Nr. 59 Erstes Blatt 189. Jahrgang Mittwoch, 15.Zebruar 1939 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vru» und Verlag: vrühlsche Univerfilütrdruckerei «.Lange in Siehe». Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulftrahe 1 Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/glU)r des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrist nach vorh. Dereinbg.250/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- Ipaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kronksurt am Main 11686 W 'MW» Bismarcks Geist - Mahnung und Vermächtnis er Blohm und Betriebsobmann rmen geheißen wird. Unter den Massen schreitet der Führer die ubordnungen und der vor dein uufmarschierten Ehrenkompanie 2Us der f.eigt unter Standarte des Führers hoch. Auf der sieht man Generalfeldmarschall G ö - Stellvertreter des Führers, Reichs- Da, rot) sein Kampf aber erfolglos blieb, mußte scheitern, weil es ihm am Instrument mangelte, einen solchen Kampf bis zur letzten Konsequenz durchzuführen. Sein Widerstand gegen die politisierende Zentrumspriesterschaft wurde genau so von innen her gelähmt wie sein Versuch, den Marxismus mit allen Mitteln aus dem deutschen Volke auszurotten. Seine Erkenntnis der Notwendigkeit, durch eine große soziale Gesetzgebung die rein sozialistischen Probleme von Staats wegen zu lösen, war bewunderungswürdig. Allein, es fehlten alle. Vorstellungen über die Möglichkeiten einer auch propagandistisch wirkungsvollen Durchführung — und vor allem — es fehlte ihm jenes weltanschaulich fundierte Instrument, das einen solchen Kampf allein auf lange Sicht hätte erfolgreich beenden können. So ergab sich die Tatsache, daß dieser Mann alle staatlichen Probleme seiner Zeit dank seinem Genius und seiner überragenden charakterlichen tapferen Haltung mit den damals gegebenen staatlichen Mitteln gelöst hat, daß sein Versuch, die überstaatlichen Gewalten aber mit den Chef der Luftflotte West, General der Flieger Sperrte, den Kommandierenden General des Luftwaffenkommandos See, General der Flieger Zander Die Familie von Bismarck ist zahlreich vertreten. Außer der Taufpatin und ihrem Gatten, Vizeadmiral a. D von Löwenfeld, dem Führer der in den Nachknegskämpfen rühmlichst hervorgetretenen Marcnebrigade Löwenfeld, dem Gesandten Fürst von Bismarck und feiner Gattin sind die Gräfin von Bismarck (Chorow), die Witwe desG rasen Wilhelm von Bismarck, des jüngsten Sohnes des Altreichskanzlers, der Regierungspräsident m Potsdam, Graf Nikolaus von Bismarck (Varzm) und . seiner Gattin und Gräfin Kayi'erling, die Schwester des Gesandten Fürst von Bismarck, anwesend Auch sieh! man den früheren Sekretär des Altreichskanzlers, den über 80-jährigen Dr C h r y s a n d e r. Unser linkes Bild zeigt den Augenblick der Taufe. Unmittelbar vor dem Bug auf der Taufkanzel Frau von Loewenfeld. Weiter nach links Generalfeldmarschall Göring, davor (mit Zylinder) Staatsrat Rudolf Blohm. Weiter links Generaladmiral Raeder, der Führer, RubolfHeß.und ganz links Reichssührer jf Himmler, Rechts: Das Schlachtschiff ^Bismarct" gleitet ins Wasser hinab. — (Scherl-M.) behaupteten — im Zuge der Zeit oder der Zeitereignisse, sondern es war dies das Ergebnis des Wirkens einer gottbegnadeten einmaligen Erscheinung. Und dieser Kampf um ein neues Deutsches Reich war ein Kampf gegen alle auch nur denkbaren inneren Kräfte und deren Widerstände. Liberale und Demokraten hassen den Junker, Konservative beschwören noch 67 den König, sich von diesem verderblichen Neuerer, Revolutionär und Vernichter Preußens zu lösen. K i r ch e n p 0 l i t i k e r wittern in ihm die Aufrichtung einer Reichsgewalt, die ihnen verhaßt ist, und bekämpfen ihn deshalb mit verbissener Zähigkeit. Dem Marxismus erscheint er als der Stabilisator einer Gesellschaftsordnung, die es am Ende unternimmt, die Sozialprobleme zur Lösung zu bringen, ohne eine Welt in Brand zu stecken' Der Egoismus verbohrter kleiner Dynasten verbindet sich mit den Interessen machtgieriger Länderpolitiker. Der Ehrgeiz zügelloser Parlamentarier mo- bllisiert die Presse und verhetzt das Volk. Intrigante Frauenzimmer zwingen zu einem nervenoer- brauchenden Kampf gegen höfische Kamarillen. Auf Schritt und Tritt erheben sich die Nullen vor dem einzigen Genius der Zeit. Es ist ein Niesenkampf, den vielleicht nur derjenige ermessen kann, der selbst einer solchen Welt von Widerständen entgegenzutreten gezwungen war. Was wir nn diesem seltenen Wanne nun bewundern, ist die ebenso große Einsicht und Weisheit wie die gewaltige Ent- s ch l u h k r a f t, die ihn vor jedem feigen Ausweichen bewahrte. Dreimal drückte ihm das Pflichtbewußtsein das Schwert in die Hand zur Lösung von Problemen, die seiner heiligsten Ueberzeugung nach durch Majoritätsbeschlüsse nicht gelöst werden konnten. Wofür ihm aber alle Deutschen zu unauslöschlichem Danke verpflichtet sind, ist die Wandlung, die dieser Riese an sich selber vornahm. Er Hal durch feine innere Entwicklung vom prenßischen Politiker zum deutschen Reichsschmied nicht nur das Reich geschaffen, sondern die Voraussetzungen gegeben für öie Errichtung des Groß-Deutschland. Er Hal aber damit trotz allen Hemmungen auch den Grundstein gelegt für den nationalsozialistischen Einheitsstaat, denn er schuf den Anfang der sich dann zwangsläufig fortsetzenden Meber- windung der psychologischen Stammes, und Länder-Vorurteile und Interessen. Das Schlachtschiff „Asmarä" vom Stapel gelaufen Reichsleiter Fiehler und Grimm. Weiter zahlreiche Staatssekretäre, Reichsstatthalter und Gauleiter. Den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Carls, den Marine- gruppenbefehlshaber, Admiral Albrecht, den Chef des Marinewaffenamtes, Admiral W i tz e l l, den Präsidenten des Wehrmachtsfürsorge- und Versorgungsgerichtes, Admir.al Basti an, den Oberwerckdirektor der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven, Vizeadmiral von N 0 r d e ck, den Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte, Vizeadmiral D e n s ch , ferner zahlreiche höhere Offiziere der alten Marine, weiter den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe IV, General der Artillerie von Reichenau, den Generalinspekteur der Luftwaffe Genräloberst Milch, den Chef der Luftab- wehy General der Flieger S t u m p f f, den Chef der Luftflotte Nord, General der Flieger F e l m y. ferung die Taufkanzel Ting, den vuuu»»»» — u-----?- Minister Rudolf Heß, den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, den Chef tes Oberkommandos des Heeres, Generaloberst < eitel, Generaloberst 0. B 0 ck als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres, Reichsstatthalter l-auleiter Kaufmann, Bürgermeister K r 0 g - rann, den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Nordsee, Admiral Saalwächter, d n Kommandierenden General des X. Armeekorps, Qieneral der Kavallerie Knochenhauer, den LDmiral der Kriegsmarinedienststelle Hamburg, Üzeadmiral Wolf, ferner den Chef des Kon- sftuktionsamtes der Kriegsmarine, Konteradmiral straßmann, ferner die Taufpatin Frau von Qiömenf elb, den Gesandten Fürst von Bis- ir a r ck und die Betriebsführung der Bauwerft. 'Auf der Ehrentribüne haben sich zahlreiche L itglieder der Reichsführung aus Staat, Partei und Wehrmacht eingefunden. Man sieht die Reichs- !ti i n i ft e r von Ribbentrop, Dr. Frick, Dr. Goeb- Ms, Rust, Dr. Dorpmüller und Dr. Frank, den -ichskührer ff Himmler, die Reichsleiter Ley, Dr. Dietrich, Rosenberg, Bormann, schwarz, von Schirach, Buch. NSFK. - Führer Ejriftianjen, Reichsarbeitsführer Hier!. Die begrüßt dann die Taufpatin, die Enkelin des Altreichskanzlers Fürst Bismarck, Frau Doro- hee von Löwenfeld, die jüngste Tochter lies Grafen Wilhelm von Bismarck, des Altreichskanzlers zweiten Sohnes, und läßt.sich die Direktoren der Bauwerft und die Offiziere der Bauauf- id)t der Kriegsmarine vorstellen. Die Ehrengäste. Führer dann die Taufkanzel betritt. Stürmen des Jubels und der Begei- Pauli willkom- Jubelsturmen der Front der Ehren- Bug des Schiffes ab Der Führer Preußens die Grundgedanken eines Volksheeres zu verwirklichen und damit ihm die Wiederherstellung der äußeren Freiheit zu erkämpfen. Die Namen Scharnhorst und G n e i s e n a n sind außerdem in der Geschichte der Marine selbst Zeugen eines ruhmvollen Heldenkampfes geworden. Vor uns liegt nun der erste Riese eines neuen Geschwaders von 35 000 - Tonnen ° Schlachtschiffen. Der Stapellauf, der sich in wenigen Minuten vollziehen wird, findet statt im neuen Großdeutschen Reich. Nach einem .tiefen Zusammenbruch und Verfall hat der Nationalsozialismus d'e Nation hochgerissen und zu gewaltigen innen- und außenpolitischen Erfolgen geführt. Ich glaube aber gerade im Zeichen dieser Zeit verpflichtet zu sein, derer in tiefster Dankbarkeit zu gedenken, die durch ihr einstiges Wirken mit die Voraussetzungen gegeben haben auch für das heutige größere Deutschland. Unter all den Männern, die es beanspruchen können, ebenfalls Wegbereiter des neuen R eiche s gewesen zu fein, ragt einer in gewaltiger Einsamkeit heraus: Bismarck. Das Leben dieses heroischen Mannes ist die Geschichte eines Zeitalters. In einem Jahr, da sich der Ausklang der Freude über die Erlösung Preußens und Deutschlands von schwerstem Joch mit der bangen Sorge der besten Deutschen zu vermischen beginnt über das Ausbleiben der ersehnten Freiheit der Nation in einem nur visionär geahnten neuen Deutschen Reich, wird ein Knabe geboren. 33 Jahre später tritt er als Abgeordneter von Bismarck inmitten einer revolutionär bewegten, im Ziel idealistischen, in den Methoden verworrenen Epoche zum ersten Male in den Gesichtskreis einer auf ihn aufmerksam werdenden Umwelt. Zwei Jahre späler erscheint er in staatlicher Funktion mls Preußischer Gesandter am Bundestag zu Frankfurt. Nach elf Jahren beruft ihn ein charaktervoller König zur Führung Preußens und zur Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Und nun erfolgt im kurzen Zeitraum von knapp acht Jahren die Erhebung Preußens von der im Schatten habsburgischer Politik liegenden zweitrangigen Stellung zur Vormacht in Deutschland und endlich als Bekrönung die Gründung eines neuen Deutschen Reiches. Es lag dies nicht — wie spätere Einfaltspinsel Auf dem Werftgelände. H a m b u rg, 14. Febr. (DNB.) Es ist kaum ein Jahr vergangen, feit Deutschland größtes Schiff der Arbeit und des Friedens, das KdF.-Sch'ff „Robert Ley", in Gegenwart des Führers im Hamburger Hafen vom Stapel gelassen wurde. Heute ist es der 35 000 Tonnen große stählerne Riese unserer Kriegsmarine, dessen Stapellauf den Hamburgern den Besuch des Führers beschert hat. Auf dem Werftgelände von Blohm & Voß herrscht brausendes Leben. Der Anlegepon- ton, über den der Führer mit seiner Begleitung das Gelände der Bauwerft betreten wird, ist umrahmt von einem Meer von Flaggen und geschmückt mit frischem Grün. Wirkungsvollen Ausbau haben die Taufkanzel, auf der mit der Reichsund Reichskriegsflagge die Flagge der alten deutschen Marine im Winde flattert, und die kunstvoll geschmückten Ehrentribünen erhalten Turmhoch ragt der girlanden- und flaggengeschmückte Bug des neuen Schlachtschiffes über das Werftgelände empor. Eine Ehrenkompanie der Kriegsmarine ist unter klingendem Spiel vor dem Bug des Neubaues aufmarschiert. An der Back- borofeite haben zahlreiche Ehrenabordnungen Aufstellung genommen. Die Kriegsmarine ist durch Ehrenabordnungen vom Panzerschiff „Admiral Scheer", vom leichten Kreuzer „Nürnberg", von der 4. Torpedobootsflottille sowie von kleineren Einheiten vertreten. Die Ehrenabordnung des Heeres setzt sich aus den verschiedenen in Hamburg garnifomerten Regimentern zusammen. Die Luftwaffe hat eine Ehrenabordnung des Flakregimentes 6 Oßdorf entsandt. Es folgen Ehrenabordnungen der in Hamburg kommandierten Marineoffiziere, des NS.-Marinebundes und des NS- Reichskriegerbundes. Unter den 300 Angehörigen der alten Marine finden sich auch etwa 40 ehemalige Mitglieder der Besatzung des Kriegsschiffes, das der Namensoorgänger des heute vom Stapel laufenden Neubaues war. Auf der Steuerbordseite sind die Ehrenformationen aller Gliederungen auf» marschiert Der Führer fährt zur Werft. Salut der Kriegsflotte. Um 12.15 Uhr hat der Führer vom Hotel Atlantik aus die Fahrt zum Hafen und zum Werft- gelänbe angetreten. Die lange Wagenkolonne fähn durch ein ununterbrochenes Spalier aller Wehrmachtsteile und aller Parteiformationen, hinter denen viele Zehntausende freudig bewegter Menschen stehen, die dem Führer ununterbochen zujubeln. Um 12.30 Uhr trifft der Führer an den St. Pauli- Landungsbrücken ein. H'er begibt sich der Führer mit feiner Begleitung auf die Staats- ijacht „Hamburg", die sogleich die Führer- sstanbarte setzt und Kurs nimmt auf die Linie der Kriegsschiffe. Vor der Kriegsflotte stoppt die Staats- jjacht, und nun grüßt die Kriegsmarine das Staats» überhaupt mit einem Salut von 21 Schüssen Dann «geht die Fahrt des Führers weiter zur Werft von Wlohm & Voß, wo der Führer vom Kommandierenden Admiral der Marinestation der Nordsee, Admi- sral Saalwächter, dem Flottenchef, Admiral W 0 ehm dem Admiral der Kriegsmarinedienststelle 1 Hamburg, Vizeadmiral Wolf, dem Betriebsführer 1 Äer Werft, Staatsrat Rudolf Blohm, Walther ■ Die Taufrede des Führers. Staatsrat Blohm meldet dem Führer den N e u b a u b e s Schlachtschiffes „F" fertig äum Stapellauf. Der Führer ergreift jetzt bas Wort, um bem stolzen Schiff bie Worte ber Weihe Zu sprechen. Minutenlange Stürme bes Jubels unb ber Verehrung branben zum Führer empor, bis biefer das Wort nimmt. „Mit dem Tage der Machtübernahme vor sechs Jahren begann bie Wiederaufrichtung ber d e u t f ch e n Wehr m a ch t. Sie ' soll dem Reiche die Sicherheit bes Daseins bieten unb es ber Führung ermöglichen, bie. berechtigten Interessen ber Nation erfolgreich zu vertreten. 2115 schärfstes Instrument bes Krieges soll sie ben Frieden wahrer Gerechtigkeit in ihre Obhut nehmen unb ihn beschirmen helfen. Gleichlaufend, mit der Aufrichtung des deutschen Heeres, der Schaffung der neuen Luftwaffe erfolgt ber Neubau einer unseren B e b ü r f n i f f e 11 genügenden Kriegsmarine. Das Schicksal ber vor 20 Jahren nach mehr als vierjährigem rithmvollem Kampf ins Meer versenkten Flotte greift uns Deutsche auch heute noch ans Herz. Ihre Wiederauferstehung vertritt daher das nationalsozialistische Deutschland mit besonderer Anteilnahme und Liebe. Die durch die Umstände tragbare und daher auch im deutsch-englischen Flottenoertrag ^zugestandene Beschränkung der Zahl der großen schisse zwingt bei ihrer Namensgebung zu Kompromissen zwischen den verständlichen Wünschen, der eigenen Tradition der Flotte entgegenzukommen, und den Erfordernissen, die sich aus der Stellung der neuen Wehrmacht zum Volk und zum nationalsozialistischen Staat ergeben. Es werden daher nur in beschränktem Ausmaß in den Namen der großen Einheiten ber Flotte jene Männer unserer Geschichte ihre Würbigung finben können, bie ihren Leistungen nach ein Anrecht besaßen, in so gewaltigen Werken nationaler Arbeit und Gesinnung geehrt zu werden, oder die, als schon einmal in deutschen Schiffen verewigt, aus traditionellen Gründen ihre Wiederholung verdienen würden. So wurden den beiden er st en deutschen Schlachtschiffen der neuen Kriegsmarine die Namen zweier Soldaten gegeben, die es unternommen hatten, in der Zeit der tiefften Erniedrigung -er Berliner Beamtenschaft die dem Französische Winkelzüge Der „Temps" droht Italien. Berlin, 14. Febr. (DNB.) Im Mittelpunkt einer Kundgebung der Berliner Beamtenschaft : im Sportpalast stand eine Rede von Gauleiter Reichs- scheinungen nicht in den breiten ! Volkes, sondern das; sie in den Kreil scheiden, ob er auf b i e f e r---- • Seite stehen wolle. Da genüge keine „Loyalität , und auch daß der Beamte treu zum Staate stehe, Intellektuelle hätten in solchen Fragen uberh^t nicht mitzureden. In diesem Zusammenhang legte Dr. Goebbels noch einmal klar und unzweideutig die Gründe dar, die ihm zu seinem scharfen Vorgehen gegen einige fogenannte „politische Witzemacher" veranlaßt haben. Es gäbe gewisse weltanschauliche Vorstellungen, die jedem Nationalsozialisten heilig sein müßten und über die man einfach nicht witzeln dürfe. Zu gut kenne der Na- Das Philharmonische Staatsorchester konzertierte unter Leitung von Staatskapellmeister Dr. Hans Schmidt-Isserstedt. Mehrfach mußte der Führer, den unermüdlichen Rufen der Hamburger Bevölkerung folgend, auf denBalkondes Rathauses treten. Ein Sturm der Begeisterung brauste empor, als er schließlich das Wort an die Hamburger richtete und seiner Freude darüber Ausdruck gab, der schönen Stadt einen Besuch abstqtten zu können.! Die stürmischen Kundgebungen nehmen kein Ende, bis dann der Führer das Rathaus verläßt, um sich zum Dammtorbahnhof zu begeben. Auf dem Bahnsteig verabschiedet sich der Führer dann von den führenden Männern Hamburgs. Jubelnde Menschenmassen füllen die Bahnsteige und brechen in immer erneute herzliche Kundgebungen aus, bis dann der Sonderzug die Bahnhofshalle verläßt. Bald barguf verläßt auch Generalfeldmarschall Göring, von der Menge lebhaft gefeiert, im Sonderzuge die Hansestadt. des Nationalsozialismus zur eigenen Sache macht." Voll Ironie wandte sich Dr. Goebbels gegen die Meinung, das nationalsozialistische Regime könne wie andere Regime allmählich durch den Be- Volkswagenwerk und Stadt des KdZ.-Wagens. '.Berlin, 14. Febr. (DNB.) Als Gelände für das Volkswagenwerk und die Stadt des KdF.-Wagens sind das Gut Schulenburg-Wolfsburg und dasGutMörfe sowie weitere in bäuerlichem Besitz befindliche Grundstücke in der Nähe von Fallersleben, unweit Braunschweigs, bestimmt. Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt erklärte die beiden Güter zum Bereich im Sinne des Gesetzes über die Neugestaltung deutscher Städte. Auf diesem Gelände entsteht bas große Automobilwerk, Das Zweite Reich endete, wie er es selber in quälenden Ahnungen kommen sah. Er, dem die deutsche Nation alles verdankte, der nach endlosen Zeiten deutscher Schmach und Schande den Namen unseres Volkes wieder zur höchsten Achtung erhob, der dem Kaiserreich die Macht und Stärke, durch den - kolonialen Besitz weltweite Verbindungen gab, wurde schlecht belohnt. Seine Entfernung aus dem Zimte und die spätere Haltung gewisser politisch feind- lastungsdruck der Bürokratie mürbe gemacht werden; im übrigen solle man aber nicht Bürokratie und Ordnung miteinander v e r - zu ergreifen, wenn Italien nicht nach Beendigung des spanischen Krieges seine Truppen aus Spanien zurückziehen sollte. 3m sechsten Jahre nach der nationalsozialisti- schen Revolution erleben wir heule den Stapel- lanf des drillen nunmehr gröhlen Schlacht- schiffes unserer neuen Flotte. Als Führer des deutschen Volkes und als Kanzler des Reiches kann ich ihm aus unserer Geschichte keinen besseren Kamen geben, als den Kamen des Mannes, der als ein wahrer Ritter ohne Furcht und Tadel Schöpfer des Deutschen Reiches war, dessen Wiederauferstehung aus bitterster Kot und dessen wunderbare Vergrößerung uns die Vorsehung nunmehr gestattet. Deutsche Konstrukteure, 3n- enieure und Werkarbeiter haben den gewaltigen Rumpf dieses stolzen Riesen zur See geschaffen. Mögen sich die deutschen Soldaten und Offiziere, die die Ehre besitzen, dieses Schiff einst zu füh- ren. jederzeit seines Kamensträgers würdig er- weisen! Möge derGeisl des eisernen Kanzlers auf sie übergehen, möge er sie begleiten bei all ihren Handlungen auf den glückhaften Fahrten im Frieden, möge er aber, wenn es je notwendig sein sollte, ihnen mahnend voranleuchten in den Stunden schwerster pftichler- süllung! 2Ult diesem heißem Wunsch begrüßt das deutsche Volk sein neues Schlachtschiff „Bismarck". zu ihm." . Dr. Goebbels schloß seine Rede mit einem Aufruf zu Aktivismus und Fanatismus: „Es ist nicht damit getan, daß wir unseren geschworenen Eid auch halten. Das ist etwas Selbstverständliches. Es geht um die innere Gesinnung, um den Fanatismus, mit dem man sich dem Regime ganz und gar verschreibt. Jeder einzelne muß bekennen: Dieses Regime ist auch mein Regime, mit dem ich stehe, und wenn es einmal fiele, dann wollte auch ich n\it ihm fallen. Der Nationalsozialismus muß für uns alle die Luft fein, in der allein wir atmen können. Durch den Nationalsozialismus sind wir 'mit dem Volke, dessen treueste Diener wir find, auf das innigste verbunden. Die höchste Parole, die unserem ganzen Volke gegeben wurde, soll auch für den deutschen Beamten Leitsatz seines Lebens und feines Handelns fein. Führer befiehl — wir folgen!" staatlichen Mitteln zu bekämpfen ober gar zu brechen, zu keinem Erfolg führen konnte. Franco fordert Oe-jure Anerkennung Keine Verquickung mit andern Fragen. Der nationalsozialistische Veamte gehört mitten ins Volk. Reichspropagan-amintfter Dr. Goebbels spricht auf einer Gportpalaft-Kundgebung Paris, 14. Febr. (Europapreß.) Nach ----- Beschluß der französischen Regierung, die Frage der Anerkennung der Regierung des Generals Franco vorläufig in der Schwebe zu lassen und sich zunächst mit einer neuen. Mission des Senators Berard in Burgos zu be- ft *1. I direkt am Mittellandkanal und unfern dem Schnitt- punkt zweier Autobahnlinien gelegen. Die Gefolg- /VVl • schäft des Dolkswagenwerkes wird den Kern der Aus tiefstem Herzen stimmen die Zehntausende Stadt des KdF.-Wagens bilden. In ihren Anlagen in das Sieg-Heil des Führers auf das großdeutfckst nach neuzeitlichsten Erfahrungen des Städtebaues Vaterland ein. Der Oberbefehlshaber der Kriegs- und des Werkbaues find Stadt und Werk im Innern marine, Generaladmiral Raeder, faßt bann die ein Musterbeispiel für bas Wollen ber Deutschen Gefühle des ganzen deutschen Volkes in tiefbeweg- Arbeitsfront und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch ten Dankesworten an den Führer zusammen. Mit Freude". wechseln. „Auch die Ordnung hat felbstoerständ- lich ihre Schattenseiten, aber selbst wenn eine übertriebene Ordnung hier und da ausarte, so ist sie immer noch besser, als gar keine Ordnung." Krisen und Spannungen seien auch in Zukunft möglich. Was diese Zukunft dem einzelnen bringen werde, lasse sich nicht im voraus weissagen. „Wenn freilich anderswo davon gesprochen wird, daß fremde Grenzen etwa am Rheine lägen", so rief ... v. r m . Dr. Goebbels aus, „so glaube ich, diese Grenzen Kenntnis der Auswirkung dieser Paragraphen üegßn an unseren Festungsbauten! auf das Volk. j Wenn jemand seine Grenze in unser Land hinein- Mit beißendem Spott und unerbittlicher Logik, verlegen will, so ist das keine Angelegenheit dekla- rechnete Dr. Goebbels dann mit dem einen Pro- matorischer Phrasen, sondern es ist eine An- i e n t der Nörgler, Miesmacher und gelegenheit der Waffen. Da hat Deutsch- San Sebastian, 14. Febr (Europapreß). Zu den Meldungen der französischen und englischen Zeitungen, wonach die de-jure-'Anerkennung der Regierung-Franco durch London und Paris bevorstehe, enthält sich die nationalspanische Presse noch immer jeder Stellungnahme. Lediglich das Recht Nationalspaniens auf diese Anerkennung wird nachdrücklich hervorge- hoben. Wie unterrichtete Kreise erklären, ist die nationalspanische Regierung angesichts ihrer großen Erfolge in Katalonien und angesichts des bevorstehenden Endes des Bürgerkrieges heute nicht mehr gewillt, irgendwelche Beziehungen zu anderen Staaten neu aufzunehmen, wenn das nicht auf der Grundlage der de- jure-Anerkennung geschieht. Burgos hat diesen Standpunkt sowohl Frankreich als England mitgeteilt. Die nationalspanische Regierung macht einen klaren Unterschied zwischen der de-jure-An- erfennung und allen anderen zu lösenden Fragen. Sie sieht in der de-jure-Anerkennung die unabdingbare Grundlage zur Normalisierung der Beziehungen. Diese Frage darf nach Ansicht der nationalspä- nischen Regierung weder mit der Frage der in Frankreich liegenden spanischen Vermögenswerte noch mit dem Problem der spanischen Flüchtlinge verkoppelt werden. Nationalspanien macht sein Eigentumsrecht voll geltend, sowohl auf die Goldreserve der Bank von Spanien, die in Frankreich untergebracht ist, wie auf alle anderen aus staatlichem spanischen Besitz stammenden Werte, ferner auf Kriegsmaterial und Kunstschätze. Wie von unterrichteter Seite erklärt wird, erkennt die nationalspanische Regierung nicht an, daß Frankreich die für die Flüchtlinge aufgewendeten Beträge gegen diese Vermögenswerte aufrechnet, da die Ueberführung der roten Armee nach Frankreich ausschließlich zwischen der rotspanischen „Regierung" und Frankreich geregelt worden fei, und da die Zivilbevölkerung gegen ihren eigenen Willen und gegen den Wunsch der nationalen Regierung die Grenze überschritten habe. gnügen, stehen die weitere Entwicklung der Dinge in Spanien und ihre Rückwirkungen auf das Mittelmeerproblem im Vordergrund der Erwägungen. Das „Petit Journal" fragt: „Sind wir eigentlich, nach diesem Ministerrat, der als bedeutungsvoll angekündigt wurde, weiterkommen?" und erklärt, der von Daladier und Bonnet ausgegangene Vorschlag der Anerkennung Francos fei auf den lebhaften Widerstand des Kriegsmarineministers (Tarrn pinchi, des Handelsministers Gentin, des Gesundheitsministers Rukart und des Unterrichtsministers Jean Zay gestoßen. „Journal" bemerkt, bisher hätten die Derschleppungstaktiker innerhalb des Kabinetts in der spanischen Frage den Sieg davongetragen. Als wesentliches Argument habe ihnen der Hinweis darauf gedient, daß die englische Regierung bisher noch keinerlei Beschlüsse über die Anerkennung Nationalspaniens gefaßt habe. Der „Temps" veröffentlicht einen Leitartikel von ungewöhnlicher Schärfe gegen Italien, der in manchen Punkten an den vor etwa vier Wochen erschienenen fenfatimv-ffcn Artikel des gleichen Blattes erinnert, in dem damit gedroht rootbcn war, Frankreich könnte sich gezwungen sehen, Pfänder Die Auffassung in London. London, 15. Febr. (Europapreß.) In London wird die Auffassung vertreten, der französische Ka- bmettsbeschluß vom Dienstag'habe die Anerkennung Francos in nächste Nähe gerückt, wenn auch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Die englische Haltung sei mit der französischen identisch. Man laviere lediglich deshalb, um von General Franco Zugeständnisse zu erlangen. — Die neuerdings in England .festzustellende Franco- Freundlichkeit macht sich auch in einer scharfen Ablehnung der von gewisser Seite vertretenen politischen Auffassung geltend, mit der Anerkennung müsse gewartet werden, bis die französisch- italienische Spannung und damit die Gefahr eines Konfliktes im Mittelmeer endgültig bei» gelegt fei. . Die „Times" schreibt unter der Ueberschrist „Anerkennung?", man könne die Besetzung Madrids schwerlich zur Vorbedingung für die Anerkennung General Francos machen, da dies den sowjetspanischen Kommandanten Miaja unweigerlich zur Fortsetzung des Widerstandes zwinge. Auch die Bedingung, daß alle ausländischen Freiwilligen Nationalspanien verlassen müßten, sei sinnlos. Die Forderung, GeneralFranco müsse gegenüber seinen Gegnern Milde walten lassen, sei viel besser durch akkreditierte Botschafter zu erreichen. — Zum Schluß schreibt das Blatt: „Es ist Zeit, dieses Kapitel von Heldentum und Verbrechen zu beenden, um den Wiederaufbau zu beginnen. Hinzu kommt, daß kein anderer Baumei st er im Augenblick in Sicht ist, als General Franco." Oeutsch-italienisch-portugiesische Spende für Spanienflüchtlinge. San S e b a st i a n , J4. Febr> (DNB.) Die Botschafter Deutschlands, Italiens und Portugals suchten am Dienstag den Zivilgouverneur auf und überreichten ihm als gemeinsame Spende 60000 Peseten. Der Betrag ist für Flüchtlinge bestimmt, die aus Rotspanien über die französische Grenze nach Irun kommen. Der Gouverneur dankte mit bewegten Worten für die großherzige Spende, die er als neuen Beweis unauslöschlicher Verbundenheit der drei Nationen mit Nationalspanien bezeichnete. Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, die Vertretung der Eidgenossenschaft bei der nationalspanischen Regierung in eine Gesandtschaft umzuwandeln und um das Agrement für die Ernennung eines Gesandten nachzusuchen. In dem neuen Artikel des „Temps" heißt es, du Diplomatie des Grafen Ciano mache mehr als je die in dem italienisch-britischen Abkommen enthaltene und von Mussolini gegenüber Chamberlain persönlich bestätigte Garantie notwendig, wonach nach der Beendigung des spanischen Krieges das faschistische Italien keine territorialen Vorteile und keine irgendwie gearteten sonstigen Vorrechte in Spanien und in spanischen "Besitzungen verlangen dürfe. Wenn Italien gegen diese Verpflichtungen verstoße, so heißt es im „Temps" weiter, dann würde die Regelung der spanischen Frage aufs äußerste erschwert, uno Frankreich und England würden sich gezwungen sehen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen um ihre lebenswichtigen Interessen zu schützen, auf ■' sie nicht verzichten könnten und die sie für not- roenoig erachteten, um in aller Sicherheit für den Schutz' ihrer Positionen im westlichen Mittelmeer und ihrer imperialen Verbindungswege zu sorgen. Sw SÄ H ™ I«™»’»”" ’Ä 3S, », i" 1, üb., >1. säm». - ”w--w ÄffS ?*.' m u 5 aber hat in seiner Bewegung und in der vornherein feststand, daß sich Mischen Führung deutschen Volksgemeinschaft die geistigen, weltan- und Volk eine unüberbrückbare Kluft auftue, unb schauttchen und organisatorischen Elemente geschaf- auf der anderen Seited e r D r en er des Vol- fen die geeignet sind, die Reichsfeinde v o n k e s , für den nicht der Staat, sonder d a s V o l k letzt ab und für alle Zukunft zu v er-die Grundlage fernes ganzen Denkens und Han- nickten deins ist. Im nationalsozialistischen Staat sei es 1 ' 'nicht entscheidend, ob der Beamte Jurist, sondern ob er ein tüchtiger Kerl sei, ob er fein Volk kenne, ob er es verstehe, mit dem Volk umzu- gchen und den Weg zum Volk immer wieder aufs neue zu suchen. Will der Beamte auf national-1 sozialistische Weise fein Amt und seinen Beruf ver-, stehen, \o kommt es nicht nur auf die Kenntnis i der Paragraphen an, sondern vor allem auf die beispielloser Begeisterung stimmen die Massen in , , , , , das Sieg-Heil Generaladmiral Roeders auf den tM SütlUÜF Vollender deutscher Einigung und dem Schöpfer des w Großdeutschen Reiches ein. Der Startschuß dröhnt Berlin, 14. Febr. (DNB.) Die Zahl der be- über Helgen und Hafen. Er gibt das Zeichen I schäftigten Arbeiter und Angestellten betrug, wie der Bahnfrei zum Stapellauf! Die Tauf-1 Neichsarbeitsminister berichtet, im Altreich Ende patin, Frau von Löwenfeld, tritt vor unb Hanuar 19,5 Millionen, d. f. rund 8 Millionen spricht die Worte: „Auf Befehl des Führers taufe me i) r als zur Zeit der Machtübernahme im Ja- ich dich auf den Namen ,Bismar ck nehmen au lallen terhohlende Macht des polttlschen „Witzes , als Der nationalsozialistische Beamte habe sich zu ent- daß er dem Gegner diese Masse in lassen - - * • - ober auf jener konnte. Begeisterte Kundgebungen unterstrichen Die ....... Worte des Ministers, als er den Schlußstrich zog: ireu zum öiuuie „Die Probleme, die heute in Deutschland gelost sei nur selbstverständlich. „Wir möchten vielmehr, werden müssen, sind Diel 3 u wichtig uno erfahren unb wissen, daß der deutsche Beamte mit! d t e l z u groß als daß sie in oberflachl cy - verbissenem Fanatismus die Sache des Staates unb seichtem Gejellschaftsgesprach abgetan werden tonn» u ‘ ,r 1 "------ ' 7 eigenen Sache ten." _ m , Mit schneidenden L-ätzen erledigte dann Dr. Goebbels die sogenannte „bessere Gesellschaft": „Sie nennt sich „bessere Gesellschaft"; in Wahrheit ist sie aber die schlechteste Gesellschaft, die man sich überhaupt nur aussuchen kann." Diese Leute, die vom Volk keine Ahnung hätten, besäßen dann noch die Anmaßung, sich ausgerechnet auf das Volk zu berufen. Eine ganz klare unb eindeutige Haltung auch in diesen Fragen sei vom national sozialistischen Beamten zu verlangen. Immer und überall müsse der Beamte dem Volke mit gutem Beispiel vorangehen. Im weiteren Sinne gehöre er auch zur Führung des Volkes, und deshalb habe er ein Führungsbeispiel zu geben. Vorbild fei auch hier ber Fuh - rer f e l b ft: „Er ist zeitlebens mitten im Volke geblieben. Er geht deshalb auch in den entscheidenden Stunden unseres nationalen Lebens immer wieder zum Volke. Deshalb steht das Volk Bismarck und die Flotte. Das dritte Schlachtschiff der neuen deutschen Kriegsflotte ist auf den Namen des Gründers des Zweiten Reiches, Bismarck, getauft worden, und der Führer hat in seiner Rede beim Stapellauf dieses Schiffes den Manen dessen gehuldigt, der „durch seine innere politische Entwicklung oom preußischen Politiker zum deutschen Reichsschmied nicht nur das Reich geschaffen, sondern die Voraussetzungen gegeben hat für die Errichtung des heutigen Großdeutschland". Das ist seine einmalige, seine geniale Größe. Aus dem Wirrwarr der Parteien, der Fürsten, der durcheinander quirlenden Kämpfe der alten und netten Gewalten, der Reichsfemüe und der Getreuen, formte Bismarck die Reichs- funda mente, die die Schmutzflut der oom Zentrum, Marxismus und Judentum entfesselten Revolte überdauerten und, als diese Gegner des Bismarckwerkos vor dem Kammer unseres'Führers und der Gewalt seiner Volksbewegung spurlos verschwanden, sich als tragfähig erwiesen für ein neues Großdeutschland. Bismarck steht da „wie eine Säule, überragend fein Jahrhundert", und je schärfer das Auge zurückschaut auf jene Zeit, die nicht wußte, was sie wollte und deren Vertreter dem großen Kanzler immer wieder Steine in den Weg rollten, um so überragender wird die Gestalt dieses Gewaltigen, der die besten Ideen der ersten Nationalversammlung von 1848 verschmolz mit dem Kern- gedanken des Preußentums. Die Träume des Volkes nach einem einigen Reich drehten sich feit 1848 um die Idee eines deutschen Kaisertums und gleichzeitig um die Wiedergewinnung einer Geltung zur See, die Deutschland in den Hansezeiten glorreich besessen. Die Nationalversammlung schuf eine Flagge, und sie schuf, aus freiwilligen Beiträgen aller Deutschen, eine kleine Flotte, die die damaligen Reichsfarben trug. Die revolutionärsten Geister Deutschlands traten für diese Flotte ein. Henvegh schrieb sein begeisterndes Flottenlied, in dem er prophezeite: „und in die Furchen, die Columb gezogen, geht Deutschlands Zukunft auf!" Aber England drohte durch Lord Palmerston mit brutaler Gewalt. Die deutsche Flagge sei eine „Seeräuberflagge", sie würde, wo sie sich zeige, mit den Schiffen, die sie trügen vernichtet werden. Der Traum zerranii. Im Jahre 1852 versteigerte Hcmnibal Fischer diese Flotte. Zwei Schiffe erwarb Preußen. In den folgenden- Jahren war das Ringen um die Einigung Deutschlands eine Frage der Auseinandersetzung darüber, ob sie^ großdeutsch ober kleindeutsch enschieden werden sollte. Groß- deutsch, das hieß die Ungarn und alle slawischen Völkerschaften der k. und k. Monarchie mit ouf- nehmen, kleinhLutsch hieß die Lösung mit Preußen auf deutschem Boden. Der Krieg 1866 brachte die Entscheidung, der Krieg gegen Frankreich 1870 vollendete das Kleindeutsche Reich. Unter Bismarck begann Deutschlands Aufstteg zur Weltgröße, die kleine -preußische Seemacht wurde Grundlage einer Reichsflottenmacht. Aber ganz zwangsläufig mußte Bismarck sich zunächst darauf beschränken, die Festlandmacht Deutschland zu bauen und ihr gegen die flankierenden Welschen und Slawen die nötige Rüstung, da- Heer, zu geben. So sicherte er die notwendigsten Heeresbedürfnisse im Widerstand gegen den Reichstag durch ein grandioses Spiel mit und über den Parteien. Deutschland war 1870 noch ein in der Hauptsache agrarisches Land gewesen. .Unter Bismarck gelangte es nach und nach in die I n - öuftrialifierung und in die Weltmachtpolitik. Die bismarckfche Umkehr vom Freihandel zum „Schutz der nationalen Arbeit" 1878 war der Beginn. Aber wenn Deutschland auch immer mehr in den Kreis der Weltmächte eintrat, wenn findige Köpfe ttotz englischer Mißgunst koloniale Erwerbungen durchsetzten, die Bismarck weitblickend unter den Schutz des Reiches stellte, so war es doch das .Hauptbestreben des Eisernen Kanzlers, Reibungen ?mit England zunächst zu vermeiden und die überseeische Entwicklung der deutschen Interessen nicht zu «einer Prestigefrage zu machen. Immerhin: die Ma- trine war beim Reichstag beliebt. Der Ausbau der Deutschen Flotte begann, und Bismarck setzte es Durch, daß zum ersten Organisator General S t o s ch «erkoren wurde, dem, wie Tirpitz in seinen Erinnerungen berichtet, zwar die marinetechnischen Kennt- misse abgingen, der aber doch einen weiten politischen Blick besaß und es verstand, die Flotte der 'Bismarckzeit mit geringen Mitteln auf eine Höhe ZU heben, die es ihr erlaubte, vei der Erwerbung innrerer Kolonien die nötige Hilfe zu leisten. Für Beinen Krieg gegen Großmächte war diese Flotte allerdings nicht zu brauchen, und Bismarck wollte cauch nicht, daß wir der Flotte halber uns mit England anlegten. Erst unter Wilhelm II. wurde die mit großem Aufwand betriebene Flottenagitation von England — wenn auch fälschlich — als eine Bedrohung seiner Interessen aufgefaßt. Großadmiral v. Tirpitz stellte «ein Flottenprogramm gemäß der politischen Lage auf. Er wollte Konflikte mit England möglichst lange hinauszögern und hat ftets, so lange er im Amte war, eine dementsprechende Politik vertreten. Die Programmlosigkeit der verantwortlichen Leiter «er auswärtigen Politik aber hat diese klare Linie urchkreuzt, und selbst diejenigen, die Anhänger der fibee waren, unter Verzicht auf die Hochseeflotte eine Verständigung mit England zu erkaufen, werden zu- i eben müssen, daß diese klare Linie besser war als inne Politik, die es mit allen Mächten verdarb, llebrigens sprach man in England schon von der 'Lernichtung Deutschlands als die großen deutschen irlottenprogramme noch gar nicht gefaßt waren. Cie waren Wirkung, nicht Ursache. Und die Ursache tes englischen Hasses war die Furcht vor der deutschen Konkurrenz in aller Welt. Der Alte aus dem Sachsenwalde hatte diese Gefahren wohl erkannt und aus seiner Verbannung clls treuer Eckart unserer Nation immer wieder vor tem „neuen Kurs" gewarnt. Er sah die Gewitter- v»olken über dem Deutschland, das er geschaffen, fich 'z-lsammenziehen. Der „cauchemar des coalitions“, ter „Alpdruck der Koalitionen", hat ihn nie verlassen und noch im Todeskampf rang er um das Rutsche Schicksal. Die undeutschen Gewalten hatten Zeitweilig über ihn triumphiert, aber das, was er g"schaffen, die Reichsidee, war ins Volk gedrungen inb erwies sich schließlich stärker benn alle von ihm k mpromißlos bekämpften Reichsfeinbe. Wenn jetzt bis stolze Schlachtschiff Großdeutschlands den Nahmen „Bismarck" unter der Hakenkreuzflagge in b r Welt zeigt, bann ist das. ein Symbol für die LLirklichkeit dessen, was der Große des vorigen (Jahrhunderts begonnen und erträumt und was der L-chöpfer des Dritten Reiches vollendet hat. E. S. Oer Ausbau der polnischen Kriegsflotte Warschau, 14. Febr. (DNB.) Die Notwendig- l&nt eines Ausbaues der polnischen Kriegsflotte wird o;«n dem Regierungsblatt. „Expreß Poranny" leb- Grundsätzlich Beibehaltung des Achtstundentags und Zu der Tonnen von 90 000 Meter drei- 28 Knoten Bau von polnischen Unterseebooten kleinen Kreuzern vorgesehen. Kinder sotten wachsen. Bei Blutarmut und Appetitlosigkeit geben Sie ihnen Biofetrin, das vorzügliche Kräftigungsmittel. Bioferrin leistet besonders auch in Genesungszeiten Kindern und Erwachsenen wertvolle Dienste. / A \ (BAYER) \ E 7 \R 7 voller Schritt getan, einem der größten liebel, der Rachitis, zu Leibe zu gehen. Wenigstens im Bereich der Landesstelle Berlin ist damit dem Arzt die Möglichkeit zu regelrechter Verordnungsweise gegeben. Im übrigen sind die Vorbereitungen zu einer allgemeinen Rachitis-Prophylaxe in vollem Gange, um die Rachitis im ganzen Reiche wirksam zu bekämpfen. Nach der Ankündigung Dr. Hofmeiers kann erwartet werden, daß eine solche allgemeine Rachitisprophylaxe schon im Herbst d. I. pflichtgemäß ein geführt wird. Aber auch bis dahin müsse die gesamte Aerzteschaft mitwirken, die Rachitis wirksam zu bekämpfen. Schon jetzt sollte allen Kindern, die den 3. Lebensmonat überschritten haben, in regelmäßiger Folge Vigantol verabfolgt werden. Platten geschützt waren. Der Schlachtkreuzer „Fürst Bismarck" würde also heute noch e;ne recht wertvolle und bei Durchführung der notwendig gewordenen Verbesserungen eine sehr eindrucksvolle Kampfeinheit dargestellt haben, die an der artilleristischen Kampfkraft gemessen z. B. dem französischen Schlachtschiff „Dunkerque" sogar überlegen gewesen wäre. Auch einem Vergleich mit ihren beute noch lebenden Zeitgenossen in der englischen Marine, den Schlachtkreuzern , Renown" und „ R e p u l s e " wären sie gewachsen gewesen, zumal diese Schiffe über einen schwächeren Panzerschutz als die Bauten der „Fürst-Bismarck"-Klasse verfügen. Der Schlachtkreuzer „ H o o d ", heute noch das größte Kriegsschiff der Welt, war als Erwiderung auf die Bauten der „Fürst-B'smarck"-Klasse gedacht. Durch den Zusammenbruch der deutschen Marine erübrigte sich die Fortsetzung der geplanten Serie. Wenn auch „Fürst Bismarck" nicht das letzte Glied unserer Großkampfschiffentwicklung im Welt- . krieg bedeutet hat — es waren noch Schlachtkreuzer von 38 000 Tonnen mit acht 38-cm-Geschützen vorgesehen — so verraten doch schon die Daten dem Laien, daß der deutsche. Auf dem Wege zur allgemeinen Rachitis-Prophylaxe. Wie der Vorsitzende des bei der Reichsarbeitsge- 31 000 Tonnen belaufen. Bei normaler sollte das Schiff rund 35 000 schwer sein. Eine Maschinenanlaqe PS sollte dem 223 Meter langen, 30,1 , anders guten Arbeiten des studentischen Reichsberufswettkampfs einer wohlwollender Prüfung unterziehen und gegebenenfalls im Rahmen vorhandenen Mittel Zuschüsse bereitzustellen. ten Schiff eine Geschwindigkeit von verleihen. Die Bewaffnung sollte in der Hauptsache aus a ch t 3 5,6 - c m - G e s ch ü tz e n in vier Doppeltürmen und vierzehn 15-cm-Geschützen in Einzelkasematten bestehen. Der Panzerschutz war ähnlich wie auf „Dersstinger". Die stärksten Platten in der Wasserlinie maßen 300 mm, mährend die normal beanspruchten Stellen mit 150 - mm - hast befürwortet. Auf der Werst der polnischen Kriegsmarine in Gdingen seien die Vorbereitungen für den Bau zweier polnischer Torpedoboots Zerstörer abgeschlossen worden, so daß in drei bis vier Monaten mit dem Bau polnischer Kriegsschiffe auf einer polnischen Werft begonnen werden könne. Die Kiellegung der beiden Schiffe soll spätestens im Juni erfolgen. Vorher sollen auf der Gdinger Werst noch zwei polnische Schnellboote hergestellt werden. Weiter ist für das Programm der neuen Werft in Gdingen der Erst viele Jahre nach dem Kriege erfuhr man nach und nach Einzelheiten über diesen nicht vollendeten gewaltigen Schlachtkreuzertyp. Die Konstruttionswasserverdrängung sollte sich auf Ausrüstung davon ausgehe, däß der Achtstundentag der normale Arbeitstag ist, so müsse man anderseits die Zulässigkeit der Mehrarbeit an bestimmte Voraussetzungen knüpfen. Deshalb sei Mehrarbeit von der Zustimmung der Gewerbeaufsicht und der Reichstreuhänder abhängig, und es müsse weiterhin der gesetzlich vorgesehene Mehrarbeitszuschlag gezahlt werden. Dadurch sei dem Arbeiter die Gewähr gegeben, daß die Mehrarbeit nicht zugunsten des Unternehmers und zu feinem Nachteil beliebig verlangt werden könne. Die Zeitschrift „Deutsche Volkswirtschaft" wirft ergänzend die Frage auf, wozu es sich lohnte, mit allen erdenklichen Mitteln für die Volksgesundheit und das Wohlbefinden bei und nach der Arbeit zu sorgen, wenn man den Erfolg solcher Bestrebungen wieder in Frage stellen wollte. Wie könnte der schaffende Mensch am politischen und kulturellen Leben teilnehmen oder der Gesundheitszustand des Volkes verbessert werden, wenn die Arbeitszeit allgemein um 25 oder 50 v. H. verlängert würde? Nur dringend staatspolitische Notwendigkeiten könnten die Verkürzung der Freizeit des einzelnen rechtfertigen. Unter gar keinen Umständen dürfe aus der volkswirtschaftlichen Pflichterfüllung der Arbeiter irgendwie privater Nutzen gezogen werden. Wenn Mehrarbeit nicht das Allheilmittel sein könne, um uns mit einem Schlage aus allen Arbeitsnöten zu befreien, so müsse die richtige Gestaltung der Arbeitszeit mehr denn je der Leistungssteigerung dienstbar gemacht werden. Untersuchungen hätten ergeben, daß die Einschaltung zusätzlicher kleiner Arbeitspausen die Leistung bestimmter Fertigungen um mehr als 10 v. H. steigern könne. Im Hinblick auf die immer wieder auftauchenden Gerüchte über einen kommenden Zehn- oder gar Zwölfstundentag, der angeblich unserem Mangel an Arbeitskräften abhelfen soll, sind die Ausführungen von Bedeutung, die Ministerialrat Dr. Münz vom Reichsarbeitsministerium in der „Ortskrankenkasse" veröffentlicht. Er weilt darauf hin, daß auch in der neuen Fassung der Arbeitszeitordnung die Bestimmung geblieben ist, daß dieregelmäßige werktägige Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten darf. Es fei also an dem Achtstundentag als Normalarbeitstag f e st g e h a l - t e n worden. Der Achtstundentag sei keine revolutionäre Errungenschaft, sondern seine Einführung gehe von der Tatsache aus, daß jeder, der acht Stunden in einem Betriebe ordnungsmäßig arbeitet, seine Arbeitskraft genügend eingesetzt hat. Man dürfe auch nicht,vergessen, daß die Arbeitszeitordnung nicht nur für junge Menschen und Volksgenossen im besten Schaffensalter gilt, sondern den Ablauf des ganzen Arbeitslebens umfaßt. Sie müsse daher die Stundenzahl wählen, die nach den bisherigen menschlichen Erfahrungen die richtige regelmäßige Beschäftigung während eines ganzen Arbeitslebens darstellt. Das fei aber nach der Uederzeugung aller zum Urteil Befähigten der Achtstundentag. Selbstverständlich schließe das nicht aus, daß in Zeiten, in denen aus besonders wichtigen Gründen hohe Anforderungen an die Arbeitsleistung gestellt werden müssen, Ueberschrei- tungen des Achtstundentages möglich fein müssen. Die gesetzliche Regelung sei deshalb e l a st i s ch gestaltet. In einzelnen Gewerbezweigen sei sogar der Durchschnitt der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden angestiegen. Wenn man allerdings Brasiliens Außenhandel. Keine einseitige Abhängigkeit von USA. Rio de Janeiro, 14. Febr. (DNB.) Die Ausfuhr Brasiliens nach den Vereinigten Staaten ist seit längerer Zeit im Abstieg befindlich. Während umgekehrt die Einfuhr ständig zunimmt und von den U8A.-Behörden mit allen Mitteln gefördert wird. Diese Schwierigkeiten sind ein wichtiges Verhandlungsthema des brasilianischen Außenministers A r a n h a bei seinem Besuch in Washington. Ihm sind dort recht seltsame Vorschläge für den Ausbau des Handelsverkehrs gemacht worden. Während der Dauer des bafilianischen Fünfjahresplanes sollen jährlich 20 Millionen Dollars für die Ausfuhr von USA. nach Brasilien bereitgestellt werden. Als Gegenleistung soll Brasilien einmal die im Fünf- jahresplan vorgesehenen Rüstungsausgaben zu Waffebestellungen in USA. verwenden — natürlich gegen Barzahlung — und zu anderen den Zinsendienst für die im nord- amerikanischen Besitz befindlichen Titel der brasilianischen Staatsschuld sofort wieder äufne h m e n. In Brasilien sieht man in diesen Vorschlägen keine gangbare Lösung, da sie eine Steigerung der nordamerikanischen Ausfuhr. nach Brasilien in Höhe des gesamten durch den Fünfjahres- plan bedingten neuen Einfuhrbedarfes bezwecken. Selbst wenn diese zusätzliche Ausfuhr durch Kredite erleichtert werde, so sei sie in erster Linie als Vorteil für USA. anzusehen. Brasilien aber interessiere sich zunächst für Möglichkeiten zu einer Steigerung seiner Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten, um die ungünstige Entwicklung der Handelsbeziehungen auszugleichen. Gleichzettig unterzieht man in Brasilien den Vorschlag des USA. - Landwirtschaftsministers, d i e Kaffeekäufe könnten erhöht werden, wenn Brasilien den Baumwollanbau zugunsten der Kaffeepflanzungen e i n s ch r a n k e, lebhafter Kritik. Derartige „Vorschläge" bezweckten, die brasilianische Ausfuhr durch die Monokultur des Kaffees in einseitigeAbhängigkeit vom nordamerika- kanischen Kaffeemarkt zu bringen. Die brasilianische Wirtschaft werde dadurch ihre mühsam errungene Krisenfestigkeit verlieren. Dabei wird auch geltend gemacht, daß die amerikanische Bundesregierung auf den Umfang der amerikanischen Käufe von brasilianischem Kaffee kaum einen Einfluß habe, das Angebot-großer Kaffeekäufe also ein leeres Versprechen darstelle. Ferner hätten zwar die Vereinigten Staaten ihre Absicht verkündet, die amerikanischen Käufe von anderen brasilianischen Erzeugnissen, u. a. Gummi, wesentlich zu steigern. Bisher sei hiervon aber nichts zu spüren. Borganger desGchlachischiffes „Bismarck". Der Name des neuen Schlachtschiffes, das soeben in Hamburg vom Stapel gelaufen ist, ist in erster Linie 'eine Ehrung und ein Bekenntnis zu dem großen Staatsmann des Zweiten Reiches, dessen mit der Reichseinigung begonnenes Werk im Jahre 1938 durch den Führer vollendet worden ist. Das Namensschild „B i s m a r ck" an der Außenbordwand des neuen Schlachtschiffes verkörpert ein gesamtdeutsches, politisches und historisches Symbol. Trotzdem mag ein kurzer Blick auf frühere Träger des Namens Bismarck in der deutschen Kriegsmarine nicht ohne Interesse sein, da sich gar keine marine- historischen Denkwürdigkeiten damit verbinden, die früheren Träger aber wohl als M a r t ft e i n c des Aufbaues der deutschen Seemacht angesehen werden dürfen. Die früheren Namensträger verkörpern nicht gerade am deutlichsten die zeitgenössische Entwicklung, lassen aber in deutlichen Absätzen den Umbruch in der technischen und militärischen Entwicklung erkennen, der durch den Uebergang vom Segelschiff zum Panzerkreuzer, von diesem^um Schlachtkreuzer und endlich zum schnellen SHlachtschiff heutiger Prägung gekennzeichnet wird. Die Se g e l k o r v e 11 e „Bismarck" war kein besonders repräsentativer Träger des großen Namens. Dieses Schiff mit Segeln und Hilfsma schine würde nach heutiger Klassifizierung als Kreuzer einzuschätzen sein. SMS. „Bickmarck" führte Weltreisen aus, die den jungen Soldaten der jungen Kaiserlichen Marine der 70er Jahre den Blick für die Welt weiteten. Südamerika bildete ein bevorzugtes Reiseziel. Auch der im September 1897 vom Stapel gelaufene Panzerkreuzer „F ürst B i s m a r ck", der die offizielle Bezeichnung „Großer Kreuzer" führte, verbrachte den größten Teil feines Daseins in ständiger Detachierung auf ausländischen Stationen. Dieses Schiff bildete in der schiffbaulichen und militärischen Entwicklung gesehen den ersten Vorläufer unserer Panzerkreuzerreihe, die über „Prinz Heinrich", „Prinz Adalbert" zur „Roon"- Klasse führte und die letzte Vollendung in der „Scharnhorst" und „Gneisenau" fand. Der Stapellauf dieses 10 600 Tonnen großen, mit vier 24 cm und zwölf 15 cm-Geschützen bewaffneten Schiffes fand in den Monaten statt, als das Deutsche Reich durch die Vorbereitung des Tirpitzfchen Flottengesetzes die geschichtliche Wendung vorn reinen Agrarstaat zu der nach der See strebenden Großmacht ausführte und tfamit jener großen Wandlung der volkswirtschaftlichen Struktur des Reiches entsprach, dem Schritt vom Aarar- zum Industrie- und Handelsstaat. Daß ein Mann wie Bismarck aus der ^Vorstellung des rein agrarischen Staates dem damals revolutionären Eifer neuer Geister nicht so schnell zu folgen vermochte, ändert nichts an der allgemeinen Auffassung von der hohen politischen Einsicht bes^ alternden einsamen Kanzlers, den der junge Kaiser in das politische Exil geschickt hatte. Der alte Kanzler ließ sich von Tirpitz, der vom Kaiser mit dieser Mission beauftragt mar, nur ungern überreden, die Zn- stimmung zu der Verleihung feines Namens für ein stolzes Glied der aufbauenden, großen Flotte zu geben. Der Panzerkreuzer „Fürst Bismarck" hielt sich von seiner FertiAtellung bis zum Jahre 1909 st andig im Ausland, meistens in O st - asien auf. 1914 wurde das bis dahin in Reserve liegende Schiff, das in feinem Wert durch das Eintreten der „Dreadnought"-Epoche wesentlich beeinträchtigt war, dem K ü st e n s ch u tz zugewie- sen, um ab 1916 als Maschinen-Schulschisf Verwendung zu finden. Zu diesem Zweck war die Bewaffnung von Bord genommen und an der Landfront in Flandern eingesetzt worden. Im Juni 1919 kam das Schiff zum Verkauf und wurde ab- gewrackt. Als der veraltete Panzerkreuzer im Verbände der modernen kampfkräftigen Hochseeflotte seines großen Namens nicht mehr ganz würdig mar, wurde beschlossen, den Ersatz bau für den Panzerkreuzer „Friedrich Carl" auf den Namen „Fürst Bismarck" zu taufen. Das 1915 in Wilhelmshaven begonnene Schiff ist im Weltkrieg nicht mehr vollendet worden. Es verließ nicht einmal mehr die Helling und mußte abgewrackt werden. In einer Reihe von drei weiteren Schiffen des gleichen Typs, von denen zwei auf der Werft von Blohm & Voß in Hamburg und eines bei Schi- chau im Bau waren, sollte der Neubau „Fürst Bismarck" die kampfkräftige Vollendung bei* „Derfflinger"-Klasse bilden, jenes deutschen Schlachtkreuzertyps, der ruhmreich an den meisten Kampfhandlungen von Großkampfschiffen teilgenommen hat und sich in allen Fällen in wunderbarer Weise bewährte. Oer Beitrag der Jagd zur Volksernährung. Die Gesamtstrecke des Jagdjahres 1937/38. Der Reichsbund „Deutsche Jägerfchaft" berichtet in seinem Jahrbuch auch über den wertvollen Beitrag, den die Jagd zur Volksernährung leistet.. Der Wert des für die Ernährung verwertbaren Wildbrets betrug danach im Iagdjahr 1937/38 rd. 29,1 Millionen RM. Hierzu kommen noch etwa 2,7 Millionen RM. für die Bälge des Raubwildes einfchl. Wiefel, sodaß der Gesamtwert 31,8 Millionen RM. beträgt. Demgegenüber beläuft sich der im Berichtsjahr gezahlte Wildschaden auf insgesamt 2,31 Mill. RM. Eine Betrachtung der G e s a m t st r e ck e des Berichtsjahres ergibt wesentliche Verschiedenheiten des Ergebnisses für die einzelnen Wildarten. Bei Schalenwild war die Jagdstrecke z. T. wesentlich höher als die des Vorjahres, mit Ausnahme der Strecke beim Raubwild, die einen Rückgang mit einem Minderabschuß von 25 000 Stück hatte. Der Mehrabschuß bei Rotwild betrug rd. 3000, der bei Damwild rd. 850 Stück. An Schwarzwild wurden 1300 Stück mehr abgeschossen. Im übrigen aber sind die N i e d e r w i l d st r e ck e n entsprechend den schlechten Witterungsverhältnissen des vergangenen Jagdjahres ganz erheblich zurückgegangen, und zwar bei Hasen um rd. 23 v. H. bzw. 670 000 Stück, bei Kaninchen um rd. 4 v. H. bzw. um 74 000 Stück, bei Fasanen um fast 16 v. H. bzw. 159 000 Stück und bei Rebhühnern um rd. 25 v. H. bzw. rd. 500 000 Stück. Die Gesamtstrecke des Berichtsjahres belief sich bei Elchwild auf 128 Stück im Werte von 19 200 RM., Rotwild 60 051 Stück im Werte von rund 4,2 Mill. RM., Damwild 13 596 Stück im Werte von 611820 RM., Rehwild 618 765 Stück im Werte von 9,9 Mill. RM., Schwarzwild 37 904 Stück im Werte von rund 1,7 Mill. RM., Hasen auf 2 279 218 Stück im Werte von rund 6,83 Mill. NM., Kaninchen rund 1,7 Mill. Stück zu rund 1,7 Mill. RM., Rebhühner rund 1,5 Mill. Stück zu rund 1,5 Mill. RM. Dazu kommen u. a. noch über 175 000 Füchse, 854 000 Fasanen, 229 000 Ringeltauben, 426 000 Wildenten, 719 000 Krähen und Elstern. Auch wurden weiter u. a. abgeschossen 6 9 0 00 wildernde Hunde und über 342000 wildernde Katzen. Druckkostenzuschüffe für beste Arbeiten des studentischen Berufswettkampfes Reichsminister Rust führt in einem Erlaß aus, daß die guten Ergebnisse des studentischen Reichsberufswettkampfes in der Öffentlichkeit einen immer stärker werdenden Widerhall änben. Um allen interessierten Kreisen die jeweils b e jt e n Arbeiten des studentischen Reichsberufswettkampfs in geeigneter Weise zugängig zu machen, ei es daher rnünschenswert, daß' diese Arbeiten i m Druck erscheinen. Da der Reichsstudentenführung und den örtlichen studentischen Dienststellen ür derartige Zwecke jedoch Mittel in ausreichendem Maße nicht zur Verfügung ständen, ersucht der Minister die Nachgeordneten Dienststellen, entsprechende Anträge um Bewilligung von D r u ck- k o st e n z u s ch ü s s e n für die Drucklegung von be- Pius XI. bei'gesetzt. Rom, 14. Febr. (DNB.) Im Beisein der in Rom weilenden Kardinäle, der übrigen Geistlichkeit, des diplomatischen Korps, der Orden und der geistlichen Seminare sowie zahlreicher Mitglieder der Aristokratie und des Patriziats von Rom hat am Dienstagnachmittag in der Peterskirche die feierliche Einfaraung und Beisetzung der sterblichen Hülle Pius XL stattgefunden. Zum ersten Male seit bald 100 Jahren ist der Akt wieder im Hauptchor meinschast für Mutter und Kind geschaffenen Fachausschusses zur Rachitisbekämpfung, Dozent Dr. H o f m e i e r im Aerzteblatt für Berlin mitteilt, ist es durch Verhandlungen zwischen der Landesstelle Berlin der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Krankenkassen-Verband gelungen, die Verordnung des V i g a n t o l ö l s bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren aus dem Regelbetrag heraus- zu nehmen. Damit ist ein außerordentlich wen- Id e x Peterskirche vorgenommen worden. Lehrmädchen möglichst musikalisch sucht für 1. April 1939 MosikalieDhaodlong Challier Neuenweg 10 1094D Kirch envlah 6 kleine 2-ZiraJhg. zum 1. März zu vermieten. 074« Zu erfragen Marburger Strafe 10 v. Abschluß gebracht. * 14. Februar 1939 9. ZiehungStag In der heutigen DormittagSziehung wurden gezogen 169125 10910 150 RM. gezogen. Autzervem wurden 4656 Gewinne zu je In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen In treuem Gedenken: 82 Gewinne zu 5928 7093 10808 12074 des 141390 128139 137904 1095V MW MS? inbesferemHause Äuherdem wurden 4652 Gewinne zu je Stadttheater 144867 192499 221409 241088 295994 390269 12244 Kaiserallee 27, zu vermiet. sszD Näh.: A. Becker, Kevlerstraße 9, Telephon 3804. 87486 174959 210305 226009 251401 346113 131359 150965 184054 216259 250177 269312 289995 311915 326980 380330 32481 66471 219177 277753 373952 88103 114108 179162 207638 272596 341446 380755 185115 199335 226864 261949 286921 303492 342555 372599 100225 180010 217711 233610 258720 351471 135693 156552 200268 217471 254177 272430 294938 314388 344001 383998 237294 2438'0 286054 323023 376346 378399 500 RM. 98563 161732 191704 244980 310382 348679 142770 160223 200966 219413 254323 272524 296623 314406 347502 388288 161319 191263 202036 235474 278313 291252 319684 343983 391033 144773 165411 203491 235710 259802 275100 302044 321374 350202 389933 127867 258462 334519 62172 106799 162530 195182 252994 316852 351463 171293 194916 206500 246237 281112 295061 327485 347191 394972 166091 209527 238481 259972 275259 304903 322351 351752 392760 147464 275094 336000 53407 106840 162973 197497 263796 320108 363961 174747 197840 211932 250193 284022 300921 330267 354963 398654 158805 38035 115691 166649 220574 280277 210296 223320 245611 326574 277342 357617 73564 107759 171305 205120 269525 320153 367718 Die der 88906 148675 189492 241141 289665 346602 385288 124375 160677 190465 199841 229798 263028 287642 319277 343941 376737 118694 186574 219365 233885 283409 365108 197799 223108 245551 308438 399117 19843 20604 45099 77422 125513 148440 173010 213772 243881 267511 285756 310922 324785 356687 180523 198595 226528 259915 285923 301131 341873 371285 398740 Schriftliche Anfragen mit Lade« gutangabe unter 0756 cm den Gießener Anzeiger erbeten. Erna Richter Margarete Leipoldt Elisabeth Didier Lili Hallbauer Carmen Mantel (als Nichten). entsprechend umgebaut worden ist. Eigentümer neuen Schack-Galerie wird das Land Bayern. Verwaltung führt nach Weisung des Führers bayerische Ministerpräsident. 150 RM. gezogen. Gewinne zu je zu je 200 000, 4 zu je 50 000, 74 zu je 10 000, 670 zu je 2000, 7006 zu je 300 Für die unserer geliebten Tante während ihrer Krankheit erwiesene Liebe, Verehrung und Freundschaft, sowie für die Anteilnahme beim Heimgang sprechen wir unseren herzlichen Dank aus. familiendrucksacnen Verlobungsanzeigen VermÄhlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei BrOhl. Schulstr. 1 Mädchen sucht Arbeit für '/?» bis -Tage. Schr. Angeb.mit Lohnabgabe unt. 0755 an d. Gieß. Anzeiger erbet. Gießen (Frankfurter Straße 12), im Februar 1939. 19.30 bis nach 21.30 Uhr 19. Mittwoch- Mietei ErstanHtthrung Minnavon Barnhelm Lustspiel von Lessing. Nachlässe von 3 bl» 20 v. ff. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige / 20—22 Uhr 20. Freitag- Miete! Hollywood Komödie von Niewiarowicz. Preise: RM. 0.60-3.10. Kunst und Wissenschaft. Eine Gchackgalerie deutscher Meister des 9. Jahrhunderts in München. König Leopold von Belgien hat den früheren Landwirtjchaftsmimster Pierlot mit der Bll« düng eines neuen Kabinetts beauftragt. Pierlot, der Wallone ist und der Katholischen Partei an« gehört, hat den Antrag angenommen und versucht, eine auf Liberalen, Sozialisten und Katholiken fußende Regierung zu bilden. zwecks Ablegung oesPflichtiahres. GewinaauSzug 5. Klaffe 52. Preußisch-Süddeutsche (278. Preuß.) Klaffeu-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten R.SCHÖNAU 10 bekannte «Harken! Eine Auswahl, die Sie sich ansehen sollten. Schoa !. RUI.462.- gibt es eie nutet Kleinklavier. In unseren Räumen in Ruhe zu erproben. Bahnhofstraße 76 Achten Sie bitte genau auf unsere Firma. Kein Schaufenster! Schr.Angeb unt. 10750 a. d. G.A. für Ihre Küche. Gewürze, Mehl, Zucker, Reis usw. werden in diesen Gläsern luftdicht und staubsicher aufbewahrt. Mit einem Blicksehen Sie sofort wie groß der Vorrat ist Schon für 40 Pfg. gibt es solche Vorratsgläser bei J.B.Häuser Gießen, Oswaldsgarten (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145- 2146 Luche f. Dienstags, Donnerstags und Samstags eine anständige saubere Frau s. Hausarbeit u. Kochen i.d. Vormittagsstunden. Zu erfr. i. d. Geschäftsstelle. iiiov Im Gewinnrade verblieben: 2 1 000 000, 2 zu je 300 000, 2 2 zu je 100 000, 2 zu je 75 000, 10 zu je 30 000, 10 zu je 20 000, 108 zu je 5000, 254 zu je 3000, 2018 zu je 1000, 3398 zu je 500, und 159 438 Gewinne zu je 150 NM. Südchina plant. Dm Dienstag ruckten erhebliche japanische Streitkräfte an die Bahnlinie Honkong-Scheklung vor und besetzten die Stadt Tscheung-Muktau, die sie vor zwei Monaten auf Grund eines Abkommens mit den Behörden von Hongkong aufgegeben hatten, um den Krieg von den Grenzen der englischen Kronkolonie fernzuhalten. Innerpolitische Spannung in Budapest Budapest, 15. F-br. (DNB.> Der Dienstag stand im Zeichen innerpolitischcr Spannung, di- ihre Lösung aller Wahrsä-einlichkeit nach in einer teilweisen Kabinettsumbildung s.ndea dürfte und unter Umständen auch einen Wechsel in der Ministerprästdentschaft bringen kann. Das Staatsoberhaupt empfing Ministerpräsident I m - r ebn gegen 19 Uhr Kultusminister Graf Paul T e l e k i und um 22 Uhr die beiden Minister gemeinsam. Ferner fanden Besprechungen zwischen nahezu allen Kabinettsmitgliedern und führenden Politikern statt, in die sich auch Graf Stephan Bethlen, der Kleinlandwirteführer Tibor Ek- k a r t und der frühere Ministerpräsident D a r a - n n i einschalteten. In unterrichteten Kreisen ist man der Ansicht, daß mit einer Klärung der durch die Aktivität der reaktionären Opposition ausgelösten Spannung in der ungarischen Innenpolitik schon Mittwoch zu rechnen ist. Schulen für die deutsche und die unqarische Volksgruppe in Rumänien. Bukarest, 14. Febr. (Europapreß.) Amtlich wird mitgeteilt, daß im Sinne des Gesetzes über ben Dolksschulunterricht in ©emeinben mit überwiegenbbeutscher und ungarischer Bevölkerung deutsche bzw. ungarische Schulen oder Abteilungen der dortigen staatlichen Schulen errichtet werden können. Die Eltern der Kinder der betreffenden Volksgruppen können selbst die Schulen auswählen, in denen ihre Kinder unterrichtet werden sollen. Für die deutsche Volksgruppe werden Lehrerbildungsanstalten in Herrmannstabt, Czernowitz unb Caransebas errichtet. 3 T-lastwagen frei im Güterfernverkehr Gießen (Lfebigstraße 91), den 12. Februar 1939. Auf Wunsch der Verstorbenen hat die Trauerfeier in der Stille stattgefunden. Für die uns erwiesene Anteilnahme herzlichen Dank. Spielleitung: Hannes Razum. Preise: RM. 0.60-3.10. ios8D Unsere liebe, gute Mutter und Großmutter, meine treue Schwester Frau Elisabeth Lang, geb. Oßwald ist heute nach langem, schwerem Leiden von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Carl Lang Familie Heinrich Debus Familie Franz Münster Lina Oßwald, Der Führer hat durch Erlaß vom 1.2.1939 aus ben kunstschähen der bisherigen Schack-Galerie in München und aus im Besitz des bayerischen Staates befindlichen ergänzenden Kunstwerken eine „Schack-Galerie der deutschen Meister des 19. Jahrhunders" mit dem Sih in München errichtet. Die neue Galerie wird in der Äunft- ausstettungs-Galerie auf dem Königlichen Platz in München untergebracht werden, nachdem diese zweck- ... — ... öct Straße. B. Mittwoch, den 22. Februar 1939, 9% Uhr beginnend, aus ben Abteilungen 12, 14a und 16b tc- hangetsteins, Försterei Wieseck: Zunge tüchtige Kraft mit Buchhaltung und sämtlichen Büroarbeiten bestens vertraut, an selbständiges Arbeiten gewöhnt, von mdustr. Unternehmen per Mrz/April gesucht Schrift!. Angebote mit Zeugnisabschriften und Gebalts- ansprüchen unter 110AD an den Gießener Anzeiger erbet. Aus jede gezogene Rmnmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer ans die Lose gleicher Rümmer in den beiden Wteiluugen I unb II 170 Gewinne zu 300 RM.------- ---- ---- - 13517 14443 14638 22024 23104 25388 31697 40681 44226 45079 45666 52947 59722 68005 73181 75620 82294 88478 105931 111639 122299 ------ ------ .—--- 142124 Schlachtschiffbau im Weltkrieg bereits eine Vollendung erreichte, die den Uebergang der mit dem Schlachtschiffbauverbot gefesselten Kriegsmarine zum Bau vollwertiger Schlachtschiffe erleichtert. Da das Schlachtschiff in der heutigen Zeit seine Gestalt zu einem sehr schnellen Träger schwerster Entscheidungswaffen gewandelt hat, für ben die Geschwindigkeit sehr viel mehr bedeutet als für das Großkamp'ffchiff alter Prägung, das noch bis zum Bau der „Dunkerque" die Ozeane be- herrfchte, dürfen die letzten Schlachtfchiffbauten der alten kaiserlichen Marine mit besserem Recht als Vorläufer unserer neuen Schlachtschiffe angesehen werden, als die stolzen und mächtigen Linienschiffe der nicht vollendeten „Baden"- und „Bayern So sind der alte Schlachtkreuzer „Fürst Bismarck und das neue deutsche 35 000-Tonnen->vchlachtschiff „Bismarck" sich in jeder Beziehung verwandter als es sonst Schiffe fein können, zwischen deren Bau die gewaltige technische Entwicklung von drei Jahrzehnten steht. Es ist selbstverständlich, daß bas neue Schlachtschiff in stärkster Anpassung an die künftigen Erfordernisse der Seekrieofuhrung entworfen wurde, denn sonst hätte das Verhältnis von artilleristischer Kampfkraft und Größe nicht dem entsprochen, das man nach einer dreißigjährigen fortschrittlichen Entwicklung hätte erwarten können. Reben hohen Anforderungen für die Antriebskräfte für weiten Fahrbereich, ist es die Notwendigkeit, gegen schwerste Granat- und Bombentreffer angemessenen Schutz zu gewährleisten, die zur Au - zehrung solcher Gewichte führt, die durch neuzeitliche Konstruktionsverfahren eingespart werden konnten. L1 w' Voln chinesischen Kriegsschauplatz. Hongkong, 15. Febr. vorhanden. > Sckr. Ang. unter i 0752 an d. G. A. ' Kleine Awzeigev 'M Gießener Anzeiger werden von Tausenden । beachtet und gelesen. Verkäuferin im 1. oder 2. Gehilfenjahr stehend per 1. April 39 o. Herrenartikelgeschäft a. Platze gesucht. Angebote unter 0751 a. d. G. A. Wegen Verheiratung d. jetzigen Mäicto für die Waschküche (elektrisch) gesucht. nosD Kenntnisse im Nähen u. Bügeln erwünscht. Botel Köhler. Kleine politische Nachrichten. Aus Anlaß der Vollendung des 50. Lebensjahres des Führers bringt der Zentralverlag der NSDAP, eine einmalige Jubiläumsausgabe des Werkes „Mein Kampf" in dunkelblauem Ganzlederband mit reicher Goldprägung und Kopf- goldfchnitt in Großformat in Schutzkoffette heraus. Der Preis der Jubiläumsausgabe beträgt 32 Mark. * In Berlin haben Verhandlungen zwischen dem deutschen und dem französischen Regierungsausschuß stattgefunden über die Durchführung des am 10. Juli 1937 zwischen Deutschland und Frankreich abge- schlosienen Abkommens. Die im Geiste gegenseitigen Verständnisses geführten Verhandlungen wurd'en zum möglichst mit sep. Eingang sofort gesucht. Sckriftl. Angeb.mit Preis uni. 0754 an den Gieß. Anzeiger. Mittelgroßer Laden in gut. Verkehrslage mit od. ohne Wohnungp.bald od. spät, gesucht. Schriftliche Angebote u.1099D an den Gießener Anzeiger erbet. [Stellengesuche 2 Gewinne zu 5000 RM. ^98189 4 Gewinne zu 3000 RM. 5727 154842 16 Gewinne zu 2000 RM. 69590 126908 160766 219876 291892 292862 343419 64 Gewinne zu 1000 RM. 2327 24380 45048. 50527.79506^81381^9^4^292 | Vermietungen | Geräumige 6-Zimmer- Wohnung mit all. Zubehör, im" Südviertel, zum 1. od. 15.7. zu verm. Schr. Ang. unt. 1013D a. o. Gieß. Anz. 4V2 Simmet sofort zu vermieten, auch für 2 kleine Familien geeignet. InoeD 13inini.il Süffle zziim n. Süffle Zu erfragen Grün Franks. Str. 29 Büro. I Mietgesuche | |ste||enan bllte| HlöhLSimmet1-----—1 Wetterbericht Das Gebiet hohen Luftdrucks, das am Dienstag Westdeutschland heiteres Wetter brachte, ist von Nordwesten her abgebaut. Allgemein ist es daher wieder zu stärkerer Bewölkung gekommen, teilweise traten auch schon Niederschläge auf, die in hoher Lage als Schnee fallen. Für die Folge ist dann bei vorwiegend westlicher Luftzufuhr weitere Unbeständigkeit mit leichtem Temperaturanstieg wahrscheinlich. Voraussage für Donnerstag: Ueber- wiegend bewölkt und leicht unbeständig, Temperatur über 0 Grad, westliche Winde. Voraussage für Freitag. Unbeständig mit zeitweise Niederschlägen, Temperatur wenig geändert. Lufttemperaturen am 14. Februar: mittags +1,7 Grad Celsius, abends + 0,1 Grad; am 15. Februar: morgens —0,6 Grad. Marimum + 5,6 Grad, Minimum heute nacht —1,5 Grad. — Erdtemveraturen in 10 em Tiefe am 14. Februar: abends 4- 3,0 Grad; am 15. Februar: morgens + 2,6 Grad. — Sonnenscheindauer 9 Stunden. Wintersport-Wetterbericht. Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt, — 5 Grad, Gesamt- schneehöhe 5 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel m(5 e rland. Winterberg: Schneefall, —1 Grad, Gefamtfchneehöhe 4 cm, Pulverschnee, Schi und . Rodel mäßig. _ . Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —8 Grad, Gesamtschneehöhe 70 cm, Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut_____________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: ErnstBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlid) für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. 1.39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 2 Gewinne zu 500000 RM. 74966 2 Gewinne zu 10000 RM. 283701 4 Gewinn« zu 5000 RM. 203376 310130 6 Gewinne zu 3000 RM. 161800 211630 283206 18 Gewinne zu 2000 RM. 125213 138849 147771 165799 282011 288972 302976 331113 369877 64 Gewinne zu 1000 RM. 312 6883 11036 12137 ----- 38490 40137 42350 57367 60802 61399 ----- ------ ----- ------ 209977 Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Butter, Blild), Fleisch-. Wurst- und Backwaren für das Rj. 1939 sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen und an Reinigungsmitteln für die Zeit vorn 1. 4.1939 bis 30. 6.1939 (Verlängerung des Zuschlags oon Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1940 ist bei im Wettbewerb festgestellter preiswerter Lieferung nicht ausgeschlossen) soll unter Zugrundelegung der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL.) für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen für Verzehrungsgegenstände können an Werktagen von 10 bis 12 Uhr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Kliniken der Ludwigs-Universität Gießen, Klmikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsmittel Zimmer 10 eingesehen, die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Dienstag, den 7. Warz 1939, 10 Ühr, einzureichen. Angebote sind nur durch die post (Brief) einzureichen. Den Angeboten ist auch die schriftliche Anerkennung der Lieferungsbedingung gen nach vorliegendem Formular beizufügen. Angebote, die allen genannten Bestimmungen nicht voll entsprechen, können nicht berücksichtigt werdem Die Eröffnung der Angebote findet gemäß den Bestimmungen der VOL. in nichtöffentlichem Termin statt. 1075D Wenn Bewerber bis zum 25. März 1939 nicht benachrichtigt worden sind, muhten die Angebote unberücksichtigt bleiben. Gießen, ben 14. Februar 1939. Verwaltung der Kliniken der Ludwigs-Universität Gießen.^ MMolzMkMMSlMMen. A. Freitag, den 17. Februar 1939, 9Vi Uhr beginnend. aus den Abteilungen 90a, 96a, 79 und versch. des Stadtwaldes, Försterei Hochwart: Scheiter: Buche 111,2 rm, Eiche 27 rm. Knüppel: Buche 46,3 rm, Hainbuche 9,5 rm, Eiche 73,5 rm, Kiefer 0,6 rm, Fichte,0,3 rm, Esche 1,0 rm, Erle 2,6 rm. Anbruch: Buche 12,0 rm, Fichte 4,0 rm. Reiser: Buche 2. Kl. 680 Wellen, Hainbuche 2. Kl. 2070 Wellen, Buche 3. Kl. 2530 Wellen, EichS 1. Kl. 33 rm. Zusammenkunft: Forsthaus Hochwart. Licher 74270 112274 Hr.39 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, !5. Hebruar 1939 Aus dem Reiche der Frau. Dieter lutscht am Däumchen. Selbst der.Struwwelpeter' kann nicht helfen. „Dieter lutscht am Daumen, und ich kann es ihm nicht abgewöhnen", klagt eine junge Mutter ganz verzweifelt. Woher kommt eigentlich das Daumenlutschen? Die Kinderärzte sind der Ansicht, daß es im allgemeinen ein Ueberbleibsel des Saugens ist. Nicht alle Kinder lutschen, und wenn, dann verliert es sich bei den meisten von selbst. Aber die anderen, die das Lutschen nicht lassen wollen, ja, die sogar noch als Schulkinder Daumenlutscher sind — was tun wir mit ihnen? Das Radikalmittel, das der gute „Struwwelpeter" vorschlägt, den Daumen mit der Schere einfach abzuschneihen, ist zwar ein erzieherisches Hilss- und Abschreckmittel, aber doch leider nicht in die Tat umzusetzen. Was soll nun aber die Mutter tun, wenn nichts mehr hilft. Bor allem muß sie sich darüber klar fein, daß solche Angewohnheiten wie „Daumenlutschen" überhaupt nicht mit Strafen auszurotten sind. Hier kann nur eiserne Konsequenz der Mutter und ebenso viel Geduld zum Ziele führen. In den meisten Fällen gelingt es, den Kindern das Daumenlutschen am Tage abzugewöhnen, weil man sie ja ständig beobachten kann und in einem Gefahren-Augenblick sofort mit irgendwelchen Spielen ablenken und beschäftigen kann, so daß sie das Lutschen einfach vergessen. Darum klagen die meisten Mütter darüber, daß das Kind nachts lutscht. Das kann man zum Glück ganz genau kontrollieren. Denn erstens ist ja der Daumen immer wund und weh, ja, sogar der Mund zeigt Spuren. Und nicht nur diese sehr unerfreulichen Anzeichen — auf die Dauer kann übrigens wirklich die Form des Daumens durch ewiges Lutschen verunziert werden — bringt das Lutschen mit sich, sondern das Schnalzen des Kindes ist meist so laute, daß es die anderen Geschwister damit weckt und womöglich auch zum Lutschen verführt. Im frühen Alter von 1 oder 2 Jahren kann man dem Kind natürlich noch nicht mir Vernunftgründen kommen. So greifen die meisten Mütter zu einem anderen Mittel. Sie setzen sich abends ans Bettchen des Kindes und halten die Hand so lange fest, bis das Kind eingeschlafen ist. Das mag ausgezeichnet gegen das Daumenlutschen helfen. Aber es hat den Nachteil, daß man dem Kind eine andere Unart angewöhnt: nicht einzuschlafen, ohne daß Mutti da ist. Und man soll ja niemals einen Fehler mit einem neuen Fehler austreiben. Dagegen ist ein schon oftmals wirkungsvolles Mittel, das Däumchen des Kindes mit einer schlecht schmeckenden, natürlich völlig unschädlichen Tinktur zu bestreichen. Aber bei richtigen Daumenlutschern will das ebenso wenig helfen, wie etwa Handschuhe. Da wird nämlich ganz einfach der Daumen mit dem Handschuh in den Mund gesteckt. Als ausgezeichnetes Mittel hat sich aber folgendes bewährt: Man näht an das Nachthemdchen ein paar dicke wollene Aermlinge oder Strümpfe, in die die Aermchen des Kindes genau hineinpassen. Das Kind kann nun den Daumen nicht finden und wird wohl oder übel ohne Daumenlutschen einschlafen müssen. Die ersten Nächte wird es sich natürlich mit Schreien oder großer Unruhe rächen. Wenn aber die Mutter durchhält und nicht etwa Dieter „den bösen Aerm- ling" aus Mitleid oder eigener Ruhebedürftigkeit abmacht, wird schon nach wenigen Tagen der Erfolg da sein. In ganz schweren Fällen gibt es nur eines: Die Aermcken des Kindes anzubinden; dann aber sollte die Mutter das Kind unbedingt nachts in nächster Nähe haben. Aber bisher haben die wollenen Aermlinge noch niemals ihre Wirkung verfehlt, also wollen wir es doch einmal probieren. L. Das andere Zch. Kostümplauderei zur Faschingszeit. „Einmal im Jahr ist Karneval." Einmal im Jahr wird das Alltagskleid des täglichen Daseins abge- fftreift und ein buntes Narrenkostüm übergeworfen. Es ist nicht gesagt, daß unser Kostüm ein „Narren- :fleib" an sich sein soll. Es kommt ja vor allem 7!tur darauf an, daß man etwas anderes anzieht als Las übliche Vor-, Nachmittags- oder Abendkleid. Man will losgelöst sein vom Gewohnten, man will Mitten Zwang abschütteln, innerlich ebenso wie äußer- Üich. Kurz gesagt — man will wenigstens einmal im 'Jahre sich frei und ungehindert geben können, wie snan ist. Und nun kommt das Allernärrischste an der ganzen Narretei: um sich so natürlich geben zu können, muß man sich „verkleiden", braucht man Perücke, Maske, Schminke ... Es gibt Mucker und Schwarz- feher genug, die da behaupten, die Karnevalszeit sei die einzige Zeit, da der Mensch ungeschminkt und maskenlos echt Herumlaufe, während er sich sonst mmer hinter einer Maske verstecke. Aber solche Schwarzseher sind doch wohl recht farbenblind der Wirklichkeit gegenüber oder gar Blindgänger des Lebens, die die Buntheit des Karnevals nicht recht vertragen können. Denn ganz so falsch ist die Welt »enn ja doch nicht. Nicht einmal die Frauenherzen ind so trügerisch ... Aber noch einen Narrenwitz erlaubt sich diese tolle Zeit, und spielt damit manchem seiner Narren und Närrinnen einen rechten Schelmenstreich. Da schickt ie plötzlich den großen Unbekannten vor. Der schaut der eifrig im Modeheft blätternden Schönen über die Schulter, tippt mit gebieterischem Finger auf (in Kostüm, das ihm zusagt, und zwingt sie, dies umd kein anderes zu nehmen. Dieser Gestrenge lomrfit aus den dunklen Tiefen des Unterbewußt- Isins. Dort lag er ein ganzes Jahr gefesselt. Mode, Anstand, gute Sitte und derlei Hüter der Ordnung keßen ihn 360 Tage lang nicht zu Wort kommen. Aber jetzt, wo alles auf dem Kopf steht, da schut- telt er die Ketten ab, schleicht sich ans Lampenlicht tnb zeigt, wie er ist. Richtiger gesagt, er zeigt, wie sie ist, die sich aerobe ein Kostüm aussucht, oder er, nenn ein Er sich Kostümsorgen macht. Doch bleiben wir bei Ihr, zunächst sucht sie mit sonz klarem Bewußtsein etwas, was ihr steht. Lilles andere ist nicht maßgebend. Aber da taucht nie der Geist, aus der Flasche das Unterbewußtsem cmf und bestimmt anders. Man könnte es das zweite Ich nennen, dieses verborgene Leben, das sch ein ganzes Jahr lang Pflichten, Beruf, Erzie- iiung und dgl. „höheren Gewalten" beugen und in die tiefste Tiefe der Seele verkriechen muß. Dieses zweite Ich wagt sich zum Karneval hervor. Denn dieser erlaubt gar viel, warum also auch ihm nicht einmal die Freude am Dasein? Dazu sucht es sich ein ihm passendes Kostüm aus. Vielleicht würde der Trägerin ein anderes viel besser stehen. Aber das zweite Ich redet ihr vor, dieses und kein anderes stünde ihr fabelhaft. Warum soll sie auch nicht mal ihre hübschen Beine zeigen, wenn der Alltag sie stets unter langen Röcken versteckt? Warum soll sie überhaupt nicht ihre gute Figur durch ein pralles Futteral betonen? Und warum soll sie schließlich in den Tagen der gelockerten Freiheit sich mit allzu viel Stoff beschweren? So und ähnlich flüstert es ihr zu. Und sie fügt sich. Im Grunde genommen ist es nämlich nicht nur die kleine Koketterie mit ihren hübschen Gliedmaßen — die vielleicht sogar noch nicht einmal berechtigt ist — sondern der im Alltag gewaltsam niedergehaltene Lebens- und Liebeshunger, der ein recht keckes, vielleicht sogar sehr gewagtes Kostüm aussucht. Der Witz der ganzen Sache ist aber, daß sie sich dessen oft gar nicht bewußt ist, sondern einfach unter dem Zwange des großen Unbekannten, eben ihres zweiten Jchs, handelt. Je nach dem Charakter dieses zweiten Jchs fällt also das Kostüm aus. Ist er leidenschaftlich, )o wird er sich zigeunerhaft oder spanisch, jedenfalls aber irgendwie wild, farbentoll oder phantastisch kleiden. Ein sanftes Gemüt verrät er in biedermeierlichen, rokokomäßigen, elfen-, feen- ober märchenhaften Gewändern. Ost fallen seine Wünsche mit dem Wesen seiner Trägerin so zusammen, daß ihre Wahl schnell und ganz eindeutig vor sich geht. Das trifft immer PRAKTISCHE VORSCHLÄGE dann zu, wenn das zweite Ich jahrüber nicht allzu stark unterdrückt wurde und an und für sich in die Karneoalszeit paßt. Meist aber zeigt er das Gegenteil des Alltagsmenschen. So steckt ein Hang zum Praktischen, eine nie ausgetragene Liebe zu Handfertigkeiten die Geistesarbeiterin plötzlich in ein Handwerkerkostüm (Koch, Bäcker, Schornsteinfeger usw.). Die würdige Vorgesetzte, deren frisches Jungmädchentum aber innerlich noch nicht abgestorben ist, erscheint womöglich als Groteskpuppe, Cowboy oder gar Lausbub, jedenfalls mit Vorliebe im Hosenkostüm. Ueberhaupt ist die Hose sehr bevorzugt von all den Frauen, die das Einengende des Rockes als lästig empfinden. Ein Zeichen ihres Freiheitsdranges, der sich im täglichen Leben nicht auswirken kann. In eine bäuerliche Tracht kleidet sich nur die Frau, die sich eine starke innere Beziehung zum Land erhalten hat, selbst wenn diese im Großstadtgetriebe nach außen hin verloren ging. Der große Unbekannte holt sie zum Karneval wieder hervor. Und in seinem ungestillten Fernweh greift er nach exotischen Gewändern unerreichbarer Lande. Allerdings hat es das zweite Ich nicht immer leicht, sich in der Kostümwahl durchzusetzen. Da stellen sich ihm oft genug äußere Widerstände entgegen, sei es in Gestalt einer wachsamen Frau Mama, eines eifersüchtig-ängstlichen Bräutigams, eines vorsichtigen Ehemannes oder einfach, was wohl am häufigsten ist, in der überschlanken Linie des Geldbeutels. Doch ganz läßt es sich nicht aus dem Felde schlagen. Irgendwo, wenn auch nur in einem Zipfel, zuckt es verräterisch hervor. Maria Mohr-Reucker. wir tragen? [NS ERES MODEZEICHNERS k- f'///ft! > n Von den heute gezeigten neuen Rockformen ist Modell I aus breitplissiertem, hellbraunem Wollstoff. Die Plissees sind im oberen Viertel zu einem Sattel abgesteppt, der in einem schmalen Stoffgürtel (mit Stoffknöpfen) seinen Abschluß findet. Figur II zeigt einen schlichten Glockenrock aus sechs Bahnen. Das schwarze Seidenmaterial macht ihn besonders für den Nachmittag geeignet. Aus hellgrauem F l a n e l l ist der F a l t e n- Sachwerterhaltung im Haushalt. Die deutsche Hausfrau ist nicht nur Verwalterin des Hausvermögens, sie ist auch Verwalterin der ihr anoertrauten Sachwerte. Zu Neuanschaffungen sind oft nicht genügend Mittel vorhanden, und so muß sie versuchen, das Vorhandene zu schonen, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erreichen. Dafür nachstehende Winke: Holzlöffel und Quirle schont man, indem man sie sofort nach Gebrauch in einen am Rand des Herdes stehenden, halb mit Wasser gefüllten Topf gibt. So zieht das Fett aus der Suppe oder Tunke nicht in das Holz ein, und zugleich erreicht man, daß Speisereste nicht erst antrocknen und dann die Reinigung erschweren. Holz breiter werden vor Gebrauch mit Wasser abgespült; Fleischsaft, Fett oder Farbstoffe (Petersilie — Spinat) ziehen dann nicht ins Holz ein. Lehm als Scheuermittel ist wenig bekannt, eignet sich aber vortrefflich zum Reinigen der Küchenbretter und Küchentischplatten aus Holz. Man streicht den feuchten Lehm auf die zu reinigenden Gegenstände und läßt ihn etwas antrocknen; dann ist mit leichtem Seifenwasser gut nachzuwaschen, und das Holz wird rem fleckenlos. Es ist wohl bekannt, daß man Holzbretter, Schemel, Tische und rohe Holzdielen in der Faserrichtung scheuert, andernfalls wird das Holz rauh, wodurch das Aussehen leidet und die Reinigung erschwe^wird. rock mit dem Sattel und den einaeschnittenen Taschen. (Figur III.) Eine einfache Bluse mit ebenfalls eingefchnittenen Taschen aus dem gleichen.Materi al kann (mit einem roten Schlangenledergurtel) dazu getragen werden. Der Rock mit den gegeneinandergelegten Falten und den aufgesetzten Taschen (Figur IV) ist aus dunkelblauem^, festem Wollstoff. Das schmale Gürtelchen ist angearbeitet und wird (wie die Taschen) mit blauen Galalithknöpfen geschlossen. H. Nasse Scheuerbürsten, auch gewaschene Haarbürsten usw. leat man zum Trocknen auf die Seite ober auf die Borsten. Die Politur bet Kleider- und Haarbürsten schützt man beim Waschen, indem man sie vorher mit Oel bezieht. Kuchenbleche schützt man vor Rost, indem man sie am besten nur mit Salz und Zeitungspapier abreibt. Ist damit eine Reinigung nicht möglich, wäscht man sie in schwacher Sekfenlauge; auf keinen Fall darf man sie mit Sand oder Ata scheuern, da dadurch die rostschützende Schicht abgescheuert wird. Emaillegeschirr muß man sorgfältig behandeln, wenn man es lange brauchbar erhalten will. Da Emaille ein Ueberzug aus einer gefärbten und undurchsichtig gemachten Glasart ist, springt diese bei unachtsamer Behandlung leicht ab, kann in die Speisen geraten und zu schweren Verdauungsstörungen führen. Deshalb darf der Wechsel zwischen heiß und kalt nie plötzlich sein. In vielen Haushaltungen erfahren die Besen nicht die richtige Behandlung; die zwangsläufige Folge ist, daß sie vorzeitig unbrauchbar werden. Niemals dürfen die Besen in der Nähe des Herdes hängen, da durch die Hitze das Pech, mit denen die Besenbündel in das Holz eingesetzt sind, schmilzt und die Borstenbündel dadurch herausiallen. Ebenso verursacht die Hitze das Springen und Reißen der Hölzer. Daß Besen nicht mit den Borsten auf dem Boden stehen sollen, braucht ja wohl nur kurz erwähnt zu werden. M. L, Fastnachtstüchle. X5on Frida Aisch. Dieses Mol nehmen wir als Backfett am besten eine Mischung von einem Teil Rindsfett, einem Teil Schmalz, einem Teil Tafelfett. Sehr gut und geschmacklos ist frisches Olivenöl. Und bann ist bas erste, baß wir uns bie kleine Plauberei über K rep- Peibackfett, bie wir uns aufbewahrt hatten, versuchen. Sie staub in unserem lieben Gießener Anzeiger am 3. Februar 1937 im „Reich ber Frau". So, nun können wir anfangen. Da ist mir ein uraltes Rezept aus Augsburg in bie Hänbe geraten: Faftnachtsküchle mit Hefen. Es wirb 1 Pfund Mehl in eine Schüssel getan, 2 Eier zer- kleppert und ein hühnereigroßes Stück Fett ober Butter baran getan. An dieses wird ein wenig Milch gegossen und wohl 2 Löffel voll Hefe (30 Gramm), bas Mehl mitangemacht, nach Gutbünken gesalzen unb, wenn ber Teig so dick wie ein bicker Spatzenteig ist, so lange geklopft, bis er sich vom Löffel schält. Dann wirb eine kleine Hanb voll Weinbeere daran gerührt unb ber Teig geht. Wann bies geschehen, läßt man ein klein wenig Fett in einem Pfännlein zergehen, tunkt, nachdem man sich die Hände sauber gewaschen hat, die Finger darein und ziehet aus dem Teig kleine runde Küchlein, welche man in heißem Fett schön gelb herausbäckt. Man kann den Teig auch ein wenig wirken, zwei- messerrückendicke Plätze auswärgeln, und mit dem Küchlein-Rädlein viereckige Stücklein daraus schneiden unb so backen. Man kann auch Fastnachtküchlein auf folgende Art machen: Zwei Eier werden mit wenig Salz und einem spitzig gemessenen Quart Milch zerklep- pert, und darein wird soviel Mehl gerührt, bis der Teig so ist, daß man ihn auswärgeln Fann. Wenn er ausgewärgelt ist, wird ein Vierling Fett auf ber Hälfte von dem Teig herumgefchnitten, bie andere Hälfte barübergelegt unb so ber Teig breimal überschlagen. Alsdann ein messerrückendick ausgewärgelt, einem Küchlein-Rädlein ausgeschnitten und gc= bflRn. Gebackene Hirschhörnlein. 90 Gramm Mehl, 1 Eßlöffel Fett, 1 ganzes unb ein Eigelb, 1 Eßlöffel Zucker werben zusammengewirkt zu mäßig festem Teig. Merkt man beim Kneten^ daß ber Teig zu fest wirb, gibt man wenig Milch zu. Auf bem Nudelbrett bünn ausrollen, kleine Streifen schneiden in Fingerbreite unb von diesen Würstchen rollen. Rechts unb links, den langen Weg, schneibet man an einer Seite einen schmalen Streifen ein, nicht ab. In ber Mitte müssen sie noch fest fein. Diese Streifen biegt man in ber Mitte wie einen Bogen zusammen, ber oben etwas auseinanber steht. In biesen Bogen macht man unregelmäßige Einschnitte mit einer kleinen Scheere. Wenn diese Kuchchen ins heiße Ausbacksett kommen, spreizen sie sich auseinander und sehn wie richtige Hirschgeweihe aus. Fastnachtskreppel. 1000 Gramm Mehl, 100 Gramm Zucker, 200 Gramm Feit, 4 ganze Eier, abgeriebene Zitrone, wenig Milch. Salz nach Wunsch. Als Trieb 50 Gramm Hefe.. Davon einen mittelfesten Teig kneten, gehn lassen, zweimal her- unterschlagen. Sie dürfen nur mäßig gehen. Das zweimalige Herunterschlagen macht den Teig wollig. Wir müssen dieses Jahr "den Teig etwas fester halten, als wir das bei den Mehlen der früheren Jahre taten. Denn der Teig quillt nicht mehr so viel nachträglich. Auf bemehltem Brett werden eigroße Kugeln zum Aufgehn gesetzt. Ein Tuch muß daraus gedeckt werben, damit keine harte Haut entsteht. Sie werden, nur wenig gegangen, in heißem Fett ausgebacken. Zu sehr. gegangene Pfannkuchen, trinken zu viel Fett. Wenn sie eine Füllung erhalten sollen, rollen wir Platten aus, stechen weinglas- große Plätzchen aus, geben in die Mitte des einen etwas Fruchtmus, keinen Gelee, der würde vollständig verschwinden. Dann decken wir ein anderes Plätzchen darauf und stechen noch einmal mit dem Weinglas aus. Dadurch sitzen bie Ränder gut aufeinander. Ist das nicht ber Fall, back die Füllung heraus. \ Mutze nmandeln. 100 Gramm Zucker, 50 Gramm Butter ober Fett, 4 ganze Eier mit Zimt, Nelken gut würzen und einem Löstet voll Rum. tüchtig klopfen. Dann 500 Gramm Mehl dazu arbeiten, bis alles ziemlich fester Teig ist. Dann kneten wir eine Handvoll geriebene Mandeln darunter und eine Prise Hirschhornsalz. Als Kugel ruht der Teig zugebeckt einige Stunben, damit er sich bünn ausrollen läßt, ohne zu reißen. Die Manbeln können auch fort bleiben. Wir stechen Manbestorm"N aus, bie im heißen Fett ausgebacken werben und bann durch bas Hirschhornsalz so aufgepuftet sinb, wie bitte braune Manbeln. Räberkuchen machen wir aus demselben Teig, wenn wir mit dem Kuchenrädchen Streifen schneiden in Fingerlänge und Breite. In bie Rtitte kommt ein Schlitz, burch den bas eine Enbe geschlüpft wirb. Mit Vanille gewürztem Puderzucker bestreuen. Fa st nachts st erne. Lasse einen großen Eßlöffel Butter ober Fett zerstießen, gib 4 ganze Qjier; V2 Tasse Milch unb 150 Gramm Zucker bazu und klopfe es tüchtig. Würze mit zwei abgeriebenen Zitronenschalen, gib V2 Teelöffel Hirschhornsalz bar- über unb knete soviel gesiebtes Mehl barunter, daß der Teig sich leicht ausrollen läßt. Vor dem Ausrollen ruht er eine Stunde. Sterne werden ausge- stochen, in Fett ausgebacken und mit Zucker und Zimt bestreut. Echte Braunschweiger Prillken. Mache ein Hefestück aus 1 Tasse Milch, 40 Gramm Hefen und Vs Kilo Mehl. Während des Gehens rühre 150 Gramm Butter ober Margarine sahnig, gib 4 Eier bazu und 150 Gramm Zucker und schlage weiter. Würze nach Belieben mit Mandelöl, Vanille ober Zitrone. Eine Hanb voll Rosinen unb eine Hanb voll Korinthen kommen bazu, unb bann bickt man ben Teig mit einem reichlichen Pfunb Mehl. Wenn ber Teig gut gegangen ist, sticht man kleine Klößchen ab, bie in schwimmendem Fett ausgebatfen werden. Faschingsbrummer. 4 Eigelb werden mit 100 Gramm Zucker unb 100 Gramm Margarine ober Butter unb Vanillezucker schaunrig gerührt. Dann siebt man einen großen Eßlöffel Kakao unb soviel Mehl barunter, baß ein nicht zu fester Teig entsteht. Hieraus rollt man fingergtieblange Röllchen, bereu eines Enbe man burch Eindrücken zum Kopf formt. Der längere Teil wirb hinten etwas zugespitzt. Rechts unb links fetzt man hinter bem Kopf je eine halbierte Manbel schräg als Flügel ein. Augen werben gebilbet durch kleine Stückchen Zitronat. Etwa 20 Minuten Backzeit in mäßig heißem Ofen. Aus der engeren Heimat , mer ob en begrüßen konnte. Der Jahr^bepicht des ©nmr'rnhfrhnff^fiihrers Äam. -Iß i D m a n n «stsre»*« Bfes’fes-s s±ä gestellt sein. sprach Spar- und Oariehenskajse Lollar 6 schreiten an ber Erhöhung ber Bilanzsumme von „ _..c ei'? AQ1 nn m)nrP Tlitrrh hen Di°° J°hr°sh°upt°°rl°mmlung 484 273.0() »art auf «17081g Start. Durch d°n Jahresabschluß der Vezirkssparkaffe Grünberg konzert. Zernweh und Heimatgefühl. en Stammesbrübern ares Band + Grünberg, 14. Febr. Der Jahresabschluß der Bezirkssparkasse Grünberg zeigt als Auswirkung ber allgemeinen Wirtschaftsoelebung eine stark gestiegene Sparkraft der Bevölkerung. Der Gesamtumsatz ber Kasse steigerte sich um 4,4 Millionen auf 22,4 Millionen M a r k. Die Bilanzsumme erhöhte sich um über V2 Million auf 4 360 000 Mark. Im Sparverkehr erreichten bie Einzahlungen einschließlich der gutgeschriebenen Zinsen die Summe von 995 345 Mark. Zurückbezahlt wur- Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Taube-rt erhielt der günstige Gesamteindruck eine volle Be- Mark. Die Spareinlagen erhöhten sich wiederum beträchtlich, und zwar um 89 967,85 Mark. Hierbei ist bemerkenswert, daß 232 569,72 Mark neu eingelegt wurden und 142 601,87 Mark zur Rückzahlung gelangten, während im Berichtsjahre 115 neue Sparbücher ausgegeben wurden. Die Schulsparkasse erbrachte nur 120 Mark neue Spareinlagen. Der Zinseingang im abgelaufenen Jahre ist als zufriedenstellend zu bezeichnen. Auch die Forderungs- abttetungen erfuhren eine ansehnliche Erhöhung. Durch die Hereingabe dieser Forderungsabtretungen können sich die Mitglieder auf die einfachste Art zusätzlich Betriebsmittel verschaffen. Auch im Hypothekengeschäft zeigt sich die Kasse auf der Höhe, denn an neuen Hypotheken wurden 51011,61 Mark ausgeliehen. Die Kasse verfügte an flüssigen Mitteln am Bilanztage an verschiedenen Werten über 177 183,85 Mark und kann allen Anforderungen gerecht werden. Der Gewinn erhöhte sich von 2072,06 Mark im Jahre 1937 auf 2258,93 Mark im letzten Geschäftsjahr. Aus diesem Geschäftsbericht ergibt sich em recht sammlung ab. L._ ~-v , . . gewann dadurch besondere Bedeutung, daß es 20 Jahre her sind, da die hiesige Kasse gegründet wurde. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Zaubert, eröffnete die Versammlung und gedachte ber im vorigen Jahre verstorbenen Genossenschafter. Vor- standsmitglieb Geißler erstattete sodann den Geschäftsbericht. Dem Bericht war zu entnehmen, daß die Kasse ihre Aufwärtsentwicklung auch im Jahre 1938 fortgesetzt hat. So erhöhte sich der Stand der Mitglieder von 226 auf 235, und zwar schieden 8 Mitglieder aus und 17 kamen neu hinzu. Die Steigerung des Umsatzes auf einer Hauptbuchseite ging von 3 236125,10 Mark auf 3 779 083,78 Mark, lag' also um 542 958,68 Mark höher als im Vorjahre. Der Gesamtumsatz erreichte den für hiesige Verhältnisse hohen Betrag von 7 558167,56 Mark. Hiernach betrug bie Gesamtsteigerung 1085 917 den 568 700 Mark, so daß ein Spareinlagen* zuwachsin Höhe von 426645 Mark zu verzeichnen * „... und ber deutsche Kurzwellensender"! Wie oft hören wir am Lautsprecher diese Ankündigung! Gestehen wir: sie sagt uns Hörern innerhalb unserer großdeutschen Grenzen herzlich wenig. Und doch wird uns dabei eine große, lockende Welt vor den inneren Sinn gezaubert: nämlich die weite und reiche Welt unserer in allen Erdzonen lebenden auslandsdeutschen Volksgenossen. Wenn auch bie Tätigkeit des deutschen Uebersee - Rundfunks naturgemäß mehr dem Blick und Ohr des Volksgenossen in der Heimat entzogen ist, so liegt gleichwohl darin ein gewichtiges Stück deutscher Kulturarbeit beschlossen. Wenn inan weiß, daß heute noch ungefähr- zwanzig Millionen Deutsche jenseits unseres nationalen Raumes wohnen, daß sie durch das innige Band ber gemeinsamen Muttersprache zusammengehalten werden, daß sie das deutsche Kulturgut hegen und pflegen, über etwa 7500 Schulen mit über 20 000 Lehrkräften verfügen und ungefähr 700 000 Schüler zählen, daß sich weiterhin unsere Ausländsdeutschen im Laufe einer langen Entwicklung einen Presseapparat von rund 2000 Zeitungen und Zeitschriften geschaffen haben — bann kann man ermessen, welche fruchtbaren Arbeitsmöglichkeiten sich für die Propaganda des deutschen Uebersee-Rundsunks ergeben. Wer sich zum ersten Male in die vom „Volksbund für das Deutschtum im Ausland" herausge- qebene Sprachenkarte vertieft, auf der alle deutschsprachigen Gebiete in Rot hervorgehoben sind, der wird überrascht sein, wo überall auf der Erdkarte diese Farbe aufleuchtet — scheinbar regellos, bald in größeren, bald in kleineren Flecken, manchmal winzig, wie hingetupft! Es.sieht wirklich so aus — wie einst ein amerikanischer Schriftsteller beim Anblick der Karte unwillkürlich ausrief — „als ob das deutsche Volk sein Blut verspritzt hätte" ... Reserve. Im Depotgeschäft wurden Ende 1938 = 401 Wertpapier-Depots mit einem Nennwert von 654 987 Einheiten verwahrt und verwaltet. Auch hier ist eine Erhöhung um 50 000 Einheiten eingetreten. An Wertpapiergeschäften (An- und Verkäufe sowie Zeichnungen) für Kunden wurden 144 Aufträge im Nennwert von 107 688 Einheiten vermittelt. Bei den Z i n 5 e i n g ö n g e n ift eme weitere erfreuliche Besserung zu verzeichnen. Die Rückstände am Jahresschluß betragen 4268 Mark gegenüber 10 732 Mark im Vorjahr. Die Verwaltungskosten berechnen sich auf 0,78 v. H. ber Bilanzsumme bzw. 49 v. H. des Reinertrags an Zinsen unb Gebühren. An Rücklagen und Rückstellungen sind ausgewiesen 444 271 Mark. Unter Hinzurechnung ber stillen Reserven übersteigt das eigene Vermögen ber Kasse ben Betrag von 500 000 Mark. Der Reingewinn wirb nach Verwendung von 13 000 Mark als Ruhegehalts-Rückstellung mit 13 211 Mark ausgewiesen, die ber Sicherheitsrücklage zugeführt werben sollen. e .. Ihr gemeinnütziges Wirken für ben Sparkasien- bezirk beweist die Kasse am besten durch die Gestaltung ber Darlehenszinssätze. Diese können bei der Bezirkssparkasse als vorbildlich bezeichnet werden. Schon seit März 1935 beträgt ber Zinssatz fux Hypotheken und Gemeindedarlehen 4,5 v. H., für die übrigen Darlehen und für Kredite in laufender Rechnung 6 v. H. Die Gefolgschaft bestand am Jahresende aus zwei Beamten, fünf Angestellten und zwei Lehrlingen. Auch im ersten Monat des neuen Jahres war ber Geschästsverlauf sehr günstig und brachte einen weiteren beträchtlichen Spareinlagenzuwachs. Rundfunkprogramm Donnerstag, 16. Februar. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Volksliedersingen 11.30: Rus ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: .Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Virtuose Musik. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Das neue Arbeitsgesetz: 2. Warum „Lehrlingsrollen"? 18.30: Hermann Stehr. Eine Betrachtung von Mensch und Werk anläßlich seines 75. Geburtstages. 19.15: Tages- : ipifgel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: ! Schi-Weltmeisterschaften in Zakopane Die Ent- - scheidung der Kombination. Der Sprunglauf. 20: . Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unser singendes klm- = gendes Frankfurt. 22; Nachrichten. 22.20: Unsere L Kolonien: „Die gefährliche Schlafkrankheit." 22.30: ; Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nacht- kräftige und ........—- - . - , ... , ber Stadt Schotten und des Sagewerksbeytzers Wilhelm Neumann hervorgehoben wurde. Den Kassenbericht gab der Kassenwart Kam. eom* mer, der eine günstige Entwicklung der Kassenverhältnisse feststellen konnte; auf Antrag der beiden Rechnungsprüfer Kam. Braun und Kam. Wilhelm (Spam er III. wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt und ihm ber Dank ber Kame- rabschast ausgesprochen. Heber das Fechtwesen berichtete der Fechtwart Kam Bing,, über das Schießwesen der Schießwart Kam. Süsse!, der auch. Mitteilen konnte, daß im letzten Jahre einigen Kameraden die bronzene Ehrennadel für gute Schießleistungen verliehen werden konnte. Sodann ' der Sozialreferent Kam. Wilhelm Straub Steppe und Urwald draußen neues deutsches Leben emporgewachsen. Das Heimatgesuhl des A u s l a n d s d e u t s ch e n hat alle Prüfungen wunderhaft Überdauert. Bei vielen Auswanderern haben sich zum größten Teil die alten Stammeseigentümlichkeiten erhalten, , B in der Art, wie sie ihre Siedlungen anlegten oder ihre Häuser bauten. In zahlreichen geschlossenen Siedlungen des Deutschtums haben sich Die alten Brauchtümer, in vielen Erdzonen hat sich auch noch der unverfälschte H e i m a t d i a l e k t bewahrt. Selbst da, wo deutsches Blut von ftem- dem Volkstum aufgesogen wurde, finden sich noch deutsche Spuren, einfach weil die Leistung der Auswanderer dauernden Bestand hatte. Alle diese Dinge lassen sich bei der Programmgestaltung des Ueberfte- Senders lebendig umsetzen und nutzen. Aus diesem erhaltenen Leben speisen sich die vielfältigen Darbietungen wie Heim''stunden, Volkslied-Srngen, Autoren-Lesungen, Dichterstunden, empfangen auch die Sendungen unterhaltender oder klassischer Musik -und empfängt nicht zuletzt das seelenformende Wort in Dichtung, Vortrag und Weltanschauung inneren Ton und letzten Sinn. Afrika-Farmer wollen flotte Musik. Kann man es als Aufgabe ber deutschen Sender bezeichnen, daß sie Künder des deutschen Gedankens in der Welt sein wollen, so tritt für den deutschen Uebersee-Rundfunk, dessen Wirkungskreis die außer- deutsche Welt ist, hierzu noch eine zweite: für ihn gilt es, um alle Menschen draußen, die ihrem Blut und ihrem Volkstum nach zu der geistig-seelischen Gemeinschaft unseres Volkes gehören, das Band zur deutschen Heimat zu schlingen. So gewaltig nun diese Aufgabe des Dienstes am Auslandsdeutschtum, ist, so schwierig ist ihre Lösung: bedeutet sie doch nichts anderes, als der geistigen Richtung von mehr als zwanzig Millionen Menschen zu entsprechen, Menschen, die den verschiedensten Berufen angehören und unter den mannigfaltigsten Bedingungen deutsche Pionierarbeit leisten. Es ist klar: wer im Urwald oder in der Steppe 95 Zahre alt. △ Rödgen, 15. Februar. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Ludwig Spuck, farni heute seinen 9 5. Geburtstag feiern. Biele Jahre hat der Jubilar an ber Reichsbahn gearbeitet, unb er kann sich noch an den Bau der Main- Weser-Bahn und der Oberhessischen Bahn erinnern. (Wir beglückwünschen den alten Herrn zum Geburtstag.) 91700 RM. Steuerstrafe für jüdischen Steuerbetrüger Lpd. Groß-Gerau, 14. Febr. Wegen Hinterziehung von Körperschaftssteuer für bie Jahre 1924/25 bis 1931/32 in Tateinheit mit Hinterziehung ber (bewerbe ft euer unb Hinterziehung von Eink 0 mmensteuer für bie Jahre 192v bis 1930 würben gegen ben Juden Ludwig Israel Marrsohn, früher in Groß-Gerau, setzt in Frankfurt am Main, Ge 1 dstrafen in Hohe von 9 1 7 0 0 RM. festgesetzt. Landkreis Gießen. * R ö d g e n, 15. Febr. Am heutigen Mittwoch feiern der Schmiedemeister Adolf Hahn und Frau Margarethe, geb. Jnderthal, Dreieckstraße, das Fest der silbernen Hochzeit. (Herzlichen Gluck- 3m Dienst von Drinnen und Draußen Aus der Arbeit des deutschen Kurzwellensenders. Widmann mit ber Durchsicht unb Auswertung ber alten Akten _ der Kameradschaft beauftragt. Ortsgruppenleiter Zeschky sprach das Schlußwort und brachte das Siegheil auf den Führer aus Bei dem folgenden kameradschaftlichen Zusammensein wurde noch manches alte Soldatenlied gesungen, dessen hinreißender Wirkung sich niemand' entziehen konnte. G M e r k e n f r i tz . 14. Febr. Schon vor einiger Zeit war unsere V 0 1 k s h a 11 e} im Rohbau fertig- gestellt. Nun ist auch ber Innenausbau soweit voll- enbet, daß man die geräumigen Ausmaße und die 'wohldurchdachte Gliederung des Raumes erkennen kann. Bald werden auch bie Wirtschaftsraume fertig* stellv. Kameradschaftsführers Kam. Widmann gab ein Bilb von ber erfreulichen Aufwärtsentwicklung ber Kameradschaft im Jahre 1938 unb zeigte, baß ein neuer, frifdjer Geist in bie Kame- rabschast eingezogen ist; als Ereignis von besonderer Bedeutung wurde erwähnt die Uebernahme der Schießhalle und der Schießstände ber bisherigen Schützengesellschaft Schotten in das Eigentum der Kriegerkameradschaft Schotten, wobei bie tat* 1913 mit 2 956 000 Mark. Neue Sparbücher wurden 589 Stück ausgestellt, aufgelöst 296, so daß sich Die Zahl ber Sparbücher um 293 auf 5779 erhöhte — 199 r>. H. des Standes von Ende 1913 mit 2898 Sparbüchern. Diese überaus günstige Entwicklung zeigt die enge Verbundenheit der Sparkasse mit den Bezirkseinwohnern und ist ein Beweis für das Vertrauen, das sich die Kasse erworben hat Neben der erfolgreichen Werbung für ben Sparverkehr wirb bem Kleinspar w e s e n nach wie vor große Sorgfalt gemibmet. In AS^ilUarkas- fen mit 1234 Schülern, von Denen 800 - 65 v. H. Schulsparer sind, gelangten 5898 Mark zur Emzah- Zwischen der Heimat und den Stamn in den fernsten Erdteilen ein mnzerreißb zu knüpfen, das ist die vornehmste Aufgabe, die bem Auslands-Runbfunk obliegt. Es ist eine Aufgabe von wahrhaft geschichtlicher Größe. Fernweh unb Heimatliebe, dieser Urtrieb unb dieses Urgefühl sinb wie zwei Pfeiler, über denen sich der Bogen deutschen Wesens spannt. Immer wieder durch lange Jahrhunderte hat der faustische Trieb in die Ferne den deutschen Menschen getrieben, „sich in ber Welt zu zerstreuen". Unb immer aufs Neue hat biese innere Spannung ber völkischen Seele wertvolle kulturschöpferische Kräfte ausgelöst. Andererseits lag barin eine politische Tragik beschlossen. Die deutsche Revolution des Führers hat unter bem Druck langbauernber Notjahre eine Achsendrehung des deutschen Bewußtseins gezeitigt, die jeden Volksgenossen unter ein neues Gebot stellt, die jeden Deutschen wesentlich und unbedingt dem Ring der Volksgesamtheit einfügt. Aus der Größe dieser volksdeutschen Wende erwächst hier bem Rundfunk die Aufgabe, Organ und Träger unseres völkischen unb staatlichen Lebens zu sein. war. Das ist der höchste Ginlagen,mgang seit dem I SchulsparersinDge^ 105jährigen Bestehen der Kasse. Die Spareinlagen lung Heimsparbuchsen g^raelber er- Wg* SroBen.-Buferf, 14. Fcbr. Bei den fiohfällungsarbeiten im hiesigen Gememdewnld er- . eignete sich ein Unfall. Der Holzhauer Christoph : Mootz war mit dem Ausasten einer zu Boden , liegenden Kiefer beschäftigt, als plötzlich ber Stamm ] ins Rollen kam, ben Holzhauer erfaßte unb ihn ; qegen ben Erbboben brückte. Er wurde verletzt ' nach Hause gebracht. Der herbeigerufene Arzt stellte । einen doppelten Knöchelbruch des rechten , Beine^feÜ.^ L d a., 15. Febr. Am heutigen Tage können Joh. Heinr. Kehr, Formier, und Ehefrau Margaretha, geb. Hettche, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Herzlichen Glückwunsch. $ Lang-Göns, 12. Febr. Am Samstag fand in der Turnhalle das Winterfest des Turnvereins statt. Der Besuch war außerordentlich gut unb zeugt von bem großen Interesse, bas die hiMe Einwohnerschaft dem Turnverein entgegenbriW$. Der Vorsitzende des Vereins, Karl Muller IV., wies in seiner Begrüßungsansprache vor allem darauf hin, daß die 'Frauenabteilung des Turnvereins in diesem Winter ihr zehnjähriges Bestehen feiern könne. Er betonte ferner, welche Bedeutung das Frauenturnen im Dritten Reich habe unb gab der Hoffnung Ausdruck, daß weiterhin viele Mädchen unb Frauen dem Turnverein beitreten. Der Feier entsprechend wurde auch an diesem Abend der größte Teil aller Vorführungen von den Turnerinnen, unter Leitung des Turnwartes Wilhelm Sern, bestritten. Mit Fahnenschwingen begann es, daraus folgten Keulenübungen und Volkstänze. Dazwischen gaoen die Turner, unter Leitung des Turnwartes Richard Dreier, ihr Bestes am Barren und am P erd. Ebenso fanden die Freiübungen, unter Leitung von Karl Rudolph, viel Beifall. Den Schluß und Höhepunkt der turnerischen Darbietungen bildete der Tanz ber Turnerinnen nach bem Straußschen Walzer „Rosen aus bem Süben". Wäh- renb bie Kapelle den Walzer spielte, gaben bie Turnerinnen in Reigen und Einzelgruppen eine sinnbildliche Darstellung dieser unvergleichlichen Musik. Sie ernteten reichen Beifall. Zwischen den turnerischen Vorführungen spielte eine hiesige Kapelle. Der Vorsitzende ehrte darauf drei Turnerinnen, bie Zeit bem Bestehen ber Frauenabteilung (12. November 1928) biefer angehörten. Es sinb bies Hedwig Schmidt, Anna Pfuhl und Marta Dem, geb. Wagner. Sie erhielten eine besondere Ehrenurkunde. Marta Dem, die seinerzeit an den Wettkämpfen bei bem" großen Turnfest in Bre'slau teilgenommen hatte, erhielt außerdem noch eine Siegerurkunde von diesem Fest. Bevor ber erste Teil bes Abends seinen Abschluß fand, würbe eine Sammlung zugunsten bes WHW. veranstaltet,' die einen- schönen Ertrag ergab. Dann folgte ein Theaterstück, das viel Lacken bei ben Zuschauern auslöste. Der zweite Teil des Abends war dem Tanze gewidmet. Kreis Böbingen. über Sozialrentnerfürsorge. Der Kameradschaftsführer gab weiter bekannt, daß nach Anhorrma des Beirats die altverdienten Kameraden Hch. E b e r - heim, Theod. L i p p e r t und Christian Ludwig zu Ehrenmitgliedern der Kameradschaft ernannt worden seien. Kamerad Ludwig hatte im Jahre 1938 als besondere Auszeichnung durch ben .^Verführer ' das Kyffhäuser-Ehrenzeichen II KlMse erhalten. Im weiteren Verlaufe des Appells wurde beschlossen, am 25. März einen Familienabenb zu veranstalten, mit dessen Vorbereitung und Ausgestaltung Karn. Straub beauftragt wurde Aus Anregung von Kam. Scnba sollen oei den nächsten 'Kameradschaftsabenden die Satzungen em- . ' . , r « . . V___ .X IVAA W Atli unb erfreuliches Bilb über bie günstige Entwicklung ber hielt Kasse. Schon äußerlich gesehen zeigt sich bies Fort- qieu JVU je. y J u h SU anüumme vor lebt, dessen Geschmack und Lebensweise weicht von demjenigen erheblich ab, der vielleicht im 50. Stockwerk irgendeines Wolkenkratzers in Neuyork sein Brot verdient. Um den größten Unterschieden gerecht zu werden, sind beim deutschen Kurzwellensender sechs (Sende-Zonen geschaffen, und zwar für Nord-, Süd- uni5 Mittelamerika, Afrika, Ostasien und endlich auch für Südasien mit Auftrag lien. Wie notwendig eine solche Unterteilung ist, sei an dem Beispiel der Musik aufgewiesen: Nordamerika beispielsweise bevorzugt das deutscheVolks- sied und den deutschen Marsch, während Südamerika, wo wir ein ausgesprochen bodenständiges Deutschtum antreffen, mehr zu klassischer Mu- f i k neigt. Der deutsche Farmer in Afrika dagegen, der von schwerer Feldarbeit heimkehrt, ist für Tragisches kaum mehr aufnahmefähig, liebt daher meist flotte Unterhaltungsmusik. Aehnlich liegen die Dinge naturgemäß auch bei den Wortsendungen. Um diesen verschiedenen Anlagen und Richtungen möglichst weitgehend zu entsprechen, wirb der Hörer draußen dauernd um seine Wünsche befragt. Durch diese Mitarbeit der Ausländsdeutschen selbst' hat man die Möglichkeit, den besonderen Wünschen jeder Zone gerecht zu werden. Hüter und Mehrer des Volkstums. Nachhaltigen Eindruck draußen machen natürlich stets die Darbietungen, bie eine Rebe des Führers ober einen nationalen Gedenktag zum Gegenstand haben.'Das Auslandsdeutschtum hat bereits hierfür besondere Gemeinschaftsempfänge eingerichtet und wird auf diese Weise durch das Wunder des Rundfunks Zeuge ber roiebererftanbenen Heimat. So spricht bas deutsche Herz zum beutschen Herzen, so wächst dem Ausländsdeutschen Kraft Der Heimat zu, weckt sein Bestes, klärt ihm lastende Fragen, festigt ihn im Lebenskampf und ruft ihm ins Bewußtsein, daß er bei jeder Arbeit unb m jeber Muße Mitgestalter am volksbeutschen Mein ist. Deshalb kann man ben Deutschen Kurzwellensender als einen Hüter und Mehrer unseres Volkstums bezeichnen. 0. s. - schenkurkunden mit Gutscheinen zu 3 Mark aüsge- geben; 118 Gutscheine gelangten bei Anlegung von Sparbüchern zur Einlösung.' Auch im Giro - und Kontokorrentverkehr herrschte rege Geschäftstätigkeit. Der Umsatz in dieser Abteilung stieg um IV2 Millionen auf rund 7V2 Millionen Mark. Die Guthaben der Kunden sind mit 287 775 Mark um 57 000 Mark hoher als Ende 1937. Die Zahl ber Kunden hat sich um 33 erhöht auf 542. Mit einem Stand von 129 306 Mark sind die beanspruchten Kredite gegen das Vorjahr fast unverändert. An Ueberweisungsaufträgen Der Kunden wurden 8768 Stück im Gesamtbetrag von 1882 000 Mark erledigt; 2725 Schecks auf auswärtige Plätze im Beträge von 850 000 Mark gelangten zum Einzug. Im Darlehensverkehr beanspruchte Die Befriedigung der gestellten Anträge nur einen Teil der im Spargeschäft anwachsenden Mittel. Es wur- . den 102 neue Darlehen im Gesamtbetrag von 177 532 j Mark gewährt, davon 111582 Mark gegen Hypotheken unb 65 950 Mark auf Schuldschein gegen Bürgschaft ober sonstige Sicherheiten. Am Jahres- enbe waren ausgeliehen in dieser Abteilung: Gegen Hypotheken 1 373 572 Mark, an Gemeinden und sonstige öffentlich rechtliche Körperschaften 657 951 Mark, an Private gegen Bürgschaft ober sonstige Sicherheit 83 745 Mark. Das W e ch s e l g e s ch ä f t war schon bisher nicht sehr bebeutenb und hat sich, wohl als Folge der gebelferten wirtschaftlichen Verhältnisse, weiter verringert. Diskontiert wurden 58 Abschnitte im Betrage von 22 270 Mark. . Die Zahl der Einzugswechsel betrug 113 Stuck mit 25 361 Mark. Da die Darlehensgewährung nur einen Teil der stark anwachsenden Mittel beanspruchte, so ist eine weitere Anlage in Wertpapieren erfolgt. Der Bilanzwert der eigenen Wertpapiere der Kasse beträgt am Jahresende 1 715 547 Mark. Er ist um 53 198 Mark niedriger als ber Kurswert am 31. Dezember unb enthält also in biefer Höhe eine stille ^Nock"Äesen decken Berichten konnte ber Jahresrechnung und Bilanz bie Genehmigung erteilt werden. Ebenso wurde Dem Vorstand uhb dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Dem Vorschlag des Vorstandes, den Gewinn wie folgt zu verteilen: Verteilung einer Dividende von 5 Prozent, Tragung der 10 Prozent Kapitalertragssteuer und Zufchrei- bung des Restes zum Reservefonds bzw. Bettlebs- rücklage, wurde entsprochen. Bei bei Ersatzwahl zum Vorstand, aus bem bas Vorstandsmitglied Geißler satzungsgemäß auszuschecken hatte, wurde dieser wiedergewählt; desgleichen erfolgte eine Wiederwahl der Aufsichtsratsmttglieder G t1 - bert und Schwalm. Die gesetzliche Revision der Kasse, von der ein schriftlicher Bericht vorlag (ber durch den Aufsichtsratsvorsitzeicken Säubert verlesen wurde), widmete ber Kasse für ben etanb und die Geschäftsführung vollste Anerkennung. Unter „Verschiedenes" ergriff das Vorstandsmitglied Espich die Gelegenheit, einen kurzen Ruck' blick auf das zwanzigjährige Bestehen der ^par= und Darlehnskasse Lollar zu werfen Er zeichnete hier ein Bild steter, gesunder Entwicklung ber Kasse, die trotz aller Fährnisse zu ben heutigen hohen Leistungen kommen konnte. Die vorgetragenen Zahlen von 1924 unb beren Gegenüberstellung zu Denen von 1938 bestätigen ben Aufstieg nachdrücklich Zum Abschluß dieses kurzen Rückblickes konnte ben Mitgliebern die Mitteilung gemocht werden, daß bie Zinssätze ber Kasse bei unoeranbertem Satz für Einlagen ab 1. Januar 1939 wie folgt gesenkt mürben: ßaufenbe Rechnung von 5V- Prozent auf 5V1 Prozent, Darlehen von 5 Prozen auf 4Vi Prozent unb Hypotheken von 43/4 auf 4'/-- Prozent. 5 Die günstige Entwicklung der Kasse beruht m ber Hauptsache auf Dem gegenseitigen Vertrauen von MitglieDern unb Geschäftsführung. Das Buch bes deutschen Fernwehs ist mit Blut geschrieben. Es malt eine wahrhaft völkische Passion, erzählt von unendlichem Opfersinn unb tiefem Leib, spricht von weltweiten Wanberungen, kühnem Siedlergeist unb kündet neben grausamen Verhängnissen auch von herrlichen Taten. In unzählbaren Einzelttopfen, langsamen Rinnsalen, stoßartigen Bächen unb rauschenben Strömen ist deutsches Blut aus bem heimatlichen Meere abgeflofsen, unb viel ist in fremdem Boden unb andersgeartetem Volkstum mählich versickert. Aber aus diesem stillen Heldentum ift in zäher, nimmermüder Arbeit in Sumps, Lollar, 14. Febr. Die Spar- un Darlehnskasse e. G. m. d. H. Lollar l, im Saale „Zur Traube" ihre Generalver- (3rf) otten, 13. Febr. Der General-Mitglieder- appell ber Kamerabschaft Schotten bes NS. - Reichskriegerbunbes fanb gestern unter Leitung bes Kamercckschaftsführers Heinrich *«■ Hofmann IV. statt, der eine stattliche Zahl Ka- Mark; das find 1— v. Nr. 59 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen) Mittwoch, 15. Hebruar (939 Mit „Kraft durch Freude" in den Llrlaub. Das Zahresprogramm 1939 befriedigt jeden Wunsch. Aus der Stadt Gießen. Vergeßt die stillen Wege nicht! Wie vielen möchte man zurufen: Vergeßt die stillen Wege nicht! Vergeßt die Wege nicht, die abseits der großen Heerstraße liegen und in die Stille und Einsamkeit fuhren. Mancher vermag nur noch auf der. breiten Landstraße seines Lebeiis zu marschieren, nur noch das lärmende Trommeln zu vernehmen und weiß nicht, daß er längst verlernt hat, sä"n *cc em)0 en $ieöe ^ner leisen Geige zu lau-- Wandle auf den stillen Wegen, wenn in der Vor- N,i"lgsstunde das leichte Atmen der Felder und Walder beginnt und langsam die Säfte in die Pflanzen steigen. Lausche auf die ersten frischen Gras- halmchen, die grün gewordenen Moospflünzchen, die 111 oem lauen Vorfrühlingsregen bereits anfangen zu schwellen und zu quillen. Achte auf das leise Knistern im Unterholz des Waldes, auf Haselbusch, Weißdorn, Brombeerstrauch und Weidenkätzchen, die dir in geheimnisvoller Weise schon vom baldigen Sprießen und Blüheii zu erzählen vermögen. Und horche auf das sehnsuchtsvolle Kullerii und Rufen des Käutzchens, das sich weder von Meisen, noch von Amseln oder Finken sein Vorfrühlingsrecht in der langsam erwacheiiden Tierwelt nehmen läßt. Blicke aber nicht nur erd-, sondern auch himmelwärts. Hoch über dir liegt in deii ahnungsvollen Abendstunden der Dreiklang des Lichtes: das Licht des Tages, die langsam hereinbrechende Dämmerung und das verheißungsvolle Helle Vorfruhlings- Ucht. In dieser Natur- und Gotteswelt spürst auch d r-l den Dreiklang in deiner Seele. Ungeahnte Sehn- st-ckst ergießt sich in dein H/rz, Sehnsucht nach Große und Weite, nach Erkenntnis des Wesenhaften und nach gestaltgebender Tat. Ewiges wandelt hier und ergießt sich ftilL in dein Herz, das zum Quell alles Großen und Schönen wird und aus dem -alles Wahre emporsteigt. Und wenn Gott dir bann nahe ist, gib beseligten und dankbaren Herzens von deiner inneren Kraft, damit auch andere sich herausgehoben fühlen aus den Sorgen des Alltags, aus den Stürmen des Lebens. „Denn das Volk wird schließlich nur obsiegen im Wettkampfe, das die meisten Menschen besitzt, an denen andere und vor allem die Glieder der eigenen Nation sich bilden können im Sinne eines gläubigen, starken, hellen, werthaften Menschentums." Vergeßt die stillen Wege nicht! L. K. NSG. Am gestrigen Dienstag gab der Gau- wart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gauamtsleiter von Rekowski, das Jahresprogramm des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub bekannt, das in den nächsten Tagen bei allen Dienststellen der NSG. „Kraft durch Freude" erhältlich ist. Der Gau Hessen-Nassau, der bereits im vorigen Jahr nicht nur als Aufnahmegebiet eine hervorragende Stellung im ganzen Reich einnahm, wird in diesem Jahr 260 000 KdF.- Urlauber aufnehmen und fast 300 eigene große Urlaubsfahrten nach allen deutschen Gauen und ins Ausland durchführen. Am Dienstagnachmittag gab Gauamtsleiter von N e k o w s k i das umfangreiche Programm des Amtes für Reisen, Wandern und Urlaub bekannt, das in diesem Jahr in jeder Hinsicht wieder eine außerordentliche Bereicherung der Urlaubsfahrten bringt. Die landschaftlichen Schönheiten des Gaues Hessen-Nassau, die in den wenigen Begriffen: Rhein, Bergstraße, Taunus, Westerwald, Odenwald und Vogelsberg umrissen sind, haben in der kurzen Zeit, in der sich die Urlaubsfahrten der NSG. „Kraft durch Freude" ihre Beliebtheit errungen haben, zu einem Aufnahmegebiet entwickelt, welches von keinem anderen deutschen Gau übertroffen wird. Sogar die Gesamtheit der nach der Ostmark gehenden Urlauberzüge erreicht nicht die Summe der Urlauberzüge, die unsere Heimat an Rhein und Main aufsuchen wird. 260 000 Arbeitskameraden und Arbeitskameradinnen werden im Jahre 1939 mit Zügen, Omnibussen und auf Wanderfahrten die Schönheiten unseres Gaues und seine Bevölkerung kennenlernen. Aber der Gau Hessen-Nassau ist nicht nur als Reiseziel beliebt, sondern ebenso gern fahren die Hessen-Nassauer hinaus in das weite Deutsche Reich, in seine jüngsten Gaue, auf die See uyd in fremde Länder. Die gute Vorbereitung, der für jeden erschwingliche Preis und die schönen Reiseziele haben unseren Gau hinsichtlich der Betriebsfahrten an die Spitze der drei besten Gaue im Reich treten lassen. Die Zahl unserer Betriebsfahrten liegt höher als die der Gaue, die durch die Zusammenballung der Industrien naturgemäß höhere Zahlen aufzuweisen haben. In den Wochen, in denen wir gewohnt find, die ersten Pläne für die kostbaren Urlaubswochen zu schmieden, ist das Jahresprogramm in einer überaus ansprechenden und geschmackvollen Form erschienen, das die Vielzahl aller Urlaubsfahrten enthält und vielleicht die endgültige Wahl nur zu schwer macht. 193 Urlauberzüge gehen in die schönsten Gegenden des großen Deutschen Reiches, (j Seefahrten führen hinaus auf die Weiten des Meeres, 61 Wanderfahrten geben Gelegenheit, die Schönheiten unserer Heimat und unseres Gaues zu erwandern, und zum erstenmal werden Urlaubsfahrten an die Riviera durchgeführt. Sie bieten zehn Tage Erholung an den sonnigen Gestaden des Mittcl- meeres und ermöglichen ein enges Kennenlerncn unserer italienischen Freunde. Besonders zahlreiche Urlauberzüge fahren in die jüngsten, die ostmärki- schen Gaue unseres Reiches, in das vielen bereits liebgewordene Bayern uni) das Mittelgebirge. Wer aber die See liebt, hat auch dorthin genügend Reisemöglichkeiten. Da sich die Urlaubsfahrten in unseren eigenen Gau, die nicht weniger reizvoll und sogar wesentlich billiger sind, außerordentlich gut ein geführt haben, werden sie in diesem Jahr verstärkt durchgeführt. Besonders der .Vogelsberg mit seinen reizenden Städten Schotten, Büdingen und Orten berg wird aufgesucht, aber auch Westerwald und Spessart werden nicht vergessen. In 260 Zügen werden die Urlauber aus den fremden Gauen nach Hessen-Nassau geführt, von denen allein 120 Züge an den Rhein gehen, dessen Schönheit und Lage immer wieder zmn Besuch reizt. Aber auch die Notstandsgebiete im Vogelsberg, Westerwald und Odenwald werden gern ausgesucht, da die Gastfreundschaft der Menschen am Rhein und Main überall bekannt ist und der Gau Hessen- Nassau — wir können es ohne Ueberheblichkeit sagen — • zu den beliebtesten Aufnahmegauen Deutschlands geworden ist. Außer diesen 260 Zügen wird etwa die vierfache Zahl von Menschen in Kurz- oder Omnibusfahrten mit dem Nhein-Main- Gebiet Bekanntschaft machen und den Ruf seiner Schönheit weiter verbreiten. Aus Grund vielerlei Unterstützungen im Betrieb, der unermüdlichen Tätigkeit der vielen Orts- und Betriebswarte der No.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude", der vielseiligen Sparmöglichkeiten durch Reisesparkarte und mancherlei betriebliche Unterstützungen war es möglich, besonders im vorigen Jahr die Betriebsfahrten stark zu erhöhen; auch in diesem Jahr wird kein Betriebsausflug ohne „Kraft durch Freude" denkbar fein. Durch die unübertrefflichen Leistungen von „Kraft durch Freude" und die umsichtige Auswahl der schönsten Urlaubs- und Fahrt'enziele tonnte im Jahre 1938 rund 1,2 Millionen Menschen unseres Gaues eine Urlaubsreife, Fahrt oder Wanderung ermöglicht werden. Eine Zahl, die nicht nur einen Spiegel der großartigen Tätigkeit der Deutschen Arbeitsfront auf diesem Gebiet abgibt, sondern die auch zeigt, daß jedem delitschen Arbeiter die Möglichkeit zu einer wirklichen Gestaltung seiner Ur» laubszeit gegeben ist und daß kein Deutscher zurückzustehen braucht, wenn die Urlaubstage angehen. „Kraft durch Freude" läßt uns diese ein ganzes Jahr hindurch ersehnten Urlaubstage zu einer wirklichen Erholung und zu einem einzigartigen Erlebnis werden, an dem wir noch lange während unserer täglichen Arbeit zehren. Aerzilicheund kmderärziliche Fragen imDriiienReich Vornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheatcr, 21.30 Uhr: Erstaufführung Minna von Barnhelm. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Heimat". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Zwischen Strom und Steppe — Pußtaliebe". — Ortsverein Gießen der Deutschen Kneipp-Bewegung, 20 Uhr, Vortragsabend im Katholischen Vereinshaus. Erstaufführung „Minna von Barnhelm". Heute abend findet die Erstaufführung des klaffi- fchen Lustspiels „Minna von Barnhelm" von ,G. E. Lessing statt. Spielleitung Hannes Räzum. Bühnenbilder Karl Löffler. 19. Mittwoch-Miete. Vortrag über Wien fällt aus. Der Goethe-Bund und der Kaufmännische Verein teilen mit, daß der für heute angefetzte Vortrag über Wien ausfällt. Bann und Untergau 116 Wetterau. Bekr.: HZ.-Thealerring. Die nächste Montag-Vorstellung im Rahmen des HJ.-Theaterringes findet am 20?Februar statt. Es gelangt zur Aufführung „Minna von Barnhelm". Die Karten können ab sofort auf der Verwaltungsstelle des Bannes und Untergaues, Seltersweg 52, Hinterhaus, abgeholt werden. Gießener Gtaditheater. Richard Ltrausz: „Der Rosenkavalier." Nachdem seit der Uraufführung des „Rosenkaoa- I liers (26.1.1911 in Dresden) über ein Vierteljahr- j hundert verflossen ist, ermöglicht sich eine Beur- | teilung dieses Werkes sowohl in seiner Stellung Sin dem Gesamtschasfen von Richard Strauß, wie auch in seiner Bedeutung für die musikalische Welt. Mit den beiden symphonischen Bühnendichtungen ■ „Salome" und „Elektra", die extremstem Trieb- \ leben Raum gaben, hatte Strauß das Problem ; des Musikdramas im Wagnerschen Sinne bis zur ! .letzten Konsequenz persönlich verfolgt und durchge- } .bildet. Es galt für ihn jetzt, neue Ansatzpunkte zu j igeroinnen. Mit der Komödie für Musik „Der Rosenkavalier" ' llenkte er in die Bahnen der Oper ein. Es erscheint ; «nicht gerade als ein Zufall, daß Richard Strauß Lils der geniale Mozart-Interpret durch Mozart zu | Liner Neubildung des modernen musikalischen Lust- 5 Äpieles gelangte. Hatte er beispielsweise in der . ..Salome" Oskar Wildes Drama fast unverändert kn die Musik übersetzt, so wuchs jetzt unser seiner maßgeblichen und entscheidenden Mitarbeit ein ; regelrechtes Libretto heran, das auf die Stilmomente i der Buffooper nicht verzichten konnte. So rollt vor /den Augen des Hörers ein Zeitbild des altöster- j -eichifchen Therefianifchen Wien ab. Folgerichtig in ' *>em Kulturhistorischen verankert, entfaltet sich das - ißiener Milieu in der Buntheit seiner Bevölkerung, mit ihrem urtümlichen persönlichen Sich-Geben, voll Anmut und Sentimentalität; voll Galantheit und ; Derbheit; ein Spiegelbild der ständischen Gliederung mit ihren mannigfachen Zwischenformen. Aus der Bedingtheit dieser Umwelt heraus entwickelt sich ■' las handelnde Geschehen, unaufdringlich mit einer ! ewissen Behaglichkeit. Dabei prägt sich das Lokal- iolorit in wirksamen Kontrast schon an den Schauplätzen der drei Akte ab. Das Heim der Feldmar- l schallin repräsentativ und traditionsgebunden; da- iegen1 erscheint das Haus des Kriegsgewinnlers faninal entpersönlicht, krampfhaft gewollt, dem ; ireuadel Geltung gebend. Der Letzte Akt führt in |u)ie Wirtshausalltäglichkeit, als Schauplatz grotesker lÄomöbie; aber zum Schluß erhellt durch den See-, gnadet menschlichen Fühlens — Menschen von hoher S ultiir stehen solchen von Ungehobeltheit und charakterlicher Minderwertigkeit gegenüber —die feinen $ outrafte in der Zeichnung der einzelnen Gestalten, ikie sie sich etwa in der Feldmarschallin und Sophie im ahnenden Wünschen des einen und im Besitz ö’s anderen gegenüberstehen, Frau und Jungfrau; ODer die Welt des Adels in ihrer Vollendung in Oktavian, in ihrer Verzerrung in Ochs von Ler- d-enau und Faninal. Vortrag im Neichsbund der Kinderreichen. Der Reichsbund der Kinderreichen hatte vor einigen Tagen feine Mitglieder im „Burghof" versammelt. In der Eröffnungsansprache begrüßte Kreisabschnittswart Pg. Professor Kliewe die zahlreich erschienenen Mitglieder, vor allem aber den Redner des Abends, Pg. Professor Dr. Keller, Direktor der hiesigen Universitäts-Kinderklinik, der zu den Kinderreichen über „Aerztliche und k i n d erärztliche Fragen im Dritten Reich" sprach. Der Vortragende führte u. a. folgendes aus: Der Kinderarzt hat heute eine besonders große und schöne Aufgabe zu erfüllen, weil er das wertvollste Gut des Staates, das Kind, gesund erhalten bzw. -machen soll. Es ist der Kinderheilkunde gelungen, die Säuglingssterblichkeit ganz erheblich herabzusetzen. Seit einigen Jahren werden alljährlich 75 000 Säuglinge gerettet, die früher gestorben wären. Damit ist aber'das erstrebte Ziel noch nicht erreicht. Eine Hauptschwierigkeit, die sich weiteren Erfolgen hindernd in den Weg stellt, sind die irrigen Meinungen, auf die gerade der Kinderarzt so häufig .stoßt. Von den Eltern oder Großeltern wird z. D. gesagt: „Unsere Kinder sind groß geworden, ohne daß wir ihnen Vigantol ober andere Vitaminpräparate ober ähnliches gegeben haben, wir brauchten Diese Vielfältigkeit in ihrer gegenständlichen Treue mußte den Tat- und Wirklich'keitsmenschen Richard Strauß fesseln, und so erblüht aus dieser Sphäre ein üppiger Reichtum musikalischen Lebens mit einer geradezu sublimierten Feinheit musikalischer Durchdringungskraft: Nicht allein in den zugeordneten Themen werden die Gestalten plastisch lebendig, sondern in zwingender Unmittelbarkeit wird das Ahnende des inneren Geschehens offenbar in der Abwandlung, Gegenüberstellung und Verknüpfung ber mufifalifdjen Leitgedanken. Nicht aber in verstandesmäßiger, intellektuell geführter Reflektion, sondern mit gefühlsgebundener Innerlichkeit, menschlich-ursprünglicher Anteilnahme. Im glutvollen Durchleben dieser gefühlsgetränkten Welt wird die menschliche Stimme wieder zum vornehmlichen Träger der seelischen Aeußerung, das gesangliche Moment zum Künder des Herzens. So strebt Richard Strauß hier wieder geschlossenen musikalisch-gesanglichen Szenen zu in ariosen Gebilden, lyrisch durchlebten Monologen, wie im resignierten Selbstgespräch der Feldmarschallin. Wo die Handlung zur Entscheidung drängt, auf der Höhe des Geschehens, hat der Gesang das letzte Wort wie in dem Terzett, in dem das hochherzige Entsagen der Feldmarschallin und ein glückliches, vor innerer Seligkeit überfließendes Paar sich zuscümnen- finden. Der Dialog entwickelt sich bei Strauß zu einem geistvollen Konversationsstil in Leichtigkeit und treffender Schlagfertigkeit, stets aber beleuchtet vom Orchester mit charakteristischen ergänzenden illustrativen Einwürfen und Zwischenspielen; dabei wird das Einzelinstrument in solistischer Prägung ebenso bestimmend, wie die kammermusitalische Zeichnung in delikater Abgewogenheit dem Gelockerten, Gelosten, ursprünglich Nahen zustrebt. Ader über allem wird wieder die individuelle Melodie herrschend; strahlt das Orchester in harmonischem Glanz auf, so schwebt darüber wie eingebettet, wie auf wogender Welle die menschliche Stimme in schönster gesanglicher Linie. In Innerlichkeit findet Strauß den Weg zu einer fast mozartifch, ja volksliedhaft anmutenden Schlichtheit im Schlußduett. Jn^seiner musikalischen Durchdringung klammert sich Strauß nicht eng an einen historisch gebotenen Stil; die Arie des Sängers bet dem Lever der Feldmarschallin würde vielleicht dem Milienzeitalter entsprechen. Für ihn wird der Walzer das treffendste Charakteristikum der Wiener Sphäre; er läßt ihn zum dramatischen Element werden. In niannig- fachen Abstufungen ist er der Handlung verknüpft und wird fast überall belebend spürbar. In seiner Geschliffenheit, graziös,, werbend, schmachtend, flirtend, aber auch wieder bis zum Grob-Sinnlichen und Grotesken hin; eine Vielfältigkeit als Mittel des Ausdrucks und eine innere Wandlungsfähigkeit, auch keine Schutzimpfung gegen Diphtherie usw." Man möge aber bedenken, daß mit der fortschreitenden Zivilisation und Kultur die dem Kinde drohenden Gefahren ständig zugenommen haben. Schon die Verkehrsunfälle sind heute erheblich zahlreicher als früher. Auch beobachten wir heute ganz neue Krankheiten, die man früher nicht kannte; manche, die früher selten waren, treten jetzt häufiger auf. Wiederum andere Krankheiten sind dank der ärztlichen Kunst ganz geschwunden. Der fortschreitende Verkehr hat—vor allem dem Ausbruch der sogenannten Zivilisationsseuchen (Masern, Scharlach,- Diphtherie, Kinderlähmung usw.) Vorschub geleistet. Wir haben heute sicher wirkende Mittel, um viele dieser Erkrankungen leicht zu bekämpfen. Wir konnten auch die so häufig auftretende Rachitis ausrotten. Was steht dem aber im 'Ißege? Die Geldfrage ist nicht allein maßgebend. Wenn es notwendig wäre, würden Staat und Partei helfen, wie das ja kürzlich der Fall war, als dem Führer zur Bekämpfung der Rachitis im Sudetengau große Mengen Vigantol zur Verfügung gestellt wurden. Die -Gründe liegen anderswo. Man muß immer wieder beobachten, daß dem Arzt oder Facharzt Schwierigkeiten in der Behandlung bereitet werden, und zwar ist das darauf zurückzuführen, daß zu viele Mittel öffentlich an- gepriesen werden, ohne daß der Laie über- die zck ihrer Anwendung nötige Kritik verfügt. Ferner versuchen Angehörige des Kindes, Verwandte, Nachbarn usw. ihren Rat an- den Mann bzw. an die Frau zu bringen und loben bald diese, bald jene Behandlungsmethode. Man möge aber bedenken, daß zur Ausübting der ärztlichen Kunst als erste Voraussetzung eine entsprechende Ausbildung gehört, über die eben nur der gewissenhafte Arzt ober Facharzt verfügt. Voraussetzung für das Heilen ist die Erken- n u n g der Krankheiten. Die Kunst des Arztes besteht vor allem darin, den Fehler zu finden; ist er erkannt, so ergibt sich die Behandlung innerhalb gewisser Grenzen von selbst. Die Diagnosenstellung bereitet beim. Kind, das ja nichts sagen f-ann, oft große Schwierigkeiten und erfordert auch bei dem geübten und erfahrenen Arzt und unter Zuhilfenahme moderner technischer Hilfsmittel Zeit und Geduld. Wenn es notwendig ist, wird der gewissenhafte Arzt auch einmal Untersuchungsmethoden anwenden müssen, die dem Kinde nicht angenehm sind. Denn nicht der Arzt ist der beste, der dem Kinde am wenigsten weh tut. Große Triumphe hat die Medizin seit Anwendung der Pockenschutzimpfung gefeiert. Der Kinderarzt des Dritten Reiches muß die Eltern immer wieder auf- allerdings auch im modernen harmonischen Gewände, wie sie vor und auch nach dem „Rosenkavalier" von keinem wieder erreicht werden konnte. Die Aufführung unter der Spielleitung von Hans Geißler ließ die Handlung als ein werkgetreues Kulturbild sich entfalten, betont in den Einzel- zügen, aber auch wiederum der Geschlossenheit zustrebend. Die Verschiedenheiten der Lebenskreise mit ihren typischen Vertretern und im Spiegelbild ihrer Dienerschaft wirkten sich in plastischer Eindringlichkeit aus. Besonders aber die Pantomime der spukhaften Gestalten des dritten Aktes ließ bewußtes Mitgehen mit den Forderungen des Werkes er^ kennen. Dazu wurden die Kostüme ebenso bestimmende Helfer wie die bis zur letzten Einzelheit bedachten Bühnenbilder (Karl Löffler), die in historischer Treuheit den Hintergrund der Handlung lebendig werden ließen. Im Orchester unter Paul Walter blühten die kammermusikalische Feinschmeckerei, die mannigfachen solistischen Pointierungen, die gesättigte Farbigkeit des Klanges ebenso auf, wie sich in den selbständigen Orchestersätzen (Vorspiel, Fugato- Einleitung zum dritten Akt) das Zeichnerische zu plastischer Gestalt erhob und besonders die Aktschlüsse in Stimmungsgebundenheit entschwebten. Schlagfertig, treffsicher, beherzt verfolgte er und vertiefte bie szenische Entwicklung, prickelnd, sprühend den Walzerrhythmus dramatisch erfüllend, und in abgetöntem Kolorit klganglichen Schmelz aufstrahlen lassend, folgte er immer im großen Zuge dem dramatischen Kern. Dem Gesanglichen gewährte er nachgiebig unterstützende Hand und führte die Ensemblesätze zu vornehmer Ausgeglichenheit und Geschlossenheit, das Schlußterzett aber zum musikalischen Höhepunkt des Ganzen. Die Feldmarschallin wird zum ungewollten Lenker der Geschicke; sie umschließt ein Frauenschicksal, das sich entsagungsbereit zu innerer Größe, zur Selbstaufgabe erhebt. Anni A s s i o n durchlebte diese Gestalt mit Innerlichkeit und einem Zug der Resignation, des „nahen Abends" gewiß. Mit Zartgefühl mrd einer Mischung von persönlicher und mütterlicher Liebe zu Octavian, mit vornehmem Takt als Dame von gesellschaftlichem Range, selbst menschlichen schwächen gegenüber ließ sie im Laufe der Handlung die innere Entwicklung und das Sich-Durchringen zum edelmütigen Verzicht unmittelbar werden. Dafür zeugte auch ihre musikalisch-gesanglische Leistung mit warmen Tönen innerlichen Erlebens, im besonderen im Monolog des ersten Aktes und in der Schlußszene; ein Höhepunkt in ihrem bisherigen Gießener Wirken. Ein Octavian voll Temperament, Schelmerei, Ausgelassenheit und doch Kavalier war Eva Eckert; gewandt und anpassungsfähig in jeder Lage, mit gewinnender Gesanglichkeit und in Tonschönheit im Mitgehen mit der Szene; bei reiner musikalischer Entfaltung im Klang und dynamischer Abstufung die innere Entwicklung vom jünglinghaften Liebhaber zum echten Liebenden in stetem inneren Wachsen überzeugend gestaltend.. Jii froher Natürlichkeit, mit offenem Blick und empfänglichem Herzen, von jungfräulicher naiver ahnungsloser Unerschlossenheit zur echten großen Liebe aufblühend, war Friedel F o r n a 11 a z als Sophie; in inniger Herzlichkeit dem Stimmlichen Ausdruck gebend, mit besonderen Momenten im Duett des zweiten Aktes, im Terzett und in dem hingebungsvollen Schlußduett. Für den gesangliche» Darsteller sicherlich die interessanteste Ausgabe ist der Ochs von Lerchenau (Bernhard Schmitz a. G.). Zwar adlig von Geburt, ist er doch ein egoistischer Mitgiftjäger, dem die Frau mehr Zeitvertreib als inneres Erlebnis bedeutet. Zudringlich, sinnlich, ohne jedes Zartgefühl, in plumper Zutraulichkeit, berechnend, skrupellos, verschlagen, aber nicht gewitzt, grob und prahlerisch, so stellte Schmitz diesen Liebenden „aus Prosession" hin. Alle diese Züge faßte er zur persönlichen Einheit in Miene, Gebärde und Toncharakteristik zusammen mit besonderer Gewandtheit in der Beherrschung des schwierigen Parlandostils feiner Rolle; ein Kabinettstück edler Buffokunst. Den neugeadelten Parvenü Faninal gestaltete Gustav Bley mit der ihm eigenen Fähigkeit des Einlebens. Aengstlich bemüht um die Wahrung der Etikette, weil Üebung und Inhalt fehlen; innerlich hohl, geltungsbedürftig, aber unterwürfig gegen seinen adligen Schwiegersohn; im Aufwallen des Affekts unbeherrscht die Haltung verlierend, so ließ Gustav Bley ihn mit bestimmender stimmlicher Charakterisierung lebendig werden. Ein behendes, in allen Sätteln gerechtes Jntrigan-, ten-Paar in lauernder, durchtriebener Anpassungsfähigkeit waren Ilse W i n h o l d und Ernst August Waltz; eine besorgte Duenna Aenne Mayr- El g g. Als Sänger in der Morgenszene wartete Heinrich D u r st mit schon geschwungenem Kanti- lenenbogen auf, nur im reichlichen Gebrauch der Mezzavoce vom Orchester leicht überschattet. In typischer Haltung und Gebärde fügten sich, von dem Akzent ihrer Aufgabe durchdrungen, die vielen. Nebenpersonen dem Ganzen harmonisch ein. Für die trefflichen Chorsätze hatte Heinz Markwardt mit Erfolg gewirkt. Das voll besetzte Haus folgte dieser bis zum letzten bedachten und. gründlichst vorbereiteten Aufführung mit hingebungsvollstein Interesse und dankte mit begeistert ausbrechendem Beifall allen, die an diesem Ehrentage unseres Stadttheaters Anteil hattem Dr. Hermann Hering* . Der Landgerichisbezirk Gießen im Jahre 1039 der senschaften in d e r zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Eingehend erläuterte der! Nachteil des Bewerbers. Bei der Flakartillerie und daß sich auch der minderbemittelte Volksgenosse Fleisck ’u erschwinolichen Preisen kaufen kann. Der Redner kennzeichnete anschließend den Aufbau der Viehwirtschaftsverbände und erläuterte ausführlich die Vornahme der Klassifizierung des beste Dienst geleistet wird. Und nun sind es auch wieder die Genossenschaften, die der Erzeugungsschlacht zum Erfolg helfen. So muß auch auf dem Gebiete der Viehwirtschaft die Aufgabe der Ge- nossenschasten darin bestehen, durch die Unterstützung der Erzeuger beim Silobau, der Anlage von Einrichtungen für die Futterbereitung usw. eine Leistungssteigerung herbeizuführen und weiterhin dafür zu sorgen, daß für den Abgang des Schlachtviehes auch gesundes Nutz- und Zuchtvieh beschafft wird. Nur durch die bestmögliche Auswertung für den Erzeuger wird dann eine regelmäßige Anlieferung erreicht werden können. Beiden Vorträgen schloß sich unter der Leitung von Diplom-Landwirt Frech- Darmstadt eine lebhafte Aussprache an, bei der u. a. der bekannte Genossenschaftler Dekan Vogel- Bruchenbrücken über eine Aussprache mit führenden Männern des Reichsernährungsministeriums berichtete. Weiterhin wurden u. a. Einblicke in die Ausmaße der Landflucht gewährt. Freiwillige für die Luftwaffe. DNB. Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Im Frühjahr 1940 werden bei der Fliegertruppe und der Luftnachrichtentruppe Freiwillige eingestellt. Den Bewerbern für die Fliegertruppe wird angeraten, ihr Gesuch um Annahme als Freiwillige sofort an eine Fliegerersatzabteilung oder an einen anderen Truppenteil der Fliegertruppe, bei dem sie eingestellt werden wollen, zu richten. Bewerber für die Luftnachrichtentruppe, die als länger dienende Freiwillige (für 4% ober 12 Jahre) eintreten wollen, reichen ihre Gesuche an eine Abteilung beim Regiment General Göring werden im Früh- jahr 1940 keine Freiwilligen eingestellt. Reifeprüfung bestanden. oder Kompanie der Luftnachrichtentruppe ein, dagegen als vorzeitig dienende Freiwillige (zweijährige Dienstzeit) an das für den dauernden Aufenthaltsort zuständige Wehrbezirkskommando. Einstellungsgesuche bei anderen militärischen Dienststellen sind Viehs. , In einem zweiten Vortrag behandelte Geschäftsführer Eberth von der Zentralgenossenschast für Diehwirtschaft Hannover das Thema „Die Aufgabe der Genossenschaften : Diehwirtfchaf t". C /, _____________ Nach dem Kalender für Reichsjustizbeamte für das Jahr 1939 zählt derL a n d g e r l ch t s d e z l rk G i e- ßen, dessen Gebiet sich mit der früheren Provinz Oberhessen deckt, 34 2620 G e r i ch t s e i n g e s e s- jene. Die Zahlen für die beiden anderen Land- qcrichtsbezirke des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt mit 1 429 048 Gerichtseingesessenen sind: Darmstadt 655 654 und Mainz 430 777. Der Landgerichtsbezirk (Sieben hat achtzehn Amtsgerichte, die sämtlich zugleich A n- erbenqerichte sind, nämlich Gießen (mit 83 027 Gerichtseingesessenen), Alsfeld (20 975), Altenstadt (8066), Büdingen (14 585), Butzbach (19 914), Friedberg (39 990), Grünberg (17 576), Herbstein (11 282), Homberg (10 744), Laubach (7700), Lauterbach (13 388), Bad-Nauheim (15 411), Nidda (21 824), Ortenberg (13 941), Schlitz (6587), Schotten (9820), Ulrichstein (7989) und Vilbel (20 301), zwei Schöffengerichte, nämlich in Gießen (für den Landgerichtsbezirk mit Ausnahme des Amtsgerichtsbezirks Lauterbach) und in Lauterbach (für den Amtsgerichtsbezirk Lauterbach), vier nebenamtliche Arbeitsgerichte, und zwar m Gießen (für die Amtsgerichtsbezirke Gießen, Grünberg und Laubach), in Friedberg (für die Amtsgerichtsbezirke Friedberg, Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel), in Lauterbach (für die Amtsgenchts- bezirke Lauterbach, Alsfeld, Herbstein, Homberg, Schlitz und Ulrichstein) und in Nidda (für die Amtsgerichtsbezirke Nidda, Altenstadt, Büdingen, Ortenberg und Schotten), sowie vier Entschul- dungsämter, und zwar in Gießen (für die Amtsgerichtsbezirke Gießen, Butzbach, Grünberg und Homberg), in Lauterbach (für die Amtsgerichtsbezirke Lauterbach, Alsfeld, Herbstein, Schlitz und * ** Eine Einundachtzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 16. Februar, kann Frau Eli- fabethe Ra u Wwe., Hillebrandstraße 8, in aller geistigen und körperlichen Frische ihren 81. Geburtstag feiern. Seit Jahrzehnten ist sie treue Leserin des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zum Geburtstag. ** Ein Siebzigjähriger. In geistiger und körperlicher Frische feiert am heutigen 15. Februar der Reichsbahn-Oberzugschaffner i. R. Ludwig Bieden- kapp, Gießen, Alicenstraße 33, seinen 70. Geburtstag. Seit Einführung des Luftschutzes ist er Block- und Hauswart, welches Amt er noch heute rege unter steter Einsatzbereitschaft versieht. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch. ** Ausfallende Züge. Vom kommenden Montag, 2 0. Februar, ab fallen folgende, den Bahnhof Gießen passierende Züge bis auf weiteres aus: der O-Zug Frankfurt a. M.—Gießen—Berlin- Ausruf zur Teilnahme am Sporlwellkampf im Rahmen des Reichsberufswellkampfes. 1102D Für alle Teilnehmer am RBWK., die am Samstag und Sonntag, dem 11. und 12., nicht zur Sportprüfung im Rahmen des RBWK. angetreten sind, haben am Sonntag, dem 19. Februar, 10 Ahr, Volkshalle, letztmalig Gelegenheit, ihre sportliche Prüfung im Rahmen des RBWK. abzulegen. Wir machen darauf aufmerksam, daß bei Nichterscheinen eine weitere Auswertung der praktischen und theoretischen Arbeiten zum Zwecke der Siegerermittlung nicht erfolgen kann. Außerdem werden für die Wettkampfteilnehmer, die nicht zum Sport antreten (ohne Entschuldigung) keine Beteiligungsurkunden bzw. keine Urkunden für besonders gute Leistungen ausgegeben. Hitler-Jugend Bann 116. • Thealerring der Hiller-Jugend. jjeute abend findet für die Z u s a tz k a r t e n des Theaterringes der Hitler-Jugend die 4. Vorstellung statt. Es gelangt zur Ausführung „Minna von Barnhelm", Lustspiel in fünf Akten von G. E. Lessing. Kolon,alponttscher (SchulnngSvortrag. A.H. Professor Dr. Hummel hielt vor Kameraden und Alten Herren der Kameradschaft Hillenbrand einen Vortrag mit Lichtbildern über unsere ehemaligen Kolonien. Bezugnehmend auf die Rede unseres Führers vom 30.1.39 zeigte der Redner in der Einleitung, wie wichtig für Deutschland der Besitz von Kolonien ist. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung ist die Rückerlangung der Kolonien für uns Deutsche eine Angelegenheit zur vollen Wiederherstellung unserer Ehre. Ferner bewies der Redner auf Grund der Geschichte, daß gerade Deutschland das Recht und die Pflicht hat, zu kolonisieren. Diele hervorragende Kräfte sind in den Nachkriegsjahren dem deutschen Volkskörper verlorengegangen, die, zur Auswanderung gezwungen, aus Mangel an deutschen Kolonien ihre Kraft fremden Ländern zur Verfügung stellten. Anschließend zeigte der Redner eine Reihe von Lichtbildern aus unseren ehemaligen Kolonien, die er anläßlich einer Reise durch diese selbst hergestellt hatte. Die Bilder lieferten den schlagenden Beweis gegen die Lügen unserer Kriegsgegner. Reicher Beifall dankte am Schluß dem A. H. Professor Dr. Hummel für seine wertvollen Bilder und Aussührungen. F. H. Mehwirtschast und Genossenschaften Ein Nachmittag des Seminars für Genossenschaftswesen. klären, daß im Interesse der Allgemeinheit Opfer gebracht werden müssen Die Impfung ist keine belanglose Maßnahme. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß der Arzt an den Patienten Experimente mache. Das ist niemals der Fall. Es ist jedem Arzt verboten, Versuche mit seinen Kranken zu machen, oder nicht erprobte Heilmittel zu verabreichen, ferner ist die Meinung mancher Eltern, man muffe Dem kranken Kind immer Arznei geben, vollkommen irrig. Bei vielen Erkrankungen des Kindes ift eine weife Zurückhaltung immer die besondere Kunst des Kinderarztes gewesen, zumal er sich seit langem schon in ausgedehntem Maße der heute vielfach als sog. natürliche Heilmittel bezeichneten Verfahren bedient, wie z. B. der Bäder, der Freiluft, der Diätetik usw. Der verantwortungsvolle Arzt tragt die Der- x antwortung, er hat das Kind zu betreuen, er muß mit den besten Heilverfahren das Kind möglichst bald wieder gesund und kräftig machen, denn das kommende Deutschland verlangt viele, gesunde unD leistungsfähige Frauen und Männer Wie auf allen Gebieten, so hat auch hier der Führer in seiner klaren und allen verständlichen Sprache die Richtlinien unseres Handelns für alle Zukunft festgelegt. Er schreibt in: „Mein Kampf : „Der völkische Staat muß das Kind zum kostbarsten Gut erklären, das er besitzt und er hat darum Die Pflicht, die modernsten ärztlichen Hilfsmittel in den Dienst dieser Erkenntnis zu stellen." Handeln wir ^Mit^welchem Interesse und Verständnis die wertvollen Ausführungen von Pg. Prof. Keller auf- . genommen worden waren, bewies die ausgedehnte und aufschlußreiche Aussprache über Fragen, die mit der Behandlung des Kindes in gesunden und kranken Tagen Zusammenhängen. Im Landgraf-Ludwigs-Gymnasi um fand am Montag und Dienstag die mündliche Reifeprüfung der diesjährigen Abiturienten statt. Den Vorsitz führte am ersten Tage Oberstudiendirektor Dr. Wolke witz, am zweiten Tage Ministerialrat Glück e rt. 22 Abiturienten und 3 Abiturientinnen wurden für bestanden erklärt. 3 Schüler und eine Schülerin waren wegen hervorragender Leistungen von der mündlichen Prüfung befreit. 3 Schüler waren vor der mündlichen Prüfung zurückgetreten. In der I uftu s-oon-Liebig-Schule, Oberschule für Jungen, fand die Reifeprüfung der diesjährigen Abiturienten und Abiturientinnen an vier Tagen statt. An einem Tage führte Oberschulrat Dr. Leip, an den drei anderen Tagen der Leiter der Schule, Oberftudrendirektor Leonhardt den Vorsitz. In die Prüfung gingen 67 Schüler und Schülerinnen. Davon traten 4 vor der Prüfung zurück, 14 Prüflinge (6 Mädchen und acht Jungen) wurden wegen ihrer guten schriftlichen Leistungen von der mündlichen Prüfung befreit. Die 63 Prüflinge haben sämtlich bestanden. Bei der Prüfung in der L a n g e m a r ck s ch u l e, Oberschule für Jungen, führte an einem Tage Oberschulrat Dr. Leip den Vorsitz, an den beiden anderen Tagen der Leiter der Schule, Oberstudiendirektor A n g e l b e r g e r. Zur Prüfung stellten sich 56 Abiturienten, von denen drei nicht bestanden. Von den 53 erfolgreichen Prüflingen waren acht auf Grund ihrer guten schriftlichen Leistungen von der mündlichen Prüfung befreit. Die Reifeprüfung in der Oberschule für Mädchen (Lyzeum) findet erst in einiger Zeit statt. Abitur bestanden! Hinter jungen Menschen schließt sich die Schulvforte, und mit leuchtenden Augen sehen sie, wie die Tore des Lebens sich vor ihnen auftun. Mit der Dahlie im Knopfloch, die ihre Freude der Welt verkündet, mit der Musik des Schifferklaviers am Seltersweg und ganz besonders bei der letzten kameradschaftlichen Abschiedsfeier freut man sich der siegreich bestandenen Gefahren — und gefährlich muß es ja fein, wenn das Abitur wirklich der Auslese dienen soll. Homer, die Klassiker und die Lvaa- rithmentafel ziehen sich nun in die Schublade zurück, wo sie vorerst einer verdienten Ruhe genießen: aber wer weiß, ob die Kräfte und Machte, Die aus diesen Büchern heraus die Jugend gestalten halfen, nicht viel früher wieder lebendig werden, als der heutige Tag es glaubt? Zunächst melden sich freilich der Arbeitsdienst und die Heerespflicht, ja schon für Die eben jetzt beginnenden freien Wochen haben einzelne ihre Arbeitskraft zu sofortigem Einsatz dem Arbeitsamt . zur Verfügung gestellt! Massenpolitische Schulung der Gtudentenführung Universität Gieren. I Der zweite Abend der rassenpolitischen Schulung ' fand vor den Amtsleitern und Kameradschaftsführern ' Der Studentenführung Universität Gießen und HfL. 1 Weilburg im Studentenheim statt. Thema: „Natio- ' nalsozialismus, Weltanschauung, Religion und 1 Rasse". Reicher Beifall dankte dem Leiter der Schu- : lung, Pg. Dr. Korten, für feine lehrreichen und begeistert vorgetragenen Ausführungen. F. H. wirtschaftlichen Fachschaft eine Sitzung ab, deren Besprechungen der Marktordnung in der Vieh- wirtfchaft galten. Der Leiter der Vereinigung, Dr. P f a f f vom Universitäts-Versuchsgut Unterer Hardthof, begrüßte Die zahlreichen Besucher aus Dem Vogelsberg unD der Wette rau und besonders Die Freunde aus Marburg unD wies auf Die Schwierigkeit Der an Diesem Tage zu behandeln- Den Frage hin. Geschäftsführer S t o ck h a u s vom Viehwirtfchafts- verbanD sprach zunächst über „Sie Markt- orDnung in Der Viehwirtschaf t". Der VortragenDe ging auf Die Notwendigkeit einer Marktordnung überhaupt ein und wies überzeuge nD nach, daß nach den Richtlinien der großen Politik der Reichsführung die gesamte deutsche Viehwirtschaft nicht aus diesem Gesamtplan her- ausgelassen werden durfte. Gerade die Viehwirt- schaft mußte in sehr straffer Weise Durchorganisiert und einer Methode unterzogen werden, die dem jüdischen Handel ein Ende bereitete und dem Erzeuger wie Dem Verbraucher Rechnung trug. Die Marktordnung bezweckt über Die Regelung Des Absatzes Des Viehes hinaus auch eine planmäßige Ergänzung, um Die Sicherstellung Der Volkser- nöhrung auf lange Sicht zu gewährleisten. Die vergangenen Jahre haben bewiesen, daß die Viehwirt- schaftsverbände ihrer Aufgabe gewachsen find. Es wird darüber gewacht, daß dem Bauern Das Vieh derart abgenommen wird, daß er den für sich bestmöglichen Preis erzielen kann, und auf Der1 anderen Seite wird darüber gewacht, Ulrichstein), in Friedberg (für die Amtsgerichtsbezirke Friedberg, Altenstadt, Bad-Nauheim und Vilbel) und in Nidda (für die Amtsgerichtsbezirke Nidda, Büdingen, Laubach, Ortenberg und -scyotten). Das Amtsgericht Gießen ist zugleich E r b g eju nö= heitsgericht für den Landgerichtsbezirk. Gerichtstage des Amtsgerichts finden statt an vier Orten, nämlich in Freiensteinau (Amtsgericht Herbstein), Gedern (Amtsgericht Ortenberg), Ulfa (Amtsgericht Schotten) und in Groß-Felda (Amtsgericht Ulrichstein). v . An richterlichen Beamten hat Das Landgericht Den Landgerichtspräsidenten, zwei Land- gerichtsdirektoren und acht Landgerichtsräte. Sie Zahl der Berufsrichter an den 18 Amtsgerichten beträgt fechsunddreißig, und zwar ein Amtsgerichts- Direktor und sieben Amtsgerichtsräte in Gießen, ein Amtsgerichtsdirektor und Drei Amtsgerichtsräte in Friedberg, je zwei Amtsgerichtsräte in Alsfeld, Büdingen, Butzbach, Grünberg, Lauterbach, Bad-Nauheim, Nidda und Vilbel und je einer in Altenstadt, Herbstein, Homberg, Lauterbach, Ortenberg, Schlitz, Schotten und Ulrichstein. Sie Staatsanwaltschaft beim Landgericht ift besetzt mit Dem Oberstaatsanwalt und vier Staatsanwälten, Die Amtsanwaltschaft in AlsfelD (für die Amtsgerichtsbezirke AlsfelD, Grünberg, Herbstein, Homberg, Laubach, Lauterbach, Schlitz und Ulrichstein) mit einem Amtsanwalt. Sie Zahl der Rechtsanwälte des Landgerichtsbezirks beträgt 47, darunter zehn, die zugleich Notare find'. Gießen selbst hat 20 Rechtsanwälte, darunter drei, Die zugleich Notare sind. Notars hat der Landgerichtsbezirk fünf; von diesen ift einer zugleich Rechtsanwalt. Die Vereinigung der Freunde des Seminars Redner, wie durch die Herausnahme auch für Ländliches Genossenschaftswesen bei der Uni- Viehwirtschaft aus Der Spekulationssphare sowohl versität Gießen hielt zusammen mit Der LanD- Dem Erzeuger als auch Dem Verbraucher Der den in Ein kleiner Hase 13cm Bastian Müller. Es begann mit Spuren im Schnee. Sie lagen steif da und warteten. Wie ungewöhnlich war diese Nacht. Endlich fiel ein bleicher Schein auf die ausgetretenen Sielen. Großvater Warnten stand auf und seufzte feiner Nachtruhe nach. Behutsam öffnete er das Kammerfenster: es wehte kalt hinein. Großmutter Warnten zog die Decke über Den Kopf und wartete mit Zittern auf Den Schuß. Doch so weit war es noch nicht Warnten hielt Die Flinte im Anschlag und lugte hinaus. Jetzt konnte er den Garten sehen, aber im Kohl regte sich nichts. Seine Augen starten auf den verschneiten Kohlwald, geduldig spähend. Als es zu lange dauerte, glitten die Blicke für kurze Zeit ab, wanderten über die Felder, die im fahlen Mondlicht glänzten Hinter den Weiden begann das Moor, Die Dunkle Böschung Des Torfstiches trennte Die weiße ErDe vom flimmernden Sternenhimmel. Im Kohl knisterten die gefrorenen Blätter. Der Alte zuckte zusammen. Nachdenklich waren seine Blicke hinaus gewandert über das Land, seit wie lange hatte er den Garten, die Felder und das Moor nicht mehr bei Nacht gesehen? Man kam nicht mehr dazu, war alt und ging, mit sinkender Sonne schlafen. Der Hase war inzwischen angehop- pelt, und der Schütze sah den grauen Kopf mit Den wippenden Ohren über fein Kohlblatt gebeugt. Das Büchsenlicht war gut, Der Alte nahm Das Gewehr an Die Wange unD zielte. Seine Finger waren etwas steif, aber es ging schon, seine Augen, Die Doch schon über siebzig zählten, sahen Korn und Kimme und Die funkelnden Lichter Des Hasen so scharf wie unter einer Lupe. Nur das eine, zugekniffene Auge muß er wieder öffnen, angestrengt kniff er es immer wieder zu; ober dann sah er nicht mit seinen guten Augen, wie manierlich der Hase fraß ... Es'war eine Lust ihm zuzuschauen. Er ließ Die Flinte sinken und schenkte Dem Hasen fünf Minuten Gnadenfrist. „Ich kann ihn nicht so wegschießen", sagte er leise vor sich hin. entlanglief, über Den Weg führte und im Grünkohl- ; beet endete. Sie sah die Bescherung, seufzte, schüt- , leite den Kopf und murmelte böse vor sich hin: „So ein hinterlistiger Bursche! Wo alles verdorrt ist, letzten Sommer...", ja sie hielt eine lange Ansprache, Die Dem hungrigen Hasen galt, Der den Kohl gefressen hatte. Sie meinte ihn. während sie zu der zarten Spur Der Losung sprach. Der Hase hatte nicht viel gefressen, cs war ledig- lich ein kahler Strunk Da, aber Die alte Wranken war böse. Sie erzählte es ihrem Mann, Der mit hängendem Schnurrbart beim Torfoien saß und mit den stetigen Rauchwolken seiner langen Pfeife versuchte, die weißen Barthaare braun zu färben Als er von dem Raube hörte, zog er die spärlichen Brauen über Den blauen Augen zusammen unD fluchte ein wenig; aber in Der Hauptsache dachte er nach. Am Mittag schmeckte ihm das Essen nicht, gegen Abend nickte er verheißungsvoll mit dem Aöpf. „Hilft alles nichts", jagte er zu seiner Frau, „ich werde das Gewehr nehmen müssen." Beim Scheine der Petroleumlampe putzte er die alte Schrotflinte, Die er mitsamt Dem kleinen Haus und Garten gekauft hatte, als er aus der Stadt zog. um sich am Rande des Moores zur Ruhe zu setzen. Noch nie hatte er die Flinte benutzt, jetzt nahm er das Schloß auseinander und Ölte es. Sein Gesicht war finster. Die Alte ging nebenan in die Kammer und legte sich schlafen. Sie tat wenigstens so, schloß die Augen und horchte den Schritten nach, die in der Stube auf und ab gingen. Schließlich kam der Alte in die Kammer, hielt die geladene Flinte vorsichtig in den Händen, schob die Gardine vom Kammerfenster beiseite und lugte hinaus. Er konnte nicht bis an bas Grünkohlbeet sehen. Die Nacht war schwarz. Der Schnee flimmerte fahl vor dem Fenster: Warnten zog die Schuhe aus und legte sich in Kleidern in sein Bett. „Schläfst du?" fragte er zu seiner Frau herüber „Ich kann nicht", seufzte sie wehleidig. .Wird es sehr taut knallen, wenn du hier in der Kammer schießt?" „Muh sein!" sagte er hart. „Laß nur erst den Mond kommen!" Die alte Warnten ging am Morgen ... (Sorten, da sah sie die Fährte, die am Gartenzaun „Hat es schon geknallt?" fragte die Stimme unter dem Federbett; die Alte tat, als hätte sie die letzten Worte ihres Mannes nicht gehört. Sie wollte, daß der Schuß bald fiele, das Warten war so ermüdend. „Nein — aber Oma — komm, steh nur mal eben auf und schau dir das mal an", sagte Großvater Warnten. „Was soll das?" meinte sie. „Willst du den Kerl nicht schießen?" „Doch, aber —", sagte er zaghaft, „sieh nur mal eben, wie manierlich." „Tja", sagte die alte Warnten tiefsinnig. Und sie standen beide ganz versunken und sahen dem fressenden Hasen zu. Schließlich wurde cs Großmutter Warnten zu kalt, sie kroch unter ihr Federbett und bohrte die Finger in die Ohren. Sie wollte nichts hären; sie hatte solche Angst. Sie horte wirklich nichts, schlief über dem Warten, ein. Der Alte schlich sich darauf still in sein Bett, dachte: er kommt ja morgen wieder... Am anderen Morgen ' zierten zwei kahlgefressene Strünke das Grünkohlbeet; in der nächsten Nacht stand Großvater Warnten nach Mondaufgang wieder am offenen Fenster. Er fror ein wenig dabei, wartete aber geduldig, wartete so lange... Diesmal war er fest entschloß en. Und seine Frau auch. Sie hatten den ganzen Tag davon gesprochen; aber ‘er kam in dieser Nacht nicht... Der Mond ging jeden Abend etwas später auf. Der Hase kam oft; er blieb schon einmal eine Nacht aus, und merkwürdig war nur, daß gerade in solchen Nächten der alte Warnten fest entschlossen war, zu schienen, dagegen rührte er die Flinte kaum an, wenn der alte Hase im Kohl saß und mit aller Hingebung fraß. Immer länger mußten sie im Dunkel wachliegen und auf Büchsenlicht warten. Am Ende wurde es nahezu Morgen darüber, denn Der MonD war einen Mondmonat älter gemorDen. Das Grünkohlbeet ftanD kahl. unD Die Alten waren sich einig. „Was meinst Du?" sagte Der alte Warnken, „nun lohnt sich Die Patrone nicht mehr, wo Das ver- Dammte Vieh Den Kohl fast ganz im Leibe hat?" „Ist auch wahr", stimmte feine Frau ihm bei, „wollen Dem lütten Hasen Doch Die paar Dinger lassen; weißt Du, mit meinem Magen ist so nichts rechtes mehr, Der Kohl ist doch zu schwer für uns alte Leute." „Tja", sagte er. „Und wenn er fertig ist mit dem Kohl, konnten wir ihm dann nicht die Kartoffelfchalen hinschütten?" „Tja!" Und als der Neumond kam, war es so weit, daß sie ihren Hasen füttern mußten. Sie standen, in Decken geschlagen, am Kammerfenster und starrten in das Dunkel und bangten und waren traurig, denn sie konnten ihren Lütten nicht sehen. Nein, — das einsetzende Tauwetter war nichts. Es zog' den Alten in die steifen Glieder, und ihre Salzkartoffeln schmeckten ihnen nicht so recht. Schon früh gondelte der junge Mond über die kahlen Kohlstrünke und Die Kar offelschalen, Die dazwischen lagen und langsam faulten... Lichtspielhaus: „Zwischen Strom und Steppe." Dieser Film» den H. G. K e r n m a y e r, S. S. von Varady und Der, Spielleiter Geza von Bolvary gemeinsam nach einem Roman von Michael Zorn schrieben, ist sichtlich bemüht, der in vielen Ungarn-Filmen verbrauchten Zigeuner- Romantik vom Landschaftlichen her einen neuen Reiz zu geben. Die Handlung ist nicht besonders umfangreich, und man merkt ihr die Herkunft aus einer erzählenden Vorlage deutlich an. Die Liebe eines Landstreichers zu einer jungen Frau im Fischerdorf an der Theiß, das Gegeneinander von Wander-Unruhe und Seßhaftigkeit geben Der Fabel mehr innere Bewegung als äußeren Antrieb. Bolvary war zwar Theatermann genug, sich die dramatisch effektvollen Szenen (wie etwa den Zweikampf am Steilufer und den Absturz in den Fluß) nicht entgehen zu lassen, aber die stärksten Eindrücke gewinnt man doch aus den ruhigen, rein bildhaft und stimmungshaft wirkenden Aufnahmen, die Fluß und Steppe, Wolken und Sterne, Fischer, Hirten und Herden festhalten. Die Kameraleute Werner Brandes und Karl Drömmer haben dies alles vorzüglich photographiert. Attila Hörbiger gibt dem Landstreicher heimliche Unruhe und verhaltene Kraft; Heidemarie Hathey- e r, still und mit sparsamen Worten und Gesten, ist die blonde Fischersfrau Maria, während Margit S y m o der sirenenhaften Zigeunerin eine etwas theatralische Wildheit verleiht. — (Terra) * Im Beiprogramm sieht man die neue Tobis- wochenschau und einen Schwank „Wochenend- frieden". Hans Thyriot. Hochsckmlnacknchten. Dem Dozenten Kustos Dr. Hans Möbius in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg wurde die Dienstbezeichnung Professor verliehen. Prof. Möbius, der 1895 geboren wurde, war als Assistent am Deutschen Archäologischen Institut in Athen tätig und wurde 1928 als Kustos an das Hessische Landesmuseum in Kassel berufen. 1929 wurde er an der Universität Marburg als । Dozent zugelassen. Dem nb. ao. Professor Dr. Ulrich Dehlinger wurde unter Ernennung zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart der Lehrstuhl für Physik übertragen. Aus den Gießener Gerichtssä'Ien SJ.4pori eine Mitin Gießen Wirtschaft (Nachdruck verboten!) „Herr Geheimrat — — können Sie mir dafür eine aus* mit am 22 Fortsetzung Schaub erhob sich. In Friedberg fand unter Leitung des Gaufach- warts für Leichtathletik, Bruno May (Kassel), für die NSRL.-Kreise 8: Gießen, 11: Friedberg und 12: Hanau eine Arbeitstagung des Fachamtes Leichtathletik statt, die vornehmlich der Besprechung und Ausrichtung des Arbeitsplans für 1939 galt. Außer den Kreisfachwarten für Leichtathletik, R i ch t b e r a (Gießen), Lotz (Massenheim) und Kühner (Hanau) nahmen deren Mitarbeiter in den Kreisen an deren Beratungen teil. Gaufachwart May gab zur Einführung einen Bericht über das abgelaufene Sportjahr, dem zu entnehmen war, daß es mit der Leichtathletik im Gau Hessen einen guten Schritt vorangegangen ist. Das beweisen vor allem Beteiligung und Erfolge der Hessen bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau. überwogen, obgleich die zahlreichen Lücken in der Kursnotierung eine sichere Tendenzerkennung erschwerten. Etwas Interesse fanden IG.-Farben zu 151,65 bis 152 (151,50). Ferner kamen Bergwerks- papjere meist höher zum Kurs, Verein. Stahl 110,75 (110,50), Hoesch 109,50 (109), Mannesmann 111,65 bis 111,75 (111,40). Etwas stärkere Abweichungen wiesen Aschaffenburger Zellstoff mit 110,50 (109), Demag mit 148,50 (147), anderseits Conti Gummi mit 218 (219) auf. Etwas niedriger lagen u. a. Daimler mit 137,50 (138), Holzmann mit 148,50 (149), AG. für Verkehr mit 121,50 (122), Siemens mit 195 (195,25) und Westdeutsche Kaufhof mit 106,25 (106,50). Der Rentenmarkt lag wiederum sehr ruhig und kursmäßig fast unverändert. Reichsaltbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab auf 129,75. Im Freiverkehr stellten sich Kommunal-Umschuldung auf unv. 93,15. Pfandbriefe, Staats- und Stadtanleihen wiesen nur ganz unwesentliche Veränderungen auf, ebenso zeigten Industrie-Obligationen keine bemerkenswerten Abweichungen. Reichsbahn-VA. waren 0,25 v. H. höher angeboten mit 123,25. Im weiteren Verlaufe hielt die Geschäftslosigkeit in vollem Umfange an und die Kurse veränderten sich nur wenig. Mannesmann unterlagen mehrfachen Schwankungen zwischen 111,50 bis 111,75, Siemens erhöhten sich um 1 v. H. auf 196 und IG.-Farben bewegten sich bei etwa 152 bis 152,56 und Verein. Stahl zwischen 110,50 bis 110,75. Die erst später Josef Zennewein Weltmeister! Torlauf im wilden Schneegestöber. Man durfte gerade in diesem Jahr, nachdem die ausgezeichneten österreichischen Schiläufer zur deutschen Streitmacht hinzugekommen sind, bei den alpinen Wettbewerben der Schi-Weltmeisterschaften in Zakopane mit einem erfolgreichen Abschneiden Deutschlands rechnen. Daß es von unseren vielfach kampferprobten Vertretern aber ausgerechnet dem jungen, erst 18-jährigen Josef Jen new ein gelingen würde, die Weltmeisterschaft in der Alpinen Kombination zu erringen, kommt doch überraschend. Schon beim Abfahrtslaus belegte er hinter Helmut Lantschner einen vielversprechenden zweiten Platz, und als es ihm am Dienstag gelang, hinter dem Schweizer Rudolf Rominger auch im Torlauf auf den zweiten Rang zu kommen, war ihm die Weltmeisterschaft in der Alpinen Kombination sicher. Die Witterung war am Dienstag in Zakopane denkbar ungünstig. Ein ungewöhnlich heftiger Schneesturm tobte auf den Höhen der Hohen Tatra. Der Start zum Torlauf der Männer wurde so um IV2 Stunden verzögert. Die Torlauf-Strecke, die 30 Tore aufwies, war 800 Meter lang und hatte ein Gefälle von nur 200 Meter. Als die 45 Teilnehmer den ersten Durchgang erledigt hatten, wurde der Sturm noch heftiger, so daß das Organisationskomitee den Wettbewerb abbrechen wollte. Erst auf energischen deutschen Einspruch hin wurde zum zweiten Lauf gestartet. In beiden Durchgängen bewies * der Schweizer Vorjahrssieger Rudolf Rominger seine große Klasse und lief jeweils die besten Zeiten. Aber nur uw wenige Sekunden wurde Josef Jennewein geschlagen. Prächtig hielten sich auch die übrigen „Durchaus, Herr Kriminalrat! Ich werde Henny mit mir nehmen und über Nacht bei uns schlafen lassen. Sie kann dann zur Verfügung stehen, wann Sie wollen. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf." Schaub sah plötzlich wieder müde und grau aus. ,Hch werde jetzt zu Bortefeld fahren —" meinte er noch. „Er will mir eine Erklärung abgeben. Wir werden dann alles Nähere ja wohl erfahren. Vielleicht brauche ich die Aussage Ihrer Nichte nicht mehr, vielleicht ist überhaupt meine Arbeit schon zu Ende--" „Sie haben jedenfalls Ihre Pflicht getan", meinte der alte Herr herzlich. Schaubs Stirn blieb gefurcht. „Ich habe mich selten in so einer schwierigen Situation befunden, Herr Geheimrat! Es gibt kaum einen Menschen, den ich als Künstler und Charakter so schätze wie Bortefeld--Sie werden das begreifen können, Sie kennen ihn ja noch mehr als ich. Versehen Sie sich in meine Lage: Man macht mir Mitteilung von dem Mordanschlag auf ihn, in meiner Eigenschaft als Beamter war ich verpflichtet, der Sache nachzugehen, um so mehr, als es sich ja zuerst um einen Mord zu handeln schien, denn der glückliche Ausgang konnte nicht vorausgesehen werden Jede Minute war kostbar. Seit acht Uhr arbeite ich ununterbrochen an dieser Sache, in der Hoffnung, den Uebeltäter zu finden. Ich muß Menschen verhören, die verdächtig erscheinen — — jetzt war alles umsonst, denn ich glaube, daß uns Bortefeld eine überraschende Aufklärung geben wird, würde er sich sonst — da er doch noch schwach und krank ist — so intensiv mit der Sache beschäftigen?" Er reichte dem alten Herrn die Hand. „Seien Sie nicht böse, wenn ich Ihnen Sorge machen mußte, Herr Geheimrat. Ich hoffe mit Ihnen, daß sich die Schuldlosigkeit Ihrer Nichte Herausstellen wird. Sie können mit ihr heimfahren dahinkam, aber zu aufgeregt, darüber nachzudenken." Sie sah immer noch an der Freundin vorbei. Dann sagte sie fast spöttisch: „Ich habe den Revolver ausgenommen und auf den Schreibtisch gelegt. Das ist alles!" Und plötzlich drehte sie sich mit der Gewandtheit einer Wildkatze herum, eine Frau mit einem Madonnengesichtchen und doch gereizt und aufgewühlt, gehetzt wie ein Tier, und schrie in den Raum hinein: „Ich habe doch nicht auf ihn geschossen! Ich nicht!" Dann sank sie müde und kraftlos wieder auf den Stuhl zurück-- Was hieß das? Ich nicht? Schaub hatte ein feines Gefühl für wahren und echten Klang einer Stimme. Die Stimme war echt. Hier sprach die Wahrheit. Aber warum betonte sie so das: I ch nicht? War es nur Abwehr ober Verteidigung? Oder kannte sie den wirklichen Täter? Er zuckte etwas resigniert die Achseln. Es war sinnlos, jetzt darüber nachzugrübeln. Er mußte in die Klinik, Bortefeld würde ihn aufklären, er durfte nicht weiter forschen. Und doch ließ ihn die Gewohnheit, allen Dingen bis auf den Grund zu gehen, noch eine letzte Frage tun: "Wie kamen Sie denn eigentlich heute abend ins Sendehaus, Fräulein Coordt? Heute, als Sie Dr. Bortefeld besuchten? Waren Sie angemeldet?" „Nein", kam die matte Stimme. „Ich kenne das Kammerquintett und traf die fünf Herren vor der Tür, bat sie, mich mit hineinzunehmen... sie taten es auch ohne weiteres — Und jetzt eben meldete ich mich bei dem Portier, er sandte mich sofort zu Ihnen..." Kühl und beherrscht kamen jetzt die Worte aus dem Mund des jungen Mädchens Es lag wie ein Eiseshauch um ditz ganze kleine Gestalt. Geheimrat Nooelius betrachtete die Nichte mit sorgendem Blick. Cg war ihm, als sei Henny vor einer halben Stunde noch ein schwärmerisches und etwas phantastisches junges Mädchen gewesen und nun plötzlich ein leidgereiftes und erkenntnisbeschwertes junges Weib geworden-- „Sie können nun heimfahren, Herr Geheimrat!" meinte Schaub herzlich und drückte dem alten Herrn die Hand. „Ich rufe Sie dann noch an... wie verabredet ..." Henny Coordt war langsam aufgestanden und auf den Onkel zugegangen. Sie zog den Mantel sehr eng um die schlanke Gestalt, als fröre sie schmerzlich. „Wenn ich noch eine Auskunft geben soll..begann sie matt genbe nur vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzüge von Gießen nach Frankfurt, ab Gießen 14.07 Uhr, an Frankfurt a. M. 15.24 Uhr, bzw. von Frankfurt a. M. nach Gießen, ab Frankfurt a. M. 15.32 Uhr, an Gießen 16.47 Uhr aus. ** Die Anmeldungen zu den höheren Schulen müssen am Mittwoch nächster Woche erfolgen. Die Aufnahmeprüfung für alle Schüler drei- und vierjähriger Grundschulbildung wird 4. März vorgenommen. bürgen, daß Ihre Nichte mir morgen ________ füh^iche und einwandfreie Erklärung abgibt? Und daß sie für mich zu erreichen ist?" wirkten Gefängnisstrafe von 40 Tagen zu einer Geldstrafe von 120 RM. zu verurteilen. Der Verteidiger beantragte Freisprechung. Das Gericht verkündete folgendes Urteil: „Der ist schuldig der fahrlässigen Tötung nach § 221 Äds. 1 Str. G. B. in Tateinheit mit einer Übertretung der §§ 1.9.49 der Reichsstraßenverkehrsordnung und wird anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 30 Tagen zu ein^r Geldstrafe von 90 R M., Hilfsweise 30 Tage Gefängnis, verurteilt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte nicht bestraft ist und sich nach dem Unfall in jeder Weise anständig verhalten hat und den Verletzten selbst ' —'' schuld an dem Unfall trifft. notierten Papiere lagen meist 0,50 bis 1 v.H. freundlicher, größtenteils aber ohne Umsatz. Der Freiverkehr lag heute sehr ruhig bei unveränderten Kursen. Tagesgeld ermäßigte sich um 0,25 v. H. auf 2,25 v. H., Abendbörse freundlich. Die Abendbörse lag aus den hinreichend bekannten Gründen zwar sehr stisi, die fteundliche Tendenz setzte sich aber fort, was auch in meist leicht steigenden Kursen zum Ausdruck kam. Stärker erhöht waren in Anpassung an Berlin Schlickert mit 179,50 (178). Von anderen Elektrowerten blieben Gessürel beachtet mit 141,50 (141), ebenso gewannen Licht und Kraft 0,50 v. H. auf 132,50, während AEG. mit 121,25 unverändert lagen. Am Montanmarkt befestigten sich Rheinstahl auf 137,75 (137), Buderus auf 107,50 (107) und Verein. Stahl auf 111 (110,75). Sonst tarnen noch Westdeutsche Kaufhof mit 106,65 (106,25) und AG. für Verkehr mit 122,25 (121,50) fester zur Notiz. IG.-Farben blieben zu 152,50 voll behauptet, ebenso u. a. Scheideanstalt mit 209, Adlerwerke mit 108, Holzmann mit 148,50, Daimler mit 137,50 und Rheinmetall mit 134. Von Renten bröckelten Reichsaltbesitz und Reichsbahn-VA. je 0,25 v. H. ab auf 129,40 bzw. 123, während 6proz. IG.- Farben 0,13 v. H. gewannen auf 119,75. 4,5proz. Rhein. Giro-Zentrale R 6 gingen mit 99 um. Im Freiverkehr hörte man Kommunal-Umschuldung wie mittags mit 93,15. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Fedr. Austrieb: Kälber 668 (gegen 777 am 7. Fedr.), Hämmel und Schafe 181 (288), Schweine 3282 (2879). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (5.4 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 45 bis 50 (47 bis 50), b2) 40 bis 44 (43 bis 44), c) 31 bis 39 (35 bis 42). Schafe a) 42 (40 bis 42), b) 35 bis 38 (33 bis 38), c) 28 bis 32 (27 bis 32). Schweine a) 58,5 (58,5), bl) 57,5 (57,5), b2) 56,5 (56,5), c) 52,5 (52,5), d) 49,5 (49,5). Sauen gl) 57,5 (57,5). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel. Ankere Leichtathleten vor neuen Ausgaben Zwei reichsoffene Sportfeste in Gießen. SezirkSschöffengericht Gießen. Der £0 Jahre alte W. W. aus Kaichen wurde beschuldigt, am 10. November ■ 1938 einen Betrag Don 22 Mark unterschlagen zu haben, den er als Zivilangestellter einer Behörde einem erkrankten jungen Manne überbringen sollte. Um die Unterschlagung zu verdecken, quittierte er den Empfang bes Geldes in dem Quittungsbuch mit dem Namen des rechtmäßigen Empfängers. (Vergehen und Verbrechen nach §§ 246, 267, 268 StGB) Der Vertreter der Anklage beantragte eine G e - fängnisstrafe von vier Wochen. Das Gericht erkannte, unter Annahme mildernder Umstände, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend. Straferschwerend kam in Betracht, daß der Angeklagte wegen Unterschlagung bereits mit einer Geldstrafe vorbestraft ist, strafmildernd die Jugend, daß er geständig war und das Geld inzwischen ersetzt hat. Große Strafkammer Gießen. Der O. B. in Trais-Münzenberg wurde beschuldigt, am 26. September 1938 beim Befahren der Grideler Straße in Butzbach die Geschwindigkeit seines Motorrades nicht so eingerichtet zu haben, daß er jederzeit auf kürzere Entfernung halten konnte. In diesem nach den Verhältnissen zu hohem Tempo versuchte er, den die Straße überquerenden August Steinbock auf den linken Seite der Fahrbahn zu überholen. Hierbei kam es zu einem Zusammenstoß, an dessen Folgen Steinbock am 3. Oktober 1938 verstarb. (Vergehen gegen § 222 Abs.1 Str.G. B.) Schuß im Zunkhaus Ein Roman von Altana Oberlin. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München. deutschen Teilnehmer. Willi Walch kam auf den dritten, Rudi Cranz auf den vierten Platz. Rudolf Caracciola noch schneller! Am Dienstag in aller Frühe machte sich Caracciola von Berlin aus auf den Weg nach Dessau, doch war die Reichsautodahn noch vereist, ein Fehler, den die Sonne bald beseitigte. Eine Kehrmaschine fegte die Autobahn vom Flugsand rein und kurz vor Mittag war alles bereit. Caracciola startete mit dem stromlinienförmig verkleideten 3-Liter-Mercedes- Benz zum Angriff auf seine eigene, noch nicht eine Woche alte Bestleistung von 175,097 km st für den „stehenden" Kilometer. Der erste Versuch glückte: 177,522 km/st werden als neuer Klassenrekord in die Liste der Klasse D (2000 bis 3000 ccm) eingetragen. „Diesmal war der Wind unangenehm", berichtete der Rekordfahrer nach seiner famosen Leistung. Der Wagen schwänzelte verschiedentlich, besonders beim Beschleunigen nach dem Schalten. Dennoch kam Ca- । racciola gut mit der rechten Fahrbahn aus. Der mit fünf Metersekunden wehende Nordwest drückte bei der Rückfahrt auf die Zeit, so daß Caracciola abermals startete. Diesmal klappte es jedoch mit der Zeitnahme nicht ganz. Wie ein Schiff die Bugwelle, so schob der Wagen ein Luftpolster vor sich her, es hob den sich dehnenden 29 Meter breiten Faden an, wodurch der Kontakt zu spät ausgelöst wurde. Der Wind nahm noch an Schärfe zu und da man auch für die nächste Zeit kein günstiges Rekordwetter erwarten darf, entschloß sich Mercedes-Benz, seine Rekordversuche vorläufig abzubrechen. Die Ausbeute der Dessauer Rekordtage waren somit acht Bestleistungen, vier von Rudolf Caracciola auf dem 3-Liter-Mercedes-Benz und vier von Ing. Häberle auf Hanomag-Diesel. Der Karl Wilhelm Heinrich Rückert wurde beschuldigt, in den Jahren 1936 und 1937 mit Kindern unter 14 Jahren unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte verstand es, die Kinder durch Versprechen von Geschenken an sich zu locken. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oes- । ftntlichkeit statt. Nach Wiederherstellung der Oef- ^fentlichkeit erging folgendes Urteil: „Der Angeklagte ist schuldig eines Sittlichkeitsverbrechens nach §176 Abs.l Z.3 Str. GB. in drei Fällen und wird deshalb als gefäbrlichre Gewohniheitsverbre- cher nach § 20 a Str. G. B. zu einer Gesamt- zuchthausstraf e von 3 Jahren und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Dem Angeklagten werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Gemäß §20k 2l'bf. 1 Str. G. B. wird die Entmannung des Angeklagten angeordnet. Straferschwerend kam in Der Vertreter der Anklage bean ragte, den Ange- Betracht, daß der Angeklagte schon mehrfach einklagten, der auch der Straßenverkehrsordnung zu- schlägig vorbestraft ist und daß er bis zum Schluß widergehandelt habe, an Stelle einer an sich ver- der Verhandlung hartnäckig leugnete. Der Arbeitsplan für 1939 wurde dann in den Grundzugen festgelegt. Er bringt eine stattliche Zahl hochwertiger Veranstaltungen, von denen wir nachstehend diejenigen nennen, die für unser engeres Heimatgebiet in erster Linie in Frage kommen: 26. März: Waldläufe in den Kreisen; 14. Mai oder an Himmelfahrt: Bahnstaffeln in allen Kreisen (für die Kreise 8 und 11 gemeinsam in Bad- Nauheim); 21. Mai: Gaukampf Studentenmannschaft des Gaues Baden gegen den NSRL.-Gau Hessen; 3. und 4. Juni: Kreissportfeste (Kreismeisterschaften und volkstümliche Dreikämpfe), für den Kreis 8 in Gießen, für den Kreis 11 in Bad-Nau- beim; 11./12. Juni: Reichsoffenes Sportfest des Mto. Gießen; 17./18.Juni: Weidig-Bergfeft (gau- offen) in Butzbach; 24.Z25. Juni: Gaumeisterschaften (Manner und Frauen) in Kassel, in Verbindung da- nut Gaumeisterschaft im 10-Kilometer-Gehen und — wenn es Sie beruhigt, rufe ich Sie nach der Unterredung mit Bortefeld noch an ..." „Dafür wäre ich Ihnen allerdinas besonders dankbar.. * Evelyn Kay saß neben Henny Coordt und versuchte, die Hände der Freundin, die diese verzweifelt vors Gesicht geschlagen hatte, sanft fortzuziehen. ,Henny", sagte sie ernst. „Sag uns doch, was war — sprich doch--was ist denn geschehen?" Henny Coordt legte völlig verzweifelt den blonden Kopf auf die Tischplatte und schluchzte auf. Torsten stand unbeweglich und sah aufjie herab. . Evelyn spürte eine merkwürdige Wandlung mit sich vorgehen. Das Gefühl des Mitleids und der Anteilnahme für die Freundin wurde schwächer, viel stärker beherrschte sie der Wunsch nach Aufklärung und Warheit, nach dem Wissen, wer es war, der Bortefeld angeschossen und so schwer verletzt hat, daß er da jetzt lag, schmerzend, im Fieber, todwund ...! Hart kam ihre Stimme: „Henny — antworte mir! Sag mir — ich muß es wissen, warst du — hast du es getan?" Veide hatten in der (Erregung nicht darauf geachtet, daß sich die Türe geöffnet hatte und Schaub mit Novelius auf der Schwelle standen. „Ich hab dir den Revolver fortgenommen, weil du heute nachmittag so verzweifelt warst und immer wieder davon sprachst, wie schwer es dir sei, daß Bortefeld sich gar nicht mehr um dich kümmere. Ich nahm ihn dir fort, weil ich Angst um dich batte und dich vor einer Dummbeit schützen wollte — ich nahm den Revolver mit. ich zeigte ibn Bortefeld in einer Aussprache mit ihm, in einer heftigen Auseinandersetzung, und ich muß ibn dabei im Zimmer verloren haben, denn man fand nur noch die Hülse in meiner Tasche... Henny! Antworte mir, hast du den Revolver gesunden — — Er muß in seinem Zimmer gelegen haben... Hast du ihn gesunden?" Ihre Stimme verklang ganz leise — „Gefunden — — und benutzt?" , Henny Coordt fuhr hoch, ihr tränenbenetztes Gesicht war totenbleich. Sie starrte die Freundin aus tiefen müden Augen an. Es war der ewig-alte jäh erschreckende Blick, mit dem eine Frau bekannte, daß eine andere wie sie um einen Mann fämpft. . Ihre Lippen verzogen sich bitter. „Ach — ich verstehe jetzt--!" Eine unsägliche Müdigkeit lag plötzlich auf dem hübschen Madonnengesichtchen. Dann sagte Henny Coordt, ohne die Freundin anzusehen.- „Ich habe den Revolver bei Bortefeld gefunden, ja. Ich war ganz überrascht, auf welche Weise er „Danke, Fräulein Coordt", meinte Schaub ruhig. „3d) werde ja in Kürze alles erfahren — Ihr Onkel wird Sie dann unterrichten--" Auch Evelyn Kay war aufgestanden. Henny Coordt wandte sich langsam zu ihr zurück, ihr Blick umfaßte die schlanke Gestalt der Freundin bas braune Haar, das ernste blasse Gesicht. Mit einem seltsam fernen fremden Lächeln nickte sie bann. „ßeb wohl, Evelyn!" sagte sie leise In Evelyns Gesicht schlug langsam eine brennenbe Röte. Es war ihr, als habe bie Freundin burch sie hinburch- gesck)aut, als fei sie aus Glas. — Sie spürte beut’ lich, es war ein Abschieb, der sich da vollzog — ein betontes Voneinandergehen. Es schmerzte brennend und atemraubend. Sie biß bie Zahne zusammen unb umfing noch einmal bie kleine zarte Gestalt, die ihr lange vertraut unb lieb war unb bie nun in ferne Weiten entrückte--- „ßeb wohl, Henny", gab sie leise zurück. Schaub ftanb im Flur des Funkhauses unb sah auf seine Uhr, die er am Arm trug. „12 Uhr?" murmelte er. „Und ich soll noch hin- fommen — ja, wirb man mich benn überhaupt noch zu ihm lassen?" Es war still geworben in dem. sonst so lebendigen Haus. Nur an ber Tür bes kleinen Senbesaales stammte noch ein mattes rotes Licht mit ber sanften Sitte: „Ruhe!" und zeigte bie letzte Abendsenbung an. Sehr behutsam öffnete sich setzt gegenüber eine - ür, man schaute einen Moment lang in einen matterhellten Raum. Ein golben glänzenbes Cembalo flammte auf, ein schmaler Mensch saß daran, er hatte ein kluges Gesicht, bas er gerade bem Eettisten zuwanbte, ber sein Instrument enq ans Knie gepreßt hielt unb still vor sich hmblidte.' Eine große bunkelhaarige Frau mit großgeschnittenen intelligenten Zügen ftanb in ber Nähe, ihr herber Munb öffnete sich jetzt, ihr voller schwingenber Sopran setzte ein mit einer fast überirdisch leichten unb schwebenben Melobie. Mit zartem schwirrenden Klang schloß sich bas Cembalo an, nun legte auch bas Cello seinen bunklen Santtton um bie ruhige Melobie. ö „Bach!" sagte Evelyn leise. „Es war bas besinnliche Nachtkonzert..." schaub lauschte einen Augenblick lang bem klaren erfüllten Klang ber Melodie, fein geschäftiges Gesicht nahm einen Moment einen gelösten Ausdruck an. Dann schüttelte er den schmeichlerischen Bann der Melodie ab. ^„Torsten, Sie können heimfahren! Ich brauche Sie nicht mehr. Unb Sie, Fräulein Kay?" Er sah Evelyns fragenben Blick. (Fortsetzung folgt!) Potsb. Bhf., ab Gießen in Richtung Berlin 7.54 Uhr, an Berlin 15.17 Uhr; ber V-Zug Berlin-Potsb. Bhf.—Gießen—Frankfurt a. M., ab Gießen in Richtung Frankfurt a. M. 22.26 Uhr, an Frankfurt a. M. 23.29 Uhr. Für Reifenbe nach Berlin ab G i e - ßen kommt bann als guter Tages-v-Zug der Zug ab Gießen 9.22 Uhr mit Umsteigen in Kreiensen, an Berlin 17.51 Uhr, für die Fahrt in umgekehrter Richtung wieder mit Umsteigen in Kreiensen, ber O-Zuq ab Berlin 12.46 Uhr, an Gießen 21.03 Uhr in Betracht. — Ferner fallen vom gleichen Täge ab sol- Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in ber Viehverstei- aerungshalle Rhein-Main in Gießen würben 12 Ochsen, 5 Bullen, 41 Kühe, 23 Färsen, 139 Kälber, 74 Schweine unb 2 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 40 bis 45,5 Pf., Bullen 41 bis 43 Pf., Kühe 17 bis 43,5 Pf., Färsen 39 bis 44,5 Pf., Kälber 30 bis 65 Pf., Schafe 10 unb 37 Pf je Pfunb Lebenbgewicht. Für Schweine mürben je Kilogramm Lebenbgewicht folgenbe Preise bezahlt: Klasse a (150 kg unb mehr) 1,15 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., d—f (unter 100 kg) 0,97 RM., gl unb i (fette Specksauen unb Altschneiber) 1,13 unb 1,11 RM., g2 unb h (anbere Sauen und (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber unb Schafe ausverkauft. Abein-Mainiscbe Börse. rNittagsbörse uneinheitlich. orankfurt a. M., 14. Febr. Bei ber schwachen Beteiligung ber Kunbschaft zeigte bie Börse weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Die Grundtendenz am Aktienmarkt war trotz uneinheitlicher Kursbilbung recht freundlich, bie Umsätze erfuhren allerbings nirgends eine Ausdehnung. Im allgemeinen gingen die Abweichungen kaum über 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus, wobei .Besserungen SoheAMeichnmigsüremenMesMjWgenHandwerker Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Rudolf Müller bei der Arbeit in seiner Lehrwerkstatt. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) täten Frankfurt und Gießen den Endkampf um dlg Hochschul-Meisterschaft des Gaues Hessen-Nassau. Die Frankfurter waren durchweg überlegen und siegten mit 13:2 (9:2) Toren. Damit stehen die Frankfurter schon im Endspiel zur Bereichs-Meisterschaft. Don den beiden übrigen Mannschaften, die sich bis hierher durchkämpften, siegte der Kurhessen-Meister, Universität Marburg, gegen den Meister des Gaues Koblenz-Trier. Das Endspiel der Bereichs-Meisterschaft zwischen den Universitäten Frankfurt und Marburg steigt am 22. Februar in Marburg. ' Turnverein Eberstadt. Der Turnverein Gut Heil Eberstadi hatte seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Zum Adler" eingeladen. Der Dereinsführer gedachte zunächst der Toten im abgelaufenen Jahr, insbesondere des früheren Kreis- vertreters- und Mitbegründers des Vereins, Konrad Schneider', Butzbach. Sodann folgten der Tätigkeitsbericht des Schriftwartes und der Bericht' des Oberturnwartes. Beide legten Zeugnis ab von der regen Arbeit im abaelaufenen Bereinsjahr. Der Kassenbericht von Kassenwart K. S ch n e i d e r wurde in Ordnung befunden und wies einen Ueberschuß auf. Aus Gründen der Er-, reichung der Altersgrenze mußten in der Vereinsführung verschiedene Aemter neu besetzt werden. Als Vereinsführer wurde Philipp Herbert einstimmig gewählt. Schriftwart N e i t s ch m i d r dankte' im Namen des Vereins dem seitherigen Vereinsführer für seine langjährige selbstlose Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neue Vereinsführer ebenfalls im Sinne unseres Führers wirken möge. Der Vorstand wurde dann wie folgt bestimmt: 1. Vereinsführer Ph. Herbert, Stellvertreter W. Bender, Kassenwart K. S ch n e i d e r, Schriftwart Ph. R e i t s ch m i d t, Dietwart F. Weisel, Wanderwart H. Schm and Gesangswart H. Reitz und Oberturnwart Wilh. Reitschmidt. Letzterer ernannte für die technische Leitung Hans G ö r l a ch zum 1. und Wilh« Schäfer zum 2.Turnwart. Gießener Volkshalle konnte der mit der Durchführung beauftragte Krcisschiedsrichter-Obmann Becker, Gießen, ein erfreuliches Meldeergebnis bekanntgeben. 50 Vereine haben für kommenden Sonntag ihre Teilnahme zugesagt. Bemerkenswert ist, daß auch in diesem Jahr wieder größere Vereine aus Frankfurt und Mainz bei der Veranstaltung vertreten sind. Das Turnier wird nur an eine m Tage durchgeführt und dürfte über 13 Stunden Spielzeit in Anspruch nehmen. Handball der Studenten. Am Dienstag bestritten auf dem Frankfurter Sportfeld die Handball-Mannschaften der Universi- Der Sohn des Weißbindermeisters Wilhelm Müller in Wieseck (Gießener Straße 155), Rudolf Müller, der seine Lehrzeit als Kraftfahrzeugschlosser bei der Gießener Autofirma Pietsch (Aulweg) hinter sich brachte, wird in diesen Tagen eine besondere Auszeichnung erfahren. Er wird im Rahmen und' aus Anlaß der Reichsschau des Kraftfahrzeughandwerks (die m Verbln- düng mit der Automobil-Ausstellung stattfmdet), zusammen mit noch 24 anderen Kameraden dem Führervorgestellt. Für diese Vorstellung beim Führer wurden nur solche junge Kraftfahrzeughandwerker von den Be- zirksstellen des Handwerks im ganzen Reich vorgeschlagen, die bei ihrer Gesellenprüfung eine ganz ausgezeichnete Arbeit ablieferten und ihre Prüfung mit „Sehr gut" bestanden. Rudolf Müller, der als Gesellenstück e:n Federblatt (für 'die Federung eines Autos) angefertigt hatte und dafür die Note „Sehr gut!" erhielt, ist als einziger junger Gehilfe aus dem ganzen Gau Hessen-Nassau dabei. Der junge Handwerker wird morgen die Reise nach Berlin antreten und mit feinen anderen Kameraden aus dem Reich Gast des Führers fein. Die hohe Auszeichnung, die der junge Mann erfahrt, bedeutet nicht zuletzt auch eine Auszeichnung für den Lehrmeister P l e t f ch , der ihm die gründliche fachliche Ausbildung vermittelte. im volkstümlichen Dreikampf: 2. Juli: Gaumeister- fchaften im Mehrkampf (5- und 10-Kampf)): 30. Juli:'Internationales Frauenspörtfest in Bad-Nau- heim: 6. August: Reichsoffenes Sportfest des VfB.- Reichsbahn Gießen: 13. August: 12. Oranien- kampfspiele in Diez; 20. August: L e r g f e st d e s Kreises 8 Gießen auf dem Greifenstein (kreisoffen), Sportfest der Tgm. Friedberg (offen für die Gaue Hessen und Südwest): 26./27. August: 7. Hoherodskopf-Bergfest (gauoffen): 3. September: Marathonlauf in Weilburg: 13. September: Abend- sportfest der Tgm. Friedberg (gauoffen): im September außerdem: Gaukampf Bayern — Hdst" in Kassel: 5. November: Kreiswaldlaufmeister|chas- ten; 19. November: Gauwaldlaufmeifterschaften. Gausportlehrer Brox (Marburg) zeigte den Plan der zukünftigen Lehrgangstatigkeit klar aus. Besondere Aufmerksamkeit soll der Schulung der Uebungsleiter zugewandt werden. Es werden Ilebungsleiter-Gemeinschaften gebildet, die sich jeden Monat' einmal treffen unö vom Kreislehrwart geschult werden. Als Kreislehrwarte wurden be- stimmt: für den Kreis Gießen Himmclmann (Gießen), für den Kreis Friedberg Kuno M a y (Bad-Nauheim). Außerdem sollen an verschiedenen Stützpunkten Trainingsgemeinschaften für tue Sprt- zenkönner und die Nachwuchsschulung eingerichtet werden. , , . , Daß man es mit der Schulungsarbeit ernjt meint im Gau, ersieht man aus dem reichbesetzten Terminkalender für die Lehrgänge. -Es finden u. a. vom Gau aus Lehrgänge statt: 8. und 9. 2lpril fachbearbeiterimien in Marburg: 22. und 23- zipril Kreislehrwarte in Marburg: 14. und 15. Mai unö 10. unö 11. Juni Großlehrgang der Spitzenkönner in Marburg: 1. und 2. Juli Zehnkämpfer-Lehrgaug in Korbach: 15. und 16. Juli Geher-Lehrgang in Groß-Auheim: 30. Juli Frauen-Lehrgang in -öad- Nauheim; 3. September Lehrgang für Marathonläufer in Weilburg: 13. August Lehrgang für Sprinter und Springer in Diez: 10. September Lehrgang für Werfer in Höhr-Grenzhausen: 11. und 12. November Kreislehrwarte in Marburg: 25 und 26. November Kreissachbearbeitermnen m Marburg: 4. und 5. Dezember Kreismitarbeiter m Marburg. t p .. , , . Sur Besprechung standen ferner die folgenden Fragen: Frauenarbeit in der Leichtathletik, Kampf- richterwesen, die Betriebsmittel des Kreisfachwartes und feiner Mitarbeiter, Prefsetätigkeit. In ihrem ganzen Verlauf zeigte die anregend verlaufene Tagung, daß das. Gaufachamt Leichtathletik bestrebt ist, der Leichtathletik in unserem Gau weiteren Auftrieb zu geben, sich vor allem auch für die Arbeit in der Provinz einzusetzen, die keineswegs zurückstehen soll hinter der Gauhauptstadt Kassel. 50 Mannschaften zum 7. Halten-Handbattturnier. Bei der gestrigen Auslosung zum 7. Hallcn- Handball-Turnier am kommenden Sonntag in der | Zur Konfirmation und Kommunion Nowack-Stoffe FlamiHol. 95 cm breit schöne weichfließende Ware RM. 1.50 Honturenkrepp, 95 cm breit, hübsches Gewebe- 4 QE bild, auch in allen modischen Farben.........RM. ■•□w Mattkrepp, 95 cm breit, körnige Ware, ziemlich 4 QE knitterfrei, auch in allen Modefarben.........RM. I.vv Fl am isol-Reversible, 95 cm breit, schwarz, fl OE schön fallendes Gewebe.. ...................RM. fc.fcU Krepp Fall le, 95 cm breit, in schwarz, weiß und "7E einigen hübschen Modefarben................RM. fc.lU Tafiet-Faillc, 95 cm breit, besonders schönes Gc- n QE webe, schwarz, weiß und alle Modefarben......RM- ■■**** Faille-Satin, 95 cm breit, elegante Ware, O HE in schwarz und weiß.......................RM. U.fcU Flainisol mit Abseite, 95 cm br., schwere Ware, O Eß fast knitterfrei............................RM. U«UU zeitig mein großes l7ager i Konfirmandenkleidern ^ÄRLNOWACK INH. C.H.SCHLÖTER SELTERSWEG!8I GIESSEN. 1089 A MaWLtii | Motel Ortendem U Sonntag, den 19. Februar, abends 20.17 Uhr, großer B8g Maskenball | Dienstag, den 21. Februar, abends 20.17 Uhr NARRHALLA! S An beiden Tagen Z W E I KAPELLEN Hg und Bar-Kapelle! Feenhafte Dekorationen in M allen Räumen! Es ist vorteilhaft, Tisch- Reservierungen vorher zu WÄ bestellen! iio&D KB Melir Frende au der Kalur toiiBeroiiiMeUiicto! Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goeihestr.32 Zweijährige Handelshlasse für Schulentlassene m. acht- jähr.Schulbildung. FürMäd- clien auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren.Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung am 2. Tf ärz stattfmdet und eine spätere Aufnahme in die 2jährige Handelsschule nicht mehr vorgenommen werden kann. Ein-a.halbiährigeHandels- iachklassen und höherer Schulbildung, bei Sekunda- oder Mittel- schulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Schul geld RM. 19.-. keine Neben- gebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, Rui 2480. <07a Alle Bienenzuchtgeräte Honigschleuder, Kunstwaben usw. (Schaufenster 2) BORRMANNS Eisen waren,GIES SEN, Neustadt5-7,Tel. 4156 u.4165 '_______________1109 A Zhre Vermahlung zeigen an Hans Hagenauer Ruth Hagenauer, geb. Riemann Gießen (Seltersweg 64), am 15. Februar 1939 1092D Ihre Vermählung geben bekannt Paul Heiner G!ESSEN*MÄU5ßUR. Gl 6 Auf die Qualität ff ßommt’san? Nur wenn diese im rechten Verhältnis zu dem Preis steht, haben - Sie billig gekauft. Und in diesem Sinne billig ist alles, was Ihnen an Wäsche, ■Wollwaren, Strickkleidung, Strümpfen, Mode- und Kurzwaren geboten wird bei 1096 A Oer für heute angesetzte Lichlbi!der-Vortrai: über: 1097D Wien MA- findet nicht statt! "WZI Universitäts-Cafe, Gießen > Flockstraße 5 FASTNACHTS-VERANSTALTUNGEN Samstag, den 18. Februar: Heiterer Abend mit Tanz Rosen-Montag: 16 Uhr Kinder-Kostümfest 20 Uhr Heiterer Abend m.Tanz Fastnacht-Dienstag: 16 Uhr Kind er-Kostümfest 20 Uhr Faschingstreiben Kaltes Büfett 1 Sektbude! Dienstag abend Eintritt gegen Verzehrkarte von 2- RM. ________________________________11 OOP Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr. 1 Kaufgesuche Wagen (Cabriolet bevor- , sunt) gesucht. Angebote m. Angabe der Marke, des Preises und der bereits gelaufenen Kilometerunter 0743 nndenGieß.Anz. Verkäufe Ein Transport - vrima Läufers sdiweine >u verkauf. Iiuv Wieseck Sltnljitrnnc 24. Verkaufe sofort WMÄ0 BMW. g Kaufmann, Kaplansgasse 15 Marga Heiner, geb. pecher Gießen (Neustadt 1), den 15. Februar 1939 10900 SEITE RSWEGA7 Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Langemarckschule (Realgymnasium) Oberschule für Jungen Iustus-von-Liebigschule (Oberrealschule) Oberschule für Jungen Oberschule für Mädchen Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Mittwoch, den 22. Februar, üon*9-13 Uhr, im Direktionszimmer entgegen- genommeii. In die Klasse 1 können Kinder auch schon.nach drei Grundschuljahren übertreten, wenn sie körperlich und geistig gut entwickelt sind und gute Klassenleistungen aufweisen. - Bei der Meldung sind vorznlegen: Geburtsschein,Impfschein,Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Aufnahmeprüfung für alle Schüler mit 3- u. 4jähriger Grund- schulbildung: Samstag, 4. März, ab 8 Uhr. Die Direktionen: Dr. Wolkcwilz Angelbergcr Leonhardt Schelborn 11071) Wegen Umzug gebe. Möbel und getragene Kleider für stärk. Figur zu verkaufen. 0717 5tfnflenög.lDeg2ii| Meßlingen auf: JungHennen Küken, (weiße amerikan. Leghorn Leistungszucht) Emden. Niesen- gössel und Niesen -Bronce- Viitcn (shD nimmt entgegen Gcilüftelhof E. Krause Treis (Neffen) Lieferung frei Hof bzw. Haus. Omnibusfahrt LAMlßMM« ilnmelöungen bei H5®. „Stuft bum Sreuöe“ Dissertationen bei Brühl, Gießen [Verschiedenes Großer schwarzweißer 0749 Kater seit vorig. Woche vermißt. Mvltkestr. 2a. Suche für sofort einen neuen oder wenig gebrauchten lasäwagen (3—4-Tonn en-Kip per) gegen Kasse 0753 L udwig Sack, Tief- und Straßenbau, Heuchelheim. | Einspaltige ~~| Kleinanzeigen werden zum ermäßigter» Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht!