind ja tatsächlich nur ein kurzfristiger Überbrückungskredit des Reiches, während die Steuergutscheine I wegen der steuerlichen Vorteile auf Jahrzehnte in der Wirtschaft verbleiben. Sie sind eine „zinslose, ewige Anleihe" und legen der kommenden Generation die finanzielle Last für die staatspolitischen Aufgaben auf, die wir heute vollbringen und deren Erfolg diese kommende Generation erst voll genießen wird. icbsnährausstellung in beeren, ist Deutschland, das im Vorjahre rund —L f.—xmirHAofh 98 v.H. der gesamten Produktion ausgenommen hat. Die bulgarischen Erdbeeren werden teils auf dem Luftwege, teils in Kühlwaggons transportiert. Sie sind ein glänzender Beweis dafür, daß dieser Balkanstaat sich wirklich dem beut- scheu Bedürfnis anzupassen versteht. Schanghai, 15. Juni. (Europapreß.) Zur Un= srstützung der japanischen Operationen im Süden er Provinz Schantung wurden von der japanischen Dlarine an der südöstlichen Küste Schantungs, etwa ,50 Kilometer südlich von Tsingtau, Truppen ^landet Vorher war der^rt von japamschen i 16 9ltn| (DNB.) Auf der Kundgebung Fliegern heftig bombardiert mo röen. Wn erb lief t L Großdeutschen landwirtschaftlichen Genossen- n dieser Landungsaktion eine Teiloperation schaftstages sprach der Präsident des ^e,i^^sI>ePban- Saumun g de r S ch a n tu n g - P r o n S vonN > ^Lbersührer Arnold W. Trumps. Den zu !»en hier noch stehenden beträchtlichen chinesischen I roentgen produktiven Arbeitskräften auf dem Lande -ruppenmassen. fte^e zuweilen noch ein zu großer, oft unproduktiver Eine neue Kohlengesellschast ÄSÄ itt Mitlelchina. nen in der Ernährungs- und Versorgungswirt- r x schäft werde dazu führen, baß nur noch große, Schanghai, 15.Juni. (Europapreß.) Zur Aus, leistungsfähige Ersassungszentralen mit weitgchen- eutung der großen Koh le n vor ko m.^,^ Ersassungsnetz und entsprechender Vorrats- m e n vo n H w e i n a n in der mittelchinesischen Pro- Hutung in der Lage sein würden, der künftigen inz Anhwei ist in Schanghai eine neue japa -> Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Umsätze ische Gesellschaft gegründet worden An landwirtschaftlichen Genossenschaftssektors seien Ärer Spitze steht ein chinesischer Präsident, nmhrenb 1933 um 5q n. H. auf 46,8 Milliarden RM. im er Generaldirektor ein Japaner ist. Das Aktien- ^re 1937 gestiegen. In der G e 1 d w i r ts ch a f t oapital von 15 Millionen Pen gehört zum größten betrage die Steigerung der Einlagen seit [ Leil Japan, während der kleinere Teil im Besitz von 1932 rund 74 v. H. Dagegen sei die Anzahl der Lktionären ist, die unter japanischer Kontrolle stehen $pars ^d Darlehenskassen in der gleichen Zeit um Sie Kohlenvorkommen von Hwginan werden auf 7 D $ zurückgegangen. In der Waren wirt- ttwa 200 Millionen Tonnen geschätzt. s ch a s t betrug die Steigerung der Umsätze der -- Bezugs- und Absatzaenossenschaften seit 1933 über , a, z i i 44 v. H., wobei auftällt, daß die Zahl der Bezugs- Ole Fahrt Der Alten Garoe. I und Abfatzgenossenschaften seit 1933 ebenfalls | . um fast 7 V.H. zurückgegangen ist. Das höhere Detmold, 15. Juni. (DNB.) Am Donnerstag Arbeitsmaß wies Präsident Trumpf burch einen >-eht die Fahrt der Alten Garde durch den Gau Vergleich der Umsatzziffern mit der Zahl der Be- Vestfalen-Nord zum Sennelager, wo eine ^äftigten nach. iurze militärische Vorführung stattfindet, die bie Präsident Trumpf ging dann auf die Waren- Zerbundenheit von Wehrmacht und Partei beson- rückvergütung ein. Genossenschaften Wirtschafters unterstreicht, lieber Neuhaus fahren die Dm- dadurch beeinflussen zu wollen, daß man ihnen ibuffe sodann nach Paderborn, wo ein kleiner Im- Warenrückvergütung verbiete, dagegen Kapital- j jiß auf dem Marktplatz stattfindet. Ueberatt ist die Dividende gestatte, würde sie in einen kapitalistischen Zevölkerung aus ihren Werkstuben, Fabriken unb ^ai)men zwingen, der für sie als Personalvereini- ion den Höfen gekommen, die Belegschaftender gung nid)t gegeben sei. Es handle sich bei dieser Werke haben an den Straßenrändern Ausstellung nachträglichen Auszahlung von Ueberschüssen um genommen und rufen, voran die Jugend, der Alten Leistungen, die die Mitglieder selbst erst ermöglicht 3arbe ihre herzlichen Grüße zu. Man sieht viel hätten. Weder der Preis für die Konsumenten bodenständiges und bodenverbundenes Brauchtum, mürbe burd) die Gewährung ungünstig beeinflußt, >as die Westfalen ihren Gästen besonders in ber nocj. würde burch Wegfall der Warenrückvergütung yorm von Trachten und Volkstänzen während der' Lorbeifahri vermitteln. Heber Lippespring erreicht die Alte Garde die Srtern-Steine. Dann das Hermanns- Denkmal, das das Andenken an die Schlacht im Teutoburger Walde wachhält. Don D e t m o l d aus öirt) Lemgo aufgesucht. In Bad Salzuflen Die große Rei^,---- ... '.eschließen den ersten Tag gesellschaftliche Deranstal- Leipzig, der internationale land Wi rt s cha s t- -unaen, die die alten, Kämpfer und die gesamte Be- i i ch e Kongreß in Dresden und der erste wlferunq mit der NSG. „Kraft durch Freude" ver- Großdeutsche L a n d w i r t s ch a s t 11 ch e G e n o s - innen. Am Freitag wird die Fahrt durchs Herforder senschaftstag in Wien haben die Haupt- Gebiet nach Gelsenkirchen und in das übrige Ruhr- probleme unserer Landwirtschaftspolitik noch einmal »ebiei führen. ins hellste Licht gerückt. Ä-dem, ch Zauer, ob v Ä T Städter, ist klargemacht worden, welches die Haupt- Stapellauf de« schweren Kreuzer« L argen sind, die im Kampf um unsere Nahrungs- in Mremett freiheit aufgegriffen und niedergerungen werden m orenien. müssen. Das ist einmal die Enge des deut- Berlin, IS. Juni «DNS.) Am 1. Juli ISIS fchen Bodens aus dem sich das deustche Bott wird in Bremen auf der IBerft Deutsche Schiff-- «n muß, u^^f^derAnderender und rNaschineubau AG. der schwere Kren) er Landwirtschaft zur Zeit vochanden ist. Die Enge ,L“ vom Stapel laufen. Der Kreuzer „L ist einL $ Nahrungsraumes zwingt zu einer intensiven Schwesterschiff des am 19. Januar 1939 auf der des Bodens. Wir wissen, daß Wissenschaft gleichen werft abgelaufenen schweren Kreuzers ^nd Technik, Chemie und Biologie uns hinreichend S e n b l i h“ und der fünfte Bau einer Serie Mittel geben, um dem stark ausgenutzten Boden mm 10 OOO-Ionnen-fireujem. neue Nährkräfte zuzuführen. Auch heute noch gibt M>n 1U uuu 4.onnt:ii « 3 \ Bodenflächen, deren Ertrage durch inten- e&ttnf 'Irtfire hroere Bearbeitungsweise gesteigert werden konn- Ju*l| iOu*r* * |ten. Zu den noch nicht voll genutzten Möglichkeiten der Rationalisierung gehören die Ausdehnung des Vlv9*^v9U?to€jt€rU|CI/Q|l» Zwischenfruchtanbaues, die stärkere Anwendung des Handelsdüngers, vor allem in den neu hinzugekom- Als der StellvLrtteter des Führers vor nunmehr Gebieten des Reiches, ferner Leiftungskon- :i;enau fünf Jahren der wemge Monate zuvor vom ! bäuerliche und betriebliche Schulung und Hauptamt für Volkswirtschaft neugebildeten ^t‘0'Lgerah;nq uni) schließlich eine weit stärkere Nutzung .lalsozialrstischen Schwesternschaft den Namen „N^.- Maschine als Helferin in der Landwirtschaft. Schwesternschaft" verlieh, wurde damit eine Frauen- Zu ammenhang mit der Leutenot auf dem Organisation ms Leben gerufen, die sich seitdem> ^ande die infolge des starken Bedarfs der gewerb- mtscheidend bewahrt hat. Durch die NS.- Wirtschaft nicht so bald zu beheben sein dürfte, Schwesternschaft ist die Aufgabe des Schwestern- gercwe der maschinellen Hilfe auf den Fel- oefens gegenüber der Vergangenheit r re 1, er- un§ in ben Ställen erhöhte Bedeutung zu. Der iii ge r und d e r ant mo r t u n g s oo ll er g ' Dermehrunq der Erzeugung dienen auch die im Dorben, denn den N^.-Schwestern liegt n“ gerbst vergangenen Jahres erhöhten Schlachtvieh- ob, sondern die..Gemeinde-[^oir Milchpreises im Oktober 1938 und schließlich die Erhöhung der Svmmer- preise für Eier, die gerade jetzt zur Förderung der Geflügelzucht festgesetzt worden ist. Nico ernannt wurde. Berlin, Juni 1939. hat Eintritt frei! ^artreire grüne | yerschiedenes I Einspaltige Vtanno hnopon i ■■■■!■■■■■ » SbcHkttrn Kleinanzeigen Tüchtiges [03089 j Vermietungen] [Stellenangebote] W/jMjAH Schöne lIlUUUjCU tauft [ 03002 in Orschrift S-k-ZlMkl- Bewetbeti txaaeal Bewetbeö txaaeal allen Hausarbei- a. ft £5*9 Fernfahrer UUllyi UlUUll gesucht. 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Ein Motorschiff, das sich 60 Kilometer von dem Vulkan entfernt befand, funkte, daß Asche und Sand auf das Schiffsdeck niederfielen. Riesenfeuer in einem polnischen Dorf. f. Brotaustragen sof. gesucht. l«3iM das Über und über mit--Städtenamen besät war. Also Geographie auf dem Puffärmel! Ob diese „wortreiche" Mode wirklich Mode werden wird? Wie wäre es alsdann mit einem Abendkleid für die Oper, auf dem die Titeln berühmter Opern eingeftickt sind? Auch ein Ballkleid, verziert mit den begehrten Autogrammen umschwärmter Filmdarsteller, wäre sehr wirkungsvoll. Wie auch ein Ge- sellschaftskleid für diplomatische Empfänge — etwa zur Rückkehr des englischen Königs nach London — mit einer Flut politischer Schlagworte und Namen, die am besten nach dem ABC. zu ordnen wären: Aggression, Bolschewismus, Chamberlain ... Wie es die Menschen lieben, sich immer wieder die Bilder ihrer Jugendzeit und Kindheit in die Erinnerung zu rufen, so liebt es auch der Film, vergangene Zeiten wieder wach und lebendig zu machen. Er hat es dank feiner Technik ja leicht, uns die Historie als Wirklichkeit erscheinen zu lassen. So hat denn auch ein neuer Ufa-Film im Buch der Berliner Geschichte zurückgeblätten. Nicht lange wird's mehr dauern und wir werden einen Lindenbummel zur Zeit der Gründerjahre und der Jahrhundertwende unternehmen können. Don dem Inhalt dieses neuen Ufa-Films „Die Geliebte" fei nichts verraten. Dennoch muß eingestanden werden, daß einem als Berliner das Herz etwas schneller schlug, als man- Gelegenheit hatte, beim Schnitt des Films sein „liebes, altes, gutes" Berlin wiederzusehen. Da erblickte man die verblüffend echte „historische Kranzlerecke", nach dem Cafe an der Ecke Friedrichstraße und Unter den Linden genannt. Da stolzierte der „Herr Gardeleutnant" wieder wie ehemals einher. Da machte sich die „Berliner Jöhre" durch ihr vorlautes Gebaren bemerkbar. Und da trugen auch die Linden noch ihre großen, vollen Baumkronen. Indessen: so sehr man geneigt war, sich in die Erinnerung zu versenken, in der es bekanntlich nur Sonnenseiten und keine Schatten gibt, so sehr wurde man doch auch angeregt, Vergleiche zwischen Ein st und Jetzt anzustellen. Und in dieser Möglichkeit liegt vielleicht einer der Hauptwerte des Films „Die Geliebte": man sieht so manches Stück Talmi und so viel Stückwerk, daß man zuletzt doch dankbar ist, in einer Gegenwart zu leben, die zwar nicht so beschaulich, dafür aber geordneter und allem falschen Schein abhold ist. So wird dieser Film zu einem doppelt willkommenen Erlebnis. Schon der alte griechische Philosoph pflegte zu sagen: „Nichts ist dauernd als der Wechsel." Diese Erfahrung mußte jüngst ein Dutzend ehrbarer Berliner von neuem machen. Sie waren einem Gimpel ins Garn gelaufen, als sie sich bei einem „Tischlermeister" Möbel auf Abzahlung erstanden und ohne Besinnen in ihrer Gutgläubigkeit Pakete von Blanko-Wechseln unterschrieben. Statt der fäl- schaftsgebäude im Dorfe Cierreszla. Eine 70jährige Frau kam in den Flammen ums Leben. 17 Sinder! In Eckelsheim bei Bad Kreuznach wurde Frau Karl Fuchs von Zwillingen entbunden. Die Mutter hat damit 17 Kindern, 10 Mädchen und 7 Knaben, das Leben geschenkt, die alle leben. Berüchtigte rumänische Kindesräuberin verhaftet. In Jassy (Rumänien) hat die Polizei die berüchtigte Anführerin einer gefährlichen Bande von Kindesräubern verhaftet, die unter dem Namen Tinca Barba-Lata (Tinka Dollbart) bekannt ist und seit fast zehn Jahren ihr schmutziges Gewerbe ausübte. Dor einem halben Jahr war sie bereits einmal verhaftet worden. Damals hchte man nicht weniger als 30 Schlupfwinkel ausfindig gemacht, in denen man im ganzen Lande zufammengeraubte Kinder fand, die ins Ausland befördert werden sollten. Tinca Barba-Lata hatte eine schwere Krankheit simuliert, war ins Krankenhaus gekommen und von dort mit Hilfe eines Komplicen geflohen. Diesmal hatte ein Polizist Verdacht geschöpft, der verschiedentlich von einem am Stadtrand einsam gelegenen Hause eine verschleierte Dame in einer Limousine allein wegfahren und mit einem Kind im Arm wiederkommen sah. Bei einer Hausdurchsuchung fand man auf verfaultem Stroh fünf Kinder im Atter von vier bis acht Jahren stöhnend und verwahrlost. Die Kinder wurden von den Unmenschen absichtlich krank gemacht und verstümmelt, damit sie um so besser zum Betteln abgerichtet werden konnten. klärt, daß er eine Revision des Prozesses anstrengen werde, da er unschuldig sei. — Die Hinrichtung Weidmanns ist auf Samstag festgesetzt worden. Sie wird in Versailles stattfinden, wo sich Weidmann in Haft befindet. Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochichnlgenellscha!t) 6. grölt ®le6en Weserstrake 19 | Vereine | lö. Messest Des Biöeioeims Sienlungeihof Chr. Erholungsheim Mücke LH. Sonntag. 18. Juni 10.30 Uhr: Lob-u. Dankversammlung. 14.30 Uksr: Fest- Versammlung. Jedermann ist herzt. eingeladen jammer- Die Flüsse in der Romagna führen infolge des wieder eingetretenen Unwetters* erneut Hochwaf - s e r und sind in den Provinzen Forli und Ravenna neuerdings Über die Ufer getreten. Zahlreiche Häuser mußten geräumt werden. Es werden weitere Erdrutsche befürchtet. In der Toscana sind die Flüsse gleichfalls angefchwollen. Der Arno ist einigen Stellen über d ie Ufer getreten und hat Bekanntmachung. Durch die Verordnung des Reichsministers des Innern vom 30. November 1938 (RGBl. 1938 Teil I S. 1682) wurden die Vorschriften über das Ehrenkreuz im Lande Oesterreich und in den sudetendeutschen Gebieten eingeführt. Somtt können auch die österreichischen und sudetendeutschen Kriegsteilnehmer, die im Welttriege an der Seite ihrer reichsdeutschen Kameraden für Deutschland gekämpft haben, das Ehren kreuz für Frontkämpfer oder Kriegsteilnehmer erhalten. 4318D Nachdem nunmehr die zur Ausfüllung der Anträge erforderlichen Vordrucke hier eingegangen find, werden alle österreichischen und sudetendeutschen Kriegsteilnehmer aufgefordert, Anträge auf Ausstellung des Ehrenkreu^s des Weltkrieges bei dem für ihren Wohnort zuständigen Polizeirevier unter Vorlage aller ihrer Beweisstücke, wie Militärpaß Kriegsstammrollenauszüge ufro., zu stellen. Die von den Antragstellern zu stellenden Anträge stehen zur Ausfüllung auf den Polizeirevieren zur Verfügung. Gießen, den 44. Juni 1939. Der Polizeidirektor. I. V.: H e i n a d e r. Präsident Roosevelt ernannte Konteradmiral Harold Stark unter Beförderung zum Admiral zum Flottenchef als Nachfolger von Admiral L e a h y, der zum Gouverneur von Puerto Rico Wichtig für Lehrer und Schüier! SHroBöonWm Heren nach der Itaturtou^Derorbnung vom 18. Mürz 1936 (RG'SI.l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o.ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft. Erziehung und Dolksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen. Leiter der Reichsftelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Oum LerMM BetlofcBetila-WtL Militär- Koller preiswert von Leder- Röhrig, Neustadt 43 Festsitzung 1. Orchestervortrag des Collegium musicum der Universität unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Temesvary: Vivaldi, Allegro aus der Sinfonia Nr. 3 2. Vortrag des Herrn Professor Dr. E. KOCH von dem WiUiam G. Kerckhoff - Institut, Bad-Nauheim: „Neuere Ergebnisse der Kreislaufforsehung'‘ (mit Lichtbildern) 3. Orchestervortrag: Haydn, Andante cantabile („Serenade“) Suche für 1. oder 15. Juli solides und ehrliches Mädchen für Haushalt und Wirtschaft. 4817d Gaststätte zum Schlachthaus Marburg (Lahn), Pilgrimstein 31 irabetn nur ZeogaA- ablchrifteo dew Be» werbungrschreiben bei» legen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter» %0cn müssen zur Beo ■ctbung von Verlust«, aus der Rückseite R» men und Änfchrift bei Kunst und Wissenschaft. Internationales INusikfest in Frankfurt. Das 7. Internationale Musik fest des „Ständigen Rats für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" wurde mit einer Begrüßung der ausländischen Delegierten und der deutschen Teilnehmer im Frankfurter Römer eröffnet. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs tonnte die Vertreter von 18 Nationen willkommen heißen. Der Vertreter des Reichsministeriums für Dolksaus- klärung und Propaganda, Dr. Rosen, bezeichnete das Frankfurter Musikfest als ein europäisches Konzert. Generalintendant Meißner, der Mupk- beauftragte der Stadt Frankfurt, nannte die Musikwoche einen Beitrag zur gegenseitigen Achtung der Nationen. Baron E. N. von Reznice k erklärte, die Musik schätze sich glücklich, zu diesem Verstehen der Nattonen beitragen zu können. Goethe-Medaille für Professor Schultze-Naumburg. Der Führer hat dem Architekten Professor Dr. h. c Schultze-Naumburg in Weimar aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. — Wir haben bereits vor einigen Tagen an dieser Stelle auf Schultze-Naumburgs große Verdienste als Geschmacksbildner und Dolkserzieher auf dem Gebiete der Wohnkultur und der Heimatkunstpflege hingewiesen. Brief aus der Reichshauptsta-i Äon unserer Berliner Schristleiiung. mit Werken von oneo J. 8. BACH und HCH. SCHÜTZ Gießen, Bleichstraße 3 Telephon 3350. «isD • Zwei tüchtige FMeiletw für Lebensmittel-Geschäst für alsbald gesucht. Schriftliche Bewerbungen unter 4316 D an den Gießener Anzeiger. Zu den Eigenarten der Reichshauptstadt gehört auch das Berliner Knie. Wer etwa dabei an das Knie der schönen Berlinerinnen denken sollte, begeht einen Irrtum. Es handelt sich beim Berliner Knie vielmehr um jenen, nahe der Technischen Hochschule gelegenen Verkehrsmittelpunkt im Charlottenburger Stadtteil, wo die Berliner Straße einen scharfen Knick, also ein „Knie" macht, und wo zugleich die Hardenberg-, die Bismarck- und die Marchstraße einmünden. Als noch die gute, alte Zeit das Zepter führte, war es am Berliner Knie höchst idyllisch. Man traf sich dort zu zärttichen Stelldicheins und lustwandelte unter hohen schattigen Bäumen. Mer dann kam der Verkehr der Neuzeit, der sich hier deshalb besonders zusammendrängte, weil inzwischen die einstmals enge und verkehrslose Bismarckstraße zur breiten Ausfallstraße nach dem Westen bis hin nach Döberitz geworden war. Der langjährige Versuch, das Verkehrschaos durch einen" Kreisverkehr zu meistern, mißlang immer wieder. Ratlos stand man vor diesem Derkehrspro'blem. Bis die Verkehrspolizei einen trefflichen Einfall hatte. Sie sagte sich nämlich, daß ein Knie wohl gebogen sein kann, daß es ja aber auch gerade Kniee gibt. Und so wurde das Berliner Knie im Mai dieses Jahres kurzerhand gerade gebogen, indem man den Verkehrsstrom der hier aus der Berliner Straße und der Dismarckstraße bestehenden Oft-West-Achfe in gerade Richtung durchstießen läßt, als hätte es nie ein Knie gegeben, und indem man alle anderen Straßen, auch das Restftück der Berliner Straße, als Nebenstraßen behandelt. Und siehe da: das Verkehrsproblem war im Handumdrehen gelöst. Wer heute von einem „Ei des Columbus" spricht, der hätte gut getan, sich — etwas früher zu melden. Kaum hat sich in Berlin der Sommer durch eine Reihe heißer Tage bemerkbar gemacht, da denkt Frau Mode schon an den Winter. Diesmal aber hat sie, die stets recht ungeduldig der Zeit voran- eilt, einen besonderen Grund: sie will durch ihre sprühende Laune den deutschen Export fördern. Und so gab es denn an zwei Tagen der vergangenen Woche im Berliner Hotel Esplanade eine bewundernswerte deutsche Export-Modeschau. Was zuerst auffiel, waren die neuen Modefarben: Violett mit Grau, Rostbraun mit Türkis und Ocker mit Schwarz. Sehr reizvoll waren auch Sportkleider aus grünem und blauen Brokat. Die Stoffmuster wiesen überwiegend Karos und Streifen auf. Dann gab es zwei Ueberrafchungen: die turmartigen Hutaufbauten waren verschwunden, dafür feierte man aber ein Wiedersehen mit den — Puffärmeln! Weil aber, wie gefugt, Frau Mode ihre Laune sprühen ließ, kam es auch zu Was leicht verdirbt kommt in den Eisschrank. Da kann auch die größte Hitze keinen Schaden anrichten. Alle Speisen bleiben frisch upd wohlschmeckend. Für jeden Haushalt gibt es die passende Größe bei J.B.Häuser Gießen, a.Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 21*5-2146 Aus aller Welt. 13 Todesopfer eines Eisenbahnunglücks. Dresden, 15. Juni (DJIB.) Am Donnerstag um 11.20 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Mittelgrund der Strecke Dresden—Bodenbach ein folgenschweres Eisenbahnunglück. Bei der Einfahrt in den Bahnhof e n t g l e i st e — wie der amtliche Untersuchungsbericht feststellt — die Lokomotive des D-Zuges 148 (Berlin—Dresden—Prag). Der Postwagen, ein Personenwagen dritter Klasse und der Speisewagen wurden teilweise ineinander- geschoben. Bei dem Unfall wurden elf Personen sofott getötet und 26 verletzt, davon 10 Personen schwer. Bon den Schwerverletzten sind noch zwei gestorben, so daß sich die bisherige Gesamtzahl der Todesopfer auf 13 stellt. Die verletzten wurden ins Krankenhaus Tetfchen gebracht. Von den 16 Leichtverletzten konnten bereits 7 wieder entlassen werden. Sie setzten in Richtung Bodenbach die Fahrt fort. Die erste Hilfe leistete die Feuerwehr. Auch wehrmachlleile waren bald zur Stelle. Außerdem trafen zwei Reichsbahnhilfs- züge an der Unfallstelle ein. Der Unfall wurde ver- muttich dadurch verursacht, daß der Zug trotz des einwandfreien Signals mit zu hoher Geschwindigkeit in die Weichenkrümmung ein- gefahren ist. Luftschiff „Graf Zeppelin" unterwegs. Wie der Pressedienst der Deutschen Zeppelinreede, rei mitteilt, ist dos Luftschiff LZ 13 0 „Graf Zeppelin^ Donnerstag um 15 Uhr zu einer neuen Fahrt aufgestiegen. Das Luftschiff steht unter Führung von Kapitän Albert S a m m t und wird auf einer längeren Fahrt weitere Erprobungen der Schiffseinrichtungen vornehmen. Mit der Rückkehr ist voraussichtlich Freitag am-späten Nachmittag zu rechnen. Das Luftschiff nahm Kurs nach dem Rhein, stand um 18.32 Uhr über Köln und erreichte Hamburg gegen 22.30 Uhr. Das Luftschiff erschien am Freitag in der neunten Vormittagsstunde über Berlin. Bei strahlendem Sonnenschein flog es in geringer Höhe über der Innenstadt mehrere ^schleifen. Starker Schneefall in den französischen Alpen und in den Pyrenäen. Die plötzlich hereinbrechende Kältewelle hat nicht nur in den französischen Alpen, sondern auch in den Pyrenäen zu starken Schneefällen geführt. Am Pic du Midi (Ostpyrenäen) fielen insgesamt 50 Zentimeter Neuschnee, wodurch sich die Schneedecke an dieser Stelle auf insgesamt vier Meter erhöht hat. Hochwasser in Italien. WWW evtl m. Garage an ruhig. Mieter zu vermiet. (03003 Sllicenstr. 28 I Geräumige,Helle 2-ZmHoho. mit Kürbe neu hergerichtet, (Stadtmitte) per 1.Juliz.vermiet. Schr.Ängeb.unt. 02987 anb.G.A. mit guten Empfehlungen, in 5- Zimm. • Etagenhaushalt b. gut. Lohn gesucht. Moltkestr. 12 I- Selbständiges,in liaen kleinen Monatsraten füllte der gewissenlose Verkäufer die Wechsel mit höheren Summen aus. Und nun begann ein Trommelfeuer mit Men an Zweite und Dritte wettergegebenen Wechseln Da aber ein Wechsel ein Wechsel ist, so hals beim Pro- testieren der Wechsel kein Protestieren. Vermögen gingen auf diese Weise zu Bruch. Was half es, daß der Betrüger hinter Schloß und Riegel gesetzt wurde? Und was hilft die Erfahrung der griechischen Spruchweisheit, wenn es zu spät ist? Es bleibt nur eins übrig, nämlich sich den Satz zu merken: Laß nur die Menschen Worte drechseln, Das kostet dich kein Geld; Doch hüte d i ch vor Blanko-Wechseln In diefer bösen Welt! Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Wald. Da es sich nach der von Ihnen gegebenen Sachdarstellung um einen Nießbrauch und nicht ein Altenteilsrecht handelt, ist der Nießbrauch gemäß § 1059 BGB. nicht übertragbar; doch kann die Ausübung des Nießbrauchs nach der gleichen Vorschrift einem anderen überlassen werden. Dieser andere er- scheint dann, falls er nicht lediglich als Beauftragter des Nießbrauchers die Vermattung zu führen hat, als der zur Ausübung des Nießbrauchs unwiderruflich ermächtigte Vertreter des Nießbrauchers, und es ist demgemäß im Zweifel auch anzunehmen, daß die aus dem Nießbrauch entspringenden einzelnen Befugnisse, soweit deren UebertragbarEeit nicht beschränkt ist (wie das Recht zur Ziehung der Nutzungen, zur Vermietung und Verpachtung, zur Geltendmachung der sich hieraus ergebenden Rechte aegen Dritte) dem Ausübungsberechtigten zu eigenem Recht übertragen sind. Für die Ueberlaffung der Ausübung des Nießbrauchs, die nur im ganzen erfolgen kann, werden dem Ausübungsberechtigten die Rechte nur in der Weise übertragen, daß er auch die dem Nießbraucher obliegenden Pflichten, insbesondere die hinsichtlich der Verwendung der Nutzungen übernommenen Verpflichtungen, wie auch die Zahlung der auf dem Grundstück lastenden Steuern und Hypo- thekenzinfen zu erfüllen hat. Das Ausübungsrecht erlischt mit dem Erlöschen des Nießbrauchs, auch dadurch, daß der Nießbraucher auf feine Rechte verzichtet. Eine Ausnahme ist jedoch zu Gunsten des Ausübungsberechtigten zu machen, dem als Mieter oder Pächter der Besitz des Nießbrauchgrundstuckes überlassen ist. Der Eigentümer des Grundstücks kann aber, wenn durch das Verhalten des Ausübungsberechtigten in feine Eigentumsrechte unzulässig eingegriffen wird, nicht nur den Nießbraucher veraitt- wörtlich machen, sondern auch den Ausübungsberechtigten selbst. Der Ausübungsberechtigte hat in bezug auf die Benutzung der Sache die gleichen Pflichten dem Eigentümer gegenüber zu erfüllen, wie sie dem Nießbraucher obliegen. Das mit einem Nießbrauch belastete Grundstück yerbleiht Eigentum desjenigen, der als Eigentümer den Nießbrauch bestellt hat. iBefferbcricbt Im Bereiche des von Frankreich nach Finnland sich erstreckenden Hochdruckrückens hat sich bei uns heiteres Wetter glatten. Die Entwicklung der Wetterlage deutet je doch auf einen Abbau des Hochdruckeinflusses, wobei es zum Auftreten gewittriger Störungen kommen wird. Eine nachhaltige Wetterverschlechterung ist jedoch nicht wahrscheinlich. Vorhersage für Samstag: Wolkig bis heiter, vereinzeltes Auftreten meist gewittriger Störungen, Mittagstemperaturen über 20 Grad, veränderliche Winde. Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 16. Juni: morgens 11,2 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum heute nacht 6,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juni: abends 21,7 Grad; am 16. Juni: morgens 16,4 Grad. — Sonnenscheindauer 12,9 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. 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In diesem Bericht wurde dem deutschen Frontsoldaten ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Marktumschau für die Hausfrau. Aus her Stadt Gießen. AusbildungSappellderpolitifchenLeiter des Kreises Wetterau in Giehen. Lob des Reiseführers. Gewiß, auch eine Fahrt ins Blaue hinein, die vorausictzungslose, nur einer Entspannung vom Alltag dienende Reise in eine unbekannte Gegend kann reizvoll und reich an sinnenfälligen Eindrücken sein. Aber wer sich das wirkliche und nachhaltige Erlebnis einer Stadt oder Landschaft gewinnen will, kann eines Reiseführers kaum entraten. Schon die Beschäftigung mit dem kleinen heft oder Buch, nachdem man sich für einen bestimmten Reiseweg entschlossen hat, gibt der angeregten und schweifenden Phantasie Stunden rauschhaftcr Freude und glückoollen Gespanntseins. Die schlichten Auszeichnungen, die meist mit kurzen Wendungen und Formeln ihre Hinweise setzen und ihr bescheidenes Lob aussprechen, sagen trotz alledem einem empfänglichen Gemüt «genug, um es wiß- und schaubegierig werden zu lassen. Da ist die Lage eines Ortes: reizend, seine Häuser sind stattlich, seine Hotels elegant und verwöhntestem Geschmack genügend, seine Gasthöfe: behaglich, sein Rathaus: historisch denkwürdig, eine Kirche ist: sehenswert, ein Flügelaltar: ein Meisterwerk der Gotik, ein Ausflug: entzückend, ein Talblick: unvergleichlich, ein Schloß: großartig, ein Berggipfel: imposant und malerisch, die ganze Umgebung: genußreich und romantisch. Und doch beschwören diese knappen Angaben köstliche Erinnerungen herauf, zaubern liebgewordene Stadtbilder und Landschaften um den Lesenden, daß es durch seine Stube weht und leuchtet, daß ihn Architekturen grüßen und verschlungene W Lidpfade locken. Wird es ähnlich sein, wie es seine schwelgende Seele schaut, wird die erwartete Wirklichkeit die Vorstellungen übertreffen? Die Sehnsucht nach Antwort und Gewißheit steigert das Reisefieber, aber sie drängt auch zu weiterer Lektüre, zu intimerem und tieferem Befassen mit den Stationen und Sehenswürdigkeiten des Ziels. Man unterrichtet sich, strahlend von Vorfreude, über Alter und Herkunft einer Stadt, über die Beschäftigung ihrer Bewohner, über ihre Mund- und Wesensart, über das landschaftlich Charakteristifche der Gegend, über ihre Pflanzen- und Tierwelt, über die Formationen der Gebirgsmassioe und viele andere Dinge, die die großen Umrisse des Unbekannten schärfer und deutlicher werden lassen und die kleinen Einzelheiten mit wesentlichen und eigenwilligen Zügen und Merkmalen bereichern. So aufgeschlossen und vorbereitet, mit allen Sinnen zu empfangen und mit leuchtender Seele sich hinzugeben, macht man seine ersten Schritte am Ziel wie ein Kind von der Mutterhand durch einen großen Garten geführt. Man betastet und befragt mit liebevollen Augen alles, was uns anspricht und zum Verweilen lockt. Und wieder gibt der stille Reisebegleiter, sorgsam wie die Mutter dem staunenden Kinde, Auskunft über das, was uns beglückt. Jeder wird anderes wissen wollen, denn feder schaut nur das und soviel, als er sich selbst zu beseelen vermag. So ist der Reiseführer für jeden ein anderes Buch. Er verwandelt sich in der Hand eines jeden Reisenden in den Begleiter, den er wünscht und verdient. Dem einen gibt er nur flüchtig Auskunft, dem andern ist er ein unentbehrlicher Ratgeber, einem dritten aber wird er zum getreuen .Reisefreund, zum Reisekamerad, mit dem zusammen er entdeckt und einheimst und trunken von Schönheit und beladen mit unvergeßlichen Erlebnissen zu Arbeit und Beruf heimkehrt. P- B. Dornoiizen. Tageskalendcr für Freitag. RS.-Lehrerbund, Kreis Wetterau, Fachschaft 2, Gießen: 16.30 Uhr im Singsaal der Langemarck- Schule Kreisoersammlung der Fachschaft höhere Schule mit Vortrag von Prof. Dr. Boeck „Das Lebensproblem und das organische Denken". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Deutsches Land in Afrika". — Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): „Die kluge Schwiegermutter". _________ Welche Fische gibt es im Sommer ? Der Frühling hat uns bereits recht warme Tage beschert, so daß jung und alt die kalten Maitage schnell vergessen haben. Auch unser täglicher Speisezettel hat durch die reichlichen Gemüseanlieferungen wieder eine angenehme Abwechslung erfahren. Man sollte aber nun nicht vergessen, daß zu all den frischen Gemüsen auch Fischgerichte genau so gut wie Fleisch schmecken. Der Fisch ist im warmen Sommer ebenso frisch und lecker, wie in der kalten Jahreszeit. Viele Hausfrauen, die durch die Lehr- küchen des Fischeinzelhandels und des RS.-Frauen- werks gegangen sind, kennen die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Fisch zu Gemüsegerichten. Sie haben heute nur noch ein Lächeln übrig, wenn ihnen jemand erzählt, daß z. B. Spargel und Fisch nicht miteinander harmonieren, weil nun einmal zum Spargel Schinken gehöre. In Wirklichkeit aber ist ein schönes Fischfilet oder ein gebratenes Stück von einem Edelfisch genau so gut. Die Auswahl an Seefischen ist im ganzen Sommer recht reichhaltig, teils sogar vielseitiger als im Winter. Neben Kabeljau, Rotbarsch, Dorsch gibt es jetzt die guten Plattfische wie Schollen usw., vor allem auch in größeren Mengen Edelfische, wie Seezungen, Steinbutt und Thunfische. In wenigen Wochen kommen die ersten Heringe und Makrelen. In diesen Tagen gehen vom Bodensee große Lieferungen von Süßwasserfischen, wie den preiswerten Bleien und den feinen Flaufelchen ein. Sie sind in den größeren Städten überall leicht zu haben. Da die Silit)!fette vom Fang der Fische bis zum letzten Verteiler genau so sicher arbeitet wie im Winter, so muß man endlich mit dem alten Vorurteil aufräumen, daß nur im Winter der Fischgenuß üblich und angenehm sei. Im Gegenteil, gerade im Sommer immer wieder Fischgerichte, mö doch das Fischfleisch schmackhaft und leicht verdaulich und außerdem auch preiswert ist. Nachdem die beiden vergangenen Sonntage iit unserer Stadt im Zeichen der Wettkämpfe der SA. (SA.-Standartensporttag) und der Hitler-Jugend (Vannsportwettkämpfe standen, treten am kommenden Sonntag die Politischen Leiter zu einem Aus- bildungsappell an. In Gießen treffen sich die Politischen Leiter aus dem ganzen Kreis Wetterau der N-sDAP. zum Ausbildungsappell, an dem sich alle marschfähigen Kameraden beteiligen werden. Der Appell beginnt mit einer Flaggenparade und einer Morgenfeier, die um 8.30 Uhr auf dein Trieb stattfindet. In der Zeit von 9.15 bis 12 Uhr finden Sportmettkämpfe statt, die auf dem Universitätssportplatz ausgetragen werden. Nach der Mittagspause wird — wieder auf dem vorderen Trieb — eine Besichtigung der angetretenen Kameraden statfinden. Den Abschluß des Appells bildet eine Ansprache des Kreisleiters Backhaus mit Siegeroerkündigung. Dann folgt ein Vorbei marsch. Zum Ehrendoktor Kindergruppe Gießen-Osi im Forstgarten ** \ 1. v. ■ ' • ■ ", X ■'' beieinander und machten Kindergruppe Ost bei Reigenspielen im Forstgarten. ('Ausnahme: Zschietzrnann, Gießen.) NSG. Das Elternhaus ist die Erziehungsstätte, in der schon der Junge oder das Mädel in den jüngsten Jahren nach einer bestimmten Ordnung in der Familie ausgerichtet wird. In dieser Zeit gewöhnt sich das Kind allmählich an eine Gesetzmäßigkeit, die für seine Weiterentwicklung mitbestimmend ist. Obwohl erst die einheitliche Gemeinschaftserziehung mit der Aufnahme in die HI. oder den BDM. beginnt, ist es niemals zu früh, schon vorher die Jüngsten in Gemeinschaftsgruppen zusammenzufassen. Nach diesen Gesichtspunkten wurden die Kindergruppen des Deutschen Frauenwerkes gegründet. Schon die Sechsjährigen und bis hinauf zum zehnten Lebensjahr werden die Jungen und Mädel darauf vorbereitet, aus dieser jungen und kleinen Gemeinschaft die größere Gemeinschaft verstehen zu lernen. Beim gemeinsamen Spiel auf Wiesen oder Spielplätzen, beim gemeinsamen Erleben in heim- nachinittagen, durch Erzählungen der Kindergrup- penleiterin, wird das erste kleine Erlebnis eingeprägt: die erste Gemeinsamkeit — wenn auch nur aus kindlicher Freude — wird hier ausgebildet. Bis heute besteht fast in jedem Dorf unseres Gaues eine Kindergruppe des Deutschen Frauenwerkes. Es wird auf diese Weise zuerst den Müttern eine Arbeit abgenommen und zweitens den Kleinen Gelegenheit gegeben, durch frohes Spiel in der Sommersonne gesund aufzuwachsen. So. muß es gerade im Interesse der Eltern liegen, auch ihrerseits zu helfen, die Kinder an dieser Freude teilhaben zu lassen. der Kindergruppenleiterin nicht allzuviel Arbeit. Allerdings: als der Forftgarten in Sicht kam, gab es kein halten mehr; er 'wurde im Sturm genommen. Im Garten erwartete die Kindergruppe von Hausen (Leitung: Frau Koch) die Gießener Schar. Im Nu hatten die Kinder von den Tischen und Stühlen Besitz ergriffen und harrten nun zunächst eines erfrischenden Getränks, einer Orangeade, das ihnen versprochen war. Bald wurde aufgetragen, und den Kindern schmeckte es ausgezeichnet. 'Nach dieser Erfrischungspause wurde gespielt. Der Garten war von quicklebendigem Leben erfüllt. Die Mädchen spielten im Kreise, mit Bällen wurde gespielt, die Buben vergnügten sich mit Tauziehen und Fußball; besondere Freude machte dann noch das Eierlaufen. Allzu früh schlug den Kindern die Stunde des Abschieds aus dem schönen Forftgarten. Erfüllt von den Erlebnissen machten sie sich auf den Heimweg. Nach dem eifrigen Spiel waren sie wohl etwas müde, aber doch guter Stimmung, und sicherlich werden sie nachts gut und tief geschlafen haben. Ortsgruppenleiter Kreuder (Gießen-Ost) hatte im Lause des Nachmittags Gelegenheit gefunden, auch eine Stunde bei den Kindern zu weilen. Die Kindergruppe Gie- ßen-Oft unternahm unter Leitung der Ortskinder- Gruppenleiterin Frau Gref einen Spaziergang zum Forftgarten, um dort ein Sommerfest zu feiern. Der Einladung waren auch viele Kinder gefolgt, die bisher nicht zur Kindergruppe gehörten. Nach dem Erlebnis des Ausflugs aber werden sie sicherlich nicht zögern, ihre Eltern um die Ausfüllung des Anmeldescheines zu bitten. Insgesamt erschienen etwa 250 Kinder. Als Gast nahm auch die Ortskindergruppenleiterin von Gie- ßen-Mitte, Frau G r e b , Mit Gesang und unter fröhlichem Geplauder machte man sich auf den Weg zum Forftgarten. Brav blieben die Kinder der Universität Sofia ernannt. Der ordentliche Professor für Veterinär-Pathologie und Direktor des Veterinär-Pathologischen Instituts der Universität Gießen Dr. med. vet. Kurt Krause wurde anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Universität Sofia wegen seiner großen wissenschaftlichen Verdienste zum Doktor honoris causa der Universität Sofia ernannt. Kommt zur Sonnwendfeier auf die Loreley. NSG. Die Sonnwendfeier des Gaues Hessen- Nassau findet am 21. Juni auf der Loreley bei St.- Goarshausen statt. Mit der Sonnwendfeier, die von der Hitler-Jugend durchgeführt wird, wird die Festspiel- und Feierstätte Loreley durch den Reichs-» arbeitsdienst an die Gauleitung übergeben. Zur Teilnahme an der großen Sonnwendfeier wird die gesamte Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau aufgerufen. Hauswirtschaft und Pflichtjahr. Eine hauswirtschaftliche Tätigkeit wird — laut Verfügung des Präsidenten der Reichsanftalt für; Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung — nur bann auf das Pflichtjahr ungerechnet, wenn vor Antritt der Stelle das zuständige Arbeitsamt seine Zustimmung erteilt hat. Alle Mädel, die sich ihre Pflichtjahrstelle selbst ober durch die Zeitung gesucht haben, müssen deshalb nachprüfen, ob der haushalt, in dem sie sich befinden, von dem Ausschuß für das Pflichtjahr überprüft und vom Arbeitsamt bestätigt worden ist. Die Anerkennung des Arbeitsverhältnisses auf das Pflichtjahr muß ini Arbeitsbuch bescheinigt fein. Ist dies nicht der Fall, so ist die Anrechnung der hauswirtschaftlichen Tätigkeit auf das Pflichtjahr in Frage gestellt. Das Mädel oder deren Eltern fetzen sich daher zweckmäßig mit dem zuständigen Arbeitsamt in Verbindung oder wenden sich an die Kreisfachbearbeiterin für hauswirtschaftliche Ausbildung des Deutschen „Deutsches Land in Afrika." Gloria-Palast. Auf Veranlassung der Gaufilmstelle Hessen-Nassau lauft im Gloria-Palast gegenwärtig (bis zum Sonntag einschließlich) der Kolonial-Film „Deutsches Land in Afrika", der gerade heute allgemeines Interesse beanspruchen darf, wo der deutsche Kolonialanspruch immer wieder vor aller Welt verkündet und an- gemeldet wird. Der Film wurde hergestellt auf der Afrika-Expedition der Kifo, Hellmut Bousfet, die vom ehemaligen Deutsch-Ostafrika quer durch den fchwarzen Erdteil nach Deutsch-Südwest führte. Die Aufnahmen schuf Karl Mohri. Dr. Friedrich Stock und Herbert Kuhlmann schrieben das Manuskript; Bearbeitung und Gestaltung: Dr. Walter Scheunemann und Karl Mohri. Der Film gibt in Wort und Bild eine lebendige und sachliche Begründung für unseren Anspruch auf Rückgabe der uns durch den Schandvertrag von Versailles geraubten Kolonien; er zeigt, was die Deutschen von den ersten Anfängen an, also seit den Zeiten von Lüderitz und Dr. Carl Peters, m Afrika geleistet, aufgebaut und in friedlicher Arbeit als Kulturbringer geschaffen Haden; er ist ein Beweis dafür, daß die Deutschen zu kolonisieren verstehen und ein moralisches Recht darauf haben, Kolonien zu besitzen und zu verwalten. (Das Eingeborenen- Wort „Der Deutsche hat eine harte Hand und em weiches Herz, der Engländer eine weiche Hand und ein hartes Herz" bekommt für den Beschauer einen tiefen Sinn.) Der Film gibt ein farbiges und ungeschminktes Bild von der'Landschaft, der Bevölkerung und der Tierwelt im schwarzen Erdteil. Der Zuschauer macht die weite Autoreise der Expedition vom Osten nach Südwesten durch unwegsame Steppe, über cus= getrocknete Flußbetten, durch Schlamm und Sand mit er bekommt einen Begriff von den Schwierigkeiten des Lebens in Afrika, von der ungeheuren Weite des Landes und auch von den Aufgaben, die sich hier einem tüchtigen und 3'elbewußten Volke anbieten. Der Film zeigt mancherlei Wild Giraffen, Zebras, Antilopen und Löwen, er zeigt die Eingeborenen im Urzustände, die primitiven Zwergstämme im Betschuana-Land, und die unter deutscher Erziehung und Pflege zivilisierte Bevölkerung unserer ehemaligen Schutzgebiete. Der beherrschende Eindruck ist immer wieder, wie stark und unzerstörbar trotz Verbot und Unterdrückung ustd vielfältigen Schwierigkeiten der deutsche Einfluß in Afrika noch immer ist, bis heute, und wie er heute bereits wieder zunimmt und zusehends stärker wixd. Schon sind wieder zahlreiche deutsche Kulturpioniere unent- mutigt drüben am Werk, um von neuem aufzubauen und dort wieder anzuknüpfen, wo unsere Arbeit durch den Weltkrieg Jät) und schmerzlich unterbrochen wurde. Deutsche Schulen und Krankenhäuser, deutsche Farmer und Kaufleute und Handwerker tun wieder ihr segensreiches, friedliches Werk, und eine zukunftsfrohe junge Generation wächst unter der deutschen Flagge dort drüben heran, bereit und befähigt, das Vermächtnis der Väter zu bewahren. Die koloniale Schuldlüge kann nicht sachlicher und überzeugender widerlegt werden, als es durch diesen Film geschieht, dem man einen recht zahlreichen Besuch wünschen muß. * Im Vorprogramm läuft u. a. ein dokumentarischer Film „Sudetenland", der noch einmal in eindrucksvollen Bildern die in jüngster Zeit von jedermann miterlebten Ereignisse im deutschen Osten zusannnen- faßt. Dazu gibt es die neue Wochenschau der Ufer, die u. a. einen ausführlichen Bericht vom Besuche des Prinzregenten Paul von Jugoslawien in der Reichshauptstadt enthält. Hans Thyriot. Zweischgenwaffer. Von B. Brandeis. Umbrand hatte es ziemlich eilig. Trotzdem stockte plötzlich sein Schritt. Nicht, daß ein Stein im Wege seinen Lauf gehemmt hatte (Umbrand befand sich auf dem Bürgersteig in einer Großstadt, wo ein einzelner loser Stein eine Sehenswürdigkeit gewesen wäre) — das Hindernis, der „Stein des Anstoßes", der Umbrand zum plötzlichen Stehenbleiben zwang, war rein geistiger Natur: „Besdes Zwctschckenwasser!", diese beiden Worte, in ungelenker Schrift, aber dafür in knallroter Farbe auf ein leuchtend weißes Schild gemalt, ließen Umbrand förmlich erschauern. Ließen ihn um so tiefer erschrecken, als es sich bei diesen haarsträubend geschriebenen Worten keinesfalls nur um einen schlechten Scherz handeln konnte, denn das besagte Schild hing dort, wo es zweifellos richtig am Platz war, vor der Tür eines Ladens mit der Aufschrift „Spirituosen". Umbrand schüttelte noch immer den Kopf. „Wie ist es möglich, daß es heute noch Menschen gibt, heute, in unserer aufgeklärten Zeit und zudem nicht etwa auf dem Lande, sondern im Zentrum einer Großstadt; Menschen, die nicht einmal die einfachsten Grundlagen der Rechtschreibung beherrschen?" fragte er sich verwundert. „Man sollte eigentlich darüber lachen, so komisch ist das — darüber lachen und weitergehen?! Oder sollte man sich empören?!" Aber erst die dritte Möglichkeit, die Umbrand plötzlich noch offen sah, schien ihm die einzig richtige, die für ein vernünftiges handeln am besten geeignete: „Man durfte, ja, man konnte nur Mitleid haben. Mußte in den Laden gehen und den Besitzer darauf aufmerksam machen, daß sein Plakat vor der Tür arg böse Fehler enthalte, die nicht gerade dazu geeignet wären, das Geschäft zu fördern, vertrauensvolle Kunden zu erwerben." Wie gedacht — so getan! „Ich komme wegen Ihres Zwetschckenwassers", sagte Umbrand beim Eintreten, sprach das „ck" besonders hart aus und wies zurück nach der Tür. hinter dem Schenktisch stand ein schon älterer und eigentlich recht gut gekleideter Mann. „Zwetschckenwasser — bitte führ!" rief er freundlich lächelnd aus und goß sogleich aus dem Inhalt einer großen Flasche ein kleines Gläschen voll ein. . „Sie mißverstehen mich", erklärte Umbrand höflich. „Nicht dieses hier, sondern Ihr „Zwetschckenwasser" draußen vor der Tür meine ich." Der Mann hinter dem Schanktisch schien einen Augenblick nachzudenken. Doch dann legte er seine Hand in der Form einer Muschel hinter das Ohr und fragte ziemlich laut: „Zwetschckenwasser wie draußen? — Das hier in dem Glas ist ja Zwetschckenwasser wie draußen!" Umbrand ging in diesem Augenblick ein großes Licht auf, und so. als wolle er damit eine überraschende Erkenntnis festhalten, griff er nach dem Glas mit dem Zwetschgenwasser und leerte es auf einen Zug. Wie die Hand hinter dem Ohr des Wirtes zeigt, stellte Umbrand fest, ist dieser Mann zweifellos etwas schwerhörig, versteht alle Worte falsch oder undeutlich: und daraus rührt wohl auch seine Unbeholfenheit in der Rechtschreibung! Und Umbrand entschloß sich, nun vor allem recht klar und sehr laut zu sprechen: „Zunächst einmal das Wort „Besdes", das auf dem Schild vor Zwetgenwasser steht, hören Sie, es muß heißen „Bestes Zwetschgenwasser" und nicht „Besdes"." Das .,d" sprach Umbrand so weich aus, daß es förmlich auf seiner Zunge schmolz. „Ist denn das Zwetschckenwasser nicht gut?" fragte der Wirt ein wenig ungläubig überrascht. „Doch, natürlich!" rief Umbrand und griff in Erregung nun bereits zum dritten Male nach dem vor ihm stehenden Gläschen, das der Wirt inzwischen stillschweigend wieder gefüllt hatte. „Es handelt sich aber darum, daß Sie das Wort falsch geschrieben haben, verstehen Sie, vollkommen falsch!" „Falsch? — Das Zwetschckenwasser ist echt, ganz reines, vollkommen echtes Zwetschkenwasser!" beteuerte der Mann hinter dem Schanktisch beschwö» rend. Umbrand schüttelte hilflos den Kops, riß dann aus dem Notizbuch, das er aus feiner Tasche holte, einen Zettel und schrieb: „Das Schild an Ihrer Ladentür muß umgeändert werden, wenn Sie wollen, daß jemand in Ihren Laden kommttz Schreiben Sie „Bestes Zwetschgenwasser", nur das ist richtig!" Das „g" und das „t" unterstrich Umbrand noch, bann gab er dem Wirt den Zettel, bezahlte seine fünf Gläser Zwetschgenwasser und verließ eilig den Laden, recht froh darüber, daß cs ihm nun doch noch gelungen war, fein Ziel ZU erreichen. Doch kaum hatte Umbrand die Ladentür Hintes sich geschlossen, da holte der Mann hinter dem Schanktisch zunächst zwei kleine Wattepropfen aus seinen Ohren. Und während er dann Umbrands Zettel lächelnd in seiner Hand zerknüllte, dachte er: „Gleich wird der nächste kommen, der mich auf meinen Schreibfehler aufmerksam macht; denn noch niemals habe ich so viel Zwetschgenwasser verkauft, wie seit dieser Zeit, da ich erkannt habe, daß ein Mann, der nicht einmal das falsch geschriebene Wart „Zwetschckenwasser" stehen sehen kann, es erst recht nicht übers Herz bringen wird, ein Gläschen echtes Zwetschgenwasser, das vor ihm steht, unberührt zu lassen." Zeitschriften. — Daß abseits von den großen Straßen lieber» raschungen echter Gastlichkeit liegen, bewies „d i s neue Knie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) mit ihren Veröffentlichungen „Das kleine Hotel", in deren Reihe nun im Juni-Heft solche Ueberraschungeu in Norddeutschland, wiederum in entzückenden bunten Bildern gezeigt werden. — Eine Nordlandfahrt führt mit einer Reihe schöner Aufnahmen in das Land der Mitternachtssonne. — Die Größe und Schönheit der steilen Felsen kehrt dann noch einmal wieder in der Traumlandschaft, die uns Leonardo da Vinci in seinetn wunderbaren Gemälde „Madonna in der Felsgrotte" eröffnet. — Alte Bilder und Kupferstiche dienten dazu, die Veränderung in der Betrachtung des Bauern darzustellen in einer Gegenüberstellung mit Aufnahmen von den Bauernleibesübungen auf Burg Neuhaus. — Die schönen Sportaufnahmen dieser Seiten leiten über zu den architektonisch reizvollen Schwimmbädern, die in letzter Zeit in verschiedenen Städten gebaut wurden. — Der Modeteil zeigt für die Seereise Strand- und Sommerkleidung« Frauenwerks, um eine Vermittlung in einem für das Pflichtjahr anerkannten Haushalt zu erwirken. Die Kreissachbearbeiterin hat den Vorsitz im Kreis- cmsschuß für das hauswirtschaftliche Pflichtjahr und ist über die Kreisgeschäftsstellen der NS.-Frauen- schaft zu erreichen. Oie Tuberkulose bei der Fleischuntersuchung. Die Veterinärmedizinische Gesellschaft Gießen hielt ihre erste Sitzung des Sommerhalbjahres ab. Der Vorsitzende, Professor Dr. C. Krause, begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die Aufgaben der Gesellschaft. Sodann ergriff er das Wort zu seinem Vortrag „Einiges über die Grundlagen des Tuberkuloseprozesses", der vom geschichtlichen und pathologisch- anatomischen Standpunkt aus die Einführung bildete, zum Hauptvortrag der Sitzung, den der hiesige Schlachthofdirektor, Dozent Dr. med. vet. habil. Keller über „Beurteilung der Tuberkulose bei der Fleischuntersuchung — Gegenwärtiges und Zukünftiges" hielt. Die wirtschaftliche und sanitäre Bedeutung der Tuberkulose einerseits und die Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes anderseits erfordern Maßnahmen sowohl zum Schutze der Volksgesundheit, als auch zur Erhaltung von wertvollem Fleisch. Das in Deutschland seit Jahrzehnten gültige Reichsfleischbeschaugesetz ist vorbildlich und anerkannt in der ganzen Kulturwelt. Die in ihm der Tuberkulose gegenüber festgelegten Bestimmunaen haben sich bisher gut bewährt; indessen haben die Forschungen der letzten Jahre eine Reihe von Erkenntnissen gezeitigt, die in einer bevorstehenden Neubearbeitung des Gesetzes einige verfahrenstechnische Aenderungen bringen dürften, die den in der Fleischbeschau tätigen Tierarzt schon heute interessieren. Den beiden. Vorträgen schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Keine Grashalme und Mehren in hen Mund nehmen. Manche Menschen haben die Unsitte, bei Spaziergängen im Freien Aehren von den Feldern abzurupfen und in den Mund zu nehmen. Auch Grashalme werden oft von den Spaziergängern zwischen die Zähne genommen und die Stengel wegen des erfrischenden Geschmacks zerkaut. Diese anscheinend ganz harmlose Sache ist aber nicht ganz gefahrlos. Abgesehen davon, daß manchmal Grannen mit ihren Widerhacken oder Fasern im Halse und zwischen den Zähnen stecken bleiben und reizen können, besteht die Gefahr, die Strahlenpilzkrankheit zu bekommen. Diese Krankheit wird im allgemeinen nur bei Personen beobachtet, die viel im Stall oder in der Scheune arbeiten. Auch bei diesen Leuten ist der Mund der Ausgangspunkt des Leidens, Es äußert sich in brettharten Schwellungen des Unter- und Oberkiefers, über welchem die Gesichtshaut blaurot wird. Nach einiger Zeit bricht die Haut auf, und es bilden sich Fisteln. Auch Zunge, Lunge und Darm können befallen werden. Die Heilung ist schwierig, und die Krankheit wird bedenklich, wenn sie die Lunge erfaßt. Es besteht also aller Grund» die viel verbreitete Unsitte, Aehren oder Grashalme in den Mund zu nehmen, zu unterlassen. Man ermahne vor allem auch die Kinder und halte ihnen die Gefahren vor Augen, die ihnen drohen können. Spielzeug — ein Erziehungsmittel. Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung deutschen Spielzeugs will aufklärend wirken für die Bedeutung des deutschen Spielzeugs, um zu erreichen, daß das Spielzeug den Einsatz erfährt, den es auf Grund seiner Entwicklung und Güte beanspruchen kann. Auch auf dem Gebiete des Spielzeugs hat die hinter uns liegende Zeit sinnverwirrend gewirkt. Spielzeug wurde als Geschenkartikel betrachtet, der gut genug war, einmal an Wechnachten gegeben zu werden. Vielfach wurde sinnlos hergestellt, abgegeben und vor allem vom Publikum gekauft. Der Entwicklung des Kindes und seiner Beeinflussung wurde weniger Aufmerksamkeit geschenkt, und doch ist es gerade das Spielzeug, das für das Kind bis zum 6. Lebensjahr das einzige Bikdungs- und Erziehungsmittel ist, und auch später im Schulalter durch die eigene Art, Wissen zu vermitteln, einen guten Ausgleich zum schulmaßlgen Denken und Lernen bietet. Mit Spielzeug lebt sich das Kind in seine Umwelt ein. Das war vor Jahrhunderten so und ist es auch heute. So betrachtet ist Spielzeug ein Erziehungsmittel und nebenher auch ein wichtiger Kulturträger. Die Welt jeder Zeitepoche wird für das Kind im Spielzeug als Welt im Kleinen gefertigt. Die Welt des 20. Jahrhunderts mit ihrem kulturellen und zivilisatorischen Hochstand erfordert ein eben>o vielgestaUetes Spielzeug, das nicht nur dem Lebenskreis, sondern auch der Altersstufe angepaßt sein muß. Dem Kind muß im Interesse einer ruhigen und gleichmäßigen Entwicklung das jeweils für seine Anlage, Entwicklung und sein Alter entsprechende Spielzeug gegeben werden. Es soll nicht primittv gehalten, aber auch nicht überzüchtet werden. lieber alle diese Dinge will die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des deutschen Spielzeugs aufklären und NSG. Der Kartoffelkäfer, der seit einigen Jahren von Westen her in Deutschland einzudringen versucht, wird auch in diesem Jahre wieder durch den Kartoffelkäferabwehrdienst des Reichsnährstandes planmäßig bekämpft. Zur wirksamen Abwehr ist die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung erforderlich, damit der gefährliche Schädling durch wiederholtes Absuchen und Spritzen der Kartoffelfelder vernichtet wird. Ganz Westdeutschland überzieht ein weitverzweigtes Netz des Kartoffelkäferaby>ehrdienstes des Reichs- nährstandes, der unter Einsatz erheblicher Mittel des Reiches die Aufgabe hat, den Kartoffelkäfer am Vordringen in Deutschland zu hindern und auf Frank- reich zu beschränken, wo zu seiner Bekämpfung nichts getan wird. Die Gefährlichkeit des Kartoffel- käfers — eines gelben Käfers mit schwarzen Streifen — liegt in seiner starken Fortpflanzung und großen Gefräßigkeit seiner roten, sechsfüßigen Larven. Ein Weibchen bringt es im Laufe eines Sommers auf etwa 31 Millionen Nachkommen. Da die Larven des Kartoffelkäfers sehr gefräßig sind, vernichten die Nachkommen eines einzigen Weibchens in einem Sommer etwa 10 Morgen Kartoffelpflanzen. Diesem gefährlichen Schädling hat der Reichsnährstand eine große Abwehrorganisation entgegengestellt, die in unserem Gau jeweils mehrere Kreise zu einer Außenstelle zusammenfaßt. Die Leiter der« Außenstelle sind Zoologen oder Diplomlandwirte, denen eine Anzahl von Technikern und eine Spritzkolonne zur Verfügung stehen. Im Winter klären die Außenstellen die Bevölkerung über den Kartoffel- oder Coloradokäfer auf, während im Frühjahr mit dem Aufgehen der Kartoffeln bis zur Ernte die praktische Bekämpfung beginnt. In allen Ortschaften wird einmal wöchentlich eine Suchaktion durchgeführt, an der sich die gesamte Bevölkerung, nach LPD. Frankfurt a. M., 15. Juni. Die Arbeitseinsatzlage mar auch im Monat Mai äußerst angespannt. Durch Erschließung neuer Arbeitskraftreseroen gelang es dennoch, die Beschäftigung im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen nochmals um rund 1 6 0 0 0 z u erhöhen. Hieran sind in erster Linie die restlichen, im Monat April noch nicht vermittelten Schulentlassenen beteiligt — darunter 3400 Pflichtjahrmädel —, ferner einige tausend ausländische Arbeitskräfte und Arbeiter aus dem Protektorat, die teils in der Landwirtschaft, teils in gewerblichen Betrieben eingesetzt wurden, weiter eine größere Anzahl von beurlaubten Arbeitsmännern, die der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt wurden, zahlreiche bisher oder zuletzt nicht erwerbstätige Frauen und auch noch anderseits sich täglich für die Schaffung von gutem und erzieherisch wertvollen Spielzeug einsetzen, unter gleichzeitiger Schulung der in der Spielzeugwirtschaft tätigen Personen. Für die Eltern ist es eine Selbstverständlichkeit daß sie dem Kinde alle Jahre neue Schulbücher geben. Ebenso wie das Schulbuch das ganze Jahr über planmäßig eingesetzt wird, soll es bei dem Spielzeug geschehen. ** Ehr en kreuz für österreichische und sudetendeutsche Frontkämpfer. Wie aus einer Bekanntmachung des Polizeidirektors her- vorgeht, werden — entsprechend einer Regelung des Reichsministers des Innern — auch die österreichischen und sudetendeutschen Teilnehmer am Weltkrieg mit dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer bedacht. Alle österreichischen und sudeten- deutschen Kriegsteilnehmer können Anträge auf die Verleihung des Ehrenkreuzes bei dem für ihren Wohnort zuständigen Polizeirevier stellen. einer Verordnung des Reichsministers für Landwirtschaft und Ernährung, pflichtmäßig zu beteiligen hat. Zum Suchen werden außerdem auch die Schulen herangezogen. Bei dieser Aktion werden die Kartoffelfelder sorgfältig nach den leichterkennbaren Käfern und den Larven abgesucht. Außerdem werden zweimal im Jahr die Kartoffelfelder mit Kalkarsen, welches das Reich einschließlich der Spritzgeräte zur Verfügung stellt, gespritzt. Zum ersten Mal wird Ende Juni gespritzt. Das Spritzen hat den Zweck, die Larven des Kartoffelkäfers, die die Blätter der Kartoffelstauden fressen, abzutöten. Wenn auf einem Kartoffelacker Käfer oder Larven gefunden werden, hat der Finder sofort die Käfer abzutöten und die zuständige Bürgermeisterei zu benachrichtigen. Die Bürgermeisterei sperrt den Acker und benachrichtigt die nächste Landwirtschafts- schule, die nachprüft, ob es sich tatsächlich um Kartoffelkäfer handelt. Zur Bekämpfung wird dann der Kartoffelkäfer-Abwehrdienst zugezogen, der über mehrere Kraftwagen verfügt, die mit allen Bekämpfungsmitteln ausgerüstet sind. Das befallene Grundstück wird mit Kalkarsenlösung gespritzt. Finden sich Larven, so wird die Erde im näheren Umkreis durchgesiebt, um die Larven, die zum Verpuppen in die Erde gekrochen sind, aufzufinden. Der Boden kann an dieser Stelle aber auch mit Schwefelkohlenstoff vergast werden, um die hier vorhandenen Larven, Puppen oder jungen Käfer zu vernichten. In unserem Gebiet wurde in diesem Jahr der erste Herd am 9. Mai in Rheinhessen festgestellt; seitdem wurde der Kartoffelkäfer in weiteren 36 Ortschaften angetroffen. Um den gefährlichen Schädling wirksam zu bekämpfen, ist die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung notwendig, vor allem dürfen auf keinen Fall die Suchaktionen vernachlässigt werden. Je früher der Käfer festgestellt wird, desto besser kann er vernichtet werden. knapp 1500 Arbeitslose, die jetzt bei dem aufs äußerste gestiegenen Kräftebedarf trotz vielfach nur beschränkter Elnsatzfähigkeit in die Betriebe übernommen wurden. Die Beschäftigung hat damit Ende Mai einen neuen Höhepunkt (rund 1 079 000) erreicht, der den an sich schon hohen Stand des Vorjahres noch um rund 62 000 übersteigt. Kennzeichnend für die neue Arbeitseinsatzentwicklung ist dabei, daß die Zunahme der Beschäftigung bei den Frauen (rund 10 v. H. gegenüber dem Vorjahre) mehr als doppelt so groß ist wie der Beschäftigungszuwachs der Männer (4- 4,4 v. H.). Der Rückgriff auf weibliche Arbeitskräfte, die gegenwärtig die wichtigste Arbeits- kraftreseroe darstellen, war auch im Monat Mai wieder besonders stark, wobei zu berücksichtigen ist, daß immer noch eine große Anzahl von männlichen Arbeitskräften aus dem ßanbesarbeits- amtsbezirk Hessen außerhalb des Gebietes bei vorübergehenden dringlichen Bauarbeiten beschäftigt ist, insbesondere bei den Westbauten. Der Kräftemangel war trotz der Zuführung vieler neuer Arbeitskräfte in fast allen Wirtschaftszweigen nach wie vor stark spürbar. Die Landwirtschaft, der im Monat Mai italienische, slowakische und polnische Landarbeiter sowie reichlich 1000 Arbeitsmänner zugeführt wurden und die nochmals rund 2000 Pflichtjahrmädel zugewiesen erhielt, benötigte dennoch abermals eine größere Anzahl von Kräften, die nunmehr — zum Teil im Wege der Dienstverpflichtung — aus gewerblichen Betrieben herausgezogen werden; es handelt sich hierbei um Arbeitskräfte, die bereits früher in der Landwirtschaft tätig waren und abgewandert sind. Auch die Ziegeleien und Bergbaubetriebe leiden unter starkem Kräftemangel, dem durch die Rückführung berufsfremd beschäftigter Ziegelei- und Bergarbeiter und durch Bereifftellung sonstiger Arbeitskräfte entgegengemirft wird. Der Mangel in der Bauwirtschaft hat sich weiter verschärft; die Fach- und Hilfskräfte können nur noch nach der Dringlichkeit der Bauarbeiten zugeteilt werden. Wie angespannt die Lage im Arbeitseinsatz auf allen Gebieten der Wirffchaft ist, geht auch aus den Dermittlungsanaaben hervor, nach denen im Monat Moi 3 5 6 0 0 Arbeitsplätze für Dauerbeschäftigung bei den Arbeitsämtern neu gemeldet, aber nur 25 000 durch Vermittlung und 3800 durch Zuweisung namentlich benannter Kräfte besetzt worden sind. Gut 2 5 0 0 0 offene Stellen (einschl. der aus dem Vormonat übernommenen) mären am Monatsende noch unerledigt, weil es an geeigneten Arbeitskräften fehlte ((im Vorjahre betrug die entsprechende Zahl nur 11000); besonders groß ist die Zahl der gemeldeten, unbesetzten Arbeitsplätze für Landarbeiter (5800), Hilfsarbeiter (5000), Hausgehilfen (3400), Bauarbeiter (2100) und Metallarbeiter (1300). Auf einigen Gebieten ist durch die jüngsten Arbeitseinsatzmaß. nahmen eine gewisse Entlastung eingetreten, so u. a. durch die Zuführung von nunmehr über 14 000 Pflichtjahrmädel während des Frühjahrs in Land- unb Hauswirtschaft und durch die Eindämmung des Arbeitsplatzwechsels. Die hierdurch bereitgestellten Arbeitskräfte reichen jedoch bei weitem nicht für die Durchführung aller gegenwärtigen Arbeitsaufgaben aus. JRunbfunfprogramm Samstag, 17. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Deutschland — Kinderland: O diese Schulaufgaben. Eine kleine Szene. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. (Musikkorps der Schutzpolizei der Freien Stadt Danzig.) 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Traum aus Steinen. Eine Hörfolge von Dr. Berthold Karl Weis. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Wien. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Ausführung: der Gaumusikzug Wien. 14: Nachrichten. 14.10: „Das Schönste an dem lieben guten Sommer ist doch das Badengehn!" (Jndustrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: Pimpfe und Jungmädel fingen, spielen und erzählen allerlei Lustiges. 16: Lasset uns das Leben genießen! Der Reichssender Frankfurt auf seiner fröhlichen Landpartie nach Oberhessen mit den Freudenspendern. 18: Wir sind Kameraden, die alten und jungen Soldaten. Anläßlich des Treffens der chemaligen Angehörigen der Nachrichtentruppe fingen und spielen der Soldatenchor der Nachrichtenabteilung 34 und das Musikkorps des Jnf.-Regts. 80 unter Leitung von Heinz Hölzer. Einlage: 1. Die Nachrichtentruppe einst und heute. 2. Kamerad, wo bist du? 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Bühne und Film im Rundfunk. 20: Nachrichten. 20.15: Juble, mein Herz! Zwei Stunden — Ein Melodienzauber. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 22: Nachrichten. 22.20 bis 24: Wir tanzen in den Sonntag. Oie Bekämpfung ves Kartoffelkäfers. Oie gesamte Bevölkerung zur Mitarbeit aufgerufen. Großer Mangel an Arbeitskräften. Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Mai. Fasanen. Von Karl Scherer. Der Wald ist tief verschneit. An dem weiten, sacht steigenden Hang, der sich von der Feldmark gegen die Höhe ausbreitet, schauen die Spitzen der jungen Fichten und Buchenheister kaum über die Schneedecke; dazwischen eingesprengte Drossel- eschen und schlanke Wacholderbüsche, deren rote und schwarze Beeren hungrige Schwarzamseln und Nuß- hcrher aus den Dolden rupfen. Wo die weiße Halde in die Berglehne übergeht, steht ein Horst kräftiger Rottannen, so dicht, daß die matte Wintersonne die Schneelast der Zweige nicht durchbricht. Unter dem dunkel schattenden Nadelgehölz öffnet sich ein von der Holzaxt geschaffner lichter Raum. Eine mannshohe, sauber aus Fichtenstangen gerüstete Hütte steht zwischen den Stämmen, nach drei Seiten durch doppelte Strohwände geschlossen, nur gegen Mittag offen, und darüber wölbt sich ein schneedichtes Schilfdach. Schlehen- und Hagebuttenbüsche mit leuchtendroten Scheinfrüchten umrahmen das Häuschen. Der moosige Boden ist schneefrei; geröstete Maiskolben, dicke Hafer- und Gerstebüschel, fußhoch zwischen die Strohseile gesteckt, lassen ihre fruchffchweren Samenträger herabhängen, darunter ein flacher Kasten mit Sonnenrosen- und Hanfkernen — die Fasanenhüttel Im Herbst hat sie der Förster errichtet; denn im letzten Sommer hat der Forstmeister im Revier, das viel Heidelbeerkraut und dichte buschige Weichhölzer, niedriges Jungholz, Mischbestände und auch klare Wasserrinnen aufweist, zwei Fasanenvölker ausgesetzt, um die farbenschönen Fremdlinge in dem günstigen Waldgelände heimisch zu machen. Die Sorge, sie durch den Winter zu bringen, ist begründet; denn wenn auch das prächtige Wiwgeflügel schon vor vielen Jahrhunderten eingeführt 'worden ist und sich gut eingebürgert hat — ein Ausländer aus dem warmen Orient, der den Witterungsunbilden des Nordens leichter erliegt als die heimischen Waldhühner, bleibt er doch. Das verrät schon sein prunkendes, buntes Kleid. Kein anderes WiDhuhn zeigt so schöne Farben wie der Fasan, unb diese Farbenpracht ist allen Spielarten gleichmäßig eigen, freilich nur den Höhnen: silberblau, kupferrot, goldgrün, ein feines Edelbraun, überhaucht von Purpurschiller, der im wechselnden Sonnenlicht wie Goldbronze oder metallblau wie polierter Stahl glänzt. Ein stattlicher Vogel mit meterlangem, sanft geschwungenem Sichelschwanz. Zu den eigentlichen Waldvögeln, die, wie Auer- und Haselwild, Tiefe und Verborgenheit des Waldes lieben, zählt er nicht. Hochwald und Gebirge meidet er; am heimischsten fühlt er sich in leichtaewelltem Niederholz mit grasreichen Lichtungen um) dichtem, deckenden Buschwerk. Wo junger Mischwald mit BroMbeer- horsten und anderen beerentragenten Sträuchern an Kornbreiten und Aehrenfeldern entlang zieht, das Dorngestrüpp des Feldsaums ihm Schutz gewährt gegen seine zahlreichen Feinde ober stille, von Bächen durchrieselten Wiesen zwischen grünen Buckeln liegt, dort haust der Fasan gern. Der Frühling hat blauen Himmel und warme Tage und mit ihnen die Zeit der Liebe in der Natur gebracht. Stolz und kampflustig schreitet der Fasanenhahn durchs Heidekraut. Er ist jetzt ein eifersüchtiger, streitbarer Geselle, der manchen harten Sttauß besteht; mit Krallen, Sporen und Schnäbeln wird gerauft, bis der Unterlegene mit schleppendem Sichelschwanz eiligen Schritts zwischen Farnen und Stauden untertaucht, von dem mihtönigen Triumph- geschrei des Siegers verfolgt. Auerhahn und Birkhahn haben ihre festen Balzplätze, der Fasan nicht. Beim ersten Sonnenstrahl verliert er sich mit seinen Weibern im dichtgrünen Unterholz des Waldes oder im halbhohen Roggenfeld, dis die Mittagshitze sie in den Schatten der jungen Birken und Buchen treibt; dann zerstreuen sie sich, erst gegen Abend finden sie sich wieder zusammen. Die Verborgenheit und Anpassung des Nistplatzes ist für den Fasan kennzeichnend geworden. Die Henne baut kein eigentliches Nest; unter einem dichten Farnbüschel oder deckenden Schwarzdorn- bujch scharrt sie eine flache Mulde, polstert sie mit Altlaub und dürren Grashalmen und legt dahinein ein Dutzend schmucker harffchaliger Eier. Eine Woche nach der Geburt werden die schnell wachsenden Daunenbällchen zur Suche von Ameiseneiern und Käferlarven von der Mutter ausgeführt; schon im Frühherbst gleichen sie den Alten. Der Tag ist vorgerückt, die Sonne steht schon über dem Horizont. Violette und zartgrüne Farbenbänder laufen über den Himmel, und die dunklen Abendwolken vor dem Sonnenball zeigen goldrote Säume. Auf den Aeckern liegt noch warmer Glanz und vergoldet Feld und Busch, doch unter den Stämmen steht steht schon der Dämmer. Im dichten Rohr des Fischteichs im Wiesengrund singen die Frosche. Rehe ziehen durch Hochholz dem Kleestück zu, das sich zwischen reisenden Roggenkoppeln heranschiebt. Jetzt ein Lockruf aus der nahen Frucht- ।breite; „Gock Gack" kommt es aus den dichten ^Halmen: der alte Fasanenhahn sammelt sein Volk für die Nacht. Denn als echter Artgenosse des Haushahns, dem Sinnbild der Morgenröte und des Tages, steht er mit der Sonne auf und geht mit ihr schlafen. Die starke Buche am Randweg ist fein Schlafbaum. Das Aufbäumen kostet ihn allabendlich einen Entschluß — er ist kein Flieger, und der Dürrast in halber Höhe des silbergrauen Schafts ist im Steilflug nicht leicht zu erreichen. Doch nun fußt er sicher auf feinem Stammsitz und ruft, noch etwas außer Atem von der ungewohnten An- ftrengung, unermüdlich lockend und warnend fein Völkchen zusammen, denn schon schleicht der Fuchs durch die Ginsterbüsche, und die Uhlenflucht beginnt. Von allen Seiten laufen die Hennen herzu, nehmen da und dort noch einen Käfer, eine Grille oder Made auf und schwingen sich in den Nachbar- bäumen zur Nachtruhe ein ... Die Urheimat des schönen Exoten liegt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Pamirhochland. Die Argonauten Jollen ihn bei ihrer Rückkehr von ihrem Zuge nach Kolchis von den Ufern des Phasis — daher der Name — nach Griechenland verpflanzt haben. Im Rom der Kaiserstadt war er als Leckerbissen sehr geschätzt. Schon im frühen Mittelalter wurde er von Italien nach Deutschland eingesührt; die Karolinger pflegten seine Zucht auf ihren Landgütern und Pfalzen. Heute ist er in manchen deutschen Landschaften eingebürgert, sonderlich aber in England heimisch, wo er mit dem Damwild die schönen gepflegten Parks der reichen Stande Sherren belebt und in großen Fasanerien gezüchtet wird. Oochschulnachrichten. Dem Professor Dr. Hans Wolfgang K o h l s ch ü t- t e r wurde der Lehrstuhl für anorganische und analytische Chemie an der Technischen Hochschule Darmstadt übertragen. Der Vorbereitungsausschuß des VII. Internationalen Botaniker-Kongresses in Stockholm 1940 hat den Professor für Botank an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Stocker zum Vizepräsidenten der Sektion für experimentelle Oekologie ernannt. — Minsterialrat a. D. Dr.-Jng. Heinrich Müller wurde beauftragt, an der Technischen Hochschule D a r m ft a b t die Kartenkunde und Reproduktionstechnik zu vertreten. Der planmäßige Assistent bei dem Zahnärztlichen Institut der Unioerfität Marburg, Dozent Dr. med. habil. Hans Heuser, ist mit Wirkung vom 1. Juni zum Oberassistenten ernannt worden. — Dem Dr. med. habil. Klaus Conrad in Marburg wurde die Lehrbefugnis für Psychiatrie und Neurologie verliehen; er wurde unter Berufung in das Beamten- verhältnis zum Dozenten ernannt Oie Bärenfalle des Urmenschen. Seit 14 Jahren werden in einer Höhle im Salzofenstock des Toten Gebirges, einer Gruppe der Salzburger Kalkalpen, Ausgrabungen veranstaltet, die eine fast unerschöpfliche Fülle von paläontologischen Funden brachten und besonders wegen der aufgedeckten Kulturschätze des Altsteinzeitmenschen für die Urgeschichte des Menschengeschlechtes wertvoll waren, lieber die Ergebnisse erstattet der Leiter der Ausgrabungen, Schulrat Otto Körber von der Station für Eiszeit- und Höhlenforschung in Bad Aussee, in den „Forschungen und Fortschritten" einen Bericht, in dem auch Licht auf eine Hagdform der Urzeit geworfen wird. Der Salzofen ist eine Etagenhöhle mit vielen Stockwerken, großen Hallen und tiefen, auch senkrechten Schächten; der Haupteingang liegt in 2000 Meter Meereshöhe. Die Funde zeigen eine reiche Fauna, in der die Bären am stärksten vertreten sind. Die Salzofenhöhle wurde jedoch auch vom Urmenschen als Höhlenbärjäger vorübergehend ausgesucht. Es ist bisher die höchstgelegene Siedlungsstätte des Altsteinzeitmenschen im Deutschen Reiche, in der eine ältere und eine jüngere Kulturstufe zu unterscheiden ist. Die jüngere weist auf primitive Anfänge der paläolithischen Kunst auf. Nach Geh. Rat Penk ist diese Siedlung dem Riß-Würm- Jnterglacial einzugliedern, das' man um 150 000 v. Chr. ansetzt. Wie der Urmensch die eigenartigen Formen der Höhlenräume für seine Jagdzwecke ausnützte, läßt sich noch im einzelnen erkennen. Die Kulturstätten in der Höhle lagen an äußerst geschützten Plätzen, da wo der Zwangwechsel des Höhlenbären stattfand. In den Schichten des Dorraums waren die Funde von Bärenknochen sehr spärlich, dagegen fanden sich Anhäufungen in einem anderen Raum. Zu diesem führt vom Vorraum aus eine Röhre von 0,50:0,60 Meter Weite und 6,80 Meter Länge und sehr flachem Gefälle. Die kleine Kammer, in die die Röhre mündet, ist nur 2,75 Meter lang, 2,35 Meter breit, und 0,75 Meter hoch. In entgegengesetzter Richtung zur Röhre führt von der Basis dieser Kammer eine Felsenöffnung in eine kleinere Kammer; in beiden war das Erdreich des Bodens mit Höhlenbärenknochen durchzogen. Diesen Schlupf benutzten nun der Braune Bär und der Höhlenbär, um zum Winterquartier zu gelangen. Zwängte sich habet der Bär durch die engen Röhren hindurch, so konnte er leicht vom Urmenschen, der durch einen zweiten Eingang zu der Stelle kam, durch einen Schlag auf die Schnauze zur Strecke gebracht werden. Wirtschaft. Es gibt wieder mehr Indianer. Wechselndes Schicksal des roten Mannes in Amerika. Rhein-Mainifche Börse. Mittagsbörse sehr still. Frankfurt a. TI., 15. Juni. An der Börse herrschte nahezu völlige Geschäftsstille. Auch das bisher lebhafte Geschäft in Steuergutscheinen hat nachgelassen. Es fehlte allgemein an Kundschafts- austrägen. Am Aktienmarkt setzten sich noch kleine Abgaben fort, so daß bei der Enge der Märkte meist weitere mäßige Rückgänge vorlagen. Im allgemeinen betrugen sie nur Bruchteile eines Prozentes. Etwas mehr gedrückt waren Lahmeyer auf 107,90 (109). IG.-Farben bröckelten auf 150,50 (151), Bereinigte Stahl auf 101,13 (101,50), Daimler auf 122 (122,50), Conti Gummi auf 212,50 (213) und Hoesch auf 108,90 (109) ab. Behauptet lagen AEG. mit 114,75 und Adlerwerke mit 100,50. Holzmann nannte man bei 7,2 v. H. Dividendenabgang mit 149 (154), also relativ fest. Am Rentenmarkt wurden zunächst nur Reichsaltbesitz mit 131,75 (131,65) notiert. In Steuergutscheinen sollen vorbörslich noch große Umsätze stattgefunden haben, während an der Börse selbst ziemliche Ruhe herrschte. Serie I. gingen mit 102,45 bis 102,40 (102,50) und Serie II. Mit 98,50 bis 98,45 (98,40) um. Bon Industrie-Obligationen waren 5 v. H. Eisenbahn-Bank Ffm. weiter befestigt ouf 91 (90,65), dagegen 6 v. H. IG.-Farben 123,75 (124,25). Stadtanleihen und Pfandbriefe behauptet, ebenso Staats- und Länderanleihen. Der Freiverkehr war geschäftslos. Tagesgeld nnw. 3. v. H. Abendbörse sehr ruhig. Infolge der fortbestehenden Zurückhaltung und Les Mangels an geeigneten Anregungen nahm auch die Abendbörse einen sehr ruhigen Verlauf, wobei die meisten Kurse unverändert blieben. Gelegentliche, meist nominelle Abweichungen betrugen nicht mehr Das Getreidewirtschaftsjahr nähert sich auch in Hessen-Nassau seinem Abschluß. Die Ablieferungen haben meist das Soll beträchtlich überschritten. Die Lockerung der Einlagerungspflicht bei den Mühlen und die Zuweisungen durch die RtG. an diese machen es schwierig, die kleinen Restanlieferungen bei Weizen und Roggen im Gebiet unterzubringen. Kuttergetreide wird kaum mehr gehandelt. Nur Hairer steht noch genügend zur Verfügung, einwandfreie Qualität wird in beschränktem Umfang abge- lomrnen. Die Lieferungen von Weizenmehl werden fristgemäß und ausreichend erledigt. Ostdeutsches Rog- genmehl ist sehr schwer zu verkaufen, dagegen werden die hiesigen Herkünfte gerne verwendet. Die Anlieferung von Erdbeeren und Kirschen an Die Rhein-Main-Bezirksabgabestellen nimmt lang- am zu. Der Obsthunger aller Verbraucher ist groß, o daß auch in der Vollernte mit reibungslosem Ab- > atz zu rechnen ist. An den Großmärkten waren Apfelsinen und Bananen vertreten. Als Obst dient nach wie vor Rhabarber, der überall gerne gekauft wird. Auf dem Gemüsemarkt wird Spinat bereits weniger, dafür setzt die Hauptzufuhr von Kopfsalat ►•in. Außerdem sind ansehnliche Mengen von Kohl- - äbi, Fruhkohl und Möhren vorhanden. Die Spar- zelernte fällt reichlich aus, die Marktordnung sorgt -ür eine gerechte Belieferung von Frischmarkt und Industrie, wobei auch der Erzeuger mit angemessenen Erlösen rechnen kann. Die Abladungen von als 0,25 bis 0,50 v. H. Knapp gehalten waren u. a. IG.-Farben mit 150,25 (150,65), Metallgesellschaft mit 112,75 (113), Adlerwerke mit 100,25 (100,50), Rheinstahl mit 133,65 (133,75), und Nordd. Lloyd mit 49,90 (50,75). Andererseits gelangten Stahlverein mit 101,25 (101,13), AEG. mit 115 (114,75), ,Schuckert mit 177,75 (177,50) und Gesfürel mit 133 (132,50), ferner u. a. Buderus mit 91, Mannesmann mit 105,50, BMW. mit 134, Bemberg mit 127,50, Scheideanstalt mit 202,25, Hapag mit 49 und VDM. mit 168 zur Notiz. Von Renten blieben 6 v. H. IG.-Farben mit 123,75 unverändert, ebenso Reichsbahn-VA. mit 122,13. Steuergutscheine I. bröckelten bei kleinem Angebot bis auf 102,35 ab, während Serie II. per Juni und Juli mit 98,35 bis 98,40 behauptet lagen, ebenso Kommunal-Umschuldung mit 93,70. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juni. Auftrieb: Rinder 935 (gegen 1130 am 8. Juni), darunter 137 (178) Ochsen, 1H3 (211) Bullen, 438 (504) Kühe, 197 (237) Färsen. Kälber 480 (372), Schafe 24 (29), Schweine 670 (857). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht im RM.: Ochsen a) 45,50 bis 46,50 (44,50 bis 46,50), b) 40,50 bis 42,50 (40 bis 42,50), c) 37,50 (36,50). Bullen a) 43 bis 44,50 (43 bis 44,50), b) 40,50 (38 bis 40,50), c) 35,50 (35,50). Kühe a) 41,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 39 bis 40,50 (38,50 bis 40,50), c) 30 bis 34,50 (30 bis 34,50), d) 23 bis 25 (22 bis 25). Färsen a) 44 bis 45,50 (44 bis 45,50), b) 41 bis 41,50 (41,50), c) 35,50 bis 36,50 (34,50 bis 36,50). Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 46 bis 50 (49 bis 50), d) 30 bis 40 (40). Hämmel nicht notiert. Schafe a) 40 bis 42 (42), b) 36 bis 39 (36 bis 39, c) 27 bis 28 (32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe Mittel. ausländischen Gemüsen, voran Tomaten, sind nicht sehr bedeutend. Wie zu erwarten war, sind die Rinderzufuhren kleiner geworden, so daß eine Zuteilung an die Äer- arbeiter zum Kontingentsatz von knapp 80 v. H. erreicht wird. In Darmstadt kamen auch Gefrierrinder zur Ausgabe. Günstiger war die Versorgung in Kälbern, wo auf mehreren Märkten die Ansprüche voll befriedigt wurden. Mit Schweinen wurden die Märkte gut beliefert, so daß ohne Ausnahme die Metzger ihre Anforderungen voll erhielten. Schafe waren in nennenswerter Anzahl nur in Frankfurt und Darmstadt aufgetrieben. Das Fleifchgeschäst in den Läden war während der Junihitze schwächer, nur Wurstwaren wurden lebhaft angefordert. Die Milcherzeugung hat unter der sommerlichen Wärme stellenweise einen kleinen Rückgang erfahren, während der Trinkmilchverbrauch gestiegen ist. Da dieser voll besriedigt wurde, mußte vielfach eine Kürzung der Verarbeitung eintreten. Aus den Ueber- schüssen von Hessen-Nassau und besonders Kurhessen wurden in der letzten Zeit größere Kühlvorräte an Butter eingelegt. Der Käsemarkt verlief ziemlich lebhaft, neben Weichkäse werden jetzt wieder stärker Hart- und Schmelzkäse angefordert, auch Quark- und Sauermilchkäse sind gerne gekauft worden. In der Ei erwirtschaft kommt jetzt die schwierige Sommerzeit, wo die Legetätigkeit der Hühner zu- rückgeht. Die Erhöhung der Eierpreise läßt aber eine bessere Anlieferung erwarten._________________ Die rote Urbevölkerung Amerikas ist von den weißen Eroberern fast ausgerottet worden. Die Ueberreste leben in Reservatgebieten, und wir habtn im allgemeinen die Vorstellung, daß sie dem Aussterben geweiht sind. Bis vor wenigen Jahren schien diese Annahme auch der Wirklichkeit zu entsprechen. Es ist daher äußerst interessant, daß nach den neuesten Statistiken die indianische Bevölkerung der Bereinigten Staaten wieder im Z u - nehmen begriffen ist und auch der indianische Landbesitz wieder wächst. Einige Zahlen mögen diese Entwicklung der roten Rasse veranschaulichen: Man schätzt, daß die Bevölkerung der heutigen Vereinigten Staaten zur Zeit, als Kolumbus landete, 846 000 Indianer betrug. Um 1900 waren es 270 000 Indianer, wahrscheinlich aber sogar einmal noch weniger. Heute leben in den Vereinigten Staaten 342 000 Indianer, dazu kommen noch 30 000 Indianer und Eskimos in Alaska. Von diesen 342 000 sind ungefähr die Hälfte reinblütige Indianer, die übrigen in verschiedenen Abstufungen mit Weißen und, bei wenigen Stämmen, mit Negern gemischt. Es gibt über 200 einzelne Stämme, die in 27 Staaten leben, die meisten westlich des Mississippi, und zwar auf Land, das ihnen von der Regierung zu ihrem Gebrauch übergeben worden ist. Der Zuwachs an Land hält mit der Zunahme der indianischen Bevölkerung nicht Schritt, und es erweist sich auch als schwierig, den Rothäuten jetzt mehr Land zu schaffen, da alle dahin zielenden Maßnahmen mit anderen, wohlerworbenen Eigentumsrechten in Konflikt kommen. Das indianische Territorium betrug 1933 nicht ganz 20 Millionen Hektar und war 1937 auf etwas über 21 Millionen Hektar angewachsen. Das Sinken der Bevölkerungsziffern der Roten hielt bis Ende des vorigen Jahrhunderts an, von da ab ift .eine langsame Aufwärtsbeweaung festzustellen, die jedoch erst in den letzten Jahren eine deutliche Beschleunigung erfahren hat. lieber die Ursachen des Niedergangs sagt das „Handbuch der amerikanischen Indianer nördlich von Mexiko": „Die wichtigsten Ursachen der Bevölkerungsabnahme können nach der Reihenfolge ihrer Bedeutung folgendermaßen eingeteilt werden: Pocken und andere Seuchen, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten, Alkohol und andere Ausschweifungen, Verdrängung von ihren Wohnsitzen und in der Folge Hungersnöte und Unterwerfung unter ungewohnte Lebensbedingungen, geringe Vitalität durch geistige Depression, Kriege. In der Reihe dieser Ursachen sind alle außer Kriegen und Tuberkulose von den Weißen gekommen, und auch die vermehrte Sterblichkeit durch Tuberkulose war durch Umstände veranlaßt, die mit dem Erscheinen der Weißen zusammenhingen. Pockenepidemien haben wiederholt weite Landstrecken heimgesucht und die Bevölkerung der von ihnen erfaßten Gebiete oft auf die Hälfte verringert. In Kalifornien ist der ungeheure Rückgang von ungefähr 250 000 auf weniger als 20 000 hauptsächlich durch die Grausamkeiten und die Massenabschlachtungen der ersten Ansiedler und Goldgräber verschuldet. Die fast vollständige Ausrottung der Meuten in Alaska muß denselben Ursachen während der frühesten russischen Zeit zugeschrieben werden. Kriege haben die Zahl der Indianer am wenigsten vermindert. Die Stämme waren ständig auf dem Kriegspfad gegeneinander, so daß das Gleichgewicht zwischen ihnen ungefähr erhalten blieb, bis, wie es bei den Irokesen der Fall war, der Erwerb von Feuerwaffen einem Stamm ein ungeheures Uebergewicht über feine Nachbarn gab. Unter den Kriegen waren am verheerendsten für die Indianer die in Virginia und Süd-Neuengland, die Ueberfälle der Ansiedler von Carolina und ihrer wilden 23er« bündeten auf die Missionen von Florida, die Kriege der Natchez und der Fox-Indianer mit den Franzosen und der Krieg, den über 3Q Jahre hindurch die Irokesen allen ihren benachbarten Stämmen aufzwangen ..." Aber auch nach dem Zeitalter der gewaltsamen Ausrottung kam der Rückgang der roten Bevölke«. rung nicht zum Stillstand. Die Politik der Regierung arbeitete mit dem Ziel, die Indianer zü „amerikanisiere n". Jede Selbstregierung der Stämme wurde ignoriert ober untergraben, gemeinsamer Landbesitz aufgelöst, alte Bräuche und alter Glaube unterdrückt, Kunst und Dichtung der Eingeborenen entmutigt, indianisches Familienleben durch die Einrichtung der Regierungs-Erziehungsheime fast zerstört. Unter dem Druck dieser Politik waren die Indianer auf b e m Wege des Aus- sterbens. Schon 1862 erhaben sich Stimmen Die Slnderlandverschickung braucht Pflegeslellen für unsere Jugend! gegen diese Unterdrückung, und Präsident Lincoln erklärte: „Wenn wir durch diesen Krieg kommen und ich lebe, so soll das indianische System geändert werden." Aber Jahrzehnte hindurch haben die Freunde der Indianer und die indianischen Führer selbst vergeblich eine Reform gefordert. Tatsächlich ist von 1887 bis 1933 den Indianern ständig Land geraubt worden. Einer der heftigsten Gegner des amerikanischen „Indian Office" ist seit etwa 1920 John Collier gewesen, bis er 1934 selbst an die Spitze dieser Behörde berufen wurde. Seitdem hat die amerikanische Politik gegenüber den Indianern eine völlige Wandlung erfahren. Die Landverluste haben aufgehört, man versucht im Gegenteil den Indianern mehr Land zu verschaffen und räumt den Stämmen und Gemeinden Kredite ein. Indianische Selbstverwaltung wird wieder hergestellt, indianische Sprache, Sitten, Kunst, kultische Bräuche,' Ueberlieferungen gefördert. Durch Steigerung der Gesundheitspflege, Bau von neuen Krankenhäusern ober Vergrößerung und Modernisierung der vorhandenen ist die Sterblichkeitsziffer der Roten auf 13,7 je 1000 herabgedrückt worden (der Durchschnitt in den Vereinigten Staaten betrug 1936: 11,5). Viele Erziehungsheime sind geschlossen ober verkleinert, dagegen 74 neue Gemeinde-Tagesschulen eröffnet, die von 5000 Kindern besucht werden, während 6340 weitere indianische Kinder die allemeinen öffentlichen Schulen besuchen. Handwerkskammern sind gegründet, um das eingeborene Handwerk zu pflegen und ihm Absatzmärkte zu eröffnen. Auch die Zahl der indianischen Beamten im öffentlichen Dienst hat sehr zugenommen. So waren in Washington 1933 im ganzen 11 Indianer angestellt, 1937 waren es 83. Natürlich finden diese neuen Maßnahmen im Lande selbst zum Teil sehr starke Kritik. Sie sind auch noch zu jung, um ein abschließendes Urteil zuzulassen. Man muß die weiteren Ergebnisse abwarten und zusehen, wie Amerika mit dem „indianischen Problem" in dem sich die Sünden der Vergangenheit verkörpern, fertig wird. C. K. Der landwirtschaftliche Marktbeobachter. Cinfllann roic taufenö anötre Roman von Konraö Trani 'Copyright bg Carl Ouncker Verlag, SeHfnWjS 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Er bezahlte mir eine Reise nach Englmü), die ich für ihn unternahm. Und da er gegen feine Gewohnheit W großzügig war, ist mir davon Geld übrig geblieben. Bevor ich hierher kam, hat er mir weitere tausend Mark nach Berlin geschickt." „Aber seine Adresse haben Sie nicht?" fragte Ruhle. Und es klang recht höhnisch. „Nein!" antwortete Gottfried scharf. „3n welcher Form haben Sie das Geld bekommen? Postanweisung oder Scheck?" „3n bar, in einem Wertbrief!" „Also Inlandsendung... Wissen Sie den Ort der Aufgabe?" „Ich habe gar nicht auf den Poststempel geachtet, öch war so erstaunt über den Brief und das Geld —" „Können Sie uns den Brief zeigen?" bohrte .Ruhle. „Nein, aber wenn Sie in unserer Berliner Woh- :iung Nachschau halten, werden Sie ihn sicher im Iapierkorb finden. Ich kann mir von unserer Hausgehilfin gar nicht denken, daß sie ihn ausgeleert •tat. Es würde zu sehr dem Bild widersprechen, das wir von ihr haben." „Sie heben sich keine Briefe auf — auch so wichtige nicht?" erkundigte sich der Fremde. „Die Episteln meines teuren Onkels steckt man 'ich nicht hinter den Spiegel", erwiderte Gottfried !mrz. .Mber Sie erinnern sich an den Inhalt? „Sehr genau", Gottfried zögerte und schwieg. „Können Sie ihn uns angeben?" „Na ja — er schrieb so ungefähr... „ßieber Neffe" zitierte Gottfried, „du hast dich imar nicht ausgezeichnet, weder letzchin noch überhaupt in deinem Leben..." Er unterbrach sich wie- !,er. „Er verbreitete sich des längeren über meine Seistesgaben und über die wirtschaftlichen Fähigsten meiner Mutter. Ich habe mich sehr bemüht, frie Formulierung zu vergessen. Schenken Sie es nir, den Kohl aufzuwärmen. — Und zum Schluß Vird er milder und schreibt, daß er mir ohne Prä- üdiz sofort tausend Mark schickt. Und ich solle es nir gut gehen lassen. Unterschrift: dein auftichttger Onkel Otto!" „Wofür Huben Sie die tausend Mark bekommen? Mr die Ablieferung des Del Sarto?" fragte gleichmütig der Mann mit den Hellen Augen. Gottfried sah ihn an. „Den habe ich nicht ab- lefern können, weil ihn ein andrer gekauft hat", agte er endlich. „Weshalb waren Sie vorige Woche in Herrn Aases Geschäft?" „Weil ich mich nach meinem Onkel erkundigen sollte!" । Eine Weile schwiegen die vier Herren. Die jungen Männer waren deutlich bestürzt, die älteren sehr uhig und gelassen. „Sie wissen bestimmt, daß Ihr Herr Onkel Ihnen in diesem Briefe vom 7. Juni lausend Mark schickte?" fragte wieder Rühle. Gottfried nickte. „Ja, das kann ich beschwören! Suchen Sie nur nach, Sie müssen ihn finden..." Und wieder wurde er sehr rot. „Wir haben uns bereits-erlaubt, in Ihrer Wohnung nachzusehen", sagte die freundliche Stimme des Kriminalisten. „Wir haben die Brieffetzen gesammelt... Hier!" Er zog ein Blatt Papier aus der Aktenlasche^auf dem Brieffragmente vorsichtig zusammengesetzt und aufgeklebt waren, und hielt es Gottfried hin. „Zerreißen hat keinen Sinn, es ist photographiert worden", warnte er. Gottfried überflog die Zeilen. Der Anfang stimmte — aber bann! Dann standen folgende Zeilen: „Es hat keinen Sinn, daß Du mich ober meinen Bevollmächtigten weiter behelligst. Ich habe keine Angst vor Deinen Drohungen, Du frecher, junger Lafte. Und ich denke nicht daran, Dir heute oder später auch nur einen einzigen Pfennig Almosen zu geben! (Ein gesunder junger Mann kann arbeiten und sich sein Leben verdienen. Dein aufrichtiger Onkel Otto." t Da schwankte der junge Mann und mußte sich fest an die Ecke des Schreibtisches anklammern, um nicht zu fallen. Er war plötzlich totenbleich geworden. Hans sprang erschrocken zu ihm, um ihn zu stützen. Was stand in diesem Bries, daß Gottfried so verzweifelt war? „Ich verhafte Sie. Sie sind verdächtigt, Mr. Ernest Rutby am Abend des 4. Juni eine Zeichnung im Werte von elfhundert Pfund geraubt zu haben', murmelte der Kriminalist so schnell, daß Hans ihn nicht verstand. Gottfried hatte gar nicht hingehört. Eines hatten beide erfaßt: Gottfried war verhaftet und eines Verbrechens beschuldigt. • „Tausend Mark sind die Höchstgrenze, die ein Hehler für einen Del Sarto zahlt, meint der Herr Kollege", sagte Rühle befriedigt und wies auf den fremden Kriminalisten. „Und wir werden sowohl den Hehler als auch die Zeichnung finden!" Rühle war sehr zufrieden, wenn er auch nicht ganz sicher war, ob seine schöne Prophezeiung in absehbarer Zeit wahr werden würde. Sie hatten den Del Sarto schon gesucht. Und die „Polizei in England suchte desgleichen. Beide vorläufig ohne Erfolg. Na ja — aber aus diesem schlampigen Amateurräuber mußten sie bei geschickter Behandlung bald ein umfassendes Geständnis heraus- kriegen. Als Gottfried zwischen den beiden Kriminalbeamten durch die Halle ging, sahen ihn drei blasse Frauen entsetzt an. „Wenn wir irgend etwas für Sie tun können, Herr von Diiben, so verfügen Sie über uns", sagte Frau Voigt und reichte ihm die Hand. Irmgard Tur ach fing bitterlich zu meinen an. „Beherrsch dich!" zischte Hilde die Schwester an, — aber auch ihre Lippen zuckten verdächtig. 13. Nur die Augen dieses dicht bandagierten und völlig unbeweglichen Mannes, der in einem weißen Spitalbett lag, flackerten unruhig. Der „Schädel- bruch", wie er im Krankenhaus hieß — in sonstigen Leben der Bankdiener Johann Schmied — war den Kriminalisten eine Viertelstunde preisgegeben. „Wir werden Sie nur das Wichtigste fragen", beruhigte Ruhle. „Und in fünfzehn Tlinuten sind sie uns los. Dann kommt der Herr Doktor und setzt uns an die Luft." Ein mühsames Lächeln antwortet ihm. „Wann haben Sie Ihren Dienst angetreten?" fragte Ruhle. „Ich bin seit zwölf Jahren als Nachtwächter und Diener bei der Union — und hab' nie einen Anstand gehabt!" sagte stolz Johann Schmied. Das Sprechen strengte ihn an, aber das mußte er sagen. Ruhle unterdrückte einen Seufzer. Heber feine unbescholtene Vergangenheit brauchte ihm der Bandagierte nichts zu erzählen: die kannte die Polizei bereits besser als er selbst. „An dem Abend, an dem Sie überfallen wurden, meine ich." „Um elf Uhr dreißig. Auf die Minute!" „Was haben Sie dann getan?" „Alarmuhr gestochen. Wenn die nicht pünktlich bedient wird, alle halbe Stunde, klingelt's beim Herrn Direktor und bei der Schließgesellschaft..." „Und bann?" „Dann habe ich mich in die Loge gesetzt, habe mir Kaffee aufgewärmt und Zeitung gelesen." „Wie lange?" „Bis Mitternacht. Dann habe ich wieder gestochen." „Wo haben ©ie die Schlüssel $ur Alarmuhr liegen?" Schmied schaute verwundert drein. „Dor mir auf dem Tisch natürlich. Ich werd' sie doch nicht alle halbe Stunde einsperren." Ruhle unterdrückte heldenhaft, was er über den Wert solcher Alarmvorrichtungen dachte. Fünfzehn Minuten vergehen viel zu rasch, um theoretische Betrachtungen anzustellen. „Und dann?" „Dann habe ich mich wieder hingesetzt und den Kaffee ausgetrunken, er 'war schon eiskalt." Das schien ihn gekränkt zu haben, denn die blassen Lippen schoben sich mißbilligend vor. „Wetter!" sagte Ruhle. „Dann spürte ich, wie mir von hinten ein Stein auf den Schädel siel. Es hat nicht einmal sehr weh getan. ,Das Haus stürzt. ein‘, habe ich gedacht. Dann war alles schwarz, und ich habe nichts mehr gespürt..." Der Verletzte dachte angestrengt nach. „Ich habe wirklich nichts mehr gespürt, bis ich hier im Spital wach wurde. Nur habe ich in der Zwischenzeit einmal gemerkt, daß ich ersticke. Ich habe geglaubt, daß ich unter den Haustrümmern keine Luft bekomme... Aber eigentlich habe ich doch nichts gespürt." „Da hat Ihnen jemand vorsichtshalber einen chloro- formgeträntten Lappen unter die Nase gehalten", berichtigte Ruhle. „Und manchmal war mir falt", fuhr Schmied nachdenklich fort, „aber so richtig gespürt habe ich doch nichts." „Wenn man in Unterhosen stundenlang auf einem kalten Steinboden liegt, ist das nicht verwunderlich", knurrte Ruhle. Laut sagte er: „Sie haben also niemanden gesehen?" „Nein, besttmmt nicht... Wozu auch, wenn das Haus einstürzt?" meinte Schmied. „Und das Ko« mische ist, daß die Schwester hier sagt, die Union- Bank steht an ihrem alten Platz ..." Seine Stimme wurde schwächer. Der Mann hatte noch nicht erfahren, was vargefallen war. „Wir plagen Sie nicht mehr lange, Herr Schmied", beruhigte Ruhle. „Aber, bitte, denken Sie jetzt gut nach, haben Sie am Tag vor dem Unfall, oder auf dem Weg in den Dienst mit irgendeinem Fremden gesprochen? Ift Ihnen irgend etwas auf- gefallen, was nicht zur Norm gehört?" „Norm? Ich weiß ja gar nicht, wer zur Norm gehört", verwunderte sich der Nachtwächter. „Ich bin Mitglied des Skatklubs ,Einig keif." Ruhle lächelte verzeihend. ,Lst Ihnen etwas Besonderes aufgefallen, Herr Schmied? Das meinte ich." „Nein; denn wenn einem ein Herr nach dem Weg zum Bahnhof fragt, ist das nichts Besonderes." „Wie hat der Herr ausgesehen? Haben Sie ihn schon früher einmal in Neukirchen gesehen?" „Na — er war eben ein Mensch wie tausend andere. Und gesehen hab' ich ihn vorher nicht, möchte ich annehmen." Da sich Schmied nicht durch besondere Geistes- schärfe auszeichnet, ist ihm bestimmt nicht eingefallen, daß der letzte Zug knapp vor elf Uhr Neukirchen durchfährt, dachte Ruhle. Weiter bohren! riet seine Erfahrung. Vielleicht ist aus diesem benebelten Hirn doch noch ein Anhaltspunkt herauszuholen! Da stand ein Arzt neben ihm und winkte liebevoll, aber besttmmt. Die Zeit war um. „Wenn Sie mir noch ein paar Minuten gegönnt hätten, wäre ihm vielleicht ein Licht aufgegangen", sagte er vorwurfsvoll zu dem Arzt. „Kränken Sie sich nicht, Herr Kollege", sagte der andere Kriminalist. „Es wäre ihm nichts eingefallen. Der Mann ift von hinten mit einem stumpfen Gegenstand, wie es in unseren Protokollen sv schön heißt, niedergeschlagen worden. Ich tippe auf einen Gummi schlauch mit Blei kern. Oder einen regelrechten Gummiknüppel. Der hat nichts gesehen und nichts gehört. Ich würde mich auch wundern, wenn der Herr, der nach dem Weg fragte, mit der Sache zu tun hätte. „Sie wissen nicht, daß wir dank dem Bankier Voigt schon zweimal mit diesem durchschnittlich ausseh enden Herrn befaßt wurden, ohne ihn zu erwischen", knurrte Ruhle. Und er erzählte die Geschichte der bedrohlichen Abenteuer, die einen angesehenen Bürger ihrer Stadt betroffen hatten. Der Sachverständige aus Berlin hörte nachdenklich M. „Komische Idee, einen Bankier in der Stahlkammer ersticken zu lassen, wenn man sie berauben! will", meinte er endlich. „Und der Autohalunkd kann doch nicht ernstlich gemeint haben, daß ein Bankier seine Schlüssel zur Stahlkammer samt einem Zettelchen, auf dem die Kombination aufge« schrieben steht, mit sich spazierenfährt." Seit vielen, vielen Jahren hatte Doktor Wafer — so hieß der Sachverständige — sich ausschließlich mit Kassenschränken und Geldschrankknackern befaßt. Es ift verständlich, daß er die Wett nur aus diesem Gesichtswinkel sah. (Fortsetzung folgt.) Aus -er engeren Heimat SJl.-tfpott Mr-Ägend-Aegatta aus der Lahn ten nes mit des frei epicl schlug dann die Bannauswahl des Ban- 88 die Mannschaft des Bannes 98 und war so- in der Vorschlußrunde spielfrei. Die Mannschaft Bannes 115 (Darmstadt) war in der Borrunde und warf in der Zwischenrunde den Bann 118 c. Flensungen, 15. Juni. Die hiesige NS. - Frauenschaft hielt am Sonntagabend im Saale des Gastwirts Rudolf Reitz ihren Pflichtabend ab. Die Zellen Flensungen und Merlau waren erschienen, um den Dortrag der zur Zeit hier weilenden Frau Anna Wiesinger aus Znaim über die zwanzig- (Aufnahme: Sommer, Watzenborn-Steinberg.) auf den Schlachtfeldern des großen Völkerringens. Der alte Herr diente bei dem Infanterie-Regiment 116 und ist Altveteran von 1866 und 1870/71. Vier Jahre lang gehörte er dem Regiment als Musiker an. Als alter Soldat steht er auch in den Reihen des NS.-Reichskriegerbundes und verfolgt unser großes Zeitgeschehen noch mit lebhaftem Anteil. Herr Schäfer erfreut sich noch guter geistiger und körperlicher Frische, so daß man ihm fast täglich auf seinen ausgedehnten Spaziergängen begegnen kann. Eine gute Zigarre raucht er noch ebenso gern, wie er sein Heimatblatt, den Gießener Anzeiger, liest, den er schon Jahrzehnte lang bezieht. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. Abschluß des Laubacher Ausschußfestes * Laubach, 16. Juni. Der Hauptfesttag des 3 9 9. L a u b a ch e r A u s s ch u ß - F e st e s brachte in den Abendstunden das Ständchen und die Ehrung für den Hammelschützen, den Bäckermeister Pitz. Feierlich wurde ihm der Hammel überreicht. Metzgermeister Desch erhielt die Hammelsgabe. Mit Musik zog man dann zum Schloßhof, wo Graf Solms-Laubach dem siegreichen Schützen die Hammelschützen-Denkmünze überreichte. Dann marschierte der Zug zur Wohnung des Ausschußhauptmanns, wo durch den vorsährigen Hauptmann dem Hauptmann des diesjährigen Festes Dank für Miihe und Aufwand gesagt wurde. Hauptmann Rühl dankte seinen Mitarbeitern. Der restliche Teil des Abends verging mit Volksbelustigungen und Tanz auf dem Festplatz. Der dritte Ausschußtag brachte den Schweine- und Krämermarkt. Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 106 Ferkeln zu verzeichnen. Die Preise betrugen — entsprechend dem Alter der Tiere — 30 bis 40 Mark. Es verblieb ein kleiner Hinter dem Gleiberg versteckt sich die Sonne und schickt die letzten Strahlen über das Wasser. Da ist die Zeit, in der die Jungen von der HI. geradewegs an die Lahn radeln. Das Trikot wird über- gestreift, die langen Ruder geschultert, und dann geht es im Gänsemarsch an das Wasser und in den schnittigen Achter. Das Kommando des kleinen Steuermann ertönt. Sauber und gleichmäßig greifen die Blätter ins Wasser und treiben das Boot vorwärts. Jede Minute ist jetzt für das Training kostbar, denn die HJ- Regatta steht vor der Tür und der Ehrgeiz ist groß. Die Hitlerjungen des Ruderklubs „Hassia" wollen die Kameraden von der Rudergesellschast 1877 schlagen und umgekehrt. Eine unangenehme Sache, daß eine von diesen beiden Mannschaften mm verlieren soll! Es sind Jungen jeden Alters, größere und klei- Frauenschaftsleiterin Münch behandelte anschließend noch Geschäftliches und gab ihrer Freude Ausdruck über die Anwesenheit der beiden Gäste, denen sie für ihre Darlegungen dankte. Ortsgruppenleiter Münch gedachte noch der Volksgenossen in der Ostmark sowie im Sudetenland. Bereichert wurde der Abend noch durch Gesangsvorträge und Musikstücke der BDM.^Mädel Hildgard Reitz und Ernestine Schumann. herzlich Glück zu seinem Geburtstag. <$ Holzheim, 16. Juni. Am heutigen Freitag, 16. Juni, kann die Witwe Katharina Jung, geb. das war das Mittelmeer. Den Glanz Aegyptens, Griechenlands und Roms hat es aufsteigen und vergehen sehen, und an seinen Ufern künden nur noch stolze Bauwerke von vergangener Größe. Und heute ist es wiederum Mittelpunkt des politischen Geschehens. Gerhard Venzmer versteht es, in dev Form einer Reise, von Venedig ausgehend übev Dalmatien, Griechenland und Konstantinopel, Syrien und Aegypten, Nordafrika und Sizilien, ge* chichtliche Vergangenheit hervorzuzaübern und mo« >erne politische Probleme eindringlich zu gestalten. Viele Aufnahmen machen das Bild, das er von den Ländern und seinen Menschen gibt, lebendig. — Zygmunt Nowakowski: I ch und meine B r ü d e r. Geschichte einer Kindheit. Broschiert 3,60 RM., Ganzleinen 4,80 RM. Propyläen- Verlag, Berlin. — (71) — Nowakowski ist der beliebteste Feuilletonist Polens. In seinem Buch, das um die Jahrhundertwende im damals österreichischen Krakau spielt, schildert er seine Jugenderinnerung bis etwa zum 10. Lebensjahr. Dies geschieht mit einer echten ^Kenntnis der Knabenpsyche, wie sie nur der große Kinderfreund und Erzieher hat. Alle Erlebnisse — Lustiges und Ernstes — erscheinen so, wie sie sich der Perspektive des Knaben dasstellen. Darin liegt der besondere Reiz des Buches. Ein gütiger Humor liegt über diesen lustigen Streichen und Knabengeschichten und den wehmütigen Erlebnissen. — Auguste Supper: „D a s Mädchen Peter und der Fremde. Volksausgabe. In Seinen geb. 2,85 RM. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. — (102) — Peter ist und bleibt eine richtige Evastochter, und es kommt binnen dreier heiterer Frühlingstage trotz der Hosen zu einem herzerfrischenden happy end. Herzerfrischend ist das ganze Buch. Ein Roman für besinnliche Stunden, und doch so kurzweilig. Dazu ein wenig Romantck und viel fröhliche Weisheit, die aus der Gestalt des lebensklugen Großvaters spricht. So wird das Buch Alten und Jungen viel Freude machen. — Prof. August Bier: Die Seele. Zweite Auflage. 172 Seiten. Geh. NM. 5,80, Lwd. RM.7. I. F. Lehmann Verlag, München, Berlin 1939. — (147) — Der weltberühmte Forscher und Arzt hat sich nach einer 40jährigen erfolgreichen Tätigkeit in die Stille zurückgezogen, um sich biologischen Studien zu widmen. Die Frucht dieser Muße ist das vorliegende Buch. Seine persönliche Eigenart erhält das Buch vor allem durch die tiefe Naturliebe des Verfassers. Auch in der Geschichte der Philosophie und der Medizin hat er mit heißem Bemühen 9*’ sucht, um Antwort auf die Rätsel des Lebens .zu finden. Führer sind ihm vor allem die beiden großen Denker der Antike: Heraklit und Hippokrates. Jedem Arzt, der sich ernstlich mit den Lebensfragen beschäftigt, und der feine Berufsarbeit in den großen Zusammenhang des geiftigen Lebens stellen will, wird das Buch ein Führer zur vertieften Erkenntnis der Natur und der eigenen Aufgaben । werden. hören. Ferner sprach noch der hier in Ferien weilende Blockleiter Otto Gretsch aus Salzburg. Die (Worms) aus dem Rennen; in der Vorschlußrunde gewann die Mannschaft gegen 81/186 mit 12:4. Der Sieger aus diesem sonntäglichen Spiel nimmt als Vertreter des Gebietes 13 an den weiteren Spielen zur Deutschen Jugendmeisterschaft teil, die in Chemnitz ausgetragen werden. Oie Mannschaften fürdaS^ußball-Meisterschasts-Endspiel Das Rätselraten um die Aufstellung der Mannschaft von Admira Wien für das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft am kommenden Sonntag im Berliner Olympischen Stadion gegen Erste Zusagen für Garmisch. Bereits gelegentlich des Kongresses des Internationalen Olympischen Komitees in London sind Deutschland Zusagen für die 5. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen vom 3. bis zum 11. Februar 1940 gemacht worden. An europäiscl>en Nationen beteiligen sich bisher Italien, England, Ungarn und Bulgarien. Von außereuropäischen Ländern haben bis jetzt USA. und Kanada ihre Teilnahme zugesagt. Um die Gebietsmeisterschast der HZ. im Handball. Endspiel in Friedberg: Bann 88 — Bann 115. Das Spiel um den Gebietssieger der Handball- Jugendmeisterschaft innerhalb des Gebietes 13 wird am kommenden Sonntag in dem Bereich des Bannes 116 ausgetragen. Dieser Endkampf, an dem die Mannschaften der Banne 88 (Wetzlar) und 115 lDarmstadt) beteiligt sind, steigt in Friedberg. — Die Mannschaft unseres Bannes mußte schon in der Vorrunde gegen den Bann 88 ausscheiden; im zwei- nere, kräftigere und schlankere da. Sonne, Licht und Wasser glänzen aus ihren Gesichtern. Wenn sie im Boot sitzen, dann wird es ernst, bann heißt es arbeiten und aufpassen. Dann sehen sie nicht mehr, wie die kleinen Uferhäuschen sich so schön im Wasser spiegeln; die Leute, die in den Gärten kurz von ihrer Arbeit aufschauen und ihnen nachsehen, insMessieren sie nicht, sie denken nur an die Ruderei und ans Gewinnen. Die Menschen am Ufer kennen schon „ihre" Mannschaften, tippen schon auf den Sieg der einen oder anderen. Mancher von ihnen denkt vielleicht ein paar Jährchen zurück. Wenn man doch dabei sein könnte! Ihr alle könnt dabei fein! Beweist am kommenden Sonntagnachmittag beim Rennen euer Interesse und eure Dankbarkeit den Jungen gegenüber durch euer Erscheinen. Sie werden es euch durch einen rassigen und spannenden Kampf danken! Unfälle auf dem Lande. Das zweijährige Kind des Schuhmachermeisters Sommer in Watzenborn-Steinberg erlitt durch Ausgleiten einen Bruch des rechten Unterschenkels. — Bei einem unglücklichen Sturz von einem Stuhl erlitt das dreijährige Söhnchen Roland des Schlossers Bier in Lollar ebenfalls einen Unterschenkelbruch. — Der Elektrotechniker August Volk in Großen-Linden zog sich beim Auseinandernehmen einer Maschine eine schwere Verletzung der linken Hand zu. — Der 76jährige Landwirt ' Heinrich Weisel in M u s ch e n h e i m wurde bei der Arbeit von einem Rind zu Boden geworfen und erlitt dabei eine erhebliche Kniegelenkverletzung. — Beim Ankurbeln einer Maschine zog sich der Arbeiter Friedrich Schmidt in Hochelheim durch Zurückschlagen einer Stange erhebliche innere Brustverletzungen zu. — Der 14jährige Lehrling Heinz Pfeiffer in Launsbach erlitt beim Sturz von einem Fahrrad einen Bruch des 90 Jahre alt * Watzenborn-Steinberg, 16. Juni. Am kommenden Sonntag, 18. Juni, feiert Herr Johannes Schäfer seinen 9 0. Geburtstag un Kreise von 3 Kindern, 17 Enkeln und 3 Urenkeln. Zwei seiner Töchter sind gestorben, zwei Söhne blieben herzlich zum Geburtstag. Z Lich, 16. Juni. Der hiesige Frauenchor unter Leitung von Frl. Jäger, die das kulturelle Schaffen in unserer Stadt schon durch manche Darbietungen bereicherte, trat am gestrigen Donnerstagabend im Lichtspielhaus wieder einmal an die Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Blumen in der Musik" stand der volkstümliche Liederabend, ^amtliche Lieder des Chors oder dessen Solistinnen, Frau Wagner, Frau Volz, Geschwister Junker, handelten von den Blumen des Frühlings, des Sommers und des Herbstes. Besondere Erwähnung dürfte das bekannte ^chumannsche Chorwerk „Der Rose Pilgerfahrt" verdienen, von dem die bekanntesten Stellen vom Vortrag gelangten. Nicht gesungene Stellen wurden von Herrn Fischer eindrucksvoll vorgetragen. Klaviervorträge von Frl. Freitag (Gießen), Frl. Lizius, Frl. Röhm und Frl.'Zimmer sorgten für reichhaltige Abwechslung. Es war ein genußreicher Abend, der vor allem im Zeichen der großen Komponisten Brahms, Schubert, Schumann, Grieg und Tschaikowsky stand und immer wieder reichen Beifall hervorrief. Kreis Bübingen. § Schotten, 15.Juni. In einer Parteiver- s a m m l u n g hielt Ortsfchulungswalter Heil einen Vortrag über Englands Einkreisungspolitik. Studienrat' Dr. Flohr hatte in Hamburg die Rückkehr der Legion Condor miterlebt und zeigte in einem interessanten Lichtbildervortrag schöne Ausnahmen aus der Welthafenstadt und dem Empfang der Legion. — Der Turn- und Gesangverein hielt gestern seine gut besuchte Jahreshauptversammlung 'ab. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Gr'andhomme wurde der Bericht über die Tätigkeit der Turn- und Gesangsabteilung erstattet, der von regem Leben innerhalb des Vereins zeugte. Die Jahresrechnung wurde oorgetragen, die günstig ab- schloß. Der Turnverein betreibt die Wirtschaft in der Halle in eigner Regie. Vorn 22. bis 24. Juli findet in Schotten das große Kreisturnfest statt, dessen nähere Ausgestaltung besprochen wurde. Die Ausschüsse sind gebildet und befinden sich an der Arbeit. Kreis Alsfeld. Schalke 04 ist beendet. Der rechte Läufer Urbanek, den der Neichsfachamtsleiter begnadigte, kann also mitspielen. Als Ersatz für Platzer kommt nur, wie das Training ergab, Buchberger in Frage, der allerdings drei Monate nicht mehr gespielt hat, da er bei den Soldaten weilt. Den Platz von Schall in der Verteidigung nimmt der Allroundspieler Han- reitcr ein, dessen Schnelligkeit und sicheres Spielver- ständnis die ruhige Kampfesweise von Marischka wirkungsvoll ergänzen dürsten. Die Admira tritt also gegen die Knappen mit folgender Mannschaft an: Tor: Buchberger;Derteidigung: Hanreiter, Marischka; Läuferreihe: Urbanek, Klacl, Mir- schitzka; Sturm: Vogl, Hahnemann, Steiber, Dur- spekt, Schilling. Schalke mit stärkster Elf. Mit Freude und Genugtuung konnte die Vereinsführung von S ch a l k e 0 4 feststellen, daß die Knappen die beiden schweren Kämpfe gegen den Dresdner SC. ohne Verletzungen überstanden haben. Der Altmeister kann also den Kampf gegen die Wiener mit stärkster Ausstelluna aufnehmen. Es spielen: T o r : > Klodt; Verteidigung: Bornemann, Schweisfurth; Läuferreihe: Gellesch, Tibulski, Berg; Sturm: Eppenhoff, Szepon, Kalwitzki, Ku- zorra, Urban. Ueber die Höhen des Schwarzwalds. Thierbach gewann die 13. Etappe der Deutschlandfahrt. Die ^rchwarzwald-Etappe von Singen über Furt- mangen, Schramberg, Freudenstadt und Altensteig nach dem 251,3 Kilonieter entfernten Stuttgart, wo die Dentschlandfährer ihren dritten Ruhetag auf der 5000-Kilometer-Fahrt verbringen, brachte wiederum keine entscheidende Wendung im Gesamtstand. Um- benhauer als Träger des gelben Trikots befindet sich offenbar in solch glänzender Verfassung, daß es seinen schärfsten Rivalen Scheller, Zimmermann und Oubron bisher nicht gelang, die Position des Nürnbergers zu erschüttern. Etappensieger der „Dreizehnten" wurde der Dresdner Oskar 'Thierbach Ohly, in geistiger und körperlicher Frischs ihren 7 5. Geburtstag feiern. Die bocf)betagte rau ist noch sehr rüstig und bemüht sich noch täglich m ihrem Kolonialwarengeschäft um die Kundschaft. Zum diesjährigen Muttertag erfuhr sie die tfreuöe der Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der deutschen Mutter. Seit langer Zeit ist die Jubilarin Bezieherin des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen sie durch einen klugen Alleinvorstoß in dem Stuttgarter Vorort Vaihingen, 5 Kilometer vor dem Ziel. Er fuhr noch über eine halbe Minute Vorsprung herauf und brachte sich damit auch in den Besitz einer Son? derprämie. Handball-Pokalkämpfe im NSNL., Kreis Gießen. Es ist bekannt, daß alle Neuerungen ihre Anfangsschwierigkeiten haben. So war es auch bei den erstmals durchgeführten Pokalspielen des Fachamtes Handball. Es gab manches, was den reibungslosen Ablauf hinderte und wodurch sich die ursprünglich vorgesehene Abwicklung verzögerte. Immerhin gelang es aber doch, den Anschluß zu behalten und die Spiele zu fördern, so daß am 25. d. M. die Vorschlußrunde gestartet werden kann. Am Mittwoch dieser Woche standen sich in der zweiten Zwischenrunde die Mannschaften von W e tz- lar - Niedergirmes und Garbenheim gegenüber. Trotzdem die Platzbesitzer in stärkster Aufstellung antraten, gelang es Garbenheim einen sicheren 13:7-(8:4-)Sieg zu erringen und sich damit für die Vorschlußrunde zu qualifizieren. Das Spiel war zeitweilig sehr hart, litt allerdings auch unter den außerordentlich schlechten Platzverhältnissen (hohes Gras). Am kommenden Sonntag stehen sich in Heuchel-- heim ebenfalls im Rahmen der 2. Zwischenrunde To. Heuchelheim und Tv. Lützellindett gegenüber. Die Gäste müssen mit mehrfachem Ersatz antreten und dürften unter diesen Umständen einen sehr schweren Stand haben. Es ist keineswegs zu jagen, ob sie gewinnen. Sie werden allerdings alle$ daransetzen, um zusammen mit Garbenheim den Vorschlußrundenkampf bestreiten zu können. Zum Freundschaftsspiel treffen sich Münchholz? hausen und Garbenheim. Die Gäste können ihrs komplette Einheit nicht zur Verfügung stellen, weil allein 4 Spieler in der Bannmannschaft stehen. Immerhin sollte es Dank des zur Verfügung stehenden Ersatzes gelingen, ein ehrenvolles Ergebnis zu er? erzielen. Vor dem Spiel der Aktiven stehen sich diü beiberfeitigen Jugendmannschaften gegenüber. Ueberftanb. Der Nachmittag brachte einen Kinde r f e st - zug, der ein freundliches Bild bot. An der Spitze wurde, ganz wie bei den Alten, ein Junghammel mitgeführt. Den Abschluß des Zuges bilbeten die Knaben, die mit Luftgewehren um den Hammel schießen sollten. Siegreicher Schütze war Georg Rühl, den zweiten Preis, einen Hasen, errang Heinz Poth. Während die Knaben schossen, würben auf der „Hülle" allerlei Kinderspiele veranstaltet, an denen sich die Jugend mit Begeisterung beteiligte. Tanz und Volksbelustigungen beschlossen den letzten Tag des überaus harmonisch verlaufenen 399. Ausschusses. Schulen sammeln Heilpflanzen. = Butzbach, 16. Juni. Eine gestern hier statt- gefunbene Tagung bes NS.-Lehrerbunbes befaßte sich mit dem Thema „Schule und Heilpflanzensammlung". Es sprachen dazu Kreisschulrat K 81 h (Frieb- berg), Gausachbearbeiter der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde unb Heilpflanzensammlung), Apotheker Ripperger (Höchst am Main) unb Kreissachbearbeiter der RfH. unb Kreisbeauftragter für Naturschutz Lehrer Ohwald (Bad-Nauheim). Die Erzieherschaft zeigt allenthalben ihre Einsatzbereitschaft im Dienste der wirtschafts- unb gesundheitspolitisch so wichtigen Aufgabe der Heilpflanzenbeschaffung. Zahlreiche Schulen des Kreises Friedberg haben die Arbeit bereits aufgenommen. Zur Zeit werben vorwiegend Kamillen „geerntet", die in diesem Jahre, sehr zum Leidwesen des Bauern, in der Wctterau verhältnismäßig zahlreich auftreten. Oie Elektrizitäts-Leitung berührt. Noch gut abgegangen. △ Schotten, 15. Juni. In einem hiesigen Gasthaus kam eine Angestellte im Keller mit der elektrischen Leitung in Berührung, so daß sie an der Leitung hängen blieb. Sie rief um Hilfe. Der herbeieilende Besitzer st e 111 c sofort bie Leitung ab und befreite das Mädchen, das schon besinnungslos war. Sofort wurden Wiederbelebungsversuche angestellt, die erfreulicherweise zum Erfolg führten. Der Vorfall mag zur Warnung und Belehrung, wie in derartigen Fällen zu verfahren ist, dienen. Büchertisch. — Max Reisch: Transasien. 23 000 Kilo^ rneter mit 32 PS von Palästina bis China. 200 Seiten mit 90 Rolleiflex^Ausnahmen (auf Agfq photographiert) und 7 Karten. Geheftet 6,80 Mark, in Seinen gebunden 7,50 Mark. Verlag F. A. Brock- Haus, Leipzig. — (127) — Zwei junge Wiener sind mit erstaunlichem Optimismus auf eine Kraftwagen- reife gegangen, bie über 18 Monate dauern unb ihnen bie stärksten Hinberniffe in ben Weg legen ollte. Aber jugendlicher Mut unb wissenschaftlicher Forscherbrang, bazu deutsche Zähigkeit unb ein guter deutscher Motor blieben siegreich über Sand- unb Lavawüsten, über Schlamm, Morast unb bie stoische Ruhe der Asiaten. Die beiben jungen Leute querten mit ihrem kleinen Wagen von Palästina aus über Iran die afghanischen Berge und stießen dann über den Khaibar-Paß nach Indien und Burma vor, uni von dort durch die Schanstaaten, Siam und Tong- fing nach Südchina und weiter nach Schanghai zN „fahren". Die erste Durchquerung Hinterindiens unb Südchinas im Kraftwagen, hier waren noch keine Vorgänger, deren Spuren man folgen konnte. Alfü eine sportliche Erstleistung! Im Grunde genommen, )iente bas forsche Unternehmen Wirtschaftsgeographie chen Zielen, die in dem Buch bescheiden aber nur gestreift werden. Der Verfasser will nicht „seriös" wirken, sondern für Kraftfahrer und Abenteuerlustige einen frischen und frohen Bericht seines Unternehmens geben. Frank und frei plauscht er sich vom Herzen, was er gesehen hat. — Gerhard Venzmer: Das Meer der Geschichte. Eine Fahrt zu den Küsten des Mittelmeeres. Mit 24 Kunstdrucktafeln. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. In Seinen gebunden RM. 3,60. — (12) — Mittelpunkt der „Alten Welt", linken Oberarmes und eine Schulterverletzuna. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik in Gießen aufgenommen. Erhöhung der Erzeugerpreise für Eier. Durch Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft sind die Erzeuaerpreise für Eier nach Sommer- und Winterpreis festgelegt worden. Für Hessen-Nassau gilt danach als Sommerpreis bis zum 15. November der Preis von 1,56 RM. je Kilogramm ab Hof des Erzeugers, die Großverteiler- uerlaufspreife find dementsprechend um 2 Rps. je Stück erhöht worden. Die dadurch eintretende Erhöhung der Preise für den Verbraucher macht 1% Rps. je Stück aus. Die Preise dürfen weder unterboten, noch überschritten werden. Schweinemarkk in Butzbach. * Butzbach, 15. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 231 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 25 bis 29 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 35 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 35 bis 40 Mark, ältere Tiere 43 Mark pro Stück. Der Handel verlief flott, es wurde ausverkauft. Landkreis Gietzen. = Steinbach, 15. Juni. Heute wurde hier eine Suchaktion gegen den Kartoffelkäfer durchgeführt. Es war ortsüblich durch die Ortsschelle bekanntgegeben, daß jeder Haushalt einen Erwachsenen zum Suchen zu stellen habe. Um 7 Uhr wurde zum Suchen aufgebrochen. Glücklicherweise verlies die Aktion r e s u l t a t l o s. — Da im Dorfe selbst kein Fall von Maul- und Klauenseuche fest- gestellt wurde und die Schafherde außerhalb interniert ist, dürfen die Dorfbewohner wieder ihre Kühe zum Fahren benutzen, was der Heuernte, die schon weit fortgeschritten ist, sehr zustatten kam. 5 Steinbach, 16. Juni. Schreinermeister Ernst Philipp Nicolaus kann am morgigen 17. Juni seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich einer guten Gesundheit, kann noch die Sandwirtschaft besorgen und hilft im Geschäft seines Sohnes und Nachfolgers im Schreinerhandwerk. Herr Nicolaus erfreut sich als aufrichtiger deutscher Mann der Achtung und Siebe feiner Mitbürger; viele Jahre war er Beigeordneter und vorher Mitglied des Gemeinderates. Er stammt, wie alle Nicolaus in Steinbach, van jenem ersten Daniel Nicol ab, der um die Wende des 18. Jahrhunderts als Jäger auf dem Schiffenberg bei dem Teutsch-Ritter- ordensmeister auftaucht und dann als herrschaftlicher Förster in Steinbach wohnte. Eine stattliche Anzahl von „Fernen Waldförstern" sind dieser yrau Zinna imiqinger aus ^nuim uuei uiv Familie entsprossen; auch die Nicolaus in Gießen > jährige Unterdrückung durch die Tschechen^ mit anzu- stammen von jenem Daniel Nicol ab. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch! 8. Sang-Gons, 16. Juni. Am 18. Juni kann unser Mitbürger Konrad Johannes B r ü ck e l, Schmittgrabenstraße, in großer körperlicher und geistiger Frische seinen 8 2. Geburtstag feiern. Der alte Herr ist noch so rüstig, daß er alle Arbeiten in der Sandwirtschaft ausführen kann. Wir wünschen * <