Ur.64 Lrsies Blaff 189. Jahrgang Donnerstag, lb. März 1939 Das historische Dokument der letzten Monate mit erschreckender Deutlichkeit, Prag, 15. März. (DNB.) Von Melnik aus geht es gerade nach Silben. Wir Heute am frühen Nachmittag traf der Führer, Ehebrüche ^1- beut- ' ™ ' ' . . v ~ 1 ' mpn ’Jsnftpn npfimoH llt Wtohor nnHiarf Kor Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis8'/,Uhrdes Vormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Text- anzeigen von 70mm Breits 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Vereinbg 25°/„ mehr. Lrmahigte Grundpreise: Stellen:, Derems», gemein» nühige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Npf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B auch der Führer! Wo ihre Kolonnen oorgehen, da fährt auch die Kolonne des Führers. und der Sturm nimmt zu. Fahl liegt bas weite Land, das im Sommer voll wogender Kornfelder bedeckt ist. Nichts ist von Prag zu sehen. Der Schneesturm scheint es verschlungen zu haben. Dann plötzlich taucht im grellen Licht der Scheinwerfer eine Tafel auf: „Praha, 15 k m". Und dann sinb auch schon bald die ersten Vorstadthäuser erreicht. Es werden mehr und mehr, sie schließen sich zu ganzen Straßenzügen zusammen, und dann tauchen . wir ein in die Helle der Stadt. Hoch droben über I ihr erhebt sich die gewaltige Silhouette der Bur g. Niemand noch ahnt in Prag, daß der Führer von Berlin kommend, im Sudetengau ein. Gegen 15 Uhr erreichte der Führer Böhmisch-Leipa. lieber das böhmische Land tobt seit 12 Stunden ununterbrochen ein schwerer Schnee st urm hinweg. Tief sind alle Straßen und Wege verschneit. Ueberall türmen sich hohe Schneeverwehungen, es ist eisig kalt, der Sturm treibt in wirbelnden Wol- blauen Lichter in die Straßen. Die Stadt ist ruhig. Ja, es scheint, als sei na chden verwirrten und auf- sich enthüllt. Historische Erinnerungen werden wach, wir denken an die Gestalt Kaiser Karls IV., der schon Posten gesichert ist. Wieder passiert der Führer lange motorisierte Kolonnen. Es wird dunkel Zu Urkund dessen Ist dieses Schriftstück in doppelr ter Ausfertigung unterzeichnet worden. Führerbüsten, oft nur eine schlichte Postkarte oder ein einfacher Druck, umrahmt von Hakenkreuzfahnen unb Blumen, ausgestellt. Nirgends ist es zu Zwischenfällen gekommen. Man sieht in den Straßen die Polizisten ihren Dienst versehen, sieht auch viele Soldaten unter der zuschauenden Menge. Alle Gaststätten und Kaffeehäuser sind überfüllt, und es gibt natürlich nur ein einziges Thema: die wiedergewonnene Freiheit. Oer italienische Gesandte in Prag beim Tieichsauhenminister. Prag, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop empfing am Mittwochabend in den Räumen der Prager Burg den italienischen Gesandten in Prag Franzoni. Oer Vormarsch der deutschen Truppen geht planmäßig vonstatten. daß der alte Haßgeist eines Huß und eines Benesch nach immer neuen Opfern seiner Gier verlangen muß, sobald er sich selbst überlassen bleibt. So blieb die ehemalige Tschecho-Slowakei ein Unruheherd nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Die Sicherheit des Deutschen Reiches verlangt aber nach ganz eindeutigen, klaren und ruhigen Verhältnissen, die gerade in diesem Raum eine unabdingbare Lebens- notwendigkeit für unser nationales Dasein darstellen. Es ist heute tausendfach bewiesen, daß die Tschechen von sich aus nicht imstande sind, diese geschicht- Der Führer und Reichskanzler hat heute In Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den tschechoslowakischen Staatspräsidenten Dr. Uacha und den tschechoslowakischen Außenminister Dr. Chwalkowsky auf deren Wunsch In Berlin empfangen. Bei der Zusammenkunft Ist die durch die Vorgänge der letzten Wochen auf dem bisherigen tschechoslowakischen Staatsgebiet entstandene ernste Lage in voller Offenheit einer Prüfung untenan worden. Auf beiden Selten ist übereinstimmend die Überzeugung zum Ausdruck gebracht worden, daß des Ziel allez Bemühungen die Sicherung von Ruhe, Ordnung und Frieden in diesem Telle Mitteleuropas sein müsse. Der tschecho-, slowakische Staatspräsident hat erklärt, daß er, um diesem Ziele zu dienen und um eine endgültige Befriedung zu erreichen, das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches legt. Der Führer hat diese Erklärung angenommen und seinem Entschlüsse Ausdruck gegeben, daß er das tschechische Volk unter den Schutz des Deutschen Reiches nehmen und ihm eine seiner Eigenart gemäße autonome Entwicklung seines völkischen Lebens gewährleisten wird. (Er|d)etm täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild ■ DieScholle Monatr-Vezugrpreir: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen postfchecklonto: Srantfurt am Main 11688 Bei Liboch ist die bisherige deutsch-tschechische Grenze erreicht Die Schlagbäume haben sich gehoben. Drei tschechische Zollbeamte stehen vor dem Zollhäuschen. In strammer Haltung grüßen sie den Führer. Weiter geht die Fahrt auf Melnik zu. Tiefschwarz fließt drunten die Elbe dahin, düster gegen das Weiß der Schneemassen kontrastierend. Immer wieder muß der Führer seine Fahrt auf der vereisten und verwehten Straße verlangsamen. Motorisierte Verbände, bespannte Ge- Böhmen und das Reich Vor dem Wilson-Bahnhof in Prag steht ein Denkmal des großen amerikanischen Phantasten, dessen Anregung der ehemalige tschecho-slowakische Mosaikstaat seine Entstehung zu verdanken hatte. Den Sockel des Denkmals zieren die Worte: „Die Welt muß reif werden für die Demokratie." Es gibt kein Monument, das den Besucher Prags eindeutiger den fundamentalen Irrtum beweisen könnte, den die Siegermächte von Versailles mit der Schaffung jenes Staatswesens begingen. Denn sobald der Besucher nur den Blick hebt und durch die Straßen der Moldaustadt einen kurzen Spaziergang unternimmt, wird er gewahr, daß die sogenannte „Demokratie" hier nur eine zivilisatorische Tünche ist, daß dagegen das steinerne Antlitz der Stadr einen altehrwürdigen, rein deutschen Charakter trägt. Er sieht jenseits des Flusses den Hradschin mit dem Veits- dom aufragen und erinnert sich, daß es deutsche Baumeister waren, die diese Wunderwerke errichteten, er geht über die berühmte, von Peter Parier gebaute Karlsbrücke, er bewundert die von dem gleichen Meister geschaffene Nepomukstatue, die zum Vorbild aller Brückenfiguren in ganz Böhmen wurde, er sieht dann von der Höhe der Burg aus unter sich die Unzahl der gotischen Kirchen, der barocken Paläste, der altersgrauen Brückentürme, der Theaterbauten, der stolzen Gilde- und Kaufmannshäuser und erinnert sich wiederum, daß dies alles von deutschenKünstlern unter deutschen Herrschern geschaffen wurde. Prag aber ist nur ein, wenn auch das sinnfälligste Beispiel für die Geschichte wie für die Bestimmung des gesamten böhmisch - mährischen Raumes. Wer jemals durch diese Länder gewandert ist, der mußte — auch ohne geschichtliche Kenntnisse — aus der reinen Anschauung heraus bemerken, daß alle Städte im böhmischen Kessel deutschen Ursprungs sind. Der mußte erkennen, daß die Tschechen nirgends eine eigene kulturschöpferische Leistung hervorgebracht haben. Der mußte dann schließlich auch feststellen, daß die in Versailles geborene tschechische Eigenstaatlichkeit ein verfehltes Experiment und ein h i st o r i s ch e r Widersinn war. Nur achtzehn Jahre hat dieses auf Willkür und brutaler Gewalt beruhende Staatswesen bestanden. Vor der Kraft und dem Lebenswillen der unterjochten Völker mußte es im Jahre 1938 zum ersten Male kapitulieren. Die Beschlüsse von München und Wien gaben dann den Tschechen noch einmal Gelegenheit, das Ideal der völkischen Autonomie in dem ihnen gebliebenen Reststaat zu verwirklichen. Die Chance blieb ungenutzt. Ja, es zeigte sich im Verlauf geregten Tagen der vergangenen Woche mit dem Verschwinden der Hetzer vom Schlage Benesch, nach dcm Ende des letzten Abenteurers auch in diese alte deutsche Stadt Prag wieder der Friede eingekehrt, als sei ein schwerer Alpdruck von ihr gewichen. Um 19.10 Uhr erreicht der Führer den Stadtkern, und kurz vor 20 Uhr fährt die Kolonne i n den großen Hof der Burg ein. Es ist ein' Augenblick geschichtlicher Größe, als sich die herrliche Silhouette des St. Veits-Domes aus dem Dunkel hebt sich die Schönheit seiner gotischen Fassade durch die dichtbesetzten Straßen. Alle Glocken der Stadt läuteten. Alles aber, was in Brünu deutsch empfindet, steht in den Straßen mit Blumen und Fähnchen in den Händen, heilrufend und jubelnd. Auch die Tschechen sehen dem imposanten militärischen Schauspiel interessiert zu. Vor allem der Freiheitsplatz im Mittelpunkt der Stadt war von einer dichten Menschenmenge besetzt, die nicht wich und wankte. Der Fahnenschmuck ist von Stunde zu Stunde dichter geworden. In den Hauptstraßen sind fast in allen Schaufenstern Führerbilder und Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühlsche Unlverfitatsdruckerei R. Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: §chulstratze 7 Mit dem Führer durch das böhmische Land nach Prag Bon dem an der Fahrt ieimehmenden Sonderberichterstatter des Deutschen Nachrichtenbüros. Und nun führt der Führer mit seiner Begleitung in die Burg ein, betritt die weite Flucht der Gemächer, steigt die Treppe empor, schaut vom Fenster seines Zimmers auf das Lichtermeer Prags hinunter. Es ist Punkt 20 Uhr, und auf dem Fahnenmast der Burg geht die Führerstandarte hoch, von der Burgwache eines Schützenregiments feierlich gehißt. Der Führer hat Prag und die Länder Böhmen und Mähren i n feinen Schutz genommen: Don dieser Stunde an hält er ihr Geschick in seinen Händen. Von draußen her tönt der volle Klang der Glocken vom St. Veits - Dom, den deutsche Baumeister schufen; sie schlagen laut über Böhmen und Mähren und das ganze Deutsche Reich hinweg, in der Stunde, da der Führer einzog auf der Burg in Prag. Oer Führer auf dem Hradschin. In den historischen Räumen der alten Kaiserburg, die sich hoch über dem Lichtermeer der alten deutschen Stadt an der Moldau erhebt, sind um den Führer zahlreiche führende Männer des Reiches versammelt. Man sieht die Generale und Offiziere der in Prag einrückenden Truppen, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, den Oberquartiermeister I im Generalstab des Heeres, Generalleutnant von Stülpnagel, die persönlichen und militärischen Adjutanten des Führers, den Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers, den Reichs- führer ff und Chef der deutschen Polizei mit seinen engsten Mitarbeitern, dem Obergruppenführer D a I u e g e und den Gruppenführern H e y d r i ch und Wolf, den Reichsminister des Auswärtigen mit seinem Stabe, Reichspressechef Dr. Dietrich mit seinem Stabsleiter, Hauptamtsleiter S ü n d ermann, Gauleiter Henlein, Reichsleiter Herrmann, Staatssekretär Dr. Stuckart u. a. m. fen den Schnee vor sich her. Die deutschen Truppen, die in diesem dichten Schneegestöber oorgehen, müssen fast Uebermenschliches leisten. Generalleutnant H ö p n e r erstattet dem Führer Bericht. Im Befehlswagen des Sonderzug. s findet eine kurze mili-' tärische Beratung statt. Der Führer entschei-' Trotz Ei- und Schn» und Sturm und ttef°-rw-ht-n ! ? k/n d°r S->tung-n. Strah-nbahnwog-n sind ub°r- Straßen! Wo deutsche Truppen marschieren, da ist L " , v .. . 1 * . . n QllPn mrpr IN mt> Sh-nnon Tbu ift rithtn Berlin, 15.März. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Vormarsch der deutschen Truppen, unter ihnen die Verbände der ff-versügungstruppe, ist froh starker Behinderung infolge weiter andauernder Schneefälle und Glatteis auf den Straßen planmäßig vor sich gegangen. Zwischenfälle haben sich bisher nicht ereignet Die in dem mährischen Raum von Schlesien und aus der Ostmark her vorgehenden Truppen haben um 16 Uhr d i e Verbindung untereinander hergestellt Auch in B öh- tnen haben die Truppen ihre Tagesziele erreicht Im Lause des Tages wurden Teile der Fliegertruppe trotz heftigen Schneetreibens erneut eingesetzt In Böhmen und Mähren rückten ferner weitere Flughasenkommandos ein, die die Flugplätze einschließlich der dort befindlichen Flugzeuge übernahmen. Zahlreiche Abteilungen der Flakartillerie nahmen an dem Einmarsch des Heeres leit Der Einmarsch in Prag. Prag, 15. März. (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Unaufhaltsam marschieren unsere Truppen vorwärts. Das Schneetreiben wächst sich immer mehr zu einem Schneefturm aus, der über die Felder und Straßen jagt und unerhörte Anforderungen an die Truppe stellt, besonders an die Krad- Fahrer und die Infanterie. Die junge Mannschaft, die noch kein halbes Jahr Soldat ist, hat ihre Bewährungsprobe zu bestehen. Mit einem frischen Soldatenlied auf den Lippen geht es durch Wind und Wetter vorwärts, unentwegt vorwärts nach Süden in Richtung Prag Wieder bewährt sich die deutsche Disziplin. — Es geht trotz der schlechten Straßen und der schlechten Sicht, die manchmal keine zehn Meter reicht, weiter. Keine Stockung tritt ein, überall vorbildliche Ruhe und Ordnung: so vollzieht sich der Durchzug durch die Ortschaften. Das Leben geht inzwischen feinen gewohnten Gang weiter. Die Eisenbahnen und Autobusse verkehren normal und sind gut besetzt. Fuhrwerke fahren ruhig durch die Straßen. Ein Viehhändler treibt seine Kuh zur Stadt. Die Läden sind geöffnet, der Wochenmarkt geht weiter. Ohne Scheu und Furcht, neugierig, jedoch nicht überrascht, sehen die Menschen den deutschen Soldaten frei ins Gesicht. Zwischen den Schneeschauern bricht ab und zu die Sonne durch. Doch der Wind jagt den Schnee weiter über die aufgeweichten Straßen, und der Schneematsch .wird immer tiefer. Aber es geht vorwärts und vorwärts, bis Prag »in Sicht kommt. In den Vorstädten drängen sich Die Menschen zu den Amnarschstraßen. Schon kommen' deutsche Mädchen mit Tannengrün und Blumen an die Stadtgrenze, die einmarschierenden Truppen zu grüßen. Alle Kinder der kleinen deutschen Schule in Prag sind mit dem Kindergarten Zusammen mit ihren Eltern vor dem Schulgebäude versammelt. Freudig wird jeder Soldat begrüßt. Inzwischen sind die motorisierten Kräfte in die Stadt eingerückt. Polizei »folgt. Dann kommt der Einmarsch der Infanterie. Die Prager Innenstadt rft 'überfüllt von Deutschen; die Schuljugend fteht vor den Schulen, ein großer Teil der Geschäfte ist geschlossen. Die Freude der Deutschen ist unbeschreiblich. Der Jubel, mit denen die deutschen Trup- i pen in Prag begrüßt wurden, war ungeheuer. Am Mittwochnachmittag zeigt Prag wieder das gewohnte Bild. In den Straßen ist ein verstärkter Verkehr zu bemerken. Sonst haben die Prager durchweg den Aufforderungen des Rundfunks, Ruhe zu »ernähren, Folge geleistet. Alle Weisungen der ^icherheitsorgane wurden disfzipliniert befolgt. Am Vormittag stattete der Kommandierende General .'em Minister Dr. Havelka auf der Prager Burg ■ inen Höflichkeitsbesuch ab. Auch dem Vorstand der I Militärkanzlei des Präsidenten der Republik, Oberst H e m e c e f, und dem Militärkommandanten der : Srager Burg, Kvapil, wurden Besuche abge- ! jrattet. Bis in den Nachmittag passierten die Burg notorifierte Einheiten, die sich dann am Pohorelec ind am Hradschin-Platz formierten. Die deutschen Gruppen haben nahezu alle wichtigen Gebäude in 9trag besetzt. Zwischen den deutschen Soldaten und ter tschechischen Bevölkerung beginnt sich bereits ein freundliches Verhältnis anzubahnen; es ergeben sich Leine Gespräche, und die tschechische Bevölkerung 3*igt sich an den technischen Einrichtungen sehr inter» e fiert. 3n der Hauptstadt Mährens. Tie deutschen Truppen jubelnd begrübt. Brünn, 15. März. (DNB.) Durch den starken C-chneefall hatte sich die Ankunft der deutschen Truppen in Brünn etwas verzögert. Hunderte und aber Änderte deutscher Volksgenossen waren mit allen möglichen Fahrzeugen bis an die Grenze den deutschen Truppen entgegengefahren. Sofort waren die Gruppen, ehe noch der Schlagbaum hochging, von dn Deutschen umringt. Alle wollten dem Komman- ' d-ur und den Soldaten die Hände schütteln. In schneller Fahrt setzte die Spitze dann ihren Marsch ajif Brünn fort. Schon im Weichbilde der Stadt mm ihnen die Jugend entgegen, und als die ersten iZnhrzeuge gesichtet wurden, pflanzte sich der Ruf: „Sie kommen! Hie kommen!" wie ein Lauffeuer hier in Prag die erste Universität Deutschlands In Melnik gibt es einen kurzen Halt. Die tsche- schuf. Wir denken an die Huldigung des böhmischen chische Polizei salutiert vor dem Wagen. Die Bevöl- Herzogs Wenzel hier in Prag vor dem Gründer kerung kommt neugierig heran, schaut herein und l des ersten Deutschen Reiches, König Heinrich I., I gibt auf Deutsch Auskunft nach dem Weg. ivor über tausend Jahren» i schützabteilungen kämpfen sich mühsam voran. Alle Wagen sind weiß, wie Gespenster sehen die Krad- iUMl veiuvIl Ull vie ^iuu ovuijer «uns iv., uer schützen aus Sie selbst und ihre Maschinen sind Mitte des 14. Jahrhunderts Dom und Burg als völlig mit Schnee bedeckt, die arbeitenden Motore Stätten deutscher Kaiserherrlichkeit errichtete und und der Auspuff starren von Eis und Schnee. - ~ • • - ......... - - - • Berlin, den 15. März 1939 M» | »£***&> > ff MH ' M ’ & "K 'S ' » ■: F tu >i t • -UK |: i ' ’fc r W-'PW ■ ; 7**^?: *-"v -M i' - , ,.,- alte Tradition Kleine Geographie von Böhmen und Mähren Herren bis Prag. ahrzeichen Prags Die e r ft e , in Versailles konstruierte „T s ch e ch o- I Dies gilt auch für Polizei, Post und Eisen- Slowakei" hatte infolge der Aneignung fremder bahn sowie für die öffentlichen Betriebe. Volksgebiete 140400 qkm^ auf denen nach der Zäh- Das gesamte Wirtschaftsleben läuft weiter, lung von 1930 14,8 Millionen Einwohner saßen, Jeder bleibe an seiner Stelle und führe seine Ar- und zwar 7,4 Millionen Tschechen; 2,3 Millionen beit fort. Arbeitsniederlegung wird als Sabotage I gewertet. Den Anordnungen der deutschen Militär- 29.10.1918: Konstituierung Deutsch-Böhmens in Wien. Seit Mittwoch vormittag befinden sich deutsche Truppen in der Hauptstadt der ehemaliaen Tschecho-Slowakei, in Prag. Unser Bild zeigt einen schönen Blick auf den berühmten Hradschin, den einstigen Sitz der deutschen Könige und Kaiser, von bem nunmehr die Standarte des Führers weht. — (Scherl-Bilderdiensl-M.) Dr. Hacha ist in den Abendstunden des Mittwochs in Prag eingetroffen. Er wurde von den Spitzen der deutschen und tschechischen Zivil, und Militärbehörden sowie von sämtlichen Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft mit Botschaftsrat Henke an der Spritze begrüßt. Eine Kompanie deutscher Truppen in Prag leistete ihm die Ehrenbezeigung. Da Dr. Hacha mit einer zweistündigen Verspätung eingetroffen war, konnte der für 19 Uhr angesetz/, Ministerrat nicht stattfinden. Oer Oberbefehlshaber des Heeres an die Bevölkerung. ...... Nach dem Willen des Führers und Obersten Be« 6.11.1918: Deutsch-böhmlfcher Landtag in Reichen- fchlshabers der deutschen Wehrmacht sind deutsche berg. Truppen in euer Land eingerückt mit dem Auftrage, 14.11.1918: Besetzung der Slowakei durch Ische- Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten und chische Truppen. Iden Schutz der Bevölkerung zu überneh- 16.12.1918: Besetzung Deutsch-Böhmens durch tsche-1 men. In den unter den Schutz der deutschen Trup- chische Truppen. pen gestellten Gebieten ist die vollziehende 4. 2.1920: Besetzung des Hultschiner Ländchens Gewalt auf mich und die Ob erbe fehle« durch tschechische Truppen. haberderHeeresgruppen übertragen. 10. 8.1920: Besetzung von Teschen. Die gesamte öffentliche Verwaltung ar« * I beitet, soweit nichts anderes bestimmt wird, weiter. s e n. Der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsministers Dr. Meißner, geleitete Dr. Hacha im Wagen des Führers vom Hotel Adlon zum Anhalter Bahnhof. Außenminister Chvalkovsky wurde vom Chef des Protokolls, Gesandten von Doernberg, begleitet. Am Bahnhof schritt Dr. Hacha mit dem Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seifert, die Front der Ehrenkompanie ab. Staatsminister Dr. Meißner und Gesandter von Doernberg verabschiedeten sich von den Gästen am Salonwagen. Ein Beauftragter des Protokolls und ein Offizier der Wehrmacht geleiten die ein neues Buch für die Tschechen aufgeschlagen. Ihre Sache ist es nun, zu zeigen, daß sie fähig und gewillt sind, nunmehr die Lehren der Geschichte anzuerkennen und im neuen Rahmen endlich einen Beitrag zur Friedensarbeit in (Europa zu liefern. Dies um so mehr, als er in der Geschichte einzig dasteht, daß ein Volk auch dann noch eine Kulturautonomie und ein Eigenleben zugestanden erhält, nachdem es zweimal ein großes Kapital an Vertrauen verwirtschaftet hat. Wie der Deutsche Achtung vor fremdem Volkstum empfindet, so empfindet er auch Achtung davor, wenn jetzt vielleicht manche Tschechen unter dem Einfluß einer seit 20 Jahren gewohnten Denkweise nicht von heute auf morgen in Begeisterung behörden ist unbedingt Folge zu leisten. Jeder halte sich an die gegebenen Befehle, die dem Wohle der Gesamtheit wie des einzelnen dienen. Berlin, den 15. März 1939. Der Oberbefehlshaber des Heeres: gez.: von Brauchitfch. Oie NSV. bereit« an der Arbeit. B e r l i n, 15. März. (DNB.) Die NS.-Volkswohl« fahrt hat sofort die Betreuung in den unter den Schutz der deutschen Wehrmacht stehenden Gebieten !Böhmens und Mährens übernommen. Bereits am Mittwoch find über eine halbe Million Effensportionen ausgegeben worden, davon 450 000 warme Gerichte. Der Einsatz der Fe l d k ü ch e n und des Hilfs zuges Bayern bewährte sich wiederum ausgezeichnet. Zur gesundheitlichen Betreuung find bereits 600 NS- Schwestern aus den Gauen des Altreiches in die Gebiete Böhmens und Mährens in Marsch gesetzt worden. „Alldeutscher Verband" und „Alldeutscher Wehrschuh e.V.- aufgelöst. Berlin, 15. März. (DNB.) Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei hat durch Runderlaß vom 8. März 1939 auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichs- präsDenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 den „Alldeutschen Verband" und den „Alldeutschen Wehrschatz e. D." mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Außerdem sind die „Alldeutschen Blätter" und die „Lageberichte des Alldeutschen Verbandes" verboten worden. Jede Tätigkeit, die den Versuch einer Fortführung dieser Organisation oder eine Neugrundung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt sowie die Herausgabe von Ersatzerzeugnissen der verbotenen Druckschriften ist untersagt und nach § 4 der genannten Verordnung des Reichspräsidenten strafbar. liche Aufgabe zu meistern. Vielmehr muß die Schaffung einer festgefügten Ordnung in diesem Gebiet — wie schon stets in der Vergangenheit — von einer Macht übernommen werden, die dank ihrer historischen Leistungen zur Treuhänderschaft befähigt ist. Einer solchen Aufgabe kann sich Deutschland nicht Das Dritte Reich nimmt mit der Betreuung der böhmisch-mähngen Lande im übrigen nur eine u r - alte Tradition wieder auf. Es stellt nur jene historischen Tatsachen wieder her, die bis zum Welt- knegsende galten und denen Böhmen seine ganze politische, wirtschaftliche und tultuxdle Entwicklung zu verdanken hat. DieAchtungvordem fremden Volkstum, die eine der Grundlagen natio- nalsozialisttscher Weltanschauung und Politik ist, wird durch eine Aenderung der Landkarte nicht berührt. Sie bleibt bestehen, weil sie dem deutschen Wesen selbstverständlich und angeboren ist. Denn so wie heute die schon im Reich wohnenden Tschechen keinerlei Verfolgung um ihrer Nationalität willen zu erdulden brauchen, sondern im Gegenteil sich der freiesten Entfaltung chrer Kräfte erfreuen dürfen, so brauchten sich auch die in Böhmen-Mähren ansässigen Tschechen während einer mehr als tausendjährigen Reichsaufsicht niemals über irgendwelche Bedruckungsmaßnahmen zu beklagen. Man darf ja auch bei der Betrachtung des deutsch- tschechischen Verhältnisses niemals vergessen, daß die Länder Böhmen und Mähren uralter ger« Nach dem Zerfall des tschechoslowakischen Staates treten die alten Landschaftsnamen Böhmen und Mähren wieder an ihre herkömmlichen Plätze. Der Begriff „Böhmen" ist im Zusammenhang mit böhmischen Wäldern, böhmischen Musikanten, böhmischen Granaten oder böhmischem Bier tief in der allgemeinen deutschen Vorstellungswelt verankert. Immerhin ist es bei solchen Gelegenheiten ganz nützlich, sich ein ganz klares Bild von alten überlieferten Begriffen wie Böhmen und Mähren zu machen. Man beginnt am besten mit den vielgebrauchten Schulformeln: Böhmen ist ein auf die Spitze geteiltes Quadrat und Mähren ist ein Rechteck. Die Natur Böhmens ist eindeutig durch die Randgebirge besttmmt, die es von dem übrigen mitteleuropäischen Raum ebenso scheiden wie die Flüsse es mit diesem mitteleuropäischen Raum verbinden. Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland. Das ist die beherrschende Tatsache. Mit seinen 52 000 Quadratkilometer Fläche ist Böhmen größer als irgendeine preußische Provinz. Brandenburg als größte preußische Provinz hat nur 39 000 Quadratkilometer; dagegen ist Bayern mit seinen 76 000 Quadratkilometer um ein Drittel größer als Böhmen. Die Bevölkerung beläuft sich auf ungefähr sieben Millionen. Daran waren die Deutschen bis zum Vorjahr mit reichlich 33 v. H. beteiligt. Seither hat die Bildung des Sudetengaues den alten Einheitsbegriff „Böhmen" aufgelöst. Von Mähren ist Böhmen durch einen flachen Höhenzug geschieden. Die Struktur Mährens ist durchaus von der Böhmens verschieden, auch wenn beide Länder durch eine fast ununterbrochene gemeinsame Geschichte vereint gewesen sind. Das Land hat seinen Namen von seinem wichtigsten Fluß: der March, die unterhalb Wiens und vor Preßburg in die Donau mündet. Im Gegensatz zu Böhmen, das fast ganz zum Stromgebiet der Elbe gehört, fällt also Mähren vorwiegend in bas Stromgebiet der Donau. Nur im Norden fließen seine Wasser z u r O d e r ab, die in Mähren elbst entspringt. Mähren war immer ein Durchgangsland von der Donau zur Oder. Die Was- erscheide, die beide Flüsse trennt, ist nur etwa 310 Meter hoch. Und so zogen seit unvordenklichen Zeiten Händler diesen Weg lang, um den begehrten Bernstein nach dem Süden und zum Austausch Salz und Waffen nach dem Norden zu bringen. Mähren ist im wesentlichen kleiner als Böhmen und mit seinen 22 231 Quadratkilometer etwas größer als die preußische Provinz Westfalen ober doppelt so groß wie das Land Thüringen. Industrie, Landwirtschaft und kulturelles Leben sind sowohl in Böhmen wie in Mähren ausgesprochen intensiv, ohne ganz an den deutschen Durchschnittsstand heranzukommen. Wegen des starken industriellen Einschlages können beide Länder nicht als ausgesprochene landwirtschaftliche Ueber- schußgebiete bewertet werden. In guten Jahren ist ein Ueberschuß vorhanden, der sich aber bei schlechten Ernten in einen kleinen Einfuhrbedarf verwandelt. Innerhalb der Industrie wieder ist die Verteilung zwischen Schwerindustrie (etwa in Mährisch-Ostrau oder Pilsen) und Fertigwarenindustrie gesund. Das Stadtbild von Prag, Brünn, Olmütz hat noch einen durchaus beherrschenden d e u t sch e n Zug in den berühmten Bauten. Hochhäuser amerikanischen Gepräges, die in den letzten zwei Jahrzehnten vielfach gebaut wurden, wirken als wesensfremder Kontrast. Sie sind nicht sowohl ein Symbol der Landschaft, in die sie hineingefetzt wurden, als vielmehr ein Symbol der Ueberfrembung, der sich viele Tschechen willig Hingaben ..., wenn nur diese Ueberfrembung aus Moskau, Neuyork, Lonbon ober Paris kam. In der großen Blütezeit der böhmischen Lande unterKaiserKarllV. wurde Prag zur Hauptstadt und Böhmen zum Mittelpunkt des Reiches. In Die Burg, Vas TI manischer Siedlungsraum aus vorgeschichtlicher Zeit sind, während die Tschechen als landfremdes Volk und als Dienftleute der asiatischen Avaren erst um die Mitte des 6. nachchristlichen Jahrhunderts bis nach Mitteleuropa verschleppt | wurden. Hier im böhmischen Kessel blieben sie bann । mehr zufällig als schicksalsbestimmt sitzen, nachdem । die Avaren von den fränkischen Kaisern wieder in i die asiatische Steppe hinausgejagt waren. Sie blie- i den auch nur deshalb, weil der Großteil der ger- i manischen Dolksstämme vorher das Land verlassen ( hatte und well die zurückbleibenden Germanen in ] ihrer Großmut den fremden Eindringlingen den \ Aufenthalt an Moldau und Elbe erlaubten. Mehr : noch: es war ein Franke amens Samo, der : den Tschechen bei ihrem Kampf mit den abziehenden Avaren helfend und ratend zur Seite stand und der deshalb von ihnen zum König gemäht ; wurde. Der erste tschechische Staat und der erste Staat im böhmisch - mährischen Raum war also eine deutsche Gründung! Eine deutsche Gründung auf germanischem Dolksboden! Noch dem > Tode Samos verfiel dieses erste böhmisch-mährische Reich wieder, weil eben bas geschichtslose Tschechenvolk schon bamals keine staatsbilbenben Kräfte zu entwickeln vermochte. Erneut gewannen bie Avaren dis Oberhand, bis sie wiederum von einem Franken, nämlich von Kaiser Karl dem Großen, aus der asiattfchen Botmäßigkeit befreit wurden. Bezeichnend ist, daß eine einzige Strafexpedition Karls genügte, um den tschechischen Wortschatz um ein sehr gewichtiges Wort zu bereichern: der König heißt seit dieser Zeit bei den Tschechen „Kral", ein Wort, bas im tschechischen Munbe aus Karl entstanden ist. Sie hatten den deutschen Kaiser Karl kennen gelernt, der ihnen so imponierte, daß sie fortan auch für ihr eigenes Oberhaupt keine bessere Bezeichnung wußten. Damals wurde Böhmen ein karolingisches Lehen, und erst im Schutze des Deutschen Reiches, dem das Land mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahre 1806 angehörte, entwickelte sich allmählich aus den verschiedenen slawischen Stämmen das sogenannte t f ch e ch i s ch e V o l k mit einem eigenen Herzogtum. Das Herzogsgeschlecht der Premislyden, in dessen Adern übrigens seit der Wende vom 12. bis 13. Jahrhundert überwiegend deutsches Blut floß, hat, von einigen Auflehnungsoersuchen abgesehen, feine Herrschaft stets unter dem Schirm und Schutz des Reiches, als Lehensträger der Krone ausgeübt In diesen fünf Jahrhunderten deutscher Lehenshoheit bis zum Aussterben der Premysliden im Jahre 1306 blühte Böhmen, von deutschen Bauern und Handwerkern kultiviert, zu ungeahntem Wohlstand auf. Und als dann die Sudetenländer auf bas Geschlecht ber Luxemburger übergingen, erlebten sie unter Karl IV. ihr „goldenes Zeitalter". Damals entstanden jene herrlichen Bauwerke in Prag, bie bieser Weltstadt auch heute noch das Gepräge geben. Damals nahm Handel und Wandel einen unerhörten Aufschwung. Damals wurde Prag zum europäischen Zentrum der Künste und Wisfen- schaften. Damals wurde in Prag (1348) bie erste Universität Mitteleuropas unb die dritte der Welt gegründet, die bereits nach wenigen Jahren 7000 Hörer, darunter mindestens 5000 deutsche Studenten zählte. Damals wurde in der Hofkanzlei Karls IV. jene Sprachform ausgebildet, die bann später auch in ber sächsischen Hofkanzlei gebraucht und von Luther für seine Bibelübersetzung verwendet wurde. Es ließen sich noch unendlich viele geschichtliche Tatsachen anführen, die samt und sonders beweisen, daß Böhmen und Mähren immer dann eine kulturelle Blüte erlebten, wenn sich die deutsche Führung darum sorgte, daß das Land aber sofort einem grauenvollen Verfall entgegenging, sobald tschechischer Haß hier die Oberhand gewann. Niemals aber gelang es den Tschechen, aus eigener Kraft eine dauerhafte politische Selbständigkeit zu erreichen. So bildeten auch die Hussitenwirren, die das Land verwüsteten, nur eine kurze Unterbrechung jener segensreichen Entwicklung, die mit den Luxemburgern begonnen hatte, und die dann von den Habsburgern weiter fortgeführt wurde. Immer blieb der böhmisch-mährisch- Raum seinem Wesen nach und tatsächlich ein innerer Bestandteil des Deutschen Reiches. Sein künftiger Weg ist also durch die Geschichte oorgezeichnet. Die Erfahrung lehrt, daß cs diesem Lande um so besser geht, je enger cs an bas Reich angeschlossen ist, baß es aber um so furchtbarere Rückschläge erleidet, je feindseliger es gegen das Deutschtum eingestellt ist. Hieraus die Konsequenzen zu ziehen, muß der heutigen Reichsführung eine heilige Verpflichtung fein. Die erste Möglichkeit, im Rahmen der europäischen Kulturwelt sich nutzbringend zu betätigen, erhielten die Tschechen in überreicher Ausstattung durch Der« failles. Sie erbrachten in neunzehn Jahren den Nachweis, daß sie zur Führung eines freilich ebenso bunt wie gewaltsam zusammengesetzten Staatswesens keinesfalls in der Lage waren. Diese erste Frist endete mit dem Münchener Abkommen. Dort erhielten die Tschechen zum zweiten Mal eine Chance unter Umständen, bie einer überaus ernsten internationalen Verwarnung gleichkamen. Diese zweite Chance wurde in knappen fünfeinhalb Monaten au eine Weise verwirtschaftet, bie ben Erscheinungsformen tschechischen Staatslebens der ersten Periode auf eine kaum begreifliche Weife glich. Naturgemäß richten sich die Hoffnungen der Kulturwelt nun auch darauf, daß bie Tschechen ein ausreichendes Maß von Einsicht zur Nutzung der ihnen jetzt gegebenen dritten Chance aufbringen. Deutschland hat gewissermaßen nicht nur ein neues Kapitel, sondern Rom, 15. März. (Europapreß.) Die römischen .. , .... , . i Blätter enthalten am Mittwoch eine Fülle von der Nähe Prags, dort nämlich, wo dicht beim Zu- interessanten Kommentaren über den Ablauf der ammenfluß der Beraun unb ber Molbau der Ereignisse in Mitteleuropa. „Der Spuk von Der- K a r I ft e i n liegt, würben in jener Zeit auch Die {k pflogen. Das zwanzig Jahre währenbe Reichskleinobien aufbewahrt. Kaiser Karl iv. tschechische Drama hat feinen Schlußakt erreicht. Die betrieb in großzügiger Weise ben Ausbau Prags, ZMeure bes letzten Aktes — auf welcher Seite sie beffen Stabtplan erheblich erweitert wurde. Dem I auc^ jn tiefem Drama standen — haben die Inter- entsprach auch die von hohem Kunstsinn getragene I yention von Berlin angerufen, und der logische Lauf Bautätigkeit. So war es beispielsweise ein Schwabe, ber Geschichte vollzieht sich." — „Die ethnischen nämlich Peter Parier aus Schwäbisch- Dolkssplitter in jenem Raum", so schreibt „Laooro Gmünd, dem die tendenziöse tschechische Geschlchts-1 gafctfta", waren zu gemischt, um nationalen Staa- schreibung in den letzten Jahren mit einem tf«^^ Len ^aum geben, und sie standen sich selbst auch fierten Namen aus — Mährisch-Gemund herstam- feindselig gesinnt gegenüber, um föderative Stimmen ließ, errichtete ben herrlichen hochgotischen ten verwirklichen zu können. So finden sie heute Chorbau des Domes zu St. Veit auf bem roieber y,re Grundlage auf den großen Konstruk-- Hradfchin. Von ihm stammen auch tue für damalige tlonen ber Vergangenheit." Br*ü rf e^bi e ^0^^% ern^1^^^abMiIbenHü e Moldau zur Das Blatt erinnert bann an ben Offenen $r je f, sogenannten Kleinseite führt. In berselben Epoche den im September vorigen Jahres ber Duce an wurde auch das von einem Deutschen gegründete Lord Run ciman Achtet ha^ und in feem Prager Bistum zum Erzbistum erhoben. Die Prager es heißt: „Wie kerne tfd)ed)0 • llEklsche Natton deutsche Universität, die im Jahre 1348 gegründet existiert, so existiert auch kern tschecho.flowaksicher wurde, entwickelte sich schnell zur führenden Hoch- Staat. Schlagen Sie Plebi^it vor oder noch hpc nnnxcn Reiches richtiger, Plebiszite. — „Diese Worte , so sagt oa§ Vor allem aber darf eine Tatsache nicht vergessen Blatt, „sahen nicht nur den Verlauf der Ereignisse werden bie für bie Bedeutung der damaligen un Herbst porigen Jahres voraus, sondern auch Reichshauptstadt Prag und vor allem für ihren b i e heutigen Ereignisse: fw haben jur deutschen Charakter bezeichnend ist. Dort entwickelte Skalen Losung, d. h. HUM^ Verschwinden der nämlich ein Beamter der kaiserlichen Hofkanzlei, tschecho-slowakischen Republik geführt. Johannes v o n N e u m a r k t, jene allgemeingültige - , . K deutsche Schriftsprache, auf deren Basis spater ein JÖOCPd WltvtV IN Prag* Martin Luther das Neuhochdeutsche in natürlicher , . ..rx . unb boch gebänbigter Form aqsbUben sollte. Noch Berlin, 15. Marz. (DNB.) Staatsprasibenk heute ist der Arbeitsraum dieser alten Reichskanzlei Dr. Hacha und Außenminister Chvalkovsky dort auf der Prager Burg dicht neben dem großen haben Mittwoch um 11.16 Uhr Berlin verlas« Turniersaal in ihrer unveränderten alten Ausstat-'^'" ~ * zr,'r Ä tung zu sehen. Kein Besucher dieses ehrwürdigen Raumes wird den hinreißend schönen Blick über bie Stadt der hundert Kirchen und der Moldaubrücken unb ihr unverkennbar deutsches Gepräge je Der« ausbreeben können Deutschland weiß, daß die un-1 Slowaken; 550 000 Karpacho-Ukrainer; /00000 heilvolle Entwicklung her „Tlchecho-Slowakei" in den Ungarn, 900» Polen und einige oeraanaenen äwarnia Jahren in erster Linie auf die Minderheiten, dagegen rund 3,o Millionen Sudeten planmäßige Irreführung und Verhetzung der Tfche- deutsche. Nach der endgültigen Grenzziehung von hiirch acmiife Gruvven volitisch allzu ehrgelZl- Wien hatte die zweite „T s ch e ch o - Vl o w a- ger Männer der Versailler Schule zurückzuführen ist. k e i“ 98 300 qkm ""/und 9 92 Millionen Einwoh- flaher macht Deutschland einen Strich unter nern, zu denen noch etwa dOO000 bis 400OOV-Hutf« die se *Derga nqe nheit, vergißt alle Wunden Wanderer in Gestalt künstlich angesiedelter Tschechen unb cribt sich der Hoffnung hin, daß die Tschechen aus den abgetretenen Gebieten gekommenJem durf- in bem neuen Rahmen sich sehr schnell von ben ten. An Deutschland kamen damals 28 193 qkm mit ebenso tiefgreifenden wie zahlreichen Unterschieden 3 593 000 Einwohnern, an Ungarn 12 400 qkm mit Zn StÄer Experimentterpolitik und 1064000 Einwohnern, an Polen 1500 qkm mit autoritärer Aufbaupolitik überzeugen werden. 1230 000 Einwohnern. Der logische Laus der Geschichte. Das Echo in Rom. gessen. Leblose Geschichte. Entstehungsdaten eines künstlichcnLtaates 19. 9.1914: die ersten Meutereien tschechischer Re- . gimenter. 1915: Beginn der Auslandstätigkeit Masa- ryks und Beneschs. Frühjahr 1916: Bildung einer tschechischen Brigade (Legion) in Rußland. 10. 1.1917: Die Entente nennt die „Befreiung" der Tschechen und Slowaken als eines ihrer Kriegsziele. 20.12.1917: Französisches Dekret über die Aufstellung einer „Tschechoslowakischen" Armee. 14.10.1918: In Paris erklären sich Masaryk, Be- nesch und Stefanik als „Regierung der Tschechoslowaken". 28.10.1918: Ausrufung des „Tschechoslowakischen Staates" in Prag. KARPATO •Neusoti Nrofrn WIEN UKRAINE Chust •Metnik PRAG * Ungvnr^^/^ REICH totiod O 15 50 K 1OC Das Gebiet der ehemaligen Tschecho-Slowakei. (Scherl-Bilderdienft-M.) f* RUMÄNIEN z________ Das Schicksal der Karpatho-Llkraine. Ein ungarisches Ultimatum von Woloschin abgelehnt. Budapest, 15. März. (Europapreß.) Der un» garische Außenminister Graf Csaky hat am Mitt- wochmittag an den karpatho-ukrainischen Minister- Präsidenten Woloschin die Aufforderung gerichtet. zur Verhinderung überflüssigen Blutvergießens die von ihm ausgeübte Macht dem Kom- mandanten der in die Karpatho-Ukraine einmarschierenden ungarischen Truppen zu übergeben. Die Antwort Woloschins wurde für spätestens 20 Uhr erbeten. Woloschin hat auf die Aufforderung der ungarischen Regierung geantwortet, daß drei seiner Vertrauensmänner sich auf dem Wege nach Budapest befänden. Er bitte die ungarische Regierung, die militärischen Operationen in Der Karpatho-Ukraine unverzüglich einz.ustel - l e n. Außenminister Graf C s a k y ließ daraufhin Woloschin wissen, daß seine Abordnung in Budapest mit der bekannten ungarischen Gastfreundschaft ausgenommen werden würde, daß es aber ihm, Csaky, unmöglich sei, die militärischen Operationen aufzuhalten, da diese bereits an verschiedenen Stellen zu weit vürgeschritten seien. Er, Csaky, hosse, daß Woloschin als Priester seinen ganzen Einfluß in der Karpatho-Ukraine geltend machen werde, damit unnützes Blutvergießen vermieden werde. Die Verhandlungen mit dem karpatho-ukrainischen Militärkommandanten General P r ch a l a sind noch im Gange. Diese hindern jedoch die ungarischen Truppen nicht an dem weiteren vlanmäßi- gen Aufmarsch. Dieser geht in Der Weise vor sich, daß vor allem die strategisch wichtigen Punkte besetzt werden. Bis Mittwochabend haben die ungarischen Truppen mehr als hundert Ortschaften besetzt. Von der karpatho-ukrainischen Regierung wurde die Mobilisierung von drei Jahrgängen für die Verstärkung der karpatho-ukrainischen Truppen angeordnet. Mittwochvormittag sind 2 0 0 0 8 l C -- Leute aus Chust an die Front abgegangen. Der tschechische Militärbezirkskommandant des Kreises Chust weigerte sich, die Waffen des dort stationierten tschechischen Militärs zu übergeben. Die karpatho-ukrainische Regierung ist unter allen Umständen gewillt, die tschechischen Truppen zu entwaffnen und die Waffen an die mobilisierten heimischen Jahrgänge zu geben. Von der Front wird gemeldet, daß die Kämpfe mit den ein gedrungenen ungarischen Abteilungen andauern. Nach ungarischen Berichten geht der Vormarsch der ungarischen Truppen unter ungünstigen Wetter- und Berkehrsbedingungen vor sich. Es rücken vier Kolonnen in den vier großen Vertikaltälern der Karpatho-Ukraine vor. Im allgemeinen wurde am Mittwoch in diesen vier Haupttälern ein Marsch von je zehn bis zwanzig Kilometer zurückgelegt. Der Vormarsch vollzog sich bisher ohne jeden ernsten Widerstand. Allerdings wird das Tempo dadurch verlangsamt, daß die ukrainischen 810 Leute die Verkehrswege und die Brücken beschädigen. Erste englische Stellungnahme abwartend. Lord Halifax und Ehamberlain nehmen im britischen Parlament das Wort. London, 15. März. (DNB.) Im Oberhause gab Außenminister Lord Halifax eine Darstellung der Vorgänge in der Tschecho-Slowakei; er sagte, Hitler habe die Erklärung des Staatspräsidenten Hacha angenommen, der zufolge das tschechische Volk und Land in die Hände des Deutschen Reiches gelegt werden. Hitler habe seinen Entschluß zum Ausdruck gebracht, daß er dem tschechischen Staat eine autonome Entwicklung garantieren wolle, und zwar gemäß seinem besonderen nationalen Charakter. Die Besetzung Böhmens und Mährens durch deutsche Streitkräfte habe um 6 Uhr morgens begonnen. Das tschechische Volk sei von der Regierung angewiesen worden, keinerlei Widerstand zu leisten; Hitler habe die deutschen Truppen angewiesen, sich nicht als 'Feinde, sondern als Vertreter der deutschen Reichs- iregterung anzusehen, um eine angemessene Ordnung «wieder herzustellen. Endgültige Berichte über die Karpatho-Ukraine lägen hingegen noch nicht vor. Was die f i n a n z i e l l e H i l f e für die Tschechoslowakei anbetrifft, so sei die Bank von England ungewiesen worden, keinerlei Zahlungen Lis auf weiteres mehr aus diesem Fonds zu leisten, insgesamt seien von den 10 Millionen Pfund 6,5 nicht in Anspruch genommen wor- Den. Weiter erklärte Halifax, daß angesichts der allgemeinen Lage in Europa der gegenwärtige Augenblick für die Reise des Handels - Ministers Stanley nach Berlin als ^icht geeignet angesehen werde. Die Reise fei daher vertagt worden, und die deutsche Regierung sei entsprechend unterrichtet worden. Zum Schluß erklärte Lord Halifax, man solle mit seinem endgültigen Urteil warten, bis alle Einzelheiten bekannt seien. Er wolle keinerlei Vorwürfe eines Vertrauensbruches k rheben. Was jetzt vorgehe, fei von der britischen Regierung im Münchener Abkommen in keiner Welse beabsichtigt gewesen. Soweit er wisse, habe foie deutsche Regierung ohne Mitteilung an die ü brigen Signatarmächte von München ihre Truppen .aber die festgelegten Grenzen hinaus gesandt. Obwohl man behaupten könne, daß das, was sich ureianet habe, mit Zustimmung d e r tsche- -hischen Regierung erfolgt sei, könne er es botf) nicht als in Uebereinftimmung mit dem Geiste '•es Münchener Abkommens stehend ansehen. Bisher abe das Reich feine Aktionen damit verteidigt, tiafo es lediglich benachbartes deutsches Volkstum 'ingliebere. Nunmehr habe Deutschland ein Gebiet militärisch besetzt, das von einem Volke bewohnt |üi, mit dem es in keinerlei völkischer Verbindung siehe. Diese Ereignisse müßten daher eine Ursache ter Störung in der internationalen Lage darstellen. Eie müßten das Vertrauen erschüttern, was um so tedauerlicher sei, als dieses begonnen habe, sich »ieber zu beleben. Das müsse die Aussichten c u f konkrete Maßnahmen beein» trächtigen, die zum allgemeinen Besten sein rürben. Falls ein Wechsel in der Lage eintrete, b ie sie jetzt erscheine,so müßten diese Maßnahmen r ertflgt werden. _____ Premierminister Chamberlain erklärte gleichzeitig im Unterhaus, er könne nicht glauben, daß das, was sich jetzt ereignet habe, von irgendeinem der Signatarmächte in München seinerzeit ins Auge gefaßt worden wäre. Damals habe er es für feine Pflicht gehalten, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Mittel zu finden, einen Krieg zu vermeiden. Deshalb habe er den Weg der Vermittlung eingeschla- gen. Wenn man an die Alternative denke, zweifle er nicht, daß der Kurs, den er eingeschlaqen habe, der richtige gewesen sei. Er glaube, daß das die Ansicht der weiten Mehrheit der Welt sei. (Regierungsbeifall.) Der Staat, von dem man gehofft habe, daß er nach dem Münchener Abkommen eine neue und sichere Laufbahn beginnen werde, sei nunmehr auseinandergefallen. Nun werde uns häufig der Vorwurf des Treubruches gemacht. Dieser Vorwurf scheine jedoch nicht begründet. Was erfolgt sei, sei m i t Z u st i m m u n g d e r t s ch e ch o° slowakischen Regierung erfolgt. Allerdings könne er die Art und Weise, in der die Aendcrung herbeigeführt worden fei, nicht als in Uebereinftim- mung mit dem Geiste des Münchener Abkommens ansehen. Er bebaue re, was sich gegenwärtig ereignet habe. „Aber laßt uns deswegen", so schloß der Premier, „nicht von unserem Kurs abweichen. Laßt uns daran erinnern, daß der Kurs der Völker der Welt noch immer a u f den Frieden gerichtet ist und darauf, daß eine Atmosphäre des Verstehens und des j^u te n Willens zurückkehrt, die so oft gestört worden ist. Das Ziel der Regierung hat jetzt und immer darin bestanden, die Methden der Erörterung zu den Methoden einer friedlichen Regelung von Streitigkeiten zu machen. Obwohl wir Rückschläge und Enttäuschungen von Zeit zu Zeit erleiden mögen, ist das Ziel, an das wir denken, von zu großer Bedeutung für das Glück der Menschheit, als daß wir es leicht beiseite tun könnten. (Lauter Beifall auf den Regierungsbänken.) Britische Pressestimmen. London, 16. März. (DNB. Funkspruch.) In den maßgebenden Zeitungen wird auf die Unterhauserklärung Chamberlains verwiesen, daß England wegen der Besetzung Böhmens und Mährens nicht von seinem Kurs abweichen wolle und daß der Wunsch der Völker der Welt noch immer auf den Frieden gerichtet sei und darauf, daß eine Atmosphäre des guten Willens und des Verstehens ^urückkehre. Die „Time s" meint, man könne für das deutsche Vorgehen eine „gewisse Entschuldigung" in den Fehlern finden, die die Alliierten in der Vergangenheit gemacht hätten, und man müsse dem deutschen Vorgehen daher eine „gewisse Berechtigung' zusprechen. Man müsse zugeben, daß der Vertrag von Versailles oder zumindest die Art und Weise seiner Anwendung für ständige Notwendigkeiten in Mitteleuropa keine Antwort geliefert und keine endgültige Lösung gebracht habe. Der Wiederaufstieg Deutschlands habe gezeigt, daß Gewalt nicht über eine Idee triumphieren könne. Daily Expreß stellt fest, daß die Aufteilung der Tschecho-Slowakei die britische Regierung von der Notwendigkeit befreie, eine Garantie für die Grenzen dieses Landes zu übernehmen. Man hätte eine solche Garantie niemals ins Auge fassen sollen. Chamberlain und seine Mitarbeiter würden alles tun, um die Sache des Friedens zu fördern. Die Politik der militärischen und diplomatischen Stärkung Englands werde fortgesetzt und beschleunigt. Allerdings findet der Vorschlag Edens, eine alle Parteien umschließende Regierung zu brltftn, im Ministerrat nicht viel Anklang. Auch in führenden Labourkreisen werde er mißbilligt. Daily Mail (Rotherme) sagt, England habe keinen Grund, Vorwürfe zu erheben. Die endgültige Zersplitterung der Tschecho-Slowakei sei auf deren innere Zerrissenheit, nicht aber auf einen Angriff von außen her zurückzuführen. Die englische Garantie für ihre Grenzen werde damit hinfällig. Eden plane ein Militärbündnis der demokratischen Nationen. Aber schon der Versuch sei fehlge- schlagen. Der konservative Daily Telegraph und die Oppvsitionsblätter Daily Herold (marxistisch) und News C h r o n i c I e (liberal) ergehen sich in kurzsichtigen Angriffen gegen Deutschland, die jeder Sachlichkeit entbehren. Unangebrachte Vorwürfe. Berlin, 15. März. (DNB.) Die Darstellung der Vorgänge in der ehemaligen Tschecho-Slowakei, die 'der englische Ministerpräsident Chamberlain im Unterhaus und Lord Halifax im Oberhaus gegeben haben, zeigen, so schreibt der „Deutsche Dienst", daß sich die englische Regierung der Logik der Ereignisse und Entwicklungen nicht entziehen kann. Vor allem wird der Tatsache des ausdrücklichen tschechischen Einverständnisses volles Gewicht beigelegt. Die ruhige Haltung der beiden Minister und die kühle Distanz zu den Ereignissen wird jedoch begleitet von einer Kritik an den Methoden. Man hat in London den Rückfall der Tschechen in die Benesch-Methoden offenbar vollkommen vergessen. Diese Methoden waren es, die die Slowakei zu einer endgültigen Loslösung von dem Prager Tschechenstaat veranlaßten. Und diese Methoden brachten die im ehemaligen tschechischen Staatsgebiet lebenden Deutschen aufs neue in allerhöchste Gefahr. Wenn Chamberlain und Lord Halifax in ihren Reden von einer Verletzung des Seift es von München sprachen, so konnte dieser Vorwurf ausschließlich an die tschechische Adresse gerichtet werden. Durch die Schuld von Prag war eine Lage herbeigeführt worden, die eine klare Entscheidung und rasches Handeln gebieterisch forderte. Nur so konnte eine Lösung gefunden und überflüssiges Blutvergießen verhindert werden. Und schließlich befindet sich die zwischen Berlin und Prag vereinbarte Losung in Uebereinftimmung mit der Gießen an den Geschäfts karten an den Gießener M Brübi. SohnMr.ll Slnaeiger erbet. Gießen. Anzeig. ELASTOCORN verioüungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Rudolf Stroh Braunfels Lahn Schlotzstratze 29. 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Bei Ablehnung steht Berufung an den Reichserziehungsminister offen. Die Lehrprobe ist öffentlich, und zwar muß der Bewerber an drei verschiedenen Tagen einer Woche eine insgesamt dreistündige Vorlesung aus seinem Sachgebiet halten. Wenn auf Grund einer bisher ausgeübten Vortragstätigkeit des Bewerbers bereits ein Urteil über feine Lehrfähigkeit möglich ist, so kann die Lehrpobe auf eine Stunde beschränkt werden. Den Gegenstand der Vorlesung bestimmt der Dekan aus drei Vorschlägen des Bewerbers. Ueber das Ergebnis der Lehrprobe und über die Beurteilung der Persönlichkeit muß an den Reichserziehungsminister zusammen mit einem Vorschlag über Verleihung oder Ablehnung der Lehr- befugms berichtet werden. Die Entscheidung trifft allein der Reichserzichungsminister. Zugleich mit der Verleihung der Lehrbefugnis wird die Ernennung zum Dozenten und die Berufung in das Beamtenverhältnis ausgesprochen. Der Dozent hat nun die Eigenschaft eines außerplanmäßigen Beamten auf Widerruf. Der Minister kann Dozenten, die sich in Lehre und Forschung bewährt haben, zu außerplanmäßigen Professoren ernennen. Aber diese Ernennung begründet keinen Anspruch an den Staat, insbesondere keine Anwartschaft auf Uebertragung eines planmäßigen Lehrstuhles. Die Lehrbefugnis kann erweitert werden, wenn, der Reichserziehungsminister seine Zustimmung gibt, sie kann aber auch im Interesse der Hochschule vom Minister eingeschränkt werden. Ein Wechsel der Hochschule bedarf ebenfalls der Zustimmung des Ministers. Die neue Reichshabilitationsorünung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 an die Stelle der bisher geltenden Reichshabilitationsordnung und der österreichischen Bestimmungen und mit Wirkung vom 1. Januar 1939 an die Stelle der in den sudetendeutschen Gebieten bisher gültigen Bestimmungen. Für die bisher zugelassenen Dozenten und Privatdozenten und nichtbeamteten außerordentlichen Professoren gelten die Bestimmungen über die Verleihung der Lehrbefugnis und Ernennung zu außerplanmäßigen Professoren nicht. Der Reichsminister für Wissenschaft kann auf Antrag innerhalb einer Uebergangszeit von einem Jahre die nach den bisherigen Bestimmungen ernannten Dozenten und nichtbeamteten außerordentlichen Professoren zu Dozenten oder Professoren ernennen. Anträge auf Ernennung zum Dozenten neuer Ordnung oder zu außerplanmäßigen Professoren können bis zum 30. September 1939 Junger Kraftfahrer zuverlässiger Fahrer evt Kauf mann m. Führerschein, für Reise von Großhandlung gesucht. Bewerbungen mit Zeugnissen unter 01312 an den Gieß. Anz. Aus Landesverrat steht der Tod! Bier ehrvergessene Lumpen hingerichtet. V e r l i n, 14. März. (DNV.) Die Iuslizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: heute sind hin- gerichtet worden: 1. Der am 25. Oktober 1938 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 37jährige Georg Gottwald aus Vreslau. 2. Der am 6. Dezember 1938 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 23jährige Martin Hommes. w „ 3. Der am 16. Dezember 1938 vom Volksgerichts. Hof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 32jährige Hans Höfer aus planfchwih bei Oelsnih im Vogtland. 4. Der vom Volksgerichthof wegen Vorbereitung zum Hochverrat und wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Peter kasper Wir sprachen mit Leuten, die Hühneraugen hatten... Wir fragten sie, was sie mit ihren Hühneraugen schon alles erlebten und was sie versucht hatten, um sie loszuwerden. Aus ihren Antworten stellten wir fest, wie ein vollkommenes Hühneraugenpflaster beschaffen sein muß. Nach ihren Erfahrungen haben wir dann Elastocorn geschaffen. Elastocorn. ist dehnbar, es paßt sich elastisch jeder Bewegung an. Es verrutscht nicht und läßt nicht locker, bis das Hühnerauge locker ist. Ein weicher Filzring schützt vor Druck und lindert dadurch den Schmerz. Eine Blech- schachtel mit 6 Pflasterbinden kostet 50 Pfennig. Sie ist in Apotheken, Drogerien und Sanitätsgeschäften zu haben. Meldet der NSv GaMellen! füi* Eitler ^reiplah-<3pcn6e aus Aalen (Württemberg). Gottwald hat sich durch ein Angebot, das ihm angeblich hohen Verdienst durch die Mitwirkung am Deoisenschmuggel in Aussicht stellte, verlocken las en, die Grenze zu überschreiten. Im Ausland hat er erfahren müssen, daß er Zutreibern des fremden Spionagedienstes in die Hande gefallen war. Er hat sich gleichwohl zur Ausspähungstätigkeit gegen das Deutsche Reich hergegeben und ihnen auf zahlreichen Zusammenkünften über seine Bemühungen Bericht erstattet. Er ist auch nicht davor zurückgeschreckt, andere in sein landesverräterisches Treiben mit hineinzuziehen, die deswegen zu empfindlichen Freiheitsstrafen verurteilt werden mußten. Hommes, der schon seit jeher keine Neigung zu ehrlicher Arbeit und einem geregelten Leben hatte, hat sich durch einen schlechten Freund verleiten lassen, aus Abenteurerlust ins Ausland zu gehen. Dort sind beide alsbald an den fremden Spionagedienst geraten; in seinem Auftrage haben sie vier Ausspähungsreijen unternommen mit dem Ziele, deutsche Befestigungsanlagen auszukundschaften. Der Begleiter des Hommes ist auf dem Rückwege von der letzten Reise kurz vor der Grenze, als er einem Förster gegenüber von seiner Pistole Gebrauch machen wollte, von diesem durch einen Schuß niedergestreckt wordeü und hat sich, während der Förster Hommes abführte, durch einen Schuh in die Schläfe selbst das Leben genommen. Dem Verurteilten H ö f er haben Verwarnungen, die er sich durch Pflichtwidrigkeiten zugezogen hatte, und Schulden veranlaßt, seine Arbeitsstelle eigenmächtig zu verlassen und Deutschland den Rucken zu kehren. Im Auslande wurde er bald festgenommen und dem fremden Spionagedienst zugeführt. In der Erwartung, sich dadurch ein gutes Fortkommen im Auslande zu sichern, verriet er hemmungslos Dinge, die ihm während feines früheren Dienstes im deutschen Heer bekannt geworden waren. Er sah sich ;edoch bitter enttäuscht. Nachdem der ausländische Spionagedienst den Höfer ausgchorcht hatte, kümmerte er sich nicht länger um ihn. Höfer irrte dann — von einem Lande in das andere abgeschoben — ruhelos, von Almosen lebend, in der Fremde umher und kehrte schließlich in seine Heimat zurück, wo er festgenommen wurde. , Kasper hat sich von 1931 bis 1936 m Sowzet- rußland aufgehalten und ist dort in einem mehrjährigen Lehrgang auf der ,Iommumstischen Um- oerfität" ausgebildet worden. Nach Deutschland zurückgekehrt, hat er alsbald versucht, eine illegale Organisation ins Leben zu rufen, mit Angehörigen der Wehrmacht und der Belegschaft kriegswichtiger Betriebe in Verbindung zu treten, Sabotageakte g e g e n die deutsche Aufrüstung Zum 15. Avril saubere tomo Wim. Woluiii eoentl. mit Bad gesucht. Preis bis 65 RM. Schr. An geb. u. 01308 an den Gießener Anzeiger erbet. dant des Schlachtkreuzers „Moltke. 1916 wurde er zum Chef der Operationsabteilung der Hochfeestreitkräfte berufen und nahm in dieser Stellung auf dem Flottenflaggschiff an der Skagerrakschlacht teil. Im September 1917 war er als C h e f d e s S t a b e s führend am Oefel- Unternehmen. Im August 1918 übernahm er die Stelle eines Chefs des Stabes der Seekriegsleitung im Großen Hauptquartier. Levetzow nahm im Oktober 1920 als Konteradmiral feinen Abschied. Er war zuletzt C h e f d e r M a r i n e st a t i o n O st s e e — Der Führer übermittelte der Witwe des Verstorbenen telegraphisch fein Beileid. vorzubereiten und wehrwichtige Dinge auszuspahen. Wenn es ihm nicht gelungen ist, dem deutschen Volk größeren Schaden zuzufügen, so ist das nur'der Wachsamkeit der deutschen Polizei und der Pfucht- treue des Soldaten zu danken, den er für seine Zwecke hatte gewinnen wollen. . Admiral von Levetzow gestorben. B e r l i n, 14. März. (DNB.) Admiral v o n L e - v e tz o w ist in der Nacht vom 13. zum 14. Marz verstorben. Er wurde 1871 in Flensburg geboren trat 1889 in die Kriegsmarine ein und wurde 1892 zum Unterleutnant zur See befördert. Bei Kriegsausbruch war Admiral von Levetzow K o m m a n - Oie neue Habilitationsordnung Sin Erlaß des Reichserziehungsministers. Tüchtiges, brav. Mädchen für baldigst bei gutem Lohn gesucht. 01303 ftiMeezi. Mädchen 24Jahre alt, mit sebr gut. Zeug- niss., sucht Stelle zum Bedienen der Gäste. 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Im einzelnen fetzt die Reichshabilitationsordnung fest, daß durch die Habilitation „der Bewerber den akademischen Grad eines habilitierten Doktors oder Lizenziaten feines Faches" erhält, der ihn zur Führung des Zusatzes „habilitatus" oder abgekürzt „habil." berechtige. Die Habilitation, für die der Doktor oder Lizentiatengrad und eine mindestens zweijährige wissenschaftliche Tätigkeit nach Abschluß des Hochschul- st u d i u m s Voraussetzungen sind, wird auf Grund einer wissenschaftlichen Arbeit und einer wissenschaftlichen Aussprache verliehen. Gin Antrag auf Zulassung muß bei einer fachlich zuständigen Fakultät eingereicht werden, die eine Aeußerung des örtlichen Dozentenbundführers einholt. Ueber die Zulassung zur Habilitation entscheidet der Dekan Durch die Habilitationsschrift soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten. Die Arbeit soll geeignet sein, die wissenschaftliche Erkenntnis zu fördern. In Ausnahmefällen kann nach Anhörung des Fakultätsausschusses und mit Zustimmung des Rektors von der Einreichung einer besonderen Schrift abgesehen werden, wenn die bereits veröffentlichten Arbeiten des Bewerbers eine ausreichende Grundlage zur Beurteilung bieten. Die wissenschaftliche Aussprache soll die Ueberzeugung rechtfertigen, daß der Bewerber sich über Fragen seines Faches befriedigend aussprechen kann. Erst danach wird die Drucklegung der Habilitationsschrift veranlaßt. Die Habilitation wird vom Dekan durch Ausfertigung eines Diploms vollzogen und muß dem Reichserziehungsminister angezeigt werden. Die bisher einzuholende Zustimmung der Länder-Unterrichtsverwaltung fällt künftig fort. Die Habilitation, die bei abgelehnter Zulassung nach Ablauf eines Jahres erneut beantragt werden kann, ist gebührenfrei. Der Grad eines Dr. habil, kann vom Rektor und den Dekanen einer Universität durch gemeinsamen Beschluß entzogen werden, wenn eine Täuschung festgestellt wird oder w"nn der Träger des Grades sich als unwürdig für ein akademisches Amt erweist. Ueber die Zulassung von Ausländern zur Habilitation entscheidet der Reichserziehungsminister. Die Verleihung der Lehrbefugnis ist mit der Habilitation nicht unmittelbar verknüpft, sondern ein selbständiger Akt. Sie setzt die Habilitation voraus, verlangt aber dazu das Bestehen Wo-etitiim «dien nicht u. 20 Jahr., inDouetfteOung gesucht. 01317 Bäckerei Fleckenstein Walltorstrabe 31 2 teoegeroanöie, mögifoift nnoDhöngige Damen mit Legitimationskarte oder Wandergewerbeschein für gofflDOLrögemilöeniConöe gesucht. Wöchentliches Garantie-Einkommen NM. 50. Eine neue Sendung Original amerikan. weiße Peking* enten ist eingetroffen 1876^ Gießener Zoo. Seitersweg 6. Tel. 3292 Nachlässe von 3 bla 20 v. 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Der TNordprozeß Weidmann. Der Prozeß gegen den Massenmörder Weidmann und Genossen ist in eine ruhigere Phase getreten. Weidmann gesteht alles ein und wird nur energisch, wenn es sich darum handelt, seinen Mitangeklagten Million zu belasten. Obgleich klar auf der Hand liegt, daß dieser bei den bisher behandelten Mordtaten zumindest Mitwisser gewesen ist, leugnet er hartnäckig und muß immer erst durch Gegenbeweise oder Zeugen überführt werden. Weidmann hatte im Verlauf der Verhandlung erklärt, daß zwischen ihm und Million völlige Klarheit darüber bestanden habe, daß die Villa La Voulzie nicht etwa zur Eröffnung eines Schönheit^ institutes gemietet werden solle, sondern um nach amerikanischer Gangsterart Menschenentführungen zu organisieren und dann Lösegelder zu erpressen^ Ein Raum der Villa wurde auch entsprechend „ver, schlußsicher" eingerichtet. Prinzen-hochzeil in Kairo. In Kairo fant) am Mittwoch die Hochzeit des iranischen Kronprinzen mit der Schwester des ägyptischen Königs, Prinzessin F awzia, statt. Den Heiratsvertrag unterzeichnete König K u r a k für seine Schwester. Der Ehevertrag ist von Scheit el Maraghi, dem Rektor der berühmten arabischen Ahzar-Hochschule, ausgefertigt worden. Der eigentlichen Hochzeitszeremonie, die sich in schlichten Formen abspielte, wohnten etwa hundert geladene Gäste bei. Kairo zeigte sich in reichem Flaggen- und Girlandenschmuck. Zehntausende waren aus der ägyptischen Provinz nach Kairo gekommen, um dort den Volksfesten beizuwohnen, die aus Anlaß der Hochzeit veranstaltet werden. Wetterbericht Die lebhafte Nordströmung hält auch weiterhin an. Die dadurch nach Deutschland verfrachteten Kaltluftmassen führen zu wechselhafter Bewölkung und einzelnen Schneeschauern. Ueber den Nordattantik besteht die Wirbeltätigkeit fort und bringt im Zuge der Nordströmung einzelne Störungen nach Mitteleuropa, wodurch das unbeständige und meist kühle Wetter anhalten wird. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr fyins Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II. 39: 10 631. Druck und Verlag: Brühlsche Umversituis- druckerei R. Lange, K-G, sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Psi Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. rn Hk. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. Septembe» 1937 gültig. bei gut. Monatslohn für sofort gesucht. Legitimationskarte erforderlich. 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Dadurch haben nicht nur die Krankenräume aller Art, sondern auch die Arbeitszimmer, die Korridore und das Treppenhaus, vor allem auch die Eingangshalle eine so glückliche Ausgestaltung erfahren, daß man von einem nach jeder Richtung hin in bester Weise gestalteten Bau sprechen kann. Daß die Operationssäle und alle übrigen Behandlungsräume mit den neuzeitlichsten Errungenschaften der ärztlichen Wissenschaft und der Technik ausgestaltet sind, versteht sich von selbst. Auch hier wird der Besucher den Eindruck gewinnen, daß im Standortlazarett Gießen für unsere kranken Soldaten nach jeder Richtung hin die beste Behand- lungsmöqlichkeit getroffen ist. Der Kapellenbau enthält einen Aufbewahrungsraum für Tote, der in würdiger künstlerischer Weise ausgestattet ist, ferner einen modernen SektionsLeistung nichts vom Gefühlswert und der Verinnerlichung des Ausdrucks nimmt, ohne welche die Rolle der Nanon ihren Charakter verlieren würde. Den Charles in zwiefacher Gestalt, als Tambour und dann als Marquis, gibt Johannes Heesters, der Kavalier zwischen Nanon und Ninon, und man muß sagen, daß er sich der eigentlich recht fatalen Aufgabe bie unb bi; ’btt t des r des . Den k für eik el ischen igent- )rmcn e bei. ürlan- iischen Volks, ochzeit eu(e Mm 5on> und Le. ver, igen ube. ihn rischen Troubadourstimme machen zwei ergötzliche Lustspielsiguren. — Alois Melichar, in vielen Gesangsfilmen bewährt, schrieb die Musik. — (Ufa.) Dazu die neue Wochenschau, ein kurzes Lustspiel und ein Kulturfilm „Durch Glas zum Licht". Hans Thyriot. Hase und ibelt, Vb. bett visser nmer wer. ’lunq Klar- i La heits- nach mgen essen, „ver. Kammersängerin Erna Sack als Nanon Patin. (Aufnahme: Ufa.) mit Haltung und übrigens erfreulicher gesanglicher Frische entledigt. Mnon, die berühmte Ninon de Lenclos (in ihr Vorzimmer sollen sich die Kavaliere noch gedrängt haben, als sie schon 90 Jahre alt war, aber das dürfte doch eine galante Uebertreibung sein) ist Dagny Servaes: eine sehr scharmante und amou- reuse Dame. Otto Gebühr gibt den Moliöre lebendig und menschlich-verständnisvoll, Karl Paryla den noch jugendlichen und gar nicht absolutistischen König. Oskar Sima als Polizeipräfekt und Kurt Meise! als lächerlicher Liebhaber Hector mit einer ganz wiene- sich im ersten Stock des Zwischenblocks auf der westlichen Seite die Operationsräume, auf der Ost- seite modern eingerichtete Laboratorien und die Röntgenräume. Das Lazarett ist für rund 250 Betten vorgesehen. Im ersten Stock des Zwischenblocks befindet sich auch ein F e i e r r a u m, der in seiner Innengestaltung mit wunderbarer Wandmalerei von Oskar Martin, Amorbachs und mit entsprechend gestaltetem Gestühl einen sehr würdigen Eindruck macht. In dem Gesamtbau kommt auch die Kunst mit Skulpturen, Fresken und feingestalteten Schmiedeeisenarbeiten wirkungsvoll zur Geltung. In künstlerischer Weise sind auch die Veranden ausgestaltet. Ein Rundgang, den wir in Begleitung des Leiters des Lazaretts, Oberfeldarzt Dr. Strenger, durch den großen Bau machten, hinterläßt bei dem Besucher den besten Eindruck. Ueberall kann man die Links: Einer der auf das modernste ausgestatteten Operationsräume. — Rechts: Ein Blick in die musterhaft eingerichtete Apotheke. (Aufnahmen |4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) \ jutteen: in der Maske eines Tambours hat er sich, »Vnjg edelmännisch, Nanon um einer schnöden Wette tMlin genähert. Als dieser falsche Charles wegen e u.ei: vom König verbotenen Duells verhaftet wird, 13n it der Betrug ans Licht, und das galante Spiel Hic e wahrscheinlich sehr wenig komödienhaft enden, ntrt: nicht der große Dichter und Menschenkenner TBllere und der kluge und gnädige König auf so u • rrbr aschende wie liebenswürdige Weife eine ver- i" if' s iln nde und im Sinne des Lustspielausganges beuge. Blum« Wer: njriot; (?rn[t 'liier. ■ ben 1.39: Mr» W1 K A mefit 15 T Prcif Das Südviertel von Gießen hat in den letzten D'hren eine außerordentlich schnelle bauliche Ent- KLklung erfahren. Eine Anzahl neuer Wohnstraßen ffi dort als wertvoller Zuwachs zur Stadt zu ver- Zcrhnen. Das für diesen Stadtteil aber bestimmende Dsrkmal ist der Neubau des großen, monumentale- Standortlazaretts Gießen. Es bildet n seiner schlichten, vornehmen Bauart eine Zierde di ser Stadtgegend, zugleich auch eine wertvolle Be- recherung für die zahlreichen Bauten des sog. Kli- ilwiertels. Der räumlich weit ausgreifende Bau ist nach dem ÄDcksystem errichtet worden. In der Mitte steht, b-Herrschend für die Gesamtheit des Lazaretts, das 5)iuptgebäude. Daneben befindet sich nach Osten zu d:s Wirtschaftsgebäude, weiterhin sieht man dort d:- Beamtenhaus mit den Wohnungen für den C^farzt und für zwei Lazarettbeamte. Auf der an- i)CH?n Seite des Hauptgebäudes, also nach Westen, ist das Gebäude der Lazarettwäscherei errichtet, ferne haben dort der Kapellenbau und die Großgarage ihL-n Platz. Das Hauptgebäude ist aufgegliedert in eine Kran- gifenabteilung, eine Wohnabteilung, eine Unter- srt-ungsabteilung und die Berwaltungsabteilung. In fcen Hauptbau sind eine Innere Station, eine Bhnfcere Station und Abteilungen für Haut-, Ohren-, Men-, Halskranke vorhanden. Ferner find hier vier Äl onderungsabteilungen vorhanden, davon zwei ff urgifche und zwei für innere Krankheiten Im '^iirterre des Hauptgebäudes befindet sich auf der rieten Seite die Verwaltungsabteilung. Links ist dieBäderabteilung eingerichtet, die etwa 20 moderne ned izinische Bäder der verschiedensten Art enthält. Lutzerdem befinden sich auf den einzelnen Stationen noco besondere Bäderabteilungen. Im Ostblock befin- d-I sich im Parterre und im ersten Stock die In- |ei* Abteilung, der Westblock enthält, ebenfalls im Ea- terre und im ersten Stock die Aeußere- Abteilung, ön zweiten Stock des Ostblocks ist die Abteilung für Ohsen-, Nasen- und Halskranke, im zweiten Stock de; Westblocks ist die Abteilung für Hautkranke ein» »lichtet. In dem Zwischenblock, der sich zwischen )er Ost- und Westblock befindet, ist im Parterre ein Apotheke im modernsten Stil eingerichtet, die »or einem aktiven Stabsapotheker geleitet wird, im bfl n Stock des Zwischenblocks befinden sich Schwe- — Rechts: Großartige Linienführung zeichnet den Lazarettbau aus. Die Südseite nach dem Park zu. Erna Gack als Nanon. Gloria-Palast. „Dlanon" ist ein galantes, musikalisches Abenteuer l i-jibent Jahre 1680, spielend in und bei Paris unter Dm König Ludwig XIV. Die Hauptperson ist Nanon jili.n, die junge Wirtin der Schenke „Zum goldenen !»rum". Das „Goldene Lamm" erfreut sich des regen »Inches der elegantesten Kavaliere, die alle Nanon ii hwärmen wegen ihres zauberhaften Gesanges, btiijie ihren Gästen heiter und kostenlos zum Besten ljil Nanon hat natürlich auch zahlreiche Bewerber, i il?/ ihre Liebe gehört allein dem stattlichen königlichen !ßir bour Charles Grignan. Durch einen dummen , «s::ll stellt sich aber eines Tages heraus, daß es i I im Tambour Charles gar nicht gibt; den hat ein i Adliger, der Marquis Charles d'Aubignö er- Glandortlazarett Gießen. Moderner Zweckbau mit drei großen Hauptblocks. — Besuch des „Gießener Anzeigers" in dem Lazarett. raum und ein pathologisches Laboratorium. Die Wäscherei ist im Parterre mit allen neuzeitlichen Wascheinrichtungen versehen, im ersten Stock befindet sich ein großer Plätt- und Bügelraum. Ferner sind in diesem Bau zwei Wohnungen für einen Sanitäts-Hauptfeldwebel und einen Oberheizer geschaffen worden. Im Wirtschaftsgebäude ist im Parterre die Großküche mit allen neuzeitlichen Einrichtungen eingerichtet, wobei Gas und Wasserdampf für den Betrieb nutzbar gemacht werden. Im ersten Stock des Wirtschaftsgebäudes befinden sich die schön ausgestalteten Speiseräume für das Samtäts- Unterpersonal und für die Sanitätsschüler, ferner eine moderne Kantine und eine Familienwohnung für den Maschinenmeister. Zu dem Standortlazarett gehört auch eine Sanitätsschule, die, ebenso wie das Lazarett, unter der Leitung des Chefarztes, Oberfeldarzt Dr. Strenger, steht. In der Sanitätsschule werden die Soldaten, die sich nach einjähriger Dienstzeit bei der Truppe freiwillig zum Sanitätsdienst der Truppe melden, für diesen militärischen Dienstzweiq ausgebildet. An der Südseite des großen GebäudeLomplexes wird ein Lazarettpark geschaffen, der von den Krankenzimmern und von den Veranden bzw. Liegehallen aus unmittelbar erreicht werden kann. Die Sochschulnackrichten. Der nb. ao. Professor Dr. Wolfgang Finkelnburg, Darmstadt, wurde beauftragt, in der Abteilung für Bauingenieurmesen und für Mathematik und Naturwissenschaften der Technischen Hochschule Darmstadt die Physik für Bauingenieure in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. An der Universität Marburg wurde der Direktor des Instituts für Leibesübungen, Oberregierungsrat Dr. Möckelmann, beauftragt, vom Sommersemester 1939 ab in der Philosophischen Fakultät die Psychologie und Pädagogik der Leibesübungen in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. - Don den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden: Professor Dr. Franz K ü l b s , Ordinarius für Innere Medizin an der Universität Köln (auf feinen Antrag), und Professor Dr. Friedrich Berk- n er, Ordinarius für landwirtschaftlichen Pflanzenbau an der Universität Bresllau (wegen Erreichung der Altersgrenze). Innerhalb der Reichsfachgruppe Wirtschaftswissenschaften sind einige Untergruppen gebildet worden, die einheitlich von der Hauptstelle Rechts, und Wirtschaftswissenschaften in der Reichsdozentenführung betreut werden. Der Reichsdozentenführer hat bisher folgende Parteigenossen zu Mitarbeitern der Reichsdozentenführung ernannt: Den Gaudozentenbundsführer Professor Arthur S ch ii r m a n n (Göttingen) zum Beauftragten der Reichsfachgruppe Wirtschaftswissenschaften: zu weiteren Reichsfach- beratern wurden die Professoren Dr. Klaus Wilhelm Rath (Göttingen) und Dr. Walter Thomtz (Heidelberg) bestimmt. 5 rhol^ hl. tiinßl all i' M y Oie schwarze Katze und der Neumond Heber allerhand Aberglauben, der auch in England noch im Schwange ist, macht sich Cecile Lu- vigne in einer anmutigen Plauderei lustig, die in der „Daily Mail" veröffentlicht wird. „Die meisten schielenden Männer, die ich auf der Straße treffe", so schreibt sie, „müssen denken, ich sei verrückt oder hätte mich beim ersten Blick toll m sie verliebt. Was sollen sie sonst von einer Frau denken, die still auf der Straße dahingeht, plötzlich aber auffährt und sie anstarrt, als sie einen vollen Gegenblick bekommen hat! Nein, ich bin weder verrückt, noch verliebt auf den ersten Blick in alle schielenden Männer! Ich bin nur abergläubisch, und man sagt, daß es Frauen Glück bringt, den Blick eines schielenden Mannes zu bekommen. Vernünftige Leute können natürlich mit ihrer ganzen Alltagsweisheit auf unfereinen herabsehen, aber es entgeht ihnen doch eine große Sache. Ich liebe die Vorstellung, daß irgendein kindischer kleiner Ritus von mir die bösen Kräfte, die sich grabe gegen meine Person zusammenziehen, ablenken können. So werfe ich zum Beispiel fast automatisch, wenn ich bei Salznehmen etwas verschüttet habe, es dreimal über meine Schulter. Dann fühle ich mich beruhigt. Der neue Mond spielt eine große Rolle bei uns Abergläubischen. Wenn du ihn nicht durch Glas siehst, verbeuge dich dreimal und fasse dein Geld an Es wird ein glücklicher Monat für dich werden. Siehst du ihn aber durch Glas, so weiß der Himmel, was dir zustoßen wird! Natürlich darfst du nicht betrügen, indem du nach dem Datum siehst und abends ausgehst, um adf den neuen Mond zu warten. Er muß dich überraschen. Allerdings, ich habe auch schon, schlechte Monate gehabt, wenn ich ihn nicht durch Glas gesehen habe. Dann tröste ich mich damit, daß, wenn ich ihn durch Glas gesehen hätte, der Monat noch viel schlechter geworden wäre. Ich erinnere mich, daß ich einmal mitten auf der überfüllten Oxford Street stillstand, ganz glücklich in den Himmel starrte und mich dreimal vor einer schmalen Sichel dort oben verneigte. In diesem Augenblick ging ein Taschendieb mit meiner Handtasche davon; aber an diese Angelegenheit denke ich wie an die Ausnahme, die die Regel betätigt. s, typebenb. Sie steigert bas lockere, improvisatorische im Kostüm des französischen 17. Jahrhunderts kli«ll»risch zum Rang einer großen Oper; ihre Ge- scins.eistung ist bei jeder neuen Begegnung aufs N1M AU bestaunen: ihr Sopran erhebt sich, in perlene« Koloraturen, ohne an Hülle und blühendem <8zu verlieren, anscheinend vollkommen mühelos ziUirwahrscheinlicher Höhe. Das kleine Duett mit der F ül. ist ein Meisterstück und schon atemtechnisch be- ivmiiizrndwert; es bedarf kaum der Betonung, daß fvW Virtuosität der Stimmführung der gesanglichen sternwohmmgen, im zweiten Stock Offiziers-Speisezimmer, Schwesternspeisezimmer und ein Aerzte- Beratungszimmer. Ferner sind hier Wohnungen für unverheiratete Aerzte und Unterfünfte für Sani- tät&bienftgrabe und Sanitätsschüler vorhanden. Das Lazarett ist an seiner Südseite mit zahlreichen Krankenzimmern, Veranden und Liegehallen ausgestattet. Die Südseite des großen Baues ist für diesen Zweck gewählt worden, weil hier die heilende und wohltuende Einwirkung der Sonne am besten für die Patienten nutzbar gemacht werden kann. Von den Krankenzimmern aus kann yian direkt auf die Veranden bzw. in die Liegehallen gelangen, und Zwar find die Böden der Krankenzimmer und der Veranden bzw. Liegehallen in gleicher Ebene angelegt, damit die Betten der Patienten an schönen Sommertagen herausgeschoben werden können. Auf der gegenüberliegenden Seite des Baues befinden f ttb.genbe Lösung herbeiführten. : bt Spielleiter Herbert Maisch hat aus dem Dreh- bich von Georg Zoch und Eberhard Keindorsf ein roßes, übrigens auch kulturhistorisch reizvolles und Paradestück entwickelt: mit einem erheblich: Aufwande an Ausstattung, Architektur und pdcinn, an Stegreif-Theater und Ballett, mit einer 9 Btin Komparserie ... und alles das in einem Stil, be iir die Historienstücke der Ufa schon Tradition Doch ich bin fähig, ganz gleichgültig der Enttäuschung entgegenzusehen, die angeblich dem Anblick eines Fuders Heu folgen soll, da ich nie sicher bin, ob es wirklich Heu war ober Stroh — sage es mir bitte nicht, ich ziehe vor, es nicht zu wissen. Aber ich weigere mich, jemanben brei Zigaretten mit einem Streichholz anzünben zu lassen, wenn ich einer-üon den dreien bin. Wahrscheinlich haben die Streichholzfabrikanten das erfunden. Um so bester für fiel Das Hübscheste am Aberglauben ist ja gerade, daß man ihm zustimmen kann oder nicht, Sanz wie es einem beliebt. Ich würde niemals pale tragen, ich kreuze meine Finger, wenn ich jemanden auf der Treppe begegne, und ich kehre um, wenn mir eine schwarze Katze über den Weg läuft. Aber weil das Haus mir gefiel, wohne ich Nr. 13, und weil es mir am besten steht, trage ich immer Grün. Klopfe dreimal unter den Tisch!" B. ' getuben ist. W'Lwl \xv. Mittelpunkte dieses bedeutenden szenischen MM' Llpnirates steht die Kammersängerin Erna Sack in xn NjL de Swlle der Nanon Patin: sie erweist sich als Schau- WJn von natürlichem Geschmack und heiter be- t ifü? v sichern Temperament; aber das ist hier nicht aus- '5SS* f« -gebend. Sie steigert das lockere, improvisatorische V '»!„ im ©nffiim hp<2 frnMiöiiichen 17. Jahrhunderts DMA •ww - Ein denkwürdiger Tag der Freude. Großer Fackelzug und Kundgebung von Partei und Wehrmacht in Gießen. Herrichtung dieses Parks ist gegenwärtig im Gange. Der Park wird einen ebenso glücklichen Abschluß bilden, wie die Front des Monumentalbaues einen baukünstlerisch hervorragend eindrucksvollen Anblick bietet. Aus der Stadt Gießen. Von Störchen und Storchennestern. Die Störche im Süden rüsten bereits zur Rückreise nach der deutschen Heimat. In den Monaten März und April treffen die langbeinigen Gesellen in ihren nördlichen Sommerwohborten ein. Da freut sich jeder Bauer, wenn er den Bogel wieder auf dem Dachfirst stehen sieht. Nach altem Volks- glauben ist der Storch ein Segen- und Glücksbringer. Zahllos sind die Sagen und Märchen, in denen der Storch eine Rolle spielt. In Oldenburg sagt man: Sieht man den Storch im Frühjahr zuerst fliegen, so ist man im laufenden Jahr ein fleißiger Mann. Sieht man ihn zuerst in der Wiese stehen, so ist man im ganzen Jahr ein „Stehimwege". Schier zahllos sind die Sprüche und Verse, die die Kinder vom Storch kennen. Ein altes niederdeutsches Rätsel lautet: „Hebbt ji nid) sehn bat grote Ding, bat güstern abend up ben Karkhoff ging? Robe Strümp und lange Been, Soon Ding hebb ick min Läw nich sehn." Dazu kommen die vielen Reime, die den Storck) um einen Bruder oder eine Schwester bitten. Das Storchennest darf nicht berührt werden. Nur in Ausnahmefällen gewöhnt sich der Storch an Neuerungen. In Ollen (Stedingen) mußte eine Scheune, auf der ein Storchennest ruhte, erneuert werden. Der Besitzer errichtete auf einer Eiche ein künstliches Nest und brachte die jungen Störche behutsam in einem Korb hinüber. Die Altstörche gingen tat- sächlich mit in das neue Nest und betrachteten dieses fortan als ihr Heim. Dagegen genügte schon die Anlegung eines Blitzableiters, um die Störche für immer zu verscheuchen. Die Störche leisten dem Bauern durch die Vertilgung von Mäusen wertvolle Dienste. Rund 140 Tage halten sich die Störche alljährlich bei uns auf. Ende August verlassen sie ihre Sommerheimat und fliegen wieder gen Süden. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Nanon". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht der Entscheidung. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Beflaggung bis auf weiteres. DNB. Der Reichsminister des Innern gibt bekannt: Das Ende der mit meiner Anordnung vom 15. März d. I. verfügten Beflaggung der Dienstgebäude der staatlichen und kommunalen Verwaltungen und der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts wird besonders bekanntgegeben werden. »Tag der Wehrmacht* wird in vollem Umfange durchgeführt. DNB. Die Veranstaltungen aus Anlaß des „Tages der Wehrmacht" werden, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, in vollem Umfange durchgeführt werden, soweit nicht im Einzelfalle örtliche Aenderungen erforderlich sind. Postnummer und Leitstelle angeben. Briefe an die deutschen Soldaten in Böhmen und Mahren. — Borläufig keine Päckchen und Pakete. DNB. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt, daß die Postanstalten der Deutschen Reichspost Pakete und Päckchen an Soldaten, die mit ihren Truppen nach Böhmen und Mähren eingerückt sind, bis auf weiteres zur Beförderung nicht annehmen und daß Briefe nur befördert werden können, wenn neben der Postnummer noch die dazugehörige Postleitstelle angegeben ist. Um die Post nicht unnötig zu belasten, wird die Bevölkerung gebeten, diese Bestimmung zu beachten. Der Einmarsch unserer Truppen in Böhmen und Mähren löste in allen Kreisen der Gießener Be- völkerung größte Begeisterung aus. Don den frühen Morgenstunden des gestrigen Mittwoch an standen vor den Nachrichten-Aushängen an unserm Geschäftshaus ununterbrochen große Scharen von Volksgenossen, die mit Eifer und mit frohen Mienen die Kundgebungen des Führers an das deutsche Volk und an die Wehrmacht, sowie die Meldungen über ben Vormarsch unserer Truppen lasen. Die Rundfunkapparate in den Wohnungen hatten Großbetrieb. Und auf ben Straßen hörte man überall nur einen Gesprächsstoff: bie großen politischen Ereignisse in ber zusammengebrochenen Tschecho-Slowakei und den Einmarsch unserer Truppen in Böhmen und Mähren. Nach der Aufforderung der Reichsregierung wm Flaggen zeigten die Straßen der Stadt im Handumdrehen das gewohnte festliche Bild eines überaus reichlichen Fahnenschmucks. Damit gab unsere Bevölkerung ebenfalls ihrer freudigen Anteilnahme an dem großen s dü= tischen Ereignis Ausdruck. Großer Fackelzug. Am gestrigen Spätnachmittag gab die Kreisleitung bekannt, daß sich am Abend alle Volksgenossen im Anschluß an einen Fackelzug der Partei und der Auf dem Hofe der Zeughauskaserne war ber Große Zapfenstreich des J.-R. 116 aufmarschiert. Ihm gegenüber nahmen bie Formationen der Bewegung mit ihren Standarten und Fcchnen Aufstellung. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge füllte den Platz so dicht aus, daß die aufmarschier- ten Einheiten auf engen Raum zusammenrücken mußten, damit für alle Platz geschaffen wurde. Hunderte von Fackeln und große Scheinwerfer der Wehrmacht gaben dem denkwürdigen Aufmarsch eine eindrucksvolle Note. Nachdem der Regiments- Adjutant, Hauptmann Breithaupt, dem Standortältesten, Generalleutnant von A p e l l, den Großen Zapfenstreich der Wehrmacht und SA.- Standartenführer Lutter dem Kreisleiter Backhaus die Formationen der Bewegung zur Stelle gemeldet hatten, folgte die Ansprache des Kreisleiters Backhaus über das neue weltgeschichtliche Geschehen dieser Tage. Einleitend erinnerte ber Kreisleiter an die unvergeßlichen Tage des März 1938, als der Führer die deutsche Ostmark in das Mutterreich heimholte. Und nur ein Jahr später erlebe unser Volk wieder eine weltgeschichtliche Großtat unseres Führers. In dieser Stunde sei ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des deutschen Volkes angebracht. Der Kreisleiter erinnerte daran, daß der Ost- raum, der jetzt wieder im Vordergründe des Interesses stehe, vielen der zu dieser Feierstunde aufmarschierten Männer aus der Zeit des großen Krieges bekannt fei, denn damals hätten sie bei den siegreichen Vormärschen unserer ruhmreichen alten Armee die Weite und die Siedlungsmöglichkeiten im Osten selbst kennengelernt. Wenn heute unsere Truppen in Böhmen und in Mähren einmarschieren, dann müßten wir uns darüber klar fein, daß einst der ganze Osten deutsches Kolonisationsgebiet gewesen sei, das immer wieder von germanischen Menschen gegen die Anstürme fremder Völker verteidigt werden mußte. Oftmals hätten aber auch deutsche Kaiser ihre Aufgabe im Osten als deutschen Lebensraum verkannt und sich unter dem Einfluß der römischen Kirche für fremde Interessen eingesetzt unter Vernachlässigung der deutschen Lebensnotwendigkeiten im Dftraum. Sodann erinnerte der Redner Wehrmacht zu einer großen Kundgebung im Hofe der Zeughauskaserne vereinigen würden. Daraufhin herrschte etwa von 19.30 Uhr ab in den Straßen Massenbetrieb. In der Ludwigstraße, mit ber Spitze an ber Ecke Bleichstraße, hatte sich vor 20 Uhr ber vom Jnf.-Regt. 116 gestellte G r o ß e Zapfenstreich unter Führung bes Regiments-Abjutanten, Hauptmann Breithaupt, zum Marsch durch bie Stadt bereitgestellt, anschließend waren bie Formationen ber Partei und aller Gliederungen und angeschlossenen Verbände in großer Stärke aufmarschiert. Um 20 Uhr setzte sich der Fackelzug, die Zapfenstreich-Formation des J.-R. 116 an der Spitze, anschließend die SA., Politische Leiter, HI., Jungvolk, Sanitätsmannschaft vom Roten Kreuz und zum Schluß die ff in Bewegung. Der Marsch ging durch die von Tausenden von Volksgenossen umsäumten Straßen (Bleichstraße, Hindenburgwall, Neuen Bäue, Neuenweg, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Lindenplatz, Walltorstraße) zum Hofe ber Zeughauskaserne. Es war ein schier enblos langer Zug, der sich unter der schneidigen Marschmusik des Musikkorps des J.-R. 116, bes Musikzugs ber SA.-Standarte 116 und ber Spielmannszüge der HI. und bes Jungvolks burch das starke Spalier der Zufchauermenge zur Zeughauskaserne bewegte. an die unvergänglichen kolonisatorischen unb kulturellen Werke des beutschen Ritterorbens, dessen Spuren in den großen Bauwerken der germanischen Kultur, aber auch an den Befestigungen im Osten noch heute, nach Jahrhunderten, festzustellen seien. U. a. fei hier auch darauf hinzuweifen, daß sich m Prag die erste deutsche Universität befinde, die noch bis auf den heutigen Tag, wenn auch unter schwierigen Verhältnissen, bestehe. Später fei ein großer Teil jenes deutschen Siedlungsgebietes wieder verloren gegangen, weil das deutsche Volk uneinig geworden und feine Machtstellung niedergebrochen fei. Erst Friedrich der Große habe einen großen Teil dieses deutschen Lebensraumes wieder mit dem Schwert zurückgeholt und dann durch feine Bauern- fieblung eine große Kulturtat von unvergänglichem Wert geschaffen. Nach einem kurzen Ueb erb lick über den weiteren Verlauf ber beutschen Geschichte bis zum Enbe des Weltkrieges mit bem Niederbruch Deutschlands und der wahnwitzigen Politik der Westmächte erinnerte der Redner an die Schaffung des Saisonstaates der Tschechoslowakei, die ein Staatsgebilde war, in dem nur reichlich ein Drittel Tschechen wohnten, fast zwei Drittel aber fremde Völkerschaften waren. In diesem Staate lebten unter völligem Mißbrauch bes Selbstbestimmungsrechts der Völker 5 Millionen Tschechen, 3*/z Millionen Deutsche, 2V2 Millionen Slowaken, 730 000 Magyaren, 110 000 Polen, 15000 Rumänen, V2 Million Juden, Zigeuner unb anbere Völkerschaften. Mit diesen Zahlen machte der Redner den Wahnwitz der Männer von Versailles klar, die mit jenem Saisonstaat nur den Zweck verfolgten, im Osten Deutschlands einen ewigen Unruheherd zu schaffen. Jener Wahnwitz habe sich bitter gerächt. Dann stellte ber Kreisleiter den Wiederaufstieg Deutschlands unter der Führung Adolf Hitlers zu einer Weltmacht ersten Ranges in das besondere Blickfeld ber Hörer, demgegenüber stellte er bie Anmaßung und die Frivolität des Benesch-Systems in ber Tscheche! mit feinen brutalen Unterdrückungs- maßnahmen gegen das deutsche Volkstum unter das Urteil ber Versammlung. Jenes Gewaltsyftem nach bem Muster Benesch sei in ben letzten Wochen wie- ber aufgelebt. Gewalttat über Gewalttat sei von ben Tschechen unb Kommunisten gegen die Angehörigen anderen Volkstums, insbesondere aber gegen unsere deutschen Brüder begangen worden. Die Prager Regierung sei schließlich nicht mehr Herr der Lage gewesen. Wie in der größten Not unserem deutschen Volke in Adolf Hitler ein Retter erstanden sei, so habe jetzt auch bie Prager Regierung den Führer um seine Hilfe gebeten. Der Führer habe daher burch den Einmarsch unserer Truppen in Böhmen und Mährön ben Schutz des Deutschen Reiches für unsere dort lebenden Volksgenossen, zugleich auch für das tschechische Volk selbst gegen bas Blut- unb Gewaltregiment kommunistischer Horben gebracht. Unb mit unserer herrlichen Wehrmacht stehe auch hier wieber das ganze deutsche Volk in Treue und Dankbarkeit hinter seinem Führer Adolf Hitler. Oer Zapfenstreich. Anschließend spielte das Musikkorps des J.-R. 116 den Großen Zapfenstreich. Dann brachte Kreisleiter Backhaus das von der riesigen Menschenmenge mit großer Begeisterung ausgebrachte Sieg-Heil am ben Retter unb Führer Deutschlands Adolf Hit. ter aus. Mit dem Gesang der Nationallieder und dem Vorbeimarsch der Wehrmacht und der Formationen der Bewegung vor dem Standortältesten, General, leutnant von Apell, und Kreisleiter Back, haus fand die denkwürdige Kundgebung ihm Abschluß. Durchführung des Lohnsteuerabzuge ab L. April 1939. Wie vom Reichsfinanzministerium mitgeteilt wird, sind die ab 1. April 1939 im Altteichgebiet geltender neuen Lohnsteuerdurchführungsbestimmungen am 10. März 1939 erlassen unb im Reichsgesetzblati veröffentlicht worden. Dazu ist ein Runderlaß bes Reichsministers der Finanzen vom 10. März 193'1 ergangen. In diesem Erlaß sind die wichtigste«« Neuerungen behandelt und die Arbeitgeber darüber unterrichtet, wie die Einstufung der Arbeitnehmer in die ab 1. April 1939 geltenden Steuergruppm I bis IV ber Lohnsteuertabelle vorzunehmen ist. 6s liegt im Interesse aller Arbeitgeber und aller Arbeit' nehmer, sich mit den neuen Bestimmungen alsbald vertraut zu machen und sich darüber zu unterrichten, ob die Steuerkarten 1939 der Gemeindebehörde ober Gießenern körperlich weit überlegen. Der Gießener bem Finanzamt zur Slenberung vorgelegt werden müssen. Solche Aenberungen müssen noch im Mär 1939 herbeigeführt werden. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 16. März. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mart. Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10„ deutsche Eier, Klasse B. 12, C 11%, ausländisch« Kühlhauseier, Klasse A 12, Wirsing, % kg 16,, Weißkraut 12 bis 14, Rotkraut 14 bis 15, Karotteei 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 16, Spinat 30 bis 36,. Unterkohlrabi 8 bis 10, Rosenkohl 25 bis 45, Feldsalat 1,10 Mark, 1/io 14 bis 15 Pf., Tomaten, XA kg; 30 bis 45, Zwiebeln 15 bis 16, Meerrettich 40 bis 70„ Schwarzwurzeln 35 bis 40, Rhabarber 60, Kartoffeln, kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 ke; 3,95 Mark, Aepfel, % kg 35 bis 45 Pf., Blumenkohl., das Stück 30 bis 50, Salat 15 bis 25, Endivien 101 bis 25, Lauch 5 bis 12, Rettich 10 bis 15, Qefferie 10 bis 40, V-2 kg 35 bis 40, Radieschen, das Lundel 15 bis 20 Pf. * * 73 Jahre alt. Am morgigen Freilap,. 17. März, begeht Herr Johannes Hill, Steinstraßr« Nr. 85 wohnhaft, in Frische seinen 73. Geburtstag. Herr Hill ist seit langen Jahren treuer Bezieher de;« Gießener Anzeigers. Wir gratulieren herzlich 3u,r: Geburtstag. * * Vom Theater. Dom Stadttheater Gieße««. Intendant Hermann Schultze-Griesheim, wurden o« andere Bühnen des Reiches verpflichtet: W£ Vollert als 1. Salondame an die Städtische Bühnen, Köln; Eduard C o s s o v e l als 1. Held ff die Städtischen Bühnen, Kiel; Kurt Haars al Große Kundgebung in der Zeughauskaserne. Das Möchm Mm. Homon von Walther Kloepffer. (lopvrlghl bg d) wertvolle Grenzgebiete und wurde in seinem febendraum immer mehr eingeengt. So mußten im Laufe der Jahrhunderte Millionen i n deutschen Menschen in anderen Ländern ihr 5tot suchen und haben oft große Verdienste an der (Entwicklung ihrer neuen Heimat, der sie in selbstloser § ngabe ihre Kräfte widmeten. Von dem Mutterland vAkommen vernachlässigt und vergessen, gingen sie znn Teil im fremden Volkstum auf; zum Teil aber chrten sie bis auf den heutigen Tag einen zähen und ). ferreichen Kampf um die Erhaltung ihres Deutsches gegen eine neidische und gehässige Umwelt. Um r-er 20 Millionen deutscher Volksgenossen handelt es i5 dabei. Ihnen beizustehen in ihrem Ringen um Esche Selbstbehauptung ist unsere heilige Pflicht. Die Organisation, die vom Führer mit dieser völ- lichen Aufgabe betraut wurde, ist der VDA. Älm kommenden Dienstag, 21. März, 20.30 Uhr, spricht in der Aula des Landgraf-Ludwigs-Gymna- strns der VDA.-Bundesredner Willi Balik über ds Thema: „Kampf und Not des Auslandsdeutsch- lims". Balik ist Sudetendeutscher; er war 1932 schon Ksisleiter der sudetendeutschen NSDAP, und wurde cii- solcher, wie so viele deutsche Männer, von den Schechen in den Kerker geworfen, aus dem es ihm 1'34 gelang, ins Reich zu entkommen. Es darf bei fcir heutigen politischen Lage erwartet werden, daß bi- Abend sich eines zahlreichen Besuches erfreuen i nsb. Große Strafkammer Gießen. In der gestrigen Sitzung hatte sich der Fritz Luft aus Lauterbach unter der Anklage von E ttlichkeitsverbrechen in 11 Fällen fiu verantworten. Der Angeklagte hatte minberjäh- rtia Personen, die zum Teil seiner dienstlichen Ob- l)v bzw. seiner Vormundschaft anoertraut waren, i’b r mit denen er bekannt wurde, in strafbarer ife mißbraucht bzw. zu unsittlichen Handlungen resführt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß lbe Oeffentlichkeit statt. Der Angeklagte wurde zu 5 Jahren Zuchthaus, abzüglich 6 Monate nn» 15 Tage Untersuchungshaft, ferner zum Verlust bei bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von acht Sai-ren verurteilt. Sezirksschöffengencht Gießen. Th. in Hungert und R. B. in Gießen wurden bciHuldigt: Th., am 26. Juli 1938 in Gießen an der Ltiußenkreuzung Ebelstraße—Riegelpfad bei einer tjtuiri mit einem Personenkraftwagen die Körper- oenetzung des Erwin Pfeiffer, Weidenhausen, und bei Hermann Müller, Runzhausen, dadurch fahrläs- sig verursacht zu haben, daß er sie mit dem Perso- neiTraftrotigen anfuhr, wobei er die Aufmerksamkeit, iuwer er infolge seines Berufes verpflichtet war, aus kr Augen liefe; B., am 26. Juli 1938 mit einem Jairrab die Ebelstraße in Richtung Riegelpfad belohnen und sich dabei nicht so verhalten zu haben, M er einen anderen nicht schädigen, oder im Ver- M behindern konnte. Er fuhr mit feinem Fahrrad ■in Einbiegen nach links in den Rieaelpfad nicht P weiten Bogen, sondern im engen Bogen. Hier- iui^at er dem durch den Riegelpfad fahrenden Per- Umkraftwagen des Th. nicht das Vorfabrtsrecht nnteeräumt, und er stieß mit dem Auto zusammen. Du Fahrer des Personenkraftwagens wollte den . gusiimmenstoß vermeiden, kam aber durch das '«rille Bremsen auf den Bürgersteig und verletzte iW rch Pfeiffer und Müller. l e Angeklagten bestritten, sich schuldig gemacht aben, wurden aber durch die Beweisaufnahme i ittfsuhrt. ;£"r Vertreter der Anklage beantragte, die An- !1er Erfolg des Geschäftsjahres 1938 übertraf den der Vorjahre beträchtlich. halte schon das Jahr 1937 einen Spareinlagen- Zuwachs von 1,7 Millionen RM. gebracht, fo wurde dieses günstige Ergebnis im Jahre 1938 noch übertroffen. Die Zunahme der Spareinlagen des Berichtsjahres betrug 2,25 Millionen R2N. Sie seht sich aus einem Vareinlagenzuwachs von 1,5 Millionen RM. und einer Zinsgutschrift von 750 000 RM. zusammen. Die Steigerung der Spareinlagen seil 1933 beträgt nunmehr nahezu 9 Millionen RM. Es liegt in dieser Entwicklung des größten Spar- Institutes unserer engeren Heimat einmal die Be- ^ät’Qung der Festigung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zum andern aber auch die sich ständig vertiefende Verbundenheit der Kasse mit allen Kreisen der Bevölkerung. Die aufsteigende Entwicklung des S ch u l s p arme s e n s ergibt ein erfreuliches Bild von dem Sparwillen der Schuljugend, aber auch von der verständnisvollen Mitarbeit der Lehrerschaft an diesem Erziehungswerk. Der Spargiro- und Kontokorrent - Verkehr ist im Berichtsjahr tn feinem Umfang erheblich erweitert worden. An dieser Feststellung ändert sich auch dadurch nichts, daß der Bestand an Kontokorrent - Einlagen mit 3 480130,00 RM. geringfügig hinter dem Endbestand des Vorjahres zurückbleibt. Aber es ist die Anzahl der Konten um 10 Prozent, der Posten des Kontokorrents um 20 Prozent und der Umsatz gar um 25 Prozent angestiegen. Es wird an dieser Entwicklung deutlich, daß die Vorteile des unbaren Zahlungsverkehrs von einem sich ständig vergrößernden Personenkreis in Anspruch genommen werden. Die Organe der Kasse genehmigten im Berichtsjahre über 300 Darlehens - Anträge, von denen der weitaus größte Teil auf die Hypo- theken-Darlehen entfällt; diese fanden überwiegend zur Finanzierung des Wohnungsbaues, aber auch zur Ablösung zinsteurer Hypotheken^Darlehen Verwendung. Die Ausleihung des Jahres 1938 betrug 1,8 Millionen RM., ein Betrag, der zur weiteren Belebung unserer heimischen Wirtschaft Veranlassung gegeben hat. Die Zinsrückstände wurden auf 129 754,00 RM. ermäßigt (im Vorjahre 162 335,00 RM.); in diesem Bettag ist allerdings die Zinsfälligkeit des 31. Dezember 1938 mit 88 426,00 RM. enthalten. Der Wertpapier-Bestand erhöhte sich um 625 587,00 RM. auf 7 437 215,00 RM. Das Wertpapier-Geschäft hat im Vergleich zum Jahre 1937 durch den Wegfall der Umsätze an Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes Deutscher Gemeinden eine Entlastung erfahren. Der in der Bilanz ausgewiesene Wechsel - Bestand liegt mit 64 089,00 RM. unter dem Bestand des Vorjahres. An Zahlungsbereitschaft und Zins- politik hat sich gegenüber den früheren Jahren nichts geändert. Die gesetzlichen Bestimmungen über Bar-Liquidität und Gesamt-Liquidität sind erfüllt; letztere beträgt, gemessen am Gesamt - Einlagenbestand, 35 Prozent. Unter den Soll - Zinssätzen findet der Hypotheken-Zinssatz der Sparkasse von 4,5 Prozent immer wieder besondere Anerkennung in Kreisen der Kundschaft. Die Zugänge des Jahres 1938 an Grundbesitz und Geschäftseinrichtung wurden abgetrieben. In der Bilanz erscheint der Grundbesitz mit 75 000,00 RM. (Vorjahr = 90 000,00 RM). Der Reingewinn ist mit 68 266,74 RM. ausgewiesen und liegt damit etwa 9000,00 RM. über dem des Vorjahres. Nach einem Hinweis auf die Arbeitsleistung der Gefolgschaft im Jahre 1938 und den im Geschäftsbericht niedergelegten Sozial - Bericht wurde auf die Ausgestaltung der Betriebs-Organisation, die für den Ärbeitsablauf erhebliche Verbesserungen gebracht hat, hingewiesen. An diese Ausführungen schloß sich eine Vergleichung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlust- rechnung mit der des Vorjahres an. Es fanden die auch vorstehend geschilderten Veränderungen der einzelnen Bilanz-Positionen Erläuterung, wobei in der Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung auf die günstige Entwicklung der Verwaltungskosten hingewiesen werden konnte^ in der die sachlichen Ausgaben gegen das Vorjahr um mehr als 20 Prozent verringert wurden. Der Jahresabschluß der Bezirkssparkasse nebst Gewinn- und Verlustrechnung, der unter dem 7. Januar 1839 fertiggestellt vorlag, war nach Prüfung durch den Hessischen Sparkassen- und Giro- verband unterm 8. Februar 1939 der uneingeschränkte Prüfungsoermerk erteilt und unter dem 22. Februar 1939 durch den Herrn Reichsstatthalter in Hessen, als obere Aufsichtsbehörde, genehmigt worden. In der gleichen Verfügung wurde dem Verwaltungsrat, dem Vorstand und Direktor die gesetzliche Entlastung erteilt. Der Geschäftsbericht wurde von dem Vortragenden rn.it einem Hinweis auf die enqen Beziehungen zwischen Gemeinden und' Sparkasse abgeschlossen. Diese Beziehungen könnten sich zwar zur Zeit infolge bestehender gesetzlicher Hindernisse nicht so auswirken, wie man es sich auf beiden Seiten wünsche, aber die Pflege des Bewußtseins der Verbundenheit erscheint im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Veränderungen auf diesem Gebiet um sy notwendiger. £anöraf Dr. Loh Stadt und Land und damit im Rahmen unserer Volkswirtschaft überhaupt habe. Eine bewußtt Einstellung auf die übergeordneten Ziele all unserer Tätigkeit stellte er als dringend notwendig hin. Er schloß seine Ausführungen mit einer erneuten Bestätigung der zwischen Sparkasse und Aufsichtsbehörde seit Jahren bestehenden verttauensoollcn Zusammenarbeit. Nachdem von der Mitglieder-Versammlung in Ausführung des zweiten Punktes der Tagesordnung eine formale Umstellung in der Mitgliedschaft zum Verwaltungsrat vorgenommen worden war, sprach der Vorsitzende des Verwattungsrcckes der Bez!^- fparkasse Gießen Oberbürgermeister Ritter kurz zur Versammlung. Er wies darauf hin, wiS sehr all unsere Tättgkeit und das Wirken aller bestehenden Einrichtungen darauf abgestellt sein müsse, im Dienste der großen Ziele unserer Politik zu stehen. Die Notwendigkeit dieser Einstellung wies er gerade am Ablauf des Jahres 1938 eindeutig nach. Er gab, nachdem er der Leitung und der Gefolgschaft für den Einsatz im abgelaufenen Jahr gedankt hatte, der Hoffnung Ausdruck, daß das Jahr 1939 der Sparkasse eine Fortsetzung ihrer stetigen Auf- wärts-Entwicklung bringen wird. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Mit« glieder-Versammlung geschlossen. Aus dem Gießener Handelsregister. In das Gießener Handelsregister wurde eingetragen: Die Firma Gustav Will & Co., Zweigniederlassung Gießen, Hauptniederlassung Wiesbaden- Biebrich. Inhaber der Firma: Gustav Will, Kaufmann, und Käthe Will, geborene Kaub, beide in Wiesbaden-Biebrich. Dem' Kaufmann Shirt. Will in Wiesbaden-Biebrich ist Einzelprokura erteilt. Offene Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1939 begonnen. Zur Vertretung der Gesellschaft ist jeder Gesellschafter einzeln ermächtigt. Bei der Firma Brauerei Jhring-Melchior KG., Lich: Die Bestimmung des Gesellschaftsverttags, daß bei Erwerb, «Veräußerung ober Belastung von Grundstücken sämtliche persönlich haftenden und ge- schäftsführenven Gesellschafter mitzuwirken haben, gilt nicht für die derzeitigen persönlich haftenden Gesellschafter Christoph Jakob Melchior II. und Hans Jhring. Sie find, und zwar jeder für sich allein, auch in diesen Fällen zur Vertretung berechtigt, mit Ausnahme jedoch des Falles der Veräußerung des Geschäfts im Ganzen oder in Teilen. Bei der Firma Otto Göbel, Gießen: Die Firma ist geändert in „Autohof Otto Göbel, Gießen". Erloschen sind die Firmen Karl Zwang, Gießen; Gebrüder Pietz, Gießen; Gustav I. Kahn, Gießen, von Amts wegen gelöscht: Gewerkschaft Weißenburg, Garbenteich. Rhein -Mainische Börse, weiter leichte Befestigungen. Frankfurt a. M., 15. März. Die historischen Ereignisse des heutigen Tages standen auch an der Börse im Mittelpunkt des Interesses. Am Aktienmarkt hat sich die freundliche Haltung verstärkt, das Geschäft bewegte sich aber in weitaus geringeren Bahnen als gestern, da sich das Publikum nur mit kleinen Aufträgen beteiligte, während der Berufshandel keine neuen Käufe tätigte. Im Durchschnitt zogen die Kurse erneut 0,50 bis 1 v. H., teilweise auch leicht darüber an. Sehr ruhig lagen IG. Farben, die mit 149,65 (149,75) kaum behauptet blieben. Am Montanmarkt erhöhten sich Mannesmann auf 109,75 (109), Vereinigte Stahl auf 110 (109,75), Hoesch auf 107,25 (107) und Laurahütte auf 13,75 (13), Deutsche Erdöl gewannen 1,25 v. H. auf 123,25. Von Elektrowerten waren hauptsächlich AEG. befestigt auf 113,75 (112,50). Mehr erhöht lagen außerdem Reichsbank mit 177,75 bis 178,25 (177), Aschaffenburger Zellstoff mit 101,13 bis 102,50 (100,25), Rütgerswerke mit 139 (137,25) und Bem- berg mit 133 (131,50). Der Rentenmarkt lag bei freundlicher Grundtendenz still. Reichsaltbesitz gut erholt auf 130,20 (129,75), dagegen Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,13 (123,25). Im Freiverkehr gingen Kommunal- Umschuldung mit 93,25 und 93,20 und 4 v. H. Rentenbank-Ablösung mit 89 (88,90) um. Pfandbriefe weiter still und unverändert, ebenso Liquidattons- roerte. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig und gehalten, 4V» v. H. Heidelberg 0,50 v. H. fester mit 97. Industrie-Obligationen, meist 5proz., bröckelten leicht ab, Mtttelstahl 100,25 (100,40), Gelsenkirchen Berg 100,13 (100,25), auch 6 v. H. IG. Farben 0,50 v. H. ermäßigt auf 120,75. Im Verlause dauerte das stille Geschäft an, die Haltung blieb aber unverändert freundlich. Vereinzelt traten weitere mäßige Erhöhungen ein. IG. ührte im Anschluß an diesen Bericht aus, daß die erfreuliche Aufwärtsentwicklung der Bezirkssparkasse Gießen in diesem Jahr eine nachhaltige Fortsetzung erfahren habe, die auch für die Zukunft das beste erwarten lasse. Er hob hervor, welche Bedeutung die Tätigkeit der Sparkasse für das Wirtschaftsleben in I „Tag der Erziehung" in Mendorf (Lahn). Der Kreisabschnitt Gießen-Land im NSLB. hielt am gestrigen Mittwoch in Allendorf (Lahn) eine Ganztagung ab, die trotz der ungünstigen Witterung von fast allen Mitgliedern besucht war. In den Vormittagsstunden hielt Lehrer Kimmel, Allendorf (Lahn), nach dem Frühsport und einem Aufmarsch der Schüler, eine Unterrichtsprobe, in der er nach dem neuen Ganzheitsplan vorging. „Ein Volk, ein Reich, ein Führer" war als Thema gestellt. Irr mehrstündigem Unterricht zeigte Lehrer Kimmel, wie unser Deutsches Reich im Laufe der Jahrtausende wuchs und sich gestaltete. Aus der Fülle der Tatsachen, die hier gestreift wurden, seien nur erwähnt: Anfang aus der Germanenzeit, Befreiungskampf unter Hermann dem Cherusker, Karl der Große, Heinrich von Sachsen, Otto der Große, Kampf mit dem Papsttum, Hohenstaufenzeit, Dreißigjähriger Krieg, das Werden des preußischen Staates, die Zeit Napoleons, Bruderkrieg mit Oesterreich, der 70er Krieg, Weltkrieg 1914—1918 und die Gründung des Dritten Reiches. Besonders eingehend wurde dann die neue Zeit, der Umbruch der Nation, aber auch die Ereignisse des letzten Jahres und die der letzten Stunden behandelt. Die Kinder (die drei letzten Jahrgänge) waren mit Eifer und Begeisterung bei der Sache. An Hand von Aufzeichnungen und Karten wurden Einzelheiten erklärt, dabei wurde nie das eigentliche Thema vergessen. Nach einer kurzen Pause folgte bann,— im Anschluß an den Ganzheitsplan — eine Rechenstunde und eine Unterrichtsprobe in Deutsch. Auch hierbei konnten sich die Mitglieder des NSLB. überzeugen, wie stark, lebendig und gegenwartsnah in der Klasse des Herrn Kimmel gearbeitet wurde. Nach der Entlassung der Schüler gab Lehrer Kimmel eine kurze Darstellung über die Art und Weise seines Unterrichts. Nach gemeinsamem Mittagessen (Eintopf) begrüßte Kreisschulrat Nebeling die Mitglieder des Bezirksvereins Gießen-Land und' gab einige geschäftliche Mitteilungen bekannt. In längeren Ausführungen behandelte er darauf die neuen Vorschläge über die Ganzheitspläne und versicherte dabei, daß eine Umstellung zu dieser Unterrichtsweise nur von größtem Vorteil sein werde. Der beste Beweis dafür sei die Unterrichtsprobe von Lehrer Kimmel. Nach der Kaffeepause leitete Rektor Siegfried, Großen-Linden, als Obmann des Bezirks die Verhandlungen. Die letzten Nachrichten vom Rundfunk Wirtschaft. Farben 150 nach 149,65, Vereinigte Sta'hl 110,50 nach 110, Westdeutsche Kaufhof 104,25 nach 103,75, Licht und Kraft 131,75 nach 131 und Reichsbank 178,50 nach 178,25. Bei den später zur Notiz gekommenen Papieren überwogen Besserungen bis 1 v. H, BMW. gewannen 1,50 v. H. auf 148,50. Am Einheitsmarkt war die Entwicklung weiter nicht ganz einheitlich. Abendbörse still aber fest. An der Abendbörse setzten sick) kleine Käufe der Kundschaft fort, so daß an den Aktienmärkten bei allerdings nur kleinem Geschäft überwiegend neue Erhöhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. ein« traten. Stärker gesteigert waren am Elektromarkt Gesfiirel mit 134,50 bis 135 (133,50) und AEG. auf 114,75 (113,75), ebenso befestigten sich Kunstseide Bemberg um 1,50 v. H. auf 134,50 und Holzmann um den gleichen Satz auf 152. JG.-Farben lagen still und mit 150 unverändert. Von Bergbauwerten notierten Buderus mit 104 (103,50), Mannesmann mit 110,65 (110,13), Verein. Stahl mit 110,74 (110,50) und Deutsche Erdöl mit 123,75 (123,50), Hoesch mit uno. 107,25. Autoaktien wurden gefragt, besonders Adlerwerke mit 106,65 (105,75), daneben Daimler 133,50 (133), BMW. 149 (148,50) und von reinen Maschinenwerten stiegen Eßlinqer auf 111 (110,50). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. März. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W9 210, W 11 212, W 12 213, W13 214, W16 217, W 18 219, W 19 221, W 20 223, Roggen R 11 196, R 12 197, R 14 199, R 15 200, R 16 202, R 17 203, R 18 204, R 19 206 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preis« gebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,75, W 16 29,75, W 18 29,75, W 19 29,75, W 20 (Kreis Alzey) 29,75, W 20 (Kreis Worms) 30,10 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 unter den NDtierun- gen. Roggenmehl Typ 997 R 12 22,45, R 19 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlen- ftation. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvoll- tleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 MühlenfeftpreiS ab Mühlenstation. Treber getr. —, Wiesenheu, handelsüblich 5,40, Wiesenau, gut, gesund, trocken 6,40, Kleeheu 7,40 bis 7,80, Luzerneheu, gut, gesund, trocken 7,80 bis 8,20, Weizenstroh, binbfabengepr. ober gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer-- und Gerstenstroh, do. 2,60 bis 2,70 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. März. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1224 Rinder (324 Ochsen, 151 Bullen, 513 Kühe, 238 Färsen), 457 Kälber, 41 Hämmel, 48 Schafe und 488 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 dis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 30 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. — Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe ^mUte^ wurden gehört, und im Anschluß daran wies Rektor Siegfried auf die Bedeutung der Ereignisse hin. Sodann gab er das Wort an Lehrer Faber- Allendorf (Lahn), zu seinem Vortrag: „Die Zurückgewinnung der Ostmark und ihre Bedeutung für das Altreich." In tiefschürfenden Ausführungen ging der Vortragende auf die geschichtlichen Vorgänge der letzten 2000 Jahre ein und schilderte sodann die Zurückgewinnung der Ostmark durch unfern Führer Adolf Hitler. Im zweiten Teil des Vortrages zeigte er, welche Bedeutung gerade die Ostmark für unser deutsches Vaterland hat. Auch auf biü kulturellen Beziehungen wies er ausführlich hin. Seinem Vortrag folgte reicher Beifall. Rektor Siegfried wies sodann in einer Schlußansprache auf unsere Wehrmacht hin. Mit warmen Worten gedachte er der Reichswehr, dem einzigen positiven Ergebnis der Systemzeit, neben dem Aufbau der nationalsozialistischen Partei. Darauf schilderte er mit Begeisterung die Bedeutung unserer Wehrmacht, wie sie als erster Erziehungsfaktor int Dritten Reich von unserm Führer als tragende Säule neben der Partei aufgerichtet wurde. Das bekannte Gedicht von Hch. Lersch „Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen" schloß die ergreifende Ansprache. Mit dem Gesang der Nationallieder endete der zweite Teil der Tagung. Rektor Siegfried dankte Lehrer Kimme,! für dia Vorbereitung und Ausgestaltung des „Tages der Erziehung". Am Abend folgte eine Elternversammlung- die mit Gedichtvorträgen, Gesängen und einer Ansprache von Kreisschulrat Nebeling ausgefüllt war. Unter Mitwirkung der Partei wurde vor allem des heutigen historischen Tages gedacht. Tragischer Tod eines Opernsängers. Lpb. Mainz, 15. März. Unter tragischen Umständen starb in der Nacht zum Dienstag der Heldenbariton des Mainzer Stabttheaters Franz Stephan. Der beliebte Sänger, der schon länger leidend war, hatte noch vor etwa zwei Wochen in Puccinis „Tosca" als Scarpia mrtaewirkt. In der Sterbeszene dieser Rolle wurde der Sänger von einem Herzanfa11 betroffen, dem der im zweiten Jahr in Mainz tätige, erst 37jährige Künstler erlegen ist. an- 2,95 4.50 3.95 Gießen, Neuen weg 11. 01321 5.75 1871*. ■ Illi abschneiden. 1869D Nachlässe 1862 A Leibbinden Bruchbänder Senkfußeinlagen Damen-Blusen .. 3.50 weiß und farbig Damen-Blusen .. 5.75 Sportform Damen