Nr. 63 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 15. März IM Erlchemi tügltch. auher Sonntags und Feierlags Beilagen: Die Illustrierte Eie,;euer Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von etnzelnen Nummern infolge höherer (ßetDaU ^ernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Zronifuri am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerel L. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschaftrftelle: 5chulftratze 7 Annahme von Anzeige« für öie Mittagsnummer bis8' /,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf.. für Text- angeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Dereinbg 25\ mehr. Grmätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Eelegenheilsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- aen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenORpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer nimmt das tschechische Volk unter den Schuh des Deutschen Reiches. Deutsche Truppen als Träger des Willens der deutschen Reichsregierung in Böhmen und Mahren eingerückt. — Wieder, Herstellung von Ruhe und Frieden. — Der Führer gewährleistet dem tschechischen Volke artgemäße autonome Entwicklung seines völkischen Lebens. — Die mährische Landeshauptstadt Brünn von deutschen Truppen beseht. — Keinerlei Widerstand. Sr. Sachas Besuch in Berlin. Das Abkommen mit dem Führer. Berlin, 15. März. (DRB. Funkspruch.) Der tschechische Staatspräsident Dr. hacha traf in Begleitung des tschechischen Außenministers Lhvalkowsky um 1.10 Uhr zu einer Besprechung mit dem Führer In der neuen Reichskanzlei ein. 3m Ehreuhof schritt der Staatspräsident die Front der angetretenen Kompanie der ff-£eib- ftanbarte ab, während der Musikzug den präfenfiet- marsch intonierte. Der Fü h r e r empfing Staatspräsident Dr. hacha in feinem Arbeitszimmer. Bei der Besprechung waren von deutscher Seite zugegen: Ministerpräsident Generalfeldmarschall G ö r i n g, der auf Wunsch des Führers seinen Urlaub in Italien unterbrochen hatte vnd gegen 18 Uhr in Berlin eingetrosfen war, sowie der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop. Rach einer ersten dreiviertelstüvdigen Besprechung zogen sich der Staatspräsident und Außenminister Lhvalkowsky zur Beratung sowie zu Linzelbesprechungen mit Ministerpräsident Generalfeldmarfchall Göring und Reichsminister von Ribbentrop zurück. Nach Wideraufnahme der Besprechung beim Führer wurde um 3.55 Uhr folgendes Abkommen -unterzeichnet: „Der Führer hat heute In Gegenwart des Reichs- Ministers des Auswärtigen, von Ribbentrop, den tfchecho-flowakischen Staatspräsidenten Dr. hacha und den tfchecho-flowakischen Außenminister Dr. Lhvalkowsky auf deren Wunsch in Berlin empfangen. Bei der Zusammenkunft ist die durch die Vorgänge der letzten Wochen auf dem bisherigen tschecho-slowakischen Staatsgebiet entstandene Lage in voller Offenheit einer Prüfung unterzogen worden. Auf beiden Seiten ist übereinstimmend die Ueberzeugung zum Ausdruck gebracht worden, daß das Ziel aller Bemühungen die Sicherung von Ruhe, Ordnung und Frieden in diesem Teile Mitteleuropas sein müsse. . Der tfchecho-flowakische Staatspräsident hat erklärt, daß er, um diesem Ziele zu dienen und um eine endgültige Befriedung zu erreichen, das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertraue ns voll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches legt Der Führer hat diese Erklärung angenommen und seinem Entschluß Ausdrmk gegeben, daß er das tschechische Volk unter den Schuh des Deutschen Reiches nehmen und ihm eine seiner Eigenart gemäße autonome Entwicklung seines völkischen Lebens gewährleisten wird. Berlin, 15. März 1939. gez. Adolf Hitler gez. Dr. hacha gez. von Ribbentrop gez. Dr. Lhvalkowsky." Eine Proklamation des Führers. Sicherung einer grundsätzlichen Regelung im böhmisch-mährischen Raum im Sinne einer tausendjährigen Geschichte. Berlin, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Der Führer erläßt folgende Proklamation: An das deutsche Volk! Nachdem erst vor wenigen Monaten Deutschland gezwungen war, seine -in geschlossenen Siedlungsgebieten lebenden Volksgenossen gegenüber dem unerträglichen terroristischen Regime der Tschecho-Slowakei in Schuh IN nehmen, zeigten sich in den letzten Wochen steigend erneut gleiche Erscheinungen. Dies muß in pitttm Raume, in dem so viele Hat ionali- i äten nebeneinander leben, zu unerträglichen Zuständen führen. Als Reaktion auf diese Zustände und die erneuten Angriffe gegen das Leben der Volksgruppen, haben ssch diese nunmehr von präg losgelöst. Die Tschecho-Slowakei hat damit anfgehört, zu i'xistieren. Seit Sonntag finden in vielen Orten wüste Exzesse statt, denen nunmehr aber wieder zahlreiche Deutsche zum Opfer fielen. Stündlich mehren sich die Hilferufe der Betroffenen und Verfolgten, "us den vottreichen deutschen Sprachinseln, die die Großmut Deutschlands im vergangenen Herbst bei der Tschecho-Slowakei beließ, beginnt ' wieder ein Strom von Flüchtlingen von um hab und Gut gebrachten Menschen in das Reich zu fließen. Eine Fortdauer der Zustände muh zur Zerstörung der letzten Ordnung in einem Gebiet führen, an dem Deutschland lebens- ! wichtig interessiert ist, ja das selbst über tausend 3ahre lang zum Deutschen Reich gehörte. Um diese Friedensbedrohung nunmehr endgültig zu beseitigen, und die Voraussetzungen für die erforderliche Reuordnung in diesem Lebensraum zu schaffen, habe ich mich entschlossen, mit dem heutigen Tage deutsche Truppen nach Böhmen und Mähren einmarschieren zu lassen. Sie werden die fer- ’ roriffifdjen Banden und die sie deckenden tschechischen Streitkräfte entwaffnen, das Leben aller Bedrohten in Schuh nehmen und somit die Grundlagen für die Einführung einer grundsätzlichen Regelung sichern, die den Sinn einer tausendjährigen Geschichte und den praktischen Bedürfnissen des deutschen und des tschechischen Volkes gerecht wird. | Berlin, 15. März 1939. gez.: Adolf Hitler. Befehl des Führers an die Wehrmacht. Deutsche Soldaten als Willensträger des Reichs. - Schuh von Leben und Eigentum. — Prag befiehlt: keinen Widerstand. Berlin, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Arn Sage des Einmarsches der deutschen Truppen in Böhmen und Mähren hat der Führer folgenden Befehl an die deutsche Wehrmacht erlaßen: Die Tschecho-Slowakei befindet sich In Auflösung. In Böhmen und Mären herrscht unerträglicher Terror gegen deutsche Volksgenossen. Mit dem 15.März 1939 beginnend, werden daher Verbände des deutschen Heeres und der l eutschen Luftwaffe in das tschechische Staatsgebiet einrücken, um hier Leben und Eigentum aller Bewohner des Landes gleichmäßig sicherzustellen. 3ch erwarte von jedem deutschen Soldaten, daß nr sich den Bewohnern des zu besehenden Gebietes tiegenüber nicht als Feind betrachte, sondern nur als Träger des Willens der deutschen Reichsregierung, in diesem Gebiet eine et- tr ägliche Ordnung herzustellen. Wo dem Einmarsch widerstand entgegen- geseht wird, wird er aber sofort mit allen Mitteln gebrochen werden. 3m übrigen seid Luch bewußt, daß 3hr als Repräsentanten Deutschlands den tschechischen Boden betretet Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht (gez.) Adolf Hitler. Die prager Regierung hat Befehl gegeben, dem Einmarsch der deutschen Truppen keinen Widerstand entgegenzusehen und ihren Anordnungen in jedem Falle Folge zu leisten. Deutsche Truppen im Vormarsch auf ihre Tagesziele m Böhmen und Nähren. Flugzeuggeschwader überflogen die Grenze. Berlin, 15. März. (DRB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Truppen des deutschen Heeres unter Führung des Generals der 3nfanterie Blaskowih und des Generals der 3nfan(erie L l ft haben Mittwoch früh die deutsch-tschechische Grenze überschritten und befinden sich im Vormarsch auf ihre Tagesziele in Böhmen und Mähren. Bereits gestern abend haben Verbände des Heeres und Teile der Ceib ff anbarte Adolf Hitler Mährifch-O st rau nndWitkowih beseht Geschwader der deutschen Luftwaffe unter Führung der Generale der Flieger Kesselring und Sperrte und des Generalleul.mnts Löhr haben heule zu gleicher Zeit die deutsch-tschechische Grenze überflogen. Deutsche Truppen in Brünn und Minik. Das tschechische Militär wartet in den Kasernen auf weitere Befehle. präg, 15. März. (DRB. Funkspruch.) Deutsche Truppen sind am Mittwochmorgen in die mährische Hauptstadt Brünn eingerückt Auch an den anderen Abschnitten bringen bie beutschen Truppen, an ber Spitze moforifierteftolonnen, überall rasch vor. Knapp nach 6 Uhr früh würbe bie Stabt Melnik, am Zusammenfluß ber Elbe unb Moldau, besetzt Zu Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. Die tschechische Bevölkerung verhält sich durchaus ruhig. Die deutsche Bevölkerung beginnt bereits Hakenkreuz sahnen zu hissen. Vom tschechischen General st ab wird dem Vertreter des Deutschen Rachrichtenbüros mitgeteilt: Aus Befehl des Ministers für Ratioual- verteidigung, Sirovy, sind alle Soldaten, Offiziere und Generäle an ihren Dienstplähen bzw. in ihren Kasernen zu finden und warten dort auf weitere Befehle. Der Minister für nationale Verteidigung selbst befindet sich mit allen feinen Mitarbeitern im Ministerium der Rationalverteidigung. Die in präg weilenden tschechischen Generäle sind im ©eneralffabsgebäube versammelt Die Verordnungen bezüglich der tschechischen Soldaten unb Offiziere gelten auch für biejenigen (9 e b i e t e, in bie bie beutschen Truppen bereits einmarschiert sinb. Das tschechische Militär wirb aus biefen Gebieten zunächst nicht zurückgezogen. Flaqaen heraus! Berlin, 15. März (DRB. Funkspruch.) Der Reichsminister für Volksausklärung unb propaganba Dr. Goebbels forbert bie gesamte Bevölkerung auf, aus Anlaß bes Einmarsches ber deutschen Truppen in Böhmen unb Mähren zu flaggen. Reifefperrt für Lohmen und Mähren. Berlin, 15. März. (DRB. Funkspruch.) 3eber Reiseverkehr (Ein- unb Ausreise) in bas unter beutschen Schuh gestellte böhmische unb mährische Gebiet ist bis auf weiteres gesperrt Für eine neue Ordnung. Im Zeitraum von noch nicht einmal einem halben Jahre haben die Prager Machthaber die Chancen und das politische Vermögen leichtfertig vergeudet, die Urnen durchs die Abkommen von München uyd Wien auf der Vertrauensgrundlage der Mächte gegeben waren. Die Slowakei hat den überfallartigen und militärisch von langer Hand vorbereiteten tschechischen Staatsstreich gegen Vreßbura damit beantwortet, daß sie in einer denkwürdigen Sitzung des Landtages unter Vorsitz des vom Vertrauen des Volkes getragenen Ministerpräsidenten Dr. Tiso die Unabhängigkeit ausrief. Gleichzeitig sind, aufs schwerste yerausgefordert durch militärische Grenzübergriffe der Tschechen, ungarische Truppenteile in die Karpatho-Utraine einmarschiert. Die slowakische Regierung hat also in Notwehr endgültig die Folgerungen gezogen, die aus dem Bruch so gut wie sämtlicher tschechischer staatsrechtlich binbenber Verpflichtungen herruhren. Zu diesen Verpflichtungen gehört u. a. die Vereinbarung von Sille in vom 6. Oktober 1938 mit ber klaren Feststellung des neuen staatsrechtlichen Status der Slowakei, ferner der Gesetzesentwurf über die Dezentralisierung der tschechischen Exekutive. Es ist wesentlich für die Beurteilung der jetzt herbeigeführten Entscheidung, daß dieser Gesetzentwurf nicht etwa außerhalb des Silleiner Abkommens aufgeftellt wurde, sondern einen integrierenden Bestandteil bes Vertrages bildet. Ferner ist darauf zu verweisen, daß Dr. Tiso und die von ihm seinerzeit gebildete Regierung durch eine einmütige Vertrauenskundgebung des gesamten slowakischen Volkes an die Spitze des Staates berufen wurde. Aber ein drittes, schwerwiegendes Moment kommt hinzu, das den Zerfall der Tschecho-Slowakei völlig offenbar macht. In feiner Rede vom 26. September im Berliner Sportpalast hat der Führer festgestellt, daß in den Jahren der „friedlichen" Entwicklung ber Tschecho-Slowakei nahezu 600 000 Deutsche das Land verlassen mußten, weil sie sonst hätten verhungern müssen, und er fügte hinzu: „Die gesamte Entwicklung seit dem Jahre 1918 bis 1938 zeigte eines klar: Herr Benesch war entschlossen, das Deutschtum langsam auszurotten! Und er hat dies auch bis zu einem gewissen Grade erreicht." Seit jenem Septembertag erfolgte durch München, b. h. nicht nur durch die Mächte der* Achse, sondern ausdrücklich auch durch Frankreich und England bie strenge Verpflichtung der Tscheche! auf eine loyale, menschenwürdige R e g i e r u n g s w e i s e im Sinne eines Kulturstaates; wir erinnern daran, daß die tschechische Antwort auf die Zustellung des Münchner Abkommens ausdrücklich auf die dringenden Empfehlungen Frankreichs und Englands Bezug nimmt! Was aber bricht von einem zum andern Tage aus der Prager Zentrale über das Land und über die im Lande verbliebenen Deutschen? Morde, Ueberfälle, Häusersprengungen, brutalste Mißhandlungen. Dazu die Brandlegung an ganzen von Deutschen bewohnten Dörfern und schließlich gar umfangreiche Mobilmachungsmaßnahmen. Dies alles, einschließlich schwerster Rechtsbrüche und Kapitalverbrechen, wird verübt von tschechischem roten Pöbel, den man mit Militärgewehren bewaffnet hat. Zur gleichen Stunde kommt aus Moskau bie Stimme des Sprechers der Komintern, die geradezu triumphierend auf die intakte, fest organisierte und einsatzbereite Masse von 60 000 Kommunisten in der Tscheche! hinweist.' Man braucht sich in diesem letzten Stadium des Zerfalls der früheren Tschecho-Slowakei nicht mehr mit der Feststellung aufzuhalten, daß alle diese Erscheinungen Zug um Zug, Stück für Stück die Geschichte der Terroristenherrschaft vom Mai bis Oktober 1938 wiederholen. Man muß vielmehr jetzt festellen, daß die zweite „Tschecho-Slowakei" ihre staatlichen Aufgaben genau so unerfüllt gelassen hat wie die erste. Diejenigen in Prag, die unter dem U PR OLMÜTZ •BRONN UNZ RUMÄNIEN -^KRAKAU STRAU Alz_ Ä KflRPATO- AKE «RAINE eCHUST1! Vr JGutb Freie Slowakei! slowa- Der slowakische Ministerpräsident Dr. Tiso beim Führer ien ia» Preßbu^rg, 14. März. (Europapreß.) Die ; der Slowakei wurde von der Ministerpräsident des neuen selbständigen slowakischen Staates wurde Präsident Tiso (links), Unterrichtsminister Sivak (Mitte), und Chef der Propaganda rst M a ch (rechts). (Scherl-Bilderdienst-M.) Gin jahrhundertelanger Traum erfüllt Rundfunkansprache des Ministerpräsidenten Tiso. auf die überf lüf f iu en Tschechen, die die slowakische Regierung, soweit sie es für notwendig erachte, Prag zur Verfügung stellen werde. Dies sei Sorge der Regierung, und es sollen sich daher keine ren Zeit. Die Herrschaft der A v a r e n dauerte bis gegen Ende des 8. Jahrhunderts. Es scheint sich dabei um eine nomadische Oberschicht gehandelt zu haben, denn die Slowaken saßen unter ihnen bereits in ihren jetzigen Siedlungen. Die Slowaken waren sprachlich und rassisch schon immer von den Tschechen unterschieden, wie denn überhaupt bei den Slowaken ein starker Einschlag nordischen Blutes erkennbar ist Anfang des 9. Jahrhunderts war Neutra der Sitz eines slowakischen Fürsten namens Pribina, der sich dem Christentum zuneigte, das später durch den Slawenapostel Methodius eingeführt wurde. Methodius war auch Erzbischof von Neutra. Als die U n g a r n Ende des 9. Jahrhunderts das Land nahmen, gehörte die westliche Slowakei zum G r o h m ä h r i s ch e n Reiche Swatopluks, das aber nur wenige Jahrzehnte bestand und unter seinen Söhnen zerfiel. Swatopluk war kein Tscheche, sondern ein Mähre. Die Mähren bezeichnen sich heute noch bei den Volkszählungen vielfach als Nation, als morovani. Don Ende des großmährischen Reiches bis in die Neuzeit gab es überhaupt keine intimen Berührungspunkte zwischen den Slowaken, die unter ungarischer Oberherrschaft als Bauernvolk lebten, und den Tschechen. Die Grenze gegen Mähren und gegen Polen blieb im Laufe der Jahrhunderte unverändert. Erst unter den Hussiten wurden die Bezie- Hungen zwischen den Slowaken und den Tschechen etwas enger, aber ein Uebdrspringen des Huffiten- tums auf die Slowakei, also auf Oberungarn, wie das Gebiet damals genannt wurde, unterblieb. Die Einfälle hussitischer Heerhaufen in das Land wiederholten sich von 1423 bis 1434, feit 1428 fast alljährlich. bis 1434 die Stoßkraft der Tschechen durch ihre Niederlage bei Lipan endgültig gebrochen wurde. In den dann folgenden wirren Zeiten konnte Jiskra von Brandeis als Condottieri eine gewisse Machtstellung unter den ungarischen Königen erringen. Er bekämpfte sogar gegen Geld den Böhmenkönig Georg von Podiebrad, ebenso nahm er für den ungarischen Hochadel Partei gegen Johann Hunyadi Als sich die Reformation in Oberungarn auszubreiten begann, wurden vor allem die Deutschen, die damals die Kulturbringer des Ostens waren, davon ergriffen, besonders die Deutschen in der Zips. Wenn auch hin und wieder Wechselwirkungen zwischen den Slowaken und den Tschechen aus religiösen Gründen bestanden, so hörten sie doch bald auf. Dom 17. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein leb- eine freudig erregte Menschenmenge, die das Ereignis lebhaft besprach. Im übrigen verlassen die tschechischen Gendarmen fluchtartig die Slowakei. Unter dem Militär hat eine Sortierungsaktion begonnen, indem die tschechischen Staatsangehörigen nach Böhmen und Mähren zurückbefördert werden, während die Slowaken in der Slowakei verbleiben. Oie Slowakei ersucht die Mächte um Anerkennung des neuen Staates. Preß bürg, 15. März. (DNB.) Der Außenminister der Slowakei, Dr. D u r c a n s k y , hat an alle Staaten eine Note gerichtet, in der er die Schaffung eines selbständigen Staates Slowakei und die Uebernahme der Präsidentschaft durch Dr. Tiso mitteilt. Gleichzeitig suchte er um d i e Anerkennung des neuen Staates nach. Oie ünabhängigkeitserktärung der Slowakei Ministerpräsident Tiso bildet eine neue Regierung. rechtlich untragbar, denn der slowakische Landtag hat der Landesregierung noch am 23. Februar einstimmlgseinDertrauenausgespro- chen. Das Dorgehen des Präsidenten der Republik ist verfassungswidrig. So ist die Autonomie der Slowakei, die uns feit langem versprochen und im vergangenen Herbst endlich zum Gesetz erhoben worden ist, vernichtet worden. Damit aber haben die Beziehungen zwischen dem slowakischen und dem tschechischen Dolke ihre Rechtsgrundlage verloren. Alle unsere Bemühstngen, einen gesetzmäßigen Zustand wiederherzustellen, find vergeblich gewesen. Die Prager Regierung hat zu den Waffen gegriffen und eine Lage geschaffen, die nicht mehr die Beziehung zweier gleichberechtigter Völker, sondern das Diktat des tschechischen Dol- k e s über uns bedeutet, das uns feinen Willen auf« zwingen will. Die verantwortlichen Führer des tschechischen Volkes haben auf unseren guten Willen mit Gewalt geantwortet. Wir haben nichts gegen das tschechische Volk — aber dieses Volk steht unter der Herrschaft von Menschen, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. Wollen wir die Zukunft unseres Volkes sichern, so muffen wir das gemeinsame politische Leben mit dem tschechischen Volk beenden, und so haben wir uns entschlossen, das Selb st de stimmungsrecht für unser slowakisches Volk in vollem Umfange in Anspruch zu nehmen. Wir sind überzeugt, daß dieser Schritt im Inter- esse eines friedlichen Zusammenlebens zwischen dem tschechischen und dem slowakischen Volk, im Interesse der Geltendmachung des einem jeden Volk von Gott selbst verliehenen Selbstbestimmungsrechtes, im Interesse der Ruhe Mitteleuropas und der Slo- wakei, besonders iedoch im Interesse der Zukunft unseres eigenen heißgeliebten slowakischen Volkes notwendig gewesen ist. Indem wir also als gesetzmäßige Vertreter des slowakischen Volkes unsere souveränen Dolksrechte in Anspruch nehmen und zur Geltung bringen, erklären wir die Slowakei hiermit für unabhängig. preßburg, 14.Mr;. (DJU3.) Um 9 Uhr vormittags trat ein slowakischer 2H i n i ff e r r a I unter dem Vorsitz $ ibo r 6 zusammen. Es nahmen daran ferner teil: Tiso, Mach und Durcansky. Der Ministerrat formulierte eine Regierungserklärung Stoors, die dieser auf dem um 10.15 Uhr eröffneten Landtag verlas. Die Erklärung schloß mit der Demission der Regierung Sidor. Minister Tiso schilderte dann seine Berliner R e i s e, die unter dem tiefen Eindruck von der Persönlichkeit des Führers gestanden habe. Die Abgeordneten, die nach einer Panse wieder zusammentraten, verzichteten auf eine Aussprache und nahmen einstimmig die Erklärung Tisos, in der die S e l b st ä n d i g k e i t d e r S l o w a k e i ausgedrückt ist, an. Tlad) einer kurzen Pause trat der Landtag um 12.20 Uhr zur Mahl des slowakischen Staatspräsidenten und zur Ansammenstel- hing der Regierungsliste wieder zusammen. Es wurde folgende 2H i n i ff e r l i ff e bekannt- gegeben: Präsident und Ministerpräsident: Tiso, Stellvertreter: Tuka, Landesverteidigung: Aaf- los, Schule: Sivak, Inneres: Sidor, Aeuhe- res: Durcansky, Iustiz: Fritz, Finanzen: p r nein f f l, Propagandachef: Mach. Der Minlsterprästoent der unabhängigen Slowa- kei, Dr. Tiso, hat e i n e n A u f r u f erlassen, in dem es u. a. heißt: Slowaken! In dieser so ernsten Stunde wenden wir uns a I s rechtmäßige Vertreter des slowakl- schen Volkes an euch und alle Völker auf der Welt, die frei sind und deshalb völkische Freiheit am besten zu schätzen wissen. Die politischen Repräsentanten des tschechischen Volkes haben geglaubt, uns durch verschiedene Maßnahmen zur Kapitulation zwingen zu können. Der Präsident der Republik hat in der Nacht zum 10. März die slowakische Landesregierung in verfassungswidriger Weise ihres Amtes entsetzt. Dieses Vorgehen ist sowohl politisch wie Einfluß radikaler Elemente der Beneschzeit eine tolldreiste Rebellion gegen die Entscheidung der vier Mächte von München anzettelten, tragen vor der Geschichte die Verantwortung dafür, daß man nicht mehr von einer „Tschecho-Slowakei", sondern nur noch von der Slowakei, der Karpatho-Ukraine, von Mähren und Böhmen fprechen kann. Prag hat Europa wiederum an den Rand einer Krise gebracht. Die Kulturvölker Europas haben einen Anspruch darauf, daß sich eine derartige rvissenlosigteit nicht ein drittes Mal wiederholt Es ist daher eine europäische Mission, die Deutschland zufällt, wenn nun der Führer auf Ersuchen der nach Berlin gekommenen tschechischen Staatsmänner das tschechische Volk unter den Schutz des Deutschen Reiches nimmt und als Willensvollstrecker des Reiches zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung deutsche Truppen in Böhmen und Mähren em- rücken und deutsche Luftgeschwader die deutschtschechische Grenze überfliegen, um Garanten für den Schutz der deutschen Volksgruppen, aber auch Garanten für eine politische Neuordnung im boh- misch-mährischen Raum zu fein, die, wie es der Führer in seiner Proklamation an das deutsche Volk verkündet, „den Sinn einer tausendjährigen Geschichte und den praktischen Bedürfnissen des deut- schen und des tschechischen Volkes gerecht werden . So kommen die deutschen Truppen, wie schon in der Ostmark und im Sudetenland, auch diesmal nicht als Feinde, sondern auf Wunsch des tschechischen Staatspräsidenten als Hüter der Ordnung, unter deren Schutz die Grundlagen für eine grundsätzliche Regelung des Verhältnisses zwischen Deutschen und Tschechen gelegt werden können. Einzelpersonen anmaßen, diese Frage selbst zu lösen. In ähnlichem Sinne äußerte sich Tiso über die Notwendigkeit der Lösung der Judenfraae. Die Regierung habe bereits einen Gesetzentwurf über die Judenfrage ausgearbeitet und nur die letzten Ereignisse hätten es verhindert, daß dieser Entwurf nicht schon vom Parlament genehmigt worden sei. Jeder selbständige Eingriff zur Lösung der Judenfrage sei unzulässig und werde bestraft werden. Zum Schluß beschäftigte sich Ministerpräsident Tiso mit Wirtschaftsfragen. Die Glocken läuten die Freiheit der Slowakei ein. Die Proklamierung eines unabhängigen , kifchen Staates der mit deutscher Hilfe endlich die nationale Sehnsucht dieses Slawenvolkes verwirk- licht, setzt den Schlußpunkt unter eine mehr als tausendjährige völkische Entwicklung in diesem Raum. Die Geschichte des slowakischen Volkes, soweit sie von der europäischen Wissenschaft erhellt ist, beginnt etwa im 7. Jahrhundert, als von Osten her die A vor en und in deren Gefolge die Slawen in das herrenlose Land jenseits der Karpathen einruckten. Das Gebiet der jetzigen West-Slowakei, der Kleinen und Weißen Karpathen und der Mährischen Niederung war vorher von verschiedenen germanischen Völkerschaften besiedelt gewesen, die sich gegenseitig in der Herrschaft ablösten, bis schließlich die germanischen Scharen aller Stämme das Land verließen und nach Italien einbrachen. Immerhin wurden Reste von germanischen G e p i d e n noch zur Zeit Karls des Großen erwähnt, und es ist geschichtlich nach- gewiesen, daß in einigen abgelegenen Gebirgstälern der Slowakei germanische Siedlungen bis in unsere Zeit bestanden haben. Die bekannten deutschen Volksinseln der Slowakei stammen aus einer späte- Der in einem Sonderflugzeug von Preßburg nach Berlin gekommene slowakische Ministerpräsident Dr. Tiso wurde am Montag vom Führer zu einer Aussprache über die schwebenden Fragen empfangen. Im Vordergrund sitzen Reichsaußenminister von Ribbentrop (links) und Staatsminister Dr. Meißner (rechts). Ganz im Hintergrund (fast verdeckt) der slowakische Minister Durcansky. (Presse-Jllustrationen-Hofsmann-M.) die dielganzen Land lauteten nach Bekannt- ‘। werden der Nachricht die Kirchenglocken, und in allen Orten drängte sich durch die Straßen Preßburg, 14. März. (DNB.) Ministerpräsi- deut Dr. Tiso hielt am Dienstagabend eine Rundfunkansprache über die Gründung des selbständige slowakischen Staates, wobei er betonte, daß sich Di miteineJahrhundertelangenationale Sehnsucht erfüllt habe. Der selbständige slowakische Staat sei auf der gayzen Linie unabhängig. „Wir wollen mit allen Staaten", betonte der Ministerpräsident, „besonders mit den Nachbarn, nicht nur in guter Nachbarschaft, sondern auch in freundschaftlichem Einvernehmen leben und möglichst viele positive Beiträge zu den internationalen Beziehungen liefern." Tiso führte weiter aus, daß ausderVergan- * v u « - . VJ ... genheit alles entfernt werde, was zu ent- Autonomie-Erklärung fernen noch notwendig sei. Das beziehe sich vor allem | slowakischen Bevölkerung begeistert begrüßt. I m ten die Slowaken von den Tschechen tatsächlich räumlich und kulturell getrennt. Die magyarische Oberschicht kümmerte sich nicht um das Volk, das als „tot" bezeichnet wurde, was im Ungarischen soviel wie autochthon bedeutet. Das Slowakische konnte sich seit Jahrhunderten vollkommen selbständig entwickeln, aber es hatte keine eigentliche Schriftsprache Wer schreiben wollte, bediente sich des Lateinischen oder Ungarischen. Zwei Männer, der slowakische Priester Bernolak und der slowakische Politiker Sturm haben seit 1786 für eine selbständige slowakische Schriftsprache geworben, die aus den verschiedenen slowakischen Dialekten des Landes ausgewählt wurde, hauptsächlich aber aus der Sprache der Mittelslowakei. Auf der Preßdurger Sprachenkonferenz 1851 wurde d i e slowakische Schriftsprache geschaffen. Als nach 1876 die Magyarisierung einsetzte, mußten die Slowaken einen scharfen Kampf um ihre Muttersprache und um ihre Schriftsprache gegen die Ungarn führen. Nach dem Weltkriege setzten sie diesen Kampf gegen die Tschechen fort, die die Slowaken zu ent« nationalisieren trachteten Es war bezeichnend. daß es an der „slowakischen" Universität Preßburg nicht einmal einen Lehrstuhl für Slowakisch gab. Die Unterrichtssprache war tschechisch, und noch im November 1937 kam es deshalb zu Demonstrationen slowakischer Studenten gegen ihre tschechischen Lehrer Anstatt der Angleichung trat eine immer stärkere Reaktion ein. Das slowakische Volk, ein Bauernvolk von vielfacher Veranlagung, iugendkräftig und unverdorben, hat seit Jahrhun- oerten nur seinen Ackerboden bebaut und sich um die große Politik wenig gekümmert. Es konnte von sich wie Schillers Chor in der „Braut von Messina" sagen: Die fremden Eroberer kommen und gehen, Wir gehorchen, aber wir bleiben bestehen. Das ungarische Ultimatum. Budapest, 14. März. (Europapreß.) Wie der Amtliche Ungarische Nachrichtendienst meldet, hat der ständige Stellvertreter des ungarischen Außenministers, Johann Dörnle, am Dienstag, 15 Uhr, dem Budapester tschecho - slowakischen Gesandten Milosch Kobr eine Note überreicht, in der zunächst darauf hingewiefen wird, daß die Slowakei ihre Unabhängigkeit prokla- m i e r t habe und daß die ungarische Regierung Als aber die Tschechen in ihrer Herrschsucht und maßlosen Zentralisierungswut sogar die Individualität des slowakischen Volkes angriffen, wurde die Slowakei darauf gestoßen, daß sie als autonomes Gebildes das Recht und die Pflicht habe, sich selbst zu behaupten. Damit war der Eintritt der Slowaken in die europäische Geschichte Tatsache geworden. E. 8. davon überzeugt fei, daß die Tscheche!, die vor mehr als 20 Jahren unter Berufung auf das Selbst- bestimmungsrecht der Völker den tschecho-slowakischen Staat in die Reihe der selbständigen Staaten ein» geführt habe, bie Willensäußerung der slowakischen und ungarischen Bevölkerung der Slowakei mit entsprechendem rechtsgeschichtlichem Sinn zur Kenntnis nehmen und in vollem Maße achten werde Nichtsdestoweniger. so fährt die ungarische Note fort, machen die auf dem Gebiete der Karpatho-Ukraine jüngst stattgefundenen Ereignisse und die sich ständig wiederholenden Zwischenfälle, die einerseits den Frieden der an der Grenze wohnen» den ungarischen Bevölkerung gefährden, anderseits die Möglichkeit heraufbeschwören, daß ein Angriff auf die auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker für ihre Freiheit kämpfende Slowakei auch von diesem Gebiet aus in Vorbereitung sei, der ungarischen Regierung zur Pflicht, von der tschechischen Regierung zu fordern, daß 1. die Internierten ungarischer Nationalität sofort auf freien Fuß gesetzt werden. 2. der Verfolgung der Ungarftämmigen sofort ein Ende bereitet und ihnen gestattet wird, daß sie sich vollständig frei organisieren; 3. den ungarischen Selbstschutzformationen Waffen ausgeliefert werden; 4. daß mit der Räumung des Gebiets der Karpatho-Ukraine durch die tschechischen Truppen binnen oierundzwanzig Stunden begonnen wird; 5. daß Das Eigentum der ungarischen Untertanen und Angehörigen der ungarischen Volksgruppe in vollem Maße geachtet wird. Die ungarische Regierung betont zum Schluß' daß sie getreu ihrem allbekannten politischen Grundsatz keineswegs gleichgültig bleiben mürbe, wenn es zu einem tschechischen bewaffneten Ungarische Truppen in die Karpatho-Ukraine eingerückt. Angriff gegen die Slowakei an der karpatho- ukramisch-tsche cho-slowakischen Oren« kommen sollte. Die ungarische Regierung erwartet auf diese Rote binnen zwölf Stunden von der Ueber- reichung gerechnet eine Antwort, widrigenfalls sie für die Folgen in seder Hinsicht die Prager Regierung verantwortlich machen müßte. Die tschechische Regierung muß, nachdem die ungarische Rote am Dienstag um 15 Uhr überreicht wurde, ihre Antwort bis Mittwochfrüh 3 Uhr bekanntgeben. Oer Vormarsch der ungarischen Truppen in der Karpatho-Ukraine. Prag, 14. März. (Europapreß.) Der Vormarsch ungarischer Truppen in der Karpatho-Ukraine voll- zieht sich, wie die aus Chust einlaufenden Meldun- gen besagen, in folgender Weise: Drei Kolonnen haben in der Gegend von Ungoar die kar- vatho-ukrainisch-ungarische Grenze überschritten. Eine davon stößt in nördlicher, die zweite in nord- ö st l j ch e r und die dritte in östlicher Richtung vor. Die Spitze dieser Kolonnen befand sich in den Nachmittagsstunden des Dienstags ungefähr hundert Kilometer von Chust entfernt. Der Vormarsch vollzieht sich sehr vorsichtig. Minister R e • vay, der vor kurzem von der Prager Regierung abgesetzt worden ist, hat sich, wie verlautet, mit Sonderflugzeug von Wien nach Chust begeben. die sich der Unabhängigkeit der Slowakei auf das schärfste widersetzten, hätten selbst das Tempo der Ereignisse beschleunigt. Es zeige sich einmal mehr in der Geschichte, daß eine Nation am raschesten unter stärkster Unterdrückung reife. Prag habe aber auch der Zusammenbruch des Benesch- Staates nicht zur Besinnung gebracht. Das Echo in Belgrad. Bewunderung über die rasche Liquidierung des tschechischen Unruheherdes. Belgrad. 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die Art der Liquidierung des tschechischen Unruheherdes in Mitteleuropa hat das deutsche Ansehen in ganz Jugoslawien in unvorstellbarem Maße gesteigert. Ueberoll herrscht jetzt das Gefühl, daß Deutschland die einzige bestimmende Ordnungsmacht in diesem Raum sei und Jugoslawien sich glücklich schätzen könne, die deutsche Freundschaft bereits früher erworben zu haben. Obwohl die heutigen Morgenzeitungen die Entwicklung nur andeuten, bringen sie deutlich die Stimmung zum Ausdruck, mit der diese Geschehnisse hier ausgenommen werden. So schreibt der Prager Vertreter der Politika, daß die Ereignisse sich in einem solch unvorstellbarem Tempo entwickeln, daß die allermodernsten Rotationsmaschinen nicht mehr mit ihnen Schritt halten können. In dem Augenblick, in dem die neuesten Blätter auf die Straße kommen, seien die darin veröffentlichten Nachrichten bereits Vergangenheit. Gestern habe noch die zweite tschecho-slowakische Republik bestanden, mittags seien von ihr nur noch die h i stör' i s ch e n Länder geblieben, wie sie nach München übrig gelassen worden seien und jetzt teile man in Prag mit, daß die deutschen Truppen sich zur Besetzung des ganzen Landes anschickten. Besondere Beachtung findet hier das Schicksal der Karpatho-Ukraine. Der Berliner Vertreter der V r e m e stellt fest, daß sich die Ereignisse in unerwartetemTempo abgewickelt hätten. Ruhige Zurückhaltung in London. Regierungserklärung für Mittwoch erwartet. - Dieser Staat war eine Gefahr für den europäischen Frieden. Vielgenannte Städte. London, 15. Mär^. (Europapreß.) Die Vorgänge im Raum der ehemaligen Tschecho-Slowakei und der Zerfall des tschechischen Staatsgebildes bilden das Haupttherna der Presse. In zuständigen Kreisen ist man nach wie vor sehr zurückhaltend. Man weicht jeder Aeußerung zur Lage aus mit der Erklärung, die aus Prag, Preßburg und Chust ein» treffenden Meldungen ergäben kein klares Bild über die Vorgänge in der Tscheche!, der Slowa/ei und der Karpatho-Ukraine. Paris und Washington nehmen die gleiche abwartende Haltung wie London ein. Es wird daher die Vermutung ausgesprochen, daß zwischen London und Paris ein ft t II e s Ueberein kommen getroffen worden sei, einstweilen in der Rolle eines .stummen Beobachters zu verweilen. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, die englische Regierung werde auf der Wochensitzung des Kabinetts am Mitt- wochoormittag zur Entwicklung der Lage in Osteuropa Stellung nehmen. Man erwartet, daß Premierminister Chamberlain am Mittwochnachmittag im Unterhaus eine längere Er- ktärung abgeben und die englische Einstellung urn- reißen wird. Im größten Teil der Londoner Morgenpresse kommt ebenfalls eine ruhige Beurteilung der Lage in den Kommentaren zum Ausdruck, obwohl die Berichterstattung über die Vorgänge einen großen Raum einnimmt. Bemerkenswert find die Feststellungen in dem Leitaufsatz der „Daily Mai l". Darin heißt es, die Tschecho-Slowakei sei das künstlichste Gebilde von Versailles gewesen, und unter dem Vorwand der Selbstbestimmung aufgebaut worden. An diesem Grundsatz der Selbstbestimmung sei das Staatsgebilde jetzt g e - scheitert. „Die Tschecho-Slowakei war lediglich", so schreibt die „Daily Mail", eine strategische Konzeption, ein zusammengewürfelter Staat." Weiter heißt es in dem Aufsatz mit Bezug auf die im Gange befindliche Auflösung des tschechischen Staatsgebildes wörtlich: „Dieses Ereignis enthält weder einen Grund zur Unruhe noch zur Furcht. Viel eher dürfte man dieses Verschwinden willkommen heißen. Denn solange dieser Staat im ganzen oder verstümmelt existierte, war er eine Gefahr für den europäischen Frieden. Ein weiterer großer Fehler von Versailles ist richtiqaestellt worden." Der „Daily Expreß" stellt fest, die Krise sei von «allen Seiten mit Ruhe ausgenommen loorben. Das Blatt wiederholt seine Äuffassung, der Zerfall der Tschecho-Slowakei sei nicht Englands Angelegenheit. Hinsichtlich der Gründe dieser Ent- Rvicklung vertritt „Daily Erpreß" die gleiche Auf- ßassung wie die „Daily Mail" Das Blatt polemisiert dann gegen die Tschechen-Anleihen der englischen Regierung und die von England ausgesprochene Bereitschaft, die Grenzen der Tschecho-Slowakei garantieren zu wollen. Der „Daily Telegraph" beginnt seinen Leitartikel mit der Feststellung: „Die Tschecho-Slowakei ist von der Landkarte und der politischen Nomenklatur Europas verschwunden." Der Artikel enthält im übrigen, wenn auch in einer etwas umschriebenen Form, Beschuldigungen gegen Deutschland, die jeder stichhaltigen Begründung entbehren. Wie nicht anders SU erwarten, bewegen sich die Leitartikel der Linkspresse, des „News Chronicle" und des „Daily Herold" in einer deutschfeindlichen Richtung. „News Thronicle" greift in scharfer Weise die Politik der Regierung Chamberlain an. Extraausgaben in London. Der erste Eindruck der Ereignisse in England London, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die . Londoner Morgenpresse verzeichnet die historischen ! Entscheidungen, die im Laufe der Nacht zum Mittwoch gefallen sind, in Extraausgaben, die um 6 Uhr englischer Zeit bereits auf den Straßen waren. In riesigen Schlagzeilen und in einer Aufmachung, wie sie nur bet Ereignissen von größter Bedeutung zu beobachten tst, werden dem englischen Leser die umwälzenden Ereignisse mitgeteilt. Die Uebernahme Böhmens und Mährens unter ben Schutz des Deutschen Reiches, »er Einmarsch deutscher Truppen und der Aufruf Hachas an das tschechische Volk, keinen Widerstand I s.u leisten, beherrschen das Bild der Extrablätter. ,T)aily Telegraph" erscheint unter den riesigen Schlagzeilen: „HitlernimmtPrag — Beginn i d-er deutschen Besetzung im Moraengrauen — bte < Tschechen unter ben Schutz bes Deutschen Reiches- gestellt — Präsibent Hacha befiehlt bem Volke, teilen Widerstanb zu leisten — bte tschechischen Truppen werben entwaffnet." In ben Berichten, bie im Saufe ber Nacht schon mehrfach geänbert worben waren, schildert das Blatt dann bereits bie tr ft en Truppenbewegungen, bie sich in RichtungPrag vollziehen. . i ,L) aily 9Jlair oerfünbet ebenfalls in riesigen Lettern ben Einmarsch. In sensationellster Aufmachung unb in fast überschriftengroßem Druck wer- kn bie schnell aufeinanberfolgenben Phasen ber Ent- Wicklung in ber Nacht mit größter Genauigkeit ge- Hilbert. Die Veränberungen auf ber Sorte Europas, bie in ben heutigen frühen Äorgenftunben Wirklichkeit geworben finb, werben lern englischen Leser burch Kartenmaterial auf ben ftauptfeiten ber Blätter anschaulich vor Augen ge- führt. Keine Leberraschnna. London, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse berichtet am Mittwoch nicht »ehr spalten-, sondern settenweise über die sich über» siürzenden Ereignisse in der Slowakei sowie in Böhmen und Mähren. Aus ben Leitartikels bie durchweg noch vor ben letzten entfdjeibenben Ereignissen geschrieben würben, geht hervor, baß bie britische Oeffentlichkeit von biefem Wandel ber Dinge gar nicht überrascht worben ist, baß sie in biefem Fall hierin eine folgerichtige unb unoermeibliche Konsequenz aus ber unhaltbaren Lage erblickt, die sich in Böhmen und Mähren darbot. So schreibt bie „Times" u. a.: „Es war völlig ß u erwarten, baß bie Slowaken sich unabhängig von Prag erklären würben. May war sich auch völlig barüber klar, baß bie brei Teile ber tschecko-slowakischen Republik oonein- ander getrennt kaum hoffen konnten, als unabhängige Staaten wetter zu bestehen. „Daily Telegraph' stellt erneut fest, daß, soweit England in Frage komme, sich die Frage einer militärischen Intervention nicht ergebe unb nicht ergeben könne, ba die D i e r Mächtegarantie für bie tschechischen Grenzen niemals wirksam geworben sei. „Daily Expreß" stellt fest, baß bas britische Volk währenb ber Krise bie Ruhe bewahrt habe. Das englische Volk sei burch bie eintreffenden Nachrichten nicht shockiert. Das Ende der Tschecho-Slowa- fei könne England nicht so stark interessieren, daß es sich zur Uebernahme von Verpflichtungen auf bem Kontinent veranlaßt fühle. Der kschecho-slowakische Staat habe niemals eine homogene Struktur gehabt und fei niemals eine in sich abgeschlossene unb ihrer Einheit bewußte Nation gewesen. Die verschiedenen Volksgruppen in diesem Lande hätten niemals loyal zusammenarbeiten können. Die pariser presse noch nicht aktuell. Paris, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die Ereignisse sind der französischen Presse zuoorgekommen. Im Augenblick her Drucklegung sämtlicher Pariser Zeitungen war bas Ergebnis ber Unterredung zwischen dem Führer und Dem Präsidenten Hacha noch nicht befarmt. Die Zeitungen schildern daher noch die Lage in aller Ausführlichkeit, wie sie in ben späten Abend st unben bes Dienstag geherrscht hat. Mehr noch als am Vortage verfolgen bie Blätter mit größter Aufmerksamkeit bie verschiedenen tschechischen unb slowakischen Begebenheiten. In riesigen Ueberschriften verkünden die Blätter die Ausrufung der Unabhängigkeit ber Slowakei, die in voller Entwicklung befindliche Zergliederung der „Tschecho-Slowakei , den Einmarsch Der deutschen und ungarischen Truppen und die Reise Hachas unb Chvalkowskys nach Berlin. Allgemein wird die Ansicht vertreten, baß Frankreich und England am Streit nicht beteiligt sind. Der Außenpolitiker des Journal erklärt, man müsse ben Deutschen gegenüber anerkennen, daß sie die Durchführung ihres Programms m i t einer bemerkenswerten Folgerichtigkeit vornehmen. Seit Beginn des großen Umsturzes in Zentraleuropa hätten sie sich zwei Grundsätze zu eigen gemacht, deren Erfinder die Franzosen gewesen seien, das Nationalitätenprinzip und das freie S e l b stb e st i m - mungsrecht ber Völker. Oie Meinung in Warschau. Warschau, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse hat heute nur ein politisches Thema: Den Zerfall ber tschecho-slowakischen Republik. Dabei wirb übereinftimmenb erklärt, baß b i e bisherige Lösung keinen Bestaub haben konnte. „Expreß Poranny" schreibt, bie Tschechen, Deutschenversokgung in Prag. Prag, 14. März. (DNB.) In den Gassen der Prager Innenstadt nahmen in den Dienstagabendstunden die Menschenansammlungen zu. Es handelt sich um Leute jeden Alters, die jetzt wieder bem gewohnten Deutschenhaß freien Lauf lassen. Hier und da tauchen auch bie Marxisten in ihren blauen Hemden mit roten Krawatten auf. Ueberall, wo sich Deutsche zeigen und als solche an Sprache ober Kleidung erkenntlich sind, werden sie sofort Überfällen, brutal niedergeschlagen unb mißhandelt. Allein am Prager Wenzelsplatz wurden im Zeitraum von einer Stunde zehn Studenten verletzt, z. T. sogar schwer. Die Polizei verlor die Herrschaft über die tobenden Menschen. Die tschechischen Wachleute stellten sich offen auf Seiten des randalierenden Mobs. Das Kamerabschaftshaus der beutschen Studentenschast in ber Carlsgafse wirb vom k o m - munistischen Pöbel belagert. Die Polizei wurde um Hilfe ersucht, hat jedoch nicht die Angreifer zurückgetrieben, sondern ist selbst in bas Kameradschaftshaus eingedrungen und hat dort Verhöre vorgenommen. Das Haus der Studentenschaft in der Hybernergasse ist ebenfalls von Kommunisten belagert worden, die teilweise uniformiert waren. Obwohl die Lautsprecher in ben Prager Gassen zur Ruhe unb Besonnenheit mahnen, lauert ber tschechische Pöbel weiter deutschen Studenten auf. Der Mob hat sich bei ben Deutschenverfolgungen eine besondere Taktik Furechtgelegt. Er wartet gegenüber bem Deutschen Hause auf jeden Deutschen, der das Deutsche Haus verläßt und sogt ihn dann durch die Straßen. An ber Ecke des Grabens und ber Hyder- vergässe werden immer nach zahlreiche deutsche Stu- in ber brutalsten Weise niedergeschlagen. Brünn — bas tschechische Brno — hat in feiner reichen unb stolzen Geschichte einen Schanbfleck erhalten burch bie feigen Angriffe eines übermütigen Pöbelpacks gegen bas eingesessene Volksdeutschtum. Brünn zählt auch heute noch mindestens 70000 Deutsche, die nur dadurch in bie Stellung einer Minberheit gebrängt würben, baß unmittelbar nach bem Krieg anliegende tschechische Jndustriearbeiter- gemeinben in bas Brünner Stadtgebiet eingeschlossen wurden. Brünn ist eine alte Festungsstadt, die aber auch seit ben Zeiten ihrer Grünbung zugleich Sitz einer wohlhabenben unb kulturschaffenben Kauf- mannsgilbe gewesen ist. Schon 1243 x mürbe ben Brünner Bürgern i h r beutsches Recht bestätigt. Aus biefen jura originalia entwickelte sich bas Brünner Stabtrech t.örünn gehört also zu ben (Stabten, bie ihr eigenes Recht schufen, währenb bie meisten Stäbte im östlichen Raum ihr Stabtrecht von Lübeck, Magbeburg, Nürnberg ober Wien übernahmen. 100 Jahre nach ber Bestätigung bes Brünner Stabtrechts gewann bas „Schöffenbuch" über bie fortmirfenbe praktische Anwenbung bieses Rechtes erhebliche Geltung. Sowohl gegen die Hussiten wie gegen den nachfolgenden böhmischen König Georg Podiebrad bewahrte Brünn seine volle Unabhängigkeit. Preßburg führt seine Geschichte bis auf bas Jahr 907 zurück, entwickelte sich aber erst als der wichtigste Grenzplatz Ungarns nach der Verleihung des beutfdjen Stadtrechtes. Es liegt malerisch in dem Winkel, den die hier an die Donau tretenden .Kleinen Karpathen" mit dem (Strom bilden. Bis zum Kriege war es eine überwiegend deutsche Stadt, Erst nachher machten sich die Tschechen breit, die mit staatlicher Förderung zuzogen. Jqlau ist an sich eine Provinzstadt von etwa 30 000 Einwohnern, deren gute Hälfte volksdeutsch ist. Allein ebenso wie Brünn und Preßburg ist auch Jglau mit einem ganzen Kranze deutscher Ortschaften umgeben. Die Stadt liegt an Der Grenze von Böhmen unb Mähren unb verdankt ihre Gründung bem einmal sehr ergiebigen Bergbau der Volksdeutschen, ber später von der Wollmacherei abgelöst wurde. Daher der Ausdruck „Jglauer Sprachinsel". Pilsen endlich ist weit über bas beutsche Sprachgebiet hinaus durch sein berühmtes Bier bekannt, Deutsche Truppen in Theresienstadt. Die Festung übergeben. T h e r e s i e n st a b t, 15. März. (DNB. Funkspr.) lieber Nacht ist auch süblich bes Erzgebirges Schnee gefallen und hat das Gelände in eine Winterlandschaft verwandelt. Noch ehe der Tag an» bricht, sind deutsche Truppen zum Einmarsch angetreten. Punkt 6 Uhr dröhnt der Marschttitt der deutschen Soldaten auf der Ein- marfchstraße, dröhnen die Motoren, das Marsch- lied deutscher Soldaten. Theresienstadt! Wenige Minuten nach 6 Uhr marschiert ein deutsches Bataillon über die Demarkationsgrenze in diese alte österreichische Festung auf uraltem deutschen Boden ein. Freilich ist dieser Einmarsch anders als in den historischen Oktobertagen. Wenn aber heute keine Fahnen unsere Soldaten grüßen, keine Brünn, 14. März. (DNB.) Die Deutschen in Brünn sind seit Sonntag vogelfrei. Kommunisten, die Gendarmerieuniformen tragen, terrorisieren tue Stadt. Bewaffnete Abteilungen haben die wichtigsten Gebäude und Plätze besetzt und die ganze innere Stabt umstellt. Elf Deutsche sind schwer verletzt in die Krankenhäuser eingeliefert worden. Sie weisen hauptsächlich schwere Schädelverletzungen, vielfach auch schwere Magen- ober sonstige innere Verletzungen auf, die von Fußtritten herrühren. Die Deutschen (Starefenberger und Pot- zickler werden vermißt. Von ihrem Verbleib fehlt jede Spur. Es muß angenommen werden, daß sie ermordet unb ihre Leichen beiseite geschafft wurden. Auf Grund ber alarmierenden Nachrichten über die Lage der in der Innenstadt eingeschlossenen Deutschen strömten aus zahlreichen Dörfern um Brünn mehrere taufend deutscher Männer zusammen, um den bedrohten Volksgenossen in der Stadt zu Hilfe zu eilen. Es bildete sich ein großer Demonstrations- z u g, der sich in südlicher Richtung nach Brünn bewegte. Die tschechische Polizei unternahm verschiedene hefttge Versuche, den Demonsttationszug zum Stehen zu bringen. Nachdem ber erste tschechische Widerstand nördlich von Morbes gebrochen war, gelangte der Zug in den Mittagsstunden nach K u m r o w i tz , einer Vorstadt von Brünn, wo er abermals einen Gendarmeriekordon, ber mit gefälltem Bajonett dem Zug entgegenzutteten ver- das aber als Exportbier nicht ganz den besonderen Geschmack erreicht, ben es als heimisches Gebräu an Ort und Stelle besitzt. Nicht umsonst spielt bte Stadt in Schillers „Wallenstein" ein große Rolle. Ihre Lage in Westböhmen an dem Uebergang von Bayern zum Prager Becken wies ihr immer eine besondere Rolle zu. Von all den genannten Städten verfiel Pilsen, ursprünglich auch ein rein deutsches Gemeinwesen, am frühesten der Tschechisierung. Ungefähr vor 60 Jahren! Aber auch hier reichen die bäuerlichen Siedlungen der Volksdeutschen bis an den Rand der Stadt, was bei ber Grenzziehung im Oktober 1938 zum deutlichen Ausdruck kam. Brünn und Pilsen sind heute Stätten einer großen Rüstungsindustrie. Budweis wurde von vornherein von dem tschechischen König Ottokar II., dem hervorragend- Bälbdix run Schuhpflegei QUALITÄTS ERZEUGNIS der SIDOL-WERKE, KÖLN sten Vertreter der Prschemisliden, als deutsche Stadt im Jahre 1265 aegrünbet. Es behielt feinen deutschen Charakter durch Die Jahrhunderte bis vor etwa 40 Jahren. Bei Budweis beginnt die Moldau für kleinere Fahrzeuge schiffbar zu werden. Die Stadt ist ein natürlicher Handelsmittelpunkt Süd- böhmens für Getreide, Holz und insbesondere für das wichtige Salz gewesen, das aus dem österreichischen Salzkammergut über Linz hier nach Böhmen eingeführt wurde. Böhmen selbst hat nämlich kein Salz. Infolge der Industrialisierung siedelten sich um die Jahrhundertwende zahlreiche tschechische Arbeiter unb Kleingewerbetreibende an, denen es allmählich gelang, auch auf bie Stadtverwaltung Einfluß zu gewinnen. Die Volkszählung von 1921 ergab auf 44 000 Einwohner insgesamt noch 7000 Volksdeutsche. Blumen auf sie geworfen werden, keine Grüße ,J)eil Hitler!" jubeln, so sieht man doch keine verschlossenen Gesichter, hört kein dunkles Wort von den Menschen, die trotz der frühen Morgenstunden aus den Fenstern schauen und die in großer Zahl vor die Kommandantur der Festung ftrömen. Man spürt aus den Gesichtern vielmehr einen Hoffnungsschimmer, unb wir müssen an das Wort jenes alten Arbeiters benfen, der in den Tagen ber Neuwahl in Leitmeritz an der Elbe gegenüber Theresienstadt die eingetroffenen Deutschen fragte: Wann kommt denn endlich euer Adolf Hitler unb bringt auch uns Arbeit und Brot, Ruhe und Frieden? Allzulange haben auch diese tschechischen Menschen unter dem Regime der Be- nesch-Regierung, unter dem Terror der Kommunisten und der Ausbeutung der jüdischen Kapitalisten gelitten. Sie haben längst von ihren Freunden unb Verwandten im neuen Sudetengau erfahren, daß das nationalsozialistische Deutschland auch der tschechischen Minderheit Arbeit verschafft, daß keiner suchte, durchbrach. Die Sperrmaßnahmen der Polizei wurden bei dem späteren Vordringen des Zuges nach Cernowitz bei Brünn und am Rande der Stadt wesentlich verstärkt. Die entschlossenen Deutschen durchbrachen noch drei weitere Polizeisperren, mußten aber vor einer vierten, die von Maschinengewehren Gebrauch machte, Halt machen. Die Tschechen versuchten nun den Zug zu umklammern und mit brutaler Gewalt auseinanderzutreiben. Die Umklammerung m i ß l a n g, und die Demonstranten unternahmen weitere Versuche, in die Innenstadt ein» zubringen, um ihren Brüdern zu Hilfe zu eilen. Es verlautet, daß noch ein ähnlicher Zug mit mehreren hundert mit Sensen und Schaufeln bewaffneter Bauern aus der deutschen Volks« tumsinsel W i r s ch a u nordöstlich von Brünn auf die mährische Hauptstadt im Anmarsch ist. In ber der deutschen Grenze zunächst gelegenen Ortschaft der Brünner Volkstumsinsel, Mödritz, sind gegen Abend die ersten Flüchtlinge aus den Brünner deutschen Vororten eingetroffen. Zumeist sind es Frauen u n d K i n d e r , die sich in einem höchst bedauernswerten Zustande befinden. Die Frauenschaft der deutschen Landgemeinde hat sofort eine N o t h i l f e organisiert und die Flüchtlinge untergebracht. Auf deutschem Gebiet wurde in ber Nähe von Mödritz bereits eine NSV.- Stelle zur Aufnahme der Flüchtlinge vorbereitet. Vor dem Einmarsch der deutschen Truppen. Deutsche Volkstumsnot in Brünn. Frauen und Kinder flüchten vor dem Tschechenterror über die Grenze. Die letzten Meldungen vom Einmarsch. Gießen, im März 1939. 1846D sucht 18310 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHUimiHllllllllllllllll 1733L sagt b.Geschäfts- fteile b. @. 51.01285 lIlllliiiiiliiiliiliiliiillllllllllilllllllllllilllllllIHKII 01285 Heute Stadttheater Einen jungen Fleischer- gehiifen 2 sep. Zimmer möbl. per sofort gesucht. Schr. Ang. unt. 01291 a.b.G.A. im 83. Lebensjahre. Die Einäscherung erfolgte in Wiesbaden. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 16. März 1939, nachmittags 3i/2 Uhr in der Kapelle des Alten Friedhofs dahier statt Die trauernden Verwandten. 22. März b. J. Gießen, den 6- März 1939. Der Oberbürgermeister: Ritter. mit Nationalspanien herzustellen. Das der Regierung nahestehende Blatt betont, daß der „Dertei- digungs-Ausschuß" sich auf die gleichen Elemente stütze wie die Regierung Negrin. Alle Parteien der Volksfront einschließlich der Anarchisten und Kommunisten stünden hinter Miaja, der sich beeilt habe, zu erklären, daß die Kommunistenpartei nicht aufgelöst sei und ihre verfassungsmäßigen Rechte behalten habe. Niemand dürfe glauben, erklärt das Blatt, daß das Spanien Francos mit Miaja verhandeln könnte. Gleichzeitig treffen Nachrichten aus Madrid ein, wonach am Dienstag neue Unruhen und Kämpfe zwischen den einzelnen Parteien der Roten entbrannt sein sollen. Die Verhaftungen kommunistischer Funktionäre in Rotspanien sollen weitergehen. Weiter wird gemeldet, in Madrid seien Hungerrevolten ausgebrochen. Lange Züge abgehärmter Frauen mit ihren Kindern zögen durch die Straßen unter den Rufen, daß sie seit sechs Tagen kein Brot mehr hätten. Die Menge überrannte die Wache vor dem früheren kommu- Hauptschriflleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und die Bildert Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Derantwortl'ch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. II. 39: 10 681. Druck und Verlag: Brühlsche Universitats- druckerei R. Lange, K-G-, sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Zum ersten Male seit vielen Tagen schlief die Stadt Mährisch-Ostrau wieder ruhig in dem Bewußtsein, unter dem Schutz der deutschen Streitkräfte in guter Hut zu sein. marschmäßigen Zu st and ausgerüstet haben könnte. Man habe ihn gefragt, ob das in sechs Monaten der Fall sei. Er, Höre Belisha, hoffe, daß das Haus ihn nicht drängen werde, dre genauen Daten für die mögliche Abmarschberertschaft für die Feldarmee bekanntzugeben, er glaube aber doch, daß es in der eben genannten Zeit möglich Baue gut •••• mit Abermann Franco verhandelt nicht mit Miaja SMzi«r (2 Betten) und Küchen* Einrichtung zu verkauf. 01295 Näheres Alicen- straße 421. Stock 9-12 u. 3-6 Uhr. Kombinierter Herd sehr gut erhalt., zu verkauf. 01288 Zu erfragen in 0. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugn sse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurcherweitertesWi sen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. 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Alarmbereitschaft innerhalb von sechs Monaten. London, 15. März. (DNB. Funkspruch.) In einer Aussprache über die Haushaltsoorlage für Deutsche Truppen erregten Prag Pilsen und Olmütz besetzt. Berlin. 15. März. (DNB. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be- kannl: Troß vereister Straßen und Schneeverwehungen befinden sich die deutschen Truppen in raschem Vorgehen. 3n den Morgenstunden wurden Pilsen und Olmüh beseht. Truppen des Generals Blaskowih erreichten gegen 9 Uhr Prag. Bekanntmachung. Sämlliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1938, d. h. in der Zeit vom 1. Aprll 1938 bis einschließlich 21. März 1939, entstanden sind bzw. noch entstehen, sind sofort, spätestens jedoch am 22. März 1939, bei den unterzeichneten Verwaltungen einzureichen. 1850D Bei späterem Eingang der Rechnungen ist mit einer erheblichen Verzögerung der Bezahlung der Rechnungen aus technischen Gründen zu rechnen. Gießen, den 14. März 1939. Die Verwaltungen der Universitäts-Kliniken und der Veterinär-Kliniken und -Institute der Universität Gießen. Unsichtbare» Kunltftopfen v.Teppichen u. Kleidern nur beim Fachmann. Unverbindlicher Voranschlag. Braubadi & Fifdier jetjt Seltersweg 69 Telephon 26 27. 17400 Mädchen oöer jungeXrau 3mal wöchentl. für einige Vormittagsstunden gesucht.Wo?sagt dieGeschäftsst.o. Gieß. Anz. 01297 Tierärztlich untersuchte und gegen Seuche schubgeimmte (Bescheinig, wird dem Frachtbrief beigefügt) W- Ml der schw. hannov.-oldenb. Rasse sowie veredeltes westfäl. Landschwein breitbücklig, mit Schlavv- obren kerngesund, beste Fresser, versendet ver Nachnahme zum heutigen Preis: 15-20 Pfd. 20 bis 23 Mk., 20—25 Pfd. 23—26 Mk., 25-30 Pfd. 26-29 Mk., 30-40 Pfd. 29—36 Mk., Läuferschweine von 60-100 Pfd. 63-68 Pf. pro Pfund. Fracht und Gewichtsverlust geben zu Lasten des Käufers. Kiste kostet bis 8 Ferkel 2 Mk. Für lebende und gesunde Ankunft garantiere ich bis 8 Tage nach Empfang. Nichtgefallende Tiere nehme ich innerhalb dieser Zeit auf meine Kosten zurück. Bitte Beruf und Bahnstation angeben. Mein Name bürgt für reelle Bedienung, i^v Landwirt und Ferkelversand H.Beermann, Sentruv 5 über Bad Rothenfelde, Teutob. Wald. fei . Im Daily Telegraph erklärt Generalmajor Temperier), es sei wichtig, daß keine Einheit der Feldarmee England für den Kontinent verlassen könne, bevor die ausgedehnten Phasen der Luftangriffe nicht erschöpft seien. Die Verschiffung und Landung der Feldarmee werde bei Bombenangriffen eine außerordentlich schwierige Angelegenheit sein. Es ergebe sich auch noch eine andere wichtige Frage, nämlich die Beschaffung eines erfahrenen Stabes von Kommandanten. Ferner könnten sich Schwierigkeiten mechanischer und technischer Art, die bisher nicht bestanden, ergeben. Man müßte sich mit einer Anzahl n e u e r W a f f e n und einer völlig neuen Organisation vertraut machen. Leistunassteiaeruna im Bergbau. Berlin, 14. März. (DNB.) Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, hat eine „Verordnung zur Erhöhung der Förderleistung und des Leistungslohnes im Bergbau 1 «ff «Hau Im hör oa hoittf- 5bir Wehrbaftma« rung des Dierjahresplanes müssen die Fördertet st ungen im Bergbau wesentlich gesteigert werden. Die S ch i ch t z e i t der Unter-Tage-Arbeiter wird um 45 Minuten, jedoch nicht über acht Stunden 45 Minuten hinaus, verlängert. Für diese Mehrarbeit erhallen die im Schicht- und Zeitlohn Beschäftigten den entsprechenden Lohnanteil zuzüglich 25 v. H. Mehrarbeitszuschlag. Der Mindestlohn der Gedingearbeiter unter Tage erhöht sich entsprechend. Für eine Leistungssteigerung, die über die Gedingegrundlage hinausgeht, ist ein Zuschlag von 200 v. H. zu gewähren. , Die tägliche Arbeitszeit der lieber« Tage-Arbeiter verlängert sich entsprechend den Betriebsnotwendigkeiten. Die zulässige Höchstarbeitszeit darf nicht überschritten werden. Die Verlängerung der Arbeitszeit wird mit dem entsprechenden Lohnanteil zuzüglich 25 v. H. Mehrarbeitszuschlag abgegolten. Die Reichstreuhänder der Arbeit haben auch die Arbeitsbedingungen der von dieser Verordnung betroffenen Angestellten und derjenigen Gefolgschaftsmitglieder zu überprüfen, bei denen eine Verlängerung der Arbeitszeit nach der Art der Arbeit nicht angängig ift 18 Tote, 30 Verletzte bei einem Eisenbahnunglück in Frankreich. Paris, 1t März. (Europapreß.) 3n der Nähe von Ehateauroux (Mittelfrankreich) ereignete sich in der Nacht zum Dienstag ein schweres Eisenbahnunglück. Der Schnellzug Paris—Toulouse fuhr in voller Fahrt auf einen Güterzug auf. Das Unglück ereignete sich zwei Kilometer vor der Ein- Bekanntmachung Betr.: Ehrenkreuz der Deutschen Mutter. In Gießen wohnhafte deutsche Mütter, soweit sie vier und mehr Kinder lebend geboren und im Jahre 1938 mindestens das 60. Lebensjahr vollendet haben, können das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter beantragen. Antragsvordrucke sind beim Standesamt (Altes Rathaus, Marktplatz 14, täglich von 8 bis 10 und 15 bis 16 Uhr) abzuholen. Abholuna kann auch durch Angehörige oder Beauftragte geschehen. Wiedervorlage der beantworteten Bogen mit Beweisurkunden beim Standesamt bis Mittwoch, den Aelteres, zuverlässiges 01287 Ntta das kochen kann mit nur guten Zeugnissen zum 1. Avril gesucht. Fran Hahn, Samenhandlung fahrt in den Bahnhof von Ehateanronx. Durch die Ducht des Anpralls sprangen drei wagen des Schnellzuges aus den Schienen. Einer davon, ein vollbesetzter wagen dritter Klasse, wurde vollkommen zertrümmert. Bisher wurden aus den verbogenen und ineinandergeschobenen Eisenteilen 18 Tote und etwa 30 Verletzte geborgen. Die Unglücksstätte bietet ein Bild des Graaens. Einige Schwerverletzte waren so zwischen den Eisenteilen eingeklemmt, daß ihre Rettung vor dem Eintreffen besonderer Schweihapparate unmöglich war. Nach amtlicher Mitteilung ist nicht zu befürchten, daß sich die Zahl der Opfer noch vergrößern wird. Von den Verletzten befinden sich sechs Schwerverletzte im Krankenhaus. Die Untersuchung der Ursache des Eisenbahnunglücks hat zu einer merkwürdigen Feststellung ge« Mrt: Es handelt sich um einen Sonder fall in der Geschichte der Eisend ah nun fälle. Das Unglück ist durch eine Kuh verursacht worden. Aus einem Viehwagen, der im Bahnhof von Chcrteauroux entladen werden sollte, gelang es einer Kuh, zu ent- kommen. Sie suchte auf den Schienen ihr Heil in der Flucht. Hierbei lief sie in einen herankommendm Güterzug. Beim Ueberfahren der Kuh sprang einer der Güterwagen aus den Schienen und blockierte das Nebengleis, auf dem wenige Sekunden später der Schnellzug Paris—Toulouse heranbrauste. Wetterbericht Der Witterungsablauf ist ein sehr schneller. Die gestern an der Nordwestküste von Norwegen ge« legene Störung hat sich rasch nach Südosten hin Der- lagert Auf der Rückseite drangen atlantische Meeres-Kaltluftmasien nach Mitteleuropa vor und überquerten unser Gebiet in den frühen Morgenstunden des Mittwoch, wobei es zu verbreiteten Schneefällen und zu stürmischen, auffrischenden Nordwinden kam. Das unbeständige und kühle Wetter wird auch wellerhin anhalten. Vorhersage für Donnerstag: Wechselnd bewölkt, noch immer kühl, Niederschlaae, meist in fester Form, nachts mäßiger Frost, lebhafte nördliche Winde. .. , pj„ Vorhersage für Freitag: Unbeständig und kühl. Lufttemperaturen am 14. März: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 4,2 Grad; am 15. März: morgens 0 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum heute nacht — 0,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 14. März: abends 3,9 Grad; am 15. März: morgens 3,4 Grad. — Niederschläge 0,3 mm Schnee. — Sonnenscheindauer 1,4 Stunden. Menschen aber, die im 1, waren, weil sie nicht mit zu Deutschland ..... atmen heute auf und zeigen ganz offen ihre herzliche Freude, jubeln den deutschen Soldaten zu, sind glücklich, von der Verfolgung des tschechischen Pöbels befreit zu fein. Dieses kommunistische Pack aber kommt nicht zum Vorschein, hat sich in seine Locher verkrochen und denkt gar nicht daran, auf- zumucken. Gegen wehrlose Deutsche gingen sie gestern noch mit Mord und Brand vor. Heute sind sie in feiger Furcht verschwunden, scheuen den ehrlichen Kampf und denken nur daran, wohin sie fliehen könnten, um einem gerechten Schicksal zu entgehen. In der Kommandantur vollzieht sich die Ueber- gab e d e r Festung in aller Form. Der Kommandeur der deutschen Truppen überläßt dem Fe- stungskommandanten Obersten N a v a k r i l und seinen Offizieren die Waffe. Um 9 Uhr wird dann das andere Waffenmaterial übergeben, und die nach- rückende Polizei übernimmt Stadt und Festung in ihre Obhut. In dichten Reihen marschiert die deutsche Truppe weiter, marschiert nach dem Willen des Führers zum drittenmal in einem Jahr in einen friedlichen Krieg, um nach feinem Willen im Herzen Europas Ruhe und Frieden zu schaffen. Motorradfahrer und Reiter ziehen auf den Straßen nach Praq. Von Norden kommen sie, bon Osten und Westen. Ueberall vollzieht sich der E i n m a r s ch ohne Zwischenfälle. Die Truppen kommen schnell vorwärts. Es gibt keinen Wider- stand. Sie bereiten der kommunistischen Schreckensherrschaft in der Tschecho-Slowakei ein für allemal Mdchen für Küche und Hausarbeit für sofort gesucht. Sejflscher Sos Gießen. map öescnansarucksacner Rechnungen ßrlefbl&tter Briefumschläge Postkarten Qeschftftskarten bei BrübL Schulstr. 1 [Verschiedenes] Acker am Schiffender- ger Weg zu verpachten oder zu verkaufen. 012s9 Zu erfr. t. d. Ge- schaftsst. d. G.A, Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum; Kleinan* zeigen in die Hei* mataeitung, bett BießenerAnzeigei Maß-Kleidung Ansprüche Zivil und Uniformen Großes Stofflager - Effekten Erste Referenzen Herren-Bekleidungshaus ADOLF MÖHL KG., Gießen, Marktplatz Vertrags-Schneiderei des Standortes Gießen ein Ende. Mhnsch-Ostrau atmet aus. Durch deutsche Truppen und Polizei von kommunistischem Terror befreit. Mährisch-Ost rau, 15. März (DNB. Funkspruch.) Durch die von dem überwiegenden Tell der Bevölkerung auf das freudigste begrüßte Aktion der deutschen Wehrmacht und der deutschen Polizei rft die Ruhe und Sicherheit im Gebiet von Mährisch-Ostrau wieder hergestellt worden. Wie notwendig das (Eingreifen Deutschlands auch hier war, beweist die Tatsache, daß noch kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen kommunistische Terrorbanden und tschechische Chauvinisten das Deutsche Haus in Mah- risch-Ostrau zu stürmen versuchten. Die Fassade des Hauses bietet einen trostlosen Anblick. Sämtliche Fensterscheiben sind von dem Mob demoliert worden. Durch Steinwürfe wurden zahlreiche Angehörige der deutschen Volksgruppe, die das Haus besetzt hielten, verletzt. Nur das rasche Eingreifen der deutschen Polizei verhinderte den Sturm auf das Gebäude. Die Einwohnerschaft der Stadt atmet aus, weil sie endlich von dem furchtbaren Druck der drohenden kommunistischen Gewaltherrschaft befreit ist. In der ganzen Stadt herrscht jetzt absolute Ruhe. Deutsche Ordnungsorgane halten die Wacht. Die Hauptantreiber des kommunistischen Terrors haben schleunigst ihr Heil in der Flucht gesucht; andere zogen sich in irgendwelche Schlupfwinkel zurück. Polizeistreifen durchziehen die Stadt. Alle wichtigen Gebäude und die Industrie- iHömSiaiinet heizd.,sev.Eing. u. eleftr. Licht zu oerm. Hammstrjf 1 | Mietgesuche"] 23immer und Kücte ver 1. 4. gesucht. Schr. Ang. unt. 18480 a.b.G.A. Wir suchen ver sofort 2 tüchtige erfahrene WU-WlMl mit Führerschein Klasse II. [1847D y. GIMM L Sohn. 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Deshalb hoffen auch sie, daß auch für Die tschechischen Leiter einer Reche von Kr^mm^r H 0 r - Bell sh a urz °M me ie^eine belfere Zeit kommt und sie sorgen nicht Unternehmungen haben persönlich ihrer Frage em, m welcher Zeit England ü 1 e ö reri mehr um ein ungewisses Schicksal. Die deutschen Dankbarkeit für diese Schutzmaßnahmen Aus- krafte für die 5 ei £ a r m e * X b megr um ungewiß ^st noch so enttäuscht druck gegeben, weil auch sie von dem roten Terror m a r f ck m a ß l a e n Zustand ausgerüstet haben zu Deutschland kamen, sie das Schlimmste befürchteten. Rudolf Stroh Braunfels Lahn Schloßstraße 29. Junger, braver ordentlicher Bäckergeselle svf. gesucht. 1854D Bäckerei, Konditorei Hoelters Franks. Str. 27. Ur. 65 Zweites Blatt Giessener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. >5. März 1939 Aus dem Reiche der Krau. Das Pflichtsahrmädel. Wünsche einer Landfrau an Mütter und Töchter. Ab 1. April wird die Verfügung, wonach das verbliche Haushaltsjahr auf alle Berufe ausgedehnt wird sich in voller Kraft auswirken, mb ein großer Teil der Mädel, teils freiwillig, um Teil durch das Arbeitsamt gelenkt, zu uns iure Land kommen. Diese Verfügung soll nicht nur ier arbeitsüberlasteten Landfrau Hilfe bringen und ue Ernährung sichern, sondern auch einen Teil der läbtischen Jugend dem Lande zuriickgewinnen und illen Mädchen ein Jahr der körperlichen Aus- rbeitüng, Kräftigung und hauswirtschaftlichen Aus- ildung geben Darüber hinaus werden Bauer und ktädter sich kennen lernen und zu. einem tieferen Lerständnis kommen Wir Landfrauen haben die Einführung des iflichtjahres dankbar begrüßt, was aber nicht aus- chließt, daß manche Frau ihrem Pflichtjahrmädel nit leisem Mißtrauen entgegensieht Das müßt jr Stadtmädel verstehen. Das Bild das die Landau von der städtischen weiblichen Jugend hat, ist Mreiflicherweise zuweilen flüchtig und schief. Sie hnn sich nicht recht vorstellen, daß diese jungen i amen ihr bei ihrer schweren und oft schmutzigen lrbeit helfen wollen. In den wenigsten Fällen weiß ?, wieviel ernste Berufsarbeit ihr Aelteren schon leistet habt und wieviel frische und natürliche ugenb sich auch in der Großstadt im BDM oder n ter Jugendgruppe der Frauenschaften findet. In euch ist es nun, der Landfrau dieses D o r - rteil zu nehmen und ihr gleich vom ersten Tag a zu zeigen, daß das deutsche Mädel aus der Iroßstadt keine Zierpuppe ist. sondern ge- illt, jede Arbeit, auch ungewohnte, mutig .anzu- Jfen. Der erste Eindruck ist bekanntlich oft ent- .deidend, und es kostet meist große Anstrengungen, n zu berichtigen. Kommt ihr auf unsere Höfe wie ein Ausschnitt is der neuesten Nummer einer Modenzeitschrift, läßt ihr euch nicht wundern, wenn der Willkomm 8 hl oder verlegen ist. Zum Pflichtjahr auf dem l'inde gehört die passende Kleidung. Un- sten werden kaum damit verbunden fein, meist :irb es sich nur darum handeln, dies und das nicht Neupacken Jedes nicht zu Helle Jndanthrenwasch- !?id ist als Arbeitskleid brauchbar. A r b e i t s - th Ü r z e n in genügender Anzahl können vielleicht l-m Bestand, der Mutter erst einmal ausgeborgt Barben. Zwei Schurzfelle aus bunkelgrünem >! er dunkelblauem groben Leinen sind als zusätz- if)e Anschaffung anzuraten für Garten und Hühner- lsll. Zwei bunte Kopftücher für die Außenarbeit iib zwei 'hellere ober weiße für die Küche sind iherlich in vielen Familien vorhanden Strümpfe i ir den Sommer, Baumwollsöckchen, für_ben Win- tr wenigstens vier Paar lange Wollstrümpfe unb dcke Uebersocken, bie auch im Verlauf des Pflicht- ic^res selbst gestrickt werden können. Schuhwerk, birb und solide, flachhackig, in der Art des BDM- kchuhwerkes. Holzschuhe für die Waschküche usw. W' rben, falls nötig, besser an Ort und Stelle ein- gtkauft. Für kühlere Tage ist das Berchtes - gidener Jäckchen sehr geeignet Bei der Leib- wische ist zu bedenken, daß auf dem Lande in öi len Fällen nur alle vier Wochen gewaschen wird urib die Wäsche durch Schweiß unb Staub schmutzt er wirb als in ber Stabt und möglichst kochbar sku muß. Strümpfe und Wäsche, auch Taschentücher, sollten durch Namen oder Nummer gekenn- zc.chnet sein Für den freien Sonntag und die länd- Ifeen Tanzfeste sind ein bis zwei hübsche, Helle 6 mmer= ober Tanzkleider angebracht. Der Näh- t ft e n ober -korb muß gut ausgestattet fein, benn air bem Lanbe kann man nicht gleich eine Twist- rrle kaufen. Selbstverständlich muß ein waschbarer B utel für die schmutzige Wäsche vorhanden sein. 6ne Lifte der eingepackten Wäschestücke befestigt ihl zweckmäßig innen im Kofferdeckel Gewiß hantelt es bei den besprochenen Dingen um Aeußer- schkeiten, aber doch um solche, die euer Wählte inden auf die Dauer beeinflussen. Wenn ihr ab- jeegte Promenadenschuhe bei der Landarbeit auf- fa.gen wollt, werdet ihr vorzeitig ermüden — ftiüene Strümpfe bei der Arbeit würden die Frei- iei- mit lästigem Strümpfeswpfen ausfüllen. Dir Landfrauen werden uns bestimmt Mühe eb en euch ein nettes Zimmer herzurichten. Bei der idirteilunfl müßt ihr aber den Nahmen des Mög- dien begreifen. Es war früher auf dem Lande b ich, daß die weiblichen Hilfskräfte mit Kommode in* Wäfchetruhe anreisten. Beim besten Willen wird h den Frauen vielleicht in einzelnen Fällen nicht täglich fein, euch Schrank und Kommode zu stellen, ih- sollt nicht blind und kritiklos euer Pflichtjahr rl-ben. Vieles ist auf dem Lande noch verbeffe- v.gsbedürstig. Aber ihr würdet immer zu einem njeredjten Urteil kommen, wenn ihr einfach euren Eiterigen städtischen Maßstab an bäuerliche Dinge jtgsn würdet. Kr- Kamvf ber Mste. dem herannahenben Frühjahr beginnt für die Hausfrau der Kampf gegen die Motten- vla g e. Sie tut gut. ihn schon frühzeitig und vor- btigenb aufzunehmen, denn wenn sich die Motten vsi eingenistet haben, sind sie schwer wieder zu ver- bcten — um so schwerer, als dieser kleine sonst gchäßige Schmetterling es unter Umständen fertig bnigt fünf Jahre ohne Nahrung sich in einem Eälupfwinkel aufzuhalten. Nach statistischen Fest- sllangen vernichten die mottenraupen — sie uni nicht die bereits schwirrende Motte sind die Znsstörer — jährlich für etwa rund 50 Millio - rem Mark an Sachwerten, deren Rohstoffe lau« tierischen Fasern bestehen: Wolle, Pelzwaren, Mtermaterial, Federn usw. >im Haushalt gibt es außer den als Motten- kkimpfungsmittel von der Chemie zur Verfügung »sollten Präparaten Kampfer, Naphtalin u. a. noch entere Hilfsmaßnahmen gegen die Mottenplage. Co wird das Auswaschen der Schränke mit einem ftcrfen Aufguß von Ouassiawurzeln sehr empföhle das mehrmals wiederholt wird, wobei man die 8-ichtigkeit nicht auftrocknet, sondern einziehen läßt, Künders bei Schränken aus Weichholz, die am ne’ten von den Motten heimgesucht werden. Der Quassiageruäi hält sie fern und schützt die im .(jiranF aufbcnxihrten Sachen. Auch die Schalen Kr Apfelsinen, die man im Schrank auslegt, das Aufhangen von Büscheln geschnittenen Tomatenkrauts ober Rosmarinsträuße sind Abwehrmittel. Daß man Wollkleider. Mäntel, Decken ufw. am besten in großen Papiersäcken aufbewahrt, ist bekannt. Kleinere Stücke lassen sich in großen Briefumschlägen unterbringen, doch ist daraus zu achten, daß sie gut zugeklebt sind, damit fein Mottenweibchen einen Einschlupf findet, um seine Eier abzulegen. Daß alle Sachen die man verwahren will, zuvor aufs gründlichste gereinigt fein müssen, versteht sich von selbst. Fleißiges Klopfen, Bürsten und Absaugen von Teppichen und Möbeln bewahrt auch diese Gegenstände vor dem Schädling, der Unruhe und frische Lust nicht vertragen kann. Die grüne Fensterpflanze Plectranthus fructicosus, „Mottenkönig" genannt, soll ebenfalls die Motten von dem Zimmer fernhalten, in dem si§ steht. Geht so die Hausfrau im täglichen Kleinkrieg gegen den Zerstörer von Werten vor, so bemüht sich die Industrie schon um den Schutz der gelagerten Rohstoffe, die ja durch die Motten ebenfalls aufs schwerste gefährdet sind. Auf welche Weise die Wissenschaft mitunter zu ihren Entdeckungen geführt wird, erfährt man auf der Leipziger Messe bei der Darstellung des E u l a n • Verfahrens. Einem Chemiker fiel eines Tages auf, daß ein grünes Sofa feiner Großmutter trotz langer Lebensdauer im Gegensatz zu anderen Möbelstücken von Mottenfraß verschont blieb. Er untersuchte den grünen Farbstoff — und damit war vor 20 Jahren der erste Schritt zum Eulan-Versahren getan. Seiner chemischen Beschaffenheit nach ist Eulan nichts anderes als ein farbloser Farbstoff, der die mit ihm behandelten Textilien für Motten ungenießbar macht. Nicht weniger als 14 europäische Länder stellen auf der Leipziger Messe ihre heimischen Texttlwaren aus — Herrentuche, Dekorationsstoffe, Teppiche, Handarbeitsgarne, Möbelplüsch -ufw., — die mit der deutschen Erfindung behandelt und somtt mottensicher gemacht sind. Auch in Ueberfee hat die deutsche Erfindung große Verbreitung gesunden. — Solche weltwirtschaftlichen Wirkungen können von einem alten grünen Sofa einer Großmutter ausgehen, das der Enkel aufmerksam betrachtet. D. 8. Mas sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS X 9» MUTE TM FRÜHJAHR. 4939 Schleier, Blumen, Federn und Bänder mannigfaltigfter Art und Farbe sind der Ausputz für die neuen Hüte imFrühjahr 1 939. So zeigt Figur 1 einen kleinen, flotten Nachmitt a g s h u t aus schwarzer Seide mit hohem, spitzem Kopf und einer blaßroten Rose als Schmuck. Ebenfalls zum weitfliegenden, großgeblümten Nachmittagskleid ist der große, gelbe Floren- tinerhut mit dem unter dem Kinn gebundenen schwarzen Samtband und der großen gelben Rose gedeckt. (Figur 2.) Zum Komplet- oder Jackenkleid sind die beiden Hüte Figur 3 und 4 zu tragen, Nr. 3 ist a u s w e i- ßem Panama mit dunkelblauem Ripsband, die kleine Schute ist aus glänzendem, schwarzem Kunststroh mit einer lila Federpose und schmalem, schwarzem Ripsband. Aus weißem Panama mit eidottergelbem Band und ebensolcher Feder ist Modell Nr. 5. Der Rand ist ebenfalls mit gelbem, schmalem Ripsband eingefaßt. Aus haselnußbraunem Haarfilz mit breitem türkisfarbenem Ripsband und grobem, braunem Schleier ist der kleine Hut Nr. 6. H. MMne. Em typisches Frauenleiden. „Meine Frau hat Migräne!" Wie oft hat der Ehemann dies ein bißchen spöttisch gesagt! Aber leider ist hier Spott gar nicht am Platz, denn Migräne ist nicht etwa eine eingebildete Krankheit oder irgend etwas, was unter den ausgedehnten Begriff Hysterie fällt, den der Laie auch so gern mißbraucht. Migräne ist eine besondere Form von Kopfschmerzen und kann — eine schwere Krankheit sein. Besonders Frauen leiden unter diesem Hebel viel mehr als Männer, obwohl es auch Männer gibt, die regelmäßig ihre Migräne bekommen, aber der Dolksmund zählt die Migräne zu den Frauenkrank- hetten. Es sind ganz typische Schmerzen. Meistens treten die Schmerzen halbseits am Kopf auf, oberhalb eines Auges, und ziehen sich über die eine Kopfseite. Schwindelgefühl und Uebelkeit sind die Begleiterscheinungen, die die Migräne so besonders unangenehm machen und sie von allen anderen Kopfschmerzen unterscheiden. Grelles Licht wird schlecht vertragen, die Augen sind an den Migränetagen besonders empfindlich. Es gibt Frauen, die auf eine besondere seelische Erregung mit einer Migräne reagieren, und diese Reaktion hat die Migräne in den Verruf gebracht, daß diese Schmerzen „eingebildet" seien. Der Arzt steht aber auf dem Standpunkt, daß die Migräne durch eine Krampfstellung der Gefäße hervorgerufen wird, und diese Krampsstellung wird oft durch seelische Erregung ausgelöst. In diesen besonderen Fällen ist es nötig, die Krankheit durch den festen Willen zur Gesundung zu bekämpfen. Energie und ein „sich selbst in der Hand haben", tun hier — wohlgemerkt: manchmal — Wunder. Selbstverständlich geht dieser Gesundungsprozeß nicht von heute auf morgen. Aber mit der Zeit lassen die seelischen Störungen nach, und die Migräne verschwindet. Aber Migräne kann auch durch Ueberanftrengung hervorgerufen werden. Besonders Frauen, die sehr stark geistig arbeiten oder ihre Augen außergewöhnlich beanspruchen, neigen zur Migräne. Deshalb sollte man von Zett zu Zeit seine Augen untersuchen lassen. Was kann man gegen Migräne tun? Dor allen Dingen ist Ruhe, frische Lust und ein verdunkeltes Zimmer notwendig, da grelles Licht die Schmerzen unnötia vermehrt. Wichtig ist weiterhin, daß man koffeinhaltige Mittel gibt, die die Gefäße erweitern und so den Krampf lösen. Starker Kaffee ist bei einem Migräne-Anfall sehr nützlich. Der beste Heilfaktor ist aber frische Luft. Wenn man das Nahen einer Migräne fühlt, sollte man viel spazieren gehen. Ist die Migräne schwerer Art, d. h. dauert sie ein, zwei oder gar drei Tage, so ist Bettruhe notwendig, und vor allem Diät, leichte Kost. Gegen unerträgliche Schmerzen bringen auch Umschläge Erleichterung. Eine Frage, die alle an Migräne leidenden Frauen beruhigt, ist: ob die Migräne erblich ist. Der Arzt kann bas mit gutem Gewissen verneinen. Grundlegend ist zur Migräne zu sagen, daß eine gesunde Lebensführung der beste Helfer im Kamps gegen die Migräne ist und bleibt! L Wie wäre es mit einer Frühjahrskur? Sagen Sie bitte nicht: Dafür habe ich keine Zeit! Das gibt es nämlich nicht. Zur Pflege der Gesundheit muß jeder, schon im Interesse des allgemeinen Ganzen, die nötige Zeit aufbringen; denn nur ae« sunde Menschen können den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden. Und eine Frühjahrskur stärkt die Gesundyeit. Der Winter mit wenig Sonnenlicht, mit weniger Möglichkeiten, viel in freier Natur zu sein, und mit einer auch nicht gerade an Vitaminen überreichen Kost verlangt, daß wir alle Möglichkeiten, uns so naturgerecht wie möglich zu ernähren, ausnutzen und im Frühjahr die Mängel des Winters so intensiv wie möglich aufzuheben versuchen. Eine gute Unterstützung bieten hierbei neben dem jetzt frischen Feldsalat kleine Rohko st speisen, die durch ihr farbenfreudiges Bild und die schmackhaften Soßen auch dicker Milch, Zitronensaft, etwas Zuckerhonig und beliebigen frischen oder pulverisierten Kräutern eine verlockende und äußerst wohlschmeckende Abwechslung sind. Aber nicht nur eine kräftige, einfache und den natürlichen Bedingungen entsprechende Kost, die auch die Magen- und Darmtättgkeit günsttg beeinflußt, ist wichtig, sondern auch» etwas Bewegung. Machen Sie öfter einen kleinen Spaziergang! Und wenn es nur zehn Minuten nach dem Abendessen sind! Und der Spaziergang am Sonntagoormittag wird auf zwei Stunden ausgedehnt. Aber laufen Sie nicht im Schlendrian mit krummem Rücken und hängenden Schultern, schlecht gesetzten Füßen und fauler Atmung! Das Gehen muß als bewußte Körper- und Gesundheitspflege betrachtet werden. Atmen Sie tief, gehen Sie in gutem Wanderschritt mit aufrecht getragenem Kopf und frohen Augen und — passen Sie auf, wie gut Ihnen das bekommen wird. Aergern Sie sich auch nicht! Das schadet ebenfalls der Gesundheit. Lassen Sie gegenüber den vielen schonen Dingen im Leben nicht die kleinen Nichtigkeiten die Gewalt über Sie gewinnen! Ihr gutes Befinden würde nur leiden. Im Badezimmer wollen wir auch keine Angst mehr vor heißem und kaltem Wasser haben. Beides ist gut, und nach einer Reinigung mit heißem Wasser tut eine kalte Abreibung — anfänglich natürlich nicht übertreiben — wahre Wunder. Außerdem können wir ja nach Belieben diese weder Mühe noch Geld kostende Kur ein wenig verstärken, wenn es unsere Börse erlaubt. Ich denke hier an die in allen neuzeitlichen Geschäften erhältlichen Säfte, die eine Blutreinigung und -stärttmg erwirken, ferner an die anerkannten Heilerden, die für inneren und äußeren Gebrauch nur empfohlen werden können; auch der den Appetit anregende Traubenzucker sei nicht vergessen/- Und nun — guten Erfolg! S. Fr. Fisch auf mancherlei Art. Die folgenden Gerichte sind für vier Personen berechnet. Kabeljau auf der Platte. (Auch geeignet für Rotbarsch, Schellfisch, Dorsch, Merlan, grüne Heringe ober Makrelen.) 1 kg Fisch, Kräuter, eine Mohre, Salz, Essig, Fett. — Der Fisch wird nach dem Drei-8-System behandelt, also gesäubert, gesäuert und gesalzen. Dann legt man ihn auf eine Platte, bestreut ihn mit fein gehackten Kräutern und einigen angedünsteten Möhrenstückchen, belegt ihn mit Fettflöckchen, schiebt den Fisch in den Brat- ofen und dünstet ihn 30 bis 40 Minuten bei milder Hitze gar. Dorsch mit Kartoffeln i m O.fen. 4 kg Dorsch, V- kg Kartoffeln, zwei Eßlöffel Fett, geriebener Käse, geriebene Semmel, Salz, Paprika, gehackte Zwiebeln, saure Milch oder Sahne. — Der nach dem Drei-8-System vorbereitete Fisch wird in Stücke geschnitten, in etwas Fett gedünstet und kall gestellt. Die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werden gekocht, abgegossen unb schichtweise mit bem von Haut unb Gräten befreiten Fisch in eine gefettete Auflaufform getan, wobei zwischen jebe Sage Zwiebeln, etwas Paprika, saure Milch ober Sahne gegeben wirb. Die oberste Schicht wirb mit geriebenem Käse, geriebener Semmel unb Fettflockchen bestreut. Das Gericht läßt man eine hcllbe Stunbe in mittelheißem Ofen backen. Labskaus. V2 kg Fischfilet, 60 Gramm Sveck- roürfel, eine bis zwei Zwiebeln, 1 kg Kartoffeln, Senf, Essig, Zucker, Salz. Paprika, Gurke, Majoran. — Gekochte, geschälte Kartoffeln stampft man zu Brei. Die klein geschnittenen Zwiebeln werben rntt Speckwürfeln zusammen angebünstet. Das nach bem Drei-8-System vorbereitete Fischfilet läßt man barin garbraten, gibt es zu ben Breikartoffeln hinzu und mischt alles untereinanber, ebenfalls bie in kleine Würfel geschnittene Gurke. Mit Senf. Essig, einer Prise Zucker, Paprika unb Majoran wirb gewürzt unb abgeschmeckt. Räucherfischauflauf. 500 g Räucherfisch (Bückinge ober Stückenfische von Rotbarsch, Kabeljau, Seelachs ober Steinbeißer), 250 g Makkaroni, zwei Eßlöffel Fett, zwei Eßlöffel Mehl, zwei Eßlöffel Tomatenmark, Zwiebel, Essig, Paprika, Zuk- ker, geriebener Käse. — Der Räucherfisch wirb enthäutet unb entgrätet. Fett, Mehl, Tomatenmark, Zwiebel werben angebünstet, mit Wasser ober Fischbrühe aufgefüllt. Zum Schluß wirb Essig, eine Prise Zucker, Paprika unb Salz baran gegeben und vorsichtig abgeschmeckt. Die klein gebrochenen Makkaroni läßt man in heißem Salzwasser 20 Minuten kochen, woraus sie kalt überspült werden. In eine angefettete Auflaufform wird lagenweise Makkaroni und ber Räucherfisch getan, über bas Ganze gießt man bie heiße Tomatentunke unb streut geriebenen Käse barüber. Das Gericht läßt man im Ofen 20 bis 25 Minuten überbacken. Bauern-Esfen mit Bücking. Vier Bük- kinge, 1 kg Pellkartoffeln, 100 g Speck, zwei Zwiebeln, ein bis zwei Eier, einen Eßlöffel Mehl, geriebener Käse. — Der würflig geschnittene Speck wirb ausgelassen unb barin bie fein geschnittenen Zwiebeln unb Kartoffeln gebraten. Dann werden bie geputzten Bückinge bazu getan Zuletzt werben die Eier, bie mit Salz, etwas Milch ober Wasser unb Mehl glatt gerührt finb, über bie Masse gegeben. Man läßt sie stocken unb überstreut bas Ganze mit Käse. Als Beigabe dazu eignen sich Salate. kul. Werliche Saisonarbeitslosigkeit beseitigt <1 Oer Arbeitseinsatz im Februar im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen, chtigtes Dor- lch mit schuld g des Drei« o's gemacht' die daraus und ent» aus dem aus und Verbreitung finden. In Chemnitz befindet sich die Staatliche Akademie für Technik. Der Volksmund nennt sie die „Luft» schutz-Akadernie"; denn ihre Professoren und Stu» denten sind einig in der Ueberzeugung, daß Mit» arbeit im Luftschutz ein Gebot der Volksgemeinschaft und der Landesverteidigung ist. Berichterstatter der „Sirene", der bekannten Luftschutz-Illustrierten, besichtigten die vorbildliche Hochschule und berichten im neuesten Heft, wie die führenden Männer dieser Akademie ihre wissenschaftliche Arbeit mit der des Luftschutzes vereinigen. Die neue „Sirene" bringt außerdem Bilder über die Verwendung des Drei* ecktuches und einen Bildbericht „So wiro's gemacht! Aus alten Sachen Neues machen!" Naturforscher Plinius spricht davon. Schon damals wurden mit dem Kraut Blutflüsse geheilt. Die fränkisch-germanische Apotheke aus dem Jahre 801 nennt unter ihren 120 Kräutern auch den Wegerich; Hildegard von Bingen nennt ihn „Wegerech". Shakespeare erwähnt ihn in „Romeo und Julia" als Mittel gegen Hautverletzungen. Hieronymus Tragus, Arzt und Botaniker im 16. Jahrhundert, schreibt: „Unter vielen Kräutern ist der Wegerich in der Arznei am gebräuchlichsten und Para- celsus: „Es gibt keine Pflanze, die mehr aus- trocknet und festigt als Plantago." Auch der Aberglaube bediente sich der Pflanze. In den sogenannten „Fieberpackerle" der Steiermärker, bestehend aus Wurzeln und Buchsbaumlättern, war der Spitzwegerich enthalten. Die Leinwandbeutelchen wurden den Kranken abends um den Hals gehängt und morgens wieder abgenommen. überflügeln. Die Pforzheimer Goldwaren, hauptsächlich Uhren- und Halsketten, - Ringe, Halsschnal- len, Berloques und Medaillons hatten schon in jener Zeit einen Grad der Vollkommenheit erreicht, der ihren Weltruf sicherte. x Ausfuhr in alle Erdteile. Die Goldstadt am Schwarzwald. Brillantkollier und Fingerhut. - Deutsche Wertarbeit im Ausland. Oer Schmuck aller Völker. Von unterem H ^Mitarbeiter. barm« btn ® oTb - t gn>. M« takt -k«, ter immerhin |o groß ist, daß er einen Geschaftsgewmn ergibt. Gold aus Arbeiterwäsche — das wird e, wohl nur in Pforzheim geben! Ringe vom Pharao und böhmische Granaten. Pforzheim als Goldsiadt besitzt auch Deutschland, erstes und einziges Schmuckmuseum. Aegyp- tische Ringe, mykenische, griechische und römische Schmuckstücke aller Art machen den Anfang. Beson- ders reichhaltig ist die Sammlung germanischer Fibeln, Schließen, Gürtelbeschlage, Hals- und Fingerringe, die Flechtbänder oder Tierkopse als ornamentalen Schmuck tragen. Die herrlichsten farbigen Steine, Email, Perlen, Gehänge, Agraffen zeugen von der Prachtliebe des 16. und .17. Jahrhundert, der Renaissance und der Barockzeit. Kunstvollen Schmuck aus Brasilien, Spanien und Italien bewundern wir ebenso wie den Volksschmuck aus Kurdistan, Syrien oder Ceylon. Unermeßliche turhistorische und künsllerische Werte gleißen glitzern hier in Hunderten von Vitrinen. Dann zücken uns der vergoldete Filigranschmuck Bayern, die Brustgehänge mit Granaten aus Egerland und der herrliche Filigranschmuck Gmünd, der in großen Teilen Deutschlands Oesterreichs als Bauernschmuck dient. Diese umfassende historische Schmucksammlung wird laufend er- gänzt. Außerdem soll eine Schau der Roh- und Werkstoffe angegliedert werden sowie eine technische Schau, in der alle Kunstfertigkeit gezeigt werden soll, durch die die Goldstadt am Schwarzwald berühmt geworden ist. Es gibt hier die größte Kettenfabrik der Welt Eine andere Fabrik fertigt nur goldene und silberne Fingerhüte an, wieder eine andere fabriziert Ketten- und Schuppenbörsen. Andere fertigen ausschließlich goldene und silberne Gebrauchsgegenstände an wie Bleistifte, Bonbonnieren, Zahnstocher, Feuerzeuge, Zigarettenetuis. Die „Bijouterie im engsten Sinne fertigt den eigentlichen Damenschmuck an, und zwar vom kostbarsten, platingefaßten Kol- lier bis zum einfachsten Ring und zum schlichten Anhänger. Andere Spezialfabriken widmen sich der Herstellung von Knöpfen aller Art oder von Nadeln oder von Trauringen. Die Aufzahlung ist aber keineswegs vollständig. Hinzu tommt natürlich noch eine reichgegliederte Hilfs- und Neben- industtie für die Herstellung von Scharnieren, von Kartons und allem, was dazu gehört, damit das Schmuckstück als Fertigware in die Welt hinaus- gehen kann. Kostbares Waschwasser. zunge: im ländlichen Wortschatz führt der Spitzwegerich deshalb auch den Namen Schafszunge. Der Spitzwegerich blüht in den Monaten April bis Oktober. Gesammelt wird er im Frühjahr, insofern die Blätter verwendet werden sollen. Die Samen, ebenfalls in der Heilkunde gebraucht, reifen in einer kurzen Aehre. Die Blüte, sehr lang gestielt, duftet fein, wie Vanille. Breit- und Spitzwegerich sind Windblüher, sie bereiten keinen Honigstoff. Die lange Samenähre des Breitwetzerichs ist allen Freunden der Stuben- und Kanarienvögel bekannt: sie ist ein billiges und begehrtes Dogelfutter. Eine auellbare Außenschicht umhüllt die dunklen, länglichen Samenkörnchen, wodurch sie sich an Sohlen, Hufe und Räder ankleben: dieser Kniff verschafft dem Wegerich die Möglichkeit weitester Verbreitung. Den Aerzten des Altertums mar der Wegerich vertraute Dioskurides wußte von ihm, der Oft ist ein Mißtrauen und ein berechtigtes Vorurteil gegen den abergläubischen Brauch mit schuld an dem Verschwinden von Pflanzen aus dem Arzneischatz. Nachprüfungen finden selten statt. Der Spitzwegerich wird heute nur noch in der Volksheilkunde gehalten, der Breitwegerich, Plantago major, jedoch hat Eingang in die homöopathische Heilweise denheit nicht bei auswärtigen Arbeiten einsetzbar. Nur 1700 Kräfte stehen für den Einsatz in örtlicher und auswärtiger Arbeit voll zur Verfügung, jedoch handelt es sich hier ganz überwiegend um solche Arbeitskräfte, die nur wegen Stellenwechsels am Stichtag der Zählung vorübergehend ohne Beschäftigung waren. 2)et Erschließung zusätzlicher Reserven für den Arbeitseinsatz kommt deshalb in den kommenden Monaten erhöhte Bedeutung zu. Zeitschriften. — Die Zeitschrift „Neues Volk", Blätter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68, bringt in ihrem März-Heft u. a. einen ausführlichen, mit charakteristischen Beispielen belegten Aufsatz über Grundfragen nationalsozialistischer Begabtenförderung, weiterhin die von markanten Bildern begleiteten Darlegungen .Hollywood entdeckt die Rassenlehre" und „Sonderbare Volksbeglücker", worin mit dem Selten-Unwesen der Systemzeit abgerechnet wird. Ein anschaulich illustrierter Beittag „Germanische Trachten von dreieinhalbtausend Jahren" legt die allgemein wissenswerten Ergebnisse langer Forschungsarbeiten im Museum von Neumünster in Holstein vor. In den Rubriken „Merkbuch der Zeit", „Was unsere Leser wissen sollten" und in Der Bücherecke findet man eine Fülle werttoller Beiträge zu den rassischen und bevölkerungspolitischen Problemen, die uns heute bewegen. — Die Zeitschrift sollte ihres vielseitig aufklärenden und belehrenden Inhaltes wegen weite Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Infolge der günstigen Witterung konnten die Außenarbeiten im Verlaufe des Monats Februar überall wieder in vollem Umfange ausgenommen werden. Diejenigen Arbeitskräfte, die zu Beginn des Monats aus saisonmähigen Gründen noch ohne Beschäfttgung waren, wurden fast ausnahmslos wieder bei Bau- und sonstigen Außenarbeiten eingesetzt. Die Arbeitslosigkeit ging deshalb in allen Berufsgruppen zurück, am stärksten bei den Hilfsarbeitern, Bauarbeitern sowie den Verkehrs- und Transportarbeitern; die Abnahme in allen übrigen Berufsgruppen ist zum Teil auf die Aufnahme van berufsfremder Beschäftigung bei vordringlichen Bau- vorhaben zurückzufuhren, zum Teil erklärt sie sich aus der weiteren Zunahme des Kräftebedarfs der Industrie. Der Gesamtbestand an Arbeitslosen lag um 4600 unter Der Höhe Des Vormonats, wobei die Abnahme überwiegend auf die männlichen Arbeitskräfte (— 4300) entfällt. Die Arbeitslosigkeit, die am Ende des Monats Februar im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen rund 10 400 betrug, liegt Damit bereits unter dem Stand vor Beginn des winterlichen Beschäftigungsrückganges; Die winterliche Saisonarbeitslosigkeit ist also beseitigt, Infolge Des starken Ausfalls von Gefolgschaftsmitgliedern Durch Er- krankungen hielt jeDoch Der Beschäftigungszuwachs mit dieser Entwicklung nicht ganz Schritt. Die Zahl der in den Betrieben und Verwalttngen beschäftig- ten Kräfte nahm im Februar nach Den vorläufigen Ergebnissen nur um rund 1000 zu Am Ende des Monats wurden insgesamt 1008 000 Beschäftigte gezählt. Darunter 282 000 Frauen. Der Mangel an Fach- unD Hilfsarbeitern hielt auf allen Gebieten der Wirtschaft an. Besonders schwierig war die Arbeitseinsatzlage in den Wirtschaftszweigen, die schon seit längerer Zeit unter Abwanderung von Arbeitskräften zu leiden haben. Die Ab- wanderungsbesttebungen setzten sich auch im Monat Februar fort — 3. T. in verstärktem Umfang —, vor allem in Der Land- und Hauswirtschaft und Den geringer entlohnten Jndustriearbeiterberufen. Ersatzkräfte sind aus Dem Bestand an Arbeitslosen nur noch in geringem Umfang zu gewinnen. Von den noch gemeldeten Arbeitslosen ist nahezu die Hälfte (4500) nicht voll einsatzfähig; rund 4100 sind zwar leistungsfähig voll geeignet, ober wegen Ortsgebun- Vier Knöpfe hat Der schwergoldene Bleistift, alle von verschiedener Farbe: schwarz, rot, grün und blau. Man drückt auf Den roten Knopf, und an der Spitze des Stiftes fpringt die rote Füllung so well hervor, daß man in roter Schrift schreiben kann. Ein Druck auf Die Spitze, unD Die Füllung verschwindet. Ein seuer Druck auf einen Der Drei anderen Knöpfe, und sofort kann man in einer Der Drei anderen Farben wieder schreiben. Wenn das kein Gegenstand ist, Der auf Der Leipziger Messe Die Kauflust Der Besucher aus Dem Ausland anregt! Wenn das fein Geschenkartikel ist — originell, praktisch und werttoll zugleich! Wo entsteht dieses kleine Wunderwerk? In Deutschland, in der Goldstadt am Schwarzwald. Und doch ist diese G o l d st a D t Pforzheim nicht das, was man sich unter einer „Industriestadt" vorstellt. Zum mindesten nicht in ihrem äußeren Bilde. Die Stadt liegt eingebettet in einem lieblichen Flußtal, und dicht hinter Pforzheim steigen die ersten dunklen Tannenhöhen an. Bergrücken an Bergrücken ziehen sich übers ganze badische Land bis zum Hochrhein hin. Fabrikstadt und Schwarzwaldpsorte, beides zusammen macht die Eigenart Pforzheims aus. Die „Fabriken" aber sind keine Anlagen mit Dem Donnernden Rhythmus Der Maschinen unD mit rauchenDen Schloten. Wie freundliche, stille Wohnhäuser sind sie in Das Grün Der Gärten eingebettet. Kein Rauch, fein Lärm fündigt an, Daß in Diesen Häusern eine wirfliche Industrie wohnt, Denn es honDelt sich hier um eine Arbeit, Die ebenso fein wie wertvoll, ebenso volfswirtschoftlich wichtig wie fulttrell interessant ist. Wie Pforzheim zur Goldstadt wurde. Spezialisten für Knöpfe und Zahnstocher. Die Eigenart Dieser Industrie bringt es mit sich, daß sie in einem fast unvorstellbaren Maß spezialisiert ist. Da gibt es die Grupven der Knopf-, Ring-, Ketten- und Crayomnacher, des Fallers und des Juweliers, des Gold- Flachstich- und Stahl- graveurs, des Modelleurs und des Zeichners. Da gibt es Die zum Teil mit weiblichen Arbeitskräften besetzten Spezialgruppen Der Polierer, Der „Polis- seusen", wie der Fachausdruck heißt. Dazu fommen Die Former und Feingießer, die Zieseleure, 23er- golDer und Galvanoplastiker, Die Nivellierer, Tul- iierer, Oxydierer, Guillochierer, Die Emailmaler, Emailleure und Emailleusen ... und Damit haben wir noch längst nicht alle Spezialtätigkeiten genannt! Schmuckwaren sind Modesache. Immer neue Arten und Formen müssen aus Den Markt kommen, wenn Die Industrie konkurrenzfähig bleiben will. Etwa ein Viertel Der Pforzheimer Schmuckindustrie betreibt ausschließlich Die K e 11 e n f a b ri k a t i o n. Der Wunsch Der Menschen, sich zu schmücken, ist so alt wie Die Menschheit selbst. Männer und Frauen m grauester Vorzeit schon ttugen, wie Die Gräber- funoe allerorten zeigen, Ringe, Ketten, Spangen und anDeren Zierat aus eDlem Metall. Im Mittel- alter stand in ganz Deutschland bas Gold- schm i e d e h a nd w e r k auf Hoher Stufe. Im 18. Jahrhundert begann man, dem Zug der Zeit folgend, Gold- und Silberschmuck oder Schmuck aus legierten Metallen auch fabrikmäßig herzustellen. Damals begann Die badische Stadt Pforzheim ihre SchmuckinDusttie aufzubauen und bald auch ihre Handelsbeziehungen über Die ganze Welt auszu- Dehnen. Im Jahre 1767 roanDte sich ein Schweizer, Der llhrenfabrifant Johann Franz Autran, im Namen seiner Associös Christin und Johann Viala an Die badisch markgräfliche Regierung und an Die kunstsinnige Markgräfin Karoline nut Der Bitte, in Der Markgrasschaft Baden eine Uhrenfabrik errichten zu dürfen. Als Sitz wurde Pforzheim aus- ersehen, nicht zuletzt deshalb, weil in Dem Dortigen Waisenhause billige Arbeitskräfte zur Verfügung stanDen. Damit hatte Die Geburtssttnde Der deutschen Schmuckindustrie geschlagen. Die ihren Ruf über Den ganzen Erdball verbreiten sollte. Den französischen Vorsprung der Pforzheimer Schmuck- warenindustrie — Autran und Viala waren Genfer — merkte man noch lange Zeit bis in Die Gegenwart an Den vielen französischen Bezeichnungen, die in Der SchmuckinDusttie üblich sind. „Bijouterie- Fabrik" hieß die ursprüngliche Bezeichnung Dieser ^Betriebe, unb eine ganze Menge von fachlichen Ausbrücken wie Billier für Oese, Bracelet für Arm- banb. Verlogne für Gehänge sind Dem Pforzheimer Bijouterie-Arbeiter heute noch geläufig. Unter Der FörDerung Der badischen Regierung blühte Diese erste Pforzheimer Uhrenindustrie so heran, daß man noch im Jahre 1767 die Fabrikation von gefaßten Juwelierwaren, von Goldwaren und feinen Stahlwaren angliederte, und im folgenden Jahr wurde die Bijouterie von der Uhrenfabrikation ge° ttennt, um fortan als eigener Zweig sich kräftig fortzuentwickeln. 1790 bestanden in Pforzheim bereits 78 Betriebe mit 789 Arbeitern. Schon nannte man Pforzheim „Klein-Genf", schon begann die badische Goldindustriestadt, den Städten Genf und Paris ernstlich Konkurrenz zu machen, ja sie zu gefunden. Will man die Heilwirkung einer Pflanze gut verstehen, ist es nötig, ihre Natur zu begreifen. Eigentümlich ist dem Spitzwegerich der ttockene Standort. Er unterhält also eine Beziehung zur Austrocknung, zur Stauung und Stockung von Flüssigem. Der aus frischen Blättern gepreßte Saft wird auf Schnittwunden geträufelt. Er stillt Das Blut und heilt. Kneipp schreibt: „Ein solcher Verband ist der erste, aber manchmal Der beste Notverband, Denn Die Heilung solcher Wunden geht rasch vor sich. Wie mit Goldfäden näht Der Wegerichsaft Den klaffenden Riß zu, und wie an Gold sich nie Rost ansetzt, so flieht den Spitzwegerich jede Fäulnis und faules Fleisch." Die Bauern, Die sich mit Sichel und Sense verletzen, Drücken ein Wegerichblatt auf Die frische WunDe. HufelanD, der berühmte Arzt, Der sich um Das preußische MeDizinalwesen verdient machte, hält den Wegerichsaft für das beste, innerlich und äußerlich anwendbare Wundheilmittel. Der Saft bringt das Blut zum Stocken. (Diese Beziehung zum Trocknen ist in der Umkehr, Da jedes Ding zwei Seiten hat, eine Sympathie zum Flüssigen: Wegerichsaft hat nämlich auch Die Fähigkeit, Die Gerinnung des Blutes zu hemmen, wie er auch zur Reinigung des Blutes und Der Säfte Dient.) Ein aus getrockneten Blättern bereiteter AbsuD wirb zu Auslagen bei nässenden Flechten verwendet. In man- ©er Wegerich. Von Znedrich Schnack. Der W e g e ri ch ist ein Bewohner Der Wege und PfaDe. Füße unD Hufe treten seine Blattrosette, Räder und Karren gehen über ihn hinweg. Der Gefahr, beschädigt und verwundet zu werden, ist er am Wege besonders stark ausgesetzt. Doch scheint es, wie wenn sich die Pflanze gerade hier am wohlsten fühle, wie wenn sie getreten werden wolle. Don der Wucht des Schrittes und Dem Druck Der Räder richtet sie sich wie keine andere Pflanze schnell wieder auf. Der Wegerich folgt den Schritten Des Menschen und Den Tritten Der Haustiere. Als einst Die Weißen in Den Westen Der Neuen Welt einwanderten, begleitete sie Der Wegerich, der Dort unbekannt war. Der Indianer gab Dem Untraut Den Namen „Fuß- tapfen Des weihen Mannes". Der lateinische Name Der Pflanze ist plantago, von planta, Sohle, abgeleitet Der Wegerich ist Der wahre Herr Der Wege, Die er unverdrossen besiedelt. Sein deutscher Name rührt von seiner Standortsbezeichnung her, das Anhängsel „rich" kommt von dem lateinischen „rex“, was König, Herr oder Herrscher bedeutet. Bei uns wachsen mehrere Wegericharten. Die bekanntesten sind Der Breitwegerich, Der breite, unD Der Spitzwegerich, Der schmale, gespitzte Blätter tteibt. Zwischen beiden hält sich der mittlere Wegerich, desien Blut« etwas nach Schokolade Duftet. In Der DolksheilkunDe hat Der Spitzwegerick seit alter Zeit feinen Platz. Sein schmales, langes Blatt erinnerte Die Kräutersucher an Die Form Der Schafs- — Was ist Grippe? Wie entwickelt sich beim i Kinde meist das Krankheitsbild? Was hat ein« Mutter zunächst zu tun? Welche Vorbereitungen sind für den Besuch Des Arztes zu treffen? Aus- sichtliches hierüber bringt Das Märzheft Der Z«st* schrift „Mutter und KinD" (Verlag ElwM Staude, KG., Berlin W 30, und Osterwieck.) Das ■■ Heft bringt auch noch weitere für Mütter, Säuglingsschwestern, KinDergärtnerinnen usw. wertvoll« Beiträge wie z. B : ..Mut üben", Kinderglück 'M großen Haus", „Sollen Kinder schreien?", ..Erziehung zur Einfachheit", „Spielzeug aus Papier usw.... Eine Rätselecke, praktische Winke für pu Mutter und Hausfrau, eine Bucherschau und w«* weise auf Kinderkleidung beschließen Das .He" „Mutter und KinD" ist außerdem mit vielen Bildern geschmückt. Den Charakter einer ausgesprochenen Export- inDuftrie hat Die Pforzheimer Goldarbeit von Anfang ai< gehabt, ja früher sogar noch mehr als heute. Um Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert fanden von den Gesamterzeugnissen im Wert von rund 300 000 Gulden nur 5 v. H. im badischen Inland und 95 v. H. im damaligen Ausland ihren Absatz! Die wichtigsten Ausfuhrländer waren neben den späteren deutschen Zolloereinsstaaten vor allem Rußland, Holland und Oesterreich, Dann auch Ungarn, Die Türkei und Die überseeischen ßanDer wie Nord- unD Südamerika, Ost- und Westindien. Ohne schwere Krisen ging diese rasche, fast märchenhafte Aufwärtsentwicklung freilich nicht vor sich. Kriege und politische Umwälzungen brachten diese so stark auf Export eingestellte Industrie mehr als einmal beinahe zum Erliegen. Großem, rasch erworbenem Reichtum stand Das Elend häufiger Zusammenbrüche gegenüber, zu Denen die rasch und launenhaft wechselnde M o d e das ihrige beitrug. Trotz- dem ging es immer wieder aufwärts. Im Jahre 1905 hatte Pforzheim 958 Bijouterie-Bettiede mit etwa 27 000 Arbeitern und Arbeiterinnen. Der Weltkrieg und die Nachkriegszeit brachten naturgemäß schwere Schläge. Nicht alle Absatzmärkte im Aus- land konnten wiedererobert werden. Aber noch heute ist Pforzheim Die Goldstadt, von Der alljährlich Die Erzeugnisse deutscher Qualitätsarbeit in Die Welt hinausgehen, wenn auch Der Inlandsabsatz gegenüber früheren Jahren wesentlich an BeDeutung gewonnen hat. Man hat sich deshalb wieder mehr auf die Uhrenfabrikation umgestellt, nicht zuletzt, um von der Uhren-Einfuhr aus der Schweiz frei zu werden. Nock 1937 brachte die Leipziger Messe eine große Zahl von Auslandsaufttägen, obwohl sich steigende Auslandskonkurrenz bemerkbar macht. Am besten ist die Ausfuhr nach Südamerika entwickelt. Nach Nordamerika stören die hohen Zolle, die die Vereinigten Staaten auf deutsche Waren gelegt haben. Schwierig gestaltete sich Die Ausfuhr auch nach einigen anDeren Ländern. So ist in Den letzten Jahren z. B. Spanien angesichts Der kriegerischen Ereignisse als Ausfuhrland vollkommen ausgefallen, während gerade dieses Land früher eines Der allerersten Absatzgebiete für die Pforzheimer Schmuckwarenindustrie gewesen ist und hoffentlich bald wieder werden wird. Die Verschiebungen auf dem Weltmarkt vollziehen sich ja ununterbrochen, aber auch gegenwärtig wird noch die reichliche Hälfte der gesamten Pforzheimer Erzeugnisse ins Ausland verschickt. chen Gegenden wird Wegerichsast gegen Nasenbluten geschnupft, und ein Arzt, der der wohlriechen- Den Blüte seine Aufmerksamkeit zuwandte, will sie erfolgreich in der Bekämpfung Des Heuschnupfens gebraucht haben. Der bekanntlich Durch Den im Wind schweifenden Pollenstaub verursacht wird; der Wegerich blüht ja auch in Der Zeit Des Heuschnupfens. Wegericksyrup, hergestellt aus einem halben Teil Wegerichblättern, je einem Viertel Brennesselspitzen, Löwenzahn und Schafgarbe, mit Honig aufgekocht und eingedickt und bei Gebrauch mit warmem Wasser vermischt, wirkt sehr gut bei Lungen- und Darmverschleimung, Luftröhrenkatarrh, inneren Blutungen und Durchfall — lauter Erscheinungen des Fließenden und Flüssigen. Gegen sie sowie gegen Blasenschwäche und Blutungen bewährt sich seine stockende, stauende, austtocknende Kraft. Es ist fesselnd zu lesen, gegen welche Leiden die Homöopathie ihr Heilmittel Plantago verwendet, das aus der frischen Breit-Wegerichpflanze gewonnen wird. Da heißt es: „Gegen bohrende, stechende, wandernde Schmerzen; gegen Unruhe, besonders in den unteren Gliedmaßen. Leiden verschlimmert sich beim Ruhigsitzen, bessert sich beim Umhergehen.' Mit den über ihn hinwandernden Füßen kommt der Wegerich dauernd in Berührung. Ist Dies ein Sinnbild? Sohlenkraut ist sein anderer Name. Das Blatt bietet sich den Fuß-Sohlen an: wunde Füße damit behandelt, werden vor Entzündungen bewahrt. Möglicherweise steckt in den Fasern Dk Glückskraft der Gesundheit. Altes Heilbuchwissen empfiehlt den Tee der nervigen Blätter gegen Nervenschwäche, den Saft aber auch für Sehnen und Muskeln, denn Die. Gefäßbündel sind die Sehnen und Muskeln Der Pflanzen. Pflanzen, Die eine Knickung oDcr Brechung ohne Schaden verttagen, wie Der oft getretene und überfahrene Wegerich, scheinen einen Stoff jur Wiedergutmachung hervorzubringen, Der sich in der inneren Heilanwendung bei Knochenbrüchen und Quetschungen erfolgreich anwenden läßt, wie eben auch außen bei Wunden und Hautschäden, die er gleichsam mit dem „Goldfaden seines Saftes" zu- sammennäht. Der Wegerich ist eine Weltpflanze. Unser Breitwegerich und eine indische Art werden in Indien gegen die erwähnten Krankheiten angewandt. In allen indischen Bazaren verkauft man Wegerichsamen. Er wird gepulvert ober mit Zucker vermischt, auch als Saft eingedickt und Dient insbesondere gegen Dysenterie (Ruhr). Dies ist kein Zufall. Es ist uraltes Menschheitswisien. Zu Diefen NebeninDustrien gehören auch Scheide an st alten, Die eine Spezialität aus machen, die Gold- und Silberrückstände Der Arbeiterwäsche zu verwerten. Der Inhaber einer olchen Waschanstalt tritt mit verschiedenen Firmen n Verbindung, Denen er gratis Die Arbellswasche, Schürzen, Musen, Wisch- und Handtücher, Kopftücher der Polisseusen usw. liefert. Er besorgt Die notwendigen Reparaturen und Neuanschaffungen sowie das Waschen all Dieser Stücke, Die sein Eigentum bleiben. Er zahlt sogar noch eine bestimmte Vergütung Dafür, Daß er Das tun Darf. Als Entgelt behält er Die Wäschebrühe, und durch ein forgfaltt- ges Eindampf- und Filtrierverfahren gewinnt er Rundfunkprogramm Freitag» 17. März. (Tagder Stadt Konstanz.) 6 Uhr: Morgenlled — Morgenspruch — Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert Des Mufikkorps Des IR. 14 Konstanz. 7: Nachrichten. 8.10: Aus Der Standard- Zahnfabrik AG., Konstanz: Werkgymnastik und 8.30: Werkkonzert, in Verbindung mit der NS.-Gernein- schaft',Kraft durch Freude". Einlage: Schönheit Der Arbeit. Einlage: Soziale Arbeiterbetteuung. 9.30: Nachrichten. 9.45: Was ißt man am Bodensee? Plauderei. 10: Schulfunk: „Bollwerk Des Westens" 10.30: Fliegerei — Marine unD Motorsport. Eine Unterhaltung im Amt für körperliche Ertüchtigung Der Reichsjugendführung. 10.45: Das Bodenfee-For- schungsinstitut. 11.05: Konstanz als FremdenstaDt. 11.15: „Grenzlandwirtschaft". Es spricht Kreiswirt- schaftsberater Sollnski. 11.40: Ruf ins Land. Fischer und Bauer. 12: Aus Der Firma L. Strohmeyer & Co.: In Den Domen Der Arbeit. Es spielt das verstärkte Stadttheaterorchester Konstanz. 13: Nachrichten. 13.15: Auf der Marktstätte Konstanz: Pia-- konzert Des Mustkkorps IR. 14, Konstanz. Einlage: Konstanz als Garnisonsstadt. 14: Nachrichten. 14.15: Süddeutsche Volksmusik. 15: Kammermusik. 15.30: Aus Konstanz: Konstanzer Jungen und Mädel singen und spielen. 16: Aus Dem Stadttheater Konstanz: Nachmittagskonzert für die Volksschulen. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen. 1. Die politische Bedeutung von Konstanz. 2. Di« kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung von Konstanz. 19: Konstanz, Die Stadt am See. Hörbilder. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Aus Dem Konzilsaal, Konstanz: Bunter Abend, in Verbindung mit der NS.-Gemeinschast ,Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.20: Der Sport in Konstanz. Nr. 65 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 15. März M9 Qnbs elon. chek unb ' Qis [ar. * ?°hr. iunft* [alien ■ aus f tut. unb l ent. aus ' dem aus ' unb Mal« ob er« = und tech. it ge. ' am en. setzbar. rtlichn . jedoch solch! ■Is am )eschäj> Resn. in den GyN!> 391II andarb' nb 8.30: Bemeim tzeit btr 3- 9.30: ibenfet? ßeftens' rt. (Eint chtimg fee-goi' )enftabl eismiri' NW hmeyel rft dai Nach ■ q^Xn' LXnle, n. lü L M Mä!! iter St» len. ®* zescheh» j. 2. ft lon Ro!* ^örbilbri. n Konzil- w» lde. “ tatter b« irlag 8*1' i.a. ein:' pielen ft ilsozial^ n martN hollyw^ ire Soli? wesen ft [ mlich ch von ow in wisst'!' ■beiten « )r. 3n 'S * 19.30: Der fröhliche Lautsprecher (Industrie-Schall- platten und Eiaenaufnahmen). 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers. 1. Arbeitsdienstführerin — ein Beruf. 2. Nein, das kann unser Karlchen »ücht mitmachen. 20- Nachrichten. Grenzecko. 20.10: Won München: „Die ungarische Hochzeit" (Ursen- öung), Operette in 3 Akten. 22.10: Nachrichten. 22.25: Zum Tag der Deutschen Wehrmacht: Die Vorführungen in unserem Sendegebiet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) fL D. — 2L Aus Ihrer Anfrage ist nicht erficht- lich, welche Zuschüsse gemeint sind. Zuschüsse beim Anfängen einer Landwirtschaft werden nicht gewährt. Nach der Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung vom 7. Juli 1938 können gewährt werden, wenn die Ehe nach dem 30.6.1938 geschlos- «en ist: a) Einrichtungsdarlehen, wenn b»eide Ehegatten in den letzten fünf Jahren ununterbrochen in der Land- oder Forstwirtschaft oder als ländliche Handwerker tätig gewesen sind und wei- lerhin tätig zu fein beabsichtigen. Das Einrichtungs- Darlehen beträgt 400 Mark für jeden Ehegatten. 1») Einrichtungszuschuß für Angehörige der Landbevölkerung, die nach dem 31.12.1933 geheiratet haben, wenn mindestens ein Ehegatte in den letzten fünf Jahren nach der Eheschließung ununter- i rochen als Landarbeiter oder als ländlicher Handwerker tätig gewesen ist und erklärt, auch weiterhin cis solcher tätig zu fein. Der Einrichtungszufchuß beträgt 400 Mark, wenn beide Ehegatten die Dor- cussetzung erfüllen, und nur 200 Mark, wenn dies tur bei einem Ehegatten zutrifft. Der Einrichtungs- -uschuß wird in barem Gelbe ausbezahlt. Die An- träge sind beim Finanzamt zu stellen. C. C. Die geschiedene Ehefrau behält grundsätzlich !«n Namen des Mannes; sie kann aber ihren frühe- isn Namen durch Erklärung gegenüber dem Stan- tesbeamten wieder annehmen. Diese Erklärung betört der öffentlichen Beglaubigung; ebenso auch die Erklärung des gefdyiebenen Mannes auf Unter- Irgung der Führung feines Namen durch die allein ttter überwiegend, schuldig geschiedene Frau. Die K osten sind geringfügig. Aus der engeren Heimat Wirtschaft der Zu- Die große Vauernkundgebung in Friedberg am 19. März beginnt nicht um 15.30 Uhr, sondern um 15 Uhr. Der Landesbauernführer Dr. Wagner wird dort sprechen. Zu dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Diehoersteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 4 Ochsen, 7 Bullen, 32 Kühe, 30 Färsen, 112 Kälber, 127 Schweine, 6 Schafe auf getrieben. Preise: Ochsen 43,5 bis 45, Bullen 42,5 bis 43,5, Kühe 25 bis 43,5, Färsen 35 bis 44,5, Kälber 25 bis 65, Schafe 45 bis 47 Pf. je Vt kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1.13, i (Attschnei- der 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mk. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Aktien tm Verlaufe befestigt. Frankfurt a. M., 14. März. Die Börse hatte am Aktienmarkt einen uneinheitlichen Beginn, da zunächst noch kleine Abgaben erfolgten, die aber nur noch kleine Rückgänge auslösten. Neben dem Erreichen von Limiten zeigte sich aus der Börse heraus Deckungsbedürfnis Im Verlaufe setzte sich, bei lebhafter werdenden Umsätzen eine beachtliche Die hierzu aüsgearbeiteten Pläne lagen in Versammlung offen und fanden allgemein ftimmung. Gießener Schlachtviehmarkt. Bauerntage find der Ausdruck der untrennbaren Geschlossenheit des Landvolks in einer Heimat. Sie zeigen den Willen, trotz aller Widerwärtiakeiten die Erzeugungsschlacht fortzuführen. Denn Bauer ist, wer trotzdem bleibt! Die Bauerntage sprechen aber auch von den Vor- aussetzungen, die dem Landvolk gegeben werden müssen, wenn es seine Lebensarbeit weiterhin im Dienste der Gemeinschaft verrichten soll. Schließlich geben die Bauerntage auch die Richtlinien für die praktische Arbeit des kommenden Jahres, die sich eng den örtlichen Verhältnissen anpassen und somit Vorschläge und Hinweise enthalten, die für das Tagewerk aller Schaffenden auf dem Lande unentbehrlich sind. Unter diesen Gesichtspunkten wird der Bauern- tag in Friedberg verlaufen. Ich bin überzeugt, daß er zu einer Verstärkung unseres harten Willens im bäuerlichen Kampf für das Volk und zu einer weiteren Vervollkommnung unserer praktischen Arbeit führen wird. Dr. Wagner, Landesbauernführer. Oer Bauerntag in Friedberg Geleitwort des Landesbauernführers. In der Geschichte der Reichsbauerntage wird der 6. Reichsbauerntab 1938 stets einen besonderen Platz einnehmen. Auf chm wies der Reichsbauernführer R. Walther D a r r 6 nicht nur auf die gewaltigen Erfolge hin, die das deutsche Landvolk in seinem Kampf um die Ncchrungsfreiheit der Nation errungen Hat, sondern er Zeigte auch dem deutschen Volke in einer Klarheit, wie dies bisher noch nie geschehen ist, unter welchen Nöten und Sorgen diese Erfolae errungen werden mußten. Auch dem letzten Volksgenossen dürfte es nunmehr klar fein, baß diese Sorgen vom Bauerntum genommen werden müssen, wenn es seine Ausgaben als Erhalter und Ernährer unseres Volkes weiterhin erfüllen soll. Das muß geschehen um der Gesamtheit dieses Volkes willen. Die Eindrücke des 6. Neicksbauemtages find bis In das entfernteste Dorf gebrungen und von dem deutschen Landvolk als em entscheidender Schritt gewertet worden. Es wird nun die Ausgabe sämtlicher Kreisbauernschaften unserer Landesbauernschaft Hessen-Nassau sein, die Ergebnisse und Erkenntnisse des 6. Reichsbauerntages noch tiefer in die örtlichen Bereiche einbringen zu lassen. Die Reihe der Bauern- tage wird mit dem Bauerntag der Kreis- bauernschaft Oberhessen-West vom 17. bis 21. März 19 3 9 in Friedberg fortgesetzt. Er soll der Generalappell des Jahres 1939 für das gesamte Bauerntum der Wetterau fein. 60 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schotten. k. Schotten. 12. März. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten ist die älteste Wehr im Kreise Büdingen-Schotten und blickt in diesen Tagen auf ihr 6 0 j ä h r i g e s Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand gestern abend in der Turnhalle ein Feuerwehrabend statt, zu dem auch die Familien der Feuerwehrkameraden erschienen waren. Der Leiter der Wehr, Rausch, konnte als Gäste Kreisleiter Görner, Regierungsrat Kessel vom ßanbratsamt Büdingen und Kreisfeuerwehr. Inspektor Klein begrüßen. Er gab einen interessanten geschichtlichen Rückblick, erwähnte die mancherlei Bränoe, die die Wehr seit Bestehen zu bekämpfen hatte, und erinnerte auch an die vielen schönen Stunden, den Provinzialfeuerwehrtag 1925 und den großen Hessischen Landesfeuerwehrtag, der 1933 hier abgehalten wurde. Er gab das Versprechen ab, daß auch in der kommenden Zeit die Feuerwehr ihren alten Idealen treu bleiben werde. Regierungsrat Kessel überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Kreisverwaltung Bürgermeister Menge! sprach Glückwünsche und Dankesworte namens der Stadt, die immer stolz auf ihre Wehr war und fein kann. Ist es doch alte, gute Familientradition, daß die Bürgerföhne in die Wehr eintreten. Kreisleiter (Börner sprach namens der Partei und wies auf das große Aufbauwerk des Führers hin, bei dem auch die Feuerwehren mithelfen. Die Ansprache klang aus in ein Sieg-Heil auf den Führer. Die Kapelle der $3ehr spielte bann zum Tanz, und mancher humoristische Bortrag verschönte die Feier. Fünf Schwerverletzte bei einem Autozusammenfloß. LPD. Frankfurt a. M., 14. März. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der Auto- urngehungsstraße zwischen Unterliederbach und Zeilsheim, wo zwei aus verschiedener Richtung kommende Personenkraftwagen fast auf der Mitte der schnurgeraden Straße zusammen- st i e ß e n. Der Lenker des aus Frankfurt kommenden Wagens, ein Spielleiter des Reichssenders Frankfurt, wurde schwer verletzt, eine Jüngere Frau und ein zwölfjähriger Knabe, die im gleichen Wagen saßen, erlitten schwere Gesichts- bzw. Kopfverletzungen, während eine ältere Frau ohne Verletzungen daoonkam. Die beiden Insassen des andern Wagens, ein Mann und eine Frau aus Oppenheim, 4 bis 5 Meter breite Betontürme, in die das Grün« futter mittels eines Gebläses hineingeblasen wird. —» Der immer größer werdende Arbeitermangel zwang die hiesige fürstliche Gärtnerei dazu, sich für den großen Gärtnereibetrieb technischer Hilfsmittel zu bedienen. So wurde ein Trat- tor angekauft, den man mittels besonderer Hilfsmittel nicht nur zum Ackern, sondern auch zum Hacken, Mähen uno Baumspritzen verwenden kann. Auch die Stadtverwaltung sah sich dieser Tage AUtn Kauf einer fahrbaren M o t o r b a u m s p r i tz e gezwungen, da mit den wenigen zur Verfügung stehenden Arbeitern ein sorgfältiges Spritzen der über 15 000 Obstbaume nicht gewährleistet werden konnte. )—( Ruppertsburg, 10. März. Dr. Hahn von der Reichsstelle für Kartoffelkäferabwehrdienst sprach hier in einer gut besuchten Versammlung bei Gastwirt Wagner über den Kartoffelkäfer, fein Auftreten, feinen ungeheuren Schaden und über Mittel und Wege zu seiner Bekämpfung, Zur Veranschaulichung ließ er schöne Filme laufen. An der Aussprache, die sich anschloß, beteiligten sich Ortsbauernsührer W. H o rft und Pächter K. Ne b e. Kreis Alsfeld. * Nieder-Ohrnen, 15. März. Am morgigen Donnerstag, 16. März, vollendet der feit 1895 hier ansässige praktische Arzt Dr. August K i ß n e r fein 7 0. Lebensjahr. Weiten Kreisen der Bevölkerung war der Jubilar in dieser langen Zeit stets ein treuer ärztlicher Berater und helfender Freund. Daher wird ihm auch allenthalben große Wertschätzung zuteil. Dem Jubilar, der seit 44 Jahren zu oem treuen Bezieherkreis des Gießener Anzeigers gehört, bringen auch wir unfern herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag dar. —.— Sj o m b e r g, 10. März. Für den im Oktober vorigen Jahres freiwillig aus dem Amte geschiedenen Bürgermeister Schweicker wurde Kreis- fchulungsleiter Geißer zum Bürgermeister der Stadt Homberg ernannt, nachdem er bereits über vier Monate Die Geschäfte des Bürgermeisters kommifsarisck versehen hatte. Im geschmückten Rathaussaal erfolgte durch Landrat Dr. S ch ö n- h a l 5 (Alsfeld) die feierliche Einführung. Allent- lj alben bringt man dem neuen Bürgermeister alles Vertrauen entgegen. — In der Nacht zum Donnerstag zog über unsere Gemarkung ein schweres Gewitter dahin, das von heftigem Sturm, Regen und Schneefall begleitet war. Mancher ältere Baum wurde entwurzelt. — Jrn neu hergerichteten Bullenstatt find drei Bullen und flwei Ziegenböcke untergebracht. Sie stehen unter Der Pflege von Buttenwärter Sartorius. Für einen abgängigen Bullen wurden 930 Mark erlöst. *!* Ruppertenrod, 9. März. Der hiesige Gesangverein .Liederkranz" hielt bei Gastwirt Döll seine Jahreshauptversammlung ab. Nach vorausgegangener Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Otto Geiß Entlastung erteilt. Rudolf Weber wurde für die Einsammlung der Beiträge zum Unterkassierer ernannt. Im Verlaufe der Versammlung wurde beschlosien, der Hundertjahrfeier des Gesangvereins Nidda beizuwohnen. Der Vorstand blieb in der bisherigen Besetzung im Amt. — Die hiesige Jungmädelschar veranstaltete einen wohlgelungenen Dorfgemein- schastsabend. Der Abend brachte eine reichhaltige Vortragsfolge. Die Untergauführerin hielt eine kurze Anspriche. Dann folgten in buntem Wechsel Lieder, Gedichtvorträge und luftige Theater- stückcken. Außerdem fand eine Verlosung statt. Die Preise bestanden zum größten Teil aus Handarbeiten, die die Mädchen selbst gefertigt hatten. wurden ebenfalls schwer am Kopf und im Gesicht verletzt. Alle fünf Schwerverletzten mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Kraftwagen wurden so zertrümmert, daß sie abgeschleppt werden mußten. Wie sich das Unglück auf dieser geraden Strecke ereignen konnte, ist noch nicht geklärt. Landkreis Gießen. 00 Beuern, 14. März. Im Saale von Ranft and eine gut besuchte Bauernversammlung tatt. Nach der Begrüßung durch den Ortsbauern- ührer Hermann sprach Oberkontrolleur Kreis über das Thema „Milchkontrolle und Leistungssteigerung der Kühe". Eine rege Aussprache schloß sich an. Sodann sprach Gendarmeriewachtmeister Fritz über das Thema „Vorschriften und Gefahren im Verkehr". Schließlich sprach noch Assessor Nagel vom Tierzuchtamt Gießen über die Verbesserung der Wiesen, über richtige (Brünfütterung und über die Notwendigkeit der Steigerung des Anbaues von eiweißreichen Futtermitteln. cZ Holzheim, 14. März. Die zweitälteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Anna Elisabethe Reitz, geb. Schimpf, konnte dieser Tage ihren 8 5. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau verbringt ihren Lebensabend im Kreise ihrer Angehörigen. Eine Tochter, sechs Enkel und acht Urenkel überbrachten die Glückwünsche. Der Jubilarin auch unseren herzlichen Glückwunsch. }) Lich, 14. März. Auch in den hiesigen landwirtschaftlichen Kreisen setzt sich immer mehr der Gedanke der Errichtung von Futtersilos durch. So läßt zur Zeit das Hofgut Lich der fürstlichen Gutsverwaltung in einem Hof in der Schloßgaffe zwei große Grünfuttersilos errichten. Es handelt sich hierbei um zwei etwa 12 Meter hohe und etwa Erholung durch, so daß gegenüber dem Vortag die meisten Kurse 0,50 bis 1 v. H. durchschnittlich höher ankamen. Von den führenden Papieren stellten sich IG. Farben auf 148,40 bis 149,25 (149), Verein. Stahl auf 108,40 bis 109,50 (108,75), Mannesmann auf 108,40 (107,25), AEG. auf 111,40 bis 112 (112), und Rheinstahl zogen stärker an auf 133,50 (131,75). Höher lagen außerdem u. a. Ges- fürel mit 132 (131), Zement Heidelberg mit 150,50 (150), Westdeutsche Kaufhof mit 102 (101,50), ebenso waren die meisten Maschinenwerte leicht erholt. Weiter fest auf Abschlußerwartungen blieben Feinmechanik Setter mit 100,50 (99). Nach Pause schwächer lagen Licht und Kraft mit 130 (131,75), auch RWE. bröckelten 0,40 v. H. ab auf 114,65. Jrn Freiverkehr traten bei kleinem Geschäft keine Aenderungen ein. Tagesgeld noch gefragt und unverändert 2,75 v. H. Abendbörse gut behauptet Nach dem verhältnismäßig lebhaften Geschäft an der Mittaasbörse entwickelte sich im Abendbörsenverkehr infolge der nur wenig vorliegenden Kundenaufträge nur sehr stilles Geschäft, doch erhielt sich die gebesserte Haltung. Die Kurse am Aktienmarkt lagen überwiegend gut behauptet oder noch um Prozentbruchteile höher. Verhältnismäßig belebt waren am Montanmarkt Laurahütte mit 12,90 bis 13 (12,40); Rhein« stahl gewannen 0,25 o. H. auf 133,75, Deutsche Erdöl 0,50 v. H. auf 122, Bereinigte Stahl und Mannesmann lagen mit 109,50 bzw. 109 ebenso roid Buderus mit 103 gut gehalten. Don Maschinen- werten stiegen Demag in Angleichung an Berlin um 1.50 v. H. auf 144, ferner MAN. um 0,25 v. H. auf 140,75 und Rheinmetall um 0,25 v. H. auf 129,50, Adlerwerke mit 105,50 und BMW. mit 147 lagen unverändert. IG. Farben notierten bei kleinern Umsatz wie mittags mit 149,75. Im einzelnen kamen u.a. Bemberg mit 131,50 (131), Gesfiirel mit 133 (132,50), Metallgesellschaft mit 114,25 (114) und Westdeutsche Kaufhof mit 102,75 (102) zur Notiz« Bon Renten bröckelten Reichsaltbesitz 0,13 v. H< ab auf 129,75. Bon Industrie-Obligationen gewannen 5 v. H. Eisenbahn-Bank 0,25 v. H. auf 88,25, 6 v. H. IG. Farben unverändert 121,25, ebenso 4Vi v. H. Deutsche Eisenwerke mit 95,50, ferner 6 v. H. Großkraft Mannheim mit 103 und Reichs- bahn-Borzugsaktien mit 123,25. Kommunal-Umfchul- düng etwa 93,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. März. Auftrieb: Kälber 849 (gegen 909 am 7. 3.), Hümmel und Schafe 71 (442), Schweine 3831 (3505). Notiert wurden ie 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber andere a) 61 bis 65 (62 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 33 bis 40 (30 bis 40)- Hammel bl) 45 bis 50 (49 bis 50), b2) 42 bis 44 (43 bis 45), c) 30 (35 bis 42). Schafe a) 41 bis 42 (40 bis 42), b) 38 bis 39 (33 bis 39), c) 30 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57.50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52.50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel Schafe mittet Günstige Entwicklung der Spar- und Oarlehnskaffe Beuern. 00 Beuern, 14.März. Die hiesige Spar• und Darlehenskasse hielt tm Saale von Dietrich ihre Jahreshauptversammlung ab. Direktor Altbürgermeister Linsen st ruth gedachte zunächst der neun im verflossenen Jahre verstorbenen Mttglieder und erstattete dann den Bericht des Bor- stanoes, dem zu entnehmen war, daß die Kasse im verflossenen Jahr ein starke Aufwärtsbewegung zu verzeichnen hatte. Die Zahl der Mitglieder ist von 445 auf 451 gestiegen. Die Gesamthaftsumme betrug Ende 1938 = 225 500 Mark. Der Umsatz hat sich gegenüber dem Borjahr um 1 Million Mark erhöht und betrug im vergangenen Geschäftsjahr 3 791 818 Mark. Diese Entwicklung zeigt deutlich den wirt- schafttichen Aufstieg. Die Gesamteinlagen belaufen sich auf 567 141 Mark; sie sind gegenüber dem Bor- jähr um 64 000 Mark gestiegen und verteilen sich auf 1000 Sparbücher. Dank Des Zuflusses an Mitteln konnte 1938 das Kreditbedürfnis der Mitglieder restlos befriedigt werden. Es wurden 49 Kredite im Gesamtbettag von 52 259 Mark gewährt. Der Wert- papierbestand wurde durch Reichsschatzanweisungen im Betrage von 10 000 Mark auf 42 213 Mark erhöht. Die Geschäftsguthaben sind um 3800 Mark gestiegen und betragen jetzt 15100 Mark. Die Reserven haben sich um 1400 Mark auf 24 400 Mark er» höht. Dem Wertberichtigung Skonto wurden 4500 Mark üb erwiesen, so daß es jetzt 8000 Mark beträgt. Anschließend dankte Direktor Linden st ruth allen Mitarbeitern für ihr Wirken und ermahnte die Mitglieder, der Genossenschaft auch weiterhin die Treue zu hatten. Rechner Stein gab sodann die Bilanz bekannt. Die Bilanzsumme hat sich um 70 000 Mark erhöht und beträgt 621 206 Mark. Der Kassenbestand betrug am Jahresschluß 17 687 Mark. Die Unkosten beliefen sich auf 0,82 v. H. der Bilanzsumme. Die Schulsparkasse verzeichnete 1150 Mark. Die gesamten Einlagen der Schulsparkassen belaufen sich auf 3600 Mark. Die Gewinn- und Berlusttech- nung schließt mit 32 814 Mark ab. Der Reingewinn beträgt 3518 Mark. Dem Winterhilfswerk wurden 50 Mark überwiesen. Für jeden Geschäftsanteil gelangen 5 Mark zur Auszahlung, der Rest wird dem Reservefonds und der Betrtebsrütflage überschrieben. Jahresbericht-und Bilanz wurden von der Berfammhmg gutgeheißen. Den Abschluß des Abends bildete em kameradschaftliches Beisammensein. Generalversammlung -es Creditvereins Heuchelheim. Am vergangenen Samstag hiett der Credit- verein Heuchelheim feine 141. ordentliche Generalversammlung in der Gastwirtschaft „Zum Treppchen" zu Heuchelheim ab. Aus der vorgelegten Jahresrechnung sind folgende Zahlen zu entnehmen: Die Genossenschaft arbeitete zum 31. Dez. 1938 mit 475 Mitgliedern. Der Bestand an Wertpapieren betrug RM. 186 827,00, die sich nach Angabe in neuer Rechnung um weitere RM. 50 000,00 erhöht haben. Die Bankguthaben beliefen sich auf RM. 145 531,00. Die Forderungen in laufender Rechnung sind mit RM. 512 261,00 und die Hypotheken und Grund- schulden mit RM. 955803,00 ausgewiesen. Die Spareinlagen haben sich gegen das Vorjahr um RM. 166 000,00 erhöht und stehen mit RM. 1 518 470,00 in der Bilanz. Die ausgewiesenen Reserven betragen RM. 50 053,00 und erhöhen sich durch Zuschreibung aus dem Reingewinn um RM. 4000,00. Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrug RM. 9 741 598,00. Diese Zahlen geben ein Bild von der Bedeutung dieser sich in steter Aufwärtsentwicklung beftndlichen Genoffenschaft. Die derzeitigen Geschäftsräume der Kasse sind für ihren Geschäftsverkehr schon lange unzureichend. Dieser Mißstand ist in den letzten Generalversammlungen schon öfter erörtert worden und die Verwaltungsorgane wurden schon früher beauftragt, eine Aenderung zu schassen. Es ist nun beabsichtigt, auf einem bereits erworbenen, sehr geeigneten Grundstück einen Neubau zu errichten, der den Erfordernissen der Kasse entspricht. Deutscher Weltrekordschütze. Au Gießen B. Statt Karten GLORIri Erstaufführung! Heute Mittwoch: März 1939 Erna 'facfc 1844D Joh. Heesters Ruf 2486. 1741A 9 1 B 1841A lAfCDDE DRUCKSACHEN W UH DC Brühl. Gießen Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf! • • Uchlpaulcn I 156QD Vogtsehe Ptivät-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 SEtHSWOCHENKUR RM 9-~ Gießen an Du* ücihn Großen-Linden sich den Meister- Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Pkte. 16:4 14:4 10:10 8:10 4:12 4:12 Gießen Dleichstraße 13 Verl. 2 2 5 5 7 7 Lollar Großen-Buseck Heuchelheim Rodheim Klein-Linden Großen-Linden Leihgestern Lich Steinbach Garbenteich SA.-Karnpfspiel- gemeinschaft Unentsch. 0 0 0 0 0 0 Kulturfilm Ufa -Ton-Woche Dissertationen liefert Brühl'sche Druckerei Gießen, den 15. März 1939. _________________________________01300 Die Verlobung unserer Tochter Irmgard mit Herrn Architekt Falter geben wir bekannt Emil Fischbach und Frau Täglich 4, 6, 8.30 Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr. Armgard Fischbach Willi Falter, Architekt Verlobte Auf 31611. starten im neuen Rennjahr vor* aussichtlich die Fabrikfahrer Otto Rührschneck (Nürnberg), Bodmer (Ebingen), Wilhelm Herz (Lampertheim) und vielleicht auch der Engländer. White. Das erste Uebungsspiel des Frankfurter Lehrganges gewannen die Fuhball-Kursisten am Dienstag auf dem „Bornheimer Hang" über eine junge Frankfurter Stadtmannschaft nach teilweise recht guten Leistungen verdient mit 2:0 (1:0). Der Wiener Safarik und Biallas schossen die Tore. Offenbarungen brachte der Kampf nicht. Tag des Rudersports am 2. Avril. Das gemeinsame Anrudern der 700 deutschen Rudervereine findet in diesem Jahre am 2. April Karl Steigelmann verbesserte den Weltrekord mit 40 Schuß kniend um 3 Ringe auf 392 Ringe. — (Schirner-M.) Aufnahme für das Sommerhalbjahr in die 1- und ^jährigen Klassen für Schüler mit Volkschulreife und höherer Schulbildung. Bei Sekunda- oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schulgeld RM, 19.—, keine Nebengebühren.Frühzeitige Anmeldung erbeten. Schulbeginn 13. April 1939. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, Die unter der Schirmherrschaft des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen stehende Festwoche bringt ein hervorragendes Festprogramm für Theater, Schrifttum und Musik. Der genaue Veranstaltungsplan ist unentgeltlich beim Verkehrsbüro (Selterstor» sowie in der Musikalienhandlung Challier. Neuenweg, erhältlich Gew. 8 7 5 4 2 2 Für die mir anläßlich meines 80. Geburtstages übermittelten Glückwünsche und Geschenke sage ich auf diesem Wege meinen allerherzlichsten Dank. Christian Reitz. GiditnctGocthefctaoilit VOM 19 • BIS 26 • MÄRZ 1939 Beim Tennisturnier von Mentone, das jetzt _ Ende ging, hatte sich der Wiener Hans Redl bis zur Endrunde durchgekämpft. Hier unterlag er gegen den jugoslawischen Ranglistenersten Franz Puncec nach Kampf im ersten Satz recht klar 9:11, 2:6 0:6. Bei den Frauen setzte sich im Endspiel überraschend Frau Laforgue-Jribarne gegen Frankreichs Meisterin Simone Mathieu 2:6, 6:4, 6:3 durch. Auch im „Mixed" wurde Frau Mathieu zusammen mit Martin Legeay von der Kombination Henrotin-Petra 6:3, 1:6, 6:0 geschlagen. Yoon Petra entschädigte sich dafür im Männerdoppel, das er mit seinem Landsmann Lesueur gegen das jugoslawische Davispokalpaar Puncec-Mitic 6:3, 2:6, 6:1 gewann. statt. Zum ersten Male sind diesmal auch die udetendeutschen Ruderer dabei, deren Vereine durchweg über 60 Jahre im Kampf um die Reinerhaltung ihres Volkstums stehen und die deshalb schon im alten Oesterreich nicht gern gesehen wurden. Das Startkommando für den Auftakt des neuen Ruderjahres wird, wie in den letzten fünf Jahren, am 2. April durch den Rundfunk gegeben. Voraus geht um 11 Uhr die gemeinsame feierliche Flaggen- hissung, zu der an allen Ruderplätzen alle Kameraden der Ruderei sich unter den Flaggenmasten versammeln. Den sudetendeutschen Kameraden zu Ehren findet die Uebertragung der zentralen Rundfunkfeier aus L e i t m e r i tz statt, der ersten Rudererstadt an der Elbe, von der neuen Reichsgrenze aus gesehen. Wie es schon in den letzten Jahren Brauch war, wird der Tag des großdeutschen Rudersports ein Opfertag für das Winterhilfswerk sein. Erfolge des DfD.-Reichsbahn in Wiesbaden. Am vorigen Sonntag nahmen einige Mitglieder des VfB.-Reichsbahn an den reichsoffenen Waldläufen in Wiesbaden mit Erfolg teil. Bei herrlichem Wetter kamen die Gießener am Sonntagmorgen in der Kurstadt an und fanden nach einigen Schwierigkeiten schließlich den Austragungsort der Kämpfe. Hier war eine 2 Kilometer lange Rundstrecke abgesteckt worden, die teils auf Kopfsteinpflaster und teils auf weichen Waldwegen ständige Steigungen und Höhenunterschiede aufwies und hierdurch recht schwierig war. . An der 4x2-Kilometer-Staffel nahm eine Mannschaft des VfB.-Reichsbahn teil. Der Startmann Heller, der die Strecke in der guten Zeit von 6:00 Mm. durchlief, konnte den Stab kurz vor dem ihn verfolgenden Frankfurter Polizisten übergeben. Der nächste Mann verlor etwas an Boden und mußte sogar den Polizisten die Führung überlassen. Als dritter Mann gelang es Wejtig (Fliegerhorst) in 6:05 in einem ausgezeichneten Lauf wieder die Spitze zu erobern und er konnte dem Schlußmann etwa 10 Meter mit auf den Weg geben. Nochmals versuchte die Polizei das Blatt zu wenden, aber Zörnsch (Fliegerhorst) der die Strecke in 5:45 lief, konnte den Sieg ungefährdet und ohne sich ganz auszugeben nach Hause bringen, wenn auch sein Gegner im ersten Drittel der Strecke bedrohlich ausrückte. Die Jugendmannschaft, die gegen ausgezeichnete Konkurrenz antrat, konnte einen guten 3. Platz belegen. Die hervorragende Darmstädter Jugend übernahm vom Start weg die Spitze, um sie nicht mehr abzugeben. Die Gießener Mannschaft, die in der Reihenfolge: Cawein, Klee, Marquardt, Gemmer startete, schob sich vom letzten Platz bis in die Spitzengruppe vor um einen sicheren 3. Platz zu behaupten. Diese Erfolge find besonders deswegen erfreulich, da sie trotz des Ausfalls einer Reihe der besten Läufer errungen wurden. Ergebnisse: 4 x 2-Kilometer-Staffel Männer: 1. VfB.- Reichsbahn Gießen in 24:30 (Heller, Götz, Wettig, : Zörnsch); 2. Polizei Frankfurt in 24:34; 3. Sportv. ; Wiesbaden 24:41 Min. Jialasiris Gesundheits-Korsett 15. —17. März persönliche Beratung Korseltmoden Geschw. Hieraus Gießen Selters weg 59 folgreich, wobei er 1938 mit einem 1,1-Liter-Wagen 300 km/st erreichte. * Heiner Fleischmann (Nürnberg) mürbe jetzt für den DKW.-Rennstall der Auto-Union verpflichtet. Er wird die Zschoppauer Werke auch bei der englischen TT vertreten, zu der auch der Privat» fahrer Gablenz eine Einladung erhielt. Architekten Ingenieure Baumeister Techn. Zeichenbüros werden zu jeder Stunde gut bedient und fachmännisch beraten durch die erste maschinelle elektrische Lichtpauseanstalt am Platze Heinrich Noll Ruf 4073 Gießen Mäusburg 7 Alleinvertretung für das führende Trockenlichtpauspapier OZALID 1818V Spiele 10 9 10 9 9 9 Vergers 1 Lasten POLAST Giessen Ein Ufa-Film mit Dagny Servaes, Otto Gebühr, Oskar Sima, Karl Paryla, Kurt Meisel, Berthold Ebbecke Ein romantisches Spiel nach ZeUe und GenSe Spielleitung: HERBERT MAISCH Ein Film der Liebe und der Lieder, der Schönheit und des Glanzes, der in Handlung, Darstellung * und musikalischer Entfaltung eine der reizvollsten Ueber- raschungen des Tonfilms bedeutet I Reformhaus am Kreuzplatz Telephon 2130 ueoD Hungen Als einzige Mannschaft beendete ungeschlagen die Spiele und sicherte , , titel. Leihgestern, der große Rivale, mutz sich mit dem zweiten Platz begnügen. Die Mannschaft hat sich gut berausgemacht und ist sehr stark geworden. Der vorjährige Meister, Lich, mutzte diesmal die Segel streichen und hat stark an Spielstärke verloren. Steinbach kam erst spät in Form. Garbenteich kämpfte zu unbeständig, doch kann die Mannschaft noch Steinbach überflügeln, da noch einige Spiele ausstehen. Enttäuscht hat die im vorigen Jahre starke SA.-Kampfspielgemeinschaft. Hungen als Tabellenletzter hätte zwar einen besseren Tabellenplatz verdient, aber die Mannschaft war sehr unbeständig. Wißmar - . Bis auf zwei noch auszutragende Spiele, die aber auf die Tabelle wenig Einfluß haben, sind die Spiele der Serie 1938/39 beendet. Lollar, die Mannschaft, die im vorigen Jahre absteigen mußte, sicherte sich den Titel, hatte aber schwer zu kämpfen. Großen-Buseck folgt dicht auf dem Fuße mit der gleichen Minuspunktzahl, kann jedoch das ausgezeichnete Torverhältnis des Meisters nicht mehr aufholen. Heuchelheim verscherzte sich durch Nichtantreten viel und mußte gesperrt werden. Die Mannschaft hat zum Schluß stark nachgelassen. Rodheim hat sich als Ueberraschungsmannschaft einen Namen gemacht und ist in den Leistungen stabil geblieben. Klein- Linden ist zuletzt stark zurückgeblieben, hier macht sich ein starker Spielermangel bemerkbar. Der Tabellenletzte Wißmar brachte es nicht fertig, ein Spiel zu gewinnen, sondern kam kampflos zu den Punkten. Jugend 4 x 2-Kilo meter-Staffel: LISport” verein Darmstadt 23:42; 2. B. S. G. Opel Ruffels- heim 24:39; 3. VfB.-Reichsbahn 25:25 Mm. Schreiber-Dlersch überlegen. Internationale Laalsportveranstaltung in Tsiainz. Eine wohlgelungene Saalsportparade führten am Sonntag die Radfahrer in der Mainzer Stadthalle durch. Die über 1000 Zuschauer begeisterten sich an den Künsten, die unsere Meisterfahrer aüf allen Ge- bieten des Saalsportes zeigten. In allen internotiD- nalen Wettbewerben gab es deutsche, Siege. Das Zweierkunstfahren ließen sich die Deutschen Meister Gebrüder B e s ch o o t e n vom RV. Schiefbahn Neuwert nicht nehmen. Erst auf den dritten Platz kamen die Schweizer Maseretti-Hofer. Im Zweierradball hatte die deutsche Mannschaft Schreiber- Bl e r s ch im ersten Kampf gegen die Franzosen Gebrüder Weichert alles aufzubieten, um mit 4:3 erfolgreich zu bleiben. Jrn zweiten Spiel gab dann doch die größere Durchschlagskraft der Frankfurts mit 9:4 (3:1) deutlich den Ausschlag, wenngleich sich die Franzosen wiederum spieltechnisch nahezu ebenbürtig zeigten. Auch im Einer-Kunstfahren bekamen die Schweizer Maseretti und Hofer (Zürich) das Nachsehen; der Deutsche Meister von 1937, Gefreiter Compes (M.-Gladbach), sicherte sich den ersten Platz. In nationalen Rahmenveranstaltungen holten sich die Deutsche Meistermannschaft von Mainz-Bischofsheim im Sechser-Kunstreigen, der RV. Bergen (Frankfurt) mit Frl. S ch m i d t - W a l t e r und das Frankfurter Frauen-Paar Frl. Braun- Frl. Peters im Zweier-Kunstfahren großen Beifall. Tennisturnier in Mentone. Auerbach a.b.Ä. Frankfurt a. M. Küken a. Leistungszucht weiße amerikan. Leghorn f. März, Avril u. Mai 50 Pfennig das Stück. I514D Lieferung frei Haus bzw. Hof. Gerlügelbof <5. Frvattse Treis a. d. Lda. Familiendrucksachei Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? Ingenieur T. Zerbi, einer der erfolgreichsten und berühmtesten italienischen Motor. Konstrukteure, ist jetzt in Turin im Alter von 48 Jahren an Herzschwäche gestorben. Zerbi war der geniale Schöpfer der Automobil- und Flugzeugmotoren von Fiat, er schuf auch den Motor des Flugzeuges, mit dem Lt. Agnello mit 709 km/st den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord aufstellte. Edgar BORRMANNS fließen, Neustadt 8-7, Ru! u.4156 Friesenfeier des ASRL. Am 16. März ließ vor 125 Jahren Friedrich Friesen im großen Freiheitskampf des deutschen Volkes sein junges Leben. Dieser Erinnerungstag an den unsterblichen Kämpfer der Freiheitskriege wird im ganzen Reiche festlich begangen werden. Im Mittelpunkt der vom NSRL. veranstalteten Ehrungen wird die Friesenfeier in der Reichshauptstadt stehen. Stand der Spiele der 1. Kreisklasse. Gießen A. MMSMkl(WlMsse) von Samstag, dem 18. bis einschl. Sonntag, den 26. Mürz 1939, auf Oswaidsgarten neuartige SAu- nnö MkMgeWske ©roßet MWWgWtl Verbilligte Sonntagsrückfahrkarten sind im Umkreis von 75 Kilometer zugelassen. Der Oberbürgermeister. I.D.: Nicolaus. 1839A Kurze Sportnotizen. Der Autopreis von Deutschland wird am 23. Juli auf dem Nürburgring wieder über 22 Runden -- 501,820 Kilometer führen. Der Sieger erhält den Ehrenpreis des Führers und 20 000 Mark. Zugelassen sind nur Formelwagen, Fahrerwechfel ist einmal gestattet. * Allein Mercedes-Benz wird die deutschen Farben mit drei Wagen beim Großen Autopreis von Pau am 2. April vertreten. Die Auto- Union sah von einem Start ab, da ihr Meisterfahrer Tazio Nuvolari aus besonderen Gründen nicht starten kann. Major Gardner beabsichtigt, Ende April oder anfangs Mai auf der Reichsautobahn bei Dessau neuerdings auf Rekordjagd auszugehen. Der Engländer war schon in Frankfurt mehrmals er- CV~ durch tiru Qy Blufrrintgun^sImr^C^, ■ Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. 12 10 2 0 22:2 10 8 0 2 16:4 12 6 0 6 12:12 12 5 0 7 10:14 9 3 1 5 7:11 10 2 1 7 5:15 11 1 2 8 4:18