Donnerstag, 15.Iuni 1939 Ur. 137 Erstes Blatt 189. Jahrgang Spanisch-marokkanische Waffengemeinschaff Von unserem di.-kkorrespondenten. Kameradschaften. ZndividuaiitA und Gemeinschafl das Wissen die Gläubigkeit ertötet. Vielleicht sei das die höchste Staatstugend, auch da gläubig zu gehorchen, wo'das Wissen und dec Verstand aus der Perspektive des einzelnen heraus einen anderen Weg zu weisen schienen. Unter dec älteren Generation werde es freilich manchen geben, dem diese Forderung fast unerfüllbar scheine, wenn auch der weitaus größte Teil unsere Volkes diese Disziplin bereits besitze. Die studentische 3ut gen aber müsse ihre große politische Gegenwarts^ aufgabe darin erblicken, die' Erfüllung dieses Grundsatzes zu erleben. Damit erledige sich der Intellektualismus von selbst. Die großen Aufgaben, vor die uns die Zukunft des Reiches stelle, könnten nur durch das Zusammenwirken von Intelligenz, Fleiß und Idealismus gelöst werden. Dem geistigen Arbeiter falle dabei eine führende Rolle zu, und das Volk erwarte von ihm, daß er seine Aufgaben erfülle. Diesem Volke habe alle Arbeit zu gelten, demselben Volke, dem jeder einzelne als Glied dec großen Gemeinschaft angehöre. Weil aber auch das Heer der geistigen Arbeiter sich nur aus dem Volke heraus rekrutieren könne und müsse, dürften materielle Schranken den Weg zur Bildung nicht mehr verbauen. Jedem Fähigen müsse der Weg offen st ehen: Bildung dürfe nicht nur abhängig fein von Besitz. Damit schwinde auch mit einem Schlage der Bildungsdünkel, und die Intelligenz sei dann in Wahrheit nichts anderes mehr als ein Stück Volk. Das sei von jehey die große Lehre der Partei gewesen, die heute genau so mitten im Volke stehe, wie sie vom Volks ausgegangen fei. Sie, die für das Volk die politische Führung stelle, habe in sich ja bereits alle Klassen und Stände vereint und sei so gewissermaßen die Klammer für die große Volksgemeinschaft geworden. Der Führer, der seinen Weg abseits des amtlich vorgeschriebenen Bildungsganges gemacht habe, achte und ehre das Schaffen des geistigen Arbeiters durchaus. Auch für die geistig Schaffenden aber, genau so wie für jeden anderen Deutschen, mühe es höchstes Ziel sein, ihm, dem Führer, zu gehorchen. Das sei die Parole auch für den geistigem Arbeiter. zur völligen Selbstvernichtung geliefert haben würde, hatte nicht der Führer diese Gefahr rechtzeitig erkannt und gebannt. Auch der geistige Arbeiter müsse das einsehen und gerade er müsse erkennen, daß sein Platz mitten in der Gemeinschaft sei und daß sein ganzes Wirken dieser Gemeinschaft zu gelten habe. Aebrigens müsse man klar die Grenzen sehen, die dem geistigen Arbeiter gesetzt seien, damit man nicht dem Fehler einer falschen Einschätzung oder einer Ueberwertung verfalle, und damit keine Kluft zwischen Individualität und Gemeinschaft ausbrechen könne. Es fei nicht richtig, daß die Welt mit wenig Intelligenz regiert werde... Allerdings habe die Intelligenz allein noch keinen bedeutenden Staatsmann geschaffen. Wo sich die Namen großer Völkerlenker in das Buch der Geschichte eingegraben hätten, da seien vielmehr Genie und Fleiß gepaart gewesen. Auch die Gesinnung allein könnte die Probleme nicht meistern. Es mühte selbstverständliche Grundvoraussetzung für die Bewertung jedes geistig schaffenden Menschen sein, daß er gesinnungsmäßig in seinem Volk fest verankert ist. Wohl habe auch im nationalsozialistischen Staat der schöpferische Mensch ein Recht aus Einsamkeit, um sich neue und große Erkenntnisse zu erschließen. Aber diese Einsamkeit dürfe n i e S e l b st z w e ck werden, sondern der Weg werde zurückführen, und die in der Einsamkeit gewonnenen Erkenntnisse müßten so auch dieser Gemeinschaft dienen, <5onft. sei es unausbleiblich, daß Kunst und Wissenschaft weltfremd würden, da fie kein Organ mehr hätten, um das Volk zu verstehen, und daß sie deshalb auch nicht mehr vom Volk verstanden werden könnten. Dann sei der Konflikt zwischen Individualität und Gemeinschaft unvermeidlich, und das traurige, aber zwangsläufge Ergebnis dieser Entwicklung der sogenannte Intellekt t u e l l e. Vor dem intelligenten Menschen, vor dem fleißigen, anständigen, in seinem Volke lebenden gei- 1 ftigen Arbeiter werde niemand jemals die Hochachtung verlieren. Beim Intellektuellen dagegen, bei dem dec Verstand den Charakter überwuchert habe, und bei dem Kritik nur zum Selbstzweck geworden sei, habe! Berlin, 14. Juni. (DNB.) Der „Berliner Gaustudententag 1939" fand am Mittwochabend mit einer großen Kundgebung im Sportpalast feinen Abschluß. Reichsstudentenführer Dr. Scheel erklärte, zwei Faktoren hätten die Entwicklung der deutschen Studentenschaft in den letzten beiden Jahrzehnten maßgeblich bestimmt: das Erlebnis und die Leistungen der Frontstudenten und der Kampf der nationalsozialistischen Studenten um eine neue deutsche Hochschule. Es gelte, die im Gonge befindliche Revolutionierung des Denkens, die für. eine endgültige Formung der Hochschule und der Wissenschaft selbst von grundsätzlicher Bedeutung fei, mit aller Kraft vorwärtszutreiben. Bisher absolute Wahrheitsbegriffe wie Geist und Bildung müßten mit der Zeit einer grundsätzlichen Korrektur unterzogen werden. Die Wertschätzung und die Stellung des Akademikers selbst bestimmten sich in diesem Sinne ausschließlich danach, wie fahr er sich als Rationalsozialist bewähre und was er an bleibenden Leistungen für die Gesamtheit vollbringe. „Wir sind die ersten, die die Notwendigkeit eines hervorragenden Fachwissens vertreten, denn der ist kein wirklicher National- Saboteure der italienischen Wirtschaft verbannt. Mailand, 14. 3uni. (Europapretz.) Mit welcher Strenge die italienische Regierung darüber wacht, daß ihre Bemühungen um die wirtschaftliche Unabhängigkeit nicht durch eigensüchtige Saboteure gefährdet werden, beweist das Urteil gegen den Industriellen Silvio Cenetti, der als Besitzer der Metall- und Eisenwerke von Villadossola und eines großen Hotels in Pallanza, zusammen mit seinen zwei Söhnen wegen Uebertretung der Vorschriften über die Eisenkontingentierung zu je fünf Jahren Verbannung und Zwei Millionen Lire Buße verurteilt wurde. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Auch-ergeistigeArbeiierhaiseinenplatzmiiienimVolk Ileichsminister Dr. Goebbels spricht zu -en Berliner Studenten. es notwendig, Kampfzeichen aufzurichten, die uns immer ermahnen, unsere Pflicht zu tun, wie Horst Wessel sie erfüllte. Am Kesselbrink feierte Bielefeld am Mittwochabend die Alte Garde des Führers, die hier aufmarschiert war zur offiziellen Eröffnung ihrer Westfalenfahrt. Hier wurde von Gauleiter Simon, Koblenz-Trier, die Fahne der Alten Garde an den gastgebenden Gau zu Händen von Gauleiter Dr. Meyer in Obhut gegeben. Dann sprach Dr. Ley. Die Fahrten der Alten Garde sollten den Kampfgeist vergangener Jahre 'lebendig erhalten. Sie sollten immer mahnend verkünden, daß ohne Opfer und Einsatz für die Bewegung niemals die Wiedergeburt unseres Volkes und Reiches möglich war. „Wir wollen Träger des Glaubens und der Treue zvm Führer sein." Im Schein der Fackeln und Scheinwerfer erklangen die Nationalhymnen. Dann leitete ein Feuerwerk über zu dem Volksfest, mit dem dieser Eröffnungstag der Westfalenfa'hrt der Alten Garde ausklang. Am Donnerstagfrüh werden die Alt- gardiften ihre Fahrt durch den Gau Westfalen-Nord äntreten. Durch die Senne und das Lipper Land werden sie zum Tagespunkt Bad Salzuflen geführt. _____ Oie Westfalenfahrt der Alten Garde Dr. Ley weiht ein Horst-Weffel-Oenknial in Bielefeld. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/«, mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, B aber», Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B General Franco ist im Rifgebiet kein Fremder. Der größte Teil seiner glänzenden militärischen Laufbahn ist mit diesem zuvor für Europäer fast unzugänglichen Bergland verbunden. Er war der Organisator und jahrelang Führer der spanischen Fremdenlegion, des „Tercio“, dem der Löwenanteil an dem schwer errungenen Endsieg in Nordafrika gehört. Doch da dem „Moro“ (wie der Spanier die maurische Bevölkerung von Nordafrika bezeichnet) jeder abstrakte Nationalitätsbegriff fehlt, hat für ihn die Vorstellung, der Waffengefährte eines als tapfer und ritterlich erkannten Gegners zu werden, durchaus nichts Unwahrscheinliches. Die Geschichte des 800jährigen Kampfes zwischen Kreuz und Halbmond auf der iberischen Halbinsel ist reich an Beispielen hierfür. Die ausgesprochen kriegerischen Stämme des Rif bewundern in Franco den mannhaften und unbesiegten Soldaten. Und weil sie einen Beweis seines Vertrauens darin erblicken, daß er während des Krieges feinen persönlichen Schutz einer maurischen Leibgarde überlassen hat, betrachten sie ihn als einen der ihren. * Das ist das geheimnisvolle Band, das die im Kampf um ihre Unabhängigkeit unterlegenen „Moros“ mit dem Nationalspanien von heute verbindet, und man darf überzeugt sein, daß die zuvor erwähnten Worte des Großvezirs durchaus ehrlich gemeint sind. — Hierzu kommt auf spanischer Seite das niemals ganz emgefchlafene Gefühl einer seit mehr als 1000 Jahren die Meerenge von Gibraltar überbrückenden Rassenverwandt- schäft. Die meisten Andalusier sind sich ihrer maurischen Abstammung voll bewußt und schämen sich ihrer nicht etwa, sondern im Gegenteil sind stolz darauf. Gerade aber dieses aus einem anderen Erdteil stammende Element hat sich bei der, nach der Beendigung der „reconquista“ durch die Eroberung von Granada (1492), hergestellten nationalen Einheit besonders stark erwiesen und dem spanischen Volkscharakter seine eigentümliche Note verliehen. Dieses hiermit zu erklärende Zusammengehörigkeitsgefühl hat aber begreiflicherweise einen gcmz neuen Impuls dadurch erhalten, daß die allen Hindernissen zum Trotz siegreiche nationale Bewe- quno ihren Ausgangspunkt von Nord- afrifa genommen hat. Dort ist sie (wie von General Mola in Nordwestspanien) von einer Gruppe vaterlandstreuer Offiziere vorbereitet worden, die mit General Franco, dem damaUgen militärischen Oberbefehlshaber auf den kanarischen Inseln, und dem in freiwilliger Verbannung m Lissabon lebenden General Sanjurjo in Verbindung standen. Es ist aber keine Frage, daß damals das kühne Wagnis mißlungen wäre, wenn mcht trotz unerwartet eingetretener Schwierigkeiten (wegen völligen Versagens der Flotte) die atrimni- schen Elitetruppen schließlich doch, nicht zuletzt mit Hilfe deutscher Fliegerfreiwilliger hätten über die Meerenge gebracht werden können. Wie aber die Rettung der pseudodemokratischen Mißwirtschaft und hiermit der Gefahr der Bolsche- wisierung verfallenen iberischen Halbinsel aus Nordmarokko gekommen ist, so wenden sich letzt, im Auaenblick des mit unerhörten Opfern errungenen Sieges, dorthin aufs neue die Blicks Wenn bei dem mit Recht gestärkten nationalen Selbstbewußtsein von vielen Spaniern mehr noch als zuvor der englische Besitz Gibraltars als Demütigung emp- pfunden wird, so sind sie sich ebenso darüber klar, daß es kein besseres Mittel zux Entwertung des schon längst nicht mehr als uneinnehmbar geltenden Felsens gibt, als eine Stärkung der spanischen Positionen aus d em a f r i f a n i » schen Ufer. Jedenfalls hat m Spanien der Gedanke der unbedingten Zusammengehörigkeit der beiden Ufer des Eingangs zum Mittelmeer ganz anders als zuvor an Boden gewonnen. Man besinnt sich darauf, daß Spanten historische Ausgaben m Neue Lügenmanöver. Von unserer Berliner Schriftleitung. Berlin, 14. Ium. Ministerialbirektor William Strang ist im Auftrage ber britischen Regierung nach Moskau gereift und hat unterwegs in Warschau einen kurzen Aufenthalt genommen. Er soll es fertigbringen, Stalin zu bewegen, die neuen britischen und französischen Vorschläge über den Eintrist Sow- jetrußlands in die Einkreisungspolitik anzunehmen. In Paris ist man nervös geworden über die Hartnäckigkeit, mit der Moskau seine Forderungen nach völliger Gegenseitigkeit aufrechterhält, in Warschau beginnen Zweifel darüber aufzusteigen, ob Polen zu jeder Zeit auf die Unterstützung ber Weltmächte zählen kann, in Lonbon blickt man mit Spannung nach dem Kreml. Zweifellos sitzen hier in London die eigentlichen Väter der Einkreisungspolitik. In ihren Händen lag die Regie des ganzen Unternehm m^ns mit allen feinen Winkelzügen und Drohungen, Lügen und Verdächtigungen. Vor wenigen Tagen noch hat Lord Halifax friedfertige Reden gehalten, um der Londoner Bündnispolitik ein harmloses Gesicht zu verleihen. Gestern wurde ein anderes Register aufgezogen, als von London aus die dreistesten Lügenmeldungen in die Welt gesetzt wurden, dahin lautend, deutsche Truppen marschierten in die Slowakei, dieses Land solle zwischen Ungarn und Deutschland aufgeteilt werden — und was der Lügen mehr sind. Selbstverständlich griffen die Pariser Blätter mit Freuden in diesen Lügen- seldzug ein, marxistische Organe in gewissen Kleinstaaten schlossen sich an und bald trug das Kabel die neue Lügensensation auch in die Vereinigten Staaten! Es liegt hier ein ähnlicher Schwindel vor wie damals, als von Paris aus gemeldet wurde, deutsche Truppen seien in Spanisch-Marokko gelanbet, ober als auf englische Veranlassung hin bie Tschechoslowakei die Welt mit der Lüge der deutschen Mobilmachung überraschte. Lügen haben kurze Beine, aber sie vermögen in kritischen Zeiten auch allerhand Unglück anzurichten. In diesem Falle dienen sie offenbar dazu, die Aufträge des Herrn Strang in Moskau zu unterstützen. Den Sowjets Madrid, Juni 1939. • Eine der bemerkenswertesten Begleiterscheinungen des spanischen Kriegs und vielleicht gerade eine von denen, die in einer nicht allzu fernliegenden Zukunft sich noch mit ganz anderer Stärke auswirken können, ist das erwachte Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Eingeborenen von Nordmarokko und dem spanischen Militär, die zweieinhalb Jahre lang Seite an Seite gekämpft haben. Der Vorgang ist um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, daß beim Ausbruch des Krieges im Juli 1936 feit der siegreichen Beendigung des langwierigen Feldzuges im Rifgebiet (1928) durch General Sanjurjo noch nicht zehn-Jahre vergangen waren. Die Abwehr des alles untergrabenden Bolschewismus hat die einstigen Gegner auf dem Kampfplatz zusammengeführt und gemeinsame Ideale geschaffen. Die Spanier, obwohl sich bei ihnen mit dem Krieg auch bie Jbee eines Kreuzzuges verbindet, erblicken hierin keineswegs einen Widerspruch. Am besten wird dies verständlich, wenn unlängst der mit dem Grvßkreuz des Heiligen Ferdinand, der höchsten spanischen Kriegsdekvration, ausgezeichneten Groß- vezir Sidi Achmed, erklärt hat: „Für uns ist es nicht ein Opfer gewesen, sondern eine Pflicht, was wir getan haben. Sind wir vielleicht nicht alle Spanier? Ist vielleicht euer „Caudillo" nicht auch der unsrige? Spanier und Muselmänner haben ihr Leben für dieselbe Kultur und dieselbe Zivilisation gegeben." General Franco prägte gelegentlich des gemeinsamen Waffengangs folgende Worte: „Die Marokkaner lieben Spanien, und wir Heben diese großen und ehrenhaften Krieger. Spanien hat eine Zukunft in Marokko und versteht den Islam. Mit dem Wiedererwachen des Glaubens an unsere nationale Größe erwacht auch in der Seele des spanischen Volkes die Siebe für Afrika." Nordafrika zu erfüllen hat, von denen es vor 400 Jahren durch die Entdeckung von Amerika abgelenkt worden ist. Um so größere Hoffnungen setzt man nun heute auf das Gelingen dieser Aufgaben, als man sich ber Unterstützung unb bes Vertrauens bes nordafrikanischen Waffengenossen sicher weiß. Nicht zuletzt gerade das große Vertrauen war es auch, das die im spanischen Mutterlande gestellte Aufgabe einer glücklichen Lösung entgegenführte. Bielefeld, 14. Juni. (DNB.) Das Ravensberger Land und die Stadt Bielefeld, bie den Ausgangspunkt der Weftfalenfahrt ber Alten Garde des Führers bilden, zeigen ein festliches Bild. Mit 700 Teilnehmern an der Fahrt, aus allen Gauen des Grohdeutschen Reiches, vereinigten sich die Formationen der Bewegung zur Weihe des Standbildes Horst Wessels, dem großen Sohne Bielefelds. Die Weiherede hielt Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Er ging dabei von dem Satze aus: „Eine Idee 'fft so viel wert, wie sie bei den Menschen vermag, Opfer auszulösen." Es gibt große Organisationen, die Menschen, die bereit waren sich zu opfern, als Märtyrer bezeichneten. Die ger- 'manische Bezeichnung für diese Menschen aber heißt Helden. Wem es vielleicht bange geworben ist wegen be. Glückes, bas ber Himmel der Bewegung schenkte — es heißt ja, daß die Götter ein ewiges und ungetrübtes Glück nicht dulden —, der möge bedenken, daß wir noch nicht den Einsatz zurückerhalten haben, den Adolf Hitler unb seine Kämpfer leisteten. Wo Blut fließt, muß auch Neues werden. Der Sturmführer, der in Berlin für Deutschland und Adolf Hitler kämpfte, ist ein Symbol geworden. Sein Lied hat Millionen Menschen au^- gerüttelt. Wir vergessen ja so leicht und darum ist Aeichsminister Dr. Goebbels | entwarf dann ein Bild von der verantwortungs-, vollen Stellung, die der geistige Arbeiter im Rahmen des Volksganzen einnimmt. Er zeigte, wie em starker, unerschütterlicher Glaube zu Erfolgen Geführt hat, zu denen ber kaltrechnenbe Verstand allein niemals den Weg freigegeben haben wurde. Die Führung eines Staates allerdings vermöge nichts, wenn nicht die Masse des Volkes gläubig । hinter fie trete. Das deutsche Volk habe mit heißem । Herzen die mutigen Taten des Führers gebilligt । unb sei hinter sie getreten. Denn dasVolkwolle, e i ne st a r k e Führung, an bie es glauben und । der es vertrauen könne. Welche Folgen es habe,, wenn der Glaube an die Führung und wenn gar | diese Führung selbst fehle, das hätten wir in Deutsch-1 land und das hätten fast alle Demokratien zu ihrem eigenen Schaden erlebt. Wir jedenfalls konnten uns in dieser Zeit einen solchen Luxus nicht leisten. Wir könnten es uns auch nicht leisten, n o ch einmal die Zeiten eines dreißigjährigen in- > neren Krieges zu durchleben, in dem sich bas ; deutsche Volk um einer Streitfrage willen selbst zerfleischt habe, die uns heute völlig sinnlos erscheine, während die anderen Großmächte gerade damals anfingen, die Welt unter sich aufzuteilen. Wir mußten uns klar darüber sein, daß uns eine ähnliche Gefahr auch jetzt wieder gedroht habe. Die Befürchtung sei gar nicht unbegründet gewesen, daß sich das deutsche Volk auch diesmal vielleicht um ! ideologischer Fragen willen einen Bruderkrieg bis fajialift, der auf feinem Fachgebiet nichts keiftet., immer wieder auch hier in die G-meiufchaft Dennach find wir der Ansicht, daß die Wissens- N ‘„ -™h h,, in her (Etnfamteit ae-. Vermittlung nur einen Teil der Aufgaben der Hochschule ausmacht. Ebenso wichtig wie bas Wissen ist d a s H a n d e 1 n. Und ebenso wichtig wie ein starker Intellekt ist cm sicherer Instinkt und ein starkes und natürliches G e - f U£>er' Studentenbund erblicke feine vornehmste Aufgabe darin, zur Schaffung einer neuen Fuh- rungsschicht unseres Volkes einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Dabei sei es unmöglich, den Zugang zur Hochschule als das Vorrecht bestimmter Kreise zu betrachten. Denn weder Wissen noch Geld stellten geignete Grundlagen für das Studium dar. Der richtigen Auslese müsse die richtige Erziehung folgen, die sich nicht in einem System intellektueller Schulung oder geistiger Bevormundung erschöpfen dürfe, sondern durch aktive Beteiligung am Kampf um bie Erhaltung unb Sicherung unseres Volkes in Erscheinung treten müsse. Träger dieser * Erziehung seien die neuen studentischen Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 20 Jahre als einziger Truppenteil in her Reichshauptstadt gestanden habe, 3m Herbst d. I. wird das Regiment völlig u m g e g l i e- d e r t. Es wird aus vier Bataillonen bestehen und rekrutiert sich dann selbst aus Freiwilligen a u s d e m ganzen Reich. Mit dieser Umgestaltung treten zu ben alten neuen Aufgaben. Der Wach- und Ehrendienst bleibt bestehen. Das Regiment wird vollmotorisiert und im Herbst eine neue Uniform erhalten. Der Reichsstudentenführer verkündet die Erntehilfspflicht der deutschen Studenten. München, 14. Juni. (DRB.) Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel erließ nachstehenden Aufruf: Die Führung der Partei und des Staates haben die Deutsche Studentenschaft zu einer großzügigen Erntehilfe verpflichtet. Es ist selbstoerstandUch, daß wir den an uns ergangenen Ruf aus Gründen der Sicherung unseres Brotes und unserer Grenze Berlin, 14. Juni. (DRB.) Im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers hat der Reichsinnenminister einen neuen Erlaß über die Zugehörigkeit von Beamten zu Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen herausgegeben. Während bisher jede Anstellung und Beförderung von Volksgenossen unmöglich war, die nach dem 30. Januar 1933 erst aus der Loge usw. ausgetreten waren, können in der durch den Erlaß im einzelnen geregelten Weise olche Beamte dennoch angestellt oder befördert werden. Zur Feststellung, ob Beamte Freimaurerlogen, anderen Logen oder lvgenahnlichen Organisationen und deren Ersatz-Organisationen angehört haben, hat jeder vor dem' 1. August 1917 geborene Beamte — soweit nicht bereits geschehen — eine Erklärung in einem vorgeschriebenen Muster abzugeben, wobei auf den Diensteid Bezug genommen wird. Diese Erklärung ist zu den Per- onalakten zu nehmen. Die Vorschrift über die Erklärung findet auf Ehrenbeamte keine Anwendung, doch hat die Aufsichtsbehörde vor der Berufung ehrenamtlicher Bürgermeister die Erklärung über etwaige Logenzugehörigkeit zu fordern. Personen, die in der Loge usw. einen höheren als den dritten Grad nicht erreicht, eine führende Stelle oder ein Amt nicht bekleidet haben, sollen aus ihrer Logenzugehörigkeit keine Nachteile erleiden. Soweit sie nicht vor dem 30. Januar 19 3 3 aus der Loge ausgetreten und nicht vor diesem Zeitpunkt in die NSDAP eingetreten sind, dürfen sie jedoch weder als Be- Jn Berlin sprach der Reichsgesundheitsführer Dr. Conti. Er erinnerte an den großen politischen und geistigen Umschwung seit 1933. Allerdings habe eine große Gefahr gedroht, nämlich der Geburten- chwund, der jedoch zum Stillstand gekommen sei. Das Erreichte könne aber noch nicht genügen, um die Bestanderhaltung des deutschen Volkes auf die Dauer zu gewährleisten. Um mindestens 6 v. H. müsse die Geburtenziffer noch steigen. Zu den Ausgleichsnotwendigkeiten gehöre auch die weitere Senkung der Säuglings st erb - l i ch k e i t. Einwandfreie Untersuchungen hätten die Möglichkeit ergeben, die Säuglingssterblichkeit auf 4 v. H. herabzudrücken. Im SHul alter zeige ich oftmals das Einsetzen von später wirksam werdenden Schädigungen wie Zahnverfall, Haltungsfehlern und nervösen Erscheinungen. In Zukunst würde daher der Gesundheitsdienst der HI. mit dem Schulgesundheitsdienst der staatlichen Gesundheitsämter eng Zusammenarbeiten. Gerade der Zahnverfall hänge mit der Ernährungsfrage aufs engste zusammen. Die Ausweitung des Verzehrs von Vollkornbrot stehe hier im Vordergrund. Zum Glück befinden sich hier die Forde- rungen- der Ernährungswirtschaft mit denen der Gesündheitsführung in bester Uebereinstimmung. Das gelte vor allem auch für die gesundheitliche Notwendigkeit, dem ständigen Ansteigen eines nicht mehr nützlichen Fleisch- und Fettverzehrs Einhalt zu gebieten. Der Reichsgesundheitsführer sprach auch von der Notwendigkeit der Abwehr von Gefahren, die sich aus den ungeheueren Anspannungen unserer gegenwärtigen Zeit ergeben; wenn beispiels- weise heute unsere Frauen wieder in den Wirtschaftsprozeß eingereiht worden sind, so sei ein mit Begeisterung für den Führer und unser Volk, das leben will und leben muß, Folge leisten. Aus dem Ernst der Stunde und aus der Verantwortung vor unserem Volk befehle ich für den Sommer 1939 d i e Erntehilfspflicht für alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft. Keine Ausnahmen von der Geschwindigkeitsbegrenzung für Krastfahrzeuge. Berlin, 14.3uni. (DNB.) Zu der Verfügung des Führers über die Geschwindigkeitsbegrenzung für Kraftfahrzeuge wird ergänzend mitgeteilt, daß von dieser Verfügung im öffentlichen Verkehr keinerlei Ausnahmen zulässig sind. Bei kraftfahrtechnischen und kraftfahrsportlichen Erprobungsfahrten hat sich der Führer in Einzelfällen eine Ausnahmegenehmigung selbst vorbehalten. Beamte und Logen. 6in neuer Erlaß des Reichsinnenministers. Hördenvorstände berufen noch als Sachbearbeiter in Personalangelegenheiten beschäftigt werden. Ausnahmen sind zu- lässia. Die Entscheidung über die Einstellung und Beförderung von Personen, die vor dem 30. Januar 1933 aus einer Freimaurerloge usw. ausgeschieden sind, und in der Loge einen höheren als den dritten Grad, eine führende Stelle oder ein Amt bekleidet haben, ist von Fall zu Fall zu treffen. Personen, die erst nach dem 3 0. Januar 19 3 3 aus einer Freimaurerloge usw. ausgeschieden sind und während ihrer Logenzugehörigkeit einen höheren als den dritten Grad, führende Stellen oder Logenämter bekleidet haben, sind grundsätzlich von der Anstellung und Beförderung a u s g e s ch l o s - s e n. Ausnahmen können zugelassen werden, wobei bei Beamten des höheren Dienstes das Benehmen mit dem Stellvertreter des Führers, bei den übrigen Beamten das mit der zuständigen Gauleitung der NSDAP, herzustellen ist. Ohne Zustimmung _ des Stellvertreters des Führers sind frühere Angehörige von Freimaurerlogen ufw. nicht mehr zu verwenden als Behördenvorstände und deren ständige Vertreter, allgemein als Personalsachbearbeiter, als geschäftsleitende Beamte und deren regelmäßige Vertreter und als Mitglieder von Dienststrafgerichten. Maßnahmen auf Grund der bisherigen Vorschriften bleiben unberührt. Schwebende Verfahren sind, abgesehen von ehemaligen Hochgraden usw., einzustellen. Die Bestimmungen finden auf Nichtbeamtete im öffentlichen Dienst entsprechende Anwendung. weiterer Ausbau des Mütterschutzes umso dringlicher. Die ärztliche Kunst müsse ferner engsten Anschluß an das Empfinden des Volkes haben. Sie werde mehr und mehr die einfachen und natürlichen Verfahren einsetzen müssen. Vor kritikloser Anwendung von Arzneimitteln könne nicht genügend gewarnt werden. Schlafmittel, Kopfschmerzmittel beispielsweise seien viel seltener notwendig als sie angewandt werden. Auch die Anwendung schmerzbetäubender Mittel während der Geburt gehöre mit zu diesen fast niemals notwendigen und meist schädlichen Arzneien. Dr. Conti forderte deshalb ein Heilmittelgesetz, das Mißbräuche gewisser „harmloser Mittel" abstelle, und wies auch auf den Wert des neuen Heilpraktikergesetzes hin, das für die Zukunft nur eine einheitliche Heilkunde zuläßt und denjenigen Heilpraktikern, die den leistungsmätzigen und moralischen Anforderungen der Gesundheitsführung und des Heilpraktikerbundes genügen, die Möglichkeit der Mitarbeit an der Volksgesundheit bietet. Abschließend betonte der Redner, daß die Ziele der Gesunderhaltung und der Leistungssteigerung ohne eine Erziehung z u persönlich- g e sundhei t s m äßider Lebensführung im einzelnen nicht durchführbar feien Hier liege noch vieles im Argen. Es fei traurig, wie durch übermäßigen Tabak- oder Alkoholgenuß zahllose Menschen sich vorzeitig Gesundheitsschädigungen zuziehen. Die Gesunderhaltung durch Beibehaltung planmäßiger Leibesübungen auch bis ins höhere Lebensalter hinein fei für das Volk als Ganzes das Ziel der Führung. Gesunde Lebensführung! Oer deutsche Osten und die deutsche Kultur Tag des deutschen Schrifttums der Gaukulturwoche in Danzig. will man damit zuflüstern, daß Deutschland vom Südosten aus eine gefährliche Machtstellung ausrichtet und damit soll das Militärbündnis zwischen London, Paris und Moskau so schnell wie möglich und Dach und Fach gelangen. Es sollen nach den Londoner Meidungen — man höve! — soaar schon in Ostpreußen Schützengräben ausgehoben sein, was wohl aber an vielen Grenzen Europas der Fall sein dürfte. Daß es eine deutsche Ostbefestigung gibt, ist niemals bestritten worden, wir warten nur noch auf die Nachricht aus Warschau, daß auch diese Befestigungen im Landregen versunken sind. Das groß- mächttge England greift zu den traurigsten Lugen- Meldungen, um seine Politik zu stützen. Gegenwär- tig wird in London der Plan erhoben, einen Jn- formationsminister einzusetzen. Vielleicht wird dieser -die Aufgabe erhalten, die propagandistischen Aktionen Großbritanniens etwas geschickter anzufangen als es hier geschehen ist. Oie Festspiel- uvd Feierstätte Loreley. NDG. Im Jahre 1934 wurde auf Anordnung von Gauleiter Sprenger die Hessen-Nassauische Spielgemeinschaft für national- sozialistische Feiergestaltung ins Leben gerufen. Unter Leitung des Parteigenossen Heinz Beckmann, Wiesbaden, wurde sie beauftragt, den Bau der Festspiel- und Feierstätte Loreley in Angriff zu nehmen. Am 1. Mai 1934 wurde der erste Spatenstich ausgeführt und dem Reichsarbeitsdienst der Spaten zur Arbeit übergeben. Die künstlerische Gestaltung lag in den Händen des Architekten H. S e n f in Frankfurt a. M. Etwas abseits vom eigentlichen Loreleyfelsen an einer besonders günstig gelegenen Stelle, an der das Gelände sich in leichtem Gefälle nach dem Rhein neigt, ist die Stätte entstanden. Sie umfaßt 4300 Sitzplätze und 8—10 000 Stehplätze. Die Anlage ist so geschaffen, daß der Besucher über die Bühne hinweg einen herrlichen Ausblick auf den Rhein hat. Jenseits des Rheintales geben die Hunsrückhöhen eine natürliche Kulisse ab. Auf den der Feierstätte vorgelagerten Terrassen sind Unterkunftsräume eingebaut worden, die während der Festspiele als Umkleideräume, für die Schauspieler dienen. Die Festspiel- und Fe.erstatte ist mit den modernsten Errungenschaften der Technik ausgestattet. In dem großen Feuerturm, an dem das durch den Bildhauer Bierbrauer in Wiesbaden gestaltete Hoheitszeichen des Reiches sichtbar ist, befindet sich die Transformatorenstation sowie der Beleuchtungsstand. Don hier aus können sämtliche Beleuchtungskörper bedient werden. Die Akustik ist so gut, daß von der Inanspruchnahme einer vorgesehenen Lautsprecheranlage im allgemeinen Abstand genommen werden kann. Die einzelnen Türme, Bastionen und Unterkunstsräume sind durch Telephonleitung untereinander verbunden, so daß der Spielleiter in der Lage ist, an alle Stellen während des Festspiels feine Anweisungen zu geben. Die Unterkunftsräume sind mit einfachen Mitteln geschmackvoll ausgestattet, es fehlt auch nicht an den erforderlichen hygienischen Einrichtungen. Generalarbeitsführer F a a tz, der Führer des Arbeitsgaues XXV, wird nach nun fünfjähriger Bauzeit bei der Sonnwendfeier am 21. Juni den beim ersten Spatenstich übergebenen Spaten zurückgeben als Symbol dafür, daß die Arbeiten fertiggestellt find. Am 24. Juni findet durch die Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. unter Leitung von Generalintendant Meißner als erstes großes Festspiel die Aufführung von Schillers „Wilhelm T e l l " statt. Im Sommer werden dann weitere Veranstaltungen stattfinden. Neben Festspielaufführungen werden auch große Partei- veranstaltungen des Gaues Hessen-Nassau dort abgehalten werden. Immer noch wachsender Bedarf an Arbeiiskrästen. Berlin, 14. Juni. (DNB.) Ende April 1939 wurden im Altreich rund 21 270 000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte (einschließlich Frauen) gezählt. Im Mai ist eine weitere Steigerung b e s Beschäftigungsgrades um 370 000 eingetreten, so daß Ende des Berichtsmonats mit 21640 000 ein neuer Höchststand erreicht wurde. Trotz der starken Erhöhung des Beschäftigungsstandes ist keine Entspannung im Arbeitseinsatz eingetreten, da das Arbeitsvolumen in noch stärkerem Maße als die Zahl der Arbeitskräfte gewachsen ist. In einzelnen Gebieten waren in der Landwirtschaft die Frühjahrsarbeiten durch die regnerische Witterung unterbrochen und drängten sich infolgedessen am Monatsende stark zusammen. Trotz des Einsatzes von Arbeitsmännern, Soldaten, Landdienst, Pflichtjahrmädchen und ausländischen Wanderarbeitern bestand noch ein erheblicher Bedarf an Arbeitskräften, der nicht gedeckt werden konnte. Insbesondere fehlten G e - sindekräfte, geübte Jugendliche und Melker. Auch in der Bauwirtschast und den Produktionsgüterindustrien gestaltete sich die ausreichende Versorgung mit Arbeitern und Angestellten immer schwieriger. Die notwendigen Arbeitskräfte für staats- und wirtschaftspolitisch wichtige Aufgaben mußten zum Teil im Wege der Dienst - Verpflichtung gestellt werden. Auch in den meisten Verbrauchsgüterindustrien hat sich im Mai der Arbeitermangel noch verschärft, doch besteht hier noch eher die Möglichkeit, bi s h e r nicht erwerbstätige Frauen einzustellen. In der Ostmark und im Sudetenland bat der Anstieg der Beschäftigung besonders starke Fortschritte gemacht. „Infanterieregiment Großdeutschland." Namenswechsel des bisherigen Wachregiments Berlin. Berlin, 14. Juni. (DNB.) Auf dem Kasernen- gclänbe des bisherigen Wachregiments Berlin in Moabit fand die Umbenennung in „Infanterie- Regiment Großdeutschland" statt. Der Kommandant von Berlin, Generalleutnant Seifert, schritt die Front ab, um dann in einer kurzen Ansprache den Namenswechsel zu vollziehen: „Auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht befohlen, daß das bisherige Wachregiment Berlin ab heute den Namen .Infanterie-Regiment Großdeutschland' führt. Möge sich das Regiment dieser hohen Auszeichnung, seines stolzen Namens stets bewußt sein und sich ihrer würdig erweisen." Der Regimentskommandeur Oberstleutnant von Stockhausen dankte für die dem Regiment ausgesprochenen Wünsche und wies darauf hin, daß das bisherige Wachregiment fast Danzig, 14. Juni. (DNB.) Die Gaukulturwoche in Danzig, die am Dienstag mit der Eröffnung der Ausstellung „Kunst der Hansestädte" begann, widmet die nächsten Tage dem Schrifttum, der Musik, dem Film und dem Tanz. Am Mittwoch, dem Tag des deutschen Schrifttums, fanden in Schulen und Betrieben und am Abend in zehn Räumen Dichterlesungen statt. So lasen Joseph Ponten, Hanns Friedrich Blunck, Max Halbe, Heribert Menzel, der Träger des Raabepreises, Gottfried von Finckenttein und andere. — In einer Arbeitstagung der Abteilung Schrifttum und Presse der Landeskulturkammer gab Reichsamtsleiter Hagemeyer zum Thema „Europas Schicksalskampf im Osten" eine groß- angelegte geschichtliche Schau. Dann sprach Ministerialdirigent ^-Standartenführer Berndt über den deutschen Osten und die deutsche Kultur. Er erinnerte an die noch gar nicht weit zurückliegende Zeit, in der der deutsche Osten als rückständig und kulturlos verschrien war und in der von jüdischen Liberalen das Schlagwort: Ostelbier geprägt wurde, das die ganze Mißachtung des Großstädters und der übrigen Reichsteile für den Osten zum Ausdruck bringen sollte. Es ist an der Zeit, diesen Begriff zu Grabe zu tragen, so betonte Ministerialdirigent Berndt. Als Kind des Weichsellandes und hier durch zahlreiche Generationen verwurzelt und als Kämpfer für meine Heimat darf ich im Namen aller meiner Landsleute sprechen, wenn ich heute erkläre: Es gibt keine Ostelbier und hat nie welche gegeben. Und darum fort mit diesem Begriff aus dem Sprachschatz des t>cutfd>en Volkes! Wir Deutsche der alten preu- ßisch-deutschen Ostmark können ohne Ueberheblich- leit feststellen, daß unsere Ostgaue sich sowohl hinsichtlich ihrer kulturellen Gestalt als auch ganz besonders im Hinblick auf ihren Beitrag zur Kultur des ganzen deutschen Volkes und Raumes mit jedem Gau des Reiches mit Stolz und ohne Minderwertigkeitsgefühle messen können. Es hat sogar Zeiten gegeben, in denen Deutschlands Kulturleben gerade aus diesen Ostgauen gestaltet wurde und Kräfte erhielt, die die preußisch-deutsche Ostmark zum Kulturbollwerk der ganzen deutschen Nation machten. Wir haben es dabei nicht nötig, Anleihen bei anderen zu machen, wie etwa polnische Kreise heute bei uns, die, nachdem sie den Nürnberger Meister Veit Stoß und den aus der deutschen Ordensstadt Thorn gebürtigen Copernikus vergeblich für sich zu reklamieren suchten, nunmehr beginnen, jeden für sich in Anspruch zu nehmen, der jemals auf dem Boden geboren wurde ober wirkte, den sie als „historischen" betrachten und der täglich wächst, dis er gan<; Europa umfaßt. Zahlreiche Funde und Ausgrabungen beweisen, daß Goten, Vandalen, Burgunder und andere diesen Boden besiedelten, längst ehe die Slawen hinein- fluteten, bis dann wieder vor 700 Jahren Deutsche das Land in Besitz nahmen und es zu einem blühenden Kulturlande entwickelten. Es gibt fein Kulturgebiet, auf dem der deutsche Osten nicht Männer hervorgebracht hätte, die die ganze Nation mtt Stolz zu ihren Größten zählt. Unter zahlreichen anderen Immanuel Kant, Schopenhauer, Schleiermacher, Fichte, Herder, Copernikus, Fahrenheit. Gregor Mendel, Kossinna, Gregorovius, Ernst von Bergmann, Hindenburg und Ludendorff, Manfred Freiherr von Richthofen, Schichau, Borsig, Schlüter, Langhans, Knobelsdorff und Eosander, Chodowiecki, Lovis Corinth, Menzel, Friedrich Kayßler, Paul Wegener, Händel, E. T. Partei und presse. Das Hauptamt „Pressebetreuung" der Reichspresse, teile der NSDAP, hatte in der vergangenen Woche in Gmunden (Gau Oberdonau) einer Reihe von Hauptschriftleitern und Jnnenpolitikern der deut- chen Presse Gelegenheit gegeben, sich in einem Jnformationskurs an Hand zahlreicher Vorträge maßgebender Persönlichkeiten mit der Stellung der Partei als der Trägerin deutschen Lebenswillens und deutscher Menschenführung zu allen großen Fragen des inneren Werdens der Nation bekannt zu machen. Neben die grundsätzlichen Ausführungen von Sprechern der Zentralstellen der Partei und ihrer Gliederungen traten ergänzende Darlegungen von Männern und Frauen der Praxis aus ihrer vielseitigen Alltagsarbeit, so daß sich ein lückenloses und ungemejn eindrucksvolles Bild von der Intensität ergab, mit der die Partei heute alle Lebensbezirke des deutschen Volkes durchdringt und gleichsam als Ner- venzentrum wie als Motor dafür sorgt, daß nationalsozialistischer Geist alle Adern des deutschen Volkskörpers durchpulst. Referenten vom Stabe des Stellvertreters des Führers, mehrere Gau- und Kreisleiter, Obergruppenführer der SA. und des NSKK., Sprecher der Deutschen Arbeitsfront, der Reichsjugendführung, der NS.-Frauenschaft, der NS.-Volkswohlfahrt und der Reichsgesundheitsführung hatten sich mit einem Vertreter des Oberkommandos der Wehr- macht zusammengefunden, um der Presse aus ihrem Aufgabenbereich zu berichten und wertvolle Anregungen für ihre weitere Arbeit zu geben. Die Zusammenkunft trug durch die sorgfältige Dor- bereitung und verständnisvolle Betreuung ihres Leiters den Charakter herzlicher und freimütiger Kameradschaft, zumal in Schloß Traunstein bei Gmunden in großartiger Parklandschaft mit berückendem Durchblick auf See unb Gebirge eine geradezu ideale Herberge für den Kursus, den ersten dieser Art, ausfindig gemacht worden war. Auf Anregung des Gauleiters von Oberdonau Ei grub er, der den Schriftleitern des Altreiches in von Herzen kommenden Worten das Verständnis für die Eigenart von Land und Leuten der Ostmark erschloß, nahmen die Teilnehmer des Kurses mit besonderer Freude die Gelegenheit wahr, die in der Pracht ihrer frühsommerlichen Frische ungemein reizvoll sich darbietenden Wiesen, Seen und Berge des Salzkammerguts und seine Menschen mit ihrer fröhlichen Gastlichkeit kennenzulernen und liebzugewinnen. Auch das bedeutete eine Weitung des Blickes, die der Arbeit des politischen Schriftleiters dienen wird. Fr. W. L. Hoffmann, Jakob Böhme, Marfin Opitz, Simon Dach, Gustav Freytag, Hermann Sudermann, Arno Holz. Halbe, Carl und Gerhart Hauptmann, Wilhelm Stehr, Max von Schenkendorf, Ernst Moritz .Arndt, Heinrich von Kleist, auch Lessing ist dem ostdeutschen Kulturraum zuzurechnen. Wir Deutsche im Osten, so schloß Ministerialrat Berndt, können eine Kulturleistung unter Beweis stellen, ohne die unser Volk arm wäre, eine Kulturleistung, von der vieles zum kostbaren Besitz der Menschheit gehört. Wenn heute Ansprüche auf den Boden unserer Heimat erhoben werden, dann mögen diejenigen, die sie erheben, beweisen, welche Leistung sie auf diesem Boden vollbrachten. Wir können dieser Beweisführung ohne Sorge und mit Stolz entgegensehen. Deutsch war zu allen Zeiten unsere Heimat und ihre Kultur, deutsch ist sie heute, und deutsch wirb sie für alle Zukunft fein. Dafür bürgt uns heute der Mann, der Großdeutschland schuf, und der der größte Wegbereiter und Förderer der deutschen Kultur in der Geschichte unseres Volkes ist: unser Führer Adolf Hitler. Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung. In der „Deutschen Verwaltung", einem Organ des NS.-Rechtswahrerbunbes, erörtert Staatssekretär Waldmann (Stuttgart), daß auch die Verwaltung sich dem Ruf nach größerer Wirtschaftlich- k ej t nicht entziehen könne. Don einer Wirtschaft- lichkett der Verwaltung könne man nur sprechen, wenn der Aufwand im Verhältnis zu dem für das Volk zu erwartenden Nutzen steht und wenn in der Organisation und im Einsatz von Menschen und Sachen die Grundsätze einer sparsamen Wirtschaft angewandt werden. Es gelte, Ueberschnei- düngen zu vermeiden und damit Ursachen des Leerlauf ober gar der Geschäftsvermehrung zu beteiligen. Wer die Verwaltung nicht genau kenne, fei gern geneigt, eine andere Form der Geschäftsabwicklung zu fordern. Er klage über Bürokratismus. Meist werde aber Bürokratismus mit in langer Zeit gewachsener und aus reicher Erfahrung wohl abgewogener Ordnung verwechselt. Ohne Einhaltung einer nicht ohne Grund entftanbenen Ordnung sei das auch bei richtiger Auf gäbe n ver teilung nötige Zusammenwirken einzelner Zweige der Verwaltung nicht gesichert, ohne eine gleichmäßige Anwendung des Rechts sei das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu gewinnen. Besondere Bedeutung komme dem persönlichen Verkehr der einzelnen Volksgenossen mit den Behörden zu. In der Gemeindeinstanz sei eine persönliche Vorsprache der Volksgenossen bei der Behörde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch erwünscht. Bei manchen Aufgaben fei sie auch in der Kreisinstanz der Sache förderlich. Sie erübrige sich aber bei ben höheren Instanzen nahezu in allen Fällen, wenn die Behörden der unteren Instanzen richtig organisiert und richtig besetzt seien. Bedauerlicherweise yabe sich allmählich in der Bevölkerung die Meinung gebildet, daß es gar nicht zweckmäßig sei, sich an die in erster Linie zustäiünge Behörde zu wenden. Der geordnete Gang der Verwaltung verlange aber gebieterisch, daß Zuständig» ketten gewahrt bleiben und daß überflüssiger persönlicher Verkehr unterbleibt. Keine falsche Verwendung von Kinderbeihilfen. Nbz. Der Reichsfinanzminister hat zu den Klagen Stellung genommen, daß sich die Fälle mehren, in denen bie laufenden Kinderb eibil« f e n, die das Reick gewährt, nicht zur Besse» rung der wirtschaftlichen Lage der Familie verwendet werden. Der Minister verweist darauf, daß die Finanzämter von Zeit zu Zeit Erhebungen über die zweckmäßige Verwendung der Kinderbeihilfen anstellen, wenn nach dem Leumund der Ellern Bedenken bestehen, daß die Beihilfen zum Besten der Kinder oerwenbet werden. Es dürfe unter keinen Umständen vorkom« men, daß die Gewährung von Kinderbeihilfen zu einem Nachlassen des Arbeitseifers führt oder daß bie Kinber einer bisherigen Arbeit entzogen werden, Dank der Mitarbeit der Partei, insbesondere des Rasfenpoljfischen Amtes, wird es in Zutuns ^brader wäfcht Hände STÜCK 18PFG. möglich fein, in stärkerem Maße erzieherisch zu wirken und Unwürdige aus dem Kreis der Beihilfs, empfänger auszuscheiden. Die Zahl der Familien, die vom Reich laufende Kinderbeihilfen erhalten, beziffert sich gegenwärtig auf rund 1,3 Millionen. Prinzessin Johanna von Hessen f. Wie aus Darmstadt gemeldet wird, ist dort am Mittwochvormittag die kleine Prinzessin Johanna, das einzig überlebende Kind des Erb- großherzogs Georg Donatus und der Erbgroßherzo- gin Cäcilia im Älter von 2% Jahren an tuberkulöser Hirnhautentzündung im Eleonorenheim des Alicehospitals g e st o r b e n. Damit ist nunmehr auch das letzte Familienglied der erbgroßherzoglichen Familie dahingerafft worden. Die Nachricht wird jedem Mitfühlenden die Erinnerung an den schrecklichen Nooembertag vor zwei Jahren und an das grausige Flugzeugunglück B u d a p e st, 14. Juni. (Europapreß.) Unter feierlichem Gepränge wurde im Parlamentsgebäude die neue Sitzungsperiode des ungarischen Reichstags durch eine Botschaft des Reichsverwesers v. Horthy eröffnet. Die Ehrenlogen, in denen die Vertreter des offiziellen Ungarns und des diplomatischen Korps Platz genommen hatten, boten ein farbenprächtiges Bild. Punkt zwölf Uhr kündeten Trompetensignale den auf dem Parlamentsplatz auf- marschierten militärischen Formationen die Ankunft des Reichsverwesers an, der unter den Klängen der Nationalhymne die Front der Truppen abschritt. Don der Ehrentribüne des Kuppelsaales verlas sodann der Reichsverweser seine Eröffnungsbotschaft, die auch durch Rundfunk übertragen wurde. Horthy würdigte zunächst die Bedeutung der in den letzten Monaten erfolgten Rückkehr des ungavi- schen Oberlandes und der Karpathoukraine. Der Reichsverweser betonte mit großem Nachdruck, daß die freundschaftlichen Gefühle zwischen den Ungarn und den fremdsprachigen Mitbürgern stets gepflegt werden müßten. Als Hauptprinzip des nationalen Lebens bezeichnete Horthy die Stärkung nach innen und die Unabhängigkeit und Selbständigkeit nach außen. Der neue Reichstag müsse vor allem Gesetze bringen, die dem sozialen Frieden und der Eintracht dienten und den Kern der gesunden Gemeinschaft, die Familie, stärkten. Das wichtigste Unterpfand der Freiheit und Größe Ungarns sei neben der sozialen und wirtschaftlichen Stärkung eine gut ausgerüstete Landesverteidigung. Die Erkämpfung der militärischen Gleichberechtigung und das neue Landesverteidigungsgesetz seien nur die ersten Schritte auf dem Wege zu einem vollkommenen Ausbau der Landesverteidigung. Die ungarische Nation, die ein Jahrtausend lang harte Kämpfe um ihre Unabhängigkeit und Selb- von Ostende wachrufen, dem die großherzogliche Familie auf dem Wege zur Hochzeit des Prinzen Ludwig in London zum Opfer fiel. Die kleine Prinzessin Johanna, damals vierzehn Monate alt, verlor an diesem Tage beide Eltern, zwei Brüder und die Großmutter. Prinz Ludwig und seine junge Gemahlin hatten sich der kleinen Waise sogleich nach der Katastrophe angenommen und hingen mit zärtlicher Liebe an dem Kinde. Die ganze Darmstädter Bevölkerung bangte seit Tagen mit dem jungen Paare um das zarte Leben der kleinen Prinzessin, das nun doch einer Der heimtückischsten Krankheiten zum Opfer gefallen ist. 2.* ärztliche Kunst erwies sich als machtlos. Das Schicksal des ehemaligen hessischen Fürstenhauses mag manchem unfaßbar erscheinen; weit über Darmstadt hinaus aber wird der Tod der kleinen Prinzessin Johanna im ganzen Hessenlande tiefe Trauer und inniges Mitgefühl wecken. ständigkeit habe führen müssen, müsse vor allem, gestützt auf die eigene Kraft, ihre Mission im Donaubecken im Interesse des Glücks und des Friedens der Völker erkennen. Zu dieser Mission müsse Ungarn Freunde haben. „Mit Dank und Zufriedenheit denken wir an jene großen Ergebnisse, die wir, gestützt auf die Freundschaft Italiens und auf die Freundschaft des alten treuen Waffenbruders Deutschland erreichen konnten. Wie bisher, so wollen wir auch in Zukunft mit beiden mächtigen, miteinander verbündeten, befreundeten Staaten im Interesse des großen Werkes eines gerechten Friedens gemeinsame Wege gehen." Mit Polen, das wieder Ungarns Nachbarland geworden fei, verknüpften Ungarn ungeschriebene Gesetze auf Grund einer aus historischen Traditionen entstandenen aufrichtigen Freundschaft. Mit besonderer Aufmerksamkeit verfolge Ungarn alles, was zwischen Ungarn und Jugo- lawien eine Atmosphäre des Vertrauens schufen könne. Darüber hinaus reiche Ungarn freund- chaftlich die Hand jeder Nation, die beweise, daß sie gutwillig sei. Ungarn pflege sorgfältig nach jeder Richtung seine kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen und wolle zur Schaffung des Friedens der Völker und Länder beitragen. Die Ursache der großen Spannung in Europa liege zweifellos in den Pariser Friedensdiktaten. Der Reichsverweser wies dann darauf hin, daß an die Stelle der gescheiterten Abrüstung ein fieberhaftes Wettrüsten getreten sei. Trotzdem gebe es kein Problem, das nicht mehr oder weniger auf friedlichem Wege gelöst werden könne. Man müsse zusammentreten und jede Frage, die Keime eines Konfliktes in sich berge, mit Wohlwollen und ruhig durchberaten. abzutreten. Der Verein hatte das Grundstück aufdie Dauer von 20 Jahren gepachtet. Sein Besitz wurde ihm jetzt in dieser Form enteignet mit der Begründung, er habe nicht nur portliche Veranstaltungen in diesem Stadion durchgeführt. Die Veranstaltung, die zum Anlaß der Klage genommen wurde, war eine Sonnwend- e i e r. Zwei neue Armeekorps für Albanien Rom 14. Juni. (Europapreß.) Die Vereinigung Albaniens mit Italien bringt eine erhebliche Der- tärkung des italienischen Heeres mit sich. Zur militärischen Organisierung Albaniens wird ein Ober- kommando mit einem Armeegeneral an der Spitze geschaffen. Es werden zwei neue Arme e k o r p s mit einer „gepanzerten Division" gebildet. Kleine politische Nachrichten. Mussolini hat den deutschen Botschafter empfangen, der ihm — zur Erinnerung an die große deutsche Buchausstellung in Rom — als Geschenk des Reichsministers Dr. Goebbels einen Prachtband der Faksimileausgabe des Manessischen Manuskripts überreichte. — Der Duce, der sich lebhaft für diese Sammlung der bedeutendsten Lieder deutscher Minnesänger interessierte, sandte an Dr. Goebbels folgendes Telegramm: .Lebhaftesten Dank für die herrliche Manes- ische Handschrift, die Sie mir als Zeichen der Freundschaft geschickt haben. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner herzlichen Freundschaft." * Reichsminister Dr. Frank wurde in Begleitung des deutschen Gesandten Dr. von Renthe-Fink von König Christian X. von Dänemark empfangen. * • Eine polnische und eine türkische Militärmission weilen in London. Die polnische Mission wird von dem General R a y s k i und die türkische Mission von dem Genneral O r b a y geleitet. — In dem Programm für beide Missionen ind Besuche bei der 4. Division in Colchester, bei )er Artillerieschule in Larkhill und bei Panzerdivisionen vorgesehen. * Eine englische Militärabordnung unter Führung von Brigadegeneral O. M, Lund ist in Ankara eingetroffen. Wie es heißt, handelt es sich um eine „technische Abordnung", die die Aufgabe hat, „Verteidigungssragen von gegenseitiger Bedeutung" zu studieren. Das Studium der Frau. Der Pressedienst des Reichsstudentenführers schreibt, daß die Arbeit in den Studentinnengruppen des NSD.-Studentenbundes mit ihren politisch wie erzieherisch wertvollen Aufgaben in Fabrikdienst und Landdienst, Sanitätsdienst und Einsatz in der NSV. versuche, mit der wissenschaftlichen Arbeit zusammenwirkend einem Frauenbild nachzustreben, das .tatkräftige, berufliche Einsatzfähigkeit mit Fraulichkeit verbindet. Wenn in manchen Fällen die Fraulichkeit zu Gunsten wissenschaftlicher Arbeit verdrängt werde oder umgekehrt die wissenschaftliche Leistung einer Frau, au einem bestimmten Gebiet ausbleibe, so liege das fast immer nur an einem falsch gewählten Studienfach. Daß die Frau auf vielen Gebieten dasselbe leistet wie der Mann, sei unbestritten. Auf manchen Gebieten lasse sich allerdings ein Unterschied nicht verleugnen. So sei das technisch-konstruktive Denken, das technische Erfinden, vorwiegend Männerbegabung. Somit würden also die Mehrzahl aller technischen Berufe und Studienrichtungen, zu einem Teil auch die technische Physik und Chemie, als im allgemeinen gangbares Frauenstudium ausscheiden müssen. Auch das Gebiet der rein verstandesmäßigen Denkarbeit, wie wir sie etwa beim Rechtsstudium vorfinden, dürfte nicht in der Deranlagungsrichtung der Mehrzahl der Abiturientinnen liegen. Dagegen komme die Frau vor allem für die Heil- und Erziehungsberufe, als Aerztin. Lehrerin ufro., in Betracht. Nachweisbar fei die Durchschnittsleistung der Studentinnen im medizinischen Staatsexamen schon besser gewesen als die des Studenten. Absolut gleichwertig ständen sich beide Geschlechter in den Erziehungsberufen, vor allem im Volksschullehrerberuf, gegenüber. Erfreulicherweise sei das Interesse der Abiturientinnen an diesen beiden Berufsgruppen immer schon rege gewesen. Auch einige andere Berufe, wie Biologie, Fremdsprachen, Volkswirtschaftslehre und Germanistik, würden von den Abiturientinnen , immer wieder begehrt, ebenso die rein künstlerischen Berufe. Im einzelnen wird der Beruf der wissenschaftlichen Bibliothekarin als wenig aussichtsreich bezeichnet, ebenso das Studium der Geschichte als Einzelstudium. Auf dem Gebiet der Leibesübungen würden die Möglichkeiten, die, abgesehen vom höheren Lehramt, bestehen, häufig überschätzt. In neuerer Zeit sei als Frauenstudium sehr begehrt das Spezialstudium der Fremdsprachen mit dem Ausbildungsziel der akademisch geprüften Uebersetzerin ober Diplomdolmetscherin. Laudwirischastliche Themen studentischen Wettkampfes. Wenn man einen Blick wirft in die Liste der Reichssieger und Reichsbesten im 4. Reich 5 be - rufswetttarnpf der deutschen Studenten, so ist es erfreulich festzustellen, daß sich ein wesentlicher Teil der ausgezeichneten Themen mit Fragen des Dorfes, der Landbevölkerung und der Landarbeit beschäftigt. So finden wir unter den Reichssiegern folgende Studentenführun- gen: Universität München mit dem Thema „Die Vererbung des bäuerlichen Grundbesitzes und das Schicksal der weichenden Erben im rechtsrheinischen Bayern vor und unter dem Reichserbhofgesetz" und Technische Hochschule München: „Struckturwandlungen einer Gemeinde im bayerischen Oberland". Unter den Reichsbesten finden wir die Studentenführung der Hochschule für Lehrerbildung Oldenburg mit dem bemerkenswerten Thema „Feste und Feiergestaltung in der Dorfgemeinschaft", weiter Universität Berlin: „Das zahnärztliche Ergebnis der 'Dorfuntersuchungen in Flatow", und „Die Lebenskreise der grenzmärkischen Dörfer Schwenke, Neu- schwente, Kleschin, Wonzow im Kreise Flatow", ferner die Universität Innsbruck mit einem Bergbauernproblem „Bergbauern im Stubai, Volk, Raum und Wirtschaft" und Universität Würzburg mit „Der Beitrag zum Gesundheitszustand der Frau in der Landwirtschaft (Notstandsgebiete) und in der Fabrik". Daß die land- und joisftvirtschcrftlichcn Hochschulen jozujagcn bei ihren Leisten bleiben, ist selbstverständlich. Bemerkenswert ind schließlich auch die vornehmlich von den o ft - märkischen Hochschulen angeschnittenen Grenzlandfragen: „Lebensfragen der Grenzbevölke- rung" (Universität Graz) und „Das Marchfeld. Dolkliche Zusammensetzung und Bodenbesitzverhältnisse eines Grenzlandes" und schließlich „Die politische Erziehung der Landmädel und Landfrauen an der Ostgrenze" (Hochschule für Lehrerinnenbildung Hannover). Das sind nur die ausgezeichneten Arbeiten, sicherlich sind noch viele andere wertvolle oorgelegt worden, die sich mit Land fragen beschäftigen. Bei einer großen Zahl von Arbeiten liegen bereits heute die konkreten Wege ihrer Auswertung durch Veröffentlichung ober durch Verwirklichung vor. Die Maschine hilft dem dauern. Der Staatssekretär im Reichsernährungsministerium, Herbert Backe, erklärt in der Zeitschrift des Reichskuratoriums für Landtechnik, landtechnische Kenntnisse und Verständnis für Maschinen gehören heute genau so zum tüchtigen Bauern, wie Erfahrung in der Ackerwirtschaft und Verständnis für die Viehzucht, und niemand kann heute mehr Höchstleistungen erzielen, der nicht jedes brauchbare technische Mittel einsetzt. Sie ist eines der wirksamsten Mittel gegen die Landflucht, denn sie erleichtert und verkürzt die Arbeit und ist en unentbehrlicher Helfer bei der Intensivierung der Betriebe. Eines aber kann s i e nicht und soll sie nicht: Den Menschen in der Landwirtschaft ersetzen! Wer Maschinen kauft und seinen Betrieb mechanisiert, nicht um zu einer höheren Leistung zu kommen, nicht um seinen Betrieb zu intensivieren, sondern nur bas Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Arbeitskräften die bisherige Wirtschaftsweise fortzuführen, hat den Sinn und den Zweck der Landmaschine nicht verstanden und wird diese mangelnde Einsicht früher ober später teuer bezahlen müssen. Wer Landmaschinen einsetzt, muß alle Möa- lichkeiten zur Steigerung der (Erträge, die ihm diese starken und leistungsfähigen Helfer bieten, aus- nutzen, muß seinen Betrieb den neuen Möglichkeiten Selbst Farbe, Harz u. Teer, Obst-und Gemüseflecken, Nikotinspuren bei starken Rauchern verschwinden mit AB RADO R im Nu. anpassen und muß mit dem Kopfe das mehr leisten, was sie ihm an Knochenarbeit ersparen. Die Maschine soll den Dauern und die Bäuerin freier machen von schwerster körperlicher Arbeit, sie soll die Arbeitsbedingungen des Landarbeiters denen des Industriearbeiters weiter anpassen und dazu helfen, die Leistung der einzelnen Arbeitskraft zu vervielfachen. Sie kann das aber auf die Dauer nur, wenn die ersparte Arbeitszeit, die ersparten Kräfte an anderer Stelle im Betrieb mit Verstand und Nutzen wieder eingesetzt werden. Landfrauenarbeit in aller Welt. Noch immer gehört die Arbeit der Landfrau zu den w i ch ti g st e n Berufstätigkeiten in allen Ländern. Ueberaü ist zudem die Bäuerin die Mutter einer großen Kinderzahl; denn noch immer schenkt ie ihrem Volk die meisten und gesündesten Kinder. Der gleiche Aufgabenkreis, der den Landfrauen i n allen Ländern auferlegt ist, hat sie nun zu der Ueberlegung geführt, baß die gegenseitige Kenntnis ihrer Arbeit und ihrer Anschauungen, ihrer Sitten und Gebräuche, ihrer Bedürfnisse und Aufgaben nur von Nutzen sein kann. Diese Erkenntnis hat sie weiter veranlaßt, ihre Erfahrungen regelmäßig und in gewissen Zeitabständen miteinander auszutauschen. So kamen die Kongresse des Weltlandfrauenbundes zustande, der alle drei Jahre seine Tagungen abhält. Gegenwärtig treffen sich in London Tausende von Vertreterinnen aus dem Bauerntum und der Landwirtschaft zahlreicher Staaten, wo sie die im Augenblick in allen Ländern gleichzeitig auftretenben Fragen der Lanbflucht unb ber II e b e r b e I aft u n g ber Landfrau unb ihre Folgen besprechen. Mit ber zunehmenben Jnbustrialisierung und ben fteigenben Bedürfnissen der Menschen haben sich zudem überall die Aufgaben der Landfrau vermehrt. Es kommt darum in allen Ländern in erster Linie darauf an, Mittel zu finden, urrt die Arbeit ber Landfrau zu erleichtern. Diesem Zweck bient auch der gegenwärtig tagenbe Kongreß. Aus aller Welt. Neuer deutscher Bergsleigersieg im Himalaja. Deutsche Bergsteiger feierten im Himalaja einen neuen Sieg über bie Naturgewalten. Die brei Münchener Bergsteiger Ernst Grob, Herbert Paibar und Ludwig Schmaderer konnten — wie bie „Münchener Neuesten Nachrichten" erfahren — im Sikkim-Himalaja nach siebentägigem Ringen am 29. Mai ben Gipfel bes 7363 m hohen Tent Peak erfteigen, ber als ber schönste Siebentaufender im Gebiet des „Cantfch" gilt und bisher noch nicht erstiegen werden konnte. Alle früheren Angriffe auf den Tent Peak waren weit unterhalb des Gipfels gescheitert. — Genau vier Wochen nach ihrer Abreise von Darjeeling haben die drei Deutschen ihr Ziel erreicht. Sie haben damit zu den fünf bisher von deutschen Bergsteigern im Himalaja und im Karakorum erstiegenen Siebentausendern! einen sechsten erobert. Starker Schneefall im Gebiet der Grohglocknerstrahe. Auf der Großglockner-Hochalpenstraße ist bis auf 1000 Meter herab starker S ch n e e f a l1 eingetreten. Die Schneeräummaschinen mußten in Tätigkeit treten, und ber Verkehr über bie Scheitelstrecke ist vorläufig gesperrt. Jube wegen Vorbereitung zum Hochverrat hingerichtet. Berlin, 14. Juni. (DNB.) Die Iustizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat unter erschwerenben Umständen zum Tobe verurteilte Herbert Israel Michaelis aus Hamburg ist heute morgen hingerichtet worben. — Der wegen Betruges vorbestrafte Jube Michaelis hat es im Dienste der Kommunistischen Jnternatilk Oer erste Tag der Blockade in Tientsin. Tientsin, 15.Juni. (DNB. Funkspruch. Ost- asiendienst.) Der erste Tag der über die englische unb französische Niederlassung in Tientsin verhängten Blockade ist ohne Zwischenfälle verlaufen. Das japanische Militär riegelte planmäßig alle in die Konzessionen führenden Straßen ab. Infolge des Abstoppens des gesamten Auto- und Straßenbahnverkehrs herrscht in den Straßen ein Chaos, das dadurch noch gesteigert wird, daß Zehntaufende von Angestellten, Arbeitern usw. die im Hauptgeschäftsviertel der englischen und französischen Niederlassungen liegenden Arbeitsplätze nicht auf - suchen können. Ebenso sperren Marinemotorboote die Zugänge zu den Landeplätzen an den Ufern des Peiho-Flusses ab. Der Fluß ist durch die angehaltenen zahlreichen Boote, Dschunken und Schifte verschiedener Größe völlig v e r st o v f t. Das Ge- Ceschäftsleben ruht ausnahmslos. Diele Kaufleute haben ihre Läden geschlossen unb trafen in Dairen ein. Der in letzter Minute von England gemachte Vorschlag, die (Streitfragen durch die Einsetzung einer gemischten Kommission zu regeln, ist von den Japanern a b g e l e h n t worden. — Das Blatt der Kwantung-Armee schreibt, daß die englische Intransigenz die Enftchlossenheit der japanischen Armee, mit anachronistischen Einrichtungen aufzuräumen, nur noch steigern unb zum unwiderruflichen Verlust des englischen Einflusses im Fernen Osten führen werde. Japan könne bei seinem Kampf um sein zukünftiges Schicksal das Fortbestehen der internationalen Niederlassungen, die sich als Herd der Kriegsverlängerung und antijapanischen Aktionen erwiesen, n i ch t d u l d e n. Es werde sein Schwert nicht eher zurückziehen, als bis die Frage in japanischem Sinne gelöst ist. Englische Sorgen. London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ein- gehend schildern die Blätter, daß die in der britischen Niederlassung in Tientsin lebenden Engländer praktisch von der Außenwelt abgeschnitten sind unb bereits Lebensmittelknappheit in Tientsin nach 24ffün- biger Belagerung eingesetzt hat. Die chinesischen Kulis weigerten sich, Lebensmittellieferungen an bie Niederlassung zu übernehmen. Größte Sorge hat in London jedoch bie Erklärung bes japanischen Sprechers in Tientsin ausgelöst, daß es sich nicht lebiqrid) um einen Streik über vier chinesische Terra - riftm handelt, sondern daß die Einstellung Englands zu Japans Interessen in China i m ganzen aufgeworfen sei. Die „Times" schreibt: Man sähe folgende Ziele Japans: Erstens positive britische und französische Mitarbeit bei der Errichtung ber japanischen neuen Ordnung im Fernen Osten, zweitens Abstellung der britischen Unterstützung für die chinesische Währung, drittens Zulassung projapanischer Bücher in allen Schulen der Niederlassung. Man habe, sagt die „Times" dazu, eine Bereinigung bes Streitfalles über bie vier Chinesen für möglich gehalten, aber über die großen japanischen Wunsche könne es fein Kompromiß geben. Es fei unvorftell- bar, daß bie britische Regierung einer Intervention zustimme bie sie wiederholt mit anderen verdammt habe. Japan scheine sich daran zu machen, Englands Stillhalten bei einer Politik durchdrücken zu wollen, die England und andere Mächte weder teilen noch unterstützen noch gutheißen können oder werden. Alles hänge jetzt davon ab, ob Tokio diese Dinge amtlich bestätige. Die Blätter sind sich einig, daß die britische Regierung zunächst einmal lediglich an wirtschaftliche Gegen maßnahmen denke, vor allem Strafzölle Mr japanische Waren, Hafenverbot für japanische Schiffe unb ähnliches. Sollte sich die Lage noch weiter verschlechtern, so schreibt ber „Daily Expreß", bann werde man ausreichende Maßnahmen ergreifen, um die britischen und französischen Bürger in Tientsin zu schützen. Das Matt zählt dabei Sie seines Erachtens besonders eindrucksvolle Streitmacht der Engländer auf: Fünf Kreuzer, neun Zerstörer, ein Flugzeugmutterschiff, 17 U-Boote unb 1000 Soldaten in Tientsin. Abwartende Haltung Amerikas. Washington, 14. Juni (DNB.) Außenminister Hüll deutete an, daß bie Vereinigten Staaten eine abroartenbe Haltung einnehmen werben, lieber Vorstellungen, bie das Generalkonsulat in Tientsin und die Botschaft in Tokio erhoben haben, wird man vorläufig nicht hinausgehen. Man beabsichtigt vor allem keine demonstrative Entsendung des asiatischen Geschwa. b e r s. Hüll erinnerte daran, baß private amerikanische Handelsschiffe bie Zone in China, wo Kriegshandlungen ftattfinben, auf eigene Gefahr anlaufen, falls sie Kriegsmaterial nach China bringen wollen. Den Handelsbampfern ber Bundesregierung ist die Beförderung von Kriegsmaterial nach China schon seit längerer Zeit verboten. Im Zusammenhang mit der Frage der Uebemahme eines Schiedsrichteramtes durch bie Vereinigten Staaten zur Beilegung des britisch-japanischen Konfliktes macht man allerdings in Washington keinen Hehl daraus, daß bie amerikanische Regierung in engster Verbindung mit der englischen unb französischen Regierung ft?bt. Die amerikanische Regierung sei ebenso wie die englische unb französische an einer schnellen Beilegung des Konflikts interessiert, ba der amerikanische Handel in Norbchina, der zum größten Teil über die englische Konzession laufe, durch bie Blockade aufs schwerste betroffen werde. GasencuS Verhandlungen in Ankara. Ankara, 14. Juni. (DNB.) Der rumänische Außenminister Gafencu erklärte Pressevertretern: Als diesjähriger Vorsitzender der Balkanentente liege ihm daran, über die Einigkeit, die politische Unabhängigkeit unb ben Frieben in diesen Ländern zu wachen. Er habe darin die völlige Uebereinstim- mung des türkischen Außenministers feststellen können. Die Balkanentente umfasse nicht alle Balkanstaaten, schließe jedoch niemand aus und sei gegen niemand gerichtet. Die Politik der offenen Tür werbe ohne febes Zaubern, aber auch ohne Schwäche befolgt. Um der Balkanentente zu dienen, sei in Aussicht genommen worden, ein Institut in Istanbul zu errichten zum Studium ber wirtschaftlichen, kulturellen, geographischen und politischen Interessen unter den Balkanländern. Oas Kattowiher deutsche Stadion enteignet. K a 11 o w i tz , 15. Juni. (DNB.) Die polnischen Uebergriffe auf die Rechte der deutschen Volksgruppe unb auf deutsches Eigentum, die systematische Formen angenommen haben, werden durch einen neuen bezeichnenden Fall vermehrt. Der 1. FC. Kattowitz, der einzige deutsche Fußballoerein in Polen, wurde am Dienstag von einem Zivil- gericht verurteilt, das von ihm im Jahre 1932 mit großen finanziellen Opfern errichtete Deutsche Stadion an die Grundstücksbesitzerin, eine staatlich kontrollierte polnische Interessengemeinschaft, Eröffnung des ungarischen Reichstags. Oer Reichsverweser über Ungarns außenpolitische Stellung an der Seite der Achse. nale unternommen,, in einigen norddeutschen Städten eine illegale Organisation zu schaffen, geheimhaltungsbedürftige Angelegenheiten der deutschen Wehrmacht auszuspähen und Anschläge auf lebens- und kriegswichtige Betriebe vorzubereiten. Vier Menschen von Baumstämmen erschlagen. Auf der vorn Heiligenhauserberg in den Ort Heiligenhaus (Rheinland) führenden abschüssigen Straße stürzte ein Traktor mit zwei Anhängern, die mit schweren Baumstämmen beladen waren, in einer Kurve um. Dabei wurden von den Baumstämmen vier Personen getroffen, von denen zwei auf der Stelle getötet wurden; eine dritte st a r b kurz nach dem Unfall, während eine vierte nach wenigen Stunden im Krankenhaus verschied. Zwölf Todesopfer eines Wirbelsturmes auf Kuba. Die Insel Kuba ryurde von einem VN rbel - sturm heimgesucht. Der Orkan hat mehrere Tabakpflanzungen in den Gebieten von San Martinez und San Louis vollständig verwüstet. Bisher wurden zwölf Tote als Opfer des Unwetters festgestellt. Kunst und Wissenschaft. Ehrensold für betagte Fitmkünstler. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat 4 4 betagten Filmkünstlern in Anerkennung ihrer jahrelangen erfolgreichen künstlerischen Tätigkeit zur Linderung ihrer wirtschaftlichen Notlage einen monatlichen Ehrensold ausgesetzt und hierfür einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt. Internationales Musiksest in Frankfurt a. M. Zum 7. Internationalen M u s i k f e ft des Ständigen Nates für die internationale Zusammen- arbet der Komponisten kommen vom 15. bis 24. Juni in Frankfurt a. M. Komponisten, Solisten, Dirigenten und Musikfreunde aus 19 Nationen zusammen. Zu dem Musikfest wurden von den Delegierten der verschiedenen Länder 600 Werke eingereicht, darunter 200 aus Deutschland. Von den 600 Kompositionen werden in acht Konzerten insgesamt 36 aufgeführt. Wirtschaft. Aus dem Gießener Handelsregister. Neu eingetragen wurde die Firma Karl Stein, Fabrikation chemischer Erzeugnisse, Gießen, Inhaber der Firma: Karl Stein, Gießen. — Bei der Firma W. & G. Schuchard, Gießen, wurde eingetragen: Dem Kaufmann Georg Schuchard jun. in Gießen und dem Kaufmann Hans Bepperling in Lollar ist Einzelprokura erteilt. — Bei der Firma Wilhelm Zimmer G. m. b. H., Gießen, wurde eingetragen: Max Weinzierl in Frankfurt a. M. ist Gesamtprokura erteilt. Die Prokura des Walter Marx ist Gesamtprokura. Der Geschäftsführer Karl Marx ist ausgeschieden. Neue Geschäftsführer sind: Dr. Theodor Gessel und Adolf Eyssen in Frankfurt a. M. Diese vertreten die Gesellschaft zusammen oder ein jeder zusammen mit einem Prokuristen. Die Gesamtprokura des Walter Marx und des Max Weinzierl gilt so, daß diese auch zusammen mit einem der Geschäftsführer zeichnungsberechtigt sind. — Bei der Firma Schade & Füllgrabe AG , Zweigniederlassung Gießen, wurde eingetragen: Joseph Wienen, Kaufmann, Frankfurt a. M., ist nicht mehr Vorstandsmitglied. Rhein-Mainische Börse. INillagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a~JDL, 14. Juni. Die Börse verkehrte am Aktienmarkt in uneinheitlicher Haltung. Vorbörslich erwartete man meist eher festere Kurse, wobei die Ankündigung von Staatssekretär Reinhardt, daß weitere Steuermaßnahmen nicht erforderlich sind, stark beachtet wurden. Der amtliche Beginn brachte indessen überwiegend kleines Angebot an die Märkte, das bei der geringen Unternehmungslust überwiegend leichte Rückgänge auslöste. Diel beachtet wurde die Bekanntgabe der sofortigen Notiz-Einstellung für Reichsbank-Anteile, ohne daß hierüber zunächst Näheres bekannt wurde. IG. Farben eröffneten mit unverändert 151,25. Von Montanwerten schwächten sich Vereinigte Stahl um 1 v. H. ab auf 101,25, Deutsche Erdöl — 0,50 v. H. auf 121,50, aber Hoesch unverändert 109. Schwächer lagen ferner Adlerwerke mit 100 (101), Rheinmetall mit 125,25 (126), Bekula mit 159,50 (160) und Bem- berg, die nach Pause und nach 5,4 v. H. Dividenden- abgang auf 128 bis 127,50 (134,50) nachgaben. Etwas erholt waren Heidelberger Zement mit 137,75 (137). Am Rentenmarkt gingen Reichsaltbesitz etwas mehr zurück auf 131,65 (132,05). Lebhafte Umsätze fanden weiterhin in Steuergutscheinen, und zwar in beiden Serien bei wenig veränderten Kursen, statt. Im übrigen war das Anleihegeschäft äußerst klein, ebenso hielten sich Kursveränderungen bei Bruchteilen eines Prozentes. Don Industrie-Anleihen 5 v. H. Eisenbahn-Bank weiter gesucht mit 90,65 (90), ebenso 5 v. H. Gelsenkirchenberg 0,40 o. H. höher mit 99,40. Im Freiverkehr lagen Dingler 1 v. H. niedriger mit 105 bis 107, Elsass. Bad. Wolle wurden um 2 v. H. ermäßigt auf 93 bis 95. Tagesgeld auf 3 (2,75) v. H. erhöht. Abendbörse still. Das Abendbörsengeschäft war mangels Kund- schaftsbetelligung geringfügig. Am Aktienmarkt blieben die größtenteils nominell festgesetzten Kurse uneinheitlich, doch war die Gesamthaltung behauptet. Nur Gesfürel zeigten mit —1,50 v. H. einen stärkeren Rückgang auf 131, während Daimler mit 122,50 (123), Demag mit 140,50 (140,75), Deutsche Erdöl mit 121 (121,50) und Hapag mit 49 (49,50) den Mittagsstand nur mäßig unterschritten. Etwa höher Lagen Bemberg bei kleinem Umsatz mit 128 127,50), ferner wurden fester gefragt Adlerwerke mit 100,50 (100), Vereinigte Stahl mit 101,50 (101,25), Rheinstahl mit 133,75 (133,50), AEG. mit 114,75 (114,65) und Rhe'mmetall mit 125,50 (125,25). IG. Farben gingen mit unverändert 151 aus dem Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, parsest 36 50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 40 bis 50, Schweine 50 bis 59 Mark. — Marktverlauf; Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt; Hammel und Schafe mittel. Wetterbericht Im Bereiche der eingedrungenen Kaltluft kam es am Mittwoch noch zu vereinzelten Schauern, doch machte sich mehr und mehr ihr Zusammensinken durch zunehmende Aufheiterung bemerkbar. Die vergangene Nacht brachte daher starke Abkühlung, die vielerorts zu Temperaturen unter plus 5 Grad führte, lieber England ist eine lebhafte Wirbeltätigkeit im Gange, die dort Niederschläge mit sich bringt und auch für uns wetterwirksam werden wird. Vorhersage für Freitag: Stärkere Bewölkungszunahme und Auftreten teilweise gewittriger Niederschläge bei zeitweilig auffrischenden Winden aus Süd bis West. Witterungsvorhersaqe für die Zeit vom 15. bis 24. Ium 1939. — Herausgegeben vorn Forschungsinstitut für langfristige Witteruygsvorhersage des Reichswetterdienstes Bad Homburg am 14. 6.1939. Vorhersage für Nord- und Westdeutschland nördlich der mitteldeutschen Gebirge und westlich der unteren Oder: In den nächsten zehn Tagen vorwiegend kühl, Höchsttemperatur zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Bei wechselnder, oft starker Bewölkung verbreitete Regenfälle; dazwischenliegend Aufheiterungen von 1- bis 2tägiger Dauer, so vor allem gegen Ende dieser Woche. Zahl der Tage mit Niederschlägen in den nächsten zehn Tagen meiftenorts größer als fünf. Gesamtsonnenscheindauer meist kleiner als 70 Stunden. Vorhersage für Süddeutfchland, südlich der mitteldeutschen Gebirge, die Ostmark, Böhmen, Mähren und Schlesien: Im Durchschnitt der zehn Tage im Westen kühl, im Osten mäßig warm; häufig stark bewölkt und verbreitete, im Westen mehr schauerartige, im Osten vielfach landregenartige Niederschläge mit stellenweise großen Regenmengen. Vorübergehend Aufheiterungen bis zu ganztägiger Dauer. Gegen Ende des zehntägigen Zeitraumes' Wetterbesserung. Zahl der Tage mit Niederschlägen im Westen 3 bis 6, im Osten vielfach mehr als 6. Gesamtsonnenscheindauer kleiner als 70 Stunden. Markt. Unverändert lagen u. a. ferner Metallgesell- schafi mit 113, Lahmeyer mit 109, Scheideanstalt mit 202,25, Mannesmann mit 105,25, Moenus mit 117 und DDM. mit 168. Von Renten ^wurden Steuergutfchsine Serie I mit 102,50 und oerie 11 Juni und Juli weiter etwas erhöht mit 98,40 (98,30) umgesetzt, außerdem im amtlichen Verkehr nach Pause 4,50 v. H. Vereinigte Stahl mit 96,13 (95,25). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Juni. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in JiSR.: Weizen W9 213, W 11 215, W 12 216, W13 217, W 16 220, W 18 222, W 19 224, W 20 226, Roggen R 11 199, R 12 200, R 14 202, R15 203, R 16 205, R 17 206, R 18 207, R 19 209 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste — Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 30,05, W 16 30,05, W 18 30,05, W 19 30,05, W 20 Kreis Alzey 30,05, W 20 Kreis Worms 30,40 plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, N 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 M. Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreis ab Mühlenstatton. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25. R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfeftpreis ab Mühlenstatwn. Treber, getrocknet —. Wiesenheu, handelsüblich, alte Ernte 5,40, neue Ernte 4,80, Wiesenheu, gut, gesund, trocken, alt 6,40, neu 5,50, Kleeheu, gut, gesund, trocken, alt 7,40 bis 7,80, neu 6,00 bis 8,20, Luzerneheu, gut, gesund, trocken, alt 7,80 bis 8,20, neu 6,60 bis 6,80, Weizenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 3,00, Hafer- und Gerstestroh, bindfadengepreßt oder gebündelt 2,60 bis 2,70, Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Nidda. * Nidda, 14. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 195 Ferkel und Läuferfchweine zum Verkauf. Es kosteten bis zu sechs Wochen alte Ferkel 20 bis 24 Mark, sechs bis acht Wochen alte 25 bis 30 Mark, acht bis zwölf Wochen alte 31 bis 40 Mark, Läuferschweine 40 bis 55 Mark pro Stück. Das Geschäft verlief glatt, der Auftrieb wurde völlig verkauft. Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 14.Juni. Zum heutigen Schweinemarkt waren 111 Ferkel aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel zahlte man 25 bis 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 35 RM., für 10 bis 12 Wochen alte Tiere 30 bis 41 RM. pro Stück. Marktverkauf: Handel gut, alles ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarki- Frankfurt a. M., 15. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 935 Rinder (137 Ochsen, 163 Bullen, 438 Kühe, 197 Färsen), 461 Kälber, 18 Hämmel, 6 Schafe, 670 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,50 Mark, Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner., Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts« druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pst Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis». liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gießen (Löberstraße 3), den 15. Juni 1939. 4297D Die Trauerfeier fand in der Stille statt — Zugleich unsern allerherzlichsten Dank für die zahlreichen Beweise inniger Teilnahme. v In tiefer Trauer: Marie Haubach, geb. Röhrig, und Kinder Familie Hermann Haubach Familie Wilhelm Röhrig. Am 12. Juni ist plötzlich und unerwartet kurz vor der Vollendung seines 42. Lebensjahres mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn und Bruder Hermann Haubach jr. für immer von uns gegangen. Iohne Bürste Iw 4 schnell saldier Künstl.Zähne Kukideni *•••«* Zor MhmertJoee» und nnblslige» Entfernung «ob Hähneraugen und harter Haut »eheen Sie dae echt« Kukieoi- Pflaetor aus der bekannte» Kukirol-Febrik. Bertio- Lirbterleide. Beide Präparate sind in größeren Apotheken. Drogerien und Parflünerieo erbÄlUi Drogerie Kreuzplatz 10 Schlacht- pferde und Schlachtfohlen werden ständig zu Höchstpr. angekauft, Entfernung spielt keine Rolle Roßschlachterei Schilling GIESSEN und UNNA (Wcstfal.) Telephon 3547. 4300d Wichtig bei nervösen Herzbeschwerden ist Weiter Herr Georg Schütze, Stellmacher, Berlin CI. Kleine Alcrandcrltraßc 16 am 5.4.39: „Seit einiger Zeit verwende ich bei nervösen Herzbeschwerden Klosterfrau-Melissengeist mit gutem Erfolg. Ich kann dadurch meine Arbeit in vollem Umfange wieder aufnchmen und fühle mich wohl und munter." Auch Sie sollten einmal einen Versuch mit Klosterfrau-Melissengeist machen! 6ic erholten ben echten Älofter» lläsulchMOllqUCn er Zeitschrift „Husöernülut" (Der Naturforscher) AgoöecmWer Berioq Beriin-£iffitprteföe Vereine NSRL. Turn- uni Sportabzeichen Nadfahren Sonntag, 18. 6. 7 Uhr 430GD ' Sckützerrbaus. Ohne Mühe tadellos gebügelte Wasche durch Heißmangelbetri eh Donau Wwe. Freitag, den 16. Juni 1939, verkaufe ich ab 10 Uhr Neuenweg Nr. 28 (Eingang durch d. Hof): Büfetts (mod.), Kleiderschränke, .Vertikos, Kommoden, Säfas und Sessel, 1 Flurgarderobe, 1 Eisschrank für Metzger, einen kleineren Eisschrank, Trumeau» und andere Spiegel, 2 Waren» schränke (25—35 tief), Betten, 1Waschtisch,3Erkersvieg.,Wand« uhren, 1 Blumenkrippe, 1 Bade» wanne, 2 Schnellwaag. (Daska), 1 Warengestell mit Schubkasten und vieles andere. 4307V Verkauf bestimmt! Zum Sonnenbaden 3t nicht vergessen, sich mit einem guten, bräunenden Hantöl oder •Creme einzureiben. Auch die Sonnenbrille, Bade- hanbe.dasIttückeuabwehrBittel. den Insektenstiit, erfrischende Bonbons - und die Kamera mit dem Film gehören dabei. Immer gut berät Sie 4313 A Hans |M et I 1. Ludwigsplatz-Drogerie. Photohaus Tapeten - Neuheiten Große Auswahl. - Verlangen Sie unverbindlich meine neueste Musterkarte. 1973A Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Sohn Gartenstraße 10. Telefon 363& .. und zum Bauen Abermann Ur. 157 Zweites Blatt Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 15. ZnniMY Tä DerlaUj. fQm es n-N Linien »• Die .5 @ra{j beltätig- 9 bringt vird. ere Le. gewittri, en Win. heraus- Listige lenstes uhchlond ge und en nach, nperatur Glnder, iÖe; dg, ^tägiger che. Zahl lten zehn gönnen* hland, Ostmark, lrchschnitt n mäßig itete, im ach land- e großen ngen bis hntägigen 'age mit sten viel« r kleiner Lange. >st Blum« e Bilder: - Thyriot: ift: Ernst I Neuner. ; für den 2I.V.1939: liversitäts« i Gießen, ch 25 Pf. Pf. mehr, ss 15 Pf., ist Preis« iiltig. U25D den! m Hotel enlose I. u. W geeilt. ierung. L.-G. 42901 äsche durch betrieb SW» 1939, ven Neuenweg ch d. Hott' iderschränke, >en, W irgarderobe, -tzger, einen , Trume-w' । o Snreiv >f), Bette; „ieg.,®«"6, we,l*' sN* 4$^ ri,ph^ tbaden ÄiS gatDira* )lß )C °6 lf> lennstie F Aus Der Stadt Gießen. Sonntag auf der Hütte. Es ist ein wundervollen blauer Junimorgen. Der lairffad ist gepackt und auf einem der Fahrräder v rstaut. Nun kann es losgehen. Oie Sonne liegt golden über Tal und Höhen, dr Dögel fingen und zwitschern in allen Tonarten, merall Blutenduft und Bienensummen. Nach einer anstrengenden Fahrt — es ist uns ichtig heiß geworden — sind wir endlich am Ziel, !□ wir von Freunden erwartet werden. Die Hütte rgt auf einer Anhöhe am Wald, mit herrlichem s>rnblick, umgeben von einem wundervollen Garten. )sr ist für die Kinder das reinste Paradies. Ginster >!'iht in goldgelber Fülle, märchenblaue Lupinen ,cken ihre schlanken Stengel, hellroter Riesenmohn l id)tet im hohen Grase. Ach, wie ist es schön, so Gras in der Sonne zu liegen! Man steht in in blauen Himmel, zum dunkelgrünen Wald hin- iier oder zu den frischgrünen Kornfeldern, durch 11 der warme Juniwind läuft. Aber — 'bas Mittagessen muß jetzt bereitet wer- >11, die Kinder fragen schon, wann es denn — erlich! — etwas gäbe? Nun beginnt ein geschäf- tl:es Treiben: zuerst sammeln die Minder Holz im Wirten, dann muß Wasser an der nahen Pumpe fliolt werden. So einfach einen Wasserhahn in der K che ondrehen, und dann kommt es silberhell her- osgeschossen: jawoll, das gibt's hier nicht! Die Kinder pumpen mit Hingabe. Den Eimer, den sie vijschleppen, betrachtet die Hausfrau mit Abscheu: ,/ araus soll ich Kaffee kochen?? Das ist ja schon v Icher!" Nun wird im kleinen Herd Feuer angemacht. t)"s wohl angeht? Zuerst werden unsere Bemühun- fin mit dickem, blauem Qualm beantwortet. Alles hntet. „Den Gasherd anstecken ist doch einfacher!" Linkt die Hausfrau und legt wieder Holz auf. Aber wirklich, nun brennt es, der Reis wird aufgesetzt. T? Kinder dürfen schon den Tisch decken. _lnö bann gibt es eine fröhliche Mahlzeit. Nachher tfi Ruhezeit. Sogar die Kinber halten mindestens ei e Viertelstunde Rast im Grase, es ist sogar Rede- vc bot. Nur der Kleinste kommt zu seiner Mutter acufen: „Eben hott' ich ein Tier im Mund, ich hcn's aber wieder rausgehit!" Er wird gelobt und ttzber weggeschickt. Die Erwachsenen haben sich, jeder nach feinem H'schmack, die verschiedensten Ruheplätze ausgesucht. Dr Hausfrau hat sich ins Gras in die Sonne gelegt, a\*r bald wird es zu heiß, und sie rückt hinüber in den Schatten, den ein breitästiger Kirschbaum fandet. Ihre Blicke schweifen durch sein Geäst zum II uen Himmel, bann bleiben sie an den übervollen ^neigen hängen: „Herrlich", denkt die Hausfrau, „n*d) diesen Monat werden sie reif. Auch Erdbeeren, »ije wunderbaren, roten Früchte, wird es bald fleen. Was ist, der Juni für eine schöne Zeit, es flirt gewiß keine, die köstlicheren Duft mitbrächte: K 'schen, Erdbeeren und — Rosen! Die Marmeln «e", so denkt sie weiter, „wird wieder viel Zucker tcren, gut, daß ich mir dafür etwas Geld gespart Ijcne!" Dann fallen ihr die Augen zu, und sie träumt icn lauter vollen Einmachgläsern. E. L. St. Bornotizen. Tageskalender für Donnerslag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Deutsches Land in If ika". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die kluge Lewiegermutter". Gießen-Klein-Linden. In den Fluren „Psingstwerde", „Heegstrauch", „feUberg", „Schinderhohl" und „In den Kraut- öi sen" wurde die Versteigerung des Heugrases von de Gemeindewiesen durch die Stadt Gießen vor- xe ommen. Es wurden im ganzen etwa sieben M rgen ausgeboten. Der Preis der Wiesen mit sehr gu$m Grasstand belief sich für den Margen auf 18 bis 25 Mark. Gießener Studenten als Erntehelfer im deutschen Osten. Die Gießener Studentenschaft fand sich am gestrigen Mittwochabend zu einer Kundgebung in der Neuen Aula der Universität ein, um durch Den Gaustudentenbundsführer die wesentlichen Gründe des Einsatzes der Studenten als Erntehelfer im deutschen Osten zu erfahren. Der Ortsreferent für den Einsatz der Studenten im Osten, cand. agrar. Pfonnkuch, hieß die Kameraden und insbesondere den Gaustudentenbundsführer Kugelmann herzlich willkommen. Er forderte auf, die Zeichen der Zeit und die Ziele zu erkennen bzw. zu verfolgen, ohne nach rechts ober links zu blicken. Stubentenführer Frank gab dann eine Reihe von Erläuterungen über den Einsatz der Studenten im deutschen Osten und stützte sich dabei auf die Anordnungen des Reichsstudentenführers. Er bat, von Beurlaubungen nur im dringendsten Falle Gebrauch zu machen und durch restlosen Einsatz zu beweisen, daß bas Bekenntnis ber Studenten zum Führer nicht nur ein Lippenbekenntnis sei. Er konnte mitteilen, daß der Ernteeinsatz der Gießener Studenten im vergangenen Jahre nach Zahl und Leistung von allen berufenen Stellen lobende Anerkennung erfuhr. Abschließend gab er dem Wunsche Ausdruck, daß auch ber diesjährige Ernteeinsatz einen vollen moralischen Erfolg für die Gießener Studentenschaft bedeuten möge. Sodann sprach ber Gaustubentenbundsführer Kugelmann. In eindringlichen Worten stellte er den Gießener Studenten Die Notwendigkeit des diesjährigen Ernteeinsatzes im Osten vor Augen. Er wies auf die Dringlichkeit hin, die deutsche Ernte im Osten zu sichern und dem deutschen Menschen im Osten in seinem Volkstumskampf zu helfen. In großen Zügen umriß er dann die Geschichte Polens und wies auf die Gegensätzlichkeiten hin, die zwischen den Polen und dem deutschen Volke bestehen. Weiter schilderte er die Eigenschaften der Polen, ihre Kampfesweise gegen das Deutschtum und schließlich auch das schwere Los all Derer, Die als Deutsche im polnischen Staat leben müssen und ständigen Bedrohungen Des Leibes, des Lebens und ihrer Güter ausgesetzt sind. In kurzen Worten kennzeichnete er ferner den Einsatz der polnischen Landarbeiter, wie er bisher geschah und wie er in diesem Jahre hätte geschehen sollen, unter den bestehenden Verhältnissen aber nicht zustande kommen konnte. Mit großer Aufmerksamkeit hörten Die' Studenten davon, mit welchen Mitteln der Gewalt und des Rechtsbruches es den Polen bisher gelang, viele Deutsche von Haus und Hof zu vertreiben, mit welch' lächerlichen Vorwänden deutsche Existenzen in Polen vernichtet, mit welchem Haß die deutsche Schule und das deutsche Pressewesen zerstört wurden. Der Redner zog Daraus Die Folgerung, Die sich für Die Gesamtheit Des deutschen Volkes und jetzt insbesondere für die deutsche Studentenschaft ergibt. Der Ernteeinsatz im deutschen Osten werde für den Studenten eine Bewährungsprobe sein und solle eine praktische Hilfe für den Bauern im deutschen Osten darstellen. Die Parole sei: „Der deutsche Student bewährt sich nur im Osten!" Die Ausführungen wurden mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen und fanden starken Beifall. Mit dem Gedenken Des Führers wurde Die Kundgebung geschlossen. Der Ernteeinsatz wird mit Dem 15. Juli beginnen. Weitere Steigerung des Fremdenverkehrs in Gießen Jahresbericht des Fremdenverkehrsvereins Gießen. Der Fremd^nverkehrsverein Gießen erstattete jetzt feinen Bericht über das G e - fä)ä ftsj ahr 1 9 38, d. h. für Die Zeit vom 1. April 1938 bis 31. März 1939. Der Bericht gibt wiederum einen aufschlußreichen Ueberblick über Die vielseitige Tätigkeit des Vereins im Dienste Der Fremdenverkehrswerbung für unsere Stadt. Einleitend wird übe,r den Mitglieder- bestand -berichtet, daß zu Beginn des Geschäftsjahres 291 Mitglieder dem Verein angehörten, im Verlaufe durch Tod, Geschäftsaufgabe und Austritt 9 Mitglieder verloren, dafür 9 neue Mitglieder gewonnen wurden, so daß der Verein am Ende des Geschäftsjahres wiederum 291 Mitglieder zählte. Hinsichtlich der Fremdenverkehrs ft ati- si i k wird mitgeteilt, daß im Geschäftsjahr 1938/39 bei einer Gesamtzahl von 30338 Fremden eine Gesamtzahl von 4 14 0 3 Uebernachtungen zu verzeichnen war. Von den Fremden waren 29 788 aus dem Reich, mit insgesamt 40 729 Uebernachtungen, aus dem Ausland 550 mit insgesamt 674 Uebernachtungen. Zu der Gesamtzahl der Uebernachtungen kommen noch 4326 Uebernachtungen in der Gießener Jugendherberge hinzu, so daß wir in unserer Stadt alles in allem 4 5 7 2 9 Uebernachtungen verzeichnen konnten. In diesen Zahlen kommt eine weitere erhebliche Steigerung Des Fremdenverkehrs in unserer Stadt zum Ausdruck. lieber Die Werbemittel teilt Der Geschäftsbericht mit, Daß im Verlaufe Des Jahres für Die Werbung in erster Linie wieDer eine Werbeschrift verwandt wurde, die einen aufschlußreichen Ueberblick über unsere Stadt und ihre schöne Umgebung bietet. Diese Schrift wurde im Geschäftsjahr wiederum in Tausenden von Stücken versandt. Die. Werbung mittels Der Werbeschrift wurde durch Anzeigenwerbung in Autoführern, Zeitschriften usw. ergänzt. Von Bedeutung ist fernerhin, daß Gießen in Das Netz Der Reichsbahn-Rundreisen einbezogen wurde, auch Daraus durfte sich eine günstige Werbewirkung ergeben haben. Sodann erinnert der Bericht an die Weihnachtswerbung 1938, bei Der wiederum, wie einst vor einer Reihe von Jahren, das Licht als Hauptfaktor Der Werbung verwandt wurde. Selbstverständlich waren auch wieDer die elektrisch beleuchteten Weihnachtsbäume auf Straßen und Plötzen der Stadt als Schmuck zur weihnachtlichen Zeit eingesetzt. Werbeanzeigen in Den Tageszeitungen steigerten Die Wirkung Der gesamten Werbung. Die Ausschmückung Der Stadt bei jener Werbung hat allgemein Anklang gefunden, vor allem auch das Lichterkettenmaterial, das bei der Weihnachtswerbung im kommenden Winter noch in verstärktem Einsatz verwandt werden soll, so daß weitere Straßenzüge damit geschmückt werden können. Der Blumenschmuckwettbewerb im Geschäftsjahr 1938/39 wickelte sich wiederum bei starker Beteiligung ab. Zahlreiche erste, zweite und Dritte Preise konnten Den Teilnehmern an Dem Wettbewerb überreicht werben. Wenn auch bei Den bisherigen Blumenschmuckwettbewerben schon viel zur Verschönerung unseres Stadtbildes erreicht worden ist, so gilt es doch weiterhin, in Der Ausschmückung der Straßen mit Blumen vor Den Fenstern Der Wohnungen und auf Den Balkons nicht müde zu werden. Vor allem ist es erforderlich, daß Die Innenstadt, in der sich her stärkste Verkehr abwickelt, noch mehr und noch besser als bisher mit Blumen geschmückt wird. Alle Hausbesitzer und Mieter sollten sich Daran beteiligen. Der Blumenschmuckwettbewerb 1939 wird wiederum mit zahlreichen ersten, zweiten und dritten Preisen ausgestattet, ferner soll für jede Bewertungsgruppe je ein Ehrenpreis von dem Verein zur Verfügung gestellt werben. . Ferner wird in hem Bericht auf die neue Stadtplantafel a m Bahnhof hingewiesen, über die vor einigen Wochen im „Gießener Anzeiger" in Wort und Bild bereits berichtet wurde. In diesem Plan sind nicht nur hie wichtigsten Angaben über die Stadt enthalten, sondern auch Die ab 1. April 1939 eingemeinbeten Orte Klein-Linden und .Wieseck sind mit Teilen ihres Gemarkungsbereiches in Die Plantafel ausgenommen. Die Tafel hat bisher stets die Aufmerksamkeit zahlreicher Fremden gefunden. Verkehrswerbende Veranstaltungen von Gießener Vereinen wurden auch im Geschäftsjahr 1938/39 von dem Verein mit Geldmitteln öder Ehrenpreisen unterstützt. Ferner wurden Reisegesellschaften bei ihrer Unterbringung bzw. Verpflegung betreut und der Adreftbuchaustausch mit anderen Städten fortgesetzt. Im April 1939 schied Bürgermeister Professor Dr. Hamm, der seit 1926 Dem Vorstand angehörte und feit 1933 den Vorsitz des Vereins führte, infolge seiner Berufung nach Berlin aus. Die Leitung des Vereins übernahm bis auf weiteres Der zweite Vor« sitzende, Beigeordneter her Stadt Gießen, Oberforst, meister i.R. Nicolaus. Aus Dem Rechnungsbericht 1 938/39 ift ersichtlich, daß hie Einnahmen im Geschäftsjahr sich Das ist sehr gut möglich, wenn Sie sich am großen FEX-Preisausschreiben beteiligen! Holen Sie sich bei Ihrem Kaufmann einen Prospekt und beantworten Sie- lieber heut’ als morgen - dieFrage: „Was sagen Sie zu FEX?* EEY atUaiifai ■■ nur 28 Pfg. die große Sunlicht Neuschöpfung auf dem Gebiete zeitgemäßer Waschmittel für die Feinwäsche! ______________________.______________________________________f. 76 310 0f*. auf 10 501,36 Mark, Die Ausgaben sich auf IQ 510,33 Mark beliefen, mithin eine Mehrausgabe von 8,97 Mark zu verzeichnen ist. Der Verein' besitzt aus früheren Jahren einen ansehnlichen finanziellen Rückhalt, der aus 4076 Mark auf lausendem Konto und 6 212,99 Mark auf Sparkonto, ferner aus 50 Mark für ein Stück Ablösungsanleihe des Deutschen Reiches besteht. Am Schlüsse Des Berichts dankt die Vereinsführung dem Oberbürgermeister unserer Stadt, den Vorstandsmitgliedern, der Presse und den Mitgliedern her Bewertungskommission für den Blumenschmuckwettbewerb für ihre wertvolle Unterstützung und Mitarbeit im Verlaufe des Berichtsjahres. Zwei kleine Mädchen. Von Joseph Baur. gu Beginn dieses Kurzfilmes aus hem Alltag m« Die beiden Hauptdarstellerinnen noch keines- Kfls als solche zu erkennen. Sie erscheinen im Icgenteil als das Nebensächlichste des BilDes, das 1 mir voüi Balkon aus bietet. Miwer Sonnen- !cnz des Spätnachmittags liegt über den Gärten i den schmucken Giebelhäusern in der weiten ende. Das Wichtigste in dieser Szenerie einer ilLnheimsiedlung draußen vor her großen Stadt ni‘.‘ die Männer, die sonnabendlich vergnügt in im Gärten werken, während die Frauen in Haus in! Küche den Sonntag vorbereiten. »(i.o können auch Die beiden kleinen Mädchen im garten — Elfriede, das dreijährige Töchterchen Ire-rier Hauswirte, und ihre gleichaltrige Gespielin der Nachbarschaft, Ursula — recht nach Herzens- lu'i in der Erde wühlen und mit Wasser pantschen. c:< bleiben ganz unbehelligt, und sie genießen das ir sollen Zugen. Auch von mir. Dem Mieter der Olt en Wohnung, haben sie nichts zu befürchten. 8h verschwinde lesend in meinem Liegestuhl. 9iad) etwa einer halben Stunde kann ich be- fa:len, daß die beiden Mädchen schon an Bedeu- t'.n:| gewonnen haben. Sie sind nicht mehr da — uil das fällt auf. Nun findet auch der Schauplatz rar Spiele mehr Beachtung. Erstaunlich, wie viele irge in weitem Umkreis verstreut sind: Wägelchen, u.'pen, Tiere, Geschirre: und zerfallene Sand- idm zieren Die Treppe und alle Wege. I!an sucht im Garten, im Haus, in der Umgebung 15 Hauses, man fragt bei Ursulas Eltern — die ä,chen bleiben verschwunden. Elfriedes Vater lltirbricht die Gartenarbeit und geht in den näch- ftn;Straften suchen. Er kommt allein zurück. Immer Ü:d lächelnd schwingt er sich nun aufs Fahrrad. Q: nvill vorsorglich zu Dem unbeschrankten Bahnte,gang in her Nähe fahren. In den Gärten ist EL und' zu ein fragender Ruf zu hören, der den mthwundenen Kleinen gilt. Ein paar Nachbars- siuien beteiligen sich mit Fahrrädern an der Such- liim. I; länger die Mädchen verschwunden bleiben, iti bedeutender wird ihre Rolle im Ablauf Des mnabent)treibens Der Eigenheimleute. Das sonst I che Bild hat sich geändert. Männer stehen müßig dien Zäunen beieinander, da und dort bilden st Nleine Gruppen von Frauen und Kindern. Be- ri:otungen werden geäußert und Ratschläge erteilt. ic। ich in meinem Liegestuhl werde unruhig. Ich (,c mich aufs Motorrad, mit meiner Frau als Beobachterin, und wir kontrollieren alle „Ausfallstraften", die die Kleinen gegangen sein können. Erfolglos kommen wir zurück. Niemand ist im Haus, die Küchentür der unteren Wohnung steht offen, es riecht brenzlig. Mit sicherem Griff rettet meine Frau einen Sonntagskuchen vor Dem Verkohlen. Im Badezimmer brodelt es. Das Bad für die schmutzige kleine Tochter wäre so schön bereit. Inzwischen wird schon in allen Häusern, vom Keller bis zum Dachboden, nach den verschwundenen Mädchen gesucht. Jemand rührt sogar mit einem Besenstiel in her Wassertonne umher. Ich fahre für alle Fälle einmal in die Stadt, um auf der Polizeiwache das Verschwinden der Kinder zu melden. Meine Frau hat noch immer Hoffnung, die Kleinen zu erspähen. Erst als die Häuser der Stadt in Sicht kommen, ergeht auch sie sich in schwarz- seherischen Vermutungen. Wir malen uns aus, wie unschön dieser Abend und wie sorgenvoll gar die Nacht werden könnte. Da hören wir, trotz dem Knattern Des Motors, den hellen Rus einer uns wohlvertrauten Kinderstimme. Ich fahre an den Gehsteig heran und halte. Sie sind es, Elfriede und Ursula! Wir steigen ab und bestaunen dies Bild: Zwei herrlich schmutzige kleine Mädchen, Hand in Hand, mit glückstrahlenden Gesichtern. Sie wollten in der Stadt eine Puppe kaufen. Ein gnädiges Geschick hat sie unversehrt über viele gefährliche Verkehrswege geleitet. Ihre Gesichter verdüstern sich, als sie umkehren müssen. Zwar gibt es einen Trost: sie» dürfen Straßenbahn fahren. Meiner Frau freilich sehe ich an, haft sie lieber mit zwei sauberen, hübsch an- gezogenen Kindern in die Straßenbahn gestiegen wäre. Ich fahre mit dem Motorrad voraus. In der Siedlung erwarten mich Gesichter voll Spannung und Besorgnis. Ich trage ein verheißungsvoll fröhliches Lächeln zur Schau. Vom Balkon aus rufe ich bann laut mein „Gefunden!" über die Gärten und gebe nach allen Seiten die gewünschten Auskünfte. Elfriedes Mutter kommt aus einem Nachbarskeller zum Vorschein. Sie ist sehr bleich und noch nicht imstande, mein Lächeln zu erwidern. Ein Aermel ihres Kleides ist bis zu den Schultern tropfnaß: vom Absuchen der Wassertonnen. Ursulas Mutter Dagegen kann schon wieder lachen. Sie hat fünf Kinder und deshalb merkwürdigerweise die besseren Nerven. Ursulas Vater deutet eine Handbewegung an, die sich auf das Hinterteil seines Töchterleins bezieht. Die Mutter jedoch ist mehr für Belehrung in Güte. Eisriedes Vater greift wieder zu den Gartengeräten. Und Die Mutter läßt Die Badewanne einlaufen. Ihr Aus- reifter wird gleich Da sein. Die Siedlung bietet jetzt wieder das gewohnte geruhsame Abendbild. Der Himmel ist klar, es wird schönes Sonntagswetter geben. Die beiden kleinen Mädchen verlieren rasch an Bedeutung. Das Frühsommerlied. Von Hans Brandenburg. Noch hat das Laub, obwohl sommerlich üppig, die lichtgrüne Frische des Frühlings, und noch sind die Vögel nicht verstummt und singen, obwohl den Elternpflichten dienend, von Glück und Liebe. Die langen Regenwochen haben die Mahd verzögert, noch stehen die meisten Wiesen, und die anhaltende Nässe, die vielfach beklagte, drang doch in die Halme, daß Die Kornfelder mächtig hochschossen. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud!" Und ehe uns ber volle Sommer an die Seen und in bie Berge zieht, soll vor allem die nächste Nähe locken, bie Ebene um die Stabt, Das karge Kies- unb Moorland, bas nun einmal, währenb ber längsten Tage, in wuchernber Fülle liegt. Die Luft darüber schwirrt von Mücken, Faltern und Junikäfern und weht weithin den Sommerschnee her weißen Pappelflöckchen. Die Gerste, nur vereinzelt, wirrt kreuz und quer Das grüne Haar- gesträhne ihrer Grannen, aber her Roggen wogt in einer graublauen, hochgekämmten Flut, wir schreiten hinein wie in die Gänge eines Backofens, denn die Aehren blühen und duften warm nach Brot. Die Landstraße ist versunken, nur die Kronen- häupter ihrer Bäume tauchen noch auf, sie scheinen, eine Doppelzeile riesiger grüner Sträuße, dem Boden aufzuliegen und bann roieber Dahinzuschwim- men in unendliche Ferne. Der Himmel wölbt seine Glocke, von Lerchenliedern erschüttert und von Wolken umbaut. In bie Fäbenreihe ber Halme geben Rabe unb Zyane, Kamille, Ehrenpreis und Hornkraut ihren bunten Einschlag, ber Mohn sprengt rote Blutstropfen hinein, das wilde Stiefmütterchen schlägt wurzeln nahe seinen winzigen gelben Erdblick aus. Zuweilen durchzuckt ein Mäuschen den Rain, ein Hase hoppelt über den Pfad, uns zu Füßen schreckt die. purrende Flucht von Feldhühnern hoch. Die Flut des Getreides geht über in bie zitternbe Ebbe goldbraun blühenber Gräser. Diese trägt tausend- fach ben weißen Stern ber Wucherblume und den dunkelgelben des Wiesenbocksbarts neben dem Blau der Teufelskralle und den Farben aller übrigen Wiesengeschwister. Der rosarote und weifte Klee haben den Feldklee, den Wundklee, Den Hufeisenklee, Den Hornklee neben sich. Und wo Die Wiese zur Steppe wird, da lecken aus ihr Ochsenzunge und Natterkopf auf, verbergen sich in ihr rot unh blau das gemeine und Das schopfige Kreuzblümchen, würzen sie die lila Krümelchen des Thymians. Hier aber ftöftt der Brachvogel aus langem Säbelschnabel seinen melancholischen Ruf und Triller über die Weite, und aufgeregte Kiebitzeltern schlagen jammernd nach ihm mit ihren Flügeln. Geschorene Schafe Durchgrasen weift und dünn den ferneren Teppich. Den Bach säumt unten die gelbe Wasserlilie in Blattschwertern und oben ein Strauchwall, darin wilder Schneeball und Heckenrosen blühen. Und im Kiefernwald dahinter rankt duftendes Geift- blatt am Unterholz und glöckelt im haarfeinen Grasboden Die Akelei. Das alles Dringt bis an die Gärten der Menschen. Sie sind hier keine Parks, sondern aus Wildnis oder Brachland hervorgegangen. Gehölze, dicht gewirrt aus Eichen, Haseln, Weiden, Liguster und Berberitze blieben in ihnen stehen, Kaninchen und junge Zickchen springen ums Haus, vom Waldrand läutet der Kuckuck, und wie im Walde dudelt die Grasmücke und flötet her Fitislaubsänger feine abwärts perlenden chromatischen Läufe, während im letzten blühenden Apfelbaum Kohlmeise und Hals- bandfliegenschnäpper ihre Jungen füttern und im Weichselbaum her Kirschkernbeifter die unreifen Früchte plündert. Doch Pfingstrosen und Feuer- lilien punken auf den Beeten. Akelei und flammende Herzen und im Steingärtchen Der weifte und gelbe Alpenmohn, daneben Lupinen wie gebogene Füllhörner. Rittersporn und Rose werden endlich kommen, und die Strauchblüte Des Sommers bricht auf; Hollunder und Jasmin. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Fritz Lange, em. Ordinarius fü« Orthopädie an der Universität München, vollendet am 21. Juni sein 7 5. Lebensjahr. Lange habilitierte sich 1896 in München, wo er bis zu seiner Emeritierung (1934) gewirkt hat. Der Gelehrte, her sich hauptsächlich mit der Behandlung von Lähmungen, Sehnenoerpflanzung, Spondylitis (WirbelentzünDung) und Plattfuß beschäftigt hat, ist Mtherausgeber Der „Deutschen Zeitschrift für Orthopädie" und Der „Münchner Medizinischen Wochenschrift". 1914 gab Lange eine Lehrbuch futf Orthopädie heraus, ferner gemeinsam mit Spitzy ein Lehrbuch her Chirurgie und Orthopädie des Kindesalters, weiter ein Taschenbuch des Feldarztes. Wichtig für den praktischen Arzt war Langes Arbeit über die Behandlung Der Knochenbrüche: auch sein Werk über die epidemische Kinderlähmung hat viel Beachtung gesunden. Karl Faber 70 Jahre alt. Am morgigen Freitag, dem 16. Juni, begeht der Spenglermeister Karl Faber, Marktplatz 1, in seltener Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Als Hohn des Spenglermeisters C. A. Faber am 16. Juni 1869 geboren, erlernte er bei feinem Vater das Bauspenglerhanbwerk und verbrachte nach seinen Lehrjahren beruflich längere Zeit in anderen Städten. Wieder daheim im väterlichen Geschäft tätig, ent» faltete er eine fleißige Wandertätigkeit. Sobald es seine freie Zeit erlaubte, durchwanderte er unsere schöne Heimat und lernte so alle Schönheiten in Wald und Flur zu jeder Jahreszeit kennen. Als im Jahre 1908 der Zweigverein Gießen im DM. gegründet wurde, war er einer der ersten Mitglieber und Mitbegründer des Zweigvereins. Hier fand er den Boden zu segenseicher Tätigkeit im VHC. Neben fleißiger Beteiligung an allen Wanderungen versieht er schon über 25 Jahre das Amt des Schriftführers, und die jeweiligen Wanderberichte des VHC. in der Gießener Presse sind sein Werk. Aber auch die regelmäßig im „Gießener Anzeiger" erscheinenden „Wanderfahrten" entstammen seiner Feder, womit er allen Volksgenossen schätzbares Volkstum in Heimatliebe und Wanderlust übermittelt. Seine prachtvollen selbstverfaßten Wanderlieder (im DH(5.» Liederbuch ausgenommen) sind der großen VHC- Familie ein wertvoller Liederschatz und werden auf Wanderungen in fröhlicher Geselligkeit gern gesungen. Auch der Gesang ist ihm Herzensbedürfnis, das zeigt seine langjährige Mitgliedschaft im „Liederkranz" Gießen. Seine Haupttätigkeit im DHE. entfaltet er aber im WBA. (Wegebezeichnungsausschuß). Hier hat er als der älteste Wegemarkierer seit 30 Jahren wertvollste Arbeit geleistet und besonders im Krofdorfer Forst und im Dünsberggebiet prachtvolle und viel gewanderte Wanderwege erschlossen. Diesem aufrechten, treudeutschen Manne, diesem wackeren DHC.er bringen alle seine Wanderfreunde die herzlichsten Glückwünsche zum morgigen Geburtstag dar mit dem Wunsche, daß Rüstigkeit und Gesundheit es ihm noch viele Jahre ermöglichen möchten, mit den Augen, dem Herzen und der Seele die Heimat zu durchwandern. Das schönste Gotteshaus auf Erden war stets 'für mich der grüne Wald, kein Dom und keine Kathedrale * gibt so wie er — dem Herzen Halt. So feierlich ist seine Stille, In alten Eichen singt der Wind das Lied vom Werden und Vergehen; im Wald ich immer Andacht sind. A. B. Auch wir bringen dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche zum 70. Geburtstage dar. Ausweiszwang für Ln- und Ausländer. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt mit: Aus gegebenem Anlaß wird erneut darauf hingew'.efen, daß nach dem Paßgesetz von 1867 Reichsangehörige und Ausländer verpflichtet sind, sich auf amtliches Erfordern jederzeit über ihre Person genügend auszuweisen. Reichs- angehörige über 15 Jahren kommen dieser Ausweispflicht zweckmäßig durch Dorzeigen irgendeines gültigen amtlichen Lichtbildausweises nach, da sie sonst Gefahr laufen, bis zur Feststellung ihrer Person polizeilick festgehalten zu werden. Für Ausländer ist diese Ausweispflicht durch die Paßoerordnung von 1919 zum Paßzwang erweitert worden, d. h. alle Ausländer müssen beim Aufenthalt im Reichsgebiet, wenn sie sich Nicht nach der Paßstraf- orbnung von 1923 strafbar machen wollen, einen gültigen Heimatpaß oder einen nach deutschem Recht anerkannten Paßersatz bei sich führen. Schutz des aldes vor Brandgefahren Oie Gliederungen der Partei helfen bei der Ueberwachung des Waldes. NSG. Wie in keinem anderen Lande der Erde ist das Holz für uns eine der stärksten Stützen ein. heimischer Rohstoffversorgung. Andere Völker verfügen über kaum vorstellbare Reserven an Erd- schätzen. In Deutschland hat die Genialität deutschen Erfindergeistes im Holz zum großen Teil einen Ausgleich für nicht vorhandene Rohstoffe gefunden, und darum ist heute in Deutschland jeder Baum ein Teil kostbarsten unersetzlichen Volksgutes. Wer diesen kostbaren Besitz aus Leichtsinn oder Unverständnis gefährdet, z. B. sich nicht an das Rauchverbot im Walde hält, ist ein Volksschädling. Harte Strafe ist ihm sicher, auch dann, wenn die Mißacktung bestehender Verbote noch keinen schweren Schaden im Gefolge hatte. Der größte Teil aller Waldbrände ist durch Brandstiftung oder Fährlässigkeit entstanden. Um dem deutschen Volk die großen Werte zu erholten und zu beschützen, übernehmen auch in diesem Jahre wieder unsere jederzeit bereiten und erprobten Kämpfer in der SA., ff, RSKK. und die Technische Nothilfe gemeinsam mit den behördlichen Forste- reien den Kampf und Schutz gegen die Waldbrandgefahren. Diese treuen Beschützer durchziehen ver- eint das Waldaelände, um leichtsinnige Besucher auf die großen Gefahren und die bestehenden Vor- schriften aufmerksam zu machen und nun auch dort einzugreifen, wo Gefahren drohen. Die Reichs- arbettsgemeinschaft Scyadenverhütung bittet die Besucher des Waldes, den Anweisungen und Aufforderungen der mit Ausweis versehenen Dienst» streifen Folge zu leisten. Jedem, der gegen die zum Schutze unseres Waldes erlassenen Bestimmungen verstößt, droht fofertige Verhaftung und strengste Bestrafung. Gefahren des Blumenpflückens. Der Sommer schenkt uns -eine Fülle der prächtigsten Blumen. Der Kinder höchste Freude ist das Blumenpflücken auf den Wiesen. Doch ist es mit Gefahr verknüpft, da viele Wiesenblumen Gifte enthalten, die bei zarteren Kindern Hautausschläge und Fieber, Erbrechen und fonftige Störungen verursachen. Deshalb lasse man kleinere Kinder nicht ahne Aufsicht beim Blumenpflücken und belehre sie, auch die größeren Kinder, über den Giftgehalt mancher Blumenarten. Da ist z. B. vor . allen Hahnenfußarten zu warnen. Sie haben einen ätzenden Saft, der Hautausschläge und Geschwüre verursacht. Tausendschönchen, Goldköpfchen und Sumpfdotterblumen zählen auch zu dieser Art. Der ebenfalls gelbblühende Gistlattich wirkt durch seinen Saft betäubend, erregt Schwindel, Erbrechen und Schlafsucht. Die reizende Waldanemone verursacht durch ihren Saft auf zarter Haut brennende Blasen. Als Gegenmittel kommen Zitronensaft oder Essig äußerlich, ober Wein ober schwarzer Kaffee innerlich angewendet, in Betracht. Sehr giftig finb die lehmartigen blauen Blüten und Blätter des Eisenhutes. Sie erzeugen Fieber, Kolik und Delirien, ja selbst Krämpfe. Wein, Essigwasser, schwarzer Kaffee lindern bfe Erscheinungen. Beim gefleckten Schierling sind die Fruchtkapseln die Giftträger. Hiergegen wendet man Milch, Rizinusöl ober Zitronensaft an, hole aber sofort den Arzt, wenn Verdacht vorliegt, daß die Pflanzen in den Mund gesteckt worben sind, denn dadurch sind schon Todesfälle verursacht worden. Dasselbe gilt vom schwarzen Bilsenkraut, den Blüten des Goldregens, sowie vor allem vom roten Fingerhut, der mit seinen prachtvollen traubenförmigen Blüten die Kinder entzückt. Sein Stengel birgt starkes Gift, das eine nachhaltige Nervenschwäche zeitigt. Schließlich sei noch vor der im Herbst blüheiü»en Herbstzeitlose aewarnt, die man von Kindern niemals pflücken lassen sollte. Begegnung mitWehrmachtskrastwagen Der Kraftfahrer steht in Deutschland unter dem gleichen Recht wie jeder andere Verkehrsteilnehmer. Alle Kraftfahrer haben dieselben Bestimmungen zu beachten und unterliegen den gleichen Strafen für den Fall, daß sie gegen diese verstoßen. Wohl gemerkt, das gilt für alle privaten Kraftfahrer, und zwar sowohl für Fahrer von Personen-, als auch für Lastwagen. Für Fahrzeuge der Wehrmacht, der Polizei und anderer Verbände bestehen einige Sondervorschriften. Jeder Verkehrsteilnehmer tut gut daran, sich diese ab und an ins Gedächtnis zurückzurufen, um nicht unnötig gefährliche Lagen heraufzubeschwören, oder gar einen Unfall herbeizu- führen. Die Straßenverkehrsordnung enthält folgenden Absatz: „Geschlossene Verbände der Wehrmacht, der Polizei, der -Verfügungstruppen und -Wachverbände, des Reichsarbeitsdienstes, der NSDAP, und ihrer Gliederungen, Leichenzüge und Prozessionen dürfen nur durch die Polizei und Fahrzeuge im Feuerlöschdienst unterbrochen ober sonst in ihrer Bewegung gehemmt werden." Diese Bestimmung gilt sowohl für das Ueber- holen, als für das Cinbiegen, ebenso für das Verhalten an Kreuzungen. Sie sagt also eindeuttg aus, daß die obenbezeichneten Verbände beim Fahren nicht nur nicht unterbrochen werben dürfen, auch sonst dürfen sie in ihrer Bewegung in keiner Weise gehemmt werben. F. G. (RAS) Türe auf und 'raus! Das ist kurz und klar gesagt und gilt auch für jeden Kraftfahrer, der es eilig hat. Nur darf es ein Mann am Lenkrad eines Autos niemals so eilig haben, daß er die Türe aufspringen läßt, ohne überhaupt hinzusehen, ob er sie nicht jemand an den Leib knallt. Ganz besonders gilt das natürlich für die linke Tür, die ja nach der Straße zu geöffnet wird. Durch eine plötzlich aufgeschlagene Autotür ist schon mancher Radfahrer von seinem Fahrzeug geschlagen worden und erst viel später im Krankenhaus wieder aufgewacht. Ebensogut kann es natürlich geschehen, daß im Augenblick des Türaufreißens nach der Straße zu kein Radfahrer, sondern ein Omnibus oder Lastwagen angerollt kommt und die Autotür abrasiert. Dann hilft das Schimpfen gar nichts! Besser ist schon, zunächst einmal festzustellen, ob und welche Fahrzeuge vorbei wollen. Wenn der Blick in den Rückspiegel nicht ausreicht, die Sage zu klären, wird der Fahrer die Tür offnen, um einen vollen Ueberblick zu gewinnen. Aber langsam, bitte, und nur gerade eben so viel, daß man einen Ueberblick hat, sonst bleibt die Lage ja dieselbe wie vorher. Es ist schon richtig, Türe auf und 'raus! Aber nicht beides schnell tun, sondern langsam Tür auf, bann allerdings schnell 'raus, denn eine weit offen- stehende Autotür bildet immer eine Gefahr für den Verkehr. (RAS) Gießener Dochenmnrrkpreise. * Gießen, 15. Juni. Auf dem heuttgen Wochen, markt kosteten: Markenbutter, kg 1,60 Mark. Matte 25 bis 50 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing, % kg 18 bis 20, gelbe Rüben, neue, das Bündel 12 bis 20, Spinat, % kg 18 bis 20, Römisch, kohl 20, Bohnen, grün, 25 bis 40, Spargel, 1. Sorte 50 bis 55, 2. Sorte 45 bis 50, 4. Sorte 20, Erbsen 20 bis 33, Tomaten 45 Pf. bis 1 Mark, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 15, Kartoffeln, neue, V» kg 13 bis 14 Pf., alte, kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,40 bis 4 Mark, Aepfel, % kg 60 Pf., Kirschen 60 bis 65, Stachelbeeren 35, Erdbeeren 60 Pf. bis 1,15 Mark, Blumenkohl, das Stück 5 bis 50 Pf, Salat 5 bis 15, Salatgurken 20 bis 45, Oberkohlrabi, bas Bünbel 15, das Stück 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, das Bündel 10 bis 20, Radieschen 10 Pf. ♦* E i n Fünfundsiebzigjähri ger.An! morgigen Freitag, 16. Juni, kann unser Mitbürger Konrad Wagner, Mittelweg 24, im Kreise von fünf Kindern, 9 Enkelkindern und 3 Urenkeln seinen 75. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann er freut sich noch aller körperlichen und geizigen Frische. Wir beglückwünschen herzlich. ** Ueberprüfung der Großalarmge. röte. Die Polizeibirektion gibt bekannt, daß an, heutigen Donnerstag unb am morgigen Freitaz bie Großalarrngeräte (Luftschutzsirenen) einer PrL funa unterzogen werben. Da es sich um eine probt, weise Inbetriebsetzung handelt, besteht zu irgend, einer Beunruhigung keine Ursache. *♦ Bauten an b er Lahn st raße. Die Lahnstraße, die bisher einen wenig günstigen AnbliS bot, hat in den vergangenen Monaten eine Wand hing zum Besseren erfahren. Gegenüber der Müller scheu Badeanstalt wurde, an Stelle eines baufällige, Hauses, ein stattliches Mehrfamilienwohnhaus im Auftrag des Elektrizitätswerkes gebaut, das bereits bezogen werden konnte. Die Umgebung des Haus« hat eine gärtnerische Ausgestaltung erfahren, so baß ber Gesamteinbruck sehr gut geworden ist. Wenige Schritte davon entfernt, wurde eine Kraftwagen« unterstellhalle gebaut, die mit einiger Großzügigkeil und in schönen Größenverhältnissen errichtet wurde Ein älteres Haus, das rückwärtig in einem Garten steht und bisher keinen sonderlich guten Anblick bot erfahrt gegenwärtig eine Ueberyolung, so daß nun auch die Lahnstraße so aussieht, wie es dem Gesamt« charakter unserer Stadt entspricht. Wegen Amtsunterschlagung ins Gefängnis. Dorn Landgericht Gießen wurde am 9. Dezember v. I. der am 8. Februar 1864 geborene Leo K. aus Ober-Mörlen wegen schwerer ArntsunterschlaHMiz und Untreue zu einem Jahr sechs Monaten Gefäng« nis unb zu einer Geldstrafe von 500 Mark verur« teilt. Dieses Urteil hat nunmehr Rechtskraft erlangt, nachdem der 1. Strafsenat des Reichsgerichts die von dem Angeklagten hiergegen eingelegte Revision mit einer auf das Strafmaß einflußlosen Maßgabe als unbegründet verworfen hat. K. war seit dem Jahre 1923 als Rechner bei ber Feldbereinigung tätig. Er verstand es sehr geschickt, sich das Vertrauen der ihm übergeordneten Stellen da» neue MannnMiifcnöanöm Roman von Konrad Trani Copyright by ctarl Ouncker Verlag, Berlin W35 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Nein! Ich habe nicht einmal den Ortsnamen auf dem Poststempel entziffern können." „Sehen Sie noch einmal nach!" riet Nase. „Manchmal schreiben Leute bie Absenberadresse in ben Bries." „Ich habe mir ben freundlichen Brief meines Onkels daraufhin genau angesehen ... Wiederholen kann ich das Experiment nicht, weil ich den Brief weggeworfen habe!" „Eine schlechte Gewohnheit", rügte der Zwerg. „Richtig — und ich teile sie mit einer Menge Menschen!" sagte Gottfried gereizt. „Sie sehen, daß ich meines geliebten Anverwandten habhaft werden muß." Da tut es mir besonders leib, baß ich Ihnen nicht behilflich fein kann. Herr von Dilben hat mich seit vierzehn Tagen mit keiner Nachricht beehrt. Er bürfte schon lange aus Hollanb abgereift sein. Wahrscheinlich ist er irgendwo in Italien. Oder Spanien. In Spanien sind auf Dachboden und in alten Truhen noch wahre Schätze vergraben, Herr von Dilben ..." Der Schnurrbart zuckte aufgeregt, unb bie blaue Brille rutschte die Nase herunter unb wurde nervös zurechtgeschoben. „Schade, schabe ... Vielleicht kann ich mich bald mit ihm in Verbinbung setzen." Inzwischen geht mir ber Amerikaner burch bie Lappen!" sagte ©ottfrieb. „Sehr lange kann so eine verrückte Idee nicht vorhalten." „Ich beb au re sehr und werde mich bemühen", sagte kurz angebunden ber Zwerg. Von draußen klang ein scharfes Klopfen an die Tür. Der Zwerg bekam einen roten Kopf unb riß bas Fenster zur Auslage auf. Zwei ältere Herren standen davor unb sahen verdutzt in bas zornige Gesicht. „Haben Sie keine Uhr?" keifte der Zwerg. „Wissen Sie nicht, daß ich um sechs Uhr Schluß mache?" Damit knallte er das Fenster wieder zu, zog ben grünen Seibenvorhang liebevoll zurecht, ©ottfrieb hatte sich mißmutig eine Zigarette angezündet. „Rauchen verboten!" sagte Nase streng. „Dann behüte Sie der Himmel, Herr Nase... Unb wenn durch Ihr Verschulden das Geschäft nicht zustandekommt, werde ich Sie gerichtlich belangen. Und wenn ich bis zur obersten Instanz gehen muß!" Gottfried wandte sich grußlos ab, riß die Tür auf und ging rasch fort. Er sah nicht die verwunderten Gesichter des Bankiers Voigt unb des würdigen Mr. Rutby, die noch lange den Laden betrachteten, vor ben eben ein Mann mit einer Schnapsnase, offenbar ber Portier, ein Stahlgitter oorschob. * Am anderen Ende der engen Gasse bog eben Gottfried von Dilben raschen Schrittes um die Ecke 12. Gottfried hatte gemeint, er werbe in Neukirchen die Sensation des Tages fein. Das war ein Irrtum. Er fand den Freundeskreis im und um das Haus Voigt in großer Erregung. Als Peter zur gewohnten Stunde wieder in dem Betrieb erschien, mit ber festen Absicht, so zu tun, als wäre überhaupt nichts Außergewöhnliches vorgefallen, mußte er feststellen, baß Gretelchen nicht mehr erschien. Er schickte einen Boten in ihre Wohnung. Auch in der Wohnung war sie nicht. Sie hatte die Nacht sicher nicht in ihrem Bett verbracht, behauptete die Mietfrau. Peter begnügte sich mit einer kurzen sachlichen Meldung bei der Polizei. Er war zwar beunruhigt, wünschte aber mit dieser Sache nichts, aber schon gar nichts zu tun zu haben! Es tat ihm leid um Gretelchen, sie war eine tüchtige Arbeiterin, aber da er sie gegen den lauten Protest feiner Gattin ohnehin nicht hätte behalten können, so beschränkten sich feine Gefühle auf bie rein menschliche Anteilnahme und Verwunderung. „Hoffentlich ist ber Kleinen nichts Boses widerfahren", äußerte er dem Kommissar gegenüber. Hans und Hilde berieten lange hin und her, ob sie nun verpflichtet wären, ihre Beobachtung vom Vortag der Polizei ntitju teilen. Am Abend hatten sie keine Gelegenheit gefunden, Peter ins Vertrauen zu ziehen. „Entweber hat der rabiate Mensch sie schon erwürgt oder erschlagen", meinte Hans, „dann haben wir Zeit — ober sie ist davongefähren unb hält sich vor ihm versteckt — dann möge man sie freundlichst in Ruhe lassen!" „Du bist ein roher Lümmel", sagte Hilde überzeugt. „Wenn du das Herz auf dem rechten Fleck hättest, tätest du alles, um ein unschuldiges junges Mädchen aus furchtbaren Gefahren zu befreien... Wenn ich einmal spurlos verschwinde, wirst du auch so überlegen sein?" Da nahm sie Hans energisch in den Arm und küßte sie. Nach diesem überzeugenden Argument gab Hilde klein bei, unb sie beschlossen, vorderhand zu schweigen. Gottfried war ein wenig enttäuscht, daß so viel von Peter Jlke und einer völlig unbekannten Grete die Rebe war. Er wollte ber strahlende Mittelpunkt dieses Kreises fein! Niemanden schien es aufzufallen, daß er eine Menge zu erzählen hatte. Wozu mar er in London gewesen? Dagegen siel Hans etwas anderes auf. Gottfried gab viel mehr Geld aus und rauchte viel teurere Zigaretten als sonst. „Woher stammt dein plötzlicher Reichtum?" erkundigte er sich eines Abends, als sie mit den Turachmädchen in ber schattigen Laube faßen. Gottfried schien keinerlei Schwierigkeiten zu haben, die Zwillinge zu unterscheiden. Er hatte sich mit seltsamer Geschwindigkeit an Irmgard heran- gemalt. Auch jetzt saß er dicht neben ihr. Gelegentlich streifte seine Hand die ihre, aber das war sicher nur ein Zufall. „Onkel Otto hat Geld aus gebürt", Jagte Gottfried. „Unb als Draufgabe einen Brief, in dem er in bekannter Liebenswürdigkeit mich für einen Nichtstuer und Schwachsinnigen erklärte und an Mutter kein gutes Haar ließ/ „Ich hätte ihm unter diesen Umständen das Geld sofort zurückgeschickt", sagte Hilde Turach. „Erstens hat er vorsichtshalber keine Adresse angegeben, zweitens beweist Ihr Ausspruch, daß Sie noch nie cchne Geld dagestanden haben, Beneibens- werte." „Wieviel hat er dir geschickt?" fragte Hans. „Tausend Emmchen, nette vollwertige tausend Märker", antwortete ©ottfrieb. „Begeistert war ich von den Begleitumständen ja auch nicht. Aber ich habe mir gesagt, daß ich die Grobheiten bereits zur Kenntnis genommen hatte und mich ärgerte. Weshalb noch das einzige Pflaster dafür mutwillig abreißen?" „Ist von dieser Seite noch mehr zu erwarten? Sonst würde ich dir raten, mit dem Geld doch nicht so nobel umzugehen ..." „Die Bonbonniere, die Sie uns heute mitgebracht haben, kostet mindestens zehn Mark!" warf Irmgard vorwurfsvoll ein. Gottfried machte eine wegwerfende Handbewe- gung. Was finb zehn Mark! „Eigentlich ist er ein Erbonkel, den man schön pflegen muh", berichtete er. „Er läßt sich bloß nicht pflegen. Und ein launenhafter Mensch war er immer, sagt Mutter. Sie haben sich nie vertragen. Aber wenn er einmal das Zeitliche segnet, dürfte ich wohl zu Macht unb Reichtum kommen. Außer — er vermacht fein ganzes Geld einem Fond für verarmte Sammler. Daß ihm jede einzelne Zeichnung in feinen Mappen lieber ist als ich, dürfte als erwiesen angenommen werden." „Dann spare!" sagte Hans streng. Gottfried lächelte. Woher sollte Hans wissen, was für ein ungeheures Vergnügen es bereitete, einmal nicht jeden Pfennig dreimal umdrehen zu müssen? Einem Mädchen Blumen unb Bonbons und Bücher schenken zu können! Morgen früh zum Beispiel würde Irmgard — unb nur Jrmgarb — ben schönsten RSsenstrauß vorsinben. Ohne Namensnennung natürlich, sie würde bestimmt wissen, wer der Spen- ber war ... Die vier jungen Leute sprachen nicht viel. In halblauten Worten machten sie Pläne. Unb für bie Zukunft, die schön unb voller Freude war. Die schönste Freude war die, neben einem Menschen zu sein, dem man von Herzen zugetan war. Plötzlich wurde es unruhig im Garten. „Mutter wird uns zum Abendessen holen", meinte Hans. Nein, das waren fremde Stimmen. Männerstimmen ... Gottfried richtete sich unruhig auf. War nicht sein Name genannt worden? Er loste sanft seinen Arm aus dem Irmgards. Da kam schon eine laute Stimme. „Hans! Herr von Dilben!" Das war Mutter, dachte Hans. Worüber regt sie sich nur auf? Die jungen Männer eilten den ©artenpfab hinab, unb die Mäbchen folgten ihnen langsam. Der Zauber dieser schonen Dämmerstunde war zerstört. Frau Voigt war blaß. Die beiden Herren — einer von ihnen war ber Kommissar Ruhle — machten strenge Gesichter. „Wir mochten Herrn Gottfried von Dilben um reinige Auskünfte bitten", sagte Rrchle. „Und da müssen Sie knapp vor dem 'Abendessen zu uns kommen, statt Herrn von Dilben zu etwas passenderer Zeit vorzulaben?" begehrte Hans auf. Sein Bedarf an Polizei war durch die Aufregung um Peter Jlke reichlich gedeckt. „Hans, halt den Mund!" befahl bie Mutter. Gottfried war verlegen geworben unb fuhr Mi der Hand durch den blonden Schopf. ,Lch sich Ihnen natürlich jeberzeit zur Verfügung." Frau Voigt öffnete ruhig die Tür zum Arbeit!' zimmer ihres Mannes unb ließ die Herren ein- treten. Hans schlüpfte rasch hinterdrein. „Ihr ständiger Aufenthalt ist Berlin, Kaiser« dämm 48?" Gottfried nickte. „Wann haben Sie sich dort aufgehalten?" „In ber letzten Zett nicht viel... Ich bin zuerst bei Freunden auf Gut Obersenke gewesen. Dam war ich — bevor ich nach London fuhr — einen Tag in Berlin. In London war ich etwa drei laat. Auf der Rückkehr hielt ich mich vier Tage in Benin auf unb bann fuhr ich nach Neukirchen." „Was haben Sie in Berlin gemacht?" Gottfrieds Gesicht war auf einmal sehr hart worben. „Bisher habe ich angenommen. Sie wußten mich auf diese höchst ungewöhnliche Art davon verständigen, daß unser Dienstmädchen, bevor st auf Urlaub ging, den Wasserleitungshahn nicht db* gedreht hat. Ober daß bei uns eingebrochen nnnfr- roas mich nicht weiter kränken würde, weil n? nichts haben... Unb jetzt mochte ich um AuskM bitten, was Sie von mir wollen. Vorher fag< fein weiteres Wort mehr. „Sie haben der Behörde gegenüber jede wünschte Auskunft zu geben", sagte Ruhle fOT- „Und wenn Sie ein gutes Gewissen haben, wird Ihnen bas nicht schwer fallen." Der andere mischte sich ein und sagte begütigend: „Es handett sich um Herrn Otto von Dilben. Wir suchen ihn." „Ich auch", knurrte Gottfried. „Wenn Sie ihn halben, schreiben Sie mir eine Ansichtskarte mtt Adresse!" „Ich verbitte mir diesen Ton!" fuhr Ruhle auf Wenn er etwas nicht leiden konnte, fo diesen schnoddrigen Ton ... „Wann haben Sie das letztemal von ihrem Herrni Onkel gehört?" fragte der Fremde. Gottfried zuckt«: resigniert die Schütter. „Ich werde unseren Rechtsanwalt anrufen u^1 ihn bitten, sofort hierherzukommen", fiel Hans ein. Er wollte dem Freund so gerne helfen, und gung Kommunalpolitische Tagung in Alsfel- 0< Qebruuchsamueisurig bei jedem iPäckrhen. ___ Sin gutes Oetker-Erzeugnis! O Starke Steigerung des Fremdenverkehr« in Alsfeld. Unter Mitteilungen sprachen der Kreisobmann und der Landrat über die vom Deutschen Gemeindetag in Vorschlag gebrachte Einführung eines neuen Einheitsaktenplanes für die hessische Gemeindeverwaltung. Die Tagung wurde dann von dem Kreisobmann in der üblichen Weise geschlossen. Am Nachmittag fand noch eine Schulungstagung der Bürgermeister und JaAvorsteher über die Regelung des Wildschadens statt. 0 Mark ütr. iskraft erfcii Gerichts die« e Nevision i i Maßgabe: Rechner brit s sehr geß ebneten <516 Alsfeld, 14.Juni. Unter dem Vorsitz von Brgermeifter Dr. Völfing fand gestern eine Bbung des Beirats des Verkehrs, und V« r - lchiönerungsvereins statt, in der man sich te.ptsächlich mit der Fremdenübernachtung In Der Stadt Alsfeld befaßte. Der Vorsitzende wies braitf hin, daß die vorhandenen Hotels und Gast, bo* dem durch die Reichsautobahn mit ihrem fiii Alsfeld besonders günstig gelegenen Zubringer [itrrt gestiegenen U e b e r n a ch t u n g s v e r. tejQ r bei weitem nicht mehr genügten. Wie stark bei Autoverkehr angewachsen ist, beweist die Tat- |oc«e, daß am Gründonnerstag 16 0 0 Kraft« saHrzeuge die Stadt Alsfeld paffier» Besuch im Berliner Schallarchiv. Lebendiges Lautmuseum des deutschen Volkes. — Das politische Archiv. Man hört das Gras wachsen. ften Änt n eine Nu er ber MH >es baufällig Wohnhaus ü, bas ben ng bes fahren, so fr =n ist. r Äraftwa^ Großzügig rrichtet wti einem Aut 'n Anblick b. !' so daß b i dem Gesa Uehmen Sie Dr. Oetkertje(ier't(ii£fe jur schnellen cßereitung Jhrer THarmeladen und Qelees. X {Besondere Vorzüge: einfacheJiimdhabungpoUe ühattung desSrudit- erWtbüii n Kreise renkelnsei te Mann. unb geistig lnnt, daß. * Ftti. n) einer J eine W Zu irge» Ruudsunkprogramm Freitag, 16. Juni. ! Uhr: Frühmusit. 5.50: Bauer, merk' auf! 6: M rgenspruch. Nachrichten. Gymnastik. 6.30: Von Rciigsberg: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gym- iia-it 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Mr der Frühlingswiese. 8.40: Froher Klang zur Wrkpause. 10: Schulfunk: Männer um den Führer: t e n. Aus der Besprechung, anschließend Darlegungen des Vorsitzenden, ergab sich die allgemeine Auffassung, daß die bereits eingeleitete Werbung zur Bereitstellung geeigneter Privatquartiere, wie vielfach in anderen Städten, mit allem Nachdruck fortgesetzt werden müsse, um den Mangel an Uebernachtungsmöglichkeiten zu beseitigen. Die erforderlichen Schritte sollen unternommen werden. Die Fremdenführung wird ill : tq 9* neue, rgel, e 20, Ä '«■ 3W neue v < 60 P, ; Oberto^ zücht im Kreise Alsfeld. Er forderte die Züchter zur regen Beschickung des Marktes auf. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung sprach an Stelle des durch Krankheit verhinderten Leiters des Arbeitsamtes Gießen der Abteilungsleiter beim Arbeitsamt, Derwaltungsin-spektor Keller, über Arbeitseinfahfragen. In ausführlicher Weife behandelte er zunächst das Problem des immer stärker werdenden. Arbeitermangels in der Landwirtschaft. Auf diesem Gebiete habe das Arbeitsamt alles getan, was geschehen konnte. Im Wege der Dienstpflicht werde die Zurückführung von Arbeitskräften in die Landwirtschaft mit größter (Energie durchgeführt, namentlich die Herausnahme von Arbeitskräften aus Fabriken, soweit solche früher in der Landwirtschaft tätig waren. Auch die Schulen, Behörden und die Gliederungen der Partei werden wieder, wie im Vorjahre, für die Ernteeinbringung eingesetzt werden. Der Redner erläuterte sodann die neuen Bestimmungen über die Ausgabe der Arbeitsbücher. Ohne Arbeitsbuch darf künftig niemand mehr arbeiten, unb niemand darf ohne Arbeitsbuch eingekeilt werden. Das Arbeitsbuch ist künftig auch erforder- lich für alle selbständigen und mithelfenden Familienmitglieder xw ber Landwirtschaft. In seinen weiteren Ausführungen erläuterte er die neuen Vorschriften über die Kündigungsbeschränkungen, insbesondere bei dem Uebergung in einen anderen Betrieb, und gab einen Ueb erb lick über bie Erfahrun- gen mit bem Pflichtjahr. Der Redner ersuchte die Bürgermeister, in ihren Gemeinden alle noch verfügbaren arbeitsfähigen Personen dem Arbeitsamt zu melden. Er bat zum Schlüsse um engste Zusammenarbeit der Bürgermeister mit dem Arbeitsamt. Zu dem nächsten Gegenstand der Tagesordnung, Aussprache über laufende Verwaltungs- angelegenheilen, berichtete Landrat Dr. Schönhals über die im August in Wiesbaden stattsindende Ausstellung „Wille und 2aV, die von dem Gau Hehen- Ncrssau veranstaltet wird. An dieser Ausstellung wird sich auch der Kreis Alsfeld beteiligen. Platten verfolgen. Allein über 12 000 Platten erfassen die gesamte Olympiade von 1936 vom ersten Tag bis zur Schlußfeier. Die weitaus größte Bedeutung hat selbstverständlich bie Sammlung der politischen Platten. Schon aus der Zeit vor 1933 find einige Aufnahmen er- halten, die ein untrügliches Bild dieser Zeit geben. Da kann man sich auf einer Platte eine Reichs- tag sfitzung anhören, in der Kommunisten von der Herrlichkeit Sowjet-Rußlands schwärmen unb ür Deutschland nur Worte der Verachtung finden. Man hört den ganzen Jahrmarkt mit Glockenge- bimmel, Gebrüll und Gepfeife, den man damals Reichstag nannte. Alle Größen des österreichischen Regimes, an gefangen von Dollfuß und Fey bis zu Stachemberg und Zernatto kann man hier noch einmal hören. Hier gibt es alles ... Doch den Hauptteil dieses Archivteils nimmt die Entwicklung bes neuen Reichs ein. Hindenburg spricht noch einmal zu uns, und felbst- verftändlich sind fämttiche Reden 'des Führers unb feiner Mitarbeiter auf diese Weise für die Nachwelt bewahrt. Die Rückkehr ber Saar und des Memellandes, ber Anschluß ber Ostmark, Tage ungeheurer Spannung und grenzenlosen Jubels, Tage, bie Geschichte geworden sind, ruhen in dem Archiv. Ebenfalls eine besondere Abteilung bilden die Aufnahmen von hervorragenden Perfönlichkeiten unseres Volkes, unter denen sich auch eine Platte von Graf Zeppelin befindet. Mit zu den interessantesten Teilen gehört jedoch die G e - räufchabteilung, die eigentliche Lautsammlung. Hier findet man alle nur erdenklichen Ge- rausche von Tieren, Menfchen und Maschinen. Der Film ist mit bem Rundfunk der eifrigste Benutzer dieser Abteilung. Hier kann man jederzeit eine Nachtigall zum Schlagen bringen unb das unge- heuerlichste Löwengebrüll zu hören bekommen. Eine Menagerie, wie sie fein Zoo besitzt, ist hier vorhanden, aber auch Maschinenaeräufche sind auf Wunsch zu haben. Allein von oer Eisenbahn sind nahezu hundert Geräusche festgehalten. Die vier Elemente find in den verschiedensten Stimmungen vertreten. Gleich daneben ruht das „Publikum". Schroffste Ablehnung, kühles Reseroiertsein und begeisterter Beifall ist hier auf Lager. Bereits historischen Wert haben Aufnahmen von alten Flugzeug-- motoren und Rennmaschinen, und die Platte von der heute nicht mehr verwendeten Feldkanone 96. Selbstverständlich gehört zu diesen Geräuschen auch der Krieg, der durch mehrere hundert Platten vertreten ist. Am erstaunlichsten sind die fo genannten wissenschaftlichen Geräusche. Durch hundertfache Verstär- hing hört man bas Aufspringen von Blumen- knofpen, man hört tatsächlich bas Gras wachsen und Herzen wie Negertrommeln schlagen. Hier wird ber Menschheit eine Welt geöffnet, die für das menschliche Ohr bisher verschlossen war. So ist dieses Archiv eine Fundgrube, in der alles zu finden ist, was sich unserem Ohr bemerkbar macht; ein Archiv, in dem sich bas ganze Leben unseres Volkes spiegelt, das unserer Zeit auf mannigfache Weise bient, vor allem aber die so überaus wichtigen Jahre unserer Zeitenwende späteren Generationen lebendig zu übermitteln vermag. Kx. Beim Aufspringen aufdie Straßenbahn tödlich verunglückt. Lpd. Frankfurt a. M., 14. Juni. Als am Mittwochvormittag ein Straßenbahnzug von Isenburg abfuhr, sprang ein 16jähriges Mädchen auf den schon in Fahrt befindlichen Wagen. Das Mädchen glitt vom Trittbrett ab unb geriet unter bie Räder des Anhängers; es wurde auf ber Stelle getötet. Schwerer ÄerkehrSunfall in Frankfurt. Lastauto rennt Hausmauer ein. — Ein Toter, vier Verletzte. Lpd. Frankfurt a. M., 14. Juni. Am Mitt- wochvormittaa ereignete sich im Westen der Stadt ein schwerer Unfall, bei dem 1 Person getötet und 4 verletzt wurden. Als ein Lastkraftwagen um 9.30 Uhr die Kreuzung Grüneburgweg—Reuterweg passierte, wollte der Lenker des Fahrzeuges einer Radfahrerin ausweichen und riß seinen Wagen zur Seite. Das schwere Fahrzeug geriet dabei auf den Bürger st eig, rannte eine Litfaßsäule und einen Baum um unb drückte bie Wand zweier Häuser ein. Bei dem Anprall wurde der Beifahrer des Lastautos auf der Stelle getötet, der Lenker des Wagens und zwei weitere Beifahrer wurden verletzt, desgleichen die Radfahrerin. Die Verunglückten wurden von der Rettungswache ins Diakonissenkrankenhaus transportiert. Bei einem der verunglückten Beifahrer besteht Lebensgefahr. Ehe das schwer be° l { Alsfeld, 14.Juni. Die Kreisabteilungl dlsfelb des Deutschen Gemeindetages hillt unter Leitung bes Kreisobmannes, Bürger- puffter Dr. Dölsma, im „Deutschen Haus" da-1 hir wieder eine Arbeitstagung ab, zu ber nahezu all Bürgermeister bes Kreises erschienen waren. I Aach 'den einleitenden Begrüßungsworten des ghiisobmanns kam als erster Punkt ber Tages- »rinung ein Vortrag des Leiters bes Tierzucht- Sr te s Gießen, Landwirtschaftsrat Dr. Wag- mar, ber über die Aufgaben der Tierzucht pucf). Die gewaltigen Werte ber tierischen Erzeug- i e in ber deutschen Landwirtschaft machen es not- cibig, wie ber Redner einleitend ausführte, daß ton sich auch auf dem Gebiete der Tierzucht mit Aufgaben ber Erzeugungsschlacht näher befasse. Ziel müsse darauf gerichtet sein, durch wett- Mge Verbesserung ber Tierbestänbe bie Leistun- -k ber einzelnen Arten zu steigern. Die gesetzliche Irmblage bilde das Gesetz zur Förderung der Tierzucht vom 17. März 1936. Es handele sich hier jr ein einheitliches Gesetz, bas wesentliche Htlss- nrtel gebe, um auf dem Gebiete der Tierzucht vor- jc-ts zu kommen. Der Redner gab sodann eine 2c-fteHung bes hauptsächlichsten Inhalts des Ge- Hb, 5 unb der dazu erlassenen Körordnunaen, und «u chtete dabei über bie auf bem Gebiete des Kör- texns gemachten Erfahrungen. Er erläuterte ins» ihlmbere die verschiedenen Arten ber Körungen: Ccmmelförungen, Svnderkörungen unb Nachkorun- ir. Eingehend behandelte er bie Pflege und Hal- jm der Faseltiere, bie besonders wichtig seien. Die Ä>idwirtschaft müsse unter allen Umstanden ae» ör ert werden. Die Gemeinden mußten daher be- töt fein, bie besten Datertiere zu kaufen. Am icklusse seines Vertrages richtete Landwirtschaftsrat 2r Wagner einen Appell an bie Bürgermeister, Den Gemeinden mitzuwirken an ber Forderung n Tierzucht im Interesse der Leistungssteigerung ut* ber Sicherung der Ernährungsfreiheit bes beut- hm Volkes. Im Anschluß an seinen Vortrag gab n Redner noch einen Hinweis auf ben 211 s j e 1. • e- Prämienmarkt am 3. Juli unb betonte h Bedeutung dieses Marktes als Tierschau, d,e n-n Ueberblick geben soll über ben Stand ber Tier- Frühkartoffel-Erzeugerpreiie. Nit Zustimmung des Reichsministers für Ernäh- :uTß unb Landwirtschaft und des Reichskommissars üi die Preisbildung erläßt bie HD. ber deutschen Laitoffelwirtschaft eine Anordnung 1/39 betr. Fest- efcung von Erzeugerfestpreisen für Speisefruhkar- ofeln. Sie betragen je 50 kg netto, ausschließlich Beladung, frachtfrei Empfangsstation in der Zeit 90» 16. bis 17. Juni 1939 für weiße, rote und blaue 5t ten 6,70, für runde gelbe Sorten 7,10, für lange jet e Sorten 7,50 RM. und in der Zeit vom 19. bis &43um 6,20 bzw. 6,60 bzw. 7,00 RM. Der Erzeuge! erhält für bie von ihm gelieferten Speisesrüh- fenoffeln den frachtfrei Empfangsstation festgesetzter Preis abzüglich ber tatsächlich entstandenen jjbdjt, im Falle der Einführung eines Frachtaus- jkd)s gleich welcher Art abzüglich der festgesetzten dzv-. endgültig ermittelten Fracht, bei Selbstadho- luig durch den Käufer abzüglich höchstens 0,25 RM. je SO kg a) im geschlossenen Anbaugebiet für ben Ca. der Uebergabe der Ware an die Ortssammel- bjp-. Bezirksabgabestelle, b) im nicht geschlossenen fjmugebiet für ben Tag der Verladung oder ber Ile*rgabe ber Ware durch den Erzeuger an den Itühfer, c) im geschlossenen Derbrauchsgebiet bei un- ni: eibarer Lieferung des Erzeugers an eine Auf- jcmtfteöe für den Tag ber Uebergabe. Die Anord- nar g tritt am 16. Juni 1939 in Kraft. bem Wen zu et hrte Han-- die Austff bie Mutter, t und W' >ops- -Ä H igung. ir zum M ne Herren - rin. Deklin, »ff durch Anstellung besonderer Fremdenführer neu organisiert werden. Das neue Werbe - Faltblatt von Alsfeld, bas kürzlich vom Verkehrsund Derfchonerungsverein herausgegeben wurde, fand allgemeinen Beifall. Es wurde an die mit feiner Verbreitung beauftragten Stellen abgegeben. Sechs Kinder bei einem Autoausflug verunglückt. LPD. Lauterbach, 14.Juni. Als ein Einwohner in Help ershain mit sechs Kindern eine Fahrt mit feinem Auto unternahm, um ihnen eine Freude zu machen, verunglückte ber Kraftwagen auf ber Heimfahrt. Das Auto geriet, vermutlich infolge zu starken Bremsens, in einen Straßengraben. Sämtliche Insassen trugen teils schwere, teils leichtere Verletzungen davon. Das kleinste Kind wurde am schwersten beteoffen; es flog durch eine Fensterscheibe, wobei ihm durch bas Glas ein Teil ber Kopfhaut abgeschnitten wurde. Landkreis Gießen. < Daub ringen, 15. Juni. Am morgigen Freitag, 16. Juni, feiern bie Eheleute Wilhelm Weimer VI. und Frau Margarete, geb. Albach, in voller Gesundheit das Fest ber g o I b e n e n Hochzeit. Die Jubilare sind schon seit langen Jahren treue Bezieher des „Gießener Anzeigers". Wir gratulieren herzlich zur goldenen Hochzeit. Kreis Aisfeld. —. — Homberg, 14. Juni. Eine Baumseltenheit findet sich in einem hiesigen Walddistrikt, nämlich eine E i che ohne Rinde. Ein Kugelblitz schlug gelegenttich eines Gewitter in ben Stamm unb löste von dem faftftrotzenden Baum die Rinde, ohne ihn zu zerschlagen. Vermutlich dürfte die Eiche eingehen. Dr. Todt. 10.30: Enter auf! Rundfunkberichte von der Seemannsschule in Finkenwärder. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mt der NS.» Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das große Orchester des Reichssenders Saarbrücken. 14: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 14.10: La vita ö Bella! (Jndu- strie-Schallplatten unb Eigenaufnahmen.) 16: Zwei Stunben im Rhythmus ber Freude. 17 bis 17.10: Mein Weg zur Bühne: Willy Birgel. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Walzergeschichten mit Wienerlied. Manuskript Richard Spitznagel. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Jndustrie-Schall- platten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten des drahtlosen Dienstes. Anschließend: Hier spricht die Reichsgartenschau. 20.15: Orchesterkonzert. Ausführung: Das große Orchester des Reichssenders Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30 bis 24: Unterhaltungskonzert. Archiven begegnete man gemeinhin mit etwas Mißtrauen. Man stellte sich darunter nur zu leicht mehr oder weniger verstaubte Sammlungen vor, bie zwar für einen kleinen Kreis von Benutzern viel, aber für die Allgemeinheit wenig Bedeutung haben. Auf die Archive ber Gegenwart treffen diese Vorurteile freilich meist nicht mchr zu. Im Gegenteil! Diese Archive sind bisweilen sehr lebendig. Eines ber interessantesten ist zweifellos bas im Haus bes Rundfunks in ber Reichs- Hauptstadt untergebrachte Schallarchiv. Die Entstehung des Schallarchivs reicht bis in bas Jahr 1929 zurück. Neuerdings hat es erhöhte Bedeutung gewonnen, da es auf Befehl bes Führers zum Reichsfchallarchiv ausgebaut werden soll. Alle bedeutenden Ereignisse auf unserer Erdkugel werden vom Rurchfunk ausgenommen und zugtelch auf Schallplatten festgchalten. Platten, die heute ausgenommen werden, ermöglichen es späteren Geschlechtern, unsere Tage noch einmal mitzuerleben. Sie vermitteln dereinst ein untrügliches Bild unserer Zeit. Es ist bemerkenswert, daß man aus völlig an» deren Gründen 1929 bie Platten zu sammeln be- rann. Der Rundfunk wollte zunächst lediglich eine Anzahl von Schallplatten besitzen, die er später, je nach Bedarf, zum Ausfüllen des Programms verwenden wollte. Die Plattenzahl stieg indessen rapid an, und schließlich entdeckte man, daß die Plattenzahl über ihren eigentlichen Zweck hinaus einen bedeutenden Wert barstellte. 120 000 platten im Keller. Nach 1933 ist man nun daran gegangen, dieses Archiv systematisch auszubauen und vor allem auch bie politischen Ereignisse, von denen sich der Rundfunk vor 1933 ängstlich fernhielt, auf Platten festzuhalten und aufzubewahren. Heute befinden sich im Schallarchiv bereits über 120 0 0 0 Platten, deren Zahl von Tag zu Tag weiter steigt. In langen Reihen stehen die Schränke mit den Matrizen, von denen — wie bei einem photogra- phischen Negativ — beliebig diele Abzüge gemacht werden können. Eine dieser mit Silber überzogenen Matrizen hat bas bescheidene Gewicht von 1 Kilo- gramm. Du jedoch ein Schrank über 800 Platten aufnehmen kann, wiegt ein einziger dieser harmlos aussehenden Kästen mindestens 1000 Kilo. Aus diesem Grunde hat sich das Archiv genötigt gesehen, in den Keller zu ziehen, da es kein Gewölbe gibt, das diese gewichtige Sammlung zu tragen vermöchte. Die Sammlung selbst ist klar und übersichtlich auf- gebaut. Zu langen, schmalen Gängen zusammengestellt, stehen bie Kästen mit ben eigentlichen Platten, von denen jede in mindestens zwei Exemplaren vorhanden ist. Ein dicker Katalog fichrt einen ohne Schwierigkeiten durch dieses verwirrende Kasten- labyrinth. Da gibt es „ganze Stadtviertel", die ein bestimmtes Thema zusammenfassen. Musik findet man hier .stonnenweise", die hervorragendsten Sängen und die berühmtesten Orchester sind ansuteeffen. Auch die Hörspiele bes Rundfunks können auf Platten am besten aufbewahrt werden. Aber auch die Politik ruht in diesen Schränken; z.B. kann man die ganze Entwicklung der Hitler-Jugend mit den großen Kundgebungen und Feiern, nut Heimabend, Zett« und Lagerleben auf mehreren tausend schädigte Lastauto überhaupt abgeschleppt werden konnte, mußte die Feuerwehr zu Hilfe geholt werden, die ben Wagen, der sich mit feinem Vorderteil in bas Mauerwerk eingeklemmt hatte, freimachte. Rechtsberatungsstellen der OAF. wirken beim Arbeitseinsatz mit. Jrn Zusammenhang mit ber Einflußnahme des Staates auf die Lenkung des Arbeitseinsatzes sind die Rechtsberatungs st eilen der Deutschen Arbeitsfront in steigendem Maße auch in Fragen des Arbeitseinsatzes in Anspruch genommen worden. Dieser Entwicklung hat nun der Reichsarbeitsminister in einem Erlaß an bie Landes- arbeitsämter und Arbeitsämter Rechnung getragen, indem er auf die Notwendigkeit hinweist, die Zusammenarbeit mit den Rechtsberatungsstellen der D2lF. besonders eng zu gestalten. Damit ist insbesondere bie Gewähr geschaffen für einen wirksamen Rechtsschutz in allen jenen Fällen, in denen zur. Einstellung eines Gefolgschaftsmitgliedes oder zur Lösung eines Arbeitsverhältnisses die Zustimmung des Arbeitsamtes erforderlich ist. Liegt bereits eine Entscheidung des Arbeitsamtes vor, deren Nachprüfung die Rechtsberatungsstelle für erwünscht hält, so soll diesem Wunsche stattgegeben werden. Zweckmäßig wird die Nachprüfung in der Weise Dorgenammen, daß den Beteiligten (Betriebsführer, Gefolgschaftsmitglieder, Rechtsberatungsstelle der DAF.) Gelegenheit gegeben wird, sich in gemeinsamer Besprechung zu äußern. Auf der anderen Seite wird es Aufgabe ber Rechtsberatungsstellen sein, an ber Aufklärung über Zweck und staatspolitische Notwendigkeit der Arbeitseinsatz- regelung mitzuwirken. Büchertisch. — Johannes Funk: Heiner-Humor. Gedichte in Darmstädter Mundart. Kleine Auswahl. 84 Seiten. Druck und Verlag Pfeffer 6- Balzer, Darmstadt. — (53) — Das Büchelchen wird allen Freunden ber heimischen Mundart eine vergnügte Stunde bereiten und erscheint auch zum Vorlesen in geselligem Kreise gut geeignet.________________ m 9. DeM ne Leo ft. c -miterschlM- )traten Gest । > w sichern. Erst im Jahre 1934 fand wieder eine Ealenprüfung statt. Dabei ergab sich zunächst em $e* (betrag von über 11000 Mark. Die Buchführuna inries sich als vollkommen in Unordnung und (ernte erst nach langer Zeit auf ben richtigen Stand «tracht werden. Insgesamt hatte ber Angeklagte m ten letzten Jahren einen Betrag von 14 219 Mark ircsrf(Magen, von bem er allein 8000 Mark für M verbraucht hatte. Den Restbetrag hatte---- Bt'annte als Darlehen gegeben. ^halten? . Äh bm { gÄoesen- tW t*' : MV” * ■ittet. Lchen, mW gebrochen F ich um & Vorher $ lenüber i^rj I w pJS»*1 1*^ mnte, r „-«sk < JA* te 'A> MU KM O.A.-’SpoTt Heute Meldeschluß für den Sportappell. NSG. Der Aufruf zur Teilnahme am Sportappell der Betriebe ist im Gau Hessen-Nassau nicht ungehört verhallt. Schon heute steht fest, daß die Zahl der teilnehmenden Betriebe und ihrer Gefolgschaften w e - sentlich gestiegen ist. Immer mehr Betriebe erkennen die große Bedeutung des Sportappells der Betriebe für unser Bolk, für jeden Betrieb und für jeden einzelnen Volksgenossen. Nach Ablauf der Anmeldefrist am 15. Juni werden wir im Rhein-Main- Gebiet eine große Steigerung der Teilnehmerzahl feststellen können. Städte-Wettkampf der Schützen mit Wehrmanngewehr. Am Sonntag beteiligten sich die Gießener Schützen an einem Städte-Fernwettkampf mit Wehrmanngewehr. Es wurde geschossen auf die zwanziger Ringbrustscheiben, Entfernung 175 Meter. Jeder Schütze hatte 30 Schuß abzugeben und zwar: je 10 Schuß liegend freihändig, kniend oder sitzend und stehend freihändig. Die Mannschaft bestand aus 10 Schützen und wurde gemeinschaftlich gestellt vom Schützenoerein, der Schützengesellschaft und dem Poftsportverein. Trotz des am Sonntag vormittag herrschenden böigen Wetters und der Behinderung des Schießens durch starken Seitenwind wurden gute Resultate erzielt, wenn auch einzelne Schützen durch die ungünstige Witterung unter ihren gewohnten Leistungen blieben. Die einzehnen Schützen erreichten folgende Ringzahlen: Georg Schilling, Schützenverein, 452 R., Willy Schilling, Schützenverein, 445 R., Otto Scheller, Poftsportverein, 441 R., Wilhelm Scheid, Schützenverein, 438 R.; Wilhelm Appel, Schützenoerein, 438 R.; Wilhelm Schwinn, Schützenverein, 422 R.: Walter König, Schützengesellschaft, 402 R.; Karl Heitz, Schützengesellschaft, 394 R.; Willy Georg, Schützenverein, 392 R.; Helmut Scheller, Poftsportverein, 389 R. Die Gesamtringzahl betrug 4213 Ringe. Es entspricht dies einem Ringdurchschnitt pro Schuß von 14,04. Das Ergebnis ist als sehr gut anzuiprechen. Der innerhalb der deutschen Städte erreichte Platz ist erst in einigen Tagen zu erwarten. Die Leitung des Schießens hatte Schieß- wart Otto Schönau vom Schützenverein. Großer Straßenpreis von Gießen. Am 25. Juni. Am Sonntag, 25. Juni, wird von der Gießener Radfahrer-Bereinigung die zweite diesjährige größere Veranstaltung durchgeführt. Vormittags 7 Uhr wird das reichsoffene Straßenrennen „Großer Straßenpreis von Gießen" gestartet. Die Strecke führt in diesem Jahre von der Volkshalle über Steinbach — Lieh — Niederbessingen—Oberbessingen—Münster — Grünberg — Lindenstruth — Reiskirchen zurück nach Gießen. Diese 50 Kilometer lange Rundstrecke muß von der A= und 6-Klasse viermal = 200 Kilometer, von der E-Klasse zweimal = 100 Kilometer, durchfahren werden. Das schon seit Jahren von den Gießener Radsportlern durchgeführte Rennen wird auch in diesem Jahre wieder eine große Zahl bester deutscher Amateurstraßenfahrer aus allen Gauen des Reiches nach Gießen führen. Da an diesem Sonntag nur wenig Straßenrennen im Reich stattfinden, darf mit einer guten Besetzung des Rennens gerechnet werden. Deutsche Kunsiflug-Meisterschast in Frankfurt a. M. Die Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsflug wird am 28. und 30. Juli auf dem Flughafen Rhein- Main entschieden. Die Zahl der Bewerber ist wieder auf 20 beschränkt. Am 28. Juli findet auf dem Flughafen Frankfurt-Rebstock ein Ausscheidungskampf statt. Die hier ermittelten sechs besten Flieger führen ihr Kürprogramm am 30. Juli durch und kämpfen zugleich um den Meistertitel, den Oberfeldwebel Falderbaum zu verteidigen hat. Schild wurde Spurt-Sieger. Massenankunft bei der 12. Etappe bet Deutschland-Rundfahrt. Die Kämpfer der internationalen Großdeutschland- Radrundfahrt müssen die Launen des Wetters in allen Schattierungen über sich ergehen lassen. Nach einer quälenden Hitze folgte in den letzten Tagen heftiger Regen, und auf der 12. Etappe, die am Mittwoch von Augsburg, am Bodensee entlang nach dem Tagesziel Singen über 250,2 Kilometer führte, trat die Kälte als das beherrschende Wetterelement in Erscheinung. Als die 45 Fahrer am Morgen in Augsburg antraten, war es bitterkalt wie an einem klirrenden Novembertag. Immerhin begrüßte man es, daß auf dieser Etappe wenigstens der Regen ausblieb und jo die Gefahr schlimmer Erkältungen nicht noch mehr gesteigert wurde. Nach einem überaus scharfen Rennen über durchweg gute Straßen gab es in Singen eine Massenankunft von 42 Fahrern, so daß sich in der Einzel- und Mannschaftswertung keine Veränderungen ergaben. Der Chemnitzer Schild spielte auf der schnurgeraden, von Zuschauern dicht umsäumten Spurtstraße in Singen feine Sprintfähigkeiten aus. Schon bei 1000 Meter hatte der starke Chemnitzer seinen gefürchteten „großen Zahn" aufgelegt, und als er dann die Beine herumwirbelte, gab es für das Feld nichts mehr zu gewinnen. Der ehemalige Schweizer Fliegermeister W ä g e l i n belegte vor Wendel und Wengler den zweiten Platz. Hessische Turner-Meisterschasten. Am 1. und 2. Juli werden in Hildesheim die Deutschen Meisterschaften im gemischten Zwölfkampf der Männer und im Zehnkampf der Frauen ausgetragen, zu denen noch Reichswettkämpfe hinzukommen für Turner und Turnerinnen, die ebenfalls Beachtliches zu leisten vermögen, sowie für unsere Altersturner. An den Meisterschaftskämpfen wird nur eine beschränkte Zahl von Teilnehmern zugelassen, aus dem Gau Hessen werden es die zwei oder drei ersten Sieger des in Marburg statt- gefunbenen Ausscheidungsturnens fein. Zu den Reichswettkämpfen in Hildesheim (Zehnkampf für Männer, Achtkampf für Frauen, Sechs- kampj für Aeltere in den Klaffen A, B und C) ist die Teilnehmerzahl nicht begrenzt. Man rechnet mit einer Gesamtzahl von 5000 Wettkämpfern. Aus dem Gau Hessen liegen für die Reichsmettkampfe bis jetzt etwa 60 Meldungen vor, auch solche aus Gießen und Wieseck. flennen „flunh um Schotten 1939." NSG. Nun naht mit Riesenschritten wieder die Zeit, da seit rund 15 Jahren immer wieder hunderttausende begeisterte Motorsportanhänger aus allen Himmelsrichtungen in den hochsommerlichen wunderschönen Vogelsberg ziehen, um eine der ältesten deut- jchen Motorsportveranstaltungen, das Rennen „R u n d u m S ch o t t e n" zu besuchen. Dielen ist es schon zur Gewohnheit geworden, einen Sonntag im Juli vorzusehen, um zu „ihrem" Rennen zu pilgern. Das sind durchaus nicht immer nur die Motorradfahrer oder Wagenbesitzer! Nein, wer sie gesehen hat, die Radfahrer aus Mainz und Kassel, die die Nacht „durchstrampelten", um die besten Plätze zu ergattern, oder die Marschierer, die von weither in Gruppen in der Morgenfrühe in der Kreisstadt Schotten etnfreffen, Manner und Frauen jebcfi Alters und jeden Berufes, der muß sich wohl feine Gedanken darüber machen, was solcher Begeisterung und solchem Interesse für den Rennsport zugrunde liegt. Zum 15. Male wird dieses Jahr „Rund um Schot« ten" durchgeführt. Wiederum werden neben der Spitzenklasse der Motorradfahrer auch die hochinteressanten Kämpfe der Vachwuchsfahrer zu sehen sein. Vor allem aber dürften wieder die im vergangenen Jahr erstmalig gestarteten Sportwagen- Rennen, die in diesem Jahre als 3. und Endmeisterschaftslauf ausgefahren werden, ein besonderes Interesse finden. Alle Vorzeichen deuten also darauf, daß „Rund um Schotten 1939" alle seine Vorgänger an Umfang unb Bedeutung übertreffen wird. Mellors Sieger derLeichtgewichts-TT Der Engländer Mellors holte sich auf der 3nlt< Man den Sieg in der „Leichtgewichts-TT" über 43j Kilometer in 3:33,26 (119,94 Kilometer) vor dem deutschen Europameister Kluge (Auto Union/DKK), der sich bei Nebel und Regen der besseren Straßer,, kenntnis des Engländers, der im übrigen eine Italic, nische Benelli fuhr, beugen mußte. Siegfried Wünsche belegte auf DKW. den fünften Platz. Gebiets-Aeugliedemiig des deutschen Sports. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat zur Durchführung des Erlasses der Reichsorganisationsleitung der NSDAP, folgendes angeordnet: Die Zusammenfassung mehrerer Gaue der NSDAP, zu einem Sportbc.-eich erfolgt nur in den Fällen, wo es die Erfordernisse des praktischen Sportbetriebes verlangen. Folgende Gaue werden zu Sportbereichen zusammengefaßt: Gaue Danzig und Ostpreußen zum Sportbereich „Ostpreußen" (Ordnungszahl 1). Gau Berlin, Gau Mark Brandenburg zum Sportbereich „Berlin-Mark Brandenburg" (Ordnungszahl 3). Gau Magdeburg-Anhalt, Gau Halle-Merseburg, Gau Thüringen zum Sportbereich „Mitt e" (6). Gau Hamburg, Gau Mecklenburg, Gau Schleswig-Holstein zum Sportbereich „N o r d m a r k" (7). Gau Osthannover, Gau Südhannover-Braunschweig, Gau Weser-Ems zum Sportbereich „Niedersachsen" (8). Gau Westfalen Nord, Gau Westfalen Süd zum Sportbereich „W e st f a l e n" (9). Gau Düsseldorf, Gau Essen zum Sportbereich „N iederrhein" (10). Gau Koblenz-Trier, Gau Köln-Aachen zum Sportbereich „M ittelrhein" (11). Gau Bayerische Ostmark, Gan Franken, Gau Mainfranken, Gau München-Oberbayern, Gau Schwaben zum Sportbereich „Bayern" (16). Gau Kärnten, Gau Niederdonau, Gau Oberdonau, Gau Salzburg, Gau Steiermark, Gau Tirol-Vorarlberg, Gau Wien zum Sportbereich „O st m a r k" (17). Die Gaue Pommern, Schlesien, Sachsen, Baden, Württemberg-Hohenzollern und Sudetenland der NSDAP, sind als Sportgoue unmittelbar der Reichsführung unterstellt und in jeder Bezieh^ den Sportbereichen gleichgestellt. Sie erhalten fol, genbe Ordnungszahlen: Gau Pommern 2, (9au Schlesien 4, Gau Sachsen 5, Gau Baden 14, Qmj Württemberg-Hohenzollern 15, Gau Sudetenland 1» Für die Gaue Hessen-Rassau. Kurhefsq und Saarpfalz der NSDAP, erfolgt cint Sonderregelung. Die derzeitige sportlich, Gliederung dieses Gebietes bleibt bis zur Entscheid düng, mindestens aber bis 1. 4.1940 bestehen. Das Gebiet heißt Sportbereich Südwest (Orb- nungszahl 13). Oie Führung der neuen Sporfbereiche, Die Sportbereichsführer sind stets zu. gleich auch die Sportgauführer der Gaue, in bencit sie ihren Wohnsitz 'haben. Die Sportgauführcr der Gaue Pommern, Schlesien, Sachsen, Baden, Württemberg-Hohenzollern und Sudetenland haben die gleichen Befugnisse wie die Sportbercichsführct. Sie erhalten, da ihre Gaue der Reichsführung un. mittelbar unterstehen, aus Gründen der Einheit, lichkeit ebenfalls die Dienstbezeichnung „Sport- I bereichsführer". - Die Vollmachten und der Wirkungsbereich bet I Sportbereichsführer entsprechen denen der bis- | herigen Gauführer des NSRL. Da für die Amtsführung der Gauführer die Zustimmung der ent« sprechenden Gauleiter bereits früher erwirkt ist. erfolgt hiermit die formelle Umbenennung der bisherigen Gauführer in Sportbereichsführer des NSRL. — Die Sportbereichsführer machen für die Berufung der Sportgauführer Vorschläge bis zum 1. Juli 1939. Die Berufung der Sport-Bezirls- und Sportkreisführer soll bis zum 1. August erfolgt I sein. Bekanntmachung. Am Donnerstag, dem 15. Juni, und Freitag, dem 16. Juni 1939, werden die Grohalarmgeräte (Cuff- schuhsirenen) überprüft. Das Ertönen der Alarmsirenen hat an diesen beiden Tagen keinerlei Bedeutung-für die Bevölkerung. 42990 Gießen, den 14. Juni 1939. _________________Der Polizeidirektor._________________ MMMMMmM BetmüDlec-Büfflec | Verkäufe | Opel (Olympia) 2türig, weg. Anschaffung eines neuen z. verkauf. Steinbach Crnst-Ludwig- Stratze 25. [0298G Weine Aepfelwein.......................Ltrfl.o.Gl. 40 37er Edenkobener Pfalz............ „ „„1.20 38er Nitteler Kleinberg Mosel...... „ „ „1.40 37er Oppenheim.Goldberg Rheinh. 7^1.0.01. 1.30 36er WintricherGeierskopf Mosel „ „ „ 1.45 Obstschaumwein.....................7, Fl. 1.30 Deutscher Sekt...................... „ 2.35 „Bernkasteler Cabinett“ trocken u. halbtrocken Mineralwasser zu Tagespreisen Besonders zu empfehlen! ö'iS: 36er Oppenh. Krötenbrunnen Rheinhess. 1.15 36er Croner Riesling Mosel............. 1.15 37er Liebfraumilch natur Rheinhessen.....1.20 Zur Erfrischung: Apfel saft naturrein, alkoholfrei.....Ltrfl.o.Gl. 75, 7iFl.o.Gl. 60 Traubensaft naturrein, alkoholfrei.. LtrfI o.Gl. 1 60, V,Fl.o.Gl. 1.30 Himbeer-Sirup garantiert rein.............500 g 75 7t Flasche, 900 g Inhalt 1.65, 73 Flasche, 430 g Inhalt 90 Schraubflasche.........................250 g Inhalt 75 Erdbeer-Sirup..........7,Flasche, 450 g Inhalt 95 S & F-Tee erfrischend und anregend, 50 g 80, 65, 55 ___'___________4296 A SCHADE&FÜLIGRABE Geschäftsverlegung! Ab 15. Juni 1939 verlege ich mein Geschäft nebst Wohnung nach Mitenftraße 30 Wilhelm Röhrig Inhaber Hermann Röhrig Dachdeckermeister seither Mühlstraße 29 / Telephon Nr. 3495 4295V LICHTSPIELHAUS Heute Donnerstag Premiere Georg Alexander, Ernst Waldow , Charlott Daudert, Christian Gollong Spielleitung: Hans Deppe S(HWI[GER-f Ein Ufa-Film mit 4289A IDA WÜST WU y Unbeschwert und über die Wirklichkeit . des Alltags sich fröhlich hinwegsetzend, will dieser übermütige Film-Schwank nichts als Frohsinn u. Heiterkeit schenken Tobis-Wochenschau / Ufa-Kulturfilm i j Täglich 4,6,8.30, Sonntag 3,5.30,8.30 Uhr Gebrauchter Schreiner- (Trocken- und Furnier-) Ofen 200X90 cm groß, weil Dampfbei- zungsanl., billig abzugeben. 4309D Metzger LSmieltzl, Möbelwerkslätten Münzenberg i.H. WM 200 ccm,9)^00.37 in tadellos. Zustand, zu verkauf. Anzuseh. Freitag abend ab 7 Uhr. Schloßgasse 14. Verkaufe gebr.Schlachtgeschirr 2 Bellen, Kommode kleine Dezimalwaage Tisch, Nachllisch Kiichenschrank 02K9 Launsbachimro Gebrauchter Kindmagen blau, zu verkauf. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d.Gieß.Anz.st'g^ [Verschiedenes I Wleinsleh. Witwe 55 Zähre, sucht zwecks Heirat charaktervollen alleinsteb. Herrn zwischen 55 bis 60 Jahren kennen- mlernen. Schr. 'Angeb. mit Bild u. Ö2973 an dyn Gießen. Anzeig, erbeten. Bekanntmachung. Betr.: Versteigerung von Nachlässen. Am IHonfag, dem 19., und Dienstag, dem 20. Juni 1939, jedesmal ab 13 Uhr, werden im Hofe des Lagers Rodheimer Straße 30 (Ecke Schützenftraße) eine große Anzahl gut erhaltener, aus Nachlässen herrührender Gegenstände wie: 4298D INäbel, Küchengeräte, Porzellan, Gläser, Spiegel, Bilder, Sofas, Stühle usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert Gießen, den 12. Juni 1939. Der Oberbürgermeister. (Sozialamt.) iGLORlA Ein fufo-film der I) J6. Heute Donnerstag Erstaufführung! Ein Film von der Afrika-Expedition der Kilo Hellmut Busset 'PO LOST Giessen* 1 Dieser Film von deutscher Kolonisation belegt Deutschlands Forderung auf Kolonien] Beiprogramm: „Schicksalswende“ (Sudetenland) Ufa -Ton -Woche 4288 a Täglich 4.00, 6.00 und 8,30 Uhr bis Sonntag, den 18. Juni einschließlich.