itr.U2 (Erftes Bktff 189. Jahrgang Montag, 15. mal 1959 Erscheint tüglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreir: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte . 1.80 Zustellgebühr . . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen • Postscheckkonto: Kranksurl am Main 11688 Mtzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Sietzen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchuiftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8V,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Grmäfotgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Westwall. Als der Führer auf dem Nürnberger Parteitag 1938 die Mitteilung machte, er hätte nach der Maikrise den Auftrag gegeben, die Westgrenzen durch einen Bau von Panzerwerken hermetisch gegen jeden Einbruch abzuschließen, war das zunächst eine internationale Ueberraschung. Daß an der deutschen Westgrenze einiges vor sich ging, war zwar bekannt, allein was Arbeitsdienst, Spezialtruppen und die Wehrmacht selbst nach einem einheitlichen Plan schufen, das war eben das Geheimnis des — W e st- walls. Sollte er ein Gegenstück zur M a g i n o t - linie sein, von der die Franzosen seinerzeit so viel Aufhebens machten, über die sie im In- und Ausland Berichte veröffentlichen ließen, um so bar» zutun, wie stark sich Frankreich an seiner Ostgrenze gewappnet hätte? Nun, die Maginotlinie ist heute schon ein Befestigungswerk von gestern, was niemand besser weiß als die Franzosen selbst. Was aber an der deutschen Westgrenze entstanden ist, das ist keine chinesische Mauer, das ist kein Schützengrabensystem aus dem Großen Kriege, keine Siegfried- und chindenburglinie, es hat auch in der Anlage nichts mit der Maginotlinie zu tun, es ist vielmehr, wie sein Name sagt, ein Wall, der den Zusatz verdient, unüberwindlich zu sein. Alles, was die Festungsbautechnik bisher ausprobiert und ermittelt hat, alles, was Strategie und Takttk über bewegliche und feste Verteidigungsanlagen zu lehren pflegen, alles, was im Großen Kriege, was in Spanien und anderswo an Erfahrung gesammelt 'worden ist, ist hier vereinigt. Aber das alles ist nur das tote Gestein, Stahl und Beton, während es sich hier in Wirklichkeit um eine gewaltige Organisation handelt, die von einem großen Festungsbauer, mit einem Stabe von Ingenieuren und Technikern, von ■ Wehrfachleuten aller Art, geschaffen worden ist. Der Führer wies schon in Nürnberg darauf hin, daß der Westwall bis zu 50 Kilometer tief sei, daß er also nicht ein großes Mauerwerk schlechthin ist, sondern ein Befesttgungswerk, das unter Anpassung an das Gelände sich von der Schweizer Grenze bis nach Holland hinauf zieht. Was ist Sinn und Zweck des Westwalls? Zunächst einmal die deutsche Westgrenze so abzuriegeln, daß wirklich kein Mann und kein Maschmen- gewehr durchkommen kann. Der Führer hat in Nürnberg auch erklärt, daß es zwischen Deutschland und Frankreich machtpolitische Gegensätze und territoriale Grenzstreitfragen nicht mehr'gibt, so daß an und für sich, soweit es auf Deutschland ankommt, dem nichts entgegenstünde, daß die deutsche Westgrenze offen wäre und offen bliebe. Aber die Wege der französischen Politik sind nicht immer klar und durchsichtig, zumal Frankreich es als ein Erbübel mit sich herumschleppt, nach seiner Ostgrenze zu starren. Von den Zeiten Richelieus bis heute ist es so etwas wie ein Grundsatz der französischen Politik, sich nach den; Rhein in Marsch zu setzen. Dem hat der Führer durch den Westwall ein für allemal vor- gebeugt, denn was dieser Wall schon in seinen Anfängen war, das haben wir alle in der Septemberkrise erlebt, als die militärischen Sachverständigen Frankreichs und Englands sich dahin entschieden, daß der deutsche Westwall sich überhaupt nicht oder aber nur ergebnislos unter allerschwersten Opfern durchbrechen lasse. Das war im Herbst 1938, also vor neun Monaten, während heute, nachdem deutsche Arbeit und deutsche Technik, deutsche Organi- jation und deutsches Genie neun Monate lang ununterbrochen Tag und Nacht weiter tätig gewesen sind, der Westwall als völlig unüberwindlich bezeichnet werden muß. Es ist einfach nicht durchzukommen. Hinter diesem Westwall steht, wenn es sein muß, ein Volk in Waffen. Dor sich hat es diese Kette gewaltiger Befestigungswerke, die auf alle Waffen und auf alle Angriffsmöglichkeiten eingestellt find, ob sie nun auf der Erde dahergetragen werden ober aus der Luft herniederzustoßen suchen. Dieser Westwall ist im Frieden mit bestem Material erbaut worden, also kein behelfsmäßiges Werk, das nur eine bestimmte taktische Aufgabe zu lösen hat. Der Westwall ist vielmehr eine Einrichtung, die absoluten und sicheren Schutz gegen jeden Einbruch und gegen jede Ueberraschung, wie immer sie an- gesetzt wird, bietet. Es ist etwas unbedingtes in tiefer ganzen Anlage, nicht nur in der Massigkeit der Anlagen, sondern vor allem auch in der Fem- gliedrigkeit, mit der Werk auf Werk ineinander- greift. Dieser Westwall ist, wenn es fein muß, sehr lebendig, denn er kann Funken und Feuersäulen sprühen, er kann die Erde in Bewegung setzen, er , wird auch für jeden, der einen Einbruch versucht, eine furchtbare Ueberraschung sein. Weil wir dessen so sicher sind, weil wir wissen, daß deutsche Organisation und deutsches Genie Höchstes in diesem Westwall geleistet haben, desha b sind wir als Volk so ruhig und sicher, deshalb fühlen wir uns so geborgen, als ob uns Krieg und Kriegsgeschrei hinter den Panzerwerken des Westwalls nichts mehr angingen. Es können auf der anderen Seite Massenheere anrollen, Tanks und Geschütze, es können auch neue Mittel eingesetzt werden die für den Spezialfall erdacht sind- aber all das und vieles andere dazu ist von den Militärs unb Ingenieuren berücksichtigt und bedacht worden. Eine Armee, die versuchen wollte, durchzustotzen, würde nicht einmal klägliche Reste herüberbrmgen können. Die Festungsbaukunst ist in diesem Westwall ■. aber sich hinausgewachsen, sie hat damit eine Sperrkette geschaffen, die von der Erde an so hoch eicht, wie sie, um undurchdringlich zu fern, reichen muß. u- Ser Führer besichtigt -en Westwall. Aachen, 14. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber traf am 14. Mai früh in der Nähe von Aachen ein, um die dortigen bereits fertiggestellten ober vor dem Abschluß stehenden Befestigungsarbeiten eingehend zu besichtigen. In der Begleitung des Führers befinden sich u. a. der Reichsführer hh Himmler, die Reichsleiter Dr. Dietrich, Bormann und die Adjutanten des Führers. Bei seiner Ankunft wurde der Führer vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General der Infanterie v. Witzleben, und dem Inspekteur der Festungen, Generalleutnant Jacob, begrüßt. Nach der Meldung begab sich der Führer im Kraftwagen in das Gelände. Der erste Tag der Besichtigungsreise gatt dem Raume von Aachen, dem Gebiet, das bei dem ersten Aufbau des deutschen Westwalles^noch außerhalb des Schutzes des größten Betonriegels der Welt geblieben war und das nun auf Befehl des Führers in den letzten Monaten gleichfalls durch eine unüberwindliche Mauer aus Stahl und Beton vor jedem feindlichen Zugriff geschützt worden ist. Bald tauchen die e r ft e n Bunker auf, die ersten Höckerlinien, die jedem feindlichen Tank ein unüberwindliches Halt gebieten. Obwohl es Sonntag ist, wird eifrig in den Bunkerstellungen und Verteidigungslinien gearbeitet. Immer dichter, immer unangreifbarer und undurchdringlicher wird dieser westlichste Wall aus schwerstem Stahl und Beton. Die Arbeiter, die hier für Großdeutschlands Sicherheit schaffen, sind von der Ankunft des Führers völlig überrascht. Jubelnd tönen die Heilrufe dem Führer entgegen — ein von Herzen kommendes freudiges Willkommen. Rohrmatten schützen die. einzelnen Baustellen vor unberufenen Blicken. Hinter diesen Matten schauen schwerste Panzertürme aus dem Boden, Betonbunker bisher nicht gekannter Stärke verbergen sich in der Landschaft, sind schon jetzt fast ganz mit ihr verwachsen. Auf einer kleinen Höhe erhebt sich beherrschend eingroßerDoppelbunker — d. h. „erhebt" ist eigentlich nicht richtig, denn wenn dieses Ungetüm aus viel Meter dickem, stahlarmierten Beton fertig fein wird, bann wird, es überhaupt nicht mehr wahrnehmbar fein. Nur einige kleine Bodenfurchen in der Hügellehne könnten einem Kundigen verraten, daß hier ein schweres Fort steckt mit fließendem Wasser und elektrischem Strom, gassicheren Schlaf- und Aufenthaltsräumen für eine zahlreiche Besatzung, großen Munitionskammern, Geschützen, MG.-Ständen, Beobachtungsstellen, auch bei schwerem Beschuß ein sicherer Aufenthalt für die Besatzung der deutschen Äbwehrtruppen. Gewaltig ist der Eindruck allein dieses einen einzigen Bauwerkes — und es gibt deren Hunderte allein auf dem kleinen Aachener Raum. Ein jeder, der diesen Großbunker durchschritt und dann langsam wieder nach oben stieg, spürte es bereits in diesem Augenblick: Hier, durch diesen deutschen Westwall, kommt kein Angreifer durch. Wetter geht die Fahrt. Wieder treffen wir überall Sonntagsspaziergänger, zahlreiche Reiter. Freudiger Jubel grüßt überall den Führer. In all den Dörfern und Weilern, die wir passieren, ist die Bevölkerung auf der Straße, um dem Führer zu huldigen. Rasch wurden die Fahnen gehißt unb blühende Fliederbüsche geschnitten, um den Führer zu grüßen. Immer wieder läßt der Führer halten, immer wieder besichtigt er die eben fertig gewordenen Stellungen, prüft die Schußlinien der schweren Bunker, überzeugt sich von der inneren Einrichtung der einzelnen Befestigungsanlagen, beobachtet den Wert mancher Neuerung, die hier Verwendung gefunden hat. Er gibt Anregungen, was noch geschehen kann, spricht eingehend alle Fragen mit dem Kommandierenden General der deutschen Grenztruppen durch. Manchmal greift die Besichtigungsfahrt auf die zweite Linie — den ursprünglichen Westwall — zurück. Hier muß die Stellung bereits jetzt geradezu gesucht werben, so sehr ist sie seit dem Vorjahr ins Gelände hineingewachsen. Ost ist die Lage der Bunker überhaupt nur dadurch auszumachen, daß auf den einzelnen Anlagen als sichtbares Zeichen ihres Vorhandenseins — ein Mann steht. Auf Steinwurfweite nur find sie voneinander entfernt. Kilometer um Kilometer. Häufig liegen hinter der ersten Bunkerlinie noch weitere, ebenso versteckt unb ebenso eng gegliedert. Sorgsam prüft der Führer in allen Einzelheiten den neuen zweiten Wall aus schwerstem Beton, um sich zu überzeugen, daß auch nichts versäumt wurde, nicht nur dem Lande ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben, sondern auch den Truppen, die in diesen Festungslinien für den Schutz des Reiches wachen. Ser Führer in der Eifel. Hillesheim (Eifel), 15. Mai. (DJIB. Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber fehle am Montag feine Besichtigungsfahrt im Gebiet des deutschen Westwalls fort. Sie Reichs- und Gauleiter besichtigen die Westbefestigungen. Berlin, 14. Mai. (DNB.) Der Oberbesehls- Haber des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch, hat die Reichs- und Gauleiter Großdeutsch- lands zu einer Besichtigungsreise in bie We st befestig ungen eingeladen. Die Gäste des Oberbefehlshabers des Heeres werden Montag in Saarbrücken eintreffen, wo sie nachmittags durch Generaloberst v. Brauchttsch begrüßt werden. Es gibt keine Frage, die einen Krieg rechtfertigen würde, aber Knoten, die gelöst werden müssen. Mussolini bekräftigt in Turin die unlösbare Gemeinschaft der beiden Achsenmächte. R. G. Turin, 14. Mai. Dem italienischen Regierungschef Mussolini wurde am Sonntagvormittag von der Bevölkerung von Turin ein begeisterter Empfang bereitet. Trotz der starken Regenschauer wartete die Menge stundenlang, um den Duce zu begrüßen. Die Stadt Turin hatte sich feit Wochen für diesen Besuch vorbereitet und den schönsten Flaggenschmuck angelegt. Mussolini wurde am Bahnhof vom Grafen von Turin begrüßt und fuhr bann über die umgebaute Dia Roma auf den historischen San-Carlo-Platz, wo 20 000 Kinder der faschistischen Jugendorganisation vaterländische Lieder sangen, lieber 100 000 Personen belagerten die Piazza Vittorio Veneto am Po-Ufer, wo Mussolini von einem in der Form eines großen M errichteten Podiums sprach. Mussolini begann mit der Frage: „Kameraden des werktätigen und treuen Turins, erinnert ihr euch der letzten Worte meiner Rede, die ich vor sieben Jahren hier gehalten habe und die mit den Worten schloß »Marschieren, aufbauen und wenn nölig kämpfen und f i e g e n4 ? Ich frage euch, ist das italienische Volk dieser Losung treu geblieben und bereit, ihr treu zu bleiben?" Die Menge antwortete mit einem gewaltigen Ja. Mussolini fuhr fort: ,Ln der Tat ist das italienische Volk marschiert, hat aufgebaut, gekämpft unb gesiegt. Gekämpft und gesiegt i n Afrika gegen einen Feind, den erfahrene europäische Militärsachverständige als unbesieglich garantierten. Habt ihr verstauben?", sagte Mussolini ironisch, „garantierten. Man kennt den sicheren Erfolg gewisser Garantien. Gekämpft und gesiegt gegen die Sanktionenkoalition, inszeniert von jenem Völkerbund, der nunmehr ohne Bedauern in jenem großen Marmormausoleum begraben liegt, bas am Ufer bes Genfer Sees errichtet wurde. Gekämpft und gesiegt in Spanien an der Seite der heldenmütigen Truppen des Generals Franco gegen eine demokratisch-bolschewistische Koalition, die buchstäblich zerschmettert aus dem Kamps hervor- aegangen ist. Die Zusammenfassung dieser sieben Jahre'lautet: Die Eroberung des Weltreiches, die Vereinigung des albanischen Königreiches mit dem italienischen Königreich, ein Zuwachs unserer Macht auf allen Gebieten. Während ich zu euch spreche, fragen sich Millionen von Menschen, vielleicht Hunderte von Millionen aus der ganzen Welt im Auf und Ab des täglichen Optimismus und Pessimismus: Gehen wir dem Krieg oder dem Frieden entgegen? Eine ernste Frage für alle und besonders für jene, die im gegenwärtigen Augenblick die Verantwortung des Entschlusses übernehmen müssen. Ich antworte seht auf diese Frage, indem ich erkläre, daß auf Grund fachlicher und kaltblütiger Prüfung der Lage es in Europa keine Frage von solchem Umfang oder solcher Schärfe gibt, die den Krieg rechtfertigen würde, der vom europäischen Krieg durch logische Entwicklung der Ereignisse zum Weltkrieg werden würde. Es gibt Verwicklungen in der europäischen Politik. Aber um diese Knoten zu lösen, ist es wohl nicht notwendig, zum Schwert zu greifen. Immerhin m ü s- f e n diese Verwicklungen schließlich einmal g e l S st werden, weil man manchmal einer lan- genllnsicherheit eine harte Wirklichkeit vorzieht. Dies ist nicht nur die Ansicht Italiens, sondern auchdieAnsichl Deutschlands und daher der Achse, jener Achse, die nach so vielen Jahren einer Parallelaktion der beiden Regime und Revolutionen durch den Pakt von Mailand und das Militärbündnis eine unzertrennbare Gemeinschaft der beiden Staaten und der beiden Völker wird. Jene, die jeden Morgen mit dem Fernrohr nach einer möglichen Brüchigkeit oder gar einem Bruch der Achse Ausschau hielten, werden jetzt beschämt und ge- demütigt sein. Niemand gebe sich lächerlichen und übertriebenen Illusionen hin. Weil mein Wille unbeugsam wie einst ist, werden wir marschieren, um Europa den Frieden der Gerechtigkeit zu geben, der dem tiefen Wunsch aller Völker entspricht. Die Polemiker der großen Demokratien werben eingelaben, ein möglichst gerechtes Urteil über diesen unseren Standpunkt zu fällen. Wir wünschen den Frieden nicht, weil unsere innerpolitische Lage katastrophal ist, wie behauptet wirb; denn länger als 17 Jahre erwarten unsere Feinde vergeblich den berühmten Zusammenbruch, unb sie werden noch lange warten müssen. Es geschieht auch nicht aus physischer Angst vor dem Krieg, ein Gefühl, das uns vollkommen fremd ist. Gerade aus diesem Grunde wirb in einigen Abhandlungen französischer Biertischstrategen von einem leichten Spaziergang in die Po-Ebene gesprochen. (Die Menge unterbrach hier die Rede durch ein minutenlanges Pfeifkonzert, stürmisches Johlen unb das Absingen eines Trutzliedes.) Die Zeiten Fran,; I. und Karls III. sind vorüber. Solche Kriege sind nicht mehr denkbar. Selbst als hinter den Alpen noch nicht ein einiges Volk von 45 Millionen stand, hatten die feindlichen Eindringlinge in Italien nicht lange Glück. In der ruhmreichen piemontesischen Geschichte gibt es viele denkwürdige Beispiele, die zeigen, daß es nicht ratsam ist, als mutwilliger Eindringling durch die italienischen Gefilde zu ziehen. Man muß sich fragen, ob dem aufrichtigen Friedenswunsch der autoritären Staaten ein ebenso aufrichtiger Friedenswunsch der großen Demokratien gegenübersteht." Die Menge ruft einstimmig: „Nein!" Mussolini fuhr fort: „Ihr habt schon geantwortet. Ich beschränke mich darauf zu sagen, daß es bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge bezweifelt werden kann. In der letzten Zeit ist die Weltkarte von drei Kontinenten abgeändert worben. Aber man muß bemerken, daß weder Italien, noch Deutschland und Japan nur einen Quadratmeter ober einen einzigen Bewohner der Souveränität der großen Demokratien entzogen haben. Wie erklärt sich dann diese Raserei? Ob sie uns glauben machen wollen, daß es sich um moralische Bedenken handelt? Vielleicht wissen wir nicht, mit welchen Methoden ihre Imperien entstanden sind, und mit welchen Methoden sie erhalten werden! Es handelt sich nicht um Gebiete, sondern um andere Fragen. In Versailles war ein System errichtet worden, das System der Deutschland und Italien auf die Brust gerichteten Pistole. Dieses System ist unrettbar zusammengebrochen. Daher suchte man es, durch mehr oder weniger gewünschte und mehr oder weniger erteilte Garantien zu ersetzen. Daß die großen Demokratien der Sache des Friedens nicht vollkommen ergeben, sind, beweist unbestreitbar die Tatsache, daß sie bereits einen Krieg begonnen haben, den man den „weißen Krieg" nennen könnte, nämlich den Krieg auf wirtschaftlichem Gebiet. Sie täuschen sich, uns schwächen zu könüen. Nicht nur mit dem Golde gewinnt man den Krieg, sondern auch mit Willen Und Mut. Ein gewaltiger Block von 15 0 Millionen von der Nordsee bis zum Indischen Ozean, in rascher Vermehrung begriffen, wird nicht untätig zusehen. Jeder Angriff wird zwecklos sein. Jeder Angriff wird mit größter Entschlossenheit zurückgewiesen. (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Das mußte ich euch sagen, meine Kameraden, weil es im Stil des Faschismus liegt, keine übertriebenen Hoffnungen oder trügerischen Illusionen zu lehren. Ein starkes Volk wie das italienische liebt die Wahrheit und die Wirklichkeit. Daher wird es euch auch klar sein, warum wir uns immer mächtiger bewaffnen: Um im Stande zu sein, u n - seren Frieden z u wahren und in jedem Moment jeden Ueberfall abzuwehren, mit dem uns gedroht werden könnte. Kameraden, ich könnte verzichten, von inneren Fragen zu sprechen. Man kann diese in die Worte zusammenfassen: Volk und Regime bilden in Italien einen unzertrennbaren Block. Vom sozialen Gesichtspunkt aus werden wir den Forderungen der ersten Kampfzeit treu bleiben. Mit der Erziehung der neuen Generationen werden wir geistig und körperlich den neuen Italiener schaffen. Mit der Erschließung unserer überseeischen Besitzungen wollen wir den Lebensstand unserer Arbeiter verbessern. Aber das erfordert eine ft r e n g e Disziplin und eine unerhörte Anspannung unseres Willens. Das kann jedoch die Italiener des faschistischen Zeitalters nicht abschrecken." Mussolini schloß mit den Worten: „Kameraden, was immer auch kommen mag, erkläre ich euch mit absoluter Sicherheit, daß alle unsere Ziele erreicht werden." Die Rede des Duce wurde immer wieder von stürmischem Beifall und begeisterten Ovationen unterbrochen. Nach Schluß feiner Ansprache dauerten die Kundgebungen noch lange Zeit an, so daß Musso- üni gezwungen mar, sich immer wieder vor der Menge zu zeigen. Das Echo der Mussolini-Re-e □ München, 13. Mai. (DND.) In einer Feierstunde wurde der erste Bauteil des Hauses des deutschen Rechts durch den Präsidenten der Akademie für deutsches Recht, Reichsminister Reichsleiter Dr. Frank, seiner Bestimmung übergeben. Mit den Mitgliedern der Akademie und dem führenden juristischen Deutschland waren zahlreiche Ehrengäste der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der Hochschulen versammelt. Besonders stark war auch die Anteilnahme aus dem Auslande. Erschienen war der Präsident des italienischen Kassationsgerichtshofes, Exzellenz Messina, der Kabinettschef für Italienisch-Afrika Exz. M e r e g a z z i, der frühere bulgarische Justizminister Professor Dr. Dikow, der Staatssekretär im ungarischen Justizministerium Dr. Stolpa, ferner Professor Loon (Holland), Oberlandesgerichtsanwalt Professor Delmar (Kopenhagen), Rechtsanwalt Dr. Ledoux (Brüssel) und der Leiter des Japan-Instituts in Berlin, Professor A r a k i. Das deutsche Volksgesetzbuch. Reichsminister $ronf eröffnet das Haus des deutschen Hechts. England das Abkommen ebenso wie das mit Polen und Rumänien mit einer Anleihe verbinde, stehe man vor einem wahren Jahrmarkt der Staaten. Einst habe man Söldnerheere gekauft, heute ködere man Staaten mit Anleihen, um» räuchert mit Schlagworten wie „Garantie", „Friede", „Freiheit", „Widerstand gegen Angreifer" ufm. Damit wolle man die Völker täuschen, die schließlich mit ihrem Leben bezahlen müßten. Oie Neutralität der nordischen Staaten Kopenhagen, 15. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der dänische Außenminister Dr. Munch hielt in Odense eine Rede, in der er sagte: Wir rechnen da» mit, daß es im Falle eines neuen großen Krieges gelingen wird, Dänemark wie eine Gruppe anderer Länder von seinen Zerstörungen freizuhalten. Diese Hoffnung gründen wir auf die unparteiliche Politik, die Dänemark und die nordischen Staaten verfolgen. Die nordischen Staaten hätten ihren Willen zu einer solchen Politik der Unparteilichkeit erneut durch die Erklärungen der Stockholmer Ministerkonferenz bekräftigt. den im Osterabkommen vereinbarten Status quo im Mittelmeer. Der wahre Zweck des englisch-türkischen Paktes, so schreibt die „Stampa", bestehe darin, Enaland außer über Suez und Gibraltar nun auch dis Kontrolle der Meerengen zu verschaffen. Die Türkei könne jedoch, ohne die Neutralität zu verletzen, als Behüterin der Dardanellen gar nicht solche Verpflichtungen eingehen. Die „Gazzetta del Popolo" stellt die Frage, ob Natur Als erste Schöpfung, die in diesem Hause des deutschen Rechts in grundsätzlicher Zusammenfassung aller bisher auf diesem Gebiet von der Akademie geleisteten Arbeit erstehen soll, verkünde ich hiermit die auf rein nationalsozialistischer Grundlage vorzunehmende Neugestaltung des volksge- nössischen Rechtslebens in Deutschland. Dieser bisher unter dem Begriff des sog. bürgerlichen Rechts das Gemeinschaftsleben unseres m "es ueuqqjen necylsieoens I Volkes regelnde Gesetzgebungsbereich soll in diesem entsprechende Bauschöpfung und als eines der schön» I Hause eine Kodifizierung in der Gestalt eines Oiplomholzwirt, ein neuer Studienzweig Oie Reichsarbeitstagung des Zachamtes Wald und Holz der OAZ. Berlin, 13. Mm. (DNB.) Der Beschäftigungsgrad der deutschen Wirtschaft hat sich im Monat April 1939 noch gänz erheblich gesteigert. Ende des Monats wurden im Altreich 21 280 000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte (einschließlich Kranke) gezählt. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine Zunahme um 67 7 0 00. Der Grund liegt vor allem darin, daß im April die Außenarbeiten, die im März wegen der winterlichen Witterung noch nicht aufgenommen oder unterbrochen wurden, nunmehr im vollen Umfange durchgeführt werden konnten. Dazu kam, daß ein erheblicher Teil des neuen Jahrganges von Schulentlassenen auf Ausbildungsstellen oder sonstige Arbeitsplätze fiel. Auch die weitere Verstärkung des Einsatzes von.Frauen, insbesondere von Pflichtjahrmädchen, von bisher Selbständigen und Rentnern trug dazu bei, den Beschäftigungsgrad zu steigern. Gegenüber dem Tiefstand des Winters 1938/39 hat sich die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten um über l1/» Million, gegenüber Ende April 1938 um über 1,3 Millionen, erhöht. Der Beschäftigungshöchststand des Vorjahres mit rund 20 840 000, der in den Monaten August bis Oktober 1938 erreicht wurde, ist Ende April 1939 bereits um 440 000 überschritten. Trotz der starken Zunahme der Beschäftigung ist der Bedarf der deutschen Wirtschaft an Arbeitsund Ziel des englisch-türkischen Abkommens mit den Mittelmeer - Verpflichtungen Eng» lands gegenüber Italien übereinstimmten. Da Immer noch wachsender Bedarf an Arbeitskräften. In seiner Rede zur Eröffnung des Hauses sprach Reichsminister Dr. Frank zunächst den am Bau beteiligten Architekten und Handwerkern den Dank für die Bauleitung aus. Das nach den Plänen von Professor B i e b e r, an deren endgültiger Gestaltung der Führer selbst regen Anteil genommen habe, entstehende Haus zeige sich schon jetzt als eine der hohen Würde des deutschen Rechtslebens die deutsche Wirtschaft von der Arbeitskraft des deutschen Arbeiters abhängig. Die Schonung dieser Arbeitskraft und ihre Leistungssteigerung erfordere vom Sozialpolitiker wie vom reinen Wirtfchaftspolititer in Zusammenarbeit die bestmögliche Betreuung des schaffenden Menschen. Die Maßnahmen der Umschulung, der Durchsiebuna des Handwerks, des Handels, der Verwaltung nach Arbeitskräften könnte noch immer nicht den Mangel an Menschen aufwiegen. So bleibe die gesunde Menschenführung im Betriebe das sicherste Mittel der Leistungssteigerung und die beste Gewahr für die Erhaltung eines geschulten Arbeiterstammes. Ein Betrieb sei allerdings nicht schon dadurch, daß er z. B. ein Schwimmbad baue, ein Musterbetrieb, hierfür sei vor allem die innere Kameradschaft und das gegenseitige Vertrauen von Betriebsführer zu Gefolgschaft und von Gefolgschaft zu Betriebsführung Voraussetzung. Erst aus diesem gegenfeitigen Vertrauen heraus werde die Leistung des Betriebes gesteigert. Der deutsche Arbetter trage seinen Anteil zur Leistungssteigerung täglich bei, es liege nun an dem Betriebsführer, durch richttge Menschenführung im nationalsozialistischen Sinne die Kraft dieses deutschen Arbeiters, seine Gesundheit und Arbeitsfähigkeit durch geeignete Maßnahmen dem deutschen Volke zu sichern. kräften noch immer nicht gedeckt. Dabei stand der Jahreszeit entsprechend der Bedarf der Landwirtschaft und Bauwirtschaft im Vordergrund. In der Landwirtschaft konnte die Frühjahrsbestellung, die durch das schlechte Wetter im März verzögert worden mar, im April weiter» ert werden. Allerdings war hierzu im größeren ng die Heranziehung von Soldaten, Arbeitsmännern und Industriearbeitern notwendig. Der Einsatz von Pflichtjahrmädchen brachte verschiedentlich eine gewisse Entlastung der Bauersfrauen. Ebenso gelang es, durch die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels wenigstens die bereits vorhandenen Arbeitskräfte der Landwirtschaft zu erhalten. Trotzdem ist die Sorge der Landwirtschaft um ihren Kräftebedarf noch groß. Es fehlt insbesondere an Melkern und Kühpflegern. In der B a u w i r t s ch a f t ist die Zahl der Bauvorhaben so groß, daß nicht alle Anforderungen an Arbeitskräften befriedigt werden konnten. Auch in den bisherigen Arbettslgsen-Gebieten hat sich eine starke Belebung durchgesetzt, so daß aus ihnen der Mehrbedarf anderer Bezirke an Arbeitskräften nicht mehr im bisherigen Umfange gedeckt werden konnte. Auch in der O st m a r k und im Sudetenland reichen die vorhandenen Arbeitskräfte nicht mehr aus, um den Bedarf wichttger Wirtschaftszweige zu befriedigen. „Sm friedliche Rede." abs. London, 15. Mai. Die Feststellung des Duce in seiner Turiner Rede, keine der ungelösten Fragen in Europa brauche zu einem Kriege zu führen, hat in politischen Kreisen Englands eine ,angenehme Ueberraschung" heroor- gerufen. Man erblickt hierin die Möglichkeit zu einem Ausgleich. Vielfach wird darauf hingewiesen, daß diese Rede die erste öffentliche Ansprache des Duce nach dem Abschluß des deutsch-italienischen Bündnisses in Mailand gewesen fei. Man verschließt sich dabei nicht der erneut zum Ausdruck gebrachten polittschen Jnteressengleichheit, die Italien mit Deutschland verbindet. Dies bedeute — darüber ist man sich hier klar —, daß auchineinerFrage wie der volnischen das Reich immer die italie nische Rückendeckung haben wird. Die englische Presse nimmt die Ausführungen des Duce günstig auf. — Der „Daily Expreß" schreibt: „3m allgemeinen war es eine friedliche Rede. Sie ermutigt diejenigen, die an den Frieden in Europa glauben." — Die „Daily Mail" fragt, was der Duce eigentlich im Auge gehabt habe, "als er sagte, es gebe nichts, was einen Krieg in Europa wert fei: Danzig — oder seine eigene Auseinandersetzung mit Frankreich? Die „T i m e s" stellt fest, daß die Rede Europa in feine schlechtere Lage bringe als vorher. Der Duce werde auch mit seiner Ansicht, daß es keine so akuten und dringenden Fragen gebe, die einen Krieg rechtfertigen, sicher allgemeine Zusttm- mung finden, aber die Demokratien stimmten mit ihm nicht darin überein, daß es dahin kommen könnte, daß ein Krieg einer weiteren Unsicherheit oorzuziehen wäre. Sie seien polittsch, wirtschaftlich und moralisch in der Lage, notfalls eine unbegrenzt verlängerte Unsicherheit auszühalten (!). Nach diesem eindeutigen Bekenntnis zur Einkreisungspolitik bemüht sich die „Times", der britischen Politik friedfertige Absichten beizulegen und erklärt, daß diejenigen Völker, deren Gebiete an solche grenzen, die. von dem einen oder dem anderen totalitären Staat „erobert" worden feien, sich jetzt zu ihrem Schutz in „völlig defensiven Pakten" zusammen- schlössen. Das Blatt versucht, den Vorwurf, die Demokratien führten gegen die autoritären Staaten einen Wirtschaftskrieg, abzuwehren. Das System der wirtschaftlichen Selbstersorgung lege dem italienischen Volke diejenigen Beschränkungen auf, über die sich der Duce beschwert habe. Die „Times" unterläßt aber zu sagen, daß die Autarkiebestrebungen der autoritären Länder ja gerade durch den „weißen" Krieg der Demokratten notwendig wurden. Die Meinung in Paris. E. F. Paris 15. Mai. Im französischen Außenministerium, wohin Außenminister Bonnet am Sonntagabend nach feinem Besuch in London und einem Aufenthalt von wenigen Stunden in seinem Landhaus in dem Pariser Vorort Garches zurückkehrte, zeigt man sich darüber befriedigt, daß Mussolini in feiner Turiner Rede nicht noch schärfere Töne angeschlagen hat. Im übrigen verweist man auf die Tatsache, daß der Duce noch etwa sieben weitere Reden in Oberitalien halten werde. Man möchte diese offenbar abwarten, ehe man sich ein endgültiges Urteil „über den Standpunkt" des Duce biß)et. Weiter verzeichnet man, daß der Duce „die großen Gegenwartsfragen", z. B. die italienischen Forderungen und Danzig, nicht erwähnt habe. Im übrigen beachtet man am Quai d'Orsay besonders den Satz des Duce, daß es in Europa keine Frage gebe, die einen Krieg rechtferttgen würde. Don den Pariser Morgenblättern schreibt der „Mattn", die Rede fei im allgemeinen ruhig und gemäßigt gewesen. Man könne ihr einen ausgesprochen populären Erfolg garantieren. Die politischen Richtlinien des Duce würden trotz ihrer Kühnheit keineswegs die Bemühungen derjenigen in Frage stellen, die auf beiden Seiten der Barrikade aufrichtig den Frieden wünschten. Das Blatt des Obersten de la Roque, das „Petit Journal", wertet die Rede Mussolinis vor allem für die eigene Innenpolitik aus, schreibt bann aber weiter: Obgleich die Salonpropheten bereits angekündigt hätten, die Turiner Rede würde den Kriegswillen des Duce beweisen, habe diese tatsächlich nichts gesagt, als daß gegenwärtig nkfjts erlaube, zu denken, daß ein Krieg ftattfinben könne. Das national-bürgerliche „Journal" erklärt, die Turiner Rede lasse die Tür für die internationale Beruhigung weit geöffnet. Daß Mussolini den Verhandlungsweg der Lösung durch bewaffnete Gewalt vorzuziehen scheine, bewiesen auch, so erklärt der offiziöse P e t i t P a r i s i e n ", seine Versicherungen, daß man die noch bestehenben Knoten nicht unbebingt durch bas Schwert zu lösen brauche. Die Erklärung Mussolinis, daß die harte Wirklichkeit einer langen Ungewißheit vorzuziehen fei, bedeute die Achse gedulde sich zwar, aber nicht bis in alle Ewigkeit. „Exzelsior" erklärt, man rönne Mussolini nur beipflichten, wenn er den gor« b’ifd>en Knoten ohne Schwertstreich zu lösen beabsichtige. Alles hänge von der Art ab, wie man in ^Berlin und Rom an diesen Knoten Herangehen werde. Die Turiner Kundgebung habe im übrigen micber einmal bewiesen, wie groß das Ansehen des Duce bei feinem Volk nach 17jähriger Herrschaft sei. Die „Republique" meint, die Rede enthalte mehr beruhigende als beunruhigende Momente: aber man solle auch weiterhin noch wachsam bleiben. Enttäuschung in Warschau. W a r f ä) a u, 15. Mai. (DNB. Funkspruch.) „Gazeta Polska" unterstreicht zunächst den entschlossenen Ton an die Adresse der großen Demokratien und stellt dann zu ihrer und ihrer Leser Beruhigung fest, ttotzdem wünsche Italien den Frieden und nicht den Krieg. Mussolini habe deutlich zu verstehen gegeben, daß er an die Möglichkeit der Rettung des friedens glaubt. Weiter vermerkt das Blatt, daß Italien zusammen mit Deutschland und dem ganzen Apparat der Achse die barte Wirklichkeit einer langen Ungewißheit vorzieht. „Expreß Poranny" erklärt seinen Lesern die Rede fei „reichlich kraß", aber doch recht maßvoll. Zwar habe Mussolini auch diesmal die Solidarität der Interessen und politischen Schritte der Achse stark unterstrichen, aber doch auch erklärt, daß es in Europa keine Frage gibt, die einen Krieg rechtfertigen würde. „Kurjer War- szawski" gibt zu, daß die Turiner Rede die Bindungen zwischen Italien und Deutschland stärker unterstreicht als man im Auslände erwartet hatte. Im großen und ganzen bleibe aber die Lage unverändert. Die Rede illustriere nur die Schwierig- feiten, die es heute in Europa gibt. „Kurjer Polfky" nennt die Rede aggressiv in der Form und friedlich im Inhalt. Das Blatt wünscht vom Duce ^konkrete Erklärungen über die nächste Entwicklung". Italien und der Türkenpakt. England sucht dreKontrolle derDardanellen G. Rom, 14. Mai. Die Nachricht vom Abschluß des englisch-türkischen Abkommens hat in Rom an sich nicht überrascht. Man interessiert sich hier nur für etwaige weitere Abmachungen, mit denen England die Position der Türkei und damit die eigene im östlichen Mittelmeer zu stärken trachtet. Man glaubt, daß solche Abkommen auf eine Erweiterung und Intensivierung der türkischen Rüstungen hinaus- laufen würden, besonders aber auf eine Vergrößerung der türkischen Luftwaffe. Es heißt, es sei eine Lieferung von fünfhundert Flugzeugen an die Türkei vorgesehen. Außerdem würde London auch mit Krediten arbeiten. Das halbamtliche „Giornale b'Jtalia" spricht von dreißig Millionen Pfund für die Befestigung der Dardanellen. Gerade dieser letzte Punkt, so meint das Blatt, verdiene besondere Hervorhebung. Man könnte darin nur eine Weiterentwicklung der in der Sanktionszeit ausgenommenen italien- feindlichen Politik des Dardanellen- Abkommens von Montreux sehen. Jedenfalls betrachtet man die neueste Entwicklung der englischen Mittelmeerpolitik als eine höchst bezeichnende Illustrierung der englischen Auffassung über Graz, 15. Mai (DNB.) In Graz wurde die Reichsarbeitstagung des Fachamtes Wald und Holz in der DAF. eröffnet. Generalforstmeister Staatssekretär Alpers erklärte, es gelte, Holzwirtschaft und Forstwirtschaft in einen Zusammenklang zu bringen, der für die Gesamtwirtschaft wünschenswert ist. Ferner müsse die höchstmögliche Leistungssteigerung sichergestellt werden. Eine Verschwendung und ein Verlust des Holzes müsse auch im Handel aus geschaltet werden. Die Produktion müsse geregelt und für gerechte Preise im Sinne einer Marktordnung auf lange Sicht gesorgt werden. Die soziale Hebung des Waldarbeiters werde durch eine planmäßige Ausbildung zum Wo.ldfacharbei- t e r durchgefühiit. Im Altreich gebe es 25 Lager für die Ausbildung dieser Facharbeiter. Ein weiteres Moment für die Leistungssteigerung bedeute die Weiterbildung der ^Betriebs fü^rer und Beamten in ihrem Fache. Aus diesem Gesichtspunkt heraus sei an der Hochschule Eberswalde ein sechssemestriger Lehrgang für die Holzwirtschaft geschaffen worden. Nach erfolgreicher Absolvierung dieses Lehrganges trage der Absolvent den Titel Diplomholzwirt. Reichsamtsleiter Dr. Hupfauer, der Beauftragte für den Leistungskamps der deutschen Betriebe, erklärte, trotz aller Rationalisierung, technischen Vervollkommnung und Typisierung bleibe stcn Bauwerke des Dritten Reiches. Das Reich Adolf Hitlers verwirkliche den urgermanischen Ge- danken, daß wahre Staatsmacht aufgebaut ist auf dem Rechtsfrieden und der rechtlich ausgeglichenen volksgenössischen Lebensordnung. Die aus der Pflichterfüllung kommende persönliche Freiheit des einzelnen deutschen Volksgenossen ist heute ebenso ein Höchstwert wie sein Arbeitsertrag und fein (Eigentum. Er soll an allen Gütern unserer völkischen Gemeinschaft seinen gerechten Anteil haben. Ihm diesen zu sichern, dafür zu sorgen, daß jeder sein Recht finden könne, daß jeder Volksgenosse voll Vertrauen seiner Arbeit nachzugehen vermöge in der ruhigen Sicherheit, daß ihm, wenn er nicht selbst Unrecht tut, auch fein Unrecht zugefügt werden kann, das ist daher der letzte Sinn der Erfüllung des Kulturwerkes un- lerer Rechtsgestaltung. Deutschen Volksgesetzbuches finden. Aus der Revolution des Nationalsozialismus steigt eine völlig neue Lebensauffassung, ein neues Gemeinschaftsideal, ein neues Führungsbild, ein neues ethisches Postulat und eine Gesamt-Umformung unserer weltanschaulichen, sozialen und kulturellen Denk- und Verhaltungsformen auf. Alles das drängt nunmehr nach einer zusammenfassenden Gestaltung. Sie Arbeit beginnt. Der Zentralausschutz zur Schaffung des deutschen Bolksgesetzbuches. Die Arbeiten in dem Haus des deutschen Rechtes wurden am Nachmittag mit der Sitzung des Zen» tralausfchusses zur Schaffung des deutschen Volksgesetzbuches begonnen. Der Präsident der Akademie, Reichsminister Dr. Frank, erklärte, die bürgerlich-rechtliche Gesetzes» materie strebe längst nach Neuformung und Klärung. Nach Schaffung der nationalsozialistifcben Grundgesetze müsse ebenso in den anderen Bereichen des Gemeinschaftsdaseins die Verwirklichung im engsten Anschluß an das Parteiprogramm durchge. führt werden. Es fei an der Zeit, zu einer Gesamt« feststellung der Rechtslage des volksgenössischen Rechtslebens zu gelangen. Der nationalsozialistische Gesetzgeber müsse daher die für das völkische Gemeinschaftsleben maßgeblichen Normen in einem zusammenhängenden, allgemeinen und einheitlichen Gesetzeswerk zusammenfassen. Der Minister stellte dann für das Volksgesetzbuch folgende Gesichtspunkte heraus: 1. Es müßten alle die Rechtsregeln ausgenommen werden, die für jeden Volksgenossen ganz allgemein gelten, soweit sie die volks» genössische Lebensordnung betreffen. Die zusätzlichen Sonderordnungen, die nur auf einen Teil der Volksgemeinschaft Anwendung finden, müßten ausgenommen bleiben. Alle die Rechtsbe- Ziehungen aber, in denen der Parteigenosse, dec Bauer, der Beamte usw. als Volksgenosse und nicht in seiner Sondereigenschaft erscheine, gehörten in bas Dolksgesetzbuch, so also die gesamten Rechtsnormen für den Lebensaufbau des einzelnen! Che und Familie, (Eigentum, Dertragsrecht usw. 2. Das Dolksgesetzbuch dürfe nicht mehr eine spezifizierte, in einer kaum mehr verständlichen Kunstsprache zum Ausdruck gebrachte Begriffsschematik werden und Formulierungen enthalten, die bas bis» herige bürgerliche Recht, das die Begriffe — wie den Vertrag, das Eigentum usw. — in den entscheidenden Mittelpunkt des Gesetzes gerückt habe. Notwendig sei vielmehr die Betonung des völkischen Ausgangspunktes der Lebenslage und folglich die Hereinnahme bestimmter lebensnaher, begreifbarer Bezeichnungen. 3. Im Gegensatz zu der vergangenen Periode, die bas Individuum als oberstes Rechtsideal dar- gestellt habe, müsse die völkische Gemeinschaft den obersten Rang einnehmen. Die Abkehr von dem liberalistischen, individualistischen All» macktsideal zugunsten der völkischen Gemeinschaft sei selbstverständlich nicht etwa einer völligen Vernichtung des Einzelwirkens gleichzustellen. Gerade nach nationalsozialistischer Anschauung liege in dem Scyutz des einzelnen Volksgenossen, seiner Gesundheit, seinem Anteil an den Gütern der Nation, in der friedlichen Sicherung eines Arbeitsertrages als Privateigentum und der Vererbung dieses Privateigentums eine der wichtigsten Voraussetzungen unserer völkischen Kulturerfüllung. 4. Der völkische Zusammenhang könne die Selbstherrlichkeit des Individuums nur anerkennen, insoweit sie dem allgemeinen Besten zu dienen geeignet sei und sich in seinem Dienst betätige. 5. Die Sprache des Dolksgesetzbuches müsse volkstümlich fein, jeder deutsche Volksgenosse solle es in seinem Hause haben und es verstehen und anwenden können. In der äußeren Einteilung solle der fremde Begriff des Paragraphen auf» - gegeben werden, es solle Bücher, Abschnitte, Stücke und Sätze gegliedert werden. Die brauchbaren Stücke des bisherigen Bürgerlichen Gesetzbuches sollten weitere Anwendung finden. 6. Welche Rechtsmaterien im einzelnen in das Volksgesetzbuch aufgenommen werden müßten, sei wohl die schwierigste Frage, die der Ausschuß zu lösen habe. Jedenfalls müsse auch die Frage der bürgerlichen Rechtspflege und der freiwilligen Gerichtsbarkeit in diesem Zusammenhang neu geregelt werden. Das Volksgesetzbuch solle ein umfassendes Bekenntnis unseres Volkes zur Rechtsidee als eine der wesentlichsten Voraussetzungen der Erfüllung unseres Volksschicksales sein. Anschließend erstattete der Generalreferent des Ausschusses, Professor Dr. Lange, einen eingehenden Bericht über die Vorarbeiten und gab einen Ueberblick über die technisch-praktische Gestaltung der weiteren Arbeiten. Die nächste Sitzung wird Anfang Juni ftattfinben. Ungarns Minderheitenpolitik. Eine verständnisvolle Rede des ungarischen Außenministers. Debenburg, 14.Mai. (DNB.) Der ungarische Außenminister Graf C s a k i hielt in Debenburg, der größten Stabt bes westungarischen beutschen Siedlungsgebietes, eine Rede, in der er erklärte, daß die Auferstehung des Dritten Reiches auch die ungarischen Zukunftsaussichten erheblich verbessert habe. Die sich von Jahr zu Jahr vertiefenden deutsch- ungarischen Beziehungen hätten heute schon jenen Grad bes wechselseitigen Vertrauens erreicht, das unerläßlich fei zwischen zwei Völkern, die in vielen Beziehungen gemeinsame Interessen und geschichtliche sowie geographische Gegebenheiten hätten. Das Problem der Volksgruppen in Ungarn müsse so gelöst werden, daß die Volksgruppen nicht das Empfinden hätten, „Minderheiten" zu sein. Man müsse sich in Ungarn daran gewöhnen, die Traditionen, den Lebensstil und die kulturellen Werte der Volksgruppen ebenso zu schützen wie die des' eigenen. „Glaubt mir", so sagte Graf Esaki, „es ist für uns Ungarn eine Lebensfrage, daß wir zu einer völligen Harmonie mit allen hier lebenden Nationalitäten gelangen, denn davon hängt es ab, ob es ein ungarisches Reich geben wirb, das feine historische Mission im Karpathenbecken erfüllt, aber ob ihr bloß bas Lanb Ungarn bleibt." Im Kampf um die Verwirklichung eines gerechten Friedens, deren Bannerträger die Achsenmächte sind, stehe Ungarn treu zu feinen mächtigen Freunden. Oer politische Umschwung in Bolivien L a P a z, 15. Mai. (Europapreß.) Die bolivianische Polizei hat fämtlidje liberalen und sozialistischen Parteiführer verh aftet. Sie stehen Oer Abschluß der Reichsbeamtentagung unter der Anklage, eins Verschwärung gegen den Staat geschmiedet zu haben. Die Verhafteten, unter denen sich der liberale Parteileiter Arguidas und der Sozialistenanführer Belmont Pool befinden, wurden auf die Insel Poati im Titicacasee verbannt. Die Polizei gibt gleichzeitig bekannt, daß im ganzen Lande vollständige Ruhe herrsche. Alle Maßnahmen zur Unterdrückung irgendwelcher re« volutionärer Bewegungen seien getroffen worden. Kleine politische Nachrichten. Generalfeldmarschall Göring ist Samstagabend wieder in Berlin eingetroffen. ♦ Anläßlich des vierten Reichsführer - und Reichsführerinnenlagers der -I. und des B D M. hat die Stadt Braunschweig reichen Festschmuck angelegt. Das Lager, das in diesem Runde 2000 HJ.-Fuhrer und zum ersten Male etwa 1800 BDM.-Führerinnen versammelt, wird Montagvormittag durch den Reichsfugendführer eröffnet. Am Sonntagabend fand auf dem Platz der ff in Braunschweig eine feierliche Begrü- ßungskundgebung statt. * Nachdem die „Deutschen Nachrichten" und deren Kopfblatt „Der Aufbruch", die Organe der Jungdeutschen Partei für Polen, vom Bielitzer Zensor seit dem 10. März schon dreißig- mal beschlagnahmt wurden, kam es jetzt erneut zu einem widerrechtlicken Verbot des vornehmlich in Schlesien vertriebenen „Aufbru ch" für 14 Tage. In allen Fällen wurden völlig kommentarlose Tatsachenberichte über die Terrormaßnahmen gegenüber Deutschen in Polen beanstandet. Das 4n Bromberg erscheinende polnische Blatt „Dziennik Bydgoski" ruft die polnischen Frauen auf, sich in besonderen Kursen für den Kriegsfall vorzubereiten. Die Frauen sollen für bestimmte Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung, im Fernsprechwesen, im Verkehrswesen und in der Bekleidungsindustrie vor- gebildet werden. Außerdem sollen Autofahrkurse, Kranken- und Kochkurse eingerichtet werden. * Der ehemalige französische Generalstabschef General W e y g a n d ist in London eingetroffen. Er wird sich der Abordnung französischer Reserveoffiziere anschließen, die seit Freitag vergangener Woche englische Truppenübungsplätze und Rüstungsunternehmen besichtigt und am Sonntag in Birmingham weilte. * * König Carol hat für die Aufrüstung des rumänischen Heeres fünf Millionen Lei gespendet. Für die gleichen Zwecke hat Kronprinz Michael dem Heer eine halbe Million Lei zur Verfügung gestellt. * Nach amtlichen Meldungen aus Tschungking befinden sich nach den gemeldeten japanischen Luftangriffen sämtliche in Tschungking weilenden deutschen Reichsangehörigen wohlauf. * Der Pariser Kassationshof hat die Gnadengesuche der zum Tode verurteilten Mörder Weidmann und Million und des zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilten Blanc verworfen. Zum Abschluß des Generalappells der deutschen Beamten in Frankfurt a. M. wies Reichsbeamtenführer Hermann Neef darauf hin, daß es von Zeit zu Zeit notwendig erscheine die geleistete Arbeit zu überprüfen, um an ihren Erfolgen feststellen zu können, ob die getroffenen Maßnahmen richtig gewesen seien. Was das innerhalb der Beamtenschaft Geleistete anbetreffe, so müsse festgestellt werden, daß mit der Zusammenschließung der Beamten in einer Einheitsorganisation der Jnteressen- kampf und das durch ihn bedingte individualistische Denken des einzelnen nach seiner Behördenzugehörigkeit oder nach seiner Besoldungsgruppe endgültig überwunden sei. In den letzten zwei Jahren seien auch noch 280 sog. gesellschaftliche Verbände und am 4. Oktober 1938 sämtliche konfessionellen Beamtenverbände durch den Staat a u f g e - l ö st worden. Auf freiwilliger Grundlage umschließe heute der Reichsbund der deutschen Beamten 1,5 Millionen Mitglieder. Auf zehn Gauschulen seien in den letzten zwei Jahren 3 50 Lehrgänge mit 25 000 Teilnehmern abgehalten worden. Wie erfolgreich sich die politische Arbeit gestaltet habe, ergebe sich auch aus der Tatsache, daß von den am 1. Januar 1939 erfaßten Mitgliedern des Reichsbundes der deutschen Beamten 28,2 v. H. der Partei angehören und von diesen 30 v. H. sowie im Verhältnis zur gesamten Beamtenschaft 8,3 v. H. als Politische Lei- t c r tätig sind. Neben diesen politischen Aufgaben bedeuteten die sozialen Leistungen der Behmtenemheits- organisation eine Nebenaufgabe. Aber auch hier sei seit dem Bestehen des Reichsbundes der deutschen Beamten Vorbildliches vollbracht worden. An Unter st ützungsPiitteln seien zwar nur in dringendsten Fällen 3,4 Millionen Mark ausgezahlt worden, wobei von den bewilligten Mitteln 87 v. H. dem Beamten des einfachen und mittleren Dienstes zugutegekommen seien. Daß während der Zeit seines Bestehens bis zum 30. April 1939 fast 57 Millionen an Sterbe gelbem den Hinterbliebenen zugutegekommen sind, stelle gleichfalls auch eine hohe soziale Leistung dar. Der Reichsbeamtenführer wies gerade unter Berücksichtigung der Erfolge, die die Beamtenschaft aufzuweisen habe, auf die Tatsache des Nachwuchsmangels hin. Wie der Beamte nicht überheblich sein dürfe, sondern sich nur als der Diener der Volksgemeinschaft fühlen müsse, fo müsse auch von feiten der Volksgemeinschaft dem Beamten Achtung entgegengebracht werden. Mit der Achtung vor dem Beamtenberuf werde auch der Anreiz bei der Jugend gestärkt werden, sich dem Staatsdienst zu widmen und so die Frage der Ueberalterunq der Beamtenschaft glücklich gelöst werden. Der Reichsbeamtenführer dankte zum Schluß dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger und den anderen Männern der Partei sowie den Behördenleitern und seinen engeren Mitarbeitern, die sich um das Zustandekommen und die Durchführung dieses deutschen Beamtentages verdient gemacht haben. Oie Kraft der Volksgemeinschaft. Gauleiter Sprenger auf dem Kreistag Alsfeld-Lauterbach. NSG. Am Samstag und Sonntag sand im Kreis Alsfeld-Lauterbach der Kreistag der NSDAP, statt. Hunderte von Volksgenossen hatten sich neben den Formationen der Partei auf dem Marktplatz in Alsfeld versammelt, um die richtungweisenden Ausführungen des Gauleiters zu hören. Der Gauleiter ging von der Persönlichkeit des Führers aus, der als erster großer Deutscher eine Idee ins Volk hineingetragen und sie verwirklicht habe. In früheren Zeiten habe es zwar auch große Männer mit guten Gedanken gegeben, sie hätten diese aber nie restlos in die Tat umsetzen können. Der Gauleiter sprach dann über die Volksgemeinschaft, durch deren Kraft die geschichtlichen Taten des Führers erst möglich waren, und bezeichnete hie erfolgreiche Arbeit als das Ergebnis der Zusammenarbeit, also der Gemeinschaft. In diesem Gemeinschaftsleben habe der Führer der Partei die Volksführung als eine der vornehmsten Aufgaben übertragen. Sie fei einmalig. Verschiedene Völker hätten sie bereits versucht, aber sie seien in Gruppen und Grüppchen stecken geblieben. Eine breite Volksführung habe allein das deutsche Volk. Sie sorge dafür, daß' jeder einzelne Volksgenosse politisch aufgeklärt und für die großen Aufgaben, die der Führer dem Volk stellt, ausgerichtet wird. In seinen weiteren Ausführungen machte es der Gauleiter den Träger des Ehrenkleides des Führers zur Pflicht, stets als Vorbild den Volks- Im Rahmen der Kulturwoche wurde am Sonntag das Dorf Holzhausen im Kreise Biedenkopf von Gauleiter Sprenger feierlich zum Gaumuster- d o r f ernannt. Die Auszeichnung ist um so bemerkenswerter, als es sich bei Holzhausen um ein kleines Dorf von etwa 1200 Einwohnern handelt, das den Besucher zwar sofort durch seinen sauberen Eindruck besticht, aber nach Lage und Architektur doch von manchem Ort unseres Gaues übertroffen wird. Eine bauliche Besonderheit weift der Ort zwar auf: Das ist der herrliche Kratzputz in den Fachwerkfeldern. Aber auch das ist selbstverständlich bei der Ernennung nicht ausschlaggebend gewesen, sondern der starke Gemeinschaftsgeist in Holzhausen, das mit seinen vielen Bau- und Industriearbeitern keineswegs zu den reichen Orten unseres Gaues ge° genossen voranzugehen. In großen Zügen zeigte er die außer- und innerpolitischen Erfolge des Führers auf, wies auf die unerschütterliche Freundschaft mit Italien hin, mit der die stärkste Wehr entstanden fei, die Europa je gesehen habe, und erklärte, daß dieser Ausstieg im Ausland Neid und Miß- g u n st erregt habe. Man hetzte und wollte Zwietracht in das deutsche Volk säen. Das deutsche Volk wolle aber keine Zersplitterung mehr, und die Partei werde auch dafür sorgen, daß niemals mehr Zwietracht die Einheit des deutschen Volkes zerstöre. Nach einem Ueberblick über die außenpolitische Lage betonte der Gauleiter, daß der Führer seinen geraden Weg gehen kann, weil bas Volk hinter i h rn steht. Jeder einzelne Volksgenosse müsse sich auch in Zukunft für das Volk voll und ganz einsetzen, damit der Führer seine Ausgaben glücklich lösen kann. Hinter den Forderungen Adolf Hitlers müsse das Volk als ein eiserner Block stehen. Der Gauleiter stellte dann heraus, daß jeder durch sein Tun unb Handeln bie Volksgemeinschaft vertiefen müsse. Auch in den kleinsten Dingen müsse er sich als Nationalsozialist zeigen. Hier appellierte der Gauleiter vor allem an die Disziplin der Volksgenossen, wenn einmal wegen Devisenersparnis der Kaffee knapp ist. Immer seiderFührerdas Vorbild, dem es nachzueifern gelte. Die Treue zu ihm und der Glaube an sein Werk müßten unerschütterlich fein. hört unb dessen vorbildliche Leistungen deshalb besonders erwähnenswert sind. Der Sonntag war nicht nur für Holzhausen, sondern auch für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften ein Festtag. Der Ort war reich mit Fahnen, Guirlanden und Kränzen geschmückt, besonders aüch die Dorflinde. Dort wurde Gauleiter Sprenger, der im geschmückten Erntewagen in das Dorf geleitet worden war, vom Kreisleiter des Kreises Biedenkopf-Dillenburg begrüßte Gauleiter Sprenger führte darauf aus, für die Ernennung Holzhausens zum Musterdorf sei ausschlaggebend gewesen, daß ein solches Dorf auch eine wahre Gemeinschaft bilde. Der Führer habe von Anfang an nichts anderes gewollt, als das ganze deutsche Volk zu einer Gemeinschaft zusammenzuschmieden. Zahlreiche Gemeinden, bie äußerlich schöner seien, hätten sich darum beworben, zum Gaumusterdorf erklärt zu werden: Holzhausen sei diese Ehrung zuteil geworden, weil in ihm seit vielen Jahren die Gemeinschaft wirksam in Erscheinung getreten sei. In der Urkunde über die Ernennung Holzhausens zum Gaumusterdorf heißt es: „Die Erziehung des deutschen Menschen zur Gemeinschaft ist das höchste Ziel, das der Führer gestellt hat. Das Leben des einzelnen wurzelt und gedeiht nur im Gemeinschaftsleben. Auf dem Lande ist die Dorfgemeinschaft Träger des Volkslebens. Die Gemeinschaft des Dorfes Holzhaufen im Kreise Biedenkopf ist im Gau Hessen-Nassau vorbildlich und wird daher für das Jahr 1939 als mustergültig anerkannt."— Der Gauleiter besichtigte mit den übrigen Festgästen die Ausstellung „A h n e n e r b e" ebenfalls eine vorbildliche Leistung der kleinen Dorfgemeinsckaft. Der Nachmittag brachte Darbietungen hessen-nassauischer Trachtengruppen, der KdF.-Sportaruvpen unb einer Rundfunkspielschar, während der Abend dem Konzert eines Wehrmachtsmufikkorps gewidmet war. Ausklans der Gankuliurwoche in Frankfurt. Als Abschluß der Gaukulturwoche fand am Sonntag in Frankfurt eine große kulturpolitische Kundgebung statt. Der Abteilungsleiter im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ^-Oberführer Hinkel sprach über Wege und Ziele einer verantwortlichen Kulturpolitik. Man habe der Bewegung vorgeworfen, daß sie einmal auf kulturellem Gebiet eine übertriebene Propaganda ausübe und auf der anderen Seite in ihrem Kampfe gegen die Juden so kompromißlos vorgehe. Dieser Kampf fei erforderlich gewesen. Das kulturelle Leben der Nation sei durch den Einfluß der Juden immer tiefer gesunken. Nach der Machtübernahme habe man erst einen Blick hinter die Kulissen tun können. Wenn die Gründung der Reichskulturkammer nur das eine erreicht hätte, das deutsche Kunstleben zu sammeln und zu säubern, sei genug erreicht worden. Nur wir hätten in der Welt eine Presse, die als entscheidender Faktor des Kulturlebens anerkannt, gefördert unb von allem fremdartigen Gift gesäubert sei. Die Kulturkammer gebe die Möglichkeit, darüber zu wachen, daß nur zuverlässige und geeignete Menschen künstlerisch tätig sind. Die gesamte deutsche Kunst und das Kulturleben sind heute frei von jedem jüdischen Einfluß. Wir haben dieses Ergebnis durch eine ungeheuere Erziehungsarbeit erreicht. Wir haben das Hausrecht auf diesem Gebiet erreicht und zum ersten Male die deutsche Kunst in die,Hände des Volkes zurückgelegt, und schließlich haben wir Millionen und Abermillionen von deutschen Menschen wieder zur Kunst hingeführt. Diese Ergebnisse, so gewaltig sie auch fein mögen, find aber nur die Voraussetzung dafür, daß wir weiter schaffen können, um der neuen deutschen Kunst und den Trägern dieser Kunst den Weg freizulegen für eine bessere Zukunft der deutschen Kunst." Kunst und Wissenschaft. Reichsmusiktage 4939 in Düsseldorf eröffnet. In Düsseldorf wurden die Reichsmusiktage 1 9 3 9 eröffnet. Das Düsseldorfer Städtische Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Balzer brachte als Uraufführung „Beethovens „Einleitung" zum zweiten Akt und Äarjch zu „Tar- peja". Staatssekretär Hanke umriß den Sinn der Reichsmusiktage. Auch auf dem Gebiet der Musik hat der Grundsatz Geltung erhalten, daß sie in der Breite und Tiefe des Volkes wurzelt. An Stelle des Streites der Kunstrichtungen ist der ewige Wettstreit um die beste Leistung getreten. Die gemeinsame Zielsetzung der Volks- und Kunstmusik hat künstlich aufgerichtete Mauern niedergerissen. Durch die Förderung von Staat und Bewegung werden Millionen von Volksgenossen den Werken unserer großen Meister näher gebracht. Die Musik- liebe des Deutschen findet ihreft Ausdruck in der großen Zahl derer, die sich als Laien mit der Pflege der Musik beschäftigen. Ueber 20 000 Männerchörs mit fast 800 000 Mitgliedern, 3700 gemischte Chöre mit 140 000 Mitgliedern, 12 000 Laienkapellen, Werkschar- und Werkkapellen sind organisatorisch erfaßt und werden in ihrer Arbeit betreut. Das gibt den breiten Boden für musikalische Höchstleistungen, die die Geltung der deutschen Musik in der Welt begründet und erhält. Staatssekretär Hanke wies darauf hin, daß alle im deutschen Musikleben Schaffenden einer festen organisatorischen Gliederung für ihr gesundes Wachstum bedürfen. Genies können durch Organisationen nicht geweckt werden, aber wir glauben, daß durch unsere Bestrebungen noch kein Genie verhindert wurde, sich als solches zu offenbaren. Der' Zusammenfassung aller schöpferischen Kräfte des deutschen Musiklebens werden die Erfolge auch nicht versagt bleiben. Abbild und Symbol der Totalität des deutschen Musiklebens in feiner Vielgestaltigkeit sind die Reichsmusiktage als neuer Typ des Musikfestes i«i nationalsozialistischen Staat. In diesem Sinne erklärte Staatssekretär Hanke die Reichsmusiktage für eröffnet. Uraufführung am Gießener Sfabftfjeafer. „Ariadn e", dramatisches Gedicht von Ernst Wilhelm E s ch m a n n, wurde vom Stadttheater Gießen, Intendant Hermann Schultze-Griesheim, für die Spielzeit 1939/40 zur alleinigen Uraufführung erworben. Gauleiier Sprenger ernennt Holzhausen (Kr. Biedenkopf) zum Gaumusterdorf. Ü. GchwererVerkehrsunfallveiOutenhofen KAM. feine Schuld entstandene Unheil weiter und drängte einige hundert Meter entfernt auch ein Personenauto so zur Seite, daß Auf der Landstraße Dutenhofen—Garbenheim ereignete sich kurz vor der Straßengabelung nach Dorlar ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Opel - Blitz - Wagen, der aus Richtung Wetzlar kam, fuhr so stark in der Mitte der Straße, daß ein aus entgegengesetzter Richtung von Garbenheim herkommendes Lastauto mit Anhänger, das der Firma Seibert in Wieseck gehört, bis an den äußersten Rand der Fahrbahn gedrängt wurde, dort abrutschte und mit seiner ganzen Ladung umschlug. Zum Glück kamen daoei Personen nicht zu Schaden, jedoch entstand allerlei Sachschaden. Der Lenker des Opel- Blitz-Autos fuhr unbekümmert um das durch fönen nicht zu Schaden. Der rücksichtslose Autofahrer machte sich unerkannt davon. Die polizeilichen Ermittlunaen sind im Gange. Es handelt sich um es ebenfalls in den Straßengraben geriet und um- einen rotfarbigen Wagen mit Heller Beschriftung stürzte. Glücklicherweise kamen auch diesmal Per- an den Längsseiten. — (Aufnahme: Kretschmer.) Zm Heizraum unter dem Aequator. Das „Bergwerk" eines Ozeandampfers. - Als Kohlentrimmer auf Abenteuer- Es gibt kaum einen Ort auf der Welt, wo man so niederträchtig schwitzen kann wie im Golf von Panama. Seit Tagen knallt die Tropensonne unbarmherzig auf die Schutzsegel unseres kleinen Frachtdampfers herab, und die Luft ist so feucht, daß einem das Atmen fast zur Qual wird. In rascher Fahrt zerteilt der Bug die öligglatte Wasserfläche, die nur hier und da von der spitzen Rückenflosse eines Haifisches gefurcht wird. Je näher wir dem Aequator kommen, um so drückender wird die Glut. Mißmutig hocke ich vor der Schreibmaschine. Ich will zum soundsovielten Male nach der Flasche mit Eiswasser greifen, da sehe ich eine schwarze Gestalt zur Reeling wanken. Ein Heizer hat seine Wache beendet und will an Deck ein wenig Luft schöpfen. Der Schweiß hat helle Streifen auf sein Gesicht gemalt, das trotz des Kohlenstaubs merkwürdig blaß und eingefallen erscheint. Verwundert sehe ich, wie der Mann ein dickes Stück Segeltuch um seine Schultern legt. Er scheint tatsächlich zu frieren — bei 30 Grad Tropenhitze! Und plötzlich bekomme ich eine leise Ahnung, welche Höllenglut unten im Kesselraum herrschen muß, wo eine Anzahl pflichttreuer Männer unbeachtet die Arbeit verrichtet. Im Heizraum unter dem Aequator! Ich vergesse plötzlich meine Müdigkeit und beschließe, selbst einmal in die Bunker zu steigen — als Kohlentrimmer! 15 Meter unter Deck. Gegen 4 Uhr morgens klopft ein Heizer an meine Kammertür. Mit pochenden Schläfen steige ich aus der klitschnassen Koje, denn selbst die Nächte bringen in der feuchten Treibhausluft keine Erquickung. Schnell habe ich das dunkle Trimmerjäckchen übergestreift, und dann verschwinden zwei dunkle Gestalten im Niedergang hinter dem Schornstein. Mit jedem Leiterabsatz scheint die Luft noch stickiger zu werden. Ein würgendes Gefühl sitzt mir in der Kehle, und schon beginnt der Schweiß zu tropfen. Fünfzehn Meter unter Deck! Eine trockene Glutwelle wallt mir entgegen, als ich die rußigen Eisenplatten des schmalen Heizraumes betrete. Die Heizer sind gerade beim „Sck)leusen". Sie haben die Feuerklappen geöffnet und lösen mit langen eisernen Stangen die glühende Asche vom Rost. Polternd fallen die rauchenden Schlackenreste von meine Füße. Jemand drückt mir einen Wasserschlauch in die Hand, ein kalter Strahl ergießt sich auf die rotglühenden Schlackenberge, und plötzlich verschwindet alles in einer einzigen Dampf- und Qualmwolke. Krampfhaft schnappe ich nach Luft. Lautes Zischen übertönt jedes Wort. Das Zeug klebt mir naß am Körper, die Augen beginnen zu brennen. Als die Schlackenhügel endlich rauchend in sich zusammensinken, will ich einen Augenblick verschnaufen. Aber da reicht mir jemand freundlich grinsend einen Spaten und zeigt auf einen großen Behälter. Wieder heißt es, die Zähne zusammenbeißen und feste schaufeln. Denn oben an Deck wartet ein anderer Trimmer, um die schweren Ascheneimer, die polternd durch eine Windhutze emporgewunden werden, ins Meer zu entleeren. Schon nach dem dritten Eimer schwindelt mir der Kopf, und als ich endlich den Spaten fallen lassen kann, habe ich längst gemerkt, daß es mit der Romantik hier unten im Heizraum sehr faul bestellt ist. Kohlenschippen und Aschehieven ist wirklich keine aufregende Beschäftigung, aber weit anstrengender, als sich mancher vorstellen kann. Ungläubig blicke ich auf das rußbeklebte Thermometer, das 43 Grad anzeigt! Aber die Heizer sind ganz zufrieden. „Kommen Sie erst ins Rote Meer, da ist es weit schlimmer. Oft haben wir über 50 Grad gemessen!" Ich stelle mlch unter eine der großen Windhuken, aber es kommt kein erfrischender Luftzug von oben. Der feuchtwarme Brodem, der aus den Dschungeln der nahen Küste übers Meer herüberquillt, bringt keine Linderung. Mit Nauchhelmen im Bunker. Die Heizer haben die Oberkörper entblößt und schüren die Flammen. Unermüdlich müssen die Schaufeln in Bewegung sein. Denn die drei mächtigen Kessel des 5000-Tonnen-Dampfers find unersättlich. 32 Tonnen Kohlen verschlingen sie täglchi 32 Tonnen Kohlen müssen aus den Bunkern vor die Feuerlöcher geschafft werden. Jetzt beginnt die richtige Arbeit der Trimmer. Ich werde in einen schwarzen Schlund gezogen und stolpere über Kohlenbrocken und Eisenleitern in einen langen schwarzen Tunnel. Ein paar Glühlampen brennen trübe und verschwinden oft ganz hinter dicken Staubwolken. „Wir sind jetzt in einem Seitenbunker", erklärt mein rußgeschwärzter Führer. „Er zieht sich durch das ganze Mittelschiff, von einer Ladeluke zur anderen. Durch Schotten kann er von den anderen Bunkern abgeteilt werden. In der ungewöhnlichen Tropenhitze kann sich die Kohle nämlich selbst entzünden, und schon mehrmals waren die Bunker so vergast, daß wir nur mit Rauchhelmen arbeiten konnten!" Leben ohne Romantik. Allein der Gedanke, in dieser Backofenglut mit einem schweren Helm herumlaufen zu müssen, bereitet Unbehagen. Ziemlich erschöpft setze ich mich auf einen Kohlenhaufen, der am Ende des fast geleerten Bunkers liegt. Der Trimmer hat einen eisernen Karren ergriffen und verschwindet polternd im Kohlendunst. Wieder halte ich den Spaten in der Hand und schaufle meinen Karren voll. Mechanisch wanke ich zwanzig Schritt zur Bunkeröffnung, entleere den Wagen und grabe die Schaufel von neuem in den Kohlenberg. Meine ganze Sehnsucht gilt jetzt der Flasche mit Eiswasser, die oben in meiner Kammer steht. Zu weiteren Ueberlegungen. bleibt mir keine Zeit, die Heizer brauchen immer neuen Brennstoff. Pausenlos rollen die Karren durch den schwarzen staubigen Tunnel. Man gönnt sich keine Ruhe im „Bergwerk" eines Ozeandampfers. Nach vier Stunden, die mir beinahe zur Ewigkeit wurden, nimmt mir ein Arbeitskamerad den Karren aus der Hand. Meine Wache ist zu Ende. Ich habe längst gemerkt, daß ich in dieser arbeitsamen Umgebung keine aufregenden Dinge erleben werde. Hier unten geht es wirklich nicht so verwegen und blutrünstig zu, wie man in manchen abenteuerlichen Schmökern lesen kann. Romanschriftsteller und Filmautoren finden in dieser Umgebung keinen sensationellen Stoff. Auch im Heizraum eines Ozeandampfers wird nur gearbeitet und ohne viel Aufhebens die Pflicht getan. Selbst wenn das Schiff im stärksten Seegang schlingert und der Wärmemesser verdächtig in die Höhe klettert, ist die Maschinenwache auf dem Posten. Rudolf Jacobs. Aus aller Wett. Generalleutnant a. D. Karl Höfer gestorben. Im 77. Lebensjahr verschied in Wümburg ff* Oberführer Generalleutnant a. D. Karl Höfer. Während des Weltkrieges war Höfer Regimentsund Brigadekommandeur an der Ostfront und zeichnete sich besonders bei Iwangorod aus. Für seine Tapferkeit wurde er mit dem Pour le merite mit Eichenlaub ausgezeichnet. 1918 war Höfer Divisionskommandeur im Westen, wo er mit seiner Division den Kemmelberg stürmte. Nach dem Weltkriege kam General Höfer als Kommandeur der 17. Infanterie-Division zum Grenzschutz gegen Polen. 1920 trat er in den Ruhestand, wurde aber 1921 erneut zur Wahrung des Grenzschutzes nach Oberschlesien berufen. Schriftstellerisch trat er mit einem Buch „Oberschlesien in der Aufstandszeit von 1918 bis 1921" hervor. Der hervorragende Offizier wurde in den Stab des Reichsführers ff berufen und zum ff-Oberführer ernannt Ueberschwemmungen in Württemberg fordern zwei Todesopfer. Schwere Regengüsse, die durch Gewitterausbrüche verstärkt über ganz Württemberg niedergingen, riefen starkes Hochwasser hervor. Im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach wurde ein Arbeiter, der mit Kanalarbeiten beschäftigt war, von den Wassermassen fortgerissen. Er ist ertrunken. Bei Oeschelbronn geriet ein Mann in den Dorfbach und ertrank gleichfalls. Der Neckar ist besonders im Unterland auf weite Strecken über die Ufer getreten. Auch im Nagoldtal, im Enztal und im Würmtal sind starke Ueberschwemmungen eingetreten. Wetterbericht Die am Sonntag beobachtete leichte Besserung, die unserem Gebiet zeitweilig Aufheiterung und im wesentlichen auch trockenes Wetter brachte, bleibt nur vorübergehend. Sowohl von Ost als auch von Nordwest her haben sich ausgedehnte Niederschlagsgebiete genähert, die noch im Laufe des Montag auf unser Gebiet übergreifen werden. Die Temperaturen werden sich unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt halten. Vorhersage für Dienstag: Nach verbreiteten Regenfällen Bewölkung wieder zeitweilig aufreißend, doch Neigung zu einzelnen Schauern bei zeitweise auffrischenden über West nach Nord drehenden Winden, für die Jahreszeit zu kalt. Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaft und zu weiteren Niederschlägen geneigt, kühl. Lufttemperaturen am 14. Mai: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 9,7 Grad; am 15. Mai: morgens 6,9 Grad. Maximum 16,5 Grad, Minimum heute nacht 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 13,4 Grad; am 15. Mai: morgens 10,3 Grad. — Sonnenscheindauer 10,3 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 39: 9530. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. I I PQLQST Giessen] | W ■ / j: Heute Montag Premiere Der mit größter Spannung erwartete Terra-Film Pflicht oder Liebe? - Verantwortung oder Leidenschaft? - Große Charaktere geben uns in diesem Film die Antwort Ein Erlebnis von mitreißender Kraft Künstlerisch wertvoll Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr Willy Birgel Hannelore Sdiroth * E. v. Klippstei Spielleitung« v. Tourianski 3349 A MWWMWMffWWWWMMMMWWMWMffWWWWMWWWMWWffWM Salonwagen €117 | Spielleitung: Paul Verhoeven Paul Hörbiger Käthe v. Nagy - ___. / Maria Nieklich K ■t ■ / I : Der Film von Freud und Leid des Lebens und der Liebe ■ : — davon erzählt ein Salonwagen seine fesselnde Geschichte Beiprogramm - Tobis-Ton-Woche Heute Montag bis Mittwoch einschließlich | LICHTSPIELHAUS | \ Anfangszeiten 4. 6 und 8.30 Uhr 3550A - Tapetenreste rote immer sehr aunüig tm Preis Tapetenhaus Ferdinand tasliel Solin Gartenstraße 10 Telefon 3636 Zwangsversteigerung Dienstag, den 16. d. Mts. sotten i.VerkaufslokalHartmctr.Neuen- weg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) Zwangsweise gegen sosortigeBar- zablung versteigert werden: Haus-, Laden- n.Büromöbel aller Art, 1 Schreibmaschine, Uhren, Staubsauger, 1 Schaubekallnnn mit Briefmarken, Warenschränte, 1 Klavier, 1 Ausstellungöaufsad, 1 Vervielsältigungsavvarat. 3662d Scharmann. Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesenstr. 2, Tel. 3108. Shne Mühe ,425D tadellos gebügelte Wäsche durch Heißmangelbetrieb Donau Wwe. 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Derlangen Sie bitte das cus» führliche Werbeblatt HugoBermühler Verlag Berlin-Lichterfeld- Betonkies in jed. Körnung Gartenkies Mainsand Bimskies Schlack.-Sand Zement liefert prompt Wilh.Keil Gießen Weserstraße Tel. 4236. U>60d Bekanntmachung. Betrifft: Oeffentliche Erst-Jmpfung der Kleinkinder aus Geburtsjahr 1937 und früheren Geburtsjahren sowie aus dem Geburtsjahr 1938 (zunächst nur, soweit der Familienname mit den Buchstaben A—G beginnt). Für diejenigen Kleinkinder aus den Geburtsjahren 1937 und vorher, die noch nicht erstgeimpft sind, wegen Krankheit oder aus anderen Gründen von der Impfung zurückgestellt waren oder ungeimpft in Gießen zugezogen sind, findet letzter besonderer öffentlicher Impftermin wie folgt statt: Impfung: Montag, den 15. Mai 1939, 15 bis 16 Uhr, Nachschau: Montag, den 22. Mai 1939, 15 bis 16 Uhr, Jmpflokal: Turnhalle der Schillerschule, Schillerstr. Weiterer öffentlicher Impftermin für die Kleinkinder aus dem Geburtsjahr 1938, jedoch zunächst nur für die Familiennamen mit den Anfangsbuchstaben A—G ist anberaumt wie folgt: Impfung: Mittwoch, den 17. Mai 1939, 15 bis 16 Uhr, Nachschau: Mittwoch, den 24. Mai 1939,15 bis 16 Uhr, Jmpflokal: Turnhalle der Schillerschule, Schillerstr. Für die Kleinkinder mit Anfangsbuchstaben H—Z des Familiennamens werden in Kürze weitere Impftermine veröffentlicht. Die Eltern und Pflegebefohlenen der obenbezeich- neten Kinder werden aufgefordert, die Kinder pünktlich zu obigen Impfterminen zu bringen, andernfalls Strafanzeige erfolgen muß. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Kinder und ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, und daß Kinder aus Häusern, in denen z. Z. ansteckende Krankheiten bestehen, zur Impfung nicht zugelassen werden können. In Fällen letzterer Art ist ärztliche Bescheinigung dem staatl. Gesundheitsamt Gießen, Wilhelmstraße 59, vorzulegen. 3470C Gießen, den 10. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. 3« V.: Nicolaus, Beigeordneter. Nr. 112 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 15. Mai 1939 Aus der Stadt Gießen. Maikäfer, flieg! Kinderfreuden im Mai! Was wären sie ohne die Maikäfer? Mühselig kriechen die braunen Käfer aus dem dunklen Schoß der Erde, putzen sich die anhaftende Erde ab und summen hinauf zu den grünen Bäumen, um sich hier gütlich zu tun. Sie surren und brummen im Sonnenschein und werden erst in der Nachtkühle stumm. Manchmal kommen sie in solchen Scharen, daß Forstmann und Obstbauer ärgerlich die kahlen Aeste betrachten. Aber in diesem Jahre hat die Witterung wohl mitgeholfen, daß sie nicht in Massen auftreten. Am frühen Morgen kommen die Buben und schütteln sie von den Bäumen. Oder sie gehen am Abend mit Tüchern, die an Stangen befestigt sind, auch manchmal mit Strohwischen, hinaus auf die Wiesen und schlagen die summenden Käfer aus der Luft. Das ist ein lustiges Treiben, und manche Mutter muß ihren Buben noch in der Dunkelheit suchen. Dann aber stellt er sein Zigarrenkästchen, in das er sorgfältig einige Löcher gebohrt hat, neben sich auf das Nachtschränkchen, damit er noch im Schlaf das angenehme Summen der braunen Gesellen vernimmt. In der Schule dienen die Maikäfer als Handelsgegenstände, sie werden verschenkt, erscheinen auch manchmal während des Unterrichts! Daß einem ängstlichen Mädchen dann und wann ein Maikäfer in das Haar gesetzt wird, versteht sich von selbst. Von Zeit zu Zeit lassen die Buben ihre Maikäfer an Stäbchen hochklettern, schauen aufmerksam zu, wie sie Luft schöpfen und dann davonfliegen. Dabei singen sie: Maikäfer, flieg, dein Vater ist im Krieg, deine Mutter sitzt im Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer, flieg! Die Hühner freuen sich auch, wenn auf ihrem Futtertisch einige Maikäfer erscheinen. Sie werden mit Heißhunger verschlungen. Man muß sich aber hüten, den Hühnern zuviel von den braunen Käfern zu geben, da sonst leicht Krankheiten übertragen werden können. Auch leidet der Geschmack her Eier, wenn die Hühner tagelang nur Maikäfer fressen. Z. Dornotizen. Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Gouverneur". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Salonwagen E 417". Sladllhealer Gießen. Heute abend findet für den Theaterring der Hitler-Jugend die 8. und letzte Vorstelluna der Spielzeit 1938/39 statt. Es gelangt zur Aufführung „Ein ganzer Kerl", Komödie in fünf Akten von Fritz Peter Buch. Spielleitung Hans Geißler. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Oer Reichsappell der schaffenden Jugend in Gießen. Zum Reichsappell der schaffenden Jugend am heutigen Montagmorgen versammelten sich Jugend und Lehrherren, Vertreter der Wirtschaft, der Industrie und des Handels, sowie die Direktoren der Handels- und Gewerbeschulen in dem mit den Fahnen der Bewegung und der DAF. geschmückten Lichtspielhaus. Kreisjugendwalter der DAF., Pg. Baur, entbot den Gruß zu diesem 1. Kreisjugendappell und umriß in kurzen Zügen die Aufgabe der DAF. zur Betreuung der schaffenden Jugend. Er legte all denen, die für die Jugend verantwortlich sind, die Beachtung des Jugendschutzgesetzes nahe und ging näher auf die Forderung nach Einhaltung einer Mittagspause für die Jugend ein, die der Förderung der Gesundheit der Jugend zu dienen hat. Denn nur eine gesunde Jugend wird ihre Pflicht erfüllen können. Deutschland braucht aber nicht nur jetzt eine gesunde Jugend, sondern auch leistungsfähige Männer. Anschließend setzte die Uebertragung ein, die mit dem Fahnenlied der HI. ihren Ausklang nahm. Oie Volks-, Berufs- und Betriebszählung amckl.Mai Anleitung zur Ausfüllung der Zahlpapiere. Von Verwaliungs-Znspekior Rothermel. Bei der bevorstehenden VoKs-, Berufs- und Betriebszählung werden gezählt: 1. Alle Menschen mit der Haushaltungs- liste und der Ergänzungskarte. 2. Alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe mit 0,5 Hektar oder mehr Gesamtfläche mittels des Land- und Forst wirtf chaftsbogens, alle kleineren mit weniger als 0,5 Hektar Gesamtfläche mittels der H a u s h a l t u n g s l i st e. 3. Alle nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten mittels des Fragebogens für nichtlandwirtschaftliche Arbe >itsstä11en. A. Oie Haushattungsliste. Jeder Vorstand einer selbständigen Haushaltung ist verpflichtet, eine Haushaltungsliste auszufüllen. Auch für eine selbständige Haushaltung, die bei einer anderen Haushaltung in Untermiete wohnt und eine von ihr getrennte Wirtschaft führt, ist eine besondere Haushaltungsliste auszufüllen. Hinter einer Wohnungstür können also mehrere zur Ausfüllung einer Haushaltungsliste verpflichtete Personen wohnen. Im einzelnen ist die Frage, wer eine Haushaltungsliste auszufüllen hat, auf Seite 1 der Haushaltungsliste unter I erklärt. Für olle Zweifelsfragen sind grundsätzlich in erster Linie die auf den Zählpapieren gedruckten Erläuterungen heranzuziehen. Insbesondere ist bei der Ausfüllung der Haushaltungsliste folgendes zu beachten: Auf der ersten Seile: 1. Oben rechts müssen die sog. Jdentitätsangaben über Kreis, Gemeinde, Straße und Hausnummer von dem Haushaltungsvorstand angegeben werden. Die Zählbezirks-, Grundstückslif^n- und Haus- haltungslisten-Nummer dagegen muß vom Zähler ausgefüllt werden. 2. In dem in der Mitte stehenden schwarz umrahmten Teil muß der Dor- und Familienname des Haushaltungsvorstandes eingetragen werden. Weitere Eintragungen sind auf Seite 1 nicht zu machen. Auf der zweiten Seite: 1. Unter dem Abschnitt A Sämtliche A n - wesende sind sämtliche in der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1939 in der Wohnung des Haushaltungsvorstandes anwesenden Personen aufzuführen, d. h. auch die vorübergehend anwesenden, wie z. B. eine Tante auf Besuch usw. Sind in einer Haushaltung zwei Familien, die jedoch keine getrennte Wirtschaft führen (eine gemeinschaftliche Küche, eine Verpflegung s gemein schäft) vorhanden, so ist nur eine Haushaltungsliste auszufüllen. Beide Familien find im Abschnitt A bei den sämtlichen Anwesenden untereinander aufzuführen; sie sind jedoch durch einen Querstrich durch die Spalten auf Seite 2 und 3 der Haushaltungsliste voneinander abzutrennen. Sämtliche Studenten sind am Studienort nur unter dem Abschnitt A einzutragen, dagegen in der Haushaltungsliste der Eltern überhaupt nicht. Das verheiratete Personal in Anstalten, Kramten Häusern usw. muß, sofern es dort eine Wohnung innehat, je eine Haushaltungsliste ausfüllen. Dagegen wird das ledige Personal in eine Haushaltungsliste unter Abschnitt A zusammengefaßt. Patienten, die eine heimische Haushaltung haben, müssen in einer besonderen Haushaltungsliste zusammengefaßt und unter Abschnitt A und Abschnitt C aufgeführt werden; Patienten ohne heimische Haushaltung (Wanderburschen, Schlafgänger usw.) dagegen nur unter Abschnitt A. Die Insassen von Strafanstalten werden ebenfalls in einer Haushaltungsliste zusammen- gesaßt. Auf Seite 2 der Haushaltungsliste muß in Spalte 3 angegeben werden, ob es sich um Unter- suchungs- oder Strafgefangene handelt. Untersuchungsgefangene find unter Abschnitt A und C aufzufuhren; Strafgefangene dagegen nur unter Abschnitt A. Bei der Ausfüllung der Spalten 11 bis 18 auf Seite 3 ist zu beachten, daß ehrenamtliche Tätigkeit nicht als Haupt- oder Nebenberuf gilt. Bei den Erläuterungen zu der Spalte 11 auf Seite 3 ist für die Jahreszahl 1924 die Jahreszahl 1925 zu fetzen, da die Haushaltungsliste bereits für die am 17. 5.1938 vorgesehene Volkszählung bestimmt war. Da die Volkszählung infolge der Eingliederung Oesterreichs auf den 17. 5. 1939 verschoben wurde, muß die Jahreszahl entsprechend von 1924 in 1925 geändert werden. 2. Im Abscbnitt B sind die vorüber« gehend abwesenden Mitglieder der Haushaltung, z. B. ein verreistes Familienmitglied, aufzuführen. Im Abschnitt C sind noch einmal die« jenigen schon unter A aufgeführten Personen zu nennen, die nur oorübergehendan« wesend sind. 4. Der Abschnitt D links unten auf Seite 2 dient für die Durchführung einer bevölkerungspolitisch besonders wichtigen Familienstatistik. Für alls Frauen, die in Spalte 6 unter A oder B als „verheiratet" oder „getrennt lebend" bezeichnet sind, müssen unter allen Umständen die Sonder- Eindrucksvolle Feier aus Vurg Mnrenberg. In der vom Sonnenlicht umspielten Burgruine Münzenberg, dem „Tintenfaß", herrschte bereits im Laufe des Sonntags reges Leben. Hier herauf war die Kreiskapelle der NSDAP, unter der Leitung von Pg. Schleuse gekommen, die mit den von Pg. Spurt geführten Werkscharen aus Butzbach und dem Chor der Dorfgemeinschast Mün- zenberg eifrig für die Feierstunde probten, mit der die NSG. „Kraft durch Freude", Abteilung Deutsches Volksbildungswerk, unter der Leitung von A. R ü f f e r, einen würdigen Abschluß der Gaukulturwoche bot. Aus der näheren und weiteren Umgebung waren in den Stätnachmittagsstunden die Volksgenossen herbeigeströmt. Die Butzbach-Licher Eisenbahn hatte einen Sonderzug eingelegt. Im Burghof, in dem einstmals Standartenführer S ch ä f e r die erste Vereidigung der SA. vorgenommen hatte und in dem manche Feierstunde der nationalsozialistischen Bewegung durchgeführt wurde, drängten sich erwartungsvoll die Bauern und Städter. Vor dem wuchtigen, vom abendlichen Himmel sich äbhebenden Bergfried gruppierten sich die Werkscharen. Vor ihnen hatten sich der Chor der Dorfgemeinde und die Kreismusikkapelle aufgestellt. Entlang den Mauern des prächtigen romanischen Palas zur Linken, den heute eine Gedenktafel an den verstorbenen Gauleiter Peter Gemeinder ziert, und des gotischen Falkensteinerbaues zur Rechten gaben fackel- tragende SA.-Männer dem Bild die Geschlossenheit. Darüber wölbte sich der abendliche Himmel, der die gewaltigen Mauerreste zu einer wuchtigen Naturkulisse werden ließ, wie sie fein Bühnenbildner zu schaffen vermag. Aus dem Hintergrund der erwartyngsoollen Zuschauer kündeten Fanfarenklänge des Jungvolks den 'Beginn der Feierstunde an, deren Leitgedanke „U eher allem steht das Reich" eine eindrucksvolle Versinnbildlichung fand. Während die Fackeln entzündet wurden, marschierte unter den Klängen des „Festlichen Auftaktes" von Gg. Blu- menfaat ein SA.-Ehrensturm mit den Hakenkreuzbannern in das große Rund ein. Aus den Gruppen des Chores und der Werkscharen traten fackelntragende Pimpfe heraus, und nachdem der Chor unter Begleitung der Kapelle mit dem Liede „Unter Sternen ist gut schweigen" die feierliche Stimmung vorbereitet hatte, beschworen Sprecher die aus den Ruinen der verfallenen Burgen aufgestandene neue Zeit, die ihr Haupt beherrschend über das Land reckt. Im Wechsel mit Chor und Musik kündete ein Sprecher den politischen Sinn dieser Feierstunde mit den Worten an: „Wo Heimat werden soll, da müssen Burgen stehn. Baut eine Burg, die stärker bleibt als Stein." Schmetternde, von der Baßtuba geführte Trompetenklänge der Hymne von Sobanski fügten sich als tönende Aufforderung ein. Der Sprecher (F. A. S ch m i d t) sprach mit der Schilderung des Dürerbildes „Ritter, Tod und Teufel" die Mahnung aus, dies Bild und Spiel als Gleichnis des Lebens aufzunehmen, das zwischen Tag und Nacht und Falschheit und Bedrängnis sich voll, enden soll im Werk und in des Blutes Ewigkeit trotz Tod und Teufel. Dann schufen Pimpfe mit ihren Landsknechts-Trommeln die Ueberleitung zit dem Spiel „Der Ritter" dou Georg Basner, das unter dem Eindruck des Dürerschen Bildes geschaffen in vier Teilen den Reichsgedanken zum Ausdruck bringt. Nicht Tod (Hans Geißler vom Stadttheater) noch Teufel (F.A. Schmidt) vermögen! Vergessen Sie nicht Ihr Los zur 1. Deutschen Reichslotterie Ziehungsbeginn schon morgen! 3563d den Ritter (A. Rüffer) von seinem voraefaßteni Ziele abzubringen, und mit der Aufforderung: „Wir wolln den Weg der Ehre weitergehn ...!'* schließt der Sprecher das Spiel, das Chor und Orchester ausklingen lassen in dem Lied „Wir wollene ein starkes einiges Reich!" Dann gibt der Sprecher den Zuhörern die Mahnung: „Du aber sollst diö helle Fackel schwingen für unsere Posten ..." mit auf den Heimweg. Zugleich lodert symbolisch ein! hohes Feuer auf. In seinem Schlußwort gab Kreisleiter Backhaus diesem erhebenden Erlebnis Ausdruck. Er! knüpfte an die Geschichte der Ritterburg Münzenberg an, die zum Schutze des reisenden Kaufmanns an dieser hier ehemals von Rom bis Hamburg vorüberziehenden Handelsstraße erbaut und dis selbst ein steinerner Ausdruck deutscher Kultur! wurde, der noch heute als Ruine von den schöpferischen Kräften zeugt, die aus deutschem Blut gewachsen sind. Er erinnerte daran, daß es germa-, Nische, nordische Menschen waren, die als Ritter! dieses deutsche Kulturgut weit hinaus in den Nordosten bis nach Riga und in den deutschen Dftrauml trugen, der nun vom Führer wieder in das Reich zurückgeholt wurde. Sein Wunsch ging dahin, daß, wie diese Gemeinschaft hier in dieser Burg, auch das deutsche Volk, festgefügt unter der starken Hand des Führers, zusammenstehen möge unter dem Gedanken, von dem auch diese Feierstunde getragen! war: lieber allem steht das Großdeutsche Reich! Dieses Gelöbnis faßte er zusammen irt dem Treuegruß an den Führer, den die Fest- gemeinde mit den Nationalliedern, die wuchtig int diesen Mauern aufklangen, bekräftigte. Brief aus Eger. Don Wladimir von Hortlieb. Aus Eger habe ich mir Ihnen, liebe Freundin, eine Karte zu schicken erlaubt. Wallenstein wurde also in einem zwar stattlichen, aber doch verhältnismäßig einfachen Patrizierhaus ermordet — nicht in einer hochdramatischen Burg, wie wir uns wohl vorzustellen gewohnt find. Das Haus gehörte damals dem Bürgermeister Pachelbel. Es steht mitten in der Stadt, auf dem Marktplatz. Die Räume, die Wallenstein bewohnte, sind jetzt Museum. Mit seltsamem Gefühl stand ich an dem Fenster, an dem der irische Hauptmann den aus dem Schlaf gerissenen, nur mit einem Hemd bekleideten Feldherrn niederstach. Ich sah die Partisane, mit der die Tat geschah. Fabelhaft, wie lebendig, wie unmittelbar gegenwärtig solche Vorgänge in unserer Phantasie werden, wenn man auf ihrem Schauplatz steht. Fast habe ich jetzt die Empfindung, als hätte ich der berühmten Szene mit allen meinen ©innen bei gewohnt. Stellen Sie sich vor, daß Wallenstein gichtleidend und deshalb nicht auf der Burg Barbarossas, sondern im bequemeren Hause des Bürgermeisters ab- qestiegen ist. Er ging um acht Uhr zu Bett. Seine Offiziere, Feldmarschall Jlow, Graf Terzky, Graf Kinsky und Rittmeister Neumann, tafeln um diese Zeit auf der Burg. Dort werden sie niedergemacht Dann stürmt man in die Nacht hinaus und auf den Marktplatz, sucht Wallenstein. Ein Page stellt sich den Mördern am Hauseingang entgegen. Man tötet ihn. Nun geht es über die schone HoUreppe hinauf in den dunklen, getäfelten Vorsaal. Wallenstein hort den Lärm, springt auf, will hinaus. Inzwischen sind die Mörder in den ersten Wohnraum eingedrungen. Wallenstein steht am mittleren Fenster Deveroux schreit ihm entgegen: „Bist her Schuft, der dem Kaiser die Krone rauben will? — Ich nehme an, daß der Feldherr den Todesstteich in großer Haltung empfing. Eqer ist eine kleine Prooinzstadt, aber voll erstaunlicher Sehenswürdigkeiten. Sie erlauben mir doch, liebe Freundin, Ihnen von einem Wunder an Schönheit zu berichten, das mich mele Sünden auf gehalten hat: von der alten Kaiserburg. sie ist eine der herrlichsten Ruinen auf deut chcmBoden, den erlesensten Trümmern der Welt ebenbürtig. Man geht durch einige alte Gäßchen und plötzlich am Ende des einen, der Staufengasfe, unver- mittelt, zusammenhanglos, einsam einen mächtigen kohlschwarzen Burgturm auf ragen: Man begreift nicht, wozu er gehört und wie er hierherkommt. Der Eindruck ist umso überraschender, als er auf dem Niveau des Gäßchens steht, das aus winzigen alten Häusern besteht. Einfach und plötzlich sieht man ihn vor sich, ohne irgendein topographisches Pathos. Um es gleich zu sagen: er ist der Bergfried, der als einziger Ueberreft der ursprünglichen Burg, die vor Barbarossa hier stand, die Zeiten überdauert hat, und er ist kohlschwarz, nicht weil einst eine Feuerbrunst um ihn gewütet hätte, wie man zuerst vermuten mochte, sondern weil er — Sie werden staunen! — aus Lavablöcken erbaut ist. Mit Recht fragen Sie sich, woher man diese Lava nahm. Nun, aus einer recht merkwürdigen Vulkangegend, die einem Teil von Nordböhmen, unweit des Erzgebirges, das seltsamste Gepräge gibt. Böhmen ist ja in mancher Hinsicht ein sehr eigenartiges Land. Es ist reich an geologischen Seltsamkeiten und an schonen Dolksmythen. Nähert man sich dem Turm, so sieht man, daß er in die späteren Befestigungen der Burg einbezogen ist, also nicht so einsiedlerisch dasteht, wie es zuerst den Anschein hatte. Eine Brücke führt über den Wall, man tritt durch ein mächtiges Tor und findet innerhalb der Mauern eine bezaubernde (Bartenanlage voll hoher Bäume und Blumen. Diese Anlage ist die erste tiefe Ueberraschung nach Betreten der Burg. Sie ist wundervoll arrangiert, sehr gut gehalten und besonders malerisch durch die Unebenheit ihres Terrains. Man soll es in Eger nicht gar so eilig haben; denn es wäre schade, wenn man nicht Zeit hätte, sich den Reizen dieses Gartens hinzugeben. Die zweite, noch viel tiefere Ueberraschung ist ein architektonisches Wunder — richtiger: zwei Wunder, da es sich um zwei hintereinanderliegende Bauten rechts im Hintergründe des Gartens handelt. Da ist erstens eine romantische Doppelkapelle, über die ich zehn Seiten schreiben müßte. Sie gehört zum schönsten, was ich in diesem alten, ehrwürdigen Stil je gesehen habe. Aeußerlich präsentiert sie sich grau und schmucklos, streng und straff empfunden. Die rauhen, verwitterten Mauern werden nur durch feingemeißelte Vertikalstreifen gegliedert, die ohne Unterbrechung vom Boden bis ,511m Dach reichen. Diese Streifen sind die Seele des Baues. Sie find seine Schönheit: die zarte, schüchterne Schönheit eines schweren Kolosses. Tritt man ein, so sieht man, daß hier zwei Kapellen aufeinanderstehen, eine untere für das Gefolge, eine obere für die Herrschaft. Zwei Gewölbe, die auf je vier quadratisch angeordneten Säulen ruhen. Eine achteckige Deffnung in der Mitte der Säulen schafft die optische Verbindung zwischen beiden Stockwerken. Das untere Gewölbe ist rund- bogig und hat sehr massige Granitsäulen; das obere ist spitzbogig und stützt sich auf zierlich schlanke Marmorsäulen. Ein sehr einfacher Bau, wie Sie sehen, aber ganz in sich vollendet. Größte Baukunst im Kleinen, absolute Befriedigung unsres Raumsinnes. Steht man in dieser Kapelle, so wird sie zu unsrer Welt. Alles, was wir suchen, liegt innerhalb dieser Mauern, nichts außerhalb. Das ist, glaube ich, das Geheimnis alles echten Bauens. Alles, was diese Forderung nicht erfüllt, hat mit wahrem Bauen nichts zu schaffen. Ein Bau muß zum Bleiben zwingen; das ist fein innerster Sinn. Gleich hinter der Kapelle liegt das zweite Wunder: die Ruine des von Friedrich Barbarossa erbauten Palas. Zwei Außenmauern sind noch erhalten, eine lange und eine kurze; drei überaus herrliche, durch vier Säulchen geteilte romanische Fenster durchbrechen die Längswand. Der Blick geht ins Tiefe eines grünen Tales und ins Weite des Himmels. Immer haben diese gewaltigen Menschen des Mittelalters einen solchen weiten, weiten Blick gehabt. Das hat sie zu Eroberern, Abenteurern und Herrschern gemacht. Man muß in solchen Ruinen stehen, um sie zu begreifen; man muß sich in solchen Ruinen selbst groß werden fühlen. Das Mittelalter war maßlos in seinen Helden, seinen Heiligen, seinen Ideen. Sein Auge duldete keine Schranke, weil sein Geist keine duldete. Die Kirche, die Kaiser, alles machte Weltpolitik. Derselbe Friedrich Barbarossa, der diese Burg erbaute und hier seinen ersten Reichstag hielt, ertrank in einem Fluß in Kleinasien. Der zweite seines Namens war die Grenzlosigkeit selbst. Man erfand die himmelanstrebende Gotik, weil die Erde den Menschen zu klein schien. Und nicht die Maschine war es, die ihnen die Erde klein machte, sondern der menschliche Geist selbst! Auf Menschen- und Pferdebeinen durchschweifte man die damalige Welt. Die herrlichen Fenster, von denen ich sprach, gehörten einst zum Bankettsaal. Daneben stand der Raum, in dem die Wallensteinschen Offiziere erschlagen wurden. Die jetzige Zerstörung erfolgte erst im Erbfolgekrieg durch die Franzosen. Die aanze gewaltige Mauer, eine oer eindrucksvollsten, oie ich je sah, ist jetzt von rotem Weinlaub dicht überwuchert. Wie klein fühle ich moderner Zwerg mich an diesem Ort! Eger muß man sehen, wenn man Gelegenheit dazu hat. Ich lege Ihnen, liebe Freundin, eine Ansichtskarte bei, über die Sie staunen werden. Ein findiger Kopf hat hier die Vergangenheit rekonstruiert: man sieht die ganze Kaiserburg, wie sie vor? ihrer Zerstörung war, mit ihren vielen Trakten, Mauern und Türmen. Und ihr gegenüber eine zweite! Burg, auf der Karte als Wenzelsburg bezeichnet, von der heute kein Stein mehr steht. Diese zweite Burg ist offenbar vom böhmischen König erbaut worden, nachdem er die freie Reichsstadt mit dem! ganzen Egerland von Ludwig dem Bayern als Pfand erhalten hatte. Die Darstellung der Ansichtskarte scheint mir übertrieben; so bizarr kann der Fels doch nicht ausgesehen haben, auf dem diese! Wenzelsburg stand. Aber im großen und ganzen, wird das Phantastische des Eindruckes stimmen. Vergessen wir nie, daß uns die Zeit vom Mitteln alter nichts als Splitter zurückgelassen hat. Ich habe eine Schwäche für Geschichte; sie ist für mich der großartigste aller Romane, ungeheuer spannend, wo immer man sie ausschlägt. Und daß es wunderbare Zeiten gegeben hat, ist keine Fabel; wer den Büchern nicht glaubt, für den mögen die Bauten reden, die nicht lügen. Hochschnlnochrichten. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat mit Wirkung vom Sommer* semester 1939 ab den Uebertritt des Dozenten Dr.- Hans W e y r i ch von der Universität Berlin in die Philosophische Fakultät der Universität Marburg angeordnet. — Ferner hat der Minister den Dozenten Dr. Franz Rellich in Marbura beauftragt, im Sammer-Semester 1939 an der Technischen Hochschule Dresden die Vertretung des durch die Beurlaubung des Professors Dr. K 0 w a l - s k i dort nicht besetzten Lehrstuhls für Mathematik wahrzunehmen. Es wurden berufen: der ordentliche Professor Dr. Theodor B e ft e an der Technischen Hochschule Dresden (Privatwirtschaftslehre) in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Berlin, der ordentliche Professor Dr. Rudolf T 0 m a s ch e k in Dresden (Experimentalphysik) in gleicher Dienst« eigenschaft an die Technische Hochschule in Mün« ch e n , der ordentliche Professor Dr. T s ch e r m a k in Freiburg (Waldbau) in gleicher Eigenschaft an die Hochschule für Bodenkultur Wien, der ordentliche Professor Dr. Emanuel V 0 g e l an der Hochschule für Bodenkultur Wien (Volkswirtschaftslehre) in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Wien, der ordentliche Professor Dr. med. Wilhelm Knipping in Düsseldorf (Innere Medizin) in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Ko l n. 27 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Hine Frau mit Herz Roman von Hedda Lindner Lopyrlghl by Carl Duncker Verlag, Berlin Margit hatte wieder einmal Gelegenheit, [est- xuftellen, daß ihre Kusine sich betrüblich verändert hatte; solchen Ton hatte sie früher niemals angeschlagen. Natürlich wollte sie vor Mikeny aus- rneisen; der andere schien nach diesen Tagen das Rennen gewonnen zu haben. Das hätte gerade noch gefehlt, daß dieser langweilige Kerl mit seiner beleidlgend gleichgültigen Höflichkeit ihr, Margits Geld — so weit war sie inzwischen gekommen — schluckte. Nicht, solange sie es hindern konnte! Natürlich steckte er hinter dieser plötzlichen Abreise. Es galt nun, sofort zu versuchen, Dina hier au halten, damit Mikeny wieder seinen Einfluß geltend machen konnte, nun das Feld frei war. „Ich will deinen Entschluß selbstverständlich nicht beeinflussen", sagte sie sanft, „nur finde ich es nicht sehr nett, daß du gerade einen Tag vor meinem Geburtstag abreisen willst." „Hast du am Mittwoch Geburtstag? — Das habe ich nicht gewußt", sagte Dina betroffen. „Ich auch nicht", dachte Margit, aber ihr war im Augenblick nichts Besseres eingefallen, und sie rechnete damit, daß Dina das wirkliche Datum nicht mehr in Erinnerung hatte. Laut sagte sie: „Natürlich — und mich ausgerechnet an diesem Tage allein zu lassen ..." Sie beendete den Satz nicht, sondern zuckte nur halb wehleidig, halb gekränkt die Schultern. Das war dumm. Wenn Dina ihre Kusine jetzt auch richtig einschätzte — allerdings ohne ihre Rolle in der Mitenyschen Angelegenheit zu ahnen — mit ihr im Unfrieden auseinander zu gehen, lag ihr nicht. Und genau einen Tag vor ihrem Geburtstag wegzufahren, sah wirklich nach bewußter Unfreundlichkeit aus. „Wenn es so ist", sagte sie höflich, aber ohne Wärme, „dann bleibe ich natürlich bis Donnerstag." Margit verbarg ihren Triumph hinter einem erfreutem Lächeln: das gab Mikeny drei Tage Zeit, [einen Einfluß wieder geltend zu machen. Er wurde triefe drei Tage zu nutzen wissen. Dina erhob keinen Widerspruch, als Margit vor- schlug, zum Nachmittagstee ins Claridge zu gehen. Sie war sich völlig klar, daß sie Mikeny nicht drei Tage lang aus dem Wege gehen konnte, und an Schiläufen war bei dem Schneegestöber nicht zu denken. Es schneite derart, daß sie Schirme nehmen mußten, um die Frisuren zu schützen. es war ein Lächeln, wie er es unzählige Male den Frauen geschenkt hatte, die an seinem Podium vorbeikamen, und dennoch ... Hätte Mikeny in diesem Augenblick die Frau nicht angelächelt, so hätte Dina auf Mr. Griffins Frage: „Fliegen Sie oder fahren Sie mit der Bahn?" zumindestens geantwortet, daß sie es selbst noch nicht wisse, aber daß sie bei diesem Wetter wahrscheinlich mit der Bahn fahren würde. Und mit diesem Entschluß hätte sie für Mr. Griffin ihre Rolle ausgespielt und von der Bühne Ob treten dürfen. So [ah sie dieses Lächeln, und mit grausamer Deutlicykeit erschienen vor ihrem geistigen Auge all jene Frauen, denen Joe zugelächelt hatte, damals, als sie noch mit ihm verheiratet war. Es hatte immer mit solch einem Lächeln angefangen, immer — auch mit ihr. Wie ein körperlicher Schmerz packte sie der Gedanke an die Qualen, die sie durchgemacht hatte — sie warf heftig den Kopf zurück. „Ich fliege", sagte sie mit einer Entschlossenheit, daß Margit erstaunt den Kopf zu ihr wandte. Dina blickte an Mr. Grifft» vorbei, als stünde hinter ihm jemand, zu dem sie sprach — so entging ihr das Lauern in seinen Augen ebenso wie das Auffunkeln, als sie sich zum Fliegen entschlossen hatte. Er war nachher von etwas zerstreuter Liebenswürdigkeit und schien auch nicht zu bemerken, daß Mikeny, der zu kurzer Begrüßung erschien, ihm gegenüber eine beleidigende Kälte zeigte. Mikeny entschuldigte sich, daß er nach Beendigung des Tees eine Musikprobe abhalten müsse und die Damen nicht zum Hotel begleiten könne. „Das ist schade", sagte Margit, ihn bedeutungsvoll anblickend, „denn Dina reift Donnerstag ab." Er verbarg feine Bestürzung nicht. „Ein sehr plötzlicher Entschluß!" „Nicht ganz. Ich habe in Luzern zu tun." Dina stand noch unter dem Eindruck des Lächelns, ihre Stimme war kühl. Mikeny wußte augenscheinlich nicht, was er von der Situation halten sollte, und warf einen hilfe- heischenden Blick auf Margit. Sie zuckte fast un- merklich die Achseln. „Sehe ich die Damen heute abend?" fragte er dann. „Nur wenn Sie sich ins „Kulm" bemühen, denn nochmals durch diesen Schnee, brrr! Dina war wenigstens so vorsichtig, mit einem Schirm zu reifen; ich habe mir im Hotel erst einen leihen müssen. Ein wahres Prachtexemplar? Wahrscheinlich hat ihn die Großmutter von Wilhelm Tell mal stehen lassen, weil er ihr zu unmodern war." Die andern lachten. „Ich werde versuchen, zu kommen", sagte Mikeny, sich verabschiedend. Als der Tee vorbei war, fand Mr. Griffin, daß er bei solch einem Wetter die Damen unmöglich Natürlich war bei diesem Wetter das Claridge überfüllt; sie sahen sich suchend nach einem Platz um, da winkte jemand aus einer entfernten Ecke. „Mr. Griffin scheint noch Platz zu haben", stellte Margit fest. „Wollen wir hin?" Dina verzog das Gesicht. „Ich finde ihn nicht sonderlich sympathisch." „Ich auch nicht. Er ist der richtige Spießer. Aber es scheint sonst tatsächlich kein einziger Stuhl frei zu jein. Also wollen wir schon „Weißt du, für einen Spießer hatte ich ihn eigentlich nicht", meinte Dina zweifelnd, während sie sich durch die Tische wanden, „ich finde eher — ja, ich weiß eigentlich selber nicht/' „Er ist bestimmt ein Spießer, der Geld hat und sich ein bißchen die große Welt besehen will", erklärte Margit entschieden. „Du kannst dich ruhig auf meine Menschenkenntnis verlassen." Sie hatten Griffin erreicht. „Tatsächlich noch zwei Plätze. Als ob Sie gewußt hätten, daß wir kommen!" begrüßte sie ihn freundlich. Mr. Griffin strahlte über das ganze Gesicht. „Gewußt nicht, aber gehofft. Darum habe ich die Stühle auch wie ein Löwe verteidigt. Es war nicht leicht." „Das kann ich mir denken — bei dem Andrang! Dina, du auch Kaffee? Also zweimal Kaffee und zwei Meringen bitte!" Während sie sich im Saal umsah und hier und da Bekannten zunickte, wandte sich Mr. Griffin an Dina. „Heute ist es leider nichts mit dem Schiläufen", sagte er mit seiner etwas umständlichen Höflichkeit, „aber nachher auf dem Neuschnee geht es dann noch mal so gut." „Davon wird meine Kusine keinen Gebrauch mehr machen", warf Margit ein. „Sie wollte eigentlich morgen schon abreifen und hat sich nur durch mein Zureden bewegen taffen, bis Donnerstag hier zu bleiben." „Oh!" machte Mr. Griffin bedauernd. „Fahren Sie nach Deutschland zurück?" erkundigte er sich dann höflich. „Nicht direkt. Ich habe in Luzern noch etwas zu erledigen. Aber im Anschluß daran." Mr. Griffin nahm durch Kopfnicken davon Kenntnis. „Fliegen Sie oder fahren Sie mit der Bahn?" fragte er in dem gleichen höflichen, aber etwas uninteressierten Ton. Dina sah unwillkürlich zu Mikeny hinüber. Er hatte die Geige abgefetzt und dirigierte mit dem Bogen; fein Gesicht war ihr halb zugewandt; sie konnte die regelmäßigen Linien seines Profils fehen. Eine elegante Frau kam an der Kapelle vorüber. Sie sah zu Mikeny auf, und er lächelte ihr zu. Es war nicht einmal besonders zärtlich ober vertraulich, fragen in Abschnitt D genau ausgefüllt werden. Dabei muß vor allem berücksichtigt werden, daß die Angaben in Abschnitt D sich nur auf die jetzige Ehe beziehen dürfen. Alle in der jetzigen Ehe ge- bornen Kinder sind anzugeben, auch erwachsene, fortgezogene oder bereits verstorbene. Bei der Ausfüllung der einzelnen Spalten auf Seite 2 ist noch folgendes zu beachten: Bei Spalte 7 dürfen Angaben wie „Aus der Kirche aufgetreten", .Konfessionslos" u. dgl. nicht vorkommen. Wer rechtlich keiner Kirche oder Reli- lionsgemeinfchaft angehört, muß sich für eine der Bezeichnungen „Gottgläubig" ober „Glaubenslos" entscheiden. Die Angaben über Staatsangehörigkeit, Muttersprache und Volkszugehörigkeit in den Spalten 8 b i s 1 0 brauchen nicht übereinzustimmen. Es gibt Personen mit einer fremden Staatsangehörigkeit, aber mit deutscher.Muttersprache und deutscher Volkszugehörigkeit, z. B. die Danziger. Die Angabe in Spalte 10 über die Volkszugehörigkeit soll ein freies Bekenntnis barstellen; eine Beeinflussung ist daher nicht statthaft. Auf der drillen Seife: Die Fragen nach dem Hauptberuf erstrecken sich über die Spalten 11 bis 16. Diese umfangreiche Fragestellung ergibt sich dadurch, daß die berufliche Gliederung des deutschen Volkes sich nur durch drei verschiedene Merkmale genau beschreiben läßt, nämlich: 1. Durch die Angabe des persönlichen Berufes. Auf Grund dieser Angabe kann z. B. fcstgestellt werden, wieviel Buchhalter, Schlosser, Möbeltischer usw. es im Deutschen Reich gibt. 2. Durch die Angabe der Stellung im Beruf. Auf Grund dieser Angabe kann z. B. fest- gestellt werden, wieviel von den vorhandenen Schlossern als selbständige Handperksmeister, als Meister im Angestelltenverhältnis oder als Arbeiter beschäftigt sind. 3. Durch die Angabe des Geschäftszweiges (Branche). Mit Hilfe dieser Angabe kann z. B. festgestellt werden, wieviel von den Schlossern, die im Arbeitsverhältnis stehen, in der Landwirt- schast, im Steinkohlenbergbau, in der Eisengewinnung, im Maschinenbau, im Fahrzeughandel usw. tätig sind. In allen Fällen ist die gegenwärtig aus» geübte Tätigkeit anzugeben, nicht ein etwa erlernter Beruf, der gar nicht mehr ausaeübt wird. Die Eintragung in Spalte 11 darf keine allgemeinen Angaben, wie „städtischer Arbeiter", „Fabrikarbeiter", „Hüttenarbeiter" enthalten. Jeder muß seine Tätigkeit genau angeben, wie aus den aufgeführten Musterbeispielen und aus den Erläuterungen zu den Spalten 11 bis 16 hervorgeht. Wenn jemand für seine Tätigkeit keine spezialisierte Berufsbezeichnung weiß oder findet, bann kann auch die Tätigkeit formlos oder stichwortartig umschrieben werden. Zur Feststellung des Wirtschaftszweiges, in dem der einzelne tätig ist, dienen die Spalten 14 bis 16. Besonders wichtig ist die genaue Angabe des Geschäftszweiges des Betriebs bzw. bei größeren Betrieben des Geschäftszweiges der Betriebsabteilung in (5paf*te 16. Aus dem Musterbeispiel ist zu ersehen, was damit gemeint ist: Bei dem Maschinenschlosser würde die Angabe „Maschinenfabrik" nicht genügt haben, um den Geschäftszweig, in dem er arbeitet, zu bezeichnen. Es müßte daher der Zusatz „Abteilung Maschinenbau" gemacht werden. Auf der vierten Seite: Von jedem Haushaltungsvorstand ist die Frage 1 in Abschnitt E mit I a oder Nein zu beantworten. Ist die bewirtschaftete Bodenfläche auch noch so klein, handelt es sich z. B. nur um wenige Gemüsebeete, so muß die Frage mit Ja beantwortet werden. Lautet die Antwort auf die Frage E 1 „ja", so müssen auch die folgenden Fragen ausgefüllt werden. Ergibt sich aus der Beantwortung der Frage E 4, daß die gesamte bewirtschaftete Fläche 0,5 ha (= 50 21r ober 5000 qm) ober größer ist, so brauchen bie Fragen 5 bis 9 des Abschnitts E n i d) t beantwortet zu werden. Dagegen muß dann außerdem noch ein Land - und Forstwirtschaftsbogen ausgefüllt und der Haushaltungsliste beigefügt werden. Ein entsprechender Vermerk muß auf Seite 4 unten, unter Ziffer 2 eingetragen werden. Ist bie Gesamtfläche bei Frage 4 kleiner als 0,5 ha, so müssen auch bie folgenden Fragen 5 bis 9 beantwortet werden. Besonders ist noch darauf zu achten, daß die Frage 7 mit „ja" ober „nein" beantwortet werden muß. Bei Frage 9 ist nur dasjenige Vieh anzugeben, das in Verbindung mit der Bodenbewirtschaftung gehalten wird, nicht dagegen für gewerbliche Zwecke verwendetes Vieh. Am Samstagabend hielt der Reichsbund der Kinderreichen, Kreisabschnitt Gießen, im vollbesetzten Saale des „Burghof" seine monatliche Versammlung ab, zu der auch der Kreiswart des Kreises Wetterau, Oberbibliothekar Dr. Clarius, Gießen, erschienen war. Nach kurzen Begrüßungsworten des Abschnitts- roarts, Professor Dr. Kliewe, stand ein fesselnder und aufschlußreicher Vorttag von Der Abschnitt F auf Seite 4 der Haushaltungsliste bient der vollständigen Erfassung sämtlicher nichtlandwirtschaftlicher Arbeitsstätten. Was im einzelnen unter einer nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätte zu verstehen ist, wird bei der Besprechung des nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsstätten- Fragebogens geschildert. Zum Schluß muß der Ausfüllungspflichtige bie Vollständigkeit und Richtigkeit der in der Houshal- ttmgsliste gemachten Angaben durch feine Unterschrift bescheinigen. (Fortsetzung folgt.) müsse der Wille zum Kinde im deutschen Volke wieder geweckt und gestärkt werden. Die Leistungen einer Familie in zahlreichen erbgefunben Kindern mürbige ber Nationalsozialismus als hohe Leistung für das Volk unb als gutes Verbienst. Es fei keine Frage, baß ber Nationalsozialismus auch im gel- tenben Familienrecht eine erhebliche Entrümpelung veranstaltet habe und weiter durchführe. Der Nationalsozialismus habe bie Familie in ihren mannigfachen Rechten wieder neugestaltet. Der nationalsozialistische deutsche Staat habe als erster Staat ber Welt bas Urgesetz ber Volkerhaltung erkannt, inbem er die Familie als Keimzelle des Volkes betrachte und sie auf den gebührenden Platz gestellt habe. Denn jede erbtüchtige Familie sei ein Garant für die Zukunft unseres Volkes, für bie Zukunft ber deutschen Nation. Die mit großer Spannung folgenden Hörer dankten dem Vortragenden für seine lehrreichen Darlegungen mit lebhaftem Beifall. Prof. Dr. Kliewe faßte den Dank an den Redner in herzlichen Worten zusammen und würdigte dann besonders den Heroismus der Mutter in der Familie, deren Amt um so schwieriger und anspruchsvoller werde, je größer die Familie sei. Er verwies weiter darauf, daß gerade der Führer das Walten der Mutter, insbesondere ber kinderreichen Mutter in vollem Maße anerkenne und daher auch als äußeres Zeichen des Dankes und der Auszeichnung das Ehrenkreuz für kinderreiche Mütter geschaffen habe. Der weitere Verlauf des Abends galt der Erledigung interner Angelegenheiten. Sie Familie als llrzelle des deutschen Volkes. ^Untersturmführer Jinlernagel, des Referenten im Stabe des Raffe- und Siedlungshauptamtes ff, über bas Thema „Die Familie a l s Urzelle des deutschen Volkes" im Mittelpunkt des Abends. Nachdem der Vortragende zunächst die Familie als den Begriff der Gemeinschaft des Elternpaares und seine Kinder klar in den Vordergrund gestellt hatte, betonte er, daß auf ber Grundlage der Familie der Nationalsozialismus aus einem neuen Glauben ein neues Volk gestalte und deshalb bei der kleinsten Zelle, der Familie, beginnen müsse. Er zeigte sodann die verschiedenartigen Einflüsse auf das Familienleben und behandelte in diesem Zusammenhang auch die Frage der Geburtenbeschränkung. Hierbei betonte er überzeugend, daß der Staat ein Anrecht an die Familie hat in dem Sinne, daß er der Sachwalter des Volkes ist und vom Volke feinen Aufttag erhält. Nur der Bolschewismus vernichte bewußt den Hort der Fa- milie. Dabei führte der Redner eine ganze Reihe von Beispielen an, die eindringlich bewiesen, welche verheerenden Folgen das Sowjet-System für das Familienleben hat und wie abschreckend die bisherigen Erfahrungen in Sowjetrußland sind. Demgegenüber betonte er, daß, je fester wir den Grundstein unseres Volkes in den Familien legen, desto sicherer unser Volk in der Zukunst steht. Der Nationalsozialismus habe den Urwert der Familie wieder erkannt und sich deshalb auch in ganz besonderer Weise der Förderung der Familie angenommen. Die Familie habe für den Nationalsozialismus eine dreifache Bedeutung: eine glaubensmäßig-sitt- liche, eine biologische und eine rechtliche. Für den Nationalsozialismus bedeute die Ehe ein Amt, das die Volksgemeinschaft einem erbgefunben Paar an» vertraue. Der Dienst am Volk und am Blut sei der Sinn der Ehe, ebenso der Dienst am Blut des Geschlechts. Wenn zwei Menschen sich so in den Dienst des Volkes stellen, erfüllen sie den Sinn der Ehe unb geben ihr damit einen hohen Inhalt. Daraus erwüchsen der Familie natürlich auch Pflichten. Der Mann vertrete bie Familie nach außen unb habe in biefer Richtung den Kampf für sie zu führen. Die Frau bagegen habe ihre Aufgabe i n ber Familie in der Erziehung ber Kinber; sie trage in ihrer Hand die Entscheidung über die Zukunft ber Nation. Denn die höchste Pflicht in der Familie sei die Erziehung der Stinber zu wertvollen Kräften des Volkes. Die Familie müsse aber auch wieder mehr in die übergeordnete Gemeinschaft, in die Sippe, hineingestellt werden. Wo Rücksichten auf die Gemeinschaft zu nehmen seien, habe ber einzelne sich einzuordnen. Durch Begünstigungen aller Art fördere ber Nationalsozialismus die kinderreichen Familien. Er nehme damit dem Vater einer solchen Familie manche drückende Sorge ab und verteile sie auf die Gemeinschaft des Volkes. Mit allen Mitteln Oie deutsche Kolonialforderung. Ein Vortrag im Reichskolonialbund in Gießen. Der Ortsverb and Gießen des Reichskolomal- bunbes trat am Samstag mit einem Vortragsabend im Cast Leib wieder an bie Oeffentlichkeit. Das Musikkorps unserer Gießener Fliegertruppe gab der Veranstaltung eine musikalische Umrahmung. Der Leiter des Ortsverbandes Ernst Schneider be» gründete die Notwendigkeit der Pflege des kolonialen Gedankens. Für feinen Vorttag über „Die deutsche Kolonialforderung unb dieStellung des Auslandes" führte GaurednerRöhrscheidt, Frankfurt a.M. bie Feststellung des Führers in feiner Rede vom 30. Januar 1939 an, daß Gott bie Wett nicht nur für ein oder zwei Völker geschaffen hat, sondern baß Deuttolanbs als eines der ältesten Kulturvölker entsprechend seinen Beiträgen zur Kultur das gleiche Recht hat, an der Erschließung der Welt teilzu- nehmen, wie ein anderes Volk. Als die tieferen Gründe unserer Kolonialforderung bezeichnete ber Vortragende die Räumt- und Rohstofstage. Die heutige Raumgestaltung in der Wett unterscheide Völker, die einen gewaltigen Kolonialbesitz haben, und solche, wie z. B. Amerika sind Rußland, deren Bevölkerungsdichte dem Raum nicht entspricht, die feine Kolonien brau check. Von den Völkern, die über Kolonialbesitz verfügen, weist Frankreich einen Ko- lontalraum auf, der 22mat, Portugal ber 26mal, Holland der 60 mal, Belgien ber 80mal und England, der sogar 105mal so groß ist wie das Mutterland. Der Vortragende hob die verständnislose unb habgierige Einstellung Englands gegenüber den deutschen Kolonialforderungen hervor, bas die Welt in zwei Kategorien von Staaten einteilt, bie der Besttzenben unb die der Habenichtse. Demgegenüber führte der Redner bie Lebensnotwendigkeit der Kolonien für Deutschland an und wies u. a. darauf hin, daß die Manbatsverwattung für die deutschen Kolonien nur Auftrag, Verwaltung, nie aber Besitz bedeutet. Wenn England die Kolonien für wertlos hatte, dann solle es sie zurückgeben. Der Führer habe betont, daß er nichts mehr will als bas, was Deutschland sich rechtmäßig erworben hat. Der Redner ging sodann auf die Absichten Englands und Frankreichs ein, Deutschland Handel und Verkehr in den Kolonien wie in ber Wett zuzu- gestehen, ober ihm aber Kolonial raum in anderen Gebieten Afrikas zuzuweisen, und kennzeichnete bie Hintergründe, die diese Staaten damit verfolgen. Demgegenüber hdb er hervor, daß Deutschland sich nicht Absatzmärkte zuweisen lasse, sondern sich selbst Märkte schaffe, wie das jetzt im osteuropäischen Raum und besonders durch das Hanbelsabkommen. mit Rumänien geschieht. In einem Rückblick zeigte Pg. Röhrscheidt, wie bei allen wachsenden Völkern stets die Raum- unb Rohstofstage im Vorbergrund gestanden hat. In diesem Zusammenhang kennzeichnete er die Bemühungen Englands um Polen, die Türkei und die Kämpfe in Palästina, die weniger dem Wohle ber Araber als ber Sicherung der Delleituna von Haifa für die Engländer gelten. Zusammenfassend betonte ber Vortragende, daß Deutschland feine Kolonien auch um deswillen zurückfordere, damit dort jene Volksgenossen eine Existenz finben, die, wie die Auswanderer nach Amerika, den Drang in die Weite verspüren und sie nicht Blutsttäger für bie äbfterbenben Völker werden. Darüber hinaus sollen die Kolonien der Charakterschulung unserer Jugend dienen. Der Redner verwies auch auf bie Beiträge Deutschlands zur Bekämpfung der Krankheiten unter den Eingeborenen, ohne die die anderen Völker auch heute nicht auskommen. Schließlich stellte ber Redner den gehässigen und ablehnenden Bresse-. stimmen im Ausland über die deutsche Kolonialforderung die Aussprüche führender Persönlichkeiten: des Auslandes gegenüber, in denen diese die berechtigten Forderungen Deutschlands anerkennen. Ortsverbandsführer Schneider erinnerte an die Heldentaten ber deutschen Soldaten in unseren Kolonien unb forderte die Rückgabe als ein Gebot der Ehre. Auszeichnung für treue Eisenbahndienstzeit. Die nachstehend genannten Bediensteten ber Reichsbahn beim Bahnhof Gießen konnten mit dem Treudienst-Ehrenzeichen für 25jährige treue Eisen- bahndienstzeit ausgezeichnet werden: Reichsbahnsekretäre Karl Dönges, Ludwig Franz, Eduard Reufch; die Reichsbahnassistenten Wilhelm Gümbel, Christian Klotz, Ludwig Launspach und Karl Peusch; die Reichsbahnbetriebswarte Wilhelm Holler und Hermann Homme!; die Stellwerksmeister Christian Abel, Otto Arnold, Jakob Bernhardt, Johann Bork, Ludwig Feller, Ludwig Fischer, Wilhelm Frey, Ludwig Heep, Johannes Hormel, Wilhelm Hohbach, Friedrich Müller, Georg Müller, Wilhelm Müller, Heinrich Pfeiffer, Johannes Schmitt, Heinrich Sommerlab, August Volk, Konrad Wenz, a. D.; bie Weichenwärter Friedrich Binz, Heinrich Grimm, Heinrich Michel; der Bahnwärter Heinrich Müller; die Bahnhofsschaffner Heinrich allein gehn lassen könne, und bestand darauf, sie zu begleiten. Selbst Margit nannte es eine übertriebene Rücksichtnahme, aber Mr. Griffin ließ sich Mantels und Mütze bringen und ging mit bis zum „Kulm". Dort angekommen, nahm er zuvorkommend die nassen Schirme ber Damen, aber sei es, baß er stolperte ober sonstwie eine ungeschickte Bewegung machte — {ebenfalls brach er von Dinas Schirm bie Spitze ab. Er geriet so außer sich über feine Ungeschicklichkeit, baß bie beiden ihn beruhigen mußten. „Ich werde sofort für Ersatz sorgen". Beteuerte er. „Aber bas ist doch nicht nötig; es ist ja ein alter Schirm!" sagte Dina ungebulbig. Sie hatte andere Dinge im Kopf als bie Sorge um einen Regenschirm. „Sie müssen mir gestatten, einen neuen zu besorgen. Es ist bas einzige, was mich über meine Ungeschicklichkeit tröffen kann", versicherte Mr. Grist fin emphatisch. „Also schön, wenn es Sie beruhigt", machte Dina schließlich der Sache ein Ende, worauf Mr. Griffin sich sofort empfahl. „Er brachte sich ja beinahe um. Hast du vielleicht eine Eroberung gemacht?" neckte Margit, diesmal ohne Hintergedanken. „Wenn du beleidigend wirst, haue ich!" drohte Dina auf diese Verdächtigung, worauf beide lachend zum Fahrstuhl gingen. Hätten sie Mr. Griffin sehen können, wie er durch den dichten Schnee zurückgina, so wäre ihnen bas Lachen vergangen, so viel teuflische Hinterlist verzerrte fein Biedermannsgesicht. In den nächsten achtundvierzig Stunden benutzte Mikeny jede Gelegenheit, um Dina nahezukommen, und es gelang ihm auch, die Erinnerung an die kleine Episode im „Claridge" zu verwischen. Was ihm nicht gelang, war bas Auslöschen dieses feinen, bohrenden Schmerzes, ber Dina feit Holks Abreife quälte, unb ber sie, ohne daß sie sich dessen bewußt war, an ihrem Entschluß zur Abreise unbeirrt fest- balten ließ. War sie aber erst einmal fort, hatte sie (Entfernung zwischen sich und Mikeny gelegt, bann konnte feine lebenbige Gegenwart nicht mehr bie (Erinnerung an bas Häßliche, das sie burch ihn erlebt hatttz, abschwächen, 'bann war sie für ihn verloren. Das wußte er, unb bas wußte auch Margit, feine Derbünbete. Sie tat ihr möglichstes, ihn unauffällig mit Dina zufammenzubringen, und für ihn lag es besonders günstig, daß Mr. Griffin nach Zürich gefahren und er so seine störende Beobachtung los war. „Vielleicht besorgt er den neuen Regenschirm!" spöttelte Margit, als sie davon erfuhr. Sie hatte sich so in den Gedanken verbissen, baß Dina zu Mikeny zurück sollte, daß vermutlich auch von ihr ber Plan ausging, ber am letzten Abend vor Dinas Abreise zur Ausführung kam; ohne ihre Unterstützung wäre er jedenfalls nicht durchgeführt worden. (Fortsetzung folgt.) S S de ne at hi' bei W ®r Sa 3( Sa geh Lei spr Wc un! schi ftai die ®u Br tre mi (erhältms den erstenPlatz be- fetzen würde. Für die Stuttgarter heißt es also, ,n Dessau mindestens einen Punkt zu holen. In der Gruppe 4 wurde diesmal .sticht gescheit. Schalke 04 und Gleiwitz tragen uachsten Sonn tag den entscheidenden Kampf um den Gruppenfteg aus. lassen. Im übrigen gab es am Sonntag wieder nur ein Spiel. TSV. 1860 Hanau holte in Wirges nur ein 2:2-Unentschieden heraus. — Die Tabellen: 4. Phönix Bad Vilbel — — — Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — Nieder-Alorstadt 2:0 (0:0). Je näher sich die Spielzeit der Sperre nähert, um so mehr gleiten die spielerischen Leistungen auf einen gewissen Tiefstand. Sommerfußball, das ist dann die Bezeichnung hierfür. So ungefähr kann man auch das gestrige Spiel, insbesondere aber das Stürmerspiel der Blau-Weißen charakterisieren. Es geht nämlich nicht auf die bekannte Kuhhaut, was die Fünferreihe der Platzbesitzer gestern an Torchancen nicht nur ausgelassen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes vermasselt hat. Bei der drückenden Ueberlegenheit, die den Blau-Weißen zumindest 80 v. H. des Spielverlaufs in die Hand gab, hätte eine Trefferspanne erreicht werden müssen, die das Spielgeschehen zahlenmäßig zum Ausdruck gebracht Das Fachamt Handball hat es bis jetzt aus gründ- fätzlichen Erwägungen abgelehnt, die Leistung eines Schiris zu kritisieren. Wenn wir diesmal davon abgehen, und diese zweifellos wichtigste Person etwas näher beleuchten müssen, so hat das seinen Grund. Denn seiner Einstellung kann Hörnsheim den Spieloerlust zuschreiben. Eine Schwächeperiode, des Gegners —• hervorgerufen durch eine deutliche Ueberlegenheit in der Mitte der ersten Halbzeit — konnte durch oft unbegreifliche Entscheidungen nicht aus- genutzt werden. Es war sogar so, daß sich dieser wichttge Augenblick in das gerade Gegenteil umwandelte und der Platzmannschaft zu einer moralischen Niederlage verhalf. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, daß aus einer klaren zwischenzeitlichen Führung eine knappe Halbzeitniederlage wurde. Entgegen anderslautenden Gerüchten trifft die zuständige Instanz daran keine Schuld. Es handelte sich bei dem Schiri um einen „Ersatz"mann, der angeblich eingesprungen war. Hörnsheim kann die Niederlage mit der Gewißheit hinnehmen, daß das Ergebnis irregulär war und daß es unter normalen Umständen für die vielleicht größte Ueberraschung gesorgt hätte. Wenn es diesmal nicht geklappt hat, so waren widrige Umstände maßgebend, gegen die auch die beste Mannschaftsleistung nichts ausrichten kann. Es dauerte geraume Zeit, bis sich beide Mannschafte gefunden hatten unb bis Hörnsheim durch Jakobi mit 2:0 in Führung gehen konnte. Dem zwischenzeittg hergestellten Gleichstand konnte Hörnsheim durch Müller und Jakobi, zwei weitere Treffer entgegensetzen. Die bereits erwähnte schwache Schirileistung verhalf den Gästen dann zu der knappen Halbzeitführung. War bis dahin neben der ausgezeichneten Stürmerleistung eine noch bessere Arbeit der Hintermannschaft hervorgetreten, so änderte sich das Bild grundlegend. Es kamen Deckungsfehler vor. Daneben zeigte der Sturm auffallende Schwächen und konnte nur einen Bruchteil der vielen Torchancen ausnutzen. Kirchgöns hat gewonnen; ob verdient ober unverdient soll dahingestellt bleiben. Es hatte diesmal einen Bundesgenossen zur Seite, der ihm den Sieg leicht machte. Allerdings war die Mannschaft nicht in bester Verfassung. Große Schwächen zeigte vor allem der Torhüter, der in vielen Fällen auffallend schwach war. Immerhin soll ihr bescheinigt werden, daß sie in den bis jetzt ausgetragenen Kämpfen die beständigste Leistung zeigte und daß man unter diesen Umständen auch erwarten kann, daß sie im kommenden Jahre ihren Mann stellen wird. Dörr, August Größer, Bruno Häusler, Heinrich Schäfer V., Heinrich Walther unb Friedrich Weller; der Zugführer Johannes Keitzer unb der Zugschaffner Heinrich Willershausen sowie der Betriebsarbeiter Christian Muskat. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Amtmann W a h I, hielt vor der versammelten Belegschaft eine zu Herzen gehende Ansprache unb heftete jedem das schöne Ehrenzeichen eigenhändig an die Brust. Mit dem Sieg-Heil auf Führer und Reich schloß die schlichte, aber schöne Feier. Familienabend im VHC. Gießen. In Erinnerung an die vor 31 Jahren erfolgte Gründung veranstaltete der VHC. Gießen am Samstagabend in dem von DHC.-Bruder Anton B e tz in dankenswerter Weife schön ausgeschmückten Saale des „Burghof" eine in bescheidenem Rahmen gehaltene Familienfeier, die gut besucht war. Der Leiter des Zweigvereins, Oberjustizinspektor Hardt, sprach in seiner Begrüßungsrede mit begeisterten Worten von den Idealen des VHC.: Heimatliebe und Wanderlust, und widmete sein Frischauf unserer schönen Heimat. Im Mittelpunk der Veranstaltung stand die Auszeichnung der fleißigsten Wanderer, die vom Wandermeister C. Plank vorgenommen wurde. Vorher jedoch erhielten die beiden VHC.- Brüder Fink und L a n g l o tz durch den Vertreter des Hauptvereins, Wanderkamerad Hitz, mit anerkennenden Worten die Ehrennadel des Gesamtvereins für 25jährige treue Zugehörigkeit zum kann. Bei der geballten Zusammenfassung der geg- nerischen Hintermannschaft versteht man es näm- lich nicht, durch entsprechende Spielzüge der Ueberlegenheit zahlenmäßig Ausdruck zu geben. So kam es denn, daß bei der Halbzeit ein 0:0 zu verzeichnen war, wo die Platzbesitzer zumindest mit zwei bis drei Toren in Führung hätten liegen müssen. Auch nach der Pause wurde dies nicht viel besser. Nur tdurbe jetzt mehr geschossen. In der 60. Minute wurde dann endlich der Bann gebrochen. Bei einer Ecke, die von Hormel gut hereingegeben wurde, gelang durch Heuser unter gleichzeitiger Mithilfe der Verteidigung der Führungstreffer. Wenig später mußte Rensing durch eine Augenverletzung aus» scheiden. Trotz dieser Schwächung blieb die Ueberlegenheit der Blau-Weißen. Ja durch Hormel wurde sogar auf 2:0 erhöht. Dabei blieb es, obwohl sich noch manche Gelegenheit dazu bot. 1900 II — Nieder.Florstadl II 11:3. Beim Spiel der Blau-Weihen war dies anders. Hier wurde der Spielverlauf auch zahlenmäßig ausgedrückt. fUein-Cinben I — Leihgestern I 2:4 (1:1). Deutsche Handball-Meisterschaft. MTSA. Leipzig, Hindenburg Minden und Lintforter SD. am Ziel. 4. SC. 03 Kassel Fußball-Aufstiegspiele im Gau Hessen. Mit drei Spielen (zwei in der Gruppe Nord und eins in der Süd-Gruppe) wurden die Fußball-Aufstiegspiele am Sonntag im Gau Hessen fortgesetzt. In der Gruppe Nord wahrte Borussia Fulda durch einen hohen 5:1 (2:0)°Sieg über den Reichsbahn FSV. Bebra ihre Favoritenstellung. Aber Tura Kassel blieb den Borussen dicht auf den Fersen; die Kasseler kehrten nämlich aus Breitenbach mit einem 2:1 (2:0)-Sieg heim. In der Gruppe Süd steht nun Phönix Bad Vilbel endgültig als Meister der Gruppe Friedberg fest. Reichsbahn 05 Bad Homburg, das durch einen Sieg über den TSV. Massenheim die Vilbeler im Meisterschaftskampf noch mit einem Punkt hatte überflügeln können, verlor gegen die vorn Abstieg bedrohten Massenheirner klar mit 0:3 und muß nun den Vilbelern endgültig den Gruppensieg uber- hardt (54), P. Schirmbeck (62); Auszeichnung ,,75": Charl. Freundlieb (78), Aenne Hardt (75), A. Loh- rer (94), Gustav Stein (79); Auszeichnung „100": Helene Bergen (100), Fritz Spies (111); Auszeichnung „125": Hch. Förster (131), Wilh. Hardt (132); Auszeichnung „150": Wilhelm Ritter (156); Auszeichnung „200": Heinrich Schneider (216); Auszeichnung „275": Karl Stroh (277), Karl Weber (279); Auszeichnung „300": Carl Plank (310). Im Uebrigen verlief der Abend beim Gesang gemeinschaftlicher Lieder, dem grotesken Vortrag eines kostümierten Bergsteigerduetts (Pat und Pata- chon), das große Heiterkeit heroorrief, und den Vortrag einiger Mundartdichtungen recht gemütlich. Eine fleißige Musikkapelle spielte zum Tanz auf, bei dem es sich selbst die ältesten Semester nicht nehmen ließen, das Tanzbein zu schwingen. Alles in allem eine schöne wohlgelungene Veranstaltung. Landkreis Gießen. 5 Steinbach, 15. Mai. Am heutigen 15. Mai kann Frau Elisabetha Becker, geb. Haas, Ehefrau des Ludwig Becker II., in guter Gesundheit ihren 7 5. Geburtstag feiern. Vor zwei Jahren feierten die Eheleute ihre goldene Hochzeit. gatta durch, an der außer ihren Mitgliedern der Wetzlarer Kanu-Klub, die Gießener Ruder-Gesellschaft und der Gießen-Wiesecker Kanu-Club beteiligt waren. Die Wettfahrtleitung hatte der Gießener Dereinsführer Dr. Schwarzmaie r. Die Strecke betrug 1000 Meter unb reichte vom Kieswerk Rüb- samen, von wo gestartet wurde, bis zum Bootshaus der Paddlergilde. Am Start waren vorwiegend Nachwuchskräfte, denen eine Gelegenheit geboten werden sollte, Erfahrungen für das im Juli stattfindende (Sautreffen zu sammeln und sich auf diese größere Regatta vorzubereiten. So waren auch das Rennen im Einer- Faltboot und das im Zweier-Wanderfaltboot für Anfänger ausgeschrieben. Lediglich ein Rennen im Einer-Faltboot war für Junioren bestimmt. Das Einer-Faltboot-Rennen für Anfänger bestand aus drei Läufen. Bei günstigem Wetter wurden verhältnismäßig gute Zeiten herausgefahren. Dabei gab es einige spannende Momente, namentlich durch das Zutun der Wiesecker Kanuten. Im ersten Lauf des Einer-Faltboot-Rennens setzte sich Erich Wagner von der GRG. durch ruhiges und sicheres Fahren gegenüber dem dichtauf folgenden Gießen-Wiesecker Karl Schnell durch. Im zweiten Lauf • lieferten sich die Gießen-Wiesecker Ernst Deibel und Hugo Kreiling ein forsches Rennen bei dem E. Dei - bei besser durchstand. Den 3. Lauf konnte der Wetzlarer Willi Brück vor dem Gießener Willi Schmidt (Gießener Paddlergilde) für sich entscheiden. — Im Einer-Faltboot für Junioren gab es einen spannenden Kampf zwischen Stein (Wetzlar) und Esser (Gießen). Esser war dadurch im Nachteil, daß er beim ersten Startversuch kenterte, er kam auch schlechter vom Start weg, so daß der Wetzlarer Kamerad Stein durch letzten (Einsatz Sieger wurde. Auch beim Rennen im Zweier-Wanderfaltboot für Anfänger setzten sich H. Ruckes und A. Trechsler gegenüber E. Lohr und K. Rohn, wenn auch mit einem knappen Vorsprung, durch. > Die Ergebnisse. 1. Rennen, Einer-Faltboot für Anfänger: 1. Lauf: 1. Erich Wagner, GRG., 5:48 Min.;*2. Karl Schnell, Wiesecker KC., 5:54,5 Min.; 3. Hans Weil, GRG. (außer Konkurrrenz). 2. Lauf: 1. Ernst Deibel, Wiesecker KC., 5:48,2 Min.; 2. Hugo Kreiling, Wiesecker KC., 5:55,5 Min.; 3. Kurt Weil, GRG., 6:20 Min. 3. fiaufr 1. Willi Brück, Wetzlarer Kanu-Klub, 5:49,5 Min.; 2. Willi Schmidt, G. Paddlergilde, 5:55,1; 3. Willi Weller, Wiesecker KKl., 6:07 Min. 2. Rennen: Zweier-Wandersaltboot für Anfänger: 1. H. Ruckes - A. Trechsler, Wiesecker KC., 5:20 Min.; 2. E. Lohr - K. Rohn, 5:26,5 Min.; 3. K. Sommer- lad » K. Wehrmann, 5:30 Mn.; 4. L. Hildebrand - A. Märlender (beide Wiesecker KC.), 5:40 Minuten. ■ 3. Rennen: Einer-Faltboot für Junioren: 1. Gotth. Stein, Wetzlarer KKl, 5:14; 2. Karl Esser, G. Paddlergilde, 5:25,5 Min. Achtungserfolg ' unserer Olympiakandidaten. Futzballtampf Reichsauswahl — Böhmen/Mähren 3:3 (1:1). Das erste der vier Lehrspiele, die in den nächsten Togen zwischen deutschen Auswahlmannschaften und der Protektoratself von Böhmen und Mähren im Hinblick auf Helsinki 1940 zum Austrag kommen, endete am Sonntag mit einem schönen Achtungserfolg einer verhältnismäßig jungen Reichsmannschaft. Im Berliner Olympiastadion erlebten 55 000 Zuschauer — darunter bemerkenswert viele Prager — ein feines Spiel. Die frühere tschechische Nationalmannschaft zeigte ein hochentwickeltes technisches Können, das kaum noch eine Steigerung zuläßt. Unsere Elf überzeugte durch braven Einsatz unb taktisch kluges Spiel. Das Unentschieden 3:3 (1:1), das am Ende herauskam, wird somit den beiden Mannschaften gerecht. Der Verlauf des Kampfes war bei wiederholt wechselnder Führung denkbar spannend und befriedigte die Zehntausende vollauf. Die Mannschaften stellten sich dem Frankfurter Schiedsrichter Fink in den vorgesehenen Aufstellungen wie folgt: Böhmen-Mähren: Tor: Boksay (Slavia); Burger, Ctyroky (beide Sparta); Kostalek, Boucek, Kolsky (alle Sparta); Ri ha, Senecky (beide Sparta), Dican, Kopecky (beide Slavia), Nejedly (Sparta). Deutsche Auswahl: Tor: Jakob (Jahn Regensburg); Müsch (SV. Troisdorf), Streitle (Bayern München); Rohde (Eimsbüttel), Heermann (SV. Waldhof), Männer (Hannover 96); Lehner (Schwaben Augsburg), Gellefch (Schalke 04), Schweißer (SD. Dessau 05), Hänel (BC. Hertha), Urban (Schalke 04). 93 goldene Medaillen. Nach Beendigung der Ostpreußenfahrt für Krafträder unb Wagen nahm Korpsführer Hühnlein am Samstagmorgen in Königsberg die Siegerehrung vor unb verteilte insgesamt 93 goldene, 117 silberne und 4 bronzene Medaillen. Die goldenen Medaillen fielen an 51 Ausweis- und 25 Lizenzfahrer in der Einzelwertung. Don den Mannschaften errangen bei den Ausweisfahrern 6 und bei den Lizenzfahrern 11 diese höchste Auszeichnung. Die goldene Medaille wurde übrigens, entgegen der ursprünglichen Absicht, an Einzelfahrer nur vergeben, wenn sie ohne jeden Strafpunkt blieben. 1. Kreis - Kurzstrecken - Kanu - Regatta. Die Gießener Paddlergilde führte am Sonntag teuf der Lahn ihre 1. Kreis-Kurzstrecken-Kanu-Re- Gruppe 4. Die Münchener unterlagen am Sonntag auf eigenem Gelände den Wienern 8:11 (3:4). Der TD. Altenstadt, der vor einer Woche dem Ostmark-Meister das Nachsehen gab, bezwang diesmal wieder zu Hause den badischen Meister SD. Waldhof 5:4 (2:3) und hat nun — theoretisch — ebenfalls noch Aussichten auf den Gruppensieg. Deutsche Fußball-Meifterschast. Oer HSV. am Ziel. - VfR. Mannheim und Fortuna glatt geschlagen. Mit 11:5 (6:1) Toren blieben die Leipziger erfolgreich und können jetzt den letzten Kampf verlieren, ohne daß der Gruppensieg gefährdet würde, aber damit ist ja kaum zu rechnen. Der Schlesien- Meister MSB. JR. 49 Carowitz hotte sich in Stettin ebenfalls beim Rückspiel gegen die Stettiner Polizisten mit 13:7 (6:3) Toren einen sicheren Sieg. Auch in der btitten Gruppe fiel erwartungsgemäß die Entscheidung zugunsten des Niederrhein-Meisters Lintforter SD., der zu Haufe dem Vertreter des Gaues Hessen ff Arolsen sicher mit 10:3 (6:1) Toren das Nachsehen gab. Die Aachener waren am zweiten Mai-Sonntag in Ludwigshafen beim Meister des Gaues Südwest zu Gast und siegten mit MSV. Barbara unterliegt in Hanau ehrenvoll 5:7 (2:3). Nach langer Zeit zeigten die Gießener Artilleristen wieder einmal ein gefälliges Spiel. Sie hatten das Vorspiel gegen die Tg. Hanau in Gießen 4:11 verloren, und man erwartete daher nicht viel von dem Spiel in Hanau. Aber es kam anders. Trotzdem der MSV. mit Ersatz antrat, lieferte er ein gutes Spiel, das er bet etwas mehr Glück glatt hätte gewinnen können. Großes Pech verhinderte den durchaus möglichen Sieg. Man zählte mehr als fünf Lattenschüsse, die die Gießener aus freier Position anbrachten. Den Ausschlag für die Einheimischen gab das bessere Ausnutzen der Strafwürfe. 5 der 7 Tore, die die Gastgeber schossen, resultierten aus Strafwürfen, während die Soldaten aus keinem der vielen ©trafmürfe Nutzen ziehen konnten. Die Mannschaft des MSV. war für dieses Spiel ganz umgebaut. Da Winden und Ollhoff fehlten, spielten sie mit Frese; Eckrich, Jllmann; Möckel, Richter, Frese; Grund, Hofmann, Weiler, Heimann, Hahn. Das Spiel war zunächst verteilt, und es dauerte lange, bis die ersten Tore fielen. Das Führungstor der Gastgeber glich der MSV. bald aus, und auch als die Hanauer ein zweites Mal in Führung gingen, ließ der Ausgleich nicht lange auf sich warten. Kurz vor der Pause gab der Hanauer Unparteiische einen unberechtigten 13-Meter, der die Soldatenelf etwas durcheinander brachte. Diese Verwirrung nützte die Turngemeinde in der zweiten Hälfte durch wuchtige Angriffe auch und erhöhte von 3:2 schnell auf 5:2. Erst dann kamen die Artilleristen wieder zum Zuge, und es gelang ihnen sogar, das Spiel überlegen zu gestatten. Zwei Strafwürfe der Hanauer brachten das 7:3. Jetzt fetzten die Gäste zu einem schönen Endspurt an. Sie verkürzten durch zwei schnelle Durchbrüche auf 5:7 und waren dem Ausgleich oft nahe. Aber das Schicksal wollte es anders. Neben den schon erwähnten Lattenschüssen vereitelte der gute Torwart des Gegners weitere lor'e. Die Hanauer konnten ftoh jein, das 7:5 bis zum Schlußpfiff zu hatten. Aus der Elf des Siegers ragte kein Mann heraus. Alle Posten der Mannschaft waren gut besetzt und die Ausgeglichenheit der Hanauer war erstaunlich. Bei den Gießenern zeigte die Läuferreihe eine gute Leistung. Richter war der beste Mann auf dem Platz, er hatte nur Pech mit feinen Schüssen. Die Hintermannschaft war gut, während der Sturm nicht ganz befriedigte. Hier fehlte vor allen Dingen ein Strafstoßschütze und das schnelle Durchstoßen bei den Angriffen. Im Kombinieren zeigten die fünf Stürmer hervorragendes. hätte. Gleich zu Beginn hatten die Blau-Weißen eine große Chance, die jedoch das Ziel weit verfehlte. Fürs erste nahm man dies noch hin in der Hoffnung, daß es sich mit dem weiteren Verlauf bessern würde. Doch weit gefehlt, das Stürmerspiel wurde mehr und mehr befangen. Und das, was in so manchem Verbandsspiel offenbar wurde, trat gestern mit aller Deutlichkeit hervor, nämlich daß teoen, uu« me y>u|ie o«"‘ /■ * Sturm der Blau-Weißen in der Zeit der größ- konnten. Spater siel noch durch Ueberlegenheit nicht zu Torerfolgen kommen I vierte Tor für Die Gaste. 5 20:7 9:1 5 6:10 4:6 5 7:11 4:6 5 7:12 3:7 2. 1 4:1 2:0 1 1:4 0:2 3. 5 13:12 7:3 6 20:11 7:5 6 12:16 5:7 5 5:11 3:7 4. 5 13:5 8:2 5 12:7 8:2 5 9:10 4:6 5 4:16 0:10 Sporttag des Sturmbannes 1/83. ^-Standarte I WWWWUWWWWWWWWWWWWU^MMsWI 10 X 100-m-Hindernis-Pendelstaffel. Der Sturmbann 1/83. ff-Standarte führte gestern in Friedberg die diesjährigen Frühjahrswettkämpfe durch. Die Veranstaltung nahm, begünstigt durch herrliches Frühlingswetter, einen in allen Teilen wohlgelungenen Verlauf. Die sportlichen Wettkämpfe, die sich über den ganzen Vormittag erstreckten, brachten zum Teil sehr gute Leistungen, die beredtes Zeugnis waren für die konsequente Trainingsarbeit innerhalb der einzelnen Stürme. Eingeleitet wurde der Tag mit einer feierlichen Flaggenparade am Wettkampfort, dem Sportplatz der Turngemeinde. Dann begannen sofort die Kämpfe; denen neben zahlreichen Zuschauern auch eine ganze Reihe von Ehrengästen beiwohnten. Den Auftakt der Kämpfe bildete der Mannschaftsvierkampf, der aus Weitsprung, Kugelstoßen, Handgranatenweitwurf und 100-Meter-Laus bestand. Sehr beachtlich waren hier vor allem die Laufzeiten, die trotz schwieriger Bahnverhältnisse erzielt wurden. In der lOXlOO-Meter-Hindernis-Pendel- staffel war der Sieg den Friedberger ff-Männern ebensowenig zu nehmen, wie im 1500-Meter-Mann- schaftslauf. Hier wurden allerdings für die Gießener Mannschaft lediglich drei Zehntel Sekunden mehr gestoppt. Auch im Orientierungsmarsch, der über eine 7 Kilometer lange Strecke führte, endete die Mannschaft des Sturmes 4 auf dem ersten Platz. Rach dem Mittagessen, das die Stürme in der Wartturmkaserne einnahmen, und einer kurzen Ruhepause fand im Burghof ein Schlußappell statt, bei dem der Führer, des Sturmbannes, Obersturm- führer S t a st n y--H a i n , die Siegerehrung vornahm. Im Mittelpunkt dieses Appells, dem auch der Führer der Standarte, Obersturmbannführer Frosch beiwohnte, stand eine Ansprache des Kreisleiters Pg. Backhaus. Er sprach in großen Zügen über die geschichtliche Entwicklung Großdeutschlands, den Einsatz der Kampforganisationen der Bewegung und die befanden Aufgaben der ff. Der Appell klang aus in einem Treuegelöbnis zum Führer und den Liedern der Nation. Anschließend fand auf der Kaiserstraße noch ein Vorbeimarsch vor dem Kreisleiter und dem Führer der 83. ff- Standarte statt. Die Siegerliste. Mannschafts-Vierkampf: 1. Sturm 4 (Friedberg) 1135,5 Punkte; 2. Sturm 2 (Wetzlar) 1111,8 P.; 3. Sturm 3 (Hungen) 1061 P.; 4. Sturmi (Gießen) 965,3 Punkte. Die besten Einzelsieger: 1. Künstler 2339 P.; 2. Eisenreich 1981 P.; 3. Süßenberger 1963 P., sämtlich Sturm 4/83. 10X100-Meter-Hindernis-Pendelstaffel: 1. Sturm 4 (Friedberg) 3:32,7 Min., 580 P.; 2. Sturm 2 (Wetzlar) 3:46,1 Min., 440 P.; 3, Sturm 1 (Gießen) 3:52,2 Min., 380 P.; 4. Sturm 3 (Hungen) 3:59,1 Min., 310 P. 1500-Meter-Mannschaftslauf: 1. Sturm 4 (Fried- b'erg) 6:2,2 Min.; 2. Sturm 1 (Gießen) 6:2,5 Min.; 3. Sturm z (Wetzlar) 6:2,8 Min.; 4. Sturm 3 (Hungen) 6:8 Min. Orientierungsmarsch: 1. Sturm 4 (Friedberg) 360 P.; 2. Sturm 1 (Gießen) 337 P.; 3. Sturm 3 (Hungen) 336.5 P.; 4. Sturm 2 (Wetzlar) 320 P. Handball-Blitzturnier: Sturm 4 (Friedberg) gegen Sturm 2 (Wetzlar) 2:1; Sturm 1 (Gießen) gegen Sturm 3 (Hungen) 1:1 n. V.; Sturm 3 Lossieger; Sturm 4 (Friedberg) gegen Sturm 3 (Hungen) 3:1. Sieger des Turniers: Sturm 4 (Friedberg). Zu dem gestern vormittag stattgehabten, von der Ortsgruppe Gießen des NSRL. in Gemeinschaft mit dem Kreisfachamt Leichtathletik durchgeführten traditionellen Gießener Grotzstaffellauf „Rund um die Anlagen" hatten 23 Mannschaften mit insgesamt 275 Läufern ihre Meldung abgegeben. Das schöne Frühlingswetter, dichtgedrängte Zuschauerreihen und nicht zuletzt die sportfrohe Jugend selbst gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Nicht unerwähnt soll auch bleiben, daß der Musikzug der Standarte 116 wieder durch schöne Weisen die vor dem Stadttheater Anwesenden unterhielt. Die Läufe konnten sich dank der guten Absperrmaßnahmen unserer Gießener Polizei glatt abwickeln und brachten wieder schönen Sport. Die Ergebnisse: Hauptklasse (Streckeneinteilung: 200, 200, 400, 1000, 400, 200, 200, 200, 100, 100 Meter): 1500-m-Mannschaftslauf. — (Aufnahmen [2]: ff. st /• ww 1. SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen 6:52,1 Min.; 2. Universität Gießen 6:54,5 Minuten. Der Mangel, daß nur.zwei Mannschaften . am Start waren, wurde durch den Lauf selbst ausgeglichen. Nachdem sich anfänglich die Universität einen kleinen Vorsprung verschafft hatte, waren dann auf dem größten Teil der Strecke die Läufer beider Parteien auf gleicher Höhe. Den Vorsprung, der beim Zieleinlauf 20 Meter betrug, holten die auf den letzten 200- Meter-Strecken aufgestellten SA.-Männer heraus. Klasse B (Streckeneinteilung wie Hauptklasse): 1. Schiklub Gießen 7:15,1 Min.; 2. Ruderklub „Hassia" 7:29,2 Min. Die beiden Kontrahenten lieferten sich einen frischen Kampf, den schließlich der Schiklub einmal mehr für sich entschied. Klasse C für Formationen (Streckenaufteilung wie Hauptklasse): 1. II. Bataillon JR. 116 Gießen 7:01,4 Min.; 2. Luftwaffe Gießen 7:04 Min.; 3. Nationalsoz. Fliegerkorp., Sturm 6/75 Gießet 7:32,2 Min.; 4. NSKK. 4 M/147 Gießen 7:39,5 Minuten. Hier zeigte der Kampfoerlaus, daß sich auseinanderzusetzen hatten die beiden Wehrmachtsmannschaften einerseits und die beiden Vertretet der Gliederungen anderseits. Bei dem dritten Wechsel hatten die Flieger ein kleinesPlus, ihr nunmehr den Stab übernehmender 400-Meter-Mann büßte jedoch den Vorsprung wieder ein und stürzte auch noch. Die Jnfanteristen-Führung wurde zwar sogleich nod) einmal unterbrochen, dann aber durch den prächtigen Lauf des zweiten 400-Meter-Mannes endgültig sichergestellt. Klasse für Dereinsjugendmann» schäften (Streckeneinteilung: 100, 100, 100, 100, 200, 200, 1000, 400, 200, 100, 100, 100, 100, 100, 100 Meter): 1. Spvgg. 1900 7:02,5 Min.; 2. VfB.- Reichsbahn 7:09,7 Min. Die 1900er-Jungen, die schon im Vorjahre gutes Können gezeigt hatten, konnten zwar sogleich die Führung übernehmen, gegen die ebenfalls tapfer laufenden VfBer jedoch vorerst keinen merklichen Boden gutmachen. Erst beim 400-Meter-Mann machten sich die Blauweißen frei und siegten schließlich sicher mit 70 Meter Vorsprung. Klasse für H i t l e r - I u g e n d - G e f o l g - schäften (Streckeneinteilung wie bei Vereinsjugend): 1. Gefolgschaft 2/116 7:11,3 Min.; 2. Gefolgschaft 1/116 7:16,6 Min.; 3. Marine-Gefolgschaft 7:32 Min.; 4. Gefolgschaft 3/116 1. Mannschaft; 5. Gefolgschaft 4/116; 6. Fliegergefolgschaft; 7. Gefolgschaft 3/116 2. Mannschaft. — Ein Feld, wie man es sich wünscht! Der Favorit und Vorjahrssieger, Gefolgschaft 2/116, rechtfertigte seinen guten Ruf und ging auch diesmal wieder als erster durchs Ziel. Allerdings folgte die Gefolgschaft 1 in nicht allzu großem Abstand und auch noch in guter Zeit. Frauenklasse. Dereinsmeisterschaften (10 Läuferinnen! über je 100 Meter): 1. Mto. Gießen 2:30,8 Min.; 2. VfB.-R. 2:32,4 Min. Es war ein schöner Kampf, den der Mto. dank seiner ausgeglicheneren Mannschaft für sich entscheiden konnte. BDM. - Ortsgruppen ° Mannschaften (10 Läuferinnen über je 100 Meter): 1. Ortsgruppe Ost 2:40,8 Min.; 2. Ortsgruppe Mitte 2:49 Min.; 3. Ortsgruppe Nord 3:23,5 Min.; 4. Ortsgruppe Süd. Die Mädel von Ost zeigten sich ihren Mitbewerberinnen klar überlegen. Am Startplatz Ecke Gartenstraße und Hitlerwall Sekunden vor dem Start. ■ M. Augenblicksbild vom ersten Stabwechsel. (Aufn. [2]: Neuner, Gieß. Anz.) r V /1 - I: UM S: ,fluni» um die Anlagen' wieder ein schöner Erfolg Samstagabend entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Sohn Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Döringer im Alter von 30 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Emma Döringer, geb. Schnabel und Kinder. Gießcn-Wieseck, den 15. Mai 1939. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Mai. nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Rabenauer Straße 32 aus statt. ________________________________________________________________35581") Frau Anna Gatzert, Lang-Göns, den 15. Mai 1939. 02455 Für die liebevolle Anteilnahme und zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang meines lieben Gatten sage ich aut diesem Wege meinen tiefgefühlten Dank. I Einspaltige "s Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! tisenmahef ghlauchwagen uartensdilaudi Edgar BORRMANNf Gießen, Neustadt 5-7, Ruf 4165 n.4156 Mietgesuche Suche gut möbliertes Zimmer Nähe Kliniks- viertel. 02458 J. Enke Hotel Hovteld. Vermietungen In Wieseck 3-Zim.-Wohng. mit Badmitbe- nutzg. (Neubau) zum 15. 6. 1939 zu vermieten. Schriftliche Angebote u. 3556D an b. Gieß. Anz. Erster Herren-Friseur sofort oder später gesucht am 21. Mai! Heller, trockener lagene (cn. 45 qm) auch als Werkstatt geeignet, sofort zu vermiet. 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