Nr. 189 (Elftes Blatt 189. Jahrgang Dienstag. 15. August 1939 Gichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Prüft und Verlag: vrühlsche Unioerfitätrdruckerei B. tauge in Sieben. Lchristieitung und Seschäftsftelle: Schulftrahe 1 Werlebt?-Portugal! <1 Serfiihrt? Salazar! Auch zwischen verschiedenartigenWirtschastssystemen m; zettweMger Auß :n Die Sammlung tX ft I ti t Ä n fl s- Nl Don unserem A. V.-Korrespondenien. Interpress Copyright*Serid)f. l tiutigen Aufständen führten. Im Zuge dieser tticflimg fyat Salazar eingesehen, daß seine par= finanzielle Vollmacht nur Stückwerk sein ML, wollte er die politische und wirtschaftliche fisllidierung Portugals wirklich durchführen, so 1V- er „Diktator wider Willen", wie man ihn London, 15.Aug. (Europapreß.) Der Londoner Presse ist zu entnehmen, daß auch die Besprechungen der nach Moskau entsandten Militärabordnungen auf Schwierigkeiten stoßen. Der „Daily Telegraph" berichtet, am Montag sei ein Bericht über den Verlauf der Verhandlungen im englischen Außenamt eingegangen. Aus diesem Bericht gehe hervor, daß die Sowjetunion ihre Ansprüche Häher schraube und den Wunsch habe, zu Vereinbarungen für den Fall eines sowjetrussisch-japanischen Konfliktes zu kommen. Die sowjetrussischen Forderungen machten eine größere Derhandlungsfreiheit für die in Moskau verhandelnden Offiziere notwendig. Don gut unterrichteter Seite will der „Daily Telegraph" erfahren haben, daß die militärischen Unterhändler in Moskau umgehend neue Weisungen erhalten würden, damit die Gespräche einen „befriedigenden Verlauf" nehmen könnten. Auch „Paris Dttdi" meldet, Sowjetrußlaüd stelle die Forderung, die vorgesehene Hilfeleistung solle einen völlig automatischen Charakter erhalten. Auch rechne Sowjetrußland in bezug auf den Fernen Osten gegebenenfalls auf Unterstützung Großbritanniens und Frankreichs, wenn auch der Kreml nicht unbedingt darauf bestehe, daß die geplante Militärkonventton auch für den Fernen Osten ausgearbeitet werde. Sowjetrußland for- Englands, selbst über die geheimsten Fragen der Landesverteidigung und trete für eine enge militärische Zusammenarbeit auch mit den Oberkommandos Rumäniens, Polens und der Türkei ein. [r.:. Salazar trat am 27. April 1928 in die kiP-erung Portugals als Finanzminister ein — pU! ist er Premierminister, Finanzminister .a «ü--. ßen- und Kriegsmini- r.. Die Sammlung dieser Aemter in einer Hand ez daß aus dem Finanzreformator P o r t u - Das nationalsozialistische Deutschland muß die Handelspolitik betreiben, die ihm die gegebenen Finanzminister mit Zubilligung unum- qnnfter Vollmachten zu berufen. Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Tert- anzeigen von70mm Brette 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/, mehr. Lrmätztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein* spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- iu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Große Manöver in LlGA. Neuyork erlebt ein ungewohntes militärisches Schauspiel. Neuyork, 14. Aug. (DNB.) In der Nähe von Plattsburg im oberen Teil des Staates Neuyork begannen heute die größten Manöver in der Geschichte der USA. Das Pflaster der Straßen der Stadt Neuyork erdröhnte den ganzen Sonntagmorgen unter dem Schritt von abmarschierenden Truppen der Nationalgarde. An den Manövern nehmen über50000 Mann teil, davon ist etwa die Hälfte Nationalgarde, der Rest reguläre Armee. Das gesamte Straßennetz in der Nähe des Champ- lainsees und des Adirondackgebirges ist gesperrt. Gleichzeitig bezogen 27 000 Mann Truppen Manöverstellungen in Virginia. Presse und Rundfunk suchen durch seitenlange Schilderungen und zahlreiche Rundfunkmeldungen über alle Sender aus den Manövergebieten das Interesse der Zivilbevölkerung an dem Militär, das sonst in Amerika wenig in Erscheinung tritt, wachzurufen. Auszl-L 16 von 3 mit WIK i Aissch :i I lösten fc | 1 rund f- r erheb': rn/en h )en. 2: ift gür \W 'M'1 '■K '’Mij Oie Verhandlungen in Moskau Auch die Militärs stoßen auf Schwierigkeiten. Klare Entscheidung. Don unserer berliner Schriftleitung. Die deutsch-italienischen Besprechungen in Salzburg, die ihren Höhepunkt in dem Empfang des italienischen Außenministers Graf Ciano durch den Führer auf dem Obersalzberg fanden, haben im Ausland größtes Interesse ausgelöst. Man hat sie mit Kommentaren begleitet, die zwar erkennen ließen, mit welcher Aufmerksamkeit man diese Besprechungen verfolgt, die aber ebenso stark jedes Verständnis für das deutsch-italienische Verhältnis und die für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens sich ergebenden Notwendigkeiten vermissen ließen. Ja, im Anschluß an Berchtesgaden hat in der ausländischen Presse ein Rätselraten eingesetzt, wie man es seit langem nicht mehr bei den gewiß nicht phantasielosen Zeitungen der westlichen Demokratien erlebt hat. Aber auch diesmal zeigte sich wieder, daß man draußen noch immer nicht den wahren Charakter des deutsch-italienischen Verhältnisses erkannt hat, dos mit dem 22. Mai 1939 auf die feste Grundlage eines Freundschafts- und Bündnispaktes gestellt wurde. Zur politischen Zusammenarbeit trat die militärische. Sie bildete die Antwort der Achsenmächte auf die englischen Einkreisungsbestrebungen, die bereits am 5. April durch die Aufnahme von Verhandlungen mit Moskau jenen Charakter annehmen, den die Briten und Franzosen anstrebten und schnell zu fördern gedachten. Aber ihr Werk ist bisher über die russische Klippe des Mißtrauens nicht hinausgekommen. Die Entwicklung der gesamteuropäischen Verhältnisse, nicht zuletzt die Ereignisse im Osten machten es nötig, eine Aussprache der maßgebenden Männer Deutschlands und Italiens herbeizuführen. Das Ergebnis dieser Aussprache läßt sich dahin zusammenfassen, daß klare Entscheidungen getroffen sind, allerdings nicht im Sinne unserer Gegenspieler, die von uns geradezu groteske Torheiten erwarten. Die Entscheidungen liegen in der Richtung der Untermauerung des europäischen ten nenfr Ä1 . still inen W 'Ojentlw- WS. ,25 )). e in m Nu smE en# & fl,J’ 26), -Uten f. )aimler' .143. lände^ er * sestE n n rin les Sri«- mbenk. illlW E >5 M Wald , auf b«: Beschs eigen, V ■ ere *■ >X en N1 uch eine kleine Dorf-Gastwirtschaft betrieb. Für En armen begabten Bauernjungen gab es im Portugal um die Iahrhunderwende nur eine einzige st.iale Aufstiegmöglichkeit: er bekam das Stipen- stum für das Printer-Seminar in Vizeu, aber der l-llge Salazar fühlte bald, daß chm zum Priester d eigentliche Berufung fehlte. Die große Leidenschaft Salazars galt von frühe- ft'7 Jugend der konstruktiven Volkswirschaft - mit 27 Jahren bereits übertrug man ihm den Lorstuhl für Nationalökonomie an der berühmten Mversttät Coimbra. Während des Krieges gehörte n.zu den Gründern einer katholischen Zentrums- pctei, 1921 wurde er ins Parlament gewählt — bin er, wohl Rekord in der parlamentarischen Gesuchte, nur einen Tag angehörte. Die Frak- ti-nsverhandlungen dieses einen Tages genügten nämlich diesem Manne, der sich selbst gegenüber Irne Kompromisse kennt, ihn von der praktischen rnnlosigkeit einer parlamentarischen Tätigkeit im bmatigen Portugal zu überzeugen. <0n seinem Studierzimmer in Coimbra erlebte er ir Mai 1926 den Ausbruch der erften nationa - i m Revolution, die aber eigentlich eher ein sc echt durchdachter militärischer Putsch war. Der Trneral Gomez da C o st a, der ihn durchführte, mr zwar ein ausgezeichneter Soldat, aber zur krchführung einer wirklichen Reorganisation fehlte lkii bas staatsmännische Format und vor allem, rr • er selbst zu gab, die wirtschaftliche Uebersicht. klshalb berief er Salazar, der bereits durch einige inlvnalökonomische Zettungsartikel auf sich auf« idrffam gemacht hatte, zum F i n a n z m i n l st e r. Idr sehr widerstrebend sagte Salazar Ja, aber er bcnte nicht daran, fein überragendes Können in ji:rr hoffnungslosen Position sinnlos zu verschleu- lein: er forderte die Stellung eines uneingeschränk- iii „Finanz-Diktators"auf allen staatlichen ßciieten, als man sie ihm nicht einräumen wollte, ^missionierte er nach wenigen Tagen und ver- K1"c^SrrtD*e^er ?Ehr freudig die politische Arena v: Lissabon mit feinem Katheder in Coimbra. . .Skepsis Salazars erwies sich als nur allzu be- ucüigt: der General da Costa war wohl ein Mann, fen eine unfähige Regierung stürzen konnte, aber leiabung und Kräfte reichten nicht für den Wie- ferufbau des Landes Ein blutiger Kommunisten- Sr-tanb erschütterte Portugal, bis schließlich der kräftige kluge und kulttvierte General Car- i'ttcm a das Amt des Staatspräsidenten von Por- W, das er noch heute innehat, übernahm. Eine Nr ersten Handlungen in dem schicksalsschweren BprH 1928 wat es, nunmehr seinerseits Salazar Berlin, 14. August. (DNB.) Zu dem Rückschlag in den deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen erklärte dem Berliner Korrespondenten der „New Jork Times" Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk in einem Interview: „Das Dogma ist der Feind der Wirtschaft", in Deutschland betreiben wir die Wirtschaftspolitik des gesunden Menschenver- standes. Wir tun das, was notwendig ist. Dann tut man auch däs, was richtig ist, und was richtig ist, ist auch g u t." Die politischen Spannungen der vergangenen Monate haben das deutsche Wirtschaftsleben in keiner Weise in seinem starken Rhythmus zu beeinträchtigen vermocht. Auch Boykottmaßnahmen haben unseren Export bisher nicht irgendwie nennenswert getroffen. Unsere Ausfuhr zeigt in den letzten Monaten eine durchaus günstige Entwicklung, ausgenommen allerdings der Han- del mit den Vereinigten Staaten. Der Einfuhrrückgang an amerikanischer Baumwolle und Fett ist ziemlich offensichtlich, Deutschland ist durch die verschiedenen amerikanischen Einfuhrerschwerungen jetzt gezwungen, seinen Baumwoll- und Fettbedarf anderswo zu decken. Man muß sich daran erinnern, daß Deutschland früher mehr als 30 v. H. der amerikanischen Fettausfuhr auf, genommen hat. Heute ist Deutschlands Anteil wenig mehr als 1 v. H. Diese Sage, muß beide Länder immer weiter auseinanderbringen. Deutschland war immer ein besonders gewichtiger Käufer amerikanischer Waren, aber heute kann es nicht mehr einkaufen, als ihm zu exportieren möglich ist." Zu oen Erklärungen des amerikanischen Ministerialdirektor- Grady über den Gegensatz der wirtschaftlichen Prinzipien der liberalen und totalitären Staaten und deren Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen sagte Funk: „Wenn je- man diese Ansicht auf das private Geschäfts- leben anwenden würde, so entstünde daraus ein vollkommener Zusammenbruch der wirt- chaftlichen Betätigung, well der eine Kaufmann auf der Anwendung des Pardmaßes besteht, während fein Kunde das Metermaß verlangt. Die abweichenden Gewichtseinheiten und Maße haben b i s heute noch niemals Käufer und Verkäufer getrennt. In gleicher Weise dürften auch die sog. Gegensätze in den liberalistischen und totalitären Wirtschaftssystemen niemals eine unüberbrückbare Schranke für den Warenaustausch bilden. Deutschland unterhätt zur Zeit nutzbringende und zufriedenstellende Handelsbeziehungen mit vielen Staaten, die von seinem System abweichende Wirtschaftssysteme haben. Sogenannte S y st e m e können niemals für die Beeinflussung der Handelsbeziehungen verantwortlich gemacht werden, denn diese Systeme können so gehandhabt und so organisiert werden, daß sie die Aufrechterhaltung und die Ausdehnung der Handelsbeziehungen ermöglichen. Denn ein großes, ein gewaltiges Programm war es was in seinem „Estado Novo" allmählich Gestalt gewann. Die eigentliche Grundidee der Ver- fassung von 1933 ist in § 5 zu sehen, in dem der portugiesische Staat als eine „korporative" Republik bezeichnet wird. Die absolute Absage an den Parlamentarismus ist ferner ein wesent- "cher Grundzua der Verfassung Salazars. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der direkt vom Volk jeweils für sieben Jahre gewählt wird, aber beliebig oft wiedergewählt werden kann. So wurde z. B. der jetzige Staatspräsident Carmona im Jahre 1935 zum zweiten Mal für weitere sieben Jahre gewählt. Der Präsident ist nur seinen Wählern gegenüber verantwortlich und unabhängig von allen Beschlüssen oder Abstimmungen des Parlaments. Er ernennt den Premierminister und das übrige Kabinett und kann das Parlament beliebig oft auflösen. Diese Machtvollkommenheit ist allerdings nur theoretisch, da alle Maßnahmen des Präsidenten zur Rechtsgültigkeit die Gegenzeichnung des Pre - mierminifters erfordern, so daß sich in dieser Stellung praktisch die Macht konzentriert — und das ist also Dr. Salazar. Parteien kennt Portugal so wenig wie andere autoritäre Staaten. Für die Parlamentswahlen wird von der Regierung nur eine Liste auf- gestellt, die die Namen von 90 Deputierten umfaßt. Dem Namen nach ist das Parlament eine gesetzgebende Versammlung, in Wirklichkeit eine beratende Kammer, da nach der Verfassung seine Beschlüsse die sonst üblichen parlamentarischen Konsequenzen nicht haben. Die Schwerkraft verlagert sich immer mehr auf die korporative Kammer. Das ,Lvrpvrationsstatut" regelt das Wirtschaftsleben, die Beziehungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in muß her Warenaustausch gepflegt werden. Reichswirischasisminister Funk über den Rückgang des deutsch-amerikanischen Handels. Salazar und das Wunder seines „Estado Novo". Lissabon, Juni 1939. Portugal steht im Zeichen der Fesllichkeiten des Duplo Centenario", der 200 Jahrfeier seines iJibernen Staates. Während drei große Ausstellun- ttn von den Pioniertaten portugiesischer Koloniltoren, portugiesischem Kulturschaffen und portugie- chem Volkstum künden, wird eine vierte mit be üchttgtem Stolz dem großen Werke des „Estado o v o", des „Neuen Staates" gewidmet sein, das .ortugals Premierminister Antonio de Oliveira i a l a z a r im letzten Jahrzehnt geschaffen hat. Als i^llazar im Jahre 1928, zunächst als Finanzmini- s:r, berufen vom neuen Präsidenten General Car- vona, die .choffnungsloseste Konkursmasse Euro- ps", wie sie die „Times" bezeichnete, übernahm, fitrug die schwebende Schuld Portugals 93 Millio- n n Dollars. Diese Schuld ist heute getilgt, der p rtugiesische Staatshaushalt verzeichnet einen be berschuß von über 51 Millionen Dollar. -Wer ist dieser merkwürdige Mann, dem Portu- sil das phantastische Wunder seiner politischen und iirtschastlichen Wiedergeburt — gegen alle Voraus- 'jgen der Fachleute — zu danken hat? Antonio de !.iioeira Salazar (Salazar ist nach portugiesischer ittte der Name seiner Mutter) wurde 1889 in Alta ’ira, dem bergreichen Mittel-Portugal, als Sohn cimfter Bauern geboren. Die Mutter mußte das f ine Feld bestellen, während der Vater daneben Ä K . dtt E'he jjk,' uer Ä 11, Tie k u uberk holt, mj. l'cher $ L?5 bis; Gebern: rf V n Mbit- )rt noch oorn g?i? ^ifeen i ■ Noch 'nen ax:, gutes c. weiten; i die (fr' ,r Spi([i: ntor. efternl: NN >e hinni? io her ( der Tp: Halbzeit! in. Not st um, i ie M der Cfk noch |r -rschasch Erschetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-vezugrprels: Mit 4 Bellagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: zrankfnrt am Main 11686 Rückgang des deutsch-amerikanischen Handels verantwortlich sind. Das Reich pflegt ausgezeichnete Handelsbeziehungen mit vielen Ländern, die feine Devisenbewirtschaftung haben. Ader die amerikanische Regierung hat jeden vernünftigen Vorschlag für eine Verbesseruna der Beziehungen abge- l e h n t. Unter solchen Bedingungen muß der deutsch- amerikanische Handel noch weiter a b f i n f e n. Wir können nicht nach Amerika liefern und sind auch behindert, von dort zu kaufen. Sogar noch im vergangenen Jahr verzeichneten wir eine sehr beträchtliche Einfuhr aus den Vereinigten Staaten. Damals bezahlten wir in Devisen. Inzwischen ist es uns gelungen, unseren Bedarf in Ländern zu decken, die die Vorteile aus nutzbringenden Handelsbeziehungen höher schätzen, als dogmatischen Phantomen nachzujagen. Funk glaubt, daß eine neue Organisation des zwischenstaatlichen Handels sich entwickeln muß in der Form, daß die verschiedenen Systeme aufeinander abgestimmt werden. Ein solches Vorgehen hält er auch zwischen den Dereinia- t e n Staaten und Deutschland für durchaus möglich, denn es gibt keine Schwierigkeiten, die der Menschenverstand und der gute Wille nicht überwinden könnten. der Landwirtschaft, in der Industrie und im Gewerbe. Das Grundprinzip dieses Statutes bestimmt, daß die gesamte Produktion nur dem Vorteil des ganzen Staates dienen darf. Der Artikel 9 des Statutes hat den Arbeitsfrieden garantiert, er verbietet ebenso Streik wie Aussperrung. Im ganzen Land, bis zum kleinsten Dorf hinunter, hat man bie fogenannten Casas do povo (Dolkshäuser) eingerichtet, in denen die Gemeinschaftsinteressen der verschiedenen Berufsschichten wahrgenommen werden. Die treibende Kraft in dieser ganzen Entwicklung war zum großen Teile die „Uniao Nacional", die Nationale Union, die Salazar im Juni 1930 schuf und die alle umfassen sollte, denen die Sache des Estado Novo am Herzen liegt. Lange hat Salazar gezögert, seiner nationalen Bewegung Sturmtrupps und Milizen nach Art des Nattonalsozialis- mus oder des Faschismus beizugeben. Erst die Ereignisse des spanischen Bürgerkrieges, dessen Wellen in das benachbarte Portugal natürlich hinüber- schlugen, sowie die Arbeit der Komintern in den Jahren 1936 und 1937, die sich bemühte, die kommunistischen Ideen zu neuem .Leben zu erwecken, haben ihn dazu genötigt. Die Salazar - Anhänger sind jetzt zusammengefaßt in der „Portugiesischen Legion". — Von größerer Bedeutung für die Zukunft Portugals ist aber wohl die „Salazar-Iugend", die organisiert ist in der sogenannten „Mocidade Portuguesa". Jeder Junge zwischen 7 und 14 Jahren muß ihr angehören, die Jungen tragen Uniform und mit besonderem <^tolz einen Dolch. Der offizielle Gruß der „Salazar- Iugend" lautet: „Wer soll leben?" „Portugal — Portugal — Portugal!" „Wer soll führen?" „Salazar — Salpzar — Salazar!" Ausgabe dieser Jugend wird es einst sein, das große Wunder, das die Führerpersönlichkeit eines Salazar dem portugiesischen Volke in dem Estado Novo schuf, lebendig zu halten. , ______r______ __________, o-ö_______t dere weiterhin eine enge und ständige Fühlung Berhältnisse vorschreiben. Mit dieser Politik haben! mit den General stöben Frankreichs und Friedens, der den Achsenmächten allein am Aerzen liegt. Es ist selbstverständlich, daß in Salzburg a l l e Fragen der gemeinsamen Politik einer ernsten Prü- fund unterzogen worden sind, daß aus der Klarheit der gemeinsamen Haltung die entsprechenden Folgerungen für das wiederum gemeinsame Handeln gezogen wurden. Denn der unmittelbare Anlaß zu der kritischen und spannungsreichen Soge, in der sich Europa heute wieder befindet, der Wille der deutschen Stadt Danzig nach Heimkehr in das Reich, ist nur ein (wenn auch vordringlicher) Teil eines Systems von Fragen, denen sich die jungen Völker gegenübersehen. Die Heimkehr Danzigs ist allein' eine deutsche Angelegenheit. Es ist die Schuld der Wesrmächte, vor allem Englands, diese einfache und unkomplizierte Sache aus ihrer rein lokalen Bedeutung in das düstere Licht einer allgemeinen Gefahr gerückt zu haben. Die selbstverständliche Lösung darf heute von Polen sabotiert werden, das seinen Widerstand aus keinem Rechtstitel, aus keiner staatlich begründeten Erwägung herleitet, sondern allein aus jenem Freibrief für die Kriegsentfesselung in Europa, den es von England in verantwortungslosester Weise erhalten hat. Die Achsenmächte sehen sich daher nicht allein der brennender Gefahr gegenüber, die das Hinauszögern einer allgemeinen vernünftigen Regeluna im Osten bedeutet, sondern dem Willen der Niederhaltung, den wir mit dem Begriff der Einkreisung bezeichnen. Diesem geschlossenen und bösartigen Willen der Gegensette setzt die Achse ihre restlose Einigkeit in Idee und Tat entgegen, die Unverbrüchlichkeit gemeinsamer Zielsetzung, die Reihenfolge, in der die drängenden Fragen im Sinne der Achse gelöst werden müssen. Daß Danzig in dieser Reihenfolge absolut an erster Stelle steht, bedarf keiner Erwähnung. Danzig ist (und bleibt bis zur Heimkehr in das Reich) das Problem Europas, und kein Querschuß aus London und Paris wird uns und Italien davon abhalten, es zu lösen. England spieli „Krieg um Danzig". In der nordcnglischen Grafschaft Yorkshire liegt am Zusammenfluß des Hüll und des Humber die Stadt Hüll, rund 35 km vom Meere entfernt. Diese weitläufige Aehnlichkeit mit Danzig in der geographischen Lage hat dem englischen Armee-Oberkommando anscheinend die Veranlassung gegeben, jetzt dort oben ein Divisionsmanöoer anzusetzen, bei dem, wie der Manöverplan ausdrücklich besagt, die Rückkehr einer Freien Stadt zu dem rechtmäßigen Mutterlands durch englische Streitkräfte verhindert werden soll. Bezeichnenderweise geht die Manöveridee davon aus, daß im Pseudo-Danzig Hüll ein „Aufstand" ausbricht, und daß dann das Mutterland, zu dem Hüll zurückzukehren wünscht, die Stadt besetzt. Daraufhin bricht England einen Krieg vom Zaun, um die Rückkehr der Freien Stadt mit Gewalt zu verhindern. Der Plan zeigt unverhüllt die nackte Brutalität der englischen Politik und ihrer famosen „Friedensfront". Es kommt nicht auf die Wiedergutmachung eines Unrechtes und schon gar nicht auf das Selbstbestimmungsrecht an, sondern ausschließlich auf die Durchsetzung der rein imperialistischen Interessen Englands! Man darf wohl ohne weiteres annehmen, daß dieser saubere Manöverplan seinen eigentlichen Ursprung weniger im englischen Generalstabsgebäude als vielmehr in der Downingstreet Nr. 10 hat. Kann Gibraltar verteidigt werden? Selbstverständlich ist der Angriff ein Manöverangriff. Aber England hat im westlichen Mittelmeer keine Luftflotte stationiert, und so leisten die französischen Militärflieger aus Marokko den Liebesdienst, Manöverangrisfe auf Gibraltar auszuführen. Zweck der Uebun- gen ist natürlich, die Möglichkeiten einer englischen Verteidigung von Gibraltar zu studieren. Zunächst einmal die wichtigsten Tatsachen: Gibraltar ist das 425 Meter hohe Vorgebirge an der Südspitze von Spanien; die Kronkolonie Gibraltar hat einen Flächenraum von ganzen fünf Quadratkilometer. Die Straße von Gibraltar, die die Nordspitze von Afrika vom europäischen Festlande trennt, ist 14,6 Kilometer breit. Die Engländer haben in Vorübungen bereits festzustellen versucht, ob eine radikale Verdunkelung von Gibraltar genügt, um den Felsen für Angreifer tn der Nacht unsichtbar zu machen. Das ist n i ch t d e r Fall. Auch in mondlosen Nächten hebt sich der Felsen gegen den Lichterschein der spanischen Stadt Algeciras und der nordafrikanischen Stadt Ceuta recht deutlich ab. Die zweite Schwierigkeit liegt aber darin, daß der Flächeninhalt der Kronkolonie Gibraltar nicht mehr als fünf Quadratkilometer beträgt. Fünf Quadratkilometer können bequem in zwei Stunden umschritten werden. Nun weist aber die nationalspanische Zeitung „Arriba" darauf hin, daß ein Teil dieser Kronkolonie rechtlich spanisches Gebiet ist, und zwar gerade jener Teil, der gegenwärtig in einen englischen Flughafen am Fuße des berühmten Felsens verwandelt wird. Vor mehr als 100 Jahren brach nämlich in Gibraltar die Pest aus; auf Ersuchen der englischen Hafenbehörden stellte die spanische Regierung eine sogenannte „neutrale" Zone zur Verfügung und — die Engländer dachten gar nicht mehr daran, diesen Küstenstrich zurückzugeben. Später wurden aus ihm gewerbliche Unternehmen und Fußballplätze angelegt; und jetzt wird aus diesem rechtlich eigentlich spanischen Küstenstreifen ein — englischer Flughafen. Die mißglückte Verdunkelung Die englische Presse nagelt das Versagen der letztwöchigen Verdunkelungsübung in Süostengland mit harten Worten i,st. Run wollen wir bei solchen militärischen Fragen niemals die kluge Bemerkung vergessen, die der Führer in „Mein Kampf" über die englische Methode in diesen Dinaen gemacht hat. Er führt dort aus, daß die englische Propaganda sehr häufig die Dinge viel krasser darstellt, als sie in Wirklichkeit sind, um auf diese Weise das englische Volk aufzuputschen und — möglichst unter dem Anschein der Freiwilligkeit — erhebliche Leistungen aus diesem englischen Volk herauszuholen. Immerhin bleibt interessant, was der Luftfahrtkorrespondent der „Times" über dieses Thema schreibt: „Wie leichtsinnig ein bedrohtes Land sich über feindliche Bomber hinweg- setzen kann, hätte man niemals geglaubt bis zur Morgendämmerung dieses Manövertages. Am gestrigen Abend war es schwer, in der Dämmerung einige Oertlichkeiten herauszufinden; drei Stunden Graf Ciano auf dem Obersalzberg. - Ä >4 , ' Während seiner Verhandlungen mit Reichsaußenminister von Rrbbentrop hatte der italienische Außenminister Graf C i a n o auch zwei Aussprachen m i t d e m F u h r e r auf dem Obersalzberg. Unser Bild zeigt den Führer, Reichsaußenminister von Ribbentrop und Graf Ciano. — (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) „Aus jeden Fall an der Seile Deutschlands." Oie Revision von Versailles Grundlage der Achse. Rom, 14. Aug. (Europapreß.) Zum Abschluß der Besprechungen des Grafen Ciano auf dem Obersalzberg und in Salzburg betont die italienische Presse nochmals die rückhaltlose Verbundenheit mtt Deutschland in allen Fragen, einschließlich der Frage von Danizig. Der „Corriere della Sera" schreibt, Italien werde auf jeden Fall an der Seite Deutschlands stehen. Italien werde seinem Bündnis Ehre machen, das es in voller Freiheit abgeschlossen habe. Es sei zudem in der festen Ueberzeugung zustande gekommen, damit dem Frieden und den eigenen Interessen zu dienen. Die Danziger Frage sei nur eine Seite des umfassenderen Problems, einer Revision der ungerechten Friedensoerträge; diese Verträge trügen die SchiM an der Unruhe in Europa. Die Achse Berlin—Rom finde eine chrer festesten Grundlagen in der Notwendigkeit einer Revision der Friedensoerträge. Im tiefsten Grunde entspringe diese Forde- runa den Wünschen der Völker. „Drei Monate", so erinnert „Tevere" „sind seit der Rede des Duce kaum verstrichen. Sind wir auf dem Wege zum Frieden oder zum Kriege? Dor drei Monaten hat der Vuce diese Frage in Turin aufgeworfen. Er hat gewarnt vor den Knoten in der europäischen Politik und gemahnt, diese Knoten endlich einmal zu lösen. Welchen Gebrauch haben die Demokratien während dieser drei Monate von der Warnung gemacht? Einer der Knoten, die den Lebenspuls Europas stören, heißt Danzig. Danzig ist die deutscheste der deutschen Städte. Und was ist van Seiten der Demokratien geschehen? Man hat den Kopf nach rechts und links gewendet und die verruchte Einkreisungspolitik fortgesetzt, die Seelen vergiftet, das Problem verschärft. Der Knoten Danzig ist groß geworden. Andere, nicht minder gefährliche Knoten für das Leben Europas sind auf dem Wege, gefährlich zu werden". Die Lage sei aber jetzt vollkommen geklärt, bemerkt „Tevere" weiter. Im Ausland könne kein Zweifel mehr über die stählerne Festigkeit der Achse auch in der gegenwärtigen Stunde gehegt werden. Jeder Gedanke der Möalichkeit von Meinungsverschiedenheiten müsse im Ausland nun fallen gelassen werden. Es wäre gefährlich, solche Möglichkeiten in Rechnung zu stellen. — „Messaggero" sagt, Polen vergesse vollkommen, daß es im gleichenRaum mit Deutschland zu leben gezwungen sei, während seine Beziehungen zu den Demokratien nur zeitlich bedingt seien. Vie Achsenmächte, deren totalitäre Freundschaft längst keines Beweises mehr bedürfe, seien jetzt auch zum totalitären Handeln bereit. Deshalb sollte Polen in sich gehen, bevor es zu spät sei. pariser Sorgen. Paris, 15. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Mor-enblätter beschäftigen sich auch am Dienstag fast ausschließlich mit dem Ergebnis der Salzburger und Berchtesgadener Besprechungen und zeigen sich noch pessimistischer als vor 24 Stunden. Die Berliner Berichterstatter der großen Blätter sind auf Grund der Haltung der deutschen Oeffent- lichkeit zu der Ueberzeugung gekommen, daß d i e Achse keiner Entscheidung aus dem Wege gehe. Wie diese Entscheidung aussallen wird, ist ihnen ein Rätsel. Aber daß etwas geschehen wird, daran zweifelt in Paris niemand mehr. Um die öffentliche Meinung hierauf vorzubereiten und vor allem um den Eindruck zu verwischen, daß Frankreich gegebenenfalls gezwungen sein könnte, sich wegen Danzig zu schlagen, erklärt man heute, daß es sich jetzt um d i e Republik Polen und damit um eine Gesamtregelung aller europäischen Fragen, das heißt eine Umwandlung des Status quo handle. Figaro meint, daß man in diesen Tagen der Spannung nach Italien blicken müsse, in der Hoffnung, daß hier die Bremse angesetzt werde, die geeignet sei, „Italien und Europa zu retten". Die Verhandlungspause in Tokio. Vor neuen Anweisungen für Craigie. - Protest der Tschungking-Vegierung in London gegen die Auslieferung der vier Chinesen. Die Tschungking-Regierung hat in London gegen die Auslieferung der chinesischen Terroristen aus der britischen Konzession in Tientsin an die Japaner protestiert. Das Außenamt in Tschungking nennt den britischen Beschluß ungesetzlich und urr so unverständlicher, als von britischer amtlicher Sttllc in Tschungking HU verstehen gegeben worden sei, daß eine Auslieferung nicht erfolgen werde. Die Engländer haben also ihr Versprechen mit Rücksicht auf die Verhandlungen in Tokio gebrochen. „Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, daß England Objekte — Völker oder Länder — verhandelt, die ihm nicht gehören", schreibt die chinesische Presse. Wenn England von Anfang an den Standpunkt vertreten hätte, daß die in der englischen Niederlassung verhafteten Chinesen grundsätzlich an Japan auszuliefern seien, hätte man England allenfalls eine irrige Rechtsauffassung vorwerfen können; jetzt habe England jedoch die vier Chinesen zu einem Handelsobjekt gemacht in der Hoffnung, für ihre Auslieferung eine freundliche Stimmung von Japan einzutauschen. England dürfe sich nicht wundern, wenn es bei derartigen Geschäften die Verachtung der Japaner ernte und bei den Chinesen auch den letzten Rest seines Prestiges verliere. London, 14. Aug. (Europapreß.) Der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert C r a i g i e, hat am Montagabend der japanischen Regierung mitgeteilt, die in Kürze aus London zu erwartenoen Anweisungen würden auch wirtschaftliche Frage n betreffen. Der japanische Bevollmächtigte Kato hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Erörterungen erst bann wieder ausgenommen werden sollen, wenn der Botschafter seine neuen Anweisungen erhalten haben wird. — Sobald in allen Einzelfragen eine Klärung erzielt worden sein wird, wollen die Unterausschüsse zu einer gemeinsamen Sitzung zusammentreten. An dieser Vollsitzung werden auch die Militär- sachverständigen teilnehmen, die nach Tientsin zurückgereist sind. In Tientsin sind Vertreter der in letzter Zeit in Nordchina gebildeten antibritischen Ausschüsse versammelt, um Pläne für die Weiterführung des anttbritischen Feldzuges zu beraten. In der britischen Konzession von Tientsin herrscht nach wie vor eine ftarfe Spannung. Die Behörden haben den Kontrolldienst verstärkt. 200 Mann des britischen Freiwilligenkorps sind angewiesen worden, ständig mit Panzerwagen entlang den Grenzen der brittschen Niederlassung zu patrouillieren. Am Montag begann der dritte Monat der Blockade der englisch-französischen Konzession durch die Japaner. später war die City von London, Westminster (das Parlament) und die großen Fabriken im Osten und Westen von London festzustellen. Die Städte hatten lediglich ihreBeleuchtung verringert; in keinem Falle hatten sie sie ausgeschaltet. Und die Bomber mit ihrer Besatzung von jungen Menschen, welche noch nicht geboren waren, als der letzte Weltkrieg begann, hätten fast alle Zieael zerstört, die ihnen angewiesen waren .Die Erfahrung dieser frühen Morgenstunden scheint noch jetzt zu schlimm zu sein, um wahr zu sein.* Der Vertreter der „Times", der in einem Wellington-Bomber den Angriff auf Südostengland mitmachte, beschreibt den Weg des Flugzeuges aus einem dichten Regengebiet und fährt dann fort: „Die Urlaubsstädte in Kent und Essex leuchteten in Hellem Schein. Wieder einmal waren wir glücklich aus dem Regengebiet heraus und die eisige Trockenheit in 2 000 Meter Höhe ließ unsere Kleider austrocknen. Aber diese Gefühle vergingen, wenn der Beobachter sah, wie wenig von den Scheinwerfern zu fürchten sei. Wir wurden fast von einem Scheinwerfer bei der Bucht von Herne gefaßt. Aber in seiner Eile und Ungeduld ging sein Lichtstrahl an uns vorbei und immer weiter in die Feme. Tiefer in Kent leuchtete ein Scheinwerfer fern von uns. Als wir ein Schiff vor Chatham beobachteten, jagte ein Lichtstrahl hinter uns her, zögerte dann und verlor uns außer Sicht. Ein anderer Scheinwerfer bei Gravesend versuchte uns zu fassen; es mißlang. Der nächste leuchtete senkrecht zu unserem Fluge, und wir turnten um seine Lichtsäule, als ob sie ein Baumstamm gewesen wäre. In diesem Augenblick flog ein Jagdflugzeug mit — wie es den Regeln entspricht — leuchtenden Lichtern 350 Meter unter unserer eigenen Maschine, die abgeblendete Lichter hatte. Wie ich feststellte, hat der Lichterschein (vom Boden her) dem Jagdflugzeug seine leichte Beute (den verdunkelten und höherfliegenden Bomber) entzogen." Kein Wunder, daß in England einiger Katzenjammer über die Verdunkelungsubung herrscht. Sans« zu Sesprechungm in London. DieAbmachrrngen mit der Türkei und Polen. London, 14.Aug. (Europapreß.) Außenminister Lord Halifax kehrte am Montagvorrntttag zu einem mehrtägigen Aufenthalt in die Downingstreet zurück. Hier empfing er den türkischen Botschafter, Dr Tewfik Rüchdi Arras, zu einer längeren Unterredung, die der Formulierung des gegenseitigen englisch-türkischen Beistandsabkommens galt. Die englisch-polnischen Besprechungen zur endgültigen Formulierung des von Ministerpräsident Chamberlain am 31. März verkündeten gegenseitigen Abkommens werden fortgesetzt. Wie der „Star" mitteilt, verlaufen die 23er« Handlungen nicht zur vollen Zufriedenheit Polens. Polen wolle den Vertrag für England verbindlicher gestalten und die Garantieverpflichtung enger ziehen, als dies auf englischer Seite ursprünglich geplant gewesen sei. In dem von dem polnischen Botschafter Raczynski überreichten Paktvorschlag seien bereits entsprechende Aenderungen enthalten. Sie würden zur Zeit von Fachleuten des Foreign Office überprüft. Die Begegnung zwischen dem deutschen und dem italienischen Außenminister in Salzburg und der Besuch des Grafen Ciano beim Führer auf dem Obersalzberg bilden den Hauptgegenstand der Betrachtungen in der Londoner Presse. Die Blätter ergehen sich in Kombinationen und Mutmaßungen über den Inhalt der Besprechungen, ohne aber konkrete Angaben machen zu können. Gerüchten aus Paris, die von Verhandlungsplänen wissen wollen, wird in den Londoner Blättern ein breiter Raum eingeräumt. Uebereinstimmend wird jedoch fest- gestellt, daß die Zusammenkunft der beiden Außen- minifter erneut das Zusammenwirken der Achse in wichtigen außenpolitischen Fragen unterstrichen habe. Gireikdrohung her englischen Eisenbahner. Gefahren für den englischen Fremdenverkehr. London, 14. Aug. (Europapreß.) England wird von einem Streik der Eisenbahnarbeiter und -angestellten bedroht. Es handelt sich um 356 000 Arbeiter und Angestellte, die in der Eisenbahnarbeiter- und in der Lokomotivführergewerkschast organisiert sind. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Direktoren der vier großen englischen Eisenbahngesellschaften entschlossen, die Forderung der Gewerkschaften auf Erhöhung des Mindest, wochenlohnes von 45 auf 50 Schilling abzuleh- n e n unter Hinweis auf die angespannte finanzielle Lage der vier Unternehmen. Die vor wenigen Wochen zugestandene Erhöhung des Mindestlohnes auf 45 Schilling stelle alles dar, was die Gesell, schäften in dieser Beziehung hätten tun können. Von diesem Beschluß wird die Lokomotiofüh« rer - und Heizergewerkschaft nicht berührt. Auch diese Gewerkschaft hatte einen Mindestwochenlohn von fünfzig Schilling gefordert. Ende der Woche werden darüber Verhandlungen ftattfinMi. Man rechnet jedoch auch mit einem Scheitern Besprechungen. Wenn die beiden Gewerkschaften im Falle eines endgültigen Scheiterns aller Einigungsverhandlun- gen ihre Drohungen wahr machen würden, läge in England in etwa 10 Tagen der gesamte Eisen- bcchnverkehr still. Die englische Oeffentlichkeit zeigt sich in Anbetracht dieser Möglichkeit bereits überaus nervös. Dje Presse weist darauf hin, daß in England die große Reifezeit begonnen habe, in der nicht nur die Engländer selbst ihre Ferien auf dem Lande ober an der See zu verbringen pflegen, sondern in der auch der Ausländerzustrom seinen Höhepunkt' erreicht. Ein Streik müsse infolgedessen das englische Fremdenoerkehrsgewerbe empfindlich treffen. polnische Deserteure. Berlin, 14. Aug. (DNB.) Wie wir von maßgebender Stelle erfahren, haben allein im Laufe der letzten vier Wochen 19 7 polnische 2) e fette u r e d i e deutsche Reichsgrenze überschritten. Hervorzuheben dabei ist, daß es sich keineswegs nur um Angehörige der zahlreichen im polnischen Staate lebenden Minderheiten handelt, sondern daß 143davonNationalpolen sind. Den Rekord hierbei hielt das Schützenregiment 11 mit 48 Deserteuren; es folgen das Infanterieregiment 73 mit 40, das Infanterieregiment 75 mit 22 und das Infanterieregiment 74 mit 13 Deserteuren. Die Deserteure gaben als Gründe ihres Ueberlau- fens teilweise schlechte Behandlung durch ihre Vorgesetzten an. Ein großer Teil dieser Soldaten hat jedoch aus sehr ernsten und überlegten Gründen den Entschluß zum Überschreiten der deutschen Grenze gefaßt, um nicht länger einem Regime dienen zu müssen, das bewußt auf den Krieg zusteuert. Es ist auch festgestellt worden, daß einzelne polnische Regimenter wegen allzu zahlreicher Desertierungen und allgemeiner Unzuverlässig' feit aus den polnischen Grenzgebieten wieder ab- transportiert werden mußten. * Auch an der slowakisch-polnisch s" Grenze nördlich von Eadca haben etwa 150 null' tärpflichtige polnische Staatsbürger, darunter malen, Volksdeutsche, Ukrainer, aber bemerkens« werterweise auch polnische Soldaten m Uniform versucht, die Grenze zu überschreiten. Als sie sich bereits auf slowakischem Gebiet befanden, eröffneten die polnischen Grenzwachen auf sie das Feuer. 25 Flüchtlinge wurden hierbei schwer gs' troffen und von den Polen wieder zurück über die Grenze geschafft. Jlcue Lügen des Mörders Grünspan. Paris, 14. August. (DNB.) Der Jude Grünspan, der am 7.11.1938 den deutschen Gesandtschaftsrat vom Rath ermordete, behauptete bei feiner Schlußvernehmung vor dem Untersuchungsrichter jetzt zum erstenmal, daß er den Revolver, nur dem er vom Rath tötete, gar nicht ge 1 aben habe, sondern daß der Händler, der ihm oie Waffe verkaufte, ohne sein Wissen aus Versehen beim Einpacken fünf Kugeln in der Trommel des Revolvers gelassen haben müsse. Grünspan will danm die Mordabsicht ausräumen, er hat jedoch bei feinen früheren Vernehmungen genau geschildert, wie e »en Revolver in der Toilette eines P a - 7i s e r Caf 6 s, das er häufig besuchte, geladen yat. Mllionenschar der Gärtner. In Stuttgart hat eben der Dritte Reichs- i,artenbautag stattgefunden, auf der für den Reichsnährstand Reichsobmann Behrens die Hauptprobleme des privaten und gewerblichen Gar- Dnbaubetriebs besprach. Wir wollen hier nur ein iber zwei Zahlen erwähnen. Im Altreich gab es !933 Kleingärten und landwirtschaftliche Kleinbe- rißbß bis zur Größß von zwei Morgen nicht weniger als: 5 378 463. Wenn auch ein sehr erheblicher '^ßil dieser Betriebe sich sicher als „kleinlandwirt- chaftlich' empfindet, so spielt doch der Gartenbau n allen seinen Zweigen, wie Gemüsebau, Obstzucht, Beerenkultur, eine sehr erhebliche Rolle, und Hon daraus geht das volksweite Interesse an allen iragen der Gärtnerei klar hervor. Es ist auch heute nicht mehr so, wie ehedem, daß in dem Garten „aus dem Vollen gewirtschaftet" würde. Es gibt dafür ein sehr eindrucksvolles Beispiel: Vor Jahrzehnten kam der größte Teil des Fallobstes auf den Misthaufen oder wurde, ungern genug, als Schweinefutter benutzt. Heute ist die Kenntnis weitverbreitet, daß aus abgefallenen Aepfeln ein ausgezeichnetes Gelee gemacht werden kann, daß reichlich tragende Obstbäume durch Pflük- ken nicht ganz reifen Obstes, das sich zum Einmachen ausgezeichnet eignet, mit Nutzen entlastet werden und daß der Rest von Fallobst bei Wurmstichigkeit mit Kalk bestreut wird. Sicherlich gibt es noch viele Sünder, die sich um madiges Obst nicht kümmern und daher an der bösen Schädlingsplage mitschuldig werden. Abxr die Fortschritte infolge einer regen Aufklärung sind doch unverkennbar und gerade auch in den Kleingärten zu beobachten. In diesen 'scheinbaren Kleinigkeiten spie- gelt sich dos vertiefte Volksbewußtsein von der Wichtigkeit des Gartenbaus für unsere gesamte Er- nahrungswirtschaft. Der Wert -er Gieuergutscheine. In der Deutschen Steuer-Zeitung betont Staats- lilretär Reinhardt noch einmal, daß keinerlei Zweifel über den Zeitpunkt der Einlösbarkeit der llteuergutscheine und über die Höhe des Betrages lchehen können, zu dem sie eingelöst werden. Es sei ncht beabsichtigt, weitere „juristische Personen oder rmliche Gebilde" zu Steuergutscheinpflichtigen zu äklären und auf diese Weise den Umfang der aus- ^gebenden Steuergutscheine zu vergrößern. Es sei üid) nicht etwa beabsichtigt, den Hundertsatz von • i v. H. der Rechnungen zu erhöhen. Wohl aber sei l:iran gedacht, den Hundertsatz von 40 nach Maß- cibe der finanziellen Möglichkeiten h e r a b z u - ^tzen. Die erste Herabsetzung werde spätestens im qpril 1940 geschehen. Im Zusammenhang damit :xrbß die Ausgabe der Steuergutscheine II einge - sse llt werden; es würden dann nur noch Steuergut- :Qßinß I ausgegeben werden. Der Staatssekretär beschäftigte sich dann ein« -Ihend mit den Steuergutscheinen II, der Umfang, dem sie insgesamt ausgegeben werden, stehe be- riits so gut wie fest. Dieser Gesamtbetrag werde r den Rechnungsjahren 1942 und 1943 bei der Entrichtung von Reichssteuern in Zahlung genorn- t$n werden, und zwar in Monatsbeträgen, beginnend im Juli 1942. Der Preis, der heute beim Verkauf von Steuergutscheinen II erzielt werde, stehe außer Verhältnis zum Wert der Steuergutscheine. Daß die Steuergutscheine II in dem vorgesehenen Monat zu 112 v. H. eingelöst werden, und daß das Aufgeld von 12 v. H. nur dem ermäßigten Einkommensteuersatz von 10 v. H. unterliegt, ständen außer Zweifel. Es sei also durchaus unbegründet, wenn für Steuergutscheine II nicht wesentlich mehr als 95 v. H. geboten werde. Jeder Steuerpflichtige, der mehr als 10 v. H. Einkommensteuer zahlen müsse, auch z. B. der Angestellte und Arbeiter könne Steuergutscheine II erwerben, um in den Genuß der niedrigeren Einkommensteuer zu gelangen. Steuergutscheine I werden so lange ausgegeben, wie der Finanzbedarf des Reiches es erfordert. Ihr Gesamtbetrag werde so klein sein, daß nur für einen Bruchteil der Wirtschaftsgüter des betrieblichen Anlagevermögens, die im gewerblichen Sektor der deutschen Volkswirtschaft vorhanden seien, die Bewertungsfreiheit werde in Anspruch genommen werden können. Ihr Kurs werde sich also ständig wegen der Nachfrage in Pari-Nähe halten. Die Nachfrage werde sogar fortgesetzt größer werden und das Angebot wesentlich übersteigen. Nürnberg rüstet zum Neichsparteitag des Friedens. Gewaltige Ausmaße der Bauten auf dem Parteitag-Gelände. Wom 2. bis ll.September wird der Reichs- Parteitag des Friedens die Augen der pnzen Welt auf sich ziehen. Jahr um Jahr ist der Mrorn der Teilnehmer des Reichsparteitages ge- mchsen, im gleichen Umfange steigerte sich die Zahl h Gäste aus dem In- und Auslande, so daß die branstalter mit Millionenzahlen rechnen chssen, wenn sie in monatelanger Vorbereitungs- Lveit bestrebt sind, Unterbringung und Verpflegung ftiierzustellen, Anfahrt und Abfahrt zu organisieren uid. Dabei fällt neben der Parteitagsleitung eine b.i'eutungsvolle Aufgabe der Stadtverwaltung von Arnberg zu. Sie wird auch in diesem Jahre wieder u ß r 1000 Straßenbahner aus Berlin, hmiburg, Wien, München, Stuttgart und anderen Tnßstädten nach Nürnberg kommen lassen, um den Wattigen Anforderungen des Verkehrs zu genügen. Lirnfo werden zahlreiche Autobusse her- Ljgezogen. Das Bild der Stadt ist durch Umbauten iuo Straßenverbreiterungen verschönert worden: in bc historischen Altstadt wurden die Fassaden der - m Bürgerhäuser aufgefrischt. Die Ausschmückung Rimbergs wird ein Bild der Farbenpracht zeigen, tos alle vorhergegangenen Parteitage übertrifft. Lsrsentlich sind auch die Aufgaben der Stadt zur l rsorgung der zahlreichen Lager mit Wasser und Mrischem Strom., Das Gelände des Reichsparteitages tilgt das gewaltige Bild des Schaffens, das man lf fahren auf ihm gewohnt ist und doch immer B--ber durch die Fortschritte überrascht. Das gilt eLsa von der Kongreßhalle, deren Bauten snweit fortgeschritten sind, daß 1943 mit der Voll- ewmg gerechnet werden kann. Der Bau wird 5!000 Menschen fassen können, seine Länge beträgt 275, seine Breite 265 Meter. Dazu treten noch zwei andere Hallen mit Nebenräumen des Parteikongres- ses. Die freigespannte Dachkonstruktion hat eine Weite von 160 Meter und in ihrem Scheitelpunkt eine Höhe von 70 Meter. Das Deutsche Stadion wird einer der großartigsten Bauten der Welt sein. Die Baustelle allein übertrifft den Bauplatz der Kongreßhalle um das sechsfache. Eine Reihe von Baggern sind tätig, zahlreiche Feldbahnzüge durchfahren das Gelände, das zu diesem Zweck ein Schienennetz von 30 Kilometer Länge erhalten hat. Der Bau in der Form eines Hufeisens wird'817 Meter lang sein. Die Baugruben sind bis zu 17 Meter tief, sie werden durch besondere Pumpanlagen entwässert. Inmitten steht ein Kommandoturm aus Beton, 17 Meter hoch, von wo aus der Verlauf der Arbeiten dirigiert wird. Baracken und Kantinen sind für die Belegschaften vorhanden, wie überhaupt für die auf dem Parteitagsgelände tätigen 7000 Arbeiters und Angestellten in mustergültiger Weise aesorgt ist. Auf dem M ä r z f e l d, dem Aufmarschgelände der Wehrmacht, sind neun der vorgesehenen vierundzwanzig Türme aus Travertinstein fast fertiggestellt. Jeder von ihnen ist 40 Meter hoch. Besondere Gerüste für das Hochwinden der schweren Steinblöcke sind aufgerichtet worden. Die Lager zur Unterbringung der Gliederungen der NSDAP, wurden wieder vergrößert. Das Lager der Wehrmacht soll in diesem Jahre für 20 000 Mann und 2400 Pferde ausreichen. Daraus ergeben sich weitere Straßenbauten, Lagerbahnhöfe usw.; kurz ein so unermüdliches und zielbewußtes Schaffen, wie es wohl an keiner anderen Stelle der Welt anzu- tteffen sein wird. Hessen-Nassau aus dem Reichsparteitag 4000 politische Leiter aus dem Gau marschieren in Nürnberg auf. !7'vG. Seit Wochen bereits sind im Gau Hessen- !:ssau die umfangreichen Vorarbeiten für ! G a u m u s i k z u g mit Spielmannszug unter Lii^lng von Gaumusiklnspizient C u j 6 mit den Mu- sö iino Spielmannszügen aus den Kreisen Wies- bdin und W e t t e r a u in Nürnberg. Nährend die Frauen wie in den Vorjahren wie- bt in Privatquartieren untergebracht werden, be- Schin die 4000 Marschteilnehmer und 1000 Zu- fcer abermals das Lager Moorenbrunn. A Zelte für je 170 Mann wurden für sie vom Jiijsarbeit&bienft erbaut. Die Einrichtungen ber vV haben in biefem Jahr eine wesentlich bessere 2it:i|eftaltung erfahren. Jeder Politische Leiter er» hstreinen Strohsack mit Kopfkeil. Die Wascheinrich- hio?n wurden überdacht. Weiter wurden die sani- Anlagen verbessert. Die Verpflegung erfolgt : tyi mehr vom Hilfszug Bayern, sondern aus einer 19tn Gau neu angsschafften Großk ü ch e. 1öie Zubereitung des Essens sorgen Berufsköche. frn den Transport der Nürnbergteilnehmer c n; imferem (Bau sind sechs Sonderzüge ein« jW-i. Die ersten zwei verlassen am 1. September h & (4auhauptftabt. Mit ihnen fahren die Kongreß- t rstchmer, die Musik- und Spielmannszüge sowie, die Fahnenträger mit Fahnen und Begleitern. Später fährt ab Frankfurt a. M. ein weiterer Sonderzug. Die drei übrigen Sonderzüge gehen ab Mainz, Limburg und Wiesbaden. Alle sechs Sonderzüge, die in Nürnberg bis zum Bahnhof Fischbach verkehren, so daß nach der Fahrt die Teilnehmer nur eine kurze Anmarschstrecke bis zum Lager Moorenbrunn zurückzulegen haben, fahren am 13. September wieder in die Heimat zurück. Kleine politische Nachrichten. Der Führer besuchte am Montagabend im Salzburger Stadttheater die Festspielaufführung der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail". * Der Führer hat zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt: den Regierungspräsidenten Dr. S e b e k o v f k i, den NS.-Stcmbar- tenführer Somme Lin Reichenberg, den SA.-Gruv- penführer M a y in Reichenberg, den Major Mielke in Leitrneritz, den NSKK.-Gruppenführer Schäfer- H a n f e n in Breslau. * Im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister hat der Reichshandwerksmeister angeordnet, daß die kommissarische Tätigkeit des Bezirksinnungsmeisters Friedrich als Reichsinnungs- m e i st e r des B a u g e w e r k e s mit dem 31. August 1939 beendet ist und Reichsinnungsmeister E h l e r 5 ab 1. Septembßr 1939 biß Gßschäftß wiebßr übßrnimmt. * Dßr portugiesische Staatspräsibent General Carmona traf in Pretoria, ber Hauptstabt ber Sübafrikanischen Union, ein, wo er von General Das neue Frankfurter Institut zur Erforschung -er Iu-enfrage. Oie größte jüdische Bibliothek der Welt wird Grundlage der Arbeit des neuen Instituts. Wie wir schon gemelbet haben, ist von Reichsleiter Rosenberg in Frankfurt ein zentrales „Institut ber NSDAP, zur Erforschung der Iudenfrage" errichtet worden, für bas biß Stabt Frankfurt biß im Besitz ihrer Stabtdibliothek befinbliche Iubaica- und Hebraica-Sammlung zur Verfügung gestellt hat. Das neue Institut erhält von der Stadt ein eigenes großes Haus, in dem die beiden Sammlungen neben anderen Forschungsstellen untergebracht werden. Die in der Stadtbibliothek aufbewahrten, seit vielen Jahrzehnten immer wieder ergänzte Judaica- und Hebraica-Sammlungen sind die größten dieser Art, über die eine Bibliothek in der Welt verfügt. Der 1932 gedruckte Katalog der Judaica-Sammlung weist allein rund 20000 Bände auf. In dieser Sammlung sind alle Werke zusammengetragen, die in einer abendländischen Sprache ab gefaßt, sich mit Juden und dem Judentum beschäftigen. Es überwiegen hier bei weitem die jüdischen Verfasser. Den Grundstock zu dieser Sammlung legte eine Stiftung des 1704 in Frankfurt gestorbenen Sprachforschers Ludolf, eines der ersten deutschen Erforscher der aethiopischen Sprache. Ihre nächste Bereicherung erfuhr dann die Sammlung 1822 durch den Uebergang der Bibliotheken der aufgelösten Frankfurter Klöster an die Stadtbibliothek. Unter ihnen befanden sich auch viele in hebräischer Sprache verfaßten Ausgaben des Talmud, der Milchna und — als besondere Seltenheit — von Geoetssammlungen, die wohl in früheren Jahrhunderten durch Konfiskationen in den Besitz ber Klöster gekommen waren. In den nächsten Jahrzehnten wurden der Stadtbibliothek von zahlreichen Juden bettächtliche Schenkungen und Stiftungen zugewiesen. Die rund 20 000 Bände der Judaica-Sammlung, in der auch die Veröffentlichungen der Rabbiner- Seminare Europas und Amerikas, die' gesamte synogale Musikliteratur usw. enthalten sind, sind natürlich fast ausnahmslos projüdifches Schrifttum. Trotzdem finden sich aber auch in dieser Sammlung interessante Aufschlüsse über bas Schrifttum, bas schon vor Jahrhunberten bie Gefahr bes Judentums für bie beutsche Kultur und das beutsche Volksleben erkannt hatte. Als früheste Schrift, bie sich gegen bie Verheerungen bes Juben« tums wenbet, ist eine Flugschrift zu bezeichnen, bie um 1475 unter bem Titel „Tractatus contra perfides Judeos" (Gegen bie treulosen Juben) gebrückt würbe. Aus bem Jahre 1507 stammt ber von bem getauften Juben Jakob Pfefferkorn verfaßte „Jubenspiegel". Das Gegenstück zu ber Jubaica-Sammlung hübet bie Hebraica-Sammlung, die auch etwa 20 000 einzelne Werke umfaßt. In dieser Sammlung sind ausschließlich in hebräischer Sprache gedruckte Werke zusammengefaßt, und zwar nicht nur Werke, die sich mit dem jüdischen Problem als solchem beschäftigen, sondern überhaupt alles, was in hebräischer Sprache gedruckt wurde. Für bie Forschung wertvoll werben vor allem bie zahlreichen Ausgaben jübischer Gesetzbücher sein, bie mit eingehenben Kommentaren ber Rabbiner unb ber Rabbinatsschulen versehen finb. Gebrückte Familienaufzeichnungen in hebräischer Sprache werben ben Forschern einen interessanten Einblick in bie Entwicklung bes Jubentums wöhrenb ber letzten breihunbert bis fünfhunbert Jahre geben. Die Hanbschriftensammlung enthält u. a. ein um 1400 in Oberitalien auf feibenpapierbünnem Pergament geschriebenes Gebetbuch unb ein 1501 in Süb- srankreich hanbgeschriebenes Gebetbuch mit ausführlichen Kommentaren, das zudem noch einen reichen Bilderfchmuck aufweist. Von den Früherzeug- niffen der Buchdruckerkunst, den sogenannten Wiegendrucken, besitzt die Sammlung über fünfzig Exemplare, die zu einem guten Teil aus Spanien, Italien und Portugal stammen. Hertz o g und dem gesamten Kabinett begrüßt wurde. Ein Diplomatenempfang, eine Kranzniederlegung sowie ein Staatsbankett General Hertzogs find vorgesehen. Am 15. August zieht als Staatspräsident von Paraguay der Volksheld des Chacokrieges, General (Bftigarribia, in ben Regierungspalaft der Hauptstadt Asuncion ein. Der seit August 1937 amtierende Präsident Paiva legt mit seiner Regierung am gleichen Zeitpunkt die Geschäfte nieder. Sämtliche neuen Minister gehören der Liberalen Partei an ober stehen ihr nahe. Aus aller Wett. Oer Historiker der Kriegsmarine. Vizeadmiral a. D. Dr. h. c. Eberhard von Mantey, ber durch seine kriegswisfenschaftlichen Arbeiten in der Öffentlichkeit stark heroorgetteten ist, begeht am 15. August seinen 70. Geburtstag. Er entstammt einer alten preußischen Offizierssamilie und trat im Jahre 1897 nach Absolvierung des Kadettenkorps in die Kaiserliche Marine ein. Nachdem er mehrere Jahre auf Torpedobooten, auf der „Hohenzollern" und als Admiralstabsoffizier Dienst getan hatte, war er während des Baues der ersten Unterseeboote Adjutant der Torpedoinspektion. Als erster Flottillenchef führte er dann die Unterseeboote „Ul — U 2". Später wurde er Lehrer an der Marineakademie für Seekriegsgeschichte. Bei Ausbruch des Krieges war Mantey Kommandant der „Wittelsbach, 1916 wurde er Abteilungschef im Admiralstab. Nach Auflösung des Admiralstabes übernahm er 1918 das Marinearchiv, bas er auch nach feiner im Jahre 1919 erfolgten Verabschiedung bis 1933 leitete. Unter feiner Verantwortung find in dieser Zeit d i e ersten 13 Bände des Admiral st abswerkes erschienen. Vizeadmiral a. D. h. c. von Mantey hat durch die Herausgabe einer Reihe von Marinebüchern den Gedanken deut- fcherSeegeltung in einen großen Leserkreis hinein- getragen. Seine Lebensarbeit ist der Pflege der Uebertieferung der alten Kriegsmarine gewidmet. Neue Glanzleistung unserer Gebirgsjäger. Drei Mann der 9. Kompanie des Berchtesgadener Bataillons des Gebirgsjägerregiments 100, der Gefreite Ruppert, der Oberschütze Ruprecht und der Jäger Goll haben in pflichtmäßiger Ausrüstung mit einem schweren Granatwerfer über die Göll-Westwand den Göll-Gipfel bezwungen. Es ist dies die schwierigste Kletterpartie des gefamten Göll-Gebietes. Die Gebirgsjäger mußten oen 400 Meter hohen, fast völlig senkrechten Riß, der mit der Ueberdachung abschließt, überwinden. Dyn dort aus zieht sich die Route zum höchsten Punkt des Göllgipfels. Der schwere Granatwerfer mit Munition — ein Gewicht von 91 Kilogramm — und das ungewöhnlich schlechte Wetter mit Nebel unb heftigen Regengüssen bildeten nahezu unüberwindliche Hindernisse und zwangen bie Soldaten zum dreimaligen Bivakieren in der Wand. Nach zähem Ringen war schließlich ber Göllgipfel erreicht. Der Granatwerfer wurde in Feuerstellung gebracht, und neun Schüsse kündettn den Erfolg einer militärisch-alpinen Glanzleistung, die sich roürbig anreiht an bie kürzliche Begehung ber Palavicini-Rinne, ber Fleischbank-Ostwand und der Dachl-Norbwand durch unsere Gebirgsjäger. Flugzeugunglück in Rio de Janeiro fordert 14 Todesopfer. Ein Flugzeug der Panamerican Airways, das ben Dienst Neuyork — Rio de Saniere versah, stieß bei der Landung in der Bucht von Rio mit einer Flügelspitze gegen eine Kaimauer. Es fing sofort Feuer und stürzte in Wasser. Don den 16 Jn- assen kamen 14 ums Leden. Unter den Toten befinden sich der amerikanische Finanzmann James Harwey Roggers und Professor Pale, ein Freund Roosevelts, der im Auftrage des amerikanischen Präsidenten viele Reisen in Südamerika unternommen hat. Der Flugzeugführer Pearson, der ebenfalls getötet wurde, gehörte zu den Luft- millionären der Panamerican Airways, bei der er chon zehn Jahre Dienst tat. Sechs Tote bei einem Autobus-Unglück in Polen. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete ich in ber Nähe von Lobz. Ein Autobus mit Angestellten des städtischen Gaswerks kam durch plötzliches Bremsen ins Schleudern unb überschlug si ch. Sechs Fahrgäste waren auf. ber Stelle tot; breißig würben verletzt. Der größte Teil ber Verletzten würbe in bebenklichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Der Fahrer wurde verhaftet. Das Eisenbahn-Attentat in Amerika fordert 24 Zote und 114 Verletze. Reno (Nevada), 14. Aug. (DNB.) Die Zahl der Todesopfer des Attentats auf den Luxuszug San Franzisko—Los Angeles hat sich auf 24 erhöht. 114 Personen wurden verletzt. Insgesamt stürzten zwölf Wagen von einer Brücke in die 20 Meter tiefe Schlucht. Infolge der Abgelegenheit der Humboldtflüß-Schlucht, einer der wildesten und ödesten Gegenden ber Rocky Mountains, erreichte ber erste Hilfszug bie Unglücksstelle erst sechs Stunben nach ber Katastrophe. Der verunglückte Zug, einer der modernsten unb schnellsten Amerikas, dessen Anschaffungskosten über eine Million Dollar betragen hatten, überfuhr die Stelle, an der die Sabotage verübt worden war, mit 150 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Nur der Stahlkonstruktion der Pullman-Wagen ist es zu verdanken, daß das Unglück nicht mehr Menschenleben forderte. Augenzeugen berichten von bem aufopfernben Einsatz eines Arztes, ber — selbst schwer verwunbet — die ganze Nacht bei Fackelschein den vielen Verletzten Verbände anlegte unb so zahlreichen Menschen bas Leben rettete. In mehreren Weststaaten suchten die Behörden nach einem Mann ohne Ohren, in dem man ben Saboteur vermutet, ber burch Entfernung von Schienennägeln bie Entgleisung verursachte.' Wie inzwischen endgültig festgestellt würbe, hanbelt es sich tatsächlich um einen Sabotageakt. Ein Mann ohne Ohren würbe kurz nach bem Unglück beobachtet, als er von einer Felswanb in bie Schlucht hinabsah, wo bie Toten unb Verletzten lagen. Als Polizeibeamte ihn anriefen, ergriff er bie Flucht. Die Polizei verhaftete, einem Funkspruch aus Reno zufolge, sechs Personen, bie ber Mittäterschaft an bem Attentat oerbächtig finb. Darunter befinbet sich auch der gesuchte Mann ohne Ohren. Dieser Mann namens La Douceur verlor vor zwei Jahren bei einem Eisenbahnunfall einen Fuß unb soll feitbem allen Eisenbahnen Rache geschworen haben. Die Gesellschaft gibt bekannt, baß ber verunglückte Luxuszug zwei Millionen Dollar gekostet hat. ®dferberid)t Währenb bei uns im Bereich absteigender Luftbewegung das meist heitere unb trockene Wetter noch anhält, herrscht östlich ber Elbe unbestänbiges Wetter. Dabei sind vor allem in der Ostmark und im Odergebiet wieder sehr erhebliche Niederschläge ein» getreten. Für den Westen und Süden des Reiches bleibt der Hochdruckeinfluß voraussichtlich wetter- bestimmend. Voraussage für Mittwoch: Morgens vielfach diesig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts frisch, mittags warm, meist nördliche und östliche Winde. Voraussage für Donnerstag: Im wesentlichen noch freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 14. August: mittags 20,2 Grad Celsius, abends 14,3 Grad; am 15. August: morgens 11,1 Grad. Maximum 21 Grad, Minimum heute nacht 8,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. August: abends 19,9 Grad, am 15. August: morgens 14,8 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 10,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stelloertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 1939: 8855. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitäts» druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzel- Verkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. LICHTSPIELHAUS Wiedereröffnung Erstaufführung I Heute Dienstag im 82. Lebensjahr. 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Damit ist der Roman eines Kunstwerkes zu Ende gegangen, der wahrend mehr als zwei Monate Paris und die mternatio. nale Kunstwelt beschäftigte und in gewisser Bezie» hung ein Gegenstück zu der aus der Vorkriegszeit bekannten Affäre des berühmten Mona Lisa. Bildes von Leonardo da Vinci darstellte. Alle Polizeibehörden der Welt und alle Kunsthänd. ler waren auf der Jagd nach dem Bilde erfolglos alarmiert worden. Die Gerichtsbehörden erklären, Bogousflaosky sei wahrscheinlich leicht g e i st e s g e st o r t. Sicher ist, daß Bogousslavsky mit feinem Diebstahl für sich Reklame machen wollte. Er will nämlich angeblich ein Buch schreiben, in dem er die Fehler der beim Louvre tätigen Restauratoren nachweisen will die durch ihre Arbeit den Wert vieler Bilder stark vermindert hätten. Der Vorgang hat erneut ein Licht auf die ungenügenden Sicherungsmaßnahmen in den Räumen des Louvre geworfen. Der Dieb war kurz vor dem Verschwinden des Bildes beobachtet worden, nach, dem er das Bild stundenlang kopiert hatte. Außerdem wohnt er nur etwa hundert Meter vom Louvre entfernt in der Rue St. Honors. Trotzdem konnte man feiner nicht habhaft werden. Verteilung des Niederdeutschen Malerpreises. Am niederdeutschen Malertag in Worpswede ver. kündete Gauleiter Staatsrat Telfchow den N i e- derdeutfch en Mal er preis. Die Preisträger sind: Prof. Dr. h. c. Fritz Mackensen (Worpswede), Otto Modersohn, der ebenfalls zu den Gründern Worpswedes zählt, Prof. Arthur Jl. lies (Lüneburg), Frido Witte (Soltau) und Hugo Friedrich Hartmann (Bavdowiek). Aus allen Arbeiten der Künstler, denen der Preis zu gleichen Teilen verliehen wurde, spreche — so hob der Gauleiter hervor — der Geist der niederdeutschen Heimat und Volksseele. — Prof. Macken- s e n dankte dem Gauleiter dafür, daß er das Künst- lerdorf Worpswede wieder zum Mittelpunkt nieder- deutschen Kunstschaffens gemacht habe. Internationaler Tierschuhkongretz in Zürich. Der Internationale Tierschutz kon- kreß in Zürich faßte das Ergebnis seiner Arbeiten in mehreren Beschlüssen zusammen. Darin kommt unter anderem der Wunsch nach Schaffung einer internationalen Kommission für die Standardisierung der Untersuchungsmethoden über die Tierernährung, sowie der Wunsch nach staatlicher Unterstützung der Anstrengungen her Züchter zum Ausdruck. Auf Antrag von Professor Maimone, Direktor des Instituts für experimen- teile Tierzucht in Rom, wurde beschlossen, den nach, st en internationalen Kongreß 1942 aus Anlaß der Weltausstellung in Rom abzuhalten. Nachlässe von sw 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Ameise | Kaufgesuche | Alt-Gold auchSUbergeld, kauft ständig Erich Beyer Juwelier Las« Bahnhofstraßei Telefon 4041. Genehrn.-Beschl. &MSL|G*. Phil. Gail A.-G. v. alt. Il-anrlllgsn! Gießen, Postfach 95, Fernsvr.3051 Mithilfe für Laden und Büro gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. 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Ä'iJJ Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Gießener Zoo, Seliersweg 6 ZA.A°ng. um --- ~— 03939 a.d.G.A. Hr.189 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, (S.August (939 Aus der Stadl Gießen. Das Lied der Dreschmaschine. Die Dreschmaschine beherrscht jetzt wieder das Dorf. Ueberall hören wir auf Höfen und freien Plätzen das eintönige Summen. Schön ist die Arbeit bei der Dreschmaschine freilich nicht. Der Bauer »st froh, wenn der Tag des Drusches vorbei ist. Wohl krönt das Ergebnis die gesamte Erntezeit, ober es sind doch harte Tage für alle, für Frauen niqb Männer. Diele Hände sind nötig, um die Arbeit bei der Dreschmaschine fortlaufend zu bewäl- aigen. Schon früh am Morgen wird begonnen, nint) es geht dann unaufhörlich bis zur Mittagsgast. Es gibt nur einen kurzen Halt, wenn andere •Siebe und Walzen beim Fruchtwechsel eingesetzt «werden müssen. Scheint dann die Sonne, noch mit ;Kraft und Eindringlichkeit, so mischt sich in den «unendlichen Staub, der überall, in der Scheune, im Hof, im Garten, aufwirbelt, viel, viel Schweiß. Wie sehen die Gesichter der Helfer aus! Manchem Linsatzbereiten freiwilligen Erntehelfer will das Lied Ver Dreschmaschine nicht behagen. Mutig hat er beim ersten Pfiff angepackt, aber nun geht das ununterbrochen den ganzen Tag. Abgehetzt, verstaubt, mit entzündeten Augen vom Schmutz, sagen alle am Abend: Endlich! "Aber ist der Tag auch noch so schwer, der Ab- chluß gleicht alles wieder aus. Frisch gewaschen, mit gutem Appetit versehen, erscheinen alle Arbeits- Hute beim Nachtessen. Die Hausfrau setzt ihre Ehre Darein, daß alles in Hülle und Fülle vorhanden «ist. So ist es kein Wunder, daß beim Dresch- maschinen-Essen bald alle Mühe vergessen ist. Da werden lustige Geschichten zum besten gegeben, und manches alte Volkslied wird dann noch gesungen. Draußen aber auf den Fluren sehen wir nun Sie kahlen Stoppelfelder. Wo einst wogende Saaten ffich im Winde bewegten, da gähnt die Leere. Nur noch harte, kurze Reste starren uns entgegen. Aber überall drängt schon neues Leben nach. Niedrig wachsendes Unkraut oder auch junger Klee haben nun Luft und Licht und können sich entfalten. Ein Bild des Lebens: Aus den gelben Stoppeln quillt irisches Grün hervor. Die ausströmende Kraft der mngen Pflanzen wird bald die alten Reste überwuchert haben. Noch einige Tage, und der Bauer • ährt wieder hinaus ins Feld, um die neue Saat Der Erde zu übergeben... h. — Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Westwall"; „Ins -laue Leben". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich "in Sebastian Ott". Die Vesidenzfrage für Dozenten. Durch Erlaß an die Unterrichtsverwaltungen der Länder mit Hochschulen gibt der Reichswissenschafls- rninister bekannt, daß mit dem Inkrafttreten der Ueichs-Habilitations-Ordnung für die Beurlaubung :ier in das Beamtenverhältnis berufenen Dozenten nd außerplanmäßigen Professoren die Bestimmungen des § 17 des Deutschen Beamtengesetzes entbrechend gelten. Detz Minister stellt fest, daß die Dozenten und außerplanmäßigen Professoren mähend der vorlesungsfreien Zeit des Studienjahres in yrern Urlaub nicht beschränkt sind. Von einer über roet Wochen währenden Abwesenheit haben sie dem Dekan der Fakultät bzw. Abteilung Mitteilung zu machen. Während des Semesters kann die Por- Tsungstätigkeit nur mit Genehmigung des Ministers unterbrochen werden. Ausgenommen ist eine Unterbrechung infolge Erkrankung. Der Minister ermächtigt die Rektoren, die Unterbrechung der Vor- ^esungstätigkeit bis zu zwei Semestern zu gewähren, roenn es sich um Dozenten oder außerplanmäßige Professoren handelt, die weder Diäten noch eine baufenbe Mehrauftragsvergütung oder eine laufende Beihilfe beziehen. Bann und Iungbann 116 beim Adolf-Hitler-Marfch. * Als Vertreter des Bannes und des Jungbannes 116 der HI. nehmen drei Kameraden am Adolf- Hitler-Marfch des Gebiets Hessen-Nassau der HI. nach Nürnberg teil. Die Teilnehmer an diesem Marsch befinden sich zur Zeit, bereits als Marschblock zusammengefaßt, auf der Gebietsführerschule. Der Adolf-Hitler-Marsch wird am Donnerstag, 17. August, um 20.30 Uhr, mit einer Kundgebung auf dem Paradeplatz in Darmstadt eingeleitet. Anschließend an diese Kundgebung geht der Marsch nach Pfungstadt, wo am Morgen des 18. August am Grabe des ermordeten HJ.-Kameraden Christian Crößmann eine Gedenkfeier stattfinden wird. BDM.-!lntergau 116 Gießen. BDM.-Derkgruppe la/116. Ab Dienstag, 15.8., findet wieder jeden Dienstag um 20.15 Uhr auf dem 1900-Sportplatz (am Trieb) der Dienst der gesamten Gruppe statt. Alle Mädel haben zu erscheinen, auch die aus der Gruppe Gymnastik. Turnzeug ist mitzubringen. VDM.'Derkgruppe 4a/116, Werkschar. Am Dienstag, 15. August, treten alle Mädel der Werkschar, welche die Reichssportwettkämpfe noch nicht nachgeholt haben, um 20 Uhr am Universitätssportplatz an. Freizeit der Jungarbeiterinnen. NSG. In Zusammenarbeit mit dem BDM.-Obergau Hessen-Nassau führt die Gaujugendwaltung der DAF. in diesem Jahr zum erstenmal zehntägige Freizeitlager für in der DAF. organisierte Jungarbeiterinnen durch. Die Lager, die in landschaftlich reizvoll gelegenen Jugendherbergen unseres Gaues durchgeführt werden, dienen der gesundheitsfördernden und sinngemäßen Freizeitgestaltung. Die Kurse finden für jeweils rund 30 Mädel statt. Das erste Lager wurde in Lorch am Rhein durchgeführt. Ein weiterer Lehrgang begann am 11. August in der Gelnhäufer Jugendherberge. Heffen-Aaffauer BOM.-Mädel kommen überall herum. NSG. Während auf der diesjährigen Hessen- Nassau-Fahrt rund 4500 Mädel und Jungmädel des hessen-nassauischen BDM. die Schönheiten unseres eigenen Gaues erlebten, konnten bei den Großfahrten der vergangenen Wochen 15 Fahrtengruppen ihre Fahrtenwege erweitern und fernere Teile deutschen Landes kennenlernen. Das Haupteinsatzgebiet der Großfahrten waren Schlesien und das Sudetenland. Darüber hinaus waren Wiesbadener und Frankfurter Mädel, sowie eine Fahrtengruppe aus dem Vogelsberg im sonnigen Franken, Odenwälder Mädel zogen durch den Schwarzwald, die Offenbacher fuhren in den Bayrischen Wald, ins Erzgebirge und in die Nordmark. Gleichfalls zur Nordmark sind Limburger Mädel gefallen, und eine Fahrtengruppe aus dem Dillgebret und dem Biedenkopfer Land hat den Teutoburger Wald erwandert. Kameradschaft der Tat. Das Unteroffizierkorps der 15. Kompanie E.- Batls. und die Zivil-Angestellten des E.-Bataillons unseres Jnf.-Regts. 116 haben in schöner Weise ihre Kameradschaft der Tat bewiesen. Am vergangenen Samstag rückten sie nach Großen-Linden aus, um dort einem Kameraden der Verwaltung, der sich ein Haus bauen will, bei seinem Vorhaben zu unterstützen. In der Zeit von 13 bis 19 Uhr halfen die Unteroffiziere und Angestellten bei den Ausschachtungsarbeiten und förderten damit das Vorhaben in ansehnlicher Weise. Am kommenden Samstag wird die Arbeit von den Unteroffizieren der Kompanie und den Zivil-Angestellten in gleicher Weise fortgesetzt werden. M 8 lahre W «Sg-sss-Bs ßcnFt'* vonlhremy x iK einen **^nse« A Worten Sie Ä frsge- £ nur Zo Sunt Etwas nachdenken würde von I SunVicht tu I Pfie9e □»es Feinen 1 U. P°rb‘9 nl Urfundent Vom Marinetag in Dresden. MV In Dresden, wo 90 Flaggen des NSD.-Marinebundes geweiht wurden, hielt der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral 2)r. h. c. Roeder, eine Ansprache. Hinter dem Großadmiral sieht man Admiral a. D. Souchon und Bundesführer Konteradmiral z.D. von Hintzmann; rechts Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhard und SA.-Obergruppenführer Schepmann. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Armbinden für den Selbstschutz. Wie das Präsidium des Reichsluftschutzbundes mitteilt, ist die Frage der Kenntlichmachung der verschiedenen Kräfte des SelbstsäMtzes durch Armbinden nunmehr geklärt. Die Armbinden werden auf dem linken Oberarm getragen. Der Luftschutzwart trägt eine hellblaue Armbinde, 10 Zentimeter breit, mit je 1 Zentimeter breiten weißen Streifen am unteren und oberen Rand, dazwischen ein weißer Kreis (6 Zentimeter Durchmesser). Die Laienhelferinnen tragen hellblaue Armbinden ohne Streifen, 10 Zentimeter breit, in der Mitte mit einem weißen 5 Zentimeter großen Kreuz. Melder tragen hellblaue Armbinden ohne Streifen, 10 Zentimeter breit, in der Mitte mit einem weißen 5 Zentimeter großen „M“. Don der Kenntlichmachung der Hausfeuerwehr durch Armbinden ist abgesehen worden. Die Einführung der neuen Armbinden soll allmählich erfolgen. Die alten Armbinden können bis zum 31. Mrz 1940 aufgetragen werden. In Wiesbaden kann man fernschreiben. NSG. Jede Ausstellung ist bemüht, den Gästen und Besuchern etwas besonderes zu bieten. Und das mit Recht! Liegt doch darin eine gewisse Anziehungskraft, die immer alle in ihren Bann zu ziehen' weiß. Etwas ganz besonderes zeigt im Rahmen der großen Ausstellung „Wille und Tat" in Wiesbaden die Deutsche Reichspost. Neben einer umfassenden Darstellung aller postalischen Gebiete und solcher Aufgaben, die ihr die* fortschrittliche Technik in heutiger Zeit zugewiesen hat, wird die Besucher vor allem interessieren, daß sie Gelegenheit haben, im Ausstellungsstand der Reichspost fernzuschreiben. Wie das bewerkstelligt wird, wollen wir vorerst noch nicht verraten. Darüber hinaus sieht der Besucher die moderne Einrichtung einer drahtlosen Rundfunkeinrichtung im Betrieb, den Drahtfunk als solchen, ebenfalls im Betrieb ein Fernsprechwähleramt u. a. m. Also, eine lebendige und hochinteressante Sache. Auch werden die Besucher mit der Technik des Fernsehens bekannt gemacht. Alles drahtlos und wunderbar zugleich! Ein glänzendes Zeugnis für den großen Fortschritt unserer modernen Technik. Kein Besucher wird sich den vielen Wundern, die an Ort und Stelle vor- geführt werden, entziehen können. Was aber hier wunderbar erscheint, ist für den Fachmann heute eine ganz selbstverständliche Sache. Darum dürfte gerade dieser Stand für alle Besucher von besonderem Interesse sein. Oberhessischer Gebirgsverein Gießen. Am Sonntag führte der Oberhessische Gebirgsverein, Zweigverein Gießen, seine August-Wanderung durch. Die Bahn brachte — wie uns berichtet wird — die Wanderschar über Niederwalgern nach Damm. Von hier führte die Wanderung das schöne Salzbödetal abwärts, vorbei an der Etzelmühle und dem besonders malerischen Fachwerkbau der Stein- Oer Mann, der sein Anio vergaß. Eine Geschichte von Kurt Krispien. Bruck öffnet das Fenster und sieht auf die Straße hinaus. Unten vor der Tür wartet sein fittuto. Der blaue Lack schimmert in tadellosem Glanz, die Metallteile leuchten in der Sonne, daß und Bräutigam vor der Hochzeit symbolisch m - Bäumen verheiratet, die Braut mit einem Mang -> der Mann mit einem Mahwa-Baum. Jeder ihnen muh den Baum umarmen, und währeno i - dies tun, binden ihre Freunde sie an den Stam fest. Sich zu befreien ist ihre Sache. Offenbar 8 . lingt dies immer, denn sonst würde es schon uw keine Mundas mehr geben! Auch die Hmdus a dem Pandschab heiraten unter gewissen Umjtmw Bäume. Und zwar hat es bei ihnen damit folgen Bewandtnis: ihr Gesetz verbietet ihnen, PuM“. dritten Male zu verheiraten, erlaubt es aber viertes Mal. Sie helfen sich, indem sie als Rum Drei einen Bablah-Baum heiraten und si») v ihm auch wieder scheiden lassen. Dor wenigen Jahren wurde einmal errechnet, daß jährlich für 1,5 Milliarden RM. Lebensrnittel verderben. Das ist eine kaum vorstellbare «Summe. Industrie und Handel Haden genau so wie die Landwirtschaft inzwischen manche technischen Einrichtungen sich angeschafst, die den Verderb unter» binden — man denke nur an die mannigfachen Kühlanlagen — sie haben aber auch sonst durch Organisation der Lagerung, der Beförderung der Verarbeitung und des Absatzes Vorsorge getroffen, die Verluste auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Auf die Haushaltung kommt bei der erwähnten Rechnung ein Derlustbetrag von 750 Millionen Reichsmark. Hat sich dieser inzwischen wesentlich vermindert? Werfen wir einen Blick in d- raum muß immer aufgeräumt fein. Wahllos herumstehende Tüten, nicht ausgewickelte Nahrungsmittel, unordentlich herumstehende Speisereste, zu allem Ueberfluß ein Eimer mit Scheuerlappe und Schrubber — ein solches Bild darf eine Speisekammer nie bieten. Und wie sieht es in der Küche selbst aus? Hart gewordene Brotkanten, Tüten zwischen Tellern und Milchtöpfen im Schrank, auf dem Fensterbrett in der Sonne stehende Speisen: ein trauriges, aber leider noch immer wieder anzutreffendes Stilleben. Man fragt sich mit Recht, ob sich die Hausfrau, deren Speisekammer und Küche so aussehen, keine Gedanken darüber macht, welche Verluste sie nicht i Geldbeutel zufügt, sondern Hochzeit ist «bei uns im allgemeinen ein Fest, das von den Familien der beiden Hauptpersonen freudig gefeiert wird. Auch da, wo tags zuvor, am Polterabend, Braut oder Bräutigam in scherzhaften Versen und kleinen Aufführungen ein wenig „durch den Kakao gezogen" werden, pflegt es doch gut» mütig und wohlwollend herzugehen. Aber es gibt Länder, wo das Heiraten unter Gebräuchen ge> fchieht, die uns schauerlich vorkommen. Bei vielen primitiven Völkerstämmen gehört es zum „guten Ton", daß der Bräutigam vor der Hochzeit den Widerstrebenden spielt. In Kamtschatka zum Beispiel wird er mit Fischnetzen und Riemen festgebunden, während die Freundinnen der Braut ihn beißen, kratzen und an den Haaren ziehen, bis er aus vielen Wunden blutet. Wenn seine Wunden geheilt find' fängt das Spiel von vorn an. Das dauert monatelang, manchmal ein Jahr, und die ganze Zeit mutz der junge Mann es mit stoischer Ruhe ertragen und so tun, als wünschte er nicht zu heiraten. Im Bismarck-Archipel muß der Bräutigam M fünf Tage lang im Busch verstecken, und seine Kameraden müssen ihn suchen. Dann folgt eine Zeremonie, bei der Muscheln nach seinem Kopf V* warfen werden, während er zu entfliehen sE Gelingt es ihm, so bringen seine Freunde ihn rück, und das wiederholt sich im ganzen brenn»- Die Skalawas auf Madagaskar werfen nicht " mit Muscheln, sondern mit Speeren nach oe Bräutigam. Durch die Geschicklichkeit, mit der den Geschossen ausweicht, muß er seine für die Ehe erweisen. Wenn er so ungeschickt m sich von einem Speer treffen zu lassen — nun, 1 syrts-Mühle. Bei herrlichem Sommerwetter hatte man gute Fernsicht nach den Gladenbacher Bergen. Dann wurde da» Wiesental enger, und am Waldrand entlang gings zur Miltagsrast nach der Schmelz. Dor dem Weitermarsch wurden die bis jetzt freigelegten Mauern einer im Bergwald gelegenen, hier das Salzbödetal beherrschenden Burg aus der Karolingerzeit besichtigt. Durch den Kros- dorfer Forst, am Waldhaus vorbei, führte der Weg zum Dünsberg, der auf halber Höhe überschritten wurde, zur Kaffee- und Schlußrast nach Bieber. Aber die „Biewerlies" hatte wieder einmal „Bruch gemacht". Daher mußten auch noch die 8 Kilometer bis Gießen auf Schusters Rappen zuruckgelegt noß. Am Hang des Webersbergs her wurde Weilburg wieder erreicht und unter kundiger Führung durchwandert. Nachdem man noch die Schlohge- bäude und den Schloßplatz besichtigt hatte, wurde im Schloßkaffee mit dem reichen Blumenflor seiner prächtigen Gartenanlage die erste Rast gemacht. Der Weitermarsch führte wieder in die Höhe zum sog. Kanapee und hierauf durch eine alte Lindenallee zur Hausley. Immer boten sich entzückende Blicke auf die Stadt mit ihrem Schloß und den umliegenden Höhenkranz. Nunmehr wurde der Lahnhoyen- rneq beschritten, der die Wanderer durch Odersbach und sodann in einen ausgedehnten Walddistrikt führte. Stets hach über der Lahn, deren ruhig fließendes Wasser durch die Bäume schimmerte, folgte der Weg in vielfachen Windungen dem Laufe des Flusses, vorbei an einigen tief eingeschnittenen Waldschluchten, bis das Endziel Gräveneck erreicht war, wo Schlußrast bis zur Heimfahrt gehalten Die Ehefrau A. E. in Lich hatte im April einen anonymen Brief an den Inhaber der Brauerei in Lich geschrieben, in dem sie einen Bierfahrer der Unterschlagung und einen Angestellten der einen Vertrauensposten innehat, der Mitwisserschaft an diesen Unterschlagungen und anderen Betrüge, reien zum Nachteil des Arbeitgebers bezichtigte Nach dem seitherigen hartnäckigen Leugnen legte die Angeklagte in der gestrigen Hauptverhandlung ein umfassendes Geständnis ab. Durch das Sachver» ständigengutachten war sie auch überführt. Der Anklagevertreter beantragte eine Geldstrafe von 80 RM. Er betonte, das Geständnis sei als völlig wertlos anzusehen und nur erfolgt, weil sich die Angeklagte als überführt gehalten habe Die Angeklgate wurde der üblen Nachrede m zwei Fällen schuldig erkannt und zu einer Gesa m tg e f ä n g n i s st r a f e von 10 Tagen verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde aus- geführt, daß anonyme Schreiben eine Gefahr für die Allgemeinheit seien und im vorliegenden Falle mit einer Geldstrafe der Strafzweck nicht erreicht würde. * Der G. B. aus Langen, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, hatte sich im Juni in verschiedenen Wirt, fdiaften in Gießen in sieben Fällen des Zechbe. trugs und in einem Falle des Mietbetrugs schuldig gemacht. Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte war geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtge- fängnisftrafe von 6 Wochen. Der Angeklagte wurde zu einer G e sämige, fängnisftrafe von 5 Wochen, abzüglich 3 Wochen und 4 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Strafmildernd wirkte fein Geständnis. Dem Angeklagten wurde eröffnet, daß er im Wieder- holungsfalle als rückfälliger Betrüger Mit Zucht- Hausstrafe zu rechnen habe. Rundfunkprogramm Mittwoch, 16. August. 5 Uhr: Frühmusik. Das Rundfunkorchester. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenlied. Morgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Das Her- mann-Hagestedt-Orchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gym. nastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpaufe. Das kleine Unterhaltungsorchester. 9.30: Gcmnachrichten. 10: Schul, fünf: „Alles das erblüht freudig aus dem Lied". Eine Sendung um Haydn, Mozack und das Volkslied. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft burd) Freude". 13: Nachrichten. 13.15: MittagskonzerZ. Dos kleine Orchester des Neichsfenders Stuttgart. 14: Nachrichten. 14.10: 50 bunte Minuten. (Industrie- Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 16: Nachmit- tagskonzert. Das Leipziger Sinfonieorchester 17 bis 17 10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Das Recht im Alltag. Baden verboten? Die Polizeiverwaltung. 18.15: Aul gut deutsch. 18.30: Frauen der Bergan- genheit: Gabriele von Bülow. Eine Hörfolge. 19: Fliegendes Deutschland. Nachts über Tarragona. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Zwei Stunden — wie ge- funben. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 22: Nachrichten. 22.15: Sport in Kürze. Marscheinheit der H3 -Westfalen unterwegs durch Oberhessen. Tagesetappe Rodheim - Gießen - Lich. der Stadt entlang. Wir kommen allmählich in den Hafen, nachdem der Lotse an Bord gekommen ist; zunächst in den Vorhafen, der für Kriegsschiffe bestimmt ist, dann in den neuen Hafen, welcher durch lange Molen und Kais künstlich gebildet wurde, und schließlich in den alten, der eine tiefe Bucht darstellt. Es herrscht dort stets ein reges Leben. Mit feiner roinb- geschützten Sage ist Genua der bebeutenbfte Hafen des ganzen Mittelmeeres. An fast allen Kais sieht man Schiffe ihre Ladung löschen und neue Waren an Bord nehmen. Es ist kein Wunder, baß jährlich 11000 Schiffe ein« und ausfahren. Hier legen bie großen italienischen Atlantikbampfer an ober haben in Genua ihren Ausgangspunkt. Ebenso sieht man dort viele beutsche Vergnügungsbampfer unb unend- lich viele Hanbelsschiffe aller Nationen ihre Reise unterbrechen. Einen sympathischen Eindruck bekommt man sofort, wenn man m das riesige moderne Ha- fenzollgebäube kommt. Dann steht man in dieser aufblühenden Stadt, eie auf eine lange und stolze Geschichte zurückblicken kann. Schon 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung pflegte der dort wohnende Volksstamm der Ligurer zeit von 25 Jahren bei der Stadt Gießen zuruck- blicken. Der Arbeitsjubilar wurde im Kreise feiner Arbeitskameraden in der üblichen Weife geehrt und ihm ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters überreicht. . , . s „ ** Treubien st ehrenzeichen in her Wirtschaft. Dem bei ber Firma von Munchow- sche-Unioersitätsdruckerei Otto Kindt G. m. b. H. beschäftigten Obermaschinenmeister Karl Leib wurde für 50jährige treue Dienstleistung vom Führer das Treudienstehrenzeichen für Angestellte und Arbeiter in ber freien Wirtschaft unb die dazugehörige Be- itzurkunde verliehen und ausgehändigt. ** Eine Dreiundachtzigjahnge. Am kommenden Donnerstag, 17. August, kann Frau Franziska Hammel, Wwe., Wetzsteinstraße 12, m aller geistigen und körperlichen Frische ihren 83. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau, die sieben Kindern bas Leben gegeben hat, die ferner 16 Enkel- unb 18 Urentelfinber um sich sieht, ist ^^erm des Goldenen Ehrenkreuzes der deutschen Mutter. Seit 50 Jahren gehört sie zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. (Auch mir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag.) ** 72 Jahre alt. Am heutigen Dienstag, 15 August, kann unser Mitbürger Heinrich Wei - mer, Wetzlarer Weg 37, in geistiger und körperlicher Frische seinen 72. Geburtstag feiern. Der betagte Mann gehört seit Jahrzehnten zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen den alten Herrn herzlich zum Geburtstag. herzliche Begrüßung in Lich. Gegen 18.30 Uhr traf der Musik- und Spiel- mannszug der Gefolgschaft 2ich der HI. am Rastplatz ein, um bie westfälischen Gaste mit Marschmusik in die mit Fahnen reich geschmückte «tabt Lich zu begleiten. In mustergültiger Marsch- bisziplin marschierte ber Marschblock auf bem zlbler« platz auf, wo bie offizielle Begrüßung stattfand. Nach bem feierlichen Abstellen der Fahnen m die bereitgestellten Fahnenständer und nach dem Lied „Ein junges Volk steht auf" hieß Ortsgruppen; leitet Kuhn die Gäste im Namen ber Partei unb ber Stabt aufs herzlichste willkommen und gab der spende Ausdruck, daß es auch der Einwohnerschaft von Lch einmal vergönnt sei, einer Marscheinheit des Adolf-Hitler-Marsches Gastfreundschaft entgegenzubringen. Nach dem Ortsgruppenleiter richtete im Namen des Bannführers des Bannes 116 (Wet- terau) Gefolgfchaftsführer Krefchberger Worte der Begrüßung an die Jungens. Welch em Unterschied zwischen den Staaten ber Ordnung, so sagte der Redner u. a., und den sogenannten Demokratien! Während in letzteren seit Monaten von Krieg geredet wird, marschiert bei uns bie deutsche Jugend in Ordnung unb Disziplin zum Reichsparteitag des Friedens. Im Namen ber „Westfälinger dankte Bannführer Kassel (Iserlohn) für den freundlichen Empfang. Wenn wir uns fragen, so sagte er, welche Bedeutung hat nun ber Adolf-Hitler-Marsch, so müssen wir sagen, es geht nicht nur barum, als erster Marschblock am Führer vorbeizumarschieren, nein, mir rnollen durch unseren Marsch zu Werbern unb Trommlern ber nationalsozialistischen Jbee werden. Wir wollen zeigen, daß eine gestählte Jugend heranwächst, die jederzeit bereit ist, für Führer unb Volk alles einzufetzen. Anschließenb begaben sich bie Jungen in ihre Quartiere. Dienstagmorgen fetzen bie Gäste ihren Marsch bis Nidda fort, um bann in Nibba einen Ruhetag einzulegen. Handel mit den Griechen, Etruskern und Kelten. Noch 200 Jahre blieben sie unabhängig gegenüber ber anwachsenden Weltmacht Rom. Dann teilten sie bas Schicksal vieler anderer Städte und nahmen bie römische Verwaltungsverfassung an, bie bis ins frühe Mittelalter in Kraft blieb. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums kamen im 10. Jahrhun- bert bie Sarazenen, Räuber aus Tunis, verwüsteten bas Lanb unb plünderten bie Stadt. Genua erholte sich jedoch schnell unb hatte bald eine Vormachtstellung über die ganze ligurische Küste erlangt. Im Zeichen emporftrebenber Handelsstädte bildeten Pisa unb Venedig die stärkste Konkurrenz. In Italien erleben wir in dieser Zeitepoche des Mittelalters das geschichtliche Gegenstück zu Deutschland, nachdem das beide Staaten umspannende Stauser- reich stärkeren Universalmächten zum Opfer gefallen mar. Ueberall finden mir den Auflösungsprozeß. Städte und Fürsten bekämpften sich gegenseitig. Alle buhlten sie um Handelsniederlassungen im erwachenden Nahen Orient. Bestärkt wurde dieser Handel mit dem Orient durch die Kreuzzuge Die Kämpfe zwischen den gibellinischen und welfischen Adelsgeschlechtern wurden auch in Genau ausgetragen. Abwechselnd geriet Genua bann unter bie Herrschaft der französischen und neapolitanischen Könige. Die Verschwörung des Luigi F i e s ch i — Schillers Fiesco — mar einer der letzten Versuche, in die alten Bahnen zurückzukehren. Mit dem Vordringen der Türkei auf europäischen Boden im 16. Jahrhundert versank die Handelsstellung dieser mächtigen Hafenstadt immer mehr. 1746 besetzten die Kaiserlichen die Stadt, wurden jedoch sofort wieder vertrieben durch einen Dvlksaufstand, der von dem 17jährigen B a l i 11 a ausgelöst wurde. Nach ihm . nannte ber Faschismus seine Pimpfe. Nachdem Na- | poleon eine Ligurische Republick gebildet hatte und ’ diese dann zu Sardinien-Piemont geschlagen wurde, t erlebte der italienische Nationalstaat von hier aus V durch ©arib albi seine Auferstehung. Besonders t stolz ist die Stadt auch darauf, daß Kolumbus . in ihren Mauern geboren wurde. entzieht. Aus Pfennigbeträgen werden schnell Mark, stücke und schließlich aroße Summen. J^e Haus, frau sollte heute wissen, mit welcher Muhe die Landwirtschaft, ber die notwendigen Arbeitskräfte fehlen die Aecker bestellt und das Vieh aufzieht. Immer wieder muß man vor allem feststellen, daß mit dem Brot, unserem wertvollsten Nahrungsmittel, nicht so sorgsam umgegangen mirö mie es selbstverständlich sein mußte. Dabei erfordert es weder große Kosten, noch Arbeit, Nahrungsmittel vor Verderb zu schützen. Ordnung, richtige Haushaltsführung, Sauberkeit und Luft sind bie allem unablässigen Vorbedingungen zur Verhütung des Verderbs. Eine Speisekammer muß stets ordentlich aussehen, gut durchlüftet und zweckmäßig eingench. tet (ein. Vor allem beachte man folgende Grundsätze: Nie zuviel einkaufen, empfindliche Waren sofort verarbeiten ober verzehren, aber auch bie haltbaren Lebensmittel von Zeit zu Zeit prüfen. Amtsgericht Gießen. geblühten Hanbel seit ber Einigung bes italienischen Volkes nicht nur wesentlich vergrößert, sondern auch verschönert hat. Imponierende Straßen wie die Via Roma und bie Dia Venti Settembre machen ; auf jeben Besucher einen vorbildlichen Einbruck. Galerien unb wunderschöne Geschäfte mit ben mobern- , ften und geschmackvollften Sachen befinden sich zu beiden Seiten. Zumal wenn man von dem so heftia mitgenommenen Spanien kommt, glaubt man sich in einer Stadt mit allen nur ^-mkbaren Vorzügen zu befinden. Trotz der heißen Sonne herrscht ein reges Leben auf den Straßen. Man sieht gepflegte Frauen, peinlich saubere Straßenbahnen und Omnibusse fahren durch breite und enge Straßen, man könnte glauben, bereits in Deutschland zu fein, wenn bas einzigartige Blau bes Mittelmeeres uns nicht an den Süden erinnern würde. Auch die Altstadt mit ihren engen Gassen, bem frohen Gesang unb ben spielenden Kindern kann ben gewonnenen Eindruck nicht beeinträchtigen. In den letzten Jahren sind riesige Plätze mit großen Rasenflächen angelegt worben. Ueberall sieht man, wie mit einer gerabezu fieberhaften Energie gebaut wird. Man kann fchon sagen, in Genua wird viel geschaffen und zur Verschönerung des Stadtbildes getan. Das Großartigste aber ist ber unendlich lange Korso am Ufer, wo man eine herrliche Aussicht auf bas Meer, die Stadt unb die Berge hat. In wenigen Jahren werden auch dort die letzten Bauplätze vergeben sein und darauf geschmackvolle Dillen entstehen. Von Leuten, die nur den weltberühmten Kunstschätzen nachjagen, ist schon oft behauptet worden, in Genua gebe es nicht viel zu sehen außer bem Friedhof Campo Santo. Vielleicht muß man aber gerade sagen: diese Totenstätte enthält zwar sehr viel wertvollen Marmor, aber das Schönste ist sicher auch wieder bie großartige Laae im Bisagno-Tal, eine halbe Stunde von ber Stadt entfernt. Am Bergabhang ziehen sich reich geschmückte Familiengruften hinauf. Aus einiger Entfernung gesehen, ist es eine ideale Ruhestätte, wenn im Schein der Sonne der Marmor hell erglänzt. Einen unvergleichlichen Blick auf bas gesamte Tal unb den Friedhof, auf den die Genuesen so stolz : sind, hat man vom Righi, auf dem sich das alte ■ Forte Castellaccio befindet. Nach ber anberen Seite . blickt man auf bie an ber Küste ausgebehnte Stabt : mit bem riesigen Hafen. Bei klarem Wetter sieht i man sogar ein gewaltiges Stück ber Levante-Riviera - bis Portofino. Don dort oben nimmt man ben > besten Einbruck von Genua mit unb wirb sich im- fener wieder nach bieser entzückenb gelegenen Stadt am Meer unb am Ranbe der Berge sehnen. „Rund um Weilburg" lautete — wie man uns berichtet — am Sonntag die Parole des VHC. Gießen anläßlich seiner planmäßigen Augustwande- runq Unb so brachte ber Frühzug 55 Teilnehmer nach der unvergleichlich schön gelegenen Stadt, Die nicht mit Unrecht „P-rl- der Lahn" genannt werd. Nachdem vom Bahnhof aus die Cisenbahnbrucke über bie Lahn überschritten war, fetzte ber Aufftzeg gleich kräftig ein, um bie Wanderer auf die Hohe bes Karlsberges zu bringen, von wo man prachtvolle Blicke auf die zu Füßen liegende Stadt genoß. Am Hang des Webersbergs her wurde Weil- Heute erinnern an bie glanzvolle Vergangenheit ber Stabt noch bie zahlreichen Abeispaläste, ber Dogenpalast, in dem gegenwärtig ber Gerichtshof untergebracht ist, bie vielen Kirchen unb Gemäldesammlungen, welche sich aüerbings nicht mit denen anderer italienischer Städte messen können. Die regen Handelsbeziehungen führten auch bedeutende Künstler nach ®enua. So waren im 17. Jahrhundert Rubens unb van Dyck vorübergehenb hier tätig. Genua wirkt auf uns heute aber in erster Linie als moderne Stadt, die sich durch den wiederauf- Aufblühendes Genua. Don Or. Inh Zessel. Der Hauptreiz Genuas liegt in feiner einzigartigen Lage begründet. Kommt man mit ber Bahn, so wird jeber Reifende zunächst enttäuscht fein, denn man fährt zuletzt durch einen langen Tunckel und befindet sich plötzlich auf dem Bahnhof, ohne vorher von der Stadt etwas gesehen zu haben. Unvergeßlich dagegen ist der erste Eindruck, den man vom Meer aus erhält. Schon aus weiter Entfernung gewahrt man ben Kranz ber Berge. Immer beut- licher zeichnen sich bie ersten Hochhäuser, von denen es eine ganze Anzahl gibt. An den Abhängen liegen entzückende Dillen. Der 70 Meter hohe Leuchtturm, der fein Licht 27 Seemeilen weit ausstrahlt, rückt immer näher. Je weiter man herankommt, um fo besser kann man beobachten, wie günstig Genuas Hasen gelegen ist. Durch die Berge, welche ganz dicht an bas Meer herantreten, blieb ben Bewohnern wenig Sieblungsraum. Als bie Stabt sich ausdehnte, bestand nur bie Möglichkeit, nach Osten auszubauen ober bie Häuser auf bie Abhänge zu setzen. Aehnlich wie in Lissabon mußten viele Aufzüge gebaut werden, um die Höhenunterschiebe zu überwinden. Arn schwierigsten war es für die Eisenbahn, da viele Tunnels nötig waren. So führt die Bahnstrecke nach Pisa unter einem großen Teil Die Marscheinheit Westfalen (Gebiet 9) der $jit= ler-Jugend, die sich gegenwärtig auf dem Marsch nach Nürnberg befindet, kam am gestrigen Montag in unser engeres Heimatgebiet. . Am Sonntagabend rückA die Marschelnheit in Rodheim an der Bieber ein und erfuhr dort eine überaus herzliche Begrüßung. Nachdem man in Gemeinschaft mit der Bevölkerung des Ortes einen unterhaltsamen kameradschaft ichen Abend (mit Musik, sogar mit Tanz) erlebt ha te, ging es in die Quartiere. Die Gäste aus Westfalen waren durchweg in Privatquartieren untergebracht und fühlten sich fehr wohl. Ein Teil der Jungen bezog in Vetzberg Quartier und versäumte auch nicht, der Ruine Vetzberg einen Besuch abzustatten, um von dort den herrlichen Ausblick in unsere Landschaft zu genießen. . Gestern vormittag um V2IO Uhr wurde in R 0 d - heim aufgebrochen und der Marsch fortgesetzt. Ohne Aufenthalt marschierte die stattliche Einheit, die aus 125 Hitlerjungen besteht und 33 Fahnen mit sich führte, über Gießen m der Richtung nach Lich. Bereits kurz nach 13 Uhr war das Licher Waldschwimmbad und damit der Mittagsrastplatz erreicht. Im schonen Wiesental am Albacher Teich wurden die Fahnen zufamrnenge- stellt, die Fahnenwache zog auf, unb bann lagerte man sich in Erwartung eines kräftigen Mittagessens. Der Koch stand denn auch schon..m seinem schneeweißen Dreß unb ber hohen Mutze bereit unb schwang für bie nächste halbe Stunde uner« müblich den Kochlöffel, um die Eßgeschirre zu füllen, die ihm pausenlos entgegengehalten wurden. Und während aus dem großen Kessel das Essen, eine vorzügliche Linsensuppe mit Speck, ausgegeben wurde, füllten sich andere die Feldflasche mit duftendem Tee. . , . Nach einer Ruhepause von einer guten Stunde wurde durch den begleitenden Arzt das Schwimmbad freigegeben, und nun füllten die stämmigen westfälischen Hitlerjungen in den Nachmittagsstun- ben bas idyllische Waldschwimmbad mit ihrer Betriebsamkeit. Das herrliche Wetter des gestrigen wurde. , Äießen-Klem-Lmden. Seit dem gestrigen Montag brummt am Weiher die Dreschmaschine. Die kleinen Landwirte fahren ihre Frucht dorthin, lassen sie ausdreschen und fahren dann bas Stroh in bie Scheunen. Größere Bauern breschen erst im Herbst, wenn bie Dreschmaschine auf die Hose der Bauern gefahren wird. Wegen Mangels an Arbeitskräften bedient man sich in diesem Jahre beim Drusch noch mehr der Verwandten- und Nachbarnhilfe als in früheren fahren. Die Frucht hat trotz der letzten Regenwochen an Güte nicht gelitten. Die Ergebnisse smd rech gut. Hoffentlich bleibt bas Wetter bie nächste Zeit noch gut, bamit bie letzte Frucht abgemacht und eingefahren werben kann. Gießener Dochenmorktpreise. * G i e ß e n, 15. Aug. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1'60 NM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, bas Stuck 4 bis 10 Wirsing, kg 6 bis 9, Weißkraut 4 bis 9, Rotkraut 8 bis 9, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen grün 13 bis 25, gelb 15 bis 30, Erbsen 15 bis 25, Tomaten, deutsche 20 bis 28, italienische 20 bis 25 Zwiebeln 12 bis 13, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 4p, Kartoffeln, neue, % kg 5 bis 6 Rpf,, 5 kg 50 bis 58 Rpf., 50 kg 4,50 bis 5 RM., Frühapfel, kg 15 bis 30 Rpf., Falläpfel 8, Pfirsiche 32, Brombeeren 35 bis 40, Preiselbeeren 41, Kirschen 15 bis 35, Heidelbeeren 38, Stachelbeeren 10 bis 20, Johannisbeeren 15, Pflaumen 15 bis 27, Zwetschen 30, Mirabellen 24 bis 38, Renekloden 20 bis 30, Blumenkohl, bas Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 6, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Rpf. * ** D ienstj ub iläum. Am heutigen 15. August kann der beim hiesigen Schlachthof tätige Maschinist Heinrich Nifpel auf eine ununterbrochene Dienst- F. Aus der engeren Heimat 6- Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) In Wenzels Garten fanden damals, vor 50 60 Jahren fast alle größeren Feiern und Festlichkeiten statt: besonders wenn eine studentische Korporation ihr Stiftungsfest in größerem Ausmaß beging, war selbstverständlich Festessen und Festkommers in diesem Garten. Wurde ein studentischer Fackelzug veranstaltet, so endete er in dem Garten, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden. Leistungsschießen dei- Kriegerkameradschast Albach. . * b " A ' 14- 2lug. Während drei Sonntagen herrschte auf dem schön gelegenen Schießstand am Waldesrand reger Schießbetrieb. Trotz des zeitweise einsetzenden Regenwetters war die Beteiligung sehr u' cT beTrt Ergebnis des Schießens haben die alten Kameraden den größeren Anteil, ein gutes Zeichen, daß die Uebung auch den Erfolg zeitigt. Am letzten Sonntag kam es zur Preisverteilung, die vorangegangener Ansprache des Kamerad- Ichaftsfuhrers Lenz vom Kreiskriegerschießwart H°vf aus Gießen, der die Kameradschaft mit einer Plakette und einer Ehrenscheibe bedacht hatte, vor- genommen wurde. Mit Stolz hob er hervor, daß die ersten Preise alten Kameraden zufallen, wodurch der Beweis erbracht ist, daß die Kameraden dem Schießdienst die Bedeutung zukommen lassen, die diesem wichtigen Dienstzweig gebührt. Es erhielten: 1. Preis Kam. K. Arnold, 36 Ringe: 2. Kreisschieß- rvart Hanf, 36 R.: 3. Kam. Lg. Langsdorf, 35 R.; 4. Hch. Dippel, 35 R.: 5. W. Lg. Langsdorf, 33 R.; 6. Hch. Phil. Schmidt, 33 R.: 7. Wilh. Wagner 33 R-: 8. Joh. $). Schäfer, 33 R.: 9. Kameradschafts- fuhrer Wilh. Lenz, 33 Ringe, und noch weitere 8 Preise mit 32 bis 30 Ringen: W. Häuser, Otto Zimmer, Wilh. Will, Jak. Haas, Otto Walter, Otto Stumpf, Keinrich Kissel, Kl. Schäfer II. Kriegerkameradschast Lollar. § Lollar, 15. Aug. Am Samstag fand in der Gastwirtschaft von O. Nuhn der Monatsappell der hiesigen. Kriegerkameradschaft statt, dem auch der Kreiskriegerführer Dr. M o n n a r d und der Verwaltungsführer G l e b e beiwohnten. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Kameradschaftsführers Taubert gab er das Ergebnis des diesjährigen Wettkampfschießens bekannt. Es haben 40 Kameraden daran teilaenommen, je 20 in den beiden Klaffen. Es wurden durchweg gute Ergebnisse erzielt. Die Schnellsammlung zugunsten des Kriegerwaisenhauses erbrachte einen ansehnlichen Betrag. Auch von der hiesigen Kameradschaft des NS.-Krie- gerbundes werden vier Kameraden an der Tannen- vergfeier pm 27. August teilnehmen, und zwar die Kameraden Taubert, A v u st, Gilbert und Schwalm. Der Kameradschaftsführer wies dann noch auf das im September wieder stattfindende Schießen mit Wehrmannsbüchsen hin und forderte die Kameraden auf, sich rege daran zu beteiligen. Kreiskriegerführer Dr. Monnard richtete in einer kurzen Ansprache beherzigenswerte Worte über Kameradschaft an die Versammlung. Er stellte das Erscheinen d-a Reichskriegerführers zu der in wenigen Jahren jtattfindenden Feier des hundertjährigen Bestehens der Kameradschaft Lollar in Aussicht. Den Kameraden Lennarz und Fink überreichte er mit herzlichen Worten für ihre Verdienste und ihre treue Mitarbeit in der Führerschaft das Kyffhäuser- Ehrenzeichen. In der üblichen Weise wurde sodann der Appell geschlossen. 60 Jahre Kriegerkameradschast Wißmar. # Wißmar, 14. Aug. Die hiesige Kriegerkameradschaft tonnte am gestrigen Sonntag im Rahmen einer festlichen Veranstaltung das 60jährige Bestehen feiern. Neben sämtlichen Ortsvereinen nahmen auch viele Kriegerkameradschaften aus der Nachbarschaft an der Feier teil. Am frühen Nachmittag wurde die Veranstaltung mit einem Appell eingeleitet. Kameradschaftsführer „Sie haben also niemanden mehr gesehen?" „Nein. Das Fenster stand offen... Glassplitter lagen auf der Erde ... das ist alles, was ich sagen kann. Der Kerl wird lange über alle Berge sein! Stimmt's, Hawkins? Sie haben mir doch das Zimmer hier aufgeschlossen?" „Schade!" Der Inspektor macht sich einige Notizen. „Sergeant Dudgeon... sehen Sie mal nach Fußspuren draußen im Garten. Viel Zweck wird's ja nicht haben bei dem Regen... und draußen ist auch noch schön gepflegter kurzer Rasen... na, aber Sie können ja mal nachschauen. Fisher, Sie untersuchen auf Fingerabdrücke! Am Fenster muß allerlei zu finden fein." Während Dudgeon mit der Taschenlampe den Rasen unterm Fenster ableuchtet, schüttet Fisher ein gelbes Pulver über den Fenstergriff, bläst es fort und zieht den Rest mit einem gummierten Papier ab. Indessen durchsucht der Inspektor die Fächer des Schreibtischs. „Bitte... schauen Sie mit her... vielleicht können L>ie Fehlendes feststellen!" Aber Claire macht ihm das Ueberflüfsige seines Beginnens klar. „Niemand weiß, was Vater in diesem Möbel aufbewahrte. Also ist's auch ausgeschlossen, daß irgend jemand sagen kann, was da fehlt. Das sind 'doch offenbar alles alte Briefschaften, die er selbst kaum noch angerührt hat." „Wenig tröstlich! Wenn Sie nichts vermissen, ist kaum festzustellen, ob überhaupt etwas gestohlen ist", wiegt der Inspektor den Kopf. „Aber diese Feststellung bringt uns auch nicht weiter. Fisher, haben Sie etwas gefunden?^ „Jawohl", nickt der Beamte seufzend, „der Einbrecher hat Handschuhe getragen, Herr Inspektor!" Leise pfeift der durch die Zähne. „Schau, schau! Also doch ein recht heller Junge! Hm... Dudgeon! Sergeant!" Er beugt sich weit aus dem Fenster. „Wie ist's?" Draußen bewegt sich eine Taschenlampe suchend überm Rasen. „Nichts", meldet die Antwort. „Ist hier auch ausgeschlossen. Der Rasen ist zu kurz geschoren und geht bis ans Haus. Hier kann einer drei Meter hoch springen und hinterläßt keine Spuren." „Konnte ich mir denken. Kommen Sie 'rein!... Pfui Teufel!" So geschah es, als an einem regnerischen Abend des Wintersemesters 1882/83 an einem Haus in der Neuen Bäue eine Tafel enthüllt wurde zum Andenken an Professor Dietz, der als Lehrer der romanischen Sprachen hier lange gewirkt und als Förderer des romanischen Sprachstudiums an den Hochschulen sich sehr verdient gemacht hatte. Der Fackelzug zog von Oswaldsgarten vor das Haus in der Neuen Bäue, in dem Dietz gewohnt, hier hielt ein Schüler von Dietz eine entsprechende Weiherede, und bann ging es weiter in Wenzels Garten, wo man die Fackeln zusammenwarf und der Kommers erfolgte. “ Kleidung einer abgelaufenen Epoche — die tiefen, kaum benutzten Sessel — die hohen Bücherschränke an den Wänden — der Schreibtisch und der einfache Sessel davor... ach, das redet alles eine so eindringliche Sprache, ist so voll unheimlichen Lebens, als fei der Mann, der hier arbeitete, nicht tot, sondern nur auf ein Stündchen fortgegangen. Manchmal ist sie versucht, zur Tür hinzusehen, ob der Vater nicht auf der Schwelle stehe, groß und hager, die Augen ruhig und prüfend auf sie gerichtet. Sie friert und hüllt sich fester in ihren Mantel. Endlich fährt draußen ein Auto vor... das wird die Polizei sein. Hawkins beeilt sich, die Herren einzulafsen. Der Inspektor, begleitet von zwei Beamten, tft von ruhiger, sachlicher Höflichkeit. Er hat nach dem ersten Wort schon herausbekommen, daß Claire scheinbar die ruhigste unter den Anwesenden ist, und richtet seine Fragen vor allem an sie. „Sie haben ein Klirren gehört?" „Ich nicht... aber mein Onkel... und meine Schwester ebenfalls. Ich schlafe viel zu fest. Mich weckt keine Kanone auf." „Glückliches Kind!" stöhnt Onkel William neidisch und schüttelt den Kopf. ,Lch liege seit acht Uhr schlaflos. Wie kann man auch bei diesem Wetter schlafen? Ist ja die reine Hölle draußen!" „Nicht ganz so schlimm, Sir. Wir kommen eben aus dieser Hölle", lächelt der Inspektor. „In einer halben Stunde ist alles vorbei. Aber zur Sache: Sie haben also die verdächtigen Geräusche gehört?" „Ganz deutlich! Ich sage Ihnen ja, ich habe sofort feststellen können, daß das nur unter meinem Zimmer sein konnte. Ich schlafe nämlich genau über meines Bruders Arbeitszimmer." „Und darauf eilten Sie sofort nach unten?" „Sicher. Man kann doch nicht still zuhören, wie die Diebe das Haus ausräumen!" „Nun, so viel scheinen sie ja nicht mitgenommen zu haben. Aber bitte, erzählen Sie, was Sie beobachtet haben." „Was ich beobachtet habe? Eigentlich nicht mehr als das, was Sie jetzt sehen. Ich habe selbstverständlich Licht gemacht. Bedenken Sie... seit dreiundzwanzig Jahren bin ich nicht mehr in diesem Hause gewesen. Ich hätte mir im Dunkeln sicher das Genick gebrochen... Das Licht hat leider wohl auch die Einbrecher verscheucht!" suchend sieht sich Claire in dem ihr so bekannten Laum um Ja hier hat fie als Kind oft gestanden °'L?ur°htgeh°bt, hi-r. an dieser Kante des Ät-n Schretbtstches mtt den niesen Fächern: und dort hat der Vater gesessen und gezürnt. wenn in mathematischen Arbeiten wieder mehr lote Tinte zu sehen war als schwarze Du lieber Gott, wie lange ist das nun schon Herl dmd w,e erleichtert war man daoongehuscht, wenn^s Dünn endlich hieß: „Du kannst gehen!" -Sie lächelt und schüttelt den Kopf. jFast hat sie vergessen, welcher Anlaß sie in Vaters Heiligtum führt. »Hier... die Scheibe ist eingedrückt... sieh dich m, Claire, der Fußboden liegt voller Glassplitter Umö dann ist das Fenster von innen her geöffnet’ kenn man bloß eine Ahnung hätte, was nun kizientlich geschehen ist!" „Das werden wir wahrscheinlich alle miteinander nicht herausbringen", winkt Claire spöttisch ab. ■'•i’ber wissen Sie, was Vater hier aufbewahrte Iwkins?" Der zuckt beäauernb die Achseln. Seitdem er lernen Kragen umgebunden hat, fühlt er sich wieder Situation gewachsen. ..Das ist schwer zu sagen. Aber soweit ich unter» achtet bin... viel gesprochen hat ja Sir John -• aber wichtige Sachen können es bestimmt "cht gewesen sein. Alles, was irgenwelchen Wert liegt wohl im Werk unter Verschluß." ..Seltsam. Verstehst du die ganze Geschichte, me?" Die schüttelt stumm den Kopf und hüllt sich cher in ihren warmen Morgenmantel. Sie mag r diesem Raum nicht sprechen, der schwer und .uÄer ist von Erinnerungen an den Toten. $a hängt Mutters lebensgroßes Bild in der Der Täter mitten unter uns Vornan von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, weröau i. Sa. Vor 60 Jahren in Steins Garten Erinnerungen eines alten Gießener Studenten. 1 sehr bald einlebten und in unferm schönen Gebirge wohlfühlten. Eine Reihe von Führungen, Ausflügen und dergl. wurde unternommen. In der Turnhalle fand ein wohlgelungener Abschiedsabend statt, bei dem herzliche Ansprachen zwischen dem Ortsgruppenleiter und dem Bürgermeister einerseits und den Urlaubern anderseits gewechselt wurden. Sehr befriedigt über alles Gebotene verließen die Urlauber unsere Stadt. Allwöchentlich kommt ein großes Autobus mit Urlaubern aus dem eigenen Gau hier an, der stets neue Urlauber in unsere Stadt bringt und die alten Urlauber in ihre Heimat zurückbringt. Die Einwohnerschaft hat sich ausgezeichnet auf die KdF.-Fahrten eingestellt. Die Stadt ist für etwa 500 Urlauber aufnahmefähig. Gchottener Sonimermarkt. l<. Schotten, 14. August. In althergebrachter Weise wurde auch in diesem Jahr der Sommer- markt begangen. Wenn der Rindviehauftrieb auch gegen die Vorkriegszeit stark zurückgegangen ist, so hat der altbekannte Markt doch seine Anziehungskraft bewahrt. Inmitten der Stadt ist schon seit mehreren Tagen der Iurplatz, Karussell, Schießbude u. dgl aufgeschlagen worden. Im Erdgeschoß des Rathauses ist ein Ratskeller geschmackvoll her- gerichtet, in dem Wein zum Ausschank gelangt. Zwischen Rathaus und „Krone" ist ein Tanzboden im Freien gelegt. Zum heutigen Montags- markt waren etwa 100 Pferde und Fohlen auf- getrieben, besonders die weiblichen Zuchtfohken waren stark gefragt, als Preise wurden 700 bis 800 Mk. verlangt und geboten. Auf dem Rind- v ie h m a r k t fanden die ca. 50—60 Stück Vieh, besonders das Vogelsberger Rotvieh, guten Absatz. Morgen Dienstag folgt der Schweinemarkt, am Mittwoch schließt sich der große Krämermarkt mit Volksfest, Tanz an. Landkreis Gießen T Großen-Linden, 14. Aug. Der Kirchen- Vorstand beschloß, die Kirche mit einer Warmluftheizung zu versehen. Es ist zu hoffen, daß im nächsten Winter die Kirche wieder gut geheizt wird. — Seit einigen Tagen sind hier z w ei Dreschmaschinen aufgestellt, die den Roggen der kleinen Landwirte ausdreschen. Die Frucht ist, außer dem Hafer, bereits geschnitten. Es wär sehr zu wünschen, daß das gute Wetter noch einige Wochen anhält, damit die Ernte gut eingebracht werden kann. s. L a n g - G ö n s , 15. Aug. Eine unserer ältesten Mitbürgerinnen, Frau Marie K r ö m p Witwe, Enggasse, kann am 18. August ihren 8 6. Geburtstag feiern. Die Jubilarin hilft noch viel im Haushalt, obgleich sie körperlich etwas behindert ist. Am liebsten behütet sie die kleinen Urenkel. Im Kriege verlor Frau Kromp einen Sohn und einen Schwiegersohn. Vier Kinder, elf Enkel und fünf Urenkel können mit der hochbetagten Frau feiern. Auch wir wünschen der Jubilarin viel Glück! <£ Holzheim, 14. Aug. Im Rahmen einer schönen Feier wurde hier der Organist Jakob Kuhl geehrt, der seit 25 Jahren den Dienst des Organisten in unserer Gemeinde versieht. Nach einer musikalischen -Darbietung von Orgel und Geige hielt Ortspfarrer L a u n h a r d t eine Ansprache, in der er die Verdienste des Jubilars würdigte, feine stete treue Pflichterfüllung kennzeichnete und ihm die Ehrenurkunden überreichte, die ihm durch Propst Knodt und durch die Hessische Landeskirche gewidmet waren. Von der Gemeinde Holzheim wird dem Jubilar zu einem späteren Zeitpunkt eine Ehrenurkunde übermittelt werden. Der Versicherungsschwindler noch am Werk. LPD. Hanau, 14. Aug. Wie gemeldet, war dieser Tage in Oberhessen, in einem Dorfe bei Nidda, ein Schwindler aufgetreten, der die Hinterbliebenen eines kürzlich gestorbenen Mannes zu prellen versuchte. Wie nun feststeht, hat der Schwindler auch im Kinziggebiet und wohl auch an anderen Orten fein Unwesen getrieben. Es ist ihm bereits gelungen, verschiedene Personen um namhafte Geldbeträge zu betrügen. Wie die Polizei inzwischen festftellte, handelt es sich um den Berufsverbrecher Fritz W i t tr o ck. der am 26. März 1902 in Dresden geboren ist und gegen den bereits ver- chiedene Strafverfahren schweben. Der Gauner chreidt an Familien, die kurz zuvor einen Trauer- all hatten, mit dem Aufdruck einer Versicherungs- gesellschaft versehene Briefe, daß sie noch eine Nach- "Gießener Anzeigers" vom 19. Juli (II. -Blatt) steht em Artikel mit der Überschrift- Äinf5-r?QrtT SQ"bel ber Zeiten." In Diesem Artikel ist auch die Rede von Abonnementskonzerten, die früher, vor dem Krieg, in diesem Garten stattfanden durch die Kapelle des Regiments 116 unter Leitung des Musikdirektors K r a u ß e. Es fei mir gestattet, dazu einiges ergänzend zu bemerken, dessen ich mich aus meiner Studentenzeit vor. fast 60 Jahren erinnere. Die erwähnten Konzerte hat Wenzel, der vor Stern Besitzer des Gartens war, anfangs der 80er Jahre eingeführt: vielleicht ging die erste Anregung von Musikdirektor Krauße aus. Die Konzerte fanden nicht nur im Sommerhalbjahr im Freien, sondern auch im Winter im Saal statt. Sie wurden bald allgemein behebt und sehr gut besucht. Auch die Stuventenschast war unter den Besuchern vertreten, besonders die farbentragenden Korporationen, deren es vor 60 Jahren mir sechs gab, nämlich drei Korps, zwei Burschenschaften, deren eine damals oft so schwach war, daß sie nicht öffentlich auftreten konnte und sich sogar einmal suspendieren mußte, ferner die Verbindung Wingolf und die Reformverbindung Adelphia, deren Mitglieder damals nur Bänder trugen. Zu Beginn des Semesters ging ein Mann im Auftrag von Wenzel und Krauße in der Stadt herum und fammelte Abonnenten für die Konzerte; er kam auch auf die Kneipen der Korporattonen mit feiner Einzeichnungslifte. Die Konzerte gehörten bald zum eisernen Bestand im Gießener Gesellschaftsleben. Wenzel gab sich überhaupt große Mühe, den Gießenern immer etwas Neues und Schones zu bieten. Einmal gelang es ihm, soviel ich weiß im Sommer 1882, eine der berühmtesten Musikkapellen der 80er Jahre, die gewöhnlich nur in größeren Städten konzertierte, für Gießen zu gewinnen. Es war das Bilfe-Or chester (so genannt nach feinem Dirigenten). Es bestand aus lauter erstklassigen Musi- fern. Unter ihnen war ein junger Pistonbläser Türpe war sein Name, der auf feinem Instrument ganz Erstaunliches leistete. Beim Vortrag der „Variationen über den Karneval in Venedig" kam man aus dem Staunen und bewundern nicht heraus. Sein Piston soll von Silber gewesen fein. Dies 'Bilsekonzert war an einem Werktagnachmittag und ssehr stark besucht; auch aus benachbarten Städten mnd Orten waren Besucher erschienen, z. B. aus Marburg. So sah ich, wie Professor Liszt von Marburg, der kurz vorher noch juristischer Profes- jsor in Gießen war, nebst Frau zu dem Konzert erschien. Wenzel hatte es auch an der nötigen Reklame än der Umgegend nicht fehlen lassen; so etwas verstand er sehr gut. Ein ander Mal, es war auch im Sommerhalbjahr U881 oder 1882,, und zwar am Stiftungsfest der ^Universität, 1. Juli, konzertierte eine merkwürdige Kapelle in Wenzels Garten, die weither gekommen war. Es waren spanische Studenten, die M einem Mandolinenorchester sich zusammenge- ichlossen hatten und durch allerlei Länder zogen, um ihre Kunst zu zeigen und etwas zu verdienen. Ich Oenke mir, daß sie als Studenten nur Universitäts- itäbte besuchten und so auch nach Gießen gekommen waren, wo Wenzel sie mit Freuden annahm als ^twas Neues, noch nie Dagewesenes. Sie trugen mHe die gleiche schwarze Kleidung, und ihre schwären merkwürdig geformten Hüte waren vorn mit mer Art Löffel oder Pfeil durchstochen. Ihre Mandolinen waren von jeder möglichen Größe. Ihre Musikstücke wurden exakt ausgeführt und sehr bei- sällig ausgenommen. Es war aber doch auf die Dauer etwas eintönig, fortwährend Instrumente der- «elben Art zu Horen. Das Konzert war sehr gut besucht, zumal die Professoren wegen des Stiftungs- wges der Hochschule ohnedies in Wenzels Garten wersammelt waren. Einige Studenten versuchten mit den spanischen Kommilitonen ein Gespräch anzuknüpfen, aber da liefen unsere Sprache und jenen die spanische fremd ®ar> konnte man nur auf dem Umweg über die französische Sprache sich mühsam etwas verständlich machen. Der damalige Rektor, Professor theol. tade, ließ den spanischen Musikern einige Um= wersttätsbecher voll guten Weins bringen; ihren vreubigen Dank statteten sie außer mit Worten auch nnt der Tat ab, indem sie dem Rektor abends ein Ständchen brachten. Er fährt ärgerlich lachend zurück, denn ein Windstoß hat ihm von den Hängegeranien, die den Balkon des darüberliegenden Zimmers zieren, einen Schwarm Regentropfen ins Gesicht geweht. „Sauwetter!" knurrt er. Und zu den Hausbewohnern gewendet, setzt er hinzu: „Tja! Die Polizei kann natürlich auch nicht zaubern!. Spuren sind keine da... gesehen hat den Mann niemand... gestohlen hat er anscheinend auch nichts... wenigstens läßt sich das nicht feststellen... hal's der Teufel! Wie soll man da den Burschen fangen?" Er wischt sich mit seinem großen Taschentuch den Regen aus dem breiten, roten Gesicht. „Wird sehr schwer halten! Und hier durch den Garten zu entfemmen, ist eine Kleinigkeit. Ich kenne die Gegend recht genau. Von hier bis zur Greenstreet, das schafft ein älterer Herr in fünf Minuten, und dann ist er mitten im Verkehr. Aber wir werden in Zukunft das ^aus ein bißchen unter die Lupe nehmen! Wenn der Bursche hier irgend was Besonderes nötig braudjt, wird er ja wahrscheinlich wiederkommen." „Sehr richtig!" stimmt Onkel William zu. „Ich bin der festen Ueberzeugung, daß er hier etwas gesucht hat... und er wird sich's auch holen!" „Haben Sie keine Ahnung, was der Unbekannte im Schreibtisch Sir Johns gesucht haben könnte?" „Wie soll ich das wissen?" fragt Onkel William erstaunt. „Nun, ich meinte, weil Sie so überzeugt sind, daß der Einbrecher wiederkommen wird. Aber lassen Sie ihn nur kommen! Ich wette, daß wir ihn dabei schnappen werden!" lacht der Inspektor, und sein helles Lachen ist der erste frohe Laut in diesem düsteren Hause. „Jetzt können Sie wirklich nichts Besseres tun, Ladies und Gentlemen, als wieder ins Bett zu gehen. Wenn es Sie beruhigt, bleibt einer meiner Beamten hier." „Danke, danke!" winkt Onkel William ab. „Aengst- lich sind wir nicht. Es ist kaum anzunehmen daß gerade heute nacht..." „Wie Sie wollen! Ich komme morgen noch mal vor, mir die Sache bei Tageslicht anzusehen. Gute Hawkins schließt forgfältig ab und löscht das Licht. Allein Schlaf findet in dieser Nacht niemand. (Fortsetzung folgt.) Wagner hieß besonders Kreisleiter Haus, der in seiner Eigenschaft als Kreiskriegerführer mit Derwaltungsführer Münch und Adjutant Ben- d e r erschienen war, willkommen. Der Kreiskrieger-- führer hielt eine kurze Ansprache, in der er sich mit der Gründung und der Tätigkeit der hiesigen Kriegerkameradschaft beschäftigte. Besonderen Gruß entbot er dabei den Kameraden, die über 40 Jahre der Kameradschaft angehören. Es sind dies: Werkmeister i. R. Eduard B echthold, Forster i. R. Lukas, Schreinermeister Jakob Mock, Ortsdiener i. R. Jakob Rupp, Ortsgerichtsvorsteher Heinrich Schwalm, Schneidermeister Georg Wagner, Rentner Georg Bittendorf und Schmiedemeister Karl Wagner. Nach dem Appell setzte sich ein Festzug unter Vorantritt des Musikkorps der Fliegerhorst-Kommandantur Gießen (Leitung: Musikmeister Pfarre) in Bewegung. Am Kriegerehrenmal wurde der Marsch unterbrochen und in feierlicher Weise der Gefallenen des Weltkrieges gedacht. Nach einem Vorbeimarsch an Kreisleiter und Kreiskriegerführer Haus loste sich der Festzug in der Pestalozzistraße auf. Der weitere Verlauf des Nachmittags und des Abends war der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. NSB.-Kindertzarien feiert Kinderfest. H Lich, 13. Aug. Der hiesige NSV.-Kindergarten hatte heute einen großen Tag, denn die Kleinen und Kleinsten hielten seit Schaffung des Gartens im vergangenen Jahr ihr erstes Kinderfest ab. Unter Vorantritt der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr veranstalteten die Kinder einen kleinen Umzug durch verschiedene Straßen der Stadt, der dann auf dem mit Fahnen, Girlanden und Wim- peln festlich geschmückten Festplatz auf dem histori- ichen Wall hinter der Schule endete. Ortsgruppen» roalter der NSV., Bürgermeister a. D. W a'lz, hieß hierauf die zahlreich erschienenen Eltern und Gäste aufs herzlichste willkommen. Besonderen Gruß entbot er Gauamtsleiter Haug, der es trotz anderweitiger Inanspruchnahme ermöglicht hatte, dem Fest einen Besuch abzustatten, und Ortsgruppenleiter Kuhn, der die Verbundenheit zwischen Partei und Kindergarten bekundete. In seinen weiteren Ausführungen dankte Amtswalter Walz den Leiterinnen, Frl. M e t) ecke und Frl. Hamel, sowie deren Helferinnen für die wochenlangen, teils mühevollen Vorbereitungen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Fest einen frohen Verlauf nehme und vor allem den Eltern einmal einen Einblick übermittele oon dem Sinn und Zweck eines solchen Kindergartens. In bunter Reihenfolge erledigten hierauf die Kinder in farbenfrohen Trachten ihr Programm, das immer wieder die Bewunderung der Besucher hervorrief. Es war eine Freude, wie die Kleinen frei und ungeniert, kein Lampenfieber kennend, ihre Tänzchen, Reigen, Lieder, Gedichtchen und sonstige Spiele erledigten. Ganz besonders stolz aber waren fie, als sie als Dank und Anerkennung je eine Brezel überreicht bekamen. Zwischen den einzelnen Darbietungen erfreute die Feuerwehrkapelle, die sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt hatte, mit guten Musikvorträgen. Mit dem Gruß an den Führer schloß Frl. Medecke die'wohlgelungene Veranstaltung. Schotten als KdF.-llrkauber-Stadt. j Schotten, 14. Aug. Aus dem Gaugebiet Halle-Merseburg war ein Sonderzug mit KdF. -Urlaubern nach dem Lahntal und dem Vogelsberg gefahren. Auch in unserer Stadt war em Teil der Gäste untergebracht, die sich Wirtschaft lü s!t als im Börse «ici Das Fachami Turnen für das Vundesfest gerüstet ( 39:28 (19:17). Rangfolge: Bad Homburg: 2. Poliziespv. Treysa; 4. VfL. Marburg. 6iic llfiin !3i je llü r:: Sri K r 0 8 epi' l'OT nm« sw . !: fr 1 fud käuflich sind. Die Hausfrauen haben dieses Jahr reiche Mengen von Frühobst verarbeitet und so ihre Wintervorräte wieder aufgefüllt. Auch für die kom- mende Mirabellen- und Spät-Zwetschenernte ist mit größeren Haushaltekäufen zu rechnen, wenn auch die Konservenindustrie dann wieder reichlicher als zur Zeit beliefert werden muß. Hierfür kamen auch schon Aprikosen, Pfirsiche aus südlichen Ländern zur Ablieferung. Die Gemüsemärkte weisen auch im August eine vorherrschende Beschickung mit Massenge> müse wie Weißkohl, Wirsing usw. auf. Dagegen ist Kopfsalat nach Aberntung der späten Pflanzung knapp. Die Auswahl reicht aber doch für die man' nigfaltigsten Wünsche der Hausfrau aus. Die F l e i s ch v e r s o r g u n g hat sich in Hessen» Nassau kaum gebessert, wenn auch die Rinderauh triebe, mit wenigen Ausnahmen, die Kontingentszahlen erreichen und Kälber zahlenmäßig sogar stark vertreten sind. Dagegen ist eine vorübergehende Verminderung der Schlachtschweine eingetreten. Danach muß' sich die Versorgung der Verarbeiter richten und die Verbraucher müssen sich in vollem Verständnis mit manchem Ausgleich vertraut machen, zumal Gefrierfleisch nur in Sonderfällen zur Verfügung steht. Aber die Seefischanlieserungen sind um so reicher und vermögen am ehe» sten die Lücken zu schließen. Milch und Butter wird aus eigener Erzev- gung im bisherigen Umfange angeliefert. Der Frischmilchbedarf ging aber während der Ferien zurück. Auch in Käse sind die gelegentlich mangelnden Sorten wieder besser vertreten. Unvermindert gilt liefern die Molkereien Quark und Sauermilchkaft an allen Plätzen an. Die häufigen Regenfälle erschweren zwar die Einbringung der Getreideernte, aber die Landwirte bemühen sich unter Einsatz aller Hilfskräfte und Maschinen die wenigen trocknen Tage und Stunden auszunutzen, so daß bisher in Hessen- Nassau noch keine größeren Verluste an der mengen» wie gütemäßig guten Getreideernte zu befürchten sind. Aus Oberhessen wurden schon Roggen und Weizen an die Mühlen verladen, die vorläufig trotz der starken Bevorratung das neue Korn gerne aufnehmen. Aber die Hauptmenge wird in den nächsten Wochen auf Lager genommen werden müssen, wie auch den Mühlen bereits eine erweiterte Einlagerungspflicht erteilt wurde. Braugerste wird ebenfalls überall geerntet und gedroschen, aber vorerst kam es zu einzelnen Verladungen an die kaufbereite Industrie. Weizenmehl wurde in der neuen Type von dem Großhandel lebhaft und vom Bäcker im Rahmen seines Bedarfs gekauft. Bald wird auch die Hausfrau das neue Weizenmehl kennenlernen, bei dessen Verbackung sich eine reichliche Verwendung von Treibmitteln, wie Hefe, bewährt hat. Roggenmehl wird in großem Umfange aus Norddeutschland besonders für die Beimischung von den Mühlen bezogen. In Futtermitteln können alle Ansprüche aus Zuteilungen, wie aus dem freien Angebot, erledigt werden. Die Kleintierhalter können jetzt wieder Gerste, Mais, Kartoffelflocken sowie die bewährten Mischungen beziehen. Neue Kartoffeln werden jetzt in ganz Hessen-Nassau geerntet, |o daß der Versand nach dem Rheinland und Westfalen ausgenommen werden konnte. Nicht weniger günstig ist die Belieferung der Ob st Märkte, wo jetzt hauptsächlich Früh- zwetschen, Pfirsiche, Aprikosen, Aepfel und Birnen Zufriedenstellender Stand der Jeldfrüchte. mit 98,10—98,13 (98,05) genannt. Frankfurter Getreidebörse. 148,25, Verein. Stahl, die zunächst auf 96,40 nach 96,13 erholt waren, auf etwa 96 usw. Bei den später notierten Werten zeigten sich Schwankungen von 0,50—1,50 v. H., wobei Rückgänge überwogen. Der Fr ei verkehr war sehr ruhig. Tagesgeld wurde auf 2,50 (2,75) o. H. Abendbörse zurückhaltend. An der Abendbörse herrschte weitgehendste Zurückhaltung. Am Aktienmarkt bröckelten die Kurse vielfach weiter ab, obwohl es sich fast ausschließlich um nominelle Angleichungen an den matten Berliner Schluß handelte, der indessen kaum mehr unterschritten wurde. Etwas Geschäft hatten Deutsche Erdöl mit 117,75 (118,40) und IG. Farben mit 147,25 (147,75). Von Maschinenaktien gingen Demag auf 139 (140,25) und Rheinmetall auf 115 (116) zurück, MAN. waren zu unv. 143 angeboten, während Eßlinger mit 107 und Moenus mit 116,50 behauptet blieben. Am Montanmarkt ermäßigten sich Buderus auf 94,50 (95), Mannesmann auf 102,50 (103) und Der. Stahl auf 96,13 (96,40), außerdem gab Gesfürel auf 125,50 (126) nach, während Adlerwerke 0,25 v. H. höher mit 97,50 gefragt wurden. Gut gehalten waren u. a. AEG. mit 110, Metallgesellschaft mit 110,50, Scheideanstalt mit 205, BMW. mit 132,75, Bemberg mit 129 und VDM. mit 170. Am Rentenmarkt gingen 4,50 v. H. Mainkraft mit unv. 93,50 um, 6 o. H. IG. Farben bröckelten auf 120 (120,25) ab, Reichsbahn-DA. unv. 122,75. Steuergutscheine waren ohne Geschäft, Serie I wurden in den Abschnitten Januar—März Zahlung erhielten, wenn sie einen bestimmten Betrag ihrem demnächst vorsprechenden Angestellten aushändigten. Als dieser „Angestellte" erscheint dann eines Tages Wittrock und versucht, das Geld von den Leuten zu erlangen. Beim Brunnenbau tödlich verunglückt. Lpd. Sprendlingen bei Offenbach, 13. Aug. Beim Bau eines neuen Brunnens verunglückte der 33jährige Bohrmeister Friedrich Wilhelm Z i m m e r von Egelsbach tödlich. Der Bohrmeister befand sich zu Stanzarbeiten ungefähr in einer Tiefe von 15 Meter. Beim Hochziehen des drei Meter langen Stampsrohres stürzte infolge Drahtseilbruchs der Dorst und Möll nicht mit von der Partie sein. In großer Form war der noch jugendliche Kurt G e m - m e r. Er startete im 1500-m-Lauf der Leistungsklasse I und erzielte auf der verhältnismäßig weichen Bahn seine persönliche Bestzeit von 4:20 Minuten. Sieger wurde der frühere deutsche Meister und Rekordinhaber über 10 km, Haag von der GfL. Darmstadt, der 4:17 Minuten lief, und Zweiter Höhn vom MSV. Hanau mit 4:18,9 Minuten. Dritter wurde Gemmer, der andere bekannte Läufer hinter sich ließ. Auch Schmuck schnitt gut ab, indem er in dem 9 Mann starken Feld der 400-m-Läuser, als Vierter einkommend, persönliche Bestzeit mit 55:3 Sekunden lief. Schwarz startete ebenfalls als Jugendlicher im Hochsprung der Leistungsklasse II, wurde aber nur Fünfter mit 1,60 m. lieber 3000 m starteten Heller und Koch, die aber in dem 19 Mann starken Feld nur den 8. und 9. Platz belegen konnten. Wettich und Frl. Ludwig und auch Frl. Diehl, die jeweils im 100-m-Lauf starteten, mußten sich der starken Konkurrenz schon in den Vorläufen beugen. „FC.Teutonia"Wahenborn-Gteinberg Teutonia Watzenborn-Steinberg — FC. Ober- Schmitten 8:2 (4:1). Auf dem Sportplatz an der Neumühle trafen sich beide Mannschaften zu einem Freundschaftskampf. Es handelte sich um ein richtiges Sommerspiel. Die lange Pause hat doch mehr auf die Spieler eingewirkt, als vorauszusehen war. Die Gäste ließen von dem ihnen eigenen Kampfgeist sehr viel vermissen. Gemessen an den sonstigen Leistungen enttäuschte die Elf. Die Teutonen nutzten das. Spiel ■ in der Hauptsache als Probespiel für die Nachwuchsspieler und es hat sich bewiesen, daß in den unteren Mannschaften Leute sind, die die besten Voraussetzungen mitbringen, einmal etatsmäßiger Ligaspieler zu werden. Diese Tatsache ist die erfreuliche Bilanz des gestrigen Spnntags. Vom Spielverlauf selbst wäre nicht viel zu sagen. Steinberg beherrschte von Anfang an das Spielgeschehen. Schmitt erfreute die Anhänger durch äußerst scharfe Torschüsse. So konnte er fünfmal den gegnerischen Torhüter schlagen. Den Rest besorgten Fett und W. Häuser. Die Kombination wollte nicht immer recht klappen, aber man muß berücksichtigen, daß im Sturm drei Nachwuchsspieler ihre Feuertaufe zu bestehen hatten. Aber in der zweiten Hälfte ging es dann besser und manchmal lief eine schöne Kombination über das halbe Spielfeld. das an die Glanzzeit der Teutonen erinnerte. Hoffentlich finden die Teutonen recht bald wieder zu ihrer alten Form zurück. — Folgende Spieler bestritten den Kampf: Happel, K. Jung II (nach der Pause K. Schmandt), Buß, H. Schmandt, Hederich, Hirz, Wehrum, W. Häuser, Schmitt, K. Häuser, Fett. Fußball im Tv. 1889 Klein-Linden. Klein-Linden I — Cid) I 2:2 (0:0). Zu diesem Freundschaftsspiel, dem ersten nach der Sommerpause, trat Lich mit einem Ersatzmann an, Klein-Linden mit vier aus der Jugendmannschaft, die sich aber alle Mühe gaben, es den Aktiven gleich zu tun. Beide Mannschaften waren gleich stark und begannen das Spiel in sehr schnellem Tempo und mit starkem kämpferischen Einsatz. Der ersten Halbzeit nach zu urteilen, hätte man fast glauben können, das schöne Spiel ging torlos aus, da beide Hintermannschaften alle Angriffe der Stürmer vereitelten. Gegen Mitte der zweiten Halbzeit konnte Klein-Lindens Mittelläufer eine Vorlage von links, unhaltbar für den Torwart der Gäste, zum ersten Tor verwandeln. Lich verschärfte nun das Tempo noch mehr, konnte fünf Minuten später ausgleichen und wenig später mit 2:1 in Führung gehen. In den letzten Minuten zogen die Gastgeber noch einmal alle Register und konnten durch ihren flinken Halblinken den Ausgleich erzwingen. t 5 iil id irr k nier, das unter Leitung des Kreisbaskettballobman- nes Kraufch steht, und das schon am Samstag beginnt, wird den Reigen der Spiele ergänzen und sicherlich dieser Sportart weitere Freunde zuführen. Man weiß, welch großen Aufschwung gerade Basketball in unserem Kreis genommen hat und wie das Interesse zusehends gestiegen ist. Es wäre deshalb fehl am Platze gewesen, hätte men den Basketballern keine Spielgelegenheit gegeben. Daß ausgezeichneter Sport geboten wird, und daß man das Spiel in Vollendung sehen kann, dafür sorgen auch hier die teilnehmenden Spitzenmannschaften und die dadurch hervorgerufene Konkurrenz. Kurze Sportnotizen. Weltmeister van Vliet (Holland) traf auf der Kopenhagener Radrennbahn erneut auf den allgemeinen gut. Mein-Mainische Börse. rNillagsbörse weiter uneinheitlich. tc: iik Jii »r USA. kommt mit starker Mannschaft. Olympia-Beauftragter in Garmisch. Das amerikanische Olympische Komitee hat als erstes einen Beauftragten nach Garmisch-Partenkirchen entsandt, um an Ort und Stelle die Unter« kunfts-, Verpflegungs- und sportlichen Fragen mit dem Organisationskomitee für die V. Olympischen Winterspiele 1940 klären zu lassen. Mit dieser Aufgabe wurde John Fox betraut, der schon zum fünften Male in Deutschland weilt und in Garmisch-Partenkirchen bei den olympischen Bobrennen 1936 und bei den Weltmeisterschaften 1938 startete. Fox berichtete u. a., daß die Vereinigten Staaten mit einer außerordentlich starken Mannschaft nach Garmisch-Partenkirchen kommen und an sämtlichen Wettbewerben der Olympischen Win- terfpiele teilnehmen werden. Oie Ergebnisse des Gauspieltags in Marburg. Faustball, Männer (Gaumeisterschaft): Tv. 1846 Gießen — To. Wasenberg 36:36 (19:13); CT. Hessen-Preußen — Tv. Wasenberg 39:25 (20:15); CT. Hessen-Preußen Kassel — Tv. 1846 Gießen 31:22 (12:13). Entscheidungsspiel: Tv. 1846 Gießen gegen To. Wasenberg 51:29 (31:14). Rangfolge: i. CT. Hessen-Preußen Kassel (Gaumeister; 2. Tv. 1846 Gießen; 3. To. Wasenberg. Korbball, Frauen: Tgm. Hanau — Tuspo Kassel-Wilhelmshöhe. 4:3; CT. Hessen-Preußen Kas- fel — Tv. Bad Ems 7:1; Tuspo Kassel-Wilhelms- höhe — Tv. Bad Ems 6:3; CT. Hessen-Preußen Kassel — Tgm. Hanau 7:2; Tgm. Hanau — Tv. Bad Ems 6:2; CT. Hessen-Preußen Kassel — Tuspo Kassel-Wilhelmshöhe 10:5. Rangfolge: 1. CT. Hessen-Preußen Kassel 6 Punkte (Gaumeister); 2. Tgm. Hanau, 4 Punkte; 3. Tuspo. Kassel-Wil- hetmshöhe 2 Punkte; 4. Tv. Bad Ems 0 P. Faust ball, Altersklasse I. Gruppe A: 1. Polizeispv. Hanau 6 P.; 2. VfL. Marburg 4 P.; 3. ACT. Kassel 2 P.; 4. Tv. Mühlen (Lahn) 0 P. Gruppe B: 1. Tgm. Bad Homburg 6 P.; 2. Tuspo Treysa 4 P.; 3. To. Korbach 2 P.; 4. Tv. Wetzlar 0 P. Zwischenrunde: Tgm. Bad Homburg — VfL.Marburg 39:25 (18:13); Pol.-Spv. Hanau — Tuspo Treysa 23:19 (11:10). Endrunde: Tgm. Bad Homburg — Pol.-Spv. Hanau 28:26 (15:19); Tuspo Treysa — VfL. Marburg 1. (Gausieger) Tgm. Hanau; 3. Tuspo I k Ilie eiserne Koloß in den Schacht und zerschmetterte dem Brunnenmeister den Kopf, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Bauern! Großdeulschland braucht zur Sicherung seiner Freiheit dringend eine Steigerung der Fetterzeugung. Steigert deshalb jetzt beträchtlich den Oel- fruchtanbau, ohne die Viehwirtschaft zu vernachlässigen. Die neuen erhöhten Oelsaatpreise sichern Euch die Wirtschaftlichkeit des Anbaues. Jetzt ist es Zeit, Raps und Rübsen zu bestellen. Laßt Euch dabei vom Reichsnährstand beraten! Nachdem die Meldungen für das Bundesfest ein- gegangen und die Richtlinien für die Durchführung f eftgelegt sind, hat nun das Fachamt Turnen seine umfangreichen Vorarbeiten beendet. Die Wettkampfkarten für die etwa 250 gemeldeten Turner und Turnerinnen sind den Vereinen zugegangen, die etwa 70 Kampfrichter und Riegenführer sind eingeteilt, sodaß eine reibungslose Abwicklung der Wettkämpfe gewährleistet ist. Die Turner führen in 10 Riegen unter Leitung von Kreisfachwart D a u - pert, unterstützt von den Obmännern Karl Reuter und Karl Bett in, einen Zwölfkampf in der Ober-, Mittel- und Unterstufe und einen Zehnkampf in der Oberstufe durch. Zu diesen Kämpfen haben die besten und bewährten Kräfte des Kreises gemeldet, sodaß besonders in der Oberstufe schöne Leistungen zu sehen sein werden. Die Turnerinnen treten in 6 Riegen zu ihrem Achtkampf in der Ober- und Unterstufe an, der sich unter der bewährten Leitung von Kreisfrauenturn- inart Heinrich Schneider, dem H. Jansen als Obmann zugeteilt ist, glatt und reibungslos abwickeln wird. Der für die Jugend vorgesehene Achtkampf konnte nicht durchgeführt werden. Dafür werden unsere jugendlichen Turner und Turnerinnen im Dreikampf des Fachamts Leichtathletik starten. Die Turner und Turnerinnen beteiligen sich aber nicht nur als Wettkämpfer am ersten' Bundesfest, sondern tragen auch zu der Fest- und Feiergestaltung am Samstagabend bei. oo werden am Festabend im Festzelt Turnerinnen aus verschiedenen Vereinen mit ihren Vorführungen nicht nur die Zuschauer erfreuen, sondern auch einen Einblick in die Vielgestaltigkeit des Frauenturnens geben. Die Kreisriege wird, verstärkt durch die guten Turner der Oberstufe, Spitzenleistungen au Barren und Reck zeigen. Auch am Sonntag ist dem Fachamt Turnen beim Vereinsriegenturnen, an dem sich etwa Fwd. Der Wechsel von Regentagen und trockenen, heiteren Tagen im Juli war der Entwicklung der Feldfrüchte förderlich. Wenn auch die Reife etwas verzögert wurde, ließ diese Witterung das Getreide doch zur vollen Entwicklung kommen. Notreife, wie ie vielfach in dieser Zeit gerade auf Roggenböden eintritt, ist in diesem Jahre kaum zu verzeichnen. Der Stand der übrigen Kultur- und Fruchtarten ist nach dem Urteil der amtlichen Berichterstatter ebenfalls zufriedenstellend. Allgemein ist der Stand besser als im Vormonat. Die Hackfrüchte, vor allem Kartoffeln, Futterrüben und Zuckerrüben, stehen erheblich besser als in Durchschnittsjahren und lassen unter der Voraussetzung, daß die Witterungsverhältnisse bis zur Ernte günstig bleiben, auch in diesem Jahre wieder recht gute Erträge erwarten. Der Stand der Hülsenfrüchte hat ich nur wenig verändert, er ist in den meisten Gebieten besser als mittel. Infolge der ausreichenden Niederschläge im Juli ist auch bei den Grün- utterpflanzen eine Verbesserung eingetreten. Der Stand der Wiesen und Luzerne ist im Reichsdurchschnitt durchaus befriedigend, bei Klee und Viehweiden sind jedoch die Dürreschäden des Juni bzw. die Auswinterungsschäden noch nicht ganz überwunden. Das trifft namentlich für Nord- und Westdeutschland zu. In den südlichen Gebieten des Reiches ist der Stand von Klee und Viehweiden Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900/ Steines in Diez erfolgreich. Am Sonntag veranstaltete der VfB.-Reichsbahn Diez a. d. Lahn feine 12. Dranienfampffpiele, die wieder eine ausgezeichnete Besetzung gefunden hatten. Die Spielvereinigung war durch Steines im Stabhochsprung und durch Jäger im 3000-m-Lauf vertreten. In dem starken Läuferfeld vermochte sich Jäger nicht durchzusetzen. Dagegen machte Steines feine Sache recht gut und verbesserte seine Leistung von den Kreismeisterschaften auf 3,20 m, womit er den 3. Platz belegte. Noch zwei weitere Springer — Ackermann (Darmstadt) und Hardt (Bonn) — kamen über diese Höhe, mußten sich aber mit dem 4. bzw. 5. Platz begnügen. Sieger wurde der begabte Scherra vom Deutschen Sportklub Düsseldorf, mit 3,62 m vor Denker (DfB.-R. Diez) mit 3,40 m. Oer BfB.-Reichsbahn bei den nationalen Oranienkampfspielen inOiez An den am Sonntag ausgetragenen Oranienkampfspielen in Diez beteiligte sich auch eine kleine Abordnung des DfB.-R. Leider konnten Dr. Luh, Belgier Scherens. Nach zwei Niederlagen gelang dem Weltmeister endlich ^wieder ein Sieg. ( Tödlich verunglückt ist Jan Bugatti, ein Sohn des bekannten elsässischen Automobil-Kon- : strukteurs. Er wollte auf einer Landstraße (!) einen neuen Rennwagen ausprobieren und fuhr beim Ucberholen eines Radfahrers im 200-Kilometer- Tempo gegen einen Baum. Weltrekordmann Harbig (Dresden) ging am Montagabend in Karlsruhe beim Abend- svortfest des MTV. an den Start. Er siegte über 400 Meter in 48,3 Sekunden überlegen vor den Berliner Fliegern Giesen und Brandscheit, lieber 100 und 200 Meter siegte Scheuring (Ottenau) in 10,9 und 22.0 Sekunden. Der landwirtschaftliche Marktbeobachter Oie Versorgungslage am Wochenanfang. notierten nur Felten mit 137,65 (138,50), ebenso fehlte es an den übrigen Marktgebieten an Erstnotierungen. Am Renten markt wies das Geschäft keine Besserung auf. Boy Auslosungsanleihen verbesserten sich Reichsaltbesitz auf 132,20 (132,13) und Dekosama I auf 137,25 (137). Von Industrie-Obligationen blieben 4,50 v. H. Werte angeboten, wobei meist Rückgänge von 0,25—0,50 v. H. eintraten; nach zewitägiger Pause verloren Voigt & Haeffner 1 v. H. auf 93. Liquidationspfandbriefe gingen teilweise 0,13 v. H. zurück, Rheinische um 20 Pfg. auf 101. Stagtspapiere und Stadtanleihen blieben behauptet, ebenso Gold Pfandbriefe. Im Verkehr von Bank zu Bank hatten Steuergutscheine I bei unv. 98,05 größeres Geschäft. In der zweiten Börsenstunde war der Aktienmarkt vorwiegend schwächer. In den Hauptwer- ten kam Angebot kleinen Umfanges heraus, für das sich nur geringe Aufnahmelust zeigte, so daß die Kurse etwa 0,50—1 v. H. zurückfielen. U. a. AEG. auf 110 nach 111, IG Färb" . auf 147,75 nach Frankfurt a. M., 14. Aug. Es notierten (Ge treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 195, W 11 197, W 12 198, W 13 Htm 199 W 16 202, W 18 204, W 19 206, W 20 208, « Roggen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R 16 187, R 17 188, R 18 189, R 19 191 Groß- | Handelspreise der Mühlen der genannten Preisge- '' biete; Futtergerste —, Futterhaser —, Weizenmehl ■ Type 812 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey f 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40, do. Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55, do. Type 1600 W 13 dis 20 Vereine beteiligen, Gelegenheit gegeben, von der Vielseitigkeit der Leibesübungen, die das Fachamt pflegt, dem Zuschauer ein anschauliches Bild zu vermitteln. Nicht zuletzt werden die Korbballspiele die Zuschauer fesseln, die unter Leitung von Kr eis - obrnann Dr. Pfeffer den Sieger aus 6 Mannschaften feststellen. Däs Fachamt hofft, für das schöne Spiel, das in diesem Jahre wieder eingeführt wurde, weitere Freunde und Förderer zu werben. Mit den allgemeinen Freiübungen der Turnerinnen findet die vielgestaltige Beteiligung des Fachamtes Turnen an dem festlichen Geschehen ihren Abschluß. Oer Eprelerdreikampf in Grünberg. Soweit sich bis jetzt schon übersehen läßt, ist das Meldeergebnis zu dem für Grünberg ausgeschriebenen Spielerdreikampf recht ansprechend, so daß mit einer Rekordbeteiligung gerechnet werden kann. Interessant ist, daß besonders die kleinen Vereine die Möglichkeit ausgenutzt haben und sich zum Wettkampf stellen werden. Entscheidend wird diesmal im Gegensatz zu anderen Disziplinen nicht sein, wer die ersten Sieger stellt; viel wichtiger ist vielmehr der gute Durchschnitt und der dadurch nähergerückte Sieg im Mannschaftskampf. Gerade deshalb aber, weil jede Mannschaft nur aus vier Teilnehmern zu bestehen braucht, und weil die Leistungen der Besten gewertet werden, besteht immerhin die Möglichkeit, daß auch der kleinste Verein in vorderster Front dieses wertvollen Kampfes enden wird. — Wer noch nicht gemeldet hat, sollte das umgehend nachholen; die Sache wird allen große Freude bereiten, zumal die topieler die Absicht haben, dem Bundesfest mit das äußere Gepräge zu geben. Auch ein Basketball-Turnier. Zum erstenmal wird im Rahmen der Grün- berger Tage auch Basketball vorgezeigt. Ein Tur- Frankfurt a. M., 14. August. Die hatte auch zu Beginn der neuen Woche nur kleines Geschäft, und am Aktienmarkt blieb die Kursgestattung unregelmäßig, wobei die durchschnittlichen Abweichungen etwa 0,25—0,75 v. H. betrugen. Die Grundtendenz schien jedoch etwas freundlicher. Von chemischen Papieren gaben I. G. Farben ihren 0,75 v. H. Schlußgewinn vom Samstag wieder ab auf 148,25, ebenso ermäßigten sich Rütgerswerke auf 139,25 (140), während Scheide- anftalt im gleichen Ausmaß erhöht waren auf 205. Bemerkenswert fqft lagen von Maschinenwerten Demag mit 140,25 (138), ferner zogen Rheinmetall auf 116 (115,25) und BMW. auf 132,75 (132) an. Von Bergbauaktien bröckelten Verein. Stahl auf 96,13 (96,75) ab, dagegen gewannen Hoesch 0,25 v. H. auf 105,75, Buderus 0,50 v. H. auf 95 und Deutscher Eisenhandel 1,25 v. H. auf 138,25, Mannesmann unv. 103. Fester lagen außerdem Schifffahrtswerte bei Erhöhungen bis zu 1,50 v. H. Elektroaktien wurden vernachlässigt, vorläufig W 20 einschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55; Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Frächtausgleich; Weizen- i futtermehl W 19 13,60, Weizenvollkleie W 19 11,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlen station; Roggenfuttermehl R 18 12,90, loggen« vollkleie R 18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, 9? 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlen- feftpreis ab Mühlenstation; Treber —, Wiesenheu, handelsüblich 5,00 bis 5,20, da. gut, gesund, trocken, 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30; Kleeheu handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80; Luzerneheu, handelsüblich 6,60 bis 7,00, do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizenstroh, bindfadengepreßt ober gebündelt (alte Ernte) 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, ' Hafer- und Gerstestroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. August. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 800 , Kälber, 90 Hämmel, 70 Schafe, 3520 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 RM., Hämmel 35 bis 50, Schafe, 25 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. — i Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe I und Hämmel flott Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach» mittag geschloffen.